Google

This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project to make the world’s books discoverable online.

It has survived long enough for the copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject to copyright or whose legal copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that’s often difficult to discover.

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book’s long journey from the publisher to a library and finally to you.

Usage guidelines

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken steps to prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying.

‘We also ask that you:

+ Make non-commercial use of the files We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for personal, non-commercial purposes.

+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google’s system: If you are conducting research on machine translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the use of public domain materials for these purposes and may be able to help.

+ Maintain attribution The Google “watermark” you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other countries. Whether a book is still in copyright varies from country to country, and we can’t offer guidance on whether any specific use of any specific book is allowed. Please do not assume that a book’s appearance in Google Book Search means it can be used in any manner anywhere in the world. Copyright infringement liability can be quite severe.

About Google Book Search

Google’s mission is to organize the world’s information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers discover the world’s books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the full text of this book on the web alkttp: /7books. google. com/]

Google

Über dieses Buch

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde.

Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist.

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei eine Erin- nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat.

Nutzungsrichtlinien

Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen.

Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien:

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden.

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen unter Umständen helfen.

+ Beibehaltung von Google-Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht.

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben.

Über Google Buchsuche

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter|'http: //books .google.comldurchsuchen.

Einleitung.

Die Gedichte der geiftigen Entwicklung Bayerns im 18. Yahr: hundert weiſt zeitlih und in der Art und Bedeutung der einzelnen Entwicklungsſtufen charakterijtiiche Unterjchiede von der des übrigen Deutichland auf. Gemeinfam iſt nur das Refultat: eine Yoslöjung von den lähmenditen Feſſeln geiftiger Starrheit und Gebundenheit, das Er- heben des Individuums über die träge Muffe und die Geburt des freien Gedankens, der das liberlieferte nicht für heilig hält, weil es überliefert it, jondern neuem inhalt neue Form zu geben verjudht.

Seltiam und glücklich ift hierbei das neinandergreifen der hiſtoriſchen Kräfte.

Im zweiten Drittel des Jahrhunderts geht im Norden die Reform der Sprade und Litteratur vor ih; der Boden wird gepflügt und beitelft, altes Unkraut ausgejätet, da fallen die Samenkörner Voltaire und Roufleau in die friſche Erde, üppig geht die Eaat auf, ſchießt auch wohl Hier und da ins Kraut, Ichlieglih aber taufendfältige Frucht bergend zu neuer Ausjaat. Parallel mit der Entwidlung der Litteratur und von ihr unzertrennlich geht die Reform der Bühne, der deutjchen Echauipielfunft.

In Bayern dagegen ift der Boden noch nicht beitellt, als die neuen Seen, wie vom Sturmwind getragen, ins Land fallen. Hier wuchert noch in aller jonnigen Stille und ſchwüler Luft altes Unkraut, und die breiten Blätter legen fich Schwer auf die jungen Halme, die aus dem mütterlichen Boden hinauswachſen möchten, um friſchen Luftzug zu atmen. Sie beichatten und erſticken. Religiöje ragen und die ver- änderte Ktonftellation des politifchen und jozialen Lebens liegen dem zu Grunde.

1

IV

Kinleitung.

Bayern war die jtärkfte nad Norden vorgejchobene Hochburg des römiſchen Katholizismus. Und jo mußte die Reforın Gottidyeds, Die im leßten Sinne als Wiedergeburt deutichen Geiftes zu bezeichnen ift, fühnen Fluges darüber hinweg ftreben, um in der Schweiz heimijchen Boden, Pflege und Weiterbildung zu finden. In anderen katholiſchen Ländern fand fie Aufnahme. Die Rheinlande waren bald gewonnen, und Ichon 1749 konnte Gottſched mit feiner Frau in Wien die Triumpbe einernten, die jene um feinen Namen fi) nun einmal fonzentrierende Reform feierte. Selbft die Jeſuiten vermodhten zehn Jahre Ipäter die Anftellung eines Profeſſors für deutiche Sprache am Therefianum nicht mehr zu verhindern.

Wie lange dagegen und wie ungeftört übten fie in München ihre Wirkſamkeit aus! Wie ſyſtematiſch jegten fie noch nad) 1773, troß der päpftlichen Bulle ‚dominus ac redemptor noster‘ oder vielleicht weil diejelbe erfolgte, ihre Macht dur, das romanische Element ala unver: Jöhnlichen Gegenjaß gegenüber dem germanischen!

Die wirkſamſten Bundesgenoffen hatten fie an den politiſch und wirtichaftlich zerrütteten Zujtänden des Landes.

Im Norden hob Friedrich der Große Preußen zu einer europätldyen Hauptmacht, ſchuf einen modernen Staat, jorgte für Verwaltung und Rechtspflege, öffnete dem Lande neue Erwerbäquellen; er ſelbſt im Ber: fehr mit Voltaire der Mittelpunkt alles geijtigen Lebens, der dem Volke Gedankenfreiheit und, wenn auch nur teilmeife, Prepfreiheit gab, und was hier vor allem wichtig, er, der durd) feine unerhörte Kühnheit auf den Scjladhtfeldern des jiebenjährigen Krieges dem Volke im feiner eigenen Perfon zum erſten Male wieder einen Nattonalhelden icheufte, dem die deutiche Yitteratur, aud) wenn er ihr noch ſo verjtänd- nislos und fühl gegenüberjtand, nationalen Gehalt verdanfte. Friedrich Wilhelin II. trat dann mit dem Worte: „Wir find Deutiche, und wir wollen es bleiben !"!) auc dem franzöſiſchen Welen entgegen, das der völligen Entwidlung nationaler Kunſt noch hinderlich gewejen war, und förderte namentlid) das deutiche Bühnenweſen durch den föntglichen Schuß, den er dem Berliner Nationaltheater angederhen ließ.

In Bayern verfuchte Mar Joſeph III. (1745—1777) Ahntiches für die geiftige Debung des Volkes. Er erkannte deifen fürdjterliche

1) K. Ih. Heigel, Deutſche Sejchichte vom Tode Friedrichs des Großen big zur Muflöfung des alten Reiches. J, 66 ff. Stuttgart, 1599.

GENERAL BOOKBINDING CO.

Einleitung. 3

Sage, verſtand die Forderungen einer neuen Zeit, und bemühte fich mit dem redlichften Willen und raftlojem Fleiße, nationales und freiheit: liches Empfinden zu mweden, aus der ſklaviſchen Abhängigkeit vom Je— ſuitismus zu entfliehen. Schon zeigten fi) auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens die Erfolge angeitrengter Reformen, ſchon keimten aus einem Boden, der bisher feit mehr ala Hundert Yahren nichts Eigenes, Kräftiges geipendet hatte, verheißungsvolle Anſätze, da

„rährt wieder prafielnd auf dein faum erftorbnnes Feuer,

Megäre Inquilition,

Des Orkus und der Dummheit Tochter, Ungeheuer,

Peſt der Vernunft und Religien“.';

Nach Dar Joſephs Tode verfrochen ſich ſcheu und heimlich) alle treiheitlihen Gedanken. Der Jeluitismus wütete ärger denn je; an eine ftolze, unbeſchränkte Pflege nationalen Kulturlebens war unter dem Regiment de P. Trank und des Edlen von Lippert nicht zu denken. Et unter König Mar und dem Miniſterium Montgelas wurden jene Aufflärungsideen wieder aufgenommen, die legten Feſſeln unbarm- berzig geiprengt. Nun erft Eonnten mit der Befreiung alles getjtigen Lebens auch Bühne und Litteratur würdige Pflege finden, nun erft tonnte fih München ala Sammelſtelle fünftleriihen Schaffens zu einer der führenden Städte Deutſchlands entwideln.

Andreas Zaupier, Ode auf die Inquiſition, 1777.

1*

I.

Yirterariiche Unfruchtbarkeit und Keformverſuche vor Gründung der Alademie.

Die Gründung der Akademie der Wiſſenſchaften (1759) Hat man wit Recht als Geburtsftunde ver Aufflärung in Bayern bezeichnet. Von da an laͤßt ſich ein planvolles Ringen und Kämpfen für und wider die neuen Ideen verfolgen, und alles, was gedacht und geichrieben, geiprochen und gethan wird, empfängt fein charakteriftiches Merkmal davon, wie es zu dieſer einen großen Aufklärungsidee fteht. Aber es liegt aud) andrerjeits nur etwas Halbwahres in jener Bezeichnung. Weltanſchau— ungen und hiſtoriſch lange wirfende Strömungen im Volksleben werden nicht mit einem Male verdrängt. Ein taufendfältiges, jahre: und jahr- zcehntelanges Werden geht vor fi. Oft vollziehen ſich die erſten Regungen unbemerkt und unbemerkbar, wir werden für ein Symptom nehmen, was rein zufällig, ohne tieferen Zuſammenhang ſich abjpielte, und umgekehrt.

Früh ſchon zeigen ſich in München einige Anfäte zu jener Auf: klärung, Anfäße, die bei der literarischen Ode und Unfruchtbarkeit der ersten fünf Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts doppelt überrafchen. Freilich waren es feine Keime, die im Volksboden wurzelten. Wie hätte aud) unter Marimilian II. Emanuel (1679—1726) aus dem Volke heraus eine geiftige Strömung entjtehen fünnen? Obwohl Münden in den ewigen Kriegswirren 1704 zu neutralem Gebiet erklärt worden war, litt das Volk unter der fchroffen Behandlung der Öfterreicher und fonnte nur ängſtlich in die Zukunft Schauen, um Erxiftenz, um Hab’ und Gut beforgt. Der Kurfürft jelbft wurde 1706 in die Reichsacht erflärt und blieb zehn Jahre von München fern. Und als er endlid in feine Refidenz wieder einzog und auf etliche Jahre Friede im Lande herrſchte, fonnte das Volk feines Lebens nicht froher werden. Der Einzelne hatte ſchier unerſchwingliche Steuerlaften zu tragen, während Adel und Hof einem jorglofen, leichten Leben ſich hingaben.

Die vertrauten Nachbarn am Iſarſtrom. 5

Die ſchweren Zeiten des ſpaniſchen Erbfolgekrieges, der Einfälle Mar Emanuels in Tirol, vor allem aber die bayeriſche Landeserhebung im Jahre 1705 hatten freilich dem Volke manches treuherzige und in ellem Unglück vertrauende Lied abgerungen;’') andere Zeitereignifje riefen billige Reimereien hervor; die Rückkehr Mar Emanuel wurde vom Volke mit patriotiicher Wärme gefeiert; Lieder, die ala hiſtoriſche Tokumente wertvoll find, auf funjtmäßigen Ausdrud jedoch nie Wert tegen fonnten und mochten. Sie verfchwanden wie das Intereſſe an dem Ereignis ſchwand, zu dem fie verfaßt waren.

Wichtiger als diefe ephemeren Erjcheinungen war die Gründung einer gelehrten Gejellihaft (1702), die, im Stil an das 17. Jahr: hundert erinnernd, in ihrer Grundidee ald Vorläufer der Academia Carolo-Albertina, de3 Parnassus boicus erjheint und damit aud) in gewiffem Zuſammenhang mit der jpäteren Akademie der Willen: ihaften ſteht. Aber e& muß von vornherein betont werden, daß weniger das Beftreben, das geſamte geiftige Leben zu weden, ala vielmehr eine Tendenz politifcher und fonfejfioneller Natur die Urladye zur Gründung diefer Gefellichaft der „vertrauten Nachbarn am Iſarſtrom“ mar.

In fünf Oftavbändchen ?) legten dieje vertrauten Nachbarn feier: ih ihre Weisheit nieder. Ganz in der gezierten Gewohnheit früherer gelehrter Gejellichaften verbargen fie ihren Namen und Stand hinter geihmadlofen Pſeudonymen,“)) aber nicht etwa aus Scheu, jondern „aus vurer Plaisir, ſich mit folder Masque aufzuführen“. Bis auf drei lafſen fi) die Mitglieder diefer Gejellihaft es waren mm ganzen

. 9. Hartmann, Hiſtoriſche Gedichte aus der Zeit der bayeriichen Yandeserhebung 1705 und der NRüdtehr Mar Emanuel3 nah) Bayern. Alt: dayeriſche Monat3ichrift, hrg. dv. Hijt. Ver. vd. Oberbayern, Jahrg. 1, Heft 2.

7, Zie erihienen unter dem Titel: Nutz- und Quft:erwedende Bejellichaft der Bertrauten Nachbarn am Iſarſtrom. Das ijt Etlicher- in jelbiger Chur: Bapriihen Refier wohnender guten Freund Verträufichespolitiich= und Hiſtoriſche— Inseursen über allerhand Zeit-läuffige Begebenheiten / und dardurch veranlaſſende Materien. Gedruckt im Jahr 1702. Vgl. Reinhardſtöttner, Die Nutz- und vufterweckende Geſellſchaft der Vertrauten Nachbarn am Iſarſtrom, Forſchungen z. Geſch. Bayerns, VIII. Bd. 1900), 4. Heft, S. 253 ff. Ich entnehme dieſem Auiſatz, auf den mich in letzter Stunde Herr Dr. Striedinger freundlichſt auf— merfiam macht, noch einige Anmerkungen. Im Text habe ich nur Heckenſtallers Zodesjahr na Reinhardſtöttners Aufjak berichtigt.

5 Heinhardftöttner, a. a. O. S. 258, drudt jie ab.

6 Kitterariiche Unfruchtbarkeit und Reformverſuche.

zwanzig beute nicht mehr feſtſtellen. Der befanntefte unter ihnen ft Urban Hedenftaller, der 1694 ala Sekretär der Geſandtſchaft Mar Emanuel® nad; Polen gegangen war, darauf bis 1705 in München lebte und voller Unmwillen und Schmerz die Ofterreicher im Lande ſah. Er jchmiedete mit mehreren Gleichgefinnten den Plan der Erhebung gegen die Unterdrüder,') mußte ih dann aber flüchten und Iebte die näcdjften zehn Jahre im TFranzisfanerklofter zu Freiſing, wo er das Ordenshabit anlegen durfte. Nach der Rückkehr Max Emanuels konnte er wieder das Kloſter verlaſſen und in die Vaterſtadt zurückkehren, wo er am 5. Februar 1748 ftarb.?)

Nächſt ihm waren noch Johann Georg Lütich,”) ein Hofrats- jefretär, und Johann Kandler Mitglieder der Gejellihaft. Dieler war in Regensburg Mitglied der bayerischen Geſandtſchaft gemelen, bekleidete in München die Stelle eines geheimen Ratsregiſtrators und führte die Auffiht über die furfürftliche Hofbibliothef. Er ftarb am 5. Oftober 1718 im 75. Lebensjahre.‘)

Schon die Teilnahme eines jo patriotifchen, thatkräftigen Mannes wie Urban Hedenjtaller legte es nahe, daß die Iſarfreunde mit ihren Abhandlungen zunächſt rein praftiihe Zwecke verfolgten. Sie wollten den Ruhm des bayeriichen Kurhaufes fingen und vor allem jenen Aus— ländern entgegentreten, die e8 wagten, gegen die „Churbayriſche Glori etwas jträfflic) oder partiale8 zu moviren“. Dieje wenn auch oft etwas eigenfinnige Betonung eigenen Ruhms und eigener Größe war der Ihönfte Zug in den Unterredungen der Iſarnachbarn. Es wur

N Ernjt von Destouches, Münchener Bürgertreue, M., 1880. Bal. K. TH. Heigel, Unellen und Abhandlungen zur neueren Gejchichte Bayerns, M., 1884, =. 169—196: Korreipondenz des Kurfürſten Mar Emanuel von Bayern mit jeister zweiten Gemahlin IThereje Kunigunde und ihren Eltern.

”. Baader, Das gelehrte Baiern, 1804, I, 480 5. Allg. Diſch. Biogr. X, 206. Dort iſt, wie Reinhardftöttner nun nachweiſt, das Todesiahr fälſchlich mit 1739 1740) angegeben.

3, Über ihn vgl. Neinhardjtöttner, a. a. O. S. 255. Lütich Litich) war auch jonjt litterariich thätig. Unter jeinen Schriften befindet jich eine Art Melodram: Theatrum belli Bavarieci, das ijt, Schau: Bünne dei in Harniſch jtehenden Bayrlanda (1704. ES ijt eine politiiche Erörterung in gejälligerem Gewande. Auch einen allegorijhen Tperntert „Die Belrönte Unſchuld“ bat Lütich ſchein— bar nicht ohne Zeitanjpielung 1710 verfaßt. Die Uper wurde mit der Muſik von Franz Simon Shuchbaur im Opernhaus deutſch gelungen.

+: Baader, a. a. O. I, 183. Neinharditöttner, a. a. O. 2.255.

Die vertrauten Nachbarn am Iſarſtrom. 7

ein bewußter kräftiger Hinweis auf die im bayeriſchen Volke ruhende Stärke, es that in jener bedrängten Zeit doppelt not, auch noch auf das geiſtige Leben des Volkes zu vertrauen. Ihr Beiſpiel ſollte die Bayern, „ſo feyrende und doch fürtreffliche Ingenia beſitzen“, aus ihrem Gleichmut aufrütteln. Die kriegeriſche Zeit erklärt es, daß die Unterredungen oft eine wahre Luſt am Kämpfen zeigten. Mancher unbedachte Ausdruck fiel; ihre Sprache wurde ſo freimütig, daß die kaiſerliche Adminiſtration das vierte Bändchen ihrer Schriften unter— drückte und konfiszierte.!)

Auf religiöſem Gebiete ließ man ſie natürlich ruhig gewähren: dort ließen fie ihrem Haſſe die Zügel ſchießen, unbehelligt von einem Gegner. Alte Schartefen kramten fie aus, jtellten eine Liſte „ver: fluchter, Tiederlicher Tractätin und jchädlicher Opera“ auf e8 war nur eine Keine Blütenleſe nichtkatholifcher oder unkatholiſcher Autoren —, und gingen einzelne in ihren Unterredungen dur. Am ſchlimmſten fuhren dabei die vom Sanuar 1692 bis Mai 1697 erxichienenen „Monatliche Nouvellen aus der gelehrten: und curieusen Welt”, eine Zetichrift, die fi) namentlich Scharf gegen die Jeſuiten gewandt hatte. Späte, aber liebreiche und nicht ungeſchickte Wortfechter und Verteidiger erttanden den Jüngern Lojolas an den Iſarnachbarn. Sie wiejen die ihärfite Anklage, die von jeher gegen den Orden erhoben wurde, zu= rüd, daß nämlid) die reservatio mentalis einer der verderblichiten, gejährlichiten Sätze fei, der mit der Aufhebung aller Eide, Verträge jedes Vertrauen und jeden Glauben an Wahrhaftigkeit zerftöre, daß die Crdensregel Mord durch Gift und Dolch zulafje in majorem Dei gloriam, u. ſ. w. Nicht minder eifrig erhoben fie ſich gegen das „Mucken-Geſchmeiß“ der Lutherifchen und Calviniften, erhoben gegen fe den alten Vorwurf der ‚partheyifchen und betrogenen Historici‘, der talihen und verächtlidden Propheten. Daß ſie Luthers Tiſchreden ‚untlätig“ und „mehr teuflifch und viehiſch als menſchlich“?) nannten, daß der P. Gottfrid Flandernecker den Vergleich 30g, „die Lutheriſche— oder andere dergleichen Schwermer jchieten ſich zu Reformirung der heiligen Schrifft: und Glaubens-Lehr anderft nicht als wie ein Cameel zum Ballet=ztangen“,”) charakterifiert hinlänglich die Art ihrer Eonfeffto-

n Günthner, Geſchichte der litterariichen Anstalten in Bayern, M., 1810, U, 277.

?. Eriter Teil, ©. 191.

Zmeiter Teil, ©. 118.

8 Sitterariihe Unfruchtbarkeit und Reformverſuche.

nellen Erörterungen. and ſich gleich verbiffene Wut aud) bier und da auf gegneriicher Seite, jo ift doch gerade hier ſolch blinder Haß um jo jchädlicher geweien, als jener zarte Keim, der immerhin eine geijtige Belebung des Volkes bedeutete, auf diefe Weiſe feine gedeihliche ‘Pflege finden konnte. Das Befinnen auf nationalen Wert durfte nicht durd) jene rückſchrittlichen, dem unheilvollen Religionszwift de letzten Jahr— hunderts ſich nähernden Ideen getrübt werden.

In den folgenden Unterredungen macht ſich allerdings jene Tendenz nicht mehr jo aufdringlich bemerkbar. Politiſche Diskurſe finden ſich in größerer Anzahl, geichichtliche Betrachtungen über den Urſprung und die Religion der alten „Iſar-Beyrn, die bey abwechllendem Mondſchein Mercurio einen lebendigen Menſchen ſchlachteten“, berühren wieder das Intereſſe für nationale Fragen.

Beachtenswert für die Bildungsgeichichte ihrer Zeit ift ein Urteil?!) über Happel und Opitz Everhbard Guarner Happel?) gehörte zu den Romantcriftitellern unheimlichiter Fruchtbarkeit und größter Beliebtheit. Seine Romane, die meift von Ulm aus ihren Weg in die Welt nahmen, waren eine Miihung von Liebesabenteuern, Staatsnad: richten, heldenhaften Irrfahrten, geographifcher Weisheit und furivjen Affairen. Planlos wurde alles auf einen Haufen geichüttet und dem Publifum ein Teil nad) dem andern, nur wenig prunkvoll zugeftußt, verabreicht. Gerade die Breite und Unerjchöpflichkeit, die heute abftoßend wirken, zogen die Leer an; ſelbſt die ödeſte Langeweile vermodhten fie damals zu bekämpfen. Und wie lange diefe Romane im Volke nod) nachwirkten, beweift jene Unterredung der Iſarnachbarn. Mehr als fünfzehn Jahre waren ſeit dem Erſcheinen der meisten Romane Happels verfloffen, und dennoch glaubten die bejorgten Religions: und Jugend: wächter am Iſarſtrande, ihre Einichränkungen machen zu müffen. Vieles darın fanden fie reinen Herzen gefährlid, vor allem in dem voller leichtjertiger Poſſen ftedenden „Akademischen Roman“,”) einer recht lebensvollen Schilderung des Studententums. In den mit halber Gelehrſamkeit ausftaffierten Geſchichtsromanen, wie 3. B. der Teutſche

N Fünfter Zeil 17040, S. 82 if.

" Allg. Dich. Biogr., 10, 551 (J. Frand und Benefe..

”" Der Academiſche Roman, Worinnen dag Studenten - Yeben fürgebildet wird... das Gute zur Lehre, das Böß aber zur Warnung der Ehr-liebenden Jugend, in einer ſchönen Liebes-Geſchichte fürgeftellet. Allın, 1690.

Die vertrauten Nachbarn am Iſarſtrom. y

Garl (Ulm, 1690), der Bayerifche Dar ') (Ulm, 1692), der Ottomanniſche Bajazet (Ulm, 1688), der Frantzöſiſche Cormantin (Ulm, 1687) u. a. begegnete ihnen viel Stillojes, d. h. Unkatholiſches, und oft forderte fie eine Barteilichfeit Happels zu Ungunften der „‚gloriosen actiones“ des bayeriihen Kurfürften zum Widerjpruch heraus. Immerhin erachteten fe Happels Werfe für wertvoll genug, einer „‚curiosen Bibliothec‘ ein= gereiht zu werden, nachdem alle „der wahren Religion nit zuftändige: und nachtheilige Anzügigfeiten und raillerien” daraus entfernt wären.

Martin Opig genoß noch immer das Anjehen eines Vaters der Dichtkunft. Ein Jakob Balde Hatte ihn im katholischen München nicht verdrängen können, obwohl Balde viel inniger und naiver jeine tiefen Gedanken ausiprad). Balde hätte dem Wolfe viel geben fünnen, wenn er die Volksſprache in jeinen Werfen jo Ear und einfach behandelt hätte wie die lateiniſche. Das erkannte Herder zuerft, indem er den Verſuch der Übertragung Baldeſcher Oden unternahm (1795), ein Verſuch, der jedoch Truchtlos war, weil fünftliche Konftruftion an die Stelle natur: notwendigen Schaffens trat.

Tie Teutſche Po&mata Martini Opicii dagegen mußten nod) auf jeden wirfen, der jemals ein Buch zur Hand nahm; Opik mochte aud) den Iſarnachbarn um fo näher liegen, als er religiöfe Stoffe bearbeitet und in unglüclicher Zeit des Jeſuitenpaters Martin Becanus polemijche Schrift Manuale controversiarum überjegt hatte. In den deutjchen Gedichten, und da dachten die Iſarnachbarn wohl zunächſt an die lebens- Iuftigen Liebes- und Zrinklieder, die der Student Opitz gefungen hatte, mihfielen ihnen manche ärgerlich verliebte Sachen.“) „Worderift aber gedünfte fie, daß das in Reimen verjaffte hohe Lied Salomonis / jungen / und fürmißigen Qeuthen /gefährlicd und zu Aufreigungen ungeziemender Gedanden /gelegentlich fallen können”. Selbft mit den Worten der heiligen Schrift ſei das hohe Lied nicht für jedermann, um wie viel weniger erft dann, „mwenn noch dergleihen Innhalt in angenehmes Reimen-Gedicht (welches in specie bey der unvorfichtigen Yugend / ins⸗ gemain gar luſtigen Eingang findet) verftellet und dort oder da ver: zürtlet- oder wohl gar nad) poẽtiſcher Freyheit klärlich erläuttert wird“. Und jo entichloffen fie ſich, dieſes Buch den in der Blüte ihrer Unſchuld stehenden Zöchtern und Söhnen vorzuenthalten.

8. Th. Beigel, Ein Münchener Roman aus dem 17. Jahrhundert. Jabrbuch j. Münd. Geſchichte, III (1890), S. 431 fi.

*Erjſter Teil, S. 118 f.

10 Litterariiche Unfruchtbarkeit und Reformverſuche.

Mit ſolchen Unterredungen, die jchließlich meiter nichts find ala ein bedeutungslojes Hin- und Herihwägen, an das manche Beratung des Ipäteren Cenſurkollegiums erinnert, füllten fie die meiften Zufanımen: fünfte aus.

Ihre eigenen litterariihen Erzeugniſſe zerfallen in etliche Gelegen- heitsreimereien und geiſtliche Hiltorien.

Jene find herzlich) unbedeutend. Als Probe mögen einige Zeilen dienen, mit denen die „Nutz- und Qufterwedenden“ die Geburt des lechiten Sohnes Mar Entanuel3 begrüßten : ')

E3 prangt's Churbayrn Gſchlecht mit neuer Fürſten-Blüehte Die unfern Emmanuel unjterblih nod mad / Der neugebohrne Printz erbt's grofien Vatters-Güte/ Mit deſſen Tupfferfeit in jeiner Nämen-Pracht / Wie fan Theresia den Rurpur höcher zieren : NIS wann der Helden vil fie um den Thron herftellt? Es ſcheint GOtt wolle uns / durch fie assecuriren / Daß Chur Banrn ſich vermehr biß an das End der Relt.

Die in die einzelnen Bände verftreuten Hiltorien waren ausdrüdlic der Jugend wegen verfaßt. Bon den politiichen und religiöjen Dis— furjen mochte fie nicht viel verjtehen oder wie fie jelbft zugaben der allzu häufigen überdrüjlig werden. Mit Liebes: und Helden: geſchichten war fie allein zu gewinnen, und jo Ichidten ſich die Iſar— nachbarn an, zu Nuß und Frommen der Jugend vorhandene Schriften auszuziehen amd fie „auf untadelhafite- Auferbäulichkeit = juchende und eben darumb nußlihe Weiß auszustaffirn“, etwa jo, wie die Geſchichten „anf Gatholiihen Cantzlen- oder bey Catholiſchen geiftlid)- oder ſonſt ehrlichen Comoedien extendirt zu werden pflegen“. Hiermit ſprachen fie ſofort mieder ihre jcharf tendenziöfe Abfiht aus. Der künſtleriſche Wert der Hiſtorien trat hinter ihr volljtändig zurüd. Im ganzen enthalten die fünf Bändchen ſechs Erzählungen: Liſtig hand: gebabte Keuſchheit (1, 123— 166), Triumphirende Jugend (I, 2—24), Tyrammifch:beitrittene: doch ſigende Keuſchheit (I, 24— 53), Unver— diented: doch großmüthig gelittnes Elend (III, 28—48), Die ſich heyliglich auffgeführte Schönheit (IV, »1—103), Unglüdlicher Heyraths: zwang (V, 12-383).

Der Stoff aller ſechs Erzählungen it ungefähr der gleihe; es handelt fid), wie ſchon die Überſchriften verraten, jtets um eine (na: türlid) wunderbar ſchöne) Ehriſtin, die allen Quälereien und rohen

ı Tritter Zeil, 2.2.

Die vertrauten Nahbarn am Siarjtrom. 11

Angriffen „geiler Venusbuben“ troßt und entweder dem Tod in ftolzer Ziegeszuverficht entgegenfieht oder den betreffenden Bewerber zur Ab- ſchwörung feines heidniſchen „verbamblichen Götzendienſtes“ zwingt und ihm als gut chriſtkatholiſchen Gläubigen willig die Hand reiht. In— haftlih und in der techniihen Behandlung erinnern mande Züge an das Jeſuitendrama. Und wie diefes in der Löſung der DVerwidlungen ch ähnlicher Kunftgriffe bedient, wie die franzöſiſche Komödie, jo er: innert auch bier viel daran. Der Chriftin fteht eine Magd, dem Heiden ein Diener, beide Bertraute, zur Seite. Ste überbringen einen Brief nach dem andern, fie teilen ihrem Herrn, ihrer Herrin die Ent: hlüffe und Stimmungen de8 andern mit. Bon ftraffer Form iſt ebentowenig zu Ipüren wie von wahrſcheinlicher Entwicklung. Wo Verſtand und Willen ſich Iträuben, wirft das Chriftentum Wunder.

Die Stoffe find mit Ausnahme der vierten Erzählung, die eine weltliche Hiſtorie aus der Gelchichte Burgunds, und der fünften, die eine Begebenheit aus einem dänijchen Jahrbuch behandelt, alle einem diden Folianten des eluitenpater8 Cornelius Hazart entnommen.

Hazart') war ein Holländer, 1617 in Oudenarde geboren, der lange Jahre als Miſſionar in Japan und China gewirkt hatte. In enem umfangreichen Werke, ber fünfbändigen historia ecclesiastica,?) ihilderte er (in holländiſcher Sprache) die Kultur Oftafiens im 16. und 17. Jahrhundert auf breitefter Grundlage, eine Chronik der un: ermüdlichen Anftrengungen und jchweren Opfer, der Siege und Ent: täutchungen der Jeſuiten, die das Evangelium in jene Länder trugen.

Seine Kirchengeſchichte wurde eine faft unerjchöpfliche Quelle für das Jeſuitendrama.“) Hier fanden ich taufend Variationen ein und destelben Motives; der Glanz der Heiligkeit überftrahlte die Leiden der Märtyrer.

Seine zahlreihen Schriften j. Bader-Sommervogel, Bibliotheque de la c»»mpaynie de Jesus, I, 4, 181 ff.

*, Kirchen-Geſchichte / dag iſt: Katholiihes Chriſtentum durch die gange Belt außgebraitet ..... von P. Cornelius Hazart, 8. J. Auß der Nider: in die Hoch-Teutſche Sprah überjeket . ... . dur P. Mathiam Soutermang, SJ. 3 Bde Wien, Berlag von Leopold Boigt, Universitaets-Bucdruder, MDEXETV.

»Es jeien nur einige aus den reichhaltigen Periochenſammlungen der Nündener Hof: und Staat3bibliothet (4°. Bavar. 2193— 2197, u. j. w.) genannt: Pietas trium filiorum in parentem. Aufgef. in Quzern, 1707. Michael Rex Arımae, apostata, fratrum parricida, das tft: Ritterlicher Glaubens-Kampff zivener

12 Litterarifche Unfruchtbarkeit und Reformverſuche.

Aus den, was Hazart kurz und chronifartig mitgeteilt Hatte, formten auch die Iſarnachbarn ihre Geichichten. Sie führten aus, was jizziert vorlag, machten Zuſätze, ohne jedoh „der Hiftoriichen Eſſenz an fich felbiten etwas zu benehmen“. Wie die Art ihrer Imarbeitung war, läßt ſich am beften an einem Beiſpiel zeigen. Der Stoff der Erzählung „Zyrannifch-beftrittene doch fiegende Keuſchheit“ füllt in dem Werk des Jeſuiten eine Spalte.) Es ift die Gefchichte einer jungen Chriftin, die von einem Heiden ala Sklavin gefauft wird, um ihm dur) die Echönheit ihres Leibes eine Quelle reichen Gelderwerbes zu fein. Allen Angriffen gegenüber mwahrt das junge Weib ihre Ehre; ſchließlich opfert fie ji) dem Tode durch das Beil um ihrer Keufchheit willen. P. Hazart berichtet diefe Geſchichte als ein neues Beiſpiel Hriftliher Standhaftigfeit in kurzen, allgemeinen Zügen ; die Iſarnach— barn machen aus ihr eine breite Erzählung, die nicht nur mit den übrigen die Schmwerfälligkeit in der Entwidlung gemeinfam hat, fondern fi) unvorteilhaft von ihnen abhebt, indem die Szenen, in denen Pietag, die junge Ehriftin, den frechen Lüften roher Gefellen ausgejegt it, genau geſchildert werden, jo daß den Verfaflern der Vorwurf abfichtlic gewählter behaglicher Sinnlichkeit nicht erjpart werden fanı. Um fo weniger, als fie die Lieder Martin Opigens, die von Venus' Eitelfeit und dem jchnöden Lieben‘ jangen, als recht verliebt und ärgerlich ver: warfen. Die andern Erzählungen entbehren ja glücklicherweiſe dieſes Elermentes; aber gerade hier, wo die Quelle mit Ruhe über den heiflen Punkt Hinmweggeht, ohne an Deutlichkeit des Sinnes etwas vermiljen zu laljen, wirft die Ausführung verjtimmend.

Solche Stellen blieben denn auch nicht ohne üble Nachwirkung. Die Verfaſſer jelbjt Hatten fi) gegen Vorwürfe zu verteidigen. „Romane“ wurden ihre geiftlichen Liebesgeichichten getauft. Schärfer noch klang

Japoniſchen Königl. Bringen. Münden, 5. und 6. Sept. 1707. Michaelis Arimae regis in fratres suos erudelitas. Qandeberg, 1722. Michael Arimensis tragoedia, Michael König von Arima von den vornemften feiner Hooffſchrantzen arglütig hintergangen. Solothurn, 1697. Phoebus post mubila. Frölicher Sonnenblid Welder in Japan nad trüben Ungewitter zwiichen dem König desſelben Reichs vnd dito einem chrijtlihen Ritter, unverhofft erfolge. Münden, 1715. Tri- umphus Sanctae ('rueis, d. i. dag über die Japoniſche Abgötterey triumpbierende Heilige Ereugs Zeichen in dem Königreich Bungo. Brig in Wallis, 1723. Paulus Japon undennis pro Christi fide martyr. Münden, 1751, u. 1. w. u. ſ. w.

" Der erjte Theil, In jich begreiffend Tit: Indien in gemein und jonder: heit; auch Mogor, Japon, China, JIartaria und Bisnagar. I, 3, Stapitel 16.

Schriften der Jſargeſellſchaft. 13

der Vorwurf, daß das Werk zu ſehr „nah Pfaffentum röche“, über: haupt maßlos in der Beurteilung alles deſſen jei, was nicht den ar: nachbarn behage. Der Vorwurf jedoch, den wir heute vom hiſtoriſchen Standpunkte aus nicht nur als völlig berechtigt anerkennen, jondern deſſen Wirkungslofigfeit wir am meiften bedauern mülfen, richtete ſich gegen den Mangel ar Eonjequentem nationalen Empfinden. Wohl wurde im Anfange von ihnen die Würde des Kurhauſes und das Ver- trauen auf die Ichlummernde Stärfe und Eigenart des bayerijchen Volkes betont, aber mehr und mehr durch konfeſſionell-politiſche Zän- fereien überwuchert. Deutiche Sprache wurde von den Berteidigern des römischen Katholizismus nicht gepflegt, adjtlos eine Fülle von geſchmack— loſen Fremdwörtern ſelbſt für jene Zeit eine reichlihe Fülle verwandt. Gegen Vorwürfe in diefer Hinſicht verteidigten fie fi ;') „mancher jafftiger Verſtand einer abgezilten Mainung laſſet fi im teutihen ohne groſſe Beichwernuß- und ſo kurt und eintringend nit geben / als es wohl mit Zuhülffnehmung ausländischer: denen Teutſchen Ihon jajt gemain gewordenen Redens-Art thuenlich ift /wie die Gelehrten es unmöglid) verneinen fünnen ; Jedennoch will ich unmaßgebig dafür halten / man ſolte / dem teutichen Michel zu Gefallen / fünfftig hierinnen etmas nachgeben / und übrigens der Welt zu wiſſen machen / daß un: ſerer Gjellichafft eine angenehme Zeitung ſeyn werde / wann aus ihren lieben Churbayrifchen Landts-Leuten / jemand die Mühe nehmen mag / entweder unſere- oder andere fürs Vatterland anftändige ſolche Arbeit / auff eine platt-teutjche jedweden behägliche Weile ans Licht zu bringen”.

Dem deutjhen Michel etwas nachgeben! Das lang jchon wenig verheiBung3voll, wenig aus innerer Freudigkeit geſprochen, und blieb ein leeres Verſprechen. Die Schriften der Sargefellichaft hörten auf zu eriheinen, ohne daß ein ernfter Reformverjudy in diefer Hinficht an— geitrebt wurde. |

Eine Nahahmung der eingegangenen Diskurſe folgte bereits im nächten Jahre. Unter langem Zitel?) erfchien 1703 eine Schrift in

N Dritter Teil, S. 15.

2) Für das Vatter-Land deß Bayriichen Löwens / Getreue Gefährtin / der Niar:Sejellichaft / das ijt: Vorftellung gang Europae / als dero Uriprung / Gröſſe / Hadt ’Bilfältigkeiten /vnd jittlihe Eygenſchafften . .. in 6 beiondere Theil abgetheilt / und verfertiget. Alles einem Catholiſchen zu wiljen nöthig / bei jepigen pjunceturen vmb ſich rechtmeſſig in Dijcurs / Geſchäfften vnd Angelegenheiten / zu verhalten vnd defendirn zufünnen. 1703.

Rücktehr Max Emanuels; deutſch-nationale Gedanken. 15

ſcheinen und nicht rein theologiſche oder andere wiſſenſchaftliche Themen behandeln. Für das lateinunkundige Volk erſcheinen hier und da Gebetbücher, geiſtliche Traktätlein, Legenden; ſonſt herrſcht überall unheimliche Ruhe. Jeder geht dem gleichförmigen Getriebe ſeines Berufes nach; eine freie künſtleriſche Außerung der Freude am Daſein Andet jich weder in Kunſt noch Willenichaft.

Ta fehrt Mar Emanuel zurüd! Das Bol Iebt auf. Seine Freude und jein Erwachen läßt ſich durch nichts Schöner charakterifieren als durh ein Gelegenheitsgedicht, das U. Hartmann jüngft veröffent- licht hat,) und deſſen erite Strophe jchon mit ihrem freudigen Metrum genug verfündet:

Bayriſche Herzen! man thuet eud) berueffen, MWerffet getröft das Traurfleyd hindan!

Ihr ſolt einhellig vor Freuden aufrueifen

Mit dem Bayren-Troſt Marmilian.

Rueffet mit mir, das es lieblich erklinget: „Churfürſt aus Bayrn kommt zu ſeinem Thron!“ Fama die fliegt voran, uns Zeitung bringet; Flora aufopfert von Lorber ein Cron.

Lebensvoller denn je begann das prunkvolle höfiſche Treiben. Ftanzöſiſche Schauſpieler und Tänzer zogen wieder in München ein; der Adel nahm franzöſiſche Sprache, Sitte und Koſtüm im Übermaße en. Erit jet wurde das italienifche Element, das in früheren Beiten dem geiellichaftlichen Leben der höheren Kreiſe das Gepräge gegeben hatte, öllig durch das franzöjiiche erjegt, wenn auch die italienische Oper 20 tortdauerte.

Da mag e3 nicht zufällig erjcheinen, daß zu gleicher Zeit wieder eine Gejellihaft gegründet wurde, die das gejunde Volk aneifern vollte und in weitere Kreiſe belebende nationale Gedaufen trug. Mit einem kraftvollen, ehrlich erzürnten Spruch wurde das Übermaß der Tranzöftich-Tremdländiichen Sprachverſtümmelung gegeißelt:

O ihr Teutſchen! Der ſchlechtigſt Schreiber-Jung Kan joll euch peitſchen! Schämbt fi der Teutichen Zung / Daß ihr jo gar verkehrt Wirfft in jein ſchöns Latein

Eur Sprach zeritöhrt! Mit Geiß- und Böden drein/ Und ihr Galante / Schreibt Welſch-Frantzöſiſch

ns euch fein Schande / Halb Japonöſiſch.

Daß ihr eur Mäuler krümbt Pfui! Pfui! was iſt doch das

Die Sprach verſtimbt? Vor ein vermiſchtes Gfraß!

2a. a. O. S. 48.

16 Kitterariihe Unfruchtbarkeit und Reformverſuche

Wie anderd Hang das ala die gnädige Verfiherung der ar: nachbarn, dem teutichen Michel ın etwas nadjzugeben! a, hätte Die Gefellichaft, aus deren Mitte einer old) zorniges Sprüdjlein that, nichts anderes PVerdienftvolles geleiftet, Schon um ſolcher energijchen Sprache willen verdiente ſie ald Anlaß einer großen reformatorijchen Bewegung beachtet zu werden.

Im Jahre 1720 Hatten drei Auguftinerpatres, Eujebius Amort, Gelaſius Dieber und Agnellus Kandler den Plan gefaßt, zur Hebung des geiltigen Lebens eine Akademie zu gründen, die nad) dem Namen des bereitwilligen Proteftors den Zitel Academia Carolo- Albertina führen jollte. E3 wurden Saßungen in dreißig Punkten auf: geitelt und genehmigt, ein kurfürſtlicher Schußbrief ausgewirkt. Noch in lehter Stunde vereitelten unbefannte Gründe das BZuftandefommen der Akademie. Aber ichon zwei Jahre ſpäter riefen dielelben Gelehrten ein Unternehmen ins Yeben, das als Verwirklichung ihrer eriten ‘Pläne angejehen werden muß: es iſt die Gründung einer Zeitichrijt unter dem Namen Parnassus boicus.))

Es entſprach noch völlig dem Stil der gelehrten Gefellichaften des 17. Nabrhunderts, wenn die einzelnen Winenſchaften allegoriſch als Muſen auftraten, unter Apollo jih auf dem Parna am Slarftrom verlammelten und mın ihre Blide weitbin auf das Bayernland Ichweifen ließen. Freilich mochte den Beteiligten Diele Spielerei jelbit recht wunderlich vorkommen, wenn 3. B. die Theoſophia als „eine der gott- ſeelig⸗ und aeiftreicheiten Muſen“ chriſt biche Unenbarungen bereits in den Weidſagungen der eumäiſchen Sibylle erblidte, wenn überhaupt chriſtlich oder gar katholiſche Fragen von den Schweitern Apolls er: örtert wurden. Und jo verwahrten fie ich icierlich. daß man nicht etwa den Muſenberg. „vınb weil er vnter der Mascara der alt: fabuleujen Sottbeiten ſich verbillle zugleich au vor was Heydniiches möchte an: ſehen“:* chriſtlich MWabrbeit liege dabinter verborgen.

Im Unterſchied von der Vargeieliibatt ftel im Parnassus boicus jeder gebälfiae unduldſame Ion auf weligieöſem Gebiete Tort. Diele Männer ſuchten „ode Büöſigkert mit beiten Stimrf, doc rechten Fun-

ruax«us baicus, da Nu arp"nee Aura Ver Worauñ verichiedenc

Dend med Veßwnrediglerten auk der gededrien Nor zuadren aber auf denen Vanden zu Rapru adgedandier neerden, Wird aubhane der Oderen. Getruckt zu Munden Div Dana burasgfnen> wen: DSDIN Nor! Budbaruder. 1722.

r Sy x U} s, .. * % er 32* UN mung go WN

Der Parnassus boicus. 17

dament“ die Schriften der Gegner zu beurteilen. Daß fie ausdrüdlid; ihr Bekenntnis des römijch-fatholiichen Glaubens betonten und in den erſten ſechs Punkten der Satungen religiöfe Forderungen an die Mitglieder aufitellten, erjcheint nur natürlih. Als Schußpatron hatte fi die Academia deren Programm in den welentlichen Zügen aud) für den Parnassus galt den heiligen Arnulf gewählt. Auf Diele Weile wurde das religiöje und vaterländiiche Element zugleich betont.

Gut bayeriſch und gut deutſch war die Sefinnung der Berfafler des Muſenbergs. Aber fie vermieden jeden politifchen Kampf. Das unterihied fie wieder günftig von den Iſarnachbarn, günstig aud) von den Jeſuiten, die 3. B. in demjelben Jahre ich jogar der Bühne als dogmatiich-politifchen Kampfmittels bedienten, indem ſie ein Spiel von der Befehrung Heinrichs des Bierten von Frankreich aufführten und darin Frankreich über ſpaniſches Ränkeſpiel triumphieren ließen, das navarriiche Wappen mit Lilien zierten!’) Und das in einer Zeit, wo die bayeriiche Politik ſich mehr und mehr von den Habsburgern ab- wandte und Liebeswerbungen um die Gunft der Bourbonen anftellte!

Abjeit3 von Kampf und Streit wollten die „vertrautiften Muſen— Schweſtern“ einander friedlich bei der Hand führen. Ziel und Zweck des Parnassus war nicht? anderes, ala „daß man hierdurch ſuche jo vile darnider ligende jchöne Ingenia auffzumunteren / jhnen ein Luſt— reitzendes Keder zu allerhand Künſten vnd Wiſſenſchafften vorzulegen / ond die jo genannte Belles Lettres in vnſerem Vatterlande deſto baß floriren zu machen wenigiſt in vnſerer Mutter-Sprach“.?)

Bezeichnend für die Aufklärungsgeſchichte in Bayern iſt ſchon hier ein Zug, der dann ſpäter in Weſtenrieder am auffälligſten zu Tage tritt: der Erkenntnis manch trauriger Zuſtände folgt nicht nur der ehr— liche Wille und die Luſt zu beſſern, ſondern eine förmliche Wut, überall und auf einmal anzugreifen. Die Kräfte halten mit dem Rieſenwillen nicht Schritt.

Wie unmöglich war es, gleichſam aus dem Nichts heraus etwas zu ſchaffen! Ein Volk aufzurütteln, das viele Menſchenalter hindurch Igitematifch zur Unfreiheit erniedrigt war! Und doch ließen die Ver— tafier des Parnassus ſchon in mandjem von dem Programm der Carolo- Albertina ab! Dort war an die Mitarbeiter die Forderung geitelft,

ı: K. v. Reinharditöttner, Zur Bejchichte des Jeſuitendramas in Münden. Jahrb. f. M. Gejch., III (1889), S. 103 und 172.

2, J. Bd. Erſte linterredung, Vorberidt, ©. 7.

18 Litterariiche Unfruchtbarkeit und Reformverjuche.

fie follten bewandert fein in Sacra Scriptura, Controversiis et Theo- logia dogmatica, Theologia speculativa et Ascesi, Jure canonico, publico, civili, Medicina. Philosophia, Mathesi, Historia Eccle- siastica et Profana, Genealogia et Heraldica, militaribus et huma- nioribus, aud) mechanicis et oeconomicis scientiis! Das war Schul: mweisheit, die nie aus Stlofterräumen herausfam, nie Verftändnis für die Art des geiftigen Bedürfniffes des Volkes beſaß! Schwerſtes Geſchütz gelehrter Forſchung ſollte Breijhen in die Mauern ſchießen, um dem Volke Verkehr mit der Außenwelt, Licht und Luft zu verichaffen? Und das Volk hätte angefichts jolchen mittelalterlichen Rüſtzeugs aufatınen ſollen? Ehe die Thore nicht leicht geöffnet, die Mauern eine nach der andern abgetragen wurden, konnte das Volk fid) nicht aus feinen dumpfen Häufern in die Welt hinaus wagen.

Die Ausführung jene Programmes der Carolo-Albertina wäre, von ihrer Bedeutungslofigfeit für das Wolf Hier abgejehen, möglid) gewejen. Sechzehn Mitglieder octo Religiosi et Ecclesiastici to- tidemque saeculares -— waren vorgejehen. Der Parnassus zählte dagegen bei feiner Gründung nur fünf ordentliche Mitglieder, jo daß ihon aus äußeren Gründen der Begriff eirier Encyflopädie, jo jehr fie ihn auch durchgeſetzt wiſſen wollten, eine Bejchränfung bei der Ausführung erlitt.

Fleiß und Liebe wandten die Mitglieder an das Werk. Aber wie ſehr die Ideen desſelben Eigentum höchſt vereinzelter Gelehrter waren und blieben, bemweilt das unregelmäßige Erjcheinen der einzelnen Bände. Anfangs jeßten die Gründer des „Mufenbergs” ihre ganze Kraft daran, und jo fam jährlih ein ftarfer Band heraus; als dann aber von den Sauptmitarbeitern der eine ftarb, der andere nad) Italien 309, fand ſich niemand, der in die leere Stelle getreten wäre. Erft 1735 wurde nad) einer fünfjährigen Pauſe der Parnassus unter etwas verändertem Titel!) jortgejeßt, ging aber 1740 ganz ein, nad): dem der lebte Band mit feinen einzelnen Heften über vier Jahre zum Erſcheinen gebraucht hatte.

) Neu- fortgejeßter Parnassus Boicus [der Bayriiher Muſen-Berg / wor⸗ auf ..... Erſte und zweite Verſammlung: Augſpurg / vnd Stadt am VDof nächſt Regenſpurg. In Verlag Strötter, Gaſtel und Ilgers. 1736. Gedruckt bey Antoni Maximil. Heiß, Hochfürſtl. Biſchöfl. Coſtantziſch. Hof-Buchdr. Dritte bis fünfte Verſammlung: München / Gedruckt und zu finden bey Johann Jacob Bötter / Gemein. Hochlöbl. Landſchafft und Stadt-Buchdrucker, Anno 1736.

Gelaſius Hieber. 19

Der eifrigfte Mitarbeiter am Parnassus, zugleich der Leiter des ganzen Unternehmen? war der Auguftinerpater Gelafius Hieber.

Geboren aın 22. September 1671 zu Dinkelsbühl ala Sohn arıner Bürgersleute, bejuchte er zunächſt die niederen Schulen feiner Vater: fadt, ging dann nah Münden, um fi) durd) Nebenverdienfte als Schreiber die Mtittel zum Studium zu erwerben. Schon nad) furzer Zeit hatte er fich jomweit hinaufgearbeitet, daß er von den furfürftlichen geheimen Rat und Miniſter Baron von Leyden als Famulus für deifen Sohn angenonımen wurde. Im Mai 1691 traten die beiden in den Auguftinerorden ein und legten nad) beitandenem Probejahr am 1. uni 1692 die feierlichen Ordensgelübde ab. Johann Melchior Joſeph Hieber erhielt den Ordensnamen Tyrater Gelafius. Nun zogen beide auf die hohe Schule nad) Ingolitadt. 1695 wurde Hieber zum Priefter geweiht. Nach kurzer Thätigkeit in Ingolftadt wurde er vom Provinzial: tapitel 1700 nad) Regensburg verordnet; Hier lenkte er durch feine Predigten zum erften Male die Aufmerkſamkeit weiter Kreiſe auf ſich; er felbft vertiefte fein Wiſſen durch gründliche Studien der griechiichen und hebräiſchen Sprache; 1706 wurde er nad) München berufen, wo er in achtzehnjähriger Ausübung feines Amtes eine außergewöhnliche Be: rühmtheit erlangte. Äußere Ehren bewiefen das Vertrauen, das er ih erwarb. 1721 wurde er ala Discretus generalis zu dem General: tapitel nad) Rom entſandt. Am 11. Februar 1731 ftarb er in Münden, nachdem er die legten ſechs Jahre in aller Zurüdgezogenheit und Ruhe zu Auffirhen am Wirmjee, meift mit der Niederichrift ieiner Predigten beichäftigt, gelebt hatte.')

Unter den wenigen Kupfern des Parnassus boicus befindet ſich ſein Porträt. Es iſt der ausdrudsvolle Kopf eines antiken Rhetors, ruhig und groß. Der Mund fcheint nur auf Augenblide gejchloffen, um jogleid wieder die (Fülle des Geiftes und Herzens kundzuthun. Zedhite Verſammlung: Tajelbit, Anno 1737. Der legte Band eridien von 1137 bis 1740 in ſechs Stüden unter dem Zitel: Etwelhe Meiſtens Bayriiche Denk: und Lep-Wiürdigfeiten zur Fortführung des jo genannten PARNASSI BOJCT Aufgeſetzet. Cum permissu superiorum. Ingolſtadt. Mit Riedliichen Schrifften Verlegt3 Joh. Andr. de la HAYE Seel. Wittib.

) P. Stumpi, Denkwürdige Bayern, Münden (1865), S. 208, Ann. 1. Parnassus boicus, V, 51 fi. (1736): „Kurtze Lebensverfaſſung A(dmir). Rieverend). P. Gelasij Hieber, Ordin. Eremit. S. Augustini beruffenen Prediger zu Münden.” Baader, Das gelehrte Bayern, Bd. A—K (1804), Sp. 502—500.

9:

Gelaſius Hieber und der Parnassus boicns. 21

eingetaufcht Hatte, und nun gerade in den beijeren Streifen anfing, fein letztes Gut vollends zu opfern, das war beflagenswert. Lange |chon wimmelten Fremdwörter in der Sprade; das Gegengewicht eines ge: ordneten Schulweſens fehlte; in Gerichtsjtuben, Kaufläden, auf Markt und Gafle jah der Bürger Franzoſen oder franzöſiſch Iprechenden Abel, im Berfehr mit ihm gab er nad) und nähte jeden fremden Lappen auf das zerfeßte Gewand jeiner Mutterſprache.

Unter ſolchen Gefihtspunften muß das ehrliche Streben Hiebers um fo wertvoller erjcheinen. Im jefuitiihen Bayern unternahm er um eriten Dale eine Reform in nationalen Sinne.

Theoretiſch und praftiich ging er vor. In der Vorrede feiner getammelten Predigten weit er Ausdrücklich darauf hin,') daß er ſtets auf öffentlicher Kanzel in deutjcher Sprache gepredigt Habe; ja & klingt wie eine Art Entihuldigung, wenn er verjchiedene Gründe aufzählt, warum er auch ſeine Werke deutſch abfaßte. Mit zweien von diejen Gründen iſt alles gejagt, daß nämlich „der Gebraud) (des Deutjchen) deito allgemeiner jege” und „weil jedem jeine Mutter-Sprach tieffer zu Herten tringet /al3 eine ausländiſche“.

Seine Anfihten und Forſchungen über die deutiche Sprache hat Hieber ausführli im Parnassus entwidelt;”) es ift für Bayern ber erite Verſuch funftmäßiger Erkenntnis unjerer Mutterſprache! Das wurde bereit3 von Zeitgenofjen mit Freuden erfannt.?) So wichtig nun dieje Ab- bandlungen waren, die, vom Urjprung der Sprachen ausgehend, einen hiltoriichen lÜiberblid über die Entwidlung der einzelnen Sprachen geben, um dann bejonder3 die Wandlungen der deutichen Spradje, ihren Ber:

) Gepredigte Religion’ - Hijtori von Adam an bis Chriſtum / das iſt / Jejus Ehriftus und Seine Kirchen offenbahrlich angezeiget..... Augsburg and Dillingen, 1726. 2°. I. Zeil, ©. VII.

? II, 6 ff., 192 ff., 288 ff., 385 ff, 480 ff. (Vom Urjprung der Spraden Son der hochteutſchen Sprad).)

2) Die Beyträge zur Critiſchen Hiftorie der Deutſchen Sprache, Poeſie und Beredfamteit, hrsg. v. der Deutichen Gejellichaft in Leipzig, Vierzehendes Stüd, 11736, S. 264—292 berichten don dem Parnassus. Sie nennen ſolche Unter— neymungen bayerifher Männer, der „lebendigtodten Bürger der gelchrten Welt“ Seltenheiten. Bon ihnen hätte man noch dazu am allerwenigiten ver mutet, daß fie jich um die de ut ſche Sprade, Dicht: und Redekunſt befümnterten. -Ran hätte alfo an jolden Urten, wo die Wifjenfchaften in einer gewijjen Sclaveren jtehen, oder doch in jehr enge Grenzen eingefchlojien find, eher alles endere al3 eine kunſtmäßige Erkenntniß unierer Mutteriprade, jo geringe ſie auch ſeyn könnte, geiuchet.”

22 Litterariihe Unfruchtbarkeit und Reformverſuche.

fall, ihren Aufbau zu Tennzeichnen, jo wenig gehört eine nähere Be: trachtung derjelben in den Rahmen diefer Arbeit.) Hier mögen ba- gegen einige Sätze aus Hiebers Aufiägen „Bon der Poeterey” betrachtet werden, da fie wenigſtens einzelne Urteile über Litteratur und Bühne jener Zeit enthalten.

Zu der geiftlichen Hochzeitsfeier, der Primiz des bayeriſchen Herzogs und Kurfürften von Cöln (1725) Hatten die Mufen des Parnassus boicus ihr „herrlidiftes Ehren-Kleyd und hochzeitlichen Geſchmuck“ an: gelegt ; Apollo (Gelafius Sieber) jang ein frohlodendes Hochzeitzlied in der Berfammlung.”) Nach diefem freudigen Eingang follte er feinen beendigten Ausführungen von der deutichen Sprache einen Bericht „Von der teutichen Poeterey" anfügen. „Er lieffe ſich aber gleih Anfangs verlauten/wann nit das hohe Freuden-Feſt von ihme ein anderes er- forderet hätte/jo wurde er anheunt gang in einem anderen Aufzug / mit einem ſchwartzen Klag-Mantl / theils verwelckt / theils übel beſudleten Haupt-Krantz aufgetretten ſeyn“. Und darauf verſtimmte er feine Zither und „begunte auß dem b mol” ein Trauerlied über den Verfall der deutſchen Litteratur abzufingen.”)

Dann lieferte er in den nächſten drei Verſammlungen in kurzen Umriſſen eine Theorie der Dichtkunſt. Natürlich) ſtammten die meiſten Sätze aus Ariftoteles, Horaz und Scaliger. Schon mit der Scheidung der Poeterey in vier Hauptteile: genus epicum (Epopöe), Komödie, Tragödie, Dithyrambe wied er auf riftoteles hin. Zu der erften Gattung rechnet Hieber Eflogen, Elegien, Epigramme, Satiren, über:

!) P. Paulus Huber giebt in einen Programm des Kgl. YLudiwigd:-Gyın: naſiums, Miinchen 1868, einen Nuszug von Hiebers Aufſätzen, ohne jie jedoch, was bei einer Sonderarbeit über den Parnassus erforderlich geweſen wäre, hiſtoriſch und kritiſch zu beleuchten.

2) III. Bd., 13. Unterredung, ©. 15.

3) a. a. O. S. 18. Es lautet:

O Cyther meine Freud / du Luſt der hohen Sinnen / Du zZierd vnd Ruhm-Geſchmuck der Teutſchen Pierinnen! Wie hoch ſtig deine Ehr! wie ward dein ſüſſer Thon Von Kayſern ſelbſt bewährt mit Lorberreicher Cron! Nun iſt dein Crantz verwelckt! Die Saiten ſeynd geſprungen! Was vnſrer Ahnen Ruhm / verachten nun die Jungen! Und was man etwan noch an Blühte übrig findt / Geſchmitzt mit Zotten-Wuſt das geile Venus-Kind! III. Bd., S. 17 ff, 83 Hi, 164 ff. 244 ff., 404 ff.

Gelaſius Hieber und der Parnassus boicus. 23

haupt jede in Derametern abgefaßte Dichtung. Er giebt eine Analyje des griechiich =lateiniichen Herameterd, rühmt feine Lieblichfeit, verjagt ihn aber der teutichen Helden-Sprach, weil fie den Vers nicht höher ala auf zwölf bis dreizehn Silben treiben könne. Tür dieſes heroiſche Vers- maß der deutſchen Spradye, da3 mit dem Mechfel männlicher und weiblicher, fteigender und fallender Verdausgänge, aljo von zwölf bezw. dreizehn Silben, eine reiche Mannigfaltigkeit erzielen lafje, giebt er dann mehrere Beilpiele.. Das war Opit’ Alerandriner, der mit männlichen Reim zwölf, mit mweiblichem dreizehn Silben aufwies. Hatte Opitz bei der Ausjchliegung des Hexameters aud) das daktyliiche Metrum fallen lajien, jo konnte e8 Hieber um fo eher wieder aufnehmen, als er den Herameter ebenfall® verpönte, dagegen für die lyriſche Dichtung (die vierte Gattung) neben trochäiſchen, jambiſchen aud) daktyliſche und ana= päſtiſche Metren wahrte. Die Verwendung des Daktylus war ja 1665 duch des Wittenberger Profeſſors Auguft Buchner „Anleitung zur deutſchen Poeterey“ wieder von der Theorie freigegeben.

Hieber3 Anfichten von der Tragödie und Komödie und ihrem Unter: ihied gehen deutlih auf jene obengenannten Theoretifer zurüd. Die Tragödie dulde feine andern Hauptperjonen als „Fürſten / König vnd Rotentaten / dann fo wenig man Achtung gibt / ob /oder wann etwann ein Eleiner Stern am Firmament ſich follte verfiniteren / ſo wenig fragt die Welt nad) den Privat-PBerjohnen / wer fie aud) jeyn mögen“. Die Komödie dagegen dulde nur „gemeine Perfohnen / Hauß-Vätter / vnd Haug: Mlütter / Jüngling und Jungfrauen / Bauren / Juden / vnd foldhe Perſohnen / die das Volk zum Lachen bemögen können”.!) Die Tragdie ertordere Außerliche VBracht, deren die Komödie leicht entraten könne. In jener ſei die Sprache erhaben und majeſtätiſch (er erinnert an Sophofles, Euripides und Senefa, an die „bis zur Uebermaß hoch— trabende Rede” des Wichylos), in diefer dem Inhalt entiprechend, von „nidriger, ſchertzhaffter vnd mittelmäffiger Art“. Die Tragödie enthält rayn, gewaltige Leiden, die Komödie 497, Charakterzeichnung, in weiterem Sinne Eittenfchilderungen. Bon dem Streit über die drei Einheiten findet ſich bei Hieber fein Wort; vielleicht ein Beweis, daß er ſeine Süße mehr aus dem Original Ariſtoteles zog ald aus den Tranzöftichen Tragifern und Theoretifern, die für ihre Einheit des Ortes im Ariftoteles feine Belegftelle fanden und die Einheit der Zeit

ı) II. Bd., 16. Unterredung, ©. 249 und 251.

Gelaſius Sieber und der Parnassus boicns. 25

„Dissertatio de actione scenica“ gab, ftüßte ſich meiſt auf Theoretiker ſeines Ordens. Den Ariltotele8 benußt er in der Ausgabe des Yeluiten Tonatus,?) außerdem führt er die Sefuiten P. le Jay,“) P. Joſephus Juventius,’) Bidermann?) u. a. als Autoritäten an. Daß ihm aud der Theoretiker der römiſchen Schultragödie Julius Cäſar Scaliger (1484— 1558) manden Saß leihen muß, ift nicht zu verwundern. In der Definition der Tragödie als der Nadyahmung einer erlauchten Dand- ung (actio illustris), die durd) Erregung von Furcht und Mitleid die Reinigung von ſolchen Gemütsverwirrungen bewirfe (per misericor- diıam et terrorem efficiens perturbationum purgationem), fteht P. Yang völlig auf altem Boden; die Komödie ſoll nah ihm den ruhigen Berlauf des bürgerlichen Lebens daritellen (comoedia est pri- vatorum et civilium negoliorum citra infelicitatem complexio). Wollte Hieber aus der Komödie alle Zoten und Pollen aus Rüdjicht auf die fittliche Erziehung des ganzen Volkes verbannt wiljen, jo konnte der Jeſuit, deffen Spiele nur vor dem Adel und Kloftergelehrten auf: gerügrt wurden, jolche rohen Volksſcherze mit vornehmer Mliene als der Gegenwart ſolch auserlejener Gejellihaft unwürdig zurüdmeijen.?) Den allmählichen Verfall des Seluitendramas, das im 18. Jahr: hundert nad) Reinharditöttners Ausdrud nur noch ein „Schülerereignis“ war, während e3 früher Fürst und Adel gefefjelt hatte, vermochte auch

Ingulstadii | MONACHII, | Typis Mariae Riedlin, Viduae. | 1727. Über den ernten Zeil von Langs Schrift vgl. Reinharditöttner, Jahrb. f. Münch. Geich., II 1889, S. 61. Die Mündener Hof: und Staat3biblivthet bewahrt von Yang 3andichriftlich dramata et carmina. 4°. 4 vol. (C'atal. MSS latinor. No. 9242 - 9245.) Tas Berzeihnig feiner übrigen Werke j. bei Backer-Sommervogel, S. J., Biblio- taqué de la compagnie de Jesus, I, 4, Sp. 1478— 1480.

" Ars poetica Alexandri Donati, Senensis e Soc. Jes., libri tres, Romae anno 1631. Alex. Donati(-us), 1584— 1640.

P. Sabriel Franzistus le Jay (1657 —173#, S. J.; von ihm das noch in 19. Jahrhundert neu aufgelegte Wert: Bibliotheca rhetorum praecepta & ex-mpla complectens.... Parisiis, MDUCXXV, deijen II. Teil: Liber dramati- a2, liber de choreis dramaticis.

⸗Joſeph de Kouvancy (P. Juventius), 1643— 1719, gab Horaz, Terenz und Xvid gereinigt) heraus. Hier find fein Appendix de Diis et heroibus pveticis, 1:04, und jeine Institutiones poeticae, 1718, zu nennen.

* Jacob Bidermann, geb. 1578, geft. 1639.

”* „Nunc aperiuntur Theatra ad honestam delectationem; non tamen ‘ram vulgo, sed in conspectu peritorum, & Magnatum, quorum dignitati non spreniunt gregales joci.“ a.a. D. 8 XIV, pag. 83.

26 Titterariihe Unfruchtbarkeit und Reformverjuche.

Langs Schrift nicht mehr aufzuhalten. Und fo ging fie doppelt wirkungs— [08 vorüber, da fie auch trotz mandher wider die franzöfiiche Narrheit fret auftretenden Bemerkungen von dem franzöfiihen Scaufpiel in Münden nicht beachtet wurde.

Hiebers Belchäftigung mit der deutſchen Sprache und Poeſie, um dahın wieder zurüdzufehren, trieb nun noch eine ſchöne Blüte, die leider wie alles, was in diejen Jahren entftand, verdorrte. Er lenkte in feinen Abhandlungen den Blick der Zeitgenofjen zum erjten Male auf ältere deutiche Sprachdenfinäler und mittelalterlidhe deutihe Dichter. Noch war ja auch im Norden Deutſchlands nur jelten auf fie hingemiefen.

Gleich im erften Bande des Parnassus wurde einer Qebensbejchreibung des heiligen Benno eine Probe aus dem Annoliede eingefügt.) Das Annolied, zu Ende des 11. Jahrhunderts entitanden, war durd) Martin Opitz 1639 zuerft befannt geworden, die Handjchrift dagegen ging nad) dem Drude verloren. Wahrſcheinlich benußte Hieber den Opißjchen Drud die geringen Abweichungen im Parnassus find leicht auf Flüchtigkeit im Abjchreiben zurüdzuführen —, ohne jedody darauf Hin: zumeilen. „Wir haben annod) die Lebens-Beſchreibung deß Deil. Annonis in Reimen verjertiget vor ſechs hundert Jahren /dero Anfang wir / vmb der Seltenheit willen wollen hier anſetzen“, da3 find die einzigen einleitenden Worte.

Im zweiten Bande jehte er feinem Verjpredhen gemäß die Ber: öffentlihung älterer Sprachdenkmäler fort. Er gab die Straßburger Eide von 842 in deutfcher und franzöfifcher Sprache wieder,”) druckte ein Vaterunſer „in alt-teutſch“, allerdings einem recht eigentümlichen, ab,’) gab dann die Ietten acht Zeilen eines Evangeliums aus einer Handichrift der Zurfürftlihen Bibliothef,*) im dritten Bande endlich wies er in einem längeren Abſchnitt auf die alt: und mittelhochdeutichen Dichter Hin.”) Er berichtet von den Barden der alten Deutjchen, fpricht dann von den „Meilterfingeren”, deren einer, „mit Namen Klingßohr / gang Teutſchland außgezogen / vnd zwey vnd fünffig der beiten Meifter-

1) I, 487. (Sechſte Unterredung, Ein- vnd viergigfter Bericht, 1723.)

2) II, 21. (Sibende Unterredung, Siben- vnd viergigiter Bericht, 1723.)

9) II, 22. (Ebendiejelbe.)

TI, 23. (Ebendieſelbe.) Mit falicher Übertragung der Schlußverie ins Neuhochdeutiche.

5) III, 409 fi. (Achtzebende Unterredung, Hundert acht und ziweyngigijter Bericht, 1726.)

Gelaſius Hieber und der Parnassus boicus. 27

fingeren überwunden hat / endlichen aber von Wolfram von Ejchenbad.. in der Statt Eyjenad) der Zauberey überführet / vnd mithin gewaltig zu ſchanden worden“. Bon den Mlinnefängern (der Ausdrud „Mteilter: finger“ wird ftet3 für fie gebraucht) find ihm dann ohne ihre chrono: Logiiche Aufeinanderfolge „Walther von der Vogelweyd / Reinhard von Zwerchſtein / Heinrich Schreiber / Johann Bitterolff / alle ritterlichen Ordens / vnd Heinrich von Effterdingen / Burger zu Eyſenach“, alle an dem Hofe Landgraf Hermanns zu Thüringen, befannt. Bon Albrecht von Halberſtadt nennt er die Bearbeitung der Metamorphojen Ovids. Freidank, Neithart Fuchs, Hugo von Trimberg, Heinrich Frauenlob er- mwähnt er als Liederdichter. Bon den eigentlichen Meifterjängern, deren Schulen zu Magdeburg, Holenftatt (?), Osnabrüd und Nürnberg er auftührt, hat er eine völlig verworrene Vorftellung. Die Krönung Konrad Eeltes’ durch Friedrich III. auf der Burg zu Nürnberg ift hier die einzig richtige Angabe. „Mit dem Abfall Luthert iſt die teutjche Poetereg-Kunft von der Catholiſchen teutichen Kirchen gröften Theils hinweck geiallen“, das ift der Schluß feiner geichichtlichen Überſicht. Natürlich wird Luther, troßdem ihm der Ruhm des beiten Poeten unter den Troteftanten gelaflen wird, ala Verderber des alten Kirchengejangs bingeftellt, und an einigen Beifpielen nachzuweiſen verfucht, daß er feinen „inſamen Nahmen“ einigen alten katholiſchen Gejängen bloß habe auf: druden laffen. Aus dem Verfall der Poeſie in den katholiſchen Ländern babe ſich dann weiterhin die Verwilderung der Sprache ergeben. Mit anem energilchen Hinweis, dieje wieder zu pflegen und jo wieder den Grundftein zu eigener Dichtung zu legen, jchließt er jeine Betrachtungen da, wo er fie begann.

Es war das Lebte, was Hieber für den Parnassus |chrieb, gleid)- ham ſein Vermächtnis. Nach feinem Tode hörte der Parnassus auf zu erſcheinen; und als er noch einmal wieder feine Muſen verJammelte, da trat wohl noch einer, Agnellus Sandler, auf, der den Ruf nad) einer einheitlichen hochdeutichen Sprache ertünen ließ‘) und hier Mittel und Rege vorihlug, dann aber verficderte die Vorrede des lebten Bandes, dag man hinfüro fein Bedenken tragen werde, materien in lateinijcher Sprache einzurüden!!?) Damit war der alten Gleichgültigfeit wieder

" V. Bd., 5. Berfammlung (30. Bericht), S. 67 ff. „Einige Anmerkungen iber die Teutihe Sprach.“

?, Wie ſehr Hieber die Seele des Parnassus gewejen war, geht aus der: ielben Borrede hervor: „Nachdem uns einer von denen eriten Verfaflern des io

Parnassus boicus. 29

allerhand merdwürdige Umftänd auf die Bahn bringet, welche in ob- erwehnten Geihiht- Büchern nit allemahl aljo angeführter zu finden, folglich diejelbe in etwas mehrers erläutert, darzu auch diejer Meifler-Singer eben um jolche Zeit gelebet, und in denjelben beeden Heer-Zügen (1427 und 1428) .... mit und darbey gewejen, und dahero vor anderen davon gute Willenichaft haben können... .“!')

Das geichichtliche Intereffe, das hier jo unglücklich am Plate war, bildet fonft eine der weiteren erfreulichen Erſcheinungen des Parnassus. Die Erwelung des geſchichtlichen Sinnes im Volke war eine patriotijche That, die jchöne Erfolge hätte erzielen können, wenn ſie ſyſtematiſch durchgejeßt und vor allem, wenn das Volk dazu reif gewejen wäre, über jein eigenes Dajein hinaus zu denken und aus der Vergangenheit, deren es ſich wahrlid) nicht zu ſchämen brauchte, neues Vertrauen und neue Kraft zu jchöpfen. Immerhin blieb von diejer Zeit an die Neigung zum Hiftoriihen wach, und ala ein-Mtenjchenalter ſpäter von neuem die belebenden Ideen der Aufklärung gepredigt wurden, machte fich in der wiſſenſchaftlichen Litteratur, dann aber auch in der Dramatik ein ſtarker Sinn für die vaterländiiche Vergangenheit bemerkbar, der nament: ih den bayerijchen Adel außzeichnete.

Mit einer geographiidy-wirtichaftlichen Beichreibung Bayerns, einer Unterjuchung über die älteften Fürſten und die Herkunft der „Bojer”, ihr Recht und ihre Gejeße wurde der Parnassus eingeleitet. Es

Khorherrn Euſebius Amort verdankt hätte. Amort hatte bis 1735 längere Zeit als Saft Klemens XIV. in Rom gemweilt und die Schäße der Bibliothetf und Arhive eifrig durchforſcht. Aber dieje Vermutung wird hinfällig, da dag erfte Bediht „Der jprud von Beheim” gar nicht im Cod. palat. 525 enthalten iſt, alio immerhin für dieſes Gedicht die Frage der Herkunft noch offen bliebe. Erft die Einfiht in eine Handigrift des germanifchen Nationalmujeums in Nürnberg Roienplüt3 Gedichte 53398) löſte mir die Trage; dieje Handſchrift enthält beide Gedichte (Der „spruch von beheim“, Blatt 59 ff. 234 Zeilen, „Bon der Suiten flucht“, Blatt 64bff., 296 Zeilen), und aus ihr jind in wortgetreuer Abichrift die Gedichte in den Parnassus herübergenommen. Kleine, fjlüchtige Schreib⸗ oder Leſejehler, desgleichen der Wechjel großer und Heiner Anfangsbuch— itaben bilden den einzigen Unterjchied zwiichen der Nürnberger Handichrift und der Abichrift im Parn. boie. Das Gedicht „Bon der Hufien flucht“, das aud) im Münchener Egm. 1136 fteht, ift von dem der Nürnberger Handſchrift und dem des Para. boic. ſehr verſchieden. Der größte Unterjchied beiteht darin, daß die Münchener Handſchrift nach Zeile 18 eine Abſchweifung von 73 Verſen aufiveiit, die in der Nürnberger fehlen. ) V. Band, 2. Berjammlung, 1736, S. 50 f.

30 Kitterarifche Unfruchtbarkeit und Reformverfuche.

folgten mit der Zeit Beröffentlihungen aus alten Klofterurfunden, Ahnentafeln der älteften bayeriichen Adelsfamilien, Nachrichten von welt: lichen und geiſtlichen Stiften u. |. w.

Die meiften Hiftoriichen Aufſätze lieferte der Auguftinerpater Agnellus Kandler (1692—1745),') der in feinem SKlofter bie Bibliothek verwaltete, 1739 zum Nonnenbeicdhtvater in Viehbad ernannt wurde und dort eifrig alte Urkunden jammelte. Jahrelang arbeitete er an einer Verbeſſerung des im ganzen Jahrhundert jo häufig genannten Stammenbuches des Wiguleus Hundt, lenkte aber naturgemäß gerade durch feine Forſchungen über bayerifche Geſchlechter die Aufmerkſamkeit weiterer Kreife auf den Parnassus.

Bon Jeinen Freunden, dem Kabinetsjekretär Felix Audreas Defele?) und dem Chorherrn Eujebius Amort, zählte diefer zu den Mitarbeitern des Parnassus. Weniger feiner Aufläge wegen fie behandelten meist mathematifche und phyfifaliiche Gegenftände —, ala vielmehr weil feine Perſönlichkeit charakteriſtiſch ift für viele Priefter feiner Zeit, verdient er hier nähere Betrachtung.) Er war einer der eriten, die zwiſchen ftreng Tirchlicher, durch Geſetz und Erziehung tief eingemurzelter Weltanfchauung und befjerer wiffenjchaftlicher Überzeugung einen ſchweren Kampf ausfochten, der vieles, was die römiſch-katholiſche Kirche durch jahrhundertelange Tradition geheiligt hatte, ala irrig an- erkannte, 3. B. manche Erſcheinungen nur als Werk des Betruges und überhigter Phantafie binftellte, ein Vorläufer Ferdinand Sterzingers, aber doc) noch einer, dem die Ehrfurcht und Ergebung in den Willen der mütterlichen Kirche fo feſt eingeprägt war, daß er ſich nicht von ihr zu trennen vermochte. Religiöfer Sinn, aus dem Innern echt hervor— ) Agnellus Kandler (über den Namen Kandler = Cändler] vgl. Chriſtian Häutle im Jahrbuch f. M. Geſch. II (1888), S. 87, Anm. 1), geb. am 16. Auguſt 1692 in Regensburg, trat bereits 1707 in den Auguſtinerorden; Profeſſor, Bibliothekar, 1743 Ordensprovinzial, ſtarb am 19. Februar 1745. Baader, D. gel. Baiern, J, A—K, Sp. 180 ff.

2) Geb. 17. Mai 1706, geit. 24. Februar 1780; Akademiker, Geſchichtsforſcher Hofbibliothefar.

2) ber Euſebius Amort (geb. 15. Noveniber 1692 in der Bibermühle bei Tölz, trat nad) Vollendung feiner Studien in den Orden der regulierten Chor herren zu Bolling, wurde 1717 zum Prieſter geweiht, Lehrer der Philojophie, Theologie und des Kirchenrechtes, 1735 ein Jahr nad) Rom vom Kardinal Kercaro berufen, jtarb am 5. Februar 1775) vgl. Graf Savioli, Ehrendenkmal de3 Euſebius W., aladem. Nede, 1777. Baader, Das gelehrte Baiern, I(A—K)Y, 1804, Sp. 20 ff. Pl. Stumpf, Dentwürdige Bayern, München, 1865, ©. 208 ff.

Agnellus Kandler; Eujebius Amort. sl

quellend, ließ ihn nie zum Spötter werden, der ſich ſelbſt betäuben mußte, um alt ererbte Güter leichten Sinnes aufzugeben. Amort ift eine ſelten ſympathiſche Erjheinung; er war nie des Befleren Feind, pochte nie mit wütendem Eigenfinn auf das Bisherige, er war eine eigentümliche Miſchung von fonjervativen und reformatorijchen Elementen. In jeinem Kloſter zu Polling, wo er 1717 zum Prieſter geweiht war, beichäftigte er fidh mit dem Studium der ‘Philojophie und des Kirchen: rechtes. Daneben jehen wir ihn eifrig ın dem phyſikaliſchen Kabinet arbeiten, das ihm jeine Bedeutung verdankte. Mit den Verjuchen der Erperimentalphyfif legte er feinen naturwiſſenſchaftlichen Forſchungen eine gründliche Baſis. Wie verjtehen wir den wahrheitsforſchenden Gelehrten, der anfang3 im Banne kirchlicher Schranken ftand, ein Gegner der Lehre von der Bewegung der Erde, dann aber, mehr und mehr durch eigenes Forſchen in dem alten Glauben erjchüttert, fich ſchließlich verart der Eopernicanifhen Lehre näherte, daß „jeine lebte Kund— gebung in diefer Angelegenheit als ein innerlich vollftändiges und äußerlich nur noch ſchwach verflaufuliertes Bekenntnis zur heliocentrifchen Reform angeſprochen werden muß“ !’) Wenn aud) Joldhe Thatſachen in gar feinem unmittelbaren Zujammenhange mit der Entwidlung der Sitteratur und der Bühne in Bayern ftehen, verdienen fie hier doch erwähnt zu werden, ja fie müflen e3, weil bier, Iosgelöft von der ein— zelnen Perjon, bedeutende Umwälzungen im geiltigen Leben des ganzen Volkes typiſch vorgedeutet find.) Erſt mit dem Wugenblide, wo das Individuum fich des eigenen Wertes bewußt wurde und nun alles Leben treiheitjuchend aus den engen Hirchlichen Feſſeln hinausſtrebte, um ſich ſelbſt in aller Freude zu genießen, konnte Kunſt und Wiſſenſchaft volks— tümlich werden. Daß Bayern troß dieſer vielen ſchönen Anſätze im 18. Jahrhundert nicht in den Beſitz einer wertvollen Litteratur und Bühne gelangte und die Rolle, die es bis zur Zeit Weltenrieders ohne

' Sigmund Günther, Eujebius Amorts Bejtrebungen auf aſtronomiſchem und pänjtfaliich-geographiichem Gebiete. Forihungen zur Kultur- und Litteratur— geibichte Bayern, hrsg. v. Reinharditöttner, I, 103— 120.

? Zapf, Litterariiche Reifen, Augsburg, I (1796), S. 34 ff., gibt eine Wür— digung von Amort3 Berdienften, weilt auf fein Bejtreben hin, über die engen Grenzen kirchlich beſchränkter Erkenntnis hinauszukommen und wendet auf jein Zirfen die Worte an, die Ulrih von Hutten 1517 an Leo X. jchrieb: „Pax etenim esse in tyrannide nulla potest, quia fides non est. Nec justitia esse prtest, quia suum cuique non est, et quia leges opprimunt tyranni, nec verum äisere licet, quia libertas non est.“

32 Litterariihde Unfruchtbarkeit und Reformverjuce.

zu murren, ohne die Erniedrigung zu empfinden, jpielte, nun unfrei: willig und in ohnmächtiger Wut noch vier bis fünf Jahrzehnte länger zu jpielen hatte, ijt ohne einige Kenntniß der kirchlichen Zwangherrſchaft nicht zu verſtehen. Ohne fie hätte Bayern den gleihen rühmlichen Anteil an dem Siegeslauf genommen, den die deutiche Litteratur mit Klopftod, Leifing, Herder, die deutiche Bühne mit Schröder, Eckhof, land ging!

Amorts Aufjäße im Parnassus, jelbft die aftronomiichen und phyſikaliſchen Inhalts, find ftets jo geichrieben, daß auch der Laie fie ohne Kopfſchütteln Iejen kann. Er wollte nicht für Gelehrte in Diefer Zeitichrift Ichreiben, er wollte dem Volke etwas geben. Er ſprach fiherli), wenn 23 in einem Vorberichte hieß: „Gelehrte Dissertationes und Abhandlungen, ob fie jchon auch hier nicht außgeichloffen, werden doch mit beileren Fug anderen, meiſt lateiniihen Werden überlaffen und vorbehalten, nebjt deme, daß nicht jeden fein Kauff, Gebraud), Luft und Verftand dahın laitet, fih auf Lejung tieffinniger und mühe: Jam auögearbeiteter Bericht zu verlegen.” Solche Abhandlungen, wie er fie 3. B. über das römiſche Bibliothefswelen, das er jelbft längere Zeit ftudiert hatte, veröffentlichte, mußten das Intereſſe der Wiſſenſchaft zulenken.

Amorts Aufſätze dienten mit ihrer Schlichtheit ebenſo wie Hiebers warme, allem Lehrhaft-Spröden abholde Unterſuchungen über vaterländiſche Sprache und Litteratur den vernünftigſten Aufklärungsbeſtrebungen. Beide Männer leiſteten das Beſte, was der Parnassus überhaupt ver: mochte. Beide ahnten den ridjytigen Weg, auf dem da3 Volk zur Mündigkeit gebradyt werden konnte. Solange jreilih diefe Mündigfeit und das Selbftbewußtfein nur Eigentum vereingelter in der Öffentlichkeit wirfender Männer mare, jolange Eonnte fein Reformgedanfe in die Breite und Ziefe wirken. Noch lag die Leitung der willenlojen Menge in den Händen von Männern, die ihre Autorität zur Unterdrädung jener allgemeinen Selbftändigfeit mißbrauhten und die Grundbedingungen aller nationalen Wohlfahrt unbemußt oder abjichtlich verfannten. So wenig nun aber die Berjuche Hiebers und Amorts von unmittelbarem Erfolge belohnt wurden, vergeblih waren fie nicht. Die tiefere Be— deutung der durch den Parnassus ausgeſprochenen Ideen war ein _ drohendes Zeichen für den Zuſammenſturz des Jeſuitismus. Lange genug hatte diefe unfelige Verquidung zweier heterogener Geifteswelten gedauert. Im geichichtlihen Zuſammenhang erjcheinen Hiebers Ers

Euſebius Amort und der Parnassus boicus. 33

örterungen über deutiche Litteratur, über die Mutterſprache ala direkte Vorſtufe zu der Belebung nationalen Gefühls, wie fie ein Menſchen— alter Ipäter in Bayern erfolgte. Da erjt begannen die Blütenträume zu reifen, wenn auch mancher jchöne Anja roh vernichtet wurde. Da begann man, die Fülle von Kraft in fittlicher und wirtichaftlicher Hinficht auözubeuten, anftatt fie jämmerlid) bradjliegen zu laſſen, da erſt konnten LRitteratur und Bühne als wertvolle Kennzeichen der geiunden Kraft und Tüchtigkeit des Volkes erjcheinen.

II.

Das thentraliiche Xeben Künchens: Überblid über die älteren Bandertruppen.

Wenn ich nun verjudhe, auf Grund archivaliſcher Forſchungen ein Bild von der Entwidlung des Münchener Bühnenweſens zu geben und Niedergang und Aufgang desjelben mit dem Stande der gleichzeitigen Litteratur, der gejamten geiftigen Beichaffenheit des Volkes in Parallele zu jeßen, jo it von vornherein Beſchränkung geboten.

Drei große Gruppen find bei der Betrachtung bes theatralifchen Lebens zu beachten, drei Gruppen, die weder zeitlich aufeinanderfolgen noch eine Entwidlung zu höherem Kunftwert darftellen: e8 find bie Aufführungen der Wandertruppen, der S$ejuiten und der Volksſchauſpieler. Jene genießen nur eine mehr oder minder lange Gaitjreiheit in der Stadt, die Jeſuiten haben ſich eingebürgert und laſſen ihre Dramen durd) die Söhne des Adels und der Bürger aufführen, die dritte Gruppe ıft völlig heimisch, nimmt Scaufpiele und Schaufpieler in der Regel nur aus dem Münchener Volke.

Auf das Jeluitendrama, da3 im 18. Jahrhundert in Münden jeinem Verfall entgegengeht, nimmt dieje Darftellung feine Rüdficht, zumal die Geichichte desjelben von Karl von Reinhardftöttner in ihren mweientlichen Zügen bereit3 gewürdigt ift.‘) Nur bier und da muß es zum Dergleiche herangezogen werden. Irgendwelchen Einfluß nad) außen haben dieje „Schülerereigniffe” im 18. Jahrhundert nicht mehr gehabt. Das war früheren Zeiten vergönnt gewejen, wo vom Sejuiten- drama nod) blendende Pracht und Kunftentfaltung ausftrahlten.

Die Betrachtung der in buntem Wechſel jid) ablöjenden Wan der— truppen dagegen, Gründung und Entwidlung der ftehenden Bühne, und der Schidiale des Volksſchauſpiels bildet den Kern dieſer Arbeit.

Bei den Wandertruppen ergiebt ſich wiederum eine Scheidung in italienische, franzöſiſche und deutiche, die, häufig gleichzeitig, im Dienfte

» Sur Beihichte des Jeſuitendramas in Münden, Jahrbuch f. Münd. (#eich., III 1889, &. 53— 116.

Das theatraliiche Leben Münchens. 35

des Hofes oder auf eigene Rechnung nebeneinander ſpielten, und dennoch in dieſer Reihenfolge Entwicklungsſtufen darſtellen. Neben ihnen beſtand länger als hundert Jahre das Volksſchauſpiel, meiſt ohne von ihnen beeinträchtigt zu werden, dann aber wieder hart mit ihnen um die Eriftenz ringend.

Für die Geihichte der Wandertruppen in Münden vom 16. Yahr- hundert bis etwa 1740 Tiegen drei Arbeiten Karl Trautmanns vor; ') auf fie ftüe ich mic) in dem folgenden kurzen Überblid, um dann von dem Kapitel Bolfsjchaufpiel an eigenes archivaliſches Material zu verwerten.

Am 22. uni 1652 Hatte die jchöne Adelaide von Savoyen als Gemahlin des Kurfürften Ferdinand Maria in Münden Einzug ge: halten. Ein neuer Beift lebte von jenem Tage an in den alten Räumen der Münchener Hofburg. Glänzende Feſte traten an Stelle Höfterlicher Enthaltjamfeit und ernfter durch den langen Krieg hernorgerufener Stille. Je mehr ſich die geiftvolle Fürftin, in der das Blut der Medici und franzöfiiche Erziehung eine glückliche Miſchung kunſtſinnig-heiterer Lebensführung hervorgezaubert hatten, in München heimiſch fühlte, defto mehr lieh fie allem um ſich herum das Gepräge ihres Weſens. Lachen und Jugend ging von ihr aus; ein leifer Schimmer der Pracht italieniſcher Fürſtenhöfe lag über den ritterlichen Festen und Aufführungen der deutfchen Refidenz. Bei St. Salvator wurde ein Opernhaus gebaut.”) Italieniſche Sänger, italieniihe Schaufpieler traten in Eurfürftlichen Sold. Der Hof zu Münden wurde der Sitz einer auch litterariſch nicht unbebeutenden italienischen Dichterjchule,°) deren Wirken nod) bis ins 18. Jahrhundert hinein ſich erftredte!!) Bis an die Wende des Jahrhunderts, noch nach dem Tode der Kurfürftin, die die Seele aller dieſer fünftlerijchen Unternehmungen war, blübte italieniiche Dichtkunft,

B Stafienijce Schauijpieler am bayeriihen Hofe (Jahrbuch, I, 193319, granzöftiiche Schauspieler am bayeriſchen Hofe (Jahrbud, IT, 185— 334), Deutſche Schauspieler am bayeriihen Hofe (Jahrbuch, III, 259— 430).

3) Durch den italieniihen Baumeister Francesco Santurini. Vgl. Rudhart, Beihichte d. Oper am Hofe zu Münden (1865), S. 40 ff., dazu aber Trautmann Jahrbuch, II, 223 und 304, Anm. 260.

2) Bol. Reinhardftöttner, über die Beziehungen der italienijchen Litteratur zum bayeriihen Hofe und ihre Pflege an demijelben. Jahrbuch, I, 93 it.

+ Auch im Volke Hinterlieg das italienifhe Element deutlihe Spuren. SL 3. B. K. TH. Heigel, Jtalianigmen in der Münchener Mundart. Hiſtoriſche Lorträge und Studien. Dritte Folge. Münden 1887, S. 264 fi.

3*

77 Tas theatralijhe Leben Münchens.

tahadeie Komödie und per. Das franzöfiiche Schaufpiel, das daneben "15 Beachtung fand - - ein Philippe Millot, der mit Molière das | iuxſrte Thentre in Paris gegründet hatte, ftand von 1671 ab an es Spike ber franzöſiſchen Hoffomödianten in München! —, Fam jeded # nz ION an zur vollen Geltung. Mar Emanuel hatte auf allen ara Zugen franzöſiſche Komödianten bei ſich, pflegte in Brüffel das nee Schanfpiel mit eben ſolchem Kunftfinn als unbedachter Fertkzmenbuung; und als er 1715 nad) München zurückkehrte, da begam af, mem Horbilde von DVerfailles ein prunkvolles Hofleben, das fih 1 a son Schnphungen Guvilliss, in der völlig franzöfiichen Mode und E zette 103 Aoels, in der verſchwenderiſchen Pflege franzöfiſcher Balleits, sufter, arazınler Ktomödien und pathetiſch-klaſſiſcher Tragödien wider - zinylte. Der ſchönheitsfrohe Renaiffanceftil der Zeit Adelaides von Zusanen mr durch pifantes Rokoko erjeßt. Und als Max Emanuel 4b 11726), da wußte ſich Karl Albert nur kurze Zeit zum Sparen zs verflehen. Gr jelbft war viel zu „lebensluſtig und feftesbedürftig“, war ht in großen tragiſchen Rollen aufgetreten, pflegte das Gejellicafts Hjeuter bei Hoſe und die Spiele feiner Hoffomödianten, bis ihn die Mtriegsguttin anf ein erufteres Iheater führte und die Bürde jeine Anıtes zu Schwer auf ihm laſtete. Derjelbe Fürſt, der fich heiteret rhenatrende hingegeben hatte, dem nod) 1740 mit Recht einer feiner nanzuſiſchen Komödianten von der Bühne zurufen mochte: TFriomphez, Charle Albert; triomphez a jamais.

(ne mes voeux, mes souhaits

Volent au bout du Monde;

lit que V Echo reponde.

Triomphez, C'harle Albert; et vivez a jamais'')

Derjelbe jchrieb drei Jahre jpäter in voller Bitterfeit die Worte in fein Tagebuch: „Nicht einen glücklichen Augenblick hat mir dies Jahr gebracht; dagegen konnte ich Jo recht die Unbeſtändigkeit des Glückes, der Freundſchaft, der Größe, der Lebensfreude, furz alles deſſen erfalfen, was die Welt jcheinbar Blänzendes bietet, was aber in Wahrheit nur ein falſcher, nichtiger Schimmer iſt.““) Das franzöfiiche Schaufpiel

T

', Dialogue pour le jour de la naissance de S. A. Electorale de Baviere, 1740. (Hof- und Staatebibl. Cod. gall. 567.) Trautmann, a. a. O. 5. 267.

”, Carl Albert, Memoire sur la eonduite, que j'ai tenu depuis la mort de Femperenr Charles VI. et tont ce, qui s’est passe A cet. egard. (Hof: und Staatöbibl. Hdichr.) 1. Heigel, Neue hiſtor. Vorträge und Aufjäge, 1883, 2.280.

Agnellus Kandler; Eujebius Amort. sl

quelfend, Tieß ihn nie zum Spötter werden, der fich ſelbſt betäuben mußte, um alt ererbte Güter leichten Sinnes aufzugeben. Amort ift eine jelten ſympathiſche Erjcheinung; er war nie des Beljeren Feind, pochte nie mit wütendem Eigenfinn auf das Bisherige, er war eine eigentümliche Miſchung von fonjervativen und reformatoriichen Elementen. In feinem Klofter zu Polling, wo er 1717 zum Prieſter geweiht war, beihäftigte er fich mit dem Studium der Philojophie und des Kirchen: tehtes. Daneben jehen wir ihn eifrig in dem phyſikaliſchen Kabinet arbeiten, das ihm feine Bedeutung verdankte. Mit den Berfuchen der Erperimentalphyfil legte er jeinen naturwiſſenſchaftlichen Forſchungen eine gründliche Balız. Wie verftehen wir den wahrheitsforſchenden Gelehrten, der anfanga im Banne kirchlicher Schranken ftand, ein Gegner der Lehre von der Bewegung der Erde, dann aber, mehr und mehr durch eigenes Forſchen in dem alten Glauben erjchüttert, ſich ſchließlich berart der Copernicaniichen Lehre näherte, daß „eine letzte Kund- gebung in diefer Angelegenheit als ein innerlid; vollftändiges und öußerlid) nur noch ſchwach verflaufuliertes Bekenntnis zur heliocentriſchen Reform angelprochen werden muß” !') Wenn aud) ſolche Thatſachen in gar feinem unmittelbaren Zuſammenhange mit der Entwidlung der Kitteratur und der Bühne in Bayern ftehen, verdienen fie hier doch erwähnt zu werden, ja fie müflen es, weil bier, losgelöft von der ein— zelnen Perſon, bedeutende Ummälzungen im geiftigen Leben des ganzen Volkes typiſch vorgedeutet find.) Exit mit dem Augenblide, wo das Individuum ſich bes eigenen Wertes bewußt wurde und nun alles Leben treibeitfuchend aus den engen kirchlichen Feſſeln Hinausftrebte, um fich jelbit in aller Freude zu genießen, konnte Kunft und Wiſſenſchaft volks— tümlih werden. Daß Bayern troß dieſer vielen ſchönen Anſätze im 18. Jahrhundert nicht in den Beſitz einer wertvollen Litteratur und Bühne gelangte und die Rolle, die es bis zur Zeit MWeftenrieders ohne

' Sigmund Günther, Eujebius Amorts Bejtrebungen auf aſtronomiſchem und phyſikaliſch-geographiſchem Gebiete. Forſchungen zur Kultur und Litteratur— geſchicht Bayerns, hrsg. v. Reinhardſtöttner, I, 103— 120.

2Zapf, Litterariſche Reiſen, Augsburg, J (1796), S. 34 ff., gibt eine Wür— digung von Amorts Verdienſten, weiſt auf ſein Beſtreben hin, über die engen GGrenzen kirchlich beſchränkter Erkenntnis hinauszukommen und wendet auf ſein Virken die Worte an, die Urih von Hutten 1517 an Leo X. ſchrieb: „Pax etenim esse in tyrannide nulla potest, quia fides non est. Nee justitia esse Potest, quia suum cuique non est, et quia leges vopprimunt tyranni, nec verum dierre licet, quia libertas non est.“

32 Litierariſche Unfruchtbarkeit und Neformverjuce.

zu murren, ohne die Exrniedrigung zu empfinden, ſpielte, nun unfreis willig und in ohnmächtiger Wut nod) vier bis fünf Jahrzehnte länger zu ſpielen hatte, ift ohne einige Kenntniß der kirchlichen Zwangherrſchaft nicht zu verftehen. Ohne fie hätte Bayern den gleichen rühmlichen Anteil an dem Siegeslauf genommen, den die deutſche Literatur mit Klopſtock, Leffing, Herder, die deutſche Bühne mit Schröder, Eckhof, lland ging!

Amorts Aufjäge im Parnassus, jelbft die aſtronomiſchen und phyſikaliſchen Inhalts, find ftets jo geſchrieben, daß auch der Laie fie ohne Kopfihütteln leſen kann. Er wollte nicht für Gelehrte in diejer Zeitſchrift ſchreiben, er wollte dem Volke etwas geben. Er jprad) ſicherlich wern 28 in einem Vorberichte hieß: „Gelehrte Dissertationes und Abhandlungen, ob fie ſchon auch hier nicht außgeichloffen, werden doc mit befferen Fug anderen, meiſt lateiniſchen Werden überlaffen und vorbehalten, nebſt deme, daß nicht jeden fein Kauff, Gebraud, Luft und Verſtand dahin Laitet, ſich auf Leſung tieffinniger und mühe ſam ausgearbeiteter Bericht zu verlegen.“ Solde Abhandlungen, wie ex fie 3. B. über das römiſche Bibliotheksweſen, das er felbft längere Zeit ftudiert hatte, veröffentlichte, mußten das Intereſſe der Wiſſenſchaft zulenken.

Amorts Aufſatze dienten mit ihrer Schlichtheit ebenſo wie Hiebers warme, allem Lehrhaft-Spröden abholde Unterſuchungen über vaterlandiſche Sprache und Litteratur den vernünftigſten Aufklärungsbeſtrebungen. Beide Männer leiſteten das Beſte, was der Parnassus überhaupt ver— mochte. Beide ahnten dem richtigen Weg, auf dem das Volk zur Mündigkeit gebracht werden konnte. Solange freilich diefe Mundigkeit und bas Selbſtbewußtſein nur Eigentum vereinzelter in der Öffentlichkeit wirfender Männer waren, ſolange konnte fein Neformgebante in die Breite und Tiefe wirken. Noch Ing die Leitung der willenlofen Menge in ben Händen von Männern, die ihre Autorität zur Unterdrüdung jener allgemeinen Seldftändigteit mißbrauhten und die Grundbedingungen alfer nationalen Wohlfahrt unbewußt oder abjichtlid, verfannten. So wenig num aber die Verfuche Hiebers und Amorts von unmittelbaren Erfolge belohnt wurden, vergeblid; waren fie nicht. Die tiefere Ber deutung der durch den Parnassus ausgeſprochenen Ideen war ein drohendes Zeichen für den Zufammenfturz des Jeſuitismus. Lange genug hatte dieſe unfelige Verquidung zweier heterogener Geifteswelten oedauert. Im geichichtlichen Zuſammenhang erſcheinen Hiebers Er—

Eujebius Amort und der Parnassus boicus, 33

örterungen über deutiche Litteratur, über die Mutterſprache ala direkte Vorſtufe zu der Belebung nationalen Gefühle, wie fie ein Menſchen— alter ipäter in Bayern erfolgte. Da erit begannen die Blütenträume zu reifen, wenn auch mancher jchöne Anja roh vernichtet wurde. Da begann man, die Fülle von Kraft in fittlicher und wirtichaftlicher Hinſicht audzubeuten, anftatt fie jämmerlich bracdhliegen zu laſſen, da erſt konnten Litteratur und Bühne ala wertvolle Kennzeichen der gejunden Kraft und Tüchtigkeit des Volkes ericheinen.

Das franzöſiſche und das deutihe Schaufpiel am Hofe. 37

in Münden verwahrlofte; in Frankfurt zwar riefen die Krönungs— jeierlichfeiten des Jahres 1743 eine eifrige Konkurrenz franzöfiicher und deutiher Schaufpieltunft hervor,’) aber das gehörte mehr zu dem äußerlichen Gethue. Karl Albert jelbft konnte nicht mehr das Intereſſe für beiteres Spiel haben; und als er noch einmal nad) München zurüdfehrte, da geichah freilich mandjer Schritt, der nach einer Wieder: befebung ausjah, zudem erforderte die Repräjentationspflicht, den zahle reichen GBäften franzöfiiche Komödie zur Unterhaltung vorzufeßgen, einen wirflihen Aufſchwung nahm jedoch das franzöſiſche Schauspiel nicht mehr. Am 20. Januar 1745 Itarb Karl Albert. Die Truppe ging auseinander und damit war der Lebensnerv der franzöſiſchen Schaufpielfunft für Münden tödlid) getroffen. Die aftenmäßige Darftellung der aus— ländiſchen Bühnenelemente unter Mar Joſeph II. wird zeigen, daß eine Blütezeit der franzöfiihen Komödie faum noch erfolgt, daß das deutiche Schaufpiel, welches jo lange die Rolle des Alchenbrödel gefpielt hatte, nun allmählich zu jeinem Rechte kommt.

Während der glanzvollen Vorherrſchaft italieniſcher und franzöſiſcher Bühnenkunſt, wie fie eben kurz ſtkizziert wurde, nahm freilid) das deutiche Schaufpiel nur jene Rolle ein. Es zogen wohl jahraus jahrein deutfche Wandertruppen nad) Münden, aber es lag in der Natur der Sade, daß ſie nie heimifch werden konnten, wo Hof und Adel jo innig mit dem Weſen fremder Kunft verwachſen waren. Darin dürfen wir uns feiner Täuſchung bingeben, aud) wenn wir Trautmanns Nachweis (ejen, daß „bereits fünfzehn Jahre, ehe Magister Johannes Velten in Dresden das (wie man bisher annahm) ältefte deutſche Hoftheater begründete, die Wittelsbacher auch das deutſche Drama durd) eigene Hofkomödianten pflegten und aud) in der Folge ſowohl die heimijchen, als die von auswärts fommenden Theaterelemente niemals außer acht und außer Verwendung ließen“.“) Das Anjehen Michael Daniel Treus er ift es, der 1670 mit den Seinen als Hoffomödiant angeftellt wurde mußte bei Hofe ziemlich fragmürdiger Natur fein, vermochte er dod) ſelbſt die Bürger nicht durch Vorftellungen auf dem Rathaus zu ſeſſeln. Mehr begehrend als begehrt jcheint mir ber deutſche Wandertruppenführer aufgetreten zu fein. Mit dem Augenblide, wo er den Kittel des Wanderprinzipal® auszog, wechſelte er feinen

2) Jahrbuch f. M. G, TIL, 261.

38 Das thentraliihe Leben Münden?.

nicht als perlönliher Vorwurf angejehen zu werden; es beweift nur im Zujammenhaug mit dem traurigen Schidjal, dem Treu entgegen: ging, in welche Abhängigkeit von dem durch fremden Gejhmad ge: leiteten Hof der deutiche Schaufpieler ſich begeben mußte. Ebenſo unerfreulich it das Bild, das die deutichen Wandertruppen, die im erſten Drittel des 18. Jahrhunderts nah) München kamen, dem Be: tradhter bieten. In reichlicher Anzahl erichienen fie, troß der politiſch— gefährlichen Zeit, aber fie famen und gingen ruhelos. Daß einige den Titel eines Hoffomödianten führten, wie 3.8. Johann Heinrid Brunius, verriet durchaus feine nähere Stellung zum Hofe. Hatten fie ſich den Zitel nicht ſelbſt beigelegt, jo Hatten fie ihn bei günftiger Gelegenheit ſich zu verſchaffen gewußt, um anderswo deſto leichter die Spielerlaubnis zu erlangen. Dieſe deutichen „Doffomödianten” unter: ſchieden fich von den franzöftihen „Hoffomödtanten“ dadurch, daß fie eine Zwiſchenſtellung zwiſchen Hof und Abel einerjeits und dem Volke andrer- jeits einnahmen. Sie ftanden nie mehr, wie 1670 Daniel Treu, und wie in ber Folgezeit die franzöſiſchen Hoitomödianten, in fkurfürft- lihen Solde. Tiefe Zwilchenitellung gereichte ihnen in der erften Hälfte des Aahrbunderts zum Schaden. Sie fanden auf feiner Seite völliges Nerftändnis. Erit als die Gedanken auftauchten, oder auch erſt gleichſam in der Luft lagen. die Schaufpiellunit zu reformieren, wandten fie Diele vermittelnde Stellung zu ihrem Porteil an. Sie allein Eonnten Hof, Adel und Rolf zu einer einheitlichen Kunſtpflege näbern: fe mußten das Prinzip der nationalen und gereinigten Bühne auinehmen und ſowohl dem Hof und Adel die Tranzöttihen Hof—⸗ fomödtanten. als dem Wolfe das einheimüſche Nolfsihauipiel erlegen.

II. vollsſchauſpiel.

Die wichtigfte Erſcheinung in der Geſchichte der Münchener Volks— ichaufpiele find die bürgerlichen Stadtmuſikanten, die über 150 Jahre das Paſſfionsſpiel und andere geiftlihe Stüde aufgeführt haben, eine Gewohnheit, die allmählic) zum Zunftsprivileg geworden war. Ahnliche Vorgänge find aus anderen Städten befannt. In Augsburg hatte die Zunft der Meifterfänger feit dem 16. Jahrhundert das Privileg, geift: liche oder weltliche Komödien aufführen zu dürfen. In Kaufbeuren hatte fich in ber zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts innerhalb der Bürgerichaft eine eigene Schaufpielerzunft gebildet,') die feft organifiert war, Satungen aufgeftellt hatte und über zweihundert Jahre beitand. An die Nürnberger Spiele und Faſtnachtsluſtbarkeiten, an die Laufener der Schärler, an die Ulmer der Weber und Kürſchner jei hier nur kurz erinnert. Vielleicht nicht ohne jeden Zuſammenhang mit ihnen, über: haupt den jüddeutichen Städten, erjcheinen auch in Danzig die Kürjchner als Pileger der dramatilchen Kunft.”)

Die Münchener Stadtmufilanten treten uns in der Zeit, wo wir über ihre Spiele Nachricht in den Archiven finden, als Zunft entgegen. Über die Zeit ihrer Entftehung weiß ich nichts Sicheres anzugeben. Nur joviel fteht fett, daß fie eine der jüngften Zünfte ift, die in München vom Rate Sabungen erhielt. Aus dem Jahre 1294 ftammt die ältejte Kunde von Münchener Zünften, den Schuhmachern und Lederern.?) Zweihundert Jahre ſpäter (1489) zählt die Stadt bereit3 neunund-

dreigig Zünfte mit je zwei oder vier Tyührern; anno 1500 werden vier- mdvierzig Zünfte aufgeführt, ohne daß bis jegt von den Stadtmufifanten

’) Bgl. 8. Trautmann, Schnorrs Archiv f. Litteraturgeihichte, 14, 229 ft.

’) Vgl. J. Volte, Das Danziger Theater im 16. und 17. Zhdt., Litzmanns Iteatergeihichtl Forihungen. XII, 10.

»Lipowsky, Urgeihichten von Münden, II (1815), ©. 517. Bgl. Schlicht: "le, Die Gewerböbefugnijje in der K. Haupt: und Refidenzitadt München Elangen, 1844-1845, I, 8 LXXVI, ©. 161 ff.

40 . Volksſchauſpiel.

Erwähnung geſchieht. Auch in den Gewerbsverzeichniſſen der Jahre 1618, 1633 und 1649 findet ſich feine Zunft der bürgerlichen Stadt: mufifanten. Nach dem dreißigjährigen Kriege jedoch Icheinen fie ji bald zu einer Zunft organifiert zu haben. Im Jahre 1668 beſchwert ih) ein Bürger und Spielmann wider jeine Kompagnie. Das deutet wenigitens ſchon auf feiteren Zufammenjchluß, eine Thatſache, die durch zwei Geſuche der Stadtmufifanten an den Rat bezw. an den Kurfürften aus den Jahren 1753 und 1743 erhärtet wird. Am 7. Januar 1753 ſprach der Führer der Stadtmufifanten in jeinem Bittſchreiben davon, daß die Pajltonsvorftellungen jeit „mehr dan Hundert Jahren zu ſondern Nuzen und guett exempl des Publicj durd) einiche der alhiefig Burgerliden Stattmusicanten iederzeit mit all ſatt jambiften contento exhibiert.” ') worden, und 1743 Hatten fih die Stabt- muſikanten in einer Eingabe vom Februar dahin ansgeſprochen: „Ihro Röm. Kayſerl. May. würdet von jelbiten allergnädigiftes Willen tragen wie da3 eine verburgerte Banda der albiefigen Gtatt- Muſikanten ſchon vor mehr dann 90 Jahren ber die allergnädigifte licenz erhalten Haben, in der heilligen jaftenzeit die jo genante Tragoedj defj Heilfigen Passions.... offentlich auffiehren zuderffen“.?) Sicher ift, daß unter der Regierung des Kurfürften Yerdinand Maria (1651 1679) die Bildung der Zunft erfolgte, aud) wenn wir annehnten, daß die Stadtmufifanten jene Spiele in den erften Jahren noch nicht als Zunftsgewohnheit ausübten.

Für die Bildung der Zunft unter jenem Kurfürſten |prechen zwei Zeugniſſe. Im Februar 1741 kamen die Stadtmuftfanten bei Rate „wegen unleidentlicher professionsbeeinträdtigung“ ein und betonten ausdrüdlid, daß ihre Zunft unter Ferdinand Maria errichtet jei und zwar „zur Ausrottung und Vertilgung aller hergelauffenen Auflpieler vnd derlei vagirent und ſchädlichen Gefinbels“.?)

Das gültigfte Zeugnis jedoh find die im Stadtarchiv enthaltenen „Säz und Ordnungen einer löbl. Zunfft der verbürgerten Spilleuth“ ‚*) die in zweiundzwanzig Punkten ftrenge Satungen enthielten. Wie jeder

ı, gl. Kreisarchiv Münden, H. R. fase. 461, die geiſtlichen Schauipiele in M. betr., 1726— 1791.

2) Kgl. Kreisardiv Münden. Ebenda.

s) GStadtarhiv Münden, Alt: Gewerbeverfaſſung, Stadtmuſikanten, Spielleute.

Stadtarchiv Münden, Alt: Gewerbeverfaſſung u. ſ. w.

Die Stadtmujilanten. 41

Zunft wurden ihnen nun Lade und Schlüffel verliehen, und fie in den Schuß des Rates aufgenommen. Erft fpäter erhielten fie eine Zunfts- jahne; wir haben die Beichreibung einer ſolchen, die die Jahreszahl 1721 aufweiſt. Sie war rot mit gold, mit dem Bilde der heiligen Cäcilia und Der „heiligen Kümmerniß“ geziert, vor der ein Muſikus Iniend auf der Geige aufipielt.)

- Stabtpfeifer und Stadttambours, jene zum mittelalterlihen Städte- bild gehörenden Erfcheinungen, waren die Borläufer diefer Stadtmufikanten. Zu den Stadtpfeifern gejellten fich Geiger, und jo bildeten fich längſt vor dem Zuſammenſchluß zu einer Zunft einzelne Kompagnien.

Die Hauptbeihhäftigung der Stadtmufifanten beftand nun das fiegt ja ſchon im Namen darin, bei allen feftlichen Gelegenheiten der Bürgerihaft, Hochzeiten, Nachhochzeiten, Jahrestagen und Primizen, aufzuipielen. Auch jpielten fie an den Dinzel- oder Danztägen auf, db. 5. an jenen Tagen, wo die Zunftmännigen in feierlicher Kleidung und Ordnung zur Kirche, dann zum feitlichen Mahle und zum Zange zogen.) Das waren wichtige, nur alljährlidy einmal wiederkehrende Feſte für die einzelnen Zünfte. Bon dem Altgejellen wurde bei Jolcher Gelegenheit die Zunftslade, von einem andern der Willlomm getragen, d. h. ein Becher mit Wein, der jedem Belannten zum Trunk gereicht wurde. Beim Mahl und Tanz ging es dann gar luftig zu, und die waderen Muſikanten fiedelten und pfiffen unermüdlich.

Anfangs waren die Stadtmufilanten in drei Kompagnien mit je einem, alle drei Jahr neu zu wählenden Führer eingeteilt ; mit der Zeit aber zerfielen fie in vier, fünf, Ipäter ſechs Kompagnien, deren jede ihren {yührer hatte und nad) dem meiltens die Kleine Schar genannt wurde. Eine ſolche Heine Unterzunft bejtand aus ſechs bis fieben Mitgliedern, jo dab etwa fünfunddreißig bis zweiundvierzig Mitglieder zu Zunft gehörten.) Die Bezeichnung Unterzunft für die einzelnen

!; Anton Baumgartner, Der jeyerlihe Zug zur Legung des Grundſteins ur dad Sr fönigl. Majeftät v. Baiern Marimilian I. beitimmte Monument auf m Mar Joſephsplatze, M., 1824, 2.10. In dem Zuge gingen die bürger: lichen Zünfte mit ihren Standarten voran.

*) Weitenrieder, Beicjreibung der Haupt: und Reſidenzſtadt Münden, R., 1783, ©. 288.

) Lorenz Hübner, Beichreibung der furbaier. Haupt: und Rejidenz-Stadt Runden... . ., TI (1805), S. 214, gibt in einer Üüberſicht der bürgerlichen Severbe die Zahl der Stadtmujifanten auf zweiundvierzig an.

42 Volksſchauſpiel.

Kompagnien trifft in der That zu, denn es bildeten ſich bei ihnen dieſelben Sonderrechte, Privilegien heraus, die die große Zunft gegenüber den vagierenden Muſikanten, den Hofmuſikanten u. ſ. w. beanſpruchte.

Hatte z. B. die Loibliſche Kompagnie jahrelang bei ſämtlichen in der Wirtſchaft der Gaſtgeberin Huber feſtlich begangenen Gelegenheiten aufgeſpielt, ſo bildete ſich allmählich aus dieſer Gewohnheit ein Privileg. Keine andere Kompagnie der Zunft durfte ungeſtraft auf dieſer Bild— fläche erſcheinen.“) Ebenſo war das Übertreten des Mitgliedes einer Kompagnie in die andere ſtreng verpönt. Starb einer oder ſchied er aus anderen Gründen aus dem Zunftsverbande, jo mußte ein neuer Bewerber, wenn er nicht Schon im Beſitz des Bürgerrechtes war, id) diejes zunächſt erwerben, die freigemordene Gerechtigkeit erkaufen und jein, gegebenen- jalls aud ſeiner Frau Perinögen auf dem Hochzeitsamte angeben. Dabei kam 88 häufig vor, daß die Witwe als Beſitzerin der freien begebrenswerten Gerectigfeit mit in Kauf genommen und wohl oder übel aebeinatet wurde. Die Zunftsſatzungen ftellten feine zu boben Aniprüde. 08 waren Forderungen. die ein geiundes Slleinbürgertum ſtellen konnte. Schon der erite Paragraph entbielt die Hauptbedingung: „Srtliden tolle Kheiner in die Zunft eingenommen werden, er jey dan Edrlicher Grhurtb od. durch einen comitem palatinum legitimiert“.?)

War einer ichließlich als ebriamer Würger beiunden und in die Surt auigenommen to erdielt er Damit feibfimerftändiich das Anrecht ar einen Srietzettel. den Austeilung dem Spielgratenamt oblag. An ner andere Munkant. er die Stadt durchzog. maren auch die Stademuſkanten zut Wurg in Dieken alte jübrliher Spielzettel

"amanr Nena Wem NSurrttel ver IV uteer im Meberö ‚Nunuımt INE

IE, SD ir. zur meißer Orıle = zr uxbefannt

a Niet Smnan N Zulkmettuenz ı \ DW L. Semapugnie: no zyptie XUlmemanmt Tom Süumr ar? Sue! Rom Nm IE Noah, ın Zum UNE oem \ er Irre or! oz Yamdel- Dam m ENLTDN, vn er Airlorimur Nur Meine Fer über Siormemue sonen SIT ya Naher meh 7 Rurtilma ocperheee ım Will: ui tien ) mt rin rip SIERT Tiger rimaneenee Nerfe nu u wirt as DeieS sin mai Kkune Wunden dam rm Br Seo rer VDpober Yuan 2eiäelerrt, Mir Nor Sy ant N.;N.Tuvırem Ro ANEPORZRENE

N * * * 7 > I * 28 R Ra N EEK zu > BU EIER, Tag u non SUN IuSWiTtih u Arne Servern, U... m De

Sry pi Wurde Sei nsrattn cd

Die Stadtmufilanten. 43

verpflichtet. Aber e3 konnte ihren Zunftsmitgliedern nie ein Spielzettel verweigert werden, wie ed ſonſt ausdrücklich durch eine Spielgrafen: mitruftion dd. 24. Mai 1687 dem mit der Berteilung derjelben be: trauten furfürftlichen Hof- und Feldtrompeter Johann Peter Griefinger vorbehalten war.)

Auch muſikaliſche Untüchtigkeit fcheint den eingezunfteten Stadt: muftlanten darin nicht Hinderlich geweſen zu fein. Leider läßt ſich nicht mehr feitftellen, ob und wie fie vor ihrem Eintritt ihre geringe künſt— leriſche Befähigung nachwieſen. Die Zunftsfagungen enthalten darüber fein Wort. Allzugroße Anſprüche werden wir nicht annehmen dürfen, wenn auch manches edjte vollstümliche Talent unter diefen Muſikern verborgen war. Daß fie übrigens jelbit ganz unbegabte Muſiker nidjt in ihrer Mitte duldeten, dafür ift ein Ereignis, das ins Yahr 1724 tällt, der beite Beweis. Die Brüder Franz und Caſpar Albert, Joſeph und Georg Weiflenegger, jodann Corbinian Prugger und Hans Georg Imbler hatten eigenmädjtig ihre Kompagnien verlaffen und eine neue errichtet, unbefümmert um Recht und Zunftsfagung. Und als fie darauf vor den Rat und Zunftsmeifter citiert wurden, erklärten ſie offen, fie wollten lieber einen andern Erwerb ergreifen, ala mit jo „onmuficalischen“ Seuten in eine Kompagnie geiperrt fein. Später müſſen allerdings ihre muſikaliſchen Leiftungen alle auf ein höheres Niveau gerüct fein. Burden fie doch 1761 gegen eine bejondere Entihädigung zu den Eur: fürflichen Bällen im Kaiferfaale der Refidenz verwendet.”) Auch zu den Opern wurden fie, wenn das kurfürſtliche Hof-Muſikperſonal zu Yeah war, mit herangezogen. So fpielten fie z. B. nachweislich in den Aufführungen von Bernasconis Artaferje (am 10., 17., 24.,31. Januar und 15. Februar 1763) mit.?)

Interefſant ift ein Urteil Mozarts über fie; er jchreibt am 3. Oftober 1777 von Münden aus an feinen Bater:*) „Beyläufig um halb 10 Uhr tom eine Kleine Musique von 5 Perjonen, 2 Clarinetten, Corno und

) Stadtardiv Münden, Alt: Gewerbeverfajjung, Spielleute u. j. w.

?) Unter den Rechnungen über die zur VBermählungsfeier de3 römischen Königs Joſeph mit Joſepha Antonia 1765 aufgeführte Oper Semiramis befindet 1 auch die Summe von fl. für die Mufit, die am 22. Februar auf dem Kaijer: hal ipielte und unbefoldet ift. Auch damit werden wahricheinlic die Stadt: wutlanten gemeint jein. Kreisarchiv Landshut, fasc. 462 Nr. 97.

* Agl. Kreisarhiv Landshut, fasc. 339 Nr. 95. TI. Jahn, Mozart, I, 585.

Die Stadtmufilanten. 45

Diefe Thatſache machten ſich die uneingezunjteten Muſikanten, meiſt ziemliches Gefindel, zu Nutze. Bettler und Vaganten, gegen die in der erften Hälfte des Jahrhunderts eine Verordnung nach der andern erlaffen wurde, bielten ſich in den vor den Thoren gelegenen Orten, dem Xechel, dem Anger, der Au und weiterhin in Haidhauſen und andern Orten auf. Aus ihrer Mitte ging mancher hervor, der bei diejer oder jener Gelegenheit in München mit irgend einer erbärmlichen Muſik bettelnd herumzog, von einem Wirtshaus zum andern pilgernd. Die Ihlimmften „Stimpler” biefer Ausdrud fehrt in den Beſchwerden der Stadtmufifanten häufig wieder faßen in der Au. Der Rat bemühte fih, die Zunft zu fchügen. Auch ein Eurfürftliches Dekret erichien zu ihren Gunften, „wie zumahlen Wür keineswegs fernerö ge- Hatten wollen, daß die Supplicanten, welche ihre Burgerl: vnd zunfft- meßige onera iederzeit zu tragen haben, Bon den Bnuerburgerten, und jrembde ſpilleuth mit aufipillen in zufonfft beeinträchtiget vnd an der nahrung gehemmt werden follen“.')

Ein Berzeichnis, das die Zunft dem Rate einreichte, wies über hundert unrechtmäßige Muſikanten auf, eine Zahl, die auf die joziale Lage des Volkes ein erjchredendes Licht wirft, denn diefe Hundert waren ichließlich weiter nichts ala Bettler und VBaganten. Am 16. Januar 1756 entſchloß fih darum der Rat, man jolle fortan denjenigen, „melche deß aufſpillens nicht befuegt find, das Spiel durdy die Miliz oder ambtleuth wech nemmen laſſen“.“) Und doch wurde Hiermit auf die Dauer nicht? erreicht. Unter den Zünftigen fanden fich ftets Leute, die mit einigen begabten Uneingezunfteten gemeinfchaftlihe Sache machten.

Die Geſchichte der Stadtmufifanten iſt ein unaufhörlicher Kampf um das liebe tägliche Brot, ein Kampf, bei dem ihre eigene Uneinigfeit neben der ftarfen Konkurrenz der heitigfte Gegner mar. Aber es finden ih aud) genug Gründe, die troßdem ihre Armlichkeit begreiflich machen. Münden war damals eine Stadt von etma 30000 Einwohnern. Und für dieje Zahl waren ſechs Kompagnien zum Aufipielen an Yelttagen u. 1. w. beftimmt! Wenn man dann bedenkt, daß daneben für die Offiziere die Hoboiften der Regimenter, für alle Hoffeitlichkeiten die

bejoldeten Hofmufifer zur Verfügung ftanden, daß bei allen Zrauer: fällen des Fürſtenhauſes, jährlich) in der Faſtenzeit jede öffentliche Muſik

van

; Defret dd. 13. XII 1755. Stadtarchiv Minden, Ratsprotofoll, 1756, I, Sitzung vom 16. Januar.

1«0

46 Volksſchauſpiel.

unterſagt war, ferner, daß die Stadtmuſikanten ihre Zunftsabgaben zu

zahlen, Zettel vom Spielgrafenamt zu löſen hatten und dabei fein

anderes Gewerbe treiben durjten, jo wird man fid) ungefähr ein Bild von dem Elend machen können. Alle Erleichterungen, die ihnen allmählich

der Rat dur Schenkung von Holz, Befreiung von der Spielzettel- gebühr u. a. gewährte, vermochten diefe traurige Lage faum zu beffern.

Länger als hundert Jahre lag dieſen ärmlichen Gejellen die Pflege des Paffionsipiels, des Dramas vom Xeiden und Sterben Yelu Ehrifti, am Berzen! Ihre traurige Lage darf man bei der Geidhichte ihres Palfionsipieles nie außer acht laffen. Sie pflegen es, weil e8 ihnen eine einträgliche Tuelle des Erwerbs ift, aber daneben geht doch ganz leife etwas in ihre Seelen hinüber, das jchöner und lauterer ift, fie wachſen mit ihrem Spiele, und wollen es ſchließlich nicht aus den Händen geben, ald man fie rohe Gejellen fchilt, die da8 Geheimnis ber Religion durch ihr Spiel profanieren !

Völliges Dunkel liegt über der Entftehungazeit ihres Pajfionzfpieles.

Aus einer Hofrehnung vom Sabre 1589, die den Eintrag bat „item

den Spielleutben, jo der iungen Herrſchafft den Paſſion geipiellt, 6 }l.”,)

gebt nicht hervor, daß dieſes Spiel von den Stadtmuftfanten aufgeführt

wurde. Ganz abgeſehen davon, daß wir von dem lirjprunge ber -

Stadtmuſikanten nicht unterrichtet find, iſt es nicht angängig, den Ausdrud Spielleute in jener Zeit für Stadtmuſikanten zu deuten. Mit dem Wort Spielleute werden im 16. Jahrhundert jomohl Muſiker als

Komödianten bezeichnet, desgleichen die bunte Schar von Seiltänzern, . Yuftipringern u. dergl., die alle durch ihr Spiel das Rolf ergößten.?) - Wit jenen „Spielleuten” werden Randerfomödianten gemeint jein. Wir geben nicht febl. wenn wir, auf jene beiden oben jchon ”) angezogenen : Geĩuche aus den Jabren 1743 und 1753 uns ftügend, etwa das Jahr 1650 als Entitebungszeit des Spieles der Studtmuitfanten annehmen. -

Schon vorber magen ibre Vorgänger das Spiel aufgeführt haben, von. dieſem Jadrzednt an vechneten jedoch ñie telbit Die Aufführungsgewohnheit.

1 F

E wird Mb Damit äbdnlich verdalten mie mit der Sitte der Obere:

BVeren: der NSestmge TUNM,

. . . , > m . X ogum Si eva Teaummaan XJeadrdad. II ST2 veröffentlidten Gamer MI Nnlors Nanpmntirron ON 1AW: aud die bei Sanft

à x > x - . DS Terre X wen Sun R ui > In ve. “N < Ware: SANITIS Sen N SUSE USE nen TU T. .. sy na Din wu aianten.

- .. Dur an Fi ve woran yanıan % no. > Pr % x. De En IE N wrunne ”. Nasc.n X

ig 1%, w f2

Das Paſſionsſpiel der Stadtmujilanten. 47

ammergauer; bei ihnen führte „das Gelübde vom Yahre 1633 nicht einen neuen, früher in der Gemeinde unbefannten Gebrauch ein, fondern wollte vielmehr einen uralten, damals aber hier wie anderwärts im Erlöichen begriffenen Gebrauch durch das Verſprechen regelmäßiger Übung für alle Zeiten feſthalten“.“)

Die verichiedenften Urſachen mögen die Stadtmufifanten zur Pflege des Paſſionsſpiels veranlagt Haben. An eine Erwerbsquelle jedoch dachten fie zunächft ficherlih nicht; dieſer Gedanke ergab ſich erſt im Laufe des 18. Jahrhundert? und wurde dann von ihnen weidlich aus: gemnmutzt. Wie oft in der erften Zeit die Aufführungen jtattfanden, ift nicht zu enticheiden: ſpäter führten fie die Paſſion ſaſt jährlich auf und nahmen geiftlihe Vorſpiele hinzu.

Es war eine theaterfreudige Zeit, in die wir den Beginn der Paffionsaufführungen durch die Stadtmufifanten zu feßen haben. Das religiöſe Empfinden des katholiſchen Volkes wurde gefliſſentlich durch prächtige Gepränge und üppige Schauftellungen gefteigert. Die Mün— hener Tyronleichnamsprozejfionen waren feit den Tagen Wilhelms V. (1579—1598) mit aller feierlichen überladenen Pracht ausgeftattet. Auf jedem Gebiete der Kunft fuchte der zum Myſtiſch-Verklärenden Iinneigenbe Katholizismus Ausdrud und Offenbarung. Welch ſchwere Feierlichkeit lag in den Spielen der Jeſuiten, in welch glänzendes sarichendes Gewand hüllten fie nüdhterne Wahrheiten. Daß ihre Spiele af das Volk wirkten, auf ein Volk, in dem von jeher Theaterblut ſtedte. ift Leicht zu begreifen. Mit der Luft der Nachahmung verband ſich das naive Bewußtſein, ein frommes Werk zu thun. Das darf bei allem Unwert der Darftellung nicht vergeilen werden, das blieb auch dann noch, als fie jelbit recht unmürdige Poſſen in das Paffions: el hineintrugen. Hierhin mußte es übrigens fommen, denn fonft wären es nicht Leute aus dem Volke geweſen, die die Paſſion jpielten. Sank jogar das Kunſtdrama der Jeſuiten zu mancher recht gewagten Exene herab, um wie viel mehr mußte der derbe Volksſinn bei aller ümerlihen Scheu vor dem heiligen Stoffe zum Durchbruch kommen! & iſt thöricht, hierüber zu zetern! War felbft eine witzige Zote, die ſih in diejes ernſte Drama hineinfchlich, nicht eher ein freudiger Beweis,

ns das Volk nicht ganz ſaft- und Fraftlos geworden war? Mit

y Joſ. A. Daijenberger, Erjter Bericht über das Paſſionsſpiel in Über:

amergau im Jahre 1850. Abgedr. in Deutingers Beyträgen zur Geſchichte ki Erzbisthums Münden und Freifing II. Bd. (1851), S. 457 ff.

4# Boltsicdhauipiel.

äfthetiihen und moraliidem Maßſtab durfte und darf hier nicht ge meflen werden. Tas Volk meinte und war ergriffen, befreuzigte fid fromm bei Chrifti Streuzestod, für das Volf war es eine derbe Freude wen Judas Jichariot fid) an einem Baum erhing und „unter erbaulichen Sprüchelchen aus der Schenke und unter luſtigen Schwänten fein Beben endigte“.)

Trotzdem mußte der geiſtliche Rat hierin eine unwürdige Ent: heiligung des Stoffes erbliden und die Übelftände auf jede Weife zu befeitigen fuchen, zumal die jchaufpieleriiche Tätigkeit der Muſikanten auch fonft über das ihnen vom Rat zugebilligte Maß geichritten war.

Sermwürfniffe innerhalb der eigenen Zunft und Streitigkeiten mik Berufsichaufpielern hingen damit zulammen. Solange die Stadt— - mufifanten ihrem Privileg entiprechend nur das Paſſionsſpiel aufführten, wurden fie don den gerade anmejenden Wandertruppen nicht beadtet. Diele hatten ja doch ihr eigenes Spielverzeichnis, mit dem fie ihre Zuſchauer anloden fonnten. Anders mit den Stadtmufifanten felbit. Sie ſahen jeden Berufstomödianten als Feind an, der durd jene Vorſtellungen das Volk, das ohnehin nicht allzu oft den Theatergenuß fid) gönnen konnte, anlodte. Sie mußten entweder danach ftreben, in der Darftellung fid) dem Grade der Vollendung eines Berujß- tomddianten zu nähern oder ihren Spielplan vorfichtig zu ermeitern. Beides thaten fie. Es war nur eine Trage der Zeit gewejen, daß aus ihrem Kreiſe einer völlig heraustrat, das Bürgerlich-Dilettantenhafte abftreifte und zum Berufofchaufpieler wurde. War doch ſchon mander Jug, den die Berufsichaufpieler aufwieſen, aud bei ihnen zu jpüren, mußten Ste doch jelbft den Manderfomödianten das abjehen und zu ihren Eigentum machen, was dem Wolfe gefiel. Die größte Zahl der Stadtmuſikanten freilich blieb in dein ausgeprägten Stil des unbeholfenen volfstimlichen Spieles weiter teen.

Es durite und konnte ſowohl nach den Zunftsiagungen als angeſichts der mangelnden geiſtigen Fähigkeiten und wirklich ſchauſpieleriſchen Veranlagung nur cin Ausnahmeiall bleiben. wenn aus der Zunft einer ib lelötte und eine eigene Truppe gründete. Dielen Fall haben wir in dem NWundertruppenprinzipal Stephan Mayr. Schon Traut: mann glaudte zu der Annahme berabtiat zu fein. daß bier ein bürger: iiber Dilettant tb aUmäblich zum Beruisichauſpieler berausgeurbeite

' Tor geimtman on Narmım DIS NUE Zi: vom Jenner XE. 3.

Tas Paſſionsſpiel der Stadtmufilanten. 49

hie.) Daß diefe Vermutung richtig ift, hoffe ich mit den folgenden enhivaliichen Belegen bemeilen zu fünnen. Und damit ift dann als Heultat die wertvolle Thatjache gegeben, daß in München jelbft zu amer, wie oben gefchildert, recht traurigen Zeit die Verſuche, Höheres onuftreben, auch aus dem Bolfe heraus Unterftügung auf dem Gebiete Hatraltichen Lebens fanden.

Zum erſten Male begegnet uns der Name Stephan Mayrs im ste 1716. Dem Gebrauch entiprechend reichte aud) in dieſem Jahre er bürgerliche Stadtgeiger Caſpar Albert für fich und feine KKonjorten de übliche Geſuch um Aufführungserlaubnis beim Rate ein. Diefem Bude legte er eine „Speecification der ienigen Perjohnen, welche zu halumng des Passions Jesu Christi gebraucht werden” ,”) bei. Sie lanet folgendermaßen:

1. Johann Doll Statt Tampour

2. Franz Wiflenreider burger

3. Franz Sittenhoffer burger ond Statt Tampour

4. Stephan Mayr burger Sohn

5. Caſpar Albrecht (sic) burger vnd Statt geiger

6. Hieronimus Staindl burger und Statt geiger, aud) Tarnpour

7. Michael Höringer, burger gewefter tuechmacher und Statt Tampour

8. Ehriftoph Höringer, burger vnd anjtreicher

I. Maria Anna Gleiffenpödhin bereits fich in die 10 Jahr bei Herrn Statt Leutenandt aufhaltet.

Außer dem Namen Stephan Mayrs erjehen wir aus diefem Ber: Fnis, daß die Frauenrollen in diefem Falle wohl nur die Marias ion grauen dargeftellt wurden. Was Franz Wiffenreider und Stephan Roy für ein Gewerbe trieben, vermag id; bis jeßt nicht zu jagen. khater fanden fih unter den Mitſpielenden ftet3 mehr Nichtmufifanten & Zünftige, eine Ericheinung, die der oben gejchilderten Lockerung des len Gebrauches entipricht und das ficherfte Zeichen für den Verfall aömadht.?)

') Trautmann, Jahrbuch f. M. G., III, 355.

) Stadtardhiv Münden, Alt: Gewerbeverfajjung, Stadtgeiger.

) Das Stadtarhiv Münden bewahrt in dem Alt: „Gemeinde-Eigenthum, dz alte Rathaus, Der große Rathausſaal“ ein zweites, undatiertes, aber ins Jahr 1761 fallendes Verzeichnis der bürgerlichen Schaujpieler auf. Der Führer Anod ein Stadtmufitant, fonft aber finden jich bereits die ſeltſamſten Elemente;

4

7) Erl’sihomiriel

Hier erideint Stephan Mayr noch vollfommen als bürgerlidyer Tilettant, aber icon vier Jahre ipäter als Anführer einer eigenen Schar! Ta bittet er tür ſich und feine Komorten um Aufführungs- ficenz, und 1721 gar erhält er ein furfüritliches Privileg für Münden. Nun mußten zum eriten Male Bürgeridjyauipieler und Berufsichaujpieler hart aneinander geraten. Es ſcheint, dag Etephban Mayr zunächſt andere weltliche Schauipiele auflührte, und bei Raitonsaufführungen mit den hierzu privilegierten Etadtmufifanten ſich veritändigte. Er wagte fi) darauf weiter Hinaus,’) um mit neuen Erjahrungen beimzufehren. Tag ihm dann die Stadtmuſikanten immer elender ericyeinen mußten und er ſich vollends über fie hinwegſetzte, mit dem Recht des Stärkeren, ift leicht einzuiehen. Die Stadtmufifanten jahen e8 mit Schreden; endlich reichten fie ihre Beſchwerde beim Rat ein (im Januar 1731), als Mayr gerade von Nördlingen zurüdgefehrt war. „Hieronimus Stainl,?) et 11 Cons: jammentlide Statt Muficanten Vnd Burgl: Tampours weldye all Jährlih die Passions Tragaedj geipilfet haben“, traten gegen ihn auf; ohne jeden Eingriff von jJeiten der Berufsfomödianten hätten fie ftets in der Advents- und Faſtenzeit ihre heiligen Stüde aufgeführt, „nunn aber will der Stephan Mayr et Compag* Weldher Ehbeuor bey Vns Bnd Vnſeren Eltern Bon Jugent an fi ein: befundten: auch mit agieret, wodurd Er ſich aniezto aber alſo capax gemadt, das Er ſich für einen Principaln der Teutſchen Agenten berfür thuet, Vnd eine jelbft Eigne Compag* auffiehret, welche dem Ber: nemmen nad) diſe Heyl: Faſtenzeit nit allein in den Paſſion zu Agiren: ſondern an ftatt deſſn andere geiftl: Historien oder geichichten vor:

die „Specification derer vnſrigen acteurs“, die Franz Albert, „Bürger!. Statt Music.“ einreicht, lautet: Franz Albert Laurentius Mayr, Kürchen Muficus Johann König Inftructor Nareiss, Barödhenmaderd Sohn von hier ('ajetan Schueller, Sprachmeifter® Sohn von bier Antonj Kager, Student Barth, hollendiſcher Kunſt Meiſter Illein, Comicus Klein Maria Anna Albertin von hier eine frembde comwdiantin 1) Trautmann, a. a. O. S. 354. ji. oben S. 49 das Verzeichnis von 1716.

Stephan Mayr. ol

föllen: Vnd Vnß alle dauon auſſchlieſſen, Bnd feinen von Bn3 zuefommen laſſen will, jo wider alle billichfeit were, in ermegung diſe Teutſche Agenten feiner weder mit Burgerrecht nod) beyfiz berechtiget, auch ain ganzes Jahr Hindurd) in aufmendtigen Landtereyen herumbziehen: Vnd einem Hochlobl: Stadt Magiltrat Kleinen Heller Werth nuzen“.“) Stephan Mayr wurde daraufhin vor den Rat berufen und erklärte, künftig fein Paſſionsſpiel mehr aufzuführen alto eine Anerkennung des zünftigen Privileg —, auf andere geiſt— ide Hiftorien wollte er jedoch nicht verzichten der Wortlaut feiner Arfürftlicden Vollmacht gab ihm dazu volles Recht —; die Stadt: muftfanten erklärten fi) mit diefem legten Punkte nicht einverftanden, obwohl Stephan Mayr, um ihnen nicht zu hart zuzujegen, in dieſem Sabre nur bis Lätare Ipielen wollte. Die weiteren Berhandlungen baben ſich nicht erhalten. Stephan Mayr trat größere Wanderungen an 1733 ift er in Brünn‘) u. ſ. w. —, fehrte aber nach jeder Fahrt wieder in die Vaterjtadt heim, wo er |päter noch einmal mit den Stadtmuſikanten in Konflikt geriet. Gefährlicher war für ihn zu— nähft ein Zuſammenſtoß mit einem andern Wanderprinzipal, Franz Gerwald von Wallerotti. Im Winter 1737 traf er diejen bereits m München, mit einer Spielerlaubnis verjehen, an. Er jelbft war im Beſitze feines alten Privilegg vom Jahre 1721, jo daß einer mit dem: ſelben Rechte bem andern gegenüberftand. Auf den Wunſch des Kur- füriten kam zunädft ein Vergleich zuftande. Beide Truppen jpielten gemeinschaftlich auf einer Bühne (wahrſcheinlich beim Faberbräu), die Emnahmen wurden geteilt. Schließlih Fam es dody zum Zwiſt; Ballerotti glaubte ſich übervorteilt und reichte eine Bittichrift an den Kurfürften ein. „Weillen id) auf meiner Vnterhabenter Zahlreich: vnd Virtuoser Compag®“, jchrieb er, „Vier und fünffach gröffere Unköſten mahen mueſ, dan der Mayr auf die jeinign, deſſen vnangejehen aber den erhollenten Gwinn, mit Ihme Mayer, zu gleihen Thaillen zu repartieren babe, [habe] ich bil anhero nichts” profitieren, noch die gemacht grofle Raij- vnd andere Bnköften anmwiderumb erhollen können, iondern befündte mich noch zu dato in fchaden von Mehrer 100 fl.“?)

i) Stadtarchiv Münden, Alt: Gewerbeverfafiung, Stadtmufitanten :c.

2 Chr. d'Elwert, Gejchichte des Theaters in Mähren und Deftr.-Schlejien drinn, 1852, S. 54. \

’) Kgl. Kreißarhiv Münden, Alt: Tas dem dKurf. Hofffourier Stanz, Gewald von Wallerotty ertheilte Privilegium, deutſche theatraliihe Stüde .. führen zu dürfen, de 1737—1765. F

52 Volksſchauſpiel.

Wallerottis Bitte lief nun darauf hinaus, ihm allein noch während der Gebnacht-(Dreikönigs-)Dult Spielerlaubnis zu erteilen, was ihm jedoch verweigert wurde; jein Nivale 309 es vor, ohne weiteres das Feld zu räumen und München zu verlaffen. Nach manderleii Wanderzügen ftelfte er fi) 1743 in Frankfurt zu den Krönungsfeierlichkeiten ein und wußte von den vielen Gnadenerweiſungen der kaiſerlichen Majeftät fich die zu erhalchen, daß neben ihn niemand in München zu Tpielen habe. Mit diefer neuen Verficherung eilte er nad) München; jein erſtes war, überall Zettel anbeften zu laffen und ſich als einzig privilegierten Schau⸗ Ipieler befannt zu machen.) Auch auf das Paflionsipiel, das im Volke ſehr beliebt und infolgebeifen eine willkommene Einnahmequelle war, richtete er jein Augenmerk. Da traten die Stadtmufifanten in jeltener Einigkeit wider ihn auf und beriefen fi) auf ihre alten Privilegien, jo daß nicht nur der Rat, der fie ftets Ichüßte, ſondern aud) das faijerliche Hofoberrichteramt die Berechtigung ihrer Klage einjah und dem Wander- prinzipal die Aufführung des Paſſionsſpieles unterjagte.”)

Bon Berufsichaufpielern wurde die Zunft in ihrem Privileg der Paſſi⸗ onsaufführung fortan nicht mehr geftört. Es traten jogar Ereignifie ein, die ein neues Aufblühen diejes alten ftädtilchen Brauches zu verheißen Ichienen.

Eeit dem erjten Viertel des Jahrhunderts hatte die Zunft e8 iſt mir unbefannt, aus welchem Grunde nidyt mehr im Rathaus: faale ihre Paſſion geipielt. Damals war das Rathaus der vornehmite und aud von allen Vertretern der theatraliihen Kunſt gern bezogene Aufführungsraum gemejen. Nach den Paſſionsſpielern agierten dort Wanderfomödianten, und aud Luftipringer und Seiltänzer produzierten fi) in ihm in Gegenwart des Hofe.) Allmählich aber fam er für dieſe Zwecke ganz außer Gebrauch; er diente zu Lotterien, Feſten u. dergl., worüber ſich ein eigenes Kapitel intereffanter Kulturgeichichte Ichreiben ließe.

Die Muſikanten führten dann ihr Spiel teils in Bräubäufern, teils in dürftig errichteter Bretterbude auf dem Anger auf. m

ı) Im Januar 1744 wird ihm eine Tochter geboren. Das Taufbud der St. Peterspiarrei (Liber baptismalis 1742— 1747, S. 101) nennt ihn: „Stephanus Manr, Kanßerl: Teuticher Comoediant.“

* Kgl. Kreisarchiv München, WagijtratSprotofol- Auszug, H. R. fasc. 461, Die geiitl. Schauipiele u. 1. w.

° Mar Joſeph von Vacchiern. Vürgermeüter, berichtet in ieinem Tages buche (Dei: und <taatsbibl. Cod. verm. 1945 öfter, dah er „ins Räthhaus zum Sail- Tanz”, zu den „Sail Tanzern“ gegangen lei. Sonntag, den 29. Jan. 1713 tebt „Idro Tele. dem Saill Tanzen zu“, u. ſ. w.

Das Bafjionsfpiel der Stadtmujifanten. 53

Jahre 1758 endlich überließ ihnen der Rat einen Holzbau, der wenigitens etwas einem ftehenden Theater ähnlich ſah. Es war der ogenannte Salzſtadl auf dem Anger, eine „Hitt, welche vor wenigen Jahren zu nechft von dem [Frauen⸗-] Cloſter, vnd der Kürchen gegen den Prandt- wein Prenner hinyber, anfangs zur alservirung des Salzes erpauet: jo dan zur Verwahrung der Wägen, Pröder, vnd derley Fahrnuſſen gebraucht worden“.) Kaum verlautete diefer Entichluß des Rates, ala Äh die Abtiffin des Frauenkloſters mit einer Beſchwerde nad) der andern gegen dieje Neuerung verwahrte.e Schon 1736 hatte ſie über die lärmende Nachbarſchaft der Dultfomödianten geklagt; alle neuen Klagen waren jedoch vergeblid. Nun galt es, vom Kurfürften perjönlic) eın Berbot der Ratsverfügung zu erlangen. Es entipann fih ein langer, mit jedem Jahre neu ausbrechender Streit, der uns weiter unten noch kurz beichäftigen wird. Hier genügt der Hinweis, daß die Zunft mit allem Nahdrud und erjolgreicd; vom Rate unterftüßt wurde, io daß die Äbtiffin allein mit ihrer Anficht ftand, „es werde ia endlic) ganz München doch jo groß und mwohlgebauet jeyn, daß man für einzige 14 big 16 Pafsions Vorftehlungen oder andere derley exhibitiones... anderwerth3 ala eben zu nechſt an. dem Elofter nod) einen convenabeln Plaz fündten fünnen“.?)

Wenn au unter dem SKreuzfeuer von Beſchwerde- und Ber: teidigungsſchriften, jpielten die Muſikanten bis 1760 ihre Paſſion gegen eine jährliche Abgabe von 35 Gulden in dem Salzftadel auf dem Anger. Da wurde diejer abgeriffen. Die Zunft geriet in neue Not. Der einzige verwendbare Saal beim TYyaberbräu war von dem Wanderfomödtanten tanz Gerwald von Wallerotti mit Beichlag belegt. Franz Albert, der geſchickte Leiter der Paſſionsaufführungen, flehte um den Beiſtand des Rates. Überall forge die Obrigkeit dafür, daß die ‘Paffionzfpieler mit istrem frommen Beginnen ein Fortkommen fänden, „wie dann heur in Amergau dijes jo Lobl: alß hriftliche werdh mit jehr groifen vncöften bey einem zuelauff von mehr dann 14000 Menſchen hat miefjen auf: gefüehrt werden“.“) Die Zunft war bereit, ein eigenes Gebäude zu er— tichten oder in einem von ber Stadt für alle Wandertruppen zu er:

N Schreiben dd. 2. Nov. 1758. Kreisardiv Münden, G.R. fasc. 1288 Wr. 11.

2) Schreiben dd. 9. Nov. 1758. Ebenda. Vgl. das Gemälde im 42. Saal des Bayeriihen Rationalmufeums (Führer durch dasjelbe S. 22..

2) Kgl. Kreisarhiv Münden, Schreiben dd. 29. Tft. 1760. G. R. fasc. IS, Nr. 11.

54 Volksſchauſpiel.

richtenden gegen jährliche Abgabe zu ſpielen. Da erfolgte im Januar 1761 auf Antrag der Stadtkammer der Beſcheid, daß „die Supplicierende Musici deren heil: Passions Tragadj auf den grojjen Rhath: bausjaal exhibieren mögen“ !?)

Auf die vom Rate geitellten Bedingungen ging die Zunft willig ein: fie hatte „vor allem 100 fl. zur erbauung des theatri zu erlegen, und die Ichuldigkeiten jedesmahlen richtig abzuführen, nit weniger die anf die beftelte feurbichauer erlauffende Vnceöſten von ſelbſten zu be— ſtreitten?.) Das Theater murde im Rathausjaale errichtet, im Früh— jabr 1761 dort die Passio domini gejpielt. Da war e3 wieder der unſelige Zwiſt un Innern der Yunit, der eine gedeihliche Pflege naiver volketümlicher Kunſt nicht auffommen lieg. Schon nach zwei Jahren drach er aus. Franz Albert, einer Stadtmufifanteniamilie angehörig, die durch mebrere Generationen ſich eifrig dem Paſſionsſpiel gewidmet und er Yuntt mehrere Führer gegeben hatte, ſuchte im Jahre 1763 ab ein privilegium exelusivum für geiſtliche und weltliche Spiele zu wridaften. Schon in dieſem Schritt. den er nicht für die Zunft unter- nabım, lag cin telbittücbtiger Grund. Tas erite Mal wurde ihm ſeine Bine aduetchlagen. Als er dann aber 1765 mit dem gleihen Wunſch dervortrat und Ertola batte. da zeigte ſich. melde eigenmächtigen Gründe idn dewogen batten. Aut Kurfürttliche Entibließung bin und in ber Annadme. NE de Smatongätten nicht ſeiner Perſon. iondern der geſamten Zunft gelte. datte man hie erteilt. Abert aber jog nun zum wuherträan Mit zwei Kameraden bum er üb „tra aller favorabl xmader Morten’ won der Nut aemennt. rd zu emem Prinzipal arzamaTrın and art ‚von der An. Ve und anderverts ber julammen= derotton Banda’’ı xeerden, Nührend or mt ıbr deim Faberbräu mem hadrte Die Juntt unter ar rung es StaNlämmerers von ech die Win om Watts aut. Aurart um Wogitrat inchten Dielen uniasteren Nerdemerd zu dlenam. Ge begann zumuiben Albert und m wm Rasoommetmupn Sur on lanaı Nodusfteit. Dein Einzel:

w-

86 I. Segen Tr 1. Degember,

n . . ynbeytr Worten Senevesntel

> » —8 N

RINGE Ton STONE O:edter Woraer Weszmtatek TED ID Eigener 12 L 2 nme Woher san org UnRDN er Som ani de am 4 nr Wong d stertmetsst ert AT Mine too At, Droge: Webrisnn an os dohmmbg vn: Keimmmaenaesseirtelte Sa Don Wied nitooN Vmetint se. 2a ohrerned if.

Das Paſſionsſpiel der Stadtmuſikanten. 55

heiten bier zu verfolgen unnötig ift; eine große Rolle }pielten dabei Garderobe und Dekorationen; Albert behauptete fie aus eigenen Mitteln angeichaftt zu haben, die Zünftigen dagegen wieſen nad), daß fie „von denen durch Unferen Rath-Diener erhobenen Einlag-Geldern auf Jamment: licher Musicanten Unköſten beftritten worden”. Am 21. Januar 1767 fam endlich ein Vergleich zuftande.”) Die Zunft erhielt alle „Theatral: fleyder und derley decorationes” auägeliefert, den „beede alt erlebt Abertiihen Dtufifantengeheleuten” wurden dagegen als Schmerzensgeld alljährlich in der Faſtenzeit 50 fl. „zu einer ergezlichkeit“ verabreicht. Franz Albert jtarb bald darauf am 1. Auguft 1768.”)

Sein Bruder Caſpar Albert?) übernahm darauf zujammen mit dem Muſikus Baul Kogler die Leitung. Sie waren in den lebten Jahren des Zwiſtes ftets bedacht geweſen, die alten Zunftgewohnbeiten aufrecht zu halten. An Unterftügung hatte es nicht gefehlt. Der Kurfürſt räumte ihnen das Recht ein (1765), jeden Sonntag und Feiertag, dazu einmal in der Woche auf dem Rathaus zu fpielen. Nur dann jollten fie hiervon feinen Gebrauch) machen fünnen, wenn vom Hofe kanzöfiiche Komödie anbefohlen wurde. Allein die geichilderten Bor: gänge machten alle Zugeftändniffe wertlos. Die dürftigen Dekorationen wurden wieder im Komödienftadel auf dem Anger aufgeftellt. Immer näher rüdte der Verfall. Noch einmal taudyte der Gedanke an ein eigenes Komödienhaus auf; der Rat zeigte fich nicht abgeneigt, ein ſolches „an einem bequemen ort errichten zu laffen, gleichwie man denen Berburgerten Statt Musicanten auch anjonft gehen geholfen jehete“. Bauverfländige und Commissarii wurden ernannt, hin und her überlegt, bis man ſchließlich (am 19. September 1768) es „für unthunlid) er: ahtete, den vorgeichlagenen Stadthauſ Kaften zu ein Comadj Haus md Theatrum zu applicieren“.*) Einen neuen Vorſchlag der Zunft veriprady der Rat geneigt zu prüfen, aber nun blieb es beim Alten. Roh einmal jpielten die Stadtmufifanten das göttliche Leiden und Eterben, da traf am 31. März 1770 das Generalverbot aller Bajfions- auführungen ganz Baiern.

Bevor die Wirkung dieſes unerwarteten jchweren Schlaged und das weitere Schickſal der Stabtmufifanten beſprochen wird, ijt es nötig,

1) Stadtarchiv München, Ratsprotokoll, 1767, I, Sigg. v. 21. Jenner.

?: Totenbuch der St. Peterspfarrei, 1759— 1769, S. 292.

Er ſtarb laut Totenbuch der St. Reterspfarrei am 14. Juni 179464 Jahre alt. * Stadtarhiv Münden, Ratsprotokoll, 1768, II, Sigg. v. 13. Juli.

36 Roltzihauipiel.

ehvas zurüdzugreiien, um die Borläuier jenes Verbotes fennen zu fernen, die tih in Beichwerden, Beſchränkungen der Epielzeit u. |. w. bemerkbar madhten.

Aut jede Weile juchten die ;yeinde des Paſſionsſpieles den Muſikanten zu ichaben. Gelang es den Beruisichauipielern nicht, fie ohne weiteres aus dem Privileg zu verdrängen, ſo ſuchten fie die künſtleriſche Wert⸗ (ofigfeit ſolcher Darftellungen zu betonen und auf dieſe Weile die Mißſtimmung des geiftlihen Rates zu nähren. Warum dieje Leute die Paſſion ipielten, jchien 3. B. dem Wanderprinzipal Frz. Gerwald von Wallerotti unerflärlih. In einem Schreiben an den Kurfürften nannte er fie „unanitändige Stimpfer”, und warf ihnen in Künftler- ſtolz und ichlecht verhülltem Brotneid das Wort zu: Schuiter, bleib bei deinem Leiten! vielmehr, er drüdte fich gebildeter aus und ſchrieb: „Sutor ne ultra crepitam'!‘*') Mochten ſolche Worte aud) fo verftanden werden, wie fie im letten Grunde gemeint waren, es blieb dody immer etwad hängen.

Biel getährlicher aber nody war es, als vom Jahre 1758 an die Abtiitin des Frauenkloſters am Anger, Maria Bonaventura de Kotolinsf, eine Beichwerde nach der andern einreihhte, um das Komödienweſen überhaupt und beionders das Taifionsipiel zu beieitigen.”) Sie führte alle mögliden Gründe ins Feld, um den ın der Nähe des Kloſters befindlichen Komödienftadel leer zu iehen. Sie fand es unziemlid und ohne alle jchuldige Ehrerbietung, einem Kloſter, darın das SBeiligfte verehrt würde, „ein comoedianten Haui gleichſamb auf den Half oder wenigiit für die Ihür zu ſezen“. Ste fand es rüdfidhtslos, dort mit io viel Lärm zu ſpielen, ohne zu bedenken, „daß der diffohrtige P. Beichtrater und P. Prediger, weldye abjonderlid” mit continuierlichen geiftl: Nerrichtungen beladen ſeind, nebit noch einem P. Franziskaner ihre Zellen gegen die quaeitionirte Salz-Hütte hinauß, Bud... . nothiwendig in ihren occupationen, andadıten, meditationen u. hierzu erforderlicher ſtielle müeßten ſehr mörffid) gehindert werden“. Zwiſchen Stadtmuiifanten, die geiſtliche Stüde aufführten, und dem Jahrmarkts⸗ trubel der zur Dult ericheinenden Komödianten machte die Frau Abtiffin feinen Unterichied. Auch die Paſſionstragödien waren nad) ihrer Dar— ftellung voller Lärm und feuergefährlid; gegen jenen Vorwurf nahme

Kgl. Kreisarhbiv Münden, Alt: Tag dem cd. Nofffurier Franz ®- vd. Wallerotti zugeſtandene Privilegium u. ĩ. w.

2) Kgl. Kreisarchiv München, Akt: die geiſtl. Schauſpiele berr.

Tas Pailionsipiel der Stadtmufilanten. 57

zwar der Rat jeine Stadtmufifanten in Schuß und antwortete der Abtiffin (6. II. 1759), daß das Klofter in feinen Andachtsübungen nit geſtört werden fünne, „zumahlen e3 bey den Heyl.-Passions gipillen, wie Jedermänniglich befhant, ohne mindiften geräuſch oder lautben gelächter . . zuzugehen pflege”, aber er unterließ doch nicht die Zunft darauf aufmerkſam zu machen (19. 11.1759), „die Comoedien sine omni strepitu zu producieren und wegen der feuerö gefahr all mögliche vorforg zu gebrauden“. Noch manden erfolglofen Schritt unternahm die Abtiffin in diefer Angelegenheit, erfolglos, wenn man nicht die nächſten Verbote damit in einen gewillen Zuſammenhang bringen will. Der geiftlihe Rat nahm fich alsbald der Sadye an und gab im Jahre 1762 das Gutachten ab, daß „das größte Geheimnis unierer geheiligten Religion nun einmal nicht auf die Shaubühne gehöre”. Hiermit war bereit der Grund ausgeſprochen, der ipäter zum endgültigen Verbot führte. Zunächſt erwirkte der geiſt— liche Rat die Abftellung der ärgften Mißbräuche; nod) war allerdings nichts weiter für ihn erreichbar, denn der Kurfürft War Joſeph zeigte ein volles Berftändnis für die in den Paſſionsſpielen ſich ausprägende, am Alten und Bäterlid-rommen hängende Sitte jeines Volkes. Die Auswüchſe verfannte er darum nicht und bemühte ſich, fie fortzuichaffen. In einigen Diözejen des Landes waren die Spiele bereits verboten ; das Urdinariat Paſſau 3. B. ftellte am 11. Januar 1763 die Vor: fellungen in der Charwoche ein und unterjagte die „personirten Figuren“ der Prozeffionen.) Mar Joſeph gab aber auf zahlreiche dringende Bitten der Landgemeinden durch eine Kabinet3ordre vom 22. März 1763 die Paſſionstragödien wieder an allen Orten frei, wo fe einmal früher beitanden hatten, fügte aber ausdrücklich Hinzu, die Epiele jo früh am Tage zu halten, daß „das Paurs- und anders zuelauffentes Volkh noch vor der Nacht widerum zu Hauſ eye, folglich aller Excess und Unordnung defto leichter verhütet werden”) könne. In Münden blieb das Paſſionsſpiel der Mufitanten einftweilen noch ungeftört. Als dann aber 1768 die Ordinariate Salzburg und Regens— burg neue Verbote erließen, beriet auch der Münchener geiftliche Rat aufs neue über ein Verbot. 1769 wurde das Zenjurfollegium gegründet,

' &gl. Kreisarhiv Münden, Alt: das Verbot zur Abhaltung der Paſſions— Shauipiele respec: der Charfreitagd- Prozeilion betr., 1762—1804. H. R. faxc. 461 Nr. 36.

”, Kgl. Kreißarhiv Münden, H. R. fasc. 461 Nr. 33.

58 Volksſchauſpiel.

das bei aller Milde und Gerechtigkeit, die es in den erſten Jahren walten ließ, als Anfang jener Periode bezeichnet werden muß, die in frommem, oft frömmelndem Eifer und aus einem ſpießbürgerlichen Moralpredigertum heraus alles Urſprüngliche und Kräftige, ſowie es nur zu treiben begann, unterdrückte. im geiſtlichen Rat hielt am 10. März 1770 Heinrich Braun einen ausführlichen Bericht,’) der als letter Anftoß zu dem Generalverbot aller Paſſionsſpiele in bayeriichen Landen zu gelten bat. Das Verbot erfolgte am 31. März 1770 und hatte folgenden Wortlaut:?)

Max: Jos: Chf: etc.

L: ©: Nachdem Wir uns gdigft entjchloffen haben, in unfern ſammentl: Ehurlanden in Stadt: und Märkten jowohl, ala durchgehents aud) auf den Land die Passionstragardien gänzlich abzufchaffen, und in anbetracht, daſ die gröfte geheimnis unjerer geheiligten Religion keineswegs auf die bühne gehört, weder in der falten, am mindeiten aber in der heil: Charwochen mehr zu gedulten, alfo Habt ihr gleich heuer, was die Charwoch belangt auf diejen unfern ernſt gemeinen, und unabänderlichen befehl nach aller ftrenge zu halten, und die biefür ſich deßwegen meldende Supplicanten gleich auf der Stelle abzumellen, was die Charfreytagg Processionen betrifft, jo jollen Sie in Zukunft nur in einen andädtigen Umgang ohne Sprüd), herumreiſſungen, und dergleichen unformblichfeiten gehalten werden, worauf ihr eben biefür aufs genauefte zu techen habt, wie eudy dann auch unverbalten bleibt, du) die bejorgung dieler, und dergleichen qeittt: Pollicey: jachen von höchſter Stelle unjerm geiftl: rath gdigit auferlegt worden, find auch anbey mit gnaden.

FiUSMD hueis x München den 31ea Dierk 1770. Eltoris vte.

Man muß dieſes Verbot vorn verichiedenen Seiten beurteilen.

Soviel Steht ſeſt daß in Partonsipielen ımd Prozeſſionen, auf dem Yande nech mehr wie in der Stadt. tolle Mißbräuche ſich eingeftellt batten. Ram Fromzigkert. ieierlichher Sinn batten in äußerlichem Auf— wand an aldernen Umnanitandigketrten einen Schlachten Eriatz geiunden. Die Prozeſienen waren bunte Madkenzuge wm denen Ne Hanswurite

vmbertellten mut dem Sryelst Namen Zee in denen Ne abenteuer—

an —8 Ä

* ar Neun NV van Nora: Du u zn 77. J a Kuau 2 A oT u Pr \ Pe an

Verbot der Baifiongipiele. 9

lichſten Figuren in bunten Gewändern einherzogen, in denen Allegorien, das Erbe jejuitiicher Kunft, umherwankten, alles in möglichiter Platt- beit und Außerlichkeit. Wir brauchen nur Anton Bucher „Entwurf einer ländlichen Charfreitags-Prozeſſion“ zu leſen, um Hinter aller er: dichteten Berjpottung ein wahres Bild von biefem leeren Zheaterzauber zu finden.‘) Mit den Paſſionstragödien und geiftlihden Dramen ftand es nicht anders, wenn freilidy auch hier ein großer Unterjcjied zwiſchen Etadt und Land zu maden if. Buchers Verſpottung des Vorſpiels zur Paſſionsaktion jpielt ebenfalls auf dem Lande. Dort war der Weg vom Wirtshaus in die Paſſion nod) näher, dort war von dem geiftigen Aufſchwung, der in München aflmählid) vor fid) ging, nicht das geringfte zu ſpüren. Die Stadtmufifanten haben nie auch nur Ähnliches geleiftet, wie es aus Buchers humorvollen Schilderungen für das Land hervor- geht. Und dod) dürfen wir auch den Stadtmufifanten noch getroft ein voll gerüttelt und geſchüttelt Maß pofjenhafter Entftellung und derb— unanitändiger Entheiligung zumefjen.) Während aber die Pafjions: ipiele der Zandbevölferung nur dur) völlige Vernichtung von dem ein: gerifienen Unfinn befreit werden Eonnten, hätte das Spiel der Stadt: muitfanten durch Abjtellung der Hansmwurftipäße gerettet werden fünnen. Ch dieſer Gedanke in jenem Jahrzehnt, wo die Reform der Schaufpiel: kunſt in Münden jo erfolgreid) durchgeführt wurde, nicht den Seit: genofien gekommen ift, läßt ſich nicht mehr feftitellen, da in gedrudten und Handichriftlihen Tuellen fein Wort davon verlautet. Soviel ſcheint mir immerhin wahrfcheinfich, daß das Spiel der Bauern nicht mit dem Spiel der Stadtmufifanten, jondern diejes mit dem Verbote jener fiel. Eine Ausnahme für die Stadtmufilanten lag weder in der Abſicht des geistlichen Rates noch konnte fie der Landgemeinden wegen gemacht werden.

Noch ein anderer wichtiger Unterfchieb beſteht. Damals war für die Dorjgemeinden die Ausübung des Paſſionsſpieles noch feine Erwerbs⸗ quelle; die Stadtmuſikanten jedoch verloren damit ein gut Teil ihres

) Bgl. K. TH. Heigel, Ter Humoriſt Anton Bucher (Aug drei „Jahr: yunderten, Wien, 1881, S. 134—158).

*. Tie Zunft felbft verteidigte freilich jtet3 die Wiirde und Reinheit ihrer Spiele. So bittet fie 3.8. 1760 um die Aufführungslicenz „vmb jo mehrers ale Bniere werkher keinesweegs profan, oder mit Iujtigen Perſohnen angeipüdbte rsmoedien, jondern pure geiftlihe moral:Spüll oder der Palsion jelbjten jeindt“ Kgl. Kreisarchiv).

60 Volksſchauſpiel.

Lebensunterhaltes! Schon ſeit vielen Jahrzehnten hatte ſie der Rat nicht zum wenigſten aus dem Grunde in ihrem alten Privileg unter: ftügt, weil die armen Hungerleider jeden ehrlich erworbenen Kreuzer notwendig gebrauchten.

Unmittelbar auf das Verbot erfolgte eine wahre Sturmflut von Bittichriften und Berufungen auf altes Gewohnheitsrecht aus allen Zeilen Bayerns. In manchen Gemeinden Icharten ſich die Bauern zujammen und drohten mit Zumult, oft verdädhtigten fie den Pfarrer grundlos, eine Erſcheinung, die mit der Geichichte der geiftlichen Spiele des alt: bayeriſchen Bauernvolfes zu behandeln wäre.

Die Stadtmufifanten reichten unter ihrem Führer Paul Kogler ein flehendes Bittgeſuch um Aufhebung des ftrengen Verbotes ein; jie waren des beiten Verdienſtes beraubt und hatten um jo jchwerer an dem Schlag zu tragen, als fie kurz vorher erit ein Kapital von 1200 fl. zur Anſchaffung neuer Kleidung und Dekorationen aufgenommen hatten. Der Kurfürft kam ihnen entgegen und erlaubte ihnen aus Gnade die Aufführung geiftliher Dramen mit Ausnahme des Poſſionsſpiels (20. 11. 1770. Diele Bergünftigung blieb ihnen bi8 zum Tode Max Joſephs. Da erließ bald nad) jeinem Regierungsantritt, am 6. Februar 1778, Karl Theodor eine Kabinetsordre, die ſowohl den Studt- mufifanten, als den Gemeinden Aibling, Brud (Fürſtenfeld), Kraiburg, Moosburg, Wolfratshaufen und anderen die alten Paſſionsſpiele wieder frei⸗ gab.) Doch nur Furze Zeit jollte die freude der Armften dauern. Zenſurkollegium und geiftliher Rat glaubten ihre Plicht thun zu müflen und erinnerten in einem umftändliden Beridyt dd. 18. März 1778 den Kurfürften an das ihm ſcheinbar unbefannte Verbot vom Früh—⸗ jahr 1770. Dieſes Dial wieſen ſie darauf hin, daß man den argen Mißbräuchen, die in einem „jo ſinnlich-fanatiſchen“ Volke die Paſſions⸗ ipiele aufwieſen, Einhalt thun müſſe.

„Heller und rührender”, jo heißt e8 in ihrem Schreiben,*) „läßt fich die Offenbarung gewiß nicht vorftellen als fie in der höchft fimplen und geiftvollen Erzäblung der Evangeliften dargeftellt ift; eine Reihe Zuſätze erfordert es, wenn in die einfache erzählung handlung fommen _ ſoll, wenn der einfache ton der Empfindung .. in alle die modulationen, die die tragüdie hinunter vollt, verwandelt werden ſoll.“ Durch die Aufführung folder Stücke würde das „grofe tiefe und anbetungswürdige

" Teutinger, a.a. O 2.7.

NRal. Kreisarchiv Minden.

—-

Die geiftlihen Schaujpiele der Stadtinujilanten. 63

gequält wurde, den letten Schritt that und furz und bündig den „burgersföhnen in Städt: und Märkten, dann übrigem Volke auf dem Sande” die Aufführung aller geiftlihen und weltlichen Spiele unter: tagte, damit das Bolt nit „von der arbeith, Gebett, und andern Beihäften abgehalten, und zum müſſiggehen verwöhnt werde‘ 1!) Nun

mußte e3 ja in Bayern tagen! Das Volk Hatte Zeit, dem Beten und - der Arbeit nadjgugehen! Warum nur Männer wie MWejtenrieder, die

mit heißer Liebe ihr Volk umfaßten, noch die alten Gebräudhe und Sitten jo ftarf betonten? Warum fie auf den guten alten Stamm ein neues frilches Reis pflanzen wollten? Hier lag doch offenbar die einfachfte Löſung! Und dann -— mie infonjequent verfuhr man! Den Erwachjenen und jungen Leuten nahm man das Spiel, die Pflege der „ehrbaren und gutgeheifienen Spiele der Schulfinder” wurde aus- drüdlich geftattet! Dachte man, bier an den Kindern ein gutes religiüfes Verf zu thun, ohne die Neigung zum theatraliſchen Spiel zu ermweden ?

Dit wenigen Worten iſt das fernere Schickſal der Stadtmufitanten erzaͤhlt. Jahr für Jahr mehrten fich ihre Geſuche um Brennholz, einige Gulden Almofen u. dergl., ein gültiger Beweis dafür, wie ergiebig die Einnahmäquelle der Paſſions- und geiftlichen Spiele geweſen fein muß. Immer ſchwerer empfunden fie die Konkurrenz der vom Hoffriegsrat unterftügten Regiments-Hoboiſten. Eine Heine Aufbeilerung ihrer Lage Ichaffte die 1792 eingefegte „hurfürftl. Beſchwerde-Kommiſſion“, die die Klagen aller Zünfte und Gewerbe entgegenzunehmen hatte. Eofern fie „ordentliche gerechtigfeiten titulo oneroso“ befaßen und fid) verpflichteten, da8 „land nit mit aufjpiellen zu befuchen“, wurde ihnen völlige Befreiung von ben jährlich zu löſenden Spielzetteln eingeräumt.?) Bie ſympathiſch berührt es, daß diefe einfachen Gejellen im Jahre 1794 no einmal auf die Bühne traten, um nicht für fich, ſondern für die völlig mittellofen Bewohner des im April abgebrannten Dorfes Neu: haufen zu fpielen!?)

Die Forderungen einer neuen Zeit vermodhten jchließlid) die Stadt- muſikanten mit ihrer alten zünftigen Einteilung nicht mehr zu erfüllen.

7) Ebenda. 2) Spezialbefehl dd. 4. II. 1792. Stadtarhiv Münden, Ratsprotoll 1792, I. 9 Sie ſpielten im Saal des Herrn Bauhof am 19., 23., 26., 30. März und

2, 6., 9. April. Graf Secau ließ der Gemeinde eine ganze Einnahme der

* —A——

ohne Eeſtenabzug zulommen. Münchener Intelligenz-Blatt, led

An Boltsjchauipiel.

Zweierlei fcheint mir aus diefem Zettel mit Gewißheit hervorzu neben, der Einfluß des jefuitiichen Dramas und der durch die Jeſuite und Die italienifche Oper gepflegten Inſzenierung.

An das Yefuitendrama erinnert das Vorſpiel, die „Boraktion’ zu ber in Klammern gefegt ift: respective Prologus. Mit dem Prolo wurbe jedes Jeſuitendrama eingeleitet, mit dem Prolog beginnt noc heute das Oberammergauer Paffionzipiel, das ſchon hierdurch feine At ſtammung verrät. Es beiteht ein tiefer Zufammenhang zwiſchen dieſe Mrologen und der Handlung; fie find feine Inhaltsangaben des Stüdel fondern Sprechen in einer eigenen Handlung vorbildlich aus, was di Danpthandlung enthält. Site können fortgenommen werden, ohne da diefe eine Einbuße erleidet. Beide find nur durch einen unfichtbare Steg miteinander verbunden, und gerade darin liegt das pſychologiſt feine Geheinmis. Zwiſchen Adams und Evas all, dem Fall der erfte Menſchen, die ihre Sünden jchmerzlich bereuen, und dem Leiden de Eriöfers befteht ein urſächlicher Zuſammenhang. Durch die eigene Schmerzen der Reue ſprechen fich die Menſchen jelbft ihrer Sünden fre durch die Schinerzen Jeſu Ehrifti, durch fein Sterben am Kreuze wir idnen für ihr ewiges Daſein alle Sünde vergeben; die fich ſelbſt au Erden und für die Erde befreit, follen in einer beſſeren Welt erlö kein, Dieſer Gedanke wird dann im Raiftonsipiele jelbft wieder au genommen. Der zweite Berg prüßentiert einen Apfelbaum, der ſich i en Amy verwandelt. Ein Sinnbild für die Erlölung. Der Baun der die Frucht der Sande trug. und das Kreuz. an dem Chriſtus Bing der Ne ſandigen Wenden enlöfte, Diele Anwendung beziehungsreiche Anegeren war vollkommen teuitiiber Barockttil. Vielleicht darſ aud No tere Bud als at Merkmal puttiicer Dramen gedeutet werden pr Mar at an ade Nittale aöruneen” Adar und Eva, bie ih m) Namen Nena Sri de Sal Nr zumyen Menſchheit if Neaa Nett sera Ne ID Ye fee pmmemd S KIT Wars Wen ost EN mem Srimerenbung; bur Larren URN Darin once eur beihlofle:

In mn Sr nur Neer ır? Tufkoastragöts wi Ne SrNmtion pl un % were smhörüdie sr bh nr Ir North Ns Sürlefsmhtermer ihnen

me. Nap>arır ort gr Werten erbörg wPrru Naht Kern: Seen) wager nur Hefrut De Nu di, I vr? Wahn m Wekesert IR ıı ande

Das Paſſionsſpiel der Stadtmufifanten. 67

Entrüftet wandte fi) Franz Albert an den Rat. Die Voraktionen, „respect. auf die Passions-Tragaedi alludierente Prologos‘' hätten fie länger als hundert Jahre gefpielt. Nie feien es „Profan= oder Luftipiele” geweſen. Der Rat unterftüßte treu feine Zunft, ſprach von „ganz unuerdienter einjchrendhung“ durch den Hofrat und wollte das Vorſpiel umfomehr beibehalten wiſſen, als außer jeiner Hiftorifchen Be- rehtigung „eine theatraliſche exhibition ohne dem Prologo, oder Bor: ſpihl ein incompletes weſen feye“. Und jo wurde den Muſikanten ihre Bitte erfüllt; fie durften weiterhin die Vorſpiele aufführen, „die Herrn Wallroddi nicht den mündiften ſchaden causiren, wohl aber bie gemüether zur auferbauung moviren fünnen“. Gegen die Beichuldigung, unrechtmäßig Nachipiele zu geben, Hatte ſich die Zunft ſchon einige Jahre zuvor gewandt. „Ganz vunterthänigift wollen wir dabey insinuiren hatte im Dezember 1757 Tranz Albert dem Bürgermeifter be: richtet —, daſ wür Vnſere Passions-Tragedi mit feinem Nadipill, wie man ſchon einmahl, dod; ohne wahrheits-grundt von Vnſ au): geiprenget bat, Jondern mit dem Todt Ehrifti und darauf volgenten sepulchro eius glorioso moraliter beſchlieſſen.“)

Wie reichlich fih die Muſikanten mit dem ,Vorſpiel“ entichädigten, gebt aus dem zweiten?) Zettel hervor. Dan kann fid) eines Lächelns nicht erwehren, wenn man die Schlauheit der ſtets argwöhniſch von den Banderlomödianten überwadhten Muſiker wahrnimmt. In einem Ge- ſuche von 1762 bitten fie, ihnen „die fchon yber 100 iahr her alzeit gewöhnliche und jederzeit gdigit placidirte ganz furze vorſpülle“ zu gefatten, und fügen jcheinbar harmlos Hinzu: „denen die Margaritha von Corthona worunter alle Geheimbnuſſen deſſ leydenten Heylandts ſehr mitleydig einflieflen, zuegezählet iſt'. Hier hatten fie den Begriff des Vorſpiels“ allerdings recht weit gedehnt, und es dauerte nicht lange,: bis die Wanderfomödianten mit ihrem Veto auftraten. Marga— ritha von Corthona war bereits ein in ſich abgeicjloffenes geiftliches Drama, das mit der Paffionstragödie nichts zu thun hatte.

) gl. Kreisarhiv Münden, G. R. fasc. 1288 Wr. 11. ) Siehe die folgende Seite, die ein Faeſimile des im Kreisarchiv Rängen erhaltenen Originals barftellt.

F *

Spiegel der Buß,

Das verlorene , und von dem Gortlichen | Hirten mit Fceuden wiederum gefundene Sn ee en, rm

ea an dm en kann Ba

‚fommaen

Liebhaber wird auf der ihr XI aus Dem vätrdihen Di

fich betitelt ; 2

Die inder Wülien: ten von **

Die geiftlihen Schauipiele der Stadtmufitanten. 69

Bon den geiftlihen Spielen, die die Stadtmufifanten namentlich) nah dem allgemeinen ‘Bajfionsverbot Jahr für Jahr aufführten, bat nd in den Alten des Kreisarchives und auf Zetteln der Münchener Unwerfitätsbibliothef eine größere Anzahl von Ziteln erhalten. Ich gebe fie zunächft in ihrer chronologiſchen Folge; der Name des Autors Tand fi) nur bei wenigen; einige Zettel wiejen Monogramme auf; ſoweit e8 mir möglich war, habe ich die Berfaffer beftimmt.

1746: 1) Die Geburt Chriſti. 2) Der „Eindtfluff”.‘) 3) Thomas. 1764: 4) Genovefa Pfalzgräfin von Trier.”) 5) Margaretha von Corthona.”) 1781: 6) Richard der Dritte [von Weiße]. 7) Euftadhius.‘) 8) David und Ablalon. 9) Jonas, der Prophet, ein Borfpiel. 10) Salomo.’)

n Am 1. X. 1781 reiht Paul Kogler, Führer der Stadtmufif, der Zenſur ein: Die Sindtflut oder der Untergang des menſchlichen Geſchlechtes, Falten: fomödie; am 15. XI. 1781 erfolgt von dem zuftändigen Zenjor Zwackh das Kerbot. Am 9. und 14. April 1783 führen die Stadtmufifanten beim Faberbräu auf: Die Sündfluth, oder das in dem Waſſer erjtidie LTafterfeuer der damals iündigen Belt. Trip. i. Berjen u. 3 A. von B. K.

?, Aufführungen dieſes Volksſtückes durch die Stadtmufifanten fann id noch nachweijen: Am 16. April 1783 beim Faberbräu: Genovefa, oder unaus— lõichliches Tugendlicht eheliher Treue, Trip. i. Broja u. 5 4. von %. PBlraun). 1751 war von ihnen „Senovefa Pialzgräfin von Trier“ zur Zenfur eingereicht, aber am 14. II. dur den Zenfor Weftenrieder verboten. liber Genoveja- aufführungen dur WBandertruppen und Marionettenipieler j. das Repertoire am Schlujie.

" Am 1. X. 1781 wieder zur Zenjur eingereicht, vom Benfor Jwadh am 15. XL 1781 verboten. Dagegen wieder aufgeführt beim Faberbräu am 17. April 1783: DMargaritha von Cortona, oder das verlorne, doch wieder gefundene Schaf. Trip. i. Proſa u.3 A. von J. 8. Als Darionettenipiel wurde „Die blg. Marga— retha von Gorthona und die hlg. Katharina” dur Joſeph und Anton Deus berger 1791 in Münden geipielt.

*% Desgleichen am 25. IH. 1783 beim ‚Faberbräu: „Euftahius oder die durch ein unvermuthetes Gejchide verlohren, auf dem Pfad des chriſtlichen Glaubens aber unverhoft wider gefunden, und durch die Marterfrone mit dent Vater zu gleich fiegende Söhne.“ Trſp. i. Berjen u. 5 Aufz., verf. v. Andreas). S[hadtner).

s „2 Stüde vom Klopftod” fteht hinter den Titeln „Salomo“ und „Der Tod Abels“ auf der Weitenriederfchen Zenſurnote vom 14. II. 1781. Klopſtocks

70 Voltsſchauſpiel.

11) Der Tod Abels.

Undatiert, etwa 1780—1783: 12) Eonftantine, von Chriſtoph Schmwarz.') 13) Nabuchodonoſor, Drama i. 4 U. u. Profa von F. ! »Neumair S. J. (2)?) 14) Birginie, Trip. i. Verſen u. 5 A. von Spedner d. j.°) ( 15) Caelestinus, Trip. i. 2 A. von %. Klein.‘) 16) Daniel in der Löwengrube, Trip. i. Profa u. 4 4. vo

F. 9. Neumair S. J. (2)?) 1781: 17) Der Beruf des hl. Aloys Gonzaga,‘) von Ferd. Reiöner, S. 3

18) Thecla,') von Carl Reuling. 19) Bernard, ein geiftlicher Vater,“) von Ferd. Reisner, S. J 20) Rebekta.?)

Salomo eridien 1764: „Der Tod Abels“ ijt nicht von Klopitod {er ging häufi unter jeinem Namen): es wird aud faum das gleihnamige Stüd jeiner Fra jein, jondern das lyriſche Drama in 3 Handlungen von Joh. Sam. Patzk Muſik von Wollen, das 1776 in einem Bande mit Klopjtod3 Hermannsſchlach David, Salome, Tod Adams) bei Ebrijt. Gottl. Schmieder in Karlöruhe erichien Es enthält ein „Norjcreiben“ und weilt einige Zuiäge auf. Goedele IV, 25 erwädnt don Padkes Trama nur eine Ausgabe, Neipzig, 1771, Fol.

Jodann Chriſtoph Schwer, furpiälz. Rat, geſt. 1783. Goedede III, 3€ verzeichnet nur Nr. U

"Quer Sommervogel, Bibl. de la Comp. de Jes., V, 1654-1683 ermwähı TEN 19

Die Jenſurliſten der neunziger Jadre erwübnen ein Traueripiel Birgin von Spenuel

Xrelleidt von dem Wunndeimer Jeiniten Anton Klein?

Nr Rem N

Ra 2 Apru LINSS Dessuletdgen beim uberbräu! „Aogim3 Gonzaga od: die Wierkung ernet wadeen Vera“ Spt. t Verien u. SW von Flerdinand NRermer

Im \ Wurde ‚LINE der Wiener Schaubüdne: Tus Vorbild weibliche Niimmmutis oder dre erde Wörterier Tele In etmemn Trauerjpiel Do: gerri Wurderg LU AS Wurtoreten’beel under dem Titel: „Die trüm Praade eui) Na tungfiauiiden Würtgrerit Sea” u u 1492 von dei Rartpstenspüie NN Nele zus Dutijuwiert Iafyerüitt

Verttær d. gen gertiigfer Nur rer terdüiier Ürarer. in lat Sprach KRteisgui Norm un) Nester Sitegie Denkteuf DIN ST

Net dix Susi Du Nr partner Nermislung dei durd

ui iiiigags . Veit Were Wei... 2 DIS. . aurfgeführel Eon Ierwemel Remeater Yon er Wuasiner Wenn der Werellidkuft Jei Krrare: Meint Boa wen 1 Wir Sun... IR

Die geiftlihen Schaujpiele der Stadtmufifanten. 71

21) Die dem Herzog und EChurfürft zu Sachſen jchimmernde Treudenfonne. ’)

22) Samfon oder der Todte ein Sieger”) von Flriedr.]. Wlilhelm]. Wfeiskern].

1781: 23) Brigitta, oder der Sieg des Kreuzes,?) Orig.-Tripl. i. Verjen 5 4. von Johann]. Chhriſtoph]. Sſchwarz]. 1783: 24) Stilicho, oder die ſchlimmſten Folgen der väterlichen Liebe,“ Trſp. i. Verfen u. 5 A. von W. ©. (?)

25) Joſeph, oder der von feinen Brüdern erkannte Vicefünig in Aegypten,“) Schipl. i. Profa u. 2 U. von Pletrus]. Ol[bladen].

26) Joas, der König von Yuda, Trſp. i. Broja u. 2 A. von Pletrus]. O]bladen].°)

27) Johannes von Nepomud, oder die hellglänzende Sonne der Beichtiger,?) Tripl. i. Verſen u. 5 A. von Alnton]. Nfuth].

) Der Stoff vom jähfiihen PBrinzenraube; unter dem Titel: „Der jächfiiche Prinzenraub oder die von dem Himmel beijhüste Unihuld“, Schſpl. i. Verſen 5% von Hleinrih Arnold). Blorih). am 30. III. 1783 beim Yaberbräu.

”, Desgleichen am 14. III. 1783 beim Yaberbräu, ferner am 23. III. 1783 unter dem Titel: „Samjon und Dalila, oder der in jeinem Tode noch fiegende del.“ Es ift die 1763 in Wien erjhienene Bearbeitung von Riccobonis Zrauerjpiel durch den für die Wiener Theatergejchichte wichtigen Schaufpieler, den Odoardo“ Friedrich Wilhelm Weisfern (1710—1768). In Münden wurde diele biblifche Tragödie unter dem Titel „Samſon oder Gottes Gnade und Rade“ noch einmal 1797 am 7. April mit Eklair in der Titelrolle aufgeführt; i. weiter unten.

) Erfchienen unter dem Titel: Brigitta, oder der Sieg des Chriſtenthums, ein deutiches Original-Traueripiel in Berjen und fünf Aufzügen. Mannheim 1768.

Bon den Stadtmufilanten ferner aufgeführt beim Faberbräu am 9. III. 1783.

9 Aufgeführt beim Yaberbräu am 16. III. 1783; A. S.? wahrſcheinlich Joſeph Schenkl, Erjefuit und Brofefior zu Amberg, der 1775 das gleichnamige Drama Anton Claus’ ind Deutiche überjeßte; es wurde 1776 laut Zenſur— beiheid in Amberg ala Endskomödie von den Studenten aufgeführt.

) Aufgeführt beim Faberbräu am 19. III. 1783; enthalten in „Des Hrn. Apoftolo Zeno weil. 8. 8. Hofpoetens neueröffnete Schaubühne biblifcher Begebenheiten . . .“, aus dem tal. überf. v. Petro Obladen. Augſp., 1758. 8°.

9) Aufgeführt am 19. III. 1783; aus dem tal. des Apoſtolo Zen, ſ. Inm. 5. Als geiftliches Singipiel mit der Muſik des kurfürſtlichen Kammer— fompoßteurß Joſeph Mich! und in der Überjegung von Karl Ignatz Förg, 1778, anf der Natlonalſchaubühne geipielt.

") Unfgefüßrt am 6. April 1788; in den 90er Jahren von der Hofmann- Nie Keietasın Keen auinstührt, |. unten.

| 63823632* | EHEN

ip

EHE

lt

| fonnten. Rum berief fid) der nächſte

H.R. fasc, 461.

ft: die geiftl. Schauip. betr.

H. R. fasc. 461.

Weihnachtsſpiele. 79

Elementes auf dem Gebiete des Volksſchauſpiels ſich findet. Weinhold?) ad Hartmann?) haben nachgewiejen, daß die verfchiedenften erhaltenen Beihnachtsfpiele deutliche Spuren der Verwandtſchaſt aufweiſen, und uch jonft ift der gemeinsame Grundzug diefer Spiele beftätigt. Se Ort, Zeit und Sitte erfuhr natürlich das Weihnachtsſpiel feine Berinderungen, nie aber find dieſe jo ſtark ausgeprägt, fo in den Sordergrund geftellt, daß nicht der eine zu Grunde liegende Gebante, We rende über die Geburt des Chriftkindleins, rein zum Ausdrud fine. An diefer Freude nimmt der Proteftant den gleichen Anteil wie der Rotholit. Und fo ift das Weihnachtsſpiel viel mehr ein Ausfluß % religiöfen Gemütes des deutſchen Volkes, ald eine ah kat holiſche Ericheinung. Daß freilich die Reſte der Weih— mÄsipiele in unferen Tagen nur auf bayeriich-öfterreichiichem Grenz- gie, in Deutich-Ungarn und Schlefien fich finden, ift zum größten Jel dem Katholizismus diefer Länder zu danfen. Je mehr die neue Ft alte, eigenartige Sitten abjchliff, defto inniger mußte gerade der IAcholik an feinen Weihnachtsfpielen hängen. Denn für ihn mifchte Min die heitere Freude über das Chriftfindlein ein Zug inbrünftiger Werhrung für Maria die Gottesgebärerin. Die Adventzeit brachte nun außer den Weihnachtsſpielen noch wuade Volksbräuche aus alter Zeit mit. Aber fie gehören nicht zum upiel und bedürfen beshalb hier feiner Erwähnung, vielleicht nit einer Ausnahme. Es find die fogenannten „Herbergen“, eine ;Myrlimlice Sitte in den Münchener Vorftädten Au und Giefing, auf fe harimann aufmerfjam macht. So ungefähr, wie die Ofter: und enmdipiele in ihrer allereinfachſten Form als dramatiiche Szene in la indfichen Wechjelgelängen bei der Berlefung des Evangeliums zu Amen find, haben wir hier, auch ala Kleine dramatiſche Szene, den gelang zwiſchen Maria und Joſeph. Ob in Münden ſelbſt mer „Derbergen“ gejpielt wurden, weiß ich nicht. Es ift aber bei der Pekifigen Berührung zwiſchen den Nachbarorten, namentlich Hinfichtlid) ‚Wr Beihnacitsfpiele u. dergl. Leicht anzunehmen. Doch Hören wir über pe „Derbergen“ ſelbft Hartmanns Worte: „Während der Adventzeit gen Abends etwa um 7 Uhr Nachbarn und Nachbarinnen, Alt

YR.Beinhold, Weihnachtſpiele u. Lieder aus Süddeutſchl. u. Schlefien, 1853.

) Aug. Hartmann, Weihnadtlied? und Weihnadtipiel in Oberbayern,

un, 1875. Dort auch ©. 1—4 zahlreiche Litteraturnachweiſe über rn Stoff,

nn BR a u

Arztensipicle. 83

te, die die Univerfität bejucht hatten und mit kaiſerlichen und Eur: lichen Atteften ausgerüftet waren, griffen zu diefem Mittel. Der zühmtefte unter ihnen, Johann Balthaſar Carl Kohn, war 741 in Münden zur Jakobidult. Er Hatte fih im Mai 1724 mem Kolloquium vor der medizinischen Fakultät Ingolſtadt unter: vorfen, war „alles Ernſts, fleißig und ſcharf examinieret“ und Hatte at Ruhm beitanden.‘) Als „von weyl. Ihro Römiſch Kayferl. und Kömigl. Kathol. Mayeſtät Carl dem Sechiten Höchft feel. Angedendens elergnädigft beftellt geweſener Feld-Arzt, wie auch von Ihro Churfürftl. Durhlauht zu Bayren allergdgft privilegirter Operateur“ *) durchzog alngarn, Öfterreihh und Deutichland, und erreichte es kraft feines kijerlichen Schußbriefes überall, „auf einem Xiheatro zu gemeinjamer Zigung feiner Künfte, Wiffenichaften und Erfahrung aufzuftehen”.?) ki Sermaniichen Nationalmufeums (Sign. H. B. 9460). Mar Herrmann hat ihn a einer Ausgabe von Goethes Jahrmarktsfeit von Plundersweilern jüngjt ver: eatliht. (Freundl. Mitteilg. d. Herrn Dr. Hampe.)

N) Teuber, Geichichte des Prager Theaters, I, 148 berichtet, dat Kohn 1735 Kine Arznei- und Komddienbude in Prag am Altftädter Ringe errichtet habe. Inder drudt S. 152 ff. das Gutachten der Ingolftädter Fakultät ab.

) Augsburger Stadtardiv, Aft: Meifterfinger de 1721—1772. Tom. IH. I. Rr. 101. In Augsburg verhinderte das colleg. medic. anfangs Kohns Iteten, bi8 er mit Hilfe feines mächtigen Schupbriefes fih die Erlaubnis Krkafite, vierzehn Tage Öffentlich auf dem Perlach-Platz auszuftehen, die erſten a Tage jedoch ohne Mufit.

) ausſtehen“ fand ich in den Augsburger Meifterlinger-Alten jowie in ka Satöprotofollen de Münchener Stadtarchivs als ftändigen Ausdrud, aud Sehenrieder gebraucht dieſe Form (Sämtl. Werte, X, 183); Dr. Hampe teilte we eine Anfrage gütigft mit, daß die Nürnberger Ratsverläfie ſtets mi dentli, die Form „aufftehen“ zeigen. Die Art diefes Ausſtehens war % verihieden; die einfachſte Form war wohl ein hölzerner Aufbau; ein Knberger Ratsverlaß von 1723 enthält dafür die Bezeichnung: brücke (Hampe, “0.11, Rr.680); ein andrer in Bayern privilegierter Arzt, Balthafar Anton Ei, pflegte „auf Einem Pferdt öfentlich aupzuftehen“ (Stadtarchiv Augsburg, nger-Atten III, 101); Johann Matthiad Görgslener in Nürnberg ließ Aa Seil zum voltificen aufrichten“ und jpielte Komödie (Hampe, a. a. O. II, 60); Kohn Hatte eine Heine Truppe bei ſich und errichtete eine Heine ienhütte. Hampe citiert aus der handichriftlichen Fortjegung von Schorers bung und Chronik von Memmingen: 1724 „Iam ein Arzt Joh. Chr. Hüber Sfutihen, darunter 2 jehr prächtig, hatte 50 Perionen bei ji, darunter... Zwergin, 2 Heiduden u. verichiedene gute Muficanten . . ., auch 18 Pierde 2 Ramele. Gr hatte jein Theater auf dem Ratzengraben, verfauffte jeine Iielte vor und nach Comoedien“ u. ſ. w.

6*

84 Volksſchauſpiel.

Wahrſcheinlich ſchlug er auch in Münden während der Jakob 1741 eine eigene Bretterbühne auf, riß ſie nach vierzehn Tagen w ab und zog, ſtets ein ruheloſer Vagant, weiter durchs Reich. ihm tauchten Jahr für Jahr ähnliche Geſtalten auf, ſo daß von Polizei gegen die „ausländiſchen“ Ärzte und Marktſchreier Be erlaſſen wurden.) Aber auch der eigenen Unterthanen verjah fih. Um diefem gefährlichen Treiben Einhalt zu thun, duldete fünftig „innländiſche Zahnbrecher, Waldmänner, Arzten ꝛc.“ nur wenn fie vor dem öffentlichen Auftreten zur Dultzeit „ein auf attestatum medicum hin ausgeftelltes Patent befaßen“.”) Daß d der Unfug der Arztenzfpiele nicht gehoben war, braucht faum erw zu werden. Ebenſowenig aber ift es nötig, bier die Verordnun die meiſt Arztens- und Hüttenjpiele zufammen betrafen, einzelı erwähnen. Viel wichtiger ift der Hinweis, daß das Volk jelbit dem Beginn der Aufklärung diefe nur aus feiner Dummheit Bi ziehenden Eharlatane durchſchauen lernte und durch eigene Wand das meiſte zu ihrer Vertilgung beitrug.

N Kurfrſtl. Befehl dd. 25. Juni 1755, Stadtarchiv München, Ratspro 1755, 1, BI. 242.

2) Kurfrſtl. Befehl dd. 5. Januar 1756, ebenda, Rathsprotokoll 175 Sigg. dv. 21. Aug. Weitere Verordnungen betr. die Ärzte auf Jahrmä erihienen 1763, 1772 am 26. Aug., 1773 am 1. Januar, 1778 am 10. u.j. w. (Stadtardiv, Ratsprototolle, und Kgl. Kreidardiv).

IV.

Yutihe Bandertruppen im zweiten Irittel des Jahrhunderts (17371765).

Schritt für Schritt Haben wir die allmähliche Unterdrüdung aller veffstüämlichen Spiele verfolgt; jedes Auffladern der erftidten Blut, wies halbfräftige Aufleben betrachtet. Die künſtleriſche Wertlofigkeit mite außer acht gelaflen und jede Nußerung auf fchaufpieleriichem behiele darum mit Liebe begrüßt werden, weil eben viel Köftliches mit den Schutt zu Grunde ging. Anders werden wir die Wander: kapyen, das franzöſiſche Schaufpiel von nun an beurteilen müſſen. Es id Jahre des Verfall und des Aufblühens äfthetiich und national wertvoller Kunſt. Die Wandertruppen, die während der Regierung Mel Alberts (1726—1745) und Mar Joſephs (1745 —1777) in Binden aus⸗ und einziehen, find Glieder einer großen Kette, deren Auf dir) ganz Deutichland geht. Sie können im Norden nicht blind ade Ihätigfeit Adermanns, Ekhofs vorüberwandern, fie können den Ki nad Reinheit der Kunſt, Ehre der Künftler nicht überhören, und Kunhdem fie im alten Schlendrian weiter ſich wohl fühlen oder mit

gem Zagen in den Ruf einftimmen, werden fie uns wertlos oder ol für die Entwidlung der Schaufpielfunft in München ericheinen. kiner genug wurde es ihnen freilich gemacht. Das Volk, deſſen Liebe Bemühen Spiel zugewandt war, nahm nur die willig zu Gaſte, die bu mit den Späßen der Handwurfte, mit abenteuerlich zugerichteten fu: und Staatsaktionen die Gaftwilligfeit vergalten. Und der Adel fh no einmal in dem vollen Glanz der höfifchen, franzöſiſchen Kimi, Ihm mußten die Götter, zu denen er fich in der Not ges Batte, durch heimiſche vollwertig erfet werden; das Volk aber nobdürftig erzogen fein, um im Theater mehr zu fuchen ala t, alberne Poſſen. der Wanberprinzipal, deſſen Name im zweiten Drittel des Jahr— 3 am häufigsten in den Akten wiederfehrt, ft Franz Gerwald

SR Deutihe Wandertruppen.

von den Gulden und Kreuzern der Menge erfaufen? Faſt will es ſo ſcheinen, wenn wir z. B. ſein Frankfurter Repertoire betrachten. Es war ein Ragout, zuſammengebraut aus tauſend Sachen. Groteske Phantafien, albernſter Unfinn, geſpreizte Feierlichkeit gaben die Würze. Bon der Zauberin Circe und dem WMinotaurus, vom thraciſchen Tartarkam Zamerlan, von der afiatiſchen Baniſe hörten die Leute. Dann traten der römiſche Rechtögelehrte Aemilianus Papinianus, Hannibal in Capua auf, in Corneilles Eid „Hgnalifierte ſich Chimene beionbers in einigen - Arien“. Genovefa. die tugenbjame, beteuerte ihre Unſchuld, David vergoß Baterthrünen über jeinen Sohn Abſalom, Faufts, des Armiten, nicht zu vergeilen, der in einer „extra ordinair-intriganten, recht vollkommenen Dauptaction” abgehandelt wurde. Und in all dieſe tragiſche Wehmut lachte Danitmwurft hinein, Hanswurſt. der an einer Colombine in den Eingipielen italieniiher Herkunft eine fotette Getährtin fand. Wallerotti feier fugte die Store für jeine Zwede zurecht. er gönnte den beiden : überall ein Jlüpchen. Aber welche Gebilten batte er au! Franz : Qutb ımd Joſeph Felir von Kurz! Jene beiden umermüblichen Spubmacher. die bier noch mit ıbm an Karren zogen. Vergeſſen wir einmal die Nobbeit und Schamloñgkeit! Wie viel bunte Herrlichkeit Neibt troddem übrig! Und ein Wertvolles danırater rede Minute ver- langte vom Schauipteler ter Beweis ber Schlagiertigfeit. geiftiger ebendigket! Tu; Spiel des Stegreinpieles bildete tüdhtige Stomö- unten. deren größte Vorzäge in aller Frribeit won Regeln fi) ent - wedelten. In older Schule war fein Geringerer als Friedrich Ludwig Schröder gebildet! Wochte Dr Rublitum mb ut ermiter fritiicher Rum ini Theater ben den Wirkurgen des Angenblicks konnte ſich Kom jemand entziehen. fun fo tie? mr dns Erttiihe Urteilsbedürfnis im wer Sett noch engen und Wet gang daß es mucht vor einem wer Settum bern Syrien wrtemmt mie Scart lehrten ck Yerag zu) Ne um ide der Mikeeriiteis enerfürden. im dem bie - wihtginier mn Scurtselerg zz m Fazer muriz er We beweiſen END.

Tr ir jr Ser Im Nele eier Graimjumy bedarf we Int aa ren Srrnar und m muelmeiinge Stüde - 11° & man kur nr imo nader Gottichebs Smmnh er vr dt Tee Writer Qieetuzfer in der Sera ir m A in Rat m m Zum u a. wir ro. Wu Fer vna Simnen Nuleer: Ruuchen

verſchwand

Nürnberg auf (1755),) wo er jogar Erlaubnis ——

zu verlängern. Jedoch durfte er von dieſer Gnade nicht v er „damit andere ſich nicht darauf berufen mögen“. wurden indefjen von den fürjorglichen Ratsvätern ſelbſt von Wallerottis benachrichtigt, „damit fie ſich in Zeiten p fonnten. Über Mainz, wo er in der Herbftmefie jpielte, zog 2 dann es war für ihm das letzte Mal zur „m moraliſchen Stadt Frankfurt“. Dort durfte er allein der Herzogin von Meiningen auftreten, während der Rat Geſuche der kriegeriſchen Zeitläufte wegen abſchlug. In d Jahren kehrte er. dann von Kleineren Wanbderreijen in Salzburg) regelmäßig nad) München zurüd. Sein vom Rate treu geſchutzt. Als daher im Januar Winkeltomödiant, Franz Paul Aulfinger, ein john, um die Erlaubnis nachjuchte,’) „mit leb comoedien exhibieren zu därffen“, wurde z Urteil erfuht. Er fand, daß in „derlei I Erfahrung gemäß ärgerliche und wider bie

%) je oben ©. 56.

2) Hampe, a. a. O. S. A0ff. 3 2) Kgl. Kreisarchiv Minden, Akt: die geifii

lestide Sundertruupen.

ws Graren Schlick vergeblich m Herbit in Graz zu ſpielen,

on duch kleinere Sandftidte weiter. Exit 1764 hören wir wieder Gm: ieme Frau. Therefia Elrtabethe. legt un temem Ramen Beſchn zjegen bie Ztabtmuffanten em, die duch Aufführung der Gen: and der Margarethe von Eorthona chr Privileg, das ihnen nur PBallı miele geitatte, überichritten und ihn damit in feinem verlebt hä: Em Marer Bid über das Münchener Bühnemmeen iſt auch in d Jahren nicht möglich. Es ſcheint jedoch, das Ballerotti nad Rackkehr dem Schauipielerberuf Lebewohl tagte umd eine Hoffouriersf die fein Bater befleidet hatte, antrat. Seine Zruppe vereinte fid Münden mit der Hoberweinihen Geſellſchaft. Diefe war ein

von ber im großen Stile unternommenen, aber Häglich geicheite Prager Theater: Jmpreia (1764) Bernardon2.‘) Joſeph Felix von ! jelbſt hatte fih mit einer fleinen Schar, die meift Operetten auffül nad) Venedig geflüchtet, erlitt auch dort eine glänzende Niederlage wanderte fiber Preßburg allmählih nah München (1765), wo ihn noch in jeiner Zhätigfeit näher fennen lernen werden. Ein zw Zeil der Prager Impreſa war unter Brunians Leitung nad gezogen und wieder nach ‘Prag zurüdgefehrt, ala dort die Luft

mar. Roberwein endlih, der Schwager Joſephs von Kurz, wi München zu feinem Ziele. Über feine Anwejenheit in der Stadt, je Spielplan enthalten die Archive nichts. Die einzige Erwähnung je Namens in Münden findet fih im Churbairiihen Intelligenzbla mo er zufammen mit Mayr (Stephan Mayr), Wallerotti, Ruth, Bo Fiedler unter den Wandertruppen genannt wird, die vor der Grünt der Nationalſchaubuhne die Hauptftadt befuchten. Ganz zutreffend ſch brigens dieſe - von Lipowsky“)) fpäter übernommene Nad)

Yo. Mund, Johann Nofeph Felix von Kurz, genannt Bernardon, F ta M, ARD, ©. 127.

Shurbatriiches Intelligenz-Blatt, 1776, Nr. 45 vom 9. November. einem Vrttfet in dev Allg. Difch. Biograpbie, XVI, 363, der nad Koberweins ander) Vebensbefchreibung von Joſ. Kürſchner verfaßt ift, trat S Frliedrich Koberwein 1766 197° in München zu der Gejellichaft des Felir . über, heiratete deifen Tochter Eömunda 1756 in Brünn), übernahm Waählerottis Truppe, mit dev er in Salzburg, Augsburg, Um, Rojtod fl und fi den Winter 170165 wieder nach München zog. Was mir zur ! pruüſung Meier unklaren Kerhältniſſe die Alten boten, ilt im Text verarb

BVtipowoky. Wılrger Militär Alntanadı Nutional:Garde-Jahrbud) 7 Rau NR

Berichiedene Truppen. 95

offen in München ein Gaftipiel,') dann aber hören wir etwa zehn te lang nicht8 von einer deutſchen Wandertruppe. Daran mag nicht mindeiten der Ausbruch des öfterreichiichen Erbfolgekrieges ſchuld jen jein, der über Bayern wieder nach längerer Friedenszeit un- des Elend brachte. In Münden bauften Banduren. Das Volk tief verbittert.

C Reiches, o Edleß, o liebei Bayrlandt Mit dir wirdt Vmbgangen, es iſt ia ein ſchandt, Des teutſchlands ein Zierdte, ein kleinod du biſt, Von Neydt deiner feinden nunmehro verwüſſt. in aſchen und glueth da liget dein gutt, Die Erdt iſt begoſſen mit häuffigem blueth der graußambe Vngar, der türckhiſch Pandur Zu deinem Verderben fer haut yber dſchnur.?)

8 in einem im Volk entftandenen Liede jener Zeit. Erft nad) Aberts Tode hören wir wieder von Wandertruppen. 1746 zog fer Nicofini, der mit einer aus Kindern und Halberwachienen be: nden Truppe „opera-pantomimen* aufführte, durch München. enem Empfeblungsjchreiben entließ ihn Mar Sofeph.”) Und als t Fürſt im nächſten Jahre Hochzeit Hielt,*) da ftellte ſich ein alter mmier ein, Johannes Schulz, der „bei dem allgemeinen Frohlocken eetreuiften Unterthanen die aller unterthänigft-demuthigfte Devotion um traumgedicht“ °) erzeigte. Dieſes, Traumgedicht“, der „Triumph Ehe“, 1747 zu München gedrudt, ift vermutlich eine Überfeßung Iftanzöfifchen in der Hof: und Staatsbibliothek handſchriftlich auf: iſtten Originals: Le triomphe de l’amour;°) e3 ift ein Feſtſpiel, ) Augsburger Stadtarchiv, Meifterfinger-Aten, II, 1687— 1776, Prod. 67, Il, de 1721—1772, Prod. 90.

) Handfchriftlich auf der Kgl. Hof: und Staatsbibliothet Münden, Cgm. allg.

Kreisarchiv München, H. R. fasc. 461 Nr. 57. Nicolini zog mit nſinderpantomimen, die durch Pracht der Koſtüme auffielen, durch Deutſch— ‚10 1745 Frankfurt, 1747 Prag, 1748 Hamburg, 1749—1771 wirkte er am widweigiichen Hofe.

9 Rar III. Joſeph vermählte jih mit Maria Anna von Sadjen, einer Annigen Fürſtin, die der Entwidlung des Theaters wie allem geiftigen Liste Aufmerkſamkeit zumandte.

Gottjched, Nöthiger Borrath, 1757, I, 327.

Cod. gall. 568 (Bavar. 3473).

98 Deutihe Wandertruppen.

beitehenden Iruppe auf. Er erwarb ſich die Zufriedenheit des Hofes, zog mit Empjehlungabriefen verjehen darauf nad) Augsburg, um im Sommer 1759 noch einmal zurüdzufehren und in der Jakobidult „wieder berlei actiones“ und zwar „in der Passion Hütten auf dem Anger” vorzuftellen.) Dann wanderte er fort. Zwanzig Jahre darauf im September 1778 reilte eine Schar von Komödianten von der ſonnigen Pfalz wieder zur bayerischen Hauptitadt. Es war Marchands Truppe, die aus der Sebaftianijchen hervorgegangen war und die nun nicht mehr mit Kindern bunte Tänze und Pantomimen in der Hütte auf dem Anger fpielte, fondern im alten Opernhaus die Hoffnung: en auf eine deutjche Nationalbühne erfüllte oder wenigſtens erfüllen ſollte.

Von größeren Wandertruppen müſſen nach der erwähnten Angabe im Churbairiſchen Intelligenzblatt noch Franz Anton Nuth und Arnold Heinrich Porſch mit ihren Truppen in München geweſen ſein.“) Jener wird wohl um 1760 bier geſpielt haben und zwar, um nad) ſeinem Nürnberger Repertoire zu jchliegen,’) ein Gemiſch von fteifen, regel: mäßigen Stüden, Hanswurſtiaden er |pielte den „Lipperl” 1760 in Nürnberg und Bantomimen, dieſer einige Zeit jpäter. Sein Spiel: plan zeugte in Nürnberg (1763, 1764/65) von einer gewiſſen Viel: leitigfeit, vor allem bewies er deutlich eine Abnahme der Hanswurftiaden.*)

Zahlreiher nun als diefe Wandertruppen zogen zur Münchener Dult alljährlih Hütten» und Marionettenſpieler. Einen Unterſchied zwifchen Wandertruppen und Hüttenfpieleern zu machen, erjcheint mir durchaus berechtigt und nötig. Gewiß find dieſe aud) jenes, und fie jtehen beide als berufsmäßige Schaufpieler „mit lebenden Perſohnen“ den Marionettenjpielern einerfeits, dem bürgerlichen Dilettantismus andrerjeit3 gegenüber. Der Unterjchied befteht zunächft in der ver: ſchiedenen Stärfe der Truppe: Hüttenjpieler nur vier, fünf zu einer Truppe vereint, meift eine Familie mit ein oder zwei Gehilfen, die Wander: truppen dagegen mindeftens dreis, viermal jo ftark, oft fünfundzwanzig bis dreißig Mitglieder zählend. Sodann ziehen die Wandertruppen durch

\ Kgl. Kreisarhiv Münden, Alt: die jogen. Kinder-Komödien, derjelben anfänglich geitattete, jpäter aber verbotene Aufführung ꝛc. betr. H.R. fasc. 461 Nr. 57.

2 In den Archiven habe ich nicht3 über fie finden fünnen.

*) Hampe, a. a. O. S. 203; ſ. auch Inhaltsverzeichnis.

) Hampe, a.a. TC S. 204 f.

Hütten- und Marivnettenjpieler. 99

ganz Deutſchland, oder was für die Münchener in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts immer mehr zutrifft durch Böhmen, ſterreich— Ungarn, Tirol und die Schweiz, während die Hüttenjpieler in Bayerns Dörfern und fleinen Städten umberziehen, felten nur über die Landes— grenze Binaus. Sie fommen meift nur zur Dult, während die Wander- truppen 3. B. Stephan Mayı, Schulz, Wallerotti u. a. München jür den Winter aufjuchen, weil allein eine größere Stadt eine größere Truppe mehrere Monate Hindurd) ernähren fann. Die Hüttenfpieler ihlagen ftet3 auf dem Markt in München alfo auf der Dult ihre Hütte auf, meist aus einigen ſchräg gegenübergeftellten mit Lein- wand beipannten Stangen beftehend, vor der fie auf einem einige Fuß über dem Erdboden errichteten Bretterpodium jpielen ; die Wandertruppen beziehen teil3 das Rathaus, teils die Bühne im Wiejer oder im Faberbräu. Endlich find die Hüttenfpieler häufig Schauspieler und Marionetten— ipieler zu gleicher Zeit oder fie werden das eine nach dem andern. In ihren Reihen geht die Herübernahme mandjer ala Wtarionettenipiel zu: erft gearbeiteten Stüde in den Spielplan der mit lebenden Perjonen fpielenden Truppen vor fi; bier liegt der Grund, warum jo mandjes Schaufpiel deutlid) die Züge des Puppenſpiels verrät oder umgefehrt (3. B. Genovefa, Doktor Zauft, Don Juan’) u. ſ. w.).

Bei einigen Hüttenpielern im lebten Viertel des Jahrhunderts läßt ih denn auch mit archivaliſchen Belegen erweiſen, daß fie und mit ihnen notwendig ihre Stüde jene Wandlung vom Mlarionetten- zum SHüttenjpieler durchgemacht haben. Es mird weiter unten noch darauf hinzuweiſen fein.

Ewig gleihförmig iſt das Schickſal dieſer der Volksbeluſtigung dienenden Gejelen. Was für uns allein Reiz und Wert hätte, ihre Spiele, ihre beiten nur aus dem Stegreif geſprochenen Wite und Be- trachtungen find verloren und damit ein Zeil lebendiger Kultur- und Litteraturgeſchiche. Die Akten geben nur noch eine Reihe von Namen und Borjällen, die der Vollſtändigkeit wegen in aller Kürze hier an: geführt werden mögen.

Im Jahre 1751 taucht zum eriten Male ein Mtartonetten}pieler auf, der dann vierundvierzig Jahre lang Jahr für Jahr zur Münchener Tult erſchien: Joſeph Mang Hage oder wie er meilt genannt wird

N Bgl. z. B. darüber R. M. Werners Einleitung zu jeiner Ausgabe des Yaufener Ton Juans, Theatergeich. Forſchgn., III, 95 ff.

mn.

100 Deutihe Wandertruppen.

Joſeph Hage.‘) Ihm geitattete Max II. Joſeph, „in anfechung fo: wohl feines vatters, dermahligen Kürchendieners bei den P. P.Capucinern albier über 40 Jahr: alß auch fein über 8 Jahr lang wohl gelaiften Kriegsdienften” mit engliſchen Marionetten „etlihen commedien ſpihlen Vnd jo andern actiones comicas dahier vorftehlen zu derffen“.

1752 taucht ein neuer Marionettenspieler auf, Johann Lind?) von dem ſich nicht feitftellen läßt, ob er in den nächſten Jahren zur Dult erihien. Den Akten desjelben Jahres Tiegt ein Zettel bei, auf dem ſich recht abenteuerliche Gejellen ankündigen: „Mit Gnädigfter | Concession | Werden | Die hier anweſende Rußiſche, Hochfl. Zolgirucifche Hof: ; Luftipringer | Voltifirer, Palancirer, Spadon: und | Schwadron- Meifter ; ingleichen ftarde | Manns-Künſtler Wiederum die Ehre haben, ihre Schaubühne zu eröfnen und allen | rejpeftiven Zuſchauern ein fatt- james Vergnügen | verichaffen.“ Sollten da3 „wiederum“ und „ftarde Manns-Künſtler“ vielleicht irgendwie auf Eckenberg, der ja früher in München gemejen war, hinmweilen? 1752 war Edenberg freilih in Dänemark, jo daß die beiden Möglichkeiten offen bleiben, den (un- datierten) Zettel früher anzufegen oder eine Nachahmung, vielleicht auch Fortſetzung von Eckenbergs Künſten durch frühere Genoffen anzunehmen.

Für die nächſten Jahre bleiben die Akten jede Auskunft ſchuldig. Erft für 1757 melden fie von dem Komödianten und Wachsboſſierer Johann Alphons Rob, der während der Dult Marionettenpiele aufführte.

In diefem Jahre beginnt aud der im Kampf mit Wallerotti bereit3 erwähnte Franz Paul Aullinger zu jpielen. Er war zu: erſt Marionettenfpieler, trat aber ſchon 1760 als Hüttenfpieler auf. Für jedes folgende Jahr läßt er ih in Münden zur Jakobidult nachweilen. 1765 jpielt er mit ſechs Perfonen in einer Hütte, ala Ein- beimifcher die Vergünftigung genießend, nicht täglıh 12 Kreuzer ans Mautamt zahlen zu brauchen. 1764 darf Joſeph Wiſſer, Hütten: Ipieler aus der Au, auf dem Anger bi3 abends 9 Uhr ſpielen.

N Kgl. Kreisarhiv München, Akt: die engliihen ſogen. Marionetten- ipiele oder Schauspiele mit lebloien Figuren und deren zeitlihe Geſtattung ꝛc. betr., 1757--1797. H.R. fase. 461 Nr. 55. Zweimal: Joſeph Mang Hage (Haage)], einmal (im furfüriti. Schreiben an den Rat, dd. 7. XT. 1751, Stadt: archiv, Ratsprotokoll Joſeph Mang, jpäter nur Joſeph Hage ſHaageſ.

N Diele und die folgenden Mitteilungen jmd Akten des Kgl. Kreisarchives Minden oder des Ztadturhives entnommen.

V. die legte Blütezeit des franzöſiſchen Schauipiels.

Als im Jahre 1748 die Mutter der Karoline Schulze zum eriten Mal in München auftrat, ließ die Kurfürftin, die mit ihrem Gemahl ım Theater war, fie nach der Borftellung zu fich rufen, jagte ihr Artig- feiten und ſchloß mit ben Worten: „Mache Sie, baß mehrere yhres- gleihen hieherkommen.“ Diejelbe Fürftin gab dann, als die ftehenbde Bühne nur einigermaßen gefihert erjchien, 1773 durch eine Überfegung eines franzöfiſchen Luſtſpiels den Anſtoß zu einer fruchtbaren Thätigkeit de3 bayerischen Adels auf litterariſchem Gebiet fie jorgte auch tonft eifrig für das Gebdeihen der jungen Bühne. Welche Entwidlung in diefem furzen Zeitraum! 1748 da3 beichämende Eingeftändnis, daß mit ſolchen Wandertruppen fi) nichts beginnen, gejchweige denn er: reichen ließ, zwei Jahrzehnte ſpäter liebevolle Pflege funftmäßiger, ernfter und nationaler Dramatik! Hier ein jehnfüchtig gehegter Wunſch, dort Erfüllung! Welche großen wirkſamen Bewegungen auf dem ganzen Gebiete geiftigen Lebens mußten da vor ſich gehen! Es joll die Auf: gabe des nächſten Kapitels fein, auf die Schritte, die nun wirklich vorwärts führen, Hinzumeifen, darauf Hinzudeuten, wie bier und da Quellen aufjprudeln, die das weite bürre Qand bewäſſern und befrudhten, wie au Litteratur und Bühne frifche Keime treiben. Hier fordert die Frage Antwort, wie fi) Hof und Adel halfen, die des Volkes jtumpfe Bedürfnislofigkeit in höheren Dingen nicht teilten. Es fommen die fetten Jahre, in denen noch einmal die feierliche Schönheit der fran- zöſiſchen Heldentragödie, die bürgerlihe Rührſeligkeit der franzöfiichen Sittenlomödie die hohen Damen und Herren entzüden, wo ber plumpe, zotige, deutiche Hanswurſt der Dult mit jeiner frechen Genoffin ſich ın den graziöfen, pifanten, aber ebenſo flachen Harlefin wandelt, und Solombine in halber VBerhüllung gleich ſchamloſe Späße treibt, die Fahre, in denen zum letzten Mal Hof und Adel in ihre eigene Welt flühten, um dann heimzufehren in das wirkliche Vaterland, um an nationaler Kunst thätigen Anteil zu nehmen.

102 Lepte Blütezeit des franzöſiſchen Schaujpiels.

Während jeines legten Aufenthaltes in München hatte der ſchwer— geprüfte Kaiſer und Kurfürft Karl Albert feine franzöſiſche Truppe mehr unterhalten. Noch in Frankfurt Hatte er alle Vorbereitungen dazu unterbrochen. Graf Fugger, „grand eEcuyer et directeur de la Gomedie“, hatte den mit der Bildung einer neuen Gejellichaft be- mühten Scaufpieler Defforges noch in leßter Stunde von der Aus: führung abhalten müſſen; Defforges war vom Kaiſer perjönlich verab- ichtedet und mit feiner Frau, einer berühmten Schaujpielerin, und jeinem Schwager Le Fevre an den Hof Friedrichs des Großen gezogen. Zroßdem wurden von einem Jeiner Nebenbuhler, dem früheren ſzeniſchen Leiter der Münchener Hofbühne, Duclos, weitere Verhandlungen in Straßburg gepflogen. Karl Albert willigte anfangs ein, ließ jogar Defforges mit Frau und Schwager (am 29. XI. 1744) den Befehl zugehen, Berlin zu verlaflen und fi) nad) München zu begeben. Da machte ihn die Umſtändlichkeit Duclos’ unmillig, er widerrief alle Boll: macht, jo daß die Bildung einer franzöſiſchen Truppe unterblieb. Drei Jahre vergingen jo nad) jeinem Tode. Dem Hofe fehlte zu dem ftereo: typen Prunkſtück der italtenifchen Oper das Gegenftüd im Schaufpiel und jo wurden in demjelben Jahre, in dem die Kurfürftin jene be- zeichnenden Worte zu einer deutichen Wanderfomödtantin ſprach, die Ver— bandlungen wegen einer eigenen franzöfiichen Hoftruppe aufgenommen. Defforges erbot fich zu allen „pour suivre son devoir*. Bon Berlin aus machte er den Vorſchlag, ſchon für den Karneval 1749 eine aus- erleſene Truppe yujammenzubringen. Die früheren Mitglieder jollten, ſoweit ſie noch in München waren, darin aufgenommen werden. Aus den Akten gebt nicht hervor, ob die Gejellichaft, die dann aud vom 1. März 1749 an verpflichtet wurde, auf Deiforges’ Betreiben zuſammen⸗ geſetzt war. Es iſt jedoch ummahricheinlich, da er jelbft nur in einer proviſoriſchen Mitglieder-Liſte und nicht in dem endgültigen Bejoldungs- Status mit aufgeführt wird. Er blieb mit jeiner Gattin in Berlin und trat mut dev Munchener Boltruppe in feine Beziehungen mehr.

Aus funſzehn Nünstleen d neun Herren und ſechs Damen) beitand die Truppe. mit der die Vorſtellungen im Georgiſaale der Reſidenz

Vuehen m Ne ſelgenden Rachrichten: Kgl. Kreivarchiv. Alten: das

iranzoſiiche Tdeater Det. feier Ver'iongialten. Kai. baner. Reihdurdiv, Dekretenſammtung „Bat de ta Troupe des Cemn-diens enyayes au Service

de sun Altesse Seremennme Eleetorsie de Bauiere, à commencer du 1. Mars 140° Diepiie et sa Cnme LAU adrlich. VRelinens 50 A, Mile) du

Bildung und Beſtand der Truppen. 103

begannen. Bald ftellte ſich freilich heraus, daß manche Lücke im Perſonal auszufüllen war, und jo wurde nach beiten Kräften Erfah geichaffen, zumal durd) den Abgang Einzelner die Gejellichaft wieder ſtark geſchädigt wurde. Der Kern der Truppe blieb jedoch bis 1754 der gleihe. Vom 1. April dieſes Jahres an trat dann eine namentlid) in den eriten Künftlern völlig neue Gefellichaft in kurfürſtlichen Sold, die bis zum Jahre 1758, auch wieder ergänzt und vergrößert, verwendet wurde. Die Bejoldung der einzelnen Mitglieder war reichlich und ftand im Vergleich mit der anderer Hoftruppen durchaus auf derjelben Höhe. Im Lauf der Jahre fteigerten fi) die Gehälter, eine Erſcheinung, die vielleicht niit dem Intendantenwechſel zufammenhängt. Bis 1753 war Grat von Salern Intendant; fein Nachfolger wurde am 14. April 1753 Joſeph Anton Graf von Seeau, ein Mann, der faft ein halbes Jahrhundert die Entwidlung des Münchener Bühnenweſens fördernd

Leaur (750 fl.), [Mile] Stoup (750 fl.), Bienfait (850 fl), Brodain (500 fl.), Tabary (500 jl.), Mignard pere, mere et fille (1800 }l.), Duligny et sa femme 12300 it), Dulondel (600 fl.), de Billeneuve (750 fl.), Deux habilleuses (240 ff.), Le repetiteur (240 fl.) = ©n. 10430 fl. Im folgenden Jahre jind außerdem engagiert: Turofoir, - Duvivier, Mile. Gardel; dazu wird eine Mme. Brocdhain und eine Mme. Bienfait genannt; Clavel, bis 1735 im furfürftlicden Dienft, taucht wieder auf, flieht aber zujammen mit Tabary zu großer Schulden wegen. „Etat de la (’omedie francaise pour 'anné commencee le ler avril 1754“: Vomediens: Rofiembeau (1000 jl.), Mme. Desrones (1000 fl. , Patras (800 fl.), 3e Billeneuve (1000 fl.), sa belle fille (400 fl.), Mr. Saiparini (600 fl.), Mme. Saiparini (1200 fl.), Belliſſens (750 fl.), Clavigny (800 fi.), sa femme (800 jl.), Iime. Tuboi3 (1200 fl., Dulondel (600 fl.), Baletti (600 fl.), Framicourt W0 il., Brodain (500 ji.) = En. 11650 fl. 1754 findet ſich auch ein eigenes tranzöjiiches Ballet mit folgenden Mitgliedern: Chalandray (1600 fl.!), Saunier 1000 fl.), Auguſte (800 fl.), Agatha (800 jl.), sa femme (500 jl.), Mile. la Comme Wo il., Mile. Aletba (700 fl., Mille. Monmela (100 fl.), 8’Huliny (600 fl.), sa icmme (400 jl.), Mille. Domenica Fornari (400 jl.;, Mme. Falchi (200 fl.) Mme. Augufte (400 fl.), Dubreuil l’aine (300 fl.), Dubreuil cadet (200 jl.), Baolo 0 il, Mme. Stephan (200 jl.) = Sa. 9760 fl. (d. h. dazu dreimal für Schub: werk eine jährliche Summe von 120 fl. gerechnet). Personnes attachees: Mr. Francesco repetiteur (240 jl.) Iſ. o.], Veuve Laurent habilleuse (120 ff.), femme Pierre (120 jl.), femme Hainault (120 fl.), femme Perrin (120 fl.), Hainault, ponr magazin (120 jl.), Dominique (120 fl.) = &a. 960 fl. Tazu pour ecritures ete.: St. Aubin, sous les ordres de Mr. le comte de Seeau Intendant jeit 1753] 300 ff. Heiamtlojten demnach jährlih: 22670 fl. Veränderungen ergaben ji auch bier: jo wurden neuengagiert: Mr. d’Alainville (900 fl.), Dille. Bernier (1120 fl.), Pruneval und Frau (2000 jt.), Chaumont (600 fl.) und Framicourt (? fl). 1:56 tritt die Tänzerin Mile. Yabat ein für jährlih 1200 fl. (N.

104 Letzte Blütezeit des franzöſiſchen Schaujpiels.

und hemmend begleitete. Bon jeiner Stellung und feinen Eigenjchaften ol an anderer Stelle die Rede jein hier nur die Bemerkung, daß er, der in diefen Jahren die Stelle eines Intendanten der Muſik, der italienijchen Oper einnahm, feinem Beruf als maitre de plaisir dadurd gereht zu werden ſuchte, daß er an Dekorationen und äußerlihem Prunfe nichts parte und der Sinnenfreude der welichen Oper wie des franzöfiſchen Schaufpiels und Ballets durch Verſchaffung möglichſt reicher Mittel aus der furfürftlichen Kaffe nachhalf.

Hatten zuvor die höchſten Sagen 750 Gulden betragen, wie fie der erfte Heldenfpieler in der Tragödie Francois Durville,’) jeine Frau als erfte tragiiche Liebhaberin,”) Agnes Stoup?) ala Charakterjpielerin in der SKomöbie, Mille. Gardel*) ala jugendliche Liebhaberin und andere erhielten, jo fliegen fie auf 1000, ja 1120 und 1200 fl., ala Seeau die Intendanz führte. Roffembeau,”) in eriten und zweiten Rollen der Tragödie beſchäftigt, Mme. Marie Anne Desrones,°) die

N Durville .der Hoflalender von 1752 nennt Bernard ald Bornamen) fam vom bannöverihen Hofe, blieb aber nur drei Jahre: da8 Engagement Tupipiers verlegte jeinen Künitleritolz: je suis au desespoir, ichrieb er an den Kurfüriten. que les engagemens aient été mal conzus et rögles: mais en dois-je etre le vietime? Graf Salern babe überdied ſchon vor Duviviers Engagement ein neues mit ibın vereinbart. Si parmi les hommes la parole est inviolable, a plus forte raison les eerits et je ne puis penser qu’un cavalier aussi respectable manyune jamaisa lun ni a lautre. In der Antwort des furfüritliden Intendanten dd, 28, III. 1750 beißt es: Si Durville ne trouve moyen de saccumoder avec Duvivier, le con qwil demande Ini sera actorde apres larrivee de ce dernier. Durville gina. Kal. Kreisarchiv Münden. H. R fasc. 455 Nr. 2.

T Nad dem Doilulender von 1152! Krancoiie Turvill.

° Kontraft vom DD. Nov 1742: te beiratete den Schauspieler Billeneuve, starb bereits 1754 Idre Kinder Magdalene und Ludwig wurden aut Staat3- foiten im Kloster erzogen. Tb eine Mile. Stopp. die 1755 56 engagiert iſt und dann den Schauspieler Valetti beiratet. eine Tochter der Agnes Stoud aus eriter Ede rn däkt ſich nicht enticheiden. Kreisardie. H. R. fase. 412 Wr. SS.

Sio ericdeint nie tm Dorfatender als Witgbeed. Ein Sardel wird unter rom turmalztipant Dienſten ſtedenden iranzoiſchen Iruppe genannt.

. Jean Simon Wiener de Rokerridenu. Don LEM bit 1758 engagiert. Kgl. Nrertendit. HR. Sam KUN TEN

Engagtert von DEM die KEDSONS Krervar div. H. R. fase. 471 Ur. 708

Ketimıem Waetiar gone Trap unter de Kerigce, in der sich Me. der Nüneg, prerion aetrier, Bin yo) DNS Sen Na cr Jeikt et: Mme. des Rizes berlaie sup Feunement, Vauıtte SiS qirelie parüt sur la wene, ın croiait

ir Menve u ooteognantte mine Bieter sis vülontes A was sujets Beref, ,

u... ._ . . ... > * v 3 » an. . Erle ATI Ua., TAT ANIME MD EN, ‚ee sen talenr dans tous

IINE Lepte Blütezeit des tranzöltihen Schaupiels.

Sodann erhoben fie Anſpruch aut die ın ihrem Baterlande übliche Bedienung, unter anderm auf je einen Perrüdenmader für Damen und Herren, auf Ankleideirauen u. dergl. Ihres leiblihen Wohles wegen forderten fie für jeden abends auftretenden Künſtler eine Halbe Flaſche Wein,') ein kleines Brot und zwei Wachskerzen auch ber Iheaterwagen zur Beförderung der Mitipielenden vor und nach der Aufführung ftand auf ihrem Wunjchzettel. Überall hatten fie zu ändern und zu bitten. Wichtiger als alle dieje kleinen Wünjche war das Ver: langen nad) Ankleideräumen, das auf die beftehenden Zuftände gerade fein günftiges Licht warf. „Les comediens proposent,‘ hieß es da, „ue pour s’habiller decemment et suivant l’usage il leurs soit fonrni de petites loges separees aux differens theatres ou Son Alt. Elector. les emploira. Cette demande doit paraitre d’autant plus juste qu’elle fait eviter l’indecence qu'il y auroit devoir des fommes pele indle avec des hommes. La coutume est de donner une loge pour la more et la fille, ainsi qu’au mari et à sa femme.“ Wie anders ging es bei den „Ehurfürftlich teutichen Comödianten” zu, die in demſelben Jahrzehnt in Münden fpielten! Hier forderte der echte Franzoſe, der äußerlich ftets Kavalier blieb. Daß daneben zwei dieſer Momödiantenkfadaliere, Zabary’) und Clavel,?) heimlid aus

NY in Mannheim erbielten bei jeder Oper und jeder Galakomödie die mit- wirkenden Sänger, Schanfpieler, Tänzer und Muſiker je eine Flaſche Wein, die Hauptdarſteller zwei Flaſchen Rurgunder. Bgl. Walter, Die Geſchichte des Theaters under Muſik am kurpfälz Hofe, S. MI. - - Die Münchener Hofmuſiker, Dar: tſchtere und Trabanten erhielten von 1715 bis 1754 ebenfallg Wein, Bier und KRrot. HER wurde don dem Küchenamt der Verſuch gemacht, dieſe allmählich and em LO jl. jährlich zu ſtehen kommende Verpflegung abzuſchaffen, aber IE waler wurde dies erreicht. Mudharto Nachlaß: Rudbart, Geſch. d. Oper, ste

N Tadarmo und Wladeld Fincht gab der „Uofteeihänfin“ Maria Francisca Sutetti wönköommene Welegendeit zu einem Geſöuche an den Nurfüriten, ihr „in idrem dollee ein geringen pharau oder tanvo’piel zu geitatten, um den ihr durch die entwecwenen Voromodianten zugeingten Schaden wieder aufzubringen“ Febrnaw bist Krewharchw.etl Räfase IE Ne MM Ein Tabarn ſpielt 1779/80 m der Truppe don Vısemmd. Weed. Dedativ und Swinnens in Gent. 1782 Da dan gamımad Truppe Fader. a2 2 Up ru

dGravord NasB Soßte Me Tune nu Vert gendert (sa fnite mets ten amuen SUN tat de act Sy darre SAN SOME a8 idm zugeteilt AN LNTOSUNDONS glas sn Napa, von che wre) aufgerübrt „a Muri de Nadı ou ge ddaman Noiihan an) ansere „Lesprit achete“

ST N a ‚N NEIN NR N: UNS

Rollenbejegung. 107

München fliehen mußten, um nicht in den Schuldturm zu wandern, hilft nur dem Bilde zur lebenswahren Ähnlichkeit.

Auf weitere Kleine Angaben, die ſich in den Akten finden, können wir billig verzichten. Sie tragen zur Charakterifierung nichts bei.

Mertvoller erſcheint Ichon die Frage nad) den künſtleriſchen Fähig— feiten und der Bedeutung der Münchener Hoffomödianten. Allen An- ichein nad) hingen ſie feſt mit ihrem Mutterlande zufammen. Schon aus der Rolleneinteilung in den Engagementöverträgen geht das hervor. Dier herrſchte völlig der der franzöſiſchen Schauſpielkunſt eigene ftarfe Schematismus, nad) dem den einzelnen Künſtlern ohne Prüfung ihrer Individualität die Rolle gegeben wurde, die nun einmal rein ſchematiſch zu ihrem Rollenfach gehörte. Für erite, zweite, dritte Liebhaber, für erite, zweite, dritte Könige, für erſte, zweite, dritte Erzählungen in ber Tragödie, dann für Klugſchwätzer, Dummköpfe, „financiers“, „brutaux“, „les marquis ridicules‘, für VBertraute und „comiques à casaques‘‘,') kurz für alle in der franzöfiihen Dramatik faſt bi3 zum Typus ver: flachten Rollen waren im voraus die Schaufpieler beitimmt. Dieler Schematismus ging jo weit, daß 3. B. die drei Damen Gardel, Dur- ville und Bienfait, von denen jede erite und zweite Liebhaberinnen ipielte, nach Nummern rangierten, falls ein Stüd 3. B. zwei Liebhabe- rinnen und dazu eine Soubrettenrolfe (etwa dem ſpäteren deutjchen Franziska⸗Typus entſprechend) enthielt. Dann hatte ohne Rückſicht auf die verichiedene Individualität der Liebhaberinnen und der Soubrette ftets Melle. Bardel die erſte, Mme. Durville die zweite Liebhaberin und Time. Bienfait die Soubrette zu ſpielen! Daß bei joldher oberflächlichen äußerlichen Einteilung Streitigkeiten entjtehen mußten, zumal es mit dem ruhigſten Urteil oft ſchwer zu enticheiden war, welche von zwei gleihartigen Rollen die „erjte” genannt werden konnte, bedarf faum des Hinmweiles. Und jo finden wir aud) eine Meinungsverjchiedenheit, die ſchließlich zu gewichtigen Schriftſtücken Anlaß gab. Ihrem Kontrakt nah war Agnes Stoup für Eharakterrollen in jeder Art von Drama en: gagıert, miteinbegriffen für jene Rolfen, die die Schaujpielerinnen Quinault”)

7 D. h. jpigbübijche, geriebene Bediente; casaque ijt die Yivree der Fron—

ans, Maskarillas, jener Bedienten. 2) Wlle. Jeanne Françaiſe Quinault la cadette, von 1718 bis 1736 am ' Thätre francais. Außer den „soubrettes ordinaires“ jpielte jie „plusieurs aracteres du haut comique qui semblaient appartenir exclusivement aux “trices chargees des premiers röles“. Bier lag die Toppeldentigfeit für Mille.

108 Letzte Blütezeit des franzöfiihen Schauſpiels.

und Dumesnil!) in Paris fpielten. Mile. Gardel dagegen erhiell in einem fpäteren SKontraft junge Königinnen, liebende und ges liebte Syrauen zugeteilt, dabei aber mit dem Zujat „toutes les roles forts et grandes coquettes, de plus ceux de Mlle Quinault qui ne sont pas entierement declares soubrettes“. Nun ſchaute natürlich Mile. Stoup ſtets ängftlih danach aus, daß fie alle jemals von ber Pariferin Quinault gejpielten befam, während Mile. Gardel fie ihr ftreitig machte „comme estant du sien et en droit, sous le tilre de premiere actrice de choisir“. Der Streit wurde jchließlid) jo erbittert, daß fich der Kurfürft ing Mittel legte und dem Schaufpieler Villeneuve auftrug, nad Paris an ben Schaujpieler Du Breuil, deflen Urteil für ſalomoniſch galt,*) zu fchreiben, ihm die SKontrafte und die ftrittigen Rollen mitzuteilen und deflen Entiheidung anzunehmen. Am 18. Mai 1750 ging von Paris die Antwort ab, unterzeichnet von Du Breul und ſechs anderen Schaufpielern der Comedie francaise, die für einzelne Rollen der Mille. Stoup, für andere da— gegen troßdem Mille. Ouinault fie geipielt hatte der Gardel recht gab. Dieſem weiſen Urteil fügten fich die Kämpferinnen not: gedrungen.

Stonp und Mile. Sardel!) Sie ift als geiſtreiche treffliche Künſtlerin befannt, an ihren berühmten Soupers nahmen Boltaire, Destouches, Marivaur, der Graf Caylus, d'Argenſon und andere teil. 1741 verlieh ſie die Bühne, jtarb erit 1783. Sol. Yemazurier, Galerie historique des acteurs du theätre. francais, depuis 1600 jusqu'à nos jours. Paris, 1810, tome II, p. BL.

NM le Marie Françaiſe Tumesmil 1711— 1803), eine jener geijtreichen, großen Künſtlerinnen der Glanzzeit des Theätre framais, die den Ruhm der Adrienne Lecouvreur fortſetzte. Sie iſt für die geiltige Entwicklung der Schauſpielkunſt von großer Wichtigkeit, da ſie als eine der eriten Frauen nicht nach Kunſt und Reacht, ſondern mit einer aus dem Innern fonmenden Yeiden- ſchaft ſchlicht und natürlich ſpielte. Dorat buldigte ibr in jeinem Poeme de la deelamation. Sie war in evjter Yinie Tragödin, aber nicht minder bedeutend für die Kunſt „dans le haut comique” dieſe Übarafterrollen fommen für Mile. Stoup in Betrat. - - Bal. Vemazurier. a a. O. II, 193—212.

?) Rıerre Guichon Dubdreuil. ein mäßiger Sihauipieler, der aber allgemein als vorzialider Beurteller galt. Man erzäblte allerdings nach jeinem Tode die dosdartte Geichhichte. daß er einem wigigen Nibtötbuer, der täglich im allen Cars derumlag. eine ſäbrliche Beniton ven 60) Livres gegeben babe, woiür jener üderan Don dem treffenden Urteil Dubreuils iprehen und Proben geben munte „1 venlat etre Inne de quelque chuse, et ce plaisir ... . ne lui paraiswit pas trop cher” Vemazurier. aa 1 NER

⸗⸗

Rollenbejegung und Spielplan. 109

Die Anerkennung folder Autoritäten, mehr aber noch der Hinblid auf das Tranzöfiihe Theater denn im theätre francais lag der Kern aller franzöfiihen Kunft war für die Münchener Truppe nur ein ebrendes Zeichen. Verſtändnis für das Beſte und Anerkennung des: ſelben jchließt notgedrungen eine eigene Tüchtigkeit in fih ein. Und daß dieſer Hinweid in den Kontrakten der Mile. Stoup und Mile. Gardel nicht zufällig war, beweift ein andrer Vertrag der Mme. Dubois,') die jene Soubrettenrollen der Mille. Ouinault und ihrer Nachfolgerin, der berühmten Dlarie-Anne d’Angeville ?) jpielte. Wir dürfen aljo an: nehmen, daß e3 feine zufammengemwürfelte Schar war, die am Münchener Hofe Tranzöfiiche Kunft pflegte. Dafür ſpricht ſchon der Umftand, daß eine Mme. Desrones jahrelang hier weilte, die überall eine vollendete Schaufpielerin genannt wurde,°) dafür jpricht aber auch 3. B. der Umftand, dab die eriten Künftler der Truppe darin übereinfamen, wichtige ſtumme Rollen Lieber jelbft zu übernehmen, als fie Statiften zu überlafjen.

Über das Repertoire der franzöfiichen Hoftruppe laſſen fich feine ficheren, ein richtiges Urteil ergebenden Angaben machen. Zwar findet nd) in den franzöfiihen Theateraften des Kreisarchivs ein „Catalogue de theätre appartenant à S. A.S. E.“, der ein Verzeichnis von etwa 500 Dramen enthält, faft Jämtliche Werke der großen Tragiker und der Nachahmer Molteres, die leichten Spiele des theätre italien wie die Sittentomödien derer um Dancourt, furz die Dramatik eines Zeit: taumes von Hundert Jahren auf da3 Repertoire dürfen wir jedod) aus diejer Fülle Keinen Schluß ziehen. Kaum anders fteht e8 mit der ebendort befindlichen „Specification Über die Comedi:Bücher, welche

gnädigfter Anbefehlung zu folge aus der dyurfrl. Refidenz-Bibliothef Herrn Grafen von Seau Excellenz behändiget worden”.

"; Mme. Marie Céſarine Dubois und Tochter, engagiert vom 1. März 1754 bie 31. März 1758. (Kg. Kreisarchiv, H. R. fasc. 466 Wr. 398. Wahrſcheinlich it Mile. Dubois Ddiejelbe, die „parée de toutes les gräces de la jeunesse et de li beaute* am 30. Mai 1759 in Paris debutierte, die den Stil der Clairon iortiegte, deren Erjcheinen auf der franzöſiſchen Bühne Marmontel „un veritable phenomene“ nannte. Vgl. Lemazurier, a. a. O. II, 174 ff.)

Marie-Anne Botot d’Angeville (1714— 1796), die berühmte Nachfolgerin der Mile. Quinault, eine grazidje, von Ejprit und Laune überjprudelnde Künſt— ierin, die von Dorat, Saint-Foix und anderen mit den überjchwänglichjiten Lob— Wrücden gefeiert wurde. Vgl. Lemazurier, a. a. ©. III, 129—146.

”Bgl. S. 104, Anm. 6.

110 Letzte Blütezeit des franzöſiſchen Schauſpiels.

Die einzige ergiebige Quelle iſt ein „Repertoire General des tragedies et comedies representees devant S. A. S. E. de Baviere par ses comediens francais“,') da8 vom 25. Oktober 1750 datiert ift, alfo eine Überfiht über die Thätigfeit des erjten Jahres giebt.

Darnach wurden zunächſt mögen Zahlen ſprechen 90 Stüde an 103 Abenden 165 mal aufgeführt, und zwar fanden im Winter 1749/50 (bis Pfingften) 66 Vorftelungen und von Pfingiten bis Oktober 1750 37 Borftellungen ftatt, gewiß ein Beweis für die intenfive Pflege Fran: zöſiſcher Schauſpielkunſt bei Hofe. Von dieſer hohen Zahl in den nächſten Jahren abzugeben, liegt fein Grund vor.

Auf den erften Blick fällt die geringe Anzahl von Tragödien (11) gegenüber der langen Reihe von Komödien (79) auf. Unter den Tra— gödien jelbft wieder Heht Voltaires Merope mit vier Aufführungen an der Spitze. Aber wie jeltiam berührt neben dieſem Meiſterwerk Poltaires, das troß aller Regelmäßigkeit wahre Schmerzen und Leiden

" Kgl. Kreisarchiv Münden, H. R. fase. +5 Nr. 2, Beilage 4. Die

Ziffern binter den Ziteln bezeichnen die Zahl der Aufführungen des betr. Werkes.)

1. Tragedies: Rhadamiste 1 (Crebillon‘, Iphigenie 2 Racinel, Le comte d’Essex 2 ‚Th. Corneille‘, Zaire 1 Voltaire), Gustave 2 Piren), Merepe 4 Voltaire‘, Mithridate 2 Racine), Polveucte 1 \P. Corneille, Didon 1 ;Le Franc de Pompigman\, Medee 1 {/P. Cormeille oder Longepierre?, Phedre 1 KRacine..

2. Comediesen cing actes: Le glurieus 3 Destouches‘, Democrite amoureux 3 Regnard, Le philosophe marie 2 (Destouches', Les menechmes 2 (Regnard' , Le joueur 3 (Regnard), L’enfant prodigue 3 (Voltairel\, L’ecole des femmes 2 (Moliere‘\ Le legataire univerel 2 Regnard, Ie mechant 2 Gresset, La femme juge e& partie ? (Montfleurv, Le distrait 3 Regnard, La gouvernante 3 /L,.s m Chaussee‘, Melanide 5 ‚La Chausse, Tartuffe 1 Moliere), Le medisant = Destouches), L'écoole des meres 3 Marivaux oder La Chaussee?, Lavare = Moliere, L’homme du jour 2 Nutor?, Le dissipateur 3 (Desttuhe=" Le festin de Pierre 1 (Moliere oder Dorimand?. Esope a la our 2 (Bounı sanlt, La dame invisible 1 Hauteriche, Les bwurgeoises a la mode Dancwnrt).

%Comtediesen treis actes! l.«cole des maris 1 Moliere, Les trois oonsines 2 ıDanourt , Les fol» « amwureuses ? (Regmanl', l.e grundenr 3 (Palaprat, Le medecin mals? ini 1 Moliere‘. Mr. de Pourceaugmac 1 Molicre\ Le malade imaginai ‚Moliere\ Crispin möderin 1 (Hautersche\ Nanine 2 Voltaire, Ger Dandin 1 «Moliere\, Sidner 1 ‚Gresset

4 Comediesen deux actes: l.epoux par supercherie > (Reiser).

Spielplan. 111

einer mütterlichen Seele ausſprach, wie berührt neben jeiner chriftlid) rührenden, zu Herzen gehenden Zaire, wie berührt neben Racines milder Schönheit und gedämpften Leidenſchaft (Iphigenie, Mithridate) Crébillons nüchterner Heroismus, der dur) Pathetif echte Empfindung jäljchte iRhadamiste), Pirons ftolzierende Rhetorit (Gustave Wasa)! Ein ähnliches funterbuntes Stilgemifc finden wir in den Komödien! Neben Dtoliere, deſſen Werke allerdings in der größten Anzahl (10) vertreten find. findet fi das mit pathetiichen Elementen durchſetzte Luſtſpiel La Chauſſées, das von Molières geiſtvollem Wit nichts mehr aufmeilt, vielmehr an Stelle der Satire Rührſeligkeit jegt (Melanide, La gou- vernante). Dieje rührjelige Dramatik, durd) Voltaires Nanine, L’en- fant prodigue, durch Destouches’ Iehrhafte Komödien (Le glorieux, Le dissipateur, Le philosophe marie) vertreten, fontraftierte zu den Komödien Regnards (Democrite amoureux, Les menechmes, Le

3.Comedies en un acte: Le mari retrouve 2 (Dancourt), L'èté des cuquettes 3 (Dancourt), L’vracle 2 ‚Saint Foix), L’usurier gentilhomme 3 {Le Grand), Zönäide 1 (Autor ?), Les trois freres rivaux 4 (Lafont‘, Les Vendanges de Surene 1 (Du Rver), La pupille 4 (Fagan), Le charivari 2 (Dancourt\, Le retour imprevu 1 (Regnard), Le galand coureur 1 (Autor?), Le mariage force 1 (Moliere), les vacances des procureurs 2 (Autor?‘\, La serenade 2 (Regnard), Le procureur arbitre 2 (Poisson), Le Francais a Londres 2 (Boissy), L’aveugle elairvoyant 3 (Le Grand), Le port de mer 1 \Boindin), I,e temps passe 2 (Autor?), L’epreuve reciproque 4 (Le Grand), I,'’esprit de contradiction 3 (Dufresny), Le consentement force 3 (Merville), Le florentin 1 (Lafon- taine, La pompe funebre de ('rispin 1 (Evariste Gherardi), La cocne imaginaire 1 (Donnean). 6.Comödies du theätre italien en trois actes:

Lembarras des richesses 2 (D’Alleinval), Le jeu de l’amour et du hazard 2

(Marivaux), Timon le Misanthrope 1 (Delisle, Arlequin sauvage 1 (Delisle),

Belphögor 1 (Le Grand), La double inconstance 1 (Mutor?), Le Fancon 1 , (Belisle, La femme jalouse 2 (Joly). "Uomedie en sujet:

Arleyuin enfant etc. 1(?).

Comedies du theätre italien en un acte:

Arleguin Hulla 1 (Dominique und Romagnesi), Arleyuin poli par l’amour 1

Marivauxı, Le fleuve d’oubli 1 (Mutor?), Arleyuin au serail 1 (Saint

Fiir), Le portrait 2 (Beauchamps), L’&cole des meres 1 (Autor ?). Opéras comiques:

La cherchense d’esprit 2 (Favart), Les amours de Nanterre 1 (Le Sage

and d’Or), L'isle des amazones 1 (Nutor?), La servante justifice 1 ıFavart}

112 Letzte Blütezeit des franzöſiſchen Schauipiels.

joueur, Le legataire universel, Le distrait u. j. w.) und Dancourts (Les trois cousines, Le mari retrouve, L’ete des coquettes, Le charivari u. f. w.), in denen Molièéres Geift fortlebte; jener jchilderte in glänzendem Stil, ungezwungenem Geplauder bürgerliches Leben, Diejer, ber „Zenierd der Komödie”, zeichnete mit ſchärferen Strichen ohne die glänzende äußere Form das Leben des Bürgerd und Bauers. Ihnen Ichloß ſich Le Sage an, der erfte Komödiendichter feiner Zeit, deflen Sittenihilderungen keck ins Volk griffen, in deſſen Jahrmarfts- ipielen Harlefin, Pierrot und al die andern Rollen der italienischen commedia dell’ arte geiftig geadelt wurden. Bon Le Sage war aller: dings zu Dichtern wie Marivaux und Delisle fein weiter Schritt. Von diefen wurden Arlequin sauvage und Timon le Misanthrope, die geiſtvollen Satiren, die nicht der Pifanterie entbehrten, von jenem die auf die Zauber: und Tyeenoper hinweiſende Komödie Arlequin poli par l’amour, dann Le jeu de l’amour et du hazard, jowie die unver: meidlihe ‚Ecole des meres‘ aufgeführt. Dann aber mengte ſich eine bunte Schar von Luſtſpielchen andrer Dichter mit unter. Was in Paris ftreng gejchieden auf dem höfiſch-kunſtmäßigen Theätre francais und der vom Getümmel des Volkes und armer, geiftvoller Litteraten umlagerten SYahrmarktsbühne von St. Germain gejpielt wurde, einte fih im Theater der Münchener Refidenz oder draußen in Nymphen⸗ burg gefällig vor derſelben höfiichen Zuſchauermenge. Die graziös- fofette opera-comique (Favarts La chercheuse d’esprit, La ser- vante justifiee), die Stegreifpofje, die bürgerliche Komödie, die ſatiriſche Komödie, das leidenſchaftliche und pathetiiche Heldendrama fie alle waren vertreten.

Für das italienijche Stegreifjpiel, wie e8 in Gherardis Nouveau . Theätre italien zum Ausdrud gefommen war, hatte der Münchener Hof einen berufenen Vertreter in dem welſchen Harlekin Giujeppe Falchi, der übrigens er erhielt 600 fl. jährlih ') nicht mit im Befoldungs: ftatus der franzöſiſchen Hoftruppe geführt wurde. Falchi, über den ich feine weitere Auskunft zu geben vermag,”) Icheint die folgenden zwanzig: Jahre ununterbrochen in furfürftlichen Diensten geitanden zu Haben; -

1) ital. Kreisarchiv H. R. fasc. 458 Nr. 16, Alt: Das Theater: u. Operns wejen unter Kurfürſt Max Sof. III. 1750-1777. Anweiſung v. 31. Oft. 1750.)_

N Adolfo Bartoli (Scenari inediti della Commedia dell’ arte. Firenze, G.C. Sansoni, 1880, p. UNLIN erwähnt ihn unter einer Reihe von italienischen, im Ausland die beimiiche Maske vertretenden Harlekinſpielern.

Spielplan. 113

noch 1770 findet fi in einer Hofzahlamtsredynung ') die Anweiſung, dem welſchen Komödianten Joſeph Falchi jeine jährlichen 565 fl. zu verabreichen.

Weitere Nachrichten von dem Repertoire der erften Truppe fehlen.

Im Sabre 1755 erſchienen mehrere der aufgeführten Dramen ala Nad)- drucd in Augsburg unter dem Titel: „Le Theätre Bavarois ou recueil des plus celebres pieces du theätre representees a Munic. Tome l. A Augsbourg chez Merz & Maier, 1755.“ 8°. Mehr alö ber eine Band fcheint nicht erichienen zu fein, wenigſtens habe ich troß der An: frage in mehreren öffentlichen und Privatbibliothefen nicht? weiter er- halten. Der Inhalt diejed Bandes befteht aus folgenden, ſämtlich 1755 aufgeführten Stüden: Athalie, tragedie sainte par Racine; Adrien, tragedie chretienne tiree de l’histoire de l’eglise par Campistron ; Amasis, iragedie de M" La Grange-Chancel; Alzire ou les Americains, tragedie de M. de Voltaire; Cenie, piece nouvelle en cing actes [par Mde de Graffigny, edition, Paris 1751]; La coquelte fixee, comedie en trois acles et en vers avec un diver- tissement;?) Le comte de Neuilli, comedie heroique de M’ de Boissy; La comtesse d’Escarbagnas, comedie par J.-B. P. de Moliere; Lamour secret, comedie en vers et en un acte, par Poisson fils; Le babillard, comedie de M" de Boissy; Les amours anonimes, comedie par M’ de Boissy ; Lecocher, comedie de M”’ de Hauteroche.

Sowohl die Reichhaltigkeit des Repertoire von 1749/50 als aud) die unbefümmerte Stilvermengung werden durch dieſe zwölf Stüde, von denen feines in bem erften Catalogue enthalten ift, bejtätigt.?)

In den Jahren 1755 bis 1757 nahm das franzöfiiche Schaufpiel den höchſten Aufſchwung, dafür ſprechen die Engagements folcher Künft: lerinnen wie Dlle. Bernier, Mme. Bruneval; mit dem Jahre 1758

Kgl. Kreisachiv Münden, Dofzahlamtsrehnung Nr. 183, Jahr 1770.

?) La coquette fixde, comedie...; reprösentee pour la premiere fois par les cumediens italiens ordinaires du Roy, le jeudi 10. mars 1746, Paris, J. Clousier, 1146, in 8°. Dazu bemerft Barbier, Dietionnaire des ouvrages anonymes, Paris, 1812, I, i62e: „Par le Duc de Mancini Nivernois, Ch.-Ant. Le (ler de la Bruere et l’abbe Claude Henri de Fusee de Voisenon, d’apres une note manu *rite sur un exemplaire de la Biblivtheyne nationale.“

) In der Hof» und Staat3bibliothef Miünchen fand ich nachträglich noch eine Reihe gedrudter, 1756 aufgeführter franzöjiicher Dramen. Ich füge die

Zitel dem am Schlujie diejer Arbeit zujammengeitellten Spielplan der deutichen Yühne bei.

8

114 Letzte Blütezeit des franzöſiſchen Schaujpiels.

jedod hören plößlid) alle Nachrichten auf; die Kontrakte find abgelaufen, ohne erneuert zu werden; e3 ift als ob auch hier wie ein Gefpenft die Kunde von Seydlig’ Sieg bei Roßbach, von der Zurüddrängung der Franzoſen über den Ahein umherſchlich und ber deutiche Genius der Mufe des Theätre francais zum erften Mal feft in die Augen jchaute.

Bewarb ſich drei Jahre |päter auch die Schaufpielerin Lavoy mit Erfolg darıım,') auf dem Rathaus dreimal wöchentlich mit einer fran: zöſiſchen Truppe fpielen zu dürfen, jo war das feine höfiſche Kunftpflege franzöſiſchen Schaufpiels mehr. Die Vorftellungen waren öffentlich, aljo eine Wandertruppe, die in dem damaligen München genügendes Ber: ſtändnis für franzöſiſche Sprache und Sinn für franzöſiſche Kunft voraus jeten konnte. Der Hof wahrte ihr allein das Recht, in dem mit den Stadtmufitanten betreff3 der Benügung des Rathausfaales abgeſchloſſenen Kontrafte, ſelbſt an Sonntagen und Teiertagen, die jener bürgerlichen Truppe eingeräumt waren, den Vorrang einzunehmen, fall® von aller: höchſter Stelle eine franzöfiiche Vorftellung gewünſcht wurde.

Ebenfo flüchtig wandernde Bäfte waren die Komödianten, die 1765, in dem feftlichen Jahre der Vermählung Maria Joſepha Annas mit dem römiſchen König Joſeph, in München auf dem Rathaus |pielten. Es waren „welſche Komödianten”, unter denen dod) wohl franzöfildhe zu verftehen find, da die Aufführungsdaten der italieniſchen Opern, die

1) Kgl. Kreisarchiv Münden, H.R. fasc. 458 Wr. 17. Ich gebe ihr Geſuch hier tvieder, zumal es auch auf dic der ruhigen Pflege franzöfiiher Kunſt in Deutijhland ungünstigen Ereignifje des jiebenjährigen Krieges hinzuweiſen ſcheint:

Monseigneur

Des circonstances que je ne ponvois pas prevoir, ayant mis obstacle au projet qui m'a attiree en Allemagne me rendroient trös à plaindre en ce moment, Sans l’heureux hazard qui m'a conduite dans les Etats d’un Souverain bienfaisant dont j'implore les bontes; votre altesse Electorale peut ais&ment reparer ma disgrace et je me jette a ses pieds pour L’en supplier, en ın’accordant la permission de donner la comedie frangoise, trois jonrs de la Semaine, sur le theatre de la Ville de Munich: J’ose meme esperer qu'elle joindra a cette grace celle d’honorer quelyue fuis mon Spectacle de Sa presence; mon zele n’aura puint de bornes pour me rendre digne de cette faveur, ni les voeux que je formerai sans cesse pour Sa prosperite.

Je suis avec le plus profund respect

Monseigneur de votre altesse Electorale l,a tres humble et très obeissante et très soumise servante de Munich, ce ler Septembre 1761. Lavoy.

Ende und Nachwirkungen. 115

in dieſem Jahre mit außergemöhnlichem Glanz gegeben wurden, nid)t mit jenen Borftellungen der Komödianten übereinftimmen') und ttalienijche Schauspieler öffentlid) faum nod auf Verſtändnis rechnen konnten. In furfürftlidem Dienfte fanden aus den fünfziger Jahren nur nod) die erſten Tänzer und Tänzerinnen, die der italieniichen Oper wegen gehalten wurden. So tanzen im Karneval 1765 vor den höchſten Herrichaften noch Ehalandray, Dubreuil, PBatraz, Bienfait, Mignard mit, die vor zehn Fahren außer im Ballet zum Zeil im Schauspiel verwendet waren. Faſt nur franzöfiihen Namen begegnen wir in dem Verzeichnis der ſechsunddreißig Kinder, die während der Hochzeitsfeierlichkeiten tanzten, auch unter den Erwachſenen finden fi) nod) viele früher nicht genannte tranzöfiihe Namen. Da liegt die Vermutung nahe, daß viele von den Komödianten, die 1761 in München jpielten, dauernden Erwerb bier Tanden, vielleicht fette fi) aud) aus ihnen die Truppe zuſammen, die 1765 }pielte. Die legte Kunde von franzöſiſchem Schaufpiel in Münden fommt aus dem ahre 1769, ohne daß jedod) irgend welche nähere Angaben fich maden ließen. Wie zahlreid) übrigens noch Franzoſen, die früher Komödianten waren und nun ein bürgerliches Gewerbe be- trieben, in Münden jaßen, und wie tief überhaupt franzöſiſche Sitte durch dieſe unmittelbare Berührung im Volke Eingang gefunden hatte, gebt einerjeit3 aus den Ratsprotofollen hervor, die 3. B. den Rats- beichluß enthalten, den gemejenen furfürtlichen Zanzmetiter Anton Martin Lefevre „in anjehung feines angeeidyent guten conduits“ ala Stadt: tarızmeifter anzuftellen,”) ober die von der Befugnis des früheren Komödianten Bienfait melden, „allerlei Frauenzimmer mode-Waaren und mode Kleider verferttigen, und verfauffen zu derffen“,”) andrerjeits prägt fi) diefe für das Kulturleben jo wichtige Erſcheinung in den

1) Zaut „Specifilation”“ des Ratsdieners, der die eingenommene Miete für die Benügung des Rathausſaales an die Stadtfammer abliejferte, haben die mwelihen Komödianten gejpielt am 28. Juli, 4., 8. Auguſt, 13., 14., 16., 17., W., 21., 23., 24., 27., 28. und 30. Oftober, 3., 5., 6., 10., 11., 13., 17., 18. 19., 20., 24. und 25. November und am 1., 4. und 11. Dezember 1765. (Stadtardiv München, Alt: SemeindesEigentum u. ſ. w.) Tie italieniiche per (Berna- sconis Semiramis 2c.) wurde aufgeführt am 7., 11., 16., 22., 28. Januar und 4, 11., 19. Februar 1765 (Kgl. Kreisarhiv Landshut, fase. 462 Nr. 97), dieje im Opernhaus. In demfelben Jahre jpielte Bernardon mit einer neuen Truppe in Münden (ſ. Kap. VII), aber ebenjall3 im Opernhaus.

2 Stadtarchiv, Ratsprotokoll 1779, I, Sitzg. v. 18. Jenner.

2) Ebenda, 1769, II.

116 Letzte Blütezeit des franzöfiihen Schauſpiels.

Sitten des bürgerlichen und adeligen Standes der fiebziger und achtziger Jahre deutlid) aus, fie findet ihren Niederichlag in mandyem Drama, reizt die ehrlichen, deutjches Wejen betonenden Kämpfer für Kunft und Bolkserziehung zum zornigen Dreinfahren, wird dann aber wieder in vielen Zügen des Repertoire der Nationalſchaubühne lebendig ; ja, al? ihließlic Ende der neunziger Jahre infolge der Kriegswirren Franzoſen in dichten Scharen Münden bevölfern, alle Gaithöfe von franzöfiſchen Emigranten bejeßt find,’) da giebt der Buchdrucker Hübſchmann in Verbindung mit einem Franzoſen Droyen de Baubdenil eine franzöfiſche Zeitung heraus (1799),*) während jchon einige Jahre zuvor die Münchener Zieraffen in einem „Almanach de poche‘'?) nadblättern konnten, was ein rechtſchaffener deutſcher Familienkalender ebenjo gut enthielt.

Das waren für das lebte Viertel des Jahrhunderts die unerfreulichen Ausgänge der höfiichen Pflege franzöſiſcher Kunft. Es iſt eigentümlich, wie durch die verjchiedenften Borbedingungen alle norddeutich = pro- teftantiichen, eine gediegene geiftige Bildung mit ihrer Freiheit gewähr- leiſtenden Ideen in München jo lange und jo wirkſam unterdrüdt werden fonnten, wie aber über hundert Jahre ftet3 eine innige Verſchmelzung von italieniſchem, dann franzöfilhem Geifte mit dem vaterländilchen jid) ergab, wobei für das Volf ftet3 etwas und kaum zu ſeinem Beften abfiel. Al das Volk dann jchlieplich in weiteren Kreiſen zu geiftigem Leben erwachte, da war die franzöfilhe Sitte und Mode auch für München das Nächitliegende, und es traten Erſcheinungen zu Tage, die München mit einem Male für gewilje reife des Bürgertums und des Adels den Anftrid) einer Großitadt gaben, die ıhm für jene Kreiſe eine Zeitiehrift wie etwa Bertuchs Journal des Lurus und der Moden als etwas durchaus, Verſtaͤndliches und Gewohntes, Liebes erſcheinen ließen.

1) So ſchreibt z. B. der Galleriedirektor vd. Mannlich in ſeinen Memoiren Hof- und Staatsbibliothet Münden, Cod. gall. 619, tom. IV, page 108) über jeine Ankunft in Miinchen (1799: „Le nouveau regne y avoit attire tant de deputations, tant «de curieux, de solicitans et d’etrangers, elle la ville] etoit d’ailleur tellement surchargee par des Eveques, Abees, marquis Comtes et Barons francais emigres que toutes les auberges en etoient surchargees.“

2, Sp nach dem Ratsprotokoll 1800, D) des Stadtardived. Hübſchmanns Konzeilion währte bis Dezember 1799. Eine Bitte um Verlängerung derjelben wird durch kurfürſtliches Reſtript dd. 31. XII. 1799 abjchlägig beichieden.

» °: Almanach de poche pour lannee bissextile 1796. Avec permission du college de (ensure. A Munic chez Francois Hübschmann, Imprimeur proche les Peres ('armelites.

VI.

die Viedergeburt geiſtigen Lebens und die vflege der Litteratur nad) der Gründung der Alademie.

Der Regensburger Buchhändler Johann Leopold Montag ließ 1760 einen 5132 Nummern aufmweiſenden Bücherkatalog erſcheinen, der intereſſante Streiflichter auf den Anteil Süddeutſchlands an Wiſſenſchaft und ſchöner Litteratur wirft. Sehen wir hier von lateiniſch geſchriebenen, nur enge Fachwiſſenſchaft behandelnden Werfen ab, jo erſcheinen Augs- burg, die fatholifch-proteftantiiche, und Nürnberg, die proteitantiiche Stadt, durchaus als Häufig gewählte Verlagsorte. Münden dagegen weiſt ala Berlagsort faum zwanzig Bücher für das ganze Jahrhundert auf! Auch der Prozentfa der in München gejchriebenen und auswärts, d. h. höchſtens in Augsburg, Ingolftadt, Dillingen oder Nürnberg ge— drudten Werke läßt fi) bei der Gelamtzahl der dort verzeichneten Menge nur in einem kleinen Bruchteil angeben. Sein einziges der Ihönen Litteratur angehöriges Werk findet fi) unter ihnen! Und die ın München jelbft gedrudten? Sind e8 nicht theologifche Tiffertationen, fateinifche Abhandlungen über phyſikaliſch-aſtronomiſche, mathematiiche und andere rein wiflenichaftliche Gegenſtände, }o finden ſich in deuticher Sprache nur Herzlich wenige, die nicht Tür den engen Kreis lebens- abgewandter Gelehrter beitimmt find. Des gelehrten Doktors und Vielihreiberd Johann Joſeph Pod’ Werke aus den zwanziger Jahren, ein Abladeplaß für ungezählte Fuhren zulammengeftamter Welt: fenntnis, fönnen, obwohl in deutſcher Sprache verfertigt, nicht als volfs- mäßig angelprochen werden. Ebenjo wenig P. Edmund Pocks 1751

rn, Johann Joſeph Pod, geb. 1675 zu Zalzburg, fam 1701 nah Münden, Hofratsadvokat, geit. 1735 in Dachau. Gr war Mitarbeiter am Parmassus boieus. Im legten Bande —- 2. Stüd, 1737, S. 141—150 iit jeine „Lebens— Yeihreibung“ eingefügt. Seine an Umfang ichter emdloien Werke find Dort, 2. 148 #1, verzeichnet. Bal. Baader, Lexikon verttorbener bair. Schriftiteller, 1824, I, 148 1.

11> Kiedergebur geütigen Yebens.

erthienene Einleitung zur Unwerial-Hiftorie. In diefen Werfen trat deutlich die rieftge Kluft zu Zuge. die zwiſchen Bürgertum und Höfter: fihem Gelebrtentum lag. Aus dieſem beraus wurde alle Wiſſenſchaft geboren, und jo kbeint auch ern Mann wie Johann Joſeph Pod, trob- dem er fein Kloſtergelehrter war, genau }o weltunfundig, jo wenig ver: traut mit dem, was dem Volke not that. Was dieſe Gelehrten Jchrieben, wurde nur für Gelehrte geichrieben. Zus Bürgertum, jelbit in jeinen beffern Schichten. hatte ebenio wenig davon zu empfangen wie Des Volkes Maſſe. Gerade bet Tod mug das um ſo wideripruchövoller flingen, al3 er den Zettgenofen von uller Welt Kunde zu geben ſich mühte und geichichtliche, geographiſche. handeläpolitiiche, rechtliche und mancherlei andere Nachrichten zu Nuß und ;yrommen weſſen aber? jammelte. Wie ſtumpf und gleichgültig das Bürgertum an geiftigem Gut, aud wo es ihm getälliger Ihyoen und mumdgeredhter dargeboten wurde, vorüberging, bewein der Parnassus boicus! Das beweift anbrer- jetts auch die Thatjache. daß fein einziges Iitterariiches Erzeugnis in den techzig Jahren entjtand, das nur irgendwie einen leijen Schimmer zeigte von Zelbitbewußtiein und Lebensfreude. Tas Bolt war völlig ftumpt geworden! Abhängig, unfre. Zwar eridhienen von Jeſuiten und auch andern Urdenöpatres Tromme geiftlihe Traktätlein, die der hungernden Seele ein „Geittlihes Seelenneb“,') ein „Geiftlihes Ber: gißmeinnicht“,“) ein „Geiſtliches Suchverloren“ zur Speife anboten, die die arme Streatur in dieſem irdiihen Jammerthal mit dem „Spiegel der Unichuld” ,”) der „Engliichen Schildwacht, d. i. Reim: und Lob: gelängen zu den heiligen Engeln“ und derlei geſchmackvoll betitelten Werkchen vertröfteten,‘) das war aber auch alle. „Dan dadyte nichts, man las nichts, man empfand nichts, und irgend ein Kleines Gebetbüchlein war, nebft der Legende der Heiligen und etwa einem alten Ritter:

' Bom Auquitinerpater ler Riederer, 1751 erichienen.

2 (Hebetbuh, 1753 zu Münden eridienen.

* Bon P. Anton Sirardi S J., Münden, 1152.

3. B. „Fünf zu Trey, das üt: 5 Viebs- und Lebens abjliegende Pfeil zu der heiligen Treifaltigkeit', „Derzklopier, das iſt: Reu und Leid aus kläg— lihen Geſchichten“, u. ĩ. w., val. Beyträge zu einer Schul- und Erziehungs aeihichte in Baiern, 1778, 2.130. Über die „ſchöne und lieblihe” Poeſie der Jeſuiten, jo über Conrad Better S. I. 1753 erſchienenen „Katechismus Petri Caniſii, der H. Schrift Toctors, für die gemeine Yayen und junge Kinder, vm beiierer Hedächtniß willen in Reim verfailet“, Ipottet Anton Bucher im 8. Brief jeiner Schrift: Tie Jeſuiten in Bayern.

Gelehrtentum; Unterrichtäwejen. . 119

roman, das einzige Buch, welches gelefen wurde,” klagten ſchon die Annalen der bairilchen Litteratur vom Jahre 1778.) Wie wenig die Wander: truppen in geiftiger Hinſicht dem Volke geben konnten und durften, ift bereits hervorgehoben; auch die eigenen Spiele und Bräuche, in denen des Volkes urjprünglich jchöpferiiche Kraft noch kärglich fortlebte, waren verroht, verzerrt, und dürfen uns nur als letzte Schwache Zeichen früheren Wertes lieb erjcheinen.

Das Grundübel aller diefer traurigen Erjcheinungen, die wir heute faum in ihrer ganzen Tiefe ermefjen können, lag in dem Mangel an tũchtigen Zucht: und Lehrmeiftern des Volkes. Bon den vielen übrigen Unglücksfällen, jchwerfälliger, dem geſunden Menſchenverſtand hohn— ſprechender Rechtspflege, von Verwahrloſung der natürlichen Einnahme— quellen des Landes und anderem Schlendrian braucht hier nicht näher geſprochen zu werden. Sie waren Glieder an der großen, ſchweren Kette, die des Volkes freien, vorwärtsſtrebenden Gang hemmte.

Zucht- und Lehrmeiſter fehlten! Wo ſollten ſie ſelbſt erzogen werden? Unter der Aufſicht altgeſchulter, in ſcholaſtiſcher Nomenklatur verrannter Kloſtergelehrten wuchs die Jugend heran.’) Auf das Leben mit ſeinen Forderungen lernte ſie nicht ſehen, weil ihre Lehrer es nicht kannten oder kennen mochten. Und was ihr da an Weltweisheit ver- abreicht wurde, das war ein altbadener Zeig, in den Thorheit und Unvernunft verfnetet war, eine Speile, noch dazu in verjftümmelter Form aufgetiicht, in einem kauderwelſchen Latein. Die Philoſophie das Kammermäddhen der Theologie!) Die Priefter, die ſich Jünger Jeſu nannten, der das Evangelium der Liebe verkündete, bildeten ihre Schüler in jcharfem Dialogifieren zu ſyſtemwütigen Streitern aus. Liebe für ein ganzes darbendes Volk konnten die nicht hegen, die den Aberglauben und die Unwiſſenheit jchüßten, Liebe und Verſtändnis für das Volk die nicht, die ihre nädften Schüler mit fremder Sprade großzogen und mit diefen dann in ihrer eigenen Welt lebten, dem Volke nur gebend, was ihnen gut und vorfichtig dünkte. Bei ſolchen Zuftänden mußte die Stunde fommen, wo das germanijche

) Annalen d. bair. Litteratur, Nürnberg, 1781, I, 1, S. 8.

2 Bgl. den trefflihen Aufiak von U. Kludhohn, Die Jeſuiten in Baiern mit beionderer Rückſicht auf ihre Kehrthätigkeit. Sybels Hiſtor. Zeitichrift, KXXI. BD. 16. Jahrg.;, 1874, ©. 343—411.

2) zerdinand Maria Baader, Akademiſche Rede über das Studium der Rhiloiophie, 1778.

120 - Wiedergeburt geijtigen Lebens.

Weſen gegen die aufgedrungene, jaftloje, rein mechaniſche Disziplin des Jeſuitismus ſich auflehnte.e Und je mehr die Jeſuiten unter andern Orden Nachahmer fanden, denen des Volkes Verrohung und Willfaͤhrigkeit Lebensbedingung war, defto jchneller mußten diejenigen handeln, die das unmürdige Hinvegetieren der Volksherde erbarmte. Daß unter diefen Männern, denen die führung im Kampf der zwei Jahrzehnte wider alle alten Übel anvertraut war, Geiftliche in der vorderſten Reihe ſtanden, verleiht der geichichtlichen Betrachtung jener Zeit einen erfreuenden, verjühnlichen Zug.

Konnten Männer wie Ickſtatt und Kreittmayr ihre ganze Kraft der Beflerung des höheren Ilnterrichtswejens, der Rechtspflege Hingeben, das Wichtigſte, die Erziehung des Volkes, konnte nur durch Geiftliche geſchehen. Sie genoſſen den Glauben des Volkes, fie mußten den ge- jährlichen Weg unternehmen. mit einem Wale den Peuerungen das Wort zu reden, die von den wütenden Dunkelmännern ala Seelengift, als Teufelsgedanken ausgelegt wurden.

Tie Gründung der Akademie im Jahre 1759 war nicht der erfte öfentlihe Hampiruf. Schon fieben Jahre früher tobte in Ingolſtadt in den Räumen der alten jeluttiichen Univerſität ein heißer Sireit; Jobann Adum Aditatt. ein guter überzeugter Katbolif. ver durch weite Reiten ım Ausland mit Männern mie Newton. Pope, Shaftesburd, Addon und vor allem mit Wolñ in perfünliche Berübrung gekommen wur. der „druuken” ın feinem Ringen nach Erkenntnis die Wege einer Meren Winenſchant geſehen batte, tucdhte nun auch die bapertiche Yandes- unerfttät Die tief geiunkene zu tbrem alten Rubme zu erbeben; er tas als erfter nach preteitantichen Autoren. ’orerm Ne nicht ebenfalls dunb konteittonele Vorurteile der veinen Churafter wiltenichaftlicher werbung eingedäkt datten mußte ñch aber der maßloien Angriffe er- western. De rn Deaiiregent von den Ingohtadter Theologen gemacht wurden dd N Seren Jadrent Setzdten Denn Winner wie Lori die alte immrerit dre der Schautltet do tedendetliser Kämpie wurde. Die

oe

Ideen vun Rus dert nn deradet werden. famen zum ran Wal! ın Nr Brehna ir Mrz mit der Die Namen G=S Yıorz Xedruse Nermede ur) selenr su Nenemäen “eben Der:

x X m nn“ - ». \ U 8 N * 9 —— 2 nd 5 he X DM! N Ss IN Sun x . * . 8 DA ARE SE N I TEUER, Nün nt,

Gründung der Alademie. 121

Nun begann die Miorgenröte über Bayern zu leuchten. „Den auf: trebenden Geiftern wurde Mut und Hoffnung und die Ausfiht auf einige, wenn auch noch ſehr bejichränkte Treiheit der Prüfung und Yorihung gewährt.” ') Erweckung ruhender oder von Starrſucht ge- bundener Kräfte, das war die Bedeutung biefer That!

Langſam reiften zunächſt die Erfolge. Es war unvermeidlich, Yo urteilt Döllinger, daß die Stiftung einer Akademie zugleid) eine „Offen: barung und Scauftellung der Armut des damaligen Bayern? und jeiner Hauptſtadt an geiftigen Kräften und willenichaftlichen Capacitäten wurde”. Fremde, wie der Maltefer du Buat, der Elſaäͤſſer Chriftian Friedrich Pfeffel,”) der allerdings München als feine zweite Heimat betrachtete, waren in den erften Jahren hauptſächlich für die Akademie thätig. Dann freilich jchlug dieje neue Idee auch in bayeriichen Kloſter— freien tiefe Wurzeln. Die Wiffenichaft, die in der jungen Pflanzitätte zumeift gepflegt wurde, war die Geſchichte. Und damit war zugleid) etwas SKöftliches gegeben: nationales Bemwußtjein wurde in zahlreichen Herzen wieder belebt, die deutjche, durch das kauderwelſche Mönchalatein dem wiljenichaftlichen Verkehr entzogene Sprache wieder gepflegt. Was Gelafius Hieber im Parnassus boicus vergeblid) gepredigt hatte, die „teutiche Heldenſprach‘“ zu Ehren zu bringen, wurde jet endlich und mit dauernder Energie durchgeführt. Es war durchaus nicht lächerlich, wie Gottiched an Lori im Herbſt 1759 fchrieb, daß der Parnassus boieus zum Vorläufer der Akademie erflärt wurde. Gottſched bemeiit nichts ala Verftändnislofigkeit für die Hiftorifche Entwicklung des geiftigen Lebens in Bayern, wenn er jchreibt: „Um Gotteswillen! gedenken doc) €. G. diejes Parnassus in den Schriften der Gejellihaft nicht mehr, wenn Sie nicht alle Yhre Bemühungen bei dem größten Theile von Deutichland lächerlich machen wollen. In den Kritiſchen Beiträgen, die hier zwiſchen 30 und 40 herausgekommen, ift das Urtheil zu jehen, welches eine jo ungzeitige Geburt damals bei der Mtorgenröthe unſrer Literatur und Kritik verdienet hat. Was würde nicht jet am hellen Mittage des guten Geſchmacks für ein's erjchallen ?” ?) Jenes Urteil

J. Dölinger, Zur Erinnerung an Kurfürſt Marimilian III, den Stifter der Akademie. Aladem. Vorträge, Nördlingen, 1889, IL, 401.

* Chriſtian Friedrich Pfeffel, geb. 1726 in Colmar, gejt. 1897 in Zwei— brüden, beiorgte mit Tori, Kennedy und Scholliner die Herausgabe der erjten Monumenta boica.

Kgl. Akademie der Witjenichaften, Korreipondenz pro anno 1759.

122 Wiedergeburt geijtigen Lebens.

in den Kritiidyen Beiträgen hatte lieblos die. Auslafjungen eines „bairiſchen Mönchs“ getadelt, bloß weil diejer in einer allerdings nicht jehr feinen Weile von Luther® Sprachreform geiprocdhen hatte. Die Sehnſucht, auch für Bayern die eigene Mutterſprache gehegt und gepflegt zu jehen, verftand jener Beurteiler jo wenig wie Gottiched, wenn diejer nicht gar mit jenem identiſch ift; der Zuſammenhang zwilcyen dem Par- nassus und der Akademie ergab ich lediglich auf einem Gebiete, wo jener nur vorwärts wies. Daß die Akademie, die dankbar den greilen Euſebius Amort zu ihrem Ehrenmitglied aufnahm und pietätvoll auf Die durch den Parnassus erftrebten Verſuche zurüdwies, fih dadurd) der Gejahr ausjegte, von denen um Gottiched, die fi) in der Mittags: ſonne des guten Geſchmacks jonnten, beipöttelt zu werden, was lag daran? Die Stifter der Akademie wußten gut genug, wie fie das Schickſal des Parnassus zu vermeiden hatten und da3 bewielen fie durch die That.

An dem Kurfürften fanden die Alademifer eine fräftige not: wendige Stüße. Mar Joſeph, der Schüler Ickſtatts, verband mit kirch— lihem Sinn eine Kenntnis moderner Philojophie und hegte eine mehr auf praftiiches Chriftentum gerichtete Lebensanſchauung. Jedem fanatiſchen Eifer abhold ſuchte er alteingewurzelte thörichte Ideen feines Volkes, Aberglauben und Unglauben durch Unterſtützung planvoller Reform zu bejeitigen. Schon in der Stiftungsurfunde der Akademie ficherte er zu, die philoſophiſchen, mathematiichen und Geichichtswiffenichaften zu fördern, niemandem „eine Jurisdictton über das junge Inftitut zu geftatten”, vor allem aber willigte er ein, „dab von der akademiſchen Berfammlung für genehm gehaltene Auffäße einer andermweitigen Cenſur nicht unterworfen” jeien! Hierin lag eine energiſche Abwehr der Verſuche, die P. Stadler im Auftrage der jejuitiichen IInwerfität Ingolftadt unter: nahm und die nichts anderes bezwedten, ala die afademilchen Schriften dem jeiuitiichen „cum permissu superiorum” zu unterwerfen und jo die freie Ihätigfeit der gefährlichen Akademie zu hindern.') Die Jejuiten erfannten mit ſicherem Blid vom eriten Augenblid an die Bedeutung der jungen Akademie. Gleich ihnen juchten andere Geiftlihe dem Volke die Truderei der Akademie ald Brutitätte des Teufels und der Ketzerei zu verlältern. Der Franziskanerpater Leo Rauch prophezeite dem Volke den Untergang. wenn es das Gift der Freiheit zu denken und zu ſchreiben

NEN Gebele. Veter v. Üterwald, Wünden, 1881, S. 17.

Mar III. Jojeph und die Zejniten. 123

in ih aumähme. Dear Joſeph ließ ihn feines Amtes entjegen. Seinen Beichtvater P. Stadler jchaffte er ab, als dieſer mit Neuerungen auf firchenpolitiichem und jozialem Gebiete nicht einverftanden war. Daß man „zeitlichen Dingen nicht jo ſehr obliegen dürfe und nie vergefien ioffe. daß mit größerem Willen aud größere Verantwortung er: wachſe“,)) darin beftand des jchlauen Jeſuiten Moral.

Und als der furbayerifche Kämmerer Peter v. Ofterwald mit jeltener Kühnheit und unerbittlicher, unmiderleglicher Logik in jeinem Beremund von Vochtein die „Gerechtſame der weltlichen Fürſten gegen über geiftlichen Anſprüchen“ verteidigte und der Erzbiichof von Tyreifing ein Verbot diejes ketzeriſchen Werkes an die Kirchenthüren heiten ließ, wurde das an der Münchener Frauenkirche angejchlagene auf den Befehl des Kurfürſten wieder abgeriffen.”)

Das waren lauter Symptome, die einen guten Tyortgang der Bewegung verſprachen. Kampf wirkte Kraft und Kraft jand Unterftügung.

Die Jetuiten ſahen, wie der neue Beift der Wolffiichen Philoſophie mit jeiner dem Myſtiſch-Weihevollen fremden Nüchternheit um fi) griff, iaben, wie die im Grunde jo einfache, jedem gefunden Mtenichenver: fand verftändlihe und noch dazu in deuticher Sprache vorgetragen Lehre Schüler fand, und juchten fürs erfte mit maßlofem Kampfe vor: zugeben.

Ihre Bühne, lange der Schauplatz unbedeutender Schülerauf: tührungen, wurde wieder zum Slampfmittel. Schon kurze Zeit nad) jenen erſten Ingolſtädter Fehden, zu denen Ickſtatt den Anlaß gegeben hatte, führten die Schüler der Jejuiten 1755 in Ingolſtadt und 1764 in Landshut eine Endskomödie auf unter dem Titel „Bavaria vetus et nova”.

Der Berfafler war der eluitenpater Johann Baptift Seidl (1721 bis 1775),°) ein fanatiſcher Kämpfer wider alles Luthertum, dem er in teiner Schullomödie „Die Heiligiprehung des Martin Luthers, des fünften Evangeliften” Hohn ſprach. Aus feinem Drama „Bavaria retus et nova‘'*) jprach nicht minder die unverjöhnliche gehäjfige Wut gegen alles, wa3 mit Luther, der ,.hydra Islebica“, zufammenhing.

2) Rothammer, Biographie Mar III. Joſeph, Münden, 1786, 2.9.

*Gebele, a. a. O. S.47 ff.

”, Seine Schriften verzeichnet Backer Sommervogel, a. a. ©. J, 7, Sp. 1104. 2) Handichriftlih in der Hof: und Staat3bibliothef Miinchen (cod. lat. 1691) Ich benuge den Neudruck in der Literaturzeitung für die katholiſche Geiſtlich—

124 Wiedergeburt geiftigen Lebens.

Gar feßeriichen Geftalten muß das neue Bayern begegnen; die Pleudopolitifa tritt einher, in ihrem Gefolge die Ketzerinnen Gedanken: und Glaubenzfreiheit. Und Gejpenftern gleich hufchen ins Land Luthe- ranismus, Kalvinismus, Indifferentismus, Pietismus, Janfenismus, Zwinglismus, Naturalismus und Judäismus. Heimlich und öffent: ih rüften fie ſich zum teufliichen Werf; da tritt das alte Bayern hinzu, das Zeuge war, wie Wittelöbacher Helden Luthertum und Türken be- fämpften (En gladios, quibus Heroes Wittelsbachii hydram aut Islebicam aut Ottomanicam profligarunt!), da® Zeuge war, wie ge- lehrte Magiſter mit der Feder die Steger vernichteten (En calamos quibus doctores Boici haeresum monstra debellarunt!). €3 rät dem betrübten neuen Bayern, die bewährten Waffen zu gebrauchen; und ala Dame Pjeudopolitifa in fedem Tone ruft: „Madame, loquar franchement, sans facon, sans compliment. Bavaria habet multum superstitionis, parum artis et eruditionis‘, und die höhnende Schar ſich erdreiftet, auf Iniverfitäten wie Göttingen, Selmftedt, Altdorf Hin- zuweilen, da ſchwört Bayern, zu dem der Genius der Diözele Yreiling tritt, den {Feinden Untergang.

In ſolchen Ideen mußte der Kurfürft, der die Befruchtung des geiftigen Lebens durch jene freiheitlichen Gedanken guthieß, eine brutale Kritik feiner Regierung erbliden: in einem Schreiben vom 26. Sep: tember 1764 drüdte er der Gelellihait Jelu fein äußerſtes Mißfallen aus, verwies den Autor auf Lebenszeit aus bayeriihen Landen und geitattete den Landshutern nur noch von der Regierung in Münden gutgeheitene Komödien aufzuführen.‘) Damit war jedoch dem Unweſen ſelbſt nicht gefteuert.

Auh in Münden regten ſich die Jeluiten. Auch hier wurde die Bühne zum Schauplag haperfüllten Kampfes. Der Präfes der Mari: aniichen Kongregation, P. Joſeph Pemble (1717 —1781),’) der mit

feit. brig. von Frzv. Beänard, 23. Jabrag., Landshut, 1832, II. Bd., S. 319 ff., wo das Zrüd, „eine alte Poeſie, Hein an Bolum, reich am Geiſte, auch jetzt noch intereitant, mit Remerkungen begleitet von einem Freunde des Altar und Tbroner“ wicdergeacben it.

N Neinbardiiötner, Jabrbuch j. M. & TI. 174, Anm. Ar. 357. giebt das furfüntlide Schreiben wörtlich.

*) Nojeph Zemble, geb. 1717 in Innsbruck. trat 1734 in den Jeſuiten- orden, Lebrer der Nbetorif in Minden, dann von 1758-1762 Tireftor der latein. Kongregation, itarb zu Dan in Tirol (1781 oder 1182). BgL Bader: Sommervogel, a a. ©. 1. 6, 466 fi.

Kampfdramen der Jejuiten. 125

ſeiner ..Pietas quotidiana erga S. D. Matrem Mariam“ ein rechtes „Futter für den marianiſch-jeſuitiſchen Geiſt“) geliefert hatte, Tieß in einem Sculdrama den Zeufel ſelbſt ala Verleger der neuen Bücher ericheinen.?)

Wie heftig nun aber aud) und wie unedel der Kampf von den Jeſuiten geführt wurde, er trug dad Merkmal der Ohnmacht in fi ſelbſt. Solche ftarfe negative Kritik, wie fie in jenen Dramen typiſch verförpert war, mußte zum eigenen Fall führen, wenn feine wertvollen pofitiven Leiftungen als Erſatz geichaffen wurden. An diejen gebrad) es den Jeſuiten vollſtändig. Es ift eine jonderbare Ericheinung, daß dieſelben Ordensjünger, die zweihundert Jahre zuvor mit überftrömender geiſtiger Fülle Bayern ſcheinbar jegneten, die eine glänzende Epoche der Kunft beraufgeführt hatten, nun, bei dem erften ihre Eriftenz bedrohen: den Angriff, mit allen Kräften verjagten. hr verzweifeltes Sterben erihmwerte dem Neuen ruhigen Eingang, und es ſchien, ala ob der alte Geift, der aus dem Körper gewichen war, noch lange umherginge.

Für die Aufklärer gab es nur eine Aufgabe: praftijch etwas Beſſeres an die Stelle des Borhandenen zu jeßen. Wie wurde e8 ihnen erichwert!' Im proteftantiichen Norden hatten die Schriften der fran— zöſiſchen und engliihen Aufklärer unmittelbare Wirkung gehabt, bier forderten und fanden Tyreigeifter, Angreifer und Verteidiger des Chriſtentums direkte, perjünliche Auseinanderjegung bei dem Einzelnen. Aus dem Studium ihrer Werke jogen die norddeutichen nad) Erfennt- nis frebenden Geiſter Mark und Kraft. Dann war zu jenem radikalen Vernunftshhriftentum Englands, das im proteftantifchen Deutſchland Pilege jand und ſich bis zum Rationalismus in feiner vollfommenften Form (Leifing, Reimarus) fteigerte, folange der alte Fritz jeden nad) ſeiner Facon jelig werden ließ, zu jenem englijchen Einfluß war darauf

noch Roufleaus das fehnjüchtige Verlangen der Zeit jo wunderbar aus- jüllende Naturlehre getreten. Im fatholifchen Süden konnten fi nur wenige mit diejen völlige Gedanken: und Preßfreiheit vorausfegenden Schriften befannt machen. Die wichtigften, den Kern der neuen Welt: onidauung bergenden Bücher wanderten auf den Inder und wurden io allen Jeſuitenzöglingen entzogen. Voltaire lettres philosophiques wurden am 4. Juli 1752, die „oeuvres' am 28. Februar 1753, Bayles

' Anton Buder, Geſ. Schriften von Kleifing, l, 144. *, Die Annalen der bair. Yitteratur (I, 39 f., 1781) drucken einiges daraus ab. Zgl. Beyträge zu einer Schul: u. Erziehungsgeich. Bayerns, 1778, S. 120 f.

126 Wiedergeburt geijtigen Lebens.

dietionnaire am 10. Mai 1757, Rouffeaus Emil am 9. September 1762 verboten. Andere teilten das gleiche Schickſal. Noch Hatten ja die Syefuiten das Unterrichtswejen ganz in Händen. Es werden mande Beilpiele erzählt, wie die Studenten heimlidy fi) die Bücher zu ver: Ihaffen mwußten, deren Inhalt fie nach allem, was zu ihren Öbren drang, reizen mußte. Erftredte ſich das Verbot der im Index ver: zeichneten Bücher aud) nur auf die Geiftlichkeit und ihre Schüler, }o lag an den plumpen Buchhändlern der Stadt die Schuld, daß nicht in ihren Läden für jedermann die Werfe norddeuticher, franzöjiicher und engliſcher Schriftiteller zu finden waren. Noch reifte feiner von den drei Münchener Buchhändlern zur Leipziger Meffe, wohin Augsburg Buchhändler Jahr aus, Jahr ein zogen. Die Beichaffung eines „aus- ländiichen” Buches war daher mit großen Koften und der Gefahr übler Nachrede verbunden. Aber das alles mußte niedergefämpft werden. Die höheren Unterrichtsanftalten mußten wie die niederen Schulen von Grund aus gebefjert werden, der Verkehr geiftigen Lebens ſchneller und fräftiger gehen. Schuſter und Schneider follen noch leſen lernen, war Heinrich Brauns Ausruf, und das wurde jchneller, als alle es ahnen mochten, erreicht.

Im Jahre 1764 gründete die Akademie die erſte Monatsichrift, die wirkliche Erfolge tragen ſollte. Bier Jahre gab fie diejelbe unter dem Titel „Baieriiche Sammlungen und Auszüge zum Unterriht und Vergnügen” heraus. Das Wort Unterricht ging voran und mußte voran gehen. Nur wenn man dieſes beachtet, kann man bei der Prüfung des fünstleriihen Wertes diefer Monatsſchrift gerecht verfahren. Und ſchließlich lag nicht im Erfolg jelbft, der fich überraſchend jchnell ein- ftellte, das befte Kriterium für die getroffene Auswahl? Gab dieler nicht den Serausgebern völlig recht ?

Wir verdanken Weltenrieders Gelchichte der Akademie, noch heute dem beiten Buche über die aufftrebende junge Pflanzitätte, die Nach— riet von den Männern, die diefe Sammlungen im Hinblid auf das Volk unternahmen. Obgleich Weltenrieder nun die peinlichite Genauig- feit gerade bei der Abfaſſung diejes ihm jo ſehr am Herzen liegenden Merfes beobachtete, fo jind ihm dod) bei der Erwähnung der afademifchen Monatsſchrift einige Verwechslungen mit untergelaufen, die bis jegt nicht beachtet find und immerhin hier berüdfichtigt werden mögen, weil fie den Anteil eines „ausländiſchen“ Schriftitellers an der Auswahl der Sammlungen nit unwahrſcheinlich machen.

Die erfte Monatsichrift. 127

In der Geichichte der Akademie (1784, I, 137) giebt Weitenrieder als erfterr Herausgeber der Sammlungen „Herrn Pieffel zu Straß: burg (Bruder des Herrn Chriſtian Fridrich)“ an, aljo ben Dichter Gottlieb Konrad Pieffel. Eben diefen „Herrn Pfeffel zu Straß- burg“, wiederum mit dem Zujag „Bruder unſers Chritian Fried: richs“) nennt er (S. 170) als Überfeßer von Macquers Abrege ehronologique de l’histoire ecelesiastique, zu der Peter v. Ofter- wald eine Borrede ſchrieb. Aus Baaders Lerifon verjtorbener bairifcher Schriftfteller (Augsburg, 1824, TI, 2, 251) und andern allerdings von= einander abhängigen Schriften geht nun zwar hervor, daß Weitenrieders zweite Angabe falſch und Chriftian Friedrich, gerade in jenen Jahren um die von der Akademie ausgehende Belebung der Geſchichtswiſſen— ihaften jehr verdient, der Überjeger ift. Immerhin ift diejes nad): drüdlicdhe Betonen des „Herrn Pfeffel zu Straßburg, Bruder des Herrn Ehriftian Friderich“ auffallend, und es bleibt die Richtigkeit der erften Angabe noch unangefochten.

Gegen fie ſprechen nun folgende Gründe: Somohl die Annalen der bairiichen Litteratur vom Jahre 1778) als auch Weftenrieder velbit im V. Bande feiner Bayriichen Beyträge (1794)?) nennen Ehriftian Friedrich Pieffel als Herausgeber. Die Angabe der Bairiihen Annalen, die von der Gründung und den Herausgebern der Monatsſchrift nur gleichſam im Vorübergehen Sprechen, dürfen wir nicht als unumftößlichen Beweis anjehen. Sie mochten Chriltian Friedrich Pieffel um fo eher als Herausgeber nennen ala er durch jeine zahl: reichen geichichtlichen Aufjäge mit den eriten Abhandlungen der Akademie Hets genannt wurde. Auch Weltenrieders Erwähnung in den Beyträgen kann leicht al8 ein Irrtum angejprochen werden, wenn man ſich jeiner Klagen erinnert, daß die Beyträge oft in fürchterlicher Haft und Ber drängnis entftanden feien und daß er heute oft nicht gewußt habe, mas morgen zum Druck befördert werden mußte. Für die Richtigkeit der

—— ——

1. Dieſes „un ſer Chriſtian Friedrich“ kehrt auch in Briefen öfter wieder. Eo ſchreibt 3.B. Weſtenrieder an den Hiſtoriker Pfeffel nad) Verſailles (4 Nov. 1783): „Ter Geiſt unſers Pfeffels (auch dieſen Namen geben wir ihnen oftmals) belebt unjere Verſammlungen.“ Abhandlgn. d. III. Klaſſe d. k. Akad. d. Wiſſenſch., IVI. Bd. IH. Abteil., ©. 142.

?) Annalen d. bair. Ritt. v. %. 1778, Nürnberg, 1781, Aufklärungsgeſchichte, &. 19.

2) Chriſtian Friedrich ift dort gemeint, obwohl nur ſchlechthin „Pfeffel“ gelagt ijt.

128 Wiedergeburt geiitigen Lebens.

Angabe, daß der Dichter Pfeffel der Herausgeber war, ſprechen ſchwerer wiegende Gründe, die ſich freilich nicht zum ſtrikten Beweis erhärten laſſen.

Zunächft: Weſtenrieder ſchrieb den I. Band der Geſchichte der Akademie, kritiſch ſein beftes Hiftorifches Werk, mit größter Gewifjen- baftigfeit und Ruhe. Im Mai 1783 erfundigte er fih noch dazu bejonders bei dem Weltpriefter Cajetan Adami, wer außer ihm an der Herausgabe der Bairiichen Sammlungen teilgenommen habe!!) Die Antwort Adamis ift, wie fat alles an Weſtenrieder Gerichtete, nicht erhalten ; fie ſcheint aber in dem vorliegenden Falle verarbeitet zu fein. Bedenkt man nun weiter, daß Weftenrieder in jenen Monaten, wo er mit dem Hiftorifer Pfeffel in Verſailles einen regen Briefwechlel unter: bielt, diejes bewußte „Bruder unſeres Ehriftian Friedrichs“ hinſchrieb, jo erjcheint ein Srrtum um jo unmahrjcheinlicher.

Betrachtet man fchließlich die Auswahl der Dichtungen felber, }o tritt nicht nur der Geſchmack Gottlieb Konrad Pfeffels deutlich zu Tage, jondern auch die auffällige Erjcheinung, daß ſämtliche Pfeffelſche Dichtungen nicht mit feinem Namen, jondern mit Nennung der Wochen: und Zeitjehriften, in denen fie zuerft veröffentlicht wurden, gezeichnet find. Die Dichtungen allein, die vordem in feiner anderen Zeitichrift erichienen, tragen jeinen Namen. |

Die einfachfte Löſung diefer Widerfprüche fcheint mir nun zu fein (da ein abjoluter Beweis nicht beizubringen ift), Chriftian Friedrich Pfeffel, dem Dtündyener Hiftorifer, die Rolle des Vermittlers, dem Tichter Pfeffel dagegen die des für die Auswahl verantwortlichen Heraus: geber3 zuzujchreiben. Damit läßt ſich dann aud) das künſtleriſch anſpruchs⸗ loſe, aber didaktiicdy ftrenge Programm der Sammlungen erflären, das diejen Charakter während des vierjährigen Beſtehens der Monatsſchrift nicht verleugnete, ſondern eher noch verichärfte, als ein Mann unter die Herausgeber trat, der mit organtatoriichem Talent zweifellos begabt, freilich auch recht nüchtern in Wort und That die ſyſtematiſche Hebung des Volksſchulweſens unternabin, der außerdem als Herausgeber diefer Sammlungen und !päterbin eigener Zeitichrirten dem moraliſch-didaktiſchen Element einen leichten Zuſatz von bayeriſchem Patriotismus gab.

NW an Adam in Yandibut, 1783 im Mai: . . „Alle ickreiben Sie mir mit der näbiten Bot, wer die bairiſchen Sammlungen beiorgt, und wie lange Sie Veh getban haben? x“ Wbbandlan. d. III Klaste dak Akad. d. Wiſſenſch., XVI 8», II. Abteil. S 127.

Heinrih Braun. 129

Es iſt Heinrih Braun, der Benediktiner von Xegerniee.‘) Seinem Orden, der in vornehmem, ſtets auf objektive Wiffentchaftlichkeit gerichtetem Sinne die Wolffiiche Philofophie und die größere Verbreitung der Bildung bedingende deutiche Spradye ala erſter Mönchsorden an: nahm,?) verdantte er Unterricht und Erkenntnis deifen, was dem Bolfe am meiften not that. Ihm war der Schritt in die Welt nicht verfagt wie den Jeſuitenzöglingen, denen eine Scheinwelt auf Fünjtlichen Etügen erbaut wurde. Was er gelernt hatte, mußte er wieder lehren. Es gaft nur den einfadhften, allgemein verftändlicdhen Ausdrud dafür zu finden, einen möglichſt Klaren Plan zu entwerfen und dem olfe nicht etwas zuzumuten, da3 e8 mit dem Mangel feiner Bildung nicht verftehen konnte. Hier liegt gegenüber den völlig mihlungenen Ber: tuchen eines Hieber der große TFortichritt, den Heinrich Braun that.

Im Frühjahr 1765 wurde er aus feinem Klofter Tegernjee ala Lehrer der deutlichen Sprady, Dicht: und Redekunft an die Akademie der Wiflenichaften berufen. Braun ift in vielem das Vorbild eines Lehrers. Mit zäher Ausdauer und rührendem Fleiße jeden bildung3- fähigen Keim zu pflegen, Lernbares geſchickt zu zerlegen verjtand er. Bo er Mufter fand, nahm er fie, zumal ihm eigene Schaffenskraft, gene Größe verjagt war. Gellert nubte er eifrig für jeine Mufter- briefe, Gottſched eifrig für die Sprach- und Dichtkunft,”) Ramler eifrig für die Ausbildung des Stils. Die engfte Verwandtſchaft beiteht woiihen ihm und Gottihed. Er Hat im Kleinen für Bayern geleitet, was Gottiched für Deutjchland leiſten durfte. Dabei zeigte er manche Sottichedifche Eigenſchaft: Nüchternheit und Doziermut, geipreiztes Weſen, Eitelfeit, Schmiegſamkeit und Prüderie auf der einen Seite, dagegen praftiichen Sinn, ehrliches Beitreben, das im Grunde nicht herzlicher Be- geiferung und wohlthuender Wärme ganz entbehrte, auf der andern Seite.

Beiden kamen die Zeitumftände felten günftig zu gute; in einer ondern Zeit, wo dem Volke nicht jeder Billen geiltiger Nahrung To

1) Über Heinrih Braun (1732—1792) vgl. Allg. Deutiche Biographie III, 5. M. Güdel, Heinrich Braun und die bayeriihen Schulen, Difjert., 1891. kadwig Wolfram, Heinrich Braun, Bamberg, 1892.

2 Bgl. über die bayerijche Benediktiner-Kongregation Sebaftian Günthner, Kid. der litterar. Anftalten in Bayern, II (1310), S. 250 ff.

’, Als der Reviſionsrat Xippert am 3. Aug. 1765 ein Eremplar von Brauns Zantiher Sprachlehre an Gottſched jchicte, jchrieb er u.a.: „Euer :c. dürfte fie au menigften mißfallen, weil fie eine Nahahmung der Ihrigen ijt.” Akademie dr Rifienjchaften, Eorrefpondenz pro anno 1765.

—9

130 Wiedergeburt geiitigen Lebens.

willfommen fein mußte, wären fie, die nicht® weniger ala fernige Ber- lönfichkeiten waren, in dem großen Strome untergetaudt.

In einigen Punkten ging Braun troßdem über Gottiched hinaus, und das war nicht zu vermundern, wenn man bedenkt, daß Gottiched damals, wo die deutjche Litteratur im Mittagsjonnenfchein des guten Geſchmackes ftand, von allen Seiten wie ein alter Uhu angefchaut wurde. Braun fah ein, daß er mit Bottiched das Verſemachen nun doch nicht (ehren konnte, jah, daB mit dem mechaniſchen Drill der Jeſuiten in der Rhetorik nichts erreicht wurde, und zog ala praftiicdher Schulmann die Folgerungen daraus.

Mas er im Einzelnen für das Schulmejen that, gehört natürlich nicht hierher, das Ergebnis war ein unverfennbares Aufitreben in Stadt und Land, ein Ergebnis, das nicht ohne den heftigen Widerftand des didköpfigen Volkes erreicht wurde und das uns noch ſpäter beichäftigen wird, weil e8 in der Dramatik der nächiten dreißig Jahre tendenziös als Motiv verwertet wurde.

Die Bairiihen Sammlungen, zur denkbar günftigften Zeit er: ſchienen, brachten mit einem Male die deutjche Litteratur auch in Bayern wieder zu Ehren, fie ftellten den nur gewaltiam zerrifienen Zuſammen⸗ bang zwilchen Norden und Süden ber. Die popularifierenden Bildungs- beitrebungen der Zeit, wie fie in Gellert und Pieffel zum familiären Bedürfnis geworden waren, leiteten die Herausgeber der Sammlungen. Unterriht (und Vergnügen)! Die Fabeln erzählten hübſche Sachen, aber die zum Leſen verwandte Zeit lohnten fie mit einer nüßlichen Wabrbeit. Erbauung und Bildung waren in ihr innig verjchmwiftert. Zu ſchlichter Natürlichkeit, launiger Erzählung trat leiie Rührung. Gellert war der herzlich geliebte, in perſönlichem Verhältnis zu jedem Leſer ſtehende Tichter Des deutichen Bürgertums. Er mußte zuerft und zu⸗ mein in Rechnung foinmen. tollte der Münchener. der Bayer wieder einmal empfinden. wie er ein Fleiſch und ein Blut mit den „Ausländern“ wer. In Gellerts Fabeln. die nicht nur in den Sammlungen ab- gedrudt. ſondern auch in den Bücherkatalogen der Münchener Bud händler in den nähen Nubren eifrig angezeigt wurden, und die dag Volt wie Wetterrteder und andere veritchern, mit mabrem Heißhunger los. um das zutioruie und moralüch didakttiche Flement zugleich zum Arddrudk. Neder Gellert foren sub die andern Fobeldichter in den Sormiangen zu Worte. Nor allen Yubtoer er naulitiikhere Schüler Bellzutd. Man Glerte Dugelert eier alerdiage michi mit ben

Die Bairijhen Sammlungen. 131

beiten jeiner Gaben, der wein: und meisheitfrohen horaziichen Lyrik, tondern mit behaglicher Moral, wie fie aus jeinen Fabeln fid) ergab, jerner Kleiſt, Lelling, de la Motte, weiterhin Fabeln aus den Bremer Beiträgen, aus moralifierenden Zeitiehriften u. ſ. w. Selbſt die jeichte Weisheit, die Stoppe, Treſcho und andere Dußendpropheten zu ver: fünden hatten, war nicht verihmäht. Sie alle bedeuteten ja geijtige Reglamkeit in mehr oder minder wertvoller Weije, ſie konnten mit ihrer buntichediigen Auswahl dem bayeriſchen, jagen wir zunächſt wohl richtiger dem Münchener Bolfe um jo deutlicher den herben Kontraft vor Angen führen, der fi) zwilchen dem proteftantijchen Norden und dein jejuitilch- fatholiihen Süden bei einer von Natur aus unleugbar gleich Starken geittigen Anlage des Volkes ergeben hatte. Die Fabeln waren indeljen nur ein verſchwindend Kleiner Zeil der Sammlungen. Gellert3 Vor— (dung von der Beichaffenheit, Umfang und Nuten der Moral wurde in ihnen zum erften Male gedrudt;') für andere moraliſche Stüde, ort mit riftlicher Färbung, dienten die zahlreichen Wochenſchriften als Cuelle. Aus dem Bienenftod, dem Chriſten in der Einfamfeit, dem Glüdjeligen, dem Magazin der Natur, Kunſt und Wiſſenſchaften, dem Hamburger Patrioten, dem engliichen Tatler wurden moralphilojophijche Abhandlungen entnommen. Dazwiſchen waren leichtere Erzählungen ans Pfeffels Neuen Beyträgen zur deutihen Maculatur (Frankfurt, 1766), us dem Zuſchauer, den Frankfurter Poetiſchen Verſuchen u. a. ein: gireut. Praktiihen Nuben verfolgten Aufſätze wie die Briefe über Inferziehung der Kinder, die Abhandlung von der Wahl der Haushof— mälter, in ein geiftig höheres Gebiet führte Popes Verſuch von der Kritil. Unmittelbare Bedeutung für die Pflege der Litteratur hatten he zahlreich mwiedergegebenen Oben, Lehrgedichte, Schäferidyllen und Ahnliches. Der Nordiiche Aufjeher, der Bienenftod, vor allem aber die

dremer Beiträge waren hier wieder eine reihe Fundgrube. Bon be:

Ianteren Dichtern finden ſich Cronegk, Drollinger, Gemmingen, Gellert,

Dageborn, Haller, Kleiſt, Leifing, Pope, Uz, Zachariae unter diefer

Battung. Geßners Idyllen fehlen natürlich nit. Weniger ftarf war

ie Satire vertreten. Neben Rabener fand ſich der Schwäßer Duſch

nit Beiträgen aus jeinem Reich der Natur und Sitten, ſodann wählten

be Herausgeber noch einige, natürlich vorfichtig ausgefuchte zahme

——

MI, 167 ff. Sie erſchien dann einzeln Leipzig, 1766. Goed. IV, 37. heiarich Braun druckte fie 1768 wieder in jeiner Sammlung von guten Mujtern ber deutihen Sprach-. Dicht: u. Redekunſt, II, 7 ft. ab.

98

132 Wiedergeburt geiftigen Lebens.

Satiren au8 dem Engliihen. Von den drei in den Sammlungen ab- gedrudten Dramen hatten das Schauspiel „Philemon und Baucis“ und das Schäferjpiel „Der Schatz“ Gottlieb Conrad Pfeffel zum (ungenannten) Berfafler, während das dritte Geßners Eraft war.

Eine ſolche im Zeitraum von vier Jahren gebotene Tyülle von Anregungen konnte nicht ohne Wirkung bleiben. Schon während des eriten Jahres ſandten bayeriſche Dichter deren Anonymität fich leider nicht mehr enthüllen läßt Beiträge ein.') Hier fand der junge von all feinen Mitftrebenden am reichiten begabte Ludwig Fronhofer zuerft Gelegenheit fih hören zu laffen. Für ihn war die Poefie anfangs viel mehr der Ausdrud feiner empfindungsreichen Innenwelt, als daß er fie um eines moraliſch-praktiſchen Zweckes willen gepflegt hätte. Erft allmählich verdichtete fich bei ihm das aut prodesse volunt aut de- lectare poetae zu einem Begriff. Fronhofers Dichtungen zunädjft ftand in ihrem fünftleriihen Werte die lÜberjegmmg aus Ovids Triftien, bie einer der Serausgeber der Sammlungen, der Weltpriefter Cajetan Adami,?) verfertigt hatte. Sie war in einem freieren Ton gehalten und verdient trog mancher ängftlidher Wendungen und Härten alle Anerkennung, zumal wenn man fie mit den barbarifchen Überjegungen vergleicht, die in dem nächſten Jahrzehnt lateinische Dramen durch Jeſuiten erfuhren. Heinrich Braun fteuerte als “Patriot einige Oden bei, Citerwald,°) jelbfit an der Auswahl der Sammlungen beteiligt, Ichrieb für fie „Gedanken über die beite Art, die Hajfifchen Schriften mit der Jugend zu lejen“ (IV, 578 ff.). Siubenten wie der

!) Zwei Jahre darauf ipricht dad Eburbair. Intelligenz-Klatt (Nr. 3 vom 19. Febr. 116%) bereit? von der „ionit ſehr jelten geweiten Seuche: das Authors Fieber genannt”. Es bittet um ein remedium specificam und unterjtügt zugleich Zterzingers Serenglauben Befämpfung, wenn es meint: „Inſoweit aber etiva auch die Nachtirauen. Allerauns, Irutten oder Unbolden einem geiheiden Mann einen Aurber Paroxismum anzuzaubern im Stunde find, wie dem Verlaut nad wirklich bon geibeben Senn Sell, erwarter man um Te viel ichleiniger ein er— giebiges Minel . . . War jo gerübrlich jab es freilich mit dem „Author: Fieber” nic: aus, und P. Ildepdons Kennedy fonnte dem Proiener Riedel nah Erfurt nech 1468 berichten, ar gute Bücher „rari nantes in gunrite vasto“ ſeien ‚Beier dd. 14. Wort 1768. Aktadem Vorreipondenz.!

*Caietan Adam:. geb. IN, Brorrer iu Bra bei Yandäbut, von 1775 bi 177 Tw. Ledrer und Inidetrer der Tripiatichuäen zu Winden Baader. I A—K), Sp.

Teiero Titereld. TIIS- 1m. Über idu Aug. Te. Biogr. XXIV, 55 - J. Gebe!e. Eeter 2. Diterwald. Munchen. IS.

Die Bairiiden Sammlungen. 133

ipäter in Salzburg lebende Joſeph v. Bernhandtsty,') damals jur. utriusque stud,, lieferten Gedichte, ſelbſt aus dem finftern Ingolſtadt tandte ein Rechtögelehrter einen Beitrag, der verjchiedenen Ungenannten gar nicht zu gedenten. So fproßten mit einem Male in einem Lande, das Meenichenalter hindurch brach gelegen Hatte, kräftige Keime auf. Die Wirkung der Sammlungen überftieg die Hoffnungen der Akademie. Namentlich in der Jugend regte fid) die Neugierde, die Dichter ganz fennen zu lernen, von deren Liedern und Fabeln ihnen Proben mit: geteilt waren. Wie ganz anders ladjte den Jungen hier die Welt ent- gegen ala in den jejuitiichen Zraftätlein, den frömmelnden Reimereien ihrer Schulmeifter! Es begann eine gefährliche Zeit öffentlicher und heimlicher Kämpfe, aus der ſchließlich das nationale Bewußtſein ſiegreich hervorging. Borfichtig ſuchten die Jeſuiten ihr Anjehen zu wahren. Sie gingen ſcheinbar mit der neuen Zeit mit. Schon 1763 hatte der Jeſuitenpater Mar. Mangold”) die neue Philojophie aber tapfer nad alter Methode bearbeitet. Als dann durd die vierjührige Wirk: ſamkeit der Bairiichen Sammlungen die Studenten ſich heimlich die alles enthaltenden Originalausgaben protejtantiicher Dichter zu verfchaffen nubten, da verftand fi) in mohlberechneter Kriegalift der Jeluitenpater Ignaz Weitenauer’) dazu, eine „Sammlung fürzerer Gedichte

Y Joſeph Bernhandtsky v. Adlersberg, geb. 1750 zu Nugsburg, geit. 189 zu Salzburg, wo er falt alle jeine Schriften mehrere in München auf: geführte Dramen find darunter —- veröffentlichte. Baader, TiA—K), Sp. 931. verzeichnet fie.

N Bgl. Beyträge zu einer Schule und Erziehungsgerhichte in Baiern, IS, ©. 86f.

3) Ignaz Weitenaner, geb. 1709 in Ingolſtadt, gejt. 1783 in Innsbruck. Senn er in der Vorrede zu jeiner Sammlung kürzerer [d. b. zum Teil verfürzter and gereinigter, Gedichte angiebt, er jei durch die „Wieneriihe Sammlung“ angeregt, aljo durh Michael Denis‘ „Sammlung fürzerer Gedichte aus den neueren Dichtern Deutichlands, zum Gebrauche der Jugend“, jo giebt einerjeits ion das von Weitenauer dem Titel zugejepte Wörtchen „meijtens“ ein viel— jegendes Belenntnis, andrerfeit3 ift bei dem deutich fühlenden Sined dem Barden feine jchlau erjonnene Lift, jondern innerfte Überzeugung als Beweg— grund zur Herausgabe neuerer deuticher Gedichte anzunehmen. Weiterraner dagegen rechtfertigt durch feinen Kampf gegen den die lateiniſche Sprache und ihre geiitloje Anwendung dur die Jeſuiten angreifenden Peter dv. Diterwald eine iolhe Auslegung, wie fie mit dem Worte Kriegsliſt gegeben ift. Vgl. Beyträge ja einer Schul= und Erziehfungsgeihichte in Baiern, S. 10675., 134. Ferner die Aufllärungsgeihichte in den Annalen von 1778. Zeine Werte bei Bader- Sommervogel, I, 8, 1051— 1059.

134 Wiedergeburt geiftigen Lebens.

meiltend aus nenern deutlichen Dichtern; ſammt einer Anleitung zu deutichen Verſen“ zu veröffentlihen. Zwei Bände erichienen davon „mit Erlaubnis der Obern” zu Augsburg, 1768. Gewiß flanden darin harmloje moralische Yabeln von Gellert, Tändliche Ybyllen von Geßner, Lehrgedichte von Uz, Fabeln von Lichtwer, Satiren von Rabener, Sinngedichte von Haller, Hagedorn, Kleiſt, ja jelbft Leſſing war mit drei Epigrammen vertreten; zumeist verftieg fich jedoch diefe Auswahl aus neuern deutſchen Dichtern auf die verflärten Höhen von Zrillers, Schwabes, Duſchs, Stoppes und Anderer Poefien, ja auf einem Halb: hundert Seiten diefer Sammlung fürzerer Gedichte ſtand des weiland kurſächſiſchen Hofreimichmieds Johann Ulrich von Koenig „Schäfergedicht auf die hohe Geburt eines churſächſiſchen Prinzen . . . im Jahre 1720* zur Bildung und Beſſerung des Geſchmackes abgedrudt (I, 193 ff.). Daneben waren von ihm ſinnloſe Sinngedihte, die von der Königlichen Wirtſchaft eines Dresdener Karnevala handelten, die die Geburt des zweiten kurſächſiſchen Prinzen begrüßten u. a. wiedergegeben. Damit hoffte der Jeſuit dem neuen Zeitgeift Genüge gethan zu haben. Diefer Geſchmack entſprach völlig dem feiner eigenen Gedichte, von denen übrigens feines der Sammlung einverleibt war. Noch 1765 Hatte er „Hundert Berge in hundert Sinnbildern de3 allerhöchften und durdhleudhtigften Erzhauſes Defterreich, mit zwanzig Sprachen ausgezieret” in Quartformat zu Freiburg im Breisgau veröffentlicht.

War es ein Wunder, daß die Kriegalift eines efuiten von jolcherum Geihmad verjagte und diefe Sammlung unbeadhtet ald ein „übe gerathenes" Werk liegen blieb? Nach dem Wirrwarr der rhetorifchemum Schulübungen, den lateiniſchen Reimereien, konnten diefe wäflerige- Poelten nicht Labſal und Erquidung fein. Die Jugend griff darum zu den Gellert, Haller, Hagedorn, Rabener, wo fie ihrer nur habhh werden konnte. Schließlih wandten jo berichtet die Aufklärung, + geichichte in den Bairifchen Annalen von 1781 die Jeſuiten in iu e Verzweiflung das Mittel an, ihren Schülern mit Gewalt die Büdge fortzunehmen,'!) die Widerfpenftigen einzufperren oder ihnen gar me ferneren Beſuch des Schulhaufes zu unterfagen! Durch ſelchen Zum mr wurden aber gerade die Belten zum Kampf getrieben. Die Eencrat=

N Ausfübrlicher darüber handelt der $ 17: „Gewalt geht für Nedt, ww = die Jeſuiten sehen das ein“ der Benträge zur Schul- und Erziehfungsgeihic 1778, ©. 151 FH.

Neue Kämpfe; Weitenauer; Sterzinger. 135

Lorenz Weſtenrieders reifte in diefen Jahren heran. Kampf wurde die Loſung der Zeit; von Männern der Wiſſenſchaft unternommen . forderte er nicht etwa nur die Pflege und Freiheit der Wiſſenſchaft, iondern er trug in Bürgerftuben und Bauernhäufer geiftige Güter, er rang da3 Volk aus alten Vorurteilen, aus Trägheit, aus unfinnigem Aber: glauben los, er rettete es nad) Kräften aus der ftumpfen Abhängigkeit von dem gewiflenlojen einem großen Teile des Klerus. Mönche ielbit Ichritten ala Bannerträger fühn in diefem Kampfe voran. Der Theatiner Ferdinand Sterzinger') zog in einer afademifchen Rede (1766) wider den Herenglauben und den mannigfadhen Aber: glauben zu Felde, den nur die Dummheit des Volkes und fanatiſch verbohrte Geiftliche jo üppig wuchern ließen. Sterzinger Rede rief eine Flut von gehäffigen Schriften und niedrigen Verfolgungen hervor, aber das Häuflein einfichtiger und ihr Volk liebender Männer ließ ſich dadurch nicht beirren. Als im nädjften Jahrzehnt der berüchtigte Bundermann von Ellwangen, Gaßner, in bayeriichen Landen wieder dad Volk in jeiner Unwiſſenheit und gedanfenlojen Leichtgläubigfeit zu betrügen unternahm, da entlarvte Ferdinand Sterzinger den gepriefenen Yunderthäter ala Scwindler, wiederum neuem Haß und neuer Ber: ſolgung ſich ausſetzend.

Der Gewinn der zehn Jahre, die auf die Gründung der Akademie jolgten, zeigte ſich nicht nur in Münden. Bon einem zweiten Mittel- punkte zog die Aufklärung des Volles immer weitere Kreiſe, über manchen toten Punkt hinmeggleitend, ſonſt aber anregend und belebend: m dem von mwundergläubigen Wallfahrern bejuchten Altötting gründete ver Weltpriefter Joſehh Franz Xaver v. Hoppenbidhl ?). 1765 eine Ge: vllihaft, die, nad) ihrem jpäter gewählten dauernden Site als „Sitt-

ij Ferdinand Sterzinger, geb. 24. Mai 1721 auf Schloß Lichtenwörth in Xirol, trat mit 19 Xahren in den Trden der Theatiner, legte 1742 die Gelübde ab, hielt ji lange in Italien (Ron, Bologna) auf, ward 1750 Brofeffor der Roraltgeologie in Prag, wirkte dann von 1753 an bis zu feinem Tode (IR. März 1786) in Münden. Er verband reiche Kenntnilje als Philoſoph, Theologe und Geſchichtsforſcher mit echter grömmigfeit, und fümpfte unerihroden gegen alle Heuchelei, auch mo fie von der Kirche begünjtigt wurde. Baader, Seriton verjtorb. bair. Schriftit., J, 1 (1820, ©. 249 f. ) Joſeph Franz Kaver v. Hoppenbichl, geb. 1721 zu Burghaujen, bejchäftigte nd als Beltpriefter anfangs nur mit der Seeliorge, wandte jich dann den Wiflen- haften zu. Er jtaıb 1779. Baader, I A—K), S. 523. Vgl. Reinhardftöttners Arbeit (2. 136 Anm. 1).

136 Wiedergeburt geijtigen Yebeng.

lichökonomiſche Gejellichaft zu Burghauſen“) befannt, viel zur geistigen und wirtichaftlihen Hebung Bayerns beitrug. Zunächſt nur den jchönen Kampf um das But der Mutterſprache aufnehmend, Ienkte fie bald ihren Einfluß auf fittlihe und vor allem wirtichaftliche Zuftände. Im Sabre 1773 ſprachen die „Materialien“ die Hoffnung aus, „es werde fich von Burghaufen aus der Beilt der Dultung, der Denkungsfreyheit, des philoſophiſchen Geſchmacks und der jchönen Wiſſenſchaften, ebenjo wie bisher des landwirthichaftlihen Studiums über ganz Bayern ver: breiten“.”) Solche Bedeutung maßen die Zeitgenoffen der Gejellichaft bei.

Näher auf die Einzelheiten der gewaltigen geiitigen Strömungen jener Zeit einzugehen, tft Hier natürlich nicht am Plate. Sie müßten im BZujammenhange mit allen Ericheinungen und Tyortichritten im Staats- und Wirtſchaftsweſen, in Wiffenichaft, Kirche und Gejellichaft die noch immer fehlende Aufklärungsgejchichte Bayerns ausfüllen. Bier müffen die jEizzenhaften Andeutungen genügen, die ja das plößliche Entjtehen einer eigenen Litteratur oder wenigjtens eine von Jahr zu Jahr wachſende Vorliebe weiterer Kreife für die Litteratur zu begründen verſuchen. Mit einem Male ließ fid) natürlich die Befreiung eines ganzen Volkes nicht erreichen, und e8 war in manche Gegenden nod fein Licht gedrungen, als die jejuitiiche Reaktion unter Karl Theodor faum Erworbenes wieder zu vernichten drohte. Aber es war dod) eine gewiſſe Empfänglichkeit und ein lautes Bedürfnis nad) geiftiger Nahrung erreicht, und das bedeutete viel gegen die Dürre und Unfruchtbarkeit, mit der fih das Bürgertun zuvor in geiftiger Hinficht begnügt Hatte. An diefem Erfolge waren außer der Reform des ganzen Schul: und Erziehungswejens und den andern von der Akademie geleiteten Neuerungen die Männer ehrenvoll beteiligt, die dem ermwachenden Intereſſe an allen ragen des öffentlichen Lebens mit der Gründung und Leitung von Zeitungen, Wochen: und Monatsjchriften entgegenfamen und auf dieſe Weiſe manchen für fih gewannen, der aus Gleichgültigfeit oder andern Gründen bisher in jeinem alten gemächlichen Gang verharrte.

Die „Münchener Zeitungen von Kriegs-, Friedens- Staats: und andern Begebenheiten ins und außerhalb Landes“, die jeit den Tagen

U Bgl. Karl v. Reinbarditöttner, Die Sittlich-ökonomiſche Geſellſchaft zu Burghauien 13765--1802\, Forſchungen zur Nultur: und Yitteraturgeichichte Bayerns, III 11895), S. 48 191.

> Goblbrenners Materialien des Intelligenzeomtoirs, 1173, S. 44.

Zeitungen und Zeitſchriften. 137

Karla VII. in der Vötteriſchen Buchhandlung wöchentlich zwei-, dann dreis, endlich viermal in einem Leinen ſchmutzigen Oftapblatte erjchienen, tonnten mit ihrer geringen Auflage 250 Eremplare ') und mit ihrem dürjtigen Inhalte weder ein Spiegelbild der öffentlichen Meinung ſein noch einen bildenden, erzieheriichen Einfluß auf das Volk ausüben. Rielleiht darf man von einer öffentlihen Meinung in den vierziger und fünfziger Jahren überhaupt nod) nicht ſprechen. Sie begann fid) allmäblid) zu bilden in dem Maße, wie der Einzelne auß dem engen dumpfen Alltagsgetriebe feines Handwerks hinauswuchs und Anteil nahm an den fittlihen und geiftigen tyragen, die von den Vorkämpfern der Aufklärung aufgeworfen wurden. Hier it das Jahr 1766 von Bedeutung, in dem der Hoffammerrat Johann Franz Seraph v. Kohlbrenner’) die ein Jahr zuvor bereit® von der Akademie geplante Gründung der „Churbaieriſchen Sintelligenzblätter" vollzog. Kohlbrenner war dazu der geeignetite Dann. Er hatte fih durch die Beihäftigung mit dem Salz: und Holzwejen in Oberbayern, jodann in jeiner Stellung ald Maut: und Kommerzienrat reihe ftaatswirtichaftliche Kenntnifje erworben und konnte aus eigener Erfahrung den Neuerungen zuſtimmen, die auf Hebung des in ganz Bayern arg vernadhläfligten wirtichaftlichen Lebens abzielten. Dazu fam, daß er als umjichtiger, unermüdlicher Arbeiter perjünliches Intereſſe für rein geiftige Angelegen: heiten bejaß und in feinem neu gegründeten Blatte nad) beiden Seiten hin eine reiche, erſprießliche Thätigfeit entjaltete. Kohlbrenners ntelligenz: blätter begleiteten ermunternd jeden Schritt vorwärts und regten dort an, wo nichts ſich regte. Keine Frage war zu Klein und zu unwichtig, ala daß fie dort nicht, verjprad) fie Erfolg, erörtert wurde. Der Bildung und Aufklärung des Einzelnen wie der Geſamtwohlfahrt wurde in einer vom lehrhaft Moraliſierenden völlig freien Weile Beachtung geichentt. Was alt und thöricht war, wurde verjpottet. So mußte jid) aud) der

So beridtet Hübner, Beihreibung von München, II (1805), <. 417.

”: Johann Franz Seraph v. Kohlbrenner, geb. 1728 zu Traunſtein, fam 153 nah Münden, Hoflammer-, Maut: und Kommerzienrat, jtarb 1783. Seine Schriften verzeichnet Baader, I (A—K), Sp. 606 ff. Belonders bemerkenswert eriheint der Verſuch Kohlbrenners, an Stelle des üblichen Nojenkranz: und Litaneibetens den Kirchengejang nad protejtantiihem Vorbild einzuführen. Ju dieiem Zwede gab er heraus: Der heilige Geſang zum Gottesdienjte in der rõmiſch⸗katholiſchen Kirche (1777. Nur der Tod Mar Rojephs ließ diejen ebenjo irendig begrüßten, wie vorurteil3voll-gedanfenlos bekämpften Verſuch mißglüden.

138 Wiedergeburt geiftigen Lebens.

arme Matthias Ettenhuber,') für den die verjüngende, herzlich erquidende Kraft diejer neuen geiftigen Strömung zu jpät fam, mit feinem ſchier endloſen Wochenblatt in Reimen ſpöttiſch abfertigen laſſen. Kohlbrenners ntelligenzblätter und die von der Akademie be- ſorgten Bairiſchen Sammlungen fanden Nachahmung. Heinridy Braun ließ, ein glüdliches Gegengewicht gegen Weitenauers Auslefe, „zur Beförderung des guten Gejchmades in Oberdeutichlande” eine „Sammlung von guten Muftern in der deutichen Sprach-, Dicht: und Redekunſt“ in acht Bänden ericheinen (1768), es folgte 1769 „Der Batriot in Baiern”, die erfte „innländiſche“ Wochenſchrift, 1773 Tieß Kohlbrenner jelbft als Ergänzung feiner Intelligengblätter die inhaltsreichen, wirfungs- vollen „Materialien für die Sittenlehre, Literatur, Qandwirtbichaft, zur Kenntniß der Produkte und für die Gefchichte alt: und neuer Zeiten“ ericheinen, es tauchten Pläne auf, eine Zeitjchrift „Der Theaterfreund“, Ipäter eine Litterar- und Kunſtchronik an der ar zu gründen, unter: deſſen war Weitenrieder auf den Kampfplatz erjchienen, alte Anregungen zulammenfafjend, felbft in unermüdlichem Fleiße thätig, zu neuen Zeit: ihriften und zur Reform der beftehenden wie der unfcheinbaren Staat3- und gelehrten Nachrichten -— anfpornend. Über all dieje Wochen: und Monatsſchriften, ihre norddeutihen und engliichen Vorbilder, ihre Einrihtung und Mitarbeiter, ihre Wirkung und ihr Schidlal joll eine eigene Studie das reiche zum Zeil aus Archiven gewonnene Material ver: werten. Es wird damit zugleich eine zufammenhängende Darftellung der Entwidlung des Münchener (dann bayeriichen) Zeitungs: und Zeitichrif: tenwejens von den eriten Anfängen bis ins 19. Jahrhundert möglich Jein. Seit dein „Patrioten in Baiern“ (1769) nimmt die Beiprecdyung des Theaters, ſowohl der Leiltungen der Schaujpieler als der Dramen, von Jahr zu Jahr einen größeren Raum in den Zeitjchriften ein.

N Matthias Ettenhuber Etenhueber, geb. 110 zu Münden, von Jejuiten erzogen, furbaneriider Dofpoet, gab von 1159 big 1177 dag „Mündneriiche Wochenblatt in Verſen“ Der poetiihe Jeitungsfabrifant) heraus, eine meijt in Nlerandrinern gereimte Chronif alles irgendwie Intereſſanten und Unintereilanten. An Ettenbuber ging zweifellos eine ihöne Begabung jümmerlich in der Erziehungs: und Zuchtloſigkeit feiner Zeit zu Grunde So findet ich bei ibm trog aller entieplichen Neimerei und Zeichtbeit, ja jelbit unſchönen Bettelei echte Empfindung und dichteriiche Anicbauung. Er jtarb im Elend 1782. Seine Schriften ſ. Baader, I A—K\, 153-155. gl. den ausführliben Aufiag Neindbarditöttners „Der furiüritl.-baieriihe Poipoet Wattbiad Ctendbueber“, verihungen zur Kultur: und Yitteraturgeichichte Banerns, I ISIN, S. 1-68.

Ettenhuber; neue Wochenſchriſten. 139

Die im PVorftehenden angedeuteten Umwälzungen auf geiftigem Gebiete, überall im täglichen Leben, in Kirche, Schule und Haus bemerkbar, hatten auch die Möglichkeit einer Bellerung der elenden TIheaterverhältnifje geihaffen, ja fie forderten fie dringend, und jo hieß die Sehnſucht, dem Volke auch hier möglichſt früh Gutes zu geben, einige Afademiker auf Mittel und Wege finnen. Eine ftehende Bühne, die Pflege des deutſchen regelmäßigen Dramas e3 war die lebte und nicht geringfte Ruhmesthat der Akademie, ein Verſuch, den fie als Ehrenpflicht betrachtete und der wider aller Erwarten jchnell glüden jollte.

VII. Entſtehung nnd Entwicklung der Kationalſchaubühne.

A. Vorliebe des Hofes für Muſik; Graf Seean Intendant der Oper und des Schaufpiels; erfier verſuch des Hofes, eine Achende Kühne zn errichten (1765).

Nicht im Kampfe mit dem deutſchen Schaujpiel unterlag in München franzöſiſch-höfiſche Kunſt. Auch nationale Rückſichten werden es nicht gewejen fein, die den ſonſt jo national empfindenden Kurfürften Max Joſeph beftimmten, die franzöfilhe Truppe abzudanken, fondern einmal die Rüdfiht auf die jchwer belafteten Finanzen, die auf die Dauer eine eigene Hojtruppe neben der Eoftipieligen italienischen Oper nicht geitatteten, jodann die wichtige Thatſache, daß Max Joſeph ſelbſt viel mehr ein Freund der Muſik ala des Schaujpiels war. So modhte er jelbft leichten Herzens eine Gewohnheit aufgeben, die ihm mehr Mode und höfiſche Konvention als perjönliche Vorliebe eingegeben hatten.

Die Muſik fand eine alte ſchöne Sitte am Hofe der Wittels- bacher von jeher eifrige und verftändnispolle Pflege.) Mar Joſeph ließ Jih von jeinem Kapellmeilter Andrea Bernasconi (1712 1784) noch als Kurfürft im Kontrapunfte unterridten. „Er war ein treff: licher Tonkünſtler,“ ſchreibt Echyubart von ihm, ”) „er jpielte die Viol de gamb als Meiſter, ſtrich in jeinen meiſten Conzerten immer Die Bioline mit.” Mühmensmwertes von jeinen Kompoſitionen cin Stabat mater ragt unter ihnen hervor weiß Burney zu berichten. °) In den fürftlichen Gemächern der Münchener Refidenz war die Kammer: muſik heimiſch. In ihnen Ipielten der Knabe Wolfgang Mozart und jerne Schweiter Maria Anna, als jie 1762 den eriten Ausflug mit ihrem Bater nah Münden macdhten.*)

N Rgl. Chr. Dan. Friedr. Shubarts Ideen zu einer Hitbetit der Tunfunit, brög. vd. Ludw. Schubart, Wien, 1806, Kapitel! Pialz Banerihe Schule, <. 121 ff.

» Ebenda, S. 123.

>) Eharles Burnen, Tagebuch einer muitfaliichen Reiie. . . 1772, IL, 94 ff.

Otto Jahn. Mozart, 1 22.

Borliebe des Hofes für Muſik. 141

In dieſer feinfinnigen Pflege edler Mufif hatte Mar Yojeph an jiner Schwefter, Maria Antonia Walpurgis (1724—1779), der Kur: fürftin von Sachen, eine unermüdliche begeifterte Genoffin.') Ihr mochte 8 zu danken jein, daß die italienifche Oper am Münchener Hofe im weiten Drittel des Jahrhundert? eifriger wie zuvor gepflegt wurde; *) fte mar eine leidenfcaftliche Freundin gerade italieniſcher Mufik, komponierte ielbit Opern und Santaten und trat in den Hofaufführungen in ihrer eigenen Oper auf. Von der römijchen Arcadia. einer mufifaliichen Aademie, war fie zum Ehrenmitgliede ernannt und ihr der Schäfer: name Ermelinde Talea gegeben.

Dieje jelten begabte Fürftin, die außerdem in franzöfiſcher und lateiniſcher Sprache dichtete, nahm auch am Aufleben ihres VBaterlandes inneren Anteil. Sie unterjtüßte während eines vorübergehenden Aufent- hbaltes in München ihre Landsleute Lori und Linbrunn und ermutigte fie in ihren Plänen zur Gründung der Akademie. Und als fie jpäter dauernd in Dresden lebte, vergaß fie ihrer Heimat nit. Dem treff- lichen Michael Huber, in deſſen Haufe fpäter Schiller u. a. aus- und eingingen, wußte fie in Leipzig eine Profeſſur für franzöſiſche Sprache und Dichtkunft zu verichaffen.

Unmittelbaren und tieferen Einfluß auf das mufikalifche Yeben bei Doje gemann weil dauernd in Münden der Better Max Joſephs, der Herzog Klemens Franz de Paula’) von Bayern (1722 bis 1770). Er galt als tüchtiger Kenner italienischer Litteratur und Mufik,“) wurde gleid) feiner Coufine in die römische Arcadia auf:

ı: Bali. Karl dv. Weber, Maria Antonia Walpurgis, Kurfürjtin zu Sadjien, Tresden, Zeubner, 1857. 2 Bde. M. Fürſtenau, Zur Geſchichte der Muſik und des Theater? am Hofe zu Dredden, II (1862), S. 183 fi.

2Prölß (eich. des Hoftheaters in Dresden, €. 154) erzählt von ihr, daß ie, Die gefeierte italieniiche Sängerin und zsreundin italieniiher Muſik, die für die eigentümlihe Schönheit von Glucks Mujif fein Verſtändnis gehabt habe, dennoch jo getjtig bedeutend und vorurteilslos geweſen jei, die Aufführung des Orpheus in Münden gegenüber den vom Theater: und Orcheiterperjonal gemachten Schwierigkeiten durchzuſetzen.

"; Klemens Franz de Paula, Herzog von Bayern, Enfel Mar Emanuels, Großmeiſter des Michaelordend. Er gehörte dem von jeiner Couſine Maria Antonia gejtifteten Orden der Yreundichaft oder der Sejellichaft der Inkas an. Sat Tberbaner. Ardiv, XXXI, S. 311 ff.

* Bgl. Reinharditöttner, Uber die Beziehungen der italien. Litteratur zum bayer. Hofe, Jahrbuch, I, 155 F. Riggauer, Eine Medaille auf Herzog Klemens ꝛc., Jahrbuch. III. 220—224.

142 Entftehung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

genommen und zwar unter dem Namen Noricius Aretujaeus auf Grund jeine® Dramas ,‚L’obedienza di Gionata‘.') Sein Lehrer war jener ale Freund Agnellus Kandlers und Eujebius Amorts bereits ge— nannte Andreas Felix dv. Defele (1706 1780), der auf weiten Reiſen duch Frankreich und Holland mit Welt und fremder Litteratur und Philofophie ſich vertraut gemacht Hatte, und dieſe Segnungen eines Aufenthalts in fremdem Lande auch feinem Zögling zu teil werden ſah, als diefer ange Jahre in Italien lebte. Herzog Klemens Franz war die Seele der italienischen Muſikpflege in München; er jelbft beiaß eine reihe Sammlung von Bartituren,?) und war vermögend genug, auf feine eigenen Koften italieniiche Sänger und Sängerinnen nad) München zu berufen. So ließ er 3. B. 1765 zu den prunfoollen Hochzeitäfeier: lichkeiten, die die Aufführung von Bernasconis Semiramis brachten, die Sopraniftin Anna Maria de Ferrandini eigens aus Badua fommen.’)

Rom Jahre 1753 an nahm die italienische Oper in Münden den Aufichwung zu ihrer legten bis 1787 reichenden Epoche; am 12. Oktober 1753 nämlich fand die Eröffnung des „Teatro nuovo presso la resi- denza“ ftatt, des heutigen Refidenztheaters, einer Schöpfung Franz Cuvilliers, der bereits durch die Quftichlöfler im Nymphenburger Parf bewiefen hatte, wie jehr er dem graziös-heiteren Sinne jener Türftlichen Hofhaltungen finniges Verſtändnis entgegenbradhte.

In demielben Jahre aber war auch ein Dann an die Spitze des höfiſchen Theaterweſens getreten, der jchon kurz genannt ift, Graf Seeau. Zunädit mit der Pflege der Hofmuſik betraut und icheinbar aud) ver: ſtändnisvoll für die italieniidhe opera hufſa. judhte er mit den Wand: lungen der Zeit ichlau mitzugehen und begegnet uns von nun an auf Schritt und Tritt. Joſeph Anton Johann Adam Dismas Graf v. Secqu. geboren am 10, September 1713 zu Linzt) als Sohn Di Braten Anton Nicolaus Franz Xaver v. Sceau und feiner Gemablin Warie Sulanne Euſĩebia. ach. Baronin v. Slagenegg, °)

"Dar un? Staatobdidt. Wunden. Cd. ital. XX. Tier DaukArdin. Wit: Rerlañenichaft 8 Derze a8 Siemens 1142/85, errditr ein Verzeicdnis einer großen Anzade von Opern und Tratorien Rartituren. XS Kreilterdi vendodun. Das Gedrerdoe! ux verdanderd der Angade Na verrn Dr Traumann. Tai zer aut den Wien bay. Bere 22 03 Xerdtarchdivẽ bervor, =. der Tardem vn Sem Stmim Won Arza Wurbara Übarlottc Turin geaztam I Witiis au’eran:nsan IS mare ame, Auguſt 1736

“au m

Graf Secau. 143

entitammte einer in dem Salztamınergute des Landes ob der Enns anfäſſigen Familie, deren Mitglieder ſich faft in ununterbrochener Reihenfolge Berdienfte um das Hüttenwelen und die Waſſerbaukunſt erworben Hatten; im Jahre 1682 wurden bie Seeaus in den Reichs— treiherrnftand und 1699 zu Reichsgrafen erhoben.) Nach dem öfter: reichiſchen Erbrolgefriege, in dem ein Graf Seeau dem bayerijchen Kur: bauje wichtige Dienfte geleiftet hatte,”) fam ein Zweig der jüngeren Linie nach Münden, wo auch Graf Joſeph Anton erzogen zu jein iheint.e. 1735 wird er zum furfürftlihen Kämmerer ernannt,”) am 1. Juli 1751 zum „Gentilhomme bei der teutjchen Jägerey“.“ Vorher hatte er fich (1745) mit Maria Anna Gräfin von Gatterburg, die nem reichen Geſchlechte auf Rötz in Mähren entitammte, vermählt.’)

„In Aunſehung feiner zur gnädigiften Zufriedenheit geleifteten an: Händigen Dienfte, dann... . feiner Jonftigen bejigenden bejonderen Eigenſchaften“ wurde er am 14. April 1753 durch furfürftliches Defret zum „Intendanten von dero jammentl. Churfürftl. Hof:Music vnd Spectacin” ernannt.) Worin die bejonderen Eigenjchaften und anftän-

in da3 bochadelige Kapitel des Kaijerl. freiweltlihen Stiftes Niedermünjter zu Regensburg aufgenommen, da fie „ehelich, Ritter: und Stüfftsmeſſig gebohren, auch keine Leibsgebrechen auch heimliche Zueſtände“ Habe.

1) Ziebmaders großes u. allgem. Wappenbud, neu hrg. v. Dr. Otto Titan v. Heiner, Nürnberg, 1856, I, 1, 21. Genealogiſches Taſchenbuch der dtich. gräjlL Häujer auf d. Jahr 1842, Gotha, Pertded. Mar. Sripner, Bayeriſches Aelärepertorium, 1880, ©. 289.

3; Audbhart, a. a. O. S. 134, Anm. 9 jagt: „Graf Seeaus Vater hatte im oeitr. Erbfolgelriege das Salzlammergut jammt allen Kafjenvorräthen den ein: dringenden Bayern übergeben und nachdem die Defterreicher zurückkehrten, von dieien als Hochverräther erklärt, jich geflüchtet; nach dent Frieden zog er mit kiner Familie nah Münden.” Am 17. Mai 1705 war ein Graf Seeau derielbe als „directenr des finances“ mit den Kaijerlihen Truppen in München eingezogen. Heigel, Quellen u. Abhdlgn. 3. neueren Geſch. Bayerns, 1884, £. 1797. Anm. 7.

2) Als furfürftl. Kämmerer in Nymphenburg vorgeftellt am 6. Aug. 1735, Tetret (Reichsarchiv) außgefertigt am 4. Nov. 1735.

*) Kgl. bayer. allg. Reichsarchiv, DekretenSammlung, Band XLI, Max 3oi. IH., 1751/58.

5) Kgl. bayer. allg. Reichsarchiv, Seeau Alten. (Berjonen:Select.) Sie kırb am 4. Juli 1787. (Reichsarchiv, Maria Anna dv. Seeau, ihr Teſtament 1183 u. 1787 bett.)

%) Als folcher erhielt er jährlih 1000 fl. Kgl. baver. allg. Reihsardiv, Ter.-Zammig., XL.

144 Entitehung und Entwidlung der Nationalſchaubühne.

digen Dienite beitanden, wird ſich nicht erraten laſſen; daß es Hof: dienfle rein perjünlicher Natur waren, ıft am wahricheinlicäiten. Bon vornherein jedoch möchte ich einem Urteil, wie e8 Rudhart abfällig und kritiklos nachſpricht,) begegnen. Es ift ein billiger Spott, die Urteile einiger Zeitgenoffen Seeaus, die recht ungünftig klingen, zu wiederholen, dagegen andere, ruhig lobende Stimmen zu überhören.

Das Urteil der „medilanten Welt”, wonah Seeau nur zum Intendanten ernannt fer, weil er der einzige Kavalier bei Hofe war, der einen Steyriihen auf der Violine }pielen fonnte, war eben das Ürteil der medilanten Welt. Und jene Schilderung eines Zeitgenoffen, wonach Seeaus Leben „une suite d’aventure‘‘ geweſen jei, iſt eitel Rederei. Ein Intendant, der faft volle fünfzig Jahre in München die Leitung der Hofbühne und jpäter einer vom Hof fundierten Privat- bühne in Händen hatte, deſſen Gemädjlichkeit ſchließlich zu fürchterlicher Unordnung in allem, was zur Bühne gehörte, in Garderobe, Defora- tionen u. dergl. führte, der eher frühzeitig den Anblid eines originellen Mummelgreijes madte, ıft eines Lebens, da eine suite d’aventure genannt werden könnte, nicht zu bezichtigen. Er habe mehrere für ihn gerade nicht rühmliche Duelle ausgefochten,’) will man das ein Leben von abenteuerlihem Nacheinander nennen? Er jei ein Lebe- mann geweſen, ein Freund von gutem Efien und Zrinfen, er babe eine Ichnurrige Figur und eine fchnurrige Art zu reden gehabt (sa figure etait une curieuse carricature, ainsi que sa facon de parler), will man damit den Intendanten bewerten? Als ob nicht troßdem ein tüchtiger Intendant denkbar wäre! Nach jener franzöfilchen Schilderung jcheint der Graf Seeau gezeichnet, den Martin Schleich als unwahre Karikatur in jenem altbürgerlichen „Charafterluftipiel“ „Bürger und Junker“ Hinftellt, während die geichichtliche Betrachtung dem Intendanten manchen jympathilchen Zug leihen darf, ohne darüber die unglaublien Zuftände des Bühnenweſens der neunziger Jahre zu - vergellen. Die Unfähigkeit Seeaus in den päteren Jahren ſoll durchaus nid;t bejchönigt oder vertufcht werden; es iſt nur nötig, einzelne Licht:

1) Rudhart, a. a. O. ©. 134.

2) Die Alten berichten, allerdings in fürchterlicher Umſtändlichkeit, nur von einem. Rudhart hat daraus dag Wichtigſte veröffentlicht in einem Auflage: . Münchner Leben vor hundert Jahren, Heimgarten, Jahrgang 1864, Nr. 11, . S. 171ff.

Stellung des Grafen Secau; Augsburger Pläne. 145

partien dem Gemälde einzufügen, das fi) ohne Überlegung leicht ſchwarz in ſchwarz ausführen läßt.

Zunädjft war es nur die Stellung eines maitre de plaisir, die Seeau gleich den Intendanten anderer Höfe auszufüllen hatte. In den zahlreichen „Bauernhochzeiten“, die das höfiſche Leben im Karneval mit fich brachte, hatte Seenu die Rolle des Hochzeitladers, d. h. deſſen, der das bäuerliche Feſt überwacht und leitet, den Zug anführt, die Reden anjagt u. |. w. Seine Stellung als Intendant beſchränkte fid) jeldftverftändlich nur auf die italieniiche Oper, nachdem das franzöfiiche Schaufpiel eingegangen war. Für fie wandte er Fleiß und Aufmerf: ſamkeit auf, fie fuchte er dur möglichſt reiche Mittel äußerlich glänzender und lebensvoller zu geitalten, eine Thätigfeit, die ihm das Wohlwollen des Hofes nur feiter fichern konnte.

Als dann neben der italienischen Oper das beutiche Schaufptel ſchüchtern um Anerkennung warb, ftellle er fid), ohne die Gemißheit eines künſtleriſchen oder finanziellen Erfolges zu haben, ſei e8 auch nur mit der Abſicht auf dieſe zweite Möglichkeit an die Spitze der Bühne. Dort werden wir ihn des öfteren zu hören haben, ohne ihm Anerfennung verjagen zu dürfen.

Der erfte Schritt, den Graf Seeau über die engen Grenzen feiner Hofttellung hinaus that, geihah im Jahre 1761 während der Abweſen— heit des Kurfürften von München. In einem perfönlichen Schreiben vom 4. März bat er den Augsburger Magiftrat, ein oder zwei Monate in Augdburg Opern aufführen zu dürfen, mit der Begründung, dadurd) „towohl die Tänzer alß andern zur commedie gehörige PerBohnen in beftändiger ybung erhalten“ zu fünnen.‘) Seinem Vorſchlage, auf

1) Stadtarhiv Augsburg, Alt: Opern, Wr. 2, 1734—17175. Schreiben Seenus dd. 4. März 1761; e3 hat folgenden Wortlaut:

Hoch Wohl Gebohrne Hoch zu Ehrende Herren Statt Pilegern.

Ta Ihro Ehurfürftl: Trit: mein gnädigjter Herr einige Zeit auſſer Dero Retidenz ſich auf zu halten gemwüllet find, mir aber alß directeur des plaisirs obliget, jomwoHl die Tänzer al andern zur commedie gehörige perkohnen in beitändiger bung zu erhalten, welches bei) jelbit befannten umbjtändten dahier eine Zeit lang nicht geichehen fhan, alß erkuehe Eur Hochwohl gebobrn mir daß vergniegen zu gönnen, und zu erlauben, daß ih mit dißen leuthen 1 bil 2 monathen, nad oftern auf dem theatro welches von löbl: Reichs Statt Augipurg dennen Jehuiter Ichiielleren erbauet worden einige opern buffa auf—

10

146 Entitehung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

dem (1741 von dem Regensburger Schottenpater Bernhard Stuart erbauten) Theater der Jeſuiten jpielen zu dürfen, fonnte nicht ent- ſprochen werden, doch zeigten fich die Deputierten zur Meifterfingerzunft, die in Augsburg mit dem Hate über Schaufpielgefucdhe zu entjcheiden hatten, ſonſt jehr geneigt. Seeau betrieb die Angelegenheit um jo energilcher, al das Gerücht von einem bevorftehenden in Augsburg zu haltenden Friedenskongreß umging. Theatraliſche Zerftreuung hielt er bei jo wichtigem, jchmwierigen Werke für „absolute nöthig” und wußte deshalb manche Schwierigkeiten leiht zu überwinden. Neben ihm bewarben ſich natürlich aud) andere Direktoren auf jolde gemwinn: verjprechende Kunde hin. Der Prinzipal Matthias Wittmann, eine Truppe Tranzöftich-turiniicher Stomödianten und Franz Gerwald von Wallerotti jtellten jich bittend ein. Mit dic-jem, der wieder mit der Empfehlung einer Ercellenz, des Barons v. Pettendorf, ausgerüftet war, machte Seeau Turzen Prozeß, indem er ſeltſamerweiſe erklärte, daß der „unter jeinem departement zu München ftehende Walferotti nicht willens noch viel weniger berechtigt jei, Ti) des erhaltenen Vor— ſpruchs zu bedienen“.) Wie viel Wahres an beiden Punkten war, fügt fich nicht mehr beftimmen, zumal auch von Wallerotti Feine Widerrede vorhanden ift. Mit den franzöftich:turiniihen Komödianten ſollte er nad einem Ratsbeſchluß vom 11. Juni?) abwechſelnd in dem obern Salzitadel ipielen. Natürlich behagte dieſer für elende Wander: truppen gang und gäbe Schauplag dem an die Räume des Münchener Reiidenztheaters gemwöhnten Grafen nit, und er entichloß ſich der „ditinanirten Zuſchauer wegen” zu dem Neubau eine Opernhaujes,

füchren Könne. Tero, und eines gekamımten Hoch Nöbl: geheimen Raths gekünnunaen gegen ales war zu befürderung deß Dienſtes meines gnädigiten Horrn gereichet. laſſen mid an genciater willlabr nit zweitlen, zumahlen, da id dor Me untadelhañte conduitte Diner leutbe, und weitters zu al möglich qegenaetälis!deten mid uerbinde,. anden mit aller Dodabtung verbarre Euer Hochwodlgebodrne Verre tres hamble et tres Munden Sen 4: Warm obeissant serviteur riol. Joseph comte de Seeau m. p.

Stadtardo:d Augsburg. ederda. Tradutt Ir. 18.

* Tieio un) Me ſolgenden Angaben fin> den „NWattärrotofollen d. freyen Reichditad; Nuypdarı”. anno Kiel. entnommen. Stßungen nom 16. V. S. 302), IV S. RRabO. MV .ZMVYNVL E38, 18 TI 2387, 24. und INT. Tor

Neues Opernhaus in Augsburg. 147

dad auch zur Ausführung kam.) Aus Münden ließ der Intendant Garderoben und Dekorationen nad) Augsburg Ichaffen,?) da traf die Rachricht von dem Scheitern des TFriedenskongreiles ein. „Au befonderem Egard“ geftattete man ihm nun, einige „theologijche und moralifche Stüde“ aufzuführen, eine Erlaubnis, von der jedoch auch fein Gebrauch gemacht wurde, die ſich Seeau aber für |pätere Zeiten vorbehalten Lieb.

In Dündyen brachte erſt das Jahr 1765 eine neue Wendung, die als erftes Zeichen einer neuen Bühnenepoche zu gelten hat. Der erſte Verſuch, ein regelmäßiges deutjches Drama zu pflegen, murde unternommen! Wie jeltiam, daß er gerade in cine Zeit fiel, wo die italienifche Oper glänzender ala in den legten Jahren zur Entfaltung fam. Die erjten Sänger und Eängerinnen Italiens, die Mingotti, Panzacchi, Eoncialini, Gaetano Ravannı, Maria Anna de Ferrandini wirkten in den Opernaufführungen dieſes durch die Hochzeitsfeierlichkeiten betonder3 feitlihen Karnevals mit!“) Weltliche und geiftliche Fürften, der geſamte reiche bayerische Adel waren in München zufammengeftrömt,*)

1, Die Stadt:, Staats- und Kreisbibliothef Augsburg bewahrt in einem ft: Seniuramt 1736—1750 auf: „Sprud, der bey der Aufrichtung des neuen Opern-Hauſes in der 9. R. Stadt Augspurg geiprochen worden. 1761.“ Der erjte der beim Richtefeft ausgebrachten Trinkſprüche lautet: „Auf das hohe Wohl Ihro Excellenz des Herrn Herrn Grajen von Seeau, ald hohen Stiffter3 dieſes Opern-Hauſes vivat. Es müjje diß Hochgräflich Hauß bey höchſtem Wohl-Ergehen Sich unveränderlich in ſchönſtem Flore ſehen.“ Der zweite wurde ausgebracht „auf eine glückliche Ankunft der auf den Fridens⸗Congress hiehero bevollmächtigten vor: treflichen Herren Herren Botſchaffter Excellenzien Excellenzien. Vivant ...“ Ter dritte auf den Magiſtrat der Stadt Augsburg, u. ſ. w. bis zu den Zimmer— leuten. 2) Laut Vermerk in den im Kreisarchiv aufbewahrten Garderobe-Inventaren. 7 Anton Johann Kriiger, Wahrhafft und gründliche Beſchreibung aller Ereigniſſe, Begebenheiten und Feſtinen bey der Vermählungsfeyerlichkeit der Prinzeſſin Joſepha mit dem röm. König Joſef .... 1765. 9) Das Kgl. Kreisarchiv Landshut enthält darüber noch manche Einzelheit m dem Akt. H. R. fasc. 462 Wr. 97. 10*

%. F. v. Kurz in München. 149

zu dürfen, während Graf Seeau —, wie fi) jpäter herausſtellte, eigen: mädtig mit dem neuen Prinzipal einen Kontrakt abſchloß, nad dem er ihm zunächſt bis Oftern 1766 die ungehinderte Benußung des Hoftheaters einräumte, die oberjte Leitung als Intendant jelbit führte und den ſechſten Zeil der Einnahmen beanſpruchte; dafür ließ er dem Direktor Kurz völlig freie Hand in der Auswahl der Stüde, dem Engagement der Künftler u. |. w.

Riefenpläne wurden gejchmiedet. Bernardon, der bisher ge: mädlich in dem breiten Strome burlesfer Blattheit geſchwommen war, wollte oder beſſer wohl: jollte nun der ernften deutſchen Kunft in Münden einen eigenen Lauf graben. Der tüchtigften Mitarbeiter an diefem ſchweren Werke juchte er ſich zu verfihern. An Konrad Efhof, den Eriten der Zeit, jchrieb er. Dieſer aber 320g es vor, nad) Hannover zu Adermann zu gehen. Ehriftian Gottlob Stephanie d. A. (1733 - 1798) trennte fi) nicht von Wien, das gerade die Stätte ſeines wachſenden Ruhmes wurde, und fo lehnte einer nach dem anderen ab. Die einzigen, die dem Rufe nad München folgten, waren Suſanna Mecour und Johann Ehriftian Brandes mit feiner rau. Brandes (1735 1799) war, nachdem er ın einer abenteuerlichen Jugend des Lebens bitterites Elend durchgefoftet hatte, in Schünemann? und Schuchs Truppe ge: bildet und bedeutete für das Münchener Unternehmen mehr mit einem literariſchen Talente denn als Schaufpieler. Seine Frau dagegen, Eſther Charlotte Brandes geb. Koch (1746— 1786) war eine junge durch ihre Erſcheinung wirkende Schauspielerin, die dazu über ein ſtark— leidenſchaftliches Temperament verfügte. In Sujanna Mecour (1738-1784), einer ber „liebenswürdigſten und amziehenditen Er: Iheinungen“’) der damaligen Theaterwelt, hatte die Münchener Bühne eine unvergleichliche Daritellerin gewonnen. In Soubrettenrollen, namentlid) in Leſſings Franziska bezauberte fie mit ihrer zarten, ſchlanken Figur, ihrer Grazie, ihren leuchtenden Augen; und was fie ald Su: fanna Mecour adelte, ein echt meibliches feinfinniges Empfinden, fam der FKünftlerin zu gute.

Mit einer Burleste begann die Thätigkeit der Truppe; dann aber wandte fi) Kurz dem regelmäßigen Stüde zu und brachte u. a. Cor:

neilles Efſex, Boltaires Alzire, Cronegks Olinth und Sophronia, eine Aunneh, ‚bie J die Zukunft Gutes verſprach. Beſtändig gefielen dem

aun Griedrich Ludwig Schröder, Hamburg u. Leipzig, waie san, Würdigung zu teil werden.

152 Entitehung und Entwidlung der Nativnalihaubühne.

an den Kurfürjten (dd. 22. Sept. 1765) aufſetzte. Er beitritt Seeau da3 Recht, mit fremden Wandertruppen Verträge abzujchließen, und vermochte nicht einzufehen, „mit was Recht und Billigfeit derjelbe 9. Gr. dv. Seeau ſodann den jo beträchtlichen 6! Theil der Einlage in der Komödie von dem ... Deutichen Prinzipalen v. Kurz gewiſſentlich abzunehmen habe; da ja nur ih ganz allein und nicht diejer jo jehr eigennügige Hr. Graf, welcher mic ſchon durch jo viele Jahre immer in groffen Berluft gejeßet, für die deutjche Spectaclen-Direction

. ausdrüdlid) decretiert bin“. Für Seeau war natürlich jener Kontralt mit Kurz verlodender ala ein früher mit Wallerotti mündlich getroffener, der dem Intendanten nur ſechs Gulden für jede Vorftellung auf dem Hoftheater zuſicherte. Das Ende von diefen unerquidlichen für beide Zeile nicht jonderlih rühmlichen Zänfereien war jener ſcharfe dem „Intendanten erteilte Verweis des Kurfüriten, während Wallerotti durch ein Schreiben vom 26. Oftober 1765 vor die Wahl gejtellt wurde, entweder Hoffourier zu bleiben oder wieder Komödiant zu werden. Syn diefem Falle ſollte ihm die früher erteilte Konzeffion mit der Einſchrän— fung verbleiben, daß er weder auf ein privilegium exclusivum et privativum zu rechnen habe nod) jemals auf das Hoftheater Anſpruch erheben dürfe. Nach all diefem zog es Wallerotti vor, Hoffourier zu bleiben, ein Amt, das er bis zu jeinem Zode 1781 beffeidete.

B. Vene Verſuche. Therefina von Aurz. Bemühnngen der Akademie. Nießers Truppe. Graf Seeau übernimmt he. Sein Wirken.

Diefe an den Namen Bernardons fid) knüpfenden Ereigniffe, die um jo trauriger waren, ala fie edle, ernite Abfichten zu ſchanden machten und für die Unreife der Zeit ſprachen, mußten in erniten Männern Gedanken einer ſyſtematiſchen Hebung der Bühne an— regen. Mit der Pflege der deutichen Spradje, der Litteratur mar dem geiftigen Leben ein fchnellerer, freudiger Gang gegeben, e8 mußte aud die Schaufpielfunft und das Drama in den Dienst der großen, ſchönen dee, ein Volk zu erziehen, geftellt werden. Endlich erwachte aud) bier das Nationalgefühl, man wurde gewahr, was England und Frankreich den Volke mit der Bühne bot, man wandte nad) dem verlorenen deal der griechischen Bühne fein Auge. Im zehnten Monatsftüd der Bairiſchen Sammlungen (1766) wies meines Wiffens zum erſten Male in

Litterariihe Wirkſamkeit der Akademie. 153

Mäünchen die Akademie darauf hin, daß es die Pflicht jeder ge: ſitteten Nation fei, die Schaubühne zu pflegen! Mit dem Abdrud von Pfeffels Philemon und Baucis begannen die Herausgeber das Anter- effe Tür deutſche regelmäßige Dramatik zu wecken. Geßners Erajt und Trerfel3 Schatz folgten in den beiden nächſten Jahren.

Die Auswahl diefer drei Stüde aus der gejamten bis 1766 vor- liegenden Litteratur mag uns recht pfeffelich dünken, aber fie entiprad) dem Zweck, und das Wichtigſte - der Anfang war gemadit.

Deinrih Braun griff fodann den Gedanken der Schaufpielpflege wieder auf; in ſeinem 1768 erjchienenen nur den theatraliichen Stüden eingeraumten VIII. Bande der „Sammlung von guten Muftern“ zc. gab er zunädjt eine Einleitung in die Beobachtung theatraliicher Regeln.

An Nabeliegendes knüpfte er geſchickt an: die regel- und ftillofen Schulaufführungen unterzog er einer Kritik. Tadelnd wies er auf da türchterliche, gedanfenloje Bermengen von Sitten des einen Volkes mit den Gewohnheiten eines andern, von Perjonen und Zeiten hin. Selbit: verriändlich auf Ariſtoteles Tußend ftellte er jodann die Forderung auf, der Inhalt eines Stüdes müſſe „eine einzige Haupthandlung jeyn, die eine Sittenlehre in ſich hält, die ferner ganz oder vollfommen und endlich von gehöriger Größe tft“. Um dann ein Mufter einer

eingehenden Kritik zu geben, die ein allfenthalben ala Meiſterſtück ge- prieſenes Drama betrachte, drudte er die Beſprechung von Cronegks Godrus aus der „Bibliothek der ſchönen Wiſſenſchaften und freyen Künfte” ab.

Gleihjam ald Programm für eine Reform der Bühne Iprad) er

indireft feine Säge mit dem Abdrud von Cronegks Vorfpiel, „Die ver- folgte Comödie”') aus. .

1) Zuerft in Cronegks Schriften (hrsg. v. Uz), 1760 veröffentlicht. Eine ihwädlihe Nahahmung dieſes Vorſpiels war Löwens „Die Komedie in dem Tempel der Tugend“; Adermann eröffnete mit ihm am 31. Juli 1765 das neue Komddienhaus in Hamburg. Bol. Litzmann, Fr. X. Schröder, Hamburg und Leipzig. 1 (1890), ©. 318. Ähnliche Programme enthielten die ebenfall3 in Ale— sandrinern abgefagten Vorſpiele Adam Gottir. Uhlichs, z. B. „Das von der Reisheit vereinigte Trauer: und Luſtſpiel“ (1742), in dem die Weisheit, Die Wahrheit, die Bejcheidenheit, das Trauerſpiel, da3 Luſtſpiel, der Fürwitz, der Undant, die Dummheit, die Gelehrjamteit und der Handel auftreten, oder Uhlichs „2er Sieg ber Schaufpielfunjt” (1747), das die Überwindung der dem Schauipiel teindlihen Mächte behandelt. Da tritt die Schmähſucht als alter Mann, die Heuchelei als Schulmeifter, die Dummheit als Bauer, der Undank als Stußer

154 Entjtehung und Entwidlung der Nativnalichaubühne.

Gegen da3 freche, toll lachende Later, gegen die Dummbeit, die in bürgerlich übel gewählter Kleidung daher hinkt, gegen den Unverftand, der in langem Gelehrtenmantel mit einer Allongeperrüde auf dem Haupte einherjchreitet und die Komödie Verführerin der Jugend, die Peſt der Stadt und Zeitverderberin ſchilt, hat fie fich zu wehren; das alte Mtütterchen Heuchelei, das ala Frömmigkeit ihr in den Weg tritt, bat ſie zu entlarven. Da naht ihr Harlefin, der mit heiterer Miene und tollem Scherz einherjpringt:

Did habt halb Deutichland ſchon; mich fieht ganz Deutſchland gern,

Ben Sof bin ich beliebt und bey den jungen Herrn, ruft er ihr zu. Stolz weift fie ihn ab. Nun ftürmen alle jene un= laubern und finftern Geftalten herbei, um ihr das Leben zu nehmen, da heilt ſich plößlich der Hintergrund auf, ein erleuchteter Tempel wird jihtbar, in dem die Zugend auf ftrahlendem Throne, umgeben von den neun Muſen, fitt. Beſtürzt fliehen die feindlichen Geftalten, die verfolgte Komödie kniet nieder und die Tugend ſchreitet auf fie zu, ihr den Weihekuß auf die Stirn zu drüden und fie mahnend ihres Schußes zu verfichern:

„Bergnüge, doch darbei befehr die frohe Jugend,

Dar fein Vergnügen jey, als nur im Arm der Tugend.

Gieb Lehren, doch dein Scherz verſüß den Unterricht.

Berachte deren Zorn, die Dich au Dummheit jchmähen

Ahm nad, und jey dod) neu; laß Deutjchlands Kenner jehen,

Tab wahre Schauspielfunft jowohl ergüßt ala nützt, Denn feiner Witz fie ziert, und Tugend fie befhügt!” Eine Kritik der beitehenden Zuftände und ein Programnı für die Zukunft zugleidh. Durch den Abdrud von Gellerts Kranfer Frau, Geßners Eraſt, Cronegks Codrus gab er für jeine Forderungen praftilche Beweiſe.

Uber er ftand ſchon nicht mehr allein. Im Churbairiſchen Sntelligenz- blatt wurde anläßlich) des Todes Prehauſers!) in Wien die nationale Forderung aufgeftellt: Wir Deutjche brauchen deutfche Schaufpiele! Fort mit den franzöfiihem Wit abgeborgten Zändeleien! Sie verderben Herz und Geichmad!?) auf. Auch hier eröffnet jich plöglich der Blict auf den Berg der Mujen, auf dem Apollo thront. Vgl. Heitmüller, Sottfr. Ad. Uhlich, Theatergefhichtl. Forſchungen VII, ©. 35 ff. und 86 fi. E. Mentzel, a. a. O. ©. 227.

) Gottfried Prehaufer, geb. 1699 in Wien, feit 1720 Hanswurſtſpieler, zuerit in Salzburg, dann Wien, wo er Nachfolger Stranitzkys, Nebenbubhler Bernardons war. Er jtarb am 21. Jan. 1769; vgl. d. Börner, Der Hanswurſt⸗ Streit, Wien, 1884.

) Nr. IV vom 5. März 1769.

Betonung des Nüslichen und des Nationalen im Schauſpiel. 159

Weniger mit der Betonung des nationalen als des allgemein nützlichen, regelmäßigen Elementes im Drama feßte der Schulmanı Heinrich Braun feine theoretiihen Erörterungen fort; getroft durfte er deshalb auf das goldene Zeitalter Ludwigs XIV. (Racine, Corneille .. . ), auf Shakeſpeare (1769!) und Otway, auf Goldoni Hinweisen. Er that es in jeiner Wochenſchrift „Der Patriot in Bayern“ (1769),') der ersten in jeinem DVaterlande; fie war nad) ausländischen Muſter ein- gerichtet und jegelte unter der Flagge: „miscens utile cum dulei“, alle Gebiete des menſchlichen Lebens außer rein theologijchen, juriftiichen und mediziniihen Fragen umfaljend und in rationaliftiihem Sinne alles beantwortend.

Schon während Braun feine Reformpläne über das Theater chrieb, hatte er Gelegenheit, eine Verwirklichung derjelben erhoffen zu können.

Im Auftrage des Kurfürften war am 21. April 1769 zwiſchen dem Grafen Seeau und der in München jchon befannten Thereſina v. Kurz, Die zulegt in Frankfurt geipielt hatte, während ihr Gatte nah Köln gezogen war, ein Kontrakt abgeichloffen worden. Kurfürftlicher Schuß und Unterſtützung wurden ihr zugefichert, wogegen fie mit ihrer Truppe wöchentlich vier Borjtellungen im alten Opernhauje (bei St. Salvator) zu geben hatte. Der Hof ließ fich fünf Yogen refervieren, wofür er eine Abgabe von monatlid) 500 fl. leiſtete. Zu allen Schau:

ipielen durfte fie ſich der Furfürftlihen Hofmuſik und der Hoftänzer, wie überhaupt des ganzen im Solde des Hofes ftehenden Theater: pertonnal3 gegen eine entiprecdende Entihädigung der Einzelnen bedienen.

Aus einer ihm vorzulegenden Auswahl beitimmte der Kurfürft

iſtets eine Woche vorher die aufzuführenden Stücke; bejonders ließ er

in den Kontrakt die Forderung guter Schaufpieler aufnehmen. So tiherte er fi) vor einem ähnlichen Mißerfolg wie vier Jahre zuvor. Zherefina v. Kurz erhielt darauf eine Spezialkonzeſſion für ganz Bayern, d. h. ihr wurde für jede Stadt Bayerns, wo fie während des Sommerd zu |pielen gedadyte, das erſte Anrecht eingeräumt; für München wurde die befonbere Beſtimmung erlafjen, daß vom 1. Oftober 1769 an feine Truppe deutſcher Komödianten ohne ihre Erlaubnis ıpielen dürfe, jene Mtarionetten- und Hüttenfpieler der Dult ebenjo wie die Stadtmufitanten ausgenommen. Dieje wurden jedoh noch aus: drũcklich auf das Paſſionsſpiel allein vermicien.

19 und 21. Stüd vom 8. und 22. Tezenber 1769.

156 Entftehung und Entwidlung der Nationalſchaubühne.

Noch ftanden übrigens die Reſte einer franzöfiihen Truppe in furfürftlihem Sold, und jo wurde die Klauſel in den Kontraft auf: genommen, daß Frau v. Kurz mit jener Truppe zu wechſeln habe, falls der Hof franzöftiche Komödien einmal verlange; zwei Vorftellungen wöchentlich wurden ihr indefjen garantiert, an den ausfallenden Tagen durfte fie dann für das Publikum im „Herzog Maxiſchen Ballhaus“ ipielen, falls fie dort auf eigene Koften Theater und Logen herftellen wollte.

Dom 1. Oktober 1769 bis zum letzten April 1770 galt der Kontrakt zunächſt.

In der erſten Oktoberwoche traf ſie mit ihrer Truppe in München ein. Den Sommer über hatte fie in Augsburg geſpielt, wodurch wir allein inſtand gejeßt find, über Spielplan und Mitglieder einige Angaben zu madjen.!) Weder Zettel noch Perjonenverzeichniffe haben id) in Münchener Archiven erhalten.

Im ganzen zählte die Truppe adhtundzwanzig Meitglieder; unter den Damen befanden fih außer der Prinzipalin Mme. Kerner, Mme. Köppe, Mile. Ingermann d. W. und d. J., Mile. Riſchar (die ipätere Mme. Sacco), unter den Herren Bergopzoomer, Brodmann, Cordan, Graubener, Grünberg, Kerner, Köppe, dv. Kurz jun., Pizl, Schwager, Wahr u.a. -- Schon durch Namen wie Bergopzoomer,”) Brodmann,?) Grünberg!) und Wahr?) mußte die Forderung des Kur— fürften nach guten Schaufpielern erfüllt jein.

1) Stadtardiv Augsburg, ITheaterzettel-Sanımlung von 1743 bis 1834.

2) Sein Können hat Berthold Litzmann (Fr. Ludw. Schröder, II, 97.) gewürdigt.

) Johann Franz Hieronymus Brodmann, geb. 1745 zu Graz, nad abens teuerlihem Leben zuerit Jeinitenzögling, dann eine ruheloje Zeit im jteben- jährigen Kriege 1760 in Xaibah auf die Bühne als Seiltänzer, dann Klofterichreiber, darauf wieder zur Bühne, Streifzüge durch Ungarn und Sieben: bürgen, 1768 zur Kurzſchen Truppe, 1771 zu Adermann, Schröderd Schüler;

fein Hamlet 1776 breitete jeinen Ruhm über Deutihland. 1778 nad ; Wien, dort glänzende Stellung. Er ftarb 1812. Bgl. über ihn Yigmann, >

a. a. ©. I, 1 ff.

% Grünberg, ein Meifter des Stegreifſpieles. Durch eine unerihöpjlidhe Fülle neuer Einfälle belebte er jede noch jo oft geipielte Role. Erihütternd - wirkte ſein Fauſt. Über Magie wußte er ftet? Neues, Feijelndes beizubringen. Nie mißbrauchte er, dem Pöbel zu gefallen, feine Ertemporierfunft. Vgl. Litz⸗ mann, a. a. O. IL, 10. Bal. F. Raab, Joſ. 3. dv. Kurz, gen. Bernardon, 1899, S. 171f.

9, Er gründete jpäter eine eigene tüchtige Truppe.

Iherejina v. Kurz, ihre Truppe, ihr Spielplan. 157

Die Zetteljammlung des Augsburger Stadtarchives weiſt, ſoviel nd über die Thätigfeit der Therefina v. Kurz vorfindet, ein immerhin gejchmadvolles Repertoire auf. Gewiß finden fi italienische Burlesken und tüchtige Hansmwurftftüde, wie etwa ‚Johann der Iuftige Scheren- icjleifer, oder wie die opera-comique: „Die Philofophen auf dem Sande oder die durch die Liebe überwundene Weltweisheit”, daneben ftehen aber Etüde wie Leifings Freigeiſt, Brawes Freigeiſt, Cronegks Olinth und Sophronia, Regnards Perjtreuter, Clodius’ Medon oder die Rache des Weilen u. a. Die rührjelige Richtung ift durch Pamelens dritter Zeil, Pamela al® Mutter” (Therefina v. Kurz in der Zitelrolle) vertreten, ein regelmäßiges Luftipiel des öfterreichiichen Ritters Johann Nepomuk v. Riegger, nad) dem Stalieniichen des Abtes Ehiari verfaßt. Es war gedrudt in der buntjchedigen „Neuen Sammlung von Scaujpielen, welche auf der k. E. privil. deutjchen Schaubühne zu Wien aufgeführet worden. Wien, 1764—1769”. Diele Sammlung jcheint überhaupt den Grundftod des Repertoires gebildet zu haben.

In Münden fand die Truppe Anklang; Heinrih Braun rühmte von ihr, daß „eine jede der Perſonen durd) bejondere ‘Fähigkeiten zu dieier oder jener Rolle fih Ichide”, daß man „die Ichönften Stüde von Goldoni'!) und Molière jo vorgeftellt jehe, daß alle diejenigen nothwendig einen Geihmad am Theater befommen müßten, die gegen das Schöne und Reibende in den Künften nicht unempfindlich feien“.*)

Hier war zum erften Male, wohl unbemußt, äfthetiiches Gefallen ohne Betonung des moraliſch Wertvollen auögejproden. Und e3 blieb auh Tür geraume Zeit das einzige Mal. Die Schulmeifter-$deen mußten überwucjern, dem Volke, das ſelbſt in der politifch und wirt: Mhaitlich traurigften Zeit des Jahrhunderts für theatralifches Leben Einn und Verlangen geäußert hatte, ınußte von der Bühne und durch die Bühne gepredigt werden. Erziehung hieß die Lolung. Guter Geihmad, Freude, nicht nur am Stofflichen, jondern an der Form, torderten viele Vorbedingungen.

Zu diefer Erziehung durd) die Bühne, die ja in erſter Linie eine Erziehung der Bühne felbit bedeutete, ſchien nach zwei jo unverkennbar

’) Eines der von Mme. Kurz am häufigiten geipielten Stüde Goldonis war „la vedova scaltra“, in dem fie ſelbſt als Engländerin, Franzöfin, Spanierin and Italienerin auftrat.

Ter Patriot in Bayern, 19. Stüd vom 8. Dezember 1769.

Joh. Bapt. Nießer. 159

Dieſer Komödiant gehört zu den charakteriſtiſchſten Münchener Typen noch bis ins 19. Jahrhundert hinein. Er ſtammte vom Lande, von Dingolfing, zog aber ſchon früh in die Stadt, wo wir ihn bereits 1764 als Marionettenſpieler finden.) Er machte die Wandlung vom

Marionettenſpieler zum Prinzipal einer Schaufpielertruppe nachweis— lich durd).

Für jene Zeit bringt ihn Lipowsky mit einem Schaufpieler Sartori zuſammen. Vermutlich ift e8 der Augsburger Komödiant Johann Gottfried Sartor, der in der Adventszeit 1768/69 in München nachzuweiſen ift.”) Bon der Augsburger „Deputation über die Schau: ſpiele“ war ihm das Zeugnis auögeftellt, er habe „in producierung deren theatralijche ftüdh alles ordentl: observiret“ und es fünne ihm und jeinen Leuten nicht? zur Laſt gelegt werden, „womit jie die an: Rändigfeit beleydiget” hätten, jo daß fie „den Beyfall des Publici und die Zufriedenheit der dahierigen obrigfeit gar wohl verdienet hätten“. Lorenzonis Spielplan war, ala Nießer nad) Münden zurückkehrte, von Hanswurſtiaden und Ertemporierfomödien, zum Teil im Wiener Ge: Ihmade Bernardons, durchjeßt.) Mit den Schaufpielern, unter denen hd fein irgendwie befannter Name findet,‘) die an das lodere Steg: wifipiel gewöhnt waren, ließ ſich natürlich um fo ſchwerer ein Repertoire mit lauter regelmäßigen Stüden erzielen. Und jo mußte „dad Er- temporiren durch 3 /2 Monathe in 9 Komödien zur nöthigen Erholung im Studium beybehalten werden“.?) Sonft aber drang Nießer energisch vor: der gemädjliche Schlendrian des Stegreifipiele® war der ärgſte deind des regelrechten Dramas, und alle Vorzüge, die namentlich für

'; Kgl. Kreisarchiv München, H. R. fasc. 462 Nr. 92: „fiat ein Schreiben an den Lorenz Lorenzoni ihm Marionetten und andre actiones cumicas zu ge— Hatten.”

?. Stadtarchiv Augsburg, Alten: Meijterfinger II, 1687-1776, Prod. Nr. 96.

’; Lipowsky, a. a. O. 5.36, führt folgende auf: Die Stiefmutter; Der gebejlerte Sohn; Die drei Hanswurjte; Der doppelte Oktavio; Der Centaurus; Bilipp der Schreiber (Lipperl?); Baron Gamsberg; ; Die adelidien Komödianten; der Hund, Hahn und Eiel.

+ Die Gejellichaft beitand außer den drei Direktoren Xorenzoni, Sartori Rieher aus den Herren: Sigmund Huber, Franz Aaver Huber, Schuler, Ä Rexroth, Geiger, Aulinger (der Marivnettenjpieler, ipäter Hütten. Sdiant?), Baumicdlager, und aus: Mme. Sartori, Mme. Seewald, Mme. Huber, ——— ** Bier! (die fpäter Nießer heiratete), Mlle. Rauchmann und

* stt, Nr. 45 vom 9. Nov. 1776.

162 Entſtehung und Entwidlung der Nationaligaubühne.

geneigt zu machen, erhot er fich, ihr den durch das Verbot der Spiele erwachſenden Schaden zu erjegen. Sofort gingen Bürgermeifter und Räte auf diefen Plan ein; die Stadtlammerrechnung wurde auf jähre ih 104 fl. veranichlagt, die Einwilligung zu einem Verbote unter dem Vorbehalte erteilt, daß dem Magiſtrat „die alte Markts-Freyheit vnd hierdurch competirende Gerechtſame“ verbleibe, falls Graf Seeau den Betrag nicht rechtzeitig einliefern oder mit feiner deutichen Komödie ' eine Anderung treffen follte. Diefe elende Krämerberechnung der Gtabk - väter erfuhr fofort eine verdiente Zurechtweiſung. Der kurfürſtliche Polizeirat Baron dv. Widnmann ſchickte an den Kurfürften einen : Bericht, in dem er fcharf betonte, daß es die Pflicht aller Bes ı börden jei, eine reine regelmäßige Schaubühne auf alle möglide-} Art zu unterjtüßen, und die Hüttenfpieler, die nur Tiederlichem Gefindel eine Zuſammenkunft verfchafften, auszurotten, auch wenn PR! „allenfahls nicht jo gar ärgerlich zugehen jollte“, nur um des guten % Geſchmackes willen. Die Forderung des Magiftrates von 104 fl —— ihn; „wir glaubten,“ ſchreibt er, „daß der Magiſtrat fich eher ſelbſten waſ folte often lafien, um unjern entzwed zu erreichen alj dab ai verlanget ex re turpi gemwin zu Juden!” Außerdem ſei die ? or von 104 fl. zu bo, da die in Frage ſtehenden Hüttenjpieler Winterdult nicht erichienen.‘) Sein Borichlag lief ſchließlich daray binaus, alle Marionetten: und SHüttenjpiele zu verbieten, den Drei WW Münden jeit langen Jabren jpielenden Komödianten jedoch: Lore;

Hage und Aulinger noch ein Jahr Friſt zu gönnen, während de je fih „um andere maninabrung umzuiehen“ hätten. I

vNad einer im Kgl. Kreisarchid Münden aufbewahrten ergiedt ih die Summe von 104 N. jolgendermaßen: das Stadtoderrichter Amt verlangte ald runde Abichlegätusmme für die Wurtenetten’pieler un? andere auf dem Anger tpiefewde Komidtunten Tierführer m. vergl wicht wit einbegrifew, Te eve Date IR. Nr El en die Smdetuingter verlungte für die auf dem Anger iz der Jafrlle- Yalt augedlagenen Dutden die jührtich entriditere Geiihe für Was. Wuier un) Rfundzoßt in der Höde. wie die ei gelten Paärten’Dieler gezadlt datten. 2.3 für Yulmger . _ Seiler _

164 Entitehfung und Entwidiung der Nationalihaubühne.

von diejer Erlaubnis in den nächſten Jahren Gebrauch gemacht, ſchließlich fand der Wechſel zwijchen Tyaberbräu und Opernhaus jo eifrig ftatt, daß dem Publitum durch die Buchſtaben F und O jedesmal das be: treffende Theater auf den Zetteln angezeigt wurde.

In Gegenwart des Kurfürften, der Kurlürftin, des Hofſtaates und des Adeld wurde am 1. März 1773 auf der Bühne des Opern: baujes ein Stüd aufgeführt, das für die Entwidlung des Theater von großer Bedeutung jein ſollte. Es war die Parftellung eines fran- zöftichen Quftjpieles, „Der Nothleidende”, das die Kurfürſtin Maria Anna jelbit überiegt hatte. Hiermit war der Anſtoß zu einer frucht⸗ baren literarijchen Thätigkeit des bayeriichen Adels und zugleich anderer Kreije gegeben. Die Bühne wurde vor neue Aufgaben geftellt. Inner: halb vier Jahren wurden nicht weniger ala 41 von Bayern gejchriebene, für das Münchener Theater beitimmte Dramen aufgeführt. Dazu kam die beträchtliche Anzahl der auswärtigen Stüde, die eins nad) dem andern einftudiert wurden. Oft fanden in einem Monat ſechs bis fieben erite Aufführungen itatt! ine arbeitsreiche, vorwärts führende . Zeit! Nur durch das einmütige Zulammenmwirfen aller waren ſolche Erfolge möglid. Endlich war der lebendige Zuſammenſchluß zwiſchen Bühne und Trama einerfeits und Bühne und Publitum andrerjeits erreicht. Zum Spiegelbilde der Zeit wurde das Theater da8 werben mir im legten Kapitel noch eingehend zu prüfen haben. Steine Frage des geiftigen Qebens, ſoweit fie nicht undramatiih:r Natur war, bie nicht von der Bühne herab erörtert wurde. Deutlich machte ſich bereil# . cin patriotiiher Zug bemerkbar. der bei aller ſcharfen Betonung des : Deutihen gegenüber dem Franzöſiſchen und aud Engliſchen doch das Baveriſche als vornehmſtes Geſetz künſtleriſcher Thätigkeit bins‘ ftellte. Aut die vaterländiihen Dramen. die ſchließlich als Ausflug: aller Dieter Beſtrebungen in Münden entitanden, jei bier nur kurz hin⸗ gewieſen.

Eine parallele Erſcheinung findet ſich für die äußere Entwidlung:: der deutſchen Schaubühne. Waren die eriten Jahre neben der V ; treibung des Hanswurfts mit feinen Ertempores dem deutſchen Schau jpiel gemidmet. d. b. traten deutſche Schaufpieler ım Gegenjaß zu franzöttiben Komödianten aut, um eine emitere Kunſt zu pflegen, . fi wurde am 21. März 1775 ven Der OderLandes-Regierung Graf- Secau angeriecten, ‚dat Personate der Commedianten bey jedem abe; geng nes ladividai oder den vorbabenter Vermehrung mit laute“

Hof und Adel; diktatoriihe Stellung des Intendanten. 165

Rational:Baiern zu erjegen“! Solces in feinen Folgen nicht be= dachte Gebot ließ fich natürlich nicht durchführen. Die Münchener Bühne hätte auf jede freie künſtleriſche Entwidlung verzichten müffen, wäre fie nur auf den Nachwuchs aus dem engeren Vaterlande angemwiejen geblieben.

Aber wie viel derartige Erlaffe wurden in jener Zeit gegeben! Kedliche Abficht aus fozialen und nationalen Gründen war bei ihnen unverfernbar, zur Durchführung jedoch waren faſt alle ungeeignet. Bezeichnend ift dafür das Schidjal der Marionettenſpieler. Ein Jahr nur bejtand das von Seeau erwirkte Verbot! Dann meldeten fich in flehenden Gejuhen die armen Hungerleider (Charlotte Helleröperg, Maria Schwaiger, Franz Aulinger), der Rat jah ihre erbarmenswerte Armut, wagte aber des kurfürjtlichen Verbotes wegen nicht Ja zu fagen und ftellte jchließlih dem Kurfürſten felbit die Enticheidung anheim. Run folgte eine Ausnahme nad) der andern,‘) bi8 fchließlich durch aller— höchttes Reſkript (dd. 3. Juli 1777)°) alle Mtarionettenjpiele, aber andy nur dieſe wieder freigegeben wurden. Die Folge davon war, daß mancher kleine Komödiant, der mit ein paar Gejellen umberzog, ſich wieder in einen Marionettenſpieler verwandelte, auf die Zeit mwartend,

wo das Verbot der Hüttenpiele wieder umgangen werden konnte.

Seeau hatte übrigens troß diejer allmählichen Erweiterungen de3 Berbotes von 1772 nichts von den Mtarionettenjpielern zu befürchten. Diefe Iodten eine ganz andere Zuhörerihar. Mit Leſſings Minna md Emilia war ihr nicht gedient.

Für die Stadt war Seeau vor andern ihm Hinderlichen Wander- truppen einmal duch das ihm mündlich übertragene Privileg der Mme. Kurz geihügt. Sodann gelangte er in den Beſitz einer Boll: | macht, die ihm für München wie für ganz Bayern eine Art Diktatur m die Hände gab, die er leicht mißbrauchen konnte, aber nie joviel wenigftend den Akten zu entnehmen ift mißbraucht hat. Am 21. März 1775 erging nämlich an alle Regierungen der Befehl, nur ſolche Truppen m ihren Diftriften zu dulden, denen Graf’ Seeau ein Patent aus: ellt hatte. Ob Seeau feinerjeit3 an irgendwelche Vorjchriften dabei Ebnnden war von ben ftereotypen Tyorderungen der Ehrbarfeit und ‚der Vermeidung allen Ärgernifjes abgejehen —, läßt fi) nicht beftimmen.

*) Der erfte war Aulinger, Bewilligung dd. 12. Juli 1775 Kgl. Kreis: sin Münden, H.R. fasc. 462 Nr. 92.

"N gl. Kreisarhiv Münden, H.R. fasc. 461 Wr. 55.

166 Entftehung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

Sowohl die Salzachſchiffer in Laufen mit ihrem bürgerlichen Dilettanten- ipiel!) wie der Heine berufsmäßige Wanderkomödiant, der in irgend einem Städtchen feine Komödien vorftellen wollte, hatten zuvor von Münden fih Erlaubnis zum Spiel zu verjchaffen.

Eine ähnliche Einrichtung wurde im Laufe der nächſten Jahre mit der Zenſur geichaffen. Seit 1769 eriftierte in München ein Zenfur: follegium, das mit dem Aufblühen des Theaters einen ſchweren Dienft erhielt. So lange unter Max Joſeph die Zenjur noch) milde gehand⸗ babt wurde, regelte fich der Verkehr zwifchen Intendant bezw. Wander truppenführer und Zenſurkollegium leicht. Nicht alle Stüde, die irgend ein Komödiant auf feinem Spielplan hatte, bedurften vorher der Zenfur. Als dann aber die Zügel ftraffer angezogen und der freie Gang alles Bühnenwejend gehemmt wurde, da war es für bie in Bayern auf dem Lande und in entfernteren Städten jpielenden Prinzipale eine Qual, jedes einzelne neue Stüd erft nad) München zu fenden und oft Wochen lang auf bie Freigabe zu warten. Wie ſchwer durch dieje mittelalters liche Einrichtung jeldft die Münchener Truppen ſchon allein finanziell geihädigt wurden, das kam im Laufe der achtziger und neunziger ' Jahre oft in bitteren Klagen und heimlichen Verwünſchungen zum | Ausdrud.

Noch regte ſich guttlob dieſes Gefpenft nicht; e8 war für die junge ! Bühne außerdem eine Fülle für Münden noch unbelannter, in religiöfer : und politiiher Hinſicht unanftößiger Dramen vorhanden. Auch de Moral ward noch nicht als Betſchweſter ausſtaffiert.

Nießer allein beſorgte in den erſten Jahren die Auswahl ber; Stüde und Teitete die Aufführungen. Seine aufopfernde Hingabe: wurde öffentlid) anerkannt, feine Verdienfte von der Akademie ber: Wiſſenſchaften mit einer goldenen Medaille und einem Handichreiben x be Bizepräfidenten Grafen Zopor dv. Morawitzky belohnt.)

1) Vgl. R. M. Werner, Der Laufener Don Juan, Litzmanns Tentergeräil, Forſchgn., III, 6 7. n 2) gl. b. Akademie der Wiſſenſchaften, Correſpondenz pro anno 1774. Tas Schreiben hatte folgenden Wortlaut: _ An 9: Nießer Teutſchen Schauipieler in München d. 31 Aug. 1774. Tie Churfürſtl: Bairiihe Afademie der Wiſſenſchafften, aufmerktjam— auf Alles, was guten Geſchmack, feinere Empfindung, und verbefierte Siteffe im Qaterlande befördern, und verbreiten fan, hat Ihnen die mitfolger*"—-

Benfurfollegium; Nießers Rücktritt. 167

Im Jahre 1775 legte er die Direktion nieder. Über die Gründe, die ihn dazu .veranlaßten, find wir nicht unterrichtet. Vielleicht war es die auch von ber Akademie anerkannte Genugthuung, daß die Bühne in fichere Bahnen gelenkt war. Blieben auch für die Zukunft noch viele Zünftleriiche Tragen zu Töfen, galt e8, das Beſtehende nicht allein zu erhalten, fondern vorwärt? und aufwärt3 zu bringen, jo war jein kundiger Rat leicht zu erholen, da er ala Schaufpieler fernerhin in der Zruppe verblieb. Sein Nachfolger wurbe der Schaufpieler Noufeul,') der aber kaum ein Jahr in Mündyen blieb. Dann ging, am 23. Maärz 1776, bie Oberleitung in die Hände des Grafen Seeau über.

Ob dieſes eine glüdliche Loöͤſung der wichtigen Frage war, mag man bezweifeln. Zu direften Befürchtungen lag allerdings damals noch fein Grund vor. Seeau hatte fich in den vier Jahren nicht etwa ala eine künſtleriſch bedeutende, Initiative ergreifende Perjönlichkeit, aber als ein Geſchäftsmann erwiejen, der ohne langes Bedenken auch ouf höhere Pläne einging. Selbitändiges zu Ichaffen, eigenen Idealen beharılid) mehr und mehr Geltung zu erfämpfen, war ihm verfagt.

* ber der maitre de plaisir der fünfziger Jahre hatte ſich doch jo weit m bie Höhe gewagt, daß er ein Unternehmen, das fi nicht jo kühl wie ein Tyinanzprojeft erwägen ließ, mit eigenen Mitteln unterjtüßte. In jener erften unficheren Zeit verjprad) die Bühne durchaus feine ergiebigen Vorteile, fonft hätte Nießer fie nicht ohne jede Ver— sätung ihm übergeben! Es gehörte herzlich guter Wille, ein Fünkchen eigener Begeifterung immerhin dazu! Wir mögen das Maß ſo niedrig bemeifen, wie wir wollen, leugnen läßt ſich's nit. Ja, und felbft wenn wir ihm nur das Verdienſt zugeltehen, daß er mit feinem Titel, kiner Hofftellung, feinem Berfehr in dem mit ihm verjchwägerten und befreundeten Adel der um Anerkennung werbenden Bühne einen wert-

Gold’ne Medaille durch mich übergeben zu lajien beichloffen. Die Akademie will dadurch die rühmliche Bemühungen krönen, und für das weitere ermuntern, durch welche H. Nießer am erjten an Reinigung unſrer Schau= bühne mit nicht geringen Schwürigfeiten und fichtbaren guten Erfolge genrbeitet Hat. Möchte doc diejer Schritt die Bairiſche Bühne auf allzeit don ieder Berunftaltung retten können. Ich bin mit ꝛc. ıc. Gr. Morawitzky Vice Praesident. Johann Roufeul, ein Künftler von mittelmäßiger Begabung, der Mann einer Frau, 1779—1781 in Wien, dann Hannover, eine Zeitlang Direktor einer Sigenen Truppe, jpäter wieder in Wien engagiert.

Ballet; Repertoire. 171

O. Natisnalfchaubühne. Regelung der Thenterverhältniffe unter Karl Theodor. Secaus Entreprife.

Eine tiefgreifende Veränderung im Bühnenweſen, eine neue Organi- jation des Schauſpiels, der Oper und Kapelle bradjte der Regierungs- antritt Karl Theodors. Zunächſt mochte der Tod Mar Joſephs (30. September 1777) einen ſchmerzlichen Verluſt für die Kunſt be- deuten. Wenn diejer Fürft aud) zum erften Male den Kampf um geiftige Güter an die Stelle blutigen Ringens um Land und Krone gejett Hatte, wenn er dem Volke diente, indem er es liebte, wenn er

führung. Sie fand laut Handichriftl. Zujag am 19. Dezember 1777 ftatt. Der Zettel lautet: Mit gnädigfter Bewilligung Bird in dem Kurfürftl. alten Opernhaufe auf der hiefigen National- Ihaubühne

Zum Erftenmale vorgeitellet werden Das nad dem Schalejpear von Herrn Heufeld bearbeitete

Trauer:Spiel in ungebundener Rede, und fünf Aufzügen, Betitelt: Hamlet, Prinz von Dännemarl. Berfonen: Sörig von Tännemart « Hr. Nießer Geift von Hamlets Vater s Hr. Appelt Somlet, Prinz von Danne⸗ Sr. Echitaneder Königinn, Hamlets Mutter = Mad. Reiner ı * Ophelia, Oldenholms Tochter⸗ Mill. Koberwein Eißenbotn, Bertrauter bes = Hr. Alt. Huber Ein Schaufpieler nebit andern Gekav, Samletd veund - Sr. Müller Schauſpielern boritellend ben ein Söfling⸗ Hr. Reiner derzog . 9. Roleruß Berafiib s &r. Meger Die Herzoginn ⸗Mſl. Ferſtlinn Eric) ee s 9. Euler Ten Zuclan . s 9r. Xav. Yuber FIrenzen s Hr. Baumgarten Perfonen in der Pantomime

Herr Schitaneder ein hier angekommener Schauſpieler wird in der oben angezeigten Rolle auftretten.

Den Beſchluß macht von Herrn Conſtans verfertigter Ballet Betitelt:

. Das ſteinerne Gaſtmabhl Der Anfang iſt um 6 Uhr.

In den Logen eriten und anderen Rangs zahlt die Perſon 48 Kr. In dem erſten Parterre 24 Kr. In dem zweyten Parterre 15 Kr. Auf dem letzten Platz 6 Kr.

Die Logen können in dem Windenmacher Gaßchen im 2ten Stock in dem Hof—⸗ Iaminfegernhaus Rr. 91 beitellt werden.

172 Entftehung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

auf dem Gebiete der Kunft jo Starkes nationales Empfinden bejaß, daß er dem deutſchen Schaufpiel hilfreich‘ beiftand, jo lehrte ein flüchtiger Blif auf Mannheim, daß Kunft und Wiſſenſchaft den neuen Herrſcher nur freudig begrüßen konnten.) Schweßingen, das Pfälzer Berjailles, hatte Karl Theodor im Verkehr mit Voltaire gefehen,*) dort waren fühnzfreigeiftige Ideen zwiſchen beiden ausgetaufcht; in Mann— heim hatte franzöfiihe Schaufpielfunft und Muſik, dann aber im Border: grund ftehend deutjches Schaufpiel an Karl Theodor einen verftändnis- vollen Förderer und Schußherrn gefunden. Jedem edleren Genufle war am TFürftenhofe der jonnigen ‘Pfalz neben freudig-finnlicher Lebens— führung Thür und Thor geöffnet. Daß freilich nur diefe in der neuen Reſidenz auzarten follte, während die Pflege der Kunſt mehr und mehr in Vergefjenheit geriet, fonnte faum jemand vermuten. Die Miſchung des dicken bayeriſchen Blutes mit dem leichteren pfälzer ergab nichts Erfreuliches. Karl Theodor blieb nicht einheitlich, nicht ehrlih. Sich jelbit ergab er einem tollen Leben, das in einer ökonomiſch wie moraliſch gefährlichen Mätreffenwirtichaft zum Ausdrud fam, jonft aber erftidte er jede freie Regung auf Tünftleriichem Gebiete oder ließ wenigſtens willig zu, daß die Zenjur immer engere Feſſeln der frei nad) Entwid- lung ftrebenden Bühne anlegte, daß ſelbſt der wertvollſte Anja, Die vaterländiiche Dramatik, erftidt wurde. Wie jorgte derjelbe Fürft für das Mannheimer Theater, das er reich dotierte! Dem er eine geſunde Organijation gab! Münchens Intendant wurde förmlich zur Wilffür- herrichaft herausgefordert.

Wie alles geiftige Vormärtsftreben unter Karl Theodor Ichlieklich ftehen blieb, dann langlam und ſicher den Krebsgang antrat, jo war e8 mit dem Theater. Noch etwa vier Jahre ift eine Entwidlung zu jpüren, dann verfällt die ihres ftolzen Namens unmürdige Nationale _ Ihaubühne in Lethargie. Es wird ein Bolfsausdrud enthält die ! einzig richtige Bezeichuung meiter fortgemurftelt! Wie die Kritik " und die dramatiiche Dichtung, aus deren Anfängen Schubart Großes

Deſiderius Schneid, Ratriotiihe Bemerkungen übereden literariichen Zujtand Baierns.., Münden 1775 ohne Seitenzablen‘, rief aus: „Was haben wir und nicht von dieiem Bater Karl Theodor, zu veripreden, den die pfälzijchen Mujen nicht genug preiien können? Bon deſſen pbilofopbiicher Regierung, in der wir die alüdlihe Pralz anjtaunen, der ruhmtönende Ruf laut bereits bis an unsere Ufer erihul?“...

* Bgl. Karl Theodor Heigel, Karl Theodor von Pialz-Bayern und Voltaire, Weſtermanns Monatsbeite, 67. Bd. 1890), S. 40 fi.

174 Entitehung und Entwidlung der Nationalfhaubühne.

das Publikum, die mit ihrer Innerlichkeit das fchönfte Zeugnis ift, wie eng das Verhältnis zwilchen Künftlern und Zuſchauern im Lauf der Jahre geworden war.

Außer Mme. Heigel und ihrem anne, die ein Engagement am Salzburger Theater angenommen hatten, blieben alle Künftler in Münden.

Die neuen Theaterverhältnifje waren durch Dekrete vom 24. Auguft von Mannheim aus geregelt.) Graf Seeau, ſchon im Sommer als Intendant beftätigt und am 6. Juli dem Kurfürften durch den Obrift- fämmerer Frhrn. dv. Zettwit vorgeftellt, hatte an den Verhandlungen teilgenommen. Danach follte die Zeit vom 1. Oftober 1778 bis zum letzten März 1779 dazu verwandt werden, um bie aus ber Über: fiedelung der Marchandſchen Truppe nad) München entftehenden finan⸗ ziellen Schwierigkeiten zu überwinden, vor allem aber, um aus den beiden den Winter über zufammen jpielenden Truppen bie tüchtigften Mitslieder auszuleſen. Hier lag ſchon eine unlogiſche und ungerechte

Bergen für den Beifall, den Sie ihr jo huldvoll geſchenkt haben. Es ift

Entzüden für den Künjtler in dem Gedanken, dem Kenner nicht gleichgültig gemwejen zu jenn, und es ift grenzenloje Wonne für mid, in Ihren Bliden zu leien, daß ich's Ihnen nicht war: wenigjt war volles Beitreben in mir, Ihnen Walltrons leidende Gattin, Tellheims liebende Minna, Humbredts unglüdliche Tochter, tyerdinandos glühende Stella nahe and Herz zu legen.

Und riß mic nicht Blut und Pflicht, und Redlichkeit von hier, ich wirbe raftlo8 daran arbeiten, mid Ihres Beifall® ganz zu verfihern. Bielleicht,

daß mein Flag, vielleicht, daß ih -- doc, Julie, was willit du? Die Nielleiht, die du jagen wollteit, jind zu ſchmeichelhaft für di, daß bu darauf jtolz werden künntejt, und ich möchte nicht gerne, Julie, dab du mit einer Sünde zu Bette giengeit: aber jollte das eigenjinnige Schickſal mich

\

3 1

nie wieder dierder führen, o! dann vergeiien Zie wenigſtens nicht, daß Sie -' eine Schauipielerin ſaden, die den Beitall der Kenner, und das Vergnügen * des Publikums zum Endzweck ihrer Kunſt machte. Julie wird ſich Ihrer

ot. und mit Sedniuct, erinnern: eine jo gute Nation, die Karl Theodor, der Shüper der Künite, beberridt, verläßt der icheidende Künftler weit:

jurüdgewandten Augen und wünſchendem Derzen. Run magit du jchlafen, 5

Aulie! Gute Nadıt!“

Tas Nudblifum ward gerübrt dur dieie Rede, und ichied mit Thränen;e

im Auge von der Weiellichaft.“

"gKyl. dever. Neidsurdin, Tehreteniammlung, Uarl Theodor, Jan. Bir: Otted. ITS Kal Kreivardiv Wünchen. VDeizadblamtsrechnungen, Band 190,

AO, 210, 211 u.) mw. Für die meiſten der in dietem Abſchnitt dortommenden: Anangielen trugen.

Garderobe-Wefen. 177

2. der Diannheimer Garderobe, von Marchand angefauft,?)

3. der urfprünglich Seeauifchen Garderobe (Nießers Truppe),

4. der unter Mar Joſeph und Karl Theodor in Münden an:

geichafften Garderobe.

Die Verwirrung, die daraus entitand und deren einzelne Phaſen bier belanglos find, wurde dadurch vergrößert, daß Karl Theodor dem ʒrafen Seeau die vom Hofe angeſchaffte Garderobe 1796 ſchenkte tt dem Auftrag, nun eine Erneuerung auf allen Gebieten ſelbſt zu ſorgen. Daß Seeau, bamald ein Greiß in den adıtziger Jahren, zig Neigung dazu verjpürte, wird man leicht begreiflich finden. Jeden⸗ 13 war die Unordnung jo fürchterlich, daß fich bei der Regelung von »eaus Teftament ein langer Streit zwilchen den Erben und dem Hofe Hpann, und daß felbft Lipowsky, der in diefem Erbichaftsitreit ein Hiliches Gutachten für den Kurfürſten aufzujegen hatte,?) zu Seeaus stihuldigung anführt: „allein, wenn dieſes (die Aufbellerung der arderobe) nicht geichehen, wer hätte ihn Hierzu anhalten, wer die naufriebenheit hierüber äußern follen? Der höchftjeelige Churfürft und e Soffammer, allein beide jchwiegen, und jo entitehet die Vermuthung, ab er den höchſten Auftrag befolgt hat!“

Lipowsky verhehlt ferner nicht, daß Karl Theodor unzulälfig handelte, indem er einem Privatmanne Sadıen ſchenkte, die nicht allein us der Privatichatulle des Kurfürſten bezahlt waren. Wie richtig ‚W ferner feine Bemerkung. daß mit der Pacht eined Theaters ber Auf nicht gedient ſei! „Ein Pächter drüdt immer, denn er will

'; Jnventarium Sämtlider aus der Mannheimer Garderobe nah München förahter und in Mannheim zurücdgebliebener [!) wie auch jener Kleidungen, Kihe von Herrn Marchand käuflich übernommen worden find. [Für 5000 fl.) Ringen, den 1. Mai 1779, Spengel.

”) Bortrag über die Theater Garde des Robes (dd. 27. Oft. 1801), Kgl. keisochiv, Geh.⸗-Raths Alta, fasc. 236 Nr. 179. Auf Lipowstkys Vorſchlag fin erließ Max Joſeph IV. ein Reſkript (dd. 9. Nov. 1804), das die wechjelfeitigen Anrüche auf die Theatergarderobe durch einen Bergleich befriedigen wollte, den der Seeauischen Teftamentö-Ezefution (Graf Clemens Törring, v. Schneib) ad den Seeauiichen Fideitommißerben (Oberleutnant Graf Ernft dv. Seeau als

) ein Anerbieten von 4000 fl. mit Verzicht auf alle weiteren Forderungen au Öegenforderungen gemacht wurde. Die Teftaments-Erelution und Ernit rei Serau willigten ein, und jo wurde unterm 8. Febr. 1805 die Allodialkafje „Unfers Höchftfeligen Negierungs-Borfahrers, weldher zur Schänfung der aus Etatömitteln angeſchafften Garderobe an einen Privaten nicht befugt war” mgewieien, die Summe von 4000 fl. außzuzahlen.

12

178 Entftehung und

Nutzen ziehen, ganz anders verhält es ſich mit ei Ein Hof kann Aufwand machen, kann Pracht Pachters Verderben nad) ſich, und des Lobes wegen warnet Pächter in Kunſtſachen Handelt mit ben Da ne nn Pa Zuderplantage mit Sklaven.“ rs

Auf dem Gebiete des Dekorationsweſens kamen ähnliche um Sachen vor. Kuliffen, die für das große Haus angejhafft wa nun im Heinen gebraucht werden follten, wurden einfach al u. ſ. mw. Näber auf alle dieſe großen und Heinen Verwirrungen zugehen, ſcheint mir unnötig. Es bedurfte nur darum I ji darauf, weil mit der immer ftärker zunehmenden Vernad geichäftlichen Betriebe notwendigerweije aud) die künſtleriſchen der Bühne ftets unbedeutende wurden. Wie weit Seeau ſelbſt offenbaren Mipftände verantwortlic zu machen ift, wird ſich micht mehr enticheiden laſſen. War es jdon ein Grumbdjehler, Organiſation zu treffen, jo war es noch unverzeihlicher, bem als er bereits 71 Jahre alt war, die deutihe Schaubühne zeit zu übertragen. Je älter Seeau wurde, deſto weniger er ſich perfönfich darum.

Eine Frage intereffiert hier noch, die Frage nämlid), ob nun dank dieſer ihm ſcheinbar fo günftigen Theaterpacht reichen einheimfte. Einnahmes und Ausgabe-Bücher find mit allen papieren, die ja Seeaus Privateigentum waren, verloren Aber e8 ift ein Urteil Babos erhalten, der ſich dahin Seeau dabei hätte reich werden können und dod als farb! Wie verſöhnlich wirkt diefer Schluß!

Diefer vorangehenden allgemeinen Skizzierung von Seeau bedurfte es, um die rechte Grundlage zu gewinnen, von \ Betrachtung des troß aller Unterdrücdung der Obrigkeit h vei h faltenden theatraliſchen Lebens in ben legten zivei al moöglich iſt. Es iſt ein unaufhörliher Kampf um tums. Lorenzoni lodt mit Hanswurſtiaden auf | truppen beim Faberbraäu vermengen bürgerliche 9 Tragddien, lafjen aber auch den Späßen des freieften Spielraum und ihnen gegenüber | hängt an allem. Gelehrte und Ung lehrte und Ungelehrte beim Faberbräu; ja ſich mittlerweile ein eigenes Theaterchen ex

Dekorationsweſen; Teilnahme des Publikums. 179

nit ſeinen Kavalieren von einer eigenen Loge aus dem volkstümlichen Infinn zu. Über Theatermüdigkeit ließ ſich im Münchener Volke nie agen. Die erſten Jahre der neuen Entrepriſe gingen verheißungsvoll r Seeau, für das Theater an. Er ſelbſt ritt auf ſeinem Stecken— de und brachte das Ballet mehr zur Geltung. Der Balletmeiſter ter Zegrand, der von Mannheim übergefiedelt war, gründete mit ver Zuftimmung eine Tanzichule. Eine „neue Art von Spectacle, tehend in Operetten, Cantaten, in seriosen und komiſchen Panto— men,“ ſollte gepflegt werden. Junge Kräfte wurden, im ganzen 34 berlei Geſchlechts, verpflichtet. Legrand, die Scele diejes Unternehmens, ete den linterricht in „serieusen Rollen, Ye Fevre, der franzöftiche mödiant, Tänzer in hurfürftlihem Dienfte, lehrte Harlefins zierliche rünge, und andere halfen im Eleinen nad. Zum „compositeur ) machiniste‘ wurde Pierre Conftant bejtimmt, die Kompofitionen Operetten und Ballet? übernahmen Joſeph Mich! und Peter Winter. ff alle mögliche Weife fuchte Seeau jeine Tanzſchüler anzufpornen. bochentlich 3 mal wurden fie nebft den Lehrmeiltern ausgeſpeiſet.“ iufig wurden in den nächſten Jahren bejondere Summen für das let vom Kurfürften erwirkt, von 15000 fl. ftieg der Beitrag 57 18000 fl., daneben Tiefen Eleinere Beiträge, ergaben fid) Neu— gelungen der Tanzſchule u. ſ. w. Der Erfolg blieb nicht aus. Eine ſtaunliche Anzahl von Balletten wurden komponiert. Winter, Erur, egrand. Lauchery, Conſtant wirkten bejonders für die Erfindung und tompofition neuer Bantomimen.

Das Schaufpiel nahm in den erften vier Jahren den gleichen rheigungsvollen Aufſchwung. Die dramatiſche Dichtung gipfelte für Ruinen in Babos Dtto von Wittelsbady, Törrings Agnes Bernauerin. % traf das Verbot der vaterländiichen Stüde ein Movember 1781), in reihte fich ein engherziges, nicht mehr jchulmeifterliches, Sondern prüdes, vftlojes Verbot an das andere. Wie innig das Publitum an der Shaubühne King, wie hoch jein Geſchmack bereit3 erhoben war, das waten jene Abende im Mai und Juni 1781, als Friedrich Ludwig Ohröder im alten Opernhaus bei St. Salvator gaftierte und von allen Kreiien mit Jubel begrüßt, mit Beifall überfchüttet wurde. Ja, es warden mit ihm Verhandlungen eingeleitet, die ihn ala Direktor dauernd on die Münchener Bühne feſſeln follten. Gute Götter hielten indeſſen dieſes Loz ihrem Liebling fern. Den Vorſtellungen einen einheitlichen Charaltet verleihen, die Künſtler bilden, das Publikum mehr und

12*

180 Entjtehung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

mehr erziehen, das hätte er freilich erreichen können, aber ein Repertoire zu Schaffen allein nad) freier künſtleriſcher Wahl, ohne auf die Zenſur zu achten, wäre aud) ihm nicht möglich geweien. Je ftärfer er mit der Einficht- und dem Verlangen, für die Kunft völlige Freiheit zu haben, vorgedrungen wäre, deſto lebhafterem Widerjprud) wäre er begegnet. Selbft von Karl Theodor, dem Schüßer der Mannheimer Künfte, hätte er ſich Eeine Hilfe verjprechen können. Das Münchener Repertoire wurde nicht durch Seeauß oder feines Direktors Marchand Schuld zur ge meinen Durchſchnittsware geftempelt! Solche kühnen, fortreißenden und befreienden Offenbarungen wie Schillers Kabale und Liebe, Goethes Götz Eonnten die Münchener nie im Theater verjpüren.

Seeau hatte hier etwas vor Schröder voraus, das allerdings nicht zu Ungunften Schröders ausfällt. Mit aller erdenklichen Beharrlichkeit und Lift ſuchte Seeau die Zenfurverordnungen zu umgehen,!) fuchte fte durd) unaufhörliche Beſchwerden zu mildern. Eine leidenjchaftliche Künftlernatur hätte hier längſt der Stadt den Rüden gefehrt, hätte anderswo Freiheit geſucht. Es liegt ein rührender Zug in dem Weſen des alten Seeau, daß er gegen den einen gemeinjamen Feind, die Zenfur, feine Konkurrenten verteidigte. Wir werden im Folgenden ein be zeichnendes Beilpiel dafür erhalten.

1) Das lächerlichſte, nur eine geiſtlos-ſchematiſche Zenjurthätigleit heraus⸗ fordernde Verbot war ficherli da 1791 erfolgte, das die Aufführung, den Drud und Verkauf aller Kotzebuſeſchen Stüde aud) der noch ungeſchrie⸗ benen! unterjagte. Seeau Hatte darunter jchwer zu leiden. Kobebue war für die Kafje der Theater in anderen Städten eine Goldgrube. Auch Seeau juchte fie fidy zu eröffnen und reichte beharrlicd) nad) einander dagjelbe Kotzebueſche Stüd unter drei verfchiedenen Titeln: „Der Bruderzwift”, „Die ungleichen Brüder“ und „Die Verſöhnung oder der Arzt” ein. Jedesmal wurde indefjen unglüdlicher- weile von demjelben Zenjor das Stück gelejen und Kotzebue gemittert. Übrigens ſuchte jhon 1792 das Zenjurktollegium vom Kurfürften eine Milderung des alle Stüde Kopebues betreffenden Verbotes zu erwirken. Es bat in einem langen [von K. Th. dv. Heigel in Reinhardftöttnerd Forſchungen, III, 179 ff. zum Teil wiedergegebenen] Schreiben, die umgearbeiteten in politifcher und moralifcher Hinfiht unanftöhigen, auf der Bühne wirtungsvollen Dramen Kobebued zu. geftatten. Ein neues Verbot war die Antivort. In dad BZenjurfollegium zog dann immer mehr der Geiſt derer, die dag Verbot erwirkt hatten. Zwar gaben Weitenrieder und Babo im Oktober 1795 „Armuth und Edelfinn“ frei und Babe bemerfte dabei, daß er nicht einjehe, ob und inwiefern der Name Kopebue ein gute Drama verbanne, und er habe daS Verbot aller zufünftigen Kotze⸗ bueſchen Stüde nicht geleien. Jedoch ftand dieje deutlich Hinter den Zeilen des erſten Erlaſſes und wurde jo in der folgenden Zeit aud) verfianden. Als

Schröder und Seeau ; Benfurweien. 181

Bon einer zulammenhängenden aftenmäßigen Wiedergabe ber Zenjur-Entwidlung glaube ich bier aus verichiedenen Gründen abjehen zu dürfen. Zunädft ift faſt das ganze wichtige Material, das hierüber das Kreisarchiv birgt, bereit in zwei Aufläßen Karl Theodor v. Heigel3 verwertet,') jodann wird mandjer in feinen Folgen wichtige Erlaß nod) bei der Dramatik heranzuziehen fein.

D. Konkurrenz; der Nationalfchaubühne. 1. Lipperltheater, Hütten: und Marionettenspieler.

Es Tiegt nahe, die Frage aufzumerfen, ob Seeau wirklich die Konkurrenz der Dultipieler zu fürchten hatte. Wir erinnern uns, daß Ballerotti, der Wanderprinzipal, halb verächtlid) und Halb mitleidig Hütten- und Marionettenſpieler neben fich buldete. Hatte ber Intendant der Hofoper, der dem Schaufpielentrepreneur immerhin Glanz und Anſehen verlieh, nicht ebenfo zu denten? Waren jene armen Gefellen

wirklich Eonkurrenzfähig geworden? Die folgende Betrachtung wird darauf Antwort geben.

Durch Verbote war dem Bolksjchaufpiel jede Exiſtenz genommen. Stadtmufifanten führten in diefen Jahren die letten geiftlichen Spiele auf, von Weihnachtskomödien und öffentlichen Faſtnachtsſpielen einzelner Handwerker verlautete nichts mehr. Damit ließ fich aber die Sehnſucht des Volkes nad) theatraliichen Genüſſen nicht ertöten. Mit dem Ein:

Seean nun anonyme Stüde einreichte, wurden dieje, waren fie unanjtößig, erlaubt, jedoch zuvor der Name des PVerfallerd erfragt. War ed Kotzebue, jo genügte da3 zum Berbot de Stüdes, mochte e8 auch noch jo vorzüglich fein. Je, als U. 3. v. Buttenberg 1798 fein Schauspiel „Die Verſöhnung“ einreichte, erhielt er vom Zenſurkollegium [Zenjor war Weitenrieder!!] die Drudlizenz mit der Anweifung „die beigefügte Dedilation an den Aug. v. Kozebue fort: zulafien“, eine ähnliche Berfüigung wie die bei der Freigabe von „Armuth und Edelſinn“, die Seeau unter der Bedingung gewährt war, daß er „auf dem Antindigungszettel den Verfaſſer nicht beiſetze“. (Kgl. Kreisarchiv, Zenjuraften.)

Eenfurwejien in Altbayern, Neue hiftor. Vorträge und Aufſätze, Münden, 1883, ©. 231— 258. Die Theaterzenjur unter Kurfürſt Karl Theodor, Forſchgn.

; Kultur⸗ u. Literaturgeich. Bayerns, hrsg. vd. Neinharditöttner, III (1895), 6.172 —185.

182 Entjtchung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

dringen geijtiger Kraft in das mittlere Bürgertum hatte aud) der Eleine Mann etwas empfangen. Spurlos waren die Ichten Jahre, das lebte Jahrzehnt an keinem Stande vorübergegangen. So oft ein Aſt des fräftig ausquellenden Volksſtammes abgejchnitten wurde, ſtets ſtrebten neue Zweige, neue Blätter hervor. War dem Bolfe fein eigenes Schauſpiel genommen, io ſuchten nun Hütten und Wtarionetten- ipieler mit der Aufnahme geiltlicher Dramen in ihr Repertoire das Alte zu erjegen. Mitten unter den Kämpfen, die in den Jiebziger Jahren gegen alles unregelmäßige Spiel, vom geiftlihen Rat gegen Pajjions- ipiele, gegen religiöje Dramen geführt wurden, wuchs einer heran, der für ein ganzes Menſchenalter dem volkstümlichen Verlangen nad) dramatiſcher Koft Genüge jchafite, der die Keime zu dem Münchener Rorjtadttbeater legte, wie es im eriten Viertel des 19. Jahrhunderts topiih war. Es iſt Lorenz Lorenzont.

Er hatte, das haben wir bereits geſehen, jelbft zum Tyaberbräu den Weg gefunden. Er hatte mitten in den Beitrebungen einer künſt— leriichnationalen Reform geftanden. Aber er war in diejem Teuer nicht geläutert, ihn 309 e8 wieder hinaus in jeine Bretterbude auf dem Anger; mandyes mit Seeaus Eintreten für eine gereinigte Schaubühne erfolgte Verbot hatte ihn zu vernichten gedroht. Stets entlam er der äußeriten Gefahr. Ta rührte ſich 1783 der Geift der griesgrämigen Herren wieder. Am 12. Februar erfolgte der Erlaß, alle in Bräu- bäutern oder im Lechel von Handwerkern u. dergl. aufgeführten Spiele zu unterjagen,) 1734 folgte am 26. Februar eine Berichärfung dieſes Ediftes, einen Monat jpäter trat die Stadtmuſikanten das befannte Verbot. Es wur eine allem volkstümlichen Spiel anicheinend jehr getäbrlihe Zeit. Ta mochte es dem ſchlauen Fuchs Lorenz Lorenzoni rätlih erſcheinen. die Bretterbude aut dem Anger zu verlafien und um Auffũhrungslizenz auf der traberbräubühne nachzuſuchen Gereinigte Schauipiele murden ihm geitattet.) Was aber lieferte er? Lipperl und Dansimurft, Criſpin und Bernardon tollten in den Stüden umher, prütentierten ih als nad der Mode curieuier Lffizier, verftellter - Jude u. ĩ. w. ber zum Griake gab 3 Heiligen-Stofte, ſchlichte Frömmigkeit rbetoriſch auäpelaunend. gab es Volksſtũücke wie Genoveva. So kam er dem Volke und der Geiñlichkeit mit einem in feiner Ab:

" Sratrardir Münden, Naripreiofsäe, Deal. Nie folgenden Daten.

% Stahterä:r Münden. Rateorore? · T. TIM. IL

Lorenzonis Vorſtadttheater; geiftliche Dramen. 183

wechslung ſchlau erdachten Repertoire entgegen. Mochte diefe an den Wiener Stüden Hafnerd, an den aus dem Stalieniichen ſtammenden Boren Anftoß finden, jo beruhigte fie einigermaßen das Spiel von der heiligen Nothburga,') ihrem geduldvollen und geiftreichen Leben, ihrem glorreichen Tod. Es war eine „auferbäuliche mit jchönften Lehr: tägen verjehene Aktion“. Und gar bei dem Drama vom heiligen Benno, dem bayeriihen Stadt: und Landpatron! Da wurde „der Leichnam des heiligen Benno unter einer prächtigen Auszierung und Beleuchtung gezeiget, wobey Baierland, die fatholiiche Kirdje, die Andacht und Treue dem großen Landespatron in gebundener Rede verehren und mit Chorus fchliegen“!. Wie deutlich Iebte Hier das Jeſuitendrama fort,?) das aud) im heiligen Johannes von Nepomuk diejelbe Schluß: wendung zeigt, wie deutlich andrerjeit® war hier ein Erjaß für das kaum vor Jahresfriſt verbotene geiftlihe Spiel der Mufiferzunft gegeben !

Nach diejer Spielzeit, die vom 5. Dezember 1784 bis 16. März 1785 währte, fand fi Lorenzoni nie wieder beim Yaberbräu ein. Er gab jeine Spiele fortan nur in dem Brettertempel am Anger. Dort ftaufte er fih auch an. Mit feiner Frau Thereſia, geb. Pfeifer, der

!. Der Stoff war in Oberbayern und Tirol häufig in geiftliden Dramen verwertet, 3. B.: Veſte Burg in der Noth oder die Heilige Jungfrau Noth— bırga . . . In einem geiftlihen Schau-Spihl mufifaliih von einer ehrſamen Kachtbarichaftt zu Ambrafj vorgeftellt den 15. 16. 20. 23. 24. 26. 29. u. RD. Jung im Jahre 1748... Innsbrugg gedrudt bey Mich. Anton Wagner.

7, Die Jejuiten hatten den Benno-Stoff ſchon früh bearbeitet, 3. B. ıgumentum oder Inhalt der Comedi von S. Benno Zehenden Bilchoff der Sichen zu Meiſſen in Sachſenlandt, Welches heiliger Leib jegundt allhie in Snier lieben Frawen Haupt-Kirchen herrlich auffbehalten. Angeſtellt von dem ®ysmajio Societatis Jesu zu Münden, Anno MDXCIX. (1598.) 4°. (Kal. Hof- n. Staatöbibl. Münden.) Faſt dreißig Jahre Hatte Lorenzoni dad Drama vom heiligen Benno gejpielt, da wurde es ihm 1796 von der Zenfur verboten, ala man ihn mit feinem „jo allgemein ichädlihen und für die Moralität fo verderblihen, dann der ganzen Nation zur linehre gereichenden Sreußers oder Lipperltheater“ entfernen wollte. Das Benno-Spiel mußte Lorenzoni aufgeben, je jehr er auch beteuerte, da er feinen Lipperl mehr führe und wenn dies der gel jei, ihn in ſolchen Stüden nicht auftreten laſſe. „Alſo Iehret mich meine Religion: es ift eine Zeit zum lachen und eine Zeit zum Weinen.” Das Benno- Drama in der legten von Lorenzoni gefpielten Form ift nicht erhalten: e8 war von ihm ſelbſt „berausgezogen aus dem Büchl, fo 1780 gedrudt und zu finden kei Johann Georg Rupprecht, Buchbinder auf dem Platz“. (Kgl. Kreisarchiv,

ferj.-Att H. R. fasc. 469 Nr. 646.)

186 Entftehung und Entwidlung der Nationaljhaubühne.

in der Rolle eined Wahrſagers oder Zauberer, von Franz Anton eingebürgert ſei.) Auf jeden Fall ift Lipperl eine der vielen Abarl des Füddeutjch-öfterreichiichen Hanswurſttypus, deſſen Heimat Salzbu und Wien waren.?) Lipperl erreichte als typiiche Figur in Münch jeine Bedeutung. Lokale Züge, Dialeft nahm er bald an; wie w jedoch diefe Anpaflung ging, läßt ſich nicht angeben, da offenbar fein der Stüde erhalten ift. Ein Zujammenhang der Lipperlitüde n den Wiener Bernardoniaden ift ficher. Hfter wechſelt auf den erhalten Zetteln der Name Bernarbon und Lipperl für dasſelbe Stüd. Die Zufammenhang verwundert um jo weniger. ala bereit3 währe Bernardons Anweſenheit in München Lorenzoni ein Gaft der Jako dult war und fodann die Wanderzüge der Heinen Komödian: Bayerns ftet3 bis Salzburg und ins Ofterreichiiche hinein ſich erftredt:

Dem Lipperl ala einer ftehenden Figur begegnen wir in Münck erft in den fiebziger Jahren. Das Churbairiſche Intelligenzblatt x 1776 nennt ihn. Daß er aber in diefer Zeit zu einer allgem befannten Figur ſicher geworden war, erhellt aus einer Eingabe I eriten Münchener Lipperlipielers, der ſich dem Kurfürften als „ro Maria Schwaiger, in Theatro p. t. dictus Lipperl” am 20. Mi 1778 unterzeichnete.) Schwaiger blieb nicht bei Lorenzonis Truppe dagegen bilbete ſich der Lipperl bei ihr weiter aus. Allen Zenfu räten bot er Troß. Als im Jahre 1796 die Zenjurbehörde die Au hebung des ſchädlichen, unmoraliſchen Lipperltheaters vom Kurfürfte verlangte, gab Lorenzoni die „Erinnerung“ (dd. 7. Yuli) ab, da weder Sipperl noch Hanswurſt in je einem Spiele mehr auftret

N Th. Hampe, a. a. O. ©. 203.

3) Söltl, Münden mit jeinen Umgebungen vorzügl. in geſchichtl. Beziehun M., 1854, 5.241, meint, der Name Lipperle rühre „von dem Komiker dieje Namens“ her. Wahricheinlih wird aber eine Rolle (Xipperl, Philipp) eine Bedienten den Anlaß zu dem Namen gegeben haben. Im Augsburg: Buppenipiel Ton Juan... tritt ein Bote „Lippel“ auf (Scheible, Klojter, II S. 103. Im Saufener Don Juan heißt der Piener Don Juans: Bhiliy (Werner, a. a. C. S. 140, weijt dabei auf die ftehende Figur der Wiener Bühr „Lipperl“. Unter den Rollen de3 beliebten, auch in München 'oft gejpielte Stüdes Hunrich und Heinrih fand Werner S. 150f.) ein Stüd von Kipper Role u. ſ. w. Freilich ijt hiermit noch nicht die erjite Anwendung und d Herkunft des „Lipperl“ erklärt.

2) Kgl. Kreisarhiv Münden, H.R. fasc. 412 Nr. 848.

*, Es ijt mir unbelannt, wann er eine eigene Truppe gründete.

Kipperl, Herkunft und Charakteriftif. 187

fondern ſiatt deſſen ein Bedienter die Rolle übernehmen würde”. Gipperl in der Verkleidung lachte der entjeßten ängftlichen Herren und Wlüpfte wieder unter der neuen Regierung hervor. Unter Mar Joſeph IV. tolften im Faſching die Harlefine der italienischen Komödie in ihren alten Gewänbern wieder,') unter ihm erhielt auch Lipper! meder volle Sreiheit. Die Kreuzerfomödie blühte wie faum zuvor.?) Auf den hölzernen Bänken ſaß das Publikum dichtgedrängt. Lorenzonis pei alte Schweftern Happerten in den Pauſen auf den hoben roten I Nlüben ihrer Schuhe in der Tradjt der Renaiffancemode auf und Wo, um den Aktkreuzer einzufammeln. Hermann Schmid (1815— 1880), der Direktor des Münchener Volkstheatere, der gemütvolle Belaufcher be Volkes, erzählt davon.) Er jchildert den Lipperl, der anftatt ber fumurftjade einen „gelblichen Bedienten-liberrod mit kurzem Krägelchen“ ku. Er berichtet, wie Lipperl „als unjchuldig Verfolgter auf der Sie an den Galgen gehentt, dann aber durch den Machtſpruch eines Janberers wieder Iebendig gemacht wurde und zum fehallenden Ber: gügen aller anmelenden Kanoniere, Kindsmägde, Lehrjungen und gar ande ehrfamen Bürger zu zappeln und als erjtes Lebenszeichen daer zu ſchlagen anfing“.“) Philipp Schwaiger wirkte ſchon an barnonis Stelle. Er glänzte durch ein ſeltenes Improviſierungstalent. Imentlih als Fauſts Famulus leiſtete er Bedeutendes. Da frug er, Ber Fauſt auf dem Gange in die Hölle als Volontär und Touriſt kaleitete, den von Satan ihnen mitgegebenen Teufel, einen auf Erden lt grundgelehrten Profeffor, nad allem Möglichen und Unmöglichen & und berichtete darauf feinen Zuhörern alles Erlebte getreulich wer. Aber mit welcher unnachahmlichen Qaune! Dabei veranftaltete Jzc ‚in förmliches Haberfeldtreiben gegen die Gebrechen aller Stände, fJeler Gewerbe, deren Höllenftrafen wegen ihrer Sünden er fo hinreißend ER ihildern wußte, daß er alle Augendlide von einem donnernden N Darüber enthält das Landshuter Kreisarchiv (3. B. Hofämter, fasc. 155) 286 manchen Aufichluß. _ kine Abbildung des Sommertheaters vor dem Karlsthore enthält das er elegante Sonntagsblatt für da® Jahr 1809. Davon ein Eremplar dr Raillinger--Sammlung. ) Allgemeine Rundſchau, Münden, 1865, Nr. 46 und (aber nicht von id‘ 1866, Nr. 5b. 9 Wahrſcheinlich das Zauberluftipiel von 3. 8. (2): Der gehentte Lipper Ber Luzifers Stodzahn oder Lipperl in der Verklärung. Gefpielt am 23. Juni auf dem Schwaigerjchen Sommertheater.

188 Entftehung und Entwidlung der Nationaljhaubühne.

Hallo bes Publitums unterbrochen wurde, das ohne alle Mühe zu t beichriebenen Strafen die geeigneten Perjonen fand”.

Lorenzoni war der einzige, der Ausdauer und auch Geichid gen bejeffen Hatte, die Armlichkeit des Marionettenſpielers abzuftreifen. Obmwı er gerade durch jeinen Anhang in faft allen Schichten des Volkes d Grafen Seeau ber ftärffte Konkurrent wurbe, wandte diefer faum ı Mittel zu Lorenzonis Belämpfung an. Er mochte einjehen, baß mit dem Lipperltheater ala einer Thatjache zu rechnen hatte, die f nun einmal nicht ändern ließ.

Anders lag e8 mit den Dtarionetten- und Hüttenfpielern, wahre Gefindel, die Seeau weniger aus Brotneid als um ihrer Erbärmlid feit willen verfolgte. Sie waren weniger feiner Safe, ala dem Au fommen eines befjeren Geſchmackes jelbft in dem niederen Volke hinde lich. Hier jegte Seeau die alte im Anfang ber Nießerſchen Bemühungı begonnene Thätigfeit fort.

Es ift völlig unnüß und hieße die Geduld auf eine wertlofe Pro ftelfen, hier die einzelnen nacheinander auftaudjenden hungrigen Komöl anten mit ihren ewig gleichen Gefuchen und Abweifungen, ihren Spiel und deren Verboten zu betrachten.) Das Bild verändert fi) kaun wie e8 oben gezeigt wurde in feiner dem Volfsichaufpiel ähnlich

ı) Im Kgl. Kreisarhiv finden jih Perfonalalten der Marionetten- ol Hüttenipieler : Johann Georg Kandi, 1784 (H.R. fasc. 464 Nr. 255), Barbara Stöhr (die den Erwerb ihres verjtorbenen Mannes fo jeßte), 1788 (H. R. fasc. 472 Nr. 886), Anton Heuberger, aud) Schattenipieler, 1790 (H.R. fasc. 468 Nr. 56 Joſeph Heuberger, jein Bruder, 1790/91 (H. R. fasc. 468 Wr. 56 Franz Xaver Wagner, 17% (H.R. fasc. 473 Nr. 907), Franz Hirſchhorn, 1791 (H.R. fasc. 468 Wr. 561), Joſeph Wieſer, 1792 (H.R. fasc. 474 Nr. 930), Maria Regina Gräfin, 1793 (H.R. fasc. 467 Nr. 490), Franz Paul Schmid, 1793 (H.R. fasc. 472 Nr. 842), ? Raufer, 1794 (Stadtarchiv, Ratsprotololl, 1794, TI).

Die voritebenden Jahresangaben bejagen nur, aus weldem Sabre | Geſuche der betr. Spieler erbalten baben. Ihre Zhätigleit Haben wir für achtziger Jahre ebenio anzunehmen, wie wir die Anzahl der damals in Münd zur Dult erihienenen Komödianten wohl um dag Doppelte vermehrt und dem dürfen. Auffällig und nicht jo ſehr dem lüdenbaft überlieferten Material, jondı dem neuen jtrengen Berbot zujuichreiben ilt die Grenze 1794, nad ber fe WRarionettenipieler für längere Zeit mebr auitauden.

Hütten und DMarionettenfpieler; Wunderer. 189

müßte es bier wiederholt werden. Ruhe und Seßhaftigfeit fen fahrenden Komödianten unerträglid. So Hein ihr Wander: var, jo häufig fie dabei in München erjchienen, jo wenig liefern das reiche Bühnenbild Münchens einen neuen Bug. n einziger mag bie Betrachtung fchließen, in dem deutlich Die jucht des Volkes zu Tage trat, der dabei, je nach der Laune ſickſals, d. 5. ber Obrigkeit, die Wandlung vom Marionetten⸗ um „Agenten mit lebenden Perjonen” und darauf zum Schatten- n kurzer Zeit durchmachte. 3 bürgerlicher Maler und Vergolder lebte Joſeph Wunbderer‘) Handwerk nad). Daneben verjah er den Dienft eines ZBettel- ) ein Dienft, der ihm freilich mit ber wöchentlichen Durchſchnitts⸗

Kol. Kreisarhiv Münden, Alt H.R. fasc. 462 Nr. 60: Das dem bürgerl. und Bergolder und SHoftheaterzettelträger Joſeph Wunderer ertheilte außerhalb der Stadt München feine approbierten u. cenfierten Komedien u derfen respec. das Entjtehen der Münchener Vorjtadttheater de 19. In diejer Eigenichaft ihildert er ich in folgendem Neujahrswunſch. Hof- t#bibl. 4°. Bav. 2120 (XVII, 28). jahrswunſch ;auf das Jahr 1789. | Bon Kofeph Wunderer, | ürftl. Nationaltheater und | Stadt-Zettelträger, ; dann bürgerl. older und Mahler. | Münden, gedrudt mit Zängliihen Schriften. nihen jind zwar alle gleich; Das Glüd ift no, bey Seel und Leib! ihr Schickſal jehr verihieden: Ein Weib, jo wie es ftet3 geimefen,

au Fortunen unzufrieden, Wie man kann in der Chronik leſen, ıandher ſeines Schidjal3 Streid. Go ift das Glück noch gänzlich Weib. ch nidt irre, hat died Weib E3 handelt und weis nicht, warum: iner Ehr jehr jeltne Yaunen: Führt Alerandern in ein Lager;

Bt ed dur die Weltpofaunen, Macht mich zu einem Zetteltrager ıem beugt e3 jeinen Leib. Zum Zetteltrager das war dumm. bt es Hin auf einen Thron, Dumm! o das ward eben nidt: nen dort auf den Satheder; Es gab mir ja dadurch zu leben

ht fih Brod mit feiner Feder, Und gute Menſchen werden geben, pier macht fi Gold von Thon. Was mir an meinem Glüd gebridt.

er Menſch, der jucht jein Brod; Das Hoff ih. Ja! ihr jeyd fo gut zt, der lebt, wenn andre fterben; Und fennet meines Scidfalshärte; ater ftirbt, die Söhne erben; Glaubt, Zetteltragen ift Beſchwerde;

odtengräber nährt der Tod. Oft ftarrt vor Kälte mir da3 Blut. t e8 fo wies geftern war, Denkt nur (und ift man glei gefund) orgen wieder jo wie heute; Wie muß man nicht erbärmlich laufen,

vert fih wohl mandes Jahr, Und dann dazu brav Waſſer jaufen, eiten ändern fi) die Leute. Und hungern wie ein Pupdelhund.

190 Entſtehung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

einnahme von 1 Gulden 57 Kreuzern einen recht Färglichen Nebenern verichaffte. Oft mußte fi) der Armfte ſchier zu Tode laufen, jo fl er jelbit. Bis Nymphenburg und Tyürftenried (?) trage er die Ze hinaus. In diefer ärmlichen Lage ſein Handwerk konnte aus

zeitraubenden Nebenbeihäftigung aud; gerade nicht jonderlichen Vor ziehen kam ihm der Gedanke, jelbit fein Glück im Komödienſpie zu verſuchen. Die Lodung dieſes Flitterſtaates, diejes ungebunde Lebens, die Ausficht auf Elingende Münze, die nad) jedem Akt ban den Beutel fiel, war zu groß. Ein Gelud an die Beichügerin

Künfte, die Kurfürftin- Witwe Maria Anna, hatte um jo eher Erf als darin an das Herz der edlen rau ınit der Klage bitterfter Ar appelliert wurde. Vermöge eines Patentes vom 3. Februar 1786 da er, allerdings nur „auf verjuch und widerruf”, allerorten in Bag in der oberen Pfalz, der Landgrafichaft Leuchtenberg MarionettenfI aufführen. Mit feiner Ehefonfortin zog er los. Aber jchon zwei J ipäter wußte „der hurfürftliche Nazionalzedlträger cum complicibus’” von niemand anderm ala dem Grafen Seeau die Erlaubnis zu 5x von Advent bis Oftern in der Au, dann aud) in München „mit gro Perſohnen“ zu jpielen! Nun hielt er fich jahrelang in der S: und der nächlten Umgebung auf und ſchickte „anftändtig und honne \pille" zur Zenſur ein. Seine complices beftanden in entlaufe: Studenten und Vaganten, die nun alle zu Künftlern geadelt wan Beim Weinwirt Bauhof, beim Radlwirt in der Au, im Kreuzlgieß garten, dann in Haidhauſen und dem gräflih Zörring: Seefeldild Hofmarkfögericht Falkenau }pielte er zumeift. Nicht überall war er

gern gejehener Gaſt. Der Radlwirt verwies ihn aus feinem Sac

Die Stiegen immer auf und ab Denkt auf mein Schidfal doc zurik Die Gallen immer bin und wieder; Denkt, dort der Menſch ganz bi Die Arbeit legt jich in die Glieder, und bager

Glaubt mir, daß ichs empfunden hab. Der dürre arme Zetteltrager,

Ter wünicht euch Segen Heil und Gl Wie geht! wohl in die Yänge mir. Ich keuche halb aus meiner Yunge, Und jtrede wie ein Bund die Zunge, Und werde wie ein Windhund Dürr.

Das wünſcht er ja: dod ein Gedit Kann er zum neuen Jahr nicht mady Man weis, daß nie die Muſen lad Senn es an Wein und Brad gebri

Ihr hoben Gönner! Denkt an mid Tod bey der Gottheit gilt ein W Denn wer als Ihr, wer kann mihihügen: in ftrommer Wunſch, ein ftill Begeht Wird Eure Huld mi unterjtügen, Ter Dimmel wird die Wünſche H8 Sp leb ich wieder jicherlid). Und wird euch lohnen bier und d

Wunderers Truppe und Scidjale. 191

Dort hatte er mit Franz Maria Schwaiger, dem früheren Lipperl: ieler, ber nun eine eigene Komödiantentruppe führte, einen argen Raufhandel, der nur deswegen hier intereffiert, weil er für die niedrige Etellung folder Gejellen dharakteriftiich ift, weil der um jeden blanfen Rreuzer entftehende Konkurrenzneid wie jo oft handgreiflichen Ausdrud ind. Der Radlwirt buldete ihn nicht länger, weil er Schulden Hinter: ließ, aufs Teuer ſchlecht achtgab, bis tief in die Nadıt Komödie bulte was ftreng verboten war und „ſich andere Unanftändig- kiten“ zu Schulden kommen ließ; Schwaiger ſchlug ihn mit feinem Botent, und jo mußte Wunderer das Feld räumen. Aber wie viel : Imgerechtigfeit erjchwerte diefem bettelnden Komödianten noch jein Los! Yu demjelben Sabre (1793), wo der Hofoberrihter v. Hofitetten alles Amödienweien durch neue Verbote unterdrüdte, „weil dadurd nur Babiggang, Trunfenheit, unanftändige und zu nahe Belanntjchaften ent: Binden“, wurde ihm für München die Erlaubnis entzogen. Erſt auf brfürftlichen Spezialbefehl wurde die Cher-Landes:Regierung angewiejen, Bunderer vor allen Eingriffen kräftigſt zu ſchützen! Schwaiger dagegen hatte von dem Hofoberrichter Sofort ein Patent erhalten, weil er erfens verheiratet, verjchuldet, mit vielen Kindern beladen jei, dabei er von guter Aufführung, weil er zweitens von der Gräfin Königs— kb, der Fürſtin Breenheim, der Fürftin Lindau u. a. Empfehlungen verwies ; daraufhin Tolgten noch einige jeltiame Begründungen, die darin Shielten, daß Wunbderer „überhaupt ein büsartiger, verleumderiicher Nenſch“ jei, der eine „ganz eigene Verſtellungskunſt“ befibe.

Wozu, wird man fragen, alle dieje Kleinigkeiten? Weil nichts dertficher beweift, wie jehr es in allem, was Bühnenweſen betraf, an einer einheitlichen Leitung fehlte, wie verwildert da3 ganze Exekutiv— ‚nien war! Wer hatte fchließlich die enticheidende Stimme? Weder | Grau erwies fi) energiſch, noch die Behörde gerecht und entichloffen ! ‚Bar ein bettelnder Komödiant hier abgemiejen, fo erhielt er dort Er: laubnis.

Der Kurfürſt ſelbſt unterſtützte dieſe Leute. Wunderer erhielt die Erlaubnis, in ber Orangerie zu Nymphenburg zu ſpielen, konnte jedoch * keinen Gebrauch machen, weil der Hof 1796 wegen drohender iegegefahri im Sommer nicht in Nymphenburg reſidierte. Noch einmal ger nach Munchen und ſpielte beim Weinwirth Pögner im Thal,

‚aber nur als Inhaber eines mechaniſchen Theaters. Magne—

—2yraſentationen und Geiftereriheinungen

192 Entftehung und Entwidlung der Nationalihaubühne.

diefe in der Diode der Zeit gab er zum beiten. Sobald er f jedoch weiter hinweg begab, wie 1798 nad) Landshut, ſcharten f wieder liederliche Studenten, zulammengelaufenes Gefindel um ihn, u: er fpielte feine früheren Komödien. Zroß der ſcharfen Zenſur war jeine Stüde voll von ertemporierten Unflätereien, und zwar dera: daß der Landshuter Bürgermeifter in einer von dem Vizedom und d Regierungsräten unterjtüßten Beſchwerde fie geradezu „eine Gefahr | die Ruhe der Bürgerihaft und Sitte” nannte. Nun wurde ſcho gegen Wunderer der bier ſtets als Typus zu gelten hat vo gegangen. Ihn perfönlich traf noch das unverjchuldete Elend, an & rechten Seite gelähmt zu werden, Krankheit und Not ftellten fid) ei er begann wieder mit Dtarionettenjpielen, bis ihm auch dieſe ſchließl wieder genommen wurden.

Wie viel nadtes Elend, wie viel Roheit miſchte fich in die! Eriheinungen! Gerade in ihrer Fülle find fie bezeichnend für | loziale Lage des Volkes! Als eines der vielen berührten Verbote laſſen war, da jhidte die Regierung Burghaufen ein Schreiben‘) nc München und bat troßdem um Lizenz für den Mtarionettenfpiel Hirſchhorn. Sie wies darauf Hin, daß man ihn mit der Entziehur feiner Erwerbsquelle zwänge, für Weib und Kind zu betteln od gar zu ſtehlen! Wie oft ließen fich diefelben Herren, die ein Be bot befürmworteten, dadurdy erweichen, daß die Supplifanten auf bi abermalige Schwangerihaft ihrer Frau Hinwiefen! Welchen Ausbli auf die moraliſche Belchaffenheit dieſer Geſellen öffnet die Angabe de Marionettenjpielers Johannes Hage, der aus Mangel an Geld un Nahrung jeine Kinder verjette!?) Sole Züge, die fich leicht ve mehren laflen, jagen genug, um über die Leitungen diejer „Künſtler ein Urteil zu ermöglichen. Das wirkſamſte Verbot, das dieſes Unweſe betraf, erfolgte im Jahre 1794 am 12. November;?) alle Patente i

N Kal. Kreitarhiv Wünden, Ferionalaften, H. R. fasc. 468 Rr. 561. ?. Iodanne? Dage war der Sohn det oben (3. 99) erwähnten oje Sage, deiien Spielkonzeſſion er ınadı vierundvierzigjäbriger Thätigkeit d Naters: für fi ermarb. 100 fiel er mit jciner rau dem Armeninftitut z Lan. Kal Kreiiurdiv Wünden, Perſonalatten. H. R. fasc. 467 Rr. 61

2%, Stadrardin Münden, Natiprototol, 1734, IV. Karl Tdendor Kurürit x.

2.&: Ta deſondere Umirände erfordern, dat alle non unjern Sammer wir. sebeimen Ward dann Theater und Music Intendanten graf von See rer furz und langer Zeit meridiedenen in: und auäländiidden Marionett

Berbot der Marivnettenipiele; Faberbräutheater. 193

ganz Bayern erlojhen auf einmal und nur wenige, vom Grafen Seeau erteilte und von der Ober-Landes-Regierung ausgefertigte wurden in Zu— funft vergeben. Seeau ſelbſt hatte um dieje Generalausfchreibung ge: beten und ſowohl dem öffentlichen Leben ala dem guten Gejchmad einen wertvollen Dienft damit geleitet.

2. Faberbräu (Stadttheater), Wandertruppen.

Die Bezeihnung „Stadttheater" für die Yaberbräubühne findet hd) bereit in Akten der neunziger Jahre des 18. Jahrhunderts. Sie entipriht nicht der Art von Zheaterunternehmungen, die wir heute mier jenem Worte verftehen. Wir verbinden damit die finanzielle Interftügung und den Schuß eines Kunftinftitutes durch die Gemeinde md tellen -— mwenigftens theoretiich die gleichen idealen Anforderungen

und andern Schaujpielern ertheilte Bewilligungen und Patenten von nun an für gänzlich erloihen und ungiltig erflärt werden, auch vorgenannter :Titl:) graf von Seeau jelbjt um eine diepfällige generalausjhreibung ge— betben, io betehlen und verordnen wir anmit, jeden wo immer betrettenden Marionetten oder Schaujpieler die in Händen habende derley Patenten- and Erlaubnih-Certifikaten jogleih abzunehmen, und anher einzujänden, iofort fürohin feine mehr für giltig anzujehen und zu respectiern, als welhe von unjerer nachgeſetzten DO. 2. Regg. nad) jedesmaliger vorläufiger Einvdernehmung unſers Theater und Music Intendanten (:T.:) grafen von Seenu ertheilt und ausgefertigt worden, zugleich iſt unjer ernitgemefjenfter Bilen, und Befehl, daß ſowohl in= al3 beſonders aujländiiche Commedianten and Marionettenjpieller, welche mit den erforderlichen Patenten nicht ver=- iehen find, nirgend wo geduldet, und leptere gleich auf den grängen wieder zurüfgewieien werden jollen, endlih ift auch auf das betragen und Die afführung der von unierer obern Lande Regg. wirfl. patentifierten Commedianten und Marionettenjpieller, bejondere objicht zu tragen, forthin äne etwa bemerfende üeble Conduite oder fonjtige Exzelse mit betteln oder auf andere Art aljobald Berichtl. anzuzeigen, zugleich denen hierunter iduldig erfundenen das Patent ohne weitern abzunehmen, und hiehero äinzuihiden, dann noch beyzufügen kömmt, daß feine andern Spiele als eenfiert und approbierte, am allerwenigiten aber unflättige, anftöfiende oder verführeriiche irgendivo aufzuführen gejtattet werden därffe.

Bir verjehen und des durchgängig genaueften Vollzugs gegenwärtig unierer höchſten Berordnung allerdingd® und bey Vermeidung jchiverer Verantwortung. Sind auch anbey mit gnaden,

München, den 12ten Ibris 1794,

Churpfalzbayriiche obere 2. Regg. Rchfrhr von Weichs. Sek. v. Schmöger. 13

194 Entſtehung und Entwidlung der Nationalfhaubühne.

an die Leiftungen einer ſolchen Bühne wie an die eines Hoftheatı mitunter jogar wird die Erfahrung uns höhere, fünftlerifch frei Anſprüche an ein Stadttheater jtellen laflen, da es nicht von d Purpurmantel eingebildeter Würde und höfiſcher Rüdfiht umgeben

Das TFaberbräutheater war nur injofern Stadttheater, als feineı Wünſche des Hofes dort berücjichtigt zu werden braudhten, ala Hadtiihen Behörden das in diefem Haufe gepflegte Schaufpiel häı als ein altes Privilegium in Schug nahmen und ſogar der Ver] gemacht wurde, bier eine zweite ftehende Bühne im Gegenſatz Kationalihaubühne zu gründen.

Das Faberbräutheater wurde allmählid) der gefährlichſte Konkurr Seeaus, zumal das von den einzelnen Truppen im Laufe der le zwanzig Sabre geipielte Repertoire an Güte zunahm und falt dem | Nationalſchaubühne entiprad).

War Lorenzonis Lipperltheater im Sommer Seeaus arger 1 dränger (die Hütten: und Marionettenfpieler dürfen wir unbead laffen), jo ſchuf ihm das Tyaberbräutheater im Winter Qual.

Das Bublitum in beiden Theatern war nicht jo jehr verſchied Der Adel hatte allerdings im alten Opernhauje (d. h. der Seeautfd Nationalihaubühne) jeine Logen, wo er zur Unterhaltung mehr zum Sunftgenuß fi einfand. Es war eine Art gejellichaftficher V pflihtung, fie zu befiten, und iyremde und Freunde abends dort begrüßen. Das Bol jedod) unteridhied ſich faum in beiden Theateı Der Bürger bejuchte beide, und von einem Gelehrten und Künftl: ftande, der der Nationalihaubühne etwa ein eigene Gepräge in E Zuſchauerſchar gegeben hätte, läßt ſich für jene Zeit noch nicht ſpreche Nur inlofern ergab ſich ein Unterſchied, als die Bürgerkreiſe, die jener Zeit dem Einfluß franzöliiher Sitte, Iururiöje Sinnes ſich nicht entziehen konnten oder mochten, wenn fie ind „Komödie” gingen, die Nationalihaubühne beſuchten. während der Fabe bräu den aut Mündyneriih Gebliebenen, allem alamodiſchen abhold Därgertum feine Pforten örnete. So könnte der Ausdrud Voll tbeater eher noch paſſen. wenn mir nicht heutzutage damit einen iharten Gegenſatz gegen Hot: und Stadttheater verbänden.

Einen einheitlichen Charakter weiſen die Spielpläne der u ihiedenen Iruppen, Die zwiſchen 1780 und 1799 beim Tyaberbr ipielten, mit auf Es it ſchon Darauf hingewielen, daß fich Ipüterer Zeit das Nepertein dem der Nutionalihaubühne näher

Theaterpublifum; Wetzls Truppe. 195

Venigſtens verſchwand der Hanswurſt, der im erften Jahrzehnt faft waußgelebt beim Tyaberbräu zu finden mar.

Gäufiger, ald uns die Akten melden, haben wir Wanbertruppen kim Faberbräu anzunehmen.‘) Aber doc ergeben die Nachzumeifen- im ſchon ein fo vielgeitaltiges Repertoire, daß Feine Lüde von der osgelaffenften Hanswurſtiade über das heitere Singipiel und bürger- ihe Luſtſpiel bis zur geiftlichen Tragödie, dem Ritterdrama erfcheint. Inh aller Beichränfungen war München für den Winter ein zu ver: himder Ort. Die Theaterluſt des Volkes erjeßte den pekuniären Ynfall, den Zenſur und Obrigkeit verurſachten.

Die erſte Gejellihaft, die nach dem Scheiden der Nieker:Seeauifchen iuppe beim Tyaberbräu auftrat, war für den Winter 1782/83 be WVetzlſche. Über ihre Mlitglieder berichtet „Der Zujchauer”,?) daß ige Leute darunter waren, ebenfalls, daß der Direktor felbjt ein begabter Künftler gewelen ſei.

Das Repertoire der Truppe kam dein Geſchmacke des Publikums eitgegen.. Wurden regelmäßige Singjpiele, etwa Weißes „Die Liebe en; dem Lande” (Muſik von Hiller) oder Andres „Töpfer“ aufgeführt, Io Relfte fi) das Publitum immer fpärlic ein. Wetzl wurde auf Die Weile gerabezu gezwungen, Hanswurjt oder vielmehr Bernardon af der Bühne ericheinen zu laſſen, und das geſchah im Laufe des Binters bedenklich oft. Bon den erhaltenen Zetteln weiſen etwa zwei— mövierzig Prozent die tolliten Bernardoniaden von Kurz und Hafner ei, dreißig Prozent find ungefähr vom Singſpiel ausgefüllt, für Bıllet und Luſtſpiele (unter diefen wiederum einige, denen allein Die asdrükliche Beiſetzung „Bernardon‘ fehlt) fommen faft ſechsundzwanzig Progent in Rechnung, während nur zwei Prozent für Schaufpiel bezw. Zraueripiel feftzuftellen jind. Unter dieſen ericheint der in München überaus beliebte Stoff von Thomas Morus, dem Reichskanzler in England. Jeſuiten, Stadtmufitanten, Mtarionettenjpieler haben ihn in ken verichiedenften Jahrzehnten aufgeführt.”) Unter den Bernardontiaden

) Das gebt ſchon daraus hervor, daß ſich die Anweſenheit einiger Wander:

kruppen nicht aus Alten, jondern nur aus erhaltenen Zetteln oder Wochenſchriften i ließ.

9 Der Zuſchauer in Baiern (hrsg. von Joſ. Milbiller und Ign. Ehmidt),

RI— 1788, Jahraang 1782, XLVIII. Stüd von Dezember.

a af der Rationalihaubühne wurde der Etofji von Thomas Morus

ET Stoff Reinhardftöttner, Jahrbuch, IIT, 103.

13*

Binzenzid Truppe; „Die Räuber“. 197

Bumpdia.... u. |. w.] hat uns dieſe Gejellichaft auch mit regel- wöigen Stüden zu unterhalten gelucht, und zwar horresco referens mit dem befannten Scaufpiel: Die Räuber.”

E&o nah dem Adjektiv und der lateiniſchen Kritif nach die Vermutung Inst, daß es Schillerd Räuber waren, jo wenig glaubhaft jcheint mir die Nachricht. Zwei Gründe Iprechen dagegen. Durch Zufall hat ſich m einem auf der Kal. Univerfitätsbibliothef München aufbewahrten Kttelhande Die anſcheinend lückenloſe Folge der Vinzenziichen Zettel er: hilten, ohne daß darunter einer von Schiller Räubern wäre. Die Möglichkeit befteht ja allerdings, daß gerade diejer Zettel durd) eben- hlhen Zufall abhanden gefommen wäre, doc) ſcheint dies ausgeſchloſſen, da jene Zettelbände dem Einband nad) offenbar in jener Zeit angelegt ſud und auch fonft beim Vergleich mit Nepertoireangaben etwa bei Betenrieder fich als durchaus vollftändig erweifen. immerhin jchernt nir erft der zweite Grund innere Beweisfraft zu haben: Es iſt für wen, der die GBeichichte der Münchener Zenjur unter Karl Theodor kant, völlig undenkbar, daß Schillers Räuber über die Bühne gingen. 80 jeder politifch und religiös nur etwas freie Gedanfe geftridyen wurde, da ſollte Schillers titanijche Treiheitsdichtung dem Volke ge: geben jein? Kabale und Liebe, Don Carlos, beide waren, Jolange Rarl Theodor und ſein Zenjurkollegium lebten, verboten.) Ber: mmderlich ift die Aufführung des Fiesko im Jahre 1789 auf ber Rıtionalihaubühne; wie viel hier die Zenjur in der für München be- imder bearbeiteten Faſſung noch zu ftreichen und zu ändern fand, entzieht fich allerdings unjerer Kenntnis. Der Schluß mochte mit dem Bericht Tyieskos auf den Purpur und feinem „Sei frei, Genua, und ih dein glüdlichfter Bürger“ den Zenfurräten ala reuevolle Umkehr, fe nur moraliſch wirken fonnte, erjcheinen.”) Daß fie die Räuber elaubten, kann jelbitverftändlich daraus nicht zum mindeſten gejolgert werden. Entipricht aber das horresco referens der Wahrheit, fo fann 8 nur eine jämmerliche Verhunzung offenbar von Plümickes liebe: voller Überarbeitung gewejen jein. Die erfte Aufführung der Räuber,

N) Dagegen wurde „Kabale und Liebe” auf der Dreikönigsdult 1785 vom Buchhändler 3. Lentner feilgehalten. Ebenſo Ton Carlos, zuerit 1789 auf der Dreilönigsbult. (Buchhändlerkatalog von 3. Lentner, vorm. J. M. Fritz, die Jaßrgänge.) 32 Der Mohr fehlt ganz. Über Schiller und die Münchener Hofbühne m Manstland, I 186, einiges zujammengeftellt.

198 Entjtehung und Entwidlung der Nationaljchaubühne.

die mir in Bayern befannt ift, fand 1803 in Straubing durch ei MWandertruppe jtatt. In München wurden fie zum erften Male 18: bei einem Gaſtſpiel Veſpermanns im Iſarthortheater aufgeführt. Die Iel Borftellung der Vinzenziſchen Truppe fand am 24. Februar 1784 fta

Im Winter desjelben Jahres 309g Lorenzoni mit feinen Lippe ftücden vom Anger zum Faberbräu; wie er Verſchiedenes durcheinant mijchte, it bereit? erwähnt. Dithmar und Wulfo, ein „jehr rührent Schauspiel" von Profeffor Schumel in Leipzig, da8 Spiel von I Genovefa, von Hirlanda, ein Schaufpiel „Judith und Holofernes jelbftverftändlicd) die Tragödie vom Thomas Morus, dem Kanzler v England, wechſelten mit den luſtigſten Qipperl-Bernarboniaden ab.

Seine Spielzeit währte vom 5. Dezember 1784 bis 16. März 178 Bon April bis Juni und dann wieder im Oktober und Novem! dieſes Jahres jpielte beim Faberbräu eine Truppe, die Seeaus Unt ftügung fand, vielleicht weil fie Stüde fpielte, denen er perſönlich ihmadf und Berjtändnis entgegenbradhte. Es war eine unter der Leitu de3 Kammerkompoſiteurs Birgilius Michel’) ftehende Gejellich deutfcher Sängerinnen und Sänger. Der Ankündigung ihres erfi Singſpiels gaben ſie eine „Nachricht“ bei, die befagte: „Die neu richtete Gejellichaft verwendete allen Fleiß, das zu leilten, was fie furzer Zeit leiſten kann. Muſik- und Schaujpielfunft beide fi zulammenhängende Laufbahnen fie betritt Letztere das erl mal, und wird zeigen, wie viel man einem einfichtvollen Publifi ſchuldig ſei.“

Es war ſeit dem Fortgang der Seeau-Nießerſchen Truppe | erfte, die ihre Sache ernft nahm und auf dem einmal eingefchlagen Mege vorwärts ging, ohne durch die verfchiedenen Launen des Publikun ſich verleiten zu laſſen.

Das Singſpiel wurde in München ſchon jahrelang gepflegt. Selb Staliener wie Roſſi hatten jchon 1776 deutjche Arien in ihre italien ichen Kleinen Opern eingelegt. Durd) Franz Reiner,?) den Brudı der Schaufpielerin Karoline Heigel, und dann nad) dem Eintreffen d Marchandſchen Truppe waren in München die Singfpiele eifrig 0

1) Er war Violoncelliſt in der furf. Kapelle. Gerber, Tonkünſtler-Lexikt 1513, 3. Teil, Sp. 425.

2, Franz von Paula Reiner, geb. 1749 in Kroatien, ging früh zur Bühı 1775-1773 in Münden als Mitglied der Nießer-Seeauiſchen Truppe, 1781 Wien (Nohl, Mozarts Briefe, S. 343).

Pflege des Singipiels. 199

plegt und im Publikum beliebt geworden, eine Erjcheinung, die in der Stadt ſelbft Komponiften und Tertdichter zu eigenem Schaffen anjpornte. Den höchften Triumph feierte die berühmte Mile. MWendling, ala fie, lg erwartet, von Mannheim nad; München überfiedelte und in Bendas Komeo und Julie am 14. November 1784 auf der Nationalbühne aiftret.‘) Das allgemeine nterefje für die Singfpiele war dadurch kırk erhöht, und jo mußte eine eigene Gefellfchaft vielen willkommen jein.

Die Singfpiele der Michelihen Truppe waren Hanswurftiaden, ns Graziöfe, Feine überſetzt. Italieniſchen und franzöſiſchen Urſprungs garen die meiſten. Piccini, Tozzi, dann aber auch einheimiſchen Romponiften wie Franz Gleißner,“) Joſeph Michl,“ Moßmayr*) wurde deachtung geſchenkt.

Für die nächſten Jahre bieten die Münchener Archive und die nedruckten Quellen jener Zeit nichts.

Aus Bertrams Annalen des Theaters (I, 1788) geht hervor, daß tm 28. Oktober 1787 an die Teichmannſche Gejellichaft, beftehend ws Bater, Mutter, vier Kindern und einigen „Nothelfern”, beim deaberbräu ſpielte. „Die beiden älteften Stieftöchter, Dies. Grünberg, hen Talent und verdienten ihrer beiferen Aufführung wegen ein beſeres Schidfjal, die übrigen vom Direktor bis zum Lichtpußer ver- ‚denen das Nennen nicht, und mancher arme Autor wurde von ihnen an den Branger geftelft,” jo lautet das Urteil des Münchener Korreipondenten.

In den Jahren 1788 oder 1789 muß der öfterreihiiche Schauspiel: ieftor Karl v. Deorocz?) bier gefpielt haben. Im Dezember 1789

y „Ein Beifall, von dem die Kronik der hiefigen Bühne noch fein Beifpiel afuimeilen bat.“ Ephemeriden der Litteratur u. d. Theat., 1785, I, 13.

) Franz Gleißner, geb. 1760 zu Neuitadt an der Waldnab, kam anfangs er achtziger Jahre in da8 Münchener Seminar, ſpäter Hofmufifer in der Kapelle, aan jeit 1811 bei der Kgl. Steuer-Vermeſſungs-Kommiſſion Inſpektor für die Gteindruderei. Er ift der Erfinder des Noten-Steindrudes. Als Komponift beferte er heroifche Ballette und Singipiele. Seine Agnes Bernauer wurde ie berichtet Lipowaly, Mufit-Ler. 1811, S.422 in Münden 22 mal nad: Enander von der Moroczichen Truppe gegeben.

n Joſeph Mich, geb. 1745 zu Neumartt in der Oberpfalz, jtud. in München, anögebildet vom Fürſibiſchöfl. Kapellmeifter Cammerloher in Freiſing, 1774 ned; Italien geichidt, verlor in Mar Joieph feinen Hauptgönner, jtarb arm in ner Heimat 1818. Bol. Rudhart, a.a. O. ©. 152 ff., ©. 164.

9 Über ihn ift mir nichts bekannt geworden. 9 Genauereß über jeine Herkunft ijt mir unbekannt Zeuber, Geſchichte ma IT, 184 f., fpricht von Carl von Morocz, „aus Baiern”,

Nechtöftreit zwiichen Seeau und dem Faberbräu. 201

Brunners Zuziehung]') abgefchloffene Verftändnis in betreff der hierher tommenden Schaufpieler hierfür wieder aufgehoben wifjen wolle und daß man dem Geſuch des Faberbräuers allerdings geneigt jet". Seeau ſchien ſich aljo durch eine feiner beliebten mündlichen Abmadjungen wieder ein Verfügungsrecht angeeignet zu haben, das er formell nicht vertreten konnte. Zunächſt ſollte ſich der Stadtoberrichter in Güte mit Seeau auseinanderjeßen, ſonſt aber gedachte der Rat „in favorem des Faberbräuers und zur Aufrehthaltung der uralt ſtädtiſchen Be: fugniß ulnterthänigften]. Bericht ad intim: zu erftatten“.?) Diejes träftige Eintreten des Rates zeigte fich in demjelben Jahre noch darin, daß er dem um Konſens nachſuchenden Scaujpieler Jakob Friedrich Daber die Erlaubnis erteilte und davon dem Grafen Seeau Mit- talung machen Tieß.?) Dieſer beruhigte fi) niht. Er war im Be: fhe des alten Wallerottifchen Privilegg vom Jahre 1753, das er am 1.Oftober 1779 Zäuflich erworben hatte. Dieſes Privileg befagte, daß kine Truppe neben der des ‘Privilegierten ohne deſſen Wiffen und Billen zu jpielen habe. Dagegen ftand nicht? von einem Sonderrechte ver Berfügung über das Lokal beim SFaberbräu darin. Hier mochte die mindlihe Zuſage bes Bürgermeiſters nachgeholfen haben; der Rat inte dagegen mit guten Gründen feine Forderung geltend machen, pmal die Zheaterverhältniffe ſeit 1753 fi) völlig geändert hatten. Schließlich zeigte ſich Seeau zu Vergleichen bereit. Es wurde zwiſchen Im und Brunner am 7. April 1793 ein Kontrakt aufgefegt und interichrieben, nad) dem er gegen eine einmalige Abfindungsjumme dem Faberbräuer das Wallerottiiche Privileg abtrat und ihm für feine Bühne freiftellte, Schaufpieltruppen aufzunehmen „ohne jedermanns kinrede oder Rückhfrage“, und „jo oft, wann und wie es ihm gefiele“. Unglüflicherweiie fand dieſer Kontraft, der mit einem Male Klarheit gihaffen hätte, die Beftätigung des Kurfürften nicht.) So blieb es kim alten. Jeder fremde Schaufpieler hatte ſich zuerst bei Seeau zu

N Bezw. feines Vorgängers, des Faberbräuers Neig. über das zwiſchen on und dem Bürgermeijter abgejchlojiene VBerjtändnis fehlt nach Zeit und ndalt jede weitere Kunde. ) Stadtardiv Münden, Ratsprototoll, 1790, I u. II. ) Ebenda. Sigg. v. 6. Sept. 1790. Der Konſens wird ihm gewährt „mit = Auftrag, daß er gereinigte Spiele aufführen, und ſich ſamt jeinen Leuten Ghuldenmacens enthalten jolle”. “Alt 1,798, IL Allergnädigſte Rejolution dd. 13. Mai 1793.

Boltolini; dv. Hofmann. 203

Sandrichteramt zu Burglengenfeld an. Bald zog es ihn jedoch aus der Heinen Stadt fort; er wandte fi nah München, um dort „für ſeinen emporſtrebenden Geiſt angemeßne Staat3beförderung” zu erhalten. Aber dieſe Wünfche follten ihm nicht erfüllt werden; fein Vater konnte, noh mit einer Reihe unverjorgter Kinder gejegnet, den Erwachſenen nicht mehr ernähren, und jo ging Hofmann, mehr aus Berzmeiflung und unftäter Ruhelofigfeit als aus innerm Trieb, „des Sollizitirens überdrüfſig“, zum Theater. Er war einer jener vielen, die fi für Heine, enge Berhältniffe zu groß dünken und für Großes zu Hein find.

Erziehung und Anlage berechtigten ihn zu Wünfchen, die er jedoch bei

ſeiner Zerfahrenheit und Reizbarkeit nie ſelbſt durchzuſetzen vermochte.

Trotdem war er in feinem neuen Berufe nicht ohne Glüd. Nach

lingerem Wunderdienft gründete er eine eigene Truppe, mit ber cr

Böhmen, Ungarn, Ofterreich, die Schweiz, dann die füddeutichen Länder

don Konftanz über Memmingen bi8 München bereifte. jm November 1793 traf er in Münden ein; mit Seeaus

Erlaubnis begann er am 6. Dezember zu jpielen.) Aber kaum hatte

e fetten Fuß gefaßt und die Lage überichaut, da tauchte Schon in ihm,

ker des jahrelangen weiten Wanderns müde war, der Plan auf,

Minden als dauernden Spielort zu wählen. Von verftändnisvollen

Ninnern unterjtüßt Karl v. Edartshaufen, Sebaftian v. Ritters-

hauſen, die beiden Dichter waren darunter ſuchte er das Wallerottifche

Privileg ſich Käuflich zu erwerben. Zu diefem Zwecke bat er jeinen

Later um die Auszahlung des mütterlihen Erbteils in der Höhe von

600 fl.; als der Alte jedoch hörte, daß fein ungeratener Sohn das

Geh „zu einem folchen Brode, wie das Theater ſei,“ verwenden wolle,

" Kgl. Kreisarchiv Münden, H.R. fasc. 468 Wr. 575. Seeau jchloß mit

ün am 29. November den Kontraft ab, der in einzelnen Punkten beweift, wie

geihidt Seeau jeinen eigenen Vorteil zu wahren wußte. Ich hebe vier Punkte ans dem Kontralt hervor:

1. außer den Sonntagen darf Hofmann an den Tagen, wo im National: theater gejpielt wird, beim Faberbräu nicht Spielen;

2. für jede bis zu den hig. 3 Königen ftattfindende Vorftellung hat Hof— mann dem Grafen Seeau 5 fl. zu zablen;

3. von ben big. 3 Königen an hat Hofmann im Nedouteniaal die masfierten Alademien durch Aufführung mehrerer von Seeau zu beſtimmender Speretten zu unterhalten;

4. die dabei entitebenden Koften für Muſik, Dekorationen ꝛc. bejtreitet Sceau ex proprüs. (Die Deforationen waren meist vorhanden, die Mufit foläete Fe-au nichts !!)

204 Enmtzeiung un) Ertwillenz !er Nationaliimubühne.

verweigerte er die Sendung und bob die Summe für feine Enkel Zumit mar Dieter Plan zunächt vereitelt. Hoimann beichloß aber. als im ;vrühjahr 1:94 das Gerücht unter den Schauſpieler umging. Seeau babe die Faberbräubübne dem böhmischen Prinzipal Mihu vergeben, mit einen fübner Sprung allen zuverzufommen. Er red beim Surfürften verrönich an Geiuch cin. in em er ala ein Lande find but. ibm das ausſchliezende Vrivilegium dabin zu ertheien dass er wor allen andern Scarfrieldireftoren bereihtiget ten, nicht nun das Neben: Theater win wwäberbröu. !o ort und to lange er wolle, mil feiner genen Geietichan ın Arte zu belten. 'ondern auch in ander

r der Stadt gelegenen Vorèdten und Grinden Theaters zu errichten, mern er das jwaderbränstdester zu gerißen Jabreszeiten zu jeinem Vordeil mie mebr wurisih "Sn - Ir Falle der kurfürſtlicher Innen mrrtibie Kb Hatmann. Shih 100. dem Armen ionds zu Miten. Anden bare er mit Meter «aptatio benevolentiae nicht den glaiden Erfäis ie Yorayom ar’tanzs bei den Stadtoätern Yıd midte er bi imotem Ne Rodrunz obae den Wirt, er wor Fsum wermatız Nut Sk Nr Slorüt Mess Geuh mi Me in Iiesteriaer der Brenn Samaz er Begutachtung über gab nın heEntieidang zustdl int rd leicht erraten. Seeau 8 ‚Lurh IE erseibenss Trirüos beitumsbrt”. meinte, daß ihm Ar Grtäihzenı un lmtabtnen NIrur Me Volt einer zweite Beenden Biber nr sutzekärtt mern Bunte und befrittelte dieſel eig: Dumm Blut m alten Ertalg.

-eun - —annaneen

Er Su 1,44 172° cd Sogar Das Nerbor. meiter zu jpielen.

Sdur: pri 8 Dior weeler aus wie zer Ir Rat für die Banker mienn Ne Ni niit: Baer Sina arme. mi madtlos et

Kahn“ N Ürzurunz NE Nm Erst San aegemüber mar. Hop mann Dame mm Mona zuvor seen br „elibe zelte. zwei Heine Arzızın Same and mi Kon Wrtemzritbe zur VProducterung

Iris Sorkel.nun unter Tamm Brom on onen Gurten außer de

Zi su mean Der Kar ogmı ur 'rne Bitte ein und wid 3 Senımans an nr he Emimantes Sonate er nicht erteilen.

Far ui dran Net der Sıterkten Nat an. Garderoßt

un: Telozerimen muss or zur Itauna NT Soulden veräußern, nel San Telım S2 02. Weed un) bertäind meldete er ſich in Shrur zur und erbidt Senn Tonute ikea im Karneval a7 gerauıiın - eium

| \ N

Aloys von Hofmann. 205

Da wurde im Februar 1795 die DVermählung Karl Xheodors mit der Erzberzogin Maria Leopoldine gefeiert. Die allgemeine frohe Etimmung wollte fih Hofmann nicht entgehen laſſen, den Hof ſich

' geneigt machen, und fo verfertigte er ein ländliches Feſtſpiel „Unter: thanenglüd”, das er „Bavariend neuer, fürftlicher Mutter” meihte.”)

Ins Dorf Dinzelbad) führt das zyeitipiel, wo der Graf Sering ſeinen Geburtstag feiert. Weniger jedoch diejes Feſtes wegen ala zu Ehren des fürftlichen Hochzeitspaares beglüdt der Graf feine Bauern duch GErlaffung eines Frontages und durch andere Geſchenke. Um dem Tage obendrein die feftlichite Yyreude zu geben, dem Tage, an dem Bayern Ausficht auf das Fortleben von Karl Theodors Stamm erhält, genießt der Graf mitten unter feinen Bauern die Freude aller, das Untertbanenglüd. Natürlich verwandelt ſich die Szene in einen Tempel;

af einer opferfeuerflammenden Urne fteht die transparente Inſchrift: „Unterthanenopfer”, über dem Tempel ſchwebt Fama; an dem „Abhang ihrer Trompete ift eine Manns- und Yrauenhand ineinandergejchlungen zu ſehen“, an einem in den Wind fliegenden Zettel finden ſich die tanaparenten Worte: „Verbindung zum Unterthanen Wohl”. Gärtner md Gärtnerinnen ziehen in buntem Reigen auf, fingen freudige Chöre; md als fie darauf von den Bäumen Orangen pflüden, da find die Bäume von der allgemeinen Feſtesfreude fo angeſteckt, daß fie für jede genommene Frucht ein Wort in Transparentichrift ftammeln, bis Wleplich unter Mufit und Gefang die Wünſche Hervorleuchten: Vater lebe glücklich gejegnet lange Mutter blühe glüdlih wiegnet lange.

Dieſes ſchöne Feſtſpiel wurde dem Publifum bei freiem Eintritt wochen. Das Theater war von Leuten aller Kreiſe überfüllt. Hof: wann ließ das Stüd druden und allenthalben im Lande verjenden, ‚amdas patriotifche Gefühl der Baiern wieder aufzumuntern“! Dem Kurfürften durfte er ein Eremplar des Stückes und einen auf i Ws gedruckten Zettel überreihen. Man dankte ihn, dankte ihm

windlih, dankte ihm herzlich. Aber warım war das Stüd geichrieben ?

5 Die Zenjurliften enthalten den Titel eines andern aus gleihem Anlaß Fricbenen Stüdes: „Die gute Landesmutter oder Unſchuld fiegt“, verfaßt vn Siegmund Börnitein (?), Schaufpieler. Auch ein Qujtipiel von dem Ingol— ir Landidaten der Rechte Blaſius Kindersperger „Theodor und Röschen Ser die Vermählungsfeyer“, in dem „die Perſonen in patriotiihem Eifer bendlen“, wird zu diejem Zwecke gejchrieben fein.

206 Entjtehung und Entwidlung der Nationalidaubühne.

Hofmann hielt es recht bald für nötig, dem Kurfürſten mitzuteil daß der Drud des Stüdes und die Gewähr freien Theaterbefuches ſehr in Schulden geftürzt hätten, aus denen aber etwa 150 ihn retten könnten. Seine unverſchämte Bitte wurde ignoriert. kurze, ihm für die Tyaftenzeit gewährte Spielerlaubnis für geiftli Stüde ging zu Ende. Sorge und Not ftanden vor der Thür. N einmal erinnerte er gehorjamft an fein Feſtſpiel. „Ifflanden in Ma heim”, fchrieb er, „haben die verjammelten Fürften und Fürftin über den unbedeutenden (!) Prolog: Liebe um Liebe?) prächtiger Tyreigebigfeit zum reichen Manne gemacht, mir hat m Unterthanenglüd, welches wahrlid an Patriotismus und war Herzens-Sprache weit über jenen Prolog geht, ein Abweilungsde über eine Kleine unbedeutende gratification zu wege gebradit; war diefe Betrachtung ift Außerft ſchmerzlich für mich.” *)

Als Erſatz bat er um die Lizenz, die vier Laterlandiſchen Dra- Ludwig der Bayer, Ludwig der Strenge, Hainz von Stein, Kaſpar Thorringer nur einmal ſpielen zu dürfen, weil dann das Voll dichten Scharen berbeigeftrömt wäre. Hier beftand jedoch das Zern follegium mit ftarrer Miene auf dem alten ertötenden Verbote. - mann griff in jeiner Not zu den Hiftigften Mitten. Er wählte temporierfumödien, wie fie Lorenzoni auf dem Anger fpielte, er alten, längit bekannten Stüden neue Namen, um Jo dad Publ in größerer Zahl ins Theater zu Ioden. Da hatte felbit der Praf® des Zenjurkollegiums, Freiherr v. Schneider, Erbarmen, und er | an den Rand einer überaus harten Zenturforderung feiner Räte Worte: „Es iſt unbillig, daß von diefem ohnehin halb verhunge: Menichen für die Aufführung s-Lizenz jeiner elenden Angerkomöt ein Zar genommen und jo demjelben da8 odiosum der Zenfur ra mehr verbittert, und dagegen zu ſchreien Anlaß gegeben werde.“

In diefer bittern Not Hofmanns Frau jah zudem ihrer ſechf Entbindung entgeaen legte jogar Graf Secau ein gutes Wort F

Seichrieben zur eier der Bermäblung det Herzogs Mar Joſeph v Yweibrüden päteren Königs War I. von Banern mit der Prinzeſſin Aug von Darmſtadt am WM November 1785 BRgl. Aland, Meine theatralije Zantbahn, Yarpzia, 1798. 2.028. und Tagebuch der Wannheimer Schaubüh (brög. vd. Trierweiler 1. 19.

Sdreiben dd. NS. Juli 1795. Kal. Kreisarchiv Münden, H.R. fasc 4 Xr. 575.

Kampf gegen die Zenfur. 207

Hofmann ein, gab es ihm doc) obendrein willftommene Gelegenheit, wieder einmal tüchtig über die Zenſur zu ſchimpfen. „Denn jeder Unternehmer oder Speculant”, jchrieb Seeau, „bei Pinem angegebenen Erwerbszweck jo genau durchſplittert würde, fo würde mancher fiher nichts unternehmen dürjen.“’) Hofmann fei in kmem Fache trog allem „ein gejchüdter Mann”; die Lebenspreiſe, De dadurch bedingten höheren Gagen würden durch die Einnahme längſt nicht gedekt. Das befte wäre, dem Hofmann eine entfprechende Eivil- J lung zu verfchaffen, die ihm und feine Familie ernähren könne. J torliufig erteilte Seeau dem Ärmſten wieder die Schaufpielerlaubnis Mr den Winter 1795/1796, verpflichtete ihn jedod) zur unentgeltlichen hiheleiſtung in den maskierten Akademien. hofmann faßte Mut; während er beim Faberbräu weiterſpielte, äte er ein ernſtes, langes Geſuch an den Kurfürſten (dd. 18. De— sw abe 1795), das bittere Klagen über die Zenſur enthielt und den Bet feiner Stüde gegenüber denen der Angerfomödianten betonte. J dei Borihläge machte er dem Kurfürften: entweder erftens ihm zu hatten, jährlich) vom 1. Oftober bis 1. Mai beim TFaberbräu zu We Wen, ihm dagegen für den Sommer ein Patent für die pfälzischen MW hneriihen Provinzialftädte auszuftellen, oder zweitens ihm eine Biere Stootsanftellung (zu der er ſich fähiger als mandjer andere Kopf A ke) zu verihaffen, oder drittens ihn nur nod) bis Mai 1796 jpielen wa lefen, worauf er dann bei der Auszahlung von 500 fl. Reifegeld E 0 verpflichten wolle, nie wieder in jeinem Leben Bayern zu letrelen noch je Anſpruch auf kurfürſtliche Dienſte zu machen. A Die Antwort kam wiederum von Seeau. Ein Patent für die URL und Bayern empfahl er dem Kurfürften, riet dagegen „unnaap- meh“ von ber Stabilierung der Hofmannſchen Zruppe ab! Ian zeiten Dale aljo jIcheiterte an ihm die Gründung einer zweiten = fehenden Bühne (denn zu nichts anderm hätte Hofmanns erfter Vor— ag geführt)! Seeau zeigte fid) dabei großmütig; „je nachdem ich Rebentheater”, berichtete er, „nad Umftänden von Zeit zu Peit zu beießen für dienlich erachte, werde ich auf ihn |: dv. Hof: Ban:|suppositis supponendis den Bedacht nehmen.” Diejen AMadhtelten Slaufulierungen fügte Seeau dann einige billige lobende bei: „Überhaupts wollte ich diefen Mann, der ein fähiger Kopf

' Schreiben vom 25. November 1795. Kgl. Kreisarchiv, ebenda.

A. v. Hofmanns Truppe und Spielplan. 209

Aber 8 waren doch tüchtige und geiftvolle Schauspieler darunter wie 3.2. der Dichter Anton Crenzin, der Dichter und ſpätere Erfinder der Litho- sraphie Aloys Senejelder (beide 1793/94), an Talent aber und Leidenichaft: heit alle überragend, Hier freilich nod) ein Anfänger, Ferdinand EBlair!?)

Das Repertoire wurde vorübergehend auf plattefte Niedrigfeit hrabgebrüct, hob ſich dann aber wieder zu einer Höhe relativ kertanden —, die der der Nationalichaubühne völlig glei ftand. Bild Eurd von Spartau, Hübner Camma, Senefelderd Mathilde von J Uenſtein, von Münchener Werken außerdem noch Rittershaufens „Tochter Hatte“, Babos „Dagobert” und „Oda“, ferner Emilia Galotti, Jhinlet, König Lear, Cymbeline waren darunter vertreten.

Käenmacdher, Johanna Rechenmacher. Soujleurs: Hr. Schunder und Huft. ztiſenr: Hr. PBedner. Theatermeifter: Grünmald.“ Soviel aus den werigen erhaltenen Theaterzetteln ipäterer Jahre hervorgeht, blieb diefe Truppe ut lange beilammen. Untontrollierbar iſt die Nachricht Lipowskys (Bair. Kit-Leriton, 1811, ©. 318 f.), daß Katharina Schröfl bei Hofmann engagiert sr. Sie ftammte aus Mofa, war 1767 als Tochter eines Schullehrerd ge- heren, lernte vom Bater Geſang und Klavieripiel, von einem alten Jäger in Imbauien bei Nymphenburg Biolinjpiel. Ihre weitere Ausbildung genoß fie isch den Hofmufifer Mar. Geiß, den Zenoriften VBalefi, den Organiften Balthajar Sahwiier und den SKapellmeijter Peter Winter. Sie jpielte zuerft in der Seetihaft des Birgilius Michel beim Faberbräu, fam dann zum Theater lei Strafen Erdödi in Preßburg, fpielte in Tfen, Peſt, Graz, Salzburg, fam weder nach München, ohne an der kurf. Oper Anftellung zu finden, trat in Seimanns Truppe ein, darauf Reifen nad; Augsburg, Nürnberg, Regensburg, Yafan, Ealzburg, Innsbruck, bis fie in Wien als f. k. Hofopernjängerin an: ghelt wurde. Sie Heiratete den Baſſiſten Joſeph Kainz.

y Folgenden Theaterzettel bewahrt der Hiftor. Verein von Oberbayern 9,2%, 14) auf: Faberbräu, 7. April 1797. Samfon oder Gottes Gnade und Ike. Ein von und noch nie aufgeführtes, vortrefiliches, bibliſches Trauerjpiel 15 Aufz, vom Riccoboni. Phanor, König der Philiftäer-Hr. Alsdorfer, Web, eriter Heldherr - Hr. Helfert, Timnatea-Fr. Helfert, Dalila= Zr. Schad, Imila- Mile. Georg, MRanoad, ein ijraelitifher Fürſt- Hr. v. Hofmann, Samjon, bi Sohn-Hr. Eßler, Hazael-Hr. Kraus, Gerar-: Hr. Maier, Eine Stimme u Simmel: %r. dv. Hofmann. Viele vornehme Philiftäer, Philiſtäiſche Priefter, kiegslente;, Ein Löwe, mit dem Samfon kämpft. Die gegenwärtige Er- banungäzeit, wo Ehriften an der anſchaulichen Rüderinnerung der religidjen ihte Bergnügen finden, mahnt aud ung, etwas zur Erwedung frommen beyzutragen; wir werden daher jene allergnädigit von höchſten Orten dermalen erhaltene Spielerlaubniß für die Charwoche dazu anwenden, Auszüge ie bibliſchen Geſchichte anichaulih zu machen, ehrwürdig in der Darſtellung erbanli in der Anwendung.”

14

tiſe auf Lebenszeit; Theatergefepe. Reffripts vom 19. Juni 1784 follte dieſer Theater-Jutendance erforderlichen Eigen-

N) mit kurfürftlicher Einwilligung „Thentergejeße“ 6) Stüce, Austeilung der Rollen und die übrigen heiten einen Ausihuß feitfegten, der aus ihm

or Marhand und vier andern Mitgliedern beftand, (82) alle zur Aufführung vorgeihlagenen Stüde dann durch Stimmenmehrheit zu entſcheiden. Jedes fies hatte jodann die Bejegung der Rollen vor— Stimmenmehrheit entichied. Hinfichtlich ber Rolfenftudium gewährten Friſt (vierzehn Tage Mr Tage für eine Nebenrolle), der gejchäftlichen fichen Führung und anderer Punkte waren genaue 1, Die, wären fie alle beachtet worden, die Zukunft Schlendrian überliefert hätten. So aber jdeint wen ber Ausſchuß nicht mehr zufammengetreten b allein nach jeinem Geihmad die Wahl der der Nollen vornahm; häufiger ftellten ſich ö Geſchmack des Direktors tadelten; in d fich feine warnende Stimme, vielleicht weil jeder fich unter, dem alten querföpfigen Intendanten,

212 Entftehung und Entwidlung der Nationalfhaubühne.

mochte er auch perſönlich ein gutes Verhältnis zu feinen Schaujpielern haben, nichts Neues beginnen ließ.

In diejes allmähliche Eritarren hätte fait ein kühner Plan Vorenz v. Quaglios!) neues Leben gebracht. Als im Jahre 1792 die Trage einer Denkmalserrichtung für Karl Theodor erörtert wurde, reichte Quaglio der Landichaft einen Entwurf ein, der zugleich die Errichtung eine neuen Theaters ins Auge faßte.“ Die Notwendigkeit eines Neubaues wurde von ihm mit praftifchen und äfthetilchen Gründen dargethan. Die hauptſächlichſten waren Baufälligfeit des alten Opern- haufes,’) Gefährlichkeit bei Bränden, Mangel an Bequemlichkeit, nicht zulegt aber die durch ein ftilvolle8, monumentales Gebäude ſich ergebende Verihönerung der Stadt. Quaglios Plan verlangte den Abbruch des alten Franziskanerkloſters jamt dazugehörigen Gebäuden (Brauerei u. ſ. w.). Den Einwänden, die hier am ficherften zu erwarten waren, begegnete er im voraus, indem er für die Tranzisfaner das weit bequemere Paulanerflojter in der Au vorſchlug und die Paulaner nad) Amberg oder in ſonſt eines der vielen halbleeren Klöſter verjeßte, allwo fie auh die „ihrem Stande angemefjene Ruhe“ hätten. „Die gleichfalls unausbleiblichen Einwürfe,“ fuhr er fort, „welche in Nüdficht der Religions Meinung von vielen der hiefigen Einwohner wegen Ber tilgung eine® Gott geheiligten und eines von der bürgerlichen Klaſſe geliebten Geiftlichen bewohnten Klofterd gemacht werden könnten, ließen . fi) ohnmaßgeblich in aller Unterthänigfeit beantworten: daß es eben nachts ſeltenes, auch nicht? Neues wäre, für die Ehre des Regenten, und der ganzen Nation, für die Verjchönerung der Haupt: und Refidenz⸗

1) Lorenz Quaglio, geb. am 28. Juli 1730 zu Laino in Stalien, jeit 1768 in Mannheim angeitellt, für defjen Theaterwejen er viel that, 1778 zum Hof fammerrat ernannt, fam dann mit nah Münden, two er mit feinem Sohn Johann Maria und jeinem Neffen Joſeph Duaglio als Theatermaler und Architekt wirkte. Er erhielt 2000 jl., jein Sohn 650 jl., jein Neffe 650 fl. (Hofe zahlamt3rehnung). Er jtarb am 7. Mai 1804. Bol. Walter, Geſch. d. Theat— u. d. Muſ. am kurpf. Hofe, S. 174/175 und ©. 340. Skizzen zu Duaglio® Dekorationen befigt das Kgl. Kupferjtichfabinet.

*) Kgl. bayer. Reichsarchiv Münden, Fürftenjadhen, fasc. 98 Nr. 822.

”. Am 11. Februar 1785 war das deutihe Schaufpielalte Opern-)Hauß von Maurermeiltern und Zimmerleuten unterfucht worden, jo daß der Obere baudireftor Lespilliez nad Hofe berichtete, ed „obwalte dermall mündeſte gefahme eines unglüds oder Einjturzes“. Nur jei das Theater an einem unſchicklichers Ort erbaut. Kgl. Hausardiv, Akt 1712, 2.1, Hofhaushalt Karl Theodor

Zorenz v. Duaglios Plan eines Theaterneubaue2. 213

ſtadt. für, und um dem durchlauchtigſten Regenten eine annehmliche auf die Stadtjeite hinausgehende Winterwohnung, der hohen Nobleffe, dem edeln Bürgerftande, und überhaupt dem ganzen Publitum einen ſchönen und bequemen, hauptſächlich aber fichern, ſittlich ergößenden Aufenthalt eines Schaufpielhaufes, aus Mangel eines andern (um das Ganze zu erlangen) ſchicklichen Plates, durch Demolirung einer Kirche, und Berjegung eines Convents zu verſchaffen.“

Diefer Entwurf, der die Treilegung des heutigen Mar Joſephs⸗ Plages, die Errichtung eines etwa der Lage des heutigen Hof: und Nationaltheaters entſprechenden Schaufpielhaujes und die Entfernung alter heute dur den Neubau der Refidenz erjeßter Gebäude vorherſah, erforderte zur Durchführung den Koſtenaufwand von 30000 fi. An diefem jcheiterte das ganze Projelt. Am 6. März 1792 erfolgte auf diefen „jo mühlam als trefflich verfaften Plan“ der ab: lehnende Beicheid, „nachdem die bdermaligen politiihen Zeit umftände

| ide derley groſſe unternehmungen erſchweren und noch überhin das vand auffer den genueser Zahlungen (?) mit einer Million viermal Aimbertachtzig Taufend Gulden ſchwer verzinjlicher anlehen behaftet iſt“.

Wir mögen heute das Scheitern dieſes Planes in jener Zeit nicht bedauern, da ohne eine durchgreitende fünftleriiche Reform des Schau: pielß ein neues Gebäude nur betrügerifche Außerlichfeit geweſen wäre. Das alte Opernhaus blieb bis 1795 noch in Benügung ;') das Refidenz- enter diente darauf auch der deutſchen Schaubühne als Spielraum; 1801 wurde es vom Galeriedireftor v. Mannlich reftauriert, das alte Opernhaus im Yrühjahr 1802 abgetragen. In diejen Jahren tauchte dann der alte Plan, ein neues Theater zu errichten, wieder auf; aber eat 1810 erteilte von Paris aus König Mar Joſeph den Befehl, nad) dem Muſter des Pariſer Odeon mit einzelnen den lokalen Berhältniffen etiprechenden Veränderungen ein Hof: und Nationaltheater zu erbauen, daes infolge verſchiedener Hinderniffe erft am 12. Oktober 1818 ein= geweiht werden Tonnte.

Der lebte Verſuch, den Seeau unternahm, um feiner Bühne wieder ſtraffere Zügel anzulegen, war eine Erneuerung und Verichärfung der

7) „Der nahe Jungfern-Thurm wurde zur Aufbewahrung von Theater: Eietten benügt, und als endlich das Theater gänzlich außer Gebrauch fam, jo wurden auch die genannten Effekten aus dem Thurme genommen, und diejer m einem Gefängniſſe für Wechſelſchuldner eingerichtet.” Beiträge zur älteren Topographie d. Stadt Münden, von K. G. Nagler, Oberbayer. Ardiv, X, 12.

214 Entftehung und Entwidtung

Theatergeſete von 1781. Die 6 u fürftlichen Nationaltheaters‘“ ers. 793. | een

nad) den förperlihen Gaben, die ihm die Natur verlieh, zum W des Ganzen! Diefen Maßſtab zu beitimmen, über die Kur ihre Ausübung zu beurtheilen, vermag nur der Künſtler, jährige Erfahrung, Fleiß, Eifer und tiefes gründliches Nachdenken H Waren diefe Worte feine leeren Redensarten, jo konnten vr * ) Selbfteinihägung Seeaus ein chrenvolles Zeugnis augftellen. Er erfennen, wie wenig er jelbjt noch leiten konnte, mochte aud) noch e mal den ehrlichen Verſuch wagen, über Geldgeichäfte hinaus etwas erreichen. Ruhige Beratungen, ohne vorgejaßte Abneigung noch fiebe jollte der Ausihuß pflegen. Das war ein ziemlich unver Miptrauensvotum für die Direktion Marchands. Selbſt in Berl Theaterzeitungen war zu leſen, daß die Rollen an der M Bühne recht eigenmächtig beſetzt jeien, und es fiel allgemein auf, ß alle Stücke, in denen Marchand ſelbſt mitjpielte, beſſer beſetzt und ein ſtudiert ſeien als die, in denen er nicht hervortrat. Nun wurden genaue Vorſchriften erteilt. Marchand behielt die Stelle eines Din hatte die Funktionen eines Oberregiffeurs/zu erfüllen, war aber jo mächtiger Auswahl ber Stüde und perjönlicher Rollenverteilung In einem bejonderen Abfchnitte wurden allgemeine Alles unfittliche, gehäffige Betragen der Künftler wurde ihrer unmürdig vertiefen, empfindliche Gelditrafen auf gefeßt; dagegen fam die Intendanz gerechten Wünfchen ı ftattete das Alternieren in Hauptrollen u. j. w. Wäre in der folgenden Zeit auf dieje den Geift 1 Würde und die künftleriiche Stellung des Thea Verordnungen mit Energie und Berftändnis Theater hätte immerhin einen Aufſchwung nehmen

Neue Berordnungen und Berwaltung des Theaters. 215

purden mit dem greifen Intendanten auch die Mitglieder alt. Für wue, junge Kräfte wurde wenig gejorgt. Bor allem fehlte e8 an jugend- chen Männern, die mit vorſchauendem Sinne und Willenskraft auf Befierung innerhalb des Kreiſes der eigenen Kollegen gewirkt hätten. Bon oben fam feine Anregung, von unten jedoch auch nicht.

Sechs Monate nad) dem Erlaß diejer Verordnungen legte Marchand es iſt unflar, aus welchen Gründen, die Direktion nieder. Es olgte eine unruhige Zeit, in der Lambrecht und zwei Jahre |päter Zaccarini die Direktion übernahm. Wie lange der Ausſchuß wirklich keitand und ob er jemal3 die von Seeau zugebilligte fünftleriiche Leitung m Händen hatte, ob nicht vielmehr der Intendant jeine eigenen Wünjche oft durchzuſetzen wußte, darüber laſſen fih nur Vermutungen anftellen. Bom Kurfürften war jener Theaterausſchuß nicht nur gutgeheißen (das wor ja lediglich eine formale wertloje Beitätigung), Jondern aud), „um das ganze jeiner Vervollkommung näher zu bringen“, angeordnet, daß elle Thentermaler, der Architeft Lorenz dv. Quaglio jomwie alle die— jenigen Perjonen, die wegen der Aufgabe der italieniihen Oper ge— Käftslos waren, ihre Dienfte „unentgeltlid) und unverweigerlich”" dem Strafen Seeau zu leiften hätten.') Ihre Bezahlung, die bis 1787 aus tem Opernfonds beftritten wurde, übernahm der Sturfürft weiter auf agene Koften. Alle dieje Einrichtungen waren jedoch vergeblih. Seeaus amiger Kampf galt den Konkurrenten beim Faberbräu und der Seniur. Hier wußte er durch eine Beſchwerde nad) der andern am neiten feiner Bühne zu nüßen.

Seit dem Verbot der vaterländiichen Stüde waren etwa zehn Jahre wrgangen, in denen der Drud der Zenfur auf die freie Entwidlung der Citteratur und die wertvolle Auswahl des Spielplans zugenommen hatte. Endlich verlor Seeau die Geduld und er klagte beim Kurfürften ve Ienfur an, daß fie ihm vollftändig zu Boden drüde. Er beftritt ‚len „zwar biedern, aber unter juridiſch- und theologifchen Folianten md Atenftüden graugemwordenen, mit der ſanften Muſe und dem Benter unbelannten Männern” °) die Fähigkeit, über Schaufpiele em Senjur zu üben, die mit dem „Kopf und Herz“ des Publikums

;Kurfürftl. Befehl dd. 14. März 1793. Gehein. Hausardiv, Alt 1712, 8.1, beſhauhalt Karl Theodor3.

_ N Shreiben an den Kurfürjten dd. 12. Dezember 1791. Kgl. Kreisarchiv Ringen, H. R. fasc. 743 Nr. 48.

Zenſur in Münden und Mannbeint. 217

berricht, wo die Verſchiedenheit der Aeligion einer jeden bie äußerfte Vorficht und Aufmerkſamkeit gegen alle aud) die geringfte Lächerliche | ser gar ärgerliche Aufipielung auferlegt, wo die treuen Gefinnungen der Einwohner einer jo nahen Gefahr ausgejegt find, eine noch forg- jiltigere Thenteraufficht zu erheifchen,

Foeitens kann weder der aufmerkjame Ausländer noch das biefige Bublikum wenn von Grundjäßen ausgegangen wird, eine Urſach biefer Ungleihheit entdeden . . und fein Wunder alſo, daß mander auf de falle Schlußfolge verfällt, ala müßte da8 Mannheimer Publikum entweder eines größeren Zutrauens oder einer geringeren Aufmerkfamfeit 8 08 Münchener Publitum von Seitens des Staates genießen.” DS Ienfurkollegium, das von feinem Standpunkt aus nur logiſch und geht vorging, bat daher den Kurfürften, den Freiherrn v. Dalberg enuiveilen, alle ältern und bereits gangbaren Gtüde ſowie be nen aufzuführenden nad) München zur Zenſur zu jenden! Mann— kim blieb gottlob von dieſer Plage verihont. Karl Theodor mochte Ah Ferner in dem Wahn beglüct fühlen, die Kunft zu fördern. Scharf Be dieſe charakterloſe Ungleichheit zwiichen dem, was München und 8 Mannheim gegönnt wurde, in der Anklagefchrift ausgedrückt, die u Elle der vielen winjelnden Verherrlihungen zu Lebzeiten dieſes Marken nad) feinem Tode erichien und ben guten Kurfürften Max He mit Karl Theodor ein Geſpräch im Reich der Toten führen E) Da antwortet auf Karl Theodors Frage: j| EEE Bar ih nit in ganz Europa als Mäcen der Wiſſenſchaften und Künfte allgemein verehrt ?

Bar Joſeph:

Das warit Du in der Pfalz, in Baiern aber that'jt du grad das Gegentheil. Du jchräntteft alle Denkfreiheit ein, und legtejt Sklavenfeſſeln dem Geift der Unterthanen an.

i) Inhaltlich dasſelbe erzählt Iffland: „Der Churfürft hatte zu München fer Gattung Obergewalt der Umftände nacdhgegeben, vermöge deren Dort die Sorkellung [des Figaro] nicht zugelajlen wurde. Der Hochwürdige in Gott, Frank [F 1795), fol ihn zu Mannheim daran erinnert, der Churfürft gelähelt und darauf geantwortet haben: „Das habe hier zu Mannheim anf ſich“ Er jah die Vorftellung mit Vergnügen, und bemerkte, wie öhnlih, jede Feinheit zuerft und laut.” U. W. Ifflands dramatiihe Werte, Band, Meine theatraliihe Laufbahn, Leipzig, 1798, S. 134 f.

Tod Karl Theodor und Graf Seeaus. 219

unter denen Seeau, unverkennbar mit yuter Abjicht, dann aber ver: litt und ſchwach, die Münchener Nationalſchaubühne geführt hatte.

Ruhige Erwägung der hiſtoriſchen Verhältniffe wird die ſchweren Dängel in Seeaus Leitung, feine unkünftlerifche, nicht immer jelbft: oie, unpraktiiche Disziplin nicht beſchönigen, wird aber nie außer acht alien dürfen, aus weldyer Stellung heraus fich diefer Intendant ent- ndelte, wie er troß der ſchwerſten Hindernifle und bei aller Zalent: oſigkeit ſich redlich mühte, jeiner Bühne den Schimmer einer wahren Bilegeftätte der Kunſt zu verleihen.

VIII. öchauſpieler und Kritilk.

Sitte und Seßhaftigkeit waren die Vorbedingungen, die die Schaufpieler zur ungehinderten Entwicklung einer ſtehenden Bühne erfüllen mußten. Das Wanderfomödiantentum konnte im Volke nur Neugier und Schauluft, allenfalls neidiiche Bewunderung erregen; feſte Wurzeln in der Achtung des Bürgertums jchlug es nie. Im großen und ganzen achteten die Wanderfomödianten, was ber Bürger veradjtete. . Tür Norden und Süden, für Often und Weiten hatte fich ein gleicher Begriff vom Komödianten geprägt, ein Begriff, den Diefer abſichtlich verfchärfte. In den Mandertruppen fanden fi) abenteuerliche Gejellen : mit einem unbefieglichen Hang ins Weite, einer Sehnſucht zur Unraſt; e8 waren Leute darunter, die im bürgerlicden Leben Schiffbruch gelitten. hatten, in denen Leidenihaft und Rohheit, Zügellofigfeit und Keckheit, | ein ind Grotesfe und Bizarre verzerrter Zug von Genialität ſich milchten. Bewußt und troßig verzichteten fie auf bürgerliche Moral und damit auf die Segnungen eined im Gemeinwejen feitwurzelnden Zujammen lebens. Sie waren faule Tagediebe oder wißig-zerfahrene Köpfe, geiftig dem Bürgertum unterlegen oder überlegen. Armut verhüllten fie mit; Flitter, Charafterlofigkeitt mit pathetiihen Worten.

Aber Ichon früh traten in Norddeutichland aus ihrer Mitte Män hervor, die, mit allen geiftigen Vorzügen auägeftattet, auch in moralil und fünftleriicher Hinficht ihrem Stande Anſpruch auf Achtung erzwingen ftrebten. Volk und Schaufpieler mußten einander menſchli näher fommen, mußten einander verftehen lernen, dabei ein jeder nad gebend und empfangend. Durch den glüdlichen Zuſammenſchluß von Bühne und Drama wurden ihnen die neuen Wege gewieſen. Der und die Unduldſamkeit der Geiſtlichkeit, die in dem Hamburgiſchet Streit typiſch verkörpert find, die bei der Verweigerung des Abend mahles an den Komödianten Uhlich fcharfen berechtigten Widerjprud

Stellung der Schaujpieler zum Bürgertum. 221

ſanden, fonnten nur von den Komödianten felbft befjeitigt werben. Bald war jener Haß nur noch der Ausdrud vererbter hiftoriicher Anſchauungen. |

In Münden war von diefem Streit in feiner Weiſe etwas zu Ihüren gewejen. Die Beichwerden der Äbtiſſin des Frauenkloſters am Anger führten zu feiner Befämpfung des Wanderfomödiantentums, die Berbote des geiftlichen Rates trafen mehr den Anhalt der Stüde und bier auch nur der religiöfen, als die VBerwilderung einzelner Truppen.

Andrerſeits ftellten aber au die in Münden aus und ein- ziehenden Gejellihaften zu jener idealen Erhebung des deutichen Schau: fpielerftandes und ihrer Kunft feinen Vertreter. Entweder bewiefen fie durch elenbe Dürftigkeit in ihrem Aufzuge (wie etwa Johannes Schultz), daß fie zur fahrenden Klaſſe gehörten, oder fie zeigten durch geſchmackloſen und geminnjüchtigen Wechjel im Spielplan, daß die Be— ſtrebungen, die Efhof in Roftod energiſch wieder aufgenommen hatte, niht nach ihrem Sinne ausfielen, vielleicht auch, daß diefe gar nicht zu ihnen gedrungen waren. In München artete das Wanderfomddianten: kaum am roheſten in moralifcher und äfthetilcher Hinſicht in den zahl: reihen Hüttenjpielern aus, die im Pöbel Anhang und Verwandtſchaft fanden, dem Bürgertume jedoch ftet3 menſchlich ferne ftanden.

An diefer traurigen Wahrheit vermochte das Erperiment, das 1765 mit Bernardons Truppe unternommen wurde, nicht? zu ändern. Joſeph Felix v. Kurz, mehr Kavalier und Wiener Lebemann als Künftler, Fand namentlich der pifanten, Teidenfchaftlichen Frau Therefina zuliebe im Adel Aufnahme und Verkehr; in feiner Truppe waren andrerjeits auch Charaktere, die jeder katoniſchen Forderung ent|prachen, vor allem Suſanna Mecour, für ihren Stand Mufter und Vorbild edler Frauen: würde. Indeſſen ftellten ſich gerade bei diefer Truppe bald perjönliche Zriſtigkeiten ein; die wenigen, die künſtleriſch und fittlid) aufwärts Rrebten, fchieden bald, und auch Bernardon, zu dem ſich der Künftler Joſeph v. Kurz wandelte, verließ München, ohne etwas pofitiv Wert: volles geichaffen zu Haben.

Die Liebe und Achtung, das Intereſſe des Bürgers erzwang erft Rieger. In einer Eleinen Stadt, die an dem perſönlichen Schidjal aft jedes Bürgers noch Anteil nahm, mußte es Auflehen und Be: wteilung hervorrufen, daß ein junger Recdtsfandidat aus eigenem Intrieb ohne äußeren Zwang Schaujpieler wurde. Es mußte befannt erben, daB die angeleheniten Bürger ihn unterftügten. Wer nicht

222 Scauipieler und Kritif.

freudig die erften Schritte Nießerd begrüßte, mußte wenigſtens merkſam oder, war er ein vergrämtes, verbiffenes Gemüt, ein erbitterl Gegner werden. Was die wadere Schar um Nießer in den fiebenzig Jahren erreichte, dad war nicht allein die Pflege regelrechter Dramat das war der Sieg, der die bürgerliche Achtung bedeutete! Dankb wurde diejes fchon 1776 hervorgehoben; im Churbairiichen Intelligen blatt hieß es von Nießer und den nächſten Freunden: fie praßten nid fie prahlten nicht, fie machten für fih feinen Aufwand! Komödie ipielen ward aus einem Iuftigen Zeitvertreib oder aus drüdender Arm! zu ernitem Studium!

Aber wie unendlich ſchwer war der Kampf! Wie viel Charakte feftigfeit gehörte dazu, um die Würde des Künſtlers nicht nur q zwungen und äußerlich, fondern mit freudigem Idealismus zu wahre Nichts ift für diefe vom Erfolg fo leicht verdunfelten Mühen, nid für diefe in aller Heimlichfeit opferwillig ertragenen Sorgen bezeichnend« als ein ausführlicher Brief Niekerd, der gewiß nur an eine einzi Perion geichrieben war, der uns aber den wertvolliten Beitrag 3 Kunde des Menichen giebt. Der Brief iſt im Herbft 1779 geichrieb und an die Gräfin La Rojee gerichtet. Karl Theodor dv. Heigel ja ihn unter fFreimaurerpapieren,!) die aus dem Nachlaffe des Fa fürftlihen Kanzlerd Grafen La Rofee, der 1779 Prior der Loge 3 Behutjamkeit war, in dad Münchener Reichsarchiv gelommen find.

Er hat folgenden Wortlaut:

Hochgebohrne Gräfinn, gnädige Frau Frau!

Sin einem Zeitraum von einem Jahre tft e3 beinahe dreigigum daß ich, auch zum öfteren von Dero gnädigen Worten angefeue mich) der Wohnung Euer hochgräfl. Gnaden näherte, um meil gnädigen Wohlthäterin, der ich meinen Beifall, meine Belohn | zu verdanken habe, aufzuwarten, und mid) ihrer Gnade nod) fi zu empfehlen, meinem Herze die jo heiljame Erquickung zu verſcha von einer Dame wegen meinen geringen Berdienften gejchäzet : werden, die ganz Dtenichenliebe, ganz Gefühl, der Stolz der R it: allein ich Hatte mich tederzeit nicht jo geichwind der Wohm genähert, auch etlihemal nicht fo raſch die Glode ergriffen, als, mit jchnellen Schritten zurüdwid) und aus einer beinahe unbel

1) Heigel veröffentlichte ihn in der Frankfurter Wochenſchrift „Die til Ehronif“, 3. Jahrgg. Ar. 19 vom 7. Nov. 13%. |

Nießers Armut; Brief an die Gräfin La Roſée. 223

fihen Ehrfordht gegen Dero hohe Perjon mir im Entfliehen dieſe Borwürje machte: Haft du wohl die Gnaden verdient, die man dir zufliegen ließ? und wenn du einen Schein des Anfpruches niemals gehabt Haft, bift du noch der vorige Menſch, der du ehedem warſt? Haben nicht deine mißliche Glücksumſtände, der Abgang an nöthiger Keidung, der erfaltete Eifer in Ausarbeitung deiner Rollen, den ih aber leider nur vom innerliden Gram gedrüdt verlohren habe, deine Perſon herabgewürdiget? Und was willft du bei diefer Dame machen? ſagte ich ferner® zu mir; wird dir nicht bei ieder Trage die Schamröthe ins Angeficht fteigen und fid) dein Elend erneuern? oft du Sie mit Klagen, Weinen und Betteln belagern, und das müßtett du doch thun? Diefe Vorwürfe waren e8, die id) mir derzeit machte, da ich in Bram verjunfen von Dero Wohnung hinweggieng, und entmwebers fürs Thor hinausfchlenderte, um meinem bangen Herzen Quft zu madjen, oder mid) zu Haufe in einen Winkel verfroch, weinte und mich) meinen melancoliſchen Gedanken überließ, die mir meine Leibs- und Seelenfräfte rauben und mid) beinahe zu enem Dummkopf machen.

Aber ietzt, gnädige Gräfinn, ift mein Elend auf das Hödhite geitiegen, ietzt mus ich Hülfe juchen oder ich bin auf ewig verlohren, md mus durch eine heimliche Entweicdyung meinen noch iederzeit behaupteten ehrlichen Namen mit Schande brandmarfen. Und dieſer Khredliche Gedanfe gab mir die Feder in die Hand, daß ich in völliger Berzweiflung mich Hinjezte, mich unteritehe, Euer hochgräfl. Gnaden mein Elend zu ſchildern und um Hülfe zu bitten. Die Menſchenliebe, gnädige Gräfinn, die fie in vollem Wtaaje beſitzen, wird ihnen die Großmuth verleihen, meine mißliche Umftände mit Geduld zu leſen.

Ich und meine rau!) befamen von Tit. Herrn Grafen von Seeau, als Selbe im Jahre 1772 das Theater übernahmen, einen

Gehalt von jährlichen 700 fl., und fo ftieg von Jahr zu Jahr fait ieder-

|

’, Nießer Hatte 1772 geheiratet; im Kopulationsbuch der St. PeterSpfarrei 471-1790) befindet fidy folgender Eintrag: ' Junins ao 1772 Dultgäjil es 14. hora 7m» merid. Sponsus Joannes Joachimus Nieser Comoedus Simonis Nieser Polz- meflerd in Augſpurg et Mariae Ursulae ux: amb: defunct: filius legitimus. Sponsa Virgo Elisabetha, Joannis Antonij Hierl [Yörl?] Anſtreichers albier,

224 Schauſpieler und Kritik.

zeit mit einer Vermehrung von 50 fl. unfere Gage biß an jener ſchrecklichen Zeitpunkt, da unjer theüerſter, Tiebfter Yandesvater ſtarb auf 900 fl.; unfere Bedürfniffe aber überftiegen iederzeit die Ein nahmen um ein merfliches. Kleider machen Leüte jagt iener befandt Satyrenjchreiber, und da wir aus Mangel günftiger Glüdsumftänd: nicht viele hatten, jo jchaften wir uns ſolche an, um das einem Schau Ipieler jo nöthige Anfehen zu erhalten. Mobilien zur Beitreitung de häuslichen Bedürfniffe mußten auch mit nicht geringen Koften erfauf werden. Es famen Kinder!) und da der Schauspieler zu feinem Studierei ein eigenes Zimmer haben mus, jo mußten wir uns eine größer Mohnung miethen, im Winter ftatt einem zwei Zimmer heizen, di Dienftbothen vermehren, und das tägliche Marktgelt zur Anihaffun der Victualien verdoppeln. Dem Schaufpieler ift auch die‘ Lektir unentbehrlich), id) mußte mir allo Bücher anſchaffen. Da Tit. Her: Graf von Seeau feine Frauenzimmerkleider für's Theater machen ließ und der Qurus dermaßen ftieg, daß man von einer Schaufpielerin den Anzug, den Pub, den eine Dame bat, forderte, jo verdoppelt ſich die Rubrik: Anſchaffung der Kleider iedes Jahr um die Helite jo wie nicht minder Schmud, Blumen, Hauben, Auffäge, Ruſch

et Catharinae ux: amb: vivent: filia legitima. Testes Georgius Sing spiller geweſter burgl. Crammer, et Leopoldus Schielle Comoedus. D licentia revmi D. Decani in meo cubili copulati sunt, et sponsus de manda1 D.D. Decani deposuit libertatis juramentum.

1) Taufregiiter der Pfarrei zu U.2. rau (1764—1775). Eintrag vo

19. Auguft 1773 (BI. 199):

Joannes Nieser Commediant. Elisebetha Hierlin uxor. Emanuela Graf v. Seefeld per Theresiam Seiringerin Kriegs-Rhats Secretarin: Emanue Theresia nat. hod. hor. 10 mat.

Eintrag vom 15. Auguft 1774 (6Bl. 216):

Joannes Nieser Directeur der Teutſchen Schaubienne. Elisabeth Hörlin [2 Uxor. Antonius Gr. v. Törring-Seefeld, per Antonium Herndl dero Secretes Antonius Maria nat. hod. hor. 6 mat.

Eintrag vom 27. Augujt 1775 (Bl. 232):

Joannes Niesser Teutſcher Schauipiller, Elisab. Hörlin Uxor. Maria Am Herzogin von Bayern per Mariam Annam Lauterin Kammerdienerin: Mas Anna Elisabetha heri 8. vespere.

Taufbuch (1776-1787) Eintrag vom 17. April 1778 (BI. 38): Joannes Niesser Deutiher Schauipiller. Elisabetha Hörlin Uxor. Se DE Herzog v. Zweybrüden Carolus Theodorus Augustus ete. per M. Ann Zauterin Graf Seeau Rammerdienerin: M. Theodora Augusta Hodie !/s! matut.

Nießers Brief an die Gräfin La Rofee. 225

Handſchuhe, Frifeur und andere Nothwendigfeiten fich täglich mehrten, und fo wuchſen unfere Bedürfniffe jährlich auf 1000 fl. an, wovon -ih, wenn ich in dieſer Schrift weitläufig werden bürfte, ein genaues Berzeichniß liefern könnte, ohne im minbeften zu übertreiben.

Diele Bedürfniffe nun, die die Einnahme jo merklich überftiegen, mußten natürlicher Weile eine Schuldenlaft nach fich ziehen, und dieſe belief ſich ungefehr im Jahre 1776 auf 400 fl. Da fie in verfchiebenen Boten beſtand, jo dachte ich beßer zu thun, einen Gläubiger zu fuhen, und mit diefem einen monatlichen Abzug feitzujegen. Dan drang von allen Seiten wegen der Bezahlung in mid), und ich wollte mich niemanden anvertrauen, um die Achtung nicht zu verlieren, die ih mir Zeit meines Hierfeins erwarb. Der Jud W gelellte Rh öfters zu uns im Hofgarten, ala wir dafelbft ſpazieren giengen.

Dielem vertraute ich mid) eines Tags in feiner Wohnung, und bath ihn um ein Darlehen von 400 fl. Nachdem er viel Gegenambulums machte, ſagte er endlich, daß er nicht ſo viel baares Geld in Händen Bitte, wohl aber Pretioja bejäße, die er mir geben wollte. Er gab mir alfo eine goldene Repetiruhr mit Steinen bejeßt, eine kleine goldene Dofe und 80 fl. an baarem Gelde, und dafür mußte id) ihm emen Wechſel von 400 fl. auöftellen. Ich lies die Uhr und Doſe in's Verſatzamt tragen und befam 120 fl. darauf gelehnt. Bie wenig mir mit diefem geholfen war, können Sie gnädige Sräfinn, von felbften folgern. Ich flickte, jo gut ich Konnte, und rettete mich ein ganzes Jahr durch. Inzwiſchen war der Wechſel Kllig und die übrigen Schuldpoften, theil® durch Snterefjegeben, theilz durch Verſezen beliefen fich ſchon beinahe um die Hälfte höher. 3 mußte aljo andere Mittel fuchen, und da führte mich das Un: glüd über eine gewiße MWeiböperjon, bie, wie ic) nad) der Hand er- kbren, eine Unterhändlerinn von der Gräfinn S* war, bie verjprad; wir 600 fl. aufzutreiben, nannte mir aber niemalen die Quelle, wo "das Kapital befam. Kurz! fie brachte mir 600 fl. in lauter Dulaten ins Haus, zählte mir ſelbe vor, und ich mußte ihr ſogleich dos Intereſſe pr. 10 Procent und für ihre Mühe vom Gulden 2 Er. Iufbringgelt, in Summa alſo 80 fl. von dem Kapital zurüdbezahlen, md da ich den Schuldichein auf ein und ein halbes Jahr einrichten wellte, wurde mir folches abgeichlagen, und ich mußte die Bezahlung wi 3 Viertel Jahr umjchreiben und ſelbe in monatlichen Friften richten. So alfo führte man mich Schritt für Schritt von der

15

226 . Schaujpieler und Kritik.

äußerften Dürftigfett gedrungen meinem gänzlichen Untergang nähe Sehen Sie, gnädige Gräfinn, ſolche Menjchen giebt es, die eine jo bittre Wohlthaten erweiſen, um ihn defto ficherer zu Grunde ; richten. Hätte ich das erftemal ein Darleiben von baarem Geld mit kriftlichen Intereßen und einem gemäßigten Abzug erhalten könne lo wäre ich nicht in diefe erbarmungswürdige Umſtände geratheı Sind ſolche Geſchöpfe, die fi auf Unkoften ihrer Nebenmenfchen eine jo graufame Art bereichern, nicht eine Peſt im Staate? un doc werden fie dem Dürftigen unentbehrlich, To lange nicht öffen liche, heiſſame Mittel zum Beſten bes Nothleidenden ergriffen werde

Dieß war aber nody) nicht die höchſte Stufe meines Elendei Nein! Unfer theiterfter Qandesvater farb, und wir wurden auße Brot gejeßt. Ich konnte mich auf fein anderes Theater verjchreiben da es außer der Zeit war, der einzige Rath war aljo, auf unſen Rechnung zu Spielen, und zu diefem riethen uns die Liebhaber de Spektakel. Die Gejellichaft wollte und konnte ohne mich nidyl unternehmen und fo mußte id) aus des Schickſals Grimm noch Dit entrepreneur werden. Ohne weitläufig zu fein, kann ich mit eineı Eide und mit meiner in Händen habenden Rechnung beweiſen, da ich verfloffenen Sommer für meinen Theil 420 fl. eingebüßet hab und da id) natürlicher Weiſe kein Gelt Hatte, jo mußten Kleider ur Kredit die Stelle eines Kapitals erjegen. Man ſchmeichelte ur ſogar fhriftlid) mit einem Erſaz: alleine weder eine Vergütung, ur nit einmal das Einlaggeld vom gnädigiten Herrn, als er in D Komödie war, haben wir erhalten. Ja, es ging nod) jo weit, De man mid) troß des in Händen habenden Kontracts abdanfen wol! Sann ein Menid) härter gedrüdet werden?! und te e Wunder, wenn id) Geftalt und Vernunft verliere, zu meinen Be richtungen untauglid und ein Menſchenfeind werde?

Der Zwiſt mit meinem Engagement hat ſich gelegt und Her Graf von Seeau will mir den jeßt noch auf 2 Jahre und fün Monathe laufenden Kontract halten, und dieß verichafft mir Gelege heit, meine Gläubiger vermög eines monatlichen Abzuges pr. 40 fl. wo ich nur 20 fl. zum unentbehrlichen Lebensunterhalt ziehe, zu bes friedigen, denn eher will ich darben, eher wie ein Tagwerker leben; als mir einft von einem meiner Gläubiger in da8 Grab nachflucen zu laßen. Erwehnte 20 fl. alfo brauche ic) unentbehrlich zu Koft, Zinnk Friſeür, Tobak etc., ohne auf Kleider, Wäſch etc. etwas verwendey

Nießers Brief an die Gräfin La Rojee. 227

zu Tönnen, und da meine vorerzehlt mibliche: Umftänden und be- fonders die geführte unglüdliche Entreprise mic) nit nur alleine meiner und meiner Frauen Kleider, Uhr und Schuhlchnallen beraubet, fondern auch, da ich mir die leßten zwey Jahre nichts nachſchaffen tonnte, an Wälh, s. v. Etrimpfen und allen derley Bedürfnäßen dergeftalten biosgeftellet, da3 ich faum mehr aus dem Haufe zu gehen vermag, vielweniger mich auf dem Xheater zeigen kann. Ein alter Kaputrod und ein grün zeigenes Kleid ift alles, was ich an Kleidern, ein paar mittere Hämbden und 2 paar ziemlich aus— gewaſchene Strimpfe nebft 4 elenden Schnopftüdhern aber alles, was ih an dieſen Bedürfnüßen befite, und damit mir alles abgeht, fo muß noch die Scheid an dem Degen gebrochen jein, Haarbeutel, Huth und s. v. Schuh und Stiefel wirklid) unbrauchbar werden. Rünftige Pfingftfetertäge ſoll ich alfo in meinem Kaput zur Kirch ud Probe gehen, und vor meinen Stameraden, die mid), da fie md jo arm jehen, verachten, lächerlich werden! Ich ſoll mid) den 25.ten mit ſchlechten s. v. Schuhen, Strimpfen, Walch und Haarbeütel auf dem Theater dem Publicum zur Schau außftellen? Ich foll, wenn ich auf die Probe und Abends auf das Theater gehe, meil ih feine Uhr im Haufe habe, entweder um ein paar Stunden früher De Wohnung verlaßen oder des Tages etlichemal gegen die Petersfirche laufen, um auf die Uhr jehen zu können! und wenn ich endlich eine Rolle in Stiefeln oder mit einem Degen bekomme, mie werde ich e3 wohl da machen?

Dieje dringende Umstände alfo, diefe Bedürfnüfle, die ic) mir don meiner gewiß geringen Gage nicht anſchaffen kann, und die ich nt durch neue Schulden, die ich nicht mehr bezahlen könnte, er- werben will, erfrechen mic), eine Bitte an Ihro Hochgräfl. Gnaden zu wagen, die ic) an Jonft niemanden auf der ganzen Welt nicht gewagt hätte: denn ich weis nicht, iſt es Stolz, Ehrforcht oder Scham, oder alles zugleih, daß id) nicht betteln will, nicht betteln Tann, und doch bin ich es bedürftig, dod) bin id) leider in Wahrheit arm, recht arm. Bon ihnen aber, gnädige Gräfinn, von ihrer Menſchen— liebe, von ihren großmütigen Karakter bin ıd) überzeügt, daß Diele Schrift, dieſe meine geichilderten Umftände keinem Menſchen befannt werben, daß ich in verborgenem bleibe und nur vor ihnen erröthen darf, und das thate id) ſchon lange, denn jo oft Sie mir begegneten oder mid) anredten, ftieg mir die Röthe in das Angejicht, und ich

15*

2

8 Schauſpieler und Kritik.

glaubte, Sie könnten mir in die Seele ſehen, und auf der Stirn meine betrübte Umſtände leſen, und dann zog ich mich zurück und weint:

Ich bitte Sie aljo, gnädige Gräfinn, jo dringend nur imme ein Armer bitten kann, ſich meiner zu erbarmen und mir biß fünftige Freytag 30 fl. zu verihaffen, damit ich auf kommende Feüertäg wenigjtend mein brauntüchenes Kleid (id will an das bordirte ga nicht gedenken) auslefen und mir auf das Theater ein paar s. v jeidene Strimpje und neüe Schuhe anſchaffen und mid) in jo wei von ber Verachtung und öfentlihen Schande retten kann. Ihner gnädige Gräfinn, find die Werke der Barmherzigkeit angeboren: wi wäre es, wenn Sie ſich einem Elenden zu Liebe jo weit erniedrigte und in der Gelellichaft guter Tyreünde für einen ungenannten wahr haft armen jamelten, oder den Herrn Grafen von Seeau er ſuchten, daß er für einen Hausarmen an einem Tage, wo fonft nid geipielt wird, ein Schaujpiel mit aufgehobenem Abonement gebet und ihnen die Einnahme zuicidte, oder was weis ih van zeihen Sie mir! Die Noth, das Elend, die Armuth ift erfindjar an Proieften, aber ich ießt ganz Kind, ganz ohne Beurtheilungskraf dab ich die Möglich- oder Schielichheit nicht einjehen kann, nur | viel kann ich nod) zufammenreimen, daß alle meine Sachen einzuleje und mid), jo wie ich e8 brauchte, herzuftellen, ziemlich viel erforde li wäre, und wenn nicht baldige Hülfe geichiehe, fidy die Interefſe mehren und die bald verjallenden Kleider verkauft werden.

Dieſes Elend alio zum Theil oder zur Helfte oder ganz, x es fi immer thun läßt, von mir abzuwenden, will ich Ihro ho« gräfl. Gnaden nocdhmalen um alles in der Welt gebetben babe daß Sie mir ohne Perihulden, nur aus Unglüd, aus Scham ax gewordenen Elenden aus allen Kräften beiftehen und mid) wenigfte in jo weit retten, daß ich ehrlich gefleidet auß dem Haufe geh und meinen Verrichtungen vorfichen fann.

sh will Sie, gnüdige Gräfinn, nit mit einem erfünftelt Period plugen, wie mein Dank werde beichaflen jein, was Sie fi durch dieted Werk der Barmberzigfeit für Perdienfte ſamlen, nein nur to viel tage id. daB ich und meine Kinder, denen ich, wen ne es einmal begreiten fünnen, dieſe Wohlthaten tief ihren Herze einprägen werde, daß wir bei ieder Gelegenheit Leib und Leben fi dus Wobl Ihre Hochgräfi. Gnaden oder dero hoben Familie mi Vergnügen au’opferm werden.

Nießers Brief an die Gräfin La Rojee; neue Pläne. 229

Ich wohne auf dem Anger im Goldichlagerhaus über 3 Stiegen und erwarte mit beflemmtem Herze den Augenblid, wenn Sie gnödige Bräfinn, durch eine wohlthätige Beihülfe beglüfen werden

den Ihro bocdhgräfl. Gnaden unterthänig gehoriamften Knecht Johann Nießer, teütjchen Schauspieler. ') Die in diefem Briefe erbetenen 30 fl. wurden Nießer „im Romen einer menjchenfreundlichen Geſellſchaft“ zugeſchickt; fein Los beflerte fi nad) dem Eintreffen der Marchandſchen Truppe, jo daß er feine Kraft wieder freudig den künſtleriſchen Fragen zuwenden Ionnte. Als Schaufpieler trat er nie hervor. „Drollige Hauspäter und alte jchnurrige, wadere Offizierd, wie überhaupt alle diejenigen Gharaktere, welche ſich im Leben durch eine warme, gutherzige, alt= deutſche (!) Reblichkeit auszeichnen”, darin lag nad) Weſtenrieders Urteil ?) line Hauptſtaͤrke. Durch geiftiges Herausarbeiten und gewifjenhaften Feiß erfeßte er, was ihm an Begabung und Temperament fehlte. Zalent beſaß er nur auf organijatoriichem Gebiete; hier begrüßte er jede Gelegenheit ſich nüßlid) zu zeigen. Als im Sommer 1788 der Augsburger Stadtmagiftrat in den Moyichen Zeitungen die übliche Ansihreibung für die Belegung der Bühne im folgenden Winter erließ, wandte er fich in einem längeren Schreiben ) an die Augsburger Depu=

N Darunter tft folgende Anmerkung eingetragen:

„Die hierinne gebettene 30 Gulden habe ich dem Niefjer auf verhuffende Ratification der D im Nahmen einer Menjchenfreundlichen Geſellſchaft von meinem Geld zugeihidt und find mir ſolche in der Deputation zur Er: Öffnung der Armen-Cassae vergütet worden, jo hiermit beicheine den 2. Septembris anno 1779.

N Beiträge, I (1779), ©. 548. 5) Augsburger Stadtarchiv, Theateraften de 1733— 1795, Produft Nr. 172 !/s. Wohlgeborne Almossenamts Deputierte gnädige Herrn Herrn!

Endedunterfchriebener ein gebohrner Bürgers Sohn der freyen Reichs— ftadt Augsburg Hat lezthin in denen öfentlichen Zeitungen ihre Aufforderung an bie Unternehmers deutiher Schauſpiele gelejen, darüber reifer nad): gedacht, und endlich gefunden, daß eine löbl: ältere Almvjenamtd Depu- tation mit reilenden Directeuren niemals den Vortheil ziehen fann, den die Tage der Sachen erheiicht, und der den dabey genommenen Abjichten entipridt.

Weit entfernt Hochdenenselben Maaßregeln vorzufchreiben wagt es dennoch ein in Direktions- und Schauipieler Kenntniß durch 20 Jahre reif

Bruder La Rosce.“

232 Schaujpieler und Kritik.

Don feinem der übrigen Schauspieler ift ein ähnliches elendes Lo zu melden, und darum mag, jo peinlih aud das Scidjal gerad diefes Mannes berührt, eine Schuld Seeaus kaum anzunehmen feir

Wie Nießer waren alle Künftler mit einem bejcheidenen, aber aus reichenden Gehalte verjehen.!) Sie genoflen faft alle den Verkehr geifti hervorragender, bürgerlich angejehener Männer. Die innigfte Beziehun zwilhen Schaufpielern und Bürgertum ergab fich während der An weſenheit der Heigelichen Familie. hr behaglicyer Bürgerfinn, ih Berfehr mit Weftenrieder, ihre MWohlhabenheit waren der wertvolift Beweis der geachteten und geficherten fozialen Stellung des Schaujpielert

Geboren 1752 zu Briſchatz in Syrien war Franz Xave Heigel?) mit zwanzig Jahren zur Bühne und zwar zunädft an da Privattheater des Fürſten Ejterhazy gegangen. Seine Wanderjahr hatten ihn durch Ofterreih und Mähren geführt; in Olmüß hatte e Karoline Reiner, die Schweiter des in München um die Pflege de deutſchen Singſpiels verdienten Franz Reiner, geheiratet. Nach eine furzen Spielzeit am Landſtändiſchen Theater in Graz, in Innsbruc und Salzburg wurden Heigel3 im März 1776 nad) München berufen und damit fand ihr unruhiges Wanderleben ein Ende, von jenen Winter nad) Mar Joſephs Tode abzufehen, wo fie ohne fichere Ausſich auf Erwerb in Münden wiederum in Salzburg für ein halbes Jah fih verpflichtet Hatten. In München bildete die Heigeliche Yamil“ bald den Mittelpunkt der Bühne. Künftler und Menſch waren b ihnen ungertrennlich in der Beurteilung des Publitums. Ihr Familien

) In den Archiven findet fid) darüber natürli feine Nachricht, da Straf Seeau die Truppe aus jeiner Kaſſe bezahlte und feine Geihäft3papiem wie alles an Briefen, Textbüchern, Ausfchußreferaten u. ſ. w., verloren gegang « find. Zufällig hat ſich aber der „jährliche Bejoldungsetat des deutſchen Schaujpie zu München, welches der Graf Seeau aus feiner Caſſa bezahlt“ erhalten, ı = zwar in Bertramd Annalen des Theaters, 2. Heft, 1788, ©. 87 ff.: Es erhielt Mme. Antoine 1200 fl., Mme. Brodhard 1500 fl., Hr. Caro 900 fl., Hr. Cara 100 Hr. und Mme. Heigel 2000 fl., Hr. Hud 1500 fl., Mme. Kammerloher 500 Hr. Lambrecht 1000 fl., Mme. Lang d. Ä. 400 fl., Mme. Lang d. 3. 800 fl., Hr. Lara lois 1000 fl., Hr. und Mme. Marchand 3600 fl., Mme. Neuhaus [geb. PBiloty, w ı 1782 bis 1788] 1200 fl., Hr. Niefer 400 fl., Mme. Berrier 500 fl., Hr. Biloti 1100 1 Hr. und Mme. Pippo 1000 fl., Hr. und Mme. Beyer! 1300 fl., Hr. Schilling 400 1 Hr. Senefelder 1100 jl., Hr. Urban 600 fl., Hr. Weijje 120 fl.; Summa 2240 5j

2) Lipowsky, Bairifches Künjtlerleriton, I, 113. Allg. Dtſch. Biogr. 11, 308 wo ſich Hinfichtlich der Übernahme der Bühne durch Seeau (1776 ftatt 1772) u2 im Bornanmen Heigels Meine Irrtümer befinden.

Franz Xaver und Karoline Heigel. 233

leben mußte jebes noch jo Jpießbürgerlihe Gemüt überzeugen, daß Romöddiant nicht gleichbedeutend mit Unfittlichleit und Charafterlofig- fit war. Oft wurde ihnen öffentlich Hierfür gedantt! Al im September 1778 die Akademie der Wiflenichaften der Mme. Heigel eine Medaille zum Andenfen überreichen Tieß, da betonte Graf Savioli in einer Ant- wort auf das Dankichreiben der Künftlerin, daß fie mehr als Schau- ipielerin fei, daß ihr fittliher Charakter fie über diefen Stand erhebe!!) Über dieſen Stand erheben! Alfo auch dort noch jene tief- gemurzelte, Durchaus nicht unbegründete Anſchauung von der moraliſchen MRinderwertigfeit des Komödianten! Der Kampf dagegen war ſchwer md ift e8 heute noch. Für ihre Zeit gaben Heigeld ein rühmliches WBeiſpiel, das in folcher Öffentlichkeit allein daftand. Aus dem Rahmen tem fünftlerifcher Leiſtungen fielen Abende, an denen Vater, Mutter und drei Söhne (Ferdinand, Karl und Mar Heigel) auftraten. In

| ) Rgl. 6. Alademie der Wiſſenſchaften, Correfpondenz pro anno 1778. | Briefder Shaufpielerin Heigelan die Akademie, dd. 26. Sept. 1778: Hoh und Wohlgebohrne Ercellenten Hoch wirdige, frey Herren, gnädige, Hocdgelehrte Herren, und gönner.

Die Stunde meines traurigen Abjchied3 war da, alf ich ihr groj> müthiges geichende erhielt, meine Reife machte e8 mir zur Unmöglichkeit, bey den uerehrungswerthte Sliedern ihrer Gefellihaft meine jchuldige Dank— jagung mündlich abzulegen, dieſes blat, daj voll der wärmiten Empfündung des tief in den Herzen gefühlten Dankes Bor ihren Auge ericheint, fol ftatt meiner danken, e3 ift nicht der werth des gejchendes es ift werth der gebenden, den ich bejonders jhäße,

ein blojer Zorber Kranz war den Haupt eines figenten Römer, un endlih ſchätzbarer, alj prächtige, mit Diämanten jchwer bejezte goldne

Kronen wie ſchmaichelhaft muf nicht Jeden Kinitler, der nicht wie ein elender Taglöhner nur um daſ Brod arbeitet, der beyfall deſ Kenners | iey[n], wie mui er es nicht mir fenn, die ih von ihren perjönlichen

Verdienſten, von ihren jo ftrengen alſ einjicht3pollen Beurtheilung gänzlich

überzeigt bin,

| ih danke der ganzen Verehrungswerthen geſellſchaft fir den gütigen beweij meiner nicht müſlungenen arbeit, in Triumph will ich ihr gefchende ali daſ Zeugnii unpartheyiicher, und Vernünftiger Kunftrichter mit mir dur die welt fihren, und, wen mich die Kabale verfolgt, wen mich Maul: würfe Tadlen, jo will ih jie Kiſen [füllen] ihre Schaumünze, und fie ſoll mir die Thränen abtrodnen, die mir die Ungerechtigkeit aufpreft,

234 Schauspieler und Kritik.

Weifſes Kinderichaufpielen war dies öfter ber Tall.) Auch in bes Vaters eigenem „rührenden Luftfpiel” „Die glüdliche Jagd“ wirkten die Finder an der Seite ihrer Eltern mit,?) und der Berichterftatter einer Berliner Theaterzeitung Eonnte daraufhin bie Bemerkung nicht unterdrüden, „vielleicht nur für den Autor jo rührend, der mit feiner Frau und feinen Kindern darin fpielte“.?)

O möchte mich ein günftiges ſchickſal zu ihnen zurüd führen, um ihnen mündlid danken und unter ihren Augen noch mehr ausbilden zu Kennen, mir ift fo leicht O wärſt du eine glüdlihde ahbndung der gedanke erjtidt meine gedanfen ich bin

Eur Hoch Wohl und Edelgebohrn meinen Hochgelehrten Herren ergebnefte Staroline

Salzburg, den 26ten Heigl deuſche 7bt 778: ſchauſpielerin.

Schreiben ber Akademie an die Schauſpielerin Heigl, dd. 14. Weinmonats, 1778: Madame!

Talente ermuntern, Bemweife der Hochſchätzung denjenigen geben, die fie befiten, ift die Pflicht der Alademie. Sie dachte fie zu erfüllen, da fie Ihnen eine Denfmüng gab. Sie fordert feinen Dank, dod nimmt fie ihn als ein Zeugniß.an, daß Sie mehr als Schaujpielerinn find. hr Sittliher Karakter erhebt Sie über diefen Stand, und aud) vom der Bühne entfernt muß man fie hochſchätzen. Wir werden es ftet3 tun und ſoll einft das, was Sie glüdliche Ahndung nennen, Wahrheit werden _ jo wird fie für und Lohn der Erfüllung jeyn.

Ich bin Madame r gehorjamer Ihr gehorf Gr. Savioli.

y Vierzehn Tage vor Oſtern 1787 fpielten z. B. drei Söhne Heigels urer U das Töchterchen der Mme. Brochard auf der Nationalbühne „Edelmuth ur Niedrigkeit“ und „Die überraſchung“. Am 24. April wurde dazu gegeben: „Dſ»A Geſchwiſterliebe.“ Die Oberdeutſche Staatdzeitung erzählt, daß ein jehsjährig er? Söhnchen des Hrn. Heigel mit fo viel Empfindung geipielt habe, daß ihm Thrän = über die Baden gerollt feien. Schließlich habe der ältefte Sohn, Ferdinıre D dem Herausjubeln des Publikums folgen müfien. Die Ephemeriden d. tr u. d. Theat., 21. Stüd, 1787, ©. 329 berichten ebenjalld hiervon. Im ef?! Stüde wirkten die beiden Eltern und Joſeph, Ferdinand und Mar Heigel mt im zweiten diejelben, nur daß wahrjcheinlich irrtümlicherweije ftatt Mar Sar! Heigel gedrudt ilt. E38 war „abonnement suspendu“.

2) liber die Beſetzung vermag ich nicht? anzugeben.

3) Ephemeriden der Xitteratur und des Theaterg, Jahrg. 1786, IV, 26.

Geordnete Verhältnifie der Schaufpieler. 235

Das war in denjelben Jahren, ala verfommene Wanderfomödianten in München dem Rate mitteilten, fie hätten ihre Kinder verſetzt!

Heigelö traf bald nad jenen frohen Abenden ein ſchwerer Schlag. Der ältefte, reichbegabte Sohn faſt noch ein Kind ftarb.!) In den ungebrudten Papieren Weftenrieders”) finden fich über diefe Tage Aufzeihnungen, die namentlich die ſeeliſche Größe der Mutter und bei allem leidenſchaftlichen Schmerz über den Tod ihres Lieblings ihre Faffung offenbaren.

Immerhin gingen ſolche ſchwere Stunden, die mit ihrem allgemein

menihlichen Inhalt ernft berühren, vorüber, ohne das friedliche Bürger- tum diefer Schaufpielerfamilie zu ftören.

Am 24. Yebruar 1804 ftarb dann Caroline Heigel und fieben Jahre darauf (14. VI.1811) Franz KaverQeigel, der vom einfachen Schau: ſpieler allmählich zum Regiffeur und Hofichaufpieldireftor geftiegen war.

Daß diefe an einem deutlichen Beiſpiele gezeigten bürgerlich-georb- neien Berhältniffe der Münchener Schaufpieler nicht vereinzelt waren, hepe fich Leicht des näheren nachweiſen. Hier fei nur ein Urteil hervor: xhoben, das Urteil eines Mannes,') der fich fonft in extremer und n Iharfer Behandlung alles Bayerifchen gefiel und der nad) einer Be: teilung der aus hergelaufenen Studenten, Liederlichen Handwerfsburjchen md anderm Gelichter beftehenden Wanbdertruppen den Münchener Schau: Welern das in feiner Kürze und Schlichtheit doppelt wohlthuende Lob pt: „Die Hiefige Geſellſchaft ift weit über dieſen Troß erhaben!“

& nennt fie „ſehr artige, gebildete Leute” und hebt rühmend ihren vomehmen Umgang hervor. *)

y Ferdinand Anton Heigel, geb. 1777 zu Graz, ftarb 1788,

Kgl. Hof- und Staatsbibliothel Münden, Weftenriederiana.

8. Risbed,) Briefe eines reifenden Franzojen, I, 77.

) Dad Bürgerliche, Sittlicde der Münchener Truppe rühmen zwei andere Ehrifffteller no: „ch ſahe in mander Stadt mit Berdruß, daß die dortigen Ehanipieler fi) durch ihr äuſſeres Betragen, durch Kleidung, Liederlichkeit, I Mierte Manieren u. dergl. außzeichneten, jo daß der deutiche Komödiant da- kit zum Sprichwort ward. Nicht jo in Münden; bier find fie alle, fo zu Isgen, auf bürgerlichem Fuß; Meiden ſich ehrbar, auch prächtig, aber nicht bis am liherlihen; fie machen durch Schulden, Spiel und andere Ausichweifungen kin Auffehen. Sie halten ſich's nicht zur Ehre als angenehme Plauderer oder Eyekmader zur Tafel der Groſſen gezogen zu werden, ſondern befinden fidh

unter Bürgern, die fie achten.” (ſJoh. PBezzl,) Reife durch den Baierihen bit. Mit vielen Zufägen und Beridhtigungen. [Nur in dieſer 2. Auflage.) Ealzburg und Leipzig, 1784, ©. 225.) Sodann rühmt F. L. Reifchel (Jafob

Stil und Theorie; Marhands Truppe. 237

tieders Kritil enthielt manchen wertvollen Sab, aber fie blieb ohne Virkung. Er abftrahierte wie fein großes Vorbild von dem Spiel

der Künftler, er nahm dankbar von ihnen, ohne bei ihnen eine Gegen-

leiſung zu finden. Bevor daher jeine Ideen von dem Beruf und der ' bildung des Schaufpielers hier erörtert werden, ift e8 nötig, Diele ft vor uns hintreten zu fehen.

Nur eine Heine Auswahl kann e3 fein, und jelbit da ift e8 jeher, a8 dem wider|prechenden Durcheinander der damaligen Kritik unter Hunlichfter Ausſcheidung des Übertriebenen, Subjektiv-Unwahren ein Bild zu geben, das auf unbedingte Ähnlichkeit Anfpruc machen kann.

Die Marchandſche Truppe kam unmittelbar aus Mannheim. Dort waren bei ber geplanten Gründung einer pfälziichen National: Muubühne die Ideen aufgetaucht, die von Ekhof und Leffing ausgehend eine Doppelreform von Schaufpielfunft und Drama bezwedten. Leifing huhte man für Mannheim zu gewinnen; aber er wies ab, fowie er der Heinlichen Umftänblichkeiten gemwahr wurde. Marhand trat an kme Stelle. Er war bereit, auf höhere Anfprüche ala bloßes Komöbdien- tielen einzugehen. Er hielt dramatiiche Vorlefungen und unterftüßte heine recht primitiv eingerichtete Theaterfchule des Schaufpielerd Lorenz.))

Schon in Mannheim begann das Stilprinzip, dem er jelbft und dem feine unter ihm herangewachſenen Untergebenen nachhingen, fich A verändern.

Er war in Paris gebildet und hatte den Kampf um die „Natur“ im Epiele miterlebt. Aber er mar zu früh hinausgefommen, er nahm das Prinzip der ſchönen Natur, die Grazie ala höchſtes Geſetz mit fih. Sein Repertoire wies zahlreiche franzöſiſche Singſpiele auf. Den Bauern und Schäfern, den Galanen, Seladons, die hier im Ro: kboftil fangen und Sprachen, entſprach diefer Stil. Mit der Pflege des deutichen bürgerlichen Dramas jedod), wie es in München mehr ud mehr von jeiner Truppe gejpielt wurde, mußte fich notwendig ein Umjchlag ergeben, zumal zu feinen Schaufpielern neue hinzu— Iomen. Die Folge davon war eine Stilverwirrung, die fomwohl bei der ganzen Gejellichaft ala aud) bei einzelnen Schaufpielern immer empfindlicher hervortrat. Die einen bejaßen genügend gefundes Empfin- den, um ohne alle Reflexion den natürlichen Ausdrud zu erreichen, die

1, Bal. Walter, Geichichte des Theaters u. der Mufit am Kurpfälz. Hofe, jorſchan. 3. Geſch. Mannheims u. d. Pfalz, I, 272 ff.

238 Schauſpieler und Kritik.

andern gelangten durch folgerichtiges Nachdenken über die Grenzen die Aufgabe ihrer Kunſt zur gefünftelten Manier, die fie oft durch leidenichaftliches Temperament zur tiefen Wirkung zu bri vermochten.

Marchand ) ſelbſt verleugnete nie, daß er in altfranzdf Schule gebildet war, und trotzdem bot auch er Leiftungen, die jid durch das natürliche Empfinden des Augenblides, nicht als Aus jeiner theoretiſchen Erkenntnis erklären Tießen. Er verlangte von Kunft des Schaufpielerd, daß fie ſowohl dem Dichter ala dem M und Bildhauer Intereſſe verleihen müſſe; aus Scheu vor dem als na wahr ausgegebenen, aber zur Berwilderung entarteten Spiel in Ritterdramen betonte er um jo energilcher die Echönbeit in aller Lei ſchaft. So war er neben Iffland in dieſer Hinfiht ein Borlö Goethes. Nur die Wege, auf denen fie zu dieſer Einficht faı waren verichieden. Der Dichter der Yphigenie näherte fih aus im Berwandtihaft mehr und mehr dem antiken Ideale abjoluter Sc heit und ließ ſchließlich nur ihre rein formale Entfaltung auf 8 der Naturwahrbeit gelten. Goethe freute fih ihrer ala bilde Künſtler. Marchand war durch die Praxis verleitet und verteit ja verichärfte erft jeine Anfichten, als er den kraſſen Gegenfaß j Spielgewohnheit in den neuen ſtürmiſchen Dramen erblidte. Deflamator und Poſeur wurde er troßdem nicht. Dazu bejaß er zu ficheres inftinktives VBerftändnis für den Gehalt feiner Rollen. 8 ihm der dramatiihe Zenjor das Lob zu teil werden ließ, er habe der Darftellung eine8 deutichen Juftizrates ein wahres Origin bild geichaiten, jo fihert ihm dies Urteil die Berähigung kennzeich der Natürlichkeit. Für das Koſtüm forderte er früh Individualifier

" Tpeobald Marchand. geb. 1741 zu Straßburg, fam mit 17 Jahren Raris, trat dann in Sebaſtianis Truppe, die er 1170 übernahm; mit ihr reif ven Wainz aus durb die Rbeinlande und die Fiat. Am 6. Mat 1777 m er in Wannbeim zum Dortbeaterdiretor emannt Er jtarb in Münden 22. Non. INW. Seine frau, Wagdalene Wardband geb. Brodard, war liedenswürdiae Zoubrette, als Künitlerin weniger ausgezeichnet denn als d Der Gotdaer Tdeaterlalender von 1ĩ7& nennt ñe eine „glüdlide Gattin, M und Wenidenircundin“. Sie mwirtte von 1778 dis 1791 in München, 17%. Nat. über Wardand Ko! Kürichner. AUg. Tri. Biogr. IX, 296—- iodann en dort nidt verzseidineten längeren Aufiag im GChurpfalzbair. Re u. Anteliaenzblatt. M. St vom 18. Texember 100, wo übrigens das Geb jadr 1747 angegeden vit.

Theobald Marhand und Frau; Mme. Antoine. 239

Dielen dem Stil des franzöfifchen KMaffizismus widerftrebenden Zug Meint Marchand für die bürgerliche Komödie im Lauf der Jahre immer mehr ausgebildet zu haben, jo daß 3.8. die Schilderungen eines Einfiedler8 in Kotzebues Johanna von Montfaucon, des Grafen von Winterfee in Menſchenhaß und Reue, des betrunfenen Soldaten in Stephanie Werbern und anderer Rollen ftet3 die ausdrüdlichen Iufäge der Natürlichkeit und Wahrheit enthalten.) Auf bas Gebiet der Tragödie ftellte ihn feine ftarfe Figur mit den Jahren immer unglüdlicher hinaus, aber er ließ bier nie von dem Prinzip der Ihönen Mäßigung. Weſtenrieder jchildert feinen Odoardo Galotti alß eine Leiftung, die nicht mit Außerlihen Mitteln und Sprüngen bie tiefe Wirkung erreichte, und folgert aus diefem eben nicht natura- ififchen Spiel den „Sat für Künſtler aller Arten, daß Toben und Rafen und mit den Füßen ftampfen und Auffchwellen und blau werden vor Aerger, jo wenig Geifteskraft jey, jo wenig Werthers wilde Auf: heaufungen und Iosgelaffene Sünglingsgeheule überall wahre Genie: jäge find”.

Am reiniten und einheitlich kam das ftilifierende Prinzip in Dime. Antoine zur Geltung. Sie hatte Marchands Schule genoffen, war nmähft Tänzerin geweſen ein wichtiges Moment ihrer fünftlerijchen Entwidlung und 1776 zum Scaufpiel übergegangen. Von ber

) Daß Marhand in ber bürgerliden Komödie und dem Singfpiel ſich keinifher fühlte al® in der Tragödie, wo er durch Kunft die Natur erjegen mußte, beweift auch Goethes Urteil (Wahrheit und Dichtung, 17. Bud): „Das Behagliche, Weichliche fchien bei ihm vorwaltend ; feine Gegenwart auf dem Theater war daher angenehm genug.” Schubart, dem bei aller erfrifchenden Lernigkeit manche Deutichtiimelei begegnete, beurteilte den Schaujpieler und Üiretor Marchand ftet3 zu fraß. In der Deich. Chronik (70. Stüd vom 28. No— bember 1774) nannte er ihn einen feichten Französling, der fih Mühe gebe, das biſchen Deutichheit an den Ufern des Rheins und Mains wegzudetlamieren, kiner Truppe zollte er das Beiwort: Goten und Bandalen im Reiche des guten beſchmackes. Über Marchands Ballette, wo die Tänzer „wie Fröſche, die man mein Seil gebunden, die Füſſe bis zur Stirn empor ziehen“, wetterte er im 5. Stück der Dtſch. Chr. (vom 15. Dezember 1774). Üüber die Vorliebe Mar: ande für franzöſiſche Stüde bradte Schubart im 20. Stüd vom 6. Juni 1774 ne „fühle Neuigfeit“. Marhand Hatte vor einem deutihen Fürſten zwei anzöſiſche Stüde aufgeführt: „Weg mit den Stüden des dramatiichen tämpers Leſſing, Göthe, Wieland, Brandes, Weiße, Gabler (vertragt euch hier, - Herren). Erftiden möcht’ ich vor Argerniß. Es lebe hoch und abermal hod) d abermal hoch der uniterbliye Mardhand. Klopitod, gib’ ihm das Eichenlaub.“

Mme. Antoine d. A., Mme. Nouſeul, Mme. Lang d. 4. 241

An Mme. Nouſeul') Hatte Münden, nod) während Nießers Iruppe fpielte, bereit3 eine VBorgängerin der Mme. Antoine bejeflen. Rur kurze Zeit, vom 11. Juni 1774 bis zum März 1776 Hatte dieſe bedeutende Künſtlerin hier gewirkt.?) Auch fie war urjprünglich in Mar: hands Schule gebildet. aud) das große Geheimnis ihres Spiels lag darin, daß fie, im Beſitze äußerer glänzender Mittel, eine vollfommene Gewalt iber ihr Organ und ihren Körper befaß. Die Lady Macheth,’) „das übermenjchliche Ungeheuer, den einzig gigantesfen Karakter unſers Be: ‚Vintens, der Schafeipear’n entichlüpfte”, „vermenfchlichte” fie, d. h. Ab: Wen vor diefem Dämon wandelte fic zu inniger Teilnahme und Mitleid wit dem „Weibe, das im Zaumel der durch die jchmeichleriichen Bilder Beigliher Gröfſe erhitzten Phantafie Plane durchtreibt, vor denen fie ba fülterm Blute zurücbeben würde . . .“

Eine Rivalin der Mme. Antoine in den Rollen ftolzierender Frauen, dem aber für ernfte Ciebhaberinnen hauptſächlich im Singfpiel verwendet wo Dime. Lang db. A.) Sie war eine der Slünftlerinnen, die "item Spiele nicht einheitlich blieben. Die Bildung in der Mann— hiner Tanzſchule, andrerfeits leichtes, ungeziwungenes, dabei eindring: Dh Spiel lafſen ſich aus den vorhandenen Beipredjungen nachweiſen.

) Rofalie Noufeul, geb. 1750 zu Graz, get. 1904 in Wien, wo fie von an für das Fach der Heldinnen und heroiihen Mütter engagiert war. Beiod, Chronik des kak. Hofburgtheaters, 1876, S. 48 berichtet, dab Leſſing rm Bien empfohlen habe. Ih habe 3. 9. Fr. Miller „Abjchied von der ne“, Bien 1802, woraus diefe Angabe entlehnt ift, weder in Münchener hfithelen, noch in Göttingen, Berlin, Hamburg, Mannheim und aud auf Peindlige Anfrage nicht aus Wien erhalten fünnen. Sicherlich enthält Müllers noch manchen Aufichluß über Münchener Bühnenmeien. Mme. Nouieul ‚Aelt zugleich mit dem Schaufpieler Appelt 1776 eine Medaille von der Akademie fr Bifienichaften. „Herr Apelt ift von der Güte der Accademie auff daß vol- ete gerührt. Madame N. Hingegen danket für die ihr gegebene Medaille, Hi fih durch den beyfahl der Accademie belohnet genug.” (Brief des a Seeau an Graf Savioli.) ) Falſch ift die Angabe in R. Proelß' neuer „Geſchichte d. deutih. Schau: käunft” (1900), ©. 214, dag Mme. Noujeul (Proelß fchreibt ſtets: Nonſeul) 2 Marhands Truppe 1776 nah München berufen worden jei. ) Litteratur- und Theaterzeitung, 1779, 2. Zahrgg., 1. Zeil: Titeltupfer owiedis: Mme. Nouſeul als Lady Macbeth in der Scene: 5. At, 1. Auf: „Bu Bett! Zu Bert! Zu Bett!“ ) Franziska Lang d. X. geb. Stamig, aud) als Tänzerin verivendet. Sie ‚don 1778 bis furz vor ihrem Tode 4. Februar 1800 in Münden thätig. 16

Mme. Brodard, Mme. Antoine d. %., Legrand. 243

Sucht erfennen, „einen neuen idealifchen Menſchen zu bilden”, fo fchienen audrerjeits ihre reichen von der Natur verliehenen Gaben für die Zukunft en Abftreifen dieſer künſtlichen Zuthaten zu verſprechen und die fonft ht Trittligen Ephemeriden konnten mit gutem Grund die allerdings nt geſchmacklos ausgedrüdte Prophezeiung thun,') daß in ihrer Perſon ie abgefallene Roſe einer verblichenen Yaquet?) an Melpomenens Bufen weder aufblühen würde. Leider erfüllten fich diefe Worte nicht. Eine ke am reichften begabten Künftlerinnen der Münchener Bühne, jung, Win, leidenichaftlich, ließ fie ihre natürlichen Gaben verfümmern, fette Ile Bole an Stelle warmer Empfindung, jo daß zehn Jahre fpäter weber ein Berliner Blatt gleich geſchmacklos von ihr berichten konnte, fe falle ihrer Schwiegermutter wie ein Automat nach, ohne die Kunſt Reihen.) Unter den männlichen Mitgliedern der Münchener Nationalbühne ud fi Feiner (außer Marchand), der nur theoretijcher Erkennt: Wis zuliebe fein natürliches Empfinden auf ein jchönes Maß in u leidenſchaftlichen Affekten reduziert hätte. Don dem ſchöngewachſenen Beletmeifter Qegrand‘) und feinen Gefährten billig zu jchmweigen, SEM bei der für jene Zeit jo wichtigen Stellung des Ballets und ber melomime. Die eifrige Pflege dieler zum äußerjten Formalismus "zur Unmwahrbeit, zur Geiſt- und Gefühlsarmut hinweiſenden Kunft: fing mußte auch auf die Schaufpieler ſchädlich wirken, die ohne Bere ausgeiprochene Yndividualität zwifchen zwei Stilarten Hin und Pr ümankten. Immerhin waren als Gegengewicht Schaufpieler an Münchener Bühne, die den „Ideal-Naturalismus“ Schröders nad) en Sträften vertraten. Übertreten wurde diefer Fünftlerifch geadelte Naturalismus nur Unvermögen einzelner Schauspieler, nicht meil fie theoretifch ihre nel ala beabfichtigte Vorzüge anerkannten.

more Doktor und Apotheker). Sie verlieh Später die Bühne und heiratete Ra Nuditeur des „weiten Chevauxlegersregiments. Lipowsty Both. Theaterkal. ), 5.168. Allerdingd vermag ich nicht mit Sicherheit anzugeben, ob dieſe gela Antoine mit Mode. Antoine d. J. identiich iſt. N) Ephemeriden der LRitteratur und des Ihenters, 1786, IV, 26. N Eatharina Jaquet d.%., ſeit 1774 am Wiener Burgtheater engagiert, ſpielte fe tragiiche Heldinnen, ftarb ſchon im 26. Lebensjahre, 1786. 9) Annalen des Theaters, 1796, 17. Heft, S. 75. 9 Blaten erzählt in feinem Tagebuch, daß er in der Ragerie einen achtzig— igen Balletmeiiter e3 ift dieſer Legrand gehabt habe.

16”

Peter Senefelder, Piloti, Langlois, Heigel. 245

wie por mehr ala einem Jahrhundert die reilenden Franzoſen zu ver: melden haben. „Marchand“, heißt e8 da, „kämpfte lange dagegen (gegen

bie tragiſche Wut), mußte aber doch endlich dem Strom nachgeben. Da die Zungen jeiner Leute an gewöhnliche Menfchentöne gewöhnt waren und die ftarfen Erſchütterungen nicht aushalten konnten, welche a der neuen Riejenipracdhe, zu den erjchredlichen Rajereyen und all dem Geheule nöthig waren, jo mußte er ſich bey feiner Ankunft in München ei Berlangen des Publitums (?) einige neue Subjekte (?) bejchreiben, Kim ftundenlangem Heulen und Sterben geübt find und im Insreiben ihrer eingeftedten faljchen Haare, im unerträglichiten Gebrülle wd Händeringen mehr beklatſcht werden als die andern im feinften härud ihres Gegenftandes!“

Diefe „neuen Subjekte“ waren Heigel und rau, dann Später mbrecht; Der greulichen Übertreibung und dem unwahren Sachverhalte ig, wie Schon betont, das eine Körnchen Wahrheit zu Grunde, daß

Ationales, Bürgerliches mit einer vielleicht etwas nachdrüdlichen Be— sen dem franzöfiihen Beftandteil in Stil und Repertoire entgegen: pet wurde.

4 Rah Franz Xaver Heigel und jeiner Frau Hatte das Publifum Zedings verlangt; der KHurfürft und Graf Seeau ſchloſſen fich dieſen Muiſchen an (Marchand Hatte nicht? damit zu thun), und jo famen Fdeee nach Ablauf ihrer Salzburger Verpflichtung wieder nad) Münden.

Heigels Charakter, eine Miſchung ſchlichter Natürlichkeit und Bebermänniicher Geradheit, verleugnete ſich in jeinen künſtleriſchen engen nie. Jenes Gebrüll und Händeringen mit feiner aufdring- hen Forderung, beachtet zu werden, war ihm ebenjo fremd wie Marhandbs überlegte Grazie. So wie er war, gab er ih. Lag darin h eine gewille enge Begrenzung des Rollenfaches, da3 jeiner Indivi— Ralität entipradh, jo blieb ihm innerhalb desjelben nod) genügend Ge— enheit, um durch Ausarbeitung feiner Züge künſtleriſch etwas zu Men. Heigel war ein Künſtler, der fich auf fich jelbft verlaſſen fonnte. es brachte den einen Fehler, den er nie im Leben ablegte, mit fich:

R lernte jeine Rollen berzlih ſchlecht. Und troßdem bewegte er ſich Bends während der Borftellung jo ficher und gewandt, führte das rät, das er mit den erften Strichen entwarf, jo ficher durch, daß Be Schwäche ihm gern verziehen wurde. Kernige, etwas abjonder- alte Soldaten, Bäter, die mit dem Muſikus Miller ſprechen Eonnten : bin haft ein plumper, gerader, deuticher Kerl! daS waren Heigeld

Lambrecht; Zuccarini; Mme. Lang d. J. 249

wie Hand haben mußte, der den Augiasftall zu reinigen unternahm. Die Schaufpieler ſahen fich ſchließlich vor jo langweilige, ewig gleiche Aufgaben geftellt, daß jeder die Luft verlor. Zuccarinis Wirkſamkeit begann erft unter Babos künftleriich auch recht nachläſſiger Leitung des Hoftheaters. Als Regiffeur konnte er mande Erfahrung ver- werten, dann aber erwarb er fich das ſchöne Verdienft, eine Charlotte Birh- Pfeiffer, Joſepha Cannabich, Anna Altmutter u. a. für bie Nünchener Bühne erzogen zu haben.

Nicht mehr im Banne der alten Schule, wie Mme. Antoine, aber ah nicht überall bedingungalos volle Natürlichkeit im Spiele entfaltend, mbt fi) unter den Künftlerinnen Mme. Lang db. 3.) dielen Ber: trtern einer wahren ungeſchminkten Schaufpielfunft an. Sie war eine der erften naiven Liebhaberinnen ihrer Zeit. Mit entzüdender Friſche md dabei ohne alle Aufdringlichkeit *) ſpielte fie Soubretten, Kammer: fühen, zu denen ihr graziöfes, ſchlankes Figürchen, ihre luſtigen, Kelmifchen Augen wie geichaffen waren. In foldden Rollen war fie „Ratur, wenn je durch eine Künftlerin die Natur mit den lebhafteften erben gemalt worden ift”.”) Aber wenn fie Bauerndirnen jpielte, dann fuchte fie auch hier wie über alles Grazie zu breiten, dann ftilifierte ft, wie der Rokokoſtil derbe Bauernmädchen zu zierlichen, der Natur wenig entiprechenden Geſchöpfen modelte. Hier war fie die Schülerin Narchands, unter dem fie noch ala zartes Kind die Bühne in Mann— kim betreten hatte. Das Publikum war von ihr entzüdt, nicht zum wenigften, weil fie mit ihrer mädchenhaften Weiblichkeit auch als Frau

y Marianne Boudet, geb. 1764 zu Mannhein, betrat 1776 die Bühne, beitatete 1782 den Hofmufifus Martin Yang und wurde zum Unterſchiede von Franziska Lang, geb. Stamig, Mme. 8. d. Jüngere genannt. Lipowsky, Bair. Rufil-Lericon, S.29, hat über fie zwei faljche Angaben: Wejtenrieders Begeifterung über Mme. Rang gilt der älteren; dieje jpielte die Ariadne. Sodann ift Marianne Lang nicht 1784 nah Wien engagiert, jondern bis zu ihrer Penfionierung im Mai 1821 in Münden thätig geweſen. 1784 gaftierte fie ſechsmal in Bien (50 fl. für die Reiſe, 100 fl. für jede Gaſtrolle erhaltend). Nach ihrer Senftionierung fiedelte fie 1821 mit ihrem Schwiegeriohne Karl nah Wien über, wo fie 1835 ftarb.

2, Die Annalen de3 Theaters (1796, 17. Heft) rühmen ihre „Delikateſſe“. Rie jah ich fie Naivität mit Ungezogenheit verwechieln. In der Franziska laubt man ihr aufs Wort, daß fie mit der Minna eine gleihe Erziehung mofien babe, und demungeadtet ging von dem Mutwilligen nicht ver: ren.“

s, Rheiniſche Muſen (1794), I, 1, 2.53.

250 Schauſpieler und Kritik.

noch bezauberte. Dieje perlönliche Wirkung aufs Publikum, die n ihrem Talent nur mittelbar zufammenhing, teilte fie mit einer Scha ipielerin, deren Beliebtheit ſchon oben betont wurde.

Karoline Heigel war eine Klünftlerin, die durch ihr fanfte fraftlojeg Organ, durch ihre ſchlanke, etwas magere Figur auf d Darftellung 'leidender, empfindjamer Frauen hingewieſen wurde. U glückliche, die fich in heißer Sehnjuht und Qual verzehren, jpielte | mit tiefer Empfindung. Eine Marie Beaumardais, Ophelia, baz Rollen des bürgerliden rührenden Dramas gab fie meifterlid. D gegen fanden ſich Stimmen, die ihr eine Desdemona verfagten. D „unihuldige, gute Herz", das „Naive, Ungefünftelt vermißte man bier. „Wir wollen ein junges, unjchuldiges, lie Figürchen ſehen. Wie kann eine große hagere Frau uns täufchen?“ Solch Urteil jcheint mir pfychologiich durchaus begründet. Zur Desdemo war fie man folgere hieraus nicht den Gegenſatz eine zu Hu Schauspielerin, eine Schaujpielerin, deren Empfindungswelt durd) | Ehe fie hatte bereit? drei Söhne geboren zu tief und zu fe ausgefüllt war, ala daß fie jene unbejorgte, unerjahrene Unſchuld 1 Mädchens mit unbedingter Sicherheit verftanden Hätte. Sie mul wiederum künſtlich erjeßen, wollte fie in den Geift der Rolle $ hineinleben. Jene Kritif Tann uns nur ein Zeugnis fein, daß nicht über das Maß von Fünftleriihem Geftaltungsvermögen verfüg da3 einen Schaujpieler jede feiner Individualität noch jo fremde Ro natürlich Spielen läßt. Wo fie nachempfinden. und verftehen konn entfaltete fie ein reiches Sinnenleben. Konventionelle Regeln gab für fie nit. Häufig liefen harte Züge in der Charakteriftif ihr Rollen mit unter. Hier zeigte ſich die Grenze, die ihrer Leidenjcie durch die äußeren Mittel gejet waren. Ihre Julia erinnerte Wefte rieder in der Szene des Erwachens im Sarge an ein Bild des Ha maler8 Dorner und er fagt:*) „Es ift hier feine Zeichnung, die Kunft nad) Regeln feſtſetzen fünnte, möglich. Alle Linien, meld] fi ziehen laffen, find Karikaturen, in Unordnung abgerifiel Trümmer der Hoffnung, des Schredens, der Liebe, Verzweiflung, Rem dumpfer Sinnlofigfeit, aufgetrieben mit der höchiten Gewalt und w Wogen in dem Augenblid, da fie beginnen, Schon wieder im Fall, | einander zu überwälzen.” Faſt will es fcheinen, als ob hier die Leide 1) Ephemeriden d. Litt. u. d. Theaters, 1786, IV, 26.

2) Sämtliche Werte, II, 228.

Karoline Heigel. 251

Kalt recht in Fetzen geriffen fei, aber auch in dem Bilde waren nur Me einzelnen Linien Karikaturen, deren Gejamtheit einheitlich den Hohten leidenfchaftlichen Grad ausdrüdte. Weitenrieders unglüdliches hinweiſen auf Gemälde, ba8 der tranfitorischen Kunſt des Schaufpielers nie als zutreffendes Maß angelegt werden Tann, wird durch feine gene Schilderung diefer Julia wenigftens nicht falſche Auslegung Inden. „Überzeugend und gewaltig“ nennt er die Übergänge vom Darft nah Entzüden zur verlaffenften Hoffnungslofigkeit, zum Elend 3 kr Elendeiten aller Kreaturen! Zu jolhem aus der Fülle des Herzens niedergejchriebenen Urteil halte man die kühlere Beſprechung der Wahnfinnsfzene, wie fie Karoline heigel ala Ophelia ſpielte: „Sie wußte das Grauenvolle mit einer "Wkten Vermiſchung von Mäßigung und Wohlftand anzubringen, daß re Luſtigkeit Mitleid und Thränen erwedte. Dieſes Befinnen und Seäcrufen dunkler entflohener Ideen in dem ftarren Bingehefteten Inge, diefe Angst und Berwirrung in jedem zerrütteten Teil auf dem gendhafter Angeficht!” ) Das Irreguläre, Fladernde des Wahnſinns hdarzuftellen, war feinfinnige Verſchmelzung von harter Wirklichkeit MW veiblichem Zartfinn, es war feine aus theoretiicher Erkenntnis Behende abfichtliche Stilifierung. Aus den verftreuten Bemerkungen : Wölenrieber über diejes Spiel hebe ich nur nod) einen Zug hervor, wen für Schaufpielerin und Kritiker an große Mufter erinnert. In MR Sterbeizene der Sara Sampjon überrafchte Mme. Henfel den feinen Abebachter durch das gelinde Zuden der Finger des erftarrten Armes.”) on der Ohnmachtsſzene der Rutland, wie fie Mme. Heigel jpielte, ht Weitenrieder, daß zunächſt die Arme ftarr geworben feien. „Sie Mzten fich, blieben ftill und feit. Nur noch in den Fingern gingen Aber Tlüchtig und einjam aufzudende Bewegungen...” "Bar Veitenrieder die Dramaturgie eifrig ftudierte, beweiſen zahlreiche ihleiten und direkte Hinweiſe; aber es drängt fich auch faft die Benmulung auf, Daß die Schaufpielerin, in deren Hauſe er ein eifriger GR war, hier bewußt Belehrung annahm. Bildungsfähig und bereit, in ihrer Kunft zu dem Ausdrud über: engender Natürlichkeit und imponierender Schlicytheit zu gelangen, waren Bee neben der Mme. Heigel. Aber wie unmöglich war e8 in ein- Stüden, nur annähernd einheitlid” darauf Hinzumirken! Im Zämtl. ®erfe, II, 235 a. !, Hamburg. Dramaturgie, 13. Stüd.

Stilvermengung; Weftenrieder ala Kritifer. 253

Imerſte aufwühlende Leiftung, für den Geſchmack des Münchener : Publilums kann e8 und leider fein gültiges Zeugnis fein. Gewiß wurde . Chröder ehrlich und mit zunehmendem Enthufiasmus aufgenommen, . Bolf und Gelehrte wetteiferten, ihm ihren Jubel und ihren Dank aus:

pbrüden, Weftenrieder begrüßte ihn in feiner mehr empfundenen als

Mar ausgebrüdten Art und widmete jeder Rolle längere mit fichtbarer Liebe geichriebene Betrachtungen, ala dann aber diefer glänzende Komet wrübergezogen war, da war dasſelbe Publitum wieder kritiklos wie

por. Heute entzüct über ſüßlichen Schnörkelftil franzöfilcher Sing-

hiele, morgen in deutſcher Empfindſamkeit hinſchmelzend vor Thränen.

Die mangelnde Stileinheit wurde durch dad Publikum eher vergröbert

ala beſeitigt.

Schwer war bei diefer Lage der Dinge der Standpunkt eines Rrititers mie Weftenrieder.

Ein Dann, der mit fo heißer Liebe fein Volk umfaßte, der auf allen Gebieten, ein Prediger in der Wüfte, auf die Segnungen geiftigsfittlicher Rultur Hinwies, dem fein Mittel zu heilig war, daß er es nicht ver: wandt hätte, um fein bayerifches Volk zu neuen Lebensbedürfniffen, zu &ht und Freiheit zu führen, der als folches Mittel die Kunft, das Theater freudig erkannte, ein folder Mann konnte nichts mit der foren, nüchternen Schärfe des Theoretifers Leifing gemein haben. Ihm galt die praftiiche Leiftung in ihrer Wirkung mehr als alles noch jo kinfinnige äfthetifche Urteil, das für das große Volk wertlos war.

r menn man dieje in ihrer Art gleich wunderbare und hohe Stellung

Betenrieders im Auge behält, kann man feine Schriften über Kunft,

beionders über das Theater, mit ihren Widerfprüchen pſychologiſch erflären.

Der Schaufpieler intereifierte ihn zunächſt ala ſoziale Erjcheinung. Vas er durch feinen perjönlichen Verkehr bewies, Achtung und Ehr— firht vor dem Künftler, forderte er in feinen Schriften. Wie viel Rölte dazu noch! „Beinahe jeder Vater würde ſich entrüften, wenn der Sohn fich einfallen laſſen wollte, die Schaubühne als den Stand feines Lebens zu wählen!” jchrieb er 1781, und mie mancher unter un denkt auch Heute noch Jo in aller Stille! Unmillig fragt er, warum

5.25. Bon dem wunderbaren, das Innerſte erjchütternden Spiele Schröders vird noch eine andere den naiven Kunſtgenuß jchön kennzeichnende Wejchichte zählt: „Als Schröder in München den Hamlet fpielte, war fein Schreden, wie e den Geiſt erblidte, jo meiiterhaft, dab er ſich dem Parterre mitteilte, und me Stimme rief: Jejus Maria!” {Woth. Iheaterfalender, 1781.)

Weitenrieder als Kritiker. 255

wig jolde abftrafte Tyorderungen des großen Volfspädagogen find, haut ja nicht erft gejagt zu werden, zumal fie in jener Zeit gang ‚uud gäbe waren. Dasfelbe, was MWeftenrieder vom Schaufpieler ver: Ianate, forderte er vom Tänzer. Beide follten moraliſch auf den Zu: Wauer mit ihrer Kunſt wirken, beide innere Seelenregungen äußerlich durch Gebärden und Wort darftellen. Bom Tänzer forderte er bie

gehe Bildung und im Sinne Noverres Reform der Tanzkunft.

D du Kunft der Fünfte,“ rief er aus, „wie weit bift du herabgejunfen

zu Rietimagd in den Zeiten, da fich deine Priefter nit ſchämten,

wen man ihnen jo oft fagte, daß ihr Beruf bloßes Vergnügen

ud eine Gattung des ſchädlichſten Luxus ſey!“ Gegen bie zahl:

when Ballette, die nur auf Sinnlichkeit mit ihren Bewegungen, auf Acunenrauſch mit ihrem SFlittergold abzielen, konnte er in tieffter Em- lung eifern. Er wollte mit allem den praftifchen Zweck der Befler- mg verbunden willen. So ftellte er ein ſchlechter Schüler Leſſings #8 Dogma auf, das die [im Laofoon fcharf abgewieſene] Ber: weung von Dichtkunft und Malerei, andrerjeits von Schauspiel: und Mizhmft mit der Malerei wieder vornahm. Nicht ala Üſthetiker, Meder als bayeriſcher Batriot betrachtete er die Kunſt, unglüdlicher: Rie mie dieſe Eigenſchaft ganz abftreifend, wollte er jenes fein. Oft er in glüdlichem, ficherem Geſühl das Rechte, aber nicht ala Er- pri einer rein verftandesmäßigen Entwicklungsreihe, jondern aus nt Seine prächtige Schlichtheit und Kernigkeit macht ihm alle verhaßt, und fo lobt er den Schaufpieler, der Gemaltiges mit ein- en Mitteln zu erreichen weiß. Jene genialiſchen Schreier und Mirmer, die die Leidenichaft in Segen reißen, waren ihm gründlid) haßt, und er fchreibt die Worte, die uns ihn fo ſchön erkennen lafjen: D verewigter Raphael, wenn du jetzt kämeſt und malteft deinen Brates in ber einfachen ruhigen Stellung, und dem Ausdrud, wie ler Seigefinger feiner Iinfen Hand zmwilchen dem Daumen und Zeige: æ feiner rechten hält; und Jchriebit deinen Namen nicht dazu, wie i ie wäre vielleicht die Anzahl derjenigen ſeyn, die es der Mühe werth 1, Dich anzufehen, und wie bald mwürdeft du gegen einen andern sen jeyn, der den Einfall hätte, feinen Sokrates den Mantel von weg in die Luft jchlagen, und mit ereifertem erhitztem Geficht, tie, die von Bol zu Bol erichallten, herausdonnern zu laſſen.“ ra Gefühl der Einfachheit, das MWeltenrieder von Natur aus beſaß, ihn zur Betonung eines gewiſſen ftilifierenden ‘Prinzips

256 Schauſpieler und Kritik.

kommen laſſen, das auf bie ſchöne Natur, das ev ro&mov der Griechen nur ungern verzichtete. Uber er war doch zu wenig fühl abmägenber Beurteiler als daß er ftändig dieſes deal betont Hätte. Er wollte alß Kritiker fein Syftem aufftellen nod) verfechten, jondern nur anfpornen und antreiben zu dem, was ihm der Endzwed aller Kunft hieß. Nur furze Zeit wirkte er jo. Dann fchrieb er mit bitterm Schmerz: „Ich habe: nun vier Jahre über das hiefige Theater geichrieben, und wenn ich num: dieje Stunde den Auftrag erhielte, etwas zu fchreiben, wobei man mir‘ die Hoffnung machte, daß mans befolgen würde: jo würde ich! wieder von vornen anfangen. Eo wenig ift in der Hauptiache etwas. das ein reifeg Nachdenken, oder einen männlichen litterarifchen Geſchmack verräth, geichehen, und das Publitum iſt eher zurüd als vorwärts ger gangen!” Fortan wandte er fih namentlid) in den Beyträgen zur vaterländiichen Hiftorie andern Gebieten zu, auch dort faft als Eins! ziger unermüblich thätig. Das Theater war einer begleitenden unb beobadhtenden, warnenden Kritik beraubt. Strobel Dramatijcher Zenlor beitand nur ein Jahr, der Zufchauer in Baiern wurde unterdrüdt,; nachdem er auch über das Theater zu berichten ſich entſchlofſen Hatte, Nur die Münchener gelehrte Zeitung verfolgte in dieſen Jahren bi Leiftungen der Künftler, ohne jedoch einen Einfluß in irgend einen Meile zu gewinnen. Dann wurde noch einmal 1797 von SYalok Klaubauf em Pſeudonym, Hinter dem ſich der Hofbibliothefar‘ 5. L. Reifchel verbarg der Verſuch gemacht, über das Münchener Theater fortlaufende Berichte zu verfallen, ein Unternehmen, das ohne; Geſchick geleitet wurde und in jener Zeit des völligen Stilljtandes ber Bühne zwedlos war. Nad) dein ſechſten Briefe 1798 ging aud dieje Zeitiehrift ein.

X. Iramatiihe Litteratur von 1772 bis 1799.

Bon der dramatilchen Litteratur Bayern, wie fie in den lebten

dreißig Jahren des 18. Jahrhunderts von München ausging oder, wohl richtiger gejagt, auf Münden ala Meittelpuntt ſich im mejent: lichen beichränfte, ift bisher jonderbarerweife nur eine Seite beachtet worden: die unter Einwirkung und Nahahmung des Göß entitandenen vaterländiichen Ritterdramen. Zeitlich ift diefe Gruppe durch die “jahre 1780 (Agnes Bernauer) und 1785 (Kafpar) begrenzt. Schon hieraus und aus dem rein äußerlihen Zahlenverhältnts die vaterländiichen Nitterdramen verhalten ſich ihrer Anzahl nach zu den übrigen der (uns erhaltenen) bayeriichen Dramen wie 1:10 ergiebt fid,, daß eine Würdigung der bayeriſchen Litteratur, ein Urteil über die Teilnahme Boyernd an der gefamten Entwidlung des deutichen Dramas nicht wöglih ift, wenn allein jene kleine Gruppe einer näheren Beſprechung unterzogen wird. Daß diejes bisher allein geichah, dafür mag man een Grund mit Recht beftehen laſſen. Das verhältnismäßig Wert- vote nämlich ift Damit hervorgefehrt, das bei aller Anlehnung und Unelbftändigkeit doch wiederum Eigenartige, das ebenjo reichlid) nad) anden ipendete wie es von außen empfangen hatte. Ja, Törrings Ans Bernauer und fein Kafpar, Babos Olto von Wittelsbad) haben im übrigen Deutichland und in Hſterreich länger und tiefer auf Zu— ſhauer und ſonderlich auf Dichter gewirkt, ala es ihnen in ihrem ®ıterlande dank der befannten Zenſurverordnung möglid) war.

Benn wir nun aber auch von vornherein auf poetiiche und formale Ehönkeit ber bayeriſchen Dramen verzichten, wenn wir feinen einzigen water den bayeriſchen Dichtern antreffen, der irgendwie die Entwidlung ber geſamten beutjchen Litteratur hilfreich gefördert oder auch nur wertvoll bereichert hätte, wern wir den meiiter Ideen, die in bayeriſchen Dramen ausgeſprochen werden, vorher oder gleichzeitig anderswo be—

17

258 Dramatiſche Litteratur

gegnen, ſo liegt hierin noch immer kein Grund, das reiche Material unbeachtet und ungeprüft zu laſſen. Nur ein Fingerzeig mag darin liegen, auf welche Art allein eine Betrachtung bayeriſcher Dramatik fruchtbar und gerechtfertigt ſein kann.

Dichteriſche Individualitäten treten uns nirgends entgegen. So wäre es alſo ein müßiges Beginnen, die Dramen jedes einzelnen Autors im Bufammenhange zu betradten. Was ein Babo und Karl von Edartshaujen geichrieben haben, Dichter, deren Dramen noch die größte Mannigfaltigkeit unter den bier interejlierenden aufmeilen, das find feine Markſteine auf ihrem Wege geiftigsfittlicher oder gar Fünftlerifcher Erziehung. Der Dichter des Götz murde zum Dichter der Iphigenie, der Dichter der Räuber zu dem des Wallenftein, das läßt fich ohne aufmerfiames Verfolgen der langjam fi) wandelnden, fünftleriich und philoſophiſch ſich klärenden und vertiefenden Anſchauung beider Männer nicht verftehen. Daß aber der Verfaſſer des Otto von Wittelsbach ein behagliches, breites Bürgerftüd und recht harmloſe Luftipiele jchrieb, daB Eckartshauſen das Thema einer mweitherzigen Aufklärungsidee verjchieden pariterte, das find Thatſachen, zu deren Begründung der Hinweis auf die großen geiftigen Strömungen der Zeit allein genügt. Co viel Goethe und Schiller ihrer Zeit verdanken, mit jo viel ftarfen und zarten Wurzeln fie im mütterlidhen Boden auch hafteten, fie riffen ſich früh los und offenbarten ihre Größe und zufünftige Bedeutung dadurd), daß fie mit ihrer eigenen Innenwelt, mit perjfönlicher Zuthat neue Werte ihufen, daß fie, die Summe alles geiftigen Lebens ziehend, in fünft- leriſcher Form über ihre Zeit Hinaus vorwärts wielen. Arm an all dieſen perjönlichen Zuthaten und eben darum Feine dichterifchen In— dividualitäten, bewegten ſich die bayerifchen Echriftiteller auf der breiten bequemen SHeerftraße, mo ohne Anſehen der Perſon der große Haufe hintrottet. Ihre Dramen erſcheinen lediglid) als ehrlich gemeinter, künſtleriſch recht anſpruchsloſer Ausdruck allgemeiner philojophilch-ethijcher Grundanſchauungen jener Zeit, insbeſondere als Spiegelbild der kulturellen Zuſtände des bayeriſchen Volkes. Dieſe werden wir darum bei unſerer Betrachtung in den Mittelpunkt ſtellen.

Gleichzeitig gewinnen wir ſo eine Erklärung für die auffallende Erſcheinung, daß vor dem Jahre 1772 kein einziges bayeriſches Drama zu verzeichnen iſt, wenn wir wie billig von den Kloſter- und Sefuitendramen, aud) von öffentlid) im Druck erjchienenen Dramen 3. B. des Jeſuitenpaters %. Reisner (1721— 1789) abjehen. Das erite

Gründe der kulturhiftoriihen Betrachtung. 259

Jahrzehnt der von der Akademie ausgehenden Befruchtung alles geiftigen Lebens Hatte, da8 haben wir bereits gejehen, auf jede Unterftüßung durch die Bühne verzichten müffen. Und darum waren aud feine Dramen gefchrieben. Nicht wie im Norden vollzog fid) hier die Ent- widlung. Dort Hatte feit Gottjchede Tagen das Drama an der freien fünftleriichen Entfaltung der Litteratur teilgenommen, dort war, bevor ftehende Bühnen zur dramatiſchen Thätigkeit einluden, nicht nur ein regelmäßiges, in fteif-franzöfilche Kleidung gehülltes Drama gehegt und gepflegt, jondern e3 war jchon längit der Verſuch gemacht, das dem deutichen Volksempfinden zufagende Drama zu finden, ein Verſuch, der als praftiiche Löſung theoretiſch gewonnener ragen dem Dichter ber Miß Sara Sampfon, der Minna von Barnhelm, endlich aber der Emilia Galotti gelang. Dort Hatte die Entwidlung des Dramas förmlich eine Reform der Bühne, vor allem die ſtehende Bühne ver: langt, denn mit der Säuberung der Wandertruppen von Hanswurſt— fomödien und fittlich-fünftleriicher Erziehung der Schaufpieler war es nicht gethan.

In Münden dagegen griff niemand zur Tragödie oder zum Schauſpiel, aud) dann noch nicht, ald die von der Akademie herauf: beſchworene geiftige Belebung wider Erwarten gelang und über Die Leſewut ſchon früh Klagen laut wurden. Da geſchah, ohne jeg- lihen Zujammenhang mit einer einheimiihen Dramatit, auch ohne Ausficht auf eine Ausfüllung diefer empfindlichen Lücke, die Gründung der ftehenden gereinigten Bühne durch Nießer, und faum ein Jahr jpäter gingen auch ſchon die erften bayeriichen Originalftüde über die Bretter. Mit einem Dtale jchoflen aus dem einheimijchen Boden Dramen her- vor, der beite Beweis, wie reif die Zeit für eine Bühnenreforin in Bayern war, andrerjeitS aber auch, wie wenig reine Kunſtwerke denn dieſe hätten nicht notwendig die jtehende Bühne zur Voraus— jegung gefordert die bayeriichen Dichter zu jchaffen innerlich ge- mungen waren. Wären fie Dichter geweſen, fie hätten, um ihre Leiden zu jagen, nicht diejes äußeren Anlaſſes bedurft; nun aber, wo die Gelegenheit jedem halben Zalente entgegenfam, überjegten und ‚dichteten“ Für die Munchener Bühne Kurfürftin, Adel, Gelehrte, Regiftratoren, ja in den nächſten Jahrzehnten glaubten jelbjt Gevatter Schneider und Handſchuhmacher ihre Familienweisheit dramatijieren zu mäflen. Der Leibheidud des Kurfürjten, Franz de Paula Gruit- uifen reichte, 1796 der Zenfur „Die Braut in Mannskleidern“ ein.

17*

260 Dramatifche Kitteratur.

Die ftattliche Anzahl der hier zu befprechenden Dramen ließ eine Icharfe Dispofition der leichteren Überficht wegen nötig erjcheinen. Mit den daraus ſich ergebenden Vorzügen ftellten ſich jedoch auch einzelne Nachteile ein, die Hier kurz berührt werden mögen. Zunaächſt iſt es die Thatfache, daß manches Drama, ala ein Gemiſch der verjchiedenften been, fi) kaum auf eine unzweifelhaft hervortretende Grundidee zurüdführen ließ. Die Titel konnten nicht ausſchlaggebend fein, da, wie die nähere Betradytung erweilen wird, diejelben thöriht und un⸗ verständlich, ja oft geradezu faljch gewählt wurben. In ſolchen zweifel: haften Fällen habe ic dann, zumal aud) der Dtangel zeitgenöffilcher Kritik und eigener Aufzeichnungen der Dichter jeden Anhaltspunkt ver: weigerte, den Inhalt der Dramen und die nötigen Zuſätze an der Stelle eingefügt, die mir nad) wiederholter Prüfung der Grundidee des betreffenden Stüdes zu entſprechen ſchien. Sodann mußte, auch inner: halb der einzelnen Unterabteilungen, die chronologiſche Reihenfolge außer act gelaffen werden und 3. B. Dramen, die den neunziger Jahren angehören, ihrem deengehalt nad; mit Dramen der fieb- ziger Jahre verwandt, vor den Dramen der achtziger Jahre beiprochen werden.

Die Scheidung in reine und angewandte Dramen ergab fid notwendig, wo es fih nun einmal darum handelt, aus den vorhandenen Merken die Ideen der Zeit zu ziehen. Jene reinen Dramen haben feinen für ihre Beurteilung wichtigen Zufammenhang mit der Zeit, in der fie entitanden. Sie weiſen in ihren einander gegenüberftehenden Charakteren wohl die übliche Färbung auf, die Gut und Böſe ſtets ftarf hervorleuchten Tieß, fie lehnen ſich wohl auch namentlich in der Schürzung und Lölung dramatiſcher Konflikte an Vorbilder ihrer Zeit an, aber fie erheben ſich doc) jo weit über die nur ihrer Zeit ver- ftändlichen Ideen, ſie beleuchten jo wenig und durchaus unbeabfidhtigt die fulturellen Zustände ihres Zeitalters, daß fie auch) heute noch wirken müßten, wäre ihr poetilher und formaler Wert nicht jo elend und würde die Piychologie näherer Betrachtung nur einigermaßen ftanbd: halten. Bei diefen reinen Dramen, die ja ala folhe das bedeutfame Wollen und Handeln von Menjchen innerhalb einer frei gewählten Zeit darftellen, oder wenigftens darftellen wollen, madjt fid) der Mangel eines Starken dichteriſchen Talentes um ſo Ichmerzlicher fühlbar, als wir mit einem allgemein menjchlichen Intereſſe, nicht bloß begierig, kultur— biftorifche Spiegelbilder zu erbliden, den Perſonen nahetreten. Was

262 Dramatijche Litteratur.

Reine Dramen.')

1. Das erſte der hierher gehörigen, eine frei erfundene Fabel behandelnden Dramen ftammt aus dem Jahre 1774. Es ift Ludwig Fronhofers Schaufpiel Mathilde, das am 6. und 8. Mai, dann am 7. und 17. Juni 1774 auf der Bühne des alten Opernhaufes auf: geführt und in demjelben Jahre gedrudt wurde.“) Fronhofer, Damals Schullehrer an der Hauptichule bei U. 2. Frau, hatte ſich ſchon einige Jahre Zuvor durd) feine Oden und eine von Heinrid) Braun eingeleitete Sammlung von Gedichten befannt gemadht.”) Weniger aus Neigung und Beruf, jondern aus der dem Schulmeifter in ihm entiprechenden Erfenntnis, daß die junge Bühne und die aufftrebende Litteratur als wichtiges Kampfmittel in der gärenden Zeit unterftügt fein wollten, griff auch er zum Drama. Es war ſein erites und blieb fein einziges. Er mochte jelbft erfennen, wie wenig feine Begabung ihm geftattete als Dramatiker aufzutreten. Leifings Emilia war erichienen. Aus ihrer Lektüre, jo ſcheint es, gewann Fronhofer die nächſte Anregung zu feinem Drama, wenn er aud) in Handlung und dee meiterformte und umbildete. Nicht die großen Züge, die offen vor aller Augen liegen, jondern zahlreiche Heine Wendungen verraten das Vorbild Leſſings.

Das Stüd jpielt in Rom. Mathilde und Bellarini find zwei jung verheiratete „adelihe Stands-Perſonen“, Lejfingg Emilia und Appiani entipredhend. Während diefe, eine Häufung des Tragilchen, furz dor ihrer Vermählung alles Unglüd erleiden, jet die Handlung in Fronhofers Stüd drei Monate ſpäter ein. Der Prinz liebt Emilia und heißt alle Schritte Marinellis gut, um Emilias Liebe genießen zu können. Hier find Prinz und Marinelli in einer Perjon vereinigt: Ruggerio liebt Mathilde und ift, von ihr verichmäht, Satan genug, um durch Lift und Gewalt in ihren Beſitz zu gelangen. Seine finnliche Leidenschaft führt ihm einen Helferähelfer in die Arme: Senfaline, eine

!) Die hier zu bejprehenden Dramen, eine verhältnismäßig fehr Heine Anzahl (15), hängen natürlich nicht durch Ideen zufammen und mögen de&halb rein äußerlich durch Ziffern getrennt werden.

2) Mathilde, ein Schauspiel, in drey Aufzügen von L. F. (Vignette) München, bey Joſeph Aloys Cräß, in der Kaufinger-Gaſſe im von Ruffiſchen Haufe. 1774.

s) über Fronhofer ſ. Ludwig Muggenthaler, Jahrbuch f. M. &. II, 363— 374. Sehr ſchön und geichmadvoll jagt Muggenthaler von Fronhoferd Mathilde: „Das Kind jeiner dramatiihen Mufe entfhwand durchaus nicht im großen Haufen gleichzeitiger dramatiiher Geburten”! (Seite 390.)

264 Dramatifche Litteratur.

möglichfte Figur des ganzen Stüdes, die von der geiftigen Bedeutung ihres Originals nicht das Geringfte geerbt hat, von ſich jelber: „Ich bin, ich bleibe die Gehilfinn des Satans in menſchlicher Geftalt“, und jucht ſich ſelbſt pſychologiſch zu erklären: „Mein ſchwaches Herz ift gefeflelt, und kann das doch nicht abjchütteln, und Jucht die Rechtfertigung feines Thuns in der Unmöglichkeit, fi) von feiner Leidenſchaft Ioszuarbeiten.” (1, 4.) Solche eigenen Beteuerungen über ihren Charakter, den Zwie— Ipalt ihrer eigenen Seele giebt fie noch öfter. Auch Ruggerio erklärt in Monologen (3.8. IT, 5) fein Handeln. So ſchwarz er jedoch ge- Ichildert wird, fo wenig ift er feiner felbft ficher. Ofter muß er fich ſelbſt ermannen, dann betäubt er (ſtets durch Selbſtgeſpräche) feine Gewifſensbiſſe und langt in Worten auf der Höhe Satans an (I, 3), ja er befennt ſich jelbft jeine Größe: „Stehe ih nicht da, unerjchüttert wie Satan, ald er den gräßlichen Gedanken zur Aufruhr im Himmel dachte, mit vollfommener Erfenntniß der Bosheit jeiner Sünde dachte”, um troßdem einige Augenblicde darauf zu folgern: „überdieß bin ich ich überlege es, wie ich will famt allem, noch fein Böſewicht; wirklich id) bin feiner. Meine Neigung ift ja unbezwinglich ...“ (III, 1). Solche Verſuche zu charakterifieren erfegen nur notdürftig wirkliche innere Entwicklung; fie verraten, daß Fronhofer feine einzige Geftalt plaſtiſch geihaut Hat. Auf: und Abgänge find fait ſämtlich unbegründet. Das ganze Drama ift ein plumpes Ränkeſpiel äußerliher Natur. Wandlungen der Charaktere in leidenſchaftlichem Kampfe find vermieden ; von Senjaline abgejehen, deren plößliche Reue wegen der letzten Szene des Stüdes und um der allgemeinen Auferbäulichkeit willen erfolgt.

2. Oda, die Frau von zween Männern. Ein Trauer: ſpiel. Aufgeführt auf dem furfürftlichen Nationaltheater in München. Münden, 1782, bei Johann Baptift Strobl.

mit Unrecht jeden Begriff von Pialog abiprah. Darauf erihien, wieder in den Materialien (1774, S. 141), eine Antwort Fronhofers und eines andern angegriffenen Dichterd „Die Verfaſſer der Schaufpiele in Münden an den Ber: fafier der Deutihen Chronif in Ulm“. Wiederum mit vollem Redt erbaten dieie ih für ihre eriten Verjuche mildere Beurteilung, ſchlecht ftand ihnen aber der Hohn zu Bejicht, wenn fie Schubart zuriefen: „Ihren Monarchen unter den Dias logijten, den wollen wir auch ftudiren, und follte die Lectüre eine® Götz von Berlidhingen, und des Hofmeiſters dazu nicht genug jeyn, jo wollen wir Hleihig die Bierhäujer beiuchen, um die ungeichliffenen Ausdrüde des Pöbels - zu lernen, und dadurch veriprehen ir uns, den Ton aller guten Geiellichaft vollends zu vergefien, und den ihrigen zu treffen.“

266 Dramatiiche Litteratur.

jenes Stüd zum Vorſchein fam.” Gerade diefe Bemerkung Babos eine Bemerkung, die ſich nach der 1781 in München erfchienenen Aus- gabe der Erwine von Steinheim förmlich aufdrängte beftärft Werner, das umgefehrte Abhängigkeitöverhältnis anzımehmen, das allerdings den Vorteil eines ſyſtematiſchen Ausbildens vorhandener Motive zuläßt. Hauffens Parentheje, Babo habe („troß feinem ausdrüdlichen Wiber- ipruche”) deutlich von Blumauer entlehnt, ift nichts weiter als eine Wiederholung von Werners Angabe.

Wenden wir und nun dem inhalt des Stüdes zu.

Oda, die Battin des Ritterd Hermann, hat fih nad) deſſen im heiligen Lande erfolgten Tode zum zweiten Male mit dem Ritter Abel- burg und zwar auf Wunfch ihres Vaters vermählt. Lieben kann fie jedody ihren zweiten Mann nit; er macht ihr oft buch fein auf: fahrendes Wejen jede tiefere Zuneigung unmöglich, zudem hat die Liebe zu ihrem erften Gatten die Tiefen ihrer Seele erſchöpft. Adelburg rüftet fi) zum Kreuzzug, er will Oda und ihren Sohn aus erſter Ehe, die er beide heiß Tiebt, verlaffen. Währenbdeflen hat Oda Kunde erhalten von einem Einfiedler Richard, der ihren erjten Mann vor vierzehn Tagen erft begraben hat, während fie ihn ſchon fünf Jahre tot wähnt. Schwert und Kette ihres Mannes werden ihr gebradt, in ihrem Innerſten regt ſich ein entſetzlicher Verdacht. Im Walde trifft fie einen zweiten Einfiedler, der dort ſchon vier Jahre hauft; es ift dies ein alter Mann, den jchmere Reue drüdt: ihr eigener Vater, der ihrem Gatten Meuchelmörder nachgeſandt hatte, um feine Tochter dann mit dem reihen, angejehenen Adelburg zu vermählen. Bald ftirbt der alte Mann. Unterdeifen hat ſich der erfte (oder andere) Einfiedler, Richard, ald Odas totgeglaubter Gatte entdedt. Er war den Mördern auf die Spur gelommen und nad) langen Srrfahrten vor zwanzig Tagen heimgekehrt; unerfannt hatte er Nachrichten über fein treulofes, in Wahrheit aber betrogenes Weib eingezogen. Hermann (Richard) ver: zeiht jeinem Weibe und Adelburg, der ja auch nur als Betrogener ge: handelt hat. Diefer entjagt allen Anſprüchen auf Oda und fährt zum heiligen Grabe; Oda aber zieht ſich in die Einfamkeit zurüd, fie will ein Franenklofter im Walde gründen. An der Seite ihres erften Gatten kann fie nicht mehr leben und reines Glücd genießen. „Jedes Gefühl von Lieb und Zärtlichkeit iſt aus meinem Herzen getilgt nur die Mutter— liebe nit . . . Mein Bufen ift falt und hart von den wiederholten Schlägen des Schickſals!“

Löſung des Oda-Problems; Schlichtheit der Sprache. 269

(Pauſe.) Ich möchte gern gelafjen und ruhig mit Dir ſprechen, Oda, wie mit einem fremden Weib. Bon wen wär’ ich noch geichieden? Bon meinem Baterlande? ih hab ihm genützt, es bedarf in dieſer ftillen Zeit meiner nicht mehr. Und wen hätt’ ich noch?

Oda: O Adelburg! bedarf denn mein Sohn keines Vaters?

Adelb.: Er bedarf eines ſolchen Vaters, der feiner Mutter ein liebwerther Gatte wäre.

Ode: Und Du

Adelbe: Und ich?

Dda: Willſt ihm nicht Vater fein?

Adelb.: Er ift mein Erbe ........

Nody mehr beweiſt dieſes die Kleine Szene I, 6 mit ihren Ein- gangsworten, der wirffamen Verwendung des ftummen Spiels, oder bie Szene (II, 17) zwiſchen Adelburg und Oda u. a. Daß dazwiſchen echte Ritterdramen-Pathetik ſich findet, ift bei dem Stoffe, der Zeit und dem berfüömmlichen Stil nicht zu verwundern. Wie ſchlicht und natürlich ift dann wieder die Abichiedsrede Adelburgs an feine Knechte (II, 20):

Menn einer unter euch auf der Reije etwas bedarf, jo red’ er frei

mit mir; ich will nicht, daß meine Gefährten Mangel leiden. Bor allem empfehl’ ich euch Einigkeit und Brüderliebe; ein jeder jehe ſich zum Beihüger de3 andern an. Wenn wir zum großen Heere fommen, jo zeigt, daß ihr treue bieder teutiche Männer ſeid. Unſere Reile ift groß, mühelfam und gefährlich, deshalb frag’ ic) euch nod) einmal: Iſt es euer freier Wille, mich ins gelobte Land zu begleiten?

Alle: Ja! u. ſ. w.

Die Betonung des Nationalen findet ſich übrigens fonft in dem

Stüde nicht, jo daß es hier nur als ein ſchwach betontes Motiv zu gelten hat.

3. Männer Stolz und Weiber Rache. Ein Ritter Schau- ipiel aus den Zeiten der Kreuzzüge in vier Aufzügen von Adolph Anton ')' deutichen Schaufpieler. München bey Yofeph Lindauer 1792.°)

n Adolph Anton, geb. 1767 in Wien, Schaufpieler.

3) Bei Brahm, a. a. D., nicht behandelt: Werner, a. a. O. S. 438, nennt e3 unter den ihm dem Titel nach befannten Dramen.

270 Dramatijche Litteratur.

Siegfried, Knappe des Ritters Heinrich von Stauffen, weiſt bie Merbung der Gräfin Kunigunde von Steinach zurüd und hält, da er fih aus edlem Geblüt entjproffen weiß, beim Ritter Heinrih um beflen Tochter Mathilde an, wird aber zurüdgemwiefen. Aus Rache, von Sieg: fried verſchmäht zu fein, läßt Kunigunde die Mathilde entführen und Ienft den Verdacht auf Siegfried. Diefer fommt vor das heimliche Bericht, wird jedod) al unſchuldig befunden, und zwar durd) das Zeug- nis eines Pilgerd, der fih als den totgeglaubten, nach langen Jahren aber glüdlich heimgefehrten Grafen von Steinad) zu erkennen giebt, zugleich als Bater Siegfrieds und Gatten der Kunigunde, die ihren Sohn ſchon in feinem dritten Jahre von ſich geftoßen hatte. Dazwiſchen hat Mannhardt, der Stallmeifter und Helfershelfer Kunigundens, aus Furcht, nun von ihr verraten zu werden, jeine Herrin vergiftet. Der Heirat Mathildens mit dem nunmehrigen Grafen Siegfried von Steinady fteht natürlich jeßt nicht mehr im Wege.

Das Stüd ift für die Münchener Bühne geichrieben. Anton war bier eine Zeitlang Schaufpieler. Einkleivdung der dee wenn man von einer dee überhaupt jprechen darf und einzelne Züge, 3.3. die Verweigerung der Tochter an einen nicht ebenbürtigen Freier, Die aber jofort aufgehoben wird, ſowie diejer ala ebenbürtig erwieſen ift, reihen das Stüd unter die angewandten Dramen. Aber es find doch nur unabfichtliche Züge, die Form des Ritterdramas vollends nur etwas rein Nußerliches, jo daß das Stück nicht als Ausdrudsmittel fittlicher Seen der Zeit oder ala Spiegelbild beftehender Kulturzuftände erfcheint. Es iſt ein Theaterſtück jchlehthin. Alle äußeren Mittel des Ritter: dramas find verwertet. Bon Motiven finden fih: Pilger, Abſchied, MWeiberraub, Köhler, Gefährdung eines geliebten Lebens, Gift, Kerker, heimliche Gericht, Streit zweier Männer um eine Frau; von Namen: Heinrich, Mathilde, Kunigunde (Typus des boshaften, Tiebegirrenden Weibes).

4. William Buttler Baronet von Workihire, ein Trauerſpiel in ungebundener Rede und fünf Aufzügen. Ein Verſuch für die Schau: bühne in Baiern, von Joſeph Valentin edlen von Spedier auf Pilhofen, x. Münden, gedrudt mit akademiſchen Schriften, 1772.°).

N Zum eriten Male am 18, dann am II. Dezember 1772 in Gegenwart des Hofes aufgerührt.

Bam

272 Dramatifche Kitteratur.

die eine, von den politifchen Verhältnifien der Zeit um jo dringender gefordert, die vaterländifche, von der weiter unten die Rede fein wird, die andere, lediglich aus der Erkenntnis entſprungen, daß für Dichter und Zufchauer, beide gleich intereifierend und belehrend, die Gefchichte ein neutrales Gebiet fei, auf dem Menſchen im Kampfe ihrer Pflichten und Leidenſchaften fiegend oder fallend gejchildert werden konnten. Meift diente dem dramatifchen Vorwurf das Hiſtoriſche nur als Hinter: grund, auf dem ſich Geftalten erhoben, die leicht ihres Hiftoriichen Namens und Gewandes ſich entkleiden ließen und aud) dann noch mit ungeſchwächter Wirkung dasfelbe thun und laffen durften. Bon hiſtoriſchem Sinne dürfen wir zumal bei dem erften Drama von 1772 nicht ſprechen. Oliver Cromwell tritt in ihm auf, ohne daß e8 gerade Oliver Crom— well fein müßte, der fo handelt. Mehr äußerlich ift die Verbindung mit dem Hiftorischen hergeſtellt. Bor der Handlung des Dramas liegen die Kämpfe, in denen Cromwell als Führer ber geharnilchten Reiter die Rechte des Parlaments gegen Karl I. von England verteidigte, vorher das Jahr 1649, in dem Cromwell den König aufs Blutgerüft ſchickte. Aus jener Zeit ftammt die erbitterte Feindichaft zwiſchen William Buttler, einem verdienten Günftling und Helfer Karla J. und Cromwell. Heimlich hält Buttler troß aller herben Schickſalsſchläge zu der Partei des vertriebenen Karl II. In Stratford glaubt er einen Freund zu befigen, dem er wichtige Pläne und Staatspapiere anvertraut. Strat: ford jedoch, „das Laſter, das fid) unter der Larve der Tugend un: erfänntlih macht”, ein alter Anhänger Crommells, mißbraucht Buttlers Bertrauen. Er weiß um die Rüdfehr von Buttlers Sohn Eduard, der wichtige Papiere von Karl II. mitbringt; er unternimmt auf ihn einen Mordverſuch, der jedoch vereitelt wird. Seine niedrigen Pläne und Rachegedanfen, die er in einem Monolog (III, 7) zufammenfaßt, werden belauſcht und jo entlarvt. Um aber nicht ganz unbefriebigt vom Leben zu jcheiden, erftiht Stratford noch jeinen ‘Feind und feines Vaters gefürchteten Nebenbuhler Buttler. In dem Augenblide, da er id) dann jelbit töten will, ergreift ihn Cromwell und überliefert ihn als niedrigen Schurfen der Rache. Großmütig jeßt er Eduard, den Sohn ſeines Tyeindes, wieder in den Beſitz aller Güter. Mit diejer Haupthandlung nicht parallel laufend, jondern in fie verwoben, ift eine Liebesgeihichte. Buttlers Tochter Julie iſt heimlich) mit Catesby, dem Retter Eduards, vermählt. Schließlich ftellt ji) heraus, daß Catesby fein anderer als Richard Crommell, der Sohn des Protektors ift, für

274 Dramatiiche Litteratur.

fünffüßigen Jambus aufweiſt. Lelfings Nathan war ja noch nicht geichrieben.” Die Anwendung dieſes Verſes, ſchon feit Bodmers und Johann Elias Schlegeld Verſuchen belannt, hatte troß Brawe, Weiße und €. v. Kleift im Drama nod längft Fein Bürgerrecht erworben. Spedner, aud) hier neu anregend, verwendet den Jambus bereits recht geihidt. Wie Leifing bis dahin läßt er ihn ſtets in flumpfen Silben ausklingen; vom Enjambement madjt er freien Gebrauch; ein ftarres Feſthalten der Caeſur liebt er nicht; dagegen laufen einige Hiatus unter. Für die bier zu behandelnde Zeit, alſo bis 1799, blieb Sped: ner? Verſuch, eine höhere KHunftform mit einem jambiſchen Vers ein- zuführen, in Bayern der einzige. Im Darius waren Form und In— halt dem Publiftum (in Münden) jo fremd, daß es die Aufführung fühl ablehnte. Schubart dagegen hielt den Darius nicht nur für das befte aller bayeriichen Dramen, fondern der Unterſchied dieſes „ſondern“ iſt ſehr charakteriftiih! für ein „gutes deutiches Schau: ſpiel“.)) Gering ift die aus Qu. Curtius Rufus entlehnte, aber etwas veränderte Handlung: Darius ftirbt, nachdem er noch einmal dank der Großmut Wleranders feine Mutter und jeinen Sohn gejehen und auf den edlen Macedonierfürften den Segen der Götter berabgefleht hat. Es find nur Heldenflagen, Rüdblide auf Kampf und Sieg, Lob- preifungen ftrahlenden Edelmutes, Abjchiedsflagen und Alexanders Schwur, Darius zu rächen. Mit feinem königlichen Purpur dedt er

jih in der Recht- und Schönidreibefunit, dann in der chriſtl. Glaubens- und Sittenlehre vor den übrigen auszeichneten, mit offentlihen Ehrenzeichen be⸗ lohnet wurden, den 19. Zag des Herbſtmonaths i. J. 1774. Der Ausgabe war folgendes Sprüdlein beigedrudt:

Dem tleinen Städtchen, das mit verwegner Hand die jtolzen Füße in den Cothurnus zwingt und ohne Noujelt "Roujeuf), obne Nießer obne bewundernder Tamen Beyfall

Auf eigner Bühne, nit durch Berzierungen und Muſik, oder durch labyrintbilche Yuftiprünge reizend, kühn bervorttritt, ſchuff das geichene Haupt Meduſens

Tas Herz zum Stein um! Strafe nidt, Pieris!, Tie fühnen Spieler! Noch bat fein Bernardon, Kein Grünbut jemals, gleich in arößern Städten die ländliche Vühn' entbeiligt.

Deutihe Gbronit, 1779, 3. Stüd vom 1. Man.

276 Dramatiiche Litteratur.

liegen vor. lementina ſoll zwiſchen dem Tode ihres Sohnes und dem Berluft der Stadt, die fie für den König verteidigt, wählen. Ganz im baroden Heroismus läßt der Dichter fie To fort den einen Ausweg wählen:

Serimour (Abgefandter la Chatres): Er begehret die Stadt,

dieſes allein kann das Leben ihres Sohnes retten.

Clementina: Du zerreißeft mein Herz auf die graujamfte Weife! Mas ſoll ich thun? Mein König! Höre mid, und Sage dem Marſchall meine Entihließung; e8 liegt ganz Frankreich daran, daß Bourbon regiere, aber nicht, daß mein Sohn lebe. (Der folgende Zuſatz bemeift die Tiefe des feeliichen Schmerzes:) Das Opfer, jo id darbiethe, ift zwar jehr groß, aber Heinrichs Tugenden find weit größer. (IV, 3.)

Der zweite Konflikt, die Liebe eines jungen Helden zu der Tochter feines tyeindes, ift nur in der meiblidhen Seele angedeutet. Ihrem Vater gegenüber ſucht Rojalie den ſchweren Kampf durchzufämpfen (U, 6); übrigens ift auch fie mit dem Schimmer heroiſchen Helden: tumes umgeben. Sie ift enticjloffen, fühn ihrem Vater die Nichts- würdigkeit jeined rebelliichen Thuns vorzumerfen. Nicht nur die Liebe zu d'Aubigny, Jondern auch die Erkenntnis treibt fie dazu, „daß ich als eine gebohrne Franzöfinn denjenigen für meinen König zu erkennen gelernt habe, welchen das Recht der Geburt und feine Tugenden zum Throne ſeiner Vorältern berufen bat ..... (Zu einem Herold) Sage meinem Bater im Namen feiner Tochter: er ſoll von feinem fo fträflidhen Unternehmen abftehen, oder fie wird auf diefen Mauern, unter feinen Augen, von den Händen feiner eignen Krieger ermürgt, dahin ſtürzen“. (II, 3.) So ftark wirft das Heldentum diejed jungen Weibes, daß der Herold jofort jene Schmad), einem Feinde bes Königs gedient zu haben, einfieht. Der dritte Konflift endlich in la Chatres Seele, beleidigter Stolz, von einer Frau befiegt zu fein, Rachgier und Herrihluft gegenüber dem eingeborenen Unterthanenbewußtfein und die Liebe zur Tochter, wird nach wenigen Kämpfen gelöfl. Schon im vierten Alt giebt ih la Chatre überwunden. Der fünfte At ıft dramatiſch völlig überflüſſig; er ift die Gloriole, die ſich über jo vielem Edelmut und Heldentum mwölbt. Einheit der Zeit ift nicht gewahrt, noch weniger Einheit des Ortes. Selbſt innerhalb der Afte wechſelt der Schauplag. Die Spradje ift nicht ungefchidt, in der Wahl ber Worte natürlich dem Stil des Stüdes cutiprehend. In einem Dialog

278 - Dramatiſche Kitteratur.

gedrudten. Es wird gezeigt, wie PB. Cornelius Ecipio vor Neu-Starthago dem für „einen Süngling und Heiden und Überwinder” gefährlichen Reize der Liebe widerfteht, wie er jogar dad Weib, dem fich flüchtig feine Neigung zumendet, das aber bereit? verlobt ift, in Gelbft- überwinbung feinem Feinde freiwillig überläßt, worauf diefer, beſchämt durch ſolche menſchliche Größe und Entfagungsfähigkeit, zu Scipio über: tritt. Nicht dur Schwert und Kampf, jondern durch die Größe von Roms erftem Feldherrn ift Spanien jo gewonnen. Der Stoff if wypiſch für alle Jeſuitendramen, deren Piychologie nie natürlicher, freier Entwidlung folgt, jondern der Tendenz zu gehordyen bat. In der Periohe finden fi die techniſchen Eigentümlichkeiten aller Yejuiten- Dramen: das Bordeuten und Hinausdeuten der einen Haupthandlung dur) Prologus und Intermedium. Geſchichtliche Weisheit dient dazu, um dem fittlihen Gedanken der vorgeftellten Fabel in jenen Barod: Ihnörfeln eine größere Mannigfaltigkeit zu verleihen, um ihn zu heben. So ftellt ber Prologus vordeutend dar, wie „die von dem Mercurius aus den eliſiſchen Felderen beruffene Vor-Elteren des Publ. Scipio mit Freuden deflen über Neu:Carthago erhaltenen Sieg jehen; fie werden aber auf ein neues beftürket, da fie hören, daß eben diſer Scipio noch heut jolle überwunden werden“. Der Chorus nad dem crften Akte deutet auf die Gefahr ſchon näher: „Die Göttin Juno Ieget dem Ecipio gefährliche Maſchen / weil fie nit unbillich beforget / er ſeye eben der Jenige, der zu feiner Zeit / auch das alte Carthago / ihre Liebfte Stadt zerftören werde.“ Nach dem zweiten Akt folgt ala allegorijches, binausdeutendes Intermedium: „Die alles überwindende Liebe von der Tugend überwunden“, nad) dem dritten Akt desgl. ein ntermedium / und am Schluß: „Eneas aus Liebe der Ehr und Glory verlaflet grogmüthig Eharthago, und die Königinn Dido.” Diele Zuthaten mußten natürlich in einer deutichen Überfegung des Jahres 1775 fortfallen. Schenkel verzichtete jedoch nicht ganz auf das altgewohnte Element. Er flocht Chöre in fein Drama ein, Chöre eigener Er: findung. „Ach verbethe mir's, daß fie zur Überfegung gehören“, fagt er in der Vorrede. Sophofles, Euripides und Fri!) in Wien müſſen

N Andreas Friz. 1711- 1790. Jeſuit, Lehrer am Therefianum in Bien für Geſchichte und griechiſche Zprade, dann an der Univerfität Lehrer der heiligen Schritt. Er ſchrieb Dramen: „Andrae Friz der Gejellihaft Jeſu Prieſters Traueripiele von einigen bemelter Geſellſchaft aus dem lateinijchen überiegt. Wien, Auguitin Bernardi, Univeriitäts:Bucdhbandler, 1762. (Enthält:

280 Dramatifche Litteratur.

teriftif der einzelnen Perſonen erjcheint in den Streliten, 3. B. in ber Figur des Zaren Peter, weit mehr vertieft, als es die Pathetik des Dagobert zuließ.

König Dagobert, von Grimoald bes Throne beraubt, ericheint als Bettler nad) zehnjähriger Abweſenheit wieder unter feinem Bolte, juft an dem Zage, da der jetzige König Childebert, Grimoalds Sohn, de3 totgeglaubten Dagobert Gattin Adelgonde freien will. Dagobert giebt fid) für einen Wahrjager aus und gelangt jo ins Schloß, wo ihn fein Weib erkennt und ihm in die Arme fintt. Dan nimmt ihn ge: fangen. Unterdeflen richten einige feiner alten Anhänger, denen er fi) zu erfennen gegeben bat, eine Verſchwörung an, e8 fommt zu Kämpfen, Adelgonde wird von dem feiner ſchändlichen Pläne überführten Grimoald ermordet, er jelbit getötet, während Ehildebert, von diefem nur ver: führt, fid) Dagobert zu Füßen wirft und nicht nur volle Berzeihung, ſondern Adelgondens Tochter, die ihn liebt, auf die Bitten der fterbenden Mutter zum Weibe erhält.

Die Stelle Grimvald3 vertritt in den Strelitzen Soukaninn, das Oberhaupt einer gegen den Thron des Zaren Peter Alexiowitz gerichteten Verſchwörung. Wie Dagobert in der höchſten Not (— durch die Heirat Childeberts mit Adelgonde ſoll dem Uſurpator Recht- und Geſetzmäßig— keit verliehen werden —) erſcheint, ſo tritt der Zar, der von der Ver— ſchwörung Kunde erhalten hat, ganz allein unter die verſammelten Ver— ſchwörer, wehrlos, ihnen das Wort Königsmord in ſeiner Fürchterlich— keit vorhaltend. Der Plan Soukaninns wird wie der Grimoalds ver: eitelt, auch Soukaninn büßt für feine Pläne mit gewaltſamem Tode. Fedor Oſſakof jedoch, ein junger, noch wenig feſter Charakter, der wie Childebert an die Spitze geſtellt wird, der faſt willenlos die verlockende

die Strelitzen. Wirkungsvolle Aktſchlüſſe Lund IH. Die ſzeniſchen Bemerkungen verdienen Beachtung (z. B. S. 17, 53, 67, 70, 71 der benutzten Ausgabe) Sie be— weiſen, wie ſehr Babo das Stück für die Aufführung berechnet hat, überſchreiten andrerſeits die Aufgabe der ſzeniſchen Bemerkungen; jo z. B. l, 4 (S. 17: „Soukaninn und Iwanof entfernen ſich und beginnen eine eigene Unterredung. Sie gehen während dem Geſpräche des Oſſakowa und Fedors in die Straſſen, kommen zurück, nehmen theil an demjenigen, was ſo eben geſagt wird, gehen, kommen wieder ꝛc. ꝛc. Es geſchieht ruhig und ernſthaft, nicht um von den Zu— ſchauern bemerkt zu werden, ſondern weil es die Lage und Umſtände und perſönliches Intereſſe ſo erheiſchen. Hier iſt es nehmlich wo Soukaninn dem Jwanof den Plan ſeiner Verſchwörung entdedt,wovdon dieſer in demzmweyten Aufzug Gebrauch macht.“

284 Dramatiſche Lirteratur.

Und das hatte es ficherlih nur feiner Leidenſchaft, nicht feinem mangeln- den Kunftwerte zu danken. Über dieſen kann fein Zweifel beftehen. Wohl Hat der letzte Akt, in dem Paläfte brennen, Mordgeſellen die nächtlichen Straßen durchziehen, von Mord! und Teuer! die Rufe wiberhallen, natürliches Leben, umjomehr fehlt e8 aber ben erften vier Alten an Kürze jowohl in der Gelamtanlage als im Dialog. Oft kann die Sprache darin nur gelefen werden. Eeiten find häufig von der Rede einer Perfon angefüllt, wenn auch hierbei die Abficht des Dichter zu charakterifieren unverkennbar ift. Die Tragif, die erſchütternd wirkt, beruht faft nur im äußerlichen Gefchehen, darin liegt die große Schwäche des Stückes. Wir ſehen nur lange Vorbereitung und jähen Schluß. Die Erpofition, die in den erften Szenen des erften Aftes bereit3 gegeben ift, wird in der zweiten Szene des zweiten Altes mit einer techniſch recht unbeholfenen, ja unmahren, außerdem über- Hüffigen Rede des Grafen Woldemar fortgefegt u. |. w. fter wird (3.8. IV, 2) das Drama mit Epifoden ausgefüllt, die nur Fülljel find, nicht3 zur weiteren inneren oder äußeren Entwidlung beitragen. Andrer: ſeits find SKontraftwirkfungen und Konflikte teil® nur angeregt, ohne weiter verwertet zu werden, teil nur flüchtig geftreift. Zu diejen gehört der Kampf zwiſchen Päpftlichen und Kaiferliden, der für da3 Drama durchaus belanglos, aber troßdem betont ift, zu jenen gehört der Gegen- lag von deutſchem und italieniſchem Weſen; das eine repräjentiert der blondhaarige, blauäugige Graf Woldemar, das andere Bondelmont. Sm erften Teile des Dramas ift von deuticher Kühlheit und Berftandes- mäßigfeit gegenüber unbejonnener Glut des Italieners öfter die Rede, aber wozu? Es ift hier nicht meine Aufgabe, näher auf den Aufbau und die ardjiteftonifche Umrahmung des Stüdes einzugehen; der Hin: weis muß genügen, daß dem Mangel piychologiicher Schärfe das äußer- liche lockere Gefüge entſpricht.

11. Marie von Burgund. Ein Schaufpiel in fünf Hand: lungen. Frey bearbeitet. (Schaufpiele von Joſeph Ant. v. Destouches u. |. mw. 1791.)

„In den Stunden, da Du und id) jaufen und uns luftig machen. findet mein Vater Zeit, Trauerfpiele und Oden zu jehreiben,” gab der jüngere Dionyfius dem König Philipp von Macedonien auf feine vor: wißige Frage zur Antwort. Mit diejer Stelle aus Zimmermann Einfamfeiten, die der erften Sammlung von Destoucdjes’ Dramen voran:

288. Dramatiſche Litteratur.

brauchte, nannte ihn Zadig und ließ ihn drei Akte lang in einem Schauſpiel ſeine alten Witze, nur zahm und möglichſt flach ſagen, ließ ihn tollen, fo viel der Ärmſte noch tollen konnte, und verſchonte ihn, an der Handlung teilzunehmen. Diele aber dichtete er folgendermaßen:

Zelmire, Tochter des Zauberer Merogaft, und Haffan, ein türkischer Jüngling, haben fih von fern gejehen und glühen für einander. Mero— gaft will das Glüd feiner Tochter fördern und verfpricht fie dem Haſſan. Zugleich zeigt er diejem ſeine unterirdiſchen Schäße, die ihm alle einft zu eigen fein werden. Haſſan erzählt feinen Eltern von des Zauberer Güte und führt fie zu dem wunderbaren Orte. Die Schäße an ſich zu bringen, den Zauberer deshalb zu töten, ift der Eltern einziger Gedanke. Doc der Zauberer weiß ihren Plan und verwandelt fie zu Stein. Dem Haffan giebt er feine Tochter Zelmire zur Frau. Beide flehen nun, Haſſans Eltern wieder zum Leben zu erweden. Unter einer Bedingung verjpridyt es Merogaft: Haſſan joll von der faum er: rungenen Zelmire laffen. Er gewinnt es über fih und jchenft feinen Eltern das Leben wieder. Bon fo viel Selbjtüberwindung und Kindes: liebe jedod) gerührt, giebt Mlerogaft dem Jüngling feine Tochter zum zweiten Dale.

Hanswurſt-Zadig ift unverihämt (Xiebesantrag, den er, der Be: diente, feiner Herrin macht), Hansmurft prahlt („Nun kommen Sie nur Ihro Excellenz, Herr Mepiftophorus mit dem Pferdefuffe und dem flammenden Auge, Sie follen an mir einen unüberwindlichen Helden finden“ [L, 4)), it dann aber jämmerlid) feige, Hanswurſt jpielt den lächerlich Dienftbeflifjenen, Hanswurſt als Zauberer (Blitz und Donner, dann in einen Ejelsfopf verwandelt, durch Prügeln wieder entzaubert, feine fünftige Geliebte erjcheint ihm in Geftalt eines alten häßlichen Weibes u. |. w., bis Schließlich der Teufel erfcheint und ihn ftraft; Hans— wurjt giebt das Zaubern für fein Leben auf), Hanswurſt ala Liebes- poftillon, wird für Berftellung geprügelt (III, 1).

Neben diefen Albernheiten und anderm reichlich verwerteten Zauber: ſpuk nimmt ſich der ethiſche Gedanke des Stüdes um jo ſchüchterner und jonderbarer aus. Nicht Menſchen, jondern Puppen find feine Träger.

14. Iſak ein Sinnbild des Erlöfers. Ein geiftliches Sing- ipiel in zwo Handlungen, aus dem Italiäniſchen des Herrn Abts Metaſtaſio nad) der Muſik des Herrn Misliwecek überlebt. Bon Karl

290 Dramatiſche Kitteratur.

Wenige Jahre nad) dem eriten ficheren Erfolge der Bühnen: reform wurde dem Spielplan das Singfpiel einverleibt. Durch Rouſ— ſeaus Pygmalion angeregt, hatten deutiche Komponiften und Dichter, allen voran Gotter und Schweizer, Brandes und Benda die Zwitter⸗ forın des Melodramas zur Geltung gebracht. Parallel mit diefer Ent: widlung ging die gleichfalls auf Roufleau (Le devin du village) zurüdzuführende Neubelebung des Singſpiels. Geftaltete Rouffeau die Operette feiner Individualität und dem franzöfiihen Volkscharakter entiprechend, jo erfuhr auch das deutiche Singipiel eine neue Wendung. _ Weißes Aufenthalt in Paris hatte zunächſt mit den nad) franzöfiihem Mufter gebildeten Operetten (Lottchen am Hofe [1767], die Liebe auf. dem Lande [1768]) den Erfolg, Volkstümliches geichaffen zu haben. In Verbindung mit dem tüchtigen Johann Adam Hiller wurde das deutſche Singipiel geihaffen. Den Nachbildungen franzöſiſcher Tert>- folgten deutjche Originalterte, zu denen Wieland, Goethe, Klein u. u beifteuerten. Sollten aud) der jpäteren Entwidlung der deutſchen Op hieraus feine Früchte reifen, jo daß lange nad) der Zeit, wo Mozar die deutſche Mufil der Oper gefchaffen hatte, die Forderung na wertvollen, als Drama an id) beachtenswerten Zerten auf neue gr» ftellt und erfüllt werden mußte, jo ergab fich doch für jene Zeit Erik ſchöne Erfolg, daß die öde, poefieloje Phantafterei der italienifchen Fe m oper mit ihren verlogenen Empfindungen und geipreizten Attitud⸗ feinen Geihmad mehr fand. Nicht unwichtig war bei diefer Beränderu” =, der Anteil der italieniſchen opera seria, die namentlih in Metaftafk_ os Cchöpfungen ernitere, auf innere Entwidlung nit im voraus vez zichtende Zerte bot. Mit der Verdeutſchung diejer Singfpiele erwarb id) Karl Ignatz Förg') ala eriter in München Verdienſte. Er wählte, - nachdem er Piccinis Filchermädchen übertragen hatte?) zwei geiftfihe Stoffe Metaftafios: Joas, König von Yuda, und ak, ein Sinnbild des Erlöjers. Eine Wiederbelebung des geiftlihen Dramas war

) Karl Ignatz Förg, geb. 1755 zu Fürftenfeld (Brud), kurf. Kriegs-Haupt- buchhalterei-Rat in Münden, ftarb 1799. Vgl. Goed. VI, 360; Baader, J, A-K, Sp. 335 f.

2) Auch von ihm, obwohl nicht bei Baader u. j. w. verzeichnet, ift: „Der Baron vom vejten Thurme. Ein Singjpiel in zween Yufzügen. Eine freye Überjegung aus dem Italieniſchen [il barone di torre forte] von C. J. F. Auf: geführt auf dem Churfürſtl. Deutihen Theater in Münden. Gedrudt bey Franz Thuille, 1777.

Geiſtliche Singipiele; Förgs Iſak. 291

hiermit jedoch nicht gegeben, wenn auch Förg in ber Wahl der Stücke das Religiöje im Auge haben mochte. Deutiche geiftliche Singjpiele waren ja ſchon früher in München aufgeführt. Im weiblihen Erziehungshauje der engliihen Tyräulein wurde 1714 eine deutjche Oper, deren Dichter und Komponiſt zwei Benediltiner waren, gejpielt;‘) aud die Sefuiten fügten ihren Bor: Fellungen deutſche Singjpiele bei;?) in andern Klöftern gab man gar Singfpiele im Dialekt?) Die Waijenkinder zu St. Andre und Johann Dem Täufer in ber Au führten im felben Jahre (1778) ein Singfpiel auf „Der gerettete Iimael”, das den Streit der Sarah und Hagar (dem Inhalt nach für Kinder allerdings nicht gerade geeignet, es ift der Streit um die Mutterfhaft), die Verftoßung Hagars und Iſmaels in Die Wüfte und Iſmaels Rettung durch einen von Gott gelandten Engel behandelt. Tiefer ift der Gehalt und ſymboliſch ausgedeutet in Förgs Iſak.

Er enthält die biblische Erzählung von dem Erjcheinen des Engels, Abrahams Gehorfam und Gottes Lohn. Dadurch, daß Sarah von Dem Befehle Gottes erfährt, ift in das Drama ein tragifcher Konflikt gelommen, ber natürlich der biblifchen Gefchichte fern liegt.*) Abraham Tügt fih ohne Klagen dem Willen Gottes und vergießt gern das Blut feines eigenen Sohnes, in Sarah lebt nur die Liebe zu dem Kinde, Dos fie felbit geboren hat. Wenn fie fi) aud) dem Willen des Höchſten Fügt, fie thut e8 nur unter taufend Schmerzen, ja, fie fragt zuvor, und darin liegt eben das rein Menſchliche, das mit feinem Verſtande und feinem Gefühl jolche Forderung nicht verfteht: „Gott will den Sohn todt haben, den Sohn, ben er fo ſehr liebt! der feine Gabe ift? Barum?“ Die Deutung diefer mütterlihen Klagen und der Opfer: freudigfeit des Vaters liegt nahe: Maria, die leidende, fchmerzhafte Mutter Jeſu CHrifti, und Gott, der feinen eigenen Sohn der Welt freudig opfert. Iſak, ein Sinnbild des Erlöfers!

n Spiele der göttlihen Vorjicht, Tert von P. Gregor Zödl, Mujif von P. Gajetan Kolberer, vgl. Caroli Meichelbeck Chron. Benedictoburanum, I, 377.

8.8. „Die vom "Himmel gefeegnete Liebe zwiſchen Iſaae und Rebecca” (er Vermählung Karl Albert? mit Marie Amalie v. ſterreich), 1722; Tobias uns Sarah (zur Bermählung Mar Joſephs III.), 1747.

9 3.8. „Die Fasnachtwochen“, 1754 aufgeführt, ganz in bayerijchem Dislelt (Hof und Staatsbibl, Cod. germ. 3173), Pavonius, Faſtnachtſpiel, drei Eade som Kell, im, Bialelt. (of und Staatsbibl. Cum. 3175) u. v. a.

eh nicht erwähnt.

19%

292 Dramatiſche Litteratur.

Das Singipiel ift in Profa allerdings in einer recht naiven, ſprachlich unreinen abgefaßt. Bon Zeit zu Zeit find Strophen ohne Reim und ohne ftrenge Rhythmik, au ohne poetiihen Wert ein: gefügt. Zwiſchen Profa und Geſang fallen öfter ſymphoniſche Süße.

Das Opfermotiv, wie es nicht nur in Förgs Hal, ſondern in allen geiftlihen Dramen als Grundmotiv wiederfehrt, erfcheint in dieſen Jahren in Neubearbeitungen älterer Dramen noch einige Male; id erwähne die Alerandrinerüberjegung von Tolomeis Aloyfius von Gonzaga (bereits 1769),') in der der junge Aloyſius freiwillig allen Freuden des Leben entjagt und nad Rom geht, Yeluit zu werden; auch feine ihm zugedachte Braut Violante vermählt fi) dem Himmel. Das Opfer: motiv bejteht natürlich nicht immer in der Aufopferung des Lebens, ſondern oft in dem Berzicht auf die meltliche Seite desfelben.

Die alten unaufhörlid) bearbeiteten Stoffe vom Johann von Nepomuf?)

) Der Beruf de3 heiligen Aloyſius Gonzaga in die Gejellichaft Zeju ein von Nikolaus Tolomei der nämlihen Geſellſchaft Priefter in welſcher Sprache ver- fertigtes® Schaufpiel, vierte weliche Auflage [1749]; in deutſche Verſe und Reime überjeget von Ferdinand Reiner ©. %. Prieſter. Innsbruck, gedrudt und ver: legt von Zoh. Nep. Wagner Univerfitätbuchdruder und Handler. 1769.

2) Durd Anton Nuth, 1783 von den Stadtmujifanten gejpielt (S. 71). Gedrudt liegt mir vor ohne Berfafierangabe: „Johann von Nepomul, ein Trauerjpiel in fünf Aufzügen. Zum Gebraude der neueren Nationalbühne ganz ungearbeitet und in Proja verfaßt. [Bignette, der Hl. Koh. v. N. von der Moldau getragen.) Augsburg, bey Albert Friedrich Bartholomäi, 1780." Anhalt: König Wenzel von Böhmen will fih von jeiner Gemahlin trennen, um die im Kriege erbeutete jerbijche Brinzeifin Achalibama heiraten zu können. Zu dieſem Zwecke verdädtigt jein VBertrauter Zytho den Mundichenlen Guido eine geheimen Berhältniiieg mit der Königin. Beide werden gefangen genommen, Guido zuerit hingerichtet. Bevor die Königin dasjelbe Schitjal erleidet, wird Menzel Ichwantend und Foricht den Beichtvater der Königin, Johann von Nepomuf, aus, ob die Königin reinen Herzen? fei. Johann verrät natürlich fein Beichtgeheimmnis. Wenzel iſt darüber erzürmt Nachdem ihm auch die hübſche Achalibama mit ihrem unverdorbenen Gemüt einen Korb gegeben bat, beichließt er, „Nero zu übertreffen”. Inzwiſchen ift die Königin in dem ihr zum Gefängnis dienenden Hundeſtalle geftorben. Nepomuk wird erjt ind Gefängnis, dann in die Moldau geworfen. TDarob ergrimmt das Bolf und will dad Schloß ftürmen. Zytho fällt der Wut der Menge zum Opfer. Wenzel ſtürzt fi in die Moldau. Nepomuk ift eigentlih nur Nebenperion, bat aber wirkungsvoll über Gottes Gnade und Zuctrute, über Kreuz und Leid, über Dornen hiiben und Roſen drüben zu reden. Auf die zahlreichen Bearbeitungen durch die Zejuiten kann hier nur verivieien werden. Bgl. Karl Weiß, Die Wiener Haupt- und Staatsaftionen, Wien, 1554, S. 111, R. M. Werner, Der Laufner Don

294 Dramatifche Kitteratur.

in den PBalaft, den Säumenben an fein Gelübde zu mahnen. Er ent- ſchließt fi, zücdt den Dolch, da fallen ihm Priefter in den Arm und ihr erfter ſpricht den Feldherrn des Gelübdes frei, da er wie Abraham das Opfer des Willens gebradyt Hat. Jemina weiht fi) dem Dienite des Herrn, um ihm feufh und jungfräulic zu dienen. Bon ihrem Geliebten Abdiel jagt fie ſich Los. |

Der Jephthe-Stoff mit feiner freudigen Durchführung des Opfer: motives war von den Jeſuiten ſchon früh aufgegriffen und in bibliſch ftrengem Sinne behandelt. Einer ihrer größten und reichften Dichter, der zugleich nad) Herders Ausiprud) den Boden Bayerns zu einem klaſſiſchen machte, Jakob Balde, hatte ihn (1637) zu einer im Stile Senecas verfaßten und mit mächtigen Chören ausgeftatteten Tragödie verwendet. Tür Balde, den gläubigen Jeſuiten, konnte die Bibelftelle „Und er that ihr, wie er gelobt hatte,“") feinen Zweifel in der Aus: legung bieten, für ihn mußte diefe Opferung des eigenen Kindes durch den Vater nichts Graujames, jondern den Sieg des unerjchütterlichen Glauben? an den Willen des Höchften bedeuten, für ihn war dieſer Ausgang des Dramas ein neues im Geiſte dargebrachtes Opfer, das ſich den Märtyrerſchickſalen willig anreihte, die in fernen Ländern noch zu Baldes Zeit die jefuitiichen Miſſionare erlitten. Sein Drama ift er: fült von den allen Werfen der Jeſuiten notwendig eigenen ſymboliſchen Beziehungen. Jephthes Tochter ftirbt für das Voll. Durfte der Dichter am Bibelworte ändern? War nicht Chriftus für die ganze Melt geftorben? So iſt Mtenulemas Tod ein Vorbild bes Todes am Kreuze, den der Erlöfer erlitt. Auch in Förgs Übertragung Iſaks und in andern Dramen ließ ſich diefe Beziehung ala Eigenart aller geiftlihen, vor allem der jejuitifchen Dramatik erklären. Und meiter. In Baldes Drama liebt Menulema (Anagramm aus Emanuel!) den ägyptiſchen Prinzen Ariphanafjo (Anagramm aus Pharaoniſſa!). Auch hier liegt, wie ſchon Baldes trefflicher Biograph Georg Weftermayer ?) andeutet, ein Gleichnis! „In ihrer gegenjeitigen Liebe ift ähnlich wie im Hohen Liede die Liebe Chrifti zur Kirche der Heiden vor- gebildet.“ Diejer im tiefften Welen wunderbar an Inhalt, Sprache und Aufbau des alten ZTeftamentes erinnernde Parallelismus, der in ewig neuen DBeränderungen ewig die alte einfache Beziehung alles Menſch—

N) Das Bud der Richter, 11, 39.

2) Georg MWeftermayer, Jacobus Balde, jein Leben und feine Werke, Münden, 1868, ©. 68.

x

296 Dramatiiche Fitteratur.

terner Alltäglichkeit gejunfen war, dasjelbe Jahrzehnt jah Bayern noch lange nit im vollen Befite einer allgemeinen Bildung des Volkes. Die Entwidlung, die im proteftantiichen Norden länger als ein Menſchen⸗ alter gedauert und in Lejfing ihren höchſten Ausdrud gefunden Hatte, begann für Bayern erft, ala im Norden Nicolai die umfaflende Be- deutung und durchaus nicht gemütsarme Tiefe dev angeftrebten Auf: Härung zu verfladhen unternehmen konnte. War Nicolai nur der Typus des unendlich nüchternen, zum erften Male ala berlinifch fich harakterifierenden Bildungsphilifters, der aber längft nicht auf Berlin allein beichränft blieb, jo hatte Bayern noch nicht einmal den Mann aufzumweilen, der troß aller Ungleichheit der Verhältniſſe und der geiftigen Bedeutung Leſſings Stelle einnahm. Erft in der Mitte ber ftebziger Jahre begann Weftenrieders Thätigfeit. Wie wenig dieſer die durchdringende Verſtandesſchärfe und Fühle Kritik Leſſings bejaß, ift bereit3 angedeutet. Hier ift es vielleicht möglich, für diefen Unterfchied die hiſtoriſchen Bedingungen aufzubeden, die um jo wichtiger find, ala fie jich nicht auf Weftenrieder allein beichränfen.

Boltaire war die Vorausſetzung Rouſſeaus. Verhieß Voltaires aufgeklärte Vernunft einen Fortſchritt der Geſittung, ſuchte ſein un— barmherziger Spott und ſein Haß nur die Auswüchſe der Kultur, namentlich die vernunftloſen Mißbräuche der Kirche zu beſeitigen, ſo daß taufend Heine Nacäffer bald das ſelbſtgefällige Urteil abgaben, wie herrlich weit man es doch danf der Vernunft gebradht, jo wies Rouffeau auf die Erbärmlichkeit eben diefer Kultur hin und riß die bunten Lappen herunter, in die ſich die Menjchheit gehült Hatte. Nun ftand der Menſch nadt da, und König, Edelmann, Bürger und Bauer ſahen, daß fie ale Menſchen waren. Menſchen, wie die Kindheit ihres Gejchlechtes jte gekannt hatte, nebeneinander, nicht geordnet nad) Rang und Stufe, unverbildet, frei.

Nirgends traten die Gegenjäße diejer beiden Weltanſchauungen ftärfer zu Tage als in Deuticdhland, nirgends fanden fie geiftes- getwaltigere Kämpfer, nirgends entarteten jte elender, nirgends kam ihre hiſtoriſche Abhängigkeit von einander deutlicher zur Geltung. Eine andere Generation war e8, die für Aufklärung im englifchvoltairifchen Sinne eintrat, eine andere, die das Naturevangelium des Bürgers von Gent predigte. Zwei Generationen, die, wie ftets alt und jung, ein- ander nicht verftanden, deren jchwädjite Geifter gerade am lauteften lärmten ımd einander befüämpften.

302 Dramatifche LKitteratur.

Sachwalter diefes ihm fremden Unglüdlihen aufwerfen. Er I dem Richter feine Schlechtigkeit vor. Diefer mißbraucht jedoch je Amtögewalt noch weiter und läßt Liebrecht und Hörwald obendrein ı ihren Familien durch feine Schergen abführen. Liebrecht entkommt. geht zum Miniſter, der den vertrauenerwedenden Namen Helden] führt. Und jo werden die Böjewichter entlarvt, die Tugend belohnt. Liebrecht ift, da8 wurde ſchon betont, - jchlechthin nur „Menjd Über Menſchenwürde philojophiert er mit jedem. Auch der alte Nac wächter „Ehrenwerth“ muß es fi) gefallen laſſen und thut es ge: Der Richter Steinern dagegen ift nicht ſchlechthin ein Menſch, ſonde Yurift! Damit verknüpft Eckartshauſen praktiſche Aufklärun beftrebungen. Wider die „jogenannten bloßen Yuriften” ift in d Drama eine fcharfe Anklage enthalten, und jo werden wir ihm n einmal begegnen, wenn e8 fih um die Beleuchtung Jozialer Zufta’ handelt. Auf dem Titelblatt gab Edartshaufen feinem Schaufpiel den / laß: „bearbeitet nach Shafelpear”. In der Handlung erinnert höchft der Grundgedanke des erften Aufzuges, die Vertreibung eines Sch loſen aus feinem Befit, an Shakeſpeare; in „Wie es euch gefä findet fi) die ungerechte Behandlung Orlandos durch den Herzog, ihm jein väterliches Erbe vorenthält. Wir haben den Zujag dar wohl nur auf Außerliches zu beziehen. Faſt in jedem Drama Edar haufen fehren Szenen wieder, die in Wendungen und Gedantlen, der Führung des Dialog volllommen dem großen Briten nachgeahı find. Sehen wir von Eleineren Einzelheiten ab, jo ift e8 in „Liebre und Hörwald“ die ganze fünfte Szene des zweiten Altes, die aus zu Hamletizenen (II, 2 und III, 2) zuſammengeſchweißt ift. Liebrecht: Guten Morgen, Meifter Franz! Wie gehts? Steinern: Meifter Franz? Hm! hm! wißt ihr wohl, wer id) bin? L.: O ja! ich kenne euch: ihr ſeid ein Weisgärber. St.: Ein Weisgärber? Der Menſch muß feinen Verftand ı ohren haben .... Ein Weisgärber?

L.: Ja, ein Weisgärber ſeid ihr! hr zieht den Bauern Haut ab, und gärbt fie, wie Hundsleder.

St.: Vergiß er fih nicht, ich ſag's ihm; mad er mir da Spaſſe, er weiß, wer ich bin.

L.: O ja lieber Freund! Es fällt mir ein; ihr feid der Sei hader.

304 Dramatiſche Litteratur.

Auch der Yude iſt Menſch. Sind Chriſt und Jude eher Ehrift u Jude als Menſch? fragt Nathan, und kaum will uns bei Erörteru diejes Punktes Leſſings tiefites Bekenntnis aus dem Sinne komme Aber wir thun gut nicht daran zu denken. Bon der weltumjpannend Liebe, von der weiſen Einfiht in das Weſen aller echten Dtenihlichk: ift hier wohl die Rebe, aber es ıft eben nur die Rede davon. In alleı was Edartshaufen in guter, redlicher Abficht über die Juden gefchrieb hat, liegt ein jo billiges, ſchönſeliges Pathos, Liegt jo viel Trivialit und Schablone, daß ein Vergleich mit Leifings religionsphilojophiidh Seen das poſitiv Wertvolle in Edartshaufene Schriften nur heral drüden müßte. Die Stellung der Juden in Bayern war um die Mit des 18. Jahrhunderts menſchenunwürdig. Rechtlich ftanden fie Hint: jedem andern Bürger zurüd; den unreinen Henkern wurden fie bs gezählt. Noch dauerten dieje Zuftände fort, als bereits in den Dram; für fie ein Wort eingelegt wurde. Der Jude Iſaak in Neflelrot „Der adlige Taglöhner” (1774), ein bettelarıner Kerl, läßt ſich nm vom Präfidenten beftechen, jo daß dieſer feiner Schurfereien überfü_ wird. Am Schluß bes Stüdes tritt der Statthalter für die Ju ein auf die vermunderte Bemerkung eines Bauern: Ter Yud Iſaak

beym Blitz doch ein ehrlicher Kerl, indem er jagt: Sie würden

vielleicht, wo nicht alle, doch die meiften feyn, wenn nicht ein harkı Gele fie gleichjalls wie das Vieh behandelte, fie von allen Handwerfen wodurch fie ihr Brod verdienen könnten, ausſchlöſſe, und ihnen dadurd Gelegenheit an die Hand gegeben würde, durch Wucher ihr Leben erhalten. „Diefer Jude beweiſet, daß auch ein Jude ein ehrlicher Dan feyn fann.” (III, 22.) In Sronhofers Mathilde erzählt der eine Bandi er habe auf Befehl eines riftlihen Kaufmanns einen Juden ermorde der den Kaufmann mit feinem letzten Gelde vom nahen erderbe gerettet habe, dem aber die Rüdzahlung von dem Chrilten vermweige ſei. „Das ift himmelſchreyend!“ ruft Ruggerio aus, von ſolcher menjhlichkeit empört (Ill, 2). In dem Quftfpiel „Der theure Ring des Grafen Klemens Törring tritt dagegen ein Yude, Abraham Melſce auf, der als geriebener Gauner gezeichnet ift. Er jucht fi) beim Gel auszahlen zu verzählen; die beiden Junker, „auf deren Ruinen er jei Aernde findet”, willen, mit wem fie e8 zu thun haben. Als fie ein Ring auslöfen und ihn vorher betrachten, ob es noch der nämliche fi lagt Abraham: „Du lieber Gott! für wen halten Ste mid?“ worauf ih „bedeutend“” geantwortet wird: „Für einen Juden!” (II, 17.) 8

Stellung der Juden in Bayern. 305

einer Tendenz ift Hier jedoch nichts zu ſpüren. Mit eben demſelben

Humor, mit dem der Leihtfinn der geldbedürftigen Junker gezeichnet wird, ift der Jude ſkizziert. Ernſt wird die Judenfrage erjt wieder und zum erſten Male mit nadydprüdlichem Pathos von Edartöhaufen behandelt. So folgerichtig er aus rein ethijchen Zendenzen auf die Betonung des Menſchlichen im Juden fommen mußte, foziale Gründe miſchten fich jeinen Forderungen bei. Und das verwundert nicht! Wurde Doch erſt durch Oberlandesregierungsbefehl vom 17. Auguft 1784!) „den Sudenweibern die Abhaltung der Entbindung und das Wochen: Bett in der Stadt erlaubt”, da die Ausmeilung aus der Stadt furz vor Der Niederkunft „der Nächſten Liebe und Menjchlichkeit zu wider laufe“ !

Edartshaufens Juden find einer dem andern ähnlich; der alte red— Iıdhe Abraham Windiſch, der Grei® mit dem Seidenhaar, ift dielelbe Erideinung, wie der ehrwürdige Iſaak Harruſch, der, „wenn aud nicht Den hellen Kopf Natans des Weilen, jo doch gewiß Natans edles wohl- tätiges Herz und geraden, Ichlichten Menſchenſinn beſaß“. Nicht den Hellen Kopf Nathans! Aber diefelben Ideen! Bezeicdhnender läßt fich Edartshauſens Toleranz nicht erklären.

Abraham hat eine Tochter, Marie, die ſchön ift und rein wie eine Zaube, unjchuldig wie ein Lamm. Auch Iſaak beſitzt eine Tochter, die «der Stolz unter den Schönen Iſraels und die Alter-Wonne des Vaters mar. Schön war fie, wie Rahel in der Jahre: Blüthe, und gut wie Die Braut im hohen Liede“. Mit biblijch-pathetiichem Tonfall, in einer Sprache, die üppig geziert ift mit altteftamentlichen Bildern, fchildert er Dann die unduldſame Verfolgung der Liffaboner Juden. Mit leiden: Tchaftlicher Erregung und hier durchaus in edlem Pathos läßt er den Hodhfinnigen Rabbi David ben Anrou einen Hymnus auf die Nädjiten- Uxebe fprechen, wie fte Chrijti Lehre ift, eine Liebe, deren göttlicher Strahl oom Aufgang der Sonne bis zum Untergang alle Zonen durchftrömen, alle Menfchen erfüllen joll! Mit dem Dreiflang: „Corſar, Jud und Shift lebten auf einem Landgut fortan, liebten Gott und thaten Gutes!“

„ichließt die Erzählung. So mächtig wie hier hatte Edartöhaufen im Drama nie das Evangelium von der Menjchenliebe gepredigt. Juden Tommen in feinen Dramen „Der Hofrath” (1783) und „Das Unkraut unter dem Weizen“ (1793), wenn auch nicht ala Hauptperſonen vor. dert Toll Moyſes, ein unbequemer Gläubiger, dadurch fortgeichafft

*Sprotololl, 1784, II.

306 Dramatiſche Litteratur.

werden, daß man ihn einfadh ind Gefängnis jet. „Er ift nur ein Yud, ic) bethe täglich pro extirpatione diefer Leute,“ meint der Advokat Schleihwurm, worauf der Hofrat Seltenmann entgegnet: „Der Jud hört aber doch nicht auf, Menfch zu ſeyn“ (8. Auftritt). Übrigens ericheint bier der Jude, jo ehrlich und brav er ift, ſowohl durch An: deutung des Judendeutſch als durch die Art und Weile feines Benehmens als verängftigter und dabei noch vorlauter Charakter, weicht alſo von den Juden in Eckartshauſens Geſchichten dadurch vorteilhaft ab, daß er ein wenig gefennzeichnet ift. Sn dem Drama „Das Unkraut unter dem Weizen“ läßt fich ein geheimer Rat beitimmen, einen armen un: Ihuldigen Juden zu verurteilen. Ein junger von edelſter Nädjitenliebe erfüllter Referendar enticheidet noch in leßter Stunde zu Gunften des Juden. Schließlich fieht der Rat fein Unrecht ein; zu dem Juden ge wandt, der hier vielleicht nicht zufällig den Namen feines ganzen Volkes trägt, jagt er: „Vergieb mir Iſrael! ich Hab dich ungerecht behandelt!” Und als darauf der Yude ausruft: „Gottes Wunder! Ich weiß nicht vor Freude, wo ich bin,” da entgegnet ihm der Vater jenes jungen Ntenichenfreundes: „Wo wirjt du wohl jeyn, Iſrael, unter Menichen, zu deren groſſen Familie auch du gehörft.... Im groffen Reiche der Gottheit giebt e3 nichts als Gottes Kinder... Liebe, darauf gründet ih alle Stärke der Religion; Liebe verjöhnt, gleicht aus, Liebe macht una zu Meenichen und Brüdern, zu Sindern eines Vaters, der im Himmel iſt.“ Hier mag ſich unjer Blid wieder auf den weten Nathan lenfen. Dort ift es ausgeſprochen, was hier im Schlußafforde anklingt:

Es eifre jeder feiner unbeftodhnen, Von Vorurteilen freien Liebe nah!

Den Menſchen ala einheitlihen, am höchſten entwidelten Typus der Schöpfung hatten die im PVorftehenden erwähnten Dramen aus der Philojophie der Zeit heraus nach feinem Werte zu beftimmen verjudtt. Ob Mann oder Weib, Bürger oder Edelmann, Ehrift oder Jude, Arm oder Reid), Jung oder Alt das war nur injofern von Belang, als fie mannigfache Erjcheinungen des einen Typus waren. In dem Begriff Menſch ging jede Sonderexiſtenz unter oder, um das Wertvolle hervor- zufehren, fie ging in ihm auf. Das Zeitlich- Zufällige, dem dieſer Menſch angehörte, war nur eine nun einmal nicht wegzuleugnende Not- wendigfeit. Für Gemeinweſen und bürgerlicj-politiiche Thätigfeit beſaß diefer Menſch Fein Interefie. War er auch in jeinen einzelnen Wer: tretern daran gebunden, jo ſchweifte fein Geift darüber hinaus und er:

310 Dramatiſche Litteratur.

Fanni“) ift troß aller Rechtfertigungäverfuhe ein taktloſes W Goethes Werther blieb nicht die Geſchichte Jeruſalems; für ihn bedeu Merther Untergang, Überwindung; Neſſelrode nahm den vielerdrter Stoff, „um in einem Roman allgemeine Grundjäße zur Berbeffer der Trauenerziehung“ ?) auszuſprechen. Dabei jchämte er ſich nicht, | Werk, dad ihm zur Vorlage diente, mehr oder minder deutlich

Schuld an dem Tode des Fräuleins von Ickſtatt zu bezichtigen. Ni minder taktlos einerlei, ob dem wahren Sachverhalt ent|prechend o: nicht, waren Neffelrodes Beicyuldigungen gegen die unglüdliche Muti die in München lebte. Mar Koch hat ed wahrſcheinlich gemadit, dd fi” Schubart zum Verteidiger der Mutter, die tief verlegt war, a warf.”) Bezeichnend ift übrigens für Nefjelrodes Geſchichte, daß nur ihı wegen fo lange ber Staub aufwirbelte, während Wekherlin in jein Grauen Ungeheuer nah einer Erklärung der Frau von Heppenſt (Fannys Mutter) formal fein Bedauern, fie gekränkt zu haben,‘) ſprach. Gegen die übrigen zahlreichen Gedichte und Erzählungen,

Mar Koch zum Teil anführt und die daher hier übergangen werd fünnen, wurbe feine Klage erhoben. Bemerkenswert erfcheint noch (von Koch nidyt angeführtes) „Epitaphium auf den jo unverhoften To: fahl der gnädigen Fräule Maria Franziſka Freyin von Ickftätt

1) „Die Leiden der jungen Fanni. Eine Geſchichte unſerer Zeiten Briefen von F. &. von Nefjelrode. (Bignette.) Augsburg, bey Conrad Heinr Stage 1785.” Fannys unglüdliches Los gab der Wertherlitteratur neuen Stu fo in Münden: Fanny die den I4ten Wintermonat 1785 in Münden de Frauenthurm ftürzte. Ein Traumgefiht von Anton Baumgartner Auditor d kurf. Leib-Regts. 1785. Vgl. darüber G. Laubmann, „Fannys Sturz Dt Frauenthurm am 14. Jan. 1785," Münchner Neuefte Nadrichten, 1885, Nr. 1 18 und 19. Mar Koch, Eine Münchener Wertheriade, Jahrbuch f. M. II (1888), S. 149— 168. Als Ergänzung beider Aufjäge: C. M. Plümides Brii auf einer Neife durch Deutichland i. J. 1791. Zweiter Theil, Liegnig, 17 ©. 347 ff., Beilagen, ©. 124 ff. ©. Reinhardftöttner, Bayer. Forſchungen, IL, 2%

2) Salzburger gelehrte Zeitung, VI. Stüd, Juni 1785.

2) Mar Koch (a.a.D. ©. 163) teilt ein Gediht Schubarts mit, das Trofte der Mutter einem Briefe beilag.

9) Wetherlin Hatte in feiner Zeitihrift „Da graue Ungeheuer“ (17 III. Bd., 9. Nov.) gegen die Mutter Partei genommen, vor den unfeligen Fol— des Kloſterzwanges gewarnt, hatte aber dann die Erflärung der Frau von Hepp jtein zur Berichtigung abgedrudt.

5) Handihriftlih, Hof und Staatsbibliotbef Münden. Cgm. Xiana Wie ih nachträglich ſehe, auch abgedrudt in den Berliner Ephemeriden Kitteratur und des Theaters, 1785, ©. 195. (Ohne Berfaflerangabe.)

312 Dramatijche Litteratur.

ihrer Deenichlichfeit zu berauben, der Krieg erklärt. Auch das Drama brachte noch einmal einen Nahhall davon. Das Nähere wirb bei der Beſprechung der kirchlichen Zuftände zu erörtern fein, bier bebarf es de3 Hinweiſes, daß alle Dramen, die von der Einſchließung junger, lebensunfundiger Mädchen in enge Kloftermauern handeln, jenes maß- loſe Echmwelgen der Liebesleidenichaft aufweiſen, das durch Rouffeau und die Stürmer und Dränger geheiligt war. Hier lautete das Pochen auf die umveräußerlihen Rechte des Herzens am vernehmlichften, bier wurde am bitterften alles Herkommen verachtet.

Noch eines Werkes ift zu gedenken, das mit Rouffeaus Saint-PBreur befennt, wie gejährlicd) die Himmelsgabe einer gefühlvollen Seele ift, wie viel bittere Schmerzen und Qual fie haft. In München entftand „Senardo und Blandine”,') ein Melodrama de3 ala Kunft: theoretifer und Künſtler bereits erwähnten Baron von Götz. Der Bud: ausgabe des Melodramas fügte Göß eine einleitende längere Erzählung bei, die allein die nötigen VBorausfegungen des Melodramas giebt. Diefes ift nur das lebte Ausklingen ſüß-ſeliger, mit aller Eraftlojen Weichheit erzählter Vorgänge.

In einem Lande Heilig nennt es Götz --, deilen Bewohner Unveritand, Müßiggang und Lieblofigkeit nicht kennen, da8 dem aller Kultur fernen Idyll Rouſſeaus entſpricht, in einer Zeit, die vom Schimmer halbhiftoriicher Ritterromantif umgeben if, lebt Blandine, des Fürſten Tochter, die Wunderichöne und Strahlenreine. Durch ihre Adern rinnt jedoch Ichon leiſe zerftörendes Gift. Oft belauſcht fie in heimlicher Einjamfeit, wie fi) die Vögel Füllen. Heißer wird ihre Sehnſucht, erhikter ihre Phantafie. „Reiner aber jpiglt fid) der Morgen⸗ ftern in der kriftalnen Kwelle nidyt als der natürlidde Hang nad) Liebe und Kus in ihren entflamten Bliken und Rofenwangen glänzte." (©. 74.) Da hört von ihr, deren Ruf in alle Yande gedrungen ift und um die die Edelften und Zapferiten werben jollen, Zenardo, ein Jüngling, „uchtbar und ſchön, wie der blüthenreiche tyrühling“. Er hört von

N Yenardo und Alandine, ein Melodram nah Bürger, . . . von J. F. von Göz 1783. -- Tas Melodram, ſchon 1779 entitanden, gab dem als Kupferftecher befaunten Autor Belegenbeit zu „160 leidenichaftlihen Entwürfen“. Es eridhien in feinem Werke „Verſuch einer zablreihen Folge leidenichaftliher Entwürfe für empfindiame unit: und Zcarnfpieliteunde Eriunden, gezeichnet, geäzt und mit Anmerkungen begleitet von X. F. 0. Göz. Vignette. Augsburg, zu finden in der Alademiiben Dandlung. Wir allergnädigiten Kaiſerl. Privilegium.“

314 Dramatiihe Litteratur.

Blandine: Gatte! fiehft nicht in des Mondes Dämmerung me Augen funfeln? ... Gott, ih kann nicht von d ... willft nicht verziehn, Geliebter ? Lenardo: .. Ich muß! Horch auf den Ton —- die Schwalbe ı fündet den Morgen! .. Blandine: Ach nein, es find nur liebeflötende Nadhtigallen! . Lenardo: Nein, laß mid der Hahn Hat gefräht! Sieh, ı die Bergſpitzen fi) röten es wird Tag! .... x Einundzwanzig Stunden fpäter,’) aljo in ber folgenden Nac ipielt die zweite Abteilung. Blandine liegt in einem fchleiernen Gewar mit aufgelöften Haaren auf dem Ruhebette. Sie wartet auf den ( Tiebten, deſſen Tod fie nicht weiß. Stunde auf Stunde wartet jie Ihon in Heißer Sehnſucht. Es ift eine grauenvolle Naht. Dun ſchlägt die Glode zwölf, das Gewitter fauft, der Sturm fegt wüte um3 Haus. Da bringen Männer in düfterer Kleidung, Leichenfad tragend, verhüllte Schüfleln, die die Todesnachricht und das blut Herz Lenardos enthalten. Nach kurzem Kampfe finkt Blandine tot Boden. Der König eilt Hinzu, verflucht feine That und erfticht ? Prinzen ala Anftifter. Gerade biejes Melodram fand im Jahre feiner Entftehung 1779 in München begeifterte Aufnahme. Weftenrieder widmete ihm eine lar ı) Diejer Dialog ift, wie überhaupt das Melodram ſelbſt die vorh gehende Erzählung weniger im engen Anſchluß an Bürgerd Ballade fchrieben. Dort heißt es: „Wach auf, Prinzeſſin! Der Hahn hat gekräht! Nun lab mid, bevor fih der Morgen erhöht!” „Ad, Xieber, ad) bleib noch! Es fündet der Hahn Die erjte der nädtlihen Wachen nur an.” „Schau auf, Prinzejiin! Der Morgen jhon graut! Nun laß mid, bevor uns der Tag erihaut!” „Ah, Trauter, ad bleib noh! Der Sternlein Licht Berrät ja die Gänge der Liebenden nicht.“ „Hoch auf, Prinzeifin! Da wirbelt ein Ton, Da wirbelt die Schwalbe das Morgenlied Ion!” --- „Ach Süßer! Ach bleib noch! Es iſt ja der Schall Der liebeflötenden Nachtigall.” ıc. Vgl. über Lenardo und Blandine Gedichte von G. A. Bürger, hrsg A. Sauer, Kürſchners Nationallitteratur, 78. Bd., &. LXff. und ©. 192. 2) So wird die Einheit der Zeit gewahrt; vierundzwanzig Stun „erlaubt“ die franzöfiihe Theorie.

316 Dramatiſche Litteratur.

Akt länger feufzen laffen. Und dann der Abſchluß? Jene marternde Empfindung, ein Leben qualvoll und unthätig ohne gewiſſe Ausſicht auf ein Ende fortgejeßt zu willen? Soweit Weltenrieder das Theatra: liſche eines plößlichen Zodes, wie der Blandinens immerhin ift, empfand, ſoweit mag man ihm beipflicdhten, bedenklich aber erjcheint jeine (Forderung umjomehr, al3 er fogar jpäter, in dem Traum dreier Nächte, fein Trauerſpiel auf feiner geträumten Idealbühne duldet, „worin jemand ermordet würde oder in einer Ohnmacht ftürbe”. Schon Dielen zweite Zujaß, dann aber jene zuvor angezogene Erörterung jcheint mir zu beweilen, daß ihn nit „moralijche Bedenken”, wie Max Koch annimmt,') jondern allein recht fonderliche Begriffe von dem Weſen de-- Zragiihen zu ſolcher Forderung führten. Als Parallele zu dem ven Iangten Zerdehnen des Schmerzes Tann eine andere Bemerkung Wefterr. riederd dienen. Ihm wollte Vieles im Hamlet den einheitlichen St: ftören. Ohne e8 genau zu bezeichnen, meinte er ficherlich die Totengräber ſzene, wenn er fagt: „Sch weiß nicht, ob ſich nicht [im Hamlet] etwc Unzufriedenheit einmilcht, wenn man in einer Empfindung, der ma . ganz nahhängen möchte, von einer andern geftört wird.” Eben , forderte er bei einem andern Stüde,*) daß man ſich ganz dem gegex; wärtigen Schmerz überlaſſen Fünne.

Erſcheint und nicht das fortdauernde und in biefem Falle nur entjeßliche, Teineswegs tragijche Leiden Blandinens, fondern ihr Tod al ernfter Genuß, jo werden wir aud den Einwand als unvereinbar mit dem Weſen des Tragiſchen zurückweiſen, den Weſtenrieder über den Zod des Prinzen macht. Er möchte ihn vermieden ſehen, weil die Beitrafung des Böfewichts durch den Tod „unfern Schmerz (um Blandine) ſehr vermindere, indem dadurd) ein gewiſſes Vergnügen in unjer Herz fümmt, das ung glauben madıt, das Unglüd ſey nun auf eine gewiſſe Art gemildert, weil es geräcdhet it“. Nur die Anſchauung von der poetiſchen Gerechtigkeit fonnte Weftenrieder zu diefer ſeltſamen Auslegung don dem Tode des Prinzen führen, obendrein noch das zuvor erwähnte Moment, den Schmerz um Blandine auf alle mögliche Weile verzerrt und zerdehnt anftatt zu einem fünftlerifch-wertvollen, befreienden Ab— ſchluß gebradjt zu wiſſen. Daß übrigens Weſtenrieder fich bei einem ſolchen, innerer Entwicklung völlig entbehrenden Machwerk auf jo ſchwere

) Jahrbuch, IV, 22. Wejtenrieders Forderung fteht im 13. Kapitel (Schau: bühne) der erjten Nacht.

?) Der Deſerteur, Zert von Sedaine, Muſik von Monfignn.

Weſtenrieder und die modifche Litteratur. 317

Fragen einließ, die ſich ja mit diejen Perſonen gar nicht in ihrer Tiefe beantworten laffen, zeugt von ber ehrlichen Abfiht, auch einige tbeoretijche Punkte im Vorübergehen zu beachten, deutlicher aber, wie wenig er mit feinem perfönlic-zufälligen Urteil geeignet war, Abſtraktes rein ſachlich zu entwideln.

Wir hörten, wie freudig Weftenrieder das Erjchließen der Innen: welt durch die Dichtung begrüßte; wie auch er der lockenden Verſuchung nicht widerftand und fein Bekenntnis der Seele niederlegte. Aber es bedarf gerade hier einer Ergänzung, um Weftenrieber nicht als Ver: Zünder eines Subjeftivismus hinzuftellen, deifen er durch Anlage und Meltanfhauung nicht fähig war. An eben dieſes Melodrama knüpfte er nämlich bald darauf eine längere Bemerkung, die er, wohl um feine warmherzige Freude über die auch für München erſchloſſene Empfindungs= welt nicht jofort wieder Lügen zu ftrafen, eine „Grille“ nannte. Er erfannte die Gefahr, die das rüdfichtslofe Echwelgen in der eigenen füßen Qual, die völlige Abkehr vom realen Leben in fi) trugen. Und e3 erwachte in ihm wieder die Liebe zu feinem Volfe, das er auf ſolche Weiſe nicht ber mühfam anerzogenen geiftigspraftifchen Lebendigkeit wieder beraubt ſehen wollte. Als erfter wies er öffentlich 1779 darauf bin. „Ic bin voll freundſchaftlichen Kummers für die Seelen dieſes glüdjeligen Alters,“ ſchrieb der Sehgundzwanzigjährige, „denn fie ſchweben immer am Abhange, treten immer in die Mitte von Glüd und Un— glüd.” Dann fingiert er ein Geſpräch zwiſchen einem „ehrlichen alten gefunden Mann mit arauem Bart und Haaren“ und einem „Modell unferes Zeitalters”, einem Jüngling jener überſchwenglichen Geniezeit. Dieſer Hat den Alten um die Hand feines lieblichen, ſchamhaften Töchter:

leins gebeten, aber der „grauföpfige Pedant“ ift wenig geneigt. Er ihimpft auf die modiſche Literatur, auf die Romanenſucht. Hier ſpricht Weiienrieder: „Ein Dichter ſoll das Gefühl für die wirklichen Mlihten des Lebens ins Herz legen.” Schüchtern wendet ber Yingling ein, aber die Liebe? Auch fie foll behandelt werden. „Sie it die Gefährtin jedes Lebens und Fleiſches, und ihre Falten und Ge beimniffe find unerſchöpflich.“ Nur nicht unnatürlich und wollüftig gauſam ſoll fie geiteigert werden. „Da fommt ihr immer mit euerm: it Geirie darin. Dies ſpreche ich diefen Produkten keineswegs ab. Bar denn Dichter die Folgen diefer Leidenſchaft zerlegte, bie Ver: ich daß man ſich ſchamte, fie Bis ins Übermaß zu

N Dichter ein großer nüßliher Dann, jo gut,

2

318 Dramatijche Litteratur.

als ein Miniſter, ein Prediger, ein General!” Und darauf bricht bei diefem ehrlichen alten Graukopf die heiße Liebe für fein Kind durch, und er poltert wie jpäter der Mufifus Miller die prächtigen Worte heraus: „Herr, wenn mir der erite Kopf der Welt in mein Haus fäme (allen Reſpekt vor ihm!) aber er wollte mir mein Kind jo ruiniren, bei Gott! Ich prügelte ihn die Treppe hinab!“ Leidenſchaft kann eine verzehrende, Stand, Familie, Ehre veradhtende Gewalt annehmen, und man jchildere fie jo. „Eure Dichter aber gehen ber, errichten einen großen Holzftoß, jeßen das wehrloſe Kind mitten hinein, zünden an, und gehen davon, und fchreien, wenn es zudt, und ſich windet, und Flammen trinkt, von weitem: das hat Empfindung!” Fort mit dem Liebkränfeln und Hinfterben! „Wer jollte nicht lachen, wenn er die Krüppeln fo von feinem Fenſter anfieht, eingeſchrumpfte, verwelfte, ſaft⸗ loſe Leichname, in denen faum die fchluttihte Haut noch hängt, und das in Jahren, wo ihre Vorältern mit Löwen kämpften, Bäume aus: riffen und in den Sturmwind jauchzten .... Und die Töchter! Die ſollen Mütter werden mit ihren abgeftandenen giftausdünftenden Säften ! Ha! Ha!“ ... Gefühl, Gefühl! Der Alte ging haftig auf und nieder, griff nad) dem Horaz und ſagte: „Kennet er den Gejang: Angustam amice pauperiem x. Was meint er, daB er werth it? Mehr ala zehn taufend eurer Romane.”

Nicht ſchrankenloſes Gefühl, ſondern Sinn für das wirkliche Leben bei aller Echtheit der Empfindung. Sinn für die unabweisbaren harten Forderungen des Daſeins. Aufgehen der Sonderexiſtenz in Familie und Staat.

Mir ftehen auf dem Boden des jozialen Dramas. Hier ift der Haupttummelplag all der Dichter und Pichterlein, die, wenn nicht auf der Bühne, jo doch in dramatiſcher Form ihre Freunde und Nachbarn, die große Heine Welt abkonterfeiten und hinftellten ala ſchier unübertreff- liche Muſter oder arg unaufgeflärte, meift moralifch verkommene Geftalten.

Gleich in den erjten Jahren hatten fi) die Mündgener Dramatiker der Schilderung des eigenen Lebens zugewandt; da8 kannten und ver: ftanden fie, damit fanden fie Verftändnig und formal wurden nicht ſolche Anjprüche geitellt. Als dann die Kritik ihre Wirkſamkeit begann, hier vor allem wieder Wejtenrieder, da wurden auf neue die taujend Thorheiten und Schwächen, Vorzüge und Tugenden des eigenen Volkes dem Dichter ans Herz gelegt, da wurde unaufhörlicd das Luftipiel und Schaufpiel als Spiegelbild von Sitte und Unjitte gefordert.

geftöberten Ameijenhaufens glich, wie mußte Ye lebigleit den höher und weiter hinausdenfenben Gei r Weſtenrieder und Strobel weiſen oft auf Einzelnes

der Menſchengeſchichte fordert jener „feinere“ ; thörichte Erziehung behandeln, „ic bitte Euch), ziehung mit der Caravane von Tanten, Mamſellen, jog Hofmeiftern“. Strobel jekundiert ihm tapfer. Wider b ahnigen Narren, wider die ſchändlichſte er 3 zum Ausländiihen, wider die Ärzte, die hippokratiſcher Zeit, gegen die Moliere und Goldoni Köriesen, wider „Verdreherzunft ber hlg. Rechte”, wider den Mangel an Betragen der Hausmütter und wider lauter Heine und große Thorheiten trete der Satiriker auf. Aber es fand ſich Volt jo liebte und dabei fo wenig unfrei und fo vor ducchglüht war, daß er erbarmungslos die Geißel der hätte. Der Bühne fehlte ein Dichter mie der prächtige Und daran waren zum Zeil die Zenfur, zum Zeil Männ rieder und Strobel ſelbſt ſchuld. Schmählid war nicht leugnen das Pasquillenummejen zur Zeit Karl es war doch nur die notwendige Reaktion gegen die drüdfung aller freien Meinungsäußerung, es war der um auf eiternde Wunden den finger zu legen. richteten nichts aus. Um jo mehr ſchlich ſich bei vor allem ein, was nur annähernd an ein Pasgı „Perfönlichteiten find die Bankerte jeder Did dramatifchen,“ ſchrieb Strobel,') „die Mitte Genius der wahren Satyre, und jeder beißt Pasquill, Brandmal der Nedtichaffer ging damit für die Satire verloren. Narren veripottet jehen, ſetzte aber jofort äng

») Der Dramatiiche Eenfor, Erſes Set,

zu holen, die einen werden nicht geprügelt in d ein Spanferfel, die andern werden um jo beb als Diktat giebt er ihnen die Worte: „Morgen Laurentius, welcher mein heiliger Namenspatron trocken Hinzu: „Rinder! jaget zu Haufe nichts d Aeltern Feine Ungelegenheit machen“ u. |. w. In nun die ungelegene Kunde, dab ein Herr aus jei und ein neues ABE einführen will. Die Be Lehrer, pochen auf ihre Erziehung, auf ihre Rechte, gewinnt einen jungen Adftanten, der auf den

) Die Dorfſchule, von 9. B. Münden. Buchhändler nächſt dem ſchönen Thurm biftorifch ein getreues Spiegelbild der berauögeg. u. mit Einleitung und K. Seminarlehrer in en

328 Dramatijche Litteratur.

Handelte es ich in dieſen beiden Dramen daru gerourzelte Übel des bäuerlichen Lebens auszurotten, Dramen, die ſtaͤdtiſche Verhaltniſſe behandelten, maß der Neuerungen zu wenden. Was dort eiı wurde hier meiftens ſchon befämpft, weil es bedenklich erichienen.

Don der Familie gilt dieſes vor allem. it 1 bier eine ftrenge Sonderung —— Wenn auch die Dramen, die die Zerrüttung der größtenteils in Adelskreiſen ſpielen und ſo der entſprechen, daß die Auffaſſung von der Heiligkeit der dem Adel recht locker geworden war, jo ſteht dem nicht nur Drama, jondern aud die Klage 3. B. eines Mel A daß auch im Bürgertume manch freie Sitte und leichtfertige von dem Wert und der Bedeutung der Ehe und der gefunden hatte. Und jo wird gerade eine wer ergeben, wie die Schilderung ber Familie und der Kinder für Bürgertum und Adel dasjelbe regelmäßig fehrt der Vater als der ehrliche, bi wie für die Familie Beſorgte wieder, faft rege zwar guten Herzens, aber doc) pußjüchtig, der unter eines galanten, verführeriichen Stutzers allzu Leicht faft immer erſcheint das eine Kind, die Toter, als Er; der Mutter, während der Sohn vom Vater erbt oder dem verlockenden Genialifchen der Zeit etwas an fid) ha bindung mit dieſer Schilderung der Familie ericheint h Tendenz, indem z. B. der Vater irgend einem beſon gehört und hier nun wieder Kontrafte geihaffen werden. zahlreiche Variationen jenes einen Leitmotives h tlarung an, die in andern Dramen wiederum als erſcheinen. Ich erwähne nur die Stellung ber wenn es fi) um die Heirat handelt. Faſt b Tochter blind den Wünjchen der Eltern, ji von der Autorität erfüllten Perjonen. und rührt ſich nur ſchüchtern, jo daß jd des Dichters die Eltern das Unrecht einfehen Kindes wie über ein Stüd Ware zu hanbel Freiheitsdrang des Individuums

330 Dramatiſche Litteratur.

liche, wenn auch ſchablonenhafte Charaktere auf. Rieſelbach erfreut durch ungeſuchte Einfachheit; nicht motiviert iſt ſeine Schwäche gegen— über ſeiner Frau. Ihrem Willen gehorcht auch die Tochter. Als dieſe gegen die Heirat mit Schludersheim ſich zu wehren verſucht, wird ihr jedes weitere Wort durch die Mutter abgeſchnitten: „Dieſe Frage haſt du nicht zu entſcheiden!“ Sonſt artet die Tochter nach dem Vater, ſie hat Herz und Vernunft. Gellert und die deutſche Schaubühne pflegt fie zu leſen.

Genau diejelben Yamilienverhältniffe in bürgerlichem Kreiſe, aber eine herbere Konjequenz in dem Schickſal der Tochter finden wir in Babos „Sittengemälde aus Münden”: „Das Fräulein Wohl: erzogen.“')

Auch bier iſt der Vater, Sefretär Klipper, ein rechtichaffener, auf Sitte und Ehre bedacdhter, ſparſamer Dann, während die Frau leicht⸗ finnig ift, für Puß und Vergnügen das Geld hinauswirft und einen Liebhaber, den jungen Stußer Herrn von Afflıng um fi) herumtänzeln läßt. Hier gehorcht aber nicht nur die Tochter ihrer Mutter, fondern Thereſe, das „Träulein MWohlerzogen“, ift ganz nad) ihr gebildet, plappert franzöfiich, tanzt, Spielt Klavier und Ekofettiert mit dem Zanz- meifter Dir. Leger. Unterbeffen ift der Sekretär zum Hoffammerrat ernannt, feine Frau brüftet ſich mit dem „von“, Thereſe wird aus einer Mamſell ein Fräulein, beide wollen neuen Put und dergleichen anichaffen; auch der Papa joll feine „altfränfichen” Manieren ablegen, ftatt eines Krabfußes eine DVerbeugung machen lernen, Modeperrüden tragen u. f. w. Aber aud) er hat einen wahren Haußfreund, den waderen Zoller, der ihm einmal recht deutlich die Thorheiten zeigt, die feine Frau und Tochter zumal nad) der Standeserhöhung begehen. Sofort bittet der Hoffammerrat Klipper um feine alte Sefretärftelle und erhält fie wieder; feine Tochter will er dem jchlichten Zoller, dem er die Hoffammerratsftellung gefichert hat, geben. Dieſer verſchmäht jedoch beides. Nun ſoll das Fräulein Wohlerzogen den Tanzmeiſter heiraten, der aber auf ſolche altväterifche Streiche, wie das Heiraten nun einmal ift, nicht eingeht. Weiter Eüffen, weiter darmieren, warum niht? Das Ende vom Liede: Wütend ftedt der Papa fein Fräulein MWohlerzogen ins Klofter. Die Mutter wird von dem leichtfertigen Charakter ihres von Afflıng überzeugt und ſchämt fich ihres Betragens. 1) Das Fräulein Wohlerzogen ein Zuftipiel in drei Aufzügen. Ein Sitten— gemälde aus Münden. Münden, 1783. Bey Johann Baptijt Strobl.

332

Dramatiſche Litteratur.

Ausblick auf eine gewiſſe Geſellſchaftsklaſſe eröffnet ein Geſpräch zwiſchen Mutter und Tochter, wie es Babo ohne zu übertreiben im zweiten Auftritt des erſten Aufzuges führen läßt:

Mutter: Hm! mit dem Zoller weis ich nicht recht, wie's gehen wird. Für ein Tyräulein gäb's wohl noch eine beſſere Partie.

Tochter: Freilich, Mamachen, er ift gar fo bürgerlich, fein bischen galant. ch werd’ ihn wohl weg au jchieben fuchen, meynen Sie nicht?

Mutter: Haft du einen andern im Bifter?

Tochter: Ich will gleich einen haben.

Mutter: Komm mir nur nit mit deinem Lieutenant Dormling, der könnte eine ſchöne Wäſche mit dir anfangen. Meynſt, ich wüßte nicht, daß er neulich erft um zwölf in der Nacht aus deinem Zimmer geichlichen ift?

Tochter: O Jorge nur die Mama für fo was nit. Ich bin fein tölpelhaftes Jüngferchen mehr.

Mutter: a, du weißt viel, du! man meynt oft und kurz und gut, das leid ich abjolut nicht.

Tochter: Ei, die Mama ſoll auch nicht leiden, daß der Herr von Affling erft um zwei Uhr nach Mitternacht aus unferm Haufe jchleiche.

Mutter: Wer jagt das?

Tochter: Ich. Er tft mir in der Hausthüre begegnet.

Mutter: Dir? Und wo wart du bis zwei Uhr? ...

Tochter: Nun, was thuts, wo ich war ... Sch war ein biächen Ipazieren.

Mutter: Pfui! in der Nacht! Fönnteit ja den Schnuppen be:

kommen (!), die Nachtluft verdirbt die Haut erſchrecklich (!). Sey nur geicheid und vorfichtig, Thereſel!“ ...

Daß diejes Fräulein Wohlerzogen mit dem Fähnrich delle Spada

auf deffen Logis Schokolade trinkt, daneben für ihr geiftiges Bedürfnis jtd) Lenardo und Blandine, das „allerliebfte” Melodram, ausleiht, dat fie mit dem franzöliichen Tanzmeiſter recht Iuftige Tänze tanzt, ferner, dab die Mama über ihren Ehegatten mit dem milchbärtigen Stußer fi) amüfiert und der Herr von Aftling die ganze Qage mit den Worten bezeichnet: Es iſt ein luſtig's Leben heut zu Tage! ıft von Babo nicht ohne Bitterfeit und ohne leichte Satire gezeichnet, und Babo ift es,

334 - Dramatifche Litteratur.

twindigen Franzoſen ift, tritt der Hofrat Seltenmann gegenüber, der feinen Beruf mit fittlihem Ernſt auffaßt und ala Richter tieffte Genug: thuung empfindet, den Menſchen Gutes zu thun, in diefem alle eine Tamilie vor dem völligen fittlihen Ruin zu bewahren.

Diejes fittlihe Pathos entſprach dem Zone, den Edartshaufen in feinen projaifhen Schriften „Die beleidigten Rechte der Menſchheit oder Richtergefchichten aus unferm Jahrhundert“ (1783) und in dem „Bänd- hen Erzählungen zur Bildung junger Leute, die fich richterlichen Ge— Ichäften mweihen,” (1782) angelchlagen hatte. Nicht minder von fittlicher Entrüftung erfüllt, aber in der Form leichter und realiftiicher führte er diejelben Gedanken in dem bereit? erwähnten Drama „Liebredht und Hörwald” durch. Gegen die „Maffe von unbeichreiblicher Ignoranz und altfiftematischer Faulheit', die im bayeriſchen Richterſtand noch tief wurzelte, gegen die Later, „zu welchen Eigennug und Dlangel am Gefühl und juridiihe Trägheit den bloßen jogenannten Suriften hin: ziehen“, war fein „Liebrecht und Hörwald“ gerichtet. Und es tft in der That ein fauberes Baar von Auriften, die da als Oberbeamter und Unterbeamter auftreten. Ihre Rohheit und Geriebenheit ift nicht ohne Humor dargeftellt. Über die neumodiſchen Belletriften ſchimpfen fie weidlich.) Die Halten nichts mehr „aufn Prarin“. „Sie willen Herr Kollega! daß ich meinen Buben auf dD’Univerfität geichict Hab. Der Bub hat mir Gall g’madt. Da hat er mir'n Gellert, Haller, und was weis ich wie die Kerls all heiffen, lauter jo verfluchtes lutheriſches papier'nes G'ſchmais ins Haus bracht“ ... Bor alter war das nicht jo. „Ein menig lateinisch g’lernt, die Inftitutiones und Pandekten durch g'ſchaut, 's Corpus juris recht "rum g’riffen, und im Praxi praf g’notelt; und g'nug war's“ (I, 8). Lange zu unterfuchen ift nicht ihr Geihmad. „Dieb’ braf g’henkt, und Bauern braf g’itraft” ... „Ach ichere die Kerls, daß fie der Teufel reiten möchte. Können ſchon zahlen, die Hund, die! Warum ſind's Buuern worden? Wären’3 große Herren worden, jo dürften in der Kutſche fahren; das willen aber unfere jungen Leder nit. Warum? Weils ’3 in Prari fehlt“ u. j. w.

Ihre Praris nügen fie nun tapfer aus, willen Accidentien und Amtsſporteln fchlau zu verwenden und treiben mit ihren juridijchen

) Val. in den Beyträgen zur vaterländ. Hiltorie, Geograpbie..., hrsg. v. Kor. Weftenrieder, III (1790), S. 370ff., den Aufiag: „Woher fümmt es, daß Dilafterianten feinen Geſchmack an der Litteratur bejipen, oder denfelben vers lieren ?”

336 Dramatiſche Litteratur.

daß es iemanb gut gehe, ober fid) betrübet, wenn es iemand jhlEmn gieng, und gewünſcht haben, fie möchten es ändern können?" (IE „8, ©. 114.) Gewiß ergiebt ſich nad) einer Analyje bes Satzes hir Sinn, aber in dieſem Stil der fic mit zahlreichen andern Beifpwrln 3. B. auf bderjelben Seite belegen ließe reden | „die Perfonem des Stüdes. Für Weftenrieders Schaffensart find ſolche Säge, die fi in allen Schriften finden, ungemein charakteriſtiſch. Im feinem In men jammelt ſich ein Kompler von Vorftellungen, von Gebanfen, der aber bereit8 duch einen ambern verdrängt wird, noch ehe bie

Form, den erften ausdrüden zu können, gefunden ift. So brüdt cin Sat den andern, jagt eine Vorſtellung die andere, ohne dafs ein fritifch-äfthetifches Urteil das Geſchriebene überwacht, und

prüft, ob der Gedanke jo jeine ihm einzig angemeffene formale Be handlung erfahren Hat. Gerade das Ineinanderſchachteln der Eühe

iſt ein Beweis für das Unfertige; es läßt ſich pſychologiſch dahin er- Hlären, daß Weftenrieder nur notgebrungen ſchrieb, was er dadıte, da

er aber eben doch reiben mußte, um feinen Landsleuten davon mit zuteilen, wovon jein Herz erfüllt war.

Indeſſen jehen wir von der äußeren Form ganz ab, jo ve lockend es auch ift, über Wejtenrieders Stil, der die Stimmungen des Schreibenden jo getreulich mit allen Gegenfäge mwieberjpiegelt, eine nähere Betrachtung anzuftellen.

Inhaltlich haben wir in diefem Drama dasſelbe Chaos von GE banfen, das ſich aͤußerlich in der ausladenden und überladenen Kor Tundgiebt. Es ift feine tiefe Philojophie, die hier vorgetragen wird, al praltiſche Weltweisheit, wie fie der Schüler der Aufklärung hegte⸗ Brauchbarer, zufriedener, menſchenfreundlicher ſoll der Einzelne werden läßt er durch feine Perfonen verkünden. Seine Frau von Sentauer ei ein Typus der unbrauchbaren, wertlofen Frau, die von den Neuerunger— von geiftiger Belebung nichts erfahren hat. Dabei ift fie thöricht foi auf ihre Erziehung und jucht ſich vor dem gewaltig herandrängende neuen Zeitgeift zu rechtfertigen: „id) habe freylich nichts gelernet, ic⸗ will auch nichts lernen, ich bin, GOtt Lob, recht dumm, wie fies itet nennen, benm man hat mic) ehrlic) erziehen Taffen; und wenn es möglicd wäre, wünſchte ich nur, id) wäre noch zehnmal dümmer.“ Das ift pe= men leider wirklich nicht möglich; bafür ift die gute guäbige von Lentaner, gebohrne von Offmann, wie fie jtets mit Genauigkeit betont, recht bigott; der Kirche ſchenkt fie ihre „faulenben ”"

Weſtenrieder ald Dramatifer. 337

Kleider, Ihre Tochter darf nichts lernen. „Das Mädchen wär frenlic gleich dabey. Sie hat mid) ſchon oft gebeten, aber da ſetz ich fie auf den Boden, jo groß fie ſchon ift, ober prügle fi.“ Ein mwürdiges Pendant zu dieſer alten Dame ift ihr Ehegemahl. Er iſt

eim unbrauchbarer Jurift wenigitens jagt Weitenrieder jo, und er oe es zu jagen, da wir ſonſt nur einen elenden Trottel in ihm erbliden würden. Seine Lektüre ift das „Blümlein Juris“, für feine Familie und den Diener Anton bilden die Haymonskinder und der Robinfon die einzige geiftige Nahrung. Diefen rüdjchrittlichen Elementen ‚gegenüber vertritt Seltmann-Weftenvieder das Pofitiv-Wertvolle, das mit dem neuen Zeitgeift ſich einftellt. Ihm zur Folie dient der zweite Kandidat, in dem bereits die Keime zu den verführeriichen Stugern amd halbgebildeten Modenarren liegen, die ums in den andern Dramen zeitlich etwa ein Jahrzehnt jpäter begegnet find. So läht ſich überhaupt diejes Luftipiel als erſte Entwiclungsftufe zu ben bisher betrachteten erklären. Hier tritt an die einzelnen Perfonen die Frage Beran, ſich in dem Kampf zwiſchen Alt und Neu zu enticheiden; die Böjung ift einfach: die Eltern bleiben eigenfinnig beim Alten, Lentauer Tchimpft über die „Weltverbefferer und Planenmacher“, ja ihrem Eigen: Firm joll das Glück der Tochter geopfert werden; durch einen der F ungen Generation angehörenden Verfechter der Aufklärungsideale mich diejes verhindert. Ihm hilft einer der „Alten“, Excellenz von GSulheim, der weniger aus perjönlicem ntereffe an den neuen Forderungen der Zeit, als vielmehr aus Güte (Gutheim!) und herz: Licher Menfchenliebe an dem Schidjal der beiden jungen Leute Anteil rimmt und den ernten Kandidaten eben jeines fittlichen Ernſtes wegen

Mehr in den Vordergrund gerückt erſcheint das Thema der Töchter: Erziehung in einem ungefähr gleichzeitig entitandenen Luftjpiel des Iehuitenpaters Joſeph Zimmermann,‘) „Amalie oder die gute

) Iojeph Ignatz Zimmermann, geb. 1737 in Schenton (Kanton Luzern), kat 1755 in den Sejuitenorden, lehrte die Mhetorit ein Jahr in Münden, dan in Sofothurn, ſchließlich in Luzern. Er ftarb 1797 zu Meriſchwanden.

‚bei Goed. V, 353 aufgezählten Werfen ſ. als Ergänzung Bader Sommerbogel, I, 8, 1505—1507. Laut Zenfurbefgeid (dd. 18. Aug. 1770) Bit dem P. Fofeph Zimmermann, $.J., öffentl. Lehrern der Nedehunft, Drud

feiner Endfomödie Boiorix erlaubt. (Kgl. Kreisarchiv, H.R. Iite 461 Mr. 54); in der Bibliogr. de In Compagnie de Jesus fehlt dieſes Dranta. »

338 Dramatiſche Kitteratur.

Erziehung”,') das nad) Lipowskys Angabe für die Münchener Bühne gedichtet worden ift und 1773 geipielt wurde.

Zwei rauen Stehen einander gegenüber, beide noch jung. Die eine, Amalie von Gutendorf, ift zu einer vorzüglicden Wirtichafterin erzogen, dabei bewandert in mancherlei Tyertigkeit, im Zeichnen, in der Mufif ꝛc. Gern Tieft fie ein gutes Buch, fie lobt den „mahleriichen Frühling“ des „Herrn Oberft Kleift”; ein ſtets Hilfsbereites, liebens⸗ würdiges Weſen und echt mweibliches Gemüt vervollftändigen die Vorzüge dieſes „tugendhaften” Mädchens. Die andere, Charlotte von Mosbach, it dagegen putz- und gejalljüchtig, ohne Kenntniffe, ohne Wirtſchafts- finn. Nun ericheint im Schloffe zu Beſuch Graf Rofenfeld, ein tüchtiger, ritterlicher, edler Offizier; zugleid) verkehrt dort der Junker Kanefas, ein jechzigjähriger Landedelmann, der vom Zipperlein geplagt und ‚durch eine Vorliebe für Fräftige Flüche gekennzeichnet ift. Beide machen fi) Hoffnung auf Amalie. Natürlich zieht der ſchöne Graf mit ihr ab.

Das Stüd, äußerlid durchaus Schablonenarbeit, vielleicht nur darin nicht ganz ungeſchickt gearbeitet, daß die überaus dürftige Hand: lung fünf Akte hindurch verjchiedene Stufen der Spannung durchmacht, tritt für die fittliche und geiftige Bildung der rau ein und verheißt den Erfolg Joldyen Beitrebens in dem Satze: „Ein wirthſchaftlich und bejcheidenes Frauenzimmer findet ihr Glüd, ohne daß fie es juchen darf.” (V, 8.)

Die bisher behandelten Themen Familie, Stellung von Mann und rau, Erziehung der Kinder erſchienen nie ohne jcharf aus: geiprochene Tendenz, die ſelbſt derart unkünſtleriſch verwendet wurde, daß der Dichter jeine Perfonen nur ald Sprachrohr benutte. Anders liegt e3 bei den folgenden vier Dramen, die, von einem Autor ftammend, faum ala fulturhiltoriiche Zeugniffe angelprodyen werden können. Es find vier Quftipiele, die der Schaufpieler Matthias Georg Lamb: recht?) aus dem Franzöfilchen und Engliſchen übertrug, deutſch zuftußte und feiner Münchener Bühne lediglich als wirkſame Repertotreftüde

!, Amalie, oder die gute Erziehung, ein Lriginalluftfpiel in fünf Hand— lungen, von P. Joſeph Zimmermann, Lehrern der Redelunft. Aufgeführt auf dem churfürſtl. deutichen Iheater zu München 1773. Zufinden in der vötterijchen Hof: und Landſchaftsbuchdruckerey. (Fehlt bei Goedeke, V, 353.) Auch JZat. Baechtold, Geſch. d. dtich. Kirteratur in der Schweiz, S. 196/197, nennt es nidt.

N, Rambrecht reichte feine Stüce unter den Namen „Friedrich Laub“ der Zenjur ein.

Lambrechts Luftipiele. 341

ee Ur Ste: des Haufes mit dem zugedachte n Bräutigam d davon gegangen, um Soldatendienfte in der Stadt zu nehmen. ein uch Bier Ausficht auf Befferung froh ber

1 fo fhal und unerfprießtic, freilich mit einer an das tück erinnernden jämmerlichen Löſung ift ein ſittlich-ernſtes ndelt in dem Luſtſpiele „Der alte Junggefelle“,) ‚wieder einmal nur die unbebeutendere Seite der Hand— ‚benennt. Das Problem liegt hier jo: Der Ehrbegriff ift durch

i e Geſellſchaſt jo ſtark ausgeprägt, daß er die Perſonlichteit will nicht heiraten, weil er mafelhajter Geburt iſt.

nn Drang ift längft verrauſcht, und jo führt nicht die

i die Loſung herbei durch Verachtung des von der Geſellſchaft e , Jondern der Zufall! Leining wird adoptiert, allgemeinem Ehrbegriff heiraten, und vollzieht, von keinen

Sr mehr geplagt, dieſen Schritt. Auch „der alte Junggeielle“ ſich durch die Adoptierung diefes jeines natürlichen Sohnes zu der Anficht, daß die Che ein gar Löbliches Inſtitut fei.

Das Verhältnis von Mann und Frau innerhalb der Ehe ber Hambelt das Luftipiel Lambrechts „Und ex ſoll dein Herr jeyn, nn Ueberrafhung nad) der Hodzeit”.’) Eine reiche,

Witwe fucht einen Mann, der aber reht dumm und ges

wenig eiferfüchtig ſein ſoll. Sie findet ihm in dem Bruder

Nach der Hochzeit wendet ſich jedoch das Blättdhen.

wahres Weſen hervor, befiehlt und beherriht. Sie ift

anfıngs empört, beginnt indeſſen ihren Gatten gerade dieſer Männlichkeit

u lieben und auf alle egoiftiichen Wunſche zu verzichten. Neben

Handlung rinnt noch das Wäflerchen einer zweiten:

der Witwe giebt ſich einem Glüdsritter gegenüber

reicher Befigungen aus, heiratet ihn, um dann mit einem

eil feines Vermögens zu verſchwinden.

E Bi e alte Junggejelle. Ein Lujtipiel in fünf Aufzügen. Nach dem Fran-

fen [Le vienx oclibataire des Gollin d’Harleville) freu bearbeitet don

breit. Aufgeführt auf der Schaubühne zu Augsburg unter der Direction Deren Schopf des ältern. Nugsburg, ben Conrad Heinrich Stage. 1785.

‚er ſoll dein Herr ſeyn. Oder: Die Ueberraſchuug nad) der Hochzeit.

Ein in fünf Aufzügen, nad) dem Engliihen für das Deutjche Theater bearbeitet von Lambrecht. Augsburg, bey Conrad Heinrich Stage. 1786.

344 Dramatifche Litteratur.

fulturbiftoriiche Dokumente zu betrachten und den Gedanken völlig zu ignorieren, ein Drama ſei doch wohl in erfter Linie ein Kunſtwerk, das una in aller Konzentration das Wollen und das Handeln nicht gleidy: gültiger Perſonen einerlei mit welchem Ausgange, einerlei ob auf dem Hintergrunde einer bejtimmten Zeit oder nicht, einerlei ob mit tenden— ziöſem Beiwerk oder nit darſtelle. Der Erfolg von Babos „Bürgerglüd” bewies indeſſen, wie jehr es dem Volfe gerade in dieſer Form, zu Herzen ſprach.) Jährlich erſchien e8 auf dem Spielplan und erfreute durd) die zahlreihen Ausführungen über die Vorzüge des Bürgertums, über jeine gute alte Sitte, feine ſchlichte Tracht, jeine ernften Pflichten und Heiteren Feſte. Die Geftalten des Stüdes lebten jo in aller Gedächnis, daß Alois Senefelder 1798 eine Yortjegung von Babos Luftipiel, „Die Tifhlerfamilie“?) ſchrieb. Der Meifter Zinngießer mit der Frau Mutter Iebt in der Ferne, Konrad Wollrad jedoch, der Tiſchler, fit in München mit Lotte, feiner Frau und feinen Kindern Anton und Hannden. Zwei Söhne verdienen tüdhtig in der Fremde, der eine in Dresden, der andere fo bejagte wenigſtens jein legter Brief? in London. Da trifft eines Tages ein Fremder bei Wollrads ein, der ſich Huber nennt, vom Meifter Felix Grüße und 50 Dufaten bringt, ſich überrafchend ſchnell heimisch fühlt, und wie ein Sohn und Bruder aufgenommen wird. Er bemeift jeine hilfreiche, edel- mütige Gefinnung auf mandherlei Art. Anton und Hannden lieben Julie und Jakob, die Kinder des Kaufmanns Brudmann. Die Doppel: hochzeit iſt beichloffene Sache. Da trifft den Meifter Wollrad unver: Ihuldete Not. Vom Heiraten kann nun nidht die Rede fein, denn es wiberftrebt dem redlichen Bürgerfinn, an Feſte zu denken und ein Haus zu gründen in Zagen der Not. In dieſe traurige Lage greifen zmei ein: der Herr Regierungsrat Bonifaz von Wollrad und Huber, der isremde. Jener hat bereits, um ſich vor einem einfamen Hageltolz: dajein zu retten, bei Brudmann um deifen Tochter Julie angehalten. Das bürgerliche Element muß er wohl oder übel mit in Kauf nehmen, da feine Finanzen in den leten Zügen liegen. Julie weift ihn ruhig

) Eine Flugſchrift von 1802 „Ausſichten, Wünjhe und Beruhigung fürs Baterland” (Univ.“Bibl. Boica, 7) bejagt auf ©. 22, es fei feine Schande mehr, Bürger vder Bauer zu ſein: „Das Bürgerglüd von Babo und der Bürger- freund von Destouches (1797, 1800). . und andere ähnliche Schriften haben in Baiern ihren Zweck nicht verfehlt.”

2 Kgl. Hof- und Staatsbibliothet Münden, Cod. germ. 6236.

346 Pramatiihe Litteratur.

als dramatijches Motiv. Schon lange kehrten in den deutſchen Dramen \olche Reichgewordenen aus fremdem Lande heim, auch in den Münchener Dramen war dieſes Motiv ſchon zweimal verwendet, und zwar jede; mal in Stüden, die die bürgerlichen Zugenden und Vorzüge prielen. Das eine aus dem Jahre 1776 war des Grafen Anton von Törung Seefeld Luftipiel „Der Schufter und fein Freund“”.')

In recht einfachen Verhältniſſen lebt der Schufter Thomas, jedoch unverdroffen und von morgens früh bis ſpät abends emfig bei der Arbeit. Er ift der Typus des rechtichaffenen, aufgeflärten, aber nicht „gebildeten“ Bürgers. Seinen Lehrling Hans erzieht er väterlich und weiſt ihn zurecht, wenn der im Grunde brave Kerl ab und zu in MWirtshäufern nur zu gern auf das Gerede und Gezeter der zurüf- gebliebenen Philifter über neue Einrichtungen und Verordnungen hordt- In dieſe Ichlichte Häuslichkeit fommt eines Tages ein Unbelannter, der nad) dem Stande der Dinge fieht und fi ſchließlich als des Schuſters alter Freund zu erfennen giebt. Vor zwanzig Jahren war er nad Amerifa als Soldat gegangen, hatte dort den Beruf gewechſelt, viel, viel Geld erworben, geheiratet, und Ffehrte nun in feine alte Heimat zurüd. Dem braven Yugendfreund ſchenkt er Haus und Vermögen, verheiratet ihn mit der Schwefter feiner Frau, den Lehrling Hana aber jet er in die freimerdende Schufterägerechtigfeit ein und läßt ihn feine Liele befommen. j

Zur wirfungsvollen Belebung diefer einfachen, ſchlicht durchgeführten Handlung hat Törring einen Adligen, den Herren von Luftheim erfonnen. Das iſt ein windiger, tändelnder Gefelle, der mit jedem Tyrauenzimnier Liebeshändel beginnt, aber von dem Lehrling Hans barſch abgefertigt wird, als er mit der Lieſe Schön thut. „Herr! das ıjt mein Mädel, und eim ehrliches Mädel! Sie läßt ſich nicht Jo herumſchmudeln; das it ein Billen, der für mich allein gehört. Wilche er fid) dad Maul ab.” Luftheim: „DBerdammter Flegel! ich will dir mores lehren!“ Hans: „Mores hin, mores her! laß er nur meine Liefe ungejchoren, und jcheer er fi zum Teufel!" Quftheim: „Nicht jo grob, Kerl! oder mein Degen joll —.“ Hans: „Ahr Degen? der thut mir nichts; der ift nur auf die Nachtwächter abgerichtet. Luftheim: „Kerl! den Augenblid halt's Maul, oder —" Hans: „Er hat mir

"Der Schujter und Sein Freund. Ein Qujtipiel in zween Aufzügen,

geichrieben für das Hurfürjtliche deutihe Theater in Münden von A. G. v. T. 3. S. Im Jahre 1776.

W - a Ph

=. vr

Der Schufter und fein Freund. Vergeltung. 347 | Weis ers, da bin ich

n benußt, un bie guten Eigenſchaften des Bürgertumes , ift Lambrechts (io viel mir befannt) Orig inal ſchauſpiel

ung“)

Not und Armut lebt Mme. Dornburg mit Ihr Bruder Fümmert fid) nicht um fie, troßdem er : Frau il in üppigftem Wohlftand Lebt. Zu ihnen kommt eines armlicher Menſch, der ſich als ihr Vetter zu erkennen giebt, (fe bitten muß, da er auf der Heimreije von Surinam en durch einen Schiffbruch verloren hat. Gefühllos, ober— Gemüt und Bildung, weiſen fie ihn ab. Iffler (jo heit ex) zur Dime. Dörnburg, die troß eigener Armut den Linglüds Sier iſt Herzensgüte und Charakter Iffler wirft *5 und ſetzt Mme. Dörnburg als Univerſalerbin ſeines icht durch Schiffbruch verlorenen Vermögens ein. Nun kommen ofort an, beſuchen, ſeit Jahren zum erſten Mal die „liebe “, werden aber von Iffler tüchtig beihämt. Vergeltung.

in feinem Teſtament aus. £ ift in diefem Drama das ſpezifiſch Bürgerliche nicht betont, fommt dennoch zur Geltung. Dazu tragen Nebenzüge wie 1, daß die Tochter der Frau Dörnburg einen einfachen dem duch Ifflers Geld Gelegenheit geboten ift, ein jeichäft im größeren Stile zu gründen. Mit dem zweiten bie Handlung bereits erjchöpft, d. h. die barmherzige Mme. als Erbin eingejeßt; der dritte At dient nur zur Beſchämung igigen Verwandten. Faſt bis zum blaffen Typus, ualität verwiſcht ift, find hier die einzelnen Perjonen

r ing ein Schauſpiel in drey Aufzügen. Von Lambrecht. Auf—⸗ ‚geführet auf dem churfürſtlichen Nationaltheater in Münden. Bey Joſeph { 1789.

348 Dramatiſche Litteratur.

icon verallgemeinert; Ideen von Menſchenwürde, Nächftenliebe tauchen bereit3 auf. Einen Schritt weiter, und wir find nicht mehr auf dem Boden des Bürgertum oder fonft eines Standes; charakteriſtiſch dafür das Singſpiel des Augsburger Kaufmanns Johann Chriftoph von Zabueinig „Bhilemon und Bauciß oder Gaftfrenheit und Armuth”,') zerflatternde Naturpoefie, die nur zeigen kann, wie leicht der Berlodung nachgegeben wurde, bei den in den legten Dramen ent- baltenen Ideen ſich zu gegenftandalofen Schwärmereien zu verlieren.

Energiſch und mit dem vollen Etolze des Patriziers iſt der höchſte Mert, die höchite Stufe des Bürgertumes zum Ausdrud gebracht in dem Schaufpiel des bayeriſchen Rentfammerrates Joſeph Anton von Destoudyes: „Die Patrizier“,“) da8 mir gerade für Mänchener Berhältnifie viel Bemerfenswertes zu enthalten jcheint.

Die beiden Patrizier Thoma und Heinrich) Prämer ſuchen mit einigen tyreunden aus dem inneren und äußeren Rat das durch Kriege und andere ſoziale Mißſtände arg verjchuldete Land auf alle Weite zu retten. Ihre Feinde find der Bürgermeifter Edler von Hart und deſſen Eohn Friedrich, die mit Hilfe eines gewiflenlofen Kanzliften (Strang) das dem ausgelogenen Lande abgemonnene Geld für ſich verwenden, fi mit ihrer Stellung brüften und dummitolz auf ihren Adel pochen, ohne in irgend einer Dinficht dem alten würdigen Gejchlechterruhm des Bürger: adels gleihzufommen. Des Thomas Prämer Tochter Kunigunde bat ein Kind von einem andern Eohne des von Hart, Terdinand, der jedoch jeit mehreren Jahren auf Kriegszügen abmweiend ift. Seine Briefe an jein (ihm heimlich längft angetrautes) Weib werden von feinem Vater unterichlagen, da dieler die Heirat mit einer „Dirne“, noch dazu mit der Tochter eines Bürgers, der aus niedrigem Handiwerferftande uriprüng: lich hervorgegangen iſt, nicht zugeben, ſondern jeinen Sohn mit einer alt: adligen Dame vermäblen will. Als die beiden Prämer in der höchiten Rot die Vage des Nolfes durch Herausgabe alter, durch ihre Vorfahren müh— ham ermworbener Schäge lindern wollen, da willen der Edle von Hart 27 Yemen und Baucis, oder Gaitirenbeit und Armutb. Eine Driginal- Oderette in zween Aufzügen: von Jodann Chriitopb von Jabueinig. Cura pii Dis sunt, et yui coluere. coluntar. Orid Metam. L.8. Auigeführt auf MT Schaubübne zu Auaäbura. unter der Tireftion Herrn ®Boltolini. Augs— dura. ben Conrad Deinrid Stage 192 Fedn bei Goed.

* Die Katriiier. Ein Sdauſdie! in drey Dandlungen. Zuſammen mit Qondelmont un! Warie von Nuraund in dem 191 eridienenen Band: Schau⸗ izle von IN. nt.» Dedroucdes u’ IS. MW.

350 Dramatijche Litteratur.

daß die Reſidenz jeither mehr einer Fürftengruft als einem reuden: pallaft gleicht.”

Der Fürlt: Diefe Klage las ich in den Finanzberichten niemals, Und dann noch weiter?

Kammerdiener: Daß die Hirſchen, Füchſe und Schweine auf den Aeckern der Landleute größere Privilegien haben als die Stände des Landes in ihren Zerritorien.

Der Fürſt: Was fchadet das den Stadtleuten? Soll id auch Dieje einzige Neigung den Grillen eined Bauern aufopfern?....

Verräteriicher ala jenes „jeither” und dieſes „auch“ kann kaum etwas für die Abficht des Dichters fein. Und eine Seite darauf findet fi) folgendes in feiner Umkehrung der beitehenden Verhältniffe doch nur allzu deutliche Geſpräch:

Kammerdiener: Es giebt ja nod) andere Leidenſchaften. . So eine Herzensjagd wäre doch ungemein amujanter; und es fehlte doc) Euer Durchlaucht ganz gewiß an ſolchem MWildprät nicht

Der Fürſt: Das Eoftet gar zu viel Geld!

Kammerdiener: Und gejezt, gnädigfter Herr! Es erfordert ein bischen mehr Aufwand! jo wäre e8 doch dem Hofleben an: gemeffener, wenn Euer Durdjlaucht fi) die Freude madten, in einer Aflamblee den Wetteifer aus Diamanten und Rojenwangen glühen zu jehen, als wenn fi) Euer Durdjlaucht den ganzen Tag durd Wald und Moos müde laufen, und am Abend in der Geſellſchaft eines Wildſchweins nad) Haufe kommen.

Der Fürlt: Geh! ich will nichts weiter hören!...

Dann macht der Kammerdiener den Fürften auf einen „welchen Grafen, der vor acht Tagen an dem Hofe ſchmarozte,“ aufmerkſam, der die „berühmten und unberühmten Schönen“, begeiftert wie Metaftafio, bejungen habe. Der Kammerdiener nenut Namen, adlig und bürgerlich. Der Fürſt Ihaudert: „mie! auch Bürgerblut ift ſchon vergiftet!” wo— rauf ihm der glatte Gejelle entgegnet: „Warum foll das Blut eines bürgerlichen Mädchens froftiger jeyn, als einer Leoninn?” Und als er dann dem Fürſten wieder einen von Sinnlichkeit durchglühten Vers jenes welſchen Grafen vorlieft, antwortet dieſer mit feiner ftereotypen Redensart: „Geh! und ſage mir nichts mehr davon!“ (II, 7.)

394 Dramatijche Litteratur.

das nun einmal an die Erde gebunden ift und minbeftens ein Anrecht auf einen Blick in dieſes Dafein hat, allem Menſchlichen zu entziehen, fam den Eltern und ihren Beratern natürlih nit zum Bewußtjein. Sie wiegten dad junge Ding in myſtiſche Vorſtellungen von geiftiger Brautichaft ein, fie jpielten mit einem unentwidelten, bilf- und wehr- (ofen Weſen. Hier feßte darum, auch auf dem Gebiete des Dramas, der Kampf ein, al8 der Ruf nach TFreiheit ertönte. In Frankreich batte de la Harpe mit feiner Melanie 1770 eine Kritik an dem Kloſter⸗ gelübde geübt. In Deutichland fand Gotters Mariane tiefgehenden Erfolg, zuerft in proteftantiichen Ländern. Sobald das Stüd aber erft in katholiſchen Gegenden Eingang gefunden hatte, wirkte es um jo nadj- baltiger, weil es den Meiſten eine Lebenserfahrung bedeutete. In den erften Jahren der Regierung Karl Theodors wurde e8 öfter aufgeführt ; ?) ala dann aber die Dunfelmänner immer eifriger ihre Maulwurfsarbeit tortjeßten, auf Stillſtand Rüdjchritt folgte, da verbot im Jahre 1794 das Benfurfollegium die weitere Aufführung von Gotterd Mlariane, „ba wir es für die jegigen Zeitumftände nicht mehr räthlich finden“ !?) Mochte man e8 aud ängftliher Scheu nun auch verbieten, es hatte längft im Derein mit andern Stüden feine Schuldigfeit gethan, es hätte vollends im Jahre 1794 nichts mehr „geichadet“. Jeder ſchmerzlich⸗ leidenjchaftliche Ruf nach Freiheit war ja längft unterdrädt, eine neue Aufführung hätte nur neue leiſe Seufzer hervorgerufen.

Die Beten der Nation hatten jogar die alte {Forderung nach der Ehe der Fatholiichen Geiſtlichen gejtellt, Schuhbauer hatte „dringende BVorftellungen an die Dienfchlichkeit und Vernunft um Aufhebung des ebelojen Standes der katholiſchen Geiftlichkeit“ (1782) gerichtet, der frei= finnige, als Menſch und Schriftfteller glei vornehme Berfafler ber „Wertrauten Briefe eines Geiftlihen“ (1736), Georg Alois Dietl,’) Hatte die traditionelle Pflicht der Eheloſigkeit bitter beklagt, von der Erziehung durch die Ehe geiprodden und fie indirekt gefordert.

1) Strobel nannte e8 im Senior I. 33) ein „berrlies, dem Geiſt unirer Zeiten angemejieneg Stüd“.

?) Kal. Kreisarchiv Münden, Schreiben dd. 2. April 1794. Am 17. Oftober 1792 war es dem Intendanten Graf Seeau nod freigegeben.

Bul Karl Tbeodor Heigel, „Ein Schöngeiſt in der Soutane vor hundert Nabren“, Hijter. Norträge u Studien, Tritte Folge, Münden, 1887, S. 76 - 85.

|

Die geiftligie Braut. 357

Inter Kein Geld mit, jo wird man ihr ohngeachtet der Aufnahm zporte vor der Nafe zufperren. Sieh, eine jolde Bewandnik

hats mit dem Kloſterberuf der Mädchen.“ (Il, 5.) Daß fie reich ift, kleichtert det Frau Moferin ihre Frömmigkeit. Voller Schadenfreude ihlt fie ihrem Manne, daß die Tochter einer andern Handelsfrau ſei. Dabei „weht fie den Daumen und Zeigefinger

Iereinanber“. „Sie ann nicht jo aufdaumen wie wir.” Freilich t fies, daf man über ihre Kinderzucht abjällig ſpricht. „Aber

dem gut, ſchon gut! ich wills dem Pater Prediger jagen, der muß Air nächftens wider die Verläumdung, wider die Leutausrichterey und Aber das üble Nachreden Losziehen.“ Und dann beginnt fie ſich in her wahren Geftalt, wie fie jchwerlih in Hamburg oder Berlin jo tnfbar wäre, zu zeigen: Will mir ſchon einen Frieden ſchaffen, weis Kon, was mir die Kerzlerinn von der didwwampeten Melberinn, von ie budlichten Bädinn, von der Eropfihten bier unterbricht fie

Be „let wird die der Welt Fleiſch- und Teufelsteufel mehr

‚jemals zujegen, hat er gejagt; wird dir die heiligen Kloſtergedanken

it feinem verdammten hölliien Blasbalg aus dem Herzen blaſen

ofen, hat er gejagt; wird deine Seele mit dem ſchwarzen Kleid der

ang und Traurigteit anthun wollen, hat er gejagt” u. j. w. (III, 1.)

Neeicher an ſolchen Heinen Zügen, die das Bürgertum Münchens

d die Geiftlichteit charakterifieren, ift feines ber beſprochenen Stüde.

hmerkungen über Diode, Erziehung, politiiche Weisheit des Bürgers

% bergleichen finden ſich noch zahlreich.

So mafvoll bei aller Energie Hier die Bekämpfung kirchlicher

geſchah, jo maßlos hatte ſchon fieben Jahre zuvor ein

dasſelbe unternommen. In Form und Inhalt von feſſel⸗

Be: und Drang erfüllt, rüttelte das Schaufpiel „Die neuen Ber !) an dein Bau des Kloſterweſens.

einem „Prolog an die Schönen“ warnt Lengenjelder‘) cr

x Verfafer die jungen Mädchen davor, ins Kloſter zu gehen

Schleier zu nehmen, um Liebesqualen zu entgehen. Er ſchildert

N) Die Neuen Veſtalinnen ein Schauipiel in trochaiſchet Versart. 1777. % Johann Nepomut Sengenjelder (Längenfeld), geb. 1153 zu Straubing, ubin Ingolftadt, ging dann zur Bühne; zerrüttete Gefundheit zwang ihn

Heirat mit dem und e

Ba:

N 1 Um der Reinheit des Blutes willen opfern, das iſt der ernſtere Gedanke der ko

») Rgl. Hof- und Staatsbibliothet München, G aus dem Jahre 179.

Adelsvorurteile; Savioli gegen Nefjelrude. 369

franzöfifcher Technik, beide weiſen einen pſychologiſch recht dürftig motwwierten Schluß auf. Aber das, worauf es dem Grafen Sapioli anlam, iſt immerhin erreicht. Bei ihm erjcheint der Adelsſtolz ab- eituft und gemildert, ohne darum an Thorheit zu verlieren. Nefjelrode bringt poffenhafte Szenen 3. B. II, 10 und 11, wo ber alte Ahnen: ſiolz feinem ziemlich unbegabten Herrn Sohn beizubringen verſucht, wie er ftandesgemäß die Damen hereinzuführen habe: „Du mußt deine Hand unter die alte von deinem Rod ſtecken, und dann legt de Dame ihre Hand darauf, und fo führft du fie.” (Er madıt es ihın dver.).. . Der junge v. Ahnenftolz: „Da, ha, ha, ba, was zum Teufel! rum muß ich dann die Damen auf dem Rod führen? Das ift ja gar zu ſpaßhaft. ..“ In der folgenden Szene probiert er dann zur Yduftigung des lieben Pöbels dieſes ftandesgemäße Führen mit dem -- berrichaftlicden Kuticher u. ſ. w. Savioli weiß den Adelsſtolz ala verwerflich, aber zugleich als verftändlich Hinzuftellen. Er giebt dem ahnenfüchtigen Grafen Karl einen Bruder zur Seite, der, demjelben rubmreichen alten Adel entiproflen, dennod) das rein Menſchliche feinem verblendeten Bruder ftet8 und ftändig vorhält. Auch der Bruder ift kines alten Adels ftolz, aber er ift der Dleinung, daß man ich deſſen würdig zu zeigen babe und ihm nicht das Glüd einer Tochter auf: opfern dürfe; er ift es auch, der den Grafen Karl darauf aufmerkjan macht, daß er nur feiner Adelsvorurteile wegen die Flucht und wahr: ſcheinlich Not und Elend der Tochter verichuldet Habe. „Ein Vater muß die Leidenichaften feiner Kinder leiten, aber nicht vernichten.” (IH, 4) So it wenigftens einigermaßen die plößlihe Umftimmung des ahnenſüchtigen Vaters in der letzten Szene vorbereitet: er fegnet das Paar und fügt Hinzu: „ch billige euer Bündniß; doch foll es andern nur jo weit ein Beyipiel jeyn, daß jeder, dem das Ungefähr Ahnen ſchenkt, fich derjelben würdig zeige.“ | In bemfelben Jahre, 1774, in dem die beiden lebten Dramen Aber die Münchener Bühne gingen, ließ ſich ein dritter Adliger, Anton Graf von Zörring:Seefeld, über „Das VBorurtheil der Geburt und Berdienfte” ') vernehmen.

nn

Das Vorurtheil der Geburt und Verdienſte. Ein Luſtſpiel in unge— bundener Rede, und fünf Aufzügen, geſchrieben für das churfürſtliche deutſche Theater in Münden von A. G. v. T. z. S. im Jahre 1774. Gedruckt mit churfl. alademiſchen Schriften.

24

30 Tramatijche Litteratur.

Der Baron von Kriegsburg Ichuldet dem Herrn von Hodhitein (junger Geichäftsadel) 100 000 fl., die er aber nicht zurüdzahlen kann. Hochſtein ſchlägt darum eine Heirat feines Sohnes mit des Barons Tochter vor, ein Ausweg, den der bedrängte Baron Jofort freudig begrüßt. Allmählich aber ftellen fich die Vorurteile ein, die auf dem Alter des Adeld und auf Kriegsabenteuern der Vorfahren allem beruhen; die Zochter Friederike unterftügt die Bedenken des Vaters und läßt den alten Hochftein mit den Plänen für feinen Sohn ftol und fred abfahren, als ſich ihr Vater angeficht® der traurigen finanziellen Lage doch bereit finden läßt. Es folgen einige Verwidlungen, die mit der Hauptidee nicht? zu thun haben. Hochſtein, Vater und Sohn, verlieben fich nacheinander in des Barons Schweiter. Diele ift jedoeh heimlich verheiratet mit einem Grafen, der eines Duell wegen feinen gräflihen Namen verbergen muß und erft dann um des Barond Schweiter öffentlid) werben kann, wenn er feinen Grafentitel wieder getroft führen darf. Das geihieht, der Baron milligt des gräfficen Namens wegen in die Heirat. Nun fucht ſich der Graf erfenntlich zu zeigen und die 100 000 fl. zu tilgen, da übertrumpft ihn der alte Hochſtein und erklärt feine Forderung für null und nichtig. Solch fühlbarer Edelmut heilt den Baron für immer? von jeinen. Vorurteilen; er bietet mit Tochter und Sohn den Hochſteins wahre Freundſchaft an. Die geplante Hochzeit wird einer |päteren Enticheidung anheimgeftellt, wohl aber nie zuftande fommen, da der alte Hodhftein jelbft in der legten Szene jagt: „Doc wegen der Heurath verjchonen jte uns, Herr Baron! Denn mir fällt jett die Schwierigkeit zu flar in die Augen.“

Hier haben wir zum erften Male eine in ihrer Löſung durchaus ehrliche, ohne Schönrednerei gegebene Anfıht. Hinter dem Gemirr ber unglaublich unwahrſcheinlich durchgeführten Handlung liegt der eine Gedanke, daß der Geburtsadel nun doch einmal feine Sonderrecdhte hat, daß er fi} ihrer nicht brüften, fondern die „minderbürtigen” Menſchen in berzlicher Freundſchaft ehren und achten, auch jelbft nad) Würde ftreben ſoll, daß aber den vernünftig denfenden Minderbürtigen von jelbft der Gedanfe fommen muß, die im Laufe der Jahrhunderte geprägten Sonderrechte zu reipeftieren, ſie nicht aus perjönlichem Intereſſe zu durch⸗ breden. Daß ein Graf Törring, der auf viele Jahrhunderte feines Geſchlechts zurückblicken konnte, zu diefer durchaus loyalen Anſicht Tam, wird man nur begreiflid finden. Er half fi, indem er den alten

Graf Törring und K. v. Edartöhauien. 371

Hochſtein jenes Wort von der „Schwierigkeit“ ſprechen ließ, geſchickt, ja wit einem gewillen Kompliment; für ihn wäre es lediglich eine leere Redensart geweſen, nun für die Heirat zweier ftandesungleicher Menſchen mergilch einzutreten.

Ganz ander? mußten fih die Anſchauungen über den Wert des Wels bei einem Manne ausnehmen, der, obwohl jelbft adlig, die Ber: Andigung aller chriftlihen Humanitätsideen (reine Humanitätsideen waren es bei ihm nicht) fich zur Lebensaufgabe geftellt hatte. In drei damen nahm Karl von Edartshaujen hierzu Stellung. Sn pen verband er diejes Thema mit dem Problem der natürlichen Kind: Kalt, einem Problem, das ja bejonders geeignet war, um einen gleidj: km vaterlojen Sohn alle die Vorzüge erringen zu laffen, die der Älter— ein feines adligen Erzeuger als Vorbedingung wahren Adels erfüllt fette, natürlich hier nicht Körperliche, Sondern fittliche Kraft und Über: keenheit. Das eine Drama zugleih Edartöhaufens erſte Schrift erkhien 1778 unter dem Zitel „Das Borurtheil über den Stand and bie Geburt“.') |

, Braf Sigmund Nelfenburg ift die verkörperte Tugend und Menſchen— Debe. Einem armen alten Manne ift die Tochter entführt, Sigmund wiſl ein zweiter Liebrecht den Miffethäter ausfindig maden. Sein Bruder Friedrich ift dagegen hochfahrend, ftolz, und entwidelt ſich fajt auf einmal zu einem kaltherzigen, betrügeriichen Gejellen, indem er das Teſtament de verftorbenen Vaters mit Hilfe eines (— bei Eckartshauſen ſelbſwerſtaͤndlich —) gemeinen Advokaten fälſcht und den älteren Bruder, . ber allerdings ein natürliches Kind ift, völlig leer ausgehen läßt. Er mit nun auch die Braut ſeines Bruders mit Geld anzuloden, wird | jedoch abgewiefen. Auch mit dem unehelicy geborenen, verarmten Ge—

Gebten will fie zulammen leben. Friedrich weiſt darauf jeinen Bruder es dem Haufe; noch einmal durchjichreitet dieſer zum Abſchied die : viterlichen Räume, um Gottes Verzeihung und Segen für den irre: gdeiteten Bruder bittend. Heimlich hört Graf Friedrich dieſes Gebet, | bereut plößlich, befennt die Faͤlſchung des Teſtamentes und baß er bie Tochter jenes alten Mannes entführt habe. Sigmund verzeiht alles und beiratet Sophie, Tyriedrich aber ift ſoweit von feinen Vorurteilen über

N Das Borurtheil über den Stand und die Geburt. Ein Yujtipiel in drey Eufzägen, von C. von E. Münden, 1778. Berlegt3 Joh. Nepomuk Friß, Buch— händler nächſt dem fchönen Thurm.

DE

Weitere Schilderungen des Adels. 375

neue Baronin vom Lande”) die Abdeldfrage, und zwar ab: weichend von den bisher beiprochenen nicht durch die Berteidigung wer Abwehr alter Standesvorurteile, jondern indem es das Beltreben plozlich Erhöhter veripottet, fi in adlige Marimen oder adliges Thun a ſchicken.

Baron Lichtenburg iſt erſt Fürzlic in den Treiherrnitand erhoben. Seiner Frau fteigt dad zu Kopf; fie ahmt die adligen Deutſch— Hranzöfinnen nad und läßt fih ſtolz von dem ruffiihen Grafen Biramow, der franzöfiiches Weſen durd) und durch kennt, den Hof nachen. Auch daß ein anderer Kavalier ihrer Tochter Amalie Artig- titen jagt, beglüdt fie, jo daß der einzige Wunſch noch unerfüllt bleibt, ki in Diejen feinen Kreifen zu glänzen und fpäter gräfliche Enkel af dem Schoße wiegen zu können. Ihr Gatte ift anderer Art; er mil gelunde Erziehung feinen Kindern beibringen. Schneller als er & hoffen darf, wird der Unverſtand jeiner rau befeitigt. Diele be- laujcht nämlich ein Geſpräch, das die beiden Grafen im Nebenzimmer "8 Bafthojes führen und in dem fie ſich über die neue Baronin, die auf den dümmften Rat tapfer eingebe, luſtig madjen. Sofort geht die Umwandlung in ihr vor. Sie ſchämt fich ihrer Schwäche und milligt mit Freuden in die Erziehungspläne ihres Gatten, die einen gediegenen Unterricht in erfter Linie bezweden. Amalie wird einem Gelehrten, den fie längft liebt, zur Frau gegeben.

In der Schilderung der Familie haben wir die befannten Gegen- läge und die befannten Motive, die uns jchon oben entgegengetreten ' md. Aber über diefe mangelnde Originalität läßt die mwohlthuenbe Einfachheit und jchlichte Erörterung des Themas hinwegſehen. Selbft im den Anreden, dem Gebrauch von nterjektionen, dem Ausdrud der Affekte mutet uns das Stüd nicht gar zu fremd an.

Der Adel ift bier durchaus ohne Übertreibung in feinen Schwächen und Borzügen gezeichnet. Dadurch, daß die Schwäche an der Frau aufgedeckt wird, ift zugleich eine gewiſſe liebenswürdige Entichuldigung gegeben, denn weibliche Schwäche, Eitelfeit hat die neue Baronin zu den unüberlegten Thorheiten verleitet. Baron Lichtenburg weit dagegen nur die lichten, in jeder Hinficht ſympathiſchen Züge eines Adligen auf.

1) Der Berfafier iſt H. Wahrſcheinlich Huber, der Profeſſor und Hand: langer Seeaus in füngtleriihen Fragen zur Zeit, ald Seeau aud die fünft- leriihe Leitung des Theaters führte. 1777 gab er eine Zeitichrift „Der Theater- freund“ heraus, von der ſich aber Icheinbar nichts erhalten hat.

376 Dramatiſche Litteratur.

Er iſt der Freund eines Gelehrten, er will und wird „kein Haar breit vom geraden Menſchenverſtand abweichen“, er bemüht fich mit ſchönem Erfolg, ſeinen Kindern die gleichen Anſichten beizubringen. Sie erfreuen ſich geiſtigen Adels. „Man giebt heute Emilie Galotti von Lefſing!“ jubeln fie und warten ſehnſüchtig auf den Abend, um in das „Deutſche Theater” gehen zu können. Als darauf die neue Baronin aus Ge ſellſchaftsrückſichten ihre Tochter in der „Opera“ zeigen will, da ift die liebe Seele traurig. Ihr Bruder trifft fie gerade, ala fie „Goethes Götze von Berlidjingen” zum Troſte lief. „Welh ein Dann, der Held!" Sie will das Buch zu fi nehmen, „um den zwey zuckerſüßern Herrchen ein neues Ärgerniß zu geben“. (I, 1.) Über die Geſchmack— [ofigfeit der reigenden Demoijelle werden dann diefe beiden |pötteln, fie werden mit ihrem fi donc! Goethes Götz von Berlichingen ver- nichten, fie werden von einer Opera in die andere, von einem graziöfen Divertiffement zum andern tänzeln. Sie find die Junker, die ſtets in der Litteratur jener Zeit miederfehren, fie Spiegeln die Stärfe de franzöfilchen Elemente wieder, das in allen größeren Städten ftändig in Erſcheinung tritt. Ihre Weltanfchauung war die größte Gefahr für den Abligen, der ſich aus der Einſamkeit feines Landfiges in die Öffentlichkeit begab, der nicht auf Vertiefung feiner oberflächlichen Bildung drang. Die leichtfüßige Moral eines Riccaut de la Vtarliniere war zu verlodend für junge, lebenzluftige Adlige. Halb mit Entrüftung, halb entichuldigend ſchildert den Einfluß fol franzöſiſchen Getändels ein Quftipiel des Grafen Törring: „Der theure Ring“.‘)

In dem Gafthofe einer großen Stadt treffen der Chevalier de St. Gris, ein leichtlebiger, aber dabei ehrlicher Franzoſe, und ſein (Freund, der Baron de Rue-en Fleur, beide aus Paris fommend, mit dem Baron von DBlumenau, feiner Frau und Tochter zufammen. Die beiden Kavaliere fangen eine Liebelei mit Mutter und Tochter an; der alte Baron, eine fernige, rechtichaffene Natur, ift empört über das tolle Beilpiel, da3 die Mutter ihrer Tochter giebt. Abends beſuchen alle einen Ball, nad) dem es zu den beftigiten Auseinanderjegungen in der Familie fommt. St. Gris, von der Todesnachricht eines reichen Onfels freudig überrafcht, hält darauf allen Ernftes um die Tochter an; der Bater befürdjtet Verführung und warnt feine Tochter. Sie zeigt ihm

9 Der theure Ring. Ein Luſtſpiel in vier Aufzügen, von Klement ©. v.

Törring-Seefeld. Nufgeführt auf dem furfürjtl. Hoftheater in Münden. Münden, bey Johann Baptijt Strobl, 1783.

378 Dramatiiche Litteratur.

Zugendapofteln aus der Hand gelegt, ehe nicht durch mannigfade Hinz und Herwenden die abichließende Gruppenwirfung erreicht mar Eine jegnende Hand über reuigen Sündern, wie beglüdend und behaglid Nirgends tritt diefe Umkehr auffälliger und unmahrjcheinlicher hervo ala in den Dramen, die einen Adligen zum Wüftling ausarten lafſen Wo it unter ihnen ein jo genialer, bis zum Tode troßiger Frevle wie Don Juan? Wo eine jo Träftig und innerlich Eonjequent durch geführte Individualität? Es ift, als ob diele Theaterwäftlinge, diei wandelnden Begriffe nicht dem täglichen Leben entnommen find, ſonder als ob wir in ihnen eine Weiterbildung eines in den engliſchen Roman einmal in aller Breite und Unmahrheit aufgeftellten Typus zu erblick« haben. Gewiß haben aud) die dünfelhaft-thörichten und die vorurteiL loſen Adligen, die koketten Modedamen und tändelnden Stußer, ja al die bisher aufgetretenen Perjonen ihre Bettern und Bajen in Di gejamten deutjchen Litteratur und fie find nicht ohne Einwirkung dieje Modeitrömung entftanden. Aber indem die einzelnen Münchener Dichte ihre Originale in München vorfanden, indem fie ihren Stüden mehr oder minder deutlich heimiſches Gepräge aufdrüdten, indem fie ihre Münchener bejfern wollten dadurch, daß ſie ihnen einen Spiegel ihrer Schwäche vorhielten, ſchufen ſie unabhängig und Eigenes. Ihre techniſche und formale Abhängigkeit von denen da draußen im Reich hatte ja nichts zu bedeuten. Anders jcheint e8 mit den beiden Dramen, die den ausgebildeten Typus des adligen Wüſtlings aufweiſen. Sie ipielen weder in München, noch in Deutichland, jondern in England, fie find obendrein beide nur Dramatifierungen von Romanen. Si find mehr ein Beweis für die Wirkung von englifchen moralphilofopijcher Anihauungen, als daß ſchmerzlich erfannte Übel in der fozialen Lagı Bayerns einem Dichter die Feder in die Hand zwangen, fie find meh: ein Ausfluß einer Iitterariichen Strömung als ein fonderlid) für München bezeichnendes kulturhiſtoriſches Dokument.

Nach Sophie von La Roches Geichichte des Fräuleins von Sternhein ilt da3 rührende Drama des Grafen Zörring „Sophie oder Groß muth und Reu“') gearbeitet.

Sophie von Sternheim in den wejentlichen Punkten ſchließt ſich da: Drama an den Roman an wird von dem Wollüftling Lord Derby in der

) Sophie oder Großmuth und Neu. Ein rührendes Drama in zmee: Aufzügen. München, 1773.

Figur des Wüſtlings. 3179

ihottiichen Bleigebirgen verborgen gehalten ; jie lebt dort unter fremdem Ramen. Ebenjalls unter fremden Namen halten ſich Yord und Lady Watſon auf, die durch Unglüdsfälle und königliche Ungnade ihrer Güter beraubt on dem ihnen zu Dank verpflichteten Derby einen Wohlthäter finden. Durh Zufall ftellt ji) Heraus, daß Sophie die Enkelin der Watſons ft, die nun für fie eintreten wollen. Watſon fommt auf den Einfall, dem Lord Derby den Tod Sophiens zu melden. Terby ift darüber fo eihüttert, daß er Gewiſſensqualen befommt und zu bereuen anfängt. Echließlich ſtellt Fich natürlich) heraus, dak Sophie lebt. Sie heiratet den Lord Seymour, der, früher von ihr geliebt, ein Dorn im Auge Derbys war, nun aber mit ihm fich ausſöhnt. Derby erkennt nod ein junges Sind als das jeinige zur vollften tugendhaften Auferbäu- lichkeit an.

Bon Individuen ift in dem Rührdrama, das von den fentimentalften, wöllerig aufgelöften Ideen erfüllt ift, nichts zu fpüren, um jo mehr nicht, al in den zwei Akten nur ber leßte den Lord Derby, hier aber ſchon als gefnicdten veuigen Sünder auftreten läßt. Eine Schilderung diejes Wüſtlings ift alfo nur indireft gegeben, indem von ihm die Rede ifl. Aber gleichwohl ift er die wichtigfte Perjon des Stückes.

Faft genau jo verhält es fid mit dem zweiten Derby, der als Lord Beaumont in Courtins!) Schaufpiel Der Wohlthätige“ 2) auftritt.

Dort nimmt Lord Worti, ein mohlthätiger edler Menſch, ein junges Mädchen, Julie, in feinem Haufe eines Morgens früh auf, ala diefe vor den Nachftellungen des lüſternen Beaumont fi) zu retten fuht. Worti hat dafür unter rafender Eiferfucht jeiner Frau zu leiden. Ter Diener John und das Kammermäddhen ſchüren durch liſtig erfundene Briefe dieſe Eiferfucht und erhalten von Beaumont Geld, Julien entführen zu helfen. Während diejes vorbereitet wird, ift die Eiferfucht der Lady jo

’) Friedrich Auguſt von Gourtin, geb. 27. Auguſt 1740 zu Dresden, tom 1747 mit feinem Vater nad München, ftud. in Jngolftadt die Rechte, 1:61 Hofrat, dann Wechſel- und Merkantilgerichtsrat, 1799 Hofratsvizelanzler. Baader, I(A—K), Sp. 196 f., wo auch Litteraturangaben. Courtin ichrieb nur died eine Drama; außerdem überiegte er Voltaire Amalie oder Der Herzog von Foix (1774).

2; Der Wohlthätige, ein Schauipiel in ungebundener Rede und fünf Auf: zügen von F. A. v. C. Münden, 1774. Im Berlag bey Johann Nepomut Fritz. Churfürſtl. afademiicher und bürgerl. Buchhändler nächſt dem ichönen Zburme.

380 Dramatiſche LKitteratur.

leidenschaftlich geworden, daß fie auf die Scheidung von ihrem Gemahl dringt. Da kommt die Kunde, daß der Diener John bei der Ent: führung Juliens angehalten und zu Zode verwundet jei. Worher Hat er jeine Schuld befannt und die faljche, geldfüchtige Sallı Pries. da3 Kammermädchen, der Anftiftung bezichtigt. Julie iſt gerettet, ihr Retter Lord Folki, der zufällig heimfehrende Sohn Lord und Lady MWortis. Bon Lord Beaumont trifft ein Brief ein, der die Reue des MWolüftlings meldet und die Enthüllung bringt, daß Julie die Tochter eines Lords ſei! Heirat zwiſchen Julie und Lord Folki. „So ift aljo aus einer eiferjüchtigen eine Vernünftige (Lady Worti), aus zween laſter⸗ haften reumüthige Männer (Sohn und Lord Beaumont), aus einem betrübten ein vergnügter Bater (Lord Welldon, Jultens Vater) geichaffen.“

Größer konnte die Zahl von Gefchmadlofigfeiten, Zufällen, romanhaften Verwirrungen nicht jein. Nur mit Hilfe franzöfiſcher Technik, mit Briefen, Lift, Entdedung, Kammerdiener u. j. w., nicht durch innerlie Wandlung der Charaktere ließ fi die Löjung er: reichen. Lord Beaumont tritt wieder faum hervor; tft aber troßdem die Angel des Stüdes, um die fi alles bewegt. Wie er „das Later" ift, jo fann ‚er plößli „Die Tugend“ werden, ohne daß wir eine ernfte Beunruhigung jeiner Gemütswelt anzunehmen haben. Leicht angeſpielt ift in dem Stüde auch auf die Vorurteile der Geburt; als Lord Folki feinem Water von der Rettung Juliens berichtet und zu— gleih den Entſchluß ausſpricht, fie zu heiraten (er kennt fie einige Stunden erſt und hat fie nur gerettet!), fragt der Vater nad) ihrer Herkunft, worauf der Sohn mit offenbarer Nachläſſigkeit entgegnet: „Muß erhaben jeyn. Ihre Gelinnungen zeigen es. Sit fie es nicht, fann man das jonft gewöhnliche Vorurteil der Geburt der Zugend opfern!“

Mit diejer bezeichnenden Redewendung werden wir wieder an das erite Drama Netjelrodes erinnert, von dem wir bei der Betrachtung des Für und Wider in allen Adelsfragen ausgingen. Mir jcheint darın troß oder gerade wegen der kärglichen Ausnahmen die Grund: ftimmung des Adelö zu liegen, ber den einen Wunj nach Standes: gleihheit der Viebenden, die Vorftellung vom Vorzug des Adels jtets im tiefjiten Kämmerlein der Seele bemahrte und, weil es nun einmal Menſchen waren, die hier dachten, wohl auch bewahren mußte.

Wir verlajten den Adel nicht, wenn wir uns nun der Betrachtung der in den Dramen geichilderten höfiſchen Zuſtände zuwenden. Nur

Eckartshauſens Arthello. 383

Genf, geiprochen hat. Darin unterjcheidet er ſich von ſeinem engliſchen Borlahren. Er ſoll dem König wieder in die Stadt folgen. Indeſſen, „in Paläiten wohnt ja der Tod. Ich lebe nur, jeitdem ich auf dem Lande bin und die Natur wieder ſehe“. Er möchte des Königs Freund km, wenn diefer nur nicht der König wäre. Warum das? „O dann würden euch die Menſchen als einen natürlichen Menſchen behandeln,

je belügen euch, und lieben eure Gröſſe, und nicht euch.” Gleichwohl geht er mit, er liebt ja den König. Bon jeiner friſchen Waldfuft ninnt er ein gut Teil mit in das höfiſche Treibhaus, wo die Menſchen "5 ‚nie Champignons auf den Miftbeeten wachſen“ (I, 3). Das gemiffen: de Treiben diefer Höflinge, die mit frommem Augenaufichlag zum himmel dem König und dem Lande alles mwechjelfeitige Vertrauen und He Wahrheit untergraben, wird dann geichildert. Oft zu flarf und ohne Wahrſcheinlichkeit. So muB des Kontraftes wegen ein ehrlicher Bediener dem allmächtigen Minifter und dem frömmelnden Doftor Ediwarz ind Geficht fagen: „ch vertaufche meine Seele mit der Ihrigen nicht, weil Sie viel bethen und wenig Gutes thun, und id) weniger betbe, und mehr Gutes thue!“ Doktor Schwarz rechtfertigt feine mederträchtige Verläumdung mit der jchönen Moral: „Wir können mit gutem Gewiflen verläumden, denn unfre gute Abſicht entihuldigt uns daran, und wann ihm ein wenig zuviel geichieht, jo wollen wir ihn dafür in unſer Gebeth einſchließen“. .. (II, 1). Der Minifter ift mehr der Einwilligende, Doktor Schwarz erfinnt alle abgefeimten Pläne. Es ift das Baar Präfident-Sefretär Wurm, das Rh jaft typisch durch alle Dramen zieht, die höfiiche Zuftände auf- deden. Arthello verjpottet einen Höfling nach dem andern, was ihm freilich durch die Qualität diefer Papillons jo heißt ein Höfling der Bortipiele wegen ſehr leicht gemacht wird. Ihm will der Wahl: Wrud) des Minifters am Hofe muß man leben und leben laffen —, em Wahlſpruch, der in feinem erften Zeile recht eigentümliche Aus: kgung findet, nicht zu Gemüte dringen. „Mein Amt ift, Wahrheit zu bgen” das ift Arthellos ftolzes, furchtlojes Bekenntnis. Er ver: Khmäht die Gnade des Königs, denn „Fürftengnade macht Neider“. kr will dem König freiwillig und ehrlich dienen. Bald hat er diefen iberzeugt, daß jeine Höflinge ausgemachte Schurfen find, und nun ver: einen fich beide, die jämmerlichen Gejellen zu beſchämen. Im dritten and vierten Auftritt des dritten Aufzuges geichieht e8, zugleich in un—

——

384 Dramatiiche Kitteratur.

aufhörliher Benugung Shakeſpeares. Ein Beijpiel mag genügen,

jeicht jelbft hier die Veränderung geworden ift. Hamlet läßt fid ı den Muſikanten eine Flöte geben und bittet Güldenftern, darauf ipielen, bittet ihn dringend, als diejer fein Unvermögen gefteht, ı Ihließt in bitterftem Sarfasmus und tiefer Empörung: „Nun, jeht i welch ein nichtswürdiges Ding ihr aus mir macht? Ihr wollt auf ı Ipielen ihr wollt mid) von meiner tiefften Note bis zum Gy meiner Stimme hinauf prüfen: und in dem fleinen Snftrument 5 it viel Muſik, eine vortrefflihe Stimme, dennod) könnt ihr es ni zum Sprechen bringen. Wetter! denkt ihr, daß id) leichter zu jpiel bin ala eine Flöte? Nennt mid) was für ei Inſtrument ihr wol ihr könnt mic zwar verftimmen, aber nicht auf mir ſpielen.“

Aus diefem wunderbar durchgeführten Bilde und feiner in jede Zeile innerlich beziehungsreichen Anwendung macht Edartshaufen folgendes: Im Anfang der dritten Szene fteht die Bemerkung: „Arthel trägt ein Kleid.” Das wundert uns. Bald lenkt fi) nun d Geipräd, des Königs mit feinen Höflingen Papillon und Klender a da3 Finanz: und Kommerzienweſen, für das beide eine hohe Stelle erbet haben. SKlender verfteht nichts vom Finanzweſen, wie bald durd) billig Mit beitätigt wird. Indeſſen bewilligt der König dennoch ihre Gejud aber „es ift eine Kondition dabey, sine qua non. Sie müflen n eine ganz unbedeutende Kleine Gefälligkeit erweilen“. Er läßt Arthe das Kleid auf den Tiſch legen.

König: Iſt diefes Kleid nicht prächtig? Klender: O ja von unendlihem Werth . ... König: Ich Stelle nun eine Bitte an Sie: ich möchte gern die Kleid geändert willen; jeyn Sie jo gütig und ändern mi Klender: E. Majeftät belieben zu ſcherzen Bapillon: Wir würden eine elende Arbeit maden. Klender: Ja wahrlich! denn ich bin ein armjeliger Schneider, alles verpfuſchen würde. König: Es thut nichts zur Sache. Ich bitte Sie, ich verlang als Gefälligkeit. Klender: Ich ſchwöre es E. Maj. bey meiner Seele, daß ichen einmal die Nadel führen kann. König: Sie würden ſich alſo Vorwürfe machen, wenn Sie ı diejes Kleid verdürben ? Klender: O gewiß! es wär ein unerjelicher Schade.

Shafejpearismen. 385

König: Sie würden ſich alſo Vorwürfe machen, wenn Sie mir dieſes Kleid verdürben; und Sie würden fid) feinen Vor: wurf madjen, mein ganzes Land zu verderben? Sie ge- jtehen frey ein, daß Sie feine Schneider find, und find keck genug ſich einzubilden, daß Sie Staatsmänner find? Ich bitte Sie, machen Sie mir dieſes Kleid; ih will Sie beyde ala meine oberjte Lerbichneidermeilter mit einem herr: Iihen Gehalte anftellen; es ift befler, Sie verpfufchen mir alle meine Kleider als mein Land. Sie verftehen mid.”

Wie wenig ift bier von der dem Augenblid entiprungenen, dazu in ihter Kürze und Innerlichkeit wundervollen Vergleihung Hamlets geblieben. Die Feinheit ift hier abgeftreift, wie Glanz von den Flügeln ki Schmetterlinge.

Eigentümlich ift dem Stüde, daß dem Ende zu die fittlihe Ent- üftung Eckartshauſens wächſt und fein Arthello, der anfangs mit feiner Sarrenpritiche den Unverſtand und die Niedertradht Iuftig geprügelt hatte, mehr und mehr zum Verkünder diefer Entrüftung wird. Sa, en Schlußmonolog, der aud) das Stüd beichließt, trüge beſſer des Dihters Namen als ſzeniſche Überſchrift. „Schredlicher Irrwahn von Benihen! Abicheuliches Bild eines Bigotten! Der gefährlichite aller Charaktere, bejonders am Hofe! Sie fehen die Religion gleich einer Beide an, die ihre Seelen immer wieder weiß madt, fo oft fie felbe lbeſhmutzen, und fündigen fe auf die Güte der Gottheit ..... . Dant dem Himmel, daß dieſes Tagewerk vollendet ift . .. Nun bift du mir doppelt werth, meine Kappe, und du jollft mich täglidy erinnern, daß der Dienfcher Weisheit in deinen Augen, Gütiger! nur Thorheit iſt.“

Bon diejer religiöjen Färbung war bei dem Arthello des eriten Ifzuges nichts zu ſpüren.

Noch einmal wandte Edartshaufen das „abicjeuliche Bild eines Biyotten” an, um die Gefahr für den Hof und die demgegenüber mätlofe Stellung eines ſchwachen Fürften zu zeichnen. Wiederum kerden wir dabei an die Umgebung Karl Theodors leife erinnert. Es Kein Theaterſtück „in Geſprächen und drey Abteilungen“: „Das Blıtraut unter dem Weißen oder Religion und Bleifnerey‘.')

1) Das Unkraut unter dem Weiten oder Religion und Gleiſnerey, be= ebeitet in Geſprächen und drei Abtheilungen, zum Gebrauch der Schaubühne. Son dem Hofrath Karl v. Eckhartshauſen. München, bei Joj. Lentner nächft dem könen Zhurm. 1793.

25)

386 Dramatiiche Kitteratur.

Der Meagilter Blum, Haustheologe des Miniſters, ein Frömm und Heuchler, hat ſich eine ſolche Stellung zu verichaffen gemußt, d alles zwifchen Fürſt und Minifter, zwiſchen Minifter und Volk dur feine Hände geht. So weiß er auch einen Staatsrat zu verleite einen unſchuldigen Juden zu verurteilen. Der Prozeß wird jedoch vo einem jungen, wahrheitsliebenden und von Nädhitenliebe durchdrungene Referendar noch rechtzeitig zu des Juden Gunften entichieden. Nu fällt auf diefen Referendar die niedrige gehäflige Wut Blums. weiß beim Fürſten die Entlaffung von des Referendars Vater durch zufeßen, bis fich in einer leßten Unterredung des Fürſten ınit dielen Abgeſetzten herausſtellt, da der Fürft belogen und betrogen ift uni wider beſſeres Willen unrecht hat handeln müfjen. Blum wird de Landes verwieſen, der zum ungerechten Richten verleitete Staatsra leiftet dem Juden Abbitte. Daß der Referendar zur Belohnung jein Amalie erhält, nebenher.

Der Fürſt dieſes Staates ift ein bedauernswerter Mann; er thron auf einem unterminierten Throne. Geheimes Denunziantentum iſt di einzige Möglichkeit, mit der ſich der geiſtliche Magiſter Blum übe Waſſer zu Halten vermag. Eine Lifte von „verbädhtigen und ihre Grundjägen nad) höchſt gefährlichen Leuten” wird von ihm geführt Die Unbequemen und Verdächtigen außer Landes zu fchaffen, d. h. di Tüchtigen, Guten, darnach ftehl fein Sinn, aber er hat zu ftarl Gegenftrömung, jeine Pläne fcheitern. Ein Fehler des Stüdes liec darin, daß über allem Predigen von Nädjftenliebe und Selbftiofigte die ftraffe Handlung verloren gegangen ift, daß wir daher auch went von dem wirklich jchädlichen Einfluß des Magiſters fehen, ſondern mef durch Kleine Züge (mie das Berichten von dem Denunziantentum) od« dur) Epifoden (eine Frau von Turnau bittet den jungen Referende um Schuß vor dem Magifter, der ihre Tochter verführt Hat) von jein Schlechtigkeit erfahren. Blum ift nicht ohne Geſchick, wenn auch eu tönig mit kraſſen Farben gemalt, der Fürft tritt jedoch nicht aus al gemeinen Umriſſen jchärfer hervor. Er erfährt in dem Geipräde m dem abgejegten Rat mehr ala wir von ihm erfahren. Güte und Mil: find ihm eigen, aber jeine Schwäche hat ihn leichtgläubig und ungered gemacht; es ift das bekannte durch feinen Zug bereicherte Bild d Fürſten, wie er in den Theaterjtüden Ifflands und feiner Richtung ſte ericheint, ohne jeden individuellen Zug. Nur das Ringsum iſt hiſtoriſchem Werte für uns, nicht dieſe Geſtalt des Fürſten.

F. &£. Heigels „Slüdlihe Jagd“. 387

Ein Höfling, deſſen ſchwarze Seele nicht ſchwärzer fein kann, ein wmecht unterdrüdter Unterthban und ein Fürft, der nur durch Zufall von der Niederträchtigfeit feines Höflings überzeugt wird, iſt dann weiter der Dreiflang, der aus dem Luftipiel „Die glüdlihe Jagd“ ') dei Schauspielers Franz Xaver Heigel und entgegentönt.

Mutavento, ein betrügerifcher Höfling, hat die Abdankung des datons von Walter erreicht. Nicht nur das Vermögen hat er ihm nommen, Sondern er ſucht auch durch gefäljchte Briefe Walters tin von ihm zu trennen. Dieje iſt jedoch von der Treue ihres Betten zu feſt überzeugt; da greift Mutavento zum äußerften Mittel, ea liht fie mit ihren Kindern entführen. Zufällig begegnet Diele Rıtige dem Fürften, der fid) gerade im Walde auf der Jagd befindet. & wird auf das Hilferufen aufmerkſam und jo entwidelt ſich alles pm guten Ende. Der Fürit erjegt dem gekränkten Walter reichlid) des erlittene Ungemad) und ſchickt den Betrüger ins Gefängnis.

Das Stück enthält lauter jelbjt in jener Zeit altbefannte Per: imen und ift mit recht primitiven techniſchen Mitteln gearbeitet. Wert- voll ericheint allein der warmberzige Ton, in dem es abgefaßt ilt. dom Fürften ift genau dasſelbe wie in dem vorher beiprocdhenen Spiele a fogen: verblendet, aber innerlih gut. Um ſo ſchwächer iſt hier Kine ganze Figur no, ala er nur durch die Duldung ſolch eines Bifewichtes, nicht durch eine eigene ungerechte, wider beſſeres Willen md Wollen ausgeführte That ſchwach ericheint. Dieſes iſt wiederum der Fall in zwei Dramen, die die Abjegung eines verdienten Diannes bach den Fürſten als geichehene, vor dem Beginn des Dramas liegende Datſache Hinftellen und nur die Enthüllung allen Unrecht und die Belohnung des Unfchuldigen durch den Fürſten bezmeden. Sie jind don einander abhängig und behandeln denlelben Stoff. Das eine iſt an Schauspiel Rumhold?) des kurfürſtlichen Hofkammerkanzliſten Emanuel Mayer,“) das andere „Emilie Waldegrau” von Anton Uolph von Erenzin.

) Die glüdlicde Jagd. Ein rührendes Luftjpiel in zween Aufzügen. Auf: führt auf dem EHurfürftl. Theater zu Münden. Augsburg, Bey Conrad deinrich Stage. 1781.

N Rumhold, Ein Driginal-Schaujpiel in fünf Handlungen von E. M. Ründen, gedrudt bey Maria Magdalena Mayrinn, verwittweten Stadt: buhdruderinn. 1776.

9), Baader, Meuſel u. a. erwähnen ihn nid.

Emanuel Mayer und 4. v. Erenzin. 389

reinen noch nicht gänzlich ausgearbeiteten Rumhold der Preſſe zu über: eben.“ Sie lafjen fich deshalb nicht damit entichuldigen, weil fie wilde Schwächen der ganzen Zeitlitteratur find. Das Einzelne m Mayers Drama, da8 bei reiferer Ausarbeitung hätte ſchwinden Önnen, ift für uns in feiner mangelhaften Form nicht von Bedeutung. -Barum nun der Dichter gezwungen ward, jein Drama zu ver: öfentlichen, da8 giebt er felbit an. Häufiger wurde 1776 auf ber Keperihen Bühne „Emilie Waldegrau”') gegeben, ein Drama, das hieſelbe Fabel enthielt und leicht den Verdacht erwecken konnte, Mayers Drama ſei daraus entlehnt. „Allein mein Rumhold war vor etlichen Jahren eben das, was er jebt ift.... Mein Manuffript, das ich nur wenigen Perſonen (bald hätt” ich gejagt : guten Freunden) zum Durch— kien gab, kam ohne mein Wiffen, und wie ich’3 exit nachher erfuhr, in verihiedene Hände. Welch Wunder aljo! daß zween Köpfe jo auf Eins Hinausdenken konnten.“ Um aber feinen Zweifel an der Wahr: kit feiner Entichuldigung auffommen zu laffen, veröffentlichte Mayer das Drama in der vorhandenen Form.

Emilie Waldegrau jchließt ſich denn auch in der Hauptſache an Kumhold an. Hier feien nur die Unterſchiede und die auffallenditen Übereinftimmungen hervorgehoben.

Sn beiden Stüden liegt die unſchuldige Verurteilung und Ein: jehung der Güter Wanners bezw. Waldegraus ſchon um viele Jahre zurückk. Während aber in Rumbold der Verurteilte längft wieder im Bande lebt, unerkannt, felbft feinen Kindern untenntlih, kommt in Smilie Waldegrau viel mwahricheinlicher der Vater ala „alter Mann” angewandert (II, 4), nad) einer abenteuerlic) verlebten Zeit, die ihn betteln und darben ließ. Durch dieſe plößliche Ankunft, die allerdingd darin wieder recht zufällig ift, daß fie einen Tag vor der angejeßten Verhandlung des alten Prozeſſes erfolgt, wird das Glüd der Tochter jofort gerettet. Wallburg nämlich, der Graf Rumhold dieſes Stüdes, will Emilie Waldegrau mit dem v. Sergignon verheiraten, ım den Prozeß für Emiliens Vater um Jo ficherer durchzubringen. Sergignon ift Schleichheim, nur daß er hier noch einen gewiſſenloſen Behilfen bat, eine Zmeiteilung des Prinzips des Böſen, die dramatiſch berflüffig, ja Hinderlih it. Während nun aber Rumhold Schleid)-

1) Emilie Baldegrau, Ein Drama in fünf Aufzügen von Anton Adolph ın Erengin, Nördlingen, bey Karl Gottlob Beder, 1776.

390 Dramatiſche Litteratur.

heim ſofort durchſchaut und ihn mit aller fühlen Borfiht behandelt, if Wallburg unbegreiflicherweile von Sergignon ſo eingenommen (alfo wieder eine Zmeiteilung, denn auch der König traut ihm), daß er Emilien ihm zur Frau geben will. „Ihre Hand muß eure Feindſchaft tilgen“ (I, 3). Wallburg glaubt gewiß zu fein, daß Emilie Sergignons Hand annimmt, ja, er haftet (!) jogar dafür und liefert Sergignon, dem vermeintlichen Freunde und Schwiegerjohne des alten Waldegrau, alle Waffen in einem Geſpräche in die Hand. Hier greift der zurückkehrende Bater ein, je fort nad) der Erfennungsizene mit der Tochter (IM, 5): Er fieht in Eergignon den Heuchler. Nicht ihn, fondern ihren Geliebten Rovar foll Emilie heiraten. Sergignon ſchwört Rache an Bater und Tochter MWallburg tritt mehr in den Hintergrund und kommt auch nicht ſelbſt mie Rumbold fo nahe feinem Sturz. Genau wie Wanner wird Waldegrau durch Tiftig vom Könige erwirkten Befehl ind Gefängnis geichleppt. In Rumhold geht darauf der Bräutigam, bier die Braut (Emilia), jodann wie dort Rumhold, hier Wallburg zum König. In beiden Stüden wird der Heuchler durd) Briefe entlarvt, die abgefangen werden, in beiden erfolgt die Rettung in dem theatraliſch wirkſamſten Augenblide, ala Karl und Sophie auf Schleichheims Befehl erhoffen werden Jollen bezw. ala Emilie ſich das Leben nehmen will.

Auf zahlreid) übereinftimmende Einzelheiten einzugehen Lohnt fid nit. Crenzins Stüd ift bühnenmwirkfamer, einfacher; man merft den Schauſpieler. Über das Abhängigkeitsverhältnis kann in dieſem Falle fein Zweifel walten; indeffen hatte Erenzin in feinem für die Mündener Bühne gejchriebenem Erſtlingswerke ſchon 1774 einen ſehr ähnlichen Stoff in halbhiftoriihem Gewande behandelt. Zur Zeit Karls Il. von England jpielt das Trauerfpiel „Derbi oder Treue und Freundſchaft.“)

Durch die Ränke und Lügen zweier Höflinge iſt Graf Derbi, de‘ treuefte Freund Karls II. von England, geftürzt. Jene find Sandwid) ein Mann von Jataniicher Bosheit, und Palfy, ein franzöfiiher Mar

', Derbi oder Treue und Freundſchaft. Ein Trauerjpiel in fünf Abhand lungen. Ein Berjuch für die deutihe Schaubühne von A. X. v. Cr. Aufgeführt au dem churfürjtlichedeutichen Theater zu Münden. Im Jahre 1774. SALZBURE gedrudt in der Dofzafademiihen Buchdruckerey. Die zweite Ausgabe eridie: 1776 in Graz. „Bey Eröfnung des neuerbauten Schanjpielhauje® aufgeführ von der Jakobelliſchen Geſellſchaft den 9. Sept. 1776.” (Exemplar der Steier märkiſchen Yandezbibl., Joanneum, Graz).

Höfiiche Verhältniſſe in hijtoriicher Verkleidung. 393

aller gemütlichen Familiendramatik der englifch=gellertichen Aufklärung überordnet. So überihäumend die Leidenichaft, jo ſchaurig ift Die tumpfe Klage, öfter durd) tönende Worte ausgedrüdt. Als fie den hochzeitstrunk genommen, fühlt Amalie, die faft im ganzen Stüde in ſüberiſchem Wahnfinn und geängfteten Vorſtellungen lebt, ihren Tod. ‚Die Kerze loſch aus, brach ab; die Eule, fie heulte, mein Fürft!” ‚Sie wird heulen, über uns alle heulen” (V, 2). Vergils Aestuat ingens Imo in corde pudor, mixtoque insania luctu et furiis agitatus amor war das Leitmotiv des Dichters.

Es erübrigt, noch zwei Dramen zu betrachten, die in halbhiſtoriſchem Zuſchnitt höfiſche Verhältniffe behandeln und wie die vorlegt beſprochenen den Syürften „in der Klemme”, d. h. willenlos, machtlos zwischen Rinifter, Höflingen und dem Bolfe darftellen. Das eine, „Die

Najeſtät in der Klemme”, ein Trauerjpiel des Grafen Klemens Zorring, tft genau nad) dem Schema Derbi, Rumhold u. a. gearbeitet und läßt die Büte des Fürſten am Schluffe über jeine höfiichen Heudjler

triumphieren, das andere, das einzige von einer Frau gejchriebene

Drama, „Prinz Egid von Bretagne” von Catharina von Hefje, weift den energifcheren Schluß auf: Der Schwächling wird abgejekt.

In Törrings Drama!) ift König Heinrih * von England das willenloſe Werkzeug feines hberrichjüchtigen, betrügerifchen Miniſters Sudney. Diefer hat mit Hilfe des ſchurkiſchen Leibnrztes Butt den König durch geheime Arzneien fo entkräftet, daß er körperlich und geiftig zu jeder That unfähig ift. Die geplante Heirat des Königs mit einer ſpaniſchen Prinzeffin weiß Sudney zu bintertreiben, das englifche Volt dich Ausfchreibung fchwerer Abgaben zu knechten und den jür ben König eintretenden, vom Volke geliebten Herzog von Budingthal durch einen Spruch des beitochenen Staatärates (William Buttler!) zu ver: damen. Durch ein Billet, in dem er den Arzt auffordert, dem König eine Ichärfer wirkende Arznei einzugeben, wird jein Komplott verraten; das Volk murrt und Steht auf. Es dringt in den Palaft, Sudney wird erftochen, der Herzog Budingthal wieder eingejeßt, und jo die Majeftät aus der Klemme gezogen.

1) Die Majeftät in der Klemme. Ein Originaltrauerjpiel in fünf Auf: ügen. Bon G. K. v. T. S. Aufgeführt auf dem hurfürjtl. Nationaltheater. Ründen, 17186 bey Joh. Bapt. Strobl.

Katharina v. Heſſes Prinz Egid. 395

ergangen zu jein. Sudney fommt, um Budingthals ihm gefährliche den Zügen zu ftrafen. Haltlos wie ein Rohr im Winde ſchwankt der onig. Bier liegt ein Borzug gegenüber all den bis jeßt beiprodjenen o- Dramen, indem die Umftinmung des Fürſten nicht Hinter den ulifen durch irgend welche plößliche Enthüllung, jondern vor unfern ugen Schritt für Schritt vorbereitet wird. Endlid) fieht er aus den m verheimlichten Originalpapieren die finanzielle Mikwirtichaft, hört m dem unheimlichen Drängen und Murren des Volkes, das nad) abe an Sudney Jchreit, wieder ftellt ſich leiſe Ipielender Wahnfinn nem Berlangen nach klarer Einficht in das Qügengewebe entgegen, er ent da dringt das Volk in den Palaft, Sudney zu töten; der önig hört aus Sudneys Munde allen Betrug; alte Kraft und neue uverficht regen fich Ieife in jeinem Innern, er trat, lohnt und ſorgt ir jeined Volkes Wohl.

Das Drama der Katharina von Helle) „Prinz Egid von jretagne“?) ift gleichſam nur als ein Anfang zu dieſer Gruppe von stüden zu betradhten. Es ift zeitlich das leßte von ihnen und ver- xndet das Motiv eines ſchwächlichen, von Jedem zu lenkenden Yürften md eines ehrſüchtigen falſchen Höflings. |

Prinz Egid von Bretagne ift der Bräuligam der Elifabeth von dinant. Er hat zur Heirat die Einwilligung feines Bruders, des ierenden Herzogs, erhalten. Diefer hat jedoch in ſchwacher Stunde u dem Höfling Arthur von Montaubon jeine Nichte verſprochen. Nontaubon ſucht nun auf alle Weile den Prinzen beim Herzog zu ver- Vihtigen, worauf diejer in feiner Schwäche hört. Prinz Egid wird ins

" Katharina Reichsfreiin Boſſi von Löwenglau, geb. 1756 in München, in eriter Ehe vermählt mit dem preuß. Hauptmann Graf Morazani, in zweiter zit Rildelm von Hefie, gab in Gemeinſchaft mit-ihrer Schweiter heraus: „Unter: halungen in Abendftunden, Baterlands Töchtern geweiht,“ München, 1792, ſchrieb ‚Eimas für meine teutihe Schweitern, für Mädchen, Gattinnen und Mütter“, dann, wie Baader, Das gel. Baiern, I, A-K, 5p.500 angiebt, mehrere Trauer: diele und Luſtſpiele.

2) Prinz Egid von Bretagne. Ein original-Schauſpiel in vier Aufzügen. lus der franzöſiſchen Geſchichte bearbeitet von Catharina von Heſſe, Witt(w)e, bohrne Reichsfreyen von Boſſi. München, 1798. Bey Joſeph Lindauer. .— Aus den Zenſurliſten im Kgl. Kreisarchiv geht hervor, daß das Drama ſchon ı 10. Dezember 1794 vom Kurfürſten die Aufführungslicenz erhalten hatte. n Mai 1797 ſucht Lindauer um das Imprimatur nad).

396 Dramatiſche Litteratur.

dem Hartherzigen auf die Knie, beichwören ihn und erhalten die Frei— laffung des Prinzen. Abermals gelingt den Höflingen die Überliftung des Herzogs: Prinz Egid ſoll nun hingerichtet werden. Da tritt Graf Richemont für ihn ein, befreit ihn, macht ihn an Stelle des jämmer: lihen Herzogs zum regierenden Yürften und ftraft die höfiſchen Betrüger.

So der Schluß, den die Dichterin wählte. Dem geichichtlichen Her: gang entiprechend ift eine zweite Schlußwendung in einer angehängten Szene gegeben: Die Hilfe Richemonts kommt zu ſpät, Prinz Egid wird im Gefängnis erdrofielt.

Die oben gemachte Bemerkung, der Schluß ſei energiicher als der anderer Dramen bleibt mit Recht beſtehen, auch wenn wir jonjt dem Stücke nur weichliches, ſchwülſtiges Pathos zufprechen können. Daß hier der Fürſt einmal feine Schwäche nicht bereut, jondern daraus die ver nünftige Konfequenz zu tragen bat, ift um jo bemerfenswerter, ala der Schluß der Erfindung der Dichterin, nicht der geichichtlichen Überlieferung feine Wendung verdankt. Von geſchichtlichem Colorit ift überhaupt ın dem Drama nichts zu ſpüren. Daß die Perjonen im vierzehnten Jahr: hundert eben, melden eben nur die Namen und Ereignifje, nicht der Gehalt der Worte. Da ift von Menfchenliebe und Vernunft ganz im Tone des Aufflärungszeitalters die Rede. Einen originellen Eindrud macht das Drama nicht. Überall befannte Motive und Wendungen. - Aus dem Ritterdrama der Streit zweier Männer um eine rau, Kerker, Dazu der mitleidige Kerfermeifter, jodann aus andern Dramen leiſe an: Eingend: Die Szene zwiſchen Egid und feinem Freunde Tangui (I, $) an Julius von Tarent (Julius Aspermonte); die Szene I, 1 an 1,3 und II, 1 (Amalie und Franz) der Räuber; verichiedene Wendungen (I, 6 und II, 1) an Don Carlos (II, 5 und II, 1); die Charakteriftif namentlich am Schluffe an Fiesko u. |. w., kurz, ein nicht abfichtliches, aber deutliche? Berarbeiten lebendiger Eindrüde aus andern Dichtungen.

Überbliden wir nun einmal furz die ftattliche Reihe von Dramen, die die Verhältniffe der Gejellichaft erörtern. Bon der Grundbedingung alles ftaatlichen Lebens, dem Zuſammenſchluß zweier Individuen zu Schaffung der neuen Einheit-Familie gingen wir aus. Dabei mußt: notwendig dad Bürgertum in eriter Linie in Betracht kommen, da da; A und O der Gefundheit oder Schwäche des Bürgertum3 mit der Stärf oder der Zerjegung der Familie gegeben iſt. Alle Fragen der Zeit, di

Nationaler Gehalt der Dramen. 397

| Bildung des Einzelnen, Hebung des gefamten geiltigen und praftifchen bens abzielten, wurden, betrafen fie Bürgerfreife, innerhalb der Familie gehandelt. Diefe Enge, die in ihrer ſchönen Bedeutung die Poeſie des ürgerhaufes ausmachte, mußte erweitert werden, ſollten Standesfragen ne beim Adel durch das Drama eine Antwort finden. Gewiß mußte uch hier die Familie noch eine auf ihren engften Kreis allein ſich be- jehende Darftellung erfahren, da ja der Adel eben als Glied ber Ge: kllihaft nad) der Art und Weiſe feines Familienlebens beurteilt werden tote, und da die Anjchauungen, die der Adel aus Standesbemußt- in begte, innerhalb der Tyamilie, dem Wohnfig alles rein Menjchlichen, berbe Auseinanderjegungen hervorrufen mußten. Aber e3 zeigte ſich doch an neuer Zug. Nicht nur für die einzelne Familie, jondern für die giomte joziale Lage waren die verlegenden Sondervorredhte des Adels von Bedeutung. Und darum wurde für oder wider den Adel geichrieben, und die Familie nur als Einkleidung, ala Ausdrucksmittel der dee m des Drama hineingenommen. Dieje Berüdfihtigung ſchwand ganz m den höfiichen Dramen. Da tauchte der Begriff der Familie in dem Slamtbegriff Volk unter und des Volkes Wohl oder Wehe, abhängig von guten oder jchledhten, gut oder jchlecht beratenen Fürſten bildete dad Brundthema einzelner Dramen. Verlaſſen wir aud) diefe Grenze, nme wir Bauern, Bürger, Adel und Hof ala Einheit, jo kommen Bir zu ber Beiprechung des lebten Teiles der Dramen, die das nationale Beußtfein der Bayern im endenden 18. Jahrhundert zum Ausdrude hingen. Selbftverftändlich werden aud hier die Dramen innerhalb der damilie, oder in der Gegenüberftellung von Ständen und dergleichen Den Stoff behandeln; die Grundidee ift aber ftets das Nationale, das dertihe, öfter verengert, wenn aud) ohne Gegenjaß zu dem Deutichen, ie Baperifche. Auf doppelte Weife wurbe der Stolz, ein Bayer oder Zaticher zu fein, ausgeſprochen. Durch Stoffe, die der Gegenwart, und Ehoffe, die der Vergangenheit entnommen waren. Nur in leßteren im das ausdrüdlich Bayerifche neben dem Deutichen oder vor dem Deutihen zur Geltung.

Die Betonung des Deutichen lag ſchon in den Dramen nahe, die die Berjegung der Familie durch einen modiſchen Stuger, der meiftens ein Franzoſe war, behandeln. - Faſt überall finden fih dann kurze im Borübergehen gejprochene Worte, aus denen die Biederfeit und männ- he Befinnung des Deutichen gegenüber dem windigen, oberflächlichen tanzojen |prechen. Um nur ein Betjpiel anzuführen: in Edartshaujens

398 Dramatiſche Litteratur.

Hofrat treibt der Avanturier Mer. la Broche jein Weſen. Er ſpricht halb deutſch, halb franzöſiſch und ſucht auch mit feinen Partnern franzöfiih zu reden. Den Hofrat Seltenmann fragt er, ob er dieſe Sprache verjtehe. „Ja Herr Baron,” entgegnet diefer, ähnlich wie Leſſings Minna, „da Sie fich aber eben jehr gut im Deutichen ausdrücken, jo werden Sie mid) verbinden, wenn Sie deutſch reden wollten.“ Kaum aber iit der ihm in der tiefiten Seele verhaßte Franzoſe fort, da madt er jeinem Aerger in einem Selbitgeipräh Luft: „Ein Dann nad ber Mode! Ein mwahrhaftes Original! Armed Baterland, wo ift dein Stärke? einft hatteft du Männer, aber jet wollen deine Yünglinge | elende Kopien elender Originalien feyn; fie eilen nad) Paris, werden ı dort Weichlinge und Narren, und bringen die Thorheiten, Lafter und | Krankheiten zurüd. O armes, armes Vaterland! was wird aus dir | werden!” (9. Auftr.) | Zum ſcharfen Gegenjaß erhob die Bewunderung für ausländiide | und die veradhtete Gediegenheit deutichen Weſens Babo im jeinem Zuftipiel „Die Maler.” ') Er geißelte Damit zugleich eines der geifl: - loſeſten Vorurteile des Adels und lenkte die Beachtung auf den Künſtler, der nicht ein Franzoſe zu fein brauchte, um ein guter Künftler zu fen. . In Münden lebt der Bürger und Maler Ebrecht, deſſen Kunſt von der Gräfin Herrbad), dem Typus des Alamodiichen, verachtet wird, weil jie eben gar nichts Ausländiiches an fi) Hat. Die Werke des Maler? Glimour dagegen, der zuleßt vier Jahre in Paris lebte, lobt fie mit den jchmeichelhafteften Worten. Glimour ift über dieſe Ver: achtung Ebrechts tief empört, denn er liebt die Kunſt und fjchäht daß Talent des Meifters Ebrecht. Er überliftet nun die Gräfin, indem er, feine Werke für Ebrechts, und deſſen neue für die feinigen ausgiebt. Als nun die Gräfin über diefe entzüdt ift und die vermeintlich von Ebrecht gemalten abfälfig befrittelt, da wallt in Ebrecht der Zorn auf,. er erflärt der Gräfin den wahren Sachverhalt und jchließt mit den. ehrlih:polternden Worten: „ch Sudler, id) ex voto - Bildleinmaler, ic) Hanns Ebrecht, Burger und Maler allhier, ipse fecit!“ Peinlich beihämt zieht die Frau Gräfin von bannen. Glimour giebt fd vordem noch als Schüler Ebrechts zu erfennen, dem er alles in de

) Die Maler, ein Qujtipiet. Aufgerührt auf den churfürſtlichen National theater zu Münden. Münden, 1783. Bey Johann Baptift Strobl. Goel V, 262 erwähnt als erjte Ausgabe die Berliner von 1791. Nah Goed. zitier Haufen.

Die Maler von Babo. 399

Jugend gelernte zu verdanfen habe. Noch innmer hängt er voll Liebe an dem Ichlichten Meifter, aber nicht nur als Künftler, ſondern aud) as Menſch, denn er Tiebt Röschen, Ebrechts Tochter, und führt fie als rau Liebfte heim. Gerne überfieht man in diefem Luftjpiel die völlige Unmöglichkeit, 5 Blimour (ein Münchener Kind, das früher Glimm gehießen) un: tannt von Vater und Tochter (nad) nur vierjähriger Abweſenheit!) ieder im alten Kreiſe weilt und fich erſt felbft zu erfennen geben muß. ir die achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts, für das München diefer Zeit, dad Stüd wertvoll. Voller Stolz und Freude nennen wir unjer tündgen eine Kunftftadt. Nun, aud) in jenem Kleinen München, das um vierzigtaufend Seelen zählte, das fih aus aller Dumpfbeit erſt ngiam berauswinden und dehnen mußte, lebte jchon ein freudiger inn für die Malerei und Bildhauerkunft. Auf eigne Fauſt hatten tanz Kaver Feichtmayr, ein Bildhauer, und Ehrifttan Wink, ein Hof: aler, 1768 eine Malerakademie gegründet. Ste wurde 1770 durd) e Errichtung einer öffentlichen Zeichenſchule, an der beide ala Lehrer irkten, erjeßt. Der Bildhauer Roman Boos, ſodann der greife Ignaz eiele, aus eigener Anichauung mit Italiens Kunftihäßen vertraut, irtten außer jenen beiden als Lehrer mit. Nach der Natur wurde ter ihrer Leitung gezeichnet, jeden Winter hindurch Abends von fünf 3 fieben. Wöchentlich ftellte Defele einen neuen Alt. Männer wie deftenrieder juchten die Künftler zu ermuntern, ihnen Achtung im olfe zu erzwingen. Berühmte Werke der Gallerie beichrieb er, die eiſtungen bayeriſcher Maler, Kupferſtecher und Bildhauer fuchte er zu ärdigen. Eifrig trat er für öffentliche Kunftausftellungen ein. Dort nnte das Volt Adel und Bürger lernen, wie viel „natürliche eftesanlage, Bildung, Fleiß und Berftand. dazu gehöre, um etwas, 8 fih auch nur über das Mittelmäßige erhebt, zuftande zu bringen“. ann würde man aud) anfangen, hoffte Weftenrieder, „unjern Künftler d jein Geſchäft mit andern Augen zu betrachten als man thut und mcher würde mit heimlich zerfnirichtem Herzen davon geben, und teen, daß er nicht werth jey, dem Manne, aus welchem er ſich her nichts machte, Die Shuhriemen zu löjen!”') Eine ähnliche age von der verlegenden Geringadjtung der Künſtler, die Weltenrieder 3 „Salz der Nation” nennt, läßt nun Babo verlauten und ebenfalls

y über den Zuftand der Künſte in Bayern (1782).

Babo8 Dramen. 401

Babos „Maler“ ift das einzige Drama, das Münchener Berhält: ale bei der Betonung bes deutichen Elementes zum Borwurf nimmt. Die übrigen behandeln den Deutichen im Ausland.

In Babos Luftipiel „Das Winterquartierin Amerika" ’)ift der Deutiche dem Engländer gegenübergeftellt, ohne daß übrigens ein keonderer Nachdrud auf dieſen Kontraft gelegt wäre. Es ſchildert mehr de Freude der Zujammengehörigfeit zu einer Nation, indem zwei deutſche in Amerika ſich nach langer Zeit wiederfinden.

Bernau, Hauptmann bei den deutichen Truppen in Amerika, ift fir das Winterquartier zu einem deutichen Koloniften, Frank, gefommen. der Hauptmann und fein Korporal Werner lieben des Koloniften Iohter Wilhelmine. Um das Mädchen den frechen Nachſtellungen eines agliichen Kriegskommiſſärs zu entziehen, will Frank fie dem braven beutſchen Korporal zur Frau geben. Zugleich befennt er dem Haupt- mann reumütig, daß er vor 22 Jahren in Deutichland unter dem Amaligen Leutnant Bernau gedient habe, fahnenflüchtig geworben fei, ber ehrlich bereue. Der Hauptmann verzeiht ihm nicht allein, ſondern gebt ihm in dem Korporal Werner feinen Sohn wieder, den er vr 22 Jahren in der Pfalz als Hilflojes Kind zurüdließ. Geſchwiſter⸗ feude und Hochzeitsfreude, denn nun heiratet der Hauptmann Die Edmelter feines Korporals.

Bill man diefem mit den unglaublichiten Erkennungsſzenen und Iuföllen gelöften, im einzelnen nur ſchwach ſtizzierten Spiele etwas wie eme Idee entnehmen, fo ift es die Mittelftellung des Deutichen zwiſchen dem entarteten Engländer und dem Naturmenfchentum der Amerikaner. der Hauptmann meint von feinem Korporal, er fei „durd) die Politur mirs gefitteten Baterlandes fchon etwas verpfufcht”, den Gegenjat ‚bet natürlich die reine Unschuld der Pflanzerstochter. Daß diejer Haupt: een, der mit jenem SKorporal ebenjo herzlich und vertraulich fteht we Tellheim mit Werner, fchließlic des Korporals Schwefter heiratet, Meint auch wie ein Zugeftändni® an eine nur rein theoretiſch halt: te Forderung des Naturmenjchentumes, die Gleichheit.

Der Engländer in Babos Stüd ift nur in einem Syarbenton ge— Anders und ehrlicher Ichildert ein Luftipiel Heigels die

- HEN.

) Das Binterquartier in Amerika, ein Original-Qujtjpiel in einem Aufzug. Berlin 1778. Mir liegt diejer Nahdrud vor. Die erſte Ausgabe, die Goed. 0,262 verzeichnet, erichien in demjelben Jahre in Münden.

26

402 Dramatiiche Litteratur.

Engländer; dem deutſchen Manne, dem hier ein Lied gejungen wird, mögen fie nachſtehen als gefühllofe, nur auf Erwerb bedachte aber e3 ift thöricht, die Engländer wie die Franzoſen in Bauſch Bogen zu verurteilen, „Der engliihe Kaper“ ) ift ein Londoner Kaufmann, Rich, der zwei Kaperichiffe während ber Kriegszeit auf See halt. diefer Seeräuber meldet ihm einen bedeutenden Yang, zugleid auch, daß der Mann, dem die Beute abgenommen jei, ihm, dem das Leben gerettet habe. Durch diefe am Feind bewieſene edle de⸗ beſchamt, beſchließt Sir Rich, den wackern Mann und ihm alles Geraubte wieder zuzuſtellen. Der wackere Dann ein Deutjcher, Pirk. Freimütig geht er zu Sir Ric, ihn einen zu heißen und verzichtet auf die Auszahlung des ihm geftohlenen Pirk gewinnt durch jeine Redlichteit und feine fernige Gefinnung Kaufmann jo, daß dieſer den Befehl erläßt, beide Kaper von ber Ser zurüdzuziehen. Schließlich erhält Pirk des Kaufmanns Tochter zur Frau. Der Schluß vor allem ift mur für das Theatraliſche berehnek, aber der damaligen Zeit gerade durch feine Zufälligkeiten nicht un ſympathiſch gemejen: Pirk hat den Kaufmann zur Surückziehung der Schiffe bewogen und auf diefe Weiſe ein größeres Zutrauen zu dem Engländer gefaßt; darum erzählt er ihm jofort, er habe auf der eine wunberihöne Unbekannte geſehen, die er Tiebe. Auch fie liebe ihn. So handelt es ſich denn nur noch um die Feitftellung, daß jene [cine Unbefannte des Kaufmanns Tochter ift. Häufig wird von dem einzelnen Perjonen über die Vorzüge DB‘ Deutjchen geiprodhen. Miß Fanny teilt ihrem Kammermäddhen mit, ein Mann fei ihr auf der Straße begegnet, ber einen tiefen Einbrud auf fie gemacht habe. „Diejen Mann, Betfy, oder nie einen!" muß ein Deutſcher jein! „Sein denfender, feiter Blick, fein weblide, offenes Geficht, diefer männliche Ernſt!“ (I, 1.) Der Bericht, den Kaufmanns Kaper über die Lebensrettung durch Pirk jendet, enthält‘ viele Hinweile auf Pirks Nationalität. Er ift „in aller Betradikung ein Mann, edelmüthig, ohne Pralerey, groß mit Selbftgefühl, ohne Stolz, im Unglüd nicht niedergebeugt, ſich gegenwärtig in jeder Gelege: heit. Er liebt die Lektur, und weis jehr vieles ohne damit Staat ji

’) Der englifche Kaper, ein Original-Luitipiel in einen Aufzuge Münden, bey Johann Yaptift Strobel. 1781. =

Deutihe und Engländer im Drama. 403

en. Unjere Schriftiteller feine Lieblinge, und überhaupt fcheint er er Nation gut zu ſeyn.“ Der Bericht entzüdt den Londoner Kauf: 1 fo, daß er ihn ftet3 unterbricht: „Willkommen, braver deutjcher "2. „Sollit’s erfahren, braver deuticher Mann, daß ich ein ihenfreund bin” u. ſ. w. Als Pirk den Kaufmann aufjudt und Diener den fremden meldet, fragt Sir Rich: „Ein Fremder? Iſt's Franzos?“ worauf der Diener antwortet: „Nein, Sir, ein Franz: ı fann’3 nicht jeyn, er trillert und pfeift nicht, ob er gleich jchon Weile im Borzimmer iſt“ ... Als Rich und Pirf über die ſchöne fannte |prechen, da macht der Deutiche dem Britten gegenüber feine yauungen von Liebe und Ehe geltend. Sir Rich Jucht den ent- mten Deutjchen zu beruhigen; er meint ſehr vernünftig: „Iſt's mir junger Mann, ala beftünde Ihr Unglüd nur in Ihrer Einbildung3- . Sie haben das Mädchen nur ein einzig Dial gejehen, nicht ein= geiprochen, werden Sie kalt, Freund, und überlegen Sie“... Da t die Flamme in dem Deutichen auf. Fannhy tft ein „Engel des mels“. Kalt überlegen? „Wem beym erjten Anblick feines Mädchens Herz nicht jo gewaltig pocht, daß es alle Adern zerichlagen möchte, ihm nicht laut ruft: Steh, bier ift die Gefährtinn deines Lebens, mag wohl jeiner Familie Erben geben, feine Glüdsumitände ver: m, mag ein ruhiges Pflanzenleben führen; aber jene jegenvolle, greitliche Wonne, die Gottes Huld in gegenfeitige eheliche Liebe ge— bat, kann er nie fühlen; der falte Britte mag wählen, und len, und feine Glüdfjeligfeit nad) Guinen und Sterling berechnen, deutfhe Mann liebt fein Weib, und weis auch im Elend glüd- zu ſeyn.“ Berjöhnlicher indeſſen Eingt, was jpäterhin der Deutiche den Engländern jagt. Er mödjte „ein Engländer ſeyn, wenn er Deuticher wäre”. Die englische Tapferkeit, die engliſchen Schrift- er leuchten als Muſter voran. Nur die „verdammte Kaperey” Toll hören. Pirk schließt das Stück mit einem fräftigen Lob feiner Lands— e. Sie find Männer wie die Britten. Und damit dem Bunde der te nicht fehle, hat Pirf kurz zuvor dem Kaufmann die gehäffige einung über die TFranzofen genommen und hinzugefügt: „Wenn die anzojen fich ihre Gattinnen in London wählten, wie ich, jo würde die imonie unter den zwey braven Nationen dauerhafter hergeftellt werden, 3 durch alle möglichen, noch jo hoch garantirten Friedensſchlüſſe.“ rutliher tritt nirgends zu Tage, wie ſehr das Stück aus feiner Zeit aus geichrieben ift. 26*

404 Dramatiſche Litteratur.

Nicht fo günftig lautet das Urteil über die Franzoſen in dem Luft: _

ſpiel eines mir unbekannten Berfaffer® „Der Baier in Paris“.) Ä l

Herr Haßtrug, ein biederer Münchener, hat fi mit feinem Diener Anton, einem ehrlichen handfeſten Kerl, nad) Paris begeben, um das vielgerühmte Leben dort fennen zu lernen. Trotz jeiner Berficherungen, er werde fich nicht betrügen laſſen, Jällt er in die Hände zweier Beutel: Ichneider, des Abbe Sabre?) und Chevalier Moine, die mit Hilfe einer - Iuftigen Grifette, Mme. Larufa, dem vertrauenzfeligen Bayern einen wert: vollen Ring und 30 Louisd’or entloden. Schließlih merkt Haßtrug noch vor weiteren Betrügereien, wie dumm er fi hat fangen laſſen. - Er verläßt ſchleunig das Hotel und zieht zu einem Kaufmann, derifm empfohlen war, um Paris acht Tage von anderer Seite fennen zu lernen.

Es iſt unnötig, einzelne der zahlreichen Gegenſätze zwiſchen dem ſoliden Deutichen und dem leichtfertigen Franzoſen hervorzuheben. Auch auf München ift Bezug genommen, indem der Diener Anton erzählt, in jeiner Vaterftadt gäbe es aud) leider „eine Menge Geden, bie unſre alten Landesfitten gegen Prunf und Tand vertaufcht haben. Sie find jo a la mode, daß fie ſich eine Ehre daraus machen würden, wenn man fie über der Verführung eines ehrlichen Weibes oder Mädchens ertappte” ... Der Kern der Deutichen, Hier befonders der Bayern, wird jedod) ala durchaus gejund gejchildert; und wenn fi auch Herr Haßtrug eingeitehen muß: „was für ein Rindvieh war ich doch,“ jo wird diefe Derbheit, die gut bayeriſch ift, aufgemogen durd) das Be wußtjein, daß es „beiler jei, betrogen zu werden als zu betrügen“.

Diejer Hinmeis auf die Ehrlichkeit und weiterhin auf die Strenge und Einfachheit der Sitten kehrt ala Grundzug in allen Dramen wieder - die deutiches Welen rühmen. Er verjöhnt, wenn er nicht gar zu ſeh F in Deutjchtümelei ausartet, wenigſtens einigermaßen mit der entjeglihest Bebürfnislofigfeit nad geiftig wertvollerer Nahrung. In ihm Tiegt dee

a. 4. 2

») Der Baier in Paris. Ein Luftipiel in drey Aufzügen. Münden, 178-8-- Bey Johann Baptift Strobl.

2) Zenjurfchreiben dd. 17. März 1784 (Kgl. Kreisarhiv Münden): „I unnütze Perſonnage des Abbés ift auszulaſſen und in eine weltliche zu über” tragen; der ehrwiürdige Stand eines Minifter® des Altar gehört jelten, rt diefer Gejtalt aber gar nicht auf da3 Theater. Die anjtoßenden Stellen ID er den Charatter der deutichen und franzöfiihen Nation ſowohl als Montgolfie 8 LKuftball . .. find zu Streichen.

Erwachendes Nationalgefühl. 405

Parallele zu der großen nationalen Bewegung, die fich auf einem andern Gebiete des Dramas und der Litteratur als Vorläufer der gewaltigen politiichen Entfaltung des deutſchen Nationalgefühls zur Zeit der Frei— beitäfriege geltend machte. Mit dem Namen Klopftod und mit Goethes Göß ift diefe Bewegung bezeichnet. Sie umfaßt die Erwedung des deutſchen Altertums und des beutjchen Mittelalters. Auf wifjenichaft- ı ihem Gebiete hat fie in der Herausgabe und Überfegung alter Dichtungen ihren Ausdrud gefunden. Nicht etwa hiftorijches Antereffe, jondern eine fat perfönliche Fühlung und Spentifizierung des Einzelnen mit den Helden und Geftalten der Borzeit jchaffte diejer geiftigen Strömung freien, vorwärtsdrängenden Lauf. Ein Mifbehagen an den Zuftänden der Zeit, ein Mangel an fernigen, gewaltigen Naturen half diefe ver: tunfene Welt wieder beleben. Das Nationalgefühl, das durch Friedrid) den Großen, den Helden des fiebenjährigen Krieges, im proteftantifchen Rorden genährt war, und neben den Fräjtigen Kriegaliedern das un: erfreuliche, ungefunde Ballen deutſchtümelnder Barden hervorgebracht hatte, dad, mit dem Sturm und Drang, mit Göß in eine neue Form gegoffen, immer nachbrüdlicher die politisch = fozialen WVerhältniffe der Gegenwart mmfierte, dieſes Nationalgefühl ließ fich nicht wie eine litterarifche Etrömung auf ein Volk ableiten, das kaum aus Ketten und Banden befreit war und das Haupt noch nicht in eigenem Stolze erheben konnte. De Aufllärung, die ſich Bayerns erft annahm, al im Norden die für dad Baterländifche in jeder Form eingetretene Dichtung längft tiefe Burzeln geichlagen hatte, war ohnehin für die Pflege des National: gejühls nicht günftig, ja fie ftand ihm fogar in gewiſſer Hinficht feind: ih im Wege, fo dab ſich 3. B. ein fo ehrlicher Patriot wie Babo in tn „Gemälden aus dem Leben eines Menſchen“ gegen die Aufklärer Kandte. Für Bayern mußte erit die doppelte Forderung erfüllt fein, de der Sturm und Drang erfüllt ſah. Es mußten das Bewußtfein 68 perfönlichen Wertes, die Erſchließung der Gefühlswelt einerfeit3 und detbayeriſche fiebenjährige Krieg andrerfeit3 erfüllt fein. Dieſes Kihah mit dem bayerijchen Erbfolgefriege, der mit der Exiftenzfrage in großen Landesgebietes den Bayern ſtark berührte und zugleich durd) ve Pläne Karl Theodors, die den Unmut des Volkes, des treu be— Ingten, patriotifchen Volkes hervorriefen, jenes war durch die allem Mhtern-doftrinären abholde Rouffeauiiche Philofophie allmählich erreicht. Run ſann der Bayer mit Herz und Berftand über feine Vergangenheit ua und entdeckte eine reiche Fülle ſchönſter Eigenfchaften in der Ge-

406 Dramatijche Litteratur.

ihichte jeiner Vorfahren. Daß diefe Eigenichaften, die an einzelnen Geftalten typiich wahrgenommen wurden, die vermöge ihrer fittlichen Qualität ala Muſter und Vorbild dienen fonnten, daß fie für bayeriſch ausgegeben wurden, eben weil fie aus bayeriicher Geſchichte genommen waren, darf man nicht ala thörichten Partikularismus auslegen. Es war befler, daß fi) da8 aus geiftiger Unthätigkeit erwachende Bolt feines eigenen einftigen Ruhmes bewußt wurde, ala daß es für eine deutihe Nation geſchwärmt hätte, die ja nur ein fragmwürdiges Aus- ſehen hatte und die ja nur auf dem einen Gebiete der Literatur etwas wie einheitliche nationale Empfindung zuließ. Dazu fommt, daß diejen Dichtern, die Bayerns alte Herrlichkeit, bayerifche Tapferkeit, bayeriſche Zucht und Sitte, bayeriiche Treue priefen, häufig genug das Wort „Deutſch“ in die Feder fam. Mit der Bezeichnung „Ausland“, „aus ländiſche“ Fürſten war an ſich durchaus feine Geringſchätzung verbunden! Die Ablonderung Bayerns in allen religiöjen und geiltigen Fragen wirkte bier nad. Daß daneben diefe Bezeichnung den tadelnden ab- urteilenden Sinn bier und da annahm, fällt faum in? Gewicht. Es gefhah nur aus einem lÜbereifer, der für jene Zeit auch den Nicht: bayern nicht unſympathiſch berührt. Wer aber hätte, wenn er bayerijdy- patriotiiche Dramen ſchrieb, auch im Ernit „das übrige Deutſchland als ‚Ausland‘ herunterjegen” jollen, wie Hauffen glauben machen will? Ein Bayer Deutichland berunterfegen? Und das in einer Zeit, wo Friedrich der Große die Selbftändigfeit Bayerns gerettet hatte? Tyriedrid der Große aber, aljo Preußen bedeutete Deutichland. Die Intereſſen, die er vertrat, waren nicht ſowohl preußiſche ala deutliche. Und Friedrich der Große genoß bis zu feinem Tode in Bayern dankbare Verehrung. ’) Meftenrieder fliht nit aus Zufall in den Roman vom üngling Engelhof die ſympatiſche Figur des preußiſchen Offiziers; Friedrichs Zod aber erit Tieß die wahre Stimmung laut werden, die in Bayerra

') Kitterariiche Reifen vom Geheimrath Zapf,. Erſtes Bänden, Nu, umgearbeitete, vermehrte und verbejlerte Ausgabe, Augsburg 1796, 8.3: „Scho m unter dem Thore [in Münden im Auguft 1780] hörten wir fingen und w ür wunderten ung über den frohen Muth der Soldaten und wunderten un? nd mehr, da ſie voll Enthujiaim ein Lied zu Ehren des Königs in Preußen Friedrichs II. des Einzigen fangen. ... Fünf Jahre vorher hätte Yıch diefes feiner in Baiern unterfiehen dürfen, was damals laut und Öffentlich geihah. Allein eben dies ift ein Beweiß, wie oft eine einzige Begebendeit auf die Denkungsart ganzer Nationen wirft und ſie völlig umftimmt.“

Bayern und Deutichland. 407

über den „ausländiichen” Fürſten Herrichte: Oden und herzliche Nach— rufe feierten den Retter von öfterreichiichem Joche,

Der Keiner war von Witteldbad)

Und doch jv gut den Bayern.

Gegen Öjterreich allein kehrte ſich die Spite einzelner Ritterdramen, was aber wiederum nicht, wie Hauffen anführt, der Grund zu dem Berbot der Aufführung aller Ritterftüde in Bayern war. Wir werden darauf noch zurückkommen müſſen. Auf die einzelnen bayertich-patri- otiihen Dramen einzugehen, jcheint mir in Rüdjicht auf Brahms Studien über das Ritterdrama, die diefer Gruppe ein eigenes Kapitel einräumen'), unnötig; aud) über den Grafen Zörring, neben Babo die anziehendite dichteriiche Perjönlichkeit finden ſich bei Brahm und in anderen Werfen ?) genügende Aufſchlüſſe. Wenn auch manche Einzelheit in jenen Studien nicht befriedigen kann, fo giebt doch das Gejamtbild einen flaren Über- blick. Hier könnten höchſtens noch die einzelnen Abtönungen der mehr oder minder jcharf Hervortretenden vaterländiichen Tendenz aufgededt werden, indeſſen fcheint auch hier das Wichtigfte geſagt. Über verfchiedene Veränderungen des einen Grundthemas fommen ja alle diefe Dichter niht hinaus. Während aber aus den Dramen des Grafen Zörring, deſſen Beichlecht den Wittelabachern an Ruhm und Alter kaum nachſtand, fark die perſönliche Meinung und der perjünliche Stolz jpradhen, mußten die Bürgerlichen allem das Ehrenwort bayeriſch leihen, was ihnen in den Stoffen der bayeriſchen Geihichte an großen und edlen Thaten ud Gefinnungen auffiel, fie mußten ihre Empfindung dem Stoffe anpaffen, fie ſuchten zu unterftreichen, wo eine vornehme Natur, wie Graf Zörring durch die Schilderung der That allein wirkte. Und darum führte das ehrliche Beitreben, den Ruhm des DBaterlandes zu fingen und durch Schilderung ber Vorfahren die Zeitgenoffen zu vater: indiidem Empfinden und Stolze aufzumeden, ja durd) die Thaten der Vorfahren moraliſch auf die Landaleute zu wirken, zu jenen kindlich— miven Übertreibungen, die einen tapjeren Helden einen bayerifchen helden, eine züchtige Frau eine bayerifche Frau, ein treue Herz ein

) Otto Brahm, Das deutiche Ritterdrama de3 18. Ihdts., Quellen und derungen, 40 (1880). Fünfte? Kapitel: Bayeriſche Patrioten

2 Über dag Nitterdrama, über Babo und Törring vgl. Adolf Haufen, das Drama der klaſſiſchen Periode. I, in Kürfchners Nationatliteratur, Wand 18, &. VIL ff. S. 3 ff. über Babo vergl. Allg. D. Biographie, 1, 726. Beilage Rt Allg. Ztg. 1886, Wr. 283 (12. Oftob.).

408 Dramatifche Litteratur.

Bayernherz u. |. w. nennen. Wie weit jene Einfühlung ging, bemeift Babo. Er war fein Bayer und doch legte er feierlichen Nachdrud auf bayeriijde Stammesart, auf bayeriſches Blut. Es ift dabei nit möglih und hieße aud) ungerecht urteilen, Babos Batriotismus unehrlich und gefünftelt zu nennen. Immerhin bleibt aber die Wandlung in feinen Dramen auffällig und zugleich charakteriftiich dafür, wie ftarf die Zeitftrömung in Bayern auf eine Verherrlichung bayeriichen Weſens namentli) in der Vergangenheit den Einzelnen bindrängte. In dem militäriihen Drama „Arno“ (1776) war ein Haud) von dem im Norden durh den alten Fritz erfämpften und erwedten Nationalgefühl zu jpüren, das „Winterguartier in Amerika“ in Dtannheim verfaßt, in Münden gedrudt wies einen pfälzischen Offizier, einen Pflanzer, der früher in der Pfalz gedient hatte, auf, das Heldengediht „Die Römer in Teutſchland“ ließ politiich wertloje, recht verſchwommene natio- nale Ideen im Bardengeheul ertönen, dann folgte auf den Übergang, nachdem Babo in Münden heimiſch geworden war, das bayerilch- patriotiide Drama: „Otto von Wittelsbach.“ Hier bildete mit einem Male das bayeriſche Element die Krone alles Deutſchtums. Bayeriſche bezw. Münchener Sitten behandelte Babo ſodann noch in jeinem Luft: Ipiele „Das Fräulein Wohlerzogen“. Als aber in München die jo plötzlich aufgeloderte Flamme vaterländiicher „inländiſcher“ Dichtung eben Jo plötzlich erloſch, da jchrieb aud) Babo nichts Vaterländiiches und In— ländijches mehr. Aber er jchrieb weiter, während die Zörring, Nagel, Mayr, Lengenfeld mit ihren vaterländiſchen Dramen zugleich von der Bildfläche ſchwanden. Das iſt für Babo bezeichnend. eine erften Dramen hatten nichts von bayeriicher Ehre und Größe gewußt, feine nun folgenden wußten aud) nichts mehr davon. Offenbar jchien e8 ihm gleichgiltig oder ausfichtslos, was er jo warm verteidigt Hatte, weiter zu verfünden.

Dem plößlicdien Aufhören der vaterländiihen Dramen entiprad) die ftet3 in den Superlativ erhobene Begeilterung. Ihr Ton war von Lengenfelds „Ludwig der Bayer” (1780) ausgegangen, wurde möglidjit laut und vernehmlid) aufgenommen (jo vor allem von Beda Mayr in „Zudwig der Strenge”, Einzinger von Einzing in „Ludmillens zu Bogen Brauttag”, Anton Nagel „Der Bürgeraufruhr zu Landshut”) und ver: hallte jchließlic in Hübners „Gamma“, wo der Heldengeift Bojariens noch einmal ziemlid) unverhüllt in einem vaterländiihen Stoffe gepriefen werden fonnte. Die einzelnen diejer Dramen hat Brahm beiprochen.

410 Dramatifche Litteratur.

fteigt von Welt zu Welt auf Diamantleitern der grauen Emigfeit inan” .... Doc vielleicht bringen Eriegerifche Beratungen den echten Stil. Da übergiebt Pfalzgraf Otto von Bayern das „Ereditivfchreiben“, nun zwar nidjt der verbündeten Regierungen, aber aller Kreuzfahrer (l, 4), meldet die „Strapazen der Garniſon“, verfihert dem Türken, Herzog Gottiried biete „ſehr reipeftable Accordspuntte”, ftellt anheim, zwei Offiziere „als Geifel auf ſichern Paß und Repaß in? Lager hinaus zu Ichilen, und zu beitimmen, welche Commiſſarien zu den vorhabenden Tractaten fommen ſollen“ ...., fichert einen „bonorablen” Abzug zu, u. ſ. w. u. ſ. w. Bon „forcierten Märſchen“, „Pontonsbrüden“, „Bagage“, „Fouragierern“, „Marquetendern“, „Poſitur des Feindes“, „Ordre der Schlacht', und anderm muß der ehrliche bayeriſche Held des elften Jahrhunderts in einemfort reden. Der Sprache entſpricht der Gehalt, jo daß ich hier feine weiteren Proben zu geben brauche. Wich— tiger ift die Betonung des Bayeriichen, die in diefem Drama in größter Treigebigfeit angebracht iſt und zugleidy ala Beiſpiel für die andern bayerifch-patriotifchen Dramen bier furz betrachtet werden mag. Das PVerjonenverzeichnis weiſt Otto, Pfalzgrafen von Bayern, und jeinen Bruder Edard, Grafen von Scheyren, der Bundſchuh zugenannt, auf. Unter den Kreuzfahrern find „Longobarden, Lothringer, Teutiche und londerbar Baiern“. Kühnere Helden als diefe Bayern find jchlecht- hin undenkbar. Graf Edard jpriht: „Ich und alle Batern brennen wie die Löwen, uns um die orientalische Chriftenheit verdient zu machen.” „Der Baier ift gewohnt, Hunger und Durft. Hi und Kälte zu er- tragen, und das wenige, was er zu jeinem nöthigen Unterhalte braudıt, mit den Säbel in der Hand einzuärndten, und dem Feinde abzujagen.“ „Was wir Baiern Gott zu Liebe mit angebohrner Großmuth anfangen, dad endigen wir auch mit Standhaftigfeit,” oder „Wenn der Baier etwas Großes zu unternehmen fich einmal feit in Sinn gejeßet, jo vergibt er Eſſen und Zrinfen darüber: Er fann jodann Qunger und Durst leiden, daß ihm die Gedärme einſchnurpfen möchten, ob er jonft ichon brav effen und trinken mag.“ Nur „eben diejer martialiiche Enthuſiasmus“ läßt den Bayer alle Strapazen ertragen. Vom Grafen Eckard heißt es: „Er hat ein baierijches Herz und das ift mir genug.” Im Lager will Gottfried von Bouillon dem Pfalzgrafen Otto „einen Becher Chocolate, oder ein Schälhen Caffee“ anbieten; doch Pfalzgraf Otto Sagt: „Herzog! ich bin ein Baier! Wie der größte Theil meiner Landsleute bin ich von Jugend auf gemöhnt einen friihen Trunk

Forderung einer Nationalihaubühne. 411

Waſſer . . . oder höchſtens eine warme Bierjuppe zum Frühſtücke zu beftimmen.” Auf diefe Weiſe wird die Raubheit und Zapferfeit der Bayern nod) oft gepriefen. Beim Sturme auf die heilige Stadt kämpfen fie an den gefährliditen Stellen. Sturm auf Sturm iſt unjer Wunſch rufen die Bayern, worauf alle Lothringer und Teutſche rufen: „auch wir wollen nicht die legten jeyn: Baiern und Teutiche gehören zujammen. Ein teutſches Blut, ein bairiſches But! Ein Schurf, der nicht mitlauft!” (Ill, 7.)

Mit diefem Rufe nehmen wir Abſchied von den einzelnen Dichtern und ihren Dramen. In dieſem Aufe ift die Grundanſchauung ent- halten, die fie alle bejeelte, auch wenn da8 Wort Bayern im Border: grunde Stand.

But bayeriſch, aber nicht zum Nachteile des Deutichen. Auf jeden Tall national im Gegenjag zu allem Ausländiichen in unferem Sinne. Nun erft können wir die Trage betrachten, die praktiſch und theoretiſch zu löjen verjucht wurde, die Frage nad) der Nationalfhaubühne. Bei ihrer Betrachtung faſſen wir zum Schluffe die Entwidelung bes Bühnen: weiend in München und die einheimilche Dramatik zufammen und meſſen den Erfolg an dem durch die Theorie aufgeftellten Maßſtab. Zu diefem Zwecke ift es nötig, ben Blid auf die Bühnen und Litteraturgefchichte ganz Deutichlands zu richten und in Kürze die Hauptvertreter der yorderung einer Nationalihaubühne zu nennen.

Gottſched hatte die Vorausſetzung geichaffen, die allein die Frage einer Rationalichaubühne ermöglichte ; er hatte Drama und Bühne wieder änander genähert und zu gegenfeitiger Erziehung Dichter und Schau: Irieler berufen. Aber Gottiched „der Deutſche“ hemmte mit feiner nüchternen Vorliebe für franzöfiiche Korrektheit, für unmahre Leiden- haft jede nationale Entfaltung der Litteratur. Wollte er nur Gegen: fände der alten Gefchichte und Sage in den Dramen behandelt willen, fo trat kurz darauf Johann Elias Schlegel zum erjten Male mit der Forderung nad) nationalem Stoff und Gehalt auf. Er ftellte ſich be:

wußt Gottſched gegenüber und begann deſſen „verfehrte Begriffe nieder: zureißen“. Schon 1747 verfaßte er die allerdings erjt 1764 ge- druckten „Gedanken zur Aufnahme des däniichen Theaters”, die das Weſentliche feiner Forderungen enthalten. Er wendet fich gegen die Deutichen, die aus ihrem Theater nichts anderes als ein franzöfiiches in deutſcher Spradye gemacht hätten. Er erkennt zuerſt die und billig dünfende Wahrheit, daß „ein Theater, welches gefallen joll, nad) den

412 Dramatiſche Litteratur.

befonderen Sitten und nad) der Gemütsbeichaffenheit einer Nation ein- gerichtet jeyn muß, daß Schaufpiele von franzöſiſchem Geſchmacke in England, und von engliihem in Frankreich gleid) übel angebradyt jeyn“ würden. Sofern freiliy fremde Stoffe urteilt Schlegel mit Recht weiter allgemein menſchliche Züge aufweilen, find fie durchaus nicht zu verbannen und ein großer Dichter wird fie überall mit ficherer Aus- ftcht auf Erfolg behandeln dürfen. Wie jehr iſt gerade hiergegen in den nächlten Jahrzehnten gefündigt worden! Man verwarf auf einmal alles, wollte um jeden Preis national jein und geriet in dem fyeuereifer, volfstümlich zu fein, auf den Irrweg einer unmwahren, rein phrafen- haften Deutichtümele. Man übertyrannte den Tyrannen. Nur als überhaftige Reaktion gegen franzöfiiche Geziertheit ift diefes Symptom zu erklären. Für die Bühne hätte die Hermannsſchlacht nur jchäd- lihe Folgen haben müſſen, wäre nicht der gelunde und weit ftärfere Gegenjag mit Leſſing erichienen. Leifings Streben war durchaus national. Aber er wußte, daß fich die Trage nad) einer Nationalichaubühne weder von hente auf morgen, noch überhaupt durch abfichtliche Wahl von lauter nationalen Stoffen löſen ließ. Daß „wir noch immer die ge- Ihmorenen Nachahmer alles Ausländiichen, beſonders noch immer die unterthänigften Bewunderer der nie genug bewunderten Franzofen find“, bradhte ihn zu der heilfamen Ausrottung alles franzöſiſchen Bühnen- plunder8 (leider aber auch der Meifterwerke); dagegen wies er auf Shafejpeare nachdrücklich hin. Da lag Nationales in tieferem Sinne, da jand er leidenjchaftliche Jünger. Shafejpeare war für Herder das Muster, dem unfer deutliches Drama nadyzuftreben habe. Auf Herders Mahnen hörte der junge Verfaffer der Schrift über Erwin von Stein: bad), der Sammler von Bolfsliedern, der Dichter des Götz! So ent: ftand neben Leſſings fünftlerifch= vornehmer Wahrung des Formalen wieder eine wilde Gärung. Die Jungen wollten wieder klüger jein als die Alten; als Entihuldigungs: und Schlagwort griff man Gerſtenbergs Genie auf und nun ftampfte über den achtſam und fein vorbereiteten Boden der deutichen Litteratur eine wilde, zügellofe Schar, deutſch bie ins Mark, oft „undeutſch deutih” (Tied). In diefem Jahrzehnt tauchten die eriten „National: Schaubühnen” auf, wenn man von der Hang burger mißglüdten Unternehmung abfieht. Leſſing jpottete über mi, Mannheimer Nationalſchaubühne. Schon in der Dramaturgie hatte or ausgerufen: „Über ben gutherzigen Einfall, den Deutichen ein Natiorn al⸗ theater zu verſchaffen, da mir Deutiche nod Feine Nation find.” Max ın-

Bayerische Nationalbühne. 413

heim konnte ein pfälziiches Nationaltheater allenfall3 fein eigen nennen. Richt von der „politiichen Verfaſſung, jondern bloß von dem fittlichen Charakter“ der Deutichen Hatte Leſſing nationale Einheit als Vor: bedingung einer Nationalbühne verlangt. Bier werden mir einen Bideripruh und eine Parallele bei zwei bayeriichen Xheoretifern, Weſtenrieder und Strobel, finden. Jener glaubte allerdings, daß dem fttlihen Charakter nad die Deutichen eine Nation Jeien. Bon der Komödie um dieje zunächſt zu betradjyten forderte er inländiſche Stoffe, wie wir bereit3 gehört haben. Aber er glaubte damit feine provinzielle, jondern eine Nationalbühne zu ſchaffen. „ES barf nur jede Provinz diejenige Charaktere und Sitten, die bei ihr angetroffen werden, bearbeiten, um am Ende etwas Nationelles, etwas, dag in ganz Deutichland zu Haufe ift, herzuftellen.“ Und nun madıt er eine ſehr feine Bemerkung: „Unſere Berfchiedenheiten im Sittlichen ver: halten fi faſt immer, wie die Berfchiedenheiten unjerer Mundart, welhe überhaupt im Weſen der Spradje nichts ändern.“ ') Für ihn war aljo die dee, eine Nationalſchaubühne zu Ichaffen, durchaus fein „gutberziger Einfall“. Ganz anders Strobel. Er hielt eine allgemeine deutiche Nationalichaubühne in jeiner Zeit für unmöglich, „weil beutjche Bitte, nad) Erdftrichen betrachtet, mehr ala in einer Rüdficht, bunt: Khedigt und mannigfaltig, an Grenzgegenden bejonders fo ſehr ver: manciert, und in Nachbarsfitten verflößet it, daß es beynahe un möglich ſcheint, alle dieſe Verflößungen, Nuancen und Sittenarten aus- gleichen, und eine allgemeine deutſche Nationfitte herzu— Rellen.“ 2) Beſchränken wir unjere Wünfche mit dem einzigen, daß wigft unfer Baterland Baiern cine Nationalſchaubühne, me baierifhe Schaubühne befigen möchte,“ fügte er dann hinzu, ducchaus im Banne Iofalpatriotiicher Gelinnung. Bald darauf geriet a mit Marchand in einen öffentlichen Streit, in dem er dem Direktor dr Nationalſchaubühne die Schuld an der Verwelſchung des Theaters wihrieh. In diefem an ſich fruchtlofen Kampfe befehrte fi) num aber Ötobel mehr gezwungen als willig zu der Anficht, daß doch eine Mlle Nationalbühne nötig und möglich jei. Es galt ja, dem weljchen Eafufle Marchands gegenüber das Nationale zu wahren, und es galt

) Son dem Zuftand des Theaterweſens in München (1782), Werte, ı %2a ) Allgemeine Begriffe von einer Nationalihanbühne, Dramat. Lenior, L heit, Beinmonat 1782, ©. 16.

Preisausſchreiben für nationale Dramen. 415

auch fie dem Luſtſpiel (Schaufpiel), d. h. den meiſt in der Gegenwart Ipielenden, einer Nationalfitte entſprechenden Stüden ihre Beachtung geichenkt haben. Einjeitiger wurde die theoretiiche Forderung, wenn fie auch dem Trauerjpiele nationale Stoffe vorjchreiben wollte. Da war nicht nur der Mangel einheitlichen fittlichen Charakters, jondern der viel ſchwerer ins Gewicht fallende, handgreifliche Mangel an politiicher Ein— heit ſchuld, daß jedes Land ſeine provinzielle Nationalbühne zugeiprochen erhielt. In dem Beltreben, vaterländiiche Traueripiele gleichſam ala Offenbarung aller Dramatik zu erreichen, waren Weftenrieder und Strobel einig. Jener duldete, wie wir bereitö gehört haben, von fremden Zrauerfpielen nur ſolche, deren Empfindungswelt, deren Sitten und An— ſchauungen feinem bayeriichen Volke nicht unverftändlich waren, war aljo nicht Afthetifer, fondern wie immer und überall Pädagog. Hatte er ſelbſt in feinen Trauerſpielen Stoffe wie König Saul und Marc Aurel behandell ohne daß wir freilid) wiffen, ob er fie mit rein menſch— fihem Gehalt, völlig verzichtend auf hiftoriiche Färbung im Denken und Handeln, erfüllt bat,!) jo war das immerhin zu einer Zeit geichehen, wo er jelbft noch in der Entwicklung ftand und feine Theorien kaum in aller Schärfe gefaßt, mwenigftens nicht ausgejprodyen hatte. Sobald er jedoch öffentlich in feinen Zeitjchriften das Volk zu erziehen unter- nahm, forderte er nationale Stoffe für das Trauerfpiel. Obwohl nicht mit Glücksgütern gejegnet, jeßte er jelbjt 25 Dufaten aus für das befte dramatiſche Gedicht, das

1) eine rühmliche, erweisfiche That eines oder mehrerer Bayern

in Kriegs- oder TFriedenzzeiten behandelt und 2) in Anbetraht der Schaubühne unfrer Zeit und in Rüdficht auf die Völker, mit denen wir in guten Einveritändnis leben, einer ungehinderten Aufführung fähig ift.

Der inländifhen Denkungsart ber Vorfahren ſollte das Preisitüd entiprechen, es jollte den Zeitgenoffen Stolz und urjprüngliche Tugenden einflößen, follte „mit Enthujiasmus für Recht und Baterland hinreißen“. „Wem das Herz glüht, wenn er den Namen heroiſcher Baiern hört Der foll dichten! Vielleicht fchärft er den Blid, daß wir das Wenige,

) Bom König Saul ijt nicht? erhalten; gedrudt ift er niemald. Von dem Bersiiden Schaufpiel Marc Aurel (1776) gibt Franz Munder Inhaltsangabe und Berfonenverzeihnig nach bandichriftlichen Aufzeichnungen in der Hof- und StnatöbibliotHef München in Mar Kochs Aufiap über Weitenriederd ſchönwiſſen— Khaftlihe Thätigkeit, Jahrbuch, IV, 19 und 40, Anm. 10a.

418 Dramatiihe Litteratur.

Kreittmayr abgefaßtes, vom Kurfürften unterzeichnetes Schreiben (vom 26. November 1781), das den ferneren Drud, Verlag und Auf: führung des „Otto von Wittelsbady” unterjagte und das Aufführungs- verbot aller vaterländiichen Dramen enthielt. Die Beranlaffung dazu bot dem um die Glorie feines Haufes bejorgten Kurfürften die Ver— herrlichung des verbrecherifchen Otto von Wittelsbad) in Babos Drama. Befremdlich Ichien e8 dem Kurfürften, „daſ man aus der bayerijchen Hiſtorie ſolche Thaten, weldhe dem Churhaus zu feiner Ehre ge reichen, mithin mehr in die Vergeſſenheit ala Gedädtnus gebracht werden jollen, hervorſucht und nicht nur hier auf das offent- Yiche Theater bringt, jondern aud) durd) approbirten Drud authoritate publica zu verbreiten hilfft“. Künftighin durfte das Cenſurkollegium fein Drama in Bayern zum Drude freigeben, das nicht vorher die perfönliche Genehmigung des Kurfürften erhalten hatte, falls es Gegenftände behandelte, „welche da8 Ehurhaus oder den Staat angehen”. Erit am Schluffe dieſes Schreibens wurde dem Cenſurkollegium befohlen, auch „in anfehen anderer in= und auffer Deutichland regierenden Hohern Häufer all mögliche Behutfamkeit zu gebrauchen und unangenehme An— ftößigfeiten dadurd) zu vermeiden“.

Daß der ausfchlaggebende Grund nicht dieſe Angftlichfeit vor einex Berftimmung am Wiener Hofe, jondern allein die Aufredhthaltung Dear „Würde“ des eigenen Ehurhaufes war, geht aus einem zweiten Schreiben des Kurfürften hervor (vom 23. Januar 1782), das dem Cenſurkolleg aufs neue anbejfahl, „jene Stüde, welde in die geſchichte des durhlaudtigiften Ehurhaufes Pfalz:Bayern, oder der pfalz=bayrifhen Nation einſchlagen, allemal vor dem Drud mit der censur nad) Hof einzufchiden und die approbation von dort zu erholen“ .... Und warum diefe neue Verordnung? Hübners „Hainz von Stain der Wilde”, der Verräter des PVaterlandes!, war erſchienen. „Injonderheit hat das letztere Stüd feine geringe Ver wunderung erweckt, daß man eine fchrift ſolch scandalosen Inhalts * des offentlichen Drucks würdigen und dem authori ftatt der verdienten 1 andung die approbation ertheilen möge.”

So Itand es damals 1782 ſchon wieder in Münden! So begann die geiltige Unterdrüdung, die alles freie und wertvolle | Schaffen einihüchternde, ja unmöglich” machende polizeiliche Aufficht im

I) gl. Kreisarchiv Minden, H.R. fasc. 743 Nr. 48.

420 Dramatiſche Kitteratur.

Was nad; langer Verwilderung und geiftiger Armut durch die made Männer, die fih um Nießer fcharten, durch MWeftenrieder und and erreicht war, mit diefem Ruhm hatte es feinen Lohn dahin. Die % funft konnte nicht erfüllen, was unter Max III. Joſef die Beſten j hatten. Es traf eine ſolche Fülle von Hinderniffen freier, künſtleriſch Entwidlung zufammen, daß auch ein tüchtigerer, das Idealbild ein Bühne ebenjo mie ihre Gebundenheit an reale Berhältnifie bes Ichauender Intendant diejes „Nationaltheater” faum über die harmle Mittelmäßigkeit hätte erheben können.

Als die geiftige Entwidlung Bayerns in einem neuen Jahrhunder unter einem neuen Kurfürften und König wieder einjeßte, wo fie & einem Menfchenalter abgejchnitten war, als Münden immer näher g dem Ruf und Ruhm gebracht wurde, eine Stadt der Kunſt, der ebeifk und reinften Blüte aller Kultur zu heißen, da begann aud) das M tionaltheater eine neue, freilich noch oft bedrohte Blütezeit zu err eiches

Anhang. I. Repertoire der Nationalfhaubühne 17721799.

Vorbemerkung.

Der Verſuch, in chronologiiher und alphabetiicher Anordnung den Spielplan der churfürſtlichen Nationalihaubühne von ihrer Gründung bis zum ode des Grafen Eeeau, bzw. des Kurfürſten Karl Theodor (1799) wiederzugeben, ſtieß von vornbein auf die größten Schwierigkeiten. Mehr als für den voraufgehenden Text galt bier die in Vorwort ausgeiprochene lage, daß der Mangel an zuverläfligem und umfangreichem Material manche Lücke und Unrichtigkeit zu entichuldigen habe. Konnten C. U. 9. Burk— bardt in feiner Publikation des Weimariſchen Spielplang unter Goethes Leitung und 3. Walter in jeiner Veröffentlihung des Mannheimer Reper- toirs al3 vorzüglicdhite Tuelle eine Fülle von Theaterzetteln benußen, die forglich aufgehoben fich vorfanden, jo bot jich bier die gleiche Duelle nur für die Jahre 1782-1785 in Geſtalt jener Zettelbände, die die Münchener Univerjität-Bibliothef unter der Signatur P. germ. 212 aufbewahrt. Für die übrigen zwanzig Sabre war id), von einzeln erhaltenen Zetteln ab— geieben, nur auf Beitichriften und Zeitungen bayerischer und nichtbayerischer Herkunft, auf gelegentliche Korreipondenzen und Briefe, auf die Zenſurakten des Königlichen Kreisarchivs und andere zufällige Funde angewieſen. Sinmer: bin Lie ſich aus diefen Quellen das Verzeichnis der Stüde von 1779—1799 in ſolcher Bollftändigfeit gewinnen, daß eine Veröffentlihung desfelben ein durchaus zutreitende® Bild von dem literariſchen Gepräge Münchener Theaterlebens in jener Zeit bietet. Denn wenn auch der auf Wechjel und Zufälle ſtets angewielene Theaterbetrieb die Abjegung manchen Stüdes im legten Augenblicke nötig macht, die Aufführung diefes Stückes aber in dem vorher abgedrudten Wochenjpielplan angekündigt war, fo entjtehen aus folchen Veränderungen und VBerichiebungen doch nicht To fchwere Fehler in dem abgedrudten Spielplan, daß die literarifche Silhouette merklich ver: ändert würde. Den beiten Beweis dafür boten jene drei Jahrgänge, die an der Hand der zuverläfligen Bettelbände eine Prüfung des aus Zeitichriften gewonnenen Spielplan: ermöglichten und nur geringfügige Anderungen ergaben.

Weit ungünftiger freilich Steht e3 mit dem Spielplan der Jahre 1772 bis 1778, den ich überhaupt nur bruchſtückweiſe zu Lieten vermag. So wert: voll ein Blid in jene eriten Jahre des Kämpfens und Ringend auch fein würde, wir müflen und mit dem dürftigen Material beicheiden, das ſich wohl faum verniehren lafien wird. Gerade das jiebente Jahrzehnt iſt arm an bayeriſchen Zeitichriften. Und in morddeutichen Yiteraturblättern wird nur

25

Dezember 1772 bis Oftober 1775. 423

I. Dez. 1772: Der Hausvater (dedgl. am 10. Mai 1773), Sch 5 (Diderot), . Zeiling. Mai 1773: Der Dejerteur aus Kindesliebe, L 3 Stephanie d. j. 27. Mai 1773: Der Frauengünftling (deögl. 22. Juni 1773, ? —. 21. Okt. 1773: Die Liebe für den König, Stephanie d. j. 11. März 1774: Der wohlthätige Murrkopf, 83 Stephanie d. j. 12. Juli 1774: Die drei Brüder alS Nebenbuhler, & 1 n. Lafontaine v. Faber. 29. Juli 1774: Die drei Sultaninnen oder Solinan II, &3 n. Favart v. Raſpe. 26, Hug. 1774: Mimnna von Barnhelm, & 5 Leffing. 23, Sept. 1774: Der Ehrgeizige, L 5 Weid- mann!) 1774 ferner: Der befheidene Ehemann, & 1 Savioli. Die Ahhnenſucht, X 1 Savioli. Die unglüdlihen Grafen von Bontis, Tr2v. W. Rothbamer. Der Vohlthätige, Sch 5 v. F. 4. v. Courtin u.a.

1775.

Der Menſchenfeind, n. Moliöre vd. Kepner.

Der Schap, Leſſing ?], Pfeifel.

Die zween Kandidaten, X 3 We⸗ ftenrieder.

Lottchen am Hofe, S 3 Weiße, Hiller.

Der Geburtstag, X 2 Heufeld.

Pygmalion, Melodr. 1 Roujjeau (Gotter), Benda.

Das Spiel der Liebe (und des Zu: falls), 3 Marivaur (fiehe aud Maske für Maske) v. Jünger.

Der entlarvpte Philofoph, X 5 Ste: phanie d. j.

Die falſcheMutmaßung, L, Marivaur. Der redliche Bauer und der groß: miütbige Jude, X 3 Pauerdbad).

Der Univerjalerbe, n. Regnard v. ? Der Edelknabe, 2 1 %.%. Engel. 21. April: Die Liebe will gezantt jein, ?

23. April: Der Bettler, L 5 Bod. Der Veltindier, X 5 %. %. Bode.

2. Mai: Der dankbare Sohn, X 1 Engel.

Die jeltjame Eiferjudt.Stephanied;j. 12. Mai: Die Probe der Zärtlichkeit und Treue, 2 5 Destoucdes.

Der Seheimnisvolle, .E.Schlegel ? 23. Mai: Der Eigenjinnige, Stepha-

nie d. j.

1) 3. Goedetes Grundr. 4, 71, Nr. 33. 2) &t. Th. Ktopp? Graf Salern?

Die ſchöne Lüge oder die Stimme der Natur, L 1 n. Arnaud v. Brahm.

Tartüffe, & 5 Moliere.

18. Juni: Der Bauer aus dem (es birge, 82 Heufeld.

Der verlorene Sohn, L 5 Kepner.

Die Menähmen, Len. Regnard, ?

Der allzugejälige Ehemann, 8 3 Stephanie d. j.

Bräjentirt dag Gewehr, 22%. 9. Fr. Müller.

Die unverjehene Wette, X 1 Se— daine, Gotter.

Der Deierteur, Tr 5 Mercier [oder S 3 Sedaine, Monfigny ?].

2everley, Trd n.Saurin vd. Schröder,

Die Freundſchaft auf der Probe, S 2, Favart, Sretry.

10. Sept.: Der Zänfer, Un. Balaprat.?)

Die Widerſprecherin, Shakeſpeare.

Der Berihiwender, Y5n. Deftouches.

Der Schubfarren des Eifighändlerg, L 3 n. WMercier dv. Brahm.

24. Sept.: Oreſt ımd Elektra, Tr 5 n. Voltaire d. Gotter.

Die Wölfe in der Heerde, X 5 Stephanie d. j.

Die Verführung, Sh3 Ign. Hübner.

29. Oft.: Verwirrung über Verwirrung,

28*

424

2 3n. Calderon (vgl. Goed. Grundr. 4, 71, Nr. 52). Die gelehrte Frau, C5 Ayrendoff. Thorheit und Betrügerei, & 2°).

Der Schneider undjein Sohn, E2Fuß.

Der Gefälige, ?

Oftober 1775 bis März 17

Eiferſucht u. Muthwillen, Scimanue®. Die Vormundiaft, Nautenfteaud. FE 22. Dez; Der Philoſoph ohne es zu =# wifien, & 5 n. Sedaine vd. Bfeffel. Gräfin Tarnow, J. 9. F. Müller. Nanine, n. Voltaire d. Dufresne

Aufjerdem find 1775 noch aufgeführt:

15. März: Diderots Hausvater, über!. v. Leſſing.

30. März: Der Kapellmeiſter, © 2 n. Gimaroja$ Il maestro di capella, ?

18. April: Pierre und Narcih, ?

21. Juli: Henriette oder darf man jeine Frau lieben, & 5 Gebler.

Liebe für den König.

19. Nov.: Eugenie, Sch 5 nm. Beau— mardais v. Schwan.

%. Nov.: Graf Olsbach. 5 Brandes.

9, Dez.: William Butter, Tr 5

Spedner auf Pilhofen. (Son früder 1 aufgeführt: f. oben 8, 270.4

1776.

Januar. 1. Der Schubtarren des Eifighändlers. 5. Die Belanntihaft im Bade, Ste phanie d. j. 7. Der Philoſoph ohne es zu wiſſen, Sch 5 Pfeffel. 10, Der redliche Bauer und der groß⸗ miütige Jude. 12. Der Kavalier und die Dame, L n. Goldoni 14. Die Wölfe in der Herde, Ste phanie d. j. 17. Trau jhau wem, 2 5 Brandes. 21. Der Umiverjalerbe, 24. Die Hauspaltung nad) der Mode, & 3 Heufeld %. Die faljchen Entdedungen, Gotter. 2. Die Belannticaft im Bade

Februar. 2. Der Geizige, & 5 m. Moliöre d. Kepner. 4. Der Furdtjame, L 3 Hafner. Der Geburtötag, & 2 Heufeld. 7. Der Gefälige. 11. Der Kavalier und die Dame. 14. Die falſchen Entdedungen

2) Bat. Goed. 4, 70, Nr. 30.

*) Schon 1774 aufgeführt, |. eben S 208.

16. Die Hausplage, C5 Pelzel.

18. Der Liebhaber nal) der Mode, 23 4 Heufeld.

23. Agatha oder das Prädifat, be = ler ?

2. Nanine.

27. Mathilde, Sh 3 Frondofer.”)

Mär.

1. Der adelige Tagelöhner, SH 5 Nefjelrode.

3. Die Hausplage.

5. Die Kriegägefangenen, Stephanie d. j.

8. Der Herzog von Foix oder Amalie, Tr 5 Eourtin,

10, Die falſche Muthmafung. Der Schuſter und fein Freund, Sch 2 Anton Graf Törring,

12. Oreſt und Eleftra, Gotter.

15. Der adefige Tagelöhner.

19. Der Gropmüthige, 8, F. W. Wepel 22. Die Vetalinnen, Tr 3 Crengir. 24. Der Galeerenilave, U 5 Falk 26. Durimel(n. Lipowsty: D. Schwäj 28. Alzire, n. Voltaire v. Stepner,

April bis Auguft 1776.

Ayril. 8. Serena, Tr, Pfeffel. Der Schneider und fein Sohn (n. Lipowsty: Die in Tyrol ver- liebten Räuber) ? Die Hausfreunde,L3 Morawitzky. Die Mütter, ? Der Hufihmid, S 1 Andre. Der Schublarren des Eſſighändlers. Das Prädikat. Die Vormundſchaft (n. Lipowsky: Der Bhilofoph) DB ? 19. Die Stärke der väterlichen Liebe. 21. Der Schwäger, 25 Weidmann. 23. Der Herzog von Foir. 26. Sie liebt in der Einbildung, Ste-

pbanie d. j.

23. Die Freundihaft auf der Probe.

9. 12.

14. 15.

Mai. 2. Der Schuiter und fein Freund. 3. Eiferfuht und Muthwillen.

Der Adel des Herzens, J. H. Müller.

SD. Bräjentirt das Gewehr. Arlequin als Gentaur, B, Conjtanz. 16. Johann Fauſt, ein allegoriiches Trama 5 Weidmann. Der Zauberpalaft der Xicbe, B ? 1. Johann Fauft. 19. Der Adel des Herzen?. Die Räuber, Sch 1 Weidmann. A. Sie liebt in der Einbildung. 24. Der adelige Taglöhner. 31. Straf Walltron, Sh 5 Möller.

Juni. 4. Graf WBalltron. 7. Tartüffe. 9. Die Wölfe in der Heerde.

11. Beverley.

14. Peter Zapfel, Stephanie d. j. Siri Bari Kanari Manari Schar riwari, Bantomine vd. Konftanz.

18. Straf Walltron.

2) Wohl fen 1774 aufgeführt; 1. oben S.

425

| 21. Die Jagdluſt Heinrichs IV., L | Schwan. | Der bezauberte Brunn, B. ı 26. Der Geheimnißpolle. | 27. Serena.

Der Freund der ganzen Welt, n. | Legrand v. Otterwolf. Der Geizige (n. Lipowsky: Die beiden Geizigen)S, Muſ. v. Gretry.

| 30.

Juli.

2. Das Spiel der Liebe.

| 5. Die Widerjprecherin. Die Sitten ber igigen Beit.

. Der adelige Tagelöhner.

. Ter Zänter.

. Adelſon und Salpvini, Tr Daun.

Vierundzwanzig Stunden, 3.

.Adelſon und Salvini.

| . (Auf dem Theater im Herzoggarten :)

| Der Deſerteur, Sedaine, Monfigny.

. Die Stärte der väterlichen Liebe.

. Der geadelte Kaufmann, % 5

| Brandes.

. Die Sitten der igigen Zeit.

| Die Räuber.

| . Die Haudplage.

. Der Schuſter und fein Freund.

. Der adelige Tagelöhner.

. Der geadelte Kaufmann.

. Graf Walltron.

| Anguft.

4. Frau Dlariandel, Stephanie d. j.

. Der Schneider und fein Sohn.

9. Tie Mediceer, Sch 5 Brandes.

. Der Teufel ftedt in ihm, 22 Kepner.

| Ter dankbare Sohn.

. Die Mediceer. Jäger-Ballet.

. (Der bejdeidene Ehemann.)

| Die Ahnenſucht.,) Die Herr: ſchaftsküche, B.

23. Der Weſtindier.

329. *) Umgearbeitet.

426

25. 27.

30.

13.

29.

. Der wohlthätige Murrtopf.

Der mwohlthätige Murrlopf.

Der Kaufmann von Lyon, Sch 5 %. Ch. Bol.

Die Stimme der Natur.

Der Kübehirt, X 2 Weidmann.

September.

. Die Schwiegermütter, X 5 Brandes.

Das Orakel, B.

. Bräfentirt da3 Gewehr.

. Die Schule der Väter, 2. Andre. . Alzire.

. Die

ihöne Münchnerin (n. der ihönen Wienerin). Goed. V, 355. Der große Baud, B.

. Die falihe Muthmaßung.

Der Kühehirt.

. Der Philoſoph ohne es zu wiljen. . Der Freigeift, Brawe. . Der engliihe Weije, U 3 Steigen-

teſch.

. Die Veſtalinnen. . Der Lehnsherr. . Die Ihöne Mündnerin.

April.

Die Entführung der Projerpina.

Das falihe Kammermädcden, X 3 14 n. Marivaux Die Nymphen, 2. >21 | uni. Der Haudvater (Bid als Gall). 19 Don Juan, B Cruz, Muj.v.Glud. | 21. 1778.

| 2. Die Sitten der igigen Zeit. Der Kühehirt. 4. Ulzire.

6. Emilie Waldegrau.!) Dr 5 Erengin.

8. Die Schwiegermütter.

11. Der Stolze, U 3 Weidmann. | 13. Der Freigeiſt.

15. Emilie Waldegrau.

18. Die reihe Frau, (8. G. Leiling ?)

20. Nanine.

22. Die reihe Frau.

25. Eraft. Der Zurift und der Bauer, 82: Rautenſtrauch. 27. Die Subordination.

28. Die Wölfe in der Heerde.

. Die Nebenbubler,

Auguft 1776 Ottober 1778.

Ofteber.

. Die reihe Frau.

November. | 2 5 Engel bredt.

Nrlequin in Sclaverey, 2.

September.

. Das Fiſchermädchen, S v. Chieri.

Muſ. dv. Biccini.

. Dezgl. . Desgl.

Dezember.

. Hamlet?) (Schitaneder als Gaftı.

Yariko, Tr 1 Pegel.

Legte Vorstellung der alten Truppe: 15. Sept. Romeo und Julie, Tr 5, Weiße.

Seit dem 6. Oftober 1778 (Eröffunng der Schaubühne) bis zum 18. Dezember 1778.

Eduard Montrofe, Tr 5 Dieride.

Die Liebe des Kortes und der The— laire, BLauchery, Muſ.v. Cannabich.

Die Wirthſchafterin.

Sylvain, S In. Marmontel von Faber Gretry.

1) Oder: Das redende Gemälde, Tert von Anfeaume, Muſik von Gretry. *) S. oben ©. 171.

%. so.

St

Oftober 1778 bis Februar 1779.

Graf Eſſex. Tr 5 n. Banks.

Der Edeltnabe, X 1 Engel.

Der prächtige Freigebige, © 3 a. d. Franz. v. Faber, Min. v. Gretry. Henriette, Großmann.

Minna v. Barnhelm.

Die Einihiffung nad Cythere, ein „epiiches Gedicht“, B Lauchery. Der poetiihe Dorfjunker, a. d. Franz. des Destouches v. Dyk. Die eiferſüchtige Ehefrau, L 5n. Colman v. Bode.

Der Schubkarren des Eſſigſieders. Die Sklavin, S1 Piceini (j.8. VI.79). Eugenie.

Die drei Brüder als Nebenbußler. Der Freund vom Hauſe, S 3 a. d. Franz., Öretry, Text v.Marmontel. Der Eheſcheue, a. d. Franz. des Dorat v. Gotter.

Der Schein betrügt.

Die Bürgerſchule, X 3 a. d. Franz. IX. 79. Zucile, S 2 Gretey, Zert v. Marmontel.

Der Bhilofoph ohne e3 zu willen. Der Lügner, L 3 n. Goldoni. Das Duell, X 1 Jeſter.

i. 5

427

Anton und Antonette, 5 2 Des—

boulmiers-Faber, Muf. v. Groſſec.

Ines von Caſtro, Tr 3 a. d. Franz.

des de la Motte, überſ. v. Marchand.

Nov. Trau, ſchau, wem! Brandes.

Der heſſiſche Jahrmarkt, pantom.

Ballet.

Criſpin als Diener, Vater und

Schwiegervater, 2 3 Romanus.

Der verftellte Gärtner (j. 9. IV. 79).

Elfriede, Tr 3 Bertud.

Der Haußvater.

Der Triumph der guten Frauen,

L 5 Schlegel.

Graf Treuberg, Tr 5 Czechtizky.

Zemire und Azor, 5 4 Marmontel- Faber, Muf. dv. Gretry.

Nancy oder die Scdyule der Ehe— leute, X 5?

18 De;.: Der Barbier von Sevilien, 2 4 Beaumardais.

20. Dez.: Der glüdlihe Geburtätag, L 3 Scletter.

22. Die Reifenden.

27. Der Diamant, a. d. Franz. des Collet, Engel. Der betrogene Vormund, X 5 Bufendorf.

22.

1779. R binter dem Datum bedeutet Aufführung im Redoutenjaal.

Januar.

. Der Grafvon Olsbach, Lñ, Brandes. . Der allzugefällige Ehemann.

Das redende Gemälde, S 1 Bretry.

. Die Belagerung der Stadt Aubigny,

Sch 5, Anton Graf Törring-See- feld. Ballet.

. Die Werber. . Die Juden, XU1, Leſſing. Ballet. . Die Sandidaten, X 5, Krüger.

Ballet.

. Die Holländer oder Was vermag

ein vernünftige® Frauenzimmer nit? 8 3, n. Boldoni v. J. Chr. Bod. Ballet.

20. Zemire und Azor, S 4 Gretry. 22. Die abgedantten Offiziere, & 5 Stephanie d. j.

Die Müller, B ?

Die Holländer.

Die Miller, 2.

Der Barbier von Sevilien,

Julie, S 3, Tert v. Monvel-Faber, Muf. v. Dezede?.

Der Neugierige, L 5.

Das Matrofenfeit, B.

24.

26. 29.

31. Februar.

3. Der Deſerteur, S 3 Sedaine— Schwan, Muſ. v. Monſigny.

Mai bis Auguft

T. Walwais und Adelaide.

I. Die Mediceer, Sch 5 Brandes.

1. Die unvermuthete Zujammentkunft.

4. Das Intelligenzblatt, Sh 3 Yſen⸗ burg von Buri. Die große Batterie. 21 Ayrenhofl.

16. Der dankbare Sohn, X 1 Engel. Die Liebe Heinrih8 IV. u. der Gabriele.

18. Die zwo Gräfinnen, S 2 Chiari (Boinfinet), Muſ. v. Paefiello.

21. Tie Verfleidung, L 3 Schwan. Ter würtembergiihe Pachter, B ?

. Die Hausplage.

Zi. Die Wirthichafterin, X 3 Stephanie di. Kriadne auf Naxos, M, Brandes. Ruf. v. Benda.

3. Der Haußvater, Sch 5 Diderot.

D. Der Barbier von Sevilien.

Juni. l. Ter Schublarren des Effigfieders, ! 8 n. Mercier, B. M.v. Brahm. Ber verftellte Gärtner. 4. der Berftreute, X 5 a. d. Franz. des Regnard, Graf Anton Törring. b. der allzugefällige Ehemann, X 3 Stephanie d. j. Die arkadiſchen Schäfer, 8 ? 8. Der Triumph der Freundicaft, 23 Pfeffel. Die Sklavin oder der großmüthige Seeſahrer, & 1 a. d. tal. v. Schwan, Muf. v. Piccini. 11. Die Werber. 13. Die Drillinge, 24 Chr. Fr. v. Boni. Die arkadiſchen Schäfer. 15. Der wohlthätige Murrkopf. Iriadne auf Naxos. 18. Die zwo Gräfinnen. 20. Der wohlthätige Murrkopf. Der Tod Hektors. 22. Seihwind, ehe es jemand erfährt, oder der befondere Zufall, X 3 Bor.

1779. 429

25. Lenardo und Blandine, M2J F.

27. 29.

25. . Die zwei Geizigen.

v. Götz, Muf. v. Winter.

Der Bettler, 2 5 Bod.

Die Drillinge.

Der Fakbinder, S1 Audinots Faber. Die abgenöthigte Einwilligung, E1 Gebler.

Ali.

. Die Berkleidung.

Lenardo und Blandine.

. Der Weſtindier. . Zom ones, S3 Boinfinet-Gotter,

Muſ. v. Philidor.

. Emilia Galotti. Ballet. . Der Hufichmied oder der Dorfarzt,

S 2 Andre, Bhilidor. Die verliebte Unſchuld, X 1 Pfeffel.

. Geihwind ehe es jemand erfährt. . Der Faſchingſtreich, U 5 Gotter.

Die feidenen Schuhe.

. Graf von Walltron.

. Die zwei Geizigen, 5 2 Falbaire,

Muſ. v. Gretry.

Das Winterquartier in Amerika, L 1 Babe.

Die Holländer.

Die abgenöthigte Einwilligung.

. Die Reifenden, &1.

Ines von Eaftro, trag. B, Legrand, Mui. v. Winter.

Ananit.

. Zenardo und Blandine.

Der Triumph der Freundicaft.

. Die junge Indianerin, 21 Pfeffel.

nes von Gaftro.

. Der Deierteur aus Kindesliebe.

- Tas Milhmädchen und bie beiden

Jäger, S 1 Unjeaume » Schwan, Mus, v. Duni.

. Die Meine Ährenleſerin, U Weiße.

Rob des Bauernftandes zur Aernte— zeit.')

’) Aufgef. im Hurfürftliden alten Cpernhaus von den Waiſenkindern vom bin. Geift.

27. 28.

10.

12.

August bid November 1779.

.Walwais und Adelaide. Ballet. . Der Zeritreute. 3. Medea, M Gotter, Mu}. v. Benda.

Der dankbare Sohn.

. Der Kobold. . Der redlihe Bauer und der groß:

müthige Jude, X 3 Pauersbach. Der Straßburger Bäder, B ?

. Röschhen und Colas.

Der ungegründete Verdacht, 3 1 P. M. v. Brahm.

. Die Römer in Deutſchland, D 5

Babo.

5. Der Lügner, L 3 n. Goldoni.

Die Römer in Deutichland. Der gerettete J3mael!), 52 Vitus Lerl.

. Der poetiſche Dorfjunker, 83 n.

Destouches.

September.

. Meden.

Grijpin als Diener, Bater und Schwiegervater, 25 Romanu2.

. Soliman IL oder die drei Sul:

taninnen. Divertiljement.

. Die Bürgerfchule, L4n. d'Aleinval,

v E. E. G. (7)

. Die verliebte Unſchuld.

Der Faßbinder.

Der Philofoph ohne es zu wiſſen. Der franzöjiiche Quftgarten, B, Crur, Muſ. v. Winter.

Die Freundſchaft auf der Probe, 5 2 Favart, Muſ. v. Gretry.

Die große Batterie.

.Der Faſchingſtreich.

24. 26.

Hamlet. Balle Der Juriſt und Rautenſtrauch.

Ariadne auf War

. Der TDejerteur.

Oftobe

. Eugenie, Sch 5

5. Julie. Sh 3 Mo

> IV DD m. IV

16.

18.

vd. Dezede?.

. Der engliide ®

Franz. v. Faber. Der franzöſiſche

.Graf Eſſex. . Die Freundſchaf—

Die drei Brüder

. Vie man eine F

a. d. Engl. v. J

. Henriette. . Das redende Ge:

Der Bettler.

. Der Minifter, T . Die Wölfe in de . Der Hufihmied. . Wie man eine \ . Die eiterfüdhtige

Colman, Bode.

Novemt

. Zemire und Azor. . Das Kaffeehaus

länderin, 25 8

. Geihwind ehe ei . Sir Heinrid ot!

Gleichen, L 5. Lucile, S 1 Muj. dv. Gretry

. Emilia Galotti.

Der franzöſiſche

. Minna von Baı . Der Berjchiwende

Tie zwei Geizige Ter Tiamant. Der ZJauberer.

1) Aufnef. im alten Cpernbaus von den Waiſenkindern zum big. Andreas

17. Romeo und Julie, Tr 5 Weihe, Ballet.

19, Der Berichwender, 2 5 n. Des: touches.

21. Der Kaufmann von Smyrna, S1 Chamfort- Schwan, Mui. v. Vogler. Tie junge Wittwe.

in der Au.

November 1779 bi März 1780. 431

19. Clavigo, Tr 5 Goethe. Ballet. |; 6. Die Sklavin. 21. Der Jurift und der. Bauer. Der Schubtarren des Eſſigſieders.

Meden. | 10. Tie Werber.

23. Ter glüdlihe Geburtstag, 2 3 12. Der Eheſcheue, L5 n. Dorat, Gotter. Schletter. Ballet. | 13. Anton und Antonette.

26. Guſtav Waſa, Tr 5 n. Broofe v. Das Winterquartier in Amerika. Ehmid. Die Heirath duch | 17. Merope, Tr 5 n. Voltaire, Gotter. Gelegenheit oder die baierifche Luft» Ballet. barkeit, B Lauchery, Muf. v. Winter. | 19. Der Deferteur aus Kindesliebe.

28. Die Wölfe in der Heerde. | Der franzöfiiche Ruftgarten.

Tie Heirath durch Gelegenheit. 21. Sylvain oder das bejiegte VBorur: D. Eir Heinrich. | theil, 51 Marmontel, Muſ.v. Gretry. Der Kaufmann von Smyrna. | Die Wirthichafterin.

| 22. Wie man eine Hand umtehrt.

Dezember. 27. Die Freundſchaft auf der Probe. 3. Bamela oder die belohnte Tugend, Die Widerfprederin. ! 3 n. Goldoni, Weiskern. 28. Der Schein betrügt. d. Henriette. Die Reifenden. 1780. Jannar. | Februar.

> Die heimliche Heirath, &5 n. Eolman u. Garrid v. Schmid. Cortes und Thelaire, her. Ballet.

4. Die jeidenen Schuhe. 6. Der Zauberer.

_ der dankbare Sohn, & 1 Engel. 10. Der Bojtzug oder die noblen

ı 4. Der Barbier von Sevilien, U 4 |

Die Römer in Deutichland. | Baffionen. X 2 Ayrenhofi. |

n. Beaumardais. Der Tod Heltors.

9. Tie abgedantten Offiziere. Die Sklavin. 12. Die zwo Gräfinnen. 11. Die Erbichaft, 23 Gemmingen. 14, Graf Efier Ballet. Ines von Caſtro. 16. Das Rendez⸗vous oder die eifer— 13. Merope. Ballet. ſüchtigen Liebhaber, & 3 a. d. 15. Die Juden. Franz v. ©. Dex franzöſiſche Luſtgarten.

Der Kaufmann von Smyrna. 18. Der engliſche Weiſe.

19. Der Deſerteur. 20. Der wohlthätige Murrkopf. Der Tod Hektors, B, Legrand. 22. Die unvermuthete Zuſammenkunft. An gela oder der Sieg der Un— 25. Eugenie.

ſch uld, rühr. & 5, ?

27. Der Spleen. Darius, Tr 1 Spedner.

21. Dag Kaffeehaus. | Die Heirat durch Gelegenheit. | 29. Die Erbichaft.

Der Sreund vom Hauſe, 3 | Die zwei Geizigen. armontels;zaber, Muf. v. Gretry. 2 Das Rendez-vous. | März. te Liebe Heinrichs IV. und der 5. Der Faidingftreih, O5 n. Mont @briele. | fleury, Gotter.

. Die Drillinge. | 7. Die Madferade oder die dreifuche

uni bi8 Oftober 1780. 433

Die Krönung der NRorelane, B. . 8. Der Schein betrügt, & 5 Brandes. ©. Der Kobold. VB. Der Jurift und der Bauer. Tas redende Gemälde. 30. Tie unähnlihen Brüder. Crpheus und Eurydice, B.

Inli. 2, Elfriede, Tr 3, Bertuch. Irpheus und Eurydice. 3. Die fhöne Arjene, S 4 Favart, _ Ruj. v. Monfigny. ‘. Wie man eine Hand umtehrt. 9. Juliane von Lindorat, Sh 5 n. Gozzi v. Schröder und Gotter. 11. Die ſchöne Arfene. 14. Der Unterfchied bei Dienftbewerb- ungen. 16. Juliane v. Lindorat. Narciß, 8. 18. Die junge Indianerin, L 1 n. GC Hamfort, Pieffel. Anton und Antonette. 21. Die verftellte Krante, 23 n. Gol- doni, Laudes. 23. Merope. Ballet. >. Stella. Ballet. *. Das Duell oder das junge Ebe- Paar, & 1 Zefter. Röschen und Eolas. %. Rache für Rache.

Anguſt. 2. Die große Batterie. einold und Armida. Die Bürgerſchule, L4n d'Alein⸗ Dal, E. E. G. Eduard IV., König von England, heroiſch. Ballet, Legrand. Ser Adjutant, L 3 Brömel. ie verſtellte Krante. er verſtellte Gärtner. 1, tan, ſchau, wem! 15 er Freigeiſt. j er Adjutant.

.

SO X Q@

eh ss oO X nn & m

Die verlaffene Kalypfo.

. Das Duell.

Die Kolonie, S 2 a. d. tal. v. Andre, Muſ. dv. Sacdini.

. Die Kolonie. . Graf Walltron. . Alle irren ſich oder die Eifer-

füdtigen, X 3 n. Murphy.

. Die Maskerade.

Das redende Gemälde.

September.

. Criſpin als Diener, Vater und

Schwiegervater, X 5 Romanus. Der franzöfiihe Luftgarten.

. Die heimliche Heirat.

. Die unvermuthete Zufammentunft. . Eduard Montrofe.

. Der Barbier von Sevilien.

Orpheus und Eurydice.

. Das Rofenmädbden von

Salency, 53 a.d. Franz. dv. Yaber, Muſ. vd. Gretty. Dazu= gehöriges Divertiflement.

. Mahomet. Ballet. . Die verliebte Unſchuld.

Die zwei Geizigen.

. Alte Liebe roftet wohl, 4 2

Ayrenhoff.

. Mahomet. . Auliane von Lindorak. . Der Freund vom Haufe, S 3

MarmontelsFaber, Muſ. v. Gretry. Die verlaffene Kalypfo.

. Athelſtan, Trdn.d. Engl. v.

Leonhardi.

Oktober.

. Der Faſchingſtreich.

. Der Deſerteur.

.Das Kaffeehaud.

. Alte Liebe rojtet wohl.

. Die Schöne Arfene.

. Julie und Belmont, Tr 5

Sturz. Ballet.

434

15.

88

en

. Der Zauberer.

Die beitrajte Stephanie d. j.

Neugierde, 8 5

. Die Kolonie.

. Die janfte Frau.

. Der Reftindier, X 5 n. Cumber⸗

land, Bode. 1.

Andromache, heroiſch-trag. B. Crux, Muſ. v. Winter.

Die beiden Hüte.

. Die verſtellte Kranke. 3. . Die gute Tochter, 85?

Rovenber.

. Der Unbejonnene, &1in.

Moliere, ? Das Milchmädchen und die beiden Jäger.

. Die Drillinge. |

. Der Bettler, X 5 %. Chr. Bod. 13 Ariadne auf Naxos.

. Athelitan. ı 2

. Zemire und Azor. |

. Die gute Tochter.

. Der Uinterjchied bei Dienſtbewer- 17 bungen. Ä

. Befir und Gulroui, Sh 1| 19 Ratſchtky. 22 Die ſeidenen Schuhe. 27

. Race für Rache. 28

Die verlaſſene Kalypſo. 31 . Der ſtürmiſche Liebhaber, ı n. Monvel, Meißner. 1781. Jannar. I. . Die Kolonie. . Der jtürmiiche Liebhaber, 10 Der Namenstag des Herrn vom Dorfe. 12 .Juliane von Lindorak. 1

Die glüdlih gewordenen Bettler 17.

und Bettlerin.

28.

Dftober 1780 bis Januar 1781.

Die drei Pächter, © Franz. v. Beder, Muf.v. 3 Die indianifhe Wittwe.

Dezember.

Der Eheſcheue, 25 n.Dorat Die glüdlih gewor Bettler und Bettler Eonftant. (Bgl. bair. 2 I. Stüd, 1781, ©. 76 f.) Der glüdlide Geburtst Schletter.

.Julie. . Der Philoſoph ohne es zu

L 5 n. Sedaine, BPieffel, Die glüdlih gewordenen und Bettlerin.

. Oda die Frau von

Männern ,')Zr5Babo. -

. Die drei Pächter.

Das Winterguartier in Ar

. Der Adjutant.

Die vierundzwanzig Stun Conftant.

. Der Weſtindier.

Narcip.

. Hamlet.

. Das Rojenmädcdhen von « . Oda.

. Betrug für Betrug, L38 . Geihwind ehe e3 jemand

R Der Töpfer, Kom. Ope und Muſ. v. 3. Andre.?)

. Die Verlobung, 2 1 Brör

Der Freund vom Hauſe.

2. Die janfte Frau. . Damlet.

Die Erbſchaft. Der verjtellte Gärtner.

') Am 10. Dezember? Val. oben S. 265. ) Masktierte Akademie im Redoutenfaa!.

Januar bi8 Mai 1781. 435

19. Ehrſucht und Schwatzhaftigkeit, Sch 5, n. Destoudhes v. Dyk. 21. Der wohltätige Murrkopf. Das dur ein Donnermetter zer: jtörte Bauernfeft oder Laurette, das zur Dame gewordene Bauern« mädhen, B (in. Marmontel3 Er—⸗ zählung) dv. Conſtant. 24. Die beiden Fächer, X 1 Scholz. Die zwei Geizigen. 26. Betrug für Betrug. R. Henriette.

Februar. 2. Ehrjuht und Schwatzhaftigkeit. 4. Die gute Tochter. ĩ. die Menächneer. 9. Die Nebenbuhler, 85 n. Sheridan v. Engelbredt. 1. Tie Wölfe in der Heerde. 14. Die beiden Fächer. Dad redende Gemälde. I6. Juliane von Lindorat. das dur) ein Ponnerietter zer: ſtörte Bauernfeit. 18, Die verftellte Krante. Lie Menfchenliebe der Wilden oder der dankbare Engländer, B. 21. Die Nebenbuhler. 3. Vie Verlobung. Tie drei Pächter. 25. Ter Beburtätag. Joſt von Brenn, 2 2 Edert.

März. 2. Die abgedantten Offiziere. 4. Merope. Die Menfchenliebe der Wilden. 6. Ter Geburtstag. Das durch ein Donnerwetter zer: ſtörte Bauernfeft. 8. Die Wirthſchafterin. Röschen und Colas. 11. Der Schein betrügt, & 5 Brandes. . Die glüdlih) gewordenen Bettler und Bettlerin.

13.

27.

Mahomet. Der Tod Heltors, B, Legrand.

. Die Berkleidung.

Medea.

. Der Minifter. . Der Deferteur aus Kindesliebe.

Das Milhmädchen und die beiden Jäger.

.Julie und Belmont. . Zu gut iſt nicht gut, 25 n. Gold⸗

ſmith v. Schmid.

Der alte verliebte Narr oder dag lujtige Liebeslager, B, Conſtant. Betrug für Betrug.

Der alte verliebte Narr.

April.

. Sulie und Belmont.

. Edwin u. Enıma, Sh 5 Schrämbl. . König Lear.

. Der König und der Pächter, S 3

Sedaine, Muſ. v. Monfigiy.

. Die Holländer. . Alle irren ſich. . Eylvain.

Die Erbichaft.

. Zu gut ift nicht gut. . Natur und Liebe im Streit, Tr 5

d'Arien.

Mai.

. Der König und der Pächter.

Der Liebhaber als Schriftiteller.

. Der Spieen.

. Emilia Galotti.

. Zemire und Nor.

. Natur und Liebe im Streit.

. Der Dejerteur aud Kindesliebe. . Die jeidenen Schuhe.

Die indianifhe Wittive.

. Minna von Barnhelm. Ballet. . Die unähnlicden Brüder. Ballet. . Mrmida.

. Die falihen Bertraulichleiten, 2,

1. Marivaur, Gotter. Ballet.

436

29.

31,

Der Hufidmied, S 1a. d. Franz. v. Andre, Muf. v. Philidor. Das Winterquartier in Amerifa.

Juni.

. Der Faſchingsſtreich. . Ulte Liebe roftet wohl. . Der ſtürmiſche Liebhaber.

Der verliebte Werber, X 1 a. d. Yranz. d. Dt.

2, Der Verſchwender. 5. Criſpin

al8 Diener, Bater und Schwiegervater. Der Faßbinder, S1Audinot-Faber.

. Der Arreſtant, 2 3 Anton⸗-Wall. . Der prädtige Freigebige.

Der Diamant.

. Edwin und Emma. Ballet. . Betrug für Betrug. . Die zwei Geizigen.

Inli.

. Vie man eine Hand umkehrt. . Anton und Untonette.

Die große Batterie.

. Die falihen Bertraulichkeiten. . Der Poſtzug.

Lucile.

. Der Adjutant.

. Die Römer in Deutjchland. . Die Holländer.

. Das Roſenmädchen von Salency. . Das Loch in der Thüre,

25 Stephanie d. j.

. Der Barbier von Sevilien. . Die abgedantten Oifiziere. . HRade für Rache.

Azor und Girze, B.

. Die glüdliche Jagd, rühr.2 2 Heigel.

Der Karneval von Benedig, B, Conſtant, Muf. v. Peter Sloner. Zemire und Azor.

Anguft.

. Die glüdlihe Jagd. . König Lear.

7.

21.

24.

Mai bis Oktober 1181.

Der Holzhauer, Sla. Muf. v. Bhilidor. Die indianiihe Wittwe.

. Zrau, fhau, wem! 2 5 . Dag Loch in der Thüre. . Der Tote ein Freier, L

daine dv. Pauersbach. Die Freundſchaft auf dei

. Der Weftindier. . Die doppelte Kindeslie

Neilelrode

Der Holzhauer.

Der verliebte Werber. Juliane von Lindoraf. Die vierundzwanzig St Gonitant.

. Die Nebenbupbler. . Die Wölfe in der Heerde . Der Dejerteur.

September.

. Geihwind, ehe es jeman:

Die vierundzwanzig Stu

. Wer wird fie kriegen ?

vd. Edardt. Die drei Pächter.

. Graf Ralltron. . Der Spleen.

Vertumnus u.Bomona, B,

. Die jhöne Arjene. . Die verjtellte Kranke. . Henriette oder der Hufı

Sch 5, Plümicke.

. Die Bürgerſchule.

Die jpanifhe Nacht-Muſi

. Die abgeredete Zauberei. . Der allzugefällige Ehema

Arlequin Centaur, B.

. Athelitan. Ballet. 8. Die Kolonie.

Die junge Jndianerin.

. Die gute Tochter.

Oftober.

. Henriette oder der Huſar . Wer wird fie friegen ?

Oftober 1781 bis März 1782.

437

Die abgeredete Zauberei. 6. Minna von Barnhelm. 7. Natur und Liebe im Streit. | Arlequin Sentaur. Der Tod Hektors. 9. Tie zwei Geizigen. 9. Die janfte Frau. | Die aroße Batterie. 12. Die Wirthichafterin. 11. Die eiferfüdhtige Ehefrau. Das redende Gemälde. Bertumnus und Pomona. 14. Trau, jhau, wem! 13. Eugenie. 18. Der Miniſter. |! 16. Belmont und Conftanze oder bie

. Die abgeredete Zauberei.

Entführung aus dem Serail, S 3,

21. Der ‚argwöhniihe Ehemann. Bretzner, Muſ. v. Andre.

23. Die doppelte Kindegliebe. 18. Der Schmud.

26. Die beiden Hüte. Der Sieg Amors über die Zauberei. Der Freund vom Haufe. 20. Eugenie.

30. Der Juriſt und der Bauer. 23. Otto von Wittels bach, Pfalz-

Röschen und Colas.

graf in Bayern, Tr 5 Babo.!)

Mebember 25. Otto von Wittelsbach. " 27. Belmont und Eonftanze. 4. Der Schmud, 8 5, Spridmann. Belmont und Conſtanze Der Sieg Amors über die Zauberei, B. 1782. Jannar. Der Furchtſame. 3. Die Gefahren der Verführung, Clavigo. Sch 5 n. Mercier, Schröder. Das Loch in der Thüre. Juliane von Lindorak. Medea.

Der Juriſt und der Bauer.

Der Verſchwender.

Henriette.

Die Läfterfhule, Un. Sheridan v. Leonhardi.

Der Freund vom Hauſe.

Die heimliche Heirath.

Nicht mehr als ſechs Schüſ—

jeln, L 5 Großmann. '

Der Neugierige. |

Die beiden Hüte. Julie. |

Die Gefahren der Verführung. |

| Die Drillinge. | |

März. Der eiferfüchtige Liebhaber. Die Läfterfchule. Hamlet. Edwin und Emma. Der Freigeiit. Der eiferjüdhtige Liebhaber. Der Tote als Freier. Der argmwöhniihe Ehemann. Betrug für Betrug. Tie abgeredete Zauberei. | Die jeidenen Schuhe. Die junge Andianerin. | Die verliebten Werber. Rache für Race. Die Familie, 2 5 Gemmingen. nr

1) Das Publikum forderte am Schluffe der Vorſtellung welcher der Kurfürſt Karl Theodor beis WoBnte, laut die Wiederbolung des Stüdes. Diefe fand am 25. ftatt, worauf das bekannte Verbot erfoigte.

Die Holländer.

Der Deſerteur.

Der Schein betrügt.

Der Barbier von Sevilien.

Februar.

29

Augujt 1782 bis Januar 1783.

Die Nebenbubler. Die Entführung, & 3 Jünger. Tie Holländer.

September. Tran, fhau, wem! Die Kolonie. Die Yadefur, 2 2 Jünger. aurette, B. Tie Werber. Das Fiſchermädchen. Das öffentlihe Geheimnis. Suliane von Lindorak. Eutimus und Eucharis, B Legrand. Liebe mat Narren (?). - Die Mütterfchule. Der Holzhauer oder bie WBünide, S 1 Gotter, Benda. Der Beftindier. 4. Die beiden Fächer. DR elide, cder der Schiffer, S 2 a. d. Franz. v. Schuhbauer. SLüd beffert Thorheit. Die Bantelmüthige.

drei

Oltober. Anon und Antonette. WMariane. - Die Wankelmüthige oder der weibl. Betrüger, & 3 v. Schröder. 3. Das redende ‚Gemälde.

Doc. u

Die Abgebrannten. S 1 Strobel, 13 1. Der englifche Weiſe. Der fran-

ſiſche Dejerteur, B Legrand. 15 3. DieSchule der Damen oder waßfeljelt | 17 , amd Männer, 25 Stephanie d. j. . Dos Fiſchermädchen. 20 3. Die Menächmer. I. Die Gefahren der Verführung. 2. 2. Die zwei Geizigen. Die Maler. | 27.

1783. Jannar.

2. Rarlivon Freyſtein, oder die —Scule der Jünglinge, Sch 5 3.

25. 27. 29.

439

Emilia Galotti.

Der Hausvater.

Das Duell.

Der Freund vom Hauje.

November.

. Doktor Guldenſchmitt, 85

Heufeld.

. Die Sreundichaft auf der Probe.

Der betrogene Ehemann, B Erur.

. Clavigo.

. Der Hausvater.

. Der Deierteur aus Kindesliebe. . Die Maler.

Rucile.

.Adelſtern oder der beitrafte Ehrgeiz.') . Die Erbichaft.

Die Sfapin.!

. Beverlen.

. Der jeltene freier.

. Die Wirthichafterin. Sylvain. . Die drei Töchter.

Dezember.

. Die neuefte Frauenſchule (= Die

Schule der Damen).

. Zom ones.

. Die gute Tochter.

. Doktor Guldenichmitt. .Seanette, % 3 n. Woltaires

Nanine, Gotter.

. Der Hofrath, 21 Edartdhaufen.

Die abgeredete Zauberei.

. Die drei Töchter. . Derverlogene Bediente, 2 2n.Garrid

vd. Ratihfy. Der Faßbinder.

. Natur und Liebe im Streit.

Der franzöf. Dejerteur, B, Legrand. Jeannette. Fayel, Tr 5 n. d'Arnaud.

n. Gozzi v. Scletter. Divert., Legrand. Die Maler X 1Babo.

2) Nach Goed. 5, 325 von Traun ; nad) Strobel, Tramat. Cenſor 1782, ©. 82 dagegen v.; Graf

8 Törring.

29*

440

58

31.

. Die

Die jeidenen Schube.

. Amtmann ®raumann. Ballet. .R Der frumme Teufel, ©2.

Die doppelte Berfleidung, Li.

. Der Hofratb.

Die Sklavin.

. R Heinrih der Bierte oder die

Yagd, S 3 Weiße, Hiller,

. Die Familie. Divert. Legrand,

Muſ. v. Dimmler.

. Der argwöhniſche Ehemann. . R Le diable a quatre oder die

verwandelten Weiber, © 3. Der Eiel ald Dejerteur.

. Die junge Indianerin. Melide. . R Bernardon der Inſulaner oder

der Weiberfeind, S 2. Darauf ein Luſtſpiel a. d. Ital.

. Der adelige Tagelöhner. . Die Läfterfchule, 24 n. Sheridan,

Leonhardi.

. R Der Soldat oder der liederliche

Spieler, S 1. Die neuefte Art, Schulden zu bezahlen oder der ver- zauberte Ring Eynthio, 22a.d. Ital.

. Die Abgebrannten, Sh2 Edardt.

Die Sklavin.

. R Die Lyranten oder das luftige

Elend, S 3 ? Der beſtrafte Hochmuth, Divert.

. Karl von Freyitein. Divert.v. Crux . Blüd beſſert Thorbeit. . R Die bezauberte Inſel oder die

lächerlihe PBarforce-Jagd mit Ber- nardon, L a. d. tal.

. Der Dejerteur. . R Der Dorfbarbier oder die lächer⸗

lihe Haushaltung, S2 Michaelis. Darauf ein LZuftipiel 1. Die Nebenbubler.

Februar bezähmte Widerbel— lerin, LAn. Shakeſpeare v. Schink. Divert. v. Crux.

. R Zauberei über Zauberei oder

DD 0

.R Das Mondenreich,

Januar bis März 1783.

der begeiſterte und neubelebte nardon, 2 3 a. d Ital.

. Helena und Paris.

. R Die lächerliche Gouvernante . Die Liebe nad der Mode.

. Die Bantelmütbige. Dive

Legrand. Muj. v. Toöſchi.

. R Der zu jeinent Glüd geb

Bernardon.

2. Der Barbier von GSevilien. . R Die Apotheke, S 2 Mid

Muſ. dv. Blainhoffer. Die Kiebe unter den Handwerke

. Dergenadelte Kaufmann, 23 Br:

Divert. v.Legrand, Muf.v.T

. Die bezähmte Widerbellerin

Divert. v. Crux.

. Die Liebe auf dem Rande,

Weihe, Muf. v. Hiller.

. Die beiden Fächer.

Der Zauberer.

S 2 niſch, Muf. dv. Holi.

Die verwandelten Bauern, %

. Der adelige Tagelöhner. T

v. Erur.

. Der zweimal verheiratete Bern: . Die drei Töchter, 23 C. 9.

Divert. vd. Crur.

. R Lotthen am Hofe. . Belmont und Conftanze. . R Beter u. Hannchen od. dir

zauberten, S 1.

Prinzeflin Evakathel und Schnudi, oder die lächerliche große Bataille, B 2 Link.

. Moleshof und Sylvie

Riebe u. Treue, Trd Graf a Leon. Divertiffement.

Mär;

. Der Geburtstag, 8% 2

ner. Divert. v. Crur.

. Damlet. . Eugenie, Sch 5 Beaumardai

Ballet.

März bis Mat 1783.

11. Julie, S 3. 12. Cömin und Fatime oder die liber- raſchung, Sch 3 Nefjelrode.!) 13, Die unähnlihen Brüder. Ballet. 14. La fausse Agnes, 2 3 Destouches. Le tableau parlant, S, Muſ. v. Gretry.?) 16. Das öffentliche Geheimnis, U 5 .n. Gozzi v. Gotter. 17. Le Barbier de Seville. Le servante maitresse, S Per⸗ golefi.?) 18. Die unvermutete Zufammentunft. Tivert. N. Das Loch in der Thüre. Ballet. 21. Jeannot ou les battus payent l’a- mende, & 1. Leesprit de contradiction, 2 1 Legrand. La Clochette, ©.?) 2. Moleshof und Syivie. Divert. 4. Le jeu de l’amour et du hasard, L 3 Marivauz. la guinguette du Nord, Divert., Muſ. v. Binzent Macepue.?) 5. Die zwo Gräfinnen.

A. Emilia Galotti. Divert. v. Erur. 8. Le Francais à Londres, & 1 Boifiy. L’Amant auteur et valet, & 1.

| La guinguette du Nord.?) DO. Das Kaffeehaus. Tie wüſte Infel, Divert. Crux. - On fait ce qu’on peut et non ce on ne veut, 2 u. Parodie der Tper „Der Deierteur“. Rose et Colas.?)

April. . Der Tote ein Freier. er betrogene Bormund. amlet. a fausse Agnes. —— argent fait tont, Divert, Muſ. —_Salgera.)

6.

7.

26.

27.

441

Der teure Ring, L4 Clem. Graf Törring. Div.

Les pr£&cieuses ridicules, 2 1 Mo- liere.

Le maröchal ferrant, ©. PBhilidor. - L’argent fait tout.?)

. Die indianiſche Witwe.

Die drei Pächter.

. Il ne faut jamais jouer du Violon

devant les Sourds, ou le Comé- dien Bourgeois, ®.

Crispin rival de son maitre, 2 Le Sage.

La guinguette du Nord.)

. König Lear. . Die Shwedenin Baiern oder

die Bürgertreue, Sh5 Blumhofer. Dazu geböriged PDivert. v. Erur. Monfieur Fips oder Alter ſchützt vor Thorheit nit, L 1. Der prächtige Freigebige, S 3 a. d. Frz.

Die Familie.

Die wüſte Inſel, Divert v. Crux.

. Zemire und Azor. Divert.

Mai.

. Nicht mehr als ſechs Schüffeln (mit

Abänderungen). Ballet.

. Der Freigeiſt. Ballet. . Die bezähmte Widerbellerin.

Divert.

. Die Dorfdeputirten, © 3

n. Goldoni, Muſ. v. Schuhbauer.

. Die Schweden in Baiern. . Die Dorfdeputirten.

. Die verftellte Kranke. Ballet. . Die Dorfdeputirten.

. Die väterlide Rade

oder Liebe für Liebe, X 4 n. Congreve v. Schröder. Ballet.

. Die Holländer. Ballet. 27. 30.

Die zwo Gräfinnen. Seannette. Ballet.

R | te Zum Beften der Armen. !) Bon den eben angelommenen lindern der franzöf, Schaufplels —5) Bon den Rindern der franzöſ. Schaufpielichule.

442

1.

[4 18

W.

Juni. Die drei Töchter. Amor und Piycdhe, B.

. Die Dorfdeputirten. . Die väterlide Rache.

Die wüfte Inſel.

. Imogen, Sch 5 aus Shalipere.

Apollo und Daphne‘), B, Erur.

. Der Hofrath. Die zwei Geizigen,

S 2, Muf. v. Gretry.

. Das Findelkind. 25 Graf Brühl.

Dipvert.

. Henriette oder der Hujarenraub.

Das Urteil des Paris, B, Legrand.

. Xiebe wirft jhnell, & 1()

Schletter.) Anton und Antonette.

. Dereiferſüchtige Ungetreue,

L 3n. Imbert v. Schröder. Militär. Symphonie, Kospoth. Die Entführung, B, Legrand, Muſ. v. Cannabich.

. Die Dorfdeputirten. . Der Eheſcheue. Ballet.

Inli.

. Robert und Kallifte od. der Triumph

der Treue, S 3 a. d. tal, Muſ. v. Guglielmi.

. Kiebredt und Hörwald oder

io gehts zuweilen auf dem Lande, Sch 3 Edartshauien. Die gronländiihepeirat, BLegrand.

. Der Winiiter. -— Ballet. . Ter Juriſt und der Bauer.

Sylvain.

. Ter Ierihwender. Ballet.

Liebrecht und Hörmwald. Ter Glüdshaien, A Crur.

.Liebe wirft ſchnell, X 1.

Die jeidenen Schube.

. od. 18. 2) Tie Vatergrille.

L 3nG.d. Enal. Divert. Die Torideputirten.

Der eiferſũchtige Ungetreue.

25.

33

24.

Juni bis September 1783.

Die verlafiene Kalypio. Juliane von Lindorat. Der Glückshafen.

. Die väterlihe Rache. Ball . Die eingebildeten Ph

fophen, S 2a. d. Stal, v. Baefiello.

Auguſt.

. Graf Eſſex.

Der belohnte Schäfer, B Leg

. Die Schwiegermütter, Brandes. Die gewünſchte Zurüdtunfi Legrand. Die Toorfdeputirten.

. Henriette.

Die Bachanten, B, Erur.

. Der argwöhniſche Ehemann.

Die Bachanten.

. Die Dorfdeputirten. . &ronau unb MNWibertine, <

Monvel. Ballet.

. Die Schwiegermütter.

Die Entführung.

. Die Maler.

Die eingebildeten Philojophe

. Kiebredt und Hörwalb.

Der eiferjühtige Zaun, BC Kronau und Albertine. Der Glückshafen.

. Die Frau als Jungfer und W L1v.? Melide.

.Molesbof und Sylvie. R

. Amtmann Graumann.

Roger und Bictor oder die Mebenbubler, B Legrand, V Dimmler d. ä.

September.

. Tie Tortdeputirten. . Edriudt und Schwaghaftigl-

Nollet.

. Tie Nürgeridule.

'. Sum Weiten der Armen. *Rach andrer Angade. in ? Alten fen am 3. L S au

September biß Dezember 1783.

Die wüſte Juſel.

5.

443

Das Duell.

9. Die zwo Gräfinnen. Die drei Pächter. 12. Die väterliche Rache. 7. Der wohlthätige Murrkopf. Der eiferſüchtige Faun. Vertumnus und Pomona. 14. Wie man eine Hand umkehrt. 9 Die Glücksritter oder die Liebe

Die Schäferſtunde, B Crux, Muſ. v. Falgarat.

. Der Tote ein Freier.

Der Faßbinder.

. Zanajja, Tr4Plümide. Divert.!) . Die bezähmte Widerbellerin.

Der weibliche Deierteur, B Legrand.

. Eugenie. Ballet. . Die Frau ald Jungfer und Wittwe.

Anton und Antonette.

10.

fteht ihren Günſtlingen bei, X 5 n. Farquhar.

Die unvermutete Zujammentunft. Divert.

. Hamlet. ?) . Und er ſoll dein Herr fein.

Die Schäferftunde.

. Der Eilfertige.

Das redende Gemälde.

. Nicht mehr als ſechs Schlüfjeln.?)

28. Die Schwiegermütter. Divert. Die Schäferftunde. | 28. Der Schein betrügt. Ballet. 30. Der Beftindier. Divert. 25. Philotas, Tr 1 Leſſing. Meden. Ottober. 28. Der Geizige. Ballet. 3. Die eingebildeten Philoſophen. 30. Geſchwind ehe es jemand erfährt, 9. Der Spleen. Ballet. Der großmütige Korjar, BLegrand. T. Monfieur Fips. Die abgeredete Zauberei. 2ejember. 10. Das öffentliche Geheimnis. 2. Soliman II. Divert. \ 12. Der ftürmifche Liebhaber. 5. Der Philoſoph ohne es zu wiſſen. Die gerechte Tugend, B Legrand. Divert. 14. Der Schublarren des Effigfiedere. t. Die Wölfe in der Heerde. Ballet. DasMilchmädchen u.die beiden Zäger. 9. Die Wirthſchafterin. 17. Athelftan. Ballet. Ariadne auf Naros. 19. Der Faſchingſtreich. Ballet. 12. Der ſeltene Freier. 21. Der Eilfertige, & 2 Schletter. Die militäriihe Liebe, B Legrand.

Lucile.

. Atbelitan.

Die verlafiene Kalypio.

- Helena und Parid. Divert. - Der Eilfertige.

Rucile.

- Der Adjutant. -- Divert.

. Die Kolonie. . Camma oder Die Heldin aus

Deutichlands Hübner.

VBorzeiten, Tr 5

. Das Findelkind.

Der Glückshafen.

.R Muſikal. Alademie zum Vorteil

der Dad. de Paradis.)

November. 21. Der eiferfüchtige Ungetreue. Die 3. Und er foll dein Herr fein, PBriejterin der Diana, B Erur. 25 n.d. Engl. v. Lambrecht. 23. Minna von Barnhelm. Ballet v. Erur. 28. Camma.

) Zum Beften der Armen.

») Hamlet u. Ophella: Hr. u. Hr. Brofe. *) Leutnant Altdorf

n. Wilhbelmine Reichard: Hr. u. Fr. Brote.

444

x

=]

11.

13.

1.

1784.

Jannar.

. Der argwöhniſche Ehemann. . Kronau und Albertine Ballet. . R Die drei Jackerl, ©.

Der Irrtum, NRadipiel.

. Die Dorfdeputirten. . R Der Soldat auf Urlaub oder

der blinde Lärm, © 1. Der banquerottirte Schweflhölzl- främer, Nadjipiel.

. Die verdädtige Freundſchaft,

X 4n. d. Engl. v. Leonhardi. Eutymus und Eucharis.

Die bezähmte Widerbellerin.

R Xoft von Bremen, 2 2 Edert. Weiß und Rofenfarb, S 1.

. Die Toripedutirten. . R Der Bodagrift, 21 Weidmann.

Die Gouvernante, S 1. Engl. Tanz.

. Zanafia. Tivert.

. Die verdädtige Freundſchaft.

Die unvermutete Zurüdtunft, BCrux. . R Die wohlthätige Witwe, L 3.

Weiß und Rofenfarb.

. Tie Torfdeputirten. . R Die getreue Prinzeſſin Pumphia

undder tyranniſche Zartar Kulikan. Der blinde Lärm.

Die Läfterichule.

Die militärifche Liebe.

Glück befiert Thorheit.

Die Korſaren. B. Legrand.

.R Ton Juan oder der ſteinerne

Saft. Sch 3. Ungariſches Solo.

. Die drei Räder. . R Ser dert Gevatter, 2 2.

Waitien und Bairienne 1 Reit term ?

. Tie Nebenbubler.

TDieunmöglideZzadr od. der ERfindier Yin. Trown v. Schröder.

Tau Zemel den Dee MR 0 Olverıı Bimergrän: Mad. Bärtin ) 6 ardu: fr. Miner: Claudia: Mad rim Sam Arte der Rren

Er u

Januar bis März 1784.

Die ſchöne Bäuerin, B Crur.

. R Der doppelte Oktavio, L 2.

Die Gouvernante.

. Die eingebildeten Philoſophen. . Die unmöglide Sadıe.

Die ſchöne Bäuerin.

. Das Kaffeehaus. Ballet. . R Die drei Kaderl.

Die drei Bräjenter, Nadip.

. Die Weinleſe, S 2 Beede.

. Das Loch in der Thüre.

. Die heimliche Heirat.

. R Das Rei der Toten m =

der Lebendigen. L.

. Die Dorfdeputirten. . R Die getreue Prinzeifin Punaz .

Nachſp.

. Doktor Brummer, ya

ftüd 3. Die Schäferitunde.

. Der Geburtötag ')

Die wüfte Infel.

Mariane.

Cora und Alonzo, B Crux, v. Lebrun.

. Und er ſoll dein Herr jeist-

Ballet. Mär;

Liebe wirkt ichnell.

Tie zwei Geizigen.

. Merope. Ballet. . Derliebbaber ohne Name

X 5 n. Mad. Genlis v. Gotter. Tie beglädten Liebhaber, 8 2 grand.

. Tie Weinleſe. Divert. . Tie Liebe nad) der Mode?)

Waller.

. Emilia Salotti”) Divert. . Die drei Brüder als Rebenbuble

Tom Jones. Ericia oder die Beftalin, Tr a‘ Frz.

März bis Juli 1784.-

19. Die Glücksritter. die Korjaren.') 21. Die Bantelmütbige. Ballet. 23. Erwine von Steinheim. %. Der engliihe Kaper, & 1 Heigel. Das Hirtenmädden, Binter. Der Maibaum, B Legrand. 28. Liebreht und Hörwald.

Sl,

Florine, B, Legrand, Muf. v. Toeschi.

30. Der Hausvater.

April.

1. Lanaſſa.

13. Er hat fie alle zum Beſten oder die Mütterichule, Kön. Gold: fmith v. Lambrecht. Ballet.

15. Tom ones.

16. Er hat fie alle zum Beſten.

18. Die Schwiegermütter.

Euymus und Eudaris.

N. Der englifhe Kaper.

Das Hirtenmädchen. Divert.

D. Die Familie.

Cora und Alonzo.

5. Der Kaufmann v. Venedig, 23 n. Shakeſpeare. Ballet.

2. Die Dorfdeputirten.

HD. Tie Gefahren der Verführung. Die Entführung.

Mai. 2, Ericia. 4. Tie verdädtige Freundſchaft. Ballet. 7. Helena und Baris. Divert. I. Die Erbſchaft. Die Belagerung der Stadt Paris. 11. Der Zauberer. Die Widerfprecderin, L 1. 14. Der Kaufmann von Venedig. Die beglüdten Liebhaber. 16. Die unähnlichen Brüder. Ballet.

|

18.

2. 4, 6.

. Die Dorfdeputirten,

. Der

415

Die undermuthetegufammentunft.’) Dipert.

. Eodrus, Tr 5 Eronegf. . Juliane von Lindoraf.

Der Herr vom Borfe, B, Erur.

. Felix oder der Yindling © 3,

Sedaine-Andre, Muſ. v. Monfigny.

. Die väterlide Rache oder Liebe für

Liebe. Chineſiſches Ballet, Erur. S 3, ®ol- doni, Mu. dv. Schuhbauer.

uni.

. Die eiferfüchtige Ehefrau, 2 5,

Chineſ. Ballet von Cruz.

. Helena und Paris. Divert.

Legrand.

. Codrus.

Die verlaſſene Kalypſo.

. Die drei Töchter, U 3 Spies.

Ballet.

. Die Läſterſchule.

Die beglüdten Liebhaber, 2.

. Zanafla. . Kederfege vorfeiner Thür.

Spridwort in 1X. a. d. Franz. Die zween Geizigen.

. Das Findelfind, & 5.

Die belohnte Wohlthat, B Erur.

. Die Freundſchaft auf der Probe, S 2

Die beiden Fächer, 2 1. argwöhniſche haber, L 5 Bregner.’)

Lieb⸗

. Der Miniſter, Dr 5. Ballet. . Nicht mehr als ſechs Schüfleln.

Ballet.

. Die Mütterſchule, & 1.

Die abgeredete Zauberei, S 2.

Juli. Der argwöhniſche Liebhaber. Er hat ſie alle zum Beſten. Die Maler, & 1.

1) Hr. Horſchelt und Dad. Maresquella, durdhreifende Tänzer. ) Hr. Mayer, ein durchreiſender Singer, wird die Rolle des Uli fpielen. ) Zum Beiten der Armen.

446

25. 26.

Das Hirtenmädchen, S1. Dipvert.

. Ratur und Liebe im Streit.

Ballet.

. Die bezähmte Widerbellerin.

Ballet.

. Die Dorfdeputirten.

Die Schäferftunde.

. Die Läfterjchule.

Cora und Alonzo.

. Der Geburtötag.

Die verlajiene Kalypfo.

. Belir. . VBerbreden aus Ehrjudt,

ernſthaftes Familiengemälde, 5, Iffland. Ballet.

Die gute Tochter, L 5. Ballet. Jeder fege vor feiner Thür.

Die drei Pächter.

. Die Familie. Ballet.

Auguſt.

. Er hat fie alle zum Beſten. .Das Yuftlager, S 2, Mui. dv.

Schuhbauer. Divert.

. Verbreden aus Ehriudt. . Die Werber, U 5 Stephanie.

Ballet.

. Selir. . Sophie oder der geredte Fürſt,

sh 4 Möller. Ballet.

15. Der Kaufmann von Benedig.!) B, Erur.

17. Die Schöne Arjene, Romant. © 4.

20. Jeannette.

Die belohnte Tugend, B, Legrand.

. Berbreden aus Ehrjudt. . Die Weinlefe. Divert. . Die fanfte Frau, L 3 Goldoni.

Ballet.

. Das öffentliche Geheimnis. . Robert und Kallifte.

September.

Amtmann Graumanın.

Die belohute Zugend, B.

Suli bis Oktober 1784.

. Der Weftindier. Ballet. . Die Dorfdeputirtent.

10. Glück befiert Thorheit. Bam

12. Der argwöhniſche Ehemann Ballet.

14. Liebe wirkt ſchnell.

fer

26.

. Zulie

Die jeidnen Schuhe oder die ſcẽ Scuiterin.

. Edwin und Emma, Trd. Be . Die Wölfe in der Heerde. Bau . Geihwind, ehe e8 jemand eıf «

Ballet.

oder die dantin Tochter, S 3 Neffelrode, 7 v. Kirzinger. Divert.

.Sophie.

Die Schäferſtunde,

. Die Bürgerſchule, L 3. B . Diedürftigegamilie, &

Mercier.) Alzire und Ze oder die Amerifaner, B leg ı Muf. dv. Toeidi.

Dftober.

. Der Dejerteur. . Der argwöhniſche Liebhaber. . Der abgedantte Offiz

SH 1.) Sylvain.

. Die verdädtige Freundidari

Ballet.

. Der Ehejcheue, 2 5 Dorat.

Der Tod ded Orpheus, pani Ballet v. Crux, Muſ. v. Danz

. S$ulie oder die dankbare Tocht 15.

Die dürftige Yamilie. Die belohnte Tugend, B.

. Der Graf von Eſſex, Trda

Engl. Ballet.

. Der Schubfarren des Eſſigſied Sylvain. . Eugenie, Sch 5 Beaumarchais

Der Tod des Orpheus, pant. B

. Nicht mehr als ſechs Schüflelr

Die Schäferitunde. Zom Jones.

) Herzog: Herr Nießer. ) Zum Beſten der Armen. °) So! al. 22. I. 78.

Oftober 1784 bis Januar 1785.

9. Damlet.

31. Wie man eine Hand umtlehrt oder

der flatterhafte Ehemann.

Rovember. 2. Tie Schwiegermütter. Ballet.

4. Zemire und Azor, rom. S 4.)

Divert.

5, Der Hausvater.

1. Ter Barbier von Sevilien. Eduard der vierte, B Legrand.

9. Der eiferfücdhtige Ungetreue, 2 3.

Ter Jurift und der Bauer. 2.Romeo und Julie, Gotter, Muſ. von Benda.?) Ter Tod des Orpheus, B. 14. Tie Nebenbuhler. Ballet. 16. Die Dorfdeputirten. D, Die philoſophiſche

Gozzi v. Schletter.

A. Glück beſſert Thorheit.“) Ballet.

2. Romeo und Julie. Ballet. 26. Die philojopbiiche Dame. 3. jmogen. Ballet.

Januar.

2 Das vermeinte Kammer- mädden, L 3 n. Marivaux.

Ballet. 3. Der Beftindier. 5. Er Hat fie alle zum Beiten.

6.R Der ſich felbft zum Schaden

tedende Plauderer, & 1.

Der Zant auf dem Lande, fcherz-

bafte Operette.

J. Die eiferfücdhtige Ehefrau, X 5 a.

d. Engl. I. Das Kaffeehaus. Liebe wirkt ſchnell. 12. Der argwöhniſche Kiebhaber. °)

Sch 3

Dame oder Gift und Gegengijt, X 5n.

|

|

447

30. Der prädtig Freigebige.

1785. 13.

19.

20.

Cora und Alonzo.

Dezember.

. Die Dorfdeputirten.*) . EHrjudt und Schwaphaftigfeit.

Die verlafjene Kalypfo.

. Romeo und Julie.

Die Schäferftunde.

. Der Strich durch die Red:

nung, L 4 Sünger. B, Crux.

. Robert und Kalliſte.

Ulter Hilft nit vor Thorheit.

. Die Liebe nad) der Mode. Ballet. . Der allzugefällige Ehemann.

Die belohnte Tugend.

. Der Adjutant, L 3. Ballet. . Durimel oder die Einquartirung

der Franzoſen, Sch 5 Mercier.

. Minna von Barnhelm. . Der Freigeift, 2 5 Leſſing.

Ballet.

3. Monjieur Fips, & 1.

Die Freundſchaft auf der Probe.

R Xipperl, der geihwäpige Papagei, L 1. Philint und Laura oder die ihlaue Liebe, © 2.

. Henriette. Ballet. . Der Strih durh die Rechnung.

Ballet.

. R Der galante Stall;neifter oder

der durch einen Zauberring ver- wirrte Liebhaber, vom Xipperl, dem Gefretair und Stallmeilter, aber übel gehaltenen Bedienten.

Der ihwarze Mann, Poſſe 2. Röschen und Colas.

R Lipperle, der deſperate Spieler, L mit Nrien.

) Mad. Lange, vormal. Mill. Weber, Mitglied der f. k. Nationalbübne, wird die Rolle der Jemite fpielen. *) Mflle. Wendling, eine neu angelommene Sängerin, wird die Role der Julie

fpielen. ) Doftor Flappert: Hr. Reinike.

2) Mad. Wallenftein wird die Rolle der Barbara fpielen.

) Auf allerböchſten Befebl.

448

25.

18.

2. 22. 25.

27.

Hrn. Lambrecht beftimmt.

Philint und Cleone, 2 2 mit Arien. R Die Liebe in der Teufelälappe, 2 1 mit Arien.

Der großmüthige Herr vder der beihämte Gerichtsvogt, © 1.

. Die Dorfdeputierten. . Die Blüdßritter.

Der Teufel in allen Eden, tom. B Crux, Muj. v. Dani.

. Er hat fie alle zum Beſten. . R Das Bauberypfilon des Pytha-

goras, X 1 mit Arien und Ber- kleidungen. Der Schatz, Operette 1.

Februar.

. Der Bettelſtudent oder daß

Donnermwetter, S 2, Wuf. v. Winter.

. R Der bölliihe Doupelamm (?)

oder der verzauberte Fingerhut der PBroferpina. Philint und Laura.

. Die Werber, X 4 Stephanie.

. Die Römer in Deutſchland. Ballet. . Die philofophiihe Dame.

. Yelir.

. König Lear.

. Heureusement, % 1.

La Servante Maitresse, S Pers goleje.')

Der alte $unggejelle, 85 n. d. Franzöſ. v. Rambredt.*) Eſakus und Heſperia, Divert. v. Crux.

Hamlet.?)

Der Deſerteur, S 3 a. d. Franz. *) Der Kaufmann von Benedig. Alerander und Kampaſpe, B Legrand, Muj. v. Timmler. Lanaſſa.

1. 3.

Januar bis April 1785.

März. Die Holländer.) Das Roſenmädchen von

4. Der Strich durch die Rech

25.

Ballet.

.Graf Efier. ®)

Eſakus und Hejperia.

. Bemire und Azor.) 7 . Der Fähndrich, 3:

Die militärifche Liebe.

. Robert und Kallifte.?)

. Durimel.

Felix.

. Ratur und Liebe im Str . Erziehung madi

Menſchen, % 5 Ayren Die zween Brüder als Nebı B, Legrand, Muf. dv. Dim

. Die Schwiegermütter.

April.

. Die Entführung aus dem

S 3 n. Bretzner bearbeite v. Mozart.

. Kronau und Albertine, ©

Die zween Brüder als Nel

. Die Entführung aus dem . Graf Walltron. . Erziehung madt den Meı

Der Teufel in allen Eden

. Tom ones. . Henriette oder der Huja

Ballet.

. Suliane von Rindoral.

Die Capricen der Liebe, B! Muſ. vd. Dimmer.

. Die Entführung aus dem . General Schlenzhei

feine gamilie, 4 Ballet. Der ſtürmiſche Liebhaber. -

n Baftfpier einer durchreifenden franzöf. Gefellfhaft. N) Die Einnahme ift zum |

”) „Herr Lange, Mitglied der & k. Nationalſchaubühne, wir!

des Hamlet fplelen.“ *) Hr. u. Mad. Lange von der LT. Nationalſchaubühne als Alexis

(Bnife ?)

®) Hr. Lange als Heinrich Lernach.

) Mad. Lange als Kallifte,

*) Hr. Lange als Effer.

) Mad. Lange a

April bis Juli 1785.

N. Tie Dorfdeputierten. W. Tas Loc in der Thüre.

Go. Eoncert der Mad. Cataldi Biuliani.)

Mai.

2. Tie Familie, 2 5 Gemmingen.

Ballet.

3. Die Entführung aus dem Serail.

6. Der Geburtstag. Der Teufel in allen Eden. 8 Der alte Junggeſelle. Ejafus und Heiperia. 10. Ber wird fie friegen? Die abgeredete Zauberei. B. Emilia Galottt.

Konzert fremder Birtuofen auf

Koiten der Direktion.

I6. General Schlenzheim. Divert.

B Julius von Tarent, Tr ‚nad einer neuen Bearbeitung.“?)

19. TerallzugefälligeCpemann. Ballet.

0. Der Strich durch die Rechnung. R. Der Barbier von Sevilien.

Tie Hochzeit des Figaro, B Crux.

Ruf. v. Winter. A. Ter Edeltnabe.

ter Bettelftudent. ?) 27. Julius v. Tarent.°)

29. Der argwöhniihe Ehemann.

Yallet. 31. Ter ſchwarze Mann.

Das Milchmädchen und die beiden

Jäger. .

Anni. 3. Der wohlthätige Murrlopf. Die Korfaren. *) 5. Der Fähndrich. Die Hochzeit des Figaro, B. | ĩ. Der prächtig Freigebige. |

10

12,

14. 17.

19.

O0

449

Der offene Briefwediel, 85 Sünger. Engliihes Ballet. Nicht mehr ala ſechs Schüſſeln. Die Schäferitunde.

Die drey Pachter. Divert. v. Crux. Die Gefahren der Verführung. Ballet.

Der offene Briefwechiel. Engl. Ballet.

. Belir. . Der Better aus Lifjabon,

Hamiliengemälde 3 Schröder. Die belohnte Tugend.

. Merope. Divert. v. Legrand.?) . Die Maler.

Das Hirtenmädchen, S1.°) Divert.

Juli.

. Der Fähndrid.

Die Backhhanten.

. Das Öffentliche Geheimnis. . Die eingebildeten Philojophen.

Divert. v. Legrand.’)

. Der Better in Liſſabon.

Die Eapricen der Liebe.

. Das Findellind, X 5 Brühl.

Vertumnus und PBomona.

. Die zween Geizigen.

Wer wird fie kriegen ?

. Der Eheicheue. Ballet v. Cruz. 17. Der Adjutant. Ballet v. Crux. . Zeder fege vor jeiner Thüre.

Das redende Gemälde.

. Der Minifter. Ballet v. Yegrand.®) . Der Freigeift.

. Die unähnliden Brüder.

. Bellerofon. Ernithafte® S 3

Binder, Muf. v. Winter, Ballette v. Legrand.’)

') Zum Beiten der Armen. °) Zum Schluß wird Hr. Sillant, ein durchreiſender Tänzer, ein englifches Solo tanzen. *) Zum Beichluß wird Hr. Sillani, ein Durdhreifender Tänzer, ein englifches

. Eolo mit neuen abwechſelnden Schritten tanzen. *) Hr. Silant wird ala Korſarenhauptmann tanzen.

: % Pas de deux v. Hrn. Gillani. *) Die Büchel hiervon mir den Porträten der Mad, Brodard (Kmaryllis) und Mad. Lang d. j. (Chloe) find In der v. Crätziſchen Buchbdlg. an haben. ') Hr. Sillani un. ) Sr. Sillani. *) Da die heutige Vorftellung frei gegeben wird, fo dient den refpect. Hrn, fm. Abonnenten zur Nachricht, daß ihnen die gewöhnlichen Yogen und Plätze bleiben; die Übrigen Bifere, zum Eingang, werden bei Er. Erzellenz Hrn. Grafen ven Secau ausgegeben.

45

0

Juli bis November

1785.

31. Viktorine oder Wohlthun 18. Der Bürgermeiſter. Kom. Bal trägt Zinſen, & 4Schröder.) 20. Die Entführung aus dem Ser

Die Zurüdkunft Jupiter® in den Olymp, mytholog. B, Erur, Muf. vd. Dimmiler.

23. 25. 2.

Lanaſſa. Tivert.

Der Ring. Kom. Ballet. Erifpin, der Tiener, Bater u Schwiegervater, 2 Romanud.’)

Auguft. Der vermeintlibe Dejerteur,

2, Bellerofon, Legrand, Muſ. v. Dimmiler.‘)

3. Biltorine.

Die Zurüdtunft Jupiter in den Ottober. Olymp. | 2. Die Läſterſchule. Engl. del

7. Der Better in Lifjabon. Ballet.) | 4. Die unvermutete Zufammentux

9. Der Zauberer. Divert.

Die beiden Fächer. 6. Rleopatra und Antoniıx

12. ®eneral Schlenzheim. Ballet Tr 4 Ayrenhoff.

vd. Erur. 7. Erziehung madt den Menide:

14. Der offene Briefwechſel. Der vermeintliche Deferteur. Die Hochzeit des Figaro, B. 9. Juliane von Lindorat. Div

16. Die Weinleje. Divert. 11. Der engliſche Baife.

19. Der Lügner, L 3 Goldoni. Pygmalion.

Der großmüthige Korfar.?) 14. Erwine vd. Steinheim. Dive

21. DerBürgermeifter, 25 Brühl. 16. Die bezäßmte Widerbellerin. Der großmüthige Korjar. Engl. Ballet.

23. Bellerofon. 18. Tom ones.

26. Codrus. 21. Die dürftige Familie, Sch 3 Pygmalion oder die dur Liebe Mercier. Die eroberte Iniel, : belebte Bildfäule, B Legrand. Legrand, Muf. v. Ritichel.’)

28. Der Yähndrid. 23. Der Bürgermeifter.

Pygmalion. Der Ball.’

30. Der Bürgermeifter. 25. Kleopatra und Antonius.

Der belohnte Schäfer, B Legrand. 28. Die Schwiegermütter.

September.

. Eugenie. Engliſches Ballet. . Die verftellte Kranke. Ballet. . Die Wölfe in der Heerde.— Divert.,

Regrand,

. Die Entführung aus dem Gerail.

Don Juan oder daß fteinerne Ga mahl, Bv. Legrand, Muf. v. lu

. Die Wankelmüthige.

Don Yuan oder dag fteinerne Gaj mal.

Rovember.

11. Der Spleen. Pivert., Xegrand. 2. Soliman I. Pivert.

13. Der Faſchingsſtreich. Divert. 4. Gerechtigkeit und Rache

16. Der Ring, L 5 Schröder. Sch 5. Brömel. Divert. Tivert. 6. Der Minifter.

ı) Frei⸗Vorſtellung; fiche vorige Anm. *) Hr. Sillani. ) Hr. Sillani tanzt. *) Herr Silla tanzt. ?) Mille. Frank, eine angehende Schauspielerin, welche heute zum erften Male die Bübne beir wird Die Rolle der Liſette fpielen. ) Herr Sillani. ) Herr Strobel, ein fremder Baffift, wird | Rolle des Kalenders fpielen. ») Zum Beften der Armen. °) Sr. Sillani tanzt als Matroſe ein ı de deux. '9 Hr. Eillani.

November 1785 bis Mär; 1786. 451

Die ländlihe Probe, B Legrand, Muſ. v. Ritichel.

8. Der jeltne Freier, X 3 Gernnald. Pygmalion.

11. Mariane. Die Capricen der Liebe.

13. Der argwöhniſche Ehemann.

Der Ball.

DR ©. 28 ff.

Lie ländliche Probe. 15. Gerechtigkeit und Rache. | 12.

Die Entführung, B, Muſ. v. Cannabich.

. Der Vetter in Liſſabon.

Die Hochzeit des Figaro.

. Der Strich durch die Rechnung.

Der Sceerenjdleifer, B®..

. Die philofophiihe Dame Engl.

Ballet. Die neue Emma. Der großmüthige Korfar. *)

18. Die Dorfdeputirten. 14. Das Findelkind. N. Die Familie. Die belohnte Tugend.

der erfte Schiffer, pantom. B | 15. (Concert des Mrs. les Amateurs.)

Era, Mu. v. Dimmier. 16. Verbrechen aus Ehrſucht. Divert., 2. Der Deierteur aus Kindesliebe. v. Erur.

Ter erfte Schiffer. . 18. Die Nebenbuhler. Divert., Erur. A Der Edellnabe. | 20. Die Nebenbupler.

Ariadne auf Narvs.') 9. Othello, der Mohr von V. Sittorine. Ballet. ! Benedig?),Tr 5 n. Shafejpeare. 9, Felix. | 23. Die Liebe nad der Mode. Ballet.

: 27. Der allzugefällige Ehemann. Dezember. Divert., Erur. > Tieneue Emma), 83 Unzer. | 1786. Abichnitt Januar—Juli fehlt in der Münchner Zeitung.) AFannar. | 6. Die Hausplage, Faſchingsſtück 5. er ſtürmiſche Liebhaber. ı 10. Die Römer in Deutfchland. | 13. Die philoſophiſche Dame. Im Carueval: 18. König Lear. Die verlaſſene Armida, O v. Prati. 19. Der alte Junggeſelle. der venetianiſche Jahrmarkt, O 20. Hamlet. d. Salieri. (Beide in ital. Sprache 22. Der Deſerteur. aufgeführt.) | 25. Der Kaufmann von Benedig. 27. Lanaſſa. yebruar.‘) | 2. Der Bettelitudent. | März. 4. Die Werber. 1. Die Holänder. _ 9. VieAbenteuerdes Herzens | 3. Das Roſenmädchen von Calency. oder Euhen macht Finden, 25 : 4. Der Strid dur die Rechnung. Hofmann. | 6. Graf Efier.

) Nſlle. Antoine wird die Role der Ariadne fpielen. ) 1781 war bei Frz. Joſ. Thuille ein Belohram „Emma*, von Sajetan Braun, erſchienen. Pal. Annal. d. bair. Litt. 2 Bd. 1781 ©. 340, Ye Eitani. *) Hr. Sillani. *) Zum Beten der Armen. *) Tas folgende nad) dem Goth. Theat.s Bin 1788, außgenommen die Aufführung vom 5. Februar. Über diefe f. Kritik in d. pfalzbater. Mufe

452

Eſakus und Hefperia.

. Der Fähndrich.

Die militärifche Liebe.

. Robert und Kallijte.

. Durimel.

. Felir.

. Natur und Liebe im Streit.

. Erziehung madt den Menichen. . Die Schwiegermültter.

April.

. Die Entführung aus dem Sernil. . Kronau und Wlbertine.

. Die Entführung aus dem Serail. . Graf Walltron.

. Erziehung madt den Menſchen.

. Tom Jones.

.Die Schwiegermütter.

Juliane von Lindorak.

. Die Entführung aus dem Serail. 2. General Schlenzheim.

. Der ftürmijche Liebhaber.

. Die Dorfdeputirten.

. Das Loc in der Thüre.

li.

. Die Schwiegermütter, X 5 Brandes,

Die Bachanten.

. Die väterliche Rache.

Der großmüthige Korjar.

. Der Barbier von Sepvilien

oder die unnüge Vorjidt, S 4

Paeſiello.

.Das Blatt hat ſich gewendet.

Die Entführung.

. Emilia Galotti. Die eiferfüchtigersrau, Divert.v.Erur. . Die

reihe Freierin, 25

Stephanie d. j.

. Der Barbier von Sevilien. . Graf Eifer.

Der großmütige Korjar.

. Die Abenteuer des Herzen?. 23. . Der Schmud.

. Die reihe YFreierin.

Der Strid dur die Rechnung.

| | | | |

17. 19.

. Der

"März bis September 1786.

Die Hochzeit des Figaro. doppelte Lieb! 8 3 Jünger.

Der erite Schiffer.

Auguſt.

. Die drei Töchter, L Spies

Don Yuan oder das fteiner: mahl, B Legrand.

. 3m Trüben ift gut filchen. . Die Majeftät in der Klenu . Die fanfte Frau.

. Und er fol dein Herr fein . Der doppelte Liebhaber.

Die Schäferftunde.

. Die drei Pächter.

Die eroberte Inſel.

. Die Mündel, Sh 5 If . Der Schmud. Divert., 2 . Die Maler.

Die zwei Geizigen.

. Die dürftige Familie.

Jack Spieen oder ich erſchie nit, 2 1.

. Die Mündel. . Der Ring.

September.

. Das Weiberfomplott, X 5 n

court d. Jünger.

. Kronau und Wlbertine.

Die Hochzeit des Figaro, 9

. Die Entführung aus dem | . Die Quftbälleoderder

haber à la Montgoflfi 2 Bregner. Das Luftlager, 3.

. Die bezähmte Widerbellerii

Die ländliche Probe.

. Das ſechzehnjährige Mädch

Der erite Schiffer.

. Die Yuftbäle,

Die eingebildeten Bhilojop Viltorine.

Die gute Tochter.

Die Entführung.

September bis Dezember 1786.

21 Adelheid von Salißbury,!) Tr 3 n. Arnaud dv. Schröder.

22. Der offene Briefwechſel.

24. Veritand und Leichtfinn, Jünger.

26. Gerechtigkeit und Rache. Die Bachanten.

29. Tie treuen Köhler, S 2 Ber: mann, Muf. v. Schubauer.

L dv.

Oftober.

1 Ta8 Blatt hat ſich gewendet. Pyrrhus und Polyrena, B, Erur.

3. Tie Wirtſchafterin. Sad Spieen.

6. Ter Deierteur aus Kindesliebe. Tie Lapricen der Liebe.

8 Der Weftindier.

10, Die treuen Köhler.

13 Bayard oder der Ritterohne Furcht und Tadel, Sch 5 Berthes.

15. Das Teftament, X 4 Schröder. Tie indianiſche Redlichkett.

17. Welgeid von Salisbury.

Pyrrhus und Polyrena.

W. Jeannette. Die buchſtäbliche Auslegung, & 1 Brömel.

22. Bayard. Die indianiſcheRedlichteit.

21 die Dorfdeputirten.

A. Der Sonderling oder beſſer ſchielend als blind, L 5 Beidmann.

29. Die treuen Köhler.

30. Der engliihe Waiſe.

Die buchſtäbliche Auslegung.

November. 2. Der Fähndrich. >. Die Läfterjchule. Tie zween Brüder ala Nebenbupler. 7 Ter Barbier von Sevilien.

| | | | |

10.

12. 14. 1%. 19.

21. 24.

26.

28.

453

Der eiferfühtige Ungetreue.

Die Heirath durd ein Vo: henblatt, B1 Schröder.

Der Sonderling.

Ranajja,

Die Belagerung, X 5 Kretid- manıt.

Berbrehen aus Ehrſucht. Die Verzweiflung aus Liebe, B Legrand. Die feidenen Schuhe.

Stolz und Liebe, Sch 6 Wagner.)

Nicht mehr als ſechs Schüffeln (mit Abänderungen).

Die Wankelmüthige, n. Eibber v. Schröder. Phylas und Chloe, B, Crux, Wui. v. Sud.

Dezember.

. Henriette. . Die eiferfüchtige Ehefrau.

Eſakus und Hejperia.

. Im Trüben ijt gut filchen. . Mariane.

Die Hochzeit des

Figaro.

. Umſechs Uhr iſt Verlobung,

L 5 Schröder. Die Amazoneninſel, B, Erur.

. Die Gefahren der Verführung,

Die zween Brüder ald Nebenbuhler.

. Der Schublarren des Ejligfieders.

Die Berjuhung (& n. Marivaur d. Vteyer ?)

. Das öffentliche Geheimnis.

. Romeo und Julie (Gotter),

. Haß und Liebe, Sh4Bonin.!) . Um jeh8 Uhr ift Verlobung.

Die Verzweiflung aus Liebe.

. Camma oder die Heldin aus

Deutſchlands Borzeiten.

. Haß und Liebe.

') Zum Beiten der Armen. *) Bermutblih Heinrich Leopold Wagners „Reue nad) der That”

| (er Jüngers gleichnamiges Zuftfpiel?)

30

April bis September 1787.

2. Das Findelkind. Der großmüthige Korſar. 23. Edelmuth in Niedrigkeit. Die Ueberraſchung. Die Geſchwiſterliebe, v. Weiße. B. Zemire und Nor. N. KEleopatra, Tr 5 Soden. 9. Robert und Kallifte.

Mai. l. Der Kaufmann von Venedig. Der liederlihe Schäffler, tom. B. 4. Berftand und Leichtſinn. 6. Berbrehen aus Ehrſucht. 8. Der Hausvater.

1. Z artüffe, oder der fcheinheilige Betrüger, &5 n. Moliere.

Die Schäferftunde.

B. Die reiche Freierin.

B. Sraf Balltron.

18. Der jeltne Freier, & 3 Gernmald. Die gute Ehe, & 1n. Florian Oo. Antons®Ball.

MD. Tortüffe.

22. Um ſechs Uhr iſt Verlobung.

5. Julius von Tarent.

I. D as Spielerglück, 25 n. FRegnard und Goldoni v. Dit. Die vergeblide Vorſicht oder der Txan leide einer Prinzeffin ver-

Eca ninte Achilles, her⸗pantom. B,

grand. genie. Die gute Ehe.

Juni.

> Murmuth um Liebe.

ED üe vergeblihe Vorſicht. Die Läſterſchule.

> er beſtrafte Undant, B. (v. ?) Das Beiberlomplott. Bene Schlenzheim. Das Spielerglück.

Der glückliche Zufall. (v. 9)

"> Zum Beiten ber Armen. *) Zult fehlt.

455

Der Deſerteur.

DerEinjiedlervonfarmel, Dram. Ged. Hin Jamben, Dalberg.')

Der allzugefällige Ehemann.

Die Familie.

Die ſeidnen Schuhe.

Der eiferſüchtige Ungetreue.

Der Einſiedler von Karmel.

Der Schmuck.

Die zween Geizigen.

Auguft.?) Der Spleen. Der erite Tod, B. Und er fol dein Herr jein. Emilia Galotti. Die zween unähnlidhen Brüder. Bemire und por. Beitvon Solingen oder ber Egoift, Charaktergem. v. Gotter. Der beitrafte Undant. Wind für Wind. Die Capricen der Liebe. -- Die Abenteuer des Herzen?. Die glüdlihe Jagd. Der Inſtinkt oder wer ift Vater zum Kinde? % 1 Jünger. Beit von Solingen. Medea, B. Die Schwiegermütter. Die Entführung aus dem Serail. Armuth um Liebe. Der erite Tod. -- Mbdelheid dv. Salisbury. Der erite Sciffer.

September.

Die Dorfdeputirten. Das Räuſchchen, U 4 Brepner Die Glüdßritter. Der Schein betrügt. Biltorine.

Das Räuſchchen. -- Die drei Töchter.

30”

45

6

September bis Dezember 1787.

Die vergeblihe Vorſicht.

DasKleidausXyon, L Jünger.

Die eingebildeten Philoſophen. General Schlenzheim.

Das Kleid aus Lyon. Der wohlthätige Murrtopf.

Der erite Tod. Die Jäger, ländl. Sittengem. 5 Affland.

Oftober. Die Brandihagung. Die Hochzeit des Figaro. Juliane von Lindoral. Die verdädtige Freundſchaft. Pyrrhus und Polyrena.

- Die Werber.

Der WUpotheler und der Doktor, S Stephanie d.j.

Das Teftament.

Der Apothefer ınd der Doktor. Die Mindel.

Der ehrliche Berbreder oder Die Belohnung der findlidhen Liebe, Sch. ')

Der engliihe Weile. Die beiden Billet3, Nachſpiel 1v. Anton-Wall. Der Fähndrid.

Die treuen Köhler.

Der ehrlihe PVerbreder, Sh 3. A. v. Wieland.

Wiſſenſchaft geht vor

Schönheit, X 3 Goldoni, Bock.

Im Trüben iſt gut fiſchen.

Veit von Solingen.

Verſtand und Leichtſinn.

Felix.

Der Einſiedler von Karmel. Wiſſenſchaft geht vor Schönheit. Die gute Ehe. Die Kolonie.

) Zum Beſten der Armen.

Die Schule der Kiebhab ! n. Whitehead v. 3. 3. Chr. Die eroberte Inſel.

Glück beſſert Thorbeit.

Den ganzen Kram und Mädchen dazu, X 1 Brühl

Romeo und Julie, ©.

Die Familie Eichenkron. Kkronau und Albertine. Nina oder Wahnſinnu Liebe, Sh m. Bei. n. d. Fr dv. d'Arien.

Der engliihe Kaper, L.

November. Tie Schule der Liebhaber. Tie modernen Amazonen.

- Die Nebenbußler. - Der jeltene Freier. - Ten ganzen Kram und das W

den dazu. Die Römer in Deutfchland. Der Bürgermeijter.— Engl. Di'

- Tas Kleid aus Lyon.

Die wüfte Inſel.

Der Juriſt und der Bauer. Mina.

Der Choleriſche, X5 Dalt Das Urtheil de Midas. (?)

- Der argwöhniihde Ehemann. - Die Abenteuer des Herzens.

Montesquieu, oder die u tannte Wohlthat, Ch 3 Dalt Die beglüdten Liebhaber.

Dezember. Der mißtrauiſche Liebhaber, X Die unvermutete Zujamment-

- Der Better in Liſſabon.

Nacht und Ungefähr, O1 Reid Sewußtjein, Sh 5 Sfflar

Januar bis April 1788. 457

1788. )

Iaunar.

Das öffentliche Geheimnis. Dos Rauſchchen Die Wantelmuthige. 9. Julius von Tarent. Der Apothefer und der Doktor. Rinne von Barnhelm. Der Apothefer und der Doktor. Per Brief durch Rechnung Die Phyſiognomie, &5 Brepner. Ben ganzen Sram und das Mäds

hen dazu.

Nina. Bemußtjein. Die Brandfgagung.

Die drei Budligen aus Damaskus. Verſtand und Leichtſinn.

Februar die Liebtaber, wie ſie ſind und wie fie ſein ſohlen. Die drei Budligen aus Damaskus. Emilia Galotti. die Dorfdeputirten. die drei Töchter. Nacht und Ungefähr. Lanaſſa. Die Wölfe in der Heerde. Derliederlide Shäffler,®. Der Apotheler und der Doktor. Der Minifter. Der verlafiene Kalypio. Die Laſterſchule. Die modernen Amazonen. Die Entführung aus dem Serail. Dlint und Sophronia, Tr 5 Eronegt. Das Findeltind. Der erfte Schiffer.

März. Eduard Montroje. Die glückliche Zurüdtunit

Die eingebildeten Philoſophen. Die militäriſche Liebe.

Vergeltung, Sh 3 Lambrecht Die beglüdten Liebhaber.

Glüd befiert Thorheit.

Die Mündel.

Dlint und Sophronia.

König Theodor in Venedig, O. n. Eafti v. d’Arien, Muf. v. Paeſiello.

Der wunderliche Franzos oder der eiferſüchtige Ehemann, tom. O, Biccini.

Die Expedition oder die Hochze it nad) dem Tobe.

Bergeltung. DasLebeneinTraum,B.v.?

König Theodor in Venedig.

April.

Der offene Briefwechſel. Die vergeblihe Vorſicht.

Die philojophiiche Dame.

-- Di: Erpediton.

Der Deferteur.

Die Seeoffiziere oder Tugend und Ehre auf der Probe, X 5, Tode.

Die Familie

Zemire und Azor.

Graf Eiier.

Bifjenfhaft geht vor Schönheit. Theieus od. Tapferteit ber darf der Jahre niht,® v. Legrand, Muf. v. Dimmler.

Der Apotheter und der Doktor.

Die Mitternadtsftunde, S 3 Lumbregt-Danzi.

Die Hochzeit des Figaro, B.

Der Better aus Lifjabon. Der erite Tod.

Der Schubtarren des Eifigfieders. Nina.

*) Das folgende nach dem Churfürftl. Inteligenzblaet.

458

Mai.

Die Mitternachtsſtunde.

Don Juan, B.

Die Seeoffiziere.

Die Gefahren der Verführung. Theſeus, B.

Die buchſtäbliche Auslegung. Der Alchymiſt, S, Meißner, Muj. v. Schufter.

Das Teftament.

Sad Spleen.

Der Alchymiſt.

Die weiblide Eroberungsjudt. Ter Revers, L 5 Jünger. Der verliebte Zauberer, B. Felix.

Veit von Solingen.

Der verliebte Zauberer.

Der Revers.

Der verliebte Zauberer. Armut und Liebe.

Der erſte Tod.

Ottilie, Tr 5 Brandes. Liebe wirh fchnell.

Die eingebildeten Philoſophen.

Juni. Der mißtrauijche Liebhaber. - Gereditigleit und Rache. Die glückliche Zurüdkunft. Jeder fege vor feiner Thür. Der Bettelftudent. Ottilie. Tom Jones. Das Freicorps, 8 (f. Goed. 8 259, 115). Viktorine. Tie Entführung. Der Apotheker und der Doktor. - Die dürftige Familie. Die Heirat durh Irrtum, x 1 Schröder. Das Freicorps. Die Maler. Die drei Rächter. Die Jäger. Der Revers.

Mai bis Auguſt 1788.

Juli. Die buchſtäbliche Auslegu Der Bettelſtudent. General Schlenzheim. Der Fähndrich. Der liederliche Schäffler. Die Schwiegermütter.

Lilla, O, Martini.

Der Kaufmann von Ven Der beſtrafte Undant. Lilla.

Der ſeltene Freier.

Der Schreiner,L2W Die väterliche Rache.

Im Trüben iſt gut fiſche Die Nacht zu Abente Töffels u. Dortchen zeit (oder die Folge Pächter), B.

Die Vergeltung.

Lilla.

Auguſt. Die Brandſchatzung. Die Capricen der Liebe. Der Apotheker und der 3 Der Adjutant. Der Schreiner. Die Mitternadtsftunde. Don Juan. Merope. Der verliebte Zauberer.

- Die Schule der Bäte

Traun.

Den ganzen Sram und bo hen dazu.

Romeo und Julie, O. Die Werber.

Die Schule der Väter. Die eroberte Inſel.

Der engliihe Kaper.

Der Bettelftudent. Eugenie.

Julius Cäjar oder d ſchwörung des Brutus, berg.

September 1788 bis Januar 1789. 459

geh September. Der Apotheker und der Doktor. R. Die große Toilette, L v. ©. Zulius Cäſar. 3. Echröter. Juliane von Lindorak. Das Luſtlager, B. Novemnber. die Entführung aus dem Serail. Und er ſoll dein Herr ſein. Kronau und Albertine. Lilla

Die Droſſel, L Unzer. Der Bürgermeiſter. Lilla. Richard III., Tr 5, Weiße.!) Die Schule der Väter. Die amerikan. Wilden, B. Der Deſerteur aus Kindesliebe. Der Schiffbruch der Qu äker, B Die junge Wittwe. Ariadne auf Naxos. Die Droſſel. —— Der Einſiedler von Karmel. Wie man eine Hand umlehrt. Der Raudfanglfehrer, Auer- brugger, Muj. v. Salieri.

Ofteber. Richard IIL Divert. Dezember. Der offene Briefwechſel. Die Familie.

Ranafja. Der Raudfangfehrer. Naht und Ungefähr.

Der bejtrafte Unbant.

Die große Toilette.

Der Raudfangfehrer.

Das Herz behält jein Recht, Sh 5 Bed.

Die Übenteuer de3 Herzens.

Der Barbier von Sevilla, O.

Die Erbihaft. Die Rechnung ohne den Wirt, L Scletter.

-— Gamma. \

Die Reijenden. Der Bettelitudent.

Das Herz behält jein Recht. Liebe vermag alles.

Die Glüdßritter.

Das Räuſchchen. Luftbälle.

DdDer Strich durch die Rechnung. Nicht mehr als ſechs Schüſſeln. Die amerikaniſchen Wilden. Die Heirat dur Irrthum.

Der engliihe Weile. Die eingebildeten Philofophen. Medea. Berbreden aus Ehrjudt.

Dank und Undant, 2 Jünger. Die Glüdsritter. Töffels und Dortchens Hochzeit. Zemire und Azor. J

Das Kleid aus Lyon. Der Wechſel, & Jünger. Die beiden Billets. Liebe vermag alles.

König Theodor in Venedig. Das Teftament.

Der mwohlthätige Murrtopf. Die Dorfdeputirten. Die Reijenden, L. Der WVedjel.

Dant und Undant. Die Capricen der Liebe.

1789. Januar. Adelheid von Salisbury. Der Vedjiel. | Die Drofiel. __ Die Eapricen der Liebe. Ä | Die Mitternachtsſtunde.

2) Zum Beten der Armen.

460 Sanuar bis Juni 1789.

Nacht und Ungefähr. Der Bettelftubdent. Die Yäger. Die Bormünder, L Scletter. Die große Toilette. Die junge Wittive. Nina. Mariane. Die drei Budligen von Damaskus. Der Revers. Dank und Undant. Der Namenstag oder bie lebenden Marionetten, B. von ? Das Freicorps.

Februar. Die Vormünder. Armuth und Liebe. Der Triumphder Treue, O, Danzi. Der Bürgermeiſter. Der Apotheker und der Toltor. Um 6 Uhr ift Verlobung. Der Triumph der Treue. Der Minifter. Berftändnis u. Mißverftänd- nis, L. Der Geburtstag. Der Triumph der Treue. Der Vetter in Liſſabon. Die militäriſche Liebe.

März. Verſtändnis und Mißverſtändnis. Der ſchwarze Mann. Thusnelda ober der Ritter vom goldenen Sporn, Sch Vohs. Die Brandihagung. Der großmüthige Engländer. Hamlet. Romeo und Zulie, ©. Thusnelda. Die Schwiegermütter. - Die beiden Billets. Die eingebildeten Philoſophen. Der Fabrikant, L3 Weidmann. Der erite Tod.

-- Hamlet. Glüd bejiert Thorheit. Der Fabrikant. Die Entführung. Der Apotheler und der

April.

König Near. Die Streligen, Sch Lille. Veit von Solingen.

Die Batrioten. Der argwöhniihe Ehema Im Trüben ift gut file Der Wechſel.

Die modernen Amazoner Die Streligen.

Der Namenstag. Die reihe Freierin.

Mai. Die Eiferſucht a Probe, O3 Eſchenburg)

Thusnelda.

Die Eiferſucht auf der Pr—

Die Verſchwörurn Fiesko, Tr 5 Schiller.

Die weibliche Eroberung?

Die Entführung aud dem

Die Schule der Bäter, S Die Schäferſtunde, B.

Die Berihwörung des Fi

König Theodor in Bened

Der Bizelanzler, Kratter.

Die Streligen.

Felix.

Der Ring.

Juni. Der Fabritant. Die Hochzeit des Figaro, Der englüde Kaper. Der Betteljtudent. Mlbert von Thurn Tr 4 Iffland.

Juni bis Oftober 1789. 461

Lilla.

Die große Toilette.

Der verliebte Zauberer.

Der Advokat oder wer wird den Prozeß gewinnen ?

Im Trüben it gut fiſchen

Die väterlihe Rache.

Die Rechnung ohne den Wirt.

Der jeltene Freier. | Die Capricen ber Liebe. Die Läfterichule. | Der großmüthige Engländer, B. Jeder jege vor feiner Thüre. Nina. | Wbert von Thurneiien. Berftändniß und Mißpverftändniß. Robert und Kalliſte oder der Der Duafimann. Triumph der Treue. Das Kleid aus Lyon. Thusnelda. Der mwohlthätige Murrlopf. Tie große Toilette. Das Lager, B. die Streligen. der Fabrifant. Nriptolome, Königin von . Seleukos. Die Kriegsgefangenen. Die Kriegsgefangenen. Die Maler. Romeo und Julie, O. | |

September.

DerMagneti3musg, 1 Iffland. Wieden.

Die Familie. Liebe vermag alles.

Daß Landmädchen, Lv. Wicherley (Schmid).

Der Bürgermeifter.

Betrugdurh Aberglauben, S 2 Eberl, Dittersdorf.

Die verdädtige Freundichaft, 2.

Juli. Verbrechen aus Ehrſucht. Die Mitternachtsſtunde.

VBilla.

Reue verſöhnt, Sch 53Iffland. Dank und Undank.

—- Der Apotheker und der Doftor. Der Strih durch die Rechnung.

Die Vergeltung. Robert und Kalliſte.

Oftober. Die Macht der findliden Liebe, Sch Seidel.

Der erite Schiffer. Der Bogelfang. ®. Denganzen Sram und das Mädchen Die große Toilette.

Dazu | Der verliebte Zauberer.

Die drei Pächter. ' Betrug duch Aberglauben. Die Bormünder. Der Rever?. Der Wechſel. Ballet. Die verlaſſene Kalypſo. Bemire und Azor. König Theodor in Venedig. Er Hat fie alle zum Beſten. Die Verſchwörung des Fiesko.

Auguſt. | Armuth und liebe. Neue verjöhnt. Ä Die wilden Amerifaner, B. Naht und Ungefähr. | Berbrehen aus Ehrſucht. Ber Duajimanı, O 2Yam Bemußtjein. breit, Danzi. Reue verjöhnt. Die Streligen. Das Finbelfind. Der erfte Tod. Die modernen Amazonen.

Die Dorfdeputirten. Der ANpothefer und der Doltor.

462 DOftober 1789 bis Februar 1790

General Schlenzheim. | Der Optimift.

Der großmüthige Englänber. Die Jagd Heinrich IV.

Die Abenteuer des Herzen?. Natur und Liebe im Streit

Derfromme Betrug, Seidel. Die Gefahren der Berführu Der Bettelftudent. Die Bauberböhle des Trop!

Graf Eſſex. Der Schublarren bes Eifig

Der Spleen. Der Bauer mit der Erbſche Eduard IV., 8. Henriette.

Der Fabrilant.

Der Magnetismus. Dezember.

Die Zauberhöhle des Tro- Der Dejerteur aus Kindes! phonius, ©, Kafti, über‘. v. Der verliebte Zauberer. Faber, Muſ. v. Salieri. Die unvermuthete Zuſamm

Die Seeoffiziere. November. König Theodor in Benebic

Der Kaufmann von Benebig. Juliane von Lindoraf. Der Ramenstag. Im Trüben ift gut filchen.

König Theodor in Benebig. Der Taumel der Lieb

Der Optimift oder Es ift ihm Merope. alles recht, 255%. 9. %. Müller. Die militärijche Liebe.

Der mißtrauijche Liebhaber. Glüd beflert Thorbeit.

Der Apothefer und der Doktor. | Per fromme Betrug.

Die Familie Eichenfron. Die eingebildeten Philoſop Der erfte Schiffer Nicht mehr als ſechs Schü

Lilla. Die Dorfdeputirten.

17%. Januar. „Helena und Paris. Menihenhaß und Neue, Der jeltene Freier. Sch 5 Kopebue. Die eroberte Inſel. Lilla. | Mariane. Sie Grazien, 23. Februar. Crux, Muſ. v. Dimmler. Der Revers. Der Fähndrich. Helena und Paris. Die wilden Amerilaner. Tie Stiefiühne, Sch

Ser Bettelftudent. Den ganzen Sram und

Menſchenhaß und Reue. den dazu.

Lie Räjterichule. Tie Schwiegermütter.

Ter gutherzige Alte, in Dank und Undant. Florian dvd. Lambrecht. Die modernen Amazonen. Teer Jurift und der Bauer. die Trillinge.

Wenſchenhaß und Reue. Ter Namenätag.

Tier Eptimifl. Die junge ®ittwe.

Der großmütbige Engländer. Nina.

Die Brandidagung. Tie Streligen.

Februar bis Zuli 1790.

Wie man eine Hand umtlehrt. Der Ramenstag.

Der gutberzige Alte.

Romeo und Julia, ©.

Die Macht der kindlichen Liebe.!) Der Better in Lifjabon.

Der Bauer mit ber Erbidaft. der Strich durch die Rechnung. Die eroberte Inſel.

März. Robert und Kallite. Das Kleid aus Lyon. €urd von Spartau, Sch 4 Beil. Divert. Curd von Spartau. Die Grazien. Das Teftament. (Wegen Trauer um Kater Joſef II. Dom 14. März bis Sonntag nad O ſtern geſchloſſen.)

April. It 5

Tankred, (Don Bode?) Die geraubten Waffen, 8. Menſchenhaß und Reue. Die Schule der Eiferjudt oder Liebe haft allen Zwang, S, VBregner, Muf. v. Salieri. Der Weltmann oder der ab: gedrungene Betrug, & n. Boiſſy. Don Duichote, B. NMacht und Ungefähr.

Der Duafimann. Die große Toilette.

n. Boltaire

Mai. Verirrung ohne Laſter, Bed Die Schule der Eiferſucht. Albert von Thurneijen. PViltorine. Die verlafiene Kalypſo.

Der Beltmann. ⸗J1

) Zum Beſten des neuen Armeninſtitute

| |

463

Tie Hochzeit des Figaro.

Berirrung ohne Laſter.

Die junge Wittwe.

Die zwei Geizigen.

Die Dündel.

Tie Stiefjöhne.

Der Narr fürs Geld oder

Peter Proſch, 2.

König Theodor in Venedig.

Die Werber.

Die Macht der kindlichen Liebe. Ballet.

Inni.

Tankred. Ballet.

Der Betrug durch Aberglauben.

Zieh auß, Herr Bruder, L. Die Eapricen der Liebe.

Bemire und Azor. Divert.

Der Taumel ber Liebe.')

Der argwöhnijhe Ehemann.

Die Wankelmüthige oder der weib- lie Betrüger. Die vergebliche Borficht.

Der Schmud:

Der Eremit auf Formen=- tera, Sch 2 Kotzebue.

Der offene Briefwecjel. Der großmüthige Korfar.

Das öffentliche Geheimnis.

Der Eremit auf Formentera.

Die Jäger.

Die Entführung aus dem Serail.

Inli.

Verſtand und Leichtſinn. Die Indianer in England,, L 3 Koßebue. Ballet.

Lie Schule der Eiferjudt. Die Indianer in England.

Thusnelda.

Die drei Tödtter. Das Lager.

Der Rauchfangkehrer.

464

Eurd von Spartau. Divert.

Der Bauer mit der Erbichaft.

Der Betteljtudent. Der Taumel der Liebe.

Die Indianer in England.

Alderjon, Tr 5 Brande2. Der Namendtag. Der Apotheker und der Doktor.

Anguſt. Die Streligen. Die Schäferftunde, Der Eremit auf Formentera. Gerechtigkeit und Rache. Der Narr fürd Geld. Die Glücksritter. Der Fabrilant. Die modernen Amazonen. Die Entführung aus dem Serail. Alderion, 2 Theil, Tr 4 Brandes. Der Rauchfangkehrer. Grat Balltron.

. Der Wediel.!)

Don Juan, B.

Jeder fege vor feiner Thür.

Die zwei Geizigen.

Der Bürgermeiiter.

Das PBorträtderMutter od. Die Privattomödie, X 4 Schröber. Yelir.

<chtember. Das Borträt der Mutter. Die Mitternachtsſtunde. Eduard IV. Der Betrug durch Aberglauben. Suliane von Lindorak. Der erite Zod. Lilla. Mathilde Gräfinvon Gies— bad, Tr 5 Ziegler.‘) Der Miniſter. Der Qujtgarten.

) Debur der Mad. Brochard (Nenner).

! |

-

Juli bis November 1790

Das Freicorps. Alderſon. Die Dorfdeputirten Kronau und Albertine. Die verlaſſene Kalypſo. Der Einſiedler von Karmel.

Ottober.

Die Wölfe in der Heerde.

Pſyche, S, Müdler, Muſ. Winter.

Die Entführung aus dem Ser

Die Eiferfühdtigen od. fe hat Recht, 2 4 Schröder.

Der grogmüthige Engländer.

Binde.

Die Verirrung ohne Laſter.

Die Schwiegermütter.

Die Briefterin der Diana.

Der Ring.

Der Tote ein Freier.

Der Faßbinder.

Der Ring oder die ung! lihe Ehe durch Delicatı (= Der Ring, 2. Tyeil), L4n. qubar, Schröder.

Die Indianer in England. Der Ruitgarten.

Sad Spleen.

Die drei Pächter.

Die Eiferfüdtigen. Die Entführung.

.— Alderſon, 2. Theil

Rovember

-- er Ring, 2. Theil.

Die Liebe im Narrendhaı S, Stephanie d. j. Muſ. v. tersdorf.

Tie dürftige Familie.

Ton Juan, B.

Fa? Rorträt der Mutter. Ti

Wderion,3.Theil, TZr5 Bra

Tie Liebe im Narrenhauie.

t) Zum Weiten der Armeninitituts.

November 17% bi8 März 1791. 465

Verftändniß und Mißverſtändniß. Ber Eremit auf Formentera. - Alderſon, 3. Theil. ' Die väterlihe Rache. Wenſchenhaß und Reue. Der glüdlidde Xiebhaber.') die treuen Köhler. Freemann oder Wie wird das Fürſtenglück, L (Albrecht?“ ablaufen? Sch v. Jeſter. Ballet. Der bezauberte Strauß. ie Heirath durchs Wochenblatt. ı Der Beitinbdier. -— Tie eingebildeten Philoſophen. Zemire und Azor. Divert. Freemann. Ballet. Dezember. Der Statthalter, Tr 5 Reh: -- Athelitan. | diger.?) Liebe vermag Alles. Der Ring, 2. Theil. Die weiblide Eroberungsfudt. | Im Trüben ift gut fiſchen. 1791. Januar. Der Juriſt und der Bauer. Das Porträt der Mutter. Der Jahrmarkt oder Lukas - König Theodor in Venedig. und Bärbchen, S 2 Gotter, Muf. Der Feldwebel, L. v. Benda. Hippomenes und Atalanta. Der Unabhängige. Die Indianer in England. —— Die magnetiihe Wunderkraft. Die philofophiiche Dame. | Der Narr fürs Geld. Die Eiferfüchtigen. Der Betrug durd) ‚Aberglauben. Hippomenes und Atalanta. Die Läſterſchule. Der Unabhängige, L, Römer Die Liebe nad) der Mode. Wind für Wind. | Die Koſaken, 8. | März. Die beiden Billets. Der gutherzige Alte. Der Betteljtudent. Ter Jahrmarkt. Er hat fie alle zum Beſten. Bürgerglück, 2 3 Babo. Die janfte Frau. Divert. Der Luſtgarten. Der Geburtstag. Febrnar Der Betrug durch Aberglauben. WVitebe wirkt ſchnell. Hamlet. Die zwei Geizigen. Bürgerglück. _ Ver Ring. Die Priefterin der Diana. Die magnetifhe Wunder: Der Npothefer und der Doktor. keraft oder Aller Welt zum Trotz Die Liebesproben, L, Bul- doch ein Arzt, Ya. d. Franz. v. pius. Ballet. _ 8. F. Huber. Der Luftgarten. Hamlet. Die Erbſchaft. Der Rauchfangkehrer. __ Der Faßbinder. Mathilde Gräfin dv. Gtesbad.”) __ Der Zeldwebel. Die Familie. Bu Die Indianer in England. | Pyrrhus und Polyxena.

) Die bealückten Liebhaber? *) Zum Beſten des Armeninſtituts.

466

Die Liebesproben. Pyrrhus und Polyrena. Emilia Galotti.

April. Der Eremit auf Formentera. Vergeltung. Die AUmazoneninfel.

. Die Wilden, S 3 Schmieber,

Mus. v. Talayrac. Divert. Freemann.

Die junge Wittwe.

Die Wilden. Divert.

König Lear.

Da8 Ehrenmwort, X 4 Spiek. Die Toilette der Venus, B. Die Entführung aus dem Serail. Fürſtenglück.

Die Toilette der Venus. Eugenie.

Die Amazoneninſel.

Mai. Das Räuſchchen. Die Wilden. Divert. Das Ehrenwort. Die Yuftidhlöjier,') 24 Lam: brecht. Pyrrhus und Polyxena. Die Liebe im Narrenhauſe. Die Strelitzen. Die Luftſchlöſſer. Zephyr und Flora, B. Der Rauchfangkehrer. Das Findelkind. Jack Spleen.

-- Die Wette oder Treue ſiegt, L3

Leo. Ballet.

Den ganzen Kram und das Mädchen dazu.

Tina.

Beit von Solingen.

Der Luftgarten.

Der wohlthätige Murrkopf. —Ballet.

) Eonft unter dem Titel „Hirngelpinfte“.

März bis Juli 1791.

Juni.

Ber Upothefer und der 9 Bürgerglüd. Ballet. Wohlthun madt gl Sch 5 Senf. Der Betrug durch Abergl Der Statthalter.”) Die reiche Freierin. Die Berirrung ohne L Ballet. Felix. Die Schule der Väter. Die beglückten Liebhaber. Die große Toilette. Jeder fege vor ſeiner Th

Der Quaſimann. 24. Bruder Moritz der derling, X 5, Kotzebue. Der Feldwebel. Nicht mehr als ſechs Schi

Inli. Im Trüben iſt gut fiſcher Die Seeoffiziere. Balle Zemire und Azor. Mathilde Gräfin v. Giest —— Die Macht der kindlichen Ballet. Lilla. Die Engländer in Ar | Sch 4, Albrecht. Dorothea, B. Die Werber. Die Ungetreuen. Die zwei Geizigen. die Luftſchlöſſer. Die wüſte Inſel. Die bezähmte Widerbell Ballet. | Die Engländer in Amerila.- Der Bauer mit der Erbid | Der Betteljtudent. |

De

-— Liebesproben. Dorothea.

') Zum Beſten des Armeninſtituts.

Auguſt bis Rovember 1791.

Ansuft König Theodor in Venedig. Bürgerglüd. Diana und Endymion. 7. Don Juan, DO, Mozart. Die Dorfdeputirten. Die Bflegetodter, Arnftein? Qambredt ?) —— Der Bürgermeifter. Die Wilden. Pivert. Thusnelda. Das Borträt der Mutter. on Juan, Ehrgeiz und Liebe. Diana und Endymion. - Die Pflegetodhter. Ballet. - Die budftäblie Auslegung. Der Betteljtudent.

Sch. (v.

September. - Der Beftindier. FPkatur und Liebe im Streit. Die beglüdten Liebhaber. Der Taumel ber Liebe. Ballet. De Barbier von Sevilien. Der Ring, 2. Theil. Ehrgeiz und Liebe. Das Lager. Elsbeth von Sendhorſt, Tr, Böſenberg.!) Die Entführung aus dem Serail. Der Bedjiel. Die Capricen der Liebe. 2er Unabhängige. Pſyche. der Strich durch die Rechnung. der großmüthige Engländer. Die päterliche Rache. iana und Endymion.

2 Dltsber. "Die yerftellte Kranke. Der bezanzberte Strauß. " e und Azor. Divert.

) dum Weften des Armeninftituts.

467

Die Engländer in Amerika. Divert.

Unbefonnenheit und Irr— thum, Sch 5, Brandes.

11. Die eingebildeten Philoſophen.

Und er fol dein Herr jein. Divert.

Unbejonnenbeit und Irrthum.

18. Der Schreiner, X 2 Paul Weid- mann.

Der Alchymiſt.

Der Adjutant. Divert.

Der Better in Liſſabon. Diana und Endymion.

25. Der gutherzige Alte.

Die beiden Savoyarden.

Liebhaber und Nebenbuh— ler in einer Berfon, L 4, Biegler.

Die Abenteuer des Herzen?.

November.

Die Stiefjöhne.

Die beiden Savoyarden. Divert

Die gute Tochter.

Amurat IV., B.?

Liebhaber und Nebenbuhler in einer Perſon.

Der Raudfanglehrer.

Die Pflegetocdhter. Ballet.

DerTuchfabrikant von London, Schein. Falbaire v. J. A. von Wieland.

Amurat IV.

15. Liebe wirkt ſchnell Die drei Pächter.

Verbrechen aus Ehrjudt.

Ber Tuchfabrilant von London. Der erite Tod.

Bewußtſein.

Ber Barbier von Sevilien.

Die bezähmte Widerbellerin.

Der Narr fürs Geld.

Die Maler.

Die beiden Savoyarden.

468

3.

8.

Dezember. Liſt gegen Bosheit, Lambrecht. Ballet. Juliane von Lindorak. Diana und Endymion. Die Liebe im Narrenhauſe. Reue verſöhnt. Liſt gegen Bosheit. Zephyr und Flora.

x 3,

1792.3)

Januar.

. Bürgerglüd,

Dorothea.

. Das wütende Heer oder das

Mädchen im Turme, S, Breßner, Muſ. v. Lafer.

. Berirrung ohne Laſter. . Liit gegen Bosheit.

Die eroberte Inſel.

. Der Wedhjiel.

Die junge Wittiwe.

. Don Juan, . Die findlihe Liebe, Sch 3,

Brüpf. Der Namendtag.

. &urd von Spartau.

Der franz. Luſtgarten.

. Die Wilden. Divert. 2. Die findliche Liebe.

Das Lager.

. General Schlenzheim. . Die buchftäbliche Auslegung.

Die eingebildeten Philoſophen.

. Da8 Borträt der Mutter. . Der Unabhängige.

Febrnar. Nacht und Ungefähr. Der Quaſimann. Felix und Hannchen, Bretzner. Der Feldwebel.

L84

10.

28.

Dezember 1791 bis März 1792.

Der Bürgermeiſter.

Der Apotheker und der Doktor—— Die große Toilette.

Tie Grazien.

Ehrgeiz und Liebe.

Nina.

Elsbeth von Sendhorft.'\

Das Teftament.

Im Zrüben ijt gut filchen.

. Riebeöproben.

Der grogmüthige Engländer.

. Felir und Hannden. . Der Geburtötag.

Ter Nanıenstag.

. Die Zwillingsbrüder,

Schröder.

. Nicht mehr als ſechs Schüfjeln- sr . Die Mädchentenner oder

ein Selchrter und nur Zamulu m. L 3, Senefelder. Die jhnelle Wendung?)

>. Beit von Solingen.

Ter verliebte Zauberer. Liebe wirft ſchnell. Der Bettelſtudent.

März.

. Der Better in Lifjabon.

Diana und Endymion.

. Zie Zwilling3brüder.

Don Juan,

. Belir. . Erjagp für Jugendfeble

SH 5, Kotzebue (= Das Fi der Liebe).

Die Grazien.

Der Weftindier.

(Wegen Trauer für Kaijer 6 pold II. geichlojien.)

) Zum Beften des Armeninftituts. *) Tune der Auffübrung aus Schmieder® Ally. Tb

journal. ») = Die unvermutbete Wendung, & n. Sheridan v. Jünger?

BEREEEE

I II

|

April bis Juli 1792. 469

April. Klara von Hoheneihen, Sch 4, Spieß. Der Liebhaber und Nebenbuhler in einer Perſon. Juliane von Lindorat. Die Jäger. Orpheus und Eurydice, pant. D. Der Taumel ber Liebe. Der Beitindier. Helena und Baris. Die Entführung aus dem Serail. Orpheus und Eurydice. Der Revers. Die Liebe im Rarrenhauje. Der Fähndrich. Die Maler. Orpheus und Eurydice. Der Revers. Die Liebe im Narrenhauſe. Der Fähndrid. Die Maler. Orpheus und Eurydice.

Mai.

Kronau und Albertine.

Die junge Wittive.

Das rote Käppchen od. hilft's nicht, fo ſchadt ed nicht, S, Muf. v. Dittersdorf.

Die Macht der kindlichen Liebe. Die Kokarden, Tr 5 Iffland. Die Seeoffiziere.

Das Luftlager.

Der gutherzige Ulte.

Der Alchymiſt.

ara von Hoheneidhen.

Die Kolarden. Divert.

Das rote Käppchen.

Die Goten im Orient, Tr, Senefelbder.

Der Ring, 2. Zeil. Die Stiefföhne.

Die beiden Savoyarden. , Zum Beften des Armeninſtituts.

Juni. Verbrechen aus Ehrſucht. Die Goten im Drient. Lille. Armut um liebe. Der Tod Heltor2. Der jeltene Freier. Der Tod Heltors. Die Bilden. Divert. Die Shauspielerfhule, %3, Beil. Eurd von Spartau. Pivert. Betrug dur Aberglauben. Otto der Shüg, Prinz von Heſſen, Sch 4 Hagemann.') Die Schaufpielerjchule. —- Otto der Schüß. Die wüſte Inſel. Die Dorfdeputirten. Lanaſſa. Divert. Die Schwiegermütter. Don Juan.

Juli.

Otto der Schütz.

Der großmüthige Engländer.

Die väterliche Rache.

Diana und Endymion.

6 Der Gutsherr oder Hannchen und Görge, S, Muſ. von Ditters⸗ dorf.

Otto der Schütz. Ballet.

Die Mündel.

Der Gutsherr.

Die Engländer in Amerila. Hippomenes und Atalanta.

Leichtſinn und gutes Herz, X 1 Hagemann.

Die eingebildeten Bhilojophen.

Lanaſſa.

Die Schule der Väter. Dorothea.

Das rothe Käppden.

27. Die unruhige Nadt, ©. n. Goldoni, Muf. von Laſſer.

Dtto der Shüg. Ballet.

31

470 Juli bis November 1792.

Leichtſinn und gutes Herz. Sal Spleen. Die beiden Savoyarden. Die drei Pächter. Die Folgen einer eir Lüge, Sch 4, Spiep. Die Goten im Orient. Der Strich durch die Ned Klara von Hoheneidhen. Diana und Endymion.

Angaft. Die unruhige Nacht. Der Wechſel. |

Bürgerglüd. Das Beipenft oder ber liſti Der Adjutant. Divert. baber, 8. Die Luftihlöfjer. Divert. Betrug dur Aberglauber Maria Stuart, Tr 5 Spiek. Mariane. Das rothe Käppchen. Die Briefterin der Diana.

Die Entführung, 23 Jünger. Ines von Caſtro. Die Entführung aus dem Serail.

Die Folgen einer einziger Der Barbier von Sevilien Liſt gegen Bosheit.

Die Entführung. | Die Priejterin der Diana. Ines von Lajtro. | Otto der Schüß. Die Kofarden. | Das Beipenft. Maria Stuart. 0 Zöffel und Dortchend 31. Die Straßburgerin, % 1, | S a, d. Franz., Muſ. v. J. v. Destouches. | Zeichtfinn und gutes Her; Die Thomasnacht, S, J. v. Destouches, Muſ. von F. November. v. Destouches. Eugenie. Ballet. Er hat fie alle zum Beſte September. | 2er Zabrilant. Der Revers. Divert. | Das Bouquet.

Der Better in Liſſabon. Romeo und Julie, ©.

Albert von Thurneijen. Der Bauer mit der Erbji Der Luſtgarten. Die Familie.

Der Barbier von Eevilien. Das Lager. Emilia ®alotti. Töffel und Dortcden. General Schlenzheim. Ballet. Die beiden Billets. Bemire und Azor. Divert. Die Folgen einer einzige Die vier Bormünder, &. Der Liebhaber und Ne) Schröder. in einer Perjon. Die eroberte Inſel. Der Tod Heltor3. Die Schauipielerichule. Vergeltung. Das rothe Käppchen. | = Helena und Paris. . Die zwei Geizigen. Oftober. | Die junge Wittwe. Die vier Vormünder. | Bürgerglüd. Daphnis und Daphne. - Der großmüthige Englär Neue verjöhnt. : Die Dorfdeputirten.

Die Entführung. Frauenftand, 25% Daphnis und Daphne. Ä

Dezember 1792 bis April 1793. 471

Dezember. ' Daß rothe Käppden. Kronau und Albertine Die Streligen. Der töniglide Schäfer. : Die Abenteuer des Herzen?. Die Drojiel. : Der Rauchfanglehrer. Kine. Frauenitand. Der Rever?. Die Werber. Die verbädtige Freundſchaft. Betrug duch Aberglauben.

Das Bouquet.

Der Apotheler und der Doktor. Die gwillingsbrüder.

Graf von Santa Veechia, Tr 5 Burdard.

1793. Jaunar. Leichtſinn und gutes Herz.

Die Folgen einer einzigen Lüge. Tie drei Pächter. Die Entführung.

Der großmüthige Engländer. Rärz. Denriette. | Thusdnelda. 3. Die BWandernden. I Die Entführung. Dasunvermuthete®ieder- Medea.

Teben, S. | . Die buchftäbliche Auslegung. Die vier Bormünder. Romeo und Julie.

Diana und Endymion. —— Der Herbittag, L 5 Iffland. Inez de Caſtro, Tr 5 Soden.) | Veit von Solingen, Die eingebildeten Bhilofophen. Der königliche Schäfer. Otto der Schütz. : Inez de Caftro. Der jeltene Freier. Liebe wirkt jchnell.

Jeder fege vor ſeiner Thür. Der Bettelſtudent. Die große Toilette. Herbſttag. Life. Hamlet.

Don Juan. Februar. | Die Liebe nad der Mode. April. |

Wind für Wind. | Armuth um Xiebe.

Die modernen Amazonen. Das Leben ein Traum. Der Geburtötay. Zemire und Azor. Divert. RBanafa. Glück befjert Thorheit. Der Better in Lifjabon. Graf von Santa Becdia.

Das Milchmädchen. 12. Hieronymußd Rnider, O 2 Die Eiferfüchtigen. Dittersdorf.

Der erfte Tod, Muf. von Ditterdorf. Emilia Galotti. Der Taumel der Liebe.

on Juan. Hieronymus Knicker.

Braf Efier. Die Streligen.

"> Zum Beften des Armeninitituts. 31®

472

Das Findelfind.

Der Raudhfangfehrer.

Merope.

Carſis und Zelio, ?

Die Abenteuer des Herzen. Betrug durch Aberglauben.

Mai. Geſchwind ehe es jemand erfährt. Die polniihe Jagd. Die Dorfdeputirten. Das Inkognito, L. Biegler.') Herbſttag. Die Läſterſchule. Das Leben ein Traum. Hieronymus Knider. Graf von Santa Becdia. Otto der Schüß. Die verlafiene Kalypio Sm Trüben ift gut filden. Das Inkognito. Divert. Der Dorfprediger, SH n. Goldſmith v. F. E. Jefter. Ehrgeiz und Liebe. Nina. Die Gefahren der Verführung. Der erite Tod.

Juni.

Die drei Töchter.

Der Luitgarten.

Der Apotheker und der Doktor.

Die Duälgeiiter, X 5 Bed.

Ballet.

Der Torfprediger.

Mathilde, Gräfin von Griesbach.

14. Der Talitman, S2_Öoldeni‘, Salieri.

Winna von Varnhelm.

Das Kleid aus Rnon.

Garii® und Zelio.

. Sant und Undank.

Die beiden Savpovarden?

Scheinverdienit, Sch I Ir larıd.

Tas Inkognito. Rantem. Tivert

*

Antrine d. ijñna. ale Minigin der Rache

—— —— —— c

11.

April biß September 1793.

Juli. Glück beſſert Thorheit. Die Mündel. Der Strich durch die Recdhnum Ballet. Scheinverdienit. Die Zauberflöte, 2 L Der Ring, 2. Teil. Die väterlide Rache. Der gropmütige Engländer Das rote Käppdhen. Die Entführung. Daphnis und Daphne. Klara von Hoheneichen. Der fromme Betrug. Die Wilden. Divert. Die Zauberflöte. Albert von Thurneiſen. Die Ouälgeijter. Die Amerikaner in Spanier Die Pilger, Sc, Bieglen

Anguſt.

Das Inkognito. Die Amerikaner in Spanien Die Zauberflöte. Die unähnlichen Brüder. Das Geſpenſt. Das große Loos, Li meiſter. Der Bettelſtuder Graf Eſiex. Bürgerglück. Divert. Die Pilger. Helena und Paris. Derbittag. Die beiden Billet3. Die Wilden. Divert. Liſt gegen Bosbeit. Die Amerilaner in Spanien Tie Kolonie, S2ad.! Das rote Käppchen.

September. Scheinverdienit. Carũs und Yelio.

N Zum Meder der Armeninditund. * verses Zo’ıseren der Mad. Verrier. ) Debut d

September bis Dezember 1793.

Der Better in Lifjabon. Die Zauberflöte. Berirung ohne Lafter. Die Amerikaner in Spanien, Robert und Amalie od. die Kolonie. Diana und Endymion. Lila. Elavigo.‘) Die Streligen. Die Bantelmütige. Salons und Phrynens Liebe. Wariane. Das große Loos. Graf von Santa Vecchia. Der Bürgermeiſter. Die Ameritaner in Spanien. - Der Dorfprediger. > Der Deierteur, . Das Ehepaar aus ber Bro- » inz, 24 Jünger. Die Grazien.

\

ı

Oftsber. Elavigo. Die Grazien. Das Intognito. Das Milchmädchen. Der Kaufmann von Venedig. et. Der Deferteur. = Die Zauberjlöte. Die Jäger. Das Ehepaar auß der Provinz. Diana und Endymion. Der Barbier von Sevilien. Raria Stuart. De Schwiegermütter. Ver Luftgarten. &la, Atiadne auf Naxos. Der offene Briefwediel. Armut um Liebe. Der verliebte Zauberer. Allzuſcharf macht ihartig, 56 5 Ifland.

"3 Zum Belten der Armen.

473

Der Reverd. der Talisman.

November. Die Werber. Das Mädden von Marien- burg oder die Liebſchaft Peters d. Gr, Sch 5 Kratter. Die Mujen, 8. Der Deferteur. Alzuicarf macht ihartig. Divert. Dos Mädgen von Marienburg. Der Taliman, Der Fabritant. Pſyche. DieKriegstliit,L 1 Reigenftein. Romeo und Julie. Robert und Amalie. Selig. Die Zauberflöte. Die Entführung. Ninaldos Rüdtehr zur Armida.

Dezember.

Die philoſophiſche Dame. Das rote Käppden. Das Räufhcden. Die Zauberflöte. Glück befiert Thorheit. Der Barbier von Sevilien. Das Ehepaar aus der Provinz. Carſis und Zelio. DerKerkermeifter von Nor— wid, Sch 4 Beliid. Daphnis und Daphne. Die Zauberflöte. Das Mädchen von Marienburg Der Apotheler und der Doktor. Lift gegen Boßheit.

Das Luftlager. Die eingebildeten Philoſophen.

Der fromme Betrug. Die Abenteuer bed Herzens. Bergeltung.

Dorothea.

474

1794.

Januar. Der Talidman. Alte und neue Zeit, & 5 Iffland. Die Zauberflöte. Der Ring, 2. Teil. Die Engländer in Amerika. Die modernen Amazonen. Alte und neue Zeit.

Die Hochzeit des Figaro, O,

Mozart.

2er Kerfermeijter von Norvich. Daphnis und Taphne.

Helena und Paris.

Die unvermuthete Wend— ung, %, n. Mrs. Sheridan, d Jünger.

Die Zauberflöte.

Lanaſſa. Divert.

Liebe wirkt jchnell. Tie beiden Savoyarden.

Die Eiferfüchtigen. Leichtſinn und qutes ber.

Tie Hochzeit des Figaro

Tie Yuitichlöjfer. Die Capricen der Liebe.

Tie junge Wittwe. Die zwei Geizigen.

r.

Emilia Galotti. Tie Zauberflöte. Die Hageitolzen, Hieronymus Knider. Sind für Wind.

Tie Toilette der Venus. Tie Hoczeit det Figaro. Klara non Ücdeneiden. Tie bucpizählide Austegung.

Tie beiren Savovarden. Tie Fanmrilie

Tie Toitette der Venus.

Tie Sugeisolien.

Sum arkıı N

an

Aitland.

serttTeraen QenNinier

Januar bis April 1794.

Otto der Schütz.

Die Werber im dor @ |

Gleißner. Das Inkognito.

Rinaldos Rücktehr zur Arm da. Die Zauberflöte. Der Adjutant. Ballet.

Lilla. März. Er mengt ſich inalles - ! Jünger.

Der Narr fürs Geld. Die Hochzeit des Figaro. Graf von Santa Vecchia. Juliane von Lindorat. Die modernen Amazonen. Dad Mädchen von Marienbure= Die Zauberflöte. Der Bürgermeiiter. Er mengt ji in alles. Tas Leben ein Traum. Allzuſcharj macht ſchartig. Die unvermuthete Zuſammenkunf Tivert. Alles aus Eigennup,L, de Tie Hageitolzen. Die Zauberfjlöte.!) Jad Spleen. Kino. Die Streligen. Die Amerilaner in Spanien.

Upril. 1. Der ieltene Freier. Teer Yuitgarten. 4. Hieronymus Knicker. 6. Alles aus Eigennup. Ss. Ter Apotheker und der Dokto 0. Curd von Spartau. 21. Tas Liebesgeſtändnis, Goed. V. 338 N. 11H. Ritter NAmadis.

April bis Auguſt 1794.

Alte und neue Zeit.

. Das rothe Käppchen.

Der Wedjel.')

Der Ritter Amadis.

Der Einfiedler von Karmel.

Mai. - Don Juan. Das Liebesgeſtändniß. Divert. - Nicht mehr als ſechs Schüſſeln. 9. Der Deierteur. 11. Berirrung ohne Lafter. Divert. 1:5. Weſtindier. 16. Der gutherzige Alte. Die beiden Savoyarden. 18. Er mengt ſich in alles. Der verliebte Bauberer. 20. Julchen oder liebe Mädchen ipiegelt euh! 85 F. £. Huber. 23. Die beiden Billets. Die drei Pächter. 25. Alles aus Eigennup. Die Grazien. 27. Die Hochzeit ded Figaro. 30. Das Porträt der Mutter.

i. 1. Julchen. sur 3. Meit von Solingen. Pſyche.

6. Der Talisman.

1O. Sie Entführung. Diana und Endymion. 3 Verbrechen aus Ehrſucht.

Derneue Demokrit,S. Schmieder, Muſ. von Dittersdorf. 15. Die große Toilette. Der Ritter Amadis. -Freundſchaftund Arg— wohn, L, Jünger. 20. Der Bauer mit der Erbſchaft. Die eingebildeten Philoſophen. Das Inkognito. Die maskirte Akademie.

—___(Ba nad der Zorftellung bei den P. P.

) Hr. Wolſchowsky deb. ald Joſeph.

475

Theatinern ein Brand auskam, und dadurch das Tbeater in Gefahr gefegt wurde, blieb es, da ed ausgeräumt werden mußte, bis zum 29. ge= ſchloſſen.)

29. Freundſchaſt und Argwohn.

Inli.

. Sulcen.

4. Richard Löwenherz, ©, Ste- Phanie d. j, Muſ. von Gretry.

6. Der Better in Liſſabon. Pivert.

8. Die bezähmte Widerbellerin.

11. Richard Löwenherz.

13. Scheinverbrechen, Sch 5. Medea und Jaſon, B, Legrand.

15. Hieronymus Knider.

18. Natur und Liebe im Streit.

20. Bürgerglüd. Die mastirte Akademie.

22. Der Strich durch die Rechnung. Das große Loos.

Die Zauberflöte.

25. Scheinverbreden. Die Amerikaner in Spanien.

27. Richard Löwenherz.

29. Alles aus Eigennup.

Der Baum der Diana, © 2

da Ponte-Neefe, Muj. von Martini.

Anguſt. 1. Juliane von Lindorak. Divert. 3. Wülfing von Stubenberg, Sch 5, Kalchberg. 5. Der Taumel der Liebe. 7. Der Baum der Diana. 8. General Schlenzheim. Das Yuftlager. 10. Die Schaujpielerjchule. Medea und Jaſon. Die Hochzeit des Figaro. Die Hageſtolzen. Die väterliche Rache.— Die Grazien. Die Heirath durch ein Wochenblatt. Der Bettelſtudent.

(Wegen des Todes der Kurfürſtin bis September gefchlofjen.)

12. 15. 17. 19.

476 September 1794 bis Januar 179.

September. oder der Weg, in der Liebe

283. Wahrheitund Bruder- gefallen und zu mißfallen, * liebe, Sch. Dyl.

30. Curd von Spartau. Die Gefahren der Verführung Telemad). Zelemad).

Der Fall ift noch weit jeltene, Ofteber. Der Minifter.

Rudolf von Erefy, S3n. Pyrrhus und Andromade. Monvel v. Schmieder, Muf. von Beltton und Herzensgüte. Dalapyrar. Betrug durch Aberglauben.

Der Liebhaber und Nebenbuhler Die Zauberflöte. in einer Perſon. Hamlet.

Pyrrhus und Andromache. Der liebenswürdige Alte.

Rudolf von Creky. Rudolf von Creky.

Weltton und Herzensgüte, Die Schauſpielerſchule.

Sch 4, Ziegler. Der ſeltene Onkel, L, ic

Thusnelda. Hippomenes und Atalanta.

Lilla.

Die Zauberflöte. Dezember.

Der argwöhnifche Ehemann. Die Kriegstlift

Graf WValltron. Die Wilden. Divert.

Die Brandidagung Wahrheit und Brubderliebe. Der Ritter Amadis Der Fähndrid.

Der Fall ift nod weit jel- Tas große Loos. tener oder die geplagten Ehe— Romeo und Julie. männer, S, Sciltaneder, Muf. von Die Läfterfchule.

Schack (= Lilla, 2. Teil). Der großmüthige Engländer

Reltton und Herzendgüte. Er hat fie alle zum Beiten.

Richard Löwenherz. Der Bauer mit der Erbidhnit-

Wülfing von Stubenberg. Der Betteljtudent.

Die gute Toter. Rovember. Pſyche.

Kronau und Albertine. Freundſchaft und Argwohn. Der Ritter Amadis. Die Hochzeit des Figaro.

Liebe wirkt ſchnell. Wahrheit und Bruderliebe. Die beiden Savoyarden. Camma.

Der liebenswürdige Alte Weltton und Herzensgüte.

1795. Jannar. Die Macht der Kindesliebe.

Das Inkognito. Die Amerikaner in Spanien.

Siri Brahe oder die Neugierigen. Die Zauberflöte.

Sch 3, n. Guſtav IH., Gruttſchreiber. Der Taumel der Liebe.

Hieronymus Knicker. Jack Spleen. Nina.

Sanuar bis Juni 1795. 477

lien. Lanaſſa. trät der Mutter. Pſyche. Jerjlöte, Der Weitindier.

thefev und der Doktor. an Spul, L.

| Stille Waſſer find tief, | Der erite Tod. Die Werber.

Februar.

jiel. Mai.

ffiziere. Betrug durch Aberglauben.

nd Azor. Divert. Der Fähndrich.

Spul. Medea.

r. Carſis und Zelio.

ꝛx. Divert. Die Wette oder Weibertreue

er in Liſſabon. Divert. uberzither, tom. O, Mufit v. Wenzel Müller.

feine Treue (Cosi fan tutte), fom. S 4 Mozart.

Ter Jude, Sh 5 nah Bumber- land v. Brodmann. März. Güte rettet. .

und Herzensgüte. Das rothe Käppchen.

| born, Sh5 n. Rahbeck Stille Wajjer find tief. |

yerzither. 2er Jude. Dipert. ligen. Natur und Liebe im Streit. thätige Murrkopf. Die Bette.

ıd Belio. Otto der Schüß.

erzige Alte. n Savoyarden. hen von Marienburg.

Der Strih durd die Rechnung. Divert. Der feltene Freier.

rifant. Der Luftgarten.

ıd Zelio. Das Teitament.

yerzither.

ognito. Inni. 3, 2. Teil. Sebaſtian Spul.

bibl. Sn. Apoſtolo Zeno, imon Mayr (Goed. 8 200, 40).

Die Dorfdeputirten. Der Jude. Divert. Glück beſſert Thorbeit. Die beiden Billet3. Die zwei Geizigen. Die Erbſchaft oder der junge Geizige, X 4 Brandes. Der Schmud. „Müchler, Mut. v. Winter. Richard Löwenherz. lie Rache. Die Geſchwiſter vom Lande. ück. General Schlenzheim. Hektors. Die Geſchwiſter vom Lande. jaft und Argwohn. Diana und Endymion. elſtudent. Ballet. Siri Brahe.

April. :ttet oder der Weg zum a, 25 n. Holeroft, 8. F.

478

Juli. Die Familie. Der verliebte Zauberer.

- Der Barbier von Sevilien.

Nichard Löwenherz.

Die Hageftolzen.

der ſchwarze Mann.

Der verliebte Zauberer.

Da8 Mädchen von Marienburg.

Der wiedergefundene Sohn,

X Tie Zauberflöte. Armuth und Liebe. Zelemad). Die Zauberflöte. Stille Waſſer find tief. Divert. Alte und neue Beit. Der Apothefer und der Doktor. Der Jude. Maria Stuart. Die Zauberflöte. Tie Gefahren der Verführung. Divert. Auguſt. Helena und Paris. Die Schwiegermütter. Hippomenes und Atalanta. Lilla.

Die Geſchwiſter vom Lande.

Das Luſtlager.

Bewußtſein.

Richard Löwenherz.

Sebaſtian Spul.

Jack Spleen.

Alexis und Juſtine, kom. O. Monvel⸗Neefe, Muſ. v. Dezedes, Vergeltung. Divert.

Die Schauſpielerſchule.

Der fromme Betrug.

Alexis und Juſtine.

Klara von Hoheneichen.

September.

Ter Schublarren des Eſſigſieders. Zer Bauer mit der Erbſchaft.

ı) In der Titelrolle debürirte Te. statb. Lang.

Juli bis November 1795.

Die Entführung aus

- Er Hat fie alle zum

Zemire und Azor. - Das Yindelfind.

Die Jäger.

Die eingebildeten Pl Die Amerikaner in ( Maske fürMast vaux, dv. Jünger. Der Revers.

Lilla.

Camma.

Die Abenteuer des |

Dftober. Die budjtäbliche Aus Alexis und Juſtine. Maske für Maske. Die Mündel. Die Wilden. Divi Yanajla.!) Wind für Wind. Der ihwarze Mann. Die Hochzeit des Fig Graf Walltron. Minna von Barndelı Die Dorfdeputirten. Der Triumph der Fr Die Liebe vermag al Die Eiferfüdhtigen. Die Liebe vermag al) Der Juriſt und der $ Alexis und Zuftine.

Rovember. Der Triumph der Fr Pſyche. Dienſtpflicht, Sc Zemire und Azor. Vie Liebe nach der I Tie Entführung aus Emilia Galotti. Mathilde Gräfin von (Straf von Santa Becı Die Zauberzither.

November 1795 bis April 1796.

Vie Yauberzither. Tas Inkognito. Vie Zauberflöte. Tienftpjlicht.

Vie Glüdßritter.

Dezember. Armut und Edelfinn. Die drei Budligen au Damaskus. Die Hochzeit des Figaro. Der Geburtdtag. > Alzuſcharf macht ichartig.

479

Die Zauberzither. Curd von Spartau. Die Capricen der Liebe. . Dienftpflidt. | Die zwei Geizigen. Die Capricen der Liebe. Armuth und Edellinn. Die drei Töchter. Der Yujtgarten. : Die Wilden. Tivert. | Glück bejjert Thorheit. Die Entführung aus dem Gerail.

1796.

Januar. Der Paria oder der indianifche Meise, SH. Maäte für Mastke. ie modernen Amazonen. Die Zauberzither. Liebhaber und Nebenbuhler in einer Berfon. Die modernen Amazonen. Der Baria. Dieronymus Knicker. a3 dem einen redt iſt, iſt emandernbillig,% 3 Brandes. Medea und Zajon. Die Wankelmüthige. Betrug dur Aberglauben. Armut und Edeljinn. Der Boftzug oder die noblen Baifionen. Die modernen Amazonen.

D FSelix.

Februar. Die Nebenbuhler. Der Apotheker und der Dottor. Wülfing von Stubenbeig. Die Entführung aus dem Serail. Wahrheit und Bruderliebe. D Die große Toilette.

/

Die Wilden. Divert. Juliane von Lindorak. Pyrrhus und Andromache. Der Vormund, Sch 5 Iffland. Der Talisman. | Kronau und Albertine. | Pyrrhus und Andromade.

März.

| Der Bormund. Die Entführung aus dem Serail. Die Engländer in Amerila.

Die drei Grazien. Lille. Die Zauberflöte. Die Brandihagung.

Die drei Grazien. Gebajftian Spul. Das rothe Käppchen. Hamlet. Die Zauberjlöte. Die Advolaten, Sh5, Iffland. Bürgerglüd.

Medea und Jaſon.

April. Die Dorfdeputirten. Der mwohlthätige Murrtopf. Der erite Tod. Der Bormund.

480

Don Yuan. Die Advokaten.

April bis Auguft 1796.

Armuth um Liebe. Pivert.

Die Zauberzither. Merope. Binde. Armuth und Edelfini. Richard Löwenherz. Don Juan. Der Spleen. Diana und Endymion. Die Hageftolzen.

Mai. Er mengt fih in allee. Biltorine. Die Zauberflöte. Die Advokaten.

Divert. |

Divert.

Rind für Wind. Telemad).

Der Spleen. Ballet. Das rothe Käppchen.

Die Entführung aus dem Serail. Wrmuth um Liebe. Tivert.

Die väterlihe Rache. Medea und Safon. Bürgerglüd,

Das übel gehütete Mäd-

den, B. Alles aus Eigennup.

| ' Ber Fabrilant. Ballet. | |

Die Amerilaner in Spanien.

Don Juan. Der Fähndrid.

Die Gefchwifter vom Ballet.

Albert von Thurneiſen.

Romeo und Aulie.

Der fromme Betrug.

Das übel gehütete Mädchen. | |

Lande.

Der Strih dur die Rechnung.

Pſyche.

Das Vermächtniß, Schs Iffland.

Inni. Das rothe Käppchen.

Der Vetter in Liſſabon.

!

Eduard IV.

Das Porträt der Mutt

Oberon, König de S 3, Giejele, Muf. von

Oberon.

Oberon.

Das Bermädtniß.

Die Luftichlöfier.

Graf Ejier.

Die Abenteuer ded Hei

Die beiden Billet3.

Romeo und Aulie.

Die Entführung. Deufalion und PBı die bevölferte Erde, 8. von Lipowsky.

Alte und neue Zeit.

li.

Richard Löwenherz. —- Die Wölfe in der Hert -—- Das Mädchen von Mo Betrug dur Aberglau Das Inkognito.

Die maskirte Alademie. Die Folgen einer einzi Die Bauberzither. Ermwine von Steinheim Der Bürgermeifter. Die Wette. Lift gegen Bosheit.

Der Tod Hektors. Oberon. Er hat fie alle zum B:

Auguſt. Die Zauberflöte. Der Paria. Die Hochzeit des Figar Freundſchaft und Argw Deukalion und Pyrrha. Die Zauberflöte. Der Spieler, SH 5 Die Heirath durd ein Ü Der Bettelftudent. Die Läjterjchule.

Auguft bis Dezember 1796. 481

November. Bemire und Azor. Divert.

Daphnis und Daphne. Der Spieler.

Die Bette. | Berirrung ohne Lafter. De Raufmann von Venedig. Die bezähmte Widerbellerin. Mivert. Der Ritter Amadis. Dienftpflidt. Don Juan. September. Die Leihtjinnigen, Sch 4 Flitterliebe, Gemälde a. d. | F. Meisner. Sagen d. Vorzeit, v. Anton Frhrn. Die militäriſche Liebe. ». Streit, Muſ. von Dimmler. Der Jude.

Das Räaͤuſchchen. Scheinverdienſt. Mitterliebe.

Der fromme Betrug. Der Bettelſtudent.

Der Deſerteur aus Kindesliebe. Zöfel und Dortchen.

Die Macht der Kindesliebe. Tößffel und Dortchen.

Betrug durch Aberglauben.

Die Schachmaſchine, L4 Bed.

Wie man eine Hand umtehrt. Die Zauberflöte. Die Advofaten.

Oltober. Die Schachmaſchine. Divert. Der Revers. Der Apothefer und der Doktor. Die verbädtige Freundichaft. Der Luftgarten. Die Kriegstift. Die zwei Geizigen. Die Pilger.

Die Eiferſüchtigen.

Rinaldos Rückehr zur Armida. Das rothe Käppchen.

Die Familie.

Eduard IV.

Inez de Caſtro.

Im Trüben iſt gut fiſchen.

Geſchwind ehe es jemand erfährt.

Die Wilden in Amerika.

Der Triumph der Freundſchaft.

Alexander und Kampaspe, B. Der Schmuck.

Die Zauberzither.

Jeannette.

Deukalion und Pyrrha.

Otto der Schütz.

Die wüſte Inſel.

Dezember. Öberon. Stile Waſſer find tief. Alerander und Kampaspe. Der Spieler. Don Yuan. Beit von Solingen. Diana und Endymion. Aechter AdelundächteLiebe. L, Ballet. Bemire und Azor. Divert. Vergeltung. Die Toilette der Venus. Der Einfiedler von Karmel. Rina.oder Wahnſinn aus Liebe. Hechter Adel und ächte Liebe. Pyrrhus und Polyrena. Der argwöhniſche Ehemann. Die buchſtäbliche Auslegung. Nina.

482 Januar bis Mai 1797. 1797. Januar. | ber.fom. O 2, Schilaneber, 9 Die Schadhmaidine. | v. Sübmaper. Eduard IV. Klara von Hoheneichen. Biltorine. Beltton und Herzensgüte.

Der Barbier von Eevilien. Das Räuſchchen. Amtmann Graumann. Pyrrhus und Polyxena. Liebe "wirkt ſchnell. Nina. Armuth und Edelfini. Er mengt fid in alles. Der Barbier von Sevilien. DOberft von Steinau, © 5 Koller. Eduard IV. Maske für Maske. Die junge Wittwe. Die Wette. Glück befiert Thorbeit. Armuth um Siebe. Das Heine Heilelohe, B.

Febrnar.

Die unerwartete Zuſammenkunft Ballet.

Bürgerglück. Die verlaſſene Kalypſo.

Das öffentliche Geheimniß.

die beiden Billets. Richard Löwenherz.

Die Gefahren der Verführung. Das kleine Heſſelohe.

Die Gefahren der Verführung. Das kleine Heſſelohe.

(Wegen des Todes der Kurfürſtin⸗-Wittwe Maria Anna Sophia geſchloſſen.)

März.

Die Freundſchaft der Weiber. Der Stammbaum Erſte ort: jeß. der Beyden Billet3) X Anton— Rall.

Das rothe Käppchen.

Der Spiegel von Arfadien,

Ä

Redt und Wohlthat ji Sch 5 Kotzebue (= Die Berläus Der Spiegel von Arkadien. Der Apotheker und der Do Der Unterjhieb bei DienitEm bungen.

Telemad.

Die Freundſchaft der Weib— Medea.

Lilla.

Der Spiegel von Arkadien— Recht und Wohlthat fiegt.

Athelſtan.

Nina.

April. Da: Vermächtnis. Betrug dur Aberglaube wer König Rear. Die gelehrte Frau. Der erite Tod. Die Entführung. Der erite Tod. Die beiden Savonarden. Das Meine Hefielohe. Die Schahmajdine. Wlerander und Kampaspe Gebajtian Spul. Gebajtian Spul. Der Spiegel von Arladiez Die gelehrte Frau. Daphnis und Daphne.

Mai. Berbreden aus Ehrſucht. Don Juan. Die Gefhmwifter vom Lan E Ninaldos Nüdkehr zur WE = Bewußtſein. Der Baum der Diana. Die Glücksritter.

Mai bi8 September 1797. +83

und Pyrrha. öhnt. muthete Zuſammenkunft.

elkind. d Jaſon. n der Diana.

Eigennup. rafte Entführer, 3. nd Freundſchaft, 44

ıfte Entführer, yelfer uud der Doftor.

Inni.

Ilerin oder die Launen tom. S. 3 n. „La Mo- uf. v. Baniiello. inder in Amerika. ) Dortchen. n einer einzigen Lüge. rin.

Freundſchaft. »Dortchen.

Spartau. Divert. 18 Knicker.

nach der Mode. tolzen. zeit des Figaro. uſpielerſchule. ikaner in Spanien. irg und Maria, X5 tzner. en. Divert.

Inli. iche Rache. Divert. und Maria. tr mit der Erbſchaft. öwenherz. ı Bo8heit. e Heſſelohe. Schlenzheim. e Heſſelohe.

16.

31.

Der Kaufmann von Benedig. Der erite Tod.

. Der Weftindier.

. Die Entführung aus dem Serail.

. Suliane von Lindoraf.

. VWeiberlaunen und Männer:

ſchwäche, % 5 Ziegler.

. Der Apothefer und der Doktor. . Kiebe und Freundſchaft.

Die verlafjene Armida, 8, Erur. Die Zauberflöte.

Augnuſt.

. Weltton und Herzensgüte.

. Der Spiegel von Arkadien.

. Weiberlaune und Männerſchwäche. . Heimburg und Maria.

. Der Magnetismus.

Die beiden Savoyarden.

. Die Schwiegermütter.

Das Roſenfeſt von Salency.

. Sie Wilden.

. Da3 Räuſchchen.

. Das unterbrodene Opferfeſt.

22. Die Duälgeifter.

. Der argmöhnifhe Ehemann.

. Die Schachmaſchine. Divert.

. Das Mädchen von Mearienburg. -

September.

. Jeder fege vor feiner Thür.

Die drei Pächter.

. Der Strih durch die Rechnung.

Divert.

. Die Freunde, Sh 4 F. W.

Biegler. Der Ruftgarten.

. Den ganzen Kram und dad Mäd-

hen dazu. Der Bettelftudent.

. Der Liebhaber und Nebenbuhpler

in einer ®Berfon.

Diana und Endymion.

Die Freunde.

Sad Spleen. Die drei Pächter.

484

17. Armuth und Edelfinn. 7 19. Die Streligen. 10. 22. Die Zauberzither. 12. 24. Henriette. 26. Die Wölfe in der Heerde. 14. 29. Der Barbier von Gevilien. 17. 19. Ottober. | 1. Die Erbihaft aus Oſtindien, | 21. Sch 4 Bregner. 3. Viltorine. 24. 6. Die Hochzeit des Figaro. 8. Kronau und Nlbertine. 26 Die modernen Umazonen. 28 10. Recht und Wohlthat fiegt. ! 13. Hieronymus Knider. 15. Die Gefhwifter vom Lande. Divert 17. Die Erbſchaft aus Dftindien. 1 20. Leichtſinn und gutes Herz. | 3 Derßudlajten, kom. S, Thüm— | 5 mel, Muſ. v. Dimmler. 6. 22. Der Better in Liſſabon. Der verliebte Zauberer. 10. 24. Das Teftament. 1 27. Don Juan. 15 29. Der Yabrikant. Der verliebte Zauberer. 30. Die Erbichaft aus Dftindien. 17.

November. 19.

. Carteſius, hiftor. Gemälde der 22.

Borzeit 2 a.d. Franz. des Vouilly. 27. Undromade.

. Oberon. 28.

1798.

Jannar. Natur und Liebe im Streit.

Leichtſinn und gutes Herz.

Der Gucktkaſten. Sitah Mani. Die Erbſchaft aus Oſtindien. Das unterbrochene Opferfeſt.

- Die Zauberflöte.

September 1797 bis Januar 1798.

. Der Ring, 2. Teil.

Der Baum der Diana. Carteſius.

Theſeus.

Albert von Thurneiſen. Das unterbrochene O:pferfe Ü Die drei Töchter.

Töffel und Dortchen.

Die Eiferfühtigen.

Töffel und Dortchen.

Die buchſtäbliche Auslegur® Nina.

.Wülfing v. Stubenberg. . Sitah Mani oder Karl

Bender, Sch, Bulpiu?.

Dezember. Dad rothe Käppchen. Sitah Mani.

. Die große Zoilette.

Naht und Ungefähr. Der Gudfajten. Das unterbrodhene Opferfe]

2. Allzuſcharf macht ſchartig. 5. Der Schubkarren bes Cjjigi

Der Rammerhujar, £ Koller.

Der Wedel.

Deufalion und Byrrha. Der Ring, 2. Teil.

Felix.

Romeo und Julie, S.

Der Kammerhuſar. Merope.

Die Mutter, X 5 Gotte Das kleine Heſſelohe.

Die Freunde.

Don Juan.

Die Schachmaſchine.

Der Vormund.

Geſchwind ehe es jemand ı Nacht und Ungefähr.

Januar bis Juni 1798. 485

ınd Juſtine.

gt fih in alles. iben ijt gut filchen. adelfind.

Februar. zwöhniſche Liebhaber.

tter. berzither. akelmüthige. srifaner in Spanien. ofaten. itternadt2ftunde, nbredit, Muj. v. Danzi urtstag.

Schlenzheim. ternachtsſtunde.

nteuer des Herzens.

März. 8man. d Freundſchaft. üd. ckt Schnell. falten. ognito. inge. ernachtsſtunde. id Dortchen. rhrochene Opferfeſt. ı0 oder der große Band hotte. chmaſchine. n. öhniſche Ehemann.

e Heſſelohe.

it, |

ıhaber und Nebenbubler 3erion. Der Luſtgarten.

mlidhe Ehe, S 2

n.

bearb. dv. K. X. Gieſecke,

Cimaroſa.

April.

Die Verjöhnung!).

Alte und neue Beit.

Die heimliche Ehe.

Das Borträt der Mutter. Die modernen Amazonen.

Emilia Galotti.

Don Juan.

Die Streligen.

GSebajtian Spul.

Die Berföhnung.

Hieronymus Knider.

Nichts über Mädchenliſt, P. Der erfte Tod.

Mai. Liebe und Freundſchaft. Die drei Grazien. Die Entführung. Der Luſtgarten. Die Bauberzither. Pas de deux. Ber Strih dur die Rechnung. Der Ritter Amadi2. DerSchiffbrucd oder die Erben, L 1, Steigenteid. Nina. Der argwöhniſche Liebhaber. Nbällino. Ger Schiffbruch. Nina. Die Läfterjchule. Diana und Endymion. Minna von Barnhelm. Lilla. DieglüdligeRettung, Sch 3 v. ? Reue verjöhnt.

Juni. Die Liebe nach der Mode. Der Talisman. Heimburg und Maria.

Ih: Der Bruderzwiſt oder die Verſöhnung, Sch 5 v. Ktotzebue. Sonſt: Sch4v.

32

486

I)

Betrug durch Aberglauben.

Die glüdlihe Rettung.

Der Jude. Divert.

Lilla.

Liſt gegen Bosheit.

Das Räuſchchen.

Das rothe Käppchen.

Die Entdeckung, 2 2n Mr. Sheridan v. Schmid.

Die Rückkehr des Soldaten ausdem Felde, 8.

Das Vermächtnis.

Die Wilden.

Inli. Die Entdeckung. Die Rücktktehr der Soldaten aus dem Felde. Weltton und Herzendgüte. Die heimliche Ehe.

- Bergeltung.

Telemach. Die Glücksritter. Das unterbrochene Opferfeſt.

Otto der Schütz.

Die Entführung aus dem Serail. Die Müllerin.

Der Taumel der Liebe.

Die Hageſtolzen.

Der Spiegel von Arkadien. HPauilet.

Die Ausſteuer, <h5 Iffland.

Angnft. Die Yauberflöte. Der Spiegel von Arkadien. Die Wölfe in der Herde. Die Ausfteuer. Curd von Spartau. Die Macht der Liebe der Tonkunſt, B. Die Luftſchlöſſer. Die Wacht der Liebe und der Ton— tun. Dar Bürgermeilter. gliie Gräfin von Hilburg,

und

uni bis Oftober 1798.

S 2n.d. tal. v. Giei von Winter.

Sceinverbienft.

Er Hat fie alle zun Bei

Die beiden Billet2.

Der Ring, 1. Teil.

Der Ring, 2. Teil.

Elife Gräfin von Hilbun

September.

flofetterieu Schw

Sch 4.

Zelemad). Die Erbihaft aus Oſtin Die Mitternadhtsftunde. GStille Waſſer jind tief.

Der Ritter Amadis. Der Fähndrid.

Der Schiffbrud). Die Hochzeit des Figarı Slofetterie und Schwärn Die glüdlihe Rettung. Im Trüben ift gut fiidh Die Geſchwiſter vom La Klara von Doheneiden. Der Mann von vien ren, & 1 Kotzebue. Richard Löwenherz. Die edle Bergeltun

Oktober.

Viltorine.

Der Mann von vierzig

Die zwei Geizigen.

Die Entdeckung.

Der ſchwarze Mann.

Die edle Vergeltung.

Leichtſinn und gutes He Der Guckkaſten.

Der Revers.

Graf Eſſex.

Der Sturm, gr. O. ſpeare v. Fr. X. Caſpar, Winter.

Armuth und Edelſinn.

Armuth um Liebe.

Oktober 1798 bi Februar 1799.

Ter Bauer mit der Erbichaft. - Der Sturm. ie Ausſteuer. Die Hochzeit des Figaro. Die väterliche Race. Graf von Santa VBecdia.

Rovember. Zie eingebildeten Philoſophen. Zie Quälgeifter. Die Brüder als Nebenbuhler. - Pie Familie. Der erite Tod. Die Berjchleierte,@4n. Fe derici v. Vogel. Die Mutter. Divert. = Der Spieler. Oberon. = Die Verſchleierte. - Klara von Hoheneicdhen. —Die Brüder als Nebenbuhler.

Jannar.

—Der brüderliche Contraſt, Sch 4 Die Zauberjlöte.

Sind für Wind. Paul und Virginie, B Cru, Muj. von Gleißner. Der Milzjüchtige. Die edle Vergeltung. Der brüderliche Contraſt.

487

Die Zauberzither.

Verirrung ohne Laſter.

Die Verbannung, Sch 5 Gut— tenberg.

-- Betrug durch Aberglauben.

Dezember.

Der wohlthätige Murrfopf. Die Macht der Liebe und’ der Ton= kunſt.

Die Verbannung.

Der Milzſüchtige.

Das unterbrochene Opferfeſt.

Glück beſſert Thorheit.

Recht und Wohlthat ſiegt.

-- Der Deſerteur aus Kindesliebe. Eduard IV.

-- Samma. Der Milzfüchtige Dienitpjlicht. Lanaſſa. Februar Die Füchſein der Falle, Pa. Lanaſſa.

Alexander und Kampaspe. Die Mitternachtsſtunde. -Thusnelda.

Bürgerglück. Paul und Virginie.

11

. Die Liebe

Derzeihnis der auf dem Saberbräu aufgeführten Städe') 1782.)

Anguft. auf dem Lande, S

Weiße, Muj. v. Hiller. Divert.

22.

12.

19.

22.

.Das

Dasſelbe.

Dezember.

Hrizl von Mannheim, 2 2 Edardt. Luſtſpiel 1. Divert.

. gelmor und Ermide, M Wegl,

Muſ. vd. Heindel. Das Wert von einem Mugenblid, 22a. d. Frz. Das Totengaftmahl, dargeftellt in Don Juan einemrudlofen Spanier, und defjien darauf erfolgte Ende, Sch 3 n. Moliere. Divert.

„Nimia Doctrina Interitum Parit, oder daB laſtervolle Leben und darauf erfolgte Ende des Weltbe-

27.

1783.

Januar. Dtondenreih od. die ver— liebten Kunſtgriffe, charafterifiertes S 2 Heniſch, Muſ. v. Holy. Divert.

. Liebe wirft jchnell, 22. Der

Ejel als Dejerteur od. die Zigeuner und.der Hufihmid, B Link.

. „Die bezauberte Inſel, vder

die lächerliche Par Tyorce Jagdt mit Bernardon einem Zauberer von

23.

26, | | | |

fannten, Johannis Fauſt, Doctoris Theologie et Profesoris Wittenbergensis, mit Bernardon einen von den Geſpenſtern übel fexirten Paſagier, unverhoften Zauberer und lächerlichen Stunden⸗ Ausrufer, wobey auch verſchiedene Vorſtellungen zum vorſchein lommen werden “*)

Der Großmüthige, Sch 3 F. V. Weßzl. Div.

Heinrich IV. oder die Jagd, © 3 Weiße-Hiller.

Der von 3 Schwiegerlöhnen ge plagte Odoardo od. die lächerliche Verkleidung, & 3 Haffner. ?ie Bauernhochzeit, Div.

ungefähr, lächerlichen Nachtwächtem Euriöfen Docter, und prutalen Baron von Erdtzeißl. Auch Arien u. Veränderungen.“ °)

. Die Miliz pd. die lächerlige Ver

bung, S 2 a.d. Frz. De Kiel ala Dejerteur.

. Bernardon der liederliche Spieler

oder jo pflegt es zu gehen, 88 a. d. Ital. Der Scherenidleiltt: komiſch⸗pant. 8.

1) Die im folgenden abgedrudten Spielverzeichniſſe Karafterljieren Die Truppen und du} Fu blitum der Faberbräu-Bühne in einer von dem Spielplan der Nationalſchaubübne fo ar ab weichenden Weije, daß ihr Abdruck trog der überaus großen Lüden ein zutreffendes DI ergibt und dadurch gerechtfertigt erſcheint. ) Vom 7. Auguft 1782 His 4. März 1783: Wegliſche Show ſpielergeſell ſchaft. 3) Tie in Anführungsbäkchen („ ”) gefegten Titel geben im folgenden fe} ven genauen Wortlaut der Uriginal=gettel wieder.

Januar bis Februar 1783.

10. Der jehende Blinde, 2 2 n. Le⸗ grand. Luſtſpiel 2 a. d. Frz. 12. Bernardon der Zauberer ohne es zu willen oder der beglüdte Bräutigam, L 3 a. d. tal.) Der gedrojhene Liebhaber oder Bleib bei deines Gleichen, B Lint.

13. Bernardon der Zerſtörer aller guten Abfichten, L 3a.d. Frz.

Der Ejel als Dejerteur.

B. Ruftipiel 1 a. d. Frz. Der bayriiche Hiejel. tom. Pant. Link.

N. Bhilint und Lucinde oder Eins juht da Andere, S 2 Erdtmann. Ruitipiel 1.

19. Der begeiſterte oder neubelebte Bernardon,?) L 3 a. d. tal.

N. Der bayriiche Hiejel.

22. Der Dorfbarbierer oder die lächer- Ihe Haushaltung, S2. Ballet.

A. Die Komödie in der Komödie, L la. d. Frz. Der reihe Prafjer mit fremdem Vermögen, mit Ber: nardon, einem fpikfindigen Be— dienten ziweier Herren. 82a. d. Ftz.

%. „Cui Fortuna favet, Sponsa petita manet, das ift Wenn auch Schickſall, Berhängnig, und alle Gewalt der Eltern darıwider ftreber, fo befommt doch der die Braut, dem Sie von dem Glüde beftimmt it beiviefen. Deinen bis in Todt ge tteuen, und nad feinen zweymahlig ver= meinten Todt erſt beglüdten Bräutigam ben defien Leben ſich folgendes Sinngedicht wahrhafft macht.

Nunquam bella Piis nunquam certamins desunt,

Et quocum certet mens Pia semper habet. mit Bernardon einem in der Liverey ver⸗

|

27.

31.

9.

489

achteten, als Cavalier aber beglückten Lieb⸗ haber, und letzt verſtellten Juden.“

Hanswurſt Doktor nolens vo— lens, Div.

Die Apotheke, S 2 Michaelis, Muſ. v. Blainhoffer. Divert.

. Der Lederhändler von Salzburg,

oder der durch feinen vermeinten Geift in Berwirrung geiegte Bräutigam, jonjten die lächerlidye Judenſchul, 2.3. Ballet.

Der affektirte Stallmeifter zu Fuß oder die durch einen Zauberring entftandene Berwirrung mit Ber- nardon, einem Stifter aller Ber: wirrung. 23. Die betrogenen Bauern, Div.

Februar.

. Zauberei über Zauberei oder der

begeifterte u. neubelebte Bernardon. (= 19183.) Divert.

. Da Erntefeft od. die Schnitter,

S 3 WVeiße-Hiller.

. „Der Baron von Raucdhenberg. oder

Betrug, Liſt und Rauberen, fann wahre Tugend nit unterdrüden, mit Bernardon und Criſpin, zwey boßhaften und durch⸗ triebenen Straſſenräubern, und nacher⸗ kannten und entdeckten Betrügereyen auf die Gallere verdamten Ertzſchelmen.“ L 3 a. d. Ital. Der grobe Bettler

od. der liſtige Liebhaber, Div.

.Die Wagſchale engliſcher Gerechtig⸗

keit oder Thomas Morus, Reichs- kanzler in England, Tr 3. Divert. Megära die fürdhterliche Here od. das bezaub. Schloß des Herrn d. Einhorn, ſonſten die lebendigen Wandleuchter,) X 3 Haffner.

1, Bernardon erfcheint in folgenden Seftalten: 1) ala Ehavaller, 2) als eine Böhmin, 3) als

Reittnedht, 4) ala Hausknecht, 5) als alter, 6) ala Wirtbin.” *) „Beſondere Vorftellungen : 1 tens pird Bernardon erſchoſſen, 2tens in einem Mörfer geftoffen, Stend® Verwandlet fih ein feuriger deifel in verfchiedene Figuren. Bernardon erſcheint als Geift, ald Straßburgerinn, als Democrit ad ald Bauer. E3 werden auch verfchiedene Arien gefungen.“ ?) „Befondere Zurftellungen er⸗ beinen iten unterfchledliche Geiſter. 2ten fliegt Leander und Bernardon durch Die Luft und erden heruntergeſchoſſen. Sten Berwandelt fi ein Würthsbauß In einem Parukenmacherladen wo

7 Hr. von Einhorn und Erifpin auf lächerliche Art friſirt werden.

Aten verwandelt ſich ein

tes Gebäu in ein Zimmer alwo Hr. von Einhorn, Erifpin, Anfelmo als Wandleuchter bängen. i werden auch verichicdene Arien gejungen werden.

März 1783 bis Januar 1784.

30. Der jähfiihe Prinzenraub od. die von dem Himmel beihütte Un- ſchuld, Sh 3 v. H. Porſch.

April. 2Aloyſius Gonzaga, od. die Wir-

hing eines wahren Berufs, Sh. |; 11. d v. F. R. |

6. Johannes von Nepomuf od. die 15. bellglänzende Sonne der Beidhtiger, 17. Tt 5 v. U. Nut. |

I, Die Sündflut od. das in dem Waſſer erjtidte Lajterfeuer der da | 19. mals jündigen Welt, Tr3v.B.R. |

| Der reihe Praſſer und der | ' arme Lazarus, Tr 2. 21

14. Dasſelbe. 22

16. Genovefa oder unauslöſchliches Zugendlicht eheliher Treue, Tr 5 23 J. Braun.

11. Margaritha von Cortona oder das verlorene doch twiedergefundene 26 Zchaf, Tr 3 0.3.8. 38

Dezember. 30

41) Der Schneider und jein Sohn, |

22. Joſt von Bremen, 22. 1784. Jannar. 14.

2. Der Poſtzug od. die nobeln Paſ- lionen. Der Schreiber, Nachſp.

4, Die verfappte Braut oder die gnä— 16. dige Baterftrafe, U 3. Der ı banquerottirte Schweflhölzlkrämer, Nachſp. 19

9. Die unähnlichen Brüder oder wie mans treibt, jo gehts, 25. |

11. Der Podagrift, E11 Weidmann. | Darauf S 1 v. Ratſchky. Tanz. |

12. Der doppelte Oktavio oder der 21. Bediente als Herr, 2 2. Georg Dandin, Nadip. 1. 23.

7.

8.

10.

491

Die Poeten nach der Mode, L 3 Weiße. Engl. Tanz.

Der Hofmeiſter od. das Mutter⸗ ſöhnchen, L3n. Goldoniv. Schröder. Die Drillinge, 24 n. d. Frz. v. Bonin.

Der Edelknabe, X 1 Engel. Der Surijt u. der Bauer.

Gianetta Montaldi, Tr 5 Scint. Die drei Yaderl od. die luſtige Spazierfahrt aus der Hölle. Herzog Michel, Nachſp. 1 Krüger. Die große Batterie, X 1. Die unerwartete Zuſammenkunft oder der Naturalienfammler, L 2.

. Der Furchtſame, L 3 Haffner. . Der blinde Lärm od. das Geſpenſt

auf dem Lande, S 1. Nachſp.

. Burlin, der Diener, Bater und

Schwiegervater in einer Berjon, 83.

. Nicht mehr als ſechs Scüjjeln. 28. Die drei Kader. Der Irrtum,

Nachſp. 1.

. Die Wohlgeborne oder Heiraten

macht alles gut, 25 Stephanie d.j.

Der hochzuehrende Herr Better, 23. Die reifenden Komöddianten, Nachſp. 1.

Die wohlthätige Witwe oder Kaſperl die lächerlihe Zwergldame, L 3, Nachſp.

Der PBlauderer oder Was der eine gut madjt, verdirbt der amdere, 2 3. Die Gouvernante oder die lächerlihe Hofmeifterin, S 1.

Die getreue Prinzeffin Pumphia. Barodie in Berjen.

Doktor Guldenihmitt, L 5.

) 4. Dezember bie 24. Februar 1784: Vinzenziſche Geſellſchaft deutſcher Schaufpieler.

Januar bi Yebruar 1785.

1785.

| Jannar.

1. Dithmar und Wulfo oder So vers zeiht ein Chriſt, Tr 5 Schumel. 2. Der Kühehirt oder der Bettler ein Dieb, R 2. Die Berwirrungen oder Ripper! in der Sala, 2 2.

1. Verihwarze Mann, P 2. Nachſp. 9. Der beichäftigte Hausregent oder da3 in einem unvdermutenden Tod- fall verlehrte Beilager der Fräu—

fein Fanille, 2 2 Haffner. Die °

Hauszänkerin, © 1.

10. Die drei Lyranten. Nachſp.

12. Philint und Laura oder die jchlaue Liebe, S 2. Nachſp.

14. Derartige Komödiant oder diegroß- mütige Freundin, 2 3. Nadjip.

16. Immer was Neues, felten was Gutes oder die galante Englän= derin, 2 3 a. d. tal. Nachſp.

N. Der künſtliche Lügner, a. d. Span. v.d. F. Sauderjt. Lipperle der der dejperate Spieler, 8.

2. Der Zankſüchtige oder die redt- mäßige Erbin, 23. Nadip.

%. Die ungleiche Heirat oder die zärt- lihe Kranfe in der Einbildung, 22. Wahre Liebe verlacht die Verläumdung, © 1.

D. Cupido in der Sklaverei oder die duch Sturm und Klippen, Juden und Türken verfolgte Bellanda, mit Lipperle, einem Vetter, nad) der Mode ceurieujen Offizier und veritellten Juden. 22. Bhilint und Cleone.

Februar. . Die in den Tod gehende Unſchuld . vorgeſtellt an Genovefa.

Nachſp.

4.

13.

14.

16.

18.

21.

25.

493

Die unglüdfelige Gelebrjamteit oder ... . Johann Fauft.!)

Die Folter oder der menjchliche Richter. Judith und Holofernes oder da3 befreite Bethulien, Sch 3. Die durch vergiftete Läfterzungen zum graufamften Tod geſuchte, dur die Vorjedung des Himmels aber von dem eigenen Sohn glüds lich errettete Unfhuld in Hirlanda, einer engliihen Herzogin. Sch. Die Eroberung von Sant Lucia. Dr. a. d. Franz. vom Berf. der „Schlacht bei Margareten”. Tho⸗ mad Morus, Reichskanzler von England, &ch 3.

Die meißneriſche Tugendfonne oder der baieriihe Stadt und Land- patron heilige Benno, ein bilf- reicher Bater und Ausſpender jeiner Schäge gegen die Armen.”)

Die glüdiihe Jagd, L 2. Der Nachtwächter oder Wer Hat die Wette verloren? Nachſp. 1. Albert und Röschen, X 2 Bod. Die beiden Fächer.

. Die Wagſchale römiſcher Geredhtig-

feit, dargeftellt in Tito, ehemaligen Burgermeifter zu Rom. Inkle und Yariko, Tr 1 Pelzel.

„Der wahre Qugendipiegel aller frommen Sungfrauen, dargeftellt durch das geduldvolle, und geijtreiche Leben, aud) glorreihen Tod der heiligen Nothburga. Ehemals gewe⸗ fenen Befchltefferin in dem uralt gräflichen Schloß Rottenburg in Tyrol. Eine fehr auferbäulihde auß wahren Hifturien ge nommene mit fünften Lehrſätzen ver⸗ febene Aktion. Unter andern Auszierungen wird eine berilide Wolken⸗Glory unter fhöner Beleuchtung erfeben*.

%) Den genauen Wortlaut des Zettels jiehe S. 499; nur wo dort „Hanswurſt“, fteht bier ipperle” und während dort durch Marionetten, wurde bier von Schauſpielern das Stüd geipielt. „Darauf wird der Leichnam des heiligen Benno unter einer prächtigen Auszierung gezeiget, ben Baierland, die Statbolifhe Kirche, die Andacht und Treue dem großen Landespatron in yes

ıdener Rebe verehrten und mit Chorus ſchließen.“

494 27.

28.

16.

Die jeidenen Schuhe oder die Schöne Schufterin. Die Goldmader, 21. Miß Jenny oder die Uneigennüßig- feit, 22. Der Nahtwädter.

März.

. Die Wirkung von Natur und Liebe,

L 3. Die Eroberung von Sant Rucia. Die in den Tod gehende Unſchuld.

April.

17.!) Die ſchlaue Magd, S 3a. d. Ital.,

28.

17.

10

Mus. v. Tozzi. Dasſelbe.

Mai.

. Das Spiel des Zufalls, S2 a. d.

Ital., Muſ. v. Piccini.

.Leonhard Ritt, der Bänkelſänger,

S 2, Muſ. v. Gleißner. Das Spiel des Zufalls.

19.

2. 6.

9. 16.

24.

23.

1793.

April!.)

. Der Familienpokal oder der mili-

täriiche Hausvater, Sch 5 Schletter.

. Der Gutsherr oder Hannchen und

Görge, O 2 Dittersdorf.

. Der blinde Harfner. Ritterſchau⸗ jpiel aus den „Sagen der Vorzeit“

von Beit Weber.

. Die Abentheuer einer Nadıt oder

die zwei lebenden Toten, X 3. Die Dorflicchweih oder Gelegenheit macht Diebe. Ballet v. Jungheim. Wer ift fie? 83 Schröder. Die reiſenden Schauſpieler vder Arle- fing Reben und Tod. Schattenpan= tomine vd. Jungheim.

|

24. 28.

*

Februar bis November 1785. April bis Dezember 1793.

Hans der Schuhflicker, S 2 a. d. Frz. uni. Dasſelbe. Milton und Elmire, S 2, Muſ. Joſ. Michel, Das Spiel des Zufalls. Der Erntefranz, S 3, Wui. Gleißner. Auguſt. . Der König auf der Jagd, S 3 Muf. v. J. Midel. Oftober. Die Dorfgala, S 3 Gotter, Muſ. v. Moßmayr d. j. Rovember. Das Fiſchermädchen, S2a.d Jul Mus. dv. Piccini. Rache für Weiberraub, Tr4 Ziegler. Aurore, das Find der Hölle, Sh5 Soden . Oberon, König der Eifen, C 3 Wranitzky. Mai. . Das Galeriegemälde, Schs Hensler. , Der dumme Gärtner, S2 öchilan⸗

eder.

Dezember.

6.) Curd von Spartau, Sch 4 Beil

8.

Herzog Michel oder die Radtigad,

Rom. S 1.

Der Gutsherr ala Schiffäpatten, D 2 Ditterddorf.

Voltoliniſche Geſellſchaft. *) Mus: „Theaterbothe von der furpfalzbaterifhen Haupt: und Reiter ftadt München während des Aufenthalts der v. Hofmanniſchen Schauſpielergeſellſchaft am Fu" bräutheater dafelbft vom 6. Dez. 1793 bis den 26. Juli 1794. Herausgegeben von Gettlit Köldel, Mitglied diefer Geſellſchaft. Gedrudt auf Koiten des Verfaſſers“. (Hofe und Staau⸗⸗ bibl. München, Bavar. 1482 p.)

y!

Dezember 1793 bi8 März 1194.

<

Der Waffenſchmied von Worms, 24 Ziegler. Die böſe Zeit oder der Teufel Hat ihm zum Weib ge— holfen. S 1.

. Graf Walltron.

. Die beiden Antons oder der dumme Gärtner. Die Komödie in der Komödie.

. Ctto der Shüß, Prinz von Heſſen, Sch 5.

Die eingebildeten Philoſophen, DO 2. Die Komödie in der Komödie.

Jannar.

1. Doktor und Apotheker.

3. Bucentaurus, Tr 5.

5. Hana Dollinger.

6. Die getreuen Unterthanen, X 3. Der Nachtwächter.

. Medea und Jaſon, M 1. Her: zog Michel.

. Stadt und Land, 83.

- Kunz; von Raufungen oder der ſächſiſche Prinzenraub, Sch 5 Neu- mann.

- Qutsherr als Schiffspatron.

- Hamlet, Prinz von Dänemark, Tr 6 ().

6. Zwei Uhren und kein Geld im Sad, L 5.

.Philippine Welſerin.

- Die getreuen Unterthanen. Die böje Zeit.

4. Die Poſtknechte oder die Hochzeit

und feine Braut, 25 Scilaneder.

>. Tito der Schüß.

6. Mathilde von Altenftein, Nitter-

ſchauſp. 5 Senefelder.

8. Die hrijtliheZudenbraut, Kom. DO 2.

- Desgleichen. 1. Rache für Weiberraub, Zr 4.

19.

20.

1794.

Ba

495

Die kindliche TYiebe, Sh.3 Der Kinderſpiegel.

Das liſtigeBauernmädchen oder das Tulipanengeſchlecht, Kom. O 2.

. Die geiſtliche Braut als weltliche

Hoczeiterin, 25 Blumbofer.

. Das liftige Bauernmädcen. . Hanna Dollinger, Sch 4. . Philippine Weljerin, Tr 3.

Ariadne auf Naros. Der Nadıt- wädter, S 1.

Februar.

. Stolz und Verzweiflung, Sch 3.

Die Gouvernante, S 1.

. Ignez de Caſtro.

rend

Die beiden Savoyarden, 5 2. Die Rache, X 2 Graf Brühl.

. Kamm, die Heldin Bojarien?. . Erziehung madıt den Menſchen, 25. . Der Edellnabe. Nina od. Wahn⸗

ſinn aus Liebe.

. Der militärische Bejenbinder, L 3. . Die Yuftichiffer, X 3. Die beiden

Savoyarden.

. General Schlenzheim, Sc) 4. 23. . Kamma.

. Der luftige Hausknecht oder fie

Der Stadthalter, Tr >.

träumten von Paris. Die Gou⸗ vernante.

. Doktor und Apotheker.

März.

. Das rote Käppchen. . Der von drei Schwiegerjöhnen ge⸗

plagte Odoardo, U 2.

Der Furchtſame.

Klara von Hoheneidhen.

Skizzen rauher Sitten unjrer guten Vorältern, Sc 5.

496

10. 12. 14. . Der militärifche Bejenbinder, L 3. . Männerihwur und Weibertreue,

Das rote Käppchen. Mathilde von Wltenftein. Die Rache. Herzog Michel.

Ritterſch 9.

. Männerftolz und Weiberehre, Sch 4. . Männerihwur und Weibertreue.

. Ranajja.

. Die Schellenfappe vd. die Zauber=

trommel, O 4 Scilaneder.

. Desgl.

April.

. Der taube Liebhaber, 2.

Röschen und Colas, O 1.

. Die drei Töchter, L 5.

. Die Baubertrommel.

. Emilia Galotti.

. Die Baubertrommel.

. Klara von Hoheneicdhen.

. Nabuchodonoſor, od. der Feuerofen

zu Babylon. Eine bibl. Geſchichte in 4 Abhdlgn. m. Muſit.

.u.15 Desgl. . Genovefa, Sc 5. . Der fterbende Jeſus und der Tod

Adams, Sch 2.

(18.—24. Theater geſchloſſen).

25.

27. 28.

IA

Die Entführung aus dem Serail, O 3.

Genvpefa.

Der redliche Landmanu, L 5 Scdi- faneder.

Mai.

. Die Zaubertrommel. . Kroof, Tr 5.

. Sophie od. der gerechte Fürft, Sch 3. . Die Tochter Jephte.

Bibl. Tr 5 von Rittershauſen.

. Der Schneider und fein Sohn, 22,

Evafathel und Schnudi, Poſſe 2.

. Dagvbert. König der Franken, Tr.

12. 14,

16

18.

19. 21. 22. 25. 26. Desgl.

29.

30. Der Maitag.

März bis Juli 1794.

Adelheid von Beltheim, D 4. Die Zigeuner 8 5.

Johann von Nepomul, Zr >. Der Teuerbär oder Sormet Zauberer, Sch 4.

Ndelheid von Beltheim.

Johann von Nepomuf.

König Lear. Die Ordendbrüder, Tr 4.

Die Zaubertronmel.

Juni.

. Die ihöne Banije, 8 5.

. Der redlihe Yandmann.

. Zaura Roietti, Sch m. Bei. 3.

. Soliman I., 2 3.

. Der Maitag.

. Ottofar, König in Böhmen, . Der Sturm, X 3.

. Die Komödie in der Komödie

Der Nachtwächter.

. Amors Bauberpfeife, PBantom

Er fol ſich jchlagen, L 1.

. Der Theaterligel, X 1. An

Bauberpfeife.

. Fernando und Yariko, Sch m. ©ı 2. Andromeda und Perſeus, M 1

Der Eichenkranz, Sch 1.

24. Megära od. die fürchterliche F

P 3.

. Der Juriſt und der Bauer.

böſe Zeit.

. Die Zaubertrommel. . Der Stein der Weiſen, L 3.

Juli.

. Xaura Rofetti. Der von

Schwiegerſöhnen geplagte Odoa

. Das Armeninflitut, Sch 3.

. Der Dejerteur aus Kindesliebe . Die beiden Unton2.

. Die glüdlihen Bettler.

1794—1798. 497

Die Thätigkeit der v. Hofmannifhen Gejellihaft in München läßt ſich für die nächſten Jahre (1794— 1798) nicht durch eine lüdenlofe Folge von Theater- zetteln veranihaulichen. Dagegen enthalten die Cenjur-Atten des kgl. Kreis- erdidd interejlante Angaben über verbotene und erlaubte Stüde, die Hofs mann einreichte.

Berboten wurden ihm, 1794: Die Wiedereroberung von Mainz. - "Die Birthin mit der fhönen Hand. Alf von Dülmen. Agnes auf Falken⸗ ftein. Wer war wohl mehr Jud?

Erlaubt wurden ihm, 1794: Vater-Freuden und Leiden. Der - vamilienpofal. Graf Bergwald. Amazilie. Meßner der Zweite. Das Regenäburger Schiff. Die liebreihe Stiefmutter. Das Nrmeninftitut.

Berboten wurden 1795: Die Fürftin. Cuenna und Biponne oder

Rode und Untreue. Minnefpiel und Rittervort Edelmuth und Rahjudt. Zoffieri und Blanla. Karl von Etralenberg. Leidenichaft und Pflicht. Nargaretha die Maultaſche. Viel Lärm um ein Strumpfband. Alerander Renzikoff. Sriedrih Graf von Werthenthal. Die verftoßene Tochter oder Edelmutb ftärfer als Liebe, Sch v. Joh. Gnad. Das Einverfrändnig oder duch unter den beften Fürften kann jo etwas gejchehen. Clara oder der Triumph erfter Liebe. Deuticher Biederfinn und deutiche Liebe. Die Iuftigen Seiber in Wien. Der Page. Liebe und Religion. Maria von Kollenau oder die deutfhe Haugmutter, Tr von B. E. Leidenihaft und Liebe, Tr v. Bulpius. Clara von Lauenftein oder die Tempelritter und dad Vehmgericht.

Erlaubt wurden 1795: Doktor Flappert, L 5 Brezner (zuerft 1. IIT. 95). Noch gut, daß es fo fam oder Hoffe man auf Verwandte. Die neue Emma. Der Freundichaftsdienit. Die Erbin. Liebe und Reue. Die jchöne Sünderin. Catharina oder die vornehme Bäuerin. Karl von Eichenhorft. Nechtihaffenheit und Betrug. Nuriad oder der gute Genius. Die be lohnte Baterlandsliebe. Der Inſtinkt. Der ieltene Onfel. Die Königin der jchwarzen Inſeln. Der Qumpenfammler oder ein gutes Herz ziemt jeden Stand. Thomas Moore.) Der Auditor, Sch Eremeri. Die Erbichleicher, d Gotter. Graf Wipreht von Groizſch. Lotthen und Eloife oder die zwei Dochzeiterinnen. Fanfan oder die Milhbrüder, X n. d. Franz dv. Joh. Jakob FHr. von Ned. Doltor Fauſts LKeibgürtel, B 1 Mylius-Scint.

Berboten wurden 1796 und 1797: Der unruhige Wanderer oder dasſperls lepter Tag (v. 8. F. Hen3ler). Naamah. Die fteinerne Brüde u Regensburg. Die zivei Ringe, ein perfiihes Märden (= Kopebues, ‚Sultan Bampum‘; vgl. das Verbot aller kotzebuiſchen Stücke, S 180). Schad Huſſein der das redende Schoßhündchen. Wind und Wetter vder Julie auf der Inſel Thamos. Graf Ulrih von Achalm. Die Grafen Guiscardi, Tr 5 Ehren- erg. Der Sturm von Borberg. Der Beifterbefhmwörer, dv. Brezner. Rohamed Quirly. Tie Negerjflaven. Tugend und Laſter, Tr 5 A. W.

2) Gleichzeitig mit dieſem Stüd reichte Hofmanı am 19. Tez. 95 Ifflands Schaufpiel Friedri von Oeſterreich“ ein, Doch finder jih fein Kenfurbeiceid darüber. Ohne Cenfurerlaubnis äsrte Hofmann auf: „Liſt und Liebe“. Zur Rechenſchaft gezogen, niebt er an,das Stüd ſei der in der ipperihütte des Lorenzoni über hundert Mal gefpielte „Nachtwächter von Bordorf“, deifen „geſchmack⸗ eleidigenden Titel“ er blos geändert babe.

498 1775— 1798.

Heidemann. Die Frau eine Schlange, tragif. Märhen. Das grüne Bögelden, philoj. Märchen. Der König der Geniufie oder die treue Magd. Bobeid. Der Triumph der Freundſchaft. Das Unglüd der Donna Elvira, Königin von Navarra. Die entwaffnete Rachgierde. Die philofopdiide Prinzeſſin oder daS Gegengift.

Erlaubt wurden 1796 und 1797: Schalt Amor oder die gejciedene Frau. Die Galoppade. Die Reife nad der Stadt (Zffland). Winnona oder die Angeljahien. Die Waffenbrüder, Tr v. B. Stein. Margarethe von Thüringen. Lohenftein und Hohenburg. Don Duirote der zweite, tom. Singip. That und Reue oder Berbreden aus zerütteter Defonomie Sch 4 Tilly (5. Ott. 96 aufgef.). Lohn und Strafe, v. Scletter. Es iſt Friede, ländi. Dr. von 3. C. Bold. Rahfuht im Tode. Das Glüd iſt kugelrund oder Kajperl3 Ehrentag. Der Soldat von Cherion. Vendelino, Zr d. B. Pfeufer. Die Verichreibung, X 1 Du-Fresny. Die Grafen von Foggen: burg, Tr v. Crauer. Der Rabe; Turandot; König Hirſch, von Gozzi. Tie Schwärmereien des Haſſes oder der Liebe (v. X. Hempel). Der Richter. Das Sntelligenzblatt. Die Grafen Baldau, Tr v. F. ©. Frühwürth. Tie Deutihen in Parid. Die Wette oder Treue fiegt, X v. Friedr. Leo. Der Gelbftbetrug. Die deutihe Haugmutter. Der Wilde in Frankreich, Sc v. Hriedr. Bieting. Dad Mibverftändnis. Marianne von Lindheim oder Veibergröße und Männerihwäde, Sch v. Fr. Chr. Braun. Die Geifterburg. Der gute Kaijer, Sch 3 Tremeri. Die Tochter der Finfternis, Sch nad Soden Aurore. Ymogen („au8 dem Shalefpeare”). Der jämmerlide Lauf mann. Der Fürft und fein Rammerdiener, L von Hagemann. Tobi Löwenherz oder Waſſer- und Feuerprobe. Der edelmüthige Soldat. Sch 1 au? d. Franz. Laura Molife Tr 5 von Fr. 3. Weiberlaunen und Männer: ſchwäche, Sh 5 Ziegler. Die Freunde, Sch 4 Ziegler. Eugen der Zweite, der Held unſerer Zeit. (Hensler.) Blinde Liebe ftürzt in Gefahr. Der gut: berzige Sohn, En. Florian v. Schmieder. Der Tag der Freuden. Kein Plag im Gafthofe, Poſſe v. M. H. Arvelius. Der Alte überall und nirgends, Sch v. Hensler. Unermwartete Hülfe, Sh v. W. Ehlers. Juliane ven Ullern. Die Ausfteuer (Iffland). Die doppelte männliche Rache oder de? Abenteuer.

Am 13. April 1797 führte Hofmann auf: Die Verzweiflung ded Judas Sfcharioth und die Freunde Jeſus an feinem Grabe. Bibl. Trſp. 5 von X.

II, Derzeichnis einiger auf dem Bauhof aufgeführter Stüde.

(Marionettenftüde.)

1788.

Dezember.

%. (0d. 23) „Mit gnädigfter Bewilligung wird bier der Schauplag eröffnet, auf ielben, mit prächtig gefleideten Marionetten aufgeführt, cin aus der wahren Geſchicht gesogenes Schauspiel, betittelt :

Der aus dem Waſſer bervor- brennende Tugendftern, dargeitellt an dem grofien Blutzeugen und böhmischen Schugpatron Johann von Nepomuk. Wobey nebit anderen Telorationen, der Leihnam des heiligen Johannes unter einer prächtigen Aus⸗ jitung u. Beleuchtung gezeiget und ſodann

t .

30.

1784.

Jannar.

AN „Die über Vernunft, und alle menihlihen Leidenſchaften herr— ſchende Eiferſucht, dargeſtellt in dem affaiſchen König Arideno. Sonſt aber die in Mitte der Todtengruft beglückte Braut Rofibella, mit Hanns⸗Wurſt einen liſtigen Supler, und für feinen eigenen Nuten und Bortheil fehr beforgten Diener. Woben ih im Garten, ein herrliches Trauergerüft, und endlich eine beſonders fehenswürdige deleuchtung zeigen wird.“ Nachkomödie.

2 (od, 3?) Der galante Stallmeifter zu Fuß oder der durch einen be— jauberten Ring gänzlih um den Leritand gebrachte Liebhaber, L ıd. tal.

6. (00.79) „Der Orakelſpruch zu Del: phis oder der unwiſſende Vaters—

mord. Sonſt der Streit zwiſchen Edipus and Leus König der Athenienſer, worinn

mit einem Chorus geſchloſſen wird. Den Beſchluß macht ein modeſtes Nachſpiel.“ (od. 312) Der durch weibliche Vor: ſichtigkeit der Hölle entriſſene Me— nandro, eines reihen WWechiel- herrns Sohn aus Leipzig od. der ſchön u. tugendhafte Wittibſtand einer ſinnreichen Dame Dorimene, mit Hanswurſt, einem verzagten Reijegefährten, zur Höll intriganten Beutelichneider, lächerlich verftellter gnädiger rau u. letztens beglüdten Bräutigam der jichönen Fiameta.

Hanna Wurft Vorſtellet einen verzagien Soldaten, läderliden Proviant :Meifter, luftigen Schagaraber und einen unbarms berzigen Kindermörder.”

Der Spieler oder Colombina po- lita, oder die tugendvolle Ehefrau, Sur.

„Mit prädtig gefleideten Marionetten wird aufgeführt: ein mit vielen Auszierungen des Theaters verjehened, recht ſchönes Schaufpiel: Die unglüdielige Gelcbrfam: feit, oder Ubi Intelectus, ibi etiam doc- trina, Wo das Licht des Verftandes glänzet Dort blühen auch die Wilfenfchaften. Dar: geltellt in dem zu feinem Untergang gelebrten

Johann Fauſt doctore et Profensore Theologiae Wirtembergensi. Worinn Hannswurſt vorſtellet einen übel aus— gezablten Studenten, den von vielen Geiſtern geplagten Famulus, einen Drachen⸗Reiter, zuletzt aber einen luſtigen Nachtwächter. NB. An dem Hofe zu Parma werden gezeigt 1. Die römiſche Lucretia, 2. Judith

IV. Alphabetifches Verzeichnis.

4. Die anf der Rational:Schanbühne und im Nedontenfaal anf: geführten Etüde.

(Son den mit einem * verfehenen Stüden ließen fich die Verfaſſer entweder gar nicht oder nur unfidder Beftimmen.)

Wbälino III 98; V 98, Abenteuer des Herzens, die 5 II 86; 21 VII 86; 2 III 87; VII 87; XI 87; XI 88; X 89: X 91; XI 92; IV 93; XII 93; IX 9; VI 96; IT 98. Ahgebrannten, die (Edardt) 22 I 83. (Strobel) 8 X 82. Achilles, der im Kleide einer Brinzeffin erfannte j. Borficht, die vergebliche. Adel des Herzens, der 3 V 76; 19 V 76. Welheid von Salisbury 21 IX 86; 17 X 86; VIII 87; I 89. Adelſon und Salvini 12 VI 76; 14 VII 76. Adelſtern 17 XI 82. Wjutant, der 6 VIII 80; 15 VIII 80; 15 XII 80; 10 VII 81; 30 X 83; 21 XII 84; 17 VII 85; 13 IV 87; VIII 88; X 91; VIII 92; II 9. Adjutanten, die V 82. Abvolat, der VIII 89. Adnolaten, die III 96; IV 96; V 96; IX 9%; I 98. Agathe, ſ. das Prädikat. Agnes, la fausse 14 III 83; 4 IV 83. Abnenftolze, der ſ. S. 367. Ahnenſucht, die 74; 21 VIII 76. Ügrenleferin, die 7 VIII 79. Aademie, die maskirte 2Z VI 94; 20 VII 94; VII 96. Albert vd. Thurneiien VI 89 (2); V 90; IX 92; VII 93; V 96; 14 XI 97.

Alchymiſt, der V 88 (2); X 91; V 9.

Alderjon 1. Teil: VII 90; TR %.

2. Teil: VOII 9; X X.

3. Teil: XI WM (2).

Ulerander u.Rampafpe 25 II 85; XI 96; XII 96; IV 57; II 9.

Alerid u. Juſtine VIII 95 (2); X 95 (2); 1 98.

Alle irren fi) 27 VIII 80; 22 IV 81; 9 IV 82. Aller Welt zum Troß doch ein Arzt ſ. Wunderkur, die magnetiſche. Alles aus Eigennutz III 94; 6 IV 94; 25 V 94; 29 VIL94; V96; V 97. Allzu ſcharf macht ſchartig X 93; XI 93; II 94; XII 9; 12 XII 97. Alte, der gutherzige 190; IT90; III 91; 25 X 91; V 92; 16 V 94; III 9.

Ulte, der liebenswürdige XI 94 (2).

Alte Liebe roftet wohl 19 IX 80; 8 X 80; 4 VI 81.

Alte und neue Beit 1 94 (2); 23 IV 94; VII 95; VI 96; IV 98.

Alter Hilft nicht vor Thorheit (C 5 Mylius) 14 XII 84.

Alter ſchützt vor Thorheit nicht ſ. Monfieur Fips.

Alzire 28 III 76; 10 IX 76: 4.X 76

Ulzire u. Zamor 30 IX 84.

Umalie, ſ. Herzog von Yoir.

’Amant auteur et valet 28 III 83.

Amazonen, die modernen 25 II 87; 4 III 87; XI 87; II 88; IV 89;

33

Alphabetifhes Verzeichnis.

r redlide und der groß- e Sude 1775; 10 I 76; I 79; VII 82. der Erbichaft, der (X1 Maris XI 89; II 90; VII 90: VII (I 92; 20 VI 94; XII 94; ; 7 VI 97; X 98. ie verwandelten 20 II 83. da3 duch ein Donner: zerftörte 21 I 81; 16 II 81; 81. Diana, der VII 94; 7 VIII 97 (2:; 10 XI 97. ie jhöne 1 II 84; 6 II 84. X 86; 22 X 86. er verlogene 17 XII 82. ten auf dem Marich f. Amt- Graumann. ıft im Bade, die 5 I 76; [6. ulroui 21 XI 80. \, die 17 XI 86; 28 I 87. \ der Stadt Aubigny 81 79. j der Stadt Baris 23 II 79; 79; 4 IIL 79; 9 V 84. n 29 VII 85; 2 VIII 85; I 85. ınd Conftanze 16 XI 81; - 81; V 82; VII 82 (2); 83. der findlihen Liebe, die recher, der ehrliche. . der begeifterte u. neubelebte berei über Zauberei. inem Glück gehängte 11 1183. eimal verheiratete 22 II 83. julaner 16 I 83. ı des Reichtums, die VII 72. fend als blind |. Eonder: ıerT. abgedrungene j. Weltmann,

nme X 89; XII 89; VII 93; 3; VIII 95; V 96; XI 96. yerglauben IX 89 (2); VI 90; ; IT 91; MI 91; VI 91;

903

VI 92; X 92; XII 92; IV 93; XI 9; V 95; I %; VII 96; IX 96; IV 97; VI 98; XI 98.

für Betrug 28 XII 80; 26 I 81; 27 III 81; 24 VI 81; III 82; VI 82.

Betrüger, d. fcheinheilige |. Tartüffe.

—, d. mweiblihe |. Wanfelmütige, die.

Bettelftudent, der 2 II 85; 24 V 85; 21186; VI 88; VII88; VIII 88; XT 88; 189; V189; X 89; I 90; vI%;19; VI 91; VIII; 28 II 92; III 93; VIII 93; 19 VIH 94; XII 94; IV 95; VID 96; XI; 8 IX 97.

Bettler, der 23 IV 75; 25 VI 79; 19 X 79; 10 XI 80.

u. Bettlerin, die glüdlich gewordenen 1 XII 80; 6 XII 80; 7 I 81;

11 III 81. Beverleyg (Schröder) 1775; 11 VI 76.

(Hud) 22 XI 82.

Bewußtiein XII 87;188; X 89; XI 91; VII 9; V 97.

Bezauberten, die ſ. Beter und Hannden.

Bildfäule, die durch Liebe belebte f. Pygmalion.

Billets, die beiden X 87; X 88; III 89; 191; XI 92; VIII 93; 23 V 94; VI 95; VI 9; II 97; VII 98.

Blatt Hat fi gewendet, daß (RL 5n. Cumberland v. Schröder) 9 VIL86; 1 X 86.

"Bouquet, das XI 92; XII 92.

Brandichagung, die 10 IV 87; 20IV 87; X 87; I 88; VIII 88; III 89; 19%; X 94; IH 96.

* Brief durch Rechnung, der I 88.

Briefwechſel, der offene 10 VI 85; 19 VI 85; 14 VIII85; 22IX 86; IV 88; X 88; VI 90; X 9.

Brüder als Nebenbubler, die (Rom. Op. 2 v. B. Winter) XI 98 (2).

Brüder ala Nebenbuhler, die drei (X) 12 VII 74; 1778; 13 X 79; 15 III 84.

33°

Alphabetiiches Verzeichnis.

Diana u. Endymion VII 91 (2); IX 91; X 91; XII 91; 2 II 92; VOL 92; X 92; 193; IX 93; X 93; 10 VI94; VI; IV 96; XI 3%; 10 IX 97; V 98.

ienſtpflicht XI 95 (2); XII 95; XI 96, XI 98.

Doktor Brummer 20 II 84.

oktor Buldenfchmitt 3XI82; 9 XII 82.

Don Juan (B) 29 VI 77; 28 X 85; 30 X 85; 1 VIII 86; 13 III 87; V 88; VIII 88; VIII 90; XI 90; 4 III 92; VI 92.

(8) 7 VI 91; VIII 91; 13 I 92; I 93; IT 93; 2 V 94; IV 96 (2); V 9%; XI 96; XI 96; V 97; 27 X 97; 198; III 98; IV 98. (Sch) 27 I 8.

Don Quirote IV 90.

Dnnerwetter, das j. Bettelftudent.

orfarzt, der f. Hufſchmidt.

orfbarbierer, der 30 I 83.

otfdeputierten, die 8 V 83; 13 V 83; 20 V 83; 3 VI 83; 22 VI 83; 20 VII 83; 5 VJII 83; 12 VIII 83; 21X 83; 7184; 14184; 21184; 18 II 84; 27 IV 84; 31 V 84, 14 VIE 84; 8 IX 84; 16 XI 84; 3 XlI 84; 26 1 85; 27 IV 85; 18 XI 85; 27 IV 86; 24 X 86; 31 I 87, IX 87; 11 88; XII 88; VIII 89; X11 89; IX 90; VIIL 91; Vl 92; XI 92; V 93; VI 9%; X %; IV 96.

Dorfjunfer, der poetiihe 1778; 29 VIII 79.

:orfprediger, der V 93; V193; IX 3.

Dorothea VII 91 (2); 2192; VIL 92; XxII 93.

Doupelanım, die hölliiche 3 Il 85.

Drillinge, die 18 VI 79; 27 VI 79; 31 I 80: 18 V 80; 5 XI 80; I 82; II 90; III 98.

tofjel, die IX 88 (2); I 89; XII 92.

nell, das 1778; 28 VIL 80; 18 VIII 80; 29 X 82; 5 XI 83.

|

505

Durimel [26 III 76;] 22 XIL84; 18 IH 85; 13 III 86.

Echter Adel u. echte Liebe XII 96 (2).

Edeltnabe, der 1775; X 78; 16 III 79; 24 V 85; 24 XI 85.

Edelmut in Niedrigkeit 27 III 87; 23 IV 87.

Eduard IV. 4 VIII 80; 7 XI 84; X 89; IX 90; VI 96; X 96; 197 (9; XII 98.

Eduard Montroje 6 X 78; 23 III 79; 8 IX 80; 19 I 87; 111 88.

Edwin u. Emma 4 IV 81; 22 VI 81; III 82; 17 1X 84.

Ehe, die gute 18 V 87; 31 V 87; X 87.

—, die heimliche 30 III 98; 1V 98; VII 98.

durch Telikatefje, die unglüdliche j. Ring, der (2. Teil).

Ehefrau, die eiferfüchtige 1778; 81V 79; 31 X 79; 11 X1 81; 1 VI 84; 7185; 3 XIl 86.

Ehemann, der allzugefälige 1775; 5 1 79; 6 VI 79; 23 IX 81; VI 82; 19 XII 84; 19 V 8; 27 XII 85; VI 87.

—, der argwöhniihe (K 5 Gotter) 21 X 81; 11 82;12 188; 10 VIII 83; 2 1 84; 12 IX 84; 29 V 85, 13 XI 85; 9 III 87; XI 87; 1V 89; V190; X 94; XII 96; 25 VIII 97; 111 98.

—, der bejcheidene 1774; 21 VIII 76.

—, ber betrogene 5 XI 82.

—, ber eiferfühtige ſ. Franzos, der wunderliche.

—, der flatterhafte j. Wie man eine Hand umkehrt.

*— aus Irrtum, der 21 1 875 7 II 87.

Ehemänner, die geplagten j. Fall ift noch weit feltener, der.

Ehepaar, dag junge f. Duell.

aus der Provinz, dad IX 93; X 93; XII 9.

806

Eheprokurator, der ſ. Liebe nad der Dtode, die.

Eheiheue, der 1778; 12 XII 79; 1 XII 80; 29 VI 83; 10 X 84; 15 VII 85.

Ehrenwort, das IV 91; V 91.

Ehrgeiz u. Liebe VIII 91; IX 91; XII 91; V 9.

EHrgeizige, der 23 IX 74.

Ehrſucht u. Schwaghaftigkeit 19 1 81; 21181; VII 82; 51X 83;5 XII 84.

Eiferſucht auf ber Probe, die V 89 (2).

im Serail, die 30 IV 80; 26 V 80.

—, die feltfjame V 75.

Eiferfuhtu. Muthwillen) X 75; 3 V 76.

Eiferfüchtigen, die X 90 (2); I 91; 1193; 194; X 95; X 96; 21 X1 97.

Eigenfinnige, der 23 V 75.

Eilfertige, der 21 X 83; 28 X 88; 18 XI 83.

Einer hat zu viel, der andre zu wenig ſ. Spleen, der.

Einquartierung ber Franzoſen |. Du— rimel.

Einidiffung nah Eythere 1778.

Einfiedler von Karmel, der VI 87 (2); X 87; IX 88; IX 90; 29 IV 94; XII 96.

Einwilligung, die abgenötigte 29 VI 79; 28 VII 79; 19 V 80.

Elend, das Iuftige f. Lyranten.

Elfriede XI 78; 25 IV 79; 2 VII 80.

Elife Gräfin v. Hilburg VIII 98 (2).

Elsbeth v. Sendhorft IX 91; XII 91.

Emilia Galotti 5 III 79; 9 VUI 79; 11 X1 29; 21 IV 80; 6 V 81; 25 X 82; 27 111 83; 14 III 84; 13 V 8; 11 VII 86; VIII 87; I 88; 111 91; IX 92; 11 9; II 94; XI 95; IV 98.

= Emilie oder die glüdlihe Reue 20 IV 72.

Emilie Baldegrau 6 X 76; 15 X 76.

Emma, die neue 2 XII 85; 12 XII 85.

Alphabetifches Verzeichnis.

Engländer, d. dankbare j. | liebe der Wilden.

* Engländer, der großmütige 89; X 89; 190; X 90 12 11 92; VII 92; XI: vn 93; XI 9.

in Amerika, die VII 91 ( VII 92; 1 94; Il1 96;

Entdedung, die VI 98; VII

Entdedungen, d. falichen 2617

Entführer, der geftrafte V 9

Entführung, die (3) VII! 83; 17 V111 83; 30 IV 85; 9 VII 86; 19 IX III 89; X 90.

(% VII 92 (2); X 92; 11 Vil 93; XI 93; 10 VI! IV 97; V 98.

der Projerpina, die 4 T'

Entführung a. d. Serail, di. 1 IV 85; 51V 8; ] 3V8; 9 IX 8; 2 1 IY 86; 5 IV 86; ] 5 IX 86; IL 88; IX 8 v1 90; VII W; X IX 91; IV 92; VII 9 XI 95; XII 95; II 9 V 96; 21 VII 97; VI

(Andre) ſ. Belmont u.

Eraft 25 X 76.

Er Hat feines Gleichen ſ. Si

Er Hat fie alle zum Beften 16 IV 84; 4 VII 84; ] 5185; 30 185; 1518 191; XI 92; XII % VII 96; VIII 98.

Er mengt fih in alles I 18 V 94, V 96; I 97

Erben, die ſ. Schiffbrud.

Erbichaft, die (Gemmingen) 29 1I 80; 27 IV 80: 25 1V 81; VIII 82; 9V 84; 6 III 87; XI

Erbichaft, die (Brandes) VI

) Nah anderer Quelle zuerit am 3, Mut 1775,

—__

Alphabetiſches Berzeichnis.

Srhihaft aus Djtindien 1 X 97; 17 X 97; 30 X 97; 198; IX 98.

Cremit auf Formentera, der VI 90 (2)

VII %; XI 9%; IV 91.

Ericia 22 IIL 76; 28 IX 76; 16 III 84; 2 v 84.

Eroberungsſucht, die weibliche V 88; V 89; XII 90.

Erjag für Jugendfehler 9 ilI 92.

Erwin und Elmire!) 1777.

Erwine vd. Steinheim IV 82; V 82; 23 IIi 84; 14 X 85; VII 96. Erziehung macht den Menſchen 29 II 85; 10 IV 85; 7 X 85; 28 Ilı 86;

10 1V 86.

Es iſt ihm alles recht ſ. Optimift. Eſakus u. Heiperia 18 11 85; 6 III 85; 8 V 85; 6 III 86; 3 XII 86.

Eſel als Deierteur, der 14 T 83.

Esprit de Contradiction 21 III 83.

Eugenie [1774]; 19 XI 75; 1778; I X 79; 25 1I 80; 13 XI 81; 20 X1 81; 9 III 83; 21 IX 83; 22 X 84; 2 IX 85; 31 V 87; VIII 88; IV 91; XI 9.

Eutymus u. Eucharis IX 82; 9 I 84; 18 IV 84.

Erpedition, die (K 3 v. Collé u. Anton Wall) III 88; IV 88.

Fabritant, der III 89 (2); VI 89 (2); X 89; VII 90; X1 92; X1 93; u1 95; V 96; 29 X 97.

von London, der XI IL (2).

Fächer, die beiden 24 I 81; 14 I] 81; 24 IX 82; 19 1I 83, 22 VI 84; 9 VIII 8.

Fähndrich, der 10 III 85; 5 VI 86; 1 VIl 85; 28 VIII 85; 10 III 86; 3 XI 86; X 87; VII 88; I 90; IV 92; XII 9; V 95; V 96; IX 98.

Wall ift noch weit jeltener, der X 94; X1 9.

07

Familie, die IIL82; IV 82 (2); VII 82; 10 I 83; 27 IV 83; 23 IV 84; 30 VII 84; 2 V 85; 20 XI 86; VI 87; 1V 88; XII 88; IX 89; III 91; "XI 92; 11 94; VII 95; X 96; XI 98.

—, die dürftige 30 IX 84; 15 X 84; 21 X 85; 25 VIII 86; VI 88; X1 90.

Eichenkron 26 187; 9 II 87; X 87; XI 89.

Faſchingſtreich, der 16 VII 79; 14 1X 79; 5 III 80; 1 X 80; 1 VI 81; 19 X 83; 13 IX 85.

Faßbinder, der 29 VI 79; 8 IX 79; 11 IV 80; 15 VI 81; 1V 82; VIII 82; 17 XII 82; 16 IX 83; x %; II 91.

Faun, der eiferiüchtige 22 VII 83; 12 IX 83.

Fauſt (Johann Fauft) 16 V 76; 17 V 76.

Fayel 27 XII 82,

*Feldwebel, der 1 91; IL 91, VI 91; 8 II 92

Felix 25 V 84; 20 VIL 84; 10 VIII 84; 15 IL 85; 15 II 85; 21 VI 85; 29 X1 85; 15 Ill 86; 27 II 87; X 87; V 88; IX 88; V 89; vıl 90; V191; 6 11192; X1 93; I 96; 14 VII 97; 22 XIL 97.

Felix u. Hannden 5 II 92; 15 I1 92.

Findeltind, das (R 5 Brühl) VI 82 (2); 13 VI 83; 19 XIl 83; 20 VI 84; 10 VII 85; 14 XII 85; 22 1V 87; IT 88; X 89; V 91; IV 98; IX 5; V 97,198.

Findling, der ſ. Felix.

Fingerhut der Projerpina ſ. Doupe- famm, die hölliiche.

Fiſchermädchen, dag 11 IX 77, 14 IX 77; 21 IX 77;9 1179; IX 82; 15 X 82.

Slorine 28 IIL 84.

Folgen einer einzigen Lüge, die X 92 (2); XI 92; 1 93; VIL 96; VI.

») Meber diefes goetheſche „Schaufpiel in zween Aufzügen” vgl. Goedeke IV. 166,

508

Frangais à Londres, le 28 III 83.

Franzos, der wunderliche III 88.

Frau, die eiferfüchtige 11 VII 86.

—, die gelehrte 1775; IV 97 (2.

bie reihe 18 X 76; 22 X 76; 30 X 76.

—, bie janfte 28 1IT 80; 20 X 80; 12 1 81; 9 X 81; VII 8; 27 VIII 84; 8 VIII 86; I 91.

als Jungfer u. Witwe 26 VIII 83; 23 IX 83.

Frau Mariandel 4 VIIL 76.

Frauengünftling, der‘) 27 V 73; ®2 VI 73,

Frauenſchule, die neueſte 1 XII 82,

Frauenftand XI 92; XII 9.

Freemann XII 90 (2); IV 91.

Freicorps, das V1 88 (2); 189; IX 90.

*Freier, der jeltene VI 82; 24 X1 82; 12 XII 83; 8 XI 85; 18 V 87; XI 87; VII 88; VI 89; 190; VI 92; 193; 1 IV 9; V 9.

Freierin, diereiche 14 VII 86; 28 VII 86; 13 V 87; IV 89; VI 91.

Freigebige, der prächtige N 78; 20 1V 79; 20 VI 81; 25 IV 83; 30. XI 84; 7 v1 85.

Freigeift, der 20 IX 76; 13 X 76; 11 VI 80; 13 VII 80; 111 82; 4 V 83; 27 XII 84; 24 VII 86.

Freund der ganzen Welt, der 27 VI 76.

Freund vom Haufe, der 1778; 26 180; 9 V 80; 26 IX 80; 10 I 81; 236 X 81; 182; 29 X 82.

Freunde, die 5 IX 97; 13 IX 97;

198. Freundſchaft, die verdächtige 9 184; 18184; 4 V 84; 8X 84; X 87;

IX 89; XII 92; X 96. auf der Probe, die 17 12 IX 79; 18 X 7 15 VIII 81; V 8 22 VI 84; 28 XII 84.

28 IV 76; 7 X11 79; 5 XI 82;

z dem Ziter diefe Bit, auf & 498 I Hnfänig; dos Sie nton Zörringr&tefeld bearbeitered Euffplel.

alp habetiſches

*Freundſchaft der Weiber III 97 (9.

und Argwohn 17 VI 94; 29 VI; xu 94; IV 95; VIII 96.

*Füchje in der Falle, die I 99.

Furchtſame, der 4 1176; IT82; 161188 (laut Zettel).

Fürft, der Gerechte j. Sophie.

Fürftenglüd XI 90; IV 91; IV 95.

Galeerenjtlave, der 24 Ill 76. Ganzen Kram u. das Mädchen dazu,

den X 87; X187; 188; VIILSS; 21 VII 89; 11.90; V 91; 8 IX 97. 3 Gärtner, ber verftelte XI 78; 9IV 4; _T 1179; 13 VI 80; 8 VIII 80; S

17 181.

Gaſt, der fteinerne j. Don Juan.

Geburtötag, der 1975: 5117651181; 6 BL; 2 ul ss; 2 HI 18 VIL 84; 6 V 85; 1189; IT 91 17 11 92; 11 93; XII 96; U

Geburtötag, der glüdliche 20 NIT 23 X1 79; 3 XIE 80,

Geburtstagsſeſt, das zerſthrie |. So in der Herde, bie.

Gefällige, der 1775; 7 II 76,

Gefahren am Hofe, die j. Ehrfurdt u. Schwappaftigteit,

der Verführung, die 3 1 6%; 1 82; 20 X 82; 30. IV 84; 17 VI 8; 13 XII 86; V 88; XI 89; V 98; X1 94; VII 9; 11.97 @).

Geheimnis, das Öffentliche V 82 (d; IX 82; 16 II 83; 10 X 8; 29 VII 84; 3 VIL 85; 17 XU186; 188; VI 90; 11 97,

Geheimnisvolle, der V 75; 26 VI.

Geizige, der 2 II 76; [80 VI 762] 28 X1 88.

—, der junge |. Exbfehaft Brand).

Geigigen, die zwei [30 762] 3 VD: 28 VII 79; 16 XI 79, 89 1180; 17 IX 80; 24 181; 97 VI dl

Alphabetijches Berzeichniß.

9 XI 81; IV 82; 2 X 8; 12 VI 83; 2 III 84; 17 VI 84; 12 VIl 85; 22 VIII 86; VI 87; V 90; VIII 90; I 91; VII 91; xX1 92; 1 9; VI 9; XII 9; X 96; X 98. | Semöälde, das redendet) 5 1 79; 19 X 79; 27 VI 80; 29 VIII 80; 14 II 81; 12 X 81; 8 X 82; 18 XI 83; 19 VII 85. (gl. tableau parlant, le.) General Schlenzheim 22 1V 85; 16 V 85; 12 VIII 85; 22 1V 86; VI 87; IX 87; VIT 88; X 89; 25 I 92; IX 92, 8 V111 94; V195; 11 VIL 97; IT 98.

Seredhtigteit u. Rache 4 XI 85; 15 XI 86; 26 IX 86; VI 88; VII 90. Gerichtsvogt ˖ der beihämte |. Herr, der

großmütige. Geſchwind ehe es jemand erfährt 22 VI 79; 14 VII 79; 7 X1 79; 31 X11 80; 2 IX 81; VI 82; 30 XI 83; 21 IX 84; V 93; X 96; I 98. Geſchwiſter vom Lande, die (R 5 Jünger) VI 95 (2); Vlll 95; V 96; V 97; 15 X 97; IX 98. Beichwifterliebe, die 23 IV 87. *geipenit, das X 92 (2); VII 98, auf dem Lande f. Lärm, der blinde. Gift u. Gegengift |. Dame, die philo- ſophiſche. Girigari Kanari Manari Schariwari 14 VI 76. Glück Hefiert Thorheit VIII 82; IX 82; 26 1 83; 25 I 84; 10 IX 84; 21 XI 84; 18 I 87; X 87; III 88; 111 89; XII 89; IV 98; VII 98; XII 93; VI 95; XIT 96; I 97; XD 98. Glũckshafen, der 13 VII 83; 25 VIL83; 24 VIII 83; 19 Xıl 83. Slüdsritter, die 9 XI 83; 19 III 84; 28 I 85; 23 II 87; IX 87;

) Bgl. ©. 426, Anmerkung.

509

XI 88; XII 88; VIil90; XI 9; V 97; VIE 98.

Goten im Orient, die V 92; VI 92; VIII 92.

*Gouvernante, die 15 I 84; 3 II 84.

—, die lächerliche 6 II 83.

Graf Efier X 78; 7 TI 79; 10 X 79; 14 180; 1 VIIL 83; 17 X 84; 6 III 85; 6 III 86; 18 VII 86; IV 88; X 89; II 93; VII 93; U 95: VI 96; X 98.

Graf Olsbad 26 XI 75; 3 I 79; 30 1V 79, VIL 82.

Graf von Santa Bechia IV 93 (2); v93; IX 93; III 94; XI %; X 98.

Graf Treuberg XII 78.

Graf Walltron 1774; 31 V 76; 4 VI 76; 18 VI 76; 31 VII 76; 27 X 76; 21 VI: 79; 24 VIIl-80; 6 IX 81; 8 IV 85; 8 IV 86; 15 V 87; VII 90; X 9; X %.

Grafen von Pontis, die unglüdlihen 1774.

Gräfin Tarnow X 75.

Gräfinnen, die zwei 18 V 79;18 V179; 12 180; 25 III 83; 27 V 83; 9 IX 83.

Srazien, die I 90; 11190; XII 91; 9 111 92; IX 93; X 93; 25 V 94; 17 VIIE 94; III 96 (2); V 98.

Großmütige, der 19 III 76.

Gudtaften, der 20 X 97; 6 All 97; 198; III 98; X 98.

Guinguette du Nord, la 24 Ill 83; 28 111 83; 9 IV 83.

Gunft der Fürften, die |. Graf Eſſex.

Buftad Waſa 26 XI 79.

Güte rettet IV-95; V 96.

Gutsherr, der 6 VII 92, VII 92.

Sageftolzen, die II 94 (2); 111 94; 15 VII 94; VI 95; IV 96; VI 97; VII 98.

Alphabetiſches Verzeichnis.

Holzhauer, der 7 VIII 81; 21 VIII 81; IX 82.

Hufihmidt, der 12 IV 76; 11 VI 79; 26 X 79; 29 V 81.

—, der (8) 12 IV 75.

Hupfarenraub, der j. Henriette.

Piite, die beiden 9 V 80; 24 X 80; 26 X 81; I 82.

Ich erſchieße mich nicht |. Jack Spieen.

Ignez, ſ. Ines.

Il ne faut jamais jouer du violon de- vant les sourds 9 IV 83.

Im Trüben ift gut fiſchen (5 3 Sarti) 4 VIII 86; 5 XII 86; 16 III 87; X87; VII 88; IV 89; VIII 89; XII 89; XII 90; VII 91; 10 I 92; V 93; X 96; 1 98; IX 98.

Imogen 11 VI 83; 28 XI 84.

Indianer in England, die VII 90 (3); X9%; 191; I 91.

Indionerin, die junge 18 IV 79; 4 VIII 79; 18 VII 80; 28 IX 81; II 82, 15 I 83.

Ines v. Eaftro (B) 30 VII 79; 4 VIII79; 11 II 80; VII 92 (2).

(Tr Marchand) XI 1778; 14 III 79.

Inez de Eajtro (Soden) I 93; III 93; X %.

Intognito, da8 V 93 (2); VI 93; VII 93; X 93; II 94; 22 VI 94; 195; III 95; XI95 ; VII96 ; III 98.

Inſel, die bezauberte 28 I 83.

——, die eroberte 21 X 85; 15 VIII 86; X 87; VOII 88; I 90; II 9%; 8 1 92; IX 92,

—, die wüſte 30 II 83; 27 IV 83; 9 VI 83; TIX 8; 2 I 84; XI 87, VII 91; VI 92; XI %.

Inſtinkt, der VIII 87.

Intelligenzblatt, da8 14 V 79.

*Irrtum, der 6 I 84.

Siat 28 III 87; 2 IV 87.

Ismael, der gerettete 28 VIII 79.

Dat Spieen 25 VIII 86; 3 X 86; 21 II 87; V 88; X %; V 91;

511

X 92; III 94; 195; VIII 95; 15 IX 97.

*Jackerl, die drei 6 I 84; 10 II 84.

Jagd, die (©) ſ. Heinri IV.

—, die glüdfihe 29 VII81; 3 VIII81; VII 82; VID 87.

*—, die polnifhe V 98.

Heinrichs IV. 21 VI 76; XI 89.

Jäger, die IX 87; VI88; I89; VI 90; IV 92; X 93; IX 9%.

Jahrmarkt, der II 91; III 91.

—, der heſſiſche 22 XI 78.

—, der venezianiihe: Carneval 86.

Seanette 11 XII 82; 22 XI 82; 30 (27?) V 83; 20 VIII 84; 20 X 86; XI 96.

Jeannot 21 III 83,

*Jeder fege vor jeiner Thür 17 VI 8A: 27 VII 84; 19 VII 85; VI 88; VI 89; VIIL 90; VI 91; 19; 1 IX 97.

Jeu d’amour et du hazard, le24 III 83.

Johann Fauſt, |. Fauſt.

Soft v. Bremen 25 II 81; 13 I 84.

Sude, der V 95 (2); VI 95; VII 9; XI 96; VI 98.

Juden, bie 13 I 79; 20IV 79; 15 I180; VI 82.

Julchen 20 V 94; 1 VI 94; 1 VII.

Auliane v. Lindorak9 VII8O; 16 VIL8O; 24 IX 80; 7 I 81; 16 O 81; 24 VIII81;182; IX 82; 25 VII 83; 23 V 84; 17 IV 85; 9 X 85; 17 IV 86; X 87; IX 88; XII 89; IX 90; XI 91; IV 92; II 94; 1 VIO 94; II 96: 23 VII 97.

Sulie (DMonvel-Faber) 29179; 5X 79; 6 VI80;5 XI 80; 182; 11 III 83.

-— Mefjelrode) 24 IX 84; 12 X 84.

Julie u. Belmont 13 X 80; 22 III 81; 3 IV 81.

Julius Cäjar VIII 88; IX 88. Julius dv. Tarent 18 V 85; 27 V 85; 25 V 87; 9188. " Sunggejelle, der alte 18 IL 85; 8 V 85;

19 OD 86; 25 II 87.

Alphabetiſches Verzeichnis.

ronau und Albertine 15 VIII 83; 24 VIII 83; 4 1 84; 3 IV 86; 31V 86; 3 IX 86; X 87; IX 88; IX 90; V 92; XI 9%; XI 9; II 96; 8 X 97.

fönung der Rozelane 20 VI 80.

ühehirt, der 30 VIII 76; 15 IX 76; 2 X 76.

ager, daß VIII 89; VII 90; IX 91; 22 I 92; XI 92.

ons u. Phrynens Liebe IX 93.

ınafla 18 IX 83; 16 I 84; 1 IV 34; 15 VI 84; 27 II 85; 23 IX 85; 27 II 86; 14 XI 86; II 88; XI 88; VI 92, VII 92; II 93; I94; IV95;X 95; XI1 98; 1199.

aindmädchen, das IX 89.

irm, der blinde 22 I 34.

ſ. Soldat auf Urlaub.

ifterjchule, die II 82; III 82; IV 82; VIII 82; 19 I 83, 23 I 84; 13 VI 84; 16 VII 84; 2 X 85; 5 XI 86; VI 87; Il 88; VI 89; I 9; II 91; V 93; XO 94; VII 96; V 98.

ıunen der Liebe, die j. Müllerin, die.

ıurette IX 82.

aurette, das zur Dame gewordene Bauernmädden ſ. Bauernfeit.

>ben ein Traum, dag GB) III 88; IV 93; V 93; III 94.

ehnsherr, der 27 IX 76.

eichtfin: u. gute® Gerz VII 92 (2); X 92; II 93; I 94; 20 X 97; I 98; X 98.

eichtſinnigen, die XI 96.

-enardo und Blandine 25 VI 79; 2 VO 79; 1 VIII 79; 27 IV 80.

Diebe, die findliche 15 | 92; 22 I 92.

—, die militärijche 12 XII 83; 231 84; 10 Ili 85; 10 III 86; II 88; Il 89; XII 89; X! 96.

—, die fchlaue ſ. Philint u. Laura.

des Kortes und der Thelaire X 78; 2 I 80.

513

Liebe auf dem Lande, die 18 II 83.

für den König 21 X 73; 3X1 7.

für Liebe ſ. Rache, die väterliche.

haßt allen Zwang j. Schule der Eiferjudht.

Heinrichs IV m. 16 V 79; 28 1 80.

Heinrih8 IV. f. Belagerung der

Stadt Paris.

im Narrenhauje AI 90 (2); V 91;

XII 91; IV 92,

in der Teufeläfappe 25 I 85.

macht Narren IX 82.

Mädchen fpiegelt euch ſ. Zulden.

nad der Mode, die VII 82 (2); 711 83; 12 III 84; 17 XI 84; 23 XII 85; 11 III 87; IT 91; 11 93; XI 95; VI 97; VI 98.

der Gabriele

ſteht ihren Günſtlingen bei, die ſ.

Glücksritter, die

und Freundſchaft V 97; VI 97; 30 VII 97; III 98; V 98.

und Treue ſ. Moleshof u. Sylvie.

unter den Handwerlern, die 13 I! 83.

vermag alles XI 88; XII 88;

IX 89; Xll 90; X 95 (2.)

will gezankt jein 21 IV 75.

wirkt ſchnell 17 V1 83; 16 VII 883; 2 11I 84; 14 IX 84; 9 1 85; 25 11187; V 88; IT 91; 15 X191; 28 II 92; Ill 93; 1 94; XI 94; I 97; III 98.

Riebesgeftändnis 21 IV 94; 4 V 94.

Liebeslager, das Iuftige j. Narr, der alte verliebte.

Niebesproben, die IIl 91 (2); VII 91; 12 11 92.

Liebhaber, der argmöhnifche 24 VI 84; 2 VII 84; 3 X 84; 12 I 85; 4 11 87, X1187; V1 88; \T 89; Il 93; V 98.

—, die beglüdten 7 1II 84; 14 V 84; 13 VI 84; X1 87; III 88; V191; IX 9.

—, der doppelte 30 VII 86; 13 VIII 86.

—, d. eiferſüchtige (O 3 Gretry) 11182 (2.)

Alphabetiſches Verzeichnis. 515

XB82; 15 X182; 3183; 83; 6 VII 84; 29 V1 85; [ 86; VI 88; VI 89, IV 92.

ijerne 13 IV 87.

arze 19 185; 31 V 85; 1:189; V1195; X 95; X 98. ig Jahren IX 98; X 98. rrant, le 7 IV 83.

rt VIII 92 (2); X 93;

2; V182;4X82;25 Il 84; 5; 6 X\11 86; 189; I 90; X 9.

die lebendigen ſ. Namens—

Naske (j. auch: Spiel der X 95; X 95; 1 96; I 97. jie 7 Til 80; 4 IV 80; 80.

11 76.

Giesbach IX 90; III 91; v1 93; X1 9.

‚daß 31 179,5 I 79. 1179; 11X 79; 21 X1 79; 0; 15 III 81; II 82, 25 X 88; IX 89; ]1II 93; Il 97.

"II 87.

‘on 13 VII 94; 10 VIII 94; I 96; V 96; V 97.

e 9 vIll 76; 18 VIII76;

ache des Weijen.

ı 82; 15183; 26 VIII 83. ie 1775; T1V 80; 71181; 2 [vgl. Zwillingsbrübder.) d, der 1775.

u. Reue [90 (3); 1V 90;

e ber Wilden, die 18 II 81;

1179; 13 1180; 23 VII 80; 31; IV 82; 5 III 84; 35; 23 II 87; VII 88; IV 93; 1V 96; 28 X11 97.

Milchmädchen u. die beiden Säger, das 6 "111 79; 3X1 80; 20 11T 81; IV 82; 14 X 83; 31 V 86; 1193; X 9.

"Milzjüchtige, der XII 98 (2); I 99.

Minifter. der 22 X 79; 9 VI 80; 18 111 81; 18 X 81; 6 VII 83; 25 VI 84; 22 VII 85; 6 XI 85; li 88; Il 89; IX 90; XI 9.

Deinna vd. Barnhelm 26 VIII 74; X od. XI 78; 19 IN 79; 12X1 79; 18 V 81; 6 XI 81; 23 XII 83; 23 XII 84; 1 88; V1 93; X 96; v98

Miß Sara Sampfon 18 VILL 72.

Mitternadtsitunde, die IV 88; V 88; vlil 88; 1 89; VII 89; IX 90; 11 98 (2); IIT 98; IX 98; Il 99.

Moleshof u. Sylvie 29 1183 ;23 11183; 29 VII 83,

Mondereih, das 20 TI 83.

Monfieur Fips (L 1 nah Dufresny) 25 IV 83; 7 X 83; 28 XII 84.

Montesquteu XI 87.

Müller, die 22 I 79; 24 I 79.

Müllerin, die VI 97 (2); VII 98.

Mündnerin, die ſchöne 13 IX 76; 29 IX 76.

Mündel, die 18 VIII 86; 27 VIII 86; 2 1 87: X 87; 111 88; V 90; VII 92; VII 93; X 9%.

Murrkopf, der wohlthätige 11 III 74; 25 VII 76; 41V 77; 111V 79; 15 VI 79; 20 VI 79; 20 II 80; 21 181; V 82; 7 X183; 3 VI 85; IX 87; X 88; VIII 89; V 91; III 95; IV 96; XII 98.

Diuien, die XI 93.

Muthmapßung, die falfche 1775; 10 III 76; 15 IX 76.

Mutter, die 1 98; 11 98; XI 98.

Mütter, die 12 IV 76.

Mütterſchule, die (Ekhof) 30 VI 84.

(Lambredt) j. Er hat fie alle zum Beten.

*— |V 82; IX 22.

Alphabetiſches Verzeichnis.

ie lächerliche ſ. Inſel, rte.

(2); VIII 96.

ı j. Helena u. Paris. nobeln ſ. Poſtzug.

IV 89. jerächte | Tod Hektors. ie 1 99; II 9.

Narr fürs Geld, der. ben 27 II 83.

VI 76.

e VII 91 (2): XI 91. one 20 I 85.

ıra 13 I 85; 3 II 85. 15 IV 76.

willen, der 22 XII 75; X 16; 1778; 10 IX 79; 5 XII 83.

» 1779.

eingebildeten 29VI1 83, 3; 8 X 83; 4 II 84; ; 15 IX 86; IX 87; 88; XII 88; II 89; I 90; X 91; 27 I 92; 33; XII 93; 20 VI94;

98.

83. re 28 XI 86; 15 IV 87. die I 88. zip 18 IV 75.

93; VIII 93; X 96. efta ſ. Zuſammenkunft, lutete. ſich ſelbſt zum Schaden I 85.

15 I S4.

tter, da3 VIII9O; IX 90; 11; VIII 91; 29 I 92; I 95; VI 96; IV 98.

II «9; 10 II 80; 8 VII S1; 13 III 87;

3 II 76; 15 IV 76. yrei 10 II 84. dewehr! 1775; 5 V 76;

517

Pr&cieuses riducules, les 7 IV 83.

Priefterin der Diana 21 XIT83; X 90; III 91; X 92 (2).

Prinzeifin Evafathel u. Prinz Schnudi 27 II 83.

Prinzejlin Pumphia, die getreue, u. d. tur. Tartar Kulikan (ſ. Goed. V, 303) 22 I 84; 19 II 84.

Privatlomödie, die ſ. Porträt der Mutter, das.

Probe, die der Zärtlichkeit und Treue 12 V 75.

—, die gegenjeitige 16 III 80.

—, die ländlihe 6 XI 85; 13 XI 86; 10 IX 86.

Pſyche (S) X 90 (2); IX 91; 3 VIY4; IV 95 (2).

(8) XI 93; XII 94; XI 95; IV 96; V 96.

Pygmalion 1775; 26 VIII 85; 28 VI 85; 11 X 85, 8 Xi 85; 20 IV 87.

Pyramus u. Thisbe 19 11179; 25 III 37.

Pyrrhus u. Undromade X 94; X1 94; 11 96 (2).

Pyrrhus u. Bolyrena 1X 86; 17 X 86; 10 IV 87; X 87; II! 91 (2); V 91; XII 96; I 9.

Quälgeifter, die VI 93; 22 VIII 97; XI 98.

Duajimann, der VII 89 (2); IV 90; v1 91; 3 II 9.

VII 98;

Nache, die väterliche 23 V 83; 9 VI 83; 27 VII 83; 12 IX 83; 28 V 84; 4 VII 86; 51 87; VI1 88; VIIL89; X1 90; IN 91; VII 92; VII 93; 17 VII 9; IV 9; V 96; 2 VII 97; Xx 98.

des Weiſen, die 6 XI 72.

für Rabe 28 IV 80; 7 V 80; 30 VII 80; 24 X1 80; 27 V11 81; 11 82. |

Rang u. Liebe ſ. Familie Eichenfron.

Räuber, die 19 V 76; 23 VII 76.

34

Alphabetiſches Verzeichnis.

| 85; 13 VIII 86; 11 V 87; ; VII 9.

der liederliche 1 V 87; II 88; 8.

: 1775.

1 85. erihule, die VI 92 (2); ‚10 VI11 94, XT94; VII 99; | 97.

-ügt, der15 111 72; 24 VI 74; . 28 X1I 79; 23 VI 80;

81; 182; 23 X183; IX 87. reden (Sch 4 Gayn; j. Goed. 8) 13 VII 9; 25 VII 9. ienjt VI 93; VIL 93; IX 93; 3; VII 98.

.eifer, der 6 XII 85.

, der V 98 (2); IX 98. äder, der IX 88.

er j. Melide.

fte 20 XI 85; 22 XI 85; 186; 12 IX 86; 12 IV 87; 87; I1 88; VII 89; XT 89. der 4 XI 81; 18 XI 81; I1 86; 20 VIII 86; VI 87; ); VI 95; XI 96.

und jein Sohn, der 1775; 716; 6 VIII 76. der j. Erntefeit. erin, die ſ. Kaffeehau?. ber VIL 88; VIII 88; X 91. n des Eſſigſieders, der 75; ; 14 1V 76; 1778, 1 V179; . 79; 25 1V 80; 28 V 80; 83; 19 X 84; 15 XII 86; ; X189; IX 95; 15 XII 97.

:jeidenen 13 1V 79; 18 VIl79; 30; 21 XI 80; 15 V 81; 2; 3 1 83; 15 VII 83; ı 84; 21 XI S6; VI 87.

t Damen, die 30 IV 80;

82. ferfudht, die IV 90; V 90; Ww. jeleute, j. Nancy.

519

Schule der Zünglinge, die ſ. Karl v. Freyſtein.

der Liebhaber, die X 87; XI 87.

der Bäter, die (X 3 Traun) 8 IX 76; VII 88 (2); IX 88; V89; VI91; VII 9.

Scuiter, der fleikige V 282; VI 82.

Schuſter und fein Freund, der 10 III 76; 1 V 76; 26 VII 76.

Schufterin, die ſchöne j. Schuhe, die feidenen.

Schmwärmerei, die j. Mahomet.

Schwäger, der [26 III 76) 21 IV 76.

Schweden in Bayern, die 22 IV 83; 11 V 83.

Scweflhölzlträmer, der banquerottirte 8 I 84.

Schwiegermütter, die 1 IX 76; 8X 76; 3 VIII 83; 17 VIII 83; 28 IX 83; 18 IV 84; 2 XI 84; 31 III 85; 28 X 85; 31 III 86; 15 IV 86; 2 VI186; VIII 87; VII 88; III 89; 1190; X 90; VI 92; x 93; VIII 95; 13 VIII 97.

GSebaftian Spul!) 195; II 95; VI 9; VIII 95; II 96; IV 97 (2); IV 98.

Seefahrer, der großmütige j. Sklavin.

Geeoffiziere, die IV 88; V 88; XII 89; VII 91; V 92; I 9.

Gerena 8 IV 76; 27 VI 76.

Servante Maitresse, la 17 III 83: 17 II 88.

Sie iſt ſchon verheiratet j. Henriette.

Gie liebt in der Einbildung 26 IV 76; 21 V 76.

Sieg Amors über die Zauberei, der 4 XT 31; 18 XI 81.

Sieg der Unſchuld ſ. Angela.

Silvain X 73 f. Sylvain.

Sir Heinrich 9 XI 79; 30 XI 79; 8 III 80.

Siri Brahe I 95; VI 9.

Siſara III 95 (2).

Sitad Mani 28 XI 97; 3 XII 97; I 98.

Herr Spul oder Echtheit ohne Schimmer. Bon U. Frhrn. v. Klesheim. Wien 1794.

34*

920

Eitten der igigen Zeit, die (j. Goed. V, 355)5 VOL 76; 23 VII76; 2X 76.

Der Stlavenhändler von Smyrna, |. der Kaufmann von Smyrna.

Sklavin, die 1778; 8 VI 79;6 XII 79; 10 Il 80; 19 XI 82; 8 I 83; 22 1 83.

So ein Gelehrter u. nur Famulus ſ. Mädchentenner, die.

So geht3 zuweilen auf dem Lande j. Liebredt u. Hörmwald.

Sohn, der dantbare 2V 75; 11 VII 76; 16 V 79; 13 VIII 79; 4 I 80; 18 V 80; 28 V 80; VII 82.

, der verlorene VI 75.

—, der wiedergefundene VII 9%.

Soldat, der 21 I 83.

*_ auf Urlaub, der 8 I 84.

Soldatenglüd, dag j. Minna vd. Barn⸗ helm.

Soliman I. 29 VII 74; 3 IX 79; 2 IV 80; 20 VI 80; IV 82; 2 XII 83; 2 XI 85.

Sonderling, der 27 X 86; 12 XI 86.

Sophie 13 VIII 84; 26 IX 84.

Spazierfahrt aus der Hölle, die Iuftige j. Jaderl, die drei.

Spiegel v. Arfadien, der 111 97 (3); IV 97; 4 VII 97; VIE 98; VII 98.

Spiel der Liebe (und des Zufall), das [f. a. Maske für Maste] 1775; 2 VII 76.

Spieler, ber V11196(2); XII 96; X198.

—, der liederlihe |. Soldat, der

Zpielerglüd, da8 29 V 87; V1 87.

Spleen, der 12 111 79; 27 11 80; 4 V81; 9IX 81; V182; 5 X 83; I1 IX 85; VIII 87; X 89; 1V 96; v9.

*Stallmeifter, der galante 18 I 85.

Stammbaum, der III 97.

Stärke der Liebe, die (Schip. v. Frhrn. v. Hartmann) 24 1 72; 19 1V 76; 19 VII 76.

Statthalter, der XII 90; VI 91.

Alphabetiſches

Verzeichnis.

Statue die belebte ſ. Pygmalion.

Stella 14 IV 80; 25 VII 80.

Stiefjöhne, die II 90; V 90; XI; v9.

Stille Wafler find tief (L 4 Schröden IV 95; V 95; VII 95; XII %; IX 98.

Stimme der Natur, die ſ. die jhöne Züge. |

Stolz u. Xiebe 24 XI 86.

Stolze, der 11 X 76.

Etraßburgerin, die 31 VI 2.

Strauß, der bezauberte XII 90: X 9l.

Gtreligen, die IV 89 (2); 789; VI189; VLII 89; II 90; VII 90; 791; XI 92; 1V 93; 1X 93; III %; 1 95; 1II 9; 19 IX 95; IV g8.

Strich durh die Reechnung, det 12 XII 84; 16 1 85; 4 111 85; 20 V 85; 6 XJI 85; 4 II 8; 23 VII 86; X 88; vII 89; 11%; IX 91; X 92; VI193; 22Y11%; V 9; V 96; 3 IX 97; 7%.

Stunden, die vierundzwanzig 12 VI 76; 15 XII 80; 24 VIII 81;2 IX 81,

Sturm, der X 98 (2).

Subordination, die j. Graf Walltron.

Suchen macht Finden ſ. Abenteuer des Herzens, die.

Sultaninnen, die drei ſ. Soliman I.

Sylvain X 78; 21 XII 79; 4 IV & 25 IV 81; VII 82; 26 XI 82; 8 VI 83;5X 8; 19X 4.

Tableau parlant, le 14 III 83.

Tagelöhner, der adlige 1 III %; 15 III 76; 17 111 76; 24 V 10; 7 VII 76; 28 VII 76; 17 18; 21T 883.

Talisman, der 14 VI 93; X # XI 98; 19; 6 V19; I % II 98; VI 98.

Tambour bezahlt alles, der ſ. Birk ichafterin, die

Zanfred IV 90; VI 90.

seiten —— *

Alphabetifches Verzeichnis.

-artıfe 1775; 7 VI 76; 11 V 87; 2 V 87.

-aumel ber Xiebe, der XII 89; VI 90; VO 90; RX 91; IV 92; IV 93; 5 VIH 94; I 95; VH 98.

‚elemah 30 IX 94; XI 94; VII 9; V 96; III 97; VII 98; IX 9.

‚eftament, da8 15 X 86; X 87; V 88; X 88; HI 90; XUH 91; V 9; 24 X 97.

eufel, der frumme (|. Goed. V, 303; %0j. Fel. dv. Kurz) 7 I 83.

-in allen Eden, der 28 I 85; 10 IV 85; 6 V 86.

eufel ftedt in ihm, der 11 VIII 76.

heſeus IV 88; V 88; 12 XI 97.

homasnacht, die 31 VIII 92.

-borheit u. Betrügerei 1775.

-uönelda HI 89 (2); V 89; VI 89; VH 90; VHI 91, III 93; X 94; H 9.

Löhter, die dantbaren |. Julie.

Lochter, die gute 29 X 80; 17 XI 80; 4 H 81; 30 IX 81; IV 82, 6 XH 82; 25 VH 84; 19 IX 86; XI 91; XII 9.

Löhter, die drei 29 XI 82; 15 XII 82; 23 11 83 (bier der Autor genannt); ı VI 83, 11 VI 84; 1 VIII 86; IX 87; II 88; VII 90; VI 93; XII 95; 19 XI 9.

Eod, der erfte VIII 87 (2); IX 87; IV 88; V 88; III 89; VII 89; RX 90; XI 91; II 9; V 93; IV 9; IV 9%; WV 97 (2%; 16 VII 97; IV 98; XT 98.

ald freier, der III 82. (= Tote ein Sreier ?)

- de8 Orpheug, der 10 X 84; 22 X 84; 12 XI 84.

Hektors, der 11 IV 79; 18 IV 79; % VI 79; 21 I 80; 4 TI 80; 13 IN 81; 7 X 81; VI 92 (2); XI 92; IV 95; VII 96.

feld u. Dortchens Hochzeit VII 88; X 88; X 92; XI 92; IX 96 (2);

4

521

VI 97 (2); 19 XI 97; 21 XI 97; III 98.

Toilette, die große X 88; XI 88; I 89; v1 89; VIII 89; IX 89; IV 90; VI 91; XO 91; 1 93; 15 VI 94; II 96; 5 XII 97.

der Venus, die IV 91 (2); II 94 (2); XII 96.

Tom Jones 6 VO 79; 3 XI 82, 15 III 84; 14 IV 84; 26 X 84; 12 IV 85; 18 X 85; 12 IV 86; VI 38.

Zöpfer, der 9 I 831.

Tote ein Freier, der 15 VII 81; 1 IV 83; 16 IX 83; X 90. Trau jhau wem! 17 I 76; 22 XI78; 11 VIO 80; 10 VOII 81; 14 X 81;

IX 82.

Treue fiegt, |. Wette, Die.

Triumph der Freundichaft, der 8 VI 79; 1 VOII 79; 18 IV 80; X 95; XI 95; XI 96.

der guten Frauen, der XII 78; 12 II 79.

ber Treue, der (Danzi) II 89 (3); VI 89. (©. auch Robert und Kallifte.)

Zudfabrilant von London, Yabrilant.

Zugend, die belohnte (8) |. Pamela.

—, (8 20 VII 8; 3 IX 84; 15 X 84; 19 XII 84; 24 VI 85; 14 XII 85.

—, die gerechte 12 X 83.

und Ehre auf der Probe |. See offiziere, die.

der |.

Weberraihung, die (Weihe) 27 III 87; 23 IV 87.

(Nefjelrode) |. Osmin u. Fatime. Um ſechs Uhr ift Verlobung 11 XII 86; 22 XII 86; 22 V 87; 1189. Unabhängige, der I 91; IL 91; IX 91;

31 I 92. Unbejonnene, der 3 XI 80. Unbejonnenhbeit u. Irrtum X 91 (2).

Alphabetifches Berzeichni2. 523

t, die 1775; 15 IV 76. ie 1 89; II 89; VIL 89. 2; X 92, 1 93.

ınnüge ſ. Barbier dv. Se-

blihe 29 V 87; VI 87; V 88; VT 90.

3 bejiegte j. Sylvain. (23a. d. franz.) 1772

jeraubten I\ 90,

Riebe j. Nina. Bruderliebe 28 IX 94;

); II 96.

‚belaide 2 \ 79, 7 V 79;

.

‚die 18 I 93.

‚die IX 82; 6 X 82; 21 III 84; 30 X 85;

; 188; VI 90; IN 93;

98.

nen recht iſt,

illig ı 96.

is Männer j. Schule der

Jie.

in vernünftiges Frauen—

iht ſ. Holländer.

{11 88 (2); 1 89; 1V 89;

22 VIII 90; IN 91; 111

; 27 IV 94; D 95; 17

ift dem

Ldiebe zu gefallen u. zu . der f. Alte, der liebens-

rben, der j. Güte rettet. vermandelten ſ. diable le.

ber ſ. Bernardon ber

t, das 1 IX 86; VI 87. u. Männerihbwäde 25 5 VIII 97.

eine Treue ſ. Wette, die tutte).

Weinleſe, die 11 II 84; 9 IIT 84; 24 VIII 84; 16 VIII 86.

Weiſe, der engliiche 22 IX 76; 8X 79; 18 II 80; 13 VI 80; 11 X 82; 11 X 85; 30 X 86; X 87; X 88,

Weiſe, der indianifche ſ. Paria, der.

*Weiß u. Rofenfarb 13 I 84: 20184.

Weltmann, der IV 90; V 90.

Weltton u. Herzensgüte X 94 (2); XI 94; XII 94; III 95; III 97; 1 VIII 97; VIE 98.

Wendung, die fchnelle 24 [LI 92.

—, die unvermutete I 94.

Ver ift Vater zum Finde |. Inſtinkt,

der.

Wer wird den Prozeß gewinnen f. Ad⸗ vokat, der.

Wer wird fie kriegen? 4 IX 81; X 81; IV 8; 10V 85; 12 VII 8.

Werber, die 4 VIII72;10179;11 VI 79; 10 X11 79; IX 82; 8 VII 84; 4 [185; 4 U 86; X 87; VIII 88; V 90; VI 91; XI 92; XI 93; IV 9.

—, der verliebte 6 VI21; 21 VIII 81; III 82.

im Dorfe, die 11 94,

Weftindier, der IV 75; 23 VIII 76; 4 VII 79; 22 X 80; 17 XIl 80; 17 VIII 81; IX 82; 30 IX 83; 5 IX 84; 3 185; 8X 86; XIJ 90; IX 91; II 92, IV 92; 13 V 94, IV 95; 18 VII 97.

Wette, die (Cosi fan tutte) V 95 (2); v1 96; VII 96; I 97.

oder Treue fiegt (VW V 91.

—, die unverjehene 1775.

Widerbellerin, die bezähmte 2 II 83; 16 II 83; 6 V 83; 19 1X 83; 11 I 84; 11 VT 84; 16 X 85; 10 IX 86; VIL 91; XI 91; 8 VO 94; XI 96.

Wideriprederin, die (auf ©. 423 fteht irr⸗ tümlih Sbakeſpeare als Autor) 1775; 5

Alphabetiſches Verzeichnis.

VII 96; X1 96; 22IX 97; 11 98; v9; Xi 98.

ire u. Azor XII 78; 20 I 79; 21 II 79; 27 IV 79; 3 XI 79; 14 III 80; 14 XI 80; 8 V 81; 31 VII 81; V 82; 29 IV 83; 4 XI 84; 8 III 85; 17 IV 87; 25 IV 87, VIIL 87; IV 88; XI1 88; VO 89; VI 90; XU 90; VII 91; X 91; IX 92; IV 93; I 9; IX 95; XI 95; X1 96; XII 96. hyr u. Flora V 91; XII 91. treute, der 4 VI 79; 10 VII 79. ih aus, Herr Bruder VI 90. ngießer, der politiihe 18 II 87. jut ift nicht gut 25 111 81; 27 IV 81; IV 82.

ill, der befondere j. Geſchwind ehe ed jemand erfährt.

929

Zufall, der glückliche VI 87.

BZufälle, die ſ. Glück bejjert Thorheit.

Burüdlunft, die gewünſchte 3 VIII 83.

*—, die glüdliche III 88; VI 88.

—, die unvermuthete j. Zauberer.

—, B Erup) 18 I 84.

des Aupiter in den Dlymp, die 31 VII 85; 5 VIII 85. |

Zufammentunft, die unvermutete 9 III 79, 21 I 79; 11 V 79; 22 II 80; 5 IX 80; VII 82; 18 III 83; 10 XI 83; 18 V 84; 4 X 85; XII 87; XII 89; II 94; II 97; V 97,

Zwillinge, die j. Menächmer, die.

Zwillingsbrüder, die 19 1192; 4 II92; DH 93.

Die anf dem Yaberbran und im Bauhof angeführten Stücke. (Die Bauhofftüde find mit einem * bezeichnet.)

ntheuer einer Nacht, die 7 IV 93. [Heid von Veltheim 12 V 94.

rt u. Röschen 21 II 85.

Mu Gonzaga 2 IV 83.

r hilft nicht vor Thorheit 14 XII 84. 8 Zauberpfeife 15 VI 94; 16 VI 94. ons, die beiden f. der dumme Gärtner.

tomeda und Perſeus 22 VI 94. {dieb, der 12 II 83.

thefe, die 27 I 83; 10 II 83.

dne auf Naxos 30 XII 93.

env ſ. Eiferfudht, die über Ver— nunft . . . herrichende.

eninftitut, da3 3 VII 94. Schulden zu bezahlen, die neuefte j. Ring Cynthio, der verzauberte. us in der Sflaverei 13 XII 84. ra, das Kind der Hölle 28 IV 93.

Hterlift, die 24 II 84. je, die ſchöne 1 VI 9.

Baron v. Rauchenberg 5 H 83.

Baftien u. Baftienne 1 II 84.

Batterie, die große 19 XII 83.

Bauern, die betrogenen 31 I 83.

Bauernmädcen, das liftige 20 XII 93; 23 XI 93.

Bauernhochzeit, die 27 XII 82.

Bediente ald Herr, der j. Oktavio, der Doppelte.

Benno, der heilige |. Tugendfonne.

Berindo, ber eiferfüdhtige 19 II 83.

Bernardon, der begeifterte u. neubelebte 19 1 83. (S. aud Bauberei über Bauberei.\

—, der zweimal verheiratete 26 II 83.

—, der lädherliche Präceptor von Runt- pelsdorf j. Montag, der Scuiter blauer.

—, ber liederlihe Spieler 8 I 83.

—, der Zauberer aus Rache ſ. Berindo.

—, der Zauberer ohne es zu wiſſen 12 I 83.

Alpbaberiiches Berzeichnid.

Furchtſame, der 21 XII 83; 16 II 84; 4 III 94.

S ürſt, der gerechte |. Sophie.

&Saleriegemälde, da3 2 V 93. Gärtner, der dumme 5 V 93; 13 XT1 93; 23 VII 94. &elegenheit madt Diebe ſ. die Dorf- firchweib. Bez nad) großen Ehrenſtellen u. }. w., der I 84*. Selehrſamkeit, die unglüdjelige I 84*; 4 II 85. Seneral Schlenzheim 20 II 9. Seovefa 16 IV 83; 16 IV 94; 27 IV 94. (S. auch Unſchuld, die in den Zod gehende.) Georg Dandin 12 I 84. Geſpenſt auf dem Lande ſ. Lärm, der blinde. Sianetta Montaldi 15 XII 83. Goldmacher, die 27 II 85. Souvernante, die 19 I 84; 2 II 94; 2 HD 94. Sof Waltron 11 XII 93. Großmütige, der 23 XII 82. &utögere, der 3 IV 93: 8 XII 93; 14 T 94.

Hamlet 15 I 9. dans Dollinger 26 XII 93; 5 I 9. dannden und Görge f. Gutäherr. Hans der Schubjflider 19 V 85; IL VI 86. Hanfel u. Gredl |. Wäſchermädel, das europäijche. Hanswurſt Doctor nolens volens 26 183. Sarfner, der blinde 4 IV 93. Safenjagd, die lächerliche ſ. Schwaben, die fieben. Hausknecht, der Iuftige 25 II 94. Saushaltung, die lächerliche ſ. Dorf- barbierer. Hausregent, der beichäftigte 9 I 55. Hansvater, der militärijche ſ. der Fa⸗ miltenpotal. Hanäzänterin 9 I 85,

927

Heinrih IV. 26 XI 28.

Heirath, die ungleiche 26 I 85.

Heirathen macht alles gut, ſ. Wohl: geborne, die.

Herr im Hauje, der 5 XI 84.

Herr Better, der bochzuehrende 14 I 84.

Herzog Michel 17 XU 83; 6 XI 93; 8194; 14 III 94.

Hiefel, der bayrijche 15133; 20 I 83.

Hirlanda ſ. Unſchuld, die glücklich errettete.

Hochzeit und keine Braut, die ſ. Poſt⸗ knechte.

Hof v. Belvedere, der verwirrte 22 II 84.

Hofmeifter, der 3 XI 83.

Hofmeifterin, die lächerliche 1. Gou⸗ vernante, die.

Hunrich j. Veritä dell’ Inganno.

Immer was neues, jelten was gutes 16 I 85.

Ines de Caftro 4 II 94.

Inkle u Yariko 23 II 85.

Inſel, die bezauberte 5 I 83.

Irrtum, der 28 XII 83.

Saderl, die drei 17 XII 83; 28 XII 83.

Sagd, die f. Heinrich IV.

—, die glüdlide 20 1I 85.

Jeſus, der fterbende 17 IV 94.

Joas 19 III 83. .

Johannes vd. Nepomuft 6 IV 83; 16 V 94; 21 V 94. (S. auch Tugenditern.)

Joſeph 19 III 83.

Soft v. Bremen 4 XII 83.

Sudenbraut, die chriſtliche 28 I 94; 30 I 94;

Audit u. Holofernes 13 II 85.

Juriſt u. der Bauer, der 11 XII 83; 26 VI 94;

Stammermädchen, das verichmitte ſ.

Kaſperl d. unglüdliche Bräutigam. Käppchen, das rote 2 IIT 94; 10 III 94. Kaſperl als Fürſt ſ. Hof v. Belvedere.

928

Kajperl, die läcdherlihe Zwergldame |. Witwe, die wohlthätige.

der übelbelohnte Briefträger 1 II 84.

der unglüdliche Bräutigam 23 II 84.

Kinderjpiegel, der 19 XII 93.

Klara von Hoheneihen 6 III 94; 10 IV 94.

Komöddiant, der artige 14 I 85.

Komödianten, die reijenden 14 I 84.

Komödie in der Komödie 24 I 83; 13 XII 93; 17 XII 93; 12 VI 94.

König auf der Jagd, dev 8 VIII 85.

König Lear 22 V 94.

Kranke in der Einbildung, bie zärt- liche 26 I 85.

Kroot 4 V 9.

Kühehirt, der 2 I 85.

Kunftgriffe, die verliebten j.Mondenreid).

Kunz von Kaufungen (j. Brinzenraub) 12 I 9.

Lachet wer lachen fann 26 II 83.

Lanaſſa 28 III 9.

Sandmann, der friedlihe 28 IV 94; 2 VI 9.

Lärm, der blinde 22 XII 83.

Laura Rofetti 4 VI 94; 2 VII 9.

Lederhändler dv. Salzburg 29 I 83.

Leonhard Ritt 8 V 85.

Liebe, die kindliche 19 XII 93.

Liebe, die jchlaue ſ. Philint u. Laura.

aufdem Lande 7 VIII 82;22 VIII82.

wirft ſchnell 3 I 83.

Liebesgefängnis, die vierfadhe I 84*.

Liebhaber, der argwöhniſche 13 II 84.

—, ber begeifterte I 84*.

—, der gedroſchene 12 I 83.

--, der taube 3 IV 94.

—, der verziweifelnde 10 XII 84.

Lipperl in der Sala ſ. Bermwirrungen.

der dejperate Spieler 17 I 85.

Ruftichifter, der 18 ı1 94.

Lügner, der fünjtliche 28 II 83.

Luxemburg, der Feldoberſt j. Geiz nad großen Ehrenitellen.

Lyranten, die drei 27 XII 84; 10185.

Alphabetiſches Verzeichnis.

Magd, die ſchlaue 17 IV 85; 28 IV S

Maitag, der 30 V 94; 6 VI 9.

Mann, der jhwarze 7 I 85.

lauft uns felbft in die Falle, 3 9 XII 84.

Männerihwur und Weibertreue 19 94 ; 25 III 9.

Männerftolz und Weiberehre 23 II

Margarita dv. Cortona 17 IV 83.

Marianne 17 XII 84.

Mathilde von Altenftein 26 I 945 III 9.

Medea und Jaſon 8 I 9.

Megära 9 II 83; 21 II 83; 24 VI

2. Teil j. Freundſchaft, die verwandelte.

Menandro, der... der Hölle entrifjen XI 83*.

Miliz, die 6 I 83.

Milton und Elmire 6 VI 8.

Miß Senny 28 II 8.

Mibtrauen, das beftrafte 16 XII 4

Mondenreih, daß 1 I 83; 17 118.

Mutterſöhnchen, das |. Hofmeifter.

Nabuchodonoſor 13 IV 94; 14V; 15 1V 94.

Nachtwächter, der 20 II 85; WB; 30 XII 93; 6 I 94; 2 VI.

Naturalienfanmler, der ſ. Zuſammen⸗ funft, die unerwartete.

Nicht mehr als ſechs Schüffeln 26 XII&3.

Nina 13 II 9.

Nimia doctrinainteritum parit 2X.

Nothburga j. Tugendipiegel.

Oberon, König der Elfen 29 IV %- Dda 6 II 84.

Odoardo, der von drei Schwiegerjöhne

geplagte 27 XIl 82; 3 I1 9 2 VII 94. Oktavio, der doppelte 12 I 84; Opfer der findlichen Liebe, das 23XIIS Orakelſpruch zu Delphis I 84*. Ordensbrüder, die 25 u. 26 V 94. Orimena j. Standhaftigfeit.

Alphabetiiches

der Schüg, Prinz dv. Bellen XIl 93; 23 I 9. ‚König in Böhmen 9 VI 94.

ejagd, die lächerlihe |. Inſel, : bezauberte. en, die nobeln j. Boftzug.

u. Cleone 14 XII 84; 30 185. daura 12 I 85. tıcinde 17 I 83. ine ®eljerin 27 XII 93; 19194. phen, die eingebildeten 17XII 93. ter, der 19 I 84. fich jelbft zum Schaden redende XII 84. lt, 11 I 84. nad der Mode, die 7 XII 83. te, die 21 I 94.

\, der 2 I 84.

mit fremdem Vermögen, der he 24 I 83.

u. der arme Lazarus, der he 9 IV 83; 14 IV 83. Dusgardus j. Liebesdefängnis. waub, der ſächſiſche 30 III 83. fin Evafathel u. Prinz Schnudi II 83; 16 II 83; 8 V 94, fin Pumphia, die getreue 21 I 84.

die 6 IT 94; 14 III 9.

ir Beiberranb 24 IV 93; 31194.

gel, die 6 XII 84.

der menſchliche ſ. Folter, die. ynthio, der verzauberte 30 784. ı und Colas 3 IV 93.

ı 14 III 83; 23 IIT 83.

ırden, die beiden 6 II 94, 18 1194.

räber, der j. Üpfeldieb.

jieler, die reijenden 10 IV 93. ıfappe, die 30 IIL 94; 31 III 94; IV 94; 9 IV 94; 1 V 94, V 94; 27 VI 94.

tichleifer, der 8 IT 83.

ver u. fein Sohn, der+ XII 83; II 84; 8 V 84.

Verzeichnis.

929

Scnitter, die 184*. (S. auch Erntefeft.)

Schreiber, der 2 I 84

Schuhe, die jeidenen, 27 II 86.

Scdufterin, die ſchöne j. Schuhe, die feidenen.

Schwaben, die fieben 28 II 83.

Schweilhölziträmer, der bangquerottirte 4 184.

Servo Giocco, il 28 I 84.

Sie träumten von Paris, |. Hausknecht, der luftige.

Sieg des Kreuzes, der j. Brigitta.

Skizzen rauher Sitten 9 III 94.

So pilegt e3 zu gehen f. Bernardon, der liederliche Spieler.

Soliman IL 5 VI 94.

Sonne der Beicdhtiger, die hellglänzende j. Johannes v. Nepomutl.

Sophie 5 V 94.

Spiel des Zufalls, da8 IV 85; 17 V 85; 9 VI8.

Spieler, der I 84*.

Stadt und Land 9 I 94.

Stallmeifter zu Fuß, der affeltirte 31 I 83.

—, der galante I 84*.

Standhaftigkfeit, die unüberwindliche 1 84*,

Statthalter, der 23 II 94.

Stein der Weijen, der 31 VI 94.

Stiliko 16 III 83.

Stolz und Berzweiflung 2 II 94.

Sturm, der 10 VI 94.

Sündflut, die 9 IV 83; 14 IV 83.

Teufel hat ihm zum Weibe geholfen, der ſ. die böje Zeit.

Theaterfigel, der 16 VI 94.

Thomas Morus 16 II 85.

ſ. Wagſchale englischer Gerechtigkeit.

Titus ſ.Wagſchale römiſcher Gerechtigkeit.

Tochter Jephte, die 7 V 94.

Töchter, die drei 4 IV 94.

Zote ein Sieger, der ſ. Samſon.

Zoten, die zwei lebenden f. die Aben— theuer einer Nacht.

530

Totengaftmahl, das 19 XII 82,

Tugendjonne, die meißneriiche 18 I 85.

Tugendſpiegel aller frommen Jung-— frauen 25 II 85.

Zugendftern, der aus dem Waſſer hervorbrennende XII 83*.

Tulipanengeſchlecht, das ſ. Bauern= mädchen, das liſtige.

Ubi intellectus, ibi etiam doctrina j. Gelehrſamkeit, die unglückſelige. Uhren, zwei und fein Geld im Sack 16 194.

Uneigennügigfeit ſ. Miß Jenny.

Unschuld, die glücklich errettete 14 IL 85.

—, die in den Tod gehende 2 II 85; 16 III 85.

Unterthanen, die getreuen 6 194; 20194,

Baterftrafe, die gnädige |. Braut, Die verfappte.

Verita dell’ Inganno, Ir I 84*.

Verkleidung, die fächerliche j. Odoardo.

Berjchivender, der zur Beſſerung ge— brachte 21 XII 84. |

Bermirrungen, die 2 I 85.

Waffenihmid von Worms, der 10XII93.

Wagſchale engliſcher Gerechtigkeit, die T 11 83.

römijcher Gerechtigkeit 23 II 88.

Wahnſinn aus Liebe ſ. Nina.

Wahre Liebe verlacht die Verläumdung 26 I 85.

Alphabetifches Verzeichnis.

Was einer gut madjt, verdirbt der andere ſ. Plauderer, der; Servo Giocco, il.

Was thut nicht Frauenliit? j. Colom- bina polita.

Wäfchermäbel, das europäiſche I 84°.

Weder einer noch der andere 16 ATI.

Ver iſt fie? 10 IV 93.

Werbung, die lädherlidhe ſ. Miliz.

Werkvon einem Augenblid,das 18 XII 3.

Wie man treibt jo gehts j. Brüder, die unähnlichen.

Wilhelm u. Marianna 10 XII 8%.

Wirkung von Natur u. Liebe 211.

Witwe die ſpukende f.dame invisible, la.

—, die wohlthätige 16 I 84.

WoHlgeborne, die 30 XII 83.

Sant auf dem Lande, der 23 XII &.

Zankſüchtige, der 19 I 85.

Bauberei über Zauberei 2 II 8.

Baubertrommel, die ſ. Schellenfappe.

Baubertrommel des Phöbi 28 XI.

Beit, die böfe 10 XII 93, 20 1%; 26 VI %.

Zelmor u. Ermide 15 XI 82.

Bigeuner, die 14 V 94.

Zigeuner und der Hufichmid, ber i. Ejel al3 Dejerteur.

Zufanmentunft, die unerwartete 19 XH 83.

Bwergldame, die 8 HI 8&4.

C. Alphabetifches Verzeichnis der in den Zenfnrliften genannten teil} verbotenen, teils erlanbten Stüde, über deren Aufführung jedef nichts Näheres feſtſteht.

(Zu Eeite 497 ; F bedeutet Faberbräu, die Zahl dahinter das Jabr.)

Hbentheuer, das Rache, die doppelte männliche.

Agnes auf Fallenftein F 94.

Alerander Menzitoff F 95.

Alf von Dülmen F 94.

Ulte überall und nirgends, der F 96.97.

Amazilie F 94.

Angelſachſen, die ſ. Minnona.

Armeninftitut, das F 94. |

Auch unter den beften Fürften fann jo etwas paffiren ſ. Einverjtändniß.

Auditor, der F 9.

Ausſteuer, die F 96/97.

Bäuerin, die vornehme j. Katharina.

Biederfinn, deutſcher und deutid Liebe F 95.

Brüde zu Regensburg, die fteinerne F

Alphabetifches Verzeichnis. 531

»d.die vornehmeBäuerin F 95.

Lauenſtein F 95.

d Bivonne F 95.

n Paris, die F 96:97. ppert 1 III 9. te II. F 96/97.

tärfer als Liebe, |. Tochter, jtoßene.

ind Rachſucht F 95.

nis, das F 96.

neue F 9.

F 9.

r, die F 95.

de F 96/97.

zweite F 96/97.

tal, der F 94.

r die Milchbrüder F 95. ibgürtel.

Schlange, die F 96. zeihiedene j. Schalt Amor. ie F 96/97.

t3dienft, der F 95.

raf von Werthenthal F 95. on Oeſterreich F 96. Kammerdiener, der F 96/97. » F 9.

die F 96/97.

dad Prinzeſſin, die phi— ſche.

wörer, der F 96.

‚die F 96/97.

r gute, ſ. Nuriad. gelrund, das F 96/97. vald F 94.

von Adalm F 96.

scht von Groizſch F 95. iscardi, die F 96.

ı Toggenburg, die F 96:97. Idau, die F 96:97.

tr, die deutihe ſ. Marie lenan.

Hausmutter, die deutſche F 96'97.

Hilfe, unerivartete, die F 96/97.

Herz ziert jeden Stand, ein gutes ſ. Zumpenjammler.

Hochzeiterinnen, die zwei Lottchen u. Eloiſe F 9.

Hoffe man nur auf Verwandte f. Noch gut, daß es jo kam.

Imogen F 96/97.

Snftinkt, der F 95.

Sntelligenzblatt, da8 F 96/97.

Juliane von Allern F 96/97.

Julie auf der Inſel Thamos Wind und Wetter.

Kaiſer, der gute F 96/97.

Karl von Eichenhorſt F 96.

Karl von Stralenberg F 9.

Kaſperls letzter Tag |. Wanderer, die unrubigen.

Kaſperls EHrentag, ſ. Glüd ift ugelrund.

Kaufmann, der jämmerliche F 96,97.

König Hirſch F 96/97.

König der Geniufje, der F 96.

Königin der ſchwarzen Inſeln, die F 9.

Zärm, viel um ein Strumpfband F 9.

Laura Moliſe F 96:97.

Reibgürtel, Doktor Fauſts F 95.

Reidenichaft und Liebe F 9.

Reidenichaft und Pflicht F 95.

Liebe, blinde ftürzt in Gefahr F 96:97.

Liebe und Religion F 95.

Liebe und Reue F 95.

Liſt und Liebe F 96.

Rojenftein und Hohenberg (Sch v. Gremeri) F 96/97.

Kohn und Strafe F 96/97.

Rotthen und Eloiſe F 9.

Zumpenfammler, der oder Ein gutes Herz ziert jeden Stand F 95.

Magd, die treue = König der Beniufie. Margarethe die Maultafhe F 95. Margarethe von Thüringen F 96:97.

Regiiter.

Abraham a St. Clara 82.

Academia Carolo-Albertina 5. 16. 17.

Adermann, €. 85. 149. 153. 156.

Adami, Cajetan 128. 132.

Addifon 120.

Adelaide dv. Savoyen 35. 36.

Agatha und Frau 103.

Akademie der Wiſſenſchaften 120 ff. 153. 414.

d’Ylainville 103.

Albert, Cafpar 42. 48. 49. 55.

Franz 42. 43. 50. 53. 54. 5b. 67.

Maria Anna 50.

Albrecht 465. 466.

D’Xleinval 430. 433.

Aletha, Dile. 103.

YAltmutter, Anna 249.

Aldorfer, Schaufpieler 209.

Amort, Eufebius 16. 28. 30. 32. 122.

André, Joh. 195. 425. 426. 428. 429. 433. 434. 436. 437. 445.

D’Angeville, Marie Anne 109.

Anfoſſi 460.

Angertheater 178.

Amnolied 26.

Anſeaume 426. 429.

Untoine 428.

Mme. d. ä. 232. 239 fi. 241. 252.

Mme. d. j. 242 f. 451. 472.

Anton, Ndolf, Schaujpieler 296. 270.

Anton-Wall (CHr. Lebr. Heyne) 436.

455. 456. 482. 492. 507,

Appelt 171. 175. 241.

d'Argenſon 108.

d’Arien 246. 435. 456. 457.

Ariftoteleg 22. 23. 153. 275.

Arnaud 423. 439. 452.

Arvelius, M. 9. 498.

Arzt als Schauspieler 90. 94.

Urztengipiele 82 ff. 327.

Aſchylos 23.

Audinot 429. 436.

Auerbrugger 459.

Augufte, Tänzer 103.

Aullinger, Franz Paul 90. 93. 100. 159. 162. 165.

Augsburger Theater 146. 229.

Ayrenhoff 160. 196. 424. 428. 429, 431. 433. 448. 450.

Baader, Ferd. Maria 120. 394. Babo, Joſ. Dar. 178. 179. 180. 196. 218. 252. 258. 266. 279 ff. 330. 360. 377. 399. 405. 407. 408. 428. 429. 430. 432. 434. 437. 439. 460. 465. „Arno“ 408, „Bürgerglüd“ 342. 343 ff. „Dagobert“ 209. 267. „Fräulein Wohlerzogen” 330 ff. 408. 414. „Kora und Alonzo“ 359 f. „Die Maler” 398 ff. „Oda“ 209. 264 ff. „Dtto von Witteldbach“ 246. 257.408. „Die Römer in Deutſchland“ 408, „Das Winterquartier in Amerika“ 401. 408. Der Baier in Paris 404. Bajazet 185.

534

Balde. Jacob 9. 294.

Ballet 175. 179.

Balletti 103.

Banks 427. 428.

Barth, Hol. Kunſtmeiſter 50.

Bauhof, Weinwirth 190.

Baumgarten, Schaujpieler 171.

Baumgartner, Anton 310.

Baumfchlager, 159. 160.

Bayle 175.

Beauchamps 111.

Beaumarchais 424. 427. 430. 431. 440. 446. 502.

du Beaur, Ville. 103.

Bed 423. 459. 463. 472. 474. 481.

Beder 434,

Beeke 444.

Beil 209. 463. 469. 494.

„Bellerofon“ 286 f.

Belliſſens 102. 103.

Benda 199. 290. 423. 429. 430. 439. 447. 465.

Berberid, Baron vd. 231.

Bergmann, Bürgermeifter dv. 200.

Bergopzoomer, %. 3. 150. 156.

Bernardon 115. 159. 182. 186. 195. 196. 274.

Bernasconi 43. 72. 115. 142. 148.

Bernhandtsky, Joſ. v. 133.

Berni, Francesco 96.

Bernier, Mille. 103. 105. 113.

de Berjac 104.

Bertuch 116. 427. 428. 433,

Bidermann, PB. Zatob 25.

„Bienenftod”, Der 131.

Bienfait 103. 115.

Mme. 103. 107.

Binder, Joh. Friedr. Frhr. v. 286f. 449.

Bird- Pfeiffer, Ch. 249.

Blainhoffer 440. 489.

Blumauer, U. 265. 438.

Blumbofer, Di. 200. 323. 355. 441.

„Die geiftlihe Braut als weltliche

Hochzeiterin“ 355 f. 495.

Bod, J. Ch. 423. 426. 427. 429. 430. 434. 456. 492. 493. 498.

Regiſter.

Bode, J. Chr. 160. 170. 423. 427. 2 430. 434. 456. 463.

Bodmer 274.

Böhm 490.

Boindin 111.

Boiſſy 110. 111. 113. 441. 463.

Bonin 429. 453. 491.

Boos, Roman 399.

Börnſtein, Sigmund 205.

Böfenberg 467.

Bourfault 110.

Brahm, M. v. 422. 423. 429. IT,

Brandes, Koh. Chrſtian 82. 148. 49 150. 161. 290. 422. 424. 425. 427. 429. 433. 436. 440. 442. 52 458. 464. 467. 477. 606.

Eſther, Charlotte 149. 150.

Braun, Heinrich 58. 126. 129f. 13. 138. 153. 155. 157. 319. 32 j.

„Die Dorfichule” 326 f. ‚„Der Dorfbader”“ 327 f.

Fr. Chr. 498.

Brawe 157. 274.

Bremer Reiträge 131.

Bretzenheim, Yürftin 191.

Bretzner 196. 487. 438. 445. 448_ 492. 465. 457. 463. 468. 483. 484. 490. 492. 493. 497.

Brigitta oder Sieg des Kreuzes 1%.

Brodain und Frau 103.

Brodard, Georg Paul 242.

Mile. 234.

Mme. 232. 242. 449, 464.

Brodmann 156. 477.

Brömel 433. 434. 450. 452. '

Broole 431. |

Bronner, Frz. Xav. 358. |

Brühl, Graf v. 449. 450. 454. 456. ° 468. 495. 507.

Bruneval 103.

Mode. 105. 113,

Brunian 92. 244.

Brunius, Joh. Heinr. 38.

Brunner, Joſ., Faberbräuer 200. DEF

Wittwe des FYaberbräuers 208.

Bucher, Unton 59. 118, 322. 54.41

Regifter. 539

luguſt 23. Balthafar 209. 8.

71.

. Aug. 314.

O.

124. 438.

ıer, Kapellmeijter 199.

232.

: 113.

426. 442. 451.

ı 249.

uſpieler 232.

232.

. &. 486.

caf 108.

ad 27.

Jenfur.

24. 485.

103. 105. 115. 430. 433.

103.

bate 157. 426. 429. der Einjamleit” 131. tie. 109.

on 71. 72. 73. 277. 277.

. 106.

03.

7. 161. 422.

ırleville 339. 341.

7. 428. 430. 431.

Mile. 103.

147.

jierre 171. 179. 425. 434. 36.

3

ß. 110. 149. 155. 490. )

A. v. 379. 423. 424. ‚hlthätige“ 379 f.

10, 111. 1. 493. 532.

—--

Crenzin, A. A. v. 208. 209. 390. 424.

426. „Derby“ 390 f. „Emilie Waldegrau“ 389 f. „Der Hochzeitstag” 392 f. „Die Beltalinnen“ 360 f.

Erispin 182. 196.

Cronegf 131. 149. 153. 154. 157. 445. 457,

Crux 179. 426. 428. 430. 434. 440. 441. 442. 443. 444. 445. 446. 447. 448. 449. 450. 451. 462. 453. 454. 462. 480. 483. 487.

Cumberland 434.

Euvillier, Frz. 36. 142.

Czechtizky 427.

Daber, Jak. Friedr. 201. Dalberg, Frhr. dv. 175. 176. 217. 339. 428. 455. 466. 458, Dancourt 109.110. 111. 112, 428. 452. Danzer (242), lie: Danzi. Danzi 242. 286. 446. 448. 457.460. 461. 485. 521. Daun 425. Defforges 102. Delisle 111. 112. Deneffl 169. Denis, Michael 133. Desboulmierd 427. Desrones, Mme. 103. 104. 105. 109. Deitouches 88. 423. 427. 430. 482. 435. 441. Joſef Anton 110.111.282. 344. 348. 470, „Bondelmont* 282 ff. „Die Patrizier” 348 ff. F. v. 470. Devrient, Ed. 185. Dezedes 427. 430. 432. 434. 478. Diderot 161. 320. 423. 424. 429. _ Dieride 426. 428. Dietl, Georg Alois 356. Dietterich v. 218. Dimmler 440. 442. 448. 450. 451. 457. 462. 481. 484. 350

Serie a

junsidetaririne Srmidenıer Wi. Fredcich Der Gere 2 15. BE Min. fg, Under 335 Die

Genid, EZ. s3L

Coirerimi zeI ca 10 In.

Gehner 135.

Gen 519.

Gebler 424. IE. 199_ 1% 2 31

Geiger, Sheuirieler 136.

Geis, Marim IE.

Geiftliches Treme 28 i.

Geiktihe Simg’swie 173.

Selert 129. 1 131 132 154 30. 33. 30. 3 52

Geumingen 131. 431 335. 112. Fe

Sensor 9. 172. 1.

Sehner 131. 132. 134. 153. 14. 2

Seritenberg 412. Sperardi-Sering &. 111. 112. Siejele 480. 485. 16.

Sleifenpöd, Maria Anna 49.

Gleigner, Zranz 19.474. 7. 400 193.

Gluckt 425 43. 430. 453.

Goethe 105. 180. 238. 239. 238. 357. 290. 298. 29%. 301. 307. 310. 311. 376. 405. 412. 431. 432. 507.

7. 196. 32. 424. 427.

430. 431. 432. 433. 41. 45.

Soldoni 155. 15

44€. 450. 455. 456. 469, 491. Goldſmith 340. 435. H5. 472 Görgslener, Joh. Matth. 83.

cher 2 U II. IN

rm u u ia ET

1 3. 3 LA. © Dee © NE <S ge <0 IR SR IR AN BF vi. 2 BE NO 318

3

SH. #Mıı —— 8

BAÆAIiMA. Xx IB

Seorter IR

Serrjerr 5.

Meere 12

ge DD DB N DM wi Bi 2 HL AD ER 313 32

ste. In. m 2

Gere 2. äemcrr IM. EI AÆX. Sie erterz 1ie

Ries ii»

Grin. Imsterecter DA Srıthsten wet, x Kuzı DD Sugtteinst SIS,

Sundel Schumreler AO

Güntyer. Sordte AR.

so QR

Xurettz An,

Sitexerz, IJI. DIE HU

Sabo, Id. Bon). 77 Durnmer. 5. 183 18 1 er IS

+8. 2mM, 481. 222 RRX Hage, Z RR. IM 12. 182 Dagedorn 10. 131. 13. DHagemann 409. 4US, Dugerteriter 412. Defer. Aber. 151 158 IH AM Hambe, Td. 8 Hanswurit 189. IS 195 IST} Harde. de la IH. Hartmann, Aug. 79. 80 sr 2,2 Wr.

„te Stürte der Liece TUT!

Regiſter. 539

uden 333 ff.

ünger 423. 439. 447. 449. 452. 453. 455. 456. 458. 459. 468. 470. 473. 474. 475 4718. 509.

ungheim 494.

uventius, P. Joſephus 25.

'ager, Anton, Student 50.

ainz, Joſeph (Baſſiſt) 209.

alchberg 475.

andi, Joh. Gg. 188.

andler, Agnellus 16. 27. 28. 30. 142.

- Sobann 6.

arl Theodor, Kurfürft 60. 136. 171. 112. 174. 177. 180. 184. 197. 205. 212. 217. 218. 224. 322. 349. 354. 381. 405. 417. 422.

ennedy 120.

epner 423. 424. 425.

erl, Bitus 430.

erner, Mme. 156.

indersperger, Blaſius 205.

rindertruppe 97. 163.

"irzinger 446.

"indlerihe Truppe 231.

klein, 3., 50. 70. 290.

Pleiit, Ewald v. 131. 134. 274. 338,

Plemens, Franz de Paula, Herzog v. Bayern 141.

klesheim, U. Schr. v. 519.

"Ioner, Beter 436.

"Iopitod 32. 69. 70. 295. 405.

-Iofterfomödie 289.

lojtermeyer, Matth. 196.

nüppeln („Thomas Morus“) 293.

oberwein, 92. 148. 151.

- Mile. 171.

och, Dar 310. 316.

ochſche Truppe 246.

Denig, 305. Ulr. 50. 134.

Önigsfeld, Gräfin 191.

Ölbel, Frau 208.

Öppe, Mme. 156.

ogler, Baul 55. 60. 62. 69.

ohlbrenner, Joh. Frz. Ser. v. 137. 133. 236

Kohn, Joh. Balth. Carl 83.

Stolberer, P. Kajetan 291.

Koller 482. 484.

Kollmann, Geiſtl. Rath 44.

Kotolind, Maria Bonaventura de 56.

Kotzebue 180. 181.239. 340.345. 462.463. 466. 468. 482. 485. 486. 497. 502.

Kratter 460. 473.

Kraus 209.

Krebs, Schauspieler 208.

Kreittmayr 120. 418.

Kretihmann 453. 454.

Kreuzigießergarten 1%.

Krüger 427. 491.

Kurz, 3. F. v. 88. 89. 92. 148 ff. 151. 152. 156.195. 221. 488. 490. 521.

Therejina v. 150. 155. 157. 158. 165.

Labat, Mile. 103. 105.

Rafont 111.

Rafontaine 111. 423.

La Grange-Chaucel 113.

Lambrecht, M. &. 232. 245. 248. 252. 298. 338. 443. 445. 448. 464. 457. 461. 462. 466. 467. 468. 485. 515.

„Er hat fie alle zum Beiten“ 340 f. „Der alte Junggeſelle“ 341. „Hirngeſpinnſte“ 339 f.

„Das jehzehnjährige Mädchen“ 365. „Und er foll dein Herr jein” 341. „Bergeltung“ 347 7.

Lang d.ä., geb. Stamig, 232. 241 f. 248. 249,

d. j., geb. Boudet 232. 249. 449.

Katharina (j. Zuccarini) 242. 478.

Franz, Hofmufitus 248,

Martin, Hofmuſikus 249.

P. Franciscus 25. 26.

Lange, Mme., geb. Weber 447. 448.

Langlois, Anton 232, 244. 252.

Lauchery 179. 426. 427. 431.

Laudes 432. 433.

Laſſer 468. 469.

Laurent, Wwe 103.

Lavoy, Schauſpielerin 114.

Lebrun 44.

542

Batraz 103. 115. „Batriot in Bayern“, Der 188. 155. Bapte, Joh. Sam. 70.

Bauli 490.

Pauersbach 423. 428. 430. 436. 510. Baufer und Frau 160. 169.

Belzel 424. 498.

Bemble, P. Joſeph 124.

Bergolefe 448.

Berinet 477.

Berriere, Mme. 232.

Pettendorf, Baron v. 146.

Bepel 426.

Peyerl, Herr und Mme. 232.

Pieffel, Gottl. Conr. 127. 128. 180. 132. 153. 160. 423. 424. 42.

428. 429. 432. 433. 434. Ehr. Friedr. 121. 127. 128. Pfeufer 498. Philidor 428. 429. 436. 441,

Piccini 199. 290. 426. 427. 428. 429.

457. 490. 494. Bierre, femme 103. Piloti, Mar 232. 244 Eliſ. Clara 244. Bippo, Herr und Mme. 232. Biron 110. 111.

Pize, Schaufpieler 156. Plümide 97. 436. 510. Pocci, Graf 81.

Bod, P. Edmund 117. Joh. Iof. 117. 118, Boinfinet 428. 429. Poiſſon 111. 113. Bope 120. 131.

Vorſch, Hein. Arnold 71.73.92. 98.491.

Brati 451. Braun, 3. 69. 491.

Prehauſer 154.

Brugger, Corbinian 42. Prunian, Jod. Jol. %. Bufendorf 427.

Purmann, Jof. Heinr. Kafim. 94.

Ouaglio, Lorenz v. 212. 287. 428. Quinault, Mme. 107. 108. 109.

. Regiſter.

Nabner 131. 134. 321. 323. Racine 110. 111. 113. 155. Radlwirt in der Au 190. Rahbed 477. Ramler 199. Raſpe 423. Rathhausſaal 52. 54. 55. 91. 9. 114. 115. Natichty 434. 489. 491. Rauch, P. Leo 122. Raudmann, Me. 159. Raufer 188. Rautenftraud; 424. 426. 430. Ravanni 147. Red, 3. 3. v. 497. Rechenmacher 169. Johanna 209. Regensburg 231. Regnard 110. 111. 157. 433. 499.482. 455. Nehdiger 465. Reichhard 456. Beier 169. Reimarus 125. Reiner, Raroline, ſ. Heigel. Franz Baul 160. 171. 198. 33. Reinhard 454. Reinhardftöttner 34. Reifchel, 3. 8. 235. 256. Reisner, Ferdin , 8. J. 70.73.29 2. Reitz, Faberbräuer 160, 201. Reipenftein 478. Refidenztheater 142. Reuling, Carl 70 Rexxoth 159. 160 Mile. 159, Riccoboni 71. 209 Richardſon 311. Riederer, P. Aleg 118. Riegger, Joh. Nep v. 157. Riesbed, K. 244. Rifhar, Me. 156. Ritſchel 450. 451. Nittershaufen, Joſ. Geb. v 208. „Die Tochter Jephtha“ 293 f- Rob, Alphons 100

4%.

nn

Regifter. 543

11. 7. 430. 433, 450.

’f nit. 196. 103 104.

3. 423.

Antoni Xaver 64. 3.1.125 126. 285. 290. 98 f. 307. 311. 312. 326. . 405. 423.

de. d. 211.

09. 111. von 103. 104. 151. 459. 462. 463. 472.

cia Franzista 106. : 165.

1 Unger 53. baieriſche 126 ff.

h. Gottft. 159. iv. 168. 233. 234. 21. . 423.

nſucht· 368 f.

3.

ndreas 69. 490.

209.

13. Fel v. 78.

ele?) Mme. 160.

3. 11. 73, 277. 278.

2 159. 160.

1.223.

.T1. 426. 476. 482. 492. . 496.

180. 197. 258. 261. 298. „363.364. 381. 396. 460.

4

Schink 196. 440. 491.

Schlegel, Joh.E1.274.411.423. 427.428.

Schleich, Martin 144.

Schletter 427. 431. 434. 439. 442. 443. 447. 459. 460. 494. 498.

Schmieber 466. 475. 476. 498.

Schneid, Defid. v. 206.

Schneider, Frhr. d. 206.

Schmid, Frz. Paul 188.

Chr. 9. 431. 435. 461. 486.

Herm. 187.

Scholz 435.

Schönemann 149.

Schopfs Truppe 231.

Schrämbl 435.

Schröder, Fr. 2.32. 88. 156. 179. 210. 243. 248 252. 339. 432. 487. 438, 439. 441. 442. 444. 448. 449. 450. 453. 458. 464. 468. 470. 491. 494. 503. 520.

Schröfl, Katharina 209.

Schröter, E. F. 459.

Schubart 140. 172. 239. 310.320. 391.

Schuch, Franz 149. 150. 202.

Schuechbaur, Frz. Simon 6.

Scueller Gajet. 50.

Schuhbauer, Joach. 289. 354. 439. 441. 445. 446. 453.

Säuler 159. 171.

Schulz, Joh. 87. 89. 90. 9. 95. 96. 97. 9. 221.

Schulze, Karoline 96. 97. 101.

Schunder, Souffleur 209.

Schumel, Prof. 198. 493.

Säufter 458.

Schwabe 134.

Schwager 156.

Schwoiger, Frz. M. 165. 186. 191. 208.

Phil. 185. 187.

Schwan 424. 425. 427. 429. 430.

Schwarz, Joh. Chriſtoph 70. 71.

Schweizer 290.

Sebaftiani 93.97 f., 98. 238. 242. 244. 246.

Sedaine 423. 424. 425. 427. 428. 434. 435. 436. 445.

Regiſter.

-oejihi 440. 445. 446. -Örring, Graf v. 179. 257. Örring=Seejeld, Graf Ant. Elemen? v. 210. 275. 287. 301. 304. 346. 369. 376. 378 f. 393.424. 427. 429. 441. 508. „Die Diajeftät in der Klemme“ 393 f. „Sophie oder Großmuth und Reu“ 378 f. „Der Schufter und fein Freund“ 346 f. „Der theure Ring“ 376 f. „Das Vorurteil der Geburt und Berdienite” 369 f. xaun 422. 458, 519. Teſcho 131. Teu, Mid. Dan. 37.

IHlig, X. ©. 153. ‚abo 208.

‚zizer 451. 459.

ixban, Schaufpieler 232. [a 131. 134.

Saterländiſche Dramen 415 fi.

Balefi 209.

Zelten, Johannes 37.

Seipermann 198.

Billeneuve, de 103. 104. 105. 108

Binzenzi 196 f. 491.

Bogel 487.

Bogler 430.

Voß 460.

Gollsſchauſpiel 34. 5.29. -

Boltaire 108. 110. 113. 149. 160. 296. 423. 424.430, 431. 432. 439. 463. 524.

Boltofini 202 f. 348. 494.

Borftadttheater 181 ff.

Youilly 484.

Bulpius 465. 484. 497.

Wagner, Franz Xav. 188.

Heinr. Leop. [174.. 453.

Sahr 156.

Sallerotti, T. G. v. 51. 53. 56. 66. 67. 86 fi. 97. 99. 146. 151 f. 201.

Thereſe Elijabeth 92.

|

945

Wandertruppen 34 ff. 46. 48. 66. 74, 85 ff. 98. 119. 193. 220 5.

Weber, Beit 494.

Weidmann 423. 425. 426. 444. 453. 458. 460. 467. 491.

Weihnachtsſpiele 75 ff. 78 f.

Weiskern, 5. W. 71. 431. 444. 4%.

Weiße, Ch. %. 173. 195. 196. 234. 239. 290. 423. 426 429. 480. 440. 454. 455. 459. 488. 489. 491. 518. 521.

(Scaujpieler) 232.

Weiſſenegger, Georg 43.

Weitenauer %. 133 f. 135. 138.

Wekherlin 310.

Weliſch 473.

Wendling, Dorothea 199. 248. 447.

Werthes 453.

Weftenrieder 17. 31. 69. 81. 126. 1277. 169. 180. 190. 218. 232. 235. 236. 239. 240. 242, 246. 247. 249. 251. 253 ff. 275. 297 311. 314 f. 316 ff. 320. 323. 325. 328. 331. 335 ff. 415 f. 420. 423.

„Die zween Gandidaten“ 335 ff.

Wetzl 196. 488.

Wepel 424.

Wezel, 3. 8. 414. 432.

Wicherley 461.

Wieland, Chr. M. 239.

J. A. v. 456. 467,

Wieſer (Wiljer) Joſ. 70. 100. 188.

Wilhelm V 47.

Winter, Beter 179. 242. 359. 428. 429. 430. 431. 432. 434 438. 446, 448. 449. 464. 486. 502. 508.

Wiſſer j. Wiejer.

Wiſſenreider, Franz 49.

Wittmann, Matth. 146.

Wranitzky 494.

Wunderer, J. 189 fi.

Yſenburg 429.

Zabuesnig, Joh. Chr. von 348. Baderiae 131.

546 Regifter.

Zeh v., Stadtlämmerer 54.

Zeitungsweſen 136 ji.

Zeno, Apojtolo 71. 477.

Zenſur 197. 216 f. 418 ff.

Benfurcollegium 166 f.

Zettwiß, Freiherr vd. 174.

Biegler 464. 467. 472. 476. 483. 494. 495. 498.

Zimmermann, Joſ. Ign. 3377.

„Amalie oder die gute Erzieh: 337 f.

Buccarini, 3. 4. 214. 242. 248 |.

Zſchokke 485.

Kath, geb. Yang 242.

Zünfte, Münchner 38 ff.

Zwackh, Zenſor 69.

Oberbaneriſches Archib

für

vaterländiſche Geſchichte

Herausgegeben

von dem

Kiſtoriſchen Bereine von Oberbayern

Einundfünfzigiter Band

Münchener Bühne und Litteratur im 13. Xahrhundert von Paul Legband

München 1904 Berlag des Hiſtoriſchen Bereins von Oberbayern In Kommiſſion bei ® Franz

Münchener

Bühne und Litteratur

im achtzehnten Jahrhundert

Von

Daul Legband

Münden 1904 Verlag des Hiftorifjhen Bereins von Oberbayern Sn Kommiſſion bei G. Franz

II. III.

VII.

VIII

Inhalt.

Vorwort. Einleitung

Litterariſche Unfruchtbarkeit und Reformverfuge vor der Gründung der

Alademie. Gejellihaft der vertrauten Nachbarn am Siarjtrom. Parnassus boicus . en Ueberblid über die älteren Bandertruppen . Volksſchauſpiel.

Geſchichte der Stadtmufitanten- Zunft. Pflege und Schickſal des Paſſionsſpieles. Aufführungen geiftliher Dramen, ihre Unter- drüdung.

Weihnachtsſpiele der Handwerker. „Arztensipiele”

. Deutiche Wandertruppen im zweiten Drittel des Jahrhunderts (17371766)

Wallerotti, Stephan Mayr, Nicolini, Johann Saul Sebaltlant u u.a. Hütten- und Marionettenſpieler

. Die legte Blütezeit des franzöſiſchen Schaufpiels . VI.

Die Wiedergeburt geiſtigen Lebens und die Pflege der Literatur nach der Gründung der Alademie . nn Entftehung und Entwidlung der Nationalihaubüßne.

a) Vorliebe des Hofes für Mufit. Graf Seeau Antendant der per und des Schauſpiels; erjter Verſuch des Hofes, eine ftehende Bühne zu errichten (1765) .

db) Neue Berfuhe. Therelina von Kurz (1769). Bemühungen der Akademie. Nießers Truppe. Graf Seeau übernimmt ſie (1772). Sein Wirken..

c) Nationalſchaubühne; Regelung der Theaterverhältniſſe nach dem Regierungsantritt Karl Theodors (1778). Seeaus Entrepriſe, ſeine Leitung. . .

d) Konkurrenz der Nationalſchaubühne: 1. Lipperi⸗Theater, Hütten- und Marionettenipieler, 2. Yaberbräu Siaditheater) Wander⸗ truppen

e) Aeußere Entwicklung der Nationalfhaubigne bis zum Tode Rarl Theodors (1799): Graf Seeaus „Entreprije” auf Lebenszeit. Zheatergejege. Verwaltung. Plan eines neuen Theaters. Zenſur— ſchwierigkeiten. Seeaus Tod on 0

Schauipieler und Kritik. Soziale Lage, fünftleriiche Leiſtungen. Weſtenrieder und die übrige Mritit

Selte

En

39

85

101

117

140

152

171

181

210

220

IX. Dramatiiche Kitteratur von 1772—179. Einleitung . » ren a) Reine Dramen . 1. mit frei erfundener Kabel .. 2. mit gegebener Fabel (Hiitsrifche, mythologiſche, bibliſche Stoffe) b) Angewandte Dramen, d. 5. joldhe, die Ideen ihrer Beit tendenziss zum Ausdruck bringen. Ihr Gegenſtand iſt: 1. der einzelne Menſch und zwar als „Menſch“ ſchlechthin (Rouſſeau) * als Mann und Weib (Verhältnis der Geſchlechier zu einanber; Liebe) . . . nn 2. Der Menid als ſodiales Giied; (oziale Satire) . Bauern (325), Bürger; Familie (328), Geijtlichleit (352) Adel (361), Hof (381). . Der Menſch feiner Nationalität nad (Bayern, Deutichland) Dieje Dramen Spielen: in der Gegenwart . . in der Vergangenheit Waterländiſche Dramen. mit hiſtoriſcher oder frei erfundener Fabel Ritterdramen).. ..

80

Anbang 1. Chronologiſches Repertoire der Nationalſchaubühne (1772—1799)

2. Verzeichnis der auf dem Faberbräu aufgeführten Stüde . 3. Verzeichnis einiger im Bauhof aufgeführter Stüde . 4. Alphabetiſches Verzeichnis a) Nationalſchaubühne b) Faberbrüu und Bauhof . . c) In den Benfurliften genannte, teils erfaubte, teilg verbotene Stüde, über deren Auffütrung na näheres Teittent . Berjonen= und Sad-Regiiter . ..

ne = use ui ; LL05 015 92b DO of

3

DATE DUE

STANFORD UNIVERSITY LIBRARIES STANFORD, CALIFORNIA 94305