Skip to main content

Full text of "Die Sprache des Petronius und die Glossen [microform]"

See other formats



^r:m\'': 



DIE SPRACHE DES PETRONIÜS 

^ UND DIE GLOSSEN. 



^.^^ 






.^^^^V'-/ 






"t.-v 



VON 



Ds WILHELM HERAEUS, 

OrMNASIALLEHBER IN OFFENBACB A. M. 












If •*.-; WISSENSCHAFTLICHE BEHiAGE ZUM PROGRAMM DES GYMNASIUMS UND DER REALSCHULE 

■ " ■ ' ^ ZU OFFENBACH A. M. ^ , 





:*.-.:-;fff- 








^' 




'^'y-i^.-r . 






t; .-> 




,*■" f ■■ ' if' '-'i' 


./. 








" '^i-^^ .' 












\-> 




, 




--ß^'"^-' 


...^ ■ 








■■/Ir' " *' 


jv 










■ \ 


'•KP 


■kjr 






■V'^ . 





*if^' 









..•^J 






»» « ■»■ 



■'^;a:r 



&cy;» DRUCK VON B. G. TEUBNER IN LEIPZIG. 
1B99. Progr.-yr. 678. ' -^ ;.f ' 







Vv 









•1 ./• ri.» --• • 









A'"', '>'r 



■•*!Si<3 



•'i^-t-- 



V a.>^_ 






■'^^ 



ft^Ö; 



-^;^i:>^'urqf^ 



■ -: ^^ ■ 



. - ; <i;-,.p;- J-^>*v'- 



i-- 
- >r 



Die plebejische Sprache in dem Sittenroman des Petronius, einer Hanptqnelle för die Kenntnis 
des Vulgärlateins und damit des Romanischen, ist in den letzten Decennien zweimal zum Gegenstand 
systematischer Untersuchung gemacht worden, 1869 von E. Ludwig^) mehr im allgemeinen, 1875 Ton 
E. V. Guericke^ in speziellem Hinblick auf die auch zeitlich und örtUch nahestehenden Pompejanischen 
Wandinschriften. Dagegen fehlt es noch an einer Behandlimg der Sprache des Petronius mit Bezug 
auf die lateinischen Glossen. Zwar ist die Wichtigkeit der Glossen den älteren Kritikern des Petron 
nicht entgangen in einer Zeit, wo das Interesse an diesen Ausläufern antiker Lexikographie noch 
lebendig war und sozusagen zum ganten Ton gehörte, um dann freilich einer langen Periode der Ver- 
gessenheit, ja Mifsachtung Platz zu machen, der sie erst in unseren Tagen, zufolge Ritscbls genialem 
Gedanken, Gustav Löwe, und nach dessen allzufrühem Tode Georg Götz wieder entrissen haben 
durch die musterhafte Sammlung jener merkwürdigen Beste. Zwar, sage ich, ist die Bedeutung der 
Glossen für Petr. wohl bemerkt, und sie sind auch ausgenutzt worden zur Erklärung und oft zu glück- 
lichen Emendationen') des Textes; sah man sich doch für manche Worte einer entschwundenen Alltäg- 
lichkeit allein auf die Glossen angewiesen. Zwar hat auch der neueste Herausgeber des wichtigsten 
Teiles des P., der cena Trimalchionis, Friedländer (1891) bei überwiegender Beachtung der Realien doch 
den Glossen gelegentlich seine Aufmerksamkeit geschenkt. Allein jenen älteren Gelehrten waren fast nur 
die, allerdings auch wichtigsten, lat. -griechischen, bez. griech.-lat. Glossen bekannt und dazu in kritisch 
mangelhaften, z. T. nur in interpolierten^) Texten, und auch Friedl. lagen nur erst die Texte der 
bilinguen Glossen des II. Bandes des Corpus Glossariorum Latinorum (1888) und die reinlateinischen 
des IV. Bandes (1889), die er aber nur spärlich benutzt hat, in diplomatischer Treue vor, die rein lat. 
des V. und die besonders wichtigen bilinguen des HL Bandes*) erschienen erst 1894, bez. 1893. Aus 
letzterem Bande hat A. Funck im Phil. LIII, 127 ff. und an verschiedenen Stellen des Archivs für 



1) E. Ludwig, de Petronü sermone plebeio. Diss. Marb. 1869. 

2) v. Guericke, de linguae Tulgaris reliquiis apud Petronium et in inscriptionibus parietariis Pompe- 
ianis. Diss. Eönigsb. 1875. — Die ziemlich flüchtige Schrift von J. A. Ceaareo^ de Petronü sermone, Bomae 1887, 
wurde mir erst während des Druckes zugänglich. 

3) Z. B. c. 43 pidlarius, 57 lacticulosus, 73 barbatoria (alles nur in Glossen). 

4) Wir meinen das sog. 'Onomasticon Tocnm latino-graecanim', das erst Loewe als modernes Mach- 
werk erwiesen hat (1875 in den Acta soc. phU. Lips. IV, 365, dann im Prodromus corp. gloss. 194 ff.). Leider 
ist es noch in der neuesten Auflage des gröfseren lat. -deutschen Wörterbuchs von Georges (1879) als alt ver- 
wertet, auch von Ribbeck in seiner im vorigen Jahre erschienenen 3. Auflage der Fragmente der röm. Komiker 
an Terschiedenen Stellen, wie Turpil. 23 inora, Titia. 78 biber, 136 dapalis, Afran. 4' spatarro. Mumm. 1 ri- 
wiMS, Naev. 'Apella' (Titel). 

6) Besonders interessant auch für den Schulmann sind die vorher nur zum Teile bekannt gewesenen 
griechisch-lateinischen Schulgespräche, die beim griechischen Unterricht zu Grande gelegt wurden, bekannten 
modernen Eonversationabüchem vergleichbar. Ich kann es mir nicht versagen, einige Zeilen aus einer Tisch- 
unterhaltung S. 219 (=653) in der lat. Fassung hierher zu setzen, die in zwiefacher Beziehung bemerkenswert 
sind: da merum. misce caldum. In maiore? In minore libenter, spero enim et aliam bibere. Si permittik, pro- 
pino tibi. Die letzten Worte erinnern uns unwillkürlich an den modernen Trinkcomment und best&tigen wieder 
einmal den Satz, dals alles schon dagewesen ist. Die vorhergehenden Worte beweisen die Ständigkeit solcher 
Phrasen wie in minore bei Tisch und sind kürzlich von Buecheler (Rhein. Mus. LH, 395) gut benutzt worden 
zur Erklärung der vielbesprochenen Verse des Juvenal XI, 147 non Fhryx awt Lycius, non a mangone petittu 
quisqiMtn erit: in magno cum posces, posce latine, die erst jetzt ihr volles Licht erhalten und auch gegen 
Änderungen geschützt werden: du brauchst an meinem Tisch nicht iv ntC^ovi (sc. cuvtpa») zu fordern, sagt der 
Dichter, mdem er seinen Freund auf ein einfaches Mahl einladet. 



^ifi-- 






"-•*- B-— T ., 1^ IJJ ,ppif,ip^j|{IJIU.^'^ 



— 2 — 



Lexikogr. einiges nachgetragen, ohne selbst diesen auch nur entfernt auszuschöpfen, desgleichen Götz 
gelegentlich in Jenaer Universitätsprogrammen. So schien es mir denn lohnenswert, jetzt, wo die 
Überlieferung der Glossen vollständig vorliegt^), einmal den Totalgewinn vorzuführen, der sich aus 
den Glossen für die gesamten Beste des Petronius mit Ausschlufs der poetischen Partieen und der 
Fragmente ergiebt, zugleich um auch weiteren Kreisen eine Ahnung zu geben, wie wertvolles Gut 
sich in jenen Glossen verbirgt und wie sie nutzbar gemacht werden können, in ähnlicher "Weise, wie 
ich es bereits für den Maximaltarif des Diocletian in einer Nachlese zu Blümners trefflichem Kom- 
mentar (N. Jahrb. f. Ph. 1897, 353 — 366) und für die dem Romanisten so schätzbare Appendix 
Probi (Arch. f. Lex. XI 61 — 70) gethan habe. Das Thema auf die vulgäre Sprache im Petr. zu 
beschränken, schien aber unthunlich. Denn obwohl diese Beschränkung für den 2. Teil, der die 
Formenlehre behandelt, sich völlig durchführen liefs und durchgeführt ist, machte dies beim I. Teil, 
dem lexikalischen, Schwierigkeiten, da bekanntlich im Punkte des Wortschatzes auch die urbane Rede 
bei Petr. nicht ganz unbeeinflufst ist von der niederen Sphäre, in der der Roman spielt. Die in 
urbaner Rede stehenden Wörter sind jedoch auch äufsei'lich durch vorgesetzte Sternchen gekennzeichnet, 
womit freilich keineswegs der Besitzstand vulgärer und urbaner Rede überhaupt abgegrenzt sein soll. 
Eine andere Erweiterung hat das Thema im Laufe der Unterbuchung erfahren, dafs nämlich aufser 
den Glossen auch die Tironischen Noten, die Inschriften, Scholien zu lat. Schriftstellern und andere 
vulgäre Texte, endlich die vielfach vernachlässigten Grammatikerzeugnisse herangezogen wurden: die 
Ausführung wird diese Erweiterung des ursprünglichen Planes rechtfertigen. Schliefslich darf ich es 
nicht unterlassen, Herrn Prof. Dr. Georg Götz in Jena, der mich bei der Arbeit und beim Druck 
mit Rat und Beiträgen in der zuvorkommendsten Weise unterstützt hat, meinen herzlichsten Dank 
darzubringen, ebensenso Herrn stud. phil. Hans Möller aus Ofifenbach, meinem früheren Schüler, für 
mannichfache Bemühungen im Interesse dieser Abhandlung. 



I. Lexikalischer Teil. 

a. Seltene, meist vulgäre Wörter und Wortbedeutungen. 

Kap. VII. *conspatior. Dieses Compositum von spaiior, das von der Mehrzahl der Hdschr. 
geboten wird, während im Bernensis das Simplex steht, das auch Buecheler in den neueren Auflagen 
vorgezogen hat, findet sich als solches ohne Beleg in Osberns Panormia (= Mai, Cl. Auct. VIII, im 
fgd. mit 'Osb.' bezeichnet) p. 535. 

X. *inierpretamcntum (Gel!., Tiro bei Gell.).'"') In Glossen: II 504, 3 intcrpretamentum: 
iQlirjveia, daraus Gl. n. p. 582, 36 interpr.: interpretatio. — III 136, 34 u. ö. interpretamenta, eq(ij]- 
vEvjictrct. Not. Tir. 73, 58 Schm. zwischen intcrpres und interpretatio. Aufserdem Jiil. Val. Alex. 
I 5. III 26. 

XIV. *cocio, desgl. c. 15 und 27, stets in der Schreibung concio (Laber. bei Gell. XVI 7, 12. 
Paul. Fest. p. 20, 12). Das Wort ist vulgäre, auch ins Roman, übergegangene Bezeichnung für einen 
„Makler", s. Gell. 1. c. Läberius cotionem pervulgate dixit, quem t-ctercs arillatorem dixcrunt, womit man 
aufser Fest. 1. c. {arillator etiam codio appellatur) folgende Glossen vergleiche: C. Gl. IV 310, 46 
arillator: cocio, ^isiaßolog (-evg V 590, 54), 319, 38 cocio: arillator, Plac. V 7, 38 = 48, 18 arilla: 



1) Soeben ist auch von dem Generalindex zu den Glossen 'Thesaurus glossarum emendatarum' der 
1. Halbband, die Buchstaben A — D incl. umfassend (Lipsiae, B. G. Teubner 1899) erschienen, zu dem auch der 
Verf. dieser Abhandlung sein Scherflein beisteuern konnte. 

2) Gleich hier sei bemerkt, dafs die hinter den Lemmata in Klammern stehenden Schriftsteller-Citate 
der Jieuesten (7.) Aullage von Georges gröfserem lat. -deutschen Lex. , freilich nicht ohne Prüfung, entnommen 
sind, da dieses Lex. für die seltenen Wörter die Belege noch immer am vollständigsten giebt. Was sonst 
noch beigebracht ist, beruht, falls nicht ausdrücklich die Quelle angegeben ist, auf eigenen Sammlungen bei 
Gelegenheit der Lektüre. Danach modifizieren sich auch die statistischen Aufstellungen von E. Lommatzsch im 
Lexieon Petronianum (Lips. 1898) p. IV und die Angaben von Cesareo a. a. 0. p. 15 ff. 



M 



":'^^l^!^fa3^P||||P|PpiH!W^ ■ ■> ■'■■•^^^^^^^wf'^r^ 



coactione (coccinione 1. Gl.) panniculario^), 11 24, 37 arillator s^sTijg, ßmitocpoQog^), TtQctyiiursw^g. Außer- 
dem: Cocio (israßölog II 102, 26. 116, 23. III 201, 63 u. ö., c. iieraitQarrjg II 369, 32, aus einer 
dieser Glossen übersetzt Gl. n. p. 574, 9 comparans^) et vendens. Davon die Ableitungen cocionator 
(isTußoXog II 368, 44, cocionatura (uzÖMQaßig II 369, 34 {contion. (isTucpQaaig XU 443, 71 u. 8., was 
schon Vulcanius verbessert hat) und vielleicht cociatri^^nd} neraßlyjux'^ II 116, 30 (so Scaliger, doch 
s. Götz im Generalindei*)). Aufserhalb der Glossen finde ich cocio noch Paul. Fest. p. 51, 3 in der 
Form codio, wofür die Alten cuäio gesagt hätten, Porf. Hör. sat. II, 3, 25, Schol. Ter. ed. Schlee 
p. 99 (cotiones, nur eine Hdschr. hat cotionarii) und in der stadtröm. Inschr. Henzen 7216 (Pacatianus 
cocio).^) Was die Schreibung anlangt, so findet sich in den älteren Glossen des 2. Bandes durchweg 
cocio geschrieben, wie in der Inschrift und bei Porf. in Kellers Hdschr., in den jüngeren des 3. und 
5. auch coctio, z. B. HI 201, 63 {coccio- 530, 2) wie bei Paul. Fest. 11. cc, worauf auch altfranz. 
cosson und ital. cozzone nach Gröber Arch. f. Lex. I 549 zurückgehen, s. auch Bugge, Altital. Stnd. 
p. 36; cotio bei Gell, und Schol. Ter., contio z. B. Gloss. 11 574, 9, wie concio bei Petron. Vgl. noch 
Du Gange, der cogciones aus den Capitul. Karls des Gr. und coccio aus dem Mon. Sangall. citiert. 

XV. *tuberosus: frons tuberosissima (Varr. r. r. campus t.). Not. Tir. 112, 12 (unter Krank- 
heiten) hiborosus nach tubor. Acr. Hör. sat. I 3, 73 gleich gibberosus von Personen; Schol. Ter. ed. 
Schlee p. 152 tuber: inflatum, pro tuberosum als Erklärung von Ter. Ad. II, 2, 37. Osb. p. 573 
fuberosus: inflatus et superbus, vgl. p. 589 s. v. tuberosus, was er überhaupt mit Vorliebe zur Erklärung 
verwendet. Vielleicht ist auch C. Gl. 11 202, 46 tuber<^osyus: TvXaSrjg zu lesen. 

XXII. *tricliniarches, nur noch inschriftl. nachgewiesen wie C. I. L. III 536, 13. VI 1884 
u. 8., abgekürzt iriclinarc. XI 3612 von der vulgären Nbf triclinum = griech. zQi7i,\ivov, die Prob. 
App. p. 198, 27 verwirft (in Glossen: 11 459, 14, in Inschr. Eph. ep. IV n. 737). Dafür tricliniarchus 
mit lat. Endung, wie stets trierarchus, Not. Bern. 20, 1. 

*cymbalistria, nur noch inschr. Orelli 2450, abgekürzt cymbalis. I. E. N. 6784. 

XXVn. *prasinatus. Vielleicht dasselbe Part, liegt vor in prasiata C. I. VII 72', s. Hübner. 

XXX. * bilychn is: nur noch inschr. Or. 3678 = C. I. X 114, an beiden Stellen in Ver- 
bindung mit lucerna = Si^v'^og; vgl. mittelalterl. bimyxae lucernae bei Du Gange und Marquardt, 
Privatalt. p. 644*. 

XXXI. *nivata aqua. C. Gl. IV 124, 48. V 226, 12 u. ö. nivata aqua ex nivibus facta. 
Dafür nivea aqua Mart. XII 17, 6. 

promulsidare (Ulp. im Plur. -ia). Vielleicht C. Gl. IV 378, 55 (daraus die Scaliger-Glosse 
V 607, 8) pransorium: protm(ls<(idyarium: so änderte Grävius (wegen -arium st. are s. unten zu cru- 
ralium S. 6); vgl. Osb. p. 472 promulsorium: pransorium, caenaculum. Sicher ergänzt ist das Wort 
C. I. X 1598 Ipr^omull^sidaria argentata IL 

*bisaccium „Doppelsack, Quersack", gebildet wie bisellium, bipalium u. a., vermutlich vulgär, 
fortlebend im Eomanischen, das auch bisaccus, bez. -um anzusetzen nötigt, s. Diez s. v. bisaccia und 
Du Gange s. v. blsaccus u. -ia (neugriech. diaaÜKKi). In den Glossen erscheint nur die feminine Form 
bisaccia == ital. bisaccia, viell. mit Anlehnung an die sinnverwandten Wörter pera, mantica, sarcina, 



1) Georges führt pannicularia als Neutr. Plur. und Fem. Sing. (sc. res) aus den Digesten an. Aufserdem 
s. Not. Tir. 95, 67 Schmitz pannoclarea = pannuclaria (wegen des u s. unten S. 45), Not. Bern. 55, 24 Schm. 
pannicularius. Die Abkürzung NEG. PANN. in einer Mainzer Inschrift im 1883er Nachtrag zu J. Beckers 
Katalog n. 50a kann also ebensogut negotiatores pannicularii als n. pannarit, wie dort geschehen, aufgelöst 
werden, zumal pannarius nur einmal bei Statins in der Form pamiaria „Geschenk an Tuch" vorkommt und 
die Vorliebe der späteren Zeit für Diminutiva grofs ist. 

2) ßcoii,o(p6Qos ist eine etymologisierende Übertragung, als wenn arillator von einem Diminutiv von 
arula stammte, so thöricht wie p. 21, 20 antruare: axriXivaai und 17, 38 andritare &v(SQiSia9ai , wo alle Ände- 
rungsversuche abzuweisen sind, und noch vieles andere in jenem Glossar. Dagegen weist iiptri^s deutlich auf 
eine auch in andern Glossen jenes Lexikons nachweisbare lateinische Vorlage: arillator: cocio, bez. coctio ; vgl. 
p. 321, 41 Ii/)?jr7)g coactuarius. Die 3. Erklärung ngayfiarsviT^e entspricht lat. negotiator genau. 

3) conperans cod. Cantabr. ; vgl. ital. comperare und comprare, den Ersatz für emere (vgl. jetzt Arch. f. 
Lex. XI 275) Cic. fam. XII, 26, 4 comprare im Med. 

4) Dagegen ist es bei coactio Plaut. Asin. 203, was Georges ohne Bedenken anführt, sehr zweifelhaft, 
ob es hierher gehört, s. z. B. Vahlen im Hermes XVII, 599. 

6) C. I. IV 2416 ist ciocio indiciert (s. Add.) und zweifelhaft, ob gleich cocio. 



BWPi^««!W"WiP!*"P9iWl"i»^^ --■^■■'■■'"'•- -'■',--^:-fT'\^ 



averta, bargila (Gl. V 220, 44 mmtica: b.) oder adjektivisch sc. pera, wie Götz ind. lect Jen. 1889/90 
p. IV annimmt. *) C. Gl. IV 402, 12 visaccia: sarcina, mantica'), welche Glosse Termutlich nicht 
original ist sondern durch Umstellung, wie oft in jenem Glossar, entstanden ist, s. p. 338, 50 sarcina: 
vis. mant, die ihrerseits wohl auf Vnlg. I Eeg. 17, 22 geht, wie sicher die Beichenaner Glosse bei 
Diez altrom. Gloss. n. 45 sarcina: bisatia. Aufserdem V 220, 44 mantica: visaccia (original?) und 
Acr, Hör. sat. I 6, 106 pera quam dicunt bistaciam (sie), s. Götz a. a. 0. 

^' *paronyc7iium griech. jttt^imvvj;/« ^ Neidnagel, lat. reduvia (Plin. n. h. öfter). C. Gl. III 311, 

15 nagovvxla paronychium, dagegen 206, 58 paronichia: panarictum d. i. panaridum, eine durch Meta- 
thesis der Konsonanten und Vokalassimilation entstandene Vulgärform, die von Georges aus Apul. herb. 
42 belegt ist und aufserdem im Schol. Gron. Cic. Rose. § 128 reduvia est venenum ex ungue, quod 
graecc panaridum didtur vorkommt, auch ins Romanische übergegangen ist, ital. panerecdo, prov. 
panaricis, frz. panaris u. s. w. (zur Endung -icium vgl. paronida im cod. L bei Petr.). Eine feminine 
Form paronychia, dem griech. Gebrauch entsprechend, findet sich bei Plin., wie man aus Georges und 
anderen Lex. schliefsen könnte, nicht, da dort das Neutr. PI. steht, wohl aber bei Marc. Emp. stets 
und wohl sonst noch, s. Helmreichs Index p. 401. 

' *subauratus, für das klassische auratus oder inauratus^) (Schol. luv. 7, 23 tabellae s.; 

Inschr. Or. 1126 = C. I. L. IX 333 ca. 370 n. Chr. statua eguestris s). In Glossen: III 366, 8 fg. 
camera: oQotpri, subaurata inoxQvaog. Aus statua subaurata hat sich die in Inscbr. des 4. Jhdts. häufige 
Phrase statuam sub auro locare entwickelt (C. I. VI 1764. 1736 u. ö.). 

XXXIII. sorbilis (Geis., Cael. Aur. ovum s., Col. dbi). C. Gl. III 315, 10 nach a>ov ovum: 
Qocprixov sorbile (II 428, 50). V 623, 36 sorbile ovum est ad sorbendum aptum. 

*repositorium in der Bedeutung „Tafelaufsatz" (Sen. ep., Plin. n. h.). C. Gl. III 321, 26 
rQane^oniva^ repostorium (dieselbe Form II 394, 41 naQu&Sfia repost. und Capit. Ant. Phil. 17, 4 codd.). 

XXXIV. *gustatorium, Tablett für das Vorgericht, die gustatio (Plin. ep.). C. Gl. II 36, 
48 gustatorium: yeväiiöiov, 262, 64 g. yEvaxQiov, III 368, 15 g. ycvaiiqQiov (vgl. II 36, 47 gustarium 
ßovxxtOfir}, von bu£ca), aber möglicherweise in andrer Bedeutung: GeiUfs zum Kosten, vgl. II 119, 16 
cupillum (= xvTtEllov?) ytvarQldiov. S. auch Funck Arch. f. Lex. VIII 385 über die Glossen sapo- 
ratorium: ysvaxQlg (doch auch ital. sapore ^ Vorgericht). Das Vorgericht selbst heifst gustatio bei 
Petr. 21. 31 und Hist. Apoll, p. 27, 5* Riese, vgl. Gl. V 523, 38 lentaculum = ientaculum: gustatio; 
bei Mart. gustus, bei späteren gustum nach der 2. Dekl. (s. unten S. 42), vgl. Gl. II 36, 39 gustus: 
ytviice, yuQiaiirj, was wohl = yuQiana (davon garismatium bei Cassiodorius) «=• yäqov ist, vgl. oben 
ßovxwOfii]. Gustatorium aufserdem, wie bei Petr. und Plin., noch Mart. XIV 87 im Lemma. 

XXXV. scriblita (ebenso c. 66, Plaut. Poen. prol. 43, Cato r. r., Mart.), ein opus pistorium von 
unbekannter Etymologie, insofern die gewöhnliche Ableitung von axQeßlog schwerlich haltbar ist und nur 
soviel wahrscheinlich ist, dafs die Endung (und wohl auch das ganze Wort wie placenta, copta, pthois 
== q>9oCg in den neu entdeckten Säkularinschriften) griechisch ist wie in den zahlreichen Backwerken 
auf -iirjg (auch mit aQiog verb.), z. B. xovÖQktjg, zrjyavirrig , ^vfiixrjg und die nur in Glossen erschei- 
nenden ivxvQkrig (== subitillum, s. u. p. 28 A. 4), onovrhrig, d. i. wohl anovSltrjg = libum III 315, 72, 
Ol ykevxtzai = mustei 256, 7. Die Glossen erklären II 180, 29 scriblita: iyx^^ovnlaKovg, d. i. lyxvro- 
jrAotxoßg wie xonTonXuKovg, xlovaxQonlaxovg bei Athen, oder iyxvxovg, nXaxove wie III 15, 36 iyxvxovg 
libus, 316, 2 i. sibitillus (s. u.). Ferner III 315, 73 xvqixtjg scrippita (vgl. Cato r. r. 78 = ind. 
c. 78 scriplita). Das stimmt zu dem Rezept zur scr. bei Cato r. r. und der Angabe des Kochkunstschrift- 
stellers Chrysipp von Teana bei Athen. 647 D: ix xvqoü de yivsxai nXaxovvrtjQa xaSe' iyxvxog, ffx^t- 



1) Dagegen ist sacda in der Gl. II, 429, 35 aäx-Kog haec saccia, Saccus viell. erst aus bisaccia gemacht. 

2) Es folgt die Glosse viscera: veno«, medullae, aus der sich erklärt, was Schmitz dunkel bUeb, wie 
im Casaeler Codex der Notae Tiron. 89, 95 zu viscera die Glosse sardna, mandica hat beigeschrieben 
werden können (die Glossen des Cassel. stammen meist aus dem 61. Abavus). 

3) Petr. 67 phaecasiae inauratae, vergoldete griech. Schuhe, wozu vgl. Ed. Diocl. IX, 22 inauratae, sc. 
soleae (im griech. Text ixixexi/vaoaiisvoiv), X 12 taurinae inauratae, Sen. ben, I 12, 1 socculus auratus, Tert. de 
idol. 8 Saccus tt haxa guotidie deaurantur. 



mMr~-*y~ '^^ -Tsj, fX 



ßXltrig, ttovßhvUog. Endlich Not. Tir. 109, 25 (unter Backwerken) scerbüiia mit vulgärer Epenthese, 
wie Plant. 1. c. scribüüa im cod. Camer., Afran. bei Non. p. 131, 27 scribilüario, beides vom Metrum 
nicht gerade empfohlen, während an den beiden Petronstellen die Überlieferung sogar doppelte Epen- 
these aufweist in sciribilita, welche Form aber von Buecheler mit Kecht nicht im Text zugelassen ist, 
zumal es an der ersteren Stelle in urbaner Rede steht; vgl. Götz, Plaut. Poen. p. XXVI. 

XXXVI. *inethodium, in der Litteratur nur hier, in Glossen vielleicht herzustellen II 366, 
26, wo iii^oöog hoc methodum überliefert ist, daraus übersetzt Gl. n. p. 587, 19 methodum: ccUculatio 
vel argumentum.^) Richtig erklärt Friedländer gegen Georges das Wort als „Täuschung" (bei Petr. 
handelt es sich um ein gelungenes Kochkunststück), welche Bedeutung (li&oSog und (is^oätla im 
Griechischen haben, indem er auf Suidas fie&odiov : fii^oSog, rixvri verweist. Dagegen sagt Hesychius 
lit966ioV 'finBtg ig>6diov, womit die Anwendung des Wortes im Marm. Oxon. übereinstimmt. Vgl. 
noch Not. Tir. 107, 54 fg. metodus, metodia, metodiarius mitten zwischen Bezeichnungen für Taschen- 
spieler und Gaukler, und C. Gl. V 524, 8 methodias : adinventiones vel versufias. 

*scissor (Trancheur =carptor bei Juvenal). Not. Tir. 82, 77 Schm. als Ableitung von scindo. 
Aufserdem eine Art Gladiatoren (I. R. N. 737 = C. I. IX 46G); Fulgent. p. 148, 20 von Moses: maris 
scissorem et dominum. 

XXXVII. saplutus = ^unXovrog (Herod., Eur.), praedivcs. VgL die Eigennamen Saplutius 

E as auf einem Mainzer Votivaltar (Jac. Becker, Katalog S. 117) und C. I. VIII 7219 Zaplutius, 

aufserdem Not. Tir. 96, 91 Schm. Zapluton, Sapluton. S statt Z nach der Sprache des gemeinen 
Lebens, bez. älterer Wiedergabe des griech. Lauts, wie Setus = Zethus C. I. I 1047, was Prise. C. 
Gr. L. I 534, 1 bestätigt (veteres Setum pro Zethum dicentes). 

XXXVIII. impropero (non impr. tibi). Oft in der Vulgata und älteren Bibelversionen und bei 
christlichen Autoren, s. Roensch, Itala S. 368 und coli. phil. 168, Thielmann im Arch. f Lex. Vlil 
244 u. 513. In Glossen: II 85, 57 inproperat 6vai6l^si, III 64, 6 fg. 6^yi09üg ovv ry "Hqu mvtiSiatv 
iratus ergo lunonem (!) improperavit, IV 69, 12 u. ö. exprobrat : improperat. Aufserdem C. Gr. L. IV 
567, 8 (auct. ine. de idiom. cas.) impropero tibi: Kutaanovöd^o) aoi == Charis. p. 293, 20 (ohne 
Übers.). Not. Tir. 57, 73* Schm. P. L. M. III 242 n. 35 (Baehrens). Italienisch improverare, franz. 
impr<^erer u. s. w. 

XXXIX. expud oratvLS (= unverschämt) in der Verbindung frontem expudoratam habere. 
Dazu bemerkt Friedländer 'nur hier, ital. spudorato'. Doch s. C. Gl. IV 339, 42 expuderatus^): in- 
pudicus (= GL Seal. V 597, 67, wo expudoratus). III 112, 23 fg. (coUoqu. Harl. = p. 641) cnnhg 
ravicc noUi, Kvaj^igxcne_ ipse isla fac, expuderate. Osb. p. 199 epudoratus : extra pudorem, inpudens, 
inverecu/ndus, 198 expudorius (T): impudicus, inverecundus, infrontuosus, irreverens, impudoratus. Letzteres 
bei Georges fehlende Wort in derselben Bedeutung bei Lueifer Caral. p. 142, 31 Hartel impuderatus^) 
pater vester diabolus, in andrer (= der sich nicht zu schämen braucht) bei Rönsch, Itala S. 142, wo 
nicht getrennt ist, und bei Bonnet, le latin de Gr6goire de Tours p. 131 A. 4; vgl. auch Du Gange 
und C. Gl. V 504, 31 inpudoratum : non- ervbescentem. übrigens läfst sieh noch eine dem expudoratus 
gleichartige vulgäre Bildung exfaciatus aus ital. sfacciato erschliefsen, worin fades = frons, pudor, wie 
Plin. n. h. praef. 4 perfricare faciem = pudorem deponere statt des gewöhnlichen p». frontem sagt.') 



1) Nach Götz ist methodum gleich -tts, wie so oft ähnliches. 

2) Dieselbe Schreibung in puderatus Gl. 11 690, 40, stuperatus V 169, 27 =attonitus, 393, 50 und IV 
571, 11 = stupefactus (vgl. IV 176, 19 cod. c), Honeratus C. I. L. VIII 9462 (daher in Hdschr. oft mit oneratus 
verwechselt, z. B. Petr. 50), coleratus Schol. Juv. X 27, oderatus Greg. Tur. patr. 17, 1 p. 729, 12 und Aeth. Ist. 
c. 59 (auch Cat. r. r. 107, 2 cod. Marc, nach Politian), alles nach Analogie von rechtmäfsigen Nebenformen 
wie sterceratm neben stercoratm (Hart. Cap. 3, 305 sterceratos agros veteres, non stercoratos dicebant, vgl. C. 
Gr. L. Vn 310, 4), awgeratus neben augüratxts (Prise), fülgerator (s. Schuchardt, Vocalism. des Vul^rlat. U 209 
und C. Gl. II 248, 48. III 82, 61 fulgero; V 316, 17 ominans: augerans). Ahnlich humerosus C. Gl. V 111, 23 (auch 
Folg. serm. 9, s. Faucker, Suppl. lex. lat.) nach facinerosus u. a. 

3) Körting im latein.-roman. Wörterbuch s. v. exfacio ('itaL nur das Part. Praet. sfcuxiato mit der 
Bedeutung „unverschämt, frech", welche Bedeutung aus der ursprünglichen nur schwer sich erklBxt') hat sich 
diese Erkenntnis verschlossen, da er bei der Erklärung von dem Verbum finitum exfaciare = prov. esfatsar, 
franz. effacer ausgeht, während er doch sonst im Punkte der Bedentungsentwicklung nicht ängstlich ist und 
oft unglaubliches zumutet. Ob übrigens unser in derber Sprache übliches „ausTerschämt", auf demselben 



— G — 

//' calciirosus (Col., Ulp., Pelag.). Gl. II 358, 17 Aorxttfftijs calc, daraus nach Löwe Gl. n. 

p. 571, 36 calcatiosus : spurul (angelsächs.). Bei Du Gange sind Belege fiir die Bedeutung callosus. 

arietillus, Ableitung von aries, bez. ariehüus (Osb. p. 20 arietulus : parvus aries), wie der 
Zusammenhang zeigt, nach der gew. Ansicht Stichname für Undankbare, vgl. über yiQiög F. Bechtel, 
die einstämmigen männl. Personennamen des Griechischen S. 65. Dieselbe Bildung viell. in der häufigen 
Glosse aretnium^) anntUn^aßov II 24, 33. III 88, 54 u. ö. Bei Col. 11 10, 20 steht nach Heinsius 
in einem Parisinus, nach frdl. Mitteilung von J. C. Schmitt auch im Sangerm. cicer arietiUum für das 
gewöhnliche c. arietinum (Plin. n. h., Petr. 35). Das Wort fehlt bei Georges. 

corrotundo, desgl. c. 76 (Sen. phil., Quint., Veget.). Gl. II 112, 2 conruhidat (sie) aiQoy- 
yvXoi; 439, 3 ßTQoyyvXi^co conrotimdo, rottmäo. Not. Tir. 45, 48. 

ohsonator (Plaut., Sen. phil.). Osb. p. 396 s. v. ohsonium. C. I. VI 6353. 6619 u. ö, (im 
kaiserl. Haushalt, 1. Jhdt.). Dazu Spart. Hadr. 17, 4. Mart. XIV 218 im Lemma. 

vcnenariits = Giftmischer (Suet., Tert.). Gl. II 205, 53 cpaQfiaxevg vencraritis (= III 162, 8, 
wo auch derselbe Fehler), daraus 596, 46 vcnenarms : veneficus; IV 295, 18 vcnefiats : venenarius, 
herharius. Not. Tir. 82, 50. Dazu Schol. Juv. III 44. C. I. VI 20905 (fem. venenaria). 

XL. *älicula, ein Kleidungsstück (Mari, Ulp.). Gl. IV 15, 6 allkula : genus vestis = 205, 
26 u. ö.; II 521, 28 allK^cuiya (so Götz s. v. allix): arixaQiv.^) Not. Tir. p. 97, 55* halicola zwischen 
semicindium und gausapum. Vel. Long. C. Gr. L. VII 68, 8 alicuJam existmant dictam, quod alas nolfs 
iniecia coniineat, wo aufserdem die Zusammenstellung des Wortes mit älica ähnlich wie in deüi Wort- 
spiel des Martial XII 81, 2, auch für die Schreibung mit einem l als die bessere spricht. 
'•'' *subsessor Auflaurer, hier von Jägern, sonst auch von Banditen (beide Sen.). Gl. II 594, 25 

subsessor: in insidiis sedens, III 309, 54 vnoKa&iaTrig siihsessor. Vgl. Serv. Aen. V 498 s. vocantur qui 
occisuri aliqtiem delitescunt{= C. Gl. Y 623,49), XI 268 qui in insidiis tanros interimunt, Schol. Luc. V 226 
s. dicuntur qui ad insidias collocantur. 

*cruralis, in der Verbindung fasciac crurales (wie Ulp. Dig. 34, 2, 25 § 4). Dasselbe ist Not. 
Tir. 79, 24 mit dem auch im MA. (s. Du C.) begegnenden Subst. cruralia bezeichnet, wovon der 
Sing. Gl. II 432, 56 OXEXööeafiog crurarimn, indem dort nach bekanntem Gesetz wohl cntralium zu 
lesen ist. Zum Sing. vgl. tihiale Paul. Dig. 49, 16, 14, laterale C. Gr. L. I 118, 34 neben lateralium 
C. Gl. II 466, 56 (vnofidaxaXov), wie denn gerade das Cyrillglossar viele junge Bildungen auf -alium 
st. -ale aufweist, s. Könsch coli. phil. 210, wo cruralium übersehen ist, ebenso auf -arium wie coJla- 
rium II 352, 18 = cottare 405, 22 u. ö. 

*toraUa (Varr., Hör., Lampr.). C. Gl. II 198, 50 tolare nsQixXiivov, wie auch bei Petr. Maria 
überl. ist, 199, 5 iorale nsQ., 595, 40 torale : pcctorale = IV 293, 16, wo der Glossator offenbar an 
tltorax gedacht hat. II 439, 15 aTQajivr] toral, III 323, 24 nsQixXivov thorale, 379, 4 tccqixXitqov 
torale; V 624, 29 toral sunt sedes clocarum (?) vel longa mappa, vgl. Isid. XIX 26, 6 torälia sunt 
longae perpetuaeque mappae. V 612, 32 terrale : genus vestis (637, 4 ternale). Not. Tir. 97, 29. Von 
Grammatikern wird oft torale wegen der Endung citiert, z. B. Charis. p. 60, 1. Serv. Aen. I 702; 
toralem segmentatum mit bekanntem Fehler steht Act. fr. Arv. p. CCXXV Henzen. 
/ XLI. matus, nach dem Zusammenhang vermutlich nicht = madidus „betrunken", auch aus 

sprachlichen Gründen schwerlich aus diesem entstanden (s. Gröber bei Friedländer), sondern „dumm, 
dämlich" wie im Eomanischen, ital. matto, s. Sittl, Arch. f. Lex. II 612, und als Participialbildung 
zu fassen (für madefactus) wie egretus = egressus Paul. Fest. p. 78, 4 (so Buecheler), falls es nicht 
überhaupt dem Stamme 7nad- fremd ist. Die Scaliger -Glosse unbekannter Provenienz C. 61. V 604, 
41 lehrt matum est humectutn est enwlUtum, infectum, und so fafst Salmasius Scr. h. Aug. p. 461 bei 

Bildungsgesetze beruht, wie expudoratus {ex privativ, wie in effrenatus neben infrenatus) kann zweifelhaft sein. 
Grimms eitleren aus Fleming „der ausverschämte Pan", und Weifslinger spricht in seiner Streitschrift „Frifs 
Vogel oder stirb" (Const. 1742) einmal von „auageschämtesten Erzspitzbuben". 

1) Die Verflüchtigung des i nach vorangegangener Jotacierung ist romanisch, vgl. ital. parete, frz. 
paroi. C I. L. VI 3714 paretes. Über aretillum selbst s. auch Stadler, Arch. X 91. 

2) D. i. anxdQiov mit der im Spätgriech. üblichen Ausstofsung des stammhaften o nach t, mit tunica 
erklärt C. Gl. II 438, 4, Dim. von azixv, das im Ed. Diocl. öfters vorkommt und auch latinisiert II 593, 62 
stica: tunica (Nettleship im Journal of Phil. XX 60 serica, verkehrt); V 391, 43 strica, 631, 40 stigu. Die Wörter sind 
in den lat. und griech. Lexicis nachzutragen. 



Cic. Att. XVI 13, 2 die Überl. via mala (bez. inata, malta), ohne Anklang gefunden zu haben (via 
mala wird allgemein nach Popma geschr.). Andrerseits heilst es dem ital. matto „thöricht" ent- 
sprechend V 568, 58 fatuus: stultus, sine sensu, vacuus, follis^), niattus (vgl. Du C. s. v. mattns). 
Zweifelhaft ist es, ob die oft überlieferte Glosse malus (oder mattus): Iristis, %. .B. cod. Vat. IV 114, 1 
hierher gehört; Warren nimmt Corruptel aus maestus an, nicht ohne Schein, da in den alten Teilen 
des cod. Vat. IV 116, 21 mestus : Iristis überliefert ist. 

XLin. recorrigo (Sen. phil., Tert., Grom., Ter. Scaur.), ein verstärktes corrigo. GL II 305, 
55 iTcavoq^m recorrigo, corrigo, emendo. Bei Späteren noch öfter, z. B. Cassiodor. de anim. 12, 
8. Forcell. 

oricularius = auricularius^ in der Bedeutung „Ohrenbläser", von Reinesius nach Glossen her- *-■'' 
gestellt aus dem überl. oracularius, das Buecheler im Text beläfst (weil möglicherweise eine volkstümliche 
Entstellung jener Form?). Die bilinguen Glossen hat Funck Phil. LIII 129 zusammengestellt; II 482, 
50 mraxovaz'qg auricularius (= III 165, 60 u. ö., auch auriculosus miuK. 179, 51, = a)raQ<^i^ag II 
482, 51), daraus ungenau, wie es scheint, übersetzt ist IV 312, 55 auricularius : auscuUator. Im 
guten Sinne steht das Wort Vulg. 2. Sam. 23, 23 fecit eum sibi David auricularinm a secreto (n^bg 
Tttf Kxottff aviov LXX), s. Rönsch It. 131 und anderes bei- Du Gange. 

linguosus „geschwätzig", ebenso c. 63 (Vulg., EccL, s. Rönsch It. 125. Arch. VIII 513. ''"^ 
Hier. ep. CVIII 20). Osb. p. 325 linguosus : loquax. Not. Tir. 58, 34. 

fruniscor (frunitus est quamdiu vixit; c. 44 ita meos fruniscar; Ib sie peculium tuum fru- 
niscaris), archaisch und vulgär für fruor, dessen ungebräuchliches Part, es ersetzt (Plaut., Nov., Lucil., 
Q. Meteil. Num., Commod.). Nur in reinlateinischen Glossen: IV 345, 14 fruniscitur : fruitur, inter- 
cipit {vel percipit Hildebr.), Z. 15 fruniscor : fruor, nanciscor; V 634, 44 frunitus : fructus non est 
latinum (vgl. Gell. XVII 2, 5); 312, 50 namcibiscitur potius fruniscitur, was wohl = nanciscitur : 
potitur, fr. Gl. Salom. fruniscor : vescor bei Loewe prodr. 326. AuTserdem in Inschtiften: C. I. IV 2953 
fruniscarus (= -rjs), V 7453 frunitus sexdecim annis castitate et amore tui, sowie zweimal auf metrischen 
Grabinschriften Afrikas: Vm 9519 nondum frunitus XVI annos deperit und suppl. 19606 brevUer 
frunitus anima {fruniti sunt in einer stadtröm. Inschr. Anth. lat. epigr. n. 190 von zweifelhafter Echt- 
heit, anderes s. bei Forc.-De Vit. und Du Gange). Endlich Tob. 3, 9 unum ex Ulis non es frunita 
im cod. Regln. Suec. bei Rönsch It. 326. 

pullarius, von Burmann aus puellarius hergestellt nach der Glosse pullarius : naiSe^aaii^g i^ ^ 
n 392, 6, über welche Näheres bei Friedländer (gegen Havet, Arch. I 194) zu ersehen ist. Vgl. noch 
wegen pullus Plac. C. Gl. V 37, 23. 37 = 95, 26 = 139, 5 fg. mit Fest. p. 244, 6. 245, 23. 

XLIV. esuritio nach einer wahrscheinlichen Konjektur Buechelers esurio (Cat., Mart., GelL). 
C. Gl. V 164, 28 aesuritio : fames, id est edendi cupiditas. Früher vermutete derselbe esurigo, das 
einmal bei Varro sat. Men. 521 (bei Non. p. 136) vorkommt und Analoga hat in scaturigo von sca- 
turio, scalpurigo, abligurigine : voracitate Gl. V 161, 6. 

stolata „Frau mit der Stola" (Vitr., Caligula bei Suet.). C. Gl. II 315, 34 iazolusfiivt] 
stolata; Prise. C. Gr. L. II 442, 1 a stola stolata. In Inschriften, bes. 3. u. 4. Jhdt., femina stolata 
als beigelegter Ehrentitel, z. B. C. I. L. III 5225, worüber s. Hübner comm. phil. in honorem Th. 
Mommseni p. 104 ff. und im Hermes XUI 425 ff. 

XLV. loripes „schlappfüfsig" (Plin. n. h., Juv.). C. Gl. II 332, 9 inavxonovg loripes; V ^""^ ^ 
572, 3 l.: tortis pedibus, 656, 7 loripedem : loreis pedibus hominem quem et antipodem (i. e. himant.) 
decimus, was sicher auf Juv. II 23 geht, wo man die Schollen sehe. Not. Tir. 99, 25. Zuerst bei 
Plaut. Poen. 510. 



1) Ebenfalls romanisch: frz. fou mit leicht begreiflicher Bedeutungsentwicklimg. Vgl. V 621, 24 
morio est follts, 599, 51 (Gl. Seal., aus L. Gl. V 202, 2 geschöpft) folonitia: vanitas, wo Vulcanius philo- 
nicia vermutet; Osb. p. 212 folinitia : v., wohl vom Adj. follinus. 

2) Nach bekanntem Vulgarismus: oricula, daher frz. oreiUe, aufser den von Georges Wortf. citierten 
Stellen (Trog, bei Plin. XI 276, Pest. p. 182 rustici dicunt ortculam) noch Cic. Qu. fr. II 13, 4 im Med., Auct. ad 
Herenn. IV 10, 14 nach der besten Überlieferung bei Marx im Text, C. Gl. II 139, 48 unter dem Buchst O, 
623, 43, oft in botan. Glossen, z. B. III 593, 28. 32. 615, 18, auch in der Form oricla, welche Prob. App. 198, 11 
getadelt wird {auris non oricla) und als Cognomen C. I. XII 5686 steht (III 74 Oricuia). Ebenso oricilla bei 
CatuU und oricularius bei Cels., s. Georges. 



\ \ 

\ 

■, 

— 8 — 

*centonarius (Fabrikant von centones, speziell von Lappendecken, die beim Fenerlöschen 
benutzt wurden): 0.61.111308,24 (= 525, 49) iievTQoavoQdipog: centronarius (griech. »ivT^env, lat. cento). 
Die von Georges citierte Inschrift eines vestiarius cmtonarius Orelli 4296 ist geftllscht, s. C. I. L. V 50. 
Dagegen käme noch der Titel eines Mimus des Laberias ^cmtonarius' (bei Non. p. 107) in Betracht, 
wo Bibbeck an die in Inschriften der Kaiserzeit begegnenden collegia fabrum et centonariorum er- 
innert (Feuerwehren, s. Friedländer Sittengesch. IIP 207). Beachtenswert ist jedoch Wölfflins Auf- 
fassung (Rh. M. 43, 308) cent. sc. mimus, wie mimus laserpiciarius Petr. 35 u. a., also ein Mimus, in 
dem ein cento eine Hauptrolle spielt.*) 

Hb er t US, ein Fechter, der schon rüde donatus wieder freiwillig auftritt: so erklärte zuerst 
richtig P. Meier, de gladiatiira (Diss. Bonn 1881) p. 48 n.; während die älteren Erklärer es von der 
manumissio statt der missio verstanden hatten. Derselbe zieht Gladiatoreninschriften mit den Ab- 
kürzungen LIB oder LIBR, auf griechischen Ihv (= iXiv&iqfoQdi) treffend heran. Orelli 2585. 6174. 

tertiarius, zuerst richtig erklärt von Meier a. a. 0. S. 51 als derjenige Fechter, der dem 
Sieger als Ersatzmann statt des besiegten oder gefallenen gegenübergestellt wird (suppositicius ge- 
nannt*) C. I. IV 1179 gladiatorum paria XXX et eo\rum'] supp\psiticios\\ Mart. V 24, 8). Dies wird 
bestätigt durch die von ihm übersehene, aber schon von Lipsius in seiner Schrift de gladiatura heran- 
gezogene Glosse n 320, 59 l'<pedQog tertiarius. Vgl. noch tertiarius = tertius Rönsch coli. phil. p. 170. 

amasiunculus, Dim. von amasio 'Buhle', als solches noch von Osb. p. 6 aufgeführt. Das Femin. 
(Petr. 75) weist CesareoS.16 aus einem mittelalterlichen Text nach. In Glossen nur amasius: II 566, 16. 
V615,25u.ö., desgl. in den Interlinear-Glossen des Pith. Juv. VII 69 u. IX 28 (ital. fem. amasia) ; vgl. Georges. 
j/ sestertiarius (homo und gladiator = keinen Sesterz wert). Nur noch C. Gl. V, 393, 61 fg. 

u. ö. sextertius : duo asses et dimidium, sestertiarius : qui illud erogaf, anders erklärt. Ferner Not. Tir. 
40, 86 hinter sestertium, vielleicht aus Glossen geflossen. 

XLVI. tonstririum = Barbierhandwerk, ebenso c. 64 (s. Friedländer; bei Georges steht noch 
die falsche Erklärung „Gesangkunst" von tovog). Funck Phil. LEI 128 verweist auf C. Gl. 111306,58 
(Rubrik 'de civitate') ■kovqwv tonstrinum, II 354, 24 xovpjov tonstrina, tonstrinum, tonsorium, wo das 
Wort also in der Bedeutung „Barbierstube" steht, und vergleicht sutririum, das Sen. ep. 90, 23 das 
Handwerk, C. Gl. III 306, 63 eyivziov sutrinum die Stube des Schusters bezeichnet, ähnlich unserem 
„Tischlerei". Was zunächst die Analogie von sutrinum betrifft, so steht es aufserdem 1. = „Schuster- 
stube" in der häufigen Glosse sutrinum : locus ubi suuntur oder consuuntur aliquae species (allgem. 
= Sachen, oft in Gl., vgl. meine Bemerkung Arch. f. Lex. X 512), z. B. V 246, 24; 2. „Schusterhand- 

1) Wenn aber Gell. XVI 7, 4 Laberius in Staminarüs mit einem Fragment citiert, so war der Titel 
höchst wahrscheinlich Staminariae (gegen das Mask. spricht der Inhalt des Fragments), wie auch Ritschi -opp. 
II 510 annimmt, = „Weberinnen". Denn wenn WölfFlin a. a. 0. einen Beleg für das Wort vermifst, so ver- 
weise ich auf C. Gl. II 187, 57 staminarius vriaxrig, 6 xbv OTruicova (es fehlt ein Particip), eine Glosse, die Rib- 
beck merkwürdigerweise auch in der neuesten Aufl. der lat. Eomikerfragmente entgangen ist, wie auch noch 
immer bei dem Titel einer Atellana des Novius Dapatici ein Fragezeichen steht ohne Erwähnung der Glosse 
Paul. Fest. p. 68 dapatice — dapaticum, welche die Überlieferung bei Non. p. 507 depaticis als gewöhnliche Inter- 
polation {de pathicis meinte der Schreiber) erweist gegen dapaticis p. 509. So fleifsig überhaupt Ribbeck die 
Glossen für seine Zwecke durchforscht hat, so ist doch noch manches nachzuholen. So wird jetzt, denk ich, 
die Überlieferung bei Non. p. 544 (Afran. 187') Idbelta lenis (lineas: vasi genus. Afranius Fratribus: labella 
Unis) gegen R.'s Koiyektur labella balineis geschützt durch C. Gl. II 268, 14 dt^afievri cisterna, locus, Unis (das 
letzte Wort fehlt im cod. Land, und in der ed. princ. des H. Stephanus) , wonach im Lemma wie im Citat lines 
zu lesen sein wird, das zu labella vortreiflich pafst, das seinerseits R. coroll. LXXI richtig deutet (auch Gl. lU 
325, 16 olniov labellum in dem Abschnitt 'de aeneis' und C. I. XIV 4190). Übrigens verteidigte schon Junius lenis 
unter Hinweis auf Irjvög, ebenso L. Müller. Zu praemiator Naev. 17 vgl. Gl. IV praef. XVIII ^roeminator; proemii 
atque praedae appetens, wo Loewe praemiator vermutet; zu v. 1 16 astratio vgl. Gl. II, 3, 7 ab astratura &n6 tijs ävaßoXm'^s 
(Heraldus ab Str., unnötig); zu dem überl. absedet Nov. 34 vgl. Gl. 114, 54 absidet &no}ia9s^tTai, fianfäv iext. u. a. 

2) Dagegen scheint mir das von Meier hierher gezogene coarmio (Dativ nach Mommsen) auf der Grab- 
schrift eines secutor namens Flamma, 'Delicatus coarmio merenti fecit^ C. I. X 7297 nicht hierher zu gehören. 
Ich vergleiche es mit dem avvoxlog noXvSfvjtrjg in der metrischen Gladiatoren-Grabschrift Eaibel epigr. 529 und 
erkläre einfach 'eiusdem armaturae', also als ein kameradschaftliches Verhältnis bezeichnend, ähnlich wie die 
Soldatenworte commanipularis, conturmalis, condecurio, conalaris in einer stadtrömischen Inschrift ann. inst. 1885 
p. 273 (statt coalaris wie modernes „Conabiturient"; vgl, cuneres = coheres C. I. VI 3282, conelectae im Amiat. 
Vulg. I Petr. 5, 13; comactor: argentarius V 279, 37, argentarius: yiofiänzaiQ II 19, 22, wo Scaliger xoäxTo^ ändern 
wollte; anderes habe ich zusammengestellt Arch. f. Lex. VI 276). 



werk" II 594, 56 suterinum (sie!): ars coriarii, tibersetzt aus 11 434, 26 Ckvtsivov (?) sutrinum nach 
exvtstov haec sutrina, Acr. Hör. s. I 3, 130 sutrinum exercerc (Porfyrio sutrinam), endlich last not 
least in der interessanten lex metalli Vipascensis als Überschrift eines Paragraphen sutrini sc. fruendi. 
Diese Urkunde, die gesetzliche Vorschriften für die Verwaltung eines römischen Bergwerks im südl. 
Portugal enthält (1876 gefunden), bietet in den Bestimmungen auch Belege für tonstrinutn in der 
bei Petron. geforderten Bedeutung. Ich kann es mir nicht versagen, den Hauptteil hierherzusetzen nach 
den Lesungen und Ergänzungen der Gelehrten, bes. von Hübner, Ephem. ep. ini65ff. und Mommsen 
bei Bruns, fontes iur. Rom. p. 247^: Tonstrini. Condudor frui debeto üa, ne alius in vfico metaüi 
inve territorisj eius tonsirinum quaestus causa faciat. Qui ifa tonstrinum fecerit, in sinfgulos ferra- 
mentorum usus * . J conducfori socio actorive eius d(are) d(ebeto) et ea ferramcnta commissa condudori 
sunto. [Excipiuntur servij-qui dominos aut conservos suos curaverinf}) Circitoribus , quos condudor 
[non miserit, tondendi ius ne esjto. — Nicht ersichtlich ist die Bedeutung von tonstrinum^) Not. Tir. 
95, 28 hinter tonsor, wie sutrinum 83, 61 hinter sutor und das ganz singulare unctrinum 80, 2 zwischen 
undor und unguentum (vgl. undorium). Endlich bietet eine weitere Analogie die gleichartige Bildung 
icxtrinum = Weberei, z. B. Suet. gr. 23, = Webstube C. Gl. H 333, 27 iGzeav textrinum u. ö.') 

XLVII. minutalia (Trimalchio sagt zu seinen Gästen: si quid plus venu [h. e. ventris 
exonerandi necessitas] omnia foris parata sunt: aqua, lasani et cetera minutalia). Sehr merkwürdig ist 
der Schlufs der Notiz in den glossae Aynardi C. Gl. V 621 , 26 minutal (mimital die Hdschr.) est 
speties pulmenti vel fragmen panis vel ligo vel speties indumenti vel illud quod ponitur in latrinis ad 
purgandum anum. Die Anwendung von minutal für ein Ragout, bez. Füllsel, und nur diese, ist be- 
kannt, erklärlich ist die Anwendung für einen Brocken Brod (so erklären die Cornutus-Scholien Juv. 
XIV 129 min. mit fragmen panis nach frdl. Mitt. von W. Hoehler; vgl. Osb. p. 364 minutal: frustum 
panis, quod et quadra dicitur), allenfalls auch für eine kleine Hacke oder ein kleines Kleidungsstück, 
alles nach der Etymologie des Worts, wie z. B. auch frz. menuaille kleines Geld, kleine Fische u. ä. 
bezeichnet, ital. minutaglia (s. S. 32 zu populus minutus). Ähnlich Tert. de an. 32 culices formicas 
iineas et hoc genus minutalia, dem Sinn nach = kleine Tiere, Marc. Emp. VHI 127 (Helmreich) 
clavos veteres minutos vel alia minutalia ferri vetusta, C. Gl. IH 217, 42 == 652 minutalia \,Enz6- 
67i€Qiia, ein Gemüse; anderes s. bei Burmann und Du Gange (m. = interanea im Test, porcelli und 
Eginh. ep. 23 m. atque interanea). Aber was soll man von der Erklärung illud quod ponitur etc. 
halten? Sollte minutal wirklich technischer Ausdruck für die bezeichneten Requisiten gewesen sein, 
so dafs cdera bei minutalia nach bekanntem griechischen Sprachgebrauch wie akXog stände? Oder ist 
die Bedeutung nur aus unsrer Petronstelle erschlossen?*) Ich fürchte sehr, dafs das letztere der Fall 
ist (vgl. unten neniae u. a.), so dafs wir also einen neuen interessanten Beleg für das Fortleben 

1) Vgl. Hör. ep. 1 1, 94 curatus inaequali tonsore „behandelt", ferramenta sind die Werkzeuge des Barbiers 
wie Mart. XIV, 36 im Lemma (cf. tonsoria) und Petr. 94, cirdtores Barbiergehülfen, die ,,auf Kundschaft gehen". 

2) Vgl. noch C. Gl. V 249, 36 tostrina: officina tonsor is, sie enim didmus textrinum a texendo et 
pistrinum a pistore et cetera talia, wo die beigezogenen Analogien vermuten lassen, dafs das Lemma ursprüng- 
lich tonstrinum lautete und die Endung durch die des folgenden Wortes TCrdrängt wurde. Bei den femininen 
Bildungen schwebt stets ein Begriff wie ars, taberna, officina vor, dagegen bei den Neutris opus oder artificium 
(falls nicht Übertragung von den Femin. stattfindet), wie sich ja auch Beispiele für die volleren Ausdrucks- 
weisen ars sutrina, taberna s. u. s. w. finden. 

3) Merkwürdig ist an der Petronstelle die Verbindung eines Abstr. mit einem Personalbegriff bei dem 
Verbum docere: destinavi illum, sagt Trimalchio von seinem Sohn, arlifidi (sie) docere, aut tonstreinum (über ei 
s. S. 10 A. 3) aut praeconem aut certe causidicum. Friedl. verweist mit Recht auf die entsprechende Konstr. 
von disco bei Mart. V 56, 9 discat citharoedus aut choraules. Ebenso heifst es Xen. mem. IV 4, 5 ISiSä^ato aiibv 
cytvtea und Dio Chrysost. 55 p. 283 E. £coyi.eäTrji natq mv i(jidv9ave U9o^6os r^v toü narQÖs ts jjvjjv, wie auch 
bei uns der gemeine Mann sagt: „er lernt Tischler, er studiert Lehrer". Der Grund des Wechsels der Kon- 
struktion bei Petr. liegt wohl darin, dafs für causidicus ein entsprechendes Substantiv noch nicht üblich war 
(erst spät finden sich Abstracta wie causidicatio , — dicina, — dicatus Gl. 11 277, 38 = Si)ioh>yia, advocatio, 
während für praeconem allerdings praeconium möglich war nach Analogie von praeeonium facere = das Grewerbe 
eines praeco ausüben bei Cic. und C. I. L. I 206, 1. 94 (lex lulia munic). 

4) Scheffer bemerkt: 'Per minutalia intellegit cum alia tum lignum cum adhaerente spongia, de qua 
Seneca ep. 70, 20 ibi lignum quod ad emundandu obscetui adhaerente spongia positum est, totum in gulam farsit 
et praeclusis faucibus spiritum elisit' (von einem zur Zeit Senecas zum Kampf mit wilden Tieren verurteilten 
Germanen, der sich auf einen Augenblick auf den bewuTsten Ort absentiert hatte). 

8 



— 10 — 

Petrons im Mittelalter gewännen. Ähnlich steht es mit der Tironischen Note 30, 83 minutalia in 
einer etymologischen Eeihe (minuit etc.). Rein adjektivisch ist Gl. IV 416, 17 minutalia : modica erklärt. 
anathymiasis (Blähung). Diesen offenbar medizinischen Ausdruck belegen die Lexika noch 
aus der Schrift des Arztes Th. Priscianus part. 11 1, 1. Aufserdem kommt in Betracht Not. Tir. 111, 77 
anathema sit, das auffällt zwischen lauter Krankheitsnamen; vorhergeht z. B. paralisis, menacholitus (sie!), 
es folgt phisis (= phthisis). Schon der alte Kopp vermutete daher unter Hinweis auf Petron, dafs es 
aus ursprünglichem anathymiasis^) interpoliert sei.*) Vgl. unten S. 30. 

*potiuncula (Suet.). Nur noch Not. Tir. 104, 65. 
malicorium^) (Geis., Plin.), noch Not. Tir. 99, 54 (malocorium). 

*petauristarius (Firm. math. VIII 15), noch Not. Tir. 107, 63 (petauristanus) , latinisiertes 
-*^ ««««(itfftijs wie propolarius Gl. V 576, 56 == nQonaXrig propola u. ä. 
V^^ neniae (Trimalchio prahlt: gallum gallinacium, pentkiacum et eiusmodi ncnias ruslici faciunt: 

mei coci etiam vitidos acno coctos solent facere). Höchst wahrscheinlich steht neniae hier in dem Sinne 
von nugae dummes Zeug, Scherze, Possen (Friedländer übersetzt ähnlich: „Bagatellen"), wie es ge- 
legentlich verwendet wird, s. Haupt opp. III 479 und Fulgent. p. 3, 11 Helm, wo in einer Hdschr. 
nugas übergeschrieben ist. C. Gl. V 313, 35 neniae : venares d. i. vanae res; 467, 48 nenias : super- 
flua loquadtates, fabulas inanes scii vilissimas res, 416, 21 nenias : mendacium; V 541, 8 nenias : res 
supervacuas; V 119, 43 neniae : dekramenta, scd proprie Carmen funebre; 510, 9 per nenias : per fabu- 
lationes vacuas; II 132, 19 naenia: caonla, wie ich für die unverständliche Überlieferung arovla ver- 
mute. So gebraucht das Wort Trimalchio schon c. 46, nachdem er erzählt hat, wie er sein Söhnchen 
von seiner Manie für die Vögel geheilt habe: invenit tarnen alias nenias et libentissime pingit. Und es 
ist wohl nicht Zufall, dafs in den exe. Charis. C. Gr. I 549, 19 hinter hae nugae, hae neniae Inirdtpioi 
das die alphabetische Ordnung unterbrechende hae leriae (pXvaqUti steht. Dagegen scheint das Wort 
von demjenigen, der es den Tironischen Noten einverleibt hat, anders verstanden worden zu sein, nach 
der ihm angewiesenen Stellung zu urteilen. Es findet sich nämlich tab. 103, 78 Schm. unter fast*) 
lauter Schweinernem in folgender Reihe:*) vulva^ offa, ojfola, offella, mesisida, suericulum, suis, porcus. 



1) anathymiasis schrieb man vulgär anathoemiasis oder anathem., wie sich in den Noten clepsedra, 
Euretice, Stremon u. a. finden, Petr. 40 careota wie Varr. r. r. II 1, 27 Keil; vgl. coloephium S. 19. Scbuchardt 
II 278 fi'. Schmitz, Beitr. S. 107. Dieselbe Erscheinung zeigen die Glossen in Schreibungen wie caleptra, pole- 
mitum, seuodus (etymologisierend mit congregatio setmm erklärt; vgl. WölflFlin zur Regula Bened. p. XI), wovon 
mhd. senet, noch heute im westtälischen Münsterland „Send" = Kirchweih. So erkläre ich mir das mlat. ledum 
oder liduna aus {ii)lvö{ov, vgl. C. Gl. V 602, 47 ledo: maris aestuatio {— Gab. 326), 446, 31 clidon: maior tem- 
pestas. Denn nur so erklärt sich zugleich die Nbf. liduna (aus Acc. nlvScova nach bekanntem Brauch). Die 
abenteuerlichen Etymologien früherer Gelehrten lese man bei Du Gange. 

2) Nach Schmitz, Beitr. S. 295 hat das anathema sit 'inter morborum nomina' seine Stelle gefunden 
weU der mit dem Anathem belegte als mit einem Übel der Seele behaftet angesehen sei. Das ist doch etwas 
gezwungen. Aufserdem findet sich eine gleichartige Interpolation biblischer Herkunft Not. Tir. 58, 86 ff. vor 
Tantalus, Ächeron in den Reihen e Sion, ex Sion etc., die, wie Schmitz S. 303 selbst- zugesteht, nach ursprüng- 
lichem Ixion, verdorbenem Exicm bez. Exsion eingeschwärzt sind. Auf ähnliche Weise, glaube ich, lassen 
sich noch andere scheinbar dem Zusammenhang widerstrebende Noten deuten. 

3) maleicorium cod. wie tonstreinum c. 46, rididei c. 57, alles in vulgärer Rede. Irrig nimmt Cesareo 
p. 38 eine Form ridicleus an, ebenso Lommatzsch-Segebade im lex. Petr. s. v. und praef. V. 

4) Nur huhula und attagina, das die Interpol. Attalicus u. s. w. veranlafst hat, gehören unter den all- 
gemeineren Begriff der Speise. Mesisiäa (Kopp mensalia) erklärt sich aus C. Gl. III 456, 45 misisidae (tiazvXai,, also 
ein ausgehöhltes, statt des Löffels gebrauchtes Stück Brod; es lehnt sich an o/fia = Stück Brod oder Fleisch an. 

5) Zur Erläuterung diene folgendes. Suericulum ist wohl Dimin. von dem folgenden suis, Gen. sueris 
nach Volks- .und altertümlicher Flexion wie cinis, cineris. Parcilia ist Weiterbildung von porcus, sonst nur aus 
den Arvalakten bekannt (s. Henzens Kommentar S. 22), ähnlich wie haedilia Hör. carm. I 17, 9 nach der imter 
andern von Buecheler im Ind. lect. Bonn. 1878 p. 23 vertretenen Auffassung, wofür er sich jetzt auch noch auf 
C. Gl. III 432, 37 fg. ifitpoe haedus, igiifiov haedilia berufen kann (eine andre abnorme Bildung ist haedu^: 
C. I. Vin 8247 aeduam Veneri, edum Mereurio). Zu truncus vgl. Verg. Mor. 57 durati sale terga suis trufwique, 
Cels. n 22 trunculi suum neben ungellae, C. Gl. II 202,42 trunculus: -noloßoe iyxtoXtoe (s. zu colaepium S. 19), Osb. 
p. 688. Zu lardaria vgl. Ahd. Glossen von Steinmeyer und Sievers III 303 lardare: fleishus und Du Gange. 
Ahnliche, z. T. vollere Reihen finden Interessenten in den Abschnitten 'de escis' C. Gl. 111 14. 183. 313, Varr. 
1. 1. V 110, Isid. or. XX 2, 24 ff.. Ed. Diocl. IV 1 ff . Beiläufig bemerkt, scheinen die in der letzten Stelle Z. 9 
erwähnten pemae Marsicae Anlafs gegeben haben zu der verbreiteten Meinung, dafs westfälische Schinken 



— 11 — 

porcUia, tnmcus, laredum, lardaria, bubula, perna, [Ättalus, Ättdlia, Ättalicus], attagina, nenia, tuma- 
tulum (= tomac., s. S. 49), fumatularius, ungula, ungella. Schmitz hat nicht verfehlt, auf die Petron- 
stelle aufmerksam zu machen. Noch wichtiger, dünkt mich, ist die Note für eine Stelle des Amob. 
adv. nat. Vil, 24 quid, inquam, sibi haec volunt : apexaones hirciae silieemia longavi? quae sunt nomina 
et farciminum genera, hirquino cUia sanguine, comminutis alia inculcata pulmonibus. quid taedae (ganz 
unbekannt), quid neniae, quid offae non vulgi sed quibus est nomen appellatioque penitae? (vgL Fest, 
p. 230 etiam nunc offa porcina cum cauda in cenis puris offa penita vocatur), wiederholt c. 25 a. E. 
nenias offasque penitas, wo zwar von grofsen Autoritäten an neniae gerüttelt worden ist — Scaliger 
wollte taeniae — , aber wohl mit Unrecht, auch im Hinblick auf die von den Verteidigern der Über- 
lieferung angezogene Stelle des Festus p. 159 quidam aiunt neniae ductum nomen ab extremi intestini 
vocäbulo. Übrigens haben die sog. Notae Bernenses nenia p. 46, 6 Schm. zwischen monodiarius und 
praeco, also in einem Zusammenhang, der der gewöhnlichen Anwendung des Wortes entspricht. 

commundo, nach einer wahrscheinlichen Vermutung von Heinsius für das überl. cum mun- 
datis (Col., Ulp., Jul. Obs.). C. 61. II 110, 32 commundat na&ai^Et, Ku^UQiibv noui u. ö., III 
158, 51 commundo tfapß, 52 commrmda aüqasov. Not. Tir. 101, 15 commundat hinter immundum. 
Dazu Fast. Herrn. III 9, 10 (tibertr.) und cod. Verc. Luc. 15, 8 commundat (ffcpof der Urtext) domum 
sowie Dig. XXXIV 2, 25, 10 bei Eönsch It. 184. 

empticius (Varr. r. r. von Sachen; gew. wie bei Petron') von Sklaven: Sen. rhet., Or. 2812 
= C. I. VI 8919). Gl. III 305, 3 uyoQuatog empticius hinter naiöiaxog servus; II 482, 16 avtjrog empti- 
cius u. a. ; in 254, 49 e. ciyoQcKSTog vom Brod (Ggs. 45 domesticus, vgl. Petr. 66 panem de suo sifc»); 
V 498, 39 e.: liberatus a servitio, 357, 32 (ags.); Not. Tir. 27, 11; Osb. p. 184 empticius: ad emen 
dum facilis. Dazu Vulg. Gen. 17, 12 u. ö. empt. im Ggs. zu vernaculus, woraus wohl die von WSlffliu 
Arch. V 430 citierten Stellen Augustins; Fulgent. p. 143, 13 Helm (e. fructus). 

L. nesapius (Nichtswisser, wie ne-queo, ne-scio, ne-fas, ne-frens, ne-volt n. a.). Friedländer 
citiei-t Terent. Scaurus de orthogr. C. Gr. L. VII 12, 4 nesapus, qui non sapU. Dies ist die kor- 
rektere Form, vgl. ftorisapus C. I. L. Vlll 211, 1. 90 = Anth. Lat. epigr. II 1552 Buech., bustirapus 
(Leichenfledderer), piscicapus, oviparus, tardigradus, praesagus, profugus u. a., selten — ius : satagius, 
frugiperdius, odiferius, domicurius neben viocurus. Auch die romanischen Wörter ital. saggio und savio, 
frz. sage setzen sapius, bez. säbiv,s voraus und beweisen den vulgären Charakter der Bildungen. 

statunculum, s. unten S. 43. 

miscellaneus, zuerst hier vorkommend (die Stelle fehlt bei Georg.) und zwar als Adj. wie 
Apul. met. in 2 (Subst. — anea bei luv. und Fest.). Vgl. C. Gl. V 223, 1 miscellaneum: commixtum, 
538, 17 u. ö. commisticium : miscellaneum. Gew. miscellus, cf. supervacaneus neben supervacuus. 

Lm. circitor, von Buecheler für das überlieferte circumitor mit Becht eingesetzt nach der 
konstanten Schreibung der Handschr. und Inschriften.*) Auch die Glossen kennen nur diese. Die 
Bedeutung ist vermutlich „Flurhüter" (Friedländer übersetzt „Nachtwächter") wie Priap. 17, 1, denn 
vorhergehen vilici (Gntsverwalter) und saltuarii (Oberförster). Man vergleiche die Reihe C. Gl. III 
27, 33 ff. unter der Rubrik 'de agricultura': ccyQov6(iog viUcus, ayQoq)vla^ saltuarius, xvxilfvr^s cir- 
citor, 200, 49 fg. oixov(5|ttOg villicus, &yQoq>vla^ circitor; II 403, 36 neQiodevT'^g circitor, histrator. 

baro von einem Athleten, c. 63 von einem Mann, den der Sprecher als Cappadocem, longum, 
valde audaculum et qui valebat: poterat bovem iratum tollere schildert. Die Entwicklungsgeschichte 



schon in der Eaiserzeit berühmt gewesen seien (s. z. B. Holtzmann, germ. Altert. S. 126, Kirchhoff, Schulgeographie 
§ 34, der ausdrücklich von „marsischen" Seh. spricht). Blümner bemerkt nichts zu der Stelle. Aber bei allen 
landsmännischen Gefühlen mufs ich doch gegen diese Auffassung aus historischen Gründen protestieren. Die 
Schinken der italischen Marsi bezeugt zum Überflufs noch Pers. III 75. 

1) Der Gegensatz ist daselbst domi natus, wozu vgl. C. Gl. II 55, 2 domi natus olnoytvi^s, 380, 21 
olnoysvrjg verna, vemus, vernacuius, domo natus, V 489, 1 vernaculus: mancipium domi natttm, Porf. Hör. ep. 
II 2, 6 verna: domi natus. OUoyevi^s, über das vgl. Dio Chrys. XV 457 xovg na^cc etpiei ysvvrfi'ivxas, ovg 
olnoysvels »ai-ovai und Lob. Phryn. 202 fg., wurde später in domigena übersetzt, s. Anecd. Helv. p. CXXXX 
bemaculus : domigena, Interlinearglosse des cod. Pith. zu Juv. IX 10 vernam : domigenam, Althochd. Gl. III 408 
und Du Gange. 

2) C. I. L. V 4100. 6784 u. ö. X 711 als militärische Charge wie Gl. III 209, 6; Aufseher bei Wasser- 
leitungen: V 8749. XIV 3649; noch anders in der lex. met. Vipasc, s. o. S. 9 A. 1. 

2* 



— 12 — 

dieses Imal (in der Form varo)'^) bei Lucilius, 4 mal bei Cicero, Imal bei Pers. vorkommenden 
Wortes endigt bekanntlich mit den mittelalterlichen Baronen. Aber Ursprung, Grundbedeutung und 
die einzelnen Stadien der Entwicklung bis ins Komanische hinein sind dunkel. Neuerdings hat Wölfflin, 
Arch. IX 13 und Müncb. Sitz. -Ber. 1894, 105 f. auf Grund eines reichen Materials als Grund- 
bedeutung 'corporis robore ferox' aufgestellt, was dann D. Eiccoboni in den atti del R. Istituto 
Veneto di scienze 1894/95 weiter ausgeführt hat. Die uns, vorzüglich in Glossen, erhaltenen Er- 
klärungen scheiden sich leicht in 3 Gruppen: 

I) larbo: jSdxTjiog Gl. II 28, 20, wonach Loewe Prodr. 57 die oft, z. B. IV 210, 20, über- 
lieferte Glosse laccrus : baro factus (h., fatuus vermutete Barth) erklärt und auf Suet. Aug. 87 hin- 
weist, wonach jener Kaiser haceolus für stultus^) gebraucht habe. Übereinstimmend III 440, 17 (3a- 
xrjXög barosus, welches rein glossematische^) Wort auch mit ßccvavdog (p. 334, 11) und aoßagog 
(178, 52 u. ö.) erklärt wird: beide griech. Wörter lassen sich vereinigen auf die Bedeutung „dumm- 
stolz" (II 255, 48 ßüvavßog adrogans, anderswo = ventosus), wozu andrerseits die Erklärung von 
ßaxriXos bei Suidas ^iyag (lev, avoTjrog di (auch == eunuchus, mollis, wie in der Litteratur, s. Lob. 
Phryn. 272) stimmen würde. 

II) baro: mercennarius II 569, 29 h. fttöS-toTog (iiiacoog cod., von Götz verbessert) III 478, 46. 
Isid. IX 4, 31 mercennarn...üdem et barones graeco nomine, quod sunt fortes in lahoribus, ßagvg mim 
dicitiir gravis, quod est fortis. Gl. V 592, 13 barones (bargines cod., corr. Loewe): fortes in hello. 
Osb. p. 269 hie hero, i. e. baro, unde heroicus, 275 lieros : baro, clconta, vgl. p. 69, wo baro von barrus 
= elephans abgel. wird quod alios homines praecellit. Ähnlich Schol. Pers. V 138*) barones vel va- 
rones dicuntur servi militum, qui utique stultissimi sunt, servi scilicet stultorum. 

III) baro: «vtj^ (a%riq cod.) II 27, 54, wozu man eine Stelle der lex Ripuaria vergleicht 
tarn baronem quam feminam, zusammengehalten mit der Thatsache, dafs in den pyrenäischen Sprachen 
das Wort vorwiegend in der Bedeutung „Mann" schlechthin oder „tüchtiger Mann" gebraucht wird 
und nur im Span, varone auch gleichzeitig als Adelsprädikat dient. 

Die Gruppen I) und II) zusammengenommen scheinen in der That für WölflFlins Erklärung 
zu sprechen, nur dafs ich lieber 'corporis robore stolide ferox' ansetzen würde, und lassen den Über- 
gang in die Bedeutung proceres, Vasallen, wie sie schon in den Kapitularien Karls des Kahlen er- 
scheint, verstehen. Gruppe III) zeigt eine ganz verallgemeinerte Bedeutung. Die juristische Litteratur 
s. Ind. zur lex Sal. ed. Bohrend, 2. Aufl. 1897. 

LVI. acetabulum. Bei der Lotterie gewinnt das Loos mit der Aufschrift argentum scele- 
ratum eine perna, super quam acctabula erant posita. Den schwachen Witz erklärte Buecheler in seiner 
gröfseren Ausgabe zuerst richtig Matinum vocabulum aneXiäog graecae simile elegit Trimalchio', wozu 
die Glosse HI 14, 46 cxsXlg perna und II 433, 2 anikog y^oiquov perna stimmen. Dafs die acetabula^) 



1) Vgl. Gl. IV 399, 43 varunculus : varro mit der Var. varuo, wie 313, 17 baruo : larunculus, 11,28,20 
barbo : ßä*Tilog. Daher wird die Bemerkung des AnonjTnua C. Gr. L. V 572, 17 barones dicendum, sicut Cicero 
ad Pansam entweder auf die Schreibung des Anlauts mit v oder auf die der Endung mit — wo gehen. 

2) Tribacelus ist nach einer plausiblen Konjektur Ribbecks (überl. ist tribasel(l)us) der Titel einer 
Komödie des Naevius. 

3) Nachträglich sehe ich, dafs Morcelli de stilo inscr. lat. p. 251 aus ßori die Inschrift eines Ringes 
BAROSE REGTE anführt, wo aber das Wort vielleicht appellativisch ist, vgl. C. I. VI 631 (Gladiatorenname) 
und De Vit. Gnom. 

4) Dafs die Worte lingua Gallorum vor barones, welche die Romanisten verführt haben, baro dem 
gallischen Latein zuzuweisen, von dem Herausgeber Pithoeus stammen, weist Wölfl'lin, Münch. Sitz. a. a. 0. nach. 

5) Eine ähnliche Bildung scheint in der Scaliger- Glosse V 591, 4 adfrutabulum : vasculum zu stecken, 
die, wie man jetzt sieht, aus den 'Glossae ab absens' geflossen ist, wo afrutabulum IV 405, 17 überliefert ist. 
In jener Glosse wollten frühere Gelehrte affutabulum unter Hinweis auf futis oder noch kühner acetabulum 
schreiben. Ich erkläre mir afrutabulum als ein Kochgeschirr für afrutum, eine Bildung von igigög (Isid. XX 
2, 29 'de escis': afratum quod Latine spumeum vocatur, vermutlich aus Anthim. c. 34, wo es dreimal vorkommt), 
über welches späte Wort Haupt opp. III 587 gehandelt hat. Wenn dieser sich für die Form afratum ent- 
scheidet, imter anderem durch den Hinweis auf spätgriech. &(pQ&zov, so ist doch zu beachten, dafs wenigstens 
bei Isidor auch afrutum und afructum überliefert ist. Man kann also wohl beides gelten lassen: afratum mit 
lat. Participendung, afrutum aus griech. &(pQ<ot6v (vgl. ceratum und cerotum xTipcorör, crocatum Cass. Fei. 35 
neben crocotum), viell. mit Anlehnung an defrutum. 



— 13 — 

von Silber waren wie die Salzfässer, bestätigen ebenfalls die Glossen, da sie im HI. Bande stets unter 
der Eubrik 'de argenteis' erscheinen p. 22, 49 (dlvßatpiov) u. a., nach der Beobachtung von Punck, 
Phil. LIII,127fg. 

collaris. Das mit cervical beschriebene Loos gewinnt eine offla collaris. Das singulare Adj. 
collaris wird glänzend bestätigt durch die Schulgespräche Ton Montpellier Gl. HI 287, 51fg. ^ 658, 17. 
doxa alvtjni xal trjv rqaxriUSa etc. date sinape et collarem („Halsstück"), s. Funck a. a. 0. Übrigens 
ist auch Apic. 287 das überl. in collari porcino, das Schuch wie oft gewaltthätig ändert, wohl so zu 
erklären (die vorhergehenden Worte et hoc sind vielleicht umzustellen und mit ihnen ein neuer Satz 
zu beginnen). 

canale et pedale: dem Gewinner werden lepus et solea gebracht. So hat Buecheler die 
Überlieferung canalem et pedalem richtig verbessert und erklärt 'res cani pedibusque aptas'. Canale: 
in konkreter Bedeutung, die doch die Analogieen anderer Losüberschriflen anzunehmen gebieten, findet 
sieh C. Gl. IH 467, 56 fg. canalis la^ää^a, canale^) §ei:9Q0v und in den sog. sententiae Varronis n. 91 
der Kieseschen Zählung, beidemal für canalis im gewöhnl. Sinne, bei Petron. nach Burmann für ca- 
nalis in der chirurgischen Bedeutung „ßöhre für das geschiente Bein" (Geis. VHI 10), wozu dann 
pedale gut passen würde in einer Bedeutung, die C. Gl. II 144, 19 gegeben ist, pedale noSiov = no- 
Silov „Socken um die Füfse". Anders wird p. freilich erklärt II 144, 18 = nodenfjunyBiov „Tuch zum 
Fufswaschen", ebenso Herm. Monac. HI 193, 33, wo der Ggs. letQSKudytov mappa vorhergeht. Was 
aber auch immer Trimalchio unter pedale verstand, jedenfalls scheint mir der Witz zu fehlen, wenn 
man, wie die Erklärer bei Burm. und dieser selbst, solea als „Sandale" fafst. Sollte nicht der Fisch 
gleichen Namens gemeint sein, der schon von Plaut. Gas. 495 zu einem Wortspiel benutzt ist? Auf 
diese Weise wären lepus et solea beide Efsbares.^) 

muscarium „Fliegenwedel" (Mart.). C. Gl. II 373, 52 (ivioaoßiov muscarium, daraus 587, 48 X 
m. : fldbellum. V 295, 44 flabellum : musc. Vgl. noch Du Gange. 

LVII. dignitossus. C. Gl. II 49, 38 digniiosus a^twftKuxo?, ital. dignitoso, s. Friedl. Dazu / 
G. Gl. V 409, 8 digniiosa: meodomlice (angelsächs.), was freilich vermutlich auf Aldhelm. laud. virg. 
c. 54 dignitosam innocentiae palmam geht, so dafs dignitosam mit Verdoppelung des folgenden m zu 
lesen wäre: denn dafs Aldhelm. in jenem Glossar benutzt ist, hat Schlutter nachgewiesen. Aufserdem 
citiert Roensch Itala p. 126 3 Stellen aus Past. Herm. lat., wo es Übersetzung von Ivdo^og ist, 
anderes Du Gange und Osb. p. 166 (Citat aus Jo. Chrysost.}. Was die Bildung selbst betrifft, so 
finden sich nur wenige Analogieen: das auch klassische calamitosus, das nachklass. amaritosus, infeli- 
cHosiiS (G. I. IX 1867), egestosus, bez. -uosus, desgl. tempestuosus, voluptuosus?) 

lacticulosus, von Schefifer aus laetic. hergestellt nach Glossen, die das Wort mit itJtoya/laxros 
erklären, jetzt im G. Gl. H 120, 33 (daraus übersetzt p. 585, 28 l.: lac desinens habere, vgl. Osb. p. 329 
l.: lac desiderans) und 361, 33, wo aufserdem eine sonst nicht nachweisbare Form lacticularius steht. 
Deutlicher als diese Glossen reden die jetzt erst bekannt gewordenen des HI. Bds. unter der Rubrik 



1) Unklar ist canale in der Glosse caupilus : scapha, canale, loceUum V 176, 25 (viell. = theca can- 
narum als Erkl. zu loa.; vgl. zu locellus S. 27). Ahd. Gl. III 444 bez. canal ein Hundehaus. 

2) Darf man für die folgende Losaufschrift porri et persica, denen flagellum it culter als Geschenk 
entsprechen, auf C. Gl. 11 562, 48 üa^&iTibv (laxcilqiov cuHellum verweisen? Plin. n. h. XXXIV, 145 stellt das 
Parthische Eisen gleich nach dem Serischen. Vgl. die cultri Norico ferro Petr. 70 und cultelli e Bithynia ad- 
vecti Varr. sat. 197. Wenn übrigens E. Lommatzsch, quaest. Juv. in den Suppl. der Neuen Jahrb. XXI 409 mit 
Friedl. obige Glosse auf Juv. II 169 bezieht, so steht dem entgegen, dafs sich im II. Bande der Glossen keinerlei 
Anzeichen von Glossierung Juvenals, abgesehen von Philox. -Glossen, finden. 

3) Noch wenig beachtet sind die Bildungen auf -osus von griech. Wörtern, wie C. Gl. III 331, 64 
charitosus : fixdQiaroe, was sich C. I. IX 3482 von einem jung gestorbenen Knaben findet, X 2177 cliaritiosus (andres 
bei Du C). Ebenso chrematiosus : pecuniosus im Liber Gloss. bei Loewe gl. nom. p. 164, proscariose : affabiliter 
vel iucunde, cari enim graece gratia dicitur C. Gl. V 324, 61. So im älteren Latein cnephosvis, bez. gn. bei Paul. 
Fest. p. 61 und 95 von ytvecpas, zu geschweigen von stigmosvs u. a., da Stigma völlig latinisiert war (Petr. 45 
Acc. stigmam): das Wort findet sich aufser Petr. 109 und M. Regulus bei Plin. ep. I 5, 2 noch in den Veroneser 
Vergilscholien zu Aen. IV 146 (= tättowiert) und in einem noch späteren Texte Arch. IV 444, dafür stigmatosus 
Osb. p. 564 (vulneribus plenus erkL). Freilich findet sich z. B. acharis und eucharis Vulg. eccles. 20, 21. 6, 5. 
ersteree erscheint völlig latinisiert in dem Adverb, achariter, s. Archiv IV 600 und vgl. Körting s. v. acharis 
über Toblers Etymologie von acaridtre, die mir nicht so unmöglich dünkt. 



— 14 — 

*de moribns humanis': iiaiiii69^s7tTog lacticulosus p. 179, 40 u. 251, 65, s. Funck, Phil. LIII, 128, 
auch über fiafi/ii. = Muttersöhnchen. Zur Bildung vgl. somniculosus, meticulosus, siüculosus u. a. 

sevir, sonst nur aus Inschr. bekannt. Not. Tir. 36, 80 sexviri in einer Aufzählung von 
Ämtern und Würden. C. Gl. V 513, 48 sevir quasi sevus vir (!). Desgl. seviratus (c. 71) sonst nur 
inschriftlich, z. B. C. I. II 1934. 

LVIII. besalis, s. unten S. 43. 

LIX. Homeristae, in der Litteratur nur hier erwähnt, wo es parodistische Darsteller von 
Scenen aus dem trojanischen Sagenkreise sind. Friedländer waren noch die Glossen des III. Bandes 
nicht bekannt, welche Homeristae in dem Abschnitt quae in theatro aufzählen, z. B. p. 240, 7 : h(ii\qKirul 
Homeristae vor xwftojdoff comoedus, r^ymöog tragoedus, weniger passend wie scheint p. 172, 46 zwischen 
Seiltänzern, Ballspielern einerseits und Spielleuten andererseits. Aufserdem in der leider gegen den 
Schlufs hin verdorbenen Glosse II 22, 40 Atellani anrivMol, ccQxaioXoyoi, ßiokoyoi, a>g öi Oßoidiog^) 
ojirjQißtriv Srycoi vvjropot. In der älteren Bedeutung = ^ail>adol steht H. bei Diomedes C. Gr. L. I 484, 15 
und Athenaens XIV p. 620 B, der hinzufügt: rovg de vvv 'OjirjQiarag 6vona^oft,ivovg n^Snog elg ru 
&icaQa naqriyccyf JrjfirirQiog 6 OaXriQCvg. 

LX. Lucrio: aiebat autem unum (sc. lamm bullatomm) Ccrdonem, alterum Felicionem, tertium 
Lucrionem vocari. Überliefert ist lueronem, von Reinesius verbessert. Vgl. Paul. Fest. p. 56, 14 cer- 
copa Graeci appellant lucrari undique cvpientem, quasi xigöava, quem nos quoque lucrionem vocamus. 
C. Gl. V 309, 14 lucar : venerator avarus, was viell. lucrio (oder lucrator?) fenerator a. zu emendieren 
ist. Als Cognomen auf einem der Schrift nach alten Grabstein C. I. 11 3501 M. Maestri Lucrionis 
verna annorum XXI, desgl. in Pompeji C. I. IV 2267 (3202 AxwqIcov) und anderswo, auch als 
Sklavennamen, s. De Vit Onom. Ob bei Plautus Mil. III, 2 in der Scenenüberschrift Lurcio oder 
Lucrio, letzteres überliefert, ersteres von Fleckeisen vorgeschlagen, desgl. v. 29, wo uocio in den Hdsch., 
ist zweifelhaft; vgl. Haupt opp. II 138. Felicia (auch noch c. 67), wofür Heinsius unrichtig Fil. 
schreiben wollte, findet sich als Eigenname unter anderem zweimal in Pompeji: C. I. IV 3163 fg. und 
Bull. d. Inst. 1878 p. 234 F. lupinarius; andres s. bei De Vit. 

LXI. agino, in der Litteratur nur hier vorkommend in asyndetischer Zusammenstellung mit 
dem Verbum ago desselben Stammes*) {cgi aginavi quem ad modum ad illam pervenirem) haben frühere 
Gelehrte verkannt und daher zu den verschiedensten Änderungen gegriffen, s. jetzt Friedländer und 
Buecheler daselbst. Agina, Wage oder Teil derselben, dann aginare für die Thätigkeit des Krämers 
(aginatorem : negotiaiarem [actus] Plac. C. Gl. V 7, 4 = 45, 27; aginatores : qui parvo lucro moventur 
Paul. Fest. 10, 3). C. Gl. II 11, 34 aginat: öiangdaactat, ar^icpsi, (itixavärai, Z. 41 aginare 6rQttTevEa9ai 
und 42 aginat etQartvii, wo Seal. TQctxteveß&ai^), bez. -evn vermutet. IV 13, 19 u. ö. aginantes : ex- 
plicantes; 480, 38 u. ö. aginari (so Vossius für das überl. acinari; Casaubonus apinari): tricari, in 
parvo morari, V 560, 31 aginatus : qui agit aliquid, id est negotiator, wo Götz aginator vermutet, voll- 
ständiger 438, 9, wo nach negotialur (sie) noch aiit tricator, moraior, vacuus steht. Mittellateinisch ist 
aginare in der erweiterten Bedeutung festinare, s. Scheler, Anh. zu Diez Et. W. p. 1. Vgl. noch 
Loewe prodr. 427. Buecheler, Rh. M. XXXVII 518. Rönsch coli. phil. 235*) („die am Stamme durch 
-in- erweiterten lat. Verben"). 

1) Ältere Kritiker wollten ä Aoißiog korrigieren unter Hinweis auf Liv. VU 2, 12, andere den Namen 
Ovids darin erkennen, wozu man die Schreibung Oboedius C. Gr. L. VI 481, 21 und 482, 1, die wohl aus Obydius 
hervorgegangen ist (vgl. oben S. 10 A. 1) vergleichen und die Glosse unter die Fragmente Ovids bei Baehrens 
frgt. poet. lat. p. 350 setzen könnte (ebenda vermisse ich Aneed. Helv. p. CLXXVI Ovidius Naso: agnoscit Pali- 
mirum et ibi solatur elisam = Elissatii). Aber es kann auch der Name eines Grammatikers wie Orbilius, Opüius 
darin stecken. Sr^xoi ist viell. ÄTjlor, als wenn, wie auch sonst (vgl. S. 3 A. 2) erwiesen, die Glosse aus dem Lat. 
übersetzt wäre, 'ut vero 0., Homeristam significat'. i;«;fopoi ist möglicherweise verdorbenes Interpretament zu 
der folgenden Glosse atroces deivoi, av^'ntöroi, etwa aixftrjQoi oder IvyQoi? Oder &vtv xoqov? 

2) Vgl. Wölfflins Schrift über allitter. Verbind, im Lat. und Lobeck zu Soph. Ai. 145 ed. II {at^oßsiv 
xal dTQc'qpttv 'drehen und wenden' u. ä.). 

3) Spätgriech. Verbum vom lat. tracto. Hesych. tQanxtvsi: iirjxiiv&Tai. S. Steph. thea. 

3) Ebd. führt B. alipino an, das er durch Konjektur aus der Glosse II 426, 35 nttgib alipinno ge 
winnt und auf alip-es zurückführt; vielmehr dürfte alo, pinno zu lesen sein, vgl. 111486,66 pino mtgü, roman. 
impennare, bei Dracont. pennari. Desgl. ist in der vorhergehenden Glosse, die E. nicht zu erklären weif«, 
nttQvaatTai frontinet zu schreiben: wt. fritinnit o. ä., vgl. Non. p. 7 fritinnire est sussilire cum sono. 



— 15 — 

muttio „mucksen", meist mit Negation nnd von Menschen gebrancht (Enn. Plaut Ter.; von 
Hunden Vulg.), im Eomanischen erhalten: sard. mutire = rufen u. a. C. Gl. IT 266, 20 y^f« mut- 
tio; V 524, 5 muttire: loqui (== Paul. Fest. p. 144, 9), 467, 22 m.: leniter loqui, 225, 3 muttü: gamtit 
(umgekehrt 204, 31); 663, 19 nee muttire potest; IV 405, 43 amusus: tacüus, non rmUiens^) («ftovffo?!), 
vgl. V 520, 14 amussim taeite loqui, quod mutire inier dum dicitur == Paul. Fest. p. 6, 10 {amussis von 
mussare abgeleitet!). Dazu Lucil. 534 L. Pers. I 119. Vulg. Jos. 10, 21. 

LXn. scruta = Gerumpel, Trödelwaaren (Lucil., Hör.). C. Gl. 11 180, 35 scrvUa y^tj 
(daraus 592, 52 scruta :vilia mercimonia)^ umgekehrt 265, 25. Schol. Acr. Hör. ep. 1, 7, 65 qtMS alii 
grutas vocant {alii 'scruta est fractum müium'), wonach Roensch in Rom. Forsch, m 372 grtUa als 
Grundwort für ital. gruzzo, „Haufen zusammengetragener Dinge" aufstellt gegen Diez' Ableitung von 
ahd. gruzzi „Grütze". Vgl. Götz comment WölflFlin p. 129 flF. über scruta nebst Ableitungen, vde scru- 
tarius u. a. Aufserdem ist bei Georges nachzutragen: scruta vendentes Vulg. 2 Esdr. 3, 40 und 
3 Regg. 10, 15. 

versipdlis in der seltenen Bedeutung „Werwolf" (Plin. mai., Apul.). Vgl. C. Gl. n 207, 7 
versipelUo ^«fMKt't^wi' »<«i Xvuccv&QcaTtog, daraus 11 596, 56 v. : qui interdum homo. 

LXnr. ipsimus bez. ipsuma, von Buecheler zuerst erkannt in den Corroptelen ipim mostri = 
ipsimi nostri (wie c. 75, wo das erklärende Glossem domini eingedrungen ist, und 76) und c. 69 ipsum 
ammeam = ipsumam meam (wie c. 75, wo dominae Glossem). Friedländer „die nach Art der Super- 
lative (amdrarog^) gebildete vulgäre Form ist entstanden aus der Gewohnheit der Sklaven, den Herrn 
und die Herrin ipse, ipsa zu nennen (z. B. c. 29 barbam ipsius); vgl. Riese- zu CatuU. 3, 7. [C. Gl. 
V 535, 20 ipsa : domina, 571, 22 ipse nomen honoris est (vgl. C. Gr. L. VQ 119, 5 ipse pronomen 
dignitatis est, iste abiectionis, Serv. Verg. A. VII 92), daher denn auch ipse aviog, ipsa «vtij HI 375, 32 
in einem Abschnitt über Verwandtschaftsnamen u. ä. figuriert]. Die Form ipsimus als eine vulgär- 
lateinische setzen die roman. Wörter alt&z. medesme, ital. medesimo — aus met ipsimus^) voraus; Gröber, 
Archiv III 269 f." So viel ich sehe, ist ipsimus in Glossen und auch sonst noch nicht nachgewiesen. 
Denn wenn der kuriose, der Merowinger Zeit angehörige sog. Aethicus Ister p. 63, 23 (ed. Wuttke) aus 
einem fingierten Philosophen die Worte citiert: a latice clima secreta aUegatus infantia prius a doria 
(liefs adoria), quin per ipsima Ärgivi exsultant se fore taniia (?) adulescentia, so möchte ich nicht mit 
dem Herausgeber einen Beleg für ipsimus darin erkennen oder einen durch Abkürzung entstandenen 
Abschreiberfehler für ipsissima, sondern eher glauben, dafs peripsima, nicht per i, gemeint ist und 
dieses Wort wie anderes*) von ihm aus den Glossen geschöpft ist, wo es eben in der Schreibung 
peripsima {= nsQiiprifia, vgl. unten S. 20) häufig erscheint, z. B. V 630, 34 p. : purgamenta tota (= om- 
nia. frz. tout) vel media planta pedis, noch öfter in der Form perissima, s. Landgraf, Arch. IX 412. 
Dagegen verdient, was die alte Superlativbildung ipsimus anlangt, die öfters, aber unverdorben nur 
C. Gl. V 179, 17 clarimum : clarissimum überlieferte Glosse herangezogen zu werden (man vergleicht 
purime tciinero bei Paul. Fest. p. 252 und bruma aus brevima) und wohl auch Gl. II 86, 9 inpurimum 
Sixd&aQrov {purimi salis Konj. von Schuch für plurimi s. bei Apic. 271; zweifelhaft ist auch pulcrimus 
Not. Tir. 70, 75 und crassimus Osb. 101). 



1) Die Schreibung mit t wie bei Petr. und sonst gelegentlich, wie Plant. Pers. 827, doch vgl. muUum 
(frz. mot) C. Gl. II 132, 2 muttum y^v, Schol. Pers. 1 119 dicimus 'muttum nulluni' id est nullum emiseris verbum, 
wo die Ellipse doch nicht anstöfsig ist (mut tu L. Müller zu Lucil. p. 201); anderes aus dem späten u. Mittel- 
latein 8. bei Forc. und Du C. Ähüich hittus cpcovi) kvvÖs n 69, 2 von hittio: l%vtv(D III 483, 23. 

2) ipsissimus bei Plaut, und Afran. 

3) Vermutlich hat sich das met vom Pron. zuerst losgelöst in Verbindungen wie memet ipsum = me 
metipsum, moi-meme. Dann sagte man auch per suum corpus metipsum u. ä., s. Du C. und Forc. 

4) Nachweise bei Götz, Ber. der Sachs. Ges. d. Wiss. 1896 S. 71 So läfst sich noch manches aus 
Glossen erklären, woran Wuttke geändert hat, z. B. p. 66, 23 torus et stefadium (W. p. CXV A. stefanium= OTtqiä- 
riov) nach C. Gl. V 249, 33 toris : stefadiis, was vulgär für stibadiis ist. Ebenso wollte Haase stefanium ändern bei 
Greg. Tur. de cursu stell. 21 haec stellae symma (= aty^a) , id est stefadium vocantur a quibusdam. Überhaupt 
ist die Ausgabe W.'s heute ganz imzureichend wie mir eine flüchtige Lektüre gezeigt hat. collium hirmo c. 59 
ist richtig (W. hirculo!): es ist griech. ttQii6s = „Reihe, Kette" (hirmus als grammatischer terminns Serv. Verg. 
Aen. VI 703. C. Gr. L. IV 398, 30 zu vgl. mit Isid. I 35, 18). Die Worte quia nisi Dominus adiuvassit me . . . 
anima mea sind biblisch: Vulg. Psalm. 118, 87. 



— 16 — 

LXIV. canturlrc, hier wie Paul. Fest. p. 68, 16 (s. v. dagnades) nicht wesentlich vom 
Stammverbum verschieden, wie Friedländer richtig urteilt.^) Sonst: C. Gl. II 97, 17 canturit ipi&v- 
qI^h, Not. Tir. 107, 41 canturit nach canit, cantus. 

camella „Napf, Schüssel", wohl schwerlich Dimin. von camera, wie die Lexika und mittelalt. 
Grammatiker (s. u.) behaupten. In der Litteratur nur Laber. bei Gell. XVI 7, 9 und Ovid. Dazu: 
C. I. IV 2030 rasa in camella, Ed. Diocl. XV 51 na^rjXa (Pollux X 110 xtt(ieXla unter Kochgefäfsen), 
Anecd. Helv. p. 96, 3 gamella unter weibl. Dimin. der 1. Decl., wonach ich vermute, dafs Ter. Scaurus C. 
Gr. VII 14, 9 geschrieben hat: c. cognationem habet cum g, et ideo diu dicunt gaunacen'^), älii caunacen, 
item camellam gamellam, wo Keil mit der besten Überlieferung camellum gamellum setzt. Bei 
letzterer Lesart wäre von Erweichung des c in dem Tiernamen camelus, der vulgär mit II geschrieben 
wurde'), die Eede, wovon sonst aber nichts bekannt ist. Dagegen weist das romanische a.xxi gamella, 
frz. gamclle, sp. und portg. gamella. Ob camcllenses, eine Gegend in Eom nach einer Inschr. Bull, 
comm. 1892, 348 damit zusammenhängt, ist zweifelhaft. 

LXV. * matte a = ^luzzva (s. Georg.), von Friedl. richtig als Delikatesse erklärt, die erst gereicht 
wurde, wenn nach Beendigung der cena eine längere Pause eingetreten war und die Efslust von neuem 
erwacht sein konnte. Bei Trimalchio scheinen auch Austern, Muscheln und Schnecken dazu zu ge- 
hören. Der Begriff m. ist ein allgemeiner. C. Gl. III 14, 54 finden wir es nach Aufzählung von 
Wurstarten (lucanica, botellus): nsQitpo^ü^^ mattia, es folgt lyxi(paXog cerebellus^), ebenso 314, 52 und 
H7, 43, nur dafs an letzterer Stelle das Dimin. matiola steht, wie auch IV 120, 1 und V 466, 9 
in der von Landgraf dem Sinne nach") richtig hergestellten Glosse matteoUs : haec non manditur sed 
absorheiur, quod vulgo glutto <^sorbercy dicitur, womit man Friedländers Bern, vergleiche. In der 
Placidus-Glosse V 83, 17 matia (var. mathia): intestitiae'') quae sordes emittunt, unde matiarii dicuntur 
qiii cadem tractani ac vendunt = 115, 46 (verdorbener p. 32, 7) läfst die Erklärung an eine in späterer 
Zeit stattgefundene Beschränkung des Begriffs denken. Denn dafs mattea einen Tierdarm bezeichne, 
ist sonst nicht nachweisbar (doch s. Nachträge). Übrigens vergleiche man damit auch die Stellung 
des Wortes in den bilinguen Glossen. 

lapidar ius Subst. „Steinmetz" (ülp., Vulg., Inschr.). C. Gl. 11 121, 10 = Aarofioj, 360, 51 
== Xi&aarijg, 1. 62 ki9onQi<srrjg, 585, 35 = cimentarius (^= cacm?). III 271, 14 XiQo^öog. Auch Firm. math. 
III 5, 23. C. L L. m 1777. VI 9502. XH 732 u. ö. 



( 



1) Zu den von Wölfflin, Arcb. I 414 als nicht desiderativen Verben auf urio , bez. urrio behandelten 
kommen aus den Glossen noch flagurrit : cpegci II 72, 34, wo Vulcanius richtig cpHyti korrigiert, aber unnötig 
Haijrat, und vagurrit : per otium vagatur, QifißiTcci oder vagurrit : otio deperit, vagatur, beides öfter überliefert, 
s. Loewe prodr. 96, A. 1. 

2) In der Litteratur nur bei Varro 1. 1. V 167 in der durch die Überlieferung angezeigten Form gau- 
nacum aus gr. xauraxijs oder sp. yatij'. (s. Steph. thes.). Dazu Gl. IV 346, 11 gaunaca : gausapa, was entw. 
Fem. Sing, oder Neutr. PI. ist, Not. Tir. 97, 5 gauiiajmm nach gausapum, wo brambach, Neugestaltung der 
lat. Orth. S. 213 und Schmitz 'gaunacum\ Not. Bern. 65, 91 galnapum, Isid. XIX 26, 2 in dem Abschnitt 'de 
stratu et reliquis quae in usu habentur' galnapis (oder — es), wie auch Isid. regula monach. 13, 1 galnabis steht, 
desgl. galnape in mittelalt. Urkunden s. Du C. (mit umgekehrter Erscheinung von cauculns = calculus, fr. chaud 
= caldus). Constant ist also g im Anlaut, die Formen auf — apum bez. — ape aber scheinen auf einer Ver- 
quickung der Synonyma gaunacuvi, — ce und gausapum, — pe zu beruhen. Die Donische Inschrift mit gauna- 
carius C. I. VI 9431 scheint nicht verdächtig. 

3) S. Georges Lex. lat. Wtf a. v., wo nicht beachtet ist, dafs die Schreibung mit II von Gram- 
matikern wie Mar. Vict. C. Gr. L. VI 17, 10, desgl. Beda p. 268, 23 verworfen wird. Auch in Glossen ist sie 
häufig, z. B. IV 407, 16 s. v. buUa. 

4) Von TtfQKpiQCLv Speisen herumreichen, circumferre (Petr. oft, Mart. III 17, 1). Vgl. Photius p. 249, 11 
(iccTTvaf niQi(f>oQi]iiaza. Die Glosse des Hesychius ^lazrvrjs' 15 ftiv cpoavi} May.eäovixri, ogvig xorl za ix toC ^coiiov 
ciitov i.äyava jciQKpfQÖfifva weist, wenn Xäyava richtig ist, woran die Editoren wohl mit Unrecht zweifeln, auf 
eine andere Art Delikatessen, die aus den Eingeweiden von Vögeln bereitet wurden. 

5) Vgl. die Wurst cervellata und Titin. com. 90 Ri., Geis. II 22, wo die cerehella aller Tiere als gut 
bekömmliche, Speise genannt sind, Apic. IV 121 u. ö. 

6) Überl. ist molleolus und malleolus. Ich vermute Kontamination der Glosse in der Weise, dafs die 
Urglosse mateola : malleolus lautete, beides Bezeichnungen für einen Hammer, und dafs die folgende Erkl. hoc 
tion manditur auf Verwechslung von mateola und matteola beruht. 

7) über diese auch im Vulgärlatein des Petron. vorkommende Form s. unten S. 41. 



— 17 — 

LXVI. gieeria „Magen und Eingeweide von Hühnern": Paul. Fest. p. 95, 7 giseria (y. 1. 
gigeria): ex multis öbsoniis decerpta. Non. p. 119, 16 gigeria : intestina gaUinarum conhis et üa {cum 
isidis verm. Donza) coda mit einem Luciliusfragment gieeria insunt etc., bei Apicius 3 mal, wo die 
Überl. auf giz. weist. In Glossen 11 33, 62 gileriis gaUinarum : r&v aTiQcav räv öQvl&cav, wo die Er- 
klärung auffällt (ax^ia = axQOxalue?) •, danach zu restituiren ist wohl IH 488, 11 anQcnov geseria, wo 
zwei Glossen wie oft zusammengeflossen scheinen: axQcctov merum und axQoc r&v 6gvl&an> : geseria. 
Sowohl die letztere Schreibung als auch die obige gileriis bestätigen gieeria als bessere Form, obwohl 
die romanischen Sprachen beide entwickelt haben: frz. gesier, dagegen picard. giger, nach Gröber, 
Arch. n 438. Gileriis scheint mir verschrieben aus giieriis, was man an sich auch auf gigeriis 
zurückführen könnte, aber unwahrscheinlich im Hinblick auf p. 32, 2 desselben Glossars, wo gala statt 
gaga steht. Vgl. die inschr. und hdschr. Schreibungen gaia (Liv. XLFV, 10, 3 Vind.), gaiophylacium. 
Josimus bei Schuchardt, Voc. I 69, ebda. 70 über g ^ z im Roman. (itaL geloso = zelosus, frz. ja- 
loux, dazu gingiber = zingiber?). 

calvae. Friedländer bemerkt: „Schuch zu Apic. VI 232 "nux pontica, tenui putamine, 
barba moUi majorem partem protegente, summo capite ut nudo prominente 'Bartnufs'." Nach Hehn, 
Kulturpfl. p. 321^ hat man bei Cato r. r. 8, 2 nuces calvas^) avellanas praenestinas et graecas bei den 
ersteren die Wahl zwischen Wallnüssen und Kastanien, die beide aus dem Pontos stammen." In 
Glossen finde ich es nur H 96, 37 calvae: nontoia 7t£q>QVY(äva (vgl. Plaut. Poen. 326 frictas nuces). X 
Da nun novuKov auch in den Glossen stets als Erklärung für Haselnüsse steht, z. B. II 135, 36 nux 
avdlana novnxov') u. ö , so wird man geneigt sein, Schuch Recht zu geben. 

ursina, sc. caro, ein nur hier erwähnter Genufs, den Friedl. auf die massenhafte Verwen- 
dung der Bären bei Tierhetzen und ihr Vorkommen in Lucanien zurückführt. Funck Phil. LIII 128 
macht darauf aufinerksam, dafs sich C. Gl. DI 316, 59 unter allerhand Fleiscbarten auch a^xut') 
ursina findet. Ebenso noch p. 364, 31 (exe. Steph.), 543, 19 arcea : ursine carne. 

concaco (Phaedr., Sen. phil.*)). C. Gl. HI 402, 62 fg. concacasti xofr£3;£ff£g(!), concacavU y< 
»atixBatv, concacius enchesten ( c(?wcaco<M mj?t;j^gg^ verm. Götz). Noch spät in Ter lex Sal. tit. 30, 2 
si quis alterum concagatum clamaverit, '^CXXdinarios culpäbilis iudicetur, beachtenswert, weil auch bei 
Petr. concagatum überliefert ist, wie im Roman, prov., sp., ptg. cagar, rätorom. chigar, Compos. ital. 
sconchigarsi == concacare se. Bei Petr.*) bezeichnet catiUus concacatus ein Gericht, nach Friedl. etwa 
ein Ragout, dessen feste Bestandteile von einer Sauce übergössen waren. Doch ist die Sache unsicher. 
Ich verweise auf Athenaeus 647 c, der aus dem Kochschriftsteller Chiysippos von Teana unter Back- 
werken anführt Kciriklog oQvärog 6 Isyofisvog mxQu 'Pmiuxioig; zum Gebrauch von catülus vgl. auch die 
Gerichte bei Apicius patina cotidiana, p. versatüis u. ä. § 121 ff. 



1) Bei Plin. n. h. XV 90, der sich auf die Catostelle bezieht, haben die Hdschr. gdlbae. 

2) Die folgende Glosse nux graeca: äfivyäalov (ebenso HI 316, 13) bestätigt Hehns auf den feststehenden 
Sprachgebrauch gegründete Ansicht, dafs n. graeca nicht, wie Ernst Meyer in seiner Gesch. der Botanik be- 
hauptet, die Kastanie sei, sondern die Mandel. Übrigens erklärt Macr. sat. IQ 18, 5 die nux avellana und n. 
praenestina für identisch. 

3) Klassisch wäre nur ägnTsicc, agyiog ist die spätgriech. Form für ägmog, die in Glossen ungemein 
häufig ist, ebenso inschr. Ed. Diocl. VIH 33 ägtieiog (= u^sinus) und inagndcg auf einer Windrose (Hermes 
XX 623; nach Eustath. zu Hom. 1156, 17 des Wohlklangs wegen), wie Gl. V 440, 46 aparcias : septemtrionalis ; 
noch jetzt neugriech. volksmäfsig d^xoCdce Bär für das gebildete agnrog. Auch Jul. Capit. Gord. 33, 1 haben 
wohl diejenigen Recht, die arcoleantes als apxtoil. erklären: gegenüber den Änderungsversnchen älterer und 
neuerer Gelehrten (zuletzt Friedländer, Sittengesch. II" p. 399, A. 2 archileontes) verweise ich auf Polem. Silv. 
laterc. ed. Mommsen p. 267, wo arcoleon neben arconms unter Vierfüfslem aufgezählt ist, was schwerlich aus 
jener Stelle geschöpft ist. 

4) In der apocoloc. c. 6, wo er Claudius sagen läfst vae me, puto, coneacavi me, wonach man Emestis 
Urteil, puto sei 'frigidum' in Yespasians Ausspruch vae, puto, deus fio bei Suet. Vesp. 23 beurteile. 

6) Auch das kurz vorhergehende caseus mollis ist wohl ein technischer Ausdruck. Nach Varr, r. r. 
II 11, 3 et etiam est discrimen utrum casei molles ac recentes sint an duri etc. scheint er sich nicht wesentlich 
von dem häufiger erwähnten c. recens unterschieden zu haben, auch Gels. 11 20 führt ihn nnter leicht ver- 
daulichen Speisen auf. Erwähnt wird er schon von Plaut. Capt. 861 (als Schmeichelwort Poen. 367 moUiculus c.) ; 
Paul. Fest. p. 90, 2 fiscellus {—io verm. 0. Müller): mollis casei appetitor = C. Gl. V 599, 41; Pompon. bei Charis. 
79, 19 caseum molle neutral, Apic. § 137 caseum möllern excoMatum, C. Gl. HI 315, 12 ('de escis') xv^ohg anato^g 
caseus ( — osl) mollis; Stat. silv. I 6, 20 m. caseoli. 

S 



— 16 — 

LXrV. canturirc, hier wie Paul. Fest. p. 68, 16 (s. v. dagnades) nicht wesentlich vom 
Stammverbam verschieden, wie Friedländer richtig urteilt.') Sonst: C. Gl. II 97, 17 canturit ipi&v- 
Qi^n, Not. Tir. 107, 41 canturit nach canit, cantus. 

camella „Napf, Schüssel", wohl schwerlich Dimin. von camera, wie die Lexika und mittelalt. 
Grammatiker (s. u.) behaupten. In der Litteratur nur Laber. bei Gell. XVI 7, 9 und Ovid. Dazu: 
C. I. IV 2030 vasa in camella, Ed. Diocl. XV 51 xajtjjia (Pollux X 110 xafie'Ua unter Kochgefäfsen), 
Anecd. Helv. p. 96, 3 gamella unter weibl. Dimin. der 1. Decl., wonach ich vermute, dafs Ter. Scaurus C. 
Gr. VII 14, 9 geschrieben hat: c. cognationem habet cum g, et ideo alii dicunt gaunacen^), alii caunacen, 
item camellam gamellam, wo Keil mit der besten Überlieferung camellum gamellum setzt. Bei 
letzterer Lesart wäre von Erweichung des c in dem Tiernamen camelus, der vulgär mit II geschrieben 
wurde '"'), die Eede, wovon sonst aber nichts bekannt ist. Dagegen weist das romanische auf gamella, 
frz. gamelle, sp. und portg. gamella. Ob camcllenses, eine Gegend in Eom nach einer Inschr. Bull, 
comm. 1892, 348 damit zusammenhängt, ist zweifelhaft. 

LXV. *mattea ^ (larTva (s. Georg.), von Friedl. richtig als Delikatesse erklärt, die erst gereicht 
wurde, wenn nach Beendigung der cena eine längere Pause eingetreten war und die Efslust von neuem 
erwacht sein konnte. Bei Trimalchio scheinen auch Austern, Muscheln und Schnecken dazu zu ge- 
hören. Der Begriff m. ist ein allgemeiner. C. Gl. III 14, 54 finden wir es nach Aufzählung von 
Wurstarten (lucanica, botellus): nsQicpoQd^) mnttia, es folgt lynitpaXog cerebellus^), ebenso 314, 52 und 
87, 43, nur dafs an letzterer Stelle das Dimin. matidla steht, wie auch IV 120, 1 und V 466, 9 
in der von Landgraf dem Sinne nach'') richtig hergestellten Glosse matteolis : haec non manditur sed 
ahsorhetur, qtiod vulgo glutto Ksorherey dicitur, womit man Friedländers Bem. vergleiche. In der 
Placidus-Glosse V 83, 17 matia (var. mathia): intestivae'') quae sordes emittunt, tmde matiarii dicuntur 
qui eadem tractant ac vendunt = 115, 46 (verdorbener p. 32, 7) läfst die Erklärung an eine in späterer 
Zeit stattgefundene Beschränkung des Begriffs denken. Denn dafs maitea einen Tierdarm bezeichne, 
ist sonst nicht nachweisbar (doch s. Nachträge). Übrigens vergleiche man damit auch die Stellung 
des Wortes in den bilinguen Glossen. 

laiyidarius Subst. „Steinmetz" (ülp., Vulg., Inschr.). C. Gl. II 121, 10 = iaro'fioj, 360, 51 
= ki&aGxriq, 1. 62 At&ortpi'ffrrjg, 585, 35 = cimentarins (= caem.). III 271,14 Xi9o^6og. Auch Firm. math. 
ni 5, 23. C. I. L. ni 1777. VI 9502. XII 732 u. ö. 



1) Zu den von Wölfflin, Arch. I 414 ak nicht desiderativen Verben auf urio, bez. urrio behandelten 
kommen aus den Glossen noch flagurrit : opspti II 72, 34, wo Vulcanius richtig cpXiyei korrigiert, aber unnötig 
flagrat, und vagurrit : per otium vagatur, Qifißerai oder vagurrit : otio deperit, vagatur, beides öfter überliefert, 
8. Loewe prodr. 96, A. 1. 

2) In der Litteratur nur bei Varro 1. 1. V 167 in der durch die Überlieferung angezeigten Form gau- 
nacum aus gr. jtowäxjjs oder sp. yaui'. (s. Steph. thes.). Dazu Gl. IV 346, 11 gaunaca : gausapa, was entw. 
Fem. Sing, oder Neutr. PI. ist, Not. Tir. 97, 5 gaunapum nach gausapum, wo Brambach, Neugestaltung der 
lat. Orth. S. 213 und Schmitz 'gaunacum\ Not. Bem. 55, 91 galnapum, Isid. XIX 26, 2 in dem Abschnitt 'de 
stratu et reliquis quae in usu habentur' galnapis (oder —-es), wie auch Isid. regula monach. 13, 1 galnabis steht, 
desgl. galnape in mittelalt. Urkunden s. Du C. (mit umgekehrter Erscheinung von cauculus = calculus, fr. chaud 
= caldus). Constant ist also g im Anlaut, die Formen auf — apum bez. — ape aber scheinen auf einer Ver- 
quickung der Synonyma gaunacum, — ce und gausapum, — pe zu beruhen. Die Donische Inschrift mit gauna- 
carius C. I. VI 9431 scheint nicht verdächtig. 

3) S. Georges Lex. lat. Wtf s. v., wo nicht beachtet ist, dafs die Schreibung mit II von Gram- 
matikern wie Mar. Vict. C. Gr. L. Yl 17, 10, desgl. Beda p. 268, 23 verworfen wird. Auch in Glossen ist sie 
häufig, z. B. IV 407, 16 s. v. bulla. 

4) Von TCt^KfiQHv Speisen herumreichen, circumferre (Petr. oft, Mart. III 17, 1). Vgl. Photius p. 249, 11 
fiaxTvai' niQicpoQijuata. Die Glosse des Hesychius ^axzvrjg' i] fitv qxovij Manedoviiirj, ögvig kccI rä in rov ^cojiov 
aitov Xdyava jitQtqxQÖiiiva weist, wenn Xäyccva richtig ist, woran die Editoren wohl mit Unrecht zweifeln, auf 
eine andere Art Delikatessen, die aus den Eingeweiden von Vögeln bereitet wurden. 

5) Vgl. die Wurst cervellata und Titin. com. 90 ßi., Gels. II 22 , wo die cerebella aller Tiere als gut 
bekömmliche Speise genannt sind, Apic. IV 121 u. ö. 

6) Überl. ist molleolus und malleolus. Ich vermute Kontamination der Glosse in der Weise, dafs die 
ürgloBse mateola : malleolus lautete, beides Bezeichnungen für einen Hammer, und dafs die folgende Erkl. hoc 
non manditur auf Verwechslung von mateola und matteola beruht. 

7} Über diese auch im Vulgärlatein des Petron. vorkommende Form s. unten S. 41. 



— 17 — 

LXVl. gieeria „Magen und Eingeweide von Hühnern": Paol. Fest. p. 95, 7 giaeria (v. 1. 
gigeria): ex mtUtis obsoniis decerpta. Non. p. 119, 16 gigeria : intestina gaUinarum conhis et üa (cum 
isiciis verm. Donza) cocta mit einem Lnciliusfragment gizeria insunt etc., bei Äpicius 3 mal, wo die 
Überl. auf giz. weist. In Glossen 11 33, 62 gileriis gaUinarum: r&v «jc^wv töv öQvl&mv, wo die Er- 
klärung auffällt (axQa = dbt^ioxoaiUa?); danach zu restituiren ist wohl UI 488, 11 axQcrtov geseria, wo 
zwei Glossen wie oft zusammengeflossen scheinen: axQorov merutn und ax(>a t&v 6qvI&<ov: geseria. 
Sowohl die letztere Schreibung als auch die obige gileriis bestätigen gizeria als bessere Form, obwohl 
die romanischen Sprachen beide entwickelt haben: frz. gesier, dagegen picard. giger, nach Gröber, 
Arch. n 438. Gileriis scheint mir verschrieben aus giieriis, was man an sich auch auf gigeriis 
zurückführen könnte, aber unwahrscheinlich im Hinblick auf p. 32, 2 desselben Glossars, wo gala statt 
gaza steht. Vgl. die inschr. und hdschr. Schreibungen gaia (Liv. XLIV, 10, 3 Vind.), gaiophylacium, 
Josimus bei Schuchardt, Voc. I 69, ebda. 70 über g = z im Roman, (ital. geloso = zelosus, frz. ja- 
loux, dazu gingiber ^ zingiber?). 

calvae. Friedländer bemerkt: „Schuch zu Apic. VI 232 "nux pontica, tenui putamine, 
barba molli majorem partem protegente, summo capite ut nudo prominente 'Bartnufs'." Nach Hehn, 
Kulturpfl. p. 321* hat man bei Cato r. r. 8, 2 nuces calvas^) avellanas praenestinas et graecas bei den 
ersteren die Wahl zwischen Wallnüssen und Kastanien, die beide aus dem Pontes stammen." In 
Glossen finde ich es nur H 96, 37 calvae: jiovxaia nsqiQvytuva (vgl. Plaut. Poen. 326 frictas nuces). X. 
Da nun novxiwv auch in den Glossen stets als Erklärung für Haselnüsse steht, z. B. II 135, 36 nux 
avellana novriKov') u. ö , so wird man geneigt sein, Schuch Recht zu geben. 

ursina, sc. caro, ein nur hier erwähnter Genufs, den Friedl. auf die massenhafte Verwen- 
dung der Bären bei Tierhetzen und ihr Vorkommen in Lucanien zurückführt. Funck Phil. LIII 128 
macht darauf aufmerksam, dafs sich C. Gl. III 316, 59 unter allerhand Fleischarten auch a^tua') 
Ursina findet. Ebenso noch p. 364, 31 (eic. Steph.), 543, 19 arcea : ursine carne. 

concaco (Phaedr., Sen. phiL*)). C. 61. IH 402, 62 fg. concacasti TutüisaegQ), concacavit y<r 
Kccxix'^eiv, concacius enchesten {concacatum av^ea&iy verm. Götz). Noch spät in äer lex Sal. tit. 30, 2 
si quis alterum concagatum clamaverUT CXX dinarios culpdbilis iudicetur, beachtenswert, weil auch bei 
Petr. concagatum überliefert ist, wie im Roman, prov., sp., ptg. ca^ar, rätorom. chigar, Compos. ital. 
sconchigarsi == concacare se. Bei Petr.*) bezeichnet catiUus concacatus ein Gericht, nach Friedl. etwa 
ein Ragout, dessen feste Bestandteile von einer Sauce übergössen waren. Doch ist die Sache unsicher. 
Ich verweise auf Athenaeus 647c, der aus dem Eochschriftsteller Chrysippos von Teana unter Back- 
werken anführt KciuXlog oQvärog 6 Xsyoiievog naqa 'Pcaiialoig; zum Gebrauch von catülus vgl. auch die 
Gerichte bei Apicius patina cotidiana, p. versatüis u. ä. § 121 ff. 



1) Bei Plin. n. h. XV 90, der sich auf die Catostelle bezieht, haben die Hdschr. galbae. 

2) Die folgende Glosse nux graeca: &ip6y8aXov (ebenso HI 316, 13) bestätigt Hehns auf den feststehenden 
Sprachgebrauch gegründete Ansicht, dafs n. graeca nicht, wie Ernst Meyer in seiner Gesch. der Botanik be- 
hauptet, die Kastanie sei, sondern die Mandel. Übrigens erklärt Macr. sat. in 18, 5 die nux avellana und n. 
praenestina für identisch. 

3) Klassisch wäre nur &Qv,Ttia. ägnog ist die spätgriech. Form für &()*xoe, die in Glossen ungemein 
häufig ist, ebenso inschr. Ed. Diocl. VIH 33 &q%sios (== u/rsinus) und &naQ%üice auf einer Windrose (Hermes 
XX 623; nach Eustath. zu Hom. 1156, 17 des Wohlklangs wegen), wie Gl. V 440, 46 aparcias : septemtrionalis ; 
noch jetzt neugriech. Tolksmäfsig &fKoida Bär für das gebildete ägntog. Auch Jul. Capit. Gord. 33, 1 haben 
wohl diejenigen Recht, die arcoleontes als dc^xtoJl. erklären: gegenüber den Änderungsversnchen älterer und 
neuerer Gelehrten (zuletzt Friedländer, Sittengesch. II* p. 399, A. 2 archileontes) verweise ich auf Polem. Silv. 
laterc. ed. Mommsen p. 267, wo arcoleon neben arcotnus unter Vierfüfslem aufgezählt ist, was schwerlich aus 
jener Stelle geschöpft ist. 

4) In der apocoloc. c. 6, wo er Claudius sagen läfst vae me, puto, concacavi tne, wonach man Emestis 
Urteil, puto sei 'frigidum' in Vespasians Ausspruch vae, puio, deus fio bei Suet. Vesp. 23 beurteile. 

6) Auch das kurz vorhergehende caseus mollis ist wohl ein technischer Ausdruck. Nach Varr. r. r. 
n 11, 3 et etiam est discrimen utrum casei molles ac recentes sint an duri etc. scheint er sich nicht wesentlich 
von dem häufiger erwähnten c. recens unterschieden zu haben, auch Gels. 11 20 führt ihn unter leicht ver- 
daulichen Speisen auf. Erwähnt wird er schon von Plaut. Capt. 861 (als Schmeichelwort Poen. 367 moTliculus c); 
Paul. Fest. p. 90, 2 fiscellus {—io verm. 0. Müller): mollis casei appäitor = C. Gl. V 599, 41; Pompon. bei Charis. 
79, 19 caseum molle neutral, Apic. § 137 caseum möllern excaldatum, C. Gl. HI 316, 12 ('de escis') rvQohe axalohe 
casetts (—OS?) mollis; Stat. silv. I 6, 20 m. caseoli. 

S 



— 18 — 

cor da: cordae frusta, wo Scheffer cordis, Heinsius gelehrt fordae lesen wollte. Richtig 
bemerkt Hadrianides 'chorda proprie intestinum ut xo^öal iqlcpmv ilia hoedonim apud Athen. 1. VlII, 
deinde fides ex intestino illo contorto et arefactc' In den systematischen Glossen des III. Bandes 
findet es sich unter lauter Schweinernem: p. 14, 48 %op(5^ corda, 184, 1 nXiKxii corda, desgl. in den 
coli. Monac. p. 218, 30 ff. (= 653) (liQiaov t« ovvxia divide ungellas, xaTaxoi/;ov xoiUöiov concide 
äqualem (aqualiculum Götz nach konstantem Sprachgebrauch), «iexi^v i| CdaTOg^) cordam ex aqua. 
Endlich steht chordae „Kaidaunen" im sog. Judicium coci et pistoris (P. L. M. IV 326 Bährens) v. 80 
im Wortspiel mit der gewöhnlichen Bedeutung „Saiten". 

oxycominum „eingemachter Kümmel". Priedländer citiert eine von EUis herangezogene 
Glosse eines cod. Balliolensis oximinumi^?): acetum aimino mixtum. Im Corp. Gl. findet sich nur Ver- 
wandtes, wie III 185, 16 6|vxvaftta fabas acetatas (s. Nachträge). 

LXVn. *crotalia, ein klapperndes Ohrgehänge (Plin. mai.). Nur noch Not. Tir. p. 99, 77. 

*capseUa „Kästchen, Büchschen" (Ulp., Vulg.). C. Gl. V 565, 30 cisteüa: capsella, was 
wohl aus Pulgent. p. 124, 10 Helm: cistellam dicunt capsellam stammt, IV 144, 6 pyxides vasa modica 
argentea vel lignea quae vulgo proxides (d. i. puxides oder vielmehr bux. nach 272, 34 u. a.) appellant 
in similitudinem capsellae (V 321, 16), während V 354, 26 capsellum Q) : vas rotundum et longum 
vermutlich auf Vulg. 1 ßegg. 6, 8 geht. Aufserdem in den Fragmenten der Werdener Glossen bei 
Gallee (altsächs. Sprachdenkm., Leiden 1894 p. 343) pulpita: capsella, Osb. p. 146 capsella et Capsula: 
cista repositoria, Interlinearglosse des cod. Pith. Juv. III 206 zu cista: theca librorum vel capsella, 
Greg. Tur. v. Mart. III 43, s. auch Du C. Endlich ist capsella der Name einer Pflanze bei Marc. 
Emp. 20, 115 und in Glossen bei Stadler Arch. X 93 (s. jetzt Ind. Corp. GL). 

cingillum (Varr. sat. frgt. bei Non. 47, 25; Paul. Fest. p. 63, 6 zweifelhaft: cingilio codd. 
opt., cingido vg.). In Glossen: cingillum ^(ovüqiov III 441, 73 u. ö., cingillus azQ6(piov, fwvtov II 100, 
51; cincilla auri redimicula V 276, 45, umgekehrt und viell. Originalglosse IV 561, 16 redimicula 
auri cincella (vgl. C. I. XI 358 Signum cum redimiculo auri). Not. Tir. 97, 54. Aufserdem Varr. 
1. 1. V 114 cingillum im cod. Flor. u. a. (vg. cingulum). 

obrussa „Feuerprobe des Goldes, die Kapelle" (Cic, Sen. phil., Plin. mai., Suet.), nach Mommsen 
Herrn. XXV 26 a. 3 urspr. lateinisch. C. Gl. II 137, 12 obrussa (so Meursius, die Hdschr. obsus) tö 
doxijiä^ov rbv y^Qvobv orav nuQaxQißerai. 
X LXVIII. recutiius = ctrcumcisus (Mart. und Pers., wo man die Scholien sehe, von Juden). 

C. Gl. II 170, 16 reciititi anoaeavQfiivoi , ne^kofioi, Plac. V 39, 16 = 96, 13 u. ö. recutiti : Judaei. 
Osb. p. 509 reiutiius : reconsus, wohl verschrieben oder verdruckt für recut. : retonsus, vgl. Mart. IX 
57, 4 recutita colla mulae (glatt geschoren). Gl. III 330, 25 UnoSeQ^os rccuiitus. 

LXIX. debattuere (vom volkstümlichen battuere = schlagen, frz. baftre, vgl. debattre, ital. 
dibattcre), nur noch Not. Tir. 71, 82; bei Petr. obscön, wozu man Ciceros Bemerkung über battuo fam. 
IX 22, 4 vergleiche. Lex Sal. tit. 24, 3 debatterit Var. zu occiderit u. ä. 

adcognoscerc im Sinne von agnoscerc, von Georges nur noch mit Quint. decl. 339 in. belegt, 
wo Ritter mit Gronov adgnoscere ändert. Eher könnte man zweifeln, ob Seneca ep. 118, 12, wie 
0. Hense nach den zwei besten Hdschr. schreibt, unde adcognoscitur bonum? und schon vorher Varro r. r. 
II 2, 15 tridiium refinent, dum adcognoscant matrcm agni (so Keil nach der zuverlässigsten Überl., vg. 
agnoscant) und Val. Max. VI 2, 7 cavit, ne hilari fronte libenter adcognoscerc potentiam ...'') profiteri 
fideretur zuzumuten ist. Auch in Glossen findet sich das Doppelcompositum: II 8, 9 adcognoscit 
tniyiyvaaxei; V 436, 33 accognita: bene nota (cod. nata) seu cognita. Dazu die von Rönsch Itala 
S. 206 aus dem Claromontanus Vulg. Phil. I 22 angeführte Stelle et quid eligam tion adcognosco 
(= yvaqltm des Urtextes) nebst drei TertuUianstellen.'*) 



1) Vgl. m 314, 34 ^1 vSatoe elixum, &<p' vSarog ex aqua, II 59, 41 elixa i^ vSaroe, iiittazöv. Apic. 194 
porcos (X aqua coques, 139 elixas ex aqua u. ä. 

2) Die Lücke in den besten Hdschr. ist vielleicht auszufüllen durch aut tristi impotentiam , vgl. das 
ähnliche Wortspiel mit potentia und imp. bei dem gleichfalls rhetorisch angehauchten Velleius U 29, 3. Dafs 
aut tristi iram, wie jüngere Hdschr. bieten, nicht möglich ist, hat Kempf gezeigt, aber sein tarn st. iram ist 
sehr matt. 

3) Die Stellen des Varro, Val. und Sen. sind nicht berücksichtigt Arch. X 131. 



— 19 — 

vilicatio (Col., Hieron.). C. Gl. V 336, 27 vüicacionis: dispensationis und 414, 57 vüica- 
tionis: praepositurae gehen viell. auf Vnlg. Luc. 16, 2, welche Stelle bei Gteorges nachzutragen ist. 
Späteres bei Du Gange und Cesareo p. 44. 

LXX. colaepium. Schon bei Plautus Pers. 92 cdlypJiia, als Athletenspeise Mart. Vn 67, 12 
(coloephia) und Juv. 11 53, wo die altern Schollen: athletarum cibum dicit und pulmentum. Dafs es 
ein Stück vom Schwein bezeichnet, geht aus der Petronstelle hervor, wo es neben vulva, lardum und 
perna steht.') Genaueres lehren die systematisch angeordneten Glossen des HL Bandes (unter Schwei- 
nernem): p. 314, 45 xcaAijv coloefion = 87, 34 {colofium), p. 14, 44 xooifoj: colusium (verlesen aus 
colufium) und die Schulgespräche, von Montpellier p. 287, 53 öoxe t^v TQaxr}lida Kai zov noXeöv dato 
collarem (s. oben S. 13) et cöloefium. Die hier erscheinenden griechischen Wörter jmoA^v und xeoifog 
(dieses sehr selten), woneben es noch eine dritte Form xcai^ gab, bezeichnen den Hüftknochen mit 
dem dransitzenden Fleisch. Dazu stimmt es, wenn Phrynichos p. 77 Lob. die Diminutivform xeaAvqswv, 
gebildet wie T£j;vi)qptov, xspWqptov, oQvvcpt.ov u. a., verwirft und xcdXtjv vorschreibt. Die latein. Trans- 
scriptionen aber in ihrer Mannigfaltigkeit cdlypMum, coloephium, colofium, colufium entsprechen genau 
der sonstigen Wiedergabe von v (s. oben S. 10 A. 1 zu anaihymiasis\ vgl. besonders Xüyvvog = lagyrui, 
lagoena, lagona, laguna bei Georges Lex. der lat. Wtf., xvSmvia = cydonia, cotonia (ital. cotogna), 
eutonia u. a. Eine Ausnahme macht nur colaepium bei Petron, was man vielleicht als plebejische 
Form gelten lassen kann, ohne genötigt zu sein, mit Lobeck eine besondere Form xcoAijretov (bez. 
xcoiijqptov, wie IvA.ijqotov, von Kmkrjiff, bez. wolr]) anzusetzen, die bei Suidas 11 374, 3 Bemh. nur auf 
Konjektur beruht. — Die reinlat. Glossare bieten nichts Besonderes in den Glossen: Gl. Plac, V, 55, 
39 colipium : genus carnium, quod athletae vescuntur de corporis firmitate, ut fories sint: so der liber 
Gloss. des Plac, dagegen die römischen Hdschr. des Plac. coUphium und ad c. sanitatem); 495, 6 
colefius: iundura coxae; Gl. Seal. 608, 54 pulpedinem: colophium, die vielleicht ursprünglich umge- 
kehrt lautete, vgl. oben Schol. Juv.; 180, 32 colifium, quod Graeci uQXi^avvxav dicunt, wo etwas wie 
axQovviiov = (üxpov. gemeint scheint, wenn auch die Erklärung dann ungenau ist oder auf Contami- 
nation beruht, vgl. III 14, 47 6v/%fv ungella = Schweinsklaue. 

*gastra oder gastrum (notavimus ostrca pectincsque e gastris labeniia und c. 79 per omnes 
scrupos gasfrarumque eminenfium fragmenfa), wie es scheint ein thönemer Topf, von yatSTQu Bauch 
eines Gefäfses und spätgr. = bauchiges Gefäfs, nach Diez davon ital. grasta ■= Blumentopf, vgl. 
Gargil. de re hortensi IV 5 bei Forc.-De Vit. Die Form gastrum ist sicher nur Marc. Emp. VllI 23 
supra gastrum lotii virilis imd Gl. Arab. — lat. gastrum: vas aeneum cum fundo angusto. 

LXXni. harbatoria (Trimälchio : amici, inquit, hodie servus meus barbaforiam fecit ... ilaque 
tangomenas faciamus et usque in lucem cenemus), aus babatoria hergestellt von ScheflFer unter Hinweis 
auf die Glosse nayavoKOVQia barbatoria II 426, 55 und nach dem Zusanunenhang der Stelle richtig erklart 
'de solemni barbae rasura, cum primum ponitur et consecratur deo, quod vero simile est factum cum 
pompa et convivio; imo docet aperte Juv. IH 186.' Dafs es ein Festtag ist, also wohl urspr., wie bei 
natalis, dies, nicht ars zu ergänzen ist*), wird bestätigt durch die Einreihung der obigen Glosse in 



1) Anders colefium und acrocolefium bei Veget. mulom. V 17, 5. VI 1, 2 Sehn, und Apic. § 179 u. 208 
acro colevius (sie). 

2) Die substantivierten Bildungen auf — oria sind, wie die entsprechenden Adj. verhältnismäfsig jung 
und ihre Ergänzung verschieden. Martial hat adventoria sc. cena (vgl. profeetoria, Hist. Apoll. 25), Hadrian in 
einer Adlocutio (C. I. VIII 2532) viatoria sc. pecunia wie itoria bei Augustin u. a., s. Arch. Vlil 139. IX 52 
(Gl. II 92, 33 istonae noQBVTai lese ich itoriae. Vulcanius wollte instat noQBvtrai). Am häufigsten sind ars, 
navis und epistula zu supplieren. So ars bei aedificatoria , elocutoria, fictoria, fossoria, oratoria, pictoria (auch 
C. Gl. III 471, 64), piscatoria, s. Rolfe, Arch. X 229 fiF., dazu gladiatoria Com.-Schol. Juv. n 143. Navis bei ewr- 
soria, lusoria, speculatoria, sulcatoria, s. WölflFlin, Arch. IX 284 ff., dazu piscatoria Gl. IH 205, 13. Epistula bei: 
notoria, tractatoria, relatoria und vielem anderen bei Späteren. Wieder anders sind curatoria = modernem 
„Kuratel" in den Digesten, ebd. rescissoria sc. actio; strictoria sc. tunica, suasoria sc. oratio, speculatoria sc. 
caliga, pariatoria bei Augustin u. C. Gl. V 509, 34 p. persolutio vel adimpletio debiti vel supplimerUum (also 
doch wohl sc. pecunia?), dimissoria 61. II 238, 56, daraus Gl. nom. 577, 2 dim.: famuli voluntaria dimissio, welche 
Erklärung fraglich erscheinen kann im Hinblick auf Cass. Fei. c. 57 prima anetica die (sc. febris), t. «. dinUs- 
soria und dimissoriae litterae in den Digesten. Im Bomanischen bezeichnen diese Bildungen meist Werkzeuge 
(s. Diez, Gramm. 11* 355) statt der in der Litteratur üblichen Neutra, vgl. grosa : rasoria (codd. rosaria) argentarii 

3» 



— Bo- 
den Abschnitt 'de diebus festis' Gl. III 171, 66 (hinter yeviO^kMg: natalis) und 239, 48. Neuerdings 
hat Kolfe Archiv X 237 („Die Ellipse von ars"), ohne die Glossen zu kennen, wieder die falsche 
Erklärung älterer Gelehrter aufgewärmt, wonach b. facere darauf gehe, dafs der Sklave zum ersten 
Mal seine Kunst im Basieren „an sich selbst" gezeigt, und wenig verschieden sei von dem im frz. 
faire la barbe, ital. far la haria fortlebenden Ausdruck barbam facere Lampr. Heliog. 81.^) Dafs es 
auch keine „scherzhafte Neubildung nach Analogie" ist, wie derselbe meint, beweisen die Glossen auch. 
Dagegen scheint harbatoriae (Plur.) bei Greg. Tur. h. Fr. X 16 „Maskeraden" zu bedeuten, s. Du 
Gange s. v. barbator und -oria. Übrigens scheint barbitondium facere dasselbe wie barbatoriam f. zu 
bedeuten in der Interlinearglosse einer Leidener Juvenal-Hdschr. zu HI 186 metil barbam: balbüon- 
dium (sie!) facit, verglichen mit dem Scholion zu libris (Juv. schrieb libis) venaiüms : libros venaies 
vocat partes illos, guos pueri in barbitondio patronis suis dant etc., denn in dem Scholion zu Pers. I 
15 steht barbitondium in etwas anderem Sinne, vgl. Bönsch, coli. phil. p. 143. 

LXXIV. purgamentum = „Unflath, Auswurf": Foriunata male dicere Trimalchioni coepü et 
purgamentum dedecusque praedicare, qui non contineret libidinem suam. ultimo etiam adiecit 'canis'. 
Für diese Anwendung des Wortes führt Friedl. zwei Stellen aus Curtius VI 11, 2 purgamenta ser- 
vorum und X 7, 7 p. quondam urbis suae und Vulg. I. Cor. 4, 13 tamquam purgamenta (ntQmaQÜQ- 
jiara der Urtext) hujus mundi facti sumus, onmium peripsima (ne^Cipruia aus dem Urtext beibehalten). 
Auch die Glossen kennen diesen vulgären Gebrauch; so wird purg. als Schimpfwort bezeichnet II 334, 
40 xu&aQ(ia inl ^ßQscog purgamentum, angewendet in dem Schulgespräch von Montpellier III 286, 50 ff. 
(= 657), wo ein Herr zu seinem Diener, der ihn ins Bad begleiten soll, sagt: axoXovd^si rni.iv. eol 
Uym, nsQiKcc&aQfia sequere nos. tibi dico, purgamentum. In diesem Sinne ist viell. auch der Titel 
Purgamentum einer Komödie des Afranius bei Nonius p. 515, 10 zu verstehen, wo es doch nicht nötig 
scheint, gewaltsam Privtgno : amanti (letzteres zu dem Citat aus Afr. gezogen) mit Lipsius zu ändern, 
obwohl auch der neueste Herausgeber Luc. Müller Bd. II S. 358 es billigt und als den Verdacht 
(welchen?) steigernd den Umstand bezeichnet, dafs das Wort sich vor Livius nicht finde. Ich meine, 
selbst wenn das Wort erst durch unsre Petronstelle als volkstümlich bezeugt wäre, könnte man es 
einer Komödie aus der Zeit 100 v. Chr. mit gutem Grunde vindicieren. Wie übrigens »ü&aQfia und 
ähnliche Worte auf religiöser Grundlage sich zu der in Bede stehenden Anwendung entwickelt haben, 
darüber hat kürzlich Usener in seiner geistreichen Abhandlung über „den Stoff des griech. Epos" 
(Sitzungsber. der Wiener Akad. CXXXVII, S. 62 des Sep.-Abdr.) gehandelt.*) 

bucinus „Trompeter", vom Hahn gesagt (Varr. sat.). Sonst nur noch in Glossen vorkom- 
mend, in zweierlei Bedeutung: als Tritonsmuschel: H 349, 17 bucinus x^qv^ &aXceaaiog, III 396, 36 
u. ö. bucini xij^vxej, als Instrument: Plac. V 50, 18 bucina erit iuba quafsij Signum dat bucinator, 
bucinus ipse canor «= Caper C. 61. VII 99, 16, wo das am Schlufs angefügte editus ex hac die ursprüng- 
liche metrische Fassung noch deutlicher durchblicken läfst, wie auch bucinus durch das Metrum garan- 
tiert ist, während freUich Isid. XVIII 4, 1 bucinum überliefert ist, wie denn für beide Bedeutungen 
in der Litteratur an den zwei Stellen, wo das Geschlecht zu erkennen ist, bucinum erscheint: Plin. 
n. h. IX 130 (Tritonsm.) und Hyg. c'astr. 21 (Signalhorn). Was C. L IV 2371 bucinus bedeuten 
soll, ist unklar. 



Gl. V 206, 9 mit ^vaTrjq rasorium (ital. rasojo) U 378, 41 u. ö., dolabrum est dolatoria V 287, 63 mit dolaiorium bei 
Ve(?et. u. a., palmatorium = ferula Schol. Juv. 11 143 bei Gramer p. 588 neben palmatorta Osb. p. 240 (feria : 
palmatoria, volaria), wie noch jetzt im Span, messoria ^ äfsxavov bei Rönsch coU. phil. 197 fg., wo auch noch 
einiges andere aufgeführt ist, desgl. bei Paucker, Material, zur lat. Wortbild. I 31 ff. 

1) Damit vergleiche die Vorschrift des Auetor de dub. nom. C. Gr. L. V 572, 18 barbam tondere dicendutn, 
non facere, sicut Varro. Ebenso sagte man ungues facio nach C. Gl. II 384, 36 dvvx^ta): u. f., ebda. Z. 35 
dwi^touai ungues demo (vgl. Plaut. Aul. n 4, 33), 11 211, 3 ungues resecat iwii^tt, welches letztere in der 
Litteratur das gewöhnliche ist: Val. Max. HI 2, 15. Petr. 46. Mart. lU 74, 4. Plin. n. h. XXVDI 28; vgl. trre- 
sectis ringuibus bei Horaz und C. 61. UI 326, 19 ('de ferreis') övvxorofiov resectorium, wo die Hdschr. refect. hat. 

2) Nicht berücksichtigt ist dort purgamentum und pharmacus (Petr.). Über «tgiipriiia sind jetzt auch 
die von Landgraf, Archiv IX 412 ff. zusammengestellten Glossen zu peripsema zu vergleichen. Übrigens scheint 
purgamentum abstrakt in sakraler Bedeutung selten, die Lexica eitleren nur Petr. 134. Vgl. noch Fest. p. 213, 27, 
Eph. ep. VIII p. 228 (lud. saec. 17 v. Chr.) und C. Gl. LH 239, 16 (de sacrificiis) lä xa'S'a^pxta purgamenta. 



— 21 — 

LXXV. tabularis in den Worten quod semel destinavi, clavo tabulari fixum est (Plin. maL 
aes t). Nur noch in dem nrspr. inschriftlichen Testament eines Galliers statua aenea ex aere tabulari 
quam optumo, z. B. bei Bnins, fontes jur. 297*. Scheflfer vennntete bei Petr. trabäli, was freilich der 
gewöhnliche Ausdruck war (s. Georg.), aber viell. läfst Petr. den Trimalchio absichtlich falsch reden. 

arcisellium mit höchster Wahrscheinlichkeit von Reinesius und Heinsius ans dem über- 
lieferten artissellmm (das erste s ist vom Schreiber getilgt) hergestellt unter Hinweis auf die Tironi- 
schen Noten. In diesen findet sich p. 101, 18 Schm. in einer Aufzählung von Hausgeräten die Beihe 
arca, archarius, archisellium^), es folgen scrinium, scamnum, cathedra u. s. w. In einer anderen Ideen- 
verbindung, wie öfters, steht es Not. Bern. 36, 20 archa, archarius, archiseUium hinter ara, arvla^ 
vidima, libamentum, wo also die Überleitung gegeben ist durch arca = arca turaria. Dazu kommt 
jetzt noch C. Gl. IH 197, 19 fg. in dem Abschn. 'de supellectile' xißcaros : arcla oder arcula, Xüqva^ 
arcisellum (sie), di<pQog sella, ßd9Qov scamnum u. s. w. Leider führt auch dieser Beleg nicht weiter, 
und wir stehen immer noch vor der alten Frage: ist archiseUium die richtige Form oder arcisellium'^, 
und wenn letzteres, stammt es von arca oder arcus? Für arcisellium als ein sedile, das als arca und seiUa 
zugleich dienen kann, sprach sich Hadrianides aus und wies darauf hin, daTs solche Sessel auch noch 
in der Mode wären: einen derartigen Sessel, der unten von allen Seiten abgeschlossen und mit einem 
aufklappbaren Sitz eingerichtet ist, könnte man z. B. auf einem der Neumagener Funde im Trierer 
Museum erkennen wollen, sonst scheint aber nichts aus Denkmälern darüber bekannt zu sein. Nattlr- 
lich darf man sich für diese Etymologie nicht auf die Zusammenstellung des Wortes mit arca in den 
Not. Tir. und Bern. (vgl. auch die Glosse) berufen. Andrerseits spricht nicht, was man einwenden 
könnte, der Umstand dagegen, dafs alle uns sonst bekannten Bildungen mit arci- von arciis, nicht 
arca stammen, z. B. arcitenens, areifer, arcisolium'^) , vielleicht auch arcifinius (nach Roby, s. Archiv 
I 313, nicht von arceo), neben arcubalista: findet sich doch auch nur auriscalpium und das blofs 
glossematische auriflaccus (= wToxAad/crg Gl. DI 330, 46) als Ableitung von auris gegen die zahl- 
reichen von aurum, wie aurifex, aurüeguius n. s. w. Trotzdem spricht vieles für die andere Erklärung 
von arcis. als Bildung von arcus, die Reinesius und Heinsius aufstellen. Sie erklären es — sehr 
scheinbar — für identisch mit sella arcuata Gl. Labb. (jetzt C. Gl. HI 366, 6 sella arcuata &Q6vog) und 
arquata sellula bei Amob. II 23 und verweisen noch darauf, dafs bei Tac. A. XV 57 sich eine Frau 
an dem 'arcus sellae', die dort eine s. gestatoria ist, erhängt. Es fragt sich nun aber, wie sdla arcuata 
zu verstehen ist. Marquardt, Privataltert, p. 738^, versteht unter dem arcus ein bogenförmiges Ver- 
deck*) und erkennt eine solche sella a. in einem zu Pompeji gefundenen Einderspielzeug. Gewöhnlich 
erklärt man dagegen arcus als die mehr oder weniger geschweifte Lehne, wie sie die cathedra mit 
der älteren Agrippina im Capitolin. Museum zeigt. So auch Blümner (nach freundl. Mitteilung^)), 
und Friedländer übersetzt arcisellium „Stuhl mit einer Bogenlehne". Dafs die Glosse sella a. mit 
^QÖvoi erklärt, bei dem die Rücklehne gerade ist, spricht nicht dagegen, wird doch z. B. TL 329, 29 
sdla curulis 9Q6vog '^yeiiovinog erklärt, während HI 366, 7 einfach öicpQog steht, 11 334, 51 xa9iSQu 
= sella, cathedra, subseUium, Hl 217, 47 cathedra, = dqövog, 269, 37 &q6voi sedes und anderes, was 



1) So die mafsgebende Casseler Hdschr., in andern artiscelium, arcissellium, arcisellium. 

2) Die Endung in beiden FäUen nach Analogie von subseUium, biselUum (Varr., Inschr. und Glossen 
wie 11 30, 21 u. ö. biselUum SidSgiov und das zweifelhafte supersellium Gl. Y 188, 2 decoramenta templi superaeUia 
id est scamnalia, wo andere Hdschr. prosellia bieten. Vgl. m 418, 46 scamnum sympselion d. i. av/iipiliov, als 
wäre es ein Compos. von tpiXiov 'Armband' {subseUium U 467, 27. V 196, 7, in Udschr. Val. Max. EI 2, 7. Cic. 
Phil. II 19 cod. Vat.), wozu sich eine auffallende Parallele in der Lydischen Inschr. Bull, de corresp. hell. XI 
p. 464 n. 16 bietet: xbv ßatfibv xal to; xqüc evvipelia inoCriatv; begünstigt wurde die volksetymologische Um- 
gestaltung des Wortes wohl durch den Übergang von b in m, worüber s. Schuchardt, Yok. I 182. Sub8elli%*m 
wurde auch gräcisiert zu inieiXXwv nach 61. 11 SlO, 46 kniaillutv: subseUium. 

3) Das Wort findet sich in einer christl. Inschr. der Eallistus-Eatakomben aus dem Anfang des 
4. Jahrh. cuhiculum duplex cum arcisoliis et luminare, die man jetzt auch bei Buecheler, Anth. lat. epigr. n. 656 
findet. Vgl. Sittl, Archäol. S. 322. Übrigens wollte Scheffer das Wort, dessen thatsächliche Existenz er nicht 
kannte, als Ableitung von arcere und solem auch bei Petron herstellen. 

4) So arcus nach allgemeiner Ansicht in dem Ausdruck cumts arcuatus bei Liv. I 21, 4. Wenn aber 
Marquardt, Privatalt. p. 735' dazu bemerkt: 'die arca pilenti erwähnt auch Macrob. sat. I 6, 16', so habe ich 
ihn in dem Verdacht, dafs er arca und arcus verwechselt. 

6) B. läfst jedoch die Möglichkeit offen, dafs die ganze Form einschliefslich der Beine gemeint sei. 



— 22 — 

nicht zu urgieren ist. Dagegen liegt in der Glosse Id^va^ arcisellium wohl ein Irrtum zu Grunde, 
denn Xaqva^ ist korrekt = arca II 358, 49 oder arcula II 25, 18.') Aber wie man auch die sella 
arcuata erklären will, ihre Identifikation mit arcisellium wird immer die höchste Wahrscheinlichkeit 
haben. Was endlich archisellium betrifft, so würde man es sich, wenn es überliefert wäre, im Munde 
des plebejischen, dazu halbgriechischen Sprechers als Vulgarismus für arcis. gefallen lassen können.*) 
Allein die Tradition ariisellium weist zunächst auf arcisell., zumal die Verwechslung von c und t infolge 
Buchstabenähnlichkeit in der Hdschr. sehr häufig ist, vgl. c. 31 posti st. poposci, 68 emit retmtis 
= rmi ireccntis, umgekehrt c. 46 consfreinum = tonstr., 60 scrophas = str. u. a. Nichtsdestoweniger 
erklärt Du Gange, durch die gar nichts beweisende Schreibung arcliis. der Not. Tir. verführt, 'princeps 
sedes', ebenso Saalfeld im Tens. Italogr. „der oberste Sitz, der Ehrenplatz", von &Qxi- und sella. 
Auch die Erklärung an sich ist bedenklich, da die zahlreichen griech.-lat. Zusammensetzungen mit 
nrchi- sämtlich auf irgendwie Beamtete, bez. ihre Ämter gehen, denn auch bei arclütriclinium Not. 
Tir. 100, 51 (nach iricUnium, fricliniastcs), was Georges als arcitr. 'Triklinium mit einer Lehne" fafst, 
ist der Verdacht nicht abzuweisen, dafs Korruptel aus dem bekannten architriclinus, spätlat. für tricli- 
niarcha vorliegt. 

milva, von Trimalchio als Schimpfwort gegen seine Frau gehraucht. Nur noch C. Gl. II 
587, 28 milba-.glida (angelsächsisch = Weihe) und Schol. Juv. IX 55 milve (vulg. milvi). Die Gram- 
matiker lassen nur milvus als Femininum zu. Serg. expl. in Donat. C. Gr. L. IV 494, 22 spricht über 
milvus als commune gelegentlich des analogen, von Persius gebrauchten turda^\ wenngleich an der 
von ihm angezogenen Stelle Ov. met. II 716 rapidissima milvus vielmehr das Adj. zu dem vorher- 
gehenden volucris gehört, wie Neue Formenl. I* 615 bemerkt. Doch citiert Georges, Lex. d. Wtf. 
Anth. L. 729, 4 Eiese rustica milms. Vgl. noch Anecd. Helv. p. 162, 14. 

LXXVI. acia, volkstüml. Wort für „Faden" (Titin. fr., Gels.), im rumän. a^a fortlebend, mit 
^«ftfia erklärt C. Gl. II 13, 43. III 21, 49. 93, 5 u. ö. Aufserdem in einem Bobienser Palimpsest 4/5. 
saec. bei Eönsch coli. phil. 166. Marc. Emp. 2, 20. 

LXXVm. parentalia „Allerseelentag" (Cic. Phil. I 13 und oft in Inschr., z. B. G. I. L. V4489 
rarcntaliorum et Eosaliorum [nur inschr. erwähnt und C. Gl. II 428, 34 QoSia^ög liaec rosalia, hoc 
rosaliumj). C. Gl. II 142, 22 parentalia: vExvaiu, ebenso III 10, 28 u. ö. in dem Abschnitt 'de diebus 
festis', p. 239, 39 mit dem Zusatz vEt^Qaßifia. V 231, 11 u. ö. parentalia : dies festa (IV 267, 18 
festi, 137, 30 festus) paganorum. Charis. p. 34, 4 (im Katalog der plur. tantum) haec parentalia ve- 
nvoia, vhi cos qui percgre moriiintur colimt ; <^ety parcntarium (^parentalium?, vgl. oben p. 6 zu cru- 
ralium) dicitur; vgl. p. 42, 27 über Gen. PI. parentaliorum (s. o.), Diom. p. 328, 9. Prob. app. 196, 5. 
199, 4 jmrcnialia non parantalia, Ausonius 'Parentalia' nebst praef. 

LXXIX. *scrupus (cum per omnes scrupos gastrarumque eminentium fragmenta traxissemus 
cruentos pcdes\ Grundwort zu scrupulus und als solches oft von den Grammatikern erwähnt, z. B. 
Fest. p. 333 scrupi dicuniur aspera saxa et äifficilia atirectatu cet., Serv. Aen. VI 238 scrupus proprie 
est lapillus hrevis, ähnlich Isidor X 252 scrupus est arena durior und XVI 3, 5 scrupus, lapillus mi- 
mttus et asper und Don. Ter. Andr. V 4, 37, die vermutlich beide Serv. benutzt haben. In der 
Litteratur noch belegt aus Cic. rep. III 26. Apul. met. IX 10. Avien. descr. orb. 503. In Glossen: 
II 263, 10 y^ i'xovßa i&Xiv.tt scrupus, V 580, 23 scrupo : harena ; IV 288, 38 scrutus : lucis (calcis?) 
duritia, 61. bei Loewe prodr. 147 scrupus : terra minuta dura; V 631, 33 scrupus (scuprus cod.J pro- 



( 



1) Viell. ist Kontamination aus 2 Glossen anzunehmen: Idgva^ <^arca; **y arcisellium. 

2) Vollends unverständlich ist mir daher, wie Friedländer, obwohl er arcisellium „Sessel mit Bogen- 
lehne" erklärt, doch im Text archis. schreibt. 

3) Auch corva war nach Varr. 1. 1. IX 55 ungebräuchlich, pava gebraucht Auson. einmal notgedrungen, 
vxergnla: ai'd-via steht C. Gl. HI .361, 22. Häufiger war wohl nur gracula neben graculus und ist auch ins 
Roman, übergegangen (frz. la graille): aufser der von Georg, citierten Stelle des Salvian, wo es als Schmeichel- 
wort gebraucht ist, findet ea sich im eigentl. Sinne noch Querol. p. 46, 14 Peiper, 61.111450, 1 und, wenn 
meine Vermutung nicht fehlgeht, Lamprid. AI. Sev. 41, 5, wo gacplas überl. ist, das man verschiedentlich kor- 
rigiert hat, zuletzt Madvig mit Peters Billigung sehr nichtssagend und von den Zügen der Hdschr. weit ent- 
fernt in aviculas, -wogegen man bei unserer Änderung graclas (Gl. HI 435, 51 graclus) nur einen in der Uncial- 
schrift verlesenen Buchstaben umzustellen braucht. 



— 23 — 

prie minutorum lapidum cumülus; vgl. 540, 10 caemmtum: minutorum lapidum congregaiio und 11474,53 
%ui.i^ silex, hoc cementum. Aufserdem ist scrupus ein Cognomen der gens Maecilia. 

LXXXI. *antescolanus des Khetors Agamemno wird ein gewisser sonst nur noch c. 27 in 
Begleitung des A. vorkommender Menelaus genannt nach den besten und meisten Hdschr., während 
andre aut scolanius oder aut scolarius bieten. Niebuhr (kl. phil. Sehr. p. 343 = Abh. der Berl. 
Acad. 1822/23) und nach ihm Orelli schlug antescholarius vor, auf Grund der bekannten Inschrift 
n. 1175 der Orellischen Sammlung = C. I. VI 14672, wo ein stadtröm. Plebejer namens M. Antonius 
Encolpius in seiner Grabschrift eine hohe pontificibus aut antescolaris Virginum zu zahlende Geld- 
bufse demjenigen androht, der es versuchen sollte, seinen undankbaren Freigelassenen M. Antonius 
Athenio in seinem monumentum beizusetzen. Buecheler ist Or. gefolgt, ob mit Eecht? Die Be- 
deutung der aniescholarii der Vestalinnen in jener zeitlich^) unbestimmten Inschrift ist ganz unklar, 
vgl. Orellis Vermutung. Dagegen ist neuerdings eine Glosse bekannt geworden, die ebenfalls auf 
antescolanus führt: in 198, 24 (Herrn. Mon. in dem Abschn. 'de ludo litterarum') prostocholos ante 
scolanum^), d. i. doch wohl nQoaxolog antescolanus trotz p. 279, 32 ngaroaiolog, wo leider das Interpr. 
fehlt. Dafür spricht auch die Analogie von antepilanus, antesignanus, antemuranus, anteurbanus, ante- 
portanus (Beiw. des Hercules C. I. V 5534), wo ante lokal, und antelucanus u. antemeridianus, wo ante 
temporal ist, während solche Bildungen auf -arius mit ante sonst nicht bekannt sind. Danach könnte 
antescolanus jemand sein, der in einem Baum ante scholam zu thun hat, womit die Erwähnung eines 
TiQoaxohov^) in dem interessanten Schulgespräch des Stephanus III 380, 60 ff. stimmt: ut veni ad 
scalam, ascendi per gradus otio*), ut oportebat, et in proscolio deposui birrum^) et demunxi capillos. 
et sie elevato centrone introivi et primum sälutavi praeceptores , condiscipulos cet. Aufserdem finde ich 
es nur noch in der Reihe Not. Tir. 101, 4 fg. scola, scolarius, scolasticus, proscholis {-us Schmitz mit 
Kopp), proscholium. Der in diesem Raum Amtierende ist offenbar der itQoa^okog der Not. Tir. und der 
obigen Glosse, wo er antescholanus gleich gesetzt wird, während er bei Auson. prof. XXH mit sub- 
doctor identificiert ist {^Victorio subdoctori vel proscholo im Lemma) und wohl auch von Augustin, 
wenn man de serm. apost. 178 no. 8 tarn pauper, ut proscholos esset grammatici mit conf. VIII 6 (13) 
subdocuit grammatico = subdoctor grammatici erat zusammenhält. Nach Scaliger, lect. Aus. 115 war 
die Aufgabe des proscholos eine andere in dem 'ludus litterarum' als in der 'schola grammaticorum 
et rhetorum'. Der prosch. im ersteren, sagt er, 'non docendis tarn pueris quam eorum moribus prae- 
fectus erat, ut scilicet concinne ad magistrum accederent, ut togam componerent, ut omni gestu, in- 

1) Buecheler, Rh. Mus. LI 472 glaubt entgegen den späteren Ansetzungen früherer Gelehrter bis in 
die Zeit der Antonine herabgeben zu können. Derselbe weist das in derselben Inschr. begegnende opter =^ ob 
wie suhter = suh aus Grammatikern (Charis. p. 230, 18 u. a.) und Glossen (V 90, 8. 469, 59 u. a.) als eines der 
zahlreichen im Volksmund lebendig gebliebenen altertümlichen Worte nach. Bemerkenswert scheint mir 
aufserdem, dafs daselbst opter quod im Sinne von propterea quod gebraucht ist, wohl nach dem griech. 8i6zi. 
So findet sich das synonyme propter quod Vulg. Act. 18, 10, Schol Bern. Luc. V 32, Greg. Tur. h. VI, 40 (s. 
Bonnet p. 326) oft in Isidors or. z. B. VII 6, 47. 5, 5. XX. 12, 2, wo Areyalo in propttrea, ändert, iuxta quod als 
Übers. Ton kci&öti Vulg. Act. 2, 24, ebenso secundum quod im Constantinsroman p. 20. Auch amnegavit der- 
selben Inschr. ist vulgär; Loewe, Prodr. 421 vergleicht es mit der in Glossen häufigen Form amnuere: IV 16, 36. 
V 345, 24 u. ö. im Lemma. 

2) Die Trennung in zwei Worte lehrt den Ursprung der Endung -um. Ahnlicher Abschreibervorwitz 
zeigt sich Liv. XXXII 11, 9 im Bamb. per noctem st. pernox; Tac. A. XI 14 Med. ab originibus st. Aborigines; 
Sen. ep. 89, 20 Bamb. a rationibus vestris st. arationes vestras; in Glossen IV 337, 52 exanguine : pallidus, semivivu« 
st. exanguis; V 346, 30 bona pro scriptoribus st. b. proscriptorum, wie p. 169, 21 richtig steht; 596, 51 deso- 
lanus : subsolano (IV 437, 55 subsolanus), HI 518, 55 fixtiörjfp subtectorio. Daher bezweifle ich auch die Richtig- 
keit der Glosse tetrarcha : subregulo bei Loewe gl. nom. p. 253. 

3) unser „Vorschule" ist daher nur sachlich vergleichbar. 

4) Wie silentio u. a. Gl. 11 325, 40 TjQeiia lente, pedetemptim, otio, Z. 59 riavimi; otio. 'Damit vergleiche 
man die vielfach angefochtenen Worte Trimalchios c. 51 phialam otio belle correxit 'gemächlich, mit Seelen- 
ruhe', denn die von Heinsius angezogene Stelle Phaedr. I 25, 6 quarnlibet lambe otio ist zum mindesten kritisch 
unsicher. Klassisch müfste es freilich per otium heifsen, wie Liv. XXI 55, 1. Gl. II 344, 26 xarä axotr^v per 
otium, vgl. Val. Max. V 3, 4 per summum ac securum otium. 

5) Bez. ein Oberkleid, meist mit Kapuze (cucuUus). Im folgenden ist mir demunxi verdächtig; das 
xaTe'i/)7]|a: der griech. Fassimg weist auf demulxi-demulsi, vgl. Not. Tir. 96, 42 fg. mulcit, mulxit, mulgit, mulsit. 
Oder sollte demungere capillos nach Art von emungere nares gesagt sein? Über centro = cento s. oben S. 8 
zu centronarius. 



— 24 — 

cessu vestitu compositi essent'. Dagegen scheine der prosch. in der letzteren 'non omnino docendi 
munere caruisse, proptera enim vocatur subdoctor. Mir scheint, dafs Sc. den Aufgaben des prosch. 
der Elementarschule, wie er in der obigen Glosse prosch. = antescol. erscheint, doch zu enge Grenzen 
zieht. Wenigstens ist der subdoctor einer Elementarschule in den Mlinchener Schulgesprächen (= p. 646 
und coli. Eins. p. 226, 1 ff), die in ihrer jetzigen Fassung etwa der Zeit des Ausonius angehören mögen, 
ein wirklicher Lehrer, ein Unterlehrer für die 'pusilli\ die ganz kleinen Schüler, die auf Befehl des 
Hauptlehrers 'htssu magistri' zu ihm gehen und ihm hersagen, reddunt (vgl. frz. rendre par coeur). ^) 
Und auch der prosch. des grammaticus bei Augustin und Auson., der antescolanus des rhetor bei 
Petron. werden wohl im wesentlichen Lehrer gewesen sein. So ergäbe sich als Resultat unserer 
Untersuchung, dafs die Titel antescholanus, subdoctor und proscholos in den verschiedenen Schulen 
identisch sind und etwa unserem „Hülfslehrer" oder „Unterlehrer" entsprechen. Die beiden ersteren, 
zugleich lateinischen, sind wenigstens für uns nach dem litterarischen Vorkommen*) die älteren. 
' %' secutuleia (^tamquam mulier secuiuleia'). Das Masc. scheint herzustellen zu sein in den sog. 

Glossae nominum, die aus bilinguen Glossen übersetzt sind, II 593, 10 secutülus : gui maiores seqmtur. 
Die ursprüngliche bilingue Glosse ist leider nicht erhalten. Eine analoge Bildung ist locuiuleius, 
deren Non. p. 50, 8 sich als Erklärung des Plautinischen lingulaca bedient und Gellius I 15, 19 als 
eines beliebten Ausdrucks der 'veteres nostri' Erwähnung thut und die von Vulcanius auch Gl. II 318, 10 
ivX.aXo? cffabilis, eloquens, loquax, loculentus vermutet wird, wo doch aber wohl loculentus gemeint ist 
(vgl. IV 110, 37 lucul.: lingua clarus vel disserius, V 113, 28 loculenttis: ling. cl.). Secutuleius verhält 
sich zu sequax (Prop. IV 5, 41 von Medea) wie locutulcius zu loquax. Formell sind auch die Gentil- 
namen Naevoleius, Septumuleius, Justuleins, Plaguleius, Barbulejus u. a. zu vergleichen, auch legu- 
leius „Gesetzkrämer" bei Cic, mendiculeia C. Gl. III 323, 34 ('de vestibus') nowikiov mendicuisia, wohl 
eine Art cento für Sklaven, endlich aus Petron selbst c. 75 sterteia, „Schnarcherin", was, wie viele 
Petronwörter, bei Georges fehlt und viell. mit impeteius : ßCaios Gl. II 85, 8 (von impetere, vgl. petax^), 
altipefax) verglichen werden darf, wo schwerlicli impetosus nach HI 451, 6 i. &ovqios zu ändern ist. 

LXXXV. *basiolum, Dim. von basium, litterarisch nur noch aus Apul. met. X 21 belegt. 
Aufserdem Not. Tir. 88, 64 und auf einem Karneol (bei Le Blant, 750 inscr. de pierres gravfees, 
n. 158) mit der zierlichen Inschrift sana me basiolis. 

XCrV. *semicinctium, „schmaler Gurt" (Mart. XIV 153 im Lemma u. Vulg. Act. 19, 12). 
Oft in Glossen, z. B EQ 21, 38 ('de vestibus') fwvrj simicinthium*); V 578, 55 semicintium : zona 
minus lata = Isid. XIX 33, 1; IV 169, 19 semicintium : quod dimidium cingit u. a. — Not. Tir. 97, 55 
semicinctum. Späteres s. bei Du C. 
/ XCV. scordalus „Zankteufel" (Sen. phil. und rhet.), nach der gew. Annahme von atio^dov, 

der späteren Form für aoioQoäov (vgl. axoQoöi^siv bei Aristoph. vom Futter der Kampf hähne und wegen 
der Ableitung noQvSaXog von noQvSog, XQvaaXog u. ä.?). In Glossen z. B. IE 592, 38 scordalus : ferorum, 
d. i. ferox, wie V 243, 20 u. ö. richtig steht (vgl. Osb. p. 563); IV 398, 45 sc.:insopor, incordatus^), 



1) Gl. n 232, 36 &'!tayyiJi.Xm inl fiad-rniärcov reddo, memoro und die von Haupt opp. 11 511 ci- 
tierten Stellen. 

2) Schon Cicero engagierte in einem launigen Brief seinen Freund Paetus ad fam. IX 18, 4 als 'sub- 
doctor' in der von ihm geplanten Rhetorenschule. C. Gl. III 198, 22 inoSiSäanaXoe subdoctor im Gegensatz zu 
xtt'&TjyTjTTjs praeceptor , Imardtrie magister. In den oben citierten Schulgespr. ist subductor mit iwodtdaxrrjs 
•wiedergegeben. 

3) Von Georges nur aus Fulgentius citiert, steht noch Don. Ter. Hec. I 2, 84 ; Ps. Acr. Hör. sat. II 6, 66 
zur Erklärung von procaces, daher wohl die Glosse V 556, 32 procaces : petaces. Dazu Adv. Comp, petacius bei Avien. 

4) Vgl. aift,iyiiv&i.ov im Original der Bibelstelle und anderes bei Immisch, de glossis lexici Hesjch. 
Italicia in Leipz. Stud. VIII 367. Zur falschen Aspiration vgl. 'TäTiiv9og und die in Hdschr. häufige Schreibung 
Berecynthius, die schon Serv. Aen. IX 82 tadelt. 

5) Nur hier vorkommend = male cordatus. Die Erklärung incordatus rührt, wie Landgraf a. a. 0. 
richtig bemerkt, daher, dafs man scordalus von cor ableitete. Man sah in dem anlautenden s ein ex privativum 
(vgl. excors), das bekaimtlich im Spätlatein und Romanischen durch Aphäresis zu s sich verflüchtigt, wie Gl. V 389, 3 
sceptor : notarius, 515, 16 scussores : gut iacula mittunt, 499, 50 experire : spermentare, cognoscere (noch jetzt ital. 
sperimentare). Isidor hat viele ähnliche Etymologien, z. B. XX 9, 10 sporta . . . quod exportat aliquid; vgl. 61. V 
615, 28 speltwn ; telum, ab eo quod expellitur, vom german. speut zu erklären (Körting s. v.). — Jnsopor findet 



- 25 — 

wo Hildebrand insipiens, Landgraf, Arch. IX 430 inposfor vermutet, wohl richtig, nur dafs viell. 
auTserdem Kontamination mit scurrula anzunehmen ist, vgL V 243, 31 sourrula : piiblicus impostor u. &. 
Nach Stowafser, Arch. I 442 schrieb auch Non. p. 316 garrulus est rursum scor dolus (die Hdschr. cor- 
datus), doch s. L. Mtlller. Von scordcUiiS endlich das femin. Abstr. scordalia Trimalchio bei Petr. 59, 
wozu man vgl. leria oben S. 10. 

*coctor, vermutlich = servus culinarius. Ebenso zweifelhaft ist die Bedeutung C. I. IV 1658 
Tetti Vere amator codor. Not. Tir. 103, 56 steht c. als Ableitung von cogm. AuTserdem auri coctor 
XQvastl)7]rrig 61. 11 27, 9, calcis codores Ed. Diocl. und cod. Theod., während Sen. ben. IV 26, 4 das 
hdschr. codori jetzt allgemein in decodori geändert ist. 

*insularius, bei Petr. aät codor verbunden, litterarisch sicher sonst nur in Jurist. Quellen, 
nach Konjektur bei last. XXXn 2, 2 und Priap. 32, 13 (s. Buecheler, Rh. M. XVEII 392). Die Be- 
deutung ist teils „Mietwohner", teils, wie vermutlich bei Petron, „Hausmann" oder „Hausknecht". In 
Glossen: H 299, 50 ivomioXÖYog insularius; TV 401, 42 vUkus:ador vel exador pensionum, insularius 
(= GL ScaL V 612, 55). Aufserdem Not. Tir. 42, 51 (hinter insula) und C. I. VI 6296 u. ö. 

XCVI *lecticarius (Cic, Sulp, bei Cic. fam., Suet.). In Glossen: 11 472, 55 l.: <poQzi.oq>6Qog, 
daraus 586, 14 l: ferculum (sie!) portans. Ferner Not. Tir. 97, 68; Inschr., z. B. VI 5198 u. ö. (s. 
Marqnardt, Privatalt. p. 149*), Com.-Schol. Juv. in 245, Schol. Gronov. Cic. Rose. 134 ledicarii di- 
cuntur, qui maiores (?) nobiles portant. Dagegen ist Petr. 34 vermutlich mit Dousa supdledicarius 
zu schreiben, das aufser bei Ulp. Dig. noch C. I. X 1960 vorkommt, s. Friedländer (die bekannte 
Schreibung superledic. ist möglicherweise die Ursache der Auslassung gewesen). Die korrekt« Form 
supelledilarius steht C. I. VI 9914. 

ostiolum (Col., Plin. n. h., Paul. Fest.). C. Gl. II 330, 3 &y§lSMvqstiolMm, vgl. Osb. p. 272. 
396 und ital. usduola. 

XCVn. *oppessulatus „verriegelt" (Apul., Amm.). C. Gl. IV 133, 1 (cod. Vat. 3321) oppes- 
sülatis : clausis, a pessulis dictum u. ö. (s. Landgraf, Arch. IX 402), welche Glosse ich auf Apul. met. 122 
(foribus oppessulatis) beziehe^); V 508, 36 oppessulaium : clave obseratum, a pessiüis dictum; Osb. p. 400. 

institae als Gurte am Bettgestell auch durch Glossen bezeugt: IV 447, 50 n. ö. institae: 
grabati resticulae. Wenig verschieden davon scheint fascia bei Cic, Mart. und Gl. HI 321, 6 Kti^la 
fascia ledi (es folgt 6xlintovg grabattus), wenigstens giebt Ambrosius das Ksi^la der LXX Prov. 7, 16 
mit instiia wieder (institis texui lecium meum), gegen fascia der Vulgata; vgl. Suid. s. v. xei^ia und 
Porf. Hör. ep. 12, 11 tenta aibilia dicit ledum restibus sive fasciolis subtentum, was Heinsius bei 
Burm. anführt, wogegen wohl das von demselben citierte 'Schol. Juv. instüa qua ledus intendifur' auf 
einem Irrtum beruht. 

XCVlil. *sciniphes (Plur.) = ouvüpsg, bez. anvineg (s. Lob. Phryn. 399), eine Ameisenart 
oder ein kleines Insekt. Erscheint zuerst bei Petron, was Georges übersehen hat, dann wieder in der 
Vulgata und daher bei vielen Kirchen- und anderen späten Schriftstellern, meist in der obigen Form 
mit epenthetischem i, s. das reiche Verzeichnis bei Georges, Lex. lat. Wortf. s. v. Die Glossen, die 
auch wohl sämmtlich auf die Vulg. gehen (sicher Not. Tir. 102, 20 und auf den folgenden Tafeln) 
erklären: V 526, 1 sciniphes : genus culicum est fixis acüleis permolestum, quas vidgus consuevü vocare 
zimalas (ital. zenzara); 399, 27 scnifes: mygg (angels.), 213,28 ischinifes : vermiculi. 

XCIX. *scabitudo, von scabere wie aritudo u. ä. Nur noch Osb. p. 560 scäbia^), Scabies, 
scäbitudo und Dynamid. 11 36 bei Mai Cl. Auct. VH 436, s. Forc. Die korrektere Form scheint 
scabritudo, von scaber, von Georges aus Marc. Emp. und Plin. Val. belegt, auch bei Osb. p. 535. 



sich allerdings einmal Ov. her. XII 101 von dem schlaflosen Drachen in Kolchis, obwohl es in den Lexicis 
fehlt (s. Arch. VI 565), pafst aber nicht in die Glosse hinein. 

1) Apul. met. scheinen auch sonst in diesem Glossar benutzt, z. B. p. 167, 45 sca<Mrrt6at (IV 6), 112, 34 
naccam (IX 22); 40, 15 continantur : congrediuntur (V 31). Denn dafs an letzterer Stelle der cod. Cassin. allein 
die richtige Lesart erhalten hat {continentiir die übrigen), scheint mir sicher; vgl. über corUinari, das z. B. 
Plac. Gl. V 68, 28 mit congredi erklärt, KiefsUng, Ind. lect. Greifsw. 1883 p. 3 und Weyman, Arch. VHI 129. 
Nach den Hdschr. herzustellen ist das Verbum auch lul. Val. Alex. p. 94, 11 und 101, 2 ed. Kubier, wo dieser 
mit C. Müller ein triviales conspicari in der vermeintlichen Corruptel vermutet. 

2) Wie Gl. n 179, 24. 481, 44. HI 472, 68. Ps. Cypr. adv. aleatores c. ö, 6 (Gen. ecdbiae). Dynamid. H, 91 
(Acc. PL scdbias). Ital. scabbia. 

4 



— 26 — 

CI. vectura in der Bedeutung „Fährgeld" (Plant., Sen. phil.). Gl. 11 205, 21 vectura: 
qiooeTQov, vavXov, AI 2, 51 tpoQe&QOv 6 (iia&og toü fojov v.\ 375, 12 vavXov navis vecivra, naulutn (ital. 
nolo), 596,34 vectura : näblum, teloneum (= vectigal?). Dazu Not. Tir. 42, 14 v. (vor vectigal). Ed. 
Diocl. 17, 1 ßexTovQTjg; C. I. II 1180, 11 v. exsolvere, IX 5435 v. exigere. 

Cn. ferrumen „Bindemittel, Kitt" (Plin., Gell.). In Glossen anders: II 71, 36 ferrumen: 
croiiafia (438,25 ferramen), daraus p. 580, 9 ferumcn^): acer, wie oft mit einem Schimmer des 
nichtigen, denn eroiicoiia ist ^ acies oder aciarium (Stahl, frz. acier), vgl. III 325, 39 ('de ferreis') 
acciarium : et. Nicht beachtet ist dieser Zusammenhang von Stowasser, Arch. 11 320, wenn er fcrumen: 
ater ^color} vorschlägt. Noch erhalten im span. fcrrumbre (vgl. legumbre = legumen) 'ßost' = fer- 
rugo. Davon *ferrumino Petr. 31 u. 32 (Plaut., Plin., ICi): 61.1171,37 ferruminat ffioftot", 475,1 
XaXxoKoXktjTog ferruminatus, daraus p. 579, 58 ferruminatus : gisuetit (angels.). 
CIX. stigmosus. S. oben S. 13 A. 3. 

CXI. *hypogaeum „Grabkammer". Bei Vitr. VI 8, 1 „Kellergeschofs". In ersterer Bedeutung 
I. K. N. 7133 upogaeo. Vgl. C. Gl. V 561, 28 apogeum^) (== upog.): aedificium consirudum sub terra, 
id est antrum vel spelunca, ziemlich wörtlich mit Isid. XV 3, 12 stimmend; V 620, 27 ipogea est ton- 
strina. Osb. p. 277 hypogeus: locus obscurus. Ambrosius: in hypogeis et ceteris obscuris locis. Anderes 
s. bei Du C. und Caesareo p. 28. 

CXni. *propinatio „Zutrinken" (Sen. phil.). C. I. V 5272 (= Or. 7336). 4449 und cod. 
Corb. Esth. 7, 2 bei Rönsch, Itala 321 = „Trinkgelage". 

CXVII. *detrectator „Verweigerer" {minisierii d., wie Auson. ed. 2, 51 d. honoruni): C. Gl. 
II 47, 18 d. cini&iqg, xorraqppovrjtijg (vgl. 233, 51 anei&la toü ftr; XtizovQyeiv zij nax^iSi detredatio). 
Gew. = Verläumder, Verkleinerer (Liv., Tert., anderes Rönsch, It. 56). 

GXVni. *senfentiola, verächtlich für senteniia (Cic, Quini). Bei Gell. XVII 12, 3 in gutem 
Sinne, vgl. C. Gl. HI 327, 56 'de ludo litterario' seniiola (vgl. über sentia u. ä. jetzt Stangl, Bl. f. 
bayr. Gymn. 34, 260) enCyQafiiia. Osb. p. 555 sententiola: parva sententia. 

CXXIV. *heredipeta „Erbschleicher", aufser Schol. Juven. III 129, was Georges citiert, 
noch ebd. X 202 : XH 113, Schol. Pers. VI 51, Porf. Hör. ep. II 3, 191, Acr. Hör. s. II 5, 56 als 
Erklärung von captator, Not. Tir. 51, 98 und sehr oft in den reinlateinischen Glossen, z. B. V 300, 19 
heredipeta : qui alienam hereditatem desiderat, 207, 18 h — ae: qui hereditatem petunt, wohl abgesprengt 
aus Plac. V 74, 17 hotioripetae sunt, qui honores petunt, ut dicimus heredipetae qui hereditatem petunt; 
desgl. in mittelalt. Texten, s. Du C. Analoge Bildungen sind aufser dem genannten honoripeta (auch 
einmal bei ApuL): comipeta oder cornupeta, erstere Schreibung in den Glossen überwiegend, lucripda, 
agripeta, oclopeta bei Petr. 31'), veneripda, letzteres nur in Glossen: V 625, 5 v.: luxoriosus = Osb. 
p. 419 dicitur v. quasi Vener em petens i. e. luxuriosus.*) Dagegen liegt wohl in altipeta levitas bei Paulin. 



1) Vgl. 0. Goeppert, die Bedeutung und Schreibung von ferrumino etc. in den Pandekten, Breslau 1869. 

2) Die Schreibungen mit e und ae sind gleichberechtigt, wie denn schon im Griech. sich Schwankungen 
zeigen, s. Lob. Phryn. 297 S. In Papyris findet sich iniytia neben Jyyaia u. a. 

3) Friedländer bemerkt gegen die Änderungsversuche früherer Gelehrter: „das Wort ist allem An- 
scheine nach richtig von ocultis und petere gebildet (wie ocliferium von oculus und ferire). Doch was der für 
den Schützen so passende „AugenzieJer" für ein Tier war, ist unbekannt". Das o in der Fuge der Komposition 
steht wie in merohitms neben multihibus bei Plaut, in demselben Verse, primopilaris (auch inschr. C. I. X 3757) 
neben primip., primogenia C. I. IV 1553 und alte Inschr. Hermes 1884 p. 453 {primoCenia) neben dem gew. 
primig., planopedutn (Erdgeschofs: C. Gl. III 269 u. ö.) neben planipedum (Caes. Fei. 30; das Wort fehlt in den 
Lex.). Oclopeta entsprechend findet sich C. Gl. III 335, 4 ^Xarcov. oclifuga unter der Rubrik 'de moribus humanis', 
also einer, der einem nicht gerade in die Augen sehen kann, ein versteckter Mensch {yi.Xäxa)v ist sonst nicht 
bekannt, -ftiga wie aqui-, eri-, lari- (Petr. 57), lucrifuga, lucifuga, alle nur einmal belegt aulser dem letzten). 
Sollte nicht oclopeta, das nach dem Zusammenhang jedenfalls etwas Efsbares, wahrscheinlich ein Tier ist, eine 
scherzhafte Bezeichnung des Raben sein, dessen Augenaushacken ja sprichwörtlich ist? Ähnlich sagt Isidor 
XIII 7, 43 vom corvus: hie prior in cadaveribus oculum petit. Dafs man Tiere aus dem Rabengeschlecht auch 
im Altertum afs, wie noch jetzt junge Raben, kann nicht zweifelhaft sein; Mart. III 60, 8 erscheint eine pico 
als Braten, vgl. Friedländer, Sittengesch. UI» 17 und Hehn, Kulturpfl. p. 304". 

4) Dazu käme auripeta, wenn Hilbergs Vermutung zutrifft, dafs Plin. n. h. X 136 gryphas auripetas 
zu lesen sei (Wiener Studien IV 173). 



— 27 — 

NoL entgegen der Ansetzung der Lexika ein Adj. anf -peius vor, vielleicht aach in musca hidpeta est 
Isid. Xn 8, 7.^) 

CXXXI. fastosus (Mart., Auct. pan. ad Pis. bei Georges). C. Gl. 11 579, 21 fastuosus : 
fastidiosus, superhus; Not. Tir. 56, 48. Acr. Hör. a. p. 97. Mart. Cap. VI 578. Osb. p. 233, überall 
mit uo; vielleicht auch C. Gl. IV 74, 40, wo fastus: superhus, elattis überl. ist; das Adverb fastose 
Ps. Acr. Hör. ep. I 5, 19. 

CXXXTT. *quasillaria „Spinnerin". C. I. VI 6339 — 6642. Sonst nur noch in Glossen 
quasillarius, aber als Fabrikant von quasilli: III 461, 74 qu.: xo(pivonoi6g aus Gl. Lois. p. 484, 10. 

apodixis (Gell., Ps. Ambros. bei Georges), oft in Glossen, z. B. IV 310, 3 apodixis: ostensio; 
V 267, 1 apodixis graece est probatio vel exemplum; öfter in der Form apodixen: ostensio wie IV 19, 4, 
was den Verdacht nahe legt, dafs die Glosse auf Ambros. serm. 90 geht: ad ßium meum voluisti apodixin 
tuae artis magicae demonstrare. Aafserdem noch Hist. ApoUon. p. 27 veni, magister, en discipuli tui 
apodixin und in mittelalt. Quellen bei Du Gange, stets in der Verbindung a. artis oder peritiae exercere. 

*defunctorius „oberflächlich". Das Adv. bei Sen. contr. und ülp. In Glossen: Plac. V 
17, 11 = 60, 29 defunctorium et qiiicquid ita dicitur vel fit, ut ad finem cUicuius rei aut terminum 
spectet. defungi enim finire significat, ut de morientibus dicimus, IV 227, 17 defunctorium: transitorium; 
p. 53, 26 defunctorie: opere levi, transitorie, Not. Tir. 67, 22 defunctorie. Häufiger ist das synonyme 
perfunctorius, welches zuerst bei Petron c. 11 im Adv. vorkommt, dann erst wieder bei den Eirchen- 
schriftstellem, ans denen zahlreiche Nachweise bei Eönsch coli. phil. p. 64 über das Adj^ p. 66 über 
das Adv. zu finden sind. Auch in Glossen sehr häufig: V 92, 3 perfunctorium verbum: leve et transi- 
torium, 320, 55 perfunctoria: simulatoria: 320, 28 perfunctorie mit imaginarie glossiert, ebd. Z. 41 
mit transitoi-ie, 232, 30 mit inaniter, Z. 31 mit imaginarie, leviter aut transitorie. Not. Tir. 67, 23. 

CXXXVI. *cucumula in der besten Überlieferung, nicht cucuma, obwohl derselbe Kochtopf 
c. 135 cucuma ingens genannt wird, ein eklatanter Beweis für die geschwundene Kraft der Diminativa. 
Das Diminutivum noch Not. Tir. 101, 66 f. in einer Reihe von Geschirren hinter cucuma sowie in 
einer Vita Caesarii Arelat. bei Du Gange. Doch ist vielleicht die häufig, z. B. V 595, 45. 633, 21, 
überlieferte Glosse cyma (od. cuma): cocumola als (^cuycuma: cucumula zu fassen, vgl. H 521, 58 
%ovyiov{iiov cucuma und viele gleichgeformte Glossen: Henschel bei Du G. vermutet cyma: comida nach 
Isid. XVII 10, 4 cyma dicitur quasi coma, dagegen vermutet Götz (s. v. cyma) cyma: culiculi == col. 
Sehr häufig ist das Primitivum, das auch bei Martial, wo es ein Kessel für Badezwecke ist, und in 
den Digesten vorkonunt, und im Romanischen frz. coqnemar, ital. cocoma, fortlebt, in den Glossen: 
n 492, 64 novxxovfiog cuccuma, woraus vermutlich Gl. nom. p. 575, 50 cucuma: caccabus, caldarius; 
p. 354, 19 xoiixxovftog haec cuccuma, 521, 58 cucuma: imv*ov\uov, TQ. 23, 7 in der Rubrik *de aereis' 
xovxxowfios cucumma (93, 72 cuccuma); 379, 63 cucuma &eqiio(p6qov; V 187, 9 culinae: cuccuma^ (Goets 
verm. cuccinae = coquinae). Aufserdem bei dem Gallier Marc. Emp. 20, 113. 26, 112. 113, in der 
Schreibung und Messung cocüma bei Ven. Fort. VI 8, 14 wie bei Martial cucuma. Die in den Glossen 
öfters begegnende Schreibung cuccuma, die viell. durch caccabus (auch inschr. G. I. IV 1896) beeinflufst 
ist, "findet sich auch in der Digestenstelle in den besten Hdschr. und daher bei Mommsen im Text. 

*coaequalis, ein überflüssiges Kompositum von aequulis (Col., Just., Vulg.). G. Gl. 11 383, 2 
coequalis 6|ii^lf|, 102, 22 coaecuales 5jit^itxf?. Not Tir. 46, 33 hinter aequalis. Das Wort erscheint 
zuerst in einer Inschrift etwa aus der Zeit des Augnstus G. L XIV 2485 (= Or. 4407) sowie in einer bei 
Vetera gefundenen jetzt verlornen Inschr. Bramb. inscr. Rhen, 218 = Anthol. lat. epigr. n. 374 Buech., 
dann C. I. VI 13213 (2. Jhdt.). Noch lex. Sal. tit 40, 6 u. a. 

CXL. *locellus „Kästchen" (Gaes. fr., Val. Max., Mart.). Gl. II 263, 47 fg. yiöwjffoxoftov 
lucullum (d. i. loculum), yltoeaonöjiiov lucellum; IV 361, 42 loculus: locellus; 75, 20 lectum funereum 
id est loceUum (span. lucülo = steinernes Grab, altfrz. luisel Sarg); Plac. V31,ll = 81, 15 ... dici- 
mus et loceUos ad vestes vel pecuniam custodiendam (vgl. Isid. XX 9, 3). V 176, 25 caupilus: scapha, 
canale, locellum, wo loc. wohl auf capulus geht. Eugipp. v. Sever. c. 43 loc. = Sarg. 



1) Kritisch ganz unsicher ist calopeta im Geogr. Gothofr. 32 bei Biese, geograph. lat. min. p. 111) und 
wohl = Ttalonsine oder ^aloßätrig (61. 11 337, 39; axaloß. 432, 31). Woher cupedipeta bei Forcell. - De Vit 
im Anhang zu Bd. VI stammt, ist nicht ersichtlich. 

4* 



— 28 — 

*sacellus = saccellus (Gels., August). Gl. II 176, 36 saccellus ßaXldvTiov, Not. Tir. 98, 2 
fg. soccuIms, saccellus (so der cod. Cassel., die übrigen sctceUus). Dazu. Veget. mTilomed. I 52. Ps. 
Ascon. Cic. Verr. act. I § 22. Auch saccellum (Plin. Val. II 18): Gl. 11 255, 39 ßnlXcevrlötov saccdlum, 
in 369, 69 sacc. (laqßvmov, IV 257, 22 u. ö. marsuppium: sacellum (V 523, 44 u. ö. saccellum). 
Anderswo ist das Geschlecht nicht zu erkennen wie Vulg. Mich. 6,11 und den Var. bei Rönsch, Itala 
94, Schol. Fers. V 112, Cass. Pel. c. 53 sacello (Var. zu sacculo), sowie zweimal bei Corippus, wo 
säcell. gemessen ist, s. Haupt opp. III 402 und aufser dem schon angefahrten noch Hesych. saxila' 
onov xb xQvaiov rl&srcci, ßaxeXiov' ofioltog, und Gl. V 513, 3 sacelliones: sacculos, was falsche Erklärung 
sein kann, vgl. Osb. p. 192 aedituus: custos aedis, flamen, sacellio. Zur Vereinfachung der Doppel- 
konsonanz vgl. ofella neben offa, mamilla neben mamma, obwohl sich auch säculus in einer Weih- 
inschrift C. I. L. V 6876 gemessen findet, was jedoch durch säcellus beeinflufst sein kann. Doch 
schwankt anch auf att. Inschr. adnog und aaxxog: ersteres soU nach Thom. Mag. allein attisch sein, 
s. Lob. Phryn. 257 und Meisterhans, Gramm, der att. Inschr. p. 38 A. 350. 

*clostellum. Nur noch in Glossen: IV 272, 20 p'essulum: clustellum (cf. V 510, 21); V 
352, 32 clustella: clusterlocae (angels.), welche Glosse wahrsch. (s.' zu dignitosus S. 13) auf die von 
Paucker suppl. lex. 1. 80 citierte Stelle Aldhelm. laud. virgin. 41 arcarum clustella reserantur geht; 
V 564, 38 claustella: claustra, clausa, viell. auch p. 617, 43, wenn daselbst, wie ich vermute, clatra: 
clostella für calta crustella zu lesen ist; V 653, 54 clustra: clausura ostii cum verriculis suis, unde 
clustellum, wo nach p. 180, 12 u. a. vermiculis^) zu emendieren ist. Aufserdem vgl. Du Gange s. v. 
claustellum, wo auch Stellen für clust. = corollarium, sequela. 

Anhangsweise seien einige seltene Wörter behandelt, die zwar selbst in Glossen u. s. w. nicht 
vorkommen, aber wenigstens in Analogien: 

XXXV. sterilicula, Diminutivum vom substantivierten sterilis sc. vulva suis, wie aqualiculus, 
vom subst. aqualis, breviculus bei Isid. I 23 von hrevis sc. libellus (G. GL 11 408, 23 nmatuov pitta- 
cium, hrevis u. a., wovon unser „Brief", farticula Titin. com. 90 Ei.). Schon die alten Erklärer eitleren 
die Stelle des ludicium coci et pist. (s. oben S. 18) v. 90, wo die kinderreiche Niobe um die sterilis 
bittet: me sterilem Niobe, linguam Philomela rogat me, und die Erwähnung der vulva sterilis bei Gels. 
II 24 nebst dem Recept für dieselbe bei Apic. VII 258. Aus den Glossen lernen wir jetzt noch den 
griechischen Ausdruck und die neutrale Form sterile kennen: DI 183, 65 steht unter Schweinernem 
azsQVLv^) sterile vor fiuxQa (= fiijtpa) vulva, ebenso in dem alphabetischen Glossar 11 437, 31 axiqviov 
sterile, was wir schwerlich verstehen würden ohne die sachliche Einordnung der ersteren Glosse. In 
mittelalterl. medicinischen Glossen wird steriles mit intestina erklärt, s. Du Gange und vgl. burbalia S.41 A. 1. 
XL. *coptoplacenfa nur noch lud. coci et pist. v. 47, KomonlaKovg von Athen. XIV 647 F. 
aus dem Pemmatologen Ghrysippus angeführt, vermutlich dasselbe oder etwas ähnliches wie copta aus. 
gr. xojtri], eine Art harten Backwerks, bei Mart. XIV 68 und in dem Abschnitt 'de secunda') mensa' 
C. Gl. m 15, 40 = 372, 27 xonrij copta}) 

LXI. benemorius. Die Überlieferung sed ego non mehercules corporaliter illam . . . curavi, 
sed magis quod bene moriar fuit hat zuerst Hadrianides in bene morata geändert und damit allge- 



1) Im Arch. f. Lex. IX 595 hatte ich verticulis vorgeschlagen. Doch C. Gl. III 313, 19 steht ßcclavog 
vermiculus unter der Rubrik 'de habitatione' zwischen Ausdrücken, die sich auf die Thüren und ihren Ver- 
schlufs beziehen, und II 223, 6, von Funck, Archiv VIII 395 übersehen, heifst es deutlicher vermiculi ßdlavoi inl 
xov ^Xti&^ov xal ößtXiayioi, was man jetzt wohl nicht mehr mit Salmasius Scr. h. Aug. p. 393 in veruculi ändern 
wollen wird. 

2) = axsQviov, B. oben S. 6 A. 2. Vgl. Steph. thes. s. v. 

3) Die VoransteUung des Adj. ist konstant in den Überschriften der Glossarien des III. Bandes ent- 
sprechend dem griech. jcegl dfur^pas TQanc^ag. Sie scheint überhaupt in Verbindung mit mensa die regel- 
mäfsige zu sein und ist viell. eben aus dem Griechischen zu erklären, indem die Sitte des Nachtisches aus 
Griechenland kam. Ich setze meine gelegentlich gemachte Sammlung her: Cic. Att. XIV 6, 2. 21, 4. Nep. 
Apr. 8, 4. Varr. r. r. III 16, 5. Val. Max. II 6, 1. Petr. 68 (zweimal). Plin. n. h. XVI 16. XIX 168. Gell. VE 13, 12. 
XIII 11, 6. 7. Lamprid. Heliog. 25, 9. AI. Sev. 37, 10. 39, 1. Porf. Her. od. IV 5, 31. sat. I 3, 6. Macr. sat. 11 8, 2. 
III 18, 1, auch inschr. in den Acta fratrum Arvalium vom J. 218. Viel seltener finde ich die Stellung mensa 
secunda: abgesehen von Dichtem Cic. fil. bei Cic. fam. XVI 21, 7. Plin. n. h. IX 120. Macr. II 8,1 u. Varr. ebd. §. 3. 

4) Vorhergeht ein anderes merkwürdiges Backwerk, das auch bei Athen. 1. c. aus Ghrysippus citiert 
wird, hxvqCxr]« simitillus, was in verschiedener Schreibung und Interpretation wiederkehrt HI 87, 82 aißixMog 



— 29 — 

meinen Beifall auch bei den neueren Editoren gefanden. Die Änderung ist durchaus sinngemäfs und 
läfst sich paläographisch auch durch die Annahme rechtfertigen, dafs einem Abschreiber die Worte 
ita hene moriar cet. in c. 58 zur Unzeit in den Sinn und in die Feder gekommen seien. Nichtsdesto- 
weniger kann man der Tradition noch näher bleiben und zugleich eine dem plebejischen, halbgriechi- 
schen Sprecher nicht übel anstehende Bildung gewinnen (vgl. auch fulcipedia c. 75, caldicerebrius c. 45), 
wenn man mit Tilgung nur eines Buchstabens benemoria schreibt. Die Vermutung ist schon von 
Orelli beiläufig ausgesprochen, und ich selbst bin auf sie durch folgende Glossen des III. Bandes 
geführt: m 333, 41 unter 'de moribus humanis' avivTQonog^) malemorius, 432, 4 unter der Kubrik 
'de iumentis' (d. h. Pferde, Esel, Maultiere) xaKorgonov malemorium hinter ev^vtov mite. Ähnlich ist bene- 
memorius, bez. -a (neben bonememorhis u. ä.) auf gallischen Grabschriften (die früheste vom J. 492, s. Le 
Blant. inscr. chr6t. de la Gaule n. 32) als ehrender Zusatz zum Namen des Toten, das sich entwickelt 
hat aus dem urspr. Gen. bonae memoriae, s. C. I. Xu p. 964. Schuchardt Vok. I 176. III 90. Femer 
aus Glossen II 319, 15 ivitqöeanoq bonifacies (vgl. 30, 26 bifax: Sii^afiog, ömQoaanog, dtriög), 318, 
35 ev^oiQog bonifatus, was vermutlich*) nicht verschieden ist von bonifatius, das als Eigenname aus 
Christi. Inschriften, entspr. griech. Evrvjjijg, wie auch Malifatiiis (auf ein malefatus = unglücklich, Böse- 
wicht führt auch das Eom., s. Gröber Archiv III 522) bekannt ist und erst in späterer Zeit, wo t 
vor c mit folgendem Vokal sibiliert wurde, Bonif actus geschrieben und fälschlich als „Wohlthäter" 
gedeutet wurde, wie Pott zuerst gesehen hat und jetzt allgemein angenommen wird. Zweifelhaft ist 
bonisperius Gl. lH 331, 46 fg. imSi^iog bono peritus (t von 2. Hd., wie es scheint, übergeschr.) , ini- 
Si^iog bonis perius, 519, 34 inidi^iog bonosperius, inif^Seiog bonisperius. Denn obwohl bonisperius sich 
deuten liefse nach der archaischen Flexion spes, speris st. spei, so liegt es doch näher bono peritus 
und boni peritus (vgl. iure peritus und iuris p.) als Nachbildungen etwa des Gegenstücks aneiQccya&og 
zu verstehen; vgl. Osb. p. 292 infrunitus: in male peritus. Von Kompos. mit nmle- mögen noch hier 
erwähnt werden malibarbius: äquioitayrnv m 329, 63, häufiger in der Form male- oder malibarbis (s. 
Funck Archiv VIII 379), die neben inbarbis steht wie maleformis 6va(ioQq>og 11 126, 29, xaKÖfioQtpog 
336, 49 neben informis. Alle diese Bildungen stehen wohl unter dem Einflufs des Griechischen und 
kopieren die entsprechenden griechischen mit ev- durch bene-, bez. boni, mit yicnio- durch male-, bez. 
mali (Adv. — Adj.). Die Ableitungen von Verben, wie bene-loqiiius neben boniloquius, die Arch. 11 
267, bez. I 262 belegt sind, u. a. will ich hier übergehen. 

LXIX. agaga. Die Glossen, zum Teil schon den alten Erklärem bekannt, bezeugen nur das ' 
Dim. agagula. Sehr oft ist es mit lenocinator erklärt, z. B. IV 13, 22. V 589, 19 (wo pantomimus 
hinzutritt), 589, 19 conciliator, id est leno, 164, 43 tanus, fornicator, einmal auch in einer Form, die 
auf eine bestimmte Stelle eines Schriftstellers deutet, p. 652, 12 agagulis: lenonibus; endlich 297, 47 
ganeones: propinarii^), ubi et agaguli, wo qui et*') agaguli (Masc, entsprechend si adulteram, si male- 

sivitillus, 316, 2 iyxvrovg sihit., 372, 23 in den Excerpta Stephani suhitillus iv&vrog, letztere Schreibung auch 
bei Athen, aovßhvllov, das dort nach eyxvrog und avLQißUrrie {scriblita) unter der Rubrik ^x tvqov ysvsxai, nla- 
KovvtrjQa TÜäe steht, und in den Tiron. Noten 109, 35 subitillum zwischen fabum = favus und mustacium, wo 
nur wenige Hdschr. sib. haben, keinesfalls aber mit Schmitz ein fingiertes sorbitillum zu setzen ist. Das ist 
das gesamte Material, soweit es mir bekannt ist. Unklar bleibt dabei die Etymologie. Rönsch in Ztschr. f. 
österr. Gymn. XXXVI 824, der nur von der Stephanus-Glosse spricht, erklärt tvd-vrog, das, wie man jetzt sieht, 
aus ^yxvzog verdorben ist, höchst sonderbar = „mit stürmischer Eile hergestelltes Gebäck" und leitet suhitillus 
dementsprechend von subitus ab. Mit mehr Wahrscheinlichkeit vergleicht Buecheler, Umbrica p. 65 das oov- 
ßCzvXlov bei Ath. mit subucula, das nach Aelius Stilo bei Fest. 309 eine Art Opferkuchen bedeutet. 

1) Das Wort (von ivzQSTtoiiai) fehlt in vielen Lex. S. noch lU 373, 18 &vivzQonog inreverens. 

2) Denkbar wäre ja boni fatus (vgl. ebenda p. 320, 40 s'i);i;pot)s boni coloris, 337, 49 tialdtgonog boni 
moris, Z. 2 •x.aiiozQonog mali tnoris, vgl. Tac. a. I 35), wenn man fattis nach 4. Dekl. flektiert nimmt, wofür 
freilich nur ein Beispiel aus Ammian citiert wird, wo der Abi. fatu, der leicht durch fato zu ersetzen ist. 
Sonst ist Nom. Sing, fatus häufig (s. unten S. 42), der die Dekl. nicht erkennen läfst, nach allen Analogien aber 
der 2. Dekl. zuzuweisen ist; vgl. noch Fata = frz. fee in Inschr., genius u. a. 

3) Volksetymologisch für popinarii. Isidor war der entgegengesetzten Ansicht, denn er schrieb gewifs, 
wie überliefert ist, XV 2, 42 propina graecus sermo est, qui apud iws corrupte popina dicitur u. a. w., nicht, wie 
Arevalo liest ^^tna ... ^ropmo, was zwar sachlich richtig ist, aber durch die folgenden Worte Isidors, bes. 
seine Ableitung von rttiva (vgl. Gl. V 233, 24J widerlegt wird. Inschriftlich belegt die Schreibung Schuchardt I 55, 
aus Glossen Landgraf, Arch. IX 368. 379. Vgl. noch Gl. HI 306, 61 iiqonCva popina. 

4) Vgl. rv 187,47 tus : incensum, qui (!) et libanum u. a. Mit derselben Formel gt«» et, auch mit vocatur u. a., 



*/<r^>i''^' ^7 



— 30 — 

ficam, vel eiiam quam vulgus appellat aggagidam in iudicio potuerit adprdbare im Ed. Theoder. 54 = Kapp- 
lerin; s. Du C.) zu lesen scheint, mit welcher Glosse man IV 240, 43 ganeo: gulosus, tabernio, propi- 
nator vergleiche, um zu erkennen, dafs das Wort auch allgemein von einem Bruder Liederlich gebraucht 
wurde, eine Bedeutung, die an der Petronstelle allein am Platz ist, s. Sittl Arch. II 611 und Fried- 
länder. Dafs aber die urspr. Bedeutung lern war, zeigt schon die Herkunft des Wortes von y~ ay „zu- 
führen", lat. de- und perducere (perductor = leno bei Cic). Irre ich nicht, so ist es den Bildungen 
auf äg (oder dg) wie xaTcig>ayäg = <pciyog Fresser (bei griech. Komikern und sehr oft in den bilingnen 
Glossen II 36, 44 = gulator 32, 15 = ganeo, Petr. 39 cataphagae, wo ScheflFer unrichtig -phagi), 
daxv&g u. a., über die Lobeck zum Phrynichos p. 433 handelt, zuzurechnen, also äyayüg, wofür das 
regelrechtere ayayäg wäre, vgl. nQoaymyög = leno, ctyayeiov bei PoUux = domus lenonia. 

Hier dürfte der Ort sein, der schwierigen Frage, die schon oben wiederholt gestreift wurde, 
näher zu treten, ob und inwieweit Petronius in den Glossen und in den Tironischen Noten benutzt 
worden ist. Was die Glossen anlangt, so bieten sie, so weit ich zu sehen vermag, keinerlei Hand- 
habe zur Feststellung einer solchen Benutzung. In keinem der zahlreichen Glossarien finden sich 
Lemmata, die durch ihre Ausprägung in bestimmten Formen des Nomons oder Verbums den Verdacht 
erregten, dafs sie auf eine Stelle des Petronius sich bezögen, dagegen konnte bei gar manchen der 
oben behandelten Wörter die Beziehung auf andere Schriftsteller mit ziemlicher Sicherheit festgestellt 
werden. Nur der Schlufs der Glosse minutal im Gl. Aynardi könnte, wie S. 9 fg. dargethan, eine 
Beziehung vermuten lassen, die freilich auch in jenem Glossar so vereinzelt wäre, dafs man billig 
zweifeln kann. Auch sonst ist von antiken Petron- Schollen nichts bekannt. Denn das zuerst anonym 
Leyden 1645 herausgegebene Glossarium Petronianum, das die älteren Kritiker wie SchefiFer, Bosch, 
Burmann, ja auch noch Forcellini - De Vit im Anhang des Lexikons wie einen alten Scholiasten behan- 
delten, ist jetzt als plumpe Fälschung des Hermannides, aus den Kommentaren von Wouwer und 
Goldast kompiliert, erwiesen; vgl. Wohle, obs. in Petr. p. 9, Bonn 1861, und Buecheler Petr. ed. 
mai. p. XL. Und ebenso sicher ist, dafs die in Excerpten-Hdschr. des Petronius überlieferte Glossen- 
masse mit dem Titel 'Petronius Arbiter de antiquis dictionibus' (oder ähnlich) nur dem Zusammen- 
stehen mit den Exe. ihren Namen verdankt, im übrigen aber aus Gellius, Isidor und Kirchenschrift- 
stellern zusammengestellt ist, wenn auch durch Zufall einige von Petr. gebrauchte Wörter darin 
erklärt sind, s. die erste Ausgabe jener Glossen von C. Beck (Cambridge 1860), Eeifferscheid Rh. M. 
XVI 1 und Buecheler p. XII. Scheinbarer ist die Benutzung Petrons in den Notae Tironianae. Dafs 
in dieser im Grundstock vermutlich auf den bekannten Freigelassenen Ciceros zurückgehenden, im 
Laufe der Jahrhunderte bis zur Karolingerzeit beständig vermehrten Sammlung antike Schriftsteller 
ausgebeutet sind, ist an sich schon zu vermuten und wenigstens hinsichtlich von Eigennamen nament- 
lich für Cicero, Sallust und Plinius von Kopp und Schmitz — nach gelegentlichen Andeutungen zu 
schliefsen — mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen.') Auch für die Benutzung des Petronius 
glaubte Kopp sichere Anzeichen zu haben (s. oben S. 10 über anathymiasis , um unwahrscheinlichere 
Beziehungen Kopps zu übergehen), auch Schmitz (s. zu neniae S. 10). Man könnte femer geltend 



werden bekanntlich in Inschriften gern Individualnamen als zweite Cognomina angefügt. Bei Schriftstellern 
guter Zeit dürfte sich derartiges schwerlich finden, und ich möchte daher auch dieses Argument noch geltend 
machen für Grolls Meinung, dafs Tac. h. V 12 der Relativsatz quem et Bargioram vocant, der zudem an falscher 
Stelle steht, eine in den Text gedrungene Randerklärung ist, wie sie sich in Tac. hist. mehrfach nachweisen 
lassen, zum Teil mit Hülfe des Corp. Gloss. (vgl. meinen Aufsatz im Hermes XXI 424 ff.). 

1) Aus Ciceros Verrinen, bes. III und IV, können stammen: die Eigennamen Themistagoras , Theom- 
naatus, Timarchides , Verrucius, Zosippua, Halaesinus, Haliquensis {= Halicyensia; vgl. Haliq — in der viel- 
besprochenen Mainzer Votivinschrift, die jetzt auch bei Dessau inscr. sei. 1188 steht), Herbitanus, Thermitanus, 
Tyndaritanus ; aus Cic. p. Clu.: Ancharius, Cluventius, Cominius, Cosconius, Nicostratus, Plaetorius, Oppianicus, 
Rupilius, aus Sali. Cat.: Autronius, Camers, Catilina, Damasippus, Laeca, Nucerinus, Orestilla, Sanga, Sergius, 
Siseana, Statilius, auf Sali. Jug.: Adherbal, Bochus, Bomilcar, Gulussa, Hiempsal, Hippo, Jugurtha, Leptis, 
Mancinus, Masinissa, Massiva, Mastanabai, Mieipsa, Nabdalsa, aus Sali, hist.: Fufidius, Sicinius, Con(i)sturgis u. a. 
(unsicher ist Kopps Beziehung von instituta maiorum p. 69, 91 auf Sali. Cat. 5,9, das ebendaselbst stehende 
domi militiaeque findet sich auch auf p. 39,65); aus Plin. n.h.: Aracia, Consoranni, Lacturates, Oscidates 
campestres, 0. montani und viele andere geographische Namen, desgl. die sonst nicht nachgewiesenen Wörter 
mangonizo, meabilis, nigrico, sororiclatum, thoracatus, villaris. Die ganze Frage nach den Quellen der Tir. 
Noten verdiente eine gründliche Untersuchung. 



— 31 — 

machen, dafs aus demselben Kapitel des Petr., wo anathym. sich findet, eine verhältnismäfsig grofse 
Anzahl seltner Wörter auch in den Not. Tir. begegnen, wie malicorium, emptidus, mintUalia, potiwi- 
cida, petauristarius, aus anderen Partien die nur oder fast nur bei Petr. vorkommenden debattuo, 
cucumula, basiolum, scissor, caniurio, saplutus, tonstrinum, crotalia (kann aus Plin. stammen), sester- 
tiarius, arcisellium: die beiden letzteren auch in den Glossen, wobei es zweifelhaft ist, ob sie aus 
diesen in die Notae oder umgekehrt gelangt sind. Den Verdacht zu bestärken scheint vielleicht man- 
chem das satirigon 106, 26 geeignet, das zwar Kopp als satyrion, Schmitz als satiricon sc. genus') 
fafst, aber auch als Gen. Plur. auf den Titel vieler Petron-Hdschr. Petronü Ärbitri satiricon und bei 
Mar. Vict. C. Gr. VI 153, 33 Arbiter Satiricon (sonst nicht als Buchtitel bekannt) gehen könnte, wofftr 
es freilich belanglos ist, dalJs auch Petronius (und arbiter) in der Sammlung der Noten vorkommt, 
während freilich spezifisch Petronische Eigennamen daselbst ganz fehlen. Aber fafst man auch alle 
diese Momente zusammen, so genügen sie m. E. doch noch nicht, die Benutzung des Petr. in den 
Notae zu behaupten. 

b) Redensarten, Formelhaftes, Sprichwörtliches. 

Das in diesem Abschnitt behandelte Material gehört mit verschwindenden Ausnahmen Abschnitten 
im Petronius an, in denen Personen niederen Standes reden. Ich beginne mit der Ausnutzung der Glossen. 

XXVn. *aquam poscere ad manus. C. Gl. HI 288, 20 (Montp. Schulgespr. = p. 658) 
= 514, 71 dbg iSScoQ iig xsiQug da aquam ad manus; 439, 56 = Gl. Lois. 474, 2 aquam manibus 
CS(0Q TiQog %stQag, 219, 20 (Münch. Schulg.) 66te CdmQ eig %ei^ag date aquam manibus (= p. 653), 
dagegen 234, 16 (Eins. Schulg.) d. a. ad manus und 11 20, 26 aqua manus vlipaa&ai (vollständig 
etwa da a. m. Sog v.), wo ältere Kritiker aquam manibus, Buecheler aquam in manus korrigiert. 
Letztere Redeweise finde ich nicht in Glossen, wohl aber*) im sog. Caper C. Gr. L. VII 92, 8 in 
manus aquam poscimus. veteres autem 'aquam manibus pedihusque' dixeruni, wozu Keil nichts bemerkt 
hat, obwohl hier, wie anderwärts vielfach von ihm bemerkt ist, die Übereinstimmung mit Non. p. 544 
(b. V. polybrum) Fabius Pictor lib. XYI: aquam manibus pedibusque dato etc. auf der Hand liegt. Der 
Zweckdativ schon bei Plaut. Truc. 481 date aquam manibus (ebenso Pers. 769), Most. 308 cedo aquam 
manibus, puere (Pers. 792 ferte aquam pedibus), desgl. Sidon. ep. I 11, 14 tamquam manibus aquam 
peteret, dagegen V 17, 8 aquam ad fadem petere wie C. Gl. ni 284, 46 cpi^s Cdwp tig orl>iv adfer 
aquam ad faciem, 210, 61 ^rrjaa ^-Jdg t^v oi/jtv, poposci aquam ad faciem^), wie auch im Griechi- 
schen Dativ und Präposition wechse^i Hom. IL IX 171 qiiQie xbqöiv CSchq, Ar. Vesp. 1216 Cämg 
xara XEiQog, was der klassische Ausdruck zu sein scheint, vgl. Klearch und andere Komiker bei Athen. 
642*", seltner ist narcc jjet^wv, s. Cobet novae lect. p. 4. 

XXXV 111. sibi non male velle^) „sich das Beste gönnen". Vgl. 0. Gl. IV 529, 36 tm- 
probus: inconsideratus vel qui soll sibi vult bene. Gewöhnlich von dem Wohl- oder Übelwollen gegen 
andere, wie oft bei den Komikern, z. B. Plant. Pers. 820. 

XLIV. domi gaudere „sich im Stillen freuen, sich ins Fäustchen lachen" (domi wie in 
domi nasci), sonst in sinu g. Vgl. C. Gl. IV 86, 49 hüarens {hilaris 444,34): apud se gaudens.') 

1) Genitive finden sich auch sonst in den Not. Tir., z. B. elogü 76, 34, und so erkläre ich precum 67, 4 
vor preconium, wo Kopp praeconium und praeconinum vermutet, Schmitz blofs precum für verdächtig hält; vgl. 
die häufige Überschrift Exemplum precum, z. B. Bruns, fontes juris p. 421". 

i 2) Vermutlich auch Petr. 34 duo Äethiopes . . . vinum dedere in manus, aquam enim nemo porrexü. 

Anders c. 31 pu^ris cmiam in manus infundentibus, wo der cod. Memm. a. manibus hat. 

3) Dagegen ist manibus bei lust. XLIII 3, 11 aquam manibus porrigere ein Glossem, das den mafs- 
gebenden Hdacbr. fremd ist. 

4) Vgl. noch p. 287, 27 Ädg (loi öd-öviov Tcqbg zrjv Stpiv da mihi linteum ad faciem, 289, 4 äöe jti^o- 
fiäyiov da mappam ad manus. 

5) Die Stelle lautet in der Überlieferung est tarnen sub alapa nee vult sibi male. Dafs hier suib vHapa 
esse keine befriedigende Erklärung zuläfst, führt Friedländer aus und verlangt nach dem Zusammenbang eine 
Bezeichnung der Aufgeblasenheit, wie in Hirschfelders paläographiscb allerdings unwahrscheinlichen Konjektur 
est tarnen subflatus. Sollte nicht subalapo oder si^balapator zu lesen sein nach einem von Rönsch, Rh. M. 1879, 
632 = coli. phil. 25 besprochenen und unter anderem aus Glossen belegten vulgären Verbum alapari = gloriari, 
se iactare (spanisch alabar)"! Vgl. das Subst. alapator, C. Gl. III 372, 66 mit yiavxrifijs erklärt, und Bildungen 
wie subsannator u. ä. 

6) Dagegen ist CatuU 22, 17 tarn gaudet in se tamque se ipse miratur, das z. B. auch Riese so er- 



--^-TiJV- ~. V -^W?» 



— 32 — 

populus minutus „der kleine Mann". Vgl. C. Gl. II 269, 40 J^jtiog {UKQog haec plebs, 359, 
45 lEitTov örifiov ij)'i^(piO(ice plebiscitum. Phaedr. IV 6, 13 minuta plebes. Ital. minuiaglia 'Pöbel'. 

XLVI. sibi placens „selbstgefällig, eingebildet," sehr oft beim Philosophen Seneca, s. Friedl. 
In Glossen: 11 183, 28 sibi pl. av&aöi^g, avTcc^iarog, HI 179, 41 u. ö. = airä^BaTog, V 475, 30 prae- 
sumptor: audax sibique placens, vgl. Vulg, 2 Petr. 2, 10 audaces, sibi placentes, Porf. in Hör. p. 211, 
19 Holder sibi placens et gloriosus, mit ungewöhnlicher Stellung Cland. Quadrig. bei Gell. X 13, 4 
placenfem sibi. Davon in der Übersetzung von Iren. III 2, 2 sibiplacenüa «= avTUQiaxeia (Eönsch 
It. 222). Im Verbum finitum sibi placere bei Cic, Ov., Juv., Flor., Vulg., Petr. 

[littcrae thesaurum est et) artificium nunquam moritur, was FriedL übersetzt „Bildung 
ist ein Schatz und was man gelernt hat, das bleibt ewig". Merkwürdig ähnlich, wenn auch der Sinn 
ein anderer ist, C. Gl. HI 39, 15 (Herm. Leid.) ars transfertur ab homine in hominem et propterea 
ars non moritur. 

XLVn. domi natus: s. empticius p. 11. 

XLIX. despoliare (ebenda und c. 30 in urbaner Rede) in der Bedeutung „entkleiden", 
während es gewöhnlich „berauben" heifst. C. Gl. II 236, 44 despolio anoSvo), 289, 48 d. hövco 
(beide griech. Verba nie = berauben). Ps. Plin. II 23 in balneo cum te dispuliaris (l) , anderes bei 
Rönsch It. 385 und Sem. Beitr. IH 30. Häufiger findet sich so in späterer Zeit exspoliare: C. Gl. 
III 216, 41 = 651 (Gespräch ün Bade, Herm. Mon.) k'xövaov fie expolia me, dagegen p. 232, 10 
(Herm. Eins.) exue me, App. Prob. p. 197, 6 expolio birro; anderes bei Rönsch It. 365 und Sem. 
Beitr. III 38. Vgl. noch spoliarium, der An- und Auskleideraum im Amphitheater') oder in Bädern. 

LH. plus minus asyndetisch, vor Zahlwörtern. C. Gl. IV 75, 16 ferme: plus minus, 34, 7 
circiter: plus minus (IV 218, 40 c: plus minusve) u. ä. Litterarisch bei Hirt. b. g. VIII 20, 1. Stat. 
silv. IV 9, 22, Mart. IX 100, 3^, Charis. p. 51, 26, Serv. Aen. VI 43; inschriftlich C. L L. HI 3980 
(annos plus minus centum\ X 3438 u. ö., doch meist in der Abkürzung P. M.; auf einer siebenbür- 
gischen Wachstafel C. I. IH p. 936 findet sich sogar annmum circiter p. m. sex verbunden. 

LVII. ingenuum nasci tarn facile est quam'^) ' acccdc istoc'. Nach Otto, Sprichw. p. 2 ist 
der Vergleich von dem Herrn genommen, der den Sklaven zu einer Handreichung zu sich ruft. Vgl. 
C. Gl. III 377, 15 (= 637) = 70, 43 hei jCQoaxaQslie illuc accedife (Gespräch in der Schule). Plant. 
Cure. 623 u. ö. accede huc, Trin. 517 huc conccde aliquantum und Ter. Eun. 706 concede istuc paulu- 
lum, meist zu Sklaven gesagt. Verg. Aen. II, 523 huc tandem concede Hecuba zu Priamus. 

hac illac. C. Gl. II 452, 7 xavxri Kan.uaE hac illac, was möglicherweise auf Ter. Heaut. 512 
geht. Ebenso Apul. met. VIII, 4, das einzige Beispiel bei Dräger 11^ 197. S. Preufs 1. c. 28. 

LVin. curabo tibi lovis iratus sit et isti (i. e. magistro tuo), qui tibi non imperat. Vgl. 
C. Gl. III 386, 35 unter den 'praecepta in Delphis ab Apolline in columna scripta' filiis impera 
zixvoig initaöae. Ter. Ad. 76 hoc qui nequit, fatcatur nescire imperarc liberis. 

LX. unus pateram vini circumferens 'di propitii' clamabat. Zu dieser Sitte vergleicht Fried- 
länder Serv. Aen. I 730. Vgl. auch die Schlufsworte der Einleitung des coUoquium von Montpellier 
C. Gl. IH 283, 23 (= 654) aya&rj xvxri. 9sol lleoi bona fortuna. dii propitii; desgl. beginnt die 
Rubrik 'deorum nomina' p. 8, 21 u. ö. mit du prop. 



klären möchte, •wohl richtiger von Anderen „er hat seine Freude an sich". Man erwartete im anderen Falle 
doch intra oder apud se. 

1) So an den von Georges citierten Stellen San. ep. 93, 12 u. Lampr. Commod. 18, 3. 19, 3. Aufserdem 
■vgl. C. Gl. II 236, 42 unoSvzriQiov spoliarium (289, 47 Mvf^giov apodyterium, spoliatorium); V 610, 40 61. Seal. 
= IV 175, 6 u. ö. spoUaria: exteriores balnearum cellulae (anders IV 464, 40 spoliarium: locus übt spolia ponuntur). 
C. 1. XIV 3014 und Gr. 2554 (Amphith.). Curiosum urbis reg. II bei Jordan, Topogr. der Stadt Rom II 544. Bei 
dieser Gelegenheit sei bemerkt, dafs auch die litterarisch nur bei Macrob. erwähnten vomitoria in den Glossen 
vorkommen: III 240, 41 ('quae in amphitheatro') at i^oäoi vomitoria. 

2) Noch einiges andere giebt S. Preufs, de bimembris dissoluti apud Script. Rom. usu p. 47 (1881). 

3) Zur Auslassung des verbum dicendi vgl. c. 33 in urbaner Rede ut audivi veterem convivam 'hie 
nescio quid honi dihet esse', wozu Buecheler ed. I bemerkt 'potest dicentem ante hie intercidisse'; doch s. Sen. 
contr. II 5 (13), 3 quam multas matres audivi illo tempore: 'quidnam volui quae peperi?' und Cic. Att. XV 11, 2 
exclamat tua familiaris 'hoc vero neminem umquam audivi'. 



— 33 — 

LXI. quomodo di volunt C. Gl. III 111, 25 (= 641) im colL Harl. quomodo di volunt 
als Antwort auf die Frage quo modo res iuae? omnia bene? 

LXIV. cubare vom Hunde gesagt ('admonitus ostiarii calce, ut cubaret'). C. Gl. II 118, 21 
culat rjQiiisr &rjQlov. Man sagte also zum Hunde cuba^) wie frz. couche. Vgl. noch die Anwendung 
von cubare in den Hunde-Grabschriften C. I. L. VI 29896, 8 und X 659, 4 (= Bnechelers AnthoL 
lat. epigr. n. 1175 fg.), deren erste als Name Margarlta beigeschrieben enthält, wozu Buech. unsere 
Petronstelle vergleicht, wo derselbe Name ftir ein Hündchen des Lieblingssklaven Trimalchios vorkommt. 

tibi dico, Redensart, um jemand anzurufen, dafs er aufmerke, häufig in unwilligem Ton. 
C. Gl. in 286, 50 ^ 657 (Gespräch im Bade) cikoXov&si, 'r)(itv sequere nos (sc. in balinenm); aot 
Xiyoa nEQixd&aQfia tibi dico, purgamentum. Oft in der Komödie, auch Fhaedr. IV 18, 19. Antii. lat. 
epigr. 442, 2 Buech. Ebenso tibi didmus bei Ovid. met. IX 122 und her. XX (XIX) 153. 

LXV. misellus von Toten. Friedl. citiert Tert. test. an. 4 cum alicujus defuncti recordaris, 
misellum vocas eum; Intpp.^) ad Catull. 3, 16 io miselle passer; Apul. met. VIU 1 fuit^) Charite. 
nobisque(^) misella — manes adivit. In der Glosse V 223, 2 wird misellus geradezu mit mortuus erklärt. 
Häufig auch in poet. Grabschriften als Anrede an die Toten, bes. in Afrika: C. I. VIII suppl. 11594 
non digne, Felix, citto(\) vitam caruisti, miselle, ähnlich 11511. Vgl. auch, was Serv. Aen. IV 20 über 
miser = mortuus bemerkt (ausgeschr. von Isid. X 173) und Isid. diff. 353 miserum viveniem adfmc 
didmus, misellum moriuum, was wohl zu weit geht. 

LXVI. hene me admonet domina mea. C. Gl. HI 216, 36 ff. (= 651) |u^u Of'i«? il&nv 
'ff xov ä<pEäQ&va; KaX&g (is iSreiftvijffag numquid vis venire ad secessum? Bene me admonuisti. Vgl. Ter. 
Andr. 953 cur non illam huc transferri iubes? Beete admones, ebenso bene mones v. 373 und Enn. 
fab. praet. 2 Bibb. Theophrast. char. 7 ftlhrt als charakteristische Bedensart des Schwätzers an: tv ye, 
ort iie inifivriGug. Bei Petron sind die Worte eine gelungene Nachahmung der Stegreifrede, so dafs 
die zusoufflierten Worte aus dem Zusammenhang zu ergänzen sind, ähnlich wie Cic. Verr. IV 5 sed 
eorum artificem quem? quemnam? recte admones: PolycUtum esse dicebant, eine vielbewunderte Bede- 
figur, s. Plin. ep. I 20, 10. Quint. IX 6, 21. IV 5, 4 illa non iniucunda Schemata ^paene excidit mihi* 
et 'fugerat me'*) et 'rede admones'. Petr. 25 ad aurem eius Psyche ridens accessü, et cum dixisset 
nesdo quid, 'ita, ita', inquit Quartilla, 'bene admonuisti'. 

LXVn. est te videre? Begrüfsungsformel {est = licet), wie unser „Sieht man dich auch 
einmal", zu der schon Friedländer eine Stelle aus einem Schulgespräch bei Haupt opp. 11 512 (jetzt 
C. Gl, m 211, 23 ff. =» 647) avTrianciacno Xiyav' naX&g ^r^aaig, Aovme' eextv fft Wefv; zl nQonsii 
ndvia oQ&äg. näg Ijretg u. 8. w. resalutavit dicens: Bene valeas^), Lude; est te videre? quid agis? 
Omnia recte.^) quomodo habes? Aufserdem vgl. die Begrtlfsung des Tiberius in Germanien durch seine 



1) Don. Ter. Eun. II 3, 66 pervulgatae consuetudinis dictum est: 'feri canem foras: h. e. feriendo canem 
foras eiice. 

2) Die neueren Erklärer, wie Ellis und Riese, schweigen allerdings. 

3) Wie fuimus Troes und C. I. L. X 4993 = Anth. Lat. epigr. 1230, 4 nee nisi cum fuerit (sc. mater 
filiolum planjrens), 'desinet esse dolor. 

4) Dahin gehört auch die Redensart et bene venit in mentem Trebell. Poll. trig. tyr. 20, 1 u. Claud. 10, 1 
bette mihi venit in m. Bist. Apoll. 40 (p. 81, 1 Biese ed. II). 

5) Vgl. bene valeas auf einem Ringe bei Le Blant a. a. 0. n. 22, wie sehr oft ^^«aif. Ebenso bene 
vale bei Fronto p. 94 N., häufiger als Abschiedsgrufs wie p. 163. Plaut. Asin. 606 u. ö. Flor. IV 10, 7. Corina 
bei Cic. fam. VII 29, 2. Matius ebda. XI 28, 8. 

6) Quid agist wie oft bei den Komikern, Hör. sat. I 9, 4, Plin. ep. lU 20, 11 qu<msque illa vulgaria 
'quid agis? ecquid commode vales?' mehr bei Brisson. de form. p. 755 sq. Zu omnia recte, was auch fragend 
gefafst werden kann, vgl. Ciceros Witz bei Quint. VI 3, 84 Cicero atidita falsa Vatini morte, cum obvium 
libertum eius interrogasset 'rectene omnia?'' dicenti recte, 'mortuus est?' inquit und Donat zu Ter. Phorm. II 1, 26 
satin omnia ex sententiaj quod vulgo: omnia recte. Mehr bei Brisson. 1. c. Daflr C. Gl. III 641 omnia bene? 
So wohl auch das in der Komödie und sonst häufige satin salve? (Georges s. v. salvus a. E.), mag man nun per- 
sönliches agis oder hohes oder unpers. est oder omnia sunt o. ä. ergänzen; entsprechend satin recte? bei Ter. 
Andr. 804 (Apul. met. I 26 quam salve agit Demeas noster? quid uxor? quid liberi, ähnlich apol. 44. Fronto p. 29 
qiMm commode agas sciscitor; vgl. Plin. ep. oben und Vulg. 2 Regg. 11, 7 quam recte äderet quaesivit). Wenn 
Georges, N. J. f. Ph. 117, 830 im Anschlufs an vereinzelte Hdschr.-Schreibungen sich wieder für s. salvae? sc. 
res tuae sunt ausspricht, so verhehlt er sich zwar nicht, dafs Donat zu Ter. Eun. 978 salve in jener Formel als 
Adv. erklärt = 'integre, recte, commode', übersieht aber, dafs auch Charis. p. 264, 25 sagt: habet et adverbium 

6 



— 34 — 

alten Soldaten Vell. 11 104, 4 videmus te, imperator? Enn. bei Varr. 1. I. Vn 12 iueri duo significat 
unum ab aspectu, ut est Enni illud: 'tueor te senex? pro Juppiter!' Don. zu Ter. Hec. I 2, 6 set videon 
ego Philotium] sie solent dubitare advenientibus ipsis, quos post multum temporis intervallum vident. 

LXIX. tanto melior, Beifallsformel der Umgangssprache. C. Gl. II 195, 30 tanto melior 
roaovra kqüggov. Oft bei den Komikern, bei Sen. phil., Phaedr , Quint., s. Friedl. und Haupt 
opp. li 323. 

LXXni. *m solio descendere „in die Badewanne steigen." C. Gl. in 217, 16 f. (= p. 652 
Gespräch im Bade) xaraß&fiev ig rrjv ifißcctriv descendamus ad solium. Gewöhnlich in solium d.: Gels. 
I 3, 4. II 17 u. ö. Vitr. IX 3 p. 215, 21 Rose. Fest. p. 298, 22 {alvei quoque lavandi gratia instituti, 
quo singidi descenditnf, solia dicuntur). Caper p. 94, 19 wird gelehrt descendi in solium maius, non 
maiorem.^) Schol. Juv. VIII 86, dagegen II 142 in solio, was auch bei Petr. überliefert ist und jetzt 
auch von Buecheler bei Friedl. festgehalten wird: es sei logisch sogar zutreffender als in solium, 
übrigens wohl früh in der Sprache des gemeinen Lebens fest geworden.^) Bei Cass. Fei. p. 8, 12 
Rose schwanken die Hdschr., Cornif. rhet. IV 14 ist in alveum desc. überliefert. Dafs jedenfalls an 
dem Verbum descendimus bei Petr. nicht zu rütteln ist, wie Orelli thut (lege desedimus: in Encolpi 
enim ore illud nimis plebeium) und ein älterer Kritiker an der ersten Stelle der Juv. Schol. (s. Jahn), 
ist klar; vgl. noch descensio balinearum Plin. n. h. XX 178. 

solium temperare. Überliefert ist solium quod Trimälchioni pervapatur mit der Rand- 
bemerkung 'al. parabatur', Buech. liest vaporabatur, Friedländer nach Heinsius temperabatur, was das 
natürlichste ist und auch paläographisch nicht weit abliegt, wenn man temperavatur als Lesart des 
Archetypon ansetzt. Vgl. C. Gl. III 287, 30 (= 657) xaiös iyKiKQuxai r} i(ißäzr] bene temperatum 
est solium; Lamprid. Heliog. 20, 1 und die von Friedländer angeführten Stellen des Plin. n. h. XXVI 
8. XXVm 183. 

LXXV. librum ab oculo legere „ein Buch vom Blatt (ital. prima vista) lesen können". Vgl. 
C. Gl. m 381, 63 tf. (ich übergehe die griech. Fassung) legi lectionem meam: quam mihi exposuit 
(magister) diligenter, donec intelligerem et personas et sensum verborum autoris: deinde ab oculo citatim 
ignotum et quod rare legitur (i. e. glossas). Etwas anders scheint II 251, 53 uvxöayiStov prae oculis 
dictio und die von Burmann citierte Stelle des Gregorius 'homiliae quae sub oculis dictae'. Übrigens 
vermutete Heinsius bei Petr. libram abacuJo L, s. Burm. 

LXXVII. res im Plural euphemistisch = res Vener eae. C. Gl. V 462, 1 irquitallus: puer 
cum primum ad res accedit. Auson. technop. 14, 7 imperium, litem,") venerem cur una notat — res? 
Ähnlich an den von Rohde N. J. f. Ph. 119, 845 angezogenen Stellen Amob. IE 10 und Plaut. Most. 
897, wo beidemale res illae, wie bei Petr. Götz verweist noch auf Plaut. Merc. 533. 

dicere = canere auf einem Instrument spielen (dicite aliquid belli sagt Trim. zu den corni- 



hoc verbum (sc. salvere), cum dicimus salve: 'satisne salve est domi?\ vgl. Diom. p. 348, 33. Anders Petr. 58 
sunt {satin verm. Buech.) vestra salva? 

1) Keil vermutet ascendi für descendi, wohl infolge des Vorurteils, solium bedeute daselbst „Thron", 
was es allerdings in klass. Zeit gewöhnlich heifst. Aber solium wird auch für Wannen, bes. Badewannen ver- 
wendet, zuerst bei Lucr. VI 800 (denn Cato r. r. 10, 4 mufs aus bekannten Gründen aus dem Spiel bleiben), 
nachklassisch so gewöhnlich, dal's die reinlat. Glossarien solium nur als sella regia u. ä. (vgl. Capitol. Pias 9, 7 
sellavi regiam Parthorum) zu glossieren für nötig finden, z. B. V 393, 37. Das von Caper gerügte solius findet 
sich Exe. Charis. p. 552, 18 solius ^(ißccaig, dagegen p. 554, 4 solium 6 ßaaditibg &q6vos, während C. Gl. II 548, 36 
soleum i'fißccaie, solium ßaailiKr} Ka&iäga differenziert wird nach bekannter Liebhaberei späterer Grammatiker 
(vgl. Cassiod. C. Gr. L. VII 150, 18 über die Unterscheidung von vinia und vined). Aufser „Thron" und 
„(steinerne) Badewanne" bedeutet solium auch nachklass. „Steinsarg" (vgl. nvtXog und ital. avello „Sarg" aus 
labeUam, worüber oben S. 8 A. 1), und nach Lindners ansprechender Vermutung in den Preufs. Jahrb. 1873, 431 S. 
hat die falsche Deutung eines lateinischen Berichts (in solio sedens) zu der Sage Anlafs gegeben, Otto III. habe 
bei Nachgrabungen nach Karls des Grofsen Leiche ihn auf dem Thron sitzend gefunden, also mit dem gleichen 
Irrtum, der Keil an der Caper-Stelle untergelaufen ist. 

2) Freilich findet sich auch Petr. 19 in hoc deversorio admitti, ebenfalls in urbaner Rede. Vgl. Nep. 
Lys. 1, 5 in horum numero nemo admissus est. Val. Max. IX 15, 1 populum in hortis suis admisit, Sali, invect. 
p. 157, 22 qium lupiter in consilio deorum admisit, Liv. ep. p. 46, 23 Jahn legationes in scfuitu admissae, welche 
Stellen allerdings nicht alle gleichartig sind. 

3) Vgl. Varr. 1. 1. "^1 93 in actionibus videmus dici 'quam rem sive litem dicere oportet', worauf Cic. 
Mur. 27 anspielt. Porf. Hör. sat. 1 9, 41 rem] pro Ute dixit. 



— 35 — 

eines). Vgl. C. Gl. IV 166, 19 sambucistria quae m cithara rustica eanit, 43 sambtidfMrms ipse qui 
dicit. Apul. met. VI 24 od fistulam dicere, zur Abwechslung gesagt wie Lam prid. Heliog. 32, 8 ipse 
cantavit, saltavit, ad tibias dixit (= tibiis cecinit), tuba cecinit. Hygin. castr. 21 classica dicentur. 
August, reg. C. Gr. L. V 498, 9 hat die Haupthdschr. liticen quin lituis dicet d. i. l. qui in l. dicit, 
wo Keil canif mit der ed. pr. schreibt und den Eelativsatz als Glossem in Klammem setzt. 

LXXIX. alium locum, quem polluas, quaere, solenne Formel der Abweisung, die Bnrm. durch 
viele Stellen illustriert (Ov. met. V 181 quaere alium, tua quem moveant miracula, Ter. Eun. 4, 7, 20 
quaere qui respondeat u. a.). C. Gl. III 114, 19 ff. (= 643) sagt der Schuldner zu dem Gläubiger, 
von dem er auf der Strafse getroffen und gemahnt wird: dnays, fTjret, rlvi iäavtusag, iyä) yccQ oidiv 
aov i'xco duc te, quaere cui fenerasti: ego enim nihil tuum häbeo.^) Mart. IX 102, 3 quaere alium, cui 
te tarn vano munere iactes; 91, 5. XII 48, 15. Plaut. Merc. 868. 

CXXV. *magno tempore, in einem kleinen Bruchstück, dessen Erhaltung wir wohl nur jener 
ungewöhnlichen Umschreibung von diu zu verdanken haben. C. Gl. III 114, 10 = 643 (Schnlgespr.) 
Toaovia %q6vm tanto tempore, wie Ps. Asc. Cic. Verr. Act. I 1, 38. Magno t. auch lust. XLII 5, 5 und Sort. 
Sang. XI 6 ed. Winnefeld {adhuc m. t. vives); quanto tempore Vulg. Gal. 6, 1, post magnum tempus 
Porf. Hör. p. 1, 14 Meyer. Vgl. auch Wölfflin Arch. Vm 596 und Münch. Sitz. 1894 S. 111. 

Eine besondere Behandlung darf das Verbum facere in seiner vielseitigen Anwendung in der 
Umgangssprache beanspruchen. 

XLVii. facere von der Zubereitung der Speisen, von Georges nicht behandelt. Daselbst 
fragt Trim. quem ex his (porcis) vultis in cenam statim fieri? wie Val. Max. VIII 1, damn. 8 ut omusum 
in cenam fieri iuberet, ebenso im fgd. und c. 66 giseria optime facta in der Rede eines Libertinen, wie 
C. Gl. IQ 288, 10 ff. (^ 658) in einem Gespräch bei Tisch adfer sumen et allecem. perfunde. man- 
ducemus. Optime factum est (ÜQuiag iyivEzo), ebenso kurz vorher: Piscis assatus est. Praecide cervum 
. . coUculos fac (Toi)g navXoiig nolriaov). Scheffer vergleicht unter anderem Mart. XIII 54 Cerretana 
(pema) mihi fiat vel missa licehit de Menapis. Ahnlich mit dem Participium Petr. 47 mei coci etiam vitulos 
aeno coctos solent facere u. ä. 74 ut aeno coctus^) ßeret (gallus), wie öfter bei Apic. 260 vulvam tostam 
ut facias, 291 (vgl. 431 sardam farsüem sie facere oportet) und Anthimus: c. 3 de carnibus vaccinis 
vaporatis faäis, 48 pectinis elixi facti (vgl. Varr. sat. 531 elixos facere calces). 

IX. fortiter facere „sich tapfer benehmen", bes. im Kampf. C. 61. 11 244, 44 a^iexBVHv 
fortiter facere, so oft bei den Deklamatoren wie Sen. contr. I 8 qui ter f. fecerit, militia vacef, Quint. 
decl. (s. Ritters Index), daher auch Ov. met. XHI 236 Odysseus in seiner Rede beim Waffengericht; 
Quint. V 11, 10. Mart. XI 56, 16. Trebell. trig. tyr. 12, 17 und Claud. 9, 7. Amm. XVII 6, 3. XXVll 
1, 4. Serv. Ge. IV 561 fulminat] fortiter facit. C. Gr. L. V 141, 6. Eist. misc. p. 13, 24 Eyfs. u. a. 

XLV. exitum facere „ein Ende nehmen", gewöhnlich von Personen: bonum e. f., ebenso 
c. 2 in urbaner Rede non alium e. fecit, wo Heinsius cepit verlangte, trotzdem die Phrase auch bei 
Sen. ep. 115, 15, Suet. Ner. 46, ebenso bei Späteren wie Oros. IV 1, 7. 23, 4^) sich findet. 

LXII. facere = facessere, wie unser vulgäres „machen, sich fortmachen" (homo meus*) coepit 
ad stelas facere). Die Erklärer führen an: TertuU. pall. 3 ad illum ex Libya Hammon facit und 
Apul. met. V 2 intra limen sese facit. Mit se auch in dem Bibelcitat bei August, civ. d. X 25 qui 



1) Die folgenden Worte Iura mihi, Iura ubi velis . eawMS . Iura in templo . Per deum hunc, nihil mihi 
dedisti sind eine treffende Illustration der Juvenal-Stelle XIII 107, wo es von dem frechen Gebahren des ab- 
leugnenden Schuldners heifst: tunc te sacra ad delubra voeantem praecedit u. s. w. Vgl. auch Porf. Hör. ep. I 
17, 60 Osiris Äeyyptiorum deus, ad ^uam illo tempore iuratum homines ducebantur. 

2) An der ersteren Stelle ist eno cocto überl., was Tilebomen verbessert hat. Orioli vermutet oeno- 
coctus, bez. -OS; doch s. Apic. 381 u. 389 porcellum aeno coctum im Lemma, vgl. 386; Theod. Prise. 1 19 diplangio- 
coctus = SinXm dyytio) sq}d-e^s (Scrib. comp. 73 per duplex vas coquitur), Act. fr. Arv. a. 87 und Paul. Fest. p. 23, 
13 exta aulicocta (so Hertz, aulicocia codd.). 

3) Klassisch ist nur exitum habere (Cic. div. I 24. Nep. Phoc. 4, 3. Vell. II 112, 7), Sallust sagt e. 
invenire Cat. 55, 6, Spätlateiner auch e. dare Vop. Numer. 13, 2 (Kellerbauer venn. habuit st. dedit) und 
Oros. V 10,6, e. ferre Liv. ep. p. 29, 7 Jahn, Sulp, chron. I 51, 2. Heges. IV 20, 18, e. pati: Capit. Gord. tr. 7, 1, 
nancisci Eutr. X 11, invenire Heges. I 29, 47. 

4) Ist auch wohl dem Erzählungston angehörig, wie bei uns. Ebenso unten miles meus; vgl. Phaedr. 
V 7, 82 homo meus, Theoer. XIV 30 rbv ifibv Avkov, Juv. XIII 244 noster perfidus. 



— 36 — 

longe se faciunt a te, peribunt (qui elongmt se a ie, p. Vulg. Ps. 72, 27); vgl. Ter. Phorm. IV 3, 30 
hinc facessat] pro 'Mnc se facia^ id est äbeat, ut ^huc se faciaf huc accedat significat.^) 

LXI. facere aliquid = sich etw. verdienen (assem feci). Vgl. Ev. Matth. 25, 16 inoli^aev 
«lila nivxe TaXcevza (v. 17 iniQdrjßs, Vulg. lucraius est an beiden St.). Klass. nur mit allg. Obj., wie 
pecuniam Cic. div. I 111 u. a. 

LXXI. suaviter sibi facere „sich gütlich thun". In Grabschriften öfters sibi bene f., z. B. 
C. I. L. IX 1764 valete et bene facite vo^bis dum licety fso ergänzt Buecheler Anth. lat. ep. 76, 5); 
VI 10081 sibi, dum vixit, fecit ubique bene. Plant. Asin. 945 (Grex). Georges s. v. bene citiert 
Cicero ohne Quellenangabe, aber wahrscheinlich irrtümlich nach einer freundl. Mitteilung von Merguet. 
Auch ohne sibi €. I. L. VI 142 = Anth. Lat. ep. 1317 (s. unten S. 37); vgl. C. I XIV 1874 = Anth. 
1. ep. 189 si quit bis facere, te bibo fac dulciter, Vulg. Eccli. 14, 11 fili si habes, bene fac tecum. 
Suaviter bei Petr. statt des gewöhnlichen bene wie c. 75 suaviter vobis sit, C. I. VI 12735 (== Anth. 
1. ep. 132) TrebeUiae sit suaviter}) 



Die Inschriften, soweit sie nicht schon im Vorhergehenden ihre Stelle gefunden haben, geben 
noch Zeugnis für die Volkstümlichkeit folgender Wendungen: 

XXV. Junonem meam iratam habeam, si unquam meminerim etc. (ähnlich c. 62) wie C. 
I. L. IV 538 abiat Venere Bompeiiana iratam qui hoc laesaerif. Das Gegenstück Petr. 74 ita genium 
meum propitium habeam wie in der gleichfalls Pompejanischen Wandinschrift Anth. lat. epigr. 233 iu 
(tu Mau) pupa, sie valeas, sie habeas Venere Pompeianam propytiam. Über das Vorkommen von 
iratum u. propitium habere aliquem in der Litteratur s. Thielmann, Arch. f. Lex. 11 384. 

XXIX. 'cave canem' als Inschrift, wie auf dem Mosaik des Flurs im sog. Hause des tra- 
gischen Dichters in Pompeji. Schon von Varr. sat. 173 erwähnt und als Titel für eine Satira (73) 
benutzt. Die Verdoppelung des cave bei Petr., wo sie sich als handschr. Variante findet, verteidigt 
Wölfflin Münch. Sitzgsber. 1882 p. 435. 

XLIQ. qu^t putas ülum annos secum tulisse? septuaginta et supra, von einem Verstorbenen. 
Oft in Grabschriften, z. B. Anth. lat. epigr. 420, 1 ff. (= C. I. L. X 2311) scire laboras, annos quod 
tulerim mecum; 1069, 3 viginti tecum nam fers non amplius annos; 387, 5. 1188, 3 {perferre), anderes 
s. bei Burmann. 

amicus amico (ebenso c. 44), bei den Komikern häufige Verbindung: Plaut, mil. 658 u. s. w., 
s. Otto, Sprichw. der Eömer s. v. amicus 11. Aufserdem vgl. das Grabdistichon Anth. lat. ep. 999, 1 
(C. I VI 6275) hie est ille situs, qui qualis amicus amico quaque fide fiierit, mors fuit indicio, ähnlich 
1000, 1. 689, 2. (S. auch Leo, plautin. Forschungen [Berl. 1895] p. 235, der für ähnliche Verbin- 
dungen auf Kiefsling, Kh. M. XXUI 411 ff. und Kellerhoff in Studemunds Studien 11 58 verweist.) 

hoc secum tulit von einem Verstorbenen, der das Leben genossen hat: „das kann ihm nie- 
mand rauben, das nimmt er mit sich ins Grab." Friedl. vergleicht passend Or. 6042 (= C. I. L. 



1) Ebenso se ducere in der Komödie und sonst in vulgären Texten (s. Lorenz zu Plaut. Pseud. 535 
Rönsch, It. 361 und sem. Beitr. III 32), auch in Glossen II 56, 11 duc te tncayt; III 616, 18 ego duco me iyio 
noQivofiai, 111,66 = 641 vaayt ovv xl %axr\%at\ duc te ergo . quid stas? Plac. V 6, 30 =48, 6 apax te:duc te, 
änb ToO aiiays dictum (nach Loewes Emendation). Lucil. bei Non. p. 313, 12 surge mulier, duc te nach der 
mafsgebenden Überlieferung. Desgl. se agere u. ä. bei den Komikern, s. Lorenz a. a. 0., Serv. zu Aen. IX 693. 

2) Andere eigentümliche Verwendungen von facere, diesem Mädchen für alles, zeigen die Glossen und 
vulgären Texte, aus denen ich einiges weniger bekannte hersetze: C. Gl. III 121, 2 := 645 feci circa Collum 
pallam; 115, 64 = 644 puer, cito fac et tolle sabana. Gl. V 15, 29 = 52, 2 (Plac.) colorem facies : rubori erit; 
600, 28 foris facto : offendo, noceo, wie frz. forfaire; 58, 31 contra significat adverbium, ut 'contra faciens', wohl 
wie bei Macr. VI 3, 1 und frz. contrefaire = „nachmachen". Über barbam, ungues facere s. o. S. 20 A. 1. Serv. 
Aen. VI 1 puer, fac focum (frz. feu). Schol. Gron. Cic. Eosc. § 132 manupretia : guemadmodum dicimus 'fac ad 
manum tUum codicem\ Dahin gehört auch die dem Scholienstil geläufige, aber öfter verkannte Umschreibung 
wie sie z. B. Schol. Juv. VII 200 fortuna faciente huc pervenerunt zeigt, ebenso I 64. V 147. Schol. Pers. I 100. 
Serv. A. I 661. II 626. XI 361. 866. Prise. C. Gr. L. II 2, 8 und noch im Ed. Rothari § 225 com faciente. Im 
klass. Latein finde ich nur eine ähnliche Stelle bei Ovid met. II 640 lingua faciente loquaci u. s. w. 



— 37 — 

VI 142 = Anth. lat. ep. 1317) cum vivis benefac^), hoc tecum feres und verweist auf seine Sittengesch. 
m* 741 A. 5. Ähnliches bei Buecheler zur Anthol. lat. ep. 187 qucd comedi et ebibi, tantum meu est. 

XLFV. serva me, servabo te. Wegen der Redeform vgl. die auf Eingen häufige Inschrift 
ama me, amnho te, s. Le Blant, 750 inscr. de pierres grav^es n. 144. 

LVn. assem nemini debeo. Vgl. C. I. VI 21975 = Anth. lat. ep. 67, 4 nemine unquatn 
debui, Cic. Verr. Act. 11 2 § 24 debebat nullum nummum nemini. 

LXlil. omnium numerum „in allen Stücken perfekt" (numerum = numerorum), ebenso 
c. 68, durch Konjektur aus o. nummorum hergestellt. Numerum omnium findet sich auf einer im 
Eheinland gefundenen Verdienstschnalle, mitgeteilt in den Bonner Jahrb. XC 29 A. 3.*) Omnibus 
numeris absolutus u. ä. bei Cic. 

CXI. *lacrimas commodare „mit jmd. weinen". Schon ältere Erklärer haben gegenüber 
Änderungsversuchen auf Don. Ter. Andr. I 1, 82 collacrimahat] . . . alienis lacrimis suas commodabat 
verwiesen. Vgl. aufserdem die Grabschrift C. I. X 1275, 7 = Anth. lat. ep. 213 ut meretur anima, 
lacrimam accomoda (Mart. VTI 96, 6 da lacrimas tumulo, qui legis ista, meo, Querol. p. 45, 8 Peiper 
lacrimas demus funeri). 

Anhangsweise seien zum Schlufs noch einige weniger beachtete Eedensarten der Umgangs- 
sprache durch Parallelen aus meist späten Schriften erläutert: 

VI. *sibi notare aliquid, ebenso c. 103 und 111 statt des gew. notare, über welches man 
Friedl. vergleiche, im Sinne des einfachen animadvertere. Ebenso Hist. Apoll. 13 p. 25, 2 Eiese ed. 11 
cum rex sibi notasset iuvenis velocitatem, und Paris. Der Epitomator des Val. Max. hat V 7 ert. 1 
für das animadvertere seiner Vorlage sibi notare eingesetzt. C. I. L. IV 1595 serpentis lusos siquis 
sibi forte notavit. Dagegen steht an den von Burmann citierten Stellen notare ohne Dativ = animadv. 
oder es bedeutet sibi notare daselbst „sich etw. aufzeichnen" oder „sich etw. einprägen", wie auch in 
den Stellen bei Eönsch It. 373. 

XXXIX. qui me hominem injer homines esse voluit, ebenso c. 57 homo inter h. sum, 74 
ego te hominem inter h. feci, nach Friedl. eine wohl unter Sklaven und Freigelassenen besonders ge- 
bräuchliche Eedensart. Vgl. Taö. HistTtV 64 liberi inter liberos eritis, Herond. infmT V 15 ^ Sr"9fRn» 
iv av&Q(anotg. 

XLIV. opertis oculis findet sich nicht nur bei Sen. tranqu. an. I 16, was PriedL anführt, 
sondern auch ben. IV 37, 2. Quint. XI 3, 76. Juv. VI 432 und wohl zuerst bei Pompon. com. 100 
Ribb. Ottos Bemerkung (Sprichw. s. v. oculi 7), clausis oculis sei das gewöhnliche, ist also mindestens, 
wie auch seine Beispiele zeigen, auf die spätere Zeit zu beschränken. 

XLni. mal am parram pilavit „er hat Unglück gehabt" (die pari-a war dem Volk von 
böser Vorbedeutung). Vgl. Isid. XII 7, 71 proverbium apud antiquos erat 'maium sibi avem cacare.' 

XLV. oro te, melius loquere. Don. Ter. Andr. I 2, 33 bona verba, quaeso] est svq>r]^i-a^Log 
quasi dicat ^meliora loquere, rogo te'. Sonst bene dice Plaut. Gas. 346 u. ö., melius ominare Plaut. Eud. 
337. Cic. Brut. 329. ApuL met. I 22 (meliora), gr. evtpruui, sicprifia cpavsi (Trag.). 

quod hodie non est, cras erit: sie vita truditur, nach Buech. 'membra poetae'. Vgl. die 
umgekehrte Wendung in dem Zauberspruch bei Ps. Plin. I 4 hodie quod est, cras non est. 

habet unde „er hat die nötigen Mittel". Porf. Hör. od. 11 3, 15 dum res et aetas etc.] 
hoc est, dum est unde, et dum per aetatem haec decet facere etc., wo die Hdschr. allerdings noch et vor 



1) Friedländers Ergänzung <^tibi, namquey ist unnötig, s. oben zu c. 71 suaviter sibi facere. Im Stein 
ist auch keine Lücke. 

2) Diesen Nachweis verdanke ich Segebade -Lommatzsch, lex. Petron. (1898) s. v. numerus. Sprich- 
wörtlich war gewifs auch vinum vita est Petr. 34, doch hat sich das Wort in dieser Form bisher noch nicht 
auf Bechern oder Schalen gefunden. Täuschend ist auf den ersten Blick, was auf einer mit gröfstenteils rätsel- 
haften Figuren gezierten Schale in Worms (Weckerling, röm. Abt. des Paulus Museums II p. 110) am Bande 
eingegraben steht: VINUM, dann fehlen 3 Buchst., dann ITA, hierauf fehlt wahrscheinlich wieder ein Bach- 
atabe. Nimmt man, was bei der häufigen dekorativen Verwendung von Inschriften nicht durchaus notwendig 
ist, Beziehung der Inschr. auf die Darstellung an, so möchte man wohl eher als an vinum sanitas an vinum 
veritas denken und in der nackten Dame die nuda Veritas (Hör. cann. I 24, 6) erkennen wollen; vgl. Alcaeo* 
fr. 57 B. olvos, m cpÜs «af, xal äld&sa, Phn. n. h. XIV 141 vulgo veritas iam attributa vino est u. a. 



K •;•• w*yiF. j«iw.^ii" i*jw-r»^ I i ' ^yu i^^MP ^itipy ^^w^nrv^tt■ *■ •■■ '.-■P-"A' ,■ ■■ " ^"^'^7 "^f '.»W^5" W^IT^TTT'* 1 



— 38 — 

M«(?e haben, daher der neueste Herausgeber Holder nach Beck dum est abumde schreibt, weniger wahr- 
scheinlich, selbst wenn man das Fehlen von äbunde bei Porf. nicht in die Wagschale legt. ScheflFer 
vergleicht Ter. Ad. I 2, 42 est unde haec fiant und Plaut. Capt. 850 scis bene esse, si sit unde}) 
Auch alt- und neufranz. sagt man 'il a de quoi', ». Diez, rom. Gramm, m* 231. 

XLVn. nee medici se inveniunt „die Arzte finden sich nicht zurecht". Vgl. Plin. med. I 
25 Kose: multi medici se medicos adversum hoc malum non inveniunt. Anderes bei Friedl. und bei 
Ruhnken zu Ov. her. XV 113. 

nemo solide natus est. Obsequens in seinem Prodigienbuch c. 26 und 40: puer solidus 
posteriore naturac parte natus (vgl. Cic. div. II 70, 145 obsignata natura). Zum Adv. solide bietet eine 
treffende Parallele Suet. Vesp. 23 de quodam procerae,staturae improbiusgue^) nato = improba natura 
praedito, wo man für nato viele unnütze Änderungen vorgebracht hat. Wie es scheint, ersetzt natus 
ein nach anderen Analogien zu erwartendes naturatus. 

XLIX. fieri solet, Redensart der Fürsprache. San. contr. 11 12, 10 nihil peccaverat. amat 
meretricem: solet fieri u. s. w. Don. Ter. Phorm. 11 1, 16 quod a precatoribus dici solebat, hoc dicit: 
communia esse, et fieri posse. 

LVn. lorus in aqua, lentior, non melior: die Form der Rede sieht familiär aus, vgl. Tac. 
h. II 38 post quos Cn. Pompeius, occultior non melior. Reiske hat in die 2. Burmannsche Ausgabe 
sein lentior canihelio eingeschwärzt. 

LIX. sempcr in hac re qui vincitur vincit „der Klügere giebt nach". Ähnlicher der Form 
nach als die von Otto Sprüchw. s. v. vincere 2. citierten Stellen ist Publil. 398 Ribb. non vincitur, 
sed vincit qui cedit suis. 

LXVl. de melle me usque tetig i „mit dem Honig feuchtete ich mich gehörig an" (Friedl.). 
Von den älteren Kritikern wurden die Worte für verdorben gehalten. Vgl. Ps. Plin. 11 12 lingulae 
praecantatio : duabus manibus tangis de melle et dicis haec etc., Anth. 29 cum assantur (columbi), de 
salimuria lene tangantur, Apic. 401 (leporem) oenogaro langes. längere kommt hier tingere nahe, eine 
Vertauschung, die offenbar begünstigt wurde durch contingere (Apic. 295 petasonem melle continges) 
und zu der sich Ansätze schon früh zeigen; vgl. Heins, zu Ov. fast. IV 740. 

IL Formen- und Lautlehre.*) 

a) Das Verbum. 

Charakteristisch für die Sprache des Plebejers bei Petron ist besonders die Verwechslung 
der Genera verbi. Er setzt Deponens st. Activum: rideor st. rideo, fastidior, delector c. 45 u. 62, 
letzteres auch C. Gl. 11 233, 41. TV 437, 39 und Vulg. eccl. 26, 16 im cod. A (s. Thielmann Arch. 
Vm 513), somnior c. 74, was Caper C. Gr. VH 95, 1 ausdrücklich verwirft, während C. Gl. III 464, 12 
(exe. Steph.) somnior: fisQi(.iv& zu ändern ist in sonior^) nach 417, 16 fg. soniaris (iCQiiiväg u. s. w. sowie 



1) Vulgär ist gewifs auch der Gebrauch des Inf. nach habeo unde, der von Rönsch It. 430 und coU. 
phil. 133 aus Bibelversionen (wie Luc. 14, 14 no)i hdbent unde reddere tibi) und Anon. Vales. § 82 nachgewiesen 
ist, übrigens auch im Deutschen und Franz. (avoir de quoi vivre) sich findet. Schol. Juv. VH 87 schwanken 
die Hdschr. zwischen habebat unde se sustentare und se sustentaret, dagegen deutlich noch in den leges des 
Langobardenkönigs Ratchis c. 10 si habuerit unde componcre. Analog ist haheo quod dicere bei Capitol. Max. 
duo 29, 5 und Kirchenschriftstellem, s. Petschenig Progr. Graz 1885 p. 12, der mit Recht die Überlieferung 
bei Capit. verteidigt. Vgl. überhaupt Diez, rom. Gramm. III* 230 fg. 

2) improbe = übermäfsig, vgl. Charis. p. 102, 3 pisces improbius labrati. 

3) Etwas anders Varr. r. r. I 6, 2 ager male natus. Hör. od. IV 4, 36 bene natu, Schol. Juv. XI 154 
ingenui pudorisj modesti, bene nati, wie denn bexenatus im Mittelalter häufig = evysvi^e, s. Du C. 

4) Die in diesem Abschnitt behandelten Formen kommen ausnahmslos in Reden der Plebejer bei 
Petron vor. 

5) sonior liegt dem frz. soigner zu Grunde, wie sonium sein. Letzteres erkannte schon der alte Wet- 
stein in denProlegg. in N.T. 1730 aus der Wiedergabe von [legiiiva durch sonium im Cambridger Evangeliencodex 
Luc. 21, 34. Andere Zeugnisse hat Buecheler Rh. M. 42, 586, der auch über den fraglichen Zusammenbang 
mit Senium sich ausläfst, zusammengestellt. Dazu kommen die obigen Glossen und IV 352, 33 incuriosus: sine 
sonio, wo Hildebrand sine cura ändern wollte. 



— 39 - 

nach anderen Zeugnissen. Ich füge zu den Sammlungen von Neue, Formenl. 11* 269 fF., Georges, Lex. 
d. Wtf, und Rönsch, Itala S. 302 einiges neue aus den Glossen: cessor IV praef. XLII (cessatus: cun- 
ctatus), saevior IV 388, 27 (ebenso Anth. lat. ep. 971, 8), conidor: Gl. II 109, 36. 46 {conicior: 
ffroj;ttfoftat, coniedus est: irv%ev^)) wie Z. 30 coniector: axoxä^oficii = C. Gr. L. VII 430, 15 (unter 
Deponentien), ovor Gl. 11 140, 20, discordor 52, 42 wie concordor Plac. V 57, 11, increpatus erat: 
maledixU IV 527, 14, aestuor HI 150, 41 fg. (= Vulg. ecclL 51, 6. C. I. X 5349), heitOor H 
259, 41 (cf. Prise. C. Gr. L. II 392, 14), oror und spolior V 90, 16 orantur dicere pro orant poäicum 
est, qvomodo spoliantur pro spoliant (letzteres aus Enn. von Grammatikern citiert, ebenso de- und 
exspolior aus der älteren Latinität), usit&r V 233, 23 (Cato und Sali, nach Gell., Gell, selbst), doleor 

IV 254, 5 (wie Anth. 1. ep. II 162. 1173. 1539), consultor IV 39, 39 (vgl. Rönsch), auscultor II 
27, 21. 305, 26. Plac. V 7, 9 = 49, 8 (L. Gl, doch auscultare die röm. Hdschr.) wie bei Colum. (vgl. 
Charis. p. 293, 24), cerlor IV 54, 8. 499, 28. m 45, 52. V 276, 19 u. ö. (Hygin. fab. und Bibel- 
hdschr. bei Rönsch), supplicor IV 423, 54 (wie Fulg. p. 181, 28. 186, 4 Helm). Dieselbe Erscheinung 
findet sich in allen vulgären Texten, so in den Fabeln der Herm. Leid. Gl. DI 43, 2 obvior, 45, 52 
certor, 44, 19 compellari (= compellere}^, in den Schol. Ter. ed. Schlee p. 119 titubor, 91 dissimulory 
114 repedor, in den Sortes Sangallenses litigor c. 23, 2, in der Peregr. Silviae ed. Gamurrini p. 53 
opfor (wie Fulgent. p. 150, 9 Helm), in einem Papyrus des 2. Jhdts. n. Chr. Eph. ep. VII 458 hiber- 
natur, in den metr. Grabschriften der Buechelerschen Sammlung noch invideor 1170, 13. 1590, 5 
(wie Commod. apol. 154), maereor 1360 (wie Matius bei Varr. 1. 1. VII 95 codd.), lacrimor 1586, 7 
(anderes bei Georges, dazu Com. - Schol. Juv. 3, 100 ed. Hoehler); vieles bei Fulgentius, s. Index der 
Ausg. von Helm s. v. verium, und bei Späteren wie Greg. Tur., s. Bonnet p. 411 ff. 

Umgekehrt Activum für Deponens: arguto Petr. 46. 57 (Prop. I 6, 7) wie Gl. n 218, 58. 
472, 30. Charis. p. 33, 4 hae argutiae et facit verbum arguto argutas. Osb. p. 17; amplexo c. 63 wie 
n 404, 9. IV 308, 51. V 182, 17 (auch im älteren Latein, s. Georges), convivare c. 57 wie vielleicht*) 
n 116, 12 convivo: ffwEuwjjovftai, avveGii&fiai, vgl. II 445, 37 convivor: avvtaiiwficii. (bei älteren 
Schriftst., im Itin. Alex, und Wilmanns inscr. 589). 

Eigentümliche Flexion zeigen die Formen defraudit c. 69, vetno c. 53 und 47, fefeUüus 
sum c. 61 und vinciturum c. 45. Erstere hält man gewöhnlich für Nebenform von defraudat. Da- 
gegen sieht Pokwoskij, Rh. Mus. LH 426 darin eine Neubildung^) und vergleicht das Plautinische 
fraudem frausus est und die Glossen V 284, 24 defraudit: fraudem facit und 496, 8 defradit (sie, 
449, 29 defrudit): defraudat, rennuif.*) Zu beachten ist freilich, dafs in der ersteren Glosse defraudat 

V 405, 76 steht. Hängen diese Glossen vielleicht mit der Terenzstelle Ad. 11 2, 28 etiam insuper 
defraudat zusammen, wo mehrere Hdschr. defr(a)udet bieten, Donat defraudat: fraude decipiat erklärt 
und die von Schlee edierten Terenz-Scholien defraudat pro defraudabit erklären, teils fraudo, fraudas, 
inde componitur defrudo, defrudis (Schlee ändert defrudas), inde defrutum vinum dicimu^ coctum. Ob 
auch C. Gl. IV 228, 5 defruet: minuit hierher gehört, wage ich nicht zu entscheiden. 

vetuo, c. 53 überliefert, c. 47 von Buecheler evident hergestellt aus dem unerklärlichen 
Perfekt vetui, findet sich zwar selbst nicht in Glossen, aber dafür viele Analogien. Jene Präsensform 
ist offenbar nach dem Perf vetui gebildet wie mefuo, mctui, nicht aber, wie Guericke S. 18 thnt, 
mechanisch durch Vokaleinschub zu erklären.*) Auffallend häufig sind diese vulgären Rückbildungen, 



1) Falls dies nicht Doublette von consecutus est: ^rvxtv p. 122, 22 ist. 

2) Es kann auch coiivivere gemeint sein, vgl. II 116, 11 convivit, owfj, owseTiäTui. Unsicher ist daher 
auch 446, 6 convivo avv^ä u. 441, 545 av(ißiä>. 

3) Auch die Konstruktion nil sibi defraudit ist singulär („er läfst sich nichts abgehen") für nil se defr. 
(Varr. sat. aes coponem defr., Plaut, nisi quid uxorem defraudaveris), nach nil sibi detrahit u. ä. Vgl. Porf. Hör. 
ep. II 2, 183 utar rebus partis nee me defraudabo, bei den Komikern und Lucilius genium suum defraudare. 

4) Die Schreibung rennuo findet sich fast stets in Glossen, z. B. 11 172, 17. IV 56, 11. 385, 49. V 188, 
25. 577, 47, stets in dem Flor, des Apul. met. III 9. VI 7. VII 20. IX 1, von Vliet in den Text gesetzt, im Itin. 
Alex. p. 3, 16 u. ö. (s. Volkmann), in den Hdschr. des Dictys Cret. (s. den Index von Meister, der es auch im 
Text hat), im Med. Tac. ann. I 76 und XV 58 (im Text von Ritter 1864 und Andresens neueren Aufl.), im Med. 
Ov. met. VIII 325 gegen das Metrum, Ennod. carm. II 33, 3 rennuis, wie das Metrum verlangt; anderes bei 
Bonnet, le latin. de Gräg. Tur. p. 168 A. 3. 

5) Er fuhrt ossuo, tignuarius, convertuit an (Hadrian C. I. VIE 2532, D b, 1). Letzteres ist zu beurteilen 



^^!pi!PP«»lHB»TO",<i-, •i'i'.i.w.i miiiJi iji^ijpuiuiwiji !< -' " u iJi}Ji-U!i|!!mgqpsi 



— 40 — 



die meines Wissens noch nirgends beobachtet sind, im sog. Cyrill-Glossar: vacuo II 244, 15, nach dem 
Perf. vaaui^), ebenso die Hdschr. C. Gr. L. I 295, 1. 315, 33 (dreimal). IV 570, 21 und 571, 34 vacuo. 
Ebenso censuo C. Gl. n 386, 48 (censuo). 99, 23.'') V 200, 16 {censuitur), auch inschr. C. I. IX 
10 vom J. 341 n. Chr. censuentibus , im Ed. Diocl. praef. 2, 5 ex. Straton. censuant; weiter diriguo 
n 239, 45, conticuo 432, 25, ob- und commutuo 472, 9, zweifelhaft complacuo 316, 18, da man 
das Lemma cvagcatäg in -lä ändern muTs und möglicherweise das Lemma richtig, das Interpretament 
verdorben ist.^) In den Gl. Loiselii findet sich obstipuo: ßuonm III 486, 27 (daraus Exe. Steph. p. 458, 
24) und micuo: lay^äva 475, 39 = 456, 49, wo miiuo überl. ist. miscuo V 495, 25 confundo: 
miscuo, dissipo ist vermutlich nach der 1. Konj.*) flektiert zu denken, vgl. 514, 31 miscuato und die 
späten Textstellen Arch. HI 261. coacuo Althochdeutsche Glossen von Steinmeyer u. Sievers IQ 297 
c: in acctum verlor, isuren (vgl. p. 270 coacuare: acitare = aceiare) ist aus der Form coacuerint 
Hieron. praef in Prov. herausgesponnen, evanuere, bez. evanuire ist als volkstümlich aus frz. 6vanouir 
zu erschliefsen. Umgekehrt findet sich consuleo nach der 2. Konj. aus dem Perf. consuhii bei Ven. 
Fort IX 2, 89. 96 und C. Gl. IV 323, 40 consuleat: provideat, wo nichts zu ändern ist. Auf ähn- 
liehen Analogieschlüssen beruhen die von Ott Neue Jahrb. 1874, 836 besprochenen Bildungen pro- 
strare, von prostravi aus, bei Isidor, in Glossen und in den romanischen Sprachen (s. auch Thiel- 
mann Ai-ch. n 62 und Isid. XXIX 26, 5 strarcntur = sterncreniur), conirire in Bibelhdschr. (s. auch 
Thielm. Arch. III 542 und Apul. met. Vn 17 contribam, was allerdings anfechtbar ist), desgl. irari 
in der vita AI. Magni I 38 Ldgr. und C. Gl. III 483, 32 iror: o^yi^ofiai,, intrire in Glossen bei Landgraf 
Arch. IX 387. Noch wunderlichere Formen bietet das Cyrill-Glossar in attrho II 344, 21, sprevo 
304, 20. 23. 464, 39, quievo 325, 55; perado 461, 5 {perculitur u. a. bei Greg. Tur., s. Bonnet 
p. 424), appulo 422, 33. 41 u. a.^) 

Letztere Formen führen uns hinüber zu: 

fefellitus Petr. 61. Dafs das überlieferte fefelliius sum seine Richtigkeit hat und auch nicht 
fefellit ussum (= msmjm) zu verstehen ist, was Scheflfer vorschlug, sich aber an der betr. Stelle recht 
gezwungen ausnimmt, wird wohl niemand mehr bestreiten, seit Ott a. a. 0. auf die Form pepercitum 
bei Lucifer hingewiesen hat. Übrigens sind beide, wohl unter griech. Einflufs stehende Bildungen auch 
insofern gleichartig, als die betr. Supina falsum und parsuni ungebräuchlich sind.") Etwas anders 
liegt die Sache bei dem von Ott noch angeführten impulüiis = impulsus bei Ps.-Cyprian; vgl. oben 
die Praes. impulo, appulo etc., sowie pepedo neben pcdo 11 402, 3, pepero = pario 262, 33, womit 
man vgl. syrakus. nsnonqKa Eutyches C. Gr. V 487, 33. 

vinciturum (c. 45) statt vidurum, möglicherweise vom Volk gebildet zum Unterschiede von 
victurum von vivo, findet sich noch lul. Val. I 12 Kühl. Auf letztere Stelle geht, wenn mich nicht 
alles trügt, die Glosse der Gl. 'ab absens") IV 426, 8 vinciturum: vincturum (sie). Zweifelhaft ist 



nach conterui = contrivi, linui , sinui, higui u. a. bei Rönsch coli. phil. p. 227, wozu noch kommen: clangui, 
Vulg. Num. 10, 4 (v. 1. clanxeris), avertui Vulg. Hos. 8, 3 Fuld., depromui C. Gl. IV 226, 6, degui Ennod. paneg. 
Theod. 19 p. 281, 18 H. und Bist. misc. p. 10, 2. 47, 27 Eyfs., ardui Act. fr. Arv. p. 141 Henz., des häufigeren 
lambui zu geschweigen. 

1) Beiepiele für diese späte Form s. Georges Wtf , wo aufser Fulgent. p. 9, 10 Helm (vgl. p. 170, 4 fg.') 
nachzutragen ist, dafs Probus inst. art. C. Gr. L. IV 164, 2 vacui neben crepui sonui u. a. aufgeführt wird und 
bei Beda de orth. VII 293, 27 vaco militia, perfectum vacui in den besten Hdschr. steht. 

2) Überl. ist censuitnus: OQi^ofitvoi ; ältere Kritiker lesen iiqCeufitv, es wird aber ögi^oiiev das richtige 
sein, wenn es auch zweifelhaft ist, ob der Glossator das" censuimus der betr. Textstelle richtig als Präs. inter- 
pretiert hat; vgl. V 627, 35 concaluit : exardescit, wo derselbe Verdacht nahe liegt, zumal zwei Zeilen vorher 
comesset Ülschlich mit comedisset erklärt wird (vgl. auch V 405, 59 desonuit: desentit = diss.). IV 217, 49 cen- 
sitet: deliberabit liefse sich halten, doch liegt möglicherweise censuit: deliberavit zu Grunde, wie auch eine 
Hdschr. hat. 

3) Vulcanius vermutet complacito, der freilich stark interpolierte codex Laudunensia hat complacite. 

4) Vgl. minuare f. minuere, was auch romanisch ist (frz. minuer, it. menovare); C. Gl. IV 107,48. 251, 
16. 338, 50. V 496, 21. Anderes bei Schmitz Beitr. p. 218 und Bonnet, le latin. de Grog, de Tours p. 433. 

5) Vgl. V 416, 12 impolastis, IV 321, 32 concttator : incitator, inpulator. 

6) Doch fahus sum: circumventits sum, deceptus sum lautet eine oft, aber meist verderbt überl. (z. B. 
V 634, 31) Glosse, b. Loewe prodr. 385. Eine andere Vulgärform des Perf. Pass. von fcdlo findet sich Bened. 
reg. 45, 3 fallitus fuerit, wie roman. fdlllre^ frz. faillir etc. (Lex Sal. XVII 1 si fallierit). 

7) Dafs in diesem Glossar lul. Val. glossiert ist, glaube ich auch schliefsen zu dürfen aus p. 416, 43 



- 41 - 

Caper C. Gr. VII 93, 13 dico me viäurum, dico iüum vidurum, non vineUurum. sie quoque ficturum 
et pidurum dicendum, non pinciturum: so nämlich schreibt Keil zwar im Text nach dem cod. Montep., 
vermutet aber nach den Spuren der übrigen Hdschr. . . . non vincturum, . . . non ^fincturum et'y pin- 
cturum. Wenn vinciturum richtig ist, so kann es, falls die Notiz auf den echten Caper zurückgeht, 
auf die Petronstelle sich beziehen; vgl. Paul von Winterfeld im Hermes 33, 506 über ein anderes 
Petroncitat des Caper. Ist die Notiz späteren Ursprungs, so kann sie auf Jnl. Val. gehen, ans dem 
auch C. Gr. IV 557, 25 eine Stelle citiert wird. 

b) Das Nomen. 

Weit reichere Ausbeute ergehen die Glossen für das Nomen. Ich beginne mit der der Volks- 
sprache eigentümlichen Vertauschung der Geschlechtsendungen des Substantivs. 

intestinae Petr. 75, wobei wohl ein Begiiflf wie partes gedacht ist. Georges citiert noch 
Apic. n 59, wo Schuch über hdschr. Spuren dieser Bildung handelt; vgl. HI 364. 371. Die Glossen 
bieten: Plac. V 83, 17 matia: intestinae etc. (s. oben p. 16), DI 86, 11 unter der Rubrik 'de mem- 
bris humanis' intera^): intestinae, während z. B. p. 13, 1 regelrecht i'vrsQu intestina steht; p. 602, 15 
üius (iliacus?): tumor vel inplicatio intestinarum (v. 1. sentinarum ^ st., s. u.), 599, 41 dissenteria: ulce- 
ratio intestinarum (v. 1. in sentinarium) , Sing. 601, 39 iliocol: debilüatio sentines et vesicae, viell. auch 
n 86, 52, wenn dort intestinae eyxcna, wie ich vermute, für insetie l'yxfttat zu lesen ist (vgl. p. 90, 
39 intestina lyx«Ta). Auch C. Gr. L. 11 213, 2 findet sich die Var. intestinarum. Inschr. findet sich 
der Acc. itesiinas (sie) in einer bleiernen Verwtinschungstafel C. I. X 8249. Im Volksmund wurde 
dann intestinae zu stentinae verdorben: C. Gl. HE 176, 51 evTEQa stentinae = 350, 5, vgl. 395, 10 
stenta, 605, 38 stentinis: intestinis minoris et maioris und Schol. Juv. n 86 abdomine: pingtiedine 
aut Stent in his^), d. i. stentinis, nicht intestinis, wie Schopen nach Schol. Vall. (p. vel intestinis) 
änderte, nachdem andere Kritiker unglaubliche Konjekturen vorgebracht hatten. Stentinae scheint zu 
erklären aus istentinae für intestinae mit Metathesis von n und s der beiden ersten Silben und der 
bekannten Aphäresis von i vor s impurum. Span, und port. lebt noch intestinos, itaL intestini fort.') 

rapa c. 66 = rapum, scheint später die übliche Form gewesen zu sein, vgl. Georges Lex. 
der Wtf., der u. a. Ed. Diocl. 6, 18 anführt. In den Glossen fast stets: n 168, 54 mit yoyyvlt] 
erklärt, ebenso 264, 19. III 16, 30. 185, 42. 612, 40 u. ö. Caper C. Gr. VII 117, 7 verwirft dieselbe. 

striga c. 63 = strix „Ohreule", bez. „Nachtunholdin", verworfen von Charis. p. 109, 14 strigem 
hanc in significatione avis dicas (bis dahin auch C. Gl. V 579, 41, wo stige im Lemma überl. ist); 



navo auxilio: forti auxilio = Jul. Val. I 36, p. 421, 39 repatriat = I 13, p. 421, 42 recursant: rentordent, reeur- 
runt = n 28 recursabant, viell. auch 411, 24 famulitium = I 28; 408, 8 cluit = 17. III 14. 38; 415, 40 melos 
= I 52. Möglicherweise gehören hierher auch die im Liber glosa. und anderswo überlieferten Glossen zu zwei 
Wörtern, die nur bei Jul. Val. vorzukommen scheinen und bei Georges noch fehlen: lusitatio : lusiis brevis 61. 

V 219, 35 = Jul. Val. I 37 und industriari (-e codd.): docere 210, 45 = I 7. 

1) Vgl. die in Hdschr., z. B. auch Petrons und der Glossen (IV 337, 36; cf II 89, 18 interatum i^tv- 
TCQia9tv) gewöhnliche Schreibung exintero, die Caper C. Gr. VII 109, 13 zu verwerfen scheint, doch steht C. I. 
IV 1377 exenetratu (sie). Die in Hdschr. des Apicius (s. u.) erscheinende Form extentero findet sich auch Vnlg. 
Tob. 6, 5 extentera hunc piscetn, worauf wohl die Glossen V 358, 26 extentera : anseot (angels.) und 619, 12 
extentero : aperio gehen, vgl. Ahd. Gl. I 475 fg. Aufserdem Macr. sat. VI 4, 2 in einem Vers des Lucilius eaken- 
terat, was Eyfsenhardt richtig in exenterat geändert hat (vg. extenderat, ohne Sinn). Auch in extempero, das 
aus den Lexicis zu streichen, ist das Verb in Hdschr. des Apicius verdorben (vgl. Schuch c. 43. 231. 372. 375). 

2) So legte sich ein Abschreiber das ihm unerklärliche Wort zurecht. Ähnliche Korruptelen Flor, 
p. 22, 25 ed. Jahn im Naz. portarent in Ms st. pro Tarentinis ; p. 23, 18 codd. Jordan, haros in his = Arusinis u. a. 

3) Die aufserdem in Glossen vorkommenden Bezeichnungen für „Eingeweide" sind, von den bekannten 
abgesehen: interanea (C!ol., Plin., die späteren Mediziner u. s.w.) II 89, 18. DI 176, 53; intralia V 661, 40 {vitaliti, 
intralia V 661, 40 {vitalia, intra alia cod.), beide romanisch, ital. entragno (Lex Sal. XVH 4 intrania), frz. 
entrailles, wie auch burbalia, frz. brouailles V 173, 4. 614, 4. II 477, 49 {uubalia), was m. E. durch Dissimilation 
aus rmlvalia im Volksmnnd entstellt ist (vgl. oben S. 28 steriles: intestina und die Schreibung bulba Ed. Diocl. 
IV 4, ja für vulba spricht Havet Arch. IX 423). Femer vitalia Gl. HI 248, 48 ueasvrtga interanea, vitalia und 

V 661, 40. 543, 6 n. ö., wie Scr. h. Aug. 17, 16, 5, wo auch sachlich kein Grund zur Änderung ist, Quint. decl. 
p. 237, 6. 378, 16 ed. Ritter, Vnlg. Ex. 29, 22 u. ö. Isid. XI 1, 116. Über tintinndbulum = i^ai^teis 61. EI 
311, 34 s. Funck Arch. Vlll 394. Ganz unklar endUch ist vistüia Osb. 627 (frz. vetille „Kleinigkeit"? Dies 
leitet dieses von vitilia, Körting von vestilia ab, vgl. Not. Tir. 41, 81 fg. vestüis, vestilium). 



"'^^r'r*'»-'-^- .'<'■■?-• f ~. ■• x^y jyy; »»! 



— 42 — 

siriga autem casirense est vocabulum intervallum turmarum significans, in quo egui stringurUur, Caper 
p. 111, 11 striges, non strigae und Porf. Hör. ep. 5, 20 nocturnae striges: sie dicitur, non ut vulgo 
strigae, im roman. fortlebend, e. B. ital. sfrcga (Lex Sal. LXIV, 2 Stria, Ed. Eoth. 197 strigam quod 
est mascam). In Glossen: II 189, 19 striga: Xaotqvyav {^AaiGxqvymv verm. Vulcanius) xal yvv^ ipag- 
fianlg, 262, 42 yivos oQveov siriga; III 319, 4 vvktixoqu^ striga, V 390, 18 striga: hegtis (angelsächs. 
= Hexe). Vgl. Isid. XI 4, 2 quidam asserunt strigas ex hominibus fieri. 

fatus = fatum, aber in die Personifikation herüberspielend ^) , c. 42. 71. 77. In Glossen 
nicht vorkommend, wie es scheint, sehr oft in Inschr., bes. metrischen Grabschriften: Anth. Lat. ep. 
1537, B, 2 dolere mater noli, faciundum hoc fuit, properavit aetas, voluit hoc fatus meus (Petr. 77 
hoc mihi dicit fatus meus), 146, 2 (148, 2 hoc tempus voluit, Jwc fuit fatus meus), 1570, 5 virginem 
eripuit fatus malus (Petr. 42 illum pcrdidit malus fatus) u. ö. Über Fati nnd Fatae (frz. f6e) vgl. 
Preller Eöm. Myth. II' 194, über Abi. faiu bei Ammian. s. oben p. 29 A. 2 zu malifatus. 

lorus c. 57 = lorum: bei Apul. met. zvreimal, Schol. Juv. VI 480, dazu C. Gl. 11 286, 7 
ttfidg lorus, lorum. 

catillum c. 50 {duo catilla) st. -ms. Nur noch C. Gl. III 22, 47. 93, 57 catillum nivoMiov 
und Prise. C. Gr. L. I 30, 22 catinum catillum. Das primitivum lautet catinum Cato r. r. 84, 1, 0. 
Gl. HI 203, 23 u. ö. («tvawor), 215, 25 Plur. catina {lonäSai), Prise. 1. c. und vdrd dem Mask. vor- 
gezogen von Plac. C. Gl. V 10, 4 = 53, 8 (= Isid. XX 6, 5), verworfen von Charis. p. 79, 23, 
Caper p. 108, 12 nnd Auct. de dub. nom. p. 575, 1. Irrtümlich stellt Neue Formenl. II* 532 die 
neutralen Formen als die regelmäfsigen dar. 

thesaurum c. 46, oft in Bibelhdsehr. (Rönsch Itala 271) und bei Späteren, s. Georges, ver- 
worfen von Caper p. 93, 6. In Glossen: II 328, 36 &r]aav^6g thensaurum = 501, 45 u. ö.; aber 
IV 291, 11 thesaurum: pecuniae depositum kann //*. auch Acc. sein, doch steht p. repositae V 486, 
12 wohl richtig. IV 397, 7 thesaurum: aerarium; 306, 15 aerarium: thesaurum (^-us v. 1.). Dazu Not. 
Tir. 90, 92 und Bonnet, le latin de Gregoire de Tours p. 346. 

gustum nach der 2. Dekl. c. 76 (non mcherculcs mi haec iactura gusti^) fuit, tamquam nihil 
factum), von Georges belegt aus Apic. IV 181 gustum versatile, Fronto p. 202 ed. Naber si tarnen 
hoc quod gusto'^) miltimus, non displicebit und Porf. Hör. sat. I 3, 6 quippe cum (ovum) in gusto statim 
a haineis offeratur (= gustatorio, s. oben p. 4). Dazu C. Gl. III 25, 18 ytvan; gustum (als Sinn). 184, 62 
ytviia g. ('de potionibus'), Fulgent. p. 147, 22 Helm und als Bestätigung des Gebrauchs Schol. Juv. XI 14 
interea gustus (elementa per omnia quaerunt): hos gustus, mascidinum, was Schurtzfleisch und Schopen 
nicht zu verstehen erklären: ersterer wollte mascidinum tilgen, letzterer in vox culinae ändern, doch 
s. auch den Schol. selbst zu V 24 hoc est gustum vini mali, wo Schopen wieder ^ex)> gustu ändert. 
Vgl. noch dulce gustulum Apul. met. II 10 (IX 33 ist das Geschlecht nicht zu erkennen), doch ändert 
sich das Geschlecht bekanntlich öfters in den Diminutivis. 

vasum st. vas im Nom. c. 51, verworfen von Caper p. 112, 3 u. a., aufser den Schriftstellen 
bei Georges noch C. Gl. II 433, 19 axevog vas vasum haec vasa, 596, 17 vasum {vascim cod.): vas- 
ndum; C. I. L. IV 1453 vasu; span. und ital. vaso. Dagegen ist der Nominativ vasus (Petr. 57) in 
Glossen nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Denn in der ersteren Glosse ist vas mit einem Häkchen 
dahinter überliefert, das der Worttrennung, wie oft in jenem Glossar, dient, von Stephanus aber irr- 
tümlich als Zeichen für die Endung ms aufgefafst worden ist. Doch vermute ich stark, daXs II 469, 



1) Querolus p. 8, 25 ed. Peiper sagt der Lar: ego sum Lar familiaris, fatum quod vos dicitis. Merk- 
würdig ist umgekehrt neutrales genium bei Charis. p. .32, 10, wo Keil ingenium nach der Überl. bei Diom. p. 327, 
24 in den Text gesetzt hat, exe. Char. p. 548, 14. 554, 15. Gl. II 461, 18 fg. zvxri hoc genium, singulariter tantum 
decJinabitur et est neutrum, tvxtj txaototi av&Qm7tov hie genius singulariter etc., Z. 16 tvxcov : hoc genium, geni- 
talium, letzteres zu erkl. nach exe. Char. p. 550, 4 haec Genialia tvxccia = Gl. II 33, 2 genialia zu zvxia. Da- 
gegen wird C. Gl. IV 346, 39 fg. der Unterschied gelehrt: genium: vigor, potentla; genius: numen. 

2) Scheffer wollte gtistui lesen, Cornelissen decussis, beides unnötig, non gusti fuit scheint nach Ana- 
logie von non hujus, non hettae, non floeci, non liili (cf. Petr. 44) faeere u. ä. gesagt, indem auch gustus „die 
Probe", eine Kleinigkeit bezeichnet, s. die folgende Anm. Vgl. die Ausdrücke für „nichts" im rumän.: nagutta 
= nee gutta, nemica = ne miea wie frz. ne — mie u. a. (Petr. 42 non micam panis). Etwas anders erklärt Friedl. 

3) Naber ändert in gustui. Gustum heifst hier die „Probe" wie bei Val. Max. III init., Plin. ep. IV 
27, 5 und öfter bei Sen. phil., s. Gertz zu Sen. dem. I 1, 6. 



•i^? 



— 43 — 

52 qsakXog habus aus vasus, bez. ftosMS verdorben ist, vgl. Martyrii de B et V im C. Gr. L. VII 167, 9, 
wo der Verf. als ein Wort, das er nur 'in diversis cottidianis glossematibus' gefunden haben will, 
auch hasus cpallog, tö aiöotov tcöv ßioUyav anführt, wofür in einer Pariser Hdschr. babus steht. Dafs 
dieses basus nichts als vasus ist und nicht vielmehr ^ bassus, einem volkstümlichen Ausdruck für 
crasstis^), der oft in den Glossen erklärt wird (vgl. Loewe Prodr. 66), zeigt nicht nur die Fundstelle, 
sondern auch der Gebranch von vasa bei Plaut, und in den Priapeen, vasculum bei Petr. 24, bene 
vasatus in Scr. h. Aug., wie gr. OKSvog. 

librum c. 46 (libra st. libros 'Bücher'), wird aus Lucifer Cal. belegt und steht Gl. 11 472, 23 
(pXoiog cortex, librum, suber in seiner urspr. Bedeutung, HI 25, 3. 352, 20. 198, 31 unter der Eubrik 
'de ludo litterarum' librum: ßißlCov (in derselben kommen nur Nominative vor). Ähnlich clustrum 
= xivcrrijp n 351, 8, cultrum TL 449, 10 = a^paylg, DI 369, 7 ^ (miaiQu, cultra (laxaiQui xovQiag 
II 365, 35 u. a., Anecd. Helv. p. 41, 32 und Ars Aspri p. 549. Umgekehrt Nom. amphiiheater Petr. 
45 nach Buechelers wahrscheinlicher Konjektur für das überl. amphitheatur , s. Rh. M. 49, 175, wo 
auf Chronogr. ed. Mommsen p. 646, 7. 647, 21 (= Monum. Germ. bist. ant. IX p. 145, 21. 147, 16) 
und Inschriften verwiesen ist. raster neben rastrum (auch Gl. II 277, 33 ötKilXa rastrum hie raster; 
169, 4 u. ö.), candelaber bei Amob., scalper bei Geis., arater in einer alten Formel bei den Gro- 
matikern {qua falx et arater ierit), und in Glossen plauster H 589, 56 und cereber 100, 5, was Caper 
p. 103, 6 tadelt. 

nervia st. nervi c. 45, aus Varro (sat. 368 Buech.) von Nonius angeführt, in Glossen II 
133, 44 nervia (cod. nerva, corr. Scaliger): vavQa; HL 312, 14 vtvQu nervia = 351, 16, dagegen 
176, 38 u. ö. nervi. Vgl. IH 589, 39. 560, 38. Lebt im Rom. fort: sard. nervia, span. nervio. 

quisquilia st. quisquiliae, aus Vict. Vit. und anderen Späteren belegt von Appel, de genere 
nentro intereunte p. 76, in Glossen II 167, 46 quisquilia: ßKvßaXa, zweifelhaft V 386, 22 quisquilia: 
stercora, da p. 327, 18 in einer vollständigeren Überl. quisquilias steht (auf Vulg. Am. 8, 6 gehend?). 

statunculum c. 50, Dimin. von statua „Figürchen" mit Genuswechsel, wie er bei den Dimin. 
nicht selten ist. Belegt aus Donatus C. Gr. L. IV 376, 9, wo freilich die Worte statua statunculum 
in den besten Hdschr. fehlen, aus Tertullian, Cyprian und Späteren, s. Friedländer ^) und Appel a. a. 0. 
56. In Glossen: HI 170, 47 (de aedibus sacris) avÖQittvxdQia statuncula, dagegen 238, 62 avS^iäviux 
statunculae mit dem Geschlecht des nomen primitivum wie in einer afrik. Inschr. -C. I. L. VHI 18233 
(anderes bei Du Gange). Aber C. Gl. V 266, 21 antes (i. e. antae): statuncula vel subpostura ubi 
übet ist wohl das Neutrum gemeint und subposturia (= -oria) zu ändern, vgl. V 297, 28 fulcimenta: 
subposituria, HL 369, 47 subposturium : imo&eiia. Daneben findet sich endlich auch noch statuncuhis: 
Anecd. Helv. p. 239, 16 (unter dem Text) und in einer hdschr. Bemerkung zu Nonius im Archiv IX 
599. Ähnlich staticulum und staticulus, gleichfalls von statua abgeleitet, s. Rönsch Itala p. 38 und 
Bonnet, le latin de Greg, de Tours p. 460. 
Vulgäre Nominativformen. 

Jovis st. Jupiter c. 47 und 58, alter- und volkstümlich, s. Georges Lex. d. Wtf., wo man 
hinzufügen kann: Schol. Bern. Luc. I 535. V 71. VI 809. VIH 865. Isid. VIH 11, 34. C. Gl. DI 8, 
29 ff. = 82, 60 ff. u. ö., II 585, 5 Juppiter: Jovis; Not. Tir. 81, 72. Mommsen zu fast, chron. a. 
354 p. 611. Ebenso 

bovis st. bos c. 62, von Georges aus Varr. 1. I. VHI 74 citiert, wo es aber als offenbare 
Interpolation in nur einer Hdschr. erscheint, und Vergil. gramm. p. 38, 6 ed. Huemer. In Glossen: 
HI 18, 22 /3oüs bovis = 320, 19. 511, 37, dagegen z. B. 90, 34 ßoüg.- bos. 

volpis st. volpes c. 58, bei Avian. fab. 40, 7 durch das Metrum gesichert, in den Hdschr. des 
Phaednis auch oft gegen das Metrum (s. Neue I* 181), dann bei Porf. Hör. sat. H 5, 56. In Glossen: 
m 431, 18 (aXanög). 18, 45 und 361, 28 {aXaiti]^). Verworfen wird die Form App. Prob. 198, 14 



1) Vgl. z. B. auch Heinrich zu Juv. VIII 209 : Der alte religiöse Name war phallus, dann gab es andre 
„lächerliche" Benennungen, wie bassus, gemacht ans naxv?, crassus u. s. w. Derselbe Grelehrte erklärt das frag- 
liche habus als durch die gemeine Aussprache aus dem Adj. habitus verkürzt. S. auch Seal. ep. 334. 

2) In der ebenda citierten Stelle Ps. Cypr. de al. 7 in statunculis (das in den Hdschr. folgende simulcKris 
hat Miodonski als Glossem gestrichen) ist das Geschlecht nicht zu erkennen, desgl. C. I. L. VHI 2601 areas cum -ig. 

6» 



^•■-'"■"••' - ■• 



^--'^ I Jim 1 1 ,'n-ey'ffT)W'w»7iy-^J:-^y» ■ niay^'i^ wt'^.t--'s- -g^t-^ "ir^* -"r^ -t— ^-j -j^- .wm.w L'-f-- ■■■*•■ y ^)-^i>-«<-wr^T« > tl .^J^"*» VKTff^SIVVßff^nT^' — ^"^ - 7 ' ' -^ll^ ■ V^-'^W^«^«^ 



— 44 — 

tn«?^'«* wo» «^i^^s» vgl. Caper p. 112, 4 vwZpcs 2t<a#t volupes; dagegen wird es Anecd. Helv. p. 61, 
17 unter Subst. auf -is angeführt. 

lade st. lac c. 38, vorzugsweise archaisch und spätlat. (s. Georges), desgl. romanisch (sp. 
latte etc., s. Groeber Arch. HI 274). in Glossen m 175, 68. 184, 55 u. ö. IV 81, 18 (l. ferulae). V 462, 
25 [lac: lade). Der Acc. ladem (c. 71) steht H 120, 35 und ist V 69, 7 fellibrem^): adhuc lactum 
viventem mit Wahrscheinlichkeit von Baehrens (ladem bibentem) hergestellt worden. S. jetzt vor allem 
Wagener, Neue phil. Rundschau 1899 p. 73 ff. 

stips ==■ stipes „Klotz" c. 43, verworfen von Charis. p. 109, 26 (stips non diciiur in signi- 
ficaüone trunci) und Caper p. 111, 13 (dagegen Auct. de dub. nom. p. 590, 10 stips de stipite gen. 
fem. ut stirps) steht auch C. Gl. 11 439, 27 aixmog stips und so im mittelalterl. Latein., s. Gramer 
Arch. Vin 625, der Belege vermifst. Ähnlich saeps, s. Georges und Gl. n 508, 40 s^s täcp^og, sepis 
(Gen.), 592, 67 seps: maceria (materia cod.), Varr. r. r. I 14, 2 {spes überl.), C. Gr. V 590, 12 wird 
sepis (sie) für besser als seps erklärt, vgl. Caper p. 111, 10 saepes haec rede. Analoge Bildungen 
sind noch: nubs, s. Georges und Gl. 11 508, 2 nubs viipog nubis, praef. XXXVII vitpog nubs, DI 169, 1 
Not. Tir. 68, 72 neben nubes, verworfen von Serv. Aen. I 587. Prob. app. 198, 14 nubes non nubs 
(so nicht nubis hat die Hdschr. deutlich nach W. Förster Wiener Stud. XIV 301, ebenso nach Gun- 
dermanns Zeugnis), anderes bei Bonnet, le latin de Greg, de Tours p. 360. orbs, zweimal aus Yen. 
Fort, von Georges belegt, steht auch Gl. V 322, 13 (polus: orbs), getadelt von Probus app. p. 198, 8 
und Cassiod. p. 189, 8, vgl. C. Gr. V 561, 35; scrobs, s. Georges und Gl. II 592, 29 (scrobs: fossa). 
m 261, 21 fg.; corbs nach einigen Gramm., s. C. Gr. V 561, 35; scobs : Prise. C. Gr. U 320, 24. V 
561, 35; endlich unx, viell. nur in Glossen, aus ungis^): 11 384, 32 ovv| unx, unguis (Nom.); 508, 
54 unx ovv^ unguis (Gen.); III 151, 43 ow^ unx = 342, 61. 486, 45 {uncx) = 466, 55. Zweifel- 
haft ist Caper p. 112, 4 unguis, non ungis, wie Keil nach cod. B schreibt, denn die beiden anderen 
Hdschr. haben ungs, bez. unx. 

Nicht begegnet sind mir in den Glossen vulgäre Flexionen wie a diibus, was Petr. 44 von 
Buecheler evident aus der verdorbenen ÜberL aedilibus eruiert ist unter Hinweis auf Inschriften Orelli 
2118. 4608 u. ö. diibus, C. I. II 325 u. ö. dibus (s. Georges). Fast nur inschriftlich nachgewiesen 
sind auch Flexionen wie Apelletem st. Apellem c. 64 (s. die reichen Sammlungen bei Buecheler praef. 
Petr. ed. mai. p. X und Neue, Formenl. I^ 342 Diodeti, Tliemistocleti etc., Apelldi C. I. VI 14672) 
und Niceronem st. -otem c. 63, Phileronem st. -otem c. 46 (Inscr. Neap. 1639 Phüeroni; 1503 Eronis 
u. ö., vgl. Prise. C. Gr. 11 255), erstere auch von Cbaris. p. 68, 30 Eumenetis, Euprepetis und 132, 
10 Pericletis, Stratodetis vorgeschrieben, letztere auch z. B. auf einer Gemme bei Le Blant, 750 in- 
scriptions de pierres grav6es (Paris 1896) n. 356 Anteronis (in pompej. Inschr. nur Hermerotis 2538, 
Nympheroti 1093, Eimeroti 1109). 

c) Vokalismus. 

percolopare (c. 44) = percolap(h)arc mit progressiver Assimilation (vgl. panaricium oben 
S. 4 und parapsis S. 48), von Guericke p. 12 verdächtigt. Vgl. C. Gl. LH 351, 23 colophus: xöv- 
Svkog; TV 181, 15 thalastrum'^) : colofus in talo. Cassian. IV 27, 2 colophis in einer Hdschr., Sedul. 
carm. Pasch. V 101 im cod. A des 8. saec. Dazu was Roensch coli. phil. 92 aus Bibelhandsehriften 
{colophizo) und der Lex Alamannica {colopus) anführt. In der Litteratur wie in den Glossen findet 



1) Ebenso in der praef. Anthol. cod. Salmas. Gl. V praef. I), dagegen bei Solin. 11 33 fellebrem, was 
der Analogie von funebris, fenebris, alebris (oft in Glossen, z. B. IV 206, 6 alebre : pulchrum, bene educatum), 
salebrae, latebrae u. a. entspricht. Sollte diese Bildung von fellare „saugen" identisch sein mit mittellat. 
fellihris = „Schüler" und altproven9. felibres in der Anwendung auf die Jünger Jesu, wonach sich die neu- 
proven9ali8che Dichterschule benannt hat? Die Etymologien „Büchermacher" u. ä. sind gewifs verkehrt. 

2) Wie tmgo neben unguo, ungentwn oft in Hdschr., wie Petr. 77 (in Worten des Trimalchio, aber c. 71 
in den Worten desselben unguentum, wie auch sonst). Val. Max. VI 8, 5. Apul. met. IV 27 cod. Flor., vorge- 
schrieben von Serv. Aen. IX 769 und Caesiodor. C. Gr. VII 166, 4; von Vel. Long. ebd. p. 59, 18 wird die Schrei- 
bung mit u als 'in consuetudine usurpatum' bezeichnet. C. I. VI 845 (57 n. Chr.) wngentarius. 

3) D. i. tdlatrum, eine Nbf von talitrum von tälus, die öfters in Glossen erscheint (s. Loewe gl. 
nom. p. 172) und, wenn ich nicht irre, auch Petr. c. 57 in der verdorbenen Überlieferung ba^otum 'sich versteckt. 



; "*»"JL'».^;ll^^.fM".' '.rSl 



— 4:5 — 

sich nur das Verbum colaphinare. Ähnlicli dolobra = dolabra in Glossen II 231, 43. HI 204, 31; 
oroma = o(i«fta IV 134, 2 oroma: visum somnii, graecum est, 265, 42, in oromate IV 250, 26, orosis 

V 127, 30, von ßoensch Itala p. 254 aus Pass. Perpet. et Fei. c. 10 und Aldhelm de virg. c. 3 belegt, 
während es an der dort mitangeführten Stelle des Petron c. 53 schlechte Konj. ist (s. S. 48 acroma). 

peduclus c. 57 (Acc. pedudum = pedicuium), welche Form in romanischen Sprachen aberall 
zu Grunde liegt: ital. pidocchio, span. picyo etc. s. Groeber Arch. IV 431. Schon Georges Lei. d. Wtf. 
hat einiges notiert (Pelagon., Junior). Die Glossen bieten: 11 576, 6 q>&(lQ pedudum, V 382, 32 peditda: 
luus (angelsächs.), häufiger cp&siQ peduculus U 470, 55. m 18, 15. 90, 22 etc., vgl. 606, 29. 30, (p. pedu- 
culum n 144, 27, cp. pedunculus^) HI 431, 60. Ebenso peduciUosus U 470, 56. peducidatio 57 u. ö., herha 
peduaUaris Serv. Verg. Ge. in 564, wie Marc. Emp. I 27 h.peducl. neben dem daselbst häufigeren h. pedu- 
claria (s. Helmreichs Index). Auch Serv. Ge. 11 372 ist peduculo überliefert, desgL -is Val. Mar. IV 4, 3 
(epit. Par. pedic.) u. a. Als gleichartige Bildungen in den roman. Sprachen bezeichnet Gröber a. a. 0. 
noch ranudus = ital. ranocchio, frz. grenouüle, fenudum = ital. finocchio, frz. fenouil, genudum == ital. 
ginocchio, alt&z. genouil, neufrz. genou, conuda == ital. conocdiia, nfrz. quenouüle, panuda == ital. pan- 
nocchia, manudus = neapol. manucolo, mm. mänunchiu, span. manqjo = Handvoll, Bündel. Anfser 
der ersten, zu der man raniculus Chans, p. 155, 15 cod. Neap. = ezc. Charis. p. 535, 24 vergleichen 
kann, lassen sich alle diese Formen aus den Glossen belegen, wenn auch nicht häufig mit der Sjn- 
kope. So iiuQu&Qov fenudum IH 359, 24, fenucolum 88, 55 und 317, 51, wo die erste Hdschr. fani- 
culum geändert hat, vgl. 632 n. 1. IV 341, 21 fanculum : fenuculum (fmuciüum aus Seren. Samm. 35 B. 
belegt Arch. HI 134, aus einer Hdschr. des Theod. Prise, p. 181, 16 Rose Arch. IX 327). — genu- 
adum n 33, 8. 237, 57 (var. 1.). V 539, 16. 474, 11 (Firm. math. p. 73, 6 auch im Text von Kroll 
und Skutsch, von ßoensch coli. ph. 134 aus Anon. Vales. § 20 belegt; noch spät Ed. ßoth. 384), vgl. 
genudat U 33, 14, geniculat: genudat (genuelat codd.) IV 346, 35. — panuda (aber in anderer Be- 
deutung als im ßoman., wo es gleich klass. paniculus „ßohrbüschel" ist): III 209, 53 ppmon (j= ntj' 
viovf): panuda (522, 1 jtjjvtfftijptov panudarium), II 588, 55 panucula: trama, 393, 32 navoihiXa: trama 
= 524, 1 jTjjvovxltv. Vgl. die Hdschr. bei Prise. C. Gr. 11 115, 15. Non. p. 149, 23 u. a. — conuda^ 

V 494, 68 cofcujlum: conucülas mulierum, vgl. HL 322, 9 rjXaKcari conuceUa, rilandirj colum, 209, 49 rjL 
colucla^ 366, 44 colucula. — manudus: TU 485, 58 mamaculus ÖQaiia, wohl = manuculus dgayiia, 
vgl. Z. 54 manipulus d^ayfia, IV 37, 57 commanicularius in einer Hdschr., wie öfter in Inschriften, 
so cum commaniculis suis C. I. VI 1056, a 16 fg., s. W. Schulze, Arch. Viil 134, der noch aus einem 
spätgriech. Mediziner iqtyylov Ql^r^g (lavlnovXov a anführt; vgl. noch Apul. met. IX 29 paucos holerum 
maniculos im cod. Flor. Eine Weiterbildung von manuculus liegt offenbar in manuciolus Petr. 63 vor, 
die ich am liebsten mit roman. Bildungen wie ital. vermicciuolo aus vermiciolus von vermiculus vergleichen 
möchte.*) Analog dürfte martiolus bei Petron c. 51 von martulus gebildet sein, dessen Diminutiv mar- 



1) Dieselbe Form mit n ist auch 7 mal bei Marc. Emp. überliefert (s. Helmreicha Index), desgl. Not. 
Bern. 59, 53 (peduculus). Zweifelhaft ist Prise. C. Gr. L. 11 p. 108, 12 pedo peduncuiiis neben Uro tiruncvlus, 
wo 2 Hdschr. zu pedo die Glosse d qi&eig haben, ebenso auch Osb. p. 410 pedones und pedwnculi = pediculi. 
pedo erklären die Glossen 1) mit K/Latvnov; 11 144, 28. 33, was auf das bekannte Cognomen z. B. der Albino- 
vani und PopUii geht, 2) mit qui pedestri ordine vadit (ital. pedone „Fufsgänger") seu animal oculos Habens in 
pedibus vel animal cornutum habens in pectore oculos, ut Augustinus dicit in silvis habitans et in OctobrioQ) 
mense igne sui gutturis incendit Silvas V 555, 54, welche Beschreibung jedenfalls nicht auf die Laus pafst. Ohne 
nähere Erklärung wird C. Gr. L. IV 10, 3 pedo, pedonis neben cerdo, cerdonis angeführt. Mit peduncuhts für 
peduculus vgl. noch oben anuncula und rumän. mänunchiu = manunculum; eingewirkt hat zweifellos die Masse 
der Dim. auf -unculus wie tirunculus, domunculus, ranunculus, porticuncula etc. Ähnliche Schwankung zeigt 
das latinische Ämunclae neben Amuclae (Plin. n. h. III 59. Tac. A. IV 59), vennuncvla neben vennttcula. 

2) Körtings Vermutung, dafs der Wechsel von n und l auf begrifflicher Anlehnung an conus „Zapfen" 
beruhe, leuchtet wenig ein. Der Dissimilationstrieb genügt wohl zur Erklärung, vgl. Prob. App. 197, 24 cul- 
tellum non cuntellum und die spätere Bildung caniclarius, xavixltiov „Tintenfäfschen" aus caliculus (Wattenbach 
Schriftwesen p. 248 fg.); span. malenconia (= melancholia, zugleich mit Metathesis der Vokale unter Anlehnung 
an malus?), was Hoehler in den apäten Comutus- Schollen zu Juv. V 146 nicht durch die klassische Form 
ersetzen durfte, vgl. Gl. V 425, 22, wo conia am Rande der Hdschr. zu melancolia gesetzt ist, und Not. Tir. 
111, 76 menancolica (Du C. s. v. malenconia u. mdlinc.), ital. filomena = philomela, z. B. bei demselben Scbo- 
liasten VI 643, Petr. 140 in mehreren codd., Auson. p. 164 Peiper, anderes Arch. VI 441, obwohl hier Anlehnung 
an den Frauennamen Philumena = tilavucvri denkbar ist; frz. niveau aus libella u. a. 

3) Kritisch zweifelhaft ist sacrificiolu^ = sacrificuhis bei Varro 1. 1. VI 31, vgl. jedoch C. Gl. V 481, 3 



pawjpwuiUi. i|i .J«I^w^!^t.» -''«^■v'r^l™r!7!7Tw:^•»^^J7'?s■lt;TW»w'«-.■ ■•'''■-' ■-* " -T ™-«^"^5T^!W!mT'='>Tw'TP'F'*wW!^B^>!!5l^^ 



— 46 — 

iellus *) bekanntlich im Eoman. weiterlebt als ital, martello, in. marteau u. s. w., ohne dafs man mit Bue- 
cheler (in Friedländers Ausg.) Übertragung der Endung von dem sinnverwandten (s. die Glossen A. l) 
mdlleolus bez. malliolus anzunehmen braucht. Dazu kommen von gar nicht oder nicht sicher im Eoma- 
nischen erhaltenen Formen aufser den von Schulze a. a. 0. belegten cubuo(u)larius, xovßovnhv (auch Gl. 11 
354, 18) und cornuclarius, xo9vo(v)xA.a(nog noch: anucla II 534, 11, von Prob. App. p. 199, 1 verworfen 
{anus, non anucla hat die Hdschr. nach Foerster), anucula HI 439, 50, ammcula U 566, 32 (s. S. 45 
A. 1 zu. pedunculus); acucla HI 467,8 acucla: Qa(plg, IL 351, 31 xvrjaxQiov acucla, scalprum, TU 368, 43 
acucula ßsXov)] u. ö. (Marc. Emp. XXI 6 pinu.t viridis acumlae . .), möglicherweise im ital. aguglia etc. 
erhalten, s. Körtings Wörterb., aguliae „Nadeln" von den Obelisken in den Mirabilia, s. Jordan, Topogr. 
der Stadt Kern 11 182; partucula: IV 371, 39, fronducula: quae ex frondibus amputaniur V 634, 47; 
verruclum: 242, 11 (vgl. HI 187, 3) sagena id est v., vgl. IV 400, 58 verra: verrucli (verua: v.f). fidu- 
culae: IV 76, 11 u. ö. fiduculae: cordae citharae, III 170, 5 Xvqu fiducula; endlich nur inschr., bez. 
bei Schriftstellern ossucula Petr. 65, C. I. VI 24800, ossucla Apic. 52; versuculi C. I. VIII 9508. 

II 391; annuculus (Adj.) C. I. HI 2319 filius annuculus, öfter -uclus in dem Bande, z. B. 2457. II 
1383. 1215. XIV 1901 u. ö.; lanuclenses Bas. Capit. reg. XIV 9. 

Corintheus c. 20 mehrmals. Ebenso C. I. VI 8686 imaginem Corintheam. X 6 = Orelli 
3838 pelvim aeream Corintheam. 

Synkope. 

Aufser dem schon oben behandelten peduclus ist, um von gewöhnlicheren wie calda, lamna 
abzusehen, zu erwähnen: 

offla: Petr. 56 u. 58. In Glossen stets mit einfachem f (wie regelmäfsiges ofella): H 497, 
31 '\\)i.X6nlivQ0v ofla, was der stupide Kompilator der Gl. nom. p. 588, 25 übersetzt hat: olfa: amator 
lateris, indem er (piXonl. in seiner Vorlage las oder doch verstand. Das Wort wurde gräzisiert zu 
(xpXuQiov: n 523, 42 ofla oqtXdoiov, ILI 14, 42 (unter Stücken vom Schwein) ■rpilÖTtXevQov ofella otpXccQiv. 

oclus in oclopeta, s. oben S. 26 A. 3, wo hinzuzufügen: oclata (Fischart) Gl. 11 519, 47. HI 89, 
7. 186, 36 u. ö. C. I. VI 75 Oclata, Beiname der Bona Dea; von Oclata wohl auch der Name 
Oclatinius Adventus. — oclus selbst wird App. Prob. p. 198, 18 getadelt, steht z. B. C. I. X 7756 
{cui vir oclos clausit sc. mortuae) und liegt auch in den roman. Sprachen, wie ital. occliio, zu Grunde. 

cardelis, Distelfink, c. 46, für carduelis, entsprechend dem vulgären zweisilbigen cardus, wo- 
für es genügt, auf Wölfflin, Arch. IX 6 und 297^) zu verweisen. Die Belege aus den Glossen für 
Formen ohne u hat Götz comm. WoelfFl. p. 127 fg. zusammengestellt. Es finden sich nämlich car- 
delus n 97, 46. III 89, 74 u. ö., das im ital. cardcllo fortlebende cardellus V 274, 31. 161, 27 {aca- 
lanthis: cardellus, alibi carduelis), cardella V 353, 51 (nach dem Diminutivum turdella?). Vgl noch 
den Namen Cardelus bei de Vit Onom. 
Unterlassung der Synkope. 

nomenculator c. 47. Aufser den von Georges Wtf citierten Stellen von Schriftstellern: C. 

sacrificiolis : sacrificantibus (ähnlich Z. 2 im Nominativ). Auch colleetaciolum : cribrum V 618, 1 kann man 
bestreiten, tympatnolum bei Amob. VI 26 ist wohl von tympanium = Dim. xv^mäviov regelrecht gebildet, nicht 
von tympanum wie Georges angiebt, exedriola führt Paucker suppl. lex. lat. s. v. an. 

1) martulus ist nur bei Plin. VII 195 und zwar einstimmig überliefert (vgl. Du C. u. Forc), wahrsch. 
gefordert von Caper p. 105, 21 marttdus itQivg (Var. est sacerdos) a Marte, non marculus, wo schwerlich mit 
Keil Martialis — non Marcialis zu ändern, sondern Interpolation der Worte iiQCvg a M. anzunehmen ist. Die 
Glossen kennen nur das auch litterarisch (s. Georg. Lex.) vorkommende marculus und martellus, bez. beide mit 
neutraler Endung: marculus, malleolus et mallimc (wohl = malleum, was Caper p. 110, 12 tadelt, doch 8. II 449, 
49 etpvQa hoc malleum hie malleus u. ö.) acpvQu aiärj^ä ytal iionavov II 127, 31, marculum atpvgiov atSr}Qovv Z. 28, 
etiaXig marclum III 94, 10, atpvQiov marculum p. 325, 42, marcus fortior malleus, marculus diminutivum, martellus 
mediocris malleus V 572, 41, was auf Isid. XIX 7, 2 zurückgeht, wo die Hdschr. marcellus haben (vgl. unten und 
Fest. p. 125, 13 marculus, deminutivum a Marco, wofür Müller suppl. 384 marco vorzieht). — martellus aipvQu 

III 368, 57 u. ö., martellum acpvgiov 23, 22, marttllus : mediocris malleus dictus per dimiuutionem V 221,. 17 mit dem 
Zeichen der Entlehnung aus Isidor (s. oben); das auch hier von einer Hdschr. gebotne marcellus ist durch die 
Buchstabenfolge ausgeschlossen). Über die Erklärung der Nbf. martulus neben marculus s. S. 48 s. v. tomatula. 

2) Dafür, dafs die von Charis. 75, 2 getadelte Flexion nach der 4. Dekl. wirklich bestanden hat, ruft 
Wölfflin mit Recht cardus maiores Ed. Diocl. 6, 1 an. Ich führe noch an: Althochd. Glossen III 319, 37 carduum, 
während in derselben Glosse C. Gl. V 574, 52 cardorum steht. 



'^^S^P™^^ 



— 47 — 

61. V 226, 26 nomenculaior : nominis cUator, ccUare enim dicebant antiqui damare, 524, 18 n. nomen 
est officii, id est per fiomen damare ad jprandium, colatorem (d. h. culat., richtig calat., vgl. V 495, 72 
culator: damator) enim dicd)ant antiqui damatorem IV 126, 5. 29 u. ö. GL iur. voiityxovlätmQ' 6 i^ 
6v6iMn6g uva tpav&v, 6 nuQu avvi^9eiav ttQUKxrjg. Not. Tir. 21, 80. C. I. L. VI 9689. 9693 (weit 
überwiegend jedoch ohne u in Inschr.), femer Suet. Cal. 14. Claud. 34; während Verrius bei Charis. 
p. 106, 20 nomendator vorschreibt, vgl. Consent. C. Gr. V 388, 15 nomedator pro nomendator als 
Beispiel von tadelhafter Synkope angeführt, wo Buttmann mit Wahrscheinlichkeit einen Irrtum an- 
nimmt, obwohl z. B. C. I. L. VI 1878 numidator sich findet. 

retroversus c. 44 (-um Macr., Plaut.). C. Gl. U 287, 52 Big zb 6nlaa rdro, rdrorsum, 
retroversum. Ebenso introversus c. 63 (Lucil., Varr. 1. 1., Marc. Cap., C. I. V 2915). C. Gl. IV 
252, 7 (introrsus: introversus). V 110, 27.^) Solin. p. 191, 20 Mms. (bei Plin. introrsus). 

Vokaleinschub. 

Tarradnienses c. 48. Guericke p. 18 hat in seiner sorgfältigen Zusammenstellung fibersehen, 
dafs die Pompej. Inschr. ein Analogon bieten in dem Schwanken zwischen salinienscs (C. I. L. IV 128) 
und salineses (ebd. 1611, vgl. drciensis C. I XI 1421 u. ö., Varr. r. r. I 2, 11 codd.). Diese Bil- 
dungen (nach Atheniensis u. a.) scheinen überhaupt volkstümlich. Das von Schuchardt Vok. 11 331 
aus Inschr. und Hdschr. beigebrachte Material bedarf der Sichtung, z. B. Divitiesium in der Mainzer 
Inschr. Or. 6730 ist richtig von Divitio (j. Deutz). Anderes haben die Inschr. seitdem zu Tage 
gefördert, so Äriminienses C. I. Vm 7030 u. ö., Lugdunienses V 1374 u. ö., in den Not. Tir. findet 
sich Hipponiensis und Mcssiniensis, in den Hdschr. des Val. Max. Vn 3, 1 und Fest. p. 548, 31 Thewr. 
Aventiniensis (in Inschr. nur -tnensis) und selbst Plin. n. h. HI 51 und Tac. bist. IV 45 schrieben, 
wenn den Hdschr. zu trauen ist, colonia Seniensis von der colonia Sena Julia, j. Siena in Etrurien, 
was auffallender ist, da es auch ein Senia in Dalmatien gab, während Liv. XX\TI 38, 4 Senensis 
von dem gallischen Sena bildet. 

d) Konsonantismus. 

besalis c. 58. Schon Georges Wtf. bemerkt, dafs dies, nicht das zu erwartende bessalis überall 
die Le&art der besten Hdschr. ist. Aus Glossen ist hier zu verzeichnen das spätgr. , bei Stephanus 
fehlende ßi^GaXov 11 257, 22 mit later codus erklärt, Z. 23 ßriaala latercula, ß. laterculi HI 190, 33, 
ßri<SaXov also Ziegel nach einem üblichen Mafse genannt, Gl. iur. riyvov' kl9og, ßrjaaXov, xorrajjpfjffttxtöff 
Ttäaa vir). Anderes bei Ihm zu Pelagon. § 398. Ebenso bcscm, besibus etc., s. Georges und Cic. Att. 
IV 15, 7 (besibus Med.), Plin. n. h. XVm 102 (Detl. bessern gegen die Hdschr.), Fest. p. 550, 31 
Thewr., Porf. Hör. ep. 1, 1, Plin. See. praef. ed. Eose, dagegen in den Glossen stets mit doppeltem s, 
z. B. n 278, 1. 381, 41. Ebenso findet sich in Hdschr. odusis, decusis, centusis. 

susum c. 77, s. Georges Material aus Inschr. u. Scbriftst. In Glossen sehr häufig, z. B. 
II 194, 21. 231, 29. 422, 61. 454, 54, auch susu 11 149, 20. III 124, 32, wo eine Hdschr. suso hat, 
wie z. B. II 231, 26 (vgl. C. I. I 199, 7 susovorsum). S. jetzt auch Neue III^ 749. 

parret c. 137 im cod. Bern, überl. (iuris consitUus ''parret, non parrd' haleto), eine alter- 
tümliche, im Juristenstil gebliebene Schreibweise, die Festus p. 292, 25 verworfen wird. Zuletzt hat 
Buecheler, Umbrica p. 118 darüber gehandelt. Das mir bekannte Material ist folgendes: C. Gl. V 
541, 35 si parrit (sie) : si constat, 659, 25 purere (mit Rasur eines Buchstabens hinter a): constare, 
IV 418, 22 parrd: constat, manifestum est und ähnlich V 472, 23^ C. Gr. L. IV 275, 11. 12. 328, 
33, Cic. div. in Caec. § 56 und Verr. DI 28, 69 in einigen Hdschr. Dig. VI 1, 5. 

Bei anderen Vul-garismen ist es zweifelhaft, ob sie von Petron niederen Personen absichtlich 
in den Mund gelegt sind oder von den Schreibern herrühren. So behält Friedländer, nicht Buecheler, 
culcitras c. 38 bei, unter Hinweis auf span. colcedra, ital. colirice und das Vorkommen der Form in 
Texten von (allerdings auch guten!) Schriftstellern, vgl. C. Gl. III 269, 36 tvlri culcüra, Plac. V 38, 3 



1) In Wageners reichhaltiger Zusammenstellung in Neues Formenl. IIP 743 ff. vermisse ich controvorsum 
(Apnl. flor. p. 23, 3, -us Cato r. r. 43, 1, s. Keil; vgl. contraversum Solin. X 3), laetrosum Paul. Fest. p. 83, 32 
Thewr. o laeva laetrum sinistrum et laetrosum sinistrosum (vgl. C. Gl. II 120, 20 laetrum uQiartQÖv, TV 359, 44 
latrus: laevus und Thewrewk de Ponor, Festusstudien p. 10). 



^iämaitaääSMiiäi 



r-. -^ 'st-ffLt:*»^.:-.-— 




||pipi|«Plp.waii||ij.i.Wpi!^npi«p||^«IKPl«ia!M> 



- 48 - 

geben die röm. Hdschr. culcitral (sie), die des lib. Gl. p. 95, 25 culcitra, sonst nur culcita in den 
Glossen. Petr. 97 und 98 hat blos der Leid, culcitra, in urbaner Bede. — herhex c. 57 (= vervex), 
Substrat des frz. brebis, hält Woelfflin VIII 568 für möglich schon in Petrons Zeit. Sicher nachge- 
wiesen ist es erst in den Arvalacten vom 8. Febr. 183 neben verbeces, dann C. I. Vni 8246 und 
8247. In Glossen: 11 29, 22 (unter dem Buchst. B) berbex: re(>d/3ttrov = 534, 34, daher 569, 48 
berbex: aries castratus. Paul. Fest. p. 32, 26 Thewr. berbix wie Vopisc. Aurel. 50, 4 berbicem über- 
liefert ist, Gl. V 368, 10, III 440, 28; bei Pelagon. berbecina, s. Ihm p. 21, u. ö. in Hdschr. als Var. 
— Über sciribilita c. 35 u. 66 und sciniphes c. 98 ist schon S. 4, bez. 25 gesprochen worden. 
Schwerlich wird man auch heheu f. eheu (c. 34 zweimal) dem Trimalchio geben wollen, was sich 
häufig in Hdschr. findet, sogar in christl. Grabschrift C. I. XII 5350, oder hostiarius c. 77 dem- 
selben trotz frz. huissier, C. Gl. III 522, 23 ^vQioQÖg host., V 301, 10 ianitor: host, (anderes bei 
Woelfflin Arch. IX 497 und Rönsch Itala p. 463), zumal c. 37 die Hdschr. in gleichfalls vulgarer 
Rede in dem Wort keine Aspiration zeigt. Noch viel weniger wird man in urbaner Rede c. 34 
zweimal parapsis f. paropsis zulassen, worauf parasis und parasidem der Hdschr. hindeutet, die aber 
c. 50 paropsis hat. Vulgärform war parapsis allerdings (s. oben zu percolopo), vgl. u. a. Huemer 
comment. Woelffl. p. 191 ff., wozu die Glossen beisteaern: II 460, 27 rgvßXiov parapsida, TU 22, 48 
TQovßXiov parabsis, IV 398, 32 trubUum: parabside, V 129, 1 parapsis acetabulum maius, 231, 8 fg. 
parapsides: suffusoria, 9 parapsis: gabata vel patina (vel catinum IV 136, 30) u. a. Ahnlich steht es 
um cornices und acromata c. 53, in indirekter Rede des Trimalchio. Nach Bloch Philol. LVI 549 
soll cornices ein Witz sein, als ob man statt Hornisten Hornvieh sagen wollte. Er tibersieht aber, 
dafs auch c. 78 in urbaner Rede dieselbe Hdschr. cornices, aber kurz vorher cornicines hat. Freilich 
findet sich auch in Glossen jene Form: z. B. III 299, 24, wo tubicines vorhergeht, IV 475, 33 und 
V 262, 33 aeneatores: cornices, aber IV 12, 11 a. cornicines, IV 361, 28 liticines: cornices id est comu 
canenfes, 534, 37 lif.: aenatores, cornices aiit cornicines, ähnlich 108, 25. V 218, 37; bei Schriftst. 
z. B. Vop. Aurel. 31, 7 {cornicibus codd.). Und der Verdacht, dafs man vulgär cornex, cormcis sagte, 
wird verstärkt durch Analogien wie V 486, 21 tibites (sie): tibicines, id est tihia canentes, über welche 
Glosse Schlutter Arch. X 194 A. 1 nicht richtig urteilt, vgl. IV 397, 24 tibices, qui tibia canunt und 
die Anweisung p. 184, 20 fg. tibicen, qui tibia canit, tibicines plures, 240, 22 remex dictus quod remum 
gerit, sie auicm remex quomodo tubcx dicitur nominativo casu (aus Isid. XIX 1, 6, wo eine gute Hdschr. 
regit st. gerit hat), woran sich der offenbar spätere Zusatz schliefst: non autem iubex sed tubicen 
dicendum est, ut tibicen, corniccn. Auch die Formen tibico^) C. I. XIV 408 und tubicinus C. Gl. III 
172, 49 (nach Fem. tibicina, vgl. Cic. Att. IV 2, 4 Cornidnus als Cogn. des gens Oppia gegen Cor- 
nicen Liv. III 35, 11) zeigen, dafs man später nicht recht mit der Deklination dieser Worte Bescheid 
wufste; vgl. tibicinator Gl. II 250, 54, tubicinator aalniymrjg II 429, 43; IV 166, 12 salpicta: t. (bu- 
cinator von dem Instrument bucinal) ebenso wie man remigator bildete: Gl. IV 386, 6 remix: r. (vgl. 
II 591, 33, wo remigor tiberl. ist), während Grammatiker wie Phocas C. Gr. V 428, 13 den Nom. 
des Wortes al» ungebräuchlich bezeichnen (doch s. Georges). Was endlich acroma an derselben 
Petronstelle anlangt, so war diese Form allerdings später nicht ungebräuchlich, wie nicht nur Prudent. 
perist. n 234 zeigt, wo dieselbe durch das Metrum gesichert ist (ergon cachinnis venditus acroma 
festivum fui), sondern auch C. Gl. IV 6, 37 acromata: scenicorum carmina (== V 162, 21). Not. Bern. 
45, 100. Acr. Hör. s. II 2, 94 mit der Var. acroam. Nichtsdestoweniger wird man weder dies noch 
cornices in den Text des Petron einführen wollen, auch nicht tomatula c. 31 u. 49, über welche 
interessante Vulgärform ein Wort gestattet sei. Der cod. Traguriensis hat beidemale thumatula, die 
an der ersten Stelle erhaltenen Excerpta tumatula. Die Endung -tula findet sich auch C. Gl. V 622, 3 
Omentum est tomatula (vgl. Schol. Bern. Lucan. I 625 Omentum ipsa sunt tomacula, quae intestina ab- 
scondunt), 624, 30 topantula (sie) vel Omentum est pance (vgl. ital. pancia = pantex, Schol. Juv. 13, 
118 ed. Lommatzsch), Not. Tir. 103, 79 tumatulum, 80 (-tularius), Juv. X 355 in geringen Hdschr. 
bei Hosius app. crit. tomatula thom. und thum., im Pith. u. a. tomacula, wie Mart. I 41, 9 einstimmig 
tomacla. Die Formen mit c sind offenbar die älteren und tomacuium von toft- in zöfiog, röiiiog, rofiiq 



1) Muratori hält es für einen Steinmetzfehler st. tibicen. Es kann aber aus dem Gen. tibicinis falsch 
gebildet sein, nach siligo, süiginis u. ä. 



■PpipiBpili^paii'Jif llf!^ W,'«?5?¥*iT5P'^ ^^ '«s-«W'»?8^-r'«\^(i«i;' 



( 



— 49 — * 

gebildet wie liaculum bei Vitruv. und Gl. 11 122, 32 von Isi-, reinlat. spedaculum, obstaculum n. a. 
(anders pirmaculum, Weiterbildung von pinna), wo -culum nicht überall Diminutiv ist. Die Formen auf 
-tulum erklären sich vielleicht so. Im Volksmund sprang t vor l in das verwandte c über, wie auch 
das Boman. bezeugt, App. Prob. 197, 20 vettdus non veclus = ital. vecchio, ebenda 198, 34 capütdum 
non capidum = ital. capecchio (Gl. V 495, 46 cornicularius : capiclarius), C. GL V 248, 14 fishUa 
vülgo fiscla dicüur = ital. Verb, fischiare u. a. (s. Arch. XI 67). So konnte denn das Volk für 
tomadum die vermeintlich korrekte Form tomatulum setzen^), wenngleich vielleicht die Endung des 
synonymen hoiulus dabei mitgewirkt hat. Möglicherweise gehört hierher auch das oben behandelte 
martülus neben marculus, marclus. — Noch anderes ist bereits früher zur Sprache gekommen wie con- 
cagaius S. 17, sacellus S. 28, careota 8. 10 A. 1. 

Nachträge. 

S. 3. XXVin. *iatralipta (Plin. ep.). Nach Orelli 6326 und in der Überschr. vieler Hdachr. zu Hör. 
od. II 4 'ad Xanthiam iatrdliptam^. Aus griech. SchrütBtellem nicht nachgewiesen. 

S. 16 zu mattea: nordrumän. ist mat = Darm, s. G. Meyer, indog. Forsch. VI 116 (Götz). 

S. 18 zu oxycotninum. Die citierte Gl. lautet im L. Gl. oximinum: aceto mixto cum cumino (Götz). 

S. 19. LXXfil. *aeneolu,s: nur noch Paul. Fest. 28, 2 aeneolo, quod ex aere fit didmus, s. die ErU. 

S. 25. XCVin. *sternuto (Macr. de diff. 21, 7 = C. Gr. L. V 626, 15; doch von Caper p. 113, 13 ver- 
worfen gegen stemuo). C. Gl. 11 188, 26 sternutat nrägvinai, III 165, 57 jiziQvm stemuto; 672, 65. II 426, 29. 
Osb. 518. Not. Tir. 83, 34. C. I. IV 1477 Victoria, suaviter Sternutes. Aufserdem Front, strat. I 12, 11, dagegen 
ist Col. VII 5, 18, das Forc. citiert, im Cod. Sang, stemuat mit übergeschr. t überl. (nach Schmitt). 

S. 27. CXXXVIII. *anus, -i (Cic. fam. IX 22, 2 'anum' appellas alieno nomine; Geis., Scrib.). C. Gl. 

II 266, 7 anus SaurvXiog 6 Tfjg sSQceg (vgl. 284, 43). III 176, 66 daxtvliog, 248, 54 = nvyn- IV 18, 46 anus: culus; 

III 596, 7 anum: posteriorem; s. auch den Schlufs der Glosse C. Gl. V 621, 26 oben S. 9. Aufserdem Vnlg. 1 
Regg. 6, 5. 11. 17 und (s. Forc.) Seren. Samm. 1110. Bei Cato r. r. 159 anulns. 

S 28. CXLI. *epulatio (Cic, Val. Max., Suet.). C. Gl. 11 62, 15 u. ö. = eimxia, 328, 64 = 9oivr], 
320, 19 = sitpQaaia. C. I. L. VIII 924 (st. des gew. epulum). Aufserdem Vulg. Sap. 19, 11. Eccli. 37, 32 und 
als Übers, von rptiq?^ in Hdschr. N. T. bei Rönsch 312. Paul. Fest. 86, 8 (doch Lucil. 376 L. verdorben). 



•«. « 



Index verborum. 



absedet ... 8 A. 1. 
acariätre 13 A.3. 
acia 22. 
acroma 48. 
acucla 46. 
adcognosco 18. 
Adj. auf -osus 13. 
admitto in re 34 
A. 2. 

aeneolus 49. 
aenococtus 36 A. 2. 
afrutabulum 12A.6. 
agag(ul)a 29. 
agino 14. 
alapor 31 A. 5. 



alicula 6. 
alipino(?) 14 A. 3. 
ama me etc. 37. 
amasiunculus 8. 
amicus amico 36. 
amuego 29 A. 1. 
amphitheater 43. 
amplexo 39. 
anathjmiasis 10. 
antescholanua 23. 
anus, -i 49. 
apodizis 27. 
appulo 40. 
aquam ad manus 
31. 



arcisellium 21. 
aretUlus 6. 
agyiog 17 A. 3. 
arguto 39. 
astratio 8 A. 1. 

ßäitrjXoe 12. 
barbatoria u. a. 19. 
baro u. -osus 11. 
basiolum 24. 
Begrflfsungsfor- 

meln 33. 

bene facere sibi 36. 
bene mones u. ä. 33. 
benemorius u. ä. 28. 



berbex 48. 
besalis 47. 
bilychnis 3. 
bisaccium 3. 
bonifatiuB 29. 
bonisperius (?)^29. 
bovis 43. 
äovxxu;(i.Ti 4. 
brouailles 41 
A. 1. 
bucinus 20 

ealcitrosus 6. 
calopeta 27 A. 1. 
calvae 17. 



camella 16. 
canale 13. 
canturire 16. 
capsella 18. 
cardelis 46. 
careota 10 A. 1. 
caseus mollis 17 

A. 5. 
cataphaga 30. 
catillnm 42. 
causidicatus u. a. 

9 A. 3. 
cave canem 36. 
censuo 40. 
centonarius 8. 



charitoBus 13 A.3. 
cingiUum 18. 
circitor 11. 
clarimas 15. 
clostellnm 28. 
coaequalis 27. 
coarmio(?) 8 A.2. 
cocio u. Deriv. 2. 
coctor 25. 
colaepiamu.ä.l9. 
collans 13. 
com- u.con- vor 
Vok. 8 A. 2. 
commundo 11. 
conalaris 8 A. 2. 



1) Derselbe Verdacht könnte auch auf die gelegentlich erscheinende Form Iticuntulus fallen, wenn 
diese nicht an sich regelrecht vom Stamm lucunt- gebUdet wäre, wie infantulus, adolescentulus u. a., anderer- 
seits lucunculus von demselben Stamm mit Ausstofsnng der Dentalis lucun(t)ciilus wie cor(djculum. überliefert 
ist lucuntülus Stat. silv. I 6, 17 und C. Gl. DI 316, 1 (liiocuntuli = Iticctmt.?), hergestellt von Bnecheler Afran. 
com. 162 bei Non. p. 131, 27, wo die Hdschr. luculentulos oder ahnl. haben, ebenso IovthoüvzIoi Athen, p. 647 D. 
Dagegen ist -cultts überliefert Apul. met. X 13, C. Gl. IH 15, 3. 88, 2 und 372, 26 (-di*s), 185, 1 {rrjyavCTai 
lagitncula), eruiert von lunius aus der Corruptel livacunculo Tertull. spect. 27 und ist, denke ich, auch Not. Tir. 
109, 33 unter nucuneülus gemeint, das unter lauter Backwerken steht, aber auch z. B. von L. Schwabe, de demin. 
graecis et lat. p. 60 als Dim. von ntix aufgeführt wird. Dagegen könnte wiederum die Form ficecula, die sich 
C. Gl. II 441, 8 av%aXXig ficectda, ficedula und III 188, 9 als Var. der häufigen Schreibung ficetvia sowie Polem. 
Silv. p. 267 Momms. findet, mit der oben besprochenen Neigung zusammenhängen, bez. mit der Vorliebe für 
die Diminutivendung -cula, vgl. nuiectda, trabecula, vaMecuJa u. a. 



hl-J j-'^^ : l^^^^^ij^.^-.^AvMk^Sii^^^'Si'.i.^jL.J.f.l 



ixj^^j.'^^ä^-Xi: 



tl^J^äSLAaÜtiiäsiaili 



■ *.«» 







coneaoAr^lT. 
congj^ij^r. 2. 
couffliieo~40. 
conftnor 25 A. 1. 
cditrefaire 36 

4.*-2. 
(Mfttrio 40. 
^Bitroversum 47 
- A'. 1. 

ebnucla 45 A. 2. 
convivo 39. 
copta u. ä. 28. 
corbs 44. 
cordae 18. 
cornices u, a. 48. 
corrotundo 6. 
crotalia 18. 
cruralia 6. 
cubare 33. 
cucum(ul)a 27. 
culcitra 47. 
cymbalistria 3. 

dapaticüs 8 A. 1. 
debattuo 18. 
defraudit 39. 
defonctorie 27. 
delector 38. 
Deponentia 38 ff. 
descendo in solio 

34. 

despollo 32. 
detrectatcr 26. 
dico = cano 34. 
dignitosus 13. 
Dimin. auf -iolus 

46 A. 3. 
di propitii 32. 
disco constr. 9 A. 3. 
Dissimilation 45 

A. 3. 
domigena u. a. 11 

A. 1. 

empticias 11. 
epalatio 49. 
esuritio 7. 
est te videre? 33. 
evanouir 40. 
ex aqua 18 A. 1. 
exintero 41 A. 1. 
exitum dare u. a. 

35. 
expudoratus 6. 
exten)pero(?) 41. 



^^3' 



faceirä xir Phrasen 

35 fg. 
faciente casu u. a. 

36 A. 2. 

faire la barbe 
20. 
fallo, Flexion ,40. 
fa8t(u)osus 27, 
fatas 42. 

fölibree 44 A.V. 
felicio 14. 
feri canem f. 33. 
fer(r)umen 26. 
ficecula 49. 
fieri seiet 38. 
flagurrio 16 A. 1. 
follinitia 7 A. 1. 
forfaire 36 A. 2. 
fou 6 A. 1. 
fruniscor 7. 

galnape 16 A. 2. 
gamella 16. 
yccQianrj 4. 
gastra 19. 
gaunacum 16 A. 2. 
genium 42 A. 1. 
gizeria 17. 
gracula 22 A. 3. 
gustatorium 4. 
gustum 42. 

habet quod m. Inf. 

38 A. 1. 
habet unde 38. 
habus 43. 
haedüia 10 A. 5. 
heredipetau.ä. 26. 
heheu 48. 
hirmus 15 A. 4. 
hittus 16 A. 1. 
homo inter h. 37. 
Homeristae 14. 
hypogaeum 26. 

iatralipta 49. 
il a de quoi 38. 
impeteius 24. 
impropero 5. 
impudoratus 5. 
impurimus 15. 
industrior 40 A. 7. 
instita 25. 
insnlariuB 25. 
intrabia 41 A. 3. 



— 50 



interpretamentam 
2. 
intestinae 41. 
intrio 40. 
introversus 47. 
lovis 43. " ■ 
ipsimu^ 1*. /^ 

irar 40. ; 

.» ' ■ * '"* 
la(^*44. 
lacticulosus 13. 
laetrosum 47 A. 1. 
lecticarius 25. 
leduna 10 A. 1. 
leriae 10. 
libertus 8. 
librum 43. 
lingnosus 7. 
linis 8 A. 1. 
locellus 27. 
loculentu8(?) 24. 
loripes 7. 
lorus 42. 
lucrio 14. 
lucuntulus 49 A. 1. 
lusitatio 40 A. 7. 

magno tempore 35. 
male — in Comp. 

29. 
malenconia 45 A.2. 
malicorium 10. 
manuciolus 45. 
marculus u. a. 46. 
mat 49. 
matte(ol)a 16. 
matus 6. 

melius loquere 37. 
mesisula 10 A. 4. 
methodium 5. 
miWa 22. 
minuare 40 A. 4. 
minutalia 9. 30. 
miscellaneus 11. 
miscuo 40. 
misellus 33. 
muscarium 13. 
muttio u. a. 15. 

natus c. Adv. 38. 
neniae 10. 30. 
nerria 43. 
nesap(i)u8 11. 
nivata 3. 
nomenculator 46. 
notare sibi 87. 



Aethicns Ister 15. 41; 44; 46 A. 2. 
Afranius8A.l;20, Columella 6. 49. 
Apicins 13. Consentius 47. 

ApuleiuB 25 A. 1. Festus 8 A. 1. 
Amobius 11. Fronte 42 A. 3. 

Augustin. 35. Horatins 9 A. 1. 

Caper 34 A. 1; 10 A. 5. 



obrussa 18. 
obsonator 6. 
oclopeta 26 A. 3. 
oclus 46. 
offla 46. 

omniarecte?33A.6 
omnium nnmerum 

37. 
opBrtis oculis 37. 
oppessulatus 25. 
opter 23 A. 1. 
orbs u. ä. 44. 
oricula 7 A. 2. 
oricularius 7. 
oroma 45. 
osBucula 46. 
ostiolum 25. 
oxycominum 18. 

panareccio 4. 
pannicularius 3 
A. 1. 

parapsis 48. 
parentalia 22. 
paronychium 4. 
parret 47. 
pedale 13. 
pedo 45 A. 2. 
peduculus u. ä. 45. 
percolopo 44. 
perculo 40. 
perfunctorius 27. 
peripsema 15. 20 

A. 2. 
pemae Marsicae 

10 A. 5. 
planopedum 26 

A. 3. 
plus minus 32. 
porcilia 10 A. 4. 
potiuncula 10. 
praemiator 8 A. 1. 
prasinatus 3. 
promulsidare 3. 
propina 29 A. 3. 
propinatio 26. 
propter quod 23 

A. 1. 
prOBcariosus 13 

A. 3. 
proscholus 23. 
prostrare 40. 
pulcrimusC:') 15. 
puUarius 7. 
purgamentum 20. 



quaere alinm S6. 
quasillaria 87. 
qui et 29 A. 4. 
quisquilia 43. 

rapa 41. 
recorrigo 7. 
recutitus 18. 
rendre 24 A. 1. 
rennno 39 A. 4. 
repositorinm 4. 
res 34. 

retroversus 47. 
ridicleu8(?) 10. 
rosalia 22. 

8ac(c)elluB 28. 
sacrificioluB43A.3. 
saplutas 6. 
scabia 26 A. 2. 
scabitudo 25. 
scissor 6. 
8c(i)niphes 26. 
scordalus 24. 
scriblita 4. 
scrupus 22. 
scruta 15. 
secunda mensa 28. 
secutnleia 24. 
semicinctium 24. 
senodas 10 A. 1. 
sententiola 26. 
sestertiarius 8. 
sevir 14. 

sfacciato 6 A. 3. 
sibi placens 32. 
8oin 38 A. 6. 
solidus 38. 
soliuB u. a. M A. 1. 
solium 34. 
Boninm 38. 
sorbilis 4. 
sperimentare 
24 A. 5. 
speut 24 A. 5. 
8poliarium32A. 1. 
staminaria 8 A. 1. 
statuncnlum 43. 
stefadium 15 A. 4. 
stentinae 41. 
sterilicula 28. 
stemuto 49. 
sterteia 24. 
OTix^Qiv 6 A. 2. 
stigmosuB 13 A. 3. 



t 



stipa 44. 
Bteiate 7. 
siriga 41. 
subauratas 4. 
Bubdoctor i'i. 
subitillns 28 A. 4. 
subsessor 6. 
Subst. auf -oria 19 

A. 2. 
Subst. auf -pcjta 

26. 

Sabst. auf -innia 8. 
Buericulum 10 A. 6. 
supellecticariuB 

85. 

snaum 47. 
evnipiliov 81. 
avvonlos 8 A. 2. 

tabularis 21. 
talatrum 46 A. 3. 
tangere se 38. 
tanto meUor 34. 
tertiana 8. 
thesaurum 42. 
tibico u. a. 48. 
tibi dico 33. 
tomatulum 48. 
tonstrinum 8. 
toralia 6. 
tricliniarcha 3. 
trunculns 10 A. 5. 
tuberosus 3. 
tubez u. a. 48. 



vasum 42. 
•■cnluB st. -icolus 

45. 
v8ioif Nttfcle Zft^äe 

31. 
vectura 26. 
venenariuB 6. 
vermiculi 28 A. 1. 
yeraipellis 16. 
vetuo 39. 
viUcatio 19. 
vinciturum 40. 
vistilia 41 A. 3. 
unetrinum 9. 
uugentum 44 A. 2. 
unz 44. 
Tolpis 43. 
vomitorium 32 A. 1. 
orsina 17. 



Index locorum. 



13 A. 2; 30; 31 Sen. phil. 18. 
A. 5; 45 A. 1 u. ö. Suetonius 17 A. 4. 



Inschriften 3 A. 1; Laber. 8 A. 1. 

8A.1; 9; 10 A.5; Naevius 8 A. 1 

23A.l;37A.lu.ö. Not.Tir.10A.lfg.; Schol. Juv. 22; 38 T, ., „„ 

lul. Val. 35 A. 1 ; 40 49 A. 1 u. ö. A. 1 ; 42. [15 A. ^*"*^« ^9 

A. 7. Not. 8 A. 1. Schol. Per8. 12 A.; ^" ^'"'"'' 

luvenal 1 A.5; 35 Ovidius 14 A. 1. 

A. 1. Petroniuä 9 A. 3 



A.4. 
Ter. Scaurus 16. 

Scr.h.Aug.l7A.3; Val. Max. 18 A. 2. 
22 A. 3; 41 A. 3. Varro r. r. 18. 



«f'i^