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Full text of "55 Jahres-Bericht des KK Gymnasiums zu Linz 1906"

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fOnfundfOnfzigster 

JAHRESBERICHT 



DES 



K. K. STAATS-GYMNASIUMS 



ZU LINZ 



tTBER DAS 



SCHUIJAHR 1906. 



A 



^ r '^> 






Jnhalt: 

i. Homerische Gottergestalten in der antiken Plastik. III. (Zum An- 

schauungsunterrichte,) Von Prof. Franz Lehner. 
2. Schulnachrichten. Vom Direktor. 



TITLE : UtfNJ-ZL- T5>O M y r SGYM<Vi 



THIS VOLUME BOUND WITHOUT 
MISSING ISSUE OR ISSUES: f^/fa 



STANFORD UNIVERSITY LIBRARIES 



LINZ, 1906. 

VERLAG DES K. K. STAATS-GYMNASIUMS. 
K. U. K. HOFBUCHDRUCKEREI JOS. FEICHTINGERS ERHEN. 06.3292 



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Homerisehe Gottergestalten in der antiken Plastik. 

III.*) 

(Zum Anschauungsunterrichte.) 

Apollo vom Belvedere. 

Apollo ist der Liebling seines Vaters Zeus; nie lehnt er sich 
gegen dessen Willen auf — im Gegensatze zu Athene, die ofter, 
und zu Ares, der stets mit dem Vater hadert. 1 ) 

Apollo ist zunachst der Gott des Lichtes 2 ) mit seinen heilsamen 
und verderblichen Wirkungen; 8 ) seine Pfeile sind Symbole der 
Sonnenstrahlen, deren Macht und jahe Wirkung sich besonders in 
den warmeren Gegenden zeigt und beobachten lafit. Daher wird der 
Ausbruch von Seuchen auf Apollo zuriickgefuhrt 4 ) und ebenso plotz- 
licher, unvermuteter Tod, der zumeist gefurchtet, doch manchmal 
•svegen seiner schmerzlosen Schnelligkeit als Gliick empfunden wird. 5 ) 
Auch als heilkraftiger Gott und Arzt begegnet Apollo uns schon in 
Homers Gedichten. Dem durch den Steinwurf des Aias betaubten 
Hektor haucht er neuen Kampfesmut ein und dem Glaukos schlieiit 
er die schwere Wunde, dafl er sofort wieder kampffahig wird. Die 
Leichen des Sarpedon und Hektor hat er in seine Hut genommen 
und von ihnen die Verwesung abgewehrt. 6 ) Dann ist Apollo bei 
Homer auch schon der Gott der Weissagung, welcher durch Zeichen 7 ) 

*) Vgl. Linz, Progr. 1902 und 1904. 

l ) Deshalb komrat ihm unter den Gottern allein das Epitheton ylyjjji (A 86) zu und 
zweimal spricht ihn Zeus an: ©t/.s <I>o: t 3s (0 221, II 667). 

*) Als Gottheit des Lichtes ist er mit Zeus und Athene so innig verbunden, dafi diese 
Dreiheit anruft, wem die Erhorung eines groflen Wunsches am Herzen liegt: „ai y*P> ^ £ ^ T£ 
xuzep xai'AO-rjva»Yj xal v AitoX).ov n . (B 371, 1 288, II 132, n 97, 341, t] 31 1, p 132, to 376. 
Vgl. auch N 827). 

3 ) Ob dieser Gegensatz der Wirkung der Sonnenstrahlen sich schon in dem Doppelnamen 
4>oi£o<; 'ArcoX/uuv ausspricht, ist bei der Unsicherheit iiber die Herkunft dieser Worter (f aoc ? 
atcoX#.6vat?) nicht festzustellen. 

4) So die Pest A 43 ff. 

• r ») Deranach heiflen die Pfeile des Gottes bald j3sXsa hwlrfra, bald avavd. — Vgl. 
<I> 278, £ 605, 758; y 279, f] 64, ft 227, >. 318, o 410. „Die Sonne hat dich tot gekufit" 
(Inschrift auf dem Grabstein eines Kindes, das im Suden von rasch totender Krankbeit 
ereilt wurde). 

«) 262, fl 527, 666 ff, W 188 ff, ii 18 ff. 

7 i Z. B. Vogelflug: %i,o*/oc Wno/./auvov X'/.ybz, oi m ('(iKoc, 526. 
L. i 



■H GOZ I 



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oder Orakelspruch in die Zukunft schauen lafit 1 ) und Menschen mit 
der Kraft der Prophetie begabt. 2 ) Er ist ferner der Gott der Musik, 
hat Freude am Gesang der Menschen, begeistert sie zu Liedern, 
schlagt selbst bei den Mahlzeiten der Gotter die Laute und begleitet 
den Wechselgesang der Musen mit den Tonen seiner Saiten. 3 ) 

Uralt war bei den Hellenen die Verehrung dieses Gottes. Homer 
kennt folgende Kultstatten: Xpoovj, KtXXa, T£veSo;, Z£Xeta, 4 ) Tpolr], 6 ) das 
von Apollo im Kampfe gegen die Achaer kraftig unterstiitzt wurde; 
Aox'Itj; 6 ) ferner einen heiligen Hain bei der Kikonenstadt v Io|iapo; an 
der thrakischen Kiiste, 7 ) die Insel AtJXck;, 8 ) dann den schattigen Hain 
auf Ithaka, in dem die Achaer zum heiligen Feste sich versammeln, 9 ) 
und endlich in Hellas selbst IlDthi) am Parnassos. 10 ) 

Auf die Abstammung von Zeus weist oft der Ausdruck Ato^ 
oios (Aioc t£xoc 4> 229). Als Apollos Mutter wird die schonhaarige 
Leto genannt. n ) Der Lichtgottheit gelten die Epitheta 7jio<; und 
Xoxyjys^; 12 ) der Macht und Tatigkeit des streitbaren Gottes die Be- 
zeichnungen 8etvo<; #ed;, 4>o$o? Seivos, fii^ac thoc, &sti>v wptorcx;, #va£. 
Xaooodo^. 13 ) 

Nie fehlt sein Bogen das feme Ziel; daher die haufig vor- 
kommenden Beisatze: sxyj^oXo?, sxarrjPoXoc;, £xaT7]PsXenr]<;, exdspYo;, sxatoc;, 
ap]ra)p. Aus Silber ist der Bogen (daher af/ppdto£o;), von Gold das 
Schwert (also /poodopos). 

Auf korperliche Eigenheit deutet aber nur das einzige und nur 
einmal gebrauchte axspaexd|nr)<;. 14 ) 

Aus einer groflen Menge Einzelheiten, jede bedeutend und 
charakterisierend, setzt sich also das Homerische Bild des Gottes 
zusammen, nichts ist zu sehr hervorgehoben, nichts zu wenig betont, 
der schaffenden Phantasie des Lesers oder Horers Raum gelassen. 

Apollo selbst war fur die Griechen aller Zeiten ein Gott hochster 
Verehrung; iiberall standen seine Tempel und aus alien Zeiten der 
Kunst sind uns Darstellungen gerade dieser Gottheit erhalten. 

*)*■ 79 ff- 

2 ) A 72, 86; 252. 

3) A 472 ff. ft 43, 488; x 347- — ii 62. — A 602. 

4) A 37, 451; A 103, 121. Vgl. B 824 ff. 

5 ) Hier wird sogar ein Tempel des Gottes erwahnt: K 446, H 83. Vgl. auch II 04, 514 ff. 
«) K 105, (I 514. 

7) 1 198 ff. 

*) 4 162 (aber noch nicht al> Geburtsstiitte Apollos genannt). 

») 276 ff. 
10) 1 405, ft 79 ft. 
ii) A 9, 36; II 849, T 413, >. 318. 

12 ) 365, r 152, - a 101, 119. 

13) A 514 — II 788 — [[ 531, T 410 — T 413 — &vac I4mal — X 79. 

14 ) V 39 (also in der ScO\yxyyj.. einem jiingeren Stiick der Ilias). 



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3 

Zwei Motive batten vor alien anderen monumentalen Charakter 
und wurden deshalb in der bildenden Kunst mit Vorliebe wieder- 
gegeben: Apollo, der bogenbewehrte Lichtgott, und Apollo mit der 
Lyra in der Hand, der begeisterte Gott der Musik. 

Weitaus die bekannteste Statue, der das erste Motiv zugrunde 
liegt, ist der Belvederische Apollo des Vatikans. 

Die hohe Marmorgestalt l ) wendet dem Beschauer die Vorder- 
seite zu, aber nicht voll; denn der Kopf ist dreiviertel nach links 
ge wendet, dabei die linke Schulter mit dem gleichseitigen Arm vor- 
genommen, indes die andere Schulter etwas zuriickgehalten wird. 
Die linke Schulter ist ferner hoher als die rechte gestellt und dadurch 
auch die Muskulatur der linken Brustseite in starkerer Spannung als 
jene der rechten. 

Mit voller Sohle ruht das rechte Bein auf dem Boden; das 
linke beriihrt ihn nur mehr mit der Fuflspitze, es ist seit- und um 
Fufllange riickgestellt. 

Der linke Arm ist seitgehoben, aber nicht vollig gestreckt, die 
Hand halt das Mittelstuck eines (sonst verloren gegangenen) Bogens. 

In Gegenstellung zum linken ist der rechte Oberarm gesenkt, 
der Unterarm aber hebt sich vom Rumpfe wieder ab und ruht 
(jetzt)*) auf einem Baumstamm auf. An diesem ringelt sich eine 
Schlange empor; Lorbeerblatter und Endstiicke von Wollbinden 
(st^^ata) zieren das obere Ende. 

Der schlanke Hals, an dem durch die Linkswendung der rechte 
Kopfnickermuskel stark hervortritt, tragt einen schonen Junglings- 
kopf mit ausdrucksvollem Gesichte. Hoch, am Grunde breiter, vollig 
faltenlos ist die Stirn. Schon geschwungene Brauenbogen liegen uber 
den weitgeoffneten Augen und gerade setzt der Nasennicken aus der 
Stirn ab; leicht bewegt sind die Nasenfliigel. Unter der stark be- 
tonten Nasenrinne senkt sich die schwachere Oberlippe, die von den 
Mundwinkeln her anstieg, wieder ein wenig; die starkere Unterlippe 
aber ist vorgeschoben und von ihr lost sich das runde Kinn mit 
einer queren Vertiefung energisch los. Jugendlich elastisch spannt 
sich die Haut iiber Wangen und Kinn und liber die ganze Mus- 
kulatur des Gesichtes. 



*) Erganzungen: Die linke Hand vom Mantel an; der rechte Unterarm; der obere 
(dunnere) Teil der Baumstiitze ; das obere Stuck des Kochers; Kleinigkeiten an Mantel und 
Beinen. Alle Erganzungen wurden von einem Schiiler Michelangelos, dem Serviten Fra Gio- 
vanni Angelo Montorsoli unter Papst Klemens VII. (1523 — 1534) vorgenommen, nur die 
Erganzung des rechten Unterarmes (bis auf die Finger) geschah schon fruher. (Vgl. Graef- 
Wernicke in der 4. Aufl. von Miiller-Wieseler, Antike Denkmaler, Textheft III. 301). 

*) Nach Spuren am Marmor des rechten Oberschenkels war der Unterarm mit diesem 
durch eine besondere Stiitze verbunden und ist daher ^etwas mehr gehoben und weiter voi- 
bewegt n zu denken. Furtwangler, Mcistervverke 663. 

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Einen schonen Schmuck des Hauptes bildet die eigentiimliche 
Haartracht. Vora Scheitel weg legt sich in breitem, gegen die Schlafen 
bin offenem Bogen die Fiille des Haares urn die Stirn; ein Teil der 
prachtig gearbeiteten Locken fallt, die Ohren fast bedeckend, bis in 
den halben Nacken; 1 ) andere sind von der Stirnhohe weg nach 
oben genommen und in eine Art Schleife, den Krobylos, gebunden. 

Zwei Gewandstiicke tragt der Gott: den Mantel und die San- 
dalen. Die Cblamys, wie Epheben sie trugen, zieht sich, den Hals frei- 
lassend, von der rechten Schulter, wo eine Rundschnalle die Enden 
zusammenhalt, zur linken hinuber, fallt uber den Riicken hinab und 
ist dann mit dem einen Ende von unten nach oben und auflen uber 
den linken Arm geschlagen. Reichgeschmucktes und kunstvoll ver- 
schlungenes Riemenwerk bindet endlich die Sandalen an die Fiifie. 

Quer liber die Brust, von der rechten Schulter her, lauft das 
Wehrgehenk, das den Kocher tragt. 

Der Gott beginnt rechtshin auszuschreiten. 2 ) Der Blick des Gottes 
ist aber nach der anderen (linken) Seite fest auf ein bestimmtes, etwas 
entferntes Ziel gerichtet; 3 ) das Sieg- und Kraftbewuflte im Blicke 4 ) 
aber zeigt, dafi der Gott sich als Herr und Heifer erwiesen hat, der 
feindliche Heerscharen in die Flucht geschlagen oder anderem heran- 
nahendem Unheil gewehrt hat. Das tat sein goldener Pfeil, den er 
gerade abgeschossen hat. Der linke Arm, der den Bogen zu spannen 

i) Vgl. Bmnn, Gotterideale, S. 88. 

2 ) In dem Stellungsmotiv des Belvederischen Apoll haben wir einen Stellungswechsel, 
den "Cfbergang aus einer friiher eingenommenen Stellung in die jetzige zu erkennen. Der 
Gott hat einen Pfeil (in der Richtung nach links) abgeschossen. Dazu hatte er fast Stirn- 
stellung in der Richtung des Schusses innegehabt: das Gewicht des Korpers ruhte auf dem 
riickgestellten rechten Bein, wahrend das linke maflig gestreckt vorgestellt war. Nach dem 
Schusse macht der Gott, urn rechtshin auszuschreiten, eine Vierteldrehung rechts auf beiden 
FiiSen; hiebei bleibt das Gewicht des Korpers auf dem rechten Bein liegen, das linke hist 
sich aber mit der ganzen Sohle vom Boden ab und wird im nachsten Augenblicke sich auf 
Schrittlange vorstellen. Dafl das Stellungsmotiv unserer Statue so aufzufassen ist, dafiir spricht 
auch die durch die ganze Haltung des Oberleibes und durch die Muskelspannung der Beine 
bezeugte Drehung um die Langenachse des Korpers bei gleichgebliebener Standflache. Dazu 
patit endlich auch der ruhige, unbewegte Faltenwurf der Chlamys. — Ob diese der Kopist 
zugab, als er das Bronzeoriginal in Marmor iibertrug oder ob sie schon am Original vorhan- 
den war, ist daher meines Erachtens noch immer eine strittige Frage. (Vgl. Amelung, Rev. 
archeol. I904, IV. 329 fF.) 

S) Brunn, Gotterideale, S. 91. „Die Achsen beider Augen sind leise gegeneinander ge- 
neigt und bewirken dadurch, dafi der Blick fest und bestimmt nach einem Punkte, ein era 
Ziele gerichtet ist: es ist ein scharf fixierender Blick." Vgl. dagegen .Furtwangler- Urlichs, 
Handausgabe 2 , S. 69: „Der strahlende Blick ist weit in die Feme gerichtet. Der Kiinstler 
will sagen: dieser Apollo hat nicht ein einziges, beschriinktes Ziel nur im Auge, er schaut 
nach links, er schaut nach rechts, er schaut liberal 1 hin, denn . . .". — 

4 ) Das weit geoffnete Auge in Verbindung mit der leichten Blahung der Nasenflugel 
ist der physiognomische Ausdruck selbstverstandlichen Triumphes iiber einen Gegner. 



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sich straff ausstrecken muflte, ist dieser Muskelspannung schon ledig 
und bereits leicht gebeugt, die rechte Hand aber hat sich mit freiem 
Schwunge gesenkt, nachdem sie die angezogene Sehne samt dem 
Pfeile hat abschnellen lassen. Obwohl nicht im Zweifel iiber die 
Wirkung seiner WafFe, ist der Gott doch erfreut iiber den sicheren 
Sieg; im strahlenden Auge liegt dies Frohlocken, in der noch leise 
vorgewolbten Unterlippe die iiberlegene Verachtung des Feindes, 
der es wagte, ihm, dem immer siegreichen Gotte, entgegenzutreten. 

Das Original unseres Bildnisses diirfte im 4. Jahrhundert v. Chr. 
entstanden sein. In dieser Zeit hatte der hellenische Gotterglaube 
durch den Einflufi der Dichter und besonders der philosophischen 
Forschung neue Formen und fortschreitende Vertiefung erhalten, die 
Gottesidee war eine andere, mehr geistige geworden und hing mit 
den alteren Vorstellungen Homers oft nur durch die allegorische 
Deutung der mythischen Grundanschauung zusammen. In diesem 
Sinne miissen wir auch den Apoll vom Belvedere in Beziehung zu 
Homer bringen. Es mochte schwer fallen, eine einzelne Szene aus 
den homerischen Epen genau auf unser Bild zu deuten. 1 ) Zwei Ziige 
seines gottlichen Wesens werden hauptsachlich wiedergegeben : Apollon 
wehrt ab und steht bei, vernichtet und hilft. Sei es bose Luft, Krank- 
heit oder menschlicher Feind — alles mufl seinem allmachtigen Pfeile 
weichen. 2 ) Dann zeigt er sich denen, die ihn anriefen, als der Erloser 
aus der drohenden Gefahr in der leuchtenden, schonheitstrahlenden 
Erscheinung der Gottheit. Er ist der Ssivdc, {As-pis, fyivzos thd$; der 
Bogenberiihmte (xXotdroSoc), der in den weitesten Fernen, wie sein 
Blick uns lehrt, sein Ziel erspaht und erreicht (h.r$6ko$, haxr^sksxrfi u. a.), 
der leuchtende, der lichtgeborne (fyos. Xdxtjy^vtjs) — das glaubt man 
dem Kiinstler — der avoS Ai&c otog 'AnoD.w, dem die Menschen bitten d 
sich nahen. 3 ) 

Uber die Entstehungszeit des Bronzeoriginales — auf ein solches 
geht unsere Marmorkopie zweifellos zuruck 4 ) — lassen sich ziemlich 



x ) Ein unmittelbares Zuriickfiihren der kiinstlerischen Auffassung auf 306 — 26 ist 
nicht mehr znlassig, seitdem die Stroganoffsche Apollostatue mit der Agis in der Linken als 
Falschnng erkannt ist. Doch wird man zugeben konnen, dafi immerhin der Apollo vom Bel- 
vedere sich mit dieser Stelle gut zusammenstellen liiflt. 

2 ) Bei dieser Auffassung der Darstellung hat man sich die rechte Hand, welcher der 
Gott zur Abgabe des Schusses bedurfte, leer zu denken, und der Lorbeerzweig am Stamme 
samt den Wollbinden ware eine Zutat des Kopisten. 

3) A 36 ff. 

4 ) Helbig, Fiihrer 2 , Nr. 164: „Die Haare des Apoll vom Belvedere, die wie gegossen 
und ziseliert aussehen, die Weise, in welcher die Falten des iiber den linken Arm herab- 

fallenden Mantels behandelt sind alles dies deutet auf ein Original aus Bronze. An 

einem solchen war der Baumstamm unnotig, durch den bei der Ausfuhrung in Marmor das 
rechte Bein gestiitzt werden mu6te, und fiel somit ein Motiv weg, welches den unmittelbaren 



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6 

sichere Vermutungen aufstellen. Man setzt es auf Grund stilistischer 
Eigentiimlichkeiten und Einzelheiten ins 4. Jahrhundert *) und nennt als 
Kunstler Leochares, 2 ) der noch ein Zeitgenosse des Skopas und Praxi- 
teles war, oder Euphranor, der vielleicht ein wenig alter als Leochares 
ist. 8 ) Ubrigens hat der Kunstler das Motiv des vatikanischen Apollo 
nicht frei erfunden, sondernes geht auf Vorbilder aus der phidiasischen 
Schule zuriick, die im 5. und 4. Jahrhundert weitere Ausbildung er- 
fuhren. Dies zeigen Miinzbilder von Amphipolis, Klazomenai und 
Milet. 4 ) 

Stilverwandt mit unserem Apollon ist eine Anzahl meist unter 
dem Namen „ Alexander" bekannter Kopfe. 6 ) Von einer zweiten Kopie 
ist nur mehr ein Bruchstuck erhalten, der sogenannte Steinhausersche 
Kopf in Basel, der, wenn auch in der Form fluchtiger und leerer, 
doch in den Partien um die Augen und diesen selbst den entsprechen- 
den Teilen des Belvederischen Kopfes ganz gleich ist. 

Gefunden wurde unsere Statue 6 ) auf dem Landgute des Kardinals 
Giuliano della Rovere, des nachmaligen Papstes Julius II., bei Grotta- 
ferrata im Albanergebirge und dann im sogenannten Belvedere des 
Vatikans aufgestellt. Da stand nun die Statue, wenn auch oft langere 
Zeit der Besichtigung entzogen, bis zum Jahre 1797; in diesem Jahre 
entfuhrte sie Napoleon auf Grund des dem Papste aufgezwungenen 
Vertrages von Tolentino (im alten Picenum) mit vielen anderen Kunst- 
schatzen nach Paris; 18 15 wurde sie dann wieder nach Rom zuriick- 
gebracht. 7 ) In Rom hatte sie auch Joh. Winckelmann gesehen; er spricht 
von ihr in Ausdriicken hochsten Lobes und groflter Anerkennung. Auch 
Goethe preist in seiner „Italienischen Reise" den vatikanischen Apollon 
in warmer Begeisterung: „Ich fange schon an, die besten Sachen zum 
zweitenmal zu sehen, wo dann das erste Staunen sich in ein Mitleben 

und reineres Gefuhl der Sache auflost Der Marmor ist ein 

seltsames Material, deswegen ist der Apollo vom Belvedere im Ur- 

Eindruck der Gottererscheinung in empfindlicher Weise beeintrachtigte." Vgl. Furtwangler, 
Meisterwerke, S. 665. Araelung, Revue archeol. 1904, IV. 328. 

!) Furtwangler, Meisterwerke, S. 665: „Die Haarschleife, die sehr an den olympischen 
Hermes erinnernde Form der Fiifie und Sandalen und die Korperbildung weisen auf jene 
Epoche und zwar auf die spatere Periode des Skopas und Praxiteles." 

*) Winter, Jahrbuch des Archaol. Instituts 1892, S. 164 ff. — Furtwangler, Meister- 
werke, S. 664 ff. 

3 ) W. Amelung, l'Artemis de Versailles et l'Apollon du Belvedere (Revue archeol. 1904. 
IV. 328 — 47). — ttber Euphranor als Kunstler uberhaupt. Furtw., Meisterw., 578 ff. 

*) Vgl. hiezu Furtw., Meisterw., 667. Helbig, Fiihrer 2 , 164. 

5 ) Furtwangler, Meisterw., 668, und Amelung a. a. O. 

6 ) Nach einer t^Tberlieferung, die besser bezeugt ist, als jene, welche Porto d'Anzio 
als Fundort angibt. 

7 ) Vgl. iiber diese Pliinderung der italienischen Kunstsammlungen durch Napoleon 
Jul. Vogel, Aus Goethes Romischen Tagen, Leipzig 1905, S. 1496*". 



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bilde so grenzenlos erfreulich, denn der hochsteHauch des lebendigen, 
jiraglingsfreien, ewigjungen Wesens verschwindet gleich im besten Gips- 
abgufl." (Rom, 25. Dezember 1786.) Fiir Goethe ist „ der Apollo vora 
Belvedere eine unversiegbare Quelle kunstlerischer Unterhaltung". 
(Bericht, September 1787.) Doch kennt Goethe auch die Schwachen der 
Kopie: „Mengs sagt irgendwo vom Apollo von Belvedere, dafl eine 
Statue, die zu gleich groBem Stile mehr Wahrheit des Fleisches ge- 
sellte, das Groflte ware, was der Mensch sich denken konnte." (20. Juli 
1787.) ImLaufe des vergangenen Jahrhunderts schlug aber dieses hohe 
Lob fast in Miflachtung um. Besonders geschah dies zur Zeit, als man 
auf griechischem und kleinasiatischem Boden Originalwerke und damit 
einen neuen Maflstab zur Beurteilung antiker Plastik fand. 

Heute diirfte man zum richtigen Matte in der Wertschatzung 
gekommen sein. Man erblickt im Belvederischen Apollo nicht ein 
Werk hochster antiker Kunst — er ist ja eine Kopie, erganzt und 
zum Teil vom modernen Meiftel ubergangen — wohl aber eine Arbeit 
von auflerordentlicher Schonheit, mit grofler Sorgfalt ausgefuhrt. Dabei 
werden dem Beschauer Einzelheiten auffallen, die den Gesamteindruck 
nicht storen, sondern vom Kiinstler in der Absicht gebracht wurden, 
ihn zu erhohen und die Komposition besonders wirksam zu machen. 
So einige anatomische Unregelmafligkeiten, die den herkommlichen 
Proportionsgesetzen nicht vollstandig entsprechen, aber durch das 
wohlberechnete Verhaltnis der einzelnen Teile des Korpers zueinander 
ein schones, packendes Ganzes schaffen. 

Die Hohe der ganzen Gestalt betragt 7 7 / 8 Kopflangen ('j 1 ^ ist 
das Durchschnittsmafl). Die Entfernung vom Scheitel bis zur Tren- 
nungsstelle der Beine, dem sogenannten Schritt, ist gleich der vom 
Schritt bis zur Sohle, also das normale Verhaltnis; dadurch aber, 
dafl die Hiiften so hoch stehen, gewinnen die Oberschenkel durch 
die lange Aufienseite grofle Schlankheit. 2 ) Die auffallige Breite der 
Brust wird durch den uber das Normale vergroflerten Abstand der 
Brustwarzen erzielt. 2 ) Desgleichen ist es eine anatomische, aber 
wirkungsvolle Unregelmafligkeit, da8 der Kopf zu weit nach der 
rechten Schulter hin sitzt. 

Ohne alle solche wohliiberlegte und berechnete Besonderheiten, 
in derWirkung viel unmittelbarer, sind nun allerdings die griechischen 
Originale und unter ihnen vor allem jene wenigen allerbesten, die 
uns Spateren die Gunst des Schicksals zu finden und zu schauen 
gewahrt hat, und gewili gilt nur fiir Winckelmanns Zeit, nicht aber 
fiir uns der Satz, den er in seiner „Geschichte der Kunst des Alter- 

J ) Nach Girard Audran (Die Proportionen des menschlichen Korpers, Ausgahe von 
C. Fenner, Zurich) hat die Aufienseite 8 Pg m = doppelte Kopfliinge + 45 mm. 

8 ) Normal = I Kopfliinge; an unserer Statue Kopfliinge + 35 mm (nach Audran). 



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turns" niederschrieb : n Die Statue des Apollo (vom Belvedere) ist 
das hochste Ideal der Kunst unter alien Werken des Altertums, 
welche der Zerstorung entgangen sind"; aber richtig ist, was liber 
dieses Urteil des Altmeisters archaologischer Forschung ein Heraus- 
geber seiner kunstgeschichtlichen Arbeiten 1 ) sagt: „Was Winckel- 
mann von manchen der damals benihmtesten Werke sagt, was er 
dem Apoll vom Belvedere nachriihmt, das konnen wir bei unseren 
Kenntnissen der so unendlich viel schoneren griechischen Original- 
werke nicht mehr mitempfinden, aber es schildert ganz und voll 
diese griechischen Werke, die Winckelmann unter romischer Hiille 
ahnend empfand. r 

Wie das asthetische Urteil liber den Apoll vom Belvedere 
schwankte, das Werk in der Schatzung sank und wieder stieg, so 
wechselnd war auch die Deutung der Idee des Kunstwerkes. Winckel- 
mann laflt den Apollo den Drachen Python verfolgen, erreichen und 
erlegen; 2 ) dann glaubte man, er sei dargestellt, wie er die Sohne 
der stolzen Niobe totete 3 ) oder nach Aischylos' Eumeniden 4 ) die 
Erinyen aus dem Tempel verwies, oder es sei Augustus als Sieger 
in der Schlacht bei Aktium. 5 ) Als man dann jenen Apollon Stro- 
ganofF in St. Petersburg zum Vergleich heranzog, gab man dem 
Gotte statt des Bogens die Agis und wollte in der Statue ein Weih- 
geschenk erkennen, das die Phoker zum Danke stifteten, weil der 
Gott im Jahre 279 den Einbruch keltischer Scharen ins Delphische 
Heiligtum nicht zuliefi — die Petersburger Statue ist aber als Fal- 
schung erkannt worden. Dann nahm man zum Bogen in der Linken 
Lorbeerzweig und Wollbinden in der Rechten als Attribut des hei- 
lenden, suhnenden Gottes an; 6 ) in unserer Auffassung wurde aber 
auf dieses Attribut wieder verzichtet und dem Gotte der Bogen 
allein gegeben — aufier den schon angefuhrten Griinden sprechen 
dafiir auch die vieljahrigen Beobachtungen , die wir auf unseren 

1 ) Winckelmann, Geschichte der Kunst des Altertums, herausgegeben von Dr. Julius 
Lessing, 2. Aufl. 1882, Einleitung S. XXIX. 

2 ) Anselm Feuerbach wies aber darauf hin, dafi Apollo nach dem Mythos als Kind 
den Drachen totete, unser Bildnis aber einen vollreifen, jugendschonen Mann darstellt. 

3 ) Hirt, Schillers Horen, 1 797. 

4 ) Aischyl. Eumen. 179 ff. — Anselm Feuerbach, Der vatic. Apollo 2 , 1855. S. 345 ft*. 

5 ) Missirini, Effemeridi litterarie di Roma 1823, fasc. 25. 

6 ) Vgl. Furtwiingler (Meisterwerke, S. 663), der auf die Reste der Lorbeerblatter und 
der Enden von Wollbinden am oberen Ende der Baumstiitze und weiter auf Munzbilder hin- 
weist, die den Gott mit Bogen und Lorbeer je in einer Hand darstellen. — Siehe aber Pe- 
tersen, Vom alten Rom, 2. Aufl., S. 127: n Die Hand aber .... beriihrte den Zweig nicht; 
denn sie war mit der Hiifte durch eine besondere Stiitze verbunden und muflte, nach der 
Idee des Ganzen, notwendig als von der losgelassenen Sehne frei und leer zuriickschwingend 
erscheinen." 



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Turn- und Spielplatzen iiber Stellung und Bewegung des mensch- 
lichen Korpers machen konnten. 

Apollo als Kithar5de. 

(Rom, Vatikan.) 

In feierlich bewegter Haltung, von reichem Festgewand um- 
hiillt , steht die hohe Gestalt vor uns. *) Der rechte Fufl ruht, auf 
Schrittlange vorgestellt, fest auf dem Boden, wahrend der linke diesen 
nur mit der Fufispitze noch beriihrt. 

Der rechte Arm streckt sich nach der linken Seite hin vor, die 
Hand riihrt mit dem Plektron die Kithara, welche an einem Trag- 
riemen hangt und vom linken Arm leicht an den Leib gedriickt 
wird; in die Saiten greift dann auch die Linke. 

Arme und Beine zeigen eine Art Gegenstellung, da der rechte 
Arm und das linke Bein vorgenommen, der andere Arm und das 
andere Bein zuriickgehalten sind. 

Auf schlankem, kraftigem Halse ruht der Kopf, etwas zunick- 
gelegt, leicht gegen die rechte Schulter geneigt. Ein fast frauen- 
haftes Antlitz zeigt sich uns, der Blick ist in die Hohe gerichtet, 
visionar, ohne festes Ziel. 

Aus dem Bunde, der das vom Scheitel nach hinten genommene 
reiche Haar zusammenfaflt, fallen einzelne langere Locken auf den 
Rucken hinunter. 

Der Gott tragt das pythische Festgewand. Der lange jonische 
Chiton ist hoch gegiirtet, seine Armel erreichen fast den Ellenbogen. 
Von Agraffen auf den Schultern festgehalten, walk dann der Mantel 
in machtigen Falten den Rucken hinunter. 

Dicksohlige Sandalen, zur festlichen Tracht gehorig, schiitzen 
und schmiicken die Fiifle. 

Die Kithara, geziert mit dem Bilde des geschundenen Marsyas, 
des einfaltigen Rivalen im Wettstreite, und der Lorbeerkranz auf 
dem Haupte sind die Abzeichen des Gottes der Musik. 

Feierlich lebhaft ist die Bewegung des Gottes. Dies kommt 
sowohl in dem kraftvollen Schreitmotiv als insbesondere in der durch 
die Gegenstellung der einzelnen Gliedmafien bedingten Mitbewegung 
des ganzen Korpers und im natiirlich einfachen und doch grofiartigen 
Faltenwurf der Gewandung wirksam zur Darstellung. Knapp und 
glatt legt sich das Linnen des Chitons an Ober- und Unterschenkel 
des ausschreitenden Beines; dann fullt sich der Schrittraum der Beine 

*) Erganzungen (nach Muller-Wieseler-Graef, Denkmaler, Heft III. S. 298): Teile 
des Kranzes; Nasenspitze, Lippen, Kinn; der rechte Arm vom halben Oberarme an; die 
Vorderhalfte des linken Unterarmes; der linke Fufl; Oberteil der Kithara mit Stuck des 
Tragriemens; Stiicke am Gewand. Material: Italischer Marmor. 



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10 

mit Falten breit im Riicken und in der Tiefe; wieder glattet sich 
dann der Faltenfluli am rechten Beine, um hinter diesem aufs neue 
stark bewegt zu werden. Dazu palit endlich aufs schonste das Spiel 
des Mantels, der vom Winde leicht gehoben vom Korper des Schrei- 
tenden sich loslost. Durch die hohe Giirtung gewinnt aber die Gestalt 
fast iiberirdische Grofle. 

Die Bewegung jedoch — sie ist nicht blofies Gehen und Wan- 
deln, das sind die rhythmischen Bewegungen festlichen Tanzes, in 
denen der Gott einherschreitet. Dazu stimmt auch der Ausdruck des 
Gesichtes; denn auf dem Antlitz des Gottes liegt der Widerschein 
schwarmerischer Begeisterung, die er selbst fiihlt und durch Lied 
und Tanz auf andere iibertragt. 

Wenn wir uns an Apollos Seite den Chor der Musen gesellt 
denken, dann gewinnen die homerischen Worte vom Mahle der olym- 
pischen Gotter plastische Gestaltung; 

„ Nicht entbehrte das Mahl des herrlichen Klanges der Laute, 
die Apollon schlug, und nicht des Wechselgesanges der Musen, die 
ihre schonen Stimmen zur Phorminx erhoben.™) 

Freilich hat sich in der kunstlerischen Auffassung die dichterische 
Vorstellung insofern abgeandert, als uns in diesem Bildwerke Apollo 
nicht mehr in seinem Gesamtwesen entgegentritt als Gott des Lichtes, 
des Bogens, des Verderbens oder des Heiles, sondern in der einen 
Tatigkeit des begeisterten Sangers, als Gott der Musik. 

Wann entstand nun unsere Statue? Wir finden an ihr einige 
kiinstlerische Elemente, die wir schon am Ares Ludovisi*) kennen 
lernten: das breite, kurze Oval des Gesichtes, die seitlich iiber den 
Augen stark vortretende Stirn, die kraftigen Backenknochen. Den 
Stil des Skopas glaubt man aber auch in der Anlage der Kleidung- 
zu erkennen, die den Schilderungen von den wehenden Gewandern 
und der schwungvollen Haltung der ganzen Komposition entspricht. 3 ) 

Unser Apollo wurde im Jahre 1774 mit sieben Musenstatuen 
bei Tivoli gefunden und von Papst Pius VI. dem Vatikanischen 
Museum einverleibt. Die Musen sind auch jetzt in dem nach ihnen 
benannten Saale ihrer Aufstellung um Apollo gruppiert; 4 ) denn ihre 
Zugehorigkeit zu ihm geht aus mancherlei Merkmalen der kunstle- 
rischen Form und Auffassung hervor. 

Die Statue selbst aber geht wahrscheinlich auf den sogenannten 
palatinischen Apollo in jenem Tempel zuriick, den Kaiser Augustus 
nach der Schlacht von Aktium auf dem Palatin erbaut hat. — Der 

!) A 602—604. 

2 ) Homerische Gottergestalten. 1902. I. 26. 

•i) Roschers Lex. I. 463. Plin. nat. hist. 36. 25. 

•*) HelbigS. I. S. 169 ff. 



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Apollo als Kithaiode. 
Rom. 



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11 

romische Dichter Propertius, ein Zeitgenosse des Kaisers, erwahnt 
den Tempel; 1 ) in dem Vorhofe stand ein Apollo „marmoreus tacita 
. . lyra", im Tempel selbst ein anderer, den der Dichter in dem 
Distichon beschreibt: 

deinde inter matrem deus ipse interque sororem 

Pythius in longa carmina veste ornat. 
Eine Kopie des ersteren ist der Apollo Barberini in der Glyp- 
tothek zu Munchen, des letzteren wahrscheinlich unsere Statue. 2 ) 

Drei Athenestatuen. 

(Lemnia, Velletri, Giustiniani.) 

In der koniglichen Skulpturensammlung zu Dresden, im Louvre 
zu Paris und im Vatijtan in Rom steht je ein Athenestandbild von 
eigentiimlicher Schonheit und Kunst: die Athena Lemnia, die Pallas 
von Velletri und die Giustinianische. 3 ) 

Die Begriindung des Namens Lemnia werden wir in unserer 
Besprechung erfahren; die Pariser Statue wird nach ihrem Fundorte 
Velletri, der alten Volskerstadt Velitrae siidostlich von Rom, benannt; 
die Giustiniani fiihrt ihren Namen nach einer Familie, in deren Besitz 
sie eine Zeitlang war. 

In alien drei Darstellungen zeigt Athene dem Beschauer die 
voile Vorderseite; nur der Kopf hat eine leichte Seitenwendung und 
Neigung: der der Lemnia eine etwas starkere nach rechts, der der 
anderen eine schwachere linkshin. 

i) Eleg. III. 29. 

2 ) Furtwangler, Beschreibung der Glyptothek, S. 187. Meisterwerke, S. 528. — Flasch 
bringt aber den Apollo Barberini rait Skopas in Verbindung ( Arndt-Amelung , Einzelaufn. 
836/837). 

3 ) Zur Lemnia: Im Saale des Phidias des Dresdener Museums befinden sich zwei 
Marmorkopien (Nr. 131 und 132), die bis auf Kleinigkeiten miteinander libereinstimmen. 
Xr. 131 hat einen zugehorigen antiken, in dem Teile oberhalb der Binde erganzten Kopf, 
Nr. 132 tragt einen Gipsabgufi des in Bologna (Museo civico) aufbewahrten Athenekopfes, 
mit dem der antike Teil des Dresdener Kopfes Nr. 13 1 vollkomraen iibereinstimmt; jedoch 
ist an diesem das Gesicht ^modern iiberarbeitet und hat dadurch viel an Schonheit verloren". 
Gegeniiber dem Bologneser Kopfe aber „befinden wir uns in der selten gliicklichen Lage, 
ein antikes Meisterwerk in ungetrubter Klarheit ohne alle Verletzung und Erganzung (nur 
die eingesetzten Augen sind ausgefallen) geniefien zu konnen". (Furtwangler, Meisterwerke, 
S. 6, 7.) — Unserer Beschreibung liegt Nr. 132 zugrunde. 

Zur Pallas vonVelletri. Erganzungen (nach Furtwangler, Meisterwerke, S.303 — 304): 
Die beiden Hande und die vordere Halfie des rechten Unterarmes; sonst Kleinigkeiten. — 
Das Material der Statue ist grobkorniger Marmor von der Insel Thasos, die im J. 463 in 
den Besitz der Athener kam. 

Zur Athene Giustiniani. Erganzungen (nach W.Amelung, Skulpturen d. Vat. Mus. I. 
S. I38ff.): Rechte Hand und halber Unterarm; ganzer Speer; Teile an den Fingern der Linken; 
fast die ganze Sphinx und die Vorderspitze des Helmes; Stiicke an Hals, Haarschopf, A^is 
und Gewandfalten; Teile am rechten Fufl; Kopf der Schlange und Stiick der Schwan/.kriim- 
mung; Teile der Basis. — Stark iiberarbeitet. — Hohe 2 1 / 2 m. — Parischer Marmor. 



Stand* 
motiv. 



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12 

Die Lemnia hat das linke Bein von dem rechten, dem Stand- 
bein, etwas seitlich abgeriickt, aber nicht zuriickgestellt. Widergleich 
ist das Standmotiv der beiden anderen Statuen, das Spielbein steht 
aber nicht mehr in gleicher Linie mit dem Standbein und ruht bei 
der vatikanischen Statue auch nicht mehr mit der vollen Sohle auf. 
Das lebhaftere Standmotiv bringt es ferner mit, dafi an der vati- 
kanischen Statue und der des Louvre das rechte Bein aus der Ge- 
wandung etwas heraustritt und in seiner Form zu erkennen ist, wahrend 
beide Beine der Lemnia vom Peplos fast gleichmafiig gedeckt sind. 

Die Gebarden sind bei der Dresdener und der Pariser Statue im 
wesentlichen dieselben, aber gegengleich: hier ist der rechte Arm 
gehoben und greift mit der Hand an den Speer, dort der linke; der 
andere ist bei beiden gesenkt, der Oberarm leicht an den Leib gedriickt, 
der Unterarm wieder vorgestreckt, die Hand bereit, eine nicht zu 
schwere Last zu tragen. 1 ) 

Die Athene Giustiniani hingegen halt mit der Rechten bei ge- 
senktem Ober- und wiedergehobenen Unterarm in Schulterhohe den 
schweren mannshohen Speer gefaflt, so das rechte Bein zum Teil 
entlastend; der linke Oberarm liegt am Leibe an, der Unterarm 
wagrecht an der Brust, die Finger der Hand fassen den Mantelsaum. 
K °p f Der Kopf der Lemnia, auf schlankem Halse aufsitzend, ist uberaus 

nia. gleichmafiig gebaut. „Die Gestalt des regelmafiigen Ovals" herrscht 
vor, „wenn man ihn von oben beschaut" und das Gesicht „zeigt, von 
vorn gesehen, ebenfalls ein sehr langliches und wiederum sehr regel- 
mafliges Oval", 2 ) keine Partie der Knochen oder der Muskulatur 
ist ungewohnlich betont und stort das Gleichmafl. Die Stirn ist klar 
entwickelt und ohne vollig flach zu sein, erhebt sie sich starker aus 
der Flache nur gegen die Brauenbogen hin, die in schonem Schwunge 
sich iiber den Augen wolben. Da die Lider schmal sind und das 
obere auch noch hoch aufgeschlagen ist, so erscheint dadurch die 
Lidspalte selbst weit offen, und obwohl die (einst eingesetzten) Aug- 
apfel nicht mehr die Hohle fiillen, so kann man doch aus dem sonstigen 
Bau noch die Richtung des Blickes erkennen: er ging iiber die vor- 
gestreckte rechte Hand hin abwarts auf ein tieferes Ziel. 

Die Nase hat einen schmalen Riicken, die Nasenfliigel sind zart 
und doch kraftig geformt. 

*) Die Ergiinzung des rechten Armes der Lemnia kcinnte nach dem vorhandenen Reste 
kaum vermutungsvveise vorgenommen werden, wenn nicht die Darstellung des gleichen Athene- 
kopfes auf einer Gemme, die einen Helm vor ihm zeigt, den SchluB erlaubte, daB die Gottin 
in der Rechten einen Helm trug, den ihr Blick noch streifte. (Abbildung der Gemme, Furt- 
wangler, Meisterwerke, Tafel XXXII, 2 links.) — Die Velletrische Athene trag nach einer 
athenischen Miinze auf der Linken das Bild einer Siegesgottin. (Furtwiingler, Meisterwerke, 

s. 307.) 

2 ) Furtwangler, Meisterwerke, S. 29. 



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13 

„Ganz unbeschreiblich ist der Reiz in der Modellierung des 
Mundes." 1 ) Von edler, lebhafter Linienfuhrung sind die Lippen, die 
obere ist schmaler, die untere im Bau voller, iippiger, der Mund selbst 
fest geschlossen. Anmutig schliefit dann ein rundes Kinn das Gesicht 
unten ab. 

Ein wunderbar schoner Schmuck dieses Athenekopfes aber ist 
die Haartracht in der Einfachheit der Anordnung und ihrem Reichtum 
der Form. Das in der Mitte gescheitelte Haar wird iiber der Stirn 
von einer Binde (diese wird nach hinten zu immer schmaler) fest- 
gehalten und am Hinterhaupte in einem kleinen Knoten zusammen- 
gefaBt. Eine einfache Anordnung! Aber wie mannigfaltig im einzelnen 
ist die Bildung des Haares. Symmetrie herrscht nur in derTeilung 
des Haares in gleich grofle Massen nach rechts und links; in diesen 
Halften gibt es aber eine reiche Formverschiedenheit der Haarwellen 
und Locken; alle sind einander ahnlich, keine der andern gleich. 2 ) 

Ein ganz anderer Charakter kiinstlerischer Darstellung spricht 2 - der Vcl1 - 
sich im Gesicht der Velletrischen Pallas aus. Dem regelmafiigen 
Oval des Lemniagesichtes steht hier eine Bildung gegeniiber, an 
der wir solche Regelmafligkeit und Ausgeglichenheit nicht finden. 
Die hohe Stirn ist in der Mitte vorgewolbt und an der Basis etwas 
verbreitert. Dann wie eigentiimlich sind diese Augen: schmale, lange 
Lidspalte; denn dicke, fleischige Lider lassen das Auge nur maflig 
weit geoffnet erscheinen. Die Nase ist kraftiger, der Riicken rund- 
lich; die Lippen sind voll, aber wenig bewegt, insbesondere die 
Unterlippe; die tiefe Schattenlinie zwischen ihnen lehrt uns, dafi 
der Mund nicht fest geschlossen ist, sondern wie zur Rede bereit. 
Das Kinn aber ist schmaler und fugt sich nicht so fein in die 
Rundung des Gesichtes, wie wir dies bei der Lemnia sehen. 

Einfach ist ferner die Haartracht. In der Mitte gescheitelt, wie 
durch den Visierschlitz des korinthischen Helmes zu erkennen ist, 
fallen die schlichten Wellen des Haares unter dem Helmrand her- 
vor und, die obere Halfte der Ohren bedeckend, den Nacken 
hinunter. 

Langlich und schmal ist das Gesicht der Athene Giustiniani; 
doch durch den tiefhereingesetzten Helm erscheint die Stirn niedrig. 
Ohne Winkelung setzt aus ihr die starkriickige Nase ab; keine Er- 
regung zeigen die ruhigen Nasenfliigel. 

Der Blick der Augen folgt mit ernstem Ausdruck der Drehun^ 
des Kopfes. 

! ) Furtwangler, Meisterwerke, S. 30. 

2 ) Vgl. P^urtwSngler, Meistervverkc, Tafel III. Abbildung des Kopfes. — Dann am h 
Furtuangler-Urlichs, Handausgabe 2 , S. 10. 11. 



.3. der A. 

Giustiniani. 



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14 

Einen strengen, fast abweisenden Zug hat auch der Mund; leicht 
vorgeschoben ist die Unterlippe, ein wenig herabgezogen sind die 
Mundwinkel. 
Ge * Die lemnische Athene ist mit einem dorischen Wollpeplos be- 

wandung 

i der Lem- kleidet, dessen Uberschlag bis iiber den halben Oberschenkel reicht. 

nia. Uberschlag und Agis, die quer iiber die Brust gelegt ist, werden 

durch einen Giirtel aus Schlangen zusammengehalten. Schwer und 

gerade senken sich die Falten des Peplos selbst vom Giirtel bis zu 

den Fiiflen herab; die Falten des Uberschlages und der Agis aber 

gehorchen dem Zwange der Giirtung, hier einknickend. 

2 . der veil. Reicher ist die Gewandungf der Velletrischen Statue. Der do- 

Athene. & 

rische Peplos hat einen doppelten, gleichfalls mit einer Schlange 

gegiirteten Uberfall; einfach und gleichmalMg fallt das Untergewand 

bis auf die Fiifie herab, ohne den Boden zu erreichen oder sich an- 

ders zu stauen, als am Fuflriicken des Spielbeines, auf dem sich 

dann einige kurze Querfalten bilden. 

Uber diesem wollenen Untergewande liegt, kunstvoll angeordnet, 
ein Mantel aus demselben Stoffe. Mit einem langen Zipfel hangt er 
von der linken Schulter nach vorn iiber, hinten zieht er sich schrag 
iiber den Riicken zur rechten Hiifte und wird dann queriibergenom- 
men bis zum linken Arm, der den Bausch sodann an den Leib 
driickt. Ein dreieckiger Uberschlag fallt bis zum Knie herab. Seine 
Falten laufen alle von dem Bausch unterm linken Arme aus und 
decken sich mit denen des Himations, das rechts durch das seit- 
gestellte Bein etwas straff gezogen ist. l ) 
3- d « r A - Mit Chiton und Himation ist dann die Athene Giustiniani be- 

lusmiani. ^leidet; a fc er der Chiton ist aus Linnen, der Mantel aus Wolle. 2 ) 
Ersterer ist unter dem Apoptygma gegiirtet und dieser breite, auch 
den Oberarm noch deckende Uberfall fiillt die Leere zwischen Speer 
und Oberleib geschickt aus. Der Chiton selbst aber fallt in einer 
Menge schmaler Falten bis auf Boden und Fufiriicken, hier starker, 
dort schwacher sich umlegend. 

Bis tief unter die Knie umhullt der Mantel den Unterkorper. 
Sein oberer Rand ist — nicht allzu breit — umgeschlagen; ein 
Mantelende zieht sich dann, den Riicken querend, iiber linke Schulter 
und Brust und senkt sich in langen, nur durch den Druck des an- 
gelegten Ellen bogens gebrochenen Falten fast bis zum linken Knie. 

l ) Eine Anordnung, die sich an der Hera Barberini etwas reicher ausgestattet wieder- 
findet (Horn. Gottergest. I. S. 23) und in einer zu St. Petersburg befindlichen als Asklepios 
erganzten Statue des Myron als n direkte Vorstufe zu dem Mantel der Athena Velletri zu er- 
kennen ist". (Furtwangler, Meisterwerke, S. 366. Abb. S. 367.) 

*) Uber die Darstellung von Linnen und Wolle in der aniiken Plastik vgl. Horn. Got- 
tergest. I. S. 19. 



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15 

Alle drei Standbilder tragen ferner die der Athene eigentiim- Attribute - 
liche Agis, aber verschieden gebildet und umgelegt. Der Lemnia 
und der Giustiniani liegt sie, noch ziemlich breit, schrag um die 
Brust. Der untere Rand ist mit Schlangen besetzt, doch mit dem 
Unterschiede. dafi an der Agis der Lemnia nur die Vorspriinge mit 
Schlangenleibern geschmiickt sind, an der der Giustiniani aber der 
untere Rand im ganzen Verlauf und hier jeder Vorsprung in den 
Vorderleib je einer Schlange endet. *) 

Die Athene Velletri aber tragt die Agis gerade umgelegt; diese 
ist jedoch schmal und nicht nur der untere, sondern auch der obere 
Rand derart mit Schlangen besetzt, dafi die folgende immer in die 
vorausgehende sich schlingt. Die Agis aller drei Athenestatuen ist 
dann noch mit dem Gorgoneion geschmiickt, dies in der wenig ge- 
milderten Hafilichkeit der alteren Kunst dargestellt. 

Die Velletri und Giustiniani tragen endlich einen Helm. Es ist 
der hohe korinthische Helm mit dem festen, unbeweglichen Visier- 
teil, mit Augenlochern und Langschlitz; er wurde nur im Kampfe 
vors Gesicht gedriickt, sonst, wie an den Statuen, zuriickgeschoben 
getragen. Der Helm der Velletri, ohne jeden Schmuck, gleicht in 
alien Einzelheiten dem der bekannten Periklesbuste, ein Umstand, 
der uns helfen wird, Entstehungszeit und Kunstler zu bestimmen; 
an jenem der Giustiniani, mit Widderkopfen und Sphinx geziert, 2 ) 
ragt an den Seiten das Lederfutter in Form kleiner, flachgedriickter 
Rollchen hervor — ein Merkmal, das gleichfalls fur die Zeit der 
Entstehung dieser Statue von Wichtigkeit ist. 8 ) 

Weitere Attribute der Athene (an unseren Statuen erganzt oder 
zu erganzen) sind die machtige Lanze, zweimal von der Rechten, 
einmal (Lemnia) von # der Linken gefafit; dann der Helm in der 
Rechten der Lemnia und die Nikefigur 4 ) auf der linken Hand der 
Velletri. 

Zu den Fiifien der Athena Giustiniani erhebt endlich rechts eine 
Schlange Kopf und Vorderleib, wahrend der iibrige Korper um die 
Riickseite der Statue sich ringelt und mit dem Schwanzende links 

l ) Die Art der Lerania-Agis ist die altere Form und erinnert noch an die archaische 
Kunst. Vgl. auch Pallas Albani (Horn. Gottergest. II. S 19). — Einer anderen Kopie der 
Giustiniani (im Kapit. Mus.) fehlt die Agis; daher ist es moglich, da8 das Original sie auch 
nicht hatte und dafi sie an unserer Nachbildung eine Zutat des Kopisten ist. Vgl. Furtwangler, 
Meisterwerke, S. 594. Helbig, Fiihrer*, Nr. 52 und 446. Amelung, Vatik. Mus. I. S. 141. 

*) Vgl. die Angaben iiber die Erganzungen. 

3 ) Das in Form von Rollchen vorschauende Lederfutter sowie rollenformige Ansat/e 
an der Helmspitze anderer Kopien sinci nach Miinzen von Korinth iiir das 4. Jahthundt-rt 
und fiir den Athenetypus dieser Stadt charakteristisch. 

4 ) Die Nike ist hiiufig mit der Darstellung der Athena ^und des Zeusi vei huinl« u: 
Athena Parthenos (Olympischer Zeus). 



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16 

uber den Plinthenrand herabhangt. Welche Bedeutung hier die 
Schlange hat, ist nicht festgestellt. Vielleicht diirfen wir in ihr eine 
Erinnerung an den oixoopds erblicken, die Tempelschlange im Heilig- 
tume der Athena Polias, im Erechtheion auf der Akropolis. l ) 
Bedeutung j n a n en d re i Bildnissen ist Athene als friedliche Gottin dar- 

der 

Formen. gestellt. Die Giustiniani und Velletri tragen den Helm zuriickge- 

Kunst- schoben, die Lemnierin hat aber den Kopf sogar nur mit friedlichem 

Anf- Bandschmuck versehen, den Helm tragt sie auf der vorgestreckten 

fassung Rechten. *) — Der Speer ist immer ruhig aufgestiitzt, nie kampf- 

bereit gehalten, mehr Zepter als Waffe. — Auch die Agis, an sich 

ein Zeichen tobenden Kampfes, ist hier mehr Erinnerung an die 

kriegerische Tatigkeit der Gottin denn Ausdruck kampfeslustigen 

Wesens: an der Lemnia noch breit, aber schon schrag um die Brust 

genommen und in die Peplosgiirtung einbezogen; an der Velletri 

bereits schmal und schon geworden, mehr Schmuck als Drohung, 

und an der Giustiniani ist dieser Brustschild so halb versteckt wohl 

auch nicht als die schreckliche , Sturm bergende Waffe anzusehen. 

Dann aber spricht gegen die Auffassung der Athene als Kriegs- 
gottin auch die Ruhe des Standmotives, die schwere, bis zu den 
Fuflen reichende Gewandung, ein Hindernis fur kraftvolles, in den 
Kampf fuhrendes Ausschreiten. 3 ) 

Vollends aber die Gesichtsbildung ! Nicht entbehrt das Gesicht 
t. derLcm- der drei Gestalten einer gewissen Strenge und Herbheit. Einen fast 
knabenhaften Zug 4 ) hat das Antlitz der Lemnia, aber keine Linie 
in ihm deutet auf Angriff oder Kampfeseifer. Neben der Jugendlich- 
keit oder vielmehr trotz ihr liegt vollige Ruhe und Klarheit auf 
diesem Gesichte. Wer ruhiger Arbeit sich weiht oder zu friedlichen 
Unternehmungen auszieht, ist des Schutzes dieser Gottin sicher. 

Als Telemachos in die Fremde zieht, seinen Vater zu suchen, 
da ist Pallas Athene an seiner Seite, treibt die Gefahrten an, schlafert 
die Freier ein, sendet giinstigen Fahrwind. Telemach selbst erkennt 
die Hilfe der Gottin und die treue, besorgte Eurykleia zu beruhigen, 
spricht er: 

,.Miitterchen, Mut! Die helfende Gottheit steht mir zur Seite. vb ) 

Vor dem Hinterhalte der Freier schiitzt Athene ihn auf der 
Heimfahrt und verspricht ihm kraftige Hilfe. 6 ) Dem an der Phaaken- 

') Herod. VIII. 41. — Vgl. Lermann, Einige Athenadarstellungen in der griech. Kunst. 
Progr. Munchen 1903. S. 39 — 45. 

2 ) Wie wir nach der oben angefuhrten Gemme vermuten diirfen. 

»i Wie bei der Athene Albani. (Horn. Gottergest. 1904. II. 18.) 

4 ) Der Rologneser Kopf wurde daher friiher fiir mannlich , fur einen Jiinglingskopf 
gehalten. 

s ) ? 37>- 

'>) 34 ff. 292. 



ma. 



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Athena Giustiniani. 
Rom. 



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17 

insel schwer mit der Brandung kampfenden Odysseus gibt Athene 
Geistesgegenwart, den rechten Augenblick zur Rettung zu benutzen, 
und Schlaf giefit sie auf seine Lider, das entsetzliche Miihsal zu 
enden. l ) 

Sie ist auch die Schirmerin friedlicher Kiinste. 2 ) Lieben Men- 
schen verleiht sie fast iiberirdische Schonheit 8 ) und selbst tritt sie 
dem heimgekehrten Odysseus in leiblicher Schonheit entgegen 
„. . . an Gestalt gleich einem Weibe, 
Voll der Schonheit, grofl und heniicher Arbeiten kundig." 4 ) 

Und wie der Dichter die Athene schildert, so hat der Kiinstler 
die Lemnia gebildet: eine herrliche, hohe Jungfrauengestalt, schon 
zu schauen, edel durch die Ruhe und Hoheit des Geistes, mild und 
ernst: freundlich ihr Wesen, friedlich ihr Tun, aber entschlossen der 
Sinn, den Ihren zu helfen, sind sie in Not und Gefahr. 

Ein eicfentumlich harmonisches Verhaltnis der einzelnen Teile 2 - der VelL 

... . Athene. 

des Korpers zueinander, eine Gewandung, welche diese Harmonie 
unterstiitzt, und ein Gesicht von besonderer Art zeichnen die Velle- 
trische Statue aus. 

Auf dem schlanken Halse sitzt ein schoner Kopf mit feinem 
Gesicht, scheinbar zu schmal zur breiten Brust und zum machtigen 
Unterkorper. Der hohe Helm vor allem erzeugt diesen Eindruck; 
tatsachlich stimmen jedoch die Mafie zueinander. 

Von groBter kiinstlerischer Wirkung ist aber die Anordnung* 
des Gewandes. Die an sich schon breite Brust wird von dem schweren 
Wollmantel fast ganz freigelassen ; dagegen gewinnt der Unterkorper 
mit seinen schlanken Formen, die selbst in der Umhiillung des Ge- 
wandes noch erkennbar sind, gerade wieder durch die Hilfe des 
Mantels das Gleichmafl zum ubrigen Korper. 

Auch das Stellungs- und Bewegungsmotiv tragt zur Majestat 
des ganzen Bildes bei. Wie ein Zepter ruhte die Lanze — ein wenig 
schrag gestellt — in der erhobenen Rechten der Gottin und dadurch 
gewann aufwarts zu die Gestalt an Breite; links abwarts wirkte in 
ahnlicher Weise die andere Hand und so wurde das schone Eben- 
ma8 zwischen Lange und Breite geschaifen und so die hohe, mach- 
tige Erscheinung. 

Mit Recht zieht man aber, um den geistigen Gehalt in der 
Bildung des Gesichtes zu verstehen, das Atheneideal des Phidias, 
also die Parthenos (soweit eben die erhaltenen Kopien Schliisse ge- 
statten) zum Vergleich heran, indem man „das voile, breite Gesicht 

i) e 436 ff. 491 ff. 

2) Vgl. Horn. Gottergest. II. S. 16. 

3 ) 0- 18 ff. it 172 ff. ty 156. cu 367. a 190 ff. 
*) v 288 ff. 298 ff. 1c I57ff. 

L. 2 



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18 

derselben und ihr freudig sieghaftes Wesen" 1 ) den sinnend ernsten 
Zugen der Velletrischen Athene gegeniiberstellt. Dort wirkt die 
herrliche Muskulatur, die geschmeidige, elastisch aufsitzende Haut ; 
hier zu allermeist der edle Bau der Knochen des Gesichtes — ein 
Adel, der immer bleibt, eine Schonheit, die dem Alter nie erliegt. 
Ernst und Wohlwollen bekundet sich durch das nachdenklich halb- 
offene Auge, in der leicht vorgeschobenen Lippe, der Neigung des 
Hauptes, und so nimmt uns die Stimmung in diesem Gesichte ganz 
gefangen, dafl wir sogleich zuversichtliches Vertrauen zu dieser Gottheit 
fassen: sie wird uns erhoren. Nicht vergebens rief sie auch Odysseus 
an, als er mit Diomedes zum Kundschaftergang ins troische Lager 
sich anschickte: 

„H6r' mich, des Sgisschwingenden Gottes Tochter, Athene, 
Hort mir in jeder Gefahr! Nie ist mein Weg dir verborgen. 
Heut' aber leih besonderen Schutz mir, o Gottin Athene! 
Lafl die kuhne Tat uns gelingen, den Troern zum Kummer, 
Ruhmbedeckt lafi zu unseren Schiffen dann uns zuriickkehr'n."*) 
Und Diomedes, den sein Waffengefahrte Sthenelos auf das Heran- 
nahen zweier gefahrlicher Gegner, des Pandaros und Aineias, auf- 
merksam macht, weigert sich zuriickzugehen und voll Vertrauen spricht 
er: „ . . . tpstv ft 5 oox k% IlaXXds 5 Atb)V7]." 3 ) 
.1. der a. j n d en Gesichtsziigen der dritten Statue, der Athene Giustiniani, 

lesen wir ebenfalls Ruhe, Strenge, diese auch bezeugt durch die etwas 
herabgezogenen Mundwinkel. 4 ) Aber die Ruhe im Gesichte der 
Giustiniani ist nicht jene der Pallas von Velletri oder der Albani, nicht 
nur die Ruhe eines iiberlegenen Geistes, der auf andere machtig 
einwirkt; es ist strenge Selbstbeherrschung, die uns entgegenblickt, 
aber auch der Verstand, der sich diese gewonnen hat und die 
Mittel kennt, sie auch weiter zu bewahren. Nicht weiche, leicht 
bewegliche Giite spricht aus diesem Angesicht, auch noch kein fester 
Entschluli, sondern nachdenkliche Uberlegung — dies lehrt uns auch 
das unbewuflte Spiel der Linken am Saume des Mantels — und diese 
ganz vom Verstande beherrschte Stimmung latit uns furchten, dati die 
Gottin, von Mitleid unberiihrt, die flehentliche Bitte ihrer Priesterin 
Theano, die Lanze des grimmen Diomedes zu zerbrechen, nicht erfiillen 

*) Furtwangler-Urliehs, Handausgabe 2 , S. 17. 

2 ) K 278—282. — Vgl. dazu Soph. Aias. 34 ff. Odysseus betet zu Athene: 

B xa».p*iv o' s'fTjXE:;' Tcdvxa yap ta x' ouv Tiapo; 
xa x' si; s'-stxa avy xu^eovujfiai /spi." 
Athene erwidert: 

„r(vo.>v, 'Ovyzzzb, xal ««/»'/». 'fj/aj vT ( v 
rg z-q -poO-'mo? si; ooov x^vaYia." 

3) E 256. 

4 ) Furtwangler, Meisterwerke, S. 594. 



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ma. 



19 

und der Stadt und der Troerinnen und der zarten Kinder nicht sich 
erbarmen wird: iv£veoe Sk llaXXag 'AihjVT]. 1 )' 

Wer sind nun die Kiinstler, aus deren Werkstatten die Bronze- Kunst- 
originale unserer Marmorkopien hervorgegangen sind? Denn dafi die Uche 
Originate Bronzewerke waren, ist aus den stilistischen Eigentiimlich- steiinng. 
keiten der drei Statuen wohl als sicher anzunehmen. 2 ) Dafi aber 
die drei Statuen nicht aus der Hand eines Meisters hervorgegangen 
oder nach den Traditionen einer und derselben Kunstschule entstanden 
sind, lehrt Gesicht, Kleidung, Stellung. Das Standmotiv, bei alien 
von groBer Ruhe, zeigt doch bei jeder einzelnen eine verschieden 
grofle Bewegungsfreiheit des Spielbeines, damit verbunden ein 
starkeres Hervortreten aus der Gewandung, ein festeres oder leichteres 
Aufruhen der Sohle. Uber das Abweichende in der Gesichtsbildung 
sprachen wir schon. Am auffalligsten ist der Unterschied in der 
Tracht (Peplos — Peplos und Himation — Chiton und Himation) 
mit alien Einzelheiten des Faltenwurfes, des Abschlusses gegen den 
Boden u. a. 

Fur die Statue nun, die wir immer mit dem Namen Lemnia xderLem 
bezeichneten, hat ein hervorragender Vertreter der Archaologie, Adolf 
Furtwangler, die gut begriindete Vermutung aufgestellt, dafi wir „in 
ihr eine exakte Kopie nach einem Bronzewerk des Phidias und damit 
zum erstenmal einen vollen Begriff von dem Besten, das dieser Kiinstler 
in einer Einzelfigur uns zu geben wufite, 773 ) gewonnen haben und dafi 
das Original unserer Marmorkopie jenes Erzstandbild war, das attische 
Kleruchen bei ihrem Auszug nach Lemnos (zwischen 451 — 447 v. Chr.) 
auf der Akropolis weihten. 

i) Z 297 ff. 

2 ) Die so bestimmte Zeichnung und "Wiedergabe der Haare in den einzelnen Locken 
und Faden spricht fur den Erzgufi, da die Marraortechnik wegen der Schwierigkeit ihres 
Materials mehr auf das Ganze Bedacht nehmen mufl. Dasselbe gilt von den hochgestreckten 
und seitgehobenen Armen. Bei der Lemnia sprechen auch die leeren Augenhohlen fur die 
urspriingliche Bronzeausfuhrung ; denn Erzbildwerke hatten meist eingesetzte Augen. 

3) Meisterwerke, S. 11. — S. 10: n Diese Vermutung wird jetzt durch den Nachweis des 
Kopfes (in Bologna; unserer Statue im Gipsabgufi aufgesetzt), wie mir scheint, zu demjenigen 
Grade von GewiBheit erhoben, der in solchen Fallen, wo weder Inschrift, noch Fundstellen 
einen jeden Zweifel ausschlieflenden Beleg geben, uns iiberhaupt erreichbar ist." Diese An- 
nahme Furtwanglers fand auch fast allgemeine Zustimmung (vgl. S. Reinach, Apollo. Histoire 
generale des arts plastiques, Paris 1905, 2. Aufl., S. 53. — Hcrm. Ubell, Phidias [Sammlung 
R. Muther, Die Kunst, Bd. 31] S. 47 ff). und nur wenig Gegner (vgl. W. Klein, Gcsch. d- 
griecb. Kunst, II. Bd. I905, S. 46 ff., der wegen der scharfen Kopfwendung in unserer Statue 
nicht eine Einzelfigur sieht, sondern ein Stuck aus einer Gruppe [Athene und Hephaistos], 
und es moglicherweise auch fiir einen gefahrlichcn Iirtum hiilt, die Lemnia unbchelmtenHauptes 
anzunehmen; vielleicht konne man in einer Marmorherme zu Neapel [Furtwangler, Aleisterw., 
S. 90, Abb. 9 1 und S. 747 ff. — Mus. Nazionale zu Neapel Nr. O322. — Photogr. Brogi 
Neapel Nr. 5421. — Die genaue Replik. Kapit. Mus. Helliig 2 , Nr. 492] die Lemnierin des 
Phidias erkennen). 



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20 

a. derVeii. j n d er Pallas von Velletri glaubt der genannte Gelehrte eine 

Kopie nach einem Werke des Kiinstlers Kresilas aus Kydonia auf 
Kreta zu erkennen und stiitzt diese Zuweisung auf gewisse stilistische 
Eigentumlichkeiten (Bildung der Augen, des Mundes, eigentiimliches 
Absetzen der Nase aus der Stirn, Ubereinstimmung der Helmform 
bis ins kleinste), welche die Athene mit der inschriftlich als Arbeit 
des Kresilas beglaubigten und in mehreren Wiederholungen vor- 
handenen Periklesbiiste gemeinsam hat. Kresilas (wahrscheinlich 
zwischen 480 — 70 geboren) mufl zu Athen ein hochangesehener Kiinstler 
gewesen sein, hat er doch das Bildnis des ersten Mannes der Stadt, 
des Perikles, geschaffen. Obwohl auch er vom Einflusse der attischen 
Schule nicht unberiihrt blieb, so hat er doch seine kiinstlerische 
Selbstandigkeit nicht verloren. Wie es scheint, hat er ausschlieBlich 
in Erzgufl gearbeitet und dabei mag auf ihn mehr als Phidias ein 
anderer Attiker, Myron, eingewirkt haben. 1 ) Nach einer Inschrift 
weilte und schuf Kresilas auch in Argos, wohin er sich wahrscheinlich 
nach dem Tode des Perikles und dem Anfange des peloponnesischen 
Krieges begeben hat. Aufler der Velletrischen Athene und der 
Periklesbiiste werden dem Kresilas auch nochandere Bildwerke zu- 
geschrieben, darunter die hochberuhmte und vielumstrittene Medusa 
Rondanini in Munchen. 2 ) 

Ob unsere Statue eine Kopie nach jenem Erzbildnisse der 'Athjvd 
IwtEipa war, das im Heiligtume des Zsdc £o)t7]p im Piraus verehrt und 
wegen seiner Schonheit bewundert wurde, 3 J kann nicht sicher behauptet 
werden. Die Komposition der Statue gestattet diese Annahme wohl 
zweifellos; aber gegen die Identifizierung spricht die literarische 
Uberlieferung, mit der man sich bisher noch nicht abfinden konnte. 4 ) 
Neben der Statue von Velletri sind auch noch andere Wiederholungen 
des gleichen Originales erhalten, so des Kopfes in der Athenabiiste 
aus der Villa Albani (Rom), jetzt in der Glyptothek zu Munchen. 5 ) 

*) Furtwangler, Meisterwerke, S. 268 — 410 (Kresilas und Myron). 

2 ) Goethe, Ital. Reise, 25. Dez. 1786. „Gegen uns iiber im Palast Rondanini steht eine 
Medusenmaske, wo in einer hohen und schonen Gesichtsform iiber Lebensgrofle das angst- 
liche Stan en des Todes unsaglich trefflich ausgedruckt ist. n — Furtwangler, Glyptothek 
Nr. 252. — Vgl. duzu das Ebenbild: Die Medusa Biadelli (abgeb. neben der Medusa Ron- 
danini auf Tafel XII der Revue archeol. 1903. II.; dazu J. Sieveking, S. 219 — 224). 

») Paus. I. 13. 

4 ) Plinius (nat. hist. 34, 74) spricht von einer im genannten Heiligtum verehrten Mi- 
nerva „mirabilis" eines sonst nicht bekannten Kephisodorus. Diesen Namen in den bekannten 
Kunstlernamen Kephisodotus umzuandern, gestatten kunstgeschichtliche Giiinde nicht Furt- 
wangler schliigt vor, weil von Plinius unmittelbar fiiiher Werke des Kresilas angefuhrt werden, 
den Namen Kephisodorus fur einen versehentlichen Einschub zu halten und die ^Minerva 
mirabilis" auch noch dem Kresilas zu/.usprechen. Dagegen wird aber viellach Einspruch er- 
hoben (vgl. W. Klein, Gesch. d. griech. Kunst II. S. 129). 

5 ) Furtwangler, Meisterwerke, S. 365 ff. Glyptothek Nr. 213. 



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21 

Offen ist endlich die Frage iiber die Stellung der Athene Giu- 3- der A - 
stiniani in der Kunstgeschichte und iiber ihren Kiinstler. Die Statue 
vereinigt Elemente verschiedener Stilrichtungen, Ziige alterer und 
jungerer Kunst in sich; ein Eklektiker der Kunst scheint sie ge- 
schaffen zu haben. Wegen des ernsten und strengen Grundzuges 
in der Gesamtauffassung wird sie von einigen Kunstgelehrten ans 
Ende des 5. oder an die Wende des 5. zum 4. Jahrhundert gesetzt; 
sie wird dann von einem andern wegen des Stellungsmotives, der 
Behandlung der Haare und mancher Einzelheiten am Helm *) ins 
4. Jahrhundert geriickt und dem Korinthier Euphranor zugeschrieben, 
der den heimischen Athenetypus bis ins einzelne nachgebildet zur 
Grundlage seiner Schopfung genommen habe; das Original konnte 
sich dann mit der Minerva Catuliana decken, die nach Plinius 2 ) von 
A. Lutatius Catulus (Konsul 78 v. Chr.) 3 ) unterhalb des Kapitols 
geweiht worden ist (69 v. Chr.). 4 ) Dies wurde auch zur Tatsache 
stimmen, dafl die Athene Giustiniani bei der Kirche Santa Maria 
sopra Minerva (die Kirche ist nach der Statue benannt und liegt 
nordlich vom Kapitolium) gefunden wurde. 

l) Vgl. S. 15. Anm. 3. 

*) Plin. nat. hist. 34. 77. 

3) Vgl. Cic. in Verr. IV. 37. 64. 69. 

*) Furtwangler, Mcisterwerke, S.595, Anm. 3. — Amelung, Skulpt. d. Mus. Vat. I. S. 143. 
— Zur Annahme, die Athene Giustiniani sei ein Werk des Euphranor, scheint aller dings 
des Plinius Urteil iiber diesen Kiinstler: „(Euphranor) fuit in universitate corporum exilior 
et capitibus articulisque grandior" (nat. hist. 35. 129) nicht zu passen; doch geht dieser Aus- 
spruch auf Xenokrates, einen Schiiler des Lysippos, zuruck, ist also sozusagen die Kritik 
eines Konkurrenten. (Vgl. Amelung, Revue archeol. 1904. IV. S. 341.) 

Linz, Mai 1906. 

Franz X. Lehner. 



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SCHULNACHRICHTEN. 



I. Stand des Lehrkorpers am Schlusse des Sehul- 
jahres und Faeherverteilung. 

a) Direktor: 
i. Wiirfl Christoph, Regierungsrat, lehrte Geographic und Geschichte in 
VA, wochentlich 3 Stunden. 

b) Professoren und wirkliche Lehrer: 

2. Bermanschlager Ludwig, Geistlicher Rat, k. k. Professor, lehrte katho- 
lische Religion in IA, IB, llA, II1A, IVA, VIA, VIB, VII (16) und hielt 
die Exhorte im Obergymnasium, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

3. Deubler Josef, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
11 A, lehrte Latein in HA, VII, Deutsch in 11^4, zusammen wochentlich 
17 Stunden. 

4. Dr. Hager Evcrmod, Pramonstratenser-Ordenspriester, k. k. wirklicher 
Lehrer, lehrte Deutsch in 111^4, Illi?, Geographie und Geschichte in 
IVA, VIA, VIB, zusammen w6chentlich 18 Stunden. 

5. Hantschel Oskar, k. k. Professor, Kustos des physikalischen Kabinettes, 
Klassenvorstand in VII, lehrte Mathematik in IB, VA, VB, VII, Physik in 
VII, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

6. Dr. Hofner Kajetan, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Bezirksschul- 
inspektor, Besitzer des GoldenenVerdienstkreuzes mit der Krone, beurlaubt. 

7. Kirchtag Simon, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand 
in IV B, lehrte Deutsch in VI2?, VIII, Geographie und Geschichte in 
III^, IIIB, IV B, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

8. Dr. Klug Rudolf, k. k. Professor, Klassenvorstand in VIB, lehrte Mathe- 
matik in II B, IV B, VIA, VIB, VIII, Physik in VIII, zusammen wochent- 
lich 17 Stunden. 

9. Dr. Kdnig Anton, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des natur- 
historischen Kabinettes, lehrte Naturgeschichte in IB, II B, III A, IIIB, 
VIA, VIB, Propadeutik in VII, VIII, zusammen wochentlich 16 Stunden. 

10. Lehner Franz, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Konservator der 
Zentralkommission fur Kunst- und historische Denkmale, Kustos der 
archaologischen Sammlung, der Munzensammlung und der Turngerate, 
Klassenvorstand in VI A, lehrte Latein in VA, VI B, Griechisch in VI A, 
zusammen wochentlich 17 Stunden. 



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23 

11. Popek Anton, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
III A, lehrte Latein in III 4, Griechisch in III A, Deutsch in VIA, VII, 
zusammen wochentlich 17 Stunden. 

12. Saucr Anton, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos der Schuler- 
bibliothek, Klassenvorstand in VIII, lehrte Latein in IV A, VIII, Grie- 
chisch in IV A, zusammen wCchentlich 15 Stunden. 

13. Schickinger Hermann, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassen- 
vorstand in Illi?, lehrte Latein in Illi?, Griechisch in Illi?, VIII, zu- 
sammen wochentlich 16 Stunden. 

14. Dr. Schiefier Anton, k. k. Professor, Kustos der historisch-geographi- 
schen Sammlung, lehrte Deutsch in IV B, VA, Geographie und Geschichte 
in UA, VB, VII, VIII, zusammen wochentlich 19 Stunden. 

15. Schneider Franz, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, lehrte Geo- 
graphie in \A, IB, Mathematik in II A, Naturgeschichte in I A, UA, VA, 
VB, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

16. Sewera Ernst, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der Lehrer- 
bibliothek, Klassenvorstand in Hi?, lehrte Latein in 112?, Griechisch in 
VII, Deutsch in 112?, zusammen wochentlich 16 Stunden. 

17. Stichlberger Robert, Schulrat, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, 
Klassenvorstand in VA, lehrte Latein in VI A, Griechisch in VA, VI B, 
zusammen wochentlich 16 Stunden. 

18. Strigl Josef, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
V B, lehrte Latein in IV2?, VB, Griechisch in IV2?, zusammen w6chent- 
lich 16 Stunden. 

c) Provisorische Lehrer: 

19. Dr. Jorg Karl, provisorischer Gymnasiallehrer, Klassenvorstand in IB, 
lehrte Latein in IB, Griechisch in VB, Deutsch in IB, zusammen 
wochentlich 17 Stunden. 

d) Supplenten: 

20. Dr. Dechant Otto, Klassenvorstand in IVA, lehrte Mathematik in \A, 
\\\A, III2?, IV A, Physik mlVA, IV2?, zusammen wdchentlich 18 Stunden. 

2 1. Flock Oswald, Klassenvorstand in I A, lehrte Latein in I A, Deutsch in 

I A, IV A, VB, zusammen wochentlich 18 Stunden. 
22. Lobmair Josef lehrte katholische Religion in 1IB, IUB, IV B, VA,VB, VIII, 

Geographie und Geschichte in 112? und hielt die Exhorte im Untergym- 

nasium, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

e) Evangelische und israelitische Religionslehrer: 
25. Friedmann Moritz, israelitischer Religionslehrer, lehrte mosaische Reli- 
gion in zwei Abteilungen, zusammen wochentlich 4 Stunden. 
24. Koch August, evangelischer Religionslehrer, lehrte evangelische Religion 
in zwei Abteilungen, zusammen wfichentlich 4 Stunden. 



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24 

/) Turnlehrer: 

25. Hirt Max, k. k. Turnlehrer, lehrte Turnen in IB, UB, III A, lllB, 
IV A, IV B, VIA, VII, VIII, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

26. Lehner Franz, k. k. Professor, lehrte Turnen in VA, VB f VIB, zu- 
sammen wochentlich 6 Stunden. 

27. Richter Max, Turnlehrer, lehrte Turnen in I A, 11 A, zusammen wochent- 
lich 4 Stunden. 

g) Nebenlehrer: 

28. Feuscher Karl, Direktor der Jubilaums-Biirgerschule, Kustos der Lehr- 
mittel fur das Freihandzeichnen, lehrte Zeichnen im III. und IV. Kurse, 
zusammen wochentlich 4 Stunden. 

29. Hantschel Oskar, k. k. Professor, lehrte Kalligraphie in I A, IB, 11 A, 
II B, zusammen wochentlich 4 Stunden. 

30. Dr. Karigl Ferdinand, wirklicher Lehrer an der Staatsrealschule, lehrte 

franzosische Sprache im I. und II. Kurse, wochentlich 6 Stunden. 

31. Mefimer Karl, Fachlehrer, lehrte Zeichnen im I. und II. Kurse, zu- 
sammen wGchentlich 4 Stunden. 

^2. Neuhofer Franz, Lehrer, lehrte Gesang in der I., II. und III. Abtei- 

lung, zusammen wochentlich 6 Stunden. 
33. Ratzka Otto, Lehrer, lehrte Stenographic in zwei Kursen (drei Abtei- 

lungen), zusammen wochentlich 6 Stunden. 



II. Lehr- und Lektionsplan. 

I. Klasse. 

Religion: Katholische Glaubens- und Sittenlehre. 2 Stunden. 

Latein: Regelmaflige Formenlehre ausschliefllich der Deponentia. Ubersetzung 
aus dem Obungsbuche. Memorieren der Vokabeln. Von Ende November 
an allwochentlich eine Komposition von V 2 Stunde, Memorieren, spater 
hausliches Aufschreiben von lateinischen Ubersetzungen und kleine Haus- 
aufgaben. 8 Stunden. 

DeiltSCh: Formenlehre, Lehre vom einfachen Satze, Elemente des zusammen- 
gezogenen und zusammengesetzten Satzes. Orthographische Obungen, 
im I. Semester monatlich 4, im II. Semester 2. Lesen, Memorieren, Vor- 
tragen. Im II. Semester monatlich 2 Aufsatze, abwechselnd Schul- und 
Hausaufgaben. 4 Stunden. 

GeOgfraphie : Geographische Grundvorstellungen. Die Tagesbahnen der 
Sonne. Orientierung, Beschreibung und Erklarung der Beleuchtungs- 
und Erwarmungsverhaltnisse innerhalb der Heimat. Hauptformen des 
Festen und Flussigen in ihrer Verteilung auf der Erde, Lage der be- 
deutendsten Staaten und Stadte. Versuche im Zeichnen einfacher geo- 
graphischer Objekte. 3 Stunden. 



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25 

Mathematlk: Arithmetik: Das dekadische Zahlensystem. Romische Zahl- 
zeichen. Die vier Grundoperationen mit ganzen und Dezimal-Zahlen. 
Das metrische Mafi- und Gewichtssystem. Mehrfach benannte Zahlen. 
Teilbarkeit. Zerlegung in Primfaktoren. Voriibungen fiir das Rechnen 
mit gemeinen Bruchen. Mafi und Vielfaches. Geometrie (II, Semester): 
Die Grundgebilde. Gerade. Kreis. Winkel und Parallelen. Die einfach- 
sten Eigenschaften des Dreieckes. 3 Stunden. 

Natlirgf eSChichte : Tierreich und zwar Saugetiere und Insekten in ent- 
sprechender Auswahl. 2 Stunden durch 6 Monate. — Pflanzenreich. 
Beschreibung einer Anzahl von Samenpflanzen verschiedener Ordnungen. 
2 Stunden durch 4 Monate. 

II. Klasse. 

Religion: Liturgik der katholischen Kirche. 2 Stunden. 

Latein: Wiederholung der regelmafligen Formenlehre und die unregelmaflige 
Formenlehre. Memorieren der Vokabeln. Schriftliche und mundliche 
Cbersetzung aus dem Lesebuche. Monatlich I Haus- und 3 Schularbeiten. 
8 Stunden. 

DeiltSCh: Lehre vom einfachen, zusammengezogenen und zusammengesetzten 
Satze. Praktische Obungen in der Interpunktion. Lesen, grammatische 
und sachliche Erklarung. Deklamation. Monatlich 3 schriftliche Arbeiten, 
abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 4 Stunden. 

GeSChichte Und GeOgraphie: Altertum. Sagen. Die wichtigsten Personen 
und Begebenheiten, hauptsachlich aus der Geschichte der Griechen und 
Romer. Geographie von Asien, Afrika, horizontale und vertikale Gliede- 
rung Europas, die Lander Sudeuropas und des britischen Inselreiches. 
Obungen im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 4 Stunden. 

Hathematik: Arithmetik: Ervveiterte Obungen (iber Mafie und Vielfache. 
Bruchrechnung. Verhaltnisse und Proportionen. Die einfache Regeldetri. 
Die Prozent- und die einfache Zinsenrechnung. Geometrie: Strecken- 
und Winkelsymmetrale. Kongruenz der Dreiecke. Der Kreis. Das Viereck. 
Das Vieleck. 3 Stunden. 

NatUPgeSChichte : Tierreich und zwar VSgel, einige Reptilien, Amphibien 

und Kische. Einige Weich- und Strahltiere. 2 Stunden durch 6 Monate. 

— Pflanzenreich. Fortsetzung des Unterrichtes der ersten Klasse durch 

Vorffihrung anderer Samenpflanzen. Einige Sporenpflanzen. 2 Stunden 

durch 4 Monate. 

III. Klasse. 

Religion: Geschichte der Offenbarung des Alten Testamentes. 2 Stunden. 
Latein: Kasuslehre und Prapositionen. Obungsbeispiele. Cornel. Nepos: 

Miltiades, Themistocles, Aristides, Cimon. Auswahl aus Curtius Rufus. 

Alle 14 Tage I Schulaufgabe, alle 3 Wochen 1 Hausaufgabe. 6 Stunden. 



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26 

Griechisch: Formenlehre bis zu den Verba auf (it. Obersetzungen. Von der 
2. Halfte des I. Semesters an alle 14 Tage abwechselnd 1 Schul- und 
1 Hausaufgabe. 5 Stunden. 

DeiltSCh: Grammatik: Formen- und Kasuslehre mit Berucksichtigung der Be- 
deutungslehre. Lekture mit besondererBeachtung derstilistischen Seite.Vor- 
trag memorierter Stiicke. Monatlich 1 Haus- und 1 Schularbeit. 3 Stunden. 

GeSChichte und Geographic: Mittelalter. Die wichtigsten Personen und 
Begebenheiten mit besonderer Rticksicht auf die Geschichte der oster- 
reichisch-ungarischen Monarchic Spezielle Geographie des ubrigen 
Europa (aufler Osterreich-Ungarn), Amerika und Australien. Obungen 
im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 4 Stunden. 

Hathematik: Arithmetik: Die vier Grundoperationen mit ganzen und ge- 
brochenen allgemeinen Zahlen. Quadrieren und Ausziehen der Quadrat- 
wurzel. Unvollstandige Zahlen, abgekurztes Multiplizieren und Dividieren. 
Geometrie: Vergleichung, Verwandlung und Teilung der Figuren. Langen- 
und Flachenmessung. Pythagoraischer Lehrsatz. Ahnlichkeit. 3 Stunden. 

Physik: I. Semester: Vorbegriffe. Das Wichtigste aus der Warmelehre und 
Chemie. 2 Stunden. 

Natur geschichte : IL Semester: Mineralreich. 2 Stunden. 

IV. Klasse. 

Religion: Geschichte der Offenbarung des Neuen Testamentes. 2 Stunden. 

Latein: Moduslehre, Konjunktionen. Obungsbeispieie. Caesar, de bell. Gall. 
I, IV, V, VI. Auswahl aus Ovid. Alle 14 Tage 1 Schularbeit und 
alle 3 Wochen 1 Hausarbeit. 6 Stunden. 

GriechiSCh: Verba auf (jut, verba anomala. Syntax. Dazu Obungsbeispieie. 
Alle 14 Tage abwechselnd 1 Schularbeit und I Hausarbeit. 4 Stunden. 

DeiltSCh: Der zusammengesetzte Satz, die Periode. Grundzuge der Metrik. 
Lekture. Memorieren, Vortragen. Alle 14 Tage 1 schriftliche Aufgabe. 
Abwechselnd Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

GeSChichte und Geographie: Neuzeit. Die wichtigsten Personen und Begeben- 
heiten mit besonderer Berucksichtigung der osterreichisch-ungarischen 
Monarchic Kartenskizzen. Geographie von Osterreich-Ungarn. 4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Gleichungen ersten Grades mit einer und mit 
mehreren Unbekannten. Reine Gleichungen zweiten und dritten Grades, 
die bei geometrischen Rechnungen vorkommen. Kubieren und Ausziehen 
der Kubikwurzel. Die zusammengesetzte Regeldetri. Die Teilregel. Geo- 
metrie: Gegenseitige Lage von Geraden und Ebenen. Die kOrperliche 
Ecke. Hauptarten der Korper. Oberflachen- und Rauminhaltsberechnung. 
3 Stunden. 

Physik: Magnetismus. Elektrizitat. Mechanik der festen, flussigen und luft- 
formigen Kflrper. Die Lehre vom Schalle. Die Lehre vom Lichte. 
Astronomische Geographie. 3 Stunden. 



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27 



V. Klasse. 



Religion: Beweis der Wahrheit der katholischen Kirche. 2 Stunden. 
Latein: Livius, I. (Auswahl) und XXI. Auswahl aus Ovid. Grammatisch- 

stilistische Obungen. Monatlich I Schularbeit. 6 Stunden. 
GHechiSCh: Xenophon, Anabasis I, II, III, V, VII, VIII (nach der Chrestomathic 

von K. Schenkl). Homer, Ilias I, II, I — 483. Wochentlich 1 Stunde 

Grammatik. Jedes Semester 4 Schularbeiten. 5 Stunden. 
DeutSCh: Grammatik: Wortbildung, Lehnworter, Fremdworter, Volksetymo- 

logie. Lektiire mit besonderer Rucksicht auf die Charakteristik der 

epischen, lyrischen und didaktischen Gattung. Memorieren, Vortragen. 

Aufsatze monatlich 1 Haus- und 1 Schularbeit. 3 Stunden. 
GescMchte: Geschichte des Altertums bis zu den Gracchen mit Bertick- 

sichtigung der einschlagigen Geographic 3 Stunden. 
Mathematlk: Die 4 Grundoperationen. Die negativen und die gebrochenen 

Zahlen. Eigenschaften der Zahlen. Proportionen, Gleichungen des ersten 

Grades. Planimetrie. 4 Stunden. 
NatUPgeSChichte: I. Semester: Mineralogie. II. Semester: Botanik. 2 Stunden. 

VI. Klasse. 

Religion: Die katholische Glaubenslehre. 2 Stunden. 

Latein: Sallust, bell. Jugurth. Caesar, de bell. civ. III. Cicero, Cat. I. Vergil, 
Auswahl aus Bucol. und Georg. Aen. I. Wochentlich 1 Stunde Gram- 
matik. Jeden Monat 1 Schularbeit. 6 Stunden. 

GriechisCh: Homer, Ilias III (1—382), IV, VI, IX (Auswahl), XVI, XXII. Xeno- 
phon, Kyrup. I, VIII, Memor. III. (nach Schenkl). Herodot, VII und VIII 
(Auswahl). Jede Woche 1 Stunde grammatische Obungen. Im Semester 
4 Schularbeiten. 5 Stunden. 

DeutSCh: Grammatik: Genealogie der germanischen Sprachen, Lautverschiebung, 
Vokalwandel. Mittelhochdeutsche Lektiire: Auswahl aus dem Nibelungen- 
liede und aus Walter von der Vogelweide. Geschichte der Literatur bis 
zu den Stiirmern. Lektiire mit besonderer Rucksicht auf die Charakteristik 
der stilistischen Formen. Lessing, Minna von Barnhelm. Privatlekture. 
Vortrag metnorierter Lesestiicke. Aufsatze alle 3 Wochen, abwechselnd 
Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

G6SChicht6: Rdmische Geschichte von den Gracchen an. Geschichte des 
Mittelalters mit Berucksichtigung der Kulturgeschichte und Geographic 
4 Stunden. 

Hathematik : Lehre von den Potenzen, Wurzeln und Logarithmen. Glei- 
chungen des zweiten Grades mit 1 Unbekannten. Stereometrie, Gonio- 
metrie und Trigonometric des rechtwinkligen Dreieckes. 3 Stunden. 

NatUP geschichte: Zoologie. 2 Stunden. 



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28 

VII. Klasse. 
Religion: Die katholische Sittenlehre. 2 Stunden. 

Latein: Cicero, in Verrem IV, de off. 1. III. Vergil, Aen. II, IV, VI, Aus- 
wahl aus VII — XII, Wiederholung der wichtigsten Partien der Syntax. 
I Stunde grammatisch-stilistische Obungen. Im Semester 5 Schularbeiten. 
5 Stunden. 

GriechiSCh: Demosthenes, Olynth. I, II, III; Phil. III. Homer, Odyssee V, VI, 
IX, XII, XIII 96 — 440, XIV. Grammatische Obungen. Im Semester 4 Schul- 
arbeiten. 4 Stunden. 

DeutSCh: Literaturgeschichte von den StGrmern bis 1805. Lekture: Goethe 
Iphigenieauf Tauris; Schiller, Wallenstein. Privatlektiire. Vortragen, Rede- 
ubungen. Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 3 Stunden. 

GeSChichte: Geschichte der Neuzeit mit Berflcksichtigung der Kulturgeschichte 
und Geographic 3 Stunden. 

Mathematik : Quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten. Diophantische 
Gleichungen des ersten Grades. Progressionen. Zinseszinsen- und Renten- 
rechnungen; die wichtigsten Satze der Kombinationslehre, der binomische 
Lehrsatz. Trigonometric des schiefwinkligen Dreieckes. Analytische Geo- 
metric der Geraden und der Kegelschnittsltnien in der Ebene. 3 Stunden. 

Physik: Mechanik, Warmelehre, Chemie. 3 Stunden. 

Prop&deiltik: Logik. 2 Stunden. 

VIII. Klasse. 
Religion: Kirchengeschichte. 2 Stunden. 

Latein: Tacitus, Ann. I, II. (Auswahl), Germania, c. 1 — 2J. Horaz, Auswahl 
aus den Oden und Epoden, Satiren I, 6, Episteln II, 1. Grammatisch- 
stilistische Obungen. Monatlich I Schularbeit. 5 Stunden. 

GriechiSCh: Sophokles, Antigone. Homer, Odyssee XVI, XXI. Plato, Apologie, 
Krito, Euthyphro. In jedem Semester 4 Schulaufgaben. 5 Stunden. 

DeutSCh: Literaturgeschichte bis zu Goethes Tod. Oberblick Qber die Ent- 
wicklung der deutschen Literatur in Osterreich im XIX. Jahrhundert. Grill- 
parzer. Lekture: Goethe, Hermann und Dorothea. Schiller, die Braut von 
Messina. Lessing, Laokoon. Gri 1 1 parzer, Sappho. Aufierdem das Lesebuch. 
Privatlektiire. Obersichtliche Wiederholung des deutschen Lehrstoffes, 
daran anknupfend eine Charakteristik der Dichtungsarten. RedeQbungen. 
Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 3 Stunden. 

GeSChichte: Osterreichische Geschichte und Vaterlandskunde. Wiederholung der 
wichtigsten Partien der griechischen und rfimischen Geschichte. 3 Stunden. 

Mathematik: Zusammenfassende Wiederholung der wichtigsten Partien der 
Mathematik. Obungen im Auflosen mathematischer Probleme. 2 Stunden. 

Physik: Magnetismus, Elektrizitat, Wellenlehre und Akustik, Optik. 3 Stunden. 

Prop&d6Utik : Empirische Psychologic 2 Stunden. 



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29 

Privatlektiire in den alten Sprachen. 

A. Latein. 

V. Klasse A: Liv. XXII 1—30: Anders P., Clodi K., Hopfler A., Hor- 
zeyschy J. 

V. Klasse B: Caes. bell. Gall. II. Liv. XXII: Gugenbauer* G. — Caes. bell. 

Gall. II, III: Pillwein M. — Caes. bell. Gall. II, III, Liv. V: Schellinger P., 
Undesser J. — Liv. XXII: Derschl K., Mairhuber H., Rziha F. — Liv. 

III, V: Haslinger F. — Liv. Ausw. n. Golling, V: Nusko F., Zillig H. 

VI. Klasse A: Cic. Cat. Ill: Jonke F„ Koref A., Wiesmayr P. — Cic. Cat. Ill, 

Liv. XXVI 1—26: Bertl A., Dopplinger J., Glaser A., Grull J., Hand- 
stanger J., Hausmann B., Krenn F. f Nusko J. — Liv. XXVI 1 — 26: 
Huber A. — Sail. Cat.: Schirz A. 

VI. Klasse B: Cic. Cat. II: Foltz O., Lutz J., Rechberger J., Spielauer G. — 

Cic. Cat. II, III, IV: Brunswick de Korompa L. — Cic. Cat. II, III, IV, 
Liv. XXII 1 — 19: Gerhardinger H. 

VII. Klasse: Nur Cic. u. zw. Cat. Ill, IV, Divin., P. Rose, De imp. Cn. 

Pomp.: Prugl H., Ruth H. — Cat. Ill, IV, Divin., P. Rose, Tusc. I: 
Commenda J. — Cat. II, III, P. Rose, Cato M.: Defil J. — Cat. Ill, 

IV, P. Rose: Brachmann W., Haiberger L., Meschede J., Weinberger J. 

— Cat. II — IV, P. Rose: Luegmayr W., Polzer L., Schmidjell F., 
Spitzenberger J., Staudinger F. — Cat. II — IV: Freih. v. Handel- 
Mazzetti P., Hirschal H., Stadlmann R. — Cat. II — IV, P. Arch., Phil. 

I, III, VII: Rabender F. — Cat. II, IV: Brunner K., Rubenzer F. — 
Cat. Ill, IV, P. Lig., P. Rose: Drasch H. — Cat. Ill: Weidinger J. 

— P. Rose: Franck H. 

VIII. Klasse: Verg. Aen. IV, IX, Liv. XXI, Tae Agr.: Fillunger E. — 
Verg. Aen. IX: Hochhauser E., Jellouschek J. — Verg. Aen. IX, Tae 
Agr.: Weilbold A. — Verg. Aen. IV, IX, Cic. Cat. II - IV, P. Arch., 
Lig., Deiot.: Pfanzagl J. — Verg. Aen. IV: Kozischek J. — Cic. Cat. 
II — IV: Pivnicka L. — Tae Agr.: Pefll H. 

B. Griechisch. 

V. Klasse B: Xen. Anab. IV, VI, IX, Memorab.: Derschl K. — Horn. II. V, 

1 — 460: Wernett F. 

VI. Klasse A: Horn. II. u. zw. V, 1—454: Pefll J. — V, VII: Hausmann B. 

— VII: Grull J. ? Handstanger J., Krenn F., Staininger A. — VIII, XII: 
Glaser A. 

VI. Klasse B: Horn. II. V: Brunswick de Korompa L., Filez F., Freuden- 

thaler A., Groflegger Th., Stockinger R., Winkelbauer A., Zach F. 

VII. Klasse: II. XIX, XX, Od. I, II, VII, Lys. Olb.: Brachmann W. — 

II. XII, Lys. Erat. Olb.: Brunner A. - II. XIX — XXIV, Lys. Erat. 
Olb.: Defll J. — II. X, Lys. Olb.: Feigl J. — II. XIX, Od. VII: 



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30 

v. Fell A. — II. VII, Od. VII, Lys. Erat. Olb.: Floderer W. — 
II. XIX, Od. VII, Lys. Erat.: Hager J. - II. XXIV, Od. VII, XI: 
KernV. — II. XXIV: Meditz M. — II. XXIV, Od. I, VII: Meschede J. 

— II. XIX, XXIV, Od. II, VII, XVIII, XX, Lys. Olb.: Rabender F. 

— II. XXIV, Od. Ill, Luk. Traum, Lys. Erat., Xen. Hell. I: Ruth H. 

— II. XIV, Od. I, VII, Lys. Erat.: Schmidjell F. — II. IV, X, XIV, 
XIX, Od. VII, Lys. Erat.: Staudinger F. — II. VII, Od. II, VII, 
Lys. Olb.: Weidinger E. — II. V, Od. VII, VIII, Dem. Phil. I, II: 
Drasch H. — II. XII, XIII, XXIV, Dem. Chers.. Lys. Erat.: Prugl H. 

— II. XXIII, Od. VII, VIII, Dem. Chers.: Weinberger J. — II. VII, 
XII, Od. I, VII, VIII: Weidinger J. — II. XII, XIX, Od. VII: Wohrl F. 

— Od. II, VIII: Balthasar St. — Od. VII, XI: Beyer J. — Od. II, VII: 
Bohm J. — Od. X, XI: Haiberger L. — Od. I, VII: Kirchenberger K. 

— Od. II: Rubenzer K. — Od. VII, X, Luk. Traum: Zierlinger J. — 
Od. VII, Lys. Olb.: Artmann F. — Od. VII, Lys. Erat.: Spitzen- 
berger J. — Od I, VII, Lys. Olb.: Stadlmann R. — Od. VII, VIII, 
Lys. Olb.: Zohrer A. — Lys. Erat. Olb.: Commenda J., Wirth A. — 
Lys. Erat.:- Franck H. 

VIII. Klasse: Od. VIII, Lesebuch v. Wilamowitz-Moellendorff, II. B. Auswahl: 
Dolch P. — Plat. Sympos.: Edlinger F. — II. XVII — XXIII, Plat. 
Protag. I — X, Lys. Olb.: Edmayr J. — II. X, XII, Od. I, VIII, Plat. 
Laches: Fillunger E. — Soph. Oed. r.f Hochhauser E. — II. V, XIX, 
XXII, Od. II, VII, XX, XXIII, XXIV: Pfanzagl J. — Od. I — IV, Plat. 
Laches: PivniCka L. — Od. VII: Schmitzer J. 



Die iibrigen obligaten Lehrgegenstande. 
i. Evangelischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

1. Abteilung. Biblische Geschichte des Alten Testamentes. Katechis- 
mus: Erklarung des I. Hauptstiickes (io Gebote) nach Dr. M. Luthers Kate- 
chismus von Dr. Ernesti; Kirchenlieder im Anschlusse an das Kirchenjahr. 

2. Abteilung. Kirchengeschichte. III. Teil. Von der Reformation bis 
zur neuesten Zeit. 

2. Israelitischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

1. Abteilung. Biblische Geschichte: Das Reich Juda. — Die Glaubens- 
lehren. — Bibellektiire aus Genesis im Urtexte. 

2. Abteilung. Geschichte der Juden von Herodes bis zum Schlusse 
des Talmud. Zusammenfassung der wichtigsten Religionslehren. — Bibellektiire 
aus Deuteronomium im Urtexte. Nach Wolf, Religions- und Sittenlehre; Hecht- 
Kayserling, Israel. Geschichte; Kayserling, Die funf Bucher Moses. 



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31 

3. Turnen. 

An dem Turnen beteiligten sich alle Schuler mit Ausnahme derer, welche 
krankheitshalber dispensiert waren. 

Der Unterricht wurde nach dem fur Mittelschulen vorgeschriebenen Lehr- 
plane (Erl. d. h. k. k. Min. vom 12. Febr. 1897, Z. 17261) in 14 Abteilungen mit 
je 2 Stunden wochentlich erteilt. Jede Schulklasse bildete fur sich eine Turn- 
abteilung. 

4, Kalligraphie. 

Der Unterricht in der Kalligraphie ist fur die Schuler der beiden untersten 
Klassen obligat mit je 1 Stunde wSchentiich fur jede Klassenabteilung. Das 
Lehrziel ist eine einfache, leicht lesbare und flieSende Handschrift. In der 
II. Klasse wurde auch Rundschrift gelehrt und in der zweiten Halfte des 
II. Semesters die griechische Schrift. 



Die freien Lehrgegenstande. 

1. Franzttsische Sprache. 

Der Unterricht wurde in zwei Kursen mit je 3 Stunden wochentlich erteilt. 

I. Kurs. Aussprache. Lesen. Flexion des Hauptwortes, Eigenschaftswortes, 
Zahlwortes, Fiirwortes. Konjugation der Hilfszeitworter, der regelmafiigen und 
der wichtigsten unregelmafiigen Zeitworter. Das Wichtigste aus der Satzlehre. 
Cbersetzungen aus dem Franzosischen ins Deutsche und Rtickubersetzung. Nach 
Ploetz, Elementarbuch der franzosischen Sprache, Ausgabe fur Osterreich. 

II. Kurs. Erganzung der Formenlehre, insbesondere der unregelmafiigen 
Verba. Syntax. Nach Ploetz, Schulgrammatik der franzosischen Sprache. Ober- 
setzungen ins Franzosische. Sprechiibungen und schriftliche Ubungen im An- 
schlusse an Choix de nouvelles modernes (Velhagen & Klasing) und Moliere ,,Le 
Tarfuft". 

2. Gesang. 

Die Schuler wurden nach ihren musikalischen Vorkenntnissen in zwei 
Kurse geteilt. 

1. Kurs. Ubungen im Erkennen und TrefFen der Intervalle in ver- 
schiedenen Taktarten und in den gebrauchlichsten Durtonarten. Kenntnis des 
Drei- und Vierklanges, ein- und zweistimmige Obungen nach der Chorgesangs- 
schule von Brunner, Einfalt und Prammer. 2 Stunden. 

2. Kurs in 2 Abteilungen. P'ortsetzung in der Behandlung der Ton- 
arten. Knabenchore, gemischte Chore und Mannerchore von verschiedenen 
Komponisten. 4 Stunden. 

Beim sonntagigen Gottesdienste wurden Lieder aus Bergers Kirchen- 
liederbuche gesungen, bei festlichen Anlassen lateinische Messen mit '^eeiu;ncten 
Einlagen aufgefuhrt. 



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32 

3. Stenographic. 

Der Unterricht wurde nach Gabelsbergers System (Lehr- und Lese- 
buch von F. Scheller) in 2 Kursen erteilt. 

1. Kurs in 2 Abteilungen. I. Semester: Das Alphabet und die Wortbil- 
dungslehre mit Schreibubungen. II. Semester: Die Wortkiirzungslehre. Praktische 
Anwendung und Einiibung des Erlernten durch Schreib- und Leseubungen. 
4 Stunden. 

2. Kurs. I. Semester: Wiederholung der Wortbildungs- und Wort- 
ktirzungslehre; Satzkiirzungslehre nebst Ubungen im Lesen und Schreiben. 
II. Semester: Fortsetzung der Satzkiirzungslehre mit praktischer Anwendung 
und Leseubungen. 2 Stunden. 

4. Freihandzeichnen. 

(Nach dem Ministerialerlasse vom 20. Dezember 1896, Z. 25239.) 

Der Unterricht wurde in 4 Kursen mit je 2 Stunden wochentlich erteilt. 

1. Kurs. Anschauungslehre, Zeichnen ebener geometrischer Gebilde aus 
freier Hand nach Vorzeichnungen des Lehrers an der Tafel, begleitet mit kurzen, 
zum Verstandnisse notwendigen Erklarungen unter besonderer Berticksichtigung 
des Zeichnens gebogener Linien. 

2. Kurs. Einleitende Erklarungen aus der Perspektive an der Hand der 
Apparate. Zeichnen nach Draht- und Holzmodellen. Ubungen im Ornament- 
zeichnen nach Vorlagen und Entwurfen des Lehrers an der Tafel. 

3. und 4. Kurs. Ubungen im Ornamentzeichnen nach Entwurfen des 
Lehrers an der Tafel, ferner nach farblosen und polychromen Musterblattern, 
Studien nach plastischen Ornamenten und fortgesetzte perspektivische Dar- 
stellungen geeigneter technischer Objekte von der Kontur angefangen bis zur 
vollendeten Schattierung unter Handhabung von Bleistift, Kreide und Pinsel; 
Konturen des menschlichen Kopfes in verschiedenen Stellungen; gelegentliche 
Belehrung tiber Naturwahrheit. 



III. Ubersieht iiber die im Sehuljahre 1905/1906 
gebrauehten Lehrbiieher. 

(Die romischen ZifFern bedeuten die Klassen, in denen die Lehrbiieher verwendet wurden.) 

Religfionslehre: I. Grofler Katechismus; II. Zetter, Liturgik. 2., 3., 4. Aufl. ; 
Grofier Katechismus. III. Fischer, Offenbarung des alten Bundes. 4. bis 
10. Aufl.; IV. Fischer, Offenbarung des neuen Bundes. 4. — 10. Aufl.; 

V. Wappler, Lehrbuch der katholischen Religion. 1. Teil. 3.-8. Aufl.; 

VI. Wappler. 2. Teil. 1.— 8. Aufl.; VII. Wappler. 3. Teil. 6. und 
7. Aufl.; VIII. Kaltner, Kirchengeschichte. 1. — 3. Aufl. 



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33 

Latein: I. — VII. Strigl,Schulgrammatik; VIII. Scheindler, Schulgrammatik, 
I. — 5. Aufl.; I. Knesek, Obungsbuch, 1. Tcil; II. Knesek, Obungsbuch, 
2. Teil; III. IV. Strigl, Obungsbuch fur die 3. und 4. Klasse; V. VI. 
Hauler, Stilubungen, I. — 5. Aufl.; VII. VIII. Hauler, Stilubungen, 
2. — 4. Aufl.; III. G oiling, Chrestomathie aus Corn. Nepos und Q. Curtius 
Rufus; IV. Prammer, Caesaris Commentarii de bello Gallico; IV. V. G oi- 
ling, Ovidii carmina selecta, 1. — 4. Aufl.; V. Golling, Chrestomathie aus 
Livius, 1., 2. Aufl.; VI. Paul, Caesaris Commentarii de bello civili; No hi, 
Ciceroni's orationes in Catilinam; Scheindler, S alius tit Crispi bellum 
/ugurtainum; KlouCek, Vergilii Aeneis, Georgica et Bucolica; VII. No hi, 
Ciceroni's or alio in V err em, 1. IV; Schiche, Ciceronis de officiis 1. Ill; 
Klou£ek, Vergil, wie in VI.; VIII. Huemer, Horatii carmina selecla, 

I. — 6. Aufl., Miiller-Christ, Corn. Tacitus, Germania und Annalen. 
GriechiSCh: III. — V. Curtius- v. Hartei -Wei gel, Schulgrammatik, 24. Aufl.; 

VI. — VIII. Curtius- v. Hartel, Schulgrammatik, 19., 22. Aufl.; III. IV. 
Schenkl, Elementarbuch, 19. Aufl.; V. — VIII. Hintner, Aufgaben in 
zusammenhangenden Stiicken, 2. — 4. Aufl.; V. VI. Schenkl, Chresto- 
mathie aus Xenophon, 1 1. — 13. Aufl.; Cauer, Horn. Ilias, 1. und 2. Teil; 
VI. Lauczizky, Herodoti de bello Persico librorum epitome, 3. Aufl.; VII. 
Wotke, Ausgewahlte Reden des Demosthenes, 1. — 4. Aufl.; La Roche, 
Homers Odyssee, 1. und 2. Teil; VIII. La Roche, Homers Odyssee, 2. Teil; 
Christ, Platons Apologie, Kriton und Euthyphron\ Schubert, Sophocles 1 
Antigone. 

Deutsche Sprache: I.— VI. Willomitzer, Grammatik, 6.— 11. Aufl.: 
I. — VIII. Kummer-Stejskal, Lesebiicher, und zwar I. 7. Aufl.; II. 
7. Aufl.; III. 5. Aufl.; IV. 5. Aufl.; V. 5.-8. Aufl.; VI. 3.-8. Aufl.; VII. 
2.-5. Aufl.; VIII. 2.-5. Aufl. 

GeOgTaphie Und GeSChichte: I. Herr, Grundzuge der Erdbeschreibung, 
19. Aufl.; II. III. Herr-Weingartner, Lander- und Volkerkunde, 14., 
15. Aufl.; IV. Mayer, Geographie der Gsterreichisch-ungarischen Mon- 
archic, 4. — 6. Aufl.; II. Gindely-Wurfl, Lehrbuch der Geschichte 
fur die unteren Klassen, I. Teil, 12., 13. Aufl.; III. Gindely-Wurfl, 
Lehrbuch der Geschichte, II. Teil, 12., 13. Aufl.; IV. Mayer, Lehrbuch 
der Geschichte fur die unteren Klassen, 2. — 4. Aufl.; V. — VII. Gindely- 
Mayer, Lehrbuch der Geschichte fur die oberen Klassen, und zwar 
V. 1. Bd. 9. — 11. Aufl.; VI. 1. Bd„ 2. Bd., 9., 10. Aufl.; VII. 3. Bd.,9. bis 

II. Aufl.; VIII. Hannak, Vaterlandskunde fur die oberen Klassen, 12. 
bis 14. Aufl. — Atlanten: I. — VIII. Kozenn, Geographischer Schulatlas, 
38., 39. Aufl.; II. — VIII. Hannak- Umlauft, Historischer Atlas, 3. bis 
5. Aufl. 

Mathematik : I., II. Ho£evar, Lehrbuch der Arithmetik fur Untergymnasien, 
5. Aufl.; III., IV. Hocevar, Arithmetik, 2. — 4. Aufl.; I., II. Ho£evar, 
Lehrbuch der Geometrie fur Untergymnasien, 5., 6. Aufl.; III., IV. 
L. 3 



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34 

Ho£evar, Geometrie, 4. — 6. Aufl.; V. — VIII. Mo£nik-Neumann, Arith- 
metik fiir die oberen Klassen, 26. — 28. Aufl.; V., VI. Ho£evar, Geo- 
metrie fur Obergymnasien, 5. Aufl.; VII., VIII. Ho£evar, Geometrie, 
1. — 4. Aufl.; VII., VIII. Ho£evar, Geometrische Obungsaufgaben, 3. Aufl.; 
Kewitsch, Logarithmen. 

NatUPgeSChichte: I., II. Nalepa, Grundrifi der Naturgeschichte des Tier- 
reiches; Beck v. Mannagetta, Grundrifi der Naturgeschichte des 
Pflanzenreicbes. III. Pokorny, Naturgeschichte des Mineralreiches, 
20. Aufl.; V. Scharizer, Mineralogie und Geologie, 2. — 5. Aufl.; 
Wettstein, Botanik, I., 2. Aufl.; VI. Graber, Zoologie, 4. Aufl. 

Physik: III. Krist-Pscheidl, AnfangsgrQnde fQr die unteren Klassen, 20. Aufl.; 
IV. Mach-Habart, Grundrifi fiir die unteren Klassen, 4., 5. Aufl.; VII. 
Rosenberg, Lehrbuch der Physik fiir die oberen Klassen, 1., 2. Aufl.; 
VIII. Wall en tin, Lehrbuch der Physik fur die oberen Klassen, 12., 
13. Aufl. 

Propadeutik: VII., VIII. H6fler, Grundlehren der Logik und Psychologic 



IV. Themen zu den deutsehen Aufsatzen (und Rede- 
libungen) im Obergymnasium. 

V. Klasse A. 

1. Belsazer. Ein Gemalde, beschrieben in einem Zwiegesprache. — 

2. Ein KGnig. Charakteristik nach dem Gedichte „Der Taucher''. (Sch. A.) — 

3. Ein gutes Buch ist ein treuer Freund. — 4. Vor Beginn der Vorstellung. 
Eine Theatererinnerung. (Sch. A.) — 5. „Reineke Fuchs, der Schelm". — 
6. Haimatland, Haimatland! — Han di so gern. . . . (Sch. A.) — 7. Stillsteh'n 
ist Riickwartsgeh'n. — 8. Mein Studierzimmer. (Sch. A.) — 9. Schulzeit und 
Ferien. Ein Vergleich. — 10. Kriemhild und Hagen im Hofe der Etzelnburg. 
Eine Szene. (Sch. A.) — 11. Der Nutzen des Erlernens fremder Sprachen. 

— 12. Der Tod des Tiberius. Nach dem Berichte des Arztes. (Sch. A.) — 
13. Der letzte Akt des Dramas ^Kassandra 77 . Nach dem Gedichte Schillers. 

— 14. Wohltatig ist des Feuers Macht, — Wenn sie der Mensch bezahmt, 
bewacht. (Sch. A.) — 15. Athen, der Mittelpunkt von Hellas. — 16. Der 
dramatische Aufbau des Niobemythos bei Ovid. (Sch. A.) — 17. Siegfried und 
Huon, ein deutscher und ein franzosischer Held. — 18. Ein Ruckblick. 
(Sch. A.) 

V. Klasse B. 

1. Inwiefern ist Ibykus die Hauptperson in Schillers Ballade „Die 
Kraniche des Ibykus"? — 2. ^Erlkonig" und „Erlkonigs Tochter". Ein Ver- 
gleich. (Sch. A.) — 3. Das Damonische in Goethes ^Fischer" und Heines 



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35 

^orele^. — 4. Charakterschilderung der Personen in Schillers Ballade n Der 
Taucher". (Sch. A.) — 5. Gliick und Glas, wie leicht bricht das! — 6. Die 
Schlacht bei Kunaxa. Nach Xenophon. (Sch. A.) — 7. Unterhaltungsbucher, 
unsere Freunde und Feinde. — 8. Gunther und Siegfried. Eine vergleichende 
Charakteristik. (Sch. A.) — 9. Die Treue im Nibelungenliede. — 10. Kriem- 
hild und Gudrun. Ein Vergleich. (Sch. A.) — 11. Die griechischen Kolonien. 

— 12. Wie rettet sich Reineke Fuchs void Tod am Galgen? (Sch. A.) — 

13. Ut desunt vires, tamen est laudanda voluntas. Ovid ex Ponto III, 4, 79. 

— 14. p Wer erfreute sich des Lebens, der in seine Tiefen blickt?* Schillers 
^Kassandra". (Sch. A.) — 15. „Gliick und Behagen Heben die Enge, flieh'n 
das Gedrange". Nach Vofiens Idylle ,,Der 70. Geburtstag". — 16. Gedanken- 
gang in Schillers „Pompeji und Herkulanum , \ (Sch. A.) — 17. Die Bedeutung 
des Spieles fur das Leben des Kindes. — 18. Ein banger Abend in Goethes 
Vaterhaus. (Sch. A.) — 19. Erklarung der Fabel „Adler und Taube". 

VI. Klasse A. 

I. Der Mensch nimmt die Eiemente zu Gehilfen bei seinen Arbeiten. — 
2. Veranderungen auf der Erdoberflache. (Sch. A.) — 3. Bist du kein Licht, 
so roach' dich wenigstens als Leuchter niitzlich! — 4. Der Winter vor der 
Tur! (Sch. A.) — 5. Ende gut, alles gut. — 6. Siegfried und Achilles. 
(Sch. A.) — 7. Man mufl mit den Wolfen heulen. — 8. Obel mueze mir ge- 
schehen, — kunde ich ie min herze bringen dar, — daz im wol gevallen — 
wolde fremeder site. (Sch. A.) — 9. Nulla salus bello? — 10. Sage und Ge- 
schichte am Hellespont. (Sch. A.) — 11. Das Fremdwort. — 12. Maria 
Theresia, die groflte ihres Stammes, weil sie die menschlichste war. (Sch. A.) 

— 13. Nil mortalibus arduum est. — 14. Welches Bild erhalten wir von 
Tellheim im 1. Auftritt von „Minna von Barnhelm r ? (Sch. A.) 

VI. Klasse B. 

I. Es ist dafiir gesorgt, dafi die Baume nicht in den Himmel wachsen. 

— 2. Die deutsche Literatur zur Zeit der Karolinger. (Sch. A.) — 3. Warum 
gelang es den ROmern nicht, Germanien dauernd zu unterwerfen? — 4. Die 
Eiemente hassen das Gebild der Menschenhand. (Sch. A.) — 5. Die Romer- 
herrschaft in den Alpenlandern. — 6. Inwiefern ist die Zunge das wohltatigste 
und das verderblichste Glied des Menschen? (Sch. A.) — 7. Hektors Abschied. 
(Nach Horn. Ilias VI. Ges.) — 8. Die Gastfreundschaft Riidigers von Bechelarn. 
(Sch. A.) — 9. Gunthers und Hagens Tod. — 10. Der Einflufl der Krenz- 
zGge auf die politischen und sozialen Verhaltnisse sowie auf die deutsche 
Literatur. (Sch. A.) — 11. Gedanken beim Anblick einer Ruine. — 12. Hrr 
Walther von der Vogelweide, swer des vergaeze, der taet* mir leide. Hu^o 
von Trimberg. (Sch. A.) — 13. Worin zeigt sich Tellheims Edrlmut? — 

14. Worin liegt die Bedeutung Klopstocks fur die deutsche Litrratur? (Sch. :\.). 



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36 

Vn. Klasse. 

I. Eine Sonne laflt uns Millionen Sterne vergessen. — 2; Die Alpen in 
geschichtlicher Bedeutung. (Sch. A.) — 3. Die Ordnung ist die Hebestange 
der Arbeit, die mit Leichtigkeit die schwersten Lasten hebt. — 4. Warum 
lernen wir fremde Sprachen? (Sch. A.) — 5. Willst du ein rechter Deutscher 
sein, — So sprich auch deine Sprache rein! — Latein und Deutsch, Franz6sisch 
bunt und kraus — Sieht ja wie eine Narrenjacke aus. — 6. O Julius Casar, 
du bist machtig noch und dein Geist geht urn. (Sch. A.) — 7. Goethe und 
sein Jahrhundert in Gotz von Berlichingen. — 8. Wenn es keine Reibungen 
gabe. (Sch. A.) — 9. Fruhjahr, Frtihling, Lenz. — 10. Die Erkennungsszene 
in der Iphigenie. (Sch. A.) — 11. Der Taucher und der Handschuh von 
Schiller. — 12. In der Fabrik. (Sch. A.) — 13. Die Entwicklung der Kultur. 
Nach Schiller. — 14. Drei Kiele kenn' ich, die gewaltig sind. (Sch. A.) 

Redeiibungen. 
1. Ober Stoffe zu Redeiibungen. (Holter A.) — 2. Osterreichs Ruhmes- 
tage in den Kampfen mit Napoleon. (Balthasar St.) — 3. Die Uneinigkeit der 
Germanen. (Zohrer J.) — 4. Weltfrieden. (Frhr. v. Handel -Mazzetti P.) — 
5. Durch Otztal. (Holter A.) — 6. Die Kunst der Griechen. (Lehner W.) — 
7. Reise nach Konstantinopel. (Franck H.) — 8. Die Saalburg. (Floderer W.) 

— 9. Venedig. (Weidinger E.) — 10. Die Halsbandgeschichte. (Spitzen- 
berger J.) — 11. Die Schiffahrt auf der Donau. (Commenda J.) — 12. Die 
Temperamente. (Metz A.) — 13. Der Einflufi des Theaters. (Meschede J.) 

— 14. Ober geschichtliche Dramen. (Drasch H.) 

Vm. Klasse. 

I. Des Menschen Engel ist die Zeit. Schiller, Wallensteins Tod. — 
2. Darf der dramatische Dichter einen Geist auf der Biihne erscheinen lassen? 
(Sch. A.) — 3. Ort und Zeit der Handlung in Goethes „ Hermann und 
Dorothea". — 4. Charakteristik des Lowenwirtes. Nach Goethes ^Hermann 
und Dorothea". (Sch. A.) — 5. Die Grundung des Donaustaates durch die 
Habsburger. — 6. Die Vorgange beim Glockengufi. Nach Schillers „Lied 
von der Glocke". (Sch. A.) — 7. „Noch ist es Tag, da riihre sich der Mann! 

— Die Nacht tritt ein, da niemand wirken kann." — 8. Darf der dramatische 
Held seinen kOrperlichen Schmerz durch Weinen und Schreien zum Ausdruck 
bringen? (Sch. A.) — 9. Die Germanen, ein waffenfreudiges Volk. Nach der 
Germania des Tacitus. — • 10. Die Spuren von Lessings Laokoon in Goethes 
^Hermann und Dorothea". (Sch. A.) — 11. „Das Wort ist frei, die Tat ist 
stumm, der Gehorsam blind." Schillers Wall. I. — 12. Maturitatspriifungsarbeit. 

Redeiibungen. 
I. Vier Tage in Oberpinzgau. (Edlinger F.) — 2. Zwei Gratwanderungen 
in den Ennstaler Bergen. (Hoger N.) — ' 3. Burgen im Mittelalter. (Walchs- 



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37 

hofer K.) — 4. Die Donau als Volker- und Handelsstrafie. (Damberger K.) 

— 5. Hexenglaube und Hexenprozesse im 15., 16., 17. Jahrh. (Scheuba F.) 

— 6. Charakteristik des Wirtes in Goethes „ Hermann und Dorothea". 
(Egg er J-) — 7- Deutsche Kaiserkronung in Frankfurt a. M. Nach Goethes 
^Wahrheit und Dichtung". (Derschmidt L.) — 8. Was uns der deutsche Wald 
erzahk. (Hujer J.) — 9. Der Entwicklungsgang des Nibelungenliedes. (Rieger J.) 

— 10. Wodurch wurde die Schlacht im Teutoburgerwald herbeigefuhrt? 
(Walchshofer F.) — 11. Kulturgeschichtliche Entwicklung des deutschen 
Handwerkes. (Weilbold A.) — 12. Geschichte des Konfliktes der schwedisch- 
norwegischen Union bis zur Trennung. (Fillunger E.) 



V. Vermehrung* der Lehrmittelsammlungen. 

A. Bibliothek. 
a) Lehrerbibliothek. 

(Kustos: Prof. Ernst Sew era.) 

I. Durch Schenkung. 

Vom k. k. Unterrichtsministerium: Fuchs K., J. G. Seidl; Ed. v. Bauern- 
felds gesamm. Aufsatze und Grillparzers Gesprache und Charakteristiken, heraus- 
gegcben von A. Sauer. 

Vom oberosterreichischen Landesausschusse: Berichte fiber die Verhand- 
lungen des ober6sterreichischen Landtages 1905 samt den stenographischen 
Protokollen. 

Vom k. k. Landesschulrate : L'enseignement en Hongrie. 

Vom hochwiirdigsten bis ch'of lichen Ordinariate ; Schematismus der Geistlich- 
keit der Diozese Linz fur das Jahr 1905, 

Vom BiirgermeisUramte: Rechenschaftsbericht des Gemeinderates der 
Landeshauptstadt Linz fiber seine Tatigkeit im Jahre 1904. 

Vom Verwaltungsrate des Museums Francisco- Carolinum: 64. Jahresbericht 
nebst der 58. Lieferung der Beitrage zur Landeskunde von Osterreich ob 
der Enns. 

Von der stddtischen Sparkasse Linz: Jahresabschlufi fur 1905. 

Von der k. k. Staais-Oberrealschule in Wien, IV.; Eine Festschrift. 

Vom Herrn A. Pabst: Drei Werke. 

Vom Direktor Christoph Wiirfl; Mitteilungen des Vereines fur Geschichte 
der Deutschen in Bohmen. 44. Jahrg. 

Vom Prof. A. Sauer: Jahrbuch des Ver. f. wissenschaftl. Padagogik, 

11., I5.—37- J ahr S- 

Vom Prof. Dr. A. Schiefier: Zwolf Werke. 
Vom Prof A. Miiller fGo'rzJ; Vierzehn Werke. 



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38 

2. Durch Kauf. 

a) Zeitschriften: Verordnungsblatt fiir den Dienstbereich des k. k. Mini- 
steriums f. Kultus und Unterricht. — Jahrbuch des h6heren Unterrichtswesens, 
iqo6. — Zeitschrift f. d. osterr. Gymnasien. — Z. f. d. Realschulwesen. — 
Neue JahrbQcher f. d. klassische Altertum etc. — Wochenschrift f. klassische 
Philologie. — Berliner archaologiscber Anzeiger. — Z, f. d. deutschen Unter- 
richt v. O. Lyon. — Historische Z. v. Sybel und Meinecke. — Z. f. Schul- 
geographie v. A. Becker. — Petermann, Geogr. Mitteilungen, hg. v. A. Supan. 

— Z. f. Sst. Volkskunde, red. v. Haberlandt. — Z. f. d. phys. u. chem. 
Unterricht samt Sonderbeften v. Poske. — Lehrproben u. Lehrgange v. Frick 
und Richter. — Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. — 
Mitteilungen der Gesellschaft f. deutsche Erziehungs- u. Schulgeschichte, hg. 
v. Kehrbach. — Z. f. Turnen und Jugendspiel. — Monatsschrift f. Gesundheits- 
pflege. — Biologisches Zentralblatt. — Vierteljahrsberichte des Wiener Ver- 
eines zur Forderung des physikalischen und chemischen Unterrichtes. 

b) Werke; Allgem. deutsche Biographic 50. Bd. — Ullrich R., Benutzung 
und Einrichtung der Lehrerbibliotheken. — Kleinpeter H., Die Erkenntnis- 
theorie der Naturforschung. — Schulte-Tigges A., Philos. Propadeutik. — 
Wundt, V6lkerpsychologie Hi. — Rein, Enzyklop. Handbuch der Padagogik. 
3., 4. Bd. — Strakosch-Grafimann G., Gesch. des osterr. Unterrichtswesens. — 
Hergenrother, Kirchengeschichte, 2. Bd. — Schell, Apologie des Christentums. 
2. Bd. — Kuhner R., Gramm. d. griech. Sprache. — Wilamowitz-Mollendorff, 
Griech. Lesebuch. — Thesaurus linguae lat. I. — Servii grammatici in Verg. 
comm. III. 1.2. — Pichler A., Poetische und prosaische Werke. — Raabe W., 
Chronik der Sperlinggasse, Draumling, Hungerpastor. — Storm Th., Werke. 

— Bulthaupt, Dramaturgic IV. Bd. — Goedeke, Grundrifi. VIII. Bd. — 
Klar M., Die Erdkunde. I., III. T. — Stielers Handatlas. 9. Aufl. — Michael, 
Gesch. des deutschen Volkes. IV. Bd. — Pastor, Gesch. der Papste. IV. Bd. 

— Weifl, Weltgesch. XVII., XVIII. Bd. — Kollektion Windischgratz. VI. 2. 3. 

— Fenkner H., Arithmet. Aufgaben. — Weber-Wettstein, Enzyklop. d. Ele- 
mentar-Mathematik. II. Bd. — Tschermak G., Mineralogic — Kukenthal W., 
Leitfaden f. das zool. Praktikum. — Rauber, Anatomie des Menschen. II. — 
Bohn H., Physikalische Apparate aus d. Schaffermuseum. — Frick J., Physikal. 
Technik. VII. Aufl. I. 2. — Kolbe B., Einfuhrung in die Elektrizitatslehrc — 
Schwalbe B., Grundrifi der Astronomic — Ostwald W., Schule der Chemic 
Woermann K„ Geschichte der Kunst aller Zeiten und Volker. I., II. 

Der Zuwachs betragt an Fortsetzungen 43 Bande, an neuen Werken 
67 Werke mit 176 Banden. Gesamtstand : 4773 Werke mit 10.161 Banden. 

b) Programmsammlung. 

(Kustos: Wirkl. Lehrer Dr. Evermod Hager.) 
Die Programmsammlung wurde urn 749 Nummern vermehrt (361 oster- 
reichische und 388 deutsche und bayrische Programme). Gesamtstand: 24.509. 



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39 

c) SehMerbibliothek. 
(Kustos: Prof. Anton Sauer.) 

I. Durch Schenkung. 

Gespendet haben: Herr Prof. Adolf Muller in Gorz 2 Bucher ; Herr 
Richard Ortner, stud, iur., I Buch; Herr Max Christ 2 Bucher; Sektion 
Gmunden d. ost. Touristenklub : Krackowizer K., Herz und Sport. 

2. Durch Kauf. 

Neuer deutscher Marchenschatz. — Smolle L., Gesuhnt. — Wildenbruch 
E., Kindertranen. — Klee G., Drei Erzahlungen aus dem deutschen Mittel- 
alter. — Schmeil O., Lehrbuch der Botanik. — Hebbel Fr., Die Nibelungen. 

— Schiffmann K., Helmbrecht. — Chun K., Aus den Tiefen des Weltmeeres. 

— Osterwald K., Griechische Sagen, den griechischen Tragikern fur die 
Jugend nacherzahlt. 3 Bde. — Rosegger P., Waldjugend. — Blumner H., 
Leben und Sitten der Griechen. — Moll Fr., Die Berufswahl. — Die Fort- 
setzungen: J. B. Weifi, Weltgeschichte, Gaudeamus, Universum, Gymnasial- 
bibliothek. — Aufierdem wurden 39 minder bedeutende Bande angekauft, zum 
Teil als Ersatz fur schadhaft gewordene Exemplare. 

Der Zuwachs betragt 19 Bande. 

Die Zahl der Bucherentlehnungen betrug (bis 1. Juni) 1896 (I A 203, 
IB 22$, UA 254, IIB 219, IIL4 160, III^ 127, IVA 12, 1V£ 82, VA 172, 
YB 51, VIA 112, VIB 142, VII 25, VIII 114). 

d) Untersttttzungsbibliothek. 

(Kustos: Prof. Anton Sauer.) 

I. Durch Schenkung. 

Gespendet haben: Die Herren Verleger 93 Schulbucher (Braumuller 9, 
Gerold 2, Holder 14, Manz 12, Mayer u. C. 4, Scheller 3, Tempsky 49), Herr 
Prof. Muller in Gorz 7 Bucher, Herr Andreas Markus 2, die ehemaligen 
Schuler der Anstalt, die Herren M. Christ 5, A. Getzendorfer 2, W. Grofi 2, 
E.Jdger 25, R. Kronholz lj, F. und W. Meeraus 60, L. Nopp 3, R. Ortner 21, 
J. Edlerv.Pia 24, K. Roiser 10, Fl. Schoffl 6, F. Teutschmann 10, R. de 
Verrette 9 Schulbucher. Auch von Schulern der Anstalt erhielt die Unter- 
stutzungsbibliothek noch brauchbare Schulbucher u. zw. von B. Krai, A. Palm, 
K. Plaim, L. Starker, Fr. Wildmoser; zusammen 332 Schulbucher. 

2. Durch Kauf. 

Angekauft wurden 96 Schulbucher. 

Der Zuwachs betragt daher 428 Schulbucher. 



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40 



B. Physikalisches Kabinett. 

(Kustos: Prof. Oskar Hantschel.) 

Hartls optische Scheibe mit Zusatz. — Kleines Universalstativ fur elektro- 
statische Versuche. — Vollstandiger Apparat fur Teslas hochgespannte StrSme 
mit grofler Wechselzahl nach Elster und Geitel. — Induktionsschlittenapparat. 
— Wasserzersetzungsapparat. — Geblasebrenner. — Apparat fiir den Auf- 
druck. — Kleiner Kippscher Gasentwicklungsapparat. — Verschiedene Uten- 
silien fiir den chemischen Unterricht. 

C. Naturhistorisches Kabinett. 

(Kustos: Prof. Dr. Anton Konig.) 

I. Durch Schenkung. 

Verschiedene Naturalien spendeten Oberlehrer H. Griinner, Praparator 
H. Razinger, die Schuler Gafiner Karl, Gerstl Otto (II -4), Kaczkowski Ludwig 
(III -4), Himsl G. {I A) und Rauch J. {IB). — Oberst v. Bauer spendete 
eine groflere Anzahl von Praparatenglasern. — Die Beistellung frischer Pflanzen 
fur den Unterricht besorgten Schuler der I., II. und V. Klasse. 

2. Durch Kauf. 

Katzenmagen, Augenpraparat, Gehirntypen, Entwicklung des Huhnes, 
Maulwurfskelett, Steinadler, I zool. Wandtafel von Pfurtscheller. 8 Lieferungen 
zu je 5 Tafeln von R. Brauns Mineralreich. 

Stand der Sammlungen am Ende des Schuljahres 1905/6: 

a) Zoologische Sammlung: 1 176 Nummern mit 8315 Stiicken. 

b) Botanische Sammlung: 48 Herbarfaszikel mit zirka 6000 Stiicken und 
331 sonstige botanische Gegenstande. 

c) Mineralogische Sammlung: 2089 Nummern mit 3453 Stiicken. 

d) Wandtafeln und Karten: 617 Stucke und 7 Bande Tafelwerke. 

D. Archaologische Sammlung. 

(Kustos: Prof. Franz X. Lehner.) 

Dr. H. Luckenbach, Kunst und Geschichte. Erster Teil: Abbildungen 
zur alten Geschichte. 5. Aufl. Munchen 1904. — R. Loeper, Das alte Athen. 
Erklarender Text zu den Tafeln XlVa und XIV b. (Tabulae, quibus antiqui- 
tates Graecae et Romanae explicantur; edid. St. Cybulski.) 15 Abbildungen. 
Leipzig 1905. 



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41 

E. Historisch-geographische Sammlung. 

(Kustos: Prof. Dr. Anton Schtefier.) 
I. Durch Schenkung. 
Jfilder: Panorama von Reichenberg; gespendet von Herrn Prof. F. Babsch. 
— Penther, Grillparzer; gespendet vom Kustos. 

Reliefs'. Die Donau; gespendet vom Kustos. 

2. Durch Kauf. 

Karten: Kiepert, Wandkarte der alten Welt, Wandkarte von Alt- 
Griechenland, Wandkarte von Alt-Italien, Politische Wandkarte von Afrika, 
Politische Wandkarte von Australien und Polynesien. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: I Tellurium, 10 Globen, 8 Atlanten, 
174 Wandkarten, 5 Reliefs, 158 Bilder zur Geschichte, IOI geographische 
Bilder, 104 Stereoskopbilder, 4 Gipsmodelle, 25 Texterlauterungen, 11 Varia. 

F. Lehrmittel fur den Gesangunterricht. 

(Kustos: Gesanglehrer Franz Neuhoferl) 

Zuwachs durch Schenkung: Einlagen: Asperges me (Choral). — Prius- 
quam v. Ign. Gruber von Herrn Domkapellmeister Grubcr; 

durch Kauf: Jos. Rheinberger op. 159: Messe in F-moll. — Brunner, 
Einfalt u. Prammer: Chorgesangschule II. Teil. — Muller u. Schaab: Klassisches 
Choralbum. — Rob. Schumann: Zigeunerleben. — Joh. Seb. Bach: Fruhlings- 
morgen. — Heinrich Isaak u. Thorn. Morley: Madrigale. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: U7Nummern mit 2842 Stimmen; 
davon entfallen auf kirchliche Tonwerke 73 Nummern mit 1544 Stimmen, auf 
weltliche Kompositionen 44 Nummern mit 1298 Stimmen. 

G. Lehrmittel fur Freihandzeichnen. 

(Kustos : Direktor Karl Feuscher.) 

Durch Kauf wurden erworben: 5 farbige Glasgefafle, 1 Kasan, 1 Auer- 
hahn, 6 Gegenstande, 1 Flasche und Trinkgefafle. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 10 Vorlagewerke mit 604 Blattern, 
3 Apparate, 2 Drahtmodelle, 148 Holzmodelle, 127 Gipsmodelle, 24 Ton- 
modelle, 11 farbige Glasgefafie, 5 Muscheln, 10 Schmetterlinge, 9 Tonfliesen, 
7 Vogel; 8 verschiedene Gegenstande (Flaschen, Trinkglaser u. s. w.). 

H. Miinzensammlung. 

(Kustos: Prof. Franz X. Lehner.) 

Von Herrn Finanzrat Dr. A. Horzeyschy: 1 Miinze der Deutsch-ost- 
afrikanischen Gesellschaft 1890 (Bronze); Herrn Bahnbeamten Dr. J. Kaiganic: 
1 osterr. Viertelguldenstuck. 



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42 

Von den Schulern: Bauer Franz (11^4) I osterr. Zehnkreuzersilber- 
stiick 1870; Ehgartner Robert (II. -^t) 1 osterr. Drei kreuzerstuck (Kaiser Franz); 
Gottschy Ferdinand (II A) 1 osterr. Kreuzerstiick 1 75 1 ; 1 Sechskreuzer- 
stuck 1800; I Sechskreuzersilberstuck 1849; Hemmel Matthias (11^4) 1 osterr. 
Silberstiick (Maria Theresia); 1 italienische Schaumunze ; 1 bayr. Silber- 
stiick 1806; 1 osterr. Halbkreuzerstuck (Kaiser Franz); 1 tiirkische Silber- 
munze; Palm Adolf (IlIA) 2 osterr. Einguldenbankzettel; 1 osterr. Viertelkreuzer- 
stiick; Wurdinger Georg(lVA) 1 ungar. ZwanzigkreuzersilberstGck 1864; 1 Sechs- 
kreuzersilberstuck Nassau; 1 osterr. Zehnkreuzersilberstiick 1868; 1 Halb- 
kreuzerstuck 1851; 1 Funfzehntelkreuzerstiick 1858 und 1 solches 1859; 
1 Sechskreuzersilberstuck 1849; I Kreuzer 18 16; 1 Centstuck Nieder- 
lande 1884; Tischler Alois (IV B) je 1 osterr. Kreuzerstiick 1760 und 
1761; 1 Kreuzerstuck 1790; 1 Halbkreuzerstuck 178?; 2 Dreikreuzer- 
stiicke 1800; 1 aus 1812; 1 Halbkreuzerstuck 18 16; 1 Kreuzerstuck 185 1; 
1 Zweikreuzerstuck 185 1 ; I Centesimostuck 1846; 1 Dreicentesimistiick 1852; 
1 italienisches Funfcentesimistiick 1861; 1 portug. Zwanzigreisstiick 1853; 
1 aus 1 891; 1 franzos. Zehncentimestiick 1854; 1 kgl. sachs. Funfpfennig- 
stiick 1869; I Zweipfennigstiick i860; I russ. Kopekenstiick 1828; 1 Zwei- 
kopekenstiick 1867; I serbisches Funfparastiick 1879; I bayer. Pfennig 1813: 
1 Pfennig? 1792; Pefil Josef (VI ^4) 1 schwed. Funforestiick 1876; 1 portug. 
FQnfcentimebronzestuck 1870; Haiberger Leopold (VII) 1 engl. Pencestuck; 
I deutsches Pfennigstiick; I chines. Miinze; Spitzenberger Josef (VII) 1 Pfennig- 
stuck Salzburg 1760; Walchshofer Karl (VIII) 1 Denkmunze: VS Kopf des 
Attila, RS Stadtbild von Aquileja; Hujer Josef (V III) 1 osterr. Zwanzigkreuzer- 
silberstfick 1784; 1 osterr. Kreuzerstuck 18 16. 



VI Unterstiitzung der Sehiiler. 

Die WohlfahrtstlLtigkeit fur unbemittelte Sehiiler ist am Linzer Staats- 
gymnasium Jahr fur Jahr eine recht bedeutende und segensreiche. Die zahlreichen 
Stipendien, die reichen Mittel des Unterstiitzungsvereines, die betr&chtlichen 
Bestande der Armenbibliothek und der rege Wohltatigkeitssinn der Linzer 
Bevolkerung ermoglichen es alljahrlich, Hunderten von diirftigen Schulern 
hilfreich beizustehen. 

A. Stipendien. 

Die Zahl der Stipendisten betrug im Berichtsjahre 57, die einen Gesamt- 
betrag von 17.286 K 95 h bezogen. Dazu erhielt noch der Sehiiler der VII. Kl., 
Josef Dessl, den Zinsenertrag der Alfred Baron Puthon-Stiftung in der Hohe von 
103 K 16 h. Von dem Betrage von 46 K, der von den Interessen der Honauer- 
Schulerstiftung auf das Linzer Staatsgymnasium entfiel, wurden 6 Schiller der 
I. Klasse beteilt. 



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43 
B. Lokales Unterstiitzungswesen (Unterstiitzungsverein). 

Von dem an der Anstalt bestehenden Unterstiitzungsvereine warden 
108 Schuler teils mit Kleidung, namentlich mit Winterkleidern, teils mit Bar- 
geld fur Wohnung und Kost, und zwar mit Betragen von 40 — 50 K unter- 
stQtzt. Aus dem Professor Peter Riepl-Fonds und aus der Schulrat Anton 
Ozlberger- Widmung erhielten die Schuler Josef Reder (Hi?) und Alois 
Pankraz (IV B) je 80 K. Fur die Anschaffung von Schulbiichern wurde 
der Armenbibliothek der Betrag von 200 K zugewiesen. Aus dieser Bibliothek 
wurden 1463 Lehrbucher und 77 Atlanten diirftigen Schulern leihweise Ciber- 
lassen. 

Im ganzen hat der Verein fiir Unterstiitzungszwecke die Summe von 
4167 K ausgegeben. 

Der Verein verfugt am Schlusse dieses Jahres uber ein Stammvermogen 
von 58.726 K 53 h, ferner uber den Prof. Peter Riepl-Fonds (3482 K 23 h) 
und uber die Schulrat Anton Ozlberger-Widmung (2144 K 29 h). 



VII. Verfugungen der vorgesetzten Behorden. 

1. Min. Erl. v. 10. Oktober 1905, Z. 37560. — L. Sch. R. Erl. v. 18. Ok- 
tober 1905, Z. 4822. Anordnungen, betreffend den zu weiten Umfang und im 
Zusammenhange damit das zu grofie Gewicht der in Verwendung stehenden 
Lehrbucher und Lehrmittel, sowie die zu rasche Aufeinanderfolge neuer Auf- 
lagen von bereits wiederholt revidierten Lehr- und Lesebtichern. 

2. Min. Erl. v. 16. J&nner 1906, Z. 47887. — L. Sch. R. Erl. v. 
29. JaVnner 1906, Z. 289. Die Klassenpensen des katholischen Religionsunter- 
richtes werden in teilweiser Abftnderung des bestehenden Lehrplanes fur die 
Zukunft in nachstehender Weise festgestellt: 

I. und II. Klasse: der Katechismus mit den einschlagigen liturgischen 
Erklarungen. 

III. Klasse: I. Semester : Zusammenfassende Liturgik als besonderer Gegen- 
stand. II. Semester: die Offenbarungsgeschichte des Alten Bundes. 

IV. Klasse: die Offenbarungsgeschichte des Neuen Bundes. Diese Ver- 
anderungen treten vom Schuljahre 1906/7 an sukzessive in Kraft. 

3. Min. Erl. v. 5. Februar 1906, Z. 47945 ex 1905. — L. Sch. R. Erl. 
v. 15. Februar 1906, Z. 675. Die Maximallehrverpflichtung der definitiven 
Turnlehrer an den staatlichen Mittelschulen wird mit 24 wochentlichen Unter- 
richtsstunden festgesetzt. 

4. L. Sch. R. Erl. v. 16. Februar 1906, Z. 676. Die Schuler der vier 
unteren Klassen sind jedesmal zu Beginn des Schuljahres hinsichtlich des Um- 
ganges mit Explosivstoffen des tagiichen Gebrauches (Spiritus, Petroleum und 
Benzin) zu belehren und entsprechend zu verwarnen. 



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44 

5- Min. Erl. v. 25. Mai 1906, Z. 18640. — L. Sch. R. Erl. v. 2. Juni 
1906, Z. 2616. Bei auBerordentlichen, fiir besondere Zwecke gestatteten Prii- 
fungen mOssen rucksichtlich des Wissens und Kflnnens der Pruflinge dieselben 
Anforderungen gestellt werden, wie bei den Priifungen von Externen behufs 
Eintrittes als offentliche Schiiler. 



VIII. Maturitatsprufungen. 

Im Schuljahre 1905. 

a) Im Sommertermine. 
Die mundliche Priifung wurde vom 10. bis 15. Juli 1 905 unter dem 
Vorsitze des Herrn Landesschulinspektors Dr. Josef Loos abgehalten. 



Offentliche 
Schuler 



Extemisten 



39 



39 


3 


1 


3 


12 


— 


20 


2 


2 


— 


5 


1 



Zur Priifung haben sich gemeldet 

Nach dem Ergebnisse der schriftlichen Priifungen wurden zuruck- 

gewiesen 

Nach dem Ergebnisse der Klassifikation des II. Semesters wurden 

zur miindlichen Priifung nicht zugelassen 

Vor der miindlichen Priifung traten zuriick 

Der miindlichen Priifung unterzogen sich 

Darunter zum zweitenmal 

. . A , ( reif mit Auszeichnung 

Approbiert wurden { 

\ reif 

Reprobiert wurden auf ein Jahr 

Zu einer Wiederholungspriifung wurden zugelassen 



b) Im Herbsttermine. 
Die schriftlichen Maturitatsprufungen wurden vom 25. bis 29. Septem- 
ber 1905 abgehalten. Bei denselben wurden folgende Themen gegeben: 
Deutscher Aufsatz: 

n Wem Gott will rechte Gunst erweisen, 
Den schickt er in die weite "Welt". 
Obersetzung aus dem Lateinischen: Cicero, De re publica II, 2, 4 — 6. 
Obersetzung ins Lateinische: ^Sullas Geistesgegenwart und Entschlossen- 
nek" (Supfle, Stilubungen, II. Teil, Nr. 150). 

Obersetzung aus dem Griechischen: Lysias, Gegen Eratosthenes, § 4, 
5, 6, 7 (Text nach Rauchenstein). 

Aufgaben aus der Mathematik: 
I. Eine Gemeinde hat bei ihter Herrschaft eine Schuld von 20.000 K aufge- 
nommen und ihr dafur einen Wald verpfandet, welcher jahrlich einen 



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45 



reinen Ertrag von 1500 K abwirft; die Herrschaft zahlt der Gemeinde 
bei der Ruckgabe des Waldes noch 132 19*50 K aus; wie lange hat die 
Herrschaft den Wald benutzt, wenn die Zinseszinsen zu 5 % gerecbnet 
werden? 

2. Ein Turm befindet sich a = 6^m vom Ufer eines Flusses entfernt und hat 

eine Hohe von 22 m; wie grofl ist die Breite des Flusses, wenn sie von 
der Turmspitze aus unter einem Gesichtswinkel a=i2 4O f erscheint? 

3. Der Halbmesser einer Kugel ist r = 7*25 dm, der Achsenschnitt eines Sektors 

derselben hat einen Zentriwinkel a = 53° I2 f ; wie grofl ist die Ober- 
fl&che und das Volumen dieses Sektors? 

4. Durch den Brennpunkt der Parabel j> 2 = 8x geht eine Gerade, welche von 

der Ordinatenachse das Stuck — 2 abschneidet; wie grofl ist die Flache, 
welche von der zu dieser Geraden parallelen Parabel tangente, dem 
Parabelbogen und der Abszissenachse begrenzt wird? 
Die mundliche Prufung fand am 30. September 1905 unter dem Vorsitzc 
des Herrn k. k. Landesschulinspektors Dr. Josef Loos statt. 



Den schriftlichen Priifungen unterzogen sich 

Darunter aus einem Gegenstande 

Nach dem Ergebnisse derselben wurden zuriickgewiesen . . . 

Nach dem Ergebnisse der Wiederholungspriifungen des II. Se- 
mesters wurden zur raiindlichen Prufung nicht zugelassen 

Vor der miindlichen Prufung traten zuriick 

Der miindlichen Prufung unterzogen sich 

Darunter solche, die blofl aus einem Gegenstande die Prufung 
wiederholten 

Zum zweitenmal unterzogen sich der Prufung 

( reif mit Auszeichnung 

Approbiert wurden < 

Reprobiert wurden auf ein Jahr 

Reprobiert wurden auf unbestimmte Zeit 


Offentliche 
Schuler 


Externisten 


5 
4 

6 
5 

5 

1 


3 

1 
1 

2 

1 
1 

1 

1 


i 



Im Schuljahre 1906. 

Im Februartermine. 

Im Februartermine unterzogen sich 2 Abiturienten der zweiten Wieder- 
holungspriifung aus Latein. 

Bei den schriftlichen Prufungen, die am 6. und 7. Februar stattfanden, 
wurden folgende Themen gegeben : 

Ubersetzung aus dem Lateinischen: Caes. b. c. I, 24 (von „Pompeius his 
rebus" bis „impedire instituit"). 

Obersetzung ins Lateinische: n Epaminondas und sein Waffentrager" (aus 
Supfle-Rappold, Aufgaben zu lat. Stiliibungen, II. Teil, Nr. 154). 



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46 



Die miindliche Prufung" wurde am 10. Februar unter dem Vorsitze des 
Herrn Landesschulinspektors Dr. Josef Loos abgehalten; bei derselben wurden 
beide Kandidaten fur reif erklart. 

Verzeichnis der im Sommer- und Herbsttermine 1905 und im 
Februartermine 1906 approbierten Abiturienten. 

(Die mit * bezeichneten Abiturienten erhielten ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung.) 











Dauer 


■ ■ 


P. 

N. 


Name 


Geburtsort und 
Vaterland 


Lebens- 
alter, 
Jahre 


der Gyrn- 
nasial- 

studien, 
Jahre 


Gewahlter 
Beruf 


I 


♦Bleickner Josef . . 


Going, Tirol 


20 


8 


Medizin 


2 


♦Burgstaller Peter . . 


Eidenberg, Oberosterr. 


19 


8 


Theologie 


3 


Christ Max .... 


Grein, „ 


19 


8 


Jus 


4 


Danhofer Eduard 


Leonding, „ 


20 


8 


Beamtenstand 


5 


Diwald Josef . . . 


Puchenau, „ 


20 


8 


n 


6 


Drasch Josef . . . 


Steyr, 


*9 


8 


Jus 


7 


*Eckard Johann . . 


Sierndorf, Niederost. 


18 


8 


n 


8 


Elhenitzky Josef . . 


Linz, Oberosterreich 


19 


8 


Philosophic 


9 


Fritz Johann . . . 


Braunau, Oberosterr. 


19 


8 


Theologie 


10 


Getzendorfer Alois . 


Aschach, „ 


20 


9 


Beamtenstand 


1 1 


♦Grofi Wilhelm . . . 


Molln, 


19 


8 


Philosophic 


12 


Haslinger Karl . . 


Oberneukirchen, Ober- 












osterreich 


22 


9 


Beamtenstand 


13 


Haslinger Rudolf . 


Linz, Oberosterreich 


20 


9 


Jus 


14 


Hiptmair Rudolf . . 


Hallwang, Salzburg 


21 


9 


Beamtenstand 


15 


*Huber v. Huberthen- 












eck Walter . . . 


Linz, Oberosterreich 


19 


8 


Militar 


16 


*Jager Ernst .... 


Linz, 


19 


8 


Jus 


«7 


Janout Leopold . . 


Linz, n 


20 


8 


n 


18 


*Jax Karl 


Linz, n 


20 


8 


Philosophic 


19 


Jungreithmeier Joh. 


Mitterbachham, Ober- 












osterreich 


21 


8 


Medizin 


20 


Kiehas Josef . . . 


Au a. d. D., Oberost. 


J 9 


8 


Beamtenstand 


21 


Kronholz Robert 


Wien, Niederosterr. 


18 


8 


Konsular- 
dienst 


22 


Kusmitsch Franz . . 


Salzburg, Salzburg 


20 


8 


Jus 


23 


♦Lecbner Anton . . 


Lilienfeld, Niederost. 


20 


8 


Philosophic 


24 


Liebherr Adolf . . 


Linz, Wiirttemberg 


19 


8 


Jus 


25 


*Nowak Ludwig . . 


Frankenburg, Oberost. 


19 


8 


rt 


26 


Oemer Johann . . . 


Linz, Oberosterreich 


21 


8 


Forstwesen 


27 i *Ortner Richard . . 


Linz, 


19 


8 


Technik 


28 


*von Pia Julius . . . 


Purkersdorf, Niederost. 


18 


8 


Philosophic 


29 


Pierer Viktor . . . 


Weifienburg inBayern, 










Osterreich 


21 


8 


Bodenkultur 


30 


Roiser Karl .... 


Urfahr, Oberosterr. 


20 


9 


Medizin 


i 3 ' 


*Ruth Oskar .... 


Linz, „ 


'9 


8 


Bodenkultur II 



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47 











Dauer 




P. 

N. 


Name 


Geburtsort und 
Vaterland 


Lebens- 
alter, 
Jahre 


der Gym- 
nasial- 
studien, 
Jahre 


Gewahlter 
Berof 


32 


Schoffl Florian . . 


Eidenberg, Oberosterr. 


20 


8 


Theologie 


33 


Stieglecker Hermann 


Reichraming, Oberost. 


20 


8 


n 


34 


de Verette Robert . 


Strafl, Steiermark 


21 


10 


Jus 


35 


Wellner Max . . . 


Linz, Oberosterreich 


21 


10 


n 


36 


Wlc"ek Artur . . . 


Ischl, 


J 9 


8 


Beamtenstand 


37 


Wolf Rudolf . . . 


Linz, 


19 


8 


Bodenkultur 


38 


Zotl Franz .... 


Seebach, Karnten 


20 


9 


Beamtenstand 


39 


Bielaz Leonhard, 












Externist .... 


Perg, Oberosterreich 


20 


8 


r» 


40 


Redlich Ernst, 












Externist .... 


Ischl, 


21 


8 


Jus 


4* 


Schmid Paul, 












Externist .... 


Wien, Niederosterr. 


20 


— 


Philosophic 


42 


Breyer Valentin, 












Externist .... 


Wien, 


24 


— 


Medizin 



Im Sommertermine. 

Die schriftlichen Priifungen wurden vom 14. — 18. Mai abgehalten; den- 
selben unterzogen sich 39 offentliche Schiller, 1 Externist und 1 Externistin. 

Es wurden folgende Themen gegeben: 

Deutscher Aufsatz: „Reisen fuhrt zur Heimatkunde und die Heimatkunde 
in Osterreicb unfehlbar zur Heimatliebe" (Stelzhamer). 

Obersetzung ins Lateinische: Die alten Deutschen zur Zeit des Tacitus. 
(Mit teilweiser Benutzung von Sedlmayer-Scheindler, Lat. Ubungsbuch fiir die 
VIII. Klasse, Nr. 1.) 

Ubersetzung aus dem Lateinischen: Sallustii epistulae. Epistula Mithri- 
datis (IV. 61. D.) § 5 — 9 und § 16 — 23 (gekurzt). 

Obersetzung aus dem Griechischen: Plato, Alkibiades II. Cap. XII. 

Aufgaben aus der Mathematik: 

1. Eine Schuld von 10.000 K soli durch 4 am Ende jedes Jahres 
failige Raten derart getilgt werden, dafi jede folgende Rate um 500 K 
grofier ist als die vorhergehende; wie grofi wird die erste Rate sein 
raussen? 3 % . 

2. Von einem Luftbailon aus sieht man die Tiirme zweier in derselben 
Horizontalebene liegenden Orte A und B, deren horizontale Entfernung 
s=j'$km ist; die Visierlinie nach A schliefit mit der Vertikalen dt^n 
Winkel o, == 22 ° 1 2', jene nach B den ^ 2 = 57 ° 20', ein, der Winkel 
zwischen beiden Visierlinien ist a = 24 36'. Wie hoch belindet sich drr 
Ballon iiber der Horizontalebene? 



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48 

3. An die Ellipse i6jr*-f 25>' 2 = 400 soil von P (0,5) im ersten Quadranten 
eine Tangente gezogen werden; man bestimme die Koordinaten des Be- 
riihrungspunktes, die Gleichung der Tangente und den Winkel zwischen 
der Tangente und dem zugehorigen Radiusvektor. 

4. 3^ 2 — ixy + \y* = 
$x* — sxy—y % = 35. 

Die mundliche Priifung beginnt am 9. Juli 1906; iiber das Ergebnis 
derselben kann erst im Programme des nachsten Jahres berichtet werden. 



IX. Gesundheitspflege der studierenden Jugend. 

Die Anstalt hat neben der geistigen Tuchtigkeit ihrer Zoglinge auch deren 
korperliche Kraft und Leistungsfahigkeit tunlichst zu fordern gesucht. Nicht 
blofi in der Konferenz am 17. November 1905, die im Sinne des Min. Erl. 
v. 15. September 1890, Z. 19097, eigens zu diesem Zwecke abgehalten wurde, 
wurden zahlreiche einschl£gige Fragen auf diesem Gebiete einer ausfiihr- 
lichen Erorterung unterzogen, sondern es fanden auch wahrend des ganzen 
Schuljahres schulhygienische Erscheinungen, die sich ergaben, gebuhrende 
Beachtung. Die „Monatsschrift fur Gesundheitspflege" und die Zeitschrift 
,.K6rper und Geist" gew&hrten manche Belehrung und Anregung und brachten 
zugleich Kunde von gesundheitlichen Veranstaltungen in anderen Stadten und 
Landern. 

Durch das jugendfreundliche Entgegenkommen des Herrn Dr. Franz 
Benke, der auch heuer wieder unbemittelte Schuler unentgeltlich behandelte, 
wurde die Wohltat einer ordentlichen Zahnpflege einer groBeren Anzahl von 
Schulern zugewendet und — was noch vielfach recht not tut — das Ver- 
standnis und das Interesse fur diese Seite der Hygiene in weitere Kreise ge- 
tragen. 

Der Turnunterricht und damit im Zusammenhange die Turnspiele wurden 
in der besseren Jahreszeit zumeist im Garten der Anstalt abgehalten. Auch 
wahrend der Erholungspausen hielten sich die Schuler daselbst auf. 

Die Jugendspiele fanden einige Wochen hindurch im Herbste 1905 
und dann wieder vom April 1906 an auf dem fur sie bestimmten Platze bei 
der neuen Donaubnicke statt. Den Schulern der Oberstufe war der Spielplatz 
am Dienstag von ^gO — 7, den Schulern der I. und II. Klasse am Samstagr 
von 4 — 1 l 2 b und den Schulern der III. und IV. Klasse im Anschlusse daran 
von 1 / 2 6 — 7 Uhr iiberlassen. Turnlehrer Max Hirt, Professor Franz 
Lehner und Turnlehrer Max Richter unterzogen sich mit voller Hingabe 
der Leitung der Spiele, die Schuler widmeten sich diesen Leibesiibungen mit 
jugendlichem Eifer und so brachten die Spiele alien Teilnehmern nicht blofi 
vergniigte Stunden im heiteren Verkehr mit Kameraden, sondern auch kraf- 
ti^ende Erholung in freier Luft. 



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49 

Fur das Eislaufen hat der Jugendspielverein 30 Karten zu dem er- 
maftigten Preise von je 2 K fur unbemittelte Schiiler zur Benutzung des Eis- 
platzes des Bicycleklubs zur Verfiigung gestellt. Der Winter von 1905/06 war 
jedoch diesem Vergnugeri nicht giinstig. 

Dagegen war die Beteiligung am Rodeln recht rege. Dasselbe hat 
sich hier, trotzdem es erst kurze Zeit betrieben wird, bereits zu dem belieb- 
testen Wintersporte entwickelt, dem grofi und klein lebhaft huldigt. 

Einen sehr starken Zuspruch finden alljahrlich die stddtischen Bdder, und 
die Gemeindevertretung von Linz hat sich durch die Erweiterung der Bade- 
anstalt auf der Strafierau ein allseits dankbar anerkanntes Verdienst um das 
allgemeine Wohl erworben. Zur Benutzung derselben wurden von dem 
Schwimmschulkomitee je 5 Freikarten fur den Schwimmunterricht und fur 
Schwimmubungen und uberdies noch 19 Karten fur den Schwimmunterricht 
und 85 Karten fur Schwimmubungen zu dem ermafiigten Preise von 4 beziehungs- 
weise 2 K ubermittelt. Mit diesen Karten wurden in erster Linie Schiiler bedacht, 
welche die Ferien in Linz zubringen und dcshalb ein erfrischendes Bad 
besonders notig haben. Infolge des ungiinstigen Wetters konnte das Baden 
heuer erst recht spat beginnen. 

In der Badeanstalt an der Oberen Donaulande konnten die Schiiler (un- 
bemittelte fur 40, wohlhabendere fur 60 h) das ganze Jahr hindurch Wannen- 
bader nehmen. 

Die beiden hiesigen Rudervereine ^hier" und „ Wiking" haben auch in 
diesem Jahre besondere Abteilungen fur das Schulerrudern gebildet, so daft 
den Schulern der Oberstufe wieder Gelegenheit geboten war, auf unserem 
herrlichen Donaustrome dem Rudersporte unter der Leitung erprobter Mit- 
glieder der genannten Vereine zu obliegen. Namentlich fur Schiiler, die in den 
Ferien in Linz verbleiben, ist es recht erwunscht, diesen der Gesundheit so 
dienlichen Wassersport , der auch anderwarts in Schiiierkreisen immer mehr 
Ausbreitung findet, betreiben zu konnen. 

Neben der Pflege geeigneter Leibesubungen ist der Aufenthalt im Freien, 
die Bewegung in frischer Luft und im Sonnenschein fur die gesamte Ent- 
wicklung der Leibeskraft und der Arbeitstuchtigkeit von hervorragender Be- 
deutung. Mehrere Mitglieder des Lehrkorpers unternahmen denn auch mit 
ihren Schulern Wanderungen durch Wald und Flur, wobei — je nach der 
Jahreszeit — verschiedene Spiele aufgefiihrt und sportliche Ubungen veranstaltet 
wurden. Mit einzelnen AusflCigen wurden auch belehrende Zwecke verbunden. 
So ging am 23. Oktober die IB Klasse (Turnlehrer M. Hirt) Ciber den 
Pfenningberg nach Steyregg, am 17. Januar die MA und VB Klasse (Prof. 
Fr. Lehner) nach Bachl, am 4. und am 7. Februar die V. und VI. Klasse 
(Prof. Fr. Lehner) ebenfalls nach Bachl, am 4. Februar die I A Klasse 
(Turnlehrer M. Hirt) in die Koglerauen, am 10. Februar die I A Klasse 
(Turnlehrer M. Richter) nach Puchenau, am 9., 10. und 11. Februar die 
VI-4 Klasse (Prof. Fr. Lehner) nach Bachl, am 12. P'ebruar die \B Klasse 



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50 



und am 13. Februar die VII. Klasse (Turnlehrer M. Hirt) nach Bachl, am 
ig. Marz die \B Klasse (Prof. Fr. Schneider) uber den Freinberg und die 
Turmleiten ins Donautal, am 24. Marz die VB Klasse (Dr. K. Joerg, 
Dr. O. Dechant und O. Flock) nach Steyregg und uber den Pfenningberg 
und an demselben Tage die I A Klasse (Prof. Fr. Schneider) nach Auhof, am 
31. Marz die VIA Klasse (Prof. Dr. A. Konig) nach St. Peter, am 5. Mai 
die VII. Klasse (Prof. 0. Hantschel, Prof. Fr. Schneider und Dr. O. Dechant) 
nach Kleinmiinchen, am 12. Mai die VA Klasse (Prof. Fr. Lehner) auf den 
Pfenningberg, am 17. Mai die I A Klasse (Turnlehrer M. Richter) in die 
Koglerauen und nach Puchenau, am 19. Mai die VIA Klasse (wirklicher Lehrer 
Dr. E. Hager und Prof. Fr. Lehner) nach Enns, an demselben Tage die 
VIII. Klasse (Prof. Dr. R. Klug) in die Koglerauen, ebendabin am 26. Mai 
die VB Klasse (Prof. Fr. Schneider). Der 21. Juni wurde von dem Bericht- 
erstatter freigegeben und sollre zu Ausflugen benutzt werden. Leider setzte 
der Tag mit einem ausgiebigen Regen ein, so dafi die Halfte der Klassen 
zuruckblieb und blofi die ubrigen Klassen, die schon in fruher Morgenstunde 
aufgebrochen waren, ihr Vorhaben mit nachstehend genannten Zielen aus- 
fuhrten: IB (Dr. K. Joerg) Aschach, IV B (Supplent /. Lobmair) Windisch- 
garsten, VA (Prof. Fr. Schneider) Ebensee, VB (Prof. J. Strigl) Gmunden, 
VIA (Prof. Fr. Lehner) Ternberg, VI B (Prof. Dr. R. Klug) Spital am Pyhrn 
und VIII Klasse (Prof. A. Sauer) Admont. 

Auf nachstehender Tabelle seien noch einige Daten tibersichtlich zu- 
sammengestellt, die sich auf die Gesundheitspflege beziehen. 



Tabelle 


zur 


Schulhygiene. 












Klasse 


Zahl 
der 

Offent- 
lichen 
Schiller 


Es beteiligten sich am 


Es badeten 


Es 
wohnen 
in den 
Ferien 
auf 
dem 
Lande 


be -g, 


c 
p 
"33 


c 
1; 



c 

4) 


c 

u 
V 

13 

3 

X 


Schwim- 
mer 


Nicht- 

schwim- 

mer 


IA 


50 

47 
38 
40 

39 
42 
30 
32 
30 
28 

39 
38 

47 
40 


35 
34 
32 

27 
28 

27 
16 
18 
16 
13 
19 
l 7 
20 
1 1 1 


10 
20 

29 
16 

15 
18 
21 

12 
21 

7 
12 
18 
19 

H 


34 
37 
28 
21 
37 
37 
16 

24 
25 
14 
34 
23 
38 
26 


3 
7 

2 

10 

4 
11 

9 
7 
7 

H 
9 

19 
9 




22 
II 
20 
II 

31 
23 

25 

18 

23 

23 

33 
33 

45 

}2 


6 
10 
15 

7 
4 
2 

5 

2 
1 
1 
6 
5 

1 


32 

31 
26 

31 

33 

27 
25 
19 
19 
21 

3i 
24 
3i 
24 


IB 






JIA 

UB 


Ill .4 


uib 


IVA 


IV B 


V^ 

V>5 


2 
2 
2 

5 
8 

3 


VIA 

VI# 


VII 

VIII 




^ 1 


Surame . 


540 


313 


232 


394 


in 


2 


2 


[ 350 


65 


374 J 



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51 

Fur die groflen Ferien stellt alljahrlich der Deutsche und Osterreichische 
Alpcnverein und in gleicher Weise die Zentralleitung der deutschen Studenten- 
und Schulerherbergen in Hohenelbe Legitimationen zur Benutzung ihrer Her- 
bergen zur Verfflgung, so dafi auch armere Schuler die Freuden des Korper 
und Geist st&Ykenden Wanderlebens geniefien k<5nnen. 

Der Gesundheitszustand der Schuler war das ganze Jahr hindurch recht 
gunstig. Infektionskrankheiten kamen nur ganz vereinzelt vor (5 Falle von 
Mumps). Dafi die Anamie, diese moderne Zeiterscheinung, auch unter der stu- 
dierenden Jugend nicht fehlt, kann nicht sonderlich iiberraschen; auffallender 
dagegen ist es, dafi alljahrlich eine grofiere Anzahl von Schulern aus der 
Volksschule in die Anstalt eintritt, die bereits mit mancherlei Gebrechen, so 
mit Kurzsichtigkeit und Schwerh6rigkeit, behaftet sind oder die uberhaupt in 
ihrer kSrperlichen Entwicklung stark zuruckgeblieben sind. 



X. Chronik. 

Das Schuljahr 1905/06 wurde am 16. September 1905 er6ffnet. Das 
Heilige-Geistamt wurde am 17. September von dem Religionsprofessor L. Ber- 
manschlager in der Gymnasialkapelle zelebriert, der Unterricht begann am 
19. September. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat sich zufolge Erlasses 
vom 25. Mai 1905,2. 15323, bestimmt gefunden, den prov. Lehrer am Staats- 
gymnasium in Linz Adolf Muller zum wirklichen Lehrer an der Staats- 
realschule in Gorz mit der Rechtswirksamheit vom 1. September 1905 zu 
ernennen. — Ad. Muller, ein begabter Lehrer von gediegenem Fachwissen, 
stand 5 Jahre an der h. o. Anstalt in Verwendung und hat es insbesondere 
verstanden, die Schuler der Oberstufe mit lebhaftem Interesse fur den 
Unterricht im Deutschen zu erfullen. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
28. Mai 1905, Z. 12923, den Professor am Staatsgymnasium in Linz Dr. Anton 
Konig in die VIII. Rangsklasse mit der Rechtswirksamkeit vom 1. September 
1905 zu befordern gefunden. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
30. Mai 1905, Z. 17438, den Supplenten am Staatsgymnasium in Linz 
Dr. Jose/ J org zum wirklichen Lehrer an der Staatsrealschule in Marburg mit 
der Rechtswirksamkeit vom 1. September 1905 ernannt. — Dr. J. Jorg hat 
sich wahrend seiner einjahrigen Wirksamkeit an der h. o. Anstalt als fleifliger 
und gewissenhafter Lehrer bewahrt und hat sowohi im Lehrkorper als auch 
bei seinen Schulern ein freundliches Andenken zuriickgelassen. 

Das k. k. Ministerium fur Kultus und Unterricht hat laut Erlasses vom 
2. Juli 1905, Z. 19367, den Professoren am Staatsgymnasium in Linz Doktor 

4* 



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52 

Rudolf King und Oskar Hantschel behufs Teilnahme an dem Ferialfortbildungs- 
kurse fiir Mittelschullehrer in Graz Unterstiitzungen im Betrage von je 150 K 
bewilligt. 

Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
8. August 1905, Z. 17569, dem wirklichen Lehrer am Gymnasium der There- 
sianischen Akademie in Wien Dr. Evermod Hager eine Lehrstelle am Staats- 
gymnasium in Linz mit der Rechtswirksamkeit vom 1. September 1905 ver- 
liehen. 

Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
22. August 1905, Z. 30341, den Professor an der Staatsrealschule in Salz- 
burg Herrn Schulrat Hermann Luhas mit den Funktionen eines Fachinspektors 
fiir den Zeichenunterricht an den Mittelschulen, Lehrer- und Lehrerinnen- 
bildungsanstaiten in Ober6sterreich, Salzburg, Steiermark, Karnten, Krain 
sowie an den genannten Lehranstalten mit deutscher Unterrichtssprache in 
Tirol und Vorarlberg fiir das Schuljahr 1905/06 betraut. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
29. August 1905, Z. 31645, sich bestimmt gefunden, den prov. Lehrer am 
Kommunalgymnasium in Bregenz Dr. Karl Joerg fiir die Dauer der Beurlaubung 
des als k. k. Bezirksschulinspektor fungierenden Professors Dr. Kajetan Hofner 
zum prov. Lehrer am Staatsgymnasium in Linz mit der Rechtswirksamkeit vom 
1. September 1905 zu ernennen. 



I Karl Rdser f. I 

Am 7. September 1905 starb der Schiiler der VB Klasse Karl Roser 
im 17. Jahre seines jugendlichen Lebens. Der Verblichene, ein recht braver 
und gesitteter Schiiler, dessen Gesundheit schon lang geschwacht war, hat sich 
mit seiner ganzen Kraft den Studien gewidmet und noch im letzten Schuljahre 
einen erfreulichen Erfolg erzielt. An dem Leichenbegangnisse, das am 9. Sep- 
tember von der Friedhofkapelle aus stattfand, hat sich der Berichterstatter mit 
dem Professor Franz Lehner und einer Anzahl hier anwesender Schuler beteiligt. 
Am 30. September wurde fiir den Verewigten von dem Religionsprofessor 
L. Bermanschlager eine heilige Seelenmesse in der Gymnasialkapelle gelesen, 
weicher der Lehrkorper und samtliche katholische Schiiler der Anstalt bei- 
wohnten. Er ruhe in Frieden! 

Dem feierlichen Requiem fiir wetland Ihre Majestiit die Kaiserin Elisabeth > 
das am 9. September 1905 in der alten Domkirche stattfand, hat der Bericht- 
erstatter in Begleitung des Professors Franz Lehner beigewohnt. 

Seine k. und k. Apostolische Majestat haben mit Allerhochster Ent- 
schliefiung vom 11. September 1905 den Herrn Minister fur Kultus und 
Unterricht Dr. Wilhelm Ritter v. Hartel unter Verleihung des GroBkreuzes 
des Leopold-Ordens vom Amte zu entheben und den Herrn Vizeprasidenten. 



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53 

des Landesschulrates in Wien Dr. Richard Freiherrn v. Bienerth zum Sektions- 
chef im Ministerium fur Kultus und Untcrricht zu ernennen und unter Ver- 
leihung der Wurde eines Geheimen Rates mit der Leitung dieses Ministeriums 
zu betrauen geruht. 

Der Berichters tatter hat anlafilich der am 19. September 1905 stattge- 
fundenen feierlichen ErOffnung des neuen Gymnasialgebaudes in Wels die 
Nachbaranstalt auf telegraphischem Wege zu ihrem sch6nen Heim begliick- 
wunscht. 

Seine k. und k. Apostolische Majestat haben mit AllerhOchster Ent- 
schliefiung vom 22. September 1905 den mit dem Titel und Charakter eines 
Statthalterei -Vizeprasidenten ausgezeichneten Herrn Hofrat bei der Statthal- 
terei in Linz Dr. Max Grafen Wickenburg zum Sektionschef im Ministerium 
fflr Kultus und Unterricht allergnadigst zu ernennen geruht. Aus diesem An- 
lasse begab sich der Berichterstatter mit den Direktoren der Mittelschulen 
und verwandten Lehranstalten in Linz-Urfahr am 26. September zu dem 
Herrn Sektionschef, um ihn zu seinem neuen Amte zu beglOckwunschen. 
Die Abordnung batte sich der freundlichsten Aufnahme zu erfreuen. Am 
28. September beebrte der Heir Sektionschef den Berichterstatter mit seinem 
Besuche. 

Das Allerhochste Namensfest Seiner Majestat des Kaisers (4. Oktober 1905) 
wurde durch ein Hochamt gefeiert, das der Religionsprofessor Z. Bermanschldger 
zelebrierte und dem der LehrkSrper und die katholischen Schfller der Anstalt 
beiwohnten. Der Berichterstatter nahm mit dem Professor A. Sauer an dem 
Festgottesdienste im alten Dome teil. 

Der Herr Leiter des k. k. Ministeriums fur Kultus und Unterricht hat 
mit dem Erlasse vom 7. Oktober 1905, Z. 12923, die Professoren Simon 
Kirchtag und Ernst Sewera in die VII. Rangsklasse mit der Rechtswirksamkeit 
vom 1. Januar 1906 zu befordern befunden. 

Seine k. und k. Apostolische Majestat haben mit Allerh6chster Entschlie- 
fiung vom IO. Oktober 1905 den Professor am Staatsgymnasium in Linz 
Dr. Alois Lechthaler zum Direktor der Staatsrealschule in Bozen aller- 
gnadigst zu ernennen geruht. — Dr. Al. Lechthaler hat als tGchtiger Fach- 
raann 15 Jahre hingebungsvoll und erfolgreich an der h. o. Anstalt gewirkt 
und sich insbesondere auch um die Neuordnung des physikalischen Kabinetts 
verdient gemacht. Sein makelloser Charakter, die treue Kollegialitat, die er 
stets bewies, und das warme Wohlwollen, das er seinen Schiilern entgegen- 
brachte, sichern ihm ein ehrenvolles Andenken an unserer Anstalt. 

Am 10. Oktober 1905 hielt der Wanderlehrer A. Liebetrau aus Chem- 
nitz fur die in zwei Gruppen geteilten Schuler der Anstalt Vortrage fiber 
„Flflssige Luft" mit zahlreichen Versuchen, welche bei der Neuheit des Gegen- 
standes ebenso lehrreich als unterhaltend waren. 



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I Professor d. R. Ludwig Edlbacher. f 

Am 17. Oktober 1905 verschied hier nach langem Leiden der k. k. Pro- 
fessor d. R. Ludwig Edlbacher im 63. Lebensjahre. Der Verblichene war 
im Jahre 1843 zu Sierning geboren, besuchte 1854 bis 1862 das Staats- 
gymnasium in Linz und widmete sich dann an der Universttat zu Wien histo- 
rischen Studien, nach deren Abschlufl er im Jahre 1866 die Lehrbefahigung 
fiir Geographie und Geschichte erwarb. Bereits im Jahre 1868 erhielt er eine 
Lehrstelle am Staatsgymnasium in Linz und verblieb von da an im Verbande 
der Anstalt bis zu seiner im Jahre 1899 iiber eigenes Ansuchen erfolgten Ver- 
setzung in den bleibenden Ruhestand. Professor L. Edlbacher erfreute sich 
wegen seines biederen, geraden Charakters der Wertschatzung seiner Amts- 
genossen und der Verehrung seiner zahlreichen Schiiler, denen er bei seinem 
umfangreichen Wissen durch seine interessanten und bildenden Geschichts- 
vortrage manche genufireiche Stunde bereitete. Er war auch schriftstellerisch 
tatig und behandelte mit Vorliebe Stoffe aus der Csterreichischen Geschichte 
und aus der Heimatkunde („Die Politik der Herzoge von Bayern gegen 
Karl V. und Ferdinand I." — „Uber das Verhaltnis der Grafen von Schaun- 
berg zu den Herzogen Rudolf IV. und Aibrecht III. von Osterreich, mit be- 
besonderer Beriicksiehtigung der osterreichischen Freiheitsbriefe. n — n^ie 
Entwicklung des Besitzstandes der bischGflichen Kirche von Passau in Oster- 
reich ob und unter der Enns vom 8. bis 1 1. Jahrhundert. n — j?Die Chronik 
der Stadt Steyr von Jakob Zell 16 12 — i635. n — „Landeskunde von Ober- 
6sterreich , '). Bei seinem Obertritte in den Ruhestand wurde ihm fiir seine 
eifrige und erspriefiliche Wirksamkeit im Lehramte und auf dem Gebiete der 
oberosterreichischen Landeskunde von dem k. k. Landesschulrate im Namen 
des Herrn Ministers fiir Kultus und Unterricht die Anerkennung ausgesprochen. 
Professor L. Edlbacher fuhite sich schon wahrend seiner letzten Dienstzeit 
leidend und das otium cum dignila/e, das er nun genieflen konnte, brachte 
ihm nicht mehr die erhoffte Besserung. — An dem Leichenbegangnisse , das 
am 19. Oktober stattfand, beteiligte sich der Lehrkorper mit samtlichen 
SchQlern der Anstalt. Auch sonst folgten zahlreiche Trauergaste dem Sarge 
auf dem Wege zum Friedhofe in Urfahr, unter ihnen Herr Landesschulinspektor 
Dr. J. Loos, Herr Domscholaster und Stadtpfarrer L. Dullinger, Direktoren 
und Professoren der hiesigen Mittelschulen , ehemalige Schiiler des Ver- 
blichenen u. a. Am 20. Oktober wurde in der Gymnasialkapelle eine Trauer- 
messe vom Religionsprofessor L. Bermanschldger gelesen , welcher der Lehr- 
korper und die katholischen Schiiler der Anstalt beiwohnten. Ehre dem An- 
denken des verdienten Schulmannes! 

Am 23. Oktober 1905, dem Sakulartage der Geburt unseres heimischen 
Dichters Adalbert Stifter, fand im Festsaale der Anstalt eine bescheidene, 



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aber des Anlasses wiirdige Feier mit nachstehendem Programme statt: I. Die 
Ehre Gottes. Vokalchor von L. v. Beethoven. 2. Ansprache des Direktors. 
3. An Stifter. Gedichtet und vorgetragen von A. Russegger (VIA). 4. Der 
Waldsee. Fur Mannerchor und Alt von Th. Podbertsky. 5. Festrede. Ge- 
sprochen von J. Edmayr (VIII. Klasse). 6. Chor der Landleute aus den 
pjahreszeiten 77 . Fiir gemischten Chor, Klavier und Harmonium von J. Haydn. — 
Das gefuhlvolle Gedicht und die gediegene Festrede brachten die Bedeutung 
des Tages wirksam zum Ausdrucke, der noch durch die mit feinem Kunst- 
verstandnis ausgewahlten und unter der bewahrten Leitung des Gesanglehrer* 
Fr. Neuhofer in trefflicher Weise vorgetragenen Gesange erhoht wurde. Die 
Feier verlief in wahrhaft erhebender Weise und liefi bei alien Teilnehmern 
den besten Eindruck zuriick. Auch Herr Landesschulinspektor Dr. J. Loos, 
der die Veranstaltung mit seiner Anwesenheit beehrt hatte, sprach sich voil 
Anerkennung iiber das Gebotene aus. Leider war es wegen Raummangels 
nicht moglich, auch Eltern der Schiller und Freunde der Anstalt zu dieser 
Feier einzuladen. 

Der k. k. Landesschulrat fiir Osterreich ob der Enns hat zufolge Er- 
lasses vom 31. Oktober 1905, Z. 4982, die Bestellung des Lehramtskandidaten 
Dr. Otto Dechant zum Supplenten am Staatsgymnasium in Linz fur das Schul- 
jahr 1905/06 genehmigt und denseiben im Sinne des Min. Erl. v. 1. No- 
vember 1893, Z. 24871, behufs Einfuhrung in das praktische Lehramt dem 
Professor Dr. Rudolf Klug zugewiesen. 

Am 19. November 1905, der auf einen Sonntag fiel, wurde wetland Ihrer 
Majestdt der Kaiserin Elisabeth in der Exhorte und bei der heiligen Messe 
gedacht. 

Der Herr Leiter des Ministeriums fiir Kultus und Unterricht hat mit 
dem Erlasse vom 5. Dezember 1905, Z. 40145, den Professor am Staats- 
gymnasium in Linz Franz Lehner zum Konservator der Zentralkommission fiir 
Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale (I. Sektion) 
fur die politischen Bezirke Braunau, Ried und Scharding mit fiinfjahriger 
Funktionsdauer ernannt. 

Die Professoren Franz Lehner und Ernst Sewera haben an dem vom 
27. bis 31. Dezember 1905 in Wien stattgefundenen archaologischen Fort- 
bildungskurse fur Mittelschullehrer teilgenommen. Aus diesem Anlasse wurde 
ihnen zufolge Min. Erl. v. 28. Dezember 1905, Z. 47949, ein Betrag von 
je 80 K bewilligt. 

Der k. k. Landesschulrat hat mit dem Erlasse vom 7. Januar 1906, 
Z. 5793 ex 1905, dem Professor Schulrat Robert Sttchlberger anlafilich der 
Voilendung seines 30. Dienstjahres den Dank und die Anerkennung fiir seine 
sehr pflichteifrige und erspriefiliche Dienstleistung ausgesprochen. Seine Ex- 
zellenz der Herr Statthalter Erasmus Freiherr v. Handel kniipfte noch den 
Wunsch daran, dafl es dem Genannten gegonnt sein moge, sich auch noch 
fernerhin im Dienste der Jugenderziehung wie bisher zu bet&tigen. 



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Anlafilich des am 3. Februar 1906 erfolgten Ablebcns des Herrn 
Professors an der hiesigen Staatsrealschule L. Mosenbacher hat die Direktion 
ein Kondolenzschreiben an den LehrkOrper der genannten Anstalt gerichtet. An 
dem Leichenbegangnisse beteiligte sich der Berichterstatter mit den Professoren 
Fr. Lehner und O. Hantschel. Der Verblichene hat 9 Jahre (1889/90 bis 
1897/98) den Unterricht im Freihandzeichnen an unserer Anstalt erteilt. 

Das erste Semester schlofl am 10., das zweite begann am 14. Februar 1906. 

Anlafilich der Ernennung des mit dem Titel und Charakter eines Hof- 
rates ausgezeichneten Herrn Statthaltereirates Karl Binder zum wirklichen 
Hofrate bei der k. k. Statthalterei in Linz hat der Berichterstatter seinen 
Namen in den aufliegenden Gratulationsbogen eingetragen. 

Herr Landesschulinspektor Dr. Josef Loos hat am 10. Dezember 1905 
und am 6. Marz 1906 den Unterricht in mehreren Klassen inspiziert. 

An dem Leichenbegangnisse des emeritierten Herrn Professors des k. k. 
Obergymnasiums in Kremsmunster P. Gunther Mayrhofer, das am 12. Marz 1906 
in Linz stattfand, hat sich der Berichterstatter mit dem Professor L. Berman- 
schldger beteiligt. Der Verblichene hat in seiner Eigenschaft als Vorstand der 
6ffentlichen Bibliothek in Linz der h. o. Anstalt stets ein grofies Entgegen- 
kommen bezeigt und hat auch im Jahrc 1901 die osterlichen Exerzizien bei 
den Schiilern der Unterstufe geleitet. 

Am 16. Marz 1906 wurde der Herr Hofrat d. R. Dr. Eduard Magner zu 
Grabe getragen. Der Verstorbene bekleidete vom Jahre 1895 bis 1904 die Stelle 
eines Referenten fur administrative und okonomische Angelegenheiten im k. k. 
o. 6. Landesschulrate und hat sich durch sein liebenswurdiges Entgegen- 
kommen warme Sympathien in den Schulkreisen erworben. An dem Leichen- 
begangnisse hat der Berichterstatter mit den Professoren Franz Lehner, Ernst 
Sewera und Anton Sauer teilgenommen. 

Herr Schulrat Hermann Lukas, k. k. Inspektor fur den Zeichenunterricht, 
hat am 7., 13. und 17. Marz 1906 den Zeichenunterricht inspiziert und an 
dem letztgenannten Tage in Gegenwart des Berichterstatters die gemachten 
Wahrnehmungen mit den beiden Fachlehrern besprochen. 

Bei der am 1. April 1906 von dem hiesigen Musikvereine in der Volks- 
festhalle veranstalteten Bruckner- Sri ftungsfeier haben 30 Schiller des Ober- 
gymnasiums bei einem Psalm und dem Te Deum von Bruckner mitgewirkt. 

Die dsterlichen Exerzizien wurden vom 7. bis 10. April 1906 und zwar 
bei den Schiilern der Oberstufe von dem Religionsprofessor L. Bemianschldger 
und bei denen der Unterstufe von dem Herrn Domprediger Dr. Wenzel Grosam 
abgehalten. Um Dispens von diesen religiQsen Obungen ist fur 30 Schuler 
angesucht worden. 

Der „Verein fur Jugendspiele und Korperpflege in Linz", der nach Kraften 
bemiiht ist, der heranwachsenden Generation das kostbare Gut der Gesund- 
heit zu erhalten und zu mehren, veranstaltete, um fur die nicht geringen An- 
forderungen, die an ihn herantreten, neue Mittel zu gewinnen, eine Wohltatig- 



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keitsakademie, die am 21. April 1906 in dem stadtischen Volksgartensaale statt- 
fand. Die Turnlehrer Professor Franz Lehner und Max Hirt und der Gesang- 
lehrer Franz Neuhofcr boten mit ihren Schdlern, die sich mit jugendlicher 
Begeisterung in den Dienst der guten Sache gestellt hatten, Leistungen dar, 
die geradezu rauschenden Beifall fanden und die zugleich zeigten, wie eifrig 
die edle Sangeskunst und die gymnastischen Obungen an unserer Anstalt ge- 
pflegt werden. 

Der Herr Leiter des k. k. Ministeriums fiir Kultus und Unterricht hat 
mit dem Erlasse vom 1. Mai 1906, Z. 5973, dem Professor Franz Schneider 
zu einer wahrend der Hauptferien des Jahres 1906 auszufuhrenden Studien- 
reise ein Stipendium im Betrage von 400 K bewilligt. 

Am 26. Mai 1906 besuchten die Schuler des III. und IV. Kurses im 
Freihandzeichnen unter der Fiihrung ihres Lebrers, des Burgerschuldirektors 
Karl Feuscher, die zweite Abteilung der Fruhjahrsausstellung des ober6ster- 
reichischen Kunstveretnes. 

Zufolge L. Sch. R. Erl. v. 26. Mai 1906, Z. 2580, wurde der Bericht- 
erstatter mit dem Vorsitze bei der mundlichen Maturitatsprtifung im Haupt- 
termine 1906 am Staatsgymnasium in Freistadt betraut. 

Der hochwiirdigste Herr Pralat Leopold Dullinger hat als bischOflicher 
Kommissar den katholischen Religionsunterricht vom 28. bis 31. Mai 1906 
inspiziert. 

Mit Allerhochster Entschliefiung vom 2. Juni 1906 wurde der Leiter 
des Ministeriums fiir Kultus und Unterricht Herr Sektionschef Dr. Richard 
Freiherr v. Bienerth zum Minister des Innern und der Herr Hofrat Dr. Gustav 
Marchet zum Minister fiir Kultus und Unterricht ernannt. 

Die unter den katholischen Schulern der Anstalt im Schuljahre 1905/06 
eingeleitete Sammlung zur Fdrderung des Baues des Maria -Empfangnis- Domes 
in Linz hat den Betrag von 70 K 22 h ergeben. 

Die katholischen Schuler haben am 14. Juni unter der Fuhrung des 
Lehrkorpers an der Fronleichnamsprozession und die Sanger der Anstalt aufler- 
dem noch an der gleichen kirchlichen Feier, die am 17. Juni in der Karme- 
litenkirche stattfand, unter der Fuhrung des Gesanglehrers Fr. Neuhofer teil- 
genommen. 

Die religiosen Obungen wurden in dem vorgeschriebenen Ausmafie ab- 
gehalten, die katholischen Schuler haben dreimal (im Oktober, zu Ostern und 
im Juni) die heiligen Sakramente empfangen. 

Von den Sangern der Anstalt wurden unter der Leitung des Gesang- 
lehrers Franz Neuhofer bei mehreren festlichen Anlassen, Messen und Gesange 
aufgefuhrt und zwar: Am 17. September, beim Heiligen Geistamte, und am 
4. Oktober, dem Allerh6chsten Namensfeste Seiner Majestdt des Kaisers, die 
r Messe in hon. S. Thornae" (von J. Mitterer), an letzterem Tage mit drr 
Einlage „Domine, salvum fac imperatorem nostrum" (von J. Gruber). Am 
8. Dezember die ^Deutsche Messe" (von Schubert, Mannerchor). Am 17. Juni 



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bei der Fronleichnamsprozession die n Eucharistischen Gesange" und „Tantum 
ergo" (sechstimmig, von Samberger). Am 24. Juni im alten Dome die „Messe 
in P-molI" (von J. Rheinberger) mit den Einlagen „Asperges me" (Choral), 
„Priusquam te formarem ,? (von Ignaz Gruber) und ^Justus ut palma" (von 
Kammerlander). Am 7. Juli bei dem Dankamte wie am 24. Juni und zum 
Schlusse das „Dankgebet" aus den altniederlandischen Volksliedern (von 
Kremser). 

An dem feierlichen Requiem, das am 28. Juni in der alten Domkirche 
fur wetland Seine Majestat Kaiser Ferdinand stattfand, hat der Berichterstatter 
mit dem Professor Josef Deubler teilgenommen. 

Das Schuljahr wurde am 7. Juli 1906 in feierlicher Weise geschlossen. 
Nach dem Dankamte, das der hochwurdigste Herr Pralat Leopold Dullinger 
zelebrierte, hielt der Berichterstatter an die versammelten Schuler eine An- 
sprache und nahm sodann die Verteilung der Pramienbiicher an 24 Vorzugs- 
schuler der Unterstufe vor. Mit dem Absingen der Volkshymne fand die Feier 
ihren erhebenden Abschlufi. 



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XI. Statistik der Schuler. 



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XII. Verzeiehnis der Schuler am Sehlusse des 
II. Semesters. 

(Die mit * bezeichneten Sehiiler haben ein Zeugnis der ersten Klasse rait Vorzug erhalten.) 



Baumbach Ernst. 

Baumgartner Josef. 

Beham Ludwig. 

Bejcek Oskar. 
*Bentz Karl. 

Berger Franz. 

Bock Theodor. 

Braunsberger Adolf. 

Breslmair Emil. 
♦Clodi Eduard. 

Danzer Karl. 

Daxinger Franz. 
♦Deutner Alois. 

Diller Hugo. 

Ebner Friedrich. 
♦Eitzinger Vinzenz. 

Emminger Rudolf. 



I. A. 

Eurich Karl. 

Feder Wilhelm. 

Fingerlos Konrad. 
*Fischer Adolf. 

Fischer Johann. 
♦Fischer-Colbrie Artur. 
*Fischer-Colbrie Kurt. 

Fodermayr Franz. 

Forster Karl. 

Fostel Friedrich. 

Fremd Johann. 

Freudenthaler Heinrich. 

Gabriel Rudolf. 

Gaugl Anton. 

Geisler Ignaz. 

Habenicht Erwin. 
♦Harrezmiiller Franz. 



Hard Paul. 
Helbig Rudolf. 
Herda Otmar. 
Heybal Franz. 
Hilber Johann. 
Himsl Gustav. 
Hofbauer Adolf. 
Hofer Max. 
Huber Franz. 
Huemer Josef. 
Hiittner Ferdinand. 
Keiter Karl. 
♦Leopoldseder Johann. 
Mayr Anton. 
Ruckensteiner Fritz. 
Sauer Friedrich. 



Detela Josef. 

Horvat Emil. 
♦Kaindl Thomas. 
♦Kepplinger Heinrich. 

Klim Josef. 
♦Konigseder Felix. 

Kottsdorfer Franz. 

Kohout Ottokar. 

Kordesch Johann. 
♦Koschek Alfred. 

Krauthauf Adalbert. 
♦Kufl Johann. 

Lachinger Artur. 

Lederle Leo. 

Lenk Friedrich. v. 
♦Linkenseder Stephan. 



I. B. 

Mader Ludwig. 
Mayer Friedrich. 
Mayr Heinrich. 
Moser Johann. 
Pesendorfer Erich 
Pesinger Karl. 
Platte Heinrich. 
Plockinger Franz. 
Pollak Karl. 
Polzer Guido. 
Puchner Hans. 
Rauch Johann. 
Rohlich Otto. 
Schauer Matthaus. 
Schiefthaler Johann. 
♦Schneider Ernst. 



Schonhuber Josef. 
♦Schuster Georg. 

Schwaiger Franz. 

Spitz Oskar. 

Steinkellner Alois. 
♦Stifter Leo. 

Strixner Josef. 
♦Sturma Leopold. 

Wagner Hermann. 
♦Wenger Wilhelm. 

Werner Anton. 
♦Wieser Gottfried. 

Wiefiner Bruno. 

Wiaek Richard. 

Zanker Viktor. 



Apfelthaller Max. 
Auinger Max. 
Bauer Franz. 
Bentz Viktor. 
Bockschiitz Franz. 



n. a. 

Boroevifc Nikolaus. 

Eberl Franz. 
*Eder Hugo. 

Ehgartner Robert. 
♦Eisenreich Josef. 



Feder Artur. 

Franta Johann. 
♦Friedl Franz. 

Gaflner Karl. 
*Geri Josef. 



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67 



*Gerstl Otto. 
♦Gleiflner Heinrich. 

Gottschy Ferdinand. 

Graf Lambert. 
♦Grafi Franz. 

Haberfellner Johann. 

Haller Edmund. 

Harrer Ferdinand. 



Heilmair Moritz. 
Helbig Erwin. 
♦Heramel Matthias. 
Heulos Ignaz. 
Honerlein Friedrich. 
Jordan Karl. 
Juszt Alfons. 
Kehrer Karl. 



Kempf Friedrich. 
Keplinger Josef. 
Kleinert Franz. 
Konrad Eugen. 
Kraml Friedrich. 
Krauthauf Karl. 
Piskaty Bruno. 



Friedl Franz. 

Grinzinger Engelbert. 

Kiihrer Alois. 
*Kumpfrailler Moritz. 

Lang Josef. 

Langfellner Ludwig. 

Lederle Eduard. 

Lettner Leopold. 

Lindinger Josef. 
*Lugmair Franz. 
♦Mathie Rudolf. 

Mosharoer Karl. 

Miihleder Ferdinand. 

Nobauer Josef. 



Amort Josef. 

Appel Eduard. 

Aspock Leopold. 
♦Bertl Heinrich. 

Bruckner Josef. 

Czap Ferdinand. 

Dittrich Nikolaus v. 
*Eder Gustav. 
♦Edlinger Otto. 

Eibl Josef. 

Eurich Friedrich. 

Furst Josef. 

Gatti Norbert. 

Gerhardinger Max. 



n. b. 

Niirnberger Fritz. 

Pamperl Franz. 

Peintner Friedrich. 

Pesendorfer Werner. 

Pfeil Heinrich. 

Plaim Karl. 

Pointner Alfred. 
♦Postl Adalbert. 
*Poth Julius v. 

Pramer Franz. 

Pruckmiiller Rudolf. 
♦Puchler Josef. 

Raab Josef. 
*Reder Josef. 

m. a. 

*Gragl Ferdinand. 

Greutter Eberhard. 

Grossauer Franz. 

Griinner Karl. 

Griinwald Josef. 

Griinwald Rudolf. 

Haderer Franz. 

Handel -Mazzetti Peter, Frei- 
herr v. 

Haslinger Emil. 

Hausmann Oskar. 

Hirsch Ernst. 

Hofmann Adolf. 
*Horzeyschy Friedrich. 



Allina Paul. 
*Anders Friedrich. 

Buchrucker Karl. 

Buchrucker Walter. 

Egger Alfons. 

Engelbrechtsm filler Wilhelm. 
*Furst Siegfried. 

Lasser Karl. 



in. b. 

Lezak Max. 
Maier Amilian. 
Mayer Johann. 
Mayrgschwendtner Alfred. 
*Morhart Johann. 
Moser Karl. 
Niederberger Karl. 
Nikodem Karl. 



Renner Josef. 
♦Schauberger Erwin. 

Schneeberger Karl. 
♦Schneider Franz. 

Schweinitzer Franz. 

Strobl Eugen. 

Suchanek Franz. 

Teufelberger Karl. 
*Vogl Paul. 

Weginger Josef. 

Zeilmayer Robert. 

Zemann Ludwig. 



Kaczkowski Ludwig, Ritter v. 
♦Kaindl Franz. 
Karlinger Johann. 
Kiwek Karl. 
Komarek Hermann. 
Konig Rudolf. 
Kraml Franz. 
Kumpl Johann. 
Leitner Josef. 
Lidl Wilhelm. 
Locker Julius. 
Pelikan Alfred. 



Olsinski Adalbert. 
Olsinski Michael. 
Palm Adolf. 
Pfleger Franz. 
Philipp Georg. 
*Pilz August. 
Pokorny Heinrich. 
Ransmayr Josef. 



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68 



Rauch Johann. 

Razima Johann. 

Reischek Andreas. 
♦Rezabek Konrad. 
♦Scheuba Oskar. 
*Schrack Alfred. 



Alt Alfons. 
Aspock Franz. 
Baumbach Friedrich. 
Berger Otto. 
Binderberger Johann. 
Derntl Franz. 
Dolch Hermann. 
Feder Georg. 
Fellerer Josef. 
Fiorioli Walter. 



♦Brachmann Gustav. 

Grims Rudolf. 
♦Haselauer Adolf. 

Hausmann Norbert. 

Koch Alfred. 

Konrad Heinrich. 

Krakowitzer Karl. 

Langthaler Alexander. 

Langthaler Franz. 

Lindinger Franz. 

Mayer Erwin. 



♦Anders Paul. 

Brunhuemer Karl. 
♦Clodi Karl. 

Czerwenka Karl. 

Feil Karl v. 

Ganhor Oskar. 

Georgevic Georg. 

Gumplmair Matthaus. 

Giinter Hugo. 

Hackermiiller Franz. 



*Derschl Karl. 
Gaisbauer Franz. 
Gugenbauer Gustav. 
Haslinger Franz. 
Jaschke Kurt. 



Selke Wilhelm. 

Spak Johann. 

Steffelbauer Friedrich. 
*Strigl Otto. 
*Taub Johann. 

Wehrenfennig Alfred. 

IV. A. 

Fochler Wilhelm. 
♦Fuchs August. 

Gaisbauer Stephan. 

Hackl Georg. 
♦Hackmuller Julius. 
♦Hava Jaroslav. 

Hiramer Karl. 
♦Hinterleithner JakoK 
*Hofbauer Adolf. 
♦Jagenbrein Franz. 

IV. B. 

Mayer Karl. 

Mayer Richard. 

Michl Hugo. 
♦Mfihlberger Johann. 

Muller Konrad. 

Neumuller Leopold. 
♦Panholzer Matthaus. 
♦Pankratz Alois. 

Paulusberger Viktor. 
*Pilat Anton, Edler v. 

Priesner Hermann, 

v. A. 

♦Hager Leopold. 

Hager Rudolf. 

Haidenthaller Karl. 

Haslinger Johann. 

Holscher Kurt. 

Holzl Karl. 
♦Hopfler Alois. 
♦Horzeyschy Johann. 

Hubcr Rudolf. 

Jedlitschka Karl. 

V. B. 

♦Mairhuber Heinrich. 

Mohr Friedrich. 
♦Nusko Franz. 

Palzer Otto. 
♦Pechmann Friedrich. 



Wei6 Leopold. 
*Werkgartner Anton. 
Winklmayr Rudolf. 
Wolkersdorfer Johann. 
Zehenthofer Max. 
Zinner Oskar. 



Jedlitschka Ernst. 
*Jellouschek Ferdinand. 

Keipper Julius. 

Pierer Rudolf. 

Rammer Josef. 

Reiter Eduard. 

Ruppert Friedrich. 

Wit v. Dorring Karl. 
*W66 Anton. 

Wtirdinger Georg. 



♦Pulitzer Johann. 
*Rabl Max. 

Reisch Otto. 

Reisinger Johann. 

Rubenstein Richard. 

Rudolf Leopold. 

Steinkogler Rudolf. 

Stroh Franz. 

Tischler Alois. 
*Wohrl Josef. 



Kaltenegger Otto. 

Kiwek Ignaz. 
♦Kopecny Rudolf. 
♦Koref Ernst. 

Kozischek Gottfried. 

Langer Gustav. 

Lasser Franz. 
♦Loos Roland. 

Reisetbauer Franz. 

Wit v. Dorring Wilhelm. 



Petz Gottfried. 
Piemann Heinrich. 
♦Pillwein Max. 
Pramer Max. 
PuU Moritz. 



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69 



Reisinger Franz. 

Rosenberger Viktor. 
*R£iha Franz. 
♦Schellinger Franz. 

Starker Lothar. 



Steindler Seraphin. 
Steingmber Ferdinand. 
Undesser Josef. 
Wagner Hugo. 
*Wernett Friedrich. 



Wonnebauer Raoul. 
Ziegler Johann. 
♦Zillig Heinrich. 



♦Bertl August. 

Dopplinger Johann. 
*Gerbert v. Hornau, Viktor. 

Glas Ignaz. 
♦Glaser Alois. 
♦Griill Julius. 
*Handstanger Josef. 
*Hausmann Bruno. 
♦Heiserer Albert. 
*Huber Alois. 

Jonke Franz. 
♦Kirnbauer Michael. 
*Koref Alfred. 



VI. A. 

Krackowizer Max. 
♦Krenn Franz. 

Langer Leo. 

Leidinger Gustav. 

Liefler Franz. 

Mostny Richard. 

Nadler Oskar. 

Neumann Georg. 
♦Nusko Johann. 
*Pefll Josef. 

Puhringer Michael. 

Russegger Anton. 

Scharitzer Karl. 



Schirz Alois. 
Schnopfhagen Franz. 
Schubert Rudolf. 
♦Spanninger Heinrich. 
Staininger Anton. 
Strafler Robert. 
Tuller August. 
Watzinger Franz. 
Wenko Erich. 
Wiesmayr Peter 
Wildmoser Friedrich. 
W66 Adolf. 
Ziedek Otmar. 



Arnold Leo. 

Baumann Adalbert. 

Baumgartel Karl. 

Brunswik de KorompaLudw. 

Falbl Karl. 

Filez Franz. 
♦Foltz Otto. 
*Freudenthaler August. 
♦Gerhardinger Hermann. 
♦Gindelstrasser Michael. 

Gossl Felix. 

Grofiegger Theodor. 

Holscher Friedrich. 



Artmann Franz. 

Balthasar Stephan. 

Beyer Josef. 

Bohm Johann. 
*Brachmann Wilhelm. 

Brunner Alfred. 

Clodi Johann. 
*Commenda Johann. 
*Dessl Josef. 

Drasch Heinrich. 

Feigl Josef. 

Fcil Alois v. 

Floderer WUhelm. 



VI. B. 

Homolka Alois. 
♦Isak Richard. 

Krol Oswald. 
♦Kiihrer Josef. 

Lichtenwagner Jakob. 

Lutz Josef. 

Lux Franz. 

Major v. Varanno-Csemernye 
Kurt. 

Proclemer Karl. 
*Ransmayr Alois. 

Rechberger Josef. 
*Schicho Simon. 



♦Schmid Johann. 

Schondorfer Karl. 

Schwayer Gottfried. 

Seyr Karl. 

Skutezky Robert. 

Sperl Alfred. 

Spielauer Georg. 
♦Staufer Karl. 

Stockinger Rudolf. 

Werner Eduard. 
♦Winklbauer Adolf. 

Zach Franz. 

Zolfl Franz. 



VII. 

Franck Heinrich. 
Hager Johann. 
Haiberger Leopold. 
*Handel-Mazzetti Paul, Freih.v. 
Hirschal Helmut. 
Holter Alfred. 
Kern Viktor. 
Kirchenberger Karl. 
Lebschy Moritz. 
Lehner Wolfgang. 
Lekisch Edmund. 
Luegmayr Walter. 
Meditz Maximus. 



♦Meschede Josef. 

Metz Alexander. 

Mutter Adolf 

Polzer Leo. 
*Priigl Heinrich. 

Rabender Friedrich. 

Rubenzer Karl. 
♦Ruth Hugo. 

Schmidjell Franz. 

Spitzenberger Josef. 

Stadlmann Rudolf. 

Staudinger Franz. 

Wegscheider Franz. 



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70 

Weidingcr Emil. 
♦Weidinger Josef. 
♦Weinberger Josef. 



Burgholzer Felix. 
♦Damberger Karl. 

Derschmidt Ludwig. 

Dolch Paul.- 
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*Edmayr Johann. 

Egger Josef. 

Fierlinger Hubert. 

Fillunger Ernst. 

Furtner Karl. 
♦Garhofer Hermann. 

Gidl Friedrich. 

Haider Heinrich. 

Heiserer Friedrich. 



Wellner Oskar. 
Wirth Adolf. 
Wohrl Franz. 

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*Hochhauser Eduard, 

Hoger Nikola us. 

Hueraer Alois. 

Hujer Josef. 
♦Jellouschek Johann. 

Kock Karl. 
♦Kozischek Josef. 

Krenn Viktorin. 

Kiihrer Hermann. 

Langoth Ludwig. 

Lettner Ignaz. 

Mayr Erwin. 

Mogg Franz. 

Pannholzer Karl. 



Zierlinger Johann. 
Zohrer August. 



♦Pefll Hermann. 

Pfanzagl Josef. 
♦PivnicTca Leonhard. 

Rieger Josef. 

Scheuba Ferdinand. 
*Schmitzer Josef. 
♦Schwaiger Ignaz. 

Strigl Josef. 

Walchshofer Franz. 

Walchshofer Karl. 
*Weilbold Alois. 
♦Wittmann Karl. 



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71 



XIII. Kundmachung* beziigflieh des nachsten Sehul- 

jahres. 

Uie Aufnahme der Schiiler in die I. Klasse findet am Schlusse des 
Schuljahres 1905/ 1906 und am Beginne des neuen Schuljahres 1906/ 1907 statt. 
Diejenigen Schiiler, welche die Aufnahme in dem ersten Termine anstreben, 
haben sich am 15., 16. oder 17. Juli vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in 
Begleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter zu melden und einen legalen 
Tauf- oder Geburtsschein, der das vollendete oder im laufenden Kalender- 
jahre zur Vollendung gelangende zehnte Lebensjahr ausweist und, falls sie 
eine offentliche Volksschule besucht haben, das Frequentationszeugnis beizu- 
bringen. Die Schulnachrichten konnen als Ersatz fur das Frequentationszeugnis 
nur dann gelten, wenn in denselben die Unterrichtserfolge aus der Religions- 
lehre, aus der Unterrichtssprache und aus dem Rechnen je mit einem einzigen 
Ausdrucke bezeichnet erscheinen und wenn in denselben zugleich ausdruck- 
lich bemerkt ist, dafl diese Beurteilung im Hinblicke auf den beabsichtigten 
Obertritt in die Mittelschule erfolgt ist. — Mo n tag den 16. und Dienslag 
den 17. Juli wird sodann vormittags von 9 Uhr an die schriftliche und nach- 
m it tags von 2 Uhr an die miindliche Prufung vorgenommen werden. 

Die Anmeldung fiir den zweiten Termin findet in gleicher Weise am 
15. und 17. September vormittags zwischen 8 und 9 Uhr statt; die Prufung 
wird sodann Montag, den 17. September, vormittags von 9 (schriftlich) und 
nachmittags von 2 Uhr an (miindlich) abgehalten werden. 

Bei der Aufnahmsprufung wird in der Religionslehre jenes Mafi von 
Wissen, welches in den ersten vier Klassen der Volksschule erworben werden 
kann, in der deutschen Sprache Fertigkeit im Lesen und Schreiben der 
deutschen und lateinischen Schrift, Kenntnis der Elemente aus der Forraen- 
lehre, Fertigkeit im Analysieren einfacher bekleideter Satze, Bekanntschaft 
mit den Regeln der Orthographie und richtige Anwendung derselben beim 
Diktandoschreiben, im Rechnen Obung in den vier Rechnungsarten mit ganzen 
Zahlen verlangt. 

Zufolge Min. Erl. vom 2. Januar 1886, Z. 85, ist eine Wiederholung 
der AufnahmsprOfung fur die I. Klasse, sei es an derselben oder an einer 
anderen Lehranstalt, mit der Rechtswirksamkeit fur das unmittelbar folgende 
Schuljahr unzulassig. 

Jeder neueintretende Schiiler hat die Aufnahmstaxe von 4 K 20 h, 
den Lehrmittelbeitrag von 4 K (diirftigeren Schiilern kann dieser Betrag auf 
2 K ermafligt werden) und fQr Jugendspiele den Betrag von 1 K zu ent- 
richten; von der letzteren Leistung konnen unbemittelte Schiiler befreit 
werden. 



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Zufolge Min. Erl. vom 26. Juni 1888, Z. 1842 werden auswartige Schiiler 
nur dann aufgenommen, wenn der Wohnort ihrcr Eltern Linz naher gelegen 
ist als ejnem anderen Orte Qber6sterreichs mit einem Gymnasium. 

Schiiler von fremdeh Anstalten, die in eine hShere Klasse (II.— 'VIII.) 
des Staatsgymnasiums in Linz eintreten wollen, haben sich in der Zeit vom 
10. bis zum 14. September in der Direktionskanzlei zu melden. 

Schiiler, die bereits im Vorjahre der Anstalt angehfirt haben und ihre 
Studien an derselben fortsetzen wollen, haben sich Montag, den 17. Sep- 
tember, vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in ihren Klassenzimmern zu melden; 
hiebei haben sie das letzte Semestralzeugnis vorzuweisen und den Lehrmittel- 
beitrag von 4 K (diirftige Schiiler 2 K) zu entrichten. AuBerdem wird der 
Betrag von 1 K fiir Jugendspiele eingehoben; unbemittelte SchQler k<3nnen 
jedoch v6n der Entrichtung dieses Betrages befreit werden. — Die Unter- 
lassung der rechtzeitigen Anmeldung hat den Verlust des Anspruches auf Auf- 
nahme zur Folge. 

Die Wiederholungs- und Nachtragspriifungen, ferner die Aufnahms- 
prufungen fiir die hoheren Klassen (II. — VIII. Klasse) werden Montag, den 
17. und, falls sie an diesera Tage nicht abgeschlossen werden k^nnen, 
Dienstag,' den 18. September, von 8 Uhr an in den Lehrzimmern jener 
Klassen, in welche die betreffenden Schiiler nach gut bestandener Prafung 
versetzt wiirden, vorgenommen werden. 

Diejenigen Schiiler, welche die Aufnahmsprufung in die I. Klasse bereits 
im Julitermtne abgelegt haben, haben erst Dienstag, am 18. September, einige 
Minuten vor 8 Uhr in den Lehrzimmern der I. Klasse zu erscheinen, um so- 
dann an dem Heiligen Geistamte teilzunehmen. 

Das Heilige Geistamt findet Dienstag, den 18. September, friih um 8 Uhr 
statu An diesem Tage haben nachmittags um 2 Uhr samtliche Schiiler in 
ihren Klassenzimmern zu erscheinen, wo ihnen die fiir den Unterrichtsbeginn 
getroffenen Anordnungen von den Klassenvorstanden werden bekanntgegeben 
werden* Der regelmaflige Unterricht beginnt Mittwoch, den 19. September, 
friih um 8 Uhr. 

Zum Sehtusse sei alien edlen Jugendfreunden, welche unsere 
Lehrmtttelsammlungen bereichert, unserem Unterstutzungsvereine 
Mittel fiir sein wohltatiges Wirken zur Verfiigung gestellt und das 
letbllche und geistige Wohl unserer Zdglinge irgendwie gef6rdert 
haben, der beste Dank ausgesprochen. 



Linz, am 7. Juli 1906. 



Reg. Rat Christoph Wurfl, 

Direktor. 



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sechsundfOnfzigster 

JAHRESBERICHT 



DES 



K. K. STAATS-GYMNASIUMS 

ZU LINZ 

CBER das 

SCHULJAHR 1907. 



Inhalt: 

i. Des kaiserlichen Mathematikers Johannes Kepler Neujahrsgeschenk 
oder Uber die Sechseckform des Schnees. 16 11. Aus dem Latei- 
nischen iibersetzt und mit Anmerkungen versehen von R. Klug. 

2. Schulnachrichten. Vom Direktor. 



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LINZ, 1907. 

VERLAG DES K. K. STAATS-GYMNASIUMS. 
K. U. K. HOFBUCHDRUCKERKI JOS. FEICHTINGERS ERBEN. 07.6186 



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Des kaiserliehen Mathematikers Johannes Kepler 

Neiyahrsgeschenk oder: Uber die Seehseekform 

des Sehnees. 1611. 



Einleitung. 

Wenn der vorliegenden Schrift Kcplers auch nicht die Bedeutung seiner 
grundlegenden Arbeiten auf mathematischem und astronomischem Gebiete zu- 
kommt, so bietet sie doch als Bild seiner Forschungsweise und seiner Welt- 
anschauung manche lehrreiche Ausblicke. In vollstem Mafie gilt von ihr der 
Ausspruch, den Zollner in seiner Schrift „ Kepler und die unsichtbare Welt" 
getan, dafl in ihr zu Tage tritt „Die Vermischung von Physik und Metaphysik 
saint dem ganzen phantastischen Ideenkreis, in welchem Kepler sich bewegt, 
welcher an pythagoraische und neuplatonische Vorstellungen anklingt, und jener 
dogmatische Drang, der auf spekulativem Wege Aufschlusse fiber die Wirk- 
lichkeit sucht, die nur aus der Erfahrung geholt werden kOnnen''. 

Die pythagoraische Idee, dafl „gewisse einfache Zahlenverhaltnisse der 
Grund aller menschlichen Wohlempfindungen seien und dafl sie den Schlfissel 
zu alien Welt- und Lebensratseln enthalten", wurde fdr ihn zur vollen Ge- 
wiflheit in jenem Augenblick, der ihm den Gedanken zu seinem „Weltgeheim- 
nis" eingab, dafl zwischen den funf regularen K6rpern und den Bahnen der 
sechs Planeten ein Zusammenhang bestehe. Mit dieser Idee verbinden sich 
in Kepler die Vorstellungen Platos und der Neuplatoniker, dafl Gott der 
weltbildende SchSpfer, der Demiurgos, sei, der die Welt nach seinem Bilde 
als etwas Vollkommenes und Harmonisches geschaffen habe. Und mit der 
grdflten Beharrlichkeit verfolgt Kepler zeitlebens das Ziel, sich durch die 
reine Vernunft zur Kenntnis der asthetischen Gesichtspunkte des Schopfers 
zu erheben. So sehen wir in ihm den hervorragendsten Vertreter der meta- 
physischen Asthetik, deren reifste Fruchte uns in seiner „Weltharmonik" und 
in den beruhmten drei Gesetzen entgegenleuchten. In seinem kuhnen Drang 
der Welterfassung bleibt Kepler aber bei den himmlischen Bewegungen nicht 
stehen. Nichts geschieht im Himmelsraum, dessen Einflufl sich niqht in geheim- 



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nisvoller Weise auf der Erde und in den Eigenschaften der naturlichen Dinge 
offenbaren wurde. Auch die Lebenskrafte der Erde unterliegen den Gesetzen 
der Sch6nheit und Harmonik, sie sind nicht das Wesen, wohl aber der End- 
zweck der Natur. Die Anschauung der Welt als Kosmos, als eines von Sch6n- 
heit durchdrungenen Ganzen, mufi Kepler also folgerichtig auch auf die 
regelmafiigen Bildungen der ihn umgebenden Natur fuhren. Kurze Bemerkun- 
gen iiber solche Gebilde, die Bienenzellen, die Kristalle, die Schneeflocken 
finden sich fast in alien seinen Werken, am ausfuhrlichsten spricht er sich 
daruber aber in der vorliegenden Schrift aus. Die alexandrinische Schule der 
Neuplatoniker hatte die Weltseele in zwei Potenzen gespalten, von denen erst 
die niedere, die <patg, als direkt gestaltende Kraft den Weltk6rper erzeugt 
und in ihn eingeht. In der Philosophic des Mittelalters spielt diese unterver- 
schiedenen Namen eine sehr bedeutende Rolle. So nennt Theophrastus Para- 
celsus das wirkende Lebensprinzip den Archeus, „Ein oberer, ein ertichter 
und unsichtbarer Geist, Der sich absondert, erhocht und auffsteiget von den 
Corporibus. Und ist furnemlich der kunstler und artist der Natur und eine 
verborgene krafft und tugendt der Natur." Bei Kepler heifit sie ratio for- 
matrix, facultas formatrix, auch architectonica naturalis facultas und anima 
telluris. Als Beweise fur ihr Vorhandensein fuhrt Kepler neben der inneren 
Erdwarme die Stoffe an, die aus der Erde hervorbrechen ohne Flammen, die 
aber in Licht iibergefiihrt werden konnen: Schwefel, Wismut, Petroleum. Der 
Bildungstrieb bringt die Metalle hervor, er treibt in den Muscheln und Ver- 
steinerungen sein unterhaltendes und bezauberndes Spiel und infolge seiner 
Kenntnis der ganzen Geometrie vermag er den Kristallen ihre wunderbare 
geometrische Form zu verleihen. r Wo er eine Ausschwitzung findet, verwan- 
delt er diese in ein Tier, so den Schweifi des Menschen in Ungeziefer, die 
Ausschwitzung der Baume in die mannigfaltigsten Arten von Raupen, den 
Schlamm der Gewasser in Aale, in Frosche und Fische; auf der Erde ent- 
stehen durch ihn die Pflanzen und Baume, in der Luft die Fliegen, Kafer und 
Schmetterlinge. Die Philosophen sprechen von Faulnis, was nichts anderes 
ist als die Erneuerung der in der alten Form zu grunde gehenden Materie zu 
neuen Formen, hervorgebracht durch diesen immerfort tatigen Baumeister. 
Diese Fahigkeit liegt in der Erde, eine andere aber im Menschen. Bei beiden 
ist der Trager die Feuchtigkeit (vapor)." Kepler steht hierin ganz im Banne 
der scholastischen Philosophic und des Aristoteles, der den Satz aufgestellt 
hatte: „Aus der Erde und der Feuchtigkeit geht alles hervor, Pflanzen und 
Tiere, in der Feuchtigkeit wirkt ein Geist, der calor animal is." 

Aber nicht immer ist es der Bildungstrieb, der eine regelmaflige Form 
hervorbringt. Die gerade Linie ist etwas RegelraaBiges ; die Kugel, die aus 
einer Kanone geschleudert wird, bewegt sich geradlinig fort, doch riihrt diese 
Bewegung nicht von einem Wilkin oder Verstande her, sondern sie ist eine 
Folge der materiellen Notwendigkeit (necessitas materialis). So entstehcn auch 
die Bienenzellen infolge dieser Notwendigkeit in sechseckiger Form, wahrend 



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die Ffinfzahl der Blutenblatter etwas Gesetzmafiiges ist, die materielle Not- 
wendigkeit hat nichts damit zu tun. Ebenso ist es bei den Schneesternchen, 
sie sind das Produkt des „architektonischen Verstandes". Auch mit den An- 
sichten fiber die Warme steht Kepler ganz in den Anschauungen seiner Zeit. 
Die W^rme ist fur ihn eine Qualitat, eine species immateriata, die von den 
Korpern ausfliefit, wie der Klang eine species immateriata des geschlagenen 
Korpers ist; eine species immateriata der Erde verursacht, dafi die Magnet- 
nadel nach Norden zeigt oder die Pflanzen in die HOhe wachsen. Die Kalte 
aber ist eine privatio caloris, die jedoch eine positive Qualitat werden kann. 
Kepler erlautert dies an einem Beispiel aus der Optik: „Tenebrae ist nur ein 
privatio oder negatio lucis, dann da ists finster, da kein Licht ist. Nun halt 
sich in den Farben die weisse zum Liecht, die schwartze zu der Finsternuss. 
Und kann ich nicht sagen, die schwartze bestehe in der Matery, dann die weisse 
Farb hat auch jhre Matery in gleicher Schwehre; die weisse Farb ist ein ver- 
leibtes Liecht, lux roateriata, und die schwartze ist ein gantzlicher Abgang 
alles verleibten Liechts, oder eine verleibte Finsternuss. Nichts desto weniger 
so wirdt diese carentia negativa ein qualitas positiva durch die ejnverleibung, 
dann diese schwartze Farb farbet mir auch das Liecht und geht der Streym 
von derselben gleich sowol schwartz in mein fmsters Kammerlein und mahlet 
sich schwartz an eine weisse Wandt, sowol als das Grass sich an der weissen 
Wandt grfin mahlet. 7 ' 

Es ist begreiflich, dafi mit solchen Voraussetzungen sich nicht viel er- 
zielen lafit und Kepler sagt selbst am Schlusse, dafi noch so vieles unge- 
klart sei, dafi es besser ist, die Sache ruhen zu lassen. Wahrscheinlich hat 
der Verfasser die SchwSche seiner Beweisgriinde selbst eingesehen und ge- 
rade deshalb dieses Thema zum Vorwurf gewahlt, um sich mit seinem Freunde 
und Gunner Wackher von Wackhenfels einen gelehrten Neujahrsscherz er- 
lauben zu k5nnen. Ohne Zweifel sind die Deduktionen, wie sich aus zahl- 
reichen Stellen seiner gesammelten Werke ersehen lafit, ernst gemeint; aber 
aus der Einleitung und manchen einzelnen Stellen der Schrift tritt uns des Ver- 
fassers Vorliebe fur Humor und witzige Wortspiele entgegen. Dies aufiert sich 
besonders in der Einleitung und in der uberraschenden Wendung gegen das 
Ende der Abhandlung. Kepler will seinem Freunde, dem Liebhaber des 
Nihil, ein Geschenk fiberreichen, das diesem Nihil moglichst nahe kommt. 
Warum Wackher als Liebhaber des Nichts bezeichnet wird, lafit sich 
heute schwer feststellen. Seine Lebensbeschreibung erzahlt uns, dafi er als 
Rechtsgelehrter viele Prozesse zu fGhren und als Gesandter des Kaisers 
manche geheime Untersuchungen anzustellen hatte. Die Vermutung liegt nahe, 
dafi Kepler auf die juristische Tatigkeit und diplomatische Schachziige seines 
Freundes anspielt. So bleiben manche Satze der Einleitung fur uns unver- 
standlich. Das Wortspiel von „Nichts" und ^nix" lafit gerade eine Abhand- 
lung fiber den Schnee als das passendste Geschenk erscheinen. Nach einer 
eingehenden Diskussion darfiber, warum die Schneesternchen aus drei senk- 



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4 

recht zueinander gestellten Eisnadeln bestehen, stellt sich am Schlusse die 
Unrichtigkeit dieser Annahme heraus, wir wissen schliefilich nicht mehr als am 
Anfang; der Verfasser hat seine Absicht erreicht, sein Geschenk ist ein Nihil. 

Ober die Entstehung der Schrift findet sich in Keplers fast vollstandig 
erhaltenen Aufzeichnungen und Briefen nur eine einzige Bemerkung. ImMai 1610 
bittet ein Venetianer den Verfasser urn die Obersendung dieser Abhandlung, 
sie war also um diese Zeit schon fertig, im nachsten Jahre erschien sie im 
Druck. Das Original ist mir nicht zu Gesicht gekommen; der Obersetzung 
wurde der Abdruck in Keplers gesaromelten Werken, herausgegeben von 
Frisch, zu grunde gelegt. 

Bei der Obersetzung ist darauf Gewicht gelegt worden, das Original 
mit moglichster Treue wiederzugeben und die Wort- und Satzfolge soviel als 
mdglich zu erhalten. Nur in den Fallen, wo es zur Erreichung grSflerer Klar- 
heit n6tig war, ist von diesem Grundsatze abgegangen worden. Wo sich Hin- 
weise auf andere Schriften fanden, habe ich diese nachgesehen, leider blieben 
manche Stellen dunkel trotz aller Bemdhungen, in Keplers Werken einen 
Aufschlufi uber ihren Sinn zu find en. Manche Gedanken der Abhandlung wer- 
den aber, wie ich hoffen darf, das Interesse der Mathematiker und Natur- 
forscher erwecken. 



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An den erlauchten Herrn 
Seiner kaiserlichen Majestat Hofrat 

Johannes Matthaens Wackier von I ackhenfels, 

den mit der goldenen Gnadenkette geschmQckten 

Ritter u. s. w. ; den Freund der Kttnste und Wissen- 

schaften, meinen Wohltater. *) 

Da ich wohl weifi, wie sehr Du das pNichts" liebst, nicht etwa 
wegen seiner Billigkeit, sondern wegen des so heiteren und leben- 
digen Spieles der liisternen Sperlinge, so ist es mir ein leichtes zu 
vermuten, dafi Dir ein Geschenk um so lieber und willkommener 
sein wird, je mehr es sich diesem ^Nichts" nahert. 

Was Dich bei der Betrachtung des w Nichts" erfreuen soil, das 
Geringfugige, Kleine, sehr Wohlfeile und sehr wenig Bestand ha- 
bende, das mufl beinahe nichts sein. Wenngleich in der Natur derlei 
Dinge gar zahlreich sind, so ist doch unter ihnen eine Auswahl zu 
treffen. Vielleicht denkst Du dabei an eines der Atome des Epikur; 
ein solches ist wahrhaftig das w Nichts". Darin bist Du mir aber keines- 
wegs voraus. Lafi uns also die Reihe der Elemente durchwandern, 
das heiiit das, was in irgend einer Hinsicht das Kleinste ist. 

Nehmen wir zuerst die Erde, damit Du mir nicht etwa von den 
Schatzen meines geliebten Archimedes traumst, der die Erde in Sand- 
korner auflost und zehntausend Staubchen in einem Mohnkorn an- 
nimmt. 2 ) Denn wenn ich ihm nur eines von jenen Zahlen wegnehme, 
so zerstdre ich vollstandig die Zahlung dieser Myriaden. Nimm da- 
zu, dafl die Gestalt dieser Korperchen weder mit Augen gesehen 
werden kann noch auch von Archimedes angegeben wird. Daher 
lebt in ihnen kein Geist, keine Begierde nach einer nicht gesehenen 
Sache. Es ist der Staub aber auch etwas Dauerhaftes, wenn er in 
den vom Alter und vom Wurmstich zermiirbten Balken herrscht 
Ich wurde also damit zu viel geben. 

Ferner sind die Fiinklein des Feuers, wenn auch klein und ver- 
ganglich, doch niemals kleiner als die abgeschlagenen Splitter des 



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Feuersteins oder die Asche der gluhenden Kohlen, welche ich schon 
mit den Staubchen zuriickgewiesen habe. Daher iiberlasse ich die 
„figurales pyramidas", die ich niemals gesehen, dem Plato, damit er 
aus ihnen nach seinem Belieben Feuer gewinne. Wir mussen also 
auf die mittleren Elemente iibergehen. 

Wind und Rauch konnte ich schenken, aber diese sind kauf- 
lich, nicht nur in islandischen Schlauchen, sondern auch auf Papieren, 
ja auch in Worten und zwar allenthalben auf dem Erdkreise. 8 ) Daher 
ist der Rauch eine kostbare Sache und fur mich zu teuer. Er ist auch 
fur eine Betrachtung nicht geeignet, weil er ohne Gestalt und Form ist. 

Steigen wir also zum Wasser herab. Heilige Seher halten den 
Tropfen, der in einem Gefafle hangen bleibt, fur eine ganz gering- 
fugige Sache. Und unsere germanischen Vorfahren schatzen nichts 
geringer als den Wein tropfen, der, wenn der Becher geleert, auf 
den Nagel gegossen wird und hier in seiner Ganze haftet. Wenn ich 
diesen Tropfen als Geschenk anbiete, so reiche ich Dir fiirwahr We- 
niger als der Perser seinem Konig, wenn er aus der hohlen Hand 
die Hande des Konigs mit dem klaren Wasser des Choaspes be- 
netzt; 4 ) ehrenvoller ware auch diese Gabe, die deutsche Nagelprobe, 
als der abgenagte Nagelsplitter eines Italieners, der vor Wut mit 
den Zahnen knirscht und selbst dieses wenige dem anderen verwei- 
gert. Endlich verspricht schon die Kugelform des Tropfens eine geo- 
metrische Spekulation: aber ich furchte, es konnte Dir auch dieses 
zn viel sein, der Du Dich so sehr am „Nichts" erfreust. 

Was ware es, wenn ich nun auf die Tiere iiberginge? Ich 
furchte aber damit Eulen nach Athen zu tragen. Kiirzlich sah ich 
namlich bei Dir Bucher iiber auBerordentliche und seltene Dinge 
von jenem Manne, der die Bewegung im Sinne der Schule des alten 
Parmenides leugnet, weil die Bewegung einen vollendeten Teil (nam- 
lich den vergangenen) nicht hat. Da in diesem Werke zahlreiche 
Ungeheuer vorkommen, glaube ich nicht, dafi Tierchen von aben- 
teuerlicher Winzigkeit darin fehlen werden. Es ist gleichwohl keines- 
wegs notwendig, nur Vermutungen aufzustellen. Du kennst die Be- 
merkungen Scaligers zu den Subtilitaten des Cardanus. 5 ) Dort findest 
Du ein sehr kleines Tier (in Exercitatio CXCIV num. 7), ein unter der 
Haut lebendes Kaninchen (cuniculus subcutaneus). Es ist aber auch 
dieses zu viel. Denn da dieses Tierchen langsam herumkriecht, so 
besitzt es eine Seele. Warum sollte ich Dir gar eine Seele als Ge- 
schenk anbieten, nachdem ich Dir auch den unbeseelten Tropfen 
nicht als Gabe darbringen wollte? Aulier Du hoffst vielleicht in dem 



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aufgeschnittenen Korper dieses versteckt umherschleichenden Tieres 
etwas Neues zu finden, woriiber der Arzt Jessenius Dir Naheres 
sagen konnte. 

Indes ich nrit derlei Erwagungen angstlich iiber die Briicke 
gehe, besturzt ob meiner Unhoflichkeit, wenn ich vor Dir ohne ein 
Neujahrsgeschenk erschienen ware, aufter ich bringe Dir stets dasselbe 
Lied spielend eben dieses Nichts dar, und da ich nichts fand, was 
dem Nihil am nachsten kame und woran sich die Scharfe des 
Geistes erproben liefie, fiigt es ein glucklicher Zufall, daii die Feuch- 
tigkeit durch die Kraft der Kalte sich zu Schnee verdichtet und 
einzelne Flocken auf mein Gewand herabfallen, alle sechseckig und 
mit bartigen Strahlen. Ei, beim Herkules, da ist ja ein Ding, kleiner 
als ein Tropfen und dennoch geformt, ei, da haben wir ja ein hochst 
erwunschtes Geschenk fur einen Liebhaber des Nichts, das auch wert 
ist, von einem Mathematiker, der nichts hat und nichts erhalt, ge- 
schenkt zu werden, weil es vom Himmel herabkommt und mit den 
Sternen Ahnlichkeit besitzt. 

Zuriick zum Patron, so lang das kleine Geschenk noch dauert, 
damit es sich nicht durch einen warmen Hauch in nichts auflost. 
O, welch ein durchs Geschick bestimmter Name, welch eine Sache, 
so auUerordentlich geeignet fur einen Liebhaber des „Nichts". Denn 
wenn Du einen Deutschen fragst, was „nix" ist, so wird er Dir ant- 
worten „NihiF, falls er namlich iiberhaupt Latein versteht. 

Nimm also diese Bestimmung des „Nichts" mit heiterem Gemiite 
auf und wenn Du sie kennst, lache nicht, damit Du nicht schliefilich 
gar nichts empfangst. 

Sokrates soil iiber den Sprung eines Flohes sprechen, 6 ) das heifit, 
warum der Schnee anfanglich, bevor er sich zu grofieren Flocken 
vereinigt, immer in vSechseckform niederfallt, bartig wie Federchen 
mit je sechs Strahlen. 

Ja, Aristophanes, der Verbreiter von Geringschatzung und Un- 
wissenheit im Volke, moge sich fortscheren, denn wozu brauche ich 
den Sokrates und den Inhalt jener Fabel? Ich blicke auf den konig- 
lichen Harfenspieler, welcher unter den Lobspriichen Gottes erwahnt, 
dafl Gott Schnee fallen lalit wie Wolle, womit meiner Ansicht nach, 
wenn ich nicht irre, die bartigen Strahlen der Schneesternchen ge- 
meint sind. Denn wahrscheinlich bemerkte er, wenn er mude sich 
niederlieU oder auf den Stab gestutzt seine Herde bewachte, diese 
Schneesternchen, wie sie auf die Fliefle der Schafe herabsanken und 
dort hangen blieben. 



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8 

Doch lassen wir den Scherz und gehen wir auf die Sache selbst 
ein. Da jedesmal, so oft es zu schneien beginnt, jene ersten Elemente 
des Schnees die Form sechsstrahliger Sternchen aufweisen, so mufi 
eine bestimmte Ursache vorhanden sein. Denn ist es Zufall, warum 
fallen sie nicht ebensogut funf- oder siebeneckig, warum immer 
sechseckig, solange sie sich nicht infolge der groiien Menge und dem 
mannigfachen Aneinanderstofien zusammenballen, sondern vereinzelt 
und zerstreut niederfallen? 

Als ich kurzlich mit jemandem iiber diese Sache sprach, wur- 
den wir zuerst daruber einig, dafi die Ursache nicht in der Materie, 
sondern in dem Bewegenden liege. Denn der Stoff des Schnees ist 
die Feuchtigkeit, diese ist, wenn sie aus der Erde aufsteigt und durch 
eine gewisse ihr eigene Warme emporgehoben wird, nicht anders 
als zusammenhangend und gleichsam fliissig, also nicht getrennt in 
einzelne Sternchen dieser Art. 

Du fragst, woher ich diese Kenntnis habe, da, wenn es sich 
auch beim Wasserdampf so verhielte, dies nicht zu sehen ist, weil 
der Dampf durchsichtig ist. Ich antworte: Der Wasserdampf ent- 
steht durch Auflosung (resolutio) der unterirdischen Gewasser, was 
aus seiner Leichtigkeit und seinem Aufsteigen erhellt. Bei der Auf- 
losung konnen aber Formen nicht vorkommen.. Denn nur das hat 
eine Gestalt aus sich selbst, was sich selbst begrenzt, weil die Gren- 
zen eine Figur bestimmen; die Feuchtigkeit, die durch Auflosung 
entstanden ist, stammt aus der Flussigkeit und fliefit, das heiflt, sie 
ist nicht von selbst begrenzt, sie ist also solange gestaltlos, bis sie 
sich zu Schnee oder einem Tropfen verdichtet. 

Da also feststeht, dafi die Ursache der Sechseckform in einem 
Agens liegt, so mufite weiterhin untersucht werden, was dieses Agens 
ist und wie es wirkt, ob es in der Form enthalten ist oder von 
auOen her seine Wirkung ausiibt, ob es infolge der materiellen Not- 
wendigkeit die Sechseckform hervorbringt oder als Ausflufi seiner 
eigenen Natur, das heifit, ist mit ihm die Grundform der im Sechs- 
eck liegenden Schonheit oder die Kenntnis des Endzwecks verbun- 
den, auf welchen diese Form hinfiihrt? 

Damit nun eine Entscheidung dieser Fragen moglich wird, 
fiihre ich beriihmte Beispiele an, die sich geometrisch behandeln 
lassen. Denn bei unserer Untersuchung wird uns diese Abschweifung- 
sehr nutzlich sein. 

Wenn man einen Geometer fragt, nach welcher regelmafiigen 
Form die Bienenzellen gebaut sind, so wird erantworten: nach der 



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9 

Form des Sechsecks. Diese Antwort ergibt sich einfach aus der Be* 
trachtung der Offnungen oder der Tore und der Seitenflachen, welche 
die Zelle bilden. Jede Zelle ist von sechs anderen umgeben, welche 
mit den einzelnen Seiten zusammenhangen. Betrachtet man aber den 
Boden einer Zelle, so findet man sie durch drei in stumpfen Winkeln 
zusammentreffende Ebenen geschlossen. Dieser Boden, den man besser 
als Kiel oder First bezeichnen konnte, steht mit den sechs Seiten 
der Zelle durch sechs verschiedene Ecken in Verbindung, die drei 
hoheren sind dreikantig und der untersten Ecke des Firsts sehr ahn- 
lich, die drei niedrigeren sind vierkantig und liegen zwischen jenen. 
Auflerdem ist zu beachten, dafi die Reihe der Zellen doppelt ist, 
deren Offnungen voneinander abgewendet sind, wahrend sie sich 
mit den riickwartigen Wanden dicht aneinander anschlieflen; die 
Ecken der einzelnen Firste derselben Reihe liegen zwischen den 
drei Ecken je dreier Firste der anderen Reihe derart, dafi jede Zelle 
nicht nur durch die sechs Seitenflachen mit sechs benachbarten Zellen 
derselben Reihe zusammenhangt, sondern auch durch die drei Fla- 
chen des Firstes mit drei Zellen der anderen Reihe. So kommt es, 
dafi jede Biene neun Nachbarn hat, von denen sie nur durch eine 
gemeinsame Wand geschieden ist. Die drei Firstflachen sind einan- 
der ahnlich und von jener Form, welche die Geometer als Rhombus 
bezeichnen. Durch diese Rhomben aufmerksam gemacht, habe ich in 
der Geometrie Umschau gehalten, ob irgend ein Korper, ahnlich 
den funf regelmafiigen und den 14 archimedischen Korpern, nur aus 
Rhomben zusammengesetzt werden kann. Ich fand zwei, von denen 
der eine dem Wiirfel und Oktaeder, der andere dem Dodekaeder und 
Ikosaeder verwandt ist, der Wiirfel nimmt die Stelle eines dritten 
ein, weil er einem aus zwei entgegengesetzt liegenden Tetraedern 
zusammengefugten Korper verwandt ist; der erste wird von zwolf, der 
andere von 30 Rhomben begrenzt. 7 ) Der erste hat das mit dem Wiirfel 
gemeinsam, dafi, wie die acht um einen Punkt angeordneten Ecken 
von«je acht Wurfeln den Raum vollstandig ohne Liicke erfiillen, 
so dasselbe stattfindet in den vier dreikantigen oder aus den 
stumpfen Winkeln der Rhomben gebildeten Ecken und ahnlich in 
den sechs vierkantigen Ecken. Es lafit sich also blofi mit diesen rhom- 
bischen Korpern der Raum ausfullen und zwar so, dafi immer vier 
dreikantige und sechs vierkantige Ecken in einem und demselben 
Punkte zusammenstofien. Und damit wir zum Schlufi kommen: Wenn 
der ganze Raum durch gleiche in geraden Reihen angeordnete 
Wiirfel ausgefullt wird, dann beriihren diesen einen Wiirfel 32 an- 



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10 

dere in einzelnen Ecken und aufierdem sechs in je vier Ecken, so 
dafi die Zahl der sich beriihrenden Wiirfel 38 ist. 8 ) Wird aber der 
Raum durch gleiche rhombische Korper ausgefullt, dann beriihren 
den einen rhombischen Korper sechs andere in den vierseitigen Ecken 
und aufierdem zwolf in je vier Ecken, so dafi die Zahl der sich beriih- 
renden Korper 18 ist. 

Das also ist jene geometrische Form, welche, den regularen 
Korpern am nachsten stehend, den Raum ebenso ausfullen kann 
wie das Sechseck, das Quadrat und das Dreieck die Ebene ohne 
Lucke bedeckt; diese Form ist es, welche die Bienen beim Bau ihrer 
Zellen anwenden, wenn man davon absieht, dafi die Zellen keinen 
dem First ahnlichen Deckel besitzen. 

Wenn die Bienen auch diesen hinzufiigen wurden und wenn 
jede Zelle von zwolf oder 18 anderen umschlossen ware, dann stiinde 
der Biene kein Ausweg offen. Da sie also diese Dacher nicht brau- 
chen, so hindert sie nichts, dafi sie diese nach einem anderen Model 
als dem der Rhomben am First, entsprechend ihrer Korperform ge- 
stagen und dafi diese von den Firsten auf der anderen Seite verschie- 
den gebaut werden. 

Wenn man ferner einen grofieren Granatapfel durchschneidet, 
so sieht man, dafi die Samenkerne meist eine ahnliche Form auf- 
weisen, wenn dies nicht durch die Reihe jener Fasern verhindert wird, 
durch welche ihnen die Nahrung zugefuhrt wird. 

Schon bei diesen zwei Beispielen taucht die Frage auf, was die 
Ursache dieser rhombischen Form in den Zellen der Bienen und in 
der Gestalt der Kerne des Granatapfels ist. Im Material selbst kann 
die Ursache nicht liegen. Denn nirgends finden die Bienen solche 
rhombische Plattchen fertig vor, welche sie sammeln und zum Bau 
ihrer Wohnungen verwenden konnten. Es ist aber auch nicht wahr- 
scheinlich, dafi gerade bei den Granatapfeln allein die Kerne aus 
eigenem Antrieb eckige Formen annehmen sollten, wahrend sie bei 
alien anderen Fruchten rund werden, was jedoch kein Hindernis bil- 
det, dafi sie anschwellen und gegebenenfalls keimen, wenn die auf- 
genommene Feuchtigkeit die zahen Schalen durchdringt und auf- 
weicht. 

Die Ursache der Form liegt zwar bei den Kernen des Granat- 
apfels in dem Leben oder der Seele (anima) der Pflanze, welche 
das Wachstum der Frucht hervorbringt. Dieses Leben ist jedoch 
nicht die ausreichende Ursache der Form und diese Form kommt 
der Frucht auch nicht infolge einer Eigenschaft des Stoffes zu, wohl 



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11 

aber wird sie unterstutzt durch die materielle Notwendigkeit (neces- 
sitas materialis). 

Weil namlich die Kerne, solange sie klein sind, rundliche Form 
haben, genugt ihnen der Raum zwischen den Fasern, dann aber, 
wenn die Schale hart wird, werden die Kerne bei ihrem bestandigen 
Weiterwachsen aneinandergepreBt wie die Erbsen zwischen jjiren 
langlichen Schoten. Die Erbsen finden aber keinen Raum, nach 
dem hin sie ausweichen konnten, weil sie in den Schoten in einer 
Reihe angeordnet sind, und sie werden daher von beiden Seiten 
her gleich stark geprefit. Den Kernen des Granatapfels steht 
dagegen von vornherein ein freierer Raum zur Verfugung, sie dran- 
gen sich leicht zwischen je drei Kerne der anderen Reihe, wobei 
sie durch ihre runde Form unterstutzt werden, und sie treiben die 
Flussigkeit von der Stelle, wohin sie sich drangen, weg in den freien 
Raum. Wenn man eine Menge gleicher, aus einem weichen Material 
bestehender Kiigelchen in ein rundes Gefafi einschliefit und dieses 
durch eiserne Reifen von alien Seiten zusammenzupressen beginnt, 
so werden die meisten Kugeln zu rhombischen KSrpern zusammen- 
gedriickt, namentlich dann, wenn man ihnen durch vorheriges kraf- 
tiges Schiitteln in freier Drehung einen engeren Raum einzunehmen 
ermoglicht hat. Bei einer direkten Anordnung der Kugeln, welche 
nicht gestort werden kann, wiirden namlich durch den Druck Wiirfel 
erzeugt werden. 

Im allgemeinen werden Kugeln von gleicher Grofie in einem 
beliebigen Gefafi sich in doppelter Weise anordnen lassen, entspre- 
chend der doppelten Anordnung in einer Ebene. 

Wenn man freibewegliche gleich grofie Kugeln in einer hori- 
zontalen Ebene auf einem engen Raum zu- 
sammenzwangt, so dafi sie sich gegenseitig 
beruhren, so werden sie sich entweder in 
Dreiecks- oder in Vierecksform anordnen; 
hier werden sechs, dort vier Kugeln jede 
einzelne umgeben, in beiden Fallen findet 
eine gegenseitige Benihrung statt, mit Aus- 
nahme der aufiersten. In Fiinfecksform kann 

eine gleichmafiige Bedeckung nicht beste- ( X I Jt )B 
hen, die Sechseckform ist auf die Dreiecks- 
form zuruckzufiihren; es gibt also wie gesagt 
nur zwei Arten der Anordnung. Wenn man nun durch Ubereinander- 
legung solcher zuvoi; in der Ebene angeordneter Kugelreihen zu 




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12 



o 



moglichst fest gebauten Korpern fortschreitet, so werden diese ent- 
weder von Quadrat- oder von Dreiecksform sein. (A und B.) Bei der 
Quadratform stehen entweder die einzelnen Kugeln der oberen Reihe 
auf den einzelnen Kugeln der unteren Reihe oder aber es sitzen die 

Kugeln der oberen Reihe zwischen je vier 
der unteren. Im ersten Falle wird jede Kugel 
von vier umstehenden derselben Reihe und 
von je einer der oberen und unteren Reihe 
beruhrt, im ganzen also von sechs; dies ist 
also eine kubische Anordnung und durch 
Zusammendrucken entstehen Wiirfel, es ist 
aber nicht die engste Anordnung. Bei der 
zweiten Art der Anordnung wird jede Kugel 
von den vier umstehenden derselben Reihe, 
auflerdem aber auch von je vier der oberen 
und unteren Reihe beruhrt, im ganzen also 
von zwolf, und durch Zusammendrucken 
werden aus den Kugeln rhombische Korper. 
Diese Anordnung schlieflt sich mehr dem 
Oktaeder und der Pyramide an. Die An- 
haufung ist die moglichst engste, so da8 in 
keiner anderen Weise eine groflere Zahl von 
Kugeln in demselben Gefafle Platz findet. 
Wenn die Kugeln in einer ebenen Reihe 
nach der Dreiecksform angeordnet sind, 
dann stehen wieder in der weiteren Anord- 
nung die einzelnen Kugeln der oberen Reihe 
liber denen der unteren Reihe, in der en- 
geren Form sitzt jede Kugel der oberen 
Reihe auf je drei der unteren. Im ersten Fall 
wird jede Kugel beruhrt von den sechs um- 
stehenden derselben Reihe und je einer oben 
und unten, insgesamt also von acht. Diese Anordnung schlieflt sich dem 
Prisma an, durch Kompression werden aus den Kugeln Saulen mit 
sechs rechteckigen Seiten und zwei sechseckigen Grundflachen. Im 
zweiten Fall ergibt sich dasselbe wie fruher beim zweiten Fall der 
quadratischen Anordnung. 

Es sei B die Verbindung dreier Kugeln, iiber diese ist die eine 
Kugel A gesetzt, gleichsam als Scheitel; ferner sei C eine Verbin- 
dung von sechs Kugeln, D eine solche von zehn, ^von 15. Man setze 




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13 

immer eine schmalere Reihe auf eine breitere. Wenn auch bei dieser 
Ubereinanderlagerung die einzelnen oberen Kugeln auf je drei un- 
teren aufruhen, so wird doch, wenn man die Figur umkehrt, so dafl 
nicht der Scheitel, sondern die Grundflache der Pyramide oben ist, 
wenn man von der obersten Reihe eine Kugel wegnimmt, jede unten 
auf vier in Quadratform angeordneten aufruhen. Es wird ebenso wie 
fruher jede Kugel von zwolf atideren beruhrt, namlich von sechs urn- 
stehenden und je drei oben und unten. So kann also bei einer mog- 
lichst festen Anordnung die Dreiecksform nicht ohne die Vierecks- 
form und umgekehrt vorkommen. Daraus geht also hervor, dafi die 
Granatapfelkerne infolge des Zusammentreffens der materiellen Not- 
wendigkeit mit den Wachstumsverhaltnissen in die rhombische Form 
geprefit werden, weil sich die runden Kerne nicht mit feindlicher 
Stirn Widerstand leisten, sondern in die zwischen je drei oder vier 
Gegnern liegenden Zwischenraume hineindrangen. 

Bei den Bienenzellen ist das Verhaltnis ein anderes. Denn 
die Bienen bilden keinen planlosen Haufen wie die Kerne des Apfels, 
sondern sie ordnen sich zu einer regelrechten Reihe an, indem sie 
alle mit den Kopfen nach der einen oder nach der anderen Seite ge- 
richtet sind und sich gegenseitig mit dem Hinterleib aneinander- 
stemmen. Wenn diese Figur aus einer solchen planlosen Zusammen- 
haufung hervorgehen wiirde, mufiten die Zellen von den Bienen mit 
der zahen und klebrigen ausgeschwitzten Fliissigkeit so iiberzogen 
werden, wie die Schneckengehause von innen heraus zu wachsen 
pflegen. 

Es ist aber gewifl, dafi die Bienen sich selbst ihre Zellen bauen 
und das ganze Gerust von Grund auf errichten. 

So kommt den Bienen infolge einer besonderen Eigentiimlich- 
keit der Instinkt zu, dafi sie gerade in dieser Form am besten bauen; 
dieser Grundrifi ist ihnen vom Schopfer eingepflanzt und weder das 
Material des Wachses oder des Korpers der Bienen noch auch das 
Wachstum haben damit etwas zu tun. 

Schliefilich entsteht wieder die Frage nach dem Endzweck, nicht 
etwa dem, welchen die Bienen bei ihrem geschaftigen Treiben ver- 
folgen, sondern dem, welchen Gott, der Schopfer der Bienen, hatte, 
als er ihnen diese Gesetze des Baues vorschrieb. 

Hier ist wiederum der Endzweck in Erwagung zu ziehen, die 
Betrachtung der Korper und der Materie und dreierlei lafit sich uber 
diesen Endzweck sagen. Zunachst ist es den Physikern, welche nur 
auf den sechsseitigen Bau Riicksicht nehmen, allgemein bekannt, 



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14 

dafi dieser Bau sich mit nach auflen gekehrten Offnungen darstellt. 
Nur solche Figuren wie das Dreieck, das Viereck und das Sechseck 
konnen die Ebene ohne jede Liicke uberziehen und unter ihnen ist 
das Sechseck die grofltmtigliche Figur. Den Fassungsraum bereiten 
sich aber die Bienen zur Aufbewahrung des Honigs. 

Diese Erwagung kann aber auch auf Korper ausgedehnt wer- 
den, dafi namlich, wenn der Raum nur durch Wiirfel oder rhombische 
Korper ohne Liicke ausgefullt werden kann, die rhombischen Kor- 
per einen grofleren Rauminhalt haben als die kubischen. Aber diese 
Erklarung befriedigt nicht, denn wenn die Bienen die grofite Kapa- 
zitat anstreben, warum baut sich dann nicht jede ein rundes Nest, 
wozu ist es notwendig, die grofite Raumersparnis anzustreben, als 
ob in dem ganzen Bienenstocke kein anderer Raum mehr iibrig 
bliebe ? Wahrscheinlicher ist diese zweite Ursache, obgleich auch sie 
aus den genannten Griinden nicht geniigt, dafi die weichen Korper- 
chen der jungen Bienen in einem Neste mit mehreren und abge- 
stumpften Ecken, welches der Kugel naher steht, besser unterge- 
bracht sind als in einem Wiirfel, der nur wenige und stark vorsprin- 
gende Ecken hat und einen ebenen Boden und der von einem run- 
den Korper stark abweicht. 

Endlich ist als dritter Grund anzufuhren die Verminderung der 
Arbeit, wenn immer zwei an einer Wand gemeinsam bauen und 
weiter, dafi die gerade Vertafelung eine groflere Festigkeit gewahr- 
leistet, als wenn die einzelnen Hauschen rund und deshalb dem Zu- 
sammendnicken leichter ausgesetzt waren; dann lassen runde Korper, 
wenn sie zu mehreren vereinigt sind, auch Offnungen zwischen sich 
offen, so dafi die Kalte durch sie leichter eindringt. Aus allem dem 
leuchtet ein,. warum sie unter einem gemeinsamen Dache wohnen, 
wie Virgil singt. 

Diese LFberlegungen betreffs der materiellen Notwendigkeit 
diirften hinreichen, so dafi ich hier nicht weiter uber die Vollkom- 
menheit, Schonheit und edle Form des rhombischen Korpers philo- 
sophieren brauche und mich nicht bekummern mufi, dafi das Wesen 
der Seele in den Bienen aus der Betrachtung der von ihnen hervor- 
gebrachten Form erst herausgelockt werden mufi, was hatte gesche- 
hen miissen, wenn der Zweck des Baues nicht klar zu Tage treten 
wiirde. 

Dasselbe ist auch beim Granatapfel zu erwagen. Es ist die ma- 
terielle Notwendigkeit, welche die Kerne beim weiteren Wachstum 
rhombisch gestaltet. Deshalb ist es auch eitel, iiber das Wesen der 



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15 

Seele in diesem Baum nachzudenken, wenn sie gerade die rhombi- 
sche Form bevorzugt. 

Wenn man sich dagegen fragt, warum alle Obstbaume und 
Straucher (oder wenigstens die meisten) die Blute in Form eines 
Fun fecks, d. h. mit funf Blumenblattern entfalten, welcher Form bei 
den Apfeln und Birnen auch die Fruchtanlage in derselben oder 
einer verwandten Zahl, funf oder zehn, folgt, indem im Innern je 
funf Facher mit zehn Hiilsen zur Aufnahme der Samen dienen — 
auch bei Gurken und anderen Friichten dieser Art findet dies statt 
— da bleibt die Frage offen, ob Schonheit oder Zweckmafiigkeit der 
Gestalt die Seele der Pflanzen charakterisiert. Im Vorbeigehen will 
ich meine Gedanken auch iiber diesen Gegenstand entwickeln. 

Es gibt zwei regulare Korper, welche durch die Fiinfeckform 
ausgezeichnet sind, das Dodekaeder und das Ikosaeder; dieses ist 
zwar von Dreiecken begrenzt, welche jedoch in funfkantigen Ecken 
zusammenstolien. Der Aufbau beider Korper wie auch des Fiinf- 
ecks selbst ware nicht moglich ohne jenes Verhaltnis, welches die 
heutigen Geometer als „gottliche Proportion 77 bezeichnen. Dies ist 
so zu verstehen, dafi die beiden kleineren Glieder einer stetigen Pro- 
portion das dritte ergeben, die beiden nachsten zusammen wieder 
das unmittelbar folgende in der ins Unendliche fortlaufenden Pro- 
portion. In Zahlen ist es unmoglich, ein vollkommenes Beispiel zu 
geben. Doch je weiter man von der Einheit aus fortschreitet, desto 
vollkommener wird das Beispiel. Es» seien die kleinsten Zahlen i und 
i, die man als ungleich ansehen mag; addiert geben sie 2, dieses 
zum grdfleren 1 addiert gibt 3, dieses zu 2 addiert 5, 5 und 3 geben 
8, 8 und 5 geben 13, 13 und 8 21. Es verhalt sich genahert 5 zu 8 
wie 8 zu 13 und 8 zu 13 wie 13 zu 21. 9 ) 

Nach der Ahnlichkeit mit jener sich von selbst fortsetzenden 
Proportion ist meiner Meinung nach der Samenstand gebildet und 
so wird in der Blute die ^unverfalschte' 7 fiinfzackige Fahne der 
Samenbildung vorangetragen. Es gabe noch manches, was in sehr 
angenehmer Betrachtung zur Bekraftigung dieser Ansicht hinzuge- 
fugt werden konnte, aber diesem gebiihrt ein eigener Platz. Hier 
habe ich es nur als Beispiel angefuhrt, damit wir fur die Erfor- 
schung der sechsseitigen Form des Schnees besser geubt und ge- 
rustet sind. 

Als ich mir vorgenommen hatte, die Bildung dieser Form des 

Schnees nach aufieren und inneren Ursachen zu erforschen, kam ich 

unter den auJJeren zunachst auf die Kalte. Denn sicher riihrt die 
l. 2 



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16 

Kondensation von der Kalte her, durch die Kondensation wird der 
Dampf in die Sternform gebracht, danach bringt also scheinbar die 
Kalte die Sternform hervor. Dann ging ich zu der Frage iiber, ob 
die Kalte uberhaupt eine Substanz (natura) ist wie die Warme der 
Arzte. Sie schien mir ein bloBer Mangel (privatio) an Warme zu 
sein, der weder eine Uberlegung als Erzeugerin der Gestalt noch 
uberhaupt eine Tatigkeit zukommt. 

Um nicht andere Fragen hereinzuziehen, wollen wir bei der Kon- 
densation durch die Kalte bleiben, dann hatte aber scheinbar die 
Kondensation besser in Form einer Kugel stattfinden konnen. Wenn 
man sich aber die Kalte weit ausgebreitet und die Feuchtigkeit mit 
ihr nur in oberflachlicher Beriihrung denkt, so ist es vernunftgemafl 
anzunehmen, dafl die Kondensation uberhaupt in ebener Form, die 
der Oberflache ahnlich ist, erfolgen wird. Wenn die ganze aufierste 
Oberflachenschicht der Feuchtigkeit infolge der Kalte eine Dichte, 
infolge der Dichte ein Gewicht, infolge des Gewichtes ein gewisses 
Bestreben zu fallen erlangt und infolge des Falles in kleinste Scheib- 
chen zertrummert wird, so werden nicht alle Triimmer, vielmehr die 
wenigsten, ja ich weifl nicht, ob uberhaupt einige sechseckig aus- 
f alien werden, insbesondere mit so zierlich eingekerbten Strahlen. 

Diese Einkerbungen erinnern an das, was in schlecht ver- 
wahrten Badestuben geschieht, wenn die Winterkalte durch die zer- 
schlagenen Fensterscheiben eindringt. Um jene Offnungen ringen 
die kalte Luft und die Feuchtigkeit miteinander. Wenn Warme 
und Kalte zusammenkommen, so sucht die Warme den oberen, die 
Kalte den unteren Raum einzunehmen. In der Warme dehnt sich 
die Materie aus, in der Kalte wird sie dichter und schwerer und 
treibt die Warme empor. Wenn die Feuchtigkeit hinauszugelangen 
sucht, so entsteht eine Flucht vor dem Leeren, die kalte Luft bricht 
in dichter Menge ein und daher werden die Spalten oder Ritzen des 
Fensters am k alt est en. Die Feuchtigkeit, die zu den Spalten hineilt, 
gefriert sogleich, auf sie folgt eine gleiche Menge Kalte, so dafi 
auch jene Feuchtigkeit, welche der zu Reif gewordenen folgt, wie- 
der gefriert und indem sich dieser Vorgang wiederholt und die da- 
zwischenkommende kalte Luft in gerader Richtung einstromt, ent- 
stehen durch das abwechselnde Ein- und Ausstromen der zu Reif 
erstarrenden Feuchtigkeit jene langlichen Vertiefungen und spitze 
Strahlen. 

Nichts diesem Bilde Ahnliches laflt sich bei der Bildung unserer 
Schneesternchen sagen. Denn wo gibt es in den ganz ofFenen Luft- 



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17 

gebieten ein solches Eindringen und Ausstromen, wo kommen solche 
Engpasse und ein derartiges Ringen vor? Ich will zugeben, dafl sich 
wahrend des Falles aus der Hohe an die Strahlen etwas von den 
umgebenden Diinsten anlegt; aber warum gerade an sechs Stellen, 
warum nach dem Prinzip des Sechsecks? Wer hat jemals eine Saule 
vor dem Falle mit sechs Eishornern abgebildet? Und welche Ursache 
bestimmt auf der sich verdichtenden Oberflache jene sechs Punkte, 
nach denen sich die sechs Halbmesser anordnen? 

Da also eine auflere Ursache, die Kalte, dies nicht hervorbrin- 
gen kann, mufi es eine innere sein und zwar entweder eine die Feuch- 
tigkeit begleitende oder ihr sonst irgendwie eigentiimliche. Wenn 
man dieses erwagt, so wundert man sich, warum sich die Radien 
nicht lieber zu einem vollstandigen Kreise anordnen. Warum zeigt 
die innere Warme, wenn sie die Urheberin dieser Gestalt ist, ihre 
Wirkung nur in einer ebenen Flache, da sie sich ja nach alien Seiten 
hin gleich verhalt und nicht allein in der ebenen Oberflache der 
Feuchtigkeit ihren Sitz hat? 

Wahrend ich meinen Gedanken nachhange und meine Uber- 
legung fordert, dafl die Strahlen nach dem ganzen Umfang des 
Kreises verteilt seien, fallt mir etwas ein, was mich oft mit Verwun- 
derung erfiillt hat, dafl namlich diese Stern chen sich nicht sogleich 
im Moment des Auf fallens in einer Ebene lagern, sondern dafl sie 
durch einige Teilchen in die Hohe gehalten werden und dann erst 
nach Verlauf einer gewissen Zeit in die Ebene niedersinken. Aus 
der Verbindung jenes Gedankens gleichsam als Vater mit der Erfah- 
rung als Mutter ging diese meine Meinung hervor, dafl jene Sternchen 
wahrend des Fallens aus drei mit Zacken versehenen Durchmessern 
bestehen, welche kreuzweise in einem Punkte so zusammengefugt 
sind, dafl ihre Enden gleichmaflig auf einer Kugelflache verteilt sind 
und sie nur mit drei zackigen Halbmessern auf die Ebene auffallen, 
wahrend die drei anderen entgegengesetzten in die Hohe stehen so- 
lange, bis diese Stutzen sich biegen und die bisher emporragenden 
mit den anderen zugleich an den dazwischen gelegenen Stellen in 
dieselbe Ebene niedersinken. 

Ich will die vollstandigen Folgerungen aus dieser Annahme 
Ziehen und dann erst untersuchen, ob sie auch richtig ist, damit nicht 
vfclleicht die unangenehme Entdeckung ihrer Unrichtigkeit mich von 
meinem Vorsatz abhalt, ttber ein wirkliches „Nichts" zu sprechen. 

Es soil also angenommen werden, dafl die Ursache dieser sechs 
Strahlen, welche immer es auch sein mag, nach alien Richtungen 



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18 

ringsherum gleiche Wirkungen hervorbringt ; dafl die Kalte als Ur- 
sache die Teilchen der Feuchtigkeit gleichmaflig oder wenigstens 
in gleichen Zwischenraumen anordnet und dafl anderseits die innere 
Warme, wenn sie die Ursache ist, von einem einzigen Zentrum aus 
nach alien Richtungen der Kugel ihre Wirkungen ausiibt. 

Damit ist aber die Frage nicht beantwortet, sondern nur anders 
gestellt. Denn noch immer ist nicht klar, warum sich nicht funf oder 
sieben, sondern gerade sechs mit Zacken besetzte Strahlen aus dem- 
selben Mittelpunkt aneinanderlegen. 

Wenn man einen Geometer fragt, bei welchem Korper sich 
drei Durchmesser senkrecht oder in Form eines doppelten Kreuzes 
im selben Punkte schneiden, so wird er antworten: beim Oktaeder, 
wenn man die gegenuberliegenden Eckpunkte verbindet; denn das 
Oktaeder hat sechs Ecken. Wie kommt es nun, dafl der Schnee wah- 
rend des Fallens, bevor er die ebene Form annimmt, mit seinen drei 
zackigen senkrecht zueinandergestellten Durchmessern das Skelett 
eines Oktaeders nachbildet, so dafl ein vollstandiges Oktaeder ent- 
steht, wenn man die benachbarten Endpunkte durch zwolf Gerade mit- 
einander verbindet? 

Was ist also die Ursache, dafl die Kondensation lieber nach diesen 
drei zackigen Durchmessern erfolgt als in der Form einer Kugel? 

Ich kann zwar einen Weg angeben, auf dem dies infolge der 
materiellen Notwendigkeit erfolgt, aber ich nehme dabei etwas an, 
was wiederum mehr Verwunderung hervorruft als das, was zu 
beweisen ist. Ich will ihn dennoch angeben, damit vielleicht aus der 
Vergleichung verschiedener falscher Meinungen die Wahrheit her- 
auskommt. Es soil angenommen werden, dafl die Feuchtigkeit, sobald 
sie die eindringende Kalte wahrnimmt, sich zu Kugelchen von be- 
stimmter Grofle verdichtet Das ist eine vernunftgemafle Annahme. 
Denn wie ein Wassertropfen die kleinste naturliche Fliissigkeits- 
menge ist und zwar deshalb, weil das Wasser durch seine Schwere 
nicht weiter auseinanderfiieflt, so lange seine Menge die des Tropfens 
nicht iibersteigt, so kann man auch leicht annehmen, dafl der Ma- 
terie der Feuchtigkeit ein gewisser Zusammenhalt innewohnt, mit 
welchem sie der Kalte widersteht, auch in einer irgendwie bestimm- 
ten Menge, z. B. der eines Wassertropfens. 

Die zweite Annahme soil sein, dafl sich diese Flussigkeitskugeln 
gegenseitig beruhren, z. B. in der Ebene in quadratischer, im Raum 
in kubischer Anordnung, so dafl jede Kugel von sechs anderen be- 
nihrt wird, von denen in der Figur nur vier abgebildet werden kon- 



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19 

nen, die funfte und sechste sind darunter und daruber zu denken. 
Nach dieser Annahme sind die Kugeln gegen das Eindringen der 
Kalte in die Zwischenraume von der einen Beriihrungsstelle bis zur 
gegenuberliegenden geschiitzt, so dafi die Kondensation zwar gegen 
die Mittelpunkte der Kiigelchen erfolgen kann, doch so, dafi sie auch 
gegen die Durchmesser der Beriihrungsstellen, in denen sie gegen 
die Kalte geschiitzt sind, stattfindet. 

Wie ich vorausgesagt habe, wird man hier mit 
Recht fragen, durch welche Kraft die Kugeln 
direkt angeordnet werden. Wenn es materiell nicht 
anders moglich ware, ware die Sache erledigt. Ma- 
teriell kann die Anordnung doppelt sein, wie oben 
auseinandergesetzt ist. Auflerdem konnen die drei 
Reihen verschieden vereinigt sein, so dafl mehrfache Anordnungen 
entstehen. 

Sollen wir als Ursache dieser Verteilung vielleicht annehmen, 
dafi nur bei dieser Anordnung ringsherum alles ahnlich ist und die 
Beriihrungspunkte gleichmafiig verteilt sind, bei den iibrigen aber 
nicht? Denn wenn, wie oben erwahnt, jede Kugel von zwolf anderen 
beriihrt wird, so sind die Zwischenraume zwischen ihnen teils drei-, 
teils vierseitig, hier aber sind sie samtlich vierseitig. Dort schneiden 
sich zwei der die gegenuberliegenden Eckpunkte verbindenden Durch- 
messer unter rechten Winkeln, die anderen vier aber nicht, hier aber 
schneiden sich alle Durchmesser unter gleichen rechten Winkeln. Dort 
entsteht durch Verbindung der Endpunkte der Durchmesser ein Kubok- 
taeder (Vgl. d. Fig.), hier aber ein Oktaeder in der 
Kugel. 

Der Vorzug der direkten Anordnung vor der 
schiefen ist damit zwar klargestellt, aber die Ursache 
geht daraus nicht hervor, warum die Kugeln sich eher 
nach dieser Anordnung als nach jener lagern sollten. 
Warum und wie tut dies die Kalte? 

Wenn die Kalte etwas bewirkt, so ist es eine Verdichtung oder 
Durchdringung der Materie an den Stellen, wo sie eine Blofie zeigt 
oder einen geringeren Widerstand leistet. Und um noch eine Mog- 
lichkeit zuzulassen, kann bei dem geradlinigen Fall gegen die Erde 
wohl nach der Tiefe die direkte Anordnung moglich sein, aber woher 
kommt die nach der Breite? 

Es bleibt also nur iibrig, dafi die innere Warme diese kubische 
Anordnung hervorbringt, wenn namlich iiberhaupt diese Anordnung 



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20 

besteht, das heiflt, wenn unser Nihil ein Aliquid ist. Nach dieser Ent- 
wicklung ist es so, wie wenn die Warme jedem Tropfen die Okta- 
ederform vorschreiben oder die Materie in eine Reihe von Stern- 
chen anordnen und so die innere Disposition der einzelnen Kiigel- 
chen durch die auflere Anordnung aller untersttitzen wiirde. In keinem 
Fall kann aber diese Anordnung eine unveranderliche sein, wo eine 
Storung wie gerade hier so leicht ist. 

Es gibt aber auch Griinde fur die Annahme, dafl die einzelnen 
Tropfen ohne auflere Veranlassung lediglich durch sich selbst zu 
jener Anordnung gelangen. Denn wenn die Gestalt von der Anord- 
nung und der gegenseitigen Beruhrung herstammt, mfiflten alle Stern- 
chen gleich grofl sein; man bemerkt aber unter ihnen bedeutende 
Groflenunterschiede. Ja selbst die regelmaflige Bildung vieler Stern- 
chen entha.lt noch manches Ungewohnliche. 

So gelangen wir zu keinem Ende, wenn uber die Art und Weise 
keine Klarheit herrscht, wie die innere Warme den Tropfen nach 
drei Durchmessern in der Form eines Oktaeders oder vielmehr eines 
Sechsecks sich entwickeln laflt, so dafl nach diesen die Ansammlung 
der Materie durch Kondensation erfolgt. (Erinnere dich des friiher 
Gesagten, dafl die Meinung, das ^Nichts^ bestehe in der Durchkreu- 
zung dreier Durchmesser, keinen Wert hat.) 

Man konnte auch meinen, dafl jene zackigen Teilchen gesondert 
herumfliegen und erst wahrend des Falles sich zufallig kreuzweise iiber- 
einanderlegen. Qffenbar ist das falsch. Denn dann wiirden sich nicht 
immer drei treffen, sie wiirden nicht im Mittelpunkt und nicht immer 
im selben Punkt sich kreuzen; dazu kommt, dafl sich die zackigen 
Nadeln samtlich vom Mittelpunkt des Sternchens oder der doppelten 
Kreuzung ausbreiten beinahe wie die Nadeln eines Tannenzweiges, was 
beweist, dafl die bildende Kraft im Mittelpunkt ihren Sitz hat und von 
da aus nach alien Richtungen gleichmaflig ihre Wirkung ausiibt. 

Vielleicht ist das die Ursache der drei Richtungen, dafl auch 
bei den Tieren ebensoviele Durchmesser vorkommen? Denn sie haben 
einen oberen und einen unteren Teil, einen vorderen und einen ruck- 
wartigen, einen rechten und einen linken. Wenn jemand solches be- 
hauptet, so wird er sich meiner Meinung nahern, aber wider Er- 
warten durch seine Annahme auf ein Paradoxon gefuhrt werden. 
Denn er moge zunachst erwagen, welches die Natur jener Warme 
ist, die in den Schneesternchen eine Ahnlichkeit mit dem tierischen 
Wesen hervorbringen soil. Und dann moge er fragen, wem es zum 
Nutzen gereichen soil. Was hat denn das Tier mit dem Schnee 



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21 

Gemeinsames? Der Schnee bedarf zu einem Leben, dessen er ja 
entbehrt, jener Richtungen nicht. Und schliefllich moge er bedenken, 
dafl die Teile des tierischen Korpers nicht so nach geometrischen 
Form en und der Gestalt des ersten Korpers, des Wiirfels, 10 ) gebaut 
sind, sondern dafl sie diese Form vielmehr infolge einer gewissen 
Notwendigkeit zur Erreichung eines bestimmten Endzwecks anneh- 
men. Zunachst bezieht sich die Unterscheidung des Oben und Unten 
auf einen bestimmten Ort, die Oberflache der Erde, denn die Fiifle 
sind nach unten gerichtet, damit sie den Korper stiitzen, das Haupt 
aber nach oben, damit es die Nerven wie durch einen giinstigen 
Regen befeuchte und damit Augen und Ohren in moglichster Hohe 
iiber dem Boden einen moglichst groflen Umkreis beherrschen, wenn 
alle Hindernisse beseitigt sind, dann auch, damit die Speise durch 
ihr Gewicht, der Trank durch seine Feuchtigkeit an den richtigen 
Ort gelangen und nicht eine bestandige Anziehung wie bei den an 
einem Ort festgewachsenen Pflanzen notig sei. Die Unterscheidung 
zwischen Vorn und Riickwarts kommt den Tieren zu zur Ausfuh- 
rung von Bewegungen, wenn sie sich auf der Erdoberflache in ge- 
rader Linie von einem Ort zum anderen begeben wollen. Daher 
schneiden sich diese beiden Richtungen notwendig unter rechten 
Winkeln und bestimmen eine Ebene. Da aber die Tiere nicht Flachen 
sein konnen, sondern korperliche For men haben miissen, so mufl in- 
folge der Korperlichkeit noch der dritte Durchmesser zwischen rechts 
und links hinzukommen, wodurch das Tier gewissermaflen doppelt 
wird, damit auch beim Gehen zwischen dem sich Bewegenden und 
dem Bewegten ein offenbarer Unterschied hervortritt. Denn die ku- 
bischen Korper haben nicht ihre Ahnlichkeit mit der menschlichen 
Figur erlangt infolge der Schonheit dieser Gestalt, sondern umge- 
kehrt, der Mensch ist zu einer gewissen Ahnlichkeit mit dem Wiirfel 
gelangt, die gewissermaflen aus dem verschiedenen Gebrauch her- 
riihrt. Nachdem ich alles, was mir begegnete, gepriift habe, glaube 
ich, dafl die Ursache der Gestalt des Schnees keine andere ist als 
die, welche bei den regelmafligen Gestalten der Pflanzen und den 
gesetzmafiigen Zahlen vorherrscht. Weil aber dabei nichts geschieht 
ohne den hochsten Willen, nicht nur das, was man nach langem 
Hin- und Herschwanken durch die Vernunft findet, sondern auch, 
was von vornherein die Absicht des Schopfers war und was von 
Anfang an bis jetzt durch die wunderbare Natur der tierischen Fahig- 
keiten erhalten blieb, glaube ich, dafl auch beim Schnee die regel- 
maflige Form nicht nur von ungefahr vorhanden ist. 



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22 

Es gibt eine formende Kraft der Erde, deren Trager die Feuch- 
tigkeit ist, wie es eine menschliche Seele, einen Geist gibt; sowie es 
keine andere Feuchtigkeit gibt als die durch Warme hervorgebrachte, 
was ja eben als Feuchtigkeit bezeichnet wird, und wie sie durch 
eben diese Warme in ihrer Existenz erhalten wird, so wird auch der 
Schnee durch die bildende Kraft der Erde, welche andere als for- 
mende Warme bezeichnen, erzeugt. 

Nachdem ich die beiden Einwendungen auf ihr richtiges Mafl 
zuruckgefuhrt habe, will ich erklaren, was von meiner Ansicht noch 
iibrig geblieben ist. Man konnte einwenden, bei den Pflanzen lasse 
sich ein gewisser Endzweck, die Bildung eines bestimmten Korpers, 
erkennen, der Bildungstrieb sei in irgend einer Materie vorhanden 
gewesen; denn wo die Mittel zu einem bestimmten Ziel vorhanden 
sind, da herrscht Ordnung, da gibt es keinen Zufall, da herrschen 
der Geist allein und die Vernunft; beim Schnee aber lasse sich ein 
solcher Endzweck nicht erkennen und nicht die sechseckige Form 
bringe es mit sich, dafl der Schnee ausdauert oder ein natiirlicher 
Korper von bestimmter und dauerhafter Form entsteht. Ich antworte 
darauf, dafl der Bildungstrieb nicht allein auf einen Endzweck, son- 
dern auch auf Schonheit der Form hinarbeitet, dafl er nicht bloiS 
Korper hervorzubringen sucht, sondern mit dem fliissigen zu spielen 
pflegt, wie aus vielen Versteinerungen (fossilia) hervorgeht. Die all- 
gemeine Meinung iibertrage ich vom Spiel, insofern man von einem 
Spiel in der Natur reden kann, auf diesen ernsthaften Vorgang, weil 
ich glaube, dafl die Warme, welche bisher die Materie schiitzte, so- 
bald sie von der Kalte uberwunden wird, geradeso wie sie von dem 
Bildungstrieb durchdrungen, bisher in Ordnung kampfte, so auch in 
bestimmter Ordnung zur Flucht sich riistet und zuriickzieht, dafl sie 
sich in den verzweigten und regelmaflig gleichsam in Schlachtord- 
nung verteilten Asten langer zu halten vermag als in der ganzen 
ubrigen Materie, und dafl sie so Sorge tragt, nicht unehrenhaft und 
nicht ohne Wiirde zu fallen, wie die Geschichte von der Olympias 
es berichtet. 11 ) 

Auch der Einwand konnte erhoben werden, dafl den einzelnen 
Pflanzen ein verschiedener Bildungstrieb zukommt, weil die Pflanzen 
im einzelnen auch verschiedene Formen aufweisen, und dafl es des- 
halb nicht verwunderlich sei, wenn die verschiedenen Pflanzen auch 
verschiedenen Gestalten sich anpassen. Beim Schnee aber in jedem 
Sternchen eine besondere Seele anzunehmen, sei lacherlich und 
deshalb konne nicht einmal die Gestalt des Schnees in derselben 



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23 

Art wie bei den Pflanzen aus der Tatigkeit der Seele abgeleitet 
werden. 

Ich antworte, dafl bei beiden die Sache ahnlicher liegt, als der- 
jenige, welcher diesen Einwand erhebt, glauben konnte. Wir wollen 
annehmen, dafl jeder einzelnen Pflanze ein besonderer Bildungstrieb 
innewohnt, aber sie alle sind nur Zweige jenes allgemeinen Trie- 
bes, welcher in der Erde herrscht und welcher sich hier auf die 
Pflanzen bezieht, wie der Bildungstrieb des Wassers auf die Fische, 
der des menschlichen Korpers auf die Lause, der des Hundes 
und des Schafes auf anderes Ungeziefer. Denn nicht alle Pflan- 
zen sind aus Samen hervorgegangen , sondern die meisten sind 
von selbst (i£ o&to(iAtoo) entstanden, wenn sie sich auch weiterhin 
durch Samen vermehren. Denn der Bildungstrieb der Erde, welcher 
immer und uberall derselbe ist, verteilt sich auf die Korper, und er 
wachst mit ihnen und in sie hinein und wirkt bald so, bald anders, 
je nach den aufleren oder inneren Umstanden. So ist es auch bei der 
Feuchtigkeit, welche als Ganzes von der Seele erfullt war, nicht ver- 
wunderlich, dafl die Seele, wenn die Kalte die Zerteilung des Kon- 
tmuums anstrebt, wegen der Verdichtung einzelner Teilchen um an- 
dere bei der Bildung des Ganzen in jedem einzelnen Teilchen wirkt. 

O wahrhaft totes Leben ohne Philosophie! Wenn die Ehe- 
brecherin der Asopischen Fabel diese bildende Kraft des Schnees 
gekannt hatte, hatte sie ihren Gatten iiberzeugen konnen, ihr Sohn 
sei dem Schnee entsprossen und sie ware durch die Schlauheit ihres 
Mannes nicht so leicht ihres Kindes beraubt worden. 

Ich habe iiber die Ursache der Figur gesprochen, es bleibt noch 
(ibrig, dafl wir die Figur selbst untersuchen, ob sie aus der Durch- 
kreuzung dreier Durchmesser entsteht, wie bisher angenommen, oder 
ob sie von Anfang an sechsseitig ist. Doch daruber spater. Jetzt 
wollen wir auf dem eingeschlagenen Wege bleiben. Der Grund, 
weshalb dieser Bildungstrieb die Anordnung der Ecken nach der 
Form des Oktaeders bevorzugt, konnte der folgende sein. Zunachst 
ist das ganze Geschlecht der Lebewesen mit regularen oder kosmo- 
poetischen geometrischen Gebilden verwandt, wofiir mannigfache 
Beweisgrunde vorliegen. Da namlich diese Wesen gewissermaflen 
dem gottlichen Schopfer nachgebildet sind, so besteht gewifl nach 
der Absicht des Schopfers eine mit Gott ewige Ubereinstimmung in 
diesen Gebilden. Da es weiterhin vollkommen sicher ist, dafl die 
Wesen in ihrem Innersten Quantitaten erhalten — ob mit der Materie 
oder ohne sie, will ich nicht untersuchen — so ist es auch vernunft- 



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24 

gemafi, ditfl sie lieber schon gestaltete Formen als andere annehmen 
und dafi sie in diesem Fall regelmafiige Korper nachahmen, weil ja 
die Wesen nicht Flachen, sondern Korper sind. Unter den regularen 
Korpern ist aber der erste der Wiirfel, der Erstgeborene, er ist der 
Vater der ubrigen. 10 ) Seine Gattin gewissermafien ist das Oktaeder, 
weil es soviel Ecken hat, wie der Wiirfel Seitenflachen und weil 
den Mittelpunkten des letzteren die einzelnen Ecken des Oktaeders 
entsprechen. 

Ein die Materie der Feuchtigkeit verlassendes Teilchen wird 
also, wenn es eine Gestalt annehmen mufl, wie wir es als vernunft- 
gemafl dargestellt haben, die Gestalt des Wiirfels oder des ihm ver- 
wandten Oktaeders annehmen. Auflerdem wirkt die materielle Not- 
wendigkeit mit wie bei den gleichen zu einem Haufen zusammen- 
geworfenen Kugeln. In den Beruhrungspunkten wurden die Anfangs- 
formen des Wiirfels und des Oktaeders nachgebildet. Aber warum sollte 
das Oktaeder den Vorzug vor dem Wiirfel haben? Etwa deshalb, weil 
der Wiirfel der Korper der Zerstreuung (dilatatio), das Oktaeder der 
der Sammlung (collectio) ist? Sowohl die Materie wie die Kraft der 
Warme (vis calorifica) werden durch die feindlich eindringende Kalte 
gesammelt. Und woraus geht hervor, dafl der Wiirfel der Korper 
der Zerstreuung, das Oktaeder der der Sammlung ist? Deshalb nam- 
lich, weil dieselben acht Ecken, welche den Wiirfel auflen umgeben, 
beim Oktaeder um den Mittelpunkt gestellt sind. Wenn man nam- 
lich die acht Ecken eines Wiirfels abschneidet und mit den gleichen 
Seiten zusammenfiigt, so erhalt man wirklich ein Oktaeder. Der 
Wiirfel liegt zwischen mehr Ecken, namlich acht, das Oktaeder zwi- 
schen wenigeren, namlich sechs. 

Nach den Aussagen der Edelsteinhandler findet man in der 
Natur Diamanten von der Gestalt des Oktaeders und zwar in der 
vollendetsten und genauesten Form. Wenn es so ist, so bekraf- 
tigt es in vielen Punkten meine Meinung. Denn der Bildungstrieb, 
welcher dem Diamanten die aus dem tiefsten Schofle der Erde her- 
vorgeholte Oktaederform gibt, tut dasselbe auch mit der aus der 
Erde stammenden Feuchtigkeit und gibt ihr und dem daraus be- 
stehenden Schnee dieselbe Form. Was die Durchkreuzung der drei 
Durchmesser anlangt, so ist in ihr die Oktaederform gleichwohl nicht 
starker vertreten als die des Wiirfels. Dort sind die Ecken, hier die 
Mittelpunkte der Seitenflachen durch die drei Durchmesser verbun- 
den, dort liegen die Ecken, welche von den Durchmessern gebildet 
werden, im Mittelpunkt, hier wird jede Ecke, welche den Korper be- 



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25 

grenzt, nach aufien gekehrt. Vergeblich bemiihen wir uns also um 
die Auswahl der Figur, wo von beiden wenigstens die Anfangsform 
vorhanden ist. 

Wohin hat mich meine Torheit gefuhrt bei dem Bestreben, ein 
Nichts zu schenken und zu untersuchen, weil ich aus diesem Nichts 
beinahe die ganze Welt gebildet habe und weil ich von der Seele 
des kleinsten Wesens ausgehend schon wiederholt die Seele des 
groflten, der Erde, einem Schneestemchen zuschreibe? 

So will ich mich denn zuriickziehen und mich eifrig bemiihen 
zu zeigen, dafl mein Geschenk das Nichts ist. Es wird aber das Nichts 
werden, wenn ich jene Meinungen, so schnell wie eine Schneeflocke 
zerrinnt, durch entgegengesetzte bekampft und als falsch erwiesen 
haben werde. 

Wahrend ich dies schrieb, schneite es wieder und zwar dichter 
als fruher. Mit Eifer betrachtete ich die Schneestemchen, sie waren 
alle sternformig, aber von zweierlei Art; die einen waren sehr klein, 
ringsherum mit Radien von unbestimmter Zahl versehen, ohne ein- 
fache Zacken und Streifen, sie waren ganz schmucklos; im Mittel- 
punkt zeigten sie meist ein ziemlich grofles Kiigelchen. Seltener 
fielen auch solche der zweiten Art, sechseckige Sternchen, die nie 
anders als eben waren, aber mochten sie fallen oder schweben, es 
war keines vorhanden, bei welchem auch die Zacken mit dem Sten- 
gel in dieselbe Ebene gefallen ware. Nach unten reichte aber ein 
siebenter Radius wie eine Wurzel, auf welchen sie beim Auffallen 
zu liegen kamen und der sie einige Zeit in die Hohe hielt; das ist 
mir wohl fruher nicht entgangen, aber ich habe es falsch aufgefaflt, 
als ob die drei Durchmesser nicht in derselben Ebene liegen wiirden. 
So ist also das, was ich bisher gesagt habe, ebenso wie das, von 
dem ich sprach, von dem Nichts nicht allzuweit entfernt. Ich glaube, 
dafl die erste Art mit den Kiigelchen aus der Feuchtigkeit herruhrt, 
die von der Warme schon verlassen wurde, als sie sich zu Tropfen 
verdichtete. Deswegen sind sie auch rund, weil sie, von dem Bau- 
meister verlassen, keine schone Form mehr annehmen konnten; sie 
sind ringsherum mit Strahlen besetzt und nach jenen Grundsatzen 
gebaut, welche ich oben bei der Betrachtung an den gefrorenen 
Fensterscheiben entwickelt habe. Bei den Sternchen der zweiten Art 
gelten die Betrachtungen iiber den Wurfel und das Oktaeder nicht, 
ebenso wie die iiber die Beriihrung von Kugeln, weil sie eben sind 
und nicht, wie ich fruher angenommen habe, aus drei gekreuzten 
Durchmessern bestehen. 



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26 

Weil der Bildungstrieb auch hier eine Rolle spielt und als Ur- 
sache bleibt, so haben wir die Frage nach der Auswahl der Figur 
zu wiederholen. Zunachst, warum sind sie eben? Etwa deshalb, weil 
ich friiher in unrichtiger Weise die Ebenen bei der Bildung der 
Korper aufler acht gelassen habe? Allen Bliiten liegt eine fiinfseitige 
Ebene zu grunde, nicht das Dodekaeder als Korper. Dann ware die 
Ursache der ebenen Form, dafl die Kalte die Feuchtigkeit in einer 
Ebene beriihrt und dafl sie die Feuchtigkeit nicht gleichmaflig rings- 
herum umgibt, in welchem Fall Sternchen entstehen und Kugeln. 

Warum aber ist die Form sechseckig? Etwa deshalb, weil das 
Sechseck die erste der regularen ebenen Figuren ist und weil es 
keinen Korper erzeugt? Denn das Dreieck, das Viereck und das 
Funfeck bringen Korper hervor. Oder weil das Sechseck die Ebene 
ohne Zwischenraum auszufullen vermag? Dasselbe ist auch beim Drei- 
eck und dem Quadrat der Fall. Oder deshalb, weil es unter den Fi- 
guren, welche die Ebene ohne Zwischenraume zu liberziehen ver- 
mogen, dem Kreise am nachsten steht? Oder besteht ein Unterschied 
zwischen dem Bildungstrieb, welcher Unfruchtbares (sterile) schafft und 
jenem, der Fruchte (fecundum) hervorbringt, derart, dafl jener Dreiecke 
und Sechsecke, dieser aber Fiinfecke erzeugt? Oder ist endlich die 
bildende Kraft in ihrem innersten Sein an der Sechseckform beteiligt? 

Unter den angefiihrten funf Griinden machen der erste, der 
zweite und der dritte davon Gebrauch, dafl der Bildungstrieb die 
Gelegenheit benutzt und entsprechend den Umstanden die Wahl 
trifft, dafl, weil sich der Kampf zwischen der warmen Feuchtigkeit 
und der kalten Luft in einer Ebene und nicht im Raum abspielt, 
auch diejenige Form zur Auswahl gelangt, welche der Ebene naher 
steht als dem Korper. Bei der zweiten und dritten Ursache kommt 
auch die materielle Notwendigkeit in Betracht. Die erste Ursache 
verlaflt sich allein auf die Eigentumlichkeit des Sechsecks, indem sie 
eine fur diesen Kampf passende Form vorsieht. In einer Ebene voll- 
zieht sich der Kampf, notwendigerweise ist also die Figur eine ebene, 
aber nicht unumganglich eine solche, welche selbst keinen Korper 
zu bilden vermag, sondern sie ist nur deshalb eine solche, weil hier 
die geeignete Form, nicht aber die materielle Notwendigkeit beriick- 
sichtigt wird, denn wie den physischen Korpern die Figuren entspre- 
chen, welche den Korper umgeben, so gibt es in der Ebene Figuren, 
welche einen Korper nicht bilden konnen. 

Bei der zweiten und dritten Ursache ware zu sagen, dafl durch 
die bildende Kraft die Auswahl des Sechsecks mit materieller Not- 



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27 

wendigkeit erfolgt zur Vermeidung aller Zwischenraume und dafl 
hier die Verdichtung der Feuchtigkeit zu Schnee bequemer vor sich 
gehen kann. 

Am leichtesten konnte sie namlich in einem Kreise erfolgen; 
weil Kreise aber Lucken zwischen sich lassen, so wird die dem Kreise 
zunachststehende Figur ausgewahlt. Freilich stand dieser Ursache 
schon fruher die Ungleichheit der Sternchen entgegen, von denen 
einige sehr klein sind, mit diinnen und einfachen Strahlen ohne 
Zacken. Der Grand davon ist, dafl nicht auf einmal eine groflere 
Flache der Feuchtigkeit in Schnee ubergefuhrt wird, sondern dafl 
nach und nach sehr kleine und ungleiche Plattchen sich in Schnee 
verwandeln. Daher gilt auch nicht die Annahme fur die Vermeidung 
jeder Liicke, was nur bei der Teilung einer zuammenhangenden 
Flache in Sechsecke stattfindet. Daher scheiden die zweite und 
dritte Ursache aus, insofern sie nicht auf die erste zuriickgefiihrt 
werden konnen, dafl der Bildungstrieb das Sechseck nicht mit Rtick- 
sicht auf das Material und die Vermeidung von Lucken, sondern blofl 
mit Rucksicht auf die Eignung der Figur auswahlt, weil das Sechs- 
eck die Ebene vollstandig uberzieht und unter den Figuren, welche 
dasselbe tun, dem Kreis am nachsten steht. 

Der vierte Grund kann mit Recht nicht bestehen. Denn die 
weiflen Lilien haben drei und sechs Blatter und sind doch nicht un- 
fruqhtbar und ebenso viele Kelche von Waldblumen. Vielleicht be- 
steht ein Unterschied darin, dafl die Fruchte nach fiiiifblattrigen 
Bluten fleischig werden wie bei den Apfeln und Birnen oder wie 
bei den Rosen und Gurken, wo die Samen vom Fleische umhiillt 
werden. 

Nach sechsblattrigen Bluten entstehen nur Fruchte in einer 
trockenen Hiilse und es ist die Frucht gleichsam in der Blute ent- 
halten. Vielleicht ist auch das der Unterschied, dafl sechsblattrige 
Bluten nicht bei Baumen und Strauchern, sondern blofl bei Krautern 
und Zwiebelgewachsen vorkommen. Man konnte auch einen Unter- 
schied im Safte oder in irgend etwas anderem entsprechend der 
Bliitenform suchen. 

Der Gegenstand ist nicht bekannt genug und daher moge es 
genugen, andere im Voriibergehen auf diesen vierten Grund auf- 
merksam gemacht zu haben. 

Fur die fiinfte Ursache sprechen andere Werke des Bildungs- 
triebes, wie die Kristalle, die alle sechsseitig sind, da die Diamanten 
in Oktaederform sehr selten vorkommen. Aber die bildendts Kraft 



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28 

der Erde umschlieflt nicht eine einzige Form, da sie der ganzen Geo- 
metrie kundig und in ihr geiibt ist. In Dresden habe ich an dem 
koniglichen Gebaude, welches das Stallgebaude heifit, eine Verzie- 
rung aus silberhaltigem Erz gesehen, aus welchem ein Dodekaeder 
von der Grofle einer kleinen Haselnufi mit der einen Halfte gleichsam 
hervorwachst. Auch nach der Beschreibung der Bader von Boll 1 *) ragt 
der vordere Teil eines Ikosaeders aus manchen Versteinerungen her- 
vor. Daher wirkt wahrscheinlich der Bildungstrieb verschieden ent- 
sprechend der verschiedenen Feuchtigkeit. Beim Kupfervitriol kommt 
haufig die kubisch-rhombische Form vor, ebenso beim Salpeter. Des- 
halb mogen sich die Chemiker dariiber aussprechen, ob im Schnee 
ein Salz vorkommt und welche Art von Salz und wie es die Figur 
hervorbringt. Ich aber will den chemischen Ofen ausloschen, weil ich 
sehe, wieviel noch zu erforschen bleibt, wie die Sache sich verhalt, 
und ich mochte lieber von Dir, geneig^tester Herr, horen, was Du 
denkst, als dafl ich Dich weiter mit meiner Rede ermiide. 



Finis. 



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29 



Anmerkungen. 



*) Joh. Wackher, als Sohn unbemittelter Eltern in Schwaben am Bodensee 1550 ge- 
boren, studierte die Rechte; infolge der Vielseitigkeit seines Talents nnd seiner tadellosen 
Manieren kam er fruhzeitig als Hofmeister zu hohen Adeligen, mit denen er weite Reisen 
unternahm; von der kaiserlichen Regierung wurde er wiederholt mit diplomatischen Mis- 
sionen betraut. 1594 wurde er als Reichshofrat geadelt, der Papst verlieh ihm eine gol- 
dene Gnadenkette und den Orden des hi. Petrus. Er hielt treu zu Rudolf II., dem er ofter 
dnrch Geldzuschusse aushelfen muflte. Gestorben 1619 in Wien. 

Seine Kenntnisse erstreckten sich fiber alle Zweige der Wissenschaft ; in der Philo- 
sophie huldigte er der aristotelischen Richtung. Auch als Dichter trat er hervor, seine 
scherzhafte Ode auf das schlesische Bier „Scheps n hat grofleren Ruf erlangt und ist raehr- 
fach gedruckt. Auch ein Schauspiel, dessen Inhalt er der Utopia von Thom. More, seinem 
Lieblingsbuch, entnahm, hat ihn zum Verfasser. (Vgl. n AUgem. Deutsche Biogr." u. „Zeitschr. 
d. Ver. f. Gesch. u. Alt. Schlesiens". Bd. VIII.) 

*) Die Sandrechnung des Archimedes. In ihr ist die Aufgabe gestellt, eine Zahl an- 
zugeben, welche grofler ist als die Zahl der Sandkorner in einer Kugel, deren Halbmesser 
der Abstand der Fixsternsphare von der Erde ist, wenn ein Korper von der Grofie eines 
Mohnkornes in 10.000 Teilchen zerfallt. 

3) Islandische Schlauche. Kepler im n Traum vom Monde": ^Allenthalben findet man 
in Schifferbuchern die Ansicht, mag sie nun wahr oder falsch sein, dafl die Steuerleute, 
die ihren Kurs von Island nehmen, einen Windsack offnen, um den gewiinschten Wind zu 
stande zu bringen ... So erzahlte der Bischof dem Tycho Brahe, die islandischen Jung- 
frauen pflegten in der Kirche wahrend der Predigt das Gesagte oder einige herausgerissene 
Worte raittels Nadeln und bunten Faden mit bewunderungswiirdiger Schnelligkeit auf Lein- 
wand nachzusticken." Man erkennt daraus, dafl die fur den Windsack verwendeten Leinen- 
streifen eingesegnet wurden. 

„Wind und Rauch in Papieren und Worten" sind hier die leeren Versprechun- 
gen bezuglich der Gehaltsanspruche Keplers an die kaiserliche Kasse. 

4 ) Choaspes, Flufi in Persien, durch sein besonders klares Wasser beriihmt, das sich 
die persischen Konige in silbernen Gefaflen stets nachffihren lieflen. 

6) Cardan us, Verfasser des Buches De subtilitate, in dem alle Teile der Naturwissen- 
schaft behandelt sind. Was unter Subtilitat zu verstehen ist, besagt die Definition in der 
Einleitung: Subtilitas est ratio quaedam, qua sensibilia a sensibus, intelligibilia ab intellectu 
difficile corapraehenduntur. Jul. Scaliger bezeichnet in seinem Werke: Exotericarum exer- 
citationum libri de Subtilitate ad Cardanum die Subtilitas als vis intellectus qua difficilia 
cognitu facile comprehenduntur. In der angezogenen Stelle ist von der Acarus-Milbe ge- 
sprochen. „Sie hat Kugelform und kann kaum mit dem Auge gesehen werden. Sie ist so 
klein, dafl sie nicht aus Atomen zu bestehen, sondern selbst eines der Atome des Epikur zu 
sein scheint. Sie lebt unter der Haut und verursacht ein Brennen durch ihre Miniergange 
(cuniculi). ,, 

6) Aristophanes n Wolken" Vers 141 ft'. 

w Soeben fragte Sokrates den Chairephon 

Wie weit ein Floh nach eignen Schuhes Mafle springt." 

Seine Fuflchen werden in Wachs getaucht, so erhiilt der Floh seinen Schuh, mit 
dem Sokrates den Sprung ausmiflt. Der Ausdruck wird haufig angewendet, um eine Kleinig- 
keitskramerei zu bezeichnen. 



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30 

7) Die beiden Polyeder, von denen hier die Rede ist, heiflen auch die Keplerschen 
Korper. Das erste Polyeder ist das oktaedrische Granatoeder (Rhombendodekaeder), das 
and ere das ikosaedrische Granatoeder mit 20 dreikantigen nnd 12 funfkantigen Ecken und 
30 Rhomben als Flachen. Wahrend diese beiden der Gruppe der gleichflachig-halbregu- 
laren Polyeder angehoren, bilden die archiraedischen Korper far sich die Gruppe der 
gleicheckig-halbregularen Polyeder, bei denen regulare Polygone von zweierlei oder dreierlei 
Art in kongruenten Ecken zusammenstofien. 

8 ) Dafi ein Wurfel von 32 anderen gleich grofien beriihrt werden kann, ist ein Irrtum. 
Das Rhombendodekaeder kann von 18 anderen umgeben werden, von denen sechs das erste 
nnr in je einer Kante beriihren. 

9) Hier ist offenbar auf die Bedeutung des goldenen Schnitts fur die organische Ge- 
stal .ung angespielt. Zeifiing (1854) ^ at * n einem hochst interessanten Buche dieses Ver- 
haitnis besonders znr Erklarung der organischen Symmetric, der Begrnndung des astheti- 
schen Eindrucks angewendet. 

10 ) Die Ansicht, dafi der Wurfel der erste Korper sei, geht auf die Pythagoriier und 
Plato zuriick; dieser gibt im Timaeus eine stereometrische Entwicklung der Elemente, in 
welcher die vier regelmafiigen Korper: Tetraeder, Oktaeder, Ikosaeder, Kubus die vier Ele- 
mente: Feuer, Luft, Wasser, Erde darstellen. Im n Weltgeheimnis" hat Kepler der Erd- 
bahn den Wurfel eingeschrieben. 

1J ) Olympias, Mutter Alexanders des Grofien, an welcher das Todesurteil 316 v. Chr. 
vollstreckt wurde. 

Kepler fugt hier die Anmerkung hinzu: „Euripides lafit Polyxena, als sie am Grabe 
des Achill geopfert wird, die Worte sprechen: rcoXXfjv irpovotav cl^ev eoa^vjpuc n?03tv. T ' Das- 
selbe berichtet Plinius der Jungere von einer Vestalin, welche Domitian lebend be- 
graben liefi. 

1^) Boll, eine kleine Stadt und Badeort in Wiirttemberg , am Abhang des Schwabi- 
schen Jura; die Gegend ist bekannt durch ihren Reichtum an Versteinerungen. 



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SCHULNACHRICHTEN. 



I. Stand des Lehrkorpers am Sehlusse des Sehul- 
jahres und Faeherverteilung. 

a) Direktor: 
i. Wurfl Christoph, Regierungsrat, lehrte Geographie und Geschichte in 
VIA, wochentlich 4 Stunden. 

b) Professoren und wirkliche Lehrer: 

2. Bermanschlager Ludwig, Geisdicher Rat, k. k. Professor, lehrte katho- 
lische Religion in IA, HA, UlA, IV A, VA, VllA, VllB, VIII (16) und 
hielt die Exhorte im Obergymnasium, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

3. Deubler Josef, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
111 A, lehrte Latein in lllA 1 VIII, Griechisch in III ,4, zusammen wochent- 
lich 16 Stunden. 

4. Dr. Hager Evermod, Pramonstratenser-Ordenspriester, k. k. wirklicher 
Lehrer, lehrte Deutsch in IV2?, Geographie und Geschichte in 11 A, 
V A, VII A, VllB, zusammen wochentlich 16 Stunden bis 19. November. 
(Ihn vertrat bis zum Sehlusse des I. Semesters der k. k. Gymnasialdirektor 
i. R. Dr. Laurenz Proll, Pr&monstratenser-Ordenspriester.) 

5. Hantschel Oskar, k. k. Professor, Kustos des physikalischen Kabinettes, 
Klassenvorstand in VIII, lehrte Mathematik in 112?, VI A, VI B, VIII, Physik 
in IV A, VIII, zusammen wCchentlich 17 Stunden. 

6. Hebenstein Julius, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassenvor- 
stand in 112?, lehrte Latein in 112?, Griechisch in VI B f Deutsch in 112?, 
zusammen wochentlich 17. 

7. Kirchtag Simon, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand 
in IV B, lehrte Deutsch in VllA, VllB, Geographie und Geschichte in 
lllB, IVA, IV B, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

8. Dr. Klug Rudolf, k. k. Professor, Klassenvorstand in VllB, lehrte Mathe- 
matik in IB, lllB,*VB, VllA, VllB, Physik in IV B, zusammen wochent- 
lich 19 Stunden. 

9. Dr. Kdnig Anton, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des natur- 
historischen Kabinettes, lehrte Geographie in I A, Naturgeschichte in 
11B, lllA, lllB, VA, V B, Propadeutik in VII^, VllB, VIII, zusammen 
wQchentlich 19 Stunden. 

L. 3 



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32 

io. Lehner Franz, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Konservator der 
Zentralkommission fflr Kunst- und historische Denkmale, Kustos der 
archaologischen Sammlung, der Miinzensammlung und der Turngerate, 
Klassenvorstand in VI A, lehrte Latein in VI A, Griechisch in VIM, VII B, 
Deutsch in 111^4, zusammen wSchentlich 17 Stunden. 

11. Popck Anton, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
IV A, lehrte Latein in IV A Griechisch in IV A, Deutsch in VI A, VIII, 
zusammen wochentlich 16 Stunden. 

12. Sauer Anton, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos der Schuler- 
bibliothek, Klassenvorstand in VII A, lehrte Latein in VII A, VII B, Grie- 
chisch in VA, zusammen wochentlich 15 Stunden. 

13. Schickinger Hermann, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassen- 
vorstand hi Vi4, lehrte Latein in IV B, VA, Griechisch in IV B, zusammen 
w6chentlich 16 Stunden. 

14. Dr. Schiefier Anton, k. k. Professor, Kustos der historisch-geographi- 
schen Sammlung, Klassenvorstand in VB, lehrte im I. Semester Deutsch 
in VB, Geographic und Geschichte in III A, VB, VIB, VIII, zusammen 
w6chentlich 17 Stunden; im II. Semester Deutsch in VB, Geographie und 
Geschichte in VI B, VII A, VII B, VIII, zusammen wochentlich 16 Stunden. 

15. Schneider Franz, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, lehrte Geo- 
graphie in IB, Mathematik in I A, III A, Naturgeschichte in I A, IB, II A, 
VIA, VI B, zusammen wochentlich 19 Stunden. 

16. Sewera Ernst, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der Lehrer- 
bibliothek, Klassenvorstand in IIIB, lehrte Latein in III^, Griechisch in 
III-#, VIII, zusammen wochentlich 16 Stunden. 

17. Strigl Josef, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
VI B, lehrte Latein in VB, VI B, Griechisch in V B 9 zusammen wOchent- 
lich 17 Stunden. 

18. Tilp Anton, k. k. Professor, lehrte Mathematik in 11^4, IV A, IV B, VA, 
Physik in VII A, VII B, zusammen wochentlich 19 Stunden. 

c) Supplenten: 

19. F16ck Oswald, Klassenvorstand in II A, lehrte Latein in II-4, Deutsch in 
II A, V A, VI B, zusammen wOchentlich 18 Stunden. 

20. Hochaschbock Johann lehrte katholische Religion in IB, IIB, D\B y 
IV B, VB, VIA, VIB, Geographie und Geschichte in VLB und hielt die 
Exhorte im Untergymnasium, zusammen wochentlich 20 Stunden. 

21. Dr. Milliner Josef lehrte im II. Semester Deutsch in IV B, Geographie 
und Geschichte in II A, IIIA, V A, VB, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

22. Roger Josef, Klassenvorstand in I A, lehrte Latein in I A, Deutsch in IA 9 
Griechisch in VI A, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

2$. Dr. Rossi Paul, Klassenvorstand in IB, lehrte Latein in IB, Deutsch 
in IB, IIIB, IV A, zusammen wochentlich 18 Stunden. 



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33 

d) Evangelische und israelitische Religionslehrer: 

24. Friedmann Moritz, Ritter des Franz -Josefs -Ordens, israelitischer Reli- 
gionslehrer, lehrte mosaische Religion in zwei Abteilungen, zusammen 
wdchentlich 4 Stunden. 

25. Koch August, evangelischer Religionslehrer, lehrte evangelische Religion 
in zwei Abteilungen, zusammen wSchentlich 4 Stunden. 

e) Turnlehrer: 

26. Hirt Max, k. k. Turnlehrer, lehrte Turnen in IB, UB, UlA, IV A, 
WB, VA, VB, VllA, VIII, zusammen wSchentlich 18 Stunden. 

27. Lehner Franz, k. k. Professor, lehrte Turnen in VIA, VIB, V1IZ?, zu- 
sammen wOchentlich 6 Stunden. 

28. Richter Max, Turnlehrer, lehrte Turnen in I A, II A, III A, zusammen 
wochentlich 6 Stunden. 

f) Nebenlehrer: 

29. Feuscher Karl, Direktor der Jubilaums-Bflrgerschule, Kustos der Lehr- 
mittel fur das Freihandzeichnen, lehrte Zeichnen im III. und IV. Kurse, 
zusammen wo'chentlich 4 Stunden. 

30. Hantschel Oskar, k. k. Professor, lehrte Kalligraphie in I A, IB, 11 A, 
II B, zusammen wochentlich 4 Stunden. 

31. Dr. Karigl Ferdinand, k. k. Professor an der Staatsrealschule, lehrte 
englische Sprache im I. Kurse und franz6sische Sprache im II. Kurse, 
zusammen wdchentlich 6 Stunden. 

32. Mefimer Karl, Fachlehrer, lehrte Zeichnen im I. und II. Kurse, zu- 
sammen wochentlich 4 Stunden. 

^$. Neuhofer Franz, Lehrer, lehrte Gesang in der I.. II. und III. Abtei- 
lung, zusammen wGchentlich 6 Stunden. 

34. Ratzka Otto, Lehrer, lehrte Stenographic in zwei Kursen (drei Abtei- 
lungen), zusammen wochentlich 6 Stunden. 

g) Probekandidaten. 

35. Jungwirth Ignaz, lehrbefahigt aus Naturgeschichte als Hauptfach und 
aus Mathematik und Physik als Nebenfachern. 

36. Lohninger Franz, Weltpriester und Supplent am bischOflichen Privat- 
gymnasium Collegium Petrinum in Urfahr, lehrbefahigt aus Griechisch 
und philosophischer Propadeutik als Hauptfachern und aus Latein als 
Nebenfach. 

37. Dr. P611er Matthias, lehrbefahigt aus Geographie und Geschichte als 
Hauptfachern. 

38. Schaller Lukas, lehrbefahigt aus Mathematik und Physik als Haupt- 
fachern. 



3* 



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34 

II. Lehr- und Lektionsplan. 

I. Klasse. 

Religion: Katholische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischen 
Kirche (kursorisch). 2 Stunden. 

Latein: RegelmaBige Formenlehre ausschliefllich der Deponentia. Cbersetzung 
aus dem Obungsbuche. Memorieren der Vokabeln. Von Ende November 
an allwflchentlich eine Komposition von V 2 Stunde, Memorieren, spater 
bausliches Aufschreiben von lateinischen Obersetzungen und kleine Haus- 
aufgaben. 8 Stunden. 

DeutSCh: Formenlehre, Lehre vom einfachen Satze, Elemente des zusammen- 
gezogenen und zusammengesetzten Satzes. Orthographische Obungen, 
im I. Semester monatlich 4, im II. Semester 2. Lesen, Memorieren, Vor- 
tragen. Im II. Semester monatlich 2 Aufsatze, abwechselnd Schul- und 
Hausaufgaben. 4 Stunden. 

GeOgraphie : Geographische Grundvorstellungen. Die Tagesbahnen der 
Sonne. Orientierung, Beschreibung und Erklarung der Beleuchtungs- 
und Erwarmungsverhaltnisse innerhalb der Heimat. Hauptformen des 
Festen und Fliissigen in ihrer Verteilung auf der Erde, Lage der be- 
deutendsten Staaten und Stadte. Versuche im Zeichnen einfacher geo- 
graphischer Objekte. 3 Stunden. 

Mathematik : Arithmetik: Das dekadische Zahlensystem. Romische Zahl- 
zeichen. Die vier Grundoperationen mit ganzen und Dezimal - Zahlen. 
Das metrische Mafl- und Gewichtssystem. Mehrfach benannte Zahlen. 
Teilbarkeit. Zerlegung in Primfaktoren. Voriibungeri fiir das Rechnen 
mit gemeinen Briichen. Mafl und Vielfaches. Geometrie (II. Semester): 
Die Grundgebilde. Gerade. Kreis. Winkel und Parallelen. Die einfach- 
sten Eigenschaften des Dreieckes. 3 Stunden. 

NatUPgesChichte : Tierreich und zwar Saugetiere und Insekten in ent- 
sprechender Auswahl. 2 Stunden durch 6 Monate. — Pflanzenreich. 
Beschreibung einer Anzahl von Samenpflanzen verschiedener Ordnungen. 
2 Stunden durch 4 Monate. 

II. Klasse. 

Religion: Katholische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischen 

Kirche. 2 Stunden. 
Latein: Wiederholung der regelmafligen Formenlehre und die unregelmafiige 

Formenlehre. Memorieren der Vokabeln. Schriftliche und mundliche 

Ubersetzung aus dem Lesebuche. Monatlich 1 Haus- und 3 Schularbeiten. 

8 Stunden. 
DeutSCh: Lehre vom einfachen, zusammengezogenen und zusammengesetzten 

Satze. Praktische Ubungen in der Interpunktion. Lesen, grammatische 

und sachliche Erklarung. Deklamation. Monatlich 3 schriftliche Arbeiten, 

abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 4 Stunden. 



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35 

GeSChichte Und GeOgTaphie: Altertum. Sagen. Die wichtigsten Personen 
und Begebenheiten, hauptsachlich aus der Geschichte der Griechen und 
R6mer. Geographic von Asien, Afrika, horizontale und vertikale Gliede- 
rung Europas, die Lander Stideuropas und des britischen Inselreiches. 
Obungen im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Erweiterte Obungen iiber Mafie und Vielfache. 
Bruchrechnung. Verhaltnisse und Proportionen. Die einfache Regeldetri. 
Die Prozent- und die einfache Zinsenrechnung. Geometrie: Strecken- 
und Winkelsymmetrale. Kongruenz der Dreiecke. Der Kreis. Das Viereck. 
Das Vieleck. 3 Stunden. 

NatUPg* eschichte : Tierreich und zwar Vogel, einige Reptilien, Amphibien 

und Fische. Einige Weich- und Strahltiere. 2 Stunden durch 6 Monate. 

— Pflanzenreich. Fortsetzung des Unterrichtes der ersten Klasse durch 

VorFuhrung anderer Samenpflanzen. Einige Sporenpflanzen. 2 Stunden 

durch 4 Monate. 

III. Klasse. 

Religion: Geschichte der Offenbarung des Alten Testamentes. 2 Stunden. 

Latein: Kasuslehre und Prapositionen. Cbungsbeispiele. Cornel. Nepos: 
Miltiades, Themistocles, Aristides, Cimon. Auswahl aus Curtius 
Rufus. Alle 14 Tage 1 Schulaufgabe, alle 3 Wochen 1 Hausaufgabe. 
6 Stunden. 

Griechisch: Formenlehre bis zu den Verba auf [it. Obersetzungen. Von der 
2. Halfte des I. Semesters an alle 14 Tage abwechselnd 1 Schul- und 
1 Hausaufgabe. 5 Stunden. 

DeutSCh: Grammatik: Formen- und Kasuslehre mit Berttcksichtigung der 
Bedeutungslehre. Lekttire mit besonderer Beachtung der stilistischen 
Seite. Vortrag memorierter Stficke. Monatlich 1 Haus- und 1 Schul- 
arbeit. 3 Stunden. 

GeSChlehte und Geographic: Mittelalter. Die wichtigsten Personen und 
Begebenheiten mit besonderer Rucksicht auf die Geschichte der 6ster- 
reichisch-ungarischen Monarchic Spezielle Geographie des Qbrigen 
Europa (aufler Osterreich-Ungam), Amerika und Australien. Obungen 
im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Die vier Grundoperationen mit ganzen und ge- 
brochenen allgemeinen Zahlen. Quadrieren und Ausziehen der Quadrat- 
wurzel. Unvollstandige Zahlen, abgekiirztes Multiplizieren und Divi- 
dieren. Geometrie: Vergleichung, Verwandlung und Teilung der Fi- 
guren. Langen- und Flachenmessung. Pythagoraischer Lehrsatz. Ahn- 
lichkeit. 3 Stunden. 

Physik: I. Semester: Vorbegriffe. Das Wichtigste aus der Warmelehre und 
Chemie. 2 Stunden. 

NatUPgeSChlChte: II. Semester: Mineralreich. 2 Stunden. 



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36 

IV. Klasse. 

Religion: Geschichte der Offenbarung des Neuen Testamentes. 2 Stunden. 

Latein: Moduslehre, Konjunktionen. Obungsbeispiele. Caesar, de bell. Gall. 
I, IV, V, VI. Auswahl aus Ovid. Alle 14 Tage 1 Schularbeit und 
alle 3 Wochen 1 Hausarbeit. 6 Stunden. 

GHechiSCh: Verba auf (it, verba anomala. Syntax. Dazu Obungsbeispiele. 
Alle 14 Tage abwechselnd 1 Schularbeit und 1 Hausarbeit. 4 Stunden. 

DeutSCh: Der zusammengesetzte Satz, die Periode. Grundziige der Metrik. 
Lekture. Memorieren, Vortragen. Alle 14 Tage 1 schriftliche Aufgabe. 
Abwechselnd Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

GeSChichte und Geographic: Neuzeit. Die wichtigsten Personen und Be- 
gebenheiten mit besonderer Beriicksichtigung der osterreichisch-unga- 
rischen Monarchic Kartenskizzen. Geographie von Osterreich-Ungarn. 
4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Gleichungen ersten Grades mit einer und mit 
mehreren Unbekannten. Reine Gleichungen zweiten und dritten Grades, 
die bei geometrischen Rechnungen vorkommen. Kubieren und Ausziehen 
der Kubikwurzel. Die zusammengesetzte Regeldetri. Die Teilregel. Geo- 
metric: Gegenseitige Lage von Geraden und Ebenen. Die k6rperliche 
Ecke. Hauptarten der KdYper. Oberflachen- und Rauminhaltsberechnung. 
3 Stunden. 

Physik: Magnetismus. Elektrizitat. Mechanik der festen, fliissigen und luft- 
formigen KSrper. Die Lehre vom Schalle. Die Lehre vom Lichte. 
Astronomische Geographie. 3 Stunden. 

V. Klasse. 

Religion: Beweis der Wahrheit der katholischen Kirche. 2 Stunden. 

Latein: Livius, I. (Auswahl) und XXI. Auswahl aus Ovid. Grammatisch- 
stilistische Ubungen. Monatlich 1 Schularbeit. 6 Stunden. 

GHechiSCh: Xenophon, Anabasis I, II, III, V, VII, VIII (nach der Chrestomathie 
von K. Schenkl). Homer, Ilias I, II, 1 — 483. W6chentlich 1 Stunde 
Grammatik. Jedes Semester 4 Schularbeiten. 5 Stunden. 

DeutSCh: Grammatik: Wortbildung, Lebnworter, Fremdworter, Volksetymo- 
logie. Lekture mit besonderer Rucksicht auf die Charakteristik der 
epischen, lyrischen und didaktischen Gattung. Memorieren, Vortragen. 
Aufsatze monatlich 1 Haus- und 1 Schularbeit. 3 Stunden. 

GeSChichte: Geschichte des Altertums bis zu den Gracchen mit Beriick- 
sichtigung der einschlagigen Geographie. 3 Stunden. 

Mathematik: Die 4 Grundoperationen. Die negativen und die gebrochenen 
Zahlen. Eigenschaften der Zahlen. Proportionen, Gleichungen des ersten 
Grades. Planimetrie. 4 Stunden. 

NaturgeSChichte: I. Semester: Mineralogie. II. Semester: Botanik. 2 Stunden. 



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37 

VI. Klasse. 

Religion: Die katholische Glaubenslehre. 2 Stunden. 

Latein: Sallust, bell. Jugurth. Caesar, de bell. civ. III. Cicero, Cat. I. Vergil, 
Auswahl aus Bucol. und Georg. Aen. I. Wochentlicb I Stunde Gram- 
matik. Jeden Monat i Schularbeit. 6 Stunden. 

Griechisch: Homer, Ilias III (1—382), IV, V, (Auswahl), VI, XVI, XXII. Xeno- 
phon, Kyrup. VIII, Memor. III. (nach Schenkl). Herodot, VII und VIII 
(Auswahl). Jede Woche 1 Stunde grammatische Obungen. Im Semester 
4 Schularbeiten. 5 Stunden. 

DeutSCh: Grammatik: Genealogie der germanischen Sprachen, Lautverschiebung, 
Vokalwandel. Mittelhochdeutsche LektGre: Auswahl aus dem Nibelungen- 
liede und aus Walter von der Vogelweide. Geschichte der Literatur bis 
zu den Sturmern. Lekture mit besonderer Riicksicht auf die Charakteristik 
der stilistischen Formen. Lessing, Minna von Barnhelm. Privatlektiire. 
Vortrag memorierter Lesestiicke. Aufsatze alle 3 Wochen, abwechselnd 
Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

Geschichte: Romische Geschichte von den Gracchen an. Geschichte des 
Mittelalters mit Beriicksichtigung der Kulturgeschichte und Geographic 

4 Stunden. 

Mathematik: Lehre von den Potenzen, Wurzeln und Logarithmen. Glei- 
chungen des zweiten Grades mit 1 Unbekannten. Stereometrie, Gonio- 
metrie und Trigonometric des rechtwinkligen Dreieckes. 3 Stunden. 

Natur geschichte: Zoologie. 2 Stunden. 

VII. Klasse. 

Religion: Die katholische Sittenlehre. 2 Stunden. 

I^atein: Cicero, pro Roscio Amerino, de imperio Cn. Pompei, Laelius. Vergil, 
Aen. II, III, VI, VII, Auswahl aus IX, Wiederholung der wichtigsten Par- 
tien der Syntax. 1 Stunde grammatisch-stilistische Obungen. Im Semester 

5 Schularbeiten. 5 Stunden. 

GriechiSCh: Demosthenes, Olynth. I, II, III; Phil. III. Homer, Odyssee 
I (1—95), HI (1— -ioi), IV (1— 1 12, 620—674), V, VI, VII, VIII (1 — 103, 
521—86), IX, XII (142—254, 366—454), XIII (1 — 187), XV (154-300). 
Grammatische Obungen. Im Semester 3 Schularbeiten. 4 Stunden. 

DeutSCh: Literaturgeschichte von den Sturmern bis 1805. Lekture: Goethe, 
Iphigenie auf Tauris; Schiller, Wilhelm Tell, Privatlektiire. Vortragen, Rede- 
ubungen. Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 3 Stunden. 

Geschichte: Geschichte der Neuzeit mit Beriicksichtigung der Kulturgeschichte 
und Geographic 3 Stunden. 

Mathematik: Quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten. Diophantische 
Gleichungen des ersten Grades. Progressionen. Zinseszinsen- und Renten- 
rechmingen; die wichtigsten Satze der Kombinationslehre, der binomische 



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38 

Lehrsatz. Trigonometric des schiefwinkligen Dreieckes. Analytische Geo- 
metric der Geraden und der Kegelschnittslinien in der Ebene. 3 Stunden. 

Physik: Mechanik, Warmelehre, Chemie. 3 Stunden. 

Propadeutik: Logik. 2 Stunden. 

VIII. Klasse. 

Rellgfion: Kirchengeschichte. 2 Stunden. 

Latein: Tacitus, Ann. I, II. (Auswahl). Germania, c. 1 — 2J. Horaz, Auswahl 
aus den Oden und Epoden, Satiren I, 6, 9. II, 6. Episteln I, 2, 16. 
Grammatisch-stilistische Obungen. Monatlich 1 Schularbeit. 5 Stunden. 

Griechlsch: Sophokles, Elektra, Homer, Odyssee XVI, XXI, XXII (Auswahl). 
Plato, Apologie, Protagoras. Grammatische Obungen. Im Semester 3 Schul- 
arbeiten. 5 Stunden. 

DeutSCh: Literaturgeschichte bis zu Goethes Tod. Oberblick uber die Ent- 
wicklung der deutschen Literatur in Osterreich im XIX. Jahrhundert. Grill- 
parzer. Lekture: Goethe, Hermann und Dorothea. Schiller, die Jungfrau 
von Orleans. Lessing, Laokoon. Grillparzer, K6nig Ottokars Gliick und 
Ende. Aufierdem das Lesebuch. Privatlekture. Obersichtliche Wiederho- 
lung des deutschen Lehrstoffes, daran anknfipfend eine Charakteristik 
der Dichtungsarten. Redeubungen. Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- 
und Schularbeiten. 3 Stunden. 

GeSChlchte: Osterreichische Geschichte und Vaterlandskunde. Wiederholung der 
wichtigsten Partien der griechischen und romischen Geschichte. 3 Stunden. 

Mathematik: Zusammenfassende Wiederholung der wichtigsten Partien der 
Mathematik. Obungen im Auflosen mathematischer Probleme. 2 Stunden. 

Physik: Magnetismus, Elektrizitat, Wellenlehre und Akustik, Optik. 3 Stunden. 

Propadeutik: Empirische Psychologic 2 Stunden. 



Privatlekture in den alten Sprachen. 

A. Latein. 

V. Klasse A: Caes. b. G. II: Fuchs A., Jedlitschka E. — Caes. b. G. VII: 
Wofi A. — Caes. b. G. VIII : HackmQller I. — Livius III, 26—29; 33—55 
u. V, 19—23; 35— 49: Pachinger I. 

V. Klasse B: Liv. XXII, 1 — 30: Ammerstorfer J., Haselauer A., Langthaler A., 

Langthaler F., Mayer K. f Neumuller L., Panholzer M., Pankratz A., 
Paulusberger V., E. v. Pilat A., Pulitzer J., Rabl M., Reisch O., Stein- 
kogler R., W6hrl J. — Dass. und Caes. b. G. II, VI, VII: Brach- 
mann G. 

VI. Klasse A: Caes. b. c. 2, Cic. Cat. 2, 3, 4: Anders P. — Cic. Cat. 2, 

3, 4: Clodi K., Hager L., HSlzl K., Koref E„ Reisetbauer F., Strafier R. 
— Cic. Cat. 2, 3, 4, Sail. b. Cat.: Czerwenka K., H6pfler A. — Caes. b. 



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39 

c. 2: Ganhor O., Gofil F., Gumplmair M. , Giinter H., Lasser F., 
Horzeyschy J. 

VI. Klasse B: Sail. b. Cat.: Derscht K., Nusko F., Pechmann F., PillweinM., 

Schellinger F., Ziegler J., Zillig H. — Sail. b. Cat., Caes. b. c. 2: Has- 
linger F. , Riiha F. — Caes. b. c. 2 : Mairbuber H. — Caes. b. c. 1 : 
Pramer M., Steindler S., Steingruber F., Undesser J. — Li v. XXII.Wernett F. 
VIL Klasse A: Verg. Aen. IV, XII: Bertl A. — Li v. XXVI, 27. — Schlufi, 
Cic. Cat. II: Dopplinger J. — Cic. Cat. IV, Liv. XXVI, 27. — Schlufi, 
Verg. Aen. IV: Glaser A. — Cic. Cat. IV: GrQll J., Handstanger J. — 
Cic. Cat. II, IV, Liv. XXII, 1—30: Jonke F. — Cic. Cat. II, III, IV: 
Kirnbauer M., Piihringer M., Wofl A. — Cic. Cat. II, IV: Koref A., 
NadJer O., Staininger A. — Liv. XXVI: Krackowizer M. — Cic. Cat. 
IV, Verg. Aen. IV: Krenn F. — Sail. b. Cat. Neumann G. — Liv. 
XXVI, 27. — Schlufi: Nusko J. — Sail. b. Cat., Verg. Aen. IV: Richter 
O. — Liv. XXII, 1 — 30, Cic. Cat. IV: Wiesmayr P. 

VII. Klasse B: Cic. Cat. Ill, IV: Falbl K., Homolka A., Ransmayr A. (und 

p. Ligar.), Spielauer G. (und p. Mil.), Staufer K. — Cic. Cat. Ill, IV, 
p. Ligar., p. Deiot.: Foltz O., Sperl A. — Cic. Cat. II: Freudenthaler 
A. — Cic. Cat. II, p. Arch., p. Ligar., Phil. I: Gerhardinger H. — 
Cic. Cat. II, III, IV, p. Arch., p. Ligar., p. Deiot.: Isak R., SchOn- 
dorfer K. (und Verg. Aen. IV). — Cic. Cat. II, III, IV, p. Ligar., p. 
Deiot.: Lichtenwagner J. — Cic. Cat. II, III, IV: Proclemer K., 
Stockinger R. (und Caes. b. c. II.), Werner E. (und Sail. b. Cat.), 
Zach F. — Cic. Cat. II, III, IV, p. Arch., p. Deiot., p. Ligar., Liv. 
XXII, Verg. Aen. IV: Schmid J. — Cic. Cat. IV., p. Ligar., p. Deiot.: 
Schwayer G. — Cic. Cat. II, III, p. Ligar.: Seyr K. 

VIII. Klasse: Verg. Aen. Ill: Drasch H. — Verg. Aen. VII: Polzer L. — 
Verg. Aen. Ill, VII: Defil J., Rubenzer K. — Verg. Aen. VII, Tac. 
Agr.: Luegmayer W., Prugl H., Commenda H. (und Cic. Tusc. II). — 
Verg. Aen. Ill, Tac. Agr.: Ruth H. f Brachmann W. (und Verg. Aen. 
VII). — Tac. Agr.: Kirchenberger K. — Cic. p. Rose: Hirschal H. 

— Liv. XXVI: Meschede J. — Cic. p. Sulla: Rabender F. 

B. Griechisch. 

V. Klassse A: Xen. Anab. (Schenkl) IX: Aspock F., Binderberger J., Derntl F., 
Feder G., Fuchs A., Grasbock F. (und VI), Hackl G. (und V), Hack- 
m filler J., Hofbauer A., Jagenbrein F. (und V), Jedlitschka E., Jellou- 
schek F„ Pachinger J. (und V), Pierer R., Rammer J., W<5fi A. (und V). 

— Dass. V.: Keipper J. 

V. Klasse B: Xen. Anab. (Schenkl) IV: Haselauer A., Mayer K., Neumiiller L., 
Pankratz A., Priesner H., Stroh F\, Tischler A. — Horn. II. IV: Ammer- 
storfer J., Panholzer M., Pfrstoupil J., Pulitzer J., Rabl M., Reisch O., 
W6hrl J. 



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40 

VI. Klasse A: Horn. 11. VII, Herod. I: Clodi K., Gumplmair M., Koref E., 
Kozischek G. — Horn. II. VII, Herod. II, III: Horzeyschy J. — Horn. 
II. VII, Herod. V: Czerwenka K., Feil K., Hager R., Haslinger J. — 
Horn. II. VII: Ganhor O., Georgevtf G., Gdfil F., Gamer H., Huber R., 
Jedlitschka K., Kiwek J., Langer G. — Horn. II. IX, Herod. I: Hdpfler M. 

— Horn. II. IX, Herod. V: Brunhuemer K. — Horn. II. IX, Herod. VI: 
Hager L., Holscher K. — Horn. II. IX: H6lzl K. — Horn. II. XIX: 
Reisetbauer F., Strafier R. — Horn. II. XXIV, Herod. V: Anders P. 

— Horn. II. XXIV: Loos R. 

VI. Klasse B: Horn. IL VII, VIII, XVIII, XIX, XX, Herod. IX: Wernett F. 

— Horn. II. XVIII, Xen. Hell. I: Gugenbauer G. — Horn. II. XVIII, 
XIX, Herod. I, III: Haslinger F. — Horn. II. XVIII, Herod. IX: NuskoF., 
Ziegler J. — Horn. II. XVIII, Herod. V: Riiha F., Steindler S., Stein- 
gruber F., Zillig H. — Horn. II. XVIII: Mairbuber H., Pechmann F., 
Pillwein M. — Horn. II. XIX: Rosenberger V. — Herod. V: Jaschke K., 
Schellinger F. — Xen. Kyr. (Schenkl): Derschl K. 

VII. Klasse A: Plut. Perikl.: Glaser A. — Horn. Od. XI, XXIII, Dem. Ob- 

d. Frieden: Handstanger J. — Horn. II. XIII: Krackowizer M. — Horn. 
II. XX, Dem. Ob. d. Frieden: Staininger A. 

VII. Klasse B\ Horn. Od. XI: Baumann A. — Horn. Od. XX, XXI, XXIII: 

Foltz O. — Horn. Od. XX: Freudenthaler A., Groflegger Th., Rech- 
berger J., Staufer K. — Horn. II. X, Isokr. Panegyr.: Gerhardinger H. 

— Horn. Od. X, XI: Homolka A. — Horn. Od. I, II, III, X, XX, Dem. 
Ob. d. Frieden: Isak R. — Horn. II. XVIII, XIX, XX: Lutz J. — Horn. 
Od. I, II, III, IV (i 13— Schlufl), X, Herod. IX: Schmid J. — Horn. II. XVIII., 

XIX, Od. II, X, XX: Schondorfer K. — Horn. II. XI: Skutezky R. — 
Horn. II. XX, XXIII: Sperl A. — Horn. II. XXIV: Spielauer G. — Horn. 
11. XIX, Od. II, III: Stockinger R. — Horn. Od. XX, XXIII: Werner E. 

— Horn. 11. XIX, XXIII (1 — 500): Zach F. 

VIII. Klasse: Horn. Od. I, Lys. Eratosth., Olbaum; Plat. Kriton, Lach.: Bal- 
thasar St. — Horn. Od. XXIII, Plat. Kriton: Brachmann W. (und Dem. 
Ob. d. Frieden), Spitzenberger J., Staudinger F. — Horn. Od. I, II, 

XX, XXIII, Herod. V: Feigl J. — Horn. Od. XX, XXIII: v. Feil A., 
Wirth A. (und Plat. Eutyphro, Kriton). — Horn. II. XII, Od. I, XX, 
XXIII, Lys. Eratosth.: Floderer W. — Horn. II. XIV, XX, Od. I, XVIII, 
XX, XXIII: Hager J. — Horn. 11. XIX, Od. VII, Lys. Eratosth., Plat. 
Kriton: Haiberger L. — Horn. II. XIX, Od. I, Herod. V: Hirschal H. 

— Horn. Od. XXIII, Herod. V, Plat. Euthyphron: Meschede J. — Horn. 
Od. I, II, XV, XXIII: Polzer L. — Horn. II. XV, Plat. Kriton: Prugl H. 

— Horn. U. XIV, Od. I, II, XXIII, XXIV: Rabender F. — Horn. Od. 
VII, XXIII, Lys. Eratosth., Plat. Kriton: Rubenzer K. — Horn. Od. 
IV, XVn, Plat. Kriton: Ruth H. — Horn. Od. II, III: Stadlmann R. — 
Horn. Od. I, II, VII, XV, XXIII: Weidinger E. — Horn. Od. XV, Luk. 



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41 

Ikarom.: Zierlinger J. — Horn. Od. XV, XX, Herod. V, Plat. Kriton: 
Z6hrer A. — Plat. Kriton, Soph. Antig.: Commenda J.,' Defil J. — Plat. 
Kriton, Soph. Oed. t.: Drasch H. — Lys. Eratosth., Soph. Oed. Kol.: 
Luegmayer W. — Plat. Euthyphron, Kriton: Schmidjell F. — Soph. 
Antig.: Weidinger J. — Herod. V: Weinberger J. 



Die ubrigen obligaten Lehrgegenstande. 

i. Evangelischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

I. Abteilung. Biblische Geschichte des Neuen Testamentes. Katechis- 
mus: Erklarung des II. HauptstQckes (Der christliche Glaube) nach Dr. M. 
Luthers Katechismus von Dr. Ernesti; Kirchenlieder im Anschlusse an das 
Kirchenjahr. 

2. Abteilung. Ausfiihrliche Bibelkunde. 

2. Israelitischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

i. Abteilung. Biblische Geschichte: Das Konigtum in Israel. — Die 
Glaubenslehren. — Bibellektiire aus Genesis im Urtexte. 

2. Abteilung. Geschichte der Juden von Moses Mendelsohn bis auf 
die Gegenwart. Zusammenfassung der wichtigsten Religionslehren. — Bibel- 
lekture aus Deuteronomium im Urtexte. Nach Wolf, Religions- und Sittenlehre; 
Hecht-Kayserling, Israel. Geschichte; Kayserling, Die funf Biicher Moses. 

3. Turnen. 

An dem Turnen beteiligten sich alle Schiiler mit Ausnahme derer, welche 
krankheitshalber dispensiert waren. 

Der Unterricht wurde nach dem fur Mittelschuien vorgeschriebenen Lehr- 
plane (Erl. d. h. k. k. Min. vom 12. Febr. 1897, Z. 1 7261) in 15 Abteilungen mit 
je 2 Stunden wochentlich erteilt. Jede Schulklasse bildete fur sich eine Turn- 
abteilung. 

4. Kalligraphie. 

Der Unterricht in der Kalligraphie ist fiir die Schiiler der beiden untersten 
Klassen obligat mit je 1 Stunde wochentlich fiir jede Klassenabteilung. Das 
Lehrziel ist eine einfache, leicht lesbare und flieSende Handschrift. In der 
II. Klasse wurde auch Rundschrift gelehrt und in der zweiten Halfte des 
II. Semesters die griechische Schrift. 



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Die freien Lehrgegenstande. 

i. Englische Sprache. 

Der Unterricht wurde in einem Kurse mit 3 Stunden wochentlich erteilt. 

I. Kurs. Aussprache. Lesen. Formenlehre des Hauptwortes, Eigenschafts- 
wortes, Zahlwortes, Furwortes, der Hilfszeitworter, der regelmafiigen und der 
wichtigsten unregelmafiigen Zeitworter. Das Wichtigste aus der Satzlehre. 
Obersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche und RuckQbersetzung. Nach 
Ellinger-Butler, Elementarbuch. 

2. Franz&sische Sprache. 

Der Unterricht wurde in einem Kurse mit 3 Stunden wochentlich erteilt. 

II. Kurs. Erganzung der Formenlehre, insbesondere der unregelmafiigen 
Verba. Syntax. Nach Ploetz, Schulgrammatik der franzosischen Sprache. Uber- 
setzungen ins Franzosische. Sprechubungen und schriftliche Obungen im An- 
schlusse an Choix de nouvelles modernes (Velhagen & Klasing) und Sandeau, 
Mademoiselle de la Seiglrtre. 

3. Gesang. 

Die Schiiler wurden nach ihren musikalischen Vorkenntnissen in zwei 
Kurse geteilt. 

1. Kurs. Obungen im Erkennen und Treffen der Intervalle in ver- 
schiedenen Taktarten und in den gebrauchlichsten Durtonarten. Kenntnis des 
Drei- und Vierklanges, ein- und zweistimmige Obungen nach der Chorgesangs- 
schule von Brunner, Einfalt und Prammer. 2 Stunden. 

2. Kurs in 2 Abteilungen. Fortsetzung in der Behandlung der Ton- 
arten. Knabenchore, gemischte Chore und Mannerchore von verschiedenen 
Komponisten. 4 Stunden. 

Beim sonntagigen Gottesdienste wurden Lieder aus Bergers Kirchen- 
liederbuche gesungen, bei festlichen Anlassen lateinische Messen mit geeignetea 
Einlagen aufgefiihrt. 

4. Stenographic 

Der Unterricht wurde nach Gabelsbergers System (Lehr- und Lese- 
bucb von F. Scheller) in 2 Kursen erteilt. 

1. Kurs in 2 Abteilungen. I. Semester: Das Alphabet und die Wortbil- 
dungslehre mit Schreibubungen. II. Semester: Die Wortkiirzungslehre. Praktische 
Anwendung und Einubung des Erlernten durch Schreib- und Leseubungen. 
4 Stunden. 

2. Kurs. I. Semester: Wiederholung der Wortbildungs- und Wort- 
kiirzungslehre; Satzkiirzungslehre nebst Obungen im Lesen und Schreiben. 
II. Semester: Fortset2ung der Satzkiirzungslehre mit praktischer Anwendung 
und Leseubungen. 2 Stunden. 



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43 
5* Freihandzeichnen. 

(Nach dem Ministerialerlasse vom 20. Dezember 1896, Z. 25239.) 
Der Untcrricht wurde in 4 Kursen mit je 2 Stunden wochentlich erteilt. 

1. Kurs. Anschauungslehre, Zeichnen ebener geometrischer Gebilde aus 
freier Hand nach Vorzeichnungen des Lehrers an der Tafel, begleitet mit kurzen, 
zuin Verstandnisse notwendigen Erklarungen unter besonderer Beriicksichtigung 
des Zeichnens gebogener Linien. 

2. Kurs. Einleitende Erklarungen aus der Perspektive an der Hand der 
Apparate. Zeichnen nach Draht- und Holzmodellen. Obungen im Ornament- 
zeichnen nach Vorlagen und Entwiirfen des Lehrers an der Tafel. 

3. und 4. Kurs. Obungen im Ornamentzeichnen nach Entwurfen des 
Lehrers an der Tafel, ferner nach farblosen und polychromen Musterblattern, 
Studien nach plastischen Ornamenten und fortgesetzte perspektivische Dar- 
stellungen geeigneter technischer Objekte von der Kontur angefangen bis zur 
vollendeten Schattierung unter Handhabung von Bleistift, Kreide und Pinsel; 
Konturen des menschlichen Kopfes in verschiedenen Stellungen; gelegentliche 
Belehrung uber Naturwahrheit. 



III. Ubersicht iiber die im Sehuljahre 1906/1907 
gebrauehten Lehrbiieher. 

(Die romischen ZifFern bedeuten die Klassen, in denen die Lehrbiieher verwendet wurden.) 

Religrionslehr 6 : I. Grofier Katechismus; II. Zetter, Liturgik. 2.-5. Aufl.; 
Grofier Katechismus. III. Fischer, Offenbarung des alten Bundes. 4. bis 

10. Aufl.; IV. Fischer, Offenbarung des neuen Bundes. 4. — 10. Aufl; 

V. Wappler, Lehrbuch der katholischen Religion. 1. Teil. 3. — 8. Aufl.; 

VI. Wappler. 2. Teil. 1.— 8. Aufl.; VII. Wappler. 3. Teil. 6. und 
7. Aufl.; VIII. Kaltner, Kirchengeschichte. I. — 3. Aufl. 

Latein: I. — VIII. Strigl, Schulgrammatik; I. Knesek, Obungsbuch, 1. Teil; 

11. Knesek, Obungsbuch, 2. Teil; III. IV. Strigl, Obungsbuch fur die 
3. und 4. Klasse; V. VI. Hauler, Stiliibungen, 1.— 5. Aufl.; VII. VIII. 
Hauler, Stiliibungen, 2. — 4. Aufl.; III. Go! ling, Chrestomathie aus 
Corn. Nepos und Q. Curtius Rufus, 1., 2. Aufl.; IV. P rammer, Caesaris 
Commentarii de bello Gallico; IV. V. Go 1 ling, Ovidii carmina selec/a, 
I. — 4. Aufl.; V. Golling, Chrestomathie aus Livius, I., 2. Aufl.; 
VI. Paul, Caesaris Commentarii de bello civili) No hi, Ciceronis orationes 
in Catilinam; Scheindler, S alius tii Crispi be Hum Catil. el Jugurthinum; 
Klou£ek, Vergilii Aentis , Georgica el Bucolic a; VII. Nohl, Ciceronis 
orationes />. Roscio, p. Pompeio ; Schiche, Ciceronis Laelius; Klou£ek, 

Vergil, wie in VI.; VIII. Huemer, Horatii carmina selecta, 1. — 6. Aufl.. 
Muller-Christ, Corn. Tacitus, Germania und Annalen. 



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44 

GriechiSCh: III. — VI. Curtius- v. Hartel-Weigel, Schulgrammatik, 24., 25. 
Aufl. ; VII., VIII. Curtius- v. Hartel, Schulgrammatik, 19., 22. Aufl.; III. IV. 
Schenkl, Elementarbuch, 19., 20. Aufl.; V. — VIII. Hintner, Aufgaben 
in zusammenhangenden Stiicken, 2. — 4. Aufl.; V. VI. Schenkl, Chresto- 
mathie aus Xenophon, 11. — 13. Aufl.; Cauer, Horn. Ilias, 1. und 2. Teil; 

VI. Wilhelm-Lauczizky, Herodoii de bello Persico librorum epitome y 
3. Aufl.; VII. Wot ke, Ausgewahlte Reden des Demosthenes, 1. bis 4. Aufl.; 

VII. VIII. La Roche, Homers Odyssee, 1. und 2. Teil; VIII. Christ, 
Platons Apologie; Krai, Platons Protagoras; Schubert, Sophocles 1 Elektra. 

Deutsche Sprache: I. — VI. Willomitzer, Grammatik, 6.-— II. Aufl.; 

I. — VIII. Kummer-Stejskal, Lesebiicher, und zwar I. 7. Aufl.; II. 

7. Aufl.; III. 5. Aufl.; IV. 5. Aufl.; V. 5.-8. Aufl.; VI. 3.-8. Aufl.; 

VII. 2.-6. Aufl.; VIII. 2.-5. Aufl. 
GeOgraphie und GeSChichte: I. Herr, Grundzuge der Erdbeschreibung, 

19. Aufl.; II. III. Herr-Weingartner, Lander- und Volkerkunde, 14., 
15. Aufl.; IV. Mayer, Geographie der osterreichisch-ungarischen Mon- 
archic, 4. — 7. Aufl.; II. — IV. Gindely-Wurfl, Lehrbuch der Geschichte 
fur die unteren Klassen und zwar II., 1. Teil, 12., 13. Aufl.; III., 2. Teil, 
12., 13. Aufl.; IV., 3 Teil., 11. Aufl.; V.— VII. Gindely-Mayer, 
Lehrbuch der Geschichte fur die oberen Klassen und zwar V. 1. Bd. 
9.— 11. Aufl.; VI. 1. Bd., 2. Bd., 9.. 10. Aufl.; VII. 3. Bd., 9.— 12. 
Aufl.; VIII. Hannak, Vaterlandskunde fur die oberen Klassen, 12. bis 
14. Aufl. — Atlanten: I. — VIII. Kozenn, Geographischer Schulatlas, 38., 
39. Aufl.; II.- — VIII. Hannak-Umlauft, Historischer Atlas, 3. bis 5. Aufl. 

Hathematik: I. II. Ho£evar, Lehrbuch der Arithmetik fur Untergymnasien, 
5. Aufl.; III., IV. HoCevar, Arithmetik, 2.-4. Aufl.; I., II. HoCevar, 
Lehrbuch der Geometrie fur Untergymnasien, 5. — 7. Aufl.; III., IV. 
Ho£evar, Geometrie, 4. — 7. Aufl.; V. — VIII. Mo£nik-Neumann, Arith- 
metik fur die oberen Klassen, 26. — 29. Aufl.; V., VI. HoCevar, Geo- 
metrie fur Obergymnasien, 5., 6. Aufl.; VII., VIII. Ho£evar, Geometrie, 
1. — 6. Aufl.; VII., VIII. HoCevar, Geometrische Obungsaufgaben, 3. Aufl.; 
Kewitsch, Logarithmen. 

NatUPgeSChiehte : I., II. Nalepa, Grundrifl der Naturgeschichte des Tier- 
reiches, 1. — 3. Aufl.; Beck v. Mannagetta, Grundrifl der Naturge- 
schichte des Pflanzenreiches, 1., 2. Aufl.; III. Pokorny, Naturgeschichte 
des Mineralreiches, 20., 21. Aufl.; V. Scbarizer, Mineralogie und 
Geologie, 2. — 5. Aufl.; Wettstein, Botanik, 1., 2. Aufl.; VI. Graber, 
Zoologie, 4. Aufl. 

Physik: HI., IV. Krist-Pscheidl, Anfangsgrunde fiir die unteren Klassen, 

20. Aufl.; VII., VIII. Rosenberg, Lehrbuch der Physik fiir die oberen 
Klassen, 1., 2. Aufl. 

Propadeutik: VII., VIII. HGfier, Grundlehren der Logik und Psychologic 



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45 

IV. Themen zu den deutsehen Aufsatzen (und Rede- 
ubungen) im Obergymnasium. 

V. Klasse A. 

I. Heines „Belsazer" *st zu vergleicben mit Uhlands „Gliick von Eden- 
hall". — 2. Charakteristik der Personen im jjTaucher" von Schiller. (Sch. A.) 

— 3. Allerseelen. Erklarung und Rechtfertigung dieses Festes. — 4. Gunthers 
Brautfahrt. (Sch. A.) — 5. Hagen. Eine Charakterschilderung. — 6. Die Grund- 
zuge des Walthariliedes. (Sch. A.) — 7. Mit welchen Schwierigkeiten batten 
die Griechen auf ihrem Ruckzuge aus Asien zu kampfen? — 8. Der kiuge 
Mann baut vor. (Schiller, Wilhelm Tell.) (Sch. A.) — 9. Winterfreuden. — 
10. Tages Arbeit, Abends Gaste — Saure Wochen, frohe Feste: — Sei dein 
kQnftig Zauberwort, (Mit besonderer Beriicksichtigung des ,,70. Geburts tages" 
von Vofl). (Sch. A.) — 11. Warum sind wir dem Alter Ehrfurcht schuldig? 

— 12. Die Freunde des Messias vor dem Synedrium. (Messias, IV. Ges.) 
(Sch. A.) — 13. Warum halt sich der Mensch oft fur besser als er ist? — 
14. Die Bedeutung der olympischen Spiele fur das nationale Leben der 
Griechen. (Sch. A.) — 15. Konig Nobel, der Lowe. Eine Charakteristik. — 
16. Die Deutung des allegorischen Gedichtes „Pegasus im Joche". (Sch. A.) 

— 17. Die giinstige Riickwirkung der Perserkriege auf die staatliche Ent- 
wicklung und die kuiturelle Blute Athens. — 18. Gedankengang und Gliederung 
der Klopstockschen Ode „Die Fruhlingsfeier". (Sch. A.) 

V. Klasse B. 

1. „Der Fischer" von Goethe. Versuch einer Erklarung. — 2. Schul- 
beginn. In Form eines Briefes. (Sch. A.) — 3. Siegfried. Charakteristik nach 
dem Nibelungentiede. — 4. Beim Konigsmahle zu Babylon. Darstellung einer 
Szene nach dem Gedicbte von Heine. (Sch. A.) — 5. Reden ist Silber, Schweigen 
ist Gold. — 6. Die Ankunft der Burgunden in der Etzelnburg. (Sch. A.) — 
7. Was soil ich lesen? Ein Antvvortschreiben. — 8. Im griechischen Theater. 
Nach Schiller. (Sch. A.) — 9. Schillers n Kassandra" und „Klage der Ceres". 
Ein Vergleich. — 10. Ich weifi nur eine Heimat, — Weifi nur ein Osterreich". 
(Sch. A.) — II. Der siebzigste Geburtstag. Ein Gemalde. — 12. Ostern, ein 
Fest der Auferstehung. (Sch. A.) — 13. Reineke unter dem Galgen. Ein 
Tiergesprach nach dem Bilde von Kaulbach. — 14. Wem Gott will rechte 
Gunst erweisen, — Den schickt er in die weite Welt. (Sch. A.) — 15. Nicht 
fur die Schule, fiir das Leben lernen wir. — 16. Hannibal. Ein Charakter- 
bild. (Sch. A.) — 17. Der deutsche Marchenwald und seine Bewohner. — 
18. Schulschlufl. (Sch. A.) 

VI. Klasse A. 

I. Wenn die Schwalben heimwarts ziehen. — 2. Die Mauerschau, II. III. 
(Sch. A.) — 3. Es ist dafiir gesorgt, dafi die Baume nicht in den Himmel 



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46 

wachsen. — 4. Morgenstunde hat Gold im Munde. (Sch. A.) — 5. Der deutsche 
Wald in alter Zeit. — 6. Des Winters Lust und Leid. (Sch. A.) — 7. Eine 
Jagd im Mittelalter (nach dem Nibelungenl.) — 8. Achilles und Siegfried. 
(Sch. A.) — 9. Die Nationalspieie der Griechen und die Turniere des Mittel- 
alters. — 10. Das Wasser im Dienste des Mensdysn. (Sch. A.) — 11. Wenn 
jemand eine Reise tut, so kann er was erzahlen. — 12. Ein Freund ist weder 
ein Bekannter noch ein guter Bekannter, er ist auch kein guter Freund. (Sch. A.) 

— 13. Gedankengang in Klopstocks Ode „Ihr Tod 77 . — 14. Die Vorfabel in 
Lessings Minna von Barnhelm. (Sch. A.) 

VI. Klasse B. 

1. Lust und Nutzen des Reisens. — 2. Verdienste Karls des Groflen 
um die deutsche Literatur. (Sch. A.) — 3. Die Sprache der herbstlichen Natur. 

— 4. „Wo viel Licht ist, ist auch starker Schatten". (Goethe) (Sch. A.) — 

5. Die Jagd im Odenwald. — 6. „Gutta cavat lapidem, non vi, sed saepe 
cadendo". (Ovid) (Sch. A.) — 7. Hektors Abschied bei Homer und Schiller. 

— 8. Ubersetzung, Disposition und Gedangengang des Waltherschen Kreuz- 
liedes. (Sch. A.) — 9. Die beiden Gedichte Walthers „Ir suit sprechen wille- 
komen" und r Owe war sint verswunden alliu miniu jar!" ein Spiegelbild der 
ritterlichen Kultur und ihres Verfalls. — 10. Vita non domus, sed hospitium! 
(Sch. A.) — 11. n War das Mittelalter eine Nacht, so war es eine sternhelle 
Nacht". (Friedr. Schlegel) — 12. Wiirdigiing der Klopstockschen Poesie mit be- 
sonderer Beriicksichtigung der Ode „Der Zurcuersee". (Sch. A.) — 13. Vorteile 
und Nachteile des Landlebens. — 14. Was beabsichtigte Lessing mit der Rolle 
des Riccaut? (Sch. A.) 

VH. Klasse A. 

I. Europas Vorziige vor den ubrigen Erdteilen. — 2. Die Exposition 
in Schillers n Raubern , \ (Sch. A.) — 3. Arbeit und Fleifl, das sind die Flugel, 

— So fuhren liber Strom und Hugel. — 4. Die Griindung der habsburgischen 
Weltmonarchie. (Sch. A.) — 5. Gotz von Berlichingen, der letzte Ritter. — 

6. Es ist dafur gesorgt, dafi die Baume nicht in den Himmel wachsen. (Sch. A.) 

— 7. Euch, ihr Gotter, gehort der Kaufmann. Guter zu suchen — Geht er; 
doch an sein Schiff knupfet das Gute sich an. — 8. Biicher sind gute Freunde, 
aber auch schlimme Feinde. (Sch. A.) — 9. Worauf beruht Egmonts Beliebt- 
heit beim Volke? — 10. Kann uns zum Vaterland die Fremde werden? (Sch. A.) 

— II. Das Leben an den italienischen Hofen zu Tassos Zeit. Nach Goethes 
Drama. — 12. Denn die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand. 
(Sch. A.) — 13. Die Begegnung der beiden Koniginnen in Schillers „Maria 
Stuart". — 14. Das Jahr 1809 ein Ruhmesjahr in der Geschichte Osterreichs. 
(Sch. A.) 

Redeubungen„ 
1. Uber deutsche Mythologie. (Glaser A.) — 2. Spanien, ein Kultur- 
zentrum im Mittelalter. (Nusko J.) — 3. Die heidnische Richtung der literarischen 



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47 

Renaissance in Italien und die Kirche. (Richter O.) — 4. Die altklassische 
Periode in der cbinesischen Lyrik. (Rufiegger A.) — 5. Webers Dreizehnlinden. 
(Handstanger J.) — 6. Lilienkron als Lyriker (Krakowitzer M.) — 7. Lenaus 
Leben und Dichten. (Hausmann B.) — 8. Fritz Reuter. (Krenn F.) — 9. Der 
Mithrakultus. (Pefil J.) — 10. Unser Weltkurort Karlsbad — einst und jetzt. 
(Liefler F.) — n. Die Herrschaft des Menschen uber den Raum. (Bertl A.) 

— 12. Die Pfahlbauten in Oberosterreich. (Grull J.) 

VH. Klasse B. 

I. Europas Vorziige vor den ubrigen Erdteilen. — 2. Die Entstehung 
der „Rauber 7 '. (Sch. A.) — 3. Arbeit und Fleifl, das sind die Flugel, — So 
fuhren fiber Strom und Htigel. — 4. Warum beginnt mit dem Jahr 1492 die 
Geschichte der Neuzeit? (Sch. A.) — 5. Gfitz von Berlichingen, der letzte 
Ritter. — 6. Nur unverzagt auf Gott vertraut: r Es mufl doch Friihling werden!" 
(Sch. A.) — 7. Euch, ihr GStter, gehort der Kaufmann. Giiter zu suchen — 
Geht er; doch an sein Schiff kniipfet das Gute sich an. — 8. Wien, eine 
Vonnauer Deutschlands gegen die Tiirken. (Sch. A.) — 9. Worauf beruht 
Egmonts Beliebtheit beim Volke? — 10. Die Pietat gegen das Alter. (Sch. A.) 

— 11. Das Leben an denitalienischen Hofen zu Tassos Zeit. Nach Goethes Drama. 

— 12. Und wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt, — 1st ein Barbar, er 

sei auch, wer er sei. (Sch. A.) — 13. Die Begegnung der beiden Kflniginnen 

in Schillers r Maria Stuart". — 14. Die Beteitigung Osterreichs an den Frei- 

heitskriegen. (Sch. A.) 

Redeiibungen. 

I. Welche vorteilhafte Folgen hatten die Nationalspiele ffir die Griechen? 

(Arnold L.) — 2. Die Gotterdammerung. (Gerhardinger H.) — 3. Eine Berg- 

fahrt ins Totengebirge. (Homolka A.) — 4. Eine Wanderung in den ober- 

osterreichischen und steirischen Kalkalpen. (Falbl K.) — 5. Das Felseneiland 

Kapri. (Rechberger J.) — 6. Der Hochwald von Stifter. (Ransmayr A.) — 

7. Napoleons Feldzug gegen Rufiland und dessen Folgen fur Deutschlands 

Freiheit. (Foltz O.) — 8. Ein Vergleich der Iphigenie von Goethe mit der 

gleichnamigen Dichtung des Euripides. (Skutezky R.) — 9. Die Nordpol- 

forschungen bis auf die jungste Zeit. (Groflegger Th.) — 10. Die Entwick- 

lung des Postwesens. (Schondorfer K.) — 11. Kopernikus, Kepler, Newton: 

Das Dreigestirn am astronomischen Himmel. (Freudenthaler A.) — 12. Percy 

B. Shelley, ein Dichterleben. (Lux F.) 

VIII. Klasse. 

I. Der Bauer ist auch ein Mensch, sozusagen. — 2. Max Piccolomini. 
(Sch. A.) — 3. Die Frauen bei den alten Germanen (nach Tacitus). — 4. Was 
dem Manne das Leben nur halb erteilt, soil ganz die Nachwelt geben. (Sch. A.) 
— 5. Die Welt wird alt und wieder jung. — 6. Muttersprache, Mutterlaut. 
(Sch. A.) — 7. Was nennen wir romantisch? — 8. Nur drr ist mir der Frc-umi. 
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48 

der mit dem Gehenden (Strebenden) wandelt, — Ladt er zum Sitzen mich ein, 
stehr ich fur heute mich weg. (Sch. A.) — 9. Das Schulgeld des Lebens heiflt 
Zeit und Gesundheit. — 10. Es wurde alles viel besser gehen, wenn man 
mehr ginge. (Sch. A.) — 11. Grofle Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. — 
12. Frage nicht: Was soil ich werden? Frag' dich stets: Was mufi ich seio? 
(Maturitatspriifungsarbeit.) 

Redeiibungen. 
1. Lorch. (CommendaJ.) — 2. Die bayrischen KOnigsschlosser. (Wellner O.) 
— 3. Schiller und Goethe. (Balthasar St.) — 4. Germanen und Christentum. 
(Z6hrer A.) — 5. Otto Ludwigs Schillerkritik. (Luegmayer W.) — 6. Die alten 
Germanen, nach Tacitus. (Holter A.) — 7- Germanicus, nach Tacitus. (Brach- 
mann W.) — 8. Der Dichter Paul Keller. (Metz A.) — 9. Arminius, eine 
tragische Gestalt. (Drasch H.) — 10. Horaz als Lyriker. (Weinberger J.) 



V. Vermehrung der Lehrmittelsammlungen. 

A. Bibliothek. 

a) Lehrerbibliothek. 

(Kustos: Prof, Ernst Sezvera.) 

I. Durch Schenkung. 

Vom oberosterreichischen Landesausschusse; Berichte iiber die Verhand- 
lungen des oberosterreichischen Landtages 1906 samt den stenographischen 
Protokollen. 

Vom hochwiir digs ten bischoflichen Ordinariate: Schematismus der Geistlich- 
keit der Diozese Linz fur das Jahr 1906. 

Vom Biirgermetsteramte: Rechenschaftsbericht des Gemeinderates der 
Landeshauptstadt Linz iiber seine Tatigkeit im Jahre 1905. 

Vom Verwaltungsratc des Museums Francisco Carolinum: 65. Jahresbericht 
nebst der 59. Lieferung der Beitrage zur Landeskunde von, Osterreich ob 
der Enns. 

Von der AUgemeinen und Stddtischen Sparkasse Linz: Jahresabschlusse 
fur 1906. 

Vom oberosterreichischen Kunstverein und Kaufmdnn. Verein: Jahresberichte. 

Vom A fusea herein in Enns: Fiihrer durch das Museum und Jahresbericht. 

Vom Direktor Christoph Wurfl: Mitteilungen des Vereines fur Geschichte 
der Deutschen in Bohmen. 45. Jahrg. und zwei Werke. 

Vom Schu/rat R. Stichlbergcr: Taciti op. ed. Lipsius. 

Vom Prof. i. R. K. Hbfner: Achtzchn Werke. 

Vom Prof. A. Saucr: Jahrbuch des Ver. f. wissenschaftl. Padagogik, 
3**- 39- Jahrg. 



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49 

Vom Prof. Dr. A. Schiefier: Sieben Werke. 

Von den Verfassern: Dr. R. Klug, Bahnbestimmung des Kometen 1826 
IV. — J. C. Barolim, Teilung der Erde. 

2. Durch Kauf. 

a) Zeitschriften: Verordnungsblatt fur den Dienstbereich des k. k. Mini- 
steriums f. Kultus und Unterricht. — Jahrbuch des hoheren Unterrichtswesens. 

— Zeitschrift f. d. osterr. Gymnasien. — Z. f. d. Realschulwesen. — Neue 
Jahrbucher f. d. klassische Alter turn etc. — Wochenschrift fur klassische 
Philologie. — Berliner archaologischer Anzeiger. — Z. f. d. deutschen Unter- 
richt v. O. Lyon. — Historische Z. v. Sybel und Meinecke. — Z. f. Schul- 
geographie v. A. Becker. — Petermann, Geogr. Mitteilungen, hg. v. A. Supan. 

— Z. f. osterr. Volkskunde, red. v. Haberlandt. — Z. f. d. phys. u. chem. 
Unterricht v. Poske. — Lehrproben u. Lehrgange v. Frick und Richter. — 
Monatsblatt der numismatischeii Gesellschaft in Wien. — Mitteilungen der 
Gesellschaft f. deutsche Erziehungs- u. Schulgeschichte, hg. v. Kehrbach. — 
Z. f. Turnen und Jugendspiel. — - Monatschrift f. Gesundheitspflege. — Bio- 
logisches Zentralblatt. — Vierteljahrsberichte des Wiener Vereines zur F6rderung 
des physikalischen und chemischen Unterrichtes. 

b) Werke: Allgem. deutsche Biographic 51. 52. Bd. — Meyers grofles 
Konversations-Lexikon. 6. Aufl. — Wundt, Volkerpsychologie. II, 2. — Petzoldt J. f 
Einfuhrung i. d. Philosophic der reinen Erfahrung. 2 Bde. — Rein, Enzyklop. 
Handbuch der Padagogik. 5. Bd. — Verhandlungen der Direktorenkonferenzen 
in Niedosterr. I, II. Bd. — Dr. Loos J., Enzyklop. Handbuch der Erziehungs- 
kunde. 1. Bd. — Cauer P., Grammatica militans; die Kunst des Obersetzens; 
Palaestra vitae; Von deutscher Spracherziehung. — Schell H., Christus. — 
Meusel H., Lexicon Caesarianum. — Friedlander L., Petronii cena Trimalchionis. 

— L. Annaeus Seneca ed. E. Hermes I. — Mtiller Iw., Handbuch der klass. 
Altertumswissenschaft. V, 2. — Pauly-Wissowa, Enzyklopadie. IV und 1. Suppl. 
Bd. — Thesaurus linguae lat. II. — Bielschofsky A., Goethe. — Engel E., 
Gesch. der deutschen Literatur. — Borchardt W. , Die sprichwortl. Redens- 
arten im deutschen Volksmunde. — Miillenhoff K. , Deutsche Altertumskunde. 
Bd. I. — III. — Heintze A., Die deutschen Familiennamen. — Paul H., Grundrifi 
der german. Philologie. 2. Aufl., 1. Bd. — Sieberg A., Handbuch der Erdbeben- 
kunde. — Helmolt H. F., Weltgeschichte. — Gemeindelexikon von Ober- 
osterreich. — Ahrens W., Mathem. Unterhaltungen und Spiele. — Reidt F., 
Sa mm lung von Aufgaben und ihre Auflosung. — Schiilke A., Aufgabensamm- 
lung aus d. Arithm. u. s. w. — Tesaf L„ Elemente der Diflferential- und 
Integralrechnung. — Wallentin F., Methodisch geordnete Sammlung v. Bei- 
spielen aus d. Algebra u. allgem. Arithm. — Spuler A., Die Raupen der 
Schmetterlinge und die Schmetterlinge Europas. — Ebert H M Anleitung zum 
Glasblasen. — Erdmann H. und Kothner P., Naturkonstanten. — Erdmann H., 
Lchrbuch der anorganischen Chemie. 

4* 



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50 

Der Zuwachs betragt an Fortsetzungen 103 Bande, an neuen Werken 
71 Werke mit 129 Banden. Gesamtstand : 4844 Werke mit 10.393 Banden. 

b) Programmsammlung. 

(Kustos: Prof, Ernst Sewera.) 

Die Programmsammlung wurde um 754 Nummern vcrmehrt (366 oster- 
reichische und 388 deutsche und bayrische Programme). Gesamtstand: 25.263. 

c) Sehaierbibliothek. 

(Kustos: Prof, Anton Sauer.) 

I. Durch Schenkung. 
Gespendet haben: Herr Prof, Dr. Anton Schiefier 2 Bde., Herr Hans 
Edmayr 1 Bd., Herr fosef Rieger 1 Bd. 

2. Durch Kauf. 

Thetter, Die sieben Schwaben. — Bachems Jugenderzahlungen. ^, bis 
36. Bd. — Illustrierte Geschichtsbibliothek. 2. u. 3. Bd. — Groner, Aus ver- 
gangenen Tagen. — Braun, Sarajevo, 1878. — Kuderna, Aus bewegten 
Tagen. — Woinovich, Das Kriegsjahr 1809 in Einzeldarstellungen. 5 Bde. — 
Gaudeamus. IX. Bd. — Lindemanns Bibliothek deutscher Klassiker (Schiller 
und Goethe). — Achleitner, Auf einsamer Hoh\ Der Eiskaplan. — Pohlmey, 
Gymnasialbibliothek. 24 Hefte. — Seidel, Leberecht Hiihnchen. — Das Neue 
Universum. — Weifi, Weltgeschichte. 22. Bd. — Lindemann-Ettlinger, Ge- 
schichte der deutschen Literatur. — Domanigi Der Tiroler Freiheitskampf. 
— Ebner-Eschenbach, Dorf- und Schlofigeschichten, Neue Dorf- und Schlofi- 
geschichten, Lotti, die Uhrmacherin. — Grimme, Auf heimischer Scholle, Auf 
roter Erde, Schlichte Leute. — Heine, Dichtungen, fur die deutsche Familie 
ausgewahlt von Lohr. — Lohr, Heinrich Heine, sein Leben, sein Charakter und 
seine Werke. — Seidl, Ausgewahlte Dichtungen von Dr. K. Fuchs. — Aufler- 
dem wurden 13 Bande als Ersatz fur schadhaft gewordene Exemplare angeschafFt. 

Der Zuwachs betragt daher 67 Bande. 

Die Zahl der Bucherentlehnungen betrug (bis I. Juni) 1561 (1^4 291, 
IB 205, IL4 204, Il# 125, lllA 23, III^ 85, IV^ 24, IVB 133, V^ 65, 
VB 84, VIA 94, VIB 50, VlIA 102, VII^ 43, VIII 33). 

d) Untepstfltzungsbibliothek. 

(Kustos: Prof, Julius Hebcnstein.) 

1. Durch Schenkung. 
Gespendet haben: Die Herren Verleger 58 Schulbucher, Herr Schulrat 
Robert Stichlberger (24 B.), Herr Bezirksschulinspektor Prof Dr, Kajetan Hofner 
(3 B.), Prof Josef Deubler (1 B.), Prof Dr, Anton Schiefier (2 B.) f Dr, Eduard 



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51 

Schiller (29 B.), ferner die ehemaligen Schuler der Anstalt, die Herren K. Damberger 
(3 B.), H. Edmayr (1 Atl.), H. Garhofer (jo Schulb.), F. Gidl, V. Krenn (5 B.), 
L. Pivnitka (4 B.), /. Rieger (7 B.), /. Schmitzer (5 B.), K. Walchsho/er (5 B.). 

Auch von Schiilern der Anstalt erhielt die Unterstiitzungsbibliothek noch 
brauchbare Schulbiicher und zwar von O. Kohout (2 B.), R. Wlcek (1 B.) und 
A. Sperl (6 B.), A. Palm (2 B.), zusammen 167 Biicher. 

Ausgeschieden wurden 1906/07 523 Biicher. 

2. Durch Kauf. 
Neuanschaffungen 78 Biicher. 

B. Physikalisches Kabinett. 

(Kustos: Prof. Oskar Hantschel.) 
Ein grofles Funkeninduktorium mit Platin- und Quecksilberunterbrecher 
von Max Kohl in Chemnitz samt Funkenstander (22 cm Funkenlange). — Diverse 
Gerate und Utensilien fur den chemisehen Unterricht. 

C. Naturhistorisches Kabinett. 

(Kustos: Prof Dr. Anton Konig.) 

I. Durch Schenkung. 
Prof. F. Schneider spendete eine wertvolle Sammlung von Salzen aus 
Staftfurt, Feuerstein aus Helgoland und Araucarites saxonicus vom Kyffhauser. 
— Ferner spendeten verschiedene Naturalien die Proff. S. Kirchtag und 
H. Schickinger, sowie die Schuler Veitl {IB), Pulitzer (V^), K. Loos {VIA) und 
P. Wiesmayr (VII A). — An der Beistellung frischer Pflanzen fur den Unter- 
richt beteiligten sich Schuler der I. und II. Klasse. 

2. Durch Kauf. 
Herz des Menschen, Vogelfufipraparat, Ohrpraparat, Molluskentypen. 
Eine Sammlung von 24 Stuck typisch ausgebildeten Kristallen. 
Stand der Sammlungen am Ende des Schuljahres 1906/07: 

a) Zoologische Sammlung: 1183 Nummern mit 8322 Stiicken. 

b) Botanische Sammlung: 48 Herbarfaszikeln mit etwa 6000 Stiicken und 
331 sonstige botanische Gegenstande. 

c) Mineralogische Sammlung: 2101 Nummern mit 3478 Stiicken. 

d) Wandtafeln und Karten: 618 Stiicke und 7 Bande Tafelwerke. 

D. Archaologische Sammlung. 

(Kustos: Prof Franz X. Lehner.) 
Von den Schiilern der VI B- Klasse F. Pechmann und H. Schellinger wurden 
folgende Zeichnungen (in Kohle) hergestellt: 1. Homerische Waffen ; 2. Horn. 



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52 

Hoplit; 3. Horn. Streitwagen; 4. Schild; 5. Helm; 6. Das Tal von Olympia 
vor der Ausgrabung; 7. Olympia und seine nachste Umgebung; 8. Festplatz 
von Olympia. 

Erwerbungen durch Kauf : Schulze E. , Die Saalburg. — Pichler F., 
Austria Romana. 

E. Historisch-geographische Sammlung. 

(Kustos: Prof. Dr. Anton Schtefier.) 

1. Durch Schenkung. 
Mehrere Photographien und Bilder spendeten Herr Prof. Franz Schneider 
und die Schuler J. Eisenreich und E. Haller (III A). 

2. Durch Kauf. 

Karten: Schober, Schulwandkarte der osterr.-ung. Monarchic — Sydow- 
Habenicht, Orohydrographische Schulwandkarte von Frankreich. 

Bilder: 6 Photochroms (Berchtesgaden, Generalansicht; Heidelberg, Ge- 
neralansicht; Bozen mit dem Rosengarten; Interlaken und Jungfrau, General- 
ansicht; Lauterbrunnen und der Staubbach; Vierwaldstattersee mit Rutli und 
Urirotstock). — Holzels Wandbilder fiir den Anschauungs- und Sprachunter- 
richt: Wien. 

Aus der Lehrmittelsammlung fiir das Freihandzeichnen wurde ein Gips- 
modell iiberstellt. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 1 Tellurium, 10 Globen, 8 Atlanten, 
170 Wandkarten, 5 Reliefs, 158 Bilder zur Geschichte, 108 geographische 
Bilder, 104 Stereoskopbilder, 5 Gipsmodelle, 26 Texterlauterungen. 1 1 Varia. 

F. Lehrmittel fiir den Gesangunterricht. 

(Kustos: Gcsanglthrer Franz Neuho/er) 

Zuwachs durch Kauf: Martin Einfalt, Vokalmesse in C-dur. — Franz 
Schubert, Chore aus Rosamunde. — Anton Bruckner, Nachruf. Mannerchor. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 119 Nummern mit 2972 Stimmen; 
davon entfallen auf kirchliche Tonwerke 74 Nummern mit 1594 Stimmen, auf 
weltliche Kompositionen 46 Nummern mit 1378 Stimmen. 

G. Lehrmittel fiir Freihandzeichnen. 

(Kustos: Direktor Karl Feuscher.) 

Durch Kauf wurden erworben: 2 Saugetiere, 7 Vogel, 11 Schmetterlinge, 
4 Biicher, 2 Bande geprefiter Blatter, 9 Werkzeuge. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 10 Vorlagewerke mit 604 Blattern, 
4 Biicher, 2 Bande geprefiter Blatter, 3 Apparate, 2 Drahtmodelle, 148 Holz- 
modelle, 127 Gipsmodelle, 24 Tonmodelle, 11 farbige Glasgefafie, 5 Muscheln. 



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53 

21 Schmetterlinge, 9 Tonfliesen, 14 Vogel, 9 Werkzeuge, 8 verschiedene 
Gegenstande (Flaschen, Trinkglaser u. s. w.). 

H. Mtinzensammlung. 

(Kustos: Prof. Franz A r . Lehner.) 

1. Durch Schenkung. 
Von den Schiilern: F. Bauer (III ^4) 1 Kreuzer 1826; 1 Kreuzer (Maria 
Theresia); 1 ital. Centesimistiick (Humbert); H. Wagner (Hi?) 1 engl. Kupfer- 
munze (Viktoria); F. Schellinger (VI B) l / 4 und V, Salzburger Kreuzer; /. Z/>r- 
linger (VIII) 1 Kreuzer (Josef II); 1 sachs. Pfennig. 



VI. Unterstiitzung der Schuler. 

Mehrcre gunstige Umstande, so eine grofle Anzahl von Stipendien, die 
reichen Mittel des Unterstiitzungsvereines der Anstalt und insbesondere der 
edelherzige Sinn der hiesigen Bevolkerung wirken tatkriiftig zusammen, um 
dem armeren Teile der studierenden Jugend zahlreiche Untersttitzungen und 
Begiinstigungen in den verschiedensten Formen zuzuwenden und auf diese Weise 
nichi wenigen strebsamen Junglingen ihr Fortkommen auf der Studienbahn 
wesentlich zu erleichtern, ja zum Teil geradezu erst zu ermoglichen. 

A. Stipendien. 

Die Zahl der Stipendien belief sich im Berichtsjahre auf 68 mit einem 
Gesamtbetrage von 20.546 K 98 h. Diese Stipendien entfielen auf 66 Sehiiler, 
indem 2 Schuler im Genusse von je 2 Stipendien standen. Dazu kam noch 
der Zinsertrag der Alfred Baron Puthon-Stiftung in der Hohe von 103 K 18 h f 
der dem Schuler der VII. (A) Klasse Peter Wiesmayr zugewendet wurde und 
der Betrag von 46 K von den Jahresinteressen der Honauer-Schulerstiftung, 
der unter 6 brave Schtiler der I. Klasse verteilt wurde. 

B. Lokales Unterstutzungswesen (Unterstiitzungsverein). 

Der Unterstiitzungsverein hat auch im Berichtsjahre wieder eine hervor- 
ragend segensreiche Tatigkeit entfaltet. Nicht weniger als 112 Schuler wurden 
unterstutzt und zwar je nach den Bediirfnissen der einzelnen; die meisten erhielten 
Geldbetrage von 30 — 40 K ; einige wurden iiber ihr Ansuchen mit Winterkleidern 
ausgestattet oder mit Freitischen versorgt. AuBerdem hat der Verein den 
Betrag von 200 K der Armenbibliothek zur Anschaffung von Schulbiichern zuge- 
wendet. Die Gesamtausgaben erreichten auf diese Weise die betrachtliche 
Summe von 4020 K. Dazu erhielt noch der Schuler der III. (B) Klasse Josef 
Rider den Betrag von 80 K aus dem Peter Riepl-Fonds und der Schuler der 
III. (A) Klasse Heinrich Gleifiner den gleichen Betrag aus der A/i/on Ozlbergcr- 



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54 

Widmung. Aus der Armenbibliothek wurden 1303 LehrbCicher und 82 Atlanten 
an unbemittelte Schiiler ausgeliehen. Dafl der Verein in so vielen Fallen 
hilfreich eingreifen kann, verdankt er vor all em dem opferwilligen Wohl- 
wollen zahlreicher Jugendfreunde , die ihn in seinem Wirken kraftig unter- 
stiitzen; der Verein zahlte im Berichtsjahre 39 GrCinder und 211 beitragende 
Mitglieder. 

Der Verein besitzt ein Vermogen, wie es wohl nur wenige derartige 
Vereine an Mittelschulen aufzuweisen in der Lage sind, namlich 60.128 K 60 h. 
Dazu untersteht ihm die Verwaltung des Peter Riepl-Fonds in der Hohe 
von 3541 K 84 h und dtr Anton Ozlberger -Widmung im Betrage von 
2154 K 27 h. 

Die Vereinsgeschafte besorgte ein Ausschufi, der im Berichtsjahre in 
nachstehender Weise zusammengesetzt war: Christoph Wurjf, k. k. Gymnasial- 
direktor, Vorstand; Ludwig Bermanschldger , k. k. Professor, Schriftfuhrer: 
Michael Breuer, k. k. Oberfinanzrat; Dr. Anton Ronig, k. k. Professor; Heinrich 
Korbj Verlagsbuchhandler; Franz Lehner, k. k. Professor, Kassier; Doktor 
Julius Locker, k. k. Statthaltereirat und Landessanitatsreferent; Anton Popek, 
k. k. Professor; Johann Scherzl, Realitatenbesitzer; Anton Schiefter, k. k. Ober- 
landesgerichtsrat d. R. ; Josef Slrigl, k. k. Professor. 



VII. Verfugungen der vorgesetzten Behorden. 

1. Min. Erl. v. 20. Juni 1906, Z. 24756. — L. Sch. Erl. v. 11. Juli 1906, 
Z. 3264. 

„Mit Beziehung auf den Ministerialerlafl vom 2^. Februar 1900, Z. 5146 
(M. V. Bl. Nr. 25), und unter neuerlichem Hinweis auf die Ausfuhrungen im 
Ministerialerlasse vom 30. September 1891, Z. 1786/K. U. M. (M. V. BI. 
Nr. 33), wird zunachst in provisorischer Weise angeordnet, dafl in der VII. 
und VIII. Klasse der Gymnasien die schriftlichen Obersetzungsaufgaben aus 
der Unterrichtssprache in das Griechische als Schularbeiten (Kompositionen) 
in Hinkunft zu entfallen haben. 

„An ihre Stelle treten durchwegs Ubersetzungen aus dem Griechischen 
in die Unterrichtssprache, drei in jedem Semester, entsprechend auf die ein- 
zelnen Konferenzperioden verteilt, und zwar aus dem Autor der Klasse oder, 
falls die Schiiler sich mit demselben noch nicht genugend beschaftigt haben, 
aus dem Schriftsteller des vorangegangenen Semesters. 

„Die zur Festigung und Erweiterung des grammatischen Wissens der 
Schiiler dienenden mundlichen und schriftlichen Obersetzungen aus der Unter- 
richtssprache in das Griechische sind in der bisherigen Weise als Praparationen 
nach MaBgabe des unabweislichen Erfordernisses weiterzufiihren. Ob diese 
Ubungen wochentlich stattzufinden haben, wird dem Ermessen des Fachlehrers 



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55 

uberlassen, der sonach ermachtigt ist, einzelne der im Lebrplane ausdriicklich 
fiir die Grammatik bestimmten Stunden zu gunsten der Lektiire ausfallen zu 
lassen. 

„Diese Verftigung, welche die Pflege einer inhaltlich vertieften, durch 
keinerlei Rucksicht auf griechisch geschriebene Schularbeiten beeinfluflten und 
gehemmten Lektiire in den obersten Klassen zum Zwecke hat, tritt mit dem 
Schuljahre 1906/07 in Kraft." 

2. Min. Er). v. 3. Juli 1906, Z. 26588. — L. Sch. R. Erl. v. 11. Juli 
1906, Z. 3266. Es wird zunachst versuchsweise gestattet, „dafi iiber Antrag der 
Landesschulbehorden im Einvernehmen mit den Lehrkdrpern der Unterricht 
in Physik in der VII, Klasse der Gymnasien in wochentlich vier Stunden 
erteilt werde. Im II. Semester dieser Klasse sind je zwei Stunden in der 
Woche speziell dem Unterrichte in der Chemie zu widmen. 

„Dabei wird vorausgesetzt, dafi durch diese Stundenvermehrung die Ge- 
samtzahl der wochentlichen obligaten Unterrichtsstunden in der bezeichneten 
Klasse 26 (ohne Turnen) nicht iiberschreite. 

„Im Falle obiger Sonderung der bisher vereinigten Unterrichtsgegenstande 
hat die betreffende Rubrik in den Katalogen und Zeugnissen „Physik und 
Chemie'' zu lauten. Aus beiden Gegenstanden ist eine Gesamtnote zu er- 
teilen, es ist aber nicht ausgesch lessen, dafi durch einen Zusatz die Kenntnisse 
in dem einen oder dem anderen Gegenstande besonders charakterisiert 
werden. 

„Der Zweck dieser Verftigung, die mit dem Schuljahr 1906/07 in Kraft 
tritt, ist, dem Unterrichte in der Physik lediglich eine leichtere Verarbeitung 
und groflere Vertiefung des gegenwartig vorgeschriebenen Lehrstoffes, da- 
gegen dem Unterrichte in der Chemie eine umfassendere Behandlung dieses 
Gegenstandes am Gymnasium zu ermOglichen." 

3. L. Sch. R. Erl. v. 5. November 1906, Z. 5352. Das k. k. Ministerium 
fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 2y. Oktober 1906, Z. 39601* 
anlafilich des Umstandes, n dafi im* laufenden Schuljahre vereinzelt nicht ge- 
prufte oder nicht vollstandig gepriifte Lehramtskandidaten bei Besetzung 
von Supplentenstellen gepriiften und im Lehramte bewahrten Supplenten 
vorgezogen wurden, die Ministerialverordnung vom 22. Juni 1886, Z. 12 192 
(M. V. Bl. Nr. 40), in Erinnerung gebracht und angeordnet, da8 das vorschrifts- 
maBige Supplenten verzeichnis stets rechtzeitig vorgelegt, beziehungsweise be- 
kanntgegeben und bei Bestellung von Supplenten, soferne nicht besondere 
Griinde eine Ausnahme rechtfertigen, nach der Reihenfolge der Vormerkung 
vorgegangen werde. 

„ Dam it jedoch dieses Verzeichnis der Direktion an Staatsmittelschulen 
und der an der k. k. Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt im Verlauf des 
Monats August jedes Jahres zugemittelt werden konne, ist es notwendig, dafi 
der k. k. Landesschulrat schon Ende Mai die zuverlassigen Daten der vorzu- 
merkenden Supplenten und Lehramtskandidaten in Handen habe. 



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56 

r Die Direktion wolle daher die an der dortigen Anstalt jeweilig wirken- 
den Supplenten und Lehramtskandidaten beziiglich der Vormerkung im Staats- 
mittelschuldienste auf die Bestimmungen der Ministerial-Verordnung vom 22. Juni 
1886 (M, V. Bl. Nr. 40) aufmerksam machen. 

„Da nach Punkt 6 der vorzitierten Ministerial-Verordnung die gegenwartig 
in lehramtlicher Verwendung an Staatsmittelschulen , sowie an Lehrer- und 
Lehrerinnenbildungsanstalten stehenden Supplenten von Amtswegen in das Ver- 
zeichnis aufzunehmen sind, so wird die. Direktion diese Supplenten in einem 
tabellarischen Verzeichnisse mit den Rubriken: 1. Name, Geburtsjahr, Geburts- 
ort; 2. Wohnort (Ferien-Adresse); 3. Lehrbefahigung, Zeit und Ort der Er- 
werbung derselben; 4. Zeit und Ort der Zurucklegung des Probejahres be- 
ziehungsweise Nachsicht der Ablegung des formellen Probejahres; 5. bereits 
geleistete Dienste; 6. Gesamtdienstzeit; 7. Anmerkung, bis Ende Mai jedes 
Jahres anher bekannt zu geben haben." 

4. L. Sch. R. Erl. v. 4. Februar 1907, Z. 528. „Das bischofliche Ordi- 
nariat in Linz hat laut Note vom 25. Januar 1907, Z. 9493 ex 1906 behufs 
genauerer Einteilung des Lehrstoffes in der katholischen Religionslehre in 
den unteren zwei Klassen der Gymnasien und Realschulen folgenden Lehrplan 
aufgestellt: 

„I. Klasse. In der I. Klasse, I. Semester wird das I. Hauptstiick des 
grofien Katechismus durchgenommen. (Vom Glauben.) Aus der Liturgie: Die 
wichtigsten Feste des Kirchenjahres nach dem Lehrbuche, das fur die 
III. Klasse, I. Semester, vorgeschrieben ist. Dieses liturgische Lehrbuch mussen 
daher die Schuler der I. Klasse sich anschaffen. 

„Im II. Semester wird das IV. Hauptstiick des groflen Katechismus 
durchgenommen (die hi. Sakramente) mit Weglassung der hi. Messe. 

„In der Liturgie ist durchzunehmen : Die Zeremonien der hi. Sakra- 
mente nach dem Lehrbuch der Liturgik mit Weglassung der Zeremonien der 
hi. Messe. 

„II. Klasse, I. Semester: Der Lehrstoff ist das II. und III. Hauptstiick 
(Hoffnung und Liebe) des groflen Katechismus mit Ausschlufl der Kirchen- 
gebote. Wie von selbst schliefit sich daran die entsprechende Partie aus der 
Liturgik: Verschiedene Andachtsubungen, Prozessionen, Wallfahrten, Altar, 
Bilder. Auch der Katechismus weist in den Fragen 321—326 darauf hin. 

„II. Semester. Aus dem grofien Katechismus werden die Kirchengebote 
(aus dem III. Hauptstucke) und das hi. Meflopfer (aus dem IV. Hauptstiicke) 
und das ganze V. Hauptstiick durchgenommen. Aus der Liturgie: Die hi. Klei- 
der, Gefafie u. s. w. und die Zeremonien der hi. Messe." 

5. Gesetz vom 24. Februar 1907, womit die Bestimmungen der Gesetze 
vom 19. September 1898, betreffend die Regelung der Bezuge der Professoren 
an Universitaten und denselben gleichgehaltenen Hochschulen und Lehran- 
stalten, dann des Lehrpersonales an den staatlichen Mittelschulen, an den 
staatlichen Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalten und an den mit diesen 



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57 

verbundenen Obungsschulen sowie an den gewerblichen staatlichen Unter- 
richtsanstalten abgeandert, beziehungsweise erganzt werden (M. V. Bl. 1907, 

5. 76). — Dazu die Verordnung des Herrn Ministers fiir Kultus und Unter- 
richt vom 12. Marz 1907, Z. 517/K. U. M., betreffend die Durchfiihrung der 
die Anrechnung von Dienstjahren des Lehrpersonales an den staatlichen 
Mittelschulen, nautischen Schulen und den staatlichen hoheren Handelsschulen 
zum Zwecke der Stabilisierung und Zuerkennung der Quinquennalzulagen 
regelnden Bestimmungen der §§9 und 11 (beziehungsweise 12) des Gesetzes 
vom 24. Februar 1907 (M. V. Bl. 1907, S. 92). 

6. Das k. k. Ministerium fur Kultus und Unterricht hat laut Erlasses 
vom 21. April 1907, Z. 16359, angeordnet, daB das Schuljahr 1906/07 an 
alien jenen Mittelschulen und verwandten Unterrichtsanstalten , an denen es 
normalmafiig mit dem 15. Juli zu enden hatte, ausnahmsweise schon am 

6. Juli zu schliefien ist. 

7. Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse 
vom 4. Mai 1907, Z. 5259, betreffs der Bedeutung der Noten aus dem ob- 
ligaten Freihandzeichnen und dem Schonschreiben fiir die Zuerkennung der 
Fortgangsklasse mit Vorzug nachstehendes eroffnet: 

„Wahrend im Sinne fruherer hieramtlicher Entscheidungen an einzelne 
Landesschulbehorden kein Hindernis besteht, an Gymnasien einem Schuler 
die allgemeine Fortgangsklasse mit Vorzug zuzuerkennen , wenn der Note be- 
friedigend aus dem obligaten Zeichnen kein Vorzuglich aus einem anderen 
Gegenstande gegenubersteht, ist an Realschulen mit Riicksicht auf die groflere 
Bedeutung des Zeichnens fiir diese Schulen in einem solchen Falle die Vor- 
zugsklasse, beziehungsweise bei der Maturitatspriifung die Reife mit Aus- 
zeichnung nicht ohneweiters, sondern nur nach besonderem Beschlufi der 
Lehrerkonferenz auszusprechen. — Der Note , Vorzuglich* aus dem Zeichnen 
fallt hingegen an Realschulen wie an Gymnasien das gleiche Gewicht zu wie 
in den ubrigen obligaten Lehrfachern. — An Realgymnasien sind die vor- 
stehenden Bestimmungen auf die beiden Arten von Schulern sinngemafl an- 
zuwenden. — Endlich sind die Noten aus der Kalligraphie als Obligatfach 
hinsichtlich der allgemeinen Fortgangsklasse ebenso zu beurteilen wie die 
aus dem Freihandzeichnen. n 



VIII. Maturitatsprufungen. 

Im Schuljahre 1906. 

a) Im Sommertermine. 

Die mundliche Priifung wurde vom 9. bis 14. Juli unter dem Vorsitze d^s 
Herrn k. k. Landesschulinspektors Dr. Josef Loos abgehalten. 



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58 



Zur Prufung haben sich gemeldet 

Nacb dera Ergebnisse der schriftlichen Priifungen wurden zuriick- 

gewiesen 

Nach dem Ergebnisse der (Classification des II. Semesters wurden 

zur miindlichen Prufung nicbt zugelassen 

Vor der miindlichen Prufung t rat en zunick 

Der miindlichen Prufung unterzogen sich 

Darunter zura zweitenmal 

( reif mit Auszeicbnung 

Approbiert wurden < 

Reprobiert wurde auf unbestimmte Zeit 

Zu einer Wiederholungspriifung wurden zugelassen 



Otfentliche 
Schuler 


Extern isten 


39 


2 


39 


2 


i 


2 


ii 


— 


23 


I 


- 


I 


5 





b) Im Herbsttermine. 

Die unvollstandigen schriftlichen Prufungen wurden am 27. und 28. Sep- 
tember 1906 abgehalten. Bei denselben wurden folgende Themen gegeben: 

Obersetzung aus dem Lateinischen: Ovid, Metam. XII. V. 584 — 625. 

Obersetzung ins Lateinische: Ob alle Versprechen zu halten seien. 
(Hemmerling. Nr. 50 (gekurzt). 

Obersetzung aus dem Griechischen: Platon, Menexenos, Kap. X und XI 
(zum Teil). 

Die miindliche Prufung fand am 29. September 1906 unter dem Vor- 
sitze* des Herrn Landesschulinspektors Dr. Josef Loos statt. 



Der schriftlichen Prufung unterzogen sich 

Darunter aus einem Gegenstande 

Nach dera Ergebnisse derselben wurden zuriickgewiesen . . . 

Nach dem Ergebnisse der Wiederholungspriifungen des II. Se- 
mesters wurden zur miindlichen Prufung nicht zugelassen 

Vor der miindlichen Prufung traten zuriick 

Der miindlichen Prufung unterzogen sich 

Darunter solche, die blofl aus einem Gegenstande die Prufung 
wiederholten 

Zum zweitenmal unterzogen sich der Prufung 

( reif mit Auszeichnung 

Approbiert wurden < 

Reprobiert wurden auf ein Jahr 

Reprobiert wurden auf unbestimmte Zeit 



Otfentliche 
Schuler 



Externisten 



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59 



Verzeichnis der im Sommer- und Herbsttermin 1906 approbierten 

Abiturienten. 



(Die 


mit * bczeichneten Abiturienten erhielten ein \ 


£eugnis der Reife mit Auszeichnung.) 










Dauer 




P. 

N. 


Name 


Geburtsort und 
Vaterland 


I-ebens- 
alter, 
Jahre 


der Gym- 
nasial- 
studien, 
Jahre 


Gewahlter 
Beruf 


1 


Burgholzer Felix 


Perg, Oberosterreich 


22 


8 


Beamtenstand 


2 


*Damberger Karl . . 


Engelhartszell , Ober- 












osterreich 


21 


8 


Jus 


3 


Derschmidt Ludwig 


Altenberg, Oberost. 


21 


9 


Musik 


4 


Dolch Paul .... 


Linz, Oberosterreich 


19 


8 


Philosophic 


5 


♦Edlinger Franz . . 


Wien, Niederosterr. 


19 


8 


Jus 


6 


♦Edmayr Johann . . 


Oberwang, Oberost. 


21 


8 


Philosophic 


7 


Egger Josef .... 


St. Lambrechten, 












Oberosterreich 


19 


9 


Theologie 


8 


Fierlinger Hubert 


Linz , Oberosterreich 


21 


8 


* 


9 


Fillunger Ernst . . 


Wien, Niederosterr. 


19 


8 


Bergwesen 


10 


Furtner Karl . . 


Linz , Oberosterreich 


22 


9 


Beamtenstand 


1 1 


Garhofer Hermann . 


Hamburg, Niederost. 


19 


8 


Technik 


12 


Gidl Friedrich . . 


Herzogsdorf, Ober- 












osterreich 


18 


8 


Theologie 


'3 


Haider Heinrich 


Suben, Oberosterreich 


20 


8 


Tierarznei- 
kunde 


14 


Heiserer Friedrich . 


Linz, „ 


'9 


8 


Philosophic 


15 


*Hochhauser Eduard 


Wald, Steiermark 


21 


8 


rt 


16 


H5ger Nikolaus . 


Ibm, Oberosterreich 


20 


9 


Bodenkultur 


'7 


Huemer Alois . . . 


Oberstiftung, Oberost. 


20 


8 


Theologie 


18 


*Hujer Josef .... 


Grieskirchen, w 


21 


8 


9 


19 


♦Jellouschek Johann . 


Linz, Oberosterreich 


19 


8 


n 


20 


Kock Karl .... 


Neufelden, Oberost. 


20 


8 


Tierarznei- 
kunde 


21 


♦Kozischek Josef . . 


Vorchdorf, „ 


19 


8 


Theologie 


22 


Krenn Viktorin . . 


Budweis, Bohmen 


19 


8 


Jus 


=3 


Kfihrer Hermann 


Linz, Oberosterreich 


19 


8 


Beamtenstand 


24 


Langoth Ludwig . . 


Linz, 


19 


8 


Jus 


25 


Lettner Ignaz . . . 


Naarn, „ 


21 


« 


Medizin 


26 


Mayr Erwin .... 


Wels, 


20 


c > 


Bildende 
Kiinste 


27 


Panholzer Karl . . 


Pragarten, „ 


21 


8 


Beamtenstand 


28 


♦Pefll Hermann . . . 


Freistadt, „ 


19 


8 


Medizin 


29 


Pfanzagl Josef . . . 


Linz, r 


19 


8 


n 


30 


*Pivnicka Leonhard . 


Amstetten, Niederost. 


19 


8 


* 


3« 


Rieger Josef . . . 


Peuerbach, Oberost. 


20 


8 


m 


32 


Scheuba Ferdinand . 


Schwanenstadt, Ober- 








: 




ostefYeich 


20 


9 


Beamtenstand 



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60 











Dauer 


I 


P. 

N. 


Name 


Gebnrtsort und 
Vaterland 


Lebens- 
alter, 
Jahre 


der Gyra- 
nasial- 

studien, 
Jahre 


Gewahlter 
Beruf 


33 


♦Schmitzer Josef . . 


Linz, Oberosterreich 


*9 


8 


Bergwesen 


34 


Schwaiger Ignaz . . 


St. Nikola, , 


19 


8 


Philosophic 


35 


Strigl Josef .... 


Linz, „ 


19 


8 


Medizin 


36 


Y^alchshofer Franz . 


Grein, „ 


19 


8 


Theologie 


37 


Walchshofer Karl . 


Grein, „ 


21 


9 


Bearatenstand 


38 


*Weilbold Alois . . 


Utzenaich, B 


19 


8 


Theologie 


39 


Wittmann Karl . . 


Linz, „ 


20 


8 


Philosophie 


40 


Albrecht Ferdinand, 












Externist .... 


Ansfelden, „ 


22 


9 


Bearatenstand 


4' 


Horstroann Robert, 












Realschnlabsolvent 


Hiitteldorf, Niederost. 


V 




J«s 



Im Schuljahre 1907. 



a) Im Sommertermine. 

Die schriftlichen Priifungen wurden vom 13. bis 17. Mai abgehalten; ihnen 
unterzogen sich samtliche 45 6ffentlicbe Schuler der VIII. Klasse und 1 Ex- 
ternistin. 

Es wurden folgende Themen gegeben: 

Deutscher Aufsatz: „Frage nicht: Was soil ich werden, Frag* dich stets: 
Was mu8 ich sein?" (Ottokar Kernstock, An die Abtiturienten.) 

Obersetzung ins Lateinische: Kornitzcr, Lateinisches Obungsbuch, Nr. 105 
jjArminius". 

Obersetzung aus Latein: Cicero, Tuscul. V 21 und 22 (zusammenge- 

zogen). 

Obersetzung aus dem Griechischen: Demosthenes, Kranzrede §§ 188 — 19 1 

. . . xotvov STTonrpa und §§ 192 — 194. 

Aufgaben aus der Mathematik: 

■VT+ ^ 6 



m' - * 



2. 



Die Achse (//) eines schiefen Zylinders betragt 15 dm, der Neigungswinkel 
(a) derselben gegen die Grundflache 67 ° 18' 50". Die H6he ist dem Um- 
fange des Grundkreises gleich. Berechne die Seite (s) eines Wiirfels von 
gleichem Volumen! 

Drei Zahlen, deren Summe 36 betragt, bilden eine arithmetische Reihe; 
vermehrt man die letzte dieser Zahlen um 1, so bilden sie eine geometri- 
sche Reihe; welche Zahlen sind es? 



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61 

4. Es ist die Gleichung eines Kreises zu bestimmen, der durch die Punkte 
y#(io, 9) und N($, 2 — 3 \jb) geht und dessen Mittelpunkt auf der 
Geraden zy — 3-* + 17 = liegt! 

Die miindliche Prufung beginnt am 21. Juni ; uber das Ergebnis der- 
selben wird im Programme des nachsten Schuljahres berichtet werden. 



IX. Gesundheitspflege der studierenden Jugend. 

Es ist eine erfreuliche Erscheinung, dafi auf dem Gebiete der korper- 
lichen Ertuchtigung der Jugend ein frischerer Zug im gesamten Schulleben 
herrscht und dafi das Interesse und das Verstandnis fur hygienische Zwecke 
in immer weitere Kreise dringt. Schule, Gemeinde und Staat finden sich da 
zusammen, um immer wieder neue Einrichtungen zu treffen, die das Ziel ver- 
folgen, der beranwachsenden Generation neben einem gediegenen Wissen das 
nicht minder kostbare Gut der Gesundheit und Kraft fur den Kampf des Lebens 
mitzugeben. Die kdrperlichen Obungen fmden in den verschiedensten Formen 
Pflege und verhuten, dafi die Schaden, die das zu lange Verweilen auf den 
Schulbanken und beim Studiertisch unvermeidlich mit sich bringt, zum guten 
Teile wieder behoben werden. Zwar sind noch manche Hindernisse zu besei- 
tigen, um dieser berechtigten Bewegung zu einer immer freieren Entfaltung zu 
verhelfen, allein es ware ungerecht, das bereits Erreichte verkennen oder ge- 
ringschatzig beurteilen zu wollen. Als vollkommen ungerechtfertigt mufi aber 
die Beschuldigung, die man vereinzelt noch immer horen kann, bezeichnet 
werden, dafi das Gymnasium uber seiner Pflege der alten Sprachen kein 
rechtes Verstandnis fur diese Forderungen der Gegenwart habe; — im Gegen- 
teil, die humanistische Bildungsstatte steht beziiglich der sportlichen Veranstal- 
tungen hinter keiner anderen Anstalt zuriick. Und dafi man sich audi am Linzer 
Staatsgymnasium der Pflicht wohl bewuflt ist, neben dem Geiste auch dem 
Korper zu seinem Rechte zu verhelfen, diirfte wohl aus den nachstehenden 
Zeilen zu ersehen sein. 

Die Anstalt bezieht die beiden Zeitschriften r Monatschrift fur Gesund- 
heitspflege ,? und r K6rper und Geist r , durch welche sie uber die Fortschritte, 
die die Hygiene im allgemeinen macht, und iiber die Vorkehrungen, die zu 
diesem Zwecke getroffen werden, auf clem laufenden erhalten wird. 

Der Turnunterricht, der an den Mittelschulen Oberosterreichs einen Pflicht- 
gegenstand bildet, wird in der besseren Jahreszeit im Garten der Anstalt erteilt, 
wodurch seine kraftigende Wirkung jedenfalls noch erhftht wird. Sonst steht 
ihm eine geraumige, mit den erforderlichen Geraten wohlversehene Turnhalle 
im Anstaltsgebaude zur Verfiigung. 

Den Jugendspielen war der Hrrbst des Jahres 1906 mit seinem kiihlen 
und regnerischen Wetter nicht giinstig, es konnte nur an wenig Tagen ge- 



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spielt werden. Besser war es im Friihjahr und im Sominer 1907 bestellt. 
Die Spiele begannen am 23. April d. J. unter der Leitung der beiden Turn- 
lehrer Max Hirt und Max Richter und der Professoren Franz Lehner und 
Anton Tilp. Ein Zwang bezuglich der Teilnahme wurde nicht ausgeubt, doch 
wurde es den Schulern aus gesundheitlichen Grflnden nahegelegt, sich recht 
zahlreich und regelmafiig auf dem Spielplatze einzufinden. Leider kann hier 
die Bemerkung nicht unterdriickt werden, dafl mitunter gerade solche Schiiler, 
welche die Einwirkung der Korper und Geist starkenden Jugendspiele beson- 
ders n6tig bitten, sich vom Spielleben fernhalten. Als Spieltage waren fur 
die Schuler der Oberstufe der Dienstag ( l l t 6 bis 7 lihr) und fiir die der un- 
teren Stufe der Samstag (4'/^ bis 7i° die I. und II. und l / 9 6 bis 7 Uhr die 
III. und IV. Klasse) bestimmt. Die Erfahrung und das Interesse fiir die Sacbe 
auf Seite der Spielleiter und der unermudliche Eifer der Schuler erzeugte ein 
lebensvolles, jugendfrisches Treiben, bei dem jedenfalls der Hauptzweck, die 
Hebung der Leistungsfahigkeit des Korpers und des Geistes, nicht zu kurz kam. 

Der Wintersport , der in seinen verschiedenen Arten zur kraTtigen Be- 
wegung in frischer Luft reichlich Gelegenheit bietet und der unverkennbar 
einen heilsamen Einflufi auf den Blutumlauf, auf die Atmung und auf das ganze 
Nervensystem ausubt, entfaltet sich immer mehr zu einem wahren Volksver- 
gnugen, dem sich Tausende ohne Unterschied des Standes, Geschlechtes und 
Alters mit unermudlicher Ausdauer hingeben. Insbesondere ist es der Rodel- 
sport, der sich, durch die bergige Beschaffenheit der Umgebung von Linz be- 
gunstigt, von Jahr zu Jahr einer zunehmenden Beliebtheit erfreut. Der ver- 
haltnism&fiig strenge und lange Winter 1906/07 war mit seinen starken Schnee- 
fallen diesem Sporte besonders fflrderlich. Dafi die studierende Jugend zu den 
Besuchern der Eislaufplatze und der Rodelbahnen ein ansehnliches Kontingent 
stellte, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Nicht wenige 
Schuler vergnQgten sich ferner am Eisschiefien und auch das Skilaufen fand 
einige Vertreter. Der Besuch der Eislaufplatze in der Weingartshofstrafle und 
in der Unionstrafie wurde auch unbemittelten Schulern ermoglicht, indem der 
Bicycle-Klub und der Stahlrad-Klub Karten zu den ermafiigten Preisen von 2 
beziehungsweise 1 K zur Verfiigung stellten. 

Einer gleich groflen Beliebtheit erfreuen sich in der warmen Jahreszeit 
die stddtischen Badeanstalten. Dieselben genfigten aber nicht fiir die vielen Be- 
sucher, die in dem erquickenden Nafi Erfrischung von des Tages Hitze suchten, 
und so hat sich die Vertretung der Landeshauptstadt Linz durch deren jiingst 
ausgefiihrte Erweiterung ein grofles Verdienst erworben. Das stadtische Scbwimm- 
schulkomitee iibermittelte auch heuer wieder je 5 Freikarten far den Schwimm- 
unterricht und fiir Schwimmiibungen und setzte fiir 113 Karten den Preis auf 
die Halfte (4 beziehungsweise 2 K) herab. 

Die Wannenbdder in der Badeanstalt der Frau M. Kogler an der Oberen 
Donaulande waren den Schulern das ganze Jahr hindurch zu ermafiigten Preisen 
(40 h fiir unbemittelte und 60 h fiir wohlhabendere Schuler) zuganglich. 



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Die beiden hiesigen Rudervereine „fster n und „ Wiking 71 waren auch heuer 
wicder in entgegenkommendster Weise bestrebt, das Schiilerrudern , dem un- 
vcrkennbar cin hoher hygienischer Wert, aber auch eine nicht zu unter- 
schatzende erziehliche Bedeutung zukommt, zu ffirdern und in Aufschwung zu 
bringen. Leider waren diese Bemuhungen nicht von einem entsprechenden Er- 
folge begleitet, die Beteiligung war nur gering. Es scheint, dafi der Ernst 
und die stramme Zucht, die gerade dieser Sport erfordert, bei der studieren- 
den Jugend noch nicht die gebQhrende Wflrdigung findet. 

Der gunstige Einflufi, den ein langerer Aufenthalt in freier Luft auf den 
gesamten Organismus des Menschen ausdbt, war auch die Ursache, dafi meh- 
rere Mitglieder des LehrkOrpers mit ihren SchQlern Klassenausfliige unter- 
nahmen und manchen freien Nachmittag in den Dienst der guten Sache stellten. 
Bei denselben wurden zugleich verschiedene Bewegungsspiele ausgefuhrt, aus- 
nahmsweise werden auch wissenschaftliche Zwecke verfolgt. Am 15. Oktober 
ging Supplent O. Flock mit der 11.2? Klasse in den Kiirnberger Wald, am 
20. Oktober Turnlehrer M. Richter mit der III. A Klasse in die Koglerauen 
und nach Puchenau, am 30. Oktober Turnlehrer M. Hirt mit der II. B Klasse 
uber Plesching auf den Pfenningberg, am 3. November besuchte die VIII. Klasse 
in Begleitung der Professoren J. Deubler, Jr. Lehner, O. Hantschel und 
Dr. A. Schiefier das Ausgrabungsfeld und das Museum zu Enns, am 1 1 . November 
ging Prof. Fr. Schneider mit der I. B Klasse zu geographischen Zwecken auf 
die Kaiser Franz Josef- Warte auf dem Freinberg, an demselben Tage Turn- 
lehrer M. Hirt mit der V. B Klasse Qber Plesching und den Pfenningberg 
nach Steyregg, am 19. November Prof. Dr. A. Konig mit der V. A und V. B 
Klasse zu geologischen Zwecken nach Plesching, am 25. November Turnlehrer 
M. Hirt mit der I. B Klasse uber den Pfenningberg nach Steyregg, am 22. De- 
zember Prof. Fr. Lehner mit der VI. A Klasse nach Bachl, am 24. Februar 
Turnlehrer M. Hirt mit der V. B Klasse in die Koglerauen, am 29. Marz 
Turnlehrer M. Richter mit der I. A Klasse uber den Pfenningberg nach Steyregg, 
am 6. April Prof. Fr. Schneider mit der VI. A und VI. B Klasse nach Zizlau 
zur Besichtigung der Fischzuchtanstalt, am 7. April Probekandidat J. Jungwirth 
mit der II. A Klasse nach Plesching und am 5. Mai mit derselben Klasse auf 
den Pfenningberg, am 11. Mai Prof. Fr. Schneider mit der VI. A Klasse auf den 
Magdalenaberg, am 26. Mai Turnlehrer M. Richter mit der II. -4 Klasse uber den 
Kurnberg nach Ottensheim, am 2. Juni derselbe mit der III. A Klasse nach 
Kirchschlag. Auch in den letzten Wochen des Schuljahres wurden noch meh- 
rere Ausfluge unternommen. 

Der 5. Juni wurde vom Berichterstatter zu einem allgemeinen Ausfluge 
frei gegeben. Das freundliche Muhlviertel und die reizenden Alpentaler Ober- 
osterreichs und der benachbarten Steiermark mit ihrem Seenschmucke bildeten 
die lohnenden Ziele, denen die Schuler in Begleitung ihrer Lehrer bereits am 
fruhen Morgen mit der Eisenbahn oder mit dem Dampfschiffe zueilten. An die 
Fahrten schlossen sich grofiere oder kleinere Fufiwanderungen an. D;iti dabH, 
L. f> 



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begunstigt von prachtigem Wetter, der jugendliche Frohsinn zum vollen 
Ausdrucke kam und dafi alle Teilnehmer die Erinnerung an vergnugte Stunden 
mitnahmen, bedarf wohl keiner weiteren Ausfuhrung. 

Der Deutsche und Osterreichische Alpenverein ubermittelte uber Ersuchen 
21 Legitimationen fur Abiturienten und die Zentralleitung der dtutschen Studenten- 
und Schulerherbergen in Hohenelbe 25 Legitimationen fur die Schiiler der Ober- 
stufe zur Benutzung ihrer Herbergen in den Hauptferien. 

Der Herr Zahnarzt Dr. Franz Benhe hat seine jugendfreundliche Tatig- 
keit auch in diesem Schuljahre fortgesetzt und wieder eine groflere Anzahl 
von Schdlern unentgeltlich behandelt. 

Der Gesundheitszustand der Schaler war im Berichtsjahre recht be- 
friedigend; einen Todesfall hat die Anstalt erfreulicherweise nicht zu ver- 
zeichnen, auch kamen ubertragbare Krankheiten nur in geringer Zahl vor 
(5 Masernfalle und 1 Fall von Braune). 

Zur Veranschaulichung der Pflege der korperlichen Obungen diirfte 



X. Chronik. 

Das Schuljahr 1906/07 wurde am 17. September 1906 eroffhet. Die Ein- 
schreibungen ergaben wieder eine sehr hohe Frequenzziffer, so dafi 7 Paral- 
lelen errichtet werden mufiten. — Das Heilige Geistamt wurde am 18. Sep- 



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tcmber von dem Herrn Domscholaster Pralaten Leopold Dullinger zelebriert; 
bei demselben wurde von dem S&ngerchor unter der Leitung des Gesang- 
lchrers Fr. Neuhofer die Messe fur gemischten Chor und Orgel von Uhl mit der 
Einlage „Posuisti" von Fr. Arnleitner aufgefuhrt. — Der Unterricht begann 
am 19. September. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat sich zufolge Erlasses vom 
22. Juni 1906, Z. 17688 bestimmt gefunden, den prov. Lehrer am Staatsgym- 
nasium in Linz Dr. Karl Joerg zum wirklichen Lehrer am Staatsgymnasium in 
Feldkirch mit der Rechtswirksamkeit vom 1. September 1906 an zu ernennen. 
— Dr. K. Joerg brachte wahrend seines einj&hrigen Wirkens an der h. o. An- 
stalt seinen SchOlern warmes Wohlwollen entgegen und hat sich durch sein an- 
spruchsloses Wesen auch beim Lehrk6rper ein freundliches Andenken gesichert. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
22. Juni iqo6, Z. 13820 den prov. Lehrer an der Staatsrealschule in Karo- 
linenthal Anion Tilp zum wirklichen Lehrer am Staatsgymnasium in Linz mit 
der Rechtswirksamkeit vom 1. September 1906 zu ernennen gefunden. — 
Durch diese Ernennung wurde der Supplent Dr. Otto De chant, der sich durch 
ernstes Streben und gewissenhafte Pflichterfflllung als tiichtiger junger Lehrer 
an unserer Anstalt eingefiihrt hatte, disponibel und wurde mit 15. September 
1906 seiner hierortigen Dienstlei stung enthoben. 

Das k. k. Ministerium fur Kultus und Unterricht fand laut Erlasses vom 
2. Juli 1906, Z. 25022 dem Turnlehrer am Staatsgymnasium und an der k. k. 
Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt in Linz Max Hirt zur Durchfuhrung 
einer Studienreise nach Bern, Karlsruhe und Stuttgart eine Unterstiitzung im 
Betrage von 300 K zu bewilligen. 

Seine k. und k. Apostolische Majestat haben mit Allerhochster Ent- 
schliefiung vom 20. Juli 1906 den Bench terstatter zum Mitgliede des ober- 
osterreichischen Landesschulrates fur die nachste dreij&hrige Funktionsperiode 
allergnadigst zu ernennen geruht. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
27. Juli 1906, Z. 30050 den Professor an der Staatsrealschule in Salzburg 
Herrn Schulrat Hermann Luhas mit den Funktionen eines Fachinspektors fur 
den Zeichenunterricht an Mittelschulen, Lehrer- und Lehrerinnenbildungs- 
anstalten in Oberosterreich, Salzburg, Steiermark, Karnten, Krain und Vorarl- 
berg sowie an den genannten Lehranstalten mit deutscher Unterrichtssprache 
in Tirol fur die Schuljahre 1906/07 und 1907/08 betraut. 

An dem Hochamte, welches am 18. August 1906 in der alten Dom- 
kirche zur Feier des Allerh6chsten Geburtsfestes Seiner k. und k. Apostolischen 
Majestat stattgefunden hat, hat der Berichterstatter mit dem Prof. Fr. Schneider 
teilgenommen. 

Laut Erlasses vom 21. August 1906, Z. 31 156 hat der Herr Minister 
fur Kultus und Unterricht den Professor am Staatsgymnasium in Linz Schulrat 
Robert Stichlberger iiber sein Ansuchen in den bleibenden Ruhestand zu ver- 

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setzen gefunden. Bci diesem Anlasse wurde ihm von dem Vorsitzcnden des 
oberosterreichiscben Landesschulrates, dem Herrn Statthalter Erasmus Frei- 
herrn v. Handel , im Namen des k. k. Ministeriums fur Kultus und Unterricht 
der Dank und die Anerkennung fur seine vieljahrige und erspriefiliche Wirksam- 
keit ausgesprochen. — Schulrat R. Stichlberger gehCrte seit dem Jahre 1892 
dem Verbande unserer Anstalt an und hat wahrend seiner I4jahrigen Tatigkeit 
an ihr sein Lehramt in der gewissenhaftesten Weise versehen. In den Schul- 
jahren 1893/94 und 1894/95 verwaltete er zugleich die umfangreiche Lehrer- 
bibliothek und von 1 899/1 900 bis 1905/06 war er dem Berichterstatter als 
Hilfskraft bei der Besorgung der Direktionsgeschafte zugeteilt; mit gewohnter 
Genauigkeit hat er auch die mit diesen Stellen verbundenen Obliegenheiten 
erfCillt. Den Fortscbritten der Wissenschaft folgte er jederzeit mit regem Inter- 
esse und als Frucht seiner Studien hat er drei wissenschaftliche Aufsatze 
in den Jahresberichten der Gymnasien in Ried, Trebitsch und Nikolsburg, an 
denen er frilher angestellt war, verfiffentlicht. Fur sein berufseifriges Wirken 
wurde ihm zu wiederholtenmalen die Anerkennung der vorgesetzten Behorden 
ausgesprochen , aufierdem wurde aber seine Tatigkeit noch besonders aus- 
gezeichnet, indem ihm zufolge AUerh6chster Entschliefiung vom 1. September 
1903 der Titel eines Schulrates verliehen wurde. Ein langer andauerndes 
Leiden n6tigte den trefflichen Lehrer, dem Berufe, an dem er so innig hing, 
nach einer langen Dienstzeit und dennoch fruher, als es in seinem Wunsche 
gelegen war, zu entsagen. MCge die Mufie, der er sich nun hingeben kann, 
seine geschwachte Gesundheit bald wieder herstellen und m6ge ihm nach einer 
vieljahrigen, dem Wohle der studierenden Jugend gewidmeten Wirksamkeit 
ein schoner Lebensabend beschieden sein! 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat laut Erlasses vom 

29. August 1906, Z. 31347 den Professor an der h. o. Anstalt und Bezirks- 
schulinspektor Dr. Kajetan Hofner fiber sein Ansuchen mit Ende Sep- 
tember 1906 in den bleibenden Ruhestand versetzt. — Prof. Dr. K. Hofner 
hat seine lehramtiiche Tatigkeit als Supplent am Staatsgymnasium in Salzburg 
im Jahre 1869/70 begonnen und in definitiver Eigenschaft an den Staats- 
gymnasien in Villach und Krems und sodann am Gymnasium der k. k. There- 
sianischen Akademie in Wien fortgesetzt. Im Jahre 1881 wurde er iiber sein 
Ansuchen an die h. o. Anstalt versetzt, an der er funf Jahre berufseifrig wirkte. 
Im Jahre 1886 wurde er zum k. k. Bezirksschulinspektor ernannt, und welche 
Verdienste er sich auf dem Gebiete der Schulaufsicht erworben hat, dafur 
spricht am besten die Allerhochste Auszeichnung, die ihm anlafilich des Re- 
gierungsjubilaums Seiner Majestat im Jahre 1898 durch Verleihung des Gol- 
denen Verdienstkreuzes mit der Krone zuteil ward. MSge der verdiente Schul- 
mann den Ruhestand, in den er sich nach 37jahriger Dienstleistung zurCick- 
gezogen hat, recht lange geniefien! 

Das k. k. Ministerium fiir Kultus und Unterricht hat laut Erlasses vom 

30. August iqo6, Z. 32830 dem Gesanglehrer des Staatsgymnasiums und der 



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Staatsrealschule in Linz Franz Neuhofer zum Zwecke dcs Besuches des vom 
Allgemeinen Kirchenmusikvereine in Wien in der Zeit vom 3. bis 9. September 
1906 geplanten Instruktionskurses eine Reiseunterstutzung von 60 K bewilligt. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricbt hat zufolge Erlasses vom 
5. September 1906, Z. 34147 die nach Professor Dr. Kajetan Hofner am 
Staatsgymnasium in Linz erledigte wirkliche Lehrstelle dem Professor am 
Staatsgymnasium in Ried Julius Hebenstein auf sein Ansuchen zu verleihen 
gefunden. 

Am 10. September 1906 hat der Berichterstatter in Begleitung des Pro- 
fessors Franz Schneider an dem feierlichen Requiem teilgenommen , das fur 
wetland Ihre Majestat die Kaiserin Elisabeth im alten Dome stattgefunden hat. 

Der k. k. Landesschulrat genehmigte zufolge Erlasses vom 16. Sep- 
tember 1906, Z. 4294 die Bestellung der Lehramtskandidaten Josef Roger 
und Dr. Paul Rossi zu Supplenten an der h. o. Anstalt fur die Dauer des 
Bedarfs. — Zufolge Landesschulratserlasses vom 2. Oktober 1906, Z. 4537 
wurde der Supplent Dr. P. Rossi dem Professor Anton Popek behufs Ein- 
fflhrung in den praktischen Unterricht im Sinne des Ministerialerlasses vom 
1. November 1893, Z. 24871 zugewiesen. 

Zufolge Landesschulratserlasses vom 18. September 1906, Z. 4462 wurde 
die Bestellung des supplierenden Professors der Dogmatik am Priesterseminar 
in Linz Johann Hochaschbock zum Supplenten an der h. o. Anstalt genehmigt. 

Mit dem Landesschulratserlasse vom 18. September 1906, Z. 4222 
wurde die Direktion ermSchtigt, den Lehramtskandidaten Ignaz Jungwirth 
behufs EinfQhrung in das praktische Lehramt im Sinne der Ministerialver- 
ordnung vom 30. August 1 89 7 dem Professor an der h. o. Anstalt Franz 
Schneider zuzuweisen. 

Der 4. Oktober 1906, der Tag des Allerhochsten Namensfestes Seiner 
Majestat des Kaisers , wurde mit einem Hochamte in der Gymnasialkapelle 
gefeiert, das der Religionslehrer L. Bermanschldger zelebrierte und dem der 
Lehrkorper und samtliche katholische Schuler der Anstalt beiwohnten. (Messe 
von Uhl wie am 17. September, jedoch mit der Einlage „Salvum fac".) Der 
Berichterstatter hat an diesem Tage mit dem Professor Fr. Schneider an dem 
Festgottesdienste im alten Dome teilgenommen. 

Zufolge Landesschulratserlasses vom 11. Oktober 1906, Z. 4633 wurde 
der supplierende Religionslehrer an der h. o. Anstalt Josef Lobmair in gleicher 
Eigenschaft am Staatsgymnasium in Freistadt bestellt. — Der Genannte konnte 
nach vierjahrigem hingebungsvollen Wirken mit dem Bewufitsein von unserer 
Anstalt scheiden, nicht blofi als Lehrer, sondern auch als Priester durch seine 
wiirdevolle Haltung einen segensreichen Einflufi auf seine Schuler ausgeiibt 
zu haben. 

Zufolge Erlasses des k. k. oberosterreichischen Landesschulrates vom 
20. Oktober 1906, Z. 4634 wurde der wirkliche Lehrer an der h. o. Anstalt 
Anton Tilp unter Zuerkennung des Professortitels im Lehramte bestatigt. 



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Der Zeichenlehrer Burgerschuldirektor K. Feuscker hat am 20. Oktober 

1906 mit den Schfllern des IV. Kurses im Freibandzeichnen die Kramer- Aus- 
stellung des oberdsterreichischen Kunstvereines besucht. 

Am 21. Oktober 1906 wurde am Zentralfriedhofe in Wien das Denkmal, 
das Freunde und Schuler dem um das Turnwesen verdienten ehemaligen Turn- 
lehrer Wilhelm Buley gewidmet haben, den AngehOrigen des Genannten in 
das Eigentum und in die Obhut iibergeben. Der Lehrk6rper der h. o. Anstalt 
hatte gleichfalls einen Betrag fur diesen Denkstein seines einstigen Mitgliedes 
gespendet. 

Der Berichterstatter hat dem LehrkGrper der k. k. Staatsrealschule in 
Steyr anlafilich des am 29. Oktober 1906 erfolgten Ablebens seines fruheren 
Direktors, des Herrn Edmund Aelschker, in seinem sowie im Namen des Lehr- 
korpers der h. o. Anstalt das Beileid ausgesprochen. 

Am 19. November 1906 wurde fur weiland Ihre Majestdt die Kaiserin Elisabeth 
eine kirchliche Feier in der Gymnasialkapelle abgehalten, an der der Lehr- 
korper und die katholischen Schiiler der Anstalt teilnahmen. 

Mit dem Landesschulratserlasse vom 19. November 1906, Z. 5529, wurde 
der Lehramtskanditat Dr. Richard Dobner der h. o. Anstalt zur Einfuhrung 
ins praktische Lehramt zugewiesen und dem Professor Oskar Hantschel 
unterstellt. Er wurde jedoch im II. Semester 1906/07 zum Supplenten am 
Staatsgymnasium in Saaz ernannt und trat infolgedessen am 18. Februar 

1907 aus der Probepraxis aus, was vom k. k. Landesschulrate zufolge Er- 
lasses vom 20. Februar 1907, Z. 833 genehmigend zur Kenntnis genommen 
wurde. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 24. November 1906, 
Z. 5722 den Bericht fiber die Erkrankung des wirklichen Lehrers Dr. Evermod 
Hager zur Kenntnis genommen und genehmigt, dafi seine Lehrstunden von dem 
k. k. Gymnasialdirektor i. R. Herrn Dr. Laurenz Proll in suppletorischer 
Weise versehen werden. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 3. Dezember 1906, 
Z. 5925, den Lehramtskandidaten Lukas Schaller behufs Ablegung des Probe- 
jahres der h. o. Anstalt zugewiesen und verfugt, dafi derselbe im Sinne der 
Ministerialverordnung vom 30. August 1897, Art. XXV unter der fachmannischen 
Leitung des Professors Dr. Rudolf Klug in das praktische Lehramt einge- 
fuhrt werde. 

Am 9. Dezember 1906 verschied hier der Vater unseres Kollegen L. Ber- 
manschlager, der Herr Ludwig Bermanschldger, Beamter i. P. der k. k. Staats- 
bahnen, im 82. Lebensjahre. Der Berichterstatter gab mit mehreren dienstfreien 
Mitgliedern des Lehrkorpers und einer Anzahl von Schfilern dem Verbliche- 
nen das letzte Geleite. 



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Dr. Jakob La Roche f 

k. k. Gymnasialdirektor i. R. 

Am 10. Dezember 1906 starb in Znaim der k. k. Gymnasialdirektor i. R. 
Herr Dr. Jakob La Roche und wurde daselbst am 12. Dezember begraben. 
Er war am 15. Marz 1832 zu Hattenheim in Nassau geboren und legte zunachst 
seine Gymnasialstudien in Wiesbaden und Hadamar zuruck. Er bezog sodann die 
Universitaten MQnchen, Berlin und Wien, wo er sich dem Studium der klassi- 
schen Philologie widmete. Nachdem er die Lehrbefahigung aus diesem Fache 
erworben hatte, wurde er im Jahre 1855 zum Supplenten am Staatsgymnasium in 
Graz bestellt und im Jahre 1857 zum wirklichen Lehrer am Staatsgymnasium 
in Triest ernannt. Nach fCinf Jahren wurde ihm eine Lehrstelle am k. k. Aka- 
demischen Gymnasium in Wien verliehen, wo er bis zum Jahre 187 1 verblieb. 
In diesem Jahre erfolgte seine Ernennung zum Direktor des Staatsgymnasiums 
in Linz, an dem er bis zu seiner im Jahre 1892 erfolgenden Versetzung in 
den bleibenden Ruhestand wirkte. 

Dr. J. La Roche war ein Mann von hervorragenden Fahigkeiten, grund- 
lichem Fachwissen und reger Schaffenslust. Davon zeugen namentlich die zahl- 
reichen grofleren und kleineren wissenschaftlichen Arbeiten, die er in den 
Programmen der Anstalt, in Fachzeitschriften und in selbstandigen Werken 
veroffentlicht und durch die er insbesondere die Homerliteratur bereichert hat. 
Die Achtung, deren er sich in der gelehrten Welt zu erfreuen hatte, kam be- 
sonders dadurch zum Ausdrucke, dafi ihm die Universitat Munchen das Ehren- 
doktorat verlieh. Nicht unerwahnt darf auch bleiben, dafi unter seiner Leitung 
das Linzer Staatsgymnasium im Jahre 1873 sein jetziges schones Heim bezog, 
in dessen weiten und licbten Raumen es sich bald zu einer der grofiten An- 
stalten unserer Monarchic entwickelte. Leider war es der Anstalt nicht moglich, 
ihrem verdienten ehemaligen Vorstande auf seinem letzten Gange das Geleite 
zu geben; nur die am Begrabnistage vom Schulgebaude herabwehende Trauer- 
fahne verkiindete, dafi eine dem Linzer Staatsgymnasium nahestehende Per- 
sonlichkeit aus dem Leben geschieden sei. Der Berichterstatter sandte im Namen 
der Direktion und des Lehrkorpers ein Beileidschreiben an die Hinterbliebenen. 
Moge der Verstorbene in Frieden ruhen! 

An dem Leichenbegangnisse des Herrn k. k. Gymnasialdirektors i. R. 
und Stadtschulinspektors Josef Palm, das am 12. Dezember 1906 in Linz stattfand, 
hat sich der Berichterstatter mit dem k. k. Gymnasialdirektor i. R. Doktor 
Laurenz Proll und dem Professor E. Sewera beteiligt. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
IO. Dezember 1906, Z. 46882 gestattet, dafi der Supplent am bischoflicht-n 
Privatgymnasium in Urfahr Franz Lohninger zur Ablegung des Probejahres im 
Sinne des Art. XXV der Ministerialverordnung vom 30. August 1897, und 



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zwar in verkiirzter Form, da er gleichzeitig als Supplent im selbstverantwort- 
lichen Unterrichte steht, dem Linzcr Staatsgymnasium zugewiesen werde. Er 
wurde unter die fachmannische Fuhriing des Professors E. Sewera gestellt. 

Zufolge Landesschulratser lasses vom 4. Februar 1907, Z. 575 wurde 
der Lehramtskandidat Dr. Matthias PSller dem Staatsgymnasium in Linz zur 
Ablegung der Probepraxis zugewiesen und unter die fachmannische Leitung 
des Professors Dr. Anton Schieper gestellt. 

Das I. Semester wurde am 9. Februar 1907 geschlossen, das II. begann 
am 13. Februar. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
15. Februar 1907, Z. 4783 gestattet, dafi Professor Dr. E. Hager bis zum 
Schlusse des Schuljahres 1906/07 durch einen Supplenten vertreten werde. In 
Erwartung dieser Entscheidung war der Lehramtskandidat Dr. Josef Milliner 
bereits durch den Landesschulratserlafi vom 1. Februar 1907, Z. 525 interi- 
mistisch zum Supplenten fur das II. Semester bestellt worden. Zufolge Landes- 
schulratserlasses vom 11. Februar 1907, Z. 661 wurde Dr. J. Milliner dem 
Professor S. Kirchtag zur Einfiihrung in die Praxis des Unterrichtes zuge- 
wiesen. — Dem Herrn Direktor d. R. Dr. L. Proll gebuhrt fur die Bereit- 
willigkeit, mit der er vom 20. November 1 906 bis zum 9. Februar 1907 
den Unterricht fur den erkrankten Professor Dr. E. Hager erteilt hat, 
voller Dank. 

Mit dem Landesschulratserlasse vom 12. Dezember 1906, Z. 6094 wurde 
der Direktion vorlaufig erOffnet, dafl unter einem die Zustimmung des k. k. 
Ministeriums fur Kultus und Unterricht dazu eingeholt wird, dafi die der h. o. 
Anstalt zugewiesenen Lehramtskandidaten vom Beginne des II. Semesters 1906/07 
an zu alle 14 Tage stattfindenden Besprechungen zusammengezogen werden, 
in welchen unter der Leitung des Direktors auf Grund von Referaten der 
Kandidaten die Hauptpunkte der fur die Praxis der Erziehung und des Unter- 
richtes geltenden Bestimmungen erortert werden sollen. Der genannte Erlafi 
enthielt dann weiter die Bemerkung, dafi es sich empfehlen wurde, auch die 
einftihrenden Lehrer sowie die an der hiesigen Staatsrealschule und am 
bischoflichen Privatgymnasium in Urfahr wirkenden Lehramtskandidaten, be- 
ziehungsweise Supplenten zur Teilnahme an diesen Konferenzen einzuladen. 
Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 24. De- 
zember 1906, Z. 48923 genehmigt, dafi die bezeichneten Lehramtskandidaten 
vom II. Semester 1906/07 angefangen unter den angefuhrten Modalitaten ins 
praktische Lehramt eingefuhrt werden. Diese padagogischen Konferenzen 
haben am 14. Februar 1907 begonnen; an ihnen haben folgende Supplenten, 
beziehungsweise Lehramtskandidaten teilgenommen: Johann Hochaschbock, Ignaz 
Jungivirth, Dr. Josef Milliner, Dr. Matthias Poller, Josef Roger, Dr. Paul Rossi, 
Lukas Schaller (vom Staatsgymnasium), Karl Heibl, Dr. Otto Pollitzer, Mat* 
thaus Schwarzenbrunner (von der Staatsrealschule), Franz Lohninger, Karl 
Schallab'kk und Karl Tizian (vom bischoflichen Privatgymnasium in Urfahr). 



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71 

Am I. Marz 1907 starb zu Pfarrkirchen bei Hall der emeritierte Direktor 
des bischdf lichen Privatgymnasiums am Kollegium Petrinum Herr P. Lambert 
Guppenberger. Die Direktion sprach dem ehrwQrdigen Benediktinerstifte Krems- 
munster anlafilich des Verlustes seines so hochverdienten Mitgliedes das Bei- 
leid aus. 

Die k. k. oberosterreichische Statthalterei hat zufolge Erlasses vom 
5. Marz 1907, Z. 5146 auf Grund des Punktes 4 der Ministerialverordnung 
vom 15/ September 1894, R. G. Bl. Nr. 193, die Professoren Simon Kirchtag 
und Dr. Anton Konig zu Mitgliedern und die Professoren Franz Schneider und 
Dr. Anton Schiefier zu Ersatzmannern der Prtifungskommission fur Aspiranten des 
Einjahrigfreiwilligen-Rechtes in Linz filr die Funktionsdauer vom 1. Marz 1907 
bis zum 28. Februar 1909 zu ernennen gefunden. 

Seine k. und k. Apostolische Majestat haben mit AllerhSchster Ent- 
schliefiung vom 11. Marz 1907 dem Rabbiner und israelitischen Religionslehrer 
Moritz Friedmann das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens allergnadigst zu 
verleihen geruht. Der Berichterstatter begliickwiinschte den verdienten Lehrer 
zu dieser Allerhflchsten Auszeichnung und wohnte der feierlichen Oberreichung 
des Ordens durch Seine Exzellenz den Herrn k. k. Statthalter Erasmus Freiherrn 
v. Handel, die am 7. April d. J. im israelitischen Tempel stattfand, bei. 

Am 17. Marz 1907 gelangte Hdndels ^Herakles^ in der Bearbeitung von 
Reiter durch den Musikverein in Linz in der Volksfesthalle zur AuffQhrung. 
Bei derselben wirkten die Sanger der oberen Klassen mit. 

Am 19. April 1907 wurde der pensionierte Professor der k. k. Lehrer- 
bildungsanstalt in Linz Herr Schulrat Julius Gartner zu Grabe getragen. 
An dem Leichenbegangnisse nahmen mehrere Mitglieder des LehrkoYpers, 
unter ihnen Professor Josef Strigl in Vertretung des dienstlich verhinderten 
Berichterstatters, teil. 

Am 18. und 19. Mai 1907 wurde in Linz der Erste Turnlehrertag des 
Allgemeinen deutsch-6sterreichischen Turnlehrervereines abgehalten, bei dem 
auch das Schulerturnen einen wichtigen Programmpunkt bildete. Die Schuler 
unserer Anstait nahmen an dieser Veranstaltung in der stadtischen Volksfest- 
halle teil, und zwar fiihrten die Schiiler der I., II. und III. Klasse unter der 
Leitung des Turnlehrers Max Richter Obungen auf, die dem 3., 4. und 5. Turu- 
jahre entsprachen, die der IV., V. und VIII. Klasse aber unter der Leitung 
des Turnlehrers Max Hirt solche des 6., 7. und 8. Turnjahres. Die Schiiler 
hatten auch bei diesem Anlasse wieder Gelegenheit, ihre turnerische Schulung 
zu zeigen; die Leistungen, die sie darboten, fanden allseits reichen Beifall. 

Zufolge Landesschulratserlasses vom 21. Mai 1907, Z. 2369 wurde 
der Berichterstatter mit dem Vorsitze bei der miindlichen Maturitatspriifung 
im Sommertermine 1907 am Kommunalgymnasium in Gmunden, die vom 
8. bis II. Juli stattfindet, betraut. 

Der Herr k. k. Landesschulinspektor Dr. Josef Loos inspizierte die Anstait 
am 24. November, 5. Dezember, 5. und 8. Januar, 9. Marz und 25. Mai. 



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72 

Am 25. Mai besuchten zahlreiche Schfller der I. bis VI. Klasse unter der 
Fuhrung der Professoren Fr. Schneider und_ Dr. A. Konig die Menagerie 
M. Berg, wo aus diesem Anlasse cine Sondervorstellung stattfand. 

Die religiosen Obungen wurden nach den bestehenden Vorschriften ab- 
gehalten. Die katholischen Schfller wohnten an Sonn- und Feiertagen in 
zwei Gruppen regelmaflig der hi. Messe und der Exhorte bei und wurden 
dreimal (im Oktober, vor Ostern und im Juni) zum Empfange der hi. Sakra- 
mente gefuhrt. Der Osterbeichte gingen die Exerzizien voraus, die bei den 
Schulern der Oberstufe vom Professor Z. Bermanschldger und bei denen der 
Unterstufe von dem supplierenden Religionslehrer J. Hochaschbock geleitet 
wurden; fur 52 Schiller war um Dispens von diesen Obungen angesucht 
worden. Aus besonderen Anlasse n wurden noch, wie aus dem Vorstehenden 
ersichtiich ist, Festgottesdienste veranstaltet. Am 30. Mai nahmen die katho- 
lischen Schfller unter der Fflhrung des Lehrkorpers an der Fronleichnams- 
prozession und am 2. Juni aufierdem noch die Sanger der Anstait (80) an 
der Feier, die in der Karmelitenkirche stattfand, teil. Sie brachten unter der 
Lcitung des Gesanglehrers Fr. Neuhofer die Messe fiir vier- und sechs- 
stimmigen Chor a capella von M. Einfalt nebst „0 salutaris" von Fr. Arn- 
leitner und „Ave verum" von Mozart als Einlagen und die „Eucharistischen 
Gesange'' von J. Gruber zur Auffiihrung. 

Zum Baue des Maria- Empfdngnis- Domes in Linz spendeten die katho- 
lischen Schfller im Berichtsjahre den Betrag von 58 K 86 h. 

Der Herr Pralat Leopold Dullinger inspizierte den katholischen Religions- 
unterricht am 7., 13., 14., 15. und 19. Mai. 

Das Schuljahr wurde am 6. Juli mit dem Dankamte geschlossen. Nach 
demseiben hielt der Berichters tatter im Festsaaie der Anstait an die An- 
wesenden, unter denen sich auch viele Eltern der Schuler befanden, eine 
Ansprache und flberreichte sodann je drei Vorzugsschulern der acht Klassenab- 
teilungen der Unterstufe Pramienbflcher. Unter den weihevollen Klangen der 
Volkshymne wurde die schiichte, aber erhebende Feier beendet. 



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XI. Statistik der Schuler. 



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XII. Verzeiehnis der Sehiiler am Sehlusse des 
II. Semesters. 

(Die mit * bezeichneten Sehiiler haben ein Zeugnis der ersten Klasse mit Vorzug erhalten.) 

I. A. 



Asrhinger Ferdinand. 
♦Barth Wilhelm. 
♦Hock Wilhelm. 

Bogsmcker Theodor. 

Bose Eduard. 

Braunsberger Adolf. 
♦Bruneder Alois. 

Buchmayr Franz. 
♦Bumharter August. 
♦Burgstaller Edmund. 

Claus Othmar. 

Czechowski Otto. 

Danzer Franz. 

Diller Hugo. 

Dolzer Karl. 

Ehgartner Michael. 

Enzinger Rudolf. 

Erndl Arthur. 

Errhalt Richard. 



Humer Johann. 

Mayrhofer Karl. 

Moser August. 
♦Muller Karl. 

Omer Rudolf. 

Peintner Josef. 

Pesinger Rudolf. 
♦Pfanzagel Rudolf 
♦Pfundbaur Josef. 
♦Poll Anselm. 

Polzer Odo. 

Postl Max. 
♦Quatember Grcgor. 

Kammerstorfer Josef. 

Ratzka Ernst. 

Ratzka Hermann. 

Kesch Nikolaus. 



Baumbaeh Ernst. 
Baumgartner Josef. 
Beham Ludwig. 



Fingerlos Konrad. 
♦Forner Rudolf. 
♦Forstner Georg. 

Frank Karl. 

Freyschlag Friedrich v. 

Furtner Leopold. 

Garzarolli Wolfgang Edler 
v. Thurnlackh. 

Gorbach Josef. 
*Grubauer Alfred. 
♦Gurtler Johann. 
*Haas Hermann. 

Haidinger Johann. 

Handstanger Viktor. 

Heide Max. 
♦Heimel Johann. 

Helbig Rudolf. 

Herzog Friedrich. 

Hirschal Erwin. 

I. B. 

Rezabek Richard. 

Rosenauer Alois. 
♦Sadila Alexander. 

Schachermeyr Friedrich. 

Scbaritzer Friedrich. 

Schauberger Heinrich. 

Schmidberger Gustav. 

Schmid Franz Friedrich. 

Schnabel Anton. 
♦Schneider Johann. 

Schonmayr Franz. 

Schorr Georg. 

Schrattenholzer Johann. 
♦Schubert Robert. 
♦Stadlmann Alois. 

Steinkogler Robert. 

Stengl Paul. 



♦Hochmayr Josef. 
♦Hollnsteiner Johann. 

Hubacek Alfred. 

Kaiser August. 

Kandler Oskar. 

Klauser Franz. 

Kordesch Johann. 

Koref Viktor. 

Kriizner Eugen. 
♦Kus Karl. 
♦Liebhardt Heinrich, 

Ludwig Max. 
♦Meschede Hermann. 

Mohr Richard. 

Muller Viktor. 
♦Nadler Walter. 

Ott Hans. 
♦Scbwager Karl. 

Volkert Johann. 



Stockinger Franz. 

Stockl Felix. 
♦Stockelle Gustav. 
♦Strassmayr Josef. 

v. Trover Philipp. 
♦Urlesberger Hermann. 

Veicht Karl. 

Veitl Bernhard. 

Viehbock Franz. 
♦Vogl Leo. 

Winkler Friedrich. 
♦Wittek Julius. 

Worndl August. 

Wollek Josef. 

Wiirdinger Alois. 

Zanker Viktor. 

Zehetbauer Josef. 



II. A. 



♦Bejcek Oskar. 
♦Bentz Karl. 
Bock Theodor. 



♦Breslmair Fmil. 
♦Clodi Eduard. 
♦Danzer Karl. 



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81 



Daxinger Franz. 
*Deutner Alois. 

Ebner Friedrich. 
♦Eitzinger Vinzenz. 

Emminger Rudolf. 

Eurich Karl. 

Feder Wilhelm. 

Fischer Adolf. 

Fischer Johann. 
♦Fischer-Colbrie Arthur. 
*Fischer-Colbrie Kurt. 

Fodermayr Franz. 

Forster Karl. 



Fostel Friedrich. 

Fremd Johann. 

Freudenthaler Heinrich. 

Gabriel Rudolf. 

Garzarolli Karl Edler v. 
Thurnlackh. 

Geisler Ignaz. 
*Harrezmiiller Franz. 

Hartl Paul. 

Herda Otmar. 

Ucybal Fianz. 
♦Hilber Johann. 

Himsl Gustav. 



Hofbauer Adolf. 
*Hofer Max. 

Huber Franz. 

Huemer Josef. 

Hiittner Ferdinand. 

Keiter Karl. 
*Leopoldseder Johann. 
*Mayr Anton. 

Moravec Konrad. 

Ruckensteiner Fritz. 

Sauer Fritz. 



Bockscbtitz Franz. 

Habenicht Erwin. 

llain Josef. 

Heilmair Moritz. 

Helbig Erwin. 

Horvat Emil. 

Kaindl Thomas. 
*Kepplinger Heinrich. 

Klira Josef. 
*Konigseder Felix. 

Kohout Ottokar. 

Koschek Alfred. 

Krauthauf Adalbert. 

Krauthauf Karl. 

Kuss Johann. 

Lang Josef. 



II. B. 

Lederle Leo. 
Lenk Friedrich v. 
Madcr Ludwig. 
Mayer Friedrich. 
Mayr Heinrich. 
Moser Johann. 
Nagel Wolfgang. 
Pesendorfer Erich 
Pesinger Karl. 
Plockinger Franz. 
Pollak Karl. 
Polzer Guido. 
Puchner Johann. 
Rauch Johann. 
Schauer Matthiius. 
Schiefthaler Johann 



Schneider Ernst. 

Schuster Georg. 

Schwaiger Franz. 

Spitz Oskar. 

Steinkellner Alois. 
♦Stifter Leo. 
*Strixner Josef. 
♦Sturma Leopold. 
♦Wenger Wilhelm. 
♦Wieser Gottfried. 

WieBner Bruno. 

Winternitz Georg, Edlerv.Vel- 
jeneg. 

Wlcek Richard. 

Zemann Ludwig. 



Apfelthaller Max. 
*Auinger Max. 

Bauer Franz. 

Bentz Viktor. 

Boroevic Nikolaus. 

Buchrucker Karl. 
*Eder Hugo. 

Khgartner Robert. 
*Kisenreich Josef. 

Feder Artur. 

Franta Johann. 



III. A. 

*Friedl Franz. 

GaBner Karl. 

Gerl Josef. 
*Gerstl Otto. 
*Gleiflner Heinrich. 

Gottschy Ferdinand. 

GraB Franz. 

llaberfellner Johann. 

Haller Edmund. 

Harrer Ferdinand. 

Haslinger Emil. 



*Hemmel Matthias. 
Honerlein Friedrich. 
Jordan Karl. 
Juszt Alfons. 
Kehrer Karl. 
Kempf Friedrich. 
Keplinger Josef. 
Kleinert Franz. 
Konrad Eugen. 
Kraml Friedrich. 



Cepl Theodor. 
Gessenharter Martin. 
Kiihrer Alois. 
*Kumpfmiller Moritz. 



III. B. 

Langlellner Ludwi 
Lederle huuard. 
Letlner Leopold. 
Lid I Wilhelm. 



Lindinger Josel. 
Lugmair Franz. 
♦Mat hie Rudolf. 
Mayrg^chwendtuer Alh 
6* 



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82 



Meschcde Ferdinand. 
Mosbamer Karl. 
Miihleder Ferdinand. 
Miiller Karl. 
Nobauer Josef. 
Niirnberger P>itz. 
Peintner Friedricb. 
Pesendorfer Werner. 
Plaim Karl. 



Pointner Alfred. 
*Poth Julius v. 

Pramer Franz. 

Prammer Hermann. 
*Piicbler Josef. 

Raab Josef. 
♦Reder Josef. 

Renner Josef. 
*Schauberger Erwin. 



Schneeberger Karl. 

Schneider Franz. 

Scbweinitzer Franz. 

Streicber Franz. 

Strobl Eugen. 
*Sucbanek Franz. 
♦Vogl Paul. 

Weginger Josef. 

Zeilmaver Robert. 



Amort Josef. 

Appel Eduard. 

Aspock Leopold. 
♦Bertl Heinrich. 

Bruckner Josef. 

Czap Ferdinand. 

Dittricb Nikolaus v. 
*Eder Gustav. 
♦Edlinger Otto. 

Eibl Josef. 

Eurich Friedricb. 

Gatti Norbert. 

Gerbardinger Max. 



rv. a. 

*Gragl Ferdinand. 

Greutter Eberbard. 

Grossauer Franz. 

Griinner Karl. 

Griinwald Josef. 

Griinwald Rudolf. 

Haderer Frr.nz. 

Handel- Mazzetti Peter, Frei- 
herr v. 

Hausmann Oskar. 

Hirscb Ernst. 

Hofniann Adolf. 
♦Horzeyschy Friedricb. 

IV. B. 



Anders Friedrich. 

Bucbrucker Walter. 

Engelbrecbtsmiiller Wilbelm. 
*Fiirst Siegfried. 

Lasser Karl. 

Lezak Max. 

Maier Amilian. 

Mayr Johann. 
♦Morhart Johann. 

Moser Karl. 

Niederberger Karl. 

Nikodem Karl. 

Osinsky Michael. 



Aspock Franz. 
Bauer Matthias. 
Bichler Leopold. 
Binderberger Johann. 
Derntl Franz. 
Dolch Hermann. 
Feder Georg. 
Fellerer Josef. 
Fuchs August. 
Fiihrlinger Karl. 



Palm Adolf. 

Pfleger Franz. 

Philipp Georg. 
*Pilz August. 

Pokorny Heinrich. 

Rauch Johann. 

Razima Johann. 

Reischek Andreas. 
*Rezabek Konrad. 

Scheuba Oskar. 

Schmid Walter. 
*Schrack Alfred. 

Selke Wilhelm. 

V. A. 

*Grasbock Franz. 

Hackl Georg. 

Hackmiiller Julius. 
*Hava * Jaroslav. 

Himiner Karl. 
*Jlinterleithner Jakob. 
*Hofbauer Adolf. 

Jagenbrein Franz. 

Jedlitschka Ernst. 
*Jellouschek Ferdinand. 



♦Kaczkowski Ludwig, Ritter v. 
♦Kaindl Franz. 

Karlinger Johann. 

Kiwek Karl. 

Komarek Hermann. 
♦Konig Rudolf. 

Kraml Franz. 

Kumpl Josef. 

Leitner Josef. 

Locker Julius. 
*Schmidinger Otraar. 



Spak Johann. 

Steftelbauer Friedrich. 

Strigl Otto. 
*Taub Johann. 

Wehrenfennig Alfred. 

WeiB Leopold. 
♦Werkgartner Anton. 

Winkelmayr Rudolf. 

Wolkersdorfer Johann. 

Zehenthofer Max. 
♦Zillich Johann. 

Zinner Oskar. 



Keipper Julius. 

LuU Kail. 
*Pachinger Josef. 

Pierer Rudolf. 

Rammer Josef. 

Reiter Eduard. 

Wit v. Dorring Karl. 

Wit v. Dorring Wilhelm. 
*W(ifi Anton. 



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83 



Amerstorfer Josef. 
Brachmann Gustav. 
Griras Rudolf. 
*Haselauer Adolf. 
Koch Alfred. 
Krakowitzer Karl. 
Langthaler Alexander. 
Langthaler Franz. 
Lindinger Franz. 
Maver Karl. 



♦Anders Paul. 

Brunhuemer Karl. 
♦Clodi Karl. 

Czerwenka Karl. 

Feil Karl v. 

Ganhcir Oskar. 

Georgevic Georg. 

G661 Felix. 

Gumplmair Matthaus. 

Gunter Hugo. 



Bauragiirtel Karl. 
♦Derschl Karl. 

Gaisbauer Franz. 

Gugenbauer Gustav. 
*Haslinger Franz. 

Jaschke Kurt. 

Mairhuber Heinrich. 

Mohr Fried rich. 
♦Xusko Franz. 

Palzer Otto. 



V. B. 

Michl Hugo. 

Muhlberger Johann. 

Miiller Konrad. 

Neumuller Leopold. 
♦Panholzer Matthaus. 
♦Pankratz Alois. 

Paulusberger Viktor. 
*Pilat Anton, Edler v. 

Priesner Hermann. 

Pfistoupil Josef. 

VI. A. 

*Hager Leopold. 

Hager Rudolf. 
♦Hasliuger Johann. 

Holscher Kurt. 

Holzl Karl. 
♦Hopfler Alois. 
♦Horzeyschy Johann. 

Huber Rudolf. 

Jedlitschka Karl. 

Kaltenegger Otto. 

VI. B. 

*Pechmann Friedrich. 

Pet/. Gottfried. 

Piemann Heinrich. 

Pillwein Max. 

Praraer Max. 

Putz Moritz. 

Rosenberger Viktor. 
*Rziha Franz. 

Schellinger Franz. 

Starker Lothar. 



♦Pulitzer Johann. 
Rabl Max. 
Reisch Otto. 
Reisinger Franz. 
Reisinger Johann. 
Rubenstein Richard. 
Steinkogler Rudolf. f 
Stroh Franz. 
Tischler Alois. 
W6hrl Josef. 



Kiwek Ignaz. 
♦Kopecny Rudolf. 
♦Koref Ernst. 

Kozischek Gottfried. 

Langer Gustav. 

Lasser Franz. 
♦Loos Roland. 

Reisetbauer Franz. 

Strafier Robert. 

Karlinger Johann, Privatist. 



Steindler Seraphin. 
Steingruber Ferdinand 
Undesser Josef. 
Wagner Hugo. 
Wernett Friedrich. 
Wonnebauer Raoul. 
Ziegler Johann. 
♦Zillig Heinrich. 



♦Bertl August. 

Dopplinger Johann. 
♦Gerbert v. Hornau, Viktor. 

Glas Ignaz. 
♦Glaser Alois. 
♦Griill Julius. 
♦Handstanger Josef. 
♦Hausmann Bruno. 
♦Heiserer Albert. 
♦Huber Alois. 

Jonke Franz. 
♦Kirnbauer Michael. 
♦Koref Alfred. 



VII. A. 

Krackowizer Max. 

Krenn Franz. 

Langer Leo. 

Leidinger Gustav. 

Liefler Franz. 

Xadler Oskar. 

Neumann Georg. 
♦Nusko Johann. 
♦Pe81 Josef. 

Piihringer Michael. 
♦Kichter Otto. 

Rufiegger Anton. 

Scharitzer Karl. 



Schnopfhagen Franz. 

Schubert Rudolf. 
♦Spanninger Heinrich. 

Staininger Anton. 

Tiiller August. 

Watzinger Franz. 

Wenko Erich. 

Wiesraayr Peter 

Wildmoser Friedrich. 
*\V6Q Adolf. 

Ziedek Otmar. 



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84 



Bail m arm Adalbert. 

Falbl Karl. 

Filez Franz. 
♦Foltz Otto. 
*Freudenthaler August. 
*Gerbardinger Hermann. 
♦Gindelsjrasser Michael. 

Grofiegger Theodor. 
♦Holscher Friedrich. 

Homolka Alois. 
*Isak Richard. 

Krol Oswald. 



Artmann Franz. 

Balthasar Stephan. 

Beyer Josef. 

Bohm Johann. 
♦Brachmann Wilbelm. 

Bninner Alfred. 

Clodi Johann. 
*Commenda Johann. 
*Dessl Josef. 

Drasch Heinrich. 

Feigl Josef. 

Feil Alois v. 

Floderer Wilhelm. 

Franck Heinrich. 

Hager Johann. 



vn. b. 

♦Kiihrer Josef. .. 

Kur/wernhart Gottfried. 

Lichtenwagner Jakob. 

Lutz Josef. 

Lux Franz. 

Major v. Varanno-Csemernye 
Kurt. 

Proclemer Karl. 
*Ransmayr Alois. 

Rechberger Josef. 
*Schicho Simon. 
♦Schmid Johann. 



Schondorfer Karl. 

Sch waver Gottfried. 

Seyr Karl. 

Skutezky Robert. 

Sperl Alfred. 

Spielauer Georg. 
*Staufer Karl. 

Stockinger Rudolf. 

Wegscheider Franz. 

Werner Eduard. 
♦Winklbauer Adolf. 

Zach Franz. 



vni. 

Haiberger Leopold. 
♦Handel- Mazzetti Paul, 

Hirschal Helmut. 

Holter Alfred. 

Kern Viktor. 
♦Kirchenberger Karl. 

Lebschy Moritz. 

Lehner Wolfgang. 

Lekisch Edmund. 
♦Luegmayer Walter. 

Meditz Maximus. 
♦Meschede Josef. 

Metz Alexander. 

Polzer Leo. 
♦Priigl Heinrich. 



Rabender Friedrich 
Freih.v. Rubenzer Karl. 
♦Ruth Hugo. 

Schmidjell Kranz. 

Spitzenberger Josef. 

Stadlmann Rudolf. 

Staudinger Franz. 

Weidinger Emil. 
♦Weidinger Josef. 
♦Weinberger Josef. 

Wellner Oskar. 

Wirth Adolf. 

Wcihrl Franz. 

Zierlinger Johann. 

Zohrer August. 



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85 



XIII. Kundmaehung beziiglieh des naehsten Sehul- 

j ah res. 

Die Aufnahme der Schuler in die I. Klasse findet am Schlusse des 
Schuljahres 1906/ 1 907 und am Beginne des neuen Schuljahres 1907/ 1908 statt. 
Diejenigen Schuler, welche die Aufnahme in dem ersten Termine anstreben, 
haben sich am 7., 8. oder 9. Juli vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in 
Begleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter zu melden und einen legalen 
Tauf- oder Geburtsschein, der das vollendete oder im laufenden Kalender- 
jahre zur Vollendung gelangende zehnte Lebensjahr ausweist und, falls sie 
cine offentliche Volksschule besucht haben, das Frequentationszeugnis beizu- 
bringen. Die Schulnachrichten konnen als Ersatz fur das Frequentationszeugnis 
nur dann gelten, wenn in denselben die Unterrichtserfolge aus der Religions- 
lehre, aus der Unterrichtssprache und aus dem Rechnen je mit einem einzigen 
Ausdrucke bezeichnet erscheinen und wenn in denselben zugleich ausdriick- 
lich bemerkt ist, dafl diese Beurteilung im Hinblicke auf den beabsichtigten 
Obertritt in die Mittelschule erfolgt ist. — Montag den 8. und Dienstag 
den 9. Juli wird sodann vormittags von 9 Uhr an die schriftliche und nach- 
mittags von 2 Uhr an die miindliche Priifung vorgenommen werden. 

Die Anmeldung fur den zweiten Termin findet in gleicher Weise am 
15. und 16. September vormittags zwischen 8 und 9 Uhr statt; die Prufung 
wird sodann Montag, den 16. September, vormittags von 9 (schriftlich) und 
nachmittags von 2 Uhr an (mundlich) abgehalten werden. 

Bei der Aufnahmsprufung wird in der Religionslehre jenes Mafi von 
Wissen, welches in den ersten vier Klassen der Volksschule erworben werden 
kann, in der deutschen Sprache Fertigkeit im Lesen und Schreiben der 
deutschen und lateinischen Schrift, Kenntnis der F^lemente aus der Formen- 
lehre, Fertigkeit im Analysieren einfacher bekleideter Satze, Bekanntschaft 
mit den Regeln der Orthographie und richtige Anwendung derselben beim 
Diktandoschreiben, im Rechnen Obung in den vier Rechnungsarten mit ganzen 
Zahlen verlangt. 

Zufolge Min. Erl. vom 2. Januar 1886, Z. 85, ist eine Wiederholung 
der Aufnahmspriifung fur die I. Klasse, sei es an derselben oder an einer 
anderen Lehranstalt, mit der Rechtswirksamkeit fur das unmittelbar folgende 
Schuljahr unzulassig. 

Jeder neueintretende Schuler hat die Aufnahmstaxe von 4 K 20 h, 
den Lehrmittelbeitrag von 4 K (durftigeren Schiilern kann dieser Betrag auf 
2 K ermafiigt werden) und fiir Jugendspiele den Betrag von 1 K zu ent- 
richten; von der letzteren Leistung konnen unbemittdte Schuler befreit 
werden. 



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86 

Zufolge Min. Ed. vom 26. Juni 1888, Z. 1842, werden auswartige Schiiler 
nur dann aufgenommen, wenn der Wohnort ihrer Eltern Linz naher gelegen 
ist als einem anderen Orte Oberosterreichs mit einem Gymnasium. 

Schiiler von fremden Anstalten, die in eine hShere Klasse (II; — VIII.) 
des Staatsgymnasiums in Linz eintreten wollen, haben sich in der Zeit vom 
10. bis zum 14. September in der Direktionskanzlei zu melden. 

Schiiler, die bereits im Vorjahre der Anstalt angehdrt haben und ihre 
Studien an derselben fortsetzen wollen, haben sich Montag, den 16. Sep- 
tember, vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in ihren Klassenzimmern zu melden; 
hiebei haben sie das letzte Semestralzeugnis vorzuweisen und den Lehrmittel- 
beitrag von 4 K (durftige Schiiler 2 K) zu entrichten. Auflerdem wird der 
Betrag von 1 K fiir Jugendspiele eingehoben; unbemittelte Schiiler kfinnen 
jedoch von der Entrichtung dieses Betrages befreit werden. — Die Unter- 
lassung der rechtzeitigen Anmeldung hat den Verlust des Anspruches auf Auf- 
nahme zur Folge. 

Die Wiederholungs- und Nachtragspriifungen, ferner die Aufnahms- 
prufungen fiir die hoheren Klassen (II. — VIII. Klasse) werden Montag, den 
16. und, falls sie an diesem Tage nicht abgeschlossen werden kdnnen, 
Dienstag, den 17. September, von 8 Uhr an in den Lehrzimmern jener 
Klassen, in welche die betreffenden Schiiler naeh gut bestandener Priifung 
versetzt wiirden, vorgenommen werden. 

Diejenigen Schiiler, welche die Aufnahmsprufung in die I. Klasse bereits 
im Julitermine abgelegt haben, haben erst Mittwoch, am 18. September, einige 
Minuten vor 8 Uhr in den Lehrzimmern der I. Klasse zu erscheinen, um so- 
dann an dem Heiligen Geistamte teilzunehmen. 

Das Heilige Geistamt findet Mittwoch, den 18. September, friih um 8 Uhr 
statt. An diesem Tage haben nachmittags um 2 Uhr samtliche Schiiler in 
ihren Klassenzimmern zu erscheinen, wo ihnen die fiir den Unterrichtsbeginn 
getroffenen Anordnungen von den Klassenvorstanden werden bekanntgcgeben 
werden. Der regHmaflige Unterricht beginnt Donnerstag, den 19. September, 
friih um 8 Uhr. 

'-' Allen Behorden, Korporationen und Vereinen sowie alien 
iftnzelpersonen, welche im abgelaufenen Schuljahre unbemittelte 
Schiiler des Linzer Staatsgymnasiums in irgendeiner Weise unter- 
stutzt und dadurch in ihrem Fortkommen gefordert Oder der 
Lehrmittelsammlungen der Anstalt mit Schenkungen gedacht 
haben, sei fiir ihr schulfreundliches Wirken der verbindlichste 
Dank gesagt. 



Linz, am 6. Juli 1907. 



Reg. Rat Christoph Wiirfl, 

Direktor. 



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L 






SIEBENUNDFUNFZIGSTER - ASfi : ' • * 

'■■-til 



JAHRESBERICHT *x&* 



4-... 
DES 



K. K. STAATS-GYMNASIUMS 

ZU LINZ 

Cber das 

SCHULJAHR 1908. 



Inhalt: 

i. Die Miinzensammlung des k. k. Staatsgymnasiums zu Linz. (I. Grie- 

chische Miinzen.) Von Prof. Fr. Lehner. 
2. Schulnachrichten. Vom Dire kt or. 



->-c9d— g-- 



LINZ, 1908. 

YERLAG DES K. K. STAATS-GYMNASIUMS. 
K. U. K. HOFBUCHDRUCKEREI JOS. FEICHTINGERS ERBEN. 08.8202 



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Die Miinzensammlung des k. k. Staatsgymnasiums 

zu Linz. 



Die Griindung unserer Munzensammlung geht ins Jahr 1866 
zuriick. Schon im Jahresberichte 1867 konnte Professor Josef Hotzl, 
der tatkraftige Forderer des Unternehmens, ein Verzeichnis von 738 
antiken und 2558 mittelalterlichen und neuzeitlichen Miinzen, die 
Eigentum des Gymnasiums geworden waren, veroffentlichen. Der 
Jahresbericht 1868 fuhrt bereits einen Besitz von 1146 antiken und 
3829 spateren Stucken an. Da machte ein jaher Tod am 7. April 1869 
der Sammel- und Schaffenstatigkeit des genannten Professors ein 
friihes Ende. Hotzl war ein tiichtiger, recht verdienter Mann gewesen, 
wie uns der im Programra 1869 verofFentlichte Nachruf mit warmen 
Worten berichtet. 

Nun geriet aber das von Hotzl begonnene Werk ins Stocken. 
In dem Zeitraume von 1870 bis 1892 tun die Jahresberichte der Munzen- 
sammlung nur zweimal Erwahnung: 1877 bereicherte Herr Major 
A. Markl unsere Sammlung durch ein Geschenk von 36 teils romi- 
schen, teils griechischen Miinzen aus der rtimischen Zeit und 1878 
spendete er nochmals 39 solche Miinzen. 

1893 wurde die bekannte Sammlung galvanoplastischer Abdrucke 
antiker Munzen, fiir den Schulgebrauch ausgewahlt und erlautert 
von Wilh. Kubitschek, angekauft und von 1894 an wird iiber die 
Sammlung wieder jedes Jahr berichtet und die Vermehrung nicht 
bloU summarisch, sondern unter genauer Angabe der einzelnen 
Stucke ausgewiesen. 

Heute besitzt die Sammlung 6080 Munzen (1245 antike, 4835 
andere). Dazu kommen noch 658 Stuck Medaillen und Jetone, 
147 Rechenpfennige, 66 falsche Munzen, 794 Abgiisse und Ab- 
drucke, 599 Siegel, 220 Stuck Papiergeld, 52 Spielmarken, 23 Geld- 
abbildungen in Ubersichten, 70 osterreichische Stempelmarken und 
583 Tauschmunzen. Die Sammlung weist somit eine Reichhaltigkeit 
auf, wie sie wohl nur an wenig Mittelschulen der Monarchie wieder 
begegnen diirfte. 



l^r-fiT 



Im Jahresberichte 1898 erschien eine Beschreibung der „Medaillen 
des Erzhauses Osterreichs und der vaterlandischen Geschichte in 
der Munzensammlung des k. k. Staatsgymnasiums zu Linz", heraus- 
gegeben vom damaligen Kustos Prof. Dr. Franz Thalmayr. 1 ) 

Die Absicht des derzeitigen Verwalters der Sammlung geht nun 
dahin, die in der Sammlung vorhandenen Miinzen dem heutigen 
Stande der numismatischen Wissenschaft entsprechend zu beschreiben. 
Im folgenden sei der Anfang hiezu mit den griechischen Miinzen 
gemacht. 

Die benutzte Literatur ist am Schlusse der Arbeit angegeben. 
Bester Dank gebiihrt aber dem Herrn Regierungsrat Univ. Prof. 
Dr. Wilhelm Kubitschek in Wien fur die Unterstiitzung, die er dem 
Verfasser bei der Bestimmung einiger Stiicke durch Rat und Tat 
bereitwilligst hat zu teil werden lassen. 

Linz, im Mai 1908. 

Franz X. Lehner. 



!) Eingehenderes iiber die Griindung der Sammlung bringen die Jahresberichte 1867 
(„Die Munzensammlung am k. k. Staatsgymnasium zu Linz" von Josef Hotzl) und 1868 (S. 26, 
Abschnitt 3: Lehrmittel. Die Munzensammlung). — Man vergleiche ferner zur Geschichte 
unserer Sammlung und der an anderen osterreicbischen Mittelschulen bestehenden Miinzen- 
sammlungen das Monatsblatt der Numismatischen Gesellschaft in Wien: II. S. 279, 293, 304. 
III. S. 11. IV. S. 144 ff. 



Abkurzungen. 

Metall: AR. argentum, AE. aes, Orich. orichalcum (= Potin, 4 / 5 Erz, ^g Silber). 
Literatur: Coll. W. Gr.,Well., Mion., Coll. Dem. usw. Siehe am Schlusse: Literarische 
Behelfe. — cfs. = Conferas (= iihnliches Stuck bei . . .). 

Beschreibung: Rs., Vs. = Ruck-, Vorderseite; n. 1. nach links; n. r. nach rechts. 



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I. Griechische Munzen. 



Zahl 



Metall 

Grofle 

Gewicht 



Vorderseite 



Riickseile 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



Europa. 



Nemausus. 

AE. 
25 mm 
12*95 g 



Gallia Narbonensis. 



IMP. — Kopfe des 
Augustus (r.) und des 
Agrippa (1., mit Schiffs- 

kranz), Hinterhaupt 

einander zugewandt. 

Perlkreis. — (Am Halse 
des Augustus Zeichen V 

eingegraben, wahr- 

scheinlich jungeren Ur- 

sprungs.) 



Krokodil mit offenem 
Rachen n. r., vor einer 
Palme an der Kette, 
unten zwei Palmzweige. 



COL 



NEM. 



Rechts oben im Felde 

kleiner Kranz. Ums 

Ganze Perlkreis. 



28 — 20 
v. Chr, 



Gut. — Patina. 

Coll. W. Gr. V. 

54. Well. 318.— 

Mion. I. 77. 189 

cfs. Merzb. 30. 

Borchardt. 

I5/I7 1 ). 



AE. 
25 mm 
12-84^ 



Wie Nr. 1, aber im Ab- 

sch nitt J 

DIVI F 



Wie Nr. 1, aber das 

Krokodil mit schlanke- 

ren Formen. 



28 — 20 
v. Chr. 



Gut. — Coll. W. 

Gr. V. 55. Well. 

311. cfs. Merzb. 

30. 



Ardea(?). 



Italia. 
Latium. 



AE. 

(Triens) 
50 mm 
9i'58^ 



Blitz und 4 Wertkugeln 



Delphin nach rechts, 

darunter 4 Wertkugeln 

wagrecht neben- 

einander. 



Noch 
vor 

269 v. 
Chr. 



Gut. — cfs. Coll. 

W. Gr. V. 118. 

Renner 1895, 

Nr. 813 2 ). 



Cales. 



Campania. 



AE. 
19 mm 
6'2i g 



Kopf der Pallas mit 

korinthischem Helme 

n. 1. 

Perlkreis. 



Hahn stehend n. r., vor 

ihm CALENO, hinter 

ihm ein Stern (?). 



Nach 

334 v. 
Chr. 



Gut. — Coll. W. 
Gr. V. 138, 139. 

Well. 428. 

Mion. I. 112. 120. 

Renner 1895, 

Nr. 832. Merzb. 

140. 



1 ) Vgl. zu Nr. I und 2: H. Willers, Die Munzen der rom. Kolonien Lugudunum, Vienna, 
Cabellio, Nemausus. (Numism. Zeitschr. XXXIV. S. 79 ff.) 

2) Mommsen, Geschichte des rom. Munzwesens, S. 178 u. 232. — Norbert Dechant, Aes grave 
romanum et i tali cum. Programm des Schottengymnasiums in Wien 1869, S. 28. 



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Zahl 



Metall 

Grofle 

Gewicht 



Yorderseite 



Ruckseite 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



AE. 
19 mm 



Wie Nr. 4. 



Wie Nr. 4. 



Wie 
Nr. 4. 



Gut erh. 



Neapolis. 



AE. 

18 mm 



NEOnOAITQN. Kopf 

desApollonmitLorbeer- 

kranz n. 1. 



StiermitMenschenhaupt 

n. r., daruber eine Nike 

mit Kranz, auch n. r. 

Unten . . ? 



340 
bis268 
v.Chr, 



Ziemlich gut. — 
Coll. W. Gr. V. 

153. 154. — 
Mion. I. 1 19. 193. 

cfs. Well. 446 
(Rs.!); Borchardt 
24. Merzb. 157. 

Renner 1895, 
Nr. 724. 



AE. 
20 mm 
5'29g 



NE0II0 . . ., Kopf des 
Apollon n. 1. 



Wie Nr. 6. Buchstaben 
unten nicht erkennbar. 



Wie 
Nr. 6. 



Gut. — Coll. W, 
Gr.V. 155. 



AE. 
19 mm 
4*88^ 



Frauenkopf (Demeter?) 
n. 1. 



Wie Nr. 6 unten IS. 



Wie 
Nr. 6. 



Gut. — Coll. W. 

Gr. V. 146. cfs. 
Well. 448 (Rs.!). 

— Merzb. 149. 



Roma (romisch-campagnische Pragung). 



AE. 
19 mm 
6-27 g 



Pallaskopf mit Helm 
n. 1. 



Pferdebrustbild n. r. 



318 
bis 268 
v. Chr. 



Schlecht. — cfs. 

Well. 521. Mion. 

1. 128. 286. 



Arpi. 

10 



Apulia. 



AE. 
23 mm 

7-61 g 



AP 



. . Pferd n. 
laufend. 



Brundisium. 

! 
II \ 



Stier n. r. laufend. 



Von 

217 

v. Chr. 



Schlecht. — 

Well. 532. Mion. 

Suppl. I. 261. 

43 *• 



Calabria. 



AE. 

I 17 VM 

1 5*84 ir 



Kopf des Poseidon mit 
Dreizack n. r., dar- 
unter cfl (= Semis). 



Mann auf einemDelphin 

reitend n. 1., in der Rech- 

ten die Nike, in der 

Linken eine Lyra. 

[BRVN] 



200 
bis 89 
v. Chr. 



Ziemlich gut. — 
Coll. W. Gr. V. 

203/204. Well. 

57071. Mion. 

I. 134- 335. — 
Merzb. 178. 



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Metall 








Erhaltung 


Zahl 


GroOe 


Vorderseite 


Riickseite 


Zeit 






| Gewicht 








Literatur 




Tarentum. 












12 


AR. 


Nackter Reiter n. 1., 


Taras auf einem Del- 


300 


Gut. — Well. 






19 mm 


sein Pferd bekranzend. 


phin n. 1. hin reitend; 


bis 


597-Mion. I. 147. 






5*97 g 


Hinter dem Reiter IX . . , 


rechts mit dem Drei- 


272 


451. Merzb. 190. 






Di- 
drachrae 


unten ATKI . . . 


zack zum Wurf aus- 


v. Chr. 


Renner 1895, 








holend, fiber die aus- 




Nr. 694. 










gestreckte Linke eine 














Chlamys (?). Hinter 














Taras eine Eule. Unten 














TAPAE. 








Bputtii. 


Brut 


:ium. 








13 


AE. 


Bartiger Kopf (Zeus?) 


BPET-TIQN. Adlerauf 


Urn 


Gut. (Rs. s. g.) — 






21 mm 


n. 1. 


dem Blitze stehend n. 1., 


200 v. 


Well. 794. Mion. 






7'66 g 




vor ihm ein Fullhorn. 


Chr.(?) 


I. 182. 782. 












cfs. Coll. W. Gr. 














V. 304. 


Adranum. 


Sia 


Jia. 








M 


AR. 


Apollokopf n. r. 


Lyra. AAPAN 


300 


Gut. — cfs. Mion. 






20 mm 




ITAN 


bis 


I. 209. 8. 




6*66 g 






263 








Di- 






v. Chr. 








drachme 












Centurlpae. 










*5 


AE. 


Kopf der Demeter n. r., 


KENTOPI 


Nicht 


Gut. — Well. 


1 


17 mm 


hinter ihm eine Ahre. 


niNflN 


vor 


931. Mion. I. 231. 


j 


3*30 g 


Perlkreis. 


Pflugschar; ein Vogel 


240 


195. Merzb. 302. 


t 






sitzt auf dem Eisen 


v. Chr. 


Renner 1895, 


\ 






rechts. Links im Felde 




Nr. 463. 










2 Wertkugeln. 






16 


AE. 


Wie Nr. 15. 


Wie Nr. 15. 


Wie 


Wie Nr. 15. 




16 mm 






Nr.15. 








3*29^ 










Mamertini (— Zankle, Messana). 










17 


AE. 


Kopf des Zeus n. r. 


MAMEPTINSJN. 


210 


Gut. — Well. 






22 mm 




Rechts von der Um- 


bis 31 


973. Mion. I. 251. 






7'68^ 




schrift ein Krieger, 
nackt, behelmt, bewaff- 

net mit Lanze und 

Schild, n. r. ausfallend. 

Im Felde r. unleser- 

liches Beizeichen. 


v. Chr. 


403. cfs. Merzb. 

318. cfs. Renner 

1895, Nr. 478, 

479- 

















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Zahl 


Metall 

Grofle 

Gewicht 


Vorderseite 


Riickseite 


Zeit 


Erhaltung 
X-iteratur 


Pano 

18 


pmus. 

AE. 
21 mm 
5*30 g 


Demeterkopf n. 1. 


Pferd n. r., den Kopf 

rilckwarts wendend, 
vor einer Palme stehend. 


Unter 
Car- 
thago 
405?bis 
252V.C. 


Ziemlich gut. — 
Coll. W. Gr. V. 
450. Well. 996. 
cfs. Mion. Suppl. 
I. 412. 346. 


19 


AE. 
15 mm 
2*3* g 


Demeterkopf n. 1. 


Pferd n. r., vor einer 
Palme stehend. 


Wie 
Nr. 18. 


Gut, ein Stuck 

Rand abge- 

brochen. — Coll. 

W. Gr. V, 451. 

Mion. I. 275. 451. 

Well. 10 1 1. 


Sypa 

20 


cusae. 
AE. 
18 mm 
4*67 g 


Apollokopf n. 1. 
Legende? 


Pegasos links an- 
springend. 
Beizeichen? 


345 
bis 

317 
v. Chr. 


Gut. — cfs. Coll. 

W. Gr. V. 484. 

Well. 1086/87. 

Mion. S. I. 446. 

623. Renner 

1895, Nr. 557. 


21 


AE. 
18 mm 
S'Mg 


Wie Nr. 20. 


Wie Nr. 20. 


Wie 

Nr. 20. 


Wie Nr. 20. 


22 


AE. 

19 mm 
7'5i g 


STPA (kaum leserlich). 

Pallaskopf mit korin- 

thischem Helm n. 1. 


Geflugeltes Seepferd 
n. 1. 


Wie 

Nr. 20. 


Gut. — Coll. W. 
Gr.V. 487. Well. 

1089. Mion. I. 

305.832. cfs. 

Renner 1895, 

Nr. 550/5I. 
Merzb. 342. 


23 


AE. 

18 mm 
6-63^ 


Ohne Spur einer Um- 
schrift. Pallaskopf mit 

korinthischem Helm 
(sehr ahnlich Nr. 22, 
aber Schleife eines Lor- 
beerkranzes im Nacken). 


Wie Nr. 22. 


Wie 
Nr. 20. 


Schlecht. — Wie 

Nr. 22. 


24 


AE. 
23 ww 

12-83^ 


EAEreEPios. 

Zeuskopf mit Lorbeer- 
kranz n. r. 


STPAKO .... Blitz; 
daneben Getreidekorn. 


Wie 

Nr. 20. 


Gut. — Well. 

11 10. Mion. I. 

309.894. Renner 

1895, Nr. 556. 















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1 MetaJl 
J Zahl j GroDe 
Gewicht 



Vorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaltung 
Uteratur 



AE. 
22 mm 
T&g 



2b 



AE. 
22 mm 
8-15* 



Belorbeerter Zeuskopf 

n. r. 

Legende verwischt. 



Wie Nr. 25. 



sr . . kosiqn. 

Adler mitausgebreiteten 

Flugeln auf einem Blitze 

n. 1. — Beizeichen nicht 

erkennbar. 



287 

bis 

278 

v. Chr. 



Gut. — Patina. 

Mion. I. 310. 902. 

Renner 1895, 

Nr. 572. 



Wie Nr. 25. 



Wie 
Nr.25. 



Ziemlich gut. - 
Wie Nr. 25. 



27 



AE. 
20 mm 

7*45^ 



Belorbeerter Zeuskopf 

n. r. 

(Legende?) 



SrPAKOillQN.-Ad. 

ler auf einem Blitze n.l. 
vor ihm im Felde A. 



Wie 
Nr.25. 



Rs. gut. — Mion. 

I. 308. 883. 

Renner 1895, 

Nr. 570. 



28 



AE. 
20 mm 
8'0 5 g 



Wie Nr. 27. 



Wie Nr. 2J. 



29 AE. 
25 mm 
i2'86g 



Belorbeerter Zeuskopf 
n. r. 



SrPAKOS... Adler 
auf Blitz n. 1. 



Wie 

Nr.25. 



Ziemlich gut. - 

Wie Nr. 27. 



Wie 
Nr.25. 



Ziemlich gut. — 

cfs. Mion. I. 310. 

900. 



30 1 AE. 

I 16 mm 

I ybzg 



ErPAKOXlON. — 

Persephonekopf n. 1. 
Perlkreis. 



Stier n. 1. ; dariiber eine 

Keule. — Beizeichen 

nicht erkennbar. 



275 

bis 

216 

v. Chr. 



Rs. gut. — cfs. 

Well. 1 103. 

Mion. 1. 305. 841. 

Renner 1895, 

Nr. 582/83. 



Syracusae. Hieron I. 



3i 



AE. 
25 mm 
i7'4°^ 



32 AE. 

25 mm 

I 17*41 tf 



Kopf des Hieron mit 
Diadem n. 1. 



Reiter mit Helm und 
eingelegter Lanze n. r. 
— Beizeichen und Um- 
schrift nicht erkennbar. 



Wie Nr. 31. 



Wie Nr. 31. 



478 

bis 

466 

v. Chr. 



Gut. — Coll. W. 

Gr. V. 498. 
cfs. Well. 1 153. 

Mion. I. 330. 
21. bis 2^. Suppl. 
I. 454. 5. (Aber 

Merzb. 358. 

Hieron II! 1 ). 



Wie 
Nr.31. 



Wie Nr. 31. 



I 

*) Vgl. beziiglich der Zuteilung zu Hieron I. oder II. auch Renner, Progr. 18^5, Xr. 575 fl'. ; 
dann Imhoof-Blumer, Portratkopfe, S. 21. — Borchardt, Progr. d. Stadt. Gymn. Danzig 1893, Nr. 65. 



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Zahl 



Metall 

Grolie 

Gewicht 



Vorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



33 



AE. 
25 mm 
17-69^ 



Wie Nr. 31. 



Wie Nr. 31. 



Wie 

Nr.31. 



Wie Nr. 31. 



Syracusae. Agathokles. 317—289 v. Chr. 



34 



AE. 
22 mm 

8-27 g 



XfiTEIPA. Kopf der 

Artemis mit Kocher 

am Riicken. 



ArAOOKAEOE-BA- 

SIAEQS. Zwischen 
den Worten ein Blitz. 



307 

bis 

289 

r. Chr. 



Gut. — Coll. W. 

Gr. 1 1 60. Mion. 

I. 333- 54- Merzb. 
351. Renner 
1895, Nr. 565. 



Syracusae. Hieron II. 



35 



AE. 
22 mm 

I'M g 



Kopf des Poseidon n. 1. 



IEP— QNOS. Dreizack 

zwischen 2 Delphi nen. 

Im Felde M. 



269 

bis 

216 

v. Chr. 



Gut.— cfs. Well. 

1168. Mion. 
Suppl.I.457.30. 

Merzb. 361. 

cfs. Renner 1895, 

Nr. 579. 

Borchardt 67. 



Moesia superior. 



Viminacium. Gordianus III. 



36 



AE. 
28 mm 



IMP CAES M ANT 

GORDIANVS AVG. 

Kopf des Kaisers mit 

Lorbeer n. r. 



PMS C — OL (VIM). 

Frau n. 1. zwischen 

Lowe und Stier. Im 

Abschnitt — 4XT TTT 

AN III 



241/2 
n. Chr. 

(=3. 
Jahr d. 
Miinz- 
prag.in 
Vimina- 
cium.) 



Gut. — Well. 

1252. Mion. 
Suppl. II. 43. 6. 
cfs. Merzb. 424. 

Pick 34. 79. 



37 



AE. 
28 mm 
20-83 g 



IMP GORDIANVS PIUS 

FEL AVG. Kopf des 

Kaisers mit Lorbeer- 

kranz n. r. 



PMS C — OL VIM. 
Frau zwischen Lowe 
und Stier. Im Abschnitt 



242/3 
n.Chr. 



AN IIII 



Gut. Well. 1257. 
Mion. Suppl. II. 
44. 1 1. Merzb. 
425. cfs. Coll. W. 
Gr. V. 558. Pick 
35. 83. 



Philippus senior (Arabs). 



38 



AE. 

27 mm 
16*01 g 



IMP M IVL PHILIP- 

PVS AVG. Kopf mit 

Lorbeerkranz n. r. 



Wie Nr. 37 
schnitt 



Im Ab- 



AN VIII 



246/7 
n.Chr. 



Gut. — Well. 

1268. Mion. 

Suppl. II. 116. 

27. Pick 40. 104. 



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Metall 
Zahl GroOe 
Gewicht 



Vorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



39 



AE. 
26 mm 

lO'Zlg 



Wie Nr. 38. 



Wie Nr. 37. Im Ab- 
SChni " AN Villi 



247/8 
n. Chr. 



Gut. — cfs. Coll. 

W. Gr. 562. 

Well. 1269. 

Mion. Suppl. II. 

46. 28. Pick 

40. 105. 



40 AE. 
, 26 mm 
I H'5& ^ 



Wie Nr. 38. 



WieNr.37 
schnitt 



aber imAb- 
AN Villi (?) 



247/8 
n. Chr. 



Ziemlich gut. - 
Wie Nr. 39. 



Etruscilla. 

41 j AE. 
27 mm 
I H'33g 



(ET)RVSCILLA AVG. 

Brustbild der Heren- 

nia Etruscilla (Gemah- 

lin des Kaisers Trai- 

anus Decius) n. r. 



Wie Nr. 37. 
schnitt 



Im Ab- 



AN XII. 



250/1 

n. 
Chr. 1 ) 



Durchlocht, sonst 

gut. — 

Well. 1286. 

Merzb. 430. cfs. 

Mion. Suppl. II. 

49- 45- 46. 
Pick 47. 137. 



Trebonlus Gallus. 



42 



AE. 
26 mm 
&'73g 



IMP G GALLVS P 

FELIX AVG. — Kopf 

des Kaisers mit Lor- 

beerkranz n. r. 



Wie Nr. 37. 
schnitt 



Im Ab- 



AN 



250/1 
bis 

252/3 
n.Chr. 



Gut. — Well. 

1300. Mion. 

Suppl. II. 51.58. 

cfs. Merzb. 431. 

cfs. Pick 54. 

168. 169. 



Amphipolls. 

43 j AE. 
I 17 mm 

7*57 g 



Macedonia. 



Kopf der Artemis n. r. 



Zwei Ziegenbocke auf 

den Hinterbeinen 

stehend und einander 

stofiend. Legende 

nicht erkennbar. 



Urn 

185 
v. Chr. 



Schlecht. — 

Well. 1868. 

Mion. I.464. 127. 

Merzb. 504. 



Pella. 

44; AE. 
I 17 mm 
I 6*35 g 



Kopf der Pallas n. r. 



Weidender Stier n. r. 
ObenriE\,untenAHi:. 



Wie 

Nr.43. 



Schlecht. — 
Well. 2098. 
Mion. 1. 481. 231. 
cfs. Coll. W. 
Gr. 75o/5i- 
Merzb. 518. 



l ) Vgl. zur Zeitbestimmung auch: Wilh. Kubitschek, Ein Denarfund aus der Gegend von 
Uskub, Albanien. Exkurs II: Zu den Priigungen und der Zeitrechnung in Viminacium und Dacien. 
(Numism. Zeitschr. Bd. 1908. I/XLI. Seite 48 flf.) 



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10 



Zahl 



Metall 

GroDe 

Gewicht 



Vorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaitung 
Uteratur 



Alexander d. Gr. 336 bis 323 v. Chr. 



45 



AR. 

15 mm 

4*48^ 
Dracbme 



Demetrius II. 



46 



AE. 
16 mm 
3*57 g 



Dyrrhachium. 



47 



AR. 
17 mm 
2'95g 



Kopf des jugendlichen 

Herakles, bedeckt vom 

Lowenfell, n. r. 

Perlkreis. 



Zeus sitzend n. 1., halb 
nackt, auf der vorge- 
streckten Rechten den 
Adler, mit hochgeho- 
benerLinken das (durch 
Punkte dargestellte) 
Zepter haltend. Hinter 
dem Gotte AAEEAN- 
APOT, im Abschnitt 
BAS1AEQS, im Felde 
links "|< 



Bis 
v. Chr. 



cfs. 



Sehr gut. 

Mion. I. 541. 

385. Renner 

1894, Nr. 308. 

Gepragt fur 

Kilikien? 1 ). 



Mazedonischer Schild, 

in der Mitte Mono- 

gramm? 



Mazedonischer Helm 
(mit dem n. r. u. 1. 

fallenden Helmbusch. 
Darunter BAE1 . . 



239 

bis 

229 

v. Chr. 



Gut. — cfs. 

Well. 2828. 

Mion. I.583. 882. 

Merzb. 588. 



Illyricum. 



MENIXK02. — Sau- 

gende Kuh mit Kalb 

n. r. — Im Abschnitt 

ein Steuerruder. 

Perlkreis. 



AP-xin-nor. Die 

sogenannten Garten des 

Alkinoos. — Das Ganze 

in einem Kreis. 



230 
bis 
IOO 

Chr. 2 ) 



Gut. — Well. 
3173. Mion. 
Suppl. III. 340. 
204. .. 



Issa 

48 



49 



AE. 
2^ mm 
7'oi g 



Athenekopf n. r. 



S. Darunter Ziegen- 
bock n. r. 



AE. 
14 mm 

i'52^ 



2. 
Jahrh. 
v. Chr. 



Kopf des Apollon 
Lorbeerkranz n. 



Locri (Opuntii?) 

mit A [0]. Ranke mit 
1. Traube. Links im Felde 
Efeublatt. 



300 

v. 

Chr.? 



Gut. — Well. 
3257. Mion. II. 
46. 176.U. vSuppl. 
III. 356. 1. Coll. 

W. Gr. V. 977. 



Ziemlich gut. 



1 ) Ludwig Miillcr, Numismatique d' Alexandre le grande, deutet das Monogramm ^ auf 
Kilikien; hingegen v. Prokesch-Osten (Wiener Numisra. Monatshefte 1868, IV., S. 6 fF.) auf Tekraon 
in Epirus. Auch auf einer Miinze aus Ptolemais (Phonizien? Kyrenaika?) findet sich dieses Mono- 
gramm. (Coll. Dem. Nr. 169.) 

2) Vgl. Alfred Maier, Die Silberpragung von Apollonia und Dyrrhachium. ('Numism. Zeitschr. 
Bd. 1908. T/XLI. Seite 22, Nr. 144). 



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11 





Metal! 








Erhaltung 




Zahl 


Gr6De 
Gewicht 


Yorderseite 


Ruckseite 


Zeit 


Literatur 




i 




Boeotia. 








50 


AR. 


Boeotischer Schild. 


BO — I. Zweihenkeliges 


Um 


Durchlocht, 






8 mm 




Gefafi. Im Felde 1. 


320 


sonstsehr gut. — 




1 


o~J5g 




Mondsichel. 


v. Chr. 


Coll. W. Gr. V. 

1 107. Well. 
3700. cfs. Mion. 
Suppl. III. 504.8. 

Merzb. 657. 




Athen. 


Atl 


:ica. 








1 51 

i 


AR. 

6 mm 
0*31 g 
Hemio- 

bolos 


Kopf der Athene n. r. 


Eulen. r.; Olivenzweig. 


525 
bis 

430 
v.Chr. 


Ziemlich gut. — 
cfs. Coll. W. Gr. 
V. 1 140 — 1 142. 

Well. 3777. 

Mion. II. 114. 26. 

Merzb. 676. 

Renner 1894, 

Nr. 180. 




' Tenos. 


Inseln des Aegaeischen Meeres. 








52 


AE. 


Bartiger Kopf des 


TH. — Traube. 


Um 


Ziemlich gut. — 






12 mm 


Zeus Ammon mit 




200 


Mion. II. 331. 






1'77 g 


Lorbeerkranz. 




v. Chr. 


151. 




Asia. 




Slnope. 


Paphlagonia. 








53 


AR. 


Kopf der Stadtnymphe 


Adler n. 1. tiber einem 


333 


Rand oben ge- 






18 mm 


Sinope n. 1.; breites 


Thunfisch. Darunter 


bis 


brochen, sonst 




1 


4*57 g 


Haarband. Vor dem 

Gesichte ein Akro- 

stolion. 


SIM . . . 


306 
v.Chr. 


gut. Well. 

4680. cfs. Mion. 

II. 400. 70. Coll. 

W. Gr. V. 1412. 

Merzb. 807. 

Renner 1894, 

Nr. 80. 




Nlcaea. 


Bithynia. 








1 54 


AE. 


M. ATP. CEOTH. 


NI KAI EQN. Drei 


222 


Rand r. unten 




1 


lb mm 


AAE3ANAP . . Be- 


militarische Feld- 


bis 


ausgebr., sonst 




j 


3'*3g 


lorbeerter Kopf des 
Kaisers n. r. 


zeichen. 


235 
n.Chr. 


gut. Well. 

4742. Mion. 

Suppl. V. 139.796. 

Borchardt 124. 



















Digitized by VjOOQIC 



12 





Metall 








Erhaltung 


Zahl 


Gr6Ge 
Gewicht 


Yorderseite 


Riickseite 


Zeit 


Uteratur 


Miletus. 


Ionia. 






55 


AE. 


Kopf des Kaisers Clau- 


Hirsch n. r. — Legende 


41 


Schlecht. — cfs. 




16 vim 


dius mit Lorbeer n. r. 


nicht mehr erkennbar. 


bis 


Well. 5566. 




2*95^ 


Vor dem Kopfe 




54 


Mion. Suppl. 






KAISAP. 




n. Chr. 


VI. 272. 1247. 


Valasarces. 


Armenia. 






56 


AE. 


Kopf mit Diadem und 


Pferdebuste n. r. — 


Um 


Schlecht. — 




20 mm 


Bart n. r. 


Legende verwischt. 


138 


Samml. Petrow. 




rt>zg 






v. Chr. 


185. 17. 


Alexander I. Bala. Syria. 






57 


AE. 


Kopf des Konigs mit 


BASIAEOX— 


152 


Gut. — Well. 




19 mm 


der Lowenhaut n. r. 


AAESANAPOr. 


bis 


6605. Mion. V. 




5'oig 




Nike stehend, n. 1. 


144 
v. Chr. 


51. 444. cfs. 

Coll. W. Gr. 

V. 2025. 


Antlochus VIII. Grypos. 125 bis 96 v. Chr. 






58 


AE. 


Kopf des Konigs mit 


BASIAISSHS KAEO- 


125 


Ziemlich gut. — 




18 mm 


Strahlenkrone n. r. 


IIATPAX [KA1] BA- 


bis 


Coll. W. Gr. 




S'Hg 




21AEG£[A]NTI0.. 


121 


V. 2056. Well. 








Eule auf Amphora. 


v. Chr. 


6640. 








Jahresdatum und Bei- 












zeichen unkenntlich. 






Demetrios III. Philopator. 








59 


AE. 


Kopf mit Diadem n. r. 


. . . AE . . 


95 


Rand etwas 




18 mm 




4>IA0riAT0P0 


bis 


verletzt, 




5'39i 




. . TO 


88 
v. Chr. 


sonst gut. — 
cfs. Coll. W. 
Gr. V. 2068. 
Well. 6658. 

Mion. V. 106. 
930. ; 


Antiochia ad Orontem. Seleucis. 






60 


AE. 


Kopf des Kaisers Au- 


S. C. im Lorbeerkranz. 


Unter 


Ziemlich gut. — 1 




25 mm 


gustus mit Lorbeer- 




Tibe- 


Coll. W. Gr. 




*2'9bg 


kranz n. r. (Legende 
nicht mehr erkennbar.) 




rius? 


V. 2083. Well. 

6747. Mion. V. 
191. 337- cfs. I 
Merzb. 1103. 1 
(aber Nero!). ! 













Borchardt 134. 













Digitized by VjOOQIC 



I Metall 
Zahl Grofie 
" Gewicht 



Yorderseite 



Riickseite 



Zeit 



13 



Erhaltung 
Literatur 



Judaea. 



1. Auf stand der Juden unter Nero. 



61 



AE. 
1 8 mm 
3'o8^ 



(althebr. = Samaritan. 
Schrift.) „Das zweite 
Janr". Zweihenkeliges 
Gefafi mit Verzierungen 
am Bauche. 



(althebr. = Samaritan.) 

„Befreiung Zions". 

Weinblatt. 



67 n. 
Chr. 1 ) 

(Aufst. 
unter 
Nero) 

od.133 

(Aufst. 
unter 

Hadri- 
an*). 



Rand oben etwas 
beschadigt, sonst 
gut. — Coll. W. 

Gr. V. 2189. 

Well. 6989. 
Mion. Suppl. V. 
560. 31. Merzb. 

1166. Renner 

1894, Nr. 387. 



Mesopotamia. 



Abgaros, K&nig von Edessa. 



02 



, AE. 
' 18 mm 

! 4*41 g 



aotk. CEn. CEor. 

Belorbeerter Kopf des 

Septimius Severus n. r. 

Perlkreis. 



ABFAPOr. 

Kopf des KGnigs mit 
Tiara n. r. Perlkreis. 



Urn 
I94bis 

198 
n. Chr. 



Gut. — Well. 

7024. Mion. 
Suppl. V. 620. 

H7. 



Arsaces V. Phraates I 



63 



AE. 

16 mm 
2'ggg 



Parthia 

Bartiger Kopf des 
Konigs mit Diadem n. 1. 



BASI . . . Trabendes 
Pferd n. r. 



180 
bis 1 70 
v.Chr. 
(Petr. 
1 76 bis 

I 7 I). 



Gut. — Coll. W. 

Gr. V. 22 16. 
Samml. Petrovv. 
p. 18. (3. 4. 5.) 

Tafel II. 5 3 ). 



Arsaces VI., Mlthradates I. 



04 



AR. 

20 mm 

3'99g 
Drachme 



Buste des Konigs mit 

mit Diadem n. 1. 

Perlkreis. 



BASIAEQ2 META- 

AOr APXAKOr 

EIII$ANIoT£. 

{(Umschrift in 4 Zeilen.) 

Konig Arsaces I. 
sitzend n. r., den Bo- 
gen in den Handen. 



i7obis 

140 

v. Chr. 

I (Petr. 

1 71 bis 

138.) 



Sehr gut. — 
Coll. W. Gr. V. 
2219. Merzb. 
1 182. Samml. 
Petrow. 22. 9. 
Renner 1894, 
Nr. 392. 



*) Dr. M. Levy, Geschichte der jiidischen Munzen, Leipzig 1862, S. 98 ff. — Eugen Merz- 
bacher, Judische Aufstandsmiinzen aus der Zeit Neros und Hadrians (Zeitschrift f. Numismatik 1 874, 
I., S. 218 ff.). Derselbe, Miinzen der aufstandischen Juden zur Zeit Neros (1877, IV., S. 3501!.). 

2 ) L. Hamburger, Die Miinzpriigungen wahrend des letzten Aufstandes der Israeliten ge^en 
Rom. Berlin 1892. — G. Richter, Die Munzpriigungen der Juden wahrend des I. und 2. Aufstandes 
unter Nero und Hadrian (Monatsblatt d. Nusm. Ges. in Wien VI., S. 175 ff., 187 ff.). Derselbe, 
Judische Munzen meiner Sammlung (Numism. Zeitschr. Bd. 1908. I/XLI. Seite 74 ff.). 

3 ) Al. v. Petrowicz, Arsacidenmiinzen, Wien 1904. 



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14 





Metall 








! 

Erhaitung 


Zahl 


Grofle 
Gewicht 


Yorderseite 


Riickseite 


Zeit 


Literatur 




65 


AE. 


Bartiges Brustbild n. r. 


Oben BASIAEflS; im 


Wie 


Schlecht. — 






24 mm 




Abschnitt[AP2AK0r]. 


Nr.64. 


Katal. Brit. Mus. 




9*57 g 




Nike auf Biga n. r. 




Parthia. S. 8. 
n. 16. 




66 


AE. 


Kopf des K6nigs mit 


BASIAEQS BAEIAE- 


Wie 


Ziemlich gut. — 






19 mm 


langem, spitzem Bart 


QN, das Weitere wie 


Nr.64. 


cfs. Coll. W. Gr. 




3*92 g 


und Diadem n. 1. 


Nr. 64. (Umschrift in 
5 Zeilen). Pferdebuste 




V. 2227. 
Samml. Petrow. 








n. r. 




28. 53. 




Arsaces VIII., Artaban II. 








67 


AR. 


Biiste n. 1. mit perlen- 


BASIAEQS-ME- 


126 


Gut. — cfs. Coll. 




18 mm 


verziertem Helm. Acht 


(rAAo)T-APSAKOr 


bis 


W. Gr. V. 2231. 




374^ 


Gazellen(?)horner dar- 


oEonATo . . . NI— 


120 


Well. 7065. 




Drachme 


auf. Perlkreis. 


KAT0P0S. (Umschrift 

in 5 Zeilen.) Bild wie 

Nr. 64. Spuren einer 

Blattumkranzung im 

Viereck. 


v.Chr. 


Merzb. 1185. 

Samml. Petrow. 

36.5.TafelVI.2. 

(aber Artaban I. 

128 — 123 v.Chr. 

Angeblich 












Gegenkonige). 




Arsaces IX., Mithradates II. 








68 


AE. 


Biiste n. 1. 


.... AEQS 


123 


Schlecht. — 




14 mm 




. . SAKoT 


(120?) 


Coll. W. Gr. V. ' 




2'2Sg 




Pferdebuste n. r. 


bis 88 


2238. Samml. 




Drachme 




Monogramm? 


v. Chr. 


Petrow. 41. 17. j 












Tafel VI. 10. 




1 . 
Arsaces XI., S 


inatruces (Sanatroces). 








69 


AR. 


Biiste des Konigs n. 1. 


BASlAEQSMErAAOr 


77 bis 


Sehr gut. — 






20 mm 


mit stern- und perlen- 


APSAKOr ATTO- 


70 


Merzb. 1187. 






379 g 


geschmiicktem Helm. 


KPAT0P0X ^IAonA- 


v. Chr. 


Samml. Petrow. 






Drachme 


Perlkreis. 


ToPoi: Eni4>ANorS 




45. 4. Tafel 










4>lAEAAHNoS. (Um- 




VII. 5. 








schrift in 7 Zeilen.) 












Bild wie Nr. 64, aber 












Thron mit hoherLehne. 








70 


AR. 


Wie Nr. 69, aber Helm 


Wie Nr. 69. 


Wie 


Gut. — Merzb. 




20 ;//;;/ 


schlanker, auch statt 




Nr.69. 


1 187. Samml. 




3't>7 g 


des Sternes dreiteiliges 






Petrow. 45. 5. 




Drachme 


Blatt. 






Tafel VII. 6. 

















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15 



Zahl 



Metall 

Grofle 

Gewicht 



Vorderseite 



Arsaces XIII., 
71 AR. 

20 mm 

3-83 g 

Drachme 



Orodes I. 

Bartiger Kopf mit 
Diadem und Locken 
n. 1. — Links Stern, 

rechts Mondsichel. 
Perlkreis. 



Riickseite 



BAXIAEQi: BAIIA- 

E03 APSAKOr 

ETEPrEToTAIKAIOr 

Eni^ANoTS <i>I . . 

. . . AHN02. (Um- 

schrift in 7 Zeilen.) 

Bild wie Nr. 64. Ober- 

halbdesBogens A (A?), 

unterhalb f 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



57 

(54?) 

bis 

31 
v. Chr. 



Gut. — cfs. 
Merzb. 1 192. — 

cfs. Samml. 
Petrow. 68. 87. 



72 



AR. 

19 mm 

3'3* g 
Drachme 



Kopf mit Diadem, 

kurzem Bart und ge- 

welltem Haar n. 1. 



Arsaces XIV., Phraates IV. 

Buste des Konigs mit 

Diadem, Spitzbart und 

4 Reihen Locken n. 1. 

Perlkreis. 



73 


AR. 




29 mm I 




1172^ 




Tetra- 1 




drachme 







Legende wie Nr. 71. 
(Umschrift in 7 Zeilen.) 

Bild wie Nr. 71. 
Im Felde rechts unten 

J. 



Wie 
Nr.71. 



Gut. — Samml. 
Petrow. 63. 42. 



BA2IAEGX BAH- 

AE12N APXAKOT 

ETEPrETOrAIKAIOr 

Eni4>AN01T 

HNO . . (Umschrift in 

7 Zeilen 1 ). Konig sit- 

zend nach n. r„ vor ihm 

steht eine Frau, den 

Kalathos auf dem 

Kopfe, und reicht ihm 

einen Palmzweig. 

Monogramm ? 



37 
bis 

9 
v. Chr. 



Gut. — cfs. 

Coll. W. Gr. 

V. 2257. 

Samml. Petrow. 

86. 45. 



Arsaces XX., Gotarzes 

74 1 AR 



19 mm 

3-87 g 

Drachme 



Buste des Konigs n. 1. 

(Falten, Bart, Haare 

in derZeichnung durch 

parallele Striche 
wiedergegeben.) Perl- 
kreis. 



□AXIAEQX DASI- 

AEQN APSAXOT 

AIXAIOT Elll+A- 

NOTS . . . AAHX . . 

(Umschrift in 7 Zeilen l ). 
Bild wie Nr. 73, aber 

sehr verwildert. 
Im Felde rechts unten 



45 

bis 
52 
(40 
bis 

51?) 
n. Chr. 



Gut. — Coll. W. 
Gr. V. 2286. 88. 
cfs. Well. 7082. 

Mion. Suppl. 

V. 666. 64. 
Samml. Petrow. 

120. 16. 17. 
TafelXVIL 16. 



! x ) Schrift sehr verwildert. 

XffirK and N. 



I 
Manche Buchstaben unrichtig geschrieben: A fur A , Q fur B, 



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16 



Zahi 



Metall 

GroBe 

Gewicht 



Vorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaltung 
JLiteratur 



Arsaces XXVI. (?), Mithradates VI. 

75 AR. Buste des Konigs n. 1. 
(Zeichnung wie Nr. 74.) 



AR. 
20 mm 

Drachm e 



BASIAEQC BASI- 

AESN APSAKOr 

ETEPrETOrAlKAlOr 

. . AHOT .... 

(Umschrift in 7 Zeilen. 

Schrift fehlerhaft *). 

Bild wie Nr. 74. Im 

Felde unten 

4* — A 



Um 

116 

n.Chr. 



Gut. — cfs. Coll. 
W. Gr. V. 2305. 

(Artaban IV.!) 
Samml. Petrow. 

154. 1. Tafel 
XXII. 5. 



Arsaces XXXI., Artavasdes. 



76 



AR. 

20 mm 

3'2i g 

Drachm e 



Kopf des Konigs n. 1., 

Tiara, Spitzbart. 

(Zeichnung ahnlich 

Nr. 74). Hinter dem 

Kopfe \? 



Barbarische Nach- 
ahmung der griechi- 
schen Inschrift. Konig 

Arsaces I. mit dem 

Bogen sitzend n. r. 
Im Felde ~£. (Nur die 
untere Korperhalfte des 
Konigs sichtbar,Schrot- 

ling iiber den Rs.- 

Stempel teilweise hin- 

ausgeglitten.) 



226bis 

22J 

n.Chr. 



Gut. — cfs. Coll. 

W. Gr. 2329. 
Samml. Petrow. 

176. 2. Tafel 
XXIII. 15. 



Sassaniden. Sapor II. 



Persia. 



77 



AR. 

22 mm 



Buste des Konigs n. r., 
am Helm 2 aufragende 
Horner. Links hinter dem 
Kopf traubenahnliche 
Zeichnung, daruber 
2 kurze, geradeStriche, 
schrag nach aufwarts. 



Feueraltar zwischen 

zwei stehenden Man- 

nern (Kriegern? Ma- 

giern?). 



309 bis 

380 
n.Chr. 



Chosroes I., Nurschirwan. 531—579 n. 



78 



AR. 

30 mm 
3'Hg 



Biiste des Konigs n. r., 
Krone mit Zacken und 
Halbmond; aufierhalb 
des Perlkreises rechts, 
links, unten je ein Halb- 
mond, oben feuerkugel- 
ahnliche Zeichnung. 



Chr. 

Zeichnung ahnlich 
Nr. 77; oben Halb- 
mond und Stern. 
1 1 mm breiter, glatter 
Rand auf der Vs. u. Rs. 
iiber den Perlkreis 
reichend. 



Aus 

dem 
34-Re- 

gie- 
rungs- 

jahr. 



Gut. — cfs. Well. 

7103. Mion. V. 

696. 19. Renner 

1894, Nr. 403. 



Sehr gut. — W. 

Gr.V. 2380—82. 

Well. 710b. 

Vgl. Renner 

1894, Nr. 404 

u. XXIII. 



v ) Schrift sehr verwiidert. Manche Buchstaben unrichtig geschrieben: A fiir A oder ii, [] 
fur B, F= r > h = E oder P, I = S oder P, N oder X fur K, |/|=N. 



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17 



' Metall 












Zahl 


GroOe 
Gewicht 


Yorderseite 


Riickseite 


Zeit 


Erhaltung 
JLiteratur 




Hormlsdas IV. 579—589 n. Chr. 










79 ! AR. 


Biiste des Konigs n. r., 


Zeichnung und Bei- 


Aus 


Gut. — Coll. W. 




30 mm 


Helm(?) mit zwei kraf- 


zeichen ahnlich Nr. 78. 


dem 6. 


Gr. 2383. cfs. 




3-9I g 


tig gebogenen horn- 


Ums Ganze dreifacher 


oder 7. 


Well. 7107, 08. 






ahnlichen Ansatzen, 


Perlkreis (Durchm. 


Jahr 








diese iiberragen den 


22 mm); 4 Halbmonde 


der 








zweifachen Perlkreis 


mit Stern wie auf Vs. 


Reg. 








(Durchm. 20 mm). 










• 


Aufien am Kreis rechts, 












links, unten und oben 










, 


je ein Haibmond mit 












Stern, der obere zwi- 












schen den hornahn- 










1 lichen Ansatzen. 










Africa. 






Aegyptus. 








Ptolemaus VIII. Lathyros und Ptolemaus IX. Alexander. 








80 


AE. 


Zeuskopf mit Diadem, 


BASIAEQI . . . IOr. 


116 


Gut. — Coll. W. 






28 mm 


reichem Bart u. Haar 


Zwei Adler auf einem 


bis 81 


Gr. V. 2525. 






2i'68g 


n. r. 


Blitz n. 1., vor ihnen 
ein Fiillhorn 1 ). 


v. Chr. 


Well. 7255. 

Mion. VI. 30. 

244. cfs. Merzb. 




1 








1252 (aber Pto- 












lemaus X., ebenso 












Coll. Dem. 351). 




Kleopatra Sel 


ene, Gemahlin Ptolemaus' VIII. 








81 ; AE. 


Kopf der Konigin als 


BA2IAEQS I1T0AE- 


Wie 


Gut. — Coll. W. 






27 mm 


Isis mit Diadem und 


MAlOr. Adler mit ge- 


Nr.8o. 


Gr. V. 2528. cfs. 






15*26^ 


langen Flechten n. r. 


offneten Fliigeln auf 




Well. 7242. 




! 




einem Blitz n. 1. Links 




Merzb. 1246 a. 




| 




im Felde Beizeichen 




cfs. Coll. Dem. 267 








17^1 *). 








der^ 


! 

*) Diese s 
rorder- und 


»owie die folgenden unter J 
Ruckseite ie ein T.och. ents 


s'r. 82 bis 86 beschriebeneu 
tan den durr.h die am Praxes 


Miinzen 
tock anp - 


zeigen in der Mitte 
?hrachte Snitze. die 





das Abgleiten des Schrotlings verhindern sollte. 

2 ) Vgl. C. W. Huber, Zur alten Numismatik Agyptens. Wiener Numism. Zeitschrift 1870, 
II., S. 415 ff. — Dr. A. v. Sallet, Berenike II. u. Kleopatra Selene. Wiener Numism. Zeitschr. 
1871, III., S. 91 ff. 

2* 



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18 



Zahl 



Me tall 

Grofle 

Gewicht 



Vorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



82 



AE. 
26 mm 



Wie Nr 81. 



Wie Nr. 81. 



Wie 

Nr.81. 



Gut erh. 



Ptolem&us X. Alexander II. 



83 



AE. 
17 mm 
V& g 



Bartiger Kopf des Zeus 
n. r., im Perlkranz. 



BASIAEQS nTOAE- 
MAIOT. Adler mit halb 
geoffneten Fliigeln auf 
einem Blitz stehend n.l., 
vor ihm ein Zepter. 
Perlkreis. 



81 
v. Chr. 



Gut. — Coll. W. 

Gr. V. 2533. 

Well. 7307. 

cfs. Coll. Dem. 

518. 



Ptolemaeus. Auletes? 



84 



AE. 
18 mm 
5*5i g 



Bartiger Kopf des 
Zeus im Perlkreis n. r. 



BA2IAEQ2 I1T0AE- 

MAI01\ Adler auf 

einem Blitz stehend n. r„ 

hinter dem Kopfe ein 

Fullhorn; unten zwi- 

schen den Fufien E. 



81 bis 
v. Chr. 



Ziemlich gut. — 

cfs. Coll. W. Gr. 

V. 2552—53. 

Well. 7282. 

cfs. Coll. Dem. 

469. 



Ptolem&us (unbestimmt). 



85 



ap:. 

26 mm 
I3'77 g 



Bartiger Kopf des 
Zeus (?) n. r. 



Umschrift sehr ver- 

wischt. — Adler auf 

einem Blitz stehend 

n. I. — Links im Felde 

ein unerkennbares 

Zeichen. 



Schlecht. — Am 
unteren Rande 
ausgebrochen. 



» 1 

Livia Augrusta. Alexandria (unter r8m. Herrschaft). 



86 



AE. 

14 mm 
i'73g 



Kopf der Kaiserin 
n. r. 



Zwei Ahren zwischen 

zwei Mohnkopfen, 

[LA Oder C] 



18 

oder 

19 n. 

Chr. 1 ) 



Ziemlich gut. — 

Coll. W. Gr. 

V. 2605. Mion. 

VI. 50.44. Merzb. 

1258. 
Coll. Dem. 568. 



Nero 54—68 und Popp&a 62—66 n. Chr. 



Orich. 
23 mm 

g-qog 



XEPQ . . . KAIS . . 
TEP . . . 

Buste des Kaisers mit 
Strahlenkrone n. r. 



Kopf der Kaiserin ge- 

rade noch erkennbar. 

Umschrift und Da- 

tierung verwischt. 



Von 
63 bis 

66 
n. Chr. 



Schlecht. — Coll. 
W. Gr. V. 2621. 

Well. 7374. 
Mion. VI. 73. 249. 

Merzb. 1293. 
Coll. Dem. 734. 



!) Vgl. Sallet, Daten der Alexandrin. Kaisermiinzen, Berlin 1870, Seite 16. 



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19 



Metall j| 






Erhaltung 




Jahl GroBe Yorderseite 
Gewicht 1 


Riickseite 


Zeit 


JLiteratur 




P. Licinius Valerianus senior. 253—260 n. Chr. 






88 Orich. 


A K n AI oTAAC 


Adler n. 1„ Kopf n. r. 


259 


Sehr gut. — 


; 22 mm 


pianoc er ere 


gewendet, in dem 


n. Chr. 


Coil. W. Gr. V. 


Il'lg 


Buste n. r., ohne Bart, 


Schnabel einen Zweig. 




2682.Well.7553. 


1 




mit Lorbeerkranz und 


L-Z ')• 




Mion. VI. 445. 






Mantel. 






3238.Merzb.1550. 














Coll. Dem. 2999. 


1 


P. Licinius Ga 


llienus. 253—268 n. Ch 


P. 






89 Orich. | 


ATT K n AIK TAA- 


Adler n. ]., im Schnabel 


261 


Sehr gut. — 


22 mm | 


AIHNOC CEB. 


einen Zweig, hinter dem 


n. Chr. 


Coll. W. Gr. V. 


ii'M^ 


Bartiger Kopf mit Lor- 


Vogel ein Palmzweig. 




2688. cfs. Well. 


1 


beer n. r. 


ENATOr-L 2 ). 




7556. Mion. VI. 
452. 3283. 












Merzb. 1554. 














Coll. Dem. 3050. 


M. A 


urelius CI 


audius II. Gothicus. 26 


8—270 n. Chr. 






90 


Orich. 1 ATT K KAATAIOC 


Adler stehend n. r., 


April 


Gut. — cfs. Coll. 




2 1 mm 


CCB. Kaiserbiiste n. r., 


blickt zuriick, im 


bis 28. 


W. Gr. V. 2696. 




9*51 g 


mit Lorbeerkranz und 


Schnabel einen Zweig, 


Aug. 


Mion. VI. 469. 






Mantel. Perlkreis. 


rechts im Felde L£ 


268 


3423. Merzb. 






Perlkreis. 


n. Chr. 


1588 3 J. 




i 








Coll. Dem. 3201. 


91 ! Orich. 


. . T K KAATAIOC 


Aequitas sitzend n. 1., 


268 bis 


Sehr gut. — 




19 mm 


CCB. Kopf mit 


in der Rechten die 


28. 


Mion. VI. 471. 




10*26 g 


Lorbeerkranz n. r. 


Wage, in der Linken 


Aug. 


3437. Merzb. 






Perlkreis. 


ein Fullhorn. Links 


269 


1595- 








oben im Felde I?. 


n. Chr. 


Coll. Dem. 3210. 










Perlkreis. 






92 


Orich. 


ATT K KAAT- 


Adler stehend n. r., 


28. 


Sehr gut. — cfs. 




21 mm 


AIOC CCB. Kaiser- 


blickt zuriick, im 


August 


Coll. W. Gr. V. 




ICT2I g 


buste n. r., mit 


Schnabel einen Zweig. 


269 bis 


2702. Mion. VI. 






Lorbeerkranz und 


L — p. Perlkreis. 


Mai 


472. 3449. cfs. 






Mantel. Perlkreis. 


270 


Well. 7589. 










n. Chr. 


Merzb. 1602. 














Coll. Dem. 3221. 




i) Uber < 


lie Bedeutung des Zeichens \ 


Li auf agyptischen Munzen v 


gl. Jul. F 


riedliinder, Berliner 




Blatter f. Munz-, Siegel- u. Wappenkunde. 


IV., 143- 




1 *) Sallet, Die Daten der Alexandrii 


1. Kaisermiinzen, erwahnt c 


tie Bezeichnung des Jahres- 


datums durch das ausgeschriebene Zahlwort 


nicht. Vgl. S. 7$ ff. 




3 ) A. Markl, Das Provinzialcourant 


unter Claudius II. Gothicus 


(Wiener Nuraism. Zeitschr. 




1901 


XXXIII. 


S. 52 ff.). 









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20 





Metall 








Krhaltung 


Zahl 


Grolie 
Gewicht 


Vorderseite 


Riickseite 


Zeit 


Lit era tux 


C. Aurelius Valerius Diocletianus. 284—805 n. Chr. 






93 


Orich. 


a k r or AA . . 0K- 


Fortuna stehend n. 1., 


17- 


Sehr gut. — 




20 mm 


AHTIANOC CCB. 


mit Steuerruder in 


Sept. 


Coll. Dem. 336 1. 




7'36g 


Kaiserbuste n. r. , mit 


der Rechten, Fullhorn 


284 








Lorbeerkranz und 


in der Linken. Im 


bis 








Mantel. 


Felde rechts unten 


n.285 
Chr. *) 




94 


Orich. 


...rAA...I0KA 


Aequitas stehend n. 1., 


285 


Ziemlich gut. — 




19 mm 


Kopf mit Lorbeer n. r. 


mit Wage und Fullhorn. 


bis 


Coll. W. Or. V. 




7*4i g 




L-B. 


286 
n. Chr. 


2741. Well. 
7659. Mion. VI. 

492. 3625. 
Coll. Dem. 3369. 


95 


Orich. 


A K r oTAA AIo- 


Fortuna stehend n. 1., 


286 


Sehr gut. — 




18 mm 


KAHTIANOC CCB. 


Modius auf dem Kopfe, 


bis 


Well. 7673. 




8-67^ 


Kopf mit Lorbeer- 
kranz n. r. 


mit Steuerruder an der 

Rechten, Fullhorn in 

der Linken. Im Felde 

r. hinter dem Fullhorn 

ein Stern. 

erorc— r. 


287. 


Coll. Dem. 338 1. 


96 


Orich. 


Wie Nr. 95. 


Wie Nr. 95. 


Wie 


Gut. — 




18 vim 






Nr.95. 


Wie Nr. 95. 




7'35g 










97 


Orich. 


Umschrift wie Nr. 95. 


Bild sehr ahnlich 


Wie 


Sehr gut. — 




19 mm 


Kopf bis auf die 


Nr. 95 (aber doch 


Nr.95. 


cfs. Well. 7673. 




71* g 


Schleife fast wie Nr. 95. 


anderer Stempel). 

Links oben neben dem 

Kopfe der Fortuna 

ein Stern. 

eTorc— r . 




Mion. VI. 494. 
3644. 


98 


Orich. 


A K r oTAA AIo- 


Adler stehend n. r., 


289 


Sehr gut. — cfs. 




17 mm 


KAHT1AN .... Kopf 


im Schnabel einen 


bis 


Well. 7678. 




6*75 £■ 


n. r., mit Lorbeer 


Zweig; hinter dem 


290 


Coll. Dem. 3398. 






(wie Nr. 95). 


Vogel ein Palmzweig, 
(Blatt links), im Felde 
links oben ein Stern. 


n. Chr. 






l ) Vgl. c 


)tto Voetter, Monatsbl. d. N 


umism. Gesellschaft in Wiei 


i, II. i8< 


)3, 3. 287. 



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21 



i Metall 








Erhaltung 


Zahl Grofle 
Gewicht 


Vorderseite 


Ruckseite 


Zeit 


Literatur 


M. Aurelius Valerius Maximianus Herculius. 285—805; 306- 


-808 n. 


Chr. 


i 
99 Orich. 


AK MA oT A MAEI- 


Frau (Isis?) stehend von 


Ab 


Bis auf den Kopf 


1 8 mm 


MI CB. Baste 


vorn, in derRechten das 


1. 


der Figur der Rs. 


779.? 


n. r. mit Lorbeerkranz 


Haupt des Serapis, in 


April 


gut. — cfs. Well. 


! 


und Mantel. 


der Linken ein Zepter. 


2«5 


7713. Mion. VI. 


1 




L — A Perlkreis. 


n. Chr. 


505- 3744- 
Coll. Dem. 3427. 


IOO 


Orich. 


AK MA orA MASI- 


Siegesgottin n. r. mit 


286 


Sehr gut. — cfs. 


| 1 8 mm 


MIAN ? Kopf wie 


einemKranz; hinterihr 


n. Chr. 


Well. 7719. 


1 775 g 


Nr. 99. 


eine Ahre(?) L — B. 
Perlkreis. 




Coll. Dem. 3435. 


ioi i Orich. 


AK MA orA MAEI- \ Fortuna stehend n. 1., 


287 


Gut. — cfs. Well. 


1 8 mm 


MIANoC CCB. Kopf 


in der Linken ein Full- 


n. Chr. 


7725 ff. Mion. 


7'43g 

i 


wie Nr. 99. 


horn, in der Rechten 

einen Zweig(?). 

L — F. Perlkreis. 




VI. 508. 3775. 
Coll. Dem. 3440. 


j 
102 ! Orich. 


Wie Nr. 101. 


Wie Nr. 10 1. 


Wie 


Gut. — Wie 


1 8 mm 






Nr. 


Nr. 101. 


974 ^r 






IOI. 




Barbarische Miinze. 


io 3 ; ar. 


Barbarischer bartiger 


Reiter zu Pferd n. r. — 


? 


Sehr gut. — cfs. 


21 mm 


Zeuskopf mit breitem, 


Beine des Reiters 




Coll. W. Gr. V. 


! 13*07 # 


dreifachem Lorbeer- 


fehlen. — Links hinter 




2860 u. Abb. 




kranz n. r. 


dem Kopfe des Reiters 

ein maanderartiges 
Ornament (nur je der 
untere Teil erhalten); 
vor dem Pferde -<, 
unter dem gehobenen 

Vorderlauf Y3\ 

zwischen denV'order- u. 

Hinterbeinen i|_. — 




Tafel III. — 

Vielleicbt 

barbarische 

Nachbildung 

einer Didrachme 

Philipps II. v. 

Mazedonien 








(Coll. W. Gr. V. 
800. Well. 2456 








barb.) cfs. 






' 


Das Ganze sehr 




Merzb. 89. 








barbarische Arbeit. 










( Pferdekopf nur im Um- 






1 




ril3, ebenso der hochge- 












hobene lange Schweif). 






1 ' 


1 




i 





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22 



Zahl 



Metall 

GroDe 

Gewicht 



Yorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



Falsche Miinzen. 



Macedonia, 



104 



AR. 
31 mm 

2878 g 



Antigonos I. Gonatas. 276 bis 243 v. 

Kopf eines Faun n. 1. 

mit kurzen Hornern 

und Bocksohren. Hinter 

dem Kopfe Efeureben. 

Urn den Kopf herum 

zwei einfache, kon- 

zentrische Kreise; 

aufierhalb dieser sieben 

mazedonische Schilde, 

je in der Mitte ein 
mehrstrahliger Stern. 



Chr. 

BAXILEQX — 

AJSTlloNor. Pallas 
n. 1. hin, in derRechten 
einen Blitz schwingend ; 
die Linke halt vor der 
Brust einen Schild, auf 

dem das Gorgonen- 

haupt in Profil- 

darstellungzu erkennen 

ist. Unter dem Schilde 

mazedonischer Helm 

mit doppeltem Helm- 

busch; rechts unten im 

Felde Monogramm 

LSI 



Kimmerischer Bosporos. 
Mithridates III. 302 bis 266 v. Chr, 
105 AR. Unbartiger Kopf des 

27 mm Konigs mit Diadem 

17*06 g n. r 



. . SIAEQ . . I0PA- 

AATO. Zeus sitzt n. 1., 
auf der vorgestreckten 
Rechten sitzt ein Adler, 

die Linke halt hoch- 
gefafit das Zepter. — 
Unter dem Adler Stern 
fiber einem Halbmond; 

darunter Monogramm 

IAI 



Beckerscher 

Stempel *). 

(Pinder, p. 1 1, 

Nr. 550 Vgl. 

Mion. I. 581.852. 

(Wert des 

Originals nach 

Mion. 90 Frank.) 



Beckerscher 

Stempel. (Pinder, 

p. 15, Nr. 75.) 

Original (AR. 

Mion. IV. 464. 6) 

=• 800 Frank. 



*) Karl Wilh. Becker aus Speyer (geboren 1770, gestorben 1830), anfanglich Kaufmann in 
Mannheim, dann Goldschmidt in Offenbach a. M., hier auch als Kunstliebhaber und Kunsthiindler 
tatig, Hofrat des Fursten von Isenburg, franzosischen Generals, bildete lvl 331 seltenen Miinzen aller 
Zeiten (darunter 133 griechische und 136 romische) Stempel nach und liefl die damit hergestellten 
Kopien durch Unterbiindler verkaufen. Die Unterscheidung seiner Kopien von den Originalen 
war auch fur die facbkundigsten Sammler sehr schwierig. Als man auf die Falschungen aufmerksam 
wurde, gab Becker selbst ein Verzeichnis seiner Xachahmungen heraus, die er angeblich aus 
Liebhaberei angefertigt hatte und als Ersatz fiir die seltenen Originale an Munzfreunde verkaufte. 
Auch Goethe hat ilin 1815 besucht und fand ihn B nicht abgeneigt, dem Liebhaber eins und das andere 
Wunschenswerte zu iiberlassen". (Vgl. Goethes Werke in der deutschen Nationalliteratur, Tages- 
und Jahreshefte, 25. Bd., S. 60, Z. 23 ff., und Kunst und Altertum, Bd. 23, S. 275. Dann Allgemeine 
deutsche Biographic Leipzig 1875, Bd. II., S. 223.) — M. Pinder, Die Beckerschen falschen 
Miinzen. Berlin 1843. 



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23 



Zahl 



Metall 

Grofte 

Gewicht 



Yorderseite 



Pairisades II. von 289 v. Chr. bis — ? 



106 



AR. 

1 8 mm 
5'59g 



Unbartiger Kopf des 

Konigs mit Diadem 

n. r. 



Riickseite 



BASIAEQS TAIPI- 

EAf\. Pallas mit Helm 
sitzend n. 1.; auf der 
ausgestreckten Rechte 
die Nike; der linkeArm 
ist auf den Schild ge- 
stutzt; an der rechten 

Seite der sitzenden 

Gottin lehnt ein Speer. 

Unter dem Sessel 

Monogramm r^\ 

Unter dem Ganzen 

liegt ein Dreizack n. 1. 



Zeit 



Krhaltung 
lateratur 



Beckerscher 

Stempel. (Pinder, 

p. 15, Nr. 76.) 

Original (AV. 

Mion. II. 358. 2) 

= 1000 Frank. 



Bithynia. 
Nikomedes II. Epiphanes. 149 bis 94 v. Chr, 

107 AR. Unbartiger Kopf des 
27 mm K6nigs mit Diadem 
19*12 g n. r. 



Lebedos. 



108 



AR. 

29 mm 
iS'72g 



BASIAEflS — Em- 
*ANOr£ NIKOMH- 
AOT. Zeus stehend n. r. 
(r. Standbein, 1. Spiel- 
bein), die Rechte er- 

hoben vorgestreckt; 
die Linke halt hoch- 

gefaflt das Zepter. 

Im Felde 1. vor Zeus 

Adler auf dem Blitz, 

unter ihm Monogramm 

|/\p, darunter Jahres- 

datum f>P (= 150)- 



Beckerscher 

Stempel. (Pinder, 

p. 18, Nr. 88.) 

Original (AR. 

Mion. II. 509. 51) 

= 200 Frank. 



Ionia. 

Behelmter Kopf der 

Pallas n. r., mit Ohr- 

gehangen und drei 

herabhangenden 

Flechten. 



AEBEAK2N 



A0H-NAIOS. 

Eule von vorn, sitzt 

auf einer wagrechten 

Keulezwischenzwei mit 

Blumen und Bandern 

geschmiickten Fiillhor- 

nern, die unten zu- 

sammentreffen. Rundum 

ein Lorbeerkranz, den 

oben eine undeutliche 

Zeichnung schliefit. 



Beckerscher 
Stempel. (Pinder, 

p. 20, Nr. 97.) 

Original (AR. 

Mion. III. 140. 

582. Vgl. Coll. 
W. Gr. V. 1633) 

= 500 Frank. 



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24 



Zahl 



Metal) 

Grofle 
Gewicht 



Vorderseite 



Riickseite 



Zeit 



Erhaltung 
Literatur 



Syria. 
Demetrios II. Nikator. 146—138 v. Chp. 



109 



AR. 

28 mm 
16-83^ 



Bartiger Kopf des 

Konigs tnit Diadem 

n. r. 



AHMH .... BAXI- 
AEQ£. Adler auf einer 

Prora stehend n. 1.; 

quer hinter ihm ein 

Palmzweig. 

Im Felde 1. oben IE, r. 

Jahresdatum ^\p 

(= 186). 



Beckerscher 
Stempel. (Pinder, 
p. 24, Nr. 115.) 

Original (AR. 

vgl. Mi on. V. 

58. 503) = 
IOO Frank. 



Europa. Zahl 

Gallia (Narbonensis) 

Nemausus I — 2 

Italia 
Latium. Ardea(?) .... 3 

Campania 

Cales 4—5 

Neapolis 6 — 8 

Rom. Campan 9 

Apulia. Arpi 10 

Calabria 

Brundisium II 

Tarentura 12 

Bruttium 13 

Sicilia 

Adranum 14 

Centuripae . . . .15 — 16 
Mamertini (Messana) . .17 

Panormus 18 — 19 

Syracusae 20—35 



Obersicht 

Zahl 

Moesia (superior) . . 36 — 42 
Macedonia 

Amphipolis 43 

Pella 44 

Konige von Mac. . 45—46 
lllyricum 

Dyrrhachiura 47 

Issa 48 

Locris 49 

Boeotia 50 

Attica. Athen 51 

Tenos (Insel) 52 

Asia. 

Paphlagonia 

Sinope 53 

Bithynia 

Nicaea 54 

Ionia. Miletus 55 



Zahl 

Armenia 56 

Syria 57-59 

Seleucis 

Antiochia 60 

Judaea 61 

Mesopotamia 62 

Parthia 63— 76 

Persia 77—79 

Africa. 

Aegyptus 80—85 

Alexandria (rom.) . 86—102 

Barbarische Munze 
103 
Falsche Munzen. 

Beckersche Stempel 104 — 109 



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Literarische Behelfe. 



Kollektion Ernst Prinz zu Windisch-Gratz. V. Band. Griechische Miinzen, be- 
schrieben von Dr. Josef Scholz, Prag 1899. 

T. E. Mionnet, Description de mexlailles antiques, Grecques et Romaines usw., 
Paris 1806 ff. samt Supplementbanden. 

Leop. Welzl de Wellenheim, Catalogue de la grande collection de monnaies et 
medaillons. Vol. I. Wien 1844. 

F. Feuardent, Collections Giov. di Demetrio. Numismatique. (£gypte ancienne I., II.) 
Paris o. I. 

F. Borchardt, Katalog der griech. u. rom. Miinzen der Sammlung des Stadt. Gym- 
nasiums in Danzig, 1893. 

Viktor v. Renner, Programm des Leopoldstadter Kommunal-Real- und Obergym- 
nasiums in Wien. Griechische Miinzen. I. Teil: Der Osten, 1894. II. Teil: Der Westen, 1895. 

F. Imhoof-Blumer, Portratkopfe auf antiken Miinzen hellenischer und hellenisierter 
Volker. Leipzig 1885. 

Dr. J. W. Kubitschek, Rundschau iiber das letztverflossene Quinquennium der antiken 
Numismatik (1890 bis 1894). Programm des k. k. Staatsgymnasiums im VIII. Bezirke Wiens. 
I. 1895. II. 1896. 

Sammlung Petrowicz. Arsacidenmunzen. Verfaflt von Alexander v. Petrowicz. 
Wien 1904. 

Eugen Merzbacher, Verzeichnis der von Prof. Dr. Otto Seyffer in Stuttgart hinter- 
lassenen Sammlung griech. u. rom. Miinzen. Miinchen 1 891. 

A. C. E. v. Werlhof, Handbuch der griech. Numismatik. Hannover 1850. 

Die antiken Miinzen Nordgriechenlands. Unter Leitung von F. Imhoof-Blumei' 
herausgegeben von der k. Akademie der Wissenschaften. I. Bd. Die antiken Miinzen 
von Dacien und Moesien, bearbeitet von Behrendt Pick, 1898. III. Bd. I. Teil. Macedonia 
und Paionia, bearbeitet von Hugo Gaebler, 1906. Berlin. 

(Die Werke Imhoof-Blumer, Monnaies Grecques, Paris-Leipzig 1883, J. N. Svoronos* 
Corpus der Miinzen der Ptolemaer, Athen, und Kurt Regling, Die griech. Miinzen der 
Sammlung Warren, Berlin 1907, waren mir nicht zuganglich.) 

Die Zeitschriften: Numismatische Zeitschrift (Wien), Bd. I bis XLI. (1869 bis 1 908); 
Zeitschrift fur Numismatik (herausgegeben von Sallet, jetzt Dannenberg, Dressel, Menander), 
I bis XXVI (1874 bis 1907); Wiener Numismatische Monatshefte (Egger), I bis IV (1865 
bis 68); Mouatsblatt der Numism. Gesellschaft in Wien, I bis VII (1891 bis 1908): 
Berliner Blatter fur Mtinz-, Siegel- und Wappenkunde. I bis VI. (1863 bis 1873.) — Dann 
noch die in den Anmerkungen zitierten Werke. 



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SCHULNACHRICHTEN. 



L Stand des Lehrkorpers am Sehlusse des Sehul- 
jahres und Faeherverteilung. 

a) Direktor: 

1. Wurfl Christoph, Regierungsrat, lehrte Geographie und Geschichte in 
IV A, wochentlich 4 Stunden. 

b) Professoren und wirkliche Lehrer: 

2. Bermanschlager Ludwig, Geistlicher Rat, k. k. Professor, lehrte katho- 
lische Religion in IA, 1IA, III A, IV A, VA, VIA, VlllA, VlllB (16) und 
hielt die Exhorte im Obergymnasium, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

3. Deubler Josef, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
IV^4, lehrte Latein in IV A, Griechisch in IV A, VIB, zusammen wochent- 
lich 15 Stunden. 

4. Dr. Gugler Kamillo, k. k. Professor, Klassenvorstand in IB, lehrte 
Latein in IB, Griechisch in V A, Deutsch in IB, zusammen wochentlich 
17 Stunden. 

5. Dr. Hager Evermod, Pramonstratenser-Ordenspriester, k. k. Professor, 
letrrte Geographie und Geschichte in IA, HA, HIA, VlllA, Villi?, zu- 
sammen wochentlich 17 Stunden. 

6. Hantschel Oskar, k. k. Professor, Kustos des physikalischen Kabinettes, 
lehrte Mathematik in IB, lllB, VUA, VUB, Physik in IV^, IV B, zu- 
sammen wochentlich 18 Stunden. 

7. Hebenstein Julius, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos der 
Unterstutzungsbibliothek, Klassenvorstand in IIIi? ; lehrte Latein in IIIi? ; 
VB, Griechisch in lllB f zusammen wochentlich 17 Stunden. 

8. Kirchtag Simon, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, lehrte Deutsch 
in VIII^4, Villi?, Geographie und Geschichte in IV B, VA, VB, zusammen 
wochentlich 16 Stunden. 

9. Dr. Klug Rudolf, k. k. Professor, Klassenvorstand in VIII B, lehrte Mathe- 
matik in UB, IV B, VIB, VlllA, VlllB, Physik in VUA, VUB, zusammen 
wochentlich 19 Stunden. 

10. Dr. Kdnig Anton, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des natur- 
historischen Kabinettes, lehrte Mathematik in 111^4, Naturgeschichte in 
IA, IB, UlA, lllB, VIA, VIB, Propadeutik in VlllA, VlllB, zusammen 
wochentlich 19 Stunden. 



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27 

ii. Lehner Franz, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Konservator der 
Zentralkommission fur Kunst- und historische Denkmale, Kustos der 
archaologischen Sammlung, der Munzensammlung und der Turngerate, 
Klassenvorstand in VA, lehrte Latein in VA, Griechisch in VIII-4, Villi?, 
zusammen wochentlich 1 6 Stunden. 

12. Popek Anton, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 

III A, lehrte Latein in 111-4, Griechisch in 111^4, Deutsch in VII A, zu- 
sammen wochentlich 14 Stunden. 

13. Sauer Anton, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der Schuler- 
bibliothek, Klassenvorstand in VIII A, lehrte Latein in VIII A, VIII B, Grie- 
chisch in VI A, zusammen wochentlich 15 Stunden. 

14. Schickinger Hermann, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassen- 
vorstand in VII B, lehrte Latein in VI A, Griechisch in VII A, VII 2?, 
Deutsch in III 2?, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

15. Dr. Schiefier Anton, k. k. Professor, Kustos der historisch-geographi- 
schen Sammlung, Klassenvorstand in VII^4, lehrte Deutsch in IV A, Geo- 
graphic und Geschichte in III2?, VI2?, VllA, VII2?, zusammen wSchent- 
lich 17 Stunden. 

16. Schneider Franz, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, lehrte Mathe- 
matik in I A, II A, IV A, Naturgeschichte in II A, IIB f VA, VB, zusammen 
wochentlich 17 Stunden. 

17. Sewera Ernst, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der Lehrer- 
bibliothek, Klassenvorstand in IV 2?, lehrte Latein in IV2?, Griechisch in 

IV 2?, Deutsch in VB, Propadeutik in VII A, VII B, zusammen wochent- 
lich 17 Stunden. 

18. Strigl Josef, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
VI2?, lehrte Latein inVI2?, VII ^4, VII2?, zusammen wochentlich 16 Stunden. 

19. Tilp Anton, k. k. Professor, Klassenvorstand in VB, lehrte Mathematik 

in VA, VB, VIA, Physik in VIII^4, Villi?, zusammen wochentlich 

» 17 (19) Stunden. 

c) Supplenten: 

20. Hochaschbock Johann lehrte katholische Religion in IB, II B, III 2?, 
IV B, VB, VIB, VIIA, VIIB und hielt die Exhorte im Untergymnasium, 
zusammen wochentlich 18 Stunden. 

21. Dr. Mullner Josef, Klassenvorstand in VI A, lehrte Deutsch in 111^4, 
IV B, Geographie und Geschichte in IB, II B, VIA, zusammen w6chent- 
lich 17 Stunden. 

22. Roger Josef, Klassenvorstand in II A, lehrte Latein in II A, Deutsch in 
I\A, Griechisch in V B, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

23. Dr. Seligmann Angelo, Klassenvorstand in II B, lehrte Latein in 112?, 
Deutsch in II B, V A, VIA, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

24. Dr. Ullmann Hermann, Klassenvorstand in I A, lehrte Latein in I A, 
Deutsch in I A, VI B, VII 2?, zusammen wochentlich 18 Stunden. 



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28 

d) Evangelische und israelitische Religionslehrer: 

25. Friedmann Moritz, Ritter des Franz-Josefs-Ordens, Mitglied des ober- 
6sterreichischen Landesschulrates, Rabbiner, israelitischer Religionslehrer, 
lehrte mosaische Religion in zwei Abteilungen, zusammen w6chentlich 
4 Stunden. 

26. Koch August, Mitglied des oberosterreichischen Landesschulrates, Senior 
und evangelischer Pfarrer, evangelischer Religionslehrer, lehrte evangelische 
Religion in zwei Abteilungen, zusammen wochentlich 4 Stunden. 

e) Turnlehrer: 

27. Hirt Max, k. k. Turnlehrer, lehrte Turnen in IB, IIB, IlIB, IVB, 
VB, VIA, VIB, YIIB, VIIIA, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

28. Lehner Franz, k. k. Professor, lehrte Turnen in VA f VUA, Villi?, zu- 
sammen wochentlich 6 Stunden. 

29. Richter Max, Turnlehrer, lehrte Turnen in I A, IIA, IIIA, 1VA, zu- 
sammen wochentlich 8 Stunden. 

f) Nebenlehrer: 

30. Feuscher Karl, Direktor der Jubilaums-Burgerschule, Kustos der Lehr- 
mittel fiir das Freihandzeichnen, lehrte Zeichnen im III. und IV. Kurse, 
zusammen wQchentlich 4 Stunden. 

31. Hantschel Oskar, k. k. Professor, lehrte Kalligraphie in \\A, IIB, zu- 
sammen wochentlich 2 Stunden. 

32. Dr. Karigl Ferdinand, k. k. Professor an der Staatsrealschule, lehrte 
englische Sprache im I. und II. Kurse, zusammen wochentlich 6 Stunden. 

33. Mefimer Karl, Fachlehrer, lehrte Zeichnen im I. und II. Kurse, zu- 
sammen wochentlich 4 Stunden. 

34. Neuhofer Franz, Lehrer, lehrte Gesang in der I.. II. und III. Abtei- 
lung, zusammen wochentlich 6 Stunden. 

35. Ratzka Otto, Lehrer, lehrte Stenographic in zwei Kursen (drei Abtei- 
lungen), zusammen wochentlich 6 Stunden. 

36. Tilp Anton, k. k. Professor, lehrte Kalligraphie in I A, IB, zusammen 
wCchentlich 2 Stunden. 

g) Probekandidaten. 
3J. Dr. Fuchs Franz, Weltpriester und Supplent am bischoflichen Privatgym- 
nasium Collegium Petrinum in Urfahr, lehrbefahigt aus Geographie und 
Geschichte als Hauptfachern. 

38. Rittsteuer Max, lehrbefahigt aus Mathematik und Physik als Hauptfachern. 

39. Dr. Samhaber Ernst, lehrbefahigt aus Deutsch als Hauptfach , Latein 
und Griechisch als Nebenfachern. 

40. Weifi Karl, Weltpriester und Supplent am bischoflichen Privatgymnasium 
Collegium Petrinum in Urfahr, lehrbefahigt aus Naturgeschichte als Haupt- 
fach und aus Mathematik und Physik als Nebenfachern. 



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29 

II. Lehr- und Lektionsplan. 

I. Klasse. 

Religion: Kathoiische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischen 
Kirchc (kursorisch). 2 Stunden. 

L&tein: Regelmaflige Formenlehre ausschliefllich der Deponentia. Obersetzung 
aus dem Obungsbuche. Memorieren der Vokabeln. Von Ende November 
an allwochentlich eine Komposition von 1 I % Stunde, Memorieren, spater 
hausliches Aufschreiben von lateinischen Obersetzungen und kleine Haus- 
aufgaben. 8 Stunden. 

DeiltSCh: Formenlehre, Lehre vom einfacben Satze, Elemente des zusammen- 
gezogenen und zusammengesetzten Satzes. Orthographische Obungen, 
im I. Semester monatlieh 4, im II. Semester 2. Lesen, Memorieren, Vor- 
tragen. Im II. Semester monatlieh 2 Aufsatze, abwechselnd Schul- und 
Hausaufgaben. 4 Stunden. 

GeOgraphie : Geographische Grundvorstellungen. Die Tagesbahnen der 
Sonne. Orientierung, Beschreibung und Erklarung der Beleuchtungs- 
und Erwarmungsverhaltnisse innerhalb der Heimat. Hauptformen des 
Festen und Fliissigen in ihrer Verteilung auf der Erde, Lage der be- 
deutendsten Staaten und Stadte. Versuche im Zeichnen einfacher geo- 
graphischer Objekte. 3 Stunden. 

Mathematik : Arithmetik: Das dekadische Zahlensystem. ROmische Zahl- 
zeichen. Die vier Grundoperationen mit ganzen und Dezimal-Zahlen. 
Das metrische Mafi- und Gewichtssystem. Mehrfach benannte Zahlen. 
Teilbarkeit. Zerlegung in Primfaktoren. Vorubungen fur das Rechnen 
mit gemeinen Briichen. Mafi und Vielfaches. Geometrie (II. Semester): 
Die Grundgebilde. Gerade. Kreis. Winkel und Parallelen. Die einfach- 
sten Eigenschaften des Dreieckes. 3 Stunden. 

NatUPgf eSChichte : Tierreich und zwar Saugetiere und Insekten in ent- 
sprechender Auswahl. 2 Stunden durch 6 Monate. — Pflanzenreich. 
Beschreibung einer Anzahl von Samenpflanzen verschiedener Ordnungen. 
2 Stunden durch 4 Monate. 

II. Klasse. 
Religion: Kathoiische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischen 

Kirche. 2 Stunden. 
Lateln: Wiederholung der regelmafligen Formenlehre und die unregelmafiige 

Formenlehre. Memorieren der Vokabeln. Schriftliche und miindliche 

Obersetzung aus dem Lesebuche. Monatlieh 1 Haus- und 3 Schularbeiten. 

8 Stunden. 
DeiltSCh: Lehre vom einfachen, zusammengezogenen und zusammengesetzten 

Satze. Praktische Obungen in der Interpunktion. Lesen, grammatische 

und sachliche Erklarung. Deklamation. Monatlieh 3 schriftliche Arbeiten, 

abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 4 Stunden. 



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30 

GeSChichte Und GeOgPaphie: Altertum. Sagen. Die wichtigsten Personen 
und Begebenheiten, hauptsachlich aus der Geschichte der Griechen und 
Romer. Geographie von Asien, Afrika, horizontale und vertikale Gliede- 
rung Europas, die Lander Sudeuropas und des britischen Inselreiches. 
Obungen im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 4 Stunden. 

Mathematik : Arithmetik: Erweiterte Obungen iiber Mafie und Vielfache. 
Bruchrechnung. Verhaltnisse und Proportionen. Die einfache Regeldetri. 
Die Prozent- und die einfache Zinsenrechnung. Geometrie: Strecken- 
und Winkelsymmetrale. Kongruenz der Dreiecke. Der Kreis. Das Viereck. 
Das Vieleck. 3 Stunden. 

NatUPgeSChichte: Tierreich und zwar Vogel, einige Reptilien, Amphibien 
und Fische. Einige Weich- und Strahltiere. 2 Stunden durch 6 Monate. 
— Pflanzenreich. Fortsetzung des Unterrichtes der ersten Klasse durch 
Vorfuhrung anderer Samenpflanzen. Einige Sporenpflanzen. 2 Stunden 
durch 4 Monate. 

III. Klasse. 

Religion: Zusammenfassende Liturgik. Geschichte der Offenbarung des Alten 
Testamentes. 2 Stunden. 

Latein: Kasuslehre und Prapositionen. Obungsbeispiele. Cornel. Nepos: Miltiades, 
Themistocles, Aristides, Cimon. Auswahl aus Curtius Rufus. Alle 14 Tage 
I Sohulaufgabe, alle 3 Wochen 1 Hausaufgabe. 6 Stunden. 

GHechiSCh: Formenlehre bis zu den Verba auf pit. Obersetzungen. Von der 
2. Halfte des I. Semesters an alle 14 Tage abwechselnd 1 Schul- und 
I Hausaufgabe. 5 Stunden. 

DeiltSCh: Grammatik: Formen- und Kasuslehre mit Beriicksichtigung der 
Bedeutungslehre. Lekture mit besonderer Beachtung der stilistischen 
Seite. Vortrag memorierter Stticke. Monatlich 1 Haus- und 1 Schul- 
arbeit. 3 Stunden. 

Geschichte Und Geographie: Mittelalter. Die wichtigsten Personen und 
Begebenheiten mit besonderer Rucksicht auf die Geschichte der oster- 
reichisch-ungarischen Monarchic Spezielle Geographie des ubrigen 
Europa (aufier Osterreich-Ungarn), Amerika und Australien. Obungen 
im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Die vier Grundoperationen mit ganzen und ge- 
brochenen allgemeinen Zahlen. Quadrieren und Ausziehen der Quadrat- 
wurzel. Unvollstandige Zahlen, abgekiirztes Multiplizieren und Divi- 
dieren. Geometrie: Vergleichung, Verwandlung und Teilung der Fi- 
guren. Langen- und Flachenmessung. Pythagoraischer Lehrsatz. Ahn- 
lichkeit. 3 Stunden. 

Physik: I. Semester: Vorbegriffe. Das Wichtigste aus der Warmelehre und 
Chemie. 2 Stunden. 

NatUPgeSChichte: II. Semester: Mineralreich. 2 Stunden. 



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31 

IV. Klassc. 

Religion: Geschichte der Offenbarung des Neuen Testamentes. 1 Stunden. 

Latein: Moduslehre, Konjunktionen. Cbungsbeispielc Caesar, de bell. Gall. 
I, IV, V, VI. Auswahl aus Ovid. Alle 14 Tage 1 Schularbeit und 
alle 3 Wochen 1 Hausarbeit. 6 Stunden. 

GriechiSCh: Verba auf fit, verba anomala. Syntax. Dazu Cbungsbeispielc 
Alle 14 Tage abwechselnd 1 Schularbeit und 1 Hausarbeit. 4 Stunden. 

Deutsch: Der zusammengesetzte Satz, die Periode. Grundzuge der Metrik. 
LektQre. Memorieren, Vortragen. Alle 14 Tage 1 schriftliche Aufgabe. 
Abwechselnd Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

GeSChichte und GeOgraphie: Neuzeit. Die wichtigsten Personen und Be- 
gebenheiten mit besonderer BerQcksichtigung der osterreichisch-unga- 
rischen Monarchic Kartenskizzen. Geographic von Osterreich-Ungarn. 
4 Stunden. 

Hathematik: Arithmetik: Gleichungen ersten Grades mit einer und mit 
mehreren Unbekannten. Reine Gleichungen zweiten und dritten Grades, 
die bei geometrischen Rechnungen vorkommen. Kubieren und Ausziehen 
der Kubikwurzel. Die zusammengesetzte Regeldetri. Die Teilregel. Geo- 
metric: Gegenseitige Lage von Geraden und Ebenen. Die korperliche 
Ecke. Hauptarten der K6rper. Oberflachen- und Rauminhaltsberechnung. 
3 Stunden. 

Physik: Magnetismus. Elektrizitat. Mechanik der festen, flflssigen und luft- 
formigen K5rper. Die Lehre vom Schalle. Die Lehre vom Lichte. 
Astronomische Geographic 3 Stunden. 

V. Klassc 
Religion: Beweis der Wahrheit der katholischen Kirchc 2 Stunden. 
Latein: Livius, I. (Auswahl) und XXII. Auswahl aus Ovid. Grammatisch- 

stilistische Ubungen. Monatlich 1 Schularbeit. 6 Stunden. 
GriechiSCh: Xenophon, Anabasis I, II, III, V, VII, IX (nach der Chrestomathie 

von K. Schenkl). Homer, Ilias I, II, I — 483. Wochentlich 1 Stunde 

Grammatik. Jedes Semester 4 Schularbeiten. 5 Stunden. 
DeutSCh: Grammatik: Wortbildung, Lehnworter, Fremdworter, Volksetymo- 

logic Lekture mit besonderer Rucksicht auf die Charakteristik der 

epischen, iyrischen und didaktischen Gattung. Memorieren, Vortragen. 

Aufsatze monatlich 1 Haus- und 1 Schularbeit. 3 Stunden. 
GeSChichte: Geschichte des Altertums bis zu den Gracchen mit Beruck- 

sichtigung der einschlagigen Geographic 3 Stunden. 
Hathematik: Die 4 Grundoperationen. Die negativen und die gebrochenen 

Zahlen. Eigenschaften der Zahlen. Proportionen, Gleichungen des ersten 

Grades. Planimetric 4 Stunden. 
NaturgeSChichte : I. Semester: Mineralogic II. Semester: Botanik. 2 Stunden. 
L. 3 



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32 



VI. Klasse. 



Religion: Die katholische Glaubenslehre. 2 Stunden. 

Latein: Sallust, bell. Jugurth. Caesar, de bell. civ. III. (Auswahl), Cicero, 

Cat. I. Vergil, Auswahl aus Bucol. und Georg., Aen. I. Wochentlich I Stunde 

Grammatik. Jeden Monat I Schularbeit. 6 Stunden. 
Griechisch: Homer, Ilias, VI, VII, XI, XVI, XVIII, XXII. Xenophon, Kyrup. 

VIII, Memor. III., (nach Schenkl). Herodot, VII. Jede Woche I Stunde 
grammatische Obungen. Im Semester 4 Schularbeiten. 5 Stunden. 

DeiltSCh: Grammatik: Genealogie der germanischen Sprachen, Lautverschiebung, 
Vokalwandel. Mittelhochdeutsche Lektiire: Auswahl aus dem Nibelungen- 
liede und aus Walter von der Vogelweide. Geschichte der Literatur bis 
zu den Stiirmern. Lektiire mit besonderer Rucksicht auf die Charakteristik 
der stilistischen Formen. Lessing, Minna von Barnhelm. Privatlektiire. 
Vortrag memorierter Lesestiicke. Aufsatze alle 3 Wochen, abwechselnd 
Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

Geschichte: RCmische Geschichte von den Gracchen an. Geschichte des 
Mittelalters mit Beriicksichtigung der Kulturgeschichte und Geographic 
4 Stunden. 

Mathematik: Lehre von den Potenzen, Wurzeln und Logarithmen. Glei- 
chungen des zweiten Grades mit 1 Unbekannten. Stereometrie, Gonio- 
metrie und Trigonometric des rechtwinkligen Dreieckes. 3 Stunden. 

Natur geschichte: Zoologie. 2 Stunden. 

VII. Klasse. 

Religion: Die katholische Sittenlehre. 2 Stunden. 

Latein: Cicero, in Verrem IV, Laelius. Vergil, Aen. II, VI, VII. Wieder- 
holung der wichtigsten Partien der Syntax. 1 Stunde grammatisch-stili- 
stische Obungen. Im Semester 5 Schularbeiten. 5 Stunden. 

GHechiSCh: Demosthenes, Olynth. I, II; Phil. III. Homer, Odyssee I (1 — 95), 
III (1 — 101), IV (1— 112, 620—674), V, VI, VII, VIII (1— 103, 521—86), 

IX, XII (142 — 254, 366 — 454), XIII (1 — 187), XV (154—300). Gramma- 
tische Obungen. Im Semester 3 Schularbeiten. 4 Stunden. 

DeiltSCh: Literaturgeschichte von den Stiirmern bis 1805. Lektiire: Goethe, 
Iphigenie auf Tauris; Schiller, Wallenstein. Privatlektiire. Vortragen, Rede- 
iibungen. Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 3 Stunden. 

Geschichte: Geschichte der Neuzeit mit Beriicksichtigung der Kulturgeschichte 
und Geographic 3 Stunden. 

Mathematik: Quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten. Diophantische 
Gleichungen des ersten Grades. Progressionen. Zinseszinsen- und Renten- 
rechnungen; die wichtigsten Satze der Kombinationslehre, der binomische 
Lehrsatz. Trigonometric des schiefwinkligen Dreieckes. Analytische Geo- 
metric der Geraden und der Kegelschnittslinien in der Ebene. 3 Stunden. 



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33 

Physik: Mechanik, Warmelehre, Chemie. 3 Stunden. 
Prop&deutik: Logik. 2 Stunden. 

VIII. Klasse. 

Religion: Kirchengeschichte. 2 Stunden. 

Latein: Tacitus, Ann. 1, II. (Auswahl). Germania, c. I — 27. Horaz, Auswahl 
aus den Oden und Epoden, Satiren I, 6, Episteln II, 1. Grammatisch- 
stilistische Obungen. Monatlich 1 Schularbeit. 5 Stunden. 

GrieehiSCh: Sophokles, Antigone, Homer, Odyssee XVIII, XXI, XXII. Plato, 
Apologie, Kriton, Euthyphron. Grammatische Obungen. Im Semester 3 Schul- 
arbeiten. 5 Stunden. 

DeutSCh: Literaturgeschichte bis zu Goethes Tod. Oberblick iiber die Ent- 
wicklung der deutschen Literatur in Osterreich im XIX. Jahrhundert. Grill- 
parzer. Lekture: Goethe, Hermann und Dorothea. Shakespeare, Julius 
Casar. Lessing, Laokoon. Grillparzer, KSnig Ottokars Gliick und Ende. 
Auflerdem das Lesebuch. Privatlektiire. Obersichtliche Wiederholung des 
deutschen Lehrstoffes, daran anknupfend eine Charakteristik der Dichtungs- 
arten. Redeubungen. Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- und Schular- 
beiten. 3 Stunden. 

GeSChlchte: Osterreichische Geschichte und Vaterlandskunde. Wiederholung der 
wichtigsten Partien der griechischen und r6mischen Geschichte. 3 Stunden. 

Mathematik: Zusammenfassende Wiederholung der wichtigsten Partien der 
Mathematik. Obungen im Auflosen mathematischer Probleme. 2 Stunden. 

Physik: Magnetismus, Elektrizitat, Wellenlehre und Akustik, Optik. 3 Stunden, 
vom 15. Marz an 4 Stunden. 

Prop&deutik : Empirische Psychologic 2 Stunden. 



Privatlektiire in den alten Sprachen. 

A. Latein. 

V. Klasse A: Caes. b. Gall. II, III: Bertl H., Bruckner J. — Caes. b. G. Ill: 
R. v. Kaczkowski L. — Caes. b. G. II, III, V, VII, VIII: Kaindl F. — 
Liv. V, 35—49: Gragl F. — Li v. XXI: P2der G., Horzeyschy F., 
K6nig R., Schmidinger O. — Li v. XXI, 1 — 30: Grunwald J. 

V. Klasse B: Liv. XXI, Ov. Met. 8, 13, 15 (Ausg. v. Golling): Pilz A., 

Taub J., Werkgartner A. f Zehenthofer M. (und Caes. b. G. II), Zillich J. 
— Caes. b. G. II: Spak A., Zinner O (und Ovid Met. 8, 13, 15). 

VI. Klasse A: Sail. Cat.: Bauer M., Binderberger J., Hackmiiller J. — 

Cic. Cat. II: Fellerer J. — Cic. Cat. Ill: Fuchs A. — Liv. XXII, 
1 — 20: Hackl G., Hava E. — Liv. XXII, 1 — 40: Fiihrlinger K. — 
Liv. XXII: Jellouschek E. — Sail. Cat., Cic. in Cat. II, III, IV: Pachinger J. 

3* 



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84 

— Liv. XXX, Auswahl aus der V. Dekade, Caes. b. c. L, Cic. 
Cat. IV., Verg. Aen. Ill, V: WSfi A. 

VI. Klasse B: Liv. XXII: Brachmann G., Paulusberger V. t Pilat A., W6hrl J. — 

Sail. Cat.: Brachmann G., Brenner Fr., Haselauer Ad. (und Cic. Cat. 
II), Pulitzer J., Tischler A., Wohrl J. 

VII. Klasse A: Cic. Arch.: Anders P., Koref E., Loos R. — Cic. Div. in 

Q. Caec: Anders P., Czerwenka K., Grubauer H., HGlzl K., HOpfler 
A. — Cic. Cat. II— IV: Horzeyschy J. 

VII. Klasse B: Verg. Aen. VIII, Cic. Div. in Q. Caecil.: Derschl K. — Verg. 

Aen. Ill, IV, V: Gugenbauer G. — Verg. Aen. IV: Pechmann Fr. — 
Cic. Cat. II— IV: Haslinger Fr., Mairhuber H., Nusko Fr., Pillwein M., 
Schellinger Fr., Steindler S., Undesser J., Zillig H. — Plin. ep. (ed. 
Kukula): Rziha Fr. — Cic. Verr. V, Sail. Cat.: Wernett Fr. 

VIII. Klasse A: Liv. XXII: Dopplinger J. — Plin. 35 Briefe; Terenz, An- 
dria; Verg. Aen. XII: Glaser A. 

VIII. Klasse B: Cic. Phil. I: Gerhardinger H. — Verg. Aen. XI: Isak R., 

Ransmayr A., Sperl A. — Cic. Cat. II: Kurzwernhart G., Staufer K., 

Winkelbauer A. — Verg. Aen. IV: Lichtenwagner J., Spielauer G. — 

Cic. p. Deiot.: Stockinger R. — Cic. p. Lig., p. Deiot.: Werner E., 

W06 A. 

B. Griechisch. 

V. Klasse A: Xen. Anab. (Schenkl) X: Grunwald J., Leitner J., Dittrich N. 
(und VI). — Dass. IV und X: Bertl H., Edlinger O., Konig R.; dazu noch 
Stuck VIII: Horzeyschy F. — Dass. VIII: Grunwald R., Hirsch E., 
Hofmann A. (und IV), Eder G. (und VI), Gragl F. (und VI, X). — 
Xen. Hellen. I: Bruckner J., Schmidinger O. — Dass. (Halfte), Anab. 
VIII: Eibl J., Eurich F., Kaczkowski R. v., L. 

V. Klasse B: Xen. Hell. I., Horn. II. II, 1—483: Morhart J., Pilz A., Werk- 

gartner A., Zillich J. — Xen. Hell. I c, I — 4: Neidhardt F., Nieder- 
berger K., Nikodem K., Schwarz N., Spak J., Weifi L. — Xen. Hell. 
II., Horn. II. II v., 1—483: Taub J. — Xen. Hell. I: Zehenthofer M. 

VI. Klasse A: Horn. II. VIII: Aspock F., Rammer J. — II. V.: Bauer M. — 

II. XXI: Fellerer J., Jedlitschka E. — Herodot Anhang (Hintner): 
Hackmulier J. — Xenoph. Memor. I. Horn. II. V, XIV, Herod. IX: 
WSfi A. 

VI. Klasse B: Xen. Cyr. (Schenkl) I — VI, Horn. II. IV, V: Haselauer A., 

Pilat A., Brachmann G. (dazu II. X). — Xen. Cyr. I— VI, Horn. II. 
V, 1—400: Pulitzer J. — Xen. Cyr. I -IV, VI, Horn. II. IV: Amer- 
storfer J. — Xen. Cyr. I — V: Wohrl J. — Xen. Cyr. I — IV: Paulus- 
berger V. — Horn. II. IV: Langthaler A., Pfistoupil J., Stroh F., Muhl- 
berger J. (dazu II. V). 

VII. Klasse A: Dem. II. phil. R. : Anders P. — Eurip. Iph. 1 — 500: Clodi K., 

Hopfler A. 



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36 

VII. Klasse B\ Horn. Ilias und Odyssee vollstandig: Derschl K. — Dem. 

III. Olynth. Horn. Od. I, III: Jaschke K. — Od. X, XII: Nusko Fr. 
— Aeschyl. Perser: Gugenbauer G., Rziha F. 

VIII. Klasse A: Lukian, Der Traum, Ikaromenippos: Glaser A. 

VIII. Klasse B: Horn. Od. XX, XXI, XXIII: Ransmayr A. — Horn. II. VII, 
Od. XX: Stockinger R. 



Die (ibrigen obligaten Lehrgegenstande. 

i. Evangelischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

1. Abteilung. Wiederholung der biblischen Geschichte des Alten und 
Neuen Testamentes. Katechismus: Erklarung des III., IV., V. HauptstGckes 
(Gebet des Herrn, hi. Taufe und hi. Abendmahl) nach Dr. M. Luthers Kate- 
chismus von Dr. Ernesti; Kirchenlieder im Anschlusse an das Kirchenjahr. 

2. Abteilung. Christliche Glaubens- und Sittenlehre. 

2. Israelitischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

i. Abteilung. Biblische Geschichte: Das Reich Israel. — Die Glaubens- 
lehren. — Bibellektfire aus Genesis im Urtexte. 

2. Abteilung. Riickkehr aus dem babylonischen Exil bis Herodes. 
Zusammenfassung der wichtigsten Religionslehren. — Bibellektiire aus Deu- 
teronomium im Urtexte. Nach Wolf, Religions- und Sittenlehre; Hecht-Kayser- 
ling, Israel. Geschichte; Kayserling, Die funf Bticher Moses. 

3. Turnen. 

An dem Turnen beteiligten sich alle Schiller mit Ausnahme derer, welche 
krankheitshalber dispensiert waren. 

Der Unterricht wurde nach dem fur Mittelschulen vorgeschriebenen Lehr- 
plane (Erl. d. h. k. k. Min. vom 12. Febr. 1897, Z. 1 7261) in 16 Abteilungen mit 
je 2 Stunden wSchentlich erteilt. Jede Schulklasse bildete fur sich eine Turn- 
abteilung. 

4. Kalligraphie. 

Der Unterricht in der Kalligraphie ist fur die Schuler der beiden untersten 
Klassen obligat mit je 1 Stunde wochentlich fiir jede Klassenabteilung. Das 
Lehrziel ist eine einfache, leicht lesbare und fliefiende Handschrift. In der 
II. Klasse wurde auch Rundschrift gelehrt und in der zweiten Halfte des 
II. Semesters die griechische Schrift. 



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36 

Die freien Lehrgegenstande. 

i. Englische Sprache. 

Der Unterricht wurde in zwei Kursen mit je 3 Stunden wochentlich erteilt. 

I. Kurs. Aussprache. Lesen. P^ormenlehre des Hauptwortes, Eigenschafts- 
wortes, Zahlwortes, Fiirwortes, der Hilfszeitworter, der regelmafligen und der 
wichtigsten unregelmafligen Zeitw6rter. Das Wichtigste aus der Satzlehre. 
Obersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche und Ruckubersetzung. Nach 
Ellinger-Butler, Elementarbuch. Lektiire von Klatt, Fairy and other tales. 

II. Kurs. Erganzung der Formenlehre. Syntax. Nach Ellinger-Butler, 
Lehrbuch der englischen Sprache. 3. Teil. Obersetzungen ins Englische. 
Sprechubungen und schriftliche Obungen im Anschlusse an Dickens, A Christmas 
Carol in Prose und Selection of Tales and sketches. 

2. Gesang. 

Die Schuler wurden nach ihren musikalischen Vorkenntnissen in zwei 
Kurse geteilt. 

1. Kurs. Obungen im Erkennen und Treffen der Interval le in ver- 
schiedenen Taktarten und in den gebrauchlichsten Durtonarten. Kenntnis des 
Drei- und Vierklanges, ein- und zweistimmige Obungen nach der Chorgesangs- 
schule von Brunner, Einfalt und Prammer. 2 Stunden. 

2. Kurs in 2 Abteilungen. Fortsetzung in der Behandlung der Ton- 
arten. Knabenchore, gemischte ChSre und Manner chore von verschiedenen 
Komponisten. 4 Stunden. 

Beim sonntagigen Gottesdienste wurden Lieder aus Bergers Kirchen- 

liederbuche gesungen, bei festlichen Anlassen lateinische Messen mit geeigneten 

Einlagen aufgefuhrt. 

3. Stenographic 

Der Unterricht wurde nach Gabelsbergers System (Lehr- und Lese- 
buch von F. Scheller) in 2 Kursen erteilt. 

1. Kurs in 2 Abteilungen. I. Semester: Das Alphabet und die Wortbil- 
dungslehre mit Schreibiibungen. II. Semester: Die Wortkiirzungslehre. Praktische 
Anwendung und Einubung des Erlernten durch Schreib- und Leseiibungen. 
4 Stunden. 

2. Kurs. I. Semester: Wiederholung der Wortbildungs- und Wort- 
kurzungslehre ; Satzkurzungslehre nebst Obungen im Lesen und Schreiben. 
II. Semester: Fortsetzung der Satzkurzungslehre mit praktischer Anwendung und 
Leseiibungen. 2 Stunden. 

4. Freihandzeichnen. 

(Nach dem Ministerialerlasse vora 20. Dezember 1896, Z. 25239.) 
Der Unterricht wurde in 4 Kursen mit je 2 Stunden wSchentlich erteilt. 
1. Kurs. Anschauungslehre, Zeichnen ebener geometrischer Gebilde aus 
freier Hand nach Vorzeichnungen des Lehrers an der Tafel, begleitet mitkurzen, 



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37 

zum Verstandnisse notwendigen Erklarungen unter besonderer Beriicksichtigung 
des Zeichnens gebogener Linien. 

2. Kurs. Einleitende Erklarungen aus der Perspektive an der Hand der 
Apparate. Zeichnen nach Draht- und Holzmodellen. Obungen im Ornament- 
zeichnen nach Vorlagen und Entwurfen des Lehrers an der Tafel. 

3. und 4. Kurs. Obungen im Ornamentzeichnen nach Entwurfen des 
Lehrers an der Tafel, ferner nach farblosen und polychromen Musterblattern, 
Studien nach plastischen Ornamenten und fortgesetzte perspektivische Dar- 
stellungen geeigneter technischer Objekte von der Kontur angefangen bis zur 
vollendeten Schattierung unter Handhabung von Bleistift, Kreide und Pinsel; 
Konturen des menschlichen Kopfes in verschiedenen Stellungen; gelegentliche 
Belehrung uber Naturwahrheit. 



III. Ubersieht uber die im Sehuyahre 1907/1908 
gebrauchten Lehrbucher. 

(Die romischen Ziffern bedeuten die Klassen, in den en die Lehrbiieher verwendet wurden.) 

Religionslehre: I., II. Grofier Katechismus; Zetter, Liturgik. 2.-5. Aufl.; 
Grofier Katechismus. III. Dei m el, Bibl. Lehr- und Lesebuch der Offen- 
barung des A. B. ; IV. Fischer, Offenbarung des neuen Bundes. 4. bis 
10. Aufl.; V. Wappler, Lehrbuch der kathplischen Religion. 1. Teil. 
3.-9: Aufl.; VI. Wappler. 2. Teil. 1.— 8. Aufl.; VII. Wappler, 

3. Teil. 6. und 7. Aufl.; VIII. Kaltner, Kirchengeschichte. 1. — 3. Aufl. 
Latein: L— VIII. Strigl, Schulgrammatik (I., 2. Aufl.); I. Knesek und 

Strigl, Obungsbuch, 1. Teil, 2. Aufl.; II. Knesek und Strigl, Obungs- 
buch, 2. Teil, 2. Aufl.; III., IV. Strigl, Obungsbuch fur die 3. und 

4. Klasse; V., VII. Hauler, Stilubungen, 6. Aufl.; VI. Hauler, Stil- 
ubungen, I.— 5. Aufl.; VIII. Hauler, Stilubungen, 2. — 4. Aufl.; III. 
Golling, Chrestomathie aus Corn. Nepos und Q. Curtius Rufus, 1., 
2. Aufl.; IV. Prammer, Cae saris Commentarii de bello Gallico; IV. Sedl- 
mayer, Ovids ausgewahlte Gedichte; V. Golling, Ovidii carmina selecta, 
1. — 4. Aufl.; V. Golling, Chrestomathie aus Livius, 1 — 3. Aufl.; 
VI. Paul, Caesaris Commentarii de bello civili; Nohl, Ciceronis or a Hones 
in Calilinam; Scheindler, S alius Hi Crispi be Hum CatiL ei Jugurihinum\ 
K 1 o u t e k , Vergilii Aeneis , Georgica et Bucolica ; VII. Nohl, Ciceronis 
oraHones p. Archia, in V err em IV.jSchiche, Ciceronis Laelius] Kl ou£ ek ; 

Vergil, wie in VI.; VIII. Huemer, Horatii carmina selecta, 1. — 6. Aufl.; 
Muller-Christ, Corn. Tacitus, Germania und Annalen. 
GrieChlSCh: III.— VII. Curtius- v. Hartel-Weigel, Schulgrammatik, 24.-26. 
Aufl.; VIII. Curtius- v. Hartel, Schulgrammatik, 19., 22. Aufl.; III., IV* 
Schenkl, Elementarbuch, 19., 20. Aufl.; V. — VIII. Hintner, Aufgaben 
in zusammenhangenden Stiicken, 2. — 4. Aufl.; V., VI. Schenkl, Chresto- 



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38 

mathie aus Xenophon, 13. Aufl.; Cauer ? Horn. Was, 1. und 2. Tcil; 

VI. Wilhelm-Lauczizky, Herodoti de bello Persico librorum epitome, 

3. Aufl.; VII. Wotke, Ausgewahlte Reden des Demosthenes, 1. bis 4. Aufl.; 

VII., VIII. La Roche, Homers Odyssee, 1. und 2» Tcil; VIII. Christ. 

Platons Apologie und Euthyphron\ Schubert, Sophocles* Antigone. 
Deutsche Sprache: L — VI. Willomitzer, Grammatik, 9.— 12. Aufl.; 

I. — VIII. Kummer-Stejskal, LesebQcher, und zwar I. 7. Aufl.; II. 

7. Aufl.; III. 5. Aufl.; IV. 5. Aufl.; V. 8. Aufl.; VI. 8. Aufl.; VII. 6. Aufl.; 

VIII. 5. Aufl. 
GeOgraphle und GeSChlchte: I. Herr, Grundziige der Erdbeschreibung, 

19. Aufl.; II., III. Herr-Weingartner, Lander- und V6lkerkunde, 14., 
15. Aufl.; IV. Mayer, Geographie der osterreichisch-ungarischen Mon- 
archic, 6., 7. Aufl.; II. — IV. Gindely-Wiirfl, Lehrbuch der Geschichte 
fur die unteren Klassen und zwar II., 1. Teil, 13., 14. Aufl.; III., 2. Teil, 
13., 14. Aufl.; IV., 3. Teil., 11. Aufl.; V.— VII. Gindely-Mayer, 
Lehrbuch der Geschichte fur die oberen Klassen und zwar V. I. Bd., 
12. Aufl.; VI. 1. Bd., 2. Bd., 11. Aufl.; VII. 3. Bd., 11., 12. Aufl.; 
VIII. Hannak, Vaterlandskunde fur die oberen Klassen, 13., 14. Aufl. 
— Atlanten: I. — VIII. Kozenn, Geographischer Schulatlas, 38.— 40. Aufl.; 
II. — VIII. Hannak-Umlauft, Historischer Atlas, 3. bis 6. Aufl. 

Mathematik: I. II. Hocevar, Lehrbuch der Arithmetik fiir Untergymnasien, 
5., 6. Aufl.; III., IV. Ho£evar, Arithmetik, 5., 6. Aufl.; I., II. Hocevar, 
Lehrbuch der Geometrie fur Untergymnasien, 6., 7. Aufl.; III., IV. 
Hocevar, Geometrie, 5. — 7. Aufl.; V. — VIII. Mocnik-Neumann, Arith- 
metik fiir die oberen Klassen, 26. — 29. Aufl.; V., VI. Ho£evar, Geo- 
metrie fiir Obergymnasien, 5., 6. Aufl.; VII., VIII. HoCevar, Geometrie, 
5., 6. Aufl.; Kewitsch, Logarithmen. 

NatUPgeSChichte : I., II. Nalepa, Grundrifl der Naturgeschichte des Tier- 
reiches, 1. — 3. Aufl.; Beck v. Mannagetta, Grundrifl der Naturge- 
schichte des Pflanzenreiches, l„ 2. Aufl.; III. Pokorny, Naturgeschichte 
des' Mineralreiches, 20., 21. Aufl.; V. Scharizer, Mineralogie und 
Geologie, 5., 6. Aufl.; Wettstein, Botanik, 2., 3. Aufl.; VI. Graber, 
Zoologie, 4., 5. Aufl. 

Physlk: III., IV. Krist-Pscheidl, Anfangsgrunde fOr die unteren Klassen, 

20. Aufl.; VII., VIII. Rosenberg, Lehrbuch der Physik fur die oberen 
Klassen, 2., 3. Aufl. 

Prop&deUtik: VII., VIII. HSfler, Grundlehren der Logik und Psychologic 



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39 

IV. Themen zu den deutsehen Aufsatzen (und Rede- 
ubungen) im Obergymnasium. 

V. Klasse A. 

i. Die Wettspiele der Griechen. — 2. Das Fest Allerseelen. (Sch. A.) 
— 3. Donau und Rhein. — 4. Geduld bezwingt das Schicksal. (Nach 
Chamissos „Salas y Gomez".) (Sch. A.) — 5. Eine deutsche BuYgerstube am 
Ende des 18. Jahrhunderts. (Nach Vofl „Der 70. Geburtstag".) — 6. Curri- 
culum vitae. (Sch. A.) — 7. Osterreichs Jubeljahr 1908. — 8. . Rast der 
Burgunden. (Gesprach.) (Sch. A.) — 9. Der Charakter des historischen Volks- 
liedes. — 10. Wie liigt sich Reineke vor dem Kflnig heraus? (Sch. A.) — 
11. Im Palaste des Tiberius. (Ein Gem&lde nach Geibels Gedicht.) — 12. Haec 
est nobilis ad Trasumennum pugna. (Sch. A.) — 13. Feinde und Anhanger 
Christi im Hohen Rate. — 14. Die Wortfamilie Werk, wirken und dessen 
Ableitungen. (Sch. A.) — 15. Verkehrsmittel der Vergangenheit und der 
Gegenwart. — 1 6. Nur selten finden auf der Enkel Brauen der Ahnen grofie 
Zuge sich geschrieben. Platen „Venedig". (Sch. A.) — 17. OdXarca, ftaXarca! 

V. Klasse B. 

I. Ein Spaziergang im Herbste. (Sch. A.) — 2. Die Szenerie in Schillers 
„Taucher". — 3. „Erlk<)nig" und „Erlkonigs Tochter". (Ein Vergleich.) 
(Sch. A.) — 4. „Glflck und Glas, wie leicht bricht das." — 5. „Klage der 
Ceres" von Schiller. (Gedankengang.) (Sch. A.) — 6. Die mythischen und 
sagenhaften Elemente in der Sage vom Sieveringer Brunnlein. — 7. Aus 
„Salas y Gomez". Der Inhalt der ersten Schiefertafel. (Sch. A.) — 8. Wer 
den Kern essen will, mufl die Nufi knacken. — 9. Verbunden werden auch 
die Schwachen machtig. (Sch. A.) — 10. Hagens Mannentreue. (Sch. A.) — 
11. Charakteristik Rddigers von Bechlarn. — 12. Warum kann Alcibiades 
nicht zu den groflen Mannern gezahlt werden? (Sch. A.) — 13. Die Familie 
Mut. — 14. Der Lenz und seine Gaste. (Sch. A.) — 15. Die Parallele in 
der Fabel „Der gelahmte Kranich". — 16. Die Feier des Sonntags. Nach 
Uhlands „Schafers Sonntagslied". (Sch. A.) — 17. Die Vorteile des Fuflreisens. 

VI. Klasse A. 

1. a) Der Kurnberg. b) Die Donau bei Linz. — 2. Wie sollen wir 
unsere Mufle verbringen? (Sch. A.) — 3. Brunhild und Kriemhild (Gudrun) 
in der Edda und im Nibelungenliede. — 4. Die Dienste der Elektrizitat. 
(Sch. A.) — 5. Hagens Tod. — 6. Parzivals Werdegang. (Sch. A.) — 
7. Die Bedeutung der Zeitungen. — 8. Non multa sed multum. (Sch. A.) — 
9. Xerxes entschlieflt sich zum Zuge gegen Griechenland. (Nach Herodot, 
Buch VII.) — IO. Wenn der Lerche Silberschlag — Griifit des Maien jungen 
Tag. . . (Sch. A.) — 11. Siiden und Norden Deutschlands in der Literatur. 



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40 

— 12. Gruppierung und Abstufung der Personen in Lessings „Minna von 
Barnhelm". (Sch. A.) 

VI. Klasse B. 

I. Die alte und die neue Stadt. — 2. Die nordische und die deutsche 
Fassung der Nibelungensage. (Sch. A.) — 3. HCfische Geselligkeit im 12. Jahr- 
hundert. — 4. Hagen von Tronje. (Sch. A.) — 5. Heut lach ich ubers 
Gestern — Und morgen ubers Heut; — Man wird alle Tag gescheiter — 
Und doch niemals gescheit. — 6. Kontrastwirkungen im Nibelungenliede. 
(Sch. A.) — 7. Person, personlich, PersSnlichkeit. — 8. Es trinkent tusent 
e den tot, e einer sturb in durstes not. (Freidank, Bescheidenheit.) (Sch. A.) 

— 9. 4>i)isi 6 fte&s ta bnept/ovza rcavta xoXoosiv (Herodot.) — 10. Meine 
Privatlektiire. (Sch. A.) — 11. Der eine fragt: Was kommt darnach? der 
andere fragt: Ist's recht? Und also unterscheidet sich der Herr von seinem 
Knecht. — 12. Aufbau der ,, Minna von Barnhelm". (Sch. A.) 

VII. Klasse A. 

I. Dem Alten treu, dem Neuen hold. — 2. Das epische Volkslied. Nach 
Herder. (Sch. A.) — 3. Wodurch weifi Cassius in Shakespeares „Jul. Casar n 
den Brutus zu bewegen, gegen Casar aufzutreten? — 4. Goethe und Karl 
August. (Sch. A.) — 5. Neugierde und Wifibegierde. — 6. Das Wesen der 
Ballade, nachgewiesen an den Balladen Goethes. (Sch. A.) — 7. Was ver- 
anlaflt noch immer die Menschen, zum Nordpol vorzudringen ? — 8. Allzu 
grofle Freiheit endigt mit grofier Knechtschaft. (Sch. A.) — 9. Der Handel 
war es, der recht eigentlich die Welt aus ihrer Barbarei gezogen hat, die 
alte wie die neue Welt. — 10. Die Zeit des Gotz, eine wilde, anarchische 
Zeit. (Sch. A.) — 11. Bedeutung der Szene in Goethes Egmont: Oranien 
und Egmont. — 12. Wenn die Konige bauen, haben die Karrner zu tun. 
(Sch. A.) — 13. Nicht die Gewalt, die Kraft beherrscht die Welt. 

Redeiibungen. 
1. Die Faustsage. (Koref E.) — 2. Die Hamletsage. (Gofil K.) — 
3. Eine Reise nach Venedig. (Giinter H.) — 4. Ein Lebensbild aus Osterreich- 
Ungarn. (Anders P.) — 5. Das heutige Syrakus. (Loos R.) — 6. Eine Kahn- 
fahrt von Linz nach Passau und zuriick. (H6lzl K.) — 7. Das deutsche 
Studentenlied. (Czerwenka K.) — 8. Osterbrauche. (KopeCny R.) — 9. 
Schiffahrt und Fischerei in Oberosterreich. (Clodi K.) — 10. Ober Luft- 
schiffahrt. (Hopfler A.) — 11. Ober die moderne Post. (Grubauer H.) — 
12. Der Ring in der Dichtung und seine Symbolik. (Horzeyschy J.) 

VII. Klasse B. 

1. Alles, was den Geist befreit, ohne uns die Herrschaft fiber uns selbst 
zu geben, ist verderblich. (Goethe.) — 2. Die Hauptideen Herders. (Sch. A.) 



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41 

— 3* Die Verhaltnisse des 18. Jahrhunderts, so weit sie sich im „G6tz" 
spiegeln. — 4. Nur allein der Mensch vermag das Unmflgliche. (Sch. A.) — 
5. Das Geld als Mittel und das Geld als Zweck. — 6. Meinea Tag habe ich 
bestmoglichst angewendet, um zu sehen und wieder zu sehen; aber es geht 
mit der Kunst wie mit dem Leben: je weiter man hinein kommt, je breiter 
wird sie. (Goethe, Ital. Reise.) (Sch. A.) — 7. Geistreich und geistvoll. — 
8. Die „Rauber" und „Werthers Leiden". (Sch. A.) — 9. Goethe uber die 
Dichter der Antike: sie stellten die Existenz dar, wir gewohnlich den Effekt. 

— 10. Marquis Posa und Konig Philipp. (Sch. A.) — 11. Die marchenhaften 
und die realistischen Elemente in der Phaakenepisode. — 12. Nicht was leben- 
dig, kraftvoll sich verkundigt, ist das gefahrlich Furchtbare. Das ganz Ge- 
meine ist's, das ewig Gestrige, was immer war und immer wiederkehrt, und 
morgen gilt, weil's heut gegolten! (Wallen9teins Tod I. 5.) (Sch. A.) — 
13. Zur Wahl: a) Sich mitzuteilen, ist Natur; Mitgeteiltes aufzunehmen, wie 
es gegeben wird, ist Bildung. b) Der Norden und der Suden in der deutschen 
Literatur. 

Redeiibungen. 
1. Die Albigenser von Lenau. (Haslinger F.) — 2. Die Faustsage. 
(Baumgartel K.) — 3. Ahasver in Sage und Dichtung. (Haslinger F.) — 
4. Die Bauernkriege in Oberosterreich. (Pillwein M.) — 5. Auf Deutschlands 
hohen Schulen. (Pechmann F.) — 6. Das romische Unterrichtswesen. (Steindler 
S.) — 7. Rudolf Baumbach, sein Leben und Dichten. (Starker L.) — 8. Das 
deutsche Soldatendrama. (Gugenbauer G.) — 9. Die Meisterwerke des 
Quattrocento. (Nusko F.) — 10. Ferdinand von Saar. (Rziha F.) — 11. Heine 
als Denker. (Baumgartel K.) 

VIII. Klasse A. 

1. Welche Generate werden in Schillers „Wallensteins Lager" expo- 
nierend eingefuhrt? — 2. Der Krieg ist schrecklich wie des Himmels Plagen, 
doch er ist gut, ist ein Geschick wie sie. (Sch. A.) — 3. Schuld und Stihne 
in Schillers „Wallenstein". — 4. Die Entwicklung der Kultur im baben- 
bergischen Osterreich. (Sch. A.) — 5. Warum ist Italien das Land der 
Sehnsucht fur so viele? — 6. Weshalb haben die griechischen Bildhauer den 
Laokoon nicht schreiend und weinend dargestellt? (Sch. A.) — 7. Charakteristik 
der alten Deutschen. (Nach der Germania des Tacitus.) — 8. Schicksal und 
Anteil. (Erklarung der Oberschrift des ersten Gesanges von Goethes 
^Hermann und Dorothea".) (Sch. A.) — 9. Wem Gott will rechte Gunst er- 
weisen, den schickt er in die vveite Welt. — 10. Der Wirt zum goldenen 
L6wen. (Eine Charakterschilderung nach Goethes „ Hermann und Dorothea".) 
(Sch. A.) — 11. Pfemysl Ottokar auf dem Hohepunkt seiner Macht. (Nach 
Grillparzers „K5nig Ottokars Gluck und Ende".) — 12. Maturitatspriifun^s- 
arbeit. a) „Nicht das Herz nach sdnem Wunsche, nach der Pflicht frag' dcin 



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42 

Gewissen." 6) StrOme sind Kulturadern der Lander. (Mit besondercr Beruck- 
sichtigung unserer Monarchic.) c) Das Erbe der antiken Welt. 

Redeubungen. 
I. Der oberSsterreichische Bauernaufstand unter Stephan Fadinger. 
(Heiserer A.) — 2. Die Kultur der alten Inder. (Glaser A.) — 3. Der deutsch- 
franzosische Krieg. (Dopplinger J.) — 4. Ober Franz Liszts Leben und 
Wirken. (Glas I.) — 5. Die Charaktere in Goethes „ Hermann und Dorothea". 
(Huber A.) — 6. Hans Sachs als Dramatiker. (Gerbert v. Hornau V.) — 

7. Die politischen Lyriker der Achtzigerjahre. (Rufiegger A.) — 8. Goethes 
Jugend nach „Dichtung und Wahrheit". (Jonke F.) — 9. Ober Josef Freiherr 
von Eichendorff. (Neumann G.) 

VIII. Klasse B. 

Nr. 1, 3, 5, 7, 9, 11, 12 wie dieselben Nummern in VIII A. — 2. „Gef&hr- 
lich ist's den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn; jedoch der 
schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn." (Sch. A.) 

— 4. Die Babenberger und die groflen geschichtlichen Ereignisse des 12. 
und 13. Jahrhunderts. (Sch. A.) — 6. Darf der dramatische Dichter infolge 
physischen Schmerzes seinen Helden weinen und schreien lassen? (Sch. A.) — 

8. Was erfahren wir aus dem ersten Gesange von Goethes „ Hermann und 
Dorothea" (iber Ort, Zeit und Personen der Handlung? (Sch. A.) — 10. Der 
Gang der Handlung in Goethes „ Hermann und Dorothea". (Sch. A.) 

Redeubungen. 
1. Die Durchquerung des Totengebirges. (Homolka A.) — 2. Das 
deutsche Volksepos. (Gerhardinger H.) — 3. Ferdinand von Saar. (Lux F.) 

— 4. Das Automobil und seine Bestandteile. (Maior v. Varano K.) — 
5. Von Hamburg in das nordfriesische Wattenmeer. (Rechber^er J.) — 6. Sieg- 
fried in Richard Wagners n Ring der Nibelungen". (Lutz J.) — 7. Eichendorff 
als Dichter. (Schicho S.) — 8. Traum ein Leben. (Langer L.) — 9. Die 
Schauspiele der Romer. (Gindelstrafier M.) — 10. Der Apotheker in Goethes 
„ Hermann und Dorothea". (Stockinger R.) 



V. Vermehrung der Lehrmittelsammlungen. 

A. Bibliothek. 
a) Lehrerbibliothek. 

(Kustos: Prof, Ernst Sewera.) 

1. Durch Schenkung: 

Vom k. k. Ministerium fiir Kultus und Unterricht : A. Auerspergs (A. Grilns) 

politische Reden und Schriften. — Friedr. Schlegels Briefe an Frau Christine 

v. Stransky, geb. Freiin v. Schleich. — Grillparzers GesprSche und Charakte- 

ristiken, III. 



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43 

Vom oberosterreichischen Landesausschusse: Bcrichte iiber die Verhand- 
lungen des oberosterreichischen Landtages 1907 samt den stenographischen 
Protokollen. 

Vom hockwurdigsten bischbf lichen Ordinariate: Schematismus der Geistlichkeit 
der Di6zese Linz fiir das Jahr 1907. 

Vom Burgermeisteramte: Rechenschaftsberichtdes Gemeinderates der Landes- 
hauptstadt Linz iiber seine Tatigkeit im Jahre 1906. 

Vom Verwaltungsrate des Museums Francisco Carolinum: 66. Jahresbericht 
nebst der 60. Lieferung der Beitrage zur Landeskunde von Osterreich ob 
der Enns. 

Von der Allgemeinen und Stddtischen Sparkasse Linz: Jahresabschliisse 
fur 1906. 

Vom Turnverein Linz: Jahresbericht iiber das Jahr 1907. 

Von der Redaktion des „ Wiener deutschen Tagblatt" : Die Entfuhrung der 
ungarischen Krone im Jahre 1440 und ihre Folgen von H. Heidenwolf. 

Vom Direktor Christof Wiirfl: Mitteilungen des Vereines fiir Geschichte 
der Deutschen in Bohmen. 46. Jahrg. 

Vom Prof. A. Sauer: Jahrbuch des Vereines fiir wissenschaftl. Padagogik, 
40. Jahrg. 

Vom Prof. Dr. Konig: Pohlig, Eiszeit und Urgeschichte des Menschen. 

Vom Prof. Dr. Klug: Drei Werke. 

Vom Prof. Dr. A. Schiefier: Vier Werke. 

Vom Prof. Dr. Evermod Hager: J. Baldes Werke. 

2. Durch Kauf: 

a) Zeitschriften: Verordnungsblatt fiir den Dienstbereich des k. k. Mini- 
steriums f. Kultus und Unterricht. — Jahrbuch des hoheren Unterrichtswesens. 
— Zeitschrift f. d. osterr. Gymnasien. — Z. f. d. Realschulwesen. — Neue 
Jahrbucher f. d. klassische Altertum u. s. w. — Wochenschrift fur klassische 
Philologie. — Berliner archaologischer Anzeiger. — Z. f. d. deutschen Unter- 
richt v. O. Lyon. — Historische Z. v. Sybel und Meinecke. — Z. f. Schul- 
geographie. — Petermann, Geogr. Mitteilungen, hg. v. A. Supan. — Z. f. 
osterr. Volkskunde, red. v. Haberlandt. — Z. f. d. phys. u. chem. Unterricht 
v. Poske. — Lehrproben u. Lehrgange v. Frick und Richter. — Monatsblatt 
der numismatischen Gesellschaft in Wien. — Mitteilungen der Gesellschaft 
f- deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, hg. v. Kehrbach. — Korper 
und Geist. — Monatschrift f. Gesundheitspflege. — Biologisches Zentralblatt. — 
Vierteljahrsberichte des Wiener Vereines zur F6rderung des physikalischen 
und cheraischen Unterrichtes. 

b) Werke: Allgem. deutsche Biographic 53. Bd. — Meyers grofies Kon- 
versationslexikon. 6. Aufl. — Heymanns G., Die Gesetze und Elemente des 
wissenschaftl ichen Denkens. — W. Dilthey, A. Riehl u. a. ; Systematische 
Philosophic Aus „Kultur der Gegenwart". I, 6. — Die Mittelschulenquete. 



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44 

Stenographisches Protokoll. — • Rein, Enzyklop. Handbuch der Padagogik. 
6., 7. Bd. — Dr. Loos J., Enzyklop. Handbuch der Erziehungskunde. II. Bd. 

— Kraus F. X., Geschichte der christlichen Kunst, II, 2. — Cathrein Viktor, 
Moralphilosophie. — Wilamowitz-Mollendorff U. v., Krumbacher K. u. a., Die 
griechische und lateinische Literatur und Sprache. Aus „Kultur der Gegen- 
wart". I, 8. — Stahl, J. M., Kritisch-historische Syntax des griechischen Ver- 
bums der klassischen Zeit. — Hauptmann Gerhard, Werke. — Ibsen Henrik, 
Werke. Volksausg. — Thesaurus linguae lat. — Paul H., Grundrifl der 
german. Philologie. III. Bd. — Helmolt H. F., Weltgeschichte. IX. Bd. — 
Weber-Baldamus, Geschichte 1., 2., 4. Bd. — Pastor, Geschichte der Papste. 
IV, 2. — A. Fournier, Napoleon I. — Weber- Wellstein, Enzyklopadie der 
Elementar-Mathematik. III. — Frick, Physikal. Technik. II, 1. — A. Kerner 
v. Marilaun, Pflanzenleben. — F. Ratzel, Ober Naturschilderung. — Wein- 
schenk E., Grundzuge der Gesteinskunde. — Tait P. G., Elementares Hand- 
buch der Quaternionen. — Das Ferollsche neue Rechnungsverfahren. 

Der Zuwachs betragt an Fortsetzungen 88 Bande, an neuen Werken 
140 Werke mit 164 Banden. Gesamtstand : 4984 Werke mit 10.645 Banden. 

b) Programmsammlung. 

(Kustos: Prof. Dr. Evermod Hager.) 

Die Programmsammlung wurde um 766 Nummern vermehrt (372 6ster- 
reichische und 394 deutsche und bayrische Programme). Gesamtstand: 26.029. 

c) Sehulerblbllothek. 

(Kustos: Prof. Anton Sauer.) 

1. Durch Schenkung. 
Gespendet haben: Herr Pro/./. Hebenstein 1 Bd., die Schiiler Rufiegger A. 
(VIII A) 3 Bde., Wildmoser F. (VIII A) 1 Bd. 

2. Durch Kauf. 
Holczabek und Winter, Sagen und geschichtliche Erzahlungen der Stadt 
Wien. — Klasing, Buch der Sammlungen. — Veltze, Osterreichs Thermo- 
pylen. — Gerber Dr. P., Die menschliche Stimme und ihre Hygiene. — 
Abelsdorff G., Das Auge des Menschen u. s. w. — Bloch Dr. L., Romische 
Altertumskunde. — Schwarzenberg A., Romische Altertiimer. — Brentano 
CI., Ausgewahlte Gedichte. — Brors, Die Wahrheit. — Finsler, Homers Ilias. 

— Henke, Vademekum fur die Homer-Lekture. — Grimme, Deutsche Weisen. 

— Hensel L. M., Lieder. — Jiriczek, Deutsche Heldensage. — Keller Paul, 
Gold und Myrrhe, In deiner Kammer. — Klug, Lebensfragen. — Nilkes, 
Schutz- und Trutzwaften. — Mogk, Germanische Mythologie. — Seeber, 
Der ewige Jude. — Storm, Gedichte. — Vierhapper und Linsbauer, Bau 
und Leben der Pflanzen. — Wichner, An der Hochschule, Im Frieden des 



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45 

Hauses, Jahresringe, Zeitvertreib. — Zugmayer, Eine Reise durch Island. — 
Baumberger, Blaues Meer und schwarze Berge. — Duhn, Pompei. — Greif M., 
Gedichte, Neue Lieder. — Heyl, Auf stiirmischer Fahrt. — Landsteiner, 
Die Geister des Sturmes. — Meyr M., Erzahlungen aus dem Ries. — Morawski, 
Abende am Genfer See. — Muther, Geschichte der Malerei. — Netoliczka, 
Bilder aus der Geschichte der Physik. — Saar F., Camera obscura, Novellen 
aus Osterreich. — Stinde, Die Familie Buchholz. — Ziebarth, Kulturbilder 
aus griechischen Stadten. 

Auflerdem wurden 5 Bande als Ersatz fur schadhaft gewordene Exem- 
plare angeschafft; ausgeschieden wurden zwei Bande. 

Der Zuwachs betrug daher 41 Werke in 62 Banden. 

Die Zahl der Entlehnungen betrug (bis i.Juni) 1744. 

d) Unterstfttzungsbibliothek. 
(Kustos: Prof, fulius Hebenstein.) 
K Durch Schenkung. 
Von den Herren Verlegern 85 Schulbucher, ferner von Herrn Regierungs- 
rat Wiirfl I Lexikon. Dann spendeten die ehemaligen Schiiler des Gym- 
nasiums Wirth f (1 Bd.), Rabender F (12 Bde.), Weidinger E. (1 Bd.), Zier- 
linger J. (7 Bde.) und Ruth H. (3 Bde.), schliefllich die SchQler der Anstalt 
Nadler W. (II A) 3 Bde., Haller E. (Ill A) 1 Atlas, Kohout O. (Ill B) 5 Bde., 
Schubert R. (VIII A) 1 Bd., Wildmoser F. (VIII A) 3 Bde., Holscher F. {VIWB) 
16 Bde., Skutetzky R. (VIII» 1 Bd. 

2. Durch Kauf. 
1 13 Bucher. 
Der Zuwachs betragt daher 253 Schulbucher. 

B. Physikalisches Kabinett. 

(Kustos: Prof Oskar Hantschel.) 
Ein Rowlandsches Beugungsgitter mit Halter, Funkentischchen und Stativ. 
— Kryophor. — R6ntgenrohre. — Galvanoplastischer Apparat. — Ein Paar 
grofie Schulelektroskope. — Verschiedene Gerate. 

C. Naturhistorisches Kabinett. 

(Kustos: Prof Dr. Anion Konig^j 
I. Durch Schenkung. 
Verschiedene Naturalien spendeten Prof. F. Schneider, Dr. /. Z. Piertr, 
Frau Oberinspektorswitwe Langer, Bezirksarzt Dr. Veitl, G. Wurdinger, die 
Schuler Hakenbuchner (I A), Stihkelh (II B), Erndl (II A), Bogsrucker (II A), 
Wteser (III B), Danzer (III A), Werkgartner (V B). An der Beistellung frischer 
Pflanzen fur den Unterricht beteiligten sich die Schuler der I. und II. Klasse. 



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46 

2. Durch Kauf. 
42 Stack ausgestopfte Vfigel, 1 Ziesel, 11 Insektenbiologien, 13 Stuck 
typische Kristalle, 5 zoologische, I botanische Wandtafel. 

Stand dcr Sammlungen am Endc des Schuljahres 1907/08: 

a) Zoologische Sammlung: 1237 Numtnern mit 8376 Stucken. 

b) Botanische Sammlung: 48 Herbarfaszikcln mit etwa 6000 Stucken und 
331 sonstige botanische Gegenstande. 

c) Mineralogische Sammlung: 21 16 Nummern mit 3495 Stucken. 

d) Wandtafeln und Karten : 624 StQcke und 7 Bande Tafelwerke. 

D. Archaologische Sammlung. 

(Kustos: Pro/. Franz X. Lehner.) 
Geschenke: Homerischer Webstuhl (nach der Zeichnung in Chr. Harders 
Schulworterbuch zu Homer angefertigt von Starker L. VII £). — Turschlofi 
(angefertigt von Krenn F. VIII A). — Karte der Troas (nach Dorpfelds 
„Troia und Ilion", gezeichnet von Brachmann G. VI £). 

E. Historisch-geographische Sammlung. 

(Kustos: Prof. Dr. Anton Schiefier. 

1. Durch Schenkung. 

Steinbeil (neolithisch) aus dem Bodensee, Geschenk des Museums 

Francisco Carolinum. Bilder spendeten die Schuler Hain /., Kepplinger H. f 

Koschek A., Mayer K, Moser /., Ranch /., Strixner /., Wieser G. und 

v. Winternitz G. (Ill B). 

2. Durch Kauf. 

Karten: v. Haardt, Schulwandkarte der Alpen. 

Bilder: Bode-Knapp, Meisterwerke der Malerei (alte Meister). — Holzels 
Wandbilder, Rom. 

Modelle: Wagner, Lehrmittel zur Einfuhrung in das Kartenverstandnis. 

Gegenvvartiger Stand der Sammlung: 1 Tellurium, 10 Globen, 8 At- 
lanten, 171 Wandkarten, 5 Reliefs, 158 Bilder zur Geschichte, J2 Bilder zur 
Kunstgeschichte, 109 geographische Bilder, 104 Stereoskopbilder, 2 Stereo- 
skope, 5 Gipsmodelle, 1 Holzmodell, 1 Drahtmodell, 8 Terrainzeichnungen 
auf Leinwand, 27 Texterlauterungen, 12 Varia. 

F. Lehrmittel fur den Gesangunterricht. 

(Kustos : Gesanglehrer Franz Neuho/er.) 

Zuwachs durch Schenkung: Gespendet vom Herrn Fabriksbesitzer Starker: 
Zwei Pilgergesange von Rich. Wagner (aus Tannhauser). — Vom Vereine Kinder- 
hort: Reiter Jos., Weihnachten (gem. Chor). 

Durch Kauf: Brunner, Einfalt und Prammer: Chorgesangschule, III. Teil; 
Franz Neuhofer, Missa: Deo gratias (f. gem. Chor u. Orgel). 



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47 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 127 Nummern mit 3286 Stimmen; 
davon entfallcn 77 Nummern mit 1533 Stimmen auf kirchliche, 50 Nummern 
mit 1753 Stimmen auf weltliche Tonwerke. 

G. Lehrmittel fur Freihandzeichnen. 

(Kustos: Direktor Karl Feuscher.) 
Durch Kauf wurden erworben: 33 Stuck Flachmodelle samt Mappe, 
3. Folge (7 rundliche Formen), 4. Folge (11 runde Formen), 1 Saugetier, 

3 Vogel, 1 Pflanzenmodell. 

Gegeo war tiger Stand der Sammlung: 10 Vorlagewerke mit 604 Blattern, 

4 Bucher, 2 Bande geprefiter Blatter, 3 Apparate, 2 Drahtmodelle, 148 Holz- 
modelle, 127 Gipsmodelle, 24 Tonmodelle, 11 farbige Glasgef&fle, 5 Muscheln, 
9 Tonfliesen, 21 Schmetterlinge, 17 Vogel, 3 S&ugetiere, 9 Werkzeuge, 
^3 Flachmodelle, 18 Formen, 1 Pflanzenmodell. 

H. Miinzensammlung. 

(Kustos: Prof. Franz X. Lehner.) 
Geschenke der Schiiler: Kcpplinger H* (III A) 3-Kreuzerstflck (Franz I.), 
I Silberkreuzer 1856. — Czechowski O. (II A) Fiinf-Gulden-Wiener-Stadt- 
Bankozettel 1806. — Feil K. v. (VII A) Erinnerungsmedaille an die Hin- 
richtung Ludwig XVI. von Frankreich (Messing). 



VI. Unterstutzung der Schiller. 

A. Stipendien. 

Die Anstalt ist in der gliicklichen Lage, allj&hrlrch eine grOflere Anzahl 
von Stipendien und darnnter solche mit einem bedeutenden Betrage zu be- 
sitzen. Nur dadurch wird es emzelnen strebsamen, aber von Haus aus ganz 
nnbemittelten Schalern ermflglicht, ihr Fortkommen zu finden und die lange 
Srndienbahn am Gymnasium zu vollenden. Die Hflhe der Betrftge belief sich 
im Ben'cbtsjabre: 



ei 


2 Stipendien auf.je . . 


K 


IOO* — 


= 


K 


2O0* — 


r> 


I Stipendium auf . . 


n 


105-— 


= 


r> 


I05- — 


n 


1 » r> - • 


» 


I20' — 


= 


n 


i2cr — 


n 


3 Stipendien auf je . . 


n 


132*— 


= 


V 


39°'— 


V 


5 j) n • • 


n 


I40* — 


= 


n 


700* — 


V 


1 Stipendium auf . . . 


n 


I52-— 


= 


11 


152 — 


n 


* n r> 


r> 


i6o - — 


= 


T) 


160- — 


Tf 


9 Stipendien auf je . . 


n 


2 OCT — 


= 


v 


1800* — 


n 


1 Stipendium auf . . 


71 


220' — 


= 


n 


220' — 


n 


1 n • • 


Y) 


232j- 


=== 


n 


232.— 

4 



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48 



bei 


3 Stipendien auf je . . 


. K 267-06 


== 


K 


8oi'i8 


V 


2 * i> • • 


• » 300-— 


= 


» 


6oo* — 


n 


I Stipendium auf . , 


■ • „ 320-— 


= 


D 


320-— 


n 


I » ii - • 


- . » 350'— 


== 


r> 


35°'— 


n 


' » » • • 


. „ 382-20 


= 


T) 


382-20 


n 


23 Stipendien auf je . . 


. » 420-— 


= 


n 


9660- — 


n 


1 Stipendium auf . . 


. „ 6oo'- 


= 


V 


6oo- — 


n 


I » a ■ 


„ 68o«— 


= 


n 


68o-— 



bei 58 Stipendien im ganzen auf K 17478*38 

Der Betrag von 40 K, der von den Interessen der Honauer-S chillers tiftung 
von dem Herrn Biirgermeister Dr. Franz Dinghofer der Anstalt zugewiesen 
wurde, wurde unter 8 vSchuler der I. Klasse zu gleichen Quoten verteilt. 

Der Zinsertrag der Alfred-Baron-Puthon-S tiftung in der HShe von 103 K 

19 h wurde vom Berichterstatter im Einvernehmen mit den Ordinanen und 
den katholischen Religionslehrern in beiden Abteilungen der VII. Klasse dem 
Schuler der VII B. Klasse Heinrich Mairhuber zuerkannt. 

B. Lokales Unterstiitzungswesen (Unterstiitzungsverein). 

Die Unterstiitzungen, welche der studierenden Jugend von der durch 
einen hohen Wohltatigkeitssinn ausgezeichneten Bevolkerung der Landeshaupt- 
stadt und des ganzen Kronlandes zugewendet werden, sind so mannigfach, 
dafi sie im einzelnen nicht ausgewiesen werden konnen. Es sei nur im all- 
gemeinen erwahnt, dafi Korperschaften, Anstalten und Einzelpersonen der 
armen Schuler mit warmem Wohlwollen gedenken und ihnen bei den ver- 
schiedensten Anlassen hilfreich zur Seite stehen und dafi insbesondere die 
Gastlichkeit zahlreicher F^amilien durch Gewahrung von Freitischen glanzend 
zum Ausdrucke kommt. 

Recht segensreich wirkt auch der an der Anstalt bestehende Unter- 
stiitzungsverein. Er hat im Berichtsjahre 114 Schuler mit Geldbetragen zu 

20 bis 40 K und 8 Schuler mit warmen Kleidern bedacht, in einem Falle ge- 
wahrte er eine grofiere Krankheitsaushilfe (60 K). Der Armenbibliothek widmete 
er wieder 200 K und tragt so von Jahr zu Jahr zur Vermehrung ihres Bticber- 
bestandes betrachtlich bei. Welche Anforderungen an diese Buchersammlung 
gestellt werden, mag daraus ersehen werden, dafi im verflossenen Schuljahre 
1004 Lehrbucher und 50 Atlanten aus ihr entlehnt wurden. 

Die Gesamtausgaben des Vereines fiir Unterstiitzungen beliefen sich im 
Berichtsjahre auf 3969 K 22 h. 

Der Verein hat aufierdem aus dem Peter- Riepl-Fonds und aus der Ozl- 
berger-Widmung, die beide unter seiner Verwaltung stehen, den Schulern Josef 
Reder (IV B) und Heinrich Gleifiner (IV A) je 80 K zugewendet. 

Trotzdem der Unterstiitzungsverein alljahrlich seiner Aufgabe in vollem 
Mafie nachkommt, ist sein Vermogen, von giinstigen Umstanden unterstutzt, 



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49 

doch im Laufe der Zeiten zu einer nicht gewShnlichen H6he angewachsen 
und belauft sich gegenwartig auf 60.098 K 20 h. Der Peter- Riepl-Fonds be- 
tr *g* 3588 K 84 h und die Ozlberger-Widmung 2164 K 78 h. 

Ein hochherziges Vermachtnis eines Jugendfreundes wird seinerzeit als 
Julius-Lamla-Stiftung (mit einem Kapital von betlaufig 16.000 K) der Anstalt 
weitere bedeutende Mittel zur Verfiigung stellen, um auf dem humanitaren 
Gebiete nocb erfolgreicher wirken zu konnen (vergl. dariiber unter B Chronik"). 

Der Ausschufi, der im Berichtsjahre die Vereinsgeschafte besorgte, war 
in folgender Weise zusammengesetzt: 

Vorstand : 
Christoph WUrfl, k. k. Regierungsrat, Gymnasialdirektor. 

Ausschufimitglieder: 
a) Von der Generalversammlung gew&hlt: 
Alois SchieBer, k. k. Oberlandesgerichtsrat d. R. 
Alois Walcher, Direktor der k. k. Taubstummenlehranstalt. 
Heinrich Korb, VerlagsbuchhSndler. 

Michael Breuer, k. k. Oberfinanzrat, \ 

Dr. Julius LScker, k. k. Statthaltereirat und Landessanitatsrei'erent, \ Ersatz- 
Johann Scherzl, Realitatenbesitzer, J mfinner - 

b) Von dem Lehrkorper die k. k. Prof^ssoren gewahlt: 
Ludwig BermarischUlger (Schriftfiihrer). 
Franz Lehner (Kassier). 
Anton Popek. 
Josef Strigl. 
Dr. Anton K6nig. 

Der Verein zahlt 46 griindende und 229 beitragende Mitglieder. 



VII. Verfiigungen der vorg-esetzten Behorden. 

1. Min. Erl. v. 19. Oktober 1907, Z. 32133. — L. Sch. R. Erl. v. 29. Ok- 
tober 1907, Z. 4995. Die Obertragung der Noten aus dem Maturitatszeug- 
nisse der Mittelschule in das Reifezeugnis der Lehrerbildungsanstalt hat nur 
aus jenen Gegenstanden zu erfolgen, welche an der betreffenden Mittelschule 
obligat gelehrt werden. 

Aus jenen Gegenstanden, welche an der Mittelschule nur unverbindlich, 
an der Lehrerbildungsanstalt aber obligat gelehrt werden, sind dagegen diese 
Kandidaten einer Priifung zu unterziehen. 

2. Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse 
vom 29. Februar 1908, Z. 10053 — L. Sch. R. Erl. v. 9. Marz 1908, 
Z. 1446 — folgende Anordnung betreffend den Unterricht in der Physik 
wahrend des II. Semesters der VIII. Klasse getroffen: 



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50 

„Da die Physik kiinftighin an Gymnasien nicht mehr em eigener Gegen- 
stand der ReifeprGfung sein wird, eine Zusammenfassung und Befestigung der 
Kenntnisse in diesem Fache jedoch sehr wichtig erscheint, finde ich anzuord- 
nen, dafi bis auf wei teres wahrend des II. Semesters im Stundenplane der 
VIII. Klasse eine vierte wGchentliche Stunde fQr Physik ausschliefilich zur 
Wiederholung angesetzt werde. 

„Durch diese Wiederholung ist tunlichst auf eine sichere Kenntnis der 
Grunderscheinungen sowie der Grundgesetze — und im Rahmen des vor- 
geschriebenen Lehrstoffes — auf die Einsicht in deren wichtigste gegenseitige 
Beziehungen, ferner auf das Verstandnis der in das Gebiet der Physik fallen- 
den Erscheinungen der uns umgebenden Natur und namentlich jener des tag- 
lichen Lebens wie auch auf das Verstandnis der wichtigsten technischen Ein- 
richtungen (mit Ausschlufi konstruktiver Einzelheiten), endlich auf einige 
Obung in der Losung physikalischer Aufgaben ohne besondere mathematische 
Schwierigkeiten hinzuwirken. 

„Zu dieser Wiederholung sind die Schuier planmafiig anzuleiten und 
schon im vorhinein auf jene Punkte aufmerksam zu machen, auf die besonderes 
Gewicht zu legen ist. 

„In der Schule hat die Wiederholung hauptsachlich in Obungen, in ge- 
meinsamer Arbeit des Lehrers und der Schuier zu bestehen. Wenn dabei 
auch ein eigentliches zeitraubendes Priifen vermieden werden soil, so sind 
doch die Leistungen der Schuier zu beobachten und bei der Klassifikation 
am Schlusse des Schuljahres entsprechend zu berticksichtigen. , ' 

3. Verordnung des Herrn Ministers fur Kultus und Unterricht vom 
29. Februar 1908, Z. 1005 1, womit eine neue Vorschrift fiir die Abhaltung 
der Reifepriifungen an Gymnasien der im Reichsrate vertretenen KSnigreiche 
und Lander erlassen wird. (Separatabdrticke davon sind um den Preis von 
20 h beim k. k. Schulbucherverlage in Wien I., Schwarzenbergstrafie 5, zu 
haben.) — Dazu der Erlafi des k. k. o. 6. Lantlesschulrates vom 1 1. Marz 1908, 
Z. 1444, der einzelne Anordnungen zu dieser Vorschrift trifft. 

4. Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse 
vom 12. Marz 1908, Z. 10632 — L. Sch. R. Erl. v. 23. Marz 1908, 
Z. 1944 — gestattet, dafi auch auf die Dauer von weiteren fiinf Jahren, dem- 
nach bis einschliefllich 19 1 2/19 13, von den Schfllern des Staatsgymnasiums 
in Linz der erhOhte Lehrmittelbeitrag von 4 K eingehoben wird. Be- 
diirftigeren Schiilern ist dieser Beitrag auf ihr motiviertes Ansuchen auf 
2 K zu ermafiigen. 

5. Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat rait dem Erlasse 
vom 2. April 1908, Z. 15509 — L. Sch. R. Erl. v. 13. April 1908, Z. 2468 — 
im Nachhange zu der Ministerialverordnung vom 29. Februar 1908, Z. 1005 1, 
hinsichtlich der Durchfuhrung der neuen Vorschriften fflr die Abhaltung der 
Reifepriifungen an Gymnasien, beziehungsweise an Realschulen nahere Be- 
stimmungen getroffen. 



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51 

VIII. Reifepriifungen. 

Im Schuljahre 1907. 

a) Im Sommertermine. 
Die mfindliche Priifung wurde teils unter dem Vorsitze des Herrn k. k. 
Landesschulinspektors Dr. Jose f Loos, teils unter dem des Direktors des bischof- 
lichen Gymnasiums in Urfahr Herrn Dr. Johann Zochbaur vom 21. bis 28. Juni 
abgehalten. 



Zur Prufung haben sich gemeldet 


Offentliche 
8ch0ler 


Extemisten j 

i 


45 
1 
2 

42 

10 

26 

1 

5 


1 
1 


Nach dem Ergebnisse der schriftlichen Prufungen warden zurack- 
gewiesen 


Nach dem Ergebnisse der Klassifikation des II. Semesters wurden 

zur mundlichen Priifung nicht zugelassen 

Vor der mundlichen Prufung traten zuruck 


Der mundlichen Priifung unterzogen sich 


Darunter zum zweitenmal 


I reif mit Auszeichnung 

Approbiert wurden < 

Reprobiert wurden auf I Jahr 

Zu einer Wiederholungsprufung wurden zugelassen 



b) Im Herbsttermine. 

Die (unvollstandigen) schriftlichen Prufungen wurden am 24., 25. und 
27. September 1907 abgehalten, und zwar wurden folgende Themen gegeben: 

Cbersetzung aus Latein: Tacitus, Annal. VI. 56 u. 57 (teilweise). 

Cbersetzung ins Latehi: Demosthenes und Cicero (Drenckhahn, Abitu- 
rienten-Extemporalien Nr. 15). 

Cbersetzung aus dem Griechischen: Xenophon, Hellenica, lib. I, cap. V, 

§§ I -14. 

Die mundliche Priifung fand am 28. September 1907 unter dem Vor- 
sitze des Herrn k. k. Landesschulinspektors Dr. Josef Loos statt. 



Der schriftlichen Priifung unterzogen sich 


Offentliche 
SchQIer 


Extemisten 


4 

4 

1 
6 


1 


Darunter aus einem Gegenstande . 


Nach dem Ergebnisse derselben wurden zuriickgewiesen . . . 
Nach dem Ergebnisse der Wiederholungspriifungen des II. Se- 
mesters wurden zur mundlichen Priifung nicht zugelassen 

Vor der mundlichen Priifung traten zuriick 

Der mundlichen Priifung unterzogen sich 



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52 



Darunter solche, die blofi aus einem Gegenstande die Prufung 

wiederholten 

Zum zweitenmal unterzogen sich der Prufung 

( reif mit Auszeichnung 

Approbiert wurden < 

Reprobiert wurden auf ein Jahr 


Offentliche 
SchOler 


Extemisten 


5 

6 




Reprobiert wurden auf unbestimmte Zeit 





Verzeichnis der im Sommer- und Herbsttermin 1907 approbierten 

Abiturienten. 

(Die mit * bezeichneten Abiturienten erhielten ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung.) 











Dauer 




P. 

N. 


Name 


Geburtsort und 
Vaterland 


Lebens- 
alter, 
Jahre 


der Gym- 
nasial- 

studien, 
Jahre 


GewShlter 

Beruf 
(Studium) 


I 


Artmann Franz . . 


Pottendorf, Niederost. 


22 


8 


Beamtenstand 


2 


Balthasar Stephan 


Olmiitz, Mahren 


18 


8 


Jus 


3 


Beyer Josef .... 


« » 


20 


9 


Medizin 


4 


Bohm Johann . . . 


Frankenberg, Oberost. 


22 


8 


Bodenkultur 


5 


♦Brachmann Wilhelm 


Liebenau, „ 


19 


8 


Beamtenstand 


6 


Brunner Alfred 


Linz, 


18 


8 


Jus 


7 


*Commenda Johann . 


n »» 


18 


8 


Philosophic 


8 


*Dessl Josef .... 


Zwettl n 


19 


8 


n 


9 


Drasch Heinrich . . 


Steyr 


20 


8 


Jus 


10 


Feigl Josef . . 


Linz, n 


20 


9 


„ 


ii 


v. Feil Alois . . . 


Leonfelden, 9 


20 


8 


Theologie 


12 


Floderer Wilhelm . 


Linz, 


21 


9 


Medizin 


*3 


Franck Heinrich . 


»i n 


19 


8 


Kaufmanns- 
stand 


»4 


Haiberger Leopold 


Kirchberg a. D., B 


20 


8 


Theologie 


! 5 


♦Handel-MazzettiPaul, 
Freiherr von . . . 


Hermannstadt, Ungarn 


20 


8 


Jus 


16 


Hirschal Helmut 


Triest, Kiistenland 


18 


8 


Medizin 


»7 


Holter Alfred . . . 


Wels, Oberosterreich 


20 


8 


Bildende 
Kiinste 


18 


Kern Viktor . . . 


Linz, „ 


18 


8 


Technik 


*9 


Kirch enberger Karl 


Olmutz, Mahren 


18 


8 


» 


20 


Lebschy Moritz . . 


Linz, Oberrosterreich 


20 


9 


Beamtenstand 


21 


Lehner Wolfgang 


Freistadt, „ 


19 


8 


Medizin 


22 


Lekisch Edmund 


Wien, Niederosterr. 


19 


8 


n 


^3 


♦Luegmayer Walter . 


Wels, Oberosterreich 


20 


9 


i» 


-4 


Meditz Max .... 


Linz, B 


19 


8 


Jus 



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53 



Im Schuljahre 1908. 

a) Im Sommertermine. 
Die schriftlichen Priifungen wurden am 25., 26. und 27. Mai abgehalten; 
zu ihnen waren samtliche 69 offentliche SchQler der Anstalt erschienen. 
Es wurden folgende Arbeiten gegeben: 
Themen im Deutschen: 

1. „Nicht das Herz nach seinem Wunsche, 
Nach der Pflicht frag' dein Gewissen!" 

2. StrOme sind Kulturadern der Lander. (Mit besonderer Beriicksich- 
tigung unserer Monarchic) 

3. Das Erbe der antiken Welt. 

Obersetzung aus Latein: Albii Tibulli 1. I. el. 10 (Quis fuit . . . .) mit 
Auslassung der Verse 15 — 18, 20 — 32, 46 f. Text nach L. Muller. 

Obersetzung aus Griechisch: Xenophon, Hell. VII. 5. 24 — 27. (Die 
Schlufikampfe in der Schlacht bei Mantinea.) 

Die miindliche Priifung wird vom 6. bis 15. Juli unter dem Vorsitze des 
Herrn Landesschulinspektors Dr. Josef Loos stattfinden; iiber ihr Ergebnis 
wird im Programme des Schuljahres 1908/09 berichtet werden. 



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54 



IX. Gesundheitspflege der studierenden Jugend. 

Der Gesundheitspflege, deren Bedeutung fiir das leibliche und geistige 
Wohl immer mebr gew&rdigt wird, wurde auch in diesem Scbuljabre die ge- 
buhrende Beachtung geschenkt. Im Sinne des Min. Erl. v. 15. September 1890, 
Z. 19097, betreffend die Forderung der korperlichen Ausbildung der Jugend, 
wurde am 20. November 1907 eine Konferenz abgehalten, in der die nach 
den hiesigen Verhaltnissen zu treffenden Veraostaltungen einer Er6rterung 
unterzogen wurden. 

Im Schulgebaude, in dem taglich iiber 600 Menschen aus- und eingehen, 
wurde auf Ordnung und Reinlichkeit in den Gangen, auf den Stiegen und 
in den Lehrzimmern gesehen und fur eine ausgiebige Luftung aller Schul- 
raume gesorgt. Das seit Jahren vorgenommene Tranken der Fuflbdden mit 
Staubol bewahrt sich gut und bildet ein wirksames Mittel gegen die in den 
Schulzimmern so lastige und schadliche Staubplage. Die alte, den modernen 
Anforderungen nicht mehr entsprechende Schuleinrichtung wird allmahlich ent- 
fernt und durch eine neue ersetzt, die hygienischen Riicksichten Rechnung 
tragt. Im abgelaufenen Schuljahre standen bereits in alien 8 Klassenzimmern 
der Unterstufe nach dem Rettig-Systeme gebaute Banke in Verwendung, die 
eine gute K6rperhaltung fflrdern. Bei gunstiger Witterung verbrachten die 
Schiiler die Erholungspausen urn 10 Uhr vormittags (20 Minuten) und um 
3 Uhr nachmittags (10 Minuten) im Garten der Anstalt, wo auch zum groflen 
Teile der Turnunterricht erteilt wurde. 

Gleich nach Beginn des Schuljahres wurde mit dem L. Sch. R. Erl. v. 
20. September 1907, Z. 4256, auf die M6glichkeit der Einschleppung der Blattern 
aus Wien und Umgebung hingewiesen und ersucht, samtliche Schiiler auf den 
hohen Wert der Impfung als sicherster Schatzmafiregel gegen die An- 
steckung mit Blatterngift aufmerksam zu machen. Der Berichterstatter hat die 
Schuler in diesem Sinne aufgeklart, was auch ein ganz entsprecbendes Er- 
gebnis zur Folge hatte. Wie nachher konstatiert wurde, waren von 603 
Schulern — dies war der Stand zur Zeit der DurchfQhrung dieser Maflregel — 
597 g e i m pft» unter diesen hatten sich 297 ein zweitesmal und mehrere ein 
drittesmal imp fen lassen. In einzelnen Klassen hatten sich so viele impfen, 
beziehungsweise wiederimpfen lassen, dafl weg^en der eingetretenen Reaktion der 
Turnunterricht zeitweise ausgesetzt werden muftte. Biofl 6 Schiiler sind bisher 
nicht geimpft, und zwar hat sich bei einem Schuler mit Riicksicht auf seine 
Konstitution der Arzt setbst gegen das Impfen ausgesprochen, bei den iibrigen 
5 erhoben deren El tern dagegen Einsprache. 

Die Jugendspiele nahmen im Herbste gleich nach Beginn des Schuljahres 
ihren Anfang und wurden, vom Wetter begiinstigt, bis zum 5. November 1907 
fortgesetzt. Im Frfihjahr 1908 wurden sie am 25. April wieder aufgenommen, 
leider wurde mancher Spieltag verregnet. Die Spiele fanden unter der Leitung 



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55 

dcr Tumlehrer Max Hirt und Max Richter, die von den Professoren Franz Lehner 
und Anton Tilp kraftig untersttitzt wurden, statt. Die Genannten scheuten 
kerne Muhe, urn die Spiele abwechslungsreich und dadurch stets neues Interesse 
erweckend zu gestalten; sie wurden denn auch von einem groflen Teile der 
Schuler mit unermtidlichem Jugendeifer betrieben. Gespielt wurde Dienstag 
nachmittags von l \ % b bis 7 Uhr (Oberstufe) und Samstag von ^25 bis 7 (Unterstufe 
in zwei Abteilungen) auf dem groflen Spielplatze bei der unteren Donaubriicke, 

Mit grofier Hingabe wurde auch im letzten Winter wieder dem Schnee- 
und EissporU gehuldigt. Zur BenvLtzung des Eisplatzes beim Volksgarten ge- 
laogten durch das Entgegenkommen des Bicycle-Klubs 30 Karten zu dem er- 
mafligten Preise von 2 K an bedilrftige Schuler zur Verteilung. Die flbrigen 
Schuler entrichteten fur eine Saisonkarte 4 K. Besonders iebhaft ging es 
beim Rodeln zu, fur das auf dem PQstlingberg eine treffliche Bahn hergerichtet 
war. Auch an Verehrem des Ski/ahrens und des Eissckufiens fehlte es nicht. 

Die stadtische Schwimmschule auf der Sir after au erfreut sich von Seite 
der studierenden Jugend des lebhaftesten Besuches. Vom stadtischen Schwimm- 
schulkomitee wurden der Anstalt 10 Stiick Freikarten und 22 Stuck Abonne- 
mentkarten zu dem ermafligten Preise von 4 K (fur den Schwimmunterricht) 
und 103 zu 2 K (fur Schwimmubungen) fflr dfirftige Schiller uberlassen. 
Auch war den Schfllern in der Badeanstalt der Frau M. Kogler an der Oberen 
Donaulande wahrend der ungunstigen Jahreszeit Gelegenheit geboten, jeder- 
zeit ein warmes Bad zu den ermafligten Preisen von 40 h (fiir unbemittelte) 
und 60 h (fur bemitteltere) zu nehmen. 

Das Schulerrudem, das ein vorzugliches Mittel fur die Entwicklung und 
Kraftigtmg des jugendlichen Korpers bildet und das zugleich bei der uner- 
lafllichen Unterordnung des einzelnen unter die Obungsleitung einen guten er- 
ziehlichen Einflufi auszuiiben geeignet ist, kann zwar, solange es bei uns 
keine besonderen Schfllerrudervereinigungen mit eigenen Bootshausera und 
Fahrzeugen wie in Deutschland gibt, zu keinem Massensporte werden, immer- 
hin ist aber durch das Entgegenkommen des Rudervereines ^Ister" einzelnen 
Schfilero der oberen Klassen die Gelegenheit geboten, diesen Sport zu be- 
treiben. Der Verein ^Ister" lafit die Schuler nicht blofl durch seine Mitglieder 
unterweisen, sonde rn stellt ihnen auch seinen reichen Bootspark zur Ver- 
fdgung. Wie beliebt das Rudern bei manchen SchQlern ist, mag daraus er- 
sehen werden, dafi einige in den Ferien selbst auf den Landaufenthalt ver- 
zichteten, nur um sich recht diesem Sporte hingeben zu kdnnen. Allerdings 
bildet der herrliche Donaustrom mit seinen reizenden Uferlandschaften eine 
Fahrstrafle, wie sie sich nicht leicht wiederfindet. 

Auch wurde eine Anzahl von Klassenausfliigen unternommen. Am 
2. Dezember ging Tumlehrer M. Richter mit der I. A Kl. in die Koglerauen, 
am 8. Januar Professor /. Deubler mit der IV. AK\. nach Bachl, am 11. Januar 
Professor Fr. Lehrur mit der V. A Kl. auf den PSstlingberg, am 26. Januar 
Tumlehrer M. Hirt mit der VI. AK\. iiber den PSstlingberg nach Ottensheim, 



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56 

am 8. Marz mit der I. B Kl. und am 22. Marz mit der III. 2? Kl. in die Kogler- 
auen, am 3. Marz Turnlehrer M. Richter mit der III. A Kl. in die Kogler- 
auen und am 29. Marz mit der I. A Kl. nach Ottensheim, am 18. Marz 
Dr. H. Ullmann mit der VII. B Kl. auf den Pfenningberg, am 21. April 
(Osterferien) unternahm der Turnlehrer M. Richter mit der IV. A Kl. einen 
Tagesausflug nach Spital am Pyhrn, zum Gleinkersee und nach Rofileithen, 
am 25. April ging Professor Fr. Lehner mit der V. A Kl. fiber den Pfenning- 
berg nach Steyregg, am 7. Mai Dr. H. Ullmann mit der I. A Kl. in den 
Kiirnberger Wald, am 10. Mai Dr. A. Seligmann und Dr. J. Milliner mit der 
VI. A Kl. nach Ottensheim, am 15. Mai Professor A. Tilp mit der V. B Kl. 
nach Wilhering, am 16. Mai gingen die Professoren A. Sauer, Dr. Ev. Hager 
und Dr. R. Klug mit je einer Gruppe der VIII. A und VIII. B Kl. fiber 
Puchenau, beziehungsweise durch den Kiirnberger Wald und fiber die Kogler- 
auen nach Ottensheim, am 18. Mai ging Dr. J. Milliner mit der IV. B Kl. 
nach Ottensheim, am 19. Mai Professor Fr. Schneider mit der IV. A Kl. nach 
Ottensheim, am 27. Mai Professor 0. Hantschel mit der VII. B Kl. fiber die 
Koglerauen nach Ottensheim, am 3. Juni Dr. A. Seligmann mit der II. B Kl. 
nach Rottenegg und am 4. Juni Professor Dr. K. Gugler mit der I. B Kl. 
fiber den Pfenningberg nach Steyregg. Auch in den letzten Tagen des 
Schuljahres fanden noch einzelne Ausflfige statt. 

In den grofien Ferien unternehmen alljahrlich viele Schfiler grflBere 
Touren, selbst Hochgebirgstouren; erfreulicherweise sind auch die unbemittelten 
von der lustigen Wanderschaft nicht ausgeschlossen, da ihnen sowohl der 
Deutsche und Osterreichische Alpenverein als auch die Zentralleitung der deutschen 
Studenten- und Schulerherbergen in Hohenelbe fiber Ersuchen der Direktion 
bereitwilligst Legitimationen ausstellt, mit denen sie zahlreiche Herbergen be- 
nfitzen konnen. 

Der Gesundheitszustand war im allgemeinen befriedigend. Die Influenza, 
die im letzten Winter in Linz stark auftrat, hat selbstverstandlich auch unsere 
Anstalt nicht verschont und insbesondere in den Monaten Januar und Februar 
erreichten die Schulversaumnisse eine nicht gewdhnliche Ho" he; zum Glfick 
nahmen die meisten Falle einen leichten Verlauf. Von In/ektionskrankheiten 
wurden 7 Schfiler befallen (4 von Braune, 1 von Scharlach und 2 von Stein- 
blattern). Leider hat die Anstalt in diesem Schuljahre, was Jahrzehnte vor- 
her nicht vorgekommen ist, 4 Todesfalle zu verzeichnen (siehe unter „Chronik"). 
Die Periode des Wachstums und der Entwicklung ist eben trotz der grfiflten 
hauslichen Sorgfalt eine Klippe, an der manches junge Leben scheitert. 

An dieser Stelle sei zum Schlusse auch des jugendfreundlichen Ver- 
haltens einzelner Arzte mit bestem Danke gedacht, welche dfirftige Schfiler. 
unentgeltlich behandelten; dem Zahnarzte Herrn Dr. Franz Benke, der in dieser 
Weise schon mehrere Jahre hindurch opferwillig wirkt, wurde von dem k. k. 
Landesschulrate mit dem Erlasse vom 10. Januar 1908, Z. 170, die Aner- 
kennung ausgesprochen. 



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Tabelle zur Schulhygiene. 









Zahl 

der 

Schaier 


Zahl der Teilnehmer am 


Es 
wohnen 
in den 
Ferien 
auf 
dem 
Lande 


Klasse 


5 

•3 

c 

3 


e 

•1 

.3 

W 


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X 


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in 

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1IA 

11 B 

III A 

1IIB 

lYA 

IYB 

YA 

YB 

VIA 

YIB 

YIIA 

YIIB 

VIII A 

VIII B 


f 




36 
39 
54 
49 
46 
46 

29 
29 

38 
36 
30 
3i 
29 
26 

29 
40 


32 

35 
30 
28 

23 
24 
20 
16 
25 
15 

5 

12 
12 

2 

10 
H 


24 

29 
28 

19 
18 

23 
II 

8 

17 
16 

15 
H 
14 
11 

7 
19 


29 
30 
48 

35 

43 

17 

8 

27 
23 
11 

19 
18 

7 

H 
29 


2 
21 
16 

H 

14 
10 

6 

9 

8 

3 

8 

4 
15 
12 


3 
I 

2 
I 
I 
I 
4 
3 
3 
3 
3 
2 
2 
6 


2 

8 

12 

8 

8 

16 

5 

1 
12 

4 
11 
10 
10 

7 
10 

14 


21 
10 

33 
36 
33 

20 

24 
16 

25 
27 
18 
22 
26 
20 
24 
34 




3 

3 

1 
2 

1 


2 

2 
1 




3 
5 

1 
2 
8 
1 
1 
9 


28 
29 

34 
33 
36 

28 

24 
34 
24 
23 

18 
18 
15 
25 


Suit 


im 


e . 


587 


303 


273 


372 


156 


35 


138 


389 


10 


1 7 


30 


! 407 



X. Chronik. 

Das Schuljahr wurde am 16. September 1907 erflffnet. Das Heilige Geist- 
amt, das von dem hochwurdigsten Herrn Domscholaster und Stadtpfarrer 
Leopold Dullinger zelebriert wurde, fand am 18. September statt. Der regel- 
mafiige Unterricht begann am 19. September frah um 8 Uhr. Die Schuler- 
aufnahme hatte die Zahl von 599 fiffentlichen Schiilern ergeben, zu denen 
gleich an den ersten Tagen des vSchuljahres noch einige hinzukamen, so dafi 
die Zahl von 600 iiberschritten wurde; infolgedessen mufiten 8 Parallelen er- 
richtet werden. 

Der Berichters tatter hat mit dem Professor Franz Lehner an dem feier- 
lichen Requiem teilgenommen , das am 10. September 1907 fur weiland Ihre 
Majestdt die Kaiserin Elisabeth im alten Dome stattfand. 

Die Supplenten Oswald Floeck und Dr. Paul Rossi schieden mit Ende des 
Schuljahres 1906/07 nach zweieinhalb-,beziehungsweise einjahrigem berufseifrigen 
Wirken aus dem Verbande der Anstalt. Ersterer wurde zum wirklichen Lehrer 
am Staatsgymnasium in Bielitz (Min. Erl. v. 31. August 1907, Z. 34740) und 
letzterer zum provisorischen Lehrer am stadtischen Gymnasium in Wels er- 



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58 

nannt. An ihre Stelle wurden Dr. Hermann Ullmann zufolge L. Sch. R. 
ErI. v. 2. September 1907, Z. 3914, tmd Dr. Angefo Se ligmann ztrfbige 
L. Sch. R. ErI. v. 4. Oktober 1907, Z. 4563 zu Supplenten bestellt. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
18. Juni 1907, Z. 14829, dem Professor am Staatsgymnasium in Landskron 
Dr. Kamillo Gugler eine Lehrstelle am Staatsgymnasium in Linz mit der 
Rechtswirksamkeit vom I. September 1 907 zu verleihen gefunden. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
26. September 1907, Z. 39226, genehmigt, dafl die Supplenten des bischof- 
lichen Privatgymnasiums in Urfahr Dr. Franz Fuchs und Karl Weifi im Schul- 
jahre 1907/08 am Staatsgymnasium in Linz ihr Probejahr nach Vorschrift der 
Verordnung vom 30. August 1897, Artikel XXV, und zwar in verkurzter 
Form, ablegen. Mit dem L. Sch. R. Erl. v. 2. Oktober 1907, Z. 4567, wurde 
Dr. Franz Fucks der Leitung des Professors Dr. Evermod Hager und Karl 
Weifi der des Professors Franz Schneider unterstellt. 

Anlafllich des Allerhochsten Namensfestes Seiner Majestat des Kaisers 
wurde am 4. Oktober 1907 in der Gymnasialkapelle ein Hochamt von dem 
Religionsprofessor L. Bermanschlager zelebriert, an dem der LehrkCrper und 
samtliche katholische Schuler der Anstalt teilnahmen. Der Berichterstatter 
wohnte an diesem Tage mit dera Professor Franz Schneider dem Festgottes- 
dienste im alten Dome bei. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 11. Oktober 1907, 
Z. 4710, gestattet, dafi der geprufte Lehramtskandidat Max Rittsteuer das 
Probejahr an der h. o. Anstalt unter der Leitung des Professors Anton Tilp 
ablege. • 

Am 19. November 1907, dem Namensfeste weiland Ihrer Majestat der 
Kaiserin Elisabeth, wurde in der Gymnasialkapelle eine kirchliche Feier ab- 
gehalten, an der sich der Lehrkflrper und die katholischen Schiller der Anstalt 
beteiligten. 

Auf Grund des § 9, Alinea 1, des Gesetzes vom 24. Februar 1907 (R. G. Bl. 
Nr. 55) wurde den Professoren Josef Deubler und Simon Kirchtag der Anfall 
der funften Quinquennalzulage mit 1. April 1907 festgesetzt, ferner wurden 
dem Professor Julius Hebenstein weitere 4 Jahre, dem Professor Dr. Anton 
Schiefier I Jahr, dem Professor Oskar Hantschel 1 1 Monate, dem Professor 
Anton Sauer 3 Jahre 1 1 1 / a Monate, dem Professor Ernst Sewera 1 Jahr 3 Monate, 
dem Professor Dr. Evermod Hager 4 Jahre und dem Professor Franz Schneider 
1 Jahr ihrer Supplentendienstzeit fur die Stabilisierung und Zuerkennung der 
Quinquennalzulagen angerechnet. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
2^. November 1907, Z. 22599, den Professor Anton Sauer in die VII. Rang- 
klasse mit der Rechtswirksamkeit vom 1. Januar 1908 befSrdert. 

Zufolge L. Sch. R. Erl. v. 30. November 1907, Z. 5206, wurde der 
Professor Dr. Evermod Hager im Lehramte bestatigt. 



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59 

Das k, k. Ministerium fur Kultus und Unterricht hat laut Erlasses vom 
12. Dezember 1907, Z. 48648, den Berichterstattcr in den Verwaltungsaosschufi 
des Madchenlyzeums in Linz delegiert. 

Das erste Semester wurde am 15. Februar 1908 mit der Zeugnisver- 
teilung geschlossen, das zweite begann am 19. Februar. 

Seine k. und k. Apostoltsche Majestathaben mit AllerhCchster Entschlieflung 
vom 15. Februar 1908 den Senior und evangelischen Pfarrer in Linz August 
Georg Koch, Religionslehrer an der h. o. Anstalt, zum Mitgiiede des ober- 
osterreichischen Land esschul rates far den Rest der laufenden Fnnktionsperiode 
allergnadigst zu ernennen gerubt. 

Professor Ludwig Bermanschldger hat vom 18. bis 23. Februar 1908 an 
den Vortragen fur Religionslehrer an Mittelschulen, welcbe die osterreichische 
Leo-Gesellschaft in Wien veranstaltete, teilgenommen. 

Der k. k. Landesschulrat hat mit dem Erlasse vom 17. Februar 1908 
den approbierten Lehramtskandidaten Dr. Ernst Samhaber zur Ablegung der 
Probepraxis an der h. o. Anstalt zugelassen und unter die Leitung des Pro- 
fessors Anton Popek gestellt. 

I Albert Heiserer f. I 

Am 29. Februar 1908 erlag der Schuier der VIII A Klasse Albert Heiserer 
im 20. Lebensjahre einem schweren Lungenleiden. A. Heiserer hat sich nabezu 
8 Jahre mit unermudlichem Fleifie den Studien gewidmet und die sichere 
Gewahr geboten, dafl er sie auch erfolgreich beenden werde. Sein Verhalten 
war wahrend dieser ganzen Zeit vollkommen korrekt, insbesondere durch Beschei- 
denheit ausgezeichnet und so hinterlafk er bei seinen Studiengenossen wie bei seinen 
Lehrern ein sch6nes Andenken. An dem Leichenbegangnisse, das am 2. Marz 
stattfand, hat sich die ganze Anstalt beteiligt. Professor Z. Bermanschldger 
fuhrte unter Assistenz des Professors Dr. E. Hager und des supplierenden 
Religionslehrers J. Hochaschbock den Kondukt. In der Kirche zur heiligen 
Familie trugen die Sanger der Anstalt unter der Leitung des Gesanglehrers 
Fr. Neuhofer einca stimnuuigSToUeii Tranercbor vor. Am 3. Marz wurde fiir 
den Verblichenen in der Gymnasialkapelle eine heilige Seelenmesse gelesen. 
Moge der im jugendlichen Alter aus dem Leben Abberufene in Frieden ruhen! 

Am 2^. Marz 1908 erhielt die Direktion eine Zuschrift aus der Kanzlei 
des Herrn Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Richard Newald, in welcher der- 
selbe als Testamentsvollzieher des am 22. Februar 1908 in Linz verstorbenen 
Herrn Julius Lamia, k. und k. Militarintendanten i. P., mitteilt, dafi der ge- 
nannte Erblasser in sein em Testamente vom 4., beziehungsweise 20. April 1905 aus 
seinem Nachlasse 3 Aktien der Ferdinands-Nordbahn, im Kurswerte von bei- 
laufig 16.000 K, dem Staatsgymnasium in Linz in der Weise vermacht hat, 
dafi dieselben nach dem Ableben seiner Gemahlin, der Frau Luise Lam/a, 
geb. Mdder, in das voile Eigentum der Anstalt ubergehen und zu einer Stiftung 



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60 

fur arme Studierende verwendet werden sollen. Der Testator hat an diese 
Widmung das Verlangen gekniipft, dafl ein Olbild seines fruh verstorbenen 
Sohnes Julius Lamia, welcher vom Jahre 1872 bis 1875 an unserer Anstalt die 
I. — III. Klasse studiert hat, ferner zwei Photographien, von denen die eine die 
Familiengruft anf dem Friedhofe in Linz und die andere die nach seinem 
Sohne beoannte Juliusquelle in Bad Muhllacken darstellt, fur immerwahrende 
Zeiten im Konferenzsaale der Anstalt aufgehangt werden sollen. Die Direktion 
hat diese Biider sofort in Verwahrung .genommen und sie an jener Stelle 
anbringen lassen, die der gute Vater fur die ihm so teuren Erinnerungszeichen 
an sein einziges, heifigeliebtes Kind gewiinscht hatte. Tausend Dank dem edlen 
Wohltater der armen studierenden Jugend, Ehre dem Andenken des hoch- 
herzigen Menschenfreundes! 

Von dem Ausschusse des oberSsterreichischen Landes-Fechtklubs wurden 
zu der am 24. Marz 1908 stattgefundenen Kaiser-Jubilaums-Fechtakademte 10 
Freikarten uberschickt, die an Schiiler der VIII. Klasse verteilt wurden. 

Am 25. Marz iqo8, am Feste Maria Verkiindigung, wurde die Messe 
n Deo gratias" in D-Moll von unserem Gesanglehrer Franz Neuhofer unter 
dessen personlicher Leitung im alten Dome aufgefuhrt, wobei Sanger der 
Anstalt mitwirkten. 

Der Musikverein in Linz hat zu seinem Festkonzerte in diesem Jahre 
das Oratorium ^Die heilige Elisabeth" von Franz Liszt gewahlt, bei dessen 
erster Auffuhrung am 5. April sowie bei seiner Wiederholung am 12. April 
auch Sanger unserer Anstalt beteiligt waren. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
2$. Marz 1908, Z. 12852, dem Supplenten Dr. Josef Milliner und mit dem 
Erlasse vom 31. Marz 1908, Z. 13222, den Supplenten Dr. Hermann Ullmann 
und Dr. Angelo Seligmann die Ablegung des formellen Probejahres mit Ruck- 
sicht auf ihre praktische Verwendung im Lehramte ausnahmsweise nach- 
gesehen. 

I Friedrich Reitbdck f. I 

Am 16. April d. J. starb der fleiflige und in seinem Verhalten tadellose 
Schiiler der I B Klasse Friedrich Reitbdck im Alter von 12 Jahren. Ein uner- 
forschlicher Wille hatte es gefugt, dafi der Arme an den schSnen Osterferien, 
die der studierenden Jugend Freude und Erholung bringen sollen, aus diesem 
Leben abberufen wurde. Leider erhielt nur ein geringer Teil der in Linz 
anwesenden Schiiler rechtzeitig Kenntnis von diesem Todesfalle und so konnte 
sich die Anstalt an dem Leichenbegangnisse nicht in der feierlichen Weise 
beteiligen, wie dies sonst zu geschehen pflegt. Immerhin hatte sich neben 
dem Lehrkorper eine groUere Anzahl von Schiilern auf dem Friedhofe einge- 
funden. 



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I Viktor Hackenbuchner f . I 

Und noch ein zweitesmal senkte sich an den Ostertagen der Todesengel 
vom Himmel herab, urn einen braven und wohlgesitteten Schfller aus unserer 
Mitte zu entfuhren. Am 19. April, am Ostersonntage, starb der Schiiler der 
I. A Klasse Viktor Hackenbuchner nach langem Leiden im 11. Lebensjahre. Was 
arztliche Kunst und hingebungsvolle Pflege zu leisten vermochten, war ge- 
schehen, war aber leider nicht im stande, die tiefgebeugten Eltern vor dem 
schmerzlichen Verluste des einzigen Kindes zu bewahren. Die Leiche wurde 
am 21. April auf den Staatsbahnhof und von dort nach Ulm iiberfuhrt. 

Fur die Schiiler Friedrich Reitbock und Viktor Hackenbuchner wurde am 
24. April eine heilige Seelenmesse von dem Religionsprofessor L. Bermanschldger 
in der Gymnasialkapelle gelesen, der der Lehrkorper und samtliche katholische 
Schiiler der Anstalt beiwohnten. Mtigen die Verbiichenen, die in so zartem 
Alter und gerade am hehren Feste des Auferstehung aus dem Leben scheiden 
mufiten, der Freuden des himmlischen Osterfestes in reichem Mafle teilhaftig 
werden! 



I Franz Schneider f. I 

Den Genannten sollte wenige Wochen darauf wieder ein Schiiler unserer 
Anstalt im Tode nachfolgen; am 23. Mai starb der Schiiler der IV. B Klasse 
Franz Schneider. Der Verblichene, der monatelang an das Krankenlager ge- 
fesselt war, hatte noch das Ungliick erleben miissen, das Augenlicht zu ver- 
lieren, aber mit bewunderungswurdiger Ergebung in einen hoheren Willen 
hat er alles iiber ihn verhangte Leid ertragen. Innige Teilnahme wandte 
der Lehrkdrper* dem vom Schicksale so schmerzlich getroffenen Vater, seinem 
verehrten Mitgliede, zu; mit ihm beklagte aber auch die Anstalt den Verlust 
eines lieben, in der Erfullung seiner Pflichten musterhaften Schulers. Am 
25. Mai gab die Anstalt dem Verbiichenen das letzte Geleite. Professor 
L. Bermanschldger fiihrte, assistiert vom Professor Dr. Ev. Hager und dem 
Religionslehrer J. Hochaschbock, den Kondukt. In der Stadtpfarrkirche riefen 
die Sanger der Anstalt unter der Leitung des Gesanglehrers Fr. Neuhofer 
dem scheidenden Mitschiiler einen ergreifenden AbschiedsgruB nach. Am 
29. Mai wurde des Verstorbenen in einer heiligen Seelenmesse gedacht, die 
der Religionslehrer J. Hochaschbock las und der der Lehrkorper und die 
katholischen Schiiler beiwohnten. Moge der Dahingeschiedene, dem nur ein 
kurzes Dasein gegOnnt war, den himmlischen Frieden geniefien! 

Herr Landesschulinspektor Dr. Josef Loos inspizierte die Anstalt am 13. 
und 16. Dezember und am 2. April, Herr Pralat Leopold Dullinger den 
katholischen Religionsunterricht vom 18. bis 21. Mai. 



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62 

Zufolge L. Sch. R. Erl. v. 20. Mai 1908, Z. 1802, wurde der Bericht- 

erstatter mit dem Vorsitzc bei der nrandlicben Reifeprdfung im Sommer- 

termin 1908 an k. k. S fcjtfrtagy— «■— 1 im Cwmmdtm (17. bis 20. Juli) 
betraut. 



Schulrat Hermann Lukas f. 



i 



Am 2. Juni langte hier die Trauernachricht von dem Ableben des 
Fachinspektors fiir den Zeichenunterricht Herrn Schulrates Hermann Lukas 
ein. Schulrat H. Lukas war als Professor an der k. k. Staatsrealschule in 
Salzburg angestellt, war aber zugleich viele Jahre hindurch mit den Funktionen 
eines Fachinspektors fiir den Zeichenunterricht an Mittelschulen, Lehrer- und 
Lehrerinnenbildungsanstalten in OberOsterreich, Salzburg, Steiermark, Karnten, 
Krain und Vorarlberg sowie an den genannten Lehranstalten mit deutscher 
Unterrichtssprache in Tirol betraut. So hat sich ihm ein weiter Wirkungs- 
kreis erOffnet und er hat sich auch ein bleibendes Verdienst dadurch erworben, 
dafi er dem modernen Standpunkte des Zeichnens nach der Natur, bei dem 
die Schiller angel eitet werdeo* die Gcgenstande ihrer Umgebung nach Form 
und Farbe richtig zu sehen und im Bikle getreu wiederzugeben, tunlichst 
Geltung zu verschaffen suchte. Niemand hatte geahnt, dafi dem Wirken des 
berufseifrigen und rustigen Mannes ein so frtihes Ende — er wurde auf einer 
Inspektionsreise in Klagenfurt vom Tode ereilt — gesetzt sent wurde. Ehre 
seinem Andenken! 

Am 10. Juni wurde der Herr Domdechant Monsignore Robert Kurz- 
wernhart, der viele Jahre hindurch Mitglied des ober6sterreichi8chen Landea- 
schulrates gewesen war, zur ietzten Ruhe geleitet. An dem Leichenbegangnisse 
nabnt auch der Beri enters tatter teil. 

Am 15. Juni veranstaltete der Stenographenverein in' Linz bei den 
Schulern des stenographischen Fortbildungskmrses an der Anstalt ein Wett- 
schreiben, das von dem Schriftfuhrer dieses Vereines Herrn Leopold Brand" 
stottcr geleitet wurde. Das Ergebnis fiel zur vollen Zufriedenheit aus. Wegen 
besonders guter Leistungen erhielten die Schuler Grilnwald Rudolf (V. A) und 
Pilz August (V. B) Preise, wahrend den Schulern Bertl Heinrich (V. A), Dietrich 
Klaus v., (V. A), Horzeyschy Friedrieh (V. A), Mayr Johann (V. B) und Zehent- 
hofer Max (V. B) die Anerkennung ausgesprochen wurde. — Dem genannten 
Vereine sei fiir diese Veranstaltung, durch die er das Interesse fflr die Kunst 
Gabelsbergers unter der studierenden Jugend zu ffirdern suchte, der beste 
Dank gesagt. 

Am 18. Juni nahm die Anstalt an der Fronleichnamsfeier in der ublichen 
Weise teil. Die Sanger beteiligten sich iiberdies auch noch unter der Fuhrung 
des Gesanglehrers Franz Neuhofer an der Fronleichnamsprozession, die am 
21. Juni von der St. Josefskirche ausging. Bei dem Hochamte sangen sie 



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die Messe von Franz Neuhofer „Deo gratias" und bei der Prozession trugen 
sie die „Eucharistischen Gesange" vor. 

Die katholischen Schaler wurden am 15., 10. und 17. Oktober, ferner 
am 7., 8. und 9. April und am 22., 23. und 24. Juni jedesmal in zwei Gruppen 
(I. —IV. A Klasse und IV. B — VIII. Klasse) zum Empfang der heiligen 
Sakramente gefuhrt. — Die tibrigen religiSsen Obungen wurden in dem Aus- 
mafie, wie sie durch die gesetzlichen Bestimmungen vorgeschrieben sind, ab- 
gehalten. 

Die vom k. k. ober6sterreichischen Landesschulrate unter den katho- 
lischen Schulern gestattete Sammlung zur Forderung des Baues des Marid- 
Empfdngnis- Domes in Linz ergab im Berichtsjahre den Betrag von 59 K 53 h. 

Seine k. undk. Apostolische Majestat haben anlafilich der diesjahrigen 
Reise von Wien nach Ischl zum Sommeraufenthalte allergnadigst zu genehmigen 
geruht, dafi die Stadtgemeinde Linz die erbetene Huldigung auf dem Bahn- 
hofe darbringen durfe. Am 26. Juni um 10 Uhr 42 Minuten vormittags erfolgte 
die Ankunft in Linz, wo der Hofseparatzug einen Aufenthalt von 10 Minuten 
nahm. Neben den zahlreichen Wtirdentragern und Korperschaften , die zu 
der festlichen Begriifiung Seiner Majestat erschienen waren, war es auch un- 
serer Anstalt geg6nnt, an dieser erhebenden Feier teilzunehmen, die trotz ihrer 
Einfachheit diesmal eine besondere Herzlichkeit dadurch gewann, dafi sie dem 
von der ganzen zivilisierten Welt hochgefeierten ^Jubelkaiser" gait. Fur 
die Schuler der V. — VHI. Klasse, bei denen sich der Lehrkorper befand, 
war ein eigener Platz auf dem reichgeschmiickten Bahnhofe bestimmt gewesen, 
wahrend der Berichterstatter sich am Perron bei den dem Ministerium fair 
Kultus und Unterricht unterstellten Beamten eingefunden hatte. Alle An- 
wesenden waren von dem guten Aussehen Seiner Majestat auf das freudigste 
beruhrt. Als der Zug sich unter brausenden Hochrufen wieder in Bewegung 
setzte und im Schrittempo bei den aufgestellten Lehranstalten voriiberfuhr, 
stimmte der aus den Sangern der beiden hiesigen Mittelschulen gebildete Chor 
unter der Leitung des Gesanglehrers Franz Neuhofer die Volkshymne an. — 
Der Aufenthalt hatte wohl nur wenige Minuten gedauert, aber selbst diese kurze 
Zeit geniigte, um Seiner Majestat neuerdingsdie Oberzeugungzu verschaffen, dafi 
die Bevolkerung der Landeshauptstadt und des ganzen Kronlandes Osterreich 
ob der Enns mit heifier Liebe an seinem Kaiser hangt und dafi sie sich aus 
vollem Herzen freut, wenn ihr erhabener Landesfiirst alljahrlich in ihren 
sch6nen Bergen und grunen Waldern Erholung findet von den schweren Miihen 
des Regentenberufes und frische Krafte sammelt fur neues volkerbegliickendes 
Wirken. 

Das Schuljahr wurde am 4. Juli mit dem Dankamte in feierlicher Weise 
geschlossen. Nach demselben richtete der Berichterstatter eine Ansprache an 
die versammelten Schuler und nahm die Verteilung der Pramienbiicher an 
24 Vorzugsschuler der Unterstufe vor. Mit dem Absingen der Volkshymne 
fand die bescheidene Schulfeier ihren wiirdigen Abschlufi. 

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70 



XII. Verzeichnis der Schtiler am Schlusse des 
II. Semesters. 

(Die mit * bezeichneten Schuler haben ein Zeugnis der ersten Klasse mit Vorzug erhalten.) 



Albrecht Otto. 
Andrejka Maximilian. 
Arzberger Gottfried. 
Bartos* Josef. 
Binder Rudolf. 
Buchrucker Gustav. 
Buchrucker "Wilhelm. 
Damberger Eduard. 
Ehm Anton. 
•Einfalt Siegfried. 
Fiedler Karl. 
Frohlich Karl. 



I. A. 

♦Gastinger Johann. 
♦Gerbert Kurt v. 

Gollerich August. 

Greif Gottfried. 
♦Grundmuller Oskar- 

Haidinger Johann. 

Haidinger Roman. 

Hauk Otto. 

Heller Heinrich. 

Herfert Anton. 

Hochegger Josef. 

Hoerner Martin. 



Huber August. 
*Jenny "Wilhelm, Ritter v. 

Jobst Georg. 

Kamesberger Johann. 

Kapfinger Johann. 
*Kosch Wilhelm. 

Krakowitzer Otto. 

Landl Franz. 

Langfellner Franz. 

Obermeyr Franz. 

Ott Bernhard. 

Stern Otto. 



Lurati Carlo. 
Malik Rudolf. 
Mayr Alois. 
Miksatko Peter. 
♦Niedermayr Norbert. 
Omer Rudolf. 
Ortner Franz. 
Papula Anton. 
Paulus Alfred. 
Pfandl Hermann. 
Plattner Friedrich. 
Pokorny Friedrich. 
Polzer Hugo. 



LB. 

Polzer Odo. 

Potrebujes Franz. 

Proll Friedrich. 
*Ruth Paul. 

Sadila Johann. 

Schachinger Johann. 
*Schausberger Alfred. 

Scheff Oskar. 

Schenk Josef. 

Scheuba "Wilhelm. 

Schondorfer Florian. 
*Seeger Richard. 

Selitsch Eduard. 



♦Sewera Ernst. 

Sommerhuber Max. 

Steinkogler Richard. 

Stoger Josef. 

Strixner Paul. 

Sturm Hermann. 

"Welser Hermann. 
♦"Wessely Karl. 

"Wogerer Reinhold. 

Wofi Karl. 

"Wurja Johann. 

Zechenter Gustav. 

Zeidler Friedrich. 



Aschinger Ferdinand. 
♦Barth Wilhelm. 

Bock "Wilhelm. 

Bogsrucker Theodor. 

Bose Eduard. 

Braunsberger Adolf. 
♦Bruneder Alois. 

Buchmayr Franz. 

Bumharter August. 

Burgstaller Edmund. 

Claus Otmar. 

Czechowski Otto. 

Danzer Franz. 



n. a. 

Diller Hugo. 
Ehgartner Michael. 
Enzinger Rudolf. 
Erndl Artur. 
Errhalt Richard. 
Fingerlos Konrad. 
♦Forner Rudolf. 
Forstner Georg. 
Frank Karl. 
Freyschlag Friedrich v. 
Furtner Leopold. 
Garzarolli Wolfgang Edler 
v. Thurnlackh. 



Gorbach Josef. 
♦Grubauer Alfred. 

Gurtler Johann. 
♦Haas Hermann. 

Handstanger Viktor. 

Heide Max. 

Heimel Johann. 

Helbig Rudolf. 

Hirschal Erwin. 

Hochmayr Josef. 

Hollnsteiner Johann. 

Hofl Robert. 

Hubacek Alfred. 



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71 



Kaiser August. 
Kandler Oskar. 
Klauser Franz. 
Kordesch Johann. 
Koref Viktor. 
Kriizner Eugen. 



*Adler Norbert. 
*Adler Werner. 

Brenner Hugo. 

Huraer Johann. 

Mayrhofer Karl. 

Moser August. 

MQller Karl. 

Peintner Josef. 

Pesinger Rudolf. 
*Pfanzagel Rudolf. 
*Pfundbaur Josef. 

Pollack Karl. 

Postl Max. 
*Prameshuber Johann. 

Puchner Johann. 
♦Quatember Gregor. 

Ratzka Ernst. 



Baumbach Ernst. 

Baumgartner Josef. 

Beham Ludwig. 

Bentz Karl. 

Bock Theodor. 
♦Breslmair Emil. 
*Clodi Eduard. 

Danzer Karl. 

Daxinger Franz. 
*Deutner Alois. 

Ebner Friedrich. 
*Eitzinger Vinzenz. 

Emminger Rudolf. 

Eurich Karl. 

Feder Artur. 

Feder Wilhelm. 



*Kus Karl. 
♦Liebhardt Heinrich. 

Ludwig Max. 
♦Meschede Hermann. 

Mohr Richard. 

Miiller Viktor. 

n. b. 

Ratzka Hermann. 

Rezabek Richard. 

Rosenauer Alois. 
*Sadila Alexander. 

Schachermeyr Friedrich. 

Scbaritzer Friedrich. 

Schauberger Heinrich. 

Schmaus Franz. 

Schmid Friedrich. 
•Schmidberger Gustav. 

Schnabel Anton. 
♦Schneider Johann. 

Schonmayr Franz. 
♦Schubert Robert. 

Schweigert Leonhard Edler 
v. Bahntreu. 

Spitz Oskar. 

ni.A. 

Fischer Adolf. 

Fischer Johann. 
*Fischer-Colbrie Artur. 
*Fischer-Colbrie Kurt. 

Fodermayr Franz. 

Forster Karl. 

Fostel Friedrich. 

Fremd Johann. 

Freudenthaler Heinrich. 

Geisler Ignaz. 
*Haller Eduard. 
*Harrezmuller Franz. 

Herda Otmar. 

Heybal Franz. 
*Hilber Johann. 

Hinterberger Johann. 



Nadler Walter. 
Ott Hans. 
*Schwager Karl. 
Volkert Johann. 



*Stadlmann Alois. 

Steininger Franz. 

Stockinger Franz. 
♦Stockelle Gustav. 

Strafimayr Josef. 

Troyer Philipp v. 

Turinsky Ernst. 

Turinsky Richard. 

Veicht Karl. 

Veitl Bernhard. 

Viehbock Franz. 
*Vogl Leo. 

Wittek Julius. 

Worndl August. 

Zanker Viktor. 

Zehetbauer Josef. 



Hofbauer Adolf. 
*Hofer Maximilian. 
Honerlein Friedrich. 
Huber Franz. 
Huemer Josef. 
Hiittner Ferdinand. 
Keiter Karl. 
Keplinger Josef. 
Kurz Josef. 
Mayr Anton. 
Moravec Konrad. 
Pointner Alfred. 
Ruckensteiner Friedrich. 
Sauer Friedrich. 



Bockschutz Franz. 
Habenicht Erwin. 
Hain Josef. 
Heilmair Moritz. 
Helbig Erwin. 



m. b. 

Horvat Emil. 
♦Kaindl Thomas. 
Kepplinger Heinrich. 
Klim Josef. 
Konigseder Felix. 



Kohout Ottokar. 
Koschek Alfred. 
Kuss Johann. 
Lang Josef. 
Langthaler Friedrich. 



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72 



Lenk Friedrich v. 
Mader Ludwig. 
Mayer Friedrich. 
Mayr Heinrich. 
Moser Johann. 
Nagel "Wolfgang. 
Pesendorfer Erich. 
Pesinger Karl. 
Plockinger Franz. 
Polzer Guido. 
Prammer Hermann. 



Apfelthaller Max. 
♦Auinger Max. 

Bentz Viktor. 

Buchrucker Karl. 

Buchrucker Walter. 
♦Eder Hugo. 

Ehgartner Robert. 
*Eisenreich Josef. 

Franta Johann. 

Gafiner Karl. 



Radetzky Franz. 

Ranch Johann. 
♦Schauer Matthaus. 

Schiefthaler Johann. 

Schneider Ernst. 

Scbnster Georg. 

Schwaiger Franz. 
♦Schwarz Johann. 

Steinkellner Alois. 
♦Stifter Leo. 
♦Strixner Josef. 

IV. A. 

Gerl Josef. 
♦Gerstl Otto. 

Getzendorfer Josef. 
*Gleifiner Heinrich. 

Gottschy Ferdinand. 

Grafi Franz. 

Grunn Johann. 

Haberfellner Johann. 

Harrer Ferdinand. 

Haslinger Emil. 



*Sturma Leopold. 

Weginger Josef. 
♦Wenger WUhelm. 
♦Wieser Gottfried. 

Wiefiner Bruno. 

Winternitz Georg Edlerv. Vel- 
jenegg. 

Wlcek Richard. 

Zeilmayr Robert. 

Zemann Ludwig. 



Hemmel Matthias. 
Juszt Alfons. 
Kehrer Karl. 
Kempf Friedrich. 
Kleinert Franz. 
Konrad Eugen. 
Kraml Friedrich. 
Reiscbek Andreas. 
Winkelmayr Rudolf. 



Cepl Theodor. 
Kiihrer Alois. 
Kumpfmiller Moritz. 
Langfellner Ludwig. 
Lettner Leopold. 
Lidl "Wilhelm. 
Lindinger Josef. 
Lugmair Franz. 
*Mathie Rudolf. 
Mayrgschwendtner Alfred. 



IV. B. 

Meschede Ferdinand. 
Muller Karl. 
Nurnberger Fritz. 
Pesendorfer "Werner. 
Pfandl Max. 
Plaim Karl. 
♦Poth Julius v. 
Pramer Franz. 
Piichler Josef. 
Raab Josef. 



*Reder Josef. 

Renner Josef. 
*Schauberger Erwin. 

Schneeberger Karl. 

Schweinitzer Franz. 

Streicher Franz. 

Strobl Eugen. 
♦Suchanek Franz. 

Vogl Paul. 



Amort Josef. 

Appel Eduard. 

Arnez Max. 

Aspock Leopold. 
*Bertl Heinrich. 

Bruckner Josef. 

Czap Ferdinand. 
*Dittrich Nikolaus v. 
*Eder Gustav. 
♦Edlinger Otto. 

Eibl Josef. 

Eurich Friedrich. 

Gatti Norbert. 



v. A. 

Gerhardinger Max. 

Gerstmayr Georg. 
*Gragl Ferdinand. 

Greinocker Johann. 

Greutter Eberhard. 

Grossauer Franz. 

Grunner Karl. 
*Grunwald Josef. 

Grunwald Rudolf. 

Haderer Franz. 

Hausmann Oskar. 

Hirsch Ernst. 

Hofmann Adolf. 



*Horzeyschy Friedrich. 

Kaczkowski Ludwig, Ritterv. 
*Kaindl Franz. 

Karlinger Johann. 
*Kepplinger Josef. 

Kiwek Karl. 

Komarek Hermann. 
*K6nig Rudolf. 

Kumpl Josef. 

Leitner Josef. 

Locker Julius. 
*Schmidinger Otmar. 



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73 



Engelbrechtsmiiller Wilhelm. 
Maier Amilian. 
Mayr Johann. 
♦Morhart Johann. 
Moser Karl. 
Neidhart Friedrich. 
Niederberger Karl. 
Nikodera Karl. 
Olsinski Michael. 
Pfandl Felix. 
Pfleger Franz. 
Pfoser Rudolf. 



Aspock Franz. 
Bauer Matthias. 
Bichler Leopold. 
Binderberger Johann. 
Derntl Franz. 
Dolch Hermann. 
♦Fellerer Josef. 
Fuchs August. 
Fuhrlinger Karl. 
Grasbock Franz. 



Amerstorfer Josef. 
*Brachmann Gustav. 
♦Brandstatter Vinzenz. 

Brenner Franz. 

Getzendorfer Max. 

Grims Rudolf. 
*Haselauer Adolf. 

Koch Alfred. 

Kolb Julius. 

Krakow itzer Karl. 

Langthaler Alexander. 



Aichinger Eduard. 
* Anders Paul. 

Brunhuemer Karl. 
♦Clodi Karl. 

Czerwenka Karl. 

Feil Karl v. 

Ganhor Oskar. 

Georgevi<5 Georg. 

Gofil Felix. 
*Grabauer Hubert. 



v. B. 

Philipp Georg. 
*Pilz August. 

Pokorny Heinrich. 
*P6tscher Josef. 

Rauch Johann. 

Razima Johann. 
*Rezabek Konrad. 

Scheuba Oskar. 

Schmid Walter. 
*Schrack Alfred. 

Schwarz Norbert. 

Seyfferth Franz. 

VI. A. 

*Hackl Georg. 
*Hackmiiller Julius. 
*Hava Jaroslav. 

Hiramer Karl. 

Hinterleithner Jakob. 
*Hofbaur Adolf. 

Jagenbrein Ignaz. 
♦Jedlitschka Ernst. 

Jellouschek Ferdinand. 

Keipper Julius. 

VI. B. 

Langthaler Franz. 

Lindinger Franz. 

Mayer Karl. 
*Miihlberger Johann. 

Miiller Konrad. 
*Panholzer Matthaus. 
*Pankratz Alois. 

Paulusberger Viktor. 
*Pilat Anton v. 

Priesner Hermann. 

Pfistoupil Josef. 

vn. a. 

Gumplmair Matthaus. 

Gunter Hugo. 

Hager Leopold. 

Haslinger Johann. 

Hcilscher Kurt. 

Holzl Karl. 
*H6pfler Alois. 
*Horzeyschy Johann. 

Huber Rudolf. 

Jedlitschka Karl. 



Spak Johann. 

Springer Karl. 

StefFelbauer Friedrich. 

Strigl Otto. 
*Taub Johann. 

Wehrenfennig Alfred. 

Weifi Leopold. 
*Werkgartner Anton. 

"Wolkerstorfer Johann. 

Zehenthofer Max. 
♦Zillich Johann. 
*Zinner Oskar. 



Lutz Karl. 
Pachinger Josef. 
Pierer Rudolf. 
Pritzl Eduard. 
Rammer Josef. 
Reiter Eduard. 
Unterbruner Heinrich. 
"Wit v. Dorring Karl. 
"Wit v. Dorring Wilhelm. 
*W6fl Anton. 



♦Pulitzer Johann. 
Rabl Max. 
Reisch Otto. 
Reisinger Johann. 
Rubenstein Richard. 
Steinkogler Rudolf. 
Stroh Franz. 
Tischler Alois. 
Wohrl Josef. 



Kaltenegger Otto. 

Kiwek Ignaz. 

Kopecny Rudolf. 
*Koref Ernst. 

Kozischek Gottfried. 

Langer Gustav. 

Lasser Franz. 
*Loos Roland. 

Reisetbauer Franz. 



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74 



Baumgartel Karl. 
♦Derschl Karl. 

Gugenbauer Gustav. 
*Haslinger Franz. 
♦Jaschke Kurt. 

Mairhuber Heinrich. 
•Nusko Franz. 

Palzcr Otto. 
♦Pechmann Friedrich. 



vn.B. 

Petz Gottfried. 
Piemann Heinrich. 
Pillwein Max. 
Pramer Max. 
Putz Moritz. 
Rosenberger Viktor. 
*Rziha Franz. 
Schellinger Franz. 
Starker Lothar. 



Steindler Seraphin. 

Steingruber Ferdinand. 

Undesser Josef. 

Wagner Hugo. 
♦Wernett Friedrich. 

Wonnebauer Raoul. 

Ziegler Johann. 
*Zillig Heinrich. 



*Bertl August. 

Dopplinger Johann. 
♦Gerbert v. Hornau Viktor. 

Glas Ignaz. 
*Glaser Alois. 
*Grull Julius. 

Handstanger Josef. 
♦Hausmann Bruno. 
♦Huber Alois. 
•Jonke Franz. 



Falbl Karl. 

Filez Franz. 
*Foltz Otto. 
♦Freudenthaler August. 
♦Gerhardinger Hermann. 
♦Gindelstrasser Michael. 

Grofiegger Theodor. 
*H61scher Friedrich. 

Homolka Alois. 
*Isak Richard. 
♦Koref Alfred. 

Krol Oswald. 
*Kuhrer Josef. 

Kurzwernhart Gottfried. 



vra. a. 

♦Kirnbauer Michael. 

Krackowizer Max. 

Krenn Franz. 

Leidinger Gustav. 

Nadler Oskar. 

Neumann Georg. 
♦Nusko Johann. 
*Pefil Josef. 
♦Puhringer Michael. 
♦Richter Otto. 



Ruflegger Anton. 
Scharitzer Karl. 
Schubert Rudolf. 
*Spanninger Heinrich. 
Staininger Anton. 
Tuller August. 
Watzinger Franz. 
"Wiesmayr Peter. 
Wildmoser Friedrich. 



vm. b. 

Langer Leo. 

Lichtenwagner Jakob. 

Liefler Franz. 

Lutz Josef. 

Lux Franz. 

Major v. Varanno-Csememye 
Kurt. 

Proclemer Karl. 
♦Ransmayr Alois. 

Rechberger Josef. 
*Schicho Simon. 
♦Schmid Johann. 

Schnopfhagen Franz. 

Schondorfer Karl. 



Schwayer Gottfried. 
♦Seyr Karl. 

Skutezky Robert. 
♦Sperl Alfred. 

Spielauer Georg. 

Stadlmann Rudolf. 
♦Staufer Karl. 

Stockinger Rudolf. 

Wegscheider Franz. 

Werner Eduard. 
*Winkelbauer Adolf. 
*W6fl Adolf. 

Zach Franz. 



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.75 

XIII. Kundmaehungf beziiglich des naehsten Schul- 
jahres. 

Die Aufnahme der Schuler in die I. Klasse findet am Schlusse des 
Schuljahres 1907/ 1908 und am Beginne des neuen Schuljahres 1908/ 1909 statt. 
Diejenigen Schuler, welche die Aufnahme in dem ersten Termine anstreben, 
haben sich am 5. oder 6. Juli vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in Be- 
gleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter zu melden und einen legalen 
Tauf- oder Geburtsschein, der das vollendete oder im laufenden Kalender- 
jahre zur Vollendung gelangende zehnte Lebensjahr ausweist, und, falls sie 
eine flffentliche Volksschule besucht haben, das Frequentationszeugnis beizu- 
bringen. Die Schulnachrichten k6nnen als Ersatz fur das Frequentationszeugnis 
nur dann gelten, wenn in denselben die Unterrichtserfolge aus der Religions- 
lehre, aus der Unterrichtssprache und aus dem Rechnen je mit einem einzigen 
Ausdrucke bezeichnet erscheinen und wenn in denselben zugleich ausdnick- 
lich bemerkt ist, dafl diese Beurteilung im Hinblicke auf den beabsichtigten 
Obertritt in die Mittelschule erfolgt ist. — Montag, den 6. Juli, wird sodann 
vormittags von 9 Uhr an die schriftliche und nachmittags von 2 Uhr an die 
mtindliche Prufung vorgenommen werden: 

Die Anmeldung fur den zweiten Termin findet in gleicher Weise am 
15. und 16. September vormittags zwischen 8 und 9 Uhr statt; die Prufung 
wird sodann Mittwoch, den 16. September, vormittags von 9 Uhr an (schriftlich) 
und nachmittags von 2 an '(mundlich) abgehalten werden. 

Bei der AufnahmsprQfung wird in der Religionslehre jenes Mafl von 
Wissen, welches in den ersten vier Klassen der Volksschule erworben werden 
kann, in der deutschen Sprache Fertigkeit im Lesen und Schreiben der 
deutschen und lateinischen Schrift, Kenntnis der Elemente aus der Formen- 
lehre, Fertigkeit im Analysieren einfacher bekleideter Satze, Bekanntschaft 
mit den Regeln der Orthographie und richtige Anwendung derselben beim 
Diktandoschreiben, im Rechnen Obung in den vier Rechnungsarten mit ganzen 
Zahlen verlangt. 

Zufolge Min. Erl. vom 2. Januar 1886, Z. 85, ist eine Wiederholung 
der AufnahmsprQfung fur die I. Klasse, sei es an derselben oder an einer 
anderen Lehranstalt, mit der Rechtswirksamkeit fur das unmittelbar folgende 
Schuljahr unzulassig. 

Jeder neueintretende Schuler hat die Aufnahmstaxe von 4 K 20 h, 
den Lehrmittelbeitrag von 4 K (diirftigeren Schiilern kann dieser Betrag auf 
2 K ermafligt werden) und fiir Jugendspiele den Betrag von 1 K zu ent- 
richten; von der letzteren Leistung konnen unbemittelte Schuler befreit 
werden. 

Zufolge Min. Erl. vom 26. Juni 1888, Z. 1842, werden auswartige Schiiler 
nur dann aufgenommen, wenn der Wohnort ihrer Eltern Linz naher gelegen 
ist als eiiem anderen Orte Oberosterreichs mit einem Gymnasium. 



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76 

Schiller von fremden Anstalten, die in eine bOhere Klasse (II. — VIII.) 
des Staatsgymnasiums in Linz eintreten wollen, haben sich in der Zeit vom 
10. bis zum 14. September in der Direktionskanzlei zu melden. 

Schiiler, die bereits im Vorjahre der Anstalt angehflrt haben und ihre 
Studien an derseiben fortsetzen wollen, haben sich Mittwoch, den 16. Sep- 
tember, vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in ihren Klassenzimmern zu melden; 
hiebei haben sie das letzte Semestralzeugnis vorzuweisen und den Lehrmittel- 
beitrag von 4 K (durftige Schiiler 2 K) zu entrichten. Auflerdem wird der 
Betrag von 1 K fur Jugendspiele eingehoben; unbemittelte Schiiler kSnnen 
jedoch von der Entrichtung dieses Betrages befreit werden. — Die Unter- 
lassung der rechtzeitigen Anmeldung hat den Verlust des Anspruches auf Auf- 
nahme zur Folge. 

Die Wiederholungs- und Nachtragspriifungen , ferner die Aufnahms- 
priifungen fiir die h6heren Klassen (II. — VIII. Klasse) werden Mittwoch, den 
16., und, falls sie an diesem Tage nicht abgeschlossen werden k6nnen, 
Donnerstag, den 17. September, von 8 Uhr an in den Lehrzimmern jener 
Klassen, in weiche die betreffenden Schiiler nach gut bestandener Priifung 
versetzt wiirden, vorgenommen werden. 

Diejenigen Schiiler, weiche die Aufnahmspriifung in die I. Klasse bereits 
im Julitennine abgelegt haben, haben erst Freitag, am 18. September, einige 
Minuten vor 8 Uhr in den Lehrzimmern der I. Klasse zu erscheinen, um so- 
dann an dem heiligen Geistamte teilzunehmen. 

Das heilige Geistamt findet Freitag, den 18/ September, friih um 8 Uhr 
statt. An diesem Tage haben nachmittags um 2 Uhr samtliche Schiiler in 
ihren Klassenzimmern zu erscheinen, wo ihnen die fiir den Unterrichtsbeginn 
getroffenen Anordnungen von den Klassenvorstanden werden bekanntgegeben 
werden. Der regelmaflige Unterricht beginnt Samstag, den 19. September, 
friih um 8 Uhr. 

Zum Schlusse erachtet es der Berichterstatter fiir seine ange- 
nehme Pflicht, alien Gonnern der Anstalt, weiche durch Schenkung 
von Lehrmitteln zur Vermehrung ihrer Sammlungen beigetragen 
haben, sowie alien Jugendfreunden, weiche armere Schiiler in ir- 
gend einer Weise unterstiitzt haben, den besten Dank auszusprechen. 



Linz, am 4. Juli 1908. 



Reg. Rat Christoph Wiirfl, 

Direktor. 



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Ls-r 



ACHTUNDFUNFZIGSTER 

JAHRESBERICHT 



DES 



K. K. STAATS-GYMNASIUMS 

Z U LINZ 

tjBER DAS 

SCHULJAHR 1909. 



Inhalt: 

i. Aus dem Leben eines standischen Oberhauptmannes. Von Prof. 
Dr. Evermod Hager. 



2. Schulnachrichten. Vom Direktor. 









LINZ, 1909. 

VERLAG DES K. K. STAATS-GYMNASIUMS. 
K. U. K. HOFBUCHDRUCKEREI JOS. PEICHTINGERS ERBEX. 09.10259 



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Aus demLeben eines standischenOberhauptmannes. 

Ein Beitrag zur Geschichte der obertteterreichischen Stand eerhebung in den 

Jahren 1618 bi9 1620. 

Von Dr. Evermod Hager, k. k. Professor. 

Abkurzungen: A = Archiv des Stiftes Admont. 

I =* k. k. Statthaltereiarchiv in Innsbruck. 
LL = oberosterreichisches Landesarchiv in Linz. 
LM =» Archiv des Museums Francisco Carolinum in Linz. 
W *= k. k. Staatsarchiv in Wien, osterreichische Akten. 
Wl =— Archiv des Stiftes Wilhering. 



Einleitung. 

,Es hat ein Tanzer gesprungen, 
Ein Tanz, der ist erklungen, 
In Oberosterreich." 
„Calvinischer Vortanz, welcher in Oberosterreich geschmittet, zn Prag in Boheim angefangen 

und wider die Papisten allenthalben gehalten worden." 

Opel und Conn, Der Dreifligjahrige Krieg. Eine Sammlung von historischen Gedichten 

und Prosadarstellungen. Halle 1862. S. 140. 

Das Land ob der Enns wurde von Maximilian von Bay em, 
dem Haupte der Liga und vornehmsten Heifer Ferdinands II. wah- 
rend des bohmisch-osterreichischen Aufruhrs, „ein nidus alles Un- 
bans" genannt. 1 ) Schlagen wir die Geschichtsbiicher auf, die den 
Beginn des Dreifiigjahrigen Krieges in Osterreich eingehender be- 
handeln, so tritt uns die Tatsache vor Augen, dafi sich die weltlichen 
Stande Oberosterreichs in der Widersetzlichkeit gegen den Landes- 
fursten besonders hervortaten. Wir sprechen hauptsachiich von den 
weltlichen Standen, denn diese waren es, die damals den Ton angaben 
und das Schicksal des Landes bestimmten. Sie waren, wie bekannt, 
mit ganz geringen Ausnahmen Anhanger des evangelischen Glau- 



• *) Hurter, Geschichte Kaiser Ferdinands II. und seiner Eltern. Schaffhausen 1850 — 61. 
Vin 673. 

1* 



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bens. Doch verknupften sich in ihren Bestrebungen Religion und Politik 
derart, dafi eine Auffassung jener Vorgange vom rein konfessionellen 
Standpunkte der Wirklichkeit widersprache. Auf der einen Seite 
stand die seit dem habsburgischen Bruderzwiste ungemein erstarkte 
Standemacht, immer mehr auf eine nahezu republikanische Selbst- 
regierung lossteuernd, auf der andern die landesfurstliche Gewalt, 
wie iiberall in der neueren Zeit dem Absolutismus zustrebend. Eine 
eigenartige Farbung und bedeutende Verscharfung erhielt dieser 
(xegensatz durch die konfessionelle Verschiedenheit der beiden Fak- 
toren. Die Untertanen hingen zum grofiten Teil dem evangelischen 
Bekenntnisse an. Doch bewahrte dieser Umstand die evangelischen 
Herrschaften durchaus nicht vor unliebsamen Uberraschungen. Fanden 
sich die Leute einmal zu einem kraftigen „Herrenstaub ,? angeregt, so 
machten sie keinen grofien Unterschied zwischen katholischen und 
protestantischen Herren. Das war der Stand der Dinge, als der Ent- 
scheidungskampf zwischen den Standen und dem Herrscher ausbrach. 
Die Rolle, die darin die Linzer Herren spielten, hatte den Bayern- 
fiirsten zu seiner eingangs erwahnteri Auflerung veranlafit. Als der 
Abgesandte des evangelischen Standeausschusses von Niederosterreich, 
Hans Ludwig von Kuefstein, im Juni 1619 zu Linz mit den oberoster- 
reichischen Verordneten iiber das Bundnis mit den Bohmen verhan- 
delte, mufite er unmutige Worte iiber die „nachlassigen ,? Nieder- 
osterreicher horen und Freiherr Helmhart Jorger meinte, „wenn die 
Oberderennser die Osterreicher nicht a cavallo bringen, werde es 
noch langsam zugehenV) In diesen selbstbewuflten Worten liegt 
ein Stiick Wahrheit. Die evangelischen Herren vom Lande ob der 
Enns waren in jenen unruhigen Tagen vielfach das vorwartstreibende 
Element, entsprechend den radikalen Grundsatzen ihres Fiihrers 
Tschernembl. 2 ) Dafi in jener bedeutsamen Zeit das weitverzweigte 
und besitzreiche Geschlecht der JSrger nicht zunickblieb, ist selbst- 
verstandlich. Hatte es ja nahezu schon ein Jahrhundert lang aufs 
eifrigste fiir die protestantischen Standeinteressen gearbeitet. Nament- 
lich waren es Helmhart, Hans und Karl Jorger, die damals 
eine rege Tatigkeit entfalteten. Ihre Namen kehren daher in den 
Akten der osterreichischen Standebewegung haufig wieder. l)ber den 



i) Kuefsteim Diarium bei Wolf, Geschichtliche Bilder ans Osterreich I. Wien 1878/ 
S. 252. 

2) Vgl. Stiilz, Zur Charakteristik des Freiherrn Tschernembl u. s. w. Archiv f. K, ost. 
Gesch. IX. Wien 1853. — Constdtationes Oder underschidliche Ratschlag u. s. w., so in der 
Haidelbergischen Cantzley ge fun den worden .... Mit Glossis. 1624. 



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3 

zuletzt Genannten, den Freiherrn Karl jorger, Sohn Helmharts 
des Alteren und Enkel Christophs, hat der Verfasser bereits eine 
Abhandlung in den „Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte 
Tirols und Vorarlbergs" veroffentlicht unter dem Titel „Ein hochfurst- 
liches Geheimnis aus dem Beginne des Dreifiigjahrigen Krieges". 1 ) 
Die folgenden Zeilen gelten dem Wirken Karl Jorgers zur Zeit des 
bohmisch-dsterreichischen Aufstandes. 

I. Verwendung Karl Jorgers zu Gesandtschaften. 

Die Haltung der Oberosterreicher nach dem Ausbruche des 
bohmischen Aufruhrs erschien den einsichtigen Raten in Wien so 
verdachtig, dafl sie den Vorschlag machten, den Erzherzog Maximi- 
lian mit 300 bis 400 Mann als kaiserlichen Landpfleger nach Linz 
zu schicken.*) Da aber ein tatkraftiges Vorgehen an hochster Stelle 
nicht beliebt war, so kam es nicht dazu und die Obderennser be- 
hielten freie Hand. Die Stande verlegten sich zunachst auf eine 
Politik der Tauschung. Sie hielten es mit den Bohmen, versicherten 
aber den Hof ihrer treuen Anhanglichkeit und gaben ihren Maflregeln 
den Anstrich der Loyalitat. Anfangs Juli 1618 sandten sie Karl 
Jorger an den Kaiser. 8 ) Aus dem Einnehmeramte wurden ihm fur 
die Reise 200 fl. angewiesen. 4 ) Ein Hauptpunkt seiner Auftrage war, 
Durchzuge, Musterungen und Einquartierungen kaiserlicher Kriegs- 
volker zu verhindern. Wiederholt # wurde ihm dies noch in Briefen 
eingescharft 6 ) und dazu bemerkt, dafi die kaiserlichen Truppen 
^unbeschreiblich schrecklich hausten" und der „gemeine Mann her- 
oben so schwurig sei, dafl er Ime einbildt, lieber leib und leben zu 
lassen als difl Volek im Landt zu gedulten". 6 ) 

Tatsachlich standen die kaiserlichen Truppen in keinem guten 
Rufe. Doch war es nicht die Sorge vor ihnen allein, die die Stande 
zu ihren Schritten bewog, sondern auch das Bestreben, die Be- 
kampfung der Bohmen soviel als moglich zu erschweren. Der Kaiser 
solite nicht „zeitlich Maister" werden, wie es in den oben angefuhrten 
Consultationes bezeichnend heiflt. 7 ) 



1) IV. Jabrgang 1907. 

«) Hnrter VII 289. 

3) LL, Annalen, Bd. 64, Fol. 118— 120. 

*) ZZ, Bescheidbuch, Bd. 1 20, Fol. 550. 

5) LLj Annalen, Bd. 64, Fol. 188, 192. — Vgl. Stiilz, Geschichte des Cist. Klosters 
Wilbering. Linz 1840. S. 216. 

6) LL t Annalen, Bd. 64, Fol. 226—228, 234. 

7) Consultationes w. o. S. 2 2 , S. 335. 



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Bemerkenswert ist eirie Stelle im Memoriale, das die Stande 
dem Kaiser iiberreichen liefien. Darin raten sie ihm vom Kriege 
gegen die Bohmen ab. und stellen ihm vor, dafi ihm „die ruhe billicher 
alfl die unruhe zu gunnen sei", ein solcher Krieg sei verbunden mit 
„viel miihe, nachsinnen, fiirsorg und kiimmernufi, welche Sachen alle 
die crefften nur mehreres schwechen und consequenter den todt ver- 
ursachen". 1 ) Man erinnert sich dabei unwillkiirlich an die Mahnung 
zu einem „ruhigen Leben", die seinerzeit die Stande Bohmens im 
Vereine mit Matthias dem Kaiser Rudolf erteilt hatten.*) 

Mit der Audienz beim Kaiser und bei den Raten war Karl 
Jorger im ganzen zufrieden, er schmeichelte sich sogar, das Mifitrauen 
des Hofes gegen die oberderennsischen Stande zerstreut zu haben. 
Nur glaubte er aus einer Andeutung schlieflen zu miissen, dafl man 
ihn „lieber oben als unten" sehe.*) 

Im Lande ob der Enns nahmen mittlerweile die Anstalten zur 
Landesdefension, die den Bohmen zu gute kam, ihren Fortgang. Am 
21. November erhielt Karl Jorger den Auftrag, den Markt Aschach, 
wo er die Maut inne hatte, gut in acht zu nehmen wegen der 
^Schiffungen 7 ' und fur alle Falle zur Assistenz bereit zu sein, wenn 
es an den wichtigen Verkehrswegen aus BShmen zunachst dem 
Wachsenbergischen Landgerichte notig sein sollte. 4 ) 

Im Dezember 1618 erschien Karl Jorger ein zweitesmal vor 
dem Kaiser als Mitglied einer standischen Abordnung, der auch der 
Abt Georg von Withering, ferner Otto Hohenfelder und Christoph 
Puechner angehtfrten. 

Aus ihrer Instruktion vom 6. Dezember ersehen wir, dafi der 
Kaiser den Linzer Standen befohlen hatte: 1. den kaiserlichen 
Truppen Proviant zuzufuhren, 2. das Aufgebot der Untertanen zur 
Landesdefension und die Einhebung der Riiststeuer einzustellen, 
3. die verschlagenen Passe an der bohmischen Grenze zu offnen und 
die Schanze an der Donau aufzulassen, 4. 50.000 fl. Proviantgeld an 
die ungarische Grenze zu lief era, 5. mit dem kaiserlichen Feldmar- 
schall gute Korrespondenz zu halten und ihm nOtigenfalls ihre Mann- 
schaft zu iiberlassen. 5 ) Keine der kaiserlichen Forderungen wurde 
bewilligt, im Gegenteile, die Stande nahmen nebst dem Aufgebote 



1) LL, Annalen, Bd. 64, Fol. 130 f. — Vgl. Hurter VII 458. 

2) Huber, Geschichte Osterreichs. V. Gotha 1896. S. 35. 

3) LL, Annalen, Bd. 64, Fol. 221—223, 3 02 « — Vgl. Hurter a. a. O. 

4) LL, Annalen, Bd. 64, Fol. 710 f. 

5 ) Wl t Abschrift der Instruktion. 



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des zehnten Mannes noch iodo Musketiere in Bestallung. Dafiir 
warteten sie dem Kaiser mit einem umfangreichen Entschuldigungs- 
schreiben auf und gaben ihm darin den Rat, mit den Bohmen fried- 
lich zu traktieren und Blutvergiefien zu vermeiden. Sie ermahnten 
ihn sogar, den Zorn Gottes zu furchten, der auch „hohe Herm" ob 
der in Kriegszeiten verubten Sunden und Laster heimsuche. Im 
iibrigen moge der Kaiser „ihres kindlichen und untertanigsten Ge- 
horsams 77 versichert sein. 1 ) So verkehrten die Stande auf dem Hohe- 
punkte ihrer Macht mit dem schwachen Herrscher. 

Nachdem Kaiser Matthias das Zeitliche gesegnet hatte (20. Marz 
1619), war es die Hauptsorge der Obderennser, den strengkatho- 
lischen Ferdinand als Nachfolgef unmoglich zu machen. Tschernembl 
liefl es sich angelegen sein, eine abschreckende Zeichnung dieses 
„Tyrannen" zu entwerfen.*) Die weltlichen Stande in Linz nahmen 
die Regierung des Landes selbst in die Hand. Unter den Verordneten, 
die den betreffenden Beschlufi unterzeichneten, finden wir auch Karl 
und Ferdinand Jorger. 8 ) Um die Niederosterreicher zu emem gemein- 
samen Vorgehen gegen Ferdinand anzueifern, sandten die Linzer 
Stande eine Deputation nach Wien. Ihr Wortfuhrer war Karl Jdrger. 
Er stellte in der Standeversammlung am 2$. April 1619 den Nieder- 
osterreichern das Beispiel der Linzer vor Augen.*) Zwei Tage darauf 
sprachen sich die obderennsischen Abgesandten noch genauer iiber 
den einzuschlagenden Weg aus. Ein formliches Bundnis mit den 
Bohmen, Mahrern und Ungarn sollte abgeschlossen und die notige 
militarische Vorbereitung rasch in Angriff genommen werden. 6 ) 
In der Tat bemerken wir, dafi sich nun die evangelischen Stande 
Niederosterreichs immer feindseliger gegen Ferdinand stellten. 6 ) 
Die Rustungen, wovon die Linzer Abgesandten gesprochen, wurden 
im Lande ob der Enns durch den Oberst Gotthard von Starhemberg 
betrieben. Das Landesaufgebot wurde erlassen und in die wichtigen 
Passe eine starkere Besatzung gelegt. Bei dieser Gelegenheit erhielt 
Karl Jorger am 20. Mai 1619 eine Bestallung als standischer Ober- 
hauptmann des Traun- und Machlandviertels. 7 ) 

1) Wl, ans dem Schreiben vom 22. Dezember (Abschrift), benutzt bei Stulz, Wilh., 220 f. 
' *) Vgl. Kuefsteins Diarium b. Wolf I 253. 
8) LL t Landschaftsakten, Bd. 1564. 
4) Nach dem Protokolle im niederosterr. Landesarchive bei Hurter VII 505 f. 

6) Nach dem Akte im sachsischen Staatsarchive bei Gindely, Geschichte des DreiBig- 
jahrigen Krieges. II. Prag 1878. S. 57 f. 

«) Gindely a. a. O. 

7) Die Bestallung in / leop. a. — Jorgers Titel lautet: Herr Karl Jorger auf Toilet, 
Koppach und Stauf, Freiherr auf Kreuflbach, Herr zu Pernstein, Scharnstein, Piirustein, 



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6 

Die weitere Entwickiung des obderennsischen Aufstandes bis 
zum vttlligen Anschlusse an die Bohmen und ihre Bundesgenossen 
ist aus den bisherigen Schriften iiber diese Zeit hinlanglich bekannt. 
Es moge hier nur betont werden, dafl das kleine Land fur die Sache 
des Aufruhrs namhafte Opfer brachte. Die Landschaft hatte schon 
vor der bohmischen Erhebung 8,181.628 fl. Schulden. 1 ) Beim Voll- 
zuge des Biindnisses der konfoderierten Lander mit Bethlen Gabor 
liefien sich die Linzer Stande zu einer jahrlichen Beisteuer von 
30.000 Talern herbei. 8 ) Dazu kamen die Kosten der allgemeinen 
Landesdefension und des Feldzuges in Niederosterreich.*) Es ist 
daher kein Wunder, dafi Karl Jorger einmal auf sein Ansuchen urn 
etliche 1000 fl. den Bescheid bekam: „Kann nicht bewilligt werden, 
so gern man auch woUt" 4 ) 

Das kerndeutsche Landchen ob der Enns hatte sich ohne natio- 
nale Bedenken. aufs engste an Bohmen angeschlossen, das damals 
einen ausgesprochen slawischen Charakter trug. Von volkischem 
Bewufitsein entdecken wir in jenen Tagen keine Spur, die Geister 
waren ganzlich vom protestantisch-standischen Gedankenbeherrscht. 6 ) 

Uber die innige Verbindung der obderennsischen evangelischen 
Herren, in erster Linie der Kalviner, mit dem „behambischen Un- 
wesen" und ihre Mitwirkung zur Wahl des Pfalzers in Prag lieg^t 
uns ein Bericht vor, den der ehemalige Sekretar der Stande, Hie- 
ronymus Gienger, nachmals Oberpfleger in Karl Jorgers Diensten, 
im Gefangnisse zu Innsbruck niedergeschrieben. 6 ) Viel Neues von 
Bedeutung erfahren wir daraus gerade nicht, doch durfte es nicht 
ohne Interesse sein, einen Augenzeugen aus Oberosterreich uber 
jene Vorgange zu vernehmen. Gienger reiste als Begleiter Tscher- 
nembls, Geymanns und Topplers nach Prag. Gleich zu Beginn 
hebt er hervor, dafl die Korrespondenz der oberosterreichischen 
Kalviner mit den Hauptern der pfalzischen Partei viel . zur Ent- 
wickiung der Dinge in Bohmen beigetragen habe. Auf der Fahrt 

Liebenstein, Walperstorf und Nen-Scheliv (£eliv=-Selau in Bohmen), Erblandhofmeister in 
Osterreich ob der Enns. 

i) Stieve, Der oberosterr. Baueraaufstand d. J. 1626. Zweite Aufl., Linz 1904. S. 19. 

8) Gindely, III no. Der Vertrag bei Firnhaber, Sitznngsber. d. kais. Akademie d. Wiss. 
phil. hist Kl. Bd. 34, Beil. 28, S. 225 ff. tTber den ersten Ansatz s. Firnhaber a. a. O. 182* 

5) Den letzteren schildert Friefl in den Blattern des Vereins fiir Landesknnde von 
Niederosterr. Neue Folge XXIII 1889. 

*) LL t Bescheidprotokoll Ko. 4, S. 64. 

5) Vgl. Ritter, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Gegenreformation und des 
Dreifligjahrigen Krieges. III. Stuttgart und Berlin 1908. S. 45. 

6 ) / leop. a. 



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habe ihm Tschernembl geofFenbart, dafi er noch kiirzlich Ferdinand 
geraten habe, heimlich eine gewisse Person als Agenten in Prag 
anzustellen. Durch diese Mittelsperson wolle er den Versuch machen, 
eine abermalige Traktation der Bohmen mit Ferdinand zu stande zu 
bringen. In Prag seien taglich die vornehmsten Direktoren bei 
Tschernembl zusammengekommen, wobei es deutlich hervorgetreten 
sei, dafi die bohmischen Stande nicht einmal den Namen Ferdinands 
mehr horen wollten. Denn sie hatten gewisse Kunde erhalten, dafi 
der Herr von Meggau den Vorschlag des englischen Gesandten zu 
einer neuerlichen Verhandlung mit ihnen rundweg abgelehnt habe. 1 ) 
Dabei habe er voll Unwillen seinen Handschuh zerrissen und die 
Aufierung getan, „so wenig der Handschuh wieder ganz werde, so 
wenig werde sich die konigliche Majestat mit den Rebellen • in 
Giite vergleichen, sondern billig das Schwert brauchen wider sie". 
Zur Konfoderation sei man etwas eilfertig geschritten, desgleichen 
zur Wahl eines neuen Konigs. In den kalvinischen Zusammenkiinften, 
die man haufig bei Tschernembl gehalten, habe man das Augenmerk 
auf fiinf Potentaten gerichtet, in publico aber immer Heidelberg 
„ansehnlich herausgestrichen". 2 ) Auf die Beschwerde der Lutherischen 
hin, dafi der Heidelberger nur Kalviner anstelle, habe Ruppa schnell 
einen kleinen Zettel in JTschernembls Losament geschickt ; wo sich 
ein kurpfalzischer Rat und Herr von Dohna eingefunden. Da habe 
man nun in aller Eile eine Liste von 15 oder 16 Lutheranern zu- 
sammengestellt, die unter Kurpfalz in officiis stehen sollten. Dieses 
Verzeichnis habe man in die Beratung bringen lassen und damit 
„den lutherischen Behamben abermalen das Maul und calvinischen 
Trost gemacht, dafi sie wiederumb lustig worden zur calvinischen 
Wahl". Der eifrige Lutheraner Schlick sei durch eine „vorgeschiitzte 
Kommission nach Dresden" unschadlich gemacht worden. 3 ) 

Tschernembl habe sich hart bemiiht, in die obderenn- 
sische Konfoderation zum Vorteile der Kalviner die „Frei- 
heit cujusvis religionis hineinzuflicken", doch sei er gegen den 
Widerstand Geymanns und des Abgesandten der Stadte 
(Topplers) nicht aufgekommen. Mit dieser wichtigen Mitteilung 
und dem Hinweise, dafi man eine „calvinische Religions- 
reformation" in alien konfoderierten Landern geplant habe, 
schlieflt der Bericht Giengers. 

i) Vgl. Gindely II 142 ff. 

*) Vgl. Muller, Fiinf Bucher vom bohmischen Kriege. I. Dresden 1841. S. 221. 

8) Vgl. Gindely II 222, 228. 



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3 

Kehren wir nun wieder zu Karl Jorger zuriick, dem die Linzer 
Stande, wie wir gesehen, ein militarisches Kommando anvertraut 
hatten. Bevor er seinen Posten bezog, hatte er sich noch im Lager 
Thurns vor Laa eingefunden. 1 ) 

II. Karl Jorger als standischer Oberhauptmann. 

Jorger war die Aufgabe zugefallen, den Pafi Pyhrn zu besetzen 
und iiberhaupt die Grenze gegen Steiermark zu bewachen. Was 
damit beabsichtigt war, ist bereits in den mehrmals genannten 
Consultationes angedeutet. Der Weg aus dem Stammlande Ferdinands 
durch Oberosterreich sollte verlegt werden. 2 ) Der Stallmeister Jorgers 
gestand es auch unumwunden zu, es sei die Intention seines Herrn 
gewesen, den Kaiser und sein Volk nicht ins Land zu lassen, die 
Freiheit zu verteidigen und bei der aufgerichteten Konfoderation 
ganzlich zu verbleiben.*) Aufierdem sollte Steiermark in den Auf- 
stand einbezogen und durch Obersteier eine gute Verbindung mit 
den ungarischen Rebellen hergestellt werden. Von Prag und Linz 
aus war man bereits in diesem Sinne tatig gewesen und noch im 
Laufe des Jahres 1620 faflte man das „heilsame Werk" einer Besitz- 
ergreifung von Obersteiermark ernstlich ins Auge. 4 ) Die Winter- 
konigin nahm sogar einen Gliickwunsch als kiinftige Herzogin von 
Innerosterreich entgegen.*) Jorger pflegte denn auch eifrig den Ver- 
kehr mit den Steiermarkern. Gleich am Tage nach seiner Ankunft 
auf dem Pyhrn begab er sich nach Liezen und in der Folge sehen 
wir ihn haufig im Ennstale. War er selbst daran verhindert, dann 
kamen seine Sendlinge und zuzeiten waren einige davon fast all- 
nachtlich in Liezen anwesend. 6 ) Es ist klar, dafl diese Besuche nicht 
dem Wachdienste allein galten. Im Quartiere Jorgers erschienen 
ofter steirische Adelige 7 ), wobei „eine Briiderschaft angestellt und 

x ) Verhor der Jorgerschen Diener vom 16. bis 18. Marz 1 621. / leop. a. 

2 ) Consultationes w. o. 

») Siehe 1). 

*) Anhaltinische geheime Kanzlei, 3. Ausg. 162 1, S. 273 f. Osterreicbisclie aufF den hol- 
lendischen Schlag gestimmte WundertrommeL Wien 1620. S. 92. Hurter VII 510. Zwie- 
dineck-Siidenhorst, Fiirst Christian von Anhalt u. s. w. Graz 1 87 1. S. 70 ff, 75 f. Derselbe, 
Venetianiscbe Gesandtscbaftsberichte iiber die bobmiscbe Rebellion. Graz 1880. S. 3635. — 
Suik, Wilh. 245. 

6) Zwiedineck-Siidenh., Christ, v. Anh. 81. Gindely III 226. 

6) Bericht des Propstes von Spital, s. unten S. 10 u. Anm. 3. Brief des Gregor 
Morzina, Verwalters von Gstatt, an seine Herrschaft Admont.vom 9. Dezember 1619. A, 

7 ) Verhor der Jorgerschen Diener w. o. nnd Giengers Aussage am 22. Marz 
1 62 1. / leop. a. 



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9 

zum Zeichen derselben Hahnenfedern aufgesteckt worden, die ihnen 
und andern aber durch die Schlacht bei Prag gerupft worden". 1 ) 
So wurden also die Steiermarker einerseits von Karl J6rger bear- 
beitet, anderseits von Ungarn her durch die Anhanger Bethlen 
Gabors.*) Ober den Verkehr Jorgers mit den Ungarn gibt uns der 
apudianische" (Pudiani = Batthi&ny) Diener Anton Wies Aufschlufl, 
der im Friihlinge 1620 bei Stein abgefangen worden war, als et 
mit Schreiben von Karl Jorger und Tscherriembl zu seinem Herrn 
zuriickkehren wollte. 8 ) Wies gesteht, dafl er zweimal nach Oberoster- 
reich geschickt worden sei, einmal an Tschernembl, das zweitemal an 
Tschernembl und Karl Jorger. Auch habe er ein Schreiben von 
Paul Jakob von Starhemberg mitgehabt, darinnen begriffen gewesen, 
dafi man sich bis zum letzten Mann wehren und Ferdinand unter 
keiner Bedingung huldigen wolle. Karl Jorger und Tschernembl 
hatten mit seinem Herrn den Abfall vom Kaiser ^practicier't^, ob- 
wohl Jorger dies abzuleugnen suche. Hatte sein Herr gewuflt, dafl 
die Obderennser nicht mehr als 16 Fabnlein stark seien, so ware er 
nicht vom Kaiser abgefallen. Jorgers Frau habe sich langere Zeit 
bei Batthiiny aufgehalten. Durch die Weiber konne man iiberhaupt 
vieles erfahren, besonders durch die Frauen Landaus und Thurns, 
die alles fleiflig an die Ungarn schrieben. Er habe wahrend seiner 
Gefangenschaft zu Wien darauf aufmerksam gemacht, dafl man den 
vollstandigen Bruch Batthi&nys mit dem Kjaiser noch rechtzeitig ver- 
hindern konne, aber er sei ausgelacht worden, es gelte „Niemand 
nichts als Welsche und Franzosen' 7 , es gehe zu, „dafl es ein Blinder 
greifen moge". 4 ) 

Die Anschlage der Gegtler Ferdinands auf Steiermark hatten 
bekanntlich keinen Erfolg. Zwiedineck-Siidenhorst 6 ) mifit dieser Treue 
der Steirer gegen ihren Herrn die gleiche Bedeutung bei wie dem 
Festhalten der Ungarn an der pragmatischen Sanktion in den Tagen 
Maria Theresias. Das diirfte wohl etwas iibertrieben sein, denn das 
ganze Werk der standischen Konfoderation stand auf schwachen 
Fiiflen, wie wir noch sehen werden, und liber das Schicksal Ferdi- 

!) Khcvenhiller, Annales Ferdinandei IX. Leipzig 1724. S. 1145. — Von einem 
Scheibenschiefien am Pyhrn, woran viele Liezner teilgenoramen , erziihlt Morzina im Briefe 
vom 19. Juli. A. Dabei soil sich der Pfarrer von Liezen hn briiderlichen Vereine rait dem 
Jdrgerschen Pradikanten ,voll angetrunken" haben. 

*) Anhaltinische Kanzlei 274. Zwiedineck-Sudenh., Christ, v. Anh. 76. 

*) Aussage des pudianischen Dieners. / leop. a. 

4) tTber Batthiany vgl. Hurler VIII 398. Stiilz, Wjlh. 245^. 

6) Venetian. Gesandtschaftsber. 34. 



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10 

nands entschied nicht so sehr die Haltung der Untertanen, als 
vielmehr das Eingreifen aufierosterreichischer Machte. 

Im folgenden wollen wir nun das Leben und Treiben Jorgers 
und seines Kriegsvolkes etwas iiaher in Augenschein nehmen. Wir 
werden dariiber unterrichtet durch eine Anzahl von Briefen und 
Rechnungen, die sich im Archive des Museums in Linz erhalten 
haben 1 ), sowie durch die bereits zitierten Verhore in Innsbruck und 
die Briefe des Verwalters Morzina 2 ). Eine zusammenfassende und 
die genannten Quellen erganzende Schilderung bietet uns der weit- 
laufige Bericht, den der Propst von Spital, Christoph Muhleder, am 
13. Februar 1622 an den St&tthalter Herberstorf senden muflte. 8 ) 
Kiirzer und drastischer behandelt unseren Gegenstand ein Privat- 
schreiben des Hofrichters von Spital an den Stadtschreiber von Hall 
in Tirol vom 1. Januar 1621, das noch den frischen Eindruck der 
Ereignisse widerspiegelt. 4 ) Diese Gelegenheitsepistel zeichnet in kraf- 
tigen Strichen ein anschauliches Bild des Benehmens Jorgers und 
seiner Leute. Manches ist wohl etwas dick aufgetragen und wir 
miissen selbstverstandlich die gereizte Stimmung des treuen Dieners 
seines Stiftes gegen dessen „Tribulierer n in Anschlag bringen. Da das 
Schriftstiick bis jetzt nicht bekannt war, lassen wir es im Anhange 
folgen, zugleich als Beispiel eines Neujahrsbriefes aus diesen Kreisen. 

Am 10. Juni 1619 traf Jorger in Windischgarsten ein 5 ), zunachst 
mit geringer Begleitung 6 ). Nach und nach zog er in Windischgarsten 
und am Pyhrn 600 Mann zusammen 7 ), im ganzen aber unterstanden 
seinem Befehle beilaufig 1500 Mann 8 ), teils Aufgebot, teils geworbene 
Soldner, die an verschiedenen Punkten des Grenzgebietes verwendet 
wurden. Am 3. Juni hatten ihm die Stande in Linz 200 fl. angewiesen, 
am 19. bekam er 300 fl., am 14. Juli 150 fl., am 14. August drei 
Zentner Pulver und zwei Zentner Blei, aber gegen Bezahlung, am 
21. August 126 fl., am 30. August 900 fl., am 6. Dezember eine 
Rekognition iiber antizipierte 2000 fl., am 23. Dezember 800 fl. 
(Sold fur 2 Monate) 9 ), am 3. Februar 1620 490 fl., am 7. April drei 

1) No. in, 1. Spit. Akten P. XVII. 

*) Siehe oben S. 8 6 . 

3) LM, im gleichen Faszikel. Einen Auszug bringt Stulz, Wilh. 613 ft'. 

*) /leop. c. 

6) Brief Jorgers an den Propst von Spital. LM. 

6 ) Bericht des Propstes w. o. 

7) Paflbrief far einen Musketier im grfiflichen Archive zu Sprinzenstein. — Verhor 
der Jorgerschen Diener am 18. Januar 1621. / leop. a. 

8 ) Jorgers Aussage am 22. Januar 1621. / leop. a. 

9 ) 400 fl. Monatsold gibt Jorger auch in seinem Verhore an. Siehe 8). 



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11 

Zentner Ziindstricke, am 12. August Tuch urn 972 fl. 1 ) Obrigens 
muflte Jorger auch selbst in den Sack greifen. So verlangten die 
Stande in jener Zeit von ihm ein Darlehen von 30.000 fl.*) Zu einem 
grofien Teile fiel jedoch das Jorgersche Unternehmen der Herrschaft 
Spital am Pyhrn zur Last. 8 ) 

Der Propst von Spital war ebenso wie sein Nachbar, der Abt 
von Admont, uber die Besetzung des Pyhrnpasses dutch Karl Jorger 
nicht wenig betroffen. Sie konnten ja weit und breit keinen Feiiid 
entdecken. In einem Schreiben vom 24. Juni an deii Abt von Garstefn 
beschwert sich der Admonter uber das unvermutete und unangesagte 
Erscheinen Jorgers an der Grenze. Seine Untertanen seien dadurch 
in solchen Schrecken versetzt worden, dafi sie das Vieh von den 
Almen abgetrieben hatten. Er meint, die Sache moge zwar „mit der 
furgebenden Defension coloriert werden", in der Tat aber sei sie 
eine Offension gegen sein Land und sein Stift. 4 } Ihre Kostbar- 
keiten brachten die Admonter noch im Juni nach Grallenstein in 
Sicherheit. 6 ) 

Propst Miihleder kannte die Feindseligkeit der evangelischen 
Herren gegen die Stifte zu gut, als dafi ihn das Schreiben Jorgers 
vom 14. Juni beruhigt hatte. Darin hatte namlich Jorger das Gerucht 
von der Heranziehung einer starkeren Truppenzahl als falsch be- 
zeichnet und beteuert, er wolle nur durch einige Soldaten die Leute 
in der Landesverteidigung abrichten lassen und sei bereit, Leben 
und Blut zum Schutze des Gotteshauses einzusetzen. 6 ) 

Bald zeigte es sich, dafl die Sorge des Propstes nicht unbe- 
gfrundet war. 

Noch am 14. Juni verlangte Jorger zur Ausbesserung der 
Schanzen und Klausen vom Stifte Maurer, Zimmerleute, Steinmetze 
und Schmiede, ferner mehrere Fuhren Latten, eine Anzahl Krampen, 
Hauen und Scheibtruhen , so wie ungeloschten Kalk. 7 ) Mit der Be- 
zahlung, die natiirlich versprochen wurde, hatte es gute Wege. Am 
29. mufite der Propst 100 fl. zum Solde der Mannschaft reichen, die 
Holzstamme zur Klause hergeben und eine Anzahl Flaschen mit 



1) LL, Bescheidprotokolle No. 4 (1619), S. 15, 64, 67, 113, 132, 148, 186, 189, 
197, 280 f. No. 5 (1620), S. 12, 36, 90. 

*) Verhor der Jorgerschen Dieuer vom 16. bis 18. MSrz 1621. / leop. a. 

3) Die Belege hiefur im folgenden. 

*) Z£, Landschaftsakten Bd. 1564. 

6) Wichner, Geschichte des Benediktinerstiftes Admont. 4. Bd. Graz 1880. S. 271 f. 

6) LM. 

7) LM. Dort auch die Belege f. d. folgende. 



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12 

Wein fur den Oberhauptmann fiillen lassen; dafiir versprach Jorger, 
er werde „in vielen Tagen nit mehr kommen". Trotzdem verlangte er 
gleich am 3. Juli die Aushebung und vollstandige Ausriistung des 
fiinften Mannes der stiftischen Untertanen. Am 31. August begehrte 
Hans Christoph von Prag, der Unterbefehlshaber Jdrgers, vom Hof- 
richter, seinem geliebten Freunde (!), ein R06, damit er fiirderhin 
beritten vor seinem Oberhauptmanne erscheinen konne und von ihm 
nicht immer ausgelacht werde. Am 3. September erhielt der Propst 
einen Zettel, worin Jorger zur bevorstehenden Ankunft des Land- 
obristen zehn Eimer Wein forderte, fiinf davon wolle er gelegentlich 
bezahlen, fiinf erwarte als er nachbarliches Prasent; auflerdem wurde 
dem Propste die Lieferung von 5000 Schindeln und vier Wagen 
Latten auferlegt. Dem Landobristen, der am 21. September wirklich 
eintraf , muflte der Propst ein Rofl im Werte von 80 fl. verehren. 
Im Oktober hatte das Stift das Fuhrwerk zu einem Briickenbaue 
beizustellen und zwei Mut Hafer zu liefern. Am 1. November gab 
es wieder eine Weinforderung. Der Propst liefi Jorger sagen, obwohl 
es ihn schwer ankomme, wolle er ihm doch acht bis zehn Eimer 
uberlassen, nur konne er sich mit den versprochenen 50 fl. nicht zu- 
frieden geben, sondern miisse den Eimer auf 8 fl. berechnen, da es 
ein Klosterneuburger Gewachs sei. Am 6. Februar 1620 wurden 
30 Metzen Hafer verlangt. Am 10. Mai befahl Jorger dem Propste 
sogar, alle seine Untertanen zu einer Musterung zu berufen und die 
Ausgehobenen auf Stiftskosten zu bewehren. Am 30. Mai muflte der 
Propst dem Oberhauptmanne 500 fl. einhandigen. „Gliebts Gott," 
versprach dieser, „so wolle er's iibers Jahr zuruckzahlen n . Der 
Schaden im Stiftswalde wird in einem Memorial-zettel auf 2000 fl. 
beziffert. Wiederholt beklagt sich der Propst, auch in Schreiben 
an die Verordneten in Linz, uber die Bednickung der Untertanen 
mit Roboten, iiber die Pliinderung der Fischteiche und Vernichtung 
der ganzen Brut, uber die Wegnahme von Vieh, das dem Untertanen 
oft gar nicht vergiitet werde. Von einem Amte, das dem Stifte 
unterstand, lief en Beschwerden iiber Jorgers Forderungen ein und 
es wurde ein Schaden von 102 fl. 4 (3 angemeldet. Ein Verzeichnis 
vom 13. August 1620 gibt die Summe, die Jorger und seine Truppe 
den Untertanen von Spital dainals noch schuldig waren, auf 5360 fl. 
3 p 27 $ an. 1 ) Den Gesamtschaden, den das Stift und seine Unter- 
tanen erlitten, schatzt der Hofrichter auf rund 50.000 fl.*) Mag 

!) LM. Vgl. auch Stieve, Bauernauf stand 23 8 . 
2 ) Brief in der Beilage. 



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13 

auch diese Angabe des uber Jorger sehr erbosten Beamten zu 
hoch gegriffen sein, so erhellt doch aus dem bisher Mitgeteilten 
zur Geniige, dafl dem Stifte eine beschwerliche Burde auferlegt 
worden war. 

Dem Propste blieben auch personliche Unbilden nicht erspart. 
Wurde eine Forderung nicht sofort erfullt, dann muflten es nicht 
nur seine Beamten und Diener biifien, sondern man verfuhr auch 
gegen ihn gewalttatig „mit Zuckung der Wehr". Bei den Zech- 
gelagen, die Jdrger mehrmals im Stitte veranstaltete, ging es aus- 
gelassen zu und es wurden haufig die argsten Schmahungen gegen 
den Kaiser, seinen Bruder Leopold und gegen die Pfaffen aus- 
gestofien. 1 ) Wie Gienger gesteht, gab sich sein Herr wahrend des 
Kriegsdienstes einem tollen und vollen Leben hin und hielt eine 
schlechte Disziplin, woriiber auch von den steiermarkischen Ver- 
ordneten Klage gefuhrt wurde. 2 ) Vom Kaiser wurde in Ausdrucken 
wie „blinder Fuchs, Unrat, Unflat" gesprochen.*) Dem Hofrichter 
wurde wiederholt mit dem Tode gedroht, auch dem Propste einmal 
das Hangen angetragen. Zuzeiten gebardete sich Jorger, als ob 
er vollstandig Herr des Stiftes und des ganzen Windischgarstner 
Tales sei. Als der krankliche Propst einmal vor einem Besuche 
Jorgers und seiner Zechgenossen verschont bleiben wollte und 
deshalb das Tor versperren liefl, zeigle der Oberhauptmann nicht 
ubel Lust, das Stift in die Luft zu sprengen. 4 ) 

Der Aufenthalt Jorgers brachte dem Propste auch noch andere 
Unannehmlichkeiten. Der Oberhauptmann und seine Leute stachelten 
namlich die Untertanen gegen die geistliche Herrschaft auf und 
erweckten in den lutherisch Gesinnten aufs neue den Geist des 
Widerstandes gegen ihren katholischen Herrn. Jorger redete den 
Burgern und Bauern „mit seinen siiflen, liebkosenden Worten zu, 
sie sollten nur fest zu ihm halten, er werde die Freistellung ihrer 
Gewissen schon zu Wege bringen". 6 ) Wir diirfen es dem Propste 
nicht verargen, daft ihm dariiber ernste Bedenken aufstiegen. Denn 
gerade jenes Gebiet wax schon friiher eines der unruhigsten gewesen 
und Muhleder konnte aus den Erlebnissen seines Vorgangers in den 



!) Bericht des Propstes w. o. 

*) Giengers Verhor am 22. Marz 1621. / leop. a. 

5) Bericht des Propstes und sein Schreiben an den Pfleger von Wildenstein. LM. 
*) Bericht des Propstes. — tJber eine derbe Szene, die Karl Jorger in Wilherin^ 
auffuhrte, vgl. Stulz, Wilh. 2533. 
5) Bericht des Propstes. 



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14 

Jahren 1585 bis 1597 ersehen, was man von den Bauerti zu erwarten 
hatte, wenn die Losung nFreiheit" ihre Kopfe erhitzte. Eben hier 
war das Wort gefallen, „es miisse der Sybilla Weissagung in Erfullung 
gehen und der Untertan seinen Herrn erschlagen". 1 ) Auf dem Pyhrn 
liefi Jorger jeden Sonntag in einem Zelte durch seinen Feldprediger 
lutherischen Gottesdienst halten. «Dazu war er auf dem Boden einer 
geistlichen Herrschaft nach der damaligen Rechtslage nicht befugt. 
Was aber den Propst von Spital und den Pralaten von Admont am 
meisten krankte, das war die Einladung an die Leute der Umgebung, 
zum evangelischen Exerzitium zu erscheinen. Der Zulauf der Unter- 
tanen war nicht gering, Gienger zahlte deren bei 200. 2 ) In der 
Pfarrkirche von Windischgarsten, die dem Stifte Spital inkorporiert 
war, hatte Jorger einen Altar mit Beschlag belegt, er liefl den 
Pradikanten durch zwei Musketiere dorthin geleiten und stellte 
50 Soldaten mit brennenden Lunten vor der Kirche auf. 8 ) Zum 
evangelischen Gottesdienste fanden sich auch hier sehr viele Leute 
ein, auch aus Steiermark. 4 ) Der Pfarrer von Windischgarsten hatte 
von Jorger Feindseligkeiten zu erdulden, da er von den Leuten ver- 
klagt worden war, dafl er sie zur Beichte zwinge. Auch erlitt er 
durch die Jorgerschen einen Schaden von 50 fl. 2 p. Die Bauern sollen 
dem Oberhauptmanne formlich nachgelaufen sein Und ihn gebeten 
haben, w er soil nit von ihnen weichen 77 . 6 ) Als def Propst dem 
bischoflichen Auftrage gemafi die Windischgafstner zur Ertullung 
der Osterpflicht anhielt, stellte ihn Jorger darob zur Rede. 6 ) Ja, er 
ging noch weiter und veranlafite, dafl eine Abordnung von Unter- 
tanen den Propst bei den Verordneten in Linz verklagte. Dies hatte 
ein Schreiben der Verordneten an den Propst zur Folge, worin 
ihm gedroht wurde, die Sache vor die Gesamtheit der evangelischen 
Stande zu bringen. 7 ) Am Tage Maria Verkiindigung liefl Jorger den 
Mesiier von Windischgarsten bis aufs Hemd ausziehen, der Lange 
nach auf die Erde halten und durch seinen Stallmeister mit Spiefl- 
ruten ^jammerlich schmeiflen". Den Anlafl dazu gab eine Klage des 

1) Stiilz, Willi. 420. Czerny, Der zweite Bauernaufstand in Oberosterr. 1595—1597. 
Linz 1890. S. 9f, 337 ff. 

*) Giengers Aussage am 22. Marz 1 62 1. / leop. a. 

3 ) Verhor der Jorgerschen Diener vom 16. bis 18. Marz 1 621. /leop. a. 

4) Gienger w. o. 2 ). 

5 ) Brief des Pfarrers an den Propst. LM. — Im Stiftsbause zu Windischgarsten 
-wollte Jorger einen Ofen zum Goldmachen aufstellen. Bericht des Propstes. 

6 ) Bericht des Propstes. 

7) Schreiben der Verordneten. LM, Abschrift auch / leop. a. Verantwortung des 
Propstes und Aussagen der Untertanen in LM. 



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15 

Wirtes von Durnbach iiber den Mesner, der ihn wegen einer Laster- 
rede dem Pfarrer angezeigt hatte. Der Wirt hatte namlich in 
Gegenwart des Mesners die Worte fallen lassen, „er gebe seinem 
Rindvieh daheim ein solches Getrank, wie der Pfarrer den armen 
Leuten, die er speiset." 1 ) Einmal forderte Jorger die Untertanen 
geradezu auf, dem Propste keinen Gehorsam mehr zu leisten, denn 
„das Blattl werde sich jetzt umkehren". 2 ) Bei der Gerichtsverhand- 
lung gegen die aufriihrerischen Untertanen am 14. Dezember 1620 
trat es auch oflFen zu Tage, dafi die meisten von Jorger verleitet 
worden waren. Als einer der argsten wurde der Riepl unter dem Stein 
bezeichnet. 8 ) Durch die Beschwerdeschriften des Propstes sahen sich 
die Verordneten in Linz einmal veranlafit, einen Abmahnungsbrief 
an Jorger zu richten. 4 ) Dafi er nichts geniitzt hat, ersehen wir aus 
der bald darauf abgegebenen Erklarung des Propstes an die Ver- 
ordneten, „wenn es noch langer so fortgehe, bleibe ihm nichts 
anderes mehr ubrig als auszuwandern". 6 ) Von den Untergebenen 
Jorgers machten sich durch Schimpfreden und rohes Benehmen 
besonders bemerkbar Christoph von Prag, der Kammerling Hans 
Mannstein, der Stallmeister Portner, der Fourier Poschinger aus 
Ischl und ein gewisser Geitter. 6 ) Der Schrecken vor Jorger und 
seiner Schar mufi sich dem Propste sehr tief eingepragt haben. 
Denn als der Statthalter Herberstorf den uns bereits bekannten 
Bericht verlangte (1622), da getraute sich Miihleder langere Zeit 
nicht, ihn abzuliefern. Es hatte sich namlich das Gerucht verbreitet, 
dafi Jorger auf freien Fufl gesetzt werde. Von der Rache des ehe- 
maligen Oberhauptmanns das Schlimmste befurchtend, zogerte der 
Propst, dem Wunsche des Statthalters nachzukommen, und als er 
es dennoch tat, glaubte er in seiner Besorgnis noch eigens beifugen 
zu mussen: „Will hoffen, dafi mein abgefaflter Bericht mir und dem 
Stifte nicht zum Unheil gereicheV) 

Von kriegerischen Taten horen wir naturlich nichts, es gab 
ja keine Gelegenheit dazu, ausgenommen in den letzten Tagen, als 
die Bayern einriickten. Was wir sonst vernehmen, gehort in die 
Klasse jener ^Anstrengungen", denen die Nachbarn eines Kriegs- 

J ) Bericht des Propstes. 

2) wie l). 

3) Protokoll- in L M. 

4) Im Mai 1620. LM. 
6 ) Konzept in LM. 

6) Bericht des Propstes und Brief des Hofrichters. 

7) Antwort des Propstes an den Statthalter. Konz. LM. 

L. 2 



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16 

lagers und die in der Nahe Durchreisenden ausgesetzt waren. Ein- 
mal wurde ein Herr von Kolowrat abgefangen und um ioo fl. 
„ranzioniert", ein anderes Mai ein Leutnant des Obersten Fugger, 
der mit Werbepatenten ins Reich zog, aufgegriffen, beraubt und 
dann davongejagt. 1 ) Dafi sich Jorger im Ennstale manche Ubergriffe 
erlaubte, geht auch aus einer Beschwerde der steiermarkischen 
Stande hervor.*) Herr Storch von Klaus bemerkte einem Liezner 
gegeniiber, „dafl sich Jorger wider seine Ordonnanz gar zu viel 
unterstehe". 8 ) Von Uberfallen auf steiermarkisches Gebiet sprechen 
auch die Bekenntnisse der Jorgerschen Diener. 4 ) IJber Gewalttatig- 
keiten Jorgerscher Soldaten beklagt sich der Pfandinhaber von 
Wolkenstein in einem Briefe an den Oberhauptmann. 6 ) Ein Jorger- 
scher Posten unter dem Befehle eines Leutnants war auch an die 
Grenze Salzburgs bei Ischl vorgeschoben worden. Der Pfleger von 
St. Gilgen stellte im Auftrage des Erzbischofs den Leutnant zur 
Rede, was aber Jorger ungnadig aufnahm. Er liefl dem Pfleger mit- 
teilen, dafl der Leutnant keine Vollmacht zu „Antworten" habe, 
wenn der Pfleger etwas zu verhandeln habe, miisse er sich an den 
Oberhauptmann selbst wenden. Im iibiigen hatten die Untertanen 
des Erzstiftes nichts zu befiirchten. Der Pfleger liefi sich aber nicht 
einschiichtern und gab dem Oberhauptmanne die bundige Anwort: 
Jorger moge das Kriegsvolk von der Grenze zuriickziehen, das ware 
den Salzburgern am liebsten; sollte es aber nicht geschehen, so ver- 
bleibe es bei den Abma,chungen, die er bereits mit dem Abgesandten 
des Leutnants, dem Mautner von Aschach, getroffen habe. 6 ) 

Im Sommer 1620 beteiligte sich Jorger mit Geymann an einem 
wenig riihmlichen Unternehmen, an der Pliinderung der Kheven- 
hillerschen Besitzung Kogl im Attergau. Den Raubzug suchte man 
mit dem Befehle der weltlichen Stande zu rechtfertigen, wogegen 
weder Pfleger, noch Graf, noch der Kaiser selbst etwas zu sagen 
habe. 7 ) Die Diener Jorgers suchten ihren Herrn zu entlasten und 
schoben die Hauptschuld auf den Leutnant Zick und auf Geymann, 
dessen Soldaten am meisten Schaden angerichtet hatten. 8 ) 

x ) Verhor der Jorgerschen Diener w. o. 

*) Firnhaber a. a. O. Bd. 28, S. 337. — Vgl. oben S. I3 2 . 

8 ) Brief Morzinas vom 12. November 1619. A. 

4 ) Verhor w. o. 

6) LM. 

6) LL, Annalen, Bd. 65, Fol. 767 b bis 771. 

7) Khevenhiller, Annales IX 1145 f - 

8 ) Verhor w. o. 



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17 

Trotz der Wachen und Kundschafter im Ennstale entging 
Jorger doch einmal ein Fang, der ihm gewifl sehr willkommen 
gewesen ware. Ende November 1619 wurden namlich drei Tonnen 
Gold aus Spanien durchgef iihrt. *) Bereits fruher war es dem Erz- 
herzoge Leopold, auf den es Jorger abgesehen hatte,*) gelungen, 
in Liezen ^durchzupostieren". Desgleichen waren 160 Soldner des 
Graf en Colalto bei Irdning vorbeigebracht worden. 8 ) 

Vierzehn Monate waren nahezu verflossen, seit Jorger die 
Oberhauptmannstelle iibernommen hatte; da trat eine Wendung 
der Dinge ein, die die Aufmerksamkeit der Stande von der steier- 
markischen Grenze weg auf eine ganz andere Seite des Landes hin- 
lenkte. Das Heer der Liga hatte bereits den Inn iiberschritten und 
riickte gegen die Westgrenze des „Landls" vor, wo man bisher 
keine geniigenden Vorbereitungen zur Abwehr eines Angriffes ge- 
troffen hatte. Damit kommen wir zu einem folgenschweren Abschnitte 
unserer heimatlichen Geschichte, zur Besetzung Oberosterreichs 
durch die Bayern. Jetzt ging die standische Selbstherrlichkeit in 
Triimmer und fur die Leiter des Aufstandes begann eine bose Zeit. 

III. Karl Jorgers Abdankung und Flucht. 

Wie bekannt, hatte Ferdinand die obderennsischen Stande 
wiederholt zur Umkehr ermahnt und ihnen mehrmals einen Termin 
zur Huldigung angesetzt. Wahrend sich der groflte Teil der nieder- 
osterreichischen Protestanten schliefilich zur Anerkennung Ferdinands 
bequemte, blieben die Obderennser hartnackig bei ihrer Weigerung. 
Was der deutsche Schul- und Rechenhalter von Linz iiber Karl 
Jorger sagt, das gilt von seinen evangelischen Standesgenossen iiber- 
haupt. 4 ) Sie blieben bei der Konfoderation und lieflen sich auch 
durch die Miflerfolge gegen Ende des Jahres 16 19 nicht irre machen. 
„Die Herren von Osterreich (die Habsburger) sind von alien Landen 
verworfen und zur vorigen Perfection kommen sie gewifl nimmer- 
mehr, denn die Malediction ist iiber ihren Kopf gekommen," so 
schrieb Zacharias Starzer, der Bevollmachtigte der ober- und nieder- 
osterreichischen Protestanten in Ungarn, bereits Ende 16 19 an seinen 

!) Brief Morzinas vom 2. Dezember 1619. A. 

2 ) "Vgl. „Ein hochfiirstliches Geheimnis" 173. 

8) Brief Morzinas vom 10. Juli 1619. A. 

4) „Herr Carol Jorger bleib (blieb) bestahn Bey der Confoederation n . Curriculum 
vitae Pauln M. von MautterndorfF, anjetzo Teutschen Schul- und Rechenhalters zu Lintz 162 1 
(o. O.). B. N, B. I in der Stadtbibliothek zu Zurich. Hartmann, Historische Volksliedcr 
und Zeitgedichte vom 16. bis 19. Jahrhundert. Miinchen 1907. I I43 x . 

2* 



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18 

Vetter Michael, Residenten bei der osmanischen Pforte. 1 ) Wie sehr 
sich noch im Laufe des folgenden Jahres die Feindseligkeit gegen 
Ferdinand steigerte, das offenbaren die Worte und Taten der 
standischen Vertreter vom Prager Generallandtag an bis zum Neu- 
sohler Reichstag und zur formlichen Unterwerfung unter die Ober- 
herrschaft des Bohmenkonigs Friedrich. Bei einer solchen Gesinnung 
war fur Ferdinand nichts mehr zu hoffen. Es mufiten die Waffen 
entscheiden. 

Sorgen vor feindlichen Angriffen waren im Lande ob der 
Enns schon mehrmals aufgetaucht. So klagte der Landobrist Gott- 
hard von Starhemberg bereits im Januar 1620, dafl Oberosterreich 
je langer je mehr von Feinden umgeben werde und eine rechtzeitige 
starke Hilfe von noten sei. 2 ) Am 19. Februar schrieb er aus Briinn 
an Anhalt: „Die Oberennser getrosten sich der nachbarlichen und 
schuldigen Hiilf, mit solchem Cunctieren werden sie consumiert, es 
mu8 doch der Ernst bei ihnen angefangen werden". 8 ) Bethlen Gabor, 
den die Oberderennser dringend urn Unterstiitzung baten, gab zur 
Antwort: „Er hett mit ihnen ein sonderlich mitleyden, sie sollen 
aber an Gott und mitteln zu helfen nit verzagen, er selbst wolle 
innerhalb 14 Tagen sein Heil in Steiermark versuchenV) Damit war 
den Gefahrdeten nicht gedient. Von seiten der Unionsfursten liefen 
^Vertrostungen" ein 6 ) und vom unfahigen Winterkonige, der in 
seinem eigenen Konigreiche nicht viel bedeutete, war selbstverstand- 
lich kein Schutz zu erwarten. So war auf einmal die Lage der 
Obderennser sehr kritisch geworden und es kara immer mehr an den 
Tag, dafl die revolutionare Unternehmung einer starken Grundlage 
entbehrte und eine ordentliche Kraftprobe nicht bestehen konnte. 
Die Worte Tschernembls iiber die Prager Schlacht, es sei eine 
grofle Unvorsichtigkeit in alien Sachen gewesen, lassen sich auf 
den ganzen Aufstand anwenden. 6 ) Die Stande dachten allerdings 
daran, einen Einfall von Bayern her oder aus dem Passauischen zu 
hindern, und lieflen die entsprechenden Befehle ergehen, Aber sie 
hatten den richtigen Augenblick versaumt. Erst Ende Juni und 
anfangs Juli widmete man der Befestigung der Westgrenze etwas 
mehr Aufmerksamkeit und auch jetzt noch unterschatzte man die 

*) Firnhaber a. a. O. Bd. 34, Beil. 30, S. 237 ff. 

2) Anhalt. Kanzlei 249 f. 

3) Anhalt. Kanzlei 272. 

4) Anhalt. Kanzlei 316 f. Gindely III, Beil. 490 f. 
6) Consult. 190. 

6 ) Consult. 1 94. 



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19 

von Bayern drohende Gefahr in einer nahezu unbegreiflichen Weise 
und begniigte sich mit ganz unzulanglichen Vorkehrungen. Am 
26. Juni wurde angeordnet, die grofle Kette uber den Donaustrom 
zu Ziehen. Die Hauptleute Kleinstratl und Jungermann suchten die 
Donaustrecke von Engelhartszell bis Wesenufer ab und fanden 
es am besten, bei Wesenufer die Kette zu spannen und stark e 
Schanzen zu errichten, nicht bei Engelhartszell, das dem Feinde zu 
sehr ausgesetzt sei. 1 ) Oberst Schifer schrieb am 17. Juli von Starhem- 
berg bei Haag am Hausruck an den Verordneten Andre Ungnad, 
dafl die Grenze von Siiden bis gegen Pram nicht so schwer zu 
sichern sei, dafl man aber das offene Feld um Pram und weiterhin 
wohl in acht nehmen musse. Nach seinen Anordnungen sollte Karl 
Jorger 200 Mann nach Vocklabruck und 100 Mann nach Wolfsegg 
legen, er selbst wollte sich mit der Ritterschaft bei Grieskirchen 
aufstellen, sein Fahnlein Fuflknechte wurde nach Neumarkt und 
Peuerbach bestimmt und 50 Mann sollten auf Starhemberg verbleiben. 2 ) 
Einem gleichzeitigen Brief e Hohenf elders entnehmen wir, dafl Schifer 
groflen Mangel an Pulver, Blei und Lunten hatte. 8 ) Ein schlimmes 
Vorzeichen war es, dafl sich die Bauern um Haag zusammenrotteten 
und das Schlofl Starhemberg plunderten. 4 ) Wir werden darauf noch 
zuruckkommen. Als das Heer Maximilians von Bayern bereits hart 
an der Grenze stand, gab man den Gedanken an einen regelrechten 
Kampf iiberhaupt auf und suchte den Herzog durch Verhandlungen 
hinzuhalten, was aber nicht gelang. Am 24. Juli riickte die erste 
bayrische Abteilung, 6000 Mann Fuflvolk und 1500 Reiter mit vier 
Geschiitzen, gegen Haag vor. Ein Bauernhaufe, der im Walde vor 
Haag Widerstand leisten wollte, wurde auseinandergesprengt, die 
kleine Besatzung des Schlosses Starhemberg ergab sich. 6 ) Karl Jorger 
hatte gerade vorher seine 200 Mann von Vocklabruck nach Wolfsegg 
verlegt, so dafl nun 300 Mann dort standen. Er selbst aber blieb nur 
kurze Zeit bei ihnen und begab sich dann in sein Hauptquartier nach 
Windischgarsten, um das Weitere abzuwarten. Seine Mannschaft 
streifte von Wolfsegg aus einigemale auf die Bayern, ohne etwas 



!) W Oberosterr. 9 a. 

2 ) Schifer an Ungnad am 17. und 18. Juli 1620. W Oberosterr. 9 a. 

') W a. a. O. 

*) Dafl ea dabei arg zugegangen, erhellt aus den AuBerungen Scbifers und Hohen- 
felders. ?Ta.a, O. Vgl. Stieve, Bauer naufstand 53. 

5) Riezler, Kriegstagebiicher aus dem ligistischen Hauptquartier 1620. Abh. d. hist. 

Kl. d. kgl. bayr. Akademie d. W. Miinchen 1903. Bd. 23, Abt. 1. S. 113, 147. 



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20 

auszurichten. 1 ) Am 28. Juli nahmen die Bayern das Schlofl Aisters- 
heim ein, das von einer Anzahl Soldaten und Bauern gegen den 
ausdriicklichen Befehl Schifers verteidigt worden war. 2 ) Das Tage- 
buch des P. Drexel S J. verzeichnet als eine Merkwiirdigkeit Aisters- 
heims die schone Schloflbibliothek, bewertet mit 2000 fl. Leider 
hausten die erbitterten Soldaten arger als die Tiirken und ver- 
wiisteten das prachtige Schlofi fast ganzlich. 8 ) Am 31. Juli standen 
die Bayern bereits in Grieskirchen, wo die Leute iiber die Grofie 
der ligistischen Armee nicht genug staunen konnten. Der alte Mann, 
bei dem P. Drexel einquartiert war, gestand, dafl man nur auf die 
Ankunft einiger Fahnlein des Bayernherzogs gefafit war. 4 ) Das 
Jorgersche Schlofl Toilet bei Grieskirchen war offenbar unverteidigt 
geblieben, daher horen wir auch nichts, dafl die Bayern etwas 
dagegen unternommen hatten. Eine Verspottung der Jorger konnten 
sich jedoch die Soldaten nicht versagen. ^Milites nostri* \ berichtet 
Drexel, ^arrepta insignia nobilis viri Georger/s, (d. h. des Hans 
Jorger), pessimi haeritici, ad equi superior em caudam alligarunF .*) 
Am 1. August wurde Wels besetzt 6 ) und am 4. hielt Maximilian 
seinen Einzug in Linz. Die Hilflosigkeit der Stande beleuchtet das 
Tagebuch Drexels kurz und biindig mit den Worten : „ Usque dum 
venimus fere, resistere cogitaverunt 7 multa moliti et nihil moliU. Mili- 
tem quidem habuerunt, sed sine ulla commeatus, pulveris tormentarii 
etc. provisioned '. 7 ) 

Die eigentlichen Anstifter der Erhebung hatten bereits das 
Weite gesucht, die ubrigen Mitglieder des Standekollegiums muflten 
sich unterwerfen und das Land wurde vom bayrischen Pfandherrn 
in Verwaltung genommen. 

Die Bezwingung des oberosterreichischen Aufstandes war dem 
Bayernherzoge auffallend rasch gelungen. Gewifl trug die Schnellig- 
keit des Einmarsches dazu bei. 8 ) Ein Hauptgrund war aber jedenfalls 
die Selbsttauschung der Stande iiber ihre Lage. So lesen wir im 
Briefe Schifers vom 17, Juli die hochst sonderbaren Worte: 



x ) Verhor der Jorgerschen Diener w. o. 

2 ) Riezler a. a. O. 113, 146. 

3) Riezler 148. 
*) wie 3). 

h ) Riezler 149. 

6) Dort wunderte sich Drexel sehr, dafl der Pfarrer, der nur 100 Katholiken niedrigeii 
Standes zu pastorieren hatte, einen Jahresgehalt von 1 500 fl. bezog. Riezler 149. 

7) Riezler 150. 

8) Khevenhiller IX 906. 



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21 

„Die Bayern fiirchten sich mehr vor einem Einfalle als wir," 
und in seinem Schreiben vom 18.: „Meinesteils sorg ich mich vor 
Bayrn nit, viel mehr dasselbig Land vor den Ungarn". 1 ) Diese Tau- 
schung wurde auch von Bohmen aus genahrt, wie die Brief e voll 
triigerischer Versprechungen bezeugen, die man noch Ende Juli von 
Prag ausgehen liefi. 2 ) 

Im letzten Augenblicke hatte man iibrigens nur noch ein einziges 
Mittel anwenden konnen, freilich ein gewagtes, namlich den allge- 
meinen Landsturm. Ein starkes Heer von Bauern, aus den Riist- 
kammern genugend bewaffnet und mit den ohnehin bestallten Truppen 
schnell in die richtigen Stellungen gebracht, hatte den Bayern genug 
zu schaffen gegeben. 8 ) Was die obderennsischen Bauernfauste zu 
leisten vermochten, das muflten die Bayern im Jahre 1626 erfahren. 
Tschernembl hatte etwas Derartiges auch ins Auge gefaflt, als er 
den Vorschlag machte, die ^Willigkeit" des gemeinen Mannes zu 
gebrauchen und notigenfalls die Untertanen fur frei zu erklaren. 4 ) 
Die letztere Maflregel lag aber jener Zeit noch zu fern, und was die 
WilligkeitdesVolkesbetrifft, sowar gerade dies der wunde Punkt. Um 
das Volk hatten sich die Herren nie sonderlich gekiimmert, auch waren 
sie ihm durch ihren haufigen Ungehorsam gegen die Anordnungen 
des obersten Herrn nicht gerade mit einem guten Beispiele vorange- 
gangen. Ihr Werk konnte sich daher auch nicht auf die Kraft eines 
verlafllichen Volkes stutzen. Die schon wiederholt angefuhrten Briefe 
Schifers und Hohenfelders lassen gar keinen Zweifel dariiber bestehen, 
dafl die Herren eine grofiere Angst vor den Bauern als vor den 
Bayern hatten. 6 ) Die Bauern wollten gewifl auf die bayrischen Sol- 
daten losgehen und haben auch an gar manchen von ihnen ihren 
Grimm ausgelassen 6 ), aber sie waren auch geneigt, iiber ihre Herren 
und deren Beamte herzufallen. Schifers Stofiseufzer: „Miissen wir 
Herrn leiden, so haben wir's verdient" 7 ), kennzeichnet die damalige 
Lage. Geymann berichtet von gefahrlichen Zusammenrottungen der 
Bauern in den Gegenden siidlich vom Hausruck und ihrer aufierst 
drohenden Haltung und bemerkt dazu: „Sie haben das Zuespillen, 



!) Briefe w. o. 19. 

2) Gindely III 241. 

8 ) Vgl. Stieve, Bauernaufstand 54. 

4) Consult. 58, 333. 

6) Vgl. dazu Stieve, Bauernaufstand 54. 

6) Riezler a. a. O. 92, 149. 

7 ) Im Briefe vom 18. Juli w. o. 



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22 

was die zue Haag angefangen, gar guot im willen" 1 ). Auch 
der Brief Ludwig Hohenfelders an die Ritterstandsverordneten atmet 
grofle Besorgnis, dafl es zu einem Bauernaufstande komme*). Wir 
konnen also ruhig sagen, dafi im entscheidenden Augenblicke der 
Schrecken vor einem Bauernkriege die Widerstandsfahigkeit der 
Stande gelahmt hat. Stieve, der die angefuhrten Briefe beniitzt hat, 
fallt iiber die standischen Herren das Urteil: „Hatten deren Feig- 
heit und Unfahigkeit sie nicht verhindert, die Stimmung der 
Bauern und die Bodenbeschaffenheit der Grenzbezirke auszuniitzen, 
so wurde das einriickende Ligaheer auf ernste Schwierigkeiten 
gestofien sein n . 5 ) Feigheit und Unfahigkeit haben sicher mitgespielt, 
auch Schifers Brief vom 18. Juli klagt iiber kleinmutige und traurige 
Herzen. Aber was bereits vorgefallen war 4 ) und was die Herren 
sozusagen in der Luft verspiirten, das waren buchstablich die Vor- 
boten eines gefahrlichen Sturmes, einer wirklichen Bauernerhebung 
grofieren Stils. Die Stimmung der Bauern gegen die Bayern aus- 
zuniitzen, das ging nicht so einfach, denn eben diese Stimmung 
hatte das Fatale an sich ; dafi sie auch gegen die eigenen Herren 
gerichtet war. Da erschien den Standen die Ankunft des Bayern- 
herzogs, mit dem sich doch anders reden liefl als mit einer rebel- 
lischen Bauemschaft, begreiflicherweise als das kleinere Ubel. Die 
Katastrophe von 1626 warf bereits in beangstigender Weise ihre 
Schatten voraus. Das ist der Kern der Sache. 

Mit der Besetzung Oberosterreichs durch den Bayernfiirsten 
hatte naturlich die Oberhauptmannschaft Karl Jorgers ihr Ende 
gefunden. Die Abdankung des Jorgerschen Kriegsvolkes sollte der 
Propst von Spital auf dem Boden seiner Herrschaft vomehmen, 
so hatten es die Stande vermeint. Dagegen wehrte sich aber Miihleder 
aus Leibeskraften, worauf die Abdankung nach Michldorf auf Jorger- 
sche Giiter verlegt wurde. Die 3000 fl. ; die der Propst dazu vorge- 
streckt, wurden ihm vergiitet. Auch versprachen ihm die Kommissare, 
den Betrag von 804 fl., den er zur Bezahlung der ausgehobenen 
Spitalschen Untertanen dargeliehen hatte, bald zuriickzuzahlen 6 ). 

i) W Oberosterr. 9 a. 

2 ) 17. Juli w. o. 

8 ) Bauernaufstand 54. 

4 ) Dafi Starhemberg unter Passau stand, andcrt an der srraptomatischen Bedeutung 
der bauerlichen Gewalttat nichts. Auch im vorausgegangenen groflen Bauernkriege waren 
die Rebellen keineswegs bei den geistlichen Herrschaften stehen geblieben, wenn auch 
diesen ihr erster AngrifF gegolten hatte. 

5) LM. 



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23 

Karl Jorger hatte in den letzten Tagen des Aufstandes einmal 
geauflert, er habe das Kriegswesen satt und wolle sich in Scharnstem 
„wie ein Tax" eingraben 1 ). Das war aber nicht raehr ratsam, seitdem 
man an hochster Stelle den Plan gefaflt hatte, gegen ihn vorzugehen. 
In der „Erklarung Sr. fiirstlichen Durchlaucht in Bay era, so der 
kaiserl. Majestat geh. Rath Harrach gegeben", heifit es: n Ob nit dem 
Carl Jorger, so sich auf ein Schlofi retiriert und sich von demselben 
aus zu defendieren vorhaben soil, nachzutrachten sei". 2 ) In den Ver- 
horen zu Innsbruck findet sich zweimal die Angabe, dafl Karl Jorger 
noch im August dem Herzoge Maximilian schriftlich gehuldigt habe.*) 
Wie es sich damit auch verhalten mag, jedenfalls verdient das 
Gestandnis des Jorgerschen Kammerlings Beachtung, dafl sein Herr 
durch gute Freunde vor der Absicht des Bayernherzogs, ihn ein- 
fangen zu lassen, gewarnt worden sei. 4 ) 

Am 3. September wurde Gienger, Jorgers Oberpfleger, von 
einem Pfarrer gebeten, doch nach Michldorf zu reiten und seinen 
Herrn zu bitten, er moge urn Gotteswillen das „erschrockliche Sauffen" 
lassen. Tags zuvor sei namlich Jorger vollberauscht von Michldorf 
nach Kirchdorf „eines Rennens gerannt", so dafl man schon gemeint 
habe, er musse sich Hals und Bein brechen. Gienger fand bei seiner 
Ankunft seinen Herrn „alser kranker" im Bette, n nit anderst als wie 
in einem Fiwer liegen". Infolge eines Auftrages der Verordneten 
in Linz begab sich Gienger sodann mit dem Kommissar Erhard 
Stenzl ins bayrische Imager. Beim Abschiede sagte ihm Jorger, „er 
wolle sich vom gemeinen Wesen ganzlich abkehren, privatim leben 
und seinen Leibzuestandt, den er schon etlich Jar in der seiten hab, 
kurieren lassen". Grienger traf nach Beendigung seiner Kommission 
am 15. September in Linz ein und erkundigte sich dort im Hause 
Karl Jorgers nach seinem Herrn. Da wurde ihm jedoch mitgeteilt, 
dafl dieser schon auf einer Reise nach Italien begriffen sei. Jorger hatte 
fur seinen Oberpfleger keinerlei Anordnungen zuriickge lassen. Daher 
fuhr Gienger sofort nach Steyregg zu Helmhart Jorger, der iiber 
Karls Abreise Besorgnis auflerte, da sie dem Statthalter verdachtig 
vorkommen musse. Gienger machte sich nun iiber Zureden Helmharts 
auf den Weg, um seinen Herrn zu suchen. Auf der Reise muflte er 
wiederholt horen, wie dieser wahrend seiner Fahrt das „Dominieren, 

x ) Verhor der Jorgerschen Diener w. o. 

2 ) Abschrift in W Oberosterr. 9 1>. 

8) Giengers Verhor am 21. Januar und Jorgers Verhor am 23. Januar 1621. /leop. a. 

*) Verhor am 18. Januar 1621. /leop. a. 



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24 

Fressen und Sauffen tapfer geiibt habe w . Nach 14 Tagen entdeckte 
er ihn endlich in einer Camera locante in Venedig, wo Karl das 
„vorige Leben mit unmafligen Trincken) Palspielen, zur Musica und 
in die Wiirdtshauser fahren" fortsetzte und. sich „fast furiosisch" 
gebardete. 1 ) 

Karl Jorger hatte die Fahrt nach Venedig mit 17 Rossen 
unternommen. In seiner Begleitung waren sein Neffe Hans Septimus 
Jorger, ein Stockhammer und einer von Oberndorf, die wie Karl 
selbst unter falschen Namen reisten. Von den Dienern war anfang- 
lich nur der Kammerling bei ihm, in Villach stieflen dann noch 
der Stallmeister und der Schneider zur Gesellschaft.*) 

In Venedig hatte sich Karl Jorger mit einem Kapitan Bernardin 
Rotta eingelassen und den Willen gezeigt, von der Republik eine 
Bestallung anzunehmen. Die eindringlichen Gegenvorstellungen seines 
Neffen und Giengers bewogen ihn aber, da von abzustehen. Nach 
einem etwa zehntagigen Aufenthalte schied Jorger von der Lagunen- 
stadt und wandte sich nach Padua, um die schon fruher angedeutete 
Kur zu gebrauchen. Die vorgeschriebene Lebensweise behagte ihm 
aber nicht, er hielt es kaum zwei Tage im Bette aus und fuhrte 
bald wieder zum groflten Verdrusse Giengers ein Leben wie ein 
„junger toller Scholar mit trinken, tanzen und spielen". So waren 
bereits mehr als 14 Tage verstrichen. Da faflte er den Entschlufl, 
sich nach Altdorf zu begeben, seine Sohne dort abzuholen, mit 
ihnen und seiner Frau in Niirnberg Wohnung zu nehmen und dort 
zu warten, bis das ^Unwesen" voriiber sei. 8 ) 

Gienger machte ihn aufmerksam, dafi der kiirzeste Weg durch 
Tirol fuhre. Vom Regenten dieses Landes, Erzherzog Leopold, habe 
er kaum etwas Gutes zu erwarten. Jorger aber entgegnete, er furchte 
sich vor Leopold nicht. 4 ) Bald waren die Anstalten zur Abreise 
getroffen. Jorger verliefi den sicheren Boden der alten Habsburger- 
feindin und schickte sich an, tirolisches Gebiet zu betreten, wo ihn 
das Schicksal ereilen sollte. Von seiner bisherigen Begleitung entliefi 
er vier Leibschutzen, einen Trompeter, einen Reitschmied und einen 
Knecht. Nur Gienger und drei Diener sollten mit ihm Ziehen. Bis 
Mestre ritt Hans Septimus mit, der dann wieder umkehrte. 6 ) Die 



!) Gienger am 22. Marz 162 1. / leop. a. 

*) Verhor der Diener am 18. Januar 1 62 1. / leop. a. 

8 ) Jorgers, Giengers und der Diener Verhore im Marz 1621. /leop. a. 

*) Gienger w. o. 

5 ) Verhor der Diener w. o. 



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25 

Fliichtlinge gelangten ungeschoren \iber den Brenner und naherten 
sich bereits der Hauptstadt Tirols, als ihnen auf dem Schonberge 
Halt geboten wurde. Die Rate Leopolds waren von der Ankunft 
Jorgers verstandigt worden und hatten Wachen ausgestellt. Diesen 
fiel Jorger samt seinen vier Begleitern in die Hande und am 27. Ok* 
tober morgens wurden sie gefangen nach Innsbruck eingeliefert. 1 ) Die 
Vertrauensseligkeit Jorgers hatte sich empfindlich geracht. Zwar suchte 
er sich aus der Verlegenheit zu Ziehen und durch sein „Geheimnis w 
einen Druck auf Leopold auszuiiben, doch konnte er seine Absicht 
nicht erreichen. — Auf die Kunde von Jorgers Gefangennahme 
setzte sich Maximilian von Bayern ins Einvernehmen mit Leopold, 
um f iir den Prozefl gegen die obderennsischen Aufstandischen genauere 
Mitteilungen zu erhalten.*) Zwischen Leopold und dem Kaiser fand 
hierauf eine Vereinbarung statt, wonach die Akten der Innsbrucker 
Verhandlungen an den Bayernherzog einzusenden waren. 8 ) Ende 
Marz 1 62 1 wurde Jorger in die Festung Oberhaus bei Passau iiber- 
fiihrt, wo er, von seinem Unglucke gebeugt und von schwerer Krank- 
heit gebrochen, am 4. Dezember 1623 starb. 4 ) 



Von den Mitgliedern der Jorgerschen Familie hatte Karl am 
hartesten fur die Teilnahme am Aufstande gebiiflt. Die strenge Haft 
zu Oberhaus mag dem einst so lebenslustigen Freiherrn bitter genug 
geworden sein. Wie oft mag er sich des stolzen Wortes erinnert 
haben, das er einmal dem Propste von Spital zugerufen: „Die Herrn 
von Oesterreich haben lange Arm und reichen weit, die Herrn Stand 
haben aber auch lange Hand, wollen sehen, welche langer oder 
we iter greifen mogen!" 6 ) Nicht ohne Mitleid kann man den letzten 
Brief des kranken Gefangenen an Leopold lesen, worin er den 
Erzherzog noch einmal instandig um Freilassung bittet, wahrend 
sich schon die Schatten des Todes auf ihn senken. 6 ) 



*) „Ein hochfurstliches Geheimnis" 162. 
*) Vgl. Riezler a. a. O. 150!. 

3 ) Schreiben des Kaisers vom 9. Januar 1621, worauf sich ein Konzept Leopolds 
vom 1. Febniar bezieht. / leop. Konz. 

*) ,Ein hochfurstliches Geheiranis" 177. 

5) Bericht des Propstes w. o. (Stiilz, Wilh. 6 1 6). 

6) Brief vom I. Dezember 1621. / leop. a. — In der Bibliothek des Stiftes 
St. Florian (XI 570 A) findet sich ein langeres Gedicht mit der tjberschrift „ Herrn Carl 
Jorgers Freiherrn Trostlied n , das ich seit langem abschriftlich in meinem Besitze habe. 
Jungst wurde es von August Hartmann in seiner Sammlung (siehe oben S. I3 4 ) verofTent- 



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26 

Vom stattlichen Landhause in Linz hatte ein fiirchterlicher 
Gewittersturm in der Nacht des 22. Juni 161 9 den Adler herunter- 
geworfen. „Gott verhuete," bemerkte Kuefstein in seinem Diarium, 
„dafl es nicht ominos sei!" 1 ) Es war ominos gewesen. Der Anschlufl 
an Bohmen hatte nichts Gutes gebracht. 



Beilage. 

Brief des Hoftichters Ludwig Plangg von Spital am Pyhrn an den 
Stadtschreiber Thomas Waidmann in Hall (Tirol) vom 1. Januar 162L 

Edler vOster Heer, Insonders gn. frl. gliebter Heer Waidmann, neben 
wintschung eines glickhselig frid u. freidenreichen gsundten neuen Jars und 
deren vili nachainander, sein Ime mein ganz geflissne willige dienst zuvor 
jederzeit berait. 

Bej difler glegenhait, weill die Zaunfuxischen umb Ir Erbschafft nach 
Tyroll schickhen, hab ich nit undterlassen sollen, dem Hern mit disem Gruefl- 
briefl zu besuechen, vnd beinebens zu bitten, mir solches nit in argen zuezumossen. 
Gliebter Heer Waidmann, bey Vns allhie in garsstenthall, vnd anderstwo ist ein 
grosses gschray, wie dafi der Carl Jorger Freyherr (welcher alhie im Markht 
windischgSrsten vnd am Pirrn 15 Monatlang gelegen, vnd uns dermassen Tri- 
buliert, davon ich dem Hern gar nit schreiben khan) zu Inflprugg gfencklich 
eingezogen, und wie man sagt, gar torquirt soil sein worden. Nun warte 
man disem losen Menschen aufi wie man woll, so hat Ers und thai lis seine 
losen diener voll u. vill ein mehrers verschuldt. Dann Er und andre seine 
gselln im Landt ob der Enfl gem die Closter eingezogen und die Cathollischen 
verjagt heten. Auch grofle aufwiglerei angericht, inmassen Er Jorger die 
Spittalerischen Underthanen widerumben albereit die maisten zum Lutherischen 
glauben gebracht und sich bei seinem Predicauzen vill Paurn und Herrn, so 
aus Steyermarch herkomben, inn Markht g^rssten Sacramentieren lassen, 
ia, die Underthanen thaills meinem gnedigen Hern und mir khain chorsamb 
mehr glaist. Das arme gars tenth a 11 fiber die ~ fl in schaden gebracht, und 
ist doch auf 40 meillen wegs khain feindt umb uns gwOst. ia hat Im schon 
fiirgenomben, alhie zu Spittal Pfloger, Kellner und andere offizier einzusezen 
u. die alten wekh zu jagen. hat unsere arme Underthanen so weit gebracht, 
dafi sie vermaint haben, Er werde Kayser werden, und In schon fur Iren Herrn 
erkennt. wie Er sich dann alhie ansehlich u. furstlich ghalten, mit H6r- 
pauggen, Trometen, Lautm&ssigen Instrumenten und andern , ia manicher furst 
helt sich so statlich nit, alls sich diser aufwigler ghalten alhie. so offt Er 



licht. Ob das Lied, de9sen Strophenanfange den Naraen der Schwiegermutter Jorgers 
ergeben, mit seiner Gefangenschaft zusammenhangt, ist fraglich. 
1) Wolf w. o. I 260. 



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27 

im Stifft mit seiner gottloflen rott gwost, vom jetzigen fromben Kayser, Erz- 
herzog Leopold, sowoll den Bayerfursten dermassen so spottlich gredt, dafi 
ainem das Herz im Leib zerspriingen hat miigen, Tag und Nacht im Stifft 
gfrossn, gsoffn, auf Tisch und Stiell und Penkh gesprungen. Die armen 
Underthanen mit der robot Sontag u. Feirtag geplagt, ia, am heilligen ostertag 
Irer nit verschont, baben Im arbeiten miissen. bey Im hat Er stattigs ghabt 
3 lose Pueben, ainer genannt Hanns Christoff von Prag, ain armer Suppen- 
frosserischer Freiherr, widerumben ainer, Friedr. Val. Portner, sein Stall- 
meister, und ain weifl Plaicher Tropf, der Manstein genannt. Dise hat Er zu 
Kundtschaften auf all ort und endt geschickht, alls in Karndten, Crain, Steyr- 
march, welche Lander Er alle zue aufruehr bewegen wdllen, wie Er dann 
im Landtl bej ~ Paurn aufgwiglt ghabt wie nun der Edl Kriegs FOrst Ilerzog 
aufi Bayern ins Landtl komben, hat Er Jorger mit seine n Teitschen Hungeri- 
schen gaifl Knechten das Ferssengeldt auf windiscbgarsten geben und 2 rofi 
zu Todt geritten. Obgemelter Manstein hat gar des Erzherzog Leopolden 
Taller, wann Er ain bekomben oder gsehen, wider die Erdt gworffen und 
das Prag oder Pildnus veracht, ia, einen solchen Muetwillen hat diser Jorger 
mit alien den seinigen in disem Thall verbracht, dafi es die Tiirggen und 
Heiden nit thuen. hat mich fur einen Verratter des Vatterlandts ghalten, ain- 
mall auf dem Pi em vor seinem Zelt mit Soldaten verwachten lassen, lostlich 
mir mit dem niderschiessen gedroet. wie er meinen gn. Herrn tribuliert, ist 
nit zu beschreiben, das schene Visch Pruet aufl den Teichten alda bey nacht- 
licher weill heraufifangen u. nach Perns tain firen lassen, auch im Holz am Piern 
umb etlich Tauset Gulden dem Stiftt schaden bschehen, die arme Burgerschaift 
zu garsten in grofl armut bracht, haben die Underthanen den ganzen Winter 
u. Sommer alls zuefiirn missen, kain Pfening ist Inen bezalt worden. sein 
Frau, wanns herein komben, ist mit Leibschizen, Laggeyen und Edl Leith wie 
eine Fiirsstin aufgezogn, im Stifft mit denselben gsprungen, gedanzt und jubiliert, 
alls ob das ganze Landt Ir war. Wie Er dann uber Tisch gemelt, Er hab 
das halb Landt und in die 1500 Mann undter Im, Item sie lassen khainem 
Kayser mehr (sonderlich diesem) ein solchen gewalt, alls sie hinvor ghabt 
haben, und andre iible wortt mehr. Und so lang Er die 15 Monat lang 
herinen gwest, hat Er und seine Leith kain warheit nie gsagt und Lauter 
ligen auf die Pan gepracht, den Paurn offt vorgsagt, wie der Kaiser vill Tauset 
Mann verlohren het, seine Haubt Leith nider gschossen, und wie alles glicklich 
auf der Stanndt seiten abgee. Allso hiedurch den Paursmann gesterkht. Jezt 
vergangen Jar ist Er in Steyrmarch ins Ennflthall mit 1 50 mann gfalln, des 
Kaisers Camerherrn ainen, Kolloprat und sein Frau braubt, Item des Kaisers 
leitenant ainen, so umb Volckh ins rcich sollen, aufghobt und alher gebracht^ 
rofi und gelt alles von Im wekhgenomben. ia, das erbarmblichste ist, dafi Er 
ein solchen schrokhen bey uns gmacht, dafl manicher gueter burger u. burgerin 
Ir Lebn lassen miessen. hat sich der znichtig Mensch anfangs herein glogcn, 
und nur mit wenig Pferten ins Stifft komben, mit Vermeldung, Er miefi die 



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28 

P&fl herein bsichtigen, Es werden die Hungern herauf und hieher durcbziehea, 
die miefl Er verhfieten und meinem gn. Herrn sein Kirchn bschizen und 
bschirmen, es war schadt, dafl die Hungern dise alda zerstfiren sol ten. so doch Er 
selbst der Erzfeindt gwGst u. die Hungern gem herein bracht het. — Wie aber 
dem alien, es mecht den Hern zu l6sen verdriefien und bit umb Verzeihung 
und sintemall die menschlich Natur gern etwas neus hflrt, allso lasst mein 
gn. Herr neben mir den Herrn auf alle Treu bitten, Er wolle uns unbeschwart 
berichten, wie Er J6rger gfenklich einkomben, ob auch der vorbeschribne 
von Prag, der Portner, so ein Haidlberger, und Manstein bei Ime sein, dann 
diese 3 haben sich verschwSrt, bej Ime Leib und Leben zu lassen, oder was 
man ffir Prozefl mit Inen gebraucht. Etliche lose Paurn bey uns, die Er 
an sich ghenkht hat, wollens nit glauben, dafl Er gefangen sey. Wir wdllens 
umb den Herrn in andern weg verdienen. — Sonst ist es Gott lob in Oberoester- 
reich zimblich still, Lezt Jar war zu Linz von den Stendten ein grosse Pracht, 
Ist alls gflogn. Aber Gott sey gedankht, es sein klain laut worden. Zu 
Prag ist Gotthart Starnberg gwester Landtobrister auch gfangen. Diser, Carl 
J6rger, Ungnadt, Tschernembl und Geyman (so zu Prag verrekht) sein die 
ergs ten rebellen gwest. Der allmechtig Gott geb der fromben Obrigkhait in 
Iren erleichten verstandt sein gnad, dafl die besen gstrafft und die fromben 
bedrangten arm en Leith erl6st wern. kombt der J6rger auf freien fuefl, so 
h6bt er nichts guets an, Er ist wie ein Prillender Leb, der sich herum zug, 
wie Er Unrueh anrichten mecht, wir haben In und die seinigen kennen gelernt. 
Der Zeit weiter nichts. Der Herr w6lle zu Tausendmal Treuherzig gegriest, 
und GSttlicher allmacht bevolchen sein, derselb erhalt Uns noch hinfier in 
bessten gsundt, fridt u. ainigkhait. 
Spittall, den 1. January 621 

Dero Herrn 

dienstgeflissen und 
willigister 
Ludwig Plangg 
Hofrichter. 



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SCHULNACHRICHTEN. 



I. Stand des Lehrkorpers am Sehlusse des Schul- 
jahres und Facherverteilung\ 

a) Direktor: 

1. Wurfl Christoph, Regierungsrat , lehrte Geographie und Geschichte 
in IV B, wochentlich 4 Stunden. 

b) Professoren: 

2. Bermanschlager Ludwig, Geistlicher Rat, k. k. Professor, lehrte katho- 
lische Religion in IIA, IIIA, IV A, VA, VB, VIA, VIIA, VIIB (16) und 
hielt die Exhorte im Obergymnasium, zusammen wQchentlich 18 Stunden. 

3. Deubler Josef, k. "k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
VIIB, lehrte Latein in VA, Griechisch in VII^4, VII^, Deutsch in IVB, 
zusammen wochentlich 17 Stunden. 

4. Dr. Gugler Kamillo, k. k. Professor, Klassenvorstand in IIB, lehrte 
Latein in Hi?, Griechisch in VI A, Deutsch in 112?, zusammen w6chentlich 
17 Stunden. 

5. Dr. Hager Evermod, Pramonstratenser-Ordenspriester, k. k. Professor, 
lehrte Geographie und Geschichte in III A, IV A, VIIA, VIIB, Deutsch 
in IIIA, zusammen w6chentlich 17 Stunden. 

6. Hantschel Oskar, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des 
physikalischen Kabinettes, lehrte Mathematik in IB, II B, IV B, VIII A, 
Villi?, Physik in VIIA, VIIB, zusammen wochentlich 19 Stunden. 

7. Hebenstein Julius, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der 
Unterstutzungsbibliothek, Klassenvorstand in IV B, lehrte Latein in IV B } 
VI B 9 Griechisch in IV B 7 zusammen wOchentlich 16 Stunden. 

8. Kirchtag Simon, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, lehrte Deutsch 
in VIIA, VIIB, Geographie und Geschichte in I A, VIA, VI B, zusammen 
w6chentlich 17 Stunden. 

9. Dr. Klug Rudolf, k. k. Professor, Klassenvorstand in VA, lehrte Mathe- 
matik in TLIB, VA, VB, Physik in VIII-4, Villi?, zusammen wochentlich 
17 (im II. Semester 19) Stunden. 

IO. Dr. Konig Anton, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des natur- 
historischen Kabinettes, lehrte Mathematik in I A, IV A, Naturgeschichte in 



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30 

IIA, 11^, VA, VB, Propadeutik in VII^l, VII^, zusammen wSchentlich 
1 8 Stunden. 
ii. Dr. Raiz Agid, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassenvorstand 
in 111 A t lehrte Latein in III A, Griechisch in 111^4, Deutsch in VIII-4, 
VIII 2?, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

12. Sauer Anton, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der Schuler- 
bibliothek, Klassenvorstand in IV A, lehrte Latein in IV A, Griechisch in 
IV A, V A, zusammen wSchentlich 15 Stunden. 

13. Schickinger Hermann, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassen- 
vorstand in VITIB, lehrte Latein in VI^I, Griechisch in VIIM, VIII^, 
zusammen wSchentlich 16 Stunden. 

14. Dr. Schiefier Anton, k. k. Professor, Kustos der historisch-geographi- 
schen Sammlung, Klassenvorstand in VIII-4, lehrte Deutsch in III 2?, Geo- 
graphic und Geschichte in II A, VA, VIII-4, VIII 2?, zusammen wSchent- 
lich 16 Stunden. 

15. Schneider Franz, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, lehrte Mathe- 
matik in IIA, IIM, Naturgeschichte in I A, IB, III A, UIB, VI^4, zu- 
sammen wSchentlich 18 Stunden. 

16. Sewera Ernst, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der Lehrer- 
bibliothek, Klassenvorstand in VII A, lehrte Latein in VII A, VII B, Grie- 
chisch in VB, zusammen wochentlich 15 Stunden. 

17. Strigl Josef, Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. Professor der VII. Rangs- 
klasse, Klassenvorstand in VI 2?, lehrte Latein in VIII A, VIII B, Grie- 
chisch in VI 2?, zusammen wochentlich 15 Stunden. 

18. Tilp Anton, k. k. Professor, Klassenvorstand in VI A, lehrte Mathematik 
in Vl^t, VI B, VII A, VllB, Physik in IV A, IV B, zusammen wochentlich 
18 Stunden. 

c) Provisorische Lehrer: 

19. Dr. Zincke Paul, Klassenvorstand in II A, lehrte Latein in 11^4, Deutsch 
in IIA, Propadeutik in V1IIA, Villi?, zusammen wochentlich 16 Stunden. 

d) Supplenten: 

20. Hochaschbock Johann lehrte katholische Religion in IA, IB, 112?, 
III.ff, IV B, VIB, VlllA, VllIB und hielt die Exhorte im Untergymnasium, 
zusammen wochentlich 18 Stunden. 

21. Dr. Milliner Josef, Klassenvorstand in VB, lehrte Deutsch in IV A, 
Geographie und Geschichte in IB, II 2?, Ill 2?, V 2?, zusammen wochent- 
lich 17 Stunden. 

22. Pohnert Ludwig, Klassenvorstand in IA, lehrte Latein in IA t Deutsch 
in IA, V B, VIB, zusammen wochentlich 18 Stunden. 

23. Strafier Franz, Klassenvorstand in IB, lehrte Latein in IB, V B, 
Deutsch in IB, zusammen wochentlich 18 Stunden. 



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31 

24. Dr. Ullrich Johann, Klassenvorstand in III 2?, lehrte Latein in III 2?, 
Griechisch in III B, Deutsch in V A t VI A 9 zusammen wSchentlich 
17 Stunden. 

e) Evangelische und israelitische Religionslehrer: 

25. Friedmann Moritz, Ritter des Franz Josef-Ordens, Mitglied des ober- 
Ssterreichischen Landesschulrates, Rabbiner, israelitischer Religionslehrer, 
lehrte mosaische Religion in zwei Abteilungen, zusammen wSchentlich 
4 Stunden. 

26. Koch August, Mitglied des oberSsterreichischen Landesschulrates, Senior 
und evangelischer Pfarrer, evangelischer Religionslehrer, lehrte evangelische 
Religion in zwei Abteilungen, zusammen wochentlich 4 Stunden. 

f) Turnlehrer: 

27. Hirt Max, k. k. Turnlehrer, lehrte Turnen in IA 9 IIB, IlIA, 1IIB, 
IVB f VIB, VIM, VUB, V111B, zusammen wSchentlich 18 Stunden. 

28. Richter Max, Turnlehrer, lehrte Turnen in IB, II A, IV A, VA, V B, 

VIA, VlllAy zusammen wSchentlich 14 Stunden. 

g) Nebenlehrer: 

29. Dr. Karigl Ferdinand, k. k. Professor an der Staatsrealschule, lehrte 
englische Sprache im II. Kurse und franzosische Sprache im I. Kurse, zu- 
sammen wochentlich 6 Stunden. 

30. Kuna Franz, provisorischer Hauptlehrer an der k. k. Lehrer- und 
Lehrerinnenbildungsanstalt, lehrte Zeichnen in vier Kursen, zusammen 
wochentlich 8 Stunden. 

31. Neuhofer Franz, Lehrer, lehrte Gesang in der I., II. und III. Abtei- 
lung, zusammen wSchentlich 6 Stunden. 

32. Ratzka Otto, Lehrer, lehrte Stenographic in zwei Kursen (drei Abtei- 
lungen), zusammen wochentlich 6 Stunden. 

^. Tilp Anton, k. k. Professor, lehrte Kalligraphie in 11^4, Hi?, zusammen 
wSchentlich 2 Stunden. 

34. Dr. Ullrich Johann, Supplent, lehrte Kalligraphie in I A, IB, zusammen 
wSchentlich 2 Stunden. 

h) Probekandidaten: 

35. Anzengruber Matthaus, Supplent an der katholischen Privat-Lehrer- 
bildungsanstalt, lehrbefahigt aus Geographie und Geschichte als Haupt- 
fSchern. 

36. Dr. Pfaffeneder Max, lehrbefahigt aus Mathematik und Physik als 
Hauptfachern. 

37. Dr. Prieth Gabriel, lehrbefahigt aus Mathematik und Physik als Haupt- 
fSchern. 



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32 

II. Lehr- und Lektionsplan. 

I. Klasse. 

Religfion: Katholische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischen 
Kirche (kursorisch). 2 Stunden. 

Latein: Regelmaflige Formenlehre ausschliefilich der Deponentia. Obersetzung 
aus dem Cbungsbuche. Memorieren der Vokabeln. Von Ende November 
an allwGchentlich eine Komposition von V 2 Stunde, Memorieren, spater 
hausliches Aufschreiben von lateinischen Obersetzungen und kleine Haus- 
aufgaben. 8 Stunden. 

DeutSCh: Formenlehre, Lehre vom einfachen Satze, Elemente des zusammen- 
gezogenen und zusammengesetzten Satzes. Orthographische Obungen, im 
I. Semester monatlich 4, im II. Semester 2. Lesen, Memorieren, Vor- 
tragen. Im II. Semester monatlich 2 Aufsatze, abwechselnd Schul- und 
Hausaufgaben. 4 Stunden. 

GeOgfPaphie : Geographische Grundvorstellungen. Die Tagesbahnen der 
Sonne. Orientierung, Beschreibung und Erklarung der Beleuchtungs- 
und Erwarmungsverhaltnisse innerhalb der Heimat, Hauptformen des 
Festen und FlQssigen in ihrer Verteilung auf der Erde, Lage der be- 
deutendsten Staaten und Stadte. Versuche im Zeichnen einfacher geo- 
graphischer Objekte. 3 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Das dekadische Zahlensystem. RSmische Zahl- 
zeichen. Die vier Grundoperationen mit ganzen und Dezimal-Zahlen. 
Das metrische Mafi- und Gewichtssystem. Mehrfach benannte Zahlen. 
Teilbarkeit. Zerlegung in Primfaktoren. Voriibungen fiir das Rechnen 
mit gemeinen Brtichen. Mafi und Vielfaches. Geometrie (II. Semester): 
Die Grundgebilde. Gerade. Kreis. Winkel und Parallelen. Die einfach- 
sten Eigenschaften des Dreieckes. 3 Stunden. 

NaturgeSChichtG: Tierreich, und zwar Saugetiere und Insekten in ent- 
sprechender Auswahl. 2 Stunden durch 6 Monate. — Pflanzenreich. 
Beschreibung einer Anzahl von Samenpflanzen verschiedener Ordnungen. 
2 Stunden durch 4 Monate. 

II. Klasse. 

Religion: Katholische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischen 

Kirche. 2 Stunden. 
Latein: Wiederholung der regelmafligen Formenlehre und die unregelmafiige 

Formenlehre. Memorieren der Vokabeln. Schriftliche und mundliche 

Ubersetzung aus dem Lesebuche. Monatlich I Haus- und 3 Schularbeiten. 

8 Stunden. 
DeutSCh: Lehre vom einfachen, zusammengezogenen und zusammengesetzten 

Satze. Praktische Obungen in der Interpunktion. Lesen, grammatische 

und sachliche Erklarung. Deklamation. Monatlich 3 schriftliche Arbeiten, 

abwechsdnd Haus- und Schularbeiten. 4 Stunden. 



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33 

GeSChichte und Geographic: Altertum. Sagen. Die wichtigsten Personen 
und Begebenheiten, hauptsachlich aus der Geschichte der Griechen und 
Romer. Geographic von Asien, Afrika, horizontale und vertikale Gliede- 
rung Europas, die Lander Sudeuropas und des britischen Inselreiches. 
Obungen im Entwerfen einfacher Kartenskizzen . 4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Erweiterte Obungen fiber Mafie und Vielfache. 
Bruchrechnung. Verhaltnisse und Proportionen. Die einfache Regeldetri. 
Die Prozent- und die einfache Zinsenrechnung. Geometrie: Strecken- 
und Winkelsymmetrale. Kongruenz der Dreiecke. Der Kreis. Das Viereck. 
Das Vieleck. 3 Stunden. 

NatUPg GSChichte : Tierreich, und zwar V6gel, einige Reptilien, Amphibien 
und Kische. Einige Weich- und Strahltiere. 2 Stunden durch 6 Monate. 
— Pflanzenreich. Fortsetzung des Unterrichtes der ersten Klasse durch 
Vorfiihrung anderer Samenpflanzen. Einige Sporenpflanzen. 2 Stunden 
durch 4 Monate. 

III. Klasse. 

Religion: Zusammenfassende Liturgik. Geschichte der Offenbarung des Alten 
Testamentes. 2 Stunden. 

Latein: Kasuslehre und Prapositionen. Cbungsbeispiele. Cornel. Nepos: Miltiades, 
Themistocles, Aristides, Cimon. Auswahl aus Curtius Rufus. Alle 14 Tage 
1 Schulaufgabe, alle 3 Wochen 1 Hausaufgabe. 6 Stunden. 

Griechisch: Formenlehre bis zu den Verba auf (xt. Obersetzungen. Von der 
2. Halfte des I. Semesters an alle 14 Tage abwechselnd 1 Schul- und 
I Hausaufgabe. 5 Stunden. 

DeutSCh: Grammatik: Formen- und Kasuslehre mit Beriicksichtigung der 
Bedeutungslehre. Lektiire mit besonderer Beachtung der stilistischen 
Seite. Vortrag memorierter Stucke. Monatlich 1 Haus- und 1 Schul- 
arbeit. 3 Stunden. 

GeSChichte und GeOgTaphie: Mittelalter. Die wichtigsten Personen und 
Begebenheiten mit besonderer Rticksicht auf die Geschichte der oster- 
reichisch-ungarischen Monarchic Spezielle Geographie des ubrigen 
Europa (aufier Osterreich-Ungarn), Amerika und Australien. Obungen 
im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Die vier Grundoperationen mit ganzen und ge- 
brochenen allgemeinen Zahlen. Quadrieren und Ausziehen der Quadrat- 
wurzel. Unvollstandige Zahlen, abgekiirztes Multiplizieren und Divi- 
dieren. Geometrie: Vergleichung, Verwandlung und Teilung der Fi- 
guren. Langen- und Flachenmessung. Pythagoraischer Lehrsatz. Ahn- 
lichkeit. 3 Stunden. 

Physik: I. Semester: Vorbegriffe. Das Wichtigste aus der Warmelehre und 
Chemie. 2 Stunden. 

NatUr geschichte: II. Semester: Mineralreich. 2 Stunden. 



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34 

IV. Klasse. 

Religion: Geschichte der Offenbarung des Neuen Testamentes. 2 Stunden. 

Latein: Moduslehre, Konjunktionen. Obungsbeispiele. Caesar, de bell. Gall. 
I, IV und Auswahl aus V, VI, VII. Auswahl aus Ovid. Alle 14 Tage 
1 Schularbeit und alle 3 Wochen 1 Hausarbeit. 6 Stunden. 

GriechiSCh: Verba auf [U, verba anomala. Syntax. Dazu Obungsbeispiele. 
Alle 14 Tage abwechselnd 1 Schularbeit und 1 Hausarbeit. 4 Stunden. 

DeutSCh: Der zusammengesetzte Satz, die Periode. Grundztige der Metrik. 
Lekture. Memorieren, Vortragen. Alle 14 Tage I schriftliche Aufgabe. 
Abwechselnd Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

Geschichte und Geographie: Neuzeit. Die wichtigsten Personen und Be- 
gebenheiten mit besonderer Berucksichtigung der osterreichisch-unga- 
rischen Monarchic Kartenskizzen. Geographie von Osterreich-Ungarn. 
4 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Gleichungen ersten Grades mit einer und mit 
mehreren Unbekannten. Reine Gleichungen zweiten und dritten Grades, 
die bei geometrischen Rechnungen vorkommen. Kubieren und Ausziehen 
der Kubikwurzel. Die zusammengesetzte Regeldetri. Die Teilregel. Geo- 
metric: Gegenseitige Lage von Geraden und Ebenen. Die k6rperliche 
Ecke. Hauptarten der K6rper. Oberflachen- und Rauminhaltsberechnung. 
3 Stunden. 

Physik: Magnetismus. Elektrizitat. Mechanik der festen, flQssigen und luft- 
formigen Korper. Die Lehre vom Schalle. Die Lehre vom Lichte. 
Astronomische Geographie. 3 Stunden. 

V. Klasse. 

Religion: Beweis der Wahrheit der katholischen Kirche. 2 Stunden. 
Latein: Livius, I. (Auswahl) und XXI. Auswahl aus Ovid. Grammatisch- 

stilistische Obungen. Monatlich 1 Schularbeit. 6 Stunden. 
GriechiSCh: Xenophon, Anabasis I, II, III, VI, VII, VIII (nach der Chresto- 

mathie von K. Schenkl). Homer, Iliasj I, II, 1 — 483. W6chentlich 

1 Stunde Grammatik. Jedes Semester 4 Schularbeiten. 5 Stunden. 
DeutSCh: Grammatik: Wortbildung, Lehnworter, FremdwOrter, Volksetymo- 

logie. Lekture mit besonderer Rucksicht auf die Charakteristik der 

epischen, lyrischen und didaktischen Gattung. Memorieren, Vortragen. 

Aufsatze monatlich 1 Haus- und 1 Schularbeit. 3 Stunden. 
Geschichte: Geschichte des Altertums bis zu den Gracchen mit Beriick- 

sichtigung der einschlagigen Geographie. 3 Stunden. 
Mathematik: Die 4 Grundoperationen. Die negativen und die gebrochenen 

Zahlen. Eigenschaften der Zahlen. Proportionen, Gleichungen des ersten 

Grades. Planimetrie. 4 Stunden. 
Naturgeschichte : I. Semester: Mineralogie. II. Semester: Botanik. 2 Stunden. 



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35 



VI. Klassc. 



Religion: Die katholische Glaubenslehre. 2 Stunden. 

Latein: Sallust, bell. Jugurth. Caesar, de bell. civ. III. (Auswahl), Cicero, 
Cat. I. Vergil, Auswahl aus Bucol. und Georg., Aen. I. Wochentlich I Stunde 
Grammatik. Jeden Monat I Schularbeit. 6 Stunden. 

Griechisch: Homer, Ilias, VI, VII, X, XVI, XVIII, XIX. Xenophon, Kyrup. 
VIII, Memor. III. (nach Schenkl). Herodot, VII, VIII. (Auswahl). Jede 
Woche I Stunde grammatische Cbungen. Im Semester 4 Schularbeiten. 
5 Stunden. 

DeutSCh : Grammatik: Genealogie der germanischen Sprachen, Lautverschiebung, 
Vokalwandel. Mittelhochdeutsche Lekture: Auswahl aus dem Nibelungen- 
liede und aus Walter von der Vogelweide. Geschichte der Literatur bis 
zu den Sturmern. Lekture mit besonderer Riicksicht auf die Charakteristik 
der stilistischen Formen. Lessing, Minna von Barnhelm. Privatlekttire. 
Vortrag memorierter Lesestiicke. Aufsatze alle 3 Wochen, abwechselnd 
Schul- und Hausarbeiten. 3 Stunden. 

Geschichte: Romische Geschichte von den Gracchen an. Geschichte des 
Mittelalters mit Benicksichtigung der Kulturgeschichte und Geographic 
4 Stunden. 

Mathematik: Lehre von den Potenzen, Wurzeln und Logarithmen. Glei- 
chungen des zweiten Grades mit 1 Unbekannten. Stereometrie, Gonio- 
metrie und Trigonometric des rechtwinkligen Dreieckes. 3 Stunden. 

NaturgeSChiehte: Zoologie. 2 Stunden. 

VII. Klasse. 

Religion: Die katholische Sittenlehre. 2 Stunden. 

Latein: Cicero, pro Sestio, Philippica II, de officiis III. Vergil, Aen. II, 
VI. Wiederholung der wichtigsten Partien der Syntax. 1 Stunde gram- 
matisch-stilistische Obungen. Im Semester 5 Schularbeiten. 5 Stunden. 

GriechiSCh: Demosthenes, Olynth. I; Phil. I. II. Homer, Odyssee I (1—95), 
VI, VII, IX, X, XIII. Grammatische Obungen. Im Semester 3 Schul- 
arbeiten. 4 Stunden. 

DeiltSCh: Literaturgeschichte von den Sturmern bis 1805. Lekture: Goethe, 
Iphigenie aufTauris; Schiller, Tell. Privatlektiire. Vortragen, Redeiibungen. 
Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 3 Stunden. 

Geschichte: Geschichte, der Neuzeit mit Berticksichtigung der Kulturgeschichte 
und Geographic 3 Stunden. 

Mathematik: Quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten. : Diophantische 
Gleichungen des ersten Grades, Progressionen. Zinseszinsen- und Renten- 
rechnungen; die wichtigsten Satze der Kombinationslehre, der binomische 
I^ehrsatz. Trigonometric des schiefwinkligen Dreieckes. Analytische Geo- 
metric der Geraden und der Kegelschnittslinien in der Ebene. 3 Stunden. 



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36 

Physik: Mechanik, Warmelehre, Chemie. 3 Stunden. 
Prop&deutlk: Logik. 2 Stunden. 

VIII. Klasse. 

Religion: Kirchengeschichte. 2 Stunden. 

Latein: Tacitus, Ann. 1, II. (Auswahl). Germania, c. 1 — 2j. Horaz, Auswahl 
aus den Oden und Epoden, Satiren I, I, 6, Episteln II, I. Grammatisch- 
stilistische Obungen. Monatlich 1 Schularbeit. 5 Stunden. 

Griechisch: Sophokles, Konig Odipus, Homer, Odyssee XX— XXIV (Auswahl). 
Plato, Apologie, Protagoras (Auswahl). Grammatische Obungen. Im Se- 
mester 3 Schularbeiten. 5 Stunden. 

DeutSCh: Literaturgeschichte bis zu Goethes Tod. Oberblick flber die Ent- 
wicklung der deutschen Literatur in Osterreich im XIX. Jahrhundert. Grill- 
parzer. Lektiire: Goethe, Hermann und Dorothea. Lessing, Laokoon. 
Schiller, Braut von Messina. Grillparzer, Sappho. Auflerdem das Lese- 
buch. Privatlekttire. Obersichtliche Wiederholung des deutschen Lehr- 
stoffes, daran ankniipfend eine Charakteristik der Dichtungsarten. Rede- 
ubungen. Alle 3 Wochen abwechselnd Haus- und Schularbeiten. 3 Stunden. 

GeSChichte: Osterreichische Geschichte und Vaterlandskunde. Wiederholung der 
wichtigsten Partien der griechischen und rCmischen Geschichte. 3 Stunden. 

Mathematik: Zusammenfassende Wiederholung der wichtigsten Partien der 
Mathematik. Obungen im Aufl6sen mathematischer Probleme. 2 Stunden, 

Physik: Magnetismus, Elektrizitat, Wellenlehre und Akustik, Optik. 3 Stunden, 
im II. Semester 4 Stunden. 

Prop&deutik: Empirische Psychologic 2 Stunden. 



Privatlekttire in den alten Sprachen. 
A. Latein. 

V. Klasse A: Caes. b. G. V, 25 — 58. Liv. XXII: Auinger M., Eder H., 
Eisenreich J., Gerstl O., Gleifiner H. — Liv. XXII: Ehgartner R., 
Grafi F. — Caes. b. G. V, 25—58: Egger, Gerl J., Hemmel M. 

V. Klasse B: Liv. II: Raab J. — Liv. XXII 1 — 15: Rabeder Fr., Schauberger E. 

— Liv. XXII 1—20: Streicher Fr. — Auswahl aus Liv. XXVII, XXXIII, 
XXXIX, XLV: Meschede F. — Auswahl aus Ov. Met.: v. Poth J., 
Ptichler J., Reder J., Scherb N., Stadlbauer A., Suchanek Fr. — Ausw. 
aus Ov. fasti: Mathie R. 

VI. Klasse A: Sallust. Cat.: Grunwald Jos. — Sail. Cat. und Cic. Cat. IV: 

Eder G. — Sail. Cat., Cic. Cat. IV, Verg. Aen. Ill: KSnig R. — Sail. 
Cat., Cic. Cat. II— IV: Schmidinger O. — Cic. Cat. II — IV, Caes. bell, 
civ. II, Verg. Aen. Ill: Horzeyschy Fr. — Cic. Cat. II, Caes. bell. Gall. 
V, VII: Eibl J. 



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37 

VI. Klasse B: Sail. Cat.: Pilz A., Taub J., Werkgartner A., Zehenthofer M., 

Zillich J. 

VII. Klasse A: Verg. Aen. Ill: Binderberger H., Hackl G., Hackmuller J., 

Jagenbrein F., Reiter E., WSfi A. — Verg. Aen. X: Rammer J. — 
Verg. Georg. I, Hofbaur A. — Cic. Phil. I.: FQrhlinger K. — Liv. VII, 
VIII, Cic. Phil. I.: Pachinger j. 
VII. Klasse B: Cic. p. Sulla: Brachmann G. — Cic. Phil. I.: Schallinger J. 

B. Griechisch. 

V. Klasse A: Xen. Anab. (Schenkl) V: Ehgartner R., Franta J. — Dass. V und 
IX: Egger A., Gerl J. — Dass. V, IX und X: Auinger M., Eisenreich J., 
Gerstl O., Gleifiner H., Gottschy F., Grafi Fr., Hemmel M., Juszt A., 
Kehrer K. — Dass. V und X: Eder H. — Dass. IX und X: Bentz V., 
Grunn H., Kempf Fr., Kleinert Fr. 

V. Klasse B: Xen. Anab. (Schenkl) IX: Meschede F., Vogl P. — Dass. IX, 

X und Kyr. I: Sparkefi E. — Horn. II. Ill: Reder J. 

VI. Klasse A: Horn. II. Ill: Bertl H., Bruckner J., Gattermeyr K., Gatti N., 

Hofmann A. — Horn. II. Ill und IV: Kaindl F. — Horn. II. HI und XII: 
Gragl F. — Horn. II. V: Eurich F. — Horn. II. XXII: GrOnwald J. 
— Horn. II. XXII, XXIV: Eibl J. — Horn. II. Ill, Herod, p. sel. 1, 2, 6: 
Eder G., R. v. Kaczkowski L. — Horn. II. Ill, Herod, p. sel. l, 2, 6, 
7, 8, 9: Horzeyschy F., Schmidinger O. — Horn. II. Ill, XII, XXI, 
XXII, Herod, p. sel. 1, 2, 6, 7, 8, 9: GrQnwald R. — Horn. II. XXI, 
XXII, Herod, p. sel. 1, 2, 6, 8: Kflnig R. 

VI. Klasse B: Horn. II. IV: Werkgartner A., Zehenthofer M., Zillich J. 

VII. Klasse A: Herod. VIII. Horn. II. XXIV: Hartmann N. — Horn. Od. V, 

VIII: Dolch H. — Herod. VIII: Pachinger J., WSfi A. — Horn. Od. V: 
Fuchs A., Grasbflck F., Binderberger J., Hotbaur A. (dazu Herod. VIII, 
1—55). — Horn. II. XXIV: Fellerer J. — Lyriker (Auswahl): Hack- 
mQller J. 

Vn. Klasse B: Herod. VIII. Horn. II. XXIV Od. V: Brachmann G., Hasel- 
auer A., v. Pilat A. (ohne Od. V). — Herod. VIII: Miihlberger J. 

Vin. Klasse A: Eurip. Iphig.: Clodi K., HSpfler A. 



Die librigen obligaten Lehrgegenstande. 

i. Evangelischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt, 

1. Abteilung. Biblische Geschichte des Alten Testamentes. Katechis- 
mus: Erklarung des I. Hauptstiickes (10 Gebote) nach Dr. M. Luthers Kate- 
chismus von Dr. Ernesti; Kirchenlieder im Anschlusse an das Kirchenjahr. 

2. Abteilung. Kirchengeschichte bis zur Reformation. 



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38 

2. Israelitischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

i. Abteilung. Biblische Geschichte: Das Reich Juda. — Die Glaubens- 
lehren. — ; Bibellektflre aus Genesis im Urtexte. 

•2. Abteilung. Von Herodes. 37 v. Chr. bis nach Abschlufi des Tal- 
muds 500 n. Chr. Zusammenfassung der wichtigsten Religionslehren. — Bibel- 
lektGre aus Deuteronomium im Urtexte. Nach Wolf, Religions- und Sittenlehre; 
Hecht-Kayserling, Israel. Geschichte; Kayserling, Die funf Biicher Moses. 

3. Turnen. 

An dem Turnen beteiligten sich alle Schuler mit Ausnahme derer, welche 
krankheitshalber dispensiert waren. 

Der Unterricht wurde nach dem fflr Mittelschulen vorgeschriebenen Lehr- 
plane (Erl. d. h. k. k. Min. vom 12. Febr. 1897, Z. 17261) in 16 Abteilungen 
mit je 2 Stunden wochentlich erteilt. Jede Schulklasse bildete fur sich eine' 
Turnabteilung. 

4. KaUigraphie. 

Der Unterricht in der KaUigraphie ist fur die Schuler der beiden untersten 
Klassen obligat mit je 1 Stunde wOchentlich fur jede Klassenabteilung. Das 
Lehrziel ist eine einfache, leicht lesbare und flieflende Handschrift. In der 
II. Klasse wurde auch Rundschrift gelehrt und in der zweiten Halfte des 
II. Semesters die griechische Schrift. 



Die freien Lehrgegenstande. 

i« Englische Sprache. 

Der Unterricht Wurde im zweiten Kurse mit 3 Stunden wochentlich erteilt. 

Erganzung der Formenlehre. Syntax. Nach Ellinger-Butler, Lehrbuch 
der englischen Sprache. 3. Teil. Obersetzungen ins Englische. Sprechfibungen 
und schriftliche Obungen im Anschlusse an Henty, Both sides the border 
und Obersetzung von Shajcespeares „ Julius Caesar". 

2. FranzOsische Sprache. 

Der Unterricht wurde im ersten Kurse mit 3 Stunden wochentlich erteilt. 

Einfuhrung in die Sprache taglichen Lebens. Induktive Gewinnung der 
wichtigsten Erscheinungen der Formenlehre, Obungen im Sprechen und Schrei- 
ben. Diktate. Nach Sokoll-Wyplel, Lehrbuch d. franz. Sprache fur 6st. Real- 
schulen. Einfuhrung in die Buchsprache durch Lesen von Erzahlungen aus Saure, 
franzosische Lesestoffe. 

3, Gesang. 

Die Schuler wurden nach ihren musikalischen Vorkenntnissen in zwei 
Kurse geteilt. 



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39 

1. Kurs. Obungen im Erkennen und Treffen der Intervalle in ver- 
schiedenen Taktarten und in den gebrauchlichsten Durtonarten. Kenntnis des 
Drei- und Vierklanges, ein- und zweistimmige Obungen nach der Chorgesangs- 
schule von Brunner, Einfalt und Prammer. 2 Stunden. 

2. Kurs in 2 Abteilungen. Fortsetzung in der Behandiung der Ton- 
arten. KnabenchGre, gemischte ChCre und Mannerchore von verschiedenen 
Komponisten. 4 Stunden. 

Beim sonntagigen Gottesdienste wurden Lieder aus Bergers Kirchen- 
liederbuche gesungen, bei festlichen Anlassen lateinische Messen mit geeigneten 
Einlagen aufgefiihrt. 

4. Stenographic. 

Der Unterricht wurde nach Gabelsbergers System (Lehr- und Lese- 
buch von F. Scheller) in 2 Kursen erteilt. 

1. Kurs in 2 Abteilungen. I. Semester: Das Alphabet und die Wort- 
bildungslehre mit Schreibubungen. II. Semester: Die Wortkflrzungslehre. 
Praktische Anwendung und Einflbung des Erlernten durch Schreib- und Lese- 
ilbungen. 4 Stunden. 

2. Kurs. I. Semester: Wiederholurig der Wortbi Id ungs- und Wortkflrzungs- 
lehre; Satzkurzungslehre nebst Obungen im Lesen und Schreiben. II. Semester: 
Fortsetzung der Satzkurzungslehre mit praktischer Anwendung und Lese- 
flbungen. 2 Stunden. 

5. Freihandzeichnen. 

Der Unterricht wurde in 4 kursen mit je 2 Stunden wOchentlich erteilt. 

1. Kurs. Anschauungslehre, Zeichnen ebener geometrischer Gebilde aus 
freier Hand nach Vorzeichnungen des Lehrers an der Tafel, begleitet mitkurzen, 
zum Verstandnisse notwendigen Erklarungen unter besonderer Beriicksichtigung 
des Zeichnens gebogener Linien. 

2. Kurs. Einleitende Erklarungen aus der Perspektive an der Hand der 
Apparate. Zeichnen nach Draht- und Holzmodellen. Obungen im Ornament- 
ztichnen nach Vorlagen und Entwiirfen des Lehrers an der Tafel. 

3. und 4. Kurs. Einfache ornamentale Kompositionsiibungen, Studten 
nich plastischen Ornamenten und fortgesetzte perspektivische Darstellungen 
gcigneter technischer Objekte von der Kontur angefangen bis zur vollerideten 
S^iattierung unter Handhabung von Bleistift, Kreide und Pinsel; Kontureh des 
mtischlichen Kopfes in verschiedenen Stellungen; gelegentliche Belehrung uber 
Nairwahrheit; Studien landschaftlicher Schonheit im Freien (SkizZierausflflge). 



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40 

III. Obersieht iiber die im Sehuljahre 1908/1909 
gebrauchten Lehrbiieher. 

(Die romischen Ziffern bedeuten die Klassen, in denen die Lehrbiieher verwendet warden.) 

Religionslehre: L, II. Grofler Katechisraus; Zetter, Liturgik. 2. bis 5. Aufl.; 
III. Dei m el, Lehr- und Lesebuch der Offenbarung des A. B. ; IV. 
Fischer, Offenbarung des neuen Bundes. 4. bis 10. Aufl.; V. Wappler, 
Lehrbuch der katholischen Religion. 1. Teil. 3. bis 9. Aufl.; VI. Kraufi, 
Lehrbuch f. d. kath. Religionsunterr. 2. Teil; VII. Kraufi, 3. Teil; 
VIII. Hora, Kirchengeschichte. 

Latein: I. bis VIII. Strigl, Schulgrammatik (I., II., 2. Aufl.); I. Knesek und 
Strigl, Obungsbuch, 1. Teil, 2. Aufl.; II. Knesek und Strigl, Obungs- 
buch, 2. Teil, 2. Aufl.; III., IV. Strigl, Obungsbuch fur die 3. und 
4. Klasse; V. bis VIII. Hauler, Stiliibungen, 6. Aufl.; III. G oiling, 
Chrestomathie aus Corn. Nepos und Q. Curtius Rufus, 2. Aufl.; IV. 
P rammer, Caesaris Commentarii de bello Gal/ico; IV., V. Sedlmayer, 
Ovids ausgewahlte Gedichte; V. Golling, Chrestomathie aus Livius, 

1. bis 3. Aufl.; VI. Paul, Caesaris Commentarit de bello civili; No hi, Ci- 
ceronis orationes in Ca/ilinam; Scheindler, Sallustii Crispi helium Catil. 
et Jugurthinum; Klou£ek, Vergilii Aeneis, Georgica et Bucolica\ VII. 
No hi, Ciceronis orationes p. Sestio, Philippicae. I. bis III., VII.; S chic he, 
Ciceronis de officiis; Klou£ek, Vergil, wie in VI.; VIII. Huemer, Horatii 
carmina selecta H 6., 7. Aufl.; Miiller-Christ, Corn. Tacitus, Germania 
und Annalen. 

Griechisch: III. bis VIII. Curtius- v. Hartel-Weigel, Schulgrammatik, 
24. bis 26. Aufl.; III., IV. Schenkl, Elementarbuch, 21. Aufl.; V. bis VIII. 
Hintner, Aufgaben in zusammenhangenden StOcken, 2. bis 6. Aufl.; V., VI. 
Schenkl, Chrestomathie aus Xenophon, 14. Aufl.; V., VI. Cauer, Horn. 
Mas, 1. und 2. Teil; VL Wilhelm-Lauczizky, Herodoti de bell 
Persico librorum epitome, 3. Aufl.; VII. Wotke, Ausgewahlte Reden d© 
Demosthenes, 5. Aufl.; VII., VIII. La Roche, Homers Odyssee\ 1. und 

2. Teil; VIII. Christ, Platons Apologie; Krai, Platons Protagoras', Schi- 
bert, Sophocles' Konig Odipus. 

Deutsche Spraehe: I. bis VI. Willomitzer, Grammatik, 9. bis 12. Auf. ; 
I. bis VIII. Kummer-Stejskal, Lesebflcher, und zwar I. 7. Aufl.; II. 
7. Aufl.; III. 5. Aufl.; IV. 5. Aufl.; V. 8. Aufl.; VI. 8. Aufl.; VII. 6. Aid.; 
VIII. 6. Aufl. 

Geographic Und GeSChiChte: I. Herr, GrundzCige der Erdbeschrebung, 
19. Aufl.; II., III. Herr-Weingartner, Lander- und Volkerkuncfe. 14., 
15. Aufl.; IV. Mayer, Geographie der osterreichisch-ungarischtfi Mon- 
archic 6. bis 8. Aufl.; II. bis IV. Gindely- Wurfl, Lehrbuch der Ge- 
schichte fur die unteren Klassen, und zwar II., l. Teil, 13., 4» Aufl.; 
III., 2. Teil, 13., 14. Aufl.; IV., 3. Teil, 11. Aufl.; V. bis VII. Jindcly- 



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41 

Mayer, Lehrbuch der Geschichte fflr die oberen Klassen, und zwar V. 
i. Bd., 12. Aufl.; VI. 2. Bd., n. Aufl.; VII. 3. Bd., 11., 12. Aufl.; 
VIII. Hannak, Vaterlandskunde fur die oberen Klassen, 13., 14. Aufl. 
— At Ian ten: I. bis VIII. Kozenn, Geographischer Schulatlas, 38. bis 
40. Aufl.; II. bis VIII. Hannak-Umlauft, Historischer Atlas, 3. bis 
6. Aufl. 

Mathematik: I., II. Ho£evar, Lehrbuch der Arithmetik fur Untergymnasien. 
5., 6. Aufl.; III., IV. Hodevar, Arithmetik, 5., 6. Aufl.; I., II. Hofcevar, 
Lehrbuch der Geometrie fflr Untergymnasien, 6. bis 8. Aufl.; III., IV. 
Hofcevar, Geometrie, 5. bis 8. Aufl.; V. bis VIII. Mo£nik»Neumann, 
Arithmetik fflr die oberen Klassen, 26. bis 30. Aufl.; V., VI. Hodevar, 
Geometrie fflr Obergymnasien, 5., 6. Aufl.; VII., VIII. Hodevar, Geo- 
metric 5., 6. Aufl.; VI., VII. Rohrbach, Logarithmen; VIII. Kewitsch, 
Logarithmen. 

Natur geschichte: I., II. Nalepa, Grundrifi der Naturgeschichte des Tier- 
reiches, 1. bis 3. Aufl.; Beck v. Mannagetta, Grundrifi der Natur- 
geschichte des Pflanzenreiches, 1. bis 3. Aufl.; III. Pokorny, Natur- 
geschichte des Mineralreiches, 20. bis 22. Aufl.; V. Scharizer, Minera- 
logie und Geologie, 5., 6. Aufl.; Wettstein, Botanik, 2., 3. Aufl.; VI. 
Graber, Zoologie, 4., 5. Aufl. 

Physik: III., IV. Krist-Pscheidl, Anfangsgrunde fflr die unteren Klassen, 
20. Aufl.; VII., VIII. Rosenberg, Lehrbuch der Physik far die oberen 
Klassen, 1. bis 3. Aufl. 

Prop&deutlk: VII., VIII. H6fler, Grundlehren der Logik und Psychologic 
I., 2. Aufl. 



IV. Themen zu den deutschen Aufsatzen (und Rede- 
libungen) im Obergymnasium. 

V. Klasse A. 

1. „Vita humana prope uti ferrum; si exerceas, conteritur; si non 
exerceas, robigo tamen intei-fixit." (Cato.) — 2. Elfenzauber und Elfenrache 
in den Balladen „Erlkflnig , \ „Erlkonigs Tochter" und „Harald". (Sch. A.) — 
3. Poesie und Prosa des Herbstes. — 4. Der siegreiche Horatier erz&hlt 
seinen Sieg flber die Curiatier. (Sch. A.) — 5. Die osterreichische Volkshymne, 
ein Ausdruck echt patriotischer Gesinnung. — 6. Harter Winter, streng und 
rauch, Winter, sei willkommen! Nimmst du viel, so gibst du auch, Das heifit 
nichts genommen. (Grillparzer.) (Sch. A.) — 7. a) Was wir ernten, uns zum 
Heil, Ward's gegriindet von den Vatern; Aber das ist unser Teil, Dafl wir 
sammeln fdr die Spatern. (Geibel.) b) Sprich nicht von des Feuers Wuten, 
Nicht vom Zorn der wilden Wasser, Nicht vom Gottergroll. Die Menschen 



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42 

Sind der Menscben grSflte Hasser. (Weber, „Dreizehnlinden".) — 8. Wie 
laflt sich bet der Entwicklung der Nibelungensage erkennen, dafl sich die Sagen 
eines VoIk.es -mit der zunehmenden Kultur andern? (Sch. A.) — Q. a) Lesen 
macht reich, Reden gewandt, Schreiben genau. b) „Kal rcgcpa xw rcpOYe76VTf]uiva>v 
{iav^avste' aSrrj ^ap apian) 8i5aaxaX(a" (Eevocp. Kop. VII. 24.) — 10. Charak- 
teristik eines der grofleren Tiere in Goethes „Reineke Fuchs". (Zur Auswahl.) 
(Sch. A.) —11. Der Aufbau der Rede des Nikodemus im 4. Gesang von 
Klopstocks „Messias", vv. 397 — 550. — 12. „Verzweifle keiner je, dem in 
der triibsten Nacht der Hoffnung letzte Sterne schwinden." (Sch. A.) — 
13. Was der Hellespont erzahlen kann. — 14. a) Die Stimmung in „ Wanderers 
Nachtlied" von Goethe, b) Das Wasser, ein lebendes und belebendes Element. 
c) Die Geschichte eines Wassertropfens. (Sch. A.) — 15. Ehrgefuhl, Ehrliebe, 
Ebrbegierde, Ehrgeiz, Ehrsucht. — 16. Niobe und ihre jiingste Tochter. 
(Nach einer Abbildung der florentinischen Marmorgruppe.) (Sch. A.) — 
17. a) Reise zu Fufi; da verstehst du Menschengrufi. (K. Thorbecke.) b) Wert 
und Nutzen der Gebirgsreisen. — 18. Bescheidenheit fur junges Blut Ein 
schon Geschmeid und grofies Gut. (Sch. A.) — 19. a) Der Schmetterling als 
Symbol, b) Wie gedenke ich meine Ferien zu verbringen? 

V. Klasse B. 

I. Im Herbst auf dem Postlingberg. — 2. Die Situationszeichnung in 
den „Kranichen des Ibykus". (Sch. A.) — 3. Der Strom — : ein Bild des 
menschlichen Lebens. — 4. a) Die Macht des Gesanges in den Gedichten 
n Der Fischer", n Die Kraniche des Ibykus" und ^Bertram de Born". 
b) Schillers „Taucher" und Goethes „Fischer". Vergleich. (Sch. A.) — 5. Die 
Verkehrsmittel unserer Zeit. — 6. Welche Ursachen bewirkten den Aufschwung 
der Schiffahrt und des Handels bei den Ph6niziern? (Sch. A.) — 7. Was des 
Burgers Fleifi geschaffen, Schutze treu des Kriegers Kraft; Mit des Geistes 
heitern Waffen Siege Kunst und Wissenschaft! — 8. Briinhildens Charakter im 
Nibelungenliede. (Sch. A.) — 9. Freut euch, Menschen, oder zittert, Wenn 
mein Hauch die Luft durchschiittert. Ein Glockenspruch. — 10. Wie sucht 
Reineke die Erzahlung von der VerschwSrung und vom Schatze glaubwiirdig zu 
machen? (Sch. A.) — 11. a) Des Lebens Miih' lehrt uns allein Des Lebens 
Guter scbatzen. b) Was wir streben, was wir sollen, Nicht die Tat, das Tun 
beglQckt; Immer ist das Werk zerstuckt, Unser Bestes ruht im Wollen. — 
12. Hiions Schuld und Strafe. (S.ch. A.) — 13. Seele des Menschen, Wje 
gleichst du dem Wasser! Schicksal des. Menschen, Wie gleichst du dem 
Wind! — 14. Die Vorboten des Fruhlings. (Sch. A.) — 15. Klingers 
Beethoven. (Nach einer Abbildung.) — 16. Lied und Ode. Vergleichende 
Charakteristik. (Sch. A.) — 17. Euch, ihr GOtter, geh6ret der Kaufmann. 
Guter zu sucben Geht er; doch an sein Schiff kniipfet das Gute sich an. 
— 18. In maxima fortuna minima est licentia. (Sch. A.) 



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43 
VI. Klasse A. 

I. Wichtigkeit einer grttnd lichen Kenntnis unserer Muttersprache. — 
2. a) Welchen Einflufi iibte die VSlkerwanderung auf die Dichtung der Ger- 
manen und ihre Christianisierung? b) Attila in der deutschen Heldensage. 
c) Der Tageszeitenmythos. (Sch. A.) — 3. „Selig preisen wir gebildete V6lker, 
deren Monarch sich selbst durch ein edles, sittliches Bewufltsein regiert. w 
(Goethe.) — 4. a) Die Zustande Roms im letzten Jahrhundert der Republik. 
Nach Sallust „bell. Jug." I. bis IV. b) Charakteristik Jugurthas. c) Jugurthas 
Jugendjahre. (Sch. A.) — 5. a) Inwiefern kann man das Nibelungenlied die 
deutsche Ilias nennen? b) Sigurd und Siegfried (Vergleich). — 6. a) Wie 
sind die Worte Gottfr. von Strafiburg iiber Heinrich von Veldeke „er impete 
daz erste rfs in tiutscher zungen" zu verstehen? b) Wie charakterisiert Wirnt 
von Gravenberg im „Wigalois" mit seinen Worten: „fremdiu maere und fremde 
namen hat diu aventiure" das hofische Epos? (Sch. A.) — 7. a) „ Wunder 
gibt es, deren Wirken Nie zu Ende wird geschrieben: Menschengeist in 
seinem Forschen, Menschenherz in seinem Lichen." b) „Ware nicht der Neid 
der Gotter, Menschen konnten glucklich werden; Ware nicht der Hafi der 
Menschen, O, es ware schon auf Erden!" (Weber.) — 8. „Was deutsch und 
echt, wufit' keiner mehr, Lebt's nicht in deutscher Meister Ehr'." (Rich. 
Wagner.) (Sch. A.) — 9. a) Der Strom. (Eine asthetische Betrachtung.) 
b) Illud „rvd>8i asaoTOV 7 ' noli putare ad arrogantiam minuendam solum esse 
dictum, verum etiam, ut bona nostra norimus. (Cicero.) — 10. a) Der sumer 
wurde unmaere, ober zallen zften waere 77 . (Freidank.) b) „Dat groeteste ver- 
dreet und argerlikste Sake Is de vermengde Rede und alamodsche Sprake." 
(Lauremberg.) (Sch. A.) — 11. a) Es gibt kein aufieres Zeichen der Hoflich- 
keit, das nicht einen tiefen sittlichen Grund hatte. (Goethe.) b) Warum die 
Griechen keine Pyramiden bauten? — 12. a) Die beiden Musen. Gedanken- 
gang und Bedeutung dieser Klopstockschen Ode. b) Klopstock und Wieland- 
Ein Vergleich. (Sch. A.) — 13. a) „In grofles Ungliick lernt ein edles Herz 
Sich endlich finden, aber wehe tut's, Des Lebens kleine Zierden zu entbehren." 
(Schiller.) b) Heimatliebe und Wanderlust. — 14. a) Der dramatische Auf- 
bau in Lessings Minna von Barnhelm, skizziert. b) Die Vertreter des Soldaten- 
standes in Lessings Minna von Barnhelm. (Sch. A.) 

VI. Klasse B. 

I. Im Vaterlande, Da sind Liebesbande, Da ist deine Welt. — 2. Die 
geschichtlichen Grundlagen fur die Vorstellungen des Hildebrandsliedes. (Sch. 
A.) — 3. a) Hagens Lichtseiten. b) Achilles und Siegfried. — 4. Warum 
hatte das frankische Staatswesen einen Iangeren Bestand als die iibrigen ger- 
manischen Reiche? (Sch. A.) — 5. a) UoKkcn zol Sstva xo66£v avftpwrcoo fevdrspov 
ft£Xei. b) Nicht der ist auf der Welt verwaist, Dem Vater und Mutter ge- 
storben, Sondern der fur Herz und Geist, Keine Lieb' und kein Wissen 
erworben. — 6. Die Strophen Nib. IV, I — 8 sind ins Nhd. zu ubersetzen. 



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44 

(Sch. A.) — 7. Die Linde in deutschen Dichtungen. — 8. a) Das deutsche 
Schauspiel im Mittelalter. b) Walthers Bedeutung fur die deutsche Literatur. 
(Sch. A.) — 9. Arbeit und Fleifl, das sind die Fliigel, So fuhren fiber 
Strom und Hiigel. — 10. Die Dampfkraft im Dienste der Menschheit. (Sch. A.) 

— 11. Ich sinne dem edeln, schreckenden Gedanken nach, Deiner wert 
zu sein, mein Vaterland. — 12. Die Bedeutung Klopstocks, Wielands und 
Lessings. (Sch. A.) — 13. a) Weh spricht VergehM Doch alle Lust will 
Ewigkeit. b) Wir Menschen werden sonderbar gepruft. Wir konnten's nicht 
ertragen, hatt* uns nicht, Den holden Leichtsinn die Natur verlieh'n. — 
14. Charakteristik einer der Personen aus Lessings Minna v. Barnhelm. (Sch. A.) 

VII. Klasse A. 

I. Warum finden grofle Manner oft erst nach dem Tode die gebiihrende 
Anerkennung? — 2. Gedankengang der Abhandlung Herders: „Von den 
Lebensaltern einer Sprache , \ (Sch. A.) — 3. Es ist die Rede dreierlei: Ein 
Licht, ein Schwert und Arzenei. — 4. Selig preisen wir gebildete Volker, 
deren Monarch sich selbst durch ein edles, sittliches Bewufltsein regiert. 
(Sch. A.) — 5. Die Folgen der Entdeckung Amerikas. — 6. Gotz von Ber- 
lichingen, der letzte Ritter. (Sch. A.) — 7. T6 eu rcpdtrcsiv rcapa njv A£iav 
a<p opu/r] too %axd>s <ppoveiv toic avoKjTOis Y l V smi - Demosthenes, I. Olynth. Rede. 

— 8. Das Meer, ein Freund und ein Feind des Menschen. (Sch. A.) — 
9. Wodurch bereitet Goethe in seinem Drama ^ginon^ das Auftreten des 
Herzogs Alba vorV — 10. Deutschland am Ende des Dreifiigjahrigen Krieges. 
(Sch. A.) — 11. Der Sanger (Nach den gelesenen Bal laden und Romanzen.) 

— 12. Welche Generale werden in Wallensteins Lager exponierend eingefiihrt? 
(Sch. A.) — 13. Das Wort ist frei, die Tat ist stumm, der Gehorsam blind. — 
14. Segen und Fluch des Geldes. (Sch. A.) 

Redeubungen. 
I. Deutschlands Einigung und die Erneuerung der deutschen Kaiser- 
wurde am 18. Januar 187 1. (W6fl A.) — 2. Maurice Reinold von Stern. 
(Hackmuller J.) — 3. Denkmaler der modernen Kunst in unserer Heimatstadt. 
(Fellerer J.) — 4. Der Parthenonfries. (Dolch H.) — 5. Die homerische 
Frage. (Hofbaur A.) — 6. Die Entstehung und anfangliche Entwicklung der 
deutschen Universitaten. (Pachinger J.) — 7. Die Reformen Maria Theresias 
und Josefs II. in bezug auf Oberosterreich. (Pritzl E.) — 8. Glaube und Welt- 
anschauung unserer Altvordern. (W6fl A.) — 9. Ober Paul Keller. (Aspock F.) 

— 10. Kulturhistorische und politische Skizze von Deutschland im Zeitalter 
des Dreifiigjahrigen Krieges. (Binderberger H.) — 11. Naturbilder und Seelen- 
stimmung. (Pachinger J.) — 12. Die Entwicklung des deutschen Dramas bis auf 
Klopstock. (Fuchs A.) 

VH. Klasse B. 

Die Hausarbeiten wie in Vll A. — Schularbeiten: 1. Goethes Verkehr 
mit Herder in Strafiburg. — 2. Fur den Edlen ist kein schoneres Gliick, als 



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45 

einem Fursten, den er ehrt, zu dienen. — 3. Das Kunstmittel des Gegensatzes 
in Gocthes „G6tz von Berlichingen , \ — 4. „Nur unverzagt auf Gott vertraut: 
Es mufl doch Friihling werden! ,? — 5. Prinz Eugenius , der edle Ritter # 

— 6. Die Soldaten des Dreifligj&hrigen Krieges. (Nach Schillers „Wallensteins 
Lager"). — 7. Tapfer ist der LGwensieger, Tapfer ist der Weltbezwinger, 
Tapfrer, wer sich selbst bezwang. 

RedeGbungen. 
1. Meine Bergfahrt in die hohen Tauern. (Mflller K.) — 2. Das Ver- 
haltnis der Photographie zu einigen Wissensgebieten. (Riibenstein R.) — 
3. Land und Leute im Muhlviertel. (Steinkogler R.) — 4. Gefltigelte Worte, 
ihr Ursprung und ihre Bedeutung im menschlichen Leben. (v. Pilat A.) — 
5. Troja bei Homer und in der Wirklichkeit. (Brachmann G.) — 6. Ober 
Eduard Morike und seine Dichtungen ausschlieBlich seines Romanes „Maler 
Nolten". (Brandst&tter V.) — 7. Ober die Musik und ihren veredelnden Ein- 
flufl auf das Gemiit des Menscben. (Muhlberger J.) — 8. Die Entwicklung 
des Strafienbaues und des Verkehrs auf den Strafien. (Rabl M.) — 9. Ober 
das Leben und Dichten Holderlins. (Stroh F.) — 10. Die Entstehung der 
Ilias und Odyssee. (Brenner F.) — 11. Ober Scheffels „Ekkehard". (Amers- 
torfer J.) — 12. Die Bauernkriege in Oberosterreich. (Wohrl J.) 

Vm. Klasse A. 

1. Zur Wahl: a) Das Farbenkleid der Natur im Wechsel der Jahres- 
zeiten. b) Die Neugier als Triebfeder menschlichen Fortschritts. (Sch. A.) 

— 2. Der Wandel von Sitten und Geschmack in Goethes ^Hermann und 
Dorothea 77 . — 3. Das Jahr 1156 in der Geschichte der Ostmark. (Sch. A.) 

— 4. Zur Wahl: a) Die Kunst der Komposition in Schillers „Lied von 
der Glocke , \ b) Ein Menschenleben. (Die Lebensbilder aus Schillers „Lied 
von der Clocke'' zur Einheit verbunden.) — 5. In welchen Charakterziigen, 
Sitten und Einrichtungen der Germanen, welche des Tacitus Germania 
Kap. 1 — 27 schildert, durfen wir ein Gegenbild zum damaligen Romertum 
erblicken? (Sch. A. zweistiindig.) — 6. Wert der Beredsamkeit im offent- 
lichen Leben. — 7. Die praktische Verwertung der Elektrizitat in unserer Stadt. 
(Sch. A.) — 8. Die Poesie des Wanderns. — 9. Eine osterreichische Adels- 
gesellschaft am Schlusse des 18. Jahrhunderts. Geschildert nach Morikes 
Novelle „Mozart auf der Reise nach Prag". (Sch. A.) — 10. Welchen Kultur- 
wert hat die Ansichtskarte? — 11. Dafi ihr gehorchet, ist schon gut, Doch 
fragt man noch, warum ihr's tut. (Sch. A.) — 12. Zur Wahl: a) Hoffnung 
und Erinnerung als Leitsterne des menschlichen Lebens. b) Wodurch wird 
der geistige Verkehr der Volker untereinander gefSrdert? — 13. Reifeprufungs- 
arbeit: a) Die geographische Lage Osterreich-Ungarns und ihre Bedeutung 
fflr die politischen Beziehungen des Reiches zu den Nachbarstaaten. l>) Vis 
consili expers mole ruit sua: vim temperatam di quoque provehunt in maius; 



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46 

idem odere vires omne nefas animo moventes. (Hor. Od. Ill 4.) c) Welchen 
literarischen Bestrebungen und Leistungen verdanken wir die Entstehung einer 
Weltliteratur in deutscher Sprache? 

Redeubungen. 
1. Goethes Mutter. Ein Charakterbild. (Zur 100. Wiederkehr ihres 
Todesjahres.) (v. Feil K.) — 2. Ein Kulturbild aus dem 10. Jahrh. nach 
Scheffels Ekkehard. (Koref E.) — 3. Eine Ruderfahrt auf der Enns. (Holzl 
K.) — 4. Der Sport. (Langer G.) — 5. Die Femgerichte. (Grubauer H.) — 
6. R. Wagner und das Musikdrama. (Loos R.) — 7. Herders Ansichten iiber 
Schule und Unterricht. (Anders P.) — 8. Die Romantik in der deutschen 
Malerei. (Hopfler A.) — 9. Die Romantik in der deutschen Musik. (Clodi K.) 

— 10. Die Entwicklung des osterr. Kartenwesens. (Holscher K.) — 11. „Der 
24. Februar" von Zach. Werner und die SchiksalstragSdie. (Horzeyschy J.) 

— 12. Das osterr. Heerwesen. (Ganhor O.) — 13. Anton Bruckners Leben. 
(Aichinger E.) — 14. Ludwig Anzengruber. (Reisetbauer Fr.) 

Vm. Klasse B. 

1. Hermanns Verhaltnis zu Vater und Mutter in Goethes Epos ^Hermann 
und Dorothea". (Sch. A.) — 2. Des Todes rtihrendes Bild steht nicht als 
Schrecken dem Weisen und nicht als Ende dem Frommen. (Goethe.) — 
3. Die Stellung der Babenberger zum Deutschen Reiche. (Sch. A.) — 4. Zur 
Wahl: a) Welche Ansicht von Welt und Sittlichkeit spncht sich in Schillers 
„Lied von der Glocke" aus? b) Das Stelzbamerdenkmal im Linzer Volks- 
garten. — 5. Der Ausspruch Ciceros ^Socrates ita in iudicio capitis pro se ipse 
dixit, ut non supplex aut reus, sed magister et dominus videretur esse iudicum'' 
ist aus Platos Apologie zu begrunden. (Sch. A. zweistundig.) — 6. Zur Wahl: 
a) Wert und Unwert der Beredsamkeit. b) Die Klosterschuler. Ein Gemalde 
von E. v. Gebhardt. — 7. Zur Wahl: a) Die Methoden zur Messung des 
elektrischen Stromes. b) Die Magnetnadel und ihre Verwendung. (Sch. A.) — 
8. Die Poesie des Wanderns. — 9. Mozart als Hausvater. (Nach MQrikes 
Novelle „Mozart auf der Reise nach Prag".) (Sch. A.) — 10. Das Lichtbild 
im Dienste von Wissenschaft und Kunst. — 11. Der Ruhm der Ahnen ist 
ein Hort der Enkel. (Sch. A.) — 12. Zur Wahl: a) Hoffnung und Erinnrung 
sind ja Rosen Von einem Stamme mit der Wirklichkeit, Nur ohne Dornen. 
(Grillparzer, Sappho.) b) Inwiefern bringt die schone Literatur die Vfllker 
einander naher? — 13. Reifeprufungsarbeit wie in VIII A. 

RedeCibungen. 
1. Goethes „Hermann und Dorothea" mit seiner Quelle verglichen. 
(Pramer M.) — 2. Ober den Glockengufl. (Schellinger F.) — 3. Der Dampf 
als Knecht des Menschen. (Steindler S.) — 4. Longfellow. (Haslinger Fr.) 

— 5. Stelzhamers Leben und Dichten. (Baumgartl K.) — 6. Fahrrad und 
Kraftwagen. (Wernett Fr.) — 7. Cyrano de Bergerac und seine liter. Bear- 



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47 

beitang chirch Edmond Rostand. (Starker L.) — 8, Theodor Kdrner. (Zillig 
H.) — 9. Die Romantik in der deutschen Malerei. (Noako Fr.) -— 10. Die 
Romantik in der deutschen Musik. (Starker L.) — 11. Fiecks Genoveva ale 
roraantisches Drama. (Baumgarti K.) — 12. Die Schiksalstragtidie tmd ihre 
Hauptvertret«r. (Pechmann Fr.) — 13. Ober deo Aberghraben. (Pete G.) — 
14. Ernst v. Wildenbruch. (PiMwem M.) — 15. Oberblick fiber Ffirst 
Metternichs Leben und Tatigkeit. (Starker L.) — 16. Die wichtigstoen Repro- 
duktionsverfahren. (Schel linger Fr.) 



V. Vermehrung der Lehrmittelsammlungen. 

A. Bibliothek. 
a) Lehrerbibliothafc. 

(Kustos: Prof, Ernst Sewera.) 

I. Durch Scbenkung, 

Vom oberdsterreichischen LamUsausschuise : Berichte fiber die Verhand* 
hmgen des oberosterrcichischcn Landtages 1908 samt den stenographischen 
Protokollen. 

Vom hochw&rdigttm bitchSfUcken Ordinariate: Schematisaus der Geistttch- 
keit der Diozese Line fflr das Jahr 190S. 

Vom Biirgermeisteramie: Rechenschaftsbericht des Gememderates der 
Landeshauptstadt Line fiber seine Tatigkeit im Jahre 1907. 

Von der Allgemeinen Sparhasu Linz: Rechnungsabschlufi vom Jahre 1907. 

Vom oher$sterreichit€hen Gewerbeverein in Lint: Berieht liber das 65. Ver- 
einsjahr. 

Vom K&ufin&nnischen Verein in Ldn%: Jahresbericht fiber das 40. Ver- 
einsjahr. 

V<m Turnverem Lint: Jahresbericht fiber das Jahr 1908. 

Vom Stehhanurdenkmalkonatu: Franz Stelzhamers ausgewahlte mundartliche 
Dichtungen. Neue Volksausgabe. 

Von Fran Baurat Greinz: 8j Bande, rumeist griechische und rdmische 
Klassiker. 

Von Frau Schulrat Th. Popek: Konnecke G., Bilderatlas zur Geschichte 
der deutschen National] iterator. — Bar A. und Quen6el P., Bildersaal deutscher 
Geschichte. 

Vom Herrn Landtsoberrt<;hnungsrat E. Pillwein: Johannes von Mailers 
s&mtliche Werke. 40 Bande. 

Von der Landes-Oberrealschule in Briinn: Festschrift zur Erinnerung an 
die Feier des sojahrigen Bestandes der Anstalt. 

L. 4 



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48 

Von den Verf assent: Schott A. f die Romane: Gottestal, Weltvcrbesserer, 
Die Asgarden, Verkauft und die historische Abhandlung Die neuen kunischen 
Freigerichte. 

Perim A., Vier miinzenkundliche Abhandlungen. 

King P., Neue Stereometrie der Fasser von Johannes Kepler. 

Poknert Z., Kritik und Metrik von Wolframs Titurel. 

Vom Direkior Christoph Wiirfl: Mitteilungen des Vereines fur Geschichte 
der Deutschen in Bohmen. Osterreichisehe Rundschau. 

Vom Prof. A. Sauer: Jahrbuch des Vereines ffir wissenschaftl. Padagogik, 
41. Jahrg. 

Vom Prof. Dr. A. Schiefier: Vier Werke. 

2. Durch Kauf. 

a) Zeitschriften: Verordnungsblatt fiir den Dienstbereich des k. k. Mini- 
steriums f. Kultus und Unterricht. — Jahrbuch des hflheren Unterrichtswesens. 

— Zeitschrift f. d. 6sterr. Gymnasien. — Z. f. d. Realschulwesen. — Neue 
Jahrbvlcher f. d. klassische Altertum u. s. w. — Wochenschrift ffir klassische 
Philologie. — Berliner archaologischer Anzeiger. — Z. f. d. deutschen Unter- 
richt v. O. Lyon. — Historische Z. v. Sybel und Meinecke. — Z. f. Schul- 
geographie. — Petermann, Geogr. Mitteilungen, hg. v. A. Supan. — Z. f. 
6sterr. Volkskunde, red. v. Haberlandt. — Z. f. d. phys. u. chem. Unterricht 
v. Poske und Generalregister. — Lehrproben u. Lehrgange v. Frick und 
Richter. — Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. — Mit- 
teilungen der Gesellschaft f. deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, hg. v. 
Kehrbach. — K6rper und Geist. — Osterreichisehe Turnschule. — Monats- 
schrift f. Gesundheitspflege. — Biologisches Zentralblatt. — Aus der Heimat. 

— Vierteljahrsberichte des Wiener Vereines zur FGrderung des physikalischen 
und chemischen Unterrichtes. — Jahresbericht des Museums Francisco -Caro- 
linum. 

b) Werke: Allgem. deutsche Biographic 54. Bd. — Meyers grofles Kon- 
versationslexikon. 6. Aufl. — Fr. Jodl, Lehrbuch der Psychologic — Wundt, 
Volkerpsychologie , II, 3. III. — Dr. J. Loos, Sach- und Personenregister 
zu den Verhandlungen der Mi ttelschul enqueue in Wien 1908. — Rein, Enzy- 
klop. Handbuch der Padagogik. 8., 9. Bd. — Th. Zielinski, Die Antike und 
wir. — Second international Congress on School Hygiene London 1907. — 
Dionysi Halicarnasensis antiqu. Roman, ed. C. Jacoby. Vol. IV. — Euripides* 
Herakles, erklart v. U. v. Wilamowitz-Moellendorff. — Herodot erkl. v. H. 
Stein. 4. bis 6. Aufl. — Isokrates' Panegyrikos und Areopagitikos, erkl. v. R. 
Rauchenstein. 6. Aufl. bes. v. K. Munscher. — Ausgewahlte Schriften des 
Lucian, erkl. v. K. Jacobitz. 4. Aufl. bes. v. K. Burger. 1. Bd. — Lucianus. 
Ed. Nils Nilen. Vol. I. fasc. I. — Pindari carmina. Ed. O. Schroeder. — 
Thukydides, erkl. v. J. Classen. 2. bis 4. Aufl. — M. Tullii Ciceronis de vir- 
tutibus libri fragmenta. Collegit H. Knollinger. — Th. Zielinski, Cicero im 



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49 

Wandcl der Jahrhunderte. — Fr. Baumgartner, Fr. Polland, R. Wagner, Die 
hellenische Kultur. — St. Cybulski, Die Kultur der Griechen und Rdmer. — 
Christ, Griechische Literaturgeschichte. 5. Aufl. — Th. Fontane, Vor dem 
Sturm. — W. Hertz, Gesammelte Dichtungen; Tristan und Isolde von Gott- 
fried von Strafiburg; Parzival von Wolfram v. Eschenbach. — E. T. A. Hoff- 
manns samtliche Werke. — Herm. Kurz' samtliche Werke. — Detlev v. 
Liliencrons samtliche Werke. — Edw. Samhaber, Gesammelte Werke I., II. Bd. 

— Schiller. Sein Leben und seine. Werke von K. Berger. — K. Mullenhoff, 
Deutsche Alter tumskunde. V. B. — K. Lamprecht, Deutsche Geschichte. I. bis 
IV. B, — Weber-Baldamus, Weltgeschichte. III. B. — Collection Windisch- 
graetz HI. — K. Hafileder, Geschichte des Marktes Neufelden in OberGster- 
reich. — J. Hirn, Tirols Erhebung im Jahre 1809. — Jos. Mayr, Geschichte 
des Marktes Mauthausen in Oberdsterreich. — H. Cranz, Das apollinische 
Beriihrungsproblem. — H. Hovestadt, Lehrbuch der angewandten Potential- 
theorie. — H. Hefl, Die Gletscher. — K. Keilhack, Lehrbuch der praktischen 
Geologic — W. Migula, Pflanzenbiologie. — Edm. Reiter, Fauna Germanica. 
Die Kafer des Deutschen Reiches. — O. Schmiedeknecht, Die Wirbeltiere 
Europas. — E. Selenka, Zoologisches Taschenbuch fur Studierende. — J. 
Classen, Mathematische Optik. — A. Holzt, Die Schule des Elektrotechnikers. 

— K. Rosenberg, Experimentierbuch fur den Unterricht in d. Naturlehre. — 
E. Verdet, Vorlesungen (iber die Wellentheorie des Lichtes. 

Der Zuwachs betragt an Fortsetzungen 86 Bande, an neuen Werken 
107 Werke mit 352 Banden. Gesamtstand: 5091 Werke mit 11.083 Banden. 

b) Programmsajnmlung. 
(Kustos: Prof. Dr. Evermod Hager.) 
Die Programmsammlung wurde um 923 Nummern vermehrt (334 Sster- 
reichische und 589 deutsche und bayrische Programme). Gesamtstand: 26.952. 

c) Sehulerbibliothek. 

(Kustos: Prof. Anton Sauer.) 

I. Durch Schenkung. 
Gespendet haben: Herr Dr. K. Schiffmann I Bd., Herr Prof Dr. A. 
Schiefier 1 Bd., A. Sauer 2 Bde. 

2. Durch Kauf. 
Furtwangler, Denkmaler griech. und r6m. Skulptur. — Raimund, Der 
Verschwender. — Loewenberg, Vom goldenen Oberflufi. — Scheel, Lesebuch 
aus G. Freytags Werken. — Dickens, Funf Weihnachtsgeschichten. — Kraut- 
mann, Osterr. Staatsbiirgerkunde. — Klein, Astronomische Abende. — Witt, 
Die tapferen Zehntausend. — KOrner, Leier und Schwert, Zriny. — Storm, 
Pole Poppenspaler, Zwei Weihnachtsidyllen. — Rosegger, Als ich noch der 
Waldbauernbub war. — M. Twain, Prinz und Bettelknabe. — Bafiler, Helden- 

4* 



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50 

geschichten des Mittelalters. — Rochlitz, Tage dcr Gefahr (1813). — Schwantes, 
Aus Deutschlands Urgeschichte. — Bock, Pflege des K6rpers. — Kuhse, 
Schulerrudern. — Thompson, Prarieticre. — Golling, Jahrbuch der Ernn- 
dungen. — Das grofle Weltpanorama. — Buscmann, Der Pflanzenbestimmer. 

— Oehler, Bilderatlas zu Casar. — Schmidt, Homers Ilias und Odyssee. — 
Uhland, Gedichte und Dram en. — Berndt, Karl der Grofle. — Kallaen, 
Priedrich Barbarossa. — Menghin, Andreas Hofer. — Illustrierte Geschichts- 
bibliothek, Bd. 8 u. 9, (Alfred d. Gr., Erzh. Johann v. Osterr.) — Erzahlungen 
fdr Jugend u. Volk, Bd, 14 u. 15. — Schoene, Mythen und Sagen. — Speck, 
Der Joggeli. — Donath, Physikalisches Spielbuch. - — Roland, Eroberer der 
Lflfte. — Schaffer, Natur-Paradoxe. — Scheid, Chemisches Experimentierbuch, 

— Tidy, Das Feuerzeug. — Grube, Tier- und Jagdgeschichten. — Hamburger 
Jugendschriften-Ausschufi , Tiergeschichten. — Becker, Erzahlungen aus der 
A ken Welt, < — Bachems Jugenderzahlungen, Bd. 37 — 42. — Fraungruber, 
Milnchbausen. — Gerstacker, Das Wrack. — Richter, Pietsch, etc., „Es war 
einmal". — Schaftstein, Knecht Ruprecht. — Stifter, Bergkristall* — Vogl, 
Gedichte, Lieder u. s. w. — Stacke, Erzahlungen aus der alten Geschichte. 

— Brentano, Kaiser Franz Josef I. — Holders Geographische Jugendbibliothek. 
Bd. 1, 3, 7. — Buesgen, Der deutsche Wald. — Lausch, Heitere Ferientage. 

— Mtthl, Raupen und Schmetterlinge. — Munchner Bilderbogen, Bilder aus 
dem Leben der Tiere und Pflanzen. 

Auflerdem wurden 15 Bande zur Erganzung des Bestandes angeschafft; 
ausgeschieden wurden filnf Bande. 

Der Zuwachs betrug daher 57 Werke in 71 Banden. 

Die Zahl der Entlehnungen betrug (bis 1. Juni) 2055 (I A 129, I B 306, 
11,4 137, \\B 242, UlA 212, lllB 193, TV A 79, WB 169, VA 167, WB 163, 
VIA 16, VI* 131, VU^ 15, VII* 9, VUIA 56, Villi? 21). 

d) Unterstutzungsbibliothek. 

(Kustos: Prof. Julius Hebenstein.) 

1. Durch Schenkung. 
Von den Herrn Verlegern 100 Schulbiicher, ferner von Herrn Prof. 
Franz Schneider (1 Schulb.). Dann spendeten die ehemaligen Schuler der 
Anstalt: Falbl Karl (18 Schulbiicher und 1 Atl.), Rechberger Josef (42), Pro- 
clemer Karl (2), Groflegger Theodor (7), Lichtenwagner Jakob (17), Kirnbauer 
Michael (2), Lux Franz (3), Richter Otto (1), Watzinger Franz (2$ u. 2 Atl.), 
Krackowitzer Max (28), Homolka Alois (6), Major Kurt (24 Schulb. u. Kom- 
mentare sowie 12 Schulkl.), Halzl Karl (1 Klass. Text), Handstanger Josef (8), 
Schwayer Gottfried (13), Pesendorfer Werner (14), schliefllich die Schuier 
der Anstalt: Maier Amilian (VI B) (4 Schulb. u. 1 Atl.), Sadila Johann 
(II*) (1), Scheff Oskar (II B) (2), Sewera Ernst (II B) (2), Steinkogler 
Richard (1), Zehenter Gustav (II B) (1 Atl.), Selitsch Eduard (I B) (1). 



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51 

2. Durch Kauf. 
65 Bucher und Atlanten. 
Aiisgeschieden wurden 215 Bucher. 
Somit betragt der Zuwachs 183 SchulbiJcher. 

B. Physikalisches Kabinett. 

(Kustos: Prof, Oskar Hantschel.) 
Elektrisches Pendel. — Heronsball aus Glas. — Brenner fur sensitive 
Flammen. — Elektrisches Lautewerk mit Rezipienten fur Schallfortpflanzung. 
— Kalorimetrische Mischgefafle. — Demons trationsthermometer. — Queck- 
silberbdchse. — Retortenhalter. — Kubikdezimeterwtirfel. — Mikroskop von 
Reichert. — Demonstrationswage von Ruepprecht. — Apparate zur Demon- 
stration der Hertzschen Versuche. — Instrumentarium fflr Telegraphic ohne 
Draht. — Quecksilberreinigungsapparat nach Steflitschek. 

C. Naturhistorisches Kabinett 

(Kustos: Prof. Dr. Anton Konig.) 

1. Durch Schenkung. 

Herr Direktor F. X. Lehner spendete eine grflfiere KaTersammlung. Ver- 

schiedene Naturalien schenkten: Prof. F. Schneider, die Scmller Horzeyschy f. 

(VIII A), Engelbrechtsmuller W. (VI £), Lugmair (V 8), Koref V. (Ill ^4), 

Helbig R. (Ill A), Niedermayr (II B\ Rosenauer R. (I B). An der Beistellung 

frischer Pflanzen ffir den Unterricht beteiligten sich Schuler der I., II. und 

V. Kiasse. 

2. Durch Kauf. 

8 zoologische Objekte, 7 typische Kristalle, 1 DunnschlifFsammlung, 
5 pflanzenphysiologische Apparate, 50 Kristallmodelle aus Pappe, 3 zoo- 
logische und 1 geologische Wandtafel, Formalindampflampe. 

Stand der Sammlungen am Ende des Schuljahres 1908/09: 

a) Zoologische Sammlung: 1245 Nummern mit 8384 Stucken. 

b) Botanische Sammlung: 48 Herbarfaazikeln mit etwa 6000 Stucken und 
341 sonstige botanische GegenstiLnde. 

c) Mineralogiache Sammlung: 2125 Nummern mit 3577 Stucken. 

d) Wandtafeln und Karten: 628 Stacke und 7 Bande Tafelwerke. 

D. Archaologische Sammlung. 

(Kustos: Prof. f. DeubUr.) 
Dorch Kauf: 1. Parthenonfries , Gipsabgufi yon Belmonte. 2. Cybulski, 
Tabulae quibus antiquitates Gr. et R. illustrantur. Daraus die Tafeln; I., II., 
IV., IX,, XL, XII., XIII. — Durch Schenkung: 1. Karte des republ. Rom. 
Zeichmmg aufgezogen von Apfelthaler V A. 2. Kyanosfries von Tiryns gez. 
von Dolch VII A. 



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52 

E. Historisch-geographische Sammlung. 

(Kustos: Prof. Dr. Anton Schiefler.) 

I. Durch Schenkung. 

Wandkarte der Dampfschiffahrtgesellschaft des Osterreichischen Lloyd, 

Spende des k. k. Minis teriums fur Kultus und Unterricht. — Pfaundlers 

Sprachenkarte von Tirol und Vorarlberg, Geschenk des Herrn Prof. F. Schneider. 

— Bilder spendeten die Schuler Muller K. (VII B), Prammer H. (IV B) und 

Stadlmann A. (Ill B). 

2. Durch Kauf. 

Karten: Schober, Schul wandkarte der osterr.-ung. Monarchic 
Bilder: HSlzels geograph. Charakterbilder (Austral. BarrierrifF, Ant- 
arktische Eislandschaft, Chimborazo). — HGlzels Wandbilder (Berlin, Paris, Lon- 
don, Prag). — Langls Bilder zur Geschichte (Jerusalem, Bethlehem, Nazareth, 
Thermen des Caracalla, Tempel von Karnak, Palazzo Bargello in Florenz, 
Hofbibliothek in Wien). 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: i Tellurium, 10 Globen, 8 At- 
lanten, 173 Wandkarten, 5 Reliefs, 165 Bilder zur Geschichte, 72 Bilder zur 
Kunstgeschichte, 116 geographische Bilder, 104 Stereoskopbilder, 2 Stereo- 
skope, 5 Gipsmodelle, 1 Holzmodell, I Drahtmodell, 8 Terrainzeichnungen auf 
Leinwand, 34 Texterlauterungen, 12 Varia. 

F. Lehrmittel fur den Gesangunterricht 

(Kustos: Gesanglehrer Franz Neuhofer.) 
Zuwachs durch Kauf: Hans Wagner: Ein Jubeljahr in Osterreich (f. 

gem. Chor mit Klavierbegl.) ; Chr. Gluck: Festgesang (f. gem. Chor a cappella); 

J. Mitterer: Missa in hon. Set. Josephi (f. gem. Chor u. Orgel); Jos. Waldeck: 

Eucharistische Gesange (f. gem. Chor a cappella); Frz. Neuhofer: Domine 

salvum fac imperatorem nostrum (Kanon mit Orgel). 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 131 Nummern mit 3486 Stimmen; 

davon entfallen 79 Nummern mit 1633 Stimmen auf kirchliche, 52 Nummern 

mit 1853 Stimmen auf weltliche Tonwerke. 

G. Lehrmittel ftir Freihandzeichnen. 

(Kustos: Hauptlehrer Franz Kuna.) 
Durch Kauf wurden erworben: 90 Stuck Modelle aus Holz und Pappe, 
4 Werkzeuge, 6 Tongefafle, 2 Teller. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 10 Vorlagewerke mit 604 Blattern, 
4 BCicher, 2 Bande geprefiter Blatter, 3 Apparate, 2 Drahtmodelle, 200 Holz- 
modelle, 127 Gipsmodelle, 24 Tonmodelie, 40 Modelle aus Pappe, 2 Teller, 
11 farbige Glas-, 6 Tongefafle, 5 Muscheln, 9 Tonfliesen, 21 Schmetterlinge, 
i7 VSgel, 3 Saugetiere, 13 Werkzeuge, 33 Flachmodelle, 18 Formen, 
1 Pflanzenmodell. 



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53 
H. Munzensammlung. 

(Kustos: Prof. /. Deubler.) 
Geschenke: Herr Dr. Wenger in Urfahr: 133 rdm. Bronzemunzen. Die 
Schuler: Friedr. Richttr (IB) I chines. Miinze, Matth. Hemnul (V A) 1 l l 
Stuber 1753. 



VI. Unterstiitzung der Sehiiler. 

A. Stipendien. 

Die Zahl der Stipendien, die an Sehiiler der Anstalt verliehen waren, 
ist recht bedeutend , wenn sie sich auch nicht mehr auf der Hflhe halt wie 
in friiheren Jahren, bevor noch an mehreren Orteji in OberGsterreich neue 
Gymnasien . errichtet wurden. Im Schuljahre 1908/09 standen 55 Schiller im 
Genusse von Stipendien, und zwar mit folgenden Betragen: 



2 


mit je 


ioo* — 


K 


2 


71 79 


105*— 


71 


I 


7) 7i 


120' — 


71 


3 


n 71 


132"— 


71 


6 


71 71 


140* — 


71 


1 


71 71 


150*— 


71 


1 


71 71 


160- — 


n 


8 


71 71 


200'— 


71 


1 


71 71 


220 # — 


71 


1 


71 71 


232-— 


71 


2 


71 71 


267*06 


71 


2 


71 n 


300- — 


71 


1 


71 71 


350-— 


n 


1 


71 71 


375*8o 


71 


21 


71 71 


420*— 


71 


1 


71 71 


500- — 


71 


1 


71 71 


6oo* — 


11 


Die Dauer des Bezuges erstreckt sich 




bei 2 Stipendien auf 1 Jahr, 






» 3 » n die 


3 untersten Klassen des Gymnasiums, 


n l 7 n n 71 


Gymnasialstudien, 


r> 3 1 j) 71 n 


Gymnasial- und Hochschulstudien. 



Der Zinsertrag der Alfred Baron PuthonStiftung (103 K 34 h) wurde 
im Berichtsjahre dem Schiller der VII. A Klasse Ferdinand fellouschek zugewendet. 

Der Magistrat der Landeshauptstadt Linz hat von den Interessen der 
Honauer-Schulerstifiung 40 K ubermittelt, die unter 8 Schuler der I. Klasse 
verteilt wurden- 



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54 

B. Lokales Unterstiitzungswesen (Unterstiitzungsverein). 

Die Beteiligung der BevClkerung von Linz und von ganz OberSsterreich 
an humanitfiren Bestrebungen jeder Art ist eine gam hefvorragende und 
dabei wird auch der studierenden Jugend nicht vergessen: nicht wenige hilfs- 
bediirftige Schfller finden mannigfache Unterstiitzung bei edelherzigen Jugend- 
frcunden, die ihnen ihr Fortkommen auf der Studienbahn wirksam erleichtern. 
Auch dem an der Anstalt bestehenden Unterstiitzungsvereine werden alljahrlich 
zahlreiche Spenden zugewendet, die ibn in den Stand setzen, Jahr far Jahr 
seine segensreiche Tatigkeit auszuQben. Der Ausschufi dieses Vereins glaubte 
das glorreiche Regierungsjubilaum Seiner Majestat des Kaisers auch seinerseits 
dorch einen besondern Akt der Wohltatigkeit begehen zu sollen und so 
wurden 16 nnbemittelten Scmllem Sparkassebiicheln, jedes mit einer Etnlage 
von 60 K, gewidmet (s. unten Cbromk). Bei der Zuwendung sonstfger Unter- 
stfltzungen wurden die Wfinsche der Scbftler tunhcbst berflckstcbtigt. 9 Schfller 
erhielten KleidungsstQcke im Betrage von 374 K, 2 Schdlera burden Kosttage 
gewahrt; die meisten wurden aber nit Geldbetragen unterstutzt, und zwar 
im I. Semester 89, im II. Semester 74, die Kosten dafur beliefen sich 
auf 2715 K. Fflr die Vermehrung der Armenbibliothek wurden 200 K zur 
Verfflgung gestellt. Diese Biicherei kommt weitgehenden Bediirfhissen*entgegen. 
Im Berichtsjahre wurden 911 Lebrbficher und 53 Atlanten aus ihr entlehnt. 

Der Ausschufi des Unterstu tarings vereins verwaltet auch die Peter Riepl- 
Stiftung und die Anton Ozlberger-Widmung und hat das Zinsenertragnis der- 
selben im Betrage von je 80 K den Schfilern Johann Gastinger (II A Klasse) 
und Florian Schondorfer (II B Klasse) zuerkannt. 

Dem Ausschusse geh6rten im Vereinsjahre 1908/09 folgende Mitglieder an: 

Vorstand : 
Chri8toph Wttrfl, Direktor. 

Ausschuflmitglieder : 
a) Von der General versaratnlung gewahlt: 
Alois Walcher, Direktor der k. k. Taubstummenanstalt. 
Heinrich Korb, Verlagsbuchhandler. 
Michael Breuer, k. k. Oberfinanarat, 

Dr. Julius Lttcker, k. k. Statthaltereirat and Landessanitatsreferent. | 

1 Ersatz- 
Johann Scherzl, Realitatenbesitzer. > 

w I manner. 

Dr. Eduard HackmuHer, k. k. Finanzprokurator. J 

b) Von dem Lehrkorper gewahlt die k. k. Professoren: 
Ludwig. BermanschlMger (Schriftfuhrer). 
Dr. Anton KSnig (Kassier). 
Josef Strigl. 
Emit Sewera. 
Anton Tilp. 



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55 

VII. Verfugungen der vorgesetzten Behorden. 

(Wcgen ihrer Ausfuhrlichkfcit konnen sie hier nicht im Wortlaule angefuhrt warden.) 

1. L. Sch. R. Eri. v. 24. Jali 1908, Z. 4281. In Gemftflheit des Mi- 
nisterialerlasses vom 26. Juni 1908, Z. 26 1 35 wird dcr Direktion einc Ab- 
schrift des von diesem Ministerium an den k. k. Landesschulrat in Prag ge- 
richteten Erlasses, betreffend die Durchfuhrung der neuen Reifeprfifungsvor- 
schriften, zur Darnachachttiog ubermittelt. 

2. L. Sch. R. Eri. v. 13. Januar 1909, Z. 140. Die Direktion wird 
auf den Erlafi des Herrn Leiters des Ministeriums fur Kultus und Unterricht 
vom 2. Januar 1909, Z. 51 190 ex 1908, betreffend die Prufungen der Pri- 
vatisten an alien Mittelschulen (M. V. Bl. 1909, Nr. 2), aufmerksam gemacht. 

3. L. Sch. R. Eri. v. 13. Januar 1909, Z. 217. Der Herr Leiter des 
Ministeriums fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 8. Januar 
1909 eroffnet, dafl die mit der Ministerialverordnung vom 11. Juni 1908, 
Z. 26651 (M. V* Bl. 19089 Nr. 30) eingefuhrten Semestralausweise ebenso wie 
die dort vorgesehenen Jahresteuguissc der Stempelgebuhr von 30 h fur jeden 
Bogen unterliegen. 

4. L. Sch. R. Eri. v. 26. Januar 1909, Z. 506. Mit Bedachtnahme auf 
die Bestimmungen der Ministerialverordnung vom 11. Juni 1908, Z. 26651 
(M. V. Bl. 1908, Nr. $j), betreffend das Prufen und Klassifizieren an Mittel- 
schulen (Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen), fand das k. k. Ministerium 
for Kultus und Unterricht mit dem Erlasse vom 17. Januar 1909, Z. 2010 
hinsichtlich des Stipendiengenusses der Mittelschiiler neue Normen zu erlassen 
(M. V. Bl. 1909, Nr. 5). 

5. L. Sch. R. Eri. v. 1. Februar 1909, Z. 594. Zufolge Erlasses des 
k. k. Ministeriums fur Kultus und Unterricht vom 22. Januar 1909, Z. 47619 
ex 1908 wird erCffnet, dafl die Bescheinigungen , die den bei Reifeprufungen 
an Mittelschulen reprobierten Kandidaten ausgefolgt werden, ebenso wie die 
Reifezeugnisse mit einem Zweikronenstempel zu versehen sind. 

6. Statth. EH. v. 4. Februar 1909, Z. 660 Pras. Das Normale uber 
Geschaftsvereinfachang wird ubermittelt. 

7. Verordnung des Herrn Ministers fur Kultus und Unterricht vom 
7. Marz 1909, Z. 8890, betreffend das Schulgeld an den Staatsmittelschulen. 

8. Verordnung des Herrn Ministers fur Kultus und Unterricht vom 
20. Marz 1909, Z. 11662, betreffend einen neuen Lehrplan fflr die Gymnasien 
in Osterreich. Derselbe hat mit Beginn des Schuljahres 1909/10 im Unter- 
gymnasium sowie in der V. Klasse in Wirksamkeit zu treten). 

9. Veroninung des Herrn Ministers fur Kultus und Unterricht vom 
29. M5rz 1909, Z. 1997, betreftend einige Andernngen im Berechtigungswesen 
der Mittelschulen (Realgymnasien, Reformrealgymnasien und Realschulen). 

10. Der Herr Minister ftir Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses 
vom 25. April 1909, Z. 17 149 angeordnet, dafl das Schuljahr 1908/09 an 



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56 

alien jcnen Mittelschulen, Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalten, kommer- 
ziellen und nautischen Schulen, an welchen dasselbe normalmafiig mit dem 
15. Juli 1909 zu enden hatte, ausnahmsweise schon am 8. Juli 1909 zu 
schliefien ist, wogegen der Samstag vor und der Di ens tag nach dem Pfingst- 
sonntage als Ferial tage zu entfallen haben. 

11. Der Hen* Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse 
vom 13. Mai 1909, Z. 2007 1 neue Erlauterungen zur Vorschrift vlber die 
ReifeprGfungen an Gymnasien und Realschulen gegeben. 



VIII. Reifeprufungen. 

a) Im Sommertermin 1908. 

Die mundliche Prufung wurde unter dem Vorsitze des Herrn k. k. Landes- 
schulinspektors Dr. Josef Loos vom 6. bis 15. Juli abgebalten. 



Zur Reifeprufung haben sich gemeldet 


Offentl. 
8chfller 


Priva- 
tisten 


Externe 


69 

22 
43 

4 


• 


• 


Zur Reifeprufung wurden nicht zugelassen 


Vor der mundlichen Priifung sind zurfickgetreten 

Bei der in der Zeit vom 6. bis inkl. 15. Juli abgehaltenen mund- 
lichen Reifeprufung erhielten: 

ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung 

ein Zeugnis der Reife 


wnrden reprobiert: 

auf ein halbes Jahr 


auf ein ganzes Jahr 


auf unbestimmte Zeit 


Wahrend der mundlichen Priifung sind zuruckgetreten .... 


Zusammen 


69 







b) Im Februartermin 1909. 

Die schriftliche Priifung aus dem Deutschen — in den klassischen Sprachen 
fand keine Prflfung statt — wurde am 6. Februar abgebalten, und zwar wurden 
folgende Themen gegeben: 
1. Die Elemente sind die F6rderer des Menschen bei seinem Schaffen, aber 
auch die Feinde seiner Werke. 



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57 

2. Far seinen K6nig mufl das Volk sich opfern; Das 1st das Schicksal und 
Gesetz der Welt. (Schiller, Jungfrau von Orleans.) 

3. Inwiefern werden durch Reisen die Bande, die uns an Heimat und Vater- 
land knupfen, befestigt? 

Die mundliche Prflfung fand am 13. Februar 1909 unter dem Vorsitze 
des Herrn Landesschulinspektors Dr. Josef Loos statt; bei derselben erhielten 
die beiden Kandidaten, die sich ihr unterzogen, ein Zeugnis der Reife. 

Verzeichnis der im Sommertermin 1908 und im Februartermin 1909 
approbierten Abiturienten. 

(Die mit * Bezeichneten erhielten ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung.) 



P. 

N. 


Name 


Geburtsort und 
Vaterland 


Lebens- 
alter, 
Jahre 


*$ g 8 


Gewahlter 
Beruf 


1 


♦Bertl August . . . 


Bohdanec, Bohraen 


19 


8 


Jus 


2 


* Dopplinger Johann . 


Wien, Niederosterr. 


20 


8 


Theologie(ev.) 


3 


Falbl Karl .... 


Wels, Oberosterreich 


20 


8 


J« 


4 


Filez Franz .... 


Linz, „ 


20 


8 


Beamtenstand 


5 


*Foltz Otto 


Kobilan, Ungarn 


19 


8 


Jus 


6 


♦Freudenthaler Aug. 


Linz, Oberosterreich 


19 


8 


Beamtenstand 


7 


♦v. Gerbert Viktor . 


Fcrg, 


19 


8 


J** 


8 


♦Gerhardinger Herm. 


Waldneukirchen, 

Oberosterreich 


20 


8 


w 


9 


Gindelstrafier Mich. 


Linz, „ 


19 


8 


Beamtenstand 


10 


Glas Ignaz .... 


n n 


19 


8 


Theologie 


" 


Glaser Alois . . . 


9 n 


20 


8 


Philosophic 


12 


Groflegger Theodor 


Ried, 


19 


8 


Bildende 
Kiinste 


13 


♦Grail Julius .... 


Altenfelden, „ 


21 


8 


j»« 


14 


Handstanger Josef . 


Goisern, , 


20 


8 


Theologie 


15 


*Hausmann Bruno 


Gramastetten, „ 


l 9 


8 


Philosophic 


16 


Holscher Friedrich . 


Voitsberg, Steiermark 


l 9 


8 


Bergwesen 


17 


Homolka Alois . . 


Lambach, Oberosterr. 


22 


9 


Beamtenstand 


18 


♦Huber Alois . . . 


Andorf, „ 


20 


8 


f» 


19 


*Isak Richard . . . 


Niemes, Bohmen 


*9 


8 


Jus 


20 


Jonke Franz . . 


Schwertberg, Oberost. 


20 


8 


Theologie 


21 


*Kirnbauer Michael . 


St. Marienkirchen, „ 


23 


8 


„ 


22 


♦Koref Alfred . . . 


Linz, „ 


19 


9 


Philosophic 


23 


Krackowizer Max 


n n 


20 


9 


Jus 


24 


Krenn Franz . . . 


Stadl-Paura, „ 


20 


8 


Tier- 
arzneikunde 


25 


Kr61 Oswald . . . 


Neumarkt, „ 


18 


8 


Jus 


26 


Kuhrer Josef . . . 


Linz, 


19 


8 


Philosophic 



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58 









Lebens- 


t-3 d 




P. 


Name 


Geburtsort und 


alter, 


nil 


Gewahlter 


N* 




Vatexland 


Jahre 


«0 


Bexuf 


*7 


Kurzwernhart Gottfr. 


Pram, Obero9terr. 


23 


10 


Beamtenstand 


28 


Langer Leo .... 


Linz, „ 


19 


8 


Technik 


29 


Leidinger Gustav . . 


Enns, „ 


20 


9 


Medizin 


30 


Lichtenwagner Jakob 


Linz, „ 


19 


8 


Beamtenstand 


31 


Liefler Franz . . . 


Gallspach, Bohmen 


20 


9 


Militar 


3^ 


Lute Josef . » . . 


Prambachkirchen, 

Oberosterreich 


20 


9 


Beamtenstand 


33 


Lux Franz 


StStten, „ 


19 


8 


Jus 


34 


v. Major Kurt . . . 


Komorn, Ungarn 


21 


10 


» 


35 


Nadler Oskar . . . 


Linz, Oberosterreich 


20 


9 


»» 


S6 


Neumann Geoxg . . 


"K"|^TiTnnnr'h«»p t 


20 


8 


Theologie 


37 


♦Nusko Johann . . . 


Neunkirchen, N.-Ost. 


19 


8 


Jus 


38 


*Pefll Josef 


Linz, Oberosterreich 


19 


8 


n 


39 


Proclemer Karl . . 


Boaen, Tirol 


18 


8 


Beamtenstand 


¥> 


Puhriager Michael . 


Micheldorf^ OberoaU 


19 


8 


» 


41 


♦Ransmayr Alois . . 


Kasten, n 


20 


8 


Theologie 


42 


Rechberger Josef 


Linz, „ 


20 


•9 


Medizin 


43 


•Richter Otto . . . 


n n 


21 


8 


n 


44 


RuBegger Anton . . 


Kohlgrube, 9 


20 


8 


Philosophic 


45 


Scharitzer Karl . . 


Linz, 


^9 


8 


Beamtenstand 


46 


♦Schicho Simon . . . 


n it 


19 


8 


Philosophic 


47 


*Schmid Johann . . 


Lemberg, CraKzien 


I 9 . 


8 


Jus 


48 


Schnopfhagen Franz 


St. Veit, Oberosterr. 


20 


9 


Medizin 


49 


Schondorfer Karl 


Linz, 


20 


8 


Beamtenstand 


50 


Schubert Rudolf . . 


Wels, 


19 


8 


Kaufmanns- 
stand 


51 


Scbirayer Gottfried . 


Wien, Niederosterr. 


20 


8 


Beamtenstand 


52 


Seyr Karl 


Linz, Oberosterreich 


20 


8 


n 


53 


Skutezky Robert . . 


» n 


19 


8 


Chemie 


54 


•Spanninger Heinrich 


9 n 


*9 


8 


Jus 


55 


♦Sperl Alfred . . . 


n n 


x 9 


8 


» 


56 


Spielauer Georg . . 


Nlederneukirchen, 

Oberosterreich 


20 


8 


Theologie 


57 


Stadhnann Rudolf . 


Thalgau, Salzburg 


21 


9 


Beamtenstand 


58 


Stafninger Anton 


St. Oswald, Oberost. 


18 


8 


Jus 


59 


*Staufer Karl .... 


Linz, 


19 


8 


Forstwissen- 
schaft 


60 


Stockinger Rudolf . 


Hanging, , 


22 


8 


Theologie 


61 


Tiiller August . . . 


Raab, 


19 


8 


Jus 


62 


Watxinger Franz . . 


Linz, n 


21 


10 


Beamtenstand 


63 


Wiesmayr Peter . . 


Bergham, „ 


19 


8 


Theologie 


64 


Wildmoser Friedrich 


Linz, , 


19 


8 


Kaofmanns- 
stand 


65 


♦Winklbauer Adolf . 


9 » 


18 


8 


Medizin 


66 


*W6fl Adolf .... 


Ulrichsberg, „ 


21 


8 


Theologie 


67 


Zach Franz 


Haslach, s 


22 


8 


it 



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59 

Im Schuljahre 1908/09. 

Im Sommertermin. 
Die schriftlichen Priifuugen fanden am 24., 25, und 26. Mai sutt; zu 
ihoen erschienen samtliche 47 offentliche Schuler und zwei Externistinnen. 
Themen im Deutschen: 

1. Die geographische Lage Osterreich-Ungarns und ihre Bedeutung fiir 
die politischen Beziehungen des Reiches zu den Nachbarstaateo. 

2. Vis consili expers mole ruit sua: 
Vim temperaum di quoqae provehunt 
In maius; idem odere vires 

Omne nefas animo moventes. Horaz, Od. Ill, 4. 

3. Welchen literarischen Bestrebungen und Leistungen verdanken wir 
die Entstehung einer Weltliteratur in deutscher Sprache? 

Oberseuung aus Latein: Tacitus, hist. II, 78, 79. 
Obersetzung aus Griechisch: Demosth. orat, LIX § 95 — 98. 
Die mundliche Prufung wird vom 5. bis 10. Juli unter dem Vorsitze des 
Herrn Landesschulinspektors Dr. Fram Rimmer abgebalten werden. 



IX. Gesundheitspflege der studierenden Jugend. 

Die Gesundheitspflege bildete auch in diesem Schuljahre wieder den 
Gegenstand einer eigenen Konferenz, und zwar wurde dieselbe am 1 8. No- 
vember 1908 abgebalten. In dicser wurden neben der Beschaffenheit der Schul- 
raume und neben einzelnen Einrichtungen des Unterrichtsbetriebs die iokalen 
Verhaltnisse von Linz einer Erwagung unterzogen, soweit sie fiir diese Frage 
in Betracht kommen. 

Das schdne und zweckmafiige Schulgebdude bietet mit seinen ho hen, lie h ten 
und luftigen Zimmern den Schulern einen gesunden Aufenthalt wahrend der 
Unterrichtszeit. Die neue Einrichtung der Klassenzimmer gelangte in diesem 
Schuljahre zum Abschlusse; die Anstalt verfiigt gegenwartig fiber 300 zwei- 
sitzige, den verschiedenen Altersstufen angepaflte Rettigbanke. Diese moderne 
Bank type entspricht den hygienischen Anforderungen in hervorragender Weise ; 
gleichwohl bedarf es selbst bei den besten Banken noch der ofteren Erinne- 
rung von Seite des Lehrers, um die SchOler an eine ordentliche KCrper- 
haltung beim Sitzen zu gewOhnen, In den Pausen werden die Klassenzimmer 
geluftet. Die Schuler halten sich wahrend dieser Zeit auf den geraumigen 
Gangen auf, in der warmeren Jahreszeit verbringen sie die Haupt pause um 10 
und ebenso die Nachmittagspause um 3 Uhr im Garten der Anstalt. In diesem 
wird auch der Turnunterricht bei giinstiger Witterung erteilt. 

Der Pflege der korperlichm Ubungen wird ein besonderes Augenmerk zu- 
gewendet; hangt ja die Leistungsfahigkeit des Geistes zum nicht geringen Teile 



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60 

von dem kraftigen Gedeihcn des KSrpers ab. Fur eine regelmaflige und syste- 
matische Korperbewegung wird zunachst durch den obligaten Turnunterricht 
gesorgt, der in Verbindung mit verschiedenen Spielen eine reiche Abwechslung 
darbietet. Letztere erfahren in der gQnstigen Jahreszeit eine Erweiterung durch 
die Jugendspiele , die unter der sachkundigen Leitung der beiden Turnlehrer 
Max Hirt und Max Richter und des Professors Anton Tilp an zwei Nachmit- 
tagen in derWoche auf dem Jugendspielplatze (Straflerau) abgehalten werden. 
Im Mittelpunkte der Spiele stehen der Schleuderball, Kriegsball, der deutsche 
Schlagball, Faustball, das Staffettenlaufen und der Barlauf. Zu diesen kommen 
noch auf der Unterstufe das Foppen und Fangen , Kettenreifien und auf der 
Oberstufe das Wei t- und Hochspringen, Stabspringen, Steinstofien und Schleuder- 
ballwerfen hinzu. Neu eingefuhrt wurden heuer der Korbbali und der Ball 
flber die Schnur. Ffir die Spiele war die Witterung gflnstig; es konnte im 
Herbste bis zum 17. Oktober gespielt werden und im Frfihjahre wurden sie 
bereits am 17. April wieder aufgenommen. Leider wird die Bedeutung der 
Jugendspiele noch immer nicht allseits richtig eingeschatzt, namentlich ist es die 
flbertriebene Angstlichkeit mancher Eltern, die sie ihre S6hne von dieser so 
gesunden Korperbewegung feme halten lafit. • Auch mufi es bedauert werden, 
dafi einzelne Schuler schon geringfugige kSrperliche Gebrechen benutzen, um 
die Befreiung vom Turnunterrichte anzustreben und sich dadurch eines der 
wirksamsten Mittel zur Erhaltung und Mehrung ihrer Kraft und Tuchtigkeit 
zu begeben. 

Der lange und strenge Winter war dem Eis- und Schneesporte besonders 
gdnstig. Die Kalte setzte bereits im Monate November ein und im Januar 
kamen noch starke Schneefalle hinzu, so dafl alle Bedingungen fur ein reges 
winterliches Treiben gegeben waren- Der Bicycle-Klub uberlieB zur Benutzung 
seines Eisplatzes beim Volksgarten filr unbemittelte Schiller 40 Karten zu dem 
ermafiigten Preise von 2 K, wahrend sonst eine Saisonkarte 3 K kostete. 
Das Rodeln entwickelt sich, begiinstigt durch den landschaftlichen Charakter 
von Linz, bei grofi und klein immermehr zu dem beliebtesten Winter- 
vergnugen. Es wird ihm geradezu mit einem Obereifer gehuldigt, so dafi Ver- 
letzungen — von Erkaltungen und den damit verbundenen Katarrhen ganz 
abgesehen — nicht zu den Seltenheiten geh6ren. Auch an Verehrern des in 
OberOsterreich stark verbreiteten Eisschiefiens fehlt es nicht, wahrend dem 
Skilaufen die lokalen Verhaltnisse nicht sonderlich gflnstig sind. 

In der warmen Jahreszeit findet die stadtische SchwimmschuU starken Zu- 
spruch von Seite der studierenden Jugend und dies ist nur erfreulich. Das 
Schwimmen tragt ja wesentlich zu der vom gesundheitlichen Standpunkte aus 
so wichtigen Hautpflege bei und ist zugleich ein bewahrtes Abhartungsmittel, 
das vor mancherlei Kxankheiten schiitzt. Das stadt. Schwimmschulkomitee 
hat 10 Stuck Freikarten zum Schwimmunterrichte und zu Schwimmubungen fur 
durftige Schiiler zur Verfugung gestellt und aufierdem den vom Schulgelde 
befreiten Schiilern die Karten fur Schwimmubungen auf 2 K und far den 



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61 

Schwimmuntcrricht auf 4 K ermafiigt. Einen fleifligeren Gebrauch sollten die 
Schiller wahrend der ungunstigen Jahreszeit von den Begunstigungen, die ihnen 
in der Badeanstalt der Frau M. Kogler gewahrt werden, machen. 

An dem Schillerrudern kann zwar trotz des Entgegenkommens des Ruder- 
vereins Ister doch nur eine kleinere Anzahl von Schfllern teilnehmen, aber diese 
widmen sich ihm mit einer Begeisterung , die erwarten laflt, dafl sie auch in 
ihren spateren Jahren An hanger dieses kraft- und gesundheitfdrdernden Wasser- 
sportes bleiben werden. 

Die Teilnahme am Reit- und Fechiunterrichte beschrankt sich aus nahe- 
liegenden Grvinden nur auf wenig Schtiler (2 bezw. 7). 

Eine vortreffliche Gelegenheit zu reichlicher Bewegung bieten kleinere 
und grdfiere Ausfluge ganzer Klassen, die alierdings nicht so oft unternommen 
werden kdnnen, wie es erwunscht ware. Die Schiller werden durch sie der 
Enge des Hauses und dem Larm der Gasse entzogen und ins Freie hinaus- 
gefQhrt, wo sie sich an Feld und Wald erfreuen, wo sich ihre Sinne scharfen 
und ihre Nerven zu neuer Arbeit star ken k6nnen. Ausfluge wurden unternommen: 
am 1 1 . Oktober von der V. A und V. B Klasse (Turnlehrer M. Richter) in die 
Koglerauen, am 7. Dezember von der I. A Kl. (Supplent L. Pohnert) nach Puche- 
nau, am 12. Dezember von der III. A Kl. (Professor Dr. Ag. Raiz) nach Leon- 
ding und von der III. B Kl. (Supplent Dr. J. Ullrich) nach Diefienleiten, am 
13. Januar von der VI. A Kl. (Professor A. Tilp) in die Koglerauen, am 19. Januar 
von der III. B Kl. (Professor Dr. A. Schiejier, Supplent Dr. J. Ullrich und 
Supplent Dr. J. Milliner) in den Kurnbergerwald, am 28. Februar von der 
VII. A Kl. (Professor/. Deubler) nach Eschlberg, am 20. Marz von der VI. B Kl. 
(Supplent L. Pohneri) auf den Pfenningberg, am 17. April von der I. A Kl. 
(Professor Fr. Schneider) nach Wilhering, am 20. April von der III. B Kl. 
(Supplent Dr. J. Ullrich und Professor Dr. A. Schiefier) nach Magdalena, am 
22. April von der I. B Kl. Prof. Fr. Schneider) nach Puchenau, am 10. Mai von 
der II. B Kl. (Professor Dr. K. Gugler) ins Rodltal, am 17. Mai von der III. A Kl. 
(Professor Fr. Schneider) in den Haselgraben, am 19. Mai von der IV. A Kl. 
(Professor A. Sauer) nach Enns und am 17. Juni von der I. B Kl. {Dr. J. 
Milliner) nach Magdalena-Auhof. 

Um den Schiilern Gelegenheit zu bieten, mit ihren Lehrern den ublichen 
Maiausflug zu unternehmen, wurde der 2j. Mai vom Berichterstatter als 
Ferialtag bestimmt. Dieser Tag setzte zwar mit einem schwachen Regen ein 
und einzelne Klassen liefien sich auch von ihrem Vorhaben abbringen; die 
meisten ffihrten aber ihren Plan aus und sie hatten es nicht zu bereuen: Jupiter 
pluvius hatte den jugendlichen Verehrern der antiken GStterwelt gegeniiber 
ein Einsehen, und wenn auch kein italienischer Himmel uber Oberosterreichs 
Gauen lachte, so gestattete das Wetter doch, das entworfene Programm in 
seinen Hauptpunkten durchzufuhren. Die Teilnehmer verlebten frohliche Stunden 
und lernten bei dieser Gelegenheit wieder einzelne reizende Platzchen ihres an 
Naturschonheiten so uberreichen Heimatlandes kennen. 



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63 

Am 6. Juni fand auf den Stldbahnhofgrunden in Linz cin seltenes Pest, 
das grofle v Turn- und Spiel f est der Jugtnd" statt, wic es in einem solchen 
Umfange wohl in nnserer ganzen Monarchic noch nicht veranstahet worden 
ist. Etwa 6000 Schuler und Schulerinnen der Volks-, Burger- and Mittel- 
schulen von Linz nnd Urfahr — nnter ihnen auch die Schiiler nnserer Anstalt 
— hatten sich auf dem Pestplatze eingefunden, am hier vor einem zahlreichen 
Publjkum Zengnis abzulegen von ifarer turnerischen Schulung und ihrer k6r- 
perlichen Ertiichtigung. Um 2 1 i 2 Uhr begann der Aufmarach der fro hen Scharen 
und nun folgten unter den heiteren Klangen der Hessen-Kapelle Preidbungen, 
Gerateturnen und Spiele in iessebider Abwechshing aufeinander. Vormittags 
waren 6chon Wettkimpfe vorangegangen, bei denen die Schiller Pierer Rudolf 
(VIL A K\.) den ersten und Gragl Ferdinand (VT A KL) den aweiten Preis im 
Dreikampfe (Stabhochspringen, Hochspringen nnd Schleuderballweitwerfen) 
gewannen, wahrend die VI. B Klaase im Faustballwettspiele, die IV.il Kiasse 
im Schlagbailwettspiele den Sieg davontrugen. Es waren lebensfrische Bilder, 
die sich bei diesem Feste dem Jugendfreuude darboten und die wohl bei alien 
Anwesenden die Oberzengung wachriefen, dafl der in unceren Tagen so kraftig 
be ton ten Porderung nach einer systematischen Kflrperenuehung in der Landcs- 
hauptstadt Oberosterreichs dank der unerauldlichen Tatigkeit des begeisterten 
Vorkampfers far das Turnen und Jugendspiel Max Hirt und seines getreuen 
Stabes wirkaam entsprochen wird. 

Sehr zu witaschen ware, dafl die Schuler, statt sich in ihrer frden Zeit in 
der verkehrsreichen und gerauschvolien Landstrafle zu ergehen, fleifliger die 
schone LJmgebung von Linz aufsuchen warden, 6ie Naturfreunde zu jeder 
Jahreszeit zu lohnenden Spaziergangen einladet. Kann doch der atudierenden 
Jugendt die ohnehin vtele Stunden in geschlossenen Rautnen verbringen mufi, 
der Aufenthalt in freier Luft nicht warm genug empfohlen werden. 

Der Gesundheitssustand der Schiiler war im allgemeinen gunstig, nament- 
lich kamen nur wenig Palle von iibertragbaren Krankheiten (Scharlach 5, 
Steinblattera 1) vor. Auffallend tst es, dafl alljahrlich die in die 1. Kiasse 
eintretenden Schiller bereits mancherlei gesnndheitHche Mangel mitbringen 
wie Kurzsichtigkeit, Schwerh6rigkeit, Blutleere, und seibst eine gewiase 
Nervositat ist schon bei der jungsten Schftlergeneration wahrzunehmen. Selbst- 
verstaadlich wird bei der Zuweisung der Sitzplatze auf die physische Beschaffen- 
heit der Schiiler tunlichst Rucksicht genommen. 

Herr Zahnarzt Dr. Fr. Benke hat sich auch in diesem Schuljahre wieder 
bereit erklart, arme Schiller unentgeltlich zu behandeln. 

Zur Veranschaulichung der Pflege korperlicher Obungen moge nach- 
stehende Tabelle dienen. 



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63 













Zahl 

der 

Schiiler 


Zahl der Teilnehmer am 


Es 
wohnen 
in den 
Ferien 
aof 
dem 
Lande 


Klasse 


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VI^4 . 
VIB , . 
VII ^ . . 
VII^ . . 
VIII A . . 
VIII B . . 










36 
40 
31 
43 
49 
48 

41 
40 
28 

25 
32 

35 
28 

27 
24 
23 


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22 

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18 
21 
18 
21 
H 
15 
18 

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11 

10 

8 


8 
5 
3 

10 

9 
11 

5 

19 
7 
4 
15 
7 
5 

10 

10 

5 


20 
21 

*9 
27 
31 

34 
26 

30 
19 
14 
21 

25 
26 
20 

23 
18 


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20 
30 
28 
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13 
18 

13 
11 
18 
20 
11 
11 
10 
8 


21 
28 
22 
32 
29 
23 
18 
36 
18 
10 
17 
17 

8 
11 
16 

10 


2 

5 

1 

15 

15 
6 

10 
8 
3 
7 

10 

9 
3 
6 

5 

4 


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I 
6 

2 

4 
2 
1 
1 
2 
6 
1 
3 
4 
3 
4 


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38 

22 

34 

24 

35 

2 4 . 

34 

12 

20 

22 

21 

27 

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21 

22 




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550 


276 


133 


374 


1 


* 


264 


316 


109 


41 


406 



X. Chronik, 

Das Schuljahr 1908/09 wurde am 16. September 1908 er6ffhet. Die An- 
meldungen fur die Aufnahme in die I. Klas9e erfolgten am 15. und 16. Sep- 
tember, die PrQfung selbst fand am 16. September statt. Die Wiederholungs- 
und Nacbtragsprufungen wurden am 16. und 17. September abgehalten. Am 
18. September zelebrierte der hochwflrdigste Herr Domdechant und Stadt- 
pfarrer Leopold Dullinger das heilige Geistamt in der Gymnasialkapelle. Der 
Unterricht begann am 19. September. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Er lasses vom 
11. Juni 1908, Z. 25001 den Supplenten Dr. Hermann Ullmann zum wirklichen 
Lehrer am Staatsgymnasium in Mahrisch-Trubau und zufolge Erlasses vom 
28. August 1908, Z. 33491 den Supplenten Dr* Angelo Seligmann zum wirklichen 
Lehrer am Staatsgymnasium mit deutscher Unterrichtssprache in Troppau er- 
nannt. Fruh ist es diesen beiden strebsamen jungen Lehrern gelungen, das 
ersehnte Definitivum zu erlangen. 

Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
1. August 1908, Z. 16050 den Professor Oskar Hantschel in die VIII. Rangklasse 
befordert. 

Der k. k. Landesschulrat hat mit dem Erlasse vom 3. August 1908, Z. 4788 
die Bestellung des Lehramtskandidaten Ludwig Pohnert, mit dem Erlasse vom 
L. 5 



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64 

3. August 1908, Z. 4806 die des Lehramtskandidaten Franz Stra/ter und mit 
dem Erlasse vom 12. September 1908, Z. 5603 die des Lehramtskandidaten. 
Dr. fohann Ullrich zu Supplenten genehmigt. — Zufolge Erlasses vom 23. Sep- 
tember 1908, Z. 5813 wurden die Supplenten L. Pohnert und Dr. J. Ullrich unter 
die Leitung des Professors Dr. Agid Raiz und Supplent Fr. Strafier unter die 
des Professors Hermann SchicMnger behufs Einftthrung in die Praxis des Lehr- 
amtes im Sinne des Min. Erl. v. 1. November 1893, Z. 24871 gestellt.. 

Zufolge L. Sch. R. Erl. v. 4. August 1908, Z. 4789 wurde der.Lehr- 
amtskandidat Dr. Gabriel Prieth dem Staatsgymnasium in Linz* zur Ablegung des 
Probejahres zugewiesen und der Leitung des Professors 0. Hantschcl unterstellt. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge, Erlasses vom 4. August 1908, 
Z. 4174 gestattet, dafl der Hilfslehrer an der katholischen Lehrer r l$ildungs- 
anstalt in Linz Maithaus Anungruber das Probejahr an der h. o. Anstalt ab- 
lege. Mit dem Erlasse vom 20. August 1908, Z. 5154 wurde er dem Professor 
Dr. Evermod Hager unterstellt. Zugleich wurde mit Rucksicht auf seine Lehr- 
tatigkeit bestimmt, dafl er den Unterricht blofl in einem Ausmafle von 8 bis 
Q Stunden w6chentlich zu hospitieren habe. 

Am 18. August 1908, dem Tage der Feier des Allerhocbsten Geburts- 
festes Seiner Majestat des Kaisers ; nahm Professor Fr. Lehner in Vertretung des 
beurlaubten Berichterstatters an dem Festgottesdienste im alten Dome teil. 

Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 
28. August 1908, Z. 35104 dem Professor am Landesgymnasium in Pettau 
Dr. Agid Raiz eine Lehrstelle am Staatsgymnasium in Linz verliehen. 

Zufolge L. Sch. R. Erl. v. !. September 1908, Z. 5280 hat der bisherige 
bischdfliche Kommissar fur die Inspektion des katholischen Religtonsunterrichts 
Herr Domdechant Monsignore Leopold Dul linger sein Amt zurfickgelegt. An seiner 
S telle wurde Herr Monsignore Franz Stingeder, Konsistorialrat und Direktor des 
bischof lichen Konviktes Salesianum in Linz, zum bischdflichen Kommissar er- 
nannt. Am 20. September begab sich der Berichterstatter mit den beiden Re- 
ligionslehrern L. Bermanschlager und /. Hochaschbock zu dem hochwurdigsten 
Herrn Pralaten L. Dullinger, um ihm den Dank fQr die MQhewaltung wahrend 
der langen Zeit, in der er das Amt eines bisch6flichen Kommissars bekleidete, 
und fflr das Wohlwollen, das er der Anstalt jederzeit entgegenbrachte , aus- 
zusprechen. Der neue Herr Kommissar hat den Religionsunterricht am 19»> 
21., 23. und 24. April inspiziert. 

Am 10. September 1908 hat der Berichterstatter mit dem Professor Julius 
Hebenstein an dem feierlichen Requiem teilgenommen , das fiir weiland Ihre 
Majestat die Kaiserin Elisabeth im alten Dome gehalten wurde. 

Se. k. u. k. Apostolische Majestat haben mit AllerhOchster Entschlieflung 
vom 21. September 1908 den Professor am Staatsgymnasium in Linz Franz 
Lehner zum Direktor des Staatsgymnasiums in Freistadt allergnadigst zu ernennen 
geruht. Prof. Fr. Lehner stand 14 Jahre an der h. o. Anstalt in Verwen- 
dung. Auf mehreren Studienreisen nach Italien, Dalmatien und dem Kflsten- 



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65 

lande hatte er sich wertvolle archaologische Kenntnisse erworben, durch die 
er die altsprachliche Lektiire zu beleben suchte. Er war auch bemiiht, die auf 
diesem Gebiete an der Aristalt bestehenden Lehrmittelsammlungen, so die 
archaologische Sammlung und die Munzensammlung, deren Kustos er war, 
weiter auazugestalten. Mehrere Programmaufsatze zeugen gleichfalls von dem 
Interesse, das er fiir die Atitiquitaten hegte. Seinen Schulern brachte er warmes 
Wohlwollen entgegen, das er auch dadurch bet&tigte, dafl er mit ihnen zahl- 
reiche gr8fiere und kleinere Fufiwanderungen unternahm und sich lebhaft an den 
Jugendspielen beteiligte, wie er iiberhaupt den Bestrebungen der modernen 
Schulhygiene seine voile Aufmerksamkeit zuwandte. Als Kassier des Unter* 
Stiitzungsverein8 hat er sich noch bedondere Verdienste um den armeren Teil 
unserer studierenden Jugend erworben. Die besten Gliickwunsche der Anstalt 
begleiteten den verdienten Lehrer in seinen neuen Wirkungskreis. 

Das k. k. Ministerium far Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse 
vom 24. September 1908, Z. 39968 den prov. Lehrer am Staatsgymnasium 
mit deutscher Unterrichtssprache in Konigliche Weinberge Dr. Paul Zincke 
zum prov. Lehrer am Staatsgymnasium in Linz zu ernennen gefunden. 

Am 4. Oktober 1908, am Tage des Allerhflchsten Namensfestes Seiner 
Majestat des Kaisers zelebrierte der Religionsprofessor Z. Bertnanschl&ger ein 
Hochamt in der Gymnasialkapelle, an dem der Lehrk6rper und die katho- 
lischen Schfller der Anstalt teilnahmen. Der Bench terstatter wohnte mit dem 
Professor Fr* Schneider dem Festgottesdienste bei, der im alten Dome stattfand. 

Am 16. Oktober 1908 verschied in Admont der k. k. Statthaltereirat Hen* 
Gottfried Berger nach langerem schweren Leiden im Alter von 55 Jahren* 
Der Verstorbene bekleidete seit dem Jahre 1904 die Stelle des Referenten 
fur administrative und Ckonomische Angelegenheiten beim k. k. o. 6. Landes- 
schulrate und hatte in derselben reichlich Gelegenheit, sein warmes Interesse 
fQr das gesamte Schulwesen des Kronlandes zur Geltung zu bringen. Jeder, 
der den berufstQchtigen, arbeitsfreudigen und charakterfesten Diener des Staates 
kannte, wird ihm gewifl ein ehrenvolles Andenken bewahren. 

Ein schOnes, wahrhaft erhebendes Fest feierte Linz und mit ihm ganz 
Oberdsterreich am r8. Oktober 1908 — gait es doch, einen beriihmten Sohn 
des Heimatlandes, den gottbegnadeten Dicbter Franz Stelzhamer aus Grofi- 
Piesenham, zu ehren. An diesem Tage wurde im Volksgarten das von der 
Meisterhand Metzners aus Erz geschaffene Denkmal des groflen Volkssangers 
enthallt, der sich schon langst ein bleibendes Denkmal in den Herzen aller 
OberOsterreicher und aller Freunde schlichter, treuherziger Volkspoesie errichtet 
hatte. Auch das Linzer Staatsgymnasium hat bei diesem Anlasse dem vater- 
landischen Dichter den schuldigen Tribut des Dankes und der Verehrung 
entrichtet, indem der Sangerchor der Anstalt, vereint mit dem der Staatsreal- 
schule, unter der Leitung des Gesanglehrers Franz Neuhofer mehrere Chore 
vortrug, die allgemeine Anerkennung fanden, Unter den geladenen Gasten 
wohnte auch der Berichterstatter der Feier bei. 

5* 



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66 

Am 6. November 1908 nahm der Berichterstatter mit dem Professor 
L. Bermanschlager an dem Leichenbegangnisse des Herrn Geistlichen Rates 
Matthias Zeilberger, Religionsprofessors an der k, k. Lehrer- und Lehrerinnen- 
Bildungsanstalt in Linz, teil. 

Anlafilich des 50jahrigen Priesterjubilaums Seiner Heiligkeit des Papstes 
Pius X. fand am 15. November 1908 eine kirchliche Feier in der Gymnasial- 
kapelle statt, der der LehrkOrper und die katholischen Schiller der Anstalt 
beiwohnten. Der Religionsprofessor Z. Bermanschl&ger wies in einer Ansprache 
auf die Bedeutung des Festes hin und zelebrierte sodann ein Hochamt, bei 
dem die „Missa brevis" von Einfalt unter Fr. Neuhofers Leitung gesungen 
wurde. Der Berichterstatter hat mit dem Professor Fr. Schneider an dem 
Pontifikalamte im alten Dome teilgenommen. 

Am 19. November 1908, dem Namensfeste weiland Ihrer Majestat der 
Kaiserin Elisabeth, wurde in der Gymnasialkapelle eine kirchliche Feier in 
Anwesenheit des LehrkSrpers und der katholischen Schuler der Anstalt abge- 
halten. 

Das grofie Ereignis, mit dem das inhaltreiche Jahr 1908 seine a glanzenden 
Abschlufi fand, war das Regierungsjubilaum Seiner Majestat unseres 
allergnadigsten Kaisers und Herrn am 2. Dezember. Dieser historische 
Tag lud von selbst zur Rflckschau auf den durchmessenen 6ojahrigen Zeit- 
raum ein, in dem unter dem milden Zepter Franz Josefs I. materielle und 
geistige Fortschritte erzielt wurden, wie vorher nicht in ganzen Jahrhunderten, 
dieser Tag I6ste aber auch bei alien VOlkern der Habsburgermonarchie Ge- 
fuhle tiefster Dankbarkeit und innigster Verehrung fiir den um das Glfick 
seiner Untertanen rastlos besorgten Landesvater aus. Auch an unserer Anstalt 
wurde das in der Geschichte einzig dastehende Fest in wurdiger Weise gefciert. 
Dem Berichterstatter war bereits die Ehre zu teil geworden, der Deputation von 
Staatsbeamten anzugeh6ren, welche am 28. November in dem Zeremonien- 
saale der Hofburg zu Wien Seiner Majestat ihre Huldigung darbrachte. Die 
Schulfeier selbst fand am 1. Dezember in dem zwar einfach, aber stim- 
mungsvoll geschmuckten Festsaale der Anstalt statt. Der musikalische Teil 
des Programms (Festgesang von Chr. Gluck, Gebet fdr den Kaiser von J. 
Mehul, Jubelhymne von H. Wagner) kam unter der kunstverstandigen Leitung 
Fr. Neuhofers in tadelloser Weise zur Auffiihrung und stellte dem Sangerchor 
der Anstalt wieder ein giinstiges Zeugnis aus. Mit einer sch6nen, von jugend- 
lichem Feuer getragenen poetischen Gabe hatte sich der Schuler der VII. A Klasse 
fulius Hackmuller eingefunden, der das von ihm verfafite Gedicht „Des Kaisers 
Tag" mit warmer Empfindung vortrug. Die Festrede hielt der SchOler der 
VIII. A Klasse Ernst Koref, der sich seiner Aufgabe vollkommen gewachsen 
zeigte und mit schlichten, aber vom Herzen kommenden Worten ein licht- 
volles Bild von dem Leben und Wirken unseres Jubelkaisers entwarf, das 
einen tiefen Eindruck machte. Der Berichterstatter begrufite sodann in einer 
Ansprache die anwesenden Gaste, vor allem Se. Exzellenz den Herrn Statl- 



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67 

halter Freiherrn von Handel, den Herrn Land ess chulinspek tor Dr. J. Loos 
und die Mitglieder des Ausschusses des Unterstiitzungsvereins, und zwar die 
Herren Oberfinanzrat M. Bretur, Finanzprokurator Dr. Ed. Hackm&ller, Statt- 
haltereirat Dr. J. Locker und ReaHtatenbesitzer /. Scherzl und dankte ihnen 
fur ihr Erscheinen, durch das sie zur ErhChung der Feier so wesentlich bei- 
getragen haben. Hierauf verteilte er unter 16 unbemittelte Schiiier Sparkasse- 
bucheln, jedes mit einer Einlage von 60 K; der Unterstiitzungsverein hatte 
in hochherziger Weise die Mittel zu dieser Jubilaumsspende zur Verfugung 
gestellt und es dadurch ermoglicht, dafi der grofle patriotische Festtag auch 
in unserein Kreise den Allerh6chsten Intentionen gemafl mit Akten der Wohl- 
tatigkeit gefeiert werden konnte. Die Feier, die mit der Absingung der Volks- 
hymne schlofl, hat gewifi bei den Anwesenden ihre Wirkung nicht verfehlt; 
insbesondere sprach sich Se. Exzellenz der Herr Stattbalter mit Worten 
voller Anerkennung iiber ihren Verlauf aus. Leider war es wegen Raummangels 
— der Festsaal vermag kaum die grofle Schulerzahl zu fassen — nicht mOglich, 
auch an die Eltern der Schiiier und an andere Freunde der studierenden Jugend 
Einladungen zu richten. Am 2. Dezember wohnten die katholischen Schiiier 
einem Hochamte in der Gymnasialkapelle bei, das der Religionsprofessor 
L. Bermanschlager zelebrierte; die evangelischen und mosaischen Schiiier be- 
teiligten sich an den Festgottesdiensten ihrer Konfessionen. Der Bericht- 
erstatter nahm an diesem Tage mit dem Professor O. Hantschel an dein Ponti- 
fikalamte teil, das im alten Dome gehalten wurde. Nach dieser kirchlichen 
Feier begab sich der Berichterstatter mit mehreren Direktoren hiesiger Lehr- 
anstalten zu Sr. Exzellenz dem Herrn Statthalter, um demselben die Gefuhle 
unausl6schlicher Liebe und Treue zu dem erhabenen Jubilar sowie die ehr- 
furchtsvollsten Gluckwiinsche zu diesem Ehrentage mit der Bitte auszusprechen, 
dieselben an die Stufen des AllerhOchsten Thrones leiten zu wollen. Zugleich 
beglGckwunschte er den Herrn Statthalter selbst zu der Allerhdchsten Aus- 
zeichnung, die ihm durch Verleihung des Groflkreuzes des Franz Josef-Ordens 
zu teil geworden war. Anlafllich des Regierungsjubilaums war auch ein Mitglied 
unseres LehrkSrpers ausgezeichnet worden, indem Professor J. Strigl das 
Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens erhielt. Der Lehrkorper begluckwiinschte 
seinen verehrten Senior auf das herzlichdte zu diesem Beweise kaiserlicher 
Huld. Das zur Erinnerung an diesen denkwflrdigen Tag gestiftete Jubilaums- 
kreuz wurde am 31. Marz in $2 Stucken iibermittelt und an die Anspruchs- 
berechtigten verteilt. Der 2. Dezember 1908 ist jedenfalls fur immer mit goldenen 
Lettern in die Chronik unserer Anstalt eingezeichnet. 

Ein merkwflrdiges Schicksal wollte es, dafl gerade am Jubeltage Seiner 
Majestat einer der treuesten Diener der Kirche und seines kaiserlichen Herrn 
aus dem Leben abberufen wurde. Am 2. Dezember verschied namlich nach 
kurzem, aber schwerem Leiden der hochwiirdigste Bischof von Linz Exzellenz 
Franz Maria Doppelbauer, nachdem er noch kurz vorher das Bild voller Rustig- 
keit und tatkraftigen Schaffens gewahrt hatte. Grofl war die Teilnahme, die 



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dem kranken Oberhirten auf seinem Schmerzenslager entgegengebracht wurde, 
allgemein die Trauer, die sein unerwarteter Hingang hervorrief. Bei der grofl- 
artigen Trauerfeier am 5. Dezember war auch unsere. Anstalt vertreten, indem 
die Schfller der VII. und VIII. Klasse unter der Ftihrung . des LehrkCrpers 
dem Verstorbenen das letzte Geleite gaben. 

Der Herr Leiter des Ministeriums fur Kultus und Unterricht hat mit dem 
Erlasse vom 3. Dezember 1908, Z. 40222 den Professor Julius Hebenstein in 
die VII. und den Professor Dr. Agid Raiz in die VIII. Rangkiasse befordert. 

An dem Leichenbegangnisse des Professors an der hiesigen Handels* 
akademie Herrn Augustin Drouillot y das am 13. Dezember 1908 in Urfahr statt- 
fand, beteiligte sich der Berichterslatter mit den Professoren S. Kirchtag und 
Dr. Agid Raiz. 

Am 24. Dezember 1908 wurde die Mutter unseres Kollegen J. ffocA- 
aschblfick, die Frau Marie Eiblmayr, verwitwete Hochaschbdck> zur letzten Ruhe 
bestattet. Der Lehrkorper sprach seinem verehrten Mitgliede sein Beileid zu 
diesem schmerzlichen Verluste aus und beteiligte sich auch an dem Leichen- 
begangnisse. 

Seine k. und k. Apostolische Majestat haben mit Allerhochster 
Entschlieflung vom 14. Januar 1909 den mit dem Titel und Charakter eines 
Statthaltereirates bekleideten Bezirkshauptmann Herrn Anton Rossi zum Statt- 
haltereirate und Referenten fur die administrativen und flkonomischen Ange- 
legenheiten beim Landesschulrate fflr Ober6sterreich allergnadigst zu er- 
nennen geruht. 

Der Herr k. k. Landesschulinspektor Dr. Josef Loos hat am 23. Oktober 
1908, ferner vom 1 1. bis 18. Januar 1909 die Anstalt inspiziert und im Anschlusse 
daran in einer Konferenz seine hiebei gemachten Wahrnehmungen namentlich 
mit Rucksicht auf die Verordnung des Herrn Ministers fur Kultus und Unter- 
richt vom 11. Juni 1908, Z. 26651, betreffend das Priifen und Klassifizieren 
an Mittelschulen, besprochen. 



Schulrat Anton Popek f. 



Am 2. Februar verschied in Linz nach langerem Leiden der k. k. Pro- 
fessor d. R. Schulrat Anton Popek im 62 f Lebensjahre. Der Verstorbene war 
im Jahre 1848 zu Kopertsch in Bohmen geboren, icgte seine Studien mit 
glanzendem Erfolge zuriick und begann dann als Supplent seine Lehrtatigkeit 
in Prag und in Leitmeritz, bis er im Jahre 1876 eine definitive Lehrsteile am 
Staatsgymnasium in Mies erhielt. Von hier kam er im J. 1880 an unsere 
Anstalt, an der er 28 Jahre bis zu seinem mit Schlufi des Schuljahres 1 907/08 
tiber eigenes Ansuchen erfolgten Obertritte in den bleibenden Ruhestand ge- 



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69 

wirkt hat. Als geradezu musterhafter Lehrer bat er wahrend dieser ganzen 
Zeit seine hohen Fahigkeiten, aein tiefes Wissen und seinen nimmermuden 
Pflichteifer in den hehren Dienst der Jugendbildung gestellt und die Begeisterung, 
die ihn far sein Lieblingsfach, die deutsche Spracbe und ihre herrlichen Geistes* 
schatze, erfdllte, auch auf seine Schiller zu fiber tragen gesucht. Sein lehramt- 
liches Wirken ist von den vorgesetzten Behflrden zu wiederholtenmalen lobend 
anerkannt worden, am ehrenvollsten jedoch, als ihm bei seinem Austritte aus 
dem aktiven Dienste von Sr. k. und k. Apostoliscben Majestat mit Aller- 
hdchster Entschliefiung vom 23. November 1908 der Titel eines Schulrates 
verliehen wurde. Das Leichenbegangnis, das am 4. Februar stattfand, ge- 
staltete sicb zu einer erbebenden Kundgebung fur den verdienten Scbulmann. 
Die Professoren L. Bermanschldger> Dr. Eo. Hager und /. Hochaschbdck fuhrten 
den Kondukt, den die Schiller der Anstalt — auch von der Staatsrealschule 
war eine Schulerdeputation erschienen — in Begleitung ibrer Lehrer erflfmeten. 
Seine Exzellenz der Herr Statthaltef Baron Handel und zahlreiche Trauergaste 
aus den verschiedeastcn Kreisen der BevOlkerung — selbst vom Lande waren 
trotz der Ungunst der Witterung treue Berufsgenossen herbeigeeilt — folgten 
dem mit reichen Blumenspenden geschmQckten Sarge zur St. Matthias-Pfarr- 
kirche, wo der Sangerchor unter der Leitung Fr. Neuhofers dem geliebten 
Lehrer einen letzten ergreifenden Abacbiedsgrufl nachrief. Am 5. Februar 
wurde von dem Religionsprofessor Z. Bermanschlager eine heilige Seelen- 
messe in der Gymnasialkapelle gelesen, der der Lehrkdrper und samtliche 
katholiache Scbuler der Anstalt beiwohnten. Bin edlea Menschenleben hat zu 
sein aufgehort, aber lange noch werden sich altere und jiingere Schuler- 
generationen ihres seelensguten Lehrers erinnern, an dem sie alle einen treff- 
lichen Fuhrer und einen wahrhaft vaterlichen Freund hatten. Aber auch seine 
Amtsgenossen werden ihres lieben, treuherzigen und biederen Kollegen nicht 
vergeasen und sein Andenken bocbhalten, bis ihn en selbst das Ende ihrer 
Tage naht. 

Das erste Semester wurde am 13. Februar 1909 mit der Verteilung der 
Semestralausweise geschlossen; das zweite begann am 17. Februar. 

Der Lehramtskandtdat Dr\ Max Pfaffeneder wurde zufolge L. Sch. R. 
Erl, v» 26. Februar 1909, Z. 11 18 dem Staatsgymnasium in Linz zur Ab- 
legung des Probejahres zogewiesen und unter die fachmannische Leitung des 
Professors Br. Rudolf Klug gestellt. 

Am 11. Marz 1909 hatte der Berichterstatter die hohe Ehre, von Seiner 
k. und k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge Joseph 
Ferdinand in Audienz empfangen zu werden. Hdchstderselbe erkundigte sicb 
uber die Verhaltnisse der Anstalt, namentlich uber ihre Frequenz und das 
Schulgebaude, und stellte bochstseinen Besuch an derseiben in Aussicht. 

Mit dem Erlasse des k. k. Landesschulrates vom 12. Marz 1909, Z. 1 43 1 
wurde der Direktion eroffnet, dafi die k. k. Statthalterei zufolge Note vom 
6. Marz 1909, Z. 4270 gefunden hat, auf Grund des Punktes 4 der Min. Verordn. 



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v. 15. September 1894, R. G. Bl. Nr. 193, die Professoren Simon Kirchtag 
und Dr. Anton K'&nig zu Mitgliedern und die Professoren Dr. Anion Sehiefier und 
Franz Schneider zu Ersatzmannern der Prtifungskom mission fur Aspiranten des 
Einjahrig-Freiwilligenrechtes in Linz fdr die Funktionsdauer vom 1. Marz 1909 
bis zum 28. Februar 191 1 zu bestimmen. 



I Jakob Hiriterleithner f. 

Am 14. Marz schied der brave und fleifiige Schuler der VII. A Klasse 
Jakob Hinterleithner nach langem und schwerem Leiden, aber gottergeben und 
mit seinem traurigen Schicksale ausgesdhnt, im Alter von 25 Jahren in seinem 
Heimatsorte Neustift (bei Weyer) aus dem Leben. Mit 18 Jahren konnte er 
erst seine Studien beginnen und widrige Verhaltnisse legten ihm auch noch 
spater manches Hindernis in den Weg. Aber durch gewissenhaftes Streben 
uberwand er alle Schwierigkeiten und erwarb Semester fur Semester Vorzugs- 
zeugnisse, bis im vorigen Schuljahre sein leidender Zustand auf seine Kraft 
bereits lahmend einzuwirken begann. An dem Leichenbegangnisse, das am 
16. Marz in Neustift stattfand, konnten sich nur die Professoren L. Berman- 
schlager und Dr. Ev. Hager mit einigen Schulern, die eine Kranzspende auf 
dem Sarge niederlegten, beteiligen. Am 19. Marz wurde fur den Verstorbenen 
eine heilige Seelenmesse in der Gymnasialkapelle von dem Religionsprofessor 
L. Bermanschlager gelesen, welcher der Lehrkorper und die katholischen 
Schiller der Anstalt beiwohnten. M6ge der so friih aus dem Leben Abberufene, 
mit dem manche Hoffnung seiner Angehfirigen zu Grabe gesenkt wurde, in 
Frieden ruhen! 

Seine k. u. k. Apostolische Majestat haben mit AUerhdchster Ent- 
schliefiung vom 17. Marz 1909 den Theologieprofessor und Regens des 
bisch6flichen Priesterseminars in Linz Herrn Dr. Rudolf Hittmair zum Bischofe 
von Linz allergnadigst zu ernennen geruht. Die Bischofsweihe und Inthroni- 
sation fand am 1. Mai im Maria-Empfangnisdome statt. Der Berichters tatter 
nahm an dieser Feier teil. Unsere Anstalt begriifit in dem neuen Oberhirten 
der Linzer Di6zese einen ihrer tiichtigsten ehemaligen Schaler, der seine 
Studien in alien 8 Klassen an ihr zuriickgelegt und im Jahre 1877 mit aus» 
gezeichnetem Erfolge beendet hat. Moge ihm in seinem hohen kirchlichen 
Amte eine recht segensreiche Tatigkeit beschieden sein! 

Am 4. April 1909 veranstaltete der hiesige Musikverein im Festsaale 
des Kaufmannischen Vereinshauses eine Jahrhundertfeier des groflen Klassikers 
Haydn , bei dem sein volkstumliches Oratorium die „Jahreszeiten r zur Auf- 
fiihrung kam. Bei dieser Feier wirkten Sanger der Anstalt im Chore mit. 

Dem Turnlehrer Max Htrt wurde zufolge Erlasses des k. k. Ministeriums 
fur Kultus und Unterricht vom 8. April 1909, Z. 11607 zum Besuche der in 



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G6rlitz, Leipzig und Dresden bestehenden Schul- und Vereinsturnkurse eine 
Reiseunterstutzung von 250 K bewilligt. 

Zufolge L. Sch. R. Erl. v. 8. Mai 1909, Z. 2735 wurde der Bericht- 
erstatter mit dem Vorsitze bei der miindlichen Reifepriifung im Sommertermin 
1909 am Staatsgymnasium in Gmunden (12. bis 17. Juli) betraut. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mir dem Erlasse vom 
J 4. Mai 1909, Z„ 1294 dem Professor Dr. Anton Konig zu einer wahrend der 
Hauptferien des Jahres 1 909 auszufuhrenden Studienreise ein Stipendium im 
Betrage von 300 K bewilligt. 

Am 21. Mai starb nach kurzem Leiden im 68. Lebensjahre der hoch- 
wurdige Herr Domkapitular Monsignore Josef Schwarz, der viele Jahre dem 
o. 6. Landesschulrate als Vertreter des katholischen Glaubensbekenntnisses 
angehSrte. Das. Leichenbegangnis fand am 24. Mai statt; der Berichters tatter 
nahm an ihm teil. 



Peter Miksatko f . 

Am 22. Mai verschied nach kurzer Krankheit der Schiller der II. B Klasse 
Peter Miksatko im Isabellenspitale zu Linz. Unter diirftigen Verhaltnissen 
hatte er seinen Studien obgelegen, erzielte aber durch Gewissenhaftigkeit und 
ein jugendlichsch6nes Streben recht gdnstige Erfolge. Sein gefalliges Wesen 
hatte ihm die Liebe seiner Lehrer und seiner Mitschuler erworben, die mit 
inniger Teilnahme Erkundigungen von seinem Krankenlager einzogen. Am 
24. Mai wurde er unter Beteiligung des LehrkOrpers und aller Schiiler der 
Anstalt zur letzten Ruhestatte geleitet. Die Religionslehrer L. Bermanschlager 
und y. Hochaschbock assistierten bei der Fiihrung des Kondukts, die Mit- 
schfller hatten den Sarg mit Blumen geschmuckt und die Sanger riefen ihm 
unter Fr, Neuhofers Leitung einen tiefergreifenden Abschiedsgrufi zu. Am 
28. Mai wurde fur ihn eine hi. Seelenmesse in der Gymnasialkapelle gelesen. 
M6gen dem Armen, der schon in seinem 14. Lebensjahre aus diesem Leben 
abberufen wurde, die Freuden des Jenseits zu teil werden! 

Am 26. Mai 1909 wurden die Gedenktage der grofien Meister der 
Tonkunst Josef Haydn und Felix Mendelssohn- Bartholdy in schlichter, aber 
wurdiger Weise an der Anstalt gefeiert. Der Schiiler cfer VIII ,B Klasse Franz 
Rziha hielt die Festrede, in der er die Bedeutung dieser Kiinstler fur die 
Musik und ihre besondere Eigenart treffend beleuchtete, wahrend der Gesang- 
lehrer Franz Neuhofer mit seiner Sangerschar von Haydn das n Abendlied zu 
Gott", die beiden Ch6re aus den „Jahreszeiten" „0 wie lieblich ist der Anblick" 
und n Chor der Landleute r \ das ^Andante cantabile" aus dem Streichquartett Nr. 75, 
v An die Freundschaft" (mit Variationen uber die darin enthaltenen Themen 
fiir das Streichquartett von Fr. Neuhofer)* n Die Himmel erzahlcn" (aus der 



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nSchopfung") und von Mendelssohn das ^Friihlingsliedchen" und den v Lercken- 
gesang" zur Auffuhrung brachte. Es waren schdne Leistungen, die da geboten 
wurden und die in erster Linie der hervorragenden Tdchtigkeit und dem 
unermiidlichen Fleifle Neuho/ers, dann aber auch dem Eifer der Schuler und 
ihrer jugendlicben Begeisterung fur die edle Kunst der Musik zur Ehre 
gereicbten. Unter den Gasten befanden sich die Mitglieder des o. 6. Landes- 
schulratea die Herren Lande89chulinspektor Dr. J. Zoos, Statthaltereirat A. 
Rossi, Senior A. Koch, Rabbi ner M. Friedmann, ferner Musi kdirek tor A. 
GolUrich, Domkapellmeister Jf. Gruber und Eltern der mitwirkenden Schuler. 

Am 10. Juni nahmen die katholischen Schfiler unter der Ftihrung des 
Lehrkdrpers an der Fronleichnamsprozession teil. Am 13. Juni besorgten 
die Gesangsschuler der Anstalt, vereint mit denen der k. k. Staatsrealschule, 
unter Fr. Neuho/ers Leitung die ganze Kirchenmnsik in der Karmeliterkirche 
bei der daselbst abgehaltenen Fronleichnamsfeier. 

Die katholischen Schiller wurden am 20., 21. und 22. Oktober, ferner 
(nach vorangegangenen toterlichen Exerztzien) am 5* und 6. April und am 
22., 2$. und 24. Juni, jedesmal in zwei Gruppeo geteilt, zum Empfange der 
hi. Sakramente gefiihrt. Die sonstigen religidsen Cbungen wurden nach Vor- 
schrift abgehalten. 

Das Schuljahr wurde am 3. Juli mit dem Dankamte und der ublichen 
feierlichen Verteilung von Pramienbtichern an 24 Schuler der 1. bis IV. Klasse, 
welche als vorzuglich geeignet zum Aufsteigen in die nachste Klasse bezeichnet 
wurden, geschlossen. 



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XI. Statistik der Schuler 



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XII. Verzeichnis der Schiiler am Schlusse des 
II. Semesters. 

(Die mit * bezeichneten Schuler sind vorzuglich geeignet, in die nachste Klasse aufzusteigen, 
beziehungsweise haben in der VIII. Klasse ihre Studien mit vorziiglichem Erfolg beendet.) 



♦Angel Karl. 
Barth Friedrich. 
Baamgartner Johann. 
Beurle Hermann. 
Bodory Adolf. 
Bohm Ernst. 
Braun Wilhelm. 
Breneis Josef. 
Czekal Heinrich. 
Dallinger Karl. 
Edlinger Josef. 
Freilinger Franz. 
Fucyman Wladimir. 



I. A. 

♦Furthraoser Hermann. 

Haidinger Roman. 

Helmbacher Karl. 

Hiermann Ludwig. 

Hinterberger Hermann. 

Hofer Friedrich. 
♦Hofmayr Josef. 

Huber Franz. 

Kahler Rigobert. 
*Kampfl Viktor. 

Klim Walter. 

Kropik Leopold. 

Kruckenhauser Franz. 



Lasser Johann. 

Maier Heinrich. 

Mayr Georg. 

Mefimer Ferdinand. 
♦Miiller Rudolf. 
♦Oberhuber Hermann. 

Owner Rudolf. 

Ottl Richard. 

Resch Nikolaus. 

Wagenleithner Rafael. 

Silberstein false Frey Lucie 
(Privatistin). 



Buchrucker Gustav. 

Buchrucker Wilhelm. 
♦Mayrhofer Heinrich. 
♦Peyrl Theodor. 
♦Pfusterwimraer Josef. 

Poschl Oskar. 

Polzer Hugo. 

Polzer Odo. 

Postl Rudolf. 
♦Purkarthofer Rudolf. 

Raffetseder Johann. 
*Richter Friedrich. 

Renner Otto. 

Rosenauer Rudolf. 



i. B. 

Rotzer Richard. 

Schlagin Franz. 
♦Schmidt Bruno v. 
♦Schmolzer Hans. 
♦Schondorfer Hans. 

Schott Anton. 

Seifried Karl. 
♦Sonnleithner Diethelm. 
♦Sporn Franz. 

Staudinger Franz (Urfahr). 

Staudinger Franz (Steinbach). 

Steinkellner Josef. 

Stocker Johann. 

Stoger Karl. 



*Strigl Hans. 
Strixner Richard. 
Tschaff Franz. 
Weifi Leopold. 
Weixelbaumer Herbert. 
Wenigwieser Lambert. 
Wessely Robert 
Wetzlmayr Karl. 
Wiesinger Theodor. 
Wittibschlager Johann. 
Witzany Josef. 
Wuhl Adolf. 



Albrecht Otto. 

Andrejka Maximilian. 

Arzberger Gottfried. 

Barto§ Josef. 

Binder Rudolf. 
♦Einfalt Siegfried. 

Frohlich Karl. 

Garzarolli Wolfgang, Edler 
v. Thurnlackh. 
♦Gastinger Johann. 

Gaunerstorfer Gustav. 



n. a. 

♦Gerbert Kurt v. 

Gollerich August. 

Gorisch Heinrich. 

Greif Gottfried. 
♦Grundmuller Oskar- 

Hauk Otto. 

Heller Heinrich. 

Herfert Anton. 

Hochegger Josef. 

Huber August 

Jenny Wilhelm, Ritter v. 



Jobst Georg. 
Kamesberger Johann. 
Kapflnger Johann. 
Kosch Wilhelm. 
Krakowitzer Otto. 
Landl Franz. 
Langfellner Franz. 
Obermeyr Franz. 
♦Springer Wilhelm. 
Stern Otto. 



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81 



BSlohlavek Theodor. 
Freyschlag Friedrich v. 
Malik Rudolf. 
Mayr Alois. 
Niedermayr Norbert. 
Ortner Franz. 
Papula Anton. 
♦Pascher Erich. 
Paulus Alfred. 
Pfandl Hermann. 
Plattner Friedrich. 
Pokorny Friedrich. 
Potrebujes Franz. 
Proll Friedrich. 
Richter Friedrich. 



II. B. 

♦Ruth Paul. 

Sadila Johann. 

Schachinger Johann. 

Scbaritzer Friedrich. 
*Schausberger Alfred. 

Scheff Oskar. 

Schenk Josef. 

Scheuba Wilhelm. 

Schmaus Franz. 

Schmid Friedrich. 

Schondorfer Florian. 

Schott Gunther. 
♦Seeger Richard. 

Selitsch Ednard. 
♦Sewera Ernst. 



Sommerhuber Max. 
Sparkefl Theodor. 
Steinkogler Richard. 
Stoger Josef. 
Strixner Paul. 
Sturm Hermann. 
Welser Hermann. 
*Wessely Karl. 
Wogerer Reinhold. 
Wofl Karl. 
Wurja Johann. 
Zechenter Gustav. 
Zeidler Friedrich. 



*Barth Wilhelm. 

Billes Heinrich. 

Bock Wilhelm. 
*Bruneder Alois. 

Buchmayr Franz. 

Bumharter August. 

Burgstaller Edmund. 

Czechowski Otto. 

Danzer Franz. 

Daxinger Franz. 

Diller Hugo. 

Dostal Nikolaus. 

Ehgartner Michael. 

Enzinger Rudolf. 

Erndl Artur. 

Errhalt Richard. 

Fingerlos Konrad. 



ni. a. 

*Forner Rudolf. 

Forstner Georg. 

Frank Karl. 

Furtner Leopold. 

Gorbach Josef. 
*Grubauer Alfred. 

Gurtler Johann. 
*Haas Hermann. 

Heide Max. 

Heimel Johann. 

Helbig Rudolf. 

Hirschal Erwin. 

Hochmayr Josef. 

Hollnsteiner Johann. 

H68 Robert. 

Huber Franz. 

Huttner Ferdinand. 



Kaiser August. 
/ Kandler Oskar. 

Klauser Franz. 

Koref Viktor. 

Kruzner Eugen. 
*Kus Karl. 

Liebhardt Heinrich. 

Ludwig Max. 
♦Meschede Hermann. 

Mohr Richard. 

Moravec Konrad. 

Nadler Walter. 

Ott Hans. 

Schwager Karl. 

Spitz Oskar. 



*Adler Norbert. 
*Adler Werner. 

Baumgartner Franz. 

Brenner Hugo. 

Fazeny Johann. 

Fuchshuber Alfred. 

Humer Johann. 

Mayrhofer Karl. 

Moser August. 

Muller Karl. 

Peintner Josef. 

Pesinger Rudolf. 
*Pfanzagl Rudolf. 



in. b. 

*Pfundbaur Josef. 

Pollack Karl. 

Polzer Guido. 

Prameshuber Johann. 
♦Quatember Gregor. 

Ratzka Ernst. 

Ratzka Hermann. 

Rauch Johann. 

Rezabek Richard. 

Rosenauer Alois. 
*Sadila Alexander. 

Schachermeyr Friedrich. 

Schauberger Heinrich. 



♦Schmidberger Gustav. 

Schnabel Anton. 
♦Schneider Johann. 
Schonmayr Franz. 
Schubert Robert. 
Schweigert Leonhard, Edler 

v. Bahntreu. 

Seyffertitz Franz, Reichs- 

freiherr v. 

♦Stadlmann Alois. 

Steininger Franz. 

♦Stockinger Franz. 

*Stockelle Gustav. 

6* 



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82 



Strafimayr Josef. 
Troyer Philipp v. 
Turinsky Richard. 
Veicht Karl. 



Veitl Bernbard. 
*Vogl Leo. 
Wieflner Bruno. 
Wittek Julius. 



Worndl August. 
Zanker Viktor. 
Zehetbauer Josef. 



Baumbach Ernst. 

Bentz Karl. 

Bock TbeodoT. 
*Breslmair Emil. 

Clodi Eduard. 

Danzer KarL 
♦Deutner Alois. 

Ebner Friedrich. 

Eitzinger Vinzenz. 

Emminger Rudolf. 

Euricb Karl. 

Feder Artur. 

Feder Wilbelm. 

Fischer Adolf. 



IV. A, 

Fischer Johann. 
*Fischer-Colbrie Artur. 
♦Fischer-Colbrie Kurt 

Fodermayr Franz. 

Forster Karl. 

Fostel Friedrich. 

Freudenthaler Heinrich. 

Gaisbauer August. 

Geisler Ignaz. 
*Haller Edmund. 

Harrer Ferdinand. 
*Harrezmiiller Franz. 

Herda Otmar. 

Heybal Franz. 



♦Hilber Johann. 

Hinterberger Johaon. 

Hofbauer Adolf. 
*Hofer Maximilian. 

Honerlein Friedrich. 

Huemer Josef. 

Keiter Karl. 

Keplinger Josef. 

Kurz Josef. 
*Mayr Anton. 

Pointner Alfred. 

Renner Josef. 

Ruckensteiner Fritz. 



Bockschutz Franz. 
Brunsteiner Konrad. 
Hain Josef. 
Horvat Emil. 
Kaindl Thomas. 
Kepplinger Heinrich. 
Konigseder Felix. 
Koschek Alfred. 
Ku6 Johann. 
Langthaler Friedrich. 
Lenk Friedrich v. 
Lettner Leopold. 
Mader Ludwig. 
Mayer Friedrich. 



rv. b. 

Mayr Heinrich. 

Moser Johann. 

Nagel Wolfgang. 

Niirnberger Friedrich. 

Pesendorfer ILricb. 
• Pesinger Karl. 

Pfandl Max. 

Prammer Hermann. 

Schauer Matthaus. 

Schief thaler Johann. 

Schneider Ernst. 

Schuster Georg. 

Schwaiger Franz. 
*Schwarz Johann. 



Steinkellner Alois. 

Stifter Leo. 
*Strixner Josef. 
♦Sturma Leopold. 

Vachovec Rudolf. 

Weginger Josef. 
♦Wenger Wilhelm. 

Wieser Gottfried. 

Winkelmayr Rudolf. 

Wlcek Richard. 

Zeilmayr Robert. 

Zekert Otto. 



Apfelthaller Max. 
*Auinger Max. 

Bentz Viktor. 

Billes Erich. 

Buchrncker Karl. 

Buchrucker Walter. 
*Eder Hugo. 

Egger Alfons. 

Ehgartner Robert. 
*Eisenreich Josef. 



V. A. 

Fefil Alfo«s. 

Franta Johann. 

Gafiner Karl. 

Gerl Josef. 

Gerstl Otto. 
♦Gleiflner Heinrich. 
*Gottschy Ferdinand. 

Grafl Franz. 

Griinn Johann. 

Gusenleitner Karl. 



Haberfellner Johann. 
Haslinger Emil. 
Hemmel Matthias. 
Juszt Alfons. 
Kehrer KarL 
Kempf Friedrich. 
Kleinert Franz. 
Konrad Eugen. 



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88 



Althaller Wilhelm. 
Cepl Theodor. 
Kumpfmiller Monte. 
Lidl Wilhelm. 
Lindinger Josel 
Lugmair Franz, 
♦Mathie Rudolf. 
Meschede Ferdinand. 
Muller Karl. 



V. R 

*Poth Julias v. 

Pramer Franz. 

Puchler Josef. 

Raab Josef. 

Rabeder Friedrich. 

Razima Johann. 
♦Reder Josef. 
*Schauberger Erwin. 

Scherb Norbert. 



Schweinitzer Franz. 
Sparkefl Emil. 
Stadlbaner Anton. 
Streicher Franz. 
Strobl Eugen. 
*Suchanek Franz. 
Vogl Paul. 



Appel Eduard. 
*Bertl Heinrich. 

Bruckner Josef. 
*Eder Gustav. 

Edlinger Otto. 

Eibl Josef. 

Eurich Friedrich. 

Gattermeyer Karl. 

Gatti Norbert. 

Gerhar dinger Max. 

Gerstmayr Georg. 



VI. A. 

*Gragl Ferdinand. 

Greinocker Johann. 

Greutter Eberbard. 

Grunner Karl. 
*Grunwald Josef. 

Grunwald Rudolf. 

Haderer Franz. 

Hirsch Ernst. 

Hofmann Adolf. 
*Horzeyschy Friedrich. 
♦Kaczkowski Ludwig, Ritter *\ 



*Kaindl Franz. 

Keplinger Josef. 

Komarek Hermann. 
*K6nig Rudolf. 

Kumpl Johann. 

Leitner Josef. 

Locker Julius. 

Mayer Karl. 
*Schmidinger Otmar. 

Strigl Otto. 



Engelbrechtsm filler Wilhelm. 
Maier Amilian. 
Mayr Johann. 
Moser Karl. 
Neidhart Friedrich. 
Niederberger Karl. 
Nikodem Karl. 
Olsinski Michael. 
Paulusberger Viktor. 
Pfandl Felix. 
Pfleger Franz. 
Pfoser Rudolf. 



VI. B. 

*Philipp Georg. 
*Pilz Aagustin. 

Potscher Josef. 

Rauch Johann. 

Reisinger Johann. 
*Rezabek Konrad. 

Scheuba Oskar. 

Schmid Viktor. 
♦Schrack Alfred. 

Schwarz Norbert. 

Seyfferth Franz. 

Spak Johann. 



Springer Karl. 

Steffelbauer Friedrich. 
*Taub Johann. 

Walter Johann. 

Wehrenfennig Alfred. 

Weifl Leopold. 
*Werkgartner Anton. 

Wolkerstorfer Johann. 

Zehenthofer Max. 
♦Zillich Johann. 
*Zinner Oskar. 



Aspock Franz. 
Bauer Matthias. 
Bichler Leopold. 
Binderberger Johann. 
Derntl Franz. 
Dolch Hermann. 
Fellerer Josef. 
Fuchs August. 
Fuhrlinger Karl. 
Grasbock Franz. 



vn. a. 

Hackl Georg. 

Hackmiiller Julius. 
*Hartmann Norbert. 
*Hava Jaroslav. 
♦Hofbaur Adolf. 

Jagenbrein Ignaz. 

Jedlitschka Ernst. 

Jellouschek Ferdinand. 

Keipper Julius. 

Lut/> Karl. 



Pachinger Josef. 
Pierer Rudolf. 
Pritzl Eduard. 
Rammer Josef. 
Reiter Eduard. 
Unterbrunner Heinrich. 
Witt v. Dorring Wilhelm. 
Wofl Anton. 



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84 



Amerstorfer Josef. 
Brachmann Gustav. 
♦Brandstotter Vinzenz. 
Brenner Franz. 
Haselauer Adolf. 
Koch Alfred. 
Ko\b Julius. 
Krakowitzer Karl. 
Langtbaler Alexander. 



vn. b. 

Langthaler Franz. 

Lindinger Franz. 

Muhlberger Johann. 

Miiller Konrad. 
*Panholzer Matthaus. 
*Pankratz Alois. 
♦Pilat Anton, Edler v 

Priesner Hermann. 

Pfistoupil Josef. 



Rabl Max. 
Reisch Otto. 
Rubenstein Richard. 
Schallinger Josef. 
Srbeny Josef. 
Steinkogler Rudolf. 
Stroh Franz. 
Tischler Alois. 
Wohrl Josef. 



Aichinger Eduard. 
*Anders Paul. 

Brunhuemer Karl. 
*Clodi Karl. 

Czerwenka Karl. 

Feil Karl v. 

Ganhor Oskar. 

Gofll Felix. 



Vffl. A. 

♦Grubauer Hubert. 

Gumplmair Matthaus. 
♦Hager Leopold. 

Haslinger Johann. 

Htilscher Kurt. 

Holzl Karl. 
*H6pfler Alois. 
♦Horzeyschy Johann. 



Jedlitschka Karl. 
Kiwek Ignaz. 
Kopecny Rudolf. 
*Koref Ernst. 
Langer Gustav. 
Lasser Franz. 
Loos Roland. 
Reisetbauer Franz. 



Baumgartel Karl. 
*Derschl Karl. 

Gugenbauer Gustav. 
*Haslinger Franz. 

Mairhuber Heinrich. 
♦Nusko Franz. 

Palzer Otto. 
*Pechmann Friedrich. 



Vffl. B. 

Petz Gottfried. 

Piemann Heinrich. 

Pillwein Max. 

Pramer Max. 

Putz Moritz. 
*Rziha Franz. 
♦Schellinger Franz. 

Starker Lothar. 



Steindler Seraphin. 

Steingruber Ferdinand 

Undesser Josef. 
♦Wernett Friedrich. 

Wonnebauer Raoul. 

Ziegler Johann. 
♦Zillig Heinrich. 



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85 



XIII. Kundmaehung beziiglieb des naehsten Schul- 
jahres. 

Die Aufnahme der Schuler in die I. Klasse findet am Schlusse . des 
Schuljahres 1908/ 1909 und am Beginne des neuen Schuljahres 1909/19 10 statt. 
Diejenigen Schuler, welche die Aufnahme in dem ersten Termine anstreben, 
haben sich am 4. oder 5. Juli vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in Be- 
gleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter zu melden und einen legalen 
Tauf- oder Geburtsschein, der das vollendete oder im laufenden Kalender- 
jahre zur Vollendung gelangende zehnte Lebensjahr ausweist, und, falls sie 
eine offentliche Volksschule besucht haben, das Frequentationszeugnis beizu- 
bringen. Die Schulnachrichten kflnnen als Ersatz fur das Frequentationszeugnis 
nur dann gelten, wenn in denselben die Unterrichtserfolge aus der Religions- 
lehre, aus der Unterrichtssprache und aus dem Rechnen je mit einem einzigen 
Ausdrucke bezeichnet erscheinen und wenn in denselben zugleich ausdriick- 
lich bemerkt ist, dafi diese Beurteilung im Hinblicke auf den beabsichtigten 
Obertritt in die Mittelschule erfolgt ist. — Montag, den 5. Juli, wird sodann 
vormittags von 9 Uhr an die schriftliche und nachmittags von 2 Uhr an die 
mundliche Prufung vorgenommen werden. 

Die Anmeldung fiir den zweiten Terrain findet in gleicher Weise am 
15. und 16. September vormittags zwischen 8 und 9 Uhr statt; die Prufung 
wird sodann Donnerstag, den 16. September, vormittags von 9 Uhr an (schrift- 
lich) und nachmittags von 2 Uhr an (mundlich) abgehalten werden. 

Bei der Aufnahmsprufung wird in der Religionslehre jenes Mafl von 
Wissen, welches in den ersten vier Klassen der Volksschule erworben werden 
kann, in der deutschen Sprache Fertigkeit im Lesen und Schreiben der 
deutschen und lateinischen Schrift, Kenntnis der Eiemente aus der Formen- 
lehre, Fertigkeit im Analysieren einfacher bekleideter Satze, Bekanntschaft 
mit den Regeln der Orthographie und richtige Anwendung derselben beim 
Diktandoschreiben, im Rechnen Obung in den vier Rechnungsarten mit ganzen 
Zahlen verlangt. 

Zufolge Min. Erl. vom 2. Januar 1886, Z. 85 ist eine Wiederholung 
der Aufnahmsprufung fur die I. Klasse, sei es an derselben oder an einer 
anderen Lehranstalt, mit der Rechtswirksamkeit fiir das unmittelbar folgende 
Schuljahr unzulassig. 

Jeder neueintretende Schuler hat die Aufnahmstaxe von 4 K 20 h, 
den Lehrmittelbeitrag von 4 K (diirftigeren Schulern kann dieser Betrag auf 
2 K ermafiigt werden) und fiir Jugendspiele den Betrag von 1 K zu ent- 
richten; von der letzteren Leistung konnen unbemittelte Schiller befreit 
werden. 



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88 

Zufolge Min. Erl. vom 26. Juni 1888, Z. 1842 werden auswartige Schuler 
nur dann aufgenommen, wenn der Wohnort ihrer Eltern Linz naher gelegen 
ist als einem anderen Orte Oberosterreichs mit einem Gymnasium. 

Schuler von fremden Anstalten, die in eine hohere Klasse (IL bis VUV) 
des Staatsgymnasiums in Linz eintreten wollen, haben sich in der Zeit vom 
10. bis zum 14. September in der Direktionskanzlei zu melden. 

SchUler, die bereits im Vorjahre der Anstalt angehflrt haben und ihre 
Studien an deraelben fortsetzen wollen, haben sich Donnerstag, den 16. Sep- 
tember, vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in ihren Klassenzimmern zu melden; 
hiebei haben sie das letzte Semestralzeugnis vorzuweisen und den Lehrmittel- 
beitrag von 4 K (diirftige Schuler 2 K) zu entrichten. Au&erdem wird der 
Retrag von I K fur Jugendspiele eingehoben; unbemittelte Schfller kdnnen 
jedoch von der Entrichtung dieses Betrages befreit werden. — Die Unter- 
lassung der rechtzeitigen Anmeldung hat den Verlust des Anspruches auf Auf- 
nahme zur Folge. 

Die, Wiederholungs- und Nachtragsprufungen , ferner die Aufnahms- 
priifungen fur die hSheren Klasscn (II. bis VIII. Klasse) werden Donnerstag, den 
16., Und, falls sie an diesem Tage nicht abgeschlossen werden k6nnen, 
Freitag, den 17. September, von 8 Uhr an ra den Lehrzimmern jener 
Klasscn, in welche die betreffehden Schiller nach gut bestandener Prtifung 
versetzt wflrden* vorgenommen werden. 

Diejenigen Schuler, welche die Aufhahmspnifung in die I. Klasse bereits 
im Julitermine abgelegt haben, haben erst Samstag, am 18. September, einige 
Minuten vor 8 Uhr in den Lehrzimmern der I. Klasse zu erscheiaen, um so- 
dann an dem heiligen Geistamte teilzunehmen. 

Das heilige Geistamt findet Samstag, den 18, September, frflh um 8 Uhr 
statt. An diesem Tage haben nachmittags um 2 Uhr samtliche Schiller in 
ihrenV-^lassjenzimmern zu erscheiaen, wo ihnen die f\ir den Unterrichtsbeginn 
getfe!^en\Anordnungen von den Klassenvorstanden werden bekanntgegeben 
werdenTi Der regelmaflige Unterricht beginnt Montag, den 20. September, 
friih uwi'8 Obr. 

Zum Scblusse erachtet es der Berichterstatter fiir seine ebenso 
wichtige als angenehme Pflicht, alien Freunden des Linzer Staats- 
gymnasiums, welche seine Lebrmittelsammlungen durch Spenden 
vermehn Oder von ihm ausgehende Veranstaltungen tatkraftig ge- 
fordert* sowie alien Jugendfreunden, welche hilfsbedurftige Schuler 
in irgend einer Weise unterstutzt und ihnen dadurcb ihre sorgen- 
volle Studienbahn erleichtert haben, den warmsten Dank auszu- 
sprechen. 

Linz, am 3. Juli 1909. 

Reg. Rat Christoph Wurfl, 

Direktor. 



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NEDNUNDFUNFZIGSTER 

> JAHRESBERICHT 





£*'■■ 




f*? 








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DES 



K, K. STAATS-GYMNASIUMS 

* , ZU LINZ 



UBER DAS 



SCHULJAHR 1910. 



Jnhalt: 

i. Das Linzer „ Museum physicum". Geschichte des physikalischen 
Kabinetts am Linzer Staatsgymnasium und seiner Kustoden vom 
Jahre 1754 bis zur Gegenwart. Von Prof. Oskar Hantschel. 

2. Schulnaqhrichten. Vom Direktor. ^ 



--8— c©d— 8- 



LINZ, 1910. 

VERLAG DES K. K. STAATS-GYMNASIUMS. 
K. U. K. HOFBUCHDRUCK.EREI JOS. FEICHTINGERS ERBEN. 10.12068 









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Das Linzer „Museum pbysicum". 

Geschichte des physikalischen Kabinetts am Linzer Staatsgymnasium und seiner 
Kustoden vom Jahre 1754 bis zur Gegenwart. 

(Nebst einer Wiedergabe des Inventars vom Jahre 1775.) 

i Von k. k. Professor Oskar Haatsohel. 



Jedem Besucher des physikalischen Kabinetts am Staatsgym- 
nasium in Unz fallt ein altes in Holz gerahmtes Brustbild auf, welches 
dascharakteri&tische Profil eines mit einem Brustkreuze J ) geschmuckten 
und augenscheitilich dem geistlichen Stande angehorenden Mannes 
darstellt. Bei genauerer Besichtigung findet man links unten in 
schwarzer Farbe folgende Inschrift: ^Memoriae F. X. Racher e S. J. ; 
annis 36 Phys. Prof. Publ. et de hocce Museo optime meriti: Stat. 
incL Austr. Sup* F. F. 1802". („Dem Andenken des F. X. Racher 
aus der GesellSchaft Jesu, durch 36 Jahre offentlicher Professor der 
Physik und iltn dieses Museum hochverdient: von den hohen Land- 
standen Oberosterreichs gewidmet 1802".) 

Wir haben es mit dem Bildnis jenes Mannes zu tun, der als 
der eigentliche Schopfer des physikalischen Kabinetts (damals „physi- 
kalischen Museums") anzusehen ist. 

Als erster professor der ^Experimental^physik (physic, spec, 
et experimentalis) an dem seit 1669 von den Jesuiten geleiteten Ly- 
zeum (Akademie) ist nach P. Stogers „Scriptores Provinciae Austria- 
cae Societatis Jesu" P. Josef Walcher im Jahre iy54 2 ) zu nennen, 



1) Die Bedetrtung dieses Kreuzes konnte ich nicht ausfindig machen: von einer der- 
artigen Anszeichnnng Rachers ist nichts bekannt. Vielleicht wollte der Maler damit das 
Domherrenkrenz andenten? 

*) Chmel („Ursprung und Grnndung des Linzer Lyzeums*, Iinz 1826) gibt irrtum- 
licherweise das Jahr 1756 an. 

1* 



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der sich in diesem Jahre auch bereits zur Anschaffung einiger physi- 
kalischer Werkzeuge und Geratschaften veranlafit sah. 

P. Walcher wurde am 6. Januar 1718 in Linz geboren, war 
seit 1730 Zogling des Linzer Jesuitenkollegiums, trat dann in den 
Orden ein und unternahm schon wahrend seiner Studienzeit Reisen 
in den Erblandern, um sich besonders mit den hydraulischen Maschinen 
bekannt zu machen. In den Jahren 1 750 und 1 75 1 war er bereits Professor 
der hebraischen Sprache im Grazer Kollegium 1 ), 1752 Professor der 
Ethik im Wiener, 1753 Professor der Logik und Metaphysik im 
Linzer Kollegium. Experimentalphysik (sein Hauptfach) lehrte er 
nur mehr 1754 in Linz, 1755 bis 1773 Mathematik am Kollegium The- 
resianum und dann an der Universitat in Wien. Nach Auflosung 
des Jesuitenordens war er 1773 bis 1783 Navigationsdirektor am Donau- 
strom, 1784 bis 1797 Assessor der obersten Gebaudedirektioi und bei 
der Hofkommission, 1797 bis 1802 wieder Professor der Mechanik und 
Hydraulik am wiedereroffneten Theresianum, 1802 Direktor* der mathe- 
matischen und physikalischen Wissenschaften an der Universitat in 
Wien. Er starb am 29. November 1803 im Alter von 85 Jahren in 
Wien als Propst von Bellifontis de Valle zu Gutta (Ungarn)*). 

Zahlreich sind Walchers Schriften, deren Verzeichjrfs man ebenso 
wie seinen Lebenslauf in dem Werke „Gesta et scripja Pro v. Austr. 
Diurnum Augustaneum" findet 3 ). Auch fiihrte er bedeutende Strom- 
bauten in Osterreich aus (Etsch, Donau, Leitha); so erwarb er sich 
z. B. hervorragende Verdienste bei den Felsensprengungen des Donau- 
strudels bei Grein 4 ). 

Gaisberger nennt ihn in seiner „Geschichte des k. fe, akademischen 
Gymnasiums zu Linz' 7 (Linz 1855) „einen ausgezeichneten Hydrau- 
liker, der tiefe Kenntnisse besafl und dessen Werke in mehreren 
Landern noch heute als sprechende Denkmale fortbestehen" 5 ). 



x ) In Poggendorffs biographisch-literarischem Handworterbuch (Leipzig 1863) ist 
irrtumlich angegeben, dafi Walcher 17 50 bis 1772 Professor der Mechanik an der Wiener 
Universitat war. < 

2 ) Gutta liegt im Komitat Komorn an der Donau bei der Miindung der Waag. 
Walcher hatte wahrscheinlich die dortige Pfriinde.. 

3 ) Insbesondere sind zu erwahnen: „Von den Eisbergen in Tyrol". Wien 1773; — 
„Nachrichten von den Stmdeln der Donau". 2 Bde. Fol. Wien 1781; — n Von der phy- 
sikalischen Beschaffenheit des Donau wirbels u. s. w". Wien 1794. 

*) P. Georg Kolb, „Mitteilungen iiber das Wirken- der P. P. Jesuiten in Linz", 
Linz 1908, pag. 171. — Se. Hochwiirden Herr P* G. Kolb S. J. unterstutzte mich auch 
personlich durch wertvolle Mitteilungen bei diesem Aufsatze in auflerordentlich liebens- 
wiirdiger Weise, wofiir ich ihm an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank ausdrucke. 

*) Gaisberger, pag. 38; Kolb, pag. 189. 



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3 

Wenn auch P. Walcher somit schon im Jahre ij54 den ersten 
bescheidenen Anfang einer physikalischen Sammlung machte, so 
scheint doch unter seinen Nachfolgern (P. Ferd. Fillnbaum 1^55, 
P. Goderer 1J56, P. Dolhopf ij5j und P. H. Rechpach I'jSS) 
nicht viel geschehen zu sein, erst unter P. Franz X. Steininger 
(der 1758 Logik und Metaphysik, ij5g Physik lehrte) wurde das durch 
viele Instrumente bereicherte „Museum" 1759 in einem geraumigen 
Saale untergebracht, wahrend es vordem nur auf einen schmalen 
Raum angewiesen war 1 ). Schon damals wurde dieses Museum als 
eine besondere Sehenswiirdigkeit fur Gelehrte bezeichnet. 

Auf P. Steininger folgten: ij6o P. Norb. Pachner, 1761 P. Max 
Gotzen, 1762 P. Fr. Grundtner, ij63 P. Jos. Dissent, ij64 P. Fr. 
Frankenberg, vj65 P. Wilh. Jenamy, 1766 P. Fr. Loscani, von 
dem 1767 der (vorher kurze Zeit in Krems weilende) oberwahnte 
P. Racher das Museum iibernahm 2 ). 

P. Franz X. Racher wurde am 8. Juni 1730 in Halbthurm 8 ) in 
Ungarn geboren und mit 16 Jahren in den Jesuitenorden in Linz aufge- 
nommen, war 1764 und 1765 je ein Jahr als Professor der Mathe- 
matik in Klagenfurt und Gorz ; 1767 bis 1800, also durch 34 Jahre, als 
Professor der Physik am Lyzeum in Linz tatig; 1792 bis 1795 war 
er auch Assessdr des im Jahre 1792 geschaffenen sogenannten Stu- 
dienconsesses 4 ), 1796 bis 1798 Rektor 6 ), wurde 1799 Ehrenkanonikus 
des Linzer Domkapitels und starb am 7. Oktober 1800 im 71. Le- 
bensjahre. 

Schon in den ersten Jahren seiner Wirksamkeit war Racher 
eifrig an der Arbeit, eine ganze Reihe von Maschinen und Apparaten 
teils selbst zu verfertigen, teils unter seiner Obsorge verfertigen zu 
lassen. 1775 war jener Stand erreicht, der in einem schon bei Chmel 6 ) 
erwahnten Verzeichnisse, das P. Racher in diesem Jahre eigenhandig 
niederschrieb, ausgewiesen ist. 

Dieses alte Inventar fand ich im Jahre 1906 anlafilich der Neu- 
ordnung und Neuinventarisierung beziehungsweise Ausmusterung 
unserer physikalischen Sammlungen in einer Kiste nebst einigen 
anderen Inventaren aus spaterer Zeit (1802, 18 16 beziehungsweise 



1) Kolb, pag. 164. 

*) Ober diese Zwischenzeit ist nichts Besonderes zu berichten. 

3) Halbthurm = Feltorony, Dorf im Komitat Moson. 

4 ) Gaisberger, pag. 99. 
6 ) Gaisberger, pag. 104. 
6) Chmel, pag. 62. 



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1829, 1835) unter alten Akten und Rechnungen und anderen Papieren. 
Besonders interessant ist ein Pergamentheftchen von der Hand 
Rachers, das „Musaei Rechnungen " von 1782 bis 1798 enthalt. Das 
Inventar selbst, in grauen Papierdeckel gebunden, ist wohl wert, als 
historisches und wissenschaftliches Dokument veroffentlicht zu werden. 
Es verzeichnet auf 67 Seiten die stattliche Zahl von 333 Nummern 
nach verschiedenen Materien (Licht, Feuer, Elektrizitat u. s. w.) ge- 
ordnet und ist aufier von Racher vom Director studiorum Thaddaus 
F. v. Spaun(?) mitunterzeichnet *). 

Es soil im zweiten Teile dieses Aufsatzes zur Ganze mitgeteilt 
werden. 

Auch in den folgenden 25 Jahren seines Lehramtes war P. Racher 
emsig bei der Ausgestaltung des Museums tatig. Das zweite (in 
doppelter Ausfuhrung) noch erhaltene Inventar, das im Jahre 1802 
wahrscheinlich von Rachers Nachfolger (Melzer) niedergeschrieben 
wurde, gibt uns ein deutliches Bild seiner rastlosen Tatigkeit. Im 
Vorworte dieses Verzeichnisses ist besonders die unter Rachers An- 
leitung 1794 erbaute „groffe unb pradjtige ffilectrifcfye SBtofdjme" als 
Hauptzierde des Museums hervorgehoben, die durch „bte pret$* 
ttmtbige gretygebigfett bcr Db ber ©nfifdjen & §. ©tcmbe" zu stande 
kam. Diese Maschine erregt heute noch bei den Besuchern des phy- 
sikalischen Kabinetts ob ihrer Grfcfle und Ausstattung Aufmerksamkeit 
und Bewunderung. Aufler anderen Nebenapparaten gehoren dazu 
vier grofie Batterien von je 25 Leydnerflaschen, die in vier schon 
ausgefuhrten, mit je vier Fiiflen versehenen Holzkasten ihren Stand- 
ort haben. 

Man mufi bedenken, dafl Racher aufler dieser Tatigkeit als 
Kustos mit Pflichttreue seinem Lehramte oblag, viele Experimente 
(Schiileriibungen) mit den Schiilern machte, ja sogar in seinen Er- 
holungsstunden unentgeltlich Privatkollegien abhielt, „bei denen 
sich auch die ansehnlichsten Militarpersonen einfanden". Es wurde 
ihm daher in Anerkennung seiner Erfolge am 27. Juni 1778 die AUer- 
hochste Zufriedenheit*) zu erkennen gegeben 8 ). Als er wegen seines 
leidenden Fufles nicht mehr aus dem Zimmer gehen konnte, trug er 

*) 1778 bis zum Jahre 1792, da der StudienconseB gegrundet warde, war P. Col. 
Schiermann Direktor der philosophischen Studien; den Namen Spaun konnte ich weder 
bei Chmel noch bei Gaisberger finden. 1773/74 war nach Chmel (pag. 66) Director Stu- 
diorum Perill. Dom. D. Bousard cui 22. April is pie defuncto suffectus est Perillustris 
Dominus de Rontershausen. 

*) Kaiserin Maria Theresia 1740 bis 1780. 

5) Gaisberger, pag. 53 ff. 



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daselbst seine Physiklektionen vor. Um so unbegreiflicher und be- 
fremdender ist es ; dafl der den Zustand der Linzer Anstalten 1779 
inspizierende Propst von Bienko, Anton Markus Wittola, Beschul- 
digungen gegen Racher vorbringen konnte, wie sie Gaisberger 
pag. 53 zitiert: „Das Museum physicum, wofiir jahrlich 150 fl. aus dem 
Studienfond passirt sind, befinde sich noch in seiner alten Unordnung, 
auch gebe Racher durch das ganze Jar keine experimenta physica 
und scheine seines Amtes mude zu sein". Die Landeshauptmannschaft 
nahm sich auch kraftig des Beschuldigten an und die auf Verleumdung 
beruhenden Anklagen wurden niedergeschlagen 1 ). — Wie grofl das 
Interesse Rachers fur die neuesten Erfindungen und Entdeckungen 
war, dafur sprechen nicht nur einzelne der von ihm erbauten Appa- 
rate, sondern nicht minder auch die Tatsache, dafl er kaum zwei Jahre 
nach Erfindung der Montgolfiere*) am 12. September 1784 vom Berg- 
schlofil in Linz, das seit 1. September 1773 vom dritten Linzer Bischof 
Sigismund von Hohenwart (18 15 bis 1825) als Ferienaufenthak fur die 
Zoglinge des Nordico gepachtet und am 1. Januar 1777 fur den 
gleichen Zweck gekauft worden war, zwei Ballons steigen liefl. Dieses 
Schauspiel, das bei schonem Wetter und unter Begleitung der tiirki- 
schen Musik yor den Schiilern und dem gesamten Linzer Publikum vor 
sich ging, beschreibt Pillwein in seiner „Geschichte der Stadt Linz ,, 
im ^Oberosterreicher^-Kalender vom Jahre 1872, pag. 99, wie folgt: 
„Jeder dieser Ballons hatte zwei Schuh im Durchmesser; der eine 
war durchsichtig, mit Goldblumen geziert, wog sammt dem angehangten 
drei Ellen langen Bande nicht ganz drei Loth und faflte 7241 Kubik- 
zoll brennbare Luft 8 ) in sich, welche sich zur atmospharischen Luft 
wie 1 zu 4 verhielt; er ward an einer 24 Klafter langen seidenen 
Schnur und auf ein durch einen Pollerschufl gegebenes Signal unter 
Trompeten- und Paukenschall losgelassen und flog nach Bemessung 
des anwesenden Professors Raicich in weniger als einer und einer 
halben Minute mehr als 1470 Schuh hoch; mit gleichem Erfolge stieg 
der andere Ball, welcher grun und roth gestreift und gleichfalls mit 
Gold-Arabesken bemalt war, in die Lufte , \ 

Dem Museum vermachte P. Fr. X. Racher nach seinem Tode 
noch einen ansehnlichen Nachlafl an Instrumenten und Buchern. Ich 



!) Naheres dariiber siehe Gaisberger, pag. 51 bis 55. 

*) Die erste Montgolfiere stieg zu Anonay am 5. Juni 1 783. 

3) Jedenfalls Wasserstoff. Erxleben spricht in seinen n Anfangsgrunden der Natur- 
lehre* (Wien 1801) von der gemeinen inflammablen Luft (Mephitis inflammabilis) oder 
biennbaren Luft (Gas hydrogene), hergestellt aus Eisen oder Zink mit Vitriolsaure. 



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6 

fand unter den alten Schriften auch einen mit dem „Sigillum civitatis 
Lincensis" versehenen, vom Expeditor Jos. Canaval am 20. Oktober 
1800 ausgezogenen „ Extract" vor, den ich im Wortlaut mitteile: 

„Extract'\ 

„2[u$ bent granj Xatoier (?) 9tod)erifd)en Seftamentt Supplement obet 
codicil de dato Sin^ ben 24ten 2lprit 796, unb geridjtlid) publicirt ben 
llten Dftober 800. 

p. p. p. p. p. p. 

N£ 5. Stem 2Rufeo It meine ^ififc^e Bibliothec, ba« tft jene Sfidjer, 
toeldje in meinen SBudjer Catalog mit einem rotfjen M bejeidjttet ftnb. S)ie 
flbrigen Sfidjer SBermad)e idj benen, tt>etd)e ju finfang biefeg Catalog nam^aft 
gemadjt toorben, 2 tens meine betradjtlidje Mineral ©amlung, tooium bic 
ftoftbareften ©olbftuffen in einer eigenen ©djadjtl, bie flbrigen in 2 SBerfdjlagen, 
unb einigen Saben aufbemafjret finb r famt ben eigenbS baju Derfcrtigten ftaften, 
ber Dor meiner 3i mmer ^flr ftefjet; 3^ ben universal Barometer mit bem 
Therm. toon 4 $lbtl)eilungen, 4t meine Microscopen, Magneten, ©onnen* 
utyrett, audgenoljmen jene Don (Snglbredjt, 5t bie Bussol SBaBertoag, 
Diopter, alle meine optifdjen Olafer, bie grofee unb Heine fiuftfugel au$ 
®olb^autl fammt ber 3 u 9 e ^ 6r » M« fid) im ©angjimmer beS Musaei befinbet, 
6t meine 8 afabemifdje ©ibSftatuen |:ttid^t aber bie venus r unb i^r ©egen* 
ftud:| auf bie Musaei JMften, 7t meine Jparpfen mit 3 SBaljen l ), 8^ bie ©djlo&eret), 
toeldje in bem ftaften bel) Sifdjjeug fid) befinbet, 9J ba8 fdjdne mit ©trof) 
eingetegte Xrfidjert famt ben entfyaltenen ©etten^eiten. 

etc. etc. etc. etc. etc. etc. 

S)en gtofeen 8fttla« in 6 93anben bem Musaeum; tpenn man aber bem 
Professori Physicae, unb SBorftefyer beS Musaeum biefen Sltlad entjie^en 
tooQte, ober auf eine anbere 9trt mit bemfetben disponiren, foU bie univer- 
sal ©rbin befugt jetjn, ityn ju reclamiren, unb ju fid) ju nef)men."*) 

Rachers Nachfolger war der erste weltliche Professor der Phy- 
sik am Lyzeum Franz Melzer, der das Museum bis zu seinem 
Tode am 9. Februar 1806 verwaltete. Uber diesen Mann, von dem 



*) Walzenorgel. 

*) Es mag von Interesse sein, auch etwas iiber die damals gebrauchten Lehrbucher zu 
erf ah r en. Ich entnehme aus A. M. Chmels Buch ^Ursprung und G run dung des Linzer 
Lyzeums", Linz 1826, daft bis zum Jahre 1784 die „Institutiones Physicae in usum 
Philosophiae Auditorum adornatae" von Leop. Bivvald (Wien, bei Trattner, 1779) * m **e- 
brauche standen, an deren Stelle ab 1784 die „Anweisung zur Experimental-Physik" vom 
Pariser Univ.-Prof. Sigaud de la Fond (in deutscher "Obersetzung) trat. Im Jahre 1 79 1 
wnrde bis auf weiteres: n Anfangsgriinde der Naturlehre" von Joh. Christ. Polykarp 
Erxleben (Universitatsprofessor in Gottingen) vorgeschlagen. 



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jedenf alls das i8o2er Inventar stammt, konnte ich ebensowenig etwas 
in Erfahrung bringen, wie iiber die Verwaltung des physikalischen 
Museums von 1806 bis 181 1. Aus einem erhaltenen Regierungsakt 
vom 2. April 18 10 betreffend die Entlehnung mehrerer Apparate aus 
dem Museum zum Gebrauche am Gymnasium glaube ich entnehmen 
zu konnen, dafi in dieser Zeit der damaiige Direktor der philoso- 
phischen Fakultat am Lyzeum, Exjesuit P. Jos. Raicich, nachmals 
Domkapitular und Domscholastikus (f Dez. 181 3), die Oberaufsicht 
gefiihrt haben mag, um so mehr als Direktor Raicich, wie aus einem 
anderen Aktenstiicke hervorgeht, auch fur 18 13 Rechnungsleger fin- 
das Museum war. Im Jahre 18 10 wurde die angewandte Mathematik 
mit der Physik in Verbindung gesetzt und 1811/ 12 erscheint Prof. 
Joh. Zemantsek, fruher Professor der Physik an der Krakauer 
Universitat, als Kustos. 

Am 30. September 18 12 ubernahm dieses Amt Prof. Adam 
Matthias Chmel, der bis zu seinem Tode am 12. Marz 183 1 eifrig 
an der Ausgestaltung der Sammlungen arbeitete. Chmel war am 
27. August 1770 in Teschen (Schlesien) geboren, fruher Lehrer des 
Geniefaches 1 ) an der mahrisch-standischen Akademie in Olmiitz, 1803 
bis 18 1 2 Professor der angewandten Mathematik und von da ab auch 
Professor der Physik am Linzer Lyzeum 2 ). Vom Herbste 18 13 bis 
18 1 5 fungierte er auch als provisorischer Direktor nach dem Tode 
Raicichs. Uber Auftrag durch Reg. Dekret vom 9. Juli 18 15 ver- 
faflte Chmel ein neues Inventar, das mit Reg. Dekret vom 4. Okto- 
ber 1816, Nr. 17899, zur Kenntnis genommen und wobei die Zufrieden- 
heit der Studien-Hofkommission ausgesprochen wurde. Eine Remu- 
neration fiir den Verfasser wurde allerdings nicht bewilligt, trotzdem 
sich, wie man aus dem ebenfalls noch vorgefundenen Inventar 
(21 Bogen groflen Formats) ersehen kann, Prof. Chmel sehr viel 
Miihe mit einer ubersichtlichen Neuanordnung gegeben hatte. Dafur 
erhielt er aber (nach Gaisberger pag. 99) am 24. Juni 1820 eine Per- 
sonalzulage von 200 fl. Chmel fiihrt in der Vorrede zu diesem Ver- 
zeichnisse aus, dafl er eine Anordnung getroffen habe, „um den kiinf- 
tigen Herren Professoren das Aussuchen der betreffenden, im Cata- 
loge genannten Stiicke, nicht so schwer zu machen, wie dieses seither 



!) An anderen Orten steht Lehrer der Chemie beziehungsweise Geometrie (?). 

*) Erschrieb: n Tnstitutiones mathematicae II. Tom. Lincii 1807; — n Logarithmische 
Differentialien" (Allgemeines europaisches Journal, 1798); — „Ursprung und Griindung des 
Linzer Lyzeums". Linz 1826. 



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gewesen. So werden im Catalog vom Jahre 1816 die Stiicke, jedes 
mit einer eigenen Nummer und Buchstaben bezeichnet, der Ort und 
die Stelle der Aufbewahrung genannt, und eine charakteristische 
Beschreibung eines jeden Stiickes gegeben. Nachdem also jedes 
Stuck zugleich seine Nummer fiihret, beschrieben ist, und an seinem 
passenden Orte aufgestellet wird ; so ist dadurch das Verzeichnifi mit 
dem localen Aufbewahrungsorte in Obereinstimmung gebracht, und 
jede kunftige Verstellung und Verraumung beseitiget, indem nach 
jedesmaligen Experimentiren die Gegenstande sehr leicht an ihren 
Ort und ihre Stelle gebracht und so die erzielte Ordnung wieder 
hergestellet werden kann". 

Dieses am 28. September 1816 der Direktion iiberreichte In- 
ventar enthalt samt Nachtragen 614 Stiicke, namlich 352 Nummern 
und 262 Unterabteilungen (mit Buchstaben bezeichnet), wie Chmel 
selbst in der im Konzept erhaltenen Begleiterklarung angibt, die 
mit folgenden Satzen schlieflt: 

„$lu3 bcm bet) jebetn §. angefiifyrten 9iadf)trag totrb ftd) bie Idblidje 
©tubien*3)ireftion tiberjeugen, bafc feit ber Qtit *> er fefcten Sefdjreibung 
metjrere unb Dorjuglid) braudfjbate SBertjeugc jugett>ad)fen finb; ber Unter* 
jeicljnete f)at aorjuglidj burdf) bie 3 eit faner ©upptirungf?) 1 ) fomel in @r* 
fparung gebradjt, bafe biefe angefdfjaffet, unb bie unbraudjbaren in braudjbaren 
©tanb gefefct tuerben fonnten. Unb gegentodrtig gef)t fein Slugenmerf auf 
(Sr^altung be$ ©eftanbeS unb moglidje SSermef)rung unb SBerbefferung be8 
©anjen. 2lu$ biefem ©runbe mare bem Unterjeidjneten eine gndbige ©rfoubmfj 
jum Slu8taufd(j ber fdjon toeralteten, nid)t mef)r jum ©ebraudje btenenben ©tilde 
gegen braudjbarere etrofinfd)t, tooburdt) bag fjieftge 9D?ufeum ungemetn getoinnen 
tniirbe, fo rote e« jefct fcf)on bie Slufmerffamfett ber gremben an fidfj 
gejogen f)at." 

Durch das schon oben erwahnte Reg. Dekret vom 4. Oktober 
1 8 16 wurde vorlaufig ein besonderes Verzeichnis der zur Vertauschung 
angetragenen Stiicke verlangt — die Ausmusterung scheint erst viel 
spater erfolgt zu sein. 

Das Bestreben Chmels, das Museum immer mehr und zeitge- 
mafl auszugestalten, scheint Entgegenkommen gefunden zu haben, 

denn schon mit Reg. Dekret de dato * 3 ' m™* l82 3 wurde ein Be- 

richt „iiber den gegen wartigen Museumszustand und die Dotation 
fur die Zukunft" abverlangt, wie aus der fiinf Bogen langen Aufierung 



!) Was damit geraeint ist, ist rair unklar. 



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des damaligen Kustos vom i. April 1823, die ich im Konzepte vor- 
fand, hervorgeht. 

Prof. Chmel beruft sich darin, die Nachtrage beriicksichtigend, 
auf das Inventar vom Jahre 18 16, wobei er in jeder Abteilung die vor- 
zuglichsten Maschinen und Apparate nochmals ausdrucklich hervor- 
hebt und in Anmerkungen sein Urteil uber den Stand der Samm- 
lungen, beziehungsweise iiber die Notwendigkeit von Neuanschaffungen 
ausspricht. Auf die damit verbundene ausfuhrliche Beschreibung der 
Lage des physikalischen Museums komme ich spater zu sprechen, 
ebenso auf die mit dem Bericht hauptsachlich angestrebte und auch 
wirklich erreichte Erhohung der jahrlichen Dotation. 

Im Jahre 1829 wurde das bis zu diesem Jahre erganzte Inventar 
von 1 8 16 neuerlich vorgelegt und mit Dekret vom zu Juni 1830, 
Z. 16858, zur Kenntnis genommen. 

Dieser Erlafl war bereits sowohl an Prof. Chmel wie an den 
„zeitlich supplierenden" Prof. Joh. Schober gerichtet. 

Prof. Joh. Bapt. Schober folgte auch bereits im 2. Semester i83i f 
als Chmel am 12. Marz 183 1 gestorben war, diesem in der Leitung 
des physikalischen Museums. Schon am 7. November 1832 wurde er 
aber als Johann VI. zum Abte von Wilhering gewahlt, scheint jedoch 
noch bis i834 dem Museum vorgestanden zu haben, denn ich fand 
eine von Schober (als Abt) eigenhandig verfaflte und gezeichnete 
Rechnungslegung fur 1833 vor. 

Joh. Bapt. (Anton) Schober, geboren am 15. Januar 1783 in 
Hinterweiflenbach in Oberosterreich, trat nach Vollendung der Studien 
in Freistadt und Linz 1801 ins Zisterzienserstift Wilhering ein, wo er 
am 25. Mai 1806 seine Primiz feierte, war 1807 bis 18 14 Professor der 
Arithmetik und griechischen Sprache am k.k.akademischen Gymnasium 
in Linz, 18 14 bis zu seiner Wahl als Abt Professor der Mathematik am 
Linzer Lyzeum. 1833 bis 1849, also bis zur Neuorganisation des Lyzeums 
zu einem achtklassigen Gymnasium, waltete er noch als Direktor der 
philosophischen Fakultat an dieser Anstalt, wurde 1833 vom Kaiser 
wegen seiner Verdienste zum (obderennsischen) Regierungsrate l ) 
ernannt und starb am 9. Juni 1850 in dem zum Stifte gehorigen 
Schlosse Muhldorf. Die „Xenia Bernardina" III. Abt. erwahnen aufier 
mehreren seiner philosophischen, philologischen und theologischen 
Abhandlungen auch ein „Lehrbuch der Geometrie fur die k. k. Normal- 
hauptschule , \ Das Zisterzienserbuch von Seb. Brunner fiihrt pag. 516 



') Siehe auch Gaisberger, pag. 98. 



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10 

seine zahlreichen und groflen Verdienste insbesondere um das Kloster 
Withering und die Ausgestaltung seiner Baulichkeiten und Samtn- 
lungen an 1 ). 

i834 bis 1836 erscheint Karl Wersin, der Anfang 1835 die Lehr- 
kanzel fur Physik erhielt, als Kustos. Unter ihm fand am 27. April 
1835 eme grofie Lizitation alterer Apparate statt, die 309 fl. 57 kr. 
K. M. einbrachte. Unzweifelhaft von Wersins Hand aus dieser Zeit 
nihrt ein Inventar (ohne Jahresangabe oder Unterschrift) sowie das 
Verzeichnis der verauflerten Gegenstande nebst Schatzungswert und 
Verkaufspreis her. Ein weiteres ^Verzeichnis derjenigen Gegenstande, 
welche als unbrauchbar aus dem physikalischen Kabinette ausge- 
schieden, und entweder als vollig Werthlos beseitiget oder als altes Mes- 
sing verkauft word en sind, sowie derjenigen, welche bereits zu anderen 
Zwecken verwendet oder als blofl consumtible Gegenstande von der Auf- 
nahme in das neue Inventar ausgeschlossen worden sind", tragt Wersins 
Unterschrift, das Datum 3. August 835 und zeigt dieselben Schrift- 
zuge wie die beiden oberwahnten Schriften. Die Rechnungsabschliisse 
Wersins fur 1834/35 und 1835/36 sind gleichfalls erhalten, wie iiberhaupt 
von dieser Zeit an alle iibrigen, die dann regelmafiig in dem bis 
1907 benutzten Rechnungsbuche eingetragen wurden. Mit Reg. Dekret 
vom 17. Marz 1836, Z. 8365, wurde gestattet, dafi die bei der Lizi- 
tation zuruckgebliebenen Gegenstande gelegentlich veraufiert wurden. 

i836 bis i83j verwaltete der Professor der Mathematik Fr. X. 
Moth suppletorisch das Museum. 

Im Januar i838 ubernahm Ph. Dr. Franz Petfina die Leitung 
und behielt sie bis August i844. 

Dr. Franz Petfina wurde am 24. Dezember 1799 in Semil a. Iser 
in Bohmen geboren, sollte zuerst das Gewerbe seines Vaters ergreifen 
und wurde tatsachlich mit 17 Jahren Webergesell, studierte aber 
dann am Gymnasium in Gitschin und an der Prager Universitat, wo- 
selbst er 1836 promovierte; 1832 bis 1836 war er Supplent (oder Ad- 
junkt?) der Mathematik und Physik an der Universitat in Prag und 
kam 1837 als Professor der Physik ans Lyzeum, um dasselbe im 
August 1844, einem ehrenvollen Rufe als ordentlicher Professor an 
die Prager Universitat folgend, wieder zu verlassen. Dort wirkte er 
als hervorragender Physiker bis zu seinem Tode am 2j. Juni 1855. 
Petfina schrieb zahlreiche Werke 2 ), besonders iiber Elektrizitat; er 

!) Der Verfasser ist dem hochwiirdigen Herrn P. Leo Hinterholzl in Withering fiir 
die Mitteilungen iiber Abt Schober zu groflera Danke verpflichtet. 

2 ) Siehe Poggendorff, Wurzbach und Allgemeine Deutsche Biographic 



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11 

erfand auch die nach ihm benannte Spirale (auch unter dem Namen 
„Rogets Spirale" bekannt). Das physikalische Kabinett besitzt aufler 
vielen aus seiner Zeit stammenden Apparaten, von denen besonders 
mannigfache elektromagnetische Maschinen seine Erfindungen sein 
durften, das Original einer von ihm imMai i840vom Linzer Hauptplatz 
gemachten sehr guten Daguerrotypaufnahme samt einer Kopie, einer 
Lithographic von Ig. Rode, gedruckt bei Josef Hafner in Linz. 

Unter Petf ina erfuhr das physikalische Kabinett eine starke Ver- 
mehrung an zum Teil sehr wertvollen Apparaten, darunter auch aus 
dem Auslande, anderseits wurden 1841 und 1842 wieder einige altere 
Inventarstucke verkauft. 

Am 22. September i844 iibergab Dr. Petf ina das Museum wieder 
an Prof. Franz X. Moth, der nur ein Jahr lang, bis 2$. Oktober 
i845 y Kustos blieb. 

Franz X. Moth, geboren am 3. Dezember 1802 in Luditz 
(Bohmen), zeigte friih grofle Begabung fur die Mathematik; er stu- 
dierte von 18 14 an am Kleinseitner Gymnasium und am Polytechnikum 
in Prag unter Fr. Ant. R. von Gerstner, dem Sohne des beriihmten 
Erbauers der Pferdeeisenbahn Linz — Budweis, kam daselbst 1820 
an die Universitat, wurde schon 1824 Supplent fur hohere Mathe- 
matik in Prag und 183 1 als Professor ans Salzburger Lyzeum, 1835 
in gleicher Eigenschaft an das Linzer Lyzeum berufen l ). Im Jahre 
1849 folgte er der Berufung als ordentlicher Professor der Mathe- 
matik an die Wiener Universitat. Er starb 1876 in Wien. Seine zahl- 
reichen Werke fast ausschliefllich mathematischen Inhaltes findet man 
bei Poggendorff verzeichnet. 

Nach diesem fortwahrenden Wechsel in der Leitung des Mu- 
seums trat nun eine Zeit der ruhigen Entwicklung ein, da Moths 
Nachfolger Prof. Dr. Josef Kudelka fast ein Vierteljahrhundert, 
vom 23. Oktober i845 bis 18 6 g, die Stelle des Kustos innehatte. 

Dr. Josef Kudelka, geboren am 2. Marz 1814 zu Paskow 
(Paskau) in Mahren, studierte nach Absolvierung des Gymnasiums 
zuerst zwei Jahre die Rechte und dann Philosophic an der Univer- 
sitat Lemberg, wo er auch zum Doktor der Philosophie promoviert 
wurde. 1837 k* s ^41 war er Adjunkt fur Mathematik und Physik 
in Lemberg, 1841 bis 1843 Supplent fur dieselben Gegenstande in 
Czernowitz, sodann von 1843 bis 1844 Professor der Physik an der 



*) Die n Allgemeine Deutsche Biographie n spricht merkwurdigerweise nur von der 
Salzburger Stelle! 



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12 

philosophischen Privatanstalt in Lemberg, und wurde mit Dekret vom 
13. September 1844 als Professor ans Lyzeum nach Linz berufen, 
supplierte aber noch langere Zeit in Lemberg. Er starb am 15. De- 
zember 1887 in Linz, nachdem er noch bei seiner mit 20. August 1879 
erfolgten Versetzung in den Ruhestand durch Verleihung des gol- 
denen Verdienstkreuzes mit der Krone ausgezeichnat worden war 1 ). 

Wahrend seiner Dienstzeit erfolgte unter Direktor Med. Dr. Co- 
lumbus 1863 die definitive Organisation des bisherigen k. k. Lyzeums 
beziehungsweise seit 1849/50 k. k. Gymnasiums 8 ) als k. k. Staats- 
gymnasium 1. Klasse. Gleichzeitig verschwindet jetzt auch der alte 
Name ^Museum physicum* 1 aus den Jahresberichten und wird durch 
„Physikalisches Kabinett ,, ersetzt. Dr. Kudelka, der auch langere Zeit 
Mitglied des Verwaltungsausschusses des Museums Francisco Caroli- 
num war, legte im Jahre 1869 ein neues Inventar an, dasselbe, das 
noch bis 1905 weitergefuhrt wurde. Unter ihm und seinem Vorganger 
Dr. Petf ina wurde ein grofler Teil der noch jetzt in Gebrauch stehenden 
Apparate angeschafft. Die Nummemzahl des Inventars stieg unter 
Petftna von 474 auf 578, unter Kudelka von 578 auf 712. 

Noch langer blieb Kudelkas Nachfolger, der regulierte Chor- 
herr des Stiftes Schlagl, Dr. Sigismund (Josef) Lutz im Amle, 
namlich von 18 6 g bis zu seiner mit 18. Juli 18 gy erfolgten Pensionie- 
rung, also liber 28 Jahre. 

Dr. Siegmund Lutz wurde am 2. Februar 1832 in Obernberg 
(Oberosterreich) geboren, legte 1851 in Kremsmiinster nach vollen- 
deten Gymnasialstudien die Matura ab, feierte nach den theologischen 
Studien zu Linz und St. Florian am 6. August 1856 im Stifte Schlagl 
seine Primiz, um von 1856 bis 1859 die Universitat in Prag zu be- 
ziehen, wo er am 11. April 1859 zum Doktor der Philosophie promo- 
viert wurde. Bereits i860 kam er als Probekandidat ans Linzer Gym- 
nasium und war hier von 1861 bis 1864 Supplent, leistete hierauf da- 
selbst ein Jahr lang freiwillige und unentgeltliche Dienste und dann 
vom Oktober 1865 bis August 1868 wieder als Supplent. Im Septem- 
ber 1868 wurde er (anfangs extra statum) zum Professor der Mathe- 
matik und Physik am Linzer Gymnasium ernannt, im Jahre 1897 pen- 
sioniert, wobei ihm der Landesschulrat Dank und Anerkennung fur 
seine langjahrige und zufriedenstellende Dienstleistung aussprach. 



*) Dr. Kudelka schrieb zwei Abhandlungen : „"CTber drei optische Versuche", Linzer 
Gyranasialprogramm 1868; „t)ber eine planimetrische Grundlage fur die moderne Geometric", 
Linz 1877. 

*) Gaisberger nennt es „akademisches Gymnasium , '. 



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13 

Seine besonderen Verdienste urn Anordnung* und Ausgestaltung- des 
physikalischen Kabinetts wiirdigte bei demselben Anlasse das Gym- 
nasialprogramm des Jahres 1898. Er starb in Linz am 21. Marz 1901 
an Schlagflufl. 

Wahrend seiner Amtstatigkeit wurde 1873 der Neubau des 
Staatsgymnasiums auf der Spittelwiese bezog^n und in diesem und 
dem folg'enden Jahre auch die physikalische Sammlung aus dem 
nBaumg-artenberger^-Hause 1 ) auf der Landstrafle, wo sie fast 90 Jahre 
gewesen war, in die neuen Raume iibertragen, die seither aus 
einera groflen Apparatensaal, einem geraumigen Arbeitszimmer und 
Horsaal bestehen. 

Die Anzahl der Inventarnummern stieg unter Dr. Lutz von 
722 auf 930. Am 29. Mai 1869 wurde bei einem eigens zu diesem 
Zwecke erfolgten Besuche das physikalische Museum von dem neuen 
Statthalter Grafen Hohenwart-Gerlachstein einer eingehenden Durch- 
sicht unterzogen. Auch spater wurden gelegentlich eines Besuches 
der Anstalt am 29. November 1881 die physikalischen Sammlungen 
wieder durch den Statthalter Freiherrn v. Weber in Augenschein 
genommen. 

Der nachste Kustos war Dr. Karl Habart von i8gj bis igoi r 
dem sodann von igoi bis igo5 Dr. Alois Lechthaler folgte. 

Dr. Karl Habart, geboren am 21. Februar 1855 in Prag, stu- 
dierte von 1866 bis 1874 am Kleinseitner Gymnasium, 1874 bis 1879 an 
der Prager Universitat, wo er nach einem Semester juridischen Studiums 
die philosophische Fakuitat absolvierte und zum Doktor der Philo- 
sophic promoviert wurde. 1879 bis 1883 Supplent an der Kommunal- 
Oberrealschule in Elbogen, wurde er im Februar 1884 an den mit 
der k. k. Staatsrealschule in Elbogen verbundenen Kommunal-Ober- 
realschulklassen definitiv und wirkte dort iiber acht Jahre bis zu seiner 
am 2j. August 1892 erfolgten Ernennung ans Staatsgymnasium in 
Linz. Am 1. Juni 1901 wurde er zum Direktor der Staatsrealschule 
in Elbogen ernannt. Die Leitung des Kabinetts ubernahm er jedoch 
erst 1897 s ), 

Dr. Alois Lechthaler, geboren in Kortsch (Tirol) am 17. Juni 
1857, studierte von 1868 bis 1876 an den Gymnasien der Franziskaner 



*) Heute ist noch die n Bibliotheca pnblica" dort xintergebracht. 

*) Unter den literarischen Leistungen Dr. Habarts sind eine ganze Reihe von Pro- 
grammabhandlnngen nod Aufsatzcn meist mathematischen oder mathematisch-physikalischen 
Inbaltes, vox allem aber sein auf Machscher Gnindlage beruhender n Grnndrifi der Natur- 
lehre" fur Unterklassen, hervorzuheben. 



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14 

in Bozen beziehungsweise in Hall, 1876 bis 1880 an der Universitat 
in Innsbruck, wo er 1880 die Lehramtspriifung aus Mathematik und 
Physik, spater (1889) aus philosophischer Propadeutik ablegte und 
1888 auch rigorosierte. Schon vorher, 1881/82, war er Probekandidat 
am Franz- Josef- Gymnasium in Wien, vier Jahre (1882/83 bis 1885/86) 
Supplent am k. k. Gymnasium der Benediktiner in Melk, 1886/87 k* s 
1889/90 in gleicher Stellung am Kommunal-, nachmaligen Staatsgym- 
nasium in Untermeidling und seit 1. Juli 1890 Professor am Linzer 
Staatsgymnasium bis zu seiner Ernennung (10. Oktober 1905) zum 
Direktor der k. k. Staatsrealschule (jetzt Reform-Realgymnasium) in 
Bozen 1 ). 

Wahrend der Verwaltung Dr. Habarts erhielt das Kabinett die 
langentbehrte Wasserleitung und einen neuen (modernen) Experimen- 
tiertisch, wahrend unter Dr. Lechthaler die neue Einrichtung des Hor- 
saales und die Einfiihrung des Straflenstromes fur Beleuchtungs- und 
Experimentierzwecke angebahnt wurde. Das Ministerium fiir Kultus 
und Unterricht gewahrte mit den Erlassen vom 6. Dezember 1903, 
Z. 10247, un d vom 22 - Januar 1906, Z. 26212 ex 1905, namhafte Be- 
trage fiir aufierordentliche Herstellungen im Staatsgymnasium, wo- 
von 2323 K zur Neueinrichtung des physikalischen Horsaales, 2376 K 
06 h zur Einfiihrung des Straflenstromes und der elektrischen Be- 
leuchtung in den Horsaal, zusammen also 4699 K 6 h fiir die Zwecke 
des physikalischen Kabinetts verwendet wurden. 

Das Inventar weist in dieser Zeit einen Zuwachs von 930 auf 
1014 beziehungsweise auf 1075 Nummern auf. Da diese Zahlung seit 
1869, eigentlich schon seit 1833, gefiihrt wurde, so machte sich die Not- 
wendigkeit der Anlegung eines neuen Inventars immer dringender 
fuhlbar; viele Gegenstande waren verkauft, verloren oder verdorben 
worden (Ubersiedlung!), kurz der Stand von iiber 1000 Nummern 
entsprach nicht der Wirklichkeit. Schon Dn Habart hatte begonnen, 
die Sammlungen zu sichten, die einzelnen Apparate, soweit sie damals 
noch brauchbar waren, nach Materien zu ordnen und mit Zetteln zu 
versehen, die die Auffindung erleichterten, und eine Art Zettel- 
katalog anzulegen; diese Arbeiten wurden nach seiner Ernennung 



l ) Dr. Lechthaler schrieb im Gymnasialprogramm Melk 1885: „Die Singularitaten 
der ebenen algebraischen Kurven in Cartesianischen Punkt- und Pliickerschen Linien- 
koordinaten" ; Gymnasialprogramm, Linz 1900: „Einige allgemeine Bemerkungen zum Er- 
scheinen der neuen Auflage des Lehrplanes und der Instruktionen fur den Unterricht an 
den Gymnasien in Osterreich, Kapitel Mathematik". — „Zur Lehre von den geometrischen 
Verhaltnissen und Proportionen und der allgemeine Proportionalitatssatz , \ 



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15 

zum Direktor von Dr. Lechthaler fortgesetzt, doch konnte sie erst 
der Verfasser, der am 20. Oktober igo5 die Verwaltung iibernahnV 
beendigen. Das Inventar wurde 1907 vollstandig neu angelegt und 
sowohl die fortlaufende Neunumerierung aller Apparate als eine se- 
parate Numerierung in einzelnen Gruppen (Mechanik, Optik u. s. w.) 
durchgefiihrt. Aufler diesem Hauptinventar, das jetzt (1910) ohne 
Einrichtungsgegenstande und ohne die „historische Sammlung" 630 
Nummern hat, und dem Gruppen inventar legte der Verfasser auch 
einen systematischen Zettelkatalog an, der aus dem Habartschen durch 
viele Erganzungen hervorging. So wurde bei alteren Apparaten (vor 
1836) auf Grund der vorgefundenen Schriften und Inventare aus 
fruherer Zeit genau das Anschaffungsjahr, wenn moglich auch de,r 
Anschaffungswert festgestellt und vermerkt. Vorher wurden die 
Sammlungen nochmals einer eingehenden Musterung unterzogen, alles 
Unbrauchbare ausgeschieden, alte Sachen, die nur von historischem 
Werte waren, in eine eigene historische Sammlung zusammengefaflt, 
die noch viele und interessante Stiicke aus der Racherschen Zeit 
enthalt 1 ). 

Mittlerweile war im Sommer 1906 der Horsaal in seiner 
neuen Anordnung und Ausstattung hergestellt, dabei auch ein Abzug 
fur chemische Versuche eingebaut und der elektrische Strafienstrom 
( Wechselstrom) eingeleitet worden. Der Wechselstrom wird durch einen 
sehr praktischen elektrolytischen Umformer franzosischen Ursprungs 
mit vier Zellen : „Soupape Electrique" (— Elektrisches ^Ventil 77 ), System 
Nodon, Modell Rochefort, in Gleichstrom verwandelt und zu einer 
groflen Schalttafel im Horsaal gefiihrt. 

Dank der Initiative des derzeitigen Direktors Regierungsrat 
Christoph Wurfl gewahrte das Unterrichtsministerium mit Erlafl 
vom 9. Marz 1909, Z. 10085 ex 1908, neuerlich die Summe von 3000 K, 
um die Lehrmittelsammlungen fiir Physik, Nat urge schichte und Geo- 
graphic in zeitgemafier Weise auszugestalten. Fiir die Bedurfnisse des 
physikalischen Kabinetts entfallen von dieser Summe etwa 1500 K. 

Es enibrigen noch Aufschlusse iiber den jeweiligen Unter- 
bringungsort des Museums, sovvie iiber die zu seiner Ausgestaltung 
und Instandhaltung verfiigbaren Mittel. Der Vorbericht des Inven- 
tars vom Jahre 1802 enthalt iiber die ursprungliche Aufstellung der 
Sammlungen folgende Nachrichten: „Nach der Wanderung aus dem 
Collegio in das Schlofi, von da in das Kremsmiinsterer-Haus ; der- 



l ) Anf diese wird im zweiten Teile besonders anfmerksam geraacht werden. 
L. 2 



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16 

malgen Bischofhof, ist endlich das Museum *) in dem ehemaligen 
Baumgartenberger-Hause im 2ten Stock iiber der Bibliothek aufge- 
stellet worden. Auflereiner Kiiche zum chymischen Gebrauche, einem 
Arbeits- und einem Experimentierzimmer sind noch 4 Zimmer der 
Aufbewahrung der Instrumente gewidmet. In einem Gangzimmer 
werden verdorbene, verlegte oder ihre Bestimmung noch erwartende 
Glaser und Gerathschaften aufbehalten. Die noch meistens brauch- 
baren Maschinen sind theils in 16 mit Glastafeln versehenen Kasten, 
deren 4 grofle, 6 mittlere und 6 kleinere oder Eckschranken sind, 
theils auf verschiedenen Tischen oder eigenen Gestellen aufge- 
stellet." 

Die Wiege unseres physikalischen Kabinetts stand also in dem 
1652 (Chmel, pag. 8) erbauten Jesuitenkollegium (jetzt Postdirektion) 
und die Instrumente waren dort anfangs in einem schmalen Raum 
aufgestellt, bis sie, wie friiher berichtet, 1759 in einen geraumigen 
Saal kamen. Im Jahre 1775 (4. Marz). erging an den Administrator 
der Jesuitengiiter, den Grafen von Falkenhain, der Auftrag, zur be- 
quemen Aufstellung des erweiterten physikalischen Kabinetts auch 
Lokalitaten des Kollegiums abzutreten; diese lagen im sogenannten 
Schultrakte des Koliegiumgebaudes gegen die Stadtpfarrkirche, wo 
die hoheren und niederen Schulen auch nach der Auflosung des 
Jesuitenordens im Jahre 1773 (21. Juli) verblieben waren 2 ). 

Da 1776 das Kollegiumgebaude als Kaserne eingeraumt wurde, 
muflten alle mathematischen und physikalischen Geratschaften in Eile 
ins Rathaus ubertragen werden, woselbst sie blieben, bis der Auf- 
trag erging, der Bibliothek und dem physikalischen Museum im 
kaiserlichen Schlosse Platz zu machen. Im Jahre 1777 wurde diese 
Ubertragung ausgefuhrt und Bibliothek und Museum wurden, da das 
Rathaus geraumt werden muflte, die Reparaturen im Schlosse aber 
noch nicht fertig waren, in unvollendeten Raumen aufgestellt. 
P. Racher erhielt fur diese sorgfaltig durchgefuhrte Aufrichtung 
des physikalischen Museums als Belohnung 50 Dukaten s ). Wenige 
Jahre spater, am 7. April 1783, wurde dem Stifte Kremsmiinster die 
Unterbringung des Museums (und der Bibliothek) in einem seiner 
Hauser iiberlassen und im selben Jahre wanderten die Sammlungen 
in das Kremsmiinsterer-Haus in der Herrenstrafie (der jetzigen Bischofs- 



!) Nach Chmel im Jahre 1784. 
*) Gaisberger, pag. 108. 
3 ) Gaisberger, pag. 1 1 9. 



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17 

residenz), wurden aber schon im Winter des folgenden Jahres 1784 
neuerlich, diesmal in das vom Stifte Kremsmunster erworbene Baum- 
gartenberger-Haus (Landstrasse Nr. 30) iibertragen. Die Aufstellung 
erfolgte durch Racher in den oben beschriebenen Raumen des zweiten 
Stockes (oberhalb der jetzigen Bibliotheca publica), wo es sich bis 
zur Ubersiedlung in das neue Gymnasialgebaude auf der Spittelwiese 
im Friihjahre 1873, also durch fast9oJahre, befand. Das Gymnasium 
selbst war 1807 in das ehemalige St. Ignatius- Seminar (jetzt Volks- 
kreditsgebaude am Domplatz) verlegt worden, wo es ebenfalls bis 
1873 blieb, also vom Museum raumlich getrennt war. 

In dem friiher zitierten Berichte Chmels vom Jahre 1823 finden 
wir eine ausfuhrliche Beschreibung der Ortlichkeiten fur das Museum 
im Baumgartenberger-Hause, die gegen die fruheren Raume 1802 
eine nicht unerhebliche Ausdehnung bedeutet. Wir lesen dort: „Das 
Linzer physikalische Kabinet hat eine angemessene Lage, einen Raum 
von 8(!) Zimmern, eine schone Altane(!) und einen zu optischen Ver- 
suchen ganz tauglichen Gang. Aufler einer Kiiche zum chemischen 
Gebrauche, einem Arbeits- und einem Experimentierzimmer, sind die 
ubrigen 6 Zimmer (worunter 2 Sale) der Aufbewahrung der Instru- 
mente gewidmet. ,? 

Wie das Museum zu Rachers Zeiten im Kollegium um 1775 
ausgesehen hat, wird aus der im zweiten Teil enthaltenen Einleitung 
seines Inventars ersichtlich werden. 

Aus den von Racher hinterlassenen „Musaei Rechnungen" geht 
hervor, dafl er 1782 nur 150 fl. zur Bestreitung der Bediirfnisse des 
physikalischen Museums sowie des physikalischen Unterrichtes zur 
Verfugung hatte, fur 1783 und 1784 erhielt er von den Standen 200 fl., 
die Ausgaben des Jahres 1785 ersetzte der damalige Pralat von Krems- 
munster, Abt Erembert III. Meyer (regierte von 1771 bis 1800), 1786 
und 1787 erhielt er je 200 fl. von den Standen, 1788 bis 1798 die 
gleiche Summe jahrlich vom Kameralzahlamt J ). 

Wiederum erhalten wir auch hieriiber nahere Auskunft durch 
Chmel in jenem schon mehrfach erwahnten Bericht xiber den Zustand 
der Sammlungen 1823: Durch Regierungsdekret vom 19, August 
1788, Nr. 1059 1, wurden demnach jahrlich 200 fl. W. W. = 80 fl. K. M. 
fur Museumsauslagen und 100 fl. W. W. = 40 fl. K. M. fur einen 
aHandlanger", also zusammen 300 fl. W. W. = 120 fl. K. M. gezahlt. 



i) Nach Gaisberger (pag. 119) wurde schon am 14. Juli 1781 ein jahrlicher Beitrag 
von 200 fl. aus dem Studienfonds angewiesen. 

2* 



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18 

(Dieser Verfugung geht, wie Chmel schreibt, das Dekret: Ex Consilio 
Capitaneatus(P), Linz, den 26^ gbns yg 2 voraus, an Direktor Colestin 
Schirmann ausgestellt.) Diese 120 fl. K. M. blieben bis 1823 unver- 
andert, allfallige kleine Uberschreitungen von hochstens 10 bis 20 fl. 
K. M. wurden immer „zu Gute gerechnet in Rechnung gebracht". 
Die Verwendung war nach dreijahrigem Durchschnitte: a) Lohn fur 
den Handlanger 4P fl. K. M. r b) auf Consumtibilien 40 fl. K. M., c) auf 
Reparaturen 24 fl. K. M., d) auf neue Apparate und Hilfsmittel 16 fl. 
K. M. — Das war gewifi herzlich wenig und Chmel sagt auch weiter : 
„Dem Prof. Fr. Racher war die Her$tellung ; Vervollkommnung und 
Erhaltung des Museums nur dadurch moglich, dafl nebst der Unter- 
stiitzung der Herren Stande zugleich auch der systemisierte Museal- 
betrag von jahrl. 300 fl. W. W. dem Werthe in Conv. Gelde 
gleichkam" l ). Insbesondere konnte der Professor fur 40 fl. K. M. 
kein taugliches Dienstindividuum als Handlanger erhalten. Er bean- 
tragte deshalb 300 fl. K. M. als Dotation, wovon 100 fl. K. M. fur 
einen Museumsdiener zu entfallen hatten. Zum Schlusse des Berichtes 
bittet Chmel die Direktion, seinen Antrag zu unterstiitzen, ^nachdem 
das hiesige Museum physico - mathematicum schon auf einen sehr 
guten seinem Zwecke entsprechenden Stand gebracht und durch die 
anhoffende Vermehrung dann seinem Zwecke nicht nur vollkommen 
zusagen, sondern zugleich zur Zierde des Landes und des Ly- 
zeums dienen wiirde. Uber die Anordnung, Herstellung und mog- 
liche Vervollkommnung des hiesigen Museums kann sich Unterzeich- 
neter auf die Zufriedenheit des Direktorats und der hohen Landes- 
stelle und auch auf die Aufierungen fremder und inlandischer 
Kunstfreunde und Kenner in offentlichen Blattern beruffen. 
Am 2^. Juny 820 beehrten S. Majestat unser allergnadigster 
Landesvater 2 ) das hiesige Museum mit hochstihrer Gegenwart, 
verweilten darin gegen 1 Stunde, liefien sich mehrere Werk- 



1 ) Der 1748 in Osterreicb eingefiihrte Guldenmunzfui3, seit 1753 Konventionsfufl, 
bildete die Grundlage der Dotation zu Rachers Zeiten. Infolge der schlechten Finanzlagc 
sank der Kaufwert dieses Papiergeldes immer mehr, bis 1811 die Regierung sich genotigt 
sah, Papier- und Kupfergeld aufcJer Kurs zu setzen und das n Scheingeld", die Zetteln, so- 
genannte Wiener Wahrung (\V. W.), auszugeben, mittels deren die friiheren Umlaufsmittel 
nur zum fiinften Teile ihres Nominalwertes eingewechselt wurden. Diese Zetteln ver- 
scbwanden bis 1854 allmahlich aus dem Umlaufe, bis 1 858 endlich auch die alte Kon- 
ventionswiihrung durch die n osterreichische Wahrung" (1 fl. 6. W. = I fl. 5 kr. K. M.) ab- 
gelost wurde. — Dadurch erkliirt sich obige Auseinandersetzung Chraels, der 40 fl. K. M. 
= 100 fl. W. W. gleichsetzt. 

2) Kaiser Franz I. (1792 bis 1835). 



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19 

zeuge vorzeigen und bezeigten allergnadigst Zufriedenheit mit dem 
Museum, dessen Anordnung, Verwendung und Beniitzung. Da Se. 
Excellenz unser wiirdigste Landes-Chef den allverehrten Landesvater 
ins Museum damals begleiteten, so darf sich Unterzeichneter in dieser 
Hinsicht auf diesen hochsten Besuch beruffen". 

Tatsachlich hat die k. k. Studienhofkommission mit Dekret vom 
17. August 1824, Z. 2562 (nach der vorliegenden Abschrift des Re- 
gierungserlasses vom 18. Mai 1824, Z. 10984), eine Erhohung der 
Dotation von 120 fl. K. M. auf ioo fl. K. M. inklusive 40 bis 60 fl. 
Entlohnung fur einen Museumsdiener bewilligt. Auch wurden bis 
1834 (Gaisberger, pag. 119) die fiir Physik notigen Biicher von der 
Museumsdotation und erst seit dieser Zeit von der Bibliotheksdotation 
angekauft. Diese Dotation wurde regelmaflig bis zum Jahre 1858 an- 
gewiesen, die Einnahmen erfuhren nur durch die unter Wersin 1835 
abgehaltene Auktion eine erhebliche Steigerung um 309 fl. 57 kr. K. M., 
unter Petfina wurden mit Dekret vom 7. Marz 1841, Z. 6381, eine 
auflerordentliqhe Dotation von 550 fl. (!) fiir NeuanschafFungen so- 
wie 1844 fiir einen Kasten 26 fl. 24 kr. bewilligt; eine Kleinigkeit 
wurde in den Jahren 1839 un( * lS 4 2 durch Verkauf alter Apparate 
erzielt. 

Seit 1858, dem Jahre der Einfuhrung der „6sterreichischen Wan- 
ning" an Stelle des Konventionsmunzfufles, erhielt das Kabinett bis 
inklusive 1862 je 210 fl. o. W. *). 

Die Kriegsjahre 1864 und 1866 brachten einen empfindlichen 
Riickgang: 1863 wurde nur die halbe Dotation mit 105 fl. 6. W. 
fliissig gemacht, dazu allerdings 84 fl. fiir den Museumsdiener, 1864 
wieder 210 fl. + 84 fl., von 1865 bis 1867 aber nur 130 fl., wahrend 
von 1864 an der Betrag fiir den Diener. aus den Musealrechnungen 
verschwindet, also offenbar aus anderen Fonds gezahlt wurde. Im 
Jahre 1868 stieg die Dotation auf 150 fl. und betrug 1869 bis 1872 
inklusive wieder 210 fl. Gelegentlich der Eroffnung des neuen Gymna- 
sialgebaudes flofi das Geld reichlicher: 1873 400 fl., 1874 179 fl. 90 kr. 
und iiberdies eine aufierordentliche Dotation von 300 fl. Ebenso 1875 
im ganzen 500 fl. (davon 300 fl. a. o.), 1876 200 fl., 1877 400 fl. 
(davon 200 fl. a. o.), 1878 200 fl., 1879 150 fl., 188 200 fl., 1881 
180 fl., 1882 150 fl., 1883 200 fl., 1884 und 1885 J e 2 5° fl -> l886 
200 fl., 1887 150 A-, 1888 200 fl., 1889 und 1890 je 180 fl., 189 1 
200 fl., 1892 150 fl., 1893 bis inklusive 1898 je 200 fl., 1899 230 fl., 



I fl. K. M. = 1 fl. 5 kr. 6. W. 



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20 

i goo 230 fl. = 460 K, 1 90 1 und 1902 je 600 K, seit 1903 jahrlich 
je 500 K; dazu kommen noch im Jahre 1906 der oben erwahnte aufler- 
ordentliche Betrag (4699 K 6 h) fur Neueinrichtung des Horsaales 
und Einfuhrung des elektrischen Stromes, im Jahre 1909 die fur 
drei Jahre praliminierte aufierordentliche Dotation von rund 1500 K 
fur Neuanschaffungen kostspieligerer Apparate. 



II. 

Auf den folgenden Blattern uberliefere ich vollinhaltlich das von 
Rachers Hand stammende eingangs erwahnte alte Inventar vom Jahre 
1775 der Mit- und Nachwelt. Man erhalt damit ein getreues Bild von 
der Einrichtung einer reichhaltigen physikalischen Lehrmittelsammlung 
vor etwa 150 Jahren und kann daraus nicht nur Schliisse auf die 
damalige Lehrmittel- und Experiraentiertechnik, sondern auch auf 
den physikalischen Wissensstand und den Umfang des Physikunter- 
richtes ziehen. Recht interessant sind aufier mehreren merkwiirdigen 
Apparaten selbst die Beschreibungen, die oft ins kleinste Detail 
gehen und auch sehr viel Gewicht auf die Schilderung der Aus- 
fiihrung und Verzierung (Malerei u. s. w.) der Vorrichtungen legen. 
Das Interesse wird jedoch gewifl noch dadurch bedeutend erhoht, 
dafi nicht wenige dieser alten Stucke wohlerhalten in unserer histo- 
rischen Sammlung zu finden sind, ja dafi einzelne sogar noch heute 
im Gebrauche beim Unterrichte stehen. 

Ich hoffe, den Fachkollegen und Historikern mit dieser Ver- 
offentlichung zu Dank zu handeln. Soweit als moglich sollen, ins- 
besondere bei den noch erhaltenen Apparaten, erlauternde Bemer- 
kungen hinzugefugt werden. Dem ehrenden Andenken des Begriin- 
ders des „ Museum physicum" aber sei die Reproduktion seines 
Gemaldes als Beigabe zu diesen Zeilen geweiht 1 ). 



!) Das Bild kann erst der Fortsetzung im nachstjahrigen Jahresberichte beigegeben 
werden. Der Verfasser. 



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21 

Der3etcl?nt§ 

der Maschinen mid Geratschaften, toeldje in bem ^^ftcaHf^en 
SWufeitm ju gins, ober ben bagu geJ>5rigen Se^filtniffcn SBertoaljret 
toorben, unb faf* rifle Son 1766 bif 1775 burd) Xatt: SRadjer Pro- 
fessor ber Matnt fieljr Sheila eigetiljaiibig, £l>etl8 unter beffen 
Obforg ftttb SBcrfcrttgct tuorbett* 

§1- 

®orberid)t Son ber SlbtljeUunjj, (£tnrtd)tong mtb SluSjtenmg. 

1. $)a3 SKufeum 1 ) SBeftefjet in einem 3immer mit jtoetj genfter gegen HHittag; 
bie 9)iaf)teret) tuelcf)e fetbed jieret, ift nicf)t ju SBeradtjten, unb itjrem Qjifflt 
toot)l angemeffen. 

2. SRebft ben $afelfenftern finb angenefjme $ran$parenten r unb geflugette, 
and) in atf)t getbern burdjfd&nibene genfter Saben angebradfjt, bamit man 
Set) ben Sied^t SBerfudfjen mit SBerfdjlieffung betfetben bag ganje ®emad(j 
SSerfinftern fbnne. 3(n ber 83ruftroe!jre finb jtoet) £ang lifdjje mit eifernen 
©anbern unb gegen ©tujen SBeoeftiget. ©egenuber ftefjen jtoet) Swiften: 
Sine bienet jum ©ngang, bie anbere jur gleid(jf5rmigfeit r unb optifdfjen 
SBerfjeugen. Sltle SBanbe finb mit jtt)6lf ©cfyrantfen SBebecfet, toeldje mit 
^firfeing SBlul) gar6e Semaljlen, an ben Seiften mit 9Ketatt Slfitern belegt 
unb mit ©Ia$ £afeln gut SBertuafjret finb. 2tu3 biefen finb jtoet) groffe, 
©edfjS mittere, unb SSier Heine, ober ©dfdjrancfen. (Jiner ber groffen ift 
ben ©eratfjjcfyaften ber 2uft=$umpe genribmet, unb nebft ben Saben, bie, 
wie bety ben iibrigen an ben gu)*@djammel angebradjt finb r entfyalt er adfjt* 
unb jtoanjig Heine Sabgen, roorinnen unentbeljrticfye SSerfjeuge unb 2Rate* 
*rialten ju finben finb. 3n ben anbren au3 ben groffen ©djrancfen ift 
ein Samin 93erborgen, er ift in 93erfd^ibene Heine gadfje gettjeilet; urn 
einftenS eine Heine ©tem*@amtung aufjuitefymen: jene ©teine, bie ber* 
mafjlen bie Sere 93taje erfiiUen finb gememe, unb feiner 2ldjtung toiirbtg, 
au$ ben ©dfjrancfen ber mitleren ®rdffe, 93erfd£)lieffet einer bie geometrifdje, 
einer bie 9Ked)anifct)e r einer bie Dptifdje, einer bte ^broftatifd^e, jroet) bie 
(Sfectrijd)e JRiiftjeuge. Son ben SSter Heinen ift einer fur einige ©elten* 
beiten, ber jtoetyte ju 9lerometrifd)en ©ingen. 3)er britte fur ben 9Mag* 
netifdfjen 9Sor9?atf) r ber Sejte ju SSaffer, ®eifter, unb jum geuer 9Ser* 
fudjen SSeftimmet. 3n bem t)5cl)ften ©tochoerfe nadjft an ber ©djau fflufyne 



*) 1775 war das Museum noch im Kollegium (jetzt Hauptpost), siehe Seite 16. 



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22 

S3efinbet fid) eine geraume $Borratf)g*$ammer mit bret) DDalgenfter gegen 
ben £ofe beg .£>aufeg, obet gegen Slufgang ber ©onnen, bie mit $lugl 
£(juren SBerfeljene SJerfletbung , toeldfje man bet) bret) groffen SKauer 
$3(len angebrad)t tyat, gegen ben Drt eine SRegetmdfftge ©eftalt. 2)ie 
ubrige (Sinridjtung 95eftel>et in einen fretyen unb jtoet) Heinen Scffdfjrancfen, 
in eiuer burdfj bie ganje Sdnge gejogenen ©telle, in einet (Stectrifcljen, 
unb jtnet) groffen jum Sparabolifdjen ©pieget get)6rigen, audfj ffinf Heinen 
lifdjen, beren brety auf einem fyoten, ffidftenartigen gufgefteU rufyen, bie 
5£ifd^ 93tatten f)at man mit einen SEKarmor fdrbigen iiberjug, bag ubrige 
mit einen r6tt)lidjten ?lnftrid) unb griinen gelbern ju 33erfdf)6nem gefudjt. 

3. 3)ie jungfteng erridjtete £l)emifd)e SBud^el fdjeinet aud) eine SMbung 
aSerbienet ju fyaben, obtool)Ien felber nod) SBieleg manglet; wag ju @r* 
retdjung itjreg SBorgefejten $\t)U& erforbertidf) ware: 2)a$ betauerngnriir* 
bigfte ift, bag man SBiffjero o§nerad)t ber angenmnbten 9Kiil)e bie SBer* 
breitung beg SRaudjeg nid)t 93erf)inbern fonnte. Stjre foge ift gegen ber 
©affen, na§e an bem £f)ore beg 4?aufe$ f m *8° n ©* e ^ urc ^ e * n 9 ro ff e ^ 
genfter bag Sidjt unb buret) ein fleinereg, roeldjeg mit bem SBoben faft 
gleid)lauft f ben Suftjug empfdngt. Set) ben Singang jeigen fid) jur 
Sincfen jtoet) §eerbe, Deren einer einen 5)ocimaftifd)en ! ) ober Sprobier 
Dfen £rdgt, ber anbere aber mit einer ©d^mib Sffe unb fleinen ©eblafe 
SBerfetyen ift. Sluf eben biefer ©eite finb jroet) aug jieget erbaute Cfen 
ju fefjen, beren jeber mit einer feiner ©roff e anftdnbigen ©anb Sapelle a ) 
SBerfe^en ift, bamit 93et)be atg SBinb Ofen, ingteid^en jum fdjmeljen unb 
biftitieren bienen fdnnen. $u red)ten auffer ben SWaud) 2Rantel §at man 
eine mit fieinttmtt) uberfpante J^iire angebrad)t, urn bie 2Rauer §5lung r 
weld^e einen geraumen ©cfyrancfen abgibt, fo 2Siel eg mSglid) ju Skr* 
bergen. ftbrigeng ift nidjt ju leugnen, ba& bie aller Drtf) angebrad)te 
SO?at)leret}, unb bie auf alien SBdnben funftmdjfig auggetljeilten 3 eic *) en 
ber Stymie biejem Drtt) ein nid)t minber angenel)meg r alg feltjameg 9ln* 
fefjen gebe. 

§ n. 

Maschinen fambt ber Bngepr toel^e ju Grorterung Serf^iebener Shift <Sigen= 
fi^aften alg 3^rcr S^toerc, @(^nellfraft f 2)id)te unb gemfctigfeii erfoberli^ finb* 

4. (Sine bopette Suftpumpe 9Son ber erften groffe, unb neueften ?trt r bag 
§auptgeftett, bie gebern, bag £ribroercf r unb ber groffe ^)ebel finb SJon 
gefc^tiffenen ©ifen f Se^be ©tifel, bag feller fambt ben 9iot)ren, in 
gleid^en alle ©d^rauben Slnopfe, unb aller Crt^ angebrac^te girrungen 



1 ) b ooxtjjLaGX*rj; = der Pnifende, Untersuchende, von Soxtjid^tu. 

2 ) Jedenfalls das damals schon gebriiuchliche ^Sandbad". 



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23 

©on 9Ketatt. ©ie rufyet in einer mit SBadjS Seinttmtf) uberfpanten, unb 
mit SBergolbten Saubtoerrf umgebenen ©arge, toetd)e auf eincn eigenen 
ganj gcfd^loffenen S£tfc§ feft gemadjt ift: beffen gelber fid) erdffnen laffen. 

5. Sine einfadje Suft ^urnpe mtt einem Sigenben ©ttft, nadj 9?oHet3 l ) er* 
finbung, baS getrib 23eftef)et auS einen fleinen 3 a ^ n ^ a ^f un & etnge* 
lerbten ©tempel. 

6. Sin bopelter Suft SfSompen 3 e *9 er 2 ) nac § & er neueften Srfinbung, er 99e* 
fte^et au8 glafernen SRdfyrgen, bie jum Jfjeit mit QuecfSilber gefitt, 
unb an eine ftarfe ©djine au8 ®upfer SSefefttget finb. 

7. Sin einfad&er Suft ^ompenjeiger, fo o^ngefefyr einen fyalben ©cfjuf) lang 
ift f unb fid) unter jeben Recipienten ftellen (aft, beffen fletneS guf* 
geftefl, unb ber SDeft SSon 3inn ift. 

8. 3 roe 9 ®^8 SRSfjre auf tyoljernen unterfajen, in beren einer ba8 quecf 
©ttber in SuftSeren SRaume emporfteiget, in ber anbren aber ju SBoben fd£>lt. 

9. Sin f)ot)er Recipient 9Son ©taf bret) ©djul) lang, toelcfjer in einen 
SEKefftngeneu 9iing feft gefuttet ift, 3Me obere ©pije tafet ftd) burdj eine 
feine ^arfd^raube nadj SBetieben fdjlieffen, ober offnen. 

10. Sin ©ed)8 ©d)uf) f)o^er aber enger ^Recipient, roeldjer ju 93et)ben ©ettfyen 
mit 9J?efftng 93etpaf)ret toirb. 3n ber £>5tte be8 5Decfete finb ftafjterne 
gebetn angebracfjt, toetdje fid) burdj U)re fdjnett Shaft ofjne ber Suft einen 
3ugang ju geftatten, auffdjtieffen, urn ben gall fdjtoerer unb leister 
ftSrper ju ^ruffen 8 ). 

11. Sin anberer etroaS tneiterer, nur 4 ©djul) f)ot)er unb au3 mefyreren 
9t5t)ren *ufammengefe§ter Recipient, toetcfjer SeljberfeitS mit einer foft* 
barren gaffung auf SWeffing SBerfefjen ift. Unter feinen STuffaj SBefinben 
fid) ebenfatS Setoeglidje gebern, n>etd^e atte eingef exalte Sorper, toenn 
man e8 SBertangt, ifyrem gall uberlaffen. 

12. Sin SBatjenfSrmiger, brety @d)ut) (anger ^Recipient, beffen burd)9J?effer 
nidjt SSiet fiber einen 3°^ Setragt. tlnten ift er mit etnem £afyn S?on 
SWeffing unb ©d)rauben Gutter $erfel)en, toetdje auf bag Suft ^ompen 
Speller genau paffet. 

13. 9ld)t ©taferne Recipienten , burd) beren Supfernen Sluffaj SSerjdjiebene 
Sbrper in Seren {Raurn !6nnen 93eroegt tuerben, oljne bafe man bie Sin* 
bringung ber Suft ju 93ef6rdjten £jat. 

l ) Abbe Jean Antoine Nollet (1700 bis 1770), beriihmter franzosischer Physiker, 
seit 1753 Professor der Physik am College de Novarre, seit 1761 an der Artillerie- und 
Ingenieurschule in Paris. Eine genaue Beschreibung der von ihm verbesserten Luftpumpe 
findet man im II. Bande seines ausgezeichneten Werkes: „Die Kunst, physikalische Ver- 
suche anzustellen". Leipzig 1771 bey Siegfried Lebrecht Crusius, pag. 397 und if. 

*) Vermutlich miser Quecksilbermanometer? 

8) Heute ,Fallr6hre n genannt. 



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24 

14. ©ieben Heine toatjenformige SRecipienten, tneldje SBe^berfeitS rait tt>of)l 
angetiitteten Secfeln unb ©djrauben SBon ginn SBerfdjloffen ftnb. 

15. (Sin fleiner unb gegen ben gipft in eine Stoljre fidf) Skrlauffenber 9teci* 
ptent, tporinnen eine £olj ©djeibe gefuttet ift 1 ). 

16. Sin {Recipient 9Son SJerjinnten 93ted) f roeld^er ju jerfprengung ber SBtafen 
unb ©la^tafeln erforberltd) ift. 

17. Sinige fteine Unterlagen 83on eben biefen 93led), bamit fidf) ftiiffige S)inge 
in bie Cffnungeu ber Suft SJJompen nicljt einbringen fbnnen. 

18. Sine SDfagbeburgfdje JpolSfrtgel aufc gegoffenen Srje, beffen 2)urdt)* 
9Keffer gegen 5 S°W t>alt. 

19. Sine glaferne ®ugl Son einem ©d)uf) in 2)urd)©cf)nit, toeldje fid^ 
in einen geraumen ^>al§ 93ertauffet, toorauf eine §aube 9Son ®upfer, 
fambt einen SRefftngenen £a(jn gefflttet ift r urn fetbe Sequent auf bie 
Suft ^ornpe ju bringen. @ie bienet ju feinen SBerfudjen, al$ jur 9lb* 
tnegung ber Suft, ju ben Stecftrifdjen 9KonblidE)t, tnSgemein aber ju einen 
SKanometer 2 ), batjero fyangt fie fret) an bent Slrmb einer genauen SBaage, 
bie SSon einem an ber 2)ecfe beS 3' minerg angebradfjten SBergolbeten Sngel 
getragen toirb. ©ie fann aud) nadf) SBelieben auf 9Kefftngenen SRotten auf 
unb niber getaffen tuerben. 

20. ©in barometer auf einen 33retgen SBon fatten Jpolj, mit einer auf 9Kef* 
fing geftod^enen $f)eilung3 Slatte. 

21. Sin )ef)r empfinblidjeS Thermometer auf einem mit ©pieget folio be* 
legten unb gemacfyten Sfretgen, beffen SRo^re gettmnben unb mit rdtf)* 
listen SBetngeift gefilllet ift. 

22. ©in an bie SSanb SefeftigteS §t>grometer mit einer $ampfenen ©ct)nur 
8$on 40 ©d^uf), tueld^e bif an bie 2^eilung8 ©djeibe auf SKefftngenen 
SRoIIen tauft. 

23. Sin 33eroeglidje3 unb tt>of)l aufgejirteS JMftgen SBon Ijarten §otj r toorauf 
alle ©iffyero befannte ©attungen ber £>9grometer SBetyfam anjutreffen ftnb. 

24. 3)a8 fogenannte glorentinifdje Jpljgrometer, metered jeneS 33on glorenj 3 ) 
an groffe toeit iibertrift. S)ie £6I)e fambt ben . ©ifernen mit SBlauer Del* 

*) Diirfte ein Apparat fiir den „Quecksilberregen" gewesen sein. 

2) In Erxlebens Naturlehre (Gottingen 1772) liest man auf Seite 217 ira § 271 : „Ein 
Werkzeug, woran man sehen kann, was fiir Veranderungen die Luft in Ansehung ihrer 
Dichtigkeit erleidet, heiflt ein Manometer. Unter den bisher erfundenen ist das noch das 
vollkommenste, welches Guerike angegeben hat. Es besteht aus einem Wagbalken, an dessen 
einem Ende eine grofle, hohle und verschlossene Kugel, an dem andern aber ein ebenso 
schweres Gegengewicht hangt, das so klein als moglich ist. Wird die Luft dichter, so mufi 
das Gegengewicht sinken; wird sie leichter, so sinkt die Kugel." — So verwendete man 
also damals unser heutiges kleines Dasymeter im groflen als Luftdruckmesser. 

3 ) Florenz war ein Mechaniker in Wien, dessen Wagen z. B. in alteren Werken 
geriihmt werden. 



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25 

farb 93ema()ltett 2)retyfuf Setragt mef)r bann 5 ©cljuf), eg Seftefjet in 
einem umgeferten, in rotty fiafirten ©ted) gepaften fjolen ©lag fteget, 
beffen ?luffaj aug mit SBIedj uber$ogenen £otj SBerfertiget, tnit ©ilbernen 
nnb fdjtoarjen 5toercf)ftreiffen gejirrt innerfyatb mit Sutte auggegoffen ift r ein 
rotfyladirter, unb mit einen SBergolbten ffinopf gejirter $edel gibt ifyme ein 
I)errlid)eg Slnfeljen. 3luf ben runben gu& 93ret SBefinbet fidj ein in grabe 
gettjeilte ©lagSRoljre beffen Unterlag unb 2)edel aufe 3inn gebraljet ift. 

25. (Sine 2Wafd)in, tooburd) bie Suft fidjtbafjr fan jufamgepreffet toerben. 
©ie S3eftet>et aug einer furjen oben gefdfjlofnen unb einer langen ©lag 
SRSfjre, bie an ein fenfredfjteg jirlidjeg Srett getyaftet ftnb, jtt>ifd)en SBeljben 
finb bie 9?otf)ige £f)eilungen, toeldje toedjfelroeif fdjtoarj unb ©ilberfarbig 
ftnb ju feljen. ©ben biefe SWafdfjin bienet audjj bie erftaunticlje ^Jorofitat 
ber ©orper ju toeifen. 

26. ©in fettfamer SBaffer Barometer, biefer, toenn bie langen SRS^re aug 
tpeiffen Sledj aneinanber gefdf)raubet finb, f)at etlidj unb bretjffig ©dfjut) 
in ber lange, unb reidjet in ber oberftadje ber ©rben bif in bag oberfte 
©todroerd. 3 U biefen ift ein glafemer Sluffaj, toeldjer in einer mit 
SKeffing gefaften SRdfyre Sefteljet, unb eine Ijdtjerne Suftage SBortjanben. 

27. ©in Heine SBette mit Sier SBinbflugel, ben 2Biber©tanb ber Suft »e* 
greifflidf) ju madden. Qn biefen ©nbe ift audj eine anbere jttmr aljnlidje, 
aber fet)r Heine SRafdjin Seftimet, tuetd^e unter jebe ©lagglode fann 
gefteHet toerben. 

§m. 

©efimbtre SBcrdjcnge ju ben SBcrfudjen mit ban Sialic. 

28. ©in fiacre Ufjrfdjelle aug 5D?etaH, tuelc^e ciuen fjalben ©djut) in 3)urd()©djnitt 
t)att, unb auf einen f)6Ijernen gufgeftell Sefeftiget ift r nebft einer fdjtoeren 
Ufyrfeber, bie fid) in einer Setiebigen ©ntfernung aufridjten taft, fyieburdj 
fan man bag jittern ber flingenben ©orper, toeldjeS roegen ben attju* 
fteinen SRaum ifyrer ©djtimndungen SWiemanb 33erid)ten nmrbe, beutlidfj 
Setneifen. 

29. ©in anbere Staugefarbte £)otj ©d^eibe mit jtoetj ©enfredjten 935gen, bie 
fidj jufammenfdjtieffen, unb eine glaferne freQ fdjtoebenbe ©lode £ragen r 
ringgfyerum fyangen an jarten ^ebern 6 f^ ne ®ugeln S5on £elfenbein, 
tueld^e bie ©lode nidjt Seriifyren. 35ie ©inridjtung bienet jur Seftattigung 
ber jitternben ©etoegung, unb bafe fid) bie ©irdt SRunbung toedjfeltoeif in 
eine ©liptifdje geftalt 2*erroanble. 

30. ©in groffer eiferner Soffel ju ben SSerfudjen mit ben ©d^tag ober ®nal 
pulDer 1 ). 

! ) Name fiir SchieBpulver. 



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26 

31. (Sin langeS mit 83tauer Delfarb angeftrtdjeneS gu^geftefl mit einen 
jimlid) f)of>en unb ehtgebogenen Slrmb tnoran ftdf) cine 2Wetaflene ©lode 
auftangen laft. @S bienet jum Setueif, baft ber @d)aQ nidjt nur burd) 
bie Suft fonbern aucf) burdj anbere bidjte ©drper al$ }. ©. burdE) bie 
(Slaftifdfje gafergen be8 ^oljeS fortgepftanjet roerbe. 

32. 3^ Seantroortung ber grage, ob aud^ fluffige 2)inge ©djallfal)ige Sorper 
fetyn? ift em ftetneS ®ta§ SBereitet, roeldjeS glodenformig ift, roorunter 
fid) ein ftingenber Sorper a(3 5. 95. eine @acf Ufjr Sequent auffjangen 
unb ofyne 9?adE) $f)eil in ein 9SolIe§ SSaffer ©edit SSerfenfen toft. 

33. 2)rel) ©endredjte gladden au3 §otj bie mit tueiffer garb flberftridjen, 
unb mit rotten Stnien burcf)jogen finb r fie bienen jenen, toelcfjer geo* 
metrifd^er ©egriffe nid)t getoofjnt finb, jum 93eroetf , bafa bie ©tarde 
ber Suft@df)lage in eben ben SSerfjaltnift abnefjme, toie bie Quabraten 
ber (Sntfernungen 93on ben ftingenben Sbrpern junefjmen. 

34. ©n ©pracfj SRofjr au3 Supfer, beffen Sange faft 9 ©djuf) Setragt. Sljre 
©eiten SBanbe finb nadf) ber frumung ber Sogaritfjmifdfjen Sinie auf ba£ 
genauefte auSgebogen, unb auf biefer Urfad) tafet fid) nid)t ofjne ®runb 
93ermutf)en, ba$ in btefen toeittauffigen ©taaten faum ein af)ntid)e3 ju 
finben fet), bie fiber *2xagung beffelben Sequent ju madden, fan man 
e3 in SSier ©tilde, bie ftdj ineinanber fdjieben laffen, gertttbern, unb tnenn 
e8 bie llmftanbe erfobern, ein Srompeten 90?unb ©tiid auffejen, eben biefeS 
SRofjr laft fid(j oljne 2WuI)e in ein £or*5Rof)r SBerttmnbetn, toenn man 
einen fleinen Jridjter au& SReffing anftatt be§ 9Kunb ©tiideS anfdtjraubet. 

35. 3)ie *Parabolifd§e ©ptegel, roeldje bag regelmafftge abfpringen ber Suft 
SBeHen SBerceifen, unb rooburdf) man leife ©timmen ber 9KenfdE)en, ober 
anbereS fdjtuacljeS ©eraufcf) Set) ben entferneten ^renn ^unct beutlid) 
Sernefymen fan. SSerben unter ben ©eratljfdfjaften ber 2?crfud)en mit bem 
geuer fuvfommen *). 

36. ©in blaue unb oben gepogene ©tuje au3 £olj, roorauf 4 fflettjegtid^e 
unb abroad)fenbe 2lrmb fjeruorragen, btefe laft fid) auf ein anbereS 
frf)toere§ gufgeftefl auffejeu, unb ift Seftimmet etlidje ^armonifdje $en* 
bula juJragen, berer Settegung einen jeben Segreiffttdj madjt, roarum 
bie ©ecle 93et) 5lnf)drung gemiffer Jonne einen Scrbrii) unb Gdet r S3et) 
anberen f)ingegen ein Sefonbere^ 9Sergntigen empfinbet. 

37. ©in ganj neueS unb tooi)l au^gejirteg Monochordum, roorauf fid^ bie 
feinften ^Berfuc^e mit ben §armonifd)en Sonen 33equem anftellen, unb 
bie 3 §auptgefaje ber 9J?ufttf f bie ftc^ auf SSerfdjibene Side, lange unb 
Spanung ber ©aiten Sejietjen erroetfen laffen. (£S 93eftef)et in einen fiber 



!) Siehe II. Teil .vpliier. 



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27 

3 ©djut) tangen aber fdjmalen Saftgen au§ fjarten £olj, tuetdjeS in 
einer mit ikubttercf gejirten, unb meiftenS SSergolbeten ©arge tufjet: 
fiber ben 9tefonanj SBoben finb 3 ©aiten 93ermittel3 redjtiimlidjer ipebel 
auf Sifen gefpannet: jtoet) mtt ben ftaftgen ^JaraleU Sauffenbe, unb mtt 
©taniol uberjogene SRegeln enttjalten atte £t)eitung8 ^Juncte bie 93etj ben 
SSerfudjen notfyig finb 1 ). 
38. ©n ganj neueS, foftbafyreS, unb itberauS SKufyfameS 'Snftrument, toorauf 
man bie gefaje unb 93ert)altniffen aHer ^armonifdjen Xonen, tpetd^e auf 
ben 2J?onod)orbum nur in einjeln Setyfpielen fiirfommen, gleidjfam mit 
einen SMicfe iiberfe^en Iann r e§ ©efte^et in einen red)tttrindlid)ten $ifd) 
mit ©eifgitffen, ber 93if 5 ©djuf) in ber Sange, gegen 3 ©djuf) in bet 
93reite f)dtt, unb mtt einen Secfet roiber ben ©taub betuafyret ift. 3)er 
gefirnifte Stnftrid) t)on ^firjf)ing*garbe, unb bie Ijtn unb toiber ange* 
bradjte Skrgotbung ber Saubtoerde geben itjr eine* SBefonbere Q\x\>. 2)ie 
ganje 9teit)e ber ©aiten ift in 4 SBoIfomene Dcta&en fambt alien SDfttl 
£onen eingetfyeitet, unb bie SBruffung eineS jeben XoneS SSequemer ju 
madjen mit Slauieren SBerfefjen. S)ic jroei) Ceffnungen be$ SRefonanj 
99oben finb mit 35urd}93rod)enen 9Keffing Slatten SSon getribener gflrtter 
artpeit ©ebedet. S)ie ©aiten einer jeben Dctat) finb SSon gleidjer Sange. 
S)ie 9Serfd}tebenf)eit ber Sone, toeldje fyier nur SSon bem ®rabe ber 
©panung ab^angen fan, ^at man burd) glaferne gerDtd^te 9Son 200 ft 
erfyalten, toetdje bie ©aiten tiber fefjr Heine JRoQen au8 £)elfen 93ein an* 
jiefyen. 3n ber erften Dctat) toacfjfen bie gett)id)ter lute bie Quadrat 
3af)Ien ber ©djttingungen, lDetd^e ju einen jeben £on erfoberlidj finb, 
alfo, bafe ber £aupt Son mit 2 ft 20 2ot(j unb iljre Dcta& mtt 16 ft 
16 Sotf) Sefcfjtteret ift. S)ie ©aiten ber 3 iibrigen OftaDen fyaben gleidje 
®etoid)te SBou 4 ft. fjingegen finb itjre Sdngen 33ermittet3 ber 23e* 
toeglidjen ©ttjm gefajmajftg abgefurjet. SMe bem 9lnfef)en nadj faum 
Setradjttidje SReibung, lueld^e jttrifdjen ben fleinen 5RoHen, unb tfjren fo 
fetnen ©pinbeln entftetjet, in gleidjen bie Sftatitrlidje ©tetffe unb unbe* 
toegfamfeit ber ftafylernen ©aiten fyat gelegentjeit gegeben, bag man aud) 
auf biefen 3nftrument bie SBurcfung einer fonft unmercffamen SRcibung 
auf bie angenefjmfte 5lrt, neljmltdj burc^ 9)Zuficalifc^e Sone ^ritffen unb 
SBeftimmen fann. 



x ) Dieses interessante Monochord ist wohlerhalten vorhanden. Auf der AuBenseite 
des ,Sarges" tragt es eine schon ausgefiihrte Tabelle mit der "Qberschrift: ,Scala Musica — 
Ratio — diametrorQ, longitudinti, pond: tendentiu." 

(Fortsetznng folgt.) 



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SCHULNACHRICHTEN. 



I. Stand des Lehrkorpers am Sehlusse des Schul- 
jahres und Faeherverteilunsr. 

a) Direktor: 

1. Wiirfl Christoph, Regierungsrat, lehrte Geographie und Geschichte 
in V B, wochentlich 4 Stunden. 

b) Professoren: 

2. Bermanschlager Ludwig, Geistlicher Rat, k. k. Professor, lehrte katho- 
lische Religion in III A, IV A, VA, VI, VIM, VllB, VlllA, VlllB in 
zusammen 16 wochentlichen Stunden und hielt die Exhorte im Ober- 
gymnasium. 

3. Dr. Bruner Josef, k. k. Professor, Klassenvorstand in IB, lehrte Latein 
in IB, VllB, Deutsch in IB, zusammen wochentlich 17 Stunden. 

4. Deubler Josef, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Klassenvorstand in 
VIIIZ?, lehrte Latein in VI, Griechisch in VlllA, VlllB, zusammen 
w6chentlich 15 Stunden. 

5. Dr. Gugler Kamillo, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassen- 
vorstand in VllA, lehrte Latein in Illi?, Griechisch in Illi?, VII^4, zu- 
sammen wochentlich 15 Stunden. 

6. Dr. Hager Evermod, Pramonstratenser-Ordenspriester, k. k. Professor, 
lehrte Geographie und Geschichte in IA, UB 9 IVA, VlllA, VlllB, 
zusammen wochentlich 16 Stunden. 

7. Hantschel Oskar, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassenvorstand 
in V B, Kustos des physikalischen Kabinettes, lehrte Mathematik in VA, 
V B, Physik in 111,4, III B, VlllA, VlllB, zusammen wochentlich 16 (im 
zweiten Semester 18) Stunden. 

8. Kirchtag Simon, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, lehrte Deutsch 
in VIII^, Villi?, Geographie und Geschichte in 11^4, VUA, VUB, zusammen 
wochentlich lb Stunden. 

Q. Dr. Klug Rudolf, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassenvorstand 
in VI, lehrte Mathematik in MB, IV^, IV B, VI, Physik in IV^, lVB h 
zusammen wochentlich 18 Stunden. 



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29 

10. Dr. Kdnig Anton, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des natur- 
historischen Kabinettes, lehrte Mathematik in II A, Naturgeschichte in IA+ 
IB, VI, Propadeutik in VII^4, VII^, VIII A, VIII B, zusamroen wOchentlich 
1 8 Stunden. 

11. Dr. Raiz Agid, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassenvorstand 
in IV A', lehrte Latein in IV A, Griechisch in IV A, Deutsch in VII-4,. 
VII B, zusammen wOchentlich 16 Stunden. 

12. Sauer Anton, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der Lehrer- 
und Schulerbibliothek, Klassenvorstand in VIII A, lehrte Latein in V B r 
VIII A, VIII B, zusammen wocbentlich 16 Stunden. 

13. Schickinger Hermann, k. k. Professor der VIII. Rangsklasse, Klassen- 
vorstand in IV B 9 lehrte Latein in IVi?, VII A, Griechisch in IV B, zu- 
sammen wOchentlich 15 Stunden. 

14. Dr. Schiefier Anton, k. k. Professor, Kustos der historisch-geographi- 
schen Sammlung, Klassenvorstand in Illi?, lehrte Deutsch in IV B r 
Geographie und Geschichte in 111^4, IIL#, VI, zusammen wOchentlich 
15 Stunden. 

15. Sohn Roman, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, lehrte Naturgeschichte 
in II ^4, II B, VA, VB, Mathematik in IB, III A, IIIB, zusammen wOchent- 
lich 19 Stunden. 

16. Strigl Josef, Ritter des Franz Josef-Ordens, k. k. Professor der VII. Rangs- 
klasse, Klassenvorstand in II B, lehrte Latein in II B, Griechisch in VII B, 
Deutsch in II B, zusammen wOchentlich 15 Stunden. 

17. Tilp Anton, k. k. Professor, Klassenvorstand in VII B, lehrte Mathematik 
in IA, VII A, VIIB, VIIIA, Villi?, Physik in VIIA, VIIB, zusammen 
wOchentlich 19 Stunden. 

6") Supplenten: 

18. Dr. Ecker Josef, Klassenvorstand in IIIi4, lehrte Latein in 111^4, Grie- 
chisch in III A, Deutsch in 111^4, VA, zusammen wOchentlich 17 Stunden. 

19. Jax Karl, vom 18. Mai 19 10 an Klassenvorstand in VA, lehrte Latein 
in VA, Griechisch in VA, VI, zusammen wOchentlich 16 Stunden. 

20. Knogler Johann, lehrte katholische Religion in 1^4, IB, IIA, \IB, IIIB, 
IV B, VB in zusammen wOchentlich 14 Stunden und hielt die Exhorte 
im Untergymnasium. 

2 1. Dr. Milliner Josef, lehrte Deutsch in Illi?, IV^4, Geographie und 
Geschichte in I A, IV B, V A, zusammen wOchentlich 16 Stunden. 

22. Dr. Pohnert Ludwig, Klassenvorstand in 11,4, lehrte Latein in II A, 
Deutsch in II j4, V B, VI, zusammen wOchentlich 17 Stunden. 

23. Dr. Ullrich Johann, Kustos der Untersttitzungsbibliothek, vom 1. April 
19 IO an Klassenvorstand in I A, lehrte Latein in 1^4, Griechisch in VB r 
Deutsch in 1,4, zusammen wOchentlich 17 Stunden. 



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30 

d) Evangelische und israelitische Religionslehrer: 

24. Friedmann Moritz, Ritter des Kranz Josef-Ordens, Mitglied des ober- 
osterreichischen Landesschul rates, Rabbiner, israelitischer Religionslehrer, 
lehrte mosaische Religion in zwei Abteilungen, zusammen wochentlich 
4 Stunden. 

25. Koch August, Mitglied des oberSsterreichischen Landesschulrates, Senior 
und evangelischer Pfarrer, evangelischer Religionslehrer, lehrte evangelische 
Religion in zwei Abteilungen, zusammen wochenthch 4 Stunden. 

e) Turnlehrer: 

26. Hirt Max, k. k. Turnlehrer, lehrte Turnen in IB, UA, IVA, IVB, 
VB, VlIB, VlllA, VlllB, zusammen wochentlich 16 Stunden. 

27. Richter Max, Turnlehrer, lehrte Turnen in IA, UB, lllA, UIB, VA, 
VI, VllA, zusammen wochentlich 14 Stunden. 

f) Nebenlehrer: 

28. Dr. Bruner Josef, k. k. Professor, lehrte Stenographic in zwei Kursen 
(drei Abteilungen), zusammen wochentlich 6 Stunden. 

29. Dr. Karigl Ferdinand, k. k. Professor an der Staatsrealschule, lehrte 
englische Sprache im I. Kurse und franzosische Sprache im II. Kurse, zu- 
sammen wochentlich 6 Stunden. 

30. Kuna Franz, provisorischer Hauptlehrer an der k. k. Lehrer- und 
Lehrerinnenbildungsanstalt, lehrte Zeichnen als obligates Fach in I A, 
IB, zusammen wochentlich 6 Stunden, als Freigegenstand in drei Kursen 
mit 6 Stunden wochentlich. 

31. Neuhofer Franz, lehrte Gesang in der I., II. und III. Abteilung, zu- 
sammen wochentlich 6 Stunden. 

^2. Dr. Pohnert Ludwig, Supplent, lehrte Kalligraphie in I A, IB, zusammen 
wochentlich 2 Stunden. 

g) Lehramtskandidaten: 

33. Dr. Pfaffeneder Max, lehrbefahigt aus Mathematik und Physik als 
Hauptfachern, hat bis zum Schlusse des I. Semesters das Probejahr zu- 
riickgelegt und im II. Semester unter der Leitung des Professors Doktor 
R. Klug den Unterricht in der Physik in der IVi?-Klasse in 3 Stunden 
wochentlich erteilt. 

34. Dr. Prieth Gabriel, lehrbefahigt aus Mathematik und Physik als Haupt- 
fachern, hat nach Zuriicklegung des Probejahres im Schuljahre 1909/10 
unter der Leitung der Professoren jR. Sohn und A. Tilp den Unterricht 
in der Mathematik in I A und III Z? in wochentlich 6 Stunden erteiit. 



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31 

II. Lehr- und Lektionsplan. 

I. Klasse. 

Religion: Katholische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischcn 
Kirche (kursorisch). 2 Stunden. 

DeutSCh: Lautbildung: Wiederholung und Erweiterung der Sprachlehre. 
Lescn von Stiicken erzablenden Inhaltes. SprechGbungen. Memorieren 
und Vortragen. Schriftliche Schultibungen, 6 Scbul-, 3 Hausarbeiten im 
Semester. 4 Stunden. 

Lateln: RegelmaBIge Formenlehre ausschliefllich der Deponentia. Cbersetzung 
aus dem Obungsbuche. Memorieren der Vokabeln. Von der zweiten Halfte 
des I. Semesters an allw6chentlich eine Komposition von V f Stunde. 
Schulubungen und HausObuagen nach Bedarf. 8 Stunden. 

Geographie: Geographische Grundvorstellungen. Die Tagesbahnen der Sonne. 
Orientierung, Beschreibung und Erklarung der Beleuchtungs- und Er- 
warmungsverhaltnisse innerhalb der Heimat. Gradnetz. Hauptformen des 
Festen und Flussigen in ihrer Verteilung auf der Erde, Lage der be- 
deutendsten Staaten und Stadte. Versuche im Zeichnen einfacher geo- 
graphischer Objekte. 2 Stunden. 

Hathematik: Rechnen: Die vier Grundrechnungsarten an ganzen benannten 
und unbenannten Zahlen in sich erweiterndem Zahlenbereiche. Rdmische 
2^ahlzeichen. Heimische Munzen, Mafie und Gewichte. Dezimalzahlen nach 
dem Positionssystem, spater als Briiche in Verbindung mit Voriibungen 
fflr das Bruchrechnen. Mafi und Vielfaches. Raumlehre: Voriibungen in 
der Anschauung einfacher Kfirperformen. Obungen im Gebrauch von 
Zirkel, Lineal, Dreieck, Mafistab, Transporteur. Einfache Winkel. Dreieck. 
Paralellismus von Geraden und Ebenen. Inhalt des Rechteckes, Quadrates, 
Wurfels und Kreises. 3 Stunden. 

NatlirgeSChichte : Tierreich , und zwar Saugetiere und Vogel in ent- 
sprechender Auswahl. 2 Stunden durch 6 Monate. — Pflanzenreich. 
Beschreibung einer Anzahl von Samenpflanzen verschiedener Ordnungen. 
2 Stunden durch 4 Monate. 

Zeichnen: AnschauUngslehre, Zeichnen ebener geometrischer Gebilde aus 
freier Hand nach Vorzeichnung des Lehrers an der Tafel, begleitet mit 
kurzen, zum Verstandnisse notwendigen Erklarungen unter besonderer 
Berficksichtigung des Zeichnens gebogener Linien. 3 Stunden. 

II. Klasse. 

Religion: Katholische Glaubens- und Sittenlehre. Liturgik der katholischen 

Kirche. 2 Stunden. 
DeutSCh: Sprachlehre: Sprechtibungen, Memorieren und Vortragen wie in I. 

Lesen von Stiicken geschichtlichen oder natur- und erdkundlichen Inhaltes. 

Schriftliche Arbeiten wie in I. 4 Stunden. 
L. 3 



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32 

Lat6in: Wiederholung der regelmaBigen Formenlehre und die unregelmaflige 
Formenlehre. Memorieren der Vokabeln. Schriftliche und mundliche 
Obersetzung aus dem Lesebuche. Schul- und Hausiibungen wie in I. 
Schularbeiten alle 14 Tage mit halb- bis dreiviertelstundiger Arbeitszeit. 
7 Stunden. 

GeSChichte: Altertum. Sagen. Die wichtigsten Personen und Begebenheiten, 
hauptsachlich aus der Geschichte der Griechen und Romer. 2 Stunden. 

G60graphie: Sonnenbahn in verschiedenen Breiten. Erweiterung der Lehre 
vom Globus. Geographie von Asien, Afrika, Europa. Die Lander Sud- 
europas und des britischen Inselreiches. Obungen im Entwerfen einfacher 
Kartenskizzen. 2 Stunden. 

Mathematik: Rechnen: Erweiterte Obungen uber Mafie und Vielfache. 
Bruchrechnung. Direkte und verkehrt proportionale Grofien in Schlufl- 
rechnungen. Die Prozent- und die einfache Zinsrechnung. Raumlehre: 
Strecken- und Winkelsymmetrale. Kongruenz der Dreiecke. Kreis. Vier- 
eck. Vieleck. Gerade Prismen, Zylinder, Pyramiden, Kegel. Kugel. 

3 Stunden. 

NatlirgeSChichte: Tierreich, und zwar Vogel, einige Reptilien, Amphibien 
und Fische. Einige Weich- und Strahltiere. 2 Stunden durch 6 Monate. 
— Pflanzenreich. Fortsetzung des Unterrichtes der I. Klasse durch Vor- 
fuhrung anderer Samenpflanzen. Einige Sporenpflanzen. 2 Stunden durch 

4 Monate. 

III. Klasse. 

Religion: Zusammenfassende Liturgik. Geschichte der Offenbarung des Alten 
Testamentes. 2 Stunden. 

DeutSCh: Wortlehre, der einfache Satz. Obungen zur Scharfung des Sprach- 
gefuhles. Lesen von lyrischen und grofleren epischen Gedichten, von Be- 
schreibungen und grofleren Erzahlungen. Sprechubungen. Memorieren 
und Vortragen. Schriftliche Schulubungen. 4 Schul-, 2 Hausarbeiten 
im Semester. 3 Stunden. 

Latein: Syntax des Nomens. Obungsbeispiele. Cornel. Nepos: Miltiades, 
Themistocles, Aristides. Auswahl aus Curtius Rufus aus Gollings Chrest. 
6 Schularbeiten im Semester. 6 Stunden. 

GriechiSCh: RegelmaOige Formenlehre mit Ausschlufi der Verba liquida und 
der Verba in [it. Obersetzungen. Von der 2. Halfte des I. Semesters 
monatlich eine Schularbeit. 5 Stunden. 

GeSChichte: Mittelalter und Neuzeit bis zum Westfalischen Frieden. Die wich- 
tigsten Personen und Begebenheiten mit besonderer Rucksicht auf die 
Geschichte der osterreichisch-ungarischen Monarchic 2 Stunden. 

Geographie: Die ubrigen Lander Europas (aufier Osterreich-Ungarn), Amerika 
und Australien. Erganzungen und Wiederholungen der astronomischen 
Geographie. Obungen im Entwerfen einfacher Kartenskizzen. 2 Stunden, 



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33 

Mathematik: Arithmetik: Anfange der allgemeinen Arithmetik. Positive 
und negative Zahlen. Obungen im Umformen und Substituieren. Quadrieren, 
Kubieren, Auszieben der Quadrat- und Kubikwurzel. Unvollstandige 
Zahlen. Abgekurztes Multiplizieren und Dividieren. Raumlehre: Ver- 
gleichung, Verwandlung und Teilung der Figuren. Flachenmessung. 
Pythagoraischer Lehrsatz. Oberflache und Inhalt von Prisma, Zylinder, 
Pyramide, Kegel und Kugel. Vielseitige Verbindung des arithmetischen 
und geometrischen Unterrichtes. 3 Stunden. 

Physik: Einleitung. Warmelehre, Magnetismus, Elektrizitat, Schall, Licht. 
Beobachtung der Himmelserscheinungen. 2 Stunden. 

IV. Klasse. 

Religion: Geschichte der Offenbarung des Neuen Testamentes. 2 Stunden. 

DeutSCh: Der zusammengesetzte Satz. Dbungen wie in III. Lesen von 
Abhandlungen. Verslehre. Sprechdbungen. Memorieren und Vortragen. 
Schriftliche Arbeiten wie in III. 3 Stunden. 

Latein: Syntax des Verbums. Obungsbeispiele: Caesar, de bell. Gall. I und 
Auswahl aus IV bis VII. Schriftliche Arbeiten wie in III. 

GriechiSCh: Abschlufi der regelmafligen Formenlehre durch Hinzufflgung der 
Verba liquida und der Verba in |U. Die fur das Lesen der Prosaiker 
notwendigsten Unregelmafligkeiten in der Flexion. Hauptpunkte der Syntax. 
Monatlich 1 Schularbeit. 4 Stunden. 

Geschichte: Neuzeit. Vom westfalischen Frieden bis zur Gegenwart. Die 
wichtigsten Personen und Begebenheiten mit besonderer Berucksichtigung 
der Ssterreichisch-ungarischen Monarchie. 2 Stunden. 

Geographic: Osterreich-Ungarn physikalisch und politisch mit Beriicksichtigung 
der Bodenprodukte, des Verkehres, der Kultur. Kartenskizzen. 2 Stunden. 

Mathematik: Arithmetik: Einfuhrung in die allgemeine Arithmetik durch 
Erlauterung und Einubung der Operationsgesetze. Mafie, Vielfache, Briiche. 
Gleichungen ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten. Ver- 
haltnisse und Proportionen. Reine Gleichungen zweiten Grades nach 
den Bedurfnissen des geometrischen Unterrichtes. Graphische Darstellung 
linearer Funktionen. Geometrie: Wiederholung und Vertiefung des plani- 
metrischen Lehrstoffes in beweisender Form. Konstruktions- und Rechen- 
aufgaben. 3 Stunden. 

Physik: Magnetismus. Elektrizitat. Mechanik der festen, fliissigen und luft- 
f6rmigen Korper. Die Lehre vom Schalie. Die Lehre vom Lichte. 
Astronomische Geographic 3 Stunden. 

V. Klasse. 

Religion: Beweis der Wahrheit der katholischen Kirche. 2 Stunden. 
DeiltSCh: Literaturgeschichte von den Anfangen bis zum Beginn des XVI. Jahr- 
hunderts. Lesestoff: 

3* 



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34 

a) In den geschichtlichen Entwicklungsgang eingeordnet: Auswahl aus dem 
Nibelungenliede, Proben aus Gudrun, Auswahl aus Minnesang und Spruch- 
dichtung, besonders aus Walther von der Vogelweide. Volkslieder. Da- 
bei Einblick in die gescbichtliche Entwicklung der deutschen Sprache. 

b) Zeitlich nicht gebunden: Balladen, Romanzen, poetische Erzahlungen. 
Proben aus moderner Prosa. — Sprechubungen. 3 Schul-, 2 Haus- 
arbeiten im Semester. 3 Stunden. 

Latein: Livius, Auswahl nach Gollings Chrest. Ovid, Auswahl nach Sedl- 
mayers Ausgabe. Grammatisch-stilistische Obungen. 5 Schularbeiten im 
Semester. 6 Stunden. 

GriechiSCh: Xenophon, Anabasis I, II, III, V, VI, IX. (nach der Chresto- 
mathie von K. Schenkl). Homer, Ilias I, II, 1 — 483. WSchentlich 
1 Grammatikstunde. 4 Schularbeiten im Semester. 5 Stunden. 

GeSChichte und GeOgrapMe: Einfuhrung in das Studium der Geschichte. 
Geschichte des Altertums, vornehmlich der Griechen und R6mer bis zur 
Schlacht bei Aktium. 3 Stunden. Erganzung und Vertiefung der Lander- 
kunde von Sudeuropa und Frankreich. Australien und Amerika im 
Oberblick. 1 Stunde. 

Hathematik: Die 4 Grundoperationen. Die negativen und gebrochenen 
Zahlen. Eigenschaften der Zahlen. Proportioned Gleichungen ersten 
Grades. GraphischeDarstellunglinearerFunktionen. Planimetrie. 3 Stunden. 

NatUPgeSChichte : I. Semester: Mineralogie und Geologic II. Semester: 
Botanik. 3 Stunden. 

VI. Klasse. 

Religion: Die katholische Glaubenslehre. 2 Stunden. 

DeutSCh: Genealogie der germanischen Sprachen. Literaturgescbichte bis 
einschliefilich Lessing. Lesestoff des Lesebuches. Schul- und uberwachte 
Hauslektiire: Lessing, Minna von Barnhelm und Emilia Galotti; Corneille, 
Cid; Rosegger, Das zugrundegegangene Dorf. Memorieren und Vor- 
tragen. Schularbeiten wie in V. 3 Stunden. 

Latein: Sallust, bell. Cat., Cicero, in Cat. I., Vergil, Auswahl aus Bucol. 
und Georg., Aeneis I., II. Grammatisch-stilistischer Unterricht 1 Stunde 
w6chentlich. Schularbeiten wie in V. 6 Stunden. 

GriechiSCh: Herodot VII, VIII, IX (Auswahl). Xenophon, Kyrup. I, II, 
Memor. III. Homer, Ilias, III, IV, VI, IX, XII, XVI, XXII. Gram- 
matische Obungen und schriftliche Arbeiten wie in V. 5 Stunden. 

Geschichte: Romische Geschichte von den Gracchen an. Geschichte des 
Mittelalters mit Beriicksichtigung der Kulturgeschichte und Geographic 
4 Stunden. 

Mathematik: Lehre von den Potenzen, Wurzeln und Logarithmen. Glei- 
chungen des zweiten Grades mit 1 Unbekannten. Stereometrie, Gonio- 
metrie und Trigonometric des rechtwinkligen Dreieckes. 3 Stunden. 

Natlirg'eSChichte: Zoologie und Somatologie. 3 Stunden. 



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35 



VII. Klasse. 



Religion: Die katholische Sittenlehre. 2 Stunden. 

DeiltSCh: Literaturgeschichte von Herder bis 1805. Lesebuch. Schul- und 
kontrollierte Privatlekture : Shakespeare, Kdnig Lear; Goethe, GStz, 
Egmont, Iphigenie auf Tauris; Schiller, Rauber, Don Karlos; H. Kurz, 
Schillers Heimatsjahre. Redeiibungen. Memorieren und Vortragen. Auf- 
satze wie in V. 3 Stunden. 

Latein: Cicero, pro Milone, pro Ligario. de offic. I. Vergil, Aen. II, IV, VI. 
Wiederholung der wichtigsten Partien der Syntax. 1 Stunde grammatisch- 
stilistische Obungen. Schularbeiten wie in V. 5 Stunden. 

Griechlsch: Demosthenes, Olynth I, II, Qber den Frieden. Homer, Odyssee I 
(1—95), VI, VII, IX, X, XII, XIII, XVII. Im Semester 3 Schularbeiten. 
4 Stunden. 

GeSChlchte : Geschichte der Neuzeit mit Benicksichtigung der Kulturgeschichte 
und Geographic 3 Stunden. 

Mathematik : Quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten. Diophantische 
Gleichungen des ersten Grades. Progressionen. Zinseszinsen- und Renten- 
rechnungen; die wichtigsten Satze der Kombinationslehre, der binomische 
Lehrsatz. Trigonometric des schiefwinkligen Dreieckes. Analytische Geo- 
metric der Geraden und der Kegelschnittslinien in der Ebene. 3 Stunden, 

Physik: Mechanik, Warmelehre, Chemie. 3 Stunden. 

Prop&deutik: Logik. 2 Stunden. 

VIII. Klasse. 

Religion: Kirchengeschichte. 2 Stunden. 

DeutSCh: Literaturgeschichte bis zu Goethes Tod. Oberblick Ciber die Ent- 

wicklung der deutschen Literatur in Osterreich im XIX. Jahrhundert. 

Grillparzer. Lektiire: Lessing, Hamburg. Dramat. und Laokoon (Aus- 

wahl). Schiller, Jungfrau von Orleans. Goethe, Hermann und Dorothea. 

Grillparzer, Kflnig Ottokars Gluck und Ende. Raimund, Der Verschwender. 

Chamisso, Peter Schlemihl. Freytag, Auswahl. Privatlektttre. Obersicht- 

liche Wiederholung des deutschen LehrstofFes, daran anknupfend eine 

Charakteristik der Dichtungsarten. Redeiibungen. 8 Schul- und Haus- 

arbeiten. 3 Stunden. 
Latein: Tacitus, Germania, 1 — 2J, Annalen I, II (Auswahl). Horaz, Auswahl 

Oden und Epoden, Sat. I, 1. 6, Epist. II, 1. Grammatisch-stilistische 

Obungen. Schularbeiten wie in V. 5 Stunden. 
Griechlsch: Sophokles, Konig Odipus. Odyssee, Auswahl. Platon, Apologie, 

Kriton, Abschnitte aus Platons Schriften nach dem Lesebuche von 

Schneider. Grammatische Obungen. Schularbeiten wie in VII. 
GeSChlchte: Osterreichische Geschichte und Vaterlandskunde. Wiederholung der 

wichtigsten Partien der griechischen und rCmischen Geschichte. 3 Stunden. 



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36 

Mathematik : Zusammenfassende Wiederholung der wichtigsten Partien der 
Mathematik. Obungen im Auflosen mathematischer Probleme. 2 Stunden. 

Physik: Magnetismus, Elektrizitat, Wellenlehre und Akustik, Optik. 3 Stunden, 
im II. Semester 4 Stunden. 

Prop&deiltik: Empirische Psychologic 2 Stunden. 



Tabellarische Stundeniibersicht der obligaten 


Facher. 


Lehrgregenst&nde 


I. 


II. 


in. 


IV. 


V. 


VI. 


VII. 


VIII. 


Summe 


Religionslehre ....... 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


16 


Unterrichtssprache 


4 


4 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


26 


Lateinische Sprache .... 


8 


7 


6 


6 


6 


6 


5 


5 


49 


Griechische Sprache .... 




• 


5 


4 


5 


5 


4 


5 


28 


Geschichte 




2 


2 


2 


3 


4 


3 


3 


l 9 


Geographie 


2 


2 


2 


2 


1 








9 


Mathematik 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


2 


23 


Naturgeschichte 


2 


2 


• 




3 


3 


• 




10 


Physik und Chemie .... 


• 




2 


3 


• 


• 


3 


LSm. 3 
IISm.4 


11 
12 


Philosophische Propadeutik . 








• 


• 




2 


2 


4 


Freihandzeichnen 


3 


• 


• 




• 




• 




3 


Schreiben 


1 












• 


• 


1 




Turnen 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


16 


Sum me . 


27 


24 


27 


27 


28 


28 


27 


27 
(28) 


215 
(216) 











Privatlektiire aus den alten Sprachen. 

A. Latein. 

V. Klasse A: a) Caesar, bell. Gall. VI. b) Ovid, Auswahl aus Met.: Bentz K. 
a, b; Birklbauer A. a, b; Breslmaier E. a, b; Clodi E. a, b; Danzer K. 
j, b; Deutner A. a, b; Feder A. b; Feder W. b; Fischer A. b; Eurich K. 
b; Fischer-Colbrie A. b; Fischer-Colbrie K. a, b; Fischer Franz a, b; 
Geisler J. b; Haller E. a, b; Hilber J. b; Hofer M. a, b; Honerlein F. 



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37 

a, b; Lummerstorfer R. a; Mayr A. a; Miihlberger F. b; Renner J. a, b; 
Ruckensteiner F. a, b; Streicher F. b; Vorderegger R. a; Weifi G. b. 

V. Klasse B: a) Caesar, bell. Gall. VI. b) Ovid, Met., Die grofie Flut, Kad- 

mus griindet Theben: Hain J. b; Kepplinger H. <z, b; Kfinigseder F. 
a, b; Kufi J. a; Nagel W. b; Niirnberger F. b; Schauer M. a, b; 
Schwarz J. a, b; Stifter Leo a, b; Strixner J. b; Sturma L. a, b; Weoger 
W. a, b; Wieser G. a, b; Zekert O. a. 

VI. Klasse: Caes. b. civ. Ill, Sail. Jug.: Auinger M., Eder H., Gleiflner H., 

Gottschy F., Meschede F., Reder J. — Caesar, b. civ. Ill: Bentz V., 
Ehgartner R., Eisenreich J., v. Poth M., Schauberger E., Sparkefl E., 
Suchanek F. — Caes. bell. civ. Ill, 1—80: Fefller Fr. — Caes. bell: 
civ. Ill, Sail. Jug. 1 — 54: Juszt A. — Caes. bell. civ. Ill, 30—80. 
Lindinger J. — Caes. bell. civ. Ill, 1—80, Sail. Jug. 1 — 57: Vogl P. 

VII. Klasse A: Cic. p. Deiot., Cat. II, III, IV, p. Archia, p. Sulla, p. Roscio, 
de imp. Cn. Pomp., p. Murena: Gerhardinger M. — Cic. p. Archia, de 
imp. Cn. Pomp., Verg. Aen. V: Horzeyschy F. — Cic. Phil. VII, p. Deiot., 
Ovid (Auswahl), Vergil, Georg. I (351 — 514), II (458 — 540): Gatti N. 

— Plin. Briefe; Cic. Cat. II, IV; Catull: Gragl F. — Cic. Phil. II, p. 
Archia: Bruckner J. — Vergil, Aen. Ill: Eder G., Leitner J., Hirsch J. 

— Cic. p. Deiot.: Appel E. — Plinius' Briefe: Kaczkowski L. — Cic. 
p. Arch.: Eibl J. — Caesar, bell. Gall. V, VII; Griinner K. — Cic. 
Laelius, p. Archia, Vergil Aen. V: Konig R. 

VII. Klasse B: Verg. Aen. XII, 615—714: Hansl R. — Cic. p. Deiot.: Schwarz 
N. H. — Verg. Aen. VII, 148—248; XII, 615—714: Springer E. — 
Terent. Adelph.: Taub J. — Cic. p. Deiot.; Verg. Aen. XII, 615 — 714: 
Wehrenfennig A. — Verg. Aen. IX, 175 — 450: Zillich J. 

VIII. Klasse A: Verg. Aen. IV: Hackl G. — Verg. Aen. IV, V: Pachinger J. 

— Liv. XXII, 1 — 24: Rammer J. 

B. Griechisch. 

V. Klasse A: Xenophon, Anab. (Schenkl) VII: Bentz K., Breslmaier E., Deutner 
A., Feder A., Fischer-Colbrie A., Fischer-Colbrie K., Hilber J., Haller E., 
Honerlein F., Hofer M., Weifi G., Fischer Fr., Mayr A., MQhlberger Fr., 
Danzer K., Vorderegger R., Ruckensteiner Fr., Renner J. 

V. Klasse B: Xenophon, Anab. (Schenkl) VII, VIII: Kepplinger H., Kufi J., 

Mattaulech ]., Nagel W., Schauer M., Schuster G., Schwarz J., Strixner J., 
Sturma L., Wenger W., Wieser G. 

VI. Klasse; Horn. II. V: Gerstl O. — II. V (1— 317): Gerl J. — II. V 
(1—300), XXIV (1—560): Reder J. — II. VIII: Auinger M., Grunn H., 
Schauberger E., Vogl P. — II. VIII, Herodot I, 2; Sparkefl E. 

VII. Klasse A: Horn. Od. I, 96 bis Schlufi: Edlinger O., Grunner K., Leitner J.; 
dass. und Od. II, Bertl H., Gatti N., Kaczkowski L. — Od. Ill: Ger- 
hardinger M., Haderer F.; dass. und Od. XI: Bruckner J. — Od. I, III, 



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38 

VIII, Herod. IX: Hofmann A. — Od. VIII, XI, XXII: Eibl J. — Od. 
XIV, XV: Gattermeyer K. — Od. XXII und Auswahl Plut. Perikl.: Grfln- 
wald J. — Horn. II. XXIV: Eurich F. — Dem. Ol. Ill: Gragl F., Kep- 
linger J.; dass. und Phil. Ill: Kaindl F. — Dem. Ol. Ill und Auswahl 
Herod. V: Appel E. — Dem. Ol. Ill, Horn. Od. Ill und IV: Horzeyschy F. 
— Evang. Matth.: Kfinig R. — Evang. Joan, und Marc: Hirsch E. — 
Prokop, Goth. I: Eder G. — Od. XXIII: Gatti N. 

VII. Klasse B: Horn. Od. VIII: Paulusberger V., Taub J. — Dem. Chers. 
Od. I -IV: Zillich J. 

VIII. Klasse A: Horn. Od. VIII: Grasbock Fr., Pachinger J. — Horn. Od. 
VIII, XI: Bichler L. — Herod. VIII. 2. Halfte: Hofbauer A. 

VHI. Klasse B: Horn. Od. VIII: Haselauer A. 



Die iibrigen obligaten Lehrgegenstande. 

i. Evangelischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

1. Abteilung. Biblische Geschichte des Alten Testamentes. Katechis- 
mus: Erkl&rung des II. Hauptstiickes (christl. Glaube) nach Dr. M. Luthers Kate- 
chismus von Dr. Ernesti; Kirchenlieder im Anschlusse an das Kirchenjahr. 

2. Abteilung. Kirchengeschichte von der Reformation an. 

2. Israelitischer Religionsunterricht. 

Derselbe wurde in 2 Abteilungen mit je 2 Stunden erteilt. 

1. Abteilung. Biblische Geschichte: Zeit der Richter. — Die Glaubens- 
lehren. — Bibellekture aus Genesis im Urtexte. 

2. Abteilung. Vom AbschluB des Talmud bis zur Vertreibung der 
Juden aus Spanien (500 — 1492). Zusammenfassung der wichtigsten Religions- 
lehren. — Bibellekture aus Deuteronomium im Urtexte. Nach Wolf, Religions- 
und Sittenlehre; Hecht-Kayserling, Israel. Geschichte; Kayserling, Die funf 
Biicher Moses. 

3. Turnen. 

An dem Turnen beteiligten sich alle Schuler mit Ausnahme derer, welche 
krankheitshalber dispensiert waren. 

Der Unterricht wurde nach dem fur Mittelschulen vorgeschriebenen Lehr- 
plane (Erl. d. h. k. k. Min. vom 12. Kebr. 1897, Z. 17261) in 15 Abteilungen 
mit je 2 Stunden wCchentlich erteilt. Jede Schulklasse bildete fur sich eine 
Turnabteilung. 

4* Kalligraphie. 

Der Unterricht in der Kalligraphie ist fur die Schuler der I. Klasse 
obligat mit je 1 Stunde wochentlich fur jede Klassenabteilung. Das Lehrziel 
ist eine einfache, leicht lesbare und fliefiende Handschrift. 



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39 



Die freien Lehrgegenstande. 
i. FranzOsische Sprache. 

Der Unterricht wurde im zweiten Kurse mit 3 Stunden wOchentlich erteilt. 

Erganzung der Formenlehre. Das unregelmaflige Zeitwort. Das Wich- 
tigste aus der Satzlehre. Erweiterung des Wortschatzes fflr den Alltag an der 
Hand des Lehrbuches von Sokol-Wyplel, I. Teil. Lesen zweier Bandchen 
(I und III) der Choix de Nouvelles modernes (Velhagen und Klasing). 

2. Englische Sprache. 

Der Unterricht wurde im ersten Kurse mit 3 Stunden wflchentlich erteilt. 

Einfuhrung ins moderne, gesprochene Englisch, nach der analytischen 
Methode. MQndliche und schriftliche Obungen im Anschlusse an Sonnenburg- 
Kellners Elementarbuch. Lesen des Buchleins n Fairy and other tales" (Vel- 
hagen und Klasing). 

3* Gesang. 

Die Schuler wurden nach ihren musikalischen Vorkenntnissen in zwei 
Kurse geteilt. 

1. Kurs. Obungen im Erkennen und Treffen der Intervalle in ver- 
schiedenen Taktarten und in den gebrauchlichsten Durtonarten. Kenntnis des 
Drei- und Vierklanges, ein- und zweistimmige Obungen nach der Chorgesangs- 
schule von Brunner, Einfalt und Prammer. 2 Stunden. 

2. Kurs in 2 Abteilungen. Fortsetzung in der Behandlung der Ton- 
arten. Knabenchore, gemischte Ch5re und Mannerch6re von verschiedenen 
Komponisten. 4 Stunden. 

Beim sonntagigen Gottesdienste wurden Lieder aus Bergers Kirchen- 
liederbuche gesungen, bei festlichen Anlassen lateinische Messen mit geeigneten 
Einlagen aufgefuhrt. 

4. Stenographic. 

Der Unterricht wurde nach Gabelsbergers System (Lehr- und Lese- 
buch von F. Scheller) in 2 Kursen erteilt. 

1. Kurs in 2 Abteilungen. I. Semester: Das Alphabet und die Wort- 
bildungslehre mit Schreibiibungen. II. Semester: Die Wortkurzungslehre. 
Praktische Anwendung und Einubung des Erlernten durch Schreib- und Lese- 
ubungen. 4 Stunden. 

2. Kurs. I. Semester: Wiederholungder Wortbildungs- und Wortkurzungs- 
lehre; Satzkiirzungslehre nebst Obungen im Lesen und Schreiben. II. Semester: 
Fortsetzung der Satzkiirzungslehre mit praktischer Anwendung und Lese- 
ubungen. 2 Stunden. 

5. Freihandzeichnen. 

In der I. Klasse obligat, siehe S. 31. 

Der Unterricht wurde in 3 Kursen mit je 2 Stunden wSchentlich erteilt. 



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40 

2. Kurs. Einleitende Erklarungen aus der Perspektive an der Hand der 
Apparate. Zeichnen nach Draht- und Holzmodellen. Obungen im Ornament- 
zeichnen nach Vorlagen und Entwiirfen des Lehrers an der Tafel. 

3. und 4. Kurs. Einfache ornamentale KompositionsCibungen, Studien 
nach plastischen Ornamenten und fortgesetzte perspektivische DarsteJlungen 
geeigneter technischer Objekte von der Kontur angefangen bis zur vollendeten 
Schattierung unter Handhabung von Bleistift, Kreide und Pinsel; Konturen des 
menschlichen Kopfes in verschiedenen Stellungen; gelegentliche Belehrung uber 
Naturwahrheit; Studien landschaftlicher SchSnheit im Freien (SkizzierausflQge). 



III. tibersieht uber die im Sehuljahre 1909/1910 
gebrauchten Lehrbiieher. 

(Die romischen ZifFern bedeuten die Klassen, in den en die Lehrbiieher verwendet wurden.) 

ReligiOnslehre: I., II. Grofier Katechismus; Zetter, Liturgik. 2. bis 5. Aufl.; 
III. Dei m el, Lehr- und Lesebuch der Offenbarung des Alten Bundes; IV. 
Fischer, Offenbarung des Neuen Bundes. 4. bis 10. Aufl.; V. Wappler, 
Lehrbuch der katholischen Religion. 1. Teil, 3. bis 9. Aufl.; VI. Kraufl, 
Lehrbuch f. d. kath. Religionsunterr. 2. Teil; VII. Kraufi, 3. Teil; 
VIII. Hora, Kirchengeschichte. 

Latein: I. bis VIII. Strigl, Schulgrammatik (I., II., 2. Aufl.); I. Knesek und 
Strigl, Obungsbuch, I. Teil, 2. Aufl.; II. Knesek und Strigl, Obungs- 
buch, 2. Teil, 2. Aufl.; III., IV. Strigl, Obungsbuch fur die 3. und 
4. Klasse; V. bis VIII. Hauler, Stilubungen, 6. Aufl.; III. Golling, 
Chrestomathie aus Corn. Nepos und Q. Curtius Rufus, 2. Aufl.; IV 
P rammer, Caesaris Commentarii de bello Gal/ico; V. Sedlmayer, Ovids 
ausgewahlte Gedichte; V. Golling, Chrestomathie aus Livius, 1. bis 
3. Aufl.; VI. Paul, Caesaris Commentarii de bello civili; No hi, Ciceronis 
orationes in Calilinam; Scheindler, Sallustii Crispi bellum Catil. el Ju- 
gurthinum; Klou£ek, Vergilii Aeneis, Georgica et Bucolica\ VII. No hi, 
Ciceronis orationes p. Afilone, Ligario, Deiotaro\ S chic he, Ciceronis de officii* \ 
Klou£ek, Vergil, wie in VI.; VIII. Huemer, Horatii carmina selecla, 
6., 7. Aufl.; Muller-Christ, Corn. Tacitus, Germania und Annalen, I, II. 

GHechiSCh: III. bis VIII. Curtius- v. Hartel - Weigel, Schulgrammatik, 
25., 26. Aufl.; III., IV. Schenkl, Elementarbuch, 21. Aufl.; V. bis VIII. 
Hintner, Aufgaben in zusammenhangenden Stiicken, 2. bis 6. Aufl.; V., VI. 
Schenkl, Chrestomathie aus Xenophon, 14. Aufl.; V., VI. Cauer, Horn. 
Was, Schulausgabe in 1 Band; VI. Wilhelm -Lauczizky , Herodoti de 
bello Persico librorum epitome, 3. Aufl.; VII. Wotke, Ausgewahlte Reden 
des Demosthenes, 5. Aufl.; VII., VIII. La Roche, Homers Odyssee, 1. und 
2. Teil; VIII. Schubert, Sophocles* Konig Odipus; Schneider, Lese- 
buch aus Platon. 



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41 

Deutsche Sprache: I. bis VI. Willomitzer, Grammatik, 9. bis 12. Aufl. ; 

I. bis VIII. Kummer-Stejskal, Lesebucher, und zwar I. 8. Aufl.; II. 
7. Aufl.; III. 5. Aufl.; IV. 5. Aufl.; V. 9. Aufl.; VI. 8. Aufl.; VII. 6. Aufl.; 
VIII. 6. Aufl. 

Geographie Und GeSChichte: I. Herr, Grundziige der Erdbeschreibung, 

19. Aufl.; II., III. Herr-Weingartner, Lander- und V6lkerkunde, 14., 
15. Aufl.; IV. Mayer, Geographie der osterreichisch-ungarischen Mon- 
archic, 6. bis 8. Aufl.; Herr, Erdbeschreibung , II, 14., 15. Aufl.; 

II. bis IV. Gindely-Wfirfl, Lehrbuch der Geschichte fur die unteren 
Klassen, und zwar II., 1. Teil, 13., 14. Aufl.; III., 2. Teil, 13., 14. Aufl., 
3. Teil, 11., 12. Aufl.; IV., 3. Teil, 11., 12. Aufl.; V. bis VII. 
Gindely-Mayer, Lehrbuch der Geschichte fur die oberen Klassen, und 
zwar V. 1. Bd., 12. Aufl.; VI. 2. Bd., 11. Aufl.; VII. 3. Bd., 13. Aufl.; 
VIII. Hannak, Vaterlandskunde fur die oberen Klassen, 13., 14. Aufl. 
— Atlanten: I. bis VIII. Kozenn, Geographischer Schulatlas, 38. bis 
40. Aufl.; II. bis VIII. Hannak-Umlauft, Historischer Atlas, 6., 7. Aufl. 

Mathematik: I., II. HoCevar, Lehrbuch der Arithmetik fur Untergymnasien. 
5., 6. Aufl.; III., IV. HoCevar, Arithmetik, 5., 6. Aufl.; I., II. HoCevar, 
Lehrbuch der Geometrie fur Untergymnasien, 6. bis 8. Aufl.; III., IV. 
HoCevar, Geometrie, 6. bis 8. Aufl.; V. bis VIII. MoCnik-Neumann, 
Arithmetik fur die oberen Klassen, 26. bis 30. Aufl.; V. bis VIII. 
HoCevar, Geometrie fur Obergymnasien, 5., 6. Aufl.; VI., VII., VIII. 
Rohrbach, Logarithmen. 

Naturgeschichte: I., II. Nalepa, Grundrifl der Naturgeschichte des Tier- 
reiches, 1. bis 4. Aufl.; Beck v. Mannagetta, Grundrifi der Natur- 
geschichte des Pflanzenreiches , 1. bis 3. Aufl.; V. Scharizer, Mine- 
ralogie und Geologie, 5., 6. Aufl.; Wettstein, Botanik, 2., 3. Aufl.; 
VI. Graber, Zoologie, 4., 5. Aufl. 

Physik: III., IV. Krist-Pscheidl, Anfangsgrunde fur die unteren Klassen, 

20. Aufl.; VII., VIII. Rosenberg, Lehrbuch der Physik fur die oberen 
Klassen, 1. bis 4. Aufl. 

Prop&deutik: VII., VIII. H6fler, Grundlehren der Logik und Psychologic 
1., 2. Aufl. 



IV. Themen zu den deutsehen Aufsatzen (und Rede- 
libungen) im Obergymnasium. 

V. Klasse A. 

1. a) Historische Voraussetzungen, Inhalt und literarische Bedeutung des 
Hildebrandsliedes. b) Die Entwicklung unserer Heldensage aus der Geschichte, 
an Beispielen erGrtert. (Sch. A.) — 2. a) Reize der Herbstlandschaft. b) Land- 
schaft und Stimmung in den Balladen ^Erlk^nig" und „Fischer". — 3. Das 



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42 

Feuer im Dienste des Menschen. (Sch. A.) — 4. Weihnachtsbrauche. — 
5. a) Siegfried, ein germanisches Heldenideal. b) Hagen. Ein Charakterbild nach 
dem ersten Teil des Nibelungenliedes. c) Wie kam es zur Ermordung Sieg- 
frieds? (Sch. A.) — 6. a) Mannentreue im Nibelungenlied. b) Nibelungenlied 
und Gudrun. (Vergleich.) (Sch. A.) — 7. a) Gudrun, das hohe Lied deutscher 
Frauentugend. b) Moderne Verkehrsmittel. — 8. a) Der Wechsel der Jahres- 
zeiten — ein Bild des menschlichen Lebens. b) Der Mensch im Kampfe mit der 
Natur. (Sch. A.) — 9. a) Tfjc apstfjo tSpwta ftsol 7Tp07t£pot{tev Kbjxav. Hesiod. 
b) „nec quae praeteriit, iterum revocabitur unda — nee quae praeteriit, hora 
redire potest. Ovid." — 10. a) Das Gedicht Walthers von der Vogelweide 
^weife^ ist ins Nhd. zu ubersetzen. b) Das Gedicht Reimar des Alten „Im 
Glfick" ist ins Nhd. zu ubersetzen. 

V. Klasse B. 

I. Die mythischen und geschichtlichen Grundlagen der Nibelungensage. 
(Sch. A.) — 2. Der Herbst als Kttnstler. — 3. a) Landschaft und Stimmung 
in Fontanes „Bruck* am Tay". b) Vergleich zwischen den Balladen „Erlkdnig" 
und ^Fischer" von Goethe. (Sch. A.) — 4. Unterm Weihnachtsbaum. — 5. Wie 
Sifrit ze Wormze reit. (Sch. A.) — 6. Die Bedeutung der Walder. (Sch. A.) 
— 7. a) Ruinenzauber. b) Der Lenz als Wirt. — 8. Der Streit zwischen 
Achilles und Agamemnon. (Nach Horn. II. I.) (Sch. A.) — 9. Die Wirkungen 
des Sonnenlichtes. — 10. Her Walther von der Vogelweide, — Swer des 
vergaeze, der taet' mir leide. 

VI. Klasse. 

I. Unterschiede zwischen der nordischen und der mittelhochdeutschen 
Fassung der Nibelungensage. (Sch. A.) — 2. a) Was du teurer bezablst, die 
Luge oder die Wahrheit? — Jene kostet dein Ich, diese doch hoebstens dein 
Glilck. b) Die Waffen der Tiere. — 3. Welche Griinde fuhrt Casar fur eine 
milde Behandlung der Catilinarier an? (Nach Sail. Cat. 51.) — 4. a) Nicht 
das Grofle berdekt den menschlichen Sinn, sondern das Plotzliche, Gewalt- 
same, Auflergewohnliche; an diesem n&hrt sich die menschliche Leidenschaft, 
b) Wie greift in Wolframs ^Parzival" die Artussage in die Gralsage ein? — 
5. a) Epische Dichtung der mittelhochdeutschen Bliiteperiode in Osterreich. 
b) Obersetzung aus Nib. XX, 1 — 8. (Sch. A.) — 6. Das deutsche Drama 
im XVII. Jahrhundert. (Sch. A.) — 7. Hinaus auf die Berge! — 8. BegeistVung 
ist die Sonne, die das Leben — Befruchtet, trankt und reift in alien 
Spharen. (Sch. A.) — 9. Im Gedanken Heimat umarmen sich all unsre guten 
Engel. — 10. Charakteristik Tellheims (Sch. A.) 

VII. Klasse A. 

I. Wie bewahren sich in Shakespeares „K6nig Lear" die Worte Ed- 
gars: „Die Gotter sind gerecht! Aus unseren Sflnden — Bereiten sie das 



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43 

Werkzeug, uns zu strafen? w (Sch. A.) — 2. „Nil hominibus ardui est: coelum 
ipsum petimus stulti^a'' (Horn. carm. I, 3) im Lichte der neuesten Zeit. — 
3. d) Die Kampfe zwischen Katholizismus und Protestantismus im westlichen 
Europa. b) Die Erfolge des Protestantismus im westlichen Europa. (Sch. A.) 

— 4. a) Gfitzens und Weislingens Ende; seine Wirkung auf den Leser. 
b) Georg und Franz in Goethes „G6tz". c) Abendlandschaft von L. Richter. — 
5. Goethes Verhaltnis zur bildenden Kunst bis in die Strafiburger Zeit. (Sch. A.) 

— 6. a) Wie wird das erste Auftreten des Helden vorbereitet? b) Die Spiege- 
lungen von Eginonts Bild (Goethes ^gaiont^). (Sch. A.) — 7. Beschreibung 
eines Landgutes. (Brief eines Besitzers an einen Kauflustigen.) — 8. a) Ein 
Pfarridyll im Schwarzwald. Nach dem Roman „Schillers Heimatsjahre" von 
H. Kurz. b) Eine beliebige Sentenz aus Goethes ^Iphigenie". c) Tischbeins 
Goethebild. Beschreibung. (Sch. A.) — 9. Entwurf einer Rede far den Bau einer 
Eisenbahn (oder ein anderes gemeinnOtziges Unternehmen). — 10. a) Karlos, 
Entwicklung und sein tragisches Ende. b) Ursprung und Inhalt der Freund- 
schaft zwischen Karlos und Posa. (Sch. A.) 

Redeitbungen. 
1. Ober „ Kaiser und Gallilaer" vom H. Ibsen. (Konig R.) — 2. Shake- 
speare und die Buhne seiner Zeit. (Kaczkowski L. v.) — 3. Kdnig Lears 
Charakter. (Leitner J.) — 4. Inhalt von ^Macbeth". (Hofmann A.) — 5. In- 
halt von ^Othello". (K6nig R.) — 6. Die jQngsten palaontologischen Ent- 
deckungen im schwabischen Jurameere. (Gerhardinger M.) — 7. W. Weber 
und seine Dreizehnlinden. (Hirsch E.) — 8. Donau und Rhein. (Keplinger J.) 

— 9. Pro Catilina. Eine Verteidigungsrede. (Schmidinger O.) — 10. Welt- 
schopfung und Weltuntergang in den Anschauungen der alten Germanen. 
(Eibl J.) — 11. Eine Tour in den hohen Tauern mit Besteigung des Ankogels. 
(Gatti N.) — 12. Martin Luther. (Horzeyschy Fr.) — 13. Femgericht und 
Fehderecht. (Eder G.) — 14. ^beingoU^ von R. Wagner. (Edlinger O.) — 
15. Hermann Kurz' Leben. (Gerstmayr G.) — 16. Ober Flugmaschinen. (Bertl H.) 

— 17. Das deutsche Schulwesen in der nachkarolingischen Zeit. (Kaindl Fr.) — 
18. „Die Leiden des jungen Werther", ein Kind des Sturmes und Dranges. 
(Strigl O.) — 19. Ludwig Arndts Leben und Wirken. (Bruckner J.) — 
20. Aus dem Sinnesleben der Pflanzen. (Gninwald J.) — 21. Schillers Rezension 
von Goethes y ,Egmont n . (Appel E.) — 22. Des Euripides „Iphigenie auf Tauris" 
im Vergleich zu der Goethes. (Grtinwald R.) — 2^. Die Weltstellung der 
deutschen Handelsflotte. (Haderer F.) — 24. Goethes Entwicklung an ^GOtz 77 , 
„Egmont" und ^Iphigenie" erlautert. (Gatti N.) — 25. Das griechische Pent- 
athlon und seine Hochstleistungen. (Gragl F.) — 26. Theodor Storm. (L<5cker J.) 

— 27. Schubarts Erzahlung als Quelle von Schillers Raubern. (Strigl O.) — 
28. Schillers Selbstrezension der „Rauber". (Gattermeyer K.) — 29. Referat 
iiber Schillers Abhandlung „Die Schaubuhne als moralische Anstalt betrachtet". 
(Gerhardinger M.) 



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44 

VIL Klasse B. 

I. Die Parallelhandlungen in Shakespeares „K6nig Lear". (Sch. A.) — 
2. Die edle Frau des Asan Aga. Ein Charakterbild. — 3. a) Welcjie Ruck- 
wirkung ubte die Entdeckung Amerikas auf die materiellen und geistigen Zu- 
stande Europas? b) „Des Lebens Miihe lehrt uns allein, des Lebens Giiter 
schatzen." Goethe. (Sch. A.) — 4. a) Das Familienleben des Gotz. b) Treue 
und Verrat im ^Gotz". c) Karl und Georg im ri G6tz r! . — 5. a) r Erziehung 
der Jugend — das macht mich zum Vater meines Volkes''. Worte des Herzogs 
Karl Eugen. b) Die Erziehungsmethode desselben. c) Die Personlichkeit 
Schubarts. Alle drei Themen nach dem Romane „Schillers Heimatsjahre" von 
H. Kurz. (Sch. A.) — b. Goethes Verhaltnis zu Herzog Karl August in den 
Jahren 1775 bis 1783. (Sch. A.) — 7. Ehrgefuhl und Ehrgeiz. Ihre soziale 
Bedeutung. — 8. a) Kdnig Thoas und sein Skythenreich. Kulturbild nach 
Goethes ^Iphigenie". b) Die landschaftliche Umgebung von Linz. • Brief an 
einen Naturfreund, der sich in Linz ansiedeln will. (Sch. A.) — 9. a) Schil- 
derung der Fama bei Vergil (Aen. IV) und bei Ovid. (Met. XII.) Ein Vergleich. 
b) „Kann uns zum Vaterland die Fremde werden?" (Iph. I, 2.) — Ubi bene, 
ibi patria. Ein Vergleich. — 10. Wie 10b in VII. A. (Sch. A.) 

Redeiibungen. 

1. Inhalt von Shakespeares ^Macbeth". (Kitzmantel G.) — 2. Shake- 
speares Leben und die Buhne seiner Zeit. (PStscher J.) — 3* Konig Lears 
Charakter. (Schwarz N.) — 4. Inhalt des ^Othello". (Derntl F.) — 5. Die 
Sonnwendmythen und -feste der alten Germanen. (Philipp G.) — 6. 1st ewiges 
Leben auf Erden mOglich? (Werkgartner A.) — 7. R. Wagners Bedeutung fur 
die deutsche Literatur. (Zehenthofer M.) — 8. Ein Tag im Riesengebirge. 
(Niederberger K.) — 9. Eine Hochtour im Dachsteingebiete. (Wehrenfennig A.) 
— 10. H. Kurz' Leben und Werke. (Walter J.) — 11. Der Tiroler Festzug 
1909. (Neidhardt F.) — 12. Die inneren Verh&ltnisse Oberosterreichs zur 
Zeit des Bauernkrieges. (Paulusberger V.) — 13. „Die Leiden des jungen 
Werther , ' > ein Werk des Sturmes und Dranges. (Pilz A.) — 14. Graf Eg- 
mont in der Geschichte und in Goethes Drama. (Leinmiiller F.) — 15. Schillers 
Rezension des ^ginon^. (Lugmair K.) — 16. Gedanken iiber Genie und 
Wahnsinn. (Zillich J.) — 17. Des Euripides ^.Iphigenie auf Tauris" im Ver- 
gleich zu der Goethes. (Engelbrechtsmuller W.) — 18. Das Verh&ltnis des 
Menschen zu den Gottern in Goethes „Iphigenie , \ (Lutz K.) — 19. Meine 
Reise in die Schweiz. (Maier Am.) — 20. Ober die Erinnyen in Goethes 
r Iphigenie ,? . (Zinner O.) — 21. Ober die Rontgenstrahlen und ihre Ver- 
wertung. (Mayer J.) — 22. Zur Geschichte des Halleyschen Kometen. (Wol- 
kerstorfer J.) — 2^. Sehenswurdigkeiten des Stiftes St. Florian. (Steffel- 
bauer Fr.) — 24. Dantes Leben und Werke. (Steininger E.) — 25. Hypo- 
these iiber die Entstehung der Sonnen aus dem Urnebel. (Taub J.) — 
26. Richard Wagner und sein Bayreuth. (Spak J.) — 26. Meine Reise nach 
Agypten. (Schrack A.) 



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Vm. Klasse A. 

I. Das Leben ist der Guter htfchstes nicht. (Sch. A.) — 2. Die Lage 
Frankreichs bei dem Auftreten der Jungfrau von Orleans. Nach Schillers 
gleichnamigem Drama. — 3. Warum durften die Bildhauer den Laokoon nicht 
weinend und schreiend darstellen? Nach Lessings ^Laokoon". (Sch. A.) — 
4. Charakteristik der Wirtin zum goldenen LSwen. Nach Goethes n Hermann 
und Dorothea". (H. A.) — 5. Begeisterung ist die Quelle grofier Taten. (Sch. A.) 

— 6. Erzherzog Karl, der Held von Aspern. (Sch. A.) — 7. Welche Wir- 
kung ubt in der Apfelschufiszene die Harte Gefilers aus und wie auflert sich 
der Eindruck, den der gelungene Schufl auf die Anwesenden macht? Nach 
Schillers „Wilhelm Tell' 7 . — 8. Kann man Osterreich mit vollem Recht 
nennen: Land des Pfluges und des Lichtes — Land des Schwertes und Ge- 
dichtes. 

Redeubungen. 
1. Das erste Auftreten der Germanen in der Weltgeschichte. (Bauer M.) 

— 2. Die Nationalitatenfrage in ihrem Zusammenhang mit der Revolution im 
Jahre 1848. (Hartmann N.) — 3. Lyrik der Griechen. (Hackmuller J.) — 4. Das 
Handwerk und seine Zunfte im Mittelalter. (Bichler L.) — 5. Ober die Ent- 
wicklung der Luftschiffahrt. (Fellerer J.) — 6. Die kulturelle Entwicklung Oster- 
reichs unter den Babenbergern. (Binderberger J.) — 7. Gustav Falke. (Pa- 
chinger J.) — 8. Ober die GrGndung des Hainbundes. (Fuchs A.) — 9. Goethes 
Jugendliebe. (Hofbauer A.) — 10. Ober die Entwicklung des deutschen Kunst- 
gewerbes im Mittelalter. (Dolch H.) — 11. Heinrich Heine als Mensch und 
Dichter. (Fellerer J.) 

Vm, Klasse B. 

Die Hausarbeiten wie in VIII A. — Schularbeiten: 1. Das Gluck eine 
Klippe; das Ungluck eine Schule. — 2. Darf der dramatische Dichter seinen 
Helden in Folge k6rperlichen Schmerzes schreien und weinen lassen? Nach 
Lessings ^aokoon". — 3. Auch kleine Lander und Volker konnen be- 
ruhmt werden. — 4. Das Heldenzeitalter Osterreichs unter Kaiser Leopold I. r 
Josef I. und Karl VI. — 5. Ringe, Deutscher, nach romischer Kraft, nach 
griechischer SchOnheit! Beides gelang dir; doch nie gliickte der gallische 
Sprung. 

Redeubungen. 

1. Die Einfuhrung des Christentums bei den Germanen. (Haselauer A.) 

— 2. Die Folgen der Neugrundung des Deutschen Reiches. (Koch A.) 

— 3. Ober Henri Murger. (Kolb J.) — 4. Handel und Verkehr in Ober- 
osterreich wahrend des Mittelalters. (Krakowitzer K.) — 5. Walther von der 
Vogelweide. (Langthaler A.) — 6. Geschichte der deutschen Hansa. (Srbeny J.) 

— 7. Ober den russisch-japanischen Krieg. (Tischler A.) — 8. Ober Heinrich 
Schliemann. (Mailer K.) — 9. Ober Detlev von Liliencron. (Stroh F.) 



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46 



V. Vermehrung der Lehrmittelsammlungfen. 

A. Bibliothek. 
a) Lehrerbibliothek. 

(Kustos: Prof. A. Sauer.) 

I. Durch Schenkung: 

Vom oberosterreichischen Landesausschusse: Berichte fiber die Verband- 
lungen des oberdsterreichischen Land tag es 1909 samt den stenographischen 
Protokollen. 

Vom hochwiirdigsten bischof lichen Ordinariate: Schematismus der Geist- 
lichkeit der DiGzese Linz fur das Jahr 1909. 

Vom Burgermcistcramtc in Linz: Rechenschaftsbericht des Gemeinderates 
der Landeshauptstadt Linz fiber seine Tatigkeit im Jahre 1908. 

Vom Burgermeisteramte in Urfahr: Verwaltungsbericht der Gemeinde 
Urfahr. 1 903 bis 1909. 

Von der stddtischen Sparkasse in Linz: Rechnungsabschlufi vom Jahre 1909. 

Vom Kunstverein Linz: Jahresbericht fiber das Jahr 1908. 

Von Herrn Schulrat R. Stichlberger: 25 Werke. 

Vom Verfasser: Lang A., Die inneren Verhaltnisse des Landes ob der 
Enns zur Zeit des Bauernkrieges (1626). 

Vom Direktor Christoph Wiirfl: Mitteilungen des Vereines fur Geschichte 
der Deutschen in BShmen. Osterreichische Rundschau. Monatschrift ffir h6here 
Schulen. Bd. 1 bis 3. 40 verschiedene Werke. 

Vom Prof. A. Sauer: Jahrbuch des Vereines ffir wissenschaftliche Pada- 
gogik. 40. Jahrgang. 

Vom Prof Dr. A. Schiefier: Geiger, Goethe und die Seinen. 

2. Durch Kauf. 
a) Zeitschriften: Verordnungsblatt ffir den Dienstbereich des k. k. Mini- 
steriums f. Kultus und Unterricht. — Jahrbuch des hOheren Unterrichtswesens. 
— Zeitschrift f. d. osterr. Gymnasien. — Z. f. d. Realschulwesen. — Neue 
Jahrbucher f. d. klassische Altertum u. s. w. — Wochenschrift fur klassische 
Philologie. — Berliner archaologischer Anzeiger. — Z. f. d. deutschen Unter- 
richt v. O. Lyon. — Historische Z. v. Sybel und Meinecke. — Z. f. Schul- 
geographie. — Petermann, Geogr. Mitteilungen, hg. v. A. Supan. — Z. f. 
osterr. Volkskunde, red. v. Haberlandt. — Z. f. d. phys. u. chem. Unterricht 
v. Poske und Generalregister. — Lehrproben und Lehrgange v. Frick und 
Richter. — Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien. — Mit- 
teilungen der Gesellschaft f. deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, hg. v. 
Kehrbach. — Korper und Geist. — Osterreichische Turnschule. — Monat- 
schrift f. Gesundheitspflege. — Biologisches Zentralblatt. — Aus der Heimat. 



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47 

— Vierteljahrsberichte des Wiener Vereines zur F6rderung des physikalischen 
und chemischen Unterrichtes. — Jahresbericht des Museums Fancisco-Carolinum. 

b) Werke; Allgem. deutsche Biographic — Meyers grofles Konversations- 
lexikon. 6. Aufl. 21. Bd. — Gomperz, Griechische Denker. III. — Hofler, 
Didaktik des mathematischen Unterrichtes. — Hergenroether, Kirchengeschichte. 
4. Aufl. III. — Apulei opera quae supersunt* Recens. Helm: Vol. I. — 
Janell, Ausgewahlte Inschriften. Griechisch und Deutsch. — Norden, Die 
antike Kunstprosa. — Rhode, Psyche. - Wendland, Die hellenistisch-r6mische 
Kultur in ihren Beziehungen zum Judentum und Christentum. 1 — Pauly-Wissowa, 
Realenzyklopadic VI. — Thesaurus linguae latinae. — Th. Fontane, Gedichte. 

— Edw. Samhaber, Gesammelte Werke. Ill bis VI. — Schonbach, Walter 
von der Vogelweide. 3. Aufl. — A. Biese, Deutsche Literaturgeschichte. — 
W. DiJthey, Das Erlebnis und die Dichtung. — A. Matthias, Geschichte des 
deutschen Unterrichtes. — Deutsches Sagenbuch. Herausgegeben von Fr. v. 
der Leyen. — Lamprecht, Deutsche Geschichte. V. bis VIII. — Pastor, Ge- 
schichte der Papste. V. — Von Seydlitz, Handbuch der Geographic Jubi- 
laumsausgabe. — Sven Hedin, Transhimalaja. — K. Fritsch, Exkursionsflora 
fur Osterreich. — G. Hegi, Ulustrierte Flora von Mitteleuropa. — E. Reiter, 
Fauna Gtrmanica. Die Kafer des Deutschen Reiches. II. — Frick, Physi- 
kalische Technik. II, 2. 

Der Zuwachs betragt an Fortsetzungen yy Bande, an neuen Werken 
87 Werke mit 125 Banden. Gesamtstand: 5178 Werke mit 11.285 Banden. 

b) Programmsammlung. 

(Kustos: Prof, Dr. Evermod Hager,) 

Die Programmsammlung wurde um 6Q2 Nummern vermehrt (338 oster- 
reichische und 354 deutsche und bayrische Programme). Gesamtstand: 27.644. 

c) Schfllerbibliothek. 

(Kustos: Prof. Anion Sauer.) 

I. Durch Schenkung. 
Gespendet haben: Herr Fabrikbesitzer Karl Franc k 1 Bd.; Herr Prof. 
Dr. A. Schieficr 2 Bdc; A. Sauer 2 Bde. 

2. Durch Kauf. 

Die Biicher der deutschen Jugend, Bd. 1 und 5. — Deutsche Jugend- 
bflcherei, Bd. 1 bis 10. — Wolgast, Quellen, Biicher zur Freude und FOrderung, 
Bd. I bis 5. — Bonus, Islanderbuch. — Falke, Drei gute Kameraden. — Bachems 
Jugendbibliothek, Bd. 43 bis 47. — Stevens, Ausfliige ins Ameisenreich; Reise 
ins Bienenland. — Floricke, Wanderungen, 2 Bde. — Heinrichs, Aus Wurzel- 
peters Reich. — Hagenbeck, Von Tieren und Me.nschen. — Lagerlof, Wunder- 
bare Reise. — Lichtenberger, Allerlei vom Leben der Pflanzen. — Neidhardt, 
In Wald und Feld. — Gaudeamus, Bd. XII. — Meister des Marchens, 5 Bde. 

T^ 4 



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48 

— Stelzhamer, Im Walde. — Muller, Schillerbiichlein. — Dickens, Oliver 
Twist. — Fraungruber, Hoch Habsburg. — • Schmid, Das Bombardement von 
Scharding. — Huschak, Die Kuenringe; Ruppius, Deutsche im fernen Westen. 

— Smolle, Japan. — Grube, Blicke ins Seelenleben der Tiere. — Altpeter, 
Das ABC der Chemie. — Anzengruber, Hartingers alte Sixtin. — Kleist, 
Michael Kolhaas. — Kemper, Hexenwahn i. M. — Das neue Weltpanorama. 

— Das neue Universum. — Thompson, Tierhelden, Bingo. — Schatzkastlein 
moderner Erzahler. — Wilamowitz, Aschylos Orestie, Eurypides Hippolytos. 

— Krebs, Haydn, Mozart, Beethoven. — Strigl, Sprachliche Plaudereien, 
I und II. — Sven Hedin, Transhimalaya. — Aus Natur und Geisteswelt: 
Die Korallen, Die Tierwelt, Die Pflanzenwelt. 

Aufierdem wurden 24 Bande zur Erganzung des Bestandes angeschafft; 
ausgeschieden wurde 1 Band. 

Der Zuwachs betrug daher 51 Werke in 71 Ban den. 

Die Zahl der Entlehnungen betrug (bis 21. Mai) 2109 (1A 154, IB 274, 
11A 202, II B 236, 111A 260, III^ 185, IV^ 127, IVB 38, VA 175, VB 127, 
VI 156, V\\A 62, VllB 88, VlllA 14, VIII^ 11). 

d) Unterstutzungsbibliothek. 

(Kustos: Dr. Johann Ullrich!) 

1. Durch Schenkung. 
Von den Herren Verlegern 83 Schulbucher, Atlanten, ferner vom Herrn 
Schulrat R. Stichlberger (2 Bde.), Dr. L. Pohnert (1 Bd.). Dann spendeten 
die ehemaligen Schuler der Anstalt: Herr stud. jur. A. Rufiegger (11 Bde.), 
stud. jur. St. Balthasar (6 Bde.), ungenannt {22 Bde.), G. Kurzwernhart (27 Bde. 
und 2 Atl.), Mairhuber H. (1 Bd.), stud. med. L. Starker (53 Bde.), R. Wonne- 
bauer (12 Bde.), F. Schellinger (5 Bde.), K. Holscher (15 Bde.), schliefllicb 
die Schuler der Anstalt: Muller K. (Villi?) (2), Mayr J. (VII B) (3), Gerl J. 
(VI) (1), Brunsteiner K. (V B) (3), Lettner L. (V B) (9), Schauer M. (V B) (1), 
Winkelmayr R. (V B) (6), Haller E. (VA) (1), Pfundbauer J. (IVB) (1), 
Richter F. (IV B) (3).. Scharitzer F. (II B) (3). 

2. Durch Kauf. 
91 Bucher und Atlanten. 

Somit betragt der Zuwachs 364 Schulbucher. 

Ausgeschieden wurden 338 Schulbucher und Atlanten, zumeist veraltete 
Auflagen. 

B. Physikalisches Kabinett. 

(Kustos: Prof, Oskar Hantschel!) 
Blasensprengapparat. — Ein Satz Weinholdscher Gewichte. — Einfaches 
Thermoskop. — Demonstrationsthermometer. — Dechants Pendelelektrometer* 

— Gluhrezipient. — Leydnorflaschen fur Resonanzversuche. — Rechaud. — 
Teclubrenner. — Dreifufi. — Abspul- und Auslauftisch. 



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49 
C. Naturhistorisches Kabinett. 

(Kustos: Prof. Dr. Anton Konig.) 

I. Durch Schenkung. 
Verschiedene Naturalien schenkten: P. R. Handmann S. /., Med. Doktor 
Wenger; die Schuier: Peyrer H. (I A), Stretcher Fr. (VB), Stroh F. (VIII^). 
An der Beistellung frischer Pflanzen fur den Unterricht beteiligten sich Schuier 
der I., II. und V. Klasse. 

II. Durch Kauf. 
14 zoologische Objekte, 9 typische Kristalle, Pinzette mit Platinspitzen. 
Stand der Sammlungen am Ende des Schuljahres 1909/10: 

a) Zoologische Sammlung: 1259 Nummern mit 8438 Stiicken. 

b) Botanische Sammlung: 48 Herbarfaszikeln mit etwa 6000 Stiicken und 
341 sonstige botanische Gegenstande. 

c) Mineraiogische Sammlung: 2134 Nummern mit 3586 Stiicken. 

d) Wandtafeln und Karten: 628 Stiicke und 7 B&nde Tafelwerke. 

D. Archaologische Sammlung. 

(Kustos: Prof, fosef Deubler.) 

Durch Kauf: Cybulski, Tabulae, quibus antiquitates Gr. et R. illustrantur. 
Daraus die Tafeln III b, XVI, XIX. 2. Dorpfeld-Reisch, Das griechische Theater. 

E. Historisch-geographische Sammlung. 

(Kustos: Prof Dr. Anton Schiefier.) 

1. Durch Schenkung. 
Karten und Bilder spendeten Professor F. Schneider, Direktor Ruth und 
die Schuier Eisenreich J. (VI), Strixner P. (Ill B), Mohr R. (Ill A). Der Kustos 
spendete: Karl Bauer, Charakterkopfe zur deutschen Geschichte. 

2. Durch Kauf. 

Karten: 2 Stuck Kuhnert, Physikalische Erdkarte. — Kiepert, Phy- 
sikalische Wandkarte von Europa. — Haardt, Politische Obersichtskarte von 
Europa. — Haardt, Orohydrographische Schulwandkarte von Osterreich-Ungarn. 
— Sydow-Habenicht, Orohydrographische Schulwandkarte der britischen Inseln, 
der spanischen Haibinsel, Osterreich-Ungarns. 

Bilder; 30 Meisterbilder, herausgegeben vom Kunstwart. — Schneider- 
Metze, Hauptmerkmale der Stilarten. 10 Tafeln. 12 Stuck Wechselrahmen 
fur das Aush&ngen der Bilder. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 1 Tellurium, IO Globen, 8 At- 
lanten, 181 Wandkarten, 5 Reliefs, 165 Bilder zur Geschichte, 112 Bilder zur 
Kunstgeschichte, 116 geographische Bilder, 104 Stereoskopbilder, 2 Stereo- 
skope, 5 Gipsmodelie, 1 Holzmodell, 1 Drahtmodell, 8 Terrainzeichnungen auf 
Leinwand, 34 Texterliiuterungen, 24 Varia. 

4* 



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50 

F. Lehrmittel fiir den Gesangunterricht. 

(Kustos: Gesanglehrer Franz Neuhofer?) 

Zuwachs durch Kauf: Chorgesangschule von Franz Brunner, Martin Ein- 
falt und Franz Prammer, IV. Teil, 20 Bande (Stimmen). 

Franz Neuhofer op. 6o Requiem: 40 Stimmen. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 133 Nummern mit 3546 Stimmen; 
davon entfallen 80 Nummern mit 1673 Stimmen auf kirchliche und 53 Nummern 
mit 1873 Stimmen auf weltliche Tonwerke. 

G. Lehrmittel fiir Freihandzeichnen. 

(Kustos: Hauptlehrer Franz Kuna.) 

Durch Kauf wurden erworben: 19 Buchermodelle, 2 Staffeleien, 5 Vor- 
lagen, 1 Folge „Bunte Blatter", 3 Hefte „Bildkunst", 1 Jahrgang „Meister 
der Faroe" 1909. 

Gegenwartiger Stand der Sammlung: 13 Vorlagewerke mit 684 Blattern, 
23 Bucher, 2 Bande gepreflter Blatter, 5 Apparate, 2 Drahtmodelle, 200 Holz- 
modelle, 127 Gipsmodelle, 24 Tonmodelle, 40 Modelle aus Pappe, 2 Teller, 
11 farbige Glas-, 6 Tongefafle, 5 Muscheln, 9 Tonfliesen, 21 Schmetterlinge, 
17 Vogel, 3 Saugetiere, 13 Werkzeuge, 33 Flachmodelle, 18 Formen, 
1 Pflanzenmodell. 

H. Miinzensammlung. 

(Kustos: Prof. Josef Deublcr.) 
Kein Zuwachs. 



VI. Unterstiitzungf der Schiiler. 

Die Anstalt zahlt unter ihren Hunderten von Schulern nicht wenige, 
welche ihre Studien unter den durftigsten Verhaltnissen zuriicklegen miissen. 
Um so erfreulicher ist es, dafl es in Linz und in ganz Ober6sterreich so 
viele Menschenfreunde gibt, die gerade der studierenden Jugend mit Liebes- 
gaben gedenken und es dadurch auch dem Armsten ermoglichen, in seiner 
Studienbahn auszuharren, wenn ihn nur Betragen und Leistungen fiir Unter- 
stiitzungen empfehlen. 

A. Stipendien. 

Im Genusse von Stipendien standen 52 Schiiler mit einer Gesamtsumme 
von 15.394 K 18 h. Die einzelnen Stipendien selbst wiesen folgende Be- 
tnige auf: 

2 je K ioo- — 
1 „ „ 105-— 
1 „ „ I20-— 

3 „ „ 132— 
5 „ „ 140* — 



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51 



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550-— 


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IOOO' — 



Die Alfred Baron Puthon-Stiftung warf einen Zinsertrag von 103 K 16 h 
ab, der fiber Beschlufl der zur Verleihung berechtigten Mitglieder des Lehr- 
korpers dem Schfiler der VII. A Klasse Josef Leitner zu Weihnachten 1909 
iibergeben wurde. 

Von den Interessen der Honauer-S chiller stiftung entfiel auf unsere An- 
stalt der Betrag von 40 K, der unter 8 Schuler der I. Klasse verteilt wurde. 

B. Lokales Unterstiitzungswesen (Unterstiitzungsverein). 

Von der in der Verwaltung des Ausschusses des Unterstiitzungsvereines 
stehenden Peter Riepl- Stiftung und ebenso von der Anton Ozlberger- Widmung 
wurden die Schuler Johann Gastinger (III A Klasse) und Florian Schondorfer 
(III B Klasse) in dem Genusse der Zinsertragnisse von je 80 K auch im 
Berichtsjahre belassen. 

Das Ansuchen um Biicher aus der Ajmenbibliothek ist am Anfange eines 
jeden Schuljahres recht grofl und es gewahrt eine besondere Befriedigung, 
namentiich neu eintretenden Schulern die nOtigen Lehrbiicher zur Verfugung 
stellen zu k6nnen, ohne die mancher die Studien uberhaupt gar nicht be- 
ginnen k6nnte. Leider hat der Bucherstand dieser Sammlung in der jungsten 
Zeit eine bedeutende Verminderung erfahren, da infolge des neuen Lehrplanes 
manche Biicher unbrauchbar geworden sind und auch einzelne altere Auf- 
lagen entfernt werden muflten. Immerhin konnten 964 Lehrbiicher und 47 At- 
1 an ten den Gesuchsteliern leihweise iiberlassen werden. Der Ausschufi des 
Unterstutzungsvereines hat in Wiirdigung des verdienstlichen Wirkens dieser 
Bucherei auch heuer wieder den Betrag von 200 K zur Anschaffung neuer 
Lehrtexte gewidmet. 

Alljahriich, wenn die rauhe Jahreszeit im Anzuge ist, stellt sich die 
Notwendigkeit heraus, einzelnen Schulern mit warmen Kleidem beizustehen. 
Im Berichtsjahre wurden 18 Schuler mit solchen beteilt, wofur der Betrag 
von 746 K ausgegeben wurde. 

Die gewohnlichste Unterstiitzung, um welche von den Schulern an- 
gesucht wird, ist die mit Geldbetrdgen. Im I. Semester wurden 8^, im II. Se- 



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52 

mester 73 in dieser Weise beteilt. Die Betrage wurden je nach der Durftig- 
keit und Wurdigkeit mit 20 bis 40 K bemessen. Im ganzen wurden fur diese 
Post 2495 K ausgegeben. 

Kosttage wurden blofl 2 gewahrt. Diese geringe Zahl erklart sich daraus, 
dafi es den Schiilern bei der gutherzigen und jugendfreundlichen Gesinnung 
der hiesigen BevSlkerung nicht schwer wird, sich auf privatem Wege PYei- 
tische zu verschaffen. 

Die Gesamtausgabcn des Vereines beliefen sich im verflossenen Schul- 
jahre auf beilaufig 3500 K. Dem Vereine ist eine derartige, in Schulkreisen 
nicht gewohnliche Leistung nur dadurch m6glich, dafi er im Besitze eines 
betrachtlichen StammvermSgens stent, das gegenwartig eine Hohe von 
annahernd 58.000 K. aufweist. 

Herr Fabrikant Friedrich Starker, der langjahrige und tatkraftige GSnner 
unserer Anstalt, hat anlafilich der Absolvierung der Gymnasialstudien seitens 
seines Sohnes Lothar des Unterstutzungsvereines mit einer neuen hochherzigen 
Widmung gedacht, indem er ein Einlagebuch der Linzer Allgemeinen Spar- 
kasse, lautend auf 1000 K, mit dem Wunsche ubermittelte, es mogen daraus 
alljahrlich die Zinsen und dazu mindestens 100 K vom Kapital entnommen 
und damit mehreren unbemittelten, aber erholungsbediirftigen Schiilern ein 
Zuschufi zu einer Ferialwanderung geboten werden. Moge der edle Menschen- 
freund in dem Bewufltsein, jungen, vom Schicksale weniger begQnstigten 
Leuten manche gliickliche Stunde zu bereiten, den schOnsten Lohn fur diese 
ebenso sinnige als hochherzige Spende finden. Dem bekanntgegebenen 
Wunsche gemafi wurden heuer die Schuler Bumharter August (IV A), Suchanek 
Franz (VI) und Jellouschek Ferdinand (VIII A) mit je 50 K beteilt. 

Der Verein zahlt gegenwartig 257 Mitglieder; er wird von einem Aus- 
schusse geleitet, dem im Schuljahre 1 909/10 folgende Mitglieder angehorten: 

Vorstand : 
Christoph WUrfl, Direktor. 

Ausschuflmitglieder : 
a) Von der Generalversammlung gewahlt: 
Alois Walcher, Direktor der k. k. Tanbstummenanstalt. 
Heinrich Korb, Verlagsbuchhandler. 
Michael Breuer, k. k. Oberfinanzrat 

Dr. Julius LScker, k. k. Statthaltereirat und Landessanitatsreferent. j 
Johann Scherzl, Realitatenbesitzer. / 

Dr. Eduard Hackmliller, k. k. Finanzprokurator. J 

b) Von dem Lehrkorper gewiihlt die k. k. Professoren: 
Ludwig Bermanschlager (Schriftfiihrer). 
Dr. Anton Kdnig (Kassier). 
Josef Strigl. 
Anton Tilp. 



Ersatz- 
manner. 



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53 



VII. Verfug-ungfen der vorgesetzten Behorden. 

(Wegen ihrer Ausfiihrlichkeit konnen sie hier nur im Auszuge mitgeteilt werden.) 

i. Min. Vcrordn. v. 5. April 1909 (R. G. Bl. Nr. 54). AHe Auszahlungen, 
deren Anweisung vom oberosterreichischen Landesschulrate ausgeht, sind im 
Wege der k. k. Postsparkasse zu vollziehen. 

2. Min. Erl. v. 25. Mai 1909, Z. 14152. Fur die statistischen Nach- 
weisungen der Mittelschulen sind die vorgeschriebenen neuen Formulare zu 
verwenden. 

3. Min. Erlasse v. 23. Februar 1909, Z. 13568 ex 1908 und vom 
30. Mai 1909, Z. 14888. Bezuglich des Ferialurlaubes fiir Mittelschuldirektoren 
werden zunachst versuchsweise fur die Hauptferien der Jahre 1 909 und 19 10 
Anordnungen getroffen. 

4. Min. Erl. v. 21. Juni 1909, Z. 23318. Es wurde genehmigt, dafi die 
Stundenzahl fur Naturgeschichte in der sechsten Klasse vom Schuljahre 1909/10 
an durch Einfuhrung einer dritten wflchentlichen Unterrichtstunde erhoht werde. 

5. Min. Verordn. v. 22. Juni 1909 (R. G. Bl. Nr, 98). Verfiigung, be- 
trefFend die Auflas9ung der eingefuhrten Schulgeldmarken und Entrichtung des 
Schulgeldes an den Staatsmittelschulen im Wege der Postsparkasse. 

6. Min. Erl. v. 2^. August 1909, Z. 27271. Schuler der V. Klasse 
eines Gymnasiums, die auf Grund der Noten am Schlusse des SchuljahreS als 
vorzflglich geeignet erklart werden konnten, die jedoch aus Mineralogie im 
ersten Semester die Note ^geniigend" erhalten haben, kGnnen nach Antrag 
des Lehrers der Naturgeschichte und auf Beschlufl der in der Klasse beschaf- 
tigten Lehrer als vorzflglich geeignet zum Aufsteigen erklart werden. 

7. L. Sch. R. Erl. v. 9. Dezember 1909, Z. 7645. Der Direktion wurde 
der vom k. k. Ministerium ICir Kultus und Unterricht an die k. k. Landes- 
schulrate in Wien, Graz, Innsbruck, Prag, Briinn, Lemberg und an die k. k. 
Statthalterei in Triest gerichtete Erlafi vom 2. Dezember 1909, Z. 43912, 
betreffend die Ausfolgung der Semestralausweise und Jahreszeugnisse, zur 
Kenntnisnahme und Darnachachtung mitgeteilt, der folgenden Wortlaut hat: 
„Dem k. k. Landesschulrate wird erflffnet, dafi es bei der bisher iiblichen Art 
der unmittelbaren Ausfolgung der Zeugnisse, beziehungsweise Ausweise, durch 
die Klassenvorstande an die Schiller der Mittelschulen zu verbleiben hat. Doch 
ist es den Direktionen, beziehungsweise LehrkGrpern, der genannten Schulen 
freigestellt, in Ausnahmsfallen, bei bedenklichen Wahrnehmungen oder auf 
ausgesprochenen Wunsch der Eltern oder Vormtinder der Schiller und flber- 
haupt, wenn es besondere Umstande erheischen, die Art der Zumittlung der 
Zeugnisse nach ihrem eigenen Ermessen zu andern und das Entsprechende 
vorzukehren, um unbesonnenen Handlungen der betreffenden Schfller vor- 
zubeugen. Selbstverstandlich wird man bei nervosen und krankhaft veran- 
lagten Schulern nach wie vor auch wahrend des Schuljahres durch wohl- 



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54 

wollende Behandlung und durch rechtzeitige entsprechende Verstandigung des 
Elternhauses uber die schlechten Unterrichtserfolge unuberlegte Schritte der- 
selben zu verhiiten suchen. Auch moge die Zeugnisverteilung den Lehrern 
die Gelegenheit bieten, auf Schuler, welche keine guten Erfolge im Semester 
oder im Schuljahre erzielt haben, aufklarend, beruhigend und trflstend einzu- 
wirken." 

8. Min. Erl. v. 12. Dezember 1909, Z. 48313. Wird ein Schuler nach 
unfreiwilliger Wiederholung der Klasse am Schlusse des Schuljahres abermals 
als ungeeignet zum Aufsteigen in die nachst h6here Klasse erklart, so hat er 
die Anstalt zu verlassen. Dasselbe gilt, wenn ein Schuler in beiden Semestern 
des Schuljahres in der Halfte oder in der Mehrzahl der obligaten Lehrgegen- 
stande (Turnen ausgenommen) die Note „nicht genugend ,, erhalt. Der k. k. 
Landesschulrat wird jedoch ermachtigt, bei Vorhandensein rucksichtswurdiger 
Umstande in beiden Fallen uber Antrag des Lehrkfirpers die Wiederholung 
der Klasse an derselben Anstalt zu gestatten. 

9. Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse 
vom 18. April 1910, Z. 16500, angeordnet, dafl das Schuljahr 1909/10 an 
alien jenen Mittelschulen, Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalten und 
nautischen Schulen, an welchen dasselbe normalmaflig mit dem 15. Juli zu 
enden hatte, ausnahmsweise schon am 2. Juli, und zwar ohne Einschrankung 
der Pfingstferialtage, zu schlieflen ist und dafl das Schuljahr 1910/11 aus- 
nahmsweise bereits am 9. September zu beginnen hat. — Weiter hat der Herr 
Minister verfiigt, dafi im Schuljahre 19 10/ 1 1 an diesen Schulen das I. Se- 
mester schon am 31. Januar zu enden und das II. Semester bereits am 
I. Februar 1911 zu beginnen hat. 

10. Min. Erl. v. 10. April 1910, Z. 1 112. FOr den Fall des Ober- 
trittes von Z6glingen der Militarbildungsanstalten in Mittelschulen werden die 
Lehrkflrper ermachtigt, bei der Aufnahmsprufung solcher Bewerber auf die 
durch die Zeugnisse der Militarbildungsanstalten nachgewiesenen Kenntnisse 
billige Rucksicht zu nehmen. Bei der Reifeprufung an Gymnasien sind bis auf 
weiteres die Absolventen der Militaroberrealschule in Mahrisch-Weifikirchen, 
ferner jene der k. und k. beziehungsweise der k. k. Kadettenschulen auf 
Grund giinstiger Noten in den Klassifikationsausweisen von den Vorprufungen 
aus der Religionslehre, der Naturgeschichte und Physik, bei der Realschul- 
reifepriifung von den Vorprufungen aus der Religionslehre, Naturgeschichte, 
Chemie und dem Freihandzeichnen zu befreien. Den Absolventen des dritten 
Jahrganges der Marineakademie in Fiume sind die vorstehend genannten Be- 
gunstigungen mit der Einschrankung einzuraumen, dafl die Vorprufung aus 
der Religionslehre bei katholischen Zoglingen blofi aus der Kirchengeschichte 
(in dem lehrplanmaflig festgesetzten Umfange), sonst aber im vollen Ausmafie 
vorgenommen wird. 

11. Min. Erl. v. 2J. Februar 1910, Z. 50355 ex 1909. Privatistinnen 
werden an Knabenmittelschulen nur in solchen Orten zum Hospitieren des 



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55 

Sffentlichen Unterrichtes zugelassen, in denen sich dermalen ein Madchenlyzeum, 
cine hohere Tochterschule oder Lehrerinnenbildungsanstalt nicht befindet und 
somit fur die Erwerbung einer hoheren allgemeineri Bildung seitens der 
M£dchen nicht in hinreichendem Mafle vorgesorgt erscheint. 

12. Min. Erl. v. 8. Mai 19 10, Z. 19847. Betreffs der korperlichen Er- 
ziehung an den Mittelschulen werden weitere Weisungen erteilt. 



VIII. Reifepriifungen. 



a) Im Sommertermin 1909. 
Die miindliche Priifung wurde unter dem Vorsitze des Herrn k. k. Landes- 
schulinspektors Dr. Franz Rimmer vom 5. bis 10. Juli abgehalten. 



Zur Reifepriifane haben sich eeraeldet 


Offentl. 
Schuler 


Priva- 
tisten 


Externe 


47 

1 

30 

1 


\ 


2 . 

1 
1 


Zur Reifeprufung: wurden nicht zugelassen 


Vor der miindlichen Priifung sind zuruckgetreten 

Bei der in der Zeit vom 5. bis inklusive 10. Juli 1909 abgehal- 
tenen mundlichen Reifeprufung erhielten: 

ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung 

ein Zeugnis der Reife 

wurden reprobiert: 

auf ein halbes Jahr 


auf ein ganzes Jahr 


auf unbestimmte Zeit 


Wahrend der mundlichen Priifung sind zuruckgetreten .... 


Zusammen 


46 




2 



b) Im Herbsttermin 1909. 

Die schriftlichen Priifungen wurden am 13., 20. und 21. September ab- 
gehalten. 

Obersetzung aus Latein: Cicero pro Roscio Amer. c. XXIV. 
Obersetzung aus dem Griechischen: Plato, Phaedon, cap. 65. 
Themen im Deutschen: 
1. O Weimar! Dir fiel ein besonder Los: 
Wie Bethlehem in Juda, klein und grofl! 

Goethe, Auf Miedings Tod (1782). 



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66 

2. Wer jemals Grofles, Herrliches vollbracht, 
War seiner Zeit ein Greuel, ein Zerstorer! 
Abtriinnig, wert des Schierlingsbechers, wert 
Des Kreuzes — und dann g6ttlicher Verehrung. 

L. Schefer, Laienbrevier. 

3. Wie hilft uns die Physik die Grenzen unserer Sinneswahrnehmungen 
erweitern? 

Die mundliche Priifung fand am 25. September 1909 unter dem Vor- 
sitze des Herrn k. k. Landesschulinspektors Dr. Josef Loos statt. 



Zur Reifepriifung haben sich gemeldet 


Offentl. 
8chQler 


Priva- 

tisten 


Externa 


1 
1 


• 


2 

1 
1 


Zur Reifepriifung wurden nicht zugelassen 


Vor der miindlichen Priifung sind zuriickgetreten 

Bei der am 25. September 1909 abgehaltenen mundlichen Reife- 
priifung erhielten: 

ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung 

ein Zeugnis der Reife 


wurden reprobiert: 

auf ein halbes Jahr 


auf ein ganzes Jahr 

auf unbestimmte Zeit 


Wahrend der mundlichen Pi lifting sind zuriickgetreten .... 


Zusammen 


1 




2 



c) Im Februartermin 1910. 

Die schriftlichen Prufungen aus dem Deutschen und Lateinischen — im 
Griechischen fand keine Priifung statt — wurden am II. und 12. Februar 
vorgenommen. 

Themen fur den deutschen Aufsatz: 

1. Die Bedeutung Shakespeares fur die Entwicklung der deutschen Literatur 
im 18. Jahrhundert. 

2. Labor non onus, sed beneficium. 

3. Die osterreichischen Alpenlander: Bodenbeschaffenheit, Bewohner und 
Volkswirtschaft. 

Obersetzung aus Latein: Cicero pro Archia § 2$ bis 25. 

Die mundliche Priifung wurde am 14. Februar unter dem Vorsitze des 
Herrn Landesschulinspektors Dr. Franz Jtimmer abgehalten; bei ihr wurden 
die beiden Kandidaten, die sich ihr unterzogen, fiir reif erklart. 



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57 



1 

Znr Reifepriifung haben sich gemeldet . . 


Oftentl. 
SchOler 


Priva- 
tisten 


Externa 


1 
1 




2 
1 

1 


Vor der miindlichen Priifung sind zuriickgetreten 

Bei der am 14. Februar abgehaltenen miindlichen Reifepriifung 
erhielten : 

ein Zeugnis der Reife .... 


warden reprobiert 


Wahrer.d der miindlichen Priifung sind zuriickgetreten .... 


Zusammen . 


I 




1 



Verzeichnis der im Sommer- und Herbsttermin 1909 und im Februar- 
termin 1910 approbierten Abiturienten. 

(Die mit * Bezeichneten erhielten ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung.) 



I 

2 

3 

4 

5 
6 

7 
8 

9 

10 

n 

12 

13 
H 
15 
16 

17 
18 

19 
20 
21 
22 
23 
24 
25 
26 

27 
28 

29 
30 



Name 



Geburtsdatum 



Aichinger Eduard 
* Anders Paul . . . . 

Baumgartel Karl . . 

Brunhuemer Karl 

Clodi Karl . . . . 

Czerwenka Karl . . 
•Derschl Karl . . . 

v. Feil Karl . . . . 

Ganhor Oskar . . . 

G5fil Felix . . . . 
*Grubauer Hubert 

Gugenbauer Gustav 

Gumplmair Matthaus 

Hager Leopold . . 
*Haslinger Franz . . 

Haslinger Johann . 

HSlscher Kurt . . . 

Holzl Karl . . . . 
♦Hopfler Alois . . . 
♦Horzeyschy Johann 

Jedlitschka Karl . . 

Kiwek Ignaz . . . 

Kopefcny Rudolf . . 
•Koref Ernst .... 

Langer Gustav . . . 

Lasser Franz . . . 
♦Loos Roland . . . 
♦Mairhuber Heinrich 
♦Nusko Franz . . . 

Palzer Otto .... 



18. Marz 1890 
23. Juni 1890 
18. Januar 1887 

10. Juni 1890 
13. November 1890 

21. Marz 1889 

18. September 1888 

3. Marz 1890 

2. Juni 1889 
21. Marz 1889 

II. Februar 1888 
10. August 1889 
29. April 1889 

I. November 1889 

3. Juli 1889 
5. April 1890 

3. November 1890 

27. April 1889 

2. Mai 1890 

11. Juli 1891 
23. Juni 1890 

28. Juli 1889 
10. Oktober 1889 

11. Marz 1 89 1 

II. Februar 1890 

29. Mai 1890 
26. Marz 1891 
15. Juni 1889 

28. Februar 189 1 
19. August 1890 



G eburtsort 



Vocklabruck 

Laa a. d. Thaya (N. Ost.) 

Mauer-Ohling (N. Ost.) 

Linz 

Graz (Steiermark) 

Linz 

Hofkirchen 

Leonfelden 

Linz 

Reifenberg (Kiistenland) 

Wartberg 

Enns 

Ottensheim 

St. Gotthard 

Linz 

Linz 

Voitsberg (Steiermark) 

Lichtenau 

Zwettl 

Urfahr 

Linz 

Haiding 

Buchers (Bohmen) 

Linz 

Linz 

Linz 

Wien (N. Ost.) 

Waizenkirchen 

Baden (N. Ost.) 

Stevr 



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58 



Name 



Geburtsdatum 



Geburtsort 



♦Pechmann Friedrich 

Petz Gottfried . . 

Piemann Heinrich 

Pillwein Max . . 

Pramer Max . . . 

Putz Moritz . . . 

Reisetbauer Franz 
*Rziha Franz . . , 
♦Schellinger Franz 

Starker Lothar 

Steindler Seraphin 

Steingniber Ferdinand 

Undesser Josef . 
*Wernett Friedrich 

Wonnebauer Raoul 

Ziegler Johann 
♦Zillig Heinrich . 

Gniber Josef, Externer 

Ratzka Otto, Externer 

Wagner Margarete, Externe 



20. April 1890 
31. Oktober 1888 

10. Marz 1889 

29. Mai 1890 

29. September 1889 

17. August 1889 

1. April 1889 
II. November 1889 

13. Marz 1890 
16. September 1889 

19. Mai 1888 
2. September 1889 

14. September 1889 
5. Februar 1890 

II. Dezember 1 890 
21. Juni 1886 
24. Mai 1 890 
19. Juli 1887 

15. November 1888 

21. April 1887 



Oberplan (Bohmen) 

Kallham 

Hartkirchen 

Urfahr 

Herzogsdorf 

Lochen 

Hart 

Iglau (Mahren) 

Urfahr 

Linz 

Neustift 

Hartkirchen 

Katsdorf 

Wien (N. Ost.) 

A gram (Kroatien) 

Salzburg (Salzburg) 

Linz 

St. Florian 

Linz 

Peratyn (Galizien) 



Von s&mtlichen Approbierten erkl&rten 
sich zuzuwenden 

dem Studium: 

der Theologie 


Offentliche 
Stthuler-(innen) 


Privatisten 

(-innen) 


Externe 


der Anstalt 




m. 


w. 


m. 


w. 


m. 


w. 


4 
9 
9 
6 

4 

1 
1 

1 
1 
11 








1 
1 


1 


der Rechts- und Staatswissenschaft 

der Medizin 










der Philosophic und zwar humanistischen Studien 
der Philosophic und zwar realistischen Studien . 

an den technischen Hochschulen 

an der Hochschule fur Bodenkultur 

an den montanistischen Hochschulen 

der Tierheilkunde 


der Exportakademie 


Besonderen Berufen 


In der Berufswahl waren noch unentschieden . . 

Ohne Reifepriifung gingen ab ... 

Von diesen erkliirten sich zuzuwenden 



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59 

d) Im Sommertermin 1910. 

Die schriftlichen Priifungen wurden am 10., n.und 13. Juni abgehalten. 
Themen im Deutschen: 

1. Schillers Dramen „gluhen fiir Freiheit und Menschenwohl' 7 . 

Jakob Grimm. 

2. Die Mittelmeerlander als Kulturstatten in alter und neuer Zeit. 

3. „Darum sind von jeher Dichter gewesen und Helden, Sanger und Gott- 
erleuchtete, dafi an ihnen die armen zerrutteten Menschenkinder sich 
aufrichten, ihres Ursprungs gedenken und ihres Zieles." 

Grillparzer am Grabe Beethovens. 

Obersetzung aus Latein: Livius XLII; cap. 62 von „Per eos dies" bis 

zum Schlusse. 

Obersetzung aus dem Griechischen: Platon, Menexenos cap. 10 und 11. 

Die miindliche PrUfung wird erst nach Schuljahrsschlufi, und zwar vom 
4. bis 9. Juli, unter dem Vorsitze des Herrn Regierungsrates J. Habenicht % 
Direktors der k. k. Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt in Linz, abgehalten 
werden, so dafi uber ihr Ergebnis erst in dem Programme des nachsten Schul- 
jahres berichtet werden kann. 



IX. Gesundheitspflege der studierenden Jugend. 

Wer sollte heute noch die Wichtigkeit dieses Gegenstandes verkennen? 
Die Pflege geeigneter kCrperlicher Obungen in der Jugendzeit bildet die 
Grundlage fur die Lebenskraft im spateren Leben; sie hebt jedoch nicht 
blofl die Leistungsfahigkeit des einzelnen, sondern sie fordert auch die Tiich- 
tigkeit der ganzen heranwachsenden Generation und tragt dadurch zur Meh- 
rung der gesamten Volkskraft bei. Allerdings kann die Jugend bei dem 
Mangel an Erfahrung den hohen Wert der Gesundheit und Lebenskraft noch 
nicht richtig einschatzen und so ist es erklarlich, dafi manche Schuler von 
den dargebotenen Mitteln nur einen unzulanglichen Gebrauch machen, wahrend 
andere wieder in das Gegenteil verfallen, einzelne sportliche Obungen iiber- 
treiben und ihrer jugendlichen Leistungsfahigkeit zu viel zumuten. Sowohl 
vor einem „zu wenig" als auch vor einem „zu viel" mufi gewarnt werden, 
damit sich nicht mit der Zeit Schaden einstellen, die entweder nur sehr 
schwer oder mitunter gar nicht mehr behoben werden konnen. Der Lehr- 
korper befafite sich mit diesem Gegenstande in der Konferenz vom 18. No- 
vembei 1909 und beriet uber die Mittel und Wege, welche inner- und aufier- 
halb der Anstalt zu dem angestrebten Ziele zu fuhren geeignet waren. 

Im Schulgebaude selbst und ebenso im Unterrichtsbetriebe wurden ver- 
schiedene Mafinahmen getroffen, welche der Hygiene zu dienen bestimmt 
sind. In den Jahren 1906, 1907 und I008 wurden 300 zweisitzige Schul- 



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60 

banke nach dem System Rettig (Aussig-Schreckenstein) angeschafft und in 
den Ferien des Jahres 1909 wurde auch der Zeichensaal mit neuen Tischen 
und Stockerln nach dem System Kurial (Graz) ausgestattet, so dafi gegen- 
wartig samtliche Schulraume mit einer modernen Einrichtung versehen sind. 
Durch regelmaflige griindliche Reinigung und das Tranken der Fufiboden 
mit Staubol wird der schadlichen Staubbildung wirksam vorgcbeugt. Auf das 
gesundheitliche Moment ist auch beim Stundenplane gebuhrend Riicksicht ge- 
nommen worden, indem die Nachmittage stark entlastet wurden. Der Unter- 
richt in den obligaten Fachern ist gegenwartig zum weitaus groflten Teile 
auf den Vormittag verlegt, so dafi im Berichtsjahre die II. A und II. B Klasse 
nur an einem Nachmittage und die iibrigen Klassen blofi an zwei Nachmittagen 
Unterricht batten. Die grofie Pause um 10 Uhr (20 Minuten) brachten die 
Schiiler bei gunstiger Witterung im Anstaltsgarten zu. 

Der Turnunterricht ist obligat und wird in jeder der 15 Klassen- 
abteilungen in je 2 Stunden wochentlich erteilt. Die Anstalt verfflgt tiber eine 
gerSumige Turnhalle, doch wird der Unterricht, verbunden mit Turnspielen, 
so oft es nur angeht, auch ins Freie verlegt, wozu der Anstaltsgarten Ge- 
legenheit bietet. Die beiden Turnlehrer Max Hirt und Max Richter verfolgen 
die Entwicklung des Turnwesens in anderen Landern mit grofler Aufmerk- 
samkeit und suchen etwaige Fortschritte dem Unterrichte nutzbar zu machen. 
Zu bedauern ist nur, dafi eine betrachtliche Anzahl von Schiilern wegen 
korperlicher Gebrechen von der Teilnahme am Turnunterrichte befreit ist und 
dadurch der Wirkung systematischer Korperubungen zum guten Teil verlustig 
geht. Einzelne von ihnen genieflen als Ersatz dafur Privatunterricht, bei dem 
sich die Obungen ihrer Individualist besser anpassen lassen. 

Das Eislaufen und das Rodeln erfreuen sich bei der studierenden Jugend 
einer grofien Beliebtheit, konntensich aber in dem letzten Winter nicht recht 
entfalten, da die Witterung der Schnee- und Eisbildung nicht giinstig war. 
Der Bicycle-Klub ermafiigte fur seinen Eisplatz bei 30 Karten den Preis auf je 
2 K und hob sonst fOr Schulerkarten den Betrag von 3 K ein. 

Das Schiilerrudern ist uberhaupt nur infolge des Entgegenkommens des 
Rudervereines Ister, der sein reiches und vorzilgliches Bootsmaterial fur diesen 
Zweck zur Verfiigung stellt und zugleich die Obungen leitet, mOglich. Selbst- 
verstandlich kann unter solchen Umstanden nur eine bescheidene Anzahl von 
Schiilern der Oberstufe — Schuler der Unterstufe sind aus naheliegenden 
Grunden davon ausgeschlossen — an diesen gesunden Obungen teilnehmen. 
Die herrlichsten Landschaftsbilder am mSchtigen vaterlandischen Strome lohnen 
reichlich die Muhen, die dieser Sport verursacht. 

Eines starken Besuches erfreuen sich in den Sommermonaten die stadtischen 
Badeanstalten, der noch dadurch erhoht wird, dafi das stadtische Schwimmschul- 
komitee in WCirdigun^ des hy^ienischen Zweckes 10 Freikarten und aufierdem 
100 Karten zu drm ermatHgten Preise von 4, beziehungsweise 2 K fur den 
Schwimmunterricht und fiir Schwimmiibungen jedes Jahr zur Verfiigung stellt. 



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61 

In der ungiinstigen Jahreszeit ist den Schiiiern Gelegenheit geboten, in der 
Badeanstalt der Krau M. Kogler an der Oberen Donaulande Wannenbader zu 
ermaBigten Preisen zu nehmen. Auch werden die Volksbransebdder in der 
Kaiser-Franz-Josef- und 
in der Jubilaums-Bur- 
gerschule von vielen 
Schiiiern besucht. 

Fur die Jugend- 
spiele wurde der schon 
gelegene Spielplatz bei 
der neuen Donaubrucke 
benutzt, der unserer An- 
stalt an zwei Nachmit- 
tagen zur Verfugung 
stent. Dienstag fanden 
sich daselbst die Schii- 
ler der Oberstufe, Sams- 
tag die der Unterstufe 
in zwei Gruppen ein. 
Die Turnlehrer M. Hirt 

und M. Richter und Pro- i 

fessor A. Tilt bo ten als 5« 

Spielleiter alles auf, um q. 

durch stete Abwechs- 
lung das Interesse der 
Schiiler zu erwecken 
und zu erhalten, was 
ihnen auch gelang: es 
wurde mit Lust und 
Liebe gespielt. Betreffs 
der Beteiligung an den 
Spielen wurde von je- 
dem Zwange abgesehen, 
auch wurden die Schiiler 
bei den Spieliibungen 
selbst in ihrer Ireien Be- 
wegung moglichst wenig 
behindert. Fur die An- 
schaffung guter Spiel- 
gerate und fur deren 

Instandhaltung wurde durch die Jugendspielbeitrage gesorgt. Zugleich wurden 
an 42 Schiiler Spielbucher verteilt, utn sie mit den Spielregeln vertraut zu 
machen und an ihnen bei den Spielen selbst eine Stiitze zu haben. Die 



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62 



Jugendspiele wurden im September und Oktober 1909 und vom April igio 
an bis zum Schlusse des Schuljahres abgehalten. 

Der r Deutsche und Qsterreichische Alpenverein" und ebenso die ^Zentral- 
leitung der deutschen Studenten- und Schulerherbergen in Hohenclbe 7 * stellen fiber 
Ersuchen der Direktion alljahrlich eine grflflere Anzahl von Legitimationen 
fOr die Beniitzung ihrer Herbergen zur Verfiigung. Durch dieses Entgegen- 
kommen wird es Jahr fur Jahr auch weniger bemittelten Schiilern ermGglicht, 
neben den majestatischen Alpen auch das Deutsche Mittelgebirge mit seinem 
machtigen Hochwalde kennen zu lernen. — Vgl. hiezu auch oben VI, B. Lo- 
kales Unterstutzungswesen, n Starker-Widmung". 

Bei dem Herrn Dr. Franz Benke fanden unbemittelte Schiiler auch im 
Berichtsjahre wieder unentgeltliche zahnarztliche Behandlung. 

Der Gesundheitszustand war im ganzen befriedigend. 6 Schiiler er- 
krankten an Mumps, 1 an Masern, 1 an Roteln und 1 an Keuchhusten. 
3 Schiiler wurden an Blinddarmentzundung, 1 an einem Mandelgeschwflr im 
Halse, 1 an einem Nasenpolypen und 1 an einer Wucherung in der Nase 
operiert. 

Tabelle zup Schulhygiene. 



Klasse 



Zahl 

der 

Schiiler 



Zahl der Teilnehraer am 



I & 



Es 
wohnen 
in den 
Ferien 
auf 
dora 
Lande 



IA 

IB 

11A 

IIB 

111,4 

UIB 

IVA 

1VB 

VA 

\B 

VI 

VII A 

VlIB 

VIII^ 

VUIB 

Summe . 



46 : 


2 9 


4 


41 


26 


7 


35 


21 


6 


34 


»9 


8 


39 


24 


11 


37 


32 


12 


41 


13 


8 


45 


14 


17 


44 


21 


13 


30 


'7 


13 


49 


23 


19 


28 


16 


19 


40 


16 


10 


21 


6 


4 


^ 


r» 


10 



30 
16 

22 

29 
20 
26 
23 
30 

*7 
38 
25 
3i 
20 



18 
20 
17 
19 
29 

25 
18 

25 
8 

7 
24 

14 

13 

4 

4 



32 

19 
16 

30 
30 
33 

2 9 

29 

H 

20 

35 
12 
21 
6 
11 



6 




1 


' 


4 




2 




12 




8 


4 


8 


2 


5 


2 


6 


8 


11 


7 


6 


2 



41 
31 

27 

22 
32 
31 
18 

31 
29 
22 
36 

17 
25 
19 
18 



2»i i i"i 377 12 ; 245 337 



39 



399 



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63 



X. Chronik. 



Das Schuljahr 1909/10 begann am 16. September 1909. An diesem 
Tage fanden die Aufnahmsprufungen in die I. Klasse, die Einschreibungen in 
die hoheren Klassen und die Wiederholungs- und Nachtragsprufungen statt; 
letztere wurden, soweit sie an diesem Tage nicht abgeschlossen werden konnten, 
am 17. September fortgesetzr. Das heilige Geistamt wurde am 18. September 
von dem hochwiirdigsten Herrn Domdechanten und Stadtpfarrer Pralaten Leopold 
Dullinger in der Gymnasialkapelle zelebriert. Der Unterricht begann am 
20. September. In der Unterrichtserteilung trat im Berichtsjahre insofern eine 
wesentlicbe Anderung ein, als der mit der Verordnung des Herrn Ministers 
fur Kultus und Unterricht vom 20. Marz 1909, Z. 11662, vorgeschriebene neue 
Lehrplan bereits in der I. bis V. Klasse in Kraft trat und als dann weiter 
im Sinne desselben der Unterricht im Freihandzeichnen in der I. Klasse als 
obligater Gegenstand eingefiihrt wurde. 

Im nachstehenden mufi auch noch einzelner Verfugungen und Vorkomm- 
nisse gedacht werden, die vor den Schuljahrsbeginn fallen. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 

22. Juni 1909, Z. 14582, dem Professor am Staatsgymnasium in Aussig 
Dr. Josef Bruner eine wirkliche Lehrstelle am Staatsgymnasium in Linz mit 
der Rechtswirksamkeit vom 1. September 1909 verliehen. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat mit dem Erlasse vom 

23. Juni 1909, Z. 132 10, den Supplenten am Staatsgymnasium in Linz Franz 
Strafler zum wirklichen Lehrer am Staatsgymnasium in Znaim mit der Rechts- 
wirksamkeit vom 1. September 1909 zu ernennen gefunden. — Diesem pflicht- 
getreuen jungen Lehrer war es schon nach einer einjahrigen Supplentendienst- 
zeit gelungen, eine definitive Anstellung zu erlangen. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge Erlasses vom 
28. Juni 1909, Z. 26087, dem Professor am Staatsgymnasium in Linz Franz 
Schneider eine wirkliche Lehrstelle am Staatsgymnasium im XVI. Wiener Ge- 
meindebezirke mit der Rechtswirksamkeit vom 1. September 1909 verliehen. 
Zugleich fand der Herr Minister fur Kultus und Unterricht dem der Staats- 
realschule in Salzburg zugewiesenen Professor an der Staatsrealschule im 
VIII. Wiener Gemeindebezirke Roman Sohn auf sein Ansuchen eine wirkliche 
Lehrstelle am Staatsgymnasium in Linz mit der Rechtswirksamkeit vom 1. Sep- 
tember 1909 zu verleihen. — Professor Franz Schneider hat acht Jahre hindurch 
mit voller Hingebung sein reiches fachliches und padagogisches Wissen in 
den Dienst der Anstalt gestellt und sich dadurch ein bleibendes Andenken an 
ihr gesichert. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat laut Erlasses vom 
9. Juli 1909, Z. 9368, die Professoren Dr. Rudolf Klug und Dr. Kamillo 
Gugler in die VIII. Ran^klasse mit der Rechtswirksamkeit vom 1. Oktober 1909 
befordert. 

L. 5 



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64 

Das k. k. Ministerium fur Kultus und Unterricht hat laut Erlasses vom 
19. Juli 1909, Z. 23412, den Professoren Anton Tilp und Franz Schneider 
behufs Teilnahme am Fortbildungskurse fur Mittclschullehrer in Graz in den 
Hauptferien 19 10 eine Unterstutzung von je 100 K bewilligt. 

Laut Landesschulratserlasses vom 1. August 1909, Z. 4900, hat das 
bischCfliche Ordinariat in Linz den supplierenden Religionslehrer an der h. o. 
Anstalt Johann Hochaschbock zum Religionslehrer am Kollegium Petrinum in 
Urfahr und den Kooperator in Leonding Johann Knogler zum supplierenden 
Religionslehrer an der h. o. Anstalt ernannt. — Supplent Johann Hochaschbock 
stand drei Jahre an der Anstalt in Verwendung und ist wahrend dieser Zeit 
seinen Berufspflichten stets mit gr6flter Gewissenhaftigkeit nachgekommen. 

Zufolge Landesschulratserlasses vom 5. August 1909, Z. 5216, hat 
das bischflfliche Ordinariat den hochwQrdigen Monsignore Franz Stingeder uber 
sein Ansuchen von der Inspektion des Religionsunterrichtes an der h. o. Anstalt 
enthoben und an seiner Stelle den hochwurdigsten Herrn Pralaten Leopold 
Dullinger, Domdechanten und Stadtpfarrer in Linz, mit dieser Inspektion wieder 
betraut. — Die Direktion hat dem Herrn Monsignore Franz Stingeder aus 
diesem Anlasse den Dank fiir das Wohlwollen, das er in der genannten Eigen- 
schaft der Anstalt entgegengebracht hat, ausgesprochen. 

Am 6. August wurde hier der k. k. Realschuldirektor d. R. Herr Schul- 
rat Rudolf Pindter, dessen Leiche von Krems nach Linz iiberfQhrt worden 
war, zu Grabe getragen. Der Berichterstatter hat an dem Leichenbegangnisse 
teilgenommen. 

Am 18. August hat ein Hochamt zur Feier des AllerhCchsten Geburts- 
festes Sr. k. und k. Apostolischen Majestftt im Maria-Empfangnisdome in 
Linz stattgefunden. Der Berichterstatter hat demselben mit dem Professor Franz 
Schneider beige wohnt. 

Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat sich laut Erlasses vom 
6. September 1909, Z. 36424, bestimmt gefunden, den provisorischen Lehrer 
am Staatsgymnasium in Linz Dr. Paul Zincke zum provisorischen Lehrer am 
Staatsgymnasium mit deutscher Unterrichtsprache in Prag-Altstadt zu ernennen. 

Am 10. September hat im Maria-Empfangnisdom ein feierliches Requiem 
fur wetland Ihre Majestdt die Kaiserin Elisabeth stattgefunden. Der Bericht- 
erstatter nahm an ihm mit dem Professor Oskar Hantschel teil. 

Am 15. September mufite die Direktion den Supplenten Dr. Johann 
Ullrich seiner h. o. Dienstleistung entheben, da derselbe mit 1. Oktober den 
einjahrigen Prasenzdienst anzutreten hatte. Nach dem Ableben des Professors 
J. Hebenstein (s, unten) wurde er mit dem L. Sch. R. Erl. v. 6. April 19 10, 
Z. 2688 — er war inzwischen von der militarischen Dienstpflicht freigesprochen 
worden — abermals zum Supplenten bestellt. 

Am 19. September wurde das neue Realschulgebaude in Linz, das 
wieder von der schulfreundlichen Gesinnung der Landeshauptstadt Zeugnis 
ablegt, seiner Bestimmung ubergeben. Der Berichterstatter wohnte der Feier bei. 



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65 

Professor Dr. Agid Raiz hat an der vom 28. September bis zum 1. Ok- 
tober in Graz stattgefundenen 50. Versammlung deutscher Philologen und 
SchuJm&nner teilgenommen. 

Der k. k. Land esschu Ira t hat zufolge Erlasses vom 28. September 1909, 
Z- 5937 » die Bestellung des Lehramtskandidaten Dr. Josef Ecker zum Sup- 
plenten am Staatsgymnasium in Linz far die Dauer des Bedarfs genehmigt. Zu- 
folge L. Sch. R. Erl. v. 18. Oktober 1909, Z. 6422, wurde er im Sinne des 
Min. Erl. v. 1. November 1893. Z. 24871, unter die fachmannische Leitung 
des Professors Dr. Agid Raiz gestellt. 

Se. k. und k. Apostolische Majest&t haben mit AllerhGchster Ent- 
schliefiung vom 3. Oktober 1909 den evangelischen Religionslehrer Senior 
August Koch, den israelitischen Religionslehrer Rabbiner Moritz Friedmann und 
den Berichterstatter zu Mitgliedern des ober6sterreichischen Landesschulrates 
fur die nSchste dreijahrige Funktionsperiode allergnSdigst zu ernennen geruht. 

Am 4. Oktober 1909, dem Tage des Allerhochsten Namensfestes Sr. Maje- 
stdt des Kaisers * zelebrierte der Religionsprofessor L. Bermanschlager ein 
Hochamt in der Gymnasialkapelle, an dem der Lehrk6rper und die katho- 
lischen Schuler der Anstalt teilnahmen. Der Berichterstatter wohnte mit dem 
Professor Roman Sohn dem Festgottesdienste im neuen Dome bei. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 6. Oktober 1 909, 
£• °3°5» genehmigt. dafl der approbierte Lehramtskandidat Dr. Gabriel Prieth 
fiber sein Ansuchen den Unterricht in der Mathematik in der I. A und III. B 
Klasse mit zusammen 6 Stunden wOchentlich freiwillig ubernehme. 

Der Kaufmdnnische Verein in Linz hat zu den im Jahre 1 909/10 von 
ihm veranstaiteten CfFentlichen Vortr&gen von Dr. H. Kretschmayr (Napoleon I.), 
R. Dehmel (eigene Dichtungen), Dr. Ad. Stdhr (Grundprobleme der Ethik) 
Dr. L. Ganghofer (Vorlesung eigener Dichtungen) und E. v. Paska (Ins Land* 
der Mitternachtssonne) 50 Freikarten zur Verfugung gestellt, die unter Schuler 
der Oberstufe verteilt wurden. 

Am 10. November 1909 kehrte zum hundertfunfzigstenmal der Tag 
wieder, an dem einer der grofiten Geistesheroen des deutschen Volkes, Friedrich 
Schiller, das Licht der Welt erblickte. Wurde auch von einer besonderen 
Schulfeier abgesehen — eine Schillerfeier wurde erst im Mai 1905 ab- 
gehalten — , so wurde doch beim deutschen Unterrichte in alien Klassen in 
einer der Altersstufe der Schuler angepaBten Form des S&ngers der sittlichen 
Gr6fie und der Ideale, die ihren Zauber auf die Jugend nie verfehlen werden, 
gedacfet. Recht erfreulich war es, dafl der Berichterstatter bei diesem Anlasse 
Schillers Gedichte und Dramen in der schGnen Volksausgabe, die von dem 
Schwabischen Schillervereine besorgt wurde, in 100 Exemplaren unter Schuler 
der Anstalt verteilen konnte. Der als edler Menschenfreund bestens bekannte 
Groflindustrielle Herr Karl Franck hat mit dieser hochherzigen Spende der 
Anstalt gedacht und sich damit den wfirmsten Dank aller Beteilten erworben. 
Wie nicht anders zu erwarten war, hat auch der Gesanglehrer Fr. Neuhofer 

5* 



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66 

mit seinen Sangern dem Dichter der „Macht des Gesanges" im Liede ge- 
huldigt. 

Am 19. November, am Namensfeste wetland lhrer Majestdt der Kauerin 
Elisabeth, fand in der Gymnasialkapelle ein Gottesdienst statt, an dem der 
Lehrkorper und die katholischen Schulcr der Anstalt teilnahmen. 

Am 10., 11. und 12. Januar tagte in Wien eine Enquete fur kdrperliche 
Erziehung unter dem Vorsitze des Herrn Ministers fur Kultus und Unterricht 
Grafen Stiirgkh, an der iiber Einladung auch unser Turnlehrer Max Hirt 
teilnahm. 

Am 12. Januar hielt der Herr k. k. Oberst N. Lernet im physikalischen 
Lehrsaale der Anstalt fur die Schiiler der obersten Klassen einen Vortrag 
(iber das Radium, dem auch mehrere Mitgiieder des Lehrkorpers beiwohnten. 
Der Vortragende, der sich selbst im Besitze einer grofleren Menge von Radium- 
bromid befand, behandelte den Gegenstand in ebenso klarer als fesselnder 
Weise, die noch dadurch an Interesse gewann, dafi er im verdunkelten Saale 
an mehreren Versuchen die iiberraschenden Wirkungen dkses Elementes zeigte. 
— Dem hochgebildeten Offizier, der leider nicht mehr unter den Lebenden 
weilt, sei noch von dieser Steile aus der Dank der Anstalt fur sein jugend- 
freundliches Entgegenkommen ins Grab nachgesendet. 

Das I. Semester wurde am 12. Februar mit der Verteiiung der Seme- 
stralausweise geschlossen, das II. begann am 16. Februar. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 18. Februar 19 10, 
Z. 1222, die Verwendung des Lehramtskandidaten Dr. Max Pfajfeneder als Vo- 
lontar beim Unterrichte in der Physik in der IV. B Klasse im Ausmafie von drei 
Stunden wochentlich fur die Dauer des II. Semesters 1 909/10 genehmigt. 

Am 20. Februar 1 9 10, an dem Tage, an welchem vor 100 Jahren 
Andreas Hofer nach.ruhmreichen Taten der Tyrannei eines unedlen Gegners 
zum Opfer gefallen war, wurde von den beiden Religionslehrern L. Berman- 
schldger und J. Knogler in der Exhorte den Schiilern in kr&ftigen Zugen ein 
Bild von dem groflen Tiroler Volkshelden entworfen, dessen felsenfeste Treue 
zu Kaiser und Reich und dessen unerschiitterliches Gottvertrauen selbst unter 
den schwersten Schicksalsschlagen nicht einen Augenblick wankend geworden 
war. Auch beim Unterrichte in der Geschichte und im Deutschen wurde 
des Sandwirts von Passeyer gedacht, dessen flammende, zu jedem Opfer an 
Gut und Blut bereite Vaterlandsliebe noch in spaten Zeiten im Buche der 
Menschheit glanzend erstrahlen wird. 

Supplent Ludwig Pohnert wurde am 2. Marz 1910 an der k. k. Deutschen 
Karl-Ferdinands- Universitiit in Prag zum Doktor der Philosophic promoviert. 

Der Herr Minister fur Kultus und Unterricht hat zufolge der Erlasse vom 
25. Marz 19 10, Z. 8834, und vom 18. April 19 10, Z. 15549, den Supplenten 
Dr. L. Pohnert und Dr. J. Ullrich mit Rucksicht auf ihre Verwendung im 
praktischen Lehramte die Ablegung des formellen Probejahres ausnahmsweise 
nachzusehen gefunden. 



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67 

Der Herr Minister fiir Kultus und Unterricht hat 9ich zufolge Erlasses 
vom 27. Marz 19 10, Z. 9618, bestimmt gefunden, den Professor an der Ersten 
Staatsrealschule im II. Wiener Gemeindebezirke Regierungsrat Josef Langl mit 
den Funktionen eines Fachinspektors fur den Zeichenunterricht an Mittel- 
scbulen (einschliefllich Madchenlyzeen) sowie Lehrer- und Lehrerinnenbildungs- 
anstalten in Oberosterreich und Salzburg sowie an den Mittelschulen in 
Nieder6sterreich fur die Schuljahre 1909/10, 1910/11 und 1911/12 zu be- 
trauen. 



Professor Julius Hebenstein f 

Eine erschutternde Nachricht empfing Schuler und Lehrer, als sie nach 
dem firShlichen Osterfeste wieder an die Statte ihrer gemeinsamen Arbeit 
zuruckkehrten. Am 29. Marz war namlich Professor Julius Hebenstein in 
seiner Wohnung an Herzschlag plotzlich verschieden. Seine hohe, kraftige 
Gestalt, die von fester Gesundheit zu zeugen schien, seine heitere, auf Zu- 
friedenheit beruhende Stimmung, die ihn nie verlassen hat, liefien nicht ahnen, 
dafl seine Tage so knapp gezahlt seien und dafi er bereits so nahe am Rande 
des Grabes stehe — und so war denn die Wirkung, welche die Todeskunde 
bei alien, die ihn kannten, hervorrief, eine machtige. Der Verblichene war 
im Jahre i860 zu V6cklabruck in Oberosterreich geboren. Er besuchte das 
Staatsgymnasium in Salzburg und widmete sich dann an den Universitaten zu 
Wien und Innsbruck dem Studium der klassischen Sprachen, aus denen er 
auch approbiert wurde. Das Probejahr legte er im Jahre 1886/87 an unserer 
Anstalt zuruck und begann dann die in jener Zeit so dornenvolle Supplenten- 
laufbahn, die bei ihm voile sieben Jahre wahrte, wozu noch eine einjahrige ohne 
sein Verschulden bewirkte Unterbrechung der Dienstzeit hinzukam. Allein He- 
benstein liefi sich selbst durch solche bittere Erfahrungen in seiner Liebe 
zum gewahlten Berufe nicht irre machen und war gliicklich, als er im Jahre 
1895 eine definitive Anstellung am Staatsgymnasium in Iglau erhielt. Den 
getreuen Alpensohn zog es aber nach OberQsterreich zuruck und so kam er 
im Jahre 1902 an das Staatsgymnasium in Ried und — was das Ziel seiner 
Wfrnsche war — im Jahre 1906 wieder an das Staatsgymnasium in Linz, wo 
er vor 20 Jahren in die Lehrpraxis eingefuhrt worden war. Hier wirkte er 
nun als vaterlicher Freund der studierenden Jugend in getreuester Pflicht- 
erfullung und in ganzlicher Hingabe an seinen Beruf bis zu seinem viel zu 
frCih erfolgten Ende. Sein bescheidenes, anspruchloses Wesen, seine Herzens- 
gute, sein ofFener Charakter verschafften ihm aber auch in weiteren Kreisen 
aufrichtige Freunde, die schmerzerfullt an der Totenbahre mit uns trauerten. 
Und so war es denn ein ganz imposanter Zug, der sich am 31. Marz unter 
der Fuhrung der beiden Religionslehrer L. Bermanschlager und J. Knogler 



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und des Professors Dr. Ev. Hager vom Allgemeinen Krankenhause zur Stadt- 
pfarrkirche, wo die Sanger der Anstalt dejn Verblichenen einen ergreifenden 
Abschiedsgrufi zuriefen, und dann nach dem Fried hof in Urfahr bewegte, wo 
der mit Liebesgaben reich uberdeckte Sarg in die. Erde gesenkt wurde. Der 
Verstorbene hatte es sich in seiner Schlichtheit sicherlich nicht gedacht, dafi 
ihm dereinst auf seinem letzten Lebensgange eine so reiche Ehrung zuteil 
werden wurde. Am i. April wurde in der Gymnasialkapelle eine heilige Seelen- 
messe gelesen, welcher der LehrkSrper und die katholischen Schiiler der 
Anstalt beiwohnten. — Was das Pietatsgefuhl nach aufienhin tun konnte, ist 
geschehen, aber daruber hinaus ist es eine weitere Ehrenpflicht unserer An- 
stalt, das Andenken an Professor J. Hebenstein, der seinen Schiilern stets ein 
liebevoller Fiihrer und seinen Amtsgenossen ein wahrer Freund gewesen war, 
fur alle Zeiten hoch zu halten. Er ruhe in Frieden! 

Der Herr k. k. Landesschulinspektor Dr. Josef Loos hat die Anstalt am 
7., 8., 10. Februar, 6. April, 11. Mai und 15. Juni, der Herr Pralat Leopold 
Dullinger den katholischen Religionsunterricht am 21., 23. , 24. Februar, 27., 
28. April und 3. Mai und der Fachinspektor fur den Zeichenunterricht Herr 
Regierungsrat Josef Langl das Freihandzeichnen am 21. Mai inspiziert. 

Seine k. und k. Apostolische Majestat haben mit Allerhochster Ent- 
schliefiung vom 2. Mai 19 10 den Professor am Staatsgymnasium in Linz 
Ernst Sewera zum Direktor des Staatsgymnasiums in Mahrisch-Weifikirchen 
allergnadigst zu ernennen geruht. — Professor E. Sewera war vom Jahre 1901 
bis zu seiner am 14. Mai 19 10 erfolgten Dienstesenthebung an unserer Anstalt 
tatig. Seine neunjahrige Wirksamkeit ist durch allseitige genaue Pflicht- 
erfullung, durch ernste Erfassung des Lehrberufes und durch vollige Hingabe 
an sein Amt charakterisiert. Diese Eigenschaften, vereinigt mit einem ge- 
diegenen und umfangreichen Wissen — er ist aus klassischer Philologie, aus 
Deutsch und aus philosophischer Propadeutik approbiert — mit reicher pada- 
gogischer Erfahrung und regem Interesse fur die neueren literarischen Er- 
scheinungen, sicherten ihm in unterrichtlicher und erziehlicher Hinsicht gute 
Erfolge. Als Kustos der Lehrerbibliothek hat er deren umfangreiche Bucher- 
schatze in vollster Ordnung verwaltet und aufierdem ist er noch dem Bericht- 
erstatter als Hilfskraft treu zur Seite gestanden. So konnte Herr Direktor 
E. Sewera wohl mit dem Bewufltsein aus unserer Mitte scheiden, dafi sein 
Andenken als das eines tiichtigen Lehrers am Linzer Staatsgymnasium in Ehren 
fortleben wird. 

Am 10. Mai hielt der Wanderlehrer Herr A. Liebetrau aus Chemnitz im 
Turnsaale der Anstalt einen Vortrag uber „Flussige Luft", der von gut aus- 
gefiihrten Experimenten begleitet war. Eine groUere Anzahl von Schulern 
der Unter- und Oberstufe wohnte ihm bei. 

Zufolge Landesschulratserlasses vom 12. Mai 19 10, Z. 3548, wurde der 
Berichterstatter mit dem Vorsitze bei der miindlichen Reifepriifung im Sommer- 
termine 19 10 an der k. k. Staatsrealschule in Steyr betraut. 



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Am 26. Mai nahra die Anstalt an der Fronleichnamsprozession teil. 
Die Sanger wirkten aufierdem unter der Leitung des Gesanglehrers Franz 
Neuhofer bei der Feier mit, die am 29. Mai in der Karmelitenkirche stattfand. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 20. Mai 19 10, Z. 3913, 
den Berichterstatter als Delegierten der Regierung in den Ausschufi des Lyzeal- 
vereines Linz entsendet. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 28. Mai 19 IO, 
Z. 3802, die Bestellung des Lehramtskandidaten Karl Jax zum Supplenten 
fur den Rest des Schuljahres 1909/10 genehmigt. 

Der k. k. Landesschulrat hat zufolge Erlasses vom 1. Juni 1910, Z. 3942, 
die Enthebung des zum Direktor des Staatsgymnasiums in Mahrisch-Weifl- 
kirchen ernannten Professors Ernst Sewera von der Steile einer Hilfskraft zur 
Unterstutzung des Direktors zur Kenntnis genommen und die Obernahme dieses 
Postens durch den Professor Dr. Anion Konig genehmigt. 

Anlafilich des 160. Todestages /oh. Self. Backs und des 100. Geburtstages 
Rod. Schumanns fand am 24. Juni eine musikalische Gedenkfeier in dem Fest- 
saale der Anstalt mit nachstehendem Programm statt: 1. Bruckner: „Nachruf". 

— 2. Mendelssohn: „ioo. Psalm". — 3. Bach: ^Frohlocke mein Herae". — 
4. Bach: „Fruhlingsgrufi". — 5. Schumann: „Sag an, du lieber Vogel mem". 

— 6. Schumann: „Zigeunerleben n . — 7. Schubert: ^Wiegenlied". — 8. Volks- 
lieder: „'s Mailtifterl". — ^Lebewohl". — 9. Neuhofer: „Sommerabend in 
der Heimat". — Der laute Beifall, den die Auffuhrung bei den zahlreich an- 
wesenden Gasten fand, zeigte deutlich genug, wie die unermudliche Tatigkeit 
Meister Neuhofers und die Leistungen seiner Zoglinge bewertet werden. 

Am 25. Juni wurde Johann Primmer, Schuldiener i. R., zur letzten Ruhe 
bestattet. Der Verstorbene, der das hohe Alter von 8^ Jahren erreichte, stand 
vielejahre hindurch an unserer Anstalt in Verwendung und hat bei seinem Schei- 
den von derselben das Andenken eines treuen, von Interesse fur seine Stellung 
erfullten Dieners hinterlassen. Der Berichterstatter nahm mit mehreren fruheren 
und jetzigen Mitgliedern des Lehrkorpers an dem Leichenbegangnisse teil. 
Er ruhe in Frieden! 

Die religiosen Obungen wurden in dem Ausmafie abgehalten, wie es 
durch die bezuglichen Vorschriften bestimmt ist. Die katholischen SchCiler 
empfingen dreimai, und zwar in den Monaten Oktober, April und Juni die 
heiligen Sakramente. 

Das Schuljahr wurde am 2. Juli in feierlicher Weise geschlossen. Der 
Lehrkorper und die katholischen Schuler wohnten dem Dankamte bei, das in 
der Hauskapelle zelebriert wurde und an das sich sodann die Oberreichung 
von Pramienbuchern an 24 Schuler der Unterstufe mit einer Ansprache an- 
schlofl. Hierauf wurden die Jahreszeugnisse von den Ordinarien in den Klassen- 
zimmern verteilt. Mogen die Schuler die schone Ferienzeit zu ihrem leiblichen 
und geistigen Wohle benutzen! 



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9. Besuch des Unter- 
richtes der Kalligraphie, 
im Turnen und in den 
nicht obligaten Gegen- 
stftndeh. 


Kalligraphie (obligat) . . 
Turnen (obligat) . . . 
Freihandzeichnen 


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76 



XII. Verzeiehnis der Schuler am Sehlusse des 

Schuljahres. 

(Die mit * Dezeicbneten Schiller sind vorziiglich geeignet, in die nachste Klasse aufzusteigen, 
beziehungsweise haben die VIII. Klasse mit vorziiglichem Erfolg beendet.) 



♦Ascherbauer Alois. 

Aschinger Robert. 
♦Beinkofer Franz. 

Bentz Friedrich. 

Berlinger Franz. 
♦Bohmann Alfred. 

Brandl Franz. 

Brenneis Josef. 

Cepl Ottokar. 
♦Czerwenka Ferdinand. 
*Ebner Edmund. 

Edelmayr Josef. 
*Enkner Felix. 

Fessler Hermann. 

Fischer Franz. 
*Franck Karl Heinrich. 



Flattinger Georg. 
♦Lugmayr Karl. 

Mayrhofer Anton. 
♦Meixner Andreas. 

Miesbauer Franz. 

Minmchshofer Engen. 

Moser Johann. 

Muhlhaber Heinrich. 
♦Natschlager Josef. 

Oberransmayr Josef. 

Panny Alfred. 

Plafl Hermann. 
*Pleninger Karl. 

Polzer Hugo. 



*Angel Karl. 

Barth Heinrich. 

Beurle Hermann. 

Bodory Adolf. 
*B6hm Ernst. 

Braun Wilhelm. 

Dallinger Karl. 

Edlinger Josef. 



I. A. 

Fritz Hermann. 
Friihmann Franz. 
Gattinger Christian. 
Gissinger Sigurd. 
Greisinger Karl. 
Gressl Artur. 
Grohmann August. 
Hammerl Franz. 
Haunschmidt Leopold. 
Hauser Josef. 
Heiss Friedrich. 
Hofer Josef. 
*Huber Paul. 
Kahler Wilfried. 
Kempel Wilhelm. 
Kolmberger Karl. 

I. B. 

*Rabitsch Walter. 

Ratzka Walter. 

Romer Wilhelm. 
♦Rossipaul Walter. 
♦Schalberger Karl. 
*Schmid Franz. 
*Schmuckenschlager Franz. 

Schrattenholzer Johann. 

Schiitzenberger Heinrich. 

Steininger Adolf. 

Stenzel Robert. 
*Stockinger Johann. 

Stoger Kamillo. 

Striegler Hermann. 

n. a. 

Ernegger Josef. 
Freilinger Franz. 
Fucymann Wladimir. 
*Furthmoser Hermann. 
Grobner Johann. 
Haidinger Roman. 
Helmbacher Karl. 
Hiermann Ludwig. 



Krammel Johann. 
*Kranewitter Josef. 
♦Kutschera Erich. 

Leibetseder Heinrich. 

Lindorfer Vinzenz. 
*Linninger Franz. 
*Ludwig Wilhelm. 
*Mair Rupert. 

Mayr Georg. 

Mayrzedt Franz. 

Mostny Erich. 
*Peyrer Heinrich. 

Schmid v. Schmidsfelden 
Oskar. 

Weifl John. 



Stuchlik Theodor. 

Tod Johann. 

Tompschy Franz. 

Untersmayr Johann. 
*Urban Karl. 

Wagenleithner Rafael. 

Wagner Otto. 

Wallner Karl. 

WeiB Leopold. 

Wetzlmair Josef. 

Wiesinger Theodor. 
*Wolf Herbert. 
*Zapotoczky Johann. 



Hinterberger Hermann. 

Hofer Friedrich. 
*Hofmayr Josef. 

Huber Franz. 

Kahler Rigobert. 
*Kampfl Viktor. 

Klim Walter. 

Kropik Leopold. 



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77 



Kmckcnhauser Franz. 
Lasser Johann. 
Lugmayr Franz. 
Mayr Alois. 



Meflmer Ferdinand. 
*Miiller Rudolf. 
*Oberhuber Hermann. 

Oemer Rudolf. 



Oettl Richard. 
Steinkogler Richard. 
*Strigl Hans. 



Buchrucker Wilhelm. 
Hartmann Ernst. 
Peyrl Theodor. 
Pfusterwimmer Josef. 
Polzer Odo. 
Poschl Oskar. 
Postl Rudolf. 
PreiBler Kurt. 
*Purkharthofer Rudolf. 
Raffetseder Johann. 
Renner Otto. 
Richter Friedrich. 



u. B. 

Rosenauer Rudolf. 

Rotzer Richard. 
♦Schlagin Franz. 
♦Schmidt Bruno v. 
*Schmolzer Hans. 

Schondorfer Hans. 

Schott Anton. 

Seifried Karl. 
♦Sonnleithner Diethelm. 

Sporn Franz. 

Staudinger Franz (Steinbach). 

Staudinger Franz (Urfahr). 



Steinkellner Josef. 

Stoger Karl. 
*Strixner Richard. 
♦Tschaff Franz. 

Weixelbaumer Herbert. 

Wessely Robert. 

Wetzlmair Karl. 

Wittibschlager Johann. 

Witzany Josef. 

Wiihl Adolf. 



Albrecht Otto. 
Andrejka Max. 
Arzberger Gottfried. 
BartoS Josef. 
Binder Rudolf. 
Diller Hugo. 
*Einfalt Siegfried. 
Enzinger Rudolf. 
Frank Karl. 
Friedwagner Franz. 
Garzarolli Wolfgang, Edler 

v. Thurnlackh. 
Gastinger Johann. 
Gaunerstorfer Gustav. 



in. a. 

*Gerbert v. Hornau Kurt 

Gollerich August. 

Gorisch Heinrich. 

Greif Gottfried. 
♦Grundmuller Oskar- 

Hauk Otto. 

Heller Heinrich. 

Hilger Oskar. 

Hochegger Josef. 

Huber August. 
*Jenny Wilhelm, Ritter v. 

Jobst Georg. 

Kammesberger Johann. 
*Kandler Oskar. 



Kapfinger Johann. 
*Kosch Wilhelm. 

Krakowitzer Otto. 

Kriizner Eugen. 

Landl Franz. 

Langfellner Franz. 
*Lugmayer Josef. 

Mohr Richard. 

Oberraeyr Franz. 

Scheller Wilhelm Heinrich. 

Springer Wilhelm. 

Stern Otto. 



♦BSlohlavek Theodor. 

Freyschlag Friedrich v. 

Fuchshuber Alfred. 

Malik Rudolf. 

Niedermayr Norbert. 

Ortner Franz. 

Papula Anton. 
*Pascher Erich. 

Paulus Alfred. 

Plattner Heinrich. 

Pokorny Friedrich. 

PotrebujeS Franz. 

Proll Friedrich. 



in. b. 

*Richter Friedrich. 
*Ruth Paul. 

Sadila Johann. 

Schachinger Johann. 

Scharitzer Friedrich. 
*Schausberger Alfred. 

Scheff Oskar. 

Scheuba Wilhelm. 

Schmaus Franz. 

Schmid Friedrich. 

Schondorfer Florian. 

Schott Giinther. 
*Seeger Richard. 



Sommerhuber Max. 
Sparkefl Theodor. 
Stoger Josef. 
Strixner Paul. 
Sturm Hermann. 
Welser Hermann. 
Wessely Karl. 
Wogerer Reinhold. 
W r 6fl Karl. 
Wurja Johann. 
Zeidler Friedrich. 



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78 



*Barth Wilhelm. 

Baumbach Ernst." 

Billes He in rich. 

Bock Theodor. 

Bock Wilhelm. 
*Bruneder Alois, 

Buchmayr Franz. 

Buraharter August. 

Burgstaller Edmund. 

Czechowski Otto. 

Danzer Franz. 

Dostal Nikolaus. 

Ebner Friedrich. 

Ehgartner Michael. 



IV. A. 

Erndl Artur. 

Errhalt Richard. 

Fingerlos Konrad. 
*Forner Rudolf. 

Forstner Georg. 

Freudenthaler Heinrich. 

Furtner Leopold. 

Gorbach Josef. 
*Grubauer Alfred. 
*Giirtler Hans. 
*Haas Hermann. 

Heide Max. 

Heimel Johann. 

Hochmayr Josef. 



Hofbauer Adolf. 

Hollnsteiner Johann. 

Huber Franz. 

Huemer Josef. 

Kaiser August. 

Klauser Franz. 

Koref Viktor. 
*Kus Karl. 

Liebhardt Heinrich. 
*Meschede Hermann. 

Moravec Konrad. 

Nadler Walter. 

Schwager Karl. 



Brenner Hugo. 
Fazeny Johann. 
Humer Johann. 
Mayer Friedrich. 
Mayrhofer Karl. 
Moser August. 
Muller Karl. 
Peintner Josef. 
Pesinger Rudolf. 
Pfanzagl Rudolf. 
Pfundbaur Josef. 
Pollack Karl. 
Polzer Gnido. 
Prameshuber Hans. 
*Quatember Gregor. 
Ratzka Ernst. 



IV. B. 

Ratzka Hermann. 

Rauch Johann. 

Rezabek Richard. 

Rosenauer Alois. 
*Sadila Alexander. 

Samal Konrad. 

Schachermeyr Friedrich. 

Schauberger Heinrich. 
*Schmidberger Gustav. 

Schnabel Anton. 

Schneider Johann. 

Schubert Robert. 

SeyfFertitz Franz, Reichs- 
freiherr v. 

Sonnleitner Johann. 
*Stadlmann Alois. 



Steinkellner Alois. 
*Stockinger Franz. 
*Stockelle Gustav. 

StraBmayr Josef. 

Troyer Philipp v. 

Veicht Karl. 

Veitl Bernhard. 
*Vogl Leo. 

Weginger Josef. 

Wietfner Bruno. 

Wittek J alius. 

Worndl August. 

Zanker Viktor. 

Zehetbauer Josef. 



Althaller Wilhelm. 

Bent/, Karl. 

Billes Erich. 

Birklbauer Anton. 
*Breslmair Emil. 

£epl Theodor. 
*Clodi Eduard. 
♦Danzer Karl. 
*Deutner Alois. 

Eitzinger Vinzenz. 

Emminger Rudolf. 

Eurich Karl. 

Fcder Artur. 

Feder Wilhelm. 

Feiil Alfons. 



V. A. 

Fischer Adolf. 
*Fischer Franz. 

Fischer Johann. 
*Fischer-Colbrie Artur. 
*Fischer-Colbrie Kurt. 

Fodermayr Franz. 

Forster Karl. 

Fostel Friedrich. 

Gaisbauer August. 

Geisler Ignaz. 

Gfellner Johann. 

Gorisch Adolf. 

Haller Edmund. 

Harrer Ferdinand. 
*Harrezmiiller Franz. 



*Hilber Johann. 

Hinterberger Johann. 

Hofer Maximilian. 

Honerlein Friedrich. 

Kaufmann Johann. 

Lummerstorfer Rudolf. 
*Mayr Anton. 

Miihlberger Franz. 

Pointner Alfred. 

Renner Josef. 

Ruckensteiner Fritz. 

Streicher Franz. 

Vorderegger Rudolf. 

Weifl Georg. 



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79 



Bockschiitz Franz. 
Brunsteiner Konrad. 
Hain Josef. 
Kaindl Thomas. 
Kepplinger Heinrich. 
Konigseder Felix. 
Kufi Johann. 
Lenk Friedrich v. 
Lettner Leopold. 
Mattaulech Johann. 



Apfelthaller Max. 

Auinger Max. 

Bentz Viktor. 

Buchracker Karl. 

Buchrucker Walter. 
*Eder Hugo. 

Egger Alfons. 

Ehgartner Robert. 
♦Eisenreich Josef. 
*Fessler Johann. 

Franta Johann. 

Gafiner Karl. 

Gerl Josef. 

Gerstl Otto. 
♦Gleiflner Heinrich. 
♦Gottschy Ferdinand. 

Grafl Franz. 



Appel Eduard. 
*Bertl Heinrich. 

Bruckner Josef. 
*Eder Gustav. 

Edlinger Otto. 

Eibl Josef. 

Eurich Friedrich. 

Gattenneyer Karl. 

Gatti Norbert. 

Gerhardinger Max. 



Engelbrechtsmiiller Wilhelm. 
Hansl Rudolf. 
Kitzmantel Georg. 
Leinmiiller Franz. 
*Lugraayer Karl. 
Lutz Karl. 
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V. B. 

Mayr Heinrich. 
Moser Johann. 
Nagel Wolfgang. 
Niirnberger Friedrich. 
Pesendorfer Erich. 
Pfandl Max. 
Prammer Hermann. 
Schauer Matthaus. 
Schiefthaler Johann. 
Schuster Georg. 

VI. 

Grunn Johann. 
Gusenleitner Karl. 
Haberfellner Johann. 
Haslinger Emil. 
Hemmel Matthias. 
Juszt Alfons. 
Kehrer Karl. 
Kempf Friedrich. 
Kleinert Franz. 
Konrad Eugen. 
Kumpfmiller Moritz. 
Lindinger Josef. 
Lugmayr Franz. 
Mathie Rudolf. 
Meschede Ferdinand. 
Miiller Karl. 
*Poth Julius v. 

vn. a. 

Gerstmayr Georg. 
Gragl Ferdinand. 
Greutter Eberhard. 
Griinner Karl. 
Griinwald Josef. 
Griinwald Rudolf. 
Haderer Franz. 
Hirsch Ernst. 
Hofmann Adolf. 
*Horzeyschy Friedrich. 

vn. b. 

Maier Amilian. 
Mayr Johann. 
Moser Karl. 
Neidhart Friedrich. 
Is'iederberger Karl. 
Olsinski Michael. 



Schwaiger Franz. 
*Schwarz Johann. 

Stifter Leo. ' , 

♦Strixner Josef. 
*Sturma Leopold. 
*Wenger Wilhelm. 

Wieser Gottfried. 

Winkelmayr Rudolf. 

Zeilmayr Robert. 

Zekert Otto. 



Pramer Franz. 

Piichler Josef. 

Raab Josef. 

Rabeder Friedrich. 

Razima Johann. 
*Reder Josef. 
*Schauberger Erwin. 

Scherb Norbert. 

Schweinitzer Franz. 

Sparkefi Emil. 

Stadlbauer Anton. 

Strobl Eugen. 

Suchanek Franz. 

Vogl Paul. 

Zimmermann Ernst. 



Kaczkowski Ludwig, Ritter v. 
*Kaindl Franz. 

Keplinger Josef. 

Komarek Hermann. 
*K6nig Rudolf. 

Leitner Josef. 

Locker Julius. 

Strigl Otto. 



Paulusberger Viktor. 
Pfandl Felix. 
Pfleger Franz. 
Pfoser Rudolf. 
Philipp Georg. 
*Pilz Augustin. 

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80 



Potscher Josef. 

Rauch Johann. 
♦Rezabek Konrad. 

Scheuba Oskar. 

Schmid Salter. 
♦Schrack Alfred. 

Schwarz Norbert. 

Seyfferth Franz. 



Aspock Franz. 
Bauer Matthias. 
Bichler Leopold. 
Binderberger Johann. 
Dolch Hermann. 
♦Fellerer Josef. 
Fuchs August. 



Amerstorfer Josef. 
Brandstotter Vinzenz. 
Brenner Franz. 
Haselauer Adolf. 
Koch Alfred. 
Kolb Julius. 
Krakowitzer Karl. 
Langthaler Alexander. 
Langthaler Franz. 



Spak Johann. 
Springer Eduard. 
Springer Karl. 
Steffelbauer Friedrich. 
Steininger Erwin. 
♦Taub Johann. 
Walter Johann. 
Wehrenfennig Alfred. 

vm. a. 

Fiihrlinger Karl. 

Grasbock Franz. 

Hackl Georg. 
♦Hackmuller Julius. 

Hartmann Norbert. 
*Hava Jaroslav. 
*Hofbaur Adolf. 

vm. b. 

Lindinger Franz 

Muhlberger Johann. 

Muller Konrad. 
*Panholzer Matthaus. 
♦Pankratz Alois. 
*Pilat Anton, Edler v. 

Priesner Hermann. 

Pfistoupil Josef. 

Rabl Max. 



Weifl Leopold. 
*Werkgartner Anton. 

Wolkerstorfer Johann. 

Zehenthofer Max. 
*Ziilich Johann. 

Zinner Oskar. 



Jagenbrein Ignaz. 
Jedlitschka Ernst. 
Jellouschek Ferdinand. 
Keipper Julius. 
Pachinger Josef. 
Pritzl Eduard. 
Rammer Josef. 



Reisch Otto. 
Schallinger Josef. 
Srbeny Josef. 
Steinkogler Rudolf. 
Stroh Franz. 
Tischler Alois. 
W6hrl Josef. 



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81 



XIII. Kundmaehung bezuglich des naehsten £ehul- 

jahres. 

Die Aufnahme der Schiiler in die I. Klasse findet am Schlusse des 
Schuljahres 1909/1910 und am Beginne des neuen Schuljahres 1910/1911 statt. 
Diejenigen Schiiler, welche die Aufnahme in dem ersten Termine anstreben, 
haben sich am 3. oder 4. Juli vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in Be- 
gleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter zu melden und einen legalen 
Tauf- oder Geburtsschein, der das vollendete o3er im laufenden Kalender- 
jahre zur Vollendung gelangende zehnte Lebensjahr ausweist, und, falls sie 
eine offentliche Volksschule besucht haben, das Frequentationszeugnis beizu- 
bringen. Die Schulnachrichten kSnnen als Ersatz fiir das Frequentationszeugnis 
nur dann gelten, wenn in denselben die Unterrichtserfolge aus der Religions- 
lehre, aus der Unterrichtssprache und aus dem Rechnen je mit einem einzigen 
Ausdrucke bezeichnet erscheinen und wenn in denselben zugleich ausdriick- 
lich bemerkt ist, dafl diese Beurteilung im Hinblicke auf den beabsichtigten 
Obertritt in die Mittelschule erfolgt ist. — Montag, den 4. Juli, wird sodann 
vormittags von 9 Uhr an die schriftliche und nachmittags von 2 Uhr an die 
mundliche Pru^ung vorgenommen werden. 

Die Anmeldung fiir den zweiten Termin findet in gleicher Weise am 
8. und 9. September vormittags zwischen 8 und 9 Uhr statt; die Prufung 
wird sodann Freitag, den 9. September, vormittags von 9 Uhr an (schrift- 
lich) und nachmittags von 2 Uhr an (miindlich) abgehalten werden. 

Bei der Aufnahmspriifung wird in der Religionslehre jenes Mafl von 
Wissen, welches in den ersten vier Klassen der Volksschule erworben werden 
kann, in der deutschen Sprache Fertigkeit im Lesen und Schreiben der 
deutschen und lateinischen Schrift, Kenntnis der Elemente aus der Formen- 
lehre, F^ertigkeit im Analysieren einfacher bekleideter S&tze, Bekanntschaft 
mit den Regeln der Orthographie und richtige Anwendung derselben beim 
Diktandoschreiben, im Rechnen Obung in den vier Rechnungsarten mit ganzen 
Zahlen verlangt. 

Zufolge Min. Erl. vom 2. Januar 1886, Z. 85, ist eine Wiederholung 
der Aufnahmspriifung fiir die I. Klasse, sei es an derselben oder an einer 
anderen Lehranstalt, mit der Rechtswirksamkeit fiir das unmittelbar folgeo<* 
Schuljahr unzulassig. 

Jeder neueintretende Schiiler hat die Aufnahmstaxe von 4 K 
den Lehrmittelbeitrag von 4 K (diirftigeren Schiilern kann dieser Q 
2 K ermafiigt werden) und fiir Jugendspiele den Betrag von 1 
richten; von der letzteren Leistung konnen unbemittelte S 
werden. 



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82 

Zufolge Min. Erl. vom 26. Juni 1888, Z. 1842, werden auswartige Sch flier 
nur dann aufgenommen, wenn der Wohnort ihrer Eltcrn Linz naher gelegen 
ist als eioem anderen Orte Oberosterreichs mit einem Gymnasium. 

Se^plcr yon fremden Anstalten, die in eine hohere Klasse (II. bis VIII.) 
dcs Staatsgymnasiums in Linz eintreten wollen, haben sich in der Zeit vom 
4. bis zum 8. September in der Direktionskanzlei zu melden. 

Schiller, die bereits im Vorjahre der Anstalt angeh6rt haben und ihre 
Studien an derselben fortsetzen wollen, haben sich Freitag, den 9. Sep- 
tember, vormittags zwischen 8 und 9 Uhr in ihren Klassenzimmern zu melden; 
hiebei haben sie das letzte Semestralzeugnis vorzuweisen und den Lehrmittel- 
beitrag von 4 K. (dilrftige Schuler 2 K) zu entrichten. Auflerdem wird der 
Betrag von 1 K fOr Jugendspiele eingehoben; unbemittelte Schuler kdnnen 
jedoch von der Entrichtung dieses Betrages befreit werden. — Die Unler- 
lassung der rechtzeitigen Anmeldung hat den Verlust des Anspruches auf Auf- 
nahme zur Folge. 

Die Wiederholungs- und NachtragsprQfungen , ferner die Aufnahms- 
priifungen fdr die hCheren Klassen (II. bis VIII. Klasse) werden Freitag, den 
o>, und, falls sie an diesem Tage nicht abgeschlossen werden kdnnen, 
Samstag, den 10. September, von 8 Uhr an in den Lehrzimmern jener 
Klassen, in welche die betreffenden Schuler nach gut bestandener Prufung 
versetzt wflrden, vorgenommen werden. 

Samstag nachmittags um 2 Uhr haben samtiiche Scluler in ihren 
Klassenzimmern zu erscheinen, wo ihnen die fflr den UnterriChtsbeginn ge- 
trofFenen Anordnungen von den Klassenvorstanden werden hekanntgegeben 
werden. * 

Das heilige Geistarot findet Sonntag, den 11. September, frtth um 
8 Uhr, statt. 

Der regelmaflige Unterricht beginnt Montag, den 12. September, fruh 
um 8 Uhr. 

Der Berichterstatter spricht zum Schlusse alien G6nnern des 
Linzer Staatsgymnasiums, welche den Lehrmittelsammlungen wert- 
volle Spenden zugewendet Oder die Anstalt sonst irgendwie in 
ihren Bestrebungen gefordert haben, ferner all den zahlreichen 
Jugendfreunden, welche unbemittelten Schiilern hilfreich zur Seite 
gestanden sind und ihnen iiber manche sorgenvolle Stunde hinweg- 
geholfen haben, den besten Dank aus. Moge es ihnen ein giitiger 
Immel reichlich vergelten! 



Vinz, am 2. Juli 1910. 



Reg. Rat Christoph Wurfl, 

Direktor. > 



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SECHZIGST'ER 

JAHRESBERICHT 



DES 



K. K. STAATS-GYMNASIUMS 



ZU LINZ 

ttBER DAS 

SCHULJAHR 1911. 



J» 



halt: 

i. Das Linzer „Museum physicum". Geschichte des physikalischen 
Kabinetts am Linzer Staatsgymnasium und seiner Kustoden vom 
Jahre 1754 bis zur Gegenwart. (Schlufi.) Von Prof. Oskar 
Hantschel. 

2. Schulnachrichten. Vom Direktor. 



+-c8o— *- 



LINZ, 1911. 

VERLAG DES K. K. STAATS-GYMXASIUMS. 
K. U. K. HOFBUCHDRUCKEREI JOS. FEICHTINGERS ERREX. 11.14109 



t ■!■ 



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1 1 p i 



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P. Franz X. Racher 

(* 8. Juni 1730, f 7. Oktober 1800) 
Griinder des ,, Museum physicum". 



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Google 



Das Linzer „Museum physicum". 

Geschichte des physikalischen Kabinetts am Linzer Staatsgymnasium und seiner 
Kustoden vom Jahre 1754 bis zur Gegenwart. 

(Nebst einer Wiedergabe des Inventars vom Jahre 1775.) 

Von k. k. Professor Oskar Hantschel. 



(Schlufi.) 

§iv. 
©erotW^oftcn ju ben ©offer $Berfud>en, ober #tybroftortfd>e, unb §tybraultfd>e 

©enfjeuge. 

39. ©in nidjt minber foftbafyre, a(3 geSBredjtidje 2Kafd)in, ben tounbetba^ren 
2)rucf ber fliifftqen Sdrper auf bie SBoben ber gefdfd JBegreifflidj ju 
macf)en, tngleidjen bie SBerfyaltnuffe beg Slu^fluffe^ burd) SSerfc^iebene 
Deffnungen ju 6eftimmen. ©ie 93eftet)et in einem groffen $egelformi* 
*gen Olajs, toetd)e$ einen mtt einer ©rone auf Sled), unb einem rott) 
Safirten S)edel gejiret ift. S)er unterfte Xtjtil beffelben ift in ein Stjlin* 
brifdjeS gefyaufe, *8on gegoffenen SEKeffing eingefuttet, roorauf fotoot}! 
unten, alg an ber ©ette gleid) groffe §af)ne f)eruorragen. ©in 93etoeg* 
licfyer ©tempet, toetdjer jtt>ifd)en jroet) 9)ietalenen SBlatten mefyrere fiebet* 
fd^ei6en einfd^tteft, bienet gebadjten gefjeufS jum boben. 2)as ganje 
2Berf ru^et auf einen fyoljernen 3)ret)fuf, unb erftrecfet fid) iiber 
6 ©djui) in bie £)ot)e. 

40. 4?ieju gef)6ret eine in Sftejftng gefafte ®ta$ SRofyre 9Son anberttjatb QoU 
in 2)urd)*9tteffer, roeldje fid) auf ben 9Ketattnen gefyaufe anftatt be$ 
groffen ©tafeS SBefeftigen laft. 3ngleid)en jroetj anbere bretj ©djuf) lange 
biine aber gleid) roeite SKotjren, eine SBon ®laft, bie anbere $on jinn, 
beren jebe enttoeber roaag ober ©encfredjt fan angefdjraubet toerben. 

41. Sine fd)5ne £)t)broftatifdje SBaag, ber eg toeber an genauigfeit nod) an 
3irbe unb Sequemltdjfeit mangtet, bent ciufferlid)en anfetjen fomt felbe 



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mit jener, fo 9lbbt Nolet 1 ) in f einen SBorlefungen SBefdfjrieben Ijat, jitn* 
lidj itbereing. 2luf ben ©lafernen SSaffer Se^atter fan bag SSaffer burd) 
SSerborgene 9KetaH SRd^re unb jurlid) angebradjte £afjne in 93eljbe ©eiten 
©edfjer geteitet, unb roiberum in bie SBledfjerne Jhife abgefufjret toerben. 
S)te 9Baag, tueld^e 9Son einem SSergolbten ©ngel getragcn toirb, ift fo 
fein unb empfinblidj, baj$ ©ie einer Docimastifdjen SBaage nidjt« nadfj* 
gibt. ®a8 gufgefteH madjt ein fleineS $aftgen mit gebrodjenen ©dEen 
au3, in einem ifyrer Sabgen finb genaue ©rann gettridfjter toon 1 93if 500 
anjutreffen, in einem anberen SJefinben fid) einige, metftenS 2RetaIIne 
ffiegel, bie aHe in ityrem Umfang gleidf) finb, unb in einem tyiejubeftimmten 
93ed)er paffen, in ben briten Sdbgen aber fteljen Segel 9Son Skrfdjie* 
benen SKetallen, bie einertel) ©djroere fjaben. 

42. ©in ©nglifdjer §eber 93on einer Sefonberen %xt, er unterfdfjeibet fid) in 
beme r bafe bie roofytgefafte ©la$Rot)re, tuetd^c auf ber mitte eineS 
9Jhtfd)elartigen r unb SKarmorifirten ©eftette tjertoorraget. Set) ber gu^ 
lung nidfjt $)arf umgetoanbt toerben. §ieju bienet eine in Delfarb ge* 
tranfte unterlag au$ Stedf), toeldfje ba3 auflauffenbe tuaffer aufnimt. 

43. ©in anberer Gnglifdjer §eber SSon gemeiner 2lrt, toeld)er au8 einigen 
@laf9J5f)ren nur obenfjin jufamgefejet ift. 

44. ©in Anatomifd^er §eber 2 ) 9Son 931au angeftridjnen ©led). 

45. ©in Sled)erne 4 ©df)uf) lange 9Wf)re, ben gaE ber ©orper in SBaffer 
ju SJJriifen. 

46. @emeinfd)aftlid)e ©lafe SRofjre (Tubi comunicantes) SBon SBerfdfjibener 
©eftalt, SBeite unb 9iid)tung r roeldje auf einen ©eftett auf Sled) mit* 
einanber SSerbunben finb. 

47. 3roet) anbere gemeinfd)afttidf)e unb an ein jirlidjeS Srett Sefeftigte lange 
@(af9Wf)re beren jroifdf)en9taum in 3°H e g^eilet ift. $)urd) @ie (aft 
fid) erroeifen r baft bie §6f)en ftuffiger $)inge in umgefetyrte SSer^altnife 
ifyrer ©djtoere ftefyen. 

48. Sin SSter ©d)uf) t)of)e3 r unb in ©rabe getf)eilte3 9?6t)rgen 93on ®(af$, 
auf einen fd)toad)en 3)ret)fuf uon Sled) ben abtoadOfenben Sluffluf fliifft* 
-ger ©otper ju jeigen. 

49. ©in anbere minber 93etrad)rtid)e ©tafcSRofjre SBon einen unb ein fyalben 
©d)ut) auf einen 93led)ernen bretj guf ju jeigen roie SBiel eingefendttc 
©otper SJon tfyren ©eroidjt 33erlif)ren. 

1) Siehe Fu6note bei Nr. 5, § II. 

2 ) Eine Vorrichtung , bei der durch den Druck einer Wassersaule eine biegsame 
elastische Membran angespannt wird. 



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50. ©ine gldferne ®(ocfe mit einer ^affung au§ ©ifen fambt einer 93le* 
dfjernen ©rone, tucld^c an bie groffe SSaage 95e^ 4?t)broftatifdfjen 93erfudfjen 
pftegt gefjangen ju roerben, auffer biefem gall bienet ©ie ju einer §ang- 
Sampe. 

51. ©in SBaffer Scatter 93on glafe mil einer ©(edjern ©rone unb l^ljernen 
guf r fo Setylduffig in ©urdfjmeffer einen tyafben ©djuf} fydlt, unb 93e^ 
93erfdjiebenen SSerfudjen ju gebraudfjen ift. 

52. Sin jroet} ©dfjuf) t)ofyer unb 3 $o& roeiter ©ijlinber Son ®Iafc, toetdjer 
SBetjberfeitS offen r oben mit einer ©rone 93erfet)en ift r fambt 5tnetj ©dfjei* 
ben r beren eine SJon SBlelj, bie anbere Son Suffer ift. SluS bem mitel* 
punct einer jeben gefjet eine mit einer |)o[^9liget Serbunbene ©djnur. 
©ie bienen ju einen artigen Skrfudj. iuetdjen loir einem ©ngeldnber ju 
33erbantfen fjaben. 

53. ©in 2Kariottifdfje glafdje, tpetd^e an ber ©djeibe burdfjSofjret, am ©nbe 
beg JpaljeS aber mit Qxnn unb SBieten ©dfjeiben au8 fieber 93erfd(jloffen ift. 

54. ©in jufammgebogene, fe^r gebredjtidje ®laf*9tof)re, ben 2)rudE befe SBafferS 
in 33erfendte ©Srper ju tneifen. 8ln ber ©eite fyat ©ie eine Heine 
©dfjiueinSlafe angefjdftet, unb ift £f)eil3 mit rotten SBeingeift, tl)eil8 
mit qued©ilber gefuHet. 

55. groetj §eber 9Son Sled), einer Son gleidfjen ber anbere Son ungleidfjen 
©djenfetn. 3ng(eidf)en einer Son glafe, an beffen tangen ©djenfet meljrere 
Heine Deffnungen fidj Sefinben. 

56. ©ine Archimedifcfye 2Baffer@dfjraube Son ©ted}, bie man unter jeben 
SBincfel feft fteUen fann. *) 

57. ©ine anbere Archimedifdfje ©d)raube Son Sled}, bie mit einer ®laf 
Siotyre umgeben ift, jebe ©tellung annimbt, unb it)re SBiirdEung burd) 
emporipebung tfeiner $ugetn eufferet. 

58. ©in abfejenber ober unterbrodfjener SBrunn (Fons intermittens) auf 93tedE) 
unb ®lafe mit einem Slumenformigen 9luf*@aj. 

59. S)ie ®efdje ber Sriiberlidjen ©intrant (Vasa concordiae) auf einer S5(au 
gefarbten ©tilje Son §o!j. 

60. ©in einfadfjer §eron893run Son gtofc, welder fambt einer Stedjernen 
SKufdfjet an ein fenfredjteS jirlidjeS Srett get)dftet ift f urn bie gange 
Theorie Segreifftidf) ju madden. 

61. ©in anberer einfadjer §eron$Srun iBon Sledf) gegen 3 ©djuf) fjodfj, in 
loeldjen bie gange ©inridjtung ben 3 u f e *) ern entjogen mirb. 

62. ©in boppetter £erong ©run Son Sled}, beffen SBaffer Sef)dlter unb 
2Kufd(jel Son ®lafc, bie 9iof)ren Son Sledfj, bie ©tujen toon ©ifen, bie 



x ) Cochlea Archimedis; noch vorhanden. 



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£at)tten SSon SKeffing finb, unb beffen ganje #Slje gegen 3 ©djuf) 
93etragt; ©in SBerf, weldfjeS 93iele SRfitje unb Soften SBerurfad&et. 

63. 2tHe8 tnaS ju ben feinfien 23erfud>en mit SBerfdjjiebenen f>aar Stofjrlein 
erforberttd^ ift, Sefinbet fid^ auf einen fletnen ©eftefl 3Son SReffing 
93ledj 93eljfammen r unb urn ©elbeg 93or ben ©taub ju bettmljren, ift 
aHe^ in einem ©ignen, 93orn mit einer ©lafXafel SBerfeljenen ftaftgen 
SSerfc^toffen. 

6*- 4? ie 3 u floret audj ein fleineS gefteli, t*a$ auffteigen in ben $aax 9?6f)r= 
lein in Suftteren Siaum ju jeigen. 

65. ©in ffeineg SSledjerneS gefteH mit einem §eber unb 2)efel©d)allen SBon 
©lafc, tneldfjeS unter bie ©lofe ber Suft^ompe fan gefejet roerben. §ie* 
burdfj laft fid) ertoeifen, bafe ber tlbergang ftiiffiger Singe in ben ipebern 
3Son ben $)rucf ber Suft fjerjuteiten fetje. 

66. ©in ©pringSrun Ston 93ledj mit SBlauer Delfarb angeftridfjen, roorauf 
ba« SSermittete einiger in ber Soflung SSerborgener Sampen foctyenbe 
SBaffer mit getpalt Ijeruorbridjt. 

67. 3^^ tteine jebodf) gum 33erfudf)e SBraudjbare SKobel auf 4?olj, ^^ un & 
glafc beren eineS ein ©augtoerd, bag anbere ein ©rutftoerf fiirfteUct. 

68. SSter groffe © tinge! ©lafer, bie mit SSerborgenen Shigt burdj Sk^ulf 
eineS fleinen Xifdjlein $er6unben finb. 3Kan jeiget burdj ©ie r tt>ie ftdj 
©dfte r beren eigentfyiimtidfje ©djtoere geringer ift r burd) anbere ©dfjroerere 
otyne S3ermifd)ung bringen. 

69. ©in Heineg golbSBaaglein, rooran eine rott) Salirte ©lafeftuget fambt 
ben ©egengettnctyt t)angt. 

70. gtttttj mit einer gebogenen ©lafSRoljre SSerbunbnen ©arain *), beren eineS 
mit rotf) gefarbtem SBeingeift gefiitylet ift. 

71. ©in fleiner Pachus toon ©laft, beffen 93afe etroag $Bon rotten SSeingeift 
in ftdj entfyalt. 

72. ©in $aar SartefianifcJje Seufet fambt ben ^iejuge^origen ftegetformigen 
©lafe. 

73. ©in §ermetifd) gefdfjloffene ©lafeSRofyre, toortn bie SBier ©lementen burdfj 
fluffige 3)inge $on SSerfd^ibener ©djroare furgeftellet roerben. - 

74. Qtofy ©d)taggtafer, roeld)e auf ipermetifdjj geftfjloffenen unb SuftCeren 
SRofyren, roortnen etroa£ SBaffer entfjatten ift f 93eftef)en. 

75. 2)ie Set) SSerfdjiebenen grab ber SSarme in einer mit SBeingeift gefittylten 
SRdfyre auf unb abfteigenbe ©taf ftiiglein. 

76. ©in fforentinifd)e Shigel 3?on 3inn ju SBerfudjen ob bie jufamen SJJreffung 
beg SBaffers mdglic^ fet). 

1) Karaftinen (?). 



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77. Stn tjoler Seget Son Sledj, burd) Sunftttc^e ftdtte baS Naffer ju alien 
SafjreSjeiten in Sif ju Serroanbeln. 

78. Sine fetyr gemeine unb ntd)t Setracfjtlid)e SBaffer Uf)r, in toetdjer ein 
fid) langfam fyerabfendenber Stjlinber bie ©tunbe angeiget. 

79. Sin Heine unb aKgemeine 9Baffer*23aage auf glafc, in einer f)dljernen 
Sijen Seioatjret roirb. 

80. Sin SBanbleudfjter Son gelben Sledf), Son Sefonberer Srftnbung, ber 
Srinenbe Sampen S)ad^t fteHet ein Serjen fur. 

81. Sin mitelmaffige $anbel Son getben S(edf), loeldje unter bie Seyier* 
gefaffe ju red>nen ift. 

82. Sin HeineS Sanbt Son gelben 93ted^ r roorauf nadj Selieben 9Kitd} ober 
Coffee flieffen fann. 

83. 3)rel) groffe Diabeten 1 ) auf glafj, einer mit einem SReutter auf ben §(uf* 
*}aj, ber anbere mit einer SRufdfjelformigen Xfijen unb 3)edet, ber britte 
ift einem Strug a&nlidj. 

84. (Sin glaf9idt)re jum gctyrungen, Sinige Bononiensifdje 2 ) ®tafer, unb 
Batavische £t)renen. Sngleidfjen ©(aft ftitgeln, bie in ®erjenbad)t jer* 
fpringen. Sin glafSedjer, jtoet) Sttatytlampen Son getben Sled). 

§ V. 
®crfitfd>aftcn jum JBerfucfocn mit ban gcuer. 

85. Qxofy ^arabolifdje Srenn ©piegel Son erfter gr6ffe r beren jeber fiber 
'6 ©djuf) in ©urdjmefier tjalt. @ie finb auf ©ibf mit ad)ten gotb Se* 
teget. unb ftefyen in grftn SWamoriftrten SRafymen auf gufgefteflen, bie 
mitels angebrad^ter ©djrauben aHe SRidjtungen annefjmen, nebft ben er* 
foberlidjen SlafSalf. 8 ) 

86. #ieju gefydren jroet) groffe Sifdje mit Seroeglidjen 3)etfetn, unb jloelj 
gujjfdfjamel, beren jeber auf jtoet) ©taffel Seftefyet unb urn Sety Ser* 
fudjen beS ©djaUeS Sif gu ben Srenn spuncten ju getangen. 

87. 3»el) SParabolifdje Srenn ©piegel Son mitlerer gattung, ebenfalS auS 
®ibf, beren 2)urd)meffer einen ©djut) Setragt. 3Sf)re SRafjmen unb geftetl 
finb auf §ol 5 . 3 ) 

88. Qxofy Heine *Para6o(ifdfje Srenn©piegel au$ gibf, Son einen fjalben 
©dfjuf) in burd)@dfjnitt: ©ie finb gteidfjfalS in §olj gefaft unb i^re 
Setoegung gefdjiftt in einer 9?ufe (?) 



x ) Diabetes (Tantalusbecher) = Vexierbecher; auf Heberwirkung beruhende Gefafle, 
die sich entleeren, bevor sie ganz gefullt sind. Der Name stammt jedenfalls von SiajiSaivuj, 
▼ielleicht in der iibertragenen Bedeutung: r ,ubergehen r . 

2) Bononia, alter Name fur Bologna: daher Bologneser Flaschchen. 

3 ) Noch in brauchbarem Zustande vorhanden. 



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89. ©in feltnet ©renn ©piegel auf ®ibf in ber ®eftalt eineS abgeffirjten 
§ott ffiegete ofjne gefietl. 

90. ©in gratoefanbifdjer *) geuermeffer, toeldjer ouf einem Ufjr jeiger mit jaljn 
SRabern, unb Del Sampen, nebft jroet) eintag ©tangen beren eine auf 
©ifen, bie anbere auf Jhtpfer SBefte^et. 2 ) 

91. ©in gtorentinifdjcr geuermeffer toeldfjer auf einem Sogen SBon ®laf einer 
©lamer ©aite, unb fleinen $ugel ©eftefyt. 

92. ©in Sefonbere 2lrt eineS geiiermefferS @ie beftefyet auf einer SBaag* 
redf)ten SRotyre au3 SBledj, roorauf eine ©aite gefpanet ift, f>ieju ge^drt 
bie Accord ©aite r tpeld^e fidf) auf einen abgefonberten fdfjwarjen Saftgen 
fttmmen Saft. 

93. ©in attgemeiner geuermeffer SBeftetjenb in einer SWeffingSBlatte, in 
beffen mite eine Sirfelrunbe aufgetjdlet ift f fambt einer eifernen $uget r 
bie in gebad()te Deffnung genau paffet. 8 ; 

94. ©in geucrmeffer ^3on ber neueften ©rfinbung, er Seftefyet in einer fenf* 
redfjt aufgeridjten, 3 ©dfjut) ljof)en ©tablemen ©tange, beffen jetger auf 
einem get^eilten ©ogen bie grab Seftimet nebft einen ®efafe auS SKeffing 
Sledj jum Srenenben SBeingeift. 

95. ©ine 93irnf5rmige 2)ampf$ugel ober Aeolipila aufe Jhipfer auf einen 
fleinen SBagen. 4 ) 

* 96. ©in groffere, Sugelformige 2)ampf$ugel auf $upfer fambt jtoet) ©eiten 
armb unb SDhifdjeln. 

97. ©ed)3 Sretgen mit feuerfyaltigen ?lnftrid} SBon SBerfdjibenen garben. 

98. ©in SKobel be8 unSSerbrenlidfjen |>aufe8 nadj ber SSorfd^rift be3 M: 
d Espie, beffen in bag ©eutfdje uberfejte Slbtjanbtung unter bent 3)ad) 
be$ fleinen gebaubeS ju finben ift. 

99. ©in auf einer ©eite XradjterfdrmigeS SRotjr auf getben SJleclj mit einer 
fjdljernen £anbl)ab ju SSerlangerung ber glamme. 

100. §6tjerne fetjr einfadje Stftafdjin SSermittelS ber SReibung, 9taud) unb gun* 
*fen tyeruorjubringen. 

101. ©djmelj fiampe aufe getben Sledfj mit ifyrer Q\xQtf)dx auf einem &oljer* 
nen ®eftetl. 

102. 3toei SRunbe "JragSampen an fleinen Setteln 93on @ifen r einige irberne 
®efd)ier jum gefarbten geuer. 5 ) 

1 ) Wilh. Jakob van's Gravesande, Philosoph und Matemathiker, geboren am 27. No- 
vember 1688 zu Herzogenbusch in Holland, studierte in Leyden. 1720 erschien daselbst 
sein Werk: „Physicis elementa mathematica experimenta confirmata". (Poggendorf.) 

2 ) Wohlerhalten vorhanden (Hebelpyrometer). 

3 ) Noch vorhanden. (Unser jetzt iiblicher Kugel-Ring-Apparat.) 

4 ) Xoch vorhanden. 

•'») Eine Traglarape vorhanden. (Cardanische Aufhangnng.) 



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§ VI. 
(£lectrifd)e SRflfoeufle. 

103. Sine groffe 9Kafd()in 93on fatten 2)unfe(braunen #o(j mit einer anfetyn* 
4id()en Sfrtgel 93on Slauen ©laf, 3t)re (Stnfdjnitte finb mit aufgetrag> 
*nen gotb 93tattern aufgejiret, unb ©ie SSleibet immer auf einem eignen 
SKarmorifirten £ifd() r beffen guf anftatt eineg 58aften bienet, feft ge* 
fdjtaubet. 

104. @tn anbere faft ebenfo groffe Electrische 9Kafd^in mit einer rotten fiugel, 
beffen gefteU fambt ben 9Jab mit SBtauer Detfarb uberftridjen ift. S)te 
9ieibung gefdjit)t SBermittelg einer Saquirten ©tfije, bie aug gebatynen 1 ) 
§o!je 2Jeftef)t, unb in einem getmnbe SSeioeglid) ift. ©ie bienet aQe 
gattungen ber Electricitat ^cruorjubringen. 

105. SBier Electrische $ugeht 3Son mitlerer groffe r beren ©tfijen auf einen 
groffen fd>roeren Xifdf) feftgemadjt finb, unb roetdje famentlid) burd) ein 
in ber SBerborgenen §of)lung angebradjtcg Sftab in Setoegung fonnen 
gefejt toerben. 

106. (Sine mittehnafftge $ugel auf einen langlidjten ffiaftgen 3Son tjarten £olj, 
ioeld)e SBermittelg eineg 93ogeng lann umgebrafyet roerbert. 

107. (Sin anbere Heine r feljr einfadje 9Kafd)in mit einer nidjt auggegoffenen 
®ugl r toetd)e fid) gleidf)falg mit einem SBogen fyerumbraljen laft. 2)ag 
fyoljerne gufgefteH ift otyne ?lnftrid). 

108. Sine fteine f(orentinifd)e ©df)etben 9Kafdf)in nadf) ber (Srfinbung beg M. 
Ingenhus. 3)ag gefteH ift ItyiU mit ©piegel golio, Xfyeitg mit SBtauer 
Detfarb aufgejirt unb bag ®aftgen toorauf fetbe rufyet, mit biinen 9Kef* 
fing SBtedj uberjogen. *) 

109. ©in fleineg ffiaftgen 3Son fyarten £olj mit einen @d)ub(abe{, beffen 2)efel 
mit ©panifdjen 2Bad()g 3 ) in ber S)ife einer Sinien fiber jogen ift r tyierburdf) 
laft fid) burd) SReiben eine Negativ Electricitat fyeruorbringen. 

110. (Sin groffe Electrifdje 9Kafd)in Son ber neueften Srfinbung mit einen 
tio^len ©gtinber, toeld)er mit ©eibenjeug unb fiber biefe mit ©tauen ©a* 
*met uberjogen ift. ©eine Sange erftrefet fid) fotoett, alg eg bie geioofin* 
*lidf)e 83reite beg ©amet jultefe. ®ag gefteQ SSertauft fid) in einen Sogen, 
welder mit 93erfd)ibenen ©dfjnijloerf unb f einen (?) 4 ) £6pfen auggejiret 



*) Bedeutet wahrscheinlich ^gebohnt". 

2) Ingen-Houss Jan, Prakt. Arzt, Kaiserl. osterr. Leibarzt, Mitglied der Royal Society, 
geboren 1730 zu Breda in Holland, gestorben am 7. September 1799 zu Bowood bei London. 
(Poggendorffs biogr. literar. Handworterbuch.) 1760 baute Plante die Glasscheibenmaschine. 

3 ) Altere Bezeichnung fiir Siegellack. 

4) Kleinen (?) 



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8 

ift. 2tn ben gufc ift ein HeineS Sfibl angebradjt, urn $erfd)iebene ju- 
gefjor barinnen aufjube^alten. 

111. ©ine Heine 30?afd)in, ttjorauf ©eibene SBanber SSon SBerfdjibenen garben 
nad) ©elieben f5nen aufgefpant toerben, urn Ijieburct) i^re entgegengefejte 
Electricitaten ju erforfdjen. 9lQe SBanber finb 93el)ber©eil3 mit rotf) 
Saquirten ftabletn SBerbunben, unb ftnb in einer Sabe Setyfamen. 

112. ©in eiferner Setter SSon 30 ft toeldjer mit ©piegel golto uberjogen ift 
unb an 6 glafernen Siingen fret Ijangt. 

113. ©in anbrer ©tylinbrifdjer Setter Son ©led) gegen 12 ©djuf) lang r an 
beffen mitte eine groffe Shtgel auf Sled) angebradjt ift. 

114. ©ine 10 ©djul) lange unb einen ©d)uf) bife 9t61)re au8 SPappe, toeldje 
auf unb iniuenbig mit ©olWpapier ttberjogen ift. ©ie bienet ju einen 
Seiter nad) ber 33orfdjrift beg Franklin. 

115. Qrofy gegen 8 ©djuf) lange Setter, beren einer auf ©ifen, ber anbere 
auf SKefftng SSerfertiget ift r unb in ginger bifen ©tfinglein 83eftet)en, 
toeldje in Heine Sfttbpfe enben. 

116. SSier feljr grofee 93erftarfung8 gtafdjen, ©ie SBeftetjen au& ©la& $olben, 
bie o^ngefe^r 19 2J?aa& in fid) faffen r unb fotoot)! Son innen r aU auffen 
mit ©piegel golio uberjogen ftnb. (Sine jebe ber auf felben t)eruorra* 
*genben ©ifernen ©taitgen toieget 10 it. 5tuf jmen berfelben ftnb Sle* 
d)erne Suget ju fef)en f toorunber Heine Pyramiden S3on ©ifen, bie fid) 
in bie feinfte ©pije SSerlauffen, unb alle SRidjtung annefymen, SBer* 
*borgen ftnb. ?luf ben flbrigen jroetjen rut)et ein eiferner SBogen, toeldjer 
ftd) an ben oben gemelbten eifernen Seiter anfd)ieben laft. $)ie ®laf 
ffiolben rufyen in groffen mit 93erfdjibenen Saubtoerf gejtrten r audj mit 
Slauer Delgarb unb golbSBlatern gefaften Xbpfen auf tooljt gebranten 
$f)on, unb fteljen auf t)5ljernen ©djameln , bie SSetjberfeitS mit eifernen 
$rag SBanbern SBerfefjen finb. 

117. ©ieben Heine 93erftarfung3 glafer, bie ettoaS fiber ein ©eitel fatten, unb 
auf einen runben, fef)r jirlidjen, auf SBledj getribenen gefteK 93el)fammen 
ftefyn, an tyre t)etuorragenbe ©tanglein ftnb Sefonbere SBeroegtidje Sloben 
angebrad)t. ©in jebeS ift auf eine anbere 9trt gefuf)tet, unb entfd)eibet 
fid) SSon anberen burdj befonbere garben ©treife. 

118. Sin anbere 93erftarfung8 glafdjen ju ber 30?afd)in mit 4 JSugeln in 
einen geljaufe 93on Sled). 

119. ©in fefyr groffe QanheiZa^el mit ©piegel golio ©e