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Full text of "Aktion oder Reaktion? Politisches Handeln assyrischer Könige (1993)"

Schriften des Historischen Kollegs 

Kolloquien 24 



Denkens in der Antike 



Herausgegeben 
von Kurt Raaflaub 




Anfänge politischen Denkens in der Antike 



Schriften des Historischen Kollegs 



Herausgegeben 

von der 

Stiftung Historisches Kolleg 

Kolloquien 
24 



R. Oldenbourg Verlag München 1993 



Anfänge politischen Denkens 
in der Antike 

Die nahöstlichen Kulturen und die Griechen 



Herausgegeben von 

Kurt Raaflaub 

unter Mitarbeit von 

Elisabeth Müller-Luckner 



R. Oldenbourg Verlag München 1993 



Schriften des Historischen Kollegs 

im Auftrag der 

Stiftung Historisches Kolleg im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft 

herausgegeben von 

Horst Fuhrmann 

in Verbindung mit 

Knut Borchardt, Rudolf Cohen, Arnold Esch, Lothar Gall, Hilmar Kopper, Christian Meier, 

Horst Niemeyer, Peter G. J. Pulzer, Rudolf Vierhaus und Eberhard Weis 

Geschäftsführung: Georg Kalmer 

Redaktion: Elisabeth Müller-Luckner 

Organisationsausschuß : 

Georg Kalmer, Franz Letzeiter, Elisabeth Müller-Luckner, Heinz-Rudi Spiegel 

Die Stiftung Historisches Kolleg hat sich für den Bereich der historisch orientierten Wissen- 
schaften die Förderung von Gelehrten, die sich durch herausragende Leistungen in Forschung 
und Lehre ausgewiesen haben, zur Aufgabe gesetzt. Sie vergibt zu diesem Zweck jährlich bis zu 
drei Forschungsstipendien und ein Förderstipendium sowie alle drei Jahre den „Preis des Histo- 
rischen Kollegs". Die Forschungsstipendien, deren Verleihung zugleich eine Auszeichnung dar- 
stellt, sollen den berufenen Wissenschaftlern während eines Kollegjahres die Möglichkeit bieten, 
frei von anderen Verpflichtungen eine größere Arbeit abzuschließen. Professor Dr. Kurt Raaflaub 
(Providence, R. I./USA) war - zusammen mit Privatdozent Dr. Franz Bauer (Regensburg), Profes- 
sor Dr. Volker Press (Tübingen) und Professor Dr. Shulamit Volkov (Tel Aviv/Israel) - Stipendiat 
des Historischen Kollegs im Kollegjahr 1989/90. Den Obliegenheiten der Stipendiaten gemäß 
hat Kurt Raaflaub aus seinem Arbeitsbereich ein Kolloquium zum Thema »Anfänge politischen 
Denkens in der Antike: Die nahöstlichen Kulturen und die Griechen" vom 10. bis 13. Juni 1990 
im Historischen Kolleg gehalten. Die Ergebnisse des Kolloquiums werden in diesem Band ver- 
öffentlicht. 

Die Stiftung Historisches Kolleg wird vom Stiftungsfonds Deutsche Bank zur Förderung der 
Wissenschaft in Forschung und Lehre und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft 
getragen. 

Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme 
Anfänge politischen Denkens in der Antike : die nahöstlichen 
Kulturen und die Griechen / hrsg. von Kurt Raaflaub unter 
Mitarb. von Elisabeth Müller-Luckner. - München : 
Oldenbourg, 1993 

(Schriften des Historischen Kollegs : Kolloquien ; 24) 

ISBN 3-486-55993-1 
NE: Raaflaub, Kurt [Hrsg.]; Historisches Kolleg (München): Schriften 

des Historischen Kollegs / Kolloquien 

© 1993 R. Oldenbourg Verlag GmbH, München 

Das Werk einschließlich aller Abbildungen ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außer- 
halb der Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und 
strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und 
die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen. 

Gesamtherstellung: R. Oldenbourg Graphische Betriebe GmbH, München 
ISBN 3-486-55993-1 



Inhalt 



Zur Einführung 

KurtRaaflaub VII 

Verzeichnis der Tagungsteilnehmer XXIV 

Sally C. Humphreys 

Diffusion, Comparison, Criticism 1 

Jan Assmann 

Politisierung durch Polarisierung. Zur impliziten Axiomatik altägyptischer 

Politik 13 

Claus Wilcke 

Politik im Spiegel der Literatur, Literatur als Mittel der Politik im älteren 

Babylonien 29 

Peter Machinist 

Assyrians on Assyria in the First Millennium B.C 77 

Wolfgang Röllig 

Aktion oder Reaktion? Politisches Handeln assyrischer Könige 105 

Hubert Cancik 

,Herrschaft* in historiographischen und juridischen Texten der Hethiter 115 

Volkert Haas 

Eine hethitische Weltreichsidee. Betrachtungen zum historischen Bewußtsein 

und politischen Denken in althethi tischer Zeit 135 

Heleen Sancisi- Weerdenburg 

Political Concepts in Old-Persian Royal Inscriptions 145 

Hartmut Matthäus 

Taxv Rezeption orientalischer Kunst-, Kultur- und Lebensformen in 

Griechenland 165 



Inhalt 

Fritz Gschnitzer 

Phoinikisch-karthagisches Verfassungsdenken 187 

Frank Crüsemann 

„Theokratie" als „Demokratie". Zur politischen Konzeption des 

Deuteronomiums 199 

Klaus Seybold/Jürgen von Ungern-Sternberg 

Arnos und Hesiod. Aspekte eines Vergleichs 215 

Martin Bemal 

Phoenician Politics and Egyptian Justice in Ancient Greece 241 

Volker Fadinger 

Griechische Tyrannis und Alter Orient 263 

Walter Nicolai 

Gefolgschaftsverweigerung als politisches Druckmittel in der Ilias 317 

Peter Spahn 

Individualisierung und politisches Bewußtsein im archaischen Griechenland . . 343 

Diskussionen 365 

Walter Eder 

Epilog 427 

Zu den Autoren 451 

Namen- und Ortsregister 455 



Zur Einführung 

In seiner Analyse „spekulativen Denkens" in Mesopotamien beschreibt Thorkild Ja- 
cobsen die Vorstellung des Kosmos als eines auf absolute Macht und Autorität ge- 
gründeten Staates, in dem die Götter als Inhaber der höchsten Macht in Versammlung 
und strikt hierarchischer Abstufung regieren, geleitet vom Himmelsgott Anu, der Ver- 
körperung von Majestät und Autorität 1 . 

Wherever eise he [the Mesopotamian] found majesty and authority he knew it to be that 
power in the sky, to be Anu. And he did find it elsewhere; indeed, authority, the power which 
produces automatic acceptance and obedience, is a basic constituent in all organized human 
society. Were it not for unquestioning obedience to customs, to laws, and to those "in author- 
ity", society would dissolve in anarchy and chaos 2 . 

Anu ist der Prototyp des Vaters und Herrschers; er spricht durch den König, der in 
der Menschenwelt die Herrschaft Anus verkörpert. Diese Menschenwelt entspricht 
strukturell dem Kosmos; die Stellung der Menschen in der kosmischen Hierarchie 
ist analog der der Sklaven in der menschlichen Gesellschaft 3 . Die Funktion der 
Menschen wie des Staates ist es, den Göttern zu dienen und dadurch die kosmische 
Ordnung zu perpetuieren. Der einzelne, ob hoch oder niedrig, ist dadurch in eine 
strikte Hierarchie eingebunden, von der aus sich das Werte- und Normensystem be- 
stimmt 4 . 

In a civilization which sees the whole universe as a State, obedience must necessarily stand out 
as a prime virtue. For a State is built on obedience, on the unquestioned acceptance of author- 
ity. It can cause no wonder, therefore, to find that in Mesopotamia the "good life" was the 
"obedient life." The individual stood at the center of ever wider circles of authority which 
delimited his freedom of action. The nearest and smallest of these circles was constituted by 
authorities in his own family ... Beyond the family lie other circles, other authorities: the State 
and society ... All these can and must claim absolute obedience. The Mesopotamian looked 
with disapproval and pity, but also with fear, on the crowd which had no leader . . . 

Hence an orderly world is unthinkable without a superior authority to impose his will. The 
Mesopotamian feels convinced that authorities are always right . . . And, as there are circles of 
human authority in family, society, and State, to circumscribe the freedom of the individual, so 
there are circles of divine authority which may not be trespassed upon 5 . 

So weit Jacobsen. In einem solchen System, dies dürfte klar sein, sind nicht nur der 



1 Thorkild Jacobsen, Mesopotamia, in: Henri Frankfort, H. A. Frankfort, John A. Wilson, Thorkild 
Jacobsen, William A. Irwin, The Intellectual Adventure of Ancient Man. An Essay on Speculative 
Thought in the Ancient Near East (Chicago und London 1946, pb ed. 1977) 123-219. 

2 Ebd. 138 f. 

3 Ebd. 149. 

4 Ebd. 185-201. 

5 Ebd. 202 f. 



VIII Zur Einführung 

Freiheit, sondern auch dem Denken des einzelnen enge Grenzen gesetzt. Gedacht 
wird gleichsam nur von oben, von der religiös autorisierten Zentrale und hierarchi- 
schen Spitze aus. Auch wenn solches Denken allenfalls durchaus eindrucksvolle Ge- 
bäude zu errichten und subtil zu differenzieren vermag, so dient es doch primär der 
Legitimation von Herrschaft und bestehender Ordnung, die dadurch gefestigt und auf 
Dauer gestellt werden sollen. Auch die Fürsorge der Mächtigen für die Schwachen 
und die Förderung von Recht und Gerechtigkeit durch den König dienen primär der 
Stabilisierung des Systems 6 . 

Aus dieser Perspektive könnte der Unterschied zum politischen Denken der Grie- 
chen kaum größer sein. Doch zunächst: was ist unter »politischem Denken* zu verste- 
hen? In einem Aufsatz, in dem ich die ersten Ergebnisse meiner Untersuchungen zu 
den Anfängen solchen Denkens im archaischen Griechenland zusammenfaßte und 
der den Teilnehmern des im Sommer 1990 am Historischen Kolleg abgehaltenen 
Kolloquiums gleichsam als Thesenpapier und gemeinsamer Ausgangspunkt vorlag, 
habe ich folgende Definition vorgeschlagen: 

Denken und Handeln waren für die Griechen .politisch*, wenn sie sich, in sehr weitem Sinne, 
auf die Gemeinschaft (und d. h. üblicherweise die Polis) richteten. Politisches Denken konzen- 
trierte sich deshalb primär auf die Situation der Gemeinde und die in ihr herrschenden Ver- 
hältnisse und Beziehungen. Aber es war von Anfang an nicht nur an dem interessiert, was uns 
Modernen als spezifisch politisch gilt, sondern darüber hinaus an einem weiten Spektrum so- 
zialer, religiöser, moralischer, rechtlicher, wirtschaftlicher und militärischer Aspekte. Denn die 
Polis wurde nicht als abstrakte politische oder administrative Einheit, sondern in umfassen- 
dem Sinne als Gemeinschaft von Menschen verstanden, deren Wohlergehen von vielen Fak- 
toren, nicht nur von politischen Institutionen und Entscheidungen abhing. In diesem unspe- 
zifischen, aber dem griechischen Verständnis angemessenen Sinne konnte »politisches Den- 
ken' schon in einer ,vorpolitischen* Gesellschaft existieren, in der ,das Politische* noch nicht 
ausgesondert und zu einem autonomen Bereich geworden war 7 . 

Diese Definition ist mit voller Absicht von dem griechischen Verständnis des politi- 
schen* abgeleitet. Sie mag deshalb für andere Gesellschaften mit einem anderen Ver- 
ständnis von Staat und Gemeinschaft und einer andern Beziehung zu diesen zu eng 
und zu spezifisch sein und wird allenfalls aufgrund der vorliegenden Erörterungen zu 
revidieren sein 8 . Als Arbeitshypothese oder »heuristisches Modell* ist sie dennoch ver- 
wendbar. Sie hat den Vorteil, konkret, offen und auf die Praxis gerichtet zu sein; und 
wenn man von der Polis als spezifisch griechischer ,Staatsform* abstrahiert, vermag sie 

6 Jacobsen, ebd. 207, betont, daß auch Gerechtigkeit ursprünglich lediglich eine Gunst oder Be- 
lohnung für Gehorsam und treue Dienste, nicht einen Anspruch oder gar ein Recht darstellte 
und daß das Aufkommen dieser letzteren Vorstellung im 2. Jahrtausend einen massiven Konflikt 
mit der traditionellen Weltsicht und dem daraus abgeleiteten Wertesystem provozierte (208-16). 

7 Kurt Raaflaub, Die Anfänge des politischen Denkens bei den Griechen, in: HZ 248 (1989) 
6 f.; ähnlich ders., in: Iring Fetscher und Herfried Münkler (Hrsg.), Pipers Handbuch der politi- 
schen Ideen I: Frühe Hochkulturen und europäische Antike (München 1988) 190; vgl. auch 
Christian Meier, Die Entstehung einer autonomen Intelligenz bei den Griechen, in: ders., Die 
Welt der Geschichte und die Provinz des Historikers (Berlin 1989) 85, sowie allgemein dens., Die 
Entstehung des Politischen bei den Griechen (Frankf. M. 1980) 27 und Teil A pass. (mit einer 
grundsätzlichen Diskussion des »Politischen' in alter und neuer Zeit). 

8 So jedenfalls Sally Humphreys, in ihrem Beitrag zum vorliegenden Band. 



Kurt Raaflaub IX 

alle wesentlichen Grundprobleme des gesellschaftlichen Zusammenlebens einzube- 
ziehen, mit denen sich solches Denken von seiner Entstehung bis heute immer neu 
befaßt hat, in welcher Staats- oder Gesellschaftsform auch immer sich diese stellten 
und stellen. 

Die frühesten Manifestationen des griechischen politischen Denkens finden sich in 
den im späten 8. und frühen 7. Jahrhundert entstandenen Dichtungen Homers und 
Hesiods 9 . Aufgrund dieser Zeugnisse lassen sich folgende Charakteristika solchen 
Denkens bestimmen 10 : 

Das erste betrifft Inhalte und Schwerpunkte: Bereits das frühe politische Denken 
der Griechen setzt sich dezidiert mit einer Reihe von grundlegenden Problemen aus- 
einander, die für die Gemeinschaft als Ganzes von existentieller Bedeutung waren und 
die Griechen auf Jahrhunderte hinaus beschäftigen sollten. Als solche Probleme wären 
zu nennen: die für die Gemeinde verhängnisvollen Auswirkungen von Konflikten in 
der Führungsschicht und von unverantwortlichen Handlungen von Königen und Ad- 
ligen; die Möglichkeiten, solche Konflikte zu vermeiden oder zumindest schnell bei- 
zulegen; der Widerspruch zwischen den Interessen der Gemeinde und denen der 
mächtigen einzelnen; die Rolle, die zumal bei der Bewältigung solcher Schwierigkei- 
ten dem Volk und der Versammlung zukommen soll; die Möglichkeiten, das Recht zu 
erkennen, zu definieren und durchzusetzen sowie die Rechtsprechung zu verbessern; 
die Kennzeichen und Strukturen einer wohlfunktionierenden, zivilisierten' Gesell- 
schaft und die für solches Funktionieren vorauszusetzenden Qualitäten der Führer 
und Geführten; die Verantwortung der Gemeinde und der Mächtigen für die Außen- 
seiter und sozial Unterprivilegierten; die politische und moralische Problematik des 
Krieges. 

Das zweite Charakteristikum hat mit der Form zu tun, in der solches Denken aus- 
gedrückt wird: Es tritt nicht in abstrakter Formulierung und selbständig auf, sondern 
ist völlig in den narrativen Zusammenhang der epischen, theogonischen oder didakti- 
schen Dichtungen Homers und Hesiods integriert Die Dichter benützen die durch 
Mythos, dramatische Erzählung, Rede, Genealogie und Spruchweisheit gebotenen 
Möglichkeiten, um ihre ethischen und politischen Ideen zu formulieren und ,an den 
Mann zu bringen'; ihre Hörer werden dadurch aufgeklärt, zum Denken angeregt, be- 
lehrt. Zumindest in den uns erhaltenen Werken frühgriechischer Dichtung, die zwei- 
fellos unter ihresgleichen herausragten, ist die Reflexion über aktuelle moralische, 

9 Die bronzezeitlichen Schriftdokumente aus den Linear B-Archiven von Pylos, Knossos und 
andern ,mykenischen* Palästen erlauben im Gegensatz zu denen der Hethiter und Mesopotamier 
keine Rückschlüsse auf die zeitgenössische politische Gedankenwelt. Vgl. zum Charakter dieser 
Dokumente Stefan Hiller und Oswald Panagl, Die frühgriechischen Texte aus mykenischer Zeit 
(Erträge d. Forsch. 49, Darmstadt 1976); John Chadwick, The Mycenaean World (Cambridge 
1976). 

10 Vgl. zum Folgenden Raaflaub, HZ 248 (1989) 1-32 (mit Lit. in Anm. 12 auf S. 8); ausführli- 
cher in Pipers Handbuch I (wie Anm. 7) 197-215. Zum historischen Kontext auch ders., Homer 
und die Geschichte des 8. Jahrhunderts v.Chr., in: Joachim Latacz (Hrsg.), Zweihundert Jahre 
Homer-Forschung: Rückblick und Ausblick (Stuttgart/Leipzig 1991) 205-56 mit zusätzlicher 
Literatur: 248 Anm. 141. 



X Zur Einführung 

soziale und politische Probleme der Gemeinschaft mit dem vordergründigen Ziel der 
Unterhaltung der Zuhörer untrennbar verknüpft 11 . 

Das dritte Kennzeichen ergibt sich aus der Behandlung religiöser Aspekte. Homer 
wie Hesiod weisen zwar den Göttern bei der Durchsetzung des Rechts und der positi- 
ven Normen eine wichtige Funktion zu, weil für diese Aufgaben keine ausreichend 
mächtige und gerechte menschliche Autorität zur Verfügung steht. 

Aber, und das ist entscheidend, die Probleme, mit denen sich das politische Denken auseinan- 
dersetzt, werden in einem rein menschlichen Kausalzusammenhang gesehen und analysiert. 
Anders gesagt, die Götter bestrafen zwar die Übeltäter und ihre Familien und Gemeinden und 
segnen die Gerechten; und durch Seher, Sänger oder von ihnen geförderte Anführer warnen 
sie die Menschen oder beraten sie über heilsames Verhalten in einer Krise. Aber diese Krise 
wird von den Göttern weder verursacht noch überwunden. Sie wird vielmehr durch spezifi- 
sche menschliche Handlungen ausgelöst und muß von und in der betroffenen Gemeinschaft 
selbst gelöst werden. Das politische Denken der Griechen konzentriert sich somit von Anfang 
an auf die menschliche Ebene, auf die individuelle und kollektive Verantwortung der Bürger 
für das Wohlergehen ihrer Gemeinde 12 . 

Im Hinblick auf die im folgenden zu erläuternde spezifische Fragestellung dieses Kol- 
loquiums möchte ich hinzufügen: solches Denken entspringt bei den Griechen nicht 
einem Fundus umfassenden göttlichen Rechts oder einer gottgesetzten Ordnung, in 
deren Aufrechterhaltung, „In -Gang- Haltung" oder Wiederherstellung die erste Pflicht 
der ja ebenfalls von göttlicher Autorität eingesetzten und legitimierten irdischen Au- 
torität besteht. Einfach gesagt, das griechische politische Denken steht nicht, wie in 
Ägypten, im Horizont der Ma'at oder, wie in Mesopotamien, in dem einer umfassen- 
den Vorstellung des Kosmos als eines von den Göttern mit absoluter Autorität be- 
herrschten Staates noch, wie im alten Israel, in dem der Gesetze Jahwes. 

Ein instruktives Beispiel für den Unterschied zwischen dem griechischen und dem 
mesopotamischen Denken in diesem Bereich findet sich in den Mythen über den Ur- 
sprung der Übel in der Welt: In Hesiods Pandora-Mythos (Werke und Tage 42-105) 
stellen die Übel die den Menschen von Zeus gesandte Strafe für die Vergehen des 
Prometheus dar, der Zeus zu überlisten trachtete und seinen strikten Befehl mißach- 
tete. Nun ist Prometheus gewiß ein Gott, aber er ist gleichzeitig der Förderer und Be- 
schützer der Menschen par excellence, gleichsam der Anführer der universellen 
menschlichen Gemeinschaft 13 . Genau wie die ganze Stadt für die Vergehen eines ein- 
zelnen zu büßen hat (ebd. 238-47), so muß die Menschheit als Ganzes für das von ih- 
rem promacbos begangene Unrecht leiden (42-49): „So ist's ganz unmöglich, dem Sinn 
des Zeus zu entkommen" (105) u . Nach dem sumerischen Mythos jedoch entstanden 
die Übel, als Enki, der Gott der süßen Wasser, und Ninmah, die Göttin der Erde, sich 
an einem Fest, nach reichlichem Genuß von Bier, gegenseitig durch List und Findig- 
keit zu überbieten trachteten. Wie Jacobsen es formuliert, wurden die Übel erschaffen 

1 ! Dazu auch in Latacz, (wie Anm. 7) 248-50. 

12 So HZ 248, 27. Dies ist in Hesiods Denken völlig evident (vgl. Pipers Handbuch I [wie Anm. 7] 
215-24), ist am Anfang der Odyssee unmißverständlich formuliert (1, 32 ff.) und wird zu Beginn 
des 6. Jahrhunderts von Solon erneut hervorgehoben (Fragm. 3 Diehl = 4 West, 1 ff.). 

13 Vgl. auch Aischylos' »Prometheus* (bes. 107 ff., 231 ff., 248 ff., 442 ff.). 

14 Vgl. die Betonung des gleichen Zusammenhangs in der Theogonie (561-64, 570 ff.). 



Kurt Raaflaub XI 

„in a moment of irresponsibility, when the gods were in their cups and succumbed 
momentarily to envy and a desire to show off" 15 . 

Das vierte Charakteristikum betrifft die Voraussetzungen der Entstehung politi- 
schen Denkens bei den Griechen des 8. und 7. Jahrhunderts. Soweit wir sehen kön- 
nen, bestanden diese gerade darin, daß die früharchaische Gesellschaft nicht von ei- 
nem sakralen und absoluten Königtum dominiert wurde, die Autorität der Könige 
und Adligen in ihren Gemeinden nicht unangreifbar war und die griechische Religion 
nicht die Akzeptierung eines absoluten göttlichen Willens forderte. Dort, wo uns sol- 
ches Denken bezeugt ist, entstammt es nicht dem Kreis der Herrschenden selbst und 
dient es nicht - oder jedenfalls nicht primär - der Legitimation ihrer Herrschaft, son- 
dern entwickelt es sich gerade aus der Kritik und Ablehnung der von diesen gestütz- 
ten Zustände - oder vielleicht vorsichtiger: der von einigen unter ihnen verursachten 
und von anderen tolerierten, wenngleich von manchen Standesgenossen ebenfalls ver- 
urteilten Mißstände. Wie ich glaube, wurde unter den spezifischen Bedingungen der 
frühgriechischen Gesellschaft die Diskrepanz zwischen den Interessen der Gemeinde 
und denen mächtiger einzelner zum auslösenden Faktor und auf längere Zeit hinaus 
zum stärksten Antrieb politischen Denkens 16 . 

Aufgrund solcher Überlegungen liegt es nahe, dieses politische Denken, das nach 
einer langen Entwicklung im 5. Jahrhundert einen ersten Höhepunkt, in der politi- 
schen Philosophie Piatons und Aristoteles' monumentale Dimensionen erreichte 17 
und die abendländische Tradition solchen Denkens zutiefst befruchtete, als eigenstän- 
dige, den spezifischen Bedingungen der archaischen Zeit entspringende Schöpfung 
und einmalige Leistung der Griechen zu betrachten. Dies ist in der Tat die Sicht, die 
in der jüngeren althistorischen Forschung dominiert 18 . Dies sei an zwei herausragen- 
den Beispielen illustriert. 

In seiner Studie über die Anfänge des griechischen Denkens verfolgt Jean-Pierre 

15 In: Frankfort, (wie Anm. 1) 165. 

16 HZ 248, 28-32; vgl. Pipers Handbuch I (wie Anm. 7) 255 ff. mit der Modifikation in Latacz, 
(wie Anm. 7) 250 mit Anm. 145. 

17 Vgl. jüngst die entsprechenden Beiträge in Pipers Handbuch I (mit reicher Lit.). Allgemeine 
Literatur zum politischen Denken der Griechen: ebd. 261. Nachzutragen sind dort Christian 
Meier, Die politische Kunst der griechischen Tragödie (München 1988);/. Peter Euben, Greek 
Tragedy and Political Theory (Berkeley und Los Angeles 1986); ders., The Tragedy of Political 
Theory (Princeton 1990). 

18 Eduard Meyer hätte dies wohl anders gesehen. Als neueren Versuch, die nahöstlichen Kultu- 
ren in die Behandlung des politischen Denkens der Antike mit einzubeziehen, sei vor allem ge- 
nannt: Eric Voegelin, Order and History I: Israel and Revelation (Baton Rouge, Louisiana 1956) 
und II: The World of the Polis (1957); vgl. auch Peter Weber-Schäfer, Einführung in die antike po- 
litische Theorie I: Die Frühzeit (Darmstadt 1976). Im Gegensatz zu andern von Autorenkollekti- 
ven verfaßten Handbüchern (z. B. Hans Fenske, Dieter Mertens, Wolf gang Reinhard, Klaus Rosen, 
Geschichte der politischen Ideen von Homer bis zur Gegenwart [Königstein Ts. 1981]; Luigi 
Firpo (Hrsg.), Storia delle idee politiche, economiche e sociali I: L'antichitä classica [Turin 1982]) 
bezieht Pipers Handbuch I (wie Anm. 7) auch China, Indien, Ägypten, Mesopotamien und Israel 
mit ein (wobei leider zumal die beiden letztgenannten Beiträge wenig mehr als Abrisse der poli- 
tisch-sozialen Geschichte darstellen). Entscheidend ist jedoch, daß solche Nebeneinanderstellung 
kaum je Integration und Vergleich mit sich bringt und die Frage der Beeinflussung einer Kultur 
durch die andere kaum je aufgegriffen wird. 



XII Zur Einführung 

Vernant die Entstehung und Entwicklung dieses Denkens in engstem kausalem Zu- 
sammenhang mit der Entwicklung der griechischen Polis und der damit verbundenen 
gesellschaftlichen Ordnung und Werte, und d.h. zugleich: in betontem Gegensatz zur 
mykenischen und den damit verwandten Kulturen des Nahen Ostens 19 . Programma- 
tisch klingt dies bereits in der Einleitung an: Als die Griechen nach dem Zusammen- 
bruch der mykenischen Palastkulturen und den Dark Ages im 8. Jahrhundert ihre Be- 
ziehungen zum Nahen Osten wieder aufnehmen 20 , 

ils ne s'engagent pas, comme Pavaient fait les Myceniens, dans la voie de l'imitation et de Fassi- 
milation. En plein renouveau orientalisant, rHellenisme s'affirme en tant que tel face ä l'Asie, 
comme si, par le contact renoue avec POrient, il prenait mieux conscience de lui-meme. La 
Grece se reconnatt dans une certaine forme de vie sociale, dans un type de reflexion qui defi- 
nissent ä ses propres yeux son originalite, sa superiorite sur le monde barbare: ä la place du 
Roi dont la toute-puissance s'exerce sans contröle, sans limite, dans le secret de son palais, la 
vie politique grecque se veut l'objet d'un debat public, au grand jour de l'Agora, de la part de 
citoyens definis comme des egaux et dont l'Etat est Taf faire commune; au Heu des anciennes 
cosmogonies associees ä des rituels royaux et ä des mythes de souverainete, une pensee neuve 
cherche ä fonder l'ordre du monde sur des rapports de symetrie, d'equilibre, d'egalite entre les 
divers elements qui composent le cosmos 21 . 

Und in seinem Schlußwort faßt Vernant den für ihn entscheidenden Zusammenhang 
zwischen Polis, Werten der Polis-Gesellschaft, öffentlicher Debatte, Mentalität des 
Polis- Bürgers und der Entstehung von politischem und rationalem Denken bündig 
zusammen: 

Avenement de la Polis, naissance de la philosophie: entre les deux ordres de phenomenes les 
liens sont trop serres pour que la pensee rationelle n'apparaisse pas, a ses origines, solidaire des 
structures sociales et mentales propres ä la cite grecque ... De fait, c'est sur le plan politique 
que la Raison, en Grece, s'est tout d'abord exprimee, constituee, formee. L'experience sociale a 
pu devenir chez les Grecs l'objet d'une reflexion positive parce qu'elle se pretait, dans la cite, a 
un debat public d'arguments . . . Ainsi s'est degagee, definie une pensee proprement politique, 
exterieure ä la religion, avec son vocabulaire, ses concepts, ses principes, ses vues theoriques. 
Cette pensee a profondement marque la mentalite de Thomme ancien; eile caracterise une 
civilisation qui n'a pas cesse, tant qu'elle est demeuree vivante, de considerer la vie publique 
comme le couronnement de l'activite humaine 22 . 



19 Jean-Pierre Vernant, Les origines de la pensee grecque (Paris 1962) = The Origins of Greek 
Thought (Ithaca, NY 1982); Die Entstehung des griechischen Denkens (Frankfurt M. 1982). 

20 Vernant schrieb dies, bevor neuere archäologische Entdeckungen alle Zweifel daran beseitig- 
ten, daß diese Beziehungen während der ganzen Dark Ages, wenngleich in deutlich reduziertem 
Umfang, weiterbestanden und bereits seit dem 10. Jahrhundert an einzelnen Orten wieder inten- 
siviert wurden. Vgl. dazu z.B. John Nicolas Coldstream, Geometrie Greece (New York 1977); ders., 
Greeks and Phoenicians in the Aegean, in: Hans Georg Niemeyer (Hrsg.), Phönizier im Westen 
(Madrider Beitr. 8, Mainz 1982) 261-72. Zum Paradebeispiel von Lefkandi: Peter Blome, Lefkandi 
und Homer, Würzburger Jahrb. 10 (1984) 9-21. Vgl. ferner dens., Die dunkeln Jahrhunderte - 
aufgehellt, in: Latacz, (wie Anm. 7) 45-60; Sigrid Deger-Jalkotzy, Die Erforschung des Zusam- 
menbruchs der sogenannten mykenischen Kultur und der sogenannten dunklen Jahrhunderte, 
ebd. 127-54; jetzt auch Hartmut Matthäus' Beitrag zum vorliegenden Band; weiteres u. Anm. 
40. 

21 Vernant, Les origines 7. 

22 Ebd. 131 f. 



Kurt Raaflaub XIII 

Vernant setzt freilich manche der wesentlichen Kennzeichen der Polis, die sich in 
einer langen Entwicklung allmählich herausbildeten, gleichsam statisch an ihren An- 
fang und ignoriert damit den prozeßhaften Charakter dieser Entwicklung 23 . 

In der Erkenntnis der zentralen Bedeutung gerade dieses Aspektes liegt eine der 
Stärken der Analyse Christian Meiers, die trotz mancher nicht unwesentlicher Unter- 
schiede in den für den vorliegenden Zusammenhang wesentlichen Punkten doch in 
eine ähnliche Richtung zielt. Sein oft zitiertes Wort „Die Griechen hatten keine Grie- 
chen vor sich" steht freilich im spezifischen Zusammenhang der Herausbildung der 
Demokratie und der für diese grundlegenden Formen politischen Denkens und Han- 
delns im 6. und 5. Jahrhundert 24 . Es sollte also nicht verallgemeinert und a priori auch 
auf die Entstehung des politischen Denkens bezogen werden. Aber de facto läuft Mei- 
ers Argumentation doch darauf hinaus. In verschiedenen Abhandlungen, in denen er 
sich mit den Voraussetzungen politischen Denkens im archaischen Griechentum be- 
faßt, konzentriert er sich auf den Zusammenhang zwischen Soziogenese und dem 
Aufkommen solchen Denkens, die beide von einer Vielzahl von Faktoren genährt 
und angetrieben wurden, und auf den prozeßhaften Charakter dieser parallelen und 
eng miteinander verflochtenen Entwicklungen 25 . Wesentliche Faktoren waren nach 
Meier die anfängliche Undifferenziertheit und „evolutive Offenheit" der Verhältnisse; 
die besondere geopolitische Situation der Ägäis in einem machtpolitischen Vakuum, 
die es den Griechen erlaubte, von benachbarten Kulturen zu lernen, ohne von ihnen 
überwältigt und geprägt zu werden; das Fehlen einer starken Monarchie und damit 
eines üblicherweise zentralen Motors der Kulturentstehung und des gesellschaftlichen 
Entwicklungsprozesses; statt dessen die breite Lagerung der Macht und damit die 
weltgeschichtlich einmalige Chance, eine Kultur „grob gesagt aus der Mitte einer Ge- 
sellschaft heraus" aufzubauen, „vom Adel und dann zu nicht geringen Teilen auch von 
den Bauern her" 26 ; die Beteiligung vieler Poleis, Gruppen und einzelner an mannig- 
fachen über die Polis hinausgreifenden Unternehmungen (Handel, Seeraub, Kolonisa- 
tion) und die entsprechend breite Streuung von Gewinn an Reichtum, Macht und An- 
sehen sowie die Chance, es außerhalb der Polis und des Politischen zu etwas zu 
bringen; die Tatsache, „daß die griechische Kulturbildung in den entscheidenden frü- 
hen Phasen weitgehend unpolitisch war" 27 , schließlich die große Krise des 7. und 

23 Dazu Meier, Entstehung einer autonomen Intelligenz (wie Anm. 7) 73 f. Dies gilt auch für den 
Gegensatz zu den Barbaren: u. Anm. 44. 

24 Meier, Entstehung des Politischen (wie Anm. 7) 51. 

25 Meier, Die Herausbildung des Trends zur Isonomie, in: Die Entstehung des Politischen (wie 
Anm. 7) 51-90 (danach die folgende Aufzählung entscheidender Faktoren); Die Entstehung 
einer autonomen Intelligenz (wie Anm. 7) 70-100; vgl. ferner u.a. äens., Autonomprozessuale 
Zusammenhänge in der Vorgeschichte der griechischen Demokratie, in: Karl-Georg Faberund 
Christian Meier (Hrsg.), Historische Prozesse (Theorie der Geschichte 2, dtv Wiss. Reihe 4304, 
München 1978) 221-47, bes. 235 ff.; Die Griechen: die politische Revolution der Weltgeschichte, 
in: Saeculum 33 (1982) 133-47; Politik und Anmut (Berlin 1985) 31 ff.; Bürger-Identität und De- 
mokratie, in: Christian Meier/Paul Veyne, Kannten die Griechen die Demokratie? (Berlin 1988) 
58-76. 

26 Politik und Anmut 31. 

27 Entstehung des Politischen 62. 



XIV Zur Einführung 

6. Jahrhunderts, die zu einer massiven Umschichtung der griechischen Gesellschaft 
führte, der die führenden Kreise zunächst ratlos gegenüberstanden, und die es not- 
wendig machte, politische Lösungen zu finden. Das für Meier Wesentliche läßt sich 
wie folgt zusammenfassen: 

Der Beginn der intensiven Phase der griechischen Kulturbildung ist dadurch ausgezeichnet, 
daß in ihm die politischen Zentralgewalten, insbesondere die Monarchien, schwach waren. 
Die ungeheuren Handlungsmöglichkeiten, die Freiheit, viel auszurichten, das Bewußtsein, viel 
ausrichten zu können, die enorme Ausweitung des Horizonts, der Kenntnisse, der Mittel und 
Spielräume - all dies wurde von relativ Vielen über ganz Griechenland hin wahrgenommen, 
praktiziert und zum eigenen Vorteil ausgebeutet. 

Die große Bewegung befestigte also gleichzeitig mit der zunehmenden Differenzierung, Er- 
kenntnis und den zunehmenden Handlungsmöglichkeiten den anfänglichen Ausgangstatbe- 
stand der sehr breiten Lagerung von Macht und Mitteln in den Poleis und in der ganzen poly- 
politischen Welt der Griechen 28 . 

In engem Zusammenwirken mit diesem langen und komplexen Prozeß muß sich ein 
paralleler Prozeß der Herausbildung „zunehmender intellektueller Fähigkeiten, von 
Einsicht und Erfahrung" abgespielt haben. Die mit der Kolonisationsbewegung ver- 
bundene Gründung zahlreicher neuer Poleis, die vielfach bezeugte und entsprechende 
Probleme voraussetzende Kodifikation des Rechts, die Bemühungen, mit der tiefgrei- 
fenden sozialen Krise fertig zu werden, und die entsprechenden Reformen, Regelun- 
gen und Gesetze - all dies führte zu immer besserem Verständnis der Grundlagen des 
Zusammenlebens und der für das Funktionieren der Polis-Ordnung wesentlichen 
Voraussetzungen. Diese Umstände und Herausforderungen „setzten irgendwie voraus 
und förderten zugleich eine über ganz Griechenland hin (und noch darüber hinaus) 
Erfahrungen und Einsichten sammelnde und austauschende geistige Bewegung, die 
geeignete Mittel und Wege, vielfach Institutionen ausdachte, ausprobierte und entwik- 
kelte" 29 . 

Aus solchen Ansätzen heraus bildete sich mit der Zeit das frühe politische Denken der Grie- 
chen. Es stellt keineswegs einfach die Leistung einer intellektuellen Elite dar (oder gar einzel- 
ner herausgehobener Persönlichkeiten, obwohl es die gab). Es war zwar in einem intellektuel- 
len Ambiente über ganz Griechenland hin konzentriert, hatte sein Zentrum lange in Delphi, 
lebte aber aufs stärkste auch aus der Resonanz und aus dem Austausch mit der Wirklichkeit 
und bestand nicht zuletzt darin, daß sich seine Erkenntnisse mit der Zeit in das Denken und 
Trachten breiter Schichten einlagerten . . . Alle Einsichten und Pläne waren dicht an das Gege- 
bene gebunden, konnten jeweils nur wenig darüber hinauszielen. Man hatte kaum Vorsprung 
vor der Realität. So sind politisches Denken, Politik und die Wirklichkeit der Polis, Einsichten 
Weniger und das Wissen und die Ansprüche Vieler aneinander gewachsen. Dieses Denken 
war also tief mit der politisch-gesellschaftlichen Wirklichkeit verwoben. Es bildete weithin 
einen breiten anonymen Vorgang, ein Stück Sozialgeschichte: das intellektuelle Vordringen 
einer ganzen Gesellschaft. Es lebte aus weit ausladenden Wurzeln, auch wenn einzelne promi- 
nente Herren wie Solon und andere der „Sieben Weisen" besonderen Anteil daran hatten 30 . 



28 Ebd. 61. 

29 Ebd. 71. 

30 Ebd. 71 f. Wichtig ist hier auch die Betonung der Unabhängigkeit dieser Denker, aufgrund 
derer sich mit der Zeit eine „dritte Position" institutionalisieren konnte: ebd. 76-78 und öfter in 
den in Anm. 25 angeführten Arbeiten. 



Kurt Raaflaub XV 

Auch in Meiers Sicht ist also dieses politische Denken eine eigenständige, untrennbar 
mit den spezifischen Bedingungen der Entwicklung ihrer Gesellschaft und Polis ver- 
bundene Leistung der Griechen. Aus der griechischen - und unserer auf die Griechen 
konzentrierten - Perspektive ist dies unzweifelhaft richtig: Welchen Einflüssen auch 
immer die Griechen im Laufe dieses langen Prozesses ausgesetzt waren, welche Anre- 
gungen auch immer sie aufgriffen, Polis, Gesellschaft und politisches Denken haben 
sich gleichzeitig und in engster Interdependenz miteinander entwickelt; sie bedingen 
sich gegenseitig. Dieses politische Denken konnte sich nur in dieser Umwelt und un- 
ter diesen ganz spezifischen Bedingungen entwickeln. 

Dies aber schließt keineswegs aus, daß zu Beginn oder im Verlauf dieses Prozesses - 
allenfalls ganz massive - auswärtige Impulse und Anregungen auf ihn eingewirkt ha- 
ben. Nichts spricht grundsätzlich dagegen, vieles spricht im Gegenteil dafür, daß sich 
darunter auch Einflüsse nahöstlicher intellektueller Traditionen befanden. Meier 
selbst schließt lediglich aus, daß die griechische Soziogenese in wesentlichen Hinsich- 
ten von nahöstlichen Mustern - vor allem: von monarchischen Strukturen - geprägt 
wurde; wesentlich ist ihm gerade, daß die Griechen bei ihren häufigen Kontakten mit 
den von Anatolien bis Ägypten reichenden vielfältigen Kulturen des östlichen Mittel- 
meerraumes vieles lernen und aufgreifen konnten, ohne davon aufgesogen zu werden 
und dadurch ihre Identität zu verlieren 31 . 

Obschon nach allem, was wir heute wissen, die Existenz solcher Einflüsse in der Tat 
als wichtiger Faktor vorauszusetzen ist, sind die dadurch aufgeworfenen Fragen nach 
Art, Inhalt und Bedeutung solcher Einflüsse, nach ihrer Herkunft und dem Weg oder 
der Methode ihrer Übermittlung bisher nur ganz partiell behandelt worden. Hier also 
wäre anzusetzen: hier erweist sich die übliche griechische Perspektive als ungenügend. 
Das Bild muß aus der nahöstlichen Perspektive ergänzt werden, und von dorther mag 
sich manches anders darstellen. Denn das eingangs skizzierte Bild eines scharfen Kon- 
trastes zwischen den Formen und Voraussetzungen mesopotamischen und griechi- 
schen Denkens darf nicht a priori verallgemeinert werden. Erstens waren die theokra- 
tisch geführten Territorialmonarchien ägyptisch-mesopotamischen Zuschnitts nicht 
die einzigen Staatsformen, die der Nahe Osten in der Antike gekannt hat, und waren 
selbst diese Monarchien nicht statisch, sondern im Laufe der Zeit beträchtlichen Ver- 
änderungen unterworfen, die sich auch auf die königliche Ideologie und Selbstdarstel- 
lung auswirkten 32 . Israel bildet ohnehin in mancher Beziehung einen Sonderfall. Zu- 
mal im syrisch-palästinischen Bereich gab es seit alters auch Stadtstaaten, von denen 
manche (zumal die phönizischen) gerade im frühen 1. Jahrtausend über längere Zeit 
hinweg autonom waren und beachtliche Übereinstimmungen mit den griechischen 
Poleis aufgewiesen haben können 33 . 

31 Ebd. 58 und 71. Vgl. auch Walter Burkert, Die orientalisierende Epoche in der griechischen 
Religion und Literatur (SB Akad. Heidelberg, phil.-hist. Kl. 1984, 1) 14, 117 f. 

32 Jan Assmann, Politik zwischen Ritual und Dogma. Spielräume politischen Handelns im pha- 
raonischen Ägypten, in: Saeculum 35 (1984) 97-114. 

33 Martin Bemal hält in seinem Beitrag zum vorliegenden Band solche Übereinstimmungen für 
substantiell. Ähnlich Fritz Gschnitzer, Die Stellung der Polis in der politischen Entwicklung des 
Altertums, in: Oriens antiquus 27 (1988) 287-302, bes. 300-302. Die phönizische Fachforschung 



XVI Zur Einführung 

Zum zweiten ist von vornherein klar, daß gewisse Formen politischen Denkens 
auch in den vorderasiatischen Stadtstaaten und Reichen bestanden haben müssen, 
auch wenn sie nur zu einem kleinen Teil explizit überliefert sind 34 . Der Aufbau und 
die Leitung jener komplexen staatlichen Organismen und die Bewältigung der je an- 
stehenden Probleme im Innern und gegen Außen erforderten intensives und vielfälti- 
ges Denken und Planen. Indem solches Denken sich auf die Gemeinschaft und den 
»Staat* bezog, indem es die Schaffung, Bewahrung, Wiederherstellung oder Fortent- 
wicklung einer bestimmten konzeptualisierten Ordnung oder die „In-Gang-Haltung" 
bestimmter konzeptualisierter Prozesse bezweckte, war dies politisches Denken - zu- 
mindest wenn »politisches Denken', wie oben vorgeschlagen, als Denken definiert 
wird, das sich in sehr weitem Sinne auf die menschliche Gemeinschaft richtet und auf 
deren Situation, die in ihr herrschenden Verhältnisse und Beziehungen, ihre Stellung 
in Umwelt und Kosmos und ihre Beziehungen zu anderen Gemeinden, Staaten oder 
Völkern reflektiert. Die Konzeption und fortwährende Auseinandersetzung mit solch 
komplexen Ordnungen wie der ägyptischen Ma'at 35 , dem Rechtskodex des Hammu- 
rabi und der alttestamentlichen Gesetzgebung oder auch die Gestaltung zuverlässiger 
und dauerhafter auswärtiger Beziehungen durch Verträge und Bündnisse: all dies er- 
fordert fortgesetzte Denkprozesse, die ihrer Natur nach auch als politisch einzustufen 
sind. Solches Denken, das meist gleichzeitig der Legitimation von Herrschaft im In- 
nern und nach außen diente, war zwar in der Regel naturgemäß in der engsten Umge- 
bung des Königs konzentriert, da dieser ja den politischen Willen monopolisierte 
oder, anders gesagt, sich in seiner Person der Wille der Gesamtheit bündelte. Aber 
auch in Ägypten, Mesopotamien und Israel finden sich Äußerungen solchen Denkens 
von Personen, die in Opposition zu den jeweils Herrschenden stehen oder (in einer 
literarischen Fiktion) zu stehen vorgeben. 

Eine erste Aufgabe besteht also darin, die Ähnlichkeiten oder Unterschiede zum 
griechischen politischen Denken noch schärfer zu erfassen, als dies bisher geschehen 
ist. Dazu ist zunächst einmal eine umfassende Bestandsaufnahme nötig. Gewiß sind 
im Hinblick auf Kulturen, in deren Schriftdokumenten solches Denken kaum je ex- 
plizit formuliert ist und aus impliziten Äußerungen und fragmentarischen Zusam- 
menhängen in oft mühsamer interpretativer Kleinarbeit herausgelöst werden muß, 
solche Bestandsaufnahmen mit großen Schwierigkeiten verbunden. Aber dies darf kei- 
nen Hinderungsgrund darstellen, zumal es in der Natur dieser Texte liegt, daß nie- 

Fortsetzung Fußnote von Seite XV 

ist, zumal angesichts der desolaten Quellenlage, in dieser Hinsicht vorsichtiger. Vgl. als Beispiel 
nur Wolf gang Röllig, Die Phönizier des Mutterlandes zur Zeit der Kolonisierung, in: Niemeyer 
(Hrsg.), Phönizier im Westen (wie Anm. 20) 15-30, bes. 15-16, der es bezeichnend findet, wie 
wenig Sabatino Moscati, Die Phöniker von 1200 v.Chr. bis zum Untergang Karthagos (Zürich 
1966) über die Struktur und Gesellschaft der phönizischen Stadtstaaten zu sagen weiß; im Ver- 
gleich dazu sind die Kapitel über die phönizische Kolonisation und bes. Karthago viel umfang- 
reicher. Vgl. jetzt auch The Phoenicians (Ausstellungskatalog, New York 1988). 

34 Vgl. im vorliegenden Band bes. die Beiträge von Jan Assmann, Claus Wilcke und Hubert 
Cancik. 

35 Dazu jetzt Jan Assmann, Ma'at. Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten (Mün- 
chen 1990). 



Kurt Raaflaub XVII 

mand den Spezialisten diese Aufgabe abnehmen kann. Es wäre zu wünschen, daß sie 
diese als Herausforderung und Verpflichtung einer breiteren wissenschaftlichen Öf- 
fentlichkeit gegenüber und vielleicht zugleich als Chance empfinden, durch eine sol- 
che Analyse die Anfänge der westlichen Kultur- und Geistestradition über Homer 
und Jesaja hinaus um einige Jahrtausende zurückzuverlegen 36 . 

Die eine Hauptfrage, die den Kolloquiumsteilnehmern vorgegeben war, lautet denn 
auch, ob es zu den vom frühen politischen Denken der Griechen aufgegriffenen Pro- 
blemen und zu den Formen, in denen es sich äußert, in ihrem jeweiligen Forschungs- 
bereich Analoges und Vergleichbares gibt, mit welchen anderen Formen und Schwer- 
punkten sie es allenfalls zu tun haben und wie solche Analogien und Kontraste zu 
erklären sind. Also: welche Themen werden in den verschiedenen Gesellschaften von 
politischem* Denken erfaßt? In welchen sozialen und politischen Zusammenhängen 
steht es, und welchen Bedürfnissen dient es? Welche Rolle spielt es also in der jeweili- 
gen Gesellschaft? In welchen Formen und in welchem Kontext tritt es auf, und an 
wen richtet es sich? Wer sind seine Träger, in welchem Verhältnis stehen diese zum 
Herrscher oder den herrschenden Kreisen, und woraus beziehen sie ihre Legitima- 
tion? Dies sind nur einige der Fragen, durch deren Beantwortung überhaupt erst ein 
sinnvoller Vergleich möglich würde. 

Damit ist zugleich eine Voraussetzung angesprochen, die ich als selbstverständlich 
betrachte: daß politisches Denken nicht nur als Geistesgeschichte, sondern als integra- 
ler Bestandteil der sozialen und politischen Geschichte verstanden und damit bewußt 
in seiner Beziehung zu - und Interdependenz mit - dem jeweiligen gesellschaftlichen 
und politischen Kontext untersucht werden muß. 

Nun gilt die Frage nach möglichen vorderasiatischen Analogien oder Vorbildern 
nicht einem beliebigen historischen Vergleich, und es geht erst recht nicht um den 
Vergleich als modischer ,art pour l'art*. Diese Frage ist vielmehr schon allein deshalb 
unumgänglich, weil bekanntlich Hesiod, eine unserer wichtigsten Autoritäten für das 
frühe politische Denken der Griechen, eine Fülle von geistigen Einflüssen verarbeitet 
hat, die direkt oder indirekt aus vorderasiatischen Traditionen stammen, namentlich 
der Mythologie, der Theogonie und Kosmogonie und der Weisheitslehre 37 . Auch für 
Homer sind seit langem - und jüngst erneut von W. Burkert - inhaltliche und formale 
Übereinstimmungen mit nahöstlichen Dichtungen und Mythen wahrscheinlich ge- 
macht worden 38 . Wenig mehr als ein Jahrhundert nach Hesiod wurden die An- 



36 So Jan Assmann auf dem Schutzumschlag seines Ma'at-Buches. 

37 Vgl. bes. Peter Walcot, Hesiod and the Near East (Cardiff 1966); Martin L. West, Hesiod, 
Theogony (Oxford 1966) 1 ff., 19 ff.; ders., Hesiod, Works and Days (Oxford 1978) 3-30; ferner 
Franz Dornseif f, Hesiods Werke und Tage und das Alte Morgenland, in: Ernst Heitsch (Hrsg.), 
Hesiod (Wege d. Forsch. 44, Darmstadt 1966) 131-50; Alfred Heubeck, Mythologische Vorstel- 
lungen des Alten Orients im archaischen Griechentum, ebd. 545-70; Albin Lesky, Griechischer 
Mythos und Vorderer Orient, ebd. 571-601. Weitere Lit. im Beitrag von Jürgen von Ungern-Stern- 
berg und Klaus Seybold zum vorliegenden Band. 

38 Walter Burkert, Oriental Myth and Literature in the Iliad, in: Robin Hägg (Hrsg.), The Greek 
Renaissance of the Eighth Century B.C.: Tradition and Innovation (Stockholm 1983) 51-56; ders., 
Die orientalisierende Epoche (wie Anm. 31) 85-118 mit reicher Lit. (121 ff.); seither etwa/. Cors i 



XVIII Zur Einführung 

fange der griechischen Mathematik, Astronomie und Philosophie entscheidend von 
östlichen Einflüssen geprägt 39 . Neben solchen intellektuellen Impulsen steht eine 
enorme Fülle von - teils gesicherten, teils möglichen und kontrovers diskutierten - 
Einflüssen und Übernahmen im Bereich von Religion, Kunst, Kunsthandwerk und 
Architektur, Rohstoffverarbeitung und Technologie, Bewaffnung und Militärtechnik. 
Man denke des weiteren an die Münzprägung, Maßsysteme und vor allem die Schrift, 
schließlich auch - obschon hier erst recht vielfach Unsicherheit besteht, Behauptung 
und Ablehnung schroff aufeinander prallen - an soziale und politische Phänomene 
wie die Tyrannis, das Symposion, die inschriftliche Fixierung kodifizierten Rechts 
und, möglicherweise, die gegenüber der Frühzeit veränderte Stellung der Frau 40 . H. E. 
Fortsetzung Fußnote von Seite XVII 

Meya, Homer i l'influx de la mitologia oriental, Faventia 7 (1985) l-\%John R. Wilson, The Gil- 
gamesh Epic and the Iliad, Echos du Monde Classique 30 (1986) 35—41; Martin L. West, The 
Rise of the Greek Epic, in: Journ. Hell. Stud. 108 (1988) 169-172 (mit Lit); sowie jetzt Burkert, 
Homerstudien und Orient, in: Latacz, (wie Anm. 7) 155-74 mit reicher Bibliographie, 174-81; 
Wolf gang Kulimann, Ergebnisse der motivgeschichtlichen Forschung in Homer (Neoanalyse), 
ebd. 430-33; W. Kendrick Pritchett, The Greek State at War, vol. IV (Berkeley 1985) 32 f. Vgl. 
auch die Herleitung der Beschreibung des Schildes des Achilleus (Ilias 18, 483 ff.) von phönizi- 
schen Bronzeschalen bei Wolf gang Helck, Die Beziehungen Ägyptens und Vorderasiens zur 
Ägäis bis ins 7. Jahrhundert v.Chr. (Darmstadt 1979) 192 (Moscati, Die Phöniker [wie Anm. 33] 
480, Abb. XIX zeigt ein besonders überzeugendes Beispiel). 

39 Vgl. z. B. Martin L. West, Early Greek Philosophy and the Orient (Oxford 1971); Geoffrey F. R. 
Lloyd, Greek Sciences and Greek Society, in: ders., Magic, Reason and Experience: Studies in the 
Origins and Development of Greek Science (Cambridge 1979) 226 ff., bes. 229-34; ferner Uvo 
Hölscher, Anaximander und der Anfang der Philosophie, in: Hermes 81 (1953) 257-77, 385-418, 
überarbeitet in: ders., Anfängliches Fragen (Göttingen 1968) 9-89; Bartel Leendert van der Waer- 
den, Erwachende Wissenschaft (Basel 1956); ders., Die Anfänge der Astronomie (Groningen 
1966). 

40 Dies kann hier nicht im einzelnen dokumentiert werden. Ich verweise nur beispielhalber auf 
die in Anm. 20 genannten Arbeiten, ferner auf Stier, (folg. Anm.) 208-28; Jan Bouzek, The 
Aegean, Anatolia and Europe: Cultural Interrelations in the Second Millenium B.C. (Studies in 
Mediterranean Archaeology 29, Göteborg und Prag 1985); Thomas James Dunbabin, The Greeks 
and their Eastern Neighbors: Studies in the Relations between Greece and the Countries of the 
Near East in the Eighth and Seventh Centuries B.C. (London 1957); Franz Dornseif f Antike und 
Alter Orient. Interpretationen I (Leipzig 2 1950); Helck, (wie Anm. 38); Burkert, Orientalisierende 
Epoche (wie Anm. 31) mit reicher Bibliographie, 121-31; ders., The Orientalizing Revolution: 
Near Eastem Influences on Greek Culture (Cambridge, Mass. 1992); Christoph Ulf, Die homeri- 
sche Gesellschaft. Materialien zur analytischen Beschreibung und historischen Lokalisierung (Ve- 
stigia 43, München 1990), Kap. VI. 3 (mit Lit.); Ann C Gunter, Models of the Orient in the Art 
History of the Orientalizing Period, in: Heleen Sanas i-Weerdenburg/f an Willem Drijvers (eds.), 
Achaemenid History V: The Roots of the European Tradition (Leiden 1990) 137-47, sowie dem- 
nächst Günter Kopcke/Isabelle Tokumaru (eds.), Greece between East and West: 10th-8th Centu- 
ries B.C. Speziell zu den Phöniziern : James D. Muhly, Homer and the Phoenicians: The Rela- 
tions between Greece and the Near East in the Late Bronze and the Early Iron Ages, Berytus 19 
(1970) 19-64; Hans Georg Niemeyer, Die Phönizier und die Mittelmeerwelt im Zeitalter Homers, 
in: Jahrb. des Römisch-German. Zentralmus. Mainz 31 (1984) 3-94 mit Lit. auf S. 90-94. Speziell 
zur Schrift: Alfred Heubeck, Schrift (Archaeol. Homerica III, Teil X, Göttingen 1989); Barry B. 
Powell, Homer and the Origin of the Greek Alphabet (Cambridge 1990); zum Symposion: Burk- 
hard Fehr, Orientalische und griechische Gelage (Bonn 197 1); Jean-Marie Dentzer, Le motif du 
banquet couche dans le proche-orient et le monde grec du VII e au IV e s. av. J.-C. (Rom 1982); 
Annette Rat hie, The Adoption of the Homeric Banquet in Central Italy in the Orientalizing 



Kurt Raaflaub XIX 

Stier hat vor 40 Jahren, als man dies alles noch betonen mußte, festgestellt: »Ange- 
sichts dieser Sachlage wäre es durchaus nicht als abwegig zu bezeichnen, wenn man 
fragte, was im archaischen Hellas eigentlich nicht aus dem Orient herstammte." 41 

Das ist gewiß übertrieben, und Stier gibt auf seine Frage selber eine überzeugende 
Antwort 42 . Auch andere haben darauf hingewiesen, das Entscheidende sei, was die 
Griechen aus solchen Impulsen gemacht hätten und daß die griechische Gesellschaft 
und Kultur letztlich eben doch kein Ableger nahöstlicher Modelle geworden, die Frei- 
heit als gestaltende und tragende Idee des gesamten politischen und künstlerischen 
Lebens nicht aus dem Orient herzuleiten sei 43 . Dennoch sind zwei Tatsachen unbe- 
streitbar: Zum einen herrschte in der archaischen Periode Griechenlands überwiegend 
eine große Offenheit der »barbarischen Umwelt* gegenüber. Man bewunderte nament- 
lich die alten und reichen Zivilisationen des Vorderen Orients für ihre überlegene ma- 
terielle und geistige Kultur, man suchte sich in mancher Beziehung (etwa durch ge- 
nealogische Konstruktionen) mit ihnen zu verbinden und war entsprechend auch 
willig und stolz, von ihnen zu lernen. Die Selbstabgrenzung der Griechen von den 
»Barbaren 4 , der ,negative Vergleich*, der für die Bestimmung ihrer Identität so wichtig 
wurde, ist ein relativ spätes, erst im 5. Jahrhundert voll entwickeltes Phänomen: bei 
Homer ist davon bekanntlich noch kaum etwas zu spüren 44 . Zum andern setzte nach 
Vorläufern bereits im 10. und 9. Jahrhundert genau mit der Zeit Homers - der Zeit 
also, in der in einem sich rasch beschleunigenden und intensivierenden Prozeß die 
Gesellschaft sich differenzierte und ein Adel sich herausbildete, die Polis sich entwik- 
kelte und das politische Denken sich erstmals zu Worte meldete 45 - eine weite Le- 
bensbereiche umfassende massive kulturelle Ost- West- Bewegung ein, die die Ent- 
wicklung der griechischen Gesellschaft in vieler Hinsicht nachhaltig beeinflußte. Dies 

Fortsetzimg Fußnote von Seite XVIII 

Period, in: Oswyn Murray (ed.), Sympotica: A Symposium on the Symposion (Oxford 1990) 279- 
88; zur Gesetzesaufzeichnung: Max Mühl, Untersuchungen zur altorientalischen und althelleni- 
schen Gesetzgebung (Klio Beiheft 29, Berlin 1933); Michael Gagarin, Early Greek Law (Berke- 
ley/Los Angeles 1986) Kap. 6, bes. 125-29, 132-35, 144; Raymond Westbrook, The Nature and 
Origin of the XII Tables, in: Zs. der Savigny-Stiftung für Rechtsgesch., rom. Abt. 105 (1988) 74- 
121; zur Tyrannis: Volker Fadingers Beitrag zum vorliegenden Band. 

41 Hans Erich Stier, Probleme der frühgriechischen Geschichte und Kultur, in: Historia 1 (1950) 
227. 

42 Ebd. 

43 Heubeck, (wie Anm. 37) 570; Lesky, (wie Anm. 37) 590; Burkert, Orientalisierende Epoche (wie 
Anm. 31) 114-18; Meier, (wie oben zu Anm. 31) und viele andere. 

44 Vgl. die Beiträge von Hans Schwabl, Das Bild der fremden Welt bei den frühen Griechen, und 
Hans Diller, Die Hellenen-Barbaren-Antithese im Zeitalter der Perserkriege, in: Grecs et Barba- 
res (Entretiens sur l'antiquite classique 8, Genf 1962) 1-36 bzw. 39-82 (einschl. Diskussion); 
Edith Hall, Inventing the Barbarian: Greek Self-Definition through Tragedy (Oxford 1989) mit 
reicher BibL, 225-49. Vgl. auch 0. Reverdin/B. Grange (Hrsg.), Herodote et les peuples non Grecs 
(Entretiens sur Pantiquite classique 35, Vandoeuvres/Genf 1988). 

45 Dazu jüngst mit Lit. der in Anm. 10 genannte Forschungsbericht in Latacz' Sammelband. 

46 Vgl. die Skizze bei Lesky, (wie Anm. 37) 572 ff.; Niemeyer, Phönizier (wie Anm. 40) 3 f. Ins 
andere Extrem verfällt Martin Bemal, Black Athena: The Afroasiatic Roots of Classical Civiliza- 
tion I: The Fabrication of Ancient Greece 1785-1985 (New Brunswick, New Jersey 1987), II: The 
Archaeological and Documentary Evidence (1991); s. Anm. 49. 



XX Zur Einführung 

läßt sich nicht leugnen, so schwer sich die klassische Altertumswissenschaft bis in die 
jüngste Vergangenheit auch damit getan hat, in der Beurteilung solcher Einflüsse und 
ihrer Auswirkungen die Extreme zu vermeiden und einen sachlich-vernünftigen Mit- 
telweg zu finden 46 . Man darf jedoch heute mit W. Burkert erwarten: „Ein ausgewoge- 
nes Bild jener entscheidenden Epoche, in der die griechische Kultur unter orientali- 
scher Anregung ihren einzigartigen Aufschwung nahm, um alsbald selbst die kultu- 
relle Führung im Mittelmeerraum zu übernehmen, sollte in Reichweite sein." 47 

Angesichts all dessen ist die Frage zwingend - und dies ist die zweite Hauptfrage, 
die den Kolloquiumsteilnehmern vorgegeben war -, ob nicht auch das beginnende 
politische Denken der Griechen durch solche Impulse angeregt worden sei oder diese 
doch aufgenommen und sich davon habe befruchten lassen, und auf welchen Wegen, 
in welchen Formen solche Einwirkungen erfolgt sein könnten. Diese Frage würde 
noch drängender, wenn sich in der Tat dem frühen griechischen Denken vergleich- 
bare Formen und Inhalte in älteren oder parallelen nahöstlichen Kulturen nachweisen 
ließen, aber sie läßt sich auch angesichts dessen, was wir bereits wissen, nicht vermei- 
den. Denn einige thematische Übereinstimmungen sind auf den ersten Blick evident. 
Ich erwähne nur zwei Beispiele: Besonders bei Hesiod, in geringerem Maße auch bei 
Homer, konzentriert sich solches Denken über weite Strecken auf die Probleme von 
Recht und Gerechtigkeit, und der Begriff der Gerechtigkeit ist der Grundbegriff ägyp- 
tischen (wie überhaupt nahöstlichen) politischen Denkens. Die Verantwortung der 
Mächtigen für die Armen und Schwachen spielt einerseits in der Odyssee und bei He- 
siod, andererseits mindestens in Ägypten und im Alten Testament eine zentrale Rolle. 
Auf solche und weitere, auch spezifischere Übereinstimmungen ist besonders zu ach- 
ten. Von hier aus stellt sich die Frage nach kultureller Eigenständigkeit, Abhängigkeit 
und Diffusion, und gemeinsamen Traditionen neu 48 . 

Freilich scheint mir persönlich die Feststellung der Priorität oder Originalität eines 
bestimmten Volkes oder einer bestimmten Region nicht das allerwichtigste Ziel. Ob 
Asiaten, Afrikaner oder Griechen als protoi heuretai zu feiern sind, ist eine typisch 
griechische Streitfrage, die unsere Zeit vielleicht doch endlich etwas distanzierter und 
mit weniger persönlichem, ideologischem, nationalistischem oder ethnischem Enga- 
gement anpacken kann - oder können sollte - als frühere Generationen 49 . Gewiß, die 
Bestimmung des eigenständig Griechischen ist ein nicht unwichtiges Anliegen, das 

47 Burkert, Orientalisierende Epoche (wie Anm. 31) 12. 

48 Vgl. bes. den Beitrag von Jürgen von Ungern-Sternberg und Klaus Seybold zum vorliegenden 
Band. 

49 Wie die Beiträge von Martin Bemal und zum Teil auch Heleen Sancisi-Weerdenburg im vorlie- 
genden Band zeigen, kann sich diese Hoffnung freilich leicht als Illusion erweisen. Das überaus 
berechtigte Bedürfnis, einseitige Betrachtungsweisen der Vergangenheit zu korrigieren, schlägt 
eben nur zu leicht in neue Extreme um. Vgl. auch den Beginn von Sally Humpbreys' Beitrag: „To 
offer blacks and Asians the claim that Greek civilization derived from Egypt and Phoenicia is to 
Substitute myth for history, to treat history-writing as a mechanism for awarding prizes to past 
cultures for initiating achievements that we (in the west!) value. It is not an effective way of 
mounting a critique of western historiography." Zur Diskussion um die Bernalschen Thesen vgl. 
abgesehen von den im vorliegenden Band abgedruckten Voten unter vielen anderen The Chal- 
lenge of „Black Athena", Arethusa Sonderheft (1989) sowie die Beiträge in Journ. of Mediterra- 
nean Archaeol. 3/1 (1990). 



Kurt Raaflaub XXI 

aber doch vor allem im Rahmen wichtigerer und grundsätzlicherer Probleme zu be- 
denken ist. 

Zentrum oder doch steter Bezugspunkt unserer Erörterungen sollten, wie mir 
scheint, zwei Hauptfragen sein: einerseits die nach der Entstehung von politischem 
Denken überhaupt, d. h. nach den Voraussetzungen, Möglichkeiten und Inhalten sol- 
chen Denkens in einer je gegebenen sozialen und politischen Ordnung, andererseits 
die nach den Voraussetzungen und Modalitäten der Verbreitung und Übertragung sol- 
chen Denkens. Beides sind komplexe Fragen, die m.W. kaum je systematisch und 
sachgerecht erörtert worden sind. Worum es bei der ersten Frage geht, dürfte nach 
dem zuvor Gesagten einigermaßen klar sein. Die Frage nach der Verbreitung scheint 
mir nicht weniger erörterungsbedürftig 50 . 

Zu oft wird als selbstverständlich angenommen, daß »Kulturgüter* (im weitesten 
Sinne des Wortes) jederzeit und überall weitergereicht und übernommen werden kön- 
nen - als ob wir es immer, wie bei der »Erschließung* Afrikas und Amerikas, mit Glas- 
perlen, Gewehren und Schnaps zu tun hätten. Zweifellos bestehen zwischen den Be- 
dingungen, unter denen sich zum Beispiel wertvolle Gegenstände, Kunstformen und 
-motive, religiöse Phänomene oder schließlich politische oder soziale Ideen, Konzep- 
tionen oder gar Denkformen verbreiten, beträchtliche Unterschiede. H. G. Niemeyer 
hat etwa festgestellt, daß die vom 10. bis frühen 8. Jahrhundert in Griechenland im- 
portierten Luxusgüter als Prestigebesitz der Elite ihre soziologische Exklusivität be- 
hielten, höchstens im Tausch innerhalb dieser Elite zirkulierten und deswegen keine 
auf die allgemeine Kultur ausstrahlende Wirkung erzielten. Erst mit dem Aufstieg der 
Polis und den damit verbundenen sozialen und politischen Veränderungen wurden 
die orientalischen Motive zunehmend übernommen und kam es zur Ausbildung eines 
eigentlichen orientalisierenden Stils 51 . D.h., für die Verbreitung wertvoller Gegen- 
stände (oder dessen, was dafür gehalten wird) ist auch ein sehr großes Kulturgefälle 
kein Hindernis; für die Nachahmung der Motive und Übernahme der Techniken be- 
darf es nicht nur einer beträchtlich höheren Kulturstufe, sondern auch bestimmter so- 
zialer Voraussetzungen 52 . Für die Übernahme politischer Konzeptionen und Ideen 
oder Denkformen (wie eben des politischen Denkens) müssen wohl zusätzlich ähn- 
liche Problem- und Bedürfnislagen vorausgesetzt werden. Dies gilt natürlich erst recht 
für die Übernahme ganzer sozio-politischer Strukturkomplexe (wie im Extremfall des 
Modells eines »Stadtstaates*) 5 J . 

50 Vgl. den Beitrag von Sally Humpbreys mit dem Hinweis auf A. Dupront, L'acculturazione 
(Turin 1967). 

51 Niemeyer, Die Phönizier und die Mittelmeerwelt (wie Anm. 40) 5, 62-64. Vgl. allgemein auch 
Helck, (wie Anm. 38) 171. 

52 Filippo Coarelli, in: Arnaldo Momigliano/Aldo Schiavone (Hrsg.), Storia di Roma I: Roma in 
Italia (Turin 1988) 142, betont etwa: „nella societa arcaica si importano tecnici, non tecnologie." 

53 Mit der Möglichkeit starken phönizischen Einflusses auf die griechische Polisbildung rechnen 
bes. Martin Bemal (in seinem Beitrag zum vorliegenden Band; vgl. auch die Diskussion zu die- 
sem Beitrag); Robert Drews, Phoenicians, Carthage and the Spartan Eunomia, in: Amer. Journ. of 
Philol. 100 (1979) 45-58; Fritz Gschnitzer, Stellung der Polis (wie Anm. 33). Chester Starr, The 
Economic and Social Growth of Early Greece, 800-500 B.C. (New York 1977) 101; Individual 
and Community: The Rise of the Polis, 800-500 B.C. (New York/Oxford 1986) 42, lehnt diese 



XXII Zur Einführung 

Es ist also sehr sorgfältig auf die je bestehenden Voraussetzungen zu achten. Es ist 
durchaus denkbar, daß das politische Denken der Griechen in viel stärkerem Maße als 
bisher angenommen auf uralten Traditionen oder fast gleichzeitigen geistigen Bewe- 
gungen im Nahen Osten aufruht. Es könnte aber auch sein, daß in den ganz anders 
gearteten Staaten des Nahen Ostens ganz andere Formen politischen Denkens ausge- 
bildet wurden und ganz andere Themen im Zentrum standen als in den frühen Poleis 
der Griechen oder daß gleiche Themen trotz oberflächlicher Ähnlichkeit in sehr ver- 
schiedener Weise bewältigt wurden, so daß die Griechen trotz intensiver Kontakte mit 
dem Nahen Osten und trotz Kenntnis solchen östlichen Denkens wenig damit anfan- 
gen konnten oder sich nur von bestimmten Aspekten anregen ließen, die wegen einer 
vertrauten Problematik auch bei ihnen Resonanz auslösten 54 . Die wohl überall zen- 
trale Frage der Gerechtigkeit bietet sich für solche Überlegungen besonders an. Dazu 
kommt natürlich das dornige Problem, wie gerade in diesem Bereich Analogien und 
Parallelentwicklungen von Übernahmen zu unterscheiden sind. 

Schlußendlich stellt sich das Problem der Übermittlung auch ganz konkret in den 
Kategorien der Chronologie, der Wege und der Modalitäten. Beispielsweise können die 
subtilen Differenzierungen der vermutlich zumindest teilweise aus mesopotamischen 
Traditionen stammenden hethitischen Vertragssprache über die vieldiskutierten Ahhi- 
jawa auch den mykenischen Griechen bekanntgeworden sein 55 . Sie wären dort freilich 
ein Teil der hochentwickelten Palastkultur gewesen, die wie das hethitische Reich am 
Ende der Bronzezeit in einer ebenfalls vieldiskutierten Zerstörungswelle unterging. Für 
eine solche Vertragssprache bestand in den Dark Ages auf beiden Seiten der Ägäis kein 
Bedürfnis; sie ist deshalb sicher nicht an die archaischen Griechen weitergegeben wor- 
den. Von diesen übernommen werden konnten wohl nur Formen und Inhalte, die sich 
erhielten und über die Nachfolgestaaten der Hethiter entweder direkt zu den Ioniern 
oder - wahrscheinlicher - über Nordsyrien und die Phönizier in die Ägäis gelangt sind. 
Die Erkenntnisse über die Herkunft und die Übermittlungswege des von Hesiod ver- 
arbeiteten nahöstlichen Gedankenguts dürften hier wegweisend sein 56 . 

Mit alledem ist eine sehr komplexe Problematik nur notdürftig umrissen. Daß es 
sich bei dem heute üblichen Ausmaß an fachlicher Spezialisierung und Isolierung 
empfiehlt, sie in interdisziplinärer Zusammenarbeit anzupacken, liegt auf der Hand. 
Aus solchen Erwägungen heraus wurde dieses Kolloquium konzipiert. Es schien mir 

Fortsetzung Fußnote von Seite XXI 

Möglichkeit dezidiert ab. Zu wesentlichen Übereinstimmungen zwischen dem phönizischen 
Stadtstaat und der griechischen Polis vgl. ferner etwa Jacob Burckbarät, Über das Studium der 
Geschichte (München 1982) 127, 296; Arnaldo Momigliano, The Origins of Rome, in: Cam- 
bridge Ancient History, Second ed. VII. 2 (1989) 52-54 (= ders., Settimo contributo [Rom 1984] 
379-81); Anthony Snodgrass, Archaic Greece: The Age of Experiment (Berkeley/Los Angeles 
1980) 32. Zur Zurückhaltung der Phönizierforschung in dieser Frage: o. Anm. 33. Vgl. ferner 
zum verwandten Problem des griechischen Einflusses auf die Stadtbildung in Etrurien und im 
übrigen Italien Carmine Ampolo, La nascita della citta, in: Momigliano/Schiavone (Hrsg.), Storia di 
Roma (Anm. 52) 161-63. 

54 Vgl. in einem ähnlichen Zusammenhang meine Überlegungen in HZ 238 (1984) 538-40. 

55 Vgl. den Beitrag von Hubert Cancik zum vorliegenden Band. 

56 Vgl. die in Anm. 37 genannte Literatur. 



Kurt Raaflaub XXIII 

freilich sinnvoll, sich auf die skizzierten Fragen und jenen geographischen Raum zu 
beschränken, innerhalb dessen ein Rahmen kulturellen Austausches und Einflusses 
fest etabliert ist. Kein Zweifel: Der Vergleich mit dem politischen Denken ganz ande- 
rer Kulturbereiche, namentlich Chinas und Indiens, könnte uns helfen, durch einen 
scharfen Kontrast das für den ostmediterranen Kulturbereich Wesentliche und Cha- 
rakteristische noch schärfer zu erfassen. Ich habe es, vielleicht in unnötiger Vorsicht 
und Scheu vor allzuviel Ungewohntem, vorgezogen, zunächst nur einen einigermaßen 
überschaubaren ersten Schritt zu tun und den nächsten, größeren, einer künftigen Ge- 
legenheit zu überlassen. 

Die hier vorgelegten Referate und Diskussionsbeiträge (die alle post festum redigiert 
und teilweise neu formuliert wurden) spiegeln unser Bemühen, mit einer schwierigen 
Materie in einem von der Forschung zu wenig begangenen Gelände zu Rande zu 
kommen. Im Epilog wird eine wenigstens kurze Bilanz gezogen, aus der vor allem 
hervorgeht, wie viel hier noch zu leisten ist. Dennoch haben die Teilnehmer manche 
Erkenntnisse und Ideen mitgenommen. Und ein großer Gewinn lag in der Möglich- 
keit, in einer ungemein anregenden Atmosphäre das viel zu selten gesuchte und ange- 
botene Gespräch über die Fachgrenzen hinaus zu pflegen. Davon haben wir alle profi- 
tiert Möge der Leser dasselbe empfinden. 



Das Kolloquium fand vom 10. bis 13. Juni 1990 in der Kaulbachvilla, dem Domizil 
des Historischen Kollegs, statt. Ermöglicht wurde es durch die großzügige Unterstüt- 
zung des Stiftungsfonds der Deutschen Bank und des Stifterverbandes für die Deut- 
sche Wissenschaft, die als Träger der Stiftung Historisches Kolleg die Mittel zur Ver- 
fügung stellten. Beiden Institutionen gilt mein besonderer Dank. Sehr herzlich dan- 
ken möchte ich auch den Teilnehmern, die zu einem anregenden Gedankenaustausch 
beitrugen und ihre Referate und Diskussionsbeiträge nach dem Kolloquium für den 
Druck überarbeiteten; Frau Dr. Müller-Luckner, die die organisatorische Vorbereitung 
souverän leitete und mich bis zum Ende der Drucklegung in bewährter Art unter- 
stützte; den anderen Mitarbeitern des Historischen Kollegs, die sich unermüdlich ein- 
setzten und unendlich viel zum Gelingen beitrugen; Jürgen von Ungern-Sternberg, 
der durch seine Kritik an meinem früher stärker graecozentrischen Standpunkt die 
Idee eines solchen Kolloquiums provoziert hat; Jan Assmann und Heinrich von Sta- 
den (der dann leider an der Teilnahme verhindert war), die mir durch nützliche Rat- 
schläge halfen, mich in mir ungewohnten Forschungsgebieten zurechtzufinden; und 
schließlich meiner Frau, Deborah Boedeker, die das ganze Unternehmen von seiner 
Konzipierung bis zum Erscheinen dieses Bandes mit großem Interesse und steter Er- 
munterung miterlebt und miterlitten hat. 

Providence, Rhode Island, im' September 1991 Kurt Raaflaub 



Verzeichnis der Tagungsteilnehmer 



Prof. Dr. Jan Assmann, Heidelberg 

Prof. Dr. Klaus Baltzer, München 

Prof. Dr. Martin Bemal, Ithaca, N.Y./USA 

Prof. Dr. Deborah Boedeker-Raaflaub, Providence, R.I./USA 

Prof. Dr. Klaus Bringmann, Frankfurt/Main 

Prof. Dr. Hubert Cancik, Tübingen 

Prof. Dr. Frank Crüsemann, Bethel-Bielefeld 

Prof. Dr. Walter Eder, Berlin 

Prof. Dr. Dietz Otto Edzard, München 

Prof. Dr. Volker Fadinger, Berlin 

Prof. Dr. Manfred Görg, München 

Prof. Dr. Fritz Gschnitzer, Heidelberg 

Prof. Dr. Volkert Haas, Berlin 

Prof. Dr. Uvo Hölscher, München 

Prof. Dr. Sally C. Humphreys, Ann Arbor, MI/USA 

Prof. Dr. Jörg Jeremias, München 

Dr. Manfred Krebernik, München 

Prof. Dr. Peter Machinist, Ann Arbor, MI/USA 

Dr. Hartmut Matthäus, Heidelberg 

Prof. Dr. Christian Meier, München 

Prof. Dr. Glenn Most, Innsbruck 

Prof. Dr. Walter Nicolai, Mainz 

Prof. Dr. Dieter Nörr, München 

Prof. Dr. Kurt Raaflaub, Providence, R.I./USA (Stipendiat des Historischen Kollegs 

1989/90) 
Prof. Dr. Wolfgang Röllig, Tübingen 

Prof. Dr. Heleen Sancisi-Weerdenburg, Groningen/Niederlande 
Prof. Dr. Jakob Seibert, München 
Prof. Dr. Klaus Seybold, Basel 
Dr. Allen Shapiro, München 
Prof. Dr. Peter Spahn, Berlin 
Prof. Dr. Hatto H. Schmitt, München 
Prof. Dr. Ahmet Ünal, München 
Prof. Dr. Jürgen von Ungern- Sternberg, Basel 
Prof. Dr. Ernst Vogt, München 
Prof. Dr. Klaus Wilcke, München 



Originalveröffentlichung in: K. Raaflaub (Hrsg.), Die Anfänge politischen Denkens in 
der Antike. Die nahöstlichen Kulturen der Griechen, 1993, S. 105-113 



Wolfgang Röllig 

Aktion oder Reaktion? 
Politisches Handeln assyrischer Könige 



Das Generalthema dieses Kolloquiums laßt sich auf verschiedene Art abgrenzen. Der 
Ansatz, den ich gewählt habe, weicht ab von anderen der Altorientalistik, die hier zu 
hören sind. Aber natürlich gibt es zu diesen Beiträgen Berührungspunkte in mehr als 
einer Hinsicht. Vor allem ist soviel klar, daß es in dieser Zeit und unter ihren histori- 
schen Bedingungen keine reflektierende Geschichtsschreibung gab, die etwa die poli- 
tischen Veränderungen wertete, die den Königen ihre politischen Motive interpre- 
tierte, die uns also zumindest Hinweise auf Ziele und Absichten gäbe. Ferner ist es die 
Quellenlage, die vergleichbar ist: Für die uns interessierenden Fragen gibt es auch in 
der neuassyrischen Zeit, d. h. dem 9. bis 7, Jahrhundert v. Chr., nur wenige direkte 
Zeugnisse, müssen indirekte Aussagen verwendet und der Deutung zugeführt werden. 
Ich möchte aber auch mit einer anderen Frage beginnen. 

Die Frage nach der Politik ist einmal die Frage nach der Begründung des Handelns 
in einer bestimmten Situation, zum anderen aber auch und vor allem die Frage nach 
der Vision, nach dem Konzept, mit dem ein Handlungsstrang angefangen und zu 
Ende geführt wird. Das gilt selbstverständlich von der Konfliktbewältigung innerhalb 
einer Gemeinschaft, die nur dann gelingen kann, wenn ein tragfähiges Konzept vor- 
liegt. Das hat aber seinen besonderen Sinn auch in all dem, was nach außen hin be- 
wirkt werden soll, dem, was wir modern mit „Außenpolitik" bezeichnen. Politisches 
Denken will ja auch hier Konzepte finden bzw. in die Tat umsetzen. Um auf unseren 
Aspekt des Themas zu kommen: Wir wollen prüfen, ob ein Staatswesen wie das 
assyrische, das im 9-7. Jahrhundert v.Chr. stark expansiv war, eine in diesem Sinne 
zielgerichtete, von Konzepten bestimmte Außenpolitik betrieb oder nicht 1 . Deshalb 



1 Es ist überraschend, daß die Fragen der politischen Motivierung assyrischer Könige bisher nur 
selten behandelt worden sind. Vgl. etwa Alario Liverani, The Ideology of the Assyrian Empire, in: 
Mögms Trolle Lünen (Hrsg.), Power and Propaganda (1979) 297-317; ders., Kitru, katäru, in: Me- 
sopotamia 17 (1982) 43-66; Frederick Alario Fales, L'Jdeologo" Adad-sumu-usur, in: Rendiconti 
dell'Accademia Nazionale dei Lincei 8/29 (1974) 453-496; Hayim Tadmor, History and Ideology 
in the Assyrian Royal Inscriptions, in: Mario Fales (Hrsg.), Assyrian Royal Inscriptions: New 
Horizons (1981) 13-33; Paul Garelli, La propagande royale assyrienne, in: Accadica 27 (1982) 
16-29. Vgl. auch Albert Kirk Grayson, Assyria's Foreign Policy in Relation to Egypt in the Eighth 
and Seventh Centuries B.C., in: SSEA Journal 11 (1981) 85-88; ders. Assyrian Foreign Policy in 
Relation to Elam in the Eighth and Seventh Centuries B.C., in: Sumer 42 (1986) 146-148: Wolf- 



106 Wolfgang Röllig 

soll es im folgenden vor allem um die Konfliktbewältigung mit äußeren Mächten 
gehen. 

Der Historiker - und nur als ein solcher können wir uns unserem Gegenstand 
nähern - versucht ja immer herauszufinden, welche Antriebskräfte hinter einem be- 
stimmten Geschehen stehen und wie diese Konzepte, wenn es denn welche gab, tat- 
sächlich umgesetzt worden sind. Er fragt also, und das durchaus auf einer hohen 
Ebene, nach der „Ideologie". Er setzt dabei voraus, daß das Konzept für bestimmte 
Entscheidungen in aller Regel bewußt oder unbewußt ideologiegeprägt ist und war. 
Allerdings mögen auch früher schon Entscheidungen von großer Tragweite sehr prag- 
matisch getroffen worden sein. Das klingt dann ganz schlicht so wie es Herodot etwa 
von Kroisos' Übergriffen gegen die ionischen Städte sagt: „Konnte er einen triftigen 
Grund ausfindig machen, dann schützte er den vor. Andernfalls genügte ihm auch 
irgendein fadenscheiniger Vorwand." 2 

Die Frage, die sich mir stellt, lautet also: Können wir ein Konzept erkennen, das 
Assyrien, diese als so blutrünstig und typisch imperialistisch verschrieene Macht dazu 
bewegte, sich eines großen Teils der damals bekannten Welt zu bemächtigen? Auf- 
grund der Quellenlage ist es sinnvoll, diese Fragen auf die Sargonidenzeit einzugren- 
zen, da ich zwei unterschiedliche Textzeugnisse heranziehen möchte: Die KÖnigs- 
inschriften und die Briefe, und letztere sind uns praktisch nur aus der Sargonidenzeit 
erhalten. 

Die offiziellen Verlautbarungen der Könige geben vor, die Ereignisse und ihre Hin- 
tergründe, also die Motive der Könige, wiederzugeben. Das geschieht meist wortreich 
und mit einer festgefügten Phraseologie, die dennoch Raum für individuelle Schwer- 
punktsetzung laßt 3 . Da die Inschriften oft einer wiederholten redaktionellen Über- 
arbeitung unterworfen wurden, sind sie selten aus einem Guß und gelegentlich in sich 
widersprüchlich. In manchen Grundzügen entsprechen sie sich aber merkwürdig; 

1. Es wird in der Regel nicht behauptet, daß ein König aus eigenem Antrieb einen 
Feldzug unternommen hätte. Fast stets sind es die Götter, die ihn dazu bewogen bzw. 
die ihn dazu aufforderten 4 . 

2. Meist wird als Begründung für Feldzüge angegeben, daß die Fürsten bzw. Länder, 



Fortsetzung Fußnote von Seite 203 

gang Röllig, Assur - Geißel der Völker. Zur Typologie aggressiver Gesellschaften, in: Saeculum 

37 (1986) 116-128. 

2 Hdt. I 26. 

3 Vgl. etwa Frederick Mario Fales, Assyrian Royal Inscriptions: New horizons in literary, ideologi- 
cal, and historical analysis (Rom 1981); Louis D. Levine, Preliminary Remarks on the Historical 
Inscriptions of Sennacherib, in: Hayim Tadmor and Moshe Weinfeld, History, Historiography and 
Interpretation (1984) 58-75. 

4 Vgl. etwa Assurnäsirpal II. in seinen Annalen: „Damals ... als Assur, mein großer Herr, der 
mich berief, der mein Königtum über die Könige der vier Weltgegenden groß machte, meinen 
Namen erhöhte, der seine gnadenlose Waffe mir an die Seite legte, der mir zornig befahl, Länder 
und große Gebirge zu beherrschen, zu unterwerfen und zu regieren, da marschierte ich im Ver- 
trauen auf Assur, meinen Herren ..." AKA 267 f. 40-43. Lediglich Sanherib verzichtet oft auf 
diesen Hinweis auf göttlichen Auftrag. 



Politisches Handeln assyrischer Könige 107 

gegen die sich die Strafexpedition richtet, Verträge gebrochen haben, Tribute verwei- 
gerten. Das geschieht in verschiedenen Varianten 5 : 

- Aufstand gegen den lokalen Repräsentanten assyrischer Macht; 

- Verschwörung und Anzettelung von Aufständen; 

- Bewaffneter Angriff auf assyrisches Territorium oder das eines Vasallen; 

- Anschluß an eine feindliche Koalition; 

- Zurückhalten von Tribut oder von Geschenken; 

- Ungehorsam gegen königlichen Befehl und Unterlassen von Grußadressen; 

- Mißachtung früherer königlicher Gnadenerweise. 

Der Grund wird also versachlicht. Es wird der Eindruck erweckt, als ob gewisserma- 
ßen ein legitimes Einschreiten erforderlich gewesen sei. Dadurch wird aber die Ver- 
antwortung nach außen gegeben, dem Hörer (oder Leser) wird quasi suggeriert, daß 
nicht der assyrische König seine Feinde bedrohte, vielmehr diese ihn bedroht hätten. 

Das klingt dann beispielsweise so 6 : „Damals vergass Nabü-zer-kitti-liser, der Sohn 
des Merodachbaladan, der Statthalter des Meerlandes, der den Vertrag nicht achtete 
und der Güte Assyriens nicht gedachte, die Güte meines Vaters, und als in Assyrien 
Verwirrung herrschte 7 , bot er sein Heer und sein Lager auf, schloß Ningal-iddina, den 
mir ergebenen Statthalter von Ur, ein und schnitt ihm den Ausgang ab. Und auch als 
Assur, Samas, Bei und Nabu, istar von Ninive und Istar von Arbela mich, Asarhaddon, 
froh auf dem Thron meines Vaters hatten Platz nehmen lassen und mit der Herrschaft 
über die Länder belehnt hatten, fürchtete er sich nicht, hörte nicht auf und ließ mei- 
nen Diener nicht in Ruhe. Auch sandte er keinen Boten zu mir und erkundigte sich 
nicht nach dem Wohlbefinden meiner Majestät 8 . Als ich in Ninive von seinen Übel- 
taten hörte, ergrimmte mein Herz und tobte mein Gemüt." 

Wenn wir mutmaßen, daß hier „ein Eindruck erweckt werden sollte", so unterstel- 
len wir, daß dem Verfasser/den Verfassern der Texte tatsächlich ein anderer Sachver- 
halt bekannt war, aber verschleiert werden sollte. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das 
tatsächlich richtig ist. Zwei Episoden will ich herausgreifen, die das zumindest in 
Zweifel ziehen lassen. 

L 667 v.Chr. revoltiert in Ägypten Taharqa gegen Assurbanipal Nach der Tontafel- 
inschrift 9 „mißachtete er (damit) die Macht Assurs, meines Herrn". Er „bot aber auch 
sein Heer auf, um Assyrer in Ägypten", dem Assyrerkönig ergebene Leute zu töten, 
„zu morden und zu berauben". Ein Eilbote berichtet Assurbanipal davon. „Über diese 
Vorgänge erzürnte mein Herz und es schrie auf mein Inneres", sagt der König von 
sich. Er schickt dann Truppen, um die Ordnung wiederherzustellen. Sie können Ta- 

5 Vgl. dazu Mordechai Cogan, Imperialism and Religion: Assyria, Judah and Israel in the Eighth 
and Seventh Centimes B.C. (1973) 122 ff. 

6 Ash. Nin. A-F Episode 4, Z 40-51, s. Rykle Borger, Die Inschriften Asarhaddons Königs von 
Assyrien (Archiv f. Orientforschung, Beih. 9, 1956) 46 f. 

7 Nämlich infolge der Ermordung Sanheribs am 20. Tebet 689, vgl. dazu Simo Parpoia, The 
Murderer of Sennacherib, in: Bendt A Ister (Hrsg.), Death in Mesopotamia, in: Mesopotamia 8 
(1980) 171-182. 

8 D.h., er schickte nicht die beim Thronwechsel übliche Gruß- und Ergebenheitsadresse. 

9 Maximilian Streck, Assurbanipal und die letzten assyrischen Könige, in: Vorderas. Bibliothek 
7/2(1916) 158, Z. 3 ff. 



108 Wolfgang Röilig 

harqa schließlich auch vernichten. Die Reaktion ist aber typisch und läßt sich auch an- 
dernorts nachweisen - z. B. in dem bereits oben zitierten Text -: Nicht eine Analyse 
der Situation wird vorgenommen, sondern eine rein emotionale Abwehr berichtet. 
Sucht man ein politisches Konzept in diesen Worten, dann sucht man vergeblich, 
2. 660 v.Chr. kommt es zu der historisch besonders interessanten Beziehung zwischen 
Assyrien unter Assurbanipal und Lydien mit seinem auch aus Herodot wohlbekann- 
ten König Gyges. Hier walten nun vollends höhere Mächte: Der in der Ferne, „am 
Ufer des Meeres" wohnende Lyder- König sieht gar auf Veranlassung des Gottes Assur 
in der Nacht einen Traum mit dem Auftrag: „Die erhabenen Füße des Assurbanipal, 
des Königs von Assyrien .... ergreife und fürchte sein Königtum, flehe seine Herr- 
schaft an." 10 Der tut das angeblich auch, und als Folge davon wird ihm der Rücken 
frei, er kann sich den Kimmeriern zuwenden, sie besiegen und schließlich Tribut nach 
Ninive bringen. Daß Gyges schließlich 652 durch die Kimmerier unter Dugdarnme 
(Lygdamis) doch noch besiegt und getötet wird, ist - wieder nach Assurbanipal - sei- 
ner Untreue und einem Gebet des Assyrers an seine Götter zuzuschreiben 11 . 

Versuchen wir diese Episode, die mehrmals und verschieden ausgeschmückt von 
Assurbanipal berichtet wird, zu verstehen, so steht im Vordergund die - wohl durch- 
aus realistische - Aussage „(er wohnte) am Ufer des Meeres, einem fernen Orte, dessen 
Namen meine königlichen Vorgänger nicht (einmal) hatten nennen hören". Die weit- 
abliegende Gegend erlaubte offenbar keine direkte Kontaktnahme. Mit anderen Wor- 
ten: Das übliche Schema, das wir bei vielen der Eroberungen erkennen können, daß 
nämlich die Ausweitung der Macht durch die Einbeziehung der bisherigen Peripherie 
in den neuen Herrschaftsbereich geschieht, wird durchbrochen bzw. laßt sich hier 
nicht anwenden. Zu weit ist Lydien entfernt, es ist keiner der Nachbarstaaten. Aber 
wenn bei diesen schon das Eingreifen von Göttern normal ist, die eigene Aktivität er- 
setzt, so wird hier die Passivität in besonderem Maße manifest: Nicht mehr der König 
selbst droht, sondern durch „d^ Nennung meines bedeutenden Königtums" wird die 
Unterwerfung bewirkt. Das will zwar sagen: mein Ruhm ist so weit in alle Länder vor- 
gedrungen, daß schon auf die schlichte Namensnennung hin, ohne jede Aktion, Un- 
terwerfung erfolgt. Es gibt aber zugleich ein beredtes Beispiel ab für die Passivität, die 
selbst die Verbreitung des eigenen Ruhmes den Göttern - und dem Traumgesicht - 

10 Maximilian Streck, Assurbanipal 166, 13-17, vgl. Annalen Col. II, ebd. 20, 95-99. 

11 Ebd. 20-22, Annalen Col. II 112-120. Zur Textüberlieferung und den historischen und chro- 
nologischen Folgenangen s. den eingehenden Artikel von Mordechai Cogan/Hayim Tadmor, Gy- 
ges and Ashurbanipal, in: Orientalia 46 (1977) 65-85. - Die noch immer ungelöste Kimmerier- 
frage wird jetzt ausführlich von Anne Katrine Gade Kristensen behandelt: Who were the Cimme- 
rians, and where did they come from? (Det Kongelige Danske Videnskabernes Selskab, Histo- 
risk-filosofiske Meddeleser 57, Copenhagen 1988). Mit Recht wird dort die These der Einwande- 
rung dieses Volkes über den Kaukasus bestritten. Statt dessen werden die frühesten Erwähnun- 
gen im Gebiet südlich und südöstlich des Urmia-Sees hervorgehoben. Dieser Befund läßt natür- 
lich die Vermutung zu, daß die Kimmerier vom Südufer des Kaspischen Meeres aus nach 
Assyrien bzw. Urartu vordrangen. Die Hauptthese der Verfasserin, daß nämlich in den Kimme- 
riern die deportierten Juden des „Hauses Ornri" d.h. Israels wiederzufinden seien, ist phanta- 
stisch und völlig unbegründet Die angeblichen Beweise „of a philological nature" sind tatsäch- 
lich keine, sondern bestenfalls Verführungen durch die Sirenen des Gleichklangs. 



Politisches Handeln assyrischer Könige 109 

überläßt. Damit wird aber - zumindest oberflächlich - der Eindruck bestätigt, daß der 
Verfasser des Textes tatsächlich das meinte, was er schrieb - und die mehrfachen Wie- 
derholungen machen das auch wahrscheinlich. Es war so spektakulär, daß sich ein fer- 
ner König unterwarf, der nicht einmal angegriffen war, daß das nur auf höhere Wei- 
sung hin erfolgt sein kann. Der Assyrerkönig nimmt das dankbar zur Kenntnis. Daß 
der Lyder damit eine Absicht verbunden haben mag, nämlich durch diese Loyalitäts- 
erklärung die Einschüchterung anderer Rivalen zu erreichen und sich damit den Rük- 
ken freizuhalten, scheint Assurbanipal nicht in den Sinn gekommen zu sein. Dabei 
hat das schon alte Tradition: Der kleine Potentat Kilamuwa von Sam c al schreibt ein- 
mal, daß er sich den Assyrerkönig „gemietet" habe, um sich seiner Feinde zu erweh- 
ren 12 . Auch dies spricht nicht gerade für eine aktive Rolle assyrischer Könige, sondern 
läßt sie - selbst aus der Sicht eventueller Opfer - eher passiv erscheinen. 

Das findet seine Bestätigung in den sehr zahlreichen Texten - auch Briefen -, die 
den König Handlungsanweisungen einholen lassen: Gerade in der Sargonidenzeit, 
also der Epoche größter assyrischer Machtentfaltung, ist die Rückversicherung durch 
das konstante Beobachten von Vorzeichen verschiedenster Art offenbar Vorausset- 
zung für jedes Handeln 15 . Das gilt zunächst von allen kultischen Bereichen, in denen 
der König natürlich zahlreiche staatserhaltende Pflichten hat und alle z.B. astronomi- 
schen Erscheinungen - Eklipsen usw. - aber auch alle sonstigen Prodigien sorgfältig 
beachten und deuten muß. Die Korrespondenz des Königs mit den Gelehrten 14 zeigt 
deutlich, daß auch hier nicht Aktion, sondern Reaktion erforderlich und allein er- 
wünscht ist. Analog können wir wohl folgern, daß sich dieses Verhalten auch in an- 
dere - vor allem militärisch-politische - Bereiche erstreckt hat. 

Das wird eindrucksvoll belegt durch die ausführlichen „Fragen an den Sonnengott" 
als Herr der Leberschau 15 . Hier wird einerseits gefragt, ob der Assyrer dies und das 
planen oder konzipieren soll. Andererseits wird zum Gegenstand der Anfrage ge- 
macht, ob der Gegner ein bestimmtes Konzept verfolgt. Das setzt zwar voraus, daß ein 
eigenes Konzept des Handelns existierte, verlegt aber dessen Realisierbarkeit außer- 
halb des eigenen Einflußbereiches und ist damit eher ein Zeugnis der Passivität als der 
politischen Zielgerichtetheit. 

Ein Beispiel: „Asarhaddon, der jetzt plant, einen Boten zu NN, dem König von Hu- 
buskija zu schicken und den deine große Gottheit kennt, . . . soll gemäß dem Beschluß 
deiner Gottheit und aufgrund deiner positiven Entscheidung Asarhaddon planen und 

12 In der phönizischen Inschrift Wolf gang Köllig/ Herbert Donner, Kanaanäische und aramäische 
Inschriften ( 2 1966) Nr. 24 Z. 8 f.: „Und der König der Danuna war mächtig über mich; ich aber 
mietete gegen ihn den König von Assur" Der Text ist etwa um 825 v.Chr. zu datieren, der assy- 
rische König war wohl Salmanassar III. (859-824 v.Chr.); zum Text s. zuletzt S. D. Sperling, KAI 
24 Re-examined, in: Ugarit-Forschungen 20 (1988) 323-327. 

13 Vgl. dazu Wolfram von Soden, Religiöse Unsicherheit, Säkularisierungstendenzen und Aber- 
glaube zur Zeit der Sargoniden, in: Analecta Biblica 12 (1959) 356-367 = Aus Sprache, Ge- 
schichte und Religion Babyloniens (Neapel 1989) 97-108. 

14 Vgl. die ausführliche Bearbeitung dieser Korrespondenz von Simo Parpola, Letters of Assyrian 
Scholars to the Kings Esarhaddon and Assurbanipal LH (Neukirchen-Vluyn 1970. 1983). 

15 Soeben neu bearbeitet von Ivan Starr, Queries to the Sungod. State Archives of Assyria, Vol. 4 
(Helsinki 1990). 



110 Wolfgang Röllig 

entscheiden, daß er einen Boten zu NN, König von Hubuskija schickt? Und wenn 
er ihn schickt: Wird ein Urartäer, ein Kimmerier, ein Mannäer, ein Skythe ... oder 
ein anderer Feind planen und entscheiden, daß sie ihn (den Boten) fangen und tö- 
ten ...?" 16 

Wenden wir uns nun den Briefen zu, so sind sie in ihrer Masse so vielgestaltig, daß 
es schwer ist, aus ihnen allgemeine Schlüsse abzuleiten 17 . Eine Vorbemerkung sei er- 
laubt: Es ist merkwürdig, daß sich fast alle Briefe, die uns erhalten sind, mit sehr spezi- 
fischen Detailfragen beschäftigen. Es kann sich um persönliche Beziehungen von 
Würdenträgern untereinander handeln, um Rechte und Pflichten, die vergeben oder 
genommen werden. Es kann sich aber auch um Details wie die Ausstattung von Tem- 
peln, das erneute Decken eines Daches, die Weitergabe einzelner Gewänder, Gefäße 
usw. handeln - alles wird dem König vorgetragen und er wird um seine Weisung ge- 
beten. Dabei werden, wahrscheinlich abhängig vom Rang des jeweiligen Schreibers, 
auch ganz konkrete Vorschläge gemacht, so daß der König oft nur zwischen zwei 
Möglichkeiten zu wählen hat, um auf eine Anfrage zu antworten. Die Tradition, die 
hinter dieser Art von Bittschriften und Verwaltungskompetenzen steht, geht auf die 
altbabylonische Zeit zurück, aus der wir ebenfalls umfangreiche Briefkorpora besitzen, 
die sich gleichfalls mit der Regelung von Details beschäftigen. Man muß sich natürlich 
fragen, ob die Prinzipien der Verwaltung eines Reiches, wie sie für die Zwecke eines 
verhältnismäßig kleinen altbabylonischen Stadtstaates entwickelt worden waren, für 
das inzwischen weit ausgedehnte Assyrerreich angemessen sein konnten. Die Antwort 
kann eigentlich nur sein, daß das nicht der Fall war - unter der Voraussetzung, daß die 
betreffenden Verfügungen vom König selbst ausgehen mußten. Es läßt sich nicht 
nachweisen, daß „königliche Verlautbarungen" auch von bestimmten „Ressortmini- 
stern" abgefaßt werden konnten. Da allerdings der König durch seine kultischen und 
militärischen Pflichten stark in Anspruch genommen war und häufig auch gar nicht 
im Lande weilte, kann man sich kaum eine andere Regelung vorstellen, Wie dem auch 
sei: Eine Konzeption für alle diese Aktivitäten im Sinne einer „Innenpolitik" läßt sich 
bisher aus den erhaltenen Texten nicht ablesen, es sei denn, man will die stark domi- 
nierende Personalpolitik als eine solche Konzeption - oder als Teil einer solchen - 
erklären. 

Fragen der „Außenpolitik" werden dagegen recht selten angesprochen. Hier sei ein 
Dokument in den Mittelpunkt gestellt, das auch über Assyrien hinaus Interesse bean- 
spruchen kann 18 . In einem Brief aus dem Jahre 709 v.Chr. nimmt Sargon IL (722- 

16 Ivan Starr, State Archives 4,24 Z. 2-11. 

17 Von den Briefen neuassyrischer Zeit stammt die größte Zahl aus den königlichen Archiven in 
Ninive, Sie wurden z.T. publiziert von Robert Francis Harper, Assyrian and Babylonian letters 
belonging to the Kouyunjik Collection of the British Museum, Bd. 1-14 (1892-1914). Eine Ge- 
samtbearbeitung, die auch inzwischen neu gefundenes Material enthalten wird, geschieht derzeit 
in Helsinki. Dort erscheinen die Bände der Reihe „State Archives of Assyria", in der auch die 
Briefe enthalten sein werden (bisher Bde 1 und 5 dieser Reihe). Eine systematische Auswertung 
ist erst nach Vorliegen dieser Neubearbeitung möglich und sinnvoll. 

18 Simo Parpola, State Archives of Assyria 1 (1987) Nr. 1. Der Brief wurde bei den englischen 
Ausgrabungen in Nimrud (KaJhu) gefunden und von Henry W. R Saggsm Iraq 20 (1958) 182- 
187 mit pl. XXXVII publiziert. Niäas Postgate widmete ihm eine Studie in Iraq 35 (1973) 21-34. 



Politisches Handeln assyrischer Könige 111 

705) auf Kontakte mit Midas von Phrygien Bezug. Der Brief ist an den Statthalter von 
Que namens Assur-sarra-usur gerichtet und ist die Antwort auf ein (nicht erhaltenes) 
Schreiben dieses Beamten an den König 19 . Darin war berichtet worden, daß Midas 14 
Männer, die vom König von Que als Gesandtschaft nach Urartu geschickt worden wa- 
ren, an Assyrien auslieferte. Der König begrüßt das mit den Worten: „Meine Götter 
Assur, Samas, Bei und Nabu haben die Initiative ergriffen und ohne Kampf oder ir- 
gendetwas hat uns der Phryger sein Wort gegeben und ist unser Verbündeter gewor- 
den ." Hier wird also - anders als später bei Assurbanipal und Gyges - das Verdienst 
nicht beim König selbst und seiner fama gesucht, sondern den Göttern wird die 
Initiative zugesprochen. Wir kennen das aus den Königsinschriften, wo man mutma- 
ßen könnte, daß es sich um plakative Formulierung und fromme Propaganda handelt. 
Hier ist das nicht der Fall. Es macht aber deutlich, daß der assyrische König sich selbst 
offenbar nicht als den eigentlich Aktiven begreift, sondern das göttliche Eingreifen in 
einer so entscheidenden außenpolitischen Frage anerkennt. Für das politische Denken 

19 Der interessante Text sei hier im Wortlaut mitgeteilt. Es handelt sich übrigens offenbar um 
das (unvollständige) Konzept eines Briefes, das in Babylonien niedergeschrieben und dann in das 
Palastarchiv in Kalhu gebracht wurde. 

Weisung des Königs an Assur-sarra-usur. Ich befinde mich wohl, das Land Assyrien befindet sich 
wohl; du kannst zufrieden sein. 

(Alles das,) was du mir geschrieben hast: „Ein Bote des Midas fme-ta-d), des Phrygers ^ ur mus-ka- 
a-a) t kam zu mir, der brachte mir 14 Mann aus Que, die Urik als Gesandtschaft nach Urartu ge- 
schickt hatte" - das ist ausserordentlich gut. Jetzt haben meine Götter Assur, Samas, Bei und 
Nabu die Initiative ergriffen, und ohne Kampf (?) oder sonst etwas (?) hat der Phryger uns sein 
Wort gegeben und ist unser Verbündeter geworden! Wenn du mir schriebst: „(Ohne Erlaubnis) 
des Königs, meines Herrn, werde ich meinen Boten nicht zu dem Phryger schicken" - so 
schreibe ich dir nun, du sollst deinen Boten keinesfalls von dem Phryger abberufen. Schreibe 
ihm freundlichst. Höre ständig auf Neuigkeiten über ihn - bis ich Zeit habe. 
Wenn du mir schriebst: „Soll ich, ebenso wie er Untertanen des Königs meines Herren mir 
schickte, seine Untertanen zu ihm schicken?" - schicke (sie) ihm, damit er mit uns freundlich 
wird. Ob es nun 100 oder 10 seiner Leute sind, schreib ihm folgendes: „Ich habe wegen der 
Leute von Que, die du mir schicktest, dem König, meinem Herrn geschrieben. Der König, mein 
Herr, war sehr erfreut. Als Antwort (darauf ..) schrieb er mir: ,Halte keinen einzigen Phryger bei 
dir zurück, sondern schicke (rasch) an Midas!' Deshalb schicke ich dir diese Leute gemäß dem 
Befehl des Königs, meines Herrn." 

Wenn du mir schriebst: „Ein Bote des Urpala kam mit dem Boten des Phrygers wegen einer 
Audienz zu mir" - (so) möge er (doch) kommen! Assur, Samas, Bei und Nabu mögen Befehl er- 
teilen (und) alle diese Könige sollen mit ihren Barten deine Sandalen putzen! 
Wenn du mir schriebst: „Kilar hat 4 Distrikte von mir (verlangt) (indem er sagte) ,Man möge (sie) 
mir geben*" - wenn du (diese) Distrikte an Kilar geben solltest, würde er dann nicht dir gleich? 
Und du, worüber könntest du dann (noch) das Gouverneursamt ausüben? Antworte ihm so: 
„Früher hast du Furcht vor dem Phryger gehabt. Jetzt nun hat der Phryger mit uns Frieden ge- 
schlossen, weshalb bist du (noch) furchtsam? Jetzt, unter dem Schutz des Königs meines Herrn, 
iß dein Brot und trink dein Wasser und sei zufrieden. Hab keine Sorge wegen des Phrygers!" 
Wenn du mir schriebst: „Urpala (mag) deshalb, weil die Leute von Atunna (und) von Istuanda ka- 
men und die Städte von BTt-Paruta gewaltsam wegnahmen, vom König, meinem Herrn, (abfal- 
len??)" - jetzt, da der Phryger mit uns Frieden geschlossen hat ... was können all die Könige von 
Tabal in Zukunft tun? Du wirst sie von dieser Seite, der Phryger von jener Seite drücken, so daß 
du deinen Gürtel um sie schließt. Jetzt haben Assur, Samas, Bei und Nabu, meine Götter, gehan- 
delt, dieses Land ist unter deine Füße gelegt! .... 



112 Woifgang Röllig 

bedeutet das natürlich einen Verzicht auf ein weitgespanntes und langfristiges Kon- 
zept. 

Auf die Frage des Beamten nach weiteren Instruktionen antwortet der König mit 
dem Ratschlag, die assyrischen Gesandten am phrygischen Hofe zu lassen. „Schreib 
ihm mit freundlichen Worten und höre auf alle Neuigkeiten über ihn - bis ich mehr 
Zeit habe " Hier klingt an, daß der Assyrerkönig sich zukünftig doch dieser Angele- 
genheit selbst widmen will, da er die Relevanz dieses Bündnisses richtig einschätzt. Im 
folgenden wird deshalb dem Assur-sarra-usur sogar wörtlich vorgeschrieben, was er an 
den phrygischen Hof schreiben soll, dem er noch dazu im Auftrage des Assyrers Phry- 
ger aus Kilikien schicken soll. Weiterhin erhalt der Statthalter Anweisungen, daß er 
einen benachbarten Fürsten, der sich über den Phryger beschwert hätte, unter Hin- 
weis auf die veränderte politische Situation beruhigen möge: „Iß nun dein Brot und 
trink dein Wasser unter dem Schutze des Königs, meines Herrn und sei zufrieden?" 

Schließlich aber wird weitergedacht; Assur-sarra-usur hatte gemeldet, daß Urpala - 
ein auch als Warpalawas bekannter Fürst von Tubana/Tyana in Kappadokien - durch 
zwei kleine Fürsten von Tabal in Bedrängnis gekommen ist. Offenbar hatte er sich an 
Assyrien um Hilfe gewandt Jetzt kann Sargon frohlocken: „Nun, da der Phryger mit 
uns Frieden geschlossen hat, was können all die tabaläischen Fürsten in Zukunft tun? 
Du wirst sie von der einen Seite drücken, der Phryger von der anderen Seite, so daß 
du deinen Gürtel um sie schließt!" Hier wird also strategisch argumentiert und aus der 
unverhofften neuen Situation sofort eine Konsequenz gezogen. 

Ich will nicht behaupten, daß sich hier bereits ein anspruchsvolles außenpolitisches 
Konzept offenbart. Zu sehr ist die Aktion auf den Zufall der günstigen Gesinnung des 
Nachbarkönigs abgestellt. Aber sie läßt erkennen, daß das durch die offiziellen In- 
schriften suggerierte Verfahren einer lediglich auf Reaktion der Assyrerkönige be- 
gründete Politik nicht immer den Tatsachen entsprach. 

Versuchen wir, das hier kurz Angedeutete zu resümieren und für einen allgemeinen 
Vergleich zu nutzen : Wenn wir recht sehen, so ist assyrische „Außenpolitik" nicht von 
langfristigen Konzepten bestimmt. Die Könige reagieren in aller Regel auf Vertrags- 
verletzungen - dies übrigens in Übereinstimmung mit fast allen Kulturen der Alten 
Welt - oder auf Gelegenheiten, die sich aus bestimmten historischen Konstellationen 
bieten. Es wird nicht erkennbar, daß eine längerfristige Strategie befolgt wurde. Es ist 
auch kaum ein Konzept etwa der Art zu finden, daß bestimmte kulturelle oder soziale 
Fortschritte auch anderen Völkern nahegebracht werden. Üblicherweise scheint nicht 
einmal ein machtpolitisches Konzept existiert zu haben - von Ausnahmen wie etwa 
der Niederschlagung von Revolten abgesehen. Wenn ich mich nicht täusche, so ist 
alle Aktion darauf gerichtet, assyrisches Reichsgebiet zu schützen. Dieses ist aus geo- 
politischen Gründen stets gefährdet, denn es hat weithin offene Grenzen. Deshalb 
versuchen die starken Könige die Grenzen zu sichern - und geraten dabei immer wei- 
ter vom Zentrum weg. Expansion, Imperialismus ist also kein Konzept, sondern Folge 
der Grenzsicherung. 

Nur ein vorformuliertes ideologisches Ziel ist mir bekannt: Die Herrschaft über 
„die Gesamtheit", d.h. das Land vom unteren bis zum oberen Meer, vom Persischen 
Golf bis zum Mittelmeer. Dieses Ziel ist aber nicht von den Assyrern entwickelt wor- 



Politisches Handeln assyrischer Könige 113 

den, sondern geht schon auf die Könige der Akkadezeit im 3. Jahrtausend v.Chr. zu- 
rück 20 , ist folglich mehr eine aus der Geschichte begründete Idee. Es wird aber nicht 
klar, wieweit dieses Ziel tatsächlich die Politik bestimmt, wieweit nicht das Erreichen 
dieses Ziels letztlich vom Zufall abhängt. 

Der Versuch, Aktion und Reaktion aufeinander zu beziehen, Ursachen und Wir- 
kungen zu ergründen, wird nicht gemacht. Infolgedessen wird man schwerlich eine in 
unserem Sinne „politische" Verhaltensweise feststellen können. 

Warum ist das so? Der neuassyrische Staat - und in seiner Nachfolge auch der neu- 
babylonische - scheint nur auf den König bezogen zu sein. Er allein hat die Befehlsge- 
walt, ist Priester und Heerführer zugleich. Alle anderen, auch die höchsten Hofbeam- 
ten, haben untergeordnete Funktionen. Ein Diskurs findet also nie statt. Auch Oppo- 
sition findet - offiziell wenigstens - nicht statt 21 . Die Entwicklung eines politischen 
Konzeptes ist also zumindest erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Wenn grie- 
chische Geschichtsschreibung - abgesehen von beklagenswerter Unkenntnis - die alt- 
orientalischen Herrscher als Despoten abtut, so offenbar in dem berechtigten Bewußt- 
sein, daß ihnen in ihrem politischen Handeln nach außen hin keine Vorbildfunktion 
zukommt. 



20 Abraham Malamat, Campaigns to the Mediterranean by jahdunlim and Other Early Meso- 
potamian Rulers, in: Studies in Honor of Benno Landsberger on his Seventy-Fifth Birthday 
(Assyriological Studies 16, Chicago 1965) 365-373. 

21 Vgl. aber Paul Garelli, Les sujets du roi d'Assyrie, in: Andre Fin et (Hrsg.), La voix de l'opposi- 
tion en Mesopotamie (Brüssel 1974) 189-213. 



Zu den Autoren 



Jan Assmann: Prof. für Ägyptologie, Universität Heidelberg. Hauptinteressen: altägyp- 
tische Literatur und Religion im Kontext der ägyptischen Gesellschaft sowie der ver- 
gleichenden Religionsgeschichte und Kulturanthropologie; historische Anthropolo- 
gie; Prozesse der Staatsentstehung. Wichtigste Publikationen: Zeit und Ewigkeit im 
alten Ägypten (1975); Ägyptische Hymnen und Gebete (1975); Ägypten: Theologie 
und Frömmigkeit einer frühen Hochkultur (1989); Ma'at: Weisheit, Staat und Gerech- 
tigkeit im alten Ägypten (1990). 

Martin Bemal: Prof. of Government Studies, Cornell University. Hauptinteressen: 
Politologie, kulturelle Beziehungen zwischen Afrika, Asien und dem Westen im Al- 
tertum und deren wechselnde Bewertung in den letzten Jahrhunderten. Wichtigste 
Publikationen: Chinese Socialism to 1907 (1976); Black Athena: The Afroasiatic Roots 
of Classical Civilisation I: The Fabrication of Ancient Greece 1785-1985 (1987); II: 
The Archaeological and Documentary Evidence (1991); III: Greece, Aryan or Mediter- 
ranean? The Linguistic Evidence, und IV: „Solving the Riddle of the Sphinx" and 
other Studies in Egypto-Greek Mythology (beide in Bearbeitung). 

Hubert Cancik: Prof. für klassische Philologie, Universität Tübingen. Hauptinteressen: 
römische Kultur, Geschichte der antiken Religionen, Wissenschaftsgeschichte. Wich- 
tigste Publikationen: Untersuchungen zur lyrischen Kunst des P. Papinius Statius 
(1965); Mythische und historische Wahrheit. Interpretationen zu Texten der hethiti- 
schen, biblischen und griechischen Historiographie (1970); Grundzüge der hethiti- 
schen und alttestamentlichen Geschichtsschreibung (1976); Dioniso in Germania. Da 
Heinrich Heine a Walter F. Otto: una revisione di cent'anni (1989); Hrsg.: Rausch, 
Ekstase, Mystik. Grenzformen religiöser Erfahrung (1978); Religions- und Geistesge- 
schichte der Weimarer Republik (1982); Markus- Philologie (1984). 

Frank Crüsemann: Prof. für Altes Testament an der Kirchlichen Hochschule Bethel, 
Bielefeld. Hauptinteressen: Sozial- und Rechtsgeschichte des Alten Testaments! 
Wichtigste Publikationen: Studien zur Formgeschichte von Hymnus und Danklied in 
Israel (1969); Der Widerstand gegen das Königtum. Die antiköniglichen Texte des Al- 
ten Testaments und der Kampf um den frühen israelitischen Staat (1978); Als Mann 
und Frau geschaffen. Exegetische Studien zur Rolle der Frau (mit H. Thyen, 1978); 
Bewahrung der Freiheit. Das Thema des Dekalogs in sozialgeschichtlicher Perspektive 
(1983); Recht und Theologie im Alten Testament, in: K. Schlaich (Hrsg.), Studien zu 
Kirchenrecht und Theologie I (1987). 



452 Zu den Autoren 

Walter Eder: Prof. für Alte Geschichte, Freie Universität Berlin, seit 1992 Universität 
Bochum. Hauptinteressen: griechische und römische politische, Sozial- und Rechtsge- 
schichte. Wichtigste Publikationen: Das vorsullanische Repetundenverfahren (1969); 
Servitus publica. Untersuchungen zur Entstehung, Entwicklung und Funktion der öf- 
fentlichen Sklaverei in Rom (1980); Hrsg.: Staat und Staatlichkeit in der frühen römi- 
schen Republik (1990). 

Volker Fadinger: Prof. für Alte Geschichte, Freie Universität Berlin. Hauptinteressen: 
griechische und römische Geschichte, Herrschaftsideologie in der griechisch-römi- 
schen Welt und in den nahöstlichen Kulturen. Wichtigste Publikationen: Die Begrün- 
dung des Prinzipats. Quellenkritische und staatsrechtliche Untersuchungen zu Cassius 
Dio und der Parallelüberlieferung (1969). 

Fritz Gschnitzer: Prof. für Alte Geschichte, Universität Heidelberg. Hauptinteressen: 
griechische Sozialgeschichte, Staats- und Völkerrecht, Epigraphik und Onomastik, 
Mykenologie. Wichtigste Publikationen: Abhängige Orte im griechischen Altertum 
(1958); Politarches, Prytanis, Proxenos. Beiträge zum griechischen Staatsrecht (1974); 
Studien zur griechischen Terminologie der Sklaverei II (1976); Griechische Sozial- 
geschichte von der mykenischen bis zum Ausgang der klassischen Zeit (1981); Hrsg.: 
Zur griechischen Staatskunde (1969). 

Volkert Haas: Prof. für altorientalische Philologie, Freie Universität Berlin. Hauptin- 
teressen: Religionsgeschichte und Mythologie der Hurriter und Hethiter. Wichtigste 
Publikationen: Der Kult der Nerik. Ein Beitrag zur hethitischen Religionsgeschichte 
(1970); Hurritische und luwische Riten aus Kizzuwatna (1974); Magie und Mythen im 
Reich der Hethiter. Vegetationskulte und Pflanzenmagie (1977); Hethitische Berggöt- 
ter und hurritische Steindämonen. Riten, Kulte und Mythen (1982); Vorzeitmythen 
und Götterberge in altorientalischer und griechischer Überlieferung. Vergleiche und 
Lokalisation (1983); Magie und Mythen in Babylonien. Von Dämonen, Hexen und 
Beschwörungspriestern (1986); Hrsg.: Das Reich Urartu (1986); Hurriter und Hurri- 
tisch (1988); ferner: Ausgaben hurritischer Texte. 

Sally C Humphreys: Prof. of Ancient History, University of Michigan, Ann Arbor. 
Hauptinteressen: griechische Sozial- und Rechtsgeschichte, vergleichende Anthropo- 
logie. Wichtigste Publikationen: Anthropology and the Greeks (1978); The Family, 
Women and Death: Comparative Studies (1983); Hrsg.: Mortality and Immortality: 
The Anthropology and Archaeology of Death (1981); The Discourse of Law (1985). 

Peter B. Machinist: Prof. of Near Eastern Languages and Civilizations, Harvard Univer- 
sity. Hauptinteressen: Biblical studies (esp. Hebrew Bible), Syrio-Palestinian history, 
ancient Mesopotamian studies. Wichtigste Publikationen: Provincial Governance in 
Middle Assyria and Some New Texts from Yale (1982); The Epic of Tukulti-Ninurta I: 
A Study in Middle Assyrian Literature (in Bearbeitung). 



Zu den Autoren 453 

Hartmut Matthäus: Heisenberg-Stipendiat, Privatdozent für klassische Archäologie, 
Universität Heidelberg. Hauptinteressen: kretisch-mykenische Kultur, Zypern im 2. 
und 1. Jahrtausend v. Chr., griechische Archäologie, Griechenland und der Nahe 
Osten im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. Wichtigste Publikationen: Die Bronzegefäße 
der kretisch-mykenischen Kultur (1980); Metallgefäße und Gefäßuntersätze der Bronze- 
zeit, der geometrischen und archaischen Periode auf Cypern (1985); Der Arzt in römi- 
scher Zeit (1988/89). 

Walter Nicolai: Prof. für klassische Philologie, Universität Mainz. Hauptinteressen: 
Bauformen und gesellschaftliche Funktion griechischer Literatur (Epos, Tragödie, Ge- 
schichtsschreibung). Wichtigste Publikationen: Hesiods Erga. Beobachtungen zum 
Aufbau (1964); Kleine und große Darstellungseinheiten in der Ilias (1973); Versuch 
über Herodots Geschichtsphilosophie (1986); Zum doppelten Wirkungsziel der 
aischyleischen Orestie (1988); Euripides' Dramen mit rettendem Deus ex machina 
(1990); Hrsg.: Gnomosyne. Festschr. W. Marg (1981). 

Kurt Raaflaub: Prof. of Classics and History, Brown University, Providence, R. I., seit 
1992 auch Co-Direktor des Center for Hellenic Studies in Washington, D.C. Haupt- 
interessen: griechische und römische politische und Sozialgeschichte, griechische Be- 
griffsgeschichte, politisches Denken der Griechen. Wichtigste Publikationen: Dignita- 
tis contentio. Zur Motivation und politischen Taktik im Bürgerkrieg zwischen Caesar 
und Pompeius (1974); Zum Freiheitsbegriff der Griechen, in: E. Ch. Welskopf (Hrsg.), 
Soziale Typenbegriffe im alten Griechenland und ihr Fortleben in den Sprachen der 
Welt IV (1981); Die Entdeckung der Freiheit (1985); Hrsg.: Social Struggles in Ar- 
chaic Rome: New Perspectives on the Conflict of the Orders (1986); Between Repu- 
blic und Empire: Interpretations of Augustus and his Principate (1990); Athens and 
Rome, Florence and Venice: City-States in Classical Antiquity and Medieval Italy 
(1991). 

Wolf gang Röllig: Prof. für Altorientalistik, Universität Tübingen. Hauptinteressen: 
Geschichte und Literaturgeschichte des Alten Orients, historische Geographie, nord- 
semitische Epigraphik. Wichtigste Publikationen: Kanaanäische und aramäische In- 
schriften, 3 Bde. (4. Aufl. 1964/78); Phönizisch-punische Grammatik (2. Aufl. 1970); 
Das akkadische Syllabar (2.-4. Aufl. 1967-90); Das Bier im Alten Mesopotamien 
(1970); Hrsg.: Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients; Repertoire Geogra- 
phique des Textes Cuneiformes; Die Welt des Orients; Die altorientalischen Literatu- 
ren. Neues Handbuch der Literaturwissenschaft (1978). 

Heleen Sancisi-Weerdenburg: Prof. für Iranistik und Alte Geschichte, Universität Ut- 
recht Hauptinteressen: altpersische Geschichte, Anthropologie. Wichtigste Publika- 
tionen: Yaunä en Persai. Grieken en Perzen in een ander perspectief (1980); Hrsg.: 
Achaemenid History (Proceedings of the Achaemenid History Workshops), bisher 
7 Bde. (1987 ff.). 



454 Zu den Autoren 

Klaus Seybold: Prof. für Altes Testament, Universität Basel. Hauptinteressen: Prophe- 
ten- und Psalmenforschung. Publikationen: Das davidische Königtum im Zeugnis der 
Propheten (1972); Das Gebet des Kranken im Alten Testament (1974); Bilder zum 
Tempelbau. Die Visionen des Propheten Sacharja (1974); Der aaroni tische Segen 
(1977); Krankheit und Heilung. Biblische Konfrontationen (1978); Die Wallfahrtspsal- 
men. Studien zur Entstehungsgeschichte von Ps. 120-34 (1978); Beiträge zur prophe- 
tischen Bildsprache in Israel und Assyrien (1985); Satirische Prophetie. Studien zum 
Buch Zefanja (1985); Die Psalmen. Eine Einführung (1986); Profane Prophetie. Stu- 
dien zum Buch Nahum (1989). 

Peter Spahn: Prof. für Alte Geschichte, Freie Universität Berlin. Hauptinteressen: grie- 
chische Sozialgeschichte. Wichtigste Publikationen: Mittelschicht und Polisbildung 
(1977); Freundschaft und Gesellschaft. Untersuchungen zum Wandel der Freund- 
schaftsbeziehungen von der homerischen Adelsgesellschaft bis zur Bürgergesellschaft 
der attischen Demokratie (in Bearbeitung). 

Jürgen von Ungern-Sternberg: Prof. für Alte Geschichte, Universität Basel. Hauptinter- 
essen: Geschichte der römischen Republik, römische Historiographie und mündliche 
Überlieferung, Wissenschaftsgeschichte. Wichtigste Publikationen: Untersuchungen 
zum spätrepublikanischen Notstandsrecht (1968); Capua im Zweiten Punischen 
Krieg. Untersuchungen zur römischen Annalistik (1975); Hrsg.: Neuausg. von M. Gei- 
zer, Die Nobilität der römischen Republik (1983) sowie E. Täubler, Der römische 
Staat (1985); Vergangenheit in mündlicher Überlieferung. Coli. Rauricum I (1988). 

Claus Wilcke:Proi. für Assyriologie, Universität München. Hauptinteressen: mesopo- 
tamische Literatur, politische und Rechtsgeschichte. Wichtigste Publikationen: Das 
Lugalbandaepos (1969); Kollationen zu den sumerischen literarischen Texten (1976). 



Namen- und Ortsregister 



Abimelech 366 

Achilleus 322, 328, 332-40, 349-50, 413, 421 

Agamemnon 320, 322, 332-39, 349-50, 413 

Agathokles 191 

Agum IL 143 

Agusaja 46-47 

Ägypten X, XV, XVI, XX, 13-26, 125, 135, 

140, 156-57, 179-83, 208-09, 212, 230, 

236, 241-261, 264, 266, 277, 282, 295, 297, 

301, 308, 309, 366, 370-92, 398-404, 408, 

412-14,425,437,439,447 
Ahhija 126-27 
Ahhijawa XXII, 117, 120-21, 126 Anm. 54, 

129,131 
Ahriman 291,295 
Ahuramazda 147-53, 157-59, 273, 283, 289- 

90, 301 Anm. 206, 309 Anm. 244, 381-82, 

408-09 
Aias 335 
Aiolis 178 
Aischylos 330 

Akkad (Stadt) 29-75, 80, 230, 372, 374 
Akkade 29-75, 113, 135-140, 375, 382 
Aleppo 126 

Alexander (der Große) 1, 406-07 
Alexandreia 190 
Alkaios 358-59 
Alkibiades 10,191 
Allani 378 

Al-Mina 167-68,235,446 
Amar-Su'en 62,68 
Amasis 259,281,412-13 
Amazja 239 
Ammia 250 
Ammiditana 92 
Ammon 248,250 
Amon 208,408 
Arnos 177, 213, 215-239, 249, 390-93, 430, 

438 
Amurriter 388 
Amytis 308 
An, Anu VII, 29-75 
Anahita 147, 148, 153 Anm. 9, 297, 309, 406, 

409 
Anat- Astarte 182 



Ansan 44 Anm. 67 

Antenor 334-35,337 

Antilochos 322 Anm. 25, 333 Anm. 94, 335 

Antinoos 337 

Anubis 255 

Anzu 60,61 

Apasa 117 

Aphrodite 182, 331 Anm. 89, 332, 

(Urania) 301-3, 389 
Apollon 280, 332, (Hyakinthos) 301 
Apopis 25 
Apries 281 
Arados 388 
Aramäer 213,230 
Archilochos von Paros 265, 268, 270, 273, 

358 
Ardys 266 
Ares 332 

Argos 172,279-81,443 
Aristomache 300 
Aristoteles 263-70, 273, 297-98, 344, 348, 

381,386 
Arkades-Aphrati 169 
Artabanos 288-89 
Artaxerxes I. 288 
Artaxerxes II. 147, 152 
Artemis Orthia 258 
Artystone 308 
Asag 59 

Asarhaddon 80-86, 98, 107, 109, 372 
Asine 443 
Askra 219 

Assur (Stadt) 80, 81, 97, 102 
Assur (Gott) 82, 84, 86, 89, 90, 95-97, 102, 

108, 111, 153, 295 Anm. 175, 301 Anm. 

206, 308, 389, 409 
Assurbanipal 80, 92, 95, 98, 107-111, 177-78, 

265, 272, 406, 409 
Assurnasirpal II. 84, 89, 91, 94, 96, 99, 100, 

106 Anm. 4 
Assur-sarra-usur 111-12 
Assyrien 77-104, 105-113, 154-55, 178, 181, 

207-09, 218, 237, 239, 247, 266, 270, 277, 

295, 372-77, 389-90, 406, 408-09, 411-12, 

446 



456 



Namen- und Ortsregister 



Astarte 182,297,389,407 

Astyages 264,271,308 

Athen, Attika 168, 172-74, 181, 189, 192, 
195-97, 278, 343-44, 357, 360-63, 377, 
389, 401, 410, 412, 416, 418-19, 437, 443 

Athene 182, 299-301, 304, 332, 334, 351 
Anm. 23, 412, (Hippia) 298, 299, 303-04, 
389, 407, (Poüas) 299, 310 Anm. 244, (Pro- 
machos) 296-97, 303 

Atossa 273,308 

Atramhasis 69-70 

Attis 301,307 

Attrissija 126-27 

Atum 17 

Augustinus 386 

Augustus 386 

Avesta 147-50, 153 

Axos 182 

Baba 44 Anm. 67 

Babylonien 29-71, 80, 135, 138, 142, 146, 

154-55, 209, 271-72, 276, 280, 295, 383, 

392,405-06,411 
Baltil 81 

Behistun 151,157-58,381-82 
Bei 308,408-09 
Bel-bani 81 
Bethel 216,232,239 
Bilulu 52 
Bokchoris 259 
Böotien 301,400 
Briseis 334 
Byblos 246,387 

Chalkis 343 

Charmos von Kollytos 279, 405 

China 11, 243, 261, 366, 375, 398, 400, 404, 

414 
Chios 176 

Chryses 332,334,337 
Cicero 386 

Dagän 61-62 

Daivas 158 

Damaskus 83 

Danaos 1 

Dareios I. 148, 151-53, 157, 272-73, 276, 

308,381-82,408-09 
Dareios II. 148 Anm. 3 
Deiokes 146, 266, 280, 286 Anm. 132, 306 
Delos 280 

Delphi 171,173,256,266,270,443 
Demeter 300, 301 Anm. 206, 309 Anm. 244 
Dilmun 47,90 



Diomedes 413 
Dion 283-84,287,292 
Dionysos 300-02, 309 Anm. 244, 405 
Dionysios I. von Syrakus 267, 269, 274, 282- 
87, 292-93, 300, 302, 305-07, 310, 404-06 
Dionysios IL 292 
Dor 197 
Doris 300 
Drakon 259,445 

Dumuzi 35, 49-57, 301 Anm. 206 
Dur-Sarrukin(s.a. Khorsabad) 89,95 

Eannatum 30 Anm. 5, 35 

Ebeh 47-49, 56-58, 67 

Ebla 378 

Echnaton 26,379 

Edom 248-49 

Eileithyia 182 

Ekbatana 264, 271-72, 306 Anm. 235 

Ekur 34 

Elam, Elamiter 44, 56, 65, 137-38, 157 

Eleusis 443 

Eleutherai 301 

Elia 233 

Elis 259 

Elisa 233 

Enanedu 62 Anm. 154 

Enheduanna 34, 45, 67, 183 

Enki X, 29-75 

Enkidu 51,57-58 

Enkimdu 44 

Enlil 29-75,81-82,84 

Enmerkar 36 

Enmetena 30 Anm. 5, 35 

Ephesos 120 

Erechtheus 299, 301 Anm. 206, 304, 310 

Anm. 244, 407 
Ereskigal 51-55 
Eridu 39 
Eretria 279 
Erythrai 176 

Esarhaddon: s. Asarhaddon 
Esmun'azar von Sidon 197 
Euböa 167-68,172,183,231,236,446 
Eusebios von Caesarea 230 
Esra 102 

Fars 150,157 

Gadatas 284,382 

Gaumata 153, 273, 284 Anm. 1 16, 308 

Gedalja 209 

Gestinanna 54, 55, 309 



Namen- und Ortsregister 



457 



Gilgamesch 36, 51, 56 Anm. 122, 57-60, 69, 

136 
Gobryas 157,271 
Gordion 171, 178 
Gorgilos von Argos 279, 405 
Gortyn 182-83 
Griechen, Griechenland XI, XIII, 14, 26, 145- 

46, 151, 188, 201, 215-239, 241-261, 263- 

316, 317-41, 343-63, 365-426, 427-49 
Gudea von Lagasch 60 
Gutäer (Kuthäer) 31, 34, 43, 62, 65, 137 
Gyges 108, 111, 265, 266, 268-70, 278, 281, 

285,307,411 

Halitherses 334,338 

Hammurabi XVI, 29, 41, 92, 136, 139, 140, 

210, 296 Anm. 176 
Hannibal 192, 195 
Hanno 191 
Harran 264 
Hattusa (Boghazköy) 115-16, 120-129, 136, 

139, 143 
Hattusilisl. 120,122,128,135-144 
Hegesistratos 279, 280 
Hektor 330-36,418,421 
Helena 332-35 
Helenos 331 

Hera 309 Anm. 244, 334 Anm. 98 
Heraion von Samos 171, 173, 176 
Hermes 254-55 
Herodot 145-46, 156-57, 265-70, 273, 297- 

98, 303, 328-30, 343-44, 362, 379, 382 
Hesekiel 247 
Hesiod IX, X, XVII, XX, 183,215-239,257, 

327, 331 Anm. 84, 354-58, 360, 362, 391- 

93, 416, 419-20, 422, 430, 436-42 
Hethiter XXII, 115-144, 229, 250, 376-78, 

384-85, 439 
Hieron I. von Syrakus 264, 269, 287, 292-93 
Hippagoras 189 
Hipparchos 279 
Hipparinos 300 
Hippias 279 

Hiram von Tyros 234, 249 
Hita von Elam 137 
Homer IX, X, XVII, XIX, XX, 183, 215, 224, 

257, 317-41, 347-54, 356-58, 362, 390-93, 

397, 402, 414, 423, 436-38, 440-42 
Horus 15-17 
Hosea 226 

Hurriter 138, 140, 376-77 
Hyksos 140,399-401 

Ibbi-Sin 36,64 



Iberer 193 

Iddin-Dagan 48 Anm. 87, 62 Anm. 154 

Idomeneus 335 

Inanna (s.a. Ischtar) 29-75, 137, 294 Anm. 

169,303,305,309,372,406 
Inder, Indien 24, 189, 261, 403, 414, 432 
Indo-Europäer 243 
Ionien 171,176,178,181,183,230 
Ioppe 197 

Isbi-Erra 62 Anm. 154,64 
Isme-Dagän 62 Anm. 154 
Istar 32, 46, 54, 82, 90, 92, 297-98, 304, 

307-09,389,406,409,411 
Istaran 35 
Isebel 234 
Isfet 22-25 

Isin 36,58,62-63,69,406 
Isis 297, 309 Anm. 244 
Israel X, XVI, 14, 16, 19-26, 77, 98, 188, 199- 

214, 215-239, 247-51, 387, 391, 393, 398, 

400, 411, 414, 416, 424-25, 430, 439 
Istitina 115-16 

Japan 243, 261, 366, 368, 398, 400, 404 

Jerobeam 239 

Jerusalem 100,207,212,217,412 

Jesaja 215,237 

Joas 208 

Joel 249 

Jojakim 208-09 

Josia 206 Anm. 23, 207-09 

Jotham 366 

Juda 77, 90, 98, 100 Anm. 129, 188, 212, 217, 

387 
Juden, jüdisch 6, 390 

Kadmos 301 

Kaku von Ur 3 1 

Kalah 91, 100 

Kalchas 330,334 

Kallinos 444 

Kambyses 153, 156-57, 379, 381 

Kanaanäer 217,248-51,395,398 

Kandaules 265, 269, 307 

Karkemisch 169 

Karthago 187-198, 250-52, 258, 387, 394, 

396-97,399,402,414,445 
Kaskäer 115-117 
Kassandane 309 Anm. 244 
Kato Syme 182 
Kaukasus 171 
Kelten 193 
Kerameikos 235 
Khaniale Tekke 169 



458 



Namen- und Ortsregister 



Khorsabad (s.a. Dur-Sarrukin) 80, 95, 155 

Kilamuwa 109 

Kimmerier 108 

Kimon 10 

Kis 29-75 

Kition 394,397 

Kleisthenes 343 

Kleomenes 343 

Kleon 191 

Knossos 169,304 

Kodros 298 

Koisyra 296,298-99,304 

Kommos 170,390,391,397 

Konfuzius 375 

Köre 300 

Korea 243,261 

Korinth 270 

Kos 170 

Kreta 168, 170, 181-83, 188-89, 235-36, 

242-43, 252-54, 258, 389-91, 401, 403, 

423,434 
Kroisos von Lydien 259, 287 Anm. 134 
Kumarbi 229 
Kyaxares 264, 271 
Kybele 307 
Kykladen 168 
Kyklopen 347-50 
Kylon von Athen 278 
Kyme 231 
Kypselos, Kypseliden 264-66, 270, 278, 286 

Anm. 132 
Kyros 145-46, 148-49, 154-56, 264, 266, 

270-76, 280, 304-05, 308-09, 406, 409 
Kythera 234 

Lagas 35,44,58-62,446 

Larsa 62,69 

Lato 182 

Lefkandi XII, 167,235,390 

Leiokritos 353,362 

Lesbos 359 

Levante 242-46, 250, 252-53, 261, 388, 390- 

91,394,397-401,404 
Libyen 242,412 
Lipit-Istar von Isin 66 
Lugalanne 34 
Lugalbanda 36-37, 63 
Lulal 52 
Lullubäer 138 
Luristan 171 
Luwija 121 
Lydien 6, 7, 108, 266-67, 269, 282, 307, 368, 

411-12 
Lygdamis 278-79,405 



Ma'at X,XVI, 19, 22-25 

Madduwata 121, 126-27 

Magier 151,158 

Makedonen 193 

Manasse 208 

Manistusu von Akkade 137 

Mantinea 189 

Marduk 102, 142-43, 153, 271-72, 301 Anm. 
206 

Mari 388 

Mashuiluwa von Mira 117-1 19 

Meder 90, 146, 153, 155, 177, 266-67, 276, 
280, 282, 295, 306, 405-06, 409, 412 

Megakles 296-97 

Megiddo 208 

Melampus 301 

Melanthos 298,302 

Meleager 328 

Memnon 255 

Memphis 281 

Mencius (Meng-tse) 375 

Menelaos 322 Anm. 25, 335, 337 

Meneleion 258 

Mentor 334,338,351-53,418 

Mesalim von Kisch 35, 446 

Mesopotamien X, XV, XVI, 21, 29-71, 125, 
146, 153-54, 156-58, 229, 242, 245-46, 
249-50, 282, 297-98, 366, 370, 372, 376- 
77, 380, 389, 396, 402, 425, 437, 439, 440 

Messenien 237,444 

Midas 111,171,176 

Milet 120 

Minos 255 

Mira 117-18 

Mitanni (Mittani) 137, 140, 144, 375, 389 

Mithra 147-49, 153 Anm. 9, 288 Anm. 141, 
289-90, 292, 301 Anm. 206, 304-05, 306 
Anm. 235, 381-82, 405-06, 409 

Moab, Moabiter 248, 250 

Mogador 397 

Mongolen 379-80 

Mose 203-04,209,211-12,214 

Mursili I. 122, 135, 142-144 

Mursili II. 115-20, 126 

Mykene, mykenisch XXII, 120, 181, 245-46, 
368, 389, 400-01, 403, 423, 439-40 

Myrrhine 279 

Mytilene 359 

Nabonid 270-71 

Naboth 247 

Nanna 37, 38, 51, 58, 63 Anm. 161, 67 Anm. 

183 
Nanse 40, 44 



Namen- und Ortsregister 



459 



Naqi'a 310 

Naqsch-i Rustam 151 

Naram-Sin 31-34, 46, 62, 68-69, 137-141 

Nathan 233 

Naukratis 180 

Naxos 278-79,404 

Nehemia 412 

Neith 297, 309 Anm. 244, 412 

Neleiden von Pylos 298 

Nero 288 

Nestor 298-99, 333 Anm. 94, 334-38, 339 

Anm. 111,413 
Neukarthago 192 
Nimrud 80,84,91 
Ningirsu 35,44,60-62,69 
Ninhursaga 44,47,60 
Nininsina 43 Anm. 65 
Ninive 80, 89, 155, 177, 264, 271 
Ninlil 37,59-60,84 
Ninmah X 
Ninsubura 51-52 
Ninsun 37,60 

Ninurta 45, 60-62, 63 Anm. 161, 69, 84 
Nippur 29-75 
Nisaba 59 
Nordafrika 169 
Nordsyrien 167-71, 178, 182-83, 388-89, 

391 
Nuska 70 

Odysseus 238, 334, 338, 349-52, 413, 415, 

417,421,438 
Oibares 271 

Olympia 173,176,235,443 
Orthagoras von Sikyon, 

Orthagoriden 265,270 
Osiris 17,256,301 

Pala 121 

Palästina 178,182 

Pandaros 330,332-33 

Pandora X, 221-22 

Papua-Neuguinea 8,9 

Paris (Alexandros) von Troia 324, 332-33, 

335,337,339 
Pasargadai 148, 154-56 
Patroklos 333, 335, 339 Anm. 112 
Peisistratos, Peisistratiden 10, 264-65, 269, 

274, 277-78, 280-81, 283, 285-87, 293, 

296-304, 307, 310, 343-44, 362, 404-05, 

407,410,412-13 
Pella 277 
Perachora 182 



Periander von Korinth 264, 266, 274 Anm. 

53,411 
Persephone 302, 309 Anm. 244 
Persepolis 151, 154-59 
Perser 2, 145-163, 193, 198, 247, 264-67, 

271, 275-84, 289, 291-95, 304-06, 309, 343, 

368, 379-83, 404-08, 411-12, 414 
Perses 219-21,224 
Perseus 1 
Philipp IL von Makedonien 277, 283 Anm. 

110,285 
Philipp V. von Makedonien 195 
Philister 23 
Philon von Byblos 230 
Phöniker, Phönikien XV, 1, 167, 169-70, 172, 

175, 178, 181-83, 187-198, 234-39, 241- 

261, 297, 301, 366, 387-91, 394-402, 407, 

414, 425, 430, 434, 444-45 
Phoinix 328,334 
Phrygien 111-12,126,170-71,178-79, 

181-83 
Phye 279,296-300,304,406-07,410 
Pihhunija 115-16 
Pirigme 60 Anm. 142 
Pithekoussai 235, 389, 397 
Piaton 267,328,386 
Polydamas 331,334,337 
Polydoros 333 
Polykrates 264,413 
Poseidon 299-304, 323, 331, 407, (Hippios) 

298 
Priamos 324 Anm. 41, 332, 334 Anm. 98, 

335-36 
Prometheus X, 221-22, 224 
Protagoras 347 

Psammetichos I. 180, 265-66, 270, 278, 281 
Psammetichos II. 259 
Psammetichos von Korinth 266 
Ptolemaios IV. 190 
Purushattum 67 
Pylos 298,300,302 

Que 111 

Ramses 120,375 
Rasel-Bassit 168 
Raslbnllani 168 
Re 305 Anm. 230 
Rechmire 261 
Rhadamanthys 255 
Rhea 309 Anm. 244 
Rhodos 170,235 
Rim-Sin von Larsa 46 



460 



Namen- und Ortsregister 



Rom, Römer 2, 188, 192-93, 195, 245, 386, 

388, 396, 402-03, 414, 419, 432 
Rotes Meer 247 



Salamis 343,389 

Salmanassar III. 84, 387 

Salmanassar V. 270 

Salomon 249 

Samaria 96, 98, 177-78, 216, 231, 234, 238, 
390 

Samos 176, 180,235,413 

Samsuiluna 66-69, 92, 410 

Sanherib: s. Sennacherib 

Sappho 368 

Sardinien 169, 187, 397 

Sargon (von Akkade) 30-33, 45, 62, 67-69, 
95,135-141,155 

Sargon II. 81-110,171,270-71,374 

Sassaniden 148 

Schamasch 294, 301 Anm. 206, 409 

Schamasch-Rescheph 280 Anm. 90 

Schara 35,52 

Sarkallisarri von Akkade 137 

Sarpanitum 143 

Sattiwaza 91 

Sukaletuda 48-58,69-70 

Sulgi 34, 35, 44, 60, 63-68, 296 Anm. 176, 

376 
Susuen von Ur (Su-Sin) 62-63, 309 Anm. 244 
Sennacherib 84, 89, 100 Anm. 129, 106, 295, 

310,389 
Seth 15, 17 
Sethos I. 375 
Sidon 196,234,249,388 
Sin-sar-iskun 271 
Sizilien 169, 187, 193, 397, 445 
Skythen 157, 193 
Sokrates 279, 328 

Solon 213, 215, 239, 258-59, 285, 338, 352, 
358, 360-62, 377, 393, 418, 426, 436, 445 
Spanien 169, 187, 247 
Sparta 188-89, 192, 196, 236, 251-52, 258, 

358,382,444 
Straton von Sidon 196-97 
Subir 56 
Sukas 235 
Sumer, Sumerer X, 29-75, 230, 249, 295, 370, 

372,410 
Sunassura 125 
Suppiluliuma I. 91, 119, 144 
Syrakus 264, 284, 300, 307 
Syrien 172, 175, 182-83, 246, 250, 366, 376, 
387 



Tabal 90 

Taharqa 107 

Talmi-Sarruma 126 

Tammuz (s.a. Dumuzi) 298, 301 Anm. 206, 

305, 309, 406 
Tarschisch (Tartessos) 247 
Telekles von Samos 180 
Telemachos 334,350-51 
Telepinu 120-124, 142, 301 Anm. 206, 377 
Teil Sukas 168 
Tessup 378 
Thasos 234 

Theagenes von Megara 270, 278 
Theben 189,279,301,303,399-400 
Themistokles 288-89 
Theodoros von Samos 180 
Theognis 358 

Thersites 338-39,349-51,438 
Thessalien 279 
Thetis 324 
Thoth 254-56,260 
Thrakien 193 
Thutmosis III. 374-75 
Tiamat 295, 389 
Tiglath-pileser I. 92 
Tiglath-püeser II. 88-97 
Timaios 402 
Tiridates 288 
Tiryns 175 
Troia 317-341,403 
Tukulti-Ninurta I. 91, 92 
Tusratta 120 Anm. 16 
TuthalijalV. 128 
Tuttul 62 
Tyro 300,304 

Tyros 167, 169, 197, 234, 238, 247, 252, 397 
Tyrtaios 358,444 

Ugarit 136 

Uhhazitis 117 

Umma 31,35,446 

Ur 29-75, 136, 140 

Urartu 83, 1 1 1 

Urbaba von Lagasch 44 

Urnammu 32-38, 53, 60, 62-63 

Uruk 29-75,298,305 

Uru-KA-gi-na von Lagas 30 

Ur-Zababa 67 

Utu 54, 294 Anm. 169 

Utu-hengal 30,31,34,43,45,57 

Vidarna 284 
Vietnam 366 
Vistaspa 308 



Namen- und Ortsregister 



461 



Xanthos 302 

Xenophon 154 

Xerxes 148,150-51,158,382 

Xunzi 375 

Yima 296,382 

Zabalam 49, 53, 56 

Zarathustra 145,147-48,150,153 



Zedekia 209 

Zeus X, 220, 222-23, 300, 301 Anm. 206, 309 

Anm. 244, 323-24, 327, 330, 333, 334 

Anm. 98 
Zeusgrotte (am Ida) 168 
Zippasla 126 
Zoroaster: s. Zarathustra 
Zypern 83, 90, 127, 167, 178, 181, 187, 235, 

253-54, 389, 394, 434