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Full text of "Armenische Grammatik"

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Ij^xiuceian Btiibergiijr. 



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BIBLIOTHEK 

INDOGERMANISCHER GRAMMATIKEN 



BEARBEITET VON 



B. DELBSnOE, E. FOT, Qt. N. HATZIDAEIB, 

H. HUBSOHHAHH, A. LE8EIEN, Qt. HETEB, £. BIEVEBS, 

¥. 8TBEITBEBQ, TUBHETSSEIT, H. WEBEB, 

¥. D. WHITNEY, E. WIHDIBOH. 



BAND TI. 



ARMENISCHE GRAMMATIK 

VON 

H. HUBSCHMANN. 

I. THEIL. 

ARMENISCHE ETYMOLOeiE. 



LEIPZIG 

DRUCK UND VERLAG VON BREITKOPF & HARTEL. 
1897. 



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ARMENI8CHE 



GRAMMATIK 



VON 



H. HOBSCHMANN. 



I. THEIL. 



ARMENISCHE ETYMOLOGIE. 



LEIPZIG 

DRUCK UND VERLAG VON BREITKOPF & HARTEL. 
1897. 



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AUe Hechte vorbehalten. 



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VORWORT. 

Y on den zahlreichen YQlkern, die im Alterthum das nord- 
T^estliche Vorder-Asien bewohnten, sind es fast nur die Ar- 
menier, die ihr Volksthum nnd ihre Sprache bis anf den 
heutigen Tag bewahrt haben, nicht leicht und mtthelos in 
friedlichem Dahinleben, sondern nnter dauernden inneren und 
Unsseren KHmpfen und trotz zahlreioher Yerfolgungen, die oft 
noch blutiger und grauenvoUer waren als die, deren Zu- 
schauer Europa in den letzten Jahren gewesen ist. Mag 
man es den Eigenschaften der Rasse, mag man es geogra- 
phisehen, historischen und religidsen Yerh^ltnissen zuzu- 
achreiben haben, dass dieArmenier sich so lange trotz widriger 
Schicksale erbalten konnten, sicher ist, dass ein so altes, 
unbeugsames, nationalstolzes und glaubenstreues Eulturvolk 
auf das Interesse der Wissenschaft und der gebildeten Welt 
Anspruch hat, zumal dasselbe als ein Zweig des indogerma- 
nisehen Stammes nach seiner Herkunft uud als Anh&nger des 
Christenthumes nach seinem Glauben uns nahe steht Hier 
ist es die Sprache dieses Volkes, der unser Interesse gelten soil. 

Die armenische Sprache ist vor dem 5. Jahrhundert nach 
Chr. schriftlich nicht fixirt worden, in ihren Ulteren Phasen 
daher bis auf die von Griechen und RQmem tiberlieferten 
Personen- und Ortsnamen, die noch dazu theilweise aus 
dem Persischen stammen, unbekannt geblieben: Was etwa 
in Armenien in ^Iterer Zeit geschrieben worden ist, musste 
in Ermangelung einer armenischen Schrift in Aremder d. h. 
persischer, syrischer oder griechischer Schrift und Sprache 
geschrieben sein, da keine dieser drei Schrift»rten zur 

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VI Vorwort. 

Wiedergabe der armeniBchen Sprache tauglich war. Erst 
dureh Mesrop wurde im Anfang des 5. Jahrhunderts nach 
Chr. die armenische Schrift erfunden*), und wenn man ar- 
menischen Berichten tiber altere Versuche, ein armenischeB 
Alphabet zn schaffen, Glanben schenken will, so wird man 
ihnen anch glanben mtissen, wenn sie versichern, dass diese 
Versnche vollkommen fehlschlngen. Also hat es vor Mesrop 
eine armenische Litteratnr in nationaler Sprache nicht 
gegeben, sie ist vielmehr erst durch Mesrop ermSglicht, dnrch 
ihn nnd den Eatholikos Sahak (gestorben im J. 439) begrttndet 
worden und geht in ihren Anfllngen nicht ttber die erste 
HUlfte des 5. Jahrhunderts zurfick. 

Die armenische Litteratur verdankt ihre Entstehung dem 
Bestreben Sahak's und Mesrop's, ihrem Volke eine eigene 
Quelle christlicher Bildung zu schaffen und es dadurch geistig 
unabhangig von Persien und Syrien zu machen^). Diesen 
Zweck suchten sie sogleich nach der Erfindung der arme- 
nischen Schrift durch die Uebersetzung der ihnen geeignet 
erscheinenden christlichen Werke zu erreichen, und sie haben 
ihn Dank ihrem rastlosen Eifer und der Untersttttzung zahl- 
reicher Schiller glSnzend erreicht. Denn schon um 450 nach 
Chr. soil die Zahl der aus dem Griechischen und Syrischen 
ttbersetzten Bttcher tiber 600 betragen haben (Euseb. Chron. 
Venedigl818, 1, p. XI). Ist auch diese Zahl fttr das Jahr 450 
viel zu hoch gegriflfen, so steht doch fest, dass am Ende des 
5. Jahrhunderts in Armenien eine reiche Litteratur vorhanden 
war, die in dem Geiste wirkte, in dem sie Sahak und Mesrop 
begrttndet batten. So waren z. B. ttbersetzt die BibeP), die 
Kirchengeschichte*) und die Chronik des Eusebius, die Schrif- 
ten Philo's, die Apologie des Aristides, die Homilien und 
Eommentare des Joh. Chrysostomus, das* Hexaemeron des 
Basilius des Grossen, die Homilien des Severianus, Bisohofs 



1} Siehe nnten p. 323 Anm. 1. 
2) Siehe unten p. 282, 323. 
3} Siehe unten p. 284, 285. 
4) Siehe unten p. 285. 



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Vorwort. VII 

von Qabala, die Eatechesen des GyrillnB von Jerusalem, die 
Werke Ephrem's des Syrers^), die Briefe des Ignatius 2), 
Schriften des Athanasins, Gregors des Theologen, Gregors 
des Wunderth&ters, Gregors von Nyssa u. s. w. Von pro- 
fanen Werken: die Grammatik des Dionysios Thrax, das 
Leben Alexanders von PsendoeaUisthenes, die Eategorien des 
Aristoteles n. s. w. W&hrend diese Uebersetzerth&tigkeit aneh 
in den folgenden Jahrhnnderten bllihte nnd so im Lanfe der 
Zeit eine umfangreiche Litteratur'), deren Bedentong ftlr 
Theologie, Eirchengesohichte nnd grieehisohe Fhilologie jetzt 
mehr nnd mehr erkannt nnd gewttrdigt wird, gesehaffen hat, 
entwiekelte sich neben ihr yon An&ng an eine selbstftndige 
litterarisehe ThUtigkeit, die aber im Wesentlichen anf das 
theologisohe nnd historische Gebiet besclirS.nkt blieb. Ihr 
yerdanken wir in jener Hinsicht eine Menge yon Eommen- 
taren zn den biblisehen Bliehem, Streitsehriften (wie Eznik's 
Widerlegnngderlrrlehren), Homilien, Reden, Briefen, Gebeten, 
geistliehen Liedem a. dgl., in dieser eine nnnnterbroehene 
Reihe historischer Werke, die zwar fast ansschliesslieh die 
Geschichte des eigenen Volkes behandeln, bei den mannich- 
fachen Beziehnngen desselben zn andem VOlkem aber anch 
ftlr die Gesehichte der Perser, Byzantiner, Araber, Seld- 
schnken nnd Mongolen yon Bedentnng sind. Minder wiehtig ist 
die theils selbstftndige, theils ans Uebersetznngen bestehende 
geographische, astronomisehe, jnristisehe nnd medicinische 
Litteratnr, die anch znm grOssten Theil erst dem spHtem 
Mittelalter angeh($rt. Die Poesie hat nnr wenige nnd dflrftige 
Blttthen getrieben* Die nmfangreiche, meist gelehrte Litte- 
ratnr der modernen Armenier kommt hier nicht in Betracht^). 



1) Siehe unten p. 285. 

2) Siehe unten p. 285. 

3) Ueber diese s. Catalogue des anciennes traductions arm^niennes 
(si^cles lY— Xin), Yenedig 1889, p. 1—764 (neuarmeuisch). 

4) Ueber die iUtere Litteratur s. Neumann, Versuch einer Greschichte 
der armenischen Literatur nach den Werken der Mechitaristen, Leipzig 
1836; Karekin, Geschichte der armenischen Litteratur, Venedig 1878 
(nenarmenisch). 



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VIII Vorwort. 

Sieht man von den Verschiedenheiten im Ausdruck und 
Stil der einzelnen Autoren wie auch natUrlich von den Will- 
ktirliehkeiten der Uebersetzer des DionysiuB Thrax, des 
Aristoteles n. s. w. ab, so tritt una die Sprache der armeni- 
schen Litteratnr von Anfang an nach Lauten, Formen und 
Syntax als einheitlich, d. h. ohne dialectische Unterschiede 
entgegen. Da aber die ersten in dieser Sprache geschrie- 
benen Werke, voran die Bibel, fttr die Folgezeit muster- 
gttltig warden, so konnte keiner der etwa vorhandenen 
Dialecte in der Litteratnr zn Worte kommen, und so blieb 
sie, wahrend sie im Volksmunde weiter lebte und sich ver- 
anderte, als todte Sprache einheitlich und unverandert die 
Dklassischea Sprache der armenischen Litteratnr bis in die 
neueste Zeit. Dass und wie diese Sprache im Volke weiter- 
lebte, erfahren wir in den ersten Jahrhunderten nur aus 
wenigen und nicht immer sicheren Spuren in den (mangelhaft 
Uberlieferten und schleoht edirten)Texten jener Zeit, ein deut- 
licheres Bild derselben tritt uns erst aus den popularen 
(medicinischen, juristischen und landwirthschaftlichen) Wer- 
ken der mittleren Litteraturperiode (Mechithar Herayi, Ueber 
die Fieber, vom Jahr 1184, Geoponica, 12. oder 13. Jhd., 
Syrisch-r5misches Rechtsbuch, Assisen von Antiochien, vor 
1265 ttbersetzt, u. s. w.) entgegen, um dann wieder zu ver- 
blassen und erst in unserm Jahrhundert, in dem diese Yolks- 
sprache nach weiterer Entwickelung und nicht ohne starke 
Beeinflussung durch die alte Litteratursprache zur neuarmeni- 
schen Schriftsprache erhoben ist, sich vol! und klar zu zeigen. 
Neben ihr erscheinen nun auch eine Anzahl von Dialecten, 
die uns die Frage nach ihrem Verhaitniss zur alt- und neu- 
armenischen Schriftsprache nahe legen. Einige Gelehrte 
haben in ihnen die Fortsetzer von altarmenischen Dialecten 
vermuthet, ohne indessen stichhaltige Grtlnde fttr diese Ver- 
muthung vorzubringen. Mir scheinen alle diese Dialecte, so 
verschieden sie auch von einander sind, in ihren charakte- 
ristischen Merkmalen miteinander und mit der neuarmeni- 
schen Schriftsprache ttbereinzustimmen und also mit dieser 



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Vorwort. IX 

«nf das una bekannte Altarmenisohe znrlickgehen^). 1st doch 
bisher anch meines Wissens kein einziges Wort nachgewiesen 
wordeD, das seinen Lanten nach — nnd auf diese kommt 
es Yor Allem an! — anf eine andere als die vorliegende alt- 
^rmenische Form znrtlckgeftthrt werden mflsste. Wohl 
mOgen im 5. Jahrhundert armenische Dialeote existirt 
haben, aber sie branchen nicht sehr yerschieden gewesen 
zu sein nnd k^nnen in der Schriftsprache oder der sie fort- 
setzenden yulgS.rsprache anfgegangen sein wie die altgrie- 
i^hischen Dialecte in der Kotvi}. Ob es sich so verhUlt oder 
ob irgend ein neuarmenischer Dialect auf einen sonst nieht 
erhaltenen altarmenischen zurttckgeht wie im Griechischen 
das Zakonische anf das Lakonische, kann freilich erst eine 
grtindliehere Erforschnng nnd Vergleichung der modernen 
Dialecte, als sie bisher untemommen worden ist, entscheiden ^]. 



1} Die wiohtigsten NeueruDgen des ModernarmeniBchen sind: Bil- 
dung des Plurals durch das Suffix er — ner, des Passivs durch das 
Suffix V (U-v-im pass, zu h-em *hyre*), des Prilsens (westarm.) oder Futu- 
Tums durch die vorgesetzte Partikel westarm. gu^ ^, g^ poln. arm. 
gi, g, ostarm. ku, k9j ky die aber im Dialect von Agulis fehlt, der Causa- 
tive durch ^-{em) fUr altarm. ^u^an-iem) oder uQan-iem), Verwendung 
des Relativs or als Conjunction = Mass', Aufgabe des Prefixes z beim 
bestimmten Accusativ, hSufige Ausstossung des Yocales a besonders 
in mitileren Silben. Die meisten dieser Erscheinnngen sind schon im 
12. — 13. Jhd. nachweisbar und gehen also zum Theil in noch Ultere 
Zeit zurttck. Sie finden sich sammtlich in den Assisen von Antiochien 
igu z. 6. p. 11 und 13), die zudem noch besondere dialectische Eigen- 
thUmlichkeiten zeigen, moistens bei Mechithar Hera^i, bei dem nur der 
bestimmte Accus. mit z noch gebraucht wird und gu noch nicht vor- 
zukommen scheint, und in den Geop., die z beim Accus. noch ge- 
brauchen, gu gleichfalis nicht zu haben scheinen und den Plural auf 
-er seltener verwenden. Ich kann aber in diesen Nenerungen keinen 
Orund finden, die heutigen Dialecte vom Altarmenischen zu trennen. 

2) Vgl- jedochdieausgezeichnete(leiderneuarmenisch geschriebene) 
KritischeGrammatik der heutigen armenischen Sprache you A. Aidanean, 
Wien 1866 (mit eingehender Untersuchung tiber die Geschichte des 
Vulg&rarmeniBchen), femer Hanusz, Ueber die Sprache der polnischen 
Armenier (polnisch) Krakau 1886 und dessen Beitrfige zur armenischen 
DialectologieWZKM.Bd. 1,2 und3,dieinnachahmungswerther Weisedie 
Aussprache (mit Hilfe lateinischerLettern!) genau und das lexicalische 
Material ausreichend geben; Tomson, Linguistische Untersuchungen 



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X Vonrort. 

Nach einigen Jahrhnnderten des Verfalles der armeni* 
schen Bildnng nnd der Entartung der Litteratur ist in 
nenester Zeit yomehmlich dnrch die Wirksamkeit MechitharB 
(1676 — 1749) und der von ihm gestifteten Congregation der 
Meehitharisten in StLazaro beiVenedig (spftter auch in Wien) 
Armenien wieder in Beziehang zur europRischen Enltur 
gekommen nnd von ihr befmchtet zn nenem geistigen Leben 
erwaeht, von dem zn hoflfen ist, dass es trotz der Ungnnst 
der politischen Verhaltnisse seine anfsteigende Richtnng nn- 
entwegt fortsetzen werde. Gleichzeitig ist aber auch dadnrch 
die armenische Sprache nnd Litteratnr der europHischen 
Wissenschaft nfther gerttckt nnd im Lanf der Zeit mehr nnd 
mehr zum Gegenstand der modernen Forschnng — von ihr 
Licht empfangend nnd ihr Licht gebend — geworden. Zwar 
ist anch vor den Meehitharisten in Enropa Armenisch getrie- 
ben nnd ttber armenische Dinge geschrieben worden, aber 
diese Stndien der Italiener Rivola, Firomalli, Galanns^) (im 

17. Jhd.), der Franzosen Villotte, La Croze, Villefroy^) (im 

18. Jhd.) nnd Anderer blieben vereinzelt nnd wirkungslos 
nnd wnrden bald von den Leistnngen der Meehitharisten 
ttberholt nnd in den Schatten gestellt^). Die Verdienste 
dieser Manner im Besonderen zn schildern nnd zn wflrdigen, 
ist hier nicht der Ort, erwUhnt sei nnr im Allgemeinen, dass 
sie, ganz abgesehen von ihrer anf die Bildung der armeni- 
schen Nation gerichteten ansgebreiteten ThUtigkeit, nicht nnr 
eine grosse Zahl armenischer Handschriften gesammelt nnd 



(Ueber den Dialect von Aohalzioh) Petersburg 1887 und Historische 
Grammatik der modemarmenischen Sprache von Tiflis Petersburg 1890 
(beide rusaisoh); Sargis Sargsean^, Der Dialect von Agulis, Moskau 
1883 (neuarm.) u. s. w. 

1) Siehe Neumann, Yersucb e. Gesch. d. arm. Lit p. 241 — 245. 

2) Siehe Neumann ebenda p. 273—275. 

3) Mit Ausnahme der von den Brttdem William und George YThiston 
herausgegebenen und ttbersetzten Geschichte des Moses Xorenaci and 
der ihm zngeschriebenen Geographie, London 1736 wie auch des 
Thesaurus linguae Armenicae, antiquae et hodiernae von J. SchrOder, 
Amsterdam 1711. 



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Vorwort. XI 

dadnroh vor dem Untergang bewahrt, sondern auch die 
Hauptwerke der altarmenischen Litteratnr dnreh den Drnck 
allgemein zugHnglieh gemacht haben, dass sie armenische 
Grammatiken und WOrterbttcher ^) in verschiedenen (auch 
enropHischen) Sprachen pnblieirt, die armenische Alterthnms- 
knnde, die politische und Litteraturgeschichte, die alte und 
neue Geographic u. s. w. in zum Theil ausgezeichneten Wer- 
ken bearbeitet und durch ihre gesammte Thatigkeit den Boden 
geschaffen haben, auf dem cine »anneniche Philologies sich 
entwickeln kann und auch schon einige Eeime getrieben 
hat. Ihrem Beispiele folgten nicht nur Armenier aller Lan- 
der, sondern auch die europaischen Gelehrten^) wandten sich 
in theologischem, historischem und linguistischem Interesse 
den armenischen Studien zu und fUhrten in dieselben den 
wissenschaftlichen Geist und die methodische Schulung ein, 
durch deren Mangel die gelehrten Bestrebungen so vieler 
Armenier ihr Ziel bisher mehr oder weniger verfehlt haben. 
Nachdem der Zusammenhang der indogermanischen 
Sprachen durch Bopp erkannt und nachgewiesen ^) war, 
konnte es bei dem klaren Bau der armenischen Sprache 
nicht lange zweifelhaft bleiben, dass auch sie demselben 
Sprachkreise angeh9rt. Nur ging man bald weiter und rech- 
nete sie direct den iranischen Sprachen zu *). Ob mit Recht oder 
nicht, konnte nur durch lautliche, auf sichere Etymologien 
gesttttzte Erwagungen entschieden werden. Einige richtige 
Etymologien hatte schon (im J. 1711) Schroder in seinem 
Thesaurus linguae Armenicae p. 45 — 47 gegeben, mehr 



1) Damnter das fttr wisBenachaftliche Zwecke unentbehrliche grosse 
WOrterbuch yon 1 836 — 1837 in arm. Sprache (Sammlung aller in der damals 
bekannten Litteratnr belegbaren W{$rter mit zahlreichen Belegstellen) 
yen Gabriel Ayetik'ean, XaQatur Sinrmelean und MkrtiQ Angerean. 

2) So in Frankreich St. Martin, Dulaurier, Garri^re, in Dentsch- 
land Petermann, A. y. Gutschmid, Vetter, Gelzer, in der Schweiz Baum- 
gartner, in England Conybeare, in Wien die enrop&iBch gebildeten 
Mechitharisten Aiddnean, Dasbian etc. Die Grammatiker s. im Fig. 

3) Vergleicbende Grammatik, Berlin 1833. 

4) Ygl. EZ. 23, 7; de Lagarde, Arm. Stud. p. 191 flg. 



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XII Vorwort. 

brachten erst nach fiber hnndert Jahren die folgenden Werke: 
GeorgDerHohannes vonBalad, Persisches WOrterbuch in arme- 
nischer Sprache, heransgegeben von Hagop Dinzean, Eon- 
stantinopel 1826^); Petermann, Grammatica linguae Arme- 
niacae 1837; Windischmann, Die Grundlagen des Arme- 
nischen im arischen Sprachstamme (Abhandl. der bayerischen 
Akad. IV, 2) 1846; Gosehe, De Ariana lingnae gentisque 
Armeniaeae indole prolegomena 1847; P. Boetticher, Ver- 
gleichung der armenischen Consonanten mit denen des Sans- 
krit (ZDMG. 4, 347 flg.) 1850; Derselbe, Arica 1851 und Zur 
Urgeschichte der Armenier 1854; Spiegel, Grammatik der 
Huzvaresch-Spraehe(p. 186 flg.) 1856;Fr.Mttller,Abhandlungen 
zur armenischen Grammatik (Sitzungsb. der Wiener Akademie 
der Wissenschaften^), Wien 1861—1865, Uber Lautlehre, De- 
clination, Conjugation, Stammbildung, Etymologic); Justi, 
Handbuch der Zendsprache 1864; Fr. Milller, Armeniaca I 
SWAW. 1865; de Lagarde, Gesammelte Abhandlungen 1866; 
Derselbe, Beitrage zur baetrischen Lexicographic 1868; Pat- 
kanean, Ueber die Bildung der armenischen Sprache (Journal 
asiatique XVI) 1870; Fr. MttUer, Armeniaca II, 1870, III, 1871, 
IV, 1874; HUbschmann, Ueber die Stellung des Armenischen 
im Kreise derindogermanischenSprachen (KZ. 23, 5 — 42) 1875. 
Was an etymologischem MateriaHn diesen Schriften enthalten 
war, hat de Lagarde in seinen Armenischen Studien, G5t- 
tingen 1877 gesammelt und die ansprechend erklarten ar- 
menischen W^rter (ungefilhr 1100!) mit ihren Etymologien 
auf p. 166 — 188 vereinigt, um sich dann im Anhang in der 
ihm eigenen Weise Uber seine Mitforscher und deren Arbeiten 
auszulassen und deren Verdienste ziffemmassig zu DwUrdigem. 
Die ZiflFern sind, wenn es darauf ankam, wer zuerst — nicht 
wer unabhangig von seinen VorgSngem^) — cine Etymologic 

1) Vgl. ZDMG. 35, 178. 

2) Im Folgenden als SWAW. citirt. 

3} Windischmann war onabhangig von Petermann, Boetticher (in 
ZDMG. 4) von WindiBchmann, Verfasser von Boetticher'a Arioa und Zur 
Urgeschichte der Armenier u. s. w., b. KZ. 23, 6—7, Lit. Central- 
blatt 1879, Sp. 844. 



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Vorwort. XIU 

anfgestellt hat^ insofem falsch, als Andern gnt geschriel)eii 
wurde, was den oben erwfthnten Der Hohannes nnd Hagop 
Dinzean znkam; jedenfalls aber war die »Wtlrdignng« ein- 
seitig nnd ungereeht, einmal, weil sie auf der falschen An- 
schannng basirte, dass Etymologie nnd Sprachforschnng sich 
deeken, und demnach jeder Sprachforscher, nach welcher 
Bichtnng er anch arbeite, nur nach der Zahl der von ihm 
gefundenen Etymologien zu benrtheilen sei, ferner weil sie 
ausser Acht liess, dass, wer auf einem schon von Vielen ausge- 
beutetem Goldfelde arbeitet, nicht mehr so viele Goldkdrner 
finden kann, wie der, welcher es znerst durehsueht. Sehen 
wir aber von diesem polemischen Theile ab, so ist es nur 
gerecht anzuerkennen, dass sich de Lagarde wie dnrch die 
frtlheren Forschungen so durch die Sammlung und Sichtung 
des etymologischen Materiales in diesen Armenischen Studien 
sehr grosse Verdienste um die armenisehe Etymologie — 
wenn auch nicht als einziger — erworben hat. Nicht so 
um die Erkl&rung der armenischen Laut- und Formenlehre 
und die Erkenntniss der Beziehungen des Armenischen zu 
den verwandten Sprachen. Wahrend Fr. Mtiller den ein- 
fachen Satz, dass das Armenisehe iranisch sei, zun^chst mit 
Erfolg verfocht und zur Geltung brachte, war de Lagarde 
in seinen Gesammelten Abhandlungen (1866), in denen er 
(s. p. 291) alle mOglichen Vdlker Kleinasiens faischlich zu 
Iraniern gemacht hat, in BetreflF der Armenier zu einem com- 
plieirteren Besultat gekommen, das er (p. 291 — 292) mit fol- 
genden Worten formulirt: »so ist festgestellt, dass die grund- 
lagen des armenischen lebens in einer nralten zeit gelegt 
sind. auf sie schiohtet sich eine gr^nische einwanderung, 
die auf weiten umwegen und nach vielen kftmpfen in das 
Araratgebiet gelangt ist und darum den ursprUnglichen typus 
der 8r&nischen sprachen schon vielfach selbst^ndig entwickelt, 
ja auch wird haben entarten lassen. aber noch ein 6r§,nisches 
alluvium liegt tiber jenen beiden alteren gesteinen: die 
Farther flberschwemmen Armenien, errichten dort ein ar- 
sacidisches reich, nehmen die beste provinz ganz in ihren 



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XIV Vorwort. 

besitz nnd fiihren der sprache der Armenier eine sich scharf 
abscheidende masse er&nischer worte ihres eignen besitzes 
zn. ich glaube mich nicht zn irren mit dem zutrauen daes 
wer tiberhanpt spracbsinn hat (der ist freilich sehr selten) die 
drei yerBchiedenen bestandtheile des armenischen herans- 
finden wird«. Die Eennzeichen der drei Bestandtheile giebt 
de Lagarde bier niebt an, aber in den NaehtrSgen p. 298 — 299 
will er »wenigstens an ein paar beispielen zeigen wie die 
yerscbiedenen bestandtheile der armenischen spraobe ge- 
schieden werden kOnnena. Das gescbiebt dnrch einige 
dllrftige Bemerkmigen ttber die Vertreter der Wurzel skr. 
khan im Armenischen, ttber arm. kov^ gavazan und xarazan^ 
durch welche die Erkennungszeicben jener drei Bestandtheile 
keineswegs dargelegt, sondern nur zwei Schichten yon W^rtem 
nnterschieden werden^), nUmlicb Originalw5rter und persische 
LehnwOrter desselben Scblages, wahrend oben ausdrttcklioh 
drei Schichten nnterschieden wurden, »die grnndlagen des 
armenischen lebens in einer nralten zeito, die darttber ge- 
schichtete )>erd,niscbe einwanderung — in das Araratgebiet^ 
nnd ttber diesen i>beiden ^Iteren gesteinena noch ein aerHnisches 
allnyinm«, das partbische oder arsacidische. Wie immer 
sich de Lagarde diese drei Schichten gedacht haben mag, 
so wie er sie annimmt, waren sie nicht yorhanden nnd sind 
anch dnrch die spatere Foracbung nicht entdeckt worden. 
Auch yon ihm selbst nicht 2). Denn nachdem ich in meiner 
Abhandlnng^j »Ueber die Stellnng des Armenischen^ etc. 
(KZ. 23, 5—42) 1875 die der Entlehnung ans dem Persischen 
yerdachtigen Wdrter yon den echtarmenischen geschieden, mit 
Hilfe der letzteren die wichtigsten Lantgesetze der arme- 
nischen Sprache erkannt nnd dnrch diese dem Armenischen als 
einem eigenen Gliede der indogermanischen Sprachfamilie 



1) S. meine Armenischen Studien p. 2 — 3. 

2) In seinen BeltrHgen zur baktrischen Lexikographie (1868) p. 3 — 4 
bemerkt er nur, dass er selbst das Haikanische ^als in den Kreis der 
eranischen Sprachen gehOrig erkannt« babe. 

3) Ygl. daza auch meine Armeniaca EZ. 23, p. 400—407. 



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Vorwort XV 

seine Stellnng zwischen Iraniseh nnd SlayolettiBcIi angewiesen 
hatte, erklftrte de Lagarde nach summarischer Verwerfung 
der von mir vin die welt gesendeten irrigen BehanptuDgena 
(Arm. Stud. p. 206], dass die varmeniBche sprache ans drei 
bestandtheilen, dem haikanischen, dem arsacidiachen (pahlawt), 
dem sasanidiBchena bestehe, mit dem Zusatz, dass »das hai- 
kanische das mittdglied zwiBchen den ^r&niBchen sprachen 
nnd dem hellenisehen nnd kymrischen einer-, dem litanischen 
nnd BlaviBchen andererseitsv sei, daBB »die haikaniBchen (be- 
Btandtheile deB armenischen] aaeb der spraehenfamilie an- 
gehOren, deren ^Itester yertreter daB zend iBta, dasB »alleB 
was fiber die Btellung des armenischen znr zeit (1877) ge- 
wnsBt werde, seit 1851 von ihm gelehrt worden sei, dass er 
»1866 das zerfallen der sprache in drei schichten^) erkannta 
habe n. s. w.I Dagegen war in den Symmicta p. 33 bemerkt: 
»wiederholt 2) schon habe ich darauf anfmerksam gemacht, 
daBB im Armenischen versohiedene schichten er&nischer 
sprache Ubereinander liegen. alle die zahlreichen wQrter, 
welche das Armenische mit dem neoPersischen identisch 
besitzt — diese alle Bind im Armenischen lehnw(Jrter*) ans 
der arsakidischen zeit, und mtlssen daher — pahlawt sein^). 
es kOnnen nicht sas^idische w(5rter sein, da die armenische 
bibeltlbersetznng, welche ans der mitte des fttnften jahr- 
hnnderts stammt, sie bereits im gewOhnlichen gebranche hat. 
zn Lncnlls zeit mOgen sie noch nicht den althaikanischen 
gleich gegolten haben^): anznnehmen, dass 430 das haika- 



1) Dass diese aber ganz andere waren, wird nicht gesagt. 
2} D. h. 1866 in den Ges. Abh. and 1877 in den Arm. Stud., s. 
letztere p. 208, Abschnitt E. 

3) Ygl. KZ. 23, p. 8 nnd ebenda p. 404 meine Bemerkung, dass 
jjcdes armenische Wort, das mit dem entsprechenden persisohen voll- 
kommen tibereinstimmt, als Lehnwort anzosehen ist« 

4) Bichtig ist, dass die meisten der persisohen Elemente in der 
Bartherzeit, yiel weniger in der Sassaniden nnd Nenpersischen Zeit 
nach Armenien gekommen sind, s. unten p. 12—14. Alle aber sind keines- 
wegs in der Partherzeit entlehnt. 

5} Wamm nicht diejenigen, welche ISngst vor Lncnll herUberge- 
nommen waren? 



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XVI Vorwort. 

nisehe von den den armenischen Arsakiden feindlichen 
Sasaniden Beit 250 so tief beeinfluBSt sein soUte, dass jedes 
zehnte wort sasanidisch ware, dies anzunehmen sehe iefr 
keine veranlassung ').« Diese znerst in den GOtt. Gel. Anz. 1 870, 
Stttck 37, 38 gedmckten Satze sind in den 1877 erschienenen 
Symmicta ohne weitere Bemerknng wieder abgedruckt worden. 
Die Armenischen Stndien sind naeh Symmicta p. IV zweimal 
gedruckt worden, in der vorliegenden Gestalt 1877 in den Ab- 
handlungen der kOnigl. Ges. d. Wissensch. zu GCttingen er- 
schienen. Dort (in den Symm.) hat also das Armenische nur 
arsacidische, hier (in den Arm. Stnd.) arsacidische nnd sassa* 
nidische Lehnw^rter. 

de Lagarde hat ebenso wie zunachst anch noch Fr. Mtiller 
(Ueber die Stellung des Armenischen im Ereise der idg. 
Sprachen SWAW. 1877) daran festgehalten, dass das Arme- 
nische — von den LehnwOrtem abgesehen — im Grunde 
iranisch sei nnd bleibe. Ich habe beider Standpnnkt in meinen 
Armenischen Stndien ^j (Leipzig 1883) p. 5 — 7 bekampft nnd, 
nachdem ich dort die sicher erklarten echtarmenischen 



1) AUerdlDgs nicht; was aber nicht ausBchliesst, dass eine Anzahl 
yon persiBchen WOrtern nacb 250 entlehnt werden nnd um 430 in ge- 
wOhnlichen Gebrauch tlbergegangen sein konnte. Und wamm werden 
die Unterschiede zwischen arsacidischem und sassanidiBchem PerBisch, 
die ich in meinen PersiBchen Studien 1895 nachzuweisen versncht habe, 
nicht erwShnt, durch die allein sich positiv nachweisen ISsst, dass die 
meisten (nicht alle) persischen Lehnwdrter aus der Partherzeit stammen? 
H. Gelzer, Zur arm. GOtterlehre p. 101 ttberschiitzt den Worth der 
oben angeflihrten Bemerknng de Lagarde'B. 

2) Vordiesen waren erschienen: Fr. Mttller, Armeniaca V, SWAW. 1878, 
meine Armeniaca I, II, III, ZDMG. 35 und 36 (1881 nnd 1882), Patkanean, 
Materialien znm arm. Wt5rterbuch (msBiBch) 1882. — Ueber die Schrift 
DeryiBchjan'a: Armeniaca I. DaB altarmenische ^, Wien 1877 b. meine 
Recension in der ZDMG. 30, 774 — 779. Ich habe mich dieser Arbeit erst 
jetzt nach Abschlnss des Dmckes dieser Etymologic erinnert und bei 
fliichtiger Durchsicht derselben manche Gleichungen gefunden, die 
BpSter wieder von Anderen neu anfgestellt worden sind, vgl. artasulc 
p. 21, ham p. 11 (doch siehe die Stelle!), erait p. 75, erknfim p. 68, 
lufanem p. 50, kor p. 31, mang p. 79, munj p. 34, tanf p. 29, for p. 87^ 
sut p. 6, ^amak' p. 48, ^ehtm p. 47, p'akel p. 58, k^erel p. 18 u. B. w. Das- 
iindert aber an meinem Gesammturtheil nichts. 



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Vonrort XVH 

W5rter (232 an Zahl) mit ihren indogennanischen Verwandten 
znsammengestellt, auf diese eine armenische Lantlehre begrttn- 
det, im Anhang auch die Formenlehre kurz besprochen habe, 
znm letzten Male die Frage erOrtert (p. 80 — 83), ob das Anne- 
nische zu den iranischen oder anch nur zn den arischen 
(indoiranischen) Sprachen zu zfthlen sei. Die Antwort war, 
dass das Armenische weder zn den iranischen noch zn den 
arischen Sprachen geh5rt, sondem ein eigener Zweig des 
indogennanischen Sprachstammes ist nnd nur auf Omnd der 
aus dem Persisohen entlehnten und irriger Weise fttr original 
gehaltenen WQrter mit Unrecht so lange zu den iranischen 
Sprachen gerechnet worden ist. Und dabei ist es geblieben. 
Nach Erledigung dieser allgemeinen Frage hat sich seither 
eine Anzahl von Grelehrten bemttht, die Specialforschung ttber 
armenische Etymologic nnd Orammatik weiter zn fllhren, so 
besonders Bartholomae in seinen Beitr^en znr armenischen 
Lantlehre BE. 10, 1886, indenStndien zur idg. Sprachgeschichte 
2. Heft (Idg. 8k nnd skh^ p. 1—60) 1891 und in der Abhand- 
lung »Arm. a) gr. o und die idg. Vocalreihenff BB. 17, 1891, 
Ft. MttUer in seinen Armeniaca VI, SWAW. 1890 nnd seinen 
zahlreichen Abhandlungen in der WZKM. 5—10, 1891— 
1896, Sophus Bugge in seinen Beitr%en zur etymologischen 
ErlHuterung der armenischen Sprache I. Ghristiania 1889, 
n. KZ. 32 (p. 1—87) 1893 (datirt vom October 1890), HI. Idg. 
F. I (p. 437—459) 1892 (datirt vom September 1891), Meillet 
in mehreren Abhandlungen zur Etymologic, Laut-und Formen- 
lehre in den MSL. 8 und 9, 1894—1896, Idg. F. 5, 329 flg. 1895. 
Dazu Verfasser, Die semitischen Lelmw5rter im Altarme- 
nischen ZDMG. 46, 1892, Brockelmann, Die griechischen 
Fremdwdrter im Armenischen ZDMG. 47, 1893. 

Die sicherenResultate, welche die Forschung der genann- 
ten Gelehrten und ihrer Vorganger auf dem Gebiet der armeni- 
schen Wortforschung erzielt hat, zu sammeln und den erklHrten 
Sprachstoff nach seiner Herkunft zu sondem, ist der Zweck 
der Yorliegenden ^Armenischen Etymologiea. Ich hM^tte auch 
daaganze etymologische Material sammeln, kritisch besprechen 

HftbsolimftnD, Annenisclie Orammttik. b 



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'KVtil Vorwort. 

und das richtig befandene noch einmal fttr sich znsammen- 
stellen konnen^ wie es de Lagarde in seinen Armenischen 
Studien gethan hat, indessen sprechen praktische Grtlnde 
gegen die Wiederholung dieses Verfahrens, das ja auch auf 
andern Gebieten der Etymologie nicht angewandt oder doch 
uicht wiederholt wird. So habe ich es als meine Aufgabe 
betrachtet, die richtigenEtymologien ans dem ganzen Material 
auszuscheiden und zn verzeichnen und die fllr falsch zu 
haltenden unberUcksichtigt zu lassen. Wie aber lasst 
sich zwischen richtigen und falschen, zwischen sicheren 
und unsicheren scheiden und eine feste Grenze ziehen? 
Zwar bei den Lehnwortern ist das fast immer leicht, um so 
schwerer aber in vielen Fallen bei den OriginalwOrtern, bei 
denen jeder Beurtheiler die Grenze anders ziehen dtirfte. 
Im AUgemeinen lasst sich wohl sagen, dass eine etymologische 
Gleichung sicher ist, wenn 1) die Bedeutungen der ver- 
glichenen WQrter sich voUkommen decken oder einander so 
nahe stehen, dass sie sich logisch oder nach sprachlichen 
Analogien ohne weiteres vermitteln lassen, 2) die Laute nicht 
nur im Ganzen nach ihrer Art und Reihenfolge, sondern 
auch im Einzelnen gemass den erkannten Lautgesetzen tiber- 
einstimmen. Einzelne Verst5sse gegen die Lautgesetze fallen 
dabei zunachst nicht ins Gewicht, wenn nur sonst die WOrter 
nach Form und Bedeutung identisch sind (wie z. B. bei skr. 
hrd' 'Herz' aus idg.*^Urfl?- = lat. cord- 'Herz' aus idg. *AVc?-), 
wahrend auch die voUkommene Identit&t der Laute bei 
divergirender Bedeutung nichts zu besagen braucht (vgl. skr. 
grad'dha 'Vertrauen* nicht = lat. cord- ^Herz*). Bei der 
Entscheidung einzelner schwieriger Fiille versagen aber diese 
allgemeinen SM,tze nur zu oft, und es tritt Behauptung gegen 
Behauptung, bis die Streitfrage durch neue Erkenntnisse 
entschieden wird. Dabei wirken hier, wo es sich um die Ver- 
gleichung armenischer und anderer indogermanischer WQrter 
handelt, zwei Umstande erschwerend mit. Einmal fehlen 
noch immer flir verschiedene und wichtige indogermanische 
Sprachen die etyraologischen Hilfsmittel, die auf der HOhe 



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Vorwort. XIX 

der neuesten Forschung stehend die etymologische Willktir 
einschranken und die Grundlage unserer Wissenschaft be- 
festigen ktonten, zweitens sind die Lautverhaltnisse des 
Armenischen noch nicht nach alien Seiten darehforscht, die 
Lantgesetze nur znm Theil und nicht immer bestimmt genug 
ermittelt, urn nicht der etymologischen Combination einen 
zu weiten Spielranm zn lassen nnd der Kritik die Hilfe zu 
versagen, die sie ihr anf anderen Gebieten leisten. 

Wahrend versohiedene Fragen der armenischen Lautlehre 
durch Meillet und besonders durch Bartholomae erfolgreich 
behandelt, die Wortforschung durch Meillet und Fr. MUller 
gefbrdert wurde, war es Bugge, der mit gewohntem Scharf- 
sinn und weiter Gelehrsamkeit beide Gebiete in der um- 
fassendsten Weise durchforscht und eine grosse Menge neuer 
Etymologien und Lautgesetze aufgestellt hat, die, wenn sie 
richtig.waren, die Arbeiten der VorgHnger tiberragen und 
einen bedeutenden Fortschritt bezeichnen wtirden. Nun er- 
hebt sich aber gerade hier die schwierige Frage, ob sie, 
wenn auch nicht sSlmmtlich, doch in der Uberwiegenden 
Mehrheit richtig sind oder nicht. Meine subjective Ansicht, 
die sich nattirlich erst nach neuen Forschungen als treffend 
oder verfehlt erweisen kann, ist die, dass einzelne Ety- 
mologien richtig und schon um dieser willen Bugge's Ar- 
beiten hdchst dankenswerth sind, dass aber die Mehrzahl, 
wenn nicht als falsch, so doch zunachst als unsicher anzu- 
sehen ist. Es ist nur folgerichtig, wenn ich die auf jene 
Etymologien begrttndeten Lautgesetze ebenfalls fttr unsicher 
halte und demgemUss nicht finden kann, dass sie — Ety- 
mologien und Lautgesetze — einander zur StUtze dienen. 
Ich habe mich daher auch entschliessen miissen, sehr vielen 
dieser Etymologien die Aufnahme in das vorliegende Werk 
zu versagen, freilich nicht ohne schwere Bedenken, da sie 
nicht die leichte Arbeit irgend Jemandes, sondem die Frucht 
grUndlicher Forschung eines ausgezeichneten Gelehrten sind. 
Wenn mein Urtheil dennoch im Wesentlichen das Richtige 
treflfen sollte, so muss mau, um dies.zu erklaren, wohl an- 



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XX Vorwort. 

nehmen, dasB das Feld der armenischen Etymologie, nachdem 
es mehrfach bebaut worden ist, aufgehort hat bo fruchtbar 
und ergiebig zu sein wie frtther. Mttssen wir doch auch 
anf anderen Sprachgebieten unter gttnstigeren Verhaltnissen 
dieselbe Erfahrung machen. Gleichwohl ist zu hoffen, dass 
wir — wenn auch nur mtihsam und allmahlich — in der 
etymologischen Erforsohung des Armenischen noch weitere 
Fortschritte machen werden, wie ja solche auch thatsachlich 
in der letzten Zeit Dank den Arbeiten Bugge's, Fr. MttUer's 
und Meillet's in beschrankterem Umfange gemacht worden 
sind. Ich glaube aber, dass uns dabei eine Ubersichtliche 
Zusammenstellung des ganzen armenischen Sprachstoffes : 
Wurzelw9rter, Suffixe und Prafixe, wie ich sie fttr den 
zweiten Theil dieses Werkes plane, von grossem Nutzen 
sein wird. In diesem wtlrde sich auch Gelegenheit bieten, 
die von mir hier nicht aufgenommenen Etymologien kurz 
anzudeuten, damit kUnftige Forscher sie beachten und 
prttfen und, falls sie sich als richtig erweisen, anerkennen 
k(5nnen. Im Uebrigen habe ich selbst manohes Zweifelhafte, 
das ich nicht einfach flbergehen, und manches Falsche,.das 
ich dauemd beseitigen woUte, in diesem Theile berticksioh- 
tigt und besprochen. 

Aus dem Bemerkten ergiebt sich, dass meine Sammlung 
armenischer Etymologien nicht den Anspruch auf Vollstandig- 
keit schlechthin, wohl aber in der Beschr^nkung auf die 
richtigen Etymologien erhebt. Wer also eine frtther gegebene 
Erklarung hier nicht findet, mQge annehmen, nicht dass sie 
mir entgangen sei, sondern dass ich sie fttr falsch halte^), 



1) Dies zur Beaohtung fttr Herrn Menevishoan, der (Hantess am- 
soreay 1896, p. 183} meine Sammlungen fttr unvollstandig hSlt, well 
z. B. folgende Etymologien fehlen : arm. aiius 'Ziegelstein' = np. dxtz 
*M(5rter (nach Vullers latum e quo lateres conficiunt, caementum' etc.); 
arm. eictuc 'Kohle' <== np. azax nach Vullers 'putamen vitiB, sarmentum' 
Oder dzuy, dzdy patatio arboris, ramus' etc.; arm. akii 'Feuerhaken 
= np. dkii (? bei Vullers nur ages 'suspensus') oder dguj^ dkaj^ dkanj 
'uncas, hamuB, harpago*. Es wSre schlimm, wenn ich solche Etymo- 
logien aufgenommen hStte. 



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Vorwort. XXI 

and mit seinem Tadel zurttekhalten, bis sich mein Urtheil 
als unbegrttndet erwiesen hat Meine Sammlung will femer 
aach weder die selten vorkommenden griechischen Fremd- 
w(3rter (s. nnten p. 324) noch anch die der sp3,t- and modern* 
armenischen Sprache angeh5rigen arabischen, tttrkischen, 
nenpersisehen , lateinischen and AranzQsischen LehnwMer 
YoUst^ndig verzeichnen, da, wie ich (anten p. 280) bemerkt 
habe ^), die meisten dieser W5rter kein besonderes Interesse 
bieten, and der Gegenstand meiner Arbeit tlberhaapt nicht 
daB Mittel- and Neaarmenische, sondern eigentlich nar das 
Altarmenische sein soil. Aach die jttngere Sprache hat 
gewiss manches altentlehnte oder ararmenische Wort, das 
nor zaf&Uig in der Litteratnr nicht bezeagt ist, sie kann 
aber erst dann voU in Betracht kommen, wenn wir eine 
zayerlS.ssige Sammlang ihres Sprachstoffes besitzen werden, 
was bisher nicht der Fall war. 

Ich habe die armenischen W&rter nach ihrer Herkanft 
in entlehnte and echte eingetheilt and die weitere Elintheilnng 
der Lehnw(5rter in besondere Kapitel von der Frage abhangig 
gemacht, nicht woher sie in letzter Instanz stammen, sondern 
aas weleher Sprache sie das Armenische znnHchst erhalten 
hat. Stammt also, wie ich annehme, z. B. pilisopay zanHchst 
aas dem Syrischen, so war es anter den syrischen Lehnw(Jrtem 
(s. p. 317) za yerzeichnen, obwohl es die Syrer erst aas dem 
Griechischen entlehnt haben, wUhrend das direct aas dem Grie- 
chischen genommene pilisopos onter den griechischen Lehn- 
wOrtem (p. 386) steht. In den einzelnen Kapiteln habe ich flir 
jetzt die alphabetische Anordnang der interessanteren Anord- 
nang nach der Bedeatang aas mehreren Grtlnden vorgezogen. 
Die den Lehnw(3rtern zagesetzten Belegstellen sollen mit Hilfe 
der p. 3 — 8 gegebenen Tabelle der Abkttrzangen Antwort aaf 
die Frage geben, in welchem Jahrhandert die Lehnw5rter 



1) Daram yermisst Fr. MUller, WZEM 10, 278 mit Unrecht bei mir 
das Wort arm. Suimir *Ejirdamom* a np. iuSmir, nnn^tr 'cardamomum 
minus'. Ich finde das Wort zudem nur in Bedrossian's W((rterbach, 
das keine Bele^ giebtr 



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XXII Vorwort, 

nachweisbar, ob sie haufig oder selten, eingeblirgerte Lehn- 
w5rter oder gelehrte Fremdworter sind. Jenen ist die Be- 
merkung ^alt und haufig' zugefligt oder den Belegen ist 
»u. 8. w.« oder »etc.« zugesetzt, bei diesen sind nur ein oder 
zwei Belegstellen ohne diesen Zusatz angeflihrt*) (s. unten 
p. 338). Die Namen der Urheber habe ich nur bei den im 
letzten Jahrzehnt (durch Bugge, Fr. MttUer und Meillet) neu 
hinzugekommenen Etymologien genannt. 

Gern hatte ich meine Umschreibung der armenischen 
Zeiehen flir w, v und der mit ihnen zusammengesetzten Vo- 
cale (au, av, eu^ ev u. s. w.) begrfindet, um darzuthun, dass 
sie nicht so willklirlich ist, wie sie dem, der nur die arme- 
nische Schrift, nicht die ttberlieferte oder zu erschliessende 
Aussprache im Auge hat, erscheinen kQnnte. Da es sich 
aber nicht in Kttrze thun lasst, verschiebe ich es auf eine 
andere Gelegenheit. Hier sei nur noch zu Brugmann's ver- 
standigen Bemerkungen (Idg. F. 7, 167 flg.) ttber die wTrans- 
skriptionsmis^rew bemerkt, dass der Ausweg aus dieser Mis^re 
sehon vor langen Jahren durch Lepsius in seinem immer 
mit Unrecht ttbersehenen Standard- Alphabet (2. edition, 
London, Berlin 1863) — leider erfolglos — gezeigt worden 
ist, und dass, da die Unhaltbarkeit des gegenwartigen Zu- 
standes mehr und mehr empfunden wird, vielleicht bald die 
Zeit gekommen ist, durch eine neue Bearbeitung von Lepsius 
vortrefflichem Werke zu einer »autoritativen Schreibmethode« 
zu kommen, der sich die BesonnenenwilligunterordnenwOrden. 

Die erste Halfte dieser Etymologic (p. 1—280) ist gegen 
Ostern 1895 derDruckerei Ubergeben worden undim Novem- 
ber desselben Jahres erschienen. Daher konnte Justis Iranisches 
Namenbuch, das erst beim Abschluss dieser ersten Halfte in 
meine Hande kam, fUr die im 1. Abschnitt (p. 17 — 91) von 
mir behandelten Namen nicht mehr benutzt werden. 



1) Vgl. z. B. at as p. 92, barsmunk' p. 119, kotak p. 173, vzurk 
p. 246 u. 8. w. 

Strassburg, im Marz 1897. 

H. Httbschmann. 



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Inhalt. 

Seite 

Vorbemerkungen 1—8 

A. UmschreibuDg 1 — 2 

B. Abkilrzungen 3 — 8 

I. Theil. 

Die persischen LehnwSrter im Armenischen . . . 9 — 280 

1. Abschnitt: Persische Namen 17 — 91 

2. Abschnitt: Persische WOrter 91—259 

3. Abschnitt: Neupersische und arabische WSrter . . . 259 — 280 

n. Theil. 

Die syrischen LehnwOrter im Armenischen . . . 281 — 321 

1. Abschnitt: Syrische Namen . . . . 288—299 

2. Abschnitt: Syrische WOrter 299—321 

m. Theil. 

Die griechischen LehnwOrter im Armenischen . . 322 — 391 

1. Abschnitt: Griechische Namen 333—336 

2. Abschnitt: Griechische WOrter 336-389 

FranzOsische WOrter 389—391 

IV. Theil. 

Armenische LehnwOrter unsicherer Herkunft . . 392 — 398 

V. Theil. 

Echtarmenische Wdrter 399—504 

Nachtrftge 505—520 

Wortregister 521—573 

Berichtigungen 574 — 575 



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Vorbemerkungen. 



A. Umschreibnng. B. Abkfirzimgeii. 

A. XJeber die Umsclireibimg des Armenischen habe ich 
ZDMG. 30, 53flg., sowie in meiner Schrift: die XJmschreibung 
der iranischen Sprachen und des Armenischen, Leipzig 1882, 
gebandelt. Die in der letzteren gemachten Vorschlage halte 
ich noch jetzt fur zweckmassig und ihre Begriindung fiir rich- 
tig iind gebe ihnen, nachdem ich sie immer wieder gepriift und 
erprobt und mit den Vorschlagen Anderer gemessen habe, den 
Vorzug vor diesen. Nur umschreibe ich jetzt ^ durch das auf 
iranischem Gebiet neuerdings so beliebtgewordene Zeichen ^) ^, 
ferner r^ durch I (gutturales Z), nicht mehr durch A, um die 
Mischung von griechischen undlateinischen Zeichen zu vermei- 
den, dann «. durch r, nicht r, um nicht den Schein zu erwecken, 
als ob ein cerebrales r vorlage, endlich o, das im 12. Jhd. fiir 
altes au aufkommt, durch 6 im Unterschied vom «i^ = o, das 
besonders in griechischen Namen das gr. co wiedergeben soil. 
Im Uebrigen bitte ich zu beachten, dass meine Umschreibung 
kein Ersatz oder Surrogat fur das armenische Originalalphabet, 
das ich daneben anwende, sein soil, vielmehr den Zweck hat, 
die Aussprache des Altarmenischen, soweit ich sie mit den 
mir zu Gebote stehenden Mitteln erschliessen kann, moglichst 
genau zu lehren. Ich darf mich daher gar nicht immer der 
Originalschrift eng anschliessen , sondern muss von ihr ab- 
weichen, wo ich iiberzeugt bin, dass sie sich nicht mit der 
Aussprache deckt. Dass wir die alte Aussprache einiger Laute 
und Lautverbindungen nicht sicher erschliessen konnen, 
schaffl; dabei allerdings Schwierigkeiten, die man aber nur um- 



1) Welches Zeichen aber soil dafdr genommen werden, wenn es, 
wie im Anlaut armenischer Eigennamen, gross zu schreiben ist? 
Hftbichmanii, Armenische Omnmatik. 1 

v^^ "'• Digitized by Google 



2 Vorbemerkungen. A. Umsclireibung. 

geht, nicht lost, wenn man, auf die Umschreibung verzichtend, 
nur die Originalschrift anwendet. Durch die Umschreibung 
wird die Frage nach der Aussprache immer wieder angeregt 
und aufgeworfen; es ist aber eine der Aufgaben der Sprach- 
wissenschaft, die Aussprache der todten Sprachen zu ermittehi. 
Denn die gesprochene, nicht die geschriebene Sprache ist das 
eigentliche Object dieser Wissenschaft. 

Auf die Aussprache des Altarmenischen komme ich spater 
zuriick; hier theile ich nur die Umschreibung mit, die ich nach 
den angedeuteten Gesichtspunkten im Folgenden anwenden 
werde. Ich folge dabei der traditionellen Anordnung des arme- 
nischen Alphabetes und fiige die Diphthoiige am Ende hinzu. 



'"Fit ir^tcP'^l'L 

abgdezedizil 






4 ^ 1 ^ ^* J ''' z, " t 

h j[^dz) i c{=ts) m y 7i S o c{=is) 




n. 

r 


s V t r (? (= ts) V, u p re 


o 

6 





aij^ in echt armenischen Wortem = ot?, in griecliischen ^) Wor- 

tem = 5; 
nu vor Consonanten = u^ vor Vocalen = t? ^) ; 
nj vor Consonanten = ot, vor Vocalen und im Auslaut = oy\ 
uij vor Consonanten = ai, vor Vocalen und im Auslaut = ay\ 
UML vor Consonanten ^) = au, vor Vocalen und im Auslaut = av ; 
/iL vor Consonanten = ew, im Auslaut = iv ^) ; 
iriu = ea. 



1) D. h. auB griechischen Schriften genommenen Namen, die w ent- 
halten, das durch *»// wiedergegeben wird, urn es von gr. o = arm. n 
zu Bcheiden. 

2) Auaser in den Imperfecten der Prftsensstfimme auf -u (wie zenuij 
und einigen biblischen Eigennamen [Manuel, Samuel, I^anuel), in denen 
auch vor Vocalen u zu sprechen ist 

3) FOr iUL vor Consonanten tritt im 12. Jhd. o ss 6 ein, ausser in 
iuqiutiip aiavni 'Taube* und %uslP navf 'Naphtha*. 

4) Also Abstractsuff. nLp/iLU = ufiun, P/ml 'Zahl' = fiv, aber t*iv mit 
dem Artikel n: p/>i^ 'die Zahl' = t'ivn. 



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Vorbemerkungen. B. AbkClrzungen. 3 

B. Ausser den gelaufigen Abkiirzungen wie KZ., ZDMG., 
WZBLM. u. 8. w. bediene ich mich hier der folgenden: 

Achund. = Achundow, die pharmakologischen Grundsatze des 

Abu Mansur MuwaflFak, Halle 1893. Separatabdr. 
Ag. = Agathangelos , Geschichte (armenisch) , Venedig 

1862. V. Jbd. 
gr. Ag. = Agatbangelos und die Acten Gregors von Arme- 
nian (griechisch), ed. deLagarde^ Gottingen 1887. 
alt. Wb. = altes armenisches von den Mechitharisten citirtes 

Worterbuch. 
A. M. = Abu MansurMuwaffaq, liber fundamentorum phar- 

macologiae (persisch), ed. Seligmann, Wien 1859. 
Anan. Shirak. = Anania Sirakuni, mnacordk"^ (armenisch), ed. 

Patkanean, Petersburg 1877. VII. Jhd. 
Ape. = Apocalypse (armen.): XII. Jhd. 
Apg. = Apostelgeschichte (armen.). V. Jhd. 
Arist. = Aristakes von Lastiverd (armen.), Venedig 1844. 

XL Jhd. 
Art. Vir. = The Book of Arda Viraf, Bombay 1872. 
A. St. = de Lagarde, Armenische Studien, Gottingen 1877. 
A. T. = Altes Testament (armen.), Venedig 1805. V. Jhd. 
A. V. G. = Alfred von Gutschmid, Geschichte Irans und 

seiner Nachbarlander, Tiibingen 1888. 
Axtark' (Stembilder), ein astrologisches Biichlein, mittel- 

armenisch. 
Barb. = Barbier de Meynard, Dictionnaire g^ographique etc. 

de la Perse, Paris 1861. 
Basil. = Basilios, Hexameron (armen.), Venedig 1830. 

V. Jhd. 
BB IV = Bezzenberger, Btrg. z. Kunde der idg. Sprachen, 

Bd. IV (Noldeke, Geschichte des Artaxsir i Pa- 

pakan). 
Bdh. = Bundehesh, ed. Justi, Leipzig 1868. 
C. = Caxcax, Dizionario armeno-italiano, Venezia 1837. 

Car. = Catantirk' (armen.). Von der alten Zeit bis zum 

Xin. Jhd. 
Chron. = Buch der Chronik im A. T. (armen.). V. Jhd. 
Cyrill. = Cyrillus v. Jerusalem, Katechese (armen.). V. Jhd. 

1* 



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4 Vorbemerkungen. B. Abkilrzungen. 

David = David d. Philosoph, Uebers. v. Aristoteles, Porphy- 
rins U.S.W., Venedig 1833. V. Jhd. und spater. 

Deut. = Deuteronomium (armen.). V. Jhd. 

El. = EKse, Ueber Vardan und den Krieg der Armenier 

(armen.), Venedig 1859. V. Jhd. 

Ephes. = Epheseibrief (armen.). V. Jhd. 

Ephrem = Werke des hlg. Ephrem (armen.), Venedig 1836. 
V. Jhd. 

Erznk. = Erznkaci, Grammatik, ErklarungdesMatthaus etc. 
XIII.— XIV. Jhd. 

Euseb. = Eusebius, Chronik und Kirchengeschichte (armen.). 
V. Jhd. 

Ex. = Exodus (armen.). V. Jhd. 

Ezech. == Ezechiel (armen.). V. Jhd. 

Eznik = Eznik, Widerlegung der Irrlehren (armen.), Vene- 
dig 1826. V. Jhd. 

FB. = Faustus von Byzanz, Geschichte (armen.), Venedig 

1832. V. Jhd. 

Fird. = Firdusi, ed. Vullers. 

Fraenkel= Fraenkel, die aramaischen Fremdworter im Ara- 
bischen, Leiden 1886. 

Gal. = Galaterbrief (armen.). V. Jhd. 

Ganj. = Ganjeshayagan, Andarze Atrepat Maraspandan, 
Madigane Chatrang and Andarze Khusroe Kava- 
tan, by Peshutan Dastur Behramji Sanjana, Bom- 
bay 1885. 

Granjaran = Ganjaran, Sammlungkirchlicher Lieder des Nare- 
kaci (X. Jhd.), Snorhali (XII. Jhd.) und Spaterer. 

Gen. = Genesis (armen.). V. Jhd. 

Geop. = Girk^ Vastakoc, Geoponica (mittelarmenisch), 
Venedig 1877, XHI. Jhd. (oder XII. Jhd.?; s. 
Hantess 1889, p. 2). 

Ges.Abh. = de Lagarde, Gesammelte Abhandlungen, Leipzig 
1866. 

Gesch. Georg. = Geschichte von Georgien (aus dem Georgi- 
schen ins Armenische iibersetzt), Venedig 1884. 
Zwischen XI. und XIII. Jhd. 

Gl. and Ind. = Glossaryandlndexof the Pahlavi texts u.s.w., 
by E. W. West, Bombay-London 1874. 



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VorbemerkuDgen. B. Abkiirzuugen. 5 

Guj. Ab. = Barthelemy, Gujastak Abalish, Paris 1887. 

Hebr. = Hebraerbrief (armen.). V. Jhd. 

Hoffmann = G. Hoffmann, Ausziige aus syrischen Acten per- 

sischer Martyrer, Leipzig 1880. 
Horn, Grdr. = Horn, Grundriss der neupersischen Etymo- 

logie, Strassburg 1893. 
Horn, Sieg. = Horn, Sassanidische Siegelsteine, Berlin 1891. 
Jac. Nisib. = Jacob von Nisibis (falsch fiir Afraates im Wb.), 

Reden. V. Jhd. 
Jaism. = Jaismavurk^ (Heiligenleben). XUI. — XIV. Jhd. 
Jerem. = Jeremias (armen.). V. Jhd. 
Jes. = Jesaias (armen.). V. Jhd. 
Joh. = Johannesevangelium (armen.). V. Jhd. 
Job. Kath. = Johannes Katholikos, Geschichte (armen.), Mos- 

kau 1853. X. Jhd. 
Joh. Mam. = Johannes der Mamikonier , Geschichte von 

Taraun (armen.), Venedig 1832. VH. Jhd. 
Joh. Phil. = Johannes der Philosoph (armen.), Venedig 1834. 

Vm. Jhd. 
Joh. Van. = Johannes Vardapet, gen. A'anakan (armen.). 

XIII. Jhd. 
Kanon. = Kanones (armen.). V. — VIII. Jhd. 
Kg. = Buch der Konige (armen.). V. Jhd. 

Kir. = Kirakos von Gandzak, Geschichte (armen.), 

Venedig 1865. XIII. Jahrh. 
Kor. = Korintherbrief (armen.). V. Jhd. 
Koriun = Koriun, Leben des hlg. Mast^oc, Venedig 1833. 

V. Jhd. 
Lambr. = Nerses von Lambron (armen.). XII. Jhd. 
Laz. = Lazar von Pharp, Geschichte (armen.), Venedig 

1873. V. Jlid. 
Leb. d. Vater = Leben der heiligen Vater (armen.), Venedig 

1855, in doppelter Recension, die altere vom 

V. Jhd., die jiingere bis zum XII. Jhd. 
Lev. = Leviticus (armen.). V. Jhd. 
Levond = Levond, Einfall der Araber (armen.), Paris 1857. 

vm. Jhd. 
Luc. = Lucasevangelium (armen.). V. Jhd. 
Maccab. = Maccabaer (armen.). V. Jhd. 



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() Vorbemerkungen. B. Abkilrzungen. 

Magistr. = Grigor Magistros, Briefe etc. (armen.). XI. Jhd. 

Mai. = Matak^ia der Monch, Geschichte (armen.). Xni.Jhd. 

Martin = Fra Mart*in (armen. Uebers.). XIV. Jhd. 

MaSt. = Mastoc (armen. Ritual). Vom V. Jhd. an. 

Mc. = Marcusevangelium (armen.). V. Jhd. 

Mech. = Mechithar Go§, Fabeln und Rechtsbuch (armen.). 

xn. Jhd. 

Mech. d. Arzt = Mechithar Heraci, Ueber die Fieber (armen.). 

Vom Jahr 1184. 
Med. Schr. = Medicinische Schriften des XIII. — XV. Jhd. 
MGg. = Geographic des Moses, Venedig 1865; ed. Soukry, 

Venedig 1881; ed. Patkanean, Petersburg 1877 

(armen.). VH. Jhd.? 
Michael = Michael der Syrer, Chronik (armen.) , Jerusalem 

1870. XIII. Jhd. 
Min. = West, the Book of the Mainyo-i-khard, Stuttgart- 
London 1871. 
Min. Gl. = das Glossar dazu. 
Mos.Kal.= Moses Kalankatvaci, Geschichte von Albanien 

(Alvank"), Paris 1860, Moskau 1860 (armen.). 

Vn. Jhd., das letzte (3.) Buch IX.— X. Jhd. 
Mt. = Matthausevangelium (armen.) V. Jhd. 

Mt.Urh. = Matthaus vonUtha, Geschichte (armen.). XH. Jhd. 
MX. = Moses von Chorene, Geschichte von Armenien 

(armen.), Venedig 1865. V. Jhd. (Nach Carri^re 

7—8 Jhd.). 
Narek. = Werke des Gregor von Narek (armen.), Venedig 

1840. X. Jhd. 
Nold. Aufs. = Noldeke, Aufsatze zur persischen Geschichte, 

Leipzig 1887. 
» Stud. = Noldeke, Pers. Studien I, Wien 1888; II, Wien 

1892. 
» syr. Chron. = Noldeke, die von Guidi herausg. syrische 

Chronik iibersetzt und commentirt, Wien 1893. 
N. P. = Geschichte des hlg. Nerses des Parthers, von Mesrop 

dem Priester (armen.), Venedig 1853. X. Jhd. 
N. T. = Neues Testament (armen.), Venedig 1877. V. Jhd. 

(ausser der Ape). 
Num. = Numeri (armen.). V. Jhd. 



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Vorbemerkungen. B. Abktlrzungen. 7 

Oskiph. = Oskiphorik(Mi8cellen,armen.), nachdemXII.Jhd. 

Osk. Mt. Joh. Es. Paul. = Oskeberan (= Chrysostomus), Er- 
klarung des Matthaus, Johannes (bis zui 13. Rede), 
Esaias, der Paulusbriefe (armen.), Venedig 1826 — 
1880. V. Jhd. 

Patk. I und 11 = Patkanean, Materialy dlja armjanskago slo- 
varja, Petersburg 1882 — 1884. 

Petr. = Petrusbriefe (armen.). V. Jhd. 

Phl.Min. = Andreas, the Book of the Mainyo-i-khard, Kiel 1882, 

Pit. = Moses von Chorene(?) yatags pitoyic (armen.), 

Venedig 1865. V. Jhd.? 

P. N. = Pand-nama i Adarbad Maraspand, by Herbad 
Sheriarjee Dadabhoy, Bombay 1869. 

PPGI. = an old Pahlavi-Pazand Glossary, Bombay-London 
1870. 

Pred.Sal.= Prediger Salomo = Ecclesiastes (armen.). V. Jhd. 

Pseud. = Pseudocallisthenes, Geschichte Alexanders, Vene- 
dig 1842 (armen.). V. Jhd. 

P. St. = Hiibschmann, Persische Studien, Strassburgl895. 

Rom. = Romerbrief (armen.). V. Jhd. 

Salom. = Weisheit Salomonis (armen.). V. Jhd. 

Sb. = Sebeos, Geschichte des Heraclius, ed. Patkanean, 

Petersburg 1879 (armen.). VII. Jhd. 

Seber. = Seberianos, Homilien (armen.), Venedig 1827. 
V. Jhd. 

Shk. = Shikand-gumanik- vicar, Bombay 1887. 

Sokr. = Sokrates, Kirchengeschichte (armen.). VII. Jhd. 

Spriiche Salom. = Spriiche Salomonis (armen.). V. Jhd. 

Steph. Asol. = Stephannos von Taraun, gen. AsoKk, Ge- 
schichte (armen.), Paris 1849. Ende des X. Jhd. 
» Orb. = Stephannos Orbelean, Geschichte von Siunik' 

(armen.), Paris 1859. XIV. Jhd. 
» Siun. = Stephannos von Siunik*^, Uebersetzer vieler 
Werke ins Armenische. VIII. Jhd. 

Sar. = Sarakan (Kirchenlieder, armen.). V. — XII. Jhd. 

Snorh. = Werke des Nerses Snorhali (armen.). XII. Jhd. 

Tab. = Noldeke , Geschichte der Perser und Araber zur 
Zeit der Sassaniden. Aus der arabischen Chronik 
des Tabari iibersetzt u. s. w., Leyden 1879. 



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g Vorbemerkungen. B. AbkOrzungen. 

Thorn. = Thomas Artsruni, Geschichte (armen.), Petersburg 
1887. X. Jhd. 

Tim. = Timotheusbrief (armen.). V. Jhd. 

Tonak. = Tonakan (armen.). VIII. Jhd. und jiinger. 

Vardan = Vardan, Geschichte (armen.), Venedig 1862. 
Xni. Jhd. 

Wb. = Worterbuch der armenischen Sprache (armen.), 
Venedig 1836—1837. 

West, PT. = West, Pahlavi Texts I— IV, Oxford 1880—1892. 

Yatk. = Geiger, das Yatkar i Zareran etc., Miinchen 1890. 

Zenob = Zenob, Geschichte von Taraun (armen.), Venedig 
1832. Vn.— IX. Jhd. (nach Chalathiantz). 

ZPGl. = an old Zand-Pahlavi Glossary, Bombay-London- 
Stuttgart 1867. 

Die armenischen Citate ohne Angabe der Seitenzahl sind 
dem Worterbuch der Mechitharisten (Wb.) entnommen. 



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I. Theil. 
Die persischen Lehnworter im Armenischen. 



Nachdem die Armenier durch Cyaxares (634 — 594 resp. 
625 — 585 ^) dem medischen Reiche unterworfen worden waren, 
geriethen sie nicht lange danach iinter das Joch der Perser, 
das sie immer von Neuem abzuschiitteln suchten, um es immer 
wieder aufnehmen und schliesslich iiber ein Jahrtausend tragen 
zu miissen. Als die persischen Provinzen sich nach dem Tode 
des falschen Smerdis gegen Darius (seit 521 Konig) emporten, 
fehlte auch Armenien nicht und Darius hatte Miihe, seiner 
Herr zu werden, zumal, wie es scheint, der Aufstand der Ar- 
menier im Zusammenhang mit dem der Meder unter Phraor- 
tes (FravartiS) stand. Dochbezwang Darius den Aufstand, nach- 
dem seine Feldherm, der Armenier Dadarsi^ und der Perser 
Vaumisa den Emporern funf Schlachten in Armenien und As- 
syrien geliefert und er selbst die Meder in Medien geschlagen 
und den Phraortes gefangen genommen und gekreuzigt hatte. 
Seitdem verhielten sich die Armenier ruhig, so lange das 
Achamenidenreich bestand. Beim Zuge des jiingeren Cyrus 
gegen Artaxerxes II. i. J. 401 finden wir den Tiribazos als 
Hyparch des westlichen Armeniens^), Orontas, den Schwieger- 
sohn des Artaxerxes II. als Statthalter des ostlichen Arme- 
niens^), in dessen von Vidarna, dem Mitverschworenen des 
Darius abstammender Familie"*) die Satrapie auch im 4. Jhd. 
verblieb^). 

Wahrend der macedonischen Wirren scheint Armenien 
ziemlich ruhig und nur mehr dem Namen nach abhangig ge- 
wesen zu sein. Auch von dieser Abhangigkeit machte es sich 



Ij NOld. Aufs. p. 9. 2; Xenophon, Anab. IV, 4, 4. 3, Anab. 

m, 5, 17. 4; Strabo 531. 5 Judeich, Kleinas. Stud. p. 221—225. 



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10 I. Theil. Die persischen Lehnworter im Annenischen. 

frei, ale Antiochos der Grosse, der sich einigemal in die ar- 
menischen Angelegenheiten eingemischt hatte (A. v. G. 36), 
von den Romern 189 a. Chr. geschlagen worden war, indem 
sich Grossarmenien und Sophene als eigene Eeiche unter 
Artaxias und Zadriades ^), die friiher Strategen des Antiochus 
gewesen waren, nach dessen Niederlage aber sich den Romern 
angeschlossen hatten, constituirten. Zwar wurde Artaxias 
(arm. Artases), nachdem er vom Atropatenischen Reiche einige 
Provinzen erobert hatte, von Antiochus IV. Epiphanes (175 — 
164) bekriegt und gefangen genommen, erhielt aber spater 
sein Reich von diesem wieder zuriick. 

Mit dem Nachkommen (wohl Enkel) dieses Artaxias, Ti- 
granes II. von Armenien tritt Armenien wieder in nahere 
Beziehungen zu Persien. Nach einem Kriege mit den Parthern 
hatte der Konig von Armenien den Parthern seinen Sohn 
Tigranes II. als Geisel stellen miissen. Ihn setzte der Parther- 
konig Mithridates II. der Grosse an Stelle des Artavasdes I. 
(wahrscheinlich der Bruder des Tigranes) 94 a. Chr. auf den 
armenischen Thron und erhielt dafvir 70 Thaler von Armenien 
als Lohn (A. v. G. 80). Spater eroberte aber Tigranes nicht 
nur diese Thaler wieder, sondern auch mehrere Provinzen des 
Partherreiches und nahm den Titel Konig der Konige an 
(A. V. G. 81—82, Strabo 532). Doch musste er diese Er- 
oberungen bald wieder aufgeben, als LucuUus nach dem Siege 
liber Mithridates von Pontus, den Schwiegervater des Tigra- 
nes, gegen ihn zog. Als sich nun auch sein Sohn, Tigranes 
der Jiingere, mit dem Vater entzweite und die Parther ins 
Land fuhrte, floh Tigranes in die Gebirge, kehrte aber nach 
dem Abzug der Parther zuriick, besiegte den Sohn und unter- 
warf sich dem Pompejus, der ihm glimpfliche Bedingungen 
gewahrte, den Sohn auslieferte und die den Parthern ab- 
genommene Provinz Korduene uberliess (A. v. G. 84), spater 
auch den Streit zwischen Tigranes und dem Partherkonig 
Phraates um das von beiden beanspruchte Gebiet schlichtete 
(A. V. G. 85). 

Von nun an bleibt der Inhalt der armenischen Geschichte 
bis zum Ende der Sassanidenherrschaft stets der gleiche : zwei 



1; A. V. G. 40. Bei Strabo 531: jiqraUov tb xal ZaQia^Qiog. 

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I. Theil. Die perflischen Lehnwdrter im Armenischen. 1 1 

rivalisirende Weltreiche, das der Farther und Romer, spater 
das der Perser und Byzantiner streiten um den Besitz des 
zwischen ihnen liegenden Grenzlandes Armenien, das durch 
seine Neigung zur Emporung gegen den jeweiligen Oberherm 
und durch die innem Streitigkeiten des machtdgen Feudal- 
adels dem Auslande immer von Neuem Anlass oder Vorwand 
zur Intervention gab. Nur die Namen der durch den Adel 
in ihrer Macht meist sehr beschrankten Konige wechseln und 
eine neue, arsacidische Dynastie kommt unter dem Farther- 
konig Vologeses I. durch dessen Bruder Tiridates, der im 
Jahr e 66 p. Ch r. von Nero in Rom zum Konig von Armenien 
gekront wurde, zur Herrschaft und halt sich dort, bis nach 
der Theilung Armeniens zwischen Fersien und Byzanz i. J. 387 
der letzte Arsacide, Artases, vom Ferserkonig Bahram V. Gor 
i. J. 428 entthront wurde ^), worauf das persische Armenien 
bis zum Untergang des Sassanidenreiches i. J. 640 von persi- 
schen Marzpanen (Markgrafen) regiert wurde. Seitdem horen 
die engen Beziehungen zwischen Fersien und Armenien, die 
sich fireilich schon zur Sassanidenzeit durch die Annahme des 
Christenthums von Seiten der Armenier gelockert batten, auf 
und wuyden auch spater nicht wieder gekniipft, als Shah 
Abbas der Grosse (1586 — 1628) einen Theil Armeniens dem 
persischen Reiche voriibergehend wieder unterwarf. 

So feindselig nun auch die Beziehungen der Armenier zu 
den Fersern oft waren, so hat doch im Laufe der Jahrhunderte 
die hohere persische Kultur in Krieg und Frieden auf die 
Armenier intensiv eingewirkt und ihnen gegeben, was sie vor 
der Annahme des Christenthums an Bildung iiberhaupt be- 
sassen. Trotz des romischen Einflusses ist Armenien zur Far- 
therzeit, wie Mommsen, Romische Geschichte V, p. 356 be- 
merkt, simmer ein ungriechisches Land geblieben, durch die 
Gemeinschaft der Sprache 2) und des Glaubens, die zahlreichen 
Zwischenheirathen der Vornehmen, die gleiche Kleidung und 
gleiche Bewaffnung an den Fartherstaat mit unzerreissbaren 
Banden gekniipftflr. Kein Wunder also, dass wie die Religion 
so auch die Sprache der Ferser besonders in den massgeben- 
den Kreisen des Adels und der Geistlichkeit Eingang fand. 



1 Laz. 69. 2; Das gilt allerdingg nicht von der Volkssprache. 

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12 I- Theil. Die persischen Lehnworter im Armenischen. 

Bedurfte man ihrer doch durchaus im Verkehr mit dem per- 
sischen Hofe, wie mit den persischen Beamten in Armenien, 
die schwerlich jemals etwas von der nationalen, vom Persi- 
schen ganz abweichenden und schwer sprechbaren Sprache 
des armenischen Volkes verstanden. Auch das letztere wird 
nicht ganz ohne Kenntniss des Persischen geblieben sein. 
Als die Griechen Xenophons durch Armenien zogen und 
von den armenischen Frauen und Madchen eines Dorfes 
gefragt wurden, wer sie seien, antwortete ihnen der Dolmet- 
scher auf persisch (TteQaiatf), dass sie vom Konig kamen und 
zum Satrapen wollten (Anab. IV, 5, 10). Und als Cheirisophos 
und Xenophon wissen wollen, durch welches Land sie ziehen, 
lassen sie durch den persisch redenden Dolmetscher (Side 
Tov 7t€Qai^ovTog iQ/xYjviiog) die Frage an den armenischen 
Ortsvorsteher richten (Anab. IV, 5, 34). Dass aber die offizielle 
Sprache des armenischen Konigshofes, seitdem und ehe er arsaci- 
disch war, die persische war, beweisen die Namen der von den 
Konigen gegriindeten Stadte und anderer koniglicher Anlagen 
in Armenien, die wohl alle persisch, nicht armenisch sind. Vgl. 
unten die Namen a.uf-sat (wie ArtaSat u. s. w.) und -kert (wie Ti- 
granakert, Xosrovakert u. s. w.). Auch die vor der Erfindung 
des armenischen Alphabetes (Anfang des 5.Jhd.p. Chr.) in Ar- 
menien gebrauchliche Schrift war die persische^) (pehlevi), mit 
der man natiirlich nur Persisch, nicht Armenisch schrieb. 

Die hier kurz angedeuteten Verhaltnisse machen es be- 
greiflich, sowohl dass das Armenische eine grosse Menge Lehn- 
worter aus dem Persischen aufgenommen hat, wie dass die 
Aufhahme der meisten dieser Worter zur Partherzeit — nicht 
zur Sassanidenzeit, in der die Glaubensverschiedenheit die Ar- 
menier mehr und mehr den Persern entfremdete — stattgefun- 
den hat. Dass dies der Fall ist, zeigt die Lautgestalt der Mehr- 
zahl dieser im Folgenden gesammelten Lehnworter, die sich mit 
derjenigen deckt, welche die Pehlevischrift voraussetzt. Diese 
Worter weichen im Wesentlichen nur dadurch von dem ge- 
schriebenen Pehlevi ab, dass sie rh (aus /^r) fur alt phi. tr = 
Sr und h fur phi. 5 = ^ (P. St. 203 und 210) haben, also eine 
jiingere Form bieten, die aber immer noch in den Anfang un- 



i; Vgl. MX. Buch III, Cap. 52, p. 245. 

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I. Theil. Die persischen Lelinwdrter im Armenischen. 13 

eerer Zeitrechnung und vor denselben gehoren kann (P. St. 
207). Zur Zeit ihrer Entlehnung bestanden nicht nur A, t, p, c 
nach Vocalen noch als Tenues, sondem auch 8 (nach Vocalen) 
war noch nicht zu y oder h (P. St. 201) und anl. xs vor Voca- 
len noch nicht zu S (P.St. 234 — 235) geworden, d.h. ihre Ent- 
lehnung hat zur Partherzeit stattgefunden. Freilich giebt es 
auch Lehnworter, die sassanidische Lautform zeigen, also zur 
Sassanidenzeit aufgenommen worden sind, aber sie sind an 
Zahl geringer. Am klarsten tritt der Zeitunterschied in der 
Entlehnung bei denjenigen Wortern hervor, welche zweimal, 
sowohl in der Parther- wie in der Sassanidenzeit aus dem 
Persischen genommen worden sind, wie es der Fall ist bei 
parth. arm. Ari-R^ gen. Are-ag (mit armenischen Pluralendun- 
gen) fiir ap. Ariya- = sassanid. arm. Eran fur mp. Eran = 
ap. Artyanam, phi. Aryariy jiinger Airan = Eran] parth. arm. 
Aramazd fur ap. Auramazda^ phi. Ohrmazd = sassanid. arm. 
Ormizd fiir mp. Hormizd] parth. arm. Vahagn fiir zd. V9rd' 
xhrayna-^ alt phi. VaraJiran = sassanid. arm. Vahram fiir jung 
phi. Vahram\ parth. arm. asparapet fiir ap. "^ spadapati- = 
sassanid. arm. aspahapet fiir jung phi. spahpat] parth. arm. 
Spandarat fiir ap. ^Spanta^ata- (? s. unten und P. St. 201) = 
sassanid. arm. Spandiat fiir mp. Ispandya8\ parth. arm. asxarh 
fiir ap. zka&^a-j alt phi. iatr = Sa-dr = sassanid. arm. iahr fiir 
mp. sahr] parth. arm. Vrkan fiir ap. Vrkana- = sassanid. arm. 
Gurgan fur mp. Gurgan ; parth. arm. Vrken fiir ap. *vr&atna- (?) 
= sassanid. arm. Gurgen fiir mp. *Gurgen^ np. Gurgln (P. St. 
149, 158, 163); parth. arm. yavetj yavttean fiir zd. yavaetat- = 
sassanid. arm. javitean fiir mp. Jdvedan (P. St. 1 53) ; parth. arm. 
mehekan fiir phi. Mtd-Qaxava = sassanid. arm. mihrakan fiir 
mp. np. mihragan, 

Ich kann es nicht unternehmen, die ungefahre Zeit, zu 
der die einzelnen Worter entlehnt worden sind, zu bestimmen, 
soweit eine solche Bestimmung iiberhaupt moglich ist. Als 
Hauptmittel dazu dient die persische Lautgeschichte, die ich in 
meinen P. St. mit steter Beriicksichtigung der ins Armenische 
entlehnten Worter dargelegt habe und auf die ich hier im 
AUgemeinen verweise, um unten bei der Besprechung der ein- 
zelnen Worter nach Bediirfniss die Stellen speziell zu citiren, 
an denen sie behandelt worden sind. Bei der Beurtheilung der 



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14 I. Theil. Die persischen Lehnwdrter im Armenischen. 

armenischen Worter, bei der Umsetzung derselben in ihre 
urspriingliche persische Gestalt darf man aber die Ver- 
anderungen nicht unbeachtet lassen, die sie durch das 
armenische Alphabet und die armenischen Sprachgesetze 
erfahren haben: man muss in Anschlag bringen, was an 
ihnen specifisch armenisch ist. Dabei ist Folgendes zu er- 
wagen: 1. dass das armenische Alphabet keine Bezeichnung 
der Vocallangen kennt, da die Sprache keine einfachen Lang- 
vocale^) hat; 2. dass pers. e und o durch e oder e, o oder oi 
wiedergegeben werden; 3. dass fur die alt en Lehn worter die 
armenischen Vocalgesetze^) gelten, nach denen a) die Vocale 
e und oi nur in der letzten Silbe bleiben, ausserhalb dieser 
aber zu i oder u werden, b) die Vocale i und u nur in der letz- 
ten Silbe bleiben, ausserhalb dieser aber ausfallen, c) der 
Diphthong ea nur in der letzten Silbe bleibt, ausserhalb dieser 
aber zu e wird^); 4. dass pers. xh umgestellt und also zu sx 
Tvird; 5. dass pers. hr in alter Zeit zu rh oder h wird, wah- 
rend in jiingeren Lehnwortern hr bleibt (P. St. 205); 6. dass 
das Armenische kein/hat und daher pers./r durch //r, pers. 
ft^ fs^fi durch ut^ uSy us, pers.y* im Anlaut vor Vocalen und 
inlautend nach Vocalen durch /> wiedergiebt (P.St. 186 — 188). 
Auf dialektische Verschiedenheiten deuten diese Lehnworter 
nur in seltenen Fallen, vgl. nj (= ndz) fur pers. nj in Ganjak, 
ganj\ brinj und p^nj (P, St 231 — 232) und bar ^Thiir' in bara- 
pan neben dar in darapan (P. St. 116, 166). 

Gern hatte ich die pers. Lehnworter in drei Abtheilungen 
getheilt: in parthische, sassanidische und neupersische Lehn- 
worter. Da aber die Unterscheidung sich in vielen Fallen 
nicht durchfuhren lasst, habe ich darauf verzichten miissen. 
Doch glaubte ich wenigstens die Worter ausscheiden zu sollen, 
die, nach der Art ihres Vorkommens und ihrer Lautgestalt zu 
urtheilen, erst in neupersischer Zeit (meist nach dem 1 1. Jhd.) 
entlehnt worden sind. Auch bei ihnen ist die Entscheidung 



1} Der Vocal, den wir e umschreiben, war, obwohl diphthongischen 
Ursprungs, im Altarmenischen des 5. Jhd. wohl auch kein eigentlich langcr 
Vocal mehr. 

2, Diese Oesetze haben gewisse, aber ganz wenige und bestimmte Aus- 
nahmen und gelten sonst inTausenden von F&llen. 

3} Diese Oesetze gelten nicht mehr far die jungen Lehnwdrter. 



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I. Theil. Die persiBchen Lelinwdrter im Armenischen. 15 

nicht immer sicher zu treflFen und meine Eintheilung nicht 
frei von Willkiir. Indessen tragen doch viele die Zeichen 
ihrer spaten Entlehnung deutlich an sich: diejenigen nam- 
lich, die mit /?, t^ c fax b, d,J oder mit b, d,J fur p, t, c ge- 
schrieben werden^), also nach der zweiten Lautverschiebung, 
die etwa mit dem 11. Jhd. beginnt, aufgenommen worden sind, 
femer diejenigen, welche in arabisjrter Gestalt vorliegen^). 
Bei den letzteren bleibt es unentschieden, ob sie aus arabischer 
oder persischer Quelle stammen. Ich habe sie daher nebst den 
iibrigen np. Lehnwortem mit den arabischen Lehn- oder 
Fremdwortern, die ihrerseits wieder durch Vermittelung des 
Neupersischen, das ja friih zahlreiches Sprachgut aus dem 
Arabischen aufgenommen hat, ins Armenische gekommen sein 
konnen, im 3. Abschnitt zusammengestellt, der also die jiing- 
sten Lehnworter des Schriftarmenischen vereinigt. Sie kom- 
men meist in den gleichen spaten Quellen vor: medicinische 
Schriften (aus dem Persischen und Arabischen iibersetzt), 
Geoponica (aus dem Arabischen) , Oskiph. u. s. w. und sind 
zum grossern Theil gelehrten Ursprungs. 

Um den Einfluss des Persischen auf das Armenische voU- 
standig darzulegen, musste ich auch die zahlreichen Eigen- 
namen auffuhren, die die Armenier — besonders der Adel — 
von den Persem genommen haben. Auch diese riihren zum 
grossten Theil aus der Partherzeit 3) her und bewahren in Ar- 
menien zah ihre alte Lautform, ohne sich von den jiingeren 
Formen des sassanidischen Persiens beeinflussen zu lassen. 
Vgl. Atrpaiakan, Vrkan^ Yazkert^ V^fiasp, Artasir (= sassa- 
nid. Ardaiir), Kavat (= sassanid. Kavad) u. s. w. Ich fuge 
aber diesen Namen auch diejenigen persischen Namen hinzu, 
die, nur in Persien vorkommend, in armenischen Quellen er- 



1; Vgl. u£UiinpnL& patru6^ ZU gprechen badruj Geop. 169, 3 = np. 
hddruj 'Baailienkrauf Achund. Nr. 57. 

2; Vgl. itutpliit^ narinj Mech. Fab. p. 21 = np. nariinj 'bittere Apfel- 
sine, Pomeranze' Rosen, Np. SprachfQhrer 36) = arab. naranj aus ftlterem 
np. narang. 

3; Aber schon die Keilinschriften nennen einen Armenier mit einem 
Namen, den auch ein Perser trafi^t und der, wenn er genau wiedergegeben 
und nicht persificirt worden ist, persisch war: Dadarsi-. Der Name des 
zweiten Armeniers, der hier genannt wird, Araxa- ist dunkel. 



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10 I- Theil. Die persischen Lehnworter im Armenischen. 

wahnt werden, obwohl sie als eigentliche Fremdworter nicht 
hierher gehoren. Sie verdienen deshalb gesammelt zu werden, 
weil die annenische Form uns am beaten die persische Aus- 
sprache lehrt und fiir die persische Lautlehre von Wichtigkeit 
ist. Das ist eben der Werth der vorliegenden Sammlung, dass 
sie uns einen Ausschnitt des mittelpersischen (pehlevi) Worter- 
buches in einer Form bietet, wie wir sie gleich gut aus persi- 
schen und andern Quellen nicht erhalten. 

Die Sammlung hat aber dadurch, dass sie das persische 
Lehngut scharf von dem echt armenischen Sprachgut scheidet, 
auch einen besonderen Werth fiir das Armenische selbst. Denn 
der friiher gefuhrte Streit, ob das Armenische ein iranisches 
Idiom oder eine selbstandige indogermanische Sprache ist, 
erledigt sich von selbst, wenn die hier zusammengestellten 
Worter im grossen Ganzen mit Recht als persische Lehnworter 
zu gelten haben. Nur diese Worter, fur echt armenisch ge- 
halten, konnten den Schein hervorrufen, als ob das Arme- 
nische iranischen (richtiger: persischen) Lautcharakter hatte. 
Werden sie dagegen als Lehnworter betrachtet, so fehlt der 
iranischen Hypothese jedwede Stiitze. Dass sie aber wirklich 
Lehnworter sind, beweisen die Lautverhaltnisse dieser Worter 
iiberzeugend. Ich kann allerdings diesen Beweis nicht fur 
jedes einzelne Wort fiihren: so leicht er in den meisten Fallen 
zu erbringen ware, so iiberfliissig ware es. Es geniigt im All- 
gemeinen den Weg zu zeigen, der zu diesen Beweisen fiihrt: 
man erschliesse in jedem fragUchen Falle die indogermanische 
Grundform und behandele diese einmal nach den armenischen 
Lautgesetzen, wie ich sie in meinen armenischen Studien 
p. 57 flg., dann nach den persischen Lautgesetzen, wie ich sie 
in meinen persischen Studien p. 11 3 flg. aufgestellt habe, und 
man wird finden, dass die persische Form desselben Wortes 
fast in 99 von 100 Fallen eine ganz andere als die armenische 
ist, weil eben die persischen Lautgesetze total verschieden 
von den armenischen sind. Positiv ausgedruckt: wenn ein 
armenisches Wort bei gleicher Bedeutung sich mit 
einem persischen deckt, ist es entlehnt. In einzelnen 
Fallen kann allerdings das persische und echt armenische Wort 
sich lautUch decken und die Frage, ob Entlehnung anzunehmen 
ist oder nicht, muss dann nach andern als sprachlichen Gesichts- 



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1 . Abschnitt : Pereische Namen. 17 

punkten entschieden werden. Das ist z. B. der Fall bei nav 
'SchiflT*, das entlehnt sein konnte (wie navaz 'Schiffer' sicher 
entlehnt ist), das aber auch nach armenischen Lautgesetzen 
direct aus idg. nav- hervorgegangen sein konnte. Aber solche 
Falle sind sehr selten und werden nocli seltener werden, je 
tiefer wir in die Erkenntniss der armenischen Lautgesetze, die 
zum Theil noch nicht hinreichend erforscht sind, eindringen 
werden. 



1. Abschnitt: Persische Namen. 

Azarmiduxt s. unter duxt 

1. Wfiuiijuniijuj Aiahxoday persischer Heerfiihrer Mos. Kal. 
1,207, Steph. Orb. I, 75, 110 

= paz. atai 'Feuer' + x^adai 'He^r^ 

Azdahak s. unter Biurasp. 

2. WjiiTuiinuiii AhmatanMK, 135, J Ama^an(iaAa^ ton ^Haupt- 
stadt*) Sb. 53, Ahmadan District in Medien MGg. 613 

= ap. Hagmatana-^ gr. jiy^&xoLva (Herodot), aram. KtittHK 
Esra 6, 2, syr. "jnttnfc^ (Pesch.) ZDMG. 31, 148, pttJiK (vom 
Jahre 553) ZDMG. 43,407, ^^\A, Ahm[atan) derMiinzen ZDMG. 
19, 393; 33, 117, spater Hamatan Bdh. 56, 1, np. Hamadan 
die Hauptstadt des alten Mediens. 

3. W^qutibtujnqu/ii Aianuyozan, der ein Pahlav war aus der 
Familie der Arsaciden^), General des Perserkonigs Sapuh 
FB. 152 = J\^u/iiuiniiuiii Alanaozan^Q^Alanayozan)^ einPahla- 
t?tA, Verwandter des Konigs ArSak (von Armenien), General 
Sapuh'sMX. 221, 

vgl. f^iuqjPfiniuth Razmiozan = pers. *razmydzdn (s. unten) 
undH^ii#i/-4^a»(?) einArtsrunier Laz. 15etc., ^uihigjuiiuih Zan- 
da^aw (?) ein Armenier j {[uinuthtnuj utuiuk% *aus demOstanischen 
Hause' Laz. 176. 

4. 'W^tuli Anak i^dQxrjg Tfjg rwv IldQ^cJv deOTtorelag gr. 
Ag. 36, aus der Familie Suren Pahlav MX. 154, FB. 6, Laz. 5, 

1) Die ZaB&tze zu den armenischen Namen sind w6rtliche oder ab- 
gektiTzte Citate aus den angeftLhrten annenischen Antoren. 

HftbielimaiiB, InneiiiBOhe Grunmatik. 2 



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Ig 1. Abschnitt: Persische Namen. 

vgl. phi. Anakduxt ZDMG. 44, 654 (von Justi, ZDMG. 46, 
282 bezweifelt), phi. anak 'bose' Gl. and Ind. p. 42. 

5. W^au^liut Anahitj eine Gottin : die grosse Herrin Anahit 
Ag. 51 (Tochter des Aramazd), 54, 61, 106, MX. 294 (Brief 
an Sahak Artsruni) , Pseud. 42; an dem Gotterort, den man 
Thron der Anahit (Handschr. Nahat) nennt FB. 219, z. 1; 
dazu anahtakan 'anahitisch': der anahitische Tempel (mehean 
Anahtakan) im Dorfe Erez im District Ekelea(?i) Ag. 49, 590; 
das Bild (= Statue) der Anahit [Anahtakan patker) Ag. 50 ; der 
Tempel der anahitischen Gottheit (anahtakan cHq) in ArtaSat 
Ag. 584 ; sie zerbrachen das goldene Bild (= Statue) der ana- 
hitischen Gottheit [anahtakanag cHq) Ag. 591 

= zd. Anahita^ ap. Anahata (falsch fur *Anahita)y phi. 
Anuhit (vgL N. pr. Anahitpanah ZDMG. 44, 674; 46, 287), 
syr. Andhed Noldeke im Festgruss an Roth 34 ; paz. Anahld 
'der Planet Venus' Shk. 228, pers. Andhed: der FeuertempeP) 
der Andhed in Istaxr Tab. 4, np. Ndhed 'der Planet Venus'. 

6. J^^i^lfuth Andikan pers. General FB. 137 = Andkan 
146; Andekan pers. Marzpan von Armenien (unter demKonig 
Valar^ = pers. Balas a. 485—488) Laz. p. 542—545 

= pers. Andiydn^ gr. jivdiyav Tab. 286, also phi. ^Andt- 
kdn. Vgl. P. St. 243. 

7. Hi/fr/^ Anoik: erste Frau des A^dahak MX. 57 (dat. Anu- 
hay 58) ; haufiger in Kompositis : Arsanois eine Arsacidin, Frau 
des Kamsarakan Spandarat, Mutter des Gazavon MX. 239; 
Sahakanoiij Tochter des grossen Sahak, Frau des Mamikoniers 
Hamazasp MX. 242; Smbatanoisj Tochter des Bagratuniers 
Smbat, Schwester der Smbaturhi MX. 115; Vardanois Frau 
des Mamikoniers Manuel FB. 251 (dessen Tochter Vardanduxt 
hiess FB. 256); Xosrovanoih Frau des Konigs A^ot des Barm- 
herzigen, Vardan 90. — Dazu wohl auch Anuh Tochter der 
Jailamar, aus dem Geschlechte des ASdahak, Frau des Sahak, 



1) D. i. Akilisene bei Strabo 532: xa ^h (tc^ci) xtjg jivatxidos diaqje- 
qoyicag jiqfjiiyioi, {tBTi/urjxam) , ev xb aXXoi,s l^QVCttfABvoi xonois xal &7j xai 
ky rfi j4xi,XiCTjvii. Vgl. Hoffmann p. 135. 

2) »Im Tempel der QOttin Nahet (noch mit t) in Istahr (go!) wurden 
urn's Jahr 340 die K6pfe chriBtlicher M&rtyrer aufgeh&ngt (Martyr, ed. St. 
E. Assemani I, 95, vgl. 93; « Tab. 4, Anm. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 19 

Sohnes des Va^e Thorn. 54; Anuh-Vram, Frau des Asu&ay, 
des BdeaSx von Georgien, Schwester der Jvik (Dzvik) Laz. 
335, 572; Hranus artsrunische Fiirstin Thorn. 139, vgl. Hranois 
eine (andere) Frau Arist. 101, 

vgl. pers. Doxtnoi Tochter des Narse = Nosa bei Fird. 
(Tab. 36); GdiaqandhM.\xXXex des Krgusnasp, Hoffmann 2 5 — 26; 
jRddanoS Mutter des Sahren, Hoffmann 68. — Davon zu tren- 
nen der Mannesname Farrahanok Hoffinann 72. 

8. J\^nL2^pJrpii. Anmnlerd^) Mas Schloss der Vergessenheit* 
[xh TTig lifjSrjg (pQoifQiov Procop) : Sapuh liess den Konig ArSak 
nach Andm9sn bringen, das sie Amis berd-n nennen FB. 168; 
das Schloss Endmain, das sie AnyuS-n nennen FB. 169, vgl. 
Andm9§n herd in Xuiastan 202; Andntdsn berd-nj d. i. das, 
welches sie Anyus^n herd-n nennen 205; )!)denn seit der Zeit, 
dass das Perserreich errichtet und dieses Schloss AnytiS herd 
. genannt ist, ist Niemand gewesen, der gewagt hatte, die Konige 
an die zu erinnern, die die Konige in dieses Schloss gesetzt 
batten^), durch eine Erinnerung an den Mann, den sie in 
dieses Schloss gesetzt batten c 207; Anus berd-n ebenda; das 
Anuh genannte Schloss MX. 222, 241, 249 = arm. anyiieli 
amroQ 'das nicht zu erinnemde Castell' 249, z. 8; vgl. Joh. 
Kath. 30 {Anm-n koQe^eal^) berd), 32 (Anus-n berd), Thom.62 
{Antd koge^eal berd-n)^ Vardan 48 [Anus koge^eal dleak)^ Steph. 
Orb. I, 69 (Anus-n berd), 

aus an *nicbt' + uS 'Gedacbtniss, Erinnerung' (s. unten) = 
zd. uiij also a,Tm, anuS = zd. *anusi 'Nicht-Erinnerung = Ver- 
ge8senheit^ Der eigentliche Name dieses Schlosses oder Castells 
war nach den angefuhrten Stellen des Faustus Andmain (fur 
Andmiin oder Andimiin), das ich mit AndimiSkj dem alten 
Namen der Stadt Dizful (= pers. diz-pul 'Schloss-briicke') in 
Xuzistan (Barb. 231) identifiziren mochte. Nach Theophylact 
in, 5 freilich ware es = rcXLyeqda^)^ jetzt Gilgird, etwa zebn 
deutsche Meilen ostlich von Suster im Gebirge (Tab. 144). 



1) Das hier und im Folg. hinter anrd oder herd erscheinende n ist der 
ArtikeL 

2) ^v yaQ Tig iytavd-a kfifiXrj&elg tvxHi ovx hi vofAos fSfpiat fAyrjfirjv 
avxov tlvaif iiXXh 9-avaxos tip dtvofjiaxoxi rj Cvf**'^ ^<^^ Procop, Pers. I, 5. 

3) ko^e^eal = *genannt'. 

4) *Ey x^^ kniXeyofiiyt} BiCaxov, ov noQQa BBydoaafial^my t^g 

2* 



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■V 



20 1. Abichnitt: Persieche Namen. 

9. H^aLipnnLiu% ]uAf#/iA/^ Anuiatvau Xosrov Sb. 26, 30 
*Cho8ru Nushirvan' 

=: zd. anaoho + urvanem (im Ace.) von anaoha- 'unsterblich' 
und urvan- *Seele', phi. anosak-ruvan PPGl. 65, Gl. and 
Ind. 59, West, PT. 11, 3 = Von unsterblicher Seele, selig', 
paz. and&-ruan Geiger, Aogemad. 23, § 10, np. AnoSarvan 
(nach alter Ueberlieferung), bei Fird. Nosirdvan (des Metrums 
wegen) Tab. 136. Dazu paz. ands-Tuanl 'immortality of the 
sold' Shk. 230. — Vgl. die Namen And&azaS Sohn des AnoS- 
arvan, phi. anosakzat, bei Fird. No&zdd BBIV, 52, Tab. 263, 
467 und Anomgan Tab. 136, von phi. awo^aA 'unsterblich, un- 
verganglich*. 

Ahdahak s. unter Biurasp. 

10. W^^it^ Ahxen Frau des Konigs Trdat von Armenien 
Ag.575flg., Tochter des J\^luuMqjup A&xadar^) MX. 165 

== zd. axsaena- 'braun', phi. xaSen^ np. za^ln ZDMG. 38, 
428 oder = zd. x§di&ni (fern, zu x§aeta- 'glanzend' oder 'herr- 
schend'), das im Phi. iiber *xsehn zu *xien geworden ware (P. 
St. 208). — Vgl. osset. axsln 'Herrin* (meine Osset. Etym. p. 38). 

11. D^^iiritfifr AHai Vater desYazatv&nasp (ein Perser unter 
Konig Peroz) Laz. 326; Ahtat Yeztayar pers. Heerfuhrer unter 
Xosrov II. Sb. 76, derselbe: Ahdat Steph. Asol. 116 

= zd. arhtat-^ phi. aitat ein weiblicher Genius Gl. and 
Ind. p. 28, np. (parsisch) aitad der 26. Tag des Monats. 

Vgl. Xordad = zd. haurvatat- in dem N. pr. Xordddbih 
(Nold. Stud. I, p. 12). 

12. Ji^u^utp lui^fuiup^ Apar-aixarh persische Landschaft mit 
der Hauptstadt [hahastan] \ffiLiutufnL^ Niv-sapuh (in Parthien), 
neben FrAa w 'Hyrkanien' genannt El. 10, 110, 112, 142, Laz. 
257, 264 etc., Thom. 79, Vardan 54 = ApHahr Sb. 23, 65, 
MGg. 614 

= pers. Abarhahr Nold. Alexanderroman 15, Tab. 17, 
Barb. 7, syr. nntJnaK i. J. 430 ZDMG. 43, 407, phi. Aparsadru 



1) Ein anderer Aixadar (aus der Faxnilie DimaW sean) MX. 234. Zu 
scheiden von Apiadar Vater des Lenibna MX. 114. 



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1. Abschnitt: FersiBcheNamen. 21 

(sprich AparSahr) ZDMG. 33, 102, 134 = 'Oberland' mit der 
Stadt Nehapur ^) = phi. Nev-k{a)hpuhr d. h. 'Gut-§apur*, arab. 
Naisabur Tab. 7, 17, 59, West, PT. II, 325, Hoffmann p. 290. 
Ueber die Form arm. Apar ahxarh vgl. P. St. 235. 

13. J^^uiiiniMiliuiLiuin Apzut'kavat die lange Mauer im Kau- 
kasns MGg. ed. Soukry p. 27, 

phi. afzut-^-Kavat 

Vgl. phi. afmt x'^atai ZDMG. 1 8, 1 7, Kav[a)t afzunl ZDMG. 
34, 114fl., afzut Xosr[o)vl'^) etc. ebenda p. 128. 

Ueber die Bauten des Konigs KavaS s. Tab. 138. 

14. D^«Y/""^^ \s^nuiim[lrutii Apvvez XosToveau Sb. 35 = 
Aprvez Xosrov Sb. 82, 88, Xosrov genannt Aprvez Thorn. 89, 
Aprvez Xosrov Steph. Orb. 143, 

pers. Xosrov Parvez Tab. 275. 

Np. parvez soil 'siegreich' bedeuten (vgl. Tab. 275) nnd 
wiirde also zu paa. atoarvei ^triumphant*, awarveii 'victory, 
triumph' Shk. 233 gehoren. Die entsprechende Pehleviform 
kann aparvez oder aparvej oder aparvec gelesen werden: arm. 
Aprvez weist auf aparvez (P. St. 231). Daraus hatte im Neu- 
persischen lautgesetzlich *barvez werden soUen (P. St. p. 40 
und 177). 

15. H^ufpuuiiP Aprsam ein Isxan der Artsrunier Laz. 222, 
256, El. 77, 150, ein Spandunier MX. 251 

= pers. Abarsam Tab. 9. 

Bei MX. 90 ist aprsam nicht N. pr. sondem = 'Balsam', 
s. unter aprsam, 

16. W^uuiui^uiiu ^^aAan (District] Sb.66neben «^aAa;» (Land- 
schaft) Sb. 56, 58, Aspahan MX. 223, Aspahan Landschaft in 
Persien (ParsS) MGg. 613, Aspahan Thom. 63, Vardan 15, 95, 
118, Steph. Orb. 11, 93, Spahan Kir. 89, 123 

= gr. Jiaitddava PtoL, syr. )'r:Eit^}!^ i. J. 430 ZDMG. 43, 
407, phi. Spahan Shk. 267, Bdh. Gl. 173, West, PT. I, 41, 



1) Vgl. Niv'xosrau Tab. 387, Nehormizd Nald. syr. Chron. 29, Hofif- 
mann p. 64. NeV' = np. nev Vacker , ap. naiba- *BchOn , dazu np. nek *gut, 
schdn = phi. nevak PPQl. 162, Ql. and Ind. 252. 

2) Vgl. arm. Yizut-Xosrov = Yezut-Xasrov Sohn des Varaz-Grigor, 
Mo8. Kal. I, 288, 310. 



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22 1. Abachnitt: PereischeNamen. 

Spahan BB. 4, 36, Spiegel, trad. Lit. 459, auf Miinzen abge- 
kiirzt As- ZDMG. 31, 148; 33, 115, np. Sipahan (Fird. I, 
258, 267), Ispahan^ Ispahan^ Sifahan Spiegel, Chrest. p. 95 — 
105. Davon arm. aspahanik 'ispahanisch' (sc. carir ^Antimon') 
Mech. d. Arzt. 

Np. Ispahan = gr. ^iOTt&dava kann nicht auf ap. *aspa' 
danon *Pferde-behalter* zuriickgefiihrt werden, das nach den 
Lautgesetzeu zu *a8p9dan (vgl. Horn, Grdr.Nr. 533), schwerlich 
zu *a8p9han geworden ware. Als ap. Form kann nur *aspa- 
dan- oder *spadd7i- angesetzt werden. Jch setze es mit Justi, 
Btrg. zur alten Geogr. 11, 11 = ap. gen. pi. spddanam *der 
Heere'. Vgl. P. St. p. 134, 174, 199. 

17. W^unplruinuA Asorestau HaavqLa (im engem Sinne^) 
FB. 133, El. 142, 145, 146, MX. u.s.w., 

vgl. phi. Surastan Bdh. p. 51, z. 12, np. Suristan Tab. 15. 

Zu unterscheiden von Asori-R 'Syrien^ MGg. 611. — Aso' 
restan ist nicht direct aus dem Persischen entlehnt sondem 
eine armenische Komposition aus zwei fremden Bestandthei- 
len, aus Asori- = JiaaiQcog und dem pers. -stan, also aus 
*asori'a-^tan (ia = arm. ea, in nicht-letzter Silbe = e) ent- 
standen. 

18. W^uufui^uiu^h^m AspahapetMK, 149 

ist das in altsassanididcher Zeit entlehnte mp. spahpat 
*Heerfuhrer* = np. sipahbad (Fird. I, 263, 344 u. s. w.), ispah- 
bad, ispahbud, gr. JiaTtefiidrjg Procop, Pers. I, 10, arab. asbah- 
bud Titel der Herrscher von Tabaristan Barb. 31, das in arsa- 
cidischer Zeit schon als sparapet, OrSparapet = ap. *spada-pati 
entlehnt worden war (siehe unter sparapel). 

Als Appellativ dient im Armenischen nur sparapet 'Heer- 
fiihrer' (s. unten), wahrend Aspahapet nur als Name einer der 
vornehmsten parthischen Familien bei MX. vorkommt, p. 102 
und 1 4 8 : » Der Konig ArSavir hatte drei Sohne und eine Tochter, 
der erste war der eben genannte Artases, der zweite Karen, der 
dritte Suren, und ihre Sch wester mit Namen Kosm war die 
Frau des Heerfiihrers (zauravar) aller Arier, von ihrem Vater 
eingesetztc; 103 und 149: oer theilt sie ausser der regierenden 



i; Vgl. Kiepert, Alte Geogr. p. 149. 

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1. Abschnitt: Persische Namen. 23 

Linie in drei Linien ein mit dieser Benennung: Karen Pahlav, 
Suren Pahlav und fiir die der Schwester Aspahapet Pahlav, 
indem er den Namen nach ihrem Manne als Oberhaupt der 
Familie (tanuter) bestimmta (daher die Stelle bei Job. Kath. 

p. 21). 

19. \^mp Atr 'Feuer' (aus *Atur) in: 

J^inpnptTlinil. Atrormizd pers. Marzpan El. 100, Laz. 215 — 
221 = pbl. Atur-Ohrmazd Horn, Sieg. 29, 32, ZDMG. 44, 672, 
syr. J(JwrAorw(«>rf Hoffmann p. 65, 289, ZDMG. 43, 414; 

J^utpif^liaauuin Atrvinasp tVajoeawPerserLaz. 390, (jTapeaw) 396 
(vgl. phi. Yazt i Itap = Yazd, Sohn des Itap(?) ZDMG. 46, 281 
nach Justi), Atrvinasp Yozmandean pers. Marzpan Laz. 359, 
360etc.=phl. J^r-^wi«<wp ZDMG. 44, 655 [Yozmand ZDMG. 
46, 281), pers. Adar-guinasp Tab. 388, Hoffmann 251, 282, 
vgl. Gtiinaspadar Tab. 96, np. adarguSasp Fird. I, 451 u.s.w. ; 

W^utpithrpulr^ Atmevseh Perser, Oberst der Garde {ptdti- 
panoQ salar) Laz. 390; Atmerseh I^xan von Albanien Thom. 
191, iSxan von Georgien Thom. 237, Atmerseh Isxan, dann 
KonigvonGeorgien Job. Kath. 71, 101, 102, 108 (ums Jahr900), 
Steph. Asol. 150, Steph. Orb. 1, 220 = pers. Adar-narse Sohn 
des Konigs Hormizd Tab. 51. 

Pehlevi-Namen mit atur *Feuer' im ersten oder zweiten 
Gliede sind haufig, vgl. Horn, Sieg. 28, 29, 31,32 etc., ZDMG. 
44, 654 flg. Aeltere Namen sind pers. JiTQOTtdrrjg und zd. 
atar9x^ar9nah'j ataroci&ra-y atarszantu-, atar9dahyu-' = ataro- 
da^hu-, atarodata- (J^tQaddrrjg = phi. Aturdat Horn, Sieg. 32), 
atarepata- [JirQOTtATrjg = pers. Adarbad Tab. 67), atarevanu-j 
atar98avah' yt. 13, 102. 

20. H^tnpuguitniu^uA Atrputakau asxarh 'das Land Atropa- 
tene' El. 53, 56, ohne aizarh 60, Laz. 367, 369, 487, Ag. 159, 
FB. 13, 16, 50 U.8.W., MX. 19, 72 u.s.w.^ MGg. 606, 608, 613 
wie auch bei den spateren Historikern 

= phi. aturpatakan^) West, PT. I, 120, np. adarbadgan 
JRAS. 1894, 440, ddarbaigan, beiProcop (Lag. Abb. 179) schon 
das modeme rb JidaQ^iydvcov^ syr. pHfintifc^ (Anfang des 
3. Jhd.), spater p-^aiinx (5. Jhd. ZDMG. 43, 409, Hoffmann 64, 



1 ; Darauf geht auch die armeniBche Form lautgesetzlich zurdck. 

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24 1. Abschnitt: Persische Namen. 

Noldeke, Alexanderroman 15, syr. Chron. 7), p'^an^fc^, arab. 
adarbaijan Barb. 14, 

abgeleitet durch das Suffix akan (= phi. akdn^ np. agan^ 
gan) von atrpat = zd. dtarapata- 'Feuer-beschiitzt', gr. JirQO^ 
TcAnqg^ phi. aturpat Gl. and Ind. p. 7, ZDMG. 44, 672, paz. 
adarpdd Shk. 226, np. adarbad, also = *das Aturpatische*, sc. 
Medien, vgl. Strabo XI, 1 3 : Toijvofxa 6^ eaxev [i] Jir^OTtdriog 
Mrjdla) &7to rov fiye/xdvog HrqoTt&tov ^), 8g eniblvoev vrtb rolg 
Mayceddot ylvea^ac nal TaivrjVy fx^Qog ovaav fieydlrjg Mrjdlag. 
Vgl. Noldeke, BBIV, 50, Anm. 3; A. v. G. 20; Kiepert, Alte 
Geogr. p. 71. 

Neben der am haufigsten und besten bezeugten Form Air- 
patakan findet sich Atrpayakan einmal bei Laz. 502 [Baze 
Atrpayakan iahap?) und mehrmals bei FB. (5. Jhd.): Atrpaya- 
kan 177, z. 17; 189, z. 12; 208, z. 3 v. u., Atrpayakan [ahxarh] 
160, z. 2, [tun) 200, 17 — 18; [kois) 248. Wenn dies nicht ein- 
fach in Air patakan zu andem ist, so miisste es der Vorlaufer 
der oben augefuhrten griechischen, syrischen und arabischen 
Formen mit Jota sein, wie Andreas (Pauly-Wissowa^s Real- 
€ncycl. s. V. Adarbigana) annimmt. Doch scheint mir bedenk- 
lich, dass in diesem Worte ^ zu y geworden und gleichzeitig t 
(wie p und k) geblieben sein soil. Man miisste vielmehr *Adr- 
bayagan erwarten, da in der Zeit des Faustus von Byzanz und 
des Laz. Pharp. nach Ausweis der gleichzeitigen syrischen 
Form [Adurbaigan)im. Versischen Adurbaigan gesprochen wurde 
(P. St. p. 180, 191, 193, 239, 273). Doch vgl. JirQaTto'Cyta {Sqtj) 
bei Theophyl. IV, 10. — AufFallig ist auch die Form Atrpatcag 
(gen. pi.) FB. 189, 208, das einen nom. sg. Atrpatic 'Atropa- 
tener, atropatenisch' voraussetzt, neben dem an beiden Stellen 
Atrpayakan ^Atropatene' steht. 

21. W^ttutTuinii. Aramazd ein Gott: der grosse und tapfere^), 
Vater der Anahit Ag. 52, Schopfer Himmels und der Erde 
Ag. 61, 106; der Tempel des Gottes Aramazd (in Ani), der der 
Vater aller Gotter genannt wird^) Ag. 590; der Tempel der 

1 Im Jahre 328 von Alexander nach Medien geschickt. 

2; art = ^tapfer, vortrefflich', im gr. Ag. = kvaqetog ^vortrefflich^ 
p. U, 78, itv^qBioxaxog 17, 72; 30, 58. 

3; Aber im gr.Ag. 67,83: tov ^m^ov K^oyov, xov natqog Jiog navxo- 
^aifjiovog. 



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1. AbBchnitt: Persische Namen. 25 

Nan6, der Tochter des Aramazd im Flecken Thiln i) Ag. 591 ; 
der Tempel des Mirh (Mithra), der der Sohn des Aramazd ge- 
nannt wird, in dem Dorfe, das nach der Sprache der Farther 
Bagayatic genannt wird^) 593 ; 'es giebt keinen Aramazd, aber 
fiir die, welche woUen, dass Aramazd sei, (giebt as) noch vier 
andere Aramazd genannte, von denen einer ein gewisser Kund 
Aramazd iat^ MK, 59; Oberpriester des Gottes Aramazd in 
Ani MX. 132; sie zerstorte das Bild des Gewittei^ottes Ara- 
mazd (in Georgien) MX. 170; Julianos, Sohn des Aramazd 
MX. 200; Aramazd Pseud. 5, 12, 27 u. s. w. = Zeig'y ich 
schwore bei dem grossen Gott Aramazd, bei der Sonne, der 
Herrin [ter) und beim Monde, beim Feuer und Wasser, bei 
Mihr (Mithra) und alien Gottern (schreibt der Perser Bahram 
Cobin an Mu^et) Sb. 37; der Geehrte der Gotter, Herr und 
Konig der ganzen Erde, Spross des grossen Aramazd, Xosrov, 
an Heraklius, unsem thorichtenund unniitzen Diener (schreibt 
der Perserkonig Xosrov 11. an den Kaiser Heraclius) Sb. 90, 

= ahuro mazdd, ap. a(Jifiramazda, phi. inschr. Ohrmazd 
(geschrieben Auhrmzdi, Haug, Essay onPahl. 74 u. s. w.), sassa- 
nid. Hormizd, s. unter Ormizd. 

22. VL/f/^ L. Hftuip/ig AriK ev AnariJc (gen. AreoQ ev Anarea^) 
*Arier und Nicht-arier^ MX. 212 (im Brief des Perserkonigs 
Sapuh); (meiner) arischen und nicht-arischen Diener (sagt der 
Perserkonig) Laz. 251 ; an alle Volker meiner Herrschaft, der 
Arier und Nicht-arier (schreibt der Perserkonig Yazkert) El. 9, 
z. 5 V. u. ; Mihmerseh der grosse Hazarapet der Arier und 
Nicht-arier El. 22, z. 1 v.u.; Hazarapet der Arier und Dprapet 
(Kanzler) der Arier Laz. 187; giebt es nicht viele Secten im 
Lande der Arier? (sagt der Perserkonig) El. 63; das Land der 
Arier (= das persische Reich) Laz. 118, 119, 120, 139; die 
Grossen der Arier (= Perser) Laz. 121; der Heerfuhrer aller 
Arier MX. 102; das Reich der Arier FB. 207, z. 16, 21 == das 
Reich der Perser [Parsu^ ebenda z. 7 (in der Rede des Perser- 
konigs); gund AreaQ 'das Heer der Arier' FB. 251; YoinK ev 
AriR *Griechen und Arier* (und alle Volker der Heiden) Eznik 
122, azgn ariakan 'das arische Yolk' Eznik 123, 



1} Thiln bei Ag., FB. und MX. mit und ohne n. Injijean setzt Thil an. 
2) Bei MX. 88: Bagayarinj. 



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26 1- Abschnitt: Persiache Namen. 

=■ ap. Ariya- 'Arier' (NR. a 14 : Perser, Sohn eines Persers, 
Ariel, von arischem Stamme), zd. atrya- ^arisch, Arier', anairya- 
'nicht-arisch', phi. er u aner 'indigenous and foreign' West, 
PT. 4, 51. 

An alien hier angefuhrten Stellen ist *Ajier' gleichbedeu- 
tend mit 'Iranier', 'Nicht-arier' mit 'Nicht-iranier^ Die Arme- 
nier haben das Wort art- in sehr alter Zeit entlehnt, als die 
Perser noch ariya- sprachen und haben es bis in die spate 
Sassanidenzeit beibehalten, als im Persischen selbst langst der 
ap. gen. pi. ariyandm (= jiqiavwv) iiber phi. aryan^ airan 
(Haug, Essay on Pahlavi p. 46 und 47) zu Eran geworden war, 
so dass noch Laz. 187 dprpet Area^ fur das pers. ErcCn *dtbtr- 
bad (= phi. Airan diplrpat] *Kanzler von Eran = Reichskanz- 
ler' sagt (IdgF. IV, 120). Die zur Sassanidenzeit wirklich ge- 
sprochenen Formen Eran und Aneran finden sich nur einmal 
beiHiSe, s. unten s. v. £raw. BeiMGg. 614steht-4ri^=Xora«a» 
als Gesammtname der nordostlichen Provinzen des Perser- 
reiches von Hyrkanien bis zur Grenzelndiens, vgl. gr. JiQcavTfj. 

Echt armenisch ist wp/i art *tapfer, trefiFlich' {dvdQelog), 
anari 1. 'feig*, 2. 'riesig, ungeheuer' FB. 239, 3v.u., Eznik 104 
und gehort nach Wb. zu air 'Mann' ((i^ijp). 

23. y\j,^SL Arhmn Eznik 113flg., El. 20, 25, Thorn. 27, gen. 
Arhmeni Eznik 114, 124, abl. Arhmne El. 20, Arhmenay Eznik 
145, mit den Nebenfoimen Haraman^ Xaraman^ Haramani^ 
XaramaniEl 20, 9; 21, 12; 35, 22, Eznik 114, 235, Thom.27, 
Name des bosen Gottes der Perser 

= np. Aharmany Ahrtman (Fird.), Ahramanxx, s.w., paz. Ahar- 
man, Aharman, Ahrman u. s. vsr. Min. Gl. 29, Shk. 227, phi. 
Ahr{a)man Gl. and Ind. 3, syr. "jttnJlfc^ Hoffmann p. 64, Noldeke 
im Festgruss an Roth p. 36 [Ahraman], gr. JiQec^dvrjg, JiQei- 
fx&ViOSy zd. ahro mai7iyui, also ap. wohl *ahra-maniym, 

Im Armenischen scheint Haramani die altere(arsacidische), 
Arhmn die jiingere (sassanidische) Form zu sein, vgl. Ormizd 
und Aramazd oben p. 13. — Eznik p. 144 erklart den Namen 
Xaramani: »weil er die, welche die Sonne (= das Leben) be- 
gehren (lieben), von der Sonne (= dem Leben) scheideta, denkt 
also an pers. a;''ar(a:or) 'Sonne'. — Xaramani ist beiEphrem u. s.w. 
8. Wb.) auch ein Beiwort von auj *die bosartige, giftige Schlange' 



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1. Abschnitt: Fersische Namen. 27 

= 8yr.K3Bnn (Brockelmann p. 124). Durch den Einfluss dieses 
Wortes konnte Xaramani (fur Haramani) zu seinem anlauten- 
den z gekommen sein, A. St. Nr. 1254. 

24. \ijiiauli Arsak Name von parthischen und armenischen 
Konigen MX. 19 u. s. w. ; Konig von Axmenien 1) Sohn des 
Tiran FB. 65, Laz. 2, El. 7; 2) Sohn des Pap FB. 245, Laz. 20 
(nur Konigsname) 

= ap. -4r^aAa, gr. J/^crcfxi^g, lat. Arsaces, arab. Asak Tab. 26, 
vgl. syr. ariakdya 'koniglich*. 

Danach ist benannt die Konigsfamilie der Farther und Arme- 
nier: \ij>iu,lin,iil,^ ArSakunik El, 1 , FB.239, MX. 69— 272 etc., 
gr. Jigaaycldacj lat. Arsacidae, phi. ASakanan GI. and Ind. 
p. 29, syr. Aiaganaye, — Dazu arm. Arsakavan = 'Arsak- 
stadt' in Kogovit, von dem arm. Konig ArSak gegriindet FB. 
107, 110, 112; Atrormizd ArSakan pers. Marzpan von Arme- 
nien Laz. 215. 

25. XlpiatiP Ariam Name eines Konigs von Armenien bei 
MX. 97 flg. (vor Christi Geburt) 

= ap. ^riama- Grossvater des Darius, gi.JiQadiiirjg 1) Name 
mehrerer Perser zur Achaemenidenzeit, 2) ein Konig von Ar- 
menien Polyaen 4, 17. 

Vgl. uiqaaiidaara Stadt in Armenien Ptol. V, 13, 19, lat. 
Arsamosata Tac., Plin. (s. unter iat), 

26. XlpiuiL/ifi Ariavir (gen. Arsavray) ein Kamsarakan, 
iSxan von Sirak und ArSarunik' FB. 28, 44, 54, 71, Laz. 190, 
ArSarunier EI. 58, 77 u.s.w., Kamsarakan El. 150, 

: zd. arSan- + vlra- ? 

27. WjinLUiumtuu ^rt^o^^n (» geuauut Asorostan, d.h.Mucl^), 
im Osten von Mesopotamien neben Armenien mit Bergen und 
Fliissen und der Stadt Ninve«) MGg. 613, vgl. FB. 136: die 
Stadt Nebin (Nisibis) in Arve8tan\ p. 130 : in das Land ArvaQ- 
as tan gegeniiber der Stadt Mebin; Sb. 33: ganz Arvastan bis 
zur Stadt Mcbin; Thom. 86: ganz Arevastan bis zur Stadt 
Mcvin 

= phi. Arvastan i Hrom vd. 1, 77 = romisch Mesopota- 
mien BBIV, 52, Justi, Btrg. z. alten Geogr. Pers. I, 16. 

1; D. i. Mosul ^sp&terer Zusatz;. 

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28 1. Abschnitt: Peraische Namen. 

28. Wjiiauilf Artak (RStunier, Moker, Palunier) EL 32, 33, 
77, Laz. 134, 126, 185; (Kxan von Hark') N. P. 25 

= phi. Artah^i) ZDMG. 1 8, p. 26, Horn, Sieg. 35, ZDMG. 46, 
284, 288 (Koseform), syr. Ardaq im Jahr 430 ZDMG. 43, 412. 

Vgl. den Familiennamen Artakuni bei Laz. 394: Pap Aria- 
kuneoQ, 

29. Jj^iautiPuiia Artamai setzt Thorn. 54 ungenau fuiArta- 
met (Injijean, Alterth. p. 187) = J^QzificTa Ptol. V, 13, 20, 
arm. Stadt siidostlich vom Vansee, um den Namen als Komp. 
von *Art' = Arta^eS 'ArdaSir' und pers. *mat 'Ankunft' (nach 
Marmet = Mar amat 'der Meder ist gekommen' bei MX. 123) 
erklaren zu konnen. 

30. \\jtutui2utut Artahat (gen. Artaiatu) feste Stadt in Ar- 
menien am AraxesFB. 18, 30, 171, 172, Ag.40, 103, 166—168, 
584, MX. 126 (von ArtaSeS gegriindet), Laz. 367, 438, El. 22 
[konigliche Residenz) 

= gr. J^Qri^ava (fjv xai J^Qra^Ldaava ycaXovaiv, Jivvlfia 

avp(pytiaixivr] ycaXCJg nal fiaalXeiov ovaa rijg X^Q^S Strabo 529, 
Ptol. V, 13, 12, im griech. Agathangelos 136 liqTa^Ar und 
JiQTa^eQ^oycTiaTrjj lat. Artazata Tac, Amm., arab. Ardaiat 
ZDMG. 33, 145. Der Name lautete urspriinglich etwa 
*Ar(axsaS'SaC (= ap. Artax^ad-^a + Sii/ait) und bedeutet 'Ar- 
daSir'8-Freude\ 

31. Jj^iauiilu Artaies (gen. ArtaSist) bei MX. Name einiger 
parthischen und armenischen Konige; Arta^es, Sohn des 
VtamSapuh, Konig von Armenien (5. Jhd. p. Chr.) MX. 256, 
Laz. 52 — 69, Sohn des Stahrasapuh El. 7 (derselbe), Koriun 18, 
Steph. Orb. I, 98; Artaies als Achamenide (Longimanus und 
Ochus) und Farther Vardan 27, 34; Artahes Sohn des Mami- 
koniers Manuel FB. 242, Sohn des Mamikoniers Hmayeak 
Laz. 335 — ist die armenische Form fur persisch (sassanidisch) 
Artaslr^ Ardasir. Bei MX. erscheint bis p. 134 nur Artaies 
(als Farther und Armenier), zum ersten Mai p. 134 Xlptmu^fp 
ArtaSir (als Sohn des Sasan); auch bei den andern armen. 
Sehriftstellern heissen die Sassaniden Ardailr I — III stets 



l; Um 180 V. Chr. Kiepert, alte Geogpr. p. 81. 

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1. Abechnitt: Persische Namen. 29 

ArtoHr (gen. Artasrt): Laz. 1, 5, Ag. 29, Sb. 98, Thorn. 56, 
Joh. Kath. 23, 32, Mos. Kal. I, 90, Steph. Asol. 74, Kir. 30. 
Yardan 36flg. Ar takes neben Artahir (Sohn des Mamikoniers 
Manuel) FB. 242, 256, (der letzte Konig von Armenien) MX. 
256, Steph. Asol. 76. Ein ArtaSir im Heere des pers. Generals 
MuSkan Nivsalavurt El. 92. Arm. ArtaSes ist 

= gr. JiQza^aQYjg KZ. 33, 214, Jigra^ifiQ^ JiQTaaifjQ (Georg. 
Pis.), JideaijQ (bei den Chronographen fur ArdaSirlll), Jigza- 
aelQrjgj J^QraalQrjg (Procop) BBIV, 35; J^Qza^ag, Jigza^rig 
(Plut, D. Cass.) Konig von Armenien 30 v. Chr. (A. v.G. p. 102), 
JiQza^lag (Polyb., D. Sic, Strabo) Konig von Armenien 189 
V. Chr. (A. V. G. p. 40); alteste Form Jigza^iQ^rjg j J^qzo- 
^ig^rjg (Herod., Thucyd. etc.) Name mehrerer Achameniden- 
konige ; lat. Artazias Konig von Armenien (Tac), Artaxerzes 
Achamenide; syr. Ardasir belegt i. J. 410 und 430 ZDMG. 43, 
p. 4 1 und 4 1 3 neben ^^oiir BB IV, 35, ^r^ewa^r belegt i. J. 430 
ZDMG. 43, p. 396, z. 14, Ardazsiragan belegt im 7. Jhd. Nold., 
syr. Chron. 42; sassanid. pers. Ardaitr, Artaslr und Artazslr 
BB IV, 35, Matikan i catrang p. 3, z. 10; phi. (Inschriften und 
Gemmen) Artaxsatr (Haug, Essay on Pahlavi p. 4 = Jiqza- 
^dQrjg p. 46, 47; ZDMG. 44, 651) mit historischer Schreibung; 
hehi.ArtazSa^taj Artazhasid Esra 4, 7 u. s. w. ; altp. Artazha^^a. 
— Altp. d^ ist im spateren Persisch theils zu s theils zu hr 
oder r geworden (P.St. 204), so entstand aus Artazhad^a theils 
Artazias {Jigza^iaoi^g KZ. 33, 218—219, J^gza^lag) theils 
Artazsahrj Artaziar, dann mit unregelmassigem Uebergang 
von a, a in ^, ?: Artaz§es [JiQzd^r]g)j ArtazStr. Die Form Ar- 
taSes ist schon in arsacidischer, die Form Artaitr erst in sassa- 
nidischer Zeit nach Armenien gekommen (P. St. 234). 

Davon ArtaSesean ein Flecken Thom. 215, ein District 
von Vaspurakan MGg. 609, Thom. 252. 

32. U^mufLUf^f^ Artavazd Konig von Armenien, MX. 95 : 
Artavazd Sohn des Tigran, 128: Sohn des Artases; 139: alte 
Frauen erz&hlen von ihm, dass er eingeschlossen lebt in einer 
Hohle, mit ehemen Ketten gefesselt; zwei Hunde nagen 
immer an den Ketten und er bemiiht sich zu entkommen und 
der Welt ein Ende zu bereiten. Aber durch den Ton des 
Hammerschlages der Schmiede werden, wie sie sagen, die 



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30 1. Absdmitt: PersischeNamen. 

Fesseln staik. Deshalb schlagen auch noch in unserer Zeit 
viele Schmiede, der Fabel folgend, am Sonntage drei odei 
vier Mai auf den Ambos, damit^ wie sie sagen, die Ketten 
fest weiden. — Ihn soUen Frauen der Nachkommen A^dahak's 
verhext haben. — Drachenabkommlinge stahlen den jungen 
Artavazd und legten einen Dev an seine Stelle. — Eznik 105: 
die Devs batten einen gewissen Artavazd mit Namen einge- 
scblossen, der nocb jetzt am Leben sei und hervorgehen wird 
und die Welt einnehmen. — Artavazd Mamikoniei FB.9, 28, 
252, N.P.123,Ag.641,Laz.256,E1.150,Levondl69,Thom.60; 
Apabunier Sb. 65 ; Dimaksier Sb. 149, Artavazd Satatneci Stepb. 
Orb. I, 219 

= gr. J^praot/dcrdi/gStrab., Plut, lat. Artavasdes Cic.,Tac., 
Artoasdes Justin, Name einiger Konige von Armenien und 
Medien (1. Jhd. vorChr., A.v.G.80, 88, 98, 99, 100, 101, 102), 
zd. aiavazdah' N. pr., also ap. * Artavazdah-, 

33. J^muiijuiU Artavan (Var. Artevan) der letzte Parther- 
konig, Sohn des Valar&, von Artaiir, Sobn des Sasan aus Stahr, 
getodtet Ag. 29, 31, MX. 147, FB. 167 (Artevan), Laz. 1, 5, 
Thom. 56, Job. Kath. 23, Mos. Kal. I, 90, Vardan 36 (derselbe 
ArtavanVj, Artavan I^xan von Vanand FB. 38 

= gr. JiQtdfiavog Bruder des Darius I. (Her., Plut.); Mor- 
der des Xerxes im Jabre 464 (Nold. Aufs. 49); Name von 5 
Partberkonigen, deren letzter, Sobn des Volagases IV., im 
Jabre 224 p. Cbr. (Nold. Aufs. 89; nacb A. v. G. 162 im Jabre 
227) von ArdaSlr, dem ersten Sassaniden besiegt und getodtet 
wurde; JiQvafidvrjg Bruder des Armeniers ^Iwdvyrig Procop 
Vand. n, 25, Sobn des Arsaciden ^Iwdvvrjg Pers. IT, 3; lat. 
Artabanus (Tac.) ; Talm. Jerus. : ptO'ib^, arab. np. Ardavan BB 
IV, 36, also ap. Artabanu-. 

Dazu Artavanean ein District von Vaspurakan MGg. 609. 

Als Koseformen der mit Arta- beginnenden Namen (wie 
ArtaseSj Artavazd, Artavan, gr. JigraTtdzrig, JiQzatpiQvrjg 
u. s. w.) konnen gelten: Artak s. oben Nr. 28, Arten Kxan von 
Gabeleank^ El. 77, Laz. 2 16, Artasen^) (nur gen, Artaiinay) ein 



1) Von Ariaa-es gebildet wie ap. Bay analog von Bayanarrjg nach 
Nold. Stud. I, 29. 



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1. Abschnitt: PersiBche Namen. 31 

Mamikonier, Vater des Manuel FB. 239. Vgl. Jigzalog Nold. 
Stud. I, 30. 

34. fiuifpuiui Bagrat Bagratunier FB. 17, Bagarat der 
grosse I^xan der Asparapet-schaft FB. 71, Bagarat Aspet MX. 
165flg., 225 (Bagratunier), Bagarat Aspet Mos. Kal. 116 (aus 
MX. 191), Bagarat IsxsiTi von Taraun (zur Araberzeit) Thom. 
116 — 118, Bagarat Konig der Aphxazen Arist. 4 

= altp. ^bagarata- 'gottgeschenkt', vgl. ap. baga- *Gott' 
und skr. rata- Verliehen, gegeben*. Oder aus ^bagadator- (P. 
St. 201)? 

Andere arm. Namen, die mit bag- 'Gott' zusammengesetzt 
sind, s. unter bag-. 

35. ^luiit Baze Perser, oahap {i^aQxrjg) von Atropatene 
Laz. 502, 

vgl. arm. baze 'Falke* = np. baz? 

36. pii«^ Bak Armenier El. 95 gehort schwerlich zu pers. 
Bdkoi Nold. Stud. I, 15 (= np. pakf). 

37. fiui^pi Balx Stadt des Konigs der K'uSan-k' FB. 205, 
BaihFB. 239, BahlMX. 148, 152, 154, Bahl sahastan ("Haupt- 
etadt") der Kusank' Sb. 67 und 30; BaxlThom. 85, Baxl 88; 
Bahl iahastan Yardan 29 

= ap. BaxtriS, zd. Bdxdi, gr. BaytrQa, phi. Baxr vd. 1,22, 
im Bdh, Balx ^), syr. bni Noldeke, Alexanderroman 14, 15, alter 
Baxtrayad^a *Baktrerinnen*, pers. arab. Baiz Tab. 17, 167, 
Barb. 112, arab. baxtariyyun 'baktrisches Kameer P. St. 194. 

Dazu Baklibamtk^) ein Land von Xorasan MGg. ed. Soukry 
40; »das Land der Farther nennen die Perser jetzt wegen der 
Stadt Bahl: BahluBamikR d.h. Bahl ata^dtin^^) 'das morgent- 
liche Bahl' MGg. ed. Soukry 41; nach dem Tode Alexanders 
herrscht iiber die Farther der tapfere ArSak in der Stadt, welche 
genannt wird Bahi aravatin^) im Lande der K'usank* MX. 70, 
ebenso (Bahl atavatin^) Steph. Asol. 36 und [Balx aravautin) 
Mech. von Ani ed. Patk. p. 20. 

1) Vgl. np. talx aui phL taxr P. St 266. 

2) Lies Bahl i bamik = phL Balx i bamik «s np. Balx i bami P. St. 24 
Anm. Vgl. phi. Bamikdn (wo der BalxflusB entspringt) Bdh. Gl. 86, West, 
PT. I, 80 = np. Bamiyan Barb. 80. 

3) Ueberall atavauUn zu lesen. 



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32 1. Abechnitt: PersiBcheNamen. 

38. ^uit/pfi^^ BambiSn Frau des Athanagenes, Schwester 
des Konigs Tiran von Annenien FB. 43, 48, 68 

= nom. appell. bamhihn 'Konigin' (s. unten). 

V 

Bandakan s. unter Sahrapan, 

39. ^uiin Bat Nahapet des Geschlechtes der Saharunier 
FB. 235—238 

= phl.£a^(i) ZDMG. 31,588, Nr. 10, 11, wo Bang (Arrian) 
und Betis (Curtius), Vertheidiger Gaza's gegen Alexander, ver- 
glichen wird; anders Horn, Sieg. 26. 

40. [fiuipquiifipu/b Barzapran Ra^tnnier, Sparapet der Ar- 
menier und Perser MX. 92 — 94, 97, 223 ist nicht aus dem Per- 
sischen, sondem aus Joseph, arch. 14, 13,3, bell. iud. 1, 13, 1: 
BaQl^aq)Q(ivr]g = ap. ^Brzifamah- genommen.] 

41. ^liLpuiuui Wjififju^uili Biurasp Azdahak »der persischen 
Fabelna MX. 62: »das Kiissen der Schultem und in Folge 
dessen die Geburt der Schlangen und danach die Zunahme 
der Schlechtigkeit, das Aufzehren der Menschen fur die Be- 
diirfnisse des Bauches. Dann aber, dass ein gewisser Hrtiden 
ihn mit ehemen Banden fesselte und auf einen Berg fiihrte, 
der Dambavand genannt wird, dass Hrvden unterwegs ein- 
schlief und Biurasp ihn zu dem Hiigel schleppte, Hruden aber 
erwachte und ihn in eine Hohle des Berges fuhrte und band 
und sich selbst (wie) eine Statue ihm gegeniiber aufstellte, dass 
dieser aber, dadurch erschreckt, sich seinen Ketten fiigt und 
nicht vermag herauszugehn und die Erde zu vemichtena 

= zd. baevara + aspa- *mit zehntausend Pferden', phi. paz. 
Bevarasp Beiname des Aiidahak Min. cap. 27, § 34, np. Be- 
varasp Beiname des Dahhak, so genannt, 9weil er zehntausend 
arabische Rosse mit goldnem Gebiss besassa Fird. 1, 28, 97. — 
Aidahak = zd. azi dahaka (nom. azU dahako) 'der Drache 
Dahaka' mit drei Rachen yt. 19, 46flg. = paz. aiidahak^ np. 
azdaha *Drache*, arabisirt Dahhak ^), Konig von Iran Fird. I, 
28 flg. Vgl. MX. 58: Aidahak ist in unserer Sprache = viiap 
(d. h.'Drache*). — Innuilrb Hrtiden = zd. ^a^taonor- »welcher er- 
schlugdenDrachenZ^aAa^a, den mit drei Rachen, drei Schadeln, 



Bei Fird. I, 40 genannt: aMdhafas *der Drachenfthnliche'. 

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1. Abschnitt: PersischeNamen. 33 

mit sechs Augen und tausend Sinnen, den iiberstarken, einen 
teuflischen Unhold, welchen — der bose Geist geschaffen hatte 
zum Schaden der irdischen Wesen, um das Volk der Gerech- 
ten zu verderbend (Geldner) ys. 9, 8, phi. Fretun Bdh. Gl. 197, 
PPGl. 117, paz. Fredun »der den Aiidahak Bevarasp schlug 
und band« Min. cap. 27, § 39, np. Faredun Fird. I, 40, der 
bei Firdusi denDahhak schlagt undbindet und in einerHohle 
des Berges Demavend anschmiedet (Fird. I, 61). — Den Berg 
Dambavand s. besonders (Nr. 58). Dazu Bdh. 24, 12 : »der Berg 
D(e)mav(e)nd ist der, an welchen Bevarasp gefesselt ista. Zur 
Sage vgl. Barb. p. 225 und 237. — Neben Aidahak steht beiMX. 
50 — 58: Ahdahak als Name des Konigs derMeder, JiaTvdyrjgy 
aber Aidahak MX. 47 = Euseb. Chron. I, 101. 

42. ^ItLpuMin Biurat Bagratunier MX. 114, 142, Steph. Asol, 
103, Vardan 76, 79, 82 

schwerlich = Bevard Fird. II, 919, z. 6. 

43. finjlr^u/b Boyekan pers. General FB. 152, 
Patronym. voii pers. *Bdi = gr. Bdrjg Procop Pers. I, 12, 

arab. Buye^ syr. "ilb^n Nold. Stud. I, 28—29. 

44. p«^i» Bom und Bbom (falsch fiir Bar an) Tochter Xos- 
rov's, Frau des Xoteam, Konigin von Persien Sb. 99, Thorn. 97, 
Joh. Kath. 44, Kir. .30, 31, Vardan 62 ♦ 

= pers. Boran (auch Boranduxt) Tab. 390. 

45. ^niMttPut^ Butmah pers. Statthalter von Annenien Sb. 
34, 70, 

vgl. phi. Mdhhut (Martbut der Mager, Sohn des Mahbut] 
Horn, Sieg. 25, § 4, spater Mahhod, M€^d)dr]g, Me^ddrjg Tab. 
260, mit umgekehrter Stellung der Glieder. 

46. ^nLpigMtp Burdar ein Perser MX. 160, Zenob 21, 22 = 
Bundar Vardan 36 (fur Burdar), 

vgl. phi. burfdr Gl. and Ind. 83, paz. burdar ^carrier, sus- 
tainer, bringer' Shk. 238, nom. act. von burdan. 

47. ^uthiiui^ Ganjak (Hauptstadt) von Atrpatakan, an der 
persifichen Grenze, wo die Markgrafen (sahmanapah 'Grenz- 
hiiter') des armenischen Konigs sassen FB. 137, 198, 235; 
Ganjak, welches die Grenze war zwischen Persien und Arme- 
nien FB. 203 ; bis zur Stadt Ganjak und dem grossen Feuer, 

Ht^bselimann, Armenisclie Grammatik. * 3 



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34 1. Abflchnitt: PersiBche Namen. 

das in der Provinz Atrpatakan war Sb. 24 ; sich nach Ganjak 
wendend zerstort er (Heraclius) den Tempel des grossen Feuers, 
das sie Vsnasp^) nannten Sb. 92, vgl. Thorn. 92; sie zogen 
durch das Land der Hunnen und durch das Thor von Cor 
[pahakn cor ay) ins Land der Mask^ut, brachen ein ins Land 
P'aitakaran und iiber den Fluss Erasx ins Land der Perser, 
vervviisteten Artavet und Ganjak Saliasian und den District 
mit Namen ACHhaguan und aspatar omn Peroz% sowie Or- 
mizd'JP^eroz Levond 131 

= pers. Ganjak^ Ganja^ gr. Ta^axa (jiaalleLOv d-eqcvov) 
Strabo 523, lat. Gaza^ Ganzaga Plin., Gazaca Ammian, syr. 
P^n-nnn^ n ?fm im Jahr 485 ZDMG. 43, 409, arab. Jama, 
Jtaznaq etc. Tab. 100, Barb. 17, 161, 171. 

Davon zu unterscheiden Ganjak in der Provinz Arcax, bei 
VardanundKir., vgl.Injijean 310, jetzt Jelisawetpol. — Ganjak 
in Atrpatakan wird bei El., Laz., MX. nicht erwahnt. 

Garikpet Bruder des Rostom(unterYezdegerdllL) Sb.l02, 
offenbar nur der Titel desselben = pers. — ? 

48. ^kq^ Gel [Gel), Gelan, Gilan ofter neben ^qaLtP Deium 
(Delum) genannt: 

El. 90: die Truppen aparhayik^) und die der Katis^) und 
der Hunnen (Honac) und der Gelen [Gel-ar)\ Pseud. 110: er 
sei geflohen zu den Kasbischen [kasbiakan) Thoren nahe beim 
Lande Trails ^) im District Gilan {Gilan-ay)\ MGg. 592: Hyr- 
kanien, Medien, die Delp-k, die Delum-K und Kasb-k (lies 
Gel'k fiir Delp-k, vgl. MGg. ed. Patk. p. 6); ebenda 613: Atr- 
patakan, Re, Gelan, Mukan, Dilumn, Ahmadan u. s. w. ; MGg. 
ed. Soukry p. 12: Dilum-s (ace.) — Gel-auk (iustr.) und Kads- 
auk[m%iT,) ; 40 : Re, Gelan, Sancan, Dlmun-K, Dmbavand u. s.w. ; 
4 1 : Kasb, E^agagits, Gel-k, Dilum-k (nach »Pttomeos«) ^) ; Sb. 57, 

1) Vgl. Tab. 100. 

2) Lies Spandaran-Peroz^ vgl. MGg. p. 610, wo die Districte von Fai- 
takaran heissen : Aif^lihagavan, SpandaranperoU, Ormzdpero^. 

3) Bei Johannisean? p. 106: die Truppen von Aparhaq. 

4) Vgl. Laz. 211, 369, 394 und ZDMG. 33,(160. Die bei Laz. 369 neben 
den KatU erwahnten KopriU sind wohl die bei Ag. 628 neben Neu-§irakan 
(B. unter Nixor) und bei FB. 159, 209, El. 72 neben den Korduk: und Tmorilt 
genannten KordiU, Vgl. MGg. 608, Sb. 60. 

5) PeiB. Talis Tab. 481. 6) Vgl. Ptolemaeus VI, 2, 5. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 35 

z. 2 und 14 V. u. : Vstam emporte sich gegen Xosrov und be- 
gab sich in das feste Land Gelum (gen. Gelm-ay^ lies Ddm-ay 
von Deium, vgl. Nold. Tab. 478 — 480, syr. Chron. p. 8), ebenso 
Sb. 58, z. 2 V. u., 59, z. 3; Sb. 61, 7 v. u. : zaur/c Geium-R (lies 
Detumfe)\ Sb. 34, z.2 v.u.: % Geium-s (lies i Deium-$)\ Sb. 147, 
8 — 9 V. u. : Del-n ev Delum-n (lies Gel-n ev Delum-n 'die Gelen 
und Delum*); MX, 131: die Bewohner des Gebirges, das in ihrer 
Sprache Patiiahar gavat (d. i. pU. Paiaix^arffar, s. unten) ge- 
nannt wird, d. i. das Gebirge der Gelumn^) [Gehnan^)^ die 
Kiistenbewohner — und das Land des Kasbier {Kasbig) ; Mos. 
Kal. I, 294: Geimnazffi^) omn (var. Geianazgi *ein Gilaner' 
MGg. ed. Patk. p. 60); Thorn. 302: i zdrag Delmkag 'von den 
Truppen der Delmik'; Vardan 95: 2 Delmik-s] Kir. 123: das 
Land Persien, Atropatene und Dilum [Dilm-ay gen.). 

Hier ist arm. Gei^ Gel, pi. Gei-R, Gel-k = gr. rfjXat. 
Strabo 503, 508, 510, np. Gel, davon geli 'Gilaner' Barb. 187; 
arm. Gelan, Gelan, GUan = lat. Gelam Ammian 17, 5, 6 (cum 
Chionitis et Gelanis), np. Gelan (pi. von Gel) 'die Gelen, das 
Land der Gelen*, Tab. 479, ddLYon gelanl 'was aus Gilan kommt' 
Barb. 187, syr. p"^^ ZDMG. 43, 407. —Arm. Delum = syr. Delom 
Nold. syr. Chron. 8, np. Delam Tab. 478—481, np. phi. Dela- 
man BB. 4, 47, VuUers Wb., arab. Dailam, davon np. delaml 
'dilemiticus' (VuUers Wh.) aus phi. *delumtk == arm. Delmik ; 
gr. JcXcixvlraL (Agathias), JeXefilTaL, 

Goion Mihran s. unter Cihr. 

Gohar s. unter gohar. 

49. ^nmnpn^ Gotovz Artsruuier Laz. 15 = np. Godarz, lat. 
Gotarzes Partherkonig (41 p. Chr.) Tac. — ? 

Gumand Sapuh General des Perserkonigs Sapuh FB. 148, 
248 = pers. — ? 

50. ^Lbqfi^uiuinL^ Gundiiapuh MGg. 613 (bei Soukry 41 : 
Gtmdtr'Sapurh) Stadt in Xuiastan (Susiana) 

= pers. Gundikapur, alter Gundev-sapur, arab. Jufidai- 
sabur, gr. Bevdecaafidgov^) TtdXcg Tab. 41, Nold. Aufs. 95. 

1] Hier wohl Deium zu lesen^vgl. phi. Delaman und Pataix^argar BB.4,47. 

2) Die Form Geiunij Oeiumn ist falsch und in Oei oder Deiuniy Deitmin 
zu &ndem, falls nicht anzunehmen ist, dass der Autor selbst die Form Qetum 
(auB Oei nach Deium) gebildet hat 

3) Corrigirt von N6ldeke aus Bsydoaa^eiQtov Theophyl. Ill, 5. 

3* 



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36 1. Abschnitt: Fersische Namen. 

Grurgan s. unter Vrkan, 

Gurgen s. unter Vrken, 

Grvandakan die Burg, wo Bindoi gefangen sass Sb. 30, 32 
= pars. — ? 

51. ^utiipi^Jhtit Daneiman Herr von Sebaste (im 11. Jhd.) 
Vardan 112, 113 

= np. danismand ^gelehrt'. Vgl. Mordtmann, die Dynastie 
der Danischmende (inSiwas von 1072— 1 174/5) ZDMG. 30,473. 

52. q.afm Dat Isxan von Hasteank' FB. 21 , Dat Karapet 
d. i. »Vorlaufera (gr. Ag. TCQOfirjniTrjg) des Konigs Trdat Ag. 641 ; 
Dat Atavelean Laz. 256 

ist eine Abkiirzung von Namen wie ^aTaq)iQvr]g oder STtc- 
d-Qiddrrig^) (Fick, gr. Personennamen 1. Aufl. CXXV), phi. 
Datfarrax^'l ZDMG. 44, 652, Dat-Ohrmazd Horn, Sieg. 25, 
26, 29, pers. Yazdandad Tab. 396. 

Vgl. Jang Herodot etc. und Hrartin Datan = Hrartin 
Sohn des Dat, pers. Marzpan in Armenien i. J. 590 Sb. 34. 

Dazu ^tuutnjlriuu Datoyeau pers. Hrama(na)tar Sb. 66, pers. 
Heerfiihrer Sb. 73, Patronym. der Koseform Daioy = nip, 
Dadoi, Jaddirjg Nold. Stud. I, 11, 18. 

Auch in ^uitnuigi^% Databen (gen. Databenay) Nahapet der 
BznunierFB. 19. 

53. fY"'p^"'%q. DarbandMGg. 605, Levond64, Kir. 213, 232 
= np. Darband Stadt am kaspischen Meer mit beriihmtem 

Engpass (np. darband eigentlich ^Thiir-verschluss, Rieger, 
MGg. ed. Soukry 27 = 'Band und Thiir'), arab. Bab al Abvab 
Barb. 68. 

54. Q.m/>ib^< Dareh 'Darius' Daniel 6, 1 u.s.w., Pseud.30flg., 
Dareh Sohn des Vstasp MX. 99, Thorn. Vardan (s. Index), 
spatere Form: ^uipiu Dara, Sohn des Babik, des Herm der 
Siunier, des Schwiegervaters Konig Arsak's von Armenien 
MX. 233 

= ap. Ddrayava(h)uSj hebr. DarayaveS, syr. Daryavak Hoff- 
mann p. 45, phi. DaraySv, pers. DaraVj DUrab, Dara Tab, 3,6, 
gr. Jaqslog, 



1 ) Im Arm. Tgl. Mthrdaty Vsnaspdat 



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1. Abschnitt: Persiache Namen. 37 

55. fl^lr^lfuiit Dehkan Nahapet, persischer Heerfdhrer, Ver- 
wandter der Mamikonier FB. 149 

= np. dihkan 'Landedelmann' Tab. 351, mp. ''^dehkan (s. 
unter deh). 

Deium 8. unter Geh 

56. ^Ir^^uiugnL^ Deniapuh hambarakapet El. 19 — 139, Laz. 
293, 309, 310, 314 [hambarakapet^ 317, 319, abgekiirzt aus 
i^Jr^ilJrbiuiuinL^ Vehdeniapuh, mit obigem identisch Laz. 2 62 — 
318 (ambarapet 262, 264, 291) 

= phi. V(o)huden S{a)hpuhr''i zi Airan anb{p)rakpat-i *der 
rechtglaubigeSapur,Reichsmagazinverwalter'Tab.444, ZDMG. 
44, 671. 

57. Q»L#p<fiif Devdat Sohn des Apstn^), des arab. Ostikans 
von Atrpatakan Job. Kath. 102 — 104 

= zd. daevoddta- Von den Devs geschaffen'. Vgl. phi. 
iedaveh (sprich devves Horn, Sieg. 30) und zd. daevotbi- N. pr. 

58. ^pJ}uuLpitq. Dambavand der Berg Demavend MX. 62, 
Dmbavand District in Medien MGg. ed. Soukry 40 (= Dmbvar 
MGg. 613, entstellt) 

= phi. Damavand BB. 4, 47, Bdh. 70, 1 [kofi Damavand], 
^DimbhavandiL West, FT. I, 234, arab. Dunbavand Albirunl, 
libers, von Sachau p. 213,32; 214,4, 5, Damavand, Dabavand, 
DanbSvand, Dunbavand Barb. 224, 235, 236, np. Damavand 
Fird. I, 6 1 (bei dem Dunbavand u. s. w. nicht ins Metrum 
passte), vgl. Spiegel, Eran. Alterth. 1, 70, Justi, Btrg. zur alten 
Geogr. Pers. II, 3. 

Die alteste Form scheint Dunbavand gewesen zu sein. 

Dmavund s. unter Kavosakan, 

Doi9vc(?) pers. General unter Yezdegerd II. Laz. 202 = 
pers. — ? Vgl. Jola^^dv pers. Satrap (unter XosrovU.) Theo- 
phyl. V, 3 (ZalafiJ;dv V, 16). 

59. qjiLfiiia duxt *Tochter' als zweites Glied von Eigen- 
namen: 

^qxadoii^Ta gr. Ag. 5 *^Tochter des Arta-, d. i. des Artases 



1) Vgl. np. AfSin N. pr. VuUers Wb. 

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38 1 . Abschnitt : Persische Namen. 

oder Artavan oder Ariavazd u. s. w., vgl. phi. ArtaxSatr-dtcxt 
ZDMG. 44, 663; 46, 283; 

Azarmiduxt Konigin von Persieii, Tochter Xosrov's Sb. 99 
= Azarmik Thorn. 97,98, Azrmik Joh. Kath. 44 = pers. Azarmi-- 
duxt Tochter des Xosrov Parvez Tab. 393 aus phi. ''^azarmik- 
duxt (zu paz. azarm ^honour, shame' Min. Gl., Shk. Gl., Ganj. 
Gl.p. 4); 

Goriduxi Frau des Varaz-Grigor, Mutter des jfevanser Mos. 
Kal. I, 310, Goranduxt Sch wester des Bagrat, Gesch. Georg. 
p. 1 12, vgl. den Namen Gor Mos. Kal. I, 211 ; 

Zarmanduxt s. besonders ; 

Zrvandtixt s. besonders ; 

Xosroviduxt Tochter Xosrov^s von Armenien, s. unter 
Xosrov ; 

Mihranduxt 1. Schwester des Konigs Vaxtang, 2. Tochter 
des Konigs Arcil, Gesch. Georg. p. 86, 104; 

Sahanduxt s. unter Sah ; 

Ormzdt4xtj Ormizdtixt Tochter Hormizd's II. s. unter 
Ormizd; 

Sanduxt Tochter des Konigs Sanatruk MX. Ill; Tochter 
des Mamikoniers Vardan, Frau des Nerses, Mutter des Sahak 
N.P.14; 

Sahakduxt aus Partav Vardan 91, vgl. Sakduxt Gesch. 
Georg. 73; 

Varazduxt Schwester des Konigs Tiran, Frau des Pap, des 
Sohnes Yusits FB. 43; 

Vardandtcxt Tochter des Mamikoniers Manuel, Frau des 
Konigs Ajsak FB. 256; 

iCupliduxt Tochter des Siuniers Vasak Steph. Orb. I, 263, 

Vgl. pers. Perozduxt Tochter des Konigs Peroz Tab. 130; 
Nevanduxt(?) Tab. 136, Hoffmann p. 128 ; phi. Mitrduxt^ Narse- 
duxt u. s.w. Horn, Sieg. p. 35, Anakduxt (?Zarduxt?) ZDMG. 
44, 654; 46, 282, roltvdoix Theophyl. V, 12. 

60. ^piuuuiiuirium Drastamat Eunuch des armenischen 
Konigs Arsak FB. 205—208, 

vgl. die Koseform Darast-oi neben Dunisi-di Nold. Stud. 
I, 18 und fiir den zweiten Theil den Namen syr. pers. Zud- 
«7na/;? ^schnell-gekommen ZDMG. 30, 758? 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 39 

61. ^aLutiutf Druasp ein Perser MX. 140 

= skr. Dkruvagva- N. pr. eines Fiirsten, zd. Drvaspa-^ als 
fern. Name einer Gottheit = 'mit gesunden Pferden* d. h. 'die 
Pferde gesund erhaltend', ap. also ^Duruvaspa- von ap. duruva- 
'gesund* und aspa- *Pferd*. 

62. y^ptuqJiuli Erazmak Oberhenker [dahcapet) des armeni- 
schen Konigs FB. 119 

etwa Koseform mit ok (Nold. Stud. I, 31) von Namen mit 
*erazm = arm. razm = np. razm 'Kampf, vgl. iinten den 
Namen Razmiozan zu np. razmyoz *kampf-suehend'. 

63. \jpauii L tniuhlrpuiii Evati Bv Taneran, zu lesen: Eran ev 
Aneran (so die Moskauer Ausg. p. 27) EI. 20, z. 5 *Iran und 
Nicht-iran' 

= paz. phi. Eran u Aneran Min. Gl. p. 12 und 71, Gl. and 
Ind. 67, phi. inschr. Eran u Aneran {gr.J^QiavCJv) Haug, Essay 
on Pahl. p. 4, 46, 50, chald. phi. Aryan u Anaryan ebenda 
p. 50, ap. also Ariyanam uta *Anarty^nam (g. pi. von Arty a- 
'Arier' d. h. 'Iranier'). 

Ajrm. Erany Aneran ist sassanidisches, arm. Ari-k, Anari-M 
arsacidisches Lehnwort. 

Dazu : Eran-kaiuHkos der oberste Bischof Persiens (unter 
Xosrovl.) Sb. 29 = ^ra« Wo/»Ao5 Vardan59, vgl. Sb. 122: »dort 
war der Eran genannte KaiuUkos und andere Bischofe aus Aso- 
restan, Arvastan und Xuiastancr, d. h. der Reichskatholikos, 
cf. phi. Eran-anbarakpat *Magazinverwalter von Eran, Reichs- 
magazinverwalter*, £r3w6fpa^j:>a^ 'Reichsfeldherr* etc. Tab. 444, 
ZDMG. 44, 676, Erandurusthed 'Reichsgesundheitsrath' Hoff- 
mann p. 108, Erandiptrpat 'Reichskanzler^ (s. unter AriJc). 

Aber EtanSahik-k^ das alte Geschlecht der Haikanier 
(Armenier), die Etanhahik Mos. Kal. 1, 287 ; Varaz-j)eroz aus der 
-4ra/*iaAtA-FamilieMos.Kal. 1, 1 92 ; der-BfawifaAtA Vacagan Mos. 
Kal. II, 46 ist nicht = mp. EranSahrlkan *Iranier* (Salemann, 
mp. Stud. 222), sondern = mp. * Arran-iah-lk vonpers. Arran 
Provinz zwischen Araxes und Kur Barb. 17, arm. Aran Gesch. 
Georg. 29, 73, 75 (vgl. MX. 77, 78) + pers. sah 'Konig' + suff. Ik. 

64. \*pnt.iuiuti. Ervand alter Konig von Armenien nach MX. 
114flg., Griinder von ErvandaSat MX. 117, FB. 172, Ervan- 
dakeri MX. 118, vgl. auch Ervandavan MX. 123 



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40 ^- Abschnitt: Persische Namen. 

= np. Arvand Vater des Lohrasp (bei Fird. Ill, 1670, 3082 
dafiir Orand, vgl. IdgF, IV, 151), phi. arvand in Arvandasp 
Horn, Grdr. p. 266, zd. aurvant- (vgl. aurvataspa-), gr. ^Ogdv- 
Tag, ^OgdvTTjg Name mehrerer Satrapen von Armenien im 
4. Jhd. a. Chr. (Judeich, Kleinasiatische Stud. 221—225), vgl. 
^OQOvvofidTTjg Arr. An., D. Sic. 

65. ^uibqju^ Zangak Priester El. 71, Laz. 198 

= np. Zanga, vgl. Zangoi und Zangula Nold. Stud. I, 19. 
Arm. zangak (pers. Lw.) ^Schelle, Glocke^ s. unten. 

66. ^uinuun.nL{uui Zatnavuxt persischer Heerfiihrer (um die 
Zeit des Chosru Nushirvan), nur bei Vardan 57, 

falsch fiir Zarmihr hazaravuxt Steph. Asol. 81, vgl. Laz. 
359, 438. 

67. ^lufiiuuuf Zarasp Gebirge in Asorestan MX. 30, Sb. 94 
= np. Zarasp Sohn des Tos Fird. 11, 810 — 811. Vgl. ZaQvaOTta 
Strabo, ZaqLaOTia Ptol. eine Stadt, Zaqiaaftat ein Volk, Za- 
Qiaanig ein Fluss in Bactrien, 

zd. zairt' ^gelb^ + aspa- *Pferd^ 

68. ^uipk4 Zareh NahapetvonGross-Tsop'k' FB.29; Sohn 
des Perserkonigs Peroz Laz. 523, 526; Sohn des ArtaSes von 
Armenien, Bruder des Artavazd, Tiran und Smbat MX. 132 — 
134; Isxan vonMok-k' N. P. 25 

konnte iiber *Zarerh auf ZctqLctdqt>g Konig von Westarme- 
nien (Tsop'k' = Sophene u. s.w.) 189 a. Chr. (Strabo 528, A. v. 
G. 40) zuriickgehen, wenn dieser Name nicht nach einer 
Miinze (vgl. P. St. 69) Zadriades zu lesen ware. 

Dazu Zarehavan ein Dorf Laz. 182, ein District in Pers- 
armenienMGg. 608 ; vielleicht auch Zama# » konigliche Stadt « 
in AHovit MX. 210, eine andere in Vanand MX. 266. 

Davon zu trennen phi. np. Zarer Bruder des Vistdsp = 
GuStasp, Gegner des Arjasp im Yatk. und bei Fird., der mit 
dem Zairivairi- des Avesta (neben Vi&taspa- als Gegner des 
Arsjafaspa- genannt yt. 5, 108, 112, 117) und dem ZaQtddQrjg 
(fur *Zariares = *ZaQcfaQcg^)?) des Chares von Mitylene 
(Athenaeus 575), dem Bruder de8 Hystaspes identisch ist, vgl. 
Spiegel, Alterth. I, 665; Rapp, ZDMG. 20, 65. 

1 So auch Darmesteter, Zend-Avesta II, 393. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 41 

69. ^uipJiubi^nL^ia Zarmatidtixt Frau des armenischen 
Konigs Pap FB. 244—248, N. P. 123 

aus zarman = phi. zarmdn 'alt' ZPGl. 5 und 48 (= 'funfzig- 
jahrig'), np. zarmdn *8enex decrepitus' und diu:t *Tochter*. 

Bei Kir. 30, 31 und Michael 319 steht Zarmanduxt falsch 
fur Azarmiduzt, 

70. Sj^P'H'^P Zarmihr hazaravuxi pers. General unter 
Peroz Laz. 359, 438, auf den flg. Seiten 439—447, 480, 487 
nur Hazaravuxi (ein Titel) genannt; Zarmihr EtansaMk Mos. 
Kal. I, 288 

= pers. Zarmihr (Sohn des Soxra) Tab. 135, vgl. 121 und 
140—141 Anm. 

71. ^iuifipu/blill Zapranik iSxan von Mokk* Steph. Asol. 178 
(11. Jhd.) 

= np. zafardni 'safrangelb'. 

72. 0^^ Zik und Karen als Name von Feldherrn des Perser- 
konigs Sapuh FB. 169, 177, 187; Zih nvirakapet (»capo dei 
sbirriu) des Konigs Sapuh, als pers. Feldherr FB. 150, 151 ; Zik 
nvirak *), Gouvemeur [dastiarak] des jungen Konigs Xosrov 
von Armenien FB. 261, 

vgl. Zrj'Adv ycal Kaqivav^ fieylazovg yevedgxag ycal arqaTT]- 
yovg gr. Ag. 6 ; Zix eine der hochsten Wiirden (Menander) oder 
Geschlechter der Perser ZDMG. 31, 5, Tab. 140. 

Bei Faustus und Agath. ist Zik offenbar Familienname, da 
es neben Karen steht und die Wiirde durch nvirakapet ^) be- 
zeichnet ist. 

73. ^iiqjfiuuflria Zindkapet und Zndkapet^) pers. Heer- 
fiihrerFB. 154 

ist kein Name sondem ein Titel: Chef der Zindik? 
Dieses zindikiBtnHXiiTlich von Za^f^'Manichaer'zu trennen. 

74. ^uiq.lriin Zradeht 'Zoroaster' El. 126, Eznik 141, zra- 
daHakan, zradeitakan 'zoroastrisch' El. 16, z. 11 v. u.; 112, 
z. 8 — 9; Zradait der Magier [mog)^ Konig der Bactrier MX. 15, 
Thorn. 25 



1) Lies nvirakapet. 

2; D. h. Chef der nvirak^ letzteres = ^a^dovxo^ Apg. 10, 35, 38. 

3; Im Index auch Zndakapet. 



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42 1 • Abflchnitt : Persische Namen . 

= zd. Zarad^tra-^ gr. ZioQodarQrjgj phi. zaratuzsty zaratuH 
Gl. and Ind. 147 etc., Zaratuxhtdn ZDMG. 44, 671, np. Zara-- 
dtdt Sohn des Xoragan, Lehrer des Mazdak Tab. 154, syr. 
ZaradtiSt (3. Jhd., Cureton, Spicil. 25), Zardust Hoflfmann 
p. 87. 

75. ^nLuth Z7*van da8 Urwesen, dessen Sohne Ormizd und 
Arhmn waren ; der Name soil nach Eznik 113 baxt {Tvxrj) oder 
patM (dd^a) bedeuten (in Wahrheit urspr. = *Zeit') ; Zrvan der 
grosse Gott El. 20; Zradast der Magier sagte von Zrvan, dass 
er der Anfang und Vater der Gotter 8ei MX. 1 5 

= zd. zrvan- (ace. zrvanam, dann auch gen. zrvanahe) *Zeit', 
phi. zurvan Horn, Sieg. p. 26, paz. zurvan *time' Shk. 275, 
ZovQova^i bei Theod. von Mopsuhestia (f 428), 8yr. Z[u)rvan 
Noldeke im Festgruss an Roth p. 34. 

Arm. Zrvan setzt pers. Zurvan oder *Zruvan voraus; zd. 
zrvan- ist zruvan- zu sprechen. 

76. ^iiijubi^Llutn Zrvanduxt Fiau des armen. Konigs 
Xosrov, Schwester des Perserkonigs (Sapurlll. 383 — 388) FB. 
261 ; eine Konigin von Persien bei Michael 319, 

von Zrvan = phi. zurvan (s. Nr. 75) und duxt = pers. duxt 
(s. Nr. 59). 

Vgl. pers. Zarvmdad Sohn des Mihr-Narse Tab. 110, phi. 
Zurvandatan (Mahdat der Magei Sohn des Zurvandat) ZDMG. 
44, 671, zd. zrvodata- Von der Zeit ge8chaffen^ 

77. fhiULpti T'avrei in Atrpatakan FB. 145, 189, T^avrez 
152 (von Ganjak FB. 16, 137, 187 etc. verschieden), Tavrei 
Kir. 151,215, farvez 160, Dacrei Vardan 143, tavrei^te^h. 
Orb. II, 43, T'avrez (abl. t Tavrizoy) Steph. Asol. 261 

= np. Tabrez, 

Fiir das 5. Jhd. p. Chr. ist also im Armenischen T^avrez, 
im Persischen Tavyrez anzusetzen. Vgl. P. St. 179. 

78. \sintilruitr Xoream Hauptfeldherr Xosrov's II. mit den 
Ehrennamen Sahr- Varaz und Razmiozan ^) (s. diese besonders) 
Sb. 76flg., Thom. 89, 96, Kir. 30 = Xorem Steph. Asol. 116flg., 
Joh. Kath. 43, 44, Vardan 61, 62 [Xorem ist aus dem regel- 



1; Vgl. ZDMG. 47, 622 flg. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 43 

reohten gen. Xoremay von Xofeam entstanden), Korean Mos, 
Kal. I, 233, XoHan Kir. 29, Xoriane Michael 319 

= arab. pars. Farruhan, Farruxan und Xorahan^ gr. ©cpo- 
X(xvt]gy XoQcavr]gj XwQcdvrjg Tab. 292, syr. Ferukan Nold. syr. 
Chron. 31, Faruxan Hoffmann p. 105, 106. 

Vgl. Vin % Xorean pers. Heerfiihrer Laz. 390, 396. — Die 
Formen mit / weisen auf mp. ^Farruxan (aus ^Farrax^'-an^ 
vgl. np. farrux 'gliicklich' = phi. farrax^^ zu n^^farVyfarreh 
'Glanz* = ap. farnah- gehorig), die Formen mit x auf mp. 
* Xorrehan (zu np. xurreh = paz. x^ar[r)eh^ syr. xurreh^ zd. x^arB- 
nah- P. St. 83, 259, 271). Ueber den Wechsel yon farrux und 
x^'arreh s. Tab. 292 und 395. 

79. }aaiialuuii^uitn Xofoxazat pers. Heerfiihier (Nachfolger 
des Rastom, unter dem letzten Sassaniden Yezdegerd) Sb. 107, 
derselbe bei Mos. Kal. I, 292 ]onam^mm Xorazat genannt = 
pers. Xorrazad Bruder des Rustem (nach Hamza, Journal 
asiat. VI, 7, p. 232 Anm.; Nold. Aufs. 133) 

= pers. Farrux-zad und Xorazad Tab. 395, phi. Fan^ax^- 
zatdn Sohn des F., ZPGl. XXXIH, z. 9, West, FT. 4, p.XXXI. 

Vgl. Farruxanzad und Zaianfarrux Tab. 356, Farruxdad 
Tab. 352, phi. Farrax^\t)dat, Datfarrax^[i) ZDMG. 44, 652. 

80. \aannlu [{pJ^tllt ^oroX'Ormizd Sb. 20, Isxan des Ge- 
bietes von Atrpatakan, Hrama(na)tar am Hofe (der Konigin 
Boran) Sb. 99, Thorn. 97, Vater des Rostom Sb. 101, 107, ab- 
gekiirzt Xorox Sb. 99 

= pers. FarruX'Hormizd SpahbaS von Xorasan, Vater des 
Rustem *) (der in der Schlacht von Qadisiya fiel), bei Hamza 
Xore-Hormuz Tab. 394. 

Vgl. die Namen phi. Farr-Ohrmazd ZDMG. 44, 668 und 
Farrax'^'^ahpuhr ZDMG. 45, 430. 

81. ]ofm#i</iir<.m XofoKhut Secrotar [dpir] des Perserkonigs 
§apuh MX. 150 

= phi. Farrax^but (in Burzanlkrosan iFarrax^butan) Horn, 
Sieg. 25. 

In den drei letzten Namen steht arm. xorox oder xoroh fiir 
pers. /arrwa: = i^\A. farrax^ , Da die Armeniery nicht hatten. 



1) Erbkronfeldherr von Xorasan N6ld. Aufs. 129. 



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44 1- Abschnitt: Persische Namen. 

haben sie fan^x dutch Anlehnung an das mit farrux haufig 
wechselnde x^arreh (s. unter Xoream) = arm. xot- in xotox 
umgebildet. Vgl. P. St. 187. 

82. \anupnil^ Xosrov Name von persischen und armenischen 
Konigen, bei den meisten armen. Historikem, z. B. Xosrov I, 
Vater des Trdat Ag. 29 fl., FB. 6, Laz. 5; Xosrov 11,^ genannt 
kotak fder kleine'), Sohn des Trdat FB. 6—29; Xosrov III, 
FB. 261 — 266, Laz. 19, Xosrov genannt Anuhrvan Sb. 28, 
Aprvez Xosrov Sb. 82 etc. ; doch auch Name von aimenischen 
Adligen, z.B. Xosrov Gabelean El. 77, Xosrov Herr derVahe- 
vunier Sb. 56, Xosrov von Gardman MX. 250, Xosrov Akeaci 
Thorn. 109 

= np. Xusrav, phi. xusrav (geschrieben xtisrub) ^beriihmt' 
Gl. and Ind. 50, paz. xtisrav 'well-famed, renowned^, xusrav t 
'fame, celebrity* Min. Gl. 128, Shk. 255, zd. husravah-^) im 
N&men KavaHusrava 'Kai Chosru', vgl. kaosravanha- ntr. 'hohe 
Ruhm, Beriihmtheit', als masc. N. pr., skr. sugrdvas- 'beriihmt\ 

Vgl. gr. XoaQdrjg^ syr. Xesron und Xosrau (11D1D ZDMG. 
43, 403, z. 7), arab. Kisrd oder Kesra Tab. 151. 

Dazu Xosrovik ein Isxan Steph. Orb. 11, 79; Xosroviduxt 
Schwester des Trdat, Tochter Xosrov's I. von Armenien MX. 
157, Ag. 165 flg., Vardan 39; Xosrovanois Vardan 90; Xosro- 
t?wAt Vardan 37; Xosrovakert FB. 18 und die Ehrennamen 
Xosrov Snum Sb. 65 und Savitean Xosrov Sb. 68. 

83. ^anputqiP lUM^ Xorazm-sah Vardan 143 = np. X^arazm- 
sah, 

84. \s3npui2jrtn Xoruset ein Heiland, aus dem Samen Or- 
mizd's von einer Jungfrau am Ende der Welt geboren Eznik 143 

=phl.Xor5e<arWest, PT.I,12lAnm.2; 233Anm.2; Huse- 
tar Sohn des Zaratust West, PT. 4, 33, Dinkart HI, Gl. p. 20, 
Phl.Min.p. 10,z. 4, paz. J^w^eefar Min. p. 107, zd. UxSyafarata-'^], 



1) Die Neuausgabe hat dafOr durchweg haosrava nom., haosravahhean 
ace, haosravahhe gen., bo dass husravah- hier ganz wegffillt. Np. xttsrav 
deutet aber auf ap. {h)u8ravah- ; filr zd. haosravah- = ap. *hausravah- sollte 
man mp. np. *hdsrav erwarten. 

2) Danach gebildet paz. Husedarmah = phi. Xorsetarmah Min. Gl. 108 
(aber Phi. Min. 10,4 : HuSetarmdh) filr zd. Ux8i/atn9mah-; vgl. Mdh-Xorieddn 
Tab. 389. 



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1. Abschnitt: Fersische Namen. 45 

85. \anptuuutb Xorasan MX. 225, MGg. 614 u. s. w. 

= np. Xurasany -phi, x^arasan 1. 'Osten', 2. 'Chorasan* Bdh. 
Gl. 126. 

86. \aaLdiuuuiut% Xuzastan 'Susiana' FB. 205, Laz. 223, 
343 u. s. w. 

= phl. Xuzistan Bdh. Gl. 126, np. Xuzistdn, ap. [H)uvza'j 
syr. Tin. Dazu ^#iiL</^( zuzik [i-a St.) El. 125, 140, 141, Laz, 
283 flg. 'Susianer* = np. xuzl, ap. {hjuvziya-, 

87. 1|tf/iiy^n< Kapkoh: die Berge des Kapkoh El. 59, Mos. 
Kal. I, 216; Armenien bis zum Kapkoh und dem Thor der 
Alvanlt Sb. 37; Armenien, Georgien, Albanien und Siunik' 
bis zum Kapkoh und zxunparhakn Coray Sb. 143 ; kust % kapkoh 
d. i. die Gegend des Gebirges Kavkas MGg. ed. Soukry p.40; 
dafur Kavkas MX. 19 etc., MGg. 606, Kovkas Sb.29 'der Kau- 
kasus', gr. 6 Kainaoog (schon Herodot). Arm. Kapkoh ist 

= phi. Kafkoh phi. vd. p. 54, z. 8 oder kof % Aq/* Bdh. 
21, 2 V.U., West, PT. I, 37, np. koh % ^5/ 'der Berg Kaf Fird. 
in, 1 199, 1 145 (=Kaukasus), arab. qahq Barb. 437. Vgl. Justi, 
Btrg. zur alten Geogr. II, 5; P. St. 186. 

88. \\uifik% Karen Feldherr des Perserkonigs Sapuh (neben 
Zik,f s. Nr. 72) FB. 169; gei Kareni Pahlav 'die Linie Karen 
Pahlav'MX. 103 flg. 

= lat. Carenes Tac. Ann. 12, 12 — 14, arab. pers. Qardn eine 
der hochstenparthischen (PaA/at?l) Adelsfamilien Tab. 128, 438 ; 
Qaran Sohn des Kava, Feldherr des KonigsNodar Fird. 1,251, 
135; 253, 174, KctQtvag^ ace. Kaqtvav gr. Ag. 6. — Dazu Karen 
als Eigenname eines Isxans aus der Familie der Amatunier 
FB. 38 und eines Sahatuniers El. 77. Siehe tmter Zikj Mihran, 
Suren, Pahlav. 

Auffallig ist der kurze Vocal in der zweiten Silbe der jiin- 
geren Formen, die an sich ein arsacid. Kdran oder Kdrin vor- 
aussetzen wiirden. Der armenische Nominativ Karen kann fur 
Karen stehen, setzt aber jedenfalls wie lat. Carenes ein pers. 
Karen voraus. Moses Xorenapi hat zwei Formen, 1. Karen, 
woven er ableitet: kanenean {Pahlav)\BiemacYi (nehensurenean 
Pahlac) 103, Karenan-k 'die Karens* (neben Surenank) 102, 
karenan [Pahlav) *^karenisch* 153 und den Genitiv Kareni 
(Pahlav) die Linie 'Karen* Pahlav (neben Sureni Pahlav) 103; 



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^ 



46 1. Abschnitt: PersischeNamen. 

2. Karin, von dem das Adj. Karnan ^karenisch^ [Qeln Kariian 
oder i^eln Karnan Pahlam-n 'die Linie Karen Pahlav' 151, 152, 
153, 172) und der Genitiv Kami (das Geschlecht des Kami 
Pahlav neben Sureni Pahlav 149) abgeleitet ist. Moses selbst 
setzt allerdings nach diesen Formen einen Nominativ Kam 
(neben Suren) 148 (vgl. auch »das Haus Kam Pahlavi-na 151) 
an, der aber, nach den persischen Formen zu urtheilen, un- 
richtig erschlossen ist. Vom rein armeniscben Standpunkte 
kann man freilich Karnan und Kami sowohl von Kam wie 
von Karin ableiten. Vgl. Kaqivag gr. Ag. 6. 

89. \\uii.uiin Kavat Perserkonig 1. Sohn des Peroz Sb. 25, 
2. Sohn XosroVs II. Sb. 95 fig,, Mos. Kal. 1, 254 flg., Kir. 22, 30, 
Vardan 57, 61, 62 

= gr. Ka^ddrjg, Ka^drtjg, syr. Qavad, np. (bei Fird.) Kai 
Qubadj arab. Qubad Tab. 135, phi. Kavat (ein Obermobedh) 
Horn, Sieg. 27, paz. Kaikavad Min. Gl. 115, zd. Kava Kavata. 

90. 1|tf/£. ]ofiu/vn#^ Kav Xosrov: der Kaiser (Maurik) von 
Griechenland erbat sich vom Konig (Xosrov II.) von Persien 
den Leib jenes tod ten Mannes, der sich in der Stadt Saus 
(= SuS) befand, im koniglichen Schatze, in einem kupfemen 
Becken liegend, den der Perser nennt Kav Xosrov, die Christen 
aber den (Leib) des Propheten Daniel Sb. 46 

= np. Kai Xusrav, zd. Kava Htisrava (s. Nr. 82). Vgl. Tab. 58, 
Nold. syr. Chron. 43, ZDMG. 47, 625. Freilich ist gerade Kai 
Xusrav nachFirdusi nicht gestorben, sondem lebend ins Jenseits 
entriicktworden. Vgl. Darmesteter, Zend-Avestan,661, Anm. 

91. liiULnuut^u/b kavosakan in: Dmavund vsemakan ^) aus der 
kavo8'\schen Familie, pers. Feldherr des Konigs Sapuh FB. 147, 
durch das Suffix akan = phi. akan von kavos abgeleitet 

::= np. Kdos Fird. I, 443, 164 u. s. w., gr. Kadarjg Sohn des 
Konigs KavaS Procop Pers. I, 11, Tab. 147, paz. Kahos (falsch 
fiir Kaos) = phi. Kaos Phi. Min. 25, 13, zd. Kava Usa, — 
Bei Pseud. 108, 115 u.s.w. steht arm. Kavos fur gr. KvQog. 

92. V^^iT ^omMGg. 614, ed.Soukry40 = ir(?7w«Sb.61,65 
= np. Kumii, arab. Qumis Barb. 4 64, gr. Kcofiiarjvrj, Kofii- 

atjvrj Strabo und Isid. Char., also mp. Komih Landschaft siid- 
lich von Tabaristan. 



1) Vgl. Apakan vsemakan FB. 150. 



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1. Abschnitt: PersiflcheNamen. 47 

93. lipJlu^ Krman MGg. 613, ed. Soukry 40, 41 (Krman, 
Kurman, Karman, Kranapat^ lies Krman anapat 'das ode Kir- 
man'), Thom. 258, Laz. 49 u. s. w. 

= np. Kirnian (Karman) Barb. 482, phi. Kirman phi. vd. 
p. 6, z. 2, 8 V. u., gr. KaQfiavla. 

94. ^utJiuqutuui Hamazasp *) Herr der Mamikonier Laz. 103, 
Hamazaspean Sohn dieses Hamazasp und der Tochter des hi. 
Sahak, Bruder des hlg. Vardan und des hlg. Hmayeak Laz. 103, 
vgl.E1.150,MX.256,FB.242,Sb.50,143,N.P.68,123,Thom.71, 
72; Hamazasp Artsrunier Thom. 109; Hamazaspuhi Schwester 
des Hamazaspean und Vardan (also Tochter des Hamazasp), 
Frau des Rstuniers Garegin FB. 178, 242, 243 

ware ap. = "^Hamazaspa- von *hamaza- = skr. samdja- 
'Versammlung, Menge' und aspa- = skr. agva- 'Pferd', vgl. 
zd. Habaspa- von *haba- ^ skr. sabha- 'Versammlung* und 
aspon, 

95. ^luJi^j Hamdoy ein persischer Emir Thom. 144, 149 
Koseform zu Namen wie Hamdadan (Alblrunl Uebers. 192) 

Oder zu arabischen mit hamd 'Lob' gebildeten Namen ? Vgl. 
Nold. Stud. I, 23. 

96. l^Jhijlfuili Hmayeak Mamikonier El. 99, FB. 242, Laz. 
103flg.; Dimak'sean El. 77, 93, Laz. 103flg.; Herr von ASogk' 
MX. 265; Xorxotunier N. P. 25, 

vgl. zd. Humayaka- ein Teufelsverehrer yt. 5, 113; Huma- 
(gen. Humayd) Tochter des ViStaspa- yt. 13, 139, ZDMG. 36, 
584, phi. humak Yatk. 62, 77, np. Humat] zd. humaya- im Vispe- 
red 'gehorsam' (nach Darmesteter). 

97. l%i^li^ Hndik'k (gen. Hndkag) 1. Indien El. 45, 
z. 5 V. u., MX. 40, 153, 154, 166, Pseud. 95, 108, 128 u. s. w., 
1 Maccab. 8, 8 [xcjQav Tr]V ^Ivdixi^v) MGg. 614 (wo auch 
Hndkastan)^ davon hndkayin 'indisch' (das indische Meer = 
rothe Meer) MGg. 591, Pseud. 138 ; hndkakan 'indisch' (Meer) 
ebenda; 2. 'Aethiopien': der Libyer und Inder [Hndkag) Pseud. 
87 ; Aegypten — das Land der Inder (Hndkag) — Libyen u. s. w. 
Ag. 515; warum wird niemals Jemand in Indien (t hndiks) weiss 
geboren? Eznik 155; Hndik = Ai^loip Jerem. 13, 23, 



Ij Vgl. 'AfAa^aanrjg Procop Pers. II, 3. 



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48 1. Abschnitt: Persiflche Namen. 

np. Hindu 'Inder', Hindusiian, HinduvcLn A. M. 6, 10 *^In- 
dien'; AtWt ^^indicus' ; phi. Hinduk^ pi. Hindukan Salemann, 
mp. Stud. 222, 228, phi. ys. 56, 11, 6. 

Vgl. Mo8. Kal. I, 257: *iii eine Halle genannt (d. h. auf 
persisch) Ratak % hnduk im Hause des Maraspand', wo katak i 
hnduk = phi. katak i hinduk 'Haus des Inders' ist, entsprechend 
dem bay i hinduvan 'Garten der Inder' bei Tab. 357. 

Hoyiman= Yefnan(?) pers. Statthalter von Armenien Sb. 34, 
70 = pers. — ? 

98. Ijtuiqt^ju/u Hrazdan MX. 29, 84 ein Nebenflnss des 
Araxes; Xosrov II. trat an den Kaiser ab »das Hans (= Land) 
der Tanuter-Truppe bis zum Flusse Hurazdana Sb. 45 (danach 
die Stelle bei Thorn. 88, wo Hurastan geschrieben ist), 

dem Namen nach = i^\i\. frazdan ein See in Sejestan (Bhd. 
Gl. 195, West, PT. I, 86), zA, frazdanu- (nur yt. 5, \(^^\ pasrie 
ap9m frazdanaom) . 

99. Ijtui^uiin Hrahat Herr von Aso^k' Laz. 126; Kamsara- 
kan Laz. 371 flg.; Mamikonier Laz. 394 flg.; Sohn des Gazavon 
MX. 249; pers. Marzpan von Armenien unter Hormizd IV. 
Sb. 34, verschiedene Steph. Orb. I, 106, 252, 253 flg. 

= gr. JiipQadrr^g pers. Feldherr unter Hormizd IV. (6 xara 
rfjg J^Qfievlag rag aTQarrjyldag kaxcbv tov Ttokifiov fjvlag) 
Theophyl. lU, 5, syr. tDmS)« i. J. 430 ZDMG. 43, 396, z. 15, 
alter WQadrrjg Name mehrerer Partherkonige *), lat. Phrddtes^ 
Phrahates (Horaz, Tacitus, Justin), alteste Form OQaSdrrjg 
(Memn. Fragm.), Phradates (Curtius), auch in AvTO(pQad(xrr]g 
(= ap. *vatafra5ata')y np. Farhad^ zd. fradata-, 

Hrartin s. unter Dat. 

100. l^L Hrev Stadt und Land, jetzt 'Herat' Laz. 326, 
327, 331, 343; Har Sb. 67 (lies Hrev) 

= ap. Haratva-, zd. Haraeva-j syr. Harev i. J.430 ZDMG. 
43, 410, np. Hare Spiegel, Keilinschr. p. 245. 

^L \\uimlf2Ui% HreV'Kateian MG^. 614 = *Hrev der Ka- 
dischaer' ZDMG. 33, 162 Anm. 



Ij Vgl. A. V. G. p. 43, 75 u. s. w. 



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1. Abschnitt: Fersische Namen. 49 

^L^IbaJlutu^aL^ Hrevmomsapuk der Isxan von Hrev Laz. 
327; der grosse iSxan des Landes, auch Hareviiom^) Sapuh 
genannt EL 1 52 ; Hrevsotum ^) Feldherr des Perserkonigs Sapuh, 
Arsacide FB. 151 

aUs Hrev-hinom Treude' (s. unten) und Sapuh. 

Hrtiden s. unter Biurasp, 

101. ^h%g deU'/i (gen. denag) 'China, die Chinesen' MX. 
162, 163, denastan 'China' MGg. 616, denhakurTiieX desKaisers 
von China 2) MX. 162, MGg. 616, ed. Soukry p.46, Levond 61, 
cenazneay 'aus China stammend' MX. 167,8, cenik 'chinesisch', 
vgl. unten. huicenik und daricentk, 

np. Cin, dtnistan 'China', phi. Cen, Cenastan Bdh. Gl. 121, 
np. cinl 'chinesisch' = phi. *cemk. 

102. -gli^p fiai^tuii Cihr Buzan^ Vihr Vhiaspuhen^), 6ihr 
Viovn Mihran drei persische Marzpane von Annenien unter 
XosrovII. beiSamuelvon Anip. 77; Vihr-Biizen^ Cihr-Vina^p 
Suhen% Vihr -Viovn Nihran^) Kir. 30; d^r zweite von diesen 
heisst Cthovr- Vinasp^ ein Suren, Verwandter Xosrov^s I. (von 
Vardan, Sohn des Vasak getodtet) bei Steph. Asol. 85 (seine 
Vorganger Miei der Gnunier, DenSapuh, der das Ormuzd- 
Feuer (ormzdakan hur) in R^tunik' anziindete, und Yarazdat; 
sein Nachfolger Davit' der Sahatunier unter Onnizd, Sohn 
Xosrov^s I. Steph. Asol. 84 — 87 ; vgl. Vardan p. 61); derselbe 
SureUy Marzpan von Armenien unter Xosrov I., von Vardan, 
dem Sohne des Vasak getodtet (1. J. 572, Tab. 439), wird von 
Sb. 26, z. 1 und 6, 29, z. 15 erwahnt und seine Nachfolger*) 
Vardan Vinasp und Goion Mihran genannt Sb. 29, wahrend 
bei Job. Kath. 37 — 38 nach dem Marzpan Suren der Marzpan 
Vsnasn Vahram (lies Vsnasp Vahram) kommt, unter dem Yizt- 
buzit den Martyrertod in Dvin erleidet. 

1) Lies Harevanom, resp. Hrevsnom. 

2) Bdkur = pers. arab. fay fur Titel des Kaisers von China, aus pers. 
^hay-puhr = *Gotte8-8ohn. Vgl. Horn, Grdr. p. 71, Anm. 1. 

3) Lies Vmaap Suren. 

4) Lies Suren. 

5) Lies Mihran.' 

6) Allerdings nicht als Marzpane, sondem als persische Heerfdhrer, 
die nach Armenien kamen, w&hrend nach Sb. 26 der Mihran Mxkrevandak 
als persischer HeerfQhrer nach der Ermordung des Suren nach Armenien kam. 

Uftl>8chinaBn , Armenischo Grammatik. 4 



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50 1* Abschnitt: Persische Namen. 

Die Namen mit Cihr sind daher unsicher; vielleicht ist der 
zweite Mihr- Vinasp Suren zu lesen *) ; s. unter Mihr, 

103. y^uilinLpu/b Makuran MGg. 613, El. 124, Sb. 110 

= arab. pers. Makuran^ jiinger Mukran, Makran *die Pro- 
vinz Mekran' Tab. 18, Barb. 538. 

104. M^uitT Mam eine Frau aus Persien Vardan 100 

= np. mam 'Mutter*. Vgl. unten arm. mam 'Grossmutter*. 

Dazu Mamak ein Mamikoniier Sb. 48, 56. — Vgl. arm. Pap 
= np. JaJ'Vater' (aus /?ap) und phi. Ptf/?aA. Ueber Verwandt- 
schaftsnamen als Personennamen s. Noldeke, WZKM. 6, 309 
(wo auch neusyr. Baba und Mama als Mannesnamen). 

105. \^u/but^fip4 Manacirh Rstunier Fi3. 24 (gen. Manacer- 
hay FB. 25), Manacthr (var. Manacirh) MX. 169, 192, Manacthr 
Steph. Asol. 66,67, Manacir Vardan 43, 44, der hlg. Manacthr ^ 
genannt Grigor Kir. 24, Samuel von Ani 74 

, aus Mana-^ das auch in Manavaz = Movdfia^og und viel- 
leicht in Manakert einOrt in Rstunik' (Injijean, alte GTeogr. 169) 
vorliegt, und ctrh = ap. ci^^a- 'Stamm, Abstammung^ in ariya- 
ci'^^a- Von arischem Stamme*, zd. cidra- 'Same, Abstammung, 
Gesicht* in zd. daevocidra- 'von den Devs abstammend' = paz. 
devcihar Shk. 241; zd. gaocidror 'Stiersamen habend* = ap. 
rwal^^QTjg (*ffauct&^a-) = np. Gozihr Tab. 4 ; zd. hucidra- 'von 
edler Herkunft oder mit schonem Gesicht' = phi. paz. htwihr, 
hucihar Yatk. 48, Gl. and Ind. 47, Min. Gl. 105 = np. hujir, 
xujir, huzlr 'schon, treflflich* ; zd. Manukcidra- = phi. Manuk- 
cihr Bdh.81,11, West, PT.4,29, auf Miinzen derPersis Manu- 
ci&r^) Ztschr. f. Numism.IV, 180, vgl.ZDMG.44,651 ; 45, 431, 
parsi Manucehr ZDMG. 36,85, np. Minocihr Fird.1,95, Tab. 6. 
Was ist np. manacihr Fird. I, 95 ? 

106. X^uAiuuui Manavaz MX. 26 (in mythischer Zeit), fohmn 
manavazean 'die Familie der Mana vazier*, unter Konig Xosrov 
demKleinenvonArmenienausgetilgtMX. 188, FB. 9, Manavaz 
Isxan von Kolb FB. 29, I§xan von Dzork' N. P. 25 

1) Der erste Mthr-hurzen = pers. Mihrburzln (Hofl&nann65 u. s.w.)? 

2) Phi. m-nu c-tri [m-n y-z-tan) der Hajiabad-Inechrift gehftrt nicht 
hierher (P. St 100;. Ich vermuthete, dass es bedeute: 'dessen [mn-u) Ab- 
Btammung (yon Gott, ist', und erfahre von Dr. Andreas, dass er es seit 
Jahren so gedeutet hat. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 5j[ 

= gr. Movdfia^og Konig von Adiabene, mit dem Beinamen 
Ba^alog^) (Joseph., D. Cass.). — Vgl. J^Qrafia^og^ Meydfia^og, 
TtQl/ia^ogj 0aQvdfia^og, 

Dazu Manavazkert FB. 263 = Manazkert FB. 226, El. 22, 
Thorn. 224, Zenob 40 (Var. zu Manckert), Steph. Asol. 73, 179, 
Arist. 113, 115 u. 8. w., Manckert Vardan, Mt. Urh. (s. Index): 
Stadt im District Hark' oder Apahunik*^, spater Menazgerd, 
Melazgerd ZDMG. 33, 144, jetzt auf den Karten Melasgerd 
nordl. vom Van-See; davon Manazkertegi Laz. 333. 

Als Koseformen von Manacirhy Manavaz und andern 
Namen*) mit Mana- konnen gelten: Manak Isxan von Basean 
FB. 21, Manen Amatunier El. 71. 

107. U»«,t,ftf 3fa;i^cApahunierE1.33, 71, Laz. 126,MX.265 
= gr. Movalarjg Farther (Plut, D. Cass.), lat. Monaeses 

Hor. Od. 3, 6, 9, Tac. Ann. XV, 2, Spiegel, Eran. Alterth.IlI, 
119, 161, A. V. G. 99, 131. 

108. \^ui%[, Manx der Religionsstifter Eznik 116, 117, 287 
(gen. Maneay 290, 293) 

= pers. Manx Tab. 47. Die Pehleviformen s. Shk. 258. 

109. \\^uiulfg MasinR (gen. Maseag^ ace. Masi-s) der Berg 
Masis in Armenien 

= np. Masts Gazophyl. 236, letzteres nurpers. Umschrei- 
bung des armen. Wortes.] 

110. Xftuputuufuiisi^ Maraspand Name eines Mannes Mos. 
Kal. I, 258 

= pers. Maraspand Tab. 362, paz. phi. Maraspand Shk. 258 
(mdnsarspand Bdh. Gl. 229 ist nur Umschreibung des Zend- 
wortes), zd. mqdreni spentem^ mand. nD'^BDnKti Nold. syr. 
Chron. 29, Anm. 3. 

111. y^uiftif. L Tj^iupiiJintn Marg und Margtot Landschaften 
(von Xorasan) Sb. 67, fiir letzteren: \^utpilJmaia Marvitot Laz. 
233, in MGg. entstellt'): Mrv und Mrot (ed. Soukry 40), Amr^ 
3fr(?^ (ebenda 42), Mrum Aruast (Vened. 614) 



1) KoBeform von Movofia^os, vgl. Ndld. Stud. I, 29. 

2) Dazu Manasp Xorxohinier FB. 29? 

3) Aus Marv und Marvitot. 

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52 1. Abschnitt: PerflischeNamen. 

= ap. MargU'^ zd. Mouru-^ gr. MaQytavri die Landschaft^ 
MaQyog der Fluss (Strabo), phi. Murv Yatk. p. 50, np. Marv 
Tab. 1 7 ; phi. martHrot *der Merv-Fluss' Bdh. 50, 1 8, np. maryab 
'Merv-wasser'. Es gab 2 Landschaften 1. Marv, bei Yaqut: 
Marv aUahijS7i i), 2. Marv trot 'Fluss-Merv', bei Yaqut Marv-- 
arruS^). — Phi. rot = np. rod = ap. rauta 'Fluss*. — VgL 
P. St. 248. 

Marie = Marucan pers. General FB. 154 

= gr. MaQOv^ag b twv Ileqawv aTQaTijydg Theophyl. HI, 5, 

112. Xfutp^ MarR (gen. Mara^) die Meder und Medien MX. 
39, 46, 47, 137 u.s.w., FB. 143, 160, 209, Ag. 515, 628, MGg. 
606, 612 u. 8. w. 

= ap. Mada- 'medisch, Meder, Medien', gr. Mfjdog, ol Mfjdoc^ 
syr. Bc'd' Madaye Hoffmann 107, phi. Madikan *Meder', mp. 
Mah einige Gegenden des westlichen Mediens zur arab. Zeit 
BBIV, 48, Tab. 103. — Vgl. Olshausen, Parthava und Pahlav 
45flg., P. St. 199, 201. 

Dazu Maraparsagi "^der Medoperser' MX. 55 ; Mar amat das 
iibersetzt wird: der Meder ist gekommen MX. 123 (amat = 
np. amad)] marakan 'medisch' (Kleid) Pseud. 116, 117. Von 
gr. Mfjdog abgeleitet ist Medagi MX. 30. Sonderbar ist lat. 
Marcomedi s. A. v. G. p. 143. 

113. \^lf^lf%t^li Mehendak RStunier mit denVar. Mehundaky 
Mehandai, Mehen, Mehedak FB. 17, 44, 71, 104, MX. 201, 
N.P. 25, 52, Thorn. 60 

klingt persisch und gehort wohl zu |]*^/y<Lu#ifY^^ Merhr 
evandak oder \^lripLju%t^li Mehrevandak^ vgl. Vahram Merh- 
evandak Sb. 30 = Vahram Mehrevandak Thorn. 85 = Vahram 
Mehevand^ie^h.. Asol. 1 14, d. i. pers. Bahram Uohln Tab. 1 39 aus 
der Familie Mihran, vgl. Mihrann Mihrevandak 'der Mihran 
Mihrevandak' pers. Feldherr unter Xosrov I. Sb. 26 

= pers. *Mihravarhdak = ap. ^ Mi^ahandaka- 'Diener des 
Mithra'. 

114. ^h^itnLdiub Mehruzan Artsrunier El. 150, Laz. 256, 
Levond 195, N.P. 53, Mos. Kal. I, 117, Joh. Kath. 30, Steph. 



1) D. i. pers. Marv % idhagan 'das kOnigliche MerV und Marv i rod 
*Fluss-Merv', vgl. N6ld. syr. Chron. 39. Syr. n^ und ^l*^l-ia ZDMG.43,412. 



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1. Abschnitt: FersiscbeNamen. 53 

Asol. 71, Merhuian Artsiunier, Bruder des hig. A^an Laz. 185, 
Meruian FB. 140—255, MX. 222 flg., Mehuzan Thorn, 62flg. 

= pU. Mitrucan ZDMG. 31, 589; 46, 286, WZKM. 4, 357, 
zu sprechen Mihrcyan, zu zd. midrdaojah- Wthramachtig' 
yt. 10, 104. 

Der Name ist von Mi&Qofiov^dyrjg zu trennen. 

Merakbut pers. Statthalter in Armenien Sb. 34 = Merkut 
(verdorben) Sb. 70 = pers. — ? 

Vgl. obenarm. Butmah und Xorohbut, phi. Mdhbut, Martdn- 
but, Martbut Horn, Sieg» 25, 40, ZDMG. 44, 674, 659; 46,283. 

115. B»^</f Mihr der Gott El. 25, 27, 128, 144, Pseud. 49, 
52, MX. 203, Thorn. 86 u. s. w. 

= zd. Mi&ra-, ap. M{t}&ra' (BBIX, 132), erst in den In- 
schriften des Artaxerxes Mnemon und Ochus, gr. MiS-Qag, 
Ml&Qrjgj lat Mithras, phi. geschiieben M{i)tru, gesprochen 
Mihr, paz. np. mihr, 

AlsPersonenname : 3f«Ar Bischof von ArdzaxMos. Kal. 1,4 1 7. 

Davon abgeleitet: 

mrhakan Ag. 593: i mrhakan meheann anvaneal ordvoyn 
Aramazday 'zu dem mithrischen Tempel genannt des Sohnes 
des A. = zu dem Tempel des Mithra(*JtftrA), der Sohn des Ara- 
mazd genannt wird'; mihrakan [tohm 'Familie*) Mos. Kal. II, 67 

= phi. m(i)trugdn (sprich mihragdn) *Mithrafest^ Bdh. 33,9 
= np. mihraffdn ^) Fest des Mithra im Monat Mihr (s. unter 
mehekan), vgl. den Namen Mihraydn-kadak ^) (arab. mihrejdn- 
qadaq) District im siidwestl. Medien 2JDMG. 28, 101 flg.. 
Barb. 552; 

Mihran eins der vomehmsten persischen Geschlechter : 
Raham aus der Familie Mehran El. 1^; Mihran pers. Feld- 
herr Laz. 404, 406 flg. ; Sapuh aus der Familie Mihran Laz. 
446 flg.; Mihran Mihrevandak pers. Feldherr Sb. 26; Mihran 
Schwestersohn Xosrov^s 11. Joh. Mamik. 15; Mihran Ver- 
wandter Xosrov's II. Mos. Kal. 1,286 (griindet die Stadt Mihr- 
avan in Gardman 287); Mihran BdeaSx von Georgien Mos. Kal. 



1) Vgl. Albirunl, fibers, ron Sacbau p. 208. 

2) Ann. Mihrank'atak MGg. ed. Soukry p. 40 District der Kuat • 
Xorvaratij syr. Mih{r)aqdn{q)aday Hofi&nann 67, MOiraqanqa&ay ZDMG. 
43, 412. 



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54 1 . Abschnitt : Fersische Nomen. 

I, 116 u. 8. w., vgl. mihrean [tohm 'Familie*) Mos. Kal. I, 100, 
^ihranduxt (s. oben tmter diixt) 

= pers. Mihran Tab. 139. 

Zusammensetzungen mit Mihr: 

Mihr-ArtoHr Siunier Steph. Orb. I, 92, 133, 139; 

Mihrdat MX. 88, 90, 91, Pseud. 94, 100; der Perser Mihr- 
dat, von den Arabem Othman und Moawia geschlagen Kir. 33 
= gr. Mi&QaddTrjgj ML&Qcddvrjg, lat. Mithrtdaies, Mekerdates, 
phi. M{i)trd{a)t[a)n (sprich Mihrdatan) ZDMG. 44, 660, np. 
Mllad (Marquart bei Nold. Stud. II, 31), syr. M-hl-d in nnSinbstQ 
fur pers. Mlladgird Stadt im Gebiet von Rai ; 

Mihr-Xosrov pers. Heerfiihrer Job. Mamik. 46 — 47; 

Mihr-nerseh Gross-Vezir des Konigs Yezdegerd 11. [vzurk 
hramatar Eran ev Aneran) El. 20 — 100, hazarapet Areag Laz. 
107 — 323, Steph. Orb. I, 99 = pers. Mthr-Narseh, Mihr-Narse 
mit dem Beinamen Hazarbanda ftausend-sklavig') , Vezir 
Yezdegerd's I. Tab. 76, buzurgframadar des Bahram Gor Tab. 
106, 111; Vezir Yezdegerd's II. Tab. 113; syr. Mthmarse 
Bischof ZDMG. 43, 410; 

Mihr-iapuh Mardpet (Obereunuch), ArmenierLaz. 2 1 [Mer- 
sapuh Artsrunier Thorn. 67,81,84 lies Nersapuh ?) = pers. Mxhr- 
iopSrTab. 75; 

Mihr-Sebuzt pers. Marzpan Mos. Kal. 1, 2 1 3, s. Mnier Sebtixt ; 

Mihr-vhnasp CvarSa^i (mit Sapuh, dem Rathssecretar, Ge- 
sandter des Persers Nixor an den Mamikonier Vahan) Laz. 489, 
495, 496, 498 = pers. Mihr-Gusnasp Tab. 395. 

Vgl. pers. Mihr-Adar von IstaxrTab.463, Adar-Mihr Tab. 
464, Mihr-Hormizd Sohn des MardanSah Tab. 379, phl.3l{«)^-. 
Okrmazd-i, M(t)tr'mah, M(%)tr-Aturfarnbag u. s. w. ZDMG. 44, 
651, 659, 660, Horn, Sieg. 23flg. 

Eine Koseform solcher Namen ist vielleicht Mihru (belegt 
ist nur der Gen. Mihrui Sb. 63) fur *Mihroy ein Armenier aus 
dem Hause Dimak^sean = pers. Mihroi Nold. Stud. I, 22. 

116. y^nLiJiuab Muikan nivsalavurt pers. Feldherr El. 74 — 
113, Laz. 202, 214, 215, vgl. Mskan FB. 153, Thorn. 73 u.s.w. 
= pers. Muskan Nold. syr. Chron. 16. 

Mrtkan, Marikan, Matkan pers. Heerfiihrer FB. 158, 249 = 
pers. — ? 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 55 

117. gtf/^f/. ya2;c/em Siunier Laz. 413flg., yardan56 

= pers. Yazd Horn, Sieg. 36, Kurzfonn von Namen wie 
Yazdefftrdy Yazdpandhj Yazdeguhnasp etc. Tab. 96, 240, Horn, 
Sieg. 36, syr. Yazdad ZDMG. 43, 400, z. 6. 

Dazu die Koseform Yazden pers. Statthalter (sahmanakat) 
in Armenien unter Xosrov II. Sb. 34, 70 

= Yazdin Director der Grundsteuer unter Xosrov II. Tab. 
383, vgl. Hoffmann p. 264. 

Andere Koseformen: Yazdak Horn, Sieg. 36, 29, 35, syr. 
YazdoiTiimG, 43, 410. 

Zu zd. yazata- 'gottliches Wesen, Genie', phi. yazatan, 
yazdan^ paz. yazddn 1. 'die Genien, Geister', 2. 'Gott' Gl. and 
Ind. 173, Haug, Essay p. 4, Min. Gl. 220, np. i^^arf 'Gott^ 

118. Qiunfulrfttn Yazkert Perserkonig: Yazkert (I.) Bruder 
des Vfam, Sohn des Sapuh Laz. 49 flg. ; Yazkert (II) Sohn des 
Vtam El. 7, Urenkel des Sapuh El. 34, Koritm 25, 29, Laz. 
103—335; Yazkert [JH) Sohn des Kavat i), Enkel XosroVs 11. 
Sb. 99; vgl. Mos. KaL I, 292, Thorn. Index, Vardan Index 

= phi. Y[a)zdk(e)rt^ syr. Izdegerd^ arab. Yazdajird, np. 
Yazdeffird, gr. ^ladiyiQStjg etc. Tab. 72. 

Vgl. phi. Yazdank^rt BBIV, 50, Horn, Sieg. 24. 

119. Qirqinuyutp Yeztayar in dem Namen Astat Yeztayar^ 
Feldherr Xosrov's H. Sb. 76, 77 

= mp. yazd (= zd. yazata-) + aydr 'Freund, Heifer'. Vgl. 
-psxsi Aurmazdyar^ Allahydr ZDMG. 36, 84. 

120. QgtqutiHilj^tuuui Ydzatvinasp Milchbruder des Konigs 
Peroz Laz. 325, 326, Sohn des Astat aus dem Hause Mihran 
Laz. 344 ; Kommandant der Festung Bolberd in Basean (unter 
oapuh dem Mihran, Marzpan von Armenien) Laz. 447 

= pers. Izadffuinasp, ^leadiyovavacp Tab. 140, 480. 

121. Q/i^paLi/itn Yiztbuztt (gen, Yi'^^^dt/^^^t) Joh. Kath. 54, 
Taufname des Magiers Maxoz aus dem Dorfe E^unarastan im 
District Beiapuh'^), der unter Xosrov I. durch den Marzpan 



1) Bei Mech. yon Ani (ed. Patk. p. 44) richtiger genannt Yazkert ooA- 
riarean d. i. Yazkert Sohn des ^ahriyar Tab. 360, 397. Dieser Sahriydr 
war der ftltere Bruder des Kavat (pers. Kaya^ Seroi) Tab. 359. 

2) Vgl. syr. -iia^n-ia als Bischofssitz ZDMG. 43, 408. Ein Bih-iahur 



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56 1- Abschnitt: Persische Namen. 

Vsnasn (lies Vinasp) Vahram in der Stadt Dvin den Martyrer- 
tod erlitt; der Name bedeute: astvac apreQoig = *Gott hat er- 
lost* Joh. Kath. 38, Vardan57 ; Ezitbuzit derselbeSteph. Asol. 84 ; 
Mazoz = Yizdbuzit Samuel von Ani 75 

= np. Yazdbozed, gr. ^lafiol^ifjTrjg Tab. 162, 287, Horn, 
Sieg.24, syr. TT*inTT% zu lesen yazdbozed ZDMG. 43,397, z. 1. 

Vgl. phi. Yazdanboiet Horn, Sieg. 24, ZDMG. 44, 676, 
M{{)irbdzetj Aturboiet Horn, Sieg. 31 und die Namen ^wS-boxt 
BBIV, 49, Horn, Grdr. p. 270. 

Der Name mp. Yazd-boied *Gott erlost' ist nach semitischem 
Muster gebildet, da es semitische, nicht indogerm. und ira- 
nische Art ist, Satze als Namen zu gebrauchen. Nach idg. und 
iran. Bildungsprincip hatte der Name zd. ^ycuatb^buxta = mp. 
*yazdbuzt (als Compos.) = Von Gott erlost* oder als mp. Neu- 
bildung (von boxtan, ptc. bozt) *yazdbdxt = Von Gott erlost* 
(nicht = Gott hat erlost) lauten miissen. Vgl. phi. Yazdanbdzt(t) 
Von Gott erlost^ Horn, Sieg. 24, 3 1 und syr. Boxtyazd ZDMG. 
43, 414. 

122. %nj%^ YoinM (gen. Yuna^) *die Griechen, Griechen- 
land'MX. 4 — 296, EL, Ag., Laz.u.s.w., yom^griechisch' MX. 19, 
davon yunakan 'griechisch* MX. 33 u. s. \\r., yunaren 'griechisch* 
(Sprache, Litteratur) MX. 224 u. s. w. 

= ap. Yauna-j pi. Yauna Vonien, die Jonier', gr. ^Idoveg, 
hebr. yat?5» 'Griechenland', syr. Yawway^ *die Griechen*. Np. 
Yunan 'die alten Griechen* (davon Yunaniyan A. M. 5, 10) 
stammt aus dem Arabischen. 

123. %utJqjupniii inhiuuuf NamffarunSofMsp (var. snasp)'pei8. 
General unter Xosrov H. Sb. 79, zu lesen Namdar Vinasp 

= pers. Namdar-Ghdnasp (Sohn des Adar-GicSnasp) Tab. 
388. Vgl. pars! Namdar als N.pr. ZDMG. 36, 85. Zu np. nam- 
dar 'beriihmt*. 

124. \lfp2j"'H"'-^ Neriapuh Artsrunier El. 32, 77, 150, Laz. 
126 flg.; Nersapuh Rmbosean El. 54, 56, Mos. Kal. I, 213; 
Nersapuh Bischof Steph. Asol. 83, Vardan 58 



nennt Hoffmann n. 2237, 2245 == Sahur District von Fars Barb. 293. St. 
Martin in der Uebersetzung des Joh. Katb. p. 54 setzt dafCLr flQschlich i\rn;- 
sapuh. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. • 57 

aus Nerseh + Sapuh f 

Vgl. Nera Yosepean Laz. 467. 

125. \ylrpulr^ iVer^aA^) Perserkonig FB. 50, 55, 65, Nerseh 
Kamsarakan El. 150, Laz. 371 — 591 (Herr von Sirak, Sohn 
des ArSavir, Bnider des Hrahat 371), iVi?r5^Ai5xanUrcay El. 7 1, 
Laz. 1 95, Nerseh K'ajberuni El. 7 7, Laz. 2 1 0, 2 1 3, Nerseh Er van- 
duni Laz. 387, Nerseh isxan Cop'a<? Sahei^) FB. 21, Nerseh 
Aitsrunier Thom. 57, Nerseh Konig von Georgien Vardan 87 
u. s. w., davon Nersehapai Dorf im District Artaz^) Laz. 391, 
gracisirt Nerses^) Vahevunier Sb. 50, 6ihraka<?i(?) MX. 251, 
meistgeistlicherName: Nerses der Grosse, Oberbischof (Katho- 
licos) von Armenien FB. 43—265, MX. 202—254, Laz. 29— 
71 etc., als Name anderer Katholici s. Vardan Index, etc., 
Nerses stratelat Thom. 86 

= phi. inschr. N-rs-ht Haug, Essay on Pahlavl p. 79, vgl. 
N{e)rs{e)hs(a)h ZDMG. 44, 651, syr. Narse und Narsaij gr. 
NaQ&fjg, seltner NaQoalog, lat. Narsetcs, pers. Narse Tab. 50, 
Hofihiann p. 36, 172, der Gott Narsai ebenda p. 65, zd. nai- 
sydsanhor- ein gottliches Wesen, skr. naragqsa-, 

Nerseh findet sich auch in zusammengesetzten Eigennamen 
wie Atrnersehy Mihrnerseh (s. oben), Amimerseh Sohn des 
Siuniers Vasak Laz. 159, I^atnerseh (s. unten). 

126. \Jfluap iViiror Familienname, davon adj. »iroraAa», vgl. 
der Nixor Vinaspdat Laz. 487, bei Laz. sonst (p. 490 — 530) ein- 
fach JVtxor genannt, als pers. General nach Armenien geschi'ckt, 
Nixorakan Sebuxt ein vornehmer Perser Laz. 187, Nixorakan^) 
pers. Statthalter in Dvin unter XosrovII. (also auch p. 34 nixor^ 
akan fur xorakan zu lesen!) Sb. 70; Persarmenien, zwischen 
Atrpatakan und dem Tauros Gebirge der Gegend, welche heisst : 
koh % nihorakarij bis zum Flusse Erasx MGg. ed. Soukry p. 32, 
vgl. FB. 159: der Bdeasx von Aidznik^ und der BdeaSx von 



1) In den Texten oft Nersehy docli ist Nerseh richtiger, vgL instr. Ner- 
eehiv Laz. 210, 394. 

2) Dasselbe wie CopV 8ahun(v)oc FB. 141 im Unterachied von Qrosa- 
Cop*k' (Gro88-Sophene). 

3) Provinz Vaspurakan. 

4) Gen. Nersesiy besser Nersisi. 

5) Gesohrieben Nixaurakan, 



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58 -1. Abschnitt: Persische Namen. 

NorSirakan ^) und Mahkertun^) und NihoraJcan iind Das- 
88ntre(?) 

=per8. Nax^argan^ arab. wticar'Furst'oder *Machthaber', gr. 
b Naxoqayav etc., arab. an-naxirajan oder an-naxarajdn, davon 
wdasDorf des Naxlragant [Dih naxirajan oder Dih xarraqan^ Dih 
x^araqan)y noch jetzt Dehxargan^ unweit des Urmia-Sees ^j Tab. 
1 52, syr. Chron. 1 2, Barb. 247 [Dih xlrajan] , 204 — 205 [xarraqan), 

Wie bei Sb. 70 ein Nixorakan als pers. Statthaltei; in Anne- 
nien unter Xosrov 11. vorkommt, so findet sich bei Fird. unter 
demselben Xosrov ein Nax^ara und der Schatzmeister dieses 
Konigs heisst »Sohn des Nax^araa bei Fird. = Naxirajan bei 
Yaqut, Tab. 153, Barb. 247 [Xlrajan), 

Nivhapuh s. oben unter Apar-aixarh, 

127. j;a/< §ah koniglicher Xotapet (Armenier) El. 77 

Kurzform fiir Sdhdost, Sdhmarddn u.s. w., Nold. Stud. I, 20, 
ZDMG. 44, 673, Koseform l§ahdi ebenda. 

Dazu: Sahanduxt Tochter des Varaz-Trdat, des iSxans von 
Alvank^ Steph. Orb. I, 207, 286; &ah i Armen^ Amirapet, ein 
Titel (*Konig von Armenien*) als Name Vardan 124; Sahniah, 
Sohn des Abusahl, Konig von Vaspurakan Vardan 92, andere 
Personen dieses Namens s. bei Vardan, Index; ein iSxan Kir. 
56, 93 etc., vgl. Sahan^ah als Titel Joh. Kath. 172, 173, 191, 
192, Steph. Asol. 156; Sahdosd (im Index Sahdost] »das iiber- 
setztwird: konigliebend<r, einMartyrer*) Thom. 65 = syr.pers. 
Sdhdost 'Konigs-freund', ein Martyrer Nold. syr. Chron. 12, z. 3. 

Dazu auch J^m^tu^ Sahak aus der Familie des Bischofs A}- 
bianos, Katholikos, Nachfolger des P'aren FB. 45, MX. 228, 
Thom. 67, aus der Provinz Korceaik', Oberbischof des persi- 
schen Antheils von Armenien FB. 264 ? Oder = SavQdnrjg 
(Arrian), np. Sahrak Nold. Stud. I, 31, 33? 



1) D. i. Neu-Sirakan, vgl. Sb. 37 : >und vom Lande derSyrer (AaorvoQ) 
[aberlaase icheuch] Arvastan undNeu-Sirakan bis zur GrenzeVon Arabieno, 
wofOr Thom. 86 : uAsorestan, Mcyin (= Nisibis) und Neu-Birakan« giebt. 

2) Vgl. Ag. 628: Syrien, Nor Sirakan, Kordik' bis Medien, Mahk'rtun 
bis Atrpatakan. 

3) Also im alten Persarmenien. 

4) Neben Gohst^asd genannt, »da8 abersetzt wird: Ffirber des Purpura 
des kdniglichen Gewandes ». Aber die syr. Fonn ist Oohiitdzdif (Hoffmann 
p. 15 u. 8. w.), der ein np. *bihist-azdd = 'Paradies-firei* entsprechen wilrde. 



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Gofbglc 



1. Abschnitt: Persische Namen. 59 

128. f^iu^tii Sanen Patgosapan, einer dei Feldherm Xos- 
rov's ir. (neben dem Hauptfeldherm SahrrVaiaz und andem^) 
Sb. 77, 78, 79, 92, 93, Mos. Kal. I, 239 (instr. Sahenov) 

= pers. Sahtn PaBospan des Westens Tab. 291. 

Andere Personen dieses Namens: arm. Sahen Anjevaci 
FB. 29, Sahen MamikoneanN. P. 24 ; syr. Sahln Hauptmann der 
Gensdarmen (Perser) Hoffmann p. 62, ein syrischer Bischof 
ZDMG. 43, 410. Die mp. Form des Namens war also Sahen, 

129. l^ui'ipuijIruiiiuilTin Sahrayeanpet: in das Ostan von Dvin 
kam der Sahrayeanpet der Marzpanschaft Sb. 77 ; in das Ostan 
von Dvin kam statt des Sahrayanpet der Parseanpet^) Parse- 
nazdat Sb. 79, zu lesen Sahr-ayen-pet und Pars-ayen-pet 

= mp. * Sahr-dy en-pet und * Pars-ay en^pet yon Sahr^) 'Land, 
Kreis', resp. Pars 'Persis*, ay en = up. dyln 'Gesetz, Kegel, 
Einrichtung, Sitte, Gewohnheit, Art und Weise* (P. St. p. II) 
und pet 'Chef. Vgl. pers. syr. tuhmm-dthbed Hoffmann p. 64 
und 68 (»der Tuhtmn-dlnbed und seine achtzig Reiter«). Die 
Composita mit ayenpet sind Titel, nicht Namen. 

130. f^iu^puiufuih fiutitifju^uiii Sahrapan Bandakan ein vor- 
nehmer Perser (unter Xosrov H.) Sb. 66 

ware xr^^iSahrbdn i Bandagdn d. h. *Sahrbdn Sohn des Banda. 

Zu Sahrbdn = *Landesschiitzer* vgl. ap. xia&^apdvan- und 
zd. sdidrapdno n. pi. ; zu Banda vgl. np. banda = ap. bandakon 
*Diener' und oben MehrevandaJc (unter Mehendak), 

131. J^tu^putuiq^utlfiuii Sahraplakan pers. General unter Xos- 
rov n. Sb. 79 = Sahatrpalakan Heerfiihrer des sogenannten 
'neuen Heeres^ der Perser Mos. Kal. 1, 238, ^aqafiXayag (Theo- 
phanes) Tab. 292 

also =pers. * Sahrap-lakdn aus iaAr 'Land' + p-l (j»t/?) +suff. 
akdn? 

Sahriarean s. unter Yazkert, 

V 

132. Xm^'^v A^*"^vb^ Sahr-Vahric pers. General unter Xos- 
rov n., der gegen die Truppen Vstam's kampft Sb. 61 



1) ZDMG. 47, 622 fig. • 

2) Vgl. Sb. 70 : Xosrov sandte gegen Bie den Parsayenpet mit einem 
Heere. 

3) VgL iahrdavar 'Kreisrichter Hofi&nonn 65. 



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60 1- AbBchnitt: Persische Namen. 

aus sahr *Land' und vahric (ein Titel, s. unter Vahric)^ 
also 'Landes-VahriS*. 

133. Xi'^^p i/uipMui Sahr-Varaz Ehrenname des Xoteam 
(s. oben) Sb. 92, 93flg., Mos. Kal. I, 236 

= pers. ^ahrharaz [syi,Salirvaraz) 'Landes-Eber' Tab. 292. 
Vgl. ZDMG. 47, 622 flg. 

134. C«fiYni^< Sapuh Perserkonig El. 34, Laz. 19 flg., FB. 
124 flg. etc.; ^apuh Sohn Yazkert'sl., Enkel des Sapuh, kurze 
Zeit Konig von Armenien, dann (420) in Persien getodtet Laz. 
50,51, MX. 2 51; Sapuh Rathssecretar [xorhrdean dpir)^ Perser 
Laz. 489, 495, 498; Sapuh aus der Familie Mihran, Marzpan 
von Armenien Laz. 446 flg., Sapuh Amatunier Sb. 108, Thom. 
109; Sapuh Bischof der Artsrunier N. P. 26, verschiedene ar- 
menische SapuKs bei Thorn, (s. Index) etc. 

= phi. S[a)hpuhr^ inschr. S{d)hpuhrt (Haug, Essay on Pahl. 
p. 46, 47 etc.), ebenso auf Miinzen und Gemmen (Horn, Sieg. 
23, 27, 32 etc.), in den Biichern S{a)hpuhr, Sahpuhr, bei den 
Bomem Sapor ^ Sapores (neben Piri-sabora, vgl. Tab. 57 — 58), 
gr,2a7ta)Qrjgj Sa^wQtjg etc., syr. SUwor (niM seit dem 4. Jhd.), 
np. Sapur BBIV, 61, Tab. 7. 

Die altere und urspriingliche armenische Form war Sapurhj 
die noch gelegentlich iiberliefert ist, vgl. Gund % (r) Sapurh 
MGg. ed. Soukry p. 4 1 , auch bei El. Mersapurh als Var. zu 
Ner Sapuh, Merhapuh (nach Ges. Abh. p. 297*)). Die urspr. 
Bedeutung des Wortes ist 'Konigssohn = ap. zsayadiyahya + 
pud-^a-, vgl. np. iah 'Konig' und pur^) *Sohn\ Diese Bedeu- 
tung kannte auch noch Tabarl, der den Namen (Sahpuhr) des 
Sohnes Ardasir's L durch 'Konigssohn' iibersetzt Tab. 28 — 30. 
Ebenso iibersetzt MX. p. 158 Sapuh (als Name des Sohnes 
Ardasir's I.) durch arUayi manuk = *Konigskind*. Auch bei 
Sb. 34, z. 4 miisste Sapuh fur *K6nigssohn' stehen, wenn es 
nicht ein Fehler fur Xosrov ist^). Denn die 'Mutter des Sapuh^ 



1) Die Ausgabe von 1859, die mir vorliegt, hat Nersapuh und giebt 
aberhaupt keine Varianten. Ebenso Nersapuh in der Ausgabe von Johan- 
nisean^ p. 4z; 

2) Fird. I, 442, 147. 

3) Der Satz mit Sapuh ist an dieser Stelle eingeschoben. Er geh5rt 
wohl auf p. 32 nach der ersten Zeile? 



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1. Abflchnitt: Persische Namen. 61 

ist liier die Mutter des Xosrov, des Sohnes des Konigs Ormizd, die 
Schwester des Vndoy und Vstam, vgl. p. 32 iind 36. 

135. ^tuLutuin Savasp Sohn des Artsruniers Ya^e, allein von 
dei^Familie der Artsruniei iibrig geblieben FB. 47, 1 15 ; Savasp 
Artsrunier (iinter Yazkert II. von Persien) £1. 150, Laz. 256; 
Savasp Artsrunier (unter Sapuh, Konig von Armenien, Solin 
Yazkert's I. von Persien) MX. 249 — 251; Savasp Artsrunier, 
Bruder des Vasak, des Vaters des Artsruniers Alan, Erbauer 
eines Feuertempels in Dvin Thorn.*) 77, 78, Job. Kath. 35, 
Vardan 53 

= zd. *syavaspa'j wovon Syavdspi- yt. 13, 114 N. pr., skr. 
^avagva- 1. ^mit braunen Rossen*, 2. N. pr., da von gyavagvi" 
m. Patron. 

136. J^uttjup^ Savars Sohn des Spandarat Kamsarakan 
MX. 218, 242, vgl. auch MX. 43, Thorn. 43, 56; dazu J^avarsan 
und Savariakan ein District von Ajmenien, zur Zeit des 
MX. Ariaz genannt (in Yaspurakan) MX. Ill, 130, Mos. 
Kal. I, 98, 

zd. Syavarsan- (ace. Syavariarwrn^ gen. Syavarsano^ dat. 
Syavarsanatjy -psiZ. Sydvazi Min. Gl. 195, parsi Stavuxs ZDMG. 
36, 84, phi. Siyavaxi Yater des Kai-Chosru West PT. 4, 28, 
np. Siyavaxs Konig von Rai Tab. 139, syr. Chron. 9, Fird. 
oft, dann Siyavai, Siyavuk. 

Vgl. unteniat?aiarttt»*Siyavu§-blut*, einePflanze. — Wegen 
der Formen mit -ri, -a:*, -s vgl. P. St. 261, wegen des anlau- 
tenden s fur sy vgl. oben Savasp und die ostiranischen For- 
men: SdvuS-abad, Sdvaskdn heiMeiv (Barb. 344), Savtcs, SavuS- 
far Albiruni Uebers. p. 41 — 42. 

137. Jilrpnj Seroy (bei Thorn. Stray) Sohn des Vndoy, eines 
pers. Mogpets und Marzpans von Armenien, Oberpriester 
(Srmapet) am Tempel des Ormuzd in Dvin, von den Arme- 
niem darin iiber dem Feuerheerd gekreuzigt Thom. 78, Joh. 
Kath. 35, Vardan 53 

= pers. Serai J gr. 2cQ6r]g etc., syr. ^y^^W Tab. 361, Nold. 
Stud. I, 21. 



1) Nach Thorn, unter dem PerserkOnig Feroz, dem freilich p. 79 als 
Nachfolger Yazkert gegeben wird, wonach Vram ftlr Peroz zu setzen w&re. 



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62 1 • Abflchnitt : Persische Namen . 

138. Zbpt''' '^^^^^ FravL Xosrov's II. aus Xui^astan Sb. 45 
= pera. Sirtn Tab. 283, Hoffmann 118 flg., Nold. syr. 

Chron. 1 (wonach sie Aramaerin aus der Gegend des spateren 
Ba^ra war). ^ 

Der Name wird zu ilrin 'siiss* gestellt, dessen mp. Form 
*siren war. Man soUte dann im Arm. * Siren erwarten, da sonst 
immer arm. -en fur np. -In = phi. -en steht, vgl. arm. Qurgen 
= np. Gurgin u. s. w., P. St. 141. 

139. n/"^Al'f Ormizd 1. der Gott, Eznik 113 flg. (gen. Or- 
mozdi 114), El. 20, 25 (gen. Ormzdi 20), Thom.26— 28,30u.8.w. 
(86: Orfnazd)\ 2. der Perserkonig El. 23, MX. 176, 190, 193 
(Hormizd 11.), Sb. 29flg. (Hormizd IV.), Thom. 85 etc. >). 

= gi,^OQfiladag,^OQfiladr]g, syr. Hormizd^ Hormazd (^TjQlin) , 
arab. Hurmuz^) BBIV, 67, Hoffmann p. 63 etc., wonach die 
pers. Form der Sassanidenzeit Hormizd gewesen sein wird. 
Sie geht iiber (arm.) Ormizd durch phi. Ohrmazd, geschrieben 
Auhrmazd (ZDMG. 34, 46 flg., Horn, Sieg. 32, 33 etc.) auf ap. 
A[h)uramazda zuriick. Vgl. oben Aramazd, 

Dazu: Ormzdakan^) hur Mas Feuer des Ormuzd' auf dem 
Altar [hagin] inBagavanMX. 158, dasselbe in RStunik^ Steph. 
Asol. 84, 85; ormzdakan mehean *der Tempel des Ormuzd' in 
DvinThom. 78; 

Orrmdat N. pr. MX. 295 (Schreiben an Sahak Artsruni) = 
syr. Hormizdad Hofimann p. 70, ap. A(h)uramazda-\- data- Von 
Ormuzd gegeben'; 

Ormizduxt Schwester des Perserkonigs Sapuh (also Tochter 
Hormizd's n.) , Frau des Mamikoniers Vahan FB. 160, 179; 
Ormzduxt dieselbe, als Frau des Artsruniers Meruzan(!) 
MX. 223, s. oben unter diMxt Sie heisst Ormzduhi bei 
Thom. 62, Schwester des Sapuh, dem Mehu2an als Frau ver- 
sprochen ^ ; ; 

Ormzdperoz District von P^aitakaran MGg. 610 = Ormizd -k- 



1) In der dem Sebeos vorgesetzten sp&teren Liste p. 16: Oramazd, 

2) Dazu Hormizdan = arab. al Hormuzan N5ld. syr. Chron. 42. 

3) Vgl. den Namen Hormizdagdn (eine Ebene) Tab. 14. 

4) Bei FB. 1 60 ist Menizan der Schwegtersohn (k'ei'ordi) des Vahan ; 
bei MX. 216 ist Vahan der Schwestermann (k^ef-air) des Menizan; bei 
Thom. 62 Vahan der Schwager (oner = Bruder der Frau) des Meruian. 



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.1. Abschnitt: Persische Namen. 63 

Peroz, Vgl. den Namen Hortnizd-ardaitr als Name einei Stadt 
(Ahvaz) in Xuzistan, Nold. syr. Chron. 44, BBIV, 67. 

140. <l|uf<^ufi. Pahlav *Paithien, Farther' da von pahlavik 
'parthisch' : 

dies sind die parthischen [pahlavik) Konige: Aisak der 
Grosse — ArSakan — Arsanak — Arsez — ArSavir, der drei 
Sohne und eine Tochter hatte : ArtaSes, Kam, Suren und Ko§m ^), 
daher die Geschlechter Karen Pahlav^ Suren Pahlav und Aspa- 
hapet Pahlav'^) MX. 148, 149 und 103. Die Nachkommen des 
Artases herrschten iiber das persische (paithische) Reich bis 
auf Artavan, der vom Sassaniden ArtaSir entthront und ge- 
todtet wurde MX. 149 — 151. Die armenischen Konige' waren 
ein Zweig dieserpersischen Arsaciden [ArSakunt] , von ValarSak, 
dem Bnider des grossen Arsak abstammend MX. 148. Beim 
Tode des Artavan treten die parthischen [pariev ev pahlavik) 
Geschlechter Aspahapet und Suren Pahlav auf die Seite Arta- 
sir's des Sassaniden, wahrend das Geschlecht Karen Pahlav 
sowie der Konig Xosrov von Armenien sich ihm widersetzten 
MX. 151. ArtaSir vertilgte das ganze Geschlecht des Karen 
Pahlav bis auf den Knaben Perozamat MX. 153 und 172. 
Als Artasir von Xosrov bedrangt wird, sagt er zu Anak 
vom Geschlecht Suren Pahlav (MX. 179) : »euer angestammtes 
edles erb- und eigenthiimliches Pahlav^ das werde ich an euch 
zuriickgeben und dich mit der Krone ehrena (falls er den 
Xosrov todten wiirde) MX. 147; er versprach ihnen das an- 
gestammte Haus (= Land) zuriickzugeben , welches Pahlav 
genannt wurde, die konigliche Kesidenzstadt Bahl und das 
ganze Land der K'usank*^; er versprach ihm sogar koniglichen 
Glanz und Pracht, die Halfte von Iran und die zweite Stelle 
nach ihm unter seiner Oberhoheitt MX. 154; nach Ag. 36: 
ich werde den Sitz der Farther (parievakan) ^ euer erb- und 
eigenthiimliches Palhav euch zuriickgeben und dich kronen 
und verherrlichen^) und auszeichnen in meinem Reiche, und 

1) DafOr hat Taban KaraUy Suren und Spandiyar Pahlavl Tab. 437. 

2) Die Bnider des Artases biessen Pahlav (pahlavU) nnach dem Namen 
ibrer Stadt und des grossen und firuchtbaren Landes« MX. 103, unter dem 
MX. irrthamlich BM [Balx] Terfiteht, vgl. 148 und 154. 

3) %Tiv aii icQxv^ nqoyovixrjy VfAtav i^ovaiay vfiiy &yaSd)(X(a xal aol 
nsQid^eh diadrjfia vneQdo^aao) x. x. X. gr. Ag. p. 10. 



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64 !• Abschnitt: FersiBche Namen. 

du soUst der Zweite nach mir heissen. Vgl. Ag. 39 : er trug 
Yerlangen nach dem angestammten Lande, welches Paihav 
genannt wurde^). Darauf bezieht sich Sb. 36: und dei Konig 
hatte an ihm dasYersprechen erfiillt, das er seinemVater Anak 
gegeben hatte, indem er ihm das angestammte parthische 
Paihav [parievakan Paihav) zuriickgab ^) , ihn kronte und ehrte 
und zum Zweiten seines Keiches machte'). 

Die Form Partav bei Zenob p. 20, 2 1 steht falsch ^) fiir Par lev 
und hat mif der Stadt Partav *) in Uti MGg. 610 nichts zu thun, 
vgl. p. 2 : ein Mann mit Namen Anak aus demselben Geschlecht 
der Arsaciden [Ariakuni) machte dem Konig der Perser den 
Vorschlag, dass er hingehe und den Konig Xosrov todte und 
dafUr als Lohn das Paihav von Partav erhalte; p. 21 : aber der 
Konig der Perser feierte den Todestag des Xosrov festlich und 
gab Partav den Hinterbliebenen vom Geschlechte Anak's. 

Sonst findet sich Pahlav noch an folgenden Stellen : FB. 152: 
Atanayozan, ^ei Pahlav aus der Familie der Arsaciden [Arior 
kuni) ^ MX. 221 : Alanaozan, ein Pahlavik, ein Verwandter 
des ArSak, Konigs von Armenien. — MX. 177: Trdat be- 
schenkte den ArSavir, damit er nur aus seinen Gedauken die 
Erinnerung an das angestammte (bnik) Land, welches Pahlav 
genannt wird, entferne. — Ebenda: Hiermit haben wir auch 
die Griinde der Ankunft der beiden Linien der Pariev und 
Pahlavik dargelegt. — MX. 179: der hlg. Gregor war, wie alien 
bekannt ist, ahxarhav (dem Lande nach] ein Pariev^ gavatav 
(der Provinz nach) ein Pahlav, — MX. 160: der parthische 
[pahlavik) Knabe (der hlg. Gregor). — MX. 244: Die Ahnen 
des Bischofs Sahak waren die Haupter der Familie Suren 
Pahlav, — MX. 264: Der Hazarapet der Arier, der ein Suren 
Pahlav war. — MX. 267 : Sahak spricht zu seinem Verwandten, 
dem Suren Pahlav (dem Hazarapet der Arier). — MX. 242: 
Sahak wird geehrt vom Perserkonig wegen (seines) edlen Ge- 
schlechtes der Pahlavik. — Sb. 36: Konig Hormizd todtete 



1) trjy Miav naxqida ideiy inenod-et — wf fiiXXtoy t^^ iHy Uaq&cDy 
i^ovaias inixQarely xal ttjv ngoyoyixrjy Ti/ur^y iiyaXafieiy gr. Ag. p. 1 1 . 

2) Lies darjuqeal statt paxuqeal 

3) Ueber die S6hne des Anak vgl. Ag. 41, Zenob 21. 

4) Vgl. Olghausen, Parthava und Pahlav p. 28. 

5) Arab. pers. Barda'a Barb. 91. 



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1. Abflchnitt: Persische Namen. 65 

den grossen Asparapet, den Pariev und Pahlav *), der von dem 
Nachkommen des Morders Anak abstammte. — Sb. 34: Die 
Mutter des.Xosrov war die Tochter jenes Asparapet, der ein 
Fiirst des Hauses der Farther [Parieva^] war, die gestorben 
waren2), die Sch wester des Vndoy und des Vstam. — Sb. 57: 
der Emporer Vstam ging in das feste Land von Gelum [lies 
Delum, 8. oben unter Gel) und kam von dort aufbrechend in 
das Gebiet der Farther [ParlevaQ] , in das angestammte Land 
seiner Herrschaft — Sb. 137: Das Palhav genannte Land, 
welches war das Land der Parlev, — Siehe noch unter Karen j 
Suren und Aspahapet 

Also Pahlav = Parlev *Farthien, Farther' = np. Pahlav 
(s. Olshausen^), Farthava und Fahlav, Berlin 1876), ap. Par- 
d-ava- 'Farthien'. Davon pahlavik =parievakan *parthisch' = 
np.pahlavl '*), vgl. Tab. 7 : Ardavan dei Pahlavlj Konig desBerg- 
landes (Mediensj und der angrenzenden Lander (der letzte par- 
thische Grosskonig). Zur Lautform vgl. F. St. 207 und 213. 

Parlev 'Farther', pi. Parlev/c 'die Farther und 'Parthien 
(siehe oben, femer Apg. 2, 9 = Tlaqd-OL^ Ag. 29flg., MX. im 
Index, MGg. ed. Soukry 41 u. s. w., parlevaren 'parthisch' von 
der Sprache Ag. 594) miisste, wenn aus dem Fersischen stam- 
mend, in altarsacidischer Zeit entlehnt sein, als d- noch nicht 
zu h geworden war. Vgl. gr. Ilaqd-OL = ap. Pard^ava- neben 
IlaQdvaloc, das de Lagarde vom aram. pi. KJ^PPS ableitet. 

14 1. <l|ufay Pap Konig von Armenien, Sohn des Arsak und 
der P^arandzemFB. 122—248, MX.210— 231 ; Sohn des Yusik, 
Enkel des Vrt'anes, Urenkel des hlg.Gregor FB. 11, 35, 43, 47, 
MX. 201 ; Artakunier {mir ostanika], Sohn des Babo^ Laz. 394 ; 
Bagratunier, Sohn des Aspet ASot, i. J. 596 an den Hof Xos- 
rov's n. gerufen Sb. 56 

= phi. Pap-l ZDMG. 44, 658, syr. Papa Hoffmann 34, 



1) Vgl. Sb. 34: dann kam (nach Armenien als Marzpan) der grosse 
Aspet, der Parfev und Palhav (unter Kdnig Hormizd um das Jahr 581/2). 

2) Bis auf die beiden Sohne des Anak. 

3) Vgl. auch Haug, Essay on Pahlavi 36. 

4) 1. Parthisch 2. Pehlevi-Schrift und Sprache (Olshausen p. 29). Vgl. 
El. 112: er hatte sowohl denpalhavik wie den |7ar«t%-Glauben inne. Das 
"Wort pahlavik *parthisch' findet sich auch noch mehrfach bei Steph. Orb., 
z. B. I, 70, 93 (die kOnigliche Linie der Pahlavik und Arsakuni) &= II, 42. 

Httbichmann, Armenisclie Qrammatik. 5 



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66 1. AbBchnitt: Persische Namen. 

ZDMG. 43, 408 flg., lat. Papa (wie fur Para bei Ammian zu 
leseii ist), davon phL Papak-^ Vater des ArtaxSatr (= Arda- 
Sirl.), gr. IlaTtaycov (gen.) Haug, Essay on Pahlavl p. 4, 46, 47, 
np. Pabak, arabisirt Babak BBIV, 35. 

Vgl. arm, pap *^Grossvater' = np. bob *Vater*. 

142. ^lutnlttfuiiuap quauun. PattzakaT ffavat nur bei MX. 131: 
die Bewohner des Gebirges, das in ihrer Spiache genannt wird 
P., d. i. das Gebirge der Geiumn^)\ verderbt aus *Pattixargar 

= phi. kofi Pada&z^argar »der der grosste ist in IL^arlhiL 
Bdh. p. 22, z. 1 ; dei Pada&z^'argar kof in Taparastan und Gelan 
Bdh. 23, 9, vgl. West, PT. I, 34 und 38; Patahx^argar phi. 
vd. p. 6, z. 3—2 V. u., BBIV, 47, paz. Padaix^argar Min. Gl. 
151.— Vgl. Justi, Btrg. z. alten Geogr. Pers. 11, p. 3, BB IV, 47. 

Das Wort zerfilllt in patasx^ar [patiix^^ar) und gar^ letzteres 
=*^Berg', phi. gar Yatk. 5 = afgh. yar, zd. gairi- ; ersteres stimmt 
zwar lautlich so ziemlich zu sl^, patisuvarts (=zd. *paitiix^aris\ 
aber nicht der Bedeutung nach, da die Patischorier (JTaT(€)£- 
(J%0QBlg] nach Strabo 727 ein Stamm der Persis waren. Darme- 
steter, Etud. iran. II, 8 5 fuhrt das Wort auf ein zd. ^paitisx^a&rar 
zuriick, das im Ap. *patiiuv(id'^a', im Phi. *patisx^adr = *pati&- 
x^ahr=patiSx'^ar (woraus spater *paia;^or geworden ware) lau- 
ten musste. Vgl. P. St. 206 und 191 und das folgende Parxar, 

143. i^utpluiup Parxar 'das Gebirge Paryadres', MX. 74 : Va- 
larsak ordnet das Gebiet von Mazak*^ (iHa^axa) und das der Pon- 
tier und Egerer und wendet sich, am Fuss des Parxaf hinziehend, 
ins Innere von Taik*"; Laz. 219, 220: an dem Gebirge, welches 
genannt wird Parxar^ nahe bei dem angrenzenden Lande der 
Xaltik' (nicht weit von Taik') ; Arist. 62 : er machte einen Ein- 
fall — bis zum festen (Lande) der Ap'xazen und bis zum Ge- 
birge, das genannt wird Parxar und bis zum Fusse des Kaukasus 
{Kovka8)\ Gesch. Georg. p. 33: Parxar d. i. Taik' 

= gr. naQvadQYjg^) (Kiepert, Alte Geogr. p. 74, 94). 

1) Siehe unter Gei p. 35, Anm.. 1. 

2) Vgl. Strabo, Cap. 521, 522: xaXovai 6k to fikv avzov UaqvaS^y to 
(ff Moaxixa oqrj xo (f aXXoig ovofjiaai, xavxa (f anoXa^fia»'6i %rjy ji^fABviav 
oXrjy f^iXQ*^ 'I^Qtor tsai UXfiaroiy. bIx aX'X Inariinaxai nqos Iw, xa vneQ- 
xelfjiBva xtig Kaitnletg S-aXaxxrjg fiiwi Mrj^iag xrjg xb Ux^OTtaxiov xai "ojg 
fJLvy^iXrjg. xaXovffi dk »al xavxa xa fAiqrj navra xiav o^y IIuQaxoa^Qay 
X. T. 2. VgL Cap. 527. 



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1. Abschnitt: PersiecheNamen. 67 

Formell €iitspricht*ann. Parxar dem gr. HaQaxoad-qag und 
dem zd„pouruz^adra- [TLebenpouruix^adra-^ eineBezeichnung 
der Berge, nach friihererDeutung = *mit vielemGlanze', nach 
jetziger *si^ge de pleine ftlicit6' = phl./>ttr-a;^anA (Darmesteter, 
Zend-Avesta I, p. 16). In naQvadqrjg sieht de Lagarde, Btrg. 
z. bactr. Lex. 59, 60 die kappadocische Form des Namens, in 
TLaqaxoad'qag die medische. — Hierher gehort Farx^arjarhahl 
bei Albirunl (Uebers. 47) nicht, da es (nach Noldeke) in Fadas- 
x^arjariahl (pers. *Padaix^drffar-Sdhi) zu corrigiren ist. 

144. ^iup2j^uiiiiiMitn Parianaz-dat Name eines peis. Gene- 
rals unter Xosrov II. = parianaz? -h dat = ap. data- 'gegeben' 
(vgl. Ormzdat, Varazdatj KMSTDng Esther 9, 5 etc.), dem der 
Titel 

Parsayenpet Sb. 79 beigelegt wird, s. oben p. 59 unter 
Sahrayenpet 

145. ^iupug ParS'R 'Persien, Perser', gen. ParstQ (Land, 
Heer, Konig etc.) Von Persien, der Perser' El. 39, 41, 45, 46, 
53 etc., FB. 18, 21 etc., Laz, 33, 108, 216, 255 etc.; Pars-Ic in 
engerem Sinne Tersis' Sb. 110, MGg. 613 

= ap. Parsa- 'Persis, Perser, persisch', phi. Pars Bdh., np. 
Pars, arab. lUrs *Persis^ 

Davon parsiJc (gen. sg. parski, gen. pi. parskag) *Perser, per- 
sisch' Judith 16, 12, Esther 16, 23, El. 7, 8, 12, 19, 52, 59 etc., 
Laz. 361, 364, 587 etc. 

.= phi. pdrslk Gl. and Ind. 91, np. pdrsJ^ Bxeib,farst *Ein- 
wohner der Provinz Fars' i), der alten Persis; 

DdLYon parskakan 'persisch' Pseud. 112, z. 1 v. u., parskastan 
asxarhn 'Persien' Pseud. 101, 102, 105, parskaden'^) wortlich: 
'Perser-glaube' (neben pahlavik'^) El. 112, parskeren *persisch* 
(von der Sprache) El. 113, 4 v. u. 

146. i^lrpni Peroz Perserkonig, der jiingere Sohn Jaz- 
kert'sH. El. 153, 155, Laz. 325—534, Sb. 24, Thom. 77flg., 
Mos. Kal. I, 101 ; Peroz aus dem Geschlechte der Gardmanier 



1) Im Unterschied davon heisat jetzt der Perser (im Allgemeinen) Irani 
und dat ganze Land Iran Polak, Persien 1, 4 Anm. 

2) Daraber s. Darmestet;pr, Zend-Avesta III, xcv. 

5* 



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68 1. Abschnitt: PersischeNamen. 

(untei Arsak 11. von Armenien) MX. 23*3 ; vgl. noch Peroz bei 
MX. 139—149, Thorn. 43, Peroz-Vram (Magier) Thorn. 50 

= pers. Peroz, gr. neQdCrjg, Tleqco^Tqg , syr. Peroz, arab. 
Fairuz Tab. 117, Hoffmann 39, 42, 78. 

Peroz bedeutet nach MX. 143: yailoi d. i. *Sieger'; piroses 
nach Ammian = 'bellorum victor' = np. peroz *Sieger' Fird. 
1, 255, 206, vgl. phi. perozkar, paz. perozgar 'siegreich' ZDMG. 
43, 37, ZPG1.9, Gl. and Ind. 113, Min. 162, Geiger, Aogemad. 
112, np. perozgar "^victor*, phi. perozan 'siegreich' Yatk. 79, 
vgl. p. 66. 

Dazu : Perozamat aus dem Geschlechte Karen Pahlav, Ahne 
des Geschlechtes Kamsarakan MX. 153, 172; 

Perozapat Stadt, spater Partav genannt (s. p. 64) Mos. Kal. 
I, 131, 294, vgl. Tab. 123, Anm. 3, dem Namen nach = pers. 
Perozabady vgl. Barb. 429; 

Peroz-Kavai Stadt (in Albanien) Mos. Kal. I, 297, Peroi- 
Kavat ebenda 307 = arab. Fairuz- Qubad (bei Derbend) 
Barb. 431. 

Vgl. die Namen arm. Varaz-peroi Sohn des Varaz-Grigor 
Mos. Kal. I, 192, Hralcotperoi, Spandaranperoz; Ormzdperoz 
Districte in P'aitakaran MGg. 601 — 610, Zam-Peroz District 
in Xorasan MGg. 614; pers. Ram- Peroz (im Gebiet von Rai), 
Roian-Perozj §ahram-Perdz Tab. 123, Perdz-§abur (= Piri- 
sabora bei Ammian) Tab. 57, syr. Chron. 6, ZDMG. 43, 413, 
Barb. 430; syr. l§ahrperdz ZDMG. 43, 407 ; gr. XooQOTteQd^rj^ 
Theophyl. IV, 14. 

147. S^utiPuiuui Jamasp Perserkonig Steph. Asol. 114 (Sb. 
p. 191), Thom. 83, Kir. 22 

= phi. Jdmasp, syr. Zanidsp, arab. Jamasb, Jamasf, gr. 
Za^aa7tr]g Tab. 142, np. Jamasp, Jamasp, zd. Jamaspa-j gd. 
Dajamaspor; 

148. HutJp. }anupni[^ Jamb-Xosrov Sohn des Perserkonigs 
Orraizd bei Job. Mamik.(!) 12 ist falsch, da der Sohn des Or- 
mizd weder Jamb-Xosrov noch Tam-Xosrov (s. unten p. 87), 
sondem Xosrov (Parvez) hiess. 

149. S^iui[puilriu'it }anupm[^ Javitean-XosTov ^Ewig- Xosrov', 
ein dem Varaztiroc von Xosrov 11. verliehener EhrennameSb.68 

= np. javedan *ewig' + Xusrav. . 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 69 

150. S^%pifiu% Jnikan: 

dei Jnikan, welcher "komglichei marzpetvf a,r undder movan- 
handerjapet^] EL 124, 6 v. u.; Deniapuh und der mogpet und 
der jnikan, dei maipet El. 139, 7 v. u.; Jhikan, der konigliche 
maipet und der movan-anderjapet Laz. 262; der ambarapet 
Vehdeniapuhund Jnikan^ der konigliche maipet und der movann 
anderjapet "Laz. 291; Vehden§apuh und der movan-anderjapet 
und Jnikarij der maipet^) Laz. 307; Den&apuh und Jnikan 
Laz. 310 

= pers. — ? 

151. ^niMi%2_tp Juanier ^Thom. 199, Jevamer Sohn des 
Varaz-Grigor, Isxan von Alvank" Mos.Kal. 1,288 flg., Jevanhei' 
Steph. Orb. I, 245, 252 u. s. w., 11, 27 u. s. w. 

= pers. Juvanier Tab. 390. 

152. Stnujiuit i{jT^ und S^mjuu i{Jr4 Juvan-Veh pers. Ge- 
neral in Armenien unter Xosrov IL Sb. 72, 73 

= phi. Juvan *jung' und veh *gut'. 

153. f[»iuiiJ^nqu/ii itazmiozan d. i. Xoream Feldherr Xos- 
rov's II., Sb. 81, Xoream^ genannt Erazman Sb. 76, Eramiko- 
zan = Xoream Sb. 82, Razmayuzan d. i. Xoream^ Xotem 
Etazmayuzan Thom. 89, Xorem genannt Itazman Steph. Asol. 
116, JRozmt'Ozarij Ehrenname des Xorean Mos. Kal. I, 233 

= ^exs*Razmydzan (Ehrenname desFarruhan = Xorahan), 
bei Tab. Romiuzan^ syr. Romlzdn^ gr. ^PovafuaCav Tab. 290. 
Zu np. razmyosi 'kriegerisch'. 

Vgl. oben Xofeam und Sahrvaraz und ZDMG. 47, 622. 

154. Qiof^ Rah ein Fluss bei Valarsapat Koriun 11 

hat schwerlich mit zd. Ranha-^ die nach Justi (Btrg. z. 
alten Geogr. I, 13) 'der Oxus', nach der Pehleviiibersetzung 
Mer Tigris* (Justi, 1. 1. 10, Darmesteter, Zend-Avesta 11, 15), 
nach Geldner (KZ. 25, 526) *der Ocean' sein soil, etwas zu thun. 

155. {^ui^utaP Raham aus der Familie Mehran, Erzieher 



1) Ersterer als weltlicher, letzterer als geistlicher Beirath des DenSapuh 
bei der Aburtheilung der armenischen Christen. 

2) Lies mardpei *Obereunuch' far maipet und marzpetf 



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70 1- Abschnitt: Persische Namen. 

{dayeak) des Konigs Peroz El. 153, dafiir bei Mos. Kal. I, 100 
falsch Rahat (dieselbe Person!), 

= pers. Bdham Tab. 114, 139; vgl. Rdhham bei Fird. 

Ras (var. Erahan) ein vomelimei Perser, von KavaS 11. an 
Heracliufl geschickt Sb. 96 = pers. — ? 

156. {^uauuiun^nLU Rastsohwi der persische Beiname des 
Barsumayi) MX. 150 

= np. rast 'recht, wahr' + saxun 'Wort, Rede', also *der 
wahrhafte'. Vgl. phi . rastffovUn 'true-speaking' Gl. and Ind. 131. 

157. f[»lfLu/ib Revan das Dorf <ler Magier, sechs persische 
Parasangen oder mehrvon Nivsapuh (s. obenp. 20 unter Aparai- 
xarh) entfemt Laz. 290, 305 

= pers. Revandj eine Tagereise im Westen von Nisapur 
auf dem Wege nach Sabzavar, Hoffmann p. 290, Barb. 272. 
Vgl. zd. raevant^ Name eines Berges in Xorasan. 

158. f|,f Re Landschaft (in Medien) Sb. 57, 66, bei MGg. 
613 zwischen Atrpatakan und Gelan genannt, Ray Stadt Thom. 
287, Re Stadt Kir. 123 u. s. w. 

= pers. Rai Hauptstadt von Medien Barb. 273, syr. Rat 
i. J. 430 ZDMG. 43, 413, ap, Raga District [dahyauh] in Medien, 
zd. Raya 'Medien'. 

159. Q-oiS JXJw'iu/b itoc'Vehan Sb. 79 (corrigirt aus vtoc- 
Vekan), Rocik-Vahan und Rqc-Vehan Sb. 94 persischer Feld- 
herr unter XosrovH., fallt in der Schlacht bei Ninve Sb. 80, 94 
(= Tab. 294 — 296); Roc-veh Ehrenname desselben Feldherm 
Mos. Kal. I, 252; Roziba?ian lSiicha,el (armenisch) 315derselbe 
Mann, der bei Tab. Rahzar heisst, das Noldeke in Rdkzdd = 
^Fa^drrig bei Theophyl. corrigirt Tab. 294 

= syr. Rozhehan (Mich. Syr. und Barb.) Tab. 294, zu np. 
rozbih 'gliicklich' (auch N. pr.^) ) = phi. rocveh^) Gl. and Ind. 
140, West, PT. 4, xxxv, davon rocvehlh 'Gliick' ZDMG. 
44, 668. 



1) Syr. BarBauma. 

2) Ein Mobed unter Bahram Gor bei Firdugi (Mohl, Uebera. V, 468 flg.) 

3) Vgl. zd. Vohu-raocah-j Sohn dea Franya- yt. 13, 97. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 7J 

Der eigentliche Name des M annes ^) war also pers. Rahzad^ 
sein Ehrenname Rozbihan (arm. Itocveh^ Rocvehan), 

160. {^nuinntT Rostom saffctA MX. 79 = iip. Rustam ge- 
nannt sagzl ^Rustem der Sake' bei Firdusi; Rostom {R9stom, 
Rustam) pers. Heerfiihrer^) unter dem letzten Yezdegerd, Isxan 
in Atrpatakan, Sohn des Xotox-Ormizd Sb. 101, 107, Joh. 
Katb. 46, Mos. Kal. I, 290; ein Armenier Rastom Afavenier 
(unter Konig Ar&akll. von Armenien) MX. 233, Rstom Vara2- 
nunier Tbom. 147, 214 

= np. Rustam aus Rustahm (Gl.andlnd. 140, West, PT.4, 
XXXVI = *Rdtastahm ») Yatk. 5 1 , West, PT. 1, 1 40 ?) , syr. Rmtam 
Nold. syr. Cbron. 33. 

161. \iui^uiuinMu% Sakastan £1. 36, Sagastan MX. 249, z. 9, 
MGg. 613 =ASaAa5^anMGg.ed.Soukry40, Sagastan^) Sb.llO, 
Sakastan Tbom. 124, 

ap. Saka- sg. und pi. *Land der Saken', gr. ^axaarovi} 
Isid. Cbar., iSe^e«/a;}i^' Ammian, SeyeaTavcJv i&vog Agatbias 4, 24, 
pbl. Sagastan Bdb., syr. 'jnoao im Jabre 430 ZDMG. 43, 412, 
pers. Sagistan (mit der Hauptstadt Zarang^) Tab. 1 7) , np. Sistan, 
arab. Sajastan und Sijisfdn, — VgL A. v.'G. p. 78. 

Dazu Sagcik (belegt ist nur der gen. Sagckt) ^der Sake': »von 
Rostom Sagcik sagen die Perser, er babe die Kraft von bundert 
und zwanzig Elepbanten gebabtcc MX. 79 

= np. sagzt, also = pbl. *sakclky syr. sagziqaya u. s. w. 
(P. St. 240), von sag = ap. Saka-^) durcb das Suffix zi = pbl. 



1) XosTOY schrieb an ihn: »weiin du nicht siegen kannst, warom nicht 
Bterben?* Mos, KaL I, 252. Vgl. Tab. 295: »weim er fOr jene Kdmer zu 
schwaoh sei, so werde er doch nicht zu schwach sein, seine Leute k&npfen 
und in seinem Dienste ihr Blut vergiessen zu lassena. 

2) In der Schlacht von Qadisiya besiegt und getddtet. Siehe obenNr. 80. 

3) Vgl. P. St 251 Anm.; Dannesteter, Zend-Ayesta III, 254. 

4) Ein Fehler ist Sagastan bei Joh. Kath. 40, Steph. Asol. 86, Vardan 60, 
Kirakos 29. Die Stellen gehen auf Sb. 60 zurack, wo Delhastan statt 
Sagastan erscheint. 

5) Ap. Zaranka- 'Drangiana', 2aqccyyat Herod., Zagayyot Arrian. 

6) Dazu phi. Sakdn malkd Haug, Essay on P. 78 s= pers. Saganidh 
Tab. 49 *KOnig der Saken', Beiname des Bs^ram = SByavaaa d. i. Seys- 
(fxttviav fiaaiXevff Agathias 4, 24. 



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72 1. Abflchnitt: PersischeNamen. 

6t>!- abgeleitet. Vgl. Tacik und P.St. 226; de Lagarde, Ges. 
Abh.81, Nr.210, Symmicta 26, v. Stackelberg ZDMG. 45, 620. 
Hierher auch Sakstan anderjapet als Name (d. i. Titel) eines 
pers. Generals FB. 156? Sieh unter andarj ^, 99. 

162. l^uiUuiutpniAi Sanatruk alter Konig von Armenien FB. 
5, 115, 142, Schwestersohn des Konigs Abgar MX. 108 flg.; 
Konig in P'aitakaran MX. 189 flg., vgl. Mos. Kal. I, 116, 
Thorn. 48, Job. Kath. 26, Kir. 9, Vardan 35 

= gr. ^ivaTQovycrjg PartherkonigLuc, ^avaTQovxrjg Konig 
von Armenien D. Cass., ^avaTQoimiog Konig von Persien 
Arr. bei Malal. (p. 270), vgl. A. v. G. p. 82 und 144; syr. 
Sanatrug^ Sanafruq Nold. syr. Chron. 41, Hoffmann p. 
185, arab. Sanatruk Konig von Bahrain (unter Ardasir I.) 
Tab. 18. 

163. y^uiuuiu Sasan : das Geschlecht des Persers Sasan El. 7, 
FB. 50 ; Artasir, Sohn des /S'(Wc?;»MX. 1 34 ; Sasanean/c 'die Sassa- 
niden MX. 250; Sasanakank 'die Sassaniden* Eznik 160, sasa- 
nakan 'sassanidisch* FB. 239 etc. 

= np. phi. Sasan BB IV, 36, np. Sdsaniyan ^) aus phi. *Sasa' 
ntkan = 2aaavcyiap gr. Ag. 5, z. 37. 

164. Huiinnj Satoi aus der Familie Dimak'sean El. 150, 
Laz. 256 

Koseform zu Namen wie 2aTaa7tT]g (= zd. *satdspa' 'mit 
hundertPferden')? 

165. y^lrpnijuin Sebuxt pers. Marzpan in Cor El. 57, iden- 
tisch mit demNixorakan 2) Sehuxt bei Laz. 187 und dem Mihr- 
Sebuxt (in ()(A) bei Mos. Kal. I, 213 

= pers. Seboxt Marzban von Bahrain Tab. 263, 2€(i6x^rjg 
(Menand.) BBIV,49 (aus se = zd. dray a- 'drei* und boxt^ arm. 
-buxt = zd. *buxta' 'errettet, erlost* von der Wzl. buj^ vgl. mp. 
boxtan Horn, Grdr. p. 270 und oben Nr. 121). 

166. }^kd\u^^^uiiiuiu Sema-Vstnas pers. Marzpan von Ai- 
vank' Mos. Kal. I, 265 = pers. — ? Steht Vhfnas fur Vsnasp? 



1) Nicht Sasamgatij wie de Lagarde Bchreibt. 

2) S. oben unter Nixor Nr. 126. 



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1. Abschnitt: Persische^amen. 73 

167. JJ/rigfiuiuttP [unupnil^ Senitam Xosrov pers. Heerfiihret 
unter Xosrov II. Sb. 74 

aus Sent? und Tam-Xosrov^ vgl. Tam-Xosrov pers. General 
unter Xosrov I. und Hormizd IV. Sb. 34 = 'Stark-Xusrav^ 
Tab. 443. S. unten p. 87. 

168. }^nLpk% Suren Pahlav^) Stammvater des Hauses Suren 
MX. 102, 103, 148, 149, davon surenean Pahlav die Linie Suren 
Pahlav MX. 103, 151, 154,244,264, SurenanK die Surens MX. 
102, surenakan surenisch MX. 179; Suren Pahlav [hazarapet 
Areao) unter Konig Vram (Bahram Gor) MX. 267 (vgl. 264) = 
Laz. 64 — 67 ; Suren Pahlav Verwandter des Konigs Arsak von 
Armenien, pers. General des Sapuh FB. 149, 150; Suren Ge- 
neral des Sapuh FB. 151; Suren pers. Marzpan in Armenien 
unter der Konigin Zarmanduxt FB. 245 — 248; Suren Pahlav 
(unter Peroz) Laz. 390; Suren der Xorxotunier (Armenier, 
unter den Theilkonigen Arsak und Xosrov von Armenien) 
MX. 234 — 236; Suren pers. Marzpan von Armenien (unter 
Xosrov I. von Persien^)) Sb. 26, 29; Suren Heerfuhrer, Statt- 
halter von Griechisch-Armenien (unter Xosrov II. von Persien) 
Sb. 70 ; Suren Bruder des Vaxtang Job. Mamik. 37 u. s. w. ; davon 
Surenapat ein Distric^t Levond 165 

= pers. SureUj gr. 2ovQrjva^, lat. Surena, Name eines der 
vornehmsten persischen Geschlechter aus der Arsacidenzeit 
(daher Pahlav genannt), Inhaber des Kronungsamtes zur Arsa- 
cidenzeit, ^potestatis secundae post regem' zur Sassanidenzeit 
Tab. 438—439. 

Spahan s. unter Aspahan, 

169. Wmuibiijupuiirirtn Spandaramet (gen. -i) = Jidwoog 
2 Maccab. 6, 7 ; die Erde ist Herberge der Gottheit spandara- 
met Thom. 28; spandarametakan dionysisch 2 Maccab. 6, 7 

= zd. spenta armaitih eine der hochsten Genien der zoro- 
astrischen Religion, speciell Genie der Erde, phi. Spandaramat 
Genie der Erde Gl. and Ind. 157, Bdh. Gl. 173 etc., pars! blm 
sipendarmed 'Boden* ZDMG. 36, 61 {bim = np. bum 'Erde*), 
np. Sipandarmadj arab. Isfandarmad Alblruni Uebers. 205,216, 

1) SieheobenNr. 140. 

2) Dieser Suren wurde im Jahre 572 von den Armeniern umgebracht 
Tab. 438—439. Vgl. oben Nr. 102. 



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74 !• Abschnitt: Persische Namen 

%_ 
dram. [Behrad bar) IspandarmeS Hoffmann p. 128 (aus ZDMG. 

9, 470). 

Unklar ist mir das Verhaltniss von spandaramet zu sanda- 

ramet^, die de Lagarde identificirt^ obgleicli sie lautlich und 

begrifflich verschieden sind, vgl. sandaramet-R [i-a Stamm) 'die 

Abgriinde der Erde, was unter der Erde ist, Unterwelt', y^ 

xarw Ezecb. 31, 16, Ag., Hexam. u. s. w., Hdvrov Pseud. 4, 1, 

sandarameicLkan Karax^dviog 'unterirdiscf Philipper 2, 10, 

sandarametayin x^^t^og Pseud. 18, 8-9 v. u., sandarametapet 

'Heirin der Unterwelt' MX. 262, 10. 

170. \^iniu%ii.uipuim Spandarat aus der Familie Kamsara- 
kan, der Herren von Sirak und ArSarunik' FB. 129, MX. 218 
(Sohn des Arsavir), 265, Mos. Kal. I, 117 

entweder = arsac. "^Spandadat (vgl. P. St. 201) fiir ap. 
^Spantadata- = gr. 2q)€vdad(iTr]Q (Ktesias) = zd. spentodata- 
(also = sassanid. arm. Spandiat, pers. IspandiyaS] oder = ap. 
^ Spantarata- von *spanta- = zd. spenia- 'heilig^ und ^rata- = 
skr. rata- 'gegeben'. Vgl. oben p. 31 Bagrat- 

171. Hu^iuhii.liwin Spandiat *Sh. 30: Yahram MerhevanddL 
(d. i. Bahram-Cobin) unterwarf Bahl und das ganze Land der 
K'uSank^ bis jenseits des Vehtot und bis zu demOrte, derKaz- 
bion(?) genannt wird*). :»Denii er drang vor bis jenseits des 
Speeres des tapferen Spandiat^ von dem die Barbaren sagen : 
er kam im Kampfe bis zu dieser Stelle, indem er seinen Speer 
in den Boden heftetee; Mos. Kal. I, 372: die Himnen brachten 
Rossopfer einem wilden ungeheuem Riesen, der bei ihnen 
Gott T^angri'Xan fHimmels-konig^ heisst, den die Perser 
AspandeatTLeTLnen.] 378: einem gewissen-45pa»rf«a^, einem wil- 
den Riesen, bringt ihr Pferdeopfer dar; 382 — 384: Aspandtat, 
in heiligen Hainen verehrt ; Spandiat Nahapet von Meleteni 
{MeXiTrjv/j) N .P. 53 

= np. Isfandiyar, urspr. Isfandiyad^ IspandiyaS Tab. 2, 
Nold. Stud. II, 7, phi. Spandyat Yatk. 57, 59, West, PT. 
n, 137, Bdh. Gl. p. 173, Dlnkart V, 19, zd. spentodata-, gr. 
2q)Bvdad(iTrjg (Ktesias), altp. ^Spantadata-, Vgl. oben Span- 
darat. 



1) Vgl. Tab. 271. 



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1. Abschnitt: PersischeNamen. 75 

172. JjufpiuiT Spram albanische Fiirstin Mos. Kal. II, 12, 
Kir. 99, Steph. Orb. II, 23 

= np. siparam ^Basilienkraut', paz. sparham Mm. Gl. 190, 
pU. sparam Bdh. Gl. 173, West, PT. I, 101. 

Vgl. Zdtsparam N. pr. West, PT. 1, 155; 4, xxxni. 

173. Jjtnut^p Stahr ein District, aus dem Artasir, Sohn des 
Sasan stammte Ag. 29, Mos. Kal. I, 90, daher Stahrani^) Bei- 
name des Artasir Laz. 1, 5, MX. 149, 

pers. IStaxr Tab. 3 (ArdaSir, Enkel des Sasan aus dem 
Dorfe Tlrudih im Gau von Xlr, im Kreise von Istaxr), Barb. 48, 
syr.nntaOK i. J.430 ZDMG.43,407, phi. Staxr Gl. and Ind. 158, 
BB IV, 36 Hauptstadt der Persis in der Sassanidenzeit, nicht 
weit von dem alten Persepolis. 

174. |] uiui^pui^uiu^nL^ Stahrasapuh Y ater des Konigs ArtaSes 
von Armenien El. 7 

ware pers. ^Staxr-^apur^ von *8tazr = zd. staxra- ^stark, 
heftig' vd. 2, 22, ZPGl. 2*6, 4 (= phi. sturg), 

Der Name nur hier, der Konig heisst sonst Vtamiapuh 
Laz. 52 u. s. w. 

175. Wpui^uiUq^ Srahang ein Eunuch, pliindert Vaspurakan 
(im 11. Jhd.) Thom. 308, Gesch. Georg. 114 

= np. sardhang *dux exercitus' u. s. w. 

176. il^tff^uf^ Vahagn (gen. Vahagntj abl. Vahagne) ein 
altarmenischer Gott: 

»Von ihm erzahlen die Fabeln: 

in Qeburtswehen lagen Himmel and £rde, 

in Qeburtswehen lag auch das purpurne Meer, 

Geburtsweben un Meere hielten das rothe Schilflein ergriffen, 

durcb des Schilfes Rdhre stieg Rauch auf, 

durch des Schilfes Rohre stieg Flamme auf, 

und aus der Flamme sprang ein ELn&blein, 

das hatte Feuer als Haar, auch hatte es Flamme als Bart, 

und seine Aeuglein waren Sonnen. 

Dies sang man zur Laute, wie wir mit eigenen Ohren ge- 
hort haben. Auch feierte man im Lied seinen Kampf mit 



1] Das eeht armenische Suffix agi hat nichts zu thun mit dem pers. 
Suffix :ii (= phL elk] in ^:y^\tu3i Barb. 48. 



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76 1* Abschnitt: Persische Namen. 

Drachen und seinen Sieg iiber sie und sang von ihm ganz 
Aehnliches wie die Heldenthaten des Heracles. Man sagte 
auch, er sei ein Gott geworden, und im Lande der Georgier 
errichtete man ihm eine Statue und ehrte sie durch Opfer. Von 
ihm stammen die Vahnunier ab« MX. 59. — Die Priester aus 
dem Geschlecht derVahunier*) stellten die Statue des ApoUon 
und der Artemis in Armavir auf. »Aber die mannliche Statue 
des Heracles, von Skyllis und Dipoinos dem Kreter gemacht, 
stellten sie, ihn fur ihren Vorfahren Vahagn haltend^ in Taraun 
in ihrem eigenen Dorfe A§tisat auf a MX. 85. — Tigran stellte 
die Statue des olympischen Zeus in der Feste Ani^), die der 
Athene in ThiP), die zweite Statue der Artemis in Erez^) und 
die des Hephastos in BagayaiinJ auf*). »Aber die Statue der 
Aphrodite®) als der Buhlin des Heracles b'ess er neben der 
Statue desselben Heracles an den Opferstatten [y osHq teiisn ') ) 
aufstellena MX. 88. — »Al8 Grigorios in das armenische Ge- 
biet gekommen war, horte er, dass der Vahevahische Tempel 
noch stand im Lande Taraun, ein Tempel reich an Schatzen, 
voll Gold und Silber, in dem viele Weihgeschenke grosser 
Konige gestiftet waren, das achte ^) beriihmte Heiligthum, ge- 
nannt das des Drachenwiirgers Vahagn ^), die Opferstatte der 
Konige von Gross-Armenien auf dem Gipfel {?tsnars 'am Ab- 
hang^?) des Berges K'ark'e iiber dem FlussEuphrat gegeniiber 
dem grossen Gebirge Tauros ^^), Ya^tisat^^) genannt nach der 
Haufigkeit der Opfer dieser Statte. Denn damals standen in 
ihm wohlerhalten noch die drei Altare ^^) [baginft). Der erste 

1) Dasselbe wie Vahnunier, gewOhnlich Vahevunier. 

2) Tempel des Aramazd in Ani [Kqovov tov naxQog ^ihg nayjodai/uo- 
yog) Ag. 590. 

3) Tempel der Nane in Thil (t^^- M^yas) Ag. 591. 

4) Tempel der Anahit in Erez {rrjg ^Qri/uidog) Ag. 590. 

5) Tempel des Mirh (Mithra) in Bagayario (Hq)aiajov) Ag. 593 — 594. 

6) Tempel der Astiik in Yastisat Ag. 607. 

7) D. h. in Yastisat Ag. 606. — Moses v. Chorene stimmt hier also mit 
dem griech. Agathangelos p. 67, 68 (nicht mit dem armenischen) therein ! 

8) Von sieben Heiligthtlmem spricht Ag. 34. 

9) nQoarjyoQBveto dk b fi<t)fjiog oydoov aefiaa/uatog, xov Bvg}tjjJOTttiov 
dgaxoyTOTiylxTov'^ffQaxXiovg gr. Ag. 71. 

10) Vgl.dazuFB.38, z.4,5 (woTauros durch (fwrStier' abersetzt wird). 

11) noXv&vtog gr. Ag. 71. 

12) TOVTO to i6Qoy€tineQii<ftTjx6y,TQeig fi(0/nohgiyi(tvT(^exoy gr.Ag.ll. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 77 

Tempel [mehean] war der Vahevahische^). Der zweite der der 
Goldmutter, der goldgeborenen Gottin^), und selbst der Altar 
[bagin] hiess danach Goldkom der Gottiu Goldmutter 3). Der 
dritte Tempel [mehean) hiess der der Gottin AjstKk^), nach dem 
Griechischen das Zimmer des Vahagn genannt, welche [AstUk) 
selbst Aphrodite*) ist« Ag. 606, 607. — »Als er (Grigor) zerstort 
hatte die Altare der Tempel des Herakles d. h. des Vahagn an 
dem Astisat genannten Orte « FB. 37. — Der muthige [ari) Ara- 
mazd — die Herrin Anahit — der tapfere Vahagn Ag. 106. . — 
Vahagn faipiec\i,^Hqa%Xfig 2 Maccab. 4, 19. — Vahagn stsihl 
das Stroh des Balaam (d. i. Bar^am] u. s. w., daher die Milch- 
strasse, Anan. Shirak. p. 48 

= zd. veredrayna- der Gott des Sieges (yt. 14). Vgl. Ges. 
Abh. 293. 

Fiir zd. vere^ayna- ware im Altpersischen ^vrd^agna- zu 
erwarten; der Dental ist erhalten^) im syr. Varadran (Tab. 46). 
Im arsacidischen Pehlevi entstand nach Uebergang von S- zu 
h : * Varhrayn, das von den Armeniern als * Varhagn entlehnt 
wurde, woraus spater mit dem beliebten Uebergang von rh und 
Ar in A im Armenischen: Vahagn wurde. Nach Wandel von & 
in h und -ayn in -an entstand die von den Sassanideninschriften 
und -miinzen und Nold. syr. Chron. (7. Jhd.) p. 5 bezeugte Form 
Varahran^ die die Griechen durch OvagaQavrig, BaQaqayrjg, 
FoQaQdvrjg wiedergeben ZDMG. 34, p. 29flg., Tab. 46, Haug, 
Essay on Pahlavi p. 74, Horn, Sieg. 3 1 . Daraus verkiirzt Ovaqa- 
vrjg (Menand.) und mandaisch Bahran Tab. 46. Im Buchpehlevi 
erscheint neben der alteren Form Varahran (BBIV, 63) die 
jiingere Vahram Gl. andlnd. 227, Yatk. 51, Min. Gl. 205. Diese 
— sassanidische — Form ist im Armenischen erhalten als 



1) Mit der Statue des Vahagn. 

2) Anahit 

Tojy daifioyioy gr. Ag. 71. 

4) Der Morgenstern, die Venus. 

5) a<niQoc ^e<ay xal Tcjy '^HqaxXiovs iXiyeto xXfj^ei^^ xata dk xovg 
"EXXr^yag ^(pQodlrrjf gr. Ag. 71. 

6) Die indoscyth. Miinzen haben OgXayyo^ nicht OQdayyo nach Sallet, 
die Nachfolger Alexanders p. 198 und Aurel Stein, Zoroastrian Deities on 
indo-scyth. coins p. 5. — Dazu O^^ayyrjg Ztschr. f. Numism. VIII, 113? 



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78 1. Abschnitt: Persische Namen. 

j\iu4putiP Vakram: Vahram [sparapet der Arier] Laz. 473; 
Vahram Merhevandak ISxan des Ostens von Persien Sb. 30, 
31, 37, 39, 40, Thorn. 85 [Mehrevandak], Joh. Kath. 39, Steph. 
AboI. 114 == Vahram gobin Mos. Kal. I, 286 = pers. Bahram, 
Sohn des Bahram-Gusnasp, genannt Vobin Tab. 270 = Varahran 
aus Rai Nold. syr. Chron. p. 5; Vknasn^) Vahram pers. Marz- 
pan in Dvin unter Xosrov I. Joh. Kath. 38. Spater auch als 
Name von Armeniern, vgl. Thorn. 131, Kir. undVaidan (s. Index) 

= np. nnd arab. Bahrdm, gr. BaQcc^rjg ode? Baqa^ Tab. 46. 

Die eigentliche armenische Form der Sassanidenzeit ist das 
noch mehr verkiirzte 

iX^iLUiiT Vram: 

Vtam-Sapuhy Bruder des Xosrov, Konig von Armenien, 
Arsacide Laz. 33 — 49, MX. 244, Koriun 8, Steph. Asol. 75,' 
Kir. 15, Vardan 31; Anuh-Vfam Frau des Asusay Laz. 335; 
Vram Herr von Goit'n Sb. 65; auch die Perserkonige des 
Namens Bahram heissen in Armenien Vram : Vram Sohn des 
Sapuh, Krman arXay^) Laz. 49 = pers. Bahram Kerman-sah 
Tab. 71, vgl.Koriun29, MX. 2 4 4, Steph. Asol. 75 ; FV^amSohndes 
Yazkert, des Sohnes des Sapuh Laz. 52, Vater Yazkert'sILEl.7 = 
pers. Bahram G5rTab.85. Davon vramaAan krakn^dB.sVehiB,xxi 
Feuer* El. 54, Mos. Kal. 1,212 = phi. ataxs i vahraman^ atas i 
vahram Q], andlnd.6,227, Yatk. p. 51, Anm. 16, Min. Gl. 205. 

177. \\^iu^p/i£ Fa^rtc vom Konig Vtamsapuh an den Priester 
Habel gesandt Koriun 8, Laz. 38, ein angesehener Mann aus 
Xadunischem Geschlecht MX. 245 (derselbe); es kam Vahric 
i Vahricay^) (als pers. Heerfuhrer) FB. 147, 148; Sahr-Vahric 
pers. General unter Xosrov II. Sb. 61 (s. oben p. 60) 

= pers. Vahriz Eroberer von Yemen (zwischen 562 und 
572 p.Chr.), nach Hamza eigentl. einTitel (erblicher Adelsname), 
ebenso nach Procop (Pers. I, 12) OdaQlCrjg Tab. 223 — 224. 

Davon verschieden : 

i\^uilupp£ Vaxric Herr der Anjavacik^ (der mit dem Ritunier 
Tacat den Vndoy und dessen Sohn Seroy^) todtet) Thom. 78 



1) Lies Vhnasp. 

2) Arm. arUay = *K6nig*. 

3) D. h. Vahrio von Vahric (?]. 

4) S. obenNr. 137. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 79 

= Ovaq)Qi^r]g Agathias, syr. Gofriz Mart. (4. Jhd.) Tab. 223, 
also aus Vafric? 

178. {[^iu^uipi^ Vaiarh Konig von Armenien, Vater des 
Xosrov, Grossvater des Trdat MX. 144, Griinder von Vaiarh- 
avan und Befestiger von VaiarSapat^) MX. 144, 145; Vaiark 
Vater deMVrtavan, des letzten Partherkonigs MX. 144, Ag. 29, 
also Volagases V., A. v. G. p. 154; VaiarS Perserkonig, Bruder 
des Konigs Peroz Laz. p. 480 — 545, also Balas, dei von 484 — 
488 herrschte Tab. 133; Vaiars Kxan von Andzit, der grosse 
Hazarapet FB. 29 

auf Parthermiinzen 'Olaydaov, ^Olayalaov, ^OXoyaaov (gen.) 
neben ^mb^ (urn 130 p. Chr.) Gardner, the Parthian coinage 
56 — 58, bei griech. Schriftst. Oi}oA<$yat<70g, OdoldyeaoQj Bold- 
yacaogj Bokdyeaog, bei lateinischen: VologestM^ Vologaestis, 
VoloffesstiSj Vologesesj im Syr. (4. Jhd.) Valgeh oder VolageS, 
phi. ValaxS Gl. and Ind. 2,38, syr. nfiWbl i. J. 430 ZDMG. 43, 
409 = gr. BoXoyealcpOQa Tab. 134, pers. arab. Valah^ Balas, 
Gulas. Vgl. Noldeke ZDMG. 28, 94—96, Tab. 10. 

Dazu arm. Vaiarsakeri Burg oder Stadt in Airarat (jetzt 
Alaskerd), erst bei Joh. Kath., Steph. Asol. und Arist. (Injijean 
p. 405) erwahnt, dem Namen nach = pers. Gulasgird Barb. 491 
= Balahgird Barb. 112 Flecken bei Merv, Valahgird Stadt im 
sudwestl. Kerman Tab. 10, Barb. 589; Valarhapat (s.oben) dem 
Namen nach = Balasabad in Savad Tab. 134. 

179. {[^ui^iupi^ui^ Valarsak Konig von Armenien 2), Bruder 
des Partherkonigs Arsak, Griinder der arsacidischen Dynastie 
MX. 19flg. ; Valariak Bruder des Ar§ak, Sohn des Konigs • 
Pap von Armenien und der Konigin Zarmanduxt MX. 231 — 
234, FB. 244, 256, Thom. 68 etc. 

= Fa/ari +Suflf. ak^\ 

180. i\^u»in^ku Vatges oder Vatages zu lesen an den fol- 
genden Stellen: die beiden (Samuel und Abraham), welche in 



1) Auch bei FB., Ag., Laz., Sb. 118, Thom. und andern. Valarsapat oder 
Nor UalaU 'die neue Stadt' [xaivrj noXig) wurde 163 p. Chr. nach derZer- 
8t5pungyon Artaxata von den ROmem erbant, Mommsen, ROm. Gesch. V, 407. 

2) »Eine rein mythische Persdnlichkeit", Vetter, das Buoh des Mar Abas 
Ton Nisibis (Festgmss an Roth p. 88). 

3) Man kdnnte auch Fai-ariak theilen, aber was ist vai? 



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80 1. Abschnitt: Persische Namen. 

Vatffetsn^) den Martyrertod erlitten El. 139; im District ge- 
nannt Vardges Laz. 261, 314; Bahl — Har (lies Hrev) — 
Vatages — Toxorostain (lies Toxarastan'^)) — Taiakan^) — 
Marg — Mar grot Sb. 67; die Ebene Hrev^ die ostliche Grenze 
des Landes Vrkan, wo der District Vandges ist MGg. ed. 
Soukry 42 ^ 

= np. Badges (Tab. 269, 271 neben Hare ^Herat' genannt), 
Badyes (Yaqut*)), phi. Vatges Bdh. 21, 19, zd. Vaitigaesa- 
yt. 19, 2 ein Gebirge. 

Zu unterscheiden von »dein Flecken des Vardges^ ( Personen- 
name) in Armenien am Flusse K^asal MX. 90, 144 = ValarS- 
apatMX. 145. 

181. i\^uiuuili Vasak Mamikonier El. 72, Laz. 335 u. s. w., 
FB. 66, 104, MX. 227, N.P. 69; Artsrunier Laz. 15, Sohn des 
Sahak Sb. 78; Siunier El. 32—109, Koriun 15, Laz. 108— 323, 
MX. 248; Sahatunier Laz. 381 

= lat. Vasaces Befehlshaber der parthischen Beiterei Tac. 
Ann. 15, 14; Ovaadyctjg Arrian c. Al. 12, Baaaaxrjg Armenier 
Procop Pers. 2, 3, 21 (Nold. Stud. I, 32). 

Dazu VasakaSat ein Flecken El. 52; VasakaSen ein Dorf 
in Gelark'uni (von Arak*^el genannt, vgl. Injijean, Alt-Armenien 
p. 273); Vasakert (fur Vasakakert^)) in Eketeac Steph. Asol. 
bei Injijean 21. 

182. i^^uiuinnLpiuliiub Vaspurakan MX. 140 grosse Provinz 
Armeniens im Osten des Van-Sees, nach MGg. 608 mit 36 

^ Districten, vgl. Injijean 156flg. 

= phi. vaspuhrakan die hochste Adelsclasse im Sassaniden- 
reiche, speciell dieMitglieder der siebenvomehmsten Familien, 
von vaspuhr 'Magnat' mittelst des suff. akan abgeleitet. Vgl. 
ZDMG. 46, 326, 327. 

Dazu arm. vaspurakan hamarakar Mer Steuereinnehmer der 
Vaspuhrakan*, von Konig Xosrov mit grossen Schatzen nach 



1) In der Ausgabe von Johanniseang p. 160: Vardesn. 

2) Tuxtxrastan MGg. ed. Soukry 42. 
3} S. unten p. 86. 

4) »Canton important, dependant de Merwer-roud et d'Herat« Barb. 75. 

5) So steht abrigenB bei Steph. Asol. ed. Shahnazareanc p. 70 ! 



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1. Abschnitt: PersiBche Namen. 81 

Armenien g^schickt*) Sb.48, vgl. phl.andarzpat i vaspuhraJcan 
BB. IV, 62, das ins Armenische entlehnt ^vaspurakan ander- 
japet^) lauten wiirde. 

183. \\juptuii^ Varaz^) = np. guraz, zd. varaza- *Ebe/, als 
Name: 

Varaz Kaminakan FB. 17, Varaz Sahuni*), Isxan des Lan- 
des TsopV FB. 29, Varaz I§xan der Familie Dimak'sean 
FB. 39, Varaz persischer Heerfiihrer FB. 249, Varaz Isxan der 
Palunier Job. Mam. 39flg. 

= pars. Baraz ein Christ aus Ahvaz Tab. 240. 

Damit zusammengesetzt^j: 

Varaz-Gnel ein Gnuniei Sb. 103; 

VaraZ'Griffor Nachkomme eines Mihian in Gbrdman Mos. 
Kal. I, 288; 

Varazdat Konig von Armenien FB. 240 flg., N. P. 118, 
Thom. 67, Ear. 13, Vardan 49; ein persischer Marzpan in Ar- 
menien unter Xosrov 11. (vor Suren, vgl. Sb. 29) Vardan 61 ; 

Varazden Atavelean El. 150, Laz. 256; 

Varazduxt Schwester des Konigs Tiran, Frau des Pap, des 
Sohnes Yusik's FB. 43 ; 

Varazman Nachkomme eines Mihran in Gardman Mos. 
Kal. I, 288; 

Varaznerseh yon \Jrt8, Sohn des Koh'ek (Kolt'eak?), des 
ISxans von Urts Laz. 367, Varaznerseh Vahevunier Sb. 50, 
Varaznerseh DaHkarin Sb. 140; 

Varaz-sapuh FB. 49, 50 = Sapuk-varaz FB. 49, 51 Mark- 
graf [sahmanapah) des Perserkonigs in Atrpatakan FB. 49,' 
abgekiirzt Varaz ebenda 49, 50, 51, 52, 53; Varaz-Sapuk 
Amatunier Laz. 366, Levond 58, Palunier El. 71, Laz. 126, 
Artsrunier Sb.65, VaraJnunier Thom. 147, Abetier Thom. 235 
= syr. ^dbUr-haraz Tab. 240, Sawor-haraz Hoffmann p. 49; 



1 ) Vgl. p. 58 : »die armenischen Truppen nahmen den koniglichen Schatz, 
der imHause desHamarakar war, der aus den Steu em dieses Landes (Ispa- 
ban) gesanunelt war.w 

2) Vgl. unten p. 99 movan anderjapet. 

3) Gr. Baqa^Tis^ Ovaqa^rjg Armenier Tab. 240. 

4) Also bei N. P. 25 Varaz fOr Varazd zu lesen. 

5) Vgl. auch Varatbakur georg. General Gesch. Georg. 113. 
Hfibichmann, Armeniflehe Gninmatilc. 6 



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82 1. Abschnitt: Persieche Namen. 

VaraZ'Vaian Siunier Laz. 1 07 flg., Steph. Orb. 1, 1 2, 99, 10 1 , 
Vardan 54, 56; Gabelean N. P. 25; 

Varaz-vzur pers. General in Armenien iinter Hoimizd IV. 
Sb. 34; 

Varaz'tiroQ Sohn des Smbat Bagratuni, Mundschenk Xos- 
rov's n. Sb. 63, Marzpan von Armenien unter Kavat II. von 
Persien Sb. 97, Joh. Kath. 44, Vardan 68 aus pers. Varaz und 
arm. TiroQ^ letzteres allein alsName beiEl. 71, Laz. 195, Steph. 
Orb. I, 1 03 (Bagratunier) etc. ; 

Varaz'trdat Sohn desVaraz-p'eroi, desBrudersdes Jevanser, 
Isxan von Alvank' Mos. Kal. I, 360, Steph. Orb. I, 207, Var- 
dan 68 aus Varaz und Trdat (s. unten); 

Varaz-peroz aus der Atansahik Familie Mos. Kal. I, 192, 
Sohn des Varaz-Grigor, Bruder des JevanSer Mos. Kal. I, 288, 
310, 360; 

Varazkert ein armenisches Dorf Laz. 372, 373; 

Varazahlur 'Varaz-Hiiger Joh. Mam. 42; 

Varaz ein Berg FB. 252. 

184. Awp't ^<i^d Mamikonier, jiingster Bruder des Vahan, 
Vasak und Artases Laz. 335 flg.; Vard Patrik Bruder des Ma- 
mikoniers Vahan Sb. 25 ; Vard Enkel eines Mihran, Gebieters 
von Gardman Mos. Kal. I, 287, dessen Enkel wieder Vard 
heisst, ebenda 288 ; Vard, Sohn des Rstuniers Theodoros bei 
Vardan 68 ; Vard genannt Siklatos Arist. 14 u. s. w. 

Kurzform von Namen wie zd. Varadaf-x^arQuah-y ap. Arta- 
vardiya- f 

Dazu : Vardik Isxan von Mokk^, genannt Aknik f Aeuglein') 
Sb. 109; Tarrfai^ ein Dorf Laz. 443. 

Dagegen ist Vardeni als Frauenname (vgl. C.) = ^Rose^ 
(^Rosenstock*), im pi. Vardenik ein Dorf Kir. 211= 'Rosen- 
garten' von vard 'Rose' pers. Lw. abgeleitet, vgl. phi. vartak-i 
'Roschen' als Frauenname Horn, Sieg. 34. — Varduhri ein 
persischer Heerfiihrer bei Joh. Mam. 50, 51 ist sehr be- 
denklich. 

185. j\^utpqjuu Vardan Mamikonier El. 32, 56 (Heerfiihrer 
von Armenien), Laz. 134 (Sparapetvon Armenien); der altere 
Bruder des Vasak, Oberhaupt [tanuter) der Mamikonischen 
Familie FB. 66, 104, 127 ; Fare/aw, genannt 'der Rothe', Nahapet 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 83 

des Mamikonischen Hauses Sb. 22; Vardan Vater des Mast^oc 
Laz.33; Vardan^ auch Vardkan genannt Koriun 13, 14; Var- 
dan Artsrunier Sb. 56; Vardan j Sohn des Vard^ des Enkels 
eines Mihran Mos. Kal. I, 287 u. s. w. 

= lat. Vardanes Tac. Ann. 13,7 (s. A. v. G. p. 130, Anm.), 
r>Vardanes, anscheinend ein leiblicber Sohn des Artaba- 
nus Ill.flr, Partherkonig etwa 40 — 45 p. Chr. neben Gotarzes 
A. V. G. 123 — 127; Vardanes Griinder von Ktesiphon bei 
Ammian. 

Dazu: Vardan- V^nasp persischer Heerfuhrer Sb. 29; 

Vardanduxt Tochter des Mamikoniers Manuel, Frau des 
Konigs Arsak FB. 256; 

VardanoU (fiir Vardananois?) Frau des Mamikoniers Ma- 
nuel FB. 251; 

Vardanahat eine Stadt El. 60; 

Vardanakert MGg.609 (District von Phaitakaran), Levond 
45, Job. Kath. 54. 

186. i\Jr^ -\\^^iuutng^\;inupnil^ Vek-AnjatoR-Xosrov (lies 
Veh-Antiolc-Xosrov) eine Stadt, genannt hahastan Oknoy 
Sb. 28 

= syr. AntioX'Xesron^ gr. Jivrcdx^i'Cc XoaQdov, arab. Ru- 
rniya^ die romische', Stadt bei Madain, vonXosrovI. gegriindet, 
pers. also *Veh'AntidZ'XtMrav Tab. 16, 165, 166. 

187. i\Jr^mpinuiiltp FlsAar^o^tV eiuc Stadt, zwischeu TisboH 
(Ktesiphon) und Maraud genannt bei Sb. 24; am Tigris gegen- 
iiber von Tizbon (= Tisbon) Mos. Kal. I, 255 

= pers. Veh'Ariasirj jiinger Beh-ArdaSlr = Seleucia am 
Tigris BB IV, 35, Tab. 16, 19, 357. So heisst auch eine Stadt 
in Kerman Tab. 10, arab. Bardasir Barb. 90, 519. 

188. il^ilr^i^ii^uf<iy#ri.< Vek-denSopuk = *Gut-DenSapuh', s. 
p. 37 unter Deniapuh, 

189. il^K^iJ Vehik ein Mann Mos. Kal. I, 221, vielleicht 
Deminut. von Veh^), das eine Abkiirzung von Namen wie 
Vehiapuh, Vehnam u. s. w. sein konnte. 



1) Vgl. Xosrovik u. 8. w. im Festgniss an Roth 104. 

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84 !• Abachnitt: PerBische NamexL 

190. i[Jr^lUJLluln FeA^ara/ am Tigris (i>^/a^)beider Schiffs- 
briicke (zom) Sb. 31,95, Mas. Kal. 1,290, Thorn. 94, Steph. Asol. 

=? syr. BehkavaS Bezirk am Euphrat (mit Babel, Kufa und 
Hira) Nold. syr. Chron. 36, also phi. *Veh^Kavat = *Gut- 
Kavat'. 

191. j\lr4iPfi4pi^usii^nL4 Vehmihriapuh erster Marzpan von 
Armenien (unter Bahram Gor) MX. 265, Kir. 19 

d. i. 'Gut-Mihr§apuh*, s. p. 53 unter Mihr. 

192. i{Jr^2J"'H"^^ VeMapuh koniglicher Kammerherr, 
spater dprapet Areag 'Kanzler von Eran' Laz. 187 

d. i. *Gut-Sapuh*, pers. Vehapur fur * Vehsapur, alter * Veh- 
hahpuhr Tab. 127; als Ortsname syr. niltlin*^! (vor d. J. 544) 
ein Bisthum ZDMG. 43, 408. 

193. i\Jr^nnin Vshtot eiu Fluss : Bahl und das Land der 
K'u§ank* bis jenseits des grossen Flusses, der genannt wird 
Vehi-ot Sb. 30, Thorn. 85, Steph. Asol. 114 ; der Vehtot^ welcher 
kommt aus TWk'astan (aus dem Lande Evilat u. s. w.) und 
sich ergiesst nach Indien^) Sb. 66; der Arang, der der P'isou 
zu sein scheint, den die Perser Vehrot nennen MGg. ed. 
Soukry 42 

= phi. Veh-rot Justi, Bdh. Gl. 267, Btrg. z. alten Geogr. 
Pers. I, lOflg. (der Oxus). 

194. i\Jr^uuM^uth Fi^A^acan ein Karen Pahlav, Yerwandter 
Xosrov^s von Armenien MX. 152 

d. i. *Gut-Sacan' (letzteres sonst unbekannt). 

195. iXJr^ilfr^uttT Veh^ehnam Hazarapet von Armenien 
Laz. 360, nur Vehnam genannt Laz. 502, ein Perser 

d. i. *Gut- Vehnam', von Vehnanij syr. Behmm *der einen 
guten Namen hat^ Hoffmann p. 17 — 19. 

Persische Namen mit veh = np. bih 'gut' s. bei Horn, Sieg. 
p. 25, ZDMG. 44, 671. 

196. ij^ii Vin pers. Heerfuhrer FB. 145, Vin i Korean 
(Vinn Xorean) pers. Heerfuhrer Laz. 390, 396 

zu phi. Veh'Ven (das aber unsicher ist) Horn, Sieg. p. 25? 
Vgl. Blnagan Tab. 237. 



1) Vgl. Justi, Btrg. z. alten Geogr. Pers. I, p. 11. 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 85 

197. ^(jfitqjuuiut^uiit V9ndatakan -peis, Sthtthhlter in Axme- 
nien unter Xosrov 11. Sb. 34, 70 

mittelst des Suffixes akem ^=: )[)hl. akan von V9ndat = pers. 
*mnddt oA^er *vandat abgeleitet? Vgl.die pers. Namen Vcmdad- 
Hurmuz Barb. 590, Mihrbundad, Mdhbundad u. s. w., zu paz. 
vandad ^erlangt' Min. Gl. 206, Hoffmann p. 297. 

198. ^{^i-nj Vndoy und t^frmwiT Vsiam Briider der Frau 
des Konigs Hormizd (IV.), Sohne des Asparapet, eines Fiiisten 
des Hauses der Partbei, Oheime Xosrov^s II. Sb. 30, 32, 34, 
39,57,59,61, Thorn. 85,87, BndoyxLiid. F5tomMo8.Kal.I,286; 
Vndoy ^ pers. Mogpet und Marzpan Thorn. 77,78; Vstam Apa- 
hunier Sb. 65, Vahevunier Sb. 50 

= pers. Bindoi und arab. Bisfdm Tab. 96, 273, 485, syr. 
Chron. 8, ersteres Koseform zu Namen wie ap. Vindafamah-^) 
(Nold. Stud. 1, 16, 17), letzteres aus pers. Bistahm = ChMtahm 
(Fird. I, 261, 316), phi. Vistahm oder Vistaxm ZDMG. 19,482, 
ap. *Vistaxma', 

199. iJ^^iiufi/iY FJn«5p Name eines heiligenFeuers,vielfach 
entstellt bei den arm. Schriftstellem : Heraclius zerstorte in 
Gandzak die Altare des grossen Feuers (krat^)), das sie Vsnapn 
(Vnaspn) nannten Sb.92; Thorn. 92 (Vsnapn), Steph. Asol. 117 
(Vn($8pn), haufig in Eigennamen, vgl. Airvinasp, Mikrvinasp, 
Y9zatvSna^, Nixor Vsnaspdat, Vardan-Vinasp, Auchbei Joh. 
Kath. 38 ist Vsnasp Vahram (pers. Marzpan in derStadtDvin) 
£ur das iiberlieferte Vinasn Vahram zu lesen, vgl. Bahram- 
ffuinaspToh. 270 J ZDMG. 44, 673, Dazu noch Gadvsnasp Mos. 
Kal. 1, 268, vgl. Gad Bischof von Vanand El. 22; 

np. Gtdasp aus GuSnaspj vgl. MshguSnasp Tab. 110, Bahram^^ 
gtiinasp Tab. 270, Aspad-Guinasp Tab. 362, phi. V(i)Snasp 
West, PT. I, 173 Anm. 5, 186 u. s.w., skr. vriana^a-, 

200. il^muffri^ Vstasp Satrap des Darius Pseud. 55, 92; 
i zavake Darehi vstaspean^ 'aus der Nachkommenschaft des 



1) Ann* Vindatf amah' J vgl. zd. vindatspada- nnd wegien des Ausfalles 
des t: ap. Darayava[h)u8 r= zd. *darayatvanhid^ skr. *dharayadva8ui; phi. 
Arjdsp = zd. Arajataspa-; np. Luhrasp = zd. Aurvataspa-. Daher ist auch 
ap. Frada- Name eines Empdrers in Margiana s= zd. fradat- als Kurzform 
von Namen wie zd. Fradatvira-, das ap. *Fradav%ra- lauten Wtlrde. 

2) Arm. hrai und krak ^ pers. Lw. afas Sb. 27 (s. unten p. 92). 



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86 1- Abschnitt: Persiache Namen. 

Darius, des Sohnes des Hystaspes' MX. 99; Dareh Vitaspay in 
der Ueberschrift des Kapitels Thorn. 40, Darehi Vhtaspeay 
(gen.) ^Darius, Sohn des Hystaspes* Vardan 28 

= np. Guiiasp und Bistasp Tab. 2, 109 etc., phi. Viitasp 
Yatk.51, ap. Vistaspa- Vater des Darius, Satrap vonParthien, 
zd. Vtitaspa-j gr. ^ YavdaTtrjg. 

TdniuiP Vram s. tinter Vahagn, 

201. i{^uuMiuir F>^aw Bruder des Vndoy Sb. 30, 39, s. unter 
Vndoy Nr. 198. 

202. i\j,liu,% Vrkan 'Hyrcanien' El. 110, Laz. 256, 257, 
278 etc., Sb. 59, 61, 65, MGg. 592, 614, Joh. Kath. 40, Kir. 29, 
Vardan 10, Steph. Orb. I, 143 

= ap. Vrkana-^ zd. Vehrkana-^ gr. *F^xai//of. 

Die spatere Form des Wortes ist %nLpi^% Gurgan Sb. 61, 
Vardan 94 

= np. Gurgan^ syr. Gurgan (im Jahr 430) ZDMG. 43, 414, 
phi. Gurgan phi. vd. p. 4, z. 2, 3 v. u. 

Bei Sb. 61 stehen beideFormen: Vrkan und Gurgan neben- 
einander. 

203. iS^lik'u Vrken Nahapet von Habuzeank' FB. 104, 
altere Form fiir das spatere %nt.f»nliU Gurgen^ deren mehrere 
bei Joh. Kath. (iSxan Anjevaceac 98, isxan Vrac 163 etc.), 
Thom. vgl. Index, Steph. AsoL, Arist. 4 (Vater des Konigs der 
Ap'xazen), Vardan 87 — 92, Steph. Orb. 1, 308 u.s. w. erwahnt 
werden, gr. rovQyivrjg Konig der Iberer (Georgier) Procop 
Pers. I, 12 

= np. Gurgm Fird. I, 459, 408 u. s. w. 

204. ^luiiui^u/ii Talakan (MGg. ed. Soukry 40: Talkan^ ed. 
Ven. 614: Saikan^ El. 1 6 : [i] Taiakan) Landschaft von Xorasan 

= pers. Talakan^ arab. Talaqan Tab. 116, Barb. 376, Fird. 
Ill, 1198, 1133. 

205. %ui^l| Ta^'A (gen. pi. TacAa(?)*Araber, arabisch' 2 Mac- 
cab. 12, 10, FB. 157, Sb. 32 (vom Pferde), Thom. (sehr oft, s. 
Index) u. s. w. 

= phi, tacik ^Araber, arabisch* Bdh. Gl. 107, Matikan i 
eatrang p. 4, z. 2 v. u., np. tazl ^arabisch', abgeleitet vom Namen 



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1. Abschnitt: Persische Namen. 87 

des Stammes Tat {^^) mit dem Suffix ct& wie &rm. saffcik ^) = 
np.sc^zi von saff = ap. /SaAa 'der Sake', wie racik^) West, PT. 
II, 329 = np. razt von Rat BB IV, 52, Justi, Btrg. z. alten Geogr. 
Pers, n, p. 3. 

Davon Tackastan 'Arabien' El. 10, 46, MX. 159, 2 Maccab. 
3, 5 (= OoLvLyirj), Sb. 110, MGg. 611 etc. 

206. ^lutP \sBnupml^ Tam Xosrov persischer General in Ar- 
menien (im Anfang der Regierung Hormizd's IV.) Sb. 34 

= syr. Tarn- Xesron J oh, v. Eph., gr. TafxxoaQO) Theophyl., 
Tayxoadqd) Menand., TainxoaQdrjg Euagr. unter Xosrov I. und 
Hormizd IV. Tab. 443. 

Vgl. syr. Tahm- Yazdegerd^ Tahm-Hormazd Hoffmann 50, 64, 
syr. Tam-iabur = lat. Tamsapor bei Ammian, Noldeke, Tab. 
443, Anm. 1, Gott. Gel. Anz. 1880, Stiick 28, p. 877. 

Tam = np. tahm = zd. taxma- *stark', also Tam- Xosrov = 
'Stark-Xosrov*, ein von Xosrov I. verliehener Ehrenname, wie 
Javitean- Xosrov ^Ewig-Xosrov' ein von Xosrov II. verliehener 
Ehrenname ist, s. oben p. 68. 

Vgl. oben p. 73 Senitam- Xosrov, 

207. ^tuufutptuutnutb Taparastan Landschaft in Medien 
Sb. 63, MGg. 613, Vardan 95 

= np. Tabaristdn Barb. 380. 

208. ^/tqiiutb Tigran'. sie fiihrten aus der Stadt Artasat neun 
tausend jiidische Familien, die der Konig Tigran^ der Arsacide, 
als Gefangene aus dem Lande Palastina gebracht hatte FB. 
p. 171, vgl. ebenda p. 173; Tigran Name dreier alten Konige 
von Armenien bei MX. 47flg., 84 flg., 142flg. ; Tigranakert FB. 
142, von dem ersten Tigi'an gegriindet nach MX. 57 ; Tigranuhi 
Schwester dieses Tigran^ Frau des A§dahak MX. 50 (danach 
ebenso Thom. 36 — 56) ; Tigran^ Heerfuhrer des Konigs Xosrov 
Job. Mam. 43 — 46; Tigran Marzpan (unter Asot, Konig von 
Vaspurakan um 983) Steph. Asol. 176; Tigran Isxan der 
Varaznunier N. P. 25 

= gr. TiyQccvrjg Name von Persern (schon bei Herod. 7, 62 
einAchamenide, Fiihrer der Meder) und armenischen Konigen 



Ij S. oben p. 71. 

2 Vgl. ^PaCiXTjvTj *Rai' bei Tbeophylact. 



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gg 1. Abichnitt: Persische Namen. 

der Partherzeit A. v. G. p. 80, Mommsen, Rom. Gesch. V, 
372, 373; TtyQavdxsQTa von Tigranes II. gegriindet Strabo 
532; lat. Tigranes^ Tigranocerta, 

Der Name (ap. *Tigrana'-) war, wie es scheint, im 5. Jhd. 
p. Chr. in Aimenien nicht mehr lebendig^) und ist vielleicht 
erst durch die Schriftsteller aus fremden Quellen^) wieder be- 
kannt geworden. Dafiir sprache auch die Form Tigran, statt 
deren man bei einem so alten Namen *Tgran erwarten soUte^ 
wenn der Name in lebendigem Gebrauche geblieben ware 3). 

209. ^putii Tiran Konig von Armenien, Sohn Xosrov's des 
Kleinen FB. 1 1, 29 flg., El. 7, MX. 196flg. etc. ; Sohn des Vahan 
Job. Mam. 49 flg.; 

Tirik Bischof Ton Basean FB. 270 (gen. Tirkan ebenda in 
der Ueberschrift) ; 

Tirair aus Xordzean, Gebiilfe des Mast'oc Koriun 14; 

Tiranam^ Genosse des big. Nerses in der Veibannung FB. 9 1 ; 

Tiruk Priester, Sobn des Mosisik aus ZariSat in Vanand 
MX. 266 

scbeinen zu Ttr in TiQiddzrjg^ TsQiroi^xH'^S i Tiqi^at^og^ 
TiQalog, Tlroi Nold. Stud. I, 35, Ttre Tab. 4, 5, Ttrikan[?) 
ZDMG. 46, 287 zu geboren. Indessen sollte man dann *7Van, 
*Trik u. 8. w. erwarten, vgl. Trdat = TiQid&zrig. Sie geben 
lautgesetzlicb vielmehr auf *Teran^ *Terik etc. zuriick und 
geboren zum Tbeil — wie Tirik^ Tiruk — vielleicbt zu arm. 
ter *Herr'. Tiran aber wird wie die andem arm. Konigsnamen 
aus dem Persiscben der Arsacidenzeit stammen. Vgl. Festgruss 
an Roth p. 1 04. 

210. ^„Lpui% Turan MGg. ed. Soukry p. 40, Sb. 110 per- 
sische Provinz 

= pers. Turan Tab. 18, ein Tbeil von Balufcistan. 
Daher Kuran El. 124, MGg. ed. Ven. 613 in Turan zu cor- 
rigiren. 

1) Anders urtheilt Vetter, Die nationalen Oes&nge der alten Armenier 
p. 57, der in dem Tigran dei MX. einen Helden des armenischen Volks- 
liedes sieht. Auch Procop de aedif. HI, 1 kennt einen Tigranes als letsten 
KOnig des persischen Armeniens, von dem aber die arm. Historiker (die 
statt seiner Xi>sroT HI. nennen FB. 261 flg., MX. 232) nichta wissen. 

2j Vgl. Malalasp. 211. 

3) Vgl. arm. Npat = gr. Ni(pazt}g. 



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1. Abschnitt: Persische Kamen. S9 

211. ^pqjum Trdat Konig von Annenien, Sohn desXosroy 
FB. 6, 36 u. 8. w., Ag., MX. etc.; Trdat Bagratunier MX. 141, 
142, 250 (in der Partherzeit) ; Trdat dritter Sohn des Tiran, 
Konigs Ton Armenien (zur Zeit des Kaisers Julianus) MX. 1 99, 
207 ; zweitei Sohn des Konigs ArSak nnd der P^atandsem, 
Bruder des Pap N.P. 50; Trdat Oberdiacon FB.272 (= Trdac 
FB. 218?), Bischof von Basean N. P. 26, Katholikos [hairapet) 
Levond 167, Joh. Kath. 60 

= gr. TcQtddTTjg und (unrichtig) TrjQLddrrjg Name von Par- 
them und alten armen. Konigen, vgl. A. v. G. p. 30 : Tiridates I. 
248/7— 211/10; p. 102 : TiridatesH. urn 30a.Chr.; p. 121 : Tiri- 
dates HI. nm 36 p. Chr.; p. 133 : Tiridates j Brudei des Parthers 
Volagases I., von Nero 66 p. Chr. als Konig von Aimenien ge- 
kront; lat. Tiridates, plil. Ttrd{at) ZDMG. 44, 658; 46, 283. 

Die ap. Fonn war ^Ttridator- Von (Gott) Ttr^) gq^eben* ,vgl. 
Ti^lfia^og u. s. w. Nold. Stud. I, 35. 

Bei £1. kommt Trdat nur einmal (p. 5 5) vor in der graec. Form 
TrdatioSy bei Ag. neben Trdat: Trdates imd Trdatioe p. 42, 
43 etc., also aus gr. Quelle. Im gt.Ag.TrjQiddTriQ, TrjQiddTiogj 
TLQiddriog, 

212. ^luauiiMiiib^utiig P^itavazeanR (zu lesen Patnaf>azeanR) 
die Mitglieder der georgischen Konigsfamilie 2) FB. 211, Pa- 
tronym. von P\irnavaz Sb. 6 (Pseudo-Sebeos!) 

= gr. OaQvdfia^og Konig von Iberien (unter Antonius, 
Mommsen, Rom. Gesch. V, 363) D. Cass., auf den Satrapen- 
miinzen ITnanfi, ap. also *Famabazu^, 

Der Name ist in Armenien nicht heimisch und stammt 
wohl aus gelehrten Quellen. 

213. ^uitAlrpulr4 P'arnerseh aus A^tiSat in Taraun, Katho^ 
likos von Armenien MX. 202, N. P. 14, Joh. Kath. 27, Steph. 
Asol. 71, Kir. 11, Vardan 46, identisch mit 

^mitt'li P'often (gen. P'afenay und P'atinay) FB. 44, 45. 
266, 269; ein Bischof von Georgien N. P. 26 



1) Vgl. den ann. Qott Tiur Ag. 584 (an unklarer Stelle)? Im gr. Ag. 
TQtdoc (gen.). Eher noch k6nnte der Monatsname Tre (ein Oenitiy) hier- 
her gezogen werden. 

2) Vgl. F^af'navaz Kdnigvon Georgien Gesch. Georg. p. 21-^-36. 



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90 1. Abschnitt: Persische Namen. 

von arm. i/ium-par' ^Ruhm, Herrlichkeit' = np./arr*Glanz, 
Majestat', eLjp.famah-^) und Nerseh (s. oben p. 57); vgl. phi. 
Farr-Ohrmazd ZDMG.44, 669, Nr. 565 und (da pers. /arr und 
xurreh vfech^eln) pers. Xore-Xosrav Tab. 237, Ardaklr Xurrek 
(Stadt) Tab. 11. Namen mit Nerseh als 2. Glied s. oben p. 57 
unter Nerseh^). 

214. ^uinut£/ip4 PWactVA kommtmeinesWissensnirgends 
vor und scheint nur von de Lagarde, Ges. Abh. 183, A. St. 
p. 155 erschlossen zu sein fur Strabo's OdgtiQis 785. 

215. ^lupuiTuiu P^arsman Konig der Georgier MX. 1 22 ; ein 
Mandakunier El. 77, 150, Laz. 256 

= gr. OaQaafxdrrjg Konig von Iberien (um 35 p. Chr.) 
D. Cass., Tac, vgl. A. v. G. p. 120; Pharasmanes 11. von Iberien 
(unter Hadrian) ebenda 146, 147; OaQsafidvrjg ein Kolcher 
Procop Pers. 1,8; Vater des Zannas Procop Vand. 2, 19 ; syr. 
•Jttnc Jos. Styl. (Nold. Stud. 1, 32, Anm.); Pharesmanes ein Ge- 
neral des Kaisers Justin (HalUer, Edess. Chronik p. 79). 

Der Name ist persischen Ursprungs, braucht aber nicht un- 
mittelbar von den Persem zu den Armeniem gekommen zu 
sein. MX. hat ihn direct oder indirect aus griechischen Quel- 
len, Lazar von Elise p. 150 genommen, sodass also nur ein 
Armenier Namens P^arsman (aus der FamiUe der Manda- 
kunier) erwahnt wird ^). 



\] Ap. Namen mit famah- waren hftufig, vgl. ap. Vindafamd (nom..\ 
gr. ^aqvafiaCos, TiacafpiQVTjg u. 8. w. 

2) F^aren igt Koseform zu P'arnerseh und gebildet wie pers. Gurfin, 
Tahniin (vgl. Tahmdsp), Bapln (Horn, Sieg. 24,36), Yazdin, Sadagin Justi, 
ZDMG. 46, 283 — 286, deren -in aus filterem -cwentstanden ist, vgl. arm. Yaz- 
din (a. oben p. 55) = pers. Yazdin^ syr. Sahren Hoffmann p. 68, arm. Vrhen^ 
spater Gurgen = np. Ourg'in (s. oben Nr. 203). Von andern Koseformen 
dieser Art sind oben ArtcLsen, Arten^ Arsen, Daiahen^ Manen genannt. Sonst 
finden sich noch folgende Namen von Armeni ern auf -en (gen. -enay oder 
-inay): Atgen Laz. 467; Arson El. 77, Laz. 213; Babgen El. 150, Laz. 370 
= BabkenL9iz.2bb {ygi.Babik); Zawen FB. 263, 264 ; ZvarenBl.lbO; Xiden 
N. P. 52; Xoren El. 77, Laz. 185, El. 142, Laz. 125, 282; Kiiken FB. 104; 
Sahen (s. oben p. 59); Vazgen (FOhrer der Georgier) Vardan56, 111; Fren 
El. 77, 150, Laz. 394, 395. 

3) Mehrfach findet sich der Name F^arsman in der aus dem Georg. 
dbersetzt^ Gesch. Georg. p. 31 fig. 



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2. Abschnitt: Pereische Wdrter. 91 

216. f^unlfiuip iCavfar ein Orbelier (im Jahr 1177) Var- 
dan 130 

= np. kaftar 'Hyaene'. 

217. ^ptnut^tup/ib K^rtakarin (nur im instr. Krtakarinov) 
persischer General Mos. Kal. I, 239 (neben Sahrvaraz und 
Sahen genannt) 

= syr. Kdrdartgan Tab. 387, Anm. 1, gr. KaqdaQtyav^) 
Theophyl. I, 9, 13; II, 2, vgl. Ges. Abh. 189, Hoffmann 189, 
Anm. 1489. Im Arm. also iCariarikan zu lesen. 



2. Absclmitt: Persische WSrter, 

1 . uti^nLn. agur 'Backstein, Ziegelstein' (nur einmal Leb. d. 
Vater 16, wo es durch aiiics irceal hrov = 'gebrannter Ziegel- 
stein* erklart wird) 

= np. agur (unbelegt), georg. aguri, arab. ajurr u. s. w. 
(Fraenkelp. 5), syr. fc^n*l5^, assyr. agurru, — Das Wort ist assyr. 
XJrsprungs. 

2. utqiuin azat 1. ^frei'*^) Mt. 17,25; 2. ^edel, adlig, vomehm* 
FB. 227, 2,3 v. u. (Gegens. Hnakan *der gemeine Mann, Bauer' 
Oder caray ^Diener'), alt und haufig 

= np. azad "ixe\\ phi. amt^) 'free, noble' Shk. 235, zd. 
dzata- 'vornehm, edel'. 

Haufig in Comp. und Ableitungen : azatel ^befreien*, aza- 
tuliun 'Freiheit' (np. azadi) , azatak evyeviararog (np. azada 
^frei, der Freie' Fird. I, 24, 12), azatakan kleMeQog, azatatohm 
*von edler Herkunft', azatatohmik dass. u. s. w. 



1) JTaQ&ixoy tovto ir^((o/na Theophyl. I, 9. 

2) Vgl. 'EXev&BQog = Azat (Fluss) MX. 97, MGg. ed. Soukry 36, z. 9. 
Ueber Azat als Name eines armenischen Berges vgl. Vetter, Die nationalen 
Gesgnge der alten Annenier p. 75. 

3) Die Haj labad-Inschrift zfthlt auf : 8atrd[a)ran (xhatrd(a)rxn = np. sahv' 
yaran) *die Unterkdnige* — harhltan (fOr mp. vaspukrakan) 'die Magnaten' 
— vazrkan 'die Grossen' — azaian 'der kleine AdeV. 



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92 2. Abschnitt: Persigche WOrter. 

Auch in azatXei Ttexqoailivov TetersiKe' Galen (imUnter- 
schied von Jcei-a-karos 'Sellerie*). Vgl. np. azadsarv, axad- 
diraxt (= 'chinesischer Holunder' AM. 26, Achund. Nr. 36). 

3. a#^i^ azd 'Nachricht, Kunde' (nur nom. und ace.) : azd 
drnel 'Nachricht geben, meldeu' FB. 203, azd eiev 'es ward ge- 
meldet, berichtet' Luc. 8, 20, vgl. Kor. I, 11, Gen. 27, 42, 
Sb. 44 etc. 

= ap. azdd: karahya naiy azda abava 'dem Volke war nicht 
Kunde geworden, das Volk hatte nicht erfahren, wnsste nicht'; 
phi. azd: Arjasp azd mat *A. wurde benachrichtigt, erfuhr' 
Yatk. 48. Vgl. aram. K^nj Dan. 2, 5. 

Davon zu trennen azd *Einwirkung, Einfluss', vgl. azdige 
laxvu (*ist tauglich zu-') Mt. 5,13, azdel ausrichten El. 1 1 , z. 2 1 , 
azdeguliun kvigyeta fWirksamkeit') Ephes. 4,16. 

4. tupui^ aiah der persische Name des Feuers Sb. 27 (fiir 
echt-arm. krak^ hur, hratj letzteres bei Sb. 24, 92 vom hlg. 
Feuer ( Vsnasp) in Gandzak gebraucht, auch Name des Planeten 
Mars) 

= np. atai, paz. atai Min. Gl. 34, Shk.232, phi. (geschrie- 
ben) ataxi Bdh. Gl. 53, PPGl. 91, Gl. and Ind. 6, ZDMG. 46, 
284, zd. atari (nom. sg.). 

Pers. atas ist Lw. aus dem Avesta, echt persisch ist adar = 
phi. atur, 8. unten p. 1 1 atr-. 

5. uit^tu% azan 'billig' {ffnel yazan 'billig kaufen' Lambr. 
12. Jhd.), aie Viegt auf Car. (bis zum 13. Jhd.), azeS 'Vieia 
(Arist. 11. Jhd.; Mech. Rechtsbuch, 12. — 13. Jhd.) sindjiingere 
Formen fiir &1 teres arictn, arie, arieJc: 

1. avian 'gebiihrend, Gebiihr, Werth, Verdienst', avian e 
*ist recht, erlaubt, giiltig, werth, verdient, muss' (dUaiov Mt, 
20, 4; e^eaTi Mc. 10,2; dqfellec Mt. 23, 16; S^cog Mt. 10, 36,37; 
FB. 236, El. 6 etc.), anarian 'unwiirdig' FB. 225, z. 10 v. u.; 
268, z. 9 V.U., Sb. 142 u. s.w., haufig als 1. Glied von Compo- 
sitis (fiir arlam 'wiirdig'), wo wir es als 2. Glied gebrauchen: 
arianahavat 'glaubwiirdig' (= arzani havataloy) A^t^Ttiavog^ 
arzanaluv i^tdxovoTogy avzanayall &^i6viy.og^ arianapativ A^id- 
vifiog, avianapavt &^idxQBmg u. s. w., also nach griechischen 
Mustem gebildet! — Davon ariam Viirdig' Mt. 3, 8 [ix^iog)^ 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 93 

FB. 225, z. 7 V. u., Sb. 142 u. s. w., 'Wiirdigkeit' ; arzanavor 
Viirdig' Sb. 97, 'passend, geziemend* 

= ap. arzan Vohlfeil, preiswiirdig, wiiidig, werth', phi. 
arzan^) in margarian 'todeswiirdig' Gl. and Ind. 212, davon 
np. arzant 'Wohlfeilheit , Wiirdigkeit' = paz. arzdm = phi. 
ariamA/woithiness' Shk.231, 'dignity, merit* Min. Gl. 16; np. 
arzani Viirdig, werth' = paz. arzanl = phi. ariamk Vorthy' 
Shk. 23.1, Gl. and Ind. 20, 

2. arze^vnep. auf, ist werth'Hebr. 1 1, 38 =FB. 271, z. 7 v. u. ; 
'kostet' MGg. ed. Soukry p. 45, z. 2, 4, 5 u. s. w. 

= np.arxjfrfanVerthsein, gelten', -pYA. ariltan *to be worth, 
valued at' Gl. and Ind. 20, 'aufwiegen Bdh. Gl. 59. — Vgl. 
np. arz und arj *Werth, Preis', arjmand Verthvoir, phi. arj 
Value, worth, price' Gl. and Ind. 19, PPGl. 72, Bdh.Gl. 59. 

3. arieR 'prezzo, valore' noch bei Mast. jahk. 14. Jhd. 
Echt armenisch ist arg- in yargem^ anargem u. s. w. 

6. utfuniL axor 'Stall* Sb. 68, 95, Leb. d. Vater 

= np. axur 'Stall', phi. ax^ar West, PT. IV, 127, ax'^ar i 
storm 'Rossstair BB IV, 40 ; Lw. kurd. cwrdr, afgh. uxor P. St. 5. 

Dazu arm. axotapef^) 'Stallmeister' (der Stallmeister dea 
Konigs von Persian) FB. 124, z. 9 v.u.; axorapan dass. Martin; 
phi. ax^arsardar Yatk. p. 63 = np. ax^'arsalar^ axursalar 'Stall- 
meister'. 

7. uilum axt (t-St.) 'Krankheit, Leiden' Me. 1., 34; 3, 10, 
FB. 256 u. 8. w., 'Gemiithsbewegung, Leidenschaft [n&d'og)^ 
moralischer Fehler' 

= zd. axti" 'Krankheit'. 

In Comp.: axtazet 'krank' Mc. 6, 56, Sb. 88 u. s. w. 

8. iufuiatupg oxtarK und apaxtarR 'Sternbilder' und 'Plane- 
ten' Anan. Shirak. 3), Ephrem, Joh. Sark. (s. Wb. unter 
geiazan)\ apaxtarR MGg. 614, ed. Soukry 27 und 42 = 'der 
Norden' 



1) Vgl. P. St. p. 230, 231. 

2) Bei El. 77 steht xoi-apet {b, u.) fOr axar-apet des Wb. 

3) Bei Anan. Shirak. ed. Patkan. 1877 findet sich nur einmal axtarU 
p. 66, z. 6 V. u. 



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94 2. Abechnitt: Persieche WOrter. 

= phi. axtar 'Zodiacalbild >), Sternbild' 13dh.56, Min.Gl.6, 
'constellation' Shk. 228, np. axtar *Stern'; phi. apaxtar 'der 
Norden, nordlich, Planet^ Gl.andlnd. 8, Min.Gl. 25, zd. apax- 
tar a-^ apaxdra- 'nordlich', np. baxtar 'Norden' P. St. 120. 

Dazu axtarmoi = axiarmai Anan. Shirak., MX. 1 50, z. 7 v. u. 
des Textes, durch Ravdeay 'Stemdeuter' erklart = phi. axtar- 
mar 'Astrolog' Bdh. Gl. 56, Pahl. Diction. H, 291, 293; vgl. 
np. axtarium&r 'Astrolog' neben np, sitdrasumar Fird. I, 807 
= phi. star-uhmur (lies staruimar) 'Astrolog' Dinkart V Gl. 
p. 18. Zuzd.^ar, redupl. Ai-Jmar, skr. smar^ floX.imnurtan^ np. 
himurdan 'zahlen', sumdr 'Zahl', arm. hamar und nsmarj vgl. 
Horn, Grdr. p. 176; P. St p. 80. 

Femer wohl vat-axtaraA eigentlich'mit bosem Sterne' in vat- 
axtar ok arareal El. 111,11 'in Noth gebracht,bedrangt habend'. 

9. luliui^ akah 'kundig' Osk. Mt., Seber., Magistr., Erznk. 
Matth. (sonst nicht) 

= np. agah 'kundig', paz. agah 'knowing' Min. Gl. 29, phi. 
akas Gl. and Ind. 30, Bdh. Gl. 69, P. St. 211. Vgl. np. nigah 
'Anblick, Aufmerksamkeit', bal. nikah 'Aufmerksamkeit', phi. 
nikas 'look, observation, care'Gl. and Ind. 246, zd. dkasaf 'er- 
blickte', skr. kag, 

10. Suffix -m^itflr -akan in vacarakan^'KB.vifmeLnnYonvacar 
'Handel', anahtakan 'anahitisch' von Anahit 'Anahita', ormzd- 
akan 'des Ormizd' von Ormizd'^) u. s. w. 



1) Die persischen Namen der Zodiacalbilder {axtara?i) waren nach 
Anan. Shirak. p. 62 folgende: varrak *Widder, ^au'Stier , dopaikar (oder 
dopaikar) *Zwillinge', garzang (phL karcang = paz. garzang Justi, Bdh. 
Gl. 203, kalacang West, np. xariang) 'Krebs', 5«r XOwe', dditca{k]? 
'Jungfrau, tardzuk^W&gey gazdum' Scorpion^ nemasp 'Schtttze*, hzasar aus 
*buzasar (= *ziegenk5pfig', vgl. aiyoxeqtas^ capricornus) *Steinbock' (phi. 
vahlk], dbl (= *Eimer ) 'Wassermann', mahxk 'Fisch' (vgl. Bdh. 6, z. 8, 9). 
Die Namen der Planeten [apaxtaran) p. 64 : xoraset 'Sonne*, mang 'Mond', 
narz (Plies ua^ram?) 'Mars', A;oc(?lies <Tr?)'Mercur', ter9nj (?lies Hormizd?) 
'Jupiter*, anahit *Venu8 , zruan ' Saturn' (Bdh. 1 2, z. 20 ) . Vgl. MGg. ed. Patkan. 
Einleitung p. 22, 23. Die Namen sind bei Ananias zum Theil stark entstellt ; 
die L&ngezeichen fehlen in der armen. Schrift 

2) Das Suffix (eins der hSufigsten der arm. Sprache !) tritt auch an echt 
armenische WOrter: bavakan 'ausreichend', araw^a^aw * weidend' , patvakati 
'kostbar, Aro^TnoA^an 'eingeladen , arA;' umiA^n ^kOniglich', Aor^^oX^w *verg&ng- 
lich' u. 8. w. 



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2. Abschnitt: Pcrsische WSrter. 95 

= np. -agan und -gcLn = phi. -akan Darmesteter, Etud. 
iran. 1, 271 {\g\,sapUr(igan = phi. iahpuhrakan Tab. 457; adar- 
badgan = phi. aturpatakun s.. oben p. 23, u. s. w.) 

utliuaiTuij akamay s. unter kamJc, 

11. ut^utiif ahang einmal bei N. P. 10. Jhd. (^sie erhoben 
die Banner gegen die ahang [ahangig) derPerser«), vom Wb. 
zu n^. ahang 'Plan, Absicht, Art und Weise, Harmonie' u. s. w. 
gestellt, von C. weggelassen. Das Wort ist schwerlich richtig 
iiberliefert; die Aenderung in ahagin (gen.pl.aAa^m^;) *furcht- 
bar* nicht angangig. 

12. tu^lflguiis ahekan ein Monat = ^avd^t^iog 2 Maccab. 11, 
30, 33 (y amseann ahekani 'im Monat Ahekan^ entspricht dem 
9, phi. Monat aiur Gl. and Ind. 87 = paz. adar^ der im Avesta 
adro (ZDMG. 34, 701) = '(Monat) des Feuers' lauten miisste. 
Vgl. den ap. Monatsnamen ad^iyadiya-. Arm. ahekan konnte 
aus *ahrekan (P. St. 205) entstanden sein und entsprache daher 
formell einem phi. *ahrakan^ alter *adrakan^ gebildet wie das 
spatere adaragan 'das Monatsfest am Tage ASar des Monats 
A8ar' Spiegel, Eran. Alterth. Ill, 708, Hyde, Histor. rel. vet. 
Pers., Oxonii MDCC p. 249. Vgl. mehekan = ric Mtd^Q&yiava 
(Strabo). 

13. ut^nli ahok 'Schaden, Tadel', davon ahok-el 'Schaden 
bringen' Vrt'anes k'ert'. (7. Jhd.), Lambr., Mech. d. Arzt, Geop. 

= np. ahb 'Tadel, Makel' Fird. 1, 136, 136; 452, 318, Visu 
Ramln48, z.2, Horn, Grdr. p. 264, paz. aho = phi. aAoA 'fault, 
defect, vice' Min. Gl. 30, Shk. 227, davon phi. ahoklnitan 'be- 
flecken' (West: 'to disfigure') Bdh. Gl. 80. 

14. luJpMifi ambar 'Speicher, &TCod^i\%ri 1 Chron. 28, 12, 
MX. 27, davon ambar-el 'aufspeichern, sammeln, aufbewah- 
ren' Sb. 92 etc. , dazu ambar apet 'Magazinverwalter' Laz., s. 
oben p. 37 unter Den&apuh, ambaranoQ 'Aufbewahrungsort, 
Speicher' 

= np. ambar 'Aufbewahrungsort, Speicher, Magazin', paz. 
phi. anbar 'heap, collection, store' Gl. and Ind. 43, West, PT. 
IV, 348, syr. K-inttfc^ n*>n 'Magazin'. 

Nebenform hambar s. unten. 



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96 2. Abschnitt: Persische WSrter. 

15. luiTfutfu ambox (t-St.) 'Menge, Yolk, Larm, Tumult' Mt. 
9, 23 u. B. w., FB. 8, 46, 233 u. g. w. (alt undhaufig), kpoi am- 
boxi 'politische Verwirruug, Revolution* Sb. 3 1 

= np. anboh 'Menge*. 

16. uiiTliii amic eineZukost*) (»Fruchte undamtctf FB. 208^ 
2, 10; »mit dem amic von Wildpreta El. 156, z. 3 v.u.), davon 
amcaber dxpOTtotog Osk. Mt. 3, 17, 

= syr. fc^roK, arab. ^jo^Toder ^ja^\ Ges. Abh. 12, 13. Die 
Worter setzen ein phi. *amtc 'Mischung* voraus, das zu np. 
amextan 'mischen', amez^ amey u. s. w. (P. St. 8) gehoren wird. 

17. u/uinuapuigiU2^ anpart/caS £1. 112 (wohl ampartlcals zu 
lesen, wie in der Moskauer Ausgabe 1892, p. 131 stebt), am- 
bartHai = arm. jahakraun oder lusamit Dasian, Katalog der 
arm. Hdsoh. zu Wien, p. 9, partRas als Variante im Wb. 

ist ein pers. Compositum, dessen zweiter Theil Rah fiir Rei 
^Glaube' = phi. kek == zd. fkaeSa- (= arm. kraun ^Religion, 
Glaube, Regel* u. s. w.) steht. Im ersten Theil scheint ein 
Wort fur 'Licht* {enm.Jah Tackel, Lampe, Licht', lots ^Licht') zu 
steoken. Das Ganze scheint der Titel eines Religionsbuches 
der Parsen zu sein. Vgl. bozpayit 

18. utbutiiuiptr[-uipjup\ anazarm['a'bar) odeT anazarml-a-pes) 
adv. ^unbarmherzig, grausam, barbarisch* (Steph. Siun., Mech. 
Rechtsbuch, Vardan etc.) 

= paz»awa«arm-iAa*mercile8sly', vgl. a/sa^^arm 'disrespected* 
Min. Gl. 10, azarm 'respect, favour* Min. Gl. 36, Shk. 236, 
phi. azarm 'respect, reverence, honor* Gl. and Ind. 11, np. 
azarm 'Achtung, Scham, Scheu*. 

19. utbuabnL^ atumux fjdifoa^iov 'Minze* (nur Mt. 23, 23, 
Luc. 11, 42 und Med. Schr.) 

zu syr. fc^:^53 nana (fiir na^n9a]j arab. nana 'Minze* oder np. 
ndn-x^ah A. M. 260, Achund. Nr. 551 = nanuxeh 'Ammi*^) 
[vavovxcc 'Ammi* du Cange, vgl. A. St.Nr. 1418)? Ueber Ammi 
und Minze vgl. Low, Aram. Pflanzennamen p. 259 ff. Phi. 



1 ) Nach C. : spezie di yivanda fatta della carne di cacciagione. 

2) Etym. = 'Brotwiirze' (nan 'Brot' und x^ah = skr. svada- *Wohl- 
gegchmack'?), vgl. vulg. SiTm.haghamem pBrot-wtbrze') «= uvrj^ov nach Wb., 
dagegen s= 'foenum graecum' nach Oeop. 251 (ygl. Qeop. p. 90, 196}? 



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2. Abschnitt: Persieche Worter. 97 

nana nanukspram Bdh. p. 66, z. 21 nach Justi = 'Minze zur 
Brotwiirze', nach West, PT. 1, 1 04 ; 'the bread-baker's ^) basil'? ? 

20. u/isutuftuli anapak {{-a St.) 'ungemischt, rein* (vom Wein, 
lixQarog, merus) Jerem. 25, 15, FB. 216, 4v.u., Eznik67u.8.w. 

= zd. anapon Vasserlos', np. nab Wn, ungemischt'. 

Patkanean's Deutung aus an-orpak *nicht-un-rein' ist ab- 
zulehnen, da die Grundbedeutung von arm. anapak offenbar 
*ohne Wasser, nicht mit Wasser gemischt' ist. 

21. uMUuiuimui a/»apa^ *unbewohnt, wiist, Wiiste' Mt. 3,3 etc. 
(alt und haufig), apat 'bewohnt' (neben anapat) nur bei El. 46, 
z. 2 und Joh. Kath. 

= phi. anapat Spiegel, Huzw. Gram. p. 188, paz. andwar- 
c?aw 'uninhabited' Min. Gl. 9 : Negation von phi. opa^a/i'cultivat- 
ed, inhabited' Gl.andlnd. 8, paz. awadan Min. Gl. 34, n^.ahad 
'bewohnt, cultivirt', abadan dass. Haufig ist abad = phi. apat 
in Stadtenamen, vgl. arm. Vaiar§apat (jetzt noch ein Dorf bei 
Etschmiadzin) in der Provinz Airarat MX., Ag. etc., vgl. pers. 
BalasabaS Tab. 1 34 ; arm. Perozapat (= Partav) Mos. Kal. 1, 1 3 1 
= pers. Perozabad BB IV, 48, arab, Flruzabad Name mehrerer 
Stadte Barb. 429. 

Ein anderes apat = pat im Sinne von pateal ('umgeben', 
von pat-eT) liegt vor z. p. in acarapat 'cartilaginoso' von acar 
'cartilagine'. 

22. umUhumJ" angam '-mal' [mi angam 'einmal', erkrord angam 
'zum zweiten Male' Eznik 248, bazum angam 'oftmals, oft*), 
'auch' (hervorhebend) Eznik 262, og angam 'nichteinmal' (alt 
und haufig) 

= phi. paz. np. hangdm 'Zeit, Jahreszeit, Zeitpunkt' Bdh. 
G1.276, Shk. 249, Min.Gl. 149 [ogam falsch fur hangdm), Vgl. 
P. St. 216, 217. 

23. MM/b^tupkiP angarem 'in Rechnung bringen, anrechnen' 
Sb. 138, z. 11 

= np. angdr-am 'glaube, meine, erachte', paz. angdrdan 'to 
account, compute, imagine, recount', angird 'a summary, con- 
clusion' Shk. 230, angdra 'computation, account' Min. Gl. 12, 
phi. angdrtan 'to enumerate, recount, relate' Gl. and Ind. 52, 

1) Np. nami(?), ndnva, nanha *B&cker'. 
Hftbichmaiiii, Annenische Onmrnatik. 7 



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gg 2. Abschnitt: Pcrsische WOrter. 

zd. hankarayemi^), AanA^a^^a-'gezahlt', AowA^m^t-'Berechnung' 
KZ. 27, 239 u. 8. w. Vgl. meine Etym. und Lautl. det OBset. 
Sprache p. 22 ; Horn, Grdr. p. 28. 

24. m%i^f.^munMifJrp onguiat-a-her (Var. anghUaber) MGg. 
597, Z.23 (fehltbeiSoukry, Textp. 19)=c;iAg?to9)o?o?*Silphium 
tragend' (Ptol.), von anguiat^ angiat *Silphium' Mcch. d. Arzt 

= np. anguiad *Harz [ind 'gummi, tesina arboris' Vullew) 
der Pflanze angudan, vgl. angudan ^Silphium* Low, ArBsn. 
Pflanzennaxnen p. 36, anjudan = (pers.) anguyan A, M. 11 = 
'Laserpitium, SUphium* Achund. Nr. 8, anjedan 'Ferula asa 
dulcis' [anguze 'Ferula asa foetida') Polak, Peraien II, 282. 

Np. anguzad aus *angud^zcui^ alter *angut+*zat\ np. a«- 
gud&n aus *angut+an, Vgl. np. kangar^ad, syr. "Ttn^SD 'gummi 
cynarae scolymi* (kangar) u. s. w. 

25. luunnLtTu^ a/e^wwwm vulg.'unvermuthet, unerwartet'C, 
y^angumam-^ 'unvermuthet' Steph. Orb. I, 73 

ist armenische Negation von guman=n'p. gumanM^inirngj 
Zweifer, paz. gumanj gumdni 'doubt', vgl. paz. agwnan 'without 
doubt' Shk. 246, 247, 227. 

26. uAqMi^h-iP andac-emy 9ndac-em'\mters\iche,'pru{e El. 14, 
2. 9 (Moskauer Ausg. 20), davonanrfocmwn^pl. 'Gedanken, Ideen' 
Narek. 10. Jhd. (sonst nicbt) * 

== np. andaz 'Plan, Absicht', andaza 'Maass, Verhaltniss' 
Fird. 1, 24, 1 7 ; phi. andaciSn 'conjecture' Ql. andlnd. 52, andacak 
'opinion West, PT. 1, 328, 'a measuire of length' Gl. and Ind. 52, 
'manner' Dinkart IV Gl. 2, Bdh. Gl. 75, andaxtan 'pkn^n' 
Bdh. Gl. 73; paz. andazesnt 'measurable' Shk. 230. Grundbed. 
also : 'erwagen, ermessen'. Dazu arab. mtikaindis 'Feldmesser', 
handasat 'Geometric', talm. 0*557?, tnsn 'er mass' A. St. Nr. 116. 

27. ui^qMiiP andam (o-St.) 'Glied' Mt. 5, 29 u. s. w. (alt und 
htofig) 

= np. andam, paz. phi. andam Shk. 229, Gl. and Ind. 53, 
zd. handama- 'Glied'. — Aramaisch schon bei Daniel D'nn 
haddam 'Stiick', syr. fc^wn 'Glied', arab. hadama 'zerstoH^'. 

28. u/biijupl andarj (t-St.) 'Testament' Levond (8. Jhd.), 
Kanon., Vardan, Mt. Urh. 

1) Nach Darmesteter allerdings = 'aocomplit^. 



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2. Abschnitt: Peraiiche W6rter. 99 

= np. andarz ^) ^Bath, Vorschrift, Testament, VermaohtniM' 
Fird. 1, 258,260, paz. andarz ^injunction' Shk. 229, phi. andarz 
^Testament, Vorschrift, Unterweisung' Gl. and Ind. 61. 

Dazu Muhi^pluiu^lnn anderjopet oder handerj'apet in : Movan 
handerjapet El. 124, 128 = Movan anderjapet Laz. 262, 291, 
307 (Titel derselben Person, als Beistand des VehdenSapuh 
zur Aburtheilung und Execution der Leontier — neben dem 
Jnikanmaipet(marzpet) — bestimmt, s.oben p. 69 untei/m^an), 
MogoQ anderjapet (als Feldherr der Perser) FB. 157, der ander- 
japet (zwiscben Obermopet und Oberfeldherr genannt) El. 47, 
Sakstan anderjapet (als pers. Feldherr) FB. 156 

= phi. andarzpat ivaspuhrakdn{iitLch Obermopet, Oberfeld- 
herr, Befehlshaber der Garde und Kanzler genannt) BBIV, 62, 
ZDMG. 46, 327, syr. 9Muy{anyandarzbad, das verdolmetscht 
wird: Ordner der Magerschafta (neben dem SroSavarzdari und 
dem Dastbarhamdud als Grossinquisitoren genannt) Hoffmann 
p. 50. Es gab also in Persien Andarzpets derMager, desHofes 
{aim, der. = pers. darf], von Sejjestan (arm. Sakstan fur Saka- 
Stan ?) und des hohen Adels {vaspuhraidn). 

Vgl. handerjapet 

29. mhtj.n^uilguA andohakan ^beangstigend, schrecklich' Sar- 
gis 12. Jl^d., Grig. MaSk. 13. Jhd., a^jefoM *Ang8t bekommen' 
Axtark*, abgeleitet von andoh^ das nicht belegt ist 

= np. anddh 'Kummer, Betriibniss', andohgln *bekiimmert, 
betriibt', phi. anddh 'sorrow, grief, mourning' P. N. p. 68. 

30. uaunji anoti (/-St., gen. antdi, nom. pi. amt§unK. MGg. 
612 o^etanoiiJ^ Vohlriechend, fichmackhaft, angenehm, lieb- 
lich* (alt und haufig, z. B. Hohelied 1, 2, vom Oel gesagt) 

= np. noh *grati saporis, suavis, dulcis', nosln *lieblich, 
wohlriechend'. 

In mehreren Compositis, z. B. anuiaboir, antdaburak Arist. 
35, 5 V. u. Vohlriechend' (= zd. *anaoiO'baoi8p') , anuiahot 
Vohbiechend' Eznik 114^ MGg. 599 etc. 

Davon zu trennen: u«ir/ii.^u«^ anusak^) 'unverganglich, un- 

1) Dazu andarzyar N. pr. s= 'Rathgeber Tab. 462 Anm., das de Lagarde 
auch bei Daniel 3, 2, 3 (pi. = vnaro^, r^yov/neyoi, Kanzler) herstellen will, 
vgLgr.Ag. 167, 158. 

2) An den Stellen, an welohen anusak naoh C. : gtuioso, dolce u. s. w. 
bedentet, gehdrt es natOrlioh zu dem yorangehenden tmoii 'gohmackhaftV 

7* 



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100 2. Abflchnitt: Persische Wdrter. 

sterblich': anusak kerakur 'unvergangliche Speise' = <}fi- 
fiQoala Salom. 19, 20; anu&ak *ewig' Euseb. Chron. I; 3 Mac- 
cab. 6, 10 

= phi. anosak 'unsterblich, unverganglich' BBIV, 45, Gl. 
and Ind. 59, zd. anaosa- 'unsterbKch', np. anoia [bizl tu) *(lebe) 
ewig' Fird. I, 257, 232. — Vgl. np. nd§ 'aqua vitae', nos-daruy 
noi-gtya *antidotum^, paz. anos 'antidote* Shk. 230, phi. and§ 
'Unsterblichkeitstrank* Art. Vir. 10, 5 = Gl. and Ind. 59 und 
das N. pr. Anus-drvan Xosrov (s. oben p. 20). 

3 1 . uiitnLiuiii.p anuiadr 'Salmiak' nur bei C, im kleinen Wb. 
und bei Norair, frz. arm. Wb. unter Ammoniac 

= noSaSir A. M. 263 (VuUers: noSddur), syr. anoSadur Ges. 
Abh. 9, 10. 

Kam arm. anuiadr im lebendigen Sprachgebrauche wirk- 
lich vor^), 80 diirfte es fiir *anuiadur (gen. *amciadri) stehen 
und auf ein sassanid. *andSadur zuriickgehen. 

32. uabilutJrp afitJat?^, eiwt?at?^-a^w 'unbestandig, verander- 
Hch, unglaubwiirdig, ungiltig, nichtig, profan' Snorh., Lambr., 
Osk. Apg., Ephrem, Euseb. Chron., Magistr. ist Negation von 
i[tuLlrp t?at?^ Ephrem, t?a©^aA;a7» Euseb. Chron., Osk.Mt.u.s.w. 
'glaubwiirdig, giiltig, passend*, vaverakan mutant 'das authen-* 
tische Sieger El. 103 (Moskauer Aus^. p. 121), vaverakan 
'Siegelring* Steph. Orb. 

= np. bavar 'Glaube, Vertrauen, glaubwiirdig, wahrhaftig', 
bavar kardan 'glauben', afgh. Lw. 'belief, faith, confidence^, 
bavarl 'faithful, trustworthy*, paz. vawar 'credibly, belief* Shk. 
272, phi. t?aw?ar (geschrieben vapar) 'credible* West, PT. II, 184, 
vawart-alto'^) 'is believed*, ebenda 26. Vgl. P. St. 25. 

33. iuiiulilrpin aiakert [i-a St.) 'Schiiler* Mt. 10, 25, Mc. 3,7, 
Joh. 9, 28 etc. (alt und haufig) 

= np. iagird^ paz. asagard Min. Gl. 17, phi. a^agart PPGl. 
9, 8, Index p. 73 (fiir alteres * aiakert). 

34. ahzat 'Miihe, Plage*, asxat aimel mit Ace. 'bemiihen, 
plagen, belastigen* (alt und haufig) 

1) Modem-ann. wird nur niiadir gesprochen. 

2) Paz. vawarihed, vawarihast, vgl. 01. and Ind. p. 348, Shk. 222. 



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2. Abechnitt: Persische WOrter. \0\ 

klingt persisch und wurde ein zd. ^xSaiti- voraussetzen, 
das nicht vorliegt. Skr. Mati- passt wegen der Bedeutung 
fVerletzung, Einbusse, Schaden, Fehler*) nicht. 

35. aixaravand [asxarhavand) ycaTtrjleloVy davon ahxar- 
avandik (aJ^xarhavandik) ^dTtrjlog Osk. Mt. scheint gleichfalls 
persisch zu sein. 

Ein anderes aSxaravand FB. 246, 1 (wo von einer Kopfzierde 
die Rede ist) enthalt -vand = pers. band'Bani' ? Vgl. P. St. 182. 

36. ua^luuMp^ ahxarh (i-a St.) 'Welt, Land* (alt und iiberall) 
= ap. xkab^a- *Reich', zd. xSadra- 'Reich, Herrschaft, Macht', 

skr. kiatra- 'Herrschaft, Macht', phi. iatr, chald. phi. x&atr- in 
xkaird(a)rtn Haug, Essay on Pahlavl p. 47 (gesprochen kahr^ 
xsahr-) 'Land*, np. sahr 'Stadt* (alter 'Land*). Vgl. Aparaixarh 
bei El. = Apr§ahr bei Sb. = np. Abarsahr (s. oben p. 20). 

Die alt-arsacidische Form lautete x^adr^ dann xiahr. Letz- 
tere ging in das Armenische iiber mit Umstellung des xs in 
&x (wie immer, vgl. Ahxen oben p. 20, a&xet^ basxK u. s. w.), 
Vorschlag des a (wie in aixet) und Umstellung des hr in rh, 
Vgl. P. St. 234, 235 und 205. In spaterer Zeit lautete das 
Wort sahr und wurde als hah (aus *iarh fiir hahr) und sahr- neu 
entlehnt, s. unten hahastan u. s. w. 

In mp. np. iahr kann ap. xsad^a- 'Reich* und ap. "^iaid^a- 
= zd. ididra- 'Landschaft* (vgl. ys. 31, 16, 18 : dsmdnon 'Haus*, 
vtS' 'Dorf*, lot^a- 'District*, daAyt^'Land*) = skr. Aie^ra- 'Feld, 
Land* zusammengefallen sein; s. unten hahap und hahapet, 
Lautgesetzlich hatte *&aiyar- zu mp. *^cAr, dann *ier (P. St. 
206) werden miissen. 

37. iu2^luf^in aixei 'rothbraun*: a^xetji Ttv^^hg XjtJtog 'roth- 
braunes Pferd* Sacharja 1,8; 6, 2 (daher auch bei Lambr. Er- 
klarung des Sach.), sonst noch im Ganjaran: aSxetaji (vgl. Wb. 
s. V. cartuk) 

setzt ein ap. ^xsaita-, zd. ^xiaeta- 'rothbraun* voraus, das 
vorliegt in np. ^dasp 'mit rothbrauften Pferden* N. pr. Fird. 
= pi. ietasp Horn, Sieg. 32, np. Sedana 'zizypha rubra*, phi. 
iet-vars 'rothhaarig* Bdh. Gl. 192 (wo auch np. ieda 'Fuchs*), 
kurd. it 'alezan* Justi, Noms d' animaux en kurde p. 8, H 'alezan*, 
hesp i si 'un cheval alezan* Justi-Jaba Diet., se 'Fuchs* (Pferd) 
Socin, kurd. Samml. II, 317. 



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102 2. Abschnitt: Persieche Wdrter. 

38. luiffiupiuj aikaray adv. 'offen' (Gegensatz: verborgen, 
heimlioh) El. 18, z. 21, 22 

= np. a&kar, aikdra, aikdra *klar, offen', paz. aikara *mani- 
fest, obviously' Min. Gl. 32, Shk. 231, phi. akkarak^ askdrak 
Gl. and Ind. 29, zd. *aviikara- Horn, Grdr. Nr. 33. 

Das Wort scheint nur an der angefuhrten Stelle vorzukom- 
men. Es ist wohl erst im 5. Jhd. ins Armenische eingefiihrt 
worden, daher die Pazendform. Vgl. akamay unter kamk. 

39. iuimlriuj asteay (gen. aHei) 'Speer, Lanze' Hohelied 4, 4 
(Variante), 1 Chron. 12, 8, Arist. 11, z. 19 u. s. w. 

= zd. ap. arUi' ^Speer, Lanze'. 

Sonderbar ist die Endung -eay ^), man erwartet nur *ai^, 
wie ap. arsti- im Phi. lauten musste, vgl. P. St. 261. Das von 
Horn, Grdr. p. 266 angefuhrte phi. arht wird Umschreibung 
der Zeodform seii}. 

40. uiiniu ap-a-j ap- (vor Vocalen) als 1. Glied von Compo- 
sitis = skr. zd. apa- (in skr. apakama- 'Unlust', apaklrti- 
'Schande', zd. apaxkadra- *ohne Herrschaft'). 

Da idg. p nach Vocalen im Armenischen sonst als v er- 
scheint, liegt die Vermuthung nahe, dass apa- aus dem Persi- 
schen entlehnt ist. Dagegen spricht nur der Umstand, dass ein 
entsprechendes apa- von gleicher (negirender) Bedeutung im 
Pehlevi nicht belegt ist. 

Im 5. Jhd. finden sich: apaxurem AnoyLLdaqou} (mit Ace. 
z-glux 'das Haupt*) 'entblossen' Lev. 10, 6; 21, 10 (von xoir 
TildaQigy aus dem Pers. entlehnt) ; apahark &(poQoX6yfiTog 'un- 
besteuert, abgabenfirei' 1 Maccab. 11, 28; 10, 34 (von hark 
Steuer, Abgabe); apamorh ixc^Qi-OTog 'undankbar'^) Luc. 6, 35 
u. s. w. (von inorh 'Gunst, Gnade, Dank', x6LqLS^ pers. Lw.) ; 
aparasan 'ziigellos' FB. 12, Ag., El. u. s. w., auch aperaaan 
Narek., Osk. Tim., Oskiph. (von erasan, erasan-ak 'Ziigel', 
pers. Lw.); aperaxt 'ohne Dank, undankbar, unbedankt' (von 
eraxt-j eraxtik 'Wohltbat; Dank', vgl. skr. rakton 'zugethan, 
anhangend', rakti- 'das Zugethan sein'?); aptd^) 'bestiiizt' 

1] Doch vgl. unten p. 114 baze. 

2) Vgl. apaxt 1) axaQitno^^ 2) 'ungiltig, nichtig' Num. 30, 3, apaxtik 
'Undank' FB. 39, apaxtaoor 'undankbar, unwdrdig': apa + 0x1 f 

3) Vgl. paz. au^Moff^Benfleless', atr^AoJi^want of understanding' Shk. 235. 



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2. Abgchnitt: Persiache WOrter. 103 

3 Maccab. 6, 15, da von apstm ^beBtiirzt, veiwint sein', caus. 
ap«^(?wpa«em'ver8tocke, verwirTe,beth6re', TtwgoWy i^laTr)^cJoh. 
12,40, Apg. 8, 9, 11 (von m 'Verstand' pers. Lw.). Nach diesen 
Mustem finden sich spater, besonders bei Gregor v. Narek 
( 1 0. Jhd.] und Nerses v. Lambron (12. Jlid.) neu gebildet : apaban 
'del nicht antworten kann, schuldig' Narek., Lambr., apabanel 
'zum Schweigen bringen' Narek., apagorc 'unniitz' Narek., apon 
zen *oline Waffen, schvracli' Narek., Lambr., apalot^ 'giftlos' 
Narek., opaAat^a^'^unglaubig, zweifelnd* Narek., apajain^Btumia 
Narek., apajern 'mit leerer Hand, arm, ohne Heifer* Narek., 
opaift^^ 'inglorioso, vile' (nurbeiC), opq/a;} 'nachlassig, sich 
vergebens miihend* Narek., apastvaculiun 'Atheismus' Narek., 
apatohm 'von geringer Herkunft* (Jac. Nisib., Pit., 5. Jhd. ?) 
u.s.w. Dagegen sind gelehrte Bildungen nach griechisc hem 
Muster: apabanuiiun inoloyia Philo, apabnakuliun &7toixLa 
Philo, apaiarg (iTToor^oqpog (13. — 14. Jhd.), apamiiun i7t6q)aQig 
'Negation', apcLSogem &7t6g)r]fAc u. s. w. David tvcqI iQ^tjvelagy 
Dionysius Thrax, apatruliun &7t68oaLg Philo, apaQoi^ iitddei^^Lg^ 
apagugakan &7t.odeL%XL%6g David u. s. w., aperdmnakan &7to- 
^lOTLxog Dionysius Thrax u. s. w. 

apaztarR s. unter oxtarR p. 93. 

41. utufui^p apaki (gen. apakvoy) VaXog 'Krystall, GW 
(auch als Gefass) Hiob 28, 17, Ape. 21, 18, Eznik, apak-elen 
'glasem' » 

konnte von *ap = zd. a/>-, ap. api- 'Wasser' abgeleitet sein 
und zu np. abglna 'Krystall, Glas' gehoren, das, wenn es nicht 
aus ab * Wasser' und dem fertigen Suffix gin^ glna (vgl. Darme- 
steter, ]^tud. iran. 1,272) gebildet ist, auf ein phi. *apak'en-ak ^) 
zuriickgehen vriirde. 

Vgl. apiki *Glas, Perle, Schropfkopf, Glasur, Mauerkraut* 
(Kir. 209, Xosr. ptrg., Ephrem galst., Mech. d. Arzt, Med. Schr., 
Geop.). 

42. iuufus4usp apahar = aparah kv ig)i8Q(p ovaa *men- 
struirend' Ezech. 18, 6 etc., apaharit = aparahit daas., apaha- 
ruliun = aparahuHun 'Menstruation', y-aparahe zang arnel 



1) Jung-phi. ^aujg'makii 'Quecksilber' oder 'Spiegel*, 9a%og%n(Udn6^ 
•kryttallen West, PT. I, 273, IV, 221. 



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104 2. AbBchnitt: Persische Wdrter 

= i cemtSn erlal FB. 237 'auf den Abtritt gehen', aparalianog 
'Kloake' 

scheint pers. Ursprungs zu sein. 

43. tuuftu^tupiiuiii apaharzan 'Scheidung von der Frau*: gir 
(oder luii) apaharzOni (oder apaharazani) ^Scheidebrief Deut. 
24, 1, Jes. 50, I u. s. w. 

= skr. apasarjana- 'da^Verlassen, Spenden, die letzte Be- 
freinng Jer Seele', zd. apa-^hardzana- (vgl. vii-harazana- vd. 

I, 8); dazu zd. apanharUi- Mas Erlassen' (der Strafe), skr. 
apasrhta- 'sich zuriickgezogen habend von^ Ueber rz im Per- 
sischen s. P. St. 222, 223. 

Eebt arm. ist arjakumn 'Entlassung, Seheidung', vgl. z ar- 
Jakmann &7toar<kaLOv Mt. 5, 31. 

44. [uiuiuitinLtP aparum'fiechj grausam, heftig, masslos' Osk. 
Mt., El. 26 u. s. w. passt nicht zu phi. aparun 'improper, ir- 
regular, unnatural, wrong' Gl. and Ind. p. 9 etc. (Gegensatz 
znfrarun 'gut', vgl. P. St. 121 Anm.).] 

45. uiufuiutauih apastan 'Vertrauen, Zuflucbt', xarag)vyrj 
Num. 35, 6, Deut. 19, 3, 2Kor. 1, 5 u.s. w., 'Sohutz' LevondGO, 
z. 8, apastan linim 'nehme meine Zuflucht zu' Sb. 27, apastan 
aimel 'anvertrauen, iiberlassen' 

= phi. apastan 'Vertrauen' ZDMG. 44,651, 657, 667 u. s. w., 
paz. awastdm 'confidence, reliance, trust' Min. Gl. 24, Phi. Min. 

II, z. 5; 37,z. 12. Vgl. skr. w/?a5<Aa/>a-'Aufwartung, Verehrung'. 

46. uiui»MifimuluiU aj9ara«;a« 'Armband', i/;^AAfcOi/ Gen. 24, 22, 
Num. 31, 50, Jes. 3, 20, Mos. Kal. I, 291 u. s. w. 

= np. ah'anjan 'Armband', auch afranjan^ avranjan^ bar- 
anjanV. St. 179 Anm. 

4 7 . luuiiupuibg aparan-R 'Haus, vornehmes, prachtiges Haus, 
Palast', oly-og Amos 3, 15, Jes. 22, 8 — 10, ol^La Apg. 11, 11, 
avXii Esther 6, 12, TtQairwQLov Mt. 27, 27, Joh. 18,28, 'Palast' 
Sb. 95 u. s. w. 

= ap. apadana-j hebr. 1*1?S Daniel 11, 45, talmud. i(3^&i( 
ZDMG. 39, 49, palmyr. KDIIDK ZDMG. 24, 108, syr. afadna 
'Palast', arab. fadan 'Schloss'. 

aparasan 'ziigellos' s. unter apa p. 102. 



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2. AbBchnitt: Persisohe Wdrter. 105 

48. uiu^utppuiittp aparianer Var hochmiithig' EI. 12, z. 4, 5 
(Moskauer Ausg. 17: aparaaarier]^ aparianakan C, aprlanakan 
Wb. [apriakan altes Wb.) bei Ag. 'hochmiithig' 

= np. hartan Tiochmiithig', paz. awartant^ phi. apartanlh 
'Hochmuth* Min. Gl. 22, Phi. Min. 66, 12 (vgl. den Gegensatz 
frotan (fur frottan] ^humbly* West, PT. I, 156 = n^.Jirdtan 
^dehmiithig^. 

49. utu^utputLi aparaus *Kopfbund' Ex. 28, 40; 29, 9 u. s. w. 
(nur A. T.) 

setzt ein phi. *aparqfS voraus. 

50. MuufuttMtitqjulf apavandak 'Sell' (des Zeltes, neben gig 
'Pflock' im A. T.) Ex. 39, 40, Num. 3, 37 u. s. w. 

= skr. upabandha- 'Band, Strick'. 

51. uiu^lr%putif^ apeniaz [apeniaz] 'der nichts bedarf, bediiif- 
nisslos'Ag., Osk. Job. 1 , 9, Narek., auch: Voran kein Mangel ist, 
reichlich, unerschopflich' Narek., Erznk. 

= np. i^-mya;? "^bediirfnisslos', abstr. beniyazl Fird. I, 483,2, 
paz. atoenyaz 'free from want, needless* Shk. 235, ^U.apeniyaz 
Ganj. Gl. p. 3, Salemann, Mittelp. Stud. p. 210. 

Vgl. uiiiiiliuti anniaz 'bediirfnisslos* 2 Maccab. 14, 35, auch 
'unaufhorlich* Dionys. Areop. 8. Jhd. aus arm. an + pers. myasr, 

und l!r^u#^ niaz 'Mangel habend, bediirftig, arm' Eznik, 
Lambr., MX. (233, z. 2 : ev mez oq ing niaz er ijenj 'obwohl wir 
eurer nicht bedurften, euch nicht nothig batten*), niazeguganel 
'8chwachen*(denKorper durchFasten), niazuliun 'Mangel, Noth* 

= np. niyaz 'Bediirftigkeit, Verlangen, Bitte*, paz. nyaz 
'want, necessity*, nyazldan to covet* Shk. 261, phi. niyaz 'want* 
u. 8. w. Gl. and Ind. 251. 

52. iuiult api- als 1. Gl. eines Comp. ist nach armen. Ge- 
setzen aus ape- entstanden und liegt vielleicht vor in: 

uiu^filfutp apikar 'schwach* {da-3'€vris) Salom. 13, 18 u. s. w., 
vgl. an-kar^ i-kar 'schwach*; 

uiinfipiutn apirat 'ungerecht, unrecht* [&ro7tog) Luc. 23, 41, 
Eznik 265 u. s. w., aus alterem ^^apeSat^) = np, beddd^) 'un- 
gerecht* (vgl. paz. awedadi = phi. apedatlh 'injustice* Shk. 234) ? 



1) Vgl. P. St. 201. 

2) Das aber auf phi. apidat, nicht *apedat, zurClckgeht. 



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106 2. Abgchnitt: Persiaclie Wdrter. 

Dieses api- = ape- ware dann identisch mit ape- in apeniaz 
(s. oben Nr. 51) iind phi. ape 'ohne' {apebar ^fruitless^ apebun 
'unsettled*, ap^itm 'fearless*, apesut 'useless* u. s. w. Gl. andlnd. 
1 6 flg.), paz. atoe [atoebltn 'without risk*, awecar 'without help*, 
awerah 'astray* u. s. w. Shk. 234, 235), np. be (becara 'ohne 
Mittel, hilflos* u. s. w.) = ap. *apaiy = zd. *apdit (aus apa + 
ttj vgl. ap. naty = zd. ndif aus na + if). 

53. utuf^nuf aphop 'Tumult* MX. 129, z. 12 (davon apSopim 
'larme* Osk. sahn.) erscheint in zwei Hdschr. als aiopy das, 
wenn richtig, zu 

np. asob 'Verwirrung, Aufregung* [ahuftan^ pr. asobam 'er- 
regt, verwirrt werden*), phi. ahop 'confusion, tumult* Gl. and 
Ind. 30, skr. kiobhafe 'in Aufregung gerathen*, ksobhayati 'in 
Bewegung versetzen*, ksobha- 'Erschiitterung, Unruhe, Auf- 
regung* gehoien wiirde (P. St. 7). 1st apSop richtig, so konnte 
an ein phi. *ap^Sdp (mit Praep. op, apa- statt a) gedacht wer- 
den, das freilich nirgends vorliegt. 

54. uti^nL^in apuxt = xpvy/iog Num. 1 1, 32: apxte^tn iureann 
apuxts apuxts expv^av kavrolg xfrvy^oig 'sie trockneten, dorr- 
ten das Fleisch der Wachteln an der Luft*, sonst nur noch *) 
bei Magistr. : Jemand fand einen Frosch und machte apuxt, 
ihn fiir einen Fisch haltend. Wb. erklart apuxt als : Fleisch 
mit Salz und Kiimmel gewiirzt und ungekocht getrocknet, 
wonach man apuxt als das ungekochte, d. h. gedorrte Fleisch (im 
Gegensatz zu dem gekochten) fassen und zu phi. * apuxt 'un- 
gekocht* (vgl. hupuxt^yvQM cooked* Gl. and Ind. 4 6) stellen konnte. 
Davon abgeleitet ware apxtel 'gedorrtes Fleisch bereiten*. 

55. usu^uufiuplrir apsparem (apasparem) 'iibergebe, iiberlasse, 
vertraue an* (etwas der Gnade Gottes u.8. w.) Koriun 25, Osk. 
2. Kor. 

= np. supurdaUy supdram 'ubergeben, anvertrauen*, paz. 
awasparam 'deliver, consign* = phi. apasparam Min. Gl. 23, 
Shk. 233, Bdh. Gl. 68, P. N. 71, PPGl. 78; Ygl. J dn-apaspar 
Phi. Min. 8, 3, P. N. 82. 

Fiir apspvarem Steph. Orb. I, 254 'trete ab (ein Dorf), 
schenke* ist wohl gleichfalls apsparem zu lesen. 

Vgl. unten patsparem, 

1; Doch vgl. Wb. xmter aiceal: vgesalzen und opxUaU Euseb. Chron. L 



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2. Abschnitt: Fenische Wdrter. 107 

56. usu^pp^itLiP aprihim 'Seide' MGg. 616, z. 13, ed. Soukry 
p. 46, z. 10, Mos.Kal.1,93 (apreium), Michael, Ganjaran, davon 
apriimi [apriHmi] Von Seide' Narek. 

= np. abrehum^ abreiam 'Seide', bal. abreSam Lw. etc. Vgl. 
Ges. Abh. p. 7, Horn, Grdr. Nr. 65. 

Also = phi. *aprehtm aus *apAreium oder *upare§um oder 
*uparesmaj vgl. P. St. 12, 125 Anm., 175. — Arm. aprdum FB. 
108, z. 4 gehort nicht hierher, es ist ein Schmuck der Pferde- 
r^tung. 

57. utuipuiutT aprsam (var. aprasam, aprsadj aprasad) *Bal- 
sam' MX. 90, Steph. Siun. (8. Jhd.) und spatei 

= syr. apursamd und pursama [pur89ma?\ mandaisch pur- 
sama] aus dem Persischen? 

MX. 90: Pompejus (Pompios) eilt durchSyriennachJudaa 
und lasst durch den Vater des Pontiers Pilatos den Mihr dat durch 
Gift todten. Dafiir zeugt auch Josephus (Josepos) in dem, was 
eiiiber den a/^r^am erzahlt, indem er sagt: an Pompejus gelangt 
in der Nahe von Jericho die frohe Kunde von dem Tode des 
Mihrdat. Vgl. Joseph. Antiq. jud. XIU, Cap. 3, § 4 (ed. Niese, 
p. 248): nal /ist ov tcoIv nofiTtrjlq) OTQariicv lit aixhv ^yov%i 
Y.a^ bdbv &q>u6^evoL ri/i^eg Ixnovrov rrjv MoS-Qiddrov xeXevrriv 
kfxifivvov T^v in [dia] OaQpdnov [g)aQ/idTiov] rov Ttaidbg a^r<J) 
yevofxirrjv. Cap. IV, 1 : SrQaroTtedsvadfievog 8k Tteql ^leqi- 
Xovvra, oi rbv (polviyca (rvju/?^/?i^xfi TQ^q)ea&aL xai rb Stco- 
pdXaa^ov, ixiqtav dy^Qorarov, 8 ruv d-dixvcov repLvo^iviov 
d§€l ll&(p ivaTvMei QoTtSQ drtog^ %(ad'ev IttI ^leQoaoXifiwv 

IXfbQBL, 

58. uitLuiuuib arasan ^Strick, Schnur', aTtaqxLov Pred. Sal. 
4, 12, Ag., Narek., Magistr., oar. 

= np. rasan *S trick', s. unter era&an p. 148. 

59. uiiLutm arat 'reichlich' El. 5, *^freigebig, giitig', vom 
Auge: 'gut, klar* &7tXovg Mt. 6, 22 (alt und hSufig) 

= np. rod 'freigebig', phi. rat liberal, bountiful, generous' 
GL and Ind. 130, davon paz. rddi = phi. ratih 'liberality' Min. 
Gl. 176, Gl. and Ind. 130, Shk. 264, West, PT. IV, 244, skr. 
rati- 'bereitwillig, giinstig, zu geben willig; Verleihung, Gunst, 
Gabe'. 



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108 2. AbBchnitt: Persieche Worter. 

60. uMuin- asp" ^Pferd' in den folgenden Comp. = np. asp^ 
zd. aspor-, Auch in aspakani 'Jager'? 

61. uiuu£utiilit aspazen 'Pferderiistung, Geschirr' Ag., MX. 
168, z. 19, Thom. 39, z. 13 {zen ev aspazen y var. asparazen) 
adj. = 'mit Pferderiistung versehen' Joh. Kath. ^), day on aspa- 
zinel (das Pferd) ^riisten' Thom. 38, z. 3 v. u. des Textes, 

= np. asp *Pferd* + zen 'Waffe, Riistiing' s. unten. 

Vgl. sparazen 'schwerbewaffiiet', arnazen ^Mannerriistung, 
geriistet'. Arm. aspazen konnte auch 'Pferdesatter bedeuten 
nach np. zln i asp, scheint aber so nicht vorzukommen. 

62. utui^ut£tuput^tulfijuii aspacarakakan ^nomadisch' (sc. keank 
*Nomadenleben, Hirtenleben*) Euseb. Chron. I 

= phi. asp 'Pferd' + carak 'Weide' (s. unten) + suflF. akan, 
also = 'auf Pferde-weide beziiglicV. 

63. iuuuiuMuuiuiu aspastan (i-a St.) 'Pferdestall' FB. 124, 
Sb. 96, Pseud, u. s. w. 

= zd. aspostdna-y phi. aspastan Pahl. Dictionary III, p. 538. 

Nach Wb. auch aspastani, gen. aspastanvoy, Dazu aspasta- 
nik (= phi. *aspastantk) *im Stalle gepflegt, edel* (sc. Pferd) 
1 Maccab. 3, 39. 

64. uiuu^utiauilf aspatak (t-aSt.) 'Einfair (eines Heeres in ein 
Land 2)) El. 8, z. 1 u. s. w. (alt und haufig) 

= zd. ^aspotaka- 'Einfall zu Pferde', vgl. zd. aspa- 'Pferd* 
und zd. tac 'laufen, fliessen', taka- in derezitaka- 'schnell lau- 
fend', np. taxtan 'laufen, laufen lassen, einen Einfall machen, 
pliindem', phi. taxtan Yatk. 67, np. tag und tak 'Lauf Fird. 
I, 335, 302, phi. tak 'Lauf Bdh. Gl. 110, np. tezdtag 'schnell 
laufend' Fird. I, 485, v. 855, tagavar 'Renner' Fird. I, 461, 
V. 439. Davon aspatak-em 'einen Einfall machen, pliindem', 
aspatakavor (El. 98, 14 v. u.) 'der einen Einfall macht'. 

65. uiuu^uip aspar [i-a St.) 'Schild' 1 Kg. 17, 45, El., Mos. 
Kal. I, 352 u. 8. w., in Ableitungen auch spar- 



1) An der andern yom Wb. citirten Stelle des Thom. II, 3 ist nicht 
aspazeriy sondem sparazen *8chwerbewaffnet' zu lesen, vgl. Sb. 156, z. 4, 
Thom. 87, z. 8. Die Stelle ist aus Sb. 38 entnommen, wo sparazineal 
*Bchwerbewaffhet* Bteht. 

2] C. nimmt als urspr. Bedeutung an : 'truppa annata che fa scorreria*. 



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2. Abschnitt: Pergische Wdrter. 109 

= np. sipar, tspar ^Schild', paz. spar Min. 190, skr. Lw. 
spkara-, Dazu asparakir ^Schild-tragend' Osk. Philip, neben 
sparakir FB. 200, 232, asparavor = TtelTaaTtjg 2 Chron. 14, 8 ; 
17, 17 (als Variante zu parsavor 'Schleuderer^, asparapak Laz. 
= sparapak Ag., Laz. 'coperto di scudo^ u. s. w. 

asparapet s. unter sparapet, 

66. utuuiuipti^ asparez FB. 242, z. 18, MGg. 585, Sb. 47 
oAei aspares (t-oSt, gen, asparisi etc.) Hohelied7,5, Mt. 12,24, 
1 Kor. 9, 24, Pseud. 168, z. 12, MX. 118 u. s. w. 'Stadium 
[arddwVj als Mass), Rennbahn (iTtTtodgo^og), Kampfplatz, 
Schauplatz' u. s. w. 

= phi. asp{u)ras PPGI. 75, aspres Salemann, Parsenhdschr. 
86, aspres^ aspras Pahl. Dictionary III, p. 541, np. aspres, 
asprez, aspras, aspraz bei VuUers, a«/?r ^5 Schefer, Chrest. pers. 1, 
p. 74, z. 1 V. u., syr. fc^C^lBOfc^ 'Hippodrom' neben jiid. hebr. aram. 
O-^n 'Stadium' Noldeke, ZDMG. 44, 532. 

67. uiuufkta aspet («-St. und i-a St.) nach Wb. = 'Ritter 
Oder Graf MX. 75, z. 2 v. u., 194, z, 1 v. u., FB. 256, z. 8, 
Sb. 114, 136 u. s. w., Titel der Bagratunier, die das erbliche 
Amt hatten, den aimenischen Konig zu kronen FB. 256, 
8 — 10, davon aspetuiiun 'Amt oder Wiirde eines Aspet' Ag. 596 

= ap. ^aspapati' 'Pferdeherr', das zn *aspati- verkiirzt 
wurde (vgl. ap. hamata aus *hamamata). 

68. iuuufiiluilfuiii aspnjakan (selten aspar^akan) 'der einen 
Fiemden gastlich aufnimmt, Wirth' Rom. 16, 23 u. s.w., aspn- 
Jakanuiiun 'Gastfreundschaft' EL 72, z. 2 v. u. 

= paz. phi. aspanj 'a resting place, a lodging place' Min. 
Gl. 18, Gl. and Ind. 23, np. sipanj, syr. KTTO« 'domus'. 

Arm. aspnjakan deutet eigentlich auf ein phi. *aspinjakan, 
vgl. syr. KDDT'^lDtDK 'der bewirthet' P. Smith 410 und mand. «tDC© 
^pinza. 

69. [uiuinutitq^iP astand-em 'agitare, storcere, travolgere' 
Ephrem, Osk., Philo u. s. w., gehort nicht zu ap. Aardvdrjgj 
aa^dvdrig, daydvdrjg (vgl. dariiber Jensen bei Horn, Grdr.p. 29 
Anm.), sondem ist aus arm. ast 'hier' und and 'dort' gebUdet, 
vgl. bei C. : astandakan 'vagabondo' = or cw^ ndev a yaci.] 



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110 2. Abtchnitt : Pcraische Wdrter. 

70. uiumuMiL astar *Futter' (eines Eleidesj, einmal bei Var- 
dan, Psalm. (13. Jhd.) * • 

= np. astar 'Futter* (eines Kleides). — Modern ? 

71. uimmli atak^ gewohnlich junnui^ yatak [t-a St.) 'Boden^ 
Fussboden, Eidboden' Num. 5, 17, 3 Kg. 6, 15, 16, 30 (an letzter 
Stelle ace. z-atak mit var. z-yatak) u. s. w., vgl. deLagarde, Bti^. 
zur bactr. Lex. p. 64, davon yatakel 'dem Boden gleich machen^ 
Luc. 19, 44 gehort nicht zu 

np. tak ^) = tag 'fundus, imum putei, piscinae simil., funda- 
men turn' (Yullers), 1. da im Armenischen yatak die besser be- 
glaubigte Form ist, 2. da ein phi. *atak = paz. *adak im Np. 
zu *dak werden miisste. Auch die Zerlegung von yatakel in 
y^atakel und die Zusammenstellung mit satakel Vernichten, 
umbringen' (= s^atakel 'aus dem Fundament reissen', k%QL- 
^d}aat. 2 Maccab. 12, 7, vgl. de Lagarde, Btrg. zur bactr. Lex. 
p. 64) ist nicht sicher. 

Auch uitatulf iriP atak em 'ich kann, bin im Stande' (Euseb., 
Seber., Osk.) kann nicht zu phi. tag (= tak) 'stark. Held' Gl. 
and Ind. 122, Min. Gl. 198, Horn, Grdr. p. 294 gehoren. 

72. mmp- atr- 'Feuer' aus atur = zd. atare-, phi. atur- (s. 
oben p. 23) in 

uiuiinu^iy% airagoin 'feuerfarbig* (vom Scythicon? gesagt) 
MGg. ed. Soukry p. 46, 'feurig, gliihend* CyriU., Joh. Kath., 
Magistr., Leb. d. Vater 

= np. adaryun = adargun I . 'rutilus', 2. 'species anemones'etc. 

['Goldlack', P. St. 248 Anm., in der Medicin adaryun A. M. 28 = 

Calendula officinalis, Ringelblume,Todt€nblume'Aohund. Nr. 

43), phi. adargun (in Zendschrift)'Mohn' nach JustiBdh. Gl. 57, 

'marigold' nach West, PT. 1, 104, %i„'*Utar9gaona^^i^\A*aturgdn\ 

uiinpuiiilf atraSek^) nach Wb. s^ ^Tce^v^iafiivog^ ignitus' 
(einmal bei Philo), aus atur und arm. iek 'fahl-roth'; 

uiutftrtputli a^oraA 'feuerartig, feurig' (Magistr.) aus a^t^r und 
arm. orak 'Beschaffenheit'; 

tuinpnLiu/u atrusan 'Feuertemper FB. 188, z. 6, El. 11, z. 5 
V.U., 39, 16 u. s. w. aus atur und vsan = *diUnf 

1) Dazu modern arm. tak 'Boden, was unten ist*. 

2) Vgl. aHaiik ^glOheild' MX. 227, davon artaiikagoin '»ehi gKlhend', 
artaiikanam 'gldhend werden'. 



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2. Abschnitt: PdreiBche Wdrter. 1 1 1 

Ein phi. airuidn vermuthet Fr. Miiller WZKM. 4, 358 fiir 
atur 6ah WZKM. 2, 123. Ich wiirde im Phi. *aturdSan er- 
warten. 

73. lupq-nL ardu (t-a St.) ein Gretreidemass, nur im alten 
Testament, fur dgrdfirij olq>lj yopLOQ der Sept.; Belege s. im Wb. 

= altpersisch iQrdfirjy arab. artlab ? Man sollte aim. *artav 
erwarten. 

gapdiuit arzan s. oben p. 92 unter azan. 

74. uiif&^^ arSic nach C. = 'Zinn* oder *Blei', »8chwarzes 
arcic d. i. Blei« Oskiph. 

= np. arztz 'Zinn, Blei' (weisses arzlz = *Zinn', schwarzes 
ttrziz = 'Blei') P. St. 12. 

Arm. arcic ist seiner Lautgestalt nach alt entlehnt {±= phi. 
*(ircic), obwohl es nnr Oskiph. (nach d. 12. Jhd.) und bei Pra 
Marddn (14. Jhd.) vorkommt. 

75. mpiPuiL annat) {e-St.)t=^g>olviS: *Dattel, Palme, Phoenix' 
(Vogel) Ag., « Kg. 16, 1, 2, Joel. 1, 12, Hiob 29, 18, CyrilL, 
Mech. Fabeln u. s. w. 

= np. xurma *Dattel', phi. "paz, xurma Bdh.p. 59, z. 3, Min. 
Gl. 128. 

Im Persischen kann x vorgeschlagen (P. St 265) und ans- 
lautendes v abgefallen sein (P. St. 165). 

Davon: arm. armavastan = OoiVL7i(bv Ezech. 47, 18, 19 = 
np. xurmastan 'Palmengarten'; arm. armaveni 'Palmenbaum'. 

Ueber die persischen Dattelpalmen s. Tab. 245. 

76. utpnjp avoir ^Messing* 1 Chron. 28, 2, aruri (gen. oder 
adj.) Von Messing' Ephrem 

= np. roi %ies vel stannum fusnm' (P. St. 68), phi. roi oder 
rdd Gl. and Ind. 141, Shk. 266, bal. rod TKupfer', skr. loha- 
'rothliches MetaU, Kupfer', ksl. ruda *Metall', lat. raudus. 

Arm. aroir geht wie np. roi auf ein arsacid. rod ±^ ap. *rauda' 
zuriick, P. St. 201. 

77. uiuunufu avazan (t-a St.) 'Wasserbehalter, Teich, Bade- 
wanne, Taufbecken' A. T. u. s. w. (Bei^e s. im Wb. und Ges. 
Abh. p. 10, Anm. 3) 

«*= syr. KDTW 'Taufbecken' oder fcttti, fiach de Lagarde pers. 
Lw. = np. abzan 'cistema parva*? 



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112 2. Abachnitt: Persiache Worter. 

Arm. avazan gehort jedenfalls nicht zu np. abzan, dem nur 
ein altarm. *apazan entsprechen wiirde. WZKM. 5, 266. 

78. uttMiii avan (i-a St.) 'Stadtchen, Flecken', alt undhaufig 
= ap. avahana- 'Flecken' oder 'Dorf*? 

Man soUte im Phi. avahan und danach im Arm. avahan 
erwarten, da A = urspr. s im Persischen zwischen Vocalen nicht 
schwindet. Vgl. P. St. 170, 217. 

79. uiLMu^ avoQ oder avaj 'Stimme, Melodie, Lied' David, 
Sokrates, Kircheng. (7. Jhd.), Erznk., Bars. Ma§k., Martin 

= np. dvaz *Stimme', phi. at?ac PPGl. 91, carp^vac ^sweetly 
speaking' Ganj. 9, paz. dusatoazi *evil-speaking' Min. Gl. 67 ; vgl. 
zd. vac- *Rede', phi. vac 'inward prayer' West, PT. I, Introd. 
p. 73, np. bajj vaz 'Gemurmel, leises Reeitiren religioser For- 
meln Tab. 353, P. St. 104. 

80. usLiup avar *Beute' Luc. 11, 22 u. s. w., alt und haufig 
= phi. avar *RauV Yatk. p. 67, bal. Lw. avar 'spoil, 

plunder', afgh. Lw. avar 'plunder, booty, pillage', mandaisch 
avar 'Pliinderung'. Ueber paz. phi. apar, apardan u. s. w. s. 
P. St. 9. 

81. iULirp aver J averak Viist, Verwiistung', aver em Ver- 
wiiste' Luc. 21, 20 u. s. w., alt und haufig 

kann nur dann zu np. veran [beran) 'wiist', paz. amran Min. 
Gl. 21, phi. aperan Gl. and Ind. p. 17 gestellt werden, wenn 
im Phi. aperan fiir averan geschrieben und dies in aver-an 
(vgl. np. abad-an) zu zerlegen ist. 

auiak = ohak s. im 3. Abschnitt. 

82. usLuiupq. ausard 'alte Frau' (einmal bei Philo) 

= ap. ^atvi'Sarda- 'bejahrt', zusammengesetzt aus der Par- 
tikel ap. atoi- (abiy) = zd. aitm- = mp. np. af und ato (P. St. 
183) und ap. *sarda- = zd. sarsda-^ np.' saVSdikt (P. St. 260). 
Vgl. arm. navasard. 

Die Pehleviform des Wortes war *afsard, 

83. uiLiniup autar (i-a St.) 'andere, verschieden, fremd' (alt 
und sehr haufig) 

= zd. aiwitara- nur yt. 17, 14 andere' (Justi), 'benachbart* 
(Bartholomae, Geldner), 'fremd' (Darmesteter) — ? 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 1 1 3 

apsos 8. im 3. Abschnitt. 

84. fLutti. hag ^Antheil, Erbe* Eplirem (einmal), bag arkanel 
*^theilhaftig machen' Oskiph., davon hagord ^Theilhaber* FB. 92 
u. 8. w. 

= zd. baya^^), gd. baga-, ia^a-*Theil, Antheir, paz. bag 'Theil, 
Antheir Min. 27,70, skr. bhdga- 'Antheil, Erbtheil, Loos, Their. 

85. fuui^-. bag- *Gott' = zd. baya-j ap. baga- *Gott', phi. 
bag *Gott' Haug, Essay on Pahlavl p. 4, 46, paz. bay Shk.236, 
skr. bhaga- 'Zutheiler, Brotherr, ein Gott' findet sich arme- 
nisch nur in Zusammensetzungen : 

^un^utftiub Bagaran = *Gotter-ort* [-aran arm. Suffix = 
'Ort'jMX. 118, 125 U.S. w. 1. Stadt im District Erasxadzor oder 
ArSarunik* der Provinz Airarat, 2. Dorf im District Kogovit 
(Injijean p. 394 und 447); 

^uif»uLiu% oder fiiuiptLuth Bagavan oder Bagvan = ^Gotter- 
flecken' {-uan = -avan s. oben p. 112 avan 'Flecken'): »der 
Flecken(^a^a^a^ew^*Stadtdorf*) Bagvan, der von der parthischen 
Sprache genannt wird Digavarid (= Dignavan ebenda), (J. h. 
'Gotter-flecken' Ag. 612, gr. Ag. 73: Iv tvoXbl Bayavdv, iJTvg 
xaXsirat. dice Tfjg TCjvtlaq^wv yXwaarjg nwfiOTtokig ^wfxwv'^) ; der 
Flecken [avan) Bagvan im District Bagravand FB. p. 251 == 
Bagavan -p, 192; das Dorf genannt Bagavan in der Provinz 
[nahang) Bagrevand Laz.429; vgl. Injijean p. 406 flg.; 

^ui^jutn^£ Bagayatic: »das Dorf, das sie B. nennen nach 
der parthischen Sprache « Ag. 593, 594 ; Bagayarinj MX. 88 mit 
der var. Bagarinj im Index, Bagatic bei Steph. Asol. (Injijean 
p. 24, 25); vgl. zum 2. Theil: Jilaric Sb. 77, Mknattnc, Kukor 
yaHnS, Ttrafic Patk. bei Sb. p. 200. 

Vgl. rb Baylararov bgog, np. Bahistun, Besutun Barb. 124, 
345 = ap. *J(i^a«<ana- 'Gotterort'; Stadt J5ayrfarf= zd. bayodata- 
'gott-geschaffen^ und den Personennamen Bagarat s. oben p. 3 1 . 



1) In ye. 19 zweifelhaft, Trad. ^Emtheilung', Haug *Theil*, DanncBtetcr 
'pri^e diyine'. 

2] Das w&re arm. Hagrutvan oder *bagna^ avan ^Flecken der Altftre'. 
Auoh bag- in hagaran wird bei MX. 118 durch hagtn ^ Altar' erkl&rt. Daher 
setzt MX. 146, 269 direct hagnaq avan (im District Bagrevand) fdr hagaoan 
p. 158. Vgl. den Namen bagna<! geui *Dorf der Alt&re' in der Provins Uti 
Mog. Kal. I, 196. 

Hftbsehm&nn, Irmeiutelie Or&mm&tik. 8 



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114 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

Zu hag- *Gott' wird auch bagin ^Altar' Ex. 34, 13 ^wf-iog etc. 
gestellt. 

86. putq. had Oder putm bat 'Ente' (Arist. Kateg., Tonak.) 
= np. bat J arab. batt^ syr. batfa ^Ente'. Herkunft unbekannt. 

87. ^^t haze (/-St.) 'Falke', liqa^ Lev. 11,16, Hiob 39, 26, 
Mos. Kal. I, 93, MGg. ed. Soukry 46, auch bazay^) Laz. 27,4, 
Lambr. 

= np. baz 'Falke', phi. baz Bdh. Gl. 85, arab. bazt, syr. fi^p*^!! 
'Habicht'Ges. Abh. 21, KT3, '^Tn'falco'Brockelmann, syr. Wb. 34. 

Dazu bazekir (= Falken-tragend) ^Falkner' MX. 76, vgl. 
pers. bazyar^ bazdar. 

88. pui^JTri^ bazmel (I. pr. bazmim) *sich zu Tische setzen', 
dvaxllvat Me. 6, 39, Mt. 8, 11 u. s. w., alt und sehr haufig, 
bazmakan (t-a St. ) 'der zu Tisch sitzt, Gast, der Sitz bei Tisch' etc. 

= np. bazm ^Gastmahl, Gelage' Fird. I, 23, 13, bazmgah 
'Ort des Gelages*, bazma 'angulus in loco compotationis' 
P. St. 29. 

89. fLiuiiJluli bazmak (t-a St.) Xvxvog 'Lampe' (A. T. etc.) 
= syr. KDiOTiQ maztnaxa (Brockebnann, syr. Wb. 96, 182), 

das schwerlich semitisch ist und persisch klingt ? 

90. fimqnL^ bazuk [t-a St., gen. bazktj *Arm' FB. 220, 6; 
237, z. 15v. u., hastabazuk Wt starkem Arm' MX. 22, bazk-a- 
tarac 'mit ausgebreiteten Armen' u. s. w. 

= np. bazu 'Oberarm' aus *bazuk (wofiir im Pehlevi falsch 
bazlh Gl. and Ind. 75 u. s.w. geschrieben wird), zd. bazu-, skr. 
bdhu-. Vgl. osset. bazug ^Oberarm' Miller, Osset. Stud. II, 85, 
lU, 25 Anm., bal. bdzk *Arm', kurd. bdzk, bask u. s.w. (s. meine 
Etym. d. osset. Spr. p. 120, P. St. 23). 

Dazu fLuiiiuiuiu ^Armbinde der Geistlichen' bei Lambr. und 
Mast.,aber auch = ^Fausthandschuh' Thom. 132, 16(neben zan- 
gapan) = zd. *bdzupdna- 'Arm-schiitzer'. 

91. puid baz (t-St.) 'Zoir El. 19, z. 6 v. u., ti^tj 1 Maccab. 
10, 29, 'Entgelt' Eznik 129, 'Schicksar Pseud. 17, z. 24, eTVi- 
^BQrjgj superparticularis Philo 



1; Die urspr. Fonn war wohl bazeay^ deren gen. bazei lautcn musste. 
Vgl. a^*eay. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 115 

==np. haj, bazy box ^'Steuer, Tribut' Fird. I, 19, 38, phi. 
baz ^Zoir Matikan i catrang p. 1, z. 12, ap. baji- (ace. bajim) 
*Tribut'. Vgl. Ba^iygd^aVj 8 eoTt. TeXtbvcov Isidor von Charax, 
also = 'Zollemnahme' von ap. baJi- und ap.^ri (ipf. agrbayam), 

Dazu baiapan (nui bei C.) 'doganiere', np. b&Jban, baiban 
Fird.n, 740, 1053, baivan {= btijdar, bazdar^)] "^exactor vecti- 
galium', talm. )21^ 'ZoUeinnehmer' Ges. Abh. 74. 

92. fuudui^ baiak [%-a St.) 'Bechei' Mt. 10, 42, Mc. 7, 4, 
Ag. 373 ff.. El. 75, z. 1 V. u. etc., davon baiakel 'tcotI^blv^, 

vgl. jiidisch ^Tl etwa bazak oder T^Tl etwa bazlk, das besser 
bezeugt zu sein scheint. 

Wohl pers. Ursprungs, vgl. zd. bajina- 'Gefass' KZ. 25, 567, 
skr. bhdjana- 'Gefass*. 

93. ^dut%- baian 'Their nur in Ableitungen: bazan-em 
*theile, vertheile, theile zu' FB. 262 u. s. w., baian-umn *Thei- 
lung' FB. 250, ^€Qia/^6g Eznik 207, baian-a-kig, bazanavor 
FB. 265, bazanord *^Theilhaber' u. s. w., dafiir selbstandig (und 
nicht in Ableitungen) : ^dfib baiin (gen. baznt) 'Theil, Antheil, 
Theilung, Spaltung' FB. 262, z.4, 5, 7 v. u., Ephrem III, 123, 
Luc. 15, 12: fiiQogf Luc. 12, 51: diafisQcafiog u. s. w., 

zu zd. bazaf yt. 19, 7 'zutheilen', ptc. baxta- 'zugetheilt', 
8. Nr. 94, skr. bhaj *^theilen, vertheilen, zutheilen', -bhdjanaj 
"bhdjin 'theilhaftig'. 

Das Wort bazan, bazin ist nur wegen seines z der Entleh- 
nung verdachtig. Skr. bhaJ soil echt armenisch *bak lauten. 

bal s. im 3. Abschnitt. 

balut s. im 3. Abschnitt. 

94. fLutjuui baxt (t-St.) 'Schicksal, Gliick'Gen. 30, 10 [rvxri)^ 
Eznik 113flg., MX. 133, El. u. s. w., baxtavor, barebaxt 'gliick- 
lich' u. s. w. 

= np. baxt 'Schicksal, Gliick', dazu baxtavar = baxtvar, 
baxtydr (= ^baxtidara-] ^ nekbaxt 'gliicklich', paz. phi. baxt 
*fate, destiny, fortune, luck' Min. Gl. 38, Gl. and Ind.75, baxt 
'bestimmt' Min. Cap. 8, 6; 24, 6, zd. bayobaxta- 'von Gott ge- 
wiesen' (Bahn), skr. bhagabhakta- Von den Gottem zugetheilt', 



1) Vgl. bulg. ba&damtca 'Zollst&tte' u.s.w. Miklosich, tark.Elem.1,16. 

8* 



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116 2. Abtchnitt: Penisclie WOrter. 

zd; ididrdbaxtor yt. S, 34 'den Lamlschaften zagetlieilt'( Wasser), 
baxtar- 'AntheU' vd. 21, I, 'Schicksar vd, 5, 8, 9, yt. 8, 23. 

Neben baxt^ndet skh die Form b{Mt Job. Sarkavag (Yenedig 
1853) 59, z. 3 T. u., auch in Zasammensetzungen wie barebasty 
bitrebaetik 'gliicklich' MX. 299, z. 6 v. u., (arabastj Rajabastiky 
besonders'in den Pit.^), bei Philo, Plato u. s. w. Vgl. dmst Inr 
draxty tastak faxtaxtak bei Pbilo und Pit. 

95. ^^nLiuhq. bahvand Ag., bahuband alt. Wb., sonst nicbt 
vorkommend, ein Frauenscbmuck mit Edelsteinen, neben var- 
sakal 'Diadem' genannt, 

klingt persiscb und scbeint im zweiten Theile -vand = np. 
band 'Band* zu enthalten. Ueber v aus b 8. P. St. 182. Viel- 
leicbt ist bahvand aus *bahuvand = g. si vend, baiband (aus 
*bahuband) 'Armband' P. St. 23. 

96. putiQi iami 'Bass-saite, Bass' Erznk.[ 13. — 14.Jhd.)und 
Oskipb. (nach dem 12. Jbd.) 

= np. bam 'Bass', arab. Lw. bamm 'Bass-saite, Bass', np. zir 
u bam 'hocb und niedrig' Horn, Grdr. p. 258. Vgl. P. St. 257. 

97. pwJjuu^ bambak (nacb Wb. auch banbak geschrieben) 
'Baumwolle' MGg.610 (inP'aitakaran), Mos.Eal.1, 93, Magistr., 
Erznk. Mt. und Gramm., .davon bambakeni 'Baumwollstaude* 
Mech. Fabeln p. 20 

= np. panba 'Baumwolle', paz. panba Min. Gl. 154, phi. 
pambak [fax pimbak Bdh. p. 65, z. 10), osset. bambag^ bdmp&g 
u. 8. w., vgl. meine osset. Etym. p. 121, Miklosich, tiirk. Elem. 
n, 37. 

Arm. bambak entstand aus phi. pambak durch Assimilirung 
dee anl. p an das inl. b. 

98. ^uuJ^^2^ bambisn (gen. bambian) 'Konigin' Sb. 27, 
z. 9 v.u. (die Frau des Perserkonigs), 45, z, 7, 8 ▼. u. (Sirin war 
barnbUn tikna^ iikin^)y 99, z. 8 ▼. u. (von der Boran gesagt), 



1) Nach MittheOung des Herm A. Xa^aturean findet sich die Form 
haH in den Zua&tzen der F!t. (ed. Zohrabean, Vened. 1796) p. 437,441, vator 
bast 439, baataheij 438, p'otabastutiun 441. 

2) tUtna^ iikin eigentiich: ^der Herrinnen Henrin'. 



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2. Abflchnitt: Persische Wfeter. 1 17 

Thom. 97, z. 4, 6 T. u., Euaeb. Chron., OA. Mt 56$, z. 6, 
Ephrem u. s. w. 

»: phi. ftm^f)^, banbuin^) PPGI 96, SakmanA, F^isenh. 
p. 73. 

W. pjuik ban MGg. 612 = np. ban 'Moringa apteca' (Myro- 
l)alane] Achund. 218. 

100. ^uuitai^ banuh =s np. b&rm^eTnB, phi. bUnuk, bal. 
bdnuk 'Herrin, Frau* (Horn, Grdr.Nr. 178) ist nach A. Carri^re 
(briefl. Mittheilung) fiir banak zu lesen bei Sb. 27 : nsie nahmen 
das ganze Lager [z banakn) sammt den koniglichen Schatzen 
und nahmen die Konigin und z banakn (lies z iantiksn = *die 
(koniglichen) Frauen* ?)«, vgl. FB. 189 : »sie nahmen die Konigin 
{tiknan^ Hkin) sammt den andein Frauen [kanambJin) gefaagem,. 
ahnlich FB. 55. Auch fiir banskan FB. 54(: dsib nahmen die 
Frauen (z kanata) des Konigs und die Konigin {bambiin) vmA 
die bamkan mit ihiien« will Carri^re 'banokan' lesen mit Ritdc- 
eicht auf georg. (aus dem Persischen entlehntes) banogum 
(Tcfaoiibinof p. 48) Mame', das aber doch banowcmi (vgL g. 
banewan ^Konigin', Horn, Grdr. Nr. 178) zu lesen ist. 

Ueber die Frauen und Kebsen der pers. Konige ygl. Tab. 
353, Sb. 45, Thom. 94, 95, Mos. Kal. I, 252. 

Unsicher. War im Armenischen banuk = phi. banuk vor- 
handen, so musste der Plural banukk oder collectiyisch bankani 
(vgl. avagani 'Magnaten' von af>ag u. s. w.) lauten. 

101. ^%ii. band^) (t-St.) *Gefangniss, Kerker* Mt. 5, 25; 
11, 2 u. s. w. (alt und haufig) 

= np. band *Band, Fessel*, paz. band 'Fessel' Min. Gl. 38, 
afgh. band 'fastening, imprisonment, arrest, captivity, knot, 
bond* etc. 

Davon abgeleitet band-em 'setze ins Gefangniss' Osk. Joh., 
Snorh., Lambr. etc., bandaian 'Gefangene* Ag., Koriun etc., 
bandapah, bandapan = 'Gefangniss-hiiter*, bandapet Ephrem 



1} Diese Form mit u ist nach dem Annenischen falsch. Also mir phi. 
hanhisn richtig. 

2) Sehr h&iifig (auch in Zusammensetzungen) hant geschrieben, aber 
offenbar hand gesprochen. Nach n und m wechseln Tenueg und Mediae in 
den armenischen Texten. 



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118 2. AbBchnitt: Persische'WOrtcr. 

Ill, 118 'Kerkermeister^, vgl. np. bandivan 'custos careens' = 
phi. Handxkpan 'Gefangenen-hiiter' (P. St. 243, 244). 

Wb. stellt hierher, reap, zu np. bastan *bmdeii' auch arm. 
best in hastabest 'fest', was schwerlich richtig ist. 

102. ^uii baS *Mahne* (von Pferden, Ebern) bei Schrift- 
stellern des 13. und 14. Jhd., auch bars Pit. 

= np. bt4s 'Mahne, Hals des Pferdes', phi. iwi Gl. and 
Ind. 84, bal. bmk 'Mahne des Pferdes', zd. bardsa- 'Riicken* 
(des Pferdes), afgh. vrai 'Mahne'. 

Zd. bardsa- ist aus bj^ia- entstanden, P. St. 143, 144. Arm. 
bak ist trotz des abweichenden Vocales entlehnt, da zd. barasa- 
echtarmenisch* *6ar lauten miisste. 

103. /uuifug baixX (gen. baixi^) 'Antheil, Loos, Tribute 
Schicksal' MX., Eus. Chron., Eznik u. s. w., baix dofiara 
Malachias 1, 3 var. lect., basxoiR xoqriyLa 2 Maccab. 4, 14, 
bazmabaix 'mannichfach', TtolvfjieQi^g Salom. 7, 22, Mos. Kal., 
Joh. Kath., baSxakan *austheilend', basxumn 'Austheilimg*, 
basxi^ nur FB. 190, z. 22 'Geschenke', basx-em^) 'austheilen^ 

.zutheilen, vertheilen, theilen' (alt und haufig, N. T., Sb. 89, 
El. 6, Ephrem III, 119 etc.) 

= np. baxi 'der Theil, das Zugetheilte', baxiidan 'geben^ 
schenken, zutheilen', baxHi 'Gabe, Geschenk', paz. baxieSn 
'gift, present', baxiidan *to give' Min. Gl. 38, zd. baxs 'aus- 
theilen'. 

104. fuupuil^ barak %in, zart' Laz., Philo, Ephrem u. s. w., 
4araA-a-man 'feines-spinnend' Jes. 19, 9, 

= np. bank 'fein, zart, diinn*, bal. baray 'fine, thin, lean* 
(Dames 46). 

Im Phi. existirte wohl * barak neben bartk, 

105. guuutalriA bastern 'Maulthiersanfte' Osk. Hebr. 28, 552, 
El. Moskauer Ausg. 180 (vgl. Norair, haikakan batak'nnut'iun 
Konstantinopell880, 110, lll) = lat.5a«<crwa'Maulthiersanfte'. 

Aus dem Persischen? 



1) hiMxem braucht trotz des Aoristes haSxeqi nicht Denom. yon hasx zu 
■ein, wie de Lagarde meint, sondem ist direct als Verbum aus dem Persi- 
schen (np. haxiam) entlehnt, y^.hramayem k np. /ormayom, aoi. hramaye^u 



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2. Abschnitt: Pereische W6rter. 119 

106. puiputuiiub barapan (i-a St.) 'Thiirhiiter, Thiirhiiterin^ 
2 Kg. 4, 6 ^ dvQioqog^ Sb. 42 u. s. w., barapet dass. (nur Jac. 
Nisib.), baravor 'die obere Thiirschwelle' Ex. 12, 7, 22, 23 etc., 
von *bar 'Thiir' 

= np. bar neben dar, zd. dvara, ap. duvara-. Zur Form bar 
vgl. Horn, Grdi.Nr.545, P.St. 116,166. 

Vgl. unten darapan (= barapan) und darapet (= barapet). 

107. \juup£r^liiii^% barekendan 'die Festtage vor den ver- 
schiedenen Fastenzeiten', bun barekendan 'der Sonntag vor 
Fastnacht, der eigentliche Camevar Eamrj. (10. Jhd.), Steph. 
Asol. (11. Jhd.), Greg. Arsar. (7. Jhd.) u. s. w. 

= np. baryandan, barqandan 'die Festtage am Ende des 
Monats Sha'ban vor Beginn dee Fastens im Monat Ramazan', 
udisch j^^ra^aWa 'Butterwoche' (Schiefner, Versuch 98). 

Das persische Wort ist aus dem Armenischen entlehnt, wo 
barekendan^) (fur urspr. barekendanuiiun) etym. = 'das gute 
Leben' ist.] 

108. fuupuiPniit^ barsmunK^) (gen. barsmang) 'die Barsom- 
^Weige der Parsen* Eznik 115, 119 fig., vgl. den Index zur 
Ausgabe 

= np. (parsisch) barsam, paz. bar sum Min. Gl. 39, zd. ba- 
rosnuij gen. barasmanOj gen. pi. barasman^m P. St. 174. 

109. pi^miju bdeci^x (gen. bdeizi) hiessen die Fiirsten eini- 
ger armenischen Grenzprovinzen, an Bang die hochsten nach 
dem armenischen Eonig, in der altesten Zeit vier an der Zahl, 
FB. 21, Ag. 650 ; der BdeaSx von Aldznik', »der grosse BdeaSzv, 
Ag. 596, FB. 21, z. 4, 5; 21 1, z. 2 v. u. ; der Bdeaix von Aldznik' 
und der Bdeaix von NorSirakan und Mahkertun^) und 
Nihorakan und Dassantre FB. 159; Bakur, gend^nni Bdeaix 
von Aldznik' MX. 190; der Statthalter von NorSirakan, erster 
Bdeaix Ag. 650; der Bdeaix von Gugark'4) PB. 159, 211; 
ASuSay, der Bdeaix der Gugarer (var. Gargarer) MX. 258 =^ 



1) barekendan eigentlich: 'einer, der gut lebt'. 

2) Der Norn. 8g. w&re *barsmn oder ^baraumn. 

3) Vgl.' Mahk'rtun Ag. 628. 

4) rvjyaQTiy^ Strabo 528. 



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120 ^- Abschnitt: Persische Wdrter. 

A§usay, der Bdeaix von Georgien ^] Laz. 134 ; der Bdeaix des 
Landes der Gargaier^j Ag. 597 ; die vier BdecUix von Noriira- 
kan, Asoiestan, Ax vastan (^Arvestakan koimn) und der MaakW ^) 
Ag. 650; poxanak hdeixin Proconsul (= &vd^7ca%og) Apg. 13, 
7, 8, 12 

= lat. vitaxa des Ammian^), syr. apiaxid (= ^7ta(fxog des 
Konigs), gr. /Jtrcigijg, alter JTtrtd^i;^ (nrjTca^rjg) de Lagarde, Ges. 
Abh. 187, Arm. Stud. p. 29, Noldeke, ZDMG. 33, 159 Anm. 
(bier ein BdeaSx von Arzen), gr. Ag. p. 144 und 161, Injijean, 
Alterthumskunde 11, 74, 75, georg. piiiiMxit (mit :r^?j, patiaixi 
nach Brosset, Histoire de la Siunie 11, p. 6, Description g6ogr. de 
la G6orgi6 (Petersburg 1842) p. 118, arm. georg. Patia^x Gesch. 
Georg. 86, z. 5. Arm. bdeaix geht nach armenisehen Gesetzen 
auf Idteres *h%d%ax§ zuriick, das, nacbsyr. aptaxiay gr, IIiTid^fjg 
und den georgischen Formen zu urtheilen, aus ^pittaxion ent- 
stellt ist. Es liegt nahe, fiir das Wort persischen Ursprung zu 
vermutben^), docb kann icb das Wort aus dem Persiscben 
nicbt deuten ^). 

belt s. im 3. Abscbnitt. 

110. ft^^li biiik (i-a St., gen. bziki) 'Arzt' Mt.9,12 u.s.w., 
alt und baufig, biikakan 'arztlicb, mediciniscb', dei bzikaikan 
'Heilkraut'MGg.615, bzikapet "Oheienzt" Sh. 121, z. 8, bzik-em 
'beile* Mt. 8, 7 u. s. w. 

= np. biziik, bijiik 'Arzt', pbl. b{%]j[t)§k 'Arzt* Sbk. 237, 
b{t]j{i)8kih 'Medicm West, PT. IV, 53, Gl. and Ind. 77. Vgl. 
zd. bae&azyeiti 'er beilt', baeiaza- 'Heilmitter (= phi. besazak 
PPGl. 98, unter Einfluss des Zend?), baehazya- 'beilend', skr. 

1) Gugark' grenzt im Silden an Georgien. 

2) Ueber die Gargarer vgl. MX. 78, 168, 248, Mos. Kal. I, 190, Thorn. 
177, 216 (Stadt Partav). Fflr die Gargarer sind oben wohl die Gugarer zu 
setzen. Vgl. Injijean p. 354. 

3) Vgl. FB. 10: das Land der Georgier und Alvanen, d. h. das Gebiet 
der Mazltut*; p. 17: Alanen, Mazk'ut und Hunnen. Nach FB. 14 war ihr 
E.5nig Sanesan ein Arsacide. 

4) Sunt autem in omniPerside hae regiones maximae, quas Vitaxae id 
est magistri equitum curant, et reges et satrapae — AssTria, Susiana, Media, 
Persis, Parthia etc. XXIII, 6, 14. 

5) Anders Ndldeke, Tab. 449. 

6, An phi. pataxsdh = np. padhcJi 'Kdnig' ist wegen des Vocales der 
ersten Silbe [i, nicht zu denken. 



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2. Abwhnitt: Per8ischeW6rter. * 121 

bhtiqjiydti 'heilt^ bhiidj ^Heileude, Anst, Heilmitter, bheiajd- 
'heiloQ^ HeUjodttef , bheiq^yd- 'HeilkiaCt enthaltend". 

Fiir ekr. bhi^J bHtte man nach akr. bhikdkti^ bhUaktama"^) 
eun ap. *biSajj *bikaz, nach den Zendfoimen dagegen ein ap. 
*^f Jo^K zu erwaxten. • Im Pehlevi existiite urspriinglich wohl 
ein *bUaJk, *bi^aik, das nach Assimilation des a-YocaLes an 
das vorangehende i und Umstellung von i und /, i (wodurch 
das tohlose 8 zu dem tonlosen k kam) zu phi. bijUk, btiiik 
wurde. Aus letzterem ist arm. biUk direct lautgesetzlich ent- 
standen. Zu dem Wechsel von J, z und z im Persischen vgl. 
P. St 230. 

111. f^d biz ^Augenbutter, Tr iefen der Augen' Esnik u. 8. w. 
T=» np. bij 'aordes oculorum, lippitudo'. Vgl. P. St 230. 

112. ^Lfi biur {beur, ti-St, z. B. Hohelied 5, 10, FB. 249, 
z. 4 instr. biuru) 'zehntausend* (alt undhaufig), biurapatik 'zehn- 
tausendfach', biuravor 'zu zehntausend, Myriade', bittrakerp 
*fivQi6^oQg)og* u. s. w. 

= zd. baevard 'zehntausend', phi. bevar Min. Gl. 37, PPGl. 
98, Yatk. 47, np. bevar. 

113. pituili bnak 'Wohnung*, selten und nicht alt, §ar. (bis 
zum 12. Jhd.), Narek. (10. Jhd.), Magistr. (ll.Jhd.), Sah.Kath. 
(Ende des 7. Jhd.), bnak-em 'wohne* Rom. 7, 17, 18 u. s. w., 
bnaki^ 'Bewohner*, bnakuiiun 'Wohnung* (alt und haufig) 

= np. buna'^] 'Haus, Heimath* Fird. I, 261, 304. 
Ich trenne davon sowohl arm. boin 'Nest* wie arm. bnak 
'airox^d^v und stelle letzteres zu arm. bun^ s. unten Nr. 120. 

114. pnp. bob nur bei Sb. 64: Smbat »trat hinaus in die 
Halle und setzte sich % bob ev i bahlaku (zur Audienz beimPerser- 
konig). Beide Ausdriicke bob^) und bahlak {ya^r. pahiak) sind 
offenbarpersisch, ersteresbedeutet wohl'Teppich' oder'Kissen* 
und ist 

= phi. bop Gl. and Ind.82, West, PT. 1, 276, bal. bop 'Ma- 
tratze, Kissen', np. iSi'tapetum pretiosum, quo domus ornatur*. 



1) Vorausgesetzt, dass dies nicht Analogiebildungen sind, was aber 
nicht ausgeschlossen ist 

2) Ueber phi. bunak s. ZDMG. 46, 143, Horn, Grdr. Nr. 229. 

3) Ein anderes bob in den Car. heisst nach Wb. 'Korb oder Sack'. 



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122 ' 2. Abechnitt: Persische W5rter. 

115. frnqufu/jptn bozpayit'E[Al2, bazpayit DvLahiejij KaXsAog 
der arm. Hdschr. zu Wien p. 9 (wo es durch 'Siinden-suhnung' 
erklart wird), wohl Titel eines Religionsbuches der Parsen, 

zu np. baza 'Siinde', paz. baia, phi. bacak (bajak, bazak?) 
und zd. paititi' 'Siihne', also = ap. ^bajapatiii- 'Siinden- 
siihnung*? 

116. ^njp Jotr'Duft' = zd. iooiVJi-'Wolilgenich', np. iot *Ge- 
ruch', osset. iwrf'Weihrauch'*, bal. Jorf, io($'BalsamstrauchMiegt 
vor in : 

pnifuiutniuii burastan 'Garten' (TtaqAduaoQ Num. 24, 6, tvqo- 
Aareiov Num. 35, 7, Thom. Q5, Sb. 96 u. s. w.) = np. bostan, 
busian^) 'Garten, Fruchtgarten*, afgh. hvr.bostan 'a flower-gar- 
den; bur-el 'duften A. T. u. s.w. {bure hot sowohl: 'er stromt Duft 
aus' Hohelied 5, 13 wie: 'Duft stromt aus*, iwre 'duftet', vgl. 
Hohelied4, 16) = np. boy-ldan 'odorari, olfacere, odorem spar- 
gere, olere*; burvat &v^taTi^Qcov 'Raucheraltar* Hebr. 9, 4, 
'Baucherbecken' 2Chron. 26, 19, Ezech. 8, 1 1, Mos. Kal. 1, 160 
u. s.'w. wegen des r nicht = zd. ^baoidibara- (vgl. barobaoda- 
'Geruch bringend* yt. 13, 45), sondem zu arm. var-el 'anziin- 
den', also = 'Weihrauchbrenner'. 

Zur Form s. P. St. 201. 

117. pnpuil^ borak (auch baurak geschrieben und bei Jerem. 
2, 22 barakj das in baurak zu andem ist] vLtqov^ 'Laugensalz', 
Ag., Leb. d. Vater, Mos. Kal. I, 143 

= np. bora 'nitrum', arab. bauraq, A. M. 64 : buraq, deutsch 
Borax. Ueber die collective Bedeutung des pers. Wortes (Sal- 
peter aus Armenien, agypt. Natron, kiinstlicher Salpeter) s. 
Achund. p. 180. 

1 1 8. pnLdlnr buz-em 'heile, rette, befreie' MX. 165, z. 2 v. u., 
Eznik, Mos. Kal. I, 169 u.s.w., boti 'Heilung, Befreiung* Mos. 
Kal. I, 169, buiakan 'heUend', bu£i^ 'der heUt* 

= zd. btyl 'ablegen, befreien, retten', baoxtar- 'Befreier', 
buxii' 'Befireiung, Rettung', paz. boxtan 'befreien, erlosen, ret- 
ten', boziSn 'Rettung, Erlosung*, buxt-ruam 'preservation of 
the soul' Shk. 238, phi. boxtan 'to save' etc. Gl. and Ind. 82, 

1) Darunter yersteht man jetzt Gftrten von Wassermelonen und Melo- 
nen, deren pr&chtiger Duft aich weithin yerbreitet (Mittheilung des Herm 
A. Xacaturean). 



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2. Abschnitt: Persische Worter. 123 

buxt-ruvan'Ra.ng^ Essay on Fahlavl 74, bal. Jo;a^, io^ay 'losen, 
offnen, losbinden, abladen' (Geiger, Etym. Nr. 48). 

Hierher die Namen mit buxt wie arm. Sebuxt (s. oben p. 72) 
und hozet wie phi. Mitrbozety s. oben p. 55 unter Yizthuzit 

1 1 9. ^aLl,^t%p^ buicenik ein Product Chinas MGg. 6 1 6, z. 1 2 
ware np. *bQicim und phi. *bdy % cenlk = 'chinesischer 

Pjlrfum'. 

Zu bu", but' = np. boi, bo 'Geruch' vgl. die Gewiirznamen 
(bovicay? MGg. 615, 616] nay-i-buak^ hr-buak^ gaaerbuak^ goyi- 
buak MGg. 615, hoUboak 616 (bei Soukry p. 44: nay-i-boyeak 
z. 9, aziri'boyek^ goz-i-boyek, ags-i-boyeakz, 7, 8), die im 2.Theil 
phi. boyak Bdh. Gl. 93 = np. boya 'riechend' (vgl. auch np. 
boya und badarranjbuya *Melisse* A. M. 41) enthalten^]; zu 
cenik 'chinesisch' vgl, unten daricenik und oben p. 49 UenK, 

Die Worter mit Jwt-, box- sind in sassanidischer Zeit, die 
mit boir (s. oben Nr. 1 1 6) in arsacidischer Zeit entlehnt. 

^L^ftii bucin 'Docht* s. unter den syr. Lw. 

120. ginii/ (gen. bhi) 'Stamm, Stiel, Schaft' (eines Baumes, 
einer Pflanze, des Leuchters, der Lanze Num. 8, 4 {xavk6g)j 
1 Kg. 17, 7 {'Kovrdg), Ex. 25, 31 (ycavldg)), 'Abstammung, Ur- 
sprung, Grund, Wesen, Ende', adj. 'natiirlich, von Natur, an- 
gestammt, eigentlich, eigen, selbst, wirklich' (alt und haufig), 
i bne Ix q>ioeo)g 'physisch' BrOm. 2, 27, q)'()aBL *dem Wesen nach* 
Gal. 4, 8, enTtaXat 'von Alters her' 2Petr. 2, 3, t bnme Von An- 
fang an* FB. 256, z. 10; davon bnav adj. und adv. 'ganz, ganz- 
lich*, bnak 'eingeboren, einheimisch, eingesessen, angestammt' 
(airdx^iDV Num. 9, 14, iy^^qtog Lev. 24,22, FB. 206, z. 3v.u., 
256, z. 2 V.U., Sb.35, 15, iii^iovog Lev. 13, 51, 52), bnik 'eigen, 
angestammt, urspriinglich, von denVS^tem ererbt* MX. 21, z. 15 
V.U.; 131, 1, Sb.45, FB.257, bnuiiun 'g)iacg, natura'El. 6u.s. w., 
ft/MiAa»'natiirlich*R6m. 1, 26, 27, *eigen', 5;^a-^ir 'Urschrift'etc. 

= np. bun 1. 'Grundlage, Grund, (das untere) Ende'; 
2. 'Stamm', paz. phi. 'Grundlage, Grund, Wurzel, Ursprung, 
Anfang' Min. Gl. 45, Shk. 238, Aogemad. 114, Gl. and Ind. 



1) Also arm. nay i boyak, xir % boyak, gaz % boyak u.8. w. zu lesen. Vgl. 
dazu Patkanean, armen. Geogr. p. 81 des russischen Testes. — Np. dar{%) 
hoi 'lignum aloes'. 



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124 2. Abschnitt: Fersiiche Wdrter. 

84, 85, BcUb. Gl. 92, PPGl. 99, West, FT. IV, 252 ('extremity*), 
289 ffundamental'), 3^8 ^origin'), oeeet. bin 'JBoden, unter', 
baL bum Wten, unteihaLb, am Fusee vcm', sd. bunor- 'Grund, 
Boden', skr. budhnc^ 'Bod^i, Gnmd, das Unterste, Fuss eines 
Baumes, Wurzer. 

Vgl. nizakabun 'Lanzenscbaft' FB. 198 (Gegeusatz nizakateg 
Xanzenspitze' s. u. feg) = np. bun i neza 'Lanzenschaft' Fird. 
I, 449, V. 162. 

Np. iww'Baum* {gulbun, gozbun, sarvbun etc.) = zd. vana- 
ist von bun 'Schaft' zu trennen, da zd. vana- im ArmeniscbeoL 
als Lw. *van lauten miisste. In np. bun 'Baum und Schaft' sind 
zd. vana- und buna- zusammengefallen. SoUte aim. bun aus 
alteram *budn entstanden sein, so ware es nicht als Lw. an- 
zusehen, sondem miisste fur original (=idg. *bhudhno') gelten. 

bmt s. im 3. Abschnitt. 

121. ^l,%l brinj[irn.tj = dz!) 'Reis* MGg. ed Soukry p. 43, 
z. 6 v. u. (nicbt in der Venezianer Ausgi^), Galen und Jaism. 

= np. birinj und gurinj, osset. bal. Jn'n; u.s.w., vgl. Horn, 
Grdr. Nx. 208, P. St. 27. Ueber arm./ fiir pers.^ s. P. St. 232. 

122. fjMf^ gaz^) 'Tamariske' (jDwenn sie auf Bergen wachst, 
beisst sie nazar, wenn in Garten islkut) Med. Schr. und alt. Wb. 

= np. bal. gaz 'Tamariske*. 
Vgl. gazpen, 

9""L t F"J'"k 9^^ * boyak 'ein indisches Gewiirz' s. unter 
buicenik p. 123. 

123. qgun^ gaz *Elle* nur bei C. 

= np. gaz 'EUe^, bal. gaz Geiger, Lautlehre p. 53, kurd. 
gaz *Elle' Socin, kurd. Samml. II, 331. 

gazar s. im 3. Abschnitt. 

124. fitfi^<Y^^ gazpen^ gazapen 'Tamariskenhonig' MGg. 
608, 2, Zenob 49, 24 



1) Davon zu trennen qwn^ gaz ein halbkugelfdrmiges am Boden sitzen- 
des Dornengew&chs, von dessen einer (rother) Sorte das gazi xe^ 'Tragant- 
gummi' Oeop. 242 kommt (Mittheilung des Herm A. Xa^aturean). Vgl. 
auch FB. 193: arker z gaziv girks ^du umannst ein gaz\ als sprichwdrtUche 
Bedensart, urn etwas Unmdgliches zu bezeichnen. 



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2. Abschnitt: Peraische W5rter. 125 

=tc np. yasfon^Jfn'Tamariskenhonig'Polak, Persienll, 285. 
Vgl; oben gaz 'Tamarieke* tmd np. angttbtn 'Hanig' = phi. 
anffptn, angumm Gl. and Ind. p. 60 und 63 (von ang 'Biene' 
Tind hm ^*=i pen =« bal. benag, benay^) *Honig').' Horn, Grdr. 
Nr. 124. 

125. ^4 gah (w-St.) 'Thron, Seesel, Sitz, Rang, Wiirde* 
3 Macoab. 5, 8, £1., MX., Lae. etc., alt und hiiufig 

=*= np. gah *Thron^, als 2. GL von Comp. == *Ort', pass, gah 
'place, position, throne' Shk. 245, Min. Gl. 87, phi. gas (d. i. 
^o^^)) 'place, position, seat, couch, divan, throne' Gl. and Ind. 
181, Bdh. Gl. 216, ap. gadto- 'Ort, Thron', zd. gatu- *Ort, Sitz, 
Divan, Thron'. 

Dazu gah-a-glux 'der erste Platz' (beim Mahle) Mc. 12, 39; 
gahavorak^^es^Q\ Sanfte, Bett'Hohelied3, 9 [q)oquov\ Pseud. 
13, 23 [dicpqog)^ lax&qa (Gitterwerk des Altars) Ex. 27, 4; 38, 4, 
phi. gasvarak *bed-place' (for children and for adults] West, 
PT.rV, 123 (vgl. gavarak 1, 322), np. gahvara^ gahvara 'Wiege'; 
gahoiM (gen. gahoyic] 'Thron, Lager, Bett, Sanfte, Trage' Ex. 
S, 3, Hohelied 1, 15; 3, 7 (xA/^), gahoyani (collect, plur.) *die 
Sesser Pseud. 28, 21 ; gahavor MX. 76, 13 : er machte den Abel 
zum spasarar (etym. = 'Dienst-thuend') und gahavor (etym. 
'Rang-habend, Wiirdentrager'), phi. gatvar (= gad^ar) ? 'of a 
high dignity or position' P. N. Gl. 82 = Text 39, 10 ; gahnamak 
'Randordnungsverzeichniss' Steph. Siun. (Patk. 11, 3 = np. 
^gihnama). 

126. [^«if< gah (t-St.) 'Abhang* Luc. 8, 33 u.s. w. kann nicht 
zu zd. ga&ah- yt. 14, 21 gestellt werden, da dies, auch nach 
der Neuausgabe, mit dem vorangehenden vl- zusammengehbrt ; 
es Bteht also hier vlga^o^) (var. t^i/o^o) scil. i der Hiigelt neben 
den »HohenderBergeff, denDTiefenderThalera, den »Wipfeln 
der Baumea. Geldner ubersetzt >die Breitenv, Darmestetert 
Dies recoins, die Schlupfwinkelv.] 

gac s. im 3. Abschnitt. 



1) Bal. h' pasfft nicht zu dem j?- des Wortes im Annen. und Phi. 

2) Vgl P. St 2«3. 

3) Aceut. pL dnes viga^7 



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126 2. Abschnitt: PergiBche Wdrter. 

127. ^iT gam in: gam oder gams gtanel 'Mittel und Wege 
finden', gamumioj 'einmar FB. 192, or gam mi Ver immer, 
was immer* FB. 76, 1 Ezra 8, 87 = or mf angam (vgl. angam 
'Mai*), gam Uafi zgam 'allmahlig' (*Mal um Mai') 2 Maccab. 8, 8 

^ np. gam 'Schritt', paz. phi. gam Min. Gl. 88, Bdh. GL 
217, zd. gama- 'Schritt'. 

128. ^uitPutu^lrtn gamapet »brigadiere oder capitanoPc nur 
FB.243: ein gewisser Daniin, gamapet derTruppe der Schild- 
trager (? sparakroQ corrigirt aus sprakuag und sprakaguac) 

= pers. gam? +pet *Chef. 

129. fuiU ganj (u- und i-St.) 'Schatz' El. 7, 10; 8, 8, Mt. 
13, 44, Sb. 48 u. 8. w., alt und haufig, ganjs gar\jel 'Schatze 
sammeln'Mt. 6, 19, ^an;a;2a£ 'Schatzkammer', ganjapah 'Schatz- 
hiiter* u. s. w. 

= np. ganj *Schatz', phi. ganj Gl. and Ind. 274, bal. ganj 
'Schatz', skr. Lw. gaflja- 'Sq^iatzkammer', gr. y&^a^ yatog)vld' 
Kiov, ya^oq)iXa^j hebr. aram. "'TSa 'Schatze' Esther 3, 9 u. s.w., 
Esra 7, 20, syr. fc^W. Dazu ganjavor 'Schatzmeister' (Esra, vgl. 
Wb.) = np. ganjvarj phi. ganjuvar (geschr. ganjubar) ^treasurer' 
PPGl. 119, Shk. 245, skr. Lw. gafijavara- 'Schatzmeister', syr. 
fc^nnta, fc^nnf'Si, hebr. nars gizbar 'Schatzmeister' Esra 1,8. 

Ueber arm. y fiir pers./s. P. St. 231. 

gavaz s. im 3. Abschnitt. 

130. i^uiLtu^% gavazan (t-a St.) 'Stab, Hirtenstab, Gerte, 
Ruthe, Zweig' ^dfidog Mc. 6, 8, A. T. u. s. w., spater auch 
'Register' Steph. Orb. I, 53 

zu np. gavaz 'stimulus quo asini et boves impelluntur' 
(VuUers 11, 903), zd. gavaz- 'Ochsenstacher (vd. 14, 10: gavaz- 
ista gavazo 'die besten Ochsenstacher ?), skr. go-djana- (=gav- 
djana-) 'Rinder antreibend' (sc. danda- 'Stock'). 

Vgl. navaz und xarazan, 

131. i^uMuupu gavars eine Art 'Hirse' Ag. 482 

= np. gavars^ paz. gavars PPGl. 120, kurd. gariz^ garis 
'Hirse'. 

132. [i^Ll,p gavil (gen. gavli) 'Hof, Vorhof FB. 8, 15, Mt. 
26, 69, Mc. 14, 54, 66, 68, Job. 10, 1, 16 'Viehhof) u. s. w. 



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2. Abschnitt: Persigche WOrter. 127 

stimmt weder in der Form noch in der Bedeutung recht 
zu skr. gdvyuti' 'Weideland*, zd. gaoyaoiti- 'T^ift^] 

133. [i^lrplrnJ^ui gerezman [i-a St.) 'Grab' Mt. 23, 27, El. 8, 
Eznik 275 etc., alt und haufig, ist sicher nicht 

= np. (parsisch) garzman '^Himmer, paz. garodman %he 
highest heaven' Min. Gl. 86, phi. garotman Gl. and Ind. 262, 
PPGl. 1, zd. garo nmana-, gd. garo dsmmiU'.] 

gzir 8. im 3. Abschnitt. 

134. i^t" ff^s (gen. gisoy\ ofter pi. gesR (gen. gisoQ) 'das 
lange Haar des Kopfes' 1 Kor. 11, 15 (x(5)ui/), Ezech. 24, 17, 
3 Maccab. 1, 4 (/rioxaiuog), FB. 253, 2, dazu ^oA-^ 'Locken' 
Richter 16, 13, gisavor 'mit langen Haaren' (Gegensatz: 'ge- 
schoren*) 1 Kor. 11, 15, El. 1 1, asti gisavor 'Haarstern' (ycofnfjTrjg) 
Levond 37 

= np. ges, gem 'herabhangende Haare, Locken*, afgh. Lw. 
gem 'a side-lock', phl.^e* Gl. and Ind. 190, zd. gaesa 'das Haar 
in 2 oder 3 (Locken) geordnet' (im Unterschied von var^sa-^) 
'das Kopfhaar schlicht') ZPGl. p. 6. 

135. [^^^ gil 'Wurfetein' [lld'og) nur 1 Maccab. 2, 36, 
aber auch in glajard atnel 'mit Steinen zerschmettern' Joh. 
Mam. nnd Arist. [glajard aus ^gil-a-jard 'Stein-zerschmettert') 
passt in der Bedeutung nicht 

zu np. gil 'Schmutz, Lehm', dessen mp. Form zudem nicht 
bekannt ist. 

Zu gil wird von den Armeniern-^/-em (= *gilem) 'roUe' als 
Denom. gestellt. Arm. gil- konnte auf idg. vel- zuriickgehen.] 

1 36. i^iQilrp gmbel [i-a St.) 'Kuppel' Basil., Joh. Kath. u. s. w., 
davon z. B. gmbelavor 'mit Kuppel versehen' = gmbeieay 
Haggai 1, 4 

= np. gunbad (aus syr. fc^im^i Nold. Stud. II, 41). 

137. [^^^fi£^ ^iAt^r 'trockner Kuhmist' (nur Geop.), klingt 
wohl nur zufallig an afgh. yosak 'cow-dung', skr. gdgakrt- 
'Kuhmist' an.l 



1) Arm. vars-U neben gisakU bei Osk. Mt. I, 3, II, 22 nach Wb. unter 
gisak. 



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128 2. Abschnitt: Peraische W6rter. 

138. [^fut^ ffozak nach C: 'frutto di eotone, cotone' 

= np.^^2^i)'tegumentum, involucrum, ut capsula gossipii^ 
caput papaveris' u.s. w. (bei Zenker: *Seidencocon*), yoza 'cap- 
sula gossipii' (Zenker : 'Samenhiilse derBaumwoUe*), embjauzaq 
'Baumwollenstaude*. 

Das Wort fehit im grossen und kleinen wie im neuarm.- 
altarm. Worterbuch der Mechitharisten, ebenso bei Bedrossian. 
C. bezeichnet es als modem, ebenso Schroder, thesaurus ling, 
armen. 340. Aber die jetzt gebrauchliche Form des Wortes ist 
yoza Truchtkapsel der Baumwolle^] 

139. i^n^iup ^oAar .'Edelstein' MGg. 613, z. 1 v. u. und spater 
= np. gohar 'Edelstein', phi. gohar Gl. and Ind. 272, Bdh. 

Gl. 226. — Die Bedeutung 'Edelstein' snoch nicht im Mittel- 
persischenausfieraneinigenspaten StellenerHorn, Grdr.Nr.948. 
Als Frauenname: Gohar xalun Mt. Urh. p. 427. 

140. t^ni^n^ gomez (gumez) 'Kuhurin', nur El. 40, 26: die 
Hande soil man nicht waschen arang gomizoy 'ohne Kuhurin* 

= zd. gaomaeza (auch gam maesma) *Kuhurin', phi. gomez 
Bdh. p. 53, 18 (Gl. p. 225), parsi gumiz Trin' ZDMG. 36, 67, 
sivend. gimxz^ jiid.-tat. gimiz-ow P. St. 109. Die Bedeutung 
'Seifenkraut' (im alten Wb.) ist nach Wb. aus dieser Stelle 
missverstandlich erschlossen worden. Nach dem Busabatu- 
t'iun, Venedig 1895, p. 130 dagegen soil arm. gomiz auch eine 
Pflanze (Buboniumj sein. Vgl. bal. gvamU 'a small plant used 
in washing* (Dames 108)? 

141. ^4^ gornes *Biiffer Deut. 14, 5, MGg. 594 (unter 
Gallia), Mech. Fabeln p. 92 

= np. gavmei 'Buffel*, parsi gomlS 'Biiffel' ZDMG. 36, 63, 
phi. gavmei Bdh. Gl. 217, syr, b^TXT'ltfO, bal. Lw. gvames, gamei 
'Biiffer, afgh. gavmefy zd. ^gao-maesor' *Kuh-widder* (von gao-^ 
*Rind' und maeia- 'Schaf bock, Widder*, phi. meS, np. m^f , vgL 
Horn, Grdr. Nr. 1008). 

Vgl. zur Bildung np. g^i>fnaht eigentl. 'Kuh-fisch' Fird. I, 
444, V. 190, arm. xarhuz *Esel-ziege' u. s. w. 

142. i^njit goin (gen. ^noy und ^wyFarbe', inAbleitungen 
auch: *Art und Weise* Ex. 4, 7 u. s. w., alt und sehr haufig, 

1) Zu ^2 'Num.' 



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2. Abschnitt: Persiache Wdrter. 129 

dazu ffoin-a-ffoin 'hunt' , gunak'Axt^ in derWeise von — ', gunak 
gunak 'bunt, mannichfach, verschieden^, gunavor 'colorato^, 
gun-em 'farbe', han-goin 'nach Art von, ahnlich^, hamagunak 
'ahnlich, gleich^ u. s. w. c^.-^'^ 

= np. gun 'Farbe, Art', guna 'Art, Weise', gunagun Varii 
coloris, varii generis', gunagun^ gunaguna dass., ^^z^gun 'colour' 
Shk. 247, guna 'colour, species, sort, kind, manner', gunaguna 
'of various kinds', hamguna 'in the same manner, similarly, 
like' Min. Gl. 93, 94, phi. gonak 'colour, hue, species' etc., 
gonak gonak 'various kinds' Gl. and Ind. 283, 'various' Ganj. 8, 
P.N. 83, hamgonak 'of a like kind' Gl. and Ind. 38, zd. gaona- 
'Farbe', in Comp. zairigaona- 'gelbfarbig' (= np. zaryun)^ hama- 
gaona- 'gleichfarbig'. 

Hierher wohl auch das Comparativsuffix gotn: 'ich bin 
starker als er' heisst sowohl: es em hzaur Ran zna als auch: 
es em hzaur agoin Kan zna, d. i. 'ich bin stark im Vergleich zu 
ihm' und 'ich bin von starker Art im Vergleich zu ihm'. 

gos 8. im 3. Abschnitt. 

143. i^nLpi^muuip gurgasar 'wolfskopfig' Beiname des Vax- 
tang (Yard an 91) ware = np. ^gurgsar von gurg 'Wolf und sar 
'Kopf. 

144. t^mlpquil^ govoiak nach kasimon 'Cassia' als indisches 
Product bei MGg. 615 genannt, bei Soukry 44: devaiak^ im 
Busabatut'iun govalak = 'Safflor'? 

= np. \S^^ 'radix silphii'? Sehr unsicher. 

145. t^np2^^u^iu^uAq^ gorsapahang (var. gohapahang^ gosa- 
parhang) 'Ohrring' Ezech. 16, 12 [TqoxLa%og)^ Judith 10, 4 

(lv(Ji)TLOV) 

= np. gos 'Ohr' + apahang = iran. ^upahanga- 'Gehange' 
= skr. upa + sanga- 'Haften, Anschluss, Hang' (vgl. skr. upa- 
sakta- 'hangend an'? und np. pa-hang 'Fuss-spange'). 

Vgl. zd. gaosavara- 'Ohrring, Ohrgehang'. 

146. t^nLiTtup 1. gumar 'Schar, Menge, Versammlung', gu~ 
mar-em 'sammeln (besonders Truppen), addiren', med. gumarim 
'sich versammeln' Deut. 31, 11, 'sich sammeln gegen Jd., sich 
zusammenrotten' Num. 16, 11, 'kampfen' Gen. 30, 8, guma- 
ruliun 'Versammlung, Sammlung', gumaruiiun gumarel 'eine 

HftbBChmann, Aimenisobe Grammatilr. 9 



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130 2. Abschnitt: Persische Worter. 

Verschworung anzetteln' 4 Kg. 15, 15, gumartak a) 'Schar, 
Haufen, Heer' FB. 20, z. 6 v. u.; b) 'Halsschmuck' El.-, Mos. 
Kal. I, 291, Sb. 65, 4; 

2. gumar-em 'schicken' MX. 249, Sb. 47, z. 5 v. u., 48, 2 
fTruppen senden*), 'ubergeben^(»Truppenin JemandesHande^ 
= Jemandem Truppen anvertrauen zur Fiihrung) Sb. 59, 15, 
'einsetzen^ (Jemand in das Commando des Heeres oder als 
Hiiter des Landes) Sb. 80, 4, El. 56, z. 7 v. u., 

vgl. phi. paz. gumartan^ gumardan 'einsetzen, bestimmen, 
betrauen, beauftragen' Bdh. G1.225, Min.Gl. 93, np. gumastan 
(pr. ^wmarawi) ^tradere, committere, mandare alicui alqd., piae- 
ficere alqm. alicui rei' (VuUers), 'entlassen, schicken, beauf- 
tragen, zu einem Amte ernennen, einsetzen* (Zenker), afgh. 
Lw. gumarqVto consign^, P. St. 95, 161, 196. 

In der Bedeutung 'sammeln' kommt gximar- im Pers. nicht 
vor. Das zweite gwnar 'schicken^ u. s. w., das sich mit pers. 
gumar- nach Form und Bedeutung deckt, kann, wenn letz- 
teres aus m-mar- entstanden ist, erst in sassanidischer 2ieit ent- 
lehnt sein. Vgl. P. St. 163. 

147. 1. uMithtt^. gund oder gunt (gen. g?idi^) etc.) 'Kugel, 
Sphare, Senkblei^ u. s. w. [acpalQa Pseud. 86, 5, ^okig Apg. 
27, 28, lafXTtddiov, laf.i7tdg Sacharja 4, 2, Daniel 5, 5), davon 
gndakj gntak *^Kugel, Ball, Knollen, Ranke^ MX. 250, Daniel 
14,26 [iid'QcL), Ex. 2 5, 31 (ayat^wr^^), Gen.49,11 (cAt;^), 'Schwann' 
(Bienen, Ephr., El.), gndakan 'spharisch*, gndajev 'kugelfbrmig', 
gnd-em 'abrunden, verdichten', modem arm. xmori gund oder 
xmorgund 'Teigklumpen* 

=zd. gunda-yd. 3, 32 etwa : 'Teigklumpen, Kloss'oder'Brot- 
laib,Fladen (Geldner, KZ. 24, 549, Stud. z. Av. 156) = phl.^«w- 
dakj np. ^wwc?a 'Hefenballen' (fiir ein Brot) Horn, Grdr.Nr. 936. 

148. 2. qntittg. gund [gen^gndiy i-aSt und i-St.) 'Abtheilung 
eines Heeres 2) (zaur). Corps, Heerschar, Schar', alt und haufig 
(El. 9, FB. 192, 193 etc., 2 Maccab. 12, 20, Hohelied 7, 1), 
gundagund^) 'in Scharen* Ezech. 26,7, Judith 15, 15, gundsaia?' 

1) Zu scheiden von gind, gintj gen. gndi 'Ohrring' Gen. 24, 22 etc 

2) Kleinere Abtheilungen hiessen (fratt« und t'a«< FB. 15. 

3] gundagund 2 Maccab. 14, 45 [xQovyT^&oy] = gund gund FB. 218, I, 
vom sich ergiessendenBlut gesagt, gehdrt wohl zu 1. gu7id = 'in Klumpen ? 



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2. Abschnitt: Persische WOrter. 131 

'Corpsfuhrer' Thorn. 109, z. 4v.u., 147, gndapet (zwischen spar- 
apet 'Heerfuhrer' und hazarapet 'Chiliarch' genannt bei Erznk. 
Gramm.) 

= arab.ywncf *Heer'(aus demPersischen), syr. gtidda^^chsLi^ 
mand. gunda (Noldeke, Mand. Gr. 78), phi. gund 'army, force' 
Dlnkart III. Glossar p. 6, np. yund^ yunda Horn, Grdr. 805; 
P. St. 83. 

149. [ifnLuuA gusan 'Sanger' Pred. Sal. 2, 8, 2 Kg. 19, 35 
(^dwv) 'Musikant' FB. 233, 2 und 7 

stimmt im Anlaut nicht zu np. kusan oder kosan ^) Name 
eines Sangers Vis u Ramin p. 218, 219 [kusan % navagar).] 

qputu^utii grapan und grpan s. p. 132. 

150. qpuiL grav [i-a St.) 'Pfand', IvixvQOv Deut. 24, 12, 
graveling grav 'als Pfand nehmen' Deut. 24, 10, i gravi dnel 
'als Pfand geben' Nehemia 5, 3, 'Handgeld, Caution, Vertrag, 
Wette', gravakan 'Pfand' Gen. 38, 17—20, *Geisel, Wette', 
gravem 1. 'als Pfand nehmen' Ex. 22, 26, Deut. 24, 6; 2. 'in 
Besitz nehmen, sich bemachtigen, an sich reissen' FB. 261, 
z. 8 V.U., Sb. 24, 11, Mos. Kal. II, 52 u. 8. w. 

= np. girav 'pignus, sponsio, foedus, pactum' (Vullers), 
*Pfand, Unterpfand, Sicherheit, Aufgeld, Spieleinsatz, Wette, 
Geisel' (Zenker), giraugan 'Unterpfand' (= phi. * gravakan), 
phi. grav (geschrieben grubu) 'pledge, loan, mortgage, security, 
hostage' Ganj. 9, P. N. 83, West, PT. IV, 46, 69. 

Zu trennen von np. giravldan 'vertrauen, glauben' = phi. 
viroyttan P. St. 162. Arm. gravem = 'nehme als Pfand' ist 
Denominativ von grav 'Pfand'; gravem = 'nehme in Besitz' 
vielleicht davon zu trennen und als echt armen. zu skr. grabh 
'ergreifen', grdbha- 'Besitzergreifen', np. giriftan u. s. w. zu 
stellen. 

151. i^pfiL griv (gen. grvi, t-a St.) ein Getreidemass, adtov 
Mt. 13, 33, Luc. 13, 21, Anan. Shirak. 31 u. s. w. 

= np. girtb ein Getreidemass, syr. fc^S^'lSi, arab. Jarlb Tab. 
242, P. St. 181. 

Dazu grvan (i-a St.) fiddcog Mt. 5, 15 etc. aus *gr%van = 
phi. *grtban (= *grlwan). 



V y. Stackelberg will gosan lesen ZDMG. 48, 495. 

9* 



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132 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

152. ifpn^ groh (auch grox^ t-St.) ^Nation, Volk, Truppe* 
Joh. Kath. und Thorn. 

= np. guroh 'Trupp, Schar, Menge, Haufen, Herde, 
Schwann', phi. karvan grohe 'eine Karavane' BBIV, 45. 

Dazu gtoh [groh^ g^oi, groii) tal oder ^ro^e^assalire insieme^ 
u. s. w.? 

153. ^puiu^iuii grapan 1. fj toa, 'Saum am Ausschnitt de& 
Kleides, wo der Kopf durchgesteckt wird' (arm. auji-k) Ex. 
28,32; 39,21 (gr. 36,31 = 39,23), 2. iTtiofUg, humerale (sonst 
arm. vakas] bei Philo 

= np. gireban 'collare sinus ve indusii vel vestis* (Vullers)^ 
*Kragen, Oeffhung an einem Hemd oder Kleide, um den Kopf 
durch zu stecken' (Zenker), a,Tah. Jirban, Jurruban 'superior in- 
dusii pars ad coUum pectusque patens', kurd. grlvan 'Hals des 
Hemdes', afgh. girevan P. St. 93, phi. grlvpan 'Halsberge' phL 
vd. p. 172, z. 3 fur zA,kuirii^) vd. 14, 38 Spiegel= 14, 9 Westerg., 
zd. *grwa'pana = 'Nacken-schiitzer'. Davon ist arm. grapanak 
q)vkaycTTfjQiov Mt. 23, 5 = 'Schrift-bewahrer' (von arm. ^er- 
'Schrift') zu trennen. 

Jiinger bezeugt ist arm. ^rpaw 'Tasche' Med. Schr. (13. — 15. 
Jhd.) odei grapanak 'Tasche' (Jaism. 13. — 14. Jhd.) = modern 
pers. girlban *a pocket' Shaksp. (Tasche im Busen des Kleides), 
parsisch t^ girlban ou kissai karfa 'poche de bonnes oeuvres'a 
Darmesteter, Zend-Avesta II, 243, Anm. 13. 

154. ifpmutli grtak 'Laib Brot' Leb. d. Vater und Car. 
= np. girda *rundes Brot , fiidih, jardaqa 'placenta'. 

Arm. grtak setzt phi. *giriak, ap. "^grta- voraus, P. St, 
91, 157. — Dazu modernarm. grtnak 'Walgerholz'. 

155. ^uidtuu daian (darzan) 'bitter, herb, scharf, rauh, 
schrecklich, grausam, wild, schadlich' Eznik 120, FB. 222, 
daianuliun 'Bitterkeit' [rti'^qLa) Deut. 29, 18 

= np. dizany duzan, dizand, dazand 1 . 'acutus gustu, acer', 
2. 'iracundus, vehemens'. 

dahadram s. im 3. Abschnitt. 



1 ) Oeldner falsch : ^Helmbusch'. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 133 

156. [qju^uitPat^^ dahamunR (gen. dahaman^) 'Geschenke, 
Gaben (fiir Opfer, Tempel) Num. 28, 2 (ddfiava), Deut. 12, 11, 
3 Maccab. 3, 11, Seber. und Ephrem, zu zd. dadra- 'Gabe, 
Geschenk', np. dara 'Gehalt' (Horn, Grdr. Nr. 524, P. St. 59) ? 
Zu unsicher. Ein ap. *dd^^a- = phi. *dahr miisste als *darh 
= *dah entlehnt, davon ein Denom. *dahel gebildet und von 
diesem ein *dahaunj pi. dahamunR [nsicYipaitaun^ paitamunK zu 
pa&teT) abgeleitet sein!] 

157. t^^iuhiu^ dahanak Ttq&otvog Gen. 2, 12, Hv&qa^ 
Tobias 13, 22 

= np. dahana^ dahana, arab. dahancy ^gemma similis sma- 
ragdo, molochites^, syr. SDH*! dass. 

158. iiju^lrl(utb^) dahekan (t-a St.) dqax^ii} Gen. 24, 22, xQ^' 
oovg Gen. 24, 22; 45, 22, drjvdQiov Mt. 18, 28, vdficofia und 
drjvdQiov Mt. 22, 19, El. 19, z. 9 v.u., Job. Mam. 36, z. 1 v. u., 
37, z. 7 V. u., Steph. Asol. 125, Arist. 18, 1 u. s. w. 

= np. dahgan *je zehn, etwa zehn', dahganl 'genus monetae 
aureae antiquis temporibus usitatae^ Zu np. dah 'zehn', dahyak 
'ein Zehnter u. s. w. 

Vgl. lat. denarius von dent *je zehn^ 

159. qju^fi^ dahic [i-a St.) 'Scherge, Polizeisoldat, Henker* 
Mt. 5, 25, Luc. 12, 58, Mc. 6, 27 {vTtrjQiTtjg, TtQaxTioQ, aftexoV' 
Icctcoq), FB. 16, El. etc. 

= syr. fc^lDrn daxia (stat. abs. etwa ddxeS) 'satelles, lictor*, 
das nicht echt syrisch ist und aus dem Pers. stammen konnte. 
Ueber syr. s fur (pers.) c s. Fraenkel p. 95. — Dazu arm. 
dahcapet &qxiiiayeiQog Gen. 39, 1, El. etc. 

160. qMt^iJi£ dahlic (gen. dahlci) 7taaTog)dQtop 'Zelle' (im 
flussern Vorhof des Tempels) Ezech. 40, 17, 38, Jerem. 35, 4, 
'Halle' (im Palast) MX. 250, z. 6 v. u., Sb. 32, 9; 67, z. 1 v. u. 

= np. arab. dihltz, dahltz *Vorhalle, Halle', afgh. Lw. dahltji, 
dahtiz 'portico, threshold', phi. dahltz (d. i. dahlic) West, PT. 
I, 249. Zu ap. duvardi'? WZKM. 9, 171. 

161. i^iF dam 'Netz' Oskiph., pi. damk Leb. d. Vater, sonst 
nicht vorkommend, 

= np. dam 'Netz', skr. dama ntr. 'Band, Fessel'. 

1) Zur Bildung s. P. St. 130. 



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134 2. Abschnitt: Persieche WOrter. 

162. qMibq. dang oder rfawA (t-a St.) eine kleine Miinze (oder 
Gewicht): dangi mioj iaaaqiov Mt. 10, 29, erku^dangaQ daaa- 
qIiov dvo Luc. 12, 6, Usati dang e erkdrameami 20 d^okol xh 
dldgaxfiov Ex. 30, 13, 'Gewicht von 2 Gran' Vardan 

= np. dang 'quarta pars dirhemi', phi. dang PPGl. 109, 
syr. fc^pS^ 'sexta pars dirhemi\ Np. phi. dang aus danak 'Kom- 
chen', vgl. np. dana 'Kom', phi. danak Bdh. Gl. 136 u. s. w., 
Horn, Grdr. Nr. 535. 

163. ig.u/bii.u/b dandan nach dem alten Wb. = *Zahnfleisch' 
oder 'Zahne' findet sich in: 

dandanavand [i-a St.) 'Gebiss' (am Zaum), 'Zaum', x^^'-'^^^ 
4 Kg. 19, 28, Jes. 37, 29, etym. = 'Zahn-band' 

= np. dandan^ phi. dandan Gl. and Ind. 280'Zahn', zd. dantan- 
(in v%mitO''d^ntano)-vn'^. phi. Ja;^c? 'Band'. P. St. 63, 182, 190. 

164. [f/^^lr dam (gen. sg. daUn^ gen. pi. daSanc) 'Vertrag', 
alt und haufig, 

gehort nicht zu zd. dasma- 'rechts'.] 

165. q.ui^utl( dasnak 'Dolch', nur einmal bei Sokrates, 
Kirchengescb. (7. Jhd.) 

= np. da§na 'Dolch', syr. 5iDTD^ 'culter duarum acierum'. 

dasnak bei Osk. Mt. 757, 37 (= z. 3 v. u.) heisst nicht 'Dolch', 
wie de Lagarde meinte, sondem 'Art und Weise', da armen. 
pespes da§nakauJc dem gr. xfi 7ZotY,iXi(^ Tairrj entspricht (Job. 
Chrysost. ed. Migne, 7, p. 529 links, z. 42). Wb. hat das Citat 
und die richtige Erklarung. 

Vgl. dasoin (oder darioin Ephrem) aynvccTirjg Judith 13,8; 
16, 11. 

166. i^^."* ^^^^ («-aSt.) 'Feld, Ebene' alt und haufig, davon 
daitak Mos. Kal. I, 95, 7, daHakan u. s. w. 

= np. daH 'Feld, Ebene, Wiiste', paz. dost Min. Gl. 56, 
arab. dast, 

c/ai^t'campestre'bei C. ist nicht = np. dasti^ phi. daHlk Bdh. 
Gl. 140, syr. Si'^nCT 'agrestis' Ges. Abh. 35, wie de Lagarde 
meinte, sondem der Genitiv-Dativ von da&t\ z i daUisn (Philo) 
= 'die in der Ebene befindlichen' ist ace. pi. vom declinirten 
i dasti-n 'der in der Ebene'. Der nom. pi. dazu wiirde lauten : 
% daUikn 'die in der Ebene'. 



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2. Abschnitt: Persische \V5rter. 135 

167. ii.ui2uiwb dastan («-St. und i-a St.) 'Menstruation^ Lev. 
12, 2; 15, 19 [HffsdQog), 'menstruirend^ Lev. 20, 18 ((J/roxa^?/- 
f.i^vrj), daitanik 'die Menstruirende' FB. 76, 8 

= np. dastan 'menstrua patiens mulier^, paz. phi. dahtan 
'menstruation' Min. Gl. 56, Gl. and Ind. 267, zd. c?aa:5^a-'dieRe- 
geln, Menstruation', e/aar5^at?a«^- 'menstruirend'. P. St. 233, 235. 

168. i^iuumuili dastak 'Handwurzel' 1 Kg. 5, 4 {aaQTtog), 
Narek. 

= np. dasta 'HandvoU, Griff', phi. dastak 'a handle, hand- 
ful' PPGl. 106, Gl. and Ind. 266, arab. dastaj, syr. KpnoT 
'manubrium', zu ap. dasta- = np. dost 'Hand'. 

169. ifjuutnuifflrptn cfas^a^^r^ (t-a St.) 'Ansiedeluug, Laudsitz, 
Landgut, Besitz' FB. 106, z. 6 und 14 v. u., yeojQycov Spriiche 
Salom. 24, 5, 27, ings ev dastakerts (ace. pi.) = ^iz/jaecg Ezech. 
38, 12 

= ap. *dastakrta' etym. = 'mit Handen gemacht', phi. 
dastk[e)rt 'Flecken' BB IV, 48, mp. dastagerd^ Jaorayeqd Tab. 
295, arab. Dastajird Barb. 232, daskara ZDMG. 33, 143, Barb. 
233. Vgl. P. St. 130, 190, 238. 

Im Armenischen wird dastakert vom Dorf (iew, giui) unter- 
schieden und rangirt nach demselben : Stadte, Flecken, Dorfer, 
Dastakerts. 

170. ii.iuuinuiuiiuiM dastapan 'der Griff' (nach Wb.) oder 'der 
Korb' (am Sabel : nran) FB. 233, z. 4 und 14 und Grigor Nius. 

= np. dastvmi *Handschuh', arab. dastahan Ges. Abh. 23, 
phi. dastpanak 'Feuerzange' West, PT. IV, 126, von ap. * dasta- 
pana- 'Hand-schiitzer'. 

171. ifjuuinutrLiuff dastatttk 'Handtuch, Abwischtuch, 
Schweisstuch' El. 156, 10, Osk. Tim. u. s. w. 

= np. dastar 'Handtuch, Schweisstuch, Kopftuch', demin. 
dastarca, afgh. Lw. dastar 'turband'. 

172. if.uiuin/nupiu/f dastiarak 'Erzieher, Lehrer' 1 Kor. 4, 15, 
Gal. 3, 24, 25 [Ttaidayojyog)^ FB. 261 u. s. w., 

zu np. dastyar 'Heifer', ap. *dastaddra- etym. = 'Hand- 
halter' WZKM. 8, 275. 

Zur Form vgl. arm. Spandiat (oben p. 74) = pers. Ispan- 
diyaS = zd. sp9ntddata- P. St. 200. 



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136 2. Abschnitt: Persische Worter. 

173. ii-uiui dat (t-St.) 'Gericht, Urtheil, Prozess, y.Qlatg\ alt 
und haufig, davon datel ^richten, rechten, streiten' FB. 244, 
Mt. 5, 40 u. s. w., dat arnel 'Recht sprechen, schaflFen^ Luc. 
18, 3, 5, dat dnel 'Gericht halten Eznik 248 

= ap. data- 'Gesetz*, phi. dat Gl. and Ind. 176, paz. dad 
law, rule, decree, justice, retribution* Min. Gl. 56, np. dad 
'Recht, Gerechtigkeit*, syr. fc^m 'lex*. 

Dazu dataxaz ^Anklager* Apg. 25, 16, datapart 'schuldig, 
straffallig* Rom. 3, 19, datapartem Verurtheile', datastan (i-a 
St.) 'Gericht, Urtheil, Richterspruch' Mt. 7, 2, FB. 228, Eznik 
248, TCQCTrjQia Brief d. Jacobus 2, 6, datavcir 'Urtheir Ag., 
dataran ^^Tribunal', datavor [i-a St.) ^Richter' Luc. 18, 2, Eznik 
248 u. 8. w. Vgl. zu datastan: phi. datastan GL and Ind. 177, 
paz. dadastan Min. Gl. 57, Shk. 240 'judgement, sentence^, np. 
dddista?i 'sententia, responsum iudicis^, und zu datavor: aram. 
n3Mrfd^aw7ar 'Richter^ Daniel, 3, 2, 3, phi. datavar oder datuvar 
(geschrieben datubar] 'Richter^ Gl. and Ind. 177, sassanid. a/ra- 
dadovag gr. Ag. 159 = pers. ^spak-dadwar 'Generalauditor* 
fHeer-richter'), paz. davar Min. Gl. 60, np. davar 'Richter', 
davon davarl *Richteramt, Rechtsstreit, Streit'. 

174. if.iupuih daran 'Behalter* in matenadaran 'Bibliothek* 
(vonma^eaw'Buch')beiEuseb. Chron. ed. Aucher 1, 83 {=^ifihO' 
&rjyii] des Diodorus Siculus) und in patkandaran 'Kocher' (von 
patkan = nip. paikan 'Pfeil'j El. 7, nach de Lagarde 

= np. daran^), ptc. praes. zu daitan 'halten'? 

Das selbstandige daran kommt nach \Vb. in der Bedeutung: 
'Versteck, Schlupfwinkel, Hohle' (des Loweni, am h'aufigsten 
und gewohnlichsten aber in der Bedeutung: 'Hinterhalt* vor. 
Auch in matenadaran und patkandaran fassten die Armenier 
daran als Substantiv = 'Behalter' auf, da sie ersteres in mateniQ 
daran 'Behalter der Biicher' (Euseb. Chron.), letzteresin/>a^>(:fl';» 
c?ara«^'passenderBehalter* (bei Thorn., s. nntei patkandaran) 
auflosen. 

Vielleicht geht daran 'Behalter' auf ein phi. subst. *daran 
= ap. *dara7ia- 'Halter, Behalter' zuriick, wie osset. daran in 
kuxdarlin 'Ring' (= 'Finger-halter'), cir ay daran 'Leuchter' 



1) Vgl. Vullera, gramm. ling. pers. p. 220. 



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2. Abschnitt: Persische WOrter. 137 

(= Xicht-halter', s. meine osset. Etym. p. 35 und 134) auf 
iran. darana- (vgl*. suflF. dn^ ZDMG. 41, 321) zuriickgeht. VgL 
skr. dharana- 'tragend, Halten, Tragen', dharana- dass., dha- 
runa- ^tragend, Trager, Behaltniss\ 

175. i^uMpuMuiufb darapan ^Thiirhiiter^ nur 1 Chron. 26, 19 
fiir TtvlwQdg 

= np. darban 'janitor*, ap. *duvara-pana- 'Thiir-hiiter*, vgl. 
phi. darpan Gl.andlnd. 260. S. obenp. 119 barapan^ ferner drn- 
o-/)a»*Thurhuter^ Mc. 1 3, 34 (mit arm. durn 'Thiir* fur pers. ctor), 
darapet 'Pfortner' (der HoUe) bei Cyrill. 

Zu dar- 'Thiir* gehort wohl aucb 

i/jupuiugutu darapas [darepas^ darpas] 'Palast' Thorn, u. s. w., 
modemarm. darbas *Thor*, 

vgl. np. darvaza *Thor', darvas 'Thiirschwelle', darevas 
'Thiirpfosten', dargah *limen portae, aula regia' etc. 

176. ifjupuiutnutu darastan (t-aSt.) 'Garten' Ezech. 19, 1 1 etc. 
ware np. *daristan 'Baumort"* von ddr 'Baumstamm, Holz', 

phi. dar 'wood' Gl. and Ind. 180, zd. dauru- 'Holz*. Vgl. np. 
gulistan d. i. 'Rosen-ort', diraxtistan *Baum-ort*. 

177. qjupi^aL^ darguc 'Sanfte, Tragbett, Tragbahre' 

= aram. itW^ *Bett', syr. darguUa 'Sanfte, Wiege', die 
nicht echt semitisch, also moglicherweise persisch sind. 

Das arm. Wort findet sich nur in den Comp. dargc-a-kal 
= 'in der Sanfte getragen' Cyrill. und dargc-a-Jev ^darguc-9xi\^ 
Joh. Van., Oskiph. des Mos. Erznk. (14. Jhd.), von mahic 'Bett* 
und xorg 'Sack' gesagt. 

178. ifjupfi^uili daricak 'Gussform' Sanahneci (11. Jhd.), 
Georg, Erkl. d. Jesaias (13. Jhd.) 

= np. darlca 'Thiirchen, Fenster, Gussform'. 

Von dar 'Thiir' mit Deminutivsuff. teak = np. lea [Iza] 
P. St. 227 gebildet, vgl. phi. kahlcak 'Strohhalm' von kah 'Stroh' 
nach Darmesteter, Etud. iran. I, 288, navicak 'Kanal' Bdh. 
p. 26,z. Iflg. 

179. qMipl,^h%l,li daricenik 'Zimmet' MGg. 616, 12 (unter 
den Producten Chinas), modernarm. darcin 

= np. dar-clnl 'Zimmet' Polak, Persien I, 125 [darcin bei 
Rosen, Np. Sprachfuhrer49), bal. afgh. Lw. dar-cim 'Zimmet', 



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138 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

seih, darctn Miklosich, tiirk. Elem. 1,45. Aus phi. *rfar i centk 
^chinesisches Holz^ 

180. ifMipfnnquibq^ dariplpei [daraplperj^-pi-per longum' Galen 
und Med. Schr. 

= np. ddr [i)Jilfil^ arabisirt aus dar (t) pilpil 'piper longum*, 
von dar *Baum, Holz^ (= zd. dauru- 'Holz*} und Jiljll = pilpil 
Tfeffer' = skr. pippali 'piper longum^ 

181. ii.u»ptnuh darman (t- und o-St.) 'Verpflegung, Pflege, 
Nahrungsmittel, Proviant, Futter' FB. 228, 246, Eznik 66, Mos. 
Kal. I, 207 u. s. w., darman tar dma 'sorge fur ihn, pflege ihn' 
Luc. 10, 35, rfarman-em 'sorgen fiir Jd., verpflegen, besorgen' 
Luc. 10, 34, FB. 213, z. 3 V. u., Sb. 55, z. 7 v. u., xain-a-^ar- 
manfc xzrjvoTQdfpoL Gen. 46, 34 'Viehziichter' 

= np. darman 'Heilmittel, Mitter, phi. darman 'remedy' 
Gl. and Ind. 262, skr. dharman- 'Stiitze, Unterlage, Halt^ 

182. [iptft dav (o-St.) 'Nachstellung, Hinterlist, Verrath' 
Apg. 20, 3 {iTtc^ovlrj)^ FB. 191 etc., davon davem^ich stelle nach, 
hintergehe, verrathe' MX., dav^acan 'Nachsteller, Aufpasser' 
Luc. 20, 20 

x= skr. dabh 'schadigen, hintergehen, tauschen', zd. dab 
'tauschen, betriigen' (ptc. dapta- ys. 10, 15) desid. diwz (= skr. 
dips aus dibzh fur urspr. di-dbh-s Bartholomae, Stud. z. idg. 
Sprachgesch. 2, p. 162). 

Arm. dav ist nicht Lw., wenn die idg. Wurzel dhabh war. 
Vgl. Brugmann, Grdr. II, 997.] 

183. ii.uiili dap = np. dap^ arabisirt daf 'Handtrommer 
liegt vor in 

dapel 'ertonen' (von der Trommel: Imbuk) Thom. 132, 
z. 11 v.u. (lO.Jhd.), dapiun Osk. Joh. 1,1 (5.Jhd.) und dapumn 
Magistr. (11. Jhd.) 'Larm' (= 'Getrommer). 

ddmac = ttmaj s. im 3. Abschnitt. 

1 84. [tijfjtur ddum 'Kiirbis', davon ddmeni 'Kiirbispflanze' 
TioXoytvp&i] Jonas 4, 6 

= zigeun. dudum 'Kiirbis' Pott, ZKM. 7, 152. 
Stammt das Zigeunerwort aus dem Arm. oder beide aus 
einer dritten — pers. — Sprache ?] 



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2. Abschnitt: Persische WOrter. 139 

185. ijA-< deh ^Seite Fsend.y Job. Mam. 26, z. 7 v.u., Geop. 
= np. dih, dih 'Dorf, paz. deh 'Dorf' Min. Gl. 60, bal. Lw. 

dih oder deh 'Land, Gegend^, mp. *deh P. St. 129, zd. danhu-^ 
dahyu', ap. nom. dahyam *^Provinz'. Vgl. nzdeh Tremdling' und 
die flg. Worter, in denen deh (wie auch im Modemarm.) = 
*Land' ist. 

186. iiJr^lfiub dehkan in dehka?iuiiun FB. 67, z. 4 'das 
Dehkan-amt' 

= np. dihgan^ alter dihkan Tab. 351, aiabisirt dihqan 'Land- 
edelmann, Ortsvorsteher, Bauer', g. dehkan 'Dorfbewobner' 
ZDMG. 36, 75, syr. fc^Dpn*1 'praefectus pagi', davon arab. Lw. 
e^A^ana 'praefecturapagi et agricolarum', 'tbe office of cultivat- 
ing tbe world, of sowing in it and of distributing it' Albirunl 
Uebers. 206. 

187. i^^iqlrut dehpet oder dehapet^ nur El. 26, 8 (Moskauer 
Ausg. 34) 'Landeschef* 

= paz. dehvad 'Landesherr' Geiger, Aogem. p. 1 08, Min. Gl. 
54, Shk. 241, phi. dahyupat Gl. and Ind. 192, zd. danhupaiti- 
*Herr der Provinz', davon arab. dahufaSiya ))the office of 
guarding and watching over the world and of reigning in it a 
Albiruni Uebers. 206. 

188. qJrb den (gen. deni^ «-St.) 'Religion, Glaube, Gesetz' 
El. 9, z. 13 V. u.; 63, z. 9 v. u., Sb. 46, Mos. Kal. I, 138 etc! 

= np. paz. din 'Keligion', zd. daena- 'Glaube', syr. Lw. den 
(und awastay) Hoffmann p. 64, 95, 109, 110. 

Dazu: den mazdezang 'die Religion der Mazdayasnier' El. 
63, z. 5, 6 V. u., MX. 249 = den i mazdezn El. 20, 8; 102,24; 
126, 21 'die mazdayasnische Religion, phi. den i mazdesfidn 
Art. Vir. 3, 10 oder den • mazdesn (fiir mahist^ Haug, Essay on 
Phi. 151, 2, 3, Gl. and Ind. 209); ersteres ware im Zend: daena 
mazdayasnangm, letzteres ist = zd. daena mazdayasnis. Siehe 
unter mazdezn. — Dazu den-a-darjTYiova. = den-a-korois Zenob, 
Steph. Orb. 'Apostat'; Parskaden s. p. 67 unter Parsk; hamak- 
den s. unter hamak. 

189. i^%uilrtn denpet nur El. 112, 6: denpet Apara^xarhin 
Oberhaupt der Religion in Abarsahr' 

= zd. daena- 'Glaube' + paiti' 'Herr'. 



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140 2. Abschnitt: Persische Worter. 

190. igJruu^ui^ despak (t-a St.) 'Wagen' Sb. 27, z. 8 v. u. (der 
konigliche Wagen, »der goldene, viele Talente werthe, der mit 
Edelsteinen und Perlen verziert war und bei ihnen (den Per- 
sem) Wagen der Herrlichkeit — despakpatag — hiessw), Sb. 46, 
z. 1 V. u. ; 47, 6 (von Mauleseln gezogen), Mos. Kal. I, 153, 5; 
154, 10; 160, z. 2 V. u. ; 161, 4, 7 u. s. w. 

= jiid. ptC^T * Wagen*, mehrfach im babyl. Talmud 
(Fraenkel), das persischen Ursprimgs (phi. *despak) sein diirfte. 

191. igjfuufu/b rfe'fipaw'Bote, Gesandter FB.55, 203, 204, z. 3, 
El. 43, z. 16 V. u. etc. 

= arab. dusfan 'nuntius' nnd beide aus dem Persischen 
(phi. *despan)? 

192. i/Jrpliu^ derj'ak ^Schneider, Schuster*, ^d7tTi]g und 
aycvTOTd^og (nur bei Osk. Ephes. und Jaism.), derjan 'Faden 
bei C. und im kleinen Wb. (Vened. 1865), hafiderj ^Kleid^ (alt 
und haufig), 

vgl. np. darzi, phi. darzlk Guj. Ab. p. 74, syr. darziqa 
'Schneider*, np. darzan 'Nadel*, darz^ darza *Naht*, darzman 
'Faden*, kurd. Lw. dezi 'Faden*, derzi 'Nadel*, terzi 'Schneider*. 

Da darz' in der Bedeutung 'nahen* etc. specifisch persisch 
ist (skr. drh 'befestigen*, zd. han-dardzay- 'binden* vd. 9, 49), 
so liegt die Annahme der Entlehnung fur die armenischen 
Worter nahe. Die lautliche Differenz wiegt nicht schwer, da 
pers. arz' auch sonst im Arm. zu erj- (vgl. anderjapet p. 99) 
wird. Man miisste also fur arm. dei^jak ein phi. *darzak (neben 
darzlk) , fiir handerj ein phi. *kandarz voraussetzen. Wie aber 
verhalt sich arm. handerj 'Kleid* zu handerj 1. 'Zuriistung*, 
2. 'mit*, handeij'em 'ich riiste zu, bereite* Mc. 1, 2 u. s. w. ? 

193. i^\l. dev [gen.divij t-aSt.) 'Teufel*, boser Geist, Damon' 
Mt. 7, 22, FB. 49 u. 8. w., alt und haufig, auch 1. Glied zahl- 
reicher Composita wie divapaht 'Teufelsverehrer* Eznik 140 

= zd. daeva-, phi. devj np. dev 'Damon, Teufel', syr. Kl*^*! 
'daemon*. 

194. if-ttf^fi dem-k (gen. dim-OQ) 'Gesicht*, als 1. Glied von 
Comp. dim- 'entgegen*, davon: dim-e-m 'wende mich gegen, 
ziehe*, ond-dem 'entgegen*, dimak 'Gesicht, Anblick, Er- 
scheinung. Form* 



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2. Abschnitt: Persiscbe Wdrter. 141 

= zd. daeman- 'Gesicht, Augen^, phi. demagan (fur dema- 
kan, pi. von demak) 'features' West, PT.IV, 201, np. diniy dima 
'Gesicht^ bal. kurd. Lw. dem 'Gesicht\ 

juAt^tnuit y-andiman 'gegeniiber [yandiman linel 'sich vor- 
stellen, erscheinen vor (dem Konig) El. 10, 11): paz. andimanl 
(= phi. *andemanJk) 'entgegen, vor' (coram), phi. andeman-kar 
*der empfangt, fiihrt* Geiger, Aogem. p. 65 (vgl. p. 23, 11), phi. 
andemanih West, FT. IV, 24, 32, Shk. 230 'household service' 
(eigentl. 'das vor Jemand Erscheinen'). 

il.tin det 'Spaher, Aufseher, Kundschafter, Wacht, Wach- 
ter, Warte', deLYon dit-em 'beobachte, spahe, sehehin' FB.251, 
Hohelied 5, 1 7 u. s. w., ditak 'Anblick, Aussehen, Wache, Warte', 
ditanoQ 'Warte', 

vgl. phi. dit 'sight' Gl. and Ind. 285, np. did = bal. Lw. 
did 'Anblick', np. dlda 'der gesehen hat, erfahren, Auge, Beob- 
achter, Warte' (aus ditak). 

Die Wurzel di in der Bedeutung 'sehen' ist specifisch ira- 
nisch, vgl. noch: zd. a-didaiti 'er beschaut' yt. 10, 13, daidyanto 
(nom. pi. ptc.) 'bespahend' yt. 10, 45 etc. (im Praes. immer re- 
dupl.), c?5j^a- 'Auge', ap. didiy 'sieh', np. didar 'Anblick', 
dtdan 'sehen', bal. didox 'Augapfel', afgh. lemq 'Pupille', lidql 
'sehen, spahen', wahrend von den entsprechenden Wurzeln des 
Skr. dl [d^dt'de-t) und dhl (a-dt-dhe-t) die erstere: 'scheinen, 
glanzen', die zweite: 'scheinen, wahrnehmen, das Augenmerk 
rich ten auf, denken, nachsinnen'bedeutet. Es liegt daher nahe, 
die genannten armenischen Worter als Lehnworter anzusehen. 
Dieser Annahme bereiten [y)andiman und dem keine Schwierig- 
keiten, wohl aber det, das sich mit phl.efi^, n^,did wederlaut- 
lich noch begrifflich voUkommen deckt. Denn arm. det setzt 
ein phi. "^det 'Spaher', arm. ditak ein phi. *detak voraus. 

195. ij«/ dz' als 1. Glied von Comp. = zd. duz-, dus-j 
np. duz' (c?«i), rfw/-, paz. dtis- Shk. 242, phi. dus- Gl. and Ind. 
p. 276 flg., ap. dus (in duiiyara- 'Misswachs'), Gegensatz von 
h- = zd. paz. hu' *gut', liegt vor in : 

if.0^qnLbnLpiiLb dzffunuitun 'Entfarbung, Erblassen' Evagr. 
(5. Jhd.) von ^digoin 'ent-farbt, blass' = zd. ^duzgaona-', 

il.t^lulrtr dzxem 'schlecht, bose' Jac. Nisib., Osk. Apg., davon 
dzxemuliun 'Schlechtigkeit' FB. 236, 6 



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142 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

= np. duzztnij dizxirn Von schlechtem Character Fird. I, 
341, 397, paz. duizim Min. Gl. 68, phi. duixem 'evil-natured' 
Gl. and Ind. 278 (zu np. xlm ^Naturanlage, Character*); 

,l.dliutiruili dzkamak fun-willig') 1. ^'unfreundlich, unange- 
nehm', 2. ^argerlich,aufgebracht, zornig',rf«AamoAw^ewn'Wider- 
wille, Unwille'Osk. Joh., 2 Kg. 19,42,FB.94, 9, Jac.Nisib. etc. 
= np. dizkanij diikama 'abstinens, iracundus*, paz. duskdm 
'evil-disposed* Min.Gl. 68 (zu np. kam, kama 'Wille, Wunsch') ; 
il.dl/lrpuinLpiit!u rf^AeTyw^tww'Hasslichkeit'Philo you. *dzkerp 
'missgestaltet, hasslich* = zd. *duskdhrp (Gegensatz hukahrp- 
'schon ys. 9, 16); 

dzbaid ^^ungliicklich* bei C. ist modem fiir alteres *dzbaxtj 
vgl. baxt. 

Nach diesen Mustern wurde dz- auch mit echt armenischen 
Wortern componirt : 

dzgoh *^unzufrieden* Osk. Mt. von goh 'zufrieden*; dzmit 'di 
cattivo umore, malvagio, afFlitto* Laz. von mit^ mitk 'Sinn, 
Gedanken*; dzpateh 'ungeeignet' Apg. 27, 12 von pateh 'ge- 
eignet*, vgl. anpateh 'unpassend*; </i/?am^'gottlos* = ambarikt 
Dazu auch dzox 'schwierig* (in vielen Comp.) ? 

Fiir dz' findet sich einigemal (besonders bei Osk. Mt., Jes., 
Paulusbriefe etc.) auch ti- : tzgm 'unpreiswiirdig' von gin 'Kauf- 
preis*, tzgoh 'unzufrieden*, tzgoin 'entfarbt' nebst Ableitungen. 
Wie im Zd. und Np. duz und duh vorliegen, so waren beide 
Formen auch im Ap. und Phi. vorhanden, wenn auch nur duh- 
geschrieben wird. Im Arm. fiel u in nicht-letzter Silbe aus, 
daher wurde cfwi- zu c?i-, duh- zu cK-, das in Is- iiberging, s. 
unter imam- und isvar. Das idg. dus- dagegen wurde echt- 
armenisch zu t-, (Von dz- zu trennen : duz 'Barbar* 1 Kor. 14,11, 
vgl. xuz ebenda und xuzaduz 'Barbar*, davon dzak 'barbarisch' 
(nur bei C), das ich nicht mit skr. duraka- N. pr. eines barb. 
Volkes oder zd. duzaka- zusammenstelle). 

196. q^^nfu-^^ dzox-k (gcu. dzox-og) 'HoUe* Mt. 1 1, 23, Eznik 
247, 248 u. s. w., davon dzoxakan 'hoUisch* Eznik 247 

= np. dozax^ paz. dozax Min. Gl. 63, phi. dosaxv, inschr. 
db§axvl Gl. and Ind. 277, Haug, Essay on Phi. 67, Bdh. Gl. 
147, Yatk. 60 (gesprochen dozax'", dozax P. St. 64), zd. duzah- 
'HoUe* yt. 19, 44 (Neuausgabe), daoianuha- 'hoUisch* vd. 19, 47 
(Geldner, Drei Yt. p. 27). 



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2. Abschnitt: Persische W5rter. I43 

Fiir das Ap. setze ich an: dauza[h)uva' = zd. daoza- 
nuka-, woraus im Phi. dozax^, dann dozaz (P. St. 218) werden 
musste. Die Armenier haben dbzax bei der Uebernahme durch 
Umstellung der Vocale in *dazox, dann durch Anlehnung an 
die zahlreichen mit dz- anlautenden (meist etwas Unangeneh- 
mes, Schwieriges, Lastiges ausdruckenden) Worter in dioxYer- 
wandelt. 

dzoxapet ^Hollenfurst' erscheint erst spat (in den Car.). 

197. ti.ffnLiup dzvar 'schwer, schwierig' (difficilis), alt und 
sehr haufig; erstes Glied vieler Composita, z. B. dzvar-a-bzskeli 
dva-^eqdnevTog ^schwer zu heilen', adv. dzvarav 'schwerlich 
dvaY.6ko)g Mt. 19, 23 etc. 

= np. dusvar Fird. I, 464, duhx^ar 'schwierig', paz. duivdr 
'difficult' Min. Gl. 69, phi. dusx'^ar 'schwierig' Bdh. Gl. 148, 
Gl. and Ind. 277, davon dmx^arlh 'Bedriickung' Yatk. 47, 49. 

Np. phi. duhx^ar 'difficilis* ist Neubildung aus duk- und 
x^ar 'facilis' (zd. x^adra- aus "^hu-axh-a-) ; np. phi. dusvar ^ arm. 
dzvar gehen auf ap. ^dusuvad^^a- aus ^dus-suvad^^'a- (eine ap. 
Neubildung fiir "^dusad^a- = zd. duz-ddra-j Gegensatz zu zd. 
x^d&ra' aus ^hu-ad^ra-) zuriick. Im Arm. ist das haufigere dz- 
fiir dh' [= arm. Is) eingetreten. Vgl. P. St. 206, 218. 

Arm. dzoarin 'schwierig' (alt und haufig) ist zu dhvar ge- 
bildet nach dem Muster des Gegensatzes: diurin 'leicht* Luc. 
3, 5 etc.: diur 'leicht' (in Comp. dem gr. ev- entsprechend, wie 
dzvar- dem gr. dva-), 

198. ii-l»ufu>l( e/ejoaX; 'Brokat* Jes. 3,21, Ezech. 27, 7 [7toiy.tXia\ 
Mos. Kal. I, 321, Levond 62, Steph. Asol. 129 u. s. w. 

= np. dehd Fird. I, 23, z. 15, dehah 'Brokat', afgh. Lw. debd 
'brocade', arab. dTibq) und dlbaq, syr. K3iS'^*1 'vestis auro picta', 
phi. depdk West, PT. I, 286. 

dirt s. im 3. Abschnitt. 

199. ff^fiiMA Jii?an(t-aSt.)'Kanzlei,Archiv'MX.33, z.23,24; 
117,z.4— 6; 240, z. 5, Koriun, Sb.26, 65 etc., fur (7;coA^ 'Schule' 
Apg. 19, 9, 7taaTog)dQiov (Gemach des handerjapet = Tafilag) 
Jes. 22, 15, Zimmer des Kanzlers (dprapet) Jerem. 36, 12 

= np. divan 'Register der Steuern, Kanzlei, Tribunal, 
Rathsversammlung' u.s.w., phi. devdn 'Archiv' West, PT. IV, 



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144 2. Abechnitt: Persische Worter. 

p. XXXI, syr. "jl^^*! ^codex, tabulae^ — Arm. divan setzt phi, 
devan (mit e) voraus, vgl. dazu Ges. Abh. 217. 

200. Y^i/Iu^ c?;72aA;'Fettschwanz'(derSchafe)Ex.29,22,Mech. 
Fabeln, Geop. 

= np. duTTiy dumm, dunbj dunba, dunhal ^Schwanz^, bal. Lw, 
dunbaff, nb. dumb, dunb 'Schwanz, Schweif*, phi. dum, dumby 
dumbak Bdh. Gl. 148, Gl. and Ind. 282, dunb^ dunbah West, 
PT. I, 337, osset. dutnag, zd. duma-. 

Auch in gatnadmak^ garnadmakik Med. Schr. und Geop. 
Name einer Pflanze, nach dem Busabatut'iun 'Immergriin'. 
Etym. = Xamms-schwanz, Lammsschwanzchen*. 

201. ^if^ fut^ doci xez Med. Schr. und alt. Wb. *Gummi- 
lack' oder 'Lackharz' (eigentl. Lack-gummi] 

= np. doZy doia d. i. lak ^) 'gomme laque' (Zenker), *gummi 
laccae, etiam doia dictum' (Vullers, s. v. lak) + arm. zez, ziz 
*Gummi, Harz' MGg. 600, z. 5 und 9 v. u. 

Vgl. gazi xez 'Tragant-gummi^ p. 124. 

202. ii.nji^ doil (gen. dull oder duloy) *Schopfeimer' Joh. 4,11, 
Jes. 40, 45 und Spatere 

= np. dol ^Eimer', syr. daula, phi. dol (geschr. dor) *Am- 
phora' (im Zodiacus) Bdh. Gl. 147. 

Nach Nold. Stud. 11, 39 ist pers. dol semit. Lw. Vgl. arab. 
dalv u. s. w. Fraenkel 63. 

203. i^nput^ dorak (gen. doraki) ein bestimmtes Fliissig- 
keitsmass (fur Wasser, Wein, Oel etc.), dem hebr. Hin ent- 
sprechend, Ex. 29, 40, Lev. 23, 13 u.s.w.. El. MoskauerAusg. 
132 'Krug' 

= np. dora 'poculum vini, scyphus', arab. Lw. dauraq, phi. 
doraky dolak 'a cup, goblet, a measure of capacity' Gl. and 
Ind. 275. 

204. qjiLluut duxt ^Tochter' als zweites Glied von Frauen- 
namen, s. oben p. 37 die Eigennamen unter duxt 

= np. dtizt Fird. I, 438, 92 neben duxtar 'Tochter', phi. 
duxt Gl. and Ind. 272, Yatk. 73, zd. duydar-. Echt arm. dustr. 



1) Pali lakha, gr. Uxxog ZDMG. 47, 600. 

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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 145 

205. timlip dpir (gen. dpri^ i-a St.) ^Schreiber^, im N. T. 
*Schriftgelehrter* Mt. 2, 4 etc., davon dprapet 'Chef der Schrei- 
ber' 2 Kg. 20, 25, El. 32, z. 10 v. u. etc., dprapet Areag 'Reichs- 
Kanzleidirector' Laz. 187, dprog 'Schule', dpruliun 'Schrift, 
Schriftkunde, Litteratui, Buch' Jes. 29, 12, Daniel 1, 4 etc. 

= np. dablr, diblr 'Schreiber', paz. divert (lies diviri) 'writ- 
ing* Min. Gl. 62, phi. d(t)pir 'writer, secretary* Gl. and Ind. 256, 
PPGl. 105, 106, Ganj. Gl. 13, Horn, Sieg. p. 27, d{t)ptrth 
'Schreiben BB IV, 38, d(t)ptran mehist 'Chef der Schreiber* 
BB IV, 62, Tab. 444. Vgl. skr. Lw. dwira-j divirapati-. 

Arm. dpir setzt ein phi. diplr (nicht daplr) voraus; im 
Phi. kann dapir^ aber auch diptr gelesen werden. Da das Wort 
zu ap. dipi" 'Schrift, Inschrift* gehoren wird, so wird diptr die 
richtige Lesung sein, vgl. np. diblr und paz. ttdivertd, Bedenk- 
lich ist phi. diptvar Horn, ZDMG. 44,670 wegen der arm. Form. 

206. ifMpml dsrov 'getadelt, geschmaht, verhohnt* Osk. 
Ebr., davon dsrovem 'tadele, schmahe, hohne, verachte* Hiob 
31, 29 (dsroveal xayioviAevog)^ Osk. Mt. I, 211, El. 41 etc., dsro- 
vuliun 'Schmach, Schande* FB. 57, 5, dsrovanlc 'Tadel* 

= zd. *dussravah' (wovon dauSsravA ys. 1 1 abgeleitet ist) 'von 
schlechtem Rufe*, paz. dusrav (geschrieben dtcsrub) 'ill-famed, 
disgraceful, dishonoured* Min. Gl. 69. Vgl. oben p. 44 das N. 
pr. XosroVj paz. phi. xzm'av (geschrieben xmrub) 'wellfamed, 
respected, honoured* Min. Gl. 128, skr. sugrdvas- 'beriihmt*. 

Arm. dsrov steht lautgesetzlich fur "^dtcsrav. Neben dsrov 
erscheint drsov mit Umstellung von sr zu rs, 

207. if^utfum draxt (gen. draxti) 'Garten*, alt und haufig. 
Gen. 2, 8flg., 2 Kor. 12, 4, Eznik 262 etc. 

= np. dirazt 'Baum*, paz. phi. draxt Min. Gl. 54. 
Fiir draxt erscheint drast in den Pit. ^) und bei Philo. Vgl. 
baxt 

208. ifpuitP dram (gen. drami) 'Drachme*, Sqax^ri Luc. 15, 8, 
Ex. 38, 25 u. s. w. 

= np. diram 'Gewicht undMiinze*^), phi. dram PPGl. 12, 
Salemann, Parsenhdschr. 75, West, PT. II, 242, aus *drahm 



1) Ed. Zohrabean p. 385, 429, 430. 
2] Ueber den Sassanidendiihem ygl. Tab. 355. 
Utl\>ielim»Bn, Annenisclie Gninmatik. 10 

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146 2. Abschnitt: Persische WOrter. 

= arab. dirliam von "^draxm = gr. dQaxf^rj (vgl. zd. taxma- ^= 
np. ^aAw =arm. tarn in Tarn Xosrov) Nold. Stud. 11, 36, P. St. 25 1. 

209. i^dhtT drz-em oder dzr-em^) ^betriigen, nachstellen, 
verrathen, veiratherisch todten, den Vertrag brechen, schadi- 
gen^ MX., Laz., Job. Katb., Philo etc., drzanfc oder dzranlc 
'Betrug, Hinterlist, Verratb', von druz in uxtadruz Vortbriicbig' 
Rom, 1,31, tiradruz 'dem Herrn die Treue brecbend, untreu' 
FB. 23, 10, Eznik 252, baredruz 'undankbar' Osk. Rom. und 
2 Tim. 

= zd. druzaiti 'betriigt^, mi^odruj- den Mithra betriigend, 
die Treue brecbend, treubriichig', ap.c?«rw/(= dw^z P. St. 228) 
'liigen^, pbl. druxian ^to lie* Gl. and Ind. 262, paz. druzldan 
\o lie", mihiran-druz 'promise-breaking' Min. Gl. 65. 

Dazu druzan (zweimal in den Car.) 'ein falscher' (Mann) 
= paz. drozan 'false', drozangar 'falsifying', drozanl 'falsehood' 
Shk. 242, pbl. d7'dzan 'false, liar' (Art. Vir. 5, 9 : drbzanmi Gegen- 
satz zu rastan 'the true, the just') Gl. and Ind. 263, ap. rfraw- 
jana- (= drauzana-) 'Liigner'. 

210. i^iitjuut drvat in drvatilc (pi.) 'Lob, Preis, Lobeserhe- 
bung, Lobrede' MX. 270, Osk. Mt. I, 228, drvatem 'lobe, preise' 
Pit., Narek., drvatakan u. s. w. 

= np. durod 'Segenswunsch, Gebet' (Horn, Grdr. Nr. 555), 
'Gesundheit, Wohlergehen, Gruss, Gebet, Lob, Preis' (Zenker), 
paz. dru5 'salutation, blessing' Min. Gl. 64, 'peace, welfare' 
Shk. 242, phi. drut (oder drot) 'health, welfare, prosperity, 
salutation, blessing' Gl. and Ind. 262, vgl. phi. padrut 'Segen' 
BB IV, 65 = np. padrud 'Heil, Lebewohl, Abschied' Fird. I, 
167, 689; 441, 129, zd. drvatat- (= druvatat] 'Gesundheit'. 

Arm. drvat' steht fur *d7^vat-, das im Persischen zu drui- 
oder drot contrahirt wurde, P. St. 169. Zur Bedeutung vgl. lat. 
5ato 'Gesundheit' — salutare 'griissen', ital. salute und saluto etc. 

211. i^pusi^ dratd (w-St. und «-St.) 'Fahne, Banner', auch 
'Fahne, Fahnlein = kleinere Heeresabtheilung' (zwischen gmid 
'Corps' und vast genannt) El. 74, 23 ; 90, 14, Laz.,FB. 1 5, z. 1 v, u., 
2Maccab. 15, 21, Sb. 34, 3; 56, 7 u. s. w. 



1) Mit Umstellung von ?•£ aus -rui] in zr, vielleicht mit Anlehnung an 
die mit dz- beginnenden Worter, s. oben p. 141. 



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2. Abschnitt: Persische WOrter. 147 

= np. dirafs 'Banner', phi. drafs West, PT. IV, 203 (nicht 
= 'spear'), syr. Kincni Vexillum', zd. drafia- Tahne, Banner*. 

Dazu drauiakir 'Fahnentrager'. 

Davon zu trennen: drauh 'Bildsaule, Gotterbild', drauiel 
^flchnitzen, meisseln', drauseal eynexola^fiivog 3 Kg. 6, 35, rb 
yXvTtxdv 'das geschnitzte Bild* Deut. 7, 5, zu d^neiji kaum ge- 
horen : drohn 'das (eingegrabene, eingebrannte) Zeichen, Mai, 
Geprage, Stemper, x^Q^y^^ Ape. 13, 16, x^Q^'^'^^Q Lev. 13, 28, 
droimel 'eingraben (inTafeln, Steine), einschreiben, einbrennen' 
Sb. 127, droimeal xeytolafifiivog 'eingegrabene' (Schrift in 
Tafeln) Ex. 32, 16, 2 Kor. 3, 7, droiumn 'Inschrift' MX. 42. 

212. i^tuL2_ut^ drauhak 'Rand, Saiun, Zipfel des Kleides' 
nQ&aTtedov Mt. 9, 20, Luc. 8, 44, Sacharja 8, 23, jiavdvi] 
1 Chron. 19, 4, Htlqov Haggai 2, 13 

stellt de Lagarde zu zd. drafsakor-^ dessen Bedeutung aber 
nicht feststeht. Es findet sich nur in drafhakavaiti yt. 5, 128, 
Epith. zvi pusa-^) 'Krone, Diadem', nach Darmesteter: 'avec 
des bandelettes ruisselantes' von drafsa- 'Fahne'. 

Nach Wb. wird bei spateren Schriftstellem (z. B. Magistr. 
11. Jhd.) drauiak auch im Sinne von draui 'Fahne, Banner' 
gebraucht. Dies ware ein anderes, von draui (Nr. 211) mit- 
telst Suff. ak abgeleitetes dramak, 

213. [Irpuiii^ 6ra;s(o-St., auchf-St.) 'Traum, Traumbild' Gen. 
37, 6 passt in der Bedeutung nicht zu np. raz 'Geheimniss'.] 

214. Irpuili erak (i-a St.) 'Ader' Hiob 17, 11 u. s. w. 

= np. rag 'Ader', phi. rag Bdh. Gl. 157 (fur alteres *rak], 

215. IrpiutT eram 'Schar, Schwarm, Herde' (von Menschen 
undThieren) Ag.,El. 59,z.l9,Euseb.Kircheng., FB. 271, z. 6v.u. 
(gen. eramoy), eram eram 'scharenweise', davon eramak 'Herde' 
(vonVierfiisslem) Mt.8,30, Hoheliedl,6, FB. 251, z.9v.u. etc. 

= np. ram und rama 'Schar, Herde', paz. rama 'a herd, 
flock, troop' Min. Gl. 173, phi. ramak Gl. and Lid. 137, Bdh. 
Gl. 158, hebr. Lw. rammaxlm Esther 8, 10, syr. ramxa 'Heerde'. 

216. Irpu/bg eran^R [i-a St.) 'Oberschenkel, Lenden, Wei- 
chen', 6aq)ig Gen, 35, 11, Hebr. 7, 5, ^ir]Q6g Gen. 24, 2, 9, 



1) Nicht *Schleier', wie Geldner will. 

10* 

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148 2. Abschnitt: Persische Worter. 

Ezech. 7, 17 ; 47, 4, Richter 15, 8 u. s. w., selten im Singular^ 
eran barji 'OberschenkeV PB. 253, z. 8 v. u. 

= np. ran 'Oberschenkel^, phi. ranG\. andlnd. 132, Yatk. 67, 
2d. rana-- *Sclienker. 

Vgl. zd. ranapUno (nom.pl.) 'Beinschienen^ vd. 14, 9 = phL 
rmpan phi. vd. 172, z. 5. 

217. Irpu/uq. erang (o-St. und t-a St.) 'Farbe' Richter 5, 30^ 
Eznik 206 etc. 

= np. rang *Parbe', paz. rang, skr. ranga-. 

218. trpiMt2ju erasx etwa: 'rothlictf, nach Wb. = aSxet'ioth- 
braun', einmal bei Magisti. in ji eraix ariunagoin 'ein Pferd, 
erasx, blutferbig' 

= np. raxi ^color ruher et albus inter se mixtus* oder 'inter 
nigrum et fuscum'. 

219. Irpmutuu erasan (t-a St.) 'ZiigeVNarek.undLambr., da- 
von erasanak [i-a St.) 'Ziiger FB. 266, z. 5 v. u., Nahum 2, 3 u. s. w. 

= np. rasan 'Strick', skr. ragana- 'Strick, Riemen, Ziigel, 
Gurt". Vgl. arab. rasan 'Ziiger, hebr. resen 'Zugel" (Jes. 30, 28) 
Praenkel 100. 

Dazu o^aro^an 'ziigellos' FB. 12. — Vgl.oben p. 107 atasan 
'Strick^ 

220. kpltutiuuiupq. eritasard (t-a St.) 'Jiingling^ Ex. 10, 9 
u. s. w., daYon eritasarduhi 'junges Madchen' MX. 27, mto- 
sardakan jugendlich' 2 Tim. 2, 22 u. s. w. 

ware =phl. *retaksard 'in jungen Jahren^ P. St. 244 von phi. 
retak \ youth' PPGl. 197, 'foetus' Bdh. Gl. 162 = paz. redak a 
child, young one' Shk. 265, Min. Gl. 178 = np. redak 'juvenis 
imberbis' und sard = zd. saroda- 'Jahr'. 

221. iiiuJpftq^ «amJt7 oder aJowJtWKorb' Mt. 15, 3-7; 16, 10, 
Mc. 8, 8, 20 etc. 

= np. zanbllj zanhlr 'Korb, Tragkorb', syr. Kb*>aT 'sporta'. 
Der zamhiui ist kleiner als der sakaH ('KorV Mt. 14, 20, 
Mc. 6, 43). 

222. ntuii zan 'Art und Weise' in hazm-a-zan 'mannichfach, 
verschieden' (von bazum 'viel'j, bai-a-zan avyyevrjQ 'verwandt, 
analog' (bai- Prafix = gr. aw~)j zan-a-zan 'mannichfach, ver- 
schieden', Ara^-a-^aw 'wunderbar' (Arai-'wunderbar'), srb-a^zan 



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2. Abschnitt: Pcrsische Wdrter. 149 

*heilig' (surb 'heilig'), geiazan *8cliou^ astvacazan 'gottlioh' Joh. 
Sarkayag 21, 66 

=^ ap. Zand- in paruzana^j paruv^zana und vispazana^ vx: 
Von vieler Art, von aller Art', syr. b^3T 'modus, ratio, via'. 

Arm. zan ist von arm. azn 'Geschleckt, Volk' ssa trenuen, 
vgL iagavor-ctzn fiaailcxdg Joh. 4, 46, hatnnozn Von demselben 
Geschlecht, Volk' MX. 267. 

223. qtulb^lf zangdk 'Glockchen, Schelle, Glocke' Ex. 
28, 33; 39, 23, 24, 2 Chron.4, 13 u. s. w., zangik [zankik) *Zapf- 
chen' (am Gaumen) Oskiph., modernarm. zanguhk 'Glockchen' 

= np. zang^ zangul, zangula^ zangula 'Glocke, Glockcken, 
Schelle', osset. Lw. iangarah *Glocke', georg. Lw. zangalaki 
*G16ckchen'. 

224. fuA^ufiquA zangapan [zankapan^ i-a St.) 7t€Qi7Cvr]filg 
Daniel 3, 21, 'Beinschiene' Thom. 39, 1, 2; 132, 16, Mos. Kal. 
I, 291, z. 2 V. u., zangapanak 'Beinschienen' (»mit Edelsteinen 
und Perlen besetztt) Sb. 63, z. 7 v. u. 

= zd. *zangdpana~ = 'Bein-schiitzer' von zd. zanga- *Kno- 
chel', skr. jahghUn 'Bein vom Knie bis zum Knochel*, phi. zang 
^Fuss' (Horn, Grdr. p. 302), osset. zdngd *der untere Theil des 
Beines vom Knie an abwarts' -^panor 'schiitzend' (in ranapano, 
hoidrapano nom. pi.). 

225. quAiiJt^ zandik 'Manichaer' Eznik. 116, z. 5 v. u., EI. 
46, z. 8 V. u. (nMagier, Ztmdik, Jude und Christv) 

= np. zandij zandik, arab. zindiq, vgl. Tab. 40: iMani der 
Zandik 9, davon paz. zandiki Min. Gl. 222 =s phi. zandikih 
Phi. Min. p. 37, 14, 'heresy' West, FT. IH, 72. 

226. titunftli zatik 'Auripigment (gelbes Schwefelarsen), 
Arsenik' MGg. 608, 14 (in Korcaik'), Vrt'anes k'ert'., Oskiph. 

= np. arab. zamix, zarntq, np. auch zarnJj zarna 'Arsenik', 
wenn gelb = 'Auripigment', syr. b^D*>DnT 'arsenicum'. 

Vgl. zd. zaranya- 'Gold, golden', zairir 'gelb', np. zar, zarr 
'Gold', zarrin 'golden' F. St. 69, 258. — Arm. zarik setzt pers. 
zarrik aus zamlk = ap. *zamiya- voraus und bedeutet also: 
'goldig'. — Modernarm. zrnex, 

227. iiuiAiuuiLluinzatnaviixt%eiien,TQlX(X7tTov^echAS, 13 
(neben cacanganavuxt, var. cacangavuxt, cacanavuxt TtoixlkoVj 
'buntgewirkt'). 



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150 2. Abflchnitt: Persische Wdrter. 

eigentlich = 'golddurchwebt'? von zarn- = np. zarr (au^ 
"^zarn P. St. 259) 'Gold^ und vuzt fur *vaft (iran. ^ubda-, und 
dann nach Analogic pers. *uftan^ dann "^tiafta-) = np. ha ft 
'gewebt'? 

Zu arm. a:^ fur pers. ft vgl. unten p. 1 74 hazaravuzt = pers. 
hazaraft und zumGanzen np. zarlaft^ zarrha/t^ zarhaft, zarbaf 
'genus panni auro intertextum' =^ modeinarm. zarbab. 

228. i^iungut^ zarRas (oder ace. z + af'Mas) nach C. Ganges 
Kleid (der Konigin) mit Schleppe', einmal bei Vardan Psalm. 

= np. zarkas 'pannus filis aureis textus'? 

229. i^tupmiuqjyb zartuffoin >eine gelbe Blume, zumFarben 
dienend oder Crocus « Wb., nur Med. Schr., 

zu np. zard ^geVoi*j phi. zart Bdh. Gl. 166, zd. zairita- und 
np. gun 'Farbe', zd. gaona-^ also = phi. *zartgdn 'gelb-farbig\ 
Vgl. np. zaryun 1. 'gelbfarbig', 2. 'Anemone^ 

230. tiuipinuijunjp zartaxoiry zartaxur oder Ace. von artaxoiVj 
artaxur MX, 58, z. 6 v. u. des Textes, 

von de Lagarde = np. zardxau (das in zardx^ar zu ver- 
bessem sei) 'nom. herbae' etc. gesetzt. 

Die Bedeutung des Wortes und der Sinn der Stelle sind 
noch ganz dunkel. Vgl. WZKM. 7, 28. 

231. ifnj2^ zgoii Vorsichtig, umsichtig, Acht gebend* 
Spriiche Salom. 22, 29, zgoii linim 'sich hiiten vor, Acht geben 
auf Mt. 6, 1 u. s. w., davon zguianam *sich hiiten vor (Eznik 
285), Acht geben auf, sorgen fiir, hiiten, schiitzen' FB. 234, 
z. 8 V. u. etc. 

ware = zd. ^uzgaoSa- 'mit emporgerichteten (gespitzten) 
Ohren' (vgl. skr. utkarna- *mit emporgerichteten Ohren', zd. 
tizbazu' = skr. icdbahu- 'die Arme erhebend') ? 

232. qtru/u zean 'Schaden, Verlust' El. 48, z. 23 und Lambr. 
= np. ziyan^ phi. ziyan Gl. and Ind. 145, zd. zyana- 

'Schaden. 

Auch in zenakar 'schadlich' Vardan = np. ziyangaVj ziyan- 
gar 'schadlich' und in zenarar 'schadlich' Geop. Dazu vzean 
'Entschadigung', Mech. Rechtsbuch, vzenak 'Unkosten', Sokra- 
tes Kirchengesch., Osk. Job., t?;s^wAtm 'Entschadigung leisten' 
Mech. Rechtsbuch, also = zd. *vlzyana'. 



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2. Abschnitt: Persische W6rter. 151 

233. it'ii zen (gen. zinu^ w-St.) 'Waffe, Riistung' 2Kor. 6, 7, 
FB. 238, 241, 249 etc., alt und haufig, davon zinim 'sich waff- 
nen, riisten' Sb. 22, zinakir 'Waffentrager' 1 Kg. 17, 7, ztnvor 
'Soldat, Krieger^ Mt. 8, 9, El. 12 u. s. w., zinvorim 'als Soldat 
dienen, Kriegsdienste thun' 1 Kor. 9, 7, zinvoruliun ^OTqareia 
2 Kor. 10, 4 

= paz. zin 'Waffe' Mm. Cap. 43, 7, phi. zen West, PT.II, 12, 
azenatar 'unarmed^ West, PT. II, 87, zd. zaena- 'Waffe^ 

234. ifJpnL/uin zmruxt *Smaragd' Ex. 28, 9, Ape. 4, 3 u.s.w. 
kann lautgesetzlich aus alterem *zumuruxt entstanden sein, 
das zwischen gr. ^^iccQaydog und np. zumurrud (phi. uzmuhurt ? 
vgl. Nold. Stud. II, 44) steht. Ursprung des Wortes unbekannt. 

235. ^j^uflr zndan, zdndan 'Gefangniss' El. 107, 7, Narek., 
Vardan 

= np. zindarij osset. Lw. zindon 'Gef angniss', phi. zendan- 
pan 'a gaoler' Ganj, 10, syr. p*>D12T 'custodiae praefectus\ Zur 
Form s. P. St. 70. Davon zndanel {zantanel) 'einkerkem' Mos. 
Kal. I, 219. 

zncil s. im 3. Abschnitt. 

236. ^n^ zoh (t-St.) 'Opfer' Mt. 9, 13 u. s. w., davon zok-em 
'opfere' Ex. 3, 18 u. s. w., zoh-anoQ^ zoh-aran ^^vaiaarriQiov^ etc. 

= zd. zaod^ra- 'Opferspende, Opfertrank, Weihwasser', phi. 
zokr Gl. and Ind. 150, paz. zor 'Weihwasser' Min. Gl. 225, syr. 
fctnniT 'Opferkuchen', skr. hotrd- ntr. 'Opfer, Opfe^gabe^ 

Die volksthiimliche (nicht specifisch zoroastrische oder par- 
sische) Bedeutung von zd. zao&ra-, ap. *zau&^a~j phi. zohr war 
gewiss *Opfer\ Vgl. El. 1 1, z. 4, 5 v. u. : der Perserkonig Yezde- 
gerd j>lie8S dem Feuer (krak) reichliche Opfer [zoh) an weissen 
Stieren und haarigen Bocken bringen«. 

237. qitLp zur 'ungerecht' [HdiKog Ex. 23, 7), 'unverdient, 
falsch, eitel, unniitz', als adv. ^umsonst' {etxfj Gal. 3, 4), Ver- 
gebens, unrecht, ohne Grund', i^wrVergebens, umsonst' Eznik 
113, als 1. Glied von Comp. zr-, z. B. zr-a-han 'cities redend', 
zr-a-dat 'falsch, ungerecht', zr-a-xaus 'Schwatzer, Liigner* 

= np. zur 'falsch, Liige', zur-goi 'mendax', phi. zur 'a lie, 
falsehood, untruth' Gl.andlnd. 151, ^wr-^w^^o^eA 'false evidence' 
Gl. and Ind. 151 (vgl. arm. zradat vkay eigentlich: 'ein un- 



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152 2. Abflchnitt: Persigche Wdrter. 

gerecht-richtendei Zeuge' = 'falscher Zeuge'), poz. zur (= «wr) 
'a lie' Shk. 275, zd. zuro-jata- vd. 7, 5 (Spiegel) = phi. zur-zat^ 
pavan admdlh ^mit Unrecht getodtet', ap. zur a 'Unrecht', zura- 
kara- Mer Unrecht thut', skr. hvdras ZDMG. 46, 296, 329. 

238. ipui^ zrah'R pi. («-St.) 'Panzer' 1 Kg. 17, 5, Ephes. 
6, 14, FB. 242, 8, Sb. 22 u. s. w. 

= np. zirih 'Panzer' Fird. 1, 450, z. 6 (reimt auf ^«WA), baL 
Lw. zirih^ paz. zreh Min. Cap. 43, 7, phi. zreh phi. vd. p. 172, 
z. 3, Matlkan i catrang p. 5, z. 1, Min. Gl. 224 [zrah nach Justi, 
Bdh. Text p. 15, z. \^ zrai^ zrad nach Horn, Grdr. Nr. 660), 
zd. zraSa-^ syr. fc^llT 'lorica', arab. zarad. 

Davon zrahavor 'gepanzert*, vgl. np. zirihvar 'gepanzert', 
zrah-em 'panzem' u. 8. w. Spatere Nebenform zreah und zreh : 
zreahK 'Panzer' Giut, Brief an Vace, zrehakir Leb. d. Vater, 
zrehik 'gepanzert' Joh. Kath. 

zrUk 8. im 3. Abschnitt. 

239. nuiLp zaur (w-St. und i-a St.) 'Heer', auch pi. zaurk 
'Truppen, Heerscharen' Eznik 243, El. 8, 3 ; 9, 20, Sb. 22, 
z. 2 V. u. ; 25, 1, 9, 12, 13, 19, 24 u. s. w., alt und sehr haufig, 
davon zaurakan 'Heer, Soldat' MX. 276, Laz. 193, Sb. 24, 
69 u. 8. w., zauragluXy zaurapet 'Armeechef , zauravar 'Heer- 
fuhrer', zauravor 'stark, gewaltig' 1 Kg. 17, 4, dvvardg Mt. 
19, 26, zauragoin 'starker', zauranam 'stark werden, zu Kraften 
kommen' Sb. 24, 25, zaur-em 'im Stande sein, konnen', zaur el 
'stark, machtig', zauruiiun 'Starke, Macht, Kraft (Eznik 243), 
Heerschar, Heer', hzaur 'stark, machtig' 

= np. zor 'Kraft, Macht', zorvar 'kraftig, machtig', paz. 
phi. zor 'Kraft, Macht', Min. Gl. 225, Shk. 275, Bdh. Gl. 170, 
zd. zavara (neben zavara-ca ys. 71, 8, yt. 1, 22) 'Kraft, Starke'. 

Arm. zaur : zd. zavara = arm. btur : zd. baevara ; np. zor = 
ap. *zavar'? P. St. 273. 

240. fiJpn^'ulrX 9m5oia:7jew 'geniessen, sich erfreuen', Osk. 
Mt. u. s. w., von *boixn abgeleitet (wie am-hrn-em 'ergreife' 
von butn 'Faust') 

= zd. baoxsna- 'Genuss' in pourubaoxina- ys. 9, 27 'reich 
an Geniissen'? Sehr unsicher. 



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2. Abschnitt: Persische WSrter. 153 

241. [fftPuiiulf 9mpak 'Trinkgefass' Joh. Kath., ampanak 
dass. Narek., smpik-K pi. nur einmal als Variante zu 9mpeli^k 
'Becher' Philo 

gehoren. mit amp-em 'trinke', amp-eli 'trinkbar, Trinker, 
Trank, Becher', amp-a-kiQ 'Zechgenosse* Plato, ier-umh {= ier- 
ump] 'die Neige^ Kanones zu ump *das Trinken', vgl. Dionys. 
Thrax: z Nestor oc xahea^ xauHun iepetev yump er^) £ur iV^^- 
aroqa 6^ od'K ekad^ev iaxi] TtLvovrd Tteq efiTrrjgH. |, 1, 

also als echtarmeiiisch von arab. anbtq, syr. Kp*^att8^ 'cucur- 
bita chymica, alembicum^ Ges. Abh. 12 zu trennen.] 

242. pumiuLpui^ 98taurak 'von grobem Seidenstoflf' Mos. Kal. 
Moskauer Ausg. 157, z. 3 v. u., Pariser Ausg. I, 321, 3 

= arab. Lw. istahraq 'grober Atlasstoff' von np. siiabr 
'dick'. Vgl. ZDMG. 48, 490. 

243. puiq. lag [i-a St.) 'Krone' 1 Maccab. 6, 15, FB. 245, 
z. 6, 8 V. u., alt und haufig, davon iagavor 'Konig', laguhi 
[lagurhi] 'Konigin', lagadir^ lagakap 'Konigskroner' etc. 

= np. taj 'Krone' Fird. I, 23, v. 2, 'Kamm' (des Hahnes 
u. s. w.), arabisirt aus *^ay = syr. ^ya, jiid. b^JIJ Fraenkel 62. 

Arm. Iagavor ist nicht das entlehnte pers. tajvar 'gekront, 
Konig', sondern von iag mit dem armenischen Suffix a-vor ab- 
geleitet. 

iaz-em 'laufe' s. im 3. Abschnitt. 

244. put^nj^ lakoik (t-aSt., gen. pi. iakuka^) 'Krug' Joh. 2, 6, 
Hohelied 7, 2, Esther 1, 7 u. s. w. 

= np. takok ' Weinkiug', phi. takok 'vase h viande' Darme- 
steter, Zend-Avesta III, 121. 

Nebenform lakoy in iakoya-buix nach Wb. ist nicht vor- 
handen, da die richtige Lesart lakoikabulx El. Werke, Vened. 
1858 p. 271, z. 6 V. u. ist. 

lang^ ianka, lasu s. im 3. Abschnitt. 

245. piuijinLm iaputj var. iabut (o-St.) 'Bahre' Pseud. 113, 
modem arm. iabut 

= arab. o^Lj tabut 'Kasten, Sarg', pers. tabut 'Sarg' Fird. 
1, 514, 1352, 1354, afgh. tabut 'a coffin' aus aram. «n^n*>r\ (hebr. 
nnn] aus agypt. tbt ZDMG. 46, 123. 

1) D. h. *den Nestor t&uechte nicht dag Qerftusch, obwohl er beim 
Trinken war*. 



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154 2. Abschnitt: Persische Worter. 

Das Wort wird durch persische Vermittelung zu den Ar- 
meniem gekommen sein. 

246. pj)uiL^ imhuk («-a St., gen.pl. imbkao) ^Pauke, Trom- 
mer Gen. 31, 27, Ape. 18,22, Thorn. 132, imbkahar 'Trommel- 
schlager' FB. 232, z. 5 v. u. 

= np. tanbaky tunbak u. s. w. (lies tunbuk9) 'tympanum'. 
Arm. imbuk geht auf *iumbuk zuriick. 

247. pitqJiA Indiun, indumn 'Larm, Getose, Zittern, Be- 
wegung, Schlagen' (desHerzens) Maccab.,El. etc. gehort zu hid- 
am 'erzittern, erschiittert, enregtwerden'u. s. w., iind oder iund 
Xarm, Erschiitterung, Zittern' und klingtwohl nur zufallig an 

np. tund-ldan 'sonitum edere, tonare', tundar^ tundur 'Don- 
ner' an. 

248. P2j'""'% isnami Teind', alt und haufig, davon Uname- 
nam (aus *isnami-ana~m) und isnamim 'Feind sein, befehden' 
Num. 25, 17, Deut. 2, 9, 19, ^iwamw^tww 'Feindschaft', mittelst 
des Suff. i abgeleitet von ^Isnam- fiir *iSman- 

= np. duiman Teind', davon dtdmanl 'Feinschaft', phi. 
dubnen Phi. Min. 7, 8; 34, 4, paz. duhnan 'Feind' Min. Gl. 68, 
zd. duhmainyu" 'Feind', duhmanah- 'schlecht denkend'. 

249. p^uiXuiU^ Unam-an-R 'Schimpf, Schmahung, Ueber- 
muth, Beleidigung, Misshandlung, Ungemach' Spriiche Salom. 
11, 2; 13, 10, Apg.27, 10, 2Kor. 12, 10, FB. 191, ihnamans dnel 
'schmahen, schimpfen, beleidigen'FB. 1 1 4, z. 7 v. u., Unaman-em 
'schmahen, beschimpfen, misshandeln' Mt. 22, 6, Luc. 11, 45, 

mittelst des Suff. an abgeleitet von iinam- = np. dusnam 
'Beschimpfung'(Sal.Shuk.Gram.p.89), 'maledictio, convitium, 
opprobrium' ( VuUers), nach de Lagarde urspr. Adjectiv ^) = 
'iibelberufen', vgl. dtihnam dadan^ kardan etc. = 'schimpfen', 
paz. duinam 'ill-famed' Shk. 242, phi. dulnam datan 'to abuse, 
vilify' Gl. and Ind. 280, pars! duSmln dadmun 'fluchen' ZDMG. 
36, 75. 

250. p^nLiu/L Isvat [i-a St.) 'ungliicklich, elend', Ihvarakan 
'ungliicklich' FB. Ill, 6, iSvatuiiun 'Ungliick, Elend, Noth' 
Eznik 119, El. 6, z. 3 v. u., Joel 1, 15, 2 Maccab. 14, 14 

1) Vgl. np. hadnam Von iiblem Rufe'. Etym. iet dtiSnam = 'der einen 
schlechten Namen hat', skr. durnaman- Bezeichnung yon gewissen D&mo- 
nen, gr. dvadjyvfiog Verhaset*. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 155 

= zd. du8X^ar9nah'^) yt. 10, 105; 19, 95 (vom Mithratiliger 
iind von Aeshma gesagt) nach Geldner: 'ehrlos, verachtlicV, 
nacli Darmesteter: 'sans gloire', eigentl. 'dessen x^ar9nah- 
('Glanz, Herrlichkeit, Majestat, Glorie*) schlecht i8t^ 

Arm. ihat aus *iusvaf' fur *duSvar wiirde pers. *duharr 
laruten und auf ap. *dtistwarna (nom. sg.) zuriickgehen. Da- 
neben hatte ein pers. *duix^arr = ap. *duShuvama = zd. 
duSx^arond (aus dtcS + x^arBnah-) stehen konnen. Vgl. oben 
p. 143 divar = pers. dtdvar = ap. *dusuva^^a- neben pers. 
duix^ar = zd. *dusx^a&ra-, 

Identisch mit isvar ist gvaf (mit g = is) A.T., Eznik, Euseb. 
etc., das bei Eznik als Gegensatz zu patavor evdo^og und haxia- 
vor 'gliicklich' steht, wie 2 Maccab. 14, 14 Uvatuiiun 'Ungliick, 
Noth' als Gegensatz zu patavoruUun evtjfieQla 'Gluck\ Ann. 
pat'R dd^a 'Ruhm, Herrlichkeit' entspricht aber dem np.fdrr 
und xurreh *Glanz, Majestat' und letzteres ist = zd. x^aronah-, 

251. pnufip ionir [gen. ionroy) 'Backofen' Ttlifiavog Ex. 8,3, 
Lev» 2, 4; 11, 35; 26, 26 etc. 

= np. tanur *fomax, clibanus', phi. tanur Gl. and Ind. 12 1, 
zd. tanura- vd. 8, 91, hebr. tannur Ex. 8, 3, Lev. 2, 4 etc., aram. 
syr. tannura^ arab. tannur. 

Ueber tanur 'Panzer', tanUrlk Tanzerreiter' s. Tab. 164. 

252. pn^tu^ iosak (i-a St.), selten idSak geschrieben oder 
ioriak 'Mundvorrath, Lebensmittel (fiir die Reise), Sold, Lohn' 
Judith 2, 9, Tobith 5, 22, Luc. 3, 14, 1 Kor. 9, 7, Rom. 6, 23, 
FB. 235, 7 

= np. toSa *Mund-, Reise-vorrath', bal. Lw. toiag^ iohay 
'Ration, Speisevorrath'. 

253. pni.p ^tt/ 'Maulbeere' Amos 7, 14 (= (Xi/xd/uti/oi/), Ag. 
479, davon ^/^m 'Maulbeerbaum' Luc. 17, 6 [avTcdfiivog) 

= np. iud, tud A. M. 64, phi. tut Bdh. Gl, 111, arab. tut 
und tud^ aus aram. ^(DID Fraenkel 140. 

Da das pers. Wort aus dem Aram, stammt (Nold. Stud. II, 43), 
kann arm. iul auch direct aus dem Aram, entlehnt sein. 

iulak s. im 3. Abschnitt. 



1) Im Phi. durch dus-gadeh ZPGl. Introduction xxxii, § 5 = 'evil- 
destined' (von Alexander gesagt), West, PT. IV, xxxi flbersetzt. 



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156 2. AbBchnitt : Persische WOrter. 

iuii s. im 3. Abschnitt. 
iurinj s. im 3. Abschnitt. 

254. ^ui^p £ahr 'Gift' Magistr. 

= np. zahr 'Gift', phi. paz. zahr (d. L iahr) Bdh. Gl. 171, 
GL and Ind. 145, Min. Gl. 222, syr. «nnT 'Gift', zd. *jadrar. 
Vgl. P. St. 71, 196, 229, 270. 

255. t^utdiubiul/ zamanak [i-a St.) *Zeit, Alter, Gelegenheit', 
alt und sehr haufig 

=5 np. zamana, zaman 'Zeit', paz. zamana^ zaman, phi. za- 
manak^ zaman (haufig mit d fiir z geschrieben) Min. Gl. 222, 
Shk. 252, Gl. and Ind. 149, 150, 269, Bdh. Gl. 142, West, 
PT. I, 97 etc. 

Unklar ist mir das Y erhaltniss 1. von arm. iamanak zu arm. 
iam *Stunde', amanak 'Zeit' und zaman-em 'ankommen, friiher 
kommen, zuvorkommen' (neg. Q-zaman-em *ich komme nicht 
dazu, kann nicht' ovx einaiQico Mc. 6, 31, vgl. iatnanak = xai- 
Qdg, evTiacQla); 2. von pars, ^rama;) zu axah. zaman, zaman^Zei^, 
hebr. zaman 'Zeit, bestimmte Zeit' Koh. 3, 1, Nehem. 2, 6, 
Esther 9, 27, 3 1, aram. zaman, zaman Daniel 2, 1 6 u. s. w. Haben 
die semitischen Sprachen das Wort aus dem Pers. entlehnt ? 

256. t^uAq. iang [zank, o-St.) 'Rost' (am Metall), 'Brand' (am 
Getreide), 'Krebs' (am Korper) Ezech. 24, 6, 3 Kg. 8,37 u.s.w. 

= np. zanff, zang 'Rest', bal. Lw. zang, zangal *Rost'. 

257. duiUi^n. zangar 'Griinspan' (essigsaures Kupferoxydj 
heiGdXen [xiXnavd^og] undVrt'anes k'ert'.(nebenAuripigment, 
Lazurstein etc.) 

= np. zangar, iangar 'Griinspan', syr. b^T^iST 'rubigo'. — 
Wohl erst aus dem Neupersischen. 

258. dufunijup zanvar (i-a Si.) 'Sanfte' FB. 1 18, 22 (fur zanu- 
zu lesen), 236, 12, zanavar 189, z. 3 v. u. 

= np. zanhar 'genus ferculi vel feretri u. s. w., die Trage', 
ap. "^jani-wara- P. St. 182. 

zipak s. im 3, Abschnitt. 

259. dfip zir [ira St., gen. pi. zran] 'wacker, tiichtig, fleissig, 
schnell' Spriiche Salom. 6, 11 ; 10, 4 u. s. w., in Comp. zr-a-glux 



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2. AbBchnitt : Persische Wdrter. 157 

(^7uiC = *Kopf ') Vacker, tiichtig, fleissig' Spriiche Salom. 12, 4, 
ir-ana-m 'sich mannhaft, wacker zeigen' 1 Kor. 16, 13 

= zd. Jira- 'lebhaft^ yt. 19, 42 (Jlrd'sara- yt. 14, 12), skr. 
Jlra- *^ra8ch, munter, lebhaft, thatig', np. zirak 'scharfsinnig, 
schlau', afgh. zir 'quickly'. 

Von np. phi. cer = zd. cairya- P. St. 131 zu trennen. 

260. li2mpXnLMi iStrmui Mer (Vogel) Strauss' einmal bei Job. 
Van. 13. Jhd. 

= np. uiturmuryj mturmury (d. i. 'Kameel-Toger=) 'Strauss'. 
Wohl modern. Echt arm.Jaitomw, JaiZeamw Lev. 11, 15u.s.w. 

lazvariy lazurd, k^vard s. im 3, Abschnitt. 

• lal s. im 3. Abscbnitt. 

261. luiluui laxt (o-St.) 'Keule' Mt. Urh., Ganj. 
= np. laxt 'Keule' ('ictus, fustis, clava' u. s. w.). 

262. £iu^uA lakan (lekany i-a St.) 'Becken, Schiissel' Pseud., 
Arist., Leb. d. Vater 

= np. lakarij lagan 'Becken, Leuchter', arab. laqan und 
lakan^ syr. laqnd aus gr. XbtlAvyi (Nold. Stud. II, 38). 
Kann auch aus dem Griech. direct entlebnt sein. 

263. [Uijf^iu laiJca [laRay] nur MX. 128,24 soil 'rothei Lack' 
bedeuten und ware dann = np. lak (= pali lakha, skr. lakid) 
'Lack', aber die Bedeutung ist nicht sicher. 

264. iu»i^uip laikar [laikar, i-a St.) 'Heer' nur El. Ill, 11 
= np. laskar 'Heer'. 

Das VTort findet sich im 8. Kapitel des Elise, gehort also 
dem Fortsetzer desselben an und wird somit erst nach der 
1. Halfte des 5. Jhd. aus dem Pers. entlehnt worden sein. 

265. [ifriJf lesk (leask, la§k) 'abgetragen, abgenutzt' (Kleid), 
'ohne Haare' (Fell) Osk. Tim., Ephrem etc. 

stimmt in der Bedeutung nicht zu np. la^k^ la&ka 'frustum, 
pars', laik lahk 'in Stiicke'.] 

Ikam = Igam s. im 3. Abschnitt. 

xah 'Speise' s. unter xoh p. 160. 

266. jumtT xam 'unerfahren, unkundig, ungewohnt', da- 
von xam-ana-m 'unerfahren, ungewohnt sein', xamuiiun 



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158 2. Abschnitt: Persische WSrter. 

^Unerfahrenheit, Ungewohntheit^ Osk. Apg., Hebr., Philip., 
Pit. ed. Zohrabean 181, 185, 246, Vardan, Tonak., Erznk. 
Giam. 

= np. xam 'roh, unreif, unerfahren' (skr. amd- 'roh*). 

267. juuA xan 'Station, Herberge' MX. 123, 9 

= np, xan 'Haus, Herberge, Station^ Fird. I, 262, 322, phi. 
xan 'a caravanserai* Gl. and Ind. 5. 

xandak s. im 3. Abschnitt. 
xaSxas s. im 3. Abschnitt. 

268. [yfcfof^ xag (t-St.) *^Kreuz*, alt und sehr haufig 
= np. xaj 'Kreuz\ 

Das neupers. Wort stammt aus dem Armenischen, Vgl. np. 
caliba 'Kreuz' aus syr. fc^S'^bs saliwa (Nold. Stud. II, 36).] 

xar s. im 3. Abschnitt. 

269. fuiuputiiu/b xarazan (t-aSt.) 'Geissel, Peitsche' Joh. 2, 15 
(q)Qay^lkiov)y bei Joh. Van. und Erznk. richtig durch arm. 
ihavar = 'Esel-treibend*, d. i. 'Eselstecken, Eselpeitsche' iiber- 
setzt und als persisch bezeichnet 

= mp. *xarazan, zd. *xarazana' 'Esel-treibend' (np. xar 
'Eser). Vgl. oben p. 126 gavazan, 

270. juiupuili xarak 'barter Stein, Fels* Basil. 
= np. xara^ xara 'barter Stein, Kieser. 

271. juiupfLiuuii-uilf xarbandak nach C. = 'taverniere, ub- 
briaco*, 

nur einmal in den Oskiph. (nach dem 12. Jhd.) im Satze: 
» wenn alles Kreuzformige ein Kreuz ist, so ist alles Brotbrechen 
in Wein Communion; so hat ein xarbandak mehr Theil an 
Christus als fiinf oder sechs Monche, denn er kann viel essen 
und trinken« 

= np. xarbanda^ kurd. karbenda, syr. fc^p'lSS'^n oder fc^p^SS'lD 
'Eseltreiber' (np. xar 'Esel* und bafida 'Knecht*). 

Erst in sassanid. Zeit entlehnt. Zur Form s. P. St. 
124, 182. 

xarbax s. im 3. Abschnitt. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. I59 

272. juiupfLiiutlf xarhzak *^Melone* bei C. und nach dem 
Busabatut'iun bei Mech. d. Arzt 

= np. zarbuza oder zarhuza (Vullers, Rosen Np. Sprach- 
fubrer p. 36) *Melone', phi. zarbuzak PPGl. 4, 1 als Erklarung 
von phi. zarbucma ebenda (zu phi. buclria 'Gurke' = syr. 

Also zarbuzak = 'Esel8-gurke\ Arm. zarbzak aus * zarbuzak 
= phi. zarbuzak, 

273. juiupfLnui^ zarbfiz eine Ziegenart, oqv^ Deut. 14^ 5 

= phi. xarbuz Bdh. 57, 8, West, PT. I, 48, auch im syr. 
Text des Pseud, ed. Budge 211, 8 (^Eselziegen, die auf pers. 
xarbuz heissen e) , Noldeke, Btrg. zur Gesch. d. Alexanderromans 
p. 16, im babyL Talmud, Tractat ChuUln 59 *» (nach Fraenkel's 
Mittheilung) , von pers. zar 'Esel' = zd. zara- und buz 'Ziege, 
Bock^ = zd. buza-^ also =*'Esel-ziege\ 

Echt arm. = eh-aiceamn MX. Vgl. iS-a^ul dvoTcivravQog, 

274. [/uuiLiup zavar (i-a St.) 'Finsterniss, Dunker Gen. 1, 2 
u. s. w., alt und sehr haufig, ist schwerlich 

= np. zavar 'Westen', paz. z^awar = phi. z^apar Dinkart 
Vn, Gloss, p. 2. Vgl. phi. z^arvaran 'Westen Bdh.Gl. 126, 128 
= arm. zorvaran^ wie bei MGg. ed. Soukry 40, 2 (fur zorasan) 
zu lesen ist] 

275. juuiijiijilf aropi/A 'Abessinier, Neger' Leb.d. Vater (wo?) 
= arab. np. habasi ^Aethiope* von arab. habas mit Zusatz 

des arm. (aus dem Pers. entlehnten) Suffixes iA;(?A;)? deLagarde 
gr. Ag. 152 vergleicht Hesych's TLafiipiy.lCeiv, 

276. [uuMpu/ii zakan MX. 172, 173, MGg. 605: wderKonig 
des Nordens ist der Xakan, der der Herr der Xazaren (Xazir-k) 
ist«; MGg. ed. Soukry 27: »der Xakan, der Konig von T*ur- 
k'astan, die Xaiun, die Konigin, die Frau des Xakam^ 

= pers. Lw. zaqan und zatun tiirk. tatar. Fremdwort = 
tiirk. zaqan ^Kaiser^, zatun Vornehme Frau'. 

ztr s. im 3. Abschnitt. 

277. JuitniuLnp zstavor *mit Wurfspiess bewaffnet', nur bei 
Joh. Van., mittelst Suff. a-tor abgeleitet von *ziht 

= np. zik 'Wurfspiess' Fird. I, 473, 635. 



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160 2. AbBchnitt: Persische WCrter. 

278. [fanii^ xoz 'Schwein' Mt. 7, 6 etc. stimmt weder als 
Originalwort noch als Lehnwort zu np. xuk, Kurd. (Zaza) xoz 
stammt aus dem Arm.] 

279. yfcfif< xoh *Speise' in xoh-a-ker ""K^^t^ 1 Kg. 9, 23, 24 
u. 8. w., xoh-a-ker-em juayeiQeiio Klagel. Jerem. 2, 21, xoharar 
'Koch'u.s.w., daneben^raA (t-St.)'Spei8e'Pit., Grig. Nius., araAa- 
^orc^m*Spei8ezubereiten,kochen'Nonnos,:ca^arar'Koch'u.8.w. 

= zd. x^arsd-a- 'Speise* oder zd. ^x^aradra- f 

Arm. xoh^ xah kann fiir altere8 *xorh^ *xarh = *x^arh 

stehen und ohne weiteres auf ap. "^^uvard^a- = zd. ^x^arddra- 

zuriickgefuhrt werden, vgl. arm. Vahagn = zd. v^radraync^. 

Fiir zd. x^arBd-ct- = ap. *uvard'a' 8ollte man zunachst phi. 

*x^arh^ spater aber phi. *x^alh erwarten. Letzteres vielleicht 

= np. x^al *Spei8e' (neben x^aU 'Speise'), vgl. P. St. § 97 (np. 

hamal = skr. samarthor), Dann ware arm. xohaker 'Koch' = 

np. x^algar Koch'. 

280. junjp xoir (i-St.) 'Kopfbund, Kopfschmuck', TcidaQig, 
^Irqa, dukdr^^ia Ex. 28, 4, Ezech. 21, 26, Ape. 12, 3, MX. Ill, 
z. 1 V. u. ; 112,3, Sb. 44, dazu aroir-arar 'Kopfbund-verfertiger' 
MX. 107, z. 2 V. u., arta-xur-ak ruiQa Daniel 3, 21, Sb. 63 
(aber auch = 'Ueberdecke des Zeltes' Ex. 36, 19, Num. 3, 26 
yc6kv^ina)j artaxurim 'gekront werden' (mit der Martyrerkrone) 
Joh. Kath., apa-xur-em &7Coxi8aQ6oj Lev. 10, 6 

= np. xoi (unbelegt), xod ^Helm Fird. I, 23, 9, arab. xUda 
'Helm', osset. xoda, xud^MntzBy Hut', ap. xauda- in tigra-xauda- 
'mit spitzen Miitzen', zd. xaoSa- 'Helm', eyr. )XTT\ 'diadema' 
P. St. 201. 

281. ^n'uiuuuiui'u xonastan El. 32, 2 'Empfang8- oder Raths- 
Saal' (des Perserkonigs) 

= phi. *x^ana8ian, 

282. funtLiuugkui xorapet avXaQxV^ 2 Kg. 8, 18, Sah, konig- 
licher xorapet El. 77 

= pers. — ? 

Wb. corrigirt El. 7 7 axorapei 'Stallmeister', die Moskauer 
Ausg. p. 92 hat Sahxorapet als ein Wort. 

283. juaum xo8t 'Bekenntuiss, Gestandniss' Mos.Kal. 1, 143, 
z. 7 V. u., Mt. Urh., Vardan, xost-ana-m 'verspreche, verpflichte 



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2. Abschnitt: Persieche Wdrter. 161 

mich^ Mt. 14, 7, Brief d. Jacobus 1, 12 u. s. w., zostovan linim 
'bekenne^ Mt. 3, 6, Lev. 5, 5, Apg. 19, 18, xostumn 'Versprechen, 
Bekenntniss^ Mos. Kal. I, 144, 3, 'Verheissung* Apg. 13, 32, 
^Geliibde*, xostuk linim 'bekenne' Mos. Kal. I, 143, z. 2 v. u., 

np. xiistu {xastUy hastu) ^gestehend, Gestandniss^, paz. nxustu- 
hedd *is confessing', x^astul (= phi. x^astuklk) 'confident^ Shk. 
255, 256, phi. xustuk^ x[u)stavan bei Horn, Grdr. Nr. 485. 

Die genaue Pehleviform war doch wohl x^astuk = arm. 
xostuk, np. xtistUj abgeleitet von x^ast- = arm. xost- durch Suff. 
uk. Arm. xostovan setzt ein phi. *x^astavan oder *x^a8tuvan 
(vgl. phi. astuvan "^firm, faithful' Gl. and Ind. 24, astumnlh 
'faith, belief P.N. 75 = zd. astavana- 'bekennend' vd. 3,40,41 
(Westerg.), 140, 142 (Spiegel)) = zd. "^x^astavana- yotvlw^, 

284. junumutli^ xoatak'K (pi.) 'Besitz, Eigenthum' Mos. Kal. 
I, 185, z. 1 V. u. 

= np. x^asta 'Giiter, Besitz'; dazu : 
[uaumiu^qjup xostakdav 'dcr Elbe' Steph. Orb. 
== phi. x^asiakdar 'der Erbe' P. N. 80, eigentlich 'Besitz- 
halter'. 

285. [unpq^ xorg (o-St.) 'Sack' Luc. 10, 13, Jac. Nisib., FB. 
= syr. isax"^ xurga ^pertiy arab. arwr/'Mantelsack' (= kurd. 

xurj) aus mp. ^x^ary ? — Da von np. afgh . xurjln^ bal. hutjin, horjlny 
osset. xurjin (pi. xorjenid) u. s. w. 'Mantelsack, Quersack' (s. meine 
Etym. und Lautl. der osset. Sprache p. 113) wohl zu trennen. 
Zu dem auslaut. g vgl. np. arab. sarj 'Satter = osset. sary^ 
a%h. sary^ aram. ^"X^O aus einem mp. *sary. 

286. JunputuMli xortak in xortak-em 'schlage in Stiicke' Mc. 
5, 4 u. s. w., alt und haufig 

= np. xurda 'klein, fein, kleines Stiick' (vgl. xurd 'klein'), 
davon tiirk. xurdelemek *in kleine Stucke zertheilen', paz. xurdak 
'trifle' Min. Cap. 59, 7, xurdatum 'geringste' Min. Gl. 128, phi. 
xurtak 'klein' Phi. Min. 12, 5; 66, 9, Gl. and Ind. 48, Bdh. 
Gl. 126, Ganj. 6. 

287. ^npinftlig xoriik'k [i-a St., gen. pi. xorika^) 'Speise' 
Gen. 27, 4, FB. 207 u. s. w. 

= np. x^ardi 'Speise', phi. x^artik 'broth, sup' Gl. and 
Ind. 49, zd. x^araii- 'Speise, Essen und Trinken'. 

HftbHehmanB, Armenif che Gntmmatik. 1 1 



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162 2. Abschnitt: Persische W5rter. 

288. fuatiili xunk [xung^ o-St., gen. pL xnkog) 'Weihrauch, 
das Rauchem mit Weihrauch* Luc. 1, 10, 11, Hohelied 1, 1; 
4, 14; 5, 1, 13 u. s. w., davon xnkem ^vqI^w Mc. 14, 8 u. s.w. 

stellt deLagarde zunp. xunk, das ich nur im Gazophylacium 
p. 156 als x{u)ng unter den Wortem fiir 'incenso = thus' finde. 

xrasax s. unter hrasax p. 183. 

289. luptuin :rra^ (t<-St.]'Meinung, Rath, Ermahnung,Unter- 
weisung, Verweis, Strafe' Pseud. 152, 17, 1 Kor. 7, 25, 40, 
2 Kor. 8, 10, Spriiche Salom. 2, 2, FB. 235 u. s. w., davon 
xrat-em 'rathen, ermahnen, unterweisen, belehren' Rom. 2, 18, 
1 Kor. 14, 19, El. 11 u. s. w. 

= np. xirad *Sinn, Verstand, Vemunft, Einsicht', paz. xrad, 
phi. xrat 'Verstand, Einsicht, Weisheit', zd. xratu- 'Einsicht, 
Weisheit, Verstand', skr. krdtu- *Ueberlegung, Rath, Einsicht, 
Verstand, Rathschluss, Plan, Absicht, Vorsatz'. 

kaz s. im 3. Abschnitt. 

290. Iiu»p kal (gen. kali) Tropfen' Salom. 11, 23 u. s. w., 
kal-em 'tropfen', kal-egugan-em Vopfen lassen' Hohelied 4, 11, 
kalil (gen. kalloy) 'Tropfen' Jes. 40, 15 

= np. kat *gutta'. 

291. Ifuiluutpii. kaxard [i-a St.) 'Zauberer', y6r]g 2 Tim. 3, 13, 
cpaqiiayLBig Ape. 21, 8, g)aQfiayi6g Ex. 9, 11, FB. 253, 254, 
Eznik 85 — 88, davon kaxard-a-sar (s. unten Nr. 572) 'Zauber- 
kiinste treibend' Apg. 19, 19 [TteQLeqya TtQciaawv], kaxarduliun 
'Zauberei', q)aQfiax€la Gal. 5, 20 u. s.w., kaxardank 'Zauberei' 
Deut. 18, 1 1, FB. 252, kaxard-em 'treibe Zauberei' Deut. 18, 1 1, 
MX. 139 

= zd. kax^arsdor 'Zauberer', f. kax^arnSi- *Hexe'. 

292. Ifiu^ kah (i- oder tt-St.)/Gerath, Gerathschaft', axevog 
Gen. 45, 20 u. s. w., davon kahavor-em KaraaxsvdCco, 

nach de Lagarde = zd. '^karB&ra-, skr. kdrtra- 'Zauber- 
mitter. Vgl. arab. pers. qahraman 'Geschaftsfiihrer' Tab. 480. 
Unsicher. 

293. IfuiquiJp. kaiamh 'Kohl' Galen, Med. Schr., Mech. 
Fabeln p. 59, kaiambavacat 'Kohlverkaufer, Gemiisehandler' 
FB. 55, z. 11 V. u. 

= np. kalatHj karan, karanb^ syr. karabbUj k9rabbe, gr. xQdjxfit], 



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2. Abschnitt: Persiflche W6rter. 163 

294. [Ifmquiuiuip kaiapar [i-a St.) 'Gussform, Modell, Form^ 
MuBter, Beispiel^ Ag., Steph. AsoL, Job. Sarkavag, Snorh.^ 
Vardan 

= np. kdlbad, kalbtui'MoAellj Gestalt, Korper', paz. ^aMt^d 
'figure, form, shape, body', phi. kalput Min. Gl. 120, Shk. 252, 
West, PT.IV, 302, P. N. p. 76, ^.xxch kalp[a)t Phi. Min. p. 32, 5 ; 
51, 7, gr. TcakoTtddiov 'Schusterleisten' (== tiirk. qalyb 'Leisten, 
Gussfonn, Modell* etc.). 

Das arm. Wort ist wohl direct aus dem Griech. entlehnt, 
vgl. lampar-R = XajXTcddeg. AssimilatioD der Vocale findet 
mehrfach statt. In phi. kalput ist < fiir rf (= d) geschrieben; 
das Wort wurde erst ins Pers. entlehnt, nachdem ap. d (= 6) 
zu y, A geworden war^). — Unklar ist das lautliche Verhaltniss 
von arm. gatapar r{f7tog, 'Form, Bild, Abbild, Vorbild, Muster, 
Beispiel*, galaparem 'darstellen, das Abbild sein von* Philo, 
Girk' parapmanc, Job. Phil. etc. zu kaiapar,] 

295. Ifoidg iam^(gen.Aama(j)'Wille,Wunsch'E1.6,8u.s.w., 
kam elev ev inj 'auch ich babe mich entschlossen' Luc. 1, 3, 
kamav (instr. sg.) 'nach (ihrem) Willen' Rom. 8, 20, 'freiwillig* 
Lev. 7, 16 U.8. w., 98t kami *nach Wunsch' Laz., davqn kam-i-m 
'ich will, wiirische' El. 6 u. s. w., kamak Vas nach Wunsch ist, 
angenehm', kamavor 'freiwillig' 

= skr. zd. ap. kama- = phi. paz. np. kam 'Wille, Wunsch', 
phi. kamak = paz. np. kama *Wille, Wunsch' Gl. and Ind. 195, 
Shk. 252 etc., paz. kamistan 'wiinschen' Min. Gl. 120, Shk. 
253, np. kamvar Voti compos, felix'. 

Dazu: 

^utiPui^iup kamakar 'freiwillig, von freiem Willen, unab- 
hangig, willkiirlich' (Ex. 36, 2 kyLoiatog, kamakaruieamb 'frei- 
willig' El. 6) = phi. kamkar 'doing one's will, absolute', kam- 
kafxh 'absolute power' Shk. 253, West, PT.IV, 76, np. kamgar 
(der seinen Willen thut, seinen Wunsch erfiillt) 'gliicklich', 
kamgdrt 'felicitas, potentia, principatus', skr. kamakarer^a 'frei- 
willig'; 

tl-tflfutJluli dikamak 'widerwiUig, unwillig, aufgebracht, un- 
angenehm' FB. 94 u. s. w., np. dizkama 'terribilis, iracundus'; 
vgl. phi. duikam in duskamkartarth Phi. Min. p. 11, U ; 



1) Sonst wCbrde die pers. Fonn *kalha% lauten. 

11* 



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164 2. Abflchnitt: Persische Wbrter. 

^uiiPtuj kamay ^freiwillig^, aAaway 'unfreiwillig, wider Willen' 
1 Kor. 9, 7, 1 Petr. 5, 2, Num. 15, 24, 25, El. 1 1, kamay-akan-Ic 
xa ixovaiaj 'freiwillige Gaben^ Lev. 23, 38, skr. akdma- 'un- 
gernthuend, unfreiwillig', paz. akam 'undesired, without will' 
Shk. 228, phi. akamak 'irresolute' West, PT. IV, 390. — aka- 
may ist sicher Lehnwort wegen der Negation a fur arm. aw, 
auffallig ist nur das auslautende -ay. Vgl. P. St. 243. 

296. liuiiTuip kamar [i-a St.) 'Gurt, Giirter Sb. 4 1 , z. 1 1 v. n. ; 
42, 21 u. 8. w. 

= np. kamar 'Giirtel''), phi. kamar phi. vd. p. 172, z. 5, 
zd. kamara- 'Gurt, Giirtel' vd. 14, 9. 

Wb. identificirt das Wort mit ^lutPuip kamar {{-a St.) 'Ge- 
wolbe, Bogen, Kuppel, Halle' Pseud. 89, z. 1 v. u. [ipaUg], Jes. 
40, 22 (xa^Mcr^a), Ezech. 40, 22, 3 Kg. 7, 6, 7, dazu kamarakap 
Ta aiXa^mibv (Vorhalle) Ezech. 40, 22, xh alJidfi 3 Kg. 6, 3; 7, 8, 
kamaraj'ev 'kuppelformig' u. s. w., 

das zu gr. Aafxaqa 'Gewolbe, alles mit einem gewolbten 
Dach versehene' [xaf^dgrj schon Herodot I, 199), lat. camera 
*Gewolbe,gewolbteDecke', deutsch 'Kammer', franz. 'chambre' 
u. s. w. gehort. Nach de Lagarde ist xa^aQa aus dem Iran, 
entlehnt, hier aber sonst nicht nachweisbar, da es weder mit 
np. kamar 'altitudo, collis, tumulus, saxum' noch mit phi. kamar 
'head, skull' Gl. and Ind. 200 (zd. kamareda-) sichei identificirt 
werden kann. Np. kamra 'Gewolbe, Stall' ist Lw., Nold. Stud. 11, 
p. 40. 

In tiirk. kemer 'Giirtel, Zone, Wolbung, Gewolbe, Bogen, 
Arcade' (Zenker) ist pers. kamar 'Giirtel' und gr. xaf-iaQa 
'Gewolbe* zusammengefallen. Vgl. alban. kamare 'Gewolbe' 
(G. Meyer, Etym. Wb. d. alb. Spr.p. 171), hu]g. kemer 'Giirtel, 
Gewolbe' etc., Miklosich, tiirk. Elem. II, 6. 

297. l^ui,ruuip Kamsar N. pr. soil nach MX. 173, 12, 13 'mit 
defectem Schadel' [pakas golov boloruiiun gagaiann = 'da die 
Rundung des Schadels mangelhaft war', weil ein Stiick fehlte) 
bedeuten, also 

= np. kam 'klein, gering, mangelhaft* nnd sar 'Kopf sein. 



1 ) Np. kamra 'Garter ist aus dem Aram. [syr. K*i«p *cingulum') zurack- 
entlehnt, Ndld. Stud. II, p. 40. 



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2. Abschnitt : Persische Wdrter. 165 

298. ^u/btui/i kanapj besser kanep ^Hanf' Magistr., Geop., 
Med. Schr., 

vgl. np. kanaby kanav, gr. xdrvafiig u. s. w. Woher stammt 
das arm. Wort zunachst? 

kangar s. im 3. Abschnitt. 

299. [I^u/bi^niii kangun 1. "aufrecht", 2. 'EUe' Luc. 12, 25, 
1 Kg. 17, 4 u. s. w. 

deckt sich nicht recht mit np. kang *Arm, Fliigel, Zweig'.] 

300. ^uitM^utp kapar 'Kapernstrauch' Pred. Sal. 12, 5 (xa/r- 

= np. kahar ^Kapemstrauch, Kapern , gr. xaTtTvaQigy syr. 
nfip. Wohl direct aus dem Griech. entlehnt. 

301. l/uiiMftit^ kapen-k (i-a St., gen. kapina^ *^Lohn' (der 
Hure), ixLa&iona [TtdQrrjg) Deut. 23, 18, Ezech. 16, 31, Hosea 
2, 12, Micha 1, 7 

= np. kabln 'Mitgift'. 

302. ^uit^fr/f kapik [i-a St., gen. pi. kapka^) 'AflFe' 3 Kg. 
10, 22, 2 Chron. 9, 21, Eznik 69, MGg. 615 

= phi. kapik Bdh. Gl. 202, np. kabl 'ASe JRAS. 1894, 480. 
In alter Zeit aus dem Indischen (skr. kapi-) entlehnt. 

303. ^tuu^fid kapic [i-a St., gen. kapci) *ein Mass fiir Ge- 
treide**) u. s. w., fur gr. /omf, x^^^^i ycdfiog 4 Kg. 6, 25, Lev. 
19, 36, Ezech. 45, 10, Ape. 6, 6, Euseb. Kircheng. etc., kap- 
caliv El. 40, kapcahamar Tbom. 27, z. 12 v. u. *mit dem kapic 
gemessen' 

= ap. 7ia7ti&rj Ges. Abh. 198, phi. kapic (so zu lesen fur 
kafiz) Gl. and Ind. 197, West, PT.II, 180, PPGl. 139, np. kavli, 
kavlZj arab. qa/tz, syr. fc^T'^fip, mand. qabisa, mittellat. cqfisium. 

Dazu vielleicht auch arm. 9nkapceal FB. 8, z. 9,10 : 'ein- 
geengt' (wie die Konier im ScheflFel;? von *9nkapc-emy vgl. ^m- 
beran'OmiTtiarof^l^Wy *zum Schweigen bringen' zu J^aw'Mund', 
dn-jet-em iyx^igl^coy 'einhandigen, iibergeben' zuyi^r-w'Hand', 
9n-krk-em dva/todlKco zu kruk-n ^Ferse', vgl. darnam 9nd krukn 
ivaxcoQio) u. s. w., Denominativa von Comp. aus 9nd (= 9w, ^m. 



1) Nach Wb. «= ein Zehntel eines Ghriv (s. p. 131), vgl. arab. qaflz = ein 
Zehntel eines Oarib Tab. 246. 



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166 2. Abflchnitt: Persische Wdrter. 

vgl. dnd-unim 'nehme auf*, aor. sn-kalay) und dem betreffenden 
Subst. 

Wieso heisst kapic-X q^qq *Augen-h6hlen* Sacharja 14, 12? 

304. ^utu^njtn kapoit Munkelblau' (wie der Himmel, das 
Meer, die Berge), 'aschfarbig' Gen. 30, 40 (tfta^vxog), Ag., 
Narek. u. s. w., da von kaputak 'dunkelblau, blaulich, der 
Hyacinth' Ex. 25, 4 u. s. w., Num., Thom., Spriiche Salom. 
23, 39 [nekidvdg)^ Jerem., Ezech. u. s. w. 

^=xr^,kabud[mitu) 1. ^blau, blaugrau, bleifarben', 2. nomen 
mentis (= *der Blaue'), phi. kapot *blau' Gl and Ind. 196, 
paz. gurg % kapod 'der blaue Wolf Min. Cap. 27, 50. 

Vgl. skr. kapota- *Taube' (= 'die blaue*), 'Antimonglanz' 
(von stahl- oder bleigrauer Farbe), phi. kapotar^ np. kabutar 
*Taube' Horn, Grdr. Nr. 842. 

Haufig in Ortsnamen, so der Berg Capotes in Hocharmenien 
(Plinius, ed. Detlefsen, Bd. 5, Cap. 24, p. 213), arm. Kapoit 
leatn 'der Berg Kapoit^ El. 98, 8, der Flecken Kapoit El. 52, 
z. 1 1 V. u., der See Kaputan MGg. 613 = der See von Urmia, 
bei Strabo /CaTrawa (Kiepert, AlteGeogr. 71), die Burg Kapoit, 
das Kloster Kaputakar (= *Blau-stein') bei Injijean. 

305 1). [Ifutulftriip ^o^^-^'Kastanien-baum* (Suff. eni zur Be- 
zeichnung der Baume) nur einmal bei Mech. Fabeln 23 (p. 26) 

ist nach de Lagarde das Original von gr. xaaravia 
'Kastanie', xdaravog u. s. w. Das Wort ist in Armenien sonst 
unbekannt. Vgl. Busabatut'iun 303.] 

306. [^iup kar 1 . 'Strick'(gen. karoy) Richter 1 5, 1 3, 1 4 u.s. w. ; 

2. 'Kraft, Konnen, Vermogen' (gen. kari) 1 Kor. 10, 13 etc., 
dazu kari 'sehr', karoi 'konnend', tkar, apikar 'schwach'; 

3. Stamm von kar-el 'nahen*, karan 'Naht' Joh. 1 9, 23 ; 4. kar-i-fc 
'Leidenschaft' Rom. 1, 26; 7, 5 etc. 

stimmt in keiner Bedeutung zu ap. kdra- ' Volk, Heer', skr. 
-kara" 'machend', kara- 'thuend, Thun, Machen, Hand' etc., 
np. kar 'That, Handlung, Geschaft, Sache, Vortheil', karzar 
'Kampf etc. 

Ebenso wenig stimmt l/utputu^irm karapet 'Vorlaufer' (rtQd- 
dgo^ogHehr. 6, 20 etc.) seiner Bedeutung nach zu dem von 
de Lagarde vorausgesetzten ^karapati- 'Geschaftsherr'.] 

1) Dieser Paragraph geh6rt nicht in diesen Abschnitt. 

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2. Abflchnitt: Fersische WOrter. 167 

'kar^ 'ker = *thuend' s. unter kert p. 168. 

307. IfutputLMuii karavan (gen. -t) 'Karavane, Heerhaufen^ 
FB. 55, 189 [karevan], El. 16, 4, MX. 242, 6, Laz., Joh. Kath., 
Thorn. 

= np. karvan 'Karavane', phi. karavan^ davon kuravanik 
(geschrieben karupdnlk^ karvanlk) 'belonging to a caravan' GL 
and Ind. 195. 

308. ^lup^k^utii karkehan (gen. -i) ein rother Edelstein 
Exod. 28, 18, Ezech. 10, 9 u. s. w. 

= syr. fc^5^D"ip qarkedna (Brockelmann p. 339), arab. kar- 
kand 'gemma simiUs rubino seu carbunculo', itkerkouhen bei 
Plempius 165 amethystiisa de Lagarde, karkuhan 'Amethyst' 
Dozy, lat. cahhedonius (Plinius), gr. ;faAxi;da»v Ape. 21, 19. 

Arm. karkehan und arab. karkuhan weisen auf das Persische 
(arsacid. *karkadan\ in dem altes <J zu A oder y wird P. St. 199. 

309. IfUipi^p karmir (o-St.) 1. adj. 'roth' Hohelied 5, 10 
[Ttv^^dg]^ Mt. 27, 28, Sb. 22 (der Mamikonier Yardan genannt 
'der rothe') u. s. w., 2. subst. 'Scharlach' (Beere, Farbe, Gewand) 
%6%%iV0V 2 Chron. 2, 7, 14; 3, 14, Hohelied 6, 6 

= hebr. b*^WD karmU 'Carmoisinfarbe und die damit ge- 
farbten Zeuge', nur 2 Chron. 2, 6, 13; 3, 14 (wo auch die arm. 
Uebersetzung karmir hat) ; aus dem Pers. ? 

Karmir auch Name eines Zuflusses des Araxes (Erasx) 
Thom. 254, 6. 

310. Iiuipnu karos, alter ^utputut karaus odei ^utputLMt karaus 
aikivov, 'Eppich' oder 'Silge' (Petersilie, Sellerie etc.) Med. 
Schr. und alt. Wb., vairi karaus 'wilder Eppich' 

= np. karafs 'Apium Petroselinum oder graveolens' 
Achund. p. 110 und 257. 

Echt arm. laxur 'Sellerie': »der wilde laxur heisst auch 
karos, der cultivirte: macedonischer karosm ^) Wb., jiinger auch 
nexur, Vgl. azatkei 'Petersilie' p. 92. 

311. I^lr2u, keit (t-St.) 'Religion, Secte' nur bei EL, z. B. 46, 
z. 7 V. u. ; 63, z. 8 v. u. 

entstellt aus pers. keh 'Religion, Secte' ? = zd. tkaeia^j das 
Eznik als Kes (s. unten) entlehnt hat. 

1) nBiqoaiXivov fAaMdoytxoy Achund. p. 257. 

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168 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

Dazu kek 'Religionsbuch, Gesetzbuch'? El. 112, 13: »er 
wurde auch hamakden^) genannt. Er wusste auch den Anpart- 
Jcai (s. oben p. 96), er hatte auch den Bozpayit (s. oben p. 122) 
gelernt, er hatte sowohl den PattactX; als den Parskaden (s. oben 
p. 67) inne. Denn diese fdnf ^^^ sind es, welche das ganze 
Gesetz des Magierthums in sich fassen. Ausserdem abei ist 
noch ein sechster, den sie Mogpet nennen «. 

312. l(lTpu( kerp (t-St.) 'Form, Gestalt, Aussehen, Gesicht, 
Art und Weise', alt und haufig, kerp-a-Jev-em 'forme, bilde' 
MX. etc., kerp-aran-k («-aSt.) 'die aussere Erscheinung, Form, 
Gestalt, Aussehen, Gesicht, Bild, Schein' Eznik 247, kerpara- 
nem ycaraa^evd^o) Jes. 40, 19 u. s. w. 

= zd. kahrp- (nom. korqfS) 'Leib, Korper, Gestalt', phi. 
k{e)rp 'body, shape, figure, form' Gl. and Ind. 198, Bdh. Gl. 
204, West, PT. rV, 351, k[e)rpth 'bodily form', ebenda p. 26. 

313. ^Irpu/tuu kerpas [u- oder z-St.) 'feines Linnen oder Sei- 
denzeug'2) FB. 132, z. 3 v. u., Mos. Kal. I, 153 u. s. w., kerpasi 
'von feinem Linnen' Esther 1,6, var., Laz., Leb. d. Vater u. s. w. 

= np. kirpas'^em feines Gewebe, weisser Musselin' (Zenker), 
bal. Lw. karpas^ kirpas^ kurpas 'Baumwolle', arab. kirbas 'panni 
gossipini tenuis et candidi genus', kurd. kiras^ gr. y(,<kQ7taaog^ 
syr. fc^MlD 'carbasus', lat. car bastes, skr. karpasa- 'Baumwolle', 
hebr. karpas Esther 1 , 6. 

314. ^Irptn kert als 2. Glied von Comp. bedeutet urspriing- 
lich 'gemacht' == np. -gird, phi. kert, ap. krta-, zd. kdrdta-, skr. 
krtor 'gemacht', 

wie arm. ^^yi ker und kar als 2. Glied von Comp. 'machend' 
= np. -gar und -gar (VuUers, Wb. II, 957 und 941), phi. -kar 
und -kar (Darmesteter, iltud. iran. 1, 29 1), skr. -kar a- und -kara- 
'machend' ist. 

Beispiele: 1. fiir kert\ 

a) in Appellativen : 

astvac-a-kert 'von Gott gemacht' (die Stadt Jerusalem) Sb. 
85, 14, Ag., Thom. etc., jet-a-kert [i-a St.) 'Werk der Hande' 



1) Siehe unt^r hamak, 

2) In dermodernenSchriftsprache = 'Seidenzeug' (nachA.Xacaturean). 



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2. Abflchnitt: Persische Worter. 169 

Hebr. 2, 7 (ra sQya zwv x^t^Q^^)} Psalm 8, 7 u. s. w., ^Ansiede- 
lung' MX. 29, 3 u. s. w. , dast-a-kert *^Ansiedelung' = phi. 
dastakert (s. obenp. 135), nkar-a-kert 'Buntwirker' Ex. 35, 35, 
pait-a-kert ^aus Holz gemaeht, holzern', kar-a-kert 'steinem' 
FB. 1 7 1, z. 2, 3 V. u. Dazu aus Wb. : aravQ-a-kert Vom Schopfer 
gemaeht', bolor-Onkert ^rund gemaeht, ganz', bohrakertem 
'schaflfe', eij-a-kert ^^begehienswerth' (von iij 'Verlangen'), 
hnar-a-kert Vas sieh maehen lasst, moglich', u. s. w. 

b) in Eigennamen: Yazkert pars. Konigsname = phi. 
Y[a)zdk{e)rt (s. oben p. 55), Xosrov-Onkert d. h. Von Chosrov 
gemaeht': eine Pflanzung (Wald) des Konigs Chosrov des 
Kleinen von Armenien FB. 18, Laz. 440, MX. 194, Sb. 109, 
vgl. pers. Xusravjird Stadt der Provinz NiSabur Barb. 130, 208. 
Am haufigsten findet sieh dieses kert als 2. Glied von Stadte- 
namen, deren 1 . Glied ein Personenname ist, wie z. B. Tigrana- 
kert (in Aijnik = Arzanene) = gr. TLyQavdxeQva, lat. Tigrano- 
certa d. h. Von Tigranes (dem Zweiten um 80 v. Chr.) gemaeht, 
gegriindet', von dem Sprachgefiihl der Spateren als ^Tigranes- 
Stadt' empfunden. Der alteste bekannte Name dieser Art ist 
ZadQd^aQra (Hauptstadt von Hyrkanien) bei Arrian ; aus der 
Zeit vor Alexander sind keine derartigen Namen bekannt 
(ZDMG. 33, 149). Jedenfalls war diese Bildung am beliebtesten 
zur Partherzeit und wurde auch noch in naehparthischer ^) 
Zeit naehgeahmt, besonders in Armenien, wo die Dynastie par- 
thiseh war und die Sprache des Hofes und der Bildung noeh 
lange persiseh blieb. Ueber die pers. Namen mit kert = phi. 
kert, np. gird, arab. kird, jird vgl. ZDMG. 30, 138 fig.; 31, 
495 flg.; 32, 724flg.; 33, 143 fig. 

Im Arm. finden sieh folgende Namen mit kert als 2. Glied: 

Bazkert = Bazunik in Gugark^ District Tasirk', Vardan 90, 
vgl. Baz, Sohn des Manavaz (in mythiseher Zeit) MX. 26 ; 

Bakur-a-kert ein Flecken in Marand MX. 137, in Medien 
Thom. 56, vgl. Bakur N. pr. FB. 21, MX. 190, Laz. 255 ete. ; 

Gagk-a-kert in Vaspurakan, vom Heerfuhrer Gagik (um 
900 p. Chr.?) gegriindet Thom. 256; 

Drasxan-a-kert MX. 177, Drshan-a-kert El. 60, ein grosses 
Dastakert, aus dem Joh. Kath. stammte, neben Sirak und den 



1) Sogar noch in ialamischer Zeit ZDMG. 33, 146. 

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170 2. Abflchnitt: Persiflche WOrter. 

Stadten Gatni, Eramaunk'(?), AuSakan (in Aragacotn) u. s. w. 
genannt ; 

Ervand-a-kert ein Dastakert, das von Ervand gegriindet 
sein soil, nur von MX. 118, 123 als alterer Name von 
Marmet genannt, vgl. Ervand^ Ervandaiat^ Ervandavan bei 
MX., FB.; 

Xofakert von Xot gegriindet Vardan 90 (nach MX. 26 1)? ; 

Cxnkert Stadt in Taray? Sb. 76?; 

Kav-a-kert ein Dastakert in der Nahe von Dvin, Provinz 
Airarat Job. Kath. 63, 64 ; 

Hadam-a-kerty Adam-a-kert Stadt im District Albak, Pro- 
vinz Vaspurakan MX. 76, Laz. 16, Thorn. 116flg.; 

Haikerty Hairkert Job. Mam. 53 — ?; 

Hnar-Or-kert eine Festung in oder bei Albanien MX. 78, 
Hunarakert Job. Kath., Mos. Kal. I, 92; 

Jiunkert Stadt in Taraun Job. Mam. 58 ; 

Joikert ein Fleck en El. 60, neben Ardeank^ und Armavir 
genannt; 

Manavazkert, Manazkert im District Hark' FB. 263, 226 
u. 6. w. = 'von Manavaz {Movdfiai^og) gegriindet'; s. oben 
p. 51 unter Manavaz \ 

Manakert Thom. 229, Ort in RStunik' Injijean 169; s. oben 
p. 50 unter Manacirh] 

Maitakert ein Dorf Stepb. Orb. II, 15; 

Marakert in Airarat in der Ebene von Sarur MX. 58; 

Minkert in Basean Injijean 527; 

Nprkert Job. Kath., Stepb. Asol. in TsopV, gehort schwer- 
lich hierher, vgl. ZDMG. 33, 145; 

Samiramakert d. i. die Stadt Van, erst in den Jaism. (In- 
jijean 180), bei MX. dafiir Samiramay Kalak *Stadt der Semi- 
ramis*; 

Vaiarhakert Festung in Bagrevand Job. Kath., Stepb. 
Asol. 151, Arist. 9, jetzt Alaikerd (arm. Alaskert), dem Namen 
nach identiscb mit den verscbiedenen pers. Valasgird (in 
Kerman und bei Balch), Grulu&gird (Tab. 10), Balasgird bei 
Merv, Balaiker = Vologesocerta in Iraq u. s. w. (ZDMG. 33, 
145), vgl. Plinius, ed. Detlefsen, VI, p. 256: nuper Vologesus 
rex aliud oppidum Vologesocertam in vicino condidit; s. oben 
p. 79 unter Valars\ 



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2. Abschnitt: Persischc WOrter. 171 

Vasakakert im District Ekeleac, von Vasak, Sohn des 
Va^e, gegriindet; Steph. Asol. 70 (dafur bei Injijean p. 21: 
Vasakert); 

Varazkert ein Dorf Laz. 372, 373, s. oben unter Varaz p. 82 ; 

Vardanakeri ein Flecken LevoDd 45, Steph. Asol., Kira- 
kos 36, Vardan 71, District von P'aitakaran MGg. 609, d. h. 
Von Vardan gegriindet'; 

Tigranakert =^ TiyQardxegra mAijnik FB. 142, 221, MX. 
57, 212, um 80 v. Chr. vonTigranes II. gegriindet, Bseit dem 
3. Jbd. p. Chr. voUig aus der Geschichte verschwundent, 
Eaepert, Alte Greogr. p. 80; 

Qolakert im Masis-Gebirge, von Colak^ Sohn der mythi- 
schen Amasia, erbaut (nur MX. 28!); 

Pataznakert Dorf im District Nig Joh. Kath. 44, Steph. 
Orb. I, 156. 

Von diesen Namen gehoren mit Sicherheit nur diejenigen 
hierher, deren 1. Glied ein sonst sicher nachweisbarer Per- 
sonenname (wie Bakur^ Gagik^ Ervandj Manavaz^ Vaiarh^ 
Vasak, Varaz, Vardan, Tigran) ist, die andern sind unsicher, 
zum Theil anders gebildet oder (wie Nprkert) fremden Ur- 
sprungs. Interessant ist Gagkakert, welches zeigt, dass noch 
in ganz spater Zeit diese Namenbildung in Armenien leben- 
dig war. 

2. fur kar\ 

augt-Or-kar 'Nutzen-bringend, niitzlich' (von augut 'Nutzen') 
Apg. 20, 20, 1 Tim. 4, 8, Ag. 484, FB. 235, Eznik 66; vnas-a- 
kar 'Schaden anrichtend, schadlich^ Apg. 8, 3, 1 Tim. 6, 9, 
Ag. 484, Eznik 66, El. 6 (von vnas 'Schaden') ; hamar-a-kar 
^Rechnungsfiihrer = Steuereinnehmer' Sb. 48, 58 (von hamar 
'Rechntmg*) ; vgl. phi. v(i)naskar, np. gunahgar 'Siinder^, np. 
parvardgar 'Ernahrer, Gott' etc. (dagegen konnte arm. zoran-a- 
kar 'Zeltmacher {axrivoTtoidg) Apg. 1 8, 3 auch zu kar-el 'nahen* 
gehoren, ebenso kauik-a-kar 'Schuhmacher', s. unten p. 174). 

3. fur ker\ 

xoh-or-ker 'Koch* s. unter xoh 'Speise' p. 160, vgl. np. z'^s/yar 
*Koch'; hamoz-a-ker 'Fiiedenstifter, Vermittler', Ephrem, Osk. 
Mt. (zu hamoz-em 'zum Frieden iiberreden*) ; pah-a-ker 'Wach- 
ter' (?, nur Jes. 33, 18 = gr. rQ€q)6^€vog, var. avaTQB(p6^BVog]\ 
aiauiaker, aiauiker, aiauikear^ Bittender, Flehender,Gesandter, 



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J72 2. Abschnitt: Persische Worter. 

Unterhandler' Euseb. Chron., FB. 57, 2; 113, 19 (an letzter 
Stelle passt aber ^Bitte' besser als 'Bittender' u. dgl.), vgl. np. 
dadgar ^gerecht' u. s. w. 

Die von dem entlehnten kert abgeleiteten : kertanal, kei'i- 
aguganelj kei^tel ^griinden, bauen, schaffen', kertuiiun 'Bauen', 
kertoi 'Schopfer* sind selten und spat (Magistr. und Sar.). In der 
modern arm. Schriftsprache nur kertel 'machen*. 

315. Ifltp kir (o-St., gen. kroy) 'Kalk' MX. 37, 17, Sb.89,2, 
Joh. Kath., Thom. etc. 

= osset. tcire D., kiH Ss., georg. kiri^ thush kir^ tiirk. kirej^ 
kirec 'Kalk^ 

Woher? Vgl. aram. ffir *Kalk' Daniel 5, 5, arab./er u. s. w. 
(Fraenkel p. 9). 

316. l^^nL kku (oder k9kuj gen.kkvi) *^Kukuk^ Mech.Fabeln 
p. 116, Joh. Van. 

= np. kuku 'der Laut der Holztaube^, jetzt 'Kukuk' nach 
Rosen, Np. Sprachf. p. 39. Beides onomatopoetisch. Vgl. 
deutscli Kukukj lat. cucult^ etc.] 

317. Ifiiq^nJi kndruk [t-a St., gen. kndrki) 'Weihrauch^, 
Xlfiavog Mt. 2, 11, Lev. 2, 1, 2, Hohelied 3, 6; 4, 6 und sonst 
im A. T. (vgl. Wb.) 

=- np. kundur A. M. 206 = 'Boswellia thurifera, Weih- 
rauch' Achund. p. 114, kunduru 'mastiche', kundurak 'gummi' 
etc. (Vullers); skr. kunduru-^ kunduruka- 'das Harz der Bos- 
wellia thurifera*. — Arm. kndruk setzt phi. ^kunduruk^ dem 
np. kunduru entspricht, voraus. 

318. lfu^p kncil [knjii) 'Sesam' Philo, Ephrem, Euseb. 
Cbron., knciin (gen. knhian) Mech. Fabeln p. 44 

= np. kunjid, kunjid 'Sesam^, bal. kuncl^ Dames 98, phi. 
kunclt (oder kunju P. St. § 115) PPGl. 144, Bdh. Gl. 208. 

319. ^i^uiiuufiuitui^ Mtapanak fiir gr. TtsQidi^tov 'Band um 
den rechten Arm, Armband' Ex. 35, 22, Num.31, 50, Jes.3, 21 

ist offenbarpersisch und liesse sich lautlich einemphl. *kuk' 
panak 'Seiten-schiitzer' (vgl. unten ku§t p. 173) gleichsetzen, 
wenn es die — freilich nicht ganz sichere — Bedeutung er- 
laubte. Von np. angukvana (= zd. *anguhta-pana) 'Fingerhut' 
ist es natiirlich zu trennen. 



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2. AbBchnitt: Persische W6rter. 173 

320. ^n^tulf kohak{i'aSt,s,uc)ikoxak) l/Woge'Joh.Kath., 
Narek.etc, 2. 'Gipfel, Berg' Job. Kath., Thorn., Mos. Kal. etc. 

= np. koha 1. 'der hohere Theil des Sattels (Fird. I, 270, 
462), HockerdesKameeWetc, 2/Welle'(Vuller8), phl.kofak 
'saddle' West, PT. IV, 48, np. paz. kbh 'Berg' = phi. kof (Gl. and 
Ind. 201) 'Berg\ ap. kaufa- 'Berg^, zd. kaofa- 'Hiigel, Hocker'. 

Ann. kohak wird erst aus dem Pers. entlehnt sein, nach- 
dem phi. kofak zu *kdhak geworden war. Vgl. P. St. 186. 

321. Ifiyui koit (t-St., gen. kuti) 'Haufen, Herde' Ex. 8, 14, 
MX. 76, 12 etc., davon kut-em 'haufen' El. 16, 16 etc. 

= np. kod 1. 'acervus frumenti', 2. 'stercus', 3. 'collectus'. 

322. Iinjp koir (i-a St., gen. kuri) 'blind' Mc. 8, 22, 23, Mt. 
15, 14 etc. 

= np. kor 'blind', paz. kor Min. Gl. 129, phi. kor Ganj. Gl. 
p. 6, bal. Lw. kor^ kor 'blind', afgh. Lw. kor etc. 

323. I^nuiuil^ kotak 'klein' in Xosrov kotak FB. 6 = X-o^rov 
pokr Thorn. 59 'Xosrov der Kleine' 

,= np. kodak 'Kind, Kleines, Embryo', phi. kotak 'lesser, 
trifling' Shk. 256, 'child, infant' Gl. and Ind. 201, 'klein' Bdh. 
Gl. 209, vgl. zd. kutaka- 'klein' P. St. 89. 

kuz s. im 3. Abschnitt. 

324. IihlJ^ kuz 'Kanne, Knig' 1 Kg. 26, 11, 16, 3 Kg. 19, 6, 
4 Kg. 2, 20, Jerem. 19, I, 10 etc. 

= np. k^z-a 'Kanne, Krug', arab. Lvr. Mz 'kleiner Krug' 
(Fraenkel p. 73), afgh. Lw. kuza 'an earthen vessel for water 
with a spout', syr. KT1D 'urceus', also ap. ^ktiza-, 

325. linLitn kuit (i-a St., gen. ksli) 'Bauch, Weichen, Seite' 
Richter 3, 21 {xodla), Jerem. 51, 34, FB. 208 u. s. w., m-a- 
kust 'Weichen' 2 Kg. 2, 23 

= np. kuH 'die Weichen'. 

326. lipmuil^ krpak [i-a St.) 'Werkstatt, Laden, Schenke' 
Apg. 28, 15 {rafiigva) etc., krpakapet, krpakavor 'Kramer, 
Schenkwirth' Leb. d. Vater, Ephrem, Steph. Asol. 

= np. kurha, kulba 'Bude', arab. Lw. kurbaj und kurbaq. 

327. lioifili kdsik = kauUk (t-aSt., gen. ^'[^kauhkaQ] 'Schuh', 
V7i6drjfia Mt. 3, 11; 10, 10, Hohelied 7, J, FB.220,246u.8. w., 



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174 2. Abschnitt: Persische WOrter. 

Aattii-a-Aar ^Schuhmacher*(= Schuh-naher, von kar-eVnahen 
oder zu -kar 'machend^ *), s. oben p. 171), Osk. Mt., Mech. 
Fabeln 136 

= phi. *kafkik zu np. kafls *Schuh', bal. Lw. kaui 'Schuh' 
Dames 99, np.Ao/Srfo^ undAo/S^ar 'Schuster*. Modemarm.^^i. 

328. 4uiiiutp hazar 'tausend', alt und haufig 
= np. hazar, zd. hazahra-, skr. sakasra-. 

Dazu hazarapet eigentlich : 'Heir iiber Tausend, Befehls- 
habei von tausend Mann' = xiUaqxag Mc. 6, 2 1 u. 8. w., ItzL- 
TQOTtog Luc. 8, 3, Gal. 4, 2, oi%ov6iiog 1 Kor. 4, 1 u. s. w. = 
'Verwalter, Statthalter\ Vgl. Ji^aQaTtarelg ol elaayyeXeig Ttaqh 
niQOaig (Hesych) Ges. Abh. 186. Aber Dder grosse Hazarapet 
der Arier und Nicht-Ariera El. 22, z. 1 v. u. oder »der Haza- 
rapet der Arier « Laz. 187 war der hochste civile Wiirdentrager 
in Persien, Gross- Vezir. 

Davon zu unterscheiden 

^iuniupuiunLJuui hazaravt^t ein hoher Wiirdename FB. 137, 
Laz. 359, 438, 439 (Titel des Zarmihr), 440, Thorn. 83 

= gt,ld^aQiq>d'rig, pers. hazaraft, syr. nfelTHTab. 76un496, 
Anm. 3 (jiBistam, SpahbeS von Sawad, dessen Wiirde Hazaraft 
heisstf). 

329. ^laqJiL Aa^tVkaum', |t£<Jy4sLuc.9, 39, f£()AtgApg. 14, 17, 
FB. 13, 4 u. s. w. 

ist instr. eines Subst. haz (vgl. haziv haz 'kaum'), das 'Miihe' 
bedeutet haben wird (vgl. mecav janiv haziv !mit knapper Noth' 
FB. 186 und gr. ^idyig, ^dXcg, ital. appena etc.) und = zd. 
hazah' 'Gewalt* sein konnte ? 

330. ^tuiT ham als 1. Glied von Zusammensetzungen *der- 
selbe, gleich, ahnlich, gemeinschaftlich, zusammen' 

= zd. hama^, hama- 'derselbe, gleich', ap. hama^ 'derselbe, 
gleich', phi. paz.Aam 'derselbe, gleich' Bdh. Gl. 272, Min. Cap. 
1, 14; 2, 51; 13, 11; 38, 4, Shk. 248, Gl.andlnd. 35, np. ham- 
'derselbe, gleich', gr. 6f£0-; 

vgl. arm. ham-a-ban bf.i6Xoyog 'iibereinstimmend', ham-a- 
barbat b(.i6(p&oyyog'ifeLTek,, ham-orgoy bfxooifOiog h\ha.n., ham- 



1) Vgl. v7io6tjfjittxo7ioi6g 'Schuhmachei^ (Chrya.) und vno&rjijiajo^^cupog 
^Schuhflicker, Schuster'. 



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2. AbBchnitt: Persische Wdrter. 175 

a-gorc avvsQydg 'Mitarbeiter, Heifer, Beistand^ El., ham-azgi 
avyyevrjg^eiwsiJidt'MK,, ham-a-hair bfiOTtdrQiog^l.j ap. hama- 
pilar- 'denselben Vater habend', arm. ham-a-mair bfioixTfjTQcog 
Gen. 43, 29 (gr. 28], ap. hamatar" 'dieselbe Mutter habend', arm. 
ham-a-pat bfiddo^og etc. 

In Zusammensetzung mit Wortern, die aus dem Pers. ent- 
lehnt sind: ham-aixarhik Ws demselben Lande, Landsmann' 
Sb. 65, 12, np. AamiaAr? 'Mitbiirger, Landsmann'; ham-a-hun 
*von gleicher Natur', bfioq)vrig Job. Phil., paz. hambun *of 
the same origin' Shk. 248; ham^orgunak *gleich, ahnlich', 
phi. hamgonak 'derselben Art', paz. hamguna Shk. 249, Bdh. 
Gl. 274, West, PT. IV, p. xxxi, zd. hamagaona' 'gleichfarbig'; 
ham-a-gund 'vereint, zusammen' Ag., El. 1 4 , z. 1 v. u. , Eznik, hama- 
gund kfver aweTColifxei Josua 10, 42; ham-a-zaur bfiodvva^og 
Ag., Narek., ^az.hamzor *of like strength' Shk. 249; ham-a-kam 
b^dfiovkog 'gleichen Willens, gleichgesinnt' MX., Ephrem, 
Job. Kath. etc., paz. kam-kamal, phi. hamkdmakth 'similarity 
of will' Shk. 249; ham-a-tohm^ hamatohmik Verwandt' MX., 
El. etc., paz. hamtuxma *of the same family' Min. Gl. 99, phi. 
hamioxmakan *of the same race' West, PT. IV, 352, etc. 

Die Haufigkeit seiner Anwendung verdankt ham- dem Ein- 
fluss der griech. Litteratur, da es besonders von kirchlichen 
Schriftstellem, die axis dem Griech. iibersetzen oder unter 
griech. Einfluss stehen, zur Wiedergabe von griech. 6jmo- ge- 
braucht wird. In Anlehnung an dieses bpLO- ist spater ham- 
direct durch horn- ersetzt worden, vgl. homazgi Es. Nfe^i 
14. Jhd. = homazgi \ homazn Pit. = hamazn] homaxoh Sokr. 
= hamaxoh ; homacin bfioyevifig Narek., Plato =hamacin ; homa- 
kamuiiun Xosrovik ^ hamakamuiiun ; homahair Plato = hama- 
hair] homanun bfiwwixog MGg. ed. Soukry 33, Job. Kath., 
Plato etc. = hamanun] homaser bfioyevi^g = hamaset etc. 

Das echt arm. Aequivalent von ham- ist -Mq 'Genosse', vgl. 
hamakam 'von gleichem Willen': kam-a-ki^ 'Willensgenosse, 
einverstanden' Luc. 11, 48. 

Dasselbe ham ohne den Compositionsvocal a liegt vor in: 
ham-haur-eay *von demselben Vater' (sc. Schwester) nur 

Lev. 18, 11; danach ham-maur-eay 'von derselben Mutter' (sc. 

Schwester) nur Mech. Rechtsbuch ; ham^-nian var. zu ham-a-nian 



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176 2. Abschnitt: Persische Worter. 

bixoLOTta&ig nur C3rrill.; hamsirak ^Milchbruder, Milch- 
schwester^, bfioydlaxrog, Jaism. und alt. Wb., als ganzes Wort 
aus dem Pers. entlehnt: np. hamstra. Mit Uebergang von m in 
n vor Gutturalen : hanget ^gleich, entsprechend', oft in Comp. = 
/(70-, z.^.hanffit-a-iiv laa^t^/uog'gleichanZahl*, hangit-a~pativ 
= iadri^iog 2 Petr. 1, 1, hangit~ak 'ahnlich, gleich' MX. (aus 
*ham-ket^ von ket Tunkt, Ziel, Object, Regel, Mass*?); han- 
goin 'gleich, ahnlich, wie', Xaog Num. 12, 12 etc. (aus *ham- 
goin^ von goin 'Farbe, Art und Weise*, 8. oben p. 128), davon 
han-gun-ak 'gleich, ahnlich', vgl. oben p. 175 ham-a-gunak^ 
phi. ham-gonak, 

Daneben erscheint ham- in der Bedeutung 'all, ganz^ 
ham-ain ^ganz, all, ganzlich, gleicherweise, ebenso, gleich- 
wohl, doch' (S'^ot,", dXiog^ b(.iwg und S/iwg); ham-asxarh-akan 
auf die ganze Welt beziiglich == 'universal, allgemein', TLa&o- 
XLY,6g(dihexham-ahxark-ik^?L\xs demselben Lande, Landsmann*, s. 
oben p. 1 7 5) ; Aam-a-Zwr 'all-horbar', Aam-a-foara;> ='allgemeiner 
Horsaal, Akademie', ^ am-o-Aor ot^'all-vernichtend^, ham-a-hava- 
sar 'ganz gleich*, ham-a-nman 'consimilis*, ham-a-spiur, ham-a- 
spir 'allverbreitet', ham-a-tarac dass., ham-arjak Veit, ge- 
raumig, offen, freimiithig* [arj'ak 'ungebunden' frei, weit'), 
hamauren 'all, ganz, allgemein' etc., 

vgl. zd. hama- 'derselbe, der gleiche, jeder', hamdzsaSra- 
'Allherrscher', paz. hamddneSnl 'complete knowledge' Shk. 248, 
np. hama 'ganz, alle' = phi. hamak (= arm. kamak 'ganz', s. 
unten p. 177). 

331. ^utiP hanij han = skr. sarn^ zd. liam^ han 'zusammen' 
liegt als Lw. in einigen der spater folgenden Nummem vor; 
fraglich, ob auch in : 

ham-hafnam (aor. hamharjt) 'erheben', med. 'sich erheben', 
= ambarnam 'erheben', von ham und arm. batnam 'aufheben, 
tragen', davon hambarjumn 'Erhebung'; 

hamberem (aor. hamberi) 'ertragen, erdulden, aushalten', von 
ham und arm. berem 'tragen, bringen, ertragen'; 

hamboir 'Kuss, Zuneigung, Anhanglichkeit, Zusammen- 
fiigen, Zahmung', adj. 'zahm, friedlich', hamburem 'kiissen' Mt. 
26, 49 = zd. *hqmbaoda'?, vgl. P. St. 31 ; 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 177 

handart ^ruhig, sanft', handart-em ^sich beruhigen, sich 
legen (vom Wind), aufhoren' Mt. 14, 32, ^aushalten, ertragen*, 
vgl. skr. sam-dhar 'zuriickhalten, ertragen*; 

Aomfar;* ^Kleid, Zuriistung, mit^ s. oben p. 140 unter derjak\ 

handep 'gegeniiber', handipim ^egegnen' zu dep Vas einem 
begegnet, was einen trifft^, dipim 'begegnen^; 

handurz-em ^aushalten, ertragen'. 

Vgl. zd. hqmhar- und hqmharay- ^zusammentragen, herbei- 
bringen', hgmpatana- ^Zusammenrottung*, hanjamana- ^Zu- 
sammenkunft', handardza- 'Biinder, paz. hanjaman *assembly^ 
Min. Gl. 99, ^W.hampursaWi 'conversation' Gl.and. Ind. 34 etc., 
vgl. P. St. 216 und 254. 

332. iutiTm^ hamak *ganz, massiv (von Metallen), ganzlich, 
bestandig' Ex. 28, 31 etc.. El. 24, z. 12 v. u., FB. 202, 5; 219, 
z. 4 V. u.; 236, 2 und 5; 257, z. 1 v. u., etc. 

= np. hama 'ganz, all', paz. hama, phi. hamak *ganz, all' 
Min. Gl. 96, Shk. 248, Gl.andlnd. 32, Bdh. Gl. 273, bal. hama, 
hamak, hamuk 'aU, jeder'. 

Dazu ^tuifiu^qJrii hamakdeu El. 112 und 123, nach Thorn. 
28, 9 = amenaget i havat kraki d. h. 'allwissend im Feuer- 
glauben', also = phi. *hamdkden Mie ganze Religion (in sich) 
habend, kennend', vgl. phi. hamak den 'the whole religious 
ritual' West, PT. I, 383, Phi. Min. 19, z. 11 (= paz. hama dm 
yakan\ Darmesteter, Zend-Avesta III., p. xcv. 

333. ^tutTui^tupq^ hamaharz oder hamharz 'Trabant, Leib- 
wachter. Adjutant', oft nehen pustipan (s. unten p. 255) genannt. 
Pseud. 90, 8; 152, 2 (Antigonus, Aama^ar;? Alexanders), El. 
27, 17; 90, z. 15 v. u., Sb. 31, Levond, Steph. Asol. 

ist sicher persisch. 

334. ^uiifutuufptutP hamaspram ^woUiiechend, duftend'(von 
der Blume) Ag. 480, Zak'aria Kath. 

gehort zu phi. spram odei sparam West, PT.I, 101 = Bdh. 
Gl. 173, Gl. and Ind. 160, paz. sparham 'sweet basil' Min. Gl. 
190, np. isparam, siparam, isparyam u. s. w. 'Basilienkraut'. 

Vgl. arm. Spram N. pr., iaAcwpraw'Basilienkraut' (s. p. 209), 
phi. rianukspram (s. oben unter anarmx p. 97), Zatsparam N.pr. 
West, PT.IV, p. xxxiu, np. murduparam, murdisfaram 'Feld- 
myrte' A. M. 12, 12, Achund. p. 8. 

H&biohmann, Armeniiohe Grammatik. 12 



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178 2. Abgchnitt: Persische W6rter. 

Al8 Name einer Blume findet sich hamaspran (mit n) bei 
Mech. Fabeln p. 30,31 neben Lilie und Axrizan genannt; vgl. 
BusabatutHun p. 355. 

335. ^lutTuip hamar (o-St.) 'Zahl, Zahlung, Recbnung, 
Rechenschaft, Schatzung', alt und haufig, davon hamarim 
'zahlen, schatzen, meinen, dafur halten' Eznik 249, 286, an- 
hamar 'unzahlig* El. 16, 9 

= np. hamar 'Berechnung, Zahl, Mass* (vgl. nahmar 'un- 
zahlig*) au8 ap. *hamara- = Iran, ^hamhmara- P. St. 105. 

Dazu ^uiiPuipuil/iup hamarakar ^Rechnungsfiihrer, Steuer- 
einnehmer' (die hamarakar langer Wege Ag., hamarakar dpirk 
yqafx^azBlg iChron. 27, 1 , Vaspurakan ^) hamarakar^ Aqx Steuer- 
einnehmer der Vaspuhrakan', in dessen Hause die Steuern von 
Ispahan gesammelt lagen Sb. 48, 10, 13, 16; 58, z. 4 v. u.) := 
phi. *hamarkdr, vgl. bDniafc^ der Mischna. 

336. 4utJjuup hambar 'Speicher, Magazin, Vorrath' (an 
Lebensmitteln) MX. 219, Gen. 14, 11 (/?(>cD/ia), 2Chron. 11,11 
[TtaQdd^sOLQ) u. 8. w., hambar ak 'Austheiler, Spender* Deut. 
33, 28, hambarakapet ^Magazinverwalter* (des Perserkonigs) 
FB. 158, El.und Laz. (s. obenp. 37 untexDmihapuh)^ hambaranog 
'Speicher, Scheune' Luc. 12, 24, hambarapan 'Hiiter des Vor- 
rathes* Ag. , hambar-em 'aufsj>eichem* Luc. 12, 19 etc., iden- 
tisch^) mit den oben (p. 95)angefiihrten: am Jar 'Speicher', am- 
bar em, ambaranog, ambarakapet, ambarapet 

= np. anbar 'Speicher*, phi. paz. anbar, phi. anb{a)rakpat-l 
'Magazin verwalter* (s. oben p. 37). Zu np. anbaitan, anbaram 
Wfiillen, anhaufen' (von ham •¥ par), skr. sampuray- W- 
fiillen . Vgl. P. St. § 70, 73. 

Zu letzterem auch ^uti/juupMnui^ hambartak 'Damm, Wall, 
Thurm* Philo, Pit., Narek. = ambartak 'Thurm* MX. 21, 
z. 4 v. u. und arm. ambartavan^) 'hochmiithig* ? Vgl. np. an- 
barda 'angefullt, voir, auch 'puffed up with pride* JRAS. 
1894, 443. 

337. ^tuj4n/lrir hayhoy-em 'lastern, schmahen* Mt. 9, 4, 
2 Petr. 2, 2 u. s. w., hayhoyuliun 'Lasterung* 

1) Siehe oben unter Vaspurakan p. 80. 

2) D. h. &ltere Form, g. P. St. § 107. 

3) Au8 *am-part'a'Van, vgl. A/)ar<'hochm(lthig. 



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2. Abschnitt: Pergigche W6rter. 179 

= np. hat/uhoi'LtiTmy Wehklage' Fird.1,273, v. 516; 447, 
V. 242 — ? 

Die Bedeutungen sind verschieden. 

4uthq.lrpii handerj *Kleid' s. obeii unter derjak p. 140 un 
Aam-, han- p. 177. 

338. ^iuui^pttuuikm handerjapet [i-a St.) 'Verwalter, Vor- 
stand', oUovdfiog 3 Kg. 16, 9, TtQoardTrjg 1 Esra 2, 12 (11), 
rafilag Jes. 22, 15, 6 iTcl tCov TTQayf^drtov 2 Maccab. 3, 7, 
'Tempelhuter' Vorwort zu Jesaias, 'Prafect* oder 'Gouverneur' 
Euseb. 

gehort wohl trotz der abweichenden Bedeutung zu dem 
oben (unter anc^r;* p. 99) genannten anderjapei = handerjapet, 
da gerade in der Bibeliibersetzung die persischen Titel oft in 
eigener, nicht urspriinglicher Weise zur Wiedergabe griechi- 
scher Predicate verwandt warden. Die armenisch-persischen 
Titel deckten sich eben mit den griecbiscben nur selten. 

339. 4uAi^u handes (gen. handm) 'Erweisung', evdei^ig 
Rom. 3, 25, 26, ^Bewahrung', <Jox4//»} Som. 5, 4, 'Musterung*, 
ima^OTtii Ex.30, 12; 38, 25, "Priifung, Untersuchung' EL 14,8, 
'Schaustellung', d^ia Jes. 2, 16, ^Revue^ N. P. 69, 'Schauspiel, 
Scbauplatz, Kampf* Arist. 114, z. 11 

= skr. samdega" 'Anweisung, Auftrag*, zd. *handaesa-, vgl. 
zd. han-daesayanuha (ipt. med.) yt. 19, 48, 50. 

340. 4uA£iup hancar (o-St.) 'Einsicht, Verstand* Spriiche 
Salom. 24, 3 etc. 

stimmt in der Bedeutung nicht zu np. hanjar 'via, modus, 
ratio, norma, regula^ 

341. <af^«i7 Aai^ Versohnt*, hakim 'sich versohnen* 1 Kor. 
7, 11 etc., haHuiiun 'Versohnung, Friede' Sb. 25 etc. 

= zd. aa:5<t- 'Friede', phi. aStih^) 'concord, peace, harmony* 
Gl. and Ind. 28, np. am 'Friede' Fird. I, 452. 

Man soUte im Arm. aSt erwarten, da h sonst nur bei echt 
armenischen Wortern vorgeschlagen wird. 



1) Von ♦a«< {= zd. axSti-) mit Abgtractsuffix -ih gebildet wie arm. 
haitutUwi Ton haat mit Abgtractsuffix -ufiun. 



12* 



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180 2. Abschnitt: Persische W6rter. 

342. ^uiptu^tn harazat {i-a und «-St.) 'leiblich (Bruder oder 
Schwester), blutsverwandt, echt'2Maccab. 15, 18,E1. 90,z. 6v.u., 
MX. 30 etc. 

= zd. haddzdta- ^leiblicV (Bruder) yt. 4, 10; 14, 16. 

343. 4iULutu havan 'Morser' Leb. d. Vater, Oskipb. 
= zd. havana-^ np. havan ^Morser*. 

344. ['ilrl/lrl/uitr' hekek-am ^schluchzen', hekek-an/c 'das 
Scbluchzen', hekek-em 'scbluchzen' nur Leb. d. Vater 

=iip. hukakj htkak, hukha^ hukka^ hikka^ hukhuk^ScYAuchzexi . 
Onomatopoetisch.] 

345. <fir hen [i St., gen. hint) 'feindlicbe Heerschar, Rau- 
ber'Eznik 162, Sb. 89, Hiob 10, 17 {TtsiQaTTfjQiov)] 25, 3 (Ttei- 
QaTTjg), 2 Cbron. 22, 1 {IrjarifjQiov) u. s. w. 

= ap. haina- ^eindlicbe Heerschar', zd. haend- 7eindliche 
Heer8char\ 

346. h' aus hu als 1. Glied einiger Composita: 

^iijULp hzaur (t-aSt.) 'stark, machtig', ^-/w 'gehorsam', h-mut 
'erfahren, kundig* (lautgesetzlich fur *huzaur^ ^hulu^ *humut) 

= np. paz. phi. zd. hu-y ap. (A)w-, vgl. zd. hu-karsta-^ hu- 
kBrdpta-y huxratu- etc., ap. [h)umartiya- 'menschenreich', (h)uv- 
aspa- 'pferdereich*, phi. hu-cihr 'mit schonem Gesicht' Gl. 
and Ind. 47 = paz. hucihar Min. Gl. 105 = np. huzir^ hvjlr 
'schon' = zd. hucidra- 'schon'; phi. hu-boi 'wohlriechend' Gl. 
and Ind. 44 = paz. hubbi Min. Gl. 105 = zd. hubaotdi- u.s. w. 
Also hzaur = zd. *huzuvar- (s. oben zaur p. 152). 

Fraglich ist es, ob hierher auch arm. hpatak 'unterthanig, 
gehorsani,sich fugend, ausharrend, sorgsam, eifrig' Hebr. 13, 17, 
Apg. 6, 4 etc., das de Lagarde zu zd. hupdta- 'wohl-beschiitzt^ 
stellt, und arm. hpart 'hochmiithig' (vgl. ambartavan 'hoch- 
miithig', s. unter hambar p. 178) gehoren. 

Ueber pers. hu- s. P. St. 2 1 5. Fraglich bleibt, ob A- entlehnt 
oder echt ist. Sein Gegensatz (idg. dus-) liegt in entlehnter (s. oben 
dz' p. 141 und is- p. 154) und echter Gestalt (/-) im Arm. vor. 

347. [4tftuj_g hmaik (t-St., gen. hmayig) 'Wahrsagung' Eznik 
184, FB. 166, 252, Num. 23, 23 (olcoviaf.i6g), dayon hmay-em 
oio)viteod^ai 'wahrsagen, voraussehen, ahnen' Gen. 30, 27, 
Deut. 18, 10 etc., hmayeak 'Talisman' Kan. und Narek, 



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2. Abschnitt: Persische W6rter. 181 

passt in der Bedeutung nicht zu zd. humaya-^ humaya- 
'heilsam, heilkraftig' Geldner, Mocile* Darmesteter *), skr. su- 
maya- 'guter Anschlage voll* (von su und maya^) ^Wunderkraft, 
Kunstgriff, Hinterlist, Trug, Gaukelef).] 

348. ^ui^i hnar, meist pi. hnar-Jc (t-St.) 'Mittel und Wege, 
Ranke, Schliche, Hinterlist, Erfindung, Anstrengung, Methode^ 
Ephes. 6, 11,FB. 236, Z.6 und7 v.u., E1.70, 2, 18 etc., hnar ^'es 
ist moglich', hnar-im *erfinden, eisinnen, planen, darauf sinnen^ 
Eznik 121, 245, hnars hnar el *Mittel ersinnen, Ranke spinnen^ 
FB.247,3, Awar« a:7W3?re/ 'Mittel suchen' Eznik 121, hnars gtanel 
'Mittel finden' FB. 247, 6, hnar gtanel c. dat. ^Jemand beikom- 
men"* Richter 16, 5, anhnar ^unmoglich* 

= np. hunar ^Fertigkeit, Tiichtigkeit, Geschick, Treflflich- 
keit, Verdienst', bal. Lw. hunar 'Geschicklichkeit, List, Be- 
triigerei*, afgh. Lw. hunr *art, skill, excellence in any art^ etc., 
paz. hunar ^skill* Shk. 251, phi. hunar 'science* West, PT. IV, 
382, zd. hunara- 'Fertigkeit, Weisheit*, hunaravani-^ hada- 
hunara- 'tiichtig, geschickt\ 

349. 4nLppjuli hurbak Name eines Tempels [bagin) der heid- 
nischen Armenier, eines Feuertempels, Anan. ekel. (10. Jhd.) 

= Tempel des Frobag Feuers? Vgl. phi. atur ifrobag Gl. 
and Ind. p. 7, Aturfarnbag Horn, Sieg.23,24, ZDMG.44,655, 
658; 46, 281 [Aturfrobag], Hoffmann p. 283—293. — Un- 
sicher. 

350. ^punkutpktP hrazarem 'Abschied nehmeo, sich verab- 
schieden von' Mc. 6, 46, Luc. 9, 61 ; 14, 19, Apg. 18, 18, 'sich 
entfernen von, entsagen, sich enthalten' Eznik286 xiadihrazekt 
(t-St.) 'Abschied, Entfemung, Entsagung' Ag., Laz., Ephrem 

gelioren offenbar zusammen, ohne sich nach armenischen 
Bildungsgesetzen zusammen zu fugen. Die Formen klingen 
persisch: hrazarem konnte = z^.'^frajaramioAex^frajarayemi 
= phi. ^fraiarem sein, zu dem sich hrazeit = phi. *fraz%it 
oder ^frazait verhielte wie np. kilt *Saat' zu karam 'sae' oder 
np. guda&ta 'vergangen' zu gudaram 'gehe vorbei'? Doch vgl. 
wegeu dieser Formen P. St. § 90. 

1) S. oben p. 47 iinter Smayeak. 

2) Ueber skr. mdyd = 'geheime Macht' s. Oldenberg, Religion d«8 
Veda p. 163. 



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182 2. Abschnitt: Persiiche WOrter. 

351. ^pui^uiit^ hrahanffj meist pi. hrahang-R (i-a St. ) ^ Uebung, 
Unterricht, Unterweisung, Studium, Schule, Palastra* MX., 
FB. 35, 16, El. 125, z. 7 v. u., Eznik, Sb. 78, 16 etc., davon 
hrahang-em 'einiiben, schulen^ 

= np. farhang 'Methode, Wissen, Bildung, gute Umgangs- 
formen', farhangi ^Lehieiy/arhan/idan = farhaxtan^] ^unter- 
richten, erziehen, bilden', phi. frahang (auch/raAany geschrie- 
ben) 'Uebung, Bildung, Wissen BBIV, 38, West, PT.IV, 125, 
P. N. 102, frahangistan 'Ort ritterlicher Uebung' BB IV, 40. 

352. ^puiiPuylrir hramay-em 'befehle', alt und sehr haufig 
= np. farmayam *befehle*, ptc. farmud aus alterem phi. 

framat (Haug, Essay on Pahlavl p. 46, z. 11). 

353. ^puitTuBU hraman (t-a St.) 'Befehl, Gebot', alt und sehr 
haufig, Mt. 2, 12 etc. 

= np. y^rmaw, phi. yVaman Gl. and Ind. 100, ap.yramawa- 
*Befehl, Gebot'. 

354. 4putJ\uinuip hramatar 'Gebieter, Aufseher, Vogt* El. 
20, 5: Mihrnerseh vzruk hramatar Eran ev Aneran = 'Mihr- 
nerseh, der Gross-hramatar von Eran und Aneran' ^), vgl. Tab. 
Ill: oMihrnarse's eigener Titel war auf persisch: Buzurg- 

/ramadar, d. h. 'Gross vezir' oder 'hochster Machthaber^ff ; FB. 
36, 11: hramatar testig 'Oberaufseher^ (aller Kirchen Gross-Ar- 
meniens); Daniel 6, 2 — 6: Darius setzte iiber das Reich 120 
Satrapen und iiber diese drei Hramatar (xraxr4X(5g, var. hrama- 
natar) ; 3 Kg. 4,6: hramatar — hazarapet — hahap [oUovd^iog — 
olxovd/xog — i/tl Tfjg TtazQiag)] oft in hramanatar verandert, 
z. B. Sb.: Xotox-Ormizd, hramanatar am Hofe der Konigin 
(Boran) ; Jes. 55, 4 : uzan ev hramanatar azgag ^Qxovta nal tvqo- 
ardaaovTa e&veai ; Jerem. 20, 1 : hramanatar ev isxan (des Hauses 
des Heim); El. 68,2, 3: Uxan ev hramanatar (des ganzen Perser- 
reiches) ; Job. Kath. : kurapalat und hramanatar von Armenien ; 
Osk. Jes. : hramanatar der Kirchen u. s. w. 

= n^.framadar Tab. 9, Anm., phi. framatar 'commander' 
Dinkartlll, Glossar p. 12, West, PT. I, 145 (»wie Bahak — 

Ij Vgl. xd. anahaxta- *8anB instruction' Darmesteter, Zend-Avegta 
III, 82. Dazu np. d?iang und hang {hang u xirad Fird. I, 257, y. 232). 

2) Derselbe Mann hat bei El. 22, z. 1 v. u. den Titel: Grosg-hazarapet 
der Arier und Nicht-arier. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 183 

Mobadanmobad war, so war Kat — Grossframatarc); II, 152 
(»the director [framatar) of the profession of priests of Pars«) ; 
n, 276 (»Manu§6ihar, pontiflf [rath) of Pars and Kirman and 
director (framatar) of the profession of priests «), ap.yrama^ar- 
(acc. oheTframafdram^ emmalframataramy einmal framataram) 
*Gebieter*. 

Arm. hramanatar ist, soweit es nicht fehlerhaft fiir hrama- 
tar steht, durch spatere Anlehnung an hraman 'Hefehl', hrama" 
natu 'Gebieter' u. s. w. volksetymologisch aus hramatar ent- 
standen, als ob es eine urspriingliche Hildung aus hraman ^Be- 
fehl*.und -tar Yuhrend, tragend* (zu tan-im^ aor. tar-ay 'fiihren') 
ware. Man sagt aber nicht : hraman tanim sondern hraman tarn 
(aor. etu) 'gebe Befehle, befehle' und daher auch hramanatu 
*Befehl-gebend', wahrend ein urspr. ^hraman-or-tar = 'Befehl- 
tragend' wohl eher 'gehorsam' bedeutet hatte, vgl. np./ormaw- 
har *obediens, servus' (gegen yarmawc?«A ^iubens, imperator'). 

355. [4puti^^ Ara^-^(t-St.)^Wunder', altundinvielenComp., 
z. B. hrakakert 'wunderbar' A. T., El. 1 2, 22 [hrasakert yaru- 
iiun 'die wunderbare Auferstehung^), hrasacartar 'mit wunder- 
barer Kunst* (einmal bei Steph. Orb.) etc. 

gehort nicht zu zd. /raSa- Vorwarts, neu' (von der Welt 
am jiingsten Tage), frahokorsiti- 'Neu-machung^ (der Welt am 
jiingsten Tage = Auferstehung), fraiocarotar- *Neu-macher^ 
(der Welt etc.), da die Bedeutung durchaus verschieden ist. 
Vgl. ZDMG. 35, 173.] 

356. ^puiLtp hraver 'Einladung*, hravirem *lade ein^ alt und 
haufig, 

der Form nach = zd. fravaeSa- 'Lehrer' (Geldner), 'der 
welcher wusste' (Darmesteter), vgl. fravaedayamna- 'Schiiler^ 
(Geldner), *der wissen machte' (Darmesteter) yt. 13, 8S- — Vgl. 
P. St. 103. 

357. ^putuiupi hrasaz oder xrasax [i-a St.) 'Parasange' Euseb. 
Chron., El. 124,11; 141, z. II v. u., Laz.290,4, FB.239,z.4 v.u. 

= arab. Jjw.farsaz^ syr. Lw. fc^nOHfc, also mp. *frasax, 
Bei MGg. 588, 17 steht dafur ^ar^a^r, auch bei Patkanean 
p. 3, z. 23, aber das Wb. citirt dieselbe Stelle (unter xrasax) 
mit xrasax^ wahrend Soukry p. 7, z. 8 hier hrasax bietet. In 
parsax konnte nur diTzh, farsax wiedergefunden werden. 



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1 84 2. Abschnitt: Persische WSrter. 

Im Neupers. erscheint farsang = paz. farsang ^a league 
Min. Gl. 76 = ^W.frasang Bdh. Gl. 195, 196, ZPGl. 42, z. 2, 
PPGl. 1 1 6, Spiegel, Traditionelle Lit. 419 (von West, FT. 1, 27 : 
parasang gelesen) = jtaQaadyyrjg (Herodot). 

Wie verhalt sich das vom Arm., Arab., Syr. vorausgesetzte 
mp.frasax zu dem ^hl.frasang? Der Vergleich mit np. mah 
= mang 'Mond* hilft nicht weiter. 

358. 4plriinuil/ hreHak [i-a St.) 1. 'Gesandte, Bote' Sb. 90, 
2. 'Enger, alt und sehr haufig, Mt. I, 20 etc. 

■=xrp.Jirihta^ dXtexfirehta^^oie^ Engel*, also = phi. *yre5<aA, 
ap. ^fraiUa-, Zu ap. fraiiayam ^ich entsandte', skr. presayati 
^schicken, eIltsenden^ 

359. 4pniluapiniuli hrovaHak [i-a St.) 'Brief, Schreiben, Er- 
lass, Besitztitel' 1 Maccab. 11, 29, 31, 37, FB. 245, 10, El. 9, 
z. 6, 8 V. u.; 10, 12, Sb. 37, MX. 293, z. 1 v. u. 

= phi. yratjor^aif Brief, Schreiben' Matlkan i catrang p. 1, 
z. 8 = Ganj. Glossar p. 14, Yatk. p. 48, anm. 9, aram. l^^pMlnt 
(plur.) ZDMG. 46, 139, 326. 

360. 4pninftff hrot'ig (oder hrort-tQ), gen. pi. eines unge- 
brauchlichen') nom. ^hroi-Jc [oAex *hrort-Jc\ der letzte Monat 
des altarmenischen Jahres (an den sich die fiinf Schalttage — 
aveliK — anschlossen) Laz. 261, El. 142, 16, Steph.AsoL, Var- 
dan 54 etc., 

vgl. phi. yrot?ar^Uaw*^ die fiinf Schalttage' Phi. Min. 61, 11, 
West, PT. I, 315, Anm. 3; IV, I 7 etc., paz. /ratJarrfyaw 'die fiinf 
Schalttage'; wjetzt verstehen die Parsen darunter die letzten zehn 
Tage ihres Jahres mit Einschluss der Tage der Mukhtad Cere- 
monien zu Ehren der Todten und ihrer Fravashisa Min.Gl. 77, 
np. farvardagan^ farvardiyan 'die fiinf Schalttage, als Festtage 
von den Persern gefeiert' (Vullers), auch fordagan^ fbrdayan^ 
pordgan und pordyan (Vullers), fbrdigan^ fordiyan^ pordtgan, 
pordiyan (Ges. Abh. 161) 'die fiinf letzten Tage des Monats Aban 
nebst den ihnen folgenden fiipf Schalttagen, die zusammen 
(zu Ehren der Todten) gefeiert werden' (Vullers); gr. das Fest 



1 Die Monatsnamen kommen nur im Qenitiv yor, da sie immer von 
dem Worte 'Monat' abhangen, vgl. Laz. 261: y amseann hrottt^ *im 
Monat H.'. 



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2. Abachnitt: PersiflcheWdrter. 185 

OovqSiyav = vsTtvia bei Menander (um 600 p. Chr.), syr. »da8 
Fest, welches sie selber die Frordiydn-Tdige nennena HofiFmann 
p. 79. 

Vgl. AlbirunT, Uebers. 210 : the last five days of this month 
(Aban) — are called Farvardajdn. — Regarding these days 
there has been among the Persians a controversy. According 
to some they are the last five days of the month Aban, accord- 
ng to others they are the Andergah, i. e. the five Epagomenae 
which are added between Aban und Adhar-Mah u. s. w. Dazu 
Darmesteter, Zend-Avesta II, 502. 

de Lagarde, Ges.Abh. 162, anm. 2 tremut fordtydn yonfra- 
vardiyan, das er nicht weiter beriicksichtigt. Der Bedeutung 
nach gehoren aber die Worter zusammen. Np. fravardiydn 
geht ebenso wie np. fbrdiydn = gr. OovqdLyav = syr. frdrdi- 
ydn a,uf]ph\. fravartikdn, jxf,farvardagd7i auf phi. *fravartakdn^ 
beides = 'die den Fravasis (ap. ^fravarti") geweihten Tage' 
zuriick. 

Arm. hrot' aus hrort- = pers. ^frort- bmb fravart-y also g. 
pi. hrot-^Q entsprechend ap. ^fravartlndm = zd. fravaHnqm 
= (der Monat) 'der Fravasis* {phi. fravardn Gl. and Ind. 87, 
np. farvardin der erste persische Monat). Vgl. Hoffmann p. 79, 
P. St. 169, 243. 

361. ^pnLituli hruiak oder xrusak 'ein Geback aus Mehl, 
Butter, Honig oder Zucker', modern arm. fiir tiirk. haha 

= np. faruia, afruia [dfruha) 'dulciarii genus e farina, 
butyro et melle confectum' u. ahnl. 

Als Pehleviform also *frohak anzusetzen ? 

362. i^uat^ jag (w-St.) 'das Junge eines Vogels' Luc. 1 2, 6 etc., 
vgl. Ges. Abh. 41, Anm. 6 

= np. zdq 'das Junge eines Thieres', syr. K5iT 'junges Huhn'. 

Die neupers. Form ist arabisirt, die mittelpers. miisste zdg 
oder zdy gelautet haben. So wird es von np. zdy 'Babe, Krahe* 
und zdg 'Vitriol' unterschieden. 

363. X/iLpjivi 'Pech' Jes. 34, 9, Daniel 14, 26 u. s. w. 

= arab. pers. zift 'Pech*, hebr. tlBJ 'Pech' Jes. 34, 9, syr. 
zifid. 

Herkunft des Wortes unsicher, vgl. Fraenkel 151- 



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186 2. Abflchnitt: Persische Worter. 

364. ^uifuuipuili caxarak (t-aSt.) 'RoUe', rdgvog, caxarakajev 
'gedreht, rund' Ag., caxarakeay fiir gr. roQewdg *in getriebener 
Arbeit* Ex. 25, 31 (gr.30), HoheliedS, 14; 7, 2, als ob TOQvevvdg 
'gedreht, gedrechselt* stiinde, caxarak-em ^abrunden, drechseln', 

dazu ^luptp caxr ^Drehung' in caocr atnul 'eine Drehung 
machen, sich herumtummeln' MX. 195, 18, Pseud., Joh.Kath., 
caxr-em *kreisen, hoch im Kreise fliegen^ El. 6, z. 15 v. u., Mos. 
Kal. I, 104, 14, Klagel. Jerem.4, 19 (s^iTtTrjaav), Baruch3, 17 
(ef^7talCopTeg)j caxrumn 'festeggiamento' Laz., 

letzteres = np. carx Vas sich im Kieise dreht, Rad, Spinn- 
rad, Drehung, Kreis, Himmer etc., bal. cark 'Rad, Maschine, 
Miihlstein*, osset. galx 'Rad, Scheibe' (des Mondes), afgh. carx 
'Rad, Scheibe, Drehung' etc., zd. caxra- 'Rad', skr. cakra- 'Rad, 
Scheibe, Oelmiihle, Kreis, Kreisen (eines Vogels), Kreislauf; 
ersteres = np. carxa 'gyrus, orbis, Spinnrad', vgl. carxagl zadan 
'in orbem agi et saltare, de luctatoribus' (Vullers), cahra 'Spinn- 
rad' (Horn, Grdr. Nr. 437), afgh. Lw. carxa 'Spinnrad'. 

365. ^ui^uiin cakat (w-St.) 'Stirn' Ape. 9, 4 etc., dann 'Front, 
Front des Heeres, Schlachtreihe, Schlachtordnung, Schlacht' 
1 Kg. 17, 4, 21, FB. 193, 198, MX. 31 u. s. w., cakat-im 'sich 
in Schlachtreihe aufstellen, eine Schlacht liefern' MX. 122 etc. 

= np. caAarf'Scheitel, Gipfel', phi. cakat 'Gipfel' Hdh. Gl. 1 1 9. 

366. ^lulfbiiJrri cakndel asyrXLov Jes. 51, 20, Mech. Fabehi 
p. 51, Leb. d. Vater, Med. Schr., Geop. 'beta rubra' 

= np. cugundar 'beta' Polak, Persien I, 122, cuqundur 
'Futterriibe' Rosen, Np. Sprachfiihrer 36, afgh. Lw. cuqundur 
'beet-root', kurd. cundr, cavanddr 'rothe Riibe' = np. cugundar 
ZDMG. 36, 61, 62. Das Arm. geht auf ein phi. *cakundar zu- 
riick, dessen Endung -dar im Arm. volksetymologisch in -dei 
fKraut') umgestaltet wurde. Mit Weglassung von dei erscheint 
cakn in den Med. Schr. nach dem Busabarut'iun. Als al teste 
np. Form ware *cagundar anzusetzen. 

367. ^uiJfLUip cambar 1. 'Lager' iKg. 13, 23 ; 14,4, FB. 14, 6 
(cambar banaMjy Sb. 49, z. 13 v. u., MX. 122, 9; 2. cambar 
[akanakapY ein (edelsteinbesetzter) Schmuck fiir Manner', neben 
gumartak 'Halsschmuck der Manner' genannt Sb. 65, 4, modern 
arm. cambarak 'eine Kette mit Halbring am Pflug' (nach 
A. Xacaturean) 



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2. Abschnitt: Persigche W6rter. \ 87 

c= np. canbar *Kreis, Ring', nach Zenker = *B,eifen, Hals- 
band, Stimband, Kopfband*, afgh. Lw. cambar 'sphere, orb, 
circle, disc, wheel, globe', phi. cambar 'head-fillet* (neben Hals- 
band und Ohrringen der Frau genanntj West, PT. I, 277, syr. 
KIMS 'omamentum lunatum'. 

Vgl. gumartak l/Schar, Heer, Haufen', 2. 'Halsschmuck'. 

368. ^ut%p.iuli canbak dait^kad'og nur Sirach 24, 20 (Weis- 
heit Jesu, Sohn des Sirak' Vened. 1878, p. 93) 

= skr. campaka- 'Michelia Champaka', paz. camba (mit 
Zendbuchstaben geschrieben) Bdh. 65, z. 2 = phi. cambak Bdh. 
66, 13. 

Dazu stellt de Lagarde np. zanba, arab. zanbaq Veisser 
Jasmin', deren anl. z nicht zu dem anl. c der angefiihrten Worter 
stimmt. 

369. ^uA'quA cawrfan 'Sandelholz' MGg. 615, 21 

= np. candan {candan, candal), skr. candana- 'Sandelholz', 
arab. sandal^ syr. biDS. 

370. cank oder cang,{i-a St.) 'Haken, Klaue, Kralle' MGrg. 
615, 16 und spater 

= np. bang 'Haken, Kralle, Klaue, hakenfdrmig, krumm'. 

371. ^ui2^ cos (o-St.) 'Friihstiick, Mahl', Sqiotov^) Mt. 22,4, 
Luc. 7, 36; 11, 38; 14, 12 etc., cai-em 'Mahlzeit einnehmen, 
essen' 3 Kg. 13, 7, cah-a-ker (von ker = 'essend') 'Esser' (Var- 
dan, Dan.), 

vgl. np. cait^ casta, cos ft 'Friihstiick', phi. caH 'morning 
meal' West, PT. I, 279 (neben iam 'evening meal'). Arm. cai 
setzt ein phi. *cas voraus; np. cos, das VuUers aus cast verkiirzt 
sein lasst, ist unbelegt. 

372. ^uiiuilf casak [i-a St.) 1. 'Kosten, Schmecken, Priifen, 
Geschmack', yevaig Salom. 16, 20, Hebr. 6, 5 etc., 2. 'Becher, 
Schale, Mass fur Fliissigkeiten' Ex. 25, 29 [a/rovdelov), Lev. 
14, 10{xoT{;lrj)j Num. 4, 7 (xij'a^os) etc., caiak-em 'kosten' Hebr. 
6, 4, 5, Mt. 16, 28, FH. 223 etc., 

vgl. np. caina kardan 'gustare', caint 'gustus, sapor', casl- 
dan 'kosten', cakgar 'Vorkoster', skr. casaka- 'Trinkgeschirr, 



1) Aber Selnyoy = arm. 9nfrtU. 



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188 2. AbBchnitt: Persische W6rter. 

Becher' (aus dem Persischen). Arm. cakak setzt phi. *cUsak 
voraus. 

Im Phi. ist COS' sonst = 'lehren' Min. G1.49, Shk.233, Gl. 
andlnd. 124, West, PT. 1, 243, vgl. zd.coiowa-'Lehrer'ys. 13,3. 

373. ^suu^niJ^ capuk ^biegsam, gelenkig' Narek., dnd capuk 
'schnell, gewandt' El. 57, 13 

= np. cabuk ^schnell, flink, behend, gewandt, geschickt^ 

374. ^uitnpui^ catrak ^Schachspier Grig. Tlay, 12. Jhd., 
cartrak Oskiph. (vgl. Wb. unter nart] 

= phi. catrang^ arab. SatranJ, skr. caturahga- BB IV, 39. 
Neben catrak steht catrkuQ bei Vardan, Gesch. (in catrkun 
xaial 'Schach spielen^), gen. pi. von catrak? 

375. ^Bup car (unflect.)^Mittel,Hilfsmittel,Au8weg'MX. 56, 
z. 26, Job. Kath., Euseb. u. s. w., carak 'Mittel, Heilmitter 
Thorn., Narek., Vardan 

= np. car ^Mitter, afgh. Lw. car 'remedy^, paz. car Wans, 
possibility^ Shk. 238, vgl. np. nacar ^hilflos, unvermeidlich, 
gezwungen' (arm. ancar ^unmoglich^jy np. cara ^Mittel, Aus- 
kunftsmittel, Hilfe, List*, phi. carak 'Mittel' Bdh. Gl. 117, Gl. 
and Ind. 124, Shk. 238, skr. cara- 'Verfahren'. 

376. ^luptuli carak ^Weide, Futter, Nahrung*, voixi] Joh. 
10, 9, 2 Tim. 2, 17 u. s. w., carak linim ^Nahrung (des Feuers) 
werden, verzehrt werden* Ezech. 15, 5, carak arnem (dem 
Schwerte) ^zur Nahrung geben* Mos. Kal. I, 215, z. 2 v. u., 
caiakem Veiden* (trans.) Judas Brief 12, Verzehren', carakim 
Veiden* (intrans.) Num. 14, 33, 'um sich fressen, sich ver- 
breiten* Apg. 4, 17, carak-a-vor FB. 265, 16 = xot-a-carak 
FB. 271, 19 Von Krautem lebend' 

== np. cara ^pastio*, caragah ^Weide* Fird. 1, 250, v. 1 1 6, car ci- 
gar = caranda Veidendes Vieh', phi. carak 'pasture* West, 
PT. 1, 374, bal. caray Vandern, weiden, grasen* (Geiger, Etym. 
Nr. 55). 

377. ^uipm carp (o-St.) 'das Fett* (desKorpers) Ex. 29, 1 3, 22, 
Lev. 9, 19 [areaQ) u. s. w., carpovin 'sammt dem Fett*, modern 
carpik 'geschiekt* 

= np. carb 'fett, glatt, geschmeidig*, carba^ carbis, carbi 
'Fett, Fettigkeit, Milde', bal. carp 'fett', carpi 'Fett', paz. carw 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 1 89 

^soft, smooth, mild' Min. Gl. 48, phi. carp ^fat, unctuous, soft, 
smooth' Gl. and Ind. 125. 

378. [^iupmtufi cartar \\indigy geschickt, erfahren, gelehrt, 
Kunstler' (Hohelied 7, 1) 

gehort nicht zu zd. carotar- 'Macher', vgl. ZDMG. 
35, 173.] 

379. ^lupuinJi cartuk FB. 49 und 50: das Pferd war von 
Farbe cartuk cancken *un cheval gris-pommele' (Langlois 1, 230), 
eigentl. ^Fliegen-car^e/A', ebenso im Ganjaran, modern arm. 
cartukar (aus cartuk Kai^) 'ein weisser, ins Rothe oder Blaue 
spielender harter Stein*, der znm Dreschen des Getreides ge- 
braucht wird (nach A. Xapaturean) 

zu np. carda (carta) ^color ad nigrum vergens, equus rufus', 
vgl. carad^ lies card 'color ad rubrum vergens, badius', jarda^ 
lies carda ^equus flavi coloris'. 

Arm. cartuk entspricht genau einem phi. * cartuk^ np. 
*cardu. 

380. ^IrtT c^w'Spaziergang', ce;^ ar/j w/'herumgehen, herum- 
spazieren' 3 Maccab. 5, 12, cem-aran TteQlTtavog, schola peri- 
patetica, cemakan TteQtTtaTrjviycdg j cem-im 'spazieren gehen, 
herumgehen, einherschreiten, einherziehen' Jes. 8, 7, 2 Maccab. 
3, 28, Spriiche Salom. 30, 29, Daniel 4, 26, Hiob 6, 10, MX. 27, 
Mos. Kal. I, 93, aregakn-a-cem Mer Sonne ausgesetzt' (Berg) 
MX. 27 

= np. cam 'Einherschreiten', camldan 'einherschreiten, 
einherstolziren'. ott^T- c*^ \ 

381. [6lri^2. cemis 'AhoTt\ nur FB. 237, 10: i cemiin erial^ 
nach Wb. = np. cemke^ tiirk. ce&me 1. 'Quelle', 2. 'Abort'. Vullers 
hat nur camsa 'fons' aus casma^ aber im Kurd, verzeichnen 
Justi-Jaba p. 129: wesma 'lieu d'aisance', G., p. ca§ma<', In- 
dessen kann arm. cemiS nur fiir pers. camis stehen, das 
Vullers nur in der Bedeutung: 'incessus mollior et fastuosior' 
(zu camldan) verzeichnet.] 

382. ^IrptTuili cermak 'weiss': cermakji oder erivar 'weisses 
Pferd, Schimmel' FB. 190, 7, Sb. 38, Narek., N. P., cermakaji 
'der (Mann) mitdem Schimmel' (der General Musel)FB. 190, 13, 



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190 2. Abgchnitt: Pereische WOrter. 

cancacermak ') 'Fliegenschimmer Magistr., vgl. poln. arm. jer- 
mag 'weiss' WZKM. 1, 282 

= up. carma 'equus albus* B., 'equus spadiceus' F., Fird. I, 
p. 121, V. 1035; 172, v. 783, 787; 444, z. I v. u.; 477, v. 714; 
III, p. 1163, z. 1 V. u.; 1525, V. 499 etc., kurd. cerme Veiss* 
ZDMG. 38, 61. 

Np. Jarma steht falsch fiir carma. 

383. ^HLnuil/ curak (curak) *der mannliche Falke' Magistr. 
{11. Jhd.) und Erznk. (13.— 14. Jhd.) 

= n^.Jurra b&z 'der mannliche Falke', eifgh., Jurrq, Jurrq 
baz *a species of hawk or falcon^, arab. zurraq ^accipiter albus^, 

gr. Tt,OVQdxLOV, 

Man sollte arm. jutak erwarten. So kann auch bei Erznk. 
gelesen werden ; aber bei Magistr. ? 

384. i^^ttff crag (i-a St., pi. cragunk) *Licht, Lampe' (der 
brennende Docht) Mt. 5, 15, Luc. 11, 33; 12, 35, Joh. 5, 33, 
Eznik 158 u. 8. w. 

= np. cirdy 'Lampe, Leuchte, Licht*, bal. Lw. ctra^'Lampe', 
osset. giray 'Licht', arab. sirdj. 

c6s =Jaus 8. im 3. Abschnitt. 

385. tPuiiqJr^ mazdezn, gen. pi. mazdezang 'Mazdayasnier 
Zoroastrier^, aurenk mazdezangn 'das Gesetz der Mazdayasnier' 
FB. 140, 13; 178, 3, 20, 23; 179, 9; 250, z. 1 v. u., Kir. 20 
MazdezariQ aiandn *der Irrglaube der M.* FB. 177, z. 8 v. u. 
den MazdezatiQ 'die Religion der M.' MX. 224, z. 3, 4 ; 249, 18 
El. 63, z. 5, 6 V. u., usumn Mazdezangn 'die Lehre der M.* FB 
179, 11, ace. pi. Mazdezuns FB. 188, 7, mazdezn 'mazdayas- 
nisch' s. oben p. 139 unter den^ mazdezakan dass. Thom. 

= phi. den i mazdesndn (oder mdzdayasndn) 'die Religion 
der M.^. oder 'die mazdayasnische Religion' Bdh. Gl. 229, Gl. 
and Ind. 208, falsch auch mahestdn geschrieben Bdh. Gl. 241, 
242, paz. din % veh i mazdayasndn 'die gute Religion der Maz- 
dayasnier' Min. 13, 16; 15, 21 etc., phi. inschr. mazdayasn oder 
mazdesn = gr. Maadaavov (gen.) Haug, Essay on Pahlavi 
p. 4, 49, zd. mazdayasna- 'Mazdayasnier', mdzdayasni- 'mazda- 
yasnisch'. 

1 i Np. asp I mUgUsi ^Fliegenschimmer Rosen, Np. Sprachftthrer p. 38. 

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2. Abschnitt: Persische Worter. j 91 

386. Jiul/aj^ makoik [i-a St., gen. makuki) 'Boot, Barke, 
Nachen Apg. 27, 16 [o'K&cpri), MX. 218, 4 

= np. makok 'Weberschiffchen', arab. makkuk 'ein gew. 
Mass', auch *Trinkgefass', syr. KplptJ axifcpogj auch 'ein gew. 
Mass'. Vgl. Fraenkel 207. Modem arm. mkuk 'Weberschiflfchen' 
(nach A. Xacaturean). 

387. iftu^p^ mahik (t-a St., gen. pi. mahkag) 'Mondsichel' 
und 'ein ihr ahnlicher Schmuck' Jes. 3, 20 {liirjvlaxog), Georg, 
Eikl. d. Jesaias (13. Jhd., 'Halsschmuck' und 'Mondsichel bis 
zum 5. oder 6. Tage'), Thorn. 132, 11 (»mondformige mahik an 
der Stirn der Pferde <r), Philo, mahik-eijiur 'Mond-horn' Basil, 
und daraus Anan. Shirak. 

= phi. *maklkj von phi. mah *Mond' Bdh. Gl. 230 und 
Suff. Ik. 

388. */Si#iJmac(o-St.)'Pflug8terz'Luc.9, 62,m6dernarm. mane 
= np. amo; 'Pflugsterz' (aus phi. *a-mac), pars! matk 'Pflug- 

sterz' ZDMG. 36, 70. — Vgl. P. St. § 13. 

389. tfuiiP mam 'Grossmutter' Mech. Rechtsbuch (neben 
pap *Grossvater') 

= np. mam 'Mutter'. 

390. [Jiuhuiisftpi mananix{gen. mananxoy) 'Senf 'Mt 1 3,2 1 etc. 
stellt de Lagarde zu np. nanx^ahj das aber 'Ammi' bedeutet, 
vgl. A.M. 260, Achund. p. 142 : 'Sison Ammi, kleiner Eppich', 
p. 270: 'radix et semen Ammi von Sison Amomum L.' Fiir 
'Senf wird arab. xardal = np. sipandan A. M. 107, Achund. 
p. 58 gebraucht. 

Vgl. oben anarmx 'Minze' p. 96.] 

391. tTuibaLitulf manuSak 'Veilchen' MGg. 612 (in Arabia 
Felix), Philo, Ag. 480, Steph. Siun., Thom. u. s. w. 

= phi. vanaviak Bdh. 66, z. 17, np. banafsa^ maz. venewsej 
arab. banafsaj und manafsaj^ iVLxk^menefse u.s.w. Arm. marm- 
iak steht unregelmassig fur *manauiak (vgl. kauiik = pers. 
kqfs etc.), doch vgl. suser aus *8afser. 

Daneben steht maniiak = syr. m9nUka, s. unter den syr. Lw. 

392. ifiuis^ mank oder man^ 'Arglist', nur einmal (nenffav 
ev mangav] bei Basil. (5. Jhd.), vielleicht aber auch in dem 
alten und haufigen Adjectiv xor-a-mang 'arglistig' 



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192 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

= np. mang 5) *fraus, dolus', B. F. sine ex. (VuUers), osset. 
mane = tag. man 'Liige, Betrug' (Sjogren), mdng-diodisdnld 
'falsche Zeugen' (meine osset. Etym. p. 18). 

393. J]u2^ mas *eine Art Bohne' Mech. Fabeln p. 48 

= np. mdh 'Phaseolus Mungo, Mongobohne' Achund. p. 1 35. 

394. iFui^l^uiu^lrp^iuu maskapercan oder maskapercen 'das Zelt 
des Perserkonigs' FB. 55 (maskapacen) , 189 [mahkavarzan)^ 
Sb. 27 (masapercan)j 42 (maskapercan) 

= pbl. 'J'^TnJDKDTnia 'Zelt' Yatk. p. 5 5, § 2 5, zu lesen maskaparzm 
Oder besser ma&kdparcen, Vgl. ZDMG. 46, 328, WZKM. 8, 366. 

395. iTuiutuili matak (t-aSt.) Sveiblich, Weibchen' (von Pfer- 
den, Eseln etc.). El. 107,7, Thom., Mos. Kal. 1, 1 1 7, matak-a-xaz 
'briinstig' (Pferd) Jerem. 5, 8 (&r]lvfiavrjg)j matakpan 'Aufseher 
der Stuten, des Gestiites' Pseud. 1 6, 6 

= np. mdda 'Weibchen', i^YA.mdtak Bdb. G1.228, PPGl. 8 
und 157, bal. Lw. mddag^ mdday 'Weibchen'. 

Daneben stehtf/Itfin/ruiif matean[^^r\c\i nmdean? ygl.'Sr. 383) 
'Stute' (synon. mit qutJfipif zamhik und i^im/^^ cayik) Magistr. 
und Erznk. Gramm. 

= np. madiydn 'Stute', bal. Lw. mddydn *Stute', phi. md- 
tydn(?) ZPGl. 12, z. 5, urspr. aber *mdtikdn P. St. 242 — ? 

396. tg^ntitifii iPiuutlru/b gund'nmateanlSl.90,i2]9iyZ.7\.u.= 
matenik gund-nFB. 'die Schar des Unsterblichen' (im pers. Heer) 

= persisch — ? 

397. [iTiuinnLuiiulf matutak 'Siissholz' Geop. und Med. Scbr. 
lasst sich lautlich weder mit np. mahk 'Siissholz' noch mit 

den bei Achund. p. 241 angefiihrten pers. ubich mekkeha [bich 
= np. btx 'Wurzel') und y>motki(!i vereinigen.] 

398. iFiup mar (M-St.) 'Mass fur Fliissigkeiten' Job. 2, 6 
{jLieTQrjTrjg) u. s. w. 

= pers. liiaQig, pontisch l^ciQrjg, vgl. Ges. Abb. 196. Zu 
Gninde liegen kann ein phi. *mdr = *mdhr = ap. *md&^a- 
(P. St. 206), vgl. skr. mdtrd- 'Mass'. 

399. iTtupuilu marax (o-St.) 'Heuschrecke' Mt. 3,4, Ex. 10, 4, 
Sb. 27, 13, Kir. 208, 209 etc. 

= zd. madaxd'j bal. madaXj maday, np. wa/aa: 'Heuschrecke'. 
Vgl. P. St. 100, 202. 



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2. Abschnitt: Pereische Worter. 193 

400. i/2«/f^ marg 'Wiese, Aue' I Maccab. 9, 42 [^Xog)^ MX. 
123 [MaraQ marg 'Meder-wiese'), Vardan 35 u. s. w. 

= syr. \iaxyo marga ^ Wiese^, arab. marj ^Wiese'', scbon von 
den Arabern (Fraenkel p. 129) als pers. bezeichnet, np. mary 
'genus graminis quod bestiae pascentes libenter voran t' (Vullers), 
maryzar 'Ort, wo mary wacbst, Wiese' Fird. 1, 435, 34, in alterer 
Zeit np. mary noch 'Wiese' P. St. 98, kurd. mirk, merya 'prairie' 
Justi-Jaba Diet., merk 'Easen, Wiese"* u. s. w. ZDMG. 38, 90, 
zd. mardyor 'Wiese' vd. 2, 26. 

401. margasisay oder markaiisayj res^. markasitay z\i\esen 
fur mardariiar MGg. 615? 

= np. marqaslsa Vullers, marqasita A. M. 253, z. 2 'Pyrit, 
Markasit' Achund. 138, 187, syr. ^n-^TDpnia. 

mardasang s. im 3. Abschnitt. 

402. iPiupii^ marz (t-St.) 'Grenze, Grenzland, Provinz, Ge- 
gend' Ag., El. 47, z. 6 v. u.. Thorn., Joh.Kath.,Levond, marzpan 
'Statthalter einer Provinz, Markgraf (solche verwalteten das 
persische Armenien nach dem Sturz der arm. Dynastie) El. 100, 
z.2v.u.,Sb.29, 16;34u.s.w., Mos.Kal. 1, 142,z. 9 v.u., marzpan- 
uiiun *Markgrafenwiirde' EL, Laz., Sb. 25, z. 6 v. u. etc. 

= np. m^arz 'Grenze, Land', syr. Kf^ia 'marchionatus', np. 
marzban eigentl. 'Grenz-hiiter' = 'Markgraf' Tab. 102, 446, 
phi. marzpan BB FV, 36, als Eigenname Gl. and Ind. 212, syr. 
marzuwcLn Hoffmann p. 30, 64. 

Jiingere Formen fur marzpan sind marzavan Steph. Orb. 
und marzvan Vardan = np. marzban, marzvan, 

Ueber marzpet = maipet s. unter fnikan p. 69 ; marzpetakan 
igund) bei Mt. Urh. steht falsch fiir mardpetakan. 

403. Jiupquiiii^ni^ marzangoS Galen, Med. Schr., marzgos 
(var. marzigos) MGg. 612, 28 

= np. marzangos (marzanJuS A. M. 250) 'Origanum Majo- 
rana, Majoran' Achund. 137 und 267, m9r9zangds Bdh. 66, 11. 
Die syr. Formen s. Ges. Abb. 64, Brockelmann Wb. 194. Eine 
Abart davon ist Myosotis = arm. mkn-akanj 'Mause-ohr'. 

404. iPtupi/ilf-^ marjik'k = marzik-k 'Truppen, Soldaten' 
nur El. 11, Moskauer Ausg. 1 7 

= pers. — ? 

Hftbachmann Armsnisclie Grammatik. 13 



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1 94 2. Abschnitt : Persische Worter. 

mexak s. im 3. Abschnitt. 

405. Jh^bliu/uli mehekani gen. eines ungebrauchlichen 
nom. mehekan = Name des 7. armenischen Monats, vgl. 
Koriun 26 : am 13. Tage amseami mehekani 'des Monats Mehe- 
kan', MX. 270: y ey^ektasann mehekani 'am dreizehnten dee 
Mehekan"* (starb Mesrop), Mos. Kal. I, 232: mehekani amsoy 
'des Monats Mehekan', daneben meheki gen. eines ungebr. 
nom. *meheakj vgl. Joh. Kath. 70, 20: i meheki amsean 'im 
Monat Meheak', 

vgl. pers. mihr^ phi. mihr (geschrieben m(t)tru) Gl. and 
Ind. 87 'der 7. persische Monat' und np. mihrgan 'Fest dee 
Mithra im Monat Mihr' Alblruni Uebers. p. 208 = phi. mihr- 
agan (geschrieben m(t]trugan) Bdh. 33, 9 (richtig ware phi. 
mihrakan) = ap. Mcd^Qdy,ava (fur Mi&Qayava bei Strabo 530: 
Tolg Mtd-qayLivoLg) 'das Mithrafest' (Darmesteter, Zend-Avesta 
II, 443). 

Arm. mehekan: Mix^Qcxytava, arsacid. *midrakan, mihrakan 
wie arm. ahekan: arsacid. *d&rakdny *ahrakan (s. oben p. 95 
unter ahekan), Vgl. die spateren Neubildungen arm. mrhakan 
iind mihrakan oben p. 53 unter Mihr und P. St. 205. 

406. iffr^lru/b mehean (i-a und t-St., gen. meheni) 'Tempel 
(der Gotzen), Altar, Gotzenbild' Ag. 606, 11,13; 607, 1, 5, 1 Kor. 
8, 10 [eidojlelov], Hosea 10, 8 (ficoi^idg), 2 Kor. 6,16, Rom. 2,22 
{eXdcjXov) u. s. w., 

nach de Lagarde zu pers. mihr, vgl. pers. dar i mihr 'Mithra- 
pforte' = 'Temper (der Parsen), also mehean (mit dem arm. 
suff. ean) = 'auf Mithra beziiglich, mithrisch'? Unsicher. 

407. i&^Ljuuq. we^etJanc^'Arm-oderHalsband' (derFrauen) 
Num. 31, 50 [xhdtbv), Jes. 3, 20, Richter 8, 26 {avQayyaUg) 

scheint persisch, mit -vand = np. band 'Band' zusammen- 
gesetzt. 

408. li^^in miSt 'immer', alt und besonders haufig in Comp. 
(m§t-ar) und in der Ableitung mstnjiean, als 1. Glied von Comp. 
= mstnjenrOn 'immer, ewig' (zur Bildung vgl. tiv 'Tag', gen. 
tvnjean aus *tiv-Tijean) 

= zd. mUti yt. 5, 120 ; 7, 4, das nach der Tradition 'immer' 
bedeutet (Darmesteter, Etud.iran.II, 303, Zend-Avesta II, 394), 
wahrend es Geldner durch 'Hamen, Thau' iibersetzt. Unsicher. 



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2. AbBchnitt: Persische WOrter. 195 

mlham s. im 3. Abschnitt. 

409. t/lin[i^ mstik (i-a St., instr. mHkav) *^Bundel, Biischer 
(Ysop), dia^ri Ex. 12, 22, Job. 19, 29 

= np. muhU *Handvoir von muH 'Faust, Handvoll', bal. 
Lw. muit 'Faust', phi. must 'Faust', mustlh 'Handvoll' Gl. and 
Ind. 218, Bdb. Gl. 240, aber muH 'Faust' Spiegel, Traditionelle 
Lit. p. 432, zd. muStt-^FaxLst^ (in mu^timasah-), skr. musfi- 'Faust, 
HandvoU, Griff*, mwi^tio- 'HandvoU'. Vgl. lat. mam/w/tt^'Hand- 
voU = Bund, Biindel, Manipel, Compagnie'. 

Arm. mstik setzt ein phi. *musttk voraus. 

410. ifnti^ mog (w-St. und i-a St.) 'Priester der zoroastrischen 
Religion, Magier' Mt. 2, 1, FB. 140, El. 11, z. 2 v. u.; 39 etc., 
Eznik 9, 13, 64, 116, 222, 235, 252, Laz. 305, Sb. 46 u. s. w., 
davon mog-em 'zaubern' Apg. 8, 9, moguiiun 'Religion der 
Zoroastrier (Magier), Magierthum, Magie, Zauberei' El. 14, 10, 
Sb. 45, Apg. 8, 11, mogakan (aland = 'Irrlehre') 'der Magier' 
Mos. Kal. I, 211, mogpet [i-a St.) 'Oberpriester der Zoroastrier' 
El. 11, z. 1 V. u.; 39 etc., Laz., Sb. 28, Mos. Kal. I, 212 

= ap. magvn 'Magier' (urspr. ein medischer Stamm, vgl. 
Nold. Aufs. p. 12), gr. ^dyog 'Magier, Priester und Weiser 
derPerser, Zauberer' Herod, etc., hebr. Dit3 'Magier' Jerem. 39,3, 
phi. wa^ (geschrieben Twa^w, gesprochen may oder may) ZDMG. 
44, 671, Horn, Sieg. p. 23 flg., np. muy (moy) 'Magier'; phi. 
magupat Haug, Essay on Pahlavl p. 72, Horn, Sieg. 27, BBIV, 
59, Gl. and Lad. 223 = 'Chef der Magier, Oberpriester' (= ap. 
"^magupati'). 

Phi. magupat^ gesprochen moypet^ P^g i^ sassanidischer 
Zeit in movpet'vih^r^ daher arm. movpetan wot?/?e^ 'Obermobed' 
El. 124, z. 4 V.U., Laz. 262, 6, Sb. 27, syr. mowedan mowedHoS- 
mann p. 88, phi. maupetan maupet BB IV, 59, np. mobedan 
mohed Tab. 9, vgl. syr. «tDt113 (um 400 p.Chr.), gr. MavtTtTccg 
lies MavTVCTccg BBIV, 59. — Aus dem Neupersischen stammt 
die Form muhitan mubit bei Mos. Kal. 1, 204. — Entsprechend 
wurde der plur. moyan zu movan in arm. movan handerjapet 
El. 124, movan anderjapethdiz. 262 =moga^ anderjapet FB. 157 
(mogag mit arm. Pluralendung) = syr. muy(anyandarzbadlioS' 
mann p. 50 'Andarzpet der Magier' (s. oben p. 99 unter andarj). 
Vgl. P. St. 248. 

13* 



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196 2. Abschnitt: Pereische WOrter. 

411. iPnqnqJhij tnolozmay ^Weinglas' Mos. Kal. ed. Emin 
p. 59, 17, maizmay Pariser Ausg. I, 174, 16 

= pers. — ? Vgl. np. mul *Wein^ 

412. iPntT mom (o-St, gen. momoy) *WacW Psalm. 67, 2 
u. s. w., momxikert *au8 Wachs gemacht' Basil., momelen 
Vachsem = Kerze' FB. 229 

= np. mum ^Wachs, Kerze', davon murran 'von Wachs'. 
Die Pehleviform war also mom. 

413. Jn|l^ moik [moig) 'Schuh' FB. 204, 266, Laz. 191, mia- 
moik *mit einem Schuh bekleidet' Laz. 191 

= paz. phi. mok Min. Gl. 140, Gl. and Ind. 218, arab.ww^, 
syr. KpTO, gr. fiavxlg Fraenkel 55. 

414. tTaL&iuli mucak 'kleiner Schuh, Frauenschuh' Leb. d. 
Vater, Erznk. 

= np. moza 'Ueberschuh', bal. Lw. mozag^ moiay ^Socken, 
Stiefel, Beinkleider', afgh. Lw. moza *a stocking, a boot, a 
covering for the legs, a long boot', arab. mauzaj Fraenkel 55, 
paz. moza *a stocking, a boot' Min. Gl. 140 = phi. mocak Phi. 
Min. p. 51, z. 7. 

415. irnL2ji mu&k ^^Moschns' Gesch. Georg., Bars. Mask., 
Ganjaran, mtiik-ere (d. i. *Mo8chus-Wild') 'Moschnsthier, Mo- 
schus moschiferus' ^) in Indien MGg. 615, 17 (zwischen Greif 
und gehorntem Esel genannt), dasselbe nur musk genannt MGg. 
616,13 in China (zwischen hreS ? und Pfau), aiceamn mikaport 
= 'moschus-nablige Gazelle' Geschichte der hlg. Htip^sim. 
MX. 301, 8 

= np. mxAhk und mi^k *Moschus', phi. musk 'Moschus' Bdh. 
Gl. 241, mehk (in Zendbuchst.) 'Moschusthier' (in 8 Arten) Bdh. 
p. 31, 5flg., arab. misk, 

416. pLk2}i JzfiV *^^^ mskoy MGg. 615, 15, bei Soukry 
p. 44, 10, 11: ))Mause, welche genannt werden be&-maik, die, 



1] Vgl. die Glosse bei Soukry p. 44: mu^kere, »an Grdsse und Gestalt 
wie das viermonatliche Junge der Gazelle, abgesehen yon den Z&hnen 
(Eckz&hnen), die, sagt man, wie die des Fuchses sind, denn es frisst Mause. 
Und vom nap^ak {=■ np. hafa *Mo8chu8beuter) sagen einige, dass es die 
Hoden [orjiU] seien, andere aber sagen, der Moschus sei vor den Eiern 



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2. Abschnitt: Persische Worter. 197 

da sie die todliche Wurzel btS essen, Gegengift sindor, an bei- 
den Stellen bes-muhk *^Be§-Maus'' zu lesen 

= phi. bei mesk (in Zendbuchst.) »welches beh issta Bdh. 
31, 7 (unter den Moschusthieren genannt), np. beS-muS aein 
der Maus ahnliches Thier, das unter den Wurzeln der Pflanze 
bes lebt und dessen Fleisch als Gegengift gegen diese Pflanze 
dient« (VuUers), syr. ltJ113T6*'l 'reptile quoddam, quod radice 
cicutae, ut dicunt, vescitur' etc. de Lagarde, Symmicta p. 9 1 , 

zu np. bes, bis A. M. 57 *^Aconitum' (vgl. Polak, Persien 11, 
212, 264) und np. mui *^Maus', bal. muhk, musk 'Ratte, Maus'. 

417. iPnLp^iul/ murhak (t-a St.) 'Urkunde' (Vertragsurkunde, 
Schenkungsurkunde , Kaufbiief, gewohnlich: ein murhak 
schreiben und siegeln) Jerem. 32, 10 — 14, avyyQa(prj Tobit* 
7, 16, Jes. 58,6, Hiob31,35, x^^R^yQ^^ov Tobit*9, 6, MX.256, 
FB. 136, z. 6 V. u.; 269, 13, Kir. 33 u. s. w. 

= np. muhr 'Siegelring, Siegel*, skr. mudra- 'Siegelring, 
Siegel*, mudrika- dass. 

418. tTtiLput murt [^en. mrtoy) 'Myrtenbaum' [dMch. mrteni, 
mrti) und 'Myrtenbeere' Nehemia 8,15 (gen. mrtoQ xnkeneag = 
fiVQolrrjg), Jes. 41, 19 [murt = fxvQalvr]), Ag. 479, MGg. 609 
(in Siunik*^) u. s. w, 

= np. murd 'Myrte' A. M. 12, 12flg., phi. murt Bdh. Gl. 240, 
PPGl. 160, gr. ^{fQTog (nv^^ivr], fivQolvt]) *Myrte'. 

Das armenische Wort kann auch aus demGriech. stammen. 
Vgl. Nold. Stud. II, 43, Hehn, Kulturpflanzen « 231—233,573. 

419. jiuqkir yaz-em (aor. yazegi) 'die Opfergebete nnd Cere- 
monienverrichten, opfem'Eznik 1 19, 136, 137,222 (»erstopfern, 
dann todten«!), 1 Maccab. 1, 50, Ephrem, Kanon., Thom. 27, 1 6, 
yazim (vom Opfer) 'essen' Kanon., anyaz El. 40, 22, yaz-acoy 
mis 'Opfer-fleisch' El. 49, 22, yazumn 'das Opfem' Kanon., yaht 
(i-St.) 'Opfer' Eznik 113 flg., Ag. 606, El. 20, Kanon., 

= zd. yaze 'ich opfere, verehre', skr. yaj 'opfern, verehren', 
paz. phi. yastan 'to worship, consecrate' Min. Gl. 220, Gl. and 
Ind. 267, praes. yazem PPGl. 236, yazehn 'worship' Min. Gl. 
221, Gl. and Ind. 258; zd. yesti- 'Verehrung, Anrufung', phi. 
yaH 'Verehrung, Gebet' Min. Gl. 220, Gl. and Ind. 266, ZDMG. 
43, 32, 'Gebet' Bdh. Gl. 287, syr. 'den Yaht verrichten, her- 
sagen' Hoffmann p. 79, Nr. 724, p. 94 und 108. 



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198 2. Abechnitt: Persiache WOrter. 

Daher die Deutung des Ortsnamens Yasttsat, AHUat (Dorf 
in Taraun Ag. 606, FB. 114, Laz. 104 etc.) als = TtoMdvrog 
(im griech. Agath.), von yak 'Opfer^ und sat Viel, reichlich*. 
Siehe untax sat p. 212. 

420. jiuuJjili yasmtk ^ J aamin Ag, 480, MGg. 612 (imgliick- 
lichen Arabian) 

= np. yasamtn A. M. 270, yasmm Rosen, Np. Sprach- 
fiihrer 37, bal. Lw. yasmln, afgh. Lw. yasmm oder yasamm, 
phi. yasmm u. s. w. Spiegel, Traditionelle Lit. p. 439, West, 
PT. I, 104 = Bdh.Gl.285. Im Pehlevi existirte wohl *yasmtk 
neben yasmm, Vgl. np. zarnt neben zamln, anguhtarl neben 
anguhtarm, 

421. jiuLuiutuli yavanak oder jmliuutul/ yovanak 'das Junge' 
(von Eseln, Pferden etc.), 'Fiillen' Mt. 21, 2, Eznik 175 etc. 

= zd. yuvan-, *jung, Jiingling', np. juvan, Javan *jung, 
Jiingling', bal. hw, javan, 

JungeT entlehntisi Jevan-^Juvan-, s. unter den Eigennamen 
p. 69. P. St. 153, 154. 

422. jtuLtui yavet adv. *immer', davon yavitean *in Ewig- 
keit' Mc. 3, 29; 11, 14, i yavitean Joh. 8, 35, mingev yaviteann 
'in Ewigkeit^ Sb. 123, z. 3 v. u., t yaviteni^ 'seit Ewigkeit' Joh. 
9, 32, Luc. 1, 70 etc., yaviteans yavitenig 'von Ewigkeit zu 
Ewigkeit' (haufig), arkay yavitean keag^) »Konig, lebe ewig» 
Sb. 40, z. 7 V. u., yavitenakan adj. 'ewig' 

= np. Javedy jdvedan 'ewig', zd. yavaeca yavaetataeca 'fur 
immer und ewig^, phi. yavetan 'for ever^ PPGl. 134, Yatk. 66. 

Die jiingere Form mit/ liegt vor in ^lui^mlruiu junupntl^ 
Javitean xosrov 'Ewig-Xosrov' Sb. 68 (s. oben p. 68 unter den 
Eigennamen). Die Endung -ean ist echt armenisch. 

Das neben yavet vorkommende yavez adv. 'immer^, adj. 
'ewig* Ag., Eznik etc. und mit secundarem r: yaverz, yaverz 
geht auf eine andere Ableitung von zd. yavae- zuriick, vgl. zd. 
yavaeji' 'immer lebend*. 

423. jlruil/uip yetkar (t-St.) 'Brief Sb. 41, 14, 'Bericht' Sb. 
122, 21 = Steph. Asol, 97, z.5 v.u., 'handschriftliche Urkunde' 
Joh. Kath. 



1) Vgl. pers. ancia biziy hameia hizt P. St. 269. 



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2. Abschnitt: Persische Worter. 199 

= np. yadgar 'Andenken, Erinnerungszeichen^ Fird. 1, 16, 
V. 56, phi. ayatkar^) *a writing, book, treatise, pamphlet' Ganj. 
Gl. p. 1, 'a memorandum, memorial, record, register* Gl. and 
Ind.23, paz. ayadagar 'memorandum' Shk. 235, vgl. ayadkarat 
*Memoiren' Hoffmann p. 294. 

Man sollte im Arm. ^ayatkar erwarten. Hat volksetymolo- 
gische Anlehnung an die Comp. mit yet- 'nach' stattgefunden ? 

424. jnj>i^ yoiz 1. *Suchen, Untersuchung', 2. 'Erregung', 
yuzem 1. *ich suche, untersuche, durchsuche' A. T., 2. 'setze in 
Bewegung, errege' (das Wasser Joh. 5, 4), *rege auf (die Men- 
schen) Mc. 15, 13 

= zd. yaozaiti 'bewegt sich, wogt, wallt', bal. juzay *to 
move', juzox 'moving, the pulse' Dames 65; np. razmyoz'^) 
'kampfsuchend, kampfbegierig', vgl. arm. paterazm ywzc/*nach 
Kampf begehren' Zenob 25, z. 1, 2 v. u. 

425. jni[iuq^ yovaz (var. jiuiMiq^ yavaz) 'Panther' Hosea 5, 1 4 ; 
13, 7, Pseud. 150, z. 9 v. u., Eznik 149, Mos. Kal. I, 93, Leb. 
d. Vater 

= np. yoz *Jagdleopard'3), syr. fc^TI*' 'panthera' (venatica). 
Georg. avaza 'Panther' Tchoubinof p. 6 stammt wohl aus dem 
Armenischen. — Zur Form s. P. St. 151, 153, 169. 

426. jiiLilftuu^iupfilf yuskaparik (i-a St.) 'ein fabelhaftes 
Wesen, Centaur' Pseud. 28, 19 = MX. 142, 9 (Kampf der 
Lapithen und Centauren), dvoycivravQog Jes. 13, 22; 34, 1 1, 14; 
»8ie sagen, dass die yuikaparik, welche die griechische Sprache 
isa^il (= 'Esel-stier') nennt, in den Ruinen wohnena Eznik 98, 
ebenda neben andern Fabelwesen: parik, hambaru, covagul 
fMeer-stier'), pay und atlez (= aralez p. 100) als nicht existi- 
rend genannt, 

scheint ein persischesComp., aus yu^k (vgl. np. vu&k 'Esel', 
von VuUers s. v. verworfen, aber im Gazophyl. 33 unter den 
Wortern fur 'Esel' angefiihrt) und parik (= np. part, s. unter 
parik) ? Unsicher. de Lagarde vermuthet isk-a^parik von i&k 



1) Ueber den Anlaut s. P. St. 106, 151, 153. 

2) Vgl. Ratmiozan p. 69. 

3) Von Folak, Fersien I, 187 als yus pelenk 'Gepard''(= yoz palang) 
unter den jetzt in Persien gejagten wilden Thieren genannt. 



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200 2. Abgchnitt: Persische Wdrter. 

= iSuk 'Eselchen* (von arm. es *Eser), aber die Ueberlieferung 
yuhkaparik scheint sicher. 

427. ^luqpiP nazim ^stolz thun, sich briisten, liebkosen' 
Num. 23, 24, 1 Maccab. 10, 70 etc., wa^ian^ 'Koketterie^ naz- 
a-han-em *mit feierlicher Rede preisen', nazeli 'herrlich, prach- 
tig, wiirdig^, modern arm. naz caxel *^8ich zieren', nazelacem 
^kokett einhergehend' 

= np. naz 'Zierlichkeit, Schonthun, Liebkosen, Kokettiren, 
Ziererei^, tidzuk 'zart, zierlich, fein^, naznm ^zierlich, hold, Keb- 
lich"*, nazidan 'stolzthun, sich briisten, prahlen', afgh. Lw. naz 
1. 'fondling, blandishment, coquetry, playfulness' etc., 2. *^pride, 
consequential airs', nazuk *thin, delicate', tidznln 'delicate, 
lovely'. 

428. %uifu nax 'zuerst', alt und haufig, als 1. Glied von 
Comp. fiir griech. tt^o- und ttqioto-j z. B. naz-a-gah Ttqdedqog 
'den Vorsitz habend', nax-a-durn itqdd-vqov Ezech. 8, 3, nax- 
9nlaQ TtQddqofxoSj nax-cin 'erstgeboren', TtQcoroyevrig Ex.31, 1 
u. 8. w., da von ?iaxni 'Vorfahr, Stammvater' A. T., MX. etc., 
naxust, i naxust Von Anfang, vor Alters', dann auch adjectivisch 
'alt' Magistr. und Plato, 

letzteres scheinbar = np. naxust 'Anfang, erster, zuerst', 
paz. phi. naxust 'first' Shk. 259, Gl. and Ind. 230. 

Aber arm. 7iaxust ist gebildet von 7ia^ mit der arm. Ablativ- 
endung -ust (vgl. y-erkn-ust 'vom Himmel', ail-ust 'anders- 
woher' etc.), die mit dem -ust von np. naxust nichts zu thun 
hat. Andrerseits ist die Bildung von np. naxust vollkommen 
dunkel. Zu vergleichen ist also nur arm. 7iax mit np. naxust 
Ob und wie sie zusammenhangen, ist mir unklar. 

Fiir arm. 7iax scheint nah eingetreten zu sein in nahatak 
'Vorkampfer', TtQcovaycoviaTijg 1 Maccab. 9, 1 1 etc. und inTiahapet 
'Stammvater des Geschlechtes, Patriarch' A. T., Ag., MX etc. 

429. "builu^/ipg naxcir-k 'Erlegung von Wild auf der Jagd 
oder von Menschen im Kampfe, Gemetzel', — arean 'Blutbad' 
FB. 51, El. 92, Job. Kath., Arist., davon Naxcrajor (jor = 
^Thal') ein Dorf in Airarat, Joh. Kath. (vgl. Injijean 402) 

= np. naxcir (mit l) 'Jagd, Jagdbeute, Wild' Fird. I, 434, 
syr. fc<n*^Wn5, vgl. ZDMG. 46, 141 [naxier&a7m mit e], 
nacak s. im 3. Abschnitt. 



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2. Abschnitt: Persische Worter. 201 

430. IbuitPtulf namak [i-a St.) ^Brief, Schreiben' 2 Maccab. 
11, 15, Josua 15, 15; 21, 29, El. 20,3; 22, 10; 23,11, Laz. 187, 
Sb. 120, collect, plur. namakani Laz., namak-a-gir = (Anklage-) 
brief-schreiber = 'Anklager, Verrather' 2 Maccab. 3, 1 1 ; 4, 1 ; 
6, 10 

= np. nama 'Brief, Schreiben, Buch*, pbl. namak (vgl. 
karnamak). 

431. 'uubJ^i^ nam-il (inf. ) 'feucht werden^ einmal im Ganjaran 
zu np. nam 'feucht\ Wobl modern. 

Dazu namet u. s. w. ? 

432. Ibiupq^tu narffes [nerges] 'Narcisse' Ag. 480 (wcr^is), Var- 
dan, narktSf narkes Med. Schr. 

= np. nargis 'Narcisse' A. M. 262, 8, syr. op'^S, gr. vaq- 
ncaaog, 

Np. nargis setzt ein phi. *narkts voraus, daher arm. narges 
erst in sassanidischer Zeit entlehnt. Vgl. P. St. 239. 

narinj s. im 3. Abschnitt. 

nart = nard s. im 3. Abschnitt. 

433. 'uiUL^) nav 'Schiff, Boot' («-aundw-St.) Mt.4,21; 8,24; 
14, 13, Mc. 1, 19, 20; 6, 32; 4, 36, Luc. 5, 3, 7, Job. 21, 8 
u. 8. w., alt und haufig, navak TtloiaQcov Mc. 3, 9, navabek 
*schiffbriichig^, navem 'schiflTen' Apg. 27, 1, Ape. 18, 17, navord 
'SchiflTer' Sb. 79, navavar (= Schiffs-fiihrer) vaiycltjQog Apg. 
27, 11, navapet (= Schiffs-herr) yiv^eQvrjTtjg Apg. 27, 11 etc. 

= np. nav *R6hre, Rinne', auch *navicula', navdan 'canalis', 
naxudd (aus *navxtida) 'Schiffscapitan , phi. navtak 'schiffbar', 
navlcak 'Canar Bdh. Gl. 246, ap. naviya in utd abih ndviya dha^ 
skr. naw- 'Schiff, Boot, Nachen'. 

Arm. nav kann echt, aber auch entlehnt sein (s. p. 1 7). 

Sicher entlehnt ist %uiuuii^ navaz [i-a St.) 'Schiffer', vaitrig 
Pit., Philo, Ape. 18, 17 

= zd. 7iavaza' KZ. 27, 252, ZDMG. 46, 294, Anm. 3, skr. 
ndvdjd- 'Schiffer', lat. *ndvtgu$ BB IV, 131 in navigare, navi- 
giu7n. — Vgl. gavazan p. 126. 



1) Modern arm. ist nav 'dieRinne, durch die dasWasser auf dasMflhl- 
rad geleitet wird* (nach A. Xacaturean) = np. nav 'canalis, per quern aqua 
molam agens fluit'. 



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202 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

434. %utLiul/iutnlig navakati-R (geu. navakatea^) 'Einweihung^ 
FestderEinweihung,Tempelweihfest, Fest^, eyxa^i/tcTjUcJg Num. 

7, 10, Deut. 20, 5, xa lyY.aivia Joh. 10, 22 (= np. naugan bei 
VuUers), Tonak., Euseb., Thorn., Steph. Orb. II, 206 {cragaloign 
navakatiJc 'Fest der Lichtanziindung'), 

von den Armeniern durch noroguliun oder norogumn *Er- 
neuerung^ iibersetzt, vom Wb. = noraJcertiJc ^) gesetzt mit Hin- 
weis auf np. nau kardan *neu machen', 

ist offenbar persisch, wahrscheinlich mit dem arm. Suffix 
-i von einem phi. *navakat' abgeleitet, dem im Zd. *navakata- 
*da8 neue Haus^ entsprechen konnte (zd. nava-j np. nau ^nexi 
and zd. kata-, phi. kaiak, np. kady kada ^Haus^, vgl. Horn, 
Grdr. Nr. 844), wonach navakatik Mas auf den Neubau beziig- 
liche^ (Fest) bedeuten wiirde. 

Gegen die Gleichung -kat-ik = zd. kareiti- spricht arm. 
kert = zd. karata- *gemacht\ 

435. %uiiMiuuipii. navasard (i-a St.) Mer erste Monat des ar- 
menischen Jahres, Neujahr' El. 40, 1, i navasard avur^ sun Neu- 
jahrstage^ Ag. 623, amseann navasardi *des Monats Navasard* 
Koriun 25, navasardi amsoy *des Monats Navasard' Mos. Kal. 
I, 219, z navasarduQ iamanakaukn ^um die Neujahrszeit' FB. 
117, 6, z tauns navasardoQ Mas Neujahrsfest* FB. 117, 25 

= zd. nava- ^nevL + sarada- 'Jahr' (osset. siird *Sommer', 
skr. garad' 'Herbst, Jahr'), np. nau ^ne\x und sal *Jahr', vgl. 
np. nausal *jung an Jahren', als Bahuvrlhi-Comp. (bei Zenker), 
nestorianisch naw5arc?-eZ Mer 7. Sonntag nach Pfingsten, Som- 
meranfang' Tab. 408, Hoffmann p. 60, talm. "^nno^S nach WZKM. 

8, 366, sogdisch watt^ariJ *der erste Monat', chorasmisch nausarjl 
Albiruni Uebers. 56, 57, 221, 223. 

Vgl. np. nauroz = Neu-tag fiir *^Neujahrs-tag', das volks- 
thiimliche Friihlingsfest Tab. 407 und '{^lULnnLi Nauruz (Name 
einesHeerfiihrers der Mongolen), » das iibersetzt wirdw^rasarc? a 
Steph. Orb. II, 219. 

436. 'uuilP navl(i-&t) ^Erdharz, Erdpech, Erdol', iiaq>alTog 
Gen. 6, 14, MGg. 607 (in Aljnik'), 608 (in Turuberan), MGg. 
ed. Soukry p. 31 (schwarzes und weisses Navt*^ in Taruberan), 
Mos. Kal. I, 93, Thom. 131, z. 4 v. u. 

1} Dies liegt sonst nicht vor, wohl aber norakert 'neu-gemacht, neu'. 



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2. Abschnitt: Persigche WOrter. 203 

= np. naft *^Naphtha, rohes Petroleum^, gr. v(X(p&a^ lat. 
naphtha ein dickes Oel (vom bitumen *Erdharz' unterschieden) 
Ammian 23, 15, 37, syr. «tDt5 Wphtha'. 

Ursprung des Wortes unbekannt. 

437. "busi/Biu^ napak 'Moschusbeuter (des Moschusthieres) 
MGrg. ed. Soukry p. 44, z. 7 v. u. 

= np. ndfa 'Moschusbeuter (vgl. naf 'Nabel', zd. nafb\ 
phi. nafak 'Naber ZPGl. p. 1 0, riafa (in Zendbuchstaben) Bdh. 
p. 31, z. 6. Im Syr. vgl. Brockelmann p. 209. 

438. ^Irifitni nemroz? in ^hcst i nemroz-R MGg. 613, Rust i 
nmroj MGg. ed. Soukry p. 46 *die Gegend des Mittags' (SUd- 
persien) 

= phi. kust % nemroc Bdh. Gl. 2 1 0, nemroc ^Mittag, Siiden* 
Bdh. Gl. 252, paz. mmroi Min. Gl. 146, np. mmrdz, bal. nemroc 
'Mittag' etc. vgl. Geiger, Etym. Nr. 269. 

439. [%l/ii^ nenff^hist, Arglist, Hinterlist', ddlog Mc.14,1 etc., 
nengem ^betriige^ Eznik 245, nengavor *Betriiger' Eznik 247 
passt in der Bedeutung nicht zu np. nang 'Scham, Schande'.] 

440. %quip nzar nach Wb. niir bei Joh. Mandakuni an 
einer Stelle*), an welcher die Ausgabe, Venedig 1860, p. 57, 
z. 7 v.u. dafur m'Aar bietet, das 'mager,abgezehrt^Anan.Shirak., 
Grig. Nius., Oskiph. bedeutet, vgl. niharumn ^Entkraftung' 
Sokr. 

1. = np. nizar *zart, mager', phi. nizar ^thin, lean, meagre' 
Gl. andlnd.235, nizarlh 'meagreness' 241, Veakness^ Shk. 259; 
2. = np. nihar 'Abnahme, Abzehrung des Korpers\ 

441. ^difJr^ nideh 'Fremdling' (neben panduxt genannt) 
FB. 230, 20, TtaqenLdri^og Gen. 23,4, nQoariXvTog Deut. 10, 18, 
WiJ(feA-a-AtV 'iteisebegleiter*, aifviycdrjf4og 2 Kor. 8, 19 

= ap. *niidahyu-, zd. ^nizdanhu- 'der ansserhalb seines 
Landes ist' (gr. exdrji^iog), 

Vgl. zd. antard-dahyU'^ adahyu- 'der im Lande ist' etc. 
yt. 10, 144. 

Ib/tiuq^ niaz = np. nigdz s. unter apeniaz p. 105. 



1) AuB dem Propheten Maleachi 1. Cap. genommen. 

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204 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

442. 'ufiniul^ nizak [i-a St.) 'Speer' 2 Kg. 2, 23, FB. 195, 242 
u. s. w., alt und haufig, nizakavor ^speerbewaffnet^, nizak-a-Mg 
*Speergenosse, Kampfgenosse' 

= np. neza ^Wurfspiess, Lanze*, neza-var ^) *den Wurfspiess 
tragend', bal. Lw. neza, nb. Tiezay *Spiess, Speer^, arab. Lw. 
naizak 'hasta brevis', paz. rieza *a short spear* Min. Gl. 144, 
phi. fiezak phi. vd. p. 171, z. 3 v. u. (fiir zd. arUi-), Gl. and 
Ind. 249, Bdh. Gl. 251, syr. «Dr3 'hasta'. 

"bft^utp nihar s. unter nzar p. 203. 

443. if/r^ mi (ohne obliq. Casus) ^Zeichen, Mai, Punkt' 
MX. 130, 15, Ephrem, Joh. Mam. u. s. w. 

= syr. K®*^5 'signum, vexillum, significatio, finis, scopus, 
occasio, materia, exeraplum', das aus dem Pers. stammen soil. 
Vgl. Ges. Abh. 66 und unten Nr. 450. 

444. *u[ip^ nirh ^Schlummer, Schlaf Jerem. 23, 31 {vvGra- 
yfidg), Sirach (Vened. 1878) 34, 2, Mos. Kal. I, 164, z. 4 v. u., 
nirhem ^einnicken, einschlafen"* Apg. 20, 9, Mt. 25, 5, 2 Kg. 4, 6, 
Jerem. 23, 31 (vvaxct^w), nirhumn Hiob 33, 15 [v^OTayfxa] 

= iran. *mdra- = skr. nidra- 'Schlaf *. 
Vgl. arm. wwrA-aA (obenp. 197) zu np. muhr = skr. mudra- 
P. St. 199. 

445. "b/fu/ib nkan [i-a St.) = nkanak ^Brot' (unter der Asche 
gebacken) Gen. 18, 6, Mt. 14, 17 u. s. w. (vgl. Wb.) 

= bal. nagan, nb. nay an *Brot', np. nan, minj. nay an — ? 

Die Worter lassen sich lautlich schwer vereinigen. Arm. 
nkan setzt alteres nikan- voraus, bal. fiayan alteres nayan, zur 
Noth auch nakan- (vgl. say an *dung of cattle* Dames 87 = skr. 
gdkrt', gen. Qaknds ; /a^ar 'Leber* = skr. ydkrt-), np. nan konnte 
zur Noth aus "^nayna- erklart werden, s. P. St. 101, 133, 249. 

446. if^itf^ nkar («- und i-a St.) 'Malerei, Gemalde, bunte 
Stickerei, buntes Gewebe* Eznik 206, Ezech. 23, 14, Richter 
5, 30 etc., nkarem *male, zeichne* Ezech. 23, 14, nkaren Ttoixl- 
log *bunt, gesprenkelt, bunt gestickt, gewebt* Gen. 31, 8; 
30, 37, Josua 7, 21 etc., nkaric 'Maler*, nkaradrosm xaqaxTriq, 
nkarakerp 7toi%iX%6g, nkarakert 'gemalt* Joh. Kath. 27 etc. 



1) Vgl. ap. arsti-bara- 'Lanzentr&ger\ 

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2. Abschnitt: Persische WOrter. 205 

= np.m^ar 'Gemalde, Bild', nigaHan {pi, nigaram) ^malen', 
nigarln *gemalt^ 

447. if^/ielf nkun 'niedrig, gering, gedemiithigt', raTteivog, 
nkun ai'nem Memiithigen'*, ranevvdco 2 Kor. 12, 21, Kuth 1, 21, 
nkun linim ^gedemiithigt werden^ 2 Chroii. 13, 18 

= np. nigun 'umgekehrt, verkehrt, umgestiirzt^, phi. nikun 
'inverted, upside down^, nikunsar 'kopfuber^ = np. nigimsar 
Gl. and Ind. 246. 

448. 'u^utuq. nhang [i-a St.) 'ein fabelhaftes Wasserthier^ 
Euseb.Chron. (»in Gestalt einesPferdese), O8k.Mt.II,p.690, 13 
(die Herodias, »welche wilder war als die nhang des Meeresa), 
Eznikl02 (»in verschiedenen Gestalten erscheinend«), 106 (»in 
Fraiiengestalt oder als Seehund erscheinenda), 103 und 107 
(nicht wirklich existirend sondern Teufelsspuk), vgl. MGg. ed. 
Soukry 31, 32: wman sagt, dass das nhang im Aracani {J^Qoa- 
vlag, Nebenfluss des Euphrat) vorkommt, wie im Euphrat, was 
wir sicher wissen, ein Wesen karkaiam^) zugeal[?)j das das 
Blut saugt und (die Beute) lasst, von dem einige sagen, dass 
es ein Thier und kein Dev ist, sondern ein Thier, beziiglich 
dessen Johannes (sc. Chrysostomus) von der Tochter der Hero- 
dias sagt, dass sie blutdiirstiger war als die nhang des Meeres« 

= np. nihang 'Krokodir, syr. KDiSnD 'crocodilus' — ? Wb. 
und C. verstehen unter nhang urspriinglich das Nilpferd, LTtJiO" 
Ttdra^og, de Lagarde dagegen das Krokodil. 

449. Ibtfuib nman' 'dhn\ich\ alt und sehr haufig. Gen. 2, 20 etc., 
da von nmanuiiun 'Aehnlichkeit' Eznik 247 

stellt de Lagarde zu einem np. *nimdn, mit dem sich arm. 
nman vollkommen decken wiirde, das sich aber nirgends findet. 
Doch lasst sich fiir das Pehlevi ein *mman = ap. ^nimana- 
ansetzen, vgl. skr. nimana- 'Mass', upa-mana- 'Aehnlichkeit', 
np. man-istan 'ahnlich sein', mand 'wie es scheint' = paz. mand 
'like' Shk. 258, Vgl. numudati (von ni + Wurzel md) 'zeigen, 
sich zeigen, scheinen', numuna 'similis, instar'. 

450. "b^usii nSan [i-a St.) 'Zeichen, Wunder, Feldzeichen, 
Punkt'Mc. 13, 22, Joh. 2, 1 1 ; 4, 45; 7, 31; 9, 16, Mt. 24, 30, 



1 ) Lies k^argadan ? = modem arm. k'ergedan, np. kargadan, im Gazophyl . 
kargadan ^Rhinoceros', arab. karkaddan. 



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206 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

FB. 246 etc., alt und hauiig, dazu man-a^gir 'Buchstabe, Ele- 
ment^, man-a-gorc ^Wunderthater^, nianavor ^bezeichnet, aus- 
gezeichnet, beriihint, hervorragend', manakir 'signifer', nSanem 
^durch ein Zeichen kenntlich machen^ Psalm 4, 7 etc. 

= np. nisan ^Zeichen, Merkmal, Spur, Feldzeichen, Ban- 
ner, Mai, Zier, phi. ni^an ^sign Gl. and Ind. 250, syr. fc!^5tt^5 
'8ignum\ 

Dazu Ib^u/ibiul/ n&anak [i-a St.) 'Zeichen, Kennzeichen, Wahr- 
zeichen, Merkmal, Symbol, Wunder' El. 6, 1, Richter 20, 40, 
Ezech. 12, 6, 11, 1 Kor. 14, 22 etc., nsanakem *^andeuten, be- 
zeichnen' etc. 

= np. nihana 'Zeichen, Kennzeichen, Spur, Ziel', phi* 
ni&anak Spiegel, Traditionelle Lit. p. 437. 

451. [ir^uf«.tt#^ rdavak [i-a St.) 'Ziel, Zielscheibe, Gegenstand 
des Abscheus etc., abschreckendes Beispiel' Psalm 70, 7 ; 87, 9, 
Num. 26, 1 1, Jerem. 8, 2 ; 9, 22, 1 Kor. 4, 13, mavak-em 'trium- 
phiren iiber Jmd.' Kolosser 2,15 

stellt de Lagarde zu ski. ci/u- 'fortgehen, herab fallen, sich 
entfemen^, das im Iran, durch zd. su-, ap. iiyw- etc. 'gehen^, 
im Arm. durch ^u 'Auf bruch' vertreten ist. Man miisste ein 
ap. *niSigava' (= skr. *mcyava') = phi. *nisavak ansetzen, 
das vom Arm. entlehnt worden ware. Zu unsicher, so lange 
sich nicht ein solches Wort mit entsprechender Bedeutung im 
Pers. findet] 

452. 'bi^Jhtp n^mar und nsmar-an-k 'Spur^ (eigentl. 'Kenn- 
zeichen, Merkzeichen^) Salom. 5, 1 1 u. s. w., nimar-em 'bemer- 
ken, beobachten^ Luc. 6, 4 1 , astei-a-nsmar-k 'Stembeobachter^, 
Epith. von kavdeaik 'Astrologen^ Eznik 154, 

vgl. np. §umar 'Zahl, Zahlung, Berechnung'', kcmurdan 
'zahlen, rechnen, halten fiir', oxtaHumar 'Astrolog' (s. unter 
axtar p. 94), zd. mar (aus smar) 'bemerken, beobachten' (yt. 
10, 45: hi'smar-anio pi. ptc. pr.), skr. smar 'sich erinnern, ge- 
denken^, also arm. 7iimar = ap. *ni^mUra-. 

Zu hamar 'Zahl, Eechnung', s. oben p. 178. Vgl. P.St. 105. 

453. Ib^^ut/ip nStir (instr. n§trov) Ephrem = nHrak David 
'Lanzette' (zum Sondiren der Wunde und zum Aderlass) 

= np. nestar 'Lanzette' Fird. I, 46, 214, afgh. nastar und 
nekar 'a lancet', syr. MnntJD WZKM. 8, 364. 



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2. AbBchnitt: Persische Wdrter. 207 

Das Armenische setzt ein rap. nUtir (nicht neitir oder nestar) 
voraus. 

454. ^nluutif^ 7ioxaz [i-a St.) ^Ziegenbock^, xifxaqog^ rgdyog 
Lev. 4, 23, 24; 9, 13, 15, 23, Deut. 14, 4, El. 11, z. 4 v.u., Ag. 

= np. nuhaz ^Leithammel*, *a large castrated he-goat, with 
spreading homs and long legs, that preceeds the flock* (Spiegel, 
Traditionelle Lit. p. 433), phi. n[u)haztk Bdh. 6, 9 'Zeichen des 
Steinbocks', vgl. West, PT. I, 11, Anm. I. 

455. %n^ 710C oder noci 'Cypresse' Hiob 40, 12, Jes. 37, 24, 
Hohelied I, 13 (fiir gr. xifitQog, als ob yiVTtdQiaaog stiinde), 
1, 17 (= zvTtdQiaaog) u. s. w. 

= noj^ noz, noz *pinus' oder *arbor pino similis* (Vullers). 

456. itiiLiuq^ nvag 1. ^Melodie, Lied' Amos 5, 23 etc., 2/Mal', 
3. *^Becher', nvag-em *^singe, spiele' A. T. 

passt lautlich nicht recht zu np. nava ^Melodic, Gesang*, 
noch aiich zu np. navaxtan [nuvaxtan\ pr. navazam ^ein In- 
strument spielen, schlagen, singen, schmeicheln, streicheln, 
liebkosen'. 

Arm. nvag setzt ein phi. *?iwag, np. nava ein phi. *navak 
(oder *nivak) voraus. 

457. ittiLl^p nver ^Darbringung, Weihgeschenk, Opfergabe* 
Ex. 36, 3 u. s. w. 

= phi. ^nived zu zd. nivaeSayemi ^ich kiindige an*? Vgl. 
P. St. 103. 

458. ^^itLtLb num (gen. nfan) ^Granatapfel' Hohelied 4, 3 
klingt an np. nar, anar, phi. anar ^Granatapfel* an, aber 

nur zufallig, da Urverwandtschaft hier ausgeschlossen, Ent- 
lehnung lautlich unmoglich ist] 

459. ["liu^uiuiiu^ npatak 'Ziel, Zielscheibe* A. T. 

stimmt in der Bedeutung nicht zu skr. nipata- ^Fallen, 
Niederfallen, Losstiirzen auf* etc.] 

460. lua^uiu^ju^ iahansah, auch getrennt: hahan-n koQegeal 
iah *der Sahan-sah genannte* (TitelASot'sII.) Joh. Kath. 172, 
173, 191, 192, sahaniah d. h. iagavorag lagavor 'der Konige 
Konig* (Titel Asot's) Steph. Asol. 156, sahnSah (vom Perser- 
konig Xosrov) Steph. Orb. I, 93 



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208 2. Abschnitt: Persische Worter. 

= np. Sahania/i, zusammengezogen und gekiirzt aus sdhan 
Sah 'der Konige Konig*, paz. §ahan§ah Min.Gl. 185, Aogemad. 
125, bei Ammian XIX, 2, 11 : Persia Saporem saansaan appel- 
lantibus etpirosen, quod rex regibus imperans et bellorum victor 
interpretatur, ap. xhaya^ymiam + xSayadiya- (phL malkan 
malkaj zu sprechen hahan kah^ aim,arXayi^ arUay Eznik252 etc). 

Vgl. hah unter den Eigennamen p. 58. 

461. ^a#<iii«y ^aAo^ (t-a St.) 'Statthalter, Stadtpfleger^ iahap 
UalaHi ^der Stadtpfleger^, oUovdixog Rom. 16, 23 (var. sahapet)\ 
b ijtl rfjg TtarQcdg (neben kramatar und hazarapet) 3 Kg. 4, 6 ; 
sahap-^ naxararapet^ der iiber Aegyptenland gesetzt war Euseb. 
Chron. ; der Sahap von Sahapivan Ag. 650; der i&xan hahap 
vom District Zarevand und Her Ag. 597 (c^ra^^^g); der Sahap^ 
der Herr von Tsop^^k* N. P. 133; Baze, Atrpayakan §ahap *der 
Sahap von Atropatene^ (s. p. 24) Laz. 502; hahap bei Ephrem 
2 Kor. entspricht dem azgapet == i&vaQxV^ (des Konigs Aretas, 
in Damascus) 2 Kor. 11, 13, wofiir bei Osk. 2 Kor. §a?iapet er- 
scheint; alsName: »der Bischof vonTaik^, Kirakos, der Sahap 
mit Namen genannt wurde« FB. 269, Sahap, Sohn des Sevaday 
Steph. Asol. 112, 113 

= ap. ^xSad^apa- (vgl. skr. Aia^ra;?a^Satrap^auf Miinzeu, gr. 
«^ar^ti7r?^g^),c7aT(>d7ri;g) neben dema:5a^^a^5t?a(nom.)*Satrap'der 
Keilinschriften und dem aus aram. axahdarpanayya Daniel 3,2, 3, 
hebr. axahdarpanim Esther 3, 12 etc. =(yaT(>d7ratzuerschlie8sen- 
den ap. "^xhad-^apana-, alle ^Reichsschiitzer^ bedeutend. 

Auffallig ist, wie sahap zu der beschrankten Bedeutung 
*Stadtpfleger' kommt. de Lagarde vermuthet, dass zwei ur- 
spriinglich verschiedene Worter in iahap zusammengeflossen 
sind. 

Die Form satrap (satrap/c naxararJc FB. 67, 73, 79, 90) ist 
aus dem Griechischen genommen. Die vom Wb. angefiihrte 
hybride Nebenform satrapet findet sich in der Vened. Ausgabe 
des FB. von 1832 nicht. 

462. ^lu^iuuflrin sahapet bei Osk. 2 Kor. fur Ephrem's sahap 
(s. unter diesem), vielleicht auch bei Georg, Erkl. d. Jesaias 
(13. Jhd.) ist schwerlich = ap. *xha&^apati' (skr. khatrdpati- 
^Meister der Herrschaft^, 

1) Vgl. KZ. 33, 215. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 209 

sonst sahapet 'Schutzgeist' (der Graber) Ag. 56, 57, (der 
Felder, bald als Mensch erBcheinend, bald als Schlange) Eznik 
106, (der Weinstocke und Oelbaume) Osk. Es. 

= skr. Metrapati- ^Herr, Besitzer eines Feldes^, vgl. skr. 
kietrapon *eine die Felder hiitende Gottheit^, ksetrapala- dass., 
zd. hoidrapaiti- *Herr des Landes', hoidrapano (nom. pi.) Wf 
den Fluren wohnen bleibend^ yt. 10, 75 (eigentl. 'Flur-hiiter'). 

463. ^ui^uiuufputtP Sahaspranij sahspram 'Basilienkraut'Med. 
Schr. 

= np. Sdhisparanij hahisfaram u. s. w. A. M. 162 ^kleines 
Basilicum' Achund. p. 90, phi. Sahspram Bdh. Gl. 187. Vgl. 
hamaspram-p. 177. 

464. ^lu^iuuintuh sahastan oder Sahstan 'Hauptstadt' (einer 
Provinz, eines Districtes), z. B. von Ganjak, NivSapuh (Laz.), 
Bales, Dvin (Thorn.) gesagt 

= np. hahristan^ iaristdn 'Stadt^ (in alterer Zeit^)), phi. 
sahrastan *Stadt' (geschrieben iatrustan] Gl. and Ind. 179, syr. 
sahrestan Hoffmann p. 50. 

Arm. iah' in sahastan^ sahap u. s. w. fur *iarh = pers. sahr 
ist jiinger als arm. ahzarh (s. p. 101) = arsacid. pers. *xiahr = 
ap. xka&^a- und alter als arm. sahr (s. die Eigennamen p. 59 flg.) 
= sassanid. pers. Sahr, 

465. 2_"'^'t"'''"*'i sahdanak eine Frucht, MGg. ed. Soukry 
p. 32 (unter Korcaik^), erklart als: Gangar-Distel-Same = 
iahndak der Vened. Ausgabep. 608 (mit den Varianten kaganak, 
saldanakj asahdanak] 

= arab. pers. iahdanaj ^Hemf A, M. 157, Achund. p. 87, 
Polak, Persien II, 244, np. iahdana ^Hanfsamen', phi. ^(a)A- 
danak ^Hanfsamen^ Bdh. 65, 12, syr. 5i3*liTtJ 'semen cannabis', 
etymolog. : 'Konigs-korn'. 

Fraglich, da Lesung und Bedeutung des armenischen Wor- 
tes unsicher. 

466. [^ut^trtfiub iahekan oder sayekan 'nutzlich, fruchtbar', 
eij&€Tog Hebr. 6, 7, FB. 12, z. 11 v. u. etc. ist nicht 

1 ) Jetzt ist iahr «= *8tadt', daa in &lterer ZcitjLand, Kreis' bedeutet, 
Tab. 446, Anm. 3, Yatk.48, West, PT. IV, 18. Vgl. Eranhahr 'das Land Iran 
Bdh. 57, 2, 3, sahr % JEran Fird. 1, 443, v. 169, pas. iahar 'district, country' 
Shk. 266, Min. Gl. 184. 

H&bschmann, Armeniselie Grammatik. 14 



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210 2. AbBchnitt: Persische Wdrter. 

= np. sahagan = hayagan ^decens, conveniens, aptus, 
dignus; optimum quid vis; copiosus, de thesauro; amplus, late 
patens*, da die eigentliche oder urspriingliche Bedeutung des 
persischen Wortes nur ^koniglich' ist. 

Der Wechsel von h und y ist auffallend. Das aimenische 
Wort gehort — wie safiavei, sahavor 'niitzlich* — zu sah 'Ge- 
winn , soUte aber hxm hahakan oder kahekan (P.St. 130) lauten. 
Das np. Wort gehort zu Sah ^Konig', sollte aber nur sahagan 
lauten. Doch vgl. phi. sayakan (vom Schatz gesagt) Ganj. p. 1 
Ueberschrift] 

467. 2^ut4l'b ^aA^w (gen. iaAewt) 'Falke* Mech. Fabeln p. 100, 
Erznk. 

= np. sahtn *der weisse Edelfalke\ 
Vgl. oben p. 59 den Namen Sahen. 

sahoKram s. im 3. Abschnitt. 

hahbalut s. im 3. Abschnitt. 

468. iiu^pl»g hahrik (fur sahrik-k) bei Thorn. 28, 7: wauch 
ich habe dies erfahren von vielen, von denen, die sich die 
Sahrik nennen. Ich traf zufallig einige von ihnen, die aus dem 
Lande Aplastan kamen, die sich hamakden^ d. h. ^allwissend 
im Feuerglauben' nanntena u. s. w. 

= phl.iaAnA, syr.;^^nntD Tab. 446, 447 Hoffmann p. 236%. 

Ueber ihre Lehre vgl. Thorn. 28, Brosset's (ungenaue) 
Uebersetzung p. 22. Sie halten Adam nicht fur den ersten 
Menschen etc. 

469. 2_'"ii*"^ ^a/y am^die weisse Riibe* Mech.Fabeln 51, 55, 
Galen, Med. Schr. 

= np. salyam *^Kiibe', arabisirt haljam A. M. 156. 

470. ^uiJp.nL2^ sambus Hhoricht, verriickt, albern, rasend, 
liebestoU, woUiistig' Pit. ed. Zohrabean p. 43, 91, 205, 211, 
davon hambkim oder samiim ^thoricht, verriickt sein oder han- 
deln', hambhan-k oder iamhank = hambiutiun oder Samsuiiun 
'Verriicktheit, Thorheit, WoUust' Euseb. Chron., MX., Philo, 
Osk. Mt., Pit., Plato etc., 

von samb = sam = np. *sanby §am in sam-idan ^verdutzt, 
bestiirzt; verriickt werden* und us *Verstand', sieheunten p. 216. 
Vgl. P. St. 257. 



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2. Abechnitt: Pereische W6rter. 211 

471. lut'Htk ^^P^^ ^Hemd, Chorhemd', x^wv Mt. 5, 40, 
Luc. 6, 29, Ephrem 

= np. iabi 'nachtlich, Nachtkleid', seinnan. hevl ^Hemd* 
ZDMG. 32, 537, bal. iaptg 'nachtlich' (Geiger, Lautl. p. 26), 
phi. haptk 'sacred shirt' West, PT. I, Introd. p. 73, Gl. and 
Ind. 176, haplkih 'shirting' PT. I, 286, von np. hab 'Nacht' = 
ap. zSapa[-va] 'des Nachts'. 

472. 9iiiiYf#«i7tffii inuil/iun.tuu^trin Sapstan takarapet Titel eines 
persischen Heerfiihrers FB. 157 

zu phi. hapastan 'a council or place of secret consultation' 
Ganj. 21, np. sabistan 'Gemach, Harem' Fird. I, 258, 265 ; 261, 
317,318? 

Aber ein 'Munschenk des geheimen Raths' ist nicht wahr- 
scheinlich. 

473. ^itf«i» hat zweites Glied von Stadtenamen wie Arta-sat 
(um 180 V. Chr. gegriindet, s. oben p. 28), Ervanda-iat MX. 1 1 8, 
FB. 172 (vgl. Ervandakert p. 39), Zari-hat MX. 210, FB. 172, 
Samia^MX. 95 = ^afidaara, syr. "DUPiat?, arab. SumaisafHeLupt- 
stadt der syr. Provinz Commagene am Euphrat, zuerst zwischen 
40 — 30 V. Chr. nachweisbar ZDMG. 33, 144; JiQaafxdaaray 
Arsamosata (Tacitus, Plinius), syr. tDTD'Q^^tthfc^ , arab. Sim&at 
ZDMG. 33, 145, Mordtmann, Hermes XV, 291 (miisste arm. 
Arsamasat lauten, ist aber nicht uberliefert, zu ap. ArSama-, 

= np. idd 'froh' (hadt 'Freude'), phi. Sat 'glad, pleased, 
happy' {Sdfih 'gladness, pleasure, joy') Gl. and Ind. 173, ap. 
Hyatt' = zd. saiti- {== idg. k'^yeti 'Ruhe' ZDMG. 38, 431) 'Ruhe, 
Behag^, Freude, Gliick'. 

Also ist Artaiat = 'ArdaSir's-Freude', Ervandaiat 'Ervand's- 
Freude', Arsamosata = 'Arsam's-Freude', Namen wie unser 
Friedrichsruhe^ Ltcdtoiffslust etc. Vgl. die pers. Stadt Sad-hapur 
= 'Froh-Sapur' Tab. 40, Sad-hurmuz Barb. 340, Ram-hormizd 
'Froh-Hormizd' Tab. 46, Rctm-ardastr 'Vioh-kxA^lir Tab. 12 
= phi. ramisn i ArtaxSir 'ArdaSir's-Freude' BB IV, 46, Ar- 
daiir-xurra 'Ardasir^s Majestat' BB IV, 47, Tab. 11, 138. 

Letztere Namen sind sassanidisch, die auf -sat arsacidisch, 
wie die Griindungen, die sie benennen. 



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212 2. Abschnitt: Persische W6rter. 

Ebenso gebildet sind die nur von El. 52 und 60 erwahnten 
Ortsnamen Vasakahat = 'Vasak's-Freude^ und Vardanasat = 
'Vardan^s-Freude^, die wohl auch der Partherzeit angehoren. 

Unklar ist mir der Name AstiSat FB., Laz., MX., Yaitiiat 
Ag., dessen (volksetymologische) Deutung als ^Opferstatte* 
(^opferreicV, TtoXif&vrog) zwar alt (s. p. 198), aber schwerlich 
rich tig ist. Als altere Form ist wohl *AsteSat anzusetzen und 
in Ake- ein verkiirzter Name zu sehen wie Aria- in AriaSaty 
Zari' in Zarihat 

474. 2_"'tn sat (t-St.) *viel, reichlich, genug, hinreichend^ 
(adj. und adv.) Mt. 6, 34, Spriiche Salom. 30, 16 etc., oft auch 
als 1 . Glied von Comp. wie sat-a-xaus Mt. 6, 7 = Satxatcs 'viel- 
redend, wortreich, schwa tzhaft' 

= np. Sad *vier in ^adab ^frisch* Fird. 1, 44 1, 1 38 als 'wasser- 
reich^ im Wb. erklart? Vgl. arm. sat-a-Jur *wasserreich, be- 
wassert^ MX. 256, 21. Aber np. sad in der hedeutung 'vier ist 
nicht hinreichend gesichert. 

475. juiinpnLutu Satrvan (i-a St.) 1. *Teppich* MX. 52, 24, 
Basil., Arist. ; 2. ^Springbrunnen' Oskiph. 

= np. iadurbafij hadurvan^ kadravan^ scLdirvan 'aulaeum 
vel tapetum, quod ante palatium regium sternunt; fons saliens^ 
(VuUers), iddurvan *Polster^ Vis u Ramin 219, z. 1 v. u. 
(Noldeke), bulg. sedravan, serb.fecferraw'Springbrunnen^Miklo- 
sich, tiirk. Elemente II, 60, phi. saturvan^) West, PT. I, 276 
f bed-chamber' ?). 

Arm. satrvan ^Springbrunnen' ist vielleicht ein jiingeres 
Lehnwort und dann sadrvan zu umschreiben. Als mittelpers. 
Form ist Saturvan (fiir^Teppich^) anzusetzen, das sich nicht als 
*viel-begangen' (de Lagarde) deuten lasst. 

476. ^lup sar (a-St.) 'seidnes Tuch' (auch mitStickerei etc.) 
in jiingeren Schriften: Narek. 10. Jhd., Ganjaran 10. Jhd. und 
spater, MaSt. 5. — 12. Jhd., Tonak. 8. Jhd. und spater 

= np. bar 'tela subtilissima et coloribus distincta^ 
Wohl erst in jiingerer Zeit entlehnt. Aelter ist arm. har 
'Reihe, Schnur, Faden, Kette' etc. 



J) DMselbe Wort bei West, PT. IV, p. 3 = 'the compass' (of the 
book)? 



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2. Abechnitt: Persiache W6rter. 213 

477. 2yuu2uiiiltLb savasariun Name einerPflanze und einer 
Krankheit, dQaxdmov GBlen (nach Steph.Lehaci 17. Jhd. eine 
Gartenpflanze mi t z wei Ellen langem Stengel, purpurgefleckt wie 
eine Schlangenhaut) bedeutet oavaS-blut' und entspricht dem 

np. xun i siyavahan (arab. dam ul-axavaini) A. M. 128, 
'Drachenblut^ Achund. p. 71 und 236, bei VuUers xun isiya- 
vcd oder xun % siyavaian d. h. ^Blut des Siyavas'. 

Vgl. Fird. n, 664, z. 8, 9 : »eine Pflanze entspross sogleich 
aus dem Blute an der Stelle, wo das Gefass (mit dem Blute 
des Siyavas) ausgegossen worden war. Diese Pflanze will ich 
dir nun bezeichnen, es ist die, welche man nennt xun i Isya- 
t>ahan (*Blut des Siyavas^) «. 

Vgl. den Namen parr i siyavaian *Adiantum capillus Vene- 
ris, Frauenhaai* A. M. 46, Achund. p. 27, 212, eigentl. ^Feder 
des Siyava5\ 

478. 2_'"^^p savar etwa 'Perle* Mos. Kal. Moskauer Ausg. 
p. 83, 2 (fur avar in der Pariser Ausg. p. 206, z. 3, 4 v. u.) 

= np. hahvar Bezeichnung von Perlen und Edelsteinen = 
*vom reinsten Wasser'. 

479. lutgutp ia^ar 'Zucker^MGg. 613, ed. Soukry p. 41 (aus 
Gundisapuh) und bei Spateren 

= np. sakar, sakkar^ indisches Lw. = pali sakkhara^ skr. 
Qurkara^ syr. ID©, arab. *wAAar A.M. 145, lat. ^accAaruw, deutsch 
Zucker etc. 

480. 2M^ sen {gen, sini, t- und t-a St.) "Dorf ^) Mc. 8, 23, 26, 
FB. 220, 230, MX. 219 u. s. w.; als adj. ^bewohnbar, bebaut, 
fruchtbar, bliihend* (vom Lande) Ex. 16, 35 [oi%ov(xivri\ FB. 
234, z. 4 V. u. u. s. w., davon sinakan ^Bauer', Sin-em ^bauen, 
erbauen, griinden' (Haus, Thurm, Stadt, Kirche etc.), alt und 
haufig, iinaCy sinva^ 'B^u Sb. 151, Jfmw/tttw ^Bauen, Griinden, 
Gedeihen, Bliihen' 

1 ) Auch in Haik-a-sen 'Haik's Dorf ' (nur MX. 23}, Vasak-a-im Tasak'B- 
Dorf' (bei Arak'el, vgl. Injijean 273), Hamam-a-sen 'Hamam's-Dorf' (bei 
Job. Mam. p. 57). Dazu wird Sakasen ein District von Uli MGg. 606, 610 
(wo ^ikaien eteht), FB. 210, Mob. Kal. I, 296 (Strabo's Sanaarjvr]) nicht ge- 
hdren. (Bei Strabo will dbrigens de Lagarde Oes. Abh. 154, 155 Ziaaxavrj 
lesen und dies mit Sisakan, dem persischen Namen der Provinz Siunik' 
(nach MX. p. 28) identificiren. Die »Saken« Strabo's kann ich aber weder 
im Namen Sakasen noch in Sisakan wiederfinden). 



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214 2. AbBchnitt: PeiBische Wdrter. 

= zd. -say ana- ^Wohnung, Sitz' (von At Vohnen', wozu 
siti" *VVohnung', anoMta- ^unbewohnt^, saeite Vohnt', hoidra- 
Xand*, skr. kSaya-, ksiti- 'Wohnsitz' etc.), syr. V^^^16 1. 'terra 
culta, 2. res secundae, 3. pax, 4. mansuetus\ 

Arm. ^en : zd. iayana^ = arm. mazdezn : zd. mazdayasna-, 
P. St. 167. 

simsir s. im 3. Abschnitt. 

481. 2^2. **^ iS^^' ^^•) ^kleines Gefass, Flaschchen, Flasche' 
von Glas fur Oel etc., ikd^aargog 4 Kg. 21, 13, iXafiaavQOv 
Mt. 26, 7, Eznik 105, 3 etc. 

= np. iii-a 'Glas, Flasche' Rosen, Np. Sprachfuhrer 46, 47 
(=phl. *sUa-k), syr. V^W^'O 'Alabaster, weisses Glas^Ges. Abh. 83. 

Stiak s. im 3. Abschnitt. 

sirik s. im 3. Abschnitt. 

482. iJ>Lu/isg sivan-Ic 'das Klagen', nur im alten Wb., aber 
auch modem arm., besonders sug u sivan^ J eimmexn und Klagen' 

= np. Sevan 'das Wehklagen', zd. ^xsaevan-. Vgl. ZDMG. 
38, 429 Anm., Darmesteter, Etud. iran. II, 170. 

483. 2^np^ snorh {t-a St.) 'Gnade, Gunst, Gnadengabe, 
Wohlgefalligkeit, Dank*, gr. x^Q^^i ^^^' ^^<3f^wij alt und sehr 
haufig, z. B. Luc. 1, 30; 2, 51; 4, 22; 6, 32, 33; 7,4, Joh.1,16, 
inorh-8 arnem 'Jmd. eine Gunst erweisen, sich gefallig zeigen' 
Apg. 24, 27; 25, 9, hnorhs gtanem 'Gnade finden* (vor Jemand) 
Gen. 6, 8, snorh wmm 'danken. Dank wissen'Luc. 17, 9, inorhem 
'schenken' etc. 

= zd. xinaodra- 'Zufriedenstellung, Erf^euung^ 

484. 2^nLir mum in Xosrov hnum (neben sum) Ehrenname 
des Smbat Bagratuni, vom Konig Xosrov II. verliehen Sb. 65, 
114, Xosrovay hnum Sb. 121, 136, d. h. 'Xosrov's Freude* 

= phl.i«wwoder^wom'Freude*ZDMG.44, 651, vgl. 45, 431, 
DinkartV,19, ZPG1.44, z.l, PPGl.19,215, Salemann, Parsen- 
handschrift 83, zd. xhnaoma- 'Freude*, xsnuman- 'Erfreuung', 
phi. syr. I'QISID Festgruss an Roth p. 37 Anm. 4. 

Vgl. HreV'§nomniapuh oben p. 49 unter Hrev. 

homin s. im 3. Abschnitt. 
soniz s. im 3. Abschnitt. 



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2. AbBchnitt: Persische Worter. 215 

485. 2j*^2J"'"li suiiak *TucV Jaism. 

= np. itista *Handtuch', arab. Lw. histaqa ^Tuch' im arab. 
Tabarl I, 1048, 15 (Noldeke). 

486. ^u^lrtn hpet 'Hirte' Ephrem und Ganjaran 

= zd. *fkepaiti'j vgl./fe- als 2. Glied von Comp. far pasu- 
*Kleinvieh', bal. pas ^Schaf oder Ziege'. 

Aehnlich np. Suban *Hirte*, phi. ^pan Gl. and Ind. 175, 
supan PPGl. 214, bal. sipank 'Schaf- oder Ziegenhirt^ etc. = 
zd. ^fhupana-, 

487. 2y""H ^^^P ^^^^^j drangende Eile, drangende Noth, 
Drangsal, Bedrangniss, Triibsar 2 Maccab. 6, 9 etc. , da von 
Hap-em 'drange, bedrange^ etc. 

= np. iitdb 'Eile', Sitdfian "eHen. Vgl. P. St. 79. 

488. 2_'npuimiu''iifi MGg. ed. Soukry p. 43, z. 1 v. u. , lies 
2inpu^utnu/bii.n strpaiattgk (nom. pi.) fiir echt arm. pitinLq^uig 
dnjuitk fPardel-Kamele') 'Giraffen' 

= np. kutur *^Kamel' + palang 'Leopard', vgl. xafxrjXoTtdcQd- 
aXig, phi. np. u&turgavpalang Bdh. Gl. 66 'Giraffe' (= Kamel- 
Rind-Leopard). 

489. nj<f oiz (o-und«-St., gen.wioyundw2t) 'Kraft' MX. 79, 
Ag., El., Laz. etc., yoiz adv. 'sehr' El. 11 etc., uzgin 'stark, 
heftig', uiei 'stark', sammtlich alt und haufig 

= phi. paz. o/, oz 'Kraft, Macht' Bdh.Gl. 76, Shk. 230 etc., 
zd. aojah' 'Kraft', skr. djas- 'Kraft'. 

490. nutntui, ostan nach Patk. II, 6 urspr. 'der Krone ge- 
horiges Land oder Stadt', ostanik 'die daher stammenden 
Adligen oder Truppen' FB. 212, El. 10, 71 (die ostanischen 
Mannen aus koniglichem Hause), Laz. 176, MX. 57, 76, 218, 
MGg. 606 (lies ostan i marzpan\ 609, 610, 

zu pers. ostdndar 'Provinzialstatthalter' Hoffmann p. 93? 
Vgl. syr. pn« "1 "jnoiK ZDMG. 43, 407, 408. 

491. [nuinuiin ostat MX. 137,24 nach de Lagarde = np. ustdd 
'Meister'. Die Bedeutung passt nicht, im Text steht ziugosiat : 
sdem Artases befahl er nachPersien zu gehen mit seinen Ziug- 
osiat a [y^x.ziugastat^zoigostat). Norair denkt angr. l^vyoaiarrig.] 

492. nutn/ttfuA o«^«ia;i 'Aufseher, Verwalter, Prafect', spater 
'Statthalter der Chalifen' Num. 4, 16 {eTtiayiOTtog)^ FB. 205; 



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216 2. Abechnitt: PersiBche Wdrter. 

211, 2, Sb. 81, 121, Job. Kath. 61, z. 12 v. u. etc. stimmt in 
der Bedeutung nicht zu 

phi. dsiikdfi {ostlgan) = paz. ostiyan 'the faithful, steadfast, 
treu, zuverlassig' Ganj. 1, Dinkart I, Gloss, p. 13; V, p. 20, 
Shk. 261. Vgl. P. St. 20, Nr. 135. 

1 Maccab. 14, 3 ist ostikan Epitheton von kapanR 'Fesseln', 
also hier = 'sicher, fest'? 

493. nLlutn uxt (t-St., gen. tixti) 'Bund, Biindniss, Vertrag, 
Gelubde', diad-riycrj, alt und haufig, Mt.26,28, Mc. 14,24, Gen. 
9, 11, FB. 231, z.6 V.U., Num. 30, 3, Eznik 115, 288, FB.256, 
z. 2 V.U.; 257 etc., uxt hastuiean 'Friedensvertrag' Sb. 138, uxt 
kristoneiQ 'christliehe Gemeinde, Kirche', ua^t ek&le^voy 'christ- 
liche Gemeinde, Clerus' El. 5, z. 6; 8, z.20, FB. 256, z. 2 v. u. ; 
257 etc., uxt dnem 'iibereinkommen' Job. 9, 22, uxtem 'geloben, 
versprecben, vermacben' Luc. 22, 29, Deut. 12, 11, Eznik 115, 
uxt uxtem 'Geliibde tbun' Gen. 28, 20 u. s. w. 

= zd. uxii" 'das Reden^ in antixfi- 'das Reden gemass' (dem 
Gesetz) yt. 5, 18, antara-uxti- 'Absage' ys. 19, 15, urvaxs-uxti- 
'Ausdruck der Befriedigung^ ys. 32, 12, skr. ukti- 'Ausspruch, 
Verkiindigung, Rede\ 

494. ii«^ tti (t-St., gen. usi^ auch o-St.) 'Gedacbtniss, Er- 
innerung, Verstand, Sinn*, alt und haufig, ui dnem, us arnem til 
u. 8. w. = 'den Sinn richten auf, achtgeben auf, bedacht sein 
auf" Philipper 3, 14, FB. 253, 22, y-us arnem mit Dat. = 

' Jemand ^rinnern^ Titus 3, 1, y-ui e inj 'er ist mir im Gedacht- 
niss' = 'ich gedenke seiner* Hebr. 13, 3, tdadrem (denom. von 
*uiadir 'achtgebend*) 'achten auf, aufmerksam sein' Laz., 
Levond u. s. w. 

= np. hos [hus] 'Einsicht, Klugheit, Verstand, Geist*, ba 
hos amadan 'wieder zum Bewusstsein kommen*, be-hoi 'unver- 
standig, dumm, von Sinnen*, hoibar 'der Sinne beraubend, den 
Verstand benehmend* (von berauschenden Getranken), hoh/ar, 
husyar 'klug, vorsichtig, bei Sinnen, niichtern*, hoimand 'ein- 
sichtig, klug', htdltar 'verstandig* Fird. I, 464, z. 7 v. u., paz. 
hoi * understanding*, hosyar 'intelligent* Shk. 250, phi. hos 
'understanding, intellect, sense* Gl. and Ind. 51, zd. uii^Vex- 
stand, Einsicht, Geist, Sinn*. 

Zur Form vgl. P. St. 264, 265. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 217 

Dazu aptcs %est\irzt, thoricht^, s. oben p. 102 imter apa-, 
Anus herd 'Schloss der Vergessenheit^ p. 19, samhuh Hhoricht, 
verriickt'p. 210. 

Qvar s. oben p. 155 unter Uvar. 

gtixay s. im 3. Abschnitt. 

495. mui^ i, pah (w-St.) 'Nachtwache^ yvAaxi} Mt. 14, 25; 
24,43, Mc. 6, 48, 'Wache, Hewachung, Gewahrsam, Gefangen- 
nahme, Belagerung' Ezech. 23, 24; 26, 8, Hiob 7, 12 etc., 
2. pah'R (o-St.) *Fasten'Mt. 17, 20, Mc. 2, 1 8; 9, 28, Luc. 2, 37 etc. ; 
davon pahem 1. 'bewachen' Hohelied 1, 5, ^bewahren, beob- 
achten, halten' (dieGebote) Mt. 19,20, FB.217,z. 1 v.u., Eznik 
286,287, 'behiiten, hiiten (vor), zuriickhalten' (die Hand von — ) 
FB. 217, 9, "sich enthalten' Eznik 285, z anjn 'sich enthalten' 
(des Weines) FB. 237, 13, med. joaAtm: *sich halten, erhalten 
bleiben' (Schlauche) Mt. 9, 17 ; 2. 'fasten' Mt. 9, 14; 6, 16 ; pah- 
est 'Aufbewahning' Ex. 16, 32 

=: zd. pa^a- *Schutz', np. pas 'Wache, Schutz, Nacht- 
wache', phi. pas 'Wache' Bdh. Gl. 96, Gl. and Ind. 91. 

Die altere Form von/>a/i- ist park- Ephrem III, 17, z. 24; 
117, z. 3. Vgl. Wb. II, p. 637, C. 1189, de Lagarde, Btrg. zur 
bactr. Lexic. 58, A. St. Nr. 1792. 

Arm. pah = park geht auf phi. *pahr^ die Nebenform von 
phl./>as zuriick. Vgl. P. St. 204. 

Arm. pas 'Fasten' Mech. Fabebi p. 120 und Oskiph. steht 
vulgar fur altarm. pahs (ace. pi.). 

496. u^iu^utugu/b pahapan 'Wachter, Hiiter' Hohelied 1, 5, 
Gen. 4, ^^ pahapan kayin 'sie hielten Wache' FB. 238, 13, da- 
neben auch pahpan (haufig), davon pahpanak 'was den Korper 
schiitzt', wie 'der Panzer, die Arm- und Beinschienen' etc. MX. 
24, z. 6 V. u. 

= np. pasban, phi. paspan 'Wachter' P. N. 99, davon />a«- 
panlh 'Schutz' Bdh. Gl. 96. 

Ann. pahapan aus * par hapan = f hi, *pahrapan als Neben- 
form yon paspan, Vgl. P. St. 204. 

497. uiui^uili pahak [i-a St.) 'Wachter, Hiiter, Warter, Auf- 
seher, Vogt, Wache' 2 Kg. 8, 6 (pi. = cpQovQo) u. s. w. 

= np. pahra 'Wache, Nachtwache', pahra-ddr 'Wachter, 
Schildwache', afgh. Lw. pahra 1. 'a watch, a sentinel', 2. 'tour 



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218 2. Abschnitt: Pereische Wfirter. 

of watch^, pahra-dar 'a watchmann, a sentiner, bal. Lw. pahra 
^Wache'. Vgl. das folgende pahakapan. 

DazujoaAoA unim odei pahak varem iyyaQevio^ (Jemand zu 
einem Dienste) ^zwingen' Mt. 27, 32, Mc. 15, 21 etc., ebenso 
taraparhak varem iyyaqexju Mt. 5, 41 — ? Ich kann die Be- 
deutungen nicht vermitteln. 

Arm. pahak aus parhak (vgl. taraparhak\ np. pahra (vgl. 
P. St. 204) aus phi. pahrak = zd. pa&ra-, 

498. u^iu^iu^utufu/b-^ pahakapan-k (pi.) ^Wache, Besatzung^, 
(pQOVQd 2 Kg. 8, 14, Euseb. Kircheng., Osk. 1 Thess. 1 

= syr. pahragban *Wache', talm. fc^D13im)D ^Polizeidirector* 
Hoffmann p. 97, Anm. 866. 

Arm. pahakapan aus ^parhakapan = phi. *pahrakpan, 

499. u^iu^ui^ i"p**i/ pohak Coray^ eigentl. 'Wache von Cor*, 
die durch gewaltige lange MauQxn und Thiirme gesperrte Enge 
des heutigen Derbend am kaspischen Meere, El. 1 1, 1 54, Sb. 28 
[pahak von Cor und Albanien), 2MG\i pahak Honag *^Wache der 
Hunnen' El. 33, 59 (von den Persern besetzt, von den Albaniern 
zerstort) = Mos. Kal. I, 216 = Laz. 193 {wo pahak ormoy 
(» pahak der Mauer«) verschrieben ist, wzwischen dem Reich 
der Albanier und der Hunnena), El. 110 oder ^Thor der Hun- 
nen Sb. 148, 'Thor von tor (^or) MX. 145, Vardan 36, 'Pass 
von Cor' (kapan Uoray) Sb. 148, MX. 145, 197 genannt, alteste 
Foria parhak oAer pahrak Cor ay Sb. 69 (lies j^aArai fiirjoaAo- 
rak\ 143, gr. T^oifQ^ Zov^qov 7t{fQyog ZDMG. 31, 8, syr. 
narDDin^^l = BiQiTtaQaXj BiQanaQ^x Joh. Lydus, ^lovQoeiTcadx 
Priscus (Noldeke, Alexanderroman p. 1 3), deren letzter Theil 
^.yrHD fur 5i"irDD = TtaQax deutlich das arm. parhak = phi. 
*pahrak wiedergiebt. 

Cor ist der alte, wohl einheimische Name der Stadt Der- 
bend, auch Cor MX. 197 geschrieben, bei Mos. Kal. zu Uoi 
geworden, vgl. El. 56 (der Marzpan von Cor, Namens Sebuxt) 
=i= Mos. Kal. I, 213, 214 (der Marzpan von Coi, Namens Mihr- 
Sebuxt), daher pahak Uoiay bei Mos. Kal. 1, 1 1 , auch durn oder 
pi. drunk Coiay = *Thor, Pforte von Cof genannt Mos. Kal. I, 
190, 248, 249. Die Stadt war friiher der Sitz des albanischen 
Patriarchen, ehe er nach Partav verlegt wurde Mos. Kal. I, 
219, 220 und wird von Mos. Kal. I, 241 als eine grosse, mit 



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2. AbBchnitt: Persische Wdrter. 219 

gewaltigen, von den Perserkonigen erbauten, Mauern*) ver- 
sehene, zwischen dem Caucasus und dem Meere des Osteus 
gelegene Stadt bezeichnet. Vgl. MGg. 605: die Mauer von 
Daiband, ein gewaltigei Thurm im Meere stehend = MGg. 
ed. Soukry 27: die Mauer von Darband^ d. h. Band und Thur, 
die Stadt des pahak Coray^ ein gewaltiger Thurm im Meere 
stehend, nordlich davon das Reich der Hunnen etc. ; Levond 64 : 
Mslim kampft mit den Hunnen, die in der Stadt Darband 
waren, besiegt sie, zerstort die Burgmauer der Festung, geht 
durch den pahak Coray und fallt ins Land der Hunnen ein ; 
Kir. 213: Thor von Darband = pahak Coray, Der einheimische 
Name von Darband soil noch heute OulW^) sein, MGg. ed. Pat- 
kanean p. 38, Anm. 

Verschieden vom Thore von Darband = pahak Coray ist 
nach Kir. 232 das Thor der Alanen (drunk Alanag), Schon 
El. 154 nennt es neben di^m. pahak Coray ^ ebenso Ag. 30 (wo 
iuroy in Coray zu verbessern ist) ohne nahere Angabe. Bei Ag. 
628 folgen sich: Klarjk*^ (nordwestl. Provinz von Armenien) — 
Land der Mask^ut^ — Thor der Alanen — Land derKasp^ (Kas- 
pier), daher MX. 171: Klarjk*^ — Thor der Alanen und Kasbier 
— Land der Mask'ut*. Dazu Joh. Kath. 163: der Theil von 
Gugark^ (nordl. Provinz von Armenien) nahe beim Thor der 
Alanen. Gemeint ist also der Engpass in der Mitte des Cau- 
casus, jetzt Pass von Dariel genannt, bei Tacitus, hist. I, 6 : 
claustra Caspiarum (vgl.Mommsen, Rom. GeschichteV, p. 394 
Anm.). Dagegen ist die 1^01^ ^.m-nu pah durn [?), die ins Land 
der K^usank^ fiihrt (El. 9) wohl das » kaspische Thor a bei Rhagae, 
zwischen Medien und Parthien. 

pahrez s. im 3. Abschnitt. 

500. ufiujiuqiuui payazat [i-a St.) ^Nachfolger, Erbe' (auf dem 
Throne, in der Herrschaft, Rang und Wiirde) Euseb. Chron., 
Osk. Mt., FB. 21, z. 9 v. ii., AdiYon payazat-em (c. ace.) *nach- 
folgen' (Jemand oder in der Herrschaft etc.) Euseb. Chron., 
MX., Arist. 7 u. s. w. 

= pers. — ? 



1) Vgl. Barb. 68. 

2) Ueber arab. Sul »ville dans les enTirons de Derbend«? Barb. 372 
vgl. Tab. 123. 



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220 2. Abschnitt: Pergische Wdrter. 

501. uitujftli payik (i-a St., gen. pi. paykaQ) 'Hascher, Fuss- 
soldat' MX. 224, z. 4 v. u., Laz., Levond 60, Steph. Asol. 128, 
Steph. Orb. I, 75 

= np. joat^'Bote^, alter ^Fussgauger, Hascher, Scharfrichter^ 
Tab. 448, arab. /ay 'Eabote', syr. «a^lD *Infanterist' Noldeke, 
Alexanderroman p. 1 4, paigansd,lar ^Gendarmerie-Oberst' Hoff- 
mann p. 47, Tab. 448, phi. paik 'courier' West, PT. IF, 280, 
j:>atAa«'Fussvolk'Yatk.p. 50, Anm. 14,skr.j9arf«Aa-*Fu8sganger', 
prakr. paikka. 

502. uiuMjtPuib paiman [i-a St.) 'Bestimmung, Bedingung, 
Satzung, Grenze, Mass, Art, Vertrag*, aifyycQiaig Num. 9, 3, 
a{fVTa§ig Num. 9, 14, rd^ig 3 Kg. 7, 37, Sb. 63, paiman vcH 
Mas Document' (des Vermachtnisses) Steph. Orb. I, 263, an- 
paiman 'unbegrenzt' FB. 23, paimanem *^mit Jemand iiberein- 
kommen, sich verpflichten' (etwas zu thun) MX. 123, 2 

= np. paiman 'Uebereinkommen, Bedingung, Vertrag, 
Bund', paimana 'Mass, Becher', paz. paiman 'measure, limit, 
promise, treaty' Min. Gl. 152, 'agreement' Shk. 262, phl.j^a/- 
man^ patmanak 'Vertrag, Mass' Bdh. Gl. 97, Yatk. 55, Gl. and 
Ind.93, P.N. 100, West, PT.IV,267 ('covenant'), 382 ('peace'), 
401 ('degree'), apatman 'excessive' P. N. 69. Vgl. P. St. 
192, 193. 

Yy^zvL paiman namak Toriginale del trattato' Abrah. Kath. 
an Kyrion (6. — 7. Jhd.), eigentl. 'Vertragsbrief, von paiman 
und namak 'Brief = np. nama^ phi. namak^ s. oben p. 201. 

503. u^iujniMiutf payusak [i-a St.) 'Beutel' Micha 6, 11, Job. 
Kath., Erznk., u^uynLiuu/f^ paivasik Sb. 147, z. 5 v. u. tur pai- 
fasik der Ausgabe von Konstantinopel p. 231, z. 1, paivasik 
Anan. Shirak. p. 29, 2, apavasik neben payusak Osk. Mt. 

= syr. 5i*^D1*^B lies payusag oder paivasag^ perv«5. payuza, 
paivaza? Ges.Abh. 74, georg.joat?a5aAt (aus demArmenischen). 

504. ufutj_gutp paikar {i-a St.) 'Streit' (mit Worten oder mit 
der Feder) Eznik HI, FB., El. 25, dsLVon paikarim [paikarim] 
'streiten' El. 123, 20, Sb. 58, z. 15 v. u. 

= np. paikar oder paigar 'Kampf, Streit', paz. phi. patkar 
'dispute, controversy, quarrel' Min. Gl. 157, Shk. 263, Geiger, 
Aogemad. Ill, Gl. and Ind. 93, P. N. 100. 



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2. Abschnitt: Persische W5rter. 221 

505. uiui% pan 2. Glied vielei Composita (wie palKjipan^ 
pahakapan^ patffosapan, partapan^ partizpan) = *hutend, schir- 
mend^ = np. -6a«, phi. -pan^ skr. pana- in tanupdna-^ vgl. zd. 
rdnapdno^ soidrapano nom. pi. 

Auch um das Suffix ak vermehrt: grapanak^ pahpanak 
u. s. w., vgl. np. anguitvdna 'Fingerhut^ 

506. miubfip panir (gen. panroy^ vulg. pantri = pandri bei 
Mast.jahk. 14. Jhd.) 'Kase' Hiob 10, 10, Pseud., Steph. Orb. 
I, 204 u. 8. w., davon panranam 'gerinnen wie Kase*, panruti 
u. 8. w. *Kase-es8en^ = 'Fasten, bei dem man nichts als Kase 
und Milchspeisen essen darf' 

= np. panir 'Kase^, bal. paner u. s. w., vgl. Horn, Grdr. 
p. 289. 

Das Armenische setzt phi. panir, nicht paner voraus. 

507. mtuiinuiiu% pastpan 'Beschiitzer* Hosea 11, 8, pait- 
panakrk pi. 'Leibwache' (des Konigs) Thorn., paktpanem *Be- 
schiitzer sein, Jemandem beistehen, sich Jemandes annehmen^ 
Luc. 1, 54, paitpanuliun 'Schutz' 2 Kg. 22, 36 stimmt bis auf 
den Vocal der ersten Silbe zu 

np. puhtbdn, pmtvdn fRiicken-schiitzer') = 'Stiitze, Be- 
schiitzer', das sonst alspuStipan (s. untenp.255) vorliegt, und passt 
nicht zu dem arm. paH in paitem (c. ace.) ^Jemandem dienen^, 
pastim 'dienen zu etwas, sich bedienen*, paitumn 'Dienst*, 
pastaun 'Gottesdienst' Job. 16, 2. In der Bedeutung *Diener' 
findet sich paitpan erst spat, bei Lambr. u. s. w. 

Gab es im Altpers. neben *prHi' = np. ptist 'Riicken' = 
zd. parhti' (P. St. 143) eine Nebenform *parHi-f Arm. paitpan 
= ap. *parStipana- ware arsacidisches Lehnwort, wahrend 
puitipan = phi. ptdfikpdn erst sassanidisch ist. 

508. uiuiui pap *^Grossvater* Philo, Mech. Rechtsbuch, 
Kir. 79, z. 24 etc. 

= np. bdb 'V^ater', bdbd 'Vater, Gross vater*, bdbak 'Vater- 
chen' = phi. pdpak, 

Vgl. Pap unter den N. pr. p. 65. Zur Form s. P. St. 175. 

509. iquiiLUiL parav^^ieYx^.\x [-pi. paravunJc, acc.-rww5, gen. 
'Van^ und -va^) 1 Tim. 4, 7, Titus2, 3, MX. 139,9, Eznik 99 etc., 
davon paravakan 'altweiberlich' Osk.Mt., paravim *alt werden 



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222 2. Abschnitt: Persische WOrter. 

(von der Frau) Gen. 18, \ 3, pafavordi ^Sohn einer altenFrau', 
paiavuiiun 'Alter' 

= np. parav 'alte Frau'. 

510. u^iuuiautn. pastar (i-a St.) avQWfxvr] 'Decke, Teppich' 
Esther 1, 6, Ezech. 27, 7, (dazu pastaralir eigentl. 'Teppich- 
voirfur gr. &fX(plta7tog Spriiche Salom. 7, 16, pastarakal aivdwv 
'Leintuch' Luc. 23, 53, Richter 14, 12?) ist nicht 

= zd. upastarana- 'Decke, Teppich', das im Phi. zu *ap- 
Starr = arm. *apastaf' geworden ware. Vgl. P. St. 125, 138, 
139. Ueber np. bisiar 'Bett' = zd. ^vistara- s. Horn, Grdr. 
Nr. 218. 

Ich setze BLun, pastat = mp. *pa8tarr aus phi. *pat-starr = 
zd. *paiti8tar9nch, vgl. P. St. 191. 

511. miumuiujuuiuli patasxani 1. 'Antwort', &7t6xQiacgj alt 
und iiberaus haufig, z. B. Apg. 25, 16, 2. 'Vertheidigung', &7to- 
XoyLa Apg. 25, 16, 1 Kor. 9, 3, hraman patasxanvoy 'Orakel- 
spruch' Pseud. 

= np. pasux 'Antwort', phi. pasaxv oder pasaxv Gl. and 
Ind. 103, P. N. 99, Bdh. Gl. 96 aus alterem *pat8axv oder 
patsaxv = ap. *pattsa{h)uvan'. Vgl. P. St. 36, 133, 191. Aus 
dem ap. nom. *patisa(h)uva^) entstand np. pastcx, aus dem ap. 
ace. *patisa{h)uvanam'^) entstand phi. *pat-sax^an, das vom 
Armenischen als "^patsaxan entlehnt, durch Umstellung zu 
patasxan und durch Zusatz des arm. SufF. i zu patasxani wurde. 
Vgl. oben p. 142 dioxK\ 

512. u^iutn^uttP patgam [t-a St.) 'Wort, Ausspruch (Gottes, 
der Propheten etc.), Orakel, Botschaft' (des Evangeliums, des 
Konigs etc.) Luc. 3, 4, El. 38, 23, FB. 245, Sb. 29, 67 etc., 
patgamavor 'Gesandter' Luc. 7, 10, patgamavorim TtQea/Seifio 
Ephes. 6, 20, 2 Kor. 5, 20 

= np. pay am =paiyam 'Nachricht, Botschaft', phi. paitam 
oder pagtam? fur *patgam 'message' Gl. and Ind. Ill, aram. 
pt&gam, emph. pi&gama 'Befehl, Edict, Wort, Sache' (Daniel, 
Esra), syr. i^lQ^nt Verbum, sententia', mand. pugdama 'Bot- 



1) Vgl. P. St. 117 Anm. 

2) Vgl. np. suxun *Wort' aus sax^an = ap. *d^a{h)uvanam. 



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2. Abschnitt: Persiscbe Wdrter. 223 

schaft'; davon np. payamhar, payamhar^ paiyamhar, paiyambar 
'Bote, Prophet', phi. paitamhar (fur paiyambar) 'messenger' 
Gl. andlnd. HI. 

513. u^iutni^nuiuu^uih patgosapau Titel des Sahen Sb. 77, 
z. 11 V. u.; 92, z. 15 

= np. pddospan Tab. 151, 152, 445 aus */>a5^55/?a« vonpaz. 
padkos Min. 1, 35 = phi. patkos Phi. Min. p. 2, z. 11, West, 
PT. II, 297 'Provinz' xm^pan = 'schiitzend'. 

Es gab vier PaSospane (neben den vier SpahbeB's, den 
Hochstcommandirenden), deren jeder eine Gegend Persiens^) 
verwaltete. Genannt wird ein P. von A5arbaigan, Armenien 
und dessen Gebiet (Medien und der Norden) und ein P. von 
Chorasan Tab. 152, 153. 

Bei Thom. 286, z. 5 v. u. ist patgos-Jc schwerlich richtig 
(wvom Hofe wurden gesandt hervorragende patgos mit vielen 
Truppentt). 

514. miumlrpuMiiir paterazm (i-a St., plur. nom. -munlt^ ace. 
-muns) 'Krieg, Kampf, Schlacht' Mt. 24, 6, Me. 13, 7 u. s. w., 
alt und sehr haufig, bei alien Historikern, z. B. Sb. 77, z. 10, 
12, 15 etc., ^^yo\k paterazmakan 'auf den Krieg beziiglich', 
paterazmik dass. , paterazmaki^ 'Mitkampfer', paterazmim 
'kampfe' u. s. w. 

= -phi, patrazm Yatk. 66, Anm. 61. Vgl. razm, 

515. u^uiuilftuiuiiMipiulb patkandaran bei El. 7, z. 12 v. u. : 
» diesen (den Konig Yazkert) eikor sich Satan als Mitarbeiter 
und alles angesammelte Gift goss er aus und fiillte ihn an wie 
ein patkandaran mit Giften — oder (nach anderer Lesart) mit 
vergifteten * Pfeilen ((, also entweder »ein passendes (patkati) 
Gefassa oder »einen Kochera, im ersteren Sinne von Thom. 
[patsac 'passend' + daran) und Grig. Skevtaci gebraucht, im 
letzteren bei Evagrios, Lambr., Vardan u. s. w. vorkommend. 
Durch diese ^ieht patkandaran 'Kocher' fest und ist auch bei 
El. anzunehmen 



1) Noch bei MGg. wird Persien in vier Gegenden [Ictist] eingetheilt: 
der Norden (Medien), derWesten (Xuzistan), der SClden (Persien — Indien), 
der Oaten (Chorasan). Siehe unter Uust p. 258. Min. 1 , 35 werdennebeneinan- 
der sdhr und padkos, bei West, PT. II, 297 verschiedene sahr — verschiedene 
ktMtak — und die vier patkos derselben sahr genannt. Dazu vgl. Tab. 445. 



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224 2. Abechnitt: Persische Wdrtcr. 

= np. paikan 'Pfeir aus phi. *patkan + *daran ^Behalter', 
s. oben p. 136 unter daran. 

Da paikan im Armenischen 'passend* bedeutet, so lag es 
nahe, das Fiemdwort patkandaran in patkan und daran zu zer- 
legen und als 'passendes Gefass' zu deuten. 

516. u^uiinlflrp patker [i-a St.) 'Bild' Gen. 1, 26, 27, Eznik 
206 u. 8. w., alt und haufig, auch in vielen Comp. 

= np. paikar 'Bild', phi. patkar Bdh. Gl. 97, inschr. pat- 
kali^) Haug, Essay on Pahlavi p. 4, ap. patikara- ^Bild', syr. 
i^nDnt, arab.^^Aar Fraenkel 273, 274. 

Vgl. skr. pratikrti- 'Bild'. 

517. mtum^t-u patcen (t-St., gen, patcent) 'Abschrift, Copie, 
Exemplar, Wortlaut' (eines Erlasses, Briefes etc.) Esther 4, 8; 
8, 13, 1 Maccab. 11, 31, 37, El. 54, Ag. 123, Sb. 120, Mos.Kal. 
I, 250 etc. 

= phi. pacen 'a complete copy' Gl. and Ind. 95, hampacen 
VhoUy-copied' Shk. 249, hebr. l^l^riB pa&seyen Esther 3, 14; 
4,8 = aram. I^T?"^? par hey en Esra 4,11 etc. 'Abschrift, Exem- 
plar', syr. parhayna 'Abschrift^ 

Phi. pacen steht also fiir patcen = ap. *paticayana-^ das 
urspr. etwa 'Gegen-lesung^ (vgl. avriyqafpov Esther 4, 8) be- 
deutet hatte. Vgl. Fr. Miiller, WZKM. 6, 264. 

Die Nebenform patcean (Pseud., Joh. Mam.) ist erst aus 
dem obliquen Stamme patcen- erschlossen. Die vom Wb. aus 
zwei Stellen von Euseb. Chron. belegten Form en patcik und 
pacik sind mir unklar. 

518. [ufiuinJlrir patmem *ich erzahle' ist nicht = np. pat- 
rndyam ^ich messe' = phi. patmayem^ sondern von patum ab- 
geleitet, vgl. dharapatum.] 

519. mtutniPaL&uiU patmucan [i-a St.) 'Gewand (bes. langes 
Gewand zum Giirten), Kleid, Rock', xltwv 3o\i. 19, 23, f/ia- 
xiaiiog Joh. 19, 24, oxoXi] Luc. 15, 22, FB. 245 etc. 

= phi. patmocan 'clothing, clothes, dress' Gl. and Ind. 94. 
Vgl. patmoxtan 'to put on, wear', patmocem 'clothing' Gl. and 
Ind. 93, 94, West, PT. IV, 259, paz. ^r, padmozend 3. pi. 'they 
put on, wear' etc., padmozesn, var. padmbzan 'clothing, dress' 



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2. Abachnitt: Peraiiche WOrter. 225 

Min. cap. 16, 64, zd. paiUsmuxtor- 'bekleidet', skr. prati-muc 
'ansneken, anlegen'. 

T>2au patmucak IjiaTwtp'dXa^ 4 Kg. 22, 14; also tun oder 
tremX patnmcakag FB. 204, z. 1 v. u.; 205, z. 1, 8 = *das Haus 
der Rleiderbewahrer', auch tun iaguQ FB. 205, 6 'Haus der 
Kronen' genannt, weil hier die konigliche Krone aufbewahrt 
wurde FB. 205, 2, 3. 

520. aquim^oi^ patiac (»-St) 'passend' Apg. 26, 9 u. s. w., 
alt und haufig, davon patiacem 'anpassen, fugen, einrichten, 
anordnen' etc. 

aus pat = zd. paiti + iac zu phi. sacitan 'to be worthy', 
sacak 'worthy' Gl. and Ind. 160, 161, np. sazldan 'sich ziemen, 
passen', sas^y sazavar 'geziemend, wiirdig, passend' — ? 

Unsicher, da man bei dieser Zusammenstellung *pat8(i6 
oder *pa8ac (P. St. 191) erwarten sollte, vgl. paz. pasaza^ phi. 
pasacak 'provided, adapted' Shk. 263 und Horn, Grdr. Nr. 2 7 4^". 

Wegen Stellen wie Ephes. 2, 21 : >in welchem der ganze 
Bau zusammengefugt (yaudeal ev patSaSeal = 'verbunden und 
gefugt') ist und wachst (ace) zu einem heiligen Tempel « will 
de Lagarde patiac-im (med.) zu aSem stellen, demnach patSacimin 
pati = SLp.patU 'gegen', das sonst weder im Mp. (vgl. P. St 45) 
noch im Arm. nachweisbar ist, und ac- = arm. ac- 'wachjsen* 
zerlegen und im Sinne von 'zuwachsend' = 'zukommend' = 
'geziemend' (vgl. gr. TCQoa'qyiiov) nehmen. Sehr unwahrschein- 
lich. Man beachte iibrigens, dass phi. ^patiac, wenn es aus 
dem Pers. entlehnt ist, auch auf ap. *pati-SaCj dem ein skr. 
pratirsac entsprechen wiirde, zuriickgehen kann. 

521. uiuiinijiuiir patikam (Varianten patigam^ patSgamb, 
pathkamb) 'Gemach, Halle, Zelle', nach Wb. 'cella porticibus 
addita, laterale cubiculum, vestibulum, portions, area ante 
domum', TtQoardg Richter 3, 23, i^id^a Ezech. 40, 44 — 46, 
El. 97, 15, Sb. 130, z. 4 v. u. (*die goldgeschmiickte Halle'), 
neuarm. = 'Balkon' 

5= np. paikam {piikam, baskam, biikam) 'domus aestiva, 
aula, atrium, coenaculum, porticus' = ap. ^patt-ikamba-^ vgl. 
%A. fra-sk^mba^ vd. 2, 26, letzteres nach Geldner 'Stiitzmauer', 
nach Darmesteter 'un bitiment avec balcon'. Vgl. P. St. 4 1 , 1 9 1 . 

HUbschmann, JUmeBisoli* Grammatik. 15 



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226 2. Abichnitt: PersiBche W6rter. 

522. u^tutnnuuuin patvost (t-St.) iyyiivrQiOig Narek., 'Adop- 
tion' Cyrill., patvastem iy%BVTQCQo} 'einpfropfen, aufpfropfen, 
verbinden' Rom. 11, 17, Salom. 16, 11 u. a. w. 

= np. paivastan Verbinden, sich verbinden, zusammen- 
hangen, erreichen', paivasta Verbunden, zusammenhaiigend, 
ununterbrochen', paz. paivastan *to join, connect, unite' Min. 
Gl. 153, -phi. paivastan Verbinden, verkniipfen' Gl. andlnd. 94, 
patvastak 'connected' West, PT. IV, p. xxxi. 

Das Abstractum patvast als i-St. setzt ein ap. *patibasti- 
(= *patiwastt" P. St. 182) voraus. 

523. t^uttnnLutp patvar {t-a St.) 1. 'Vormauer, Aussenwerk' 
(von der parisp 'Mauer' unterschieden) 2 Kg. 20, 15, 3 Kg. 6,5, 
Hobelied 2, 14, Sb. 66 u. s. w. 

= zd. *paitwdra- (nicht paitivara-^ das 'Brust' bedeutet), 
skr. prativaror- 'Abwehr'. 

Vgl. np. bara 'Mauer, Wall' = zd. "^vara-'^ np. barvar 'Som- 
merlusthaus', varvara 'open gallery, balcony' = zd. *upairir- 
vara-; np. farvar 'Sommerhaus, Veranda' = phi. farvar = 
zd .yracaro- ; aram. joarcam 'Vorstadt' = zd. /?atr«t?ar a- 'Schutz- 
wehr'yt. 1,19; 13, 71, vd.2,26. WZKM. 8, 97, P. St. 28, 39,85. 

524. u^iuutngip patver 'Befehl' El. 16, 4, alt und haufig 

= zd. *paitivaeda', ygl, paitivaedayemi 'ich kiindige an'? 
Vgl. WZKM. 7, 371, P. St. 103, Anm. 

525. ufUMinnL^utu patuhas (t-St.) 'Strafe' Apg. 25, 15 etc. 

= np. badafrcth 'Vergeltung, Strafe' (lies padafrcLh Horn, 
Grdr. Nr. 154), paz. padafrah 'punishment' Shk. 261, phi. 
patfras 'Strafe' Gl. and Ind. 90, ap. *patifra&a-, vgl. zd. 
paitifrasa-. 

Die Zusammenstellung ist naheliegend, aber wegen laut- 
licher Differenzen bedenklich. Vgl. P. St. 211, 212. 

526. u^ututuu^utplrtr patsparem 1. VTzeqaaTtLt^o) 'beschiitzen, 
hehiiten, aufrecht halten' Lev. 25, 35, Spriiche Salom. 4, 6, 
patsparan linim 'Schutz sein' (den Schwachen) 1 Thessal. 
5, 14 J patsparim 'Zuflucht nehmen' Spriiche Salom. 3, 18, an- 
patsparan 'zu dem man seine Zuflucht nicht nehmen kann' 
FB. 13, 1 

aus pat = zd. paiti' und spar == np. stpar, paz. spar 'Schild' 
(s. oben p. 108 aspar), vgl. gr. viteQaaTti^co] 



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2. Abschnitt: Pereische W6rter. 227 

2. patsparem ATtoxa&iavrjiAi 'wiedereinsetzen, wiederher- 
stellen' Jerem. 16, 15, pass, 'wiederhergestellt, wiedergegeben 
werden' Hebr. 13, 19 

aus pat = zd. paitir und spar in np. supurdan, siparam 
^iibergeben*. 

Vgl. oben p. 106 apsparem *ubergeben'. 

527. ufutiapututn patvast 'bereit' Mt. 3, 3 u. s. w., alt und 
sehrhaufig, davon />a<ra5<cm *bereiten, zuriisten, ordnen*, pass. 
*sich bereiten, sicb hiiten' 

= ni^,pairastan 'in Ordnungbringen, zurichten, schmiicken, 
beschneiden' (die Baume). Vgl. np. arastan 'schmiicken*, ap. 
rasta- 'recht*, skr. raddha- 'fertig geworden, zu Stande ge- 
kommen*. 

Also patrast = phi. *patrast^ ap. ^pattrastor-. 

patrinji = badrin; s. im 3. Abschnitt. 

528. mtuinpnjli pair oik oder patroig (gen. patruki oder pa- 
trugi) 'Docht' Mt. 12, 20, Jes. 42, 3; 43, 17 etc. 

= zd. *paitiraoka'j vgl. skr. roka- 'Licht, Helle', zd. paiti- 
raocaya 'lass brennen, ziinde an* vd. 18, 19. 

patruc = hadruj s. im 3. Abschnitt. 

529. i^iuptuLutlbii. paravand {i-a St.) 'Fessel* (der Fiisse, der 
Siinden etc.) Euseb. Chron., Osk. Mt. etc., davon paravandem 
'fesseln* MX. 242, 7 u. s. w. 

= ap. *padabanda- = *padawanda- (vgl. P. St. 182) = 
skr. padabandha- 'Fussfesser (nach brieflicher Mittheilung von 
Dr. Th. Bloch). 

530. ufiuplr^MULutg paregauiR («-St.) x*^t&i/ 'langes Gewand* 
(fur Manner und Frauen) Mc. 6, 9, Ex. 29, 5, 2 Kg. 13, 18, 19, 
FB. 178, z. 3 V. u. 

von Wb. und de Lagarde zu arm. gauii 'Giirter gestellt, 
von letzterem als 'umgiirteltes* erklart. Vgl. TtaQayioyieg (lies 
naQaywrag?) xixiov Ttaqh n&Qd-oig Hesych, lat. paragauda^ 
paragaudis 'Borte, bortirtes Kleid*, talm. H'l^int 'Oberkleid, 
Vorhang*, auch syr. und mand., Ttaqayaitdiov^ arab. burjud 
Ges. Abb. 209, 210, Fraenkel 45, 46, Brockelmann Wb.p.284. 

GeliOTt paregaut'-k zu den hier genannten Wortem, so ist 

15* 



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228 2. Abfchnitt: PerBUche Wdrter. 

68 arsacidisches Lehnwort, also aus dem Persischen zu erklaren 
iind dann von arm. ffauii ^Giirtel' zu trennen. 

531. uftuplfi% parken(i^aSt.y msti. par kenav) mil folgendem 
post (gen. Yon po8 = lat fossa) *Wallgraben' Ag. 161, 12, Le- 
vond 60, 7; 133, 16 

= np. j^arym 'Kloake* Fird.III, 1397, v. 6 unten, arab. Lw. 
fariqm 'Cisteme^ syr. t^S'^pnfi 'Abzugsgraben' (Noldeke). 

532. uiutpP^ parik (gen. pi. parkag) als Fabelwesen neben 
yxdkaparik und hamharu genannt Eznik 97, 98, bei Philo, lin. 
als 'Sirene' gefasst 

= phi. parlk 'bose Fee'* Bdh. Gl. 100, West, PT. II, 126, 
Gl.andlnd. 103, n^parl Tee, Engel', zd. jaotrtAo- 'Damonin'. 

533. u^uiptTuMjlrtr parmayem 'erprobe, erfahre' (den Schaden 
an mir) nur El. 21, 19 

ware np. *parmayam^ ap. ^pari-ma. 

Vgl. hramayem 'befehle' = np. farmdyam^ ap. fra-ma 
(yVawano-'Befehr); np./?amayam*mes8e*, ap. *pati'ma\ zd. ap. 
orfnata- 'erprobt'. 

534. ufiuping parts (t^St, gen. partun) 'Schuld' (was ver- 
schuldet wild) Mt. 18, 32, 34, 'Darlehen' Deut. 24, 11, 'das 
wozu man verpflichtet ist' 1 Kor. 7, 3, 'schuldig, Schuld an 
etwas', part e inj *ich muss', ge part vnj 'ich darf nicht', part- 
akan e *er ist schuldig, verpflichtet' (es zu thun) Gal. 5, 3, 
'schuldig (des Todes, des Gerichtes), verfallen' Gen. 26, 11, 
Mt. 5, 2\y partapan fSchuld-hiiter') 'Schuldner, schuldig' (eine 
Summe, eines Vergehens) Mt. 18, 24, Luc. 13, 4, partater 
('Schuld-herr')'Glaubiger'Je8. 24, 2,partavor ('Schuld-habend') 
*scbuldig' (des Gerichtes etc.) Mt. 5, 22, partim *ich schulde' 
Deut. 24, 10, Mt. 18, 28, 'bin schuldig, verpflichtet, muss', 
parti-k (gen. parteag) 'Schuld' Mt 6, 12 

= ap. *partu- 'Schuld'. 

Vgl. zd. para- 'Schxild', tanum pairyeiie 'er verwirkt durch 
Schuld sein Leben', paretotanu-, pasotanu^ tanuparad-a'' 'der 
sein Leben verwirkt hat', posa- (aus *prta-) 'schuldig, verwirkt', 
paiosara- 'der den Kopf verwirkt hat' ZDMG. 26, 457 ; 42, 94, 
KZ. 30, 516, afigh. por 'Darlehen, Schuld'. 

Davon zu trennen /)ar^em 'besiegen, niederwerfen, in die 
Flucht schlagen' A. T. u. s. w., 



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2. Abschnitt: Peniiche Wdrter. 229 

vgl. np. nabard *Kampf ', phi. n(i)part 'Kampf* Gl. and Ind. 
283, np. award 'Kampf, zd. paratante %ie kampfen^, paiana^ 
'Schlacht', skr. prt-- 'Kampf, Streit', prtana- 'Kampf, Treffen*? 

535. u^mptapjuulup partbasxi tarn oder atnem Mas Seine fur 
Andere ala partbaSxi geben oder zum p, machen', also etwa: 
'als Ersatz, zum Losegeld^ Osk. Paulusbriefe II, 454, Seber., 
Sargis, alt. Wb., 

zu part/^ 'Schuld, Darlehen' und baszS ^Antheil, Loos, 
Tribut, Schicksar, s. oben p. 118. 

partbasxi wird auch getrennt geschrieben als part baixi, 
Es liegt wohl eine persische Redensart zu Grunde. 

536. ugutptntu^ partak^HxHle, Schleier', Leb. d. Vater, 'Zelt* 
wand* Levond 158 

= np. parda 'Schleier, Vorhang', syr. b^pT^fc 'tentorium'. 
Jiinger entlehnt ist ifituptntuj parday s. im 3. Abschnitt. 

537. uftupmtig^ partez [i-a St., gen. partizij 'Garten' Luc. 
13, 29, Job. 18, 1, 26; 19, 41, Hohelied 4, 12, 16; 6, 10 u.s.w., 
dazu partizpan 'Gartenhiiter' Job. 20, 15, auch partizapan 
Ephrem, Leb. d. Vater etc., pariizik 'Gartchen' (-ii hier echt 
armenisch) 

= np. palez 'Garten', palezban 'Gartner', zd. pairidaeza" 
'Umzaunung', hebr. pardes 'Garten, Park' (schon Hohelied 
4, 13, Koh. 2, 5, Neh. 2, 8), syr. KO'>^'nt) 'Garten', K3Wn-« 
'Gartner', gr. Tcaqidsiaog (Xenoph. etc.). 

Np. palez setzt arsacidisches pardez voraus. Im Armeni- 
schen erscheint hier ausnahmsweise t fiir urspr. d, 

Dsizn Par tizag por etwa 'Gartenthal' (^or 'Bauch, Hohlung') 
ein District derProvinzTaik' MGg. 619, Partizakaiak 'Garten- 
stadt' == Risa in Georgien Gesch. Georg. 1 1. 

538. u^tui pet [tHi St.) 'Oberhaupt, Chef Gen. 49, 10, 
1 Chron. 7, 40, Daniel 3, 2 u.s.w., oft neben isxan 'Herr, Ge- 
bieter' FB. 42, Mos. Kal. I, 237, 11, 62, A?LY(iu petuiiun (ev 
isxanuliun) 'Obrigkeit' (und Behorde) Luc. 12, 11 ; 20, 20, Titus 
3, 1 etc., 'Macht' und 'Herrschaft' Ephes. 1,21; 3, 10 etc., sehr 
haufig als 2. Glied von Comp. wie hazarapety mogpet^ Aspa- 
hapet u. s. w. in der Bedeutung 'Chef' 

= np. 'bady -bud 'Herr' (in sipahbad u. s. w.), bei Procop 
'pMrig, 'liidrig (z. B. ^afcefiidrjg) Ges. Abb. 185, fhl pat (pi. 



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230 2. Abschnitt: Periische Worter. 

patan 'officers' West, PT. IV, 87), in Comp. wie magupat^ spahpat 
u. 8. w., zd. paiti" *Herr', haufig als 2. Glied von Comp. wie 
ae^apaiti', zantupaitt-, danhupaitt-y nmanbpaiti- u. s. w. 

539. mtiuauuilili pesaspik *Vorreiter, Eilbote, Kurier' FB. 
56, 7, Sb. 56, 6 (lies pesaspikR als plnr.) 

= syr. pesasptg *Vorlaufer' Hoffmann p. 14, Nr. 95, 97 (die 
hier wie bei Sb. 56 Briefe vom Konig bringen), aus pers. pes 
Vor , asp 'Pferd' und Suff. iA, also phi. *peiasptk. 

540. i^tznu^tuj pesopay in zaur peiopay 'die vorangehende 
Truppe' = 'der Vortrab' Sb. 93, 21 

= i^hi. pesupai *a leader, chief, head' PPGl. 186, Gl. and 
Ind. 114 = Art. Vir. 11, 3, 16, ZPGl. XXXIII, z. 10, West, 
PT. II, 3, pesupak 'chief of a community' etc. P. N. 101, paz. 
peiawai 'leader' Shk. 263, np. peiva 'der vorangeht'. 

541. m^u pes 'Art und Weise', alt und sehr haufig als 
<?o;/L 12^ 2. Glied von adverbiellen Compositis, wie orpes 'in welcher 

Weise, wie', ainpes 'auf diese Weise, so' u. s. w., pespes {'von 
mehreren Arten*) 'mancherlei' Hebr. 9, 10; 13, 9, 'vielfarbig, 
bunt, kostbar' A. T. 

= zd. paesa-, paesah- als 2. Glied von Comp. = 'Gestalt, 
Form, Art (vlspopaesah- 'von jeder Form, aller Alt'), Schmuck, 
Zier', skr. j9epa«- nach Roth : 'Gestalt, Form, Zierrath, Schmuck' 
u. s. w., nach Pischel-Geldner, Ved. Stud. II, 119 nur = 'Ge- 
stalt, Form, Farbe'. 

Arm. pes kann nur unter der Voraussetzung, dass es aus 
dem Persischen entlehnt ist, mit zd. paesah-^ skr. pegas- zu- 
sammengestellt werden. Dabei ist nur auffallig, dass sich im 
Pehlevi und Persischen keine Spur dieses Wortes, das seiner 
Bedeutung nach doch sehr haufig vorkommen musste, finden 
lasst. 

542. mfiutuli /n^a^'gefleckt, gesprenkelt, gescheckt' Sacharja 
1, 8; 6, 3, 6, Gen. 30, 35 (ipa^dg, ^avvdg), 'aussatzig' Leb. d. 
Vater, Oskiph., als Subst. 'Mai, Narbe, weisser Hautflecken' 
Vardan, Galen, pisakuiiun 'Aussatz' Philo, Kanon. 

= zd. paesa- 'Aussatziger' vd. 2, 29, yt. 5, 92, phi. pesak 
'aussatzig' (= zd. paesa-) ZPGl. 24, vgl. ap. ma&yag^) = 

1) Ftir dag AltperslBche genauer *pai8aka- anzusetzen. 



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2. Abschnitt: Pereieche W6rter. 231 

6 leTCQdg Ges. Abh. 75, 217, np. pes, pesi ^lepra', pesa 'nigro 
alboque colore variegatus', pesagl 'leprositas', syr. fc^^DC^C *ma- 
culatus, varius', afgh. pes 'leprosy*, auch *a leper', pesi leprous* 
u. 8. w. ZDMG. 38, 426. 

Arm, pisak geht nach arm. Gesetzen auf ein alteres/>e«a^ 
=; phi. pesak zuriick. 

543. [i^^if^ ping oder pin; *Nasenlocli* Damascius, davon 
pngat 'ohne Nase, stumpfnasig* David (Porphyr.), Osk. Gal., 
Kanon., pngatem 'die Nase abschneiden* Gesch. der Hrip's. 
MX. 300, 22 

= georg. joiw^^Nasenloch* Tchoubinof p. 399, 08set.y|w;' 
'Nase*, abchasisch j^y;?p 'Nase* Schiefner, Bericht 56. Armeni- 
schen oder kaukasischen Ursprungs? 

Davon np. kurd. poz, bal. ponz Dames 58, afgh. poza, paza 
'Nase* zu trennen.] 

544. u^qfiiiX piinj (o-St., gen. pinjoy) 'Kupfer, Kupfergeld, 
Miinze, Erz, Messing*, xaXyidi; Mt. 1 0, 9, 1 Kg. 17,5, liiqua Job. 2, 5, 
Mos. Kal. I, 93 u. s. w., />/w;V 'kupfern, ehern*, alt und baufig 

= np. birinj 'Messing, Kupfer* neben piring 'aes cyprium, 
orichalcum* (VuUers), kurd. pirinjok Justi-Jaba Wb. Vgl. 
P. St. 27, 28, 175, 232. 

545. mquil^q^ plpU, pipei 'Pfeffer* MGg. 615, 19 (Indien), 
David 169, Car. 

= np.^t7;>tVA.M.68,6, arabisirt^^/,/t^/fw/ A.M. 186, skr. 
pippati, 

546. [m^nLiT psnum (aor. pieay, ptc. piugeal) 'das Auge auf 
etwas heften, starr auf etwas sehen* Apg. 1, 10, Jacobus 1, 23 
u. s. w., seltener joifnem, daneben einmal /7t^ unim (z-akn 'das 
Auge*) Grigor ArSar. 7. Jhd. 

kann nicht zu dem vonGeldner, KZ. 30,520 erschlossenen, 
von Darmesteter nicht acceptirten zd. pii 'sehen* gestellt wer- 
den, da pinum (aus *pu^nu-m) kein Lehnwort ist und Urver- 
wandtschaft der Wurzeln (wegen des anlautenden p im Arm.) 
ausgeschlossen ist.] 

547. u^nqniltutn po{ovat^)'St9hl*f davon />o/ot?a<i^ 'stahlem* 
Sacharja 9, 13, FB. 69, Sb. 38, Mos. Kal. I, 321 

1) Diet die bestbezeugte Leiart; poiopat nur bei N. P. Allerdings 
modem arm. poipai. 



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232 2. AbBchniU: Persitehe Wfeter. 

= np. polad *Stahr, arabisirt fulddy phi. pUdpaten oder 
poldfaten *8tahlern* Gl. and Ind. 107, Yatk. 54. 

Nach arm. poiovat wiirde ich eher ein phi. "^polavdt erwaiv 
ten, nach np. poldd ein phi. poldvat oder dmfih polavdt In den 
iiberlieferten Pehleviformen steht wohl falschlich /> =/ fur t?. 

548. u^uiul^ psak (i-a St.) 'Kranz, Diadem, Krone' (der 
Konige, Sieger, Martyrer etc.), ariipavog Joh. 19, 2, Jacobus 
1, 12, Apg. 14, 13, El. 11, Mos. Kal. I, 291 u. s. w., psakem 
'bekranzen' 2 Tim. 2, 5 

= zd. pusd- 'Diadem, Krone' ^) yt. 5, 128 (= phi. aparsar^ 
np. afsar ZPGl. 24). 

549. ^u#mu#f n/^ Ja^a^ot? * Vertheidiger, Fiirsprecher, Anwalt, 
Beschiitzer, Gonner' FB. 69, 10 u. s. w,jJatagovem Tiirsprecher 
sein, vertheidigen', jatagovuixuh 'Vertheidigung, Fiirsprache* 

=^^\i\,jdtakgdhy gesprochen ^a^a^ot^ ^) Art. Vir. cap. 15, 18, 
West, PT. IV, 47, Jdtakgdblhy sipnchjataffdmh 'Fiirbitte' Haug, 
Ahuna-vairya-Formel p. 10, 11, paz. Jarfa^o 'Vermittler, Fiir- 
sprecher, Anwalt, Beschiitzer' {{urjddangd zu lesen) Aogemad. 
§ 9, 10, Min. cap. 33, 11, jddagoi 'Schutz' Min. cap. 15, 20, 
ap. ^ydtagauba- 'Antheil-zusprecher' ZDMG. 46, 324, 325. 

550. ^uitnmJiJatuk [i-a St., gen. ^\.jatka^) 'Zauberer', /a^t^ 
kin *Hexe' Osk. Mt. 11, 455, 1, Kanon., Narek., Arist. 

= np. jddu 'Zauberer', paz. jddUy phi. Jdtuk, alter ydtuk 
*Zauberer' Min. Gl. 113, Shk. 252, ZPGl. p. 15, PPGl. 113, 
Bdh. Gl. 115, Yatk. p. 67, zd. ydtu- 'Zauberer'. 

javitean *ewig' s. p. 198 unter yavet 

jihangir s. im 3. Abschnitt. 

551. pimpiu^ Jnarak Galen, ^mputii cnarak sprich jnarak 
Wb. des Steph. Leha^i 

= gr. aapda^dxtj 3) 'Resina Juniperi, Wachholderharz', aus 
dem Persischen ? 

552. Inlfjok 'Herde, Chor, Schar, Schwarm, Abtheilung, 
Genossenschaft' Laz. 26, Osk. Mt, Mos. Kal. 1, 19, z.8v.u. etc. 



1) Geldner falsch: 'Schleier . 2) Vgl. P. St. 243. 

3) Vgl. ZDMG. 43, 386. 



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2. Abschnitt: Persigche W6rter. 233 

= np.^'o2;'coetu8, agmen hominum et animalium' (unbelegt), 
arab. fauq, Jauqa 'caterva hominum' (Fremdwortnach Javallqi). 

553. ^nLf^utli julhak 'Weber' einmal Jaism. und modem 
(alter ostainak 'Weber ) 

= nfjdlah,jdlaha 'Weber'. P. St. 263. 

554. ^ni^utuili juxtah 'ein Paar* (Turteltauben) einmal 
bei Cyrill. 

zu np. juft 'Genoese, Gatte, Paar', phi. juxt (nicht dvat 
zu lesen) 'Paar' Gl. and Ind. 272, Bdh. Gl. W^Juxfih 'Plural' 
(nicht davafi zu lesen) ZPGl. 2, z. 2, zd. yuxtor- 'Gespann, be- 
spannt'. 

Vgl. np. juftah 'Inseparabel' (eigentl. 'P&rchen'). 

555. nMu^dT razm^ ^r-a^m (t-St.) 'Kampf, Schlacht, Schlacht- 
reihe' El. 74, 26, Laz. 440, 3, FB. 201, Mos. Kal. I, 214, Joh. 
Mam. 46, z. 7 und 11 v. u., Zenob 26 etc., fazmik, 9tazm%k 
'kriegerisch' FB. 67, 7, N. P., tazmahat 'die Schlachtreihe zer- 
brechend' u. s. w. 

= np. razm 'Kampf, phi. razm 'Kampf, Treffen'PPGl. 195, 
Matikan i £atrang p. 2, z. 5 v. u., Yatk. 66, Shk. 265, zd. rasman^ 
'Schlachtreihe'. — Vgl. P. St. 66, 67, 223. 

Davon xazm 'Kampf, Aufstand' wegen des x zu trennen. 

556. iLiu4 fah (f-St.) 'Weg' Zak'aria Kathol., Narek. u.s. w., 
aber auch schon bei FB. 52, 11 in f-ahviray 'den Weg 
bahnend' 

= np. rah 'Weg', paz. rah Min. Gl. 176, phi. ras (= rad- 
P. St. 203) Gl. and Ind. 130, Bdh. Gl. 153, Yatk. 52. 
Zu tahviray vgl. unten p. 247 viram. 

557. n.uiX ram (i-St.) 'gemeines Volk', tamik (i-a St.) 'ge- 
meines Volk, gemein, weltlich, Laie' Salom. 6, 7, Judith 7, 2, 
Levond 50, Sb. 81, El. 48, 27 u. s. w., tamikspas 'gemein' (Soldat) 
FB. 52, tamkakan 'vulgar', ramkapet 'Volkstribun', ramkuHun 
'Demokratie' Oskiph. 

= np. ram, rama 'Schar, Herde'. Vgl. oben p. 147 arm. 
eranif eramak. Arm. tamik setzt ein phi. *ramlk voraus. 

558. nttitn rat in movpetan movpet tat El. 141 

= phi. rat ein Magiertitel Horn, Sieg. p. 27, ZDMG, 46, 
285, Hoffmann p. 61 und 109. 



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234 2. Abichnitt: Persische Wdrter. 

559. iLn^l( rocik [i-a St., gen. rocki) 'taglicher Unterhalt^ 
Nahrung, Lebensmitter Gen. 47, 12, Lev. 26, 26, FB. 75, 246, 
288 u. 8. w., Laz. 326, Sb. 45 und 75 [rocikR ev handerjaginit 
'Lebensmittel und Geld fur die Kleidung*) 

= np. rozl 'tagliches Brod, Lebensunterhalt', syr. i<p'»Tin 
^commeatus quotidianus^, daher arab. rizq 'Lebensbedarf ' und 
das Verbum razaqa. Im Phi. also * rocik *das tagliche* zu np. 
rozj ap. rauca 'Tag'. 

Vgl. paz. rozi = phi. rocih 'daily food' Shk. 266 mit an- 
derem Suffix. 

560. itn^utlfuMii tosnakan 'rein, redlich', einmal im ^ama- 
girk' (Horarium) der griech. orthod. Arm. (10. Jhd.), rosnuUun 
'Redlichkeit', einmal in den Ya6axapatum girk', abgeleitet von 
tohnr 

= np. rohan 'klar, hell, leuchtend', rosanl 'Helle, Licht', 
paz. phi. rd§an 'light, bright, clear' Min. Gl. 179, Gl. and Ind. 
141, paz. roiani 'the light' Shk. 265, rosnl 'Licht' Aogemad. 
p. 119, zd. raoxSna- 'hell, leuchtend'. 

561. itnut 'tot 'Fluss' = np. rod^ phi. rot^ ap. rauta 'Fluss' 
in Margtot Sb. 67, Marvirot Laz. 233 = np. Marv % rod 

'Fluss-Merv', s. oben p. 51 unter Marg\ dvairot Thorn. 253, 
MGg. 609, Aivandtot MGg. 609, Districte von Vaspurakan ; 
Motibaiaj Baiantot MGg. 609, Districte von P^aitakaran; Araji- 
rot, Rotpagean oder Rotapayakf MGg. 610, Districte von Uti. 

tdsna s. im 3. Abschnitt. 

562. uuijuutlruig^ saxteal 'angeschirrt' (mit dem Panzer), an- 
saxt 'nicht angeschirrt' (Pferd), einmal bei Lambr. 

= np. saxt 'Pferdegeschirr, Riistung' (VuUers). Zu np. 
saxtariy scizam 'herrichten, zurichten, machen' etc., asprS^ zln 
saxtan 'das Pferd satteln', vgl. Yatk. 60. 

563. uuili sak (i-St.) 'Tribut' El. 35, 6, Sb. 138,8, 10, Euseb. 
Kircheng., Osk. Mt. u. s. w. 

= phi. sak 'Tribut' {u haz 'und ZoU') Matlkan i 6atrang, 
phi. Text p. 1, 12; 2, 3, Umschreibung p. 1, z. 3 v. u.; 2, 10, 
Salemann, Mittelp. Stud. 223, np. sa = sav 'Tribut', vgl. hai 
u sav Fird. I, 247, 60 oder sav u bai Nold. Stud. II, 20. Vgl. 
P. St. 73, 245. 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 235 

564. uut^iTu/b sahman (t-a St.) 'Grenze^, S^og, pi. *die Gren- 
zen, das Gebiet', xhc Sqixx, alt und haufig, Mt. 19, 1; 8, 34; 
15, 22, Mc. 7, 24; 10, 1 u.s.w., 'Bestimmungen' (des Glaubens) 
Sb. 127, davon sahtnanem 'begrenzen, bestimmen' u. s. w. 

= np. saman 'Gerath, Anordnung, Plan, Ziel, Grenze'u. s.w., 
phi. saman 'a boundary-mark^ Gl. and Ind. 155, ^argument, 
quality' West, PT. IV, 36, 94, paz. saman 'limit, argument', 
samana = phi. samanak 'limit, extent', samanmand 'limited' 
Shk. 266. 

1st die Zusammenstellung richtig, so steht phi. saman fur 
alteres *sahman aus ap. ace. *&axman-am, Vgl. P. St. 72, 251. 

565. uiuqiup saiar 'Anfuhrer' (derTruppen) El. 74, 25, MX, 
203, 1 ; vgl. gundsaiar obenp. 130 nnteT gund, spasalar s. unten 
p. 239, puiHpanac saiar oder pustipan saiar 'Oberst der Leib- 
garde' Laz. 390,395, El. 49, 104, ein Mann genannt Granik(n) 
saiar Mos. Kal. I, 238 

= np. solar 'Oberhaupt, Anfuhrer' i), paz. saiar 'a chieftain, 
leader, general' Min. Gl. 183, Shk. 266, im Phi. immer sarddr 
(woraus solar entstanden ist P. St. 260) geschrieben, aber zur 
Sassanidenzeit saiar gesprochen Gl. and Ind. 167, PPGl. 9, 
BB IV, 62, in Comp. pers. aj'^aw-sa/ar 'Obertruchsess', vgl. Tab. 
386, paz. spah-salar 'commander of the army' Shk. 267, rama- 
saiar (in Zendschrift] 'der Anfuhrer der Herde'Bdh. p. 32, 11, 
phi. ortestaranr-sardar Matlkan i 6atrang p. 2, 13, BB IV, 67 
'Oberbefehlshaber des Heeres', bei Procop entstellt Jidqa- 
avadaQa^aakAvrjQ Tab. 1 1 1, vastryoianr-sardar 'Generaldirector 
der Grundsteuem' BB IV, 67, Tab. 110, pustpan-sardar (von 
Noldeke fiir pithtospan-sardar gesetzt, das aber rich tiger pusfik- 
panr-sardar gelesen wird) 'Befehlshaber der Garde"* BB IV, 62, 
pesinikan-sardar 'der Oberste der Hofbeamten'(?) Yatk. 48. 

566. uutquMLiuptn saiavart (t-St.) 'Helm' Ephes. 6, 17, 1 Kg. 
17, 5, FB. 253, Mos. Kal. I, 208, Thom. 132 etc., saiavart- 
avor 'behelmt' Ezech. 23, 24, saiavarteal dass. Ezech. 38, 5, 
El. 44, 8 

= syr. sanvartd 'Helm', vgl. zd. saravara- 'Helm', phi. 
sarvar (oder salvor) phi. vd. 172, z. 4. Neben phi. sarvar darf 
. Mtr.Jtj^^Z 

1) Daneben das neugebildete np. sardar 'dux exercitus' P. St. 72. 



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236 2. Abfchnitt: Peraisehe WOrter. 

wohl ein *sarvart (oder *salvart) = ap. *sar(warti' 'Kopf-be- 
deckung' angenommen werden, das ins Arm. und Syr. iiber- 
ging. Zur Form *varti' vgl. zd. varHi-- in h^m-varoiti- *Wehr, 
Tapferkeit*. 

567. [uiuJI,p scmii 'Dill', Sinj^ov Mt.23,23, Mech. Fabeln 
p. 49 etc., 

vgl. np. Sibit A. M. 157, dial, ^ivid, arab. Hbid'9' 'Dill', syr. 
Knati Svrj&oVy assyr. Ztschr. 6, 293. Die Worter gehoren bei 
ahnlicben Lauten und gleicher Bedeutung wohl zusammen, 
aber das arm. Wort kann nicht direct aus dem Pers. oder Syr. 
entlehnt sein.] 

568. uuMifnjp samoir *Zobel = Zobelpelz* FB. 118, 245, El. 
106, 12, Thom., samureni 'Zobelpela' FB. 263 

= np. sctmurj parthisch aipKaq Ges. Abh. 71 und 226, phi. 
aatnur oder samor Bdh. p. 31, z. 3, syr. K'^I/DO, arab. sammlQr 
'Zober. 

Zum Vocalismus vgl. P. St. 142. 

569. uuiu^tum sapat und sapatak 'Kasten, KorV Jesaias 3, 26, 
Laz., Mos. Kal. I, 144, 174 

= syr. fi(l3&D sefta oder safta^ arab. safat *Korb' aus phi. 
* sapat = np. sabady arab. sabaSa Fraenkel 79, kurd. aabad 
'Kiste' Socin, Samml. II, 312. 

570. uutmiuli satak 'einfach, bW Pseud. 116, Sokr., Osk. 
Joh. 

= np. soda 'einfach, schlicht, bios'. 

satakem s. p. 110 unter atak, 

571. ^uiupq. -sard 'Jahr' »= zd. sarada-, np. sal *Jahr' 
in ausardj navasard, eritasardy s. oben p. 112, 202, 148. 

572. utuft sar 'Haupt, Kopf = np. phi. sar 'Kopf 

in a^am/cwor'Haupt einer Secte, Sectirer'Erznk. Mt., kaxar- 
dasar 'Zauberkiinste treibend' s. oben p. 162 unter kfixard, 

573. uuiptuili sareaky sarik 'Staar' Basil., Philo, Med. Schr., 
Mech. Fabeln 112 

= np. sary auch sarak^ sarqf, sari *Staar', phi. sar Bdh. 
Gl. 172. Vgl. skr. sarikay gdrika 'Predigerkrahe' nach PW., 
eine Drosselart nach Dr. Th. Bloch. 



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2. Abflchnitt: Peraiiohe Wdrter. 237 

574. umpaj saroy ein Baum, vgl. Ezech. 31, 8: sard ev 
saroy ev noc, gr. nur av/cd^aoi fiir alle drei, ahnlich Jes. 41, 8, 
tvItvq Sacharja 11, 2 

= np. sarv 'Cypresse'? 

sarupariay s. im 3. Abschnitt. 

sarXulay s. im 3. Abschnitt. 

seav *8chwar«* s. unter den Originalwortern. 

sin s. im 3. Abschnitt. 

575. u/iiiq. sing oder sig *ein Gewicht von vier heq&tlov 
Anan. Shirak, p. 27 flg. 

= syr. p3*>0 wahrscheinKch ^semidrachma* (Brockelmann), 
np. sir-yak *ein Dritter Ges. Abh. 71 — ? 

576. ulipmJmpq^ stramorff («-a St) 'Pfau' 3 Kg. 10, 22^ Eznik 
139, MGg. 610 u. 8. w. 

will de Lagarde zu zd. saeno + m9r9yd, phi. sen(o) muruk 
West, PT. 1, 50, sen imuruk Yatk. 64^ paz. slnmuru Min. Gl. 189, 
np. simury 'der Vogel Greif ^) stellen. Die Bedeutung passt 
aber durchaus nicht. Ueber die Vorstellung vom Greif vgl. 
Justi, Bdh. Gl. 184, Btrg. z. alten Geogr. Pers. I, 7. Die Er- 
klarung der Armenier: ^wiesenliebend' passt auch nicht, es 
miisste dann margaser heissen. Im zweiten Theil gehort das 
Wort vielleicht zu loramargj loramargi ^Wachtelmutter^ dqtv- 
yoiirirqa Ex. 16, 13 etc., von lor ^Wachtel* Sqtv^. 

577. uijiatuunatli skavatak [i-a St.) 'Schiissel' Mt. 26, 23, 
Mc. 14, 20 u. s. w., *Hirnschale'2) MX. 173, 12- 

= np. sukora (? neben sukurra^ sukra etc.) 'patina testacea 
s. fictilis' (VuUers), arab. sukurja^ nach Andem sukurraja = np. 
sukura 'paropsis' (FreitagWb.), syr. Spn'lpO («pl1p''0) 'Schiisser 
Ges. Abh. 73, modem arm. uskura 'kupferne Schale'. 

Vgl. P. St. 169. 

578. mdfumli «»t£a^(^<^St.)'Huf (desPferdes) Je8.5,28u.s.w. 
=s np. sunhy sumj sumnt 'Huf , arab. sunbak (de Lagarde 



1) FVa yQvif/ Lev. 11, 13 setzen die Aimenier paskue 'eine Adlerart^ 
die nach lAQg. 615 in Indien yorkommt 

2) Vgl. ital. testa, franz. tSU. 



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238 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

Symmicta p. 60), sunbuk (Freitag Wb.) 'Huf , phi. sumb Bdh. 
Gl. 182, Spiegel, Traditionelle Lit. p. 463, sunb Yatk. 67, 
Anm. 68. 

smbul s. im 3. Abschnitt. 

579. uiTinuiinuili smpatak (gen. -i) 'Priifstein', nur bei 
Basil. 

= np. sunbada, arabisirt sunbddaj ^ hajar ul-sunbadq; 
A. M. 99 ^Schmirgel', zum Putzen und als Medicament ge- 
braucht Achund. 54, Polak, Persien II, 169. Als Pehleviform 
ergiebt sich *$unbatak, P. St. § 70, 73. 

580. uhi^njp sngoir [i-a St., gen. sngurf) 'rothe Farbe zum 
Schminken und Farben', ^t/xogEzech.23,40u. s.w. deckt sich 
lautlich n i c h t recht mit 

np. iangar A. M. 161 = arab. iinjar (Freitag Wb.) 'An- 
chusa tinctoria, Alkanna, farbende Ochsenzunge^ Achund. p. 90. 

581. uuifpnLtq^ sngrvei ein indisches Gewiirz, neben dem 
Pfeffer genannt MGg. 615, ed. Soukry 45: snkrvil 

aus *sngvei = *stngivei = arab. pers. zanjabil A. M. 137 
(nach VuUers = pers. iankalil^ phi. iangavlr u. s. w. ?), syr. 
b*^13i3T, pali stngivera-y skr. grhgavera^^ gr. ^lyyi^sQig = deutsch 
Ingwer, 

582. uUti-nLu sndus xqixaTtrov Ezech. 16, 10, Mos. Kal. I, 
292, 2 [8ndoy\ ed. Emin p. 138, z. 8 v. u. [sndus) 

= arab. pers. sundtis ^species panni serici tenuis' (Freitag 

Wb.). 

583. unfu SOX (o-St.) 'Zwiebel* Num. 11, 5, Osk. Mt. 
= np. SOX 'Zwieber. 

Mit skr. guc ^brennen, Schmerz empfinden, trauern lasst 
sich weder np. sox ^Zwiebernoch dLrva.soxak (furgr. 7toQq)VQia)v 
ein Wasservogel Lev. 11, 18, sonst aber = 'Nachtigall'), das 
de Lagarde zu zd. suxra- ^roth' stellt, vereinigen, wenn es auch 
persisch klingt und aus dem Persischen stammen mag. Auch 
arm. soci (hot) *Tanne, Fichte' wird durch ein zd. ^saocyor 
'brennbar' (de Lagarde) nicht erklart. 

sonic s. im 3. ^t^schnitt. 

sonopri = sonobri s. im 3. Abschnitt. 



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2. Abschnitt: Persieche Wdrter. 239 

584. unLikrtT suleniy suienij suiiem 'pfeifen, zischen* Philo, 
Joh. Phil., Lambr. u. s. w. gehort schwerlich zu np. si/lidan 
^pfeifen, zwitschem'. 

585. uufUi4spaA («-St.) El. 23, 2 = spay (t-St.) 'Heer, Truppen' 
1 Maccab. 8,20, MX. 228, z. 2 v. u., Sb. 138, Arist. 12 u. s. w. 

= np. sipahj phi. spah Gl. and Ind. 156, zd. spado-, 
Dazu spayazaur, spayakoit Joh.Kath. 193, spayapet^oriMn 
16, spayasalar = spasalar Lambr. — Die Form spah ist alter 
als spay. 

Vgl. p. 240 sparapet — Spah hat mit arm. spas ^Dienst* 
nichts zu thun, daher ist de Lagarde's Gleichung arm. spasik 
= np. sipahl gr. Ag. p. 83, Anm. falsch. Arm. spasik = *Diener', 
iixan spaskapetuiean Ag. 651, 1 etwa ^koniglicher Haus- 
minister'? 

spanax s. im 3. Abschnitt. 

spand 8. im 3. Abschnitt. 

586. uuiutn. spar in i spar 'bis ans Ende' Joh. 13, 1 u. s. w., 
anspat 'endlos' El. 1 0, spatazen Vollstandig geriistet, schwer 
bewaffnet', spatem 'zu Ende bringen* = 'aufbrauchen, auf- 
reiben, vemichten', sparsput^^^'^ch.^ voUkommen, griindlich' 
Richter 5, 26, Ag., Laz. etc. 

= np. siparl^ isparl 'perfectio, finis, finitus, completus', paz. 
spur 'perfect*, spurt = phi. spurik 'complete' Shk. 268, phi. 
spur 'perfect' Gl. and Ind. 161, an-aspurik 'imperfect' West, 
FT. IV, 40, spurxMh 'completeness' IV, 328, an-avispurik 'un- 
voUendet* BB. 17, 261, zd. asporena- 'voUstandig' (= phi. 
uspurlk) Darmesteter, Zend-Avesta III, 137, aram. KSnBDlj'eifrig, 
sorgfsdtig' (eigentl. 'griindlich, vollstandig') Esra 5, 8 u.s. w. 

Vgl. F. St. p. 73. 

587. uufutuuiiutp ^jDo^dibr'Feldherr' YiSatakarank' und Joh. 
Kath., auch aspasalar Mt. Urh., spayasalar s. unter spah 

= np. sipahsalar, sipahsalar 'Feldherr*, paz. spahsalar Shk. 
267, eigentl. 'Anfuhrer des Heeres'. 
Jiingeres Lw. 

spar 'Schild' s. p. 108 unter aspar, 

sparak s. im 3. Abschnitt. 



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240 2. Abschnitt: Fersiiohe Wdrtcr. 

588. uu^mpoiuflrin spavapet und asparapet (i-^ St) 'Oberfeld- 
herr', ^p^^^r^nyyo^ Gen. 21, 22 u. s. w., vgl. Wb., El. 8, 8 
(Anatol, Sparapet des Ostens), FB. 186,2 (Muiel, Sparapet yon 
Armenien), Ag. 650, Sb. 34 iind 36 

= np. sipahbad, sipahbad^ phi. spahpat Yatk. 73, Ganj. Gl. 2 1 , 
Bdh. Gl. 173, West, FT. IV, 87 u. s. w., ap. *8padapati''^). 

Es gab in Persien vier Spahbeds, wie im Bundehesh die 
Sterne vier Spahbeds haben, namlich fur den Osten, Westen, 
Siiden und Norden, Tab. 155. Vgl. patgosapan und Mat — 
Die Wiirde eines armenischen Sparapet = sparapettdiurtj 
asparapetuHun FB. 7 1 , Ag., MX. etc. war erblich in der Familie 
der Mamikonier FB. 256. 

In der Sassanidenzeit ist das Wort in der Form AspoAapet 
(s. oben p. 22) von neuem entlehnt worden. 

589. uu^lrtnuii/iuiiL spetapaf (var. spitapar) einmal bei Thorn. 
303, z. 14 V. u. von der Stirn des Gagik gesagt 

wohl = spitakapat Veissglanzend' MX. 27, Ag. 589. 
DeLagarde's Deutung 9\B=a8petapar (das = zd. *a8pdpaiti- 
par9nah' sein soil!) ist abzulehnen. 

590. uinlnnuili spitak (i-a St.) Veiss' El. 11, z. 5 v. u., Mt. 
5, 36 u. s. w., alt und haufig, 1. Glied vieler Comp. 

= np. siped^ phi. spet Bdh. Gl. 174, zd. spaeta- Veiss*. 
Foimell ist arm. spitak = paz. speda^ phi. spetak Shk. 267 = 
np. sipeda *das Weisse' (des Eies u. s. w.). 

591. uinni.dlrir spuzem 'aufechieben, verschieben^, spuiumn 
'AufschuV, Sokr., Thom., Mos. Kal. I, 158 

= np. sipoztanj pr. sipozam 'aufschieben*, phi. spoxtan *to 
thrust, remove* Gl. and Ind. 156, spoz 'Aufschub' Salemann, 
Mittelp. Stud. 244, paz. spoza 'puting aside*, spuxtan (lies 
spoxtan) 'to set aside, remove, neglect* Shk. 267, 268. 

592. utMuuJfiatli stambak [i-a St.) 'streng, tyrannisch*, aiarrj- 
q6q Luc. 19, 21, Viderspenstig, aufriihrerisch* El. 143, 16, stam- 
bakem 'aufsassig, widerspenstig sein* £1. 55, 8, Mos. Kal. I, 212, 
stambakuiiun 'Gewaltthatigkeit, Frechheit* Laz. 362 

= np. sitanba 'streitsiichtig, gewaltthatig*. 



1) Altp. tpada- 'Heer in dem N. pr. Taxmaspada (ein Meder). 



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2. Abschnitt: Persische Wdrter. 241 

Davon verschieden np. sitam 'Unrecht, Bedriickung' = 
paz. stahm Violence', phi. stahm oder staxm Phi. Min. 13, z. 2. 
Vgl. Horn, Grdr. 717, 718. 

593. ^uinuib -Stan als 2. Glied von persischen Comp. wie 
aspastan *Pferdestall', Asorestan, Xuiastan u. s. w. 

= pers. 'Stariy ap. zd. stana- *Ort*, skr. sthana- *Ort\ 

594. umuiijuu staSxn {gen, stasxiuj insti, stasxamb) iibersetzt 
gr. CTaytrrj Mas aus frischer Myrrhe und Zimmt austropfelnde 
Oer Gen. 37, 25, Hohelied 1, 12 u. s. w. undwird von deLagarde 
mit diesem etymologisch zusammengestellt, aber in unhalt- 
barer Weise. 

Urverwandtschaft ist bei derartigen Wortem ausgeschlossen, 
Entlehnung bei der lautlichen Differenz schwer zu begriinden. 
Arm. staixn miisste auf ein persisches *siaxSa- zuriickgehen, 
das zu den Griechen als *OTa§rj gekommen und an arayiTdgy 
OTaycTrj *tropfen weise hervorquellend' volksetymologisch an- 
gelehnt ware? 

Aus dem Griechischen stammt uinatgmlil/t sta/cttke bei Pseud. 
126,6: AdieBaume hatten Thranen wie AieipeTsischestaMtikeat. 
— Die Stakte von Storax zu unterscheiden : Achund. p. 268. 

595. upui^ srah (t-St.) 'Hof, Vorhof, avXi] Mt. 26, 3, 'Halle' 
atoik Joh. 5, 2 ; 1 0, 23, El. 1 7, z. 3 v. u., auch im Sinne von srahak 
'Vorhang' Ex. 38, 16 = avXala\ davon (wie adkala von avkrj) 
upui^uili irahak (f-aSt.)*Vorhang', STtiaTtaavQov Ex. 26, 36, sra- 
hakk dran srahin to xata7tiraaf.ia zfjg nvXrjg Tfjg a^A^g'die Vor- 
hangederThiirde8Vorhofe8'Ex.38, 18, FB. 135,6; 246,4u.8.w., 
srahak = avkiij 'Vorhof (aber mit der Var. srah!) Ex. 38, 18, 

arm. srah = jud. pers. r«10 'Vorhof de Lagarde, Pers. 
Stiid. 72, arm. srahak = arab. Lw. suradiq *Vorhang' ebenda, 
mand. «pn«no 'Zeltdach*, ap. ^srada- P. St. 199. 

596. upul/tnT srsk-em 'besprengen' Hebr. 9, 19, Num. 19, 13 
u. s. w., srskumn 'Besprengung' Num. 19, 9 

= iran. *srsk' in zd. m-srascay9n *sie soUen besprengen' vd. 
7, 29, sraska- [3 ust\: 'Hagel', Darmesteter : 'Thranen'), np. siriik 
'Tropfen, Thrane' Fird. J, 254, 179, paz. sriik 'Tropfen Min. 
Gl. 192. 

Ist srsk-em entlehnt, so wird es aus alterem *srisk''em von 

Uftbsclimann, Amienische Gr&mmatik. 16 



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242 2. Abschnitt: Persischfi WOrter. 

mp. *srisk = zd. *89r98ka*^ ap. *spka- (= np. sirilsk] entstanden 
sein. Vgl. P. St. 145. 

597. qoiifp vagr (r-St.) 'Tiger' Basil., Grig. Nius. (8. Jhd.), 
MGg. p. 615 (Indien), Mecb. Fabeln p. 84 = skr. vyaghra-. 

In Armeuieu gab es Lowen [areuc) und Leoparden (tVy), 
vgl. MGg. p. 607 und 608, aber keine Tiger (vgl. Verf., Arm. 
Stud. I, p. 14 Anm.), weshalb der Name Fremdwort sein wird. 
Die Armenier werden das Wort von den Persern entlehnt, 
diese aber es von den Indern erhalten haben. Das so voraus- 
zusetzende phi. ^vagr [vayr] aus skr. vyaghra- musste im Np. 
zu *bayr werden, aus dem durch Assimilation des Inlauts an 
den Anlaut das vorhandene np. habr 'Tiger* entstanden sein 
konnte? Vgl. P. St. 25. 

598. [ilui^^ vaz'k (t-St.) 'Sprang, Springen*, SA^a, vazs 
arnum 'springen* Hohelied 2, 8, vazem 'springen' 1 Kg. 25, 23, 
Apg. 3, 8, FB. 128, z. 3 v. u., redupl. vazvazem 'springen' Apg. 
3, 8 ; 1 4, 9 ist offenbar echtarmenisch und gehort also nicht als 
Lw. zu 

np. baxtafij bazam 'spielen' (Wurzel iran. vctz P. St. 22), das 
auch 'springen, tanzen' bedeuten soil.] 

599. [slui4aiii vahan [i-a St.) 'Schild*, Aanig^ dvqedg 1 Kg. 
17, 6, Ephes. 6, 16, Sb. 22, vahanak AaTtcdlaTcrj Ex.28, 13, vaha- 
noAfir 'schild-tragend* 1 Kg. 17, 41, vahanavor 'schildtragend' 
FB. 201, 232, 243 u. s. w. kann nicht mit Sicherheit als Lw. 
oder Originalwort zu 

zd. v9rd&ra- 'Panzer*, osset. varl 'Schild*, skr. vartror- *weh- 
rend, Deich, Schutzdamm* gestellt werden.] 

600. ilui^iuiv meat [i-a St.) 'Handel, Verkauf, Markt* Gen. 
42, 1, Lev. 25, 14, Jes. 23, 17, 18, Mt. 22, 5, Ezech. 27, 12; 
13, 18 u. 8. w., alt und haufig, vacarem 'verkaufe* Mt. 13, 44, 
vacarakan 'Kaufmann* Mt. 13, 45, Sb. 140, vacarik 'verkauf- 
lich, feil*, hatavacar 'Geldwechsler* Mt. 21, 12, Mc. 11, 15, 
aiavnevacar 'Taubenverkaufer* Mt. 21, 12 u. s. w. 

= np. bazar 'Markt, Handel', bazar gm^ bazar g an 'Kauf- 
mann , bazari^B.i forum pertinens, mercator*, paz. u^aiar 'market, 
usage', vazargan'tidideT^ Shk. 272, phi. vacdr 'Markt*, vacar^ 
akanih 'Handel* PPGl. p. 2 und 232. 



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2. AbBchnitt: Pereische "WOrter. 243 

601. iluiuhfdr vanem 'schlage in die Flucht* A. T. etc. 

= zd. van 'schlagen, besiegen', phi. vanltan *) (Horn, Grdr. 
p. 298). 

Original oder entlehnt ? 

602. iluAq. vang^ vank (t-St.) 'Laut, Ton, Silbe* 7. Jhd. und 
spater 

= np. hang 'Stimme, Ruf *, paz. vang Voice, outcry* Shk. 
270, phi. vang Voice, cry* Gl. and Ind. 28 1 , ZPGl. 8 (= zd. vaxs\ 
PPGl. 231, Bdh. Gl. 255, bal. gvanR 'Ruf, Schall, Echo*. 

603. ,lu,iJu vaSz (t-St.) *Wucher* Joh. Mandakuni (5. Jhd.) 
p. 63flg., Arist. Hi u. 8. w. 

= phi. vazs 'interest (of money), increase, sunrise, growing* 
Ganj. Gl. p. 19, West, FT. IV, 138, zd. vaxsa- 'Wachsen, Zu- 
nehmen*. Vgl. phi. vaxiltan 'to grow*, vaxsiin 'growth* Gl. and 
Ind. 229. 

604. ilatiL vat (t-St.) eines der koniglichen Insignien, nach 
C. : 'manto reale, velo* etc. FB. 245, Mos. Kal. Moskauer Ausg. 
p. 59, 16, 19 u. s. w., jetzt in Armenien z. B. das weissseidene, 
goldgestickte Tuch, das dem Katholikos vorangetragen wird, 
damit er nicht auf die Erde sieht, auch Kirchenfahne, Bahr- 
tuch (nach A. Xaf aturean) 

= np. bar 'velum, aulaeum*? 

605. iluiin vat [i-a St.) 'schlecht, miissig, faul, feig* Gen. 
37, 18, Spriiche Salom. 6, 6, 9, Mt. 25, 26 (<5xyi?(KJg), 1. Glied 
vieler Composita wie vatabaxfj vatahaxtik = vatabastik 'un- 
gliicklich*, vataxtarak (s. p. 94 unter axtar) El. HI, 11, vata- 
sirt 'feig*, vataxrat 'der schlechten Rath giebt*, vatakerp 'hass- 
lich*, vatanSan 'schandlich* FB. 154, vattohmak^ vattohmik 
'unedel, gemein*; davon vaianam 'zogem* Richter 18, 8, vatem 
'stumpf, schwach werden* (von den Augen) Deut. 34,7 u.s.w., 
vatiar 'schlechter, geringer*, ffrrwv 1 Kor. 11, 17, iKg. 17,43, 
ra^w^nifi 'Feigheit* El. 17, 11, Laz. 542, 'schlecht, gering, ge- 
mein* Salom. 11, 16, vatiaragoin xBiqmv Salom. 15, 19, vatlarem 
'unterliegen machen* El. 17, 5, FB. 206, vatiarui%U7i ffrriy^/a 
'Herunterkommen, Unterliegen* 1 Kor. 6,7, El. 5, z. 8 v. u. 



1) Vgl. van'itar *dcr schl&gt, siegt', vani/niA *da8 Schlagen, Siegen' 
ye. 56, 13, 4 (fOr zd. van). * 

16* 



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244 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

= np. had *bo8e, schlimm, schlecht*, comp. badtar^ batar, 
battar 'schlecliter, schlimmer', paz. vad 'evil, bad', comp. vadiar 
'worse, viler' Shk. 269, Min. Gl. 203, im Phi. vatj gewohnlich 
aber dafiir semit. satya geschrieben, comp.ra^ar PPGl. 229, in 
Compos, np. badbaxt, badaxtar 'ungliicklicli', baddil 'feig', paz. 
vaddil Min. Gl. 203, i^\i\, sarya-haxt^ lies vathaxt 'unglUcklich' 
Gl. and Ind. 162. Als Lw. im Bal., Afgh., Kurd., der Compa- 
rativ im Hulg. und Serb., Miklosich, tiirk. Elem. I, 23. 

606. ^liupuMif^ varaz (i-a St.) 'Eber' Eznik 66, 148, MX. 29, 
7, 8 (w-St.), FB., Philo, Thom. etc., varazagir matani ^'Ring mit 
Ebersieger Mos. Kal. I, 209, Steph.Orb.1, 54, ahnlich FB. 164, 
varazakerp 'die Gestalt eines Ebers habend' u. s. w. 

== np. guraz^ zd. varaza- 'Eber'. 

607. iliupuiintubtulig varapanak-H {i-a St.) 'Waffenrock', ^av- 
d{fag 1 Kg. 17, 38, 39; 18, 4, 2 Kg. 20, 8 

aus var = np. bar 'Brust', zd. varak- ZPGl. und panah 
'schiitzend', s. oben p. 221 unter pan^ also = 'Brustschiitzer'. 

Dasselbe, ohne die Endung ak\ tJarapaw 'Panzer' Thorn, 37, 
z. 2 V. u. 

Davon zu trennen varapan (pLfxdg (der iiber die Nase 
heriibergehende und sie einklemmende Ziigel), im Hebr. 
'Nasenring' Jes. 37, 29, Ephrem, Narek. 

608. iliupiuLUiiiti. varavand ein Theil des Pferdegeschirres, 
etwa 'Zaum'?, nach de Lagarde 

= np. barband 'Brust-band', 

nur bei FB. : 1 . p. 108, 3 : er schenkte ihm viele Kenner mit 
koniglicher Ausstattung (aucar), mit einem oskivaravand ('ein 
goldenes varavand habenden') aprdum{?)\ 2. p. 254, 15: den 
Feldherm Manuel hoben seine varavandaspas (= "^varavand- 
Diener', etwa 'Reitknechte') auf das Pferd. 

609. iloipii. vard (t-St.) 'Rose' Ag. 480, Salom. 2, 8 u. s. w. 
= np. gul 'Rose*, arab. vard^ syr. KTl*l 'rosa', zd. varada- 

'Pflanze'vd. 16, 2. 

Vgl. Var dent oben p. 82 unter Vard. 

610. iliupii^ t?ar2 'Stock' oder 'Keule', einmalbeiLevond24, 
z. 2 V. u. « 



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2. AbBchnitt: Persische WOrter. 245 

= np. gurz^ gurza 'Keule', arab. jurz^ mand. giczrcij paz. 
vazruj phi. vazr ZDMG. 43, 38 Anm., Min. Gl. 212, zd. vazra- 
'Keule'. 

Man soUte arm. vazr erwarten, P. St. 266. 

611. iliupd varz (t-St.) ^Uebung, Studium', fielirrj Pred. Sal. 
12, 12, ^gelehrt, kundig' MX. 5, varzem ^iiben, unterrichten, 
lehren' Apg. 7, 22, Sb. 78 u. s. w. 

= np. varzldan 'schaffen, thatig sein' Fird. I, 25, 46, 'assi- 
duum esse in agendo, factitare, exercere^, ptc. varzlda *exer- 
citatns in re, assuetus rei', varz 'opificium, ars quam quis exer- 
cet', varzih *exercitatio, studium', phi. varz 'labour, work, prac- 
tise' Gl. and Ind. 239, varz 'observing' (of ceremonies] West, 
PT. IV, 151, 'knowledge, wisdom' Ganj. Gl. 19. 

Liegt ein phi. varz 'ausiiben, iiben', das von np. varz 'Feld- 
arbeit', varztda?i 'serere, seminare' (Fird. I, 24, 25) zu trennen 
ware, zu Grunde? 

612. t/uipl varj (w-St.) 'Lohn, Sold' Mt. 20, 2 u.s. w., varj-- 
kan 'Tagelohner, Soldner, Dime, feil', varjim 'dingen' Richter 
9, 4 u. 8. w. 

= np. varzldan 'erwerben, verdienen', varza 'Gewinn'. 

Echt Oder entlehnt? — Dazu varjak 'Sangerin, Tanzerin' 
MX. 141, z. 2 V. u., 2 Kg. 19,35, Michael 314 etc. ? Vgl. ^&Qt,a 
des Suidas = xpdlrQta, de Lagarde Symm. 91. 

613. t/uipiatiPuili variamak (t-a St.) 'Schweisstuch' (furs Ge- 
sichtundalsKopfhiillederLeichen), aot/d^^^or Luc. 1 9, 20, Joh. 
20, 7, varsamakapat 'mit Schweisstuch umwickelt' Joh. 11,14 

= np. baiama, vakama 'velum quo feminae caput tegunt' 
(belegt ZDMG. 48, 497). 

614. iliupniiiif^ varung 'Gurke' FB. 208, Mech. Fabeln p. 57, 
Galen, Pseud., vamgeni die Pflanze, der Baum dazu (neben 

j'tieni 'Oelbaum' genannt) MGg. 610, Vardan, 

zu np. badrang 1. 'species cucumeris', 2. 'malum citreum'^), 
auch balang Vullers I, 182 und varang Vullers II, 1405, phi. 
vatrang Bdh. Gl. 254, phi. vd. p. 14, z. 1 v.u., PPGl. 230 u.s. w. 

Lautlich schwer zu vereinigen. 



1) Unter malum citreum ist in alter Zeit die Citronat-Citrone zu ver- 
stehen im Unterschied von unserer Citrone = Limone, Hehn® p. 434. 



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J* 



246 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

615. tluipu vars (t-St.) ^Haar', meist pi. vars^ *die langen 
JHaare des Kopfes^ FB. 70 u. s. w., auch ^Strahlen der Sterne' 
und 'Laub der Baume', x(J|urj Hiob 38, 32, Narek., Pit., varsakal 
^Haarhalter' = 'Stirnband, Diadem' MX. 31, FB., Job. Kath., 
varsam asU ^Haarstern', lio^nfjTrjg, varsaviray *Haarscheerer' 
(s. p. 247 unter t?«Vam), var savor ^die Haare lang (ungescbnitten) 
tragend, behaart, dicbt belaubt', asti var savor = astl gisavor 
*Komet' Levond 37 

= pbl. vars 'Haar des Kopfes' Yatk. 64, PPGl. 7, 226, 
phi. vd. 192, 6, 7, Bdh. Gl. 260, Shk. 270, zd. tjara^a- 'Haar 
des Kopfes' ZPGl. 6, 48. 

Dazu nach Wb. varsak *Hafer' Ag., Basil., wegen der 
Grannen? Schwerlich richtig. 

vaver s. oben p. 100 unter anvaver, 

616. ilfri veh (t-St.) TiQslrTCor, Gegensatz zu vatlarfjrTcar^ge- 
ringer' (s. oben p. 243 unter vat) , vgl. El. 23, z. 1 1 v. u., *iiberlegen, 
besser, grosser, machtiger, hochste'MX. 86, 1 1, El., Pseud, u. s. w., 
auch vehagoin MX. 4,8, vehakan ^) 'hoher, erhaben' u. s. w. 

= np. hih (az — ) *besser' (als — ) , paz. veh Min. Gl. 213, phi. veh 
Gl. and Ind. 243, PPGl. 232, ap. vahyak- im Namen Vahyaz- 
data-j zd. vahhus^ ntr. vohu^ comp. vahyd^ vanhdj sup. vakista-. 

Vgl. P. St. 129 und s. oben p. 83flg. die Namen mit Veh-. 

vzean s. p. 150 unter zean, 

617. il^Lpli vzruk^ vzurk *gross' El. 20, 5, Moskauer Ausg. 
27, 13, Sam. erec (12. Jhd.), alt. Wb. 

= np. huzurg *gross', paz. guziirg Min. Gl. 95, phi. v{u)zurg 
aus v[a)z{u)rg Gl. and Ind. 236, Bdh. Gl. 257, phi. inschr. 
v(a)z(u)rk (s. P. St. 148, 157, 163) Haug, Essay on Pahlavi 
p. 47, 1, ap. vazrka- 'gross'. 

Da von zu trennen Vzerk, der Xak'an MX. 1 72, 173, Vzrtikj 
liixan der Georgier N. P. 25, 

618. [//t</ vei 'coperta' C, davon viiak 'Ueberdecke' Ex. 
26, 14 ; 36, 19 ; 39, 34, zunp. dvextan^Hngen? An sich unsicher 
und sogar ifalsch, wenn avextan von der Wurzel vie (P. St. 1 0) 
kommt.] 

1) Dazu nach de Lagarde arab. hahkatuitun 'pulchritudo formae exte- 
rioris'. Sehr unsicher. 



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2. AbBchnitt: Persische Worter. 247 

619. /[kJ^ vem [i-a St., gen. vimi) ^Stein, Fels' Mt. 16, 18; 
27, 51, 59; 28, 2 u. s. w. 

= zd. vaema- ^pr^cipice' (Darmesteter) ? 

620. i//»iiuaf viSap 'Drache' El. 102flg., MX. 62 u. s.w., alt 
und haufig 

= zd. vtiapa-, Beiwort des azi- ZPGl. 76? 
Ich wiirde arm. viap erwarten. 

621. [/^/JofiJ vicak [i-a St.) 'Loos', xlifj^og Mt. 27, 35, Mc. 
15, 24, Job. 19, 24 u. s. w. schwerlich zu 

np. beia, veza 'proprius, peculiaris'. — Ueber beta *rein, 
lauter' s. Horn, Grdr. Nr. 253, P. St. 33.] 

622. ,[!,% vin {i-a St., gen. vnt) *Laute' FB. 229, Ephrem 
zu skr. vina *Laute* (^at. Br. etc.)? Unsicher, well im 

Iranischen nicht vorliegend. — Als Nebenform fiibrt Wb. 
ffavin und ffavik an, die nicht verwandt sein konnen.] 

623. /^^m vist (t-aSt.)'Schmerz,Pein, Leid, Noth, Triibsal, 
Gefahr', ddiyrj Ex. 3, 8, TLivdwog Rom. 8, 35, FB. 186, z. 6 v. u., 
Steph. Asol. 134; da von vitanam 'leide' 1 Kor. 12, 26, ptc. 
tita^eal Tta&ovaa Mc. 5, 26 

zu gd. dvaeiah- 'Feindschaft, Bosheit* = zd. fbaeiah- = 
phi. bei'LeiiV? 

Man miisste vist = gd. *dmHi' setzen. Aber anl. rft?- ist im 
Persischen sonst nur zu d oder b geworden (P. St. 166). Geht 
via auf ein ap. *vi§ti- (vgl. skr. viiti- *Zwangsarbeit') zuriick? 

624. s/fipiuiP viram nur einmal bei FB. 70, z. 13 v. u. in der 
3. pi. impf. virayin *8ie schnitten' (die Haare), dazu varsaviray 
'Haarscheerer' Ezech. 5, 1, Richter 16, 19 u. s. w., fahviray 
'den Weg bahnend' FB. 52, 1 1 

= phi. paz. vlrayamy inf. vlrastan 'zurichten, bereiten, ord- 
nen' Bdh. Gl. 265, Guj. Ab. p. 73, Spiegel, Traditionelle Lit. 
p. 453, Ganj. 20, Min. Gl. 216, Shk. 273, vtrayiin^ virayiinxh 
'Zubereitung, Herstellung', ulra^^aA 'arranged' Gl. undlnd. 249, 
'Vtrai als 2. Glied von Comp. =s 'bereitend, ordnend' (fur zd. 
-raza^) ZPGl. 18, 7. 

Zur Bedeutung vgl. np. pairastan 'zurichten' Fird. I, 260, 
284, 'schmiicken, beschneiden' {naxun-pairai *a nail-clipper' 

1) Zd. karid-raza- ys. 62, 5 a= phi. kihar-vtrdi (Spiegel, y«. 61, 13). 

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248 2. Abschnitt: Perflische Wdrter. 

JRAS. 1 894, 489), 'frei machen' Fird. I, 262, 3 1 9 und skr. klpta- 
'zugeriistet, beschnitten'. 

625. illiuij vkay (e-St.) ^Zeuge' Mt. 26, 60, Mc. 14, 63 u.s.w. 
= zd. vlkaya- 'Zeuge' ZPGl. 22, 5; 43, 13, Idg. F. 4, 119. 

626. if^iup vcar 'Bezahlung, Vergeltung, Entschadigung' 
Osk. Job., Mech. Rechtsbuch, Evagr., *Ende, Beendigung^Philo, 
Leb. d. Vater etc., davon vcarem 1. ^beenden, voUenden, aus- 
fiihren' MX. 3 1 , FB. 25 1 , El. 1 03, z. 4 v. u., Laz. etc. ; 2. 'bezahlen, 
die Verpflichtung einlosen, vergelten, befriedigen, versobnen, 
frei machen, los macben von^, dcaXieiv Spriiche Salom. 6, 35 

= np. guzardan ^auseinandersetzen, darlegen, vollziebeu, 
bezahlen', paz. guzaresn ^acquittance' (of sin) Min. Gl. 95, 
vazardan *to explain, separate*, vazarekn 'distinction, release*, 
vazar 'explanation^ Shk. 272, phi. v{i]cartan^io separate, solve, 
interpret, perform, accomplish* Gl. and Ind. 235, vicar[t)m 
'Erklarung* Bdh. Gl. 256, Salemann, Mittelp. Stud. 229, 'satis- 
fying* West, PT. IV, 283. — Arm. vcar also aus phi. vicar. 

Zur Bedeutung vgl. lat. solvo 'lose, befreie, bezahle, mache 
ein Ende*. 

627. il&fin, vcir [i-a St., gen. vcri) 'Entscheidung, Urtheil, 
Ricbterspruch* 2 Kor. 1, 9 u. s. w., vcir mahu 'Todesurtbeil* 
El. 12, voir hatanem 'ein Urtheil fallen* El. 107, 1 etc. 

= phi. v[i)^r 'a decree, decision, judgement* Gl. and Ind. 
237, West, PT. IV, 385, v{i)ctr&ar 'making decrees* Gl. and 
Ind. 237, zd. vlcira- 'der die Entscheidung hat*. P. St. p. 94. 

Man soUte im Arm. vcir (mit r, nicht r) erwarten. Doch 
vgl. p. 242 vacaf, dessen ap. Form freilich unbekannt ist. 

628. t/^liin vcit 'rein, klar* Philo, Plato, Joh.Kath. u.s. w. zu 
np. ffuzida *auserwahlt*, phi. vicitak ^ ELUseilesen Yatk. 47, 

Anm. 6? 

629. ^uiu vnas (w-St.) 'Schade, Verlust* Lev. 6, 5, 2 Kg. 
18, 13, FB. 254, z. 1 v. u., 'Unrecht, Schuld, Vergehen*, ccfiaQ- 
rrjfia Deut. 22, 26, ahla Mt. 27, 37, Luc. 15, 26, 'Anklage, 
Beschuldigung*, ahiafia Apg. 25, 7, vnasem 'Schaden zufiigen' 
Luc. 4, 35, 'schaden* Eznik 66, vnasakar 'Schaden anrichtend* 
Apg. 8, 3, 'Unrecht thuend, sich vergehend* Apg. 25, 8, 'schad- 
lich* 1 Tim. 6, 9, Eznik 66 



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2. Abechnitt: Persische Worter. 249 

= np. ffunah^Schxild, Siinde, Vergehen', gunahgar 'Siinder', 
paz.^wwaA *sin', gunahkar^sinixjl^ sinner Shk. 247, Min. Gl. 94, 
phi. v[i)na8 *sin, offence, fault, crime^Gl. andlnd. 247, v{i)naS' 
kar 'sinner' PPGl. 225, v(t)nasUan 'to hurt' Gl. and Ind. 248, 
bal. Lw. gunas^] 'Schuld, Siinde, Verbrechen' (neben jiingerem 
gunah), arab. junah 'Siinde, Schuld' (Koran). Zur Form vgl. 
P. St. 159, 162, 212. 

630. iluutui4 vstah Sertrauend, sich verlassend auf FB. 
20, 20 u. s. w., t?5^aAa/kzm'vertrauen, sich verlassen auf'Sb. 49, 99 

= np. gustdx 'kiihn, keck, frech', paz. vastax 'confident, 
reliant, presuming, bold, impudent' Min. Gl. 210, -phi. v[t)staxv 
'confident' Phi. Min. 8, 8, 'disrespectful, proud' P. N. 116, ap. 
*vistd(fi)uva-. 

Vgl. arm. stahak 'unordentlich, frech, aufriihrerisch' ? 

631. iltnuili vtak [i-a St.) 'Bach, Giessbach, Canal' Deut. 
9, 21, Lev. 11, 9, Jes. 41, 18, Hohelied 6, 10, MGg. 597, 612, 
vtakkjurg oieTjrog ' VVasserbache' Deut. 8, 7; 10,7, Joel 1,20, 
t?^aMarea«(j 'Blutstrome' Mos. Kal. I, 253 (immer unterschieden 
von get 'Fluss', wo von getak FB. 19, z. 8 v. u.), 

nach de Lagarde = zd. *vltdka (zu tak, tac 'laufen') ? Un- 
sicher, vgl. zd. vliaxti- 'Schmelzen*, phi. v{t)tdxtan Gl. and Ind. 
234, np. guddxtan 'schmelzen'. 

632. ilinatiiq. vtafig («-St.) 'Gefahr, Zwang, Bedrangniss' 
El. 43, 4, I Kor. 7, 37, vtangem 'bedrangen' Richter 16, 16, 

nach de Lagarde zu skr. dtanka- 'Leiden des Korpers, der 
Seele, Unruhe, Angst, Furcht' (Wurzel ^awc 'zusammenziehen'), 
also = ap. *vitanka-? 

Vgl. np. tang 'enge, bedrangt' u. s. w. P. St. 48. 

633. tluiuin vtat (mit der Variante vtarX) 'Durchgang, Oeff- 
nung des Korpers, durch die eine Ausscheidung erfolgt' (wie 
die Poren der Haut, Harnrohre, Darmmiindung etc.), Grig. 
Nius. (8. Jhd.), Joh. Sarkavag (12. Jhd.), Oskiph. 

= np. gudar, guddr, gudargdh 'Durchgang, Furt, Pass', 
gudaitan 'vorbeigehen', phi. vitdr *VVeg, Passage' West, PT. 
IV, 210, zd. vitdra- 'allee'(?), ap. vi-tar 'iiberschreiten'. Also 
zuNr. 634? 



1) Vgl. Geiger, Lautlehre p. 23. 

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250 2. Abschnitt: Persische W6rter. 

Unsicher. Streitig ist vtar in vtarapah Jerem. 35, 4 fur gr. 
6 (pvkdaawv Trjv aiXrjv oder rrjv b86v (42, 4), hebr/Schwellen- 
hiiter'. Mechithar im Commentar ziim Jeremias erklart es als 
*Huter der Herden' (der Pferde), da vtat auch *Schwarm, 
Herde' bedeutet. 

tlmuap vtar Vago, lontano* existirt nicht. 

634. . iltnutpuili vtarak ^esiliato^ (einmal bei Snorh., Einnahme 
von Edessa), vtarakan 'austreibend, abstossend^ Grig. Nius., 
Magistr., vtarandem *abfuhren^ (in die Sclaverei) Hebr. 2, 15, 
vtarandi Vertrieben, gefangen, Sclave' 2 Petr. 2, 3 u. s. w., 
vtarem ^treiben, vertreiben, ausscheiden', y iur vtarem *an sich 
reissen' FB. 235, 

zu np. gudara *finem et modum transiens' ; *a passage, a 
ferry' Shaksp., gudahtan Vorbeigehen, passiren', pr. gudaram^ 
^t^oi^an Vorbeilassen, hiniiberbringen', ^T,gudaram,gu8aranda 
Voriibergehend, verganglich', ap. vi-tar *iiberschreiten' u.s. w. ? 

Unsicher wegen der Verschiedenheit der Bedeutung. 

635. ilptuf vrep^)'toxtOj perverse; fallo, errore' Osk. Es., 
Psalm 72, 4, davont?n]poA;2)und vripakan ^inigy verkehrt, falsch' 
El. 32, 20, vrtptm *auf Abwege gerathen, irren, fehlen*, anvrep 
'unfehlbar, sicher' El. 10, 6 

= np. vireb ^curvus' (reimt auf/freJ). 

636. mmluiii taxi (i-St.) ^Bettgestell, Sitz, Sessel, Thron' FB., 
Leb. d. Vater, Steph. Orb. etc. 

= np. taxt *Sitz, Thron', nach Zenker auch 'Gestell, Bett- 
stelle', paz. (axt = phi. taxt, taxt ^Thron' Shk. 268, taxigah 
'couch* Gl. and Ind. 115= np. taxtgah, 

637. matjumtuli toxtak (t-a St.) 'Tafer 2 Kor. 3, 3, Hohelied 
5, 14, 'Brett' Apg. 27, 44, 'Tafelchen'Luc. 1, 63, Tlzkog Job. 19, 19 

= np. taxta 'Tafel, Brett', phi. taxtak 'Brett' Matikan i 
£atrang p. 3, z. 12. 

Daneben tastak bei Philo. 

638. lauili tak^) (gen. taki) 'was unterhalb ist, Wurzel, Stiel, 
Stamm' Evagr., Ephrem, FB. 114, z. 6 v. u. etc. 

1) Daneben vrep «= Scyayevai^ Psalm 72, 4. 2) *Zufall' 1 Kg. 6, 9. 

3) Bin anderes Wort ist tak s 'Schnur (yon Perlen] Laz., ein drittes 
neuarm. tak '-fach' z. B. mt tdk 'einfach', erku tak *zweifach' u. 8. w. 



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2. AbBchnitt: Persische W5rter. 251 

= np. tak^ tag 'fundus, imum putei, piscinae etc., funda- 
mentum, imum cuiusvis re\, 

639. uiuilfutn. ^aA;ar 'Tonne' Arist. = np. ^ayar' Krug^, davon 
takarapet 'Mundschenk, Obermundschenk' Gen. 40, 1,2, MX. 
93,5etc., als persischer Titel FB. 157 = np. *tayarhad. Modern 
arm. iayar 'Blumenvase*. 

640. ina,1iu,p iacar [i-a St.) 'Tempel' Mt. 4, 5; 11, 16; 12, 5; 
21, 12; 23,35; 24, I, Mc. 13,1; 14,58 u.s.w., Sb. 1 10, 'Palast* 
FB. 204, 217, 233,246, 'Haus, Zimmer, wo das Gastmahl statt- 
findet, Gastmahl, TafeVEl. 48, z. 1 1 v. u., dazu tacarapet^Temipel- 
warter' Plato, Leb. d. Vater, vv^cpaywydg Gen. 21, 22; 26, 26, 
AqXitqUXivoq 'Tafelmeister' Job. 2, 8 

= np. tajar 'heizbares Haus fiir den Winter*, auch 'Spei- 
cher', arab. t^^ar = pers. tazar 'Sommerhaus* Barb. 393, ap. 
tacara-, wahrscheiulich 'Palast'. 

641. uiiu%2_^tr ^awyWmartern, qualen, peinigen, geisseln, 
zucbtigen, schlagen', ^aaaviCsiv Mt. 8, 6, 29; 10, 17; 21, 35; 
23, 34, Mc. 5, 7; 13, 9 u. s. w., davon tanjank 'Plage, Qual, 
Pein' Mc. 15, 7 etc., 

zu np. tanjtdan 'zusammenzieben, zusammenschniiren, sicb 
beengt, bedriickt fiihlen', <aw/«^a'bedriickt, betriibt', ^aw^'enge, 
bedrangt', skr. tafic 'zusammenziehen' ? 

Unsicher, da die Bedeutung verscbieden ist. 

642. lauiilrir tasem 'aushauen, behauen' Num.21, 18, 3 Kg. 
5, 18, Jes. 9, 10, tasacoy 'behauen' Koriun 27, antai *unbe- 
hauen' 3 Kg. 5, 17 

= zd. ta§ 'schneiden, zerscbneiden , bebauen, zimmern, 
bilden, schaffen*, taha- 'Axt' vd. 14, 7, np. tas 'Axt', paz. taildan 
= phi. tasltan 'to cut out, to form, to construct' Min. Gl. 197, 
skr. taki 'bebauen, scbnitzen, scbneiden' etc. 

643. maf^in tait (t-St.) 'Schale', (piilri Hohelied 5, 13; 6, 1, 
'Becher, Pocal' FB. 233, z. 3, 16 

= np. last 'Becken', pbl. tast 'a basin, a cup' Gl. and 
Ind. 118, 'Becken, Scbiisser Bdb. Gl. HO, zd. ^ai^a- 'Schale' 
ys. 10, 17. Vgl. Ifis im 3. Abscbnitt. 

Ein anderes tait bedeutet 'Ranke, Scboss des Weinstockes* 
FB. 17, vgl. tastavor evuXri^aTovaa (sc. ix^neXog) Hosea 10, 1. 



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252 2. Abschnitt: Persische WOrter. 

644. tnui^tnui^ tahtak 'Schale', einmal im Tonak. 
= np. tasta ^kleines Becken^ Wasseruhr*. 

645. tniuui tap (o-St.) 'Warme, Hitze* Eznik 67, Joh. Man- 
dakuni u. s. w., iapagin 'sehr heiss, hitzig' Euseb. Kircheng., 
tapanam *fiebern' Mt. 8, 14, ^versengt werden' Mt. 13, 6, TtvQov- 
f.iat 'es brennt mich, ich empfinde Schmerz* 2 Kor. 1 1, 29, tapim 
'krankeln, krankhaften Eifer haben fiir' 1 Tim. 6, 4 

= np. tab *Glanz, Warme, Hitze, Eifer, Zom, Schmerz, 
Quar, ^oi'Fieber*, ^aiw 'Hitze*, hal.tap, iap, iaf^Hitze^ Gluth, 
Fieber, Schmerz*, phi. tap, tap(t)in 'Fieber* etc., vgl. Horn, 
Grdr. p. 83, skr. tdpas 'Warme, Hitze, Gluth*. 

646. uiuiu^tulf tapak [i-a St.) 'Bratpfanne*, TTjyavov Lev. 2, 5 
u. 8. w., da von tapakem 'bra ten* Jerem. 29, 22 

= np. tcLba^ tava 'Pfanne*, arab. (dbaq, syr. fc^pStD 'patina, 
lanx*, phi. tapak 'a frying pan* Gl. and Ind. 116, bal. iqfay 
'oven*. Vgl. skr. taptaka- 'Bratpfanne*. 

Ueber tapak = AaTCidlaycrj 1 Maccab. 4, 57 s. Ges. Abh. 
p. 49, Anm. 1. Doch vgl. auch tapakeal FB. 263, z. 6 v. u. 

647. uiutu^tuutn tapast 'Streue, Matte* (von Binsen und dgl., 
12.Jhd. undspater), davon ^ajoa^^ai 'Matte* (zumSitzen)Osk.Mt. 

= np. tabasta 'tapetum fimbriatum*. 

Vgl. syr. b^nOBtD und fc^MDtatD rd/irjg, np. tanbasa, tanfasa 
'Teppich*, arab. (anfasa, gr. TaTcrjg Fraenkel 103, 290, Nold. 
Stud, n, 40. 

648. tniuu^iup tapar [i-a St.) 'Axt, Beil* Mt. 3, 10 (cJ^^Vij), 
Ezech. 9, 2 (TtilsyLvg) u. s. w. 

= np. tabar 'Beil*, bal. tapar 'Axt, Beil*, ksl. russ. topor^ 
'Axt, Beil*. 

649. uimpmii^ taraz (w-, o-, i-a St.) 'Form, Art und Weise*, 
auch 'feine Art, feine Arbeit* MX. 25, Ex. 36, 1, 3, 4,5 u.s.w., 
'Fa^on, Mode* davon tarazagorc Jes. 1 9, 1 

= np. taraZj arabisirt (irdZj fardz 'limbus vestis picturis 
aliove ornamento ab aliis partibus distinctus, fimbriae, vestis 
pretiosa, ornatus, adornatio, forma, modus*, ftrdzidan 'omare, 
adornare*, (irazgar 'qui acu pingit suitque omamenta vestis*, 
arab. tarz 'forma*, (irdz 'mos* etc., afgh. tarz 'form, manner*. 

650. uiuiLfiii tavil [i-a St., gen. tavlay) 'ein Saiteninstrument* 
3 Kg. 10, 12 u. s. w. 



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2. Abschnitt : Persische Wdrter. 253 

.= rafialay ra^fjka' vtco UaQ&cjv odvio ycaXelTai S^yavov 
xQtfidvq) kiicpeqig^ (p ;fpwj/rat kv zolg Ttoki/xoig &vtl oaXniyyog 
Hesych, Ges. Abh. 201, syr. fe^bStD 'tympanum^, arab. idbl 
'tympanum'. 

651. inki teg [t-a St., gen. tigi) *Lanze, Speer* Job. 19, 34, 
eigentlich aber die Spitze der Lanze (nizak) im Unterschied vom 
Schaft (bun) 1 Kg. 17, 7, daher haufig teg nizaJci und nizakafeg 
'Lanzenspitze* FB. 242, 11, 16, MX. 30, nizak bolorateg MX. 82 

= np. fey *Spitze, Schwert, Klinge', zd. hitaeya- *^zwei- 
schneidig*, bal. iey 'scharf, schneir, poet. = 'Schwert* (Geiger, 
Etym. Nr. 389), afgh. Lw. tey *a sword'. Vgl. skr. tejas 'Scharfe, 
Schneide', tigmd 'scharf, spitzig'. 

652. mn^iT tohm (i- und i-a St.) *Familie, Geschlecht' FB. 
234, 242 U.8.W., toAmik'edel, vornehm' El. 126, 17, Laz., toh- 
makank 'Ertrag, Frucht' (des Feldes) Luc. 12, 16, tohmaiivk^Ge- 
schlechtsregister' 1 Tim. 1,4, ^oAmaAtV ^^//^^^ verwandt' Ag., 
Laz. etc., azgatohm 'die Verwandten' Mc. 6, 4 

= np. (tixm 'Same, Ei, Geschlecht, Urspning', tuxma 'Ur- 
sprung, Geschlecht', tuxmagan 'testiculi hominis, semen plan- 
tarum', paz. iuxm^) 'seed', ^twrma 'source, pedigree' Shk. 269, 
Min. Gl. 200, phi. tuxm oder toxm 'seed, semen', tuxmak oder 
toxmak 'seed, origin, race, lineage' Gl. and Ind. 119, Bdh. Gl. 
1 1 2, West, PT. IV, 107, zd. taoxman- 'Same, Stamm', syr. «ttmtD 
'stirps, familia, gens'. 

653. uinLJktP tuzem 'Busse auflegen, strafen' (» 100 Sikl von 
ihm als Busse nehmen«) Deut. 22, 19, iuiim 'Busse zahlen' 
1 Kor. 3, 15 (sein Leben Mt. 16, 26, Mc. 8, 36, Luc. 9, 25), 
'Schadenersatz leisten', toiz 'Busse, Strafe, Schaden' Spriiche 
Salom. 27, 12 = iugan 'Busse, Strafe' Mos. Kal. 1, 140, tuganim 
'Strafe zahlen' 

= np. toxtanj pr. iozam 'praestare, solvere, pendere', vam 
toxtan 'die Schuld bezahlen' JRAS. 1 894, 453, phi. toiisn 'Busse, 
Strafe', tozet 'er biisse, werde bestraft' ZPGl. 3, z. 4, tbiisn 'retri- 
bution' West, PT.I, introduction p. 73, paz. toxtan^ Stamm toz- 
'to repay, retaliate' Shk. 2B9, syr. fe^SSiltD'cruciatus' WZKM. 8, 365. 



1) Neben paz. dum 'seed* Min. Gl. 199, Shk. 269, bal. torn oder turn 
*Same*, ap. taumd- *Familie\ , 



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254 2. Abflchnitt : Persische WOrter. 

654. uoulP taul (o-St.) 'Hitze' Eznik 70, 81, Mt. 20, 12, 
FB. 271 u. s. w., *heiss^ Eznik 66, tauiagin ^heiss* etc. 

= np. taft 'calor, aestus', skr. tapti- 'Hitze, Gluth', tapta- 
'erwarmt, erhitzt, gliihend heiss^ 

655. ^««l!fipfi<r^an6^am'^Mundtuch'El. 40, z. \Q\,vi,^pandam^ 
var. padam Osk. Es., Georg., Erkl. d. Jesaias (13. Jhd.) 

= parsi pariam^ panom, phi. padam 'Mundtuch' West, FT. 
IV, 162, phi. vd. p. 195, z. 6 v. u., BLiBLh. faddam Tab. 243, zd. 
paitidana- 'Mundtuch' vd. 14, 8. Vgl. P. St. 192. 

656. ijimptrpuilf paierak arnum oder palerakim 'behext wer- 
den^ (durch den bosen Blick) Ax tar k', nach Patk. 

= np. patyara 'Ungliick* (Parsenwort), paz. patyara *oppo- 
sition, adversity, affliction, misfortune^ Min. Gl. 158, phi. 
patiyarak *^opposition, adversity, misery' Gl. and Ind. 92? 

657. i/,uiqui%iiiutrnLi^ palangamusk MGg. 615, paiangamusk 
und (arabisirt) faranjamu§k Med. Schr. = 'Ocimum pilosum' 
Busabatut'iun 

= np. palangmtikj falanJmuSk, faranjmu^k bei Vullers, 
faranjamuhk bei A. M. 185, nach Achund. p. 103 und 251 = 
'Ocimum, Basilienkraut*, ^W, palangamuhk^^,^, 66, z. 13, syr. 
iTDIttW^O 'Caryophyllus aromaticus' (Brockelmann p. 288). 

658. ifuMiituiTu/L pahaman in pasaman krem 'Reue empfinden' 
Osk. Mt., Seber., Thom. 119 

= np. paslmdn 'reuig', paz. pasemdn *reuig*, paiemanl 
*Reue* etc. 

Aber pasaman krem bei Eznik 64 *getadelt werden*? 

659. ijitutLg par-k (t-a St.) = dd^a 'Ruhm, Herrlichkeit', alt 
und sehr haufig 

= np. farr 'Glanz, Majestat', ap. famah- in Vmdqfarna 
(nom.) = ^IpTatpiQvrjg, Oaqvd^a^og u. s. w. (neben np. xurra 
'Licht, Glanz' = zd. z^ardnah- 'Glanz, Herrlichkeit, Glorie, 
Majestat*). S. oben p. 89flg. und p.42flg. die Namen mit P'ar^ 
und Xor-, Horn, Grdr. Nr. 808, P. St. 83, 187, 259. 

660. i/iiup^utuui pargast *Gott behiitel' Osk. Jes. und Seber. 
= np. pargast [bargastj bargas) 'absit, prohibeat Deus*. 

661. ifiuippuitT parlam 'reich' Narek. , Lambr. , Snorh. 
u. s. w., pariamanam 'reich werden' Arist. Ill, parlama^ganem 



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2. Abflchnitt: Persische Wdrter. 255 

*reich machen* Steph.Orb.1,223, pariamanu^ic *reich machend* 
MX. 275, 2 stimmt in Laut und Bedeutung nicht zu 

paz. fradum *der erste' Min. Gl. 77, fh\, fratum Gl. and 
Ind. 97, hf, fratama-j zi.frat9ma-^deT erste', hehr, partsmlm 
*die Vomehmen, Edlen' Esther 1, 3; 6, 9, Dan. 1, 3. Vgl. 
P. St. 208. 

662. ifiuipntjui parvaz (o-St.) nach v. Stackelberg *Saum, 
Besatz' Mos. Kal. I, 292, 3 

= np. parvaz 'fimbriae, limbus vestis; laciniae diversi co- 
loris togae vel vesti assutae; pannus sive tela bicolor' ( Vullers), 
'Besatz' (Zenker). Vgl. parvaz, parvaza, 

par sax s. p. 183 unter krasax, 

partay s. im 3. Abschnitt. 

663. ^/^i^ P^^^) M St., gen. pit) 'Elephant' Eznik 148, 149, 
Sb. 29flg., MGg. 61 5, Mos. Kal. T, 320, davon^/apa;j*Elephanten- 
fiihrer*, piapet eXecpavTdQXTjQ Maccab., ploskr 'Elfenbein', 
pioskreay *elfenbeinem' Hohelied 5, 14; 7, 3 

= np. />i7, arab./t/, phl./)«/Gl.andInd. 112, syr. b^b*'^, skr. 
Lw. pllu' 'Elephant'. 

664. ,f,2jtui put (gen. phti] eine kleine Miinze {\ pHt = 
3 garehat 'granum', ^2piit = 1 dahekan etc.) Anan. Shiiak. p. 27 

= np. pihxz 'obolus minimus et tenuissimus', pikxza 'Fisch- 
schuppe' (Beleges. ZDMG.48,491), phi. p{t)itzak oder p(i)Stcak 
PPGl. 21, syr. «riD£> 'nummulus'. 

Das Armenische setzt ein phi. *pislt voraus. 

665. i/inLiinliu^u/u puHipan oder pHipan [i-a St.) 'Leibwach- 
ter' FB. 164, 207, El. 49, 104, Laz. 390, Sb. 31, 2, Levond 61, 
Steph. Asol. 

= np. puithan, puitiban 'Beschiitzer, Stiitze, Riickenlehne, 
Biegel', fh\. puifikpan-'^) solar (s. p. 235 unter saiar) 'Befehls- 
haber der Garde' BB IV, 62, puittkpanaklh 'Schutz' Phi. Min. 
p. 46, z. 14. 

Zu np. phi. puH 'Riicken' = ap. *prsit- und ban = phi. j»a7J 
'schiitzend', eigentl. = 'Riickenschiitzer'. Ygl. pastpan p. 221. 



1) Var. p*eij p'iui und p^U ohne Belang. 
2] So fOr puitaspan zu lesen. 



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256 2. Abschnitt: Persische Wdrter. 

666. i/inLui put *Faulnis8, Eiter, faul, verdorben, morsch, 
imecht^ Osk. Mt, Seber., Basil., Hiob 41, 18 [aad-Qog), Salom. 
4, 3 [vod-og)^ davon ptem ^faul machen, verderben*, aifjTto)^ ptim 
'faulen', OTfjTCo^ai Hiob 40, 7; 19, 20 etc. 

= np. pUda 'verfault^, paz. pud ^rotten, putrid, rottenness, 
putridity' Min. Gl. 163, "phl. putak 'rotten, decayed, putrid' Gl. 
and Ind. 107, zi. puiti- 'P'aulniss' (des Korpers) vd. 20, 3, skr. 
putt' 'faul, stinkend, putidus; Jauche, Eiter', putika- 'faul, 
stinkend'. 

667. i/inLpup^. P^^^^ 'Verhor, Prozess' El. 124, 1, besser 
pursi^n Moskauer Ausg. p. 144 

= np. pursiS 'Frage, Erkundigung', phi. pursisn (fiir zd. 
fraSna-). 

Vgl. poSis 'processo', anposiS 'che procede ingiustamente' 
bei Joh. Kath. 

668. i/,nLg pult (o-St., gen. pRoy) 'Hauch, Wind (Hiob 7, 7), 
Furz', plur. 'Blasebalg' Hiob 32, 19, 'Saclcpfeife' Seber., pM-am 
'sich aufblasen' 

= np. puk 'Hauch zum Anblasen des Feuers'. Vgl. 
P. St. 43. 

Original oder entlehnt ? Vgl . ifi^trtT p^e-m 'hauchen , blasen' 
A. T. zu gr. (fvoY.a 'Blase', (pvoa 'Blasen, Blasebalg' u. s. w. 

przujvd 8. im 3. Abschnitt. 
prprem s. im 3. Abschnitt. 

669. ^uibiijulf kandak 'Gravure, Gravirung', yk{ffii^a, xd- 
la/x/xa Ex. 28, 11; 39, 6, kandakagorc ylv(pifj, kandakagorci 
yqacpLg 'Meissel' Ex. 32, 4, kandakem 'graviren' Ex. 28, 11; 
35, 33; 39, 6 u. s. w. 

= np. kanda 'gegraben' = phi. *kandak^ kanda-gar 'Bild- 
hauer', kanda-garl 'sculptura'. 

Spater entlehnt ist xandaq 'Festungsgraben' = np. kanda^ 
pers. arab. xandaq^ s. im 3. Abschnitt. 

670. ^uiiiiijiL^ ^awc?«^ 'grosser irdenerKrugzur Aufbewah- 
rung von Getreide' MGg. 600 (unter Bithynien) 

= np. kanduj kanduk 'vas figlinum frumento recondendo', 
arab. kanduj^ syr. fe^pI'lSD. 



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2. Abschnitt: Persische WOrter. 257 

671. ^uM2^g Ras'R 'die Weichen^ einmal bei Basil. 

= np. has 'Achselhohle, Weichen, Gurtgegend^, phi. ka& 
'armpit, side, flank, loin, breast^ Gl. and Ind. IQ9, zd. kaha- 
'Achselhohle*, skr. kaMa- 'Achselgrube, Gurt\ 

672. ^uiifih't' i^aiAew 'Gerstenbrot^ einmal bei El. 112, 24, 
Moskauer Ausg. 132, 6 

= np. kaskln, kaSklna 'Gerstenbrot*. 

673. ^ui^inlilf kastik (»die Phonizier waren die ersten Schiff- 
bauer und die Semiramis war kahtikv) Nonnos 

zu np. kastl 'Schiff*, kastlgar 'SchiflTbauer*. 
Dagegen kaitink = 'Ruder* Magistr. 

karmar^ankj karmrgank 'Bleiglatte* s. im 3. Abschnitt unter 
mardasang p. 270. 

674. ^tup^ kars 'Schleppen* Eznik, El. 125, 23 etc., karsem 
'ziehen, schleppen, schleifen' Luc. 12, 58, El. 125, 24,FB.252, 10, 
MX. 219, auch kaSem 'schleifen' Ephrem III, 123 

= np. kcmdan 'ziehen, schleppen', phi. kaftan 'to draw, 
pull, drag' Gl. and Ind. 200, zd. karS 'schleppen', skr. kars 
'ziehen, schleppen, zerren'. — Vgl. P. St. 261. 

675. ^lui/inLp kapur 'Kampher' MGg. 615 

= np. kafur^ bal. kafur^ phi. kafur Bdh. Gl. 201, syr. "^IBfe^D, 
skr. karpura-, 

676. ^IrtTnLluut /fewi«:^ 'feines Leder' Erznk. Gramm., davon 
kemxtapat 'lederumhiillt' MX. 168, 20 

= np. kemuxt 'Korduanleder^ 

677. ^fi» ken (w-St., gen. kinu) 'Groll, Hass, Feindschaft, 
Rache* Jerem. 48, 39, MX. 31 u. s. w., kin-a^xndir 'eifemd' 
Num. 25, 13, 'rachesuchend' MX. = kin-a-yoiz Ephrem, kin- 
avor 'groUend*, kinam und kinanam 'feindselig sein, hassen' 
Num. 35, 21 

== np. kln^ klna 'Groll, Hass, Feindschaft, Rache', kina- 
x^-ah 'rachsiichtig, feindselig', klnvar^ klnavar 'Groll hegend', 
klfidvar 'pugnator', bal. kenay 'Feindschaft, Hass, Rache', paz. 
xin (d. i. kiTi) 'hatred, malice', xmvar (d. i. kinvar) 'malicious, 
hostile' Min. Gl. 126, phi. hen 'Hass, Feindschaft, Rache' Gl. 
and Ind. 205, Bdh. Gl. 216, Yatk. 73, Ganj. 5, zd. kama-. 

HftbschmanD, Armenische Oraminatik. 17 



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258 2. Ab§chnitt: Pcrsische WOrtcr. 

678. ^^2. ^^* (t-St.) 'Religion, Glaube' (der Perser und 
Manichaer) Eznik 110, 111, 116 etc., /ceS-^-karkat "^Religions- 
griinder' (in verachtlichem Sinn) Eznik 122 

= np. kes 'Religion, Secte', phi. kek 'religion, creed, sect* 
Gl. and Ind. 204, hamkeh 'eines Glaubens' Yatk. p. 49, zd. 
tkaeior 'Gesetz\ 

klan s. im 3. Abscbnitt. 

Rig s. im 3. Abscbnitt. 

679. ^HLojuli ttufak 'Fiillen' (vom Pferd, Esel) Leb. d. Vater 
= np. kurra 'Fiillen, Fohlen* (vom Pferd, Maulesel, Esel) 

Fird. I, 444, arab. kurraj. 

680. ^HLUin kust bei MGg. 612 — 614: kust i Kapkoh (fiir 
kustik kapkoh/S) 'die Gegend des Kaukasus' (Norden), ktisi i 
xuiastan 'die Gegend vonXuzistan' (fiir kustikk xuzastan), kust 
i nemroz 'die Gegend des Siidens', kust % xarasan 'die Gegend 
des Ostens^; bei Soukry p. 40: kmt i kapkoh (z. 19), kust i 
xorasan (z. 2), lies ktcst i xorvaran 'Gegend des Westens', kust i 
n{e)mfoJ (z. 6) 'die Gegend des Siidens^, kust t xorasan (z. 13), 
vgl. Bdh. Gl. 210: kust i apaxtar 'der Norden', kust i xorvaran 
'der Westen', kust i nemroc 'der Siiden', kust i xorasan *der 
Osten 1) 

= phi. ktist 'Seite, Gegend' = kustak (paz. husta) Bdh. Gl. 
210, Spiegel, Traditionelle Lit. 388, Shk. 257, Min. Gl. 131, 
Gl. and Ind. 202, PPGl. 143. 

Dazu noch kust % parnes 'Gegend von P'arnes', ein District 
von Argax MGg. 609. 

681. ^iiLpl ^r;' (gen. -t) 'Sack' = 'grobesKleid und Beuter 
FB. 25, z. 22, A. T., Ephrem u. s. w. 

= syr. fe^rniD, KJnOIID, arab. kurz Fraenkel 82. 

Da die semitischen Worter nicht original sind, stammen 
sie vielleicht mit dem arm. Worte aus dem Persischen. Syr. 
niD und tiVO sind nicht nachweisbar. 

682. ^uumIi ksak 'Beutel' Luc. 10, 4 u. s. w. 

= np. klsa^ bal. klsay 'Beutel, Tasche' Dames 102. 



1) Ueber die Eintheilung Persiens in vier Gegenden b. Tab. 155. 



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3. Abschnitt: Neupersiache und arabische WOrter. 259 

Semitischen Ursprungs: hebr. arab. kis ^Beuter, syr. b^D*^D 
'sacculus', assyr. ktsu? Fraenkel 197. 

683. ^jtmfilfuip Krtikar von unsich^rer Bedeutung El. 35, 22, 
106, z. 4 V. u. 

zu np. kirdigdr I. 'omnipotens', 2. 'data opera, consulto'? 

684. o^uipuilg diarak d. i. ausarak 'ausgepresster Saft, Most', 
vccfua (von Granaten) Hohelied 8, 2 

= np. qfsara 'ausgepresster Saft', arab. afsaraj. 

685. oifiht^p 6Hndr d. i. auHndr ein bitteres Kraut 'Absinth' 
Narek., Grig. Nius. (8. Jhd.), Galen, Geop. 

scheint auf ein mp. ^afhind- zuriickzugehen. Vgl. np. 
arab. qfsinfln, afsantln A. M. 15, Achund. p. 10 und 202, gr. 
ixpLvd-LOv, 

686. o^^u/b d^wa;* 'Seifenkraut' El. 156, 11 

= np. uhian 'herba alcali' Achund. 17, Polak, Persien II, 
180. Vgl. P. St. 15, 253. Zd. *uS'Snana' oder ^avasnana-? 



3. Abschnitt: Nenpersische und arabische Worter. 

Nach demUntergang des Sassanidenreiches (Mitte des 7. Jhd.) 
kamen die Armenier unter die Herrschaft der Araber und sind 
seitdem mit kurzen Unterbrechungen Unterthanen muhamme- 
danischerFiirsten (der Araber, Seldschuken, MongolenoderTa- 
taren, Perser und Osmanen) geblieben, wie sie es grossentheils 
noch heute sind. Daher konnte man wohl erwarten, dass ihre 
Sprache ebenso von arabischen Wortem durchsetzt ware, wie 
etwa die Sprache der Perser und der Tiirken, ihrer Nachbarn 
und Herren. Dies ist aber nicht der Fall und zwar deshalb, 
weil die Armenier den Islam nicht annahmen, sondern trotz 
aller Verfolgungen treu und zah am Christenthum und christ- 
licher Bildung, fur die sie schon unter den Sassaniden gelitten 



1) Vgl. meine Abhandlung: Die semitiachen LehnwOrter im Altar- 
menlBchen ZDMQ. 46, p. 255 flg. 

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260 '^' Abschnitt: Neupersische und arabische Worter. 

und gestritten batten, festhielten und sich dadurch einen 
geistigen Damm schufen, der den Einfluss muhammedanischer 
Cultur und Sprache abwehrte und ihre nationale Eigenart und 
Sprache schiitzte und erhielt. So kam es, dass das Armenische 
noch zu einer Zeit von arabischen Wortern frei war, als die 
Sprache der zum Islam bekehrten Perser schon zahllose Lehn- 
worter aus dem Arabischen aufgenommen hatte. Bei Sebeos 
(7. Jhd.) findet sich, wie zu erwarten, kein arabisches Wort, bei 
Levond (8. Jhd.) nur einige termini techn. fur specifisch ara- 
bische Dinge (s. unten kuraiJc und purkan]^ bei den Schrift- 
stellem des 9. bis 11. Jhd. nur ganz wenige arabische Worter, von 
den arabischen Eigennaroen bei den Historikern immer abge- 
sehen; erst mit dem 12. Jhd. fangen sie an, etwas haufiger zu 
werden, besonders in den aus dem Arabischen iibersetzten, in 
vulgarer mittelarmenischer Sprache verfassten, gelehrten 
Werken (Mech. d. Arzt 12. Jhd., Geop. 13. Jhd., Med. Schr. 
13. — 15. Jhd.). Freilich sind nicht alle diese Worter in den 
lebendigen Sprachgebrauch iibergegangen, viele gehoren viel- 
mehr nur der gelehrten Sprache an und sind heute auch dem 
gebildeten Armenier unbekannt. 

Von den neupersischen Lehn wortern ist schon oben (p. 15) 
die Rede gewesen. Es lasst sich oft nicht entscheiden, ob ein 
Wort, es sei urspriinglich persisch oder arabisch, zunaclist aus 
dem Persischen oder Arabischen stammt, da die arabische 
Sprache persische Lehn worter besitzt und die persische Sprache 
noch viel mehr arabische Lehnworter aufgenommen und auch 
arabisirte Worter persischen Ursprungs zuriick entlehnt hat. 

Fiir die Zeit der Aufnahme dieser Lehnworter ist das 
Gesetz der zweiten Lautverschiebung, die mit dem 11. Jhd. 
beginnt, von Wichtigkeit. Siehe oben p. 1 5 und ZDMG. 46, 268. 
Bei diesem Gesetz ist zu beachten, dass das arm. ^ (A:), das 
regelmassig fiir arab. . • eintritt (ZDMG. 46, 257), auch noch 
nach dem 12. Jhd. den Worth einer gutturalen Tenuis [k] 
hatte und also noch nicht zu g geworden war, daher denn das 
neuarmenische Lautverschiebungsgesetz genauer so zu fassen 
ist: altarm. i, rf, /, j wird seit dem 1 1. Jhd. im Westarmeni- 
schen zu jo, ^, c, c und altarm. j», /, c, c wird seit dem 1 1. Jhd. 
im Westarmenischen zu h^ d, J, j] wahrend g und k zunachst 
unverschoben bleiben. Also miisste np. arab. badinjafi. 



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3. Abschnitt: Neupersiflche und arabische Worter. 261 

wenn es vor dem 11. Jhd. ins Armenische gekommen ware, 
puMii^%9u/b geschrieben worden sein ; da es aber u^iumliu^u/b = 
patincan geschrieben und badinjan (= np. arab. hadinjan) ge- 
sprochen wild, so ergiebt sich, dass das Wort erst entlehnt 
wurde, als arm. mm^^ tn, ^ nicht mehr fur altarm. /?, tj c, sondern 
(da die Aussprache sich geandert hatte, die Schrif t aber geblieben 
war) fiir neuarm. b, d^J stand, d. h. friihestens im 1 1. Jhd. Natiir- 
lich kommt die Lautverschiebung zu schriftlichem Ausdruck 
nur bei Wortern, die nach vollzogener Verschiebung entlehnt 
wurden, wahrend die alteren originalen und entlehnten Wor- 
ter auch bei der (in Westarmenien) veranderten Aussprache 
die historische Orthographic bewahrten *) . Vgl. ZDMG. 46,268. 
Den im Folgenden verzeichneten arabischen und neu- 
persischen Lehnwortern fuge ich die wenigen tiirkischen 
(tatarischen) Worter bei, die die Worterbiicher (Wh. und C.) 
auffiihren, da es nicht lohnt, eine eigene Rubrik fur sie zu 
schaffen. Vgl. auch die tatarischen Fremdworter bei Matak'ia 
d. Monch (13. Jhd.), die Patkanean in seiner Ausgabe (Peters- 
burg 1870) p. 63 — 64 zusammengestellt hat. 

1 . uf^uft^ azapj sprich azab 'noch nicht verheirathet*, aza- 
buliun 'Ehelosigkeit* modem armenisch Wb. und C. 

= arab. ^azab, 

2. lupiufiui^ aiabak, aiabek *^padre principe' Oskiph., Mai. 5, 
Steph. Orb. II, 138 

= tiirk. tatar. atabek etym. = 'Vater-fiirst'. 

3. uip/uiup aixar bei C, adxar Geop. 239, tVariV Busabaiu- 
t^iun 1 4 ist der arab. Name fiir arm. valameruk 'giunco odorato* 

= arab. idxir *Andropogon Schoenanthus' A. M. 2 1 , Achund. 
13, 204. 

4. o^ffiJ aloe, sprich aloj, aluj 'azzeruola' modern arm. C, 
Busabafut'iun 15 

= tiirk. alyj, lialyj *Azerole, Mispel*? 



1) So ist z. B. pMiJp. (= np. ham 'Bass'} als altes Lw. hamb^ nach dem 
1 1 . Jhd. aber in Westannenien pamp, in Ostarmenien bamb zu sprechen. 
Als das Wort (np. bam) zum 2. Male und zwar nach dem 1 1 . Jhd. entlehnt 
wurde, musste es allgemein bam gesprochen, von den Westarmeniern aber 
ufuttP (Erznk.) geschrieben werdcn. 



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262 3. Abschnitt: Neupersische und arabiache Wdrter. 

5. lu^u^nc^ alptcc, sprich albuj = arab. albuUj np. vaj 'Aco- 
rns Calamus'? nach Busabatut'iun 16. Unsicher. 

6. utijf al'H (plur.) 'Nymphen, Hexen' modern arm. = 
pars! al 'fabelhaftes Thier mit gfasslichem Frauengesicht' 
ZDMG. 36, 85? nach Patk. 11, 4. 

7. tuuJtJItui alRimia 'Alchymie' Atak'el 243 (nach Wb.) 
{ 7. Jhd. 

= arab. alklmiya 'Alchymie\ 

S. lu^p^iup^wj akrkarhay Ttvqed'QOV Mech. d. Arzt 
= arab. is>^i yiLc ^aqir jarAa 'Pyre thrum* aus syr. fc^n^p npy 
Low, Aramaische Pflanzennamen p. 298. Vgl. Achund. p. 195. 

9. ui^muipiup acparar, sprich ajbarar 'Taschenspieler' 
Oskiph. 

= arab. 'ajab 'Wunder, wunderbar' + arm. arar *machend*. 

10. iui^p uii^iPnLtBip^ amir al mumniJt Levond 19, amir mum- 
niR Kir. 34, 47 = arab. amtr ul mumimna 'Befehlshaber der 
Glaubigen^ 

Arm. amiray s. unter den syrischen Ltv. 

11. iuumnui^ aniuz^ sprich anduz C, Busabarut'iun 42 ist 
der tiirkische Name (awrfy^) einerPflanze = np. ro^an (Achund. 
p. 73), arm. klmtix, 

12. iuuinu^ituj apuznayy sprich abuzna 'Affe* Michael, Os- 
kiph. 

= arab. abuzinnata 'simia mas' Freitag Wb. II, 256 aus np. 
buzina 'Aflfe', pi. buzinagan JRAS. 1894, 449. 

1 3. lupuijpi. '^^ arayih mec 'ein grosses arayih^ d. h. Imndes 
'Fest' Thomas Metsop'e^i 11 (15. Jhd.) 

= np. arayih 'das Schmiicken, Verzieren'. 

14. lui/iunu apsos 'schadel' Ganjaran, apsosank 'Bedauern', 
apsosel 'bedauern' Oskiph., Georg, Erkl. d. Jesaias 13. Jhd., 
Vardan, Erkl. d. Hohenliedes 13. Jhd. 

= np. afsos 'iocus, ludibrium, iniuria, moeror, suspiratio', 
als Interj. = 'wehe, ach!', paz. awasos 'mockery' Min. Gl. 23. 

1 5. tuL^uilf oder oiiulf sprich o§ak 'Gummi ammoniacum' 
Galen und alt. Wb. 



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3. Abschnitt: Neupersische und arabische W5rter. 263 

= arab. pers. usaq, np. tda 'Gummi ammoniacum' A. M.28, 
Achund. p. 18 und 206, Polak, Persien II, 280, syr. ptil«. 

16. ptufi bab 'Thiir' Magistr. 
= arab. bab *Thui*. 

17. fitu^Ap^ babunic *Kamille' Mech. d. Arzt 69, 2 etc., 
ebenda 27, 6 v.u., 29, 13: u^uimnLbm^^ sprich babunaj 

= arab. pers. bahunaj 'Matricaria Chamomilla, Kamille^ 
A. M. 47, Achund. p. 27, np. babuna A. M. 121, 6. 

18. p.uii^ Ja/ 'Weichselkirsche* Med. Schr. 
= np. balu^ alubalu 'Kirsche'. 

1 9. pjuiinum balut 'Eichel' Med. Schi. 

= arab. pers. bcUut A. M. 35, ballut Freitag Wb., ballut 
'Eiche' Rosen, Np. Sprachfuhrer 35, aram. fc^tt^ia. 

20. ^iuiuui% balasan 'Balsam' MGg. 612, MaSt. 

= arab. balasan A.M. 51, got. Jafoan. Vgl. ZDMG. 46, 258. 
— Jiinger ist munuiuufu palasan, sprich balasan Mech. d. Arzt, 
Anhang p. 144. 

21. fuubq. bang (bank) 'Bilsenkraut' Galen 
= np. bang 'Bilsenkraut' A. M. 54. 

22. ^uu^£Uij baklay 'Saubohne' Mech. Fabeln p. 44, 45, 
Tonak. 

= arab. baqila 'Saubohne' A. M. 32, Achund. 50, modem 
pers. bagilla 'Bohne' Rosen, Np. Sprachfuhrer 36. 

23. pntluinui^ buxtak eine Blume ist nicht = arab. buxtaj^ 
s. ZDMG. 46, 258, 259. 

24. p.nLuui bust o^er t^puuipistj sprich iw^'Koralle' Med. Schr. 
= np. btissad ^KoiMe A. M. 53, Achund. p. 30. 

25. ^luqtup gazar 'Mohrriibe' Med. Schr., Busabatut'iun 
104, 105 

= np, gazar J arab.Ja^crr'Daucus Carota, Mohrriibe'A.M. 87, 
Achund. p. 42, 223. 

26. gahripar A. St. p. 32 falsch fvLTpui^pfiu^utp /cahripar Mech. 
d. Arzt 43, 9; 44, z. 6 v. u., sprich Rahribar 'Bernstein' = np. 
kahruba A. M. 207, kdhruba. 

27. i^Mu^ gac 'Gips' nur bei C. = np. gac u. s, w. P. St. 90. 



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264 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wdrter. 

28. qiuLUiii^ gavaz eine Art Falke, neben baze und hahen 
genannt *) Erznk. Gramm. und vom Wb. = np. *guvaz gesetzt, 
vgl. np. guvah 'accipiter minoiis generis' Vullers Wb. 

29. i^tijip gzir Mer Untergebene des Dorfvorstehers' ^j c 
= np. giz'ir^ neuaram. g(^ztr 'Biitter ZDMG. 35, 233, syr. 

pi. gHlraye 'Gensdarmen' Hoffmann p. 62, Nr. 542. Vgl. 
P. St. 272. 

30. unu gos 'grosse Trommel, Pauke' Snorh. 

= np. kos 'grosse Trommer Fird. I, 382, 55 etc. 

31. i^ui^iuig^putiP dahadram in einem spaten Zusatz zu MGg. 
613 (s. Anm. 8, ed. Soukry p. 41, Uebersetzung p. 54) neben 
haviadram^ hastadram u. s. w. 

aus pers. dah 'zehn\ haft *sieben', hakt *acht* und diram 
*Dirhem'. 

32. qj^ifutS ddmac, sprich timq; 'Nudel' nur C. 
= np. tutmaj. 

33. ii^fipin dirt 'Hefe' nur C. 
= np. durd, 

34. itMLq-iu^ duda^j sprich tuta/i ^Papagei' Job. Damaskapi, 
auch futak Wb. 

= np. totaky totly arabisirt ^M^aA;, t^tl 'Papagei^ 

35. i^nLituij duray *sorta di veste' Lambr., Erznk. Giamm. 

(neben n/ttm^l ritda = arab. *b^ 'Mantel, Oberkleid' genannt) 
= arab. durrct'a 'vestimentum quod nonnisi e lana confi- 
citur*. 

36. luiJpnui zambur 'Wespe' Geop. 

= np. zanbur 'Wespe, Hornisse' Rosen, Np. Sprachfiihrer 
p. 40, aiab. zunbur^ zanbur, 

37. tiiubiuu^ zanapy sprich zanab 'Schwanz* des Drachen 
(Gestim) nur Vardan 

= arab. danab 'Schwanz' (des Drachen arab. iinntn). 



1) Das M&nnchen des gavaz und sahin soil Aj'ttpuT heissen. 

2) Dies ist jetzt die Bedeutung des Wortes nach Mittheilung von 
A. Xacaturean, nicht *capo del villaggio', wie C. angiebt. Der Dorfvor- 
steher heisst jetzt tanuter. 



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3. Abschnitt: Neupersische und arabiache Worter. 265 

zarXas s. oben p. 150. 

38. ^^^ zil 'die hellste (gespannteste) Saite eines Insti'u- 
mentes, der Sopran' (Gegensatz bamb 'Bass') Erznk., Oskiph. 

= np.zir (mit I) 'hoch, hohe Stimme, hellste SaiteV(Gegen- 
satz bam)j arab. ztr 'Diskant*, afgh. zir (jir) 'the fine or highest 
note of a lute, the treble in music' Horn, Grdr. p. 258, P. St. 7 1, 
ZDMG. 48, 493. 

Vgl. arm. bamb oben p. 116. Dafur u^uitT pam, sprich bam 
bei Erznk. 

39. tfjilf zik 'Rand, Saum' nur Vardan 

= arab. zlq 'oberste Halsrand des Hemdes'. 

40. f^^//^ zncil^ sprich znjil 'Kette' Leb. d. Vater, modern 
arm. znjil 

= np. zanjtr, zinjiir 'Kette', bal. Lw. zanjir, zamzil, 

41. qn^ui^ zohal = arab. ;2;wAa/ 'Saturn' ; iTnLiPiupp mustari 
= arab. mmtarl 'Jupiter'; ^tuJh sams = arab. kams 'Sonne'; 
Jiuplrlu marex = arab. mirrlx 'Mars'; in^pwj zohra = arab. 
zuhra 'Venus'; ounuppm dtarit = arab. ^ufartd 'Merkur'; qiuJuMp 
yamar = arab. qamar 'Mond' sind die fremden (arabischen) 
Namen der Planeten in Vardans Geogr. (1 3. Jhd.), vgl. St. Martin, 
M^moiresII, p. 410, 455. Die armenischen Namen sind : erevak 
'Saturn, ft^n^a^ 'Jupiter', are^oAn 'Sonne', Ara^ 'Mars', lusaber 
'Venus', pailacu 'Mercur', lusin 'Mond' Anan. Shirak. 64. 

42. qniittup zunar 'Gurtel' Osk. Apg. (vor dem 12. Jhd.) 
= arab. pers. zunnar^ syr. fe^naiT aus gr. ^o)vdqiov. 

43. iinLpguifit zurape, zurapay 'Giraffe' Michael 
= arab. zurafa^ syr. s. Brockelmann p. 99, 100. 

44. ^^^^ zriik ist nach Busabafut'iun p. 176 der fremde 
(persische) Name fiir arm. cor 'Berberitze' 

= np. zirikk 'Berberitze' A. M. 9, 3. 

45. puiiihir iazem 'laufe' (nur einmal im Inf. iazelov] Car. 
= np. tazam 'laufe', inf. taxtan. 

46. piubq. lank 'Sattelgurt' nur bei Steph. Lehaci 17. Jhd. 
= np. tang 'Sattelgurt' (P. St. p. 48), arab. tanj. 



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266 ^' AbBchnitt. Neupersische und arabische Wdrter. 

47. puAs^ui lanka eine kleine Miinze Thomas Metsop^eci 
15. Jhd. 

= tatar. tanka eine Silbermiinze (circa 76 Centimes) nach 
Pavet de Courteille, np. tanga 'numus aureus vel cuprinus* etc. 
(VuUers, Wb.), das nach St. Martin aus dem Mongolischen 
kommen soil. 

48. piuu ias (t-St.) 'Trinkschale, Becher' Mos. Kal. I, 185, 
Leb. d. Vater, Vardan 

= arab. fas 'Trinkschale' (kurd. fas, bal. tas), auch (ass 
und tcissaj daher ital. £ranz. deutsch tazza, tasse, Tasse, alle 
aus pers. tait (oben p. 251). 

49. puiunL iasu eine Miinze (^kleiner als ein dang (s. p. 134) 
und grosser als ein gari fein Gran'jir Wb., »der vierte Theil 
eines dangt C.) nur Mech. Rechtsbuch 

= np. tasU (A. M. 166, 2) 'pondus quatuor granorum hordei*, 
auch 'der vierundzwanzigste Theil' (des Tages u. s. w.), arab. 
iassuj 'der vierte Theil eines dang^^ vgl. Tab. 16, syr. fcOID'^tD 
'ponderis genus* (Brockelmann p. 137). Als mp. Form also tamh^ 
spater tamg anzusetzen. Vgl. phi. tasum 'der vierte' PPGl. 218. 

50. ptupfutub iarxan ^steuerfrei' Steph. Orb. = np. tarxarij 
arab. t^^rxan 'is qui immunitate gaudet' (VuUers, Wb.), tatar. 
tarxan 'celui qui est exempt de toute esp^ce de charges' u. s. w. 
(Pavet de Courteille) = mong. darxan *^abgabenfrei' nach R. v. 
Stackelberg, Fiinf ossetische Erzahlungen p. 67. 

51. pncpp "'t'"g ^^^* ^W d. h. luit der Augen *tutia, colly- 
rium, stibium' Med. Schr., bei Mech. d. Arzt auch iuitay 

= np. arab. tutiya ein Augenmittel A. M. 68, Achund. 
p. 38, 180, syr. b^'^tDltD ^antimon' Brockelmann p. 131. 

52. pnLpuMfUM iuraya ist der arabische Name eines Gestirnes 
Geop. p. 11, 4; 25, 7 = arab. dtirayya 'Plejaden*. 

53. piiLfilA^^ iurinj eine Orangenart Leb. d. Vater, vgl. Busa- 
batutHun p. 196 (Citrus vulgaris), Iurinj xot 'Melisse' (= Citro- 
nen-kraut) Med. Schr., irnji^ irnjeni der betr. Baum Geop. 

= np. arab. iurunj Fird. I, 433, 3; 466, 509, utruj^ turinj 
'Citrus medica' A. M. 9, 6, Achund. p. 6, 199, turungan, arab. 
turunjan 'Melisse', syr. fe^aintD, W*ntDb^ 'Citrus medica cedra' 
(Brockelmann 139). 



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3. Abflchnitt: Neupersische und arabische Worter. 267 

54. pptPaLu Irmus oder irmuz 'Lupine' Geop. p. 22, 1, 2, 5, 
Med. Schr. 

= arab. turmus, bei A.M. 68, 2: tarmtcs, turmis, gr. ^eQfiog 
'Feigbohne, Lupine'. 

55. t^fiufut^ itpak, sprich iibak 'Quecksilber' Oskiph., 
Vardan 

= arab. zlbaq A. M. 141, 11, np. iwa,Jwa 'Quecksilber'. 

56. luiqnLMupP lazvarl Oskiph., laiurd Vrt'anes k'ert'., laj- 
vard Vardan Geogr. 'Lasurstein, Lasurfarbe' 

= arab. lazvard A. M. 269, Achund. p. 147, np. lazvardy 
Iqjvard 'Lasurstein'. 

57. ^ujr^ lal ein Edelstein Martin, Ganjaran 
= np. lal 'Rubin', arab. lal, 

58. luilinin lakot 'junger Hund' Martin 

= azerbaij. tiirk. iu)J 'junger Hund' nach Patk. I, p. 9, 10. 

59. ifiiuiT Ikam, sprich Iffam 'Ziigel' einmal Oskiph. 
= np. ligam 'Ziigel'. 

60. inifpuiu lovias 'Bohne' Mech. Fabeln p. 46, 47, lubia 
Med. Schr. 

= arab. s-l^ji (aus aram. i^*^aib Fiaenkelp. 145), np. lubiya, 
lUviya (aus dem Arab.), gr. lofidg. 

61. \Juutp. xab 'Betrug', zabem 'betriigen' alt und haufig, 
stimmt nur zufallig zu altarab. xabba 'deceptor fuit'.] 

62. juiuiuMin a;a/a^ 'sbaglio'C, a:a/rf/oderyaft«7'irren, fehlen' 
Lambr. 

=i arab. Jalx yalat 'Irren, Fehlen*. 

63. juuiiji^uii xalifay Kir. 222 
= arab. xallfa *der Chalif. 

64. piuAqju^ xandak 'Graben Staph. Asol. und Spatere 
= arab. pers. xandaq 'Graben'. Vgl. Randak p. 256. 

65. juutijuuii xaixa£ 'Mohn' Mech. Fabeln p. 50, Med. Schr. 
= np. arab. xaSxaS 'Mohn' A. M. 109. 

66. luiup xar oder xat 'Domen' Galen 

= np. arar 'Domen, Dornbusch' Rosen, Np. Sprachfiihrer 37. 



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268 •^- Abschnitt: Neupersische und arabische Wfirter. 

67. futuuiuMii xapaz^ sprich xabaz 'Backer' Vardan (Fabeln 
= arab. xahbaz 'Backer*. 

68. juiufiiu^ xarac, sprich xaraj 'Steuer* Thomas Metsop'eci 
15. Jhd. 

= arab. xarq) 'Grundsteuer* Tab. 241. 

69. juiuppiuju xarbax 'Niesswurz"* Geop. p. 222, 223 
= arab. np. xarbaq 'Niesswurz' A. M. 111. 

70. Juftuip xiar^ xiaruk 'Gurke^* Geop. p. 167, 168 
= np. xtyar 'Gurke'. 

71. [u/i^uip Xikar'Same eines weisen Mannes Snorh., Os- 
kiph. = arab. hatqar, vgl. WZKM. 8, 281. 

72. pi/ip xir XevKdtov (= Levkoye) C, xiri Mech. d. Arzt 
10, z. 5 V. u., xiri-Oel ebenda 10, 16 

= np. arab. xirt 'Cheiranthus cheiri, Goldlack* A. M. 110, 
Achund. p. 59 (drei Sorten: gelbes, rothes, weisses), Vis u Ramin 
28, 15, royan i xeri (Lackol) A. M. 120, 14, xir Fird. 1, 450, 275, 
phi. xeri (in Zendbuchstaben) Bdh. 66, 17, West, PT. I, 104, 
syr. 5i*^TD Brockelmann p. 165. 

73. junLiTuip xumar 'katzenjammerlich*, xumaruiiun 'Katzen- 
jammer' Oskiph. 

= arab. xumar 'Katzenjammer'. 

74. ^uff^ kaz nach C. 'drappo', nach Wb. = frz. 'gaze' Os- 
kiph., kaz-a-gorcuiiun 'Verfertigung von kaz^ Vardan 

== arab. qazz 'die vom durchbrochenen Cocon gesponnene 
Seide' (de Lagarde) , 'sericum villus' (Vullers), vgl. Fird. I, 23, 13, 
aus pers. kaj^ kaz 'genus panni seiici vilioris pretii'. 

75. I^iuiruiu kamas 'Kleid' Leb. d. Vater = arab. qamts 
'Kamisol'? 

76. ^tuii^iup kankar, kangar 'Artischocke' Galen, Med. 
Schr., Car. 

= np. kangar 'Artischocke' A. M. 89, 5, Achund. p. 48. 
Dazu arm. kankari xei d. i. 'Artischocken-gummi' Med. Schr., 
np. kafigarzad 'Artischockengummi' A. M. 210, z. 3 v. u., 
Achund. 117, kangariad, kangari dass. Vullers, syr. ^nOiDD. 



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3. Abschnitt: Neupersigche und arabische Wdrter. 269 

77. ^lupnLpiuj karuray (t-St.) 'Uringlas' Mech. d. Arzt 
= arab. ^^\^)^ qarurd 'Glas, Uringlas^ 

78. IfMULMuui kavat 'Kuppler^ Snorh. und Lamb. 
= arab. qavvad 'Kuppler*. 

Ueber kavatuiiun bei Osk. Mt. II, p. 569, 12 vgl. ZDMG. 
46, 261. 

79. Ifiiuj klay *Burg, Festung* Snorh., Mt. Urh., Gesch. 
Georg. 

= arab. qdta 'Festung'. 

Daher der Name Htomklayj Hotomklay Kir. 6 1 flg. = klay 
hromeakan 'Romerburg*= arab. qafat arrum, turk. Mum qafesi, 

80. Ii[utjlrli A/ayeA,A/ayeaA;'Zinn'Mech.v.Airivank' 13.Jhd., 
Oskiph., modern arm. ylayek 

= arab. qaVt^ tiirk. qalai^ bal. kalm^ osset kala u. s. w. 

8 1 . ^#i£^ kuz 'gekriimmt, bucklig* in kzuiiun *das Gekriimmt- 
sein' (des Riickens) Georg, Erkl. d. Jesaias 13. Jhd. 

= np. kuz^ kuzj kuza 'gekriimmt, bucklig', afgh. ko^ 'crook- 
ed, bent', skr. kubjor- 'krumm, bucklig\ 

82. ^nLiiiujg kurai-k (gen. pi. Tcurayig) 'Koranleser' Levond 
146, 9, 15, Steph. Asol. 133, z. 1 v. u. 

= arab. tS^ qurra, pi. von («jli 'Leser des Korans'. 

83. ^utJuttPtuj hamamay ein Baum Geop. p. 100, z. 11 v. u. 
und 250 

= arab. Aamama A.M. 90, Achund. p. 49, syr. b^ttian Hrockel- 
mann p. 114, gr. fijuw^o^, lat. amomum. 
Vgl. Busabatut*iun p. 21 und 354. 

84. ^Ir^nLui ^V^P odet 4lr^nLi^ hecupj sprich A^w J 'Kammer- 
herr' Vardan, L. AKshan, Shirak, Vened. 1881, p. 17, 20, 22 

= arab. hqjtb (hejib) 'Kammerherr*. 

85. 4l,uuip hisar 'Belagerung' Mai. 28 oder xsar Vardan 1 14, 
z. 4 V.U., hisarel oder zsarel 'belagem' Oskiph., Thomas Metso- 
p'eci 14, 72 

= arab. hisar 'Belagerung*. 

86. ^niitiu^^nAiup hunaikunar, var. dhwnaihunar^ a^xuna. 



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270 3. Abachnitt: Neuperaische und arabische Wdrter. 

alkuna MGg. ed. Soiikry p. 39, Vened. Ausgabe p. 612, 25 ein 
arabisches Oel 

= arab. duhn ulhinna 'Hennaor A.M. 121,2, Achund.p. 66. 

87. i5o^ c6h (var. jatd^ caus) Snorh., cdian, catdan Grigor 
Erec (12. Jhd.), Martin 

= arab. np. Jaaian 'Panzer' (aus Ringen und Schuppen), 
iatis 'Panzerring'. 

88. tPui^p mahr 'Hochzeitsgabe des Mannes' (an die Braut) 
Mech. Rechtsbuch (fiir echtarm. tvair) 

= arab. mahr 'Hochzeitsgabe', syr. mahra Mos' (a sponso 
data). 

Die Mitgift der Frau heisst proigR (gen. prugag) = gr. TtqoL^. 

89. iruiquiui matap^ var. ma^a<;? MGg. 612, 25, ed. Soukr739, 
z. 5 V. u. ein arabisches Oel oder Gewachs 

= arab. ma/ai'odoramenti species'oder 'crocus' Freitag Wb. 
(wo das Wort als pers. bezeichnet wird), gr. fiakd^a^Qov etc. ? 
— Sehr unsicher. 

90. iPuitQuup mambar 'Kanzel' Grigor Tlay 12. Jhd. 
= arab. minbar 'Kanzel'. 

91. tPiujiniuii maiian^ sprich mau^a;} 'Rennplatz, Ringplatz, 
offentlicher Platz' Leb. d. Vater, Osk. Apg. (vor dem 12. Jhd.) 

= arab. maidan 'Rennbahn'. 

92. JhA^aLp maniur 'Diplom' Steph. Orb. II, 138 
= arab. manhur 'offenes Diplom'. 

93. Jluiiupuij maharay 'Gartenbeet' Geop. 
= arab. maiara, Vgl. Fraenkel p. 129. 

94. trtupq.utuiu%^ mardasank, var. martasank^ murtasang^ 
miurtesenkj sprich mardasang, murdasang 'Bleiglatte', Xt&dQ- 
yvQog Galen, Geop. 224, Med. Schr. 

= np. murddsanj, mardasanj^ arab. murtuk A.M. 253, 8, 9, 
echt np. murdasang etc. Vullers. 

Dafur auch arm. ^utpiPutpffuA^ karmargank d. i. der Stein 
margank (aus mardasank) Med. Schr. 

95. Jbluuili mexak 'Nelke' (Blume und Gewiirz) Med. Schr. 
^ np. mexak 'Naglein' und 'Nelke' (von mex 'Nagel'). 



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3. Abschnitt: Neupersische und arabische Worter. 271 

96. Jq^pp mzkilj mzgti, besonders msXil 'Moschee' Snorh., 
Mt. Urh., Michael p. 405, 475 

= np. mazffttj aram. ^WO, mand. i^'iaTi^tt neben b^'lSDi^tt, 
arab. masjid Nold. Stud. IT, 37. 

97. iPpfuuti^ mixal ein Gewicht Leb.d. Vater, Geop., Anau. 
Shirak. 29, Anm. 2, Mech. d. Arzt 43, z. 4 v. u. 

= arab. mid-qal ein Gewicht. 

98. iQ^uiiP tnlham 'Pflaster' ist modem armenisch fur alteres 
merkem Geop. 201 

= arab. pers. marham 'Pflaster', bei VuUers auch malkam, 
maVam^ malyam, kurd. malhdm 'Salbe' ZDMG. 38, 89, gr. ii&- 
Xay^a. 

99. J^putin mkrat 'Scheere' Jaism., Ganjaran 
= arab. miqrad 'Scheere'. 

100. jniiiutuf yunap, sprich hunab 'Jujube' (als Frucht, der 
J^8L\im: jniiiiuuili = hunabi) Mech. Fabeln p. 19 

= arab. 'unnab 'Zizyphus sativus, Brustbeere, Jujube' 
A. M. 175, Achund. p. 97. 

101. %uiqjiuj na^j/ay 'Schnupfen, Catarrh' Med. Schr., wt/x;/ay 
Mech. d. Arzt 29 und 30 

= arab. nazla 'Catarrh'. 

102. itiu£^ «a/ 'Hufeisen' Vardan 
= arab. nal 'Sandale, Hufeisen'. 

103. %uiiiup nalai 'Fluch' Steph. Orb. I, 263, 3 

= arab. lanat'Fhiciij umgestellt nalat {vulg.), kurd. nalet 
'Fluch', osset. nalat 'verflucht' u. s. w. Justi-Jaba, Dictionnaire 
421, von Stackelberg, Fiinf osset. Erzahlungen p. 61. 

104. %iu^ui^ nacah (o-St), sprich najak (wie auch jetzt ge- 
sprochen wird) 'Streitaxt' Mt. Urh. 

= np. naJcax^ nacak^ najak 'Streitaxt' = tiirk. najak 
'Streitaxt'. 

105. %ui2^ naS 'Bahre' MaSt., Jaism., Ganjaran, Oskiph. 
= arab. na'i 'Bahre'. 

106. %utplih2_ warm; eineOrangenart, nurMech. Fabeln p. 21 
= np. narang 'Pomeranze', arabisirt naranj 'bittere Apfel- 

sine' Rosen, Np. Sprachfiihrerp. 36, bal. wart;i/, ;jarww; 'Orange' 



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272 3- AbBchnitt: Neupersische und arabische Worter. 

Geiger, Lautl. d. Bal. p. 60, kurd. narinj, afgh. narunj^ skr. 
narahga-, Vgl. Hehn, Kulturpflanzen ^ p. 436. 

107. ^iupta narty sprich nard ^Bretts^ieV Oskiph. 
= np. nard 'Brettspier. Vgl. Nold. Stud. 11, 21. 

108. %nuiuij nopay^ sprich wo5a 'Periode, regelmassige Wie- 
derkehr' (des Fiebers) Mech. d. Arzt p. 4 flg., modern arm. nohat 

= arab. nauba, modem noba ^Periode'. 

109. ^HLu/uuij nuszay ^Muster, Vorbild, Recept' Narek., 
Snorh., Mech. d. Arzt, Anhang p. 144 

= arab. nusxa 'Copie, Exemplar'. 

110. liuiuil^ Salak (i-a St.) 'Riicken, was man auf dem 
Riicken tragt oder tragen kann, Rucksack' Geop., Erznk. Mt., 
Martin, halakan 'Lastpferd* Geop. p. 204, iaJakem 'auf dem 
Riicken tragen' Leb. d. Vater, Vardan, Tonak., modem arm. 
salkel ^mettre sur son dos', halakel *mettre sa signature au dos 
d'un billet' 

zu arab. salldq Tuttersack, Bettelsack'? Aber salak findet 
sich schon im A.T. in der Bedeutung 'Sack, Trage* 4 Kg. 4, 39, 
2 Maccab. 9, 8 (fiir gr. iikxtiov und (poQeiov)^ und da es doch 
wohl dasselbe Wort ist, kann es nicht aus dem Arabischen 
stammen (hochstens bei den spateren Schriftstellern). Zudem 
ist arab. sallaq wahrscheinlich selbst fremden Ursprungs, vgl. 
Fraenkel p. 82. Moglich also, dass das armenische und ara- 
bische Wort aus dem Persischen oder Aramaischen genom- 
men ist. 

111. i^ui^nppiutP iahokram^ iahogram 'Nelke' (als Blume) 
Med. Schr., Busabatut*iun p. 476 

= np. hah 'Konig' + ? Vgl. die mit hah zusammengesetzten 
Pflanzennamen im Busabafut'iun 475 — 478. 

Dazu auch ^tu^uftuinLp sahpaluf, sprich sahbalul Mech. d. 
Arzt 44 = np. arab. Sahbaluf 'Kastanie' (= Konigs-eichel). 

112. ^tuiPuiir samam Mech. Fabeln p. 58 eine sehr wohl- 
riechende, wenig schmackhafte, mit gelblich-rothen oder pur- 
purfarbigen Streifenund griinen Tupfen versehene, kugelrunde 
Frucht, die mit derMelone zusammen im Garten gezogen wird, 
in der Poesie als Bild der weibl. Brust gebraucht (nach 
A. Xa^aturean) 



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3. Abschnitt: Neiipersische und arabische Worter. 273 

== arab. Sammdm, sammdma 'melonis genus parvum, colo- 
cynthidis instar, odoratum, striis viridibus flavis rubrisque con- 
spicuum, apud Persas dastanhoya appellatum^ Vgl. Achund. 
p. 209. 

113. liupiufi^ imiiium sprich iara J 'Fruchtsaft, Syrup' Mech. 
d. Arzt 30, Snorh., Vardan 

= arab. np. u. s. w. &arab *^Getrank, Wein*. 

114. ilitQJtp Hmsir ^Sabel* nur Steph. Oib. 
= np. iamier, modem §dimlr Sabel\ 

1 1 5. ipiuil^ Hsak ist modern armeniscb und bedeutet nach 
C. *ein einjahriges Lamm', nach A.Xa^aturean aber *ein weibl. 
Lamm im 3. Jahre' 

= np. hUak^ si&ak ^ovis unius anni'. Vgl. semnan. baxte 
'dreijahriges Schaf = np. hUak ZDMG. 32, 537. 

116. iJtftfili hirik 'Sesamol' C. 

= np. slra^ arab. ilraj 'Sesamor. 

1 1 7. ^fif^ir homin 'Spinat' Med. Schr., Busabatut^iun p. 491 
= np. iomin 'Spinat'. 

118. 2/*'i'l'q_ ^oniz vom Wb. als Variante von sonic = echt 
arm. arjnd&t (= ^eXdvd'COV Jes. 28, 25, 27) 'Schwarzkiimmel' 
angefuhrt, vgl. Busabaiiit'iun Nr. 227 

= np. arab. Suniz 'Nigella sativa, Schwarzkiimmer A. M. 1 5 7, 
Achund. p. 87, 244. 

Daneben steht unitfi^ sonic Georg, Erkl. d. Jesaias, Med. 
Schr., bei Vullers np. soniz, suniz = mp. * sonic? 

119. ^nLi/puij iumray Vilder Fencher nach C. 

= arab. hcmra^ syr. SumrUj hamra 'Foeniculum capillaceum' 
(Brockelmann p. 380). 

120. luiilr^ spleij sprich shley, var. habley ^Alaun' Oskiph., 
Geop. p. 224, Mech. d. Arzt 6, 9 

= arab. sahb 'Alaun'. 

121. [nqlinjti^ oikoiz 'Traube' Hohelied 1, 13; 7, 7 u. s. w. 
ist nicht = arab. ^awjMc? ^Traube'). 

122. inLJuuij Quxay Vollenes oder baumwollenes Zeug* Leb. 
d. Vater 

= np. cuxa 'wollenes Kleid, Tuch'. 

HflbBehmann, Armenisclie Grammatik. \% 



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274 3. Abachnitt: Neupersische und arabische WOrter. 

123. iYUY^miT palianij sprich balyam 'Schleim' (eines der 
vier medicinischen Elemente: Blut, Schleim, schwarze und 
gelbe Galle) Mech. d. Arzt 4, z. 3 v. u. etc. 

= arab. balyam 'Schleim^ A.M. 19, 6, 9 u. s. w., gr. q)Xiy^a 
^der kalte und fliissige Schleim im Korper*. 

124. u^ut^ptii^ pahrez ^Fasten' nur bei Zak'aria Corcoreci 
14. Jhd. 

= np. parhez 'Enthaltsamkeit, Fasten', paz. pahrez Min. 
Gl. 154, phi pahrec Gl. and Ind. 88 etc. P. St. p. 40. 

u^utaP panij sprich bam s. oben p. 265 unter zil, 

125. uiuitnfiu&uiii patincanj sprich badinjan Mech. d. Arzt, 
Med. Schr., Vardan 

= np. arab. badinjan 'Solan um Melongena, Melanzane, 
Aubergine, Eierpflaume' A. M. 38, Achund. p. 23 und 210, 
Rosen, Np. Sprachfuhrer p. 36. 

126. ufutiapp%l patrinj, patrinc^ sprich badrinj 'cedronella, 
melissa' uur C. 

= np. badrang 'species cucumeris ; malum citreum', da von 
badrangboya = badranjbuya^ bei A. M. 41 badarranjbuya 'Me- 
lisse' Achund. p. 24, 211, phi. vatrangboi Hdh. Gl. 254, d. h. 
'nach Citrone riechend*. 

127. tnuitnpnL& patrucy sprich badruj als arab. Wort ei*wahnt 
Geop. p. 169, 3; 256 

= np. arab. badruj, bei A. M. 4 1 badurruj 'Ocimum Hasili- 
cum, Basilienkraut' Achund. p. 24. 

128. u^iup^nt^ parkuky sprich barkuk eine Art Aprikose 
Med. Schr., Busabatut'iun p. 527 

= arab. birquq, burquq (Freitag Wb.), bei Vullers barquq, 
ital. albercocco u. s. w. von lat. praecoqtm, Vgl. Hehn, Kultur- 
pflanzen^ p. 417. 

129. mui^giupuijg paJcarailc, sprich balcaraifc (plur.) 'Zug- 
thiere. Kinder^ Lambr. 

= arab. baqara 'Rind, Kuh', baqar 'Rinder', syr. baqra 
'Herde', hebr. baqar 'Rindvieh'. 

130. mp^t price, sprich brUii 'Hassin' Geop. 
= arab. birka 'Wasserbehalter, Teich'. 



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3. AbBchnitt: Neupersische und arabische W5rter. 275 

131. Ip^uAi^p Jihangir Kir. 222, 22 
= np. jihangtr 'Herrscher'. 

132. lo^uipjdhar 'Edelstein' (nach dem 12. Jhd.) 
= arab. jauhar 'Edelstein*. 

133. 2_nLtui^ Juapf sprich/waJ ^\ntwort* Erznk. 
= arab. javab 'Antwort*. 

134. iLUi^uiu rahan, reAaw ^liasilicum' Tonacoic 

= arab. ratAa;»*klemes Basilicum^ A. M. 1 62, 8, Achund. p. 90. 

135. iLutj ray 'Fahne, Zeichen^ Giigor Ttay 12. Jhd., aber 
auch bei Osk. Es. und Paulusbriefe p. 66, 24 

= arab. ray a 'Fahne' ? 

Ein arab. Wort ist bei Osk. Es. und Paulusbriefe (5. Jhd.) 
nicht zu erwarten. Sind die Stellen echt oder ist ray kein arab. 
Lw.? Vgl. ZDMG. 46, 265. 

136. nuiinlAt^ tatinec »d. i. Fichtenharzcc Geop. p. 224 
(sprich ratindj) 

= arab. rathwj *Fichtenharz' A. M. 135, Achund. p. 75 aus 
gr. ^rjTivrj = arm. f'ettn A. T. 

137. nkJnh re^wo;?, r/wow^Pfand, A ngeld'Mech.Rechtsbuch 
= np. ramun, rabun 'Handgeld, Angeld, Aufgeld', gr. a^qa- 

^iov 'Angeld, Kaufschilling, Unterpfand' aus dem Semitischen. 
Vgl. rabunay 'Pfand' unter den syr. Lw. 

138. [fini.!^ rumb 'Lanze' Mt. Urh. stimmt lautlich nicht 
recht zu arab. rumh 'Lanze', syr. Kn^ll *hasta\ 

Vgl. fmb-a-vor ^Lanzentrager* Osk. Joh., fmb-a-Icar [Jcar = 
^Stein^) 'Wurfraaschine, Wurfstein' Ezech. 13, 11, 13 u. s. w. 
5. Jhd.!.] 

139. anLuf mpy sprich rwi'Viertel, vierte Their Basil, mask. 
(14. Jhd.\Med. Schr. 

= arab. ^^ rub^ 'Viertel'. 

140. nnLi/i^ iLHLui fupj rap 'dick eingekochter siisser Saft' 
Mech. d. Arzt 26, 4, Geop., Med. Schr., jetzt besonders = 
*Traubeusaft' 

= np. arab. rubb 'eingekochter Fruchtsaft'. 

141. no^lbtu rdma oder ruHna 'Pyrit, Markasit' Med. Schr. 
= np. ro&ana 'Markasit' (VuUers Wb. II, 75, 76). 

18* 



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276 3. Abschnitt: Neupersischc und arabische Worter. 

142. uunuij salay ^ein Geflecht aus Zweigen mit hand- 
breitem Rand, um Fleisch, Brot u. a. w. darauf zu setzeii Os- 
kiph. und modern arm. 

== arab. salla 'canistrum'. 

143. uuiliiv sakr ein Vogel Mech. Fabeln p. 102 
= arab. saqr 'Jagdfalke' ? 

Fiir uuil^nitLp^ Y.6qaY.eg Zephanja 2, 14 wird un^iLUiLg ^Raben' 
zu lesen sein. 

144. uuiuiiL sapr, sprich sabr ^der bittere Saft der Aloe' 
Geop., Med. Schr., Oskiph. 

= arab. sabr ^Aloesaft' Low, Aram. Pflanz. p. 426, A. M. 1 64, 
Achund. p. 91. 

145. uiuuiuim satapj sprich sadab 'Raute' Geop. 

= arab. pers. saddb, sadab 'Raute' A. M. 1 45, Achund. p. 8 1 . 

146. uuipiuuiuiu sarata7i ^Sternbild des Krebses' Erznk. 
= arab. sarafan *Kreb8^ 

147. utupnLi/iiuppiuj saruparlay neben vran 'Zelt* genannt 
Thomas Metsop'eci 15. Jhd. 

= np. saraparda »une enceinte de toile — servant k en- 
tourer les tentes du roi et des grandsu Vullers Wb., ^Konigs- 
zelt' Rosen, Np. Sprachfiihrer p. 4t>. 

148. uuippnL^iuj 5ar/^/ay (var. 5ai5w/ay) *Kopfbedeckung der 
armenischen (unverheiratheten) Geistlichkeit', gewohnlich 
knkul oder velar genannt, nur bei Lambr. 

= np. sar + kulah ^Kopr+ "^Miitze'? 

149. uuiifiuipiuj saparay ^Querpfeife' C. 
= arab. saffara WZKM, 8, 284. 

150. uiuififtuij sapray ^Galle' Med. Schr., Oskiph. 
= arab. safra ^die gelbe Galle' A. M. 1 9, 8 u. s. w. 

151. u[t% si?i Med. Schr., nach Wb. ^sorba', die nach dem liu- 
sabatut'iun p. 564 arm. uftiti st?ij^] (lat. sorbus, frz. sorbe) heisst 
= arm. psat 'eine rothe, innen weisse, mehlige und siisse Beere 
mit langlichem Kern^ 



1) Arm. sinj na?h Galen auch = gr. fisXifit^Xoy 'Honigapfer, vgl. 
Busab. p. 565. 



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3. Abichnitt: NeupersiBche und arabische Worter. 277 

= np. sinjid 'eine der Brustbeere (arab. ^unnah) iihuliche 
Frucht'? 

152. uJfutL£^ smbulj snbulj sumhul Mie Narde' (Valeriana, 
Baldiian, aus deren Bliithe z=z vdqdov OTaxvg das Nardenol 
bereitet wird) Galen, Med. Schr. 

= np. sunbul A. M. 147, sunbul i hindi *^ Valeriana Jata- 
mansi, indischer Nardenbaldrian' Achund. p. 82 und 241. 

153. ubqAtiJ^ snduk 'Kiste' Mos. Kal., Michael, Geop., Leb. 
d. Vater 

= arab. §anduq (eleganter sunduq)^ np. Lw. sdnduq 'Kiste' 
Rosen, Np. Sprachfdhrer p. 47, russ. sunduk u. s. w. Vgl. 
ZDMG. 46, 267. 

154. uiiitnuftup sonopar, so7iopri^ sprich sonobar, sonobri 
Fichte' Geop. p. 224, Busabarutlun p. 573 

= arab. 5a«aw Jar 'Fichte' A. M. 163, Achund. p. 90, modern 
pers. sinoubar 'Pinie' Rosen, Np. Sprachfiihrer p. 35. 

155. unLpfiii^iuu surincan Mech. d. Arzt, Anhang 144, 145, 
sprich surinjan 'ermodattilo' C. 

= arab. surmjaii 'Colchicum autumnale. Herbs tzeitlose' 
A. M. 154, Achund. p. 86 und 242 (Hermodactylus im Alter- 
thum und Mittelalter). 

156. iiu^uihutlu spanax 'Spinat' Mech. Fabeln p. 53 

= np. tepandXj isfanax A. M. 8, z. 1 v. u., Achund. p. 6. 

157. uu^uAq. spand 'Raute' Galen, Med. Schr. 

= np. sipand A. M. 93, aspand, isfand ^Steppenraute' 
Achund. p. 50 und 226, phi. spand Bdh.p.28, 12, afgh. spanda 
'the wild rue', zd. spBnta- *heilig'. 

158. uufiupiu^ sparak 'Gelbwurz' Med. Schr. 
= np. asparak *Gelbwurz'. 

159. innLqpiuj tuyra Vardan Gesch. 104, Steph.Orb. IF, 138 
= tiirk. tatar. tuyra urspr. 'der konigliche Nameuszug, das 

Monogramm des Sultans, jetzt auch auf die Miinzen gepragt 
und liber den Thoren der kaiserlichen Gebaude etc. in Gold 
gemalt' (Zenker). 



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278 '^' Abachnitt: Neupersische und arabische Wdrter. 

160. i/iiupin partj sprich />arrf'ungerade' alt. Gramm. 
= arab.yarrf'ungerade\ 

161. i/iiuiiinuij par fay y sprich parda ^Vorhang' Ganjaran 
= np. parda ^Schleier, Vorhang*. 

Vgl. pariak oben p. 229. 

162. iftnLiilituu purkan 'der Koran' Levond 83, 10 
= ?LTd^i),furqan, 

Vgl. Vardan p. 66 : qnLpuiu yuran = arab. quran 'der Koran', 
unLptup lui^fiut^uiput = arab. surat ul baqara (die zweite Sure 
des Korans). . 

163. i/ipqnAq. przund ^Spross' (Sobn oder Tochter) Erznk. 
Gramm. 

= np. farzand 'Spross'. 

164. ifipi/iiiirtP prprem, perperan 'Portulak' Mech. d. Arzt 
p. 24, 16; 30, 9 

= np. par pahan^far fitly farf ax 'Portulak' A. M. 39, z. 3 v. u., 
Achund. p. 23, bei Vullers auch parparam, 

165. moq^ pdZy sprich bdz eine Pferdefarbe Glosse zu Ape. 
6, 8 (gr. X^^Q^9)j Geop. 199 

= np. bdz 'equus colons caerulei in albedinem vergentis', 
tiirk. boz 'stahlgrau, blaugrau'. 

166. ^tu^nLiP Kakum *Hermelin' C. 

= arab. pers. tiirk. qaquWy phi. kdkum Bdh. 58, 3. 
Vgl. altarm. A7*^m-^ 'Hermelinpelz' FB. 263 von *kngum 
'Hermelin'. 

167. ^uiu klan 'Lein' ist modern armenisch 

= arab. kattdn A.M. 205 [bazr ul kattan ^Leinsamen'), np. 
katan *Lein, Leinen'. Altarm. ktav *Lein, Leinen', kiavat 
'Leinsamen'. 

168. ^2. ^*P Venig' Lambr., jetzt sehr gebrauchlich 
= np. ktc Venig, klein'. 

169. ^f^ir kmin ^Hinterhalt' Mt. Urh. 
== arab. kamin 'Hinterhalt'. 

170. ^nLiPuijP Rumait 'rothbraiin' (Pferd) Geop. p. 199 

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3. Abschnitt: Neupersische und arabische Worter. 279 

= arab. kumaity np. kumait (= asp % AiaAar) *Brauner' Rosen, 
Np. Sprachfiihrer p. 38. 

171. ^nugutp /curai ^Leiwch, Porree' Geop., Med. Schr. 
= arab.^rra^^Alliumporrum, Porree'A.M. 203, Achund. 
p. 113. 

Die Zahl dieser Worter lasst sich beliebig vermehren^), 
wenn man die mittelannenischen Werke, insbesondere die 



1) So finde ich beim Durchbl&ttern der ersten Seiten von Mechithar's 
Werk ttber die Fieber folgende FremdwOrter: 

uuitltnutj saviay p. 3, z.3 v. u.; 4, z. 5 v.u.; 14, 10; 19, z. 1 v.u., sprich 
savda = arab. sauda 'die schwarze Galle' A. M. 19, 6 u. b. w.; ^ai./ /uaiq 
^uUap p. 7, z. 8 V. u. etc., sprich Ju/to& = np. arab. Jtf^&,Jtt^& A.M. 20, 5; 
h^y 3, arabisirt aus pers. gulah 'Rosenwassei^ ; up^&nLuifib srJcncuptn 
p. 7, z. 2 V. u. etc., sprich srUnjuhin^ daneben sirqlinjiuhin Geop. 98 = np- 
sirkangubin 'ozymer, auch Bikangahxn A. M. 18, 10, arabisirt sikanjaibin) 
^t^t^t hndipe p. 8, 6, sprich ^n(^»6tf <= arab. hindubd *Cichorie' A.M. 266; 
%nba^iup nonofar p. 8, 8, lilufar p. 9, 9 u. s. w. == np. arab. nllufar A. M. 
261, lilufar etc. 'Nymphaea alba'; ituJiutP naniam p. 10, 1 1 = arab. nam- 
tnam 'Quender A. M. 262; gfonaqjituit arazian p. 14, 15 = np. razyana 
'FencheV, arab. rasi^anof A.M. 133; JnLqiuLiupusj muzavaray p. 17, z. 5, 6 
v.u. = np.arab.mtfzat7t7ara'cibus sine carne' u. s.w. (Vullers, Wb.II, 1173); 
t^ifpluiupniit pzrxafun p. 24, 16 etc., sprich bzrxafun [hzrkatun etc.) = 
arab. hazr(a)qatuna 'Flohsamen' A. M. 42; ptTp^i^-ml^ f7nrhnd-ov (instr.) 
p. 25, z. 5 v.u. a=s arab. tamr ul-hindi *Tamarinde' A.M. 67 ; iQ^i^-l' msms-i 
(gen.) p. 27, 7 = arab. mismis *Aprikose' A. M. 246. 

Besonders geh&uft finden sich solche Fremdwdrter in Recepten, von 
denen ich eines (aus dem Anhang zu Mechithar's Werk aber die Fieber 
p. 144) als Probe dieser unarmenischen Kunstsprache hierher setze: 

Nimm 5 Arten^a/i/e('Myrobalane\ haiila A. M. 13, 13), 8ahr(k\oe^ oben 
p. 276), 9revand fRhabarber', revand, rivand A.M. 131), rothe Rose, yarikon 
fAgaricum', ayariqun A.M. 17), frhuf ('Turpethum', turbid^ turbwfA.'M.. 69) 
je V2 Dram, sahm i xanzal (*Fleisoh der Koloquinthe', hanzal A. M. 91, 8), 
sakamoni fScammoniumwurzer, saqmuniya A. M. 151), affimon (*Epithy- 
mum', affnmun A.M. 16), indisches Salz, k^ifre, muxlazrax CBdeWium y muql 
azraq Vullers II, 1204), anison (*Anis', anxsun A. M. 12) je 1 Dang, balasan 
('Balsam', oben p. 263) Holz und Frucht, asaron (*Haselwurz', asarun 
A. M. 18), salixay ('Zimmtcassie', sallxa A. M. 148), mazdak'e ('Mastix', 
mastakt A.M.250), darisent (*Zimmt', darsint A.M. 125), sumbul ('Baldrian', 
oben p. 277), zafran (*Safratf, zcffaran, za'faran A. M. 138), oSindr ('Ab- 
sinth', oben p. 259), armenischen Stein, Juden- (jhut) Stein, Lasur- {lazvard) 
Stein, surinjan ('Colchicum', oben p. 277), huzidan ( 'Knabenkraut', huzai^Cm 



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280 3. Abschnitt: Neupersisohe und arabische WOrter. 

medicinischen Schriften und Geop. auf ihr arab. und np. 
Sprachgut untersucht. Ich nehme davon Abstand, nicht nur, 
well mir der Gegenstand dieser Werke fremd ist, sondem auch 
weil diese Worter kein sonderliches Interesse bieten und weil 
das Object dieser Untersuchungen nicht das Mittel- und Neu- 
arraenische, sondem das Altarmenische sein soil. 



A. M. 55), habnil ('Convolvulus', ftabb td-nil A. M. 94) je Vs Dang, zerreibe 
dies alles fein, das sakamoni grob, mische es mit xafor^- Wasser (*£rd- 
rauch', Jsahtarraj A. M. 158) und mache eine PiUe [hah = arab. habh). 






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n, TheiL 
Die ssrrischen Lehnworter im Armenischen^). 



Wie sich die Armenier noch heute zu den treuesten An- 
hangein des Christenthumes zahlen diiifen, so konnen sie 
sich auch luhmen, die eiste Nation gewesen zu sein, die das 
Christenthum als Staatsieligion annahm^). Ihi Apostel war 
Gregoi dei Eileuchter, dei den chiistenfeindlichen Konig 
Trdat (f 317, nach Marquart 330) bekehrte und dutch diesen 
das Christenthum in Armenien einfiihite, das Anfangs zwai 
nur ausserlich Aufnahme fand, spater abet (im 5. Jhd.) um so 
tiefere, unausrottbaie Wurzeln im Volke schlug. Natuigemass 
wuide die neue Religion bald zu einem Bande, welches Arme- 
nien, insbesondere die einflussreiche armenische G^istlichkeit 
mitByzanz verkniipfte und unter griechischenEinflussbrachte. 
Mit diesem trat aber friih schon der Einfluss der benach- 
barten syrischen Lander in Concurrenz. Die armenische 
Kirche, die bis zum Tode des Katholikos Nerses (vor 374) 
dem Stuhle von Caesarea untergeordnet war 3), sagte sich 
zwar noch unter Konig Pap (367 — 374) von Caesarea los*) 
und erlangte ihre Unabhangigkeit; als aber bald darauf 
(circa 387) das Land zwischen Persien und Byzanz getheilt 



1) Vgl. meine Abhandlung: Die semitischen Lehnwdrter im Altarme- 
nischen ZDMG. 46, p. 226 flg. 

2) Ungef&hr im Ja1ir280 nach Gelzer, Anf&nge der armenischen Kirche 
p. 166, im Jahre 295 nach Marquart, Zur Kritik des FaustuB von Byzanz. 
Bin armenischer Bischof Mehruian(3fe>^ot;Ccrv}7^) wird schon yon Dionysiug 
von Alexandria (248—265) erwfthnt (Eugeb. Kirchengesch. VI. 46, 2, arme- 
nisch p. 517), ein Zeichen, dass schon vor Gregor das Christenthum in Ar- 
menien einzudringen begonnen hatte (Gelzer a. a. O. p. 171). 

3) v.Gutschmid, Agathangelos p. 56, Gelzer a. a. O. p. 131, 157—161. 

4) Vgl. WZKM. 5, 172 Anm. 

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282 11- Thcil. Die syrischen LehnirOrter im Armenischen. 

wurde, mussten die Be wohner des kleinen griechischen Theiles 
Ddem Stuhle von Caesarea unterstehend, als Entschadigung 
fiir die Ordination {x£CQOTOvla) sich des Griechischen bedienen 
und nicht des Syrischena (MX. III^ 54, p. 248), wahiend in 
dem grossen an Persien gefallenen ostlichen Theile >die persi- 
schen Gouvemeuie Niemandem das Griechische zu lemen er- 
laubten, sondem nur das Syrische« (MX. ebenda). >Die Sasa- 
niden sind in ihrei Politik, das Syrische auf Kosten des Grie- 
chischen zu begiinstigen und so eine Annaherung ihrer christ- 
lichen Unterthanen an die Ostromer zu verhiiten, consequent 
geblieben und haben sie von der Zeit des Moses an durch Be- 
giinstigung dei Nestorianei auf Kosten der Katholiken mit 
glanzendem Erfolge durchgefiihrt: iiberall wo Nestorianei die 
Oberhand hatten, ist das Syrische die herrschende Sprache 
geworden, sind die letzten Reste des Hellenismus ausgerottet. 
Die den armenischen Christen immer mehr drohende Gefahi, 
von der griechischen Mutterkiiche ganzlich abgeschnitten zu 
werden, war es, die den Anstoss zur Entstehung einer armeni- 
schen Nationalliteratur gab: einige hervorragende Geister in 
der armenischen Geistlichkeit entschlossen sich, ihr Yolk durch 
Bildung eines eigenen Alphabetes und Schaffung einer armeni- 
schen SchriftsprachevomEinfluss des Syrischen zu emancipiren 
und durch massenhafte Uebersetzungen aller der Schriften, die 
unter ihrem Gesichtspunjcte besonders wichtig schienen, von den 
Schatzen der griechischen Literatur so viel als moglich fiir das 
armenische Yolk zu rettena ^). »Diese Manner haben Armenien 
durch ein festes geistiges Band mit Griechenland wieder ver- 
kniipft. Die persische Regierung zeigte diesen Mannern darum 
auch den iibelsten Willen. Sahak und Mesrob sahen sich schliess- 
lich gezwungen, um ihre Uebersetzungsthatigkeit erfolgreich 
fortsetzen zu konnen, auf romischen Boden iiberzusiedeln. Die 
griechische Regierung dagegen, welche sofort erkannte, dass 
eine Forderung des armenischen Nationalunternehmens in 
ihrem eignen wohlverstandenen Interesse liege, wies den in 
romisch Armenien kommandirenden Gouverneur Anatolios 
sogleich an, aus Staatsmitteln fiir die Bediirfnisse der armeni- 



1) V. (jhit8chmid,Ueber die GlaubwOrdigkeit der armenischen Geschichte 
dee Moses von Khoren p. 8 — 9. 



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n. Theil. Die ByriBohen LehnwOrter im Armenischen. 283 

schen Schulen zu sorgen. So nahm das Unternehmen seinen 
ungestorten Fortgang. Die Erbitterung der Perser ist begreif- 
lich. Die spatere Amtsentsetzung Sahaks wird mehrfach als 
Folge seiner griechischen Sympathien hingestellt. Die £in- 
setzung zweier national&emder Syrer ^) als Katholioi duroh die 
persische Regierung ist jedenfalls der beste Beweis, dass diese 
nach Kraften, wenn auch ganz vergeblich bemiiht war, Sahaks 
und seiner Freunde Unternehmen lahm zu legenc^). 

Die Beziehungen zii Syrien waren sonach am engsten, der 
syrische Einfluss am starksten vor und zu der Zeit, als diese 
Uebersetzer ihre Thatigkeit begannen. £s habe, sagt Lazar 
von Pharp p. 35, 36, den seligen MaSt'o?^) gesohmerzt, zu 
sehen, wie die armenische Jugend omit vielen Unkosten 
und weiten Reisen und langdauerndem Aufenthalte ihre 
Tage in den Schulen syrischen Wissens verzehit habe. 
Denn beim Gottesdienst und der Yorlesung der Schrift be- 
diente man sich des Syrischen in den Klostem und den 
Kirchen der armenischen Gemeinden *). Wovon die Gemein- 
den dieses so grossen Landes weder etwas verstehen noch 
sich zu Nutze machen konnten wegen der Unbekanntschaft 
mit der syrischen Sprachecr^). Als aber die armenische 
Schrift erfunden war, a da trachtete<r, wie Lazar p. 42 sagt, 
» Jedermann vol! Eifer nach dem Studium armenischen Wissens, 
und man freute sich, von den syrischen Qualen wie aus der 
Finsterniss zum Licht entronnen zu seintf. Zwar haben auch 
die Uebersetzer es keineswegs verschmaht, Werke aus dem 
Syrischen zu iibersetzen, aber mit dem Abschluss ihrer Thatig- 
keit (5.Jhd.) horteauchjedeVeranlassungauf, sich an syrische 
Quellen zu wenden. Wie weit andrerseits die syrischen Be- 
ziehungen zuriick zu datiren sind, lasst sich nicht genauer fest- 

1) BrWisoy und Smuel, b. unten p. 292 und 297. 

2) Gelzer a. a. O. p. 164. 

3) DerselbeMann heisst im &lteren Koriun und bei Lazar nur Mast' oq, 
im jtLngern Xoriun und bei MX. (ausser p. 83) nur Mesrob (reap. Mesrop). 

4) Vgl. ebenda p. 44 : uman plagte sich mit den Byrisohen mtlhseligen 
und unntltzen Studieno. 

5) Vgl. MX. Ill, 47, p. 238: -Beim Unterricht hatte der selige Meerop 
nicht geringe Nothe, da er selbst Leser und Dolmetscher war. Und wenn 
ein anderer las, wo er nicht zugegen war, blieb er von der Menge unver- 
standen, da kein Dolmetacher vorhanden war.« 



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284 n. Theil. Die syrischen Lehnwdrter im AnneiuBohen. 

stellen, wohl aber vennuthen, dass sie ziemlich altgeweeensind. 
Als der Benegat Meruiian in ganz Armenien die griechischen 
Biichei hatte veibrennen lassen^) (MX. Ill, 54, p. 248), traten 
syrische Werke dafiir ein und hoben den syiischen Einfluss. 
Griechische und syiische Schulen hatte der heilige Nerses (f vor 
374) in alien Cantonen Armeniens errichten lassen (FB. p. 77). 
Syiei waien bei der Ausbreitung des Christenthums in Arme- 
nien schon friih thatig, wie z. B. der grosee K^or episkopos Daniel 2), 
Schiiler des heiligen Gregor, erster Geistlicher an der armeni- 
sohen Mutterkirohe in AStisat in Taraun (FB. p. 36), und von 
Syrien aus hat schon vor Gregor das Christenthum in den siid- 
lichen Provinzen Armeniens (Sophene-Vaspurakan) Eingangge- 
f unden (Gelzer a. a. O. p. 1 7 2) . Vor AUem aber war es die Nachbar- 
schaft der Lander syrischer (aramaischer) Zunge mit alter iiber- 
legener Kultur und die Zugehorigkeit der beiden Provinzen 
TsopV(Sophene) und Arzanene mit aramaischer Bevolkerung^) 
zum alteren armenischen Reiche, durchdie sich syrischer Einfluss 
in Kultur und Sprache schon auf das vorchristliche Armenien 
geltend machen konnte und gewiss auch geltend gemacht hat. 
Diese Ausfiihrungen mogen hinreichen, das Vorhandensein 
syrischen Sprachmateriales im Armenischen zu erklaren und 
es wahrscheinlich zu machen, dass die Entlehnung vielleicht 
schon mit dem Anfang oder vor dem Anfang unserer Zeit- 
rechnung begonnen hat und im 5. Jhd. p. Chr. wesentlich zum 
Abschluss gekommen ist. Ich stelle dieses Material im Folgen- 
den zusammen, fuge aber auch einen Theil der im Armeni- 
schen fremd gebliebenen Namen hinzu, die in armenischen 
Werken, welche aus dem Syrischen iibersetzt sind oder auf 
syrischen Quellen berul^en, in syrischer Form vorkommen und 
den syrischen Einfluss, wenn auch nur den litterarischen be- 
zeugen. Solche Werke sind: 1) die armenische Bibel, in der 
vorliegenden Gestalt (Venedig 1805) zwar aus dem Griechi- 
schen iibersetzt (nach dem Jahr 432), aber mit Benutzung einer 

1) Im Jahr 367 nach v. Gutschmid, Glaubwilrdigkeit u. g. w. p. 8. 

2) Er wurde auf Befehl des armenischen KOnigs Tiran (326—337) er- 
droBselt, ist also vor 337 gestorben. Nach Marquart freilich herrscht Tiran 
von 340—350. 

3) Vgl. Kiepert, Lehrbuch der alten Geogr. p. 79, Tomaschek, Sasun 
p. 6. Ueber die Syrer in Taraun s. Kiepert a.a.O., Gelzer, Zur ann. Gdtter- 
lehre 111, 119, ygl. Strabo 528. 



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II. Theil. Die gyrischen Lehnwdrter im Armenischen. 285 

alteren arus dem Syrischen stammenden Ueb^rsetzung^); 2) die 
Werke deshlg. Ephrem (armenisch herausg. Venedig 1 8 3 6) ; 3) die 
Briefe des hlg. Ignatius [armenisch, Constantinopel 1783); 

4) Eusebius Kirchengeschichte ^) (armenisch, Venedig 1877); 

5) Labubna, Brief des Abgar*) (armenisch, Venedig 1868); 

6) die Homilien des Afraates^) (faschlich dem Jacob vonNisibis 
zugeschrieben, armenisch, Rom 1756); 7) einige Heiligenleben, 
wie das Leben des seligen Marut'a (Vark^ srbo<?, Venedig 1874, 
Bd.II, p. 17); 8) die Lehre der Apo^el (armenisch, Wien 1896) 
u. s. w. Aus ihnen sind syrische Namen dann auch in solche 
Werkegekommen,denenjeneUebersetzimgenalsQuellegedient 
haben, wie z. B. die Geschichte des Moses von Chorene, der unter 
anderem die armenische Uebersetzung der Bibel, der Kirchen- 
gesohichte des Eusebius und des Abgarbriefes benutzt hat^). 

Ueber die Lautverh'altnisse der syrischen Lehnworter habe 
ich ZDMG. 46, 227 fig. gehandelt und bemerkt, dass in der 
Regel in diesen Wortern sich folgende Buchstaben resp. Laute 
entsprechen : 



1) Als Mesrop aus Georgien und Albanien heimkehrte, »findet er den 
grossen Sahak damit besch&ftigt, auB dem Syrischen zu Qbersetzen, da 
nichts Ghriechisches yorhanden wara (nachdem Menizan die griechischen 
Biicher hatte yerbrennen lassen u. 8. w.) MX. Ill, 54, p. 248. Als aber der 
autbentische Text der griechischen Bibel ausByzanz gekommen war, »(lber- 
setzten der grosse Sahak und Mesrop das schon einmal dbersetzte yon 
neuem wieder« etc. MX. Ill, 61, p. 260. 

2) Vgl. A. Merx, de Eusebianae historiae ecclesiasticae yersionibus 
U.S.W., Atti dellV congresso intemazionale degli orientalisti, Firenzel880, 
Bd. Ip. 199flg. 

3) Vgl. Dashian, Zur Abgar-Sage WZKM. IV; Carrifere, La Ugende 
d'Abgar p. 367 flg. Nach Letzterem wfire die armenische Uebersetzung sp&ter 
als das 5. Jhd. (a. a. O. p. 373). 

4) Vgl. Sasse, Prolegomena in Aphraatis sapientis Fersae sermones 
homileticos Leipzig 1878; Dashian, Zur Abgar-Sage p. 36 des Sep.-Abdr. 

5) Birekt aus syrischer Quelle stammt auch die armenische Uebersetzung 
der Chronik Michaels des Syrers i. J. 1248 und nach Sachau^sunsichererVer- 
muthung die des syrisch-rOmischen Rechtsbuches (herausgegeben u. s. w. 
yon Brnns und Sachau, Leipzig 1880, p. 171, 172) in mittelarmenischer 
Sprache, etwa dem 13. Jhd. angehOrig (nach dem Catalogue des ancienncE 
traductions arm6niennes, Venedig 1889, p. 755 yon Nerses yon Lambron 
(12. Jhd.) tlbersetzt, dann aber wohl sp&ter yulgarisirt). Vgl. Dashian, 
Catalog der armen. Hdschr; der Mechith. zu Wien p. 126, z. 2 links, p. 74, 
z. 20 rechts, Xaramianz, Armen. Hdschr. der kgl. BibUoth. zu Berlin*p. 45. 
Solche Werke bezeugen wohl die Gelehrsamkeit einzelner Autoren, nicht 
aber das Aufleben jenes alten EinfluBses Syriens auf Armenien. 



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286 



II. Theil. Die syrischen Lehnwdrter im Annenischen. 



syi. 
arm. 

syr. 
axm. 

syr. 
arm. 

syr. 
arm. 

syr. 
arm. 



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if. te 



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HL u [oi) 



o [au) 



a, — , e 



% 

ausl. fe( 



Dabei ist im Allgemeinen zu beachten 1) dass das Arme- 
nische die Spiranten w, y, 6,/^ & nichthat und sie daher durch 
die entsprechenden Yerschlusslaute b^ g^ d^ p^ I ersetzen muss, 
doch auch w und/ durch den verwandten Halbvokal v (fur w 
vgl. unten kaJcav^ haSiv, savii, fcauk^ fur/: kelev^ terev, suser^ 
j'wi), d durch das hier *) naheliegende r [hreay *Jude*, iampur 
*Bratspiess') ersetzen kann'); 2) dass das Armenische keine 
Doppeloonsonanten hat und demgemass syr. bb durch b {ffub, 
Sabai), syr. zz durch z [gzal^ maz\ syr. tt durch i (maxai) oder t 
{katu?), syr. // durch ^, syr. nn durch n (knary mian), syr. pp 
durch j& [iapilay^ §uhpay^ 8aprem\ syr. as durch q [kagin^ (??V;), 
syr. qq durch R (kaHav) wiedergiebt. In einigen Fallen ist 
freilich der syrische Doppelconsonant durch Nasal + einfachen 
Consonant wiedergegeben worden, namlich^) in iangar *Kauf- 
mann' = syr. taggara (aus *tangara), mangat 'Sicher = syr. 
maggald (aus *mang9la)j kankar ^Talent' = syr. kakkara (hebr. 
kikkar)^ cnclay 'Cymber = syr. sess9la (hebr. D^'bsbs *die 
Becken*), sampur *Bratspiess'=syr. Sappuda, und es fragt sich, 
wie diese Lautvertretung zu erklaren ist. Dass der Nasal nicht 
aus den vorauszusetzenden syrischen Urformen stammen kann, 
wie es nach iangar und mangal scheinen konnte, ist ZDMG. 
46, 230 ausgefuhrt werden. Ob er aber nicht doch aus dem 

1) Vgl. P. St. p. 201. 

2) Far cT ersoheint d in adin und gadis, also in zwei nicht YolksthOm- 
lichen WOrtem. 

3) Ueber angan und xnjor b. die Bemerkungen unten p. 301 und 305. 



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II. Theil. Die Byrischen LehnwOrter im ArmeniBchen. 287 

Aramaischen stammt, wie ich a. a. O. angenommen habe, odei 
ob er, wie Fr. Miiller will, ein Aunorganischesff Einschiebsel 
des Armenischen ist, muss vorlaufig dahingestellt bleiben, bis 
weiteres Material gesammelt und die Frage in dem grosser en 
Zusammenbang, in den sie G.Meyei Idg.F.4,332 — 333 riickt, 
behandelt worden ist ^). 

Was den Auslaut betrifft, so erscheint einekleinereAnzahl 
syrischer Lehnworter^) mit demjenigen -ay (aus urspr. a?), 
das dem syr. a des status emphaticus (urspriinglich der Artikel) 
entspricht, w'ahrend die Mehrzahl das -ay nicht hat. £s }cann 
nach den Ausfuhrungen Noldeke's ZDMG. 46, 228 keinem 
Zweifel unterliegen, dass wenn nicht sammtlichen so doch 
fast alien diesen Lehnwortern die syrische Form imstat.emph. 
(nicht im stat. absol. oder constr.) zu Grunde liegt^), und dass 
die Armenier bei der Aufnahme der Worter dieses a entweder 
beibehielten oder einfach abwarfen. Damit ist aber auch zu- 
gegeben, dass einzelne etwa in sehr alter Zeit entlehnte Wor- 
ter (wie vielleicht terev 'Blatt*= syr. f9ref im stat. absol. gegen- 
iiber syr. farpa im stat.emph.) auf den syr. stat. absol. zuriick- 
gefiihrt werden konnen. 

Im Besonderen istFolgendes zu bemerken. Fiir t = arm.2 
erscheinty iny^/, rgl.jivl uni jag p. 185; fiir H = arm. x er- 
scheint h in hanui (Nebenform zu xanul), kaiw, halb-R und dem 
N. pr. SuphaUioy\ fiir D = arm. Jc erscheint k in kaskaraiJc^ 
kupTy mantiak, maik^); fiir b = arm. i erscheint / in lumay, 
xarbalem^ xaragtd^ tarmal^ doily pilisopay und in Smicel (wie in 
alien Namen auf -e/), aber die Drucke setzen oft / fiir i der 
Handschriften; fiir ID = arm. p oder v erscheint p in zopay, 
kuprj Spar (?) ; fiir *1 = arm. r erscheint r nur in Urhay und im 
Anlaut. Die Lautgruppen mr und wl sind in rm, tt umgestellt 

1) VgL tlbrigenB unten den NasaleinBchub bei den griech. Lw. 

2) abeiaj/j €igugai'k\ afufai-k'^y amiray, gurba, zopay, lumayy cnciay, 
kat^sayy kaskarai-Ic, karkurayy hegenay, maiarayy iap'iiayy iip^oray, aifay, 
hikayj Suhnay, Susp^ay, sup^ay (?), papkay (?), polotay (?), i-ahunay, aatanayj 
tiayj p'egenayy p'ilisop'ay, k^ahanay, Icumay^ k'^usit'ayy Uuray. 

3) Vgl. ^iim.gaiut*^ = Bjr.galii&a stat. emph. (nicht = galii stat. absol.); 
arm. gzat = syr. gezza&d (nicht = gezzd Btat. abBol.) u. b. w., ZDMQ. 46, 228 
Anm. 4. 

4) Von diesen ist kaskarai-U und manisak nicht echt Bemitisch, kupr 
auch Bonst lautlich auff&llig, mask auch im FeraiBchen yorhanden. 



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288 n* ^> Abflchnitt: Syrische Namen. 

worden [Jhtrm^ haib-^j wie auch in echt aim. Woitern br in 
rbj bl in lb umgestellt wird (s. meine Arm. Stud. p. 77); das 
syrische Suffix -aya ist durch das echt arm. Suffix agi [nacraQt^ 
pistagi) oder eay [hreay, Xaideay) ersetzt worden. Andere Ab- 
weichungen s. unter den einzelnen Nummein. 



1. Abschnitt: Syrische Namen ^). 

1. Il/Mir Aba ein Gnunier, nur FB. 29 = syr. i^n« Awa 
N.pr., Payne Smith, Thesaurus Syriac. p. 5. Zu syi. fe(nfe( 'Vate^^ 

2. Abas in \^uip H/»««" \\uiinliuuij Mar Abas^) Katinay ein 
Syrer MX. 19, 21, 33, 82, Joh. Kath. 10, Mar Abay Katinay 
(gen.abl.) MX. 20,40, Marabdy^) (gen.) Philosoph vonMcurn*) 
Sb. (Pseudo-Sebeos) I 

= syr. ^D'^tDp «n« ''Itt Mar fHerr*) Awa Qaf(lna [o Itrtroq 
*^8chmal;8chm*achtig'), vgl. Mar Awa Hoffmann 1 1 5, 270, ZDMG. 
43, 389, Nold. syr. Chron. 19 etc. 

Die Ausgabe der Briider Whiston p. 21 hat Maribas^ das = 
syi. Mar Hlwd ware, vgl. Ibas = HO'^'n Payne Smith 1002, 
Hallier, Edessenische Chronik p. 151, LXIV, gr. Ag. 141. 

3. W^pj^utp \\^iuiJuij Abgar Arhamay Konig von Edessa 
Brief des Abgar (Venedig 1S68) 4 := Abgar Arjamay Euseb. 
Kirchengesch. 61, MX. 97 

entstellt aus syr. i^^DIi^ ^^M, Abgar ZJTckdma 'Abgar der 
schwaize' Phillips, The doctrine of Addai p. 1 flg., Cureton, 
Ancient syriac documents p. 2 flg., Dashian, Zur Abgar-Sage 
p. 27, Carri^re, L^gende d' Abgar 379. 

Aus der gleichen syrischen Quelle stammen folgende Namen 
im annenischen Abgar-Brief, bei Euseb. Xirchengeschichte, 
MX. u. 8. w. : 

J^^pqju^mptui^ Ahdasarag Brief 51 = Afiadar MX. 114 ent- 
stellt = syr. -n\rnr (Phillips 53, 1) oder •^'lOTSJ (Cureton 23, 
Z.8 v.u.) Dashian Abgar-Sage 41, Carrifere L^gende d' Abgar 413. 

1) D. h. aus syrischer Quelle stammende Namen. 

2) Ahas ist die griechische Form filr Aha. 

3} Marahhay in der Sebeos-Ausgabe von Xonstantinopel p. 3. 

4) Lies Mcvin fQr Mcbin 'Nisibie' ZDMG. 40,495 Anm. 1, s.unten p. 295. 
Anders (Miur-k'(?),Mcur-k'= xUfxa MovCovqwy) Geker, Zur annenischen 
GOtterlehre p. 125. Aber xXi/bia MovCovQvjy = arm. Mzur Gelzer, Georg. 
Cypr. 184. 



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II. ]. Abschnitt: Syrische Namen. 289 

^knt"'^ ^^diu Sohn des Ahdu (oder Ahde) Brief 7, 9, Ahdu 
Sohn des Abdia Eugeb. 65, Ahdiu MX. 107 = gyr. inn^ ia 'I'la^ 
Cureton 5, 26, PhiUipa 5, 14, Dashian Abgar-Sage 39. 

11^ Ade (ApoBtel) Brief 6 flg. = Adde in der Handschrift 
von Jerugalem (dafilr Tadioa «= euddaio^ Euseb. 62 fig., MX. 
107 flg.) = gyr. "inx Addai PhiUipg 1, ZDMG. 43, 396, 13. 

\i^q4r Ade (Seidenwirker) Brief 32 flg. = ^rfrfc MX.107 entatellt 
aua gyr. "^ax Aggai Phillipg51,5, 7 v. u., Daghian Abgar-Sage 37. 

fiifPgaLppP% Betk'ubrin (Stadt) Brief 2 =. Btt^k^uhmVCL. 104 
= gyr. •j'^'nma n-^n PhiUipg 1, Payne Smith 482. 

^Xji^Lf^lrtu £9bubnea Sohn des Anak (entatellt aug Snak) 
deg Sohneg des Abdadarag, deg Schreibers deg Xdnigs Brief 51 = 
Lerubnay (entatellt aug Lehiibna) Sohn deg Ap^sadar deg Schrei- 
berg MX. 114 = gyr. wmnb Sohn deg p3D Sohn des inttJn^ Phil- 
lipg 52, z. 1 V.U., 53, z. 1, Dashian Abgar-Sage 40, 41. 

J^u/uail Manov KOnig, Vater des Abgar Brief 1 « Manovay 
MX. 97 == gyr. l32Ja Phillipg 1. 

l^iup/i^iufL Marihab Brief 2, 3 = MX. 104 = gyr. SJi'^'na 
Phillipg 1, Hallier, Edegg. Chron. p. 147, z. 6. 

J^utiQuiqpMutP Samiagram Brief 2, 3 u. g. w. = MX. 104, 
Vardan 34, Mech. Aneci 23 = gyr. D^aw^a'lj Phillipg 1, gr. Safi- 
ypiyiqafiog, Safxxpixiqafjiog Strabo. Vgl. Cureton, Spicil. p. 77. 

^nL^jtui Tuhia Sohn deg Tuheay (Tubia) Brief 7 = Tubia 
Sohn deg TuJwrf* Euseb. 62, TubiaMX. 107 =» gyr. «"<ai:3 'nn fi^'inica 
Phillipg 5, z. 10—11 [Ttafiias o tov Tcj^ia Payne Smith 1440). 

Andere gyr. Namen wie Siamat (Frau des Abgar «s gyr. naittj 
Phillips 9, 5), AbHama (= Kabdnr Phillips 52, 1, Payne Smith 
2791) u. S.W. siehe im Index lur Ausgabe des arm. Abgarbriefes. 

4. H^i^inj Abdisoy ein Syier, Jakobit, vom peisischen 
Konig Vtam als Katholikos von Armenien eingesetzt naxsh 
Steph. Asol. 77 (bei Laz. ^r^V^oy genannt, s. unten p. 292); 
Abdihoy aus Sasun, Bischof (unter Xosrov I) Vardan 58, Abdiioy 
Bischof der Syrer Mos. Kal. 225 (Moskauer Ausg. 95) 

= syr.yitD-^^ny'^trcSio' Hoffmann 1 17, 210, ZDMG. 43, 388 

U. 8. W. 

5. J^^^iuqatliT AbeSaiom 'Absalom' Ephrem I, 212 = syr. 
D*lb"0'»lK AunSalom odei Awiatom, hebr. DibTDab^, 

daneben arm. Abisaiom^ Abesaiom, Abisoiom, Abisoiom 
Ephrem 398 flg. = gr.L^fieaaaXcifi 2 Kg. 3,3. Arm. Abesaiom 
hat sein e v6n gr. ^(itaaaXi!)f.i bezogen, ist also eine Mischung 
der syiischen und griechischen Form. 

Bei Ephrem finden sich augser den auch gonst yerbreiteten 
Namen Smavon^ Smuel^ Savui, Eiisay u. g. w. noch folgende 
Namen in einer gyrigchen Einflusg verrathenden Form : 

Habsehmann, ArmeniBche Qrammatik. j[9 

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290 n* ^- Abflchnitt: Syrische Namen. 

^hrp2j"pJrtuj Bersaheay 'Bathseba' I, 418 (neben Bersabeay^ 
Bersabif vgl. 3 Kg. 1, 15 Bersabee ■= BjjQffa^ei LXX.): Bjr. 
^a^n-nn Ba&swa 2 Sam. XI, 3, Payne Smith 598, hebr. ^aora 
3 Kg. 1,15. Hier liegt im Arm. die seltsame gr. Fonn der LXX. 
syriBirt (Wandel von 9 in i) vor. 

Xsqjtiui^tp EiUabet II, 9 flg. : syr. ?n'ij"<bfi< EliSwa Payne 
Smith p. 207, hebr. yair-ibx Ex. 6, 23 neben arm. JBiisabef II, 19, 
EHsabet Ex. 6, 23, Luc. 1,5 flg. = gr. "EXiaafiBT. Auch hier nur 
Syrisirung der g^ieoh. Form durch Wandel von » in »! Vgl. 
::2^'ibfi< im Evangel. Hierosolym. bei Payne Smith 207. 

Xfkif^^pui Cedekia I, 493 : gyr. H'^pi:L Sedaqya Payne Smith 
3366, hebr. sinjp"]:^ 2 Kg. 24, 17 neben arm. Sedekia 4 Kg. 24, 18, 
gr. SB^exias. Hier QraeciBining der syrischen Form durch Ein- 
Betzung der griechiBchen Vocale ! 

QbV'L Y^^ I» ^^^^ ^^^y ^«^^ I^' ^^' ^V^\\ Byr. 5i\a-i Yeiu 
Oder Isb\ hebr. Y9hd8ua, Yesua neben arm. Ye8u Ex. 17, 9 flg., 
gr.'Irjffov^y d. Josua (aber im N. T. arm. Yisus = gr.7j7<yo£;f *JeBUB*). 

C^^iT &em I, 464 «= gyr. d^'j ^em Gen. 5, 23 neben arm. Sim 
Gen. 5, 32 = gr. £v/^ Gen. 6, 1. ^ 

Zip Se^ I, 170 = syr. n-^TS S9& Gen. 4, 25 neben arm. Sef 
Gen. 4, 25 == gr. £tj». 

^«/^nir Smson II, 6 = syr. Il^attj, hebr. Simson neben arm. 
Samp^son = gr. Safxiptay Richter 13, 24 flg. 

liPinL^w A/ttAa II, 134, 136 (die Siloaquelle) = syr. Nnib-^d 
l^iloxd Jes. 8, 6, hebr. n"b\r Jes. 8, 6 neben arm. Siloam Joh. 9, 7, 
Seloa Jes. 8, 6 = gr. ^iXtua/x LXX. (Aquila ^iXma) Jes. 8, 6, Joh. 9, 6 

u. B. w. Daneben finden sich auch die gewOhnlichen Formen 
nach den LXX.: Samuel I, 351, 380, Solomon I, 362, Savui 
I, 376, 380 flg. (mit iSavui wechselnd) u. s. w. 

6. JJ^ui^uiiT Abraham ein Priester EL 101, 142 u. s. w. 
stimmt besser zur syrischen Form Dn*ll» Atordhdm ^) Hoffmann 
s. Index, ZDMG. 43, 394, 3; 399, 1 u.s.w. als zu p.Jipqaa^i, 
Doch konnte — und dies ist mir wahrscheinlicher — auch gr. 
4^^Qaafx im armenischen Munde zu Abraham geworden sein, 
da die armenische Sprache den Hiatus nicht vertragt und aa 
in aha verwandeit haben konnte wie sie ae, at zu aye^ ayi^ a-u 
zu avu macht. VgL arm. gehen = gr. yievva (syr. gehanna). 



1) Bis Gen. 17, 5 heisst aber der Stammvater der IsraeUten hebr. Q'^^i<, 
syr. D'nnx, g^. j4^qafA {"A^qafA) = arm. Abram^ von da ab hebr. Dfi'^nx, syr. 
Dn*\nK, gr. ii^qattfjL (^ftQaa/n) = arm. Abraam^ im N. T. aber immer arm. 
Abraham, LetztereB ist die gesprochene Form, ersteres nur die genaue 
Bchriftliche Wiedergabe des griechischen OriginalB. MX. 1 1 und 14 hat 
Abraam, sonst Abraham, 



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U. 1. AbBchnitt: SyrischeNamen. 291 

Dasselbe gilt von 

\ljitupnb Aharon Bischof in Armenien FB. 270, Bruder des 
Moses Ex. 4, 14 flg. = syr. iTnnx ZDMG. 43, 399, 2, hebr. pnx, 
gr. }4aQfay. 

^tu^uiti Bahai 3 Kg. 16, 31 u. s. w. = gr. BaaX, aber hebr. 
by?, syr. brn. 

X^uui^iulf Isahak (Patriarch) Gen. 22, 2 u. s. w., Mt 1, 2; 22,32, 
Mc. 12, 26 u. 8. w., Isahak Katholikog von Armenien Laz. 42 
u. 8. w. = Sahak (Patriarch) Mt 8, 11, Luc. 20, 37 u.s.w., Sahak 
KatholikoB yon Armenien Las. 36 flg., auch sonst Name von 
armenischen Adligen und Geistlichen bei £1., Laz., MX. u. s. w. 

= gr. 7<raax, aber syr. pr\0^iK Isxaq Gen. 22, 2, ZDMG. 43, 
394, 6, Hoflfmann 52 flg., hebr. pn^r 

Qail^iub%ku Ybhannes^) (derT&ufer und Evangelist) Mt 3, 1 
U.S.W., El. 30 u.s.w. «= gr.'lQtayyt^ff, syr. O'lani'i ZDMG.43,398, 
z. 4 V. u. 

\\,i^% Adin *der Garten Eden, das Paiadies' s. unten p. 300. 

7. }\^uuLputJiir Avauri9Km * Jerusalem' nur Thom. 19 = 
syr.DblDnii^ Uriilem iKg. 10, 2, arab. (einmal!) Urlsalam, hebr. 
YaruSalayim. 

Im Arm. ist fiir Avaurhlim zunachst AurssUm zu lesen nnd 
dies in Urhlim u. dgl. zu verbessern. 

8. ^utpqJrS^uiit Bardecan der Gnostiker Bardesanes Ephrem 
III, 117, Euseb. Kirchengesch. 312, Bardacan MX. 146, davon 
Decan-agi-R die Daisanitcn Ephrem HI, 117, vgl. Hoffmann 123 

= syr. If^^na Bardaisan Hallier, Edessen. Chronik p. 147, 
Vni, Wright, Syriac Literature 28 flg., gr. BaQdrjaavrjg^ davon 
i^'»3S'^^ ^asseclae Bardesanis' Brun Wb. p. 740. 

9. ^uipS^nLiTuij Barcumay Nestorianer unter Konig Peroz 
(457—488) Thom. 80, 81, 82 

= syr. Ktt^TSna Barsauma Bischof von Nisibis (im Jahr 485) 
ZDMG. 43, 397, 13; Bischof von Qardu (im Jahr 553) ebenda 
403, 8, Wright, Syriac Literature 57. 

Vgl. Barsumay (unter Julianus) MX. 1 50 ; fiber diesen v. Gut- 
schmid, Glaubwiirdigkeit u. s. w. p. 1 8. 

1 0. ^iupiiuiT Barsam MX. 31,32, Barsaminay (gen.) MX. 89 
syrischer Gott = BarHmnia Ag. 589, gr. Ag. Baqaa^rivri 

1) Vgl. Johanna Luc. 8, 3 (VenediglS??), aber ./Joanna ebenda (Yenedig 
1805) s= gr. '/(oayya. 

19* 



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292 n. 1. AbBchnitt: Syriflche Namen. 

= syr. I'^'attJbyn BdeUdmln Payne Smith 562. Vgl. jetzt 
Gelzei; Zur arm. Gotterlehre p. 121. 

11. ^pfjtinj Br MiSoy Syr eiy Katholikos von Armenien, vom 
perfiischen Konig Vram (420—438) eingesetzt Las. 72, MX. 
265, Job. Kath. 34, Thom. 73, Vardan 52 

= gyr. r^lTD'^'^nn Brtx^o ZDMG. 43, 399, 3.* 

12. ^uiiiJi^nj Gadisoy ISxan der Xorxotunier El. 32, 71, 
Laz. 134, 195 

= Gad (syr. i^'lSi gaddd 'fortuna, sors'j + syr. %hd^ 'Jesus*. 
Vgl. zum zweiten Theil syr. BoxtAid^^ Qam-Uo^ Brtz-^so'y 
Klil-tio^ u. s. w. ZDMG. 408flg.,' und zum ersten Theil arm. 
Gad Bischof von Vanand El. 22, Laz. 620, als biblischer Name 
Gad, Sohn Jacobs = hebr. ^a^Gliick', gr. Fad Gen. 30, 11 ; 
ein Prophet zur Zeit Davids 1 Sam. 22, 5 (arm. 1 Kg. 22, 5); 
Gad'Vsnasp ein Albaner Mos. Kal. I, 268. 

1 3. ^liq^iisp Dkial 'der Tigris' Philo Paralip. (Venedig 1826) 
9, 10, MGg. 611—613, Mos. Kal. 1, 88, 90, 252, Deklai Thom. 94, 
Dklal Pseud. 90, 91, 123, Ephrem I, 10, Steph. Asol. 115, 
Dglal Sb. 31, 32, 95 

= syr. nbp^ Deqlad' Hoffmann p. 44, bei Plinius DiglitOy 

phi. toyi Bdh. p. 5 1 , 1 2, 1 7, arab. iCJl=^c>, ap. Tigra, hebr. Xiddeqel. 

14. t^^ Ezr Katholikos Sb. 98 = Ezr (Ezra, Ezras) A.T. 
= syr. K*1T!? *Azra, hebr. 'Ezra, gr. "EadQag, 

15. l^qfiiutj Eltiay Bischof der Amatunier El. 22, EiHe der- 
selbe Laz. 125, Etiie Verfasser der Geschichte Vardans Thom. 
27, 81, Eiisay der Prophet Laz. 437, El. 233, z. 1 v. u., Eiiia 
(gen. Elisayi) Schiller des Apostels T*adeos Mos. Kal. (Mosk. 
Ausg.) p. 8, 9 = Eiiie (gen. EUiei) Mos. Kal. I, 94, 96 

= syr. yW^bH^ EMa ZDMG. 43, 401, z. 1 v. u., 402, 13, 
403, 7, 2 Kg. 2flg., hebr. Vtrb}^ 2 Kg. 2flg. 

Daneben arm. Eiisee^Kg. 2, 1 flg., EiiseLxxc, 4, 27, MX. 1 88 = 
gi.^EhaGaci(EkLaai€)iKg, 2,^EXtaaaioghue. 4, 27. Die arm. Form 
EiiSe ist im auslautenden Vocal von der griech. Form beeinflusst. 

16. IjiPpiriT Eprem auf dem Titelblatt der arm. Ueber- 
setzung der Werke Ephrems, MX. 206, Gen. 41, 52 

= syr. D'^IB^ Afrem ZDMG. 43, 399, 1, hebrD-nttJ. Aber 
gr. ^Eq)Qatfi = arm. Eprayim Job. 11, 54. 



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II. 1. Abschnitt: Syrische Namen. 293 

17. fhutp^aipuij T^arhalay eine syrische Gottin Ephrem I, 
225, 11, tarahata (gen. Tarahatay) Narek. 152, 23, Tara- 
hatay Yardan (Leviticus), T^aralay MX. 101, z. 5 v. u. = T^aria 
Abgar-Brief 24 

= syr. Kn:?nn Tara&a Phillips, Doctrine of Addai 24, 18, 
p. ^raqyaTig Strabo 785, Ges. Abh. 183. 

Die im Abgar-Brief 24 und bei MX. 101 gleichfalls ge- 
nannten Nabog (Naboy), Bel, BalniXlai == syi. 113, b"^!, bD'^D nnn 
Phillips a. a. O. 24, 15—17, ZDMG. 29, 131. 

18. fhlriiu T^ela Stadt in Mesopotamien Sb. 77 

= syr. Kbn Telia Hallier, Edess. Chron. 148, XX, Wright, 
Catalogue of the Syriac Manuscripts III, 1328. 

19. \s^uiquip^ Xaiab Aleppo Sb. 32 

= syr. nbn Hallier, Edess. Chron. 157, z. 2, Wright, Cata- 
logue of the Syriac Manuscripts III, 1341, arab. v.jjL> HcUab. 

20. XfiuuiJ^^ CaudeU [TsaudelS] neben Aij'niX, Korduf^y 
Arznarziv^) und Dasan genannt El. 10 und 39 

= syr. "^nnt n^n Bed^ Zawdai Hoffmann 23, Wright, Catalo- 
gue of Syriac Manuscripts III, 1 338, lat. Zabdicena (Amm. Marc. 
20, 7, 1: Bezabde; 25, 7, 9: ArzanencL, Moxoena, Zabdicena, 
Rehimenay Corduena)? 

Man sollte im Armenisohen Zaude^ eiWBXtea. Zu Codea^iX 
in Arran MX. 78, vgl. Ag. 597? 

21. ^piuLnip Cbavui 'Zebaoth' nur Aphraates (Jac. Nisib.) 
Konstantinopel p. 280, 20, Rom p. 364, 35 ist nui Umschrei- 
bung von syr. tlli^M Swad&, hebr. tlii^ds Dashian, Zur Abgar- 
Sage S. A. 40 = WzkM. 4, 183. 

22. ^nLp Cur [Tsur) die Stadt TvQog Euseb. Kiicheng. 
101, 723, Pseud. 48, 49, Curagi Tvqloq Pseud. 49^) 

= syr. nns Sur Hallier, Edess. Chron. 151, LXHI, 2 Sam* 
24, 7, hebr. lit.— Aber im A.T. : arm. Tiuros 2 Kg. 24, 7 u. s. w., 
Tiura^ 3 Kg. 7, 14. 

23. [\fnilig Coj&^(r«o^^)die armenischeProviiwSophenc') 
FB. 6 flg. u. s. w. 

1) Dies wird Thorn. 81 neben Mokic (Moxoene) genannt. 

2) Ebenda Curastan, vgl. R. Raabe 7<yTo^<a y^Xs^ardQOv p. 27. 

3) ZerflQlt in Cop'k' mec odcr mec Cop'k* GhroBB-TsopV und Cop'k*^ 
^dheay oder ^hun{v)o<; FB. 21, 29, 141. 



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294 n. 1. Abschnitt: SyriBcheNamen. 

= syr. «'^3S1S n «nnK 'Sophene' Wright, Catalogue of the 
Syiiac Manuscripts III, 1346, bei Payne Smith p. 3381, Bnin 
Wb. 762 auch 5|12, gr. 2a)q)rjvrj Strabo. — Das syr. Wort wird 
aus dem Arm. entlehnt sein. Aber welchem Volke gehort das 
Wort urspriinglich an?] 

24. l^utiQlf^ail^ Kamyiio syrischer Metropolit Sb. 123 

= syr. :?1"0''ttp QdmUo Bischof von Bed Dasen ZDMG. 
43, 404, 2. 

Katinay = syr. qafftnd s. oben p. 288. 

25. liu^ti^ Habel i) Sohn Adams Gen. 4, 2flg., Hebr. 11,4; 
2) Verwandter des Syrers Daniel Koriun 8, Laz. 38, MX. 245 

= syr. b'^in Hawel Gen. 4, 2 flg., Wright, Catalogue of 
the Syriac Manuscripts HI, 1240, hebr. ban. 

Aber arm. Abel (Abel) Mt. 23," 35, MX.'o, 183 = p.U^eX. 

26. [l^uihipp Hanjii armenische Landschaft im vierten 
Armenien MGg. 607, Anjii Laz. 469, FB. 29, 141 u. s. w. 

= syr. tD*^3n, arab. la^.y^ Wright, Catalogue of the Syriac 

Manuscripts III, 1340, Assem. biblioth. orient. I, 249, tS'^tSK 
Payne Smith p. 261, gr.i^i/ftrijviJPtol., spaterXav^/rKonstant. 
Porphyrog. de admin, imp. 226, 227. — Aus dem Armenischen. 
Woher aber stammt das armenische Wort ?] 

Ijdbubnea s. oben p. 289. 

27. J^uip Mar Kxan von Gross-TsopV FB. 21, MX. 190, 
Mart Priester in Tispon (Ktesiphon) FB. 125^ 126 

= syr. Mar 'Herr^ (geschrieben "^itt, eigentl. 'mein Herr*) 
Titel hlg. oder kirchlicher Personen, vgl. Mar Awa u. s. w., 
Jfari Wright, Catalogue of the Syriac Manuscripts III, 1305. 

28. l^iupntpui Marula Vark' srbog II, 19flg. = syr. ^Pi'in'a 
Maru&a Hoffmann p. 4 1 . 

29. [J^lrS^fttajfitP Mecrayim als der hebraische Name von 
Aegypten angefiihrt bei Euseb. Chron. 1, 201, MX. 13, Thom. 24 

= hebr. D^lStt Micraytm, aber syr. Mesrim (nestor.) und 
Me§reny arab. Misr. Aus dem Hebraischen durch gelehrte 
Vermittelung. 

Daneben arm. Mestrayim MX. 13 = gr. MsarQat^ Jos.; 
arm. Mestrem Gen. 10, 6 (LXX. MeaQatv) = gr. MeatQifi]. 



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II. 1. Abschnitt: SyrischeNamen. 295 

30. J^^^% Mcbin ^Nisibis' El. 7, 8, Ag.628, MX. 19 u.s.w., 
Mcvin Thorn. 86,88^98 (s.obenp.288, Anm.4), einmaliVbJw(?) 
in Arvestan FB. 136, aber Mcbnaci ^Nisibener* FB. 22, 26, 130 

= syT.pn''S5 NsluHn [Ndsltmn] Hoffmann p. 2 2 flg., ZDMG. • 
43, 412, arab. ^^xa^oj, gr. Nlac^cg Strabo etc.. 

31. l^nLit 3fw5^Ein8iedler,Begleiterde8hlg.GindFB.272; 
Muse Bischof der Artsrunier El. 22, Laz. 1 24 ; Mu4e aus Taraun, 
Mitarbeiter Mesrop's Koriun 14, Laz. 31 

= syr. KTD^'a MuSe Bischof von 1W« ZDMG. 43, 397, 8, 
hebi. ntftt. 

Sonst im Arm. allgemein die gr. Form Moses = Mwa7]g im 
Gebrauch. 

YiSo 8. oben p. 290. 

32. Qnpqjiiitu/it Yordanan [u-^i.) der Fluss Jordan Gen. 
13, 10 U.8.W., Mt. 3, 5, 13 U.8.W., Euseb. Kircheng. 47, El. 30, 
MX. 286 u. 8. w. 

= 8yr. 1fiir\^*^ Yordanan, aber hebr. Yarden, gr. ^loQdavrjg, 

33. Qa^utii Yonan (w-St, var. Yunan) der Prophet Mt. 
12,39; 16,4,17, Jonas 1, Ifig., Ag. 141, Yw/wn Bischof Kir. 100 

= syr. ID*!*^ Yaundn Jonas 1, 1 flg., gr. ^Icovag, hebr. T\:i\ 
Die Schreibung Yonan mit n#^ = 5, wenn sie iiberhauptalt 
ist, weist auf den Einfluss der griech. Form Uojvag mit w. Ur- 
spriinglich wird Yonan mit n = o geschrieben sein^), vgl. 
unten com ^Fasten' = syr. sauma. 

34. QaLJuuuiU Yuxnan aus dem Hau8e Rap^sonean El. 150 
(= Johan aus der Familie Rop^sean Laz. 256) 

= syr. pnn^ Yoxannan ZDMG. 43, 394, 4 flg., hebr. I^yrp 
Yoxanan. 

35. V^ifc4- Ninve 'Ninive' Gen. 10,. 11, MX. 19 u. s. w. 
= syr. K*irD Nlnve Gen. 10, 11, ZDMG. 43, 403, Hoffmann 

p. 17, hebr. ri^J*^?, gr. Nivevl. 

36. f^uifiuip Sabai ein Uxan, Vater des Giut (Git) Koriun 
(Venedig 1833) 14 = Sambil Koriun (Venedig 1854) 7, Sabil 
(derselbe) MX. 237, 258, vgl. Sambal ein Jude MX. 47, 48 

1 } Ich nehme an, dass ni/^= oursprQnglich nur in Umschreibungen 
griech. WOrter fOr a» gebraucht wurde. Pera. und syr. au, b wurde urspr. 
durch «y, n {oi, o) wiedergegeben, in echt arm. WOrtem war »i/^ = ov. 



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296 H- 1 • Abschnitt : Syriiche Namen. 

= syr. Krati sabb^&a'SahhaLt^^), vgl. Bar Sabba&a ZDMG. 
43, 403, z. 1 V. u., hebr. $abba&. Siehe unten p. 312 kabai, 

37. j;uiq^b^ir Saiem (Stadt) Gen. 14, 18 = syr. D^btt? Gen. 
14, 18, hebr. Sdtem^ aber gr. 2aXriii\ arm. Save (Stadt) Gen. 
14, 5 = syr. i^lTD, hebr. Save^ aber gr. 2avri Gen. 14, 5; arm. 
Saca ein Kananiter Gen. 38, 2 = syr. :?W So^^ hebr. J'lID, aber 
gr. ^ava Gen. 38, 2, u. s. w. mit Beeinflussung der syr. Form 
durch die griech. oder umgekehrt. 

38. X^iuqjiuiuij SaUtay ein Syrer, Schiiler des hlg. Daniel 
FB. 218, MX. 206 = syr. SalRid Wright, Catalogue III, 1324. 

39. J^uiqni[tr Salom (Ort, bei dem Johannes taufte) Euseb. 
Kircheng. 197 (fur Salim) 

= syr. D'^btf Salim Joh. 3, 23, aber gr. 2aXeLfi = arm. Saiim 
Joh. 3, 23. 

40. li'^qniiaL Salbmn Sch wester des Herodes Euseb. Kir- 
cheng. 48 

= syr. U^ti Sdlom Mc. 16, 1, aber gr. 2akiof^r] = arm. 
Salome Mo. 16, 1. 

4 1 . f^uii^puttP Samiram *Semiramis^ Euseb. Chron. (Venedig 
1818) I, 40, 70, 84 u. s. w.. Pseud. 87, 149, MX. 34 flg., [Van- 
tosp) die Stadt der SamiramTYiom, 63, MX. 80, 94, Samiramakert 
s. oben p. 170, berd-n Samiramay die Burg der Semiramis (in 
P^arisos) Vardan 100 

= syr. Samiram Hoffmann p. 1 3 7 Anm., Nold. syr. Chron. 42. 

Samhagram s. oben p. 289. 
Samsat s. oben p. 211. 
Samtiel s. unter Smuel p. 297. 

42. J^uii/ppit Samrin (gen. Samrni) ^Samaria* Judith 1, 9; 
4, 3; 1 Maccab. 11, 28, 34 u.s.w., Ephrem 1,430—432, Euseb. 
Kiccheng. 76 

= syr. Tmati J^dmren, hebr. pltjiJ 1 Kg. 16, 24, aram. 
■j-in-atj Esra 4, 10, gr. 17 lafiaQelTcg 1 Maccab. 11, 28. 



1) Vgl. f\Lfifui*p l/r&a^ als Name eines albaniBchen Geistliehen M08. 
K.al. I, 184 Bs arm. tcrbaf 'Freitag' sus syr. '9rutD9&d (a. unten p. 315). 



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II. 1. Abschnitt: SyrischeNamen. 297 

Dasu arm. iamrit ^Samariter' Aphraates (Jac. Nisib.), davon 
abgeleitet (duroh das Suffix a^] iamrtagi dass. iMaccab. 3, 10; 
10, 38; 2 Maccab. 15, 1, Euseb. Kiicheng. 76,100, 101, Caironik 
(Venedig 1818) I,114flg., II, 174, Anan. ShiTak.l3, iamrtuUun 
*8amariteTthum'(J^afia^€trt<y^05,syT. iamrayu&d, nehenhreuiiun 
Vudenthum' genannt] Cyiill. Dieses armenische iamrit kt 
eine Mischform aus syr. Samraya iind griech. 2aixaQ6lTi]g I 

Daneben arm. samar^agi aus gr. SanaQelTrjg Mt. 10, 5, 
Luc. 10, 33. 

43. j;iULaLq^ Savui'SsLuV 1 Chron. 26, 28, 1 Maccab. 4,30, 
Ephrem I, 186, 377 flg. (neben Savui), 11, 31 flg., Euseb. Kir- 
cheng. 33 

= syr. bnfc^tf J^aul 1 Sam.. 9, 21, hebr. b^fc^tD. 

In dei Bibel sonst immer Savui = gi. 2aovk, abei in der 
von Chalathiantz ncugefundenen Handschiift der Chronik I 
und II (Zeitschrift Ararat 1896, p. 313 fig.], die nicht den ims 
vorliegenden syrischen Text wiedergiebt, steht durchweg die 
syrisch-aimenische Form Savui, 

44. Jiliqiu Siia (gen.Siiayt) Aj^. 15, 22—18, 4 = eyi.J^d, 
gr. 2llag. 

45. J^iPuiuih Smavon [Smavon]^ gen. Sfnavom Simon Gen. 
35, 23; 42,24 etc. (oft im A.T.), Apg. 13,1; 15, 14; 2 Petr.1,1, 
Ape. 7, 7, EphremII,27, Euseb.Kircheng. 53, 177,243, MX.89, 
Smavon aus der Familie Andzevaci El. 33, Laz. 126 

= syr. 'J1J?ti1D Sent on ZDMG. 43, 396, 7 u.s. w., hebr. "jir^tttD, 
gr. 2vJA£c!}v und ^ificov {= arm. Simon Mt. 17, 24 u. s. w.). 

Daneben findet sich selten arm. Simon (2 Maccab. 10, 19; 
13, 3, 4, 7, Simonean/c ol 7t€Ql rov ^If^cova 2 Maccab. 10, 20, 
vgl. Smavonean 1 Maccab. 2, 1), aus syr. Semon und gr. ^i^uov 
gemischt. 

46. Z*^"'^L ^^we/Syrer,KatholikosvonArmenienMX. 266, 
Thom. 314, Kir, 19, Vardan 52 = Samuel Laz. 74; Smuel der 
Prophet Ephrem I, 168, II, 32 u. s. w. 

= syr. VvnW Smuel 1 Sam. 1, 20 flg., ZDMG. 43, 394, 2 
u. s. w. 

Daneben Samuel Piiester El. 101, Laz. 222 u. s. w., ebenso 
der Prophet 1 Kg. 20 flg. = gr. Safj^ovrjL 



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298 I^' 1. Abschnitt: SyrischeNamen. 

47. "f^HLiuiU SuSan Susanna Luc. 8, 3, Daniel, Vorwort 2 
U.8.W., Ag. 142,eineFuT8tin, Gemahlin des Bagiatuniers Smbat 
(zur ZeitdesChalifenAbdl-Melik') Levond 46, 47, Steph.Orb.I, 
230, 235 flg., davon Suhanik Fiiistin von Albanieu Mos. Kal. 1, 1 52 

= syr. Soian, gr. 2ovaavva Luc. 8, 3, ^(aaavva Daniel, 
VoTwort, phi. yttytb ZDMG. 31, 585, identisch mit arm. suian = 
syr. idhann9S-a 'Lilie*, s. unten p. 314. 

48. X^iULi Sau§ d. i. Soi 'Susa' Daniel 8, 2, Nehemia 1, 1, 
Sb. 46, Pseud. 100, 107, 109, Sdhan MGg. ed. Soukry 41, 
SuSanastan 'Susiana' Pseud. 180 

= syr. SuS und Susan Nold. syr. Chron. 42, talm. Sus, arab. 
Sm, gr. ^ovaa, hebr. Suian, 

49. J^nLi/i^iuqliinj Suphaiisoy Erzbischof von Partav (in 
Albanien) Mos. Kal. I, 184, Kir. 98 

= syr. 3^ir^b»naW ^uwxalUo ZDMG. 43, 404, 5, Hoff- 
mann p. 54. 

50. [[Liv^iuj Urhay [Urha] 'Edessa' MX. 83, MGg. 611 
(unter Mesopotamien), FB. 231, Euseb. Kircheng. 60, Abgar- 
Brief (Venedig 1868) p. 3 %., Sb. 76 u. s. w. 

= syr. ^nnifc^ Orhai (spater Urhoi) ZDMG. 36,689, Hallier, 
Edess. Chron. 147, 11 flg., Nold. syr. Chron. 40. 

Urbai s. oben p. 296 Anm. 

51. [^ui2jujlruuij i?aiaye?iay Stadt in Syrisch-Mesopotamien 
Sb. 77 

= syr. fc^S'^yC"^ JResaina, arab. Rmain Wright, Catalogue 
III, 1347, Hallier, Edess. Chron. 149, xxxv. 

Sahak s. oben unter Isahak p. 291. 

52. }]iupigltu Sargis ein Martyrer FB. 101, 102, Sargis von 
Taik*, Sargis Dimak^sean, Sargis Trpatuni Sb. 65, Sargis 
Vahevuni Sb. 50, Sargis Katholikos Vardan 90 u. s. w. 

= syr. D^S^nO Sargis (Sergu) ZDMG. 43,403, 10, Hoffmann 
p. 107, 113, 216, gr. leqyiog, lat. Sergius. 

Die hier angefiihrten Namen sind zum Theil nur Umschrei- 
bungen fremder Namen in syrischen Vorlagen, zum Theil 
Namen von Syrern und nui zum kleinsten Theil Namen von 
Armeniern. Lassen wir die Namen, bei denen es zweifelhaft 



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II. 2. Abschnitt: Syrische Worter. 299 

ist, ob ihnen die syrische odei griechische Form zu Grunde 
liegt (wie Abraham^ Aharon^ Isahakj SaJiak etc.) beiseite, so 
kommen in dei alteren Zeit nur folgende syrische odei in 
syiischer Form entlehnte Namen als Eigennamen von Arme- 
niein vor, und zwar 

a) von Adiigen: Aha Gnunier, nur FB. 29; Gadisoy Xor- 
xotunier El. (von diesem Laz.), Mar ISxan von Gross-Tsop'k* 
FB. (MX.), Yuxnan aus dem Hause Rap'sonean El. (dafiir 
Johan Laz.), Sahal (Sambti) iSxan von Goh'n, Koriun, Smavon 
Andzevapi El. (Laz.), Sargis Dimak'sean u. s. w. Sb. ; 

b) von Geistlichen: Ezr Katholikos Sb., Eli&ay Bischof der 
Amatunier El. (Laz.), Muhe Bischof der Artsrunier El. (Laz.) 
und andere desselben Nam^s FB., Koriun. 

Da diese Namen nicht einmal haufig vorkommen, so er- 
giebt sich, dass der Einfluss des Syrischen auf die armenische 
Namengebung gering gewesen ist, weit geringer als der grie- 
chische, wie sich im III. Theile zeigen wird. 

Was die Umschreibungen biblischer Namen betrifft, so 
haben die armenischen Bibeliibersetzer dieselben meistens 
nach der griechischen Form, selten nach der syrischen genau 
wiedergegeben, in einigen Fallen abei auch ein gemischtes 
Veifahren angewandt, indem sie sich theils (im Consonantis- 
mus) nach der syrischen, theils (im Vocalismus) nach der grie- 
chischen Form richteten. Das Verfahren war, wenn der Name 
in der griechischen Form ein 8 enthielt, manchmal sehi ein- 
fach: 8 wurde in s veiwandelt, sonst blieb der Name in der 
griechischen Form ! 



2. Abschnitt: Syrische WSrter. 

1. lu^lrquij abeiay (t-St.) *der unveiheirathete Geistliche' 
FB. 271, Mos. Kal. 129, Arist. 27 u. s. w. 

= syr. fc^^lb^ atmld *^monachus', arab. abll (aus dem Syr.). 
Zum Uebergang von i in e vgl. Ne{o8 'Nil' MX. 261 = gr. 

N€tXog und ZDMG. 46, 231. 

• 

2. [lu^'h abon (var. arbon) als Gruss der Geistlichen ge- 
braucht Leb. d. Vater 



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300 II- 2. Abschnitt: Syrische WSrter. 

= syr. yo,V^ atvun 'unser Vater* nach Wb. Der Bedeutung 
wegen falsch.] 

3. lufnufiuj^ agugai-J^ *Rohren, Canale der Wasserleitung' 
Steph. Siun., Kanon., Vahram 

= syf. fc^^^DiX ayoya 'Wa88erleitung'.= gr. ayoyyog, 

4. lui^ltu adin 'der Garten Eden, das Paiadies' Philo Paialip. 
(Venedig 1826) p. 5, Ephiem I, p. 9, z. 1 v.u., p. 10, z. 3, Naiek. 
1 15, z. 12 V.U., adenahulx 'im Paiadies entspringend*, adenayin, 
adenakan 'paradiesisch* (Wb. I, 4, II, 1041) 

= syr. p:? "^aSen Gen. 2, 8, hebr. "^eden *Eden\ 
Daneben arm. edem Gen. 2, 8 u. s. w. = gr. ^Edifi, davon 
edemabuix, edemakan u. s. w. 

5. [iifp«fa aior (o-St.) 'Sessel, Stuhl, Thion' Koriun 17, 6 
u. 8. w. gehort nicht zuflyr. fc^ntTK adra (a&ar) locus, terra, 
ocoasio, tempus*, aram. ntil^ 'Ort*. Anders Fr. Miiller WZKM. 

8, 280.] 

6. umPhlPiuj^ aiuiai-Jc (t-St.) 'die Buchstaben* Laz. 41, 42, 
MX. 247 

= syr. fc^ninfc^ a&uda 'Buchstabe*. 

7. [uiJiupaL amaru 'Lamm* (nur im alt. Wb.!): syr. iJ"^-Qfc^ 
emra 'agnus^ Unsicheres Wort] 

8. uit^puij amtray 'Emir' (aiabischer Titel) Sb. 138, Thom. 
274j 275, Arist. 24, Vardan 126, davon amirayakan Magistr., 
amirayapetel Thom., amirapet (aus amirayapet?) 'Chalif* Job. 
Kath. 61, z. 12 V. u., amirayuiiun Michael 408 

= syr. fc5"^'»ttfc5 amlra 'praefectus' (sehon um das Jahr 700) 
aus arab. amir 'Befehlshaber*. 

Direkt aus dem Arabischen stammt arm. amir in amir al 
mumnik s. oben p. 262. 

9. uiJquAi amlan 'Mantel* nur Jo8ua7,21 (und von daauch 
bei El. 174, z. 7 v. u.) 

= syr. fc^l^ttX amella (wahrscheinlich Fremdwort) 'pallium' 
Josua 7, 21 (gr. i//tAiy, hebr. tT)'^ adder ed). 
Arm. amlan steht also wohl falsch im amlay. 

9 

10. miim,!^ anag (t-a St.) 'Zinn* Num. 31, 22, Ezech. 22, 18, 
MGg. 615 u. s. w., anageay 'zinnern* Saoharja 4, 10 



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II. 2. Abschnitt: Syrische WOrter. 301 

= syr. ICD» anxa (aua *anaxa^ stat. abs. anax) plumbum, 
et nigrum et album, stannum^, hebr. ^SK anux 'Blei', arab. 
amtk 'Blei', assyr. anaku 'Zinn', skr. tiaga-'Blei, Zinn . 

Von welchem Volke das Wort zu den Armeniern gekom- 
men ist, bleibt unklai. 

11. [iu%ii.iu% angan (gen. angani) *Morser' nur Num. 11, 8 
(gr. d^vta) stimmt in der Bedeutung nicht zu 

syr.K3a» aggana 'urceus", hebr. ^^a« 'Becken', arab.yyawa, 
injana (Fraenkel 68), assyi. agannu. 

Arm. iu^u/isn^ aganol Jes. 22, 24 ist nur Umschrift eines 
griech. ^ayaviod' = hebr. tr\^ agganod^ Jes. 22, 24 (pi. von 
aggan 'Becken ).] 

12. uiguapg aXsor'Sunia/l8or''anS {gen, aSsori^ unia/csor- 
anag) 'Verbannung' FB. 101, z. 13 v. u., afUor-em verbanne' 
MX. 217, z. 4 V. u., 218, 1 u. s. w. 

= syr. fc^'^IIDDfc^ eksoria oder aksoria aus gr. i^oqia *Ver- 
bannung'. ^ 

13. ^uiufip hdsir 'tadelnswerth', davon: basrem 'tadeln, 
schmahen, besohuldigen MX. 41, 16; 96, 14, basr-an-ft 'Tadel, 
Beschuldigung, Verleumdung", basreli iTclXrjTtTog Philo ed. 
Conybeare 1895, p. 158, 2, basrnikan Verleumderisch' 

= syr. n*^Da b98tr (aus ^bmir) Veraohtlich\ 
/lir^A^^ behez 'Byssus' s. im IV. Theil. 

14. [pirpii. berd [i-a und t-St.) 'Burg, Kastell' Maccab. (1, 35 
u. 8. w., sonst nicht in der Bibel), FB. 205, 206, MX. u. s. w. 
ist nicht = syr. fc^niti merda 'castellum'.] 

15. \pl,p bib [i-a St.) 'Pupille' Deut. 32, 10 u. s. w. klingt 
nur zufallig an hebr. TOa hawa^ syr. KM! baw&a u. s. w. an.] 

16. fiaLS^p% hucin (belegt nui gen. bucnoy) nur Basil. 57, 
z. 12 V. u. eine als Docht gebrauchte Pflanze 

= Qjt. )kV^iy2 bu^lnd ^cpXo^oQj verbascum' (aus dem Persi- 
schen), phi. buc%n[a) oder bdctn{a) *Gurke', vgl.ZDMG. 29, 650. 

17. tfuit^/ii gadiS (gen. gadSi] *Haufen' (von Garben) nur 
Ruth 3, 7 und Tonak. 

=3 syr. gddlm *Haufen Garben*, hebr. gadtL 

18. ^iuqiiLp gaiui (gen. gailij t-St.) "Auswanderung, Aus- 
wandeier* Philo und Ephrem, gatiakan *der sich gefliichtet 



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302 n. 2. Abschnitt: Syri8cheW6rter. 

hat, Fliichtling' Ephrem, 1 Maocab. 6,53, MX. 37, 21, FB. 170, 
z. 2 V. u., Vardan 146, gallem 'auswandern, fliehen^ 2 Kg. 4, 4, 
MX. 157, 4, gailim ebenso MX. 158, z. 9 v. u., galiem 'weg- 
fiihren" Levond 133, 12 

= syr. fc^nibDi galud-a ^exilium*, hebr. aiam. galu& *Weg- 
fiihrung ins Exil, die ins Exil Gefiihrten . 

Nach den obliquen Casus [galii^ gaile^ gailig) und den 
Derivaten von galui (wie gailakan] ist spater ein neuer Nomi- 
nativ gall Car., Tonak., Joh. Kath. gebildet worden. 

19. ii.iiuip ^za^(«-St.)*dieabgeschoieneWolle, Vliess'Rich- 
tei 6, 37—40 (daher El. 180), Pseud. 7, z. 1 v. u., Mos. Kal. 
(Moskauer Ausg.) p. 66 

= syr. fc^DT^ gezzad-a Vellus', hebr. gizzctj oonstr. gizzad- 
^abgesehorene Wolle*. 

20. ^HLp. gub [o und «-St., gen. gboy undy^i) 'Grube, Cisterne^ 
Gen. 37, 24 u. s. w., Mos. Kal. I, 95, Ape. 9, 1—3 

= syr. fc^lIJi gubba ^fossa, fovea\ 

21. ipLLpu^utj gurpay, sprich gurba ^Strumpf* Ma$t. und 
Jakob von der Kiim (15. Jhd.), daneben gulpa Oskiph. 

= syr. W^'TSi (gorba?), np. gorab ^Strumpf^, arabisirt y^rafi 
(Rosen, Np. Sprachfiihrei p. 49), arab. ^.yz> jaurab^ tiirk. 
corab, kurd. gorevl ZDMG. 38, 85 'Striimpf. Pers. Ur- 
sprungs. 

Die Endung -ay (von gurpay = gurba) deutet auf syrischen 
Ursprung, die Schreibung mit p fiir b auf Entlehnung in 
jiingerer Zeit (seit dem 11. Jhd.)? 

22. ifjup dar (w-St.) 'Zeitalter, Generation, Geschlecht, 
Jahrhundert' MX. 11, Ephrem III, 119, Eznik 246 {= azg 
'Generation* p. 259) u. s. w. 

= syr. fc^m dara 'aetas, saeculura', hebr. dor 'Geschlecht, 
Menschenalter, Generation*. 

't"JL ^^«^ 'Schopfeimer' s. oben p 144, aus dem Persischen 
(dol) oder Syrischen (daula) ? 

23. ^njf^ zoig-Ic (gen. zugi^) 'das Paar* [l^svyog Luc. 2, 24, 
Lev. 5, 11 u. s. w.), zoig 'gleich* (adj.), 'zugleich* (adv.), haufig 
als erstes Glied von Compos. (gelehrterBildung) z. B. zugaiiv = 



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II. 2. Abschnitt: Syrische Wdrter. 303 

laaQid-i^og, davon zugem Verbinden, zusammenfugen^ Mt. 19, 6, 
'gleichstellea', zugitn 'sich verbinden' Sb. 131, z.4 v.u., 'gleich- 
kommen' Hiob 28, 17, zuguiiun ^Gleichheit, Eintracht' El. 6, 3 
= syr. zauga^]\Jig\im^ par, similis^, arab. ^awJ^Paar* (Fiaenkel 
106) au8 gr. l^svyog. — Vgl. zom untei den gr. Lehnwortern. 

24. unmtuj zopay (t-St.) 'Ysop' Job. 19,29, Hebr.9, 19u.s.w. 
= syr. fc5fi*1T zdpa^ gr. vaoionog. 

25. [inuapui^ zvarak (i-a St.) *junger Stier* nur im A. T. 
(hier aber oft, z. B. Ex. 29, 1, 3, 10, 1 1, 11, 12, 14,36 = /xooxcc- 
Qcov, fxoaxog). Pseud, und Ag. 46 (und bei den von diesen ab- 
hangigen Schriftstellern) 

= syr. to"^atiJ ezwarxa 'taurus magnus', arab. (Transcription 
eines aram.) ^^^ Fihrist 322, 10; 325, 8 (nach Noldeke). 

Das syrische Wort ist nicht original, stammt also wohl aus 
dem Armenischen. Oder beide aus dem Fersischen?, wo es 
bisher freilich noch nicht nachgewiesen ist.] 

26. puthi^p langar 'Kaufmann' Sb. 104, z. 5 v. u. (fiir 
lankangar zu lesen), Thorn. 99, 22, Vardan 63, Sirach 26, 28 
(fiir Kd7tr]log neben vacarakan == ef.iTtoqog)^ davon langarakan 
Ag. 26 (Vorrede) 

= syr. fc^n^in taggdra *Kaufmann', mand. tangara, arab. 
tdjir (aram. Lw. Fraenkel 181), assyr. tamkaru, tamgaru. 

27. piupfiFiuh iargman (i-a St.) 'Dolmetscher' Gen. 42, 23 
u. 8. w., davon ^ar^fwaw^m 'iibersetze' MX. 260, 15, iargmaniQ 
'Uebersetzer' MX. 260, 8, iargmanuliun *Uebersetzung' MX. 
248, 23 

= syr. fc^DttJinn targmand ^interpres', assyr. turgumannUj tar- 
gumannu. 

28. puip2_l'i iarSi^ (gen. larsst) Ezech. 1, 15 ein Edelstein, 
nur Umschreibung von 

syr. ■fiD'^Tnnn Ezech. 1, 16 aus hebr. tariU, 
Daneben arm. iarsis (gen. larssay mit der var. iariiay) 
Hohelied 5, 14 = gr. d-aqolg der LXX. 

29. pn< L p.a^ loh ev boh Viist und leer' Ephrem I, p. 2, 
Thorn., Vardan 

= syr. mai nin toh V9 woh = hebr. 'inh) 'inh Gen. 1, 2. 



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304 IL 2. Absehnitt: Sjruche WOrter. 

30. \PpP«if Irlur [o^i., gen. Mroy) steht Deut 28, 42, 
Amofl 4, 9, Joel 1, 4; 2, 25 fiir gr. i^ai^rj und xififtrj, syr. 
sntns und STDItbt) und konnte danach durch 'Mehlthau, 
Baupe, Heuschiecke' iibersetzt werden. Die Annenier ver- 
stehen aber darunter 'die Baupe' Mech. Fabeln p. 1 2 8, Geop. 161, 
wie auch im ModemarmeniBchen iriur 'die Raupe' ist. Das 
Wort gehort also nicht zu 

syr. aarmra 'eine Heuschieckenart'.j 

31. ^/n<^ t7f^/ hebraischer Monatsname Nehemia 6, 15 und 
Anan. Shirak. 

= syr. blb'i»5 elul oder gr. ^EkoxX Nehemia 6, 15, hebr. 

32. itiLiFuy lumay (t-St.) XejtToVy etwa 'Pfennig* Mc. 12, 42, 
Luc. 21, 2 u. 8. w., lumay apoz TceQfiarLOri^g Job. 2, 14 

= syr. fc^tilb lumd 'nummus*. Vgl. Fraenkel 197. 

33. [uuibnLp zanul (auch hanuij f-St., gen. zanii) 'Werk- 
statt, Laden' Ag. 26 (Vorrede), Euseb. Kircheng. 275, z. 12 v. u., 
Oskeb. u. 8. w. 

= syr. fc^nisn xanud^a 'taberna', arab. hanUt (aus dem 
Aram.]. 

34. /uBupiui^Li^ xaragul dvTaxrjg 'eine Art Heuschrecke' nur 
Lev. 11, 22 

= syr. t^by^n xargdtd 'gryllus' Lev. 11, 22, arab. harjal 
'locusta', harjala 'agmen locustarum'. 

Np. xarjal 'ungeflugelte Heuschrecke' ist arab. Lw. und 
harjal zu lesen. 

35. ^lupp xarh («-St.)'Schwert'Philo Gen., Dionysius Thrax 
und spatere gramm. und lexic. Werke 

= syr. Mnn xarha 'gladius*. 

36. ^uippiu/hiP xarbal-em 'durehsieben, sichten' Luc. 22, 31 
(crtyta^cti^) = Eznik 181, 'ver8uchen,verwirren*Magi8tr., Erznk., 
Leb. d. Vater von *xarbal 

= syr. und aram. fc^bsiy ^arbala, arab. yirbal 'Sieb\ 

Wb. und Fr.Miiller WZKM. 7, 381 vergleichen lat. cribeU 

lam J von dem letzterer nach Levy, Neuhebr. und chald. Wb. 

I, 282 die genannten Worter — mitUnrecht nach Fraenkel 91 

— herleitet. 



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II. 2. Abschnitt: Syrische W6rter. 305 

fuauuup zavar ^Finsterniss, Dnnker s. obenp. 159 unter den 
persischen Lw., vielleicht = syr. Vn^n xahbara 'caligo^ (nach 
Noldeke)? 

Man sollte dann arm. '^zabar erwarten. 

37. [fuiaLpq. xlurd (i-St.) *Maulwurf' Lev. 11, 30 u. s. w. 
stimmt lauilich nicht recht zu 

syr. K'lbin xulda 'Maulwurf , zu dem es Fr. Miiller, WZKM. 
8, 281 stellt.] 

38. [fuqaApi xiunjn 'Schnecke, Purpurschnecke^ (belegt 
nom. pi. xianjoinR Basil. (Rede gegen die Reichen), gen. pi. 
xhinJnaQ Basil. Hexaem. 152,24, ace. sg. xdxnjiun [ivLt'^xinjiun) 
Mech. Fabeln p. 67, modern xlunj) 

zu jiid. aram. ptbn, syr. fc^Sltbn und bfiSTT'^bn etwa xlezona 
'Schnecke*, arab. halazun? Letztere Worter schwerlich echt 
semitisch ^).] 

39. ^Jhp xmor (o-St.) 'Sauerteig' Mt. 13, 33, Me. 8, 15 u.s. w. 
= syr. fc5"^*'ttn x9mtra'{eimentuxn, arab. (Lw. aus dem Aram., 

Fiaenkel 33) xamlr? Man sollte im Aim. *xmir oder *xamir 
erwarten. 

40. \^%knp xnjor (auch amcor geschrieben) 'Apfel' Hohe- 
lied 2, 5 u. s. w., xncori *Apfelbaum* Hohelied 2, 3 

= syr. b^"^1tn xazzurd (aus *xanzura) 'mains'. 
Das syridche Wort ist nicht echt syrisch, also aus dem Ar- 
menischen entlehnt.] 

41. [^nj xoy (t- und o-St.) 'Widder, Schafbock' Gen. 15, 9; 
31, 10; 32, 14 u. s. w., davon a:oyaA 'Kapital' (urspr. 'Widder- 
kopf*) und xoyanal 'losschiessen auf etwas* (vom Adier gesagt, 
eigentl. losgehen wie ein Widder) Deut. 28, 49, Levond 29, 
MX. 122 Dwohlals ^'O koy in das talmudische<r (als Fremdwort) 
»iibergegangena de Lagarde.] 

42.. [S^uitviuj caray (i-St.) 'Knecht, Diener' Gen. 9, 25 u, s.w. 
(alt und haufig) setzt Fr. Miiller, WZKM. 7, 381 = hebr. nx 
car^ car 'Dranger, Verfolger, Feind', das ins Pehlevi und von 
da ins Armenische eingedrungen sein soil. — Unmoglich.] 



1) Nach Fr. MQller, WZKM. 8, 285 wftre an gr. aXi^taoy^ 'im Meere 
lebend' zu denken. Unwahrscheinlioh. 

HUbschmann, Armenische Orammatik. 20 



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306 II 2. Abschnitt: Syrische WOrter. 

43. i^^qmij cnclay (t-St.) 'Cymber 1 Kg. 18, 6, 1 Koi. 13, 1 
u. 8. w. (nur in der Bibel und von ihr beeinflussten Werken) 

= syr. fc^bSS sessBld *cymbalum*. 

44. S^n^np coior [coiorin, coirin) Tliymian'oder^Quender 
(Thymus Serpyllum) Job. Van., Vaidan (Exodus), Med. Schr. 

= syr. fc^"^n2 saSra 'satureja', aiab. satar, 

45. S^atP com 'Fasten' 1 Maccab. 3, 47 (sonst nicht in der 
Bibel), Jac. Nisib., Ephrem u. s. w. 

= syr. a^ttll §auma (soma, constr. §dm) *ieiunium*, hebr. DiS 
com 'Fasten*. 

46. S^piup crar (gen. crari) 'Biindel, Biischer Gen. 42, 27, 
1 Kg. 25, 29, Hohelied 1, 12 u. s. w., crarem 'einwiokeln, ein- 
schlagen* 

= syr. fc^TnS §9rara 'marsupium', hebr. ■^Ss C9rdr 'Biinder. 

47. Iguipuuy kaiaay oiei katsay {gen. kaisayfj 'Kessel, Koch- 
topf Ex. 16, 3, Eeech. 11, 3, 7, 11; 24, 3, 5, 6, Hiob 41, 22, 
Sirach 13, 3 etc. 

= syr. fc^Clp qadsa 'ahenum' von gr. y^adog = hebr. *T8 kad 
'Eimer'. 

Arm. kaisay, kaiaay fiir ^kadaay durch Einfluss des auf d 
unmittelbar folgenden tonlosen s, 

48. Sfimuimp kapar (o-St. und t-a St.) *Blei' Ex. 1 5, 1 u. s. w., 
kapareay 'bleiern' Steph. Asol. 135 stimmt im Anlaut nioht 2U 

syr. fc^inK awara 'Blei*, hebr. tTTfi!^ 'ofered'j arab. np. abar 
(aram. Lw., Fraenkel 152). 

Man hat arm. *abar fiir syr. awara zu erwarten. Der Hin- 
weis auf andere ahnliohe Falle (ZDMG. 46, p. 239, 240) hilft 
nicht weiter.] 

49. [t/iua^iup^g kaparc-M 'Kocher' Gen. 27, 3, Hiob 30, 11 
u.s.w. (im A.T. und bei kirchlichen Schriftstellern) ist nicht 

= syr. fc^p'^'^Dp qaterqa^Kocheij das zu phi. kantir Noldeke, 
ZDMG. 46, 141, Horn, Grdr. p. 282 gehort] 

50. ^uiulguipiuj^ kaskarai-k (f-St.) *Rost' (= *Heerd') Lev. 
2, 7 ; 7, 9; 11, 35 u. s. w. (im A. T. und bei Osk.) 

= syr. fc^nDDD kaskera 'Korb' (zum Trftgen), das selbst wohl 
nicht echt syrisch oder semitisch ist 



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n. 2. Abschnitt: Syrische Worter. 307 

*Ro8t* und 'Korb' sind urspr. = TFlechtwerk', vgL lat. cra- 
tioula 'Rost' von cratis 'Flechtwerk*, arm. vandak s= la^ci^a 
Ex. 30, 3 und ajtv^Lg Apg. 9, 25. 

Vgl. gr. ea%aQa? 

51. l^utmnL katu (o-St.) 'Katze' Philo Opeia (Venedig 1822) 
p. 134, 4, Mech. Fabeln p. 81, Vardan (Genesis) u. s. w. 

= syr. ItOp qattu^ arab. qift^ gr. xarra, lat. cattus u. s. w. 
Weit -verbreitet. Vgl. meine Etym. d. osset. Sprache p. 122, 
Hehn, Kulturpflanzen« p. 452 flg., 589. 

Das syr. Wort ist selbst entlehnt und es ist daher nur des- 
halb wahrscheinlich, dass die Aimeniei das Wort von den 
Syrein eihalten haben, weil sie iibeihaupt mehi empfangen 
als gegeben haben. 

52. Ifuip^nLplruy kurkurcay nur bei Ephrem (Exodus), kctr- 
kuray (t-St.) nur bei Hesych. v. Jerus. iibers; von Steph. Siun, 
'Schiff, Boot' 

= syr. fc^"^1p"^p qar^ra 'navicula', arab. qurqur (Fraenkel 2 1 7), 
gr. niQTtovQog (Herodot 7, 97) *eine den Kypriern eigene Art 
leichter Schiffe . 

53. Ifui^lJii kuQin (o-8t. und t-a St.) 'Axt, Beil' 1 Kg. 13, 20, 
El., Thom. u. 8. w., ka^ni FB. 22, z. 1 v. u., poln, arm. gaQin 
*Axt' WZKM. I, 290 

= syr. ^yw\ xamnd 'dolabra, securis', arab. ^joajv *Axt* 
(Fraenkel 86). 

Arm. k nur hier fiir syr. x. 

54. Ifui^uiL kakav (w-St.) l)*Rebhuhn Jerem. 17, 1 1, MX. 122, 
MGg. 608 u. s. w., 2) kakav'k 'Tanz' Osk. I, 66, 20 u. s. w., 
kakavem 'tanze' 2 Kg. 6, 16, Mt. 11, 17; 146 

= syr. V^^'p^ qaqqawa^ qaqqQwana 'Rebhuhn', gr. xcfxxcr/??^, 
np. kabk, 

55. l^lrqL. keiev 'Schale, Rinde' Hohelied 4, 3, davon keievem 
'sohale' Gen. 30, 37, ke^ev-an^k 'Schuppen Apg. 9, 18 (in der 
Bibel und theol. Schriften) 

= syr. V^th'p qdlafd 'folium libri', b^PlJDbp q9laf9&a 'cortex, 
squama, putamen mali granati' Gen. 30,- 37, Hohelied 4, 3, 
ja/a/ 'decorticavit* Gen. 30, 37. 

56. Iful,^ knik (gen. knkoy^ o-St.) 'Siegel* Ex. 28, 11, 36 
alt, u. s. w. und haufig, davon knkem 'siegele* u. s. w. 

20* 



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308 n. 2. Abschnitt: Syrische WOrter. 

= assyr. kunukku *Sieger oder kantku 'etwas gesiegeltes' 
ZDMG. 48, 462? 

Es fiagt sich, wenn die Zusammenstellung iiberhaupt richtig 
ist, wie das Wort zu den Armeniern gekommen ist, da es im 
Syr. nicht yorkommt. 

57. ^iii^ kuz (t- und o-St.) 'Marder*^) Joh. Mam., Vardan 
(Exodus), fiii ailovQog (urspr. 'Marder*, spater 'Katze' Hehn, 
Kulturpflanzen« 452, 453) Cyrill., Osk. Mt. 

= syr. fc^TIp quza ^alXovQog, mustela*, kurd. kuzU oder kuzik 
'Marder' Socin, Kurd. Samml. II, 330. 

Syr. quza wahrscheinlich selbst entlehnt. 

58. l/nLu^p kupr (o-St.) 'Erdpech, Pech' Gen. 11, 3 {aag)ak- 
rog) u. s. w. 

= syr. fc^"^fitD kufra *pix, bitumen', arab. kufr (aus dem 
Aramaischen, Fraenkel 150), hebr. Ao/er *Harz, Pech'', assyr. 
kupru. 

Man soUte arm. *kupr oder *kur (aus *kuvr) erwarten. 

59. [l/iniUL ktav (o-St.) Xein, Leinwand, Linnen' Ex. 9, 31, 
Mt. 27, 58, Apg. 10, 11 u. 8. w., A;^aot *leinen' Lev. 6, lOu.s. w., 
ktavat 'Leinsamen' Mech. Fabeln p. 44 stellt Fr. Miiller, 
WZKM. 9, 83, Biockelmann, Wb. 508 zu 

syr. (jiinger!) IDp qeftau 'erioxylon' (^Baumwolle*) Biockel- 
mann p. 3 1 7, zu d^m (nach Noldeke) neusyr. qeto 'Holz (Pflanze) 
des Lein' gehort. Die syrischen Worter stammen wohl aus dem 
Armenisehen. 

Vgl. kian oben p. 278, dazu syr. iJSnD kettana linum', assyr. 
kitinnu.] 

60. 4iuq^_g haib'k (i-St.) 'Schlingen, Fallstricke' Spriiche 
Salom. 6, 5; 29, 5, Joh. Kath., Narek. 

= syr. b^bin xawla ^Strick*, arab. habl 'funis, chorda, vin- 
culum'. Fr. Miiller, WZKM. 7, 381. 

61. ^uiiJiL haSiv (gen. hasvt) 'Eechnung, Abrechnung' Luc. 
12, 58 u. s. w., Bruns und Sachau, Syrisch-romisches Rechts- 
buch p. 103, 19 (gen. hasvoy), 'Beisteuer' 1 Kor. 16, 1 (Aoy/a), 
davon hasvim 'rechne, zahle, halte fiir' Lev. 27,23, MX. 9, 4 ; 1 6, 2 1 



1) *Wie8er = arm. aA;*w, 'Katze' = arm. katu. 

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II. 2. Abschnitt: Syrische WOrter. 309 

= syr. T^wn xdSiw ^gerechnet, geachtet fiir' zu niDSl xasaw 
'zahlte, rechnete', xa^iew 'meinte, dachte'. 

62. <A-^ Aey (t-St) 'Silbe', A^^^ay (t-St.) *Silben, Alphabet', 
hegem 'buchstabiie, syllabW Osk. Es., Laz. 37, 1; 39, 12; 41, 
15, 21, .MX. 246, 4, Mambre u. 8. w. 

= syi. haya Mas', t^^'^yn heyyana 'meditatio, pronuntiatio, 
syllaba, lectio, literarum elementa', arab. ^^L^ hya *Buch- 
stabiren, Silbe*. 

Arm. hegenay aus '^hegeanay fur '^hegxanay deckt sich laut- 
lich vollkommen mit syr. heyyanU, 

63. ^plnuj hreay (t-St., gen. hrei aus *Areayty Jude' Joh. 4, 9 
u. s. w. (alt und sehr haufig) 

= syr. fc^'^b^'TliT^ thudaya oder yudaya *Jude*, hebr. pi. 
yahudim, aram. yahudaye 'Juden*, arab. yahud^ np.Ju/iud, ;ahud, 
gr. ^lovdalog. 

Arm. hreay ist entstanden aus *hureay = *hUdeay (vgl. 
P. St. p. 201) fur *ihudeay = syr. thudaya, vgl. WZKM. 6, 266, 
Marr, Recension von Tomson^s histor. Gram, des Tifliser Dia- 
lectes S. A. p. 11. Die Endung -eay ist echtarmenisch (vgl. 
Rriston-eay 'Christ*, paitaun-eay 'Diener' u. s. w.) und dem 
semitischen -aya substituirt worden, vgl. unten Kaideay, Das 
Wort ist aus dem Armenischen auoh in die kaukasischen 
Sprachen (georg. huria^), osset. toirag, thusch. uri-w, s. meine 
Etym. und Lautl. der osset. Sprachep. 125 Anm.] eingedrungen 
und zwar — nach Marr a. a. O. — schon zu einer Zeit 2), als 
es im Armenischen noch *hureay lautete ? 

64. ktp jel (dzel) 'Oel' Mt. 25, 3, 'Olive' (als Frucht) 
Micha 6, 15 u. s. w., jileni 'Oelbaum' Ag. 479, MGg. 610 (in 
Uti), Thom. 231, 5, Mos. Kal. I, 93 

= syr. b^tl'^T zaita (abs. und constr. zed) 'oliva', hebr. zaytd, 
arab. zait (aus dem Aram., Fraenkel 147), osset. georg. zeiu 



1) Vgl. auoh georg. huriasiani =b arm. hreastan (aus *hreay'a'Sian, s. 
oben p. 241) 'Judaea'. 

2) Es fragt sich nur, um wie viel Jahrhunderte die Zeit, als t, u in 
nicht-letzter Silbe noch erhalten war, yor den Anfang der ann. Litteratur 
zurackdatirt werden muss. Die zahlreichen arm. Lw. im Qeorg. leigen 
sonst keine Spur von grOsserer AlterthOmlichkeit als ihre arm. Originale. 



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310 n. 2: Abschnitt: Syrische WOrtcr. 

DerOelbaum gedeiht jetzt nicht im eigentlichen Armenien. 
Nach Wagner, Beise nach dem Ararat p. 319, 325 gehort *der 
Oelbaum (nebst Lorbeer, Buchs u. s. w. j «nicht zur eigentlichen ar- 
menischen Waldvegetationc, ist aber vin den kolchischen Busch- 
gegenden der Kiistenlander vorherrschendv. MGrg. 610 erwahnt 
ihn nur als Specialitat der Piovinz Uti, Strabo 528 in Sakasene ^) 
und Gk)garene (= Gugark*, westlich von Uti), beide also nur 
in den nordlichen an Albanien ^) und Georgien anstossenden 
Grenzpiovinzen, die zwar politisch zum armenischen Beiche 
gehorten, der en einheimische Bevolkerung aber schwerlich 
echt armenisch war. Es iet mir dahei nicht wahischeinlich, 
daJBajel ein echt armenisches Wort ist. Wohei es aber stammt 
und wie es gewandert ist, bleibt streitig. Vgl. Hehn, Kultur- 
pflaneen® p. 120. — Zum Anlaut yg\. jivl und jag oben p. 185. 

l^Lp Jivl *Pech' 8. oben p. 185. Fr. Miiller sieht es als 
semit. Lw. an, WZKM. 8, 283. 

65. ^lrl^ iek (t-a St.) 'Steuerruder* Ezech. 27, 6 u. s. w.* 
= syr. fc^p'^b leqa *gubernaculum* Ezech. 27,6. Brockelmann 

Wb. 175. 

66. Jiu^uiq^utp m<igaiai (gen. -i) 'Pergament^ Jes. 3 4, 4 u. s. w. , 
ma^aialeay 'pergamenten^ Jes. 18, 2, Ape. 6, 14 

= syr. fc^nbjitt mayalU&a Volumen"*, hebr. nidyilla 'Buch- 
roUe*, aiab. majalla (aus dem Aram., Fraenkel 247). 

67. dm^ maz (0- und $-St.) ^das (einzelne) Haar' Luc. 21*, 18 
u. s. w., 

vgl. syr. fc^Tt3 mezze 'crines parvi", phi. K'>ra *Haar' PPGl. 
p. 156 = p. 6, z. 1 V. u. 

68. iTutlmmp maxal (0- und t-St.) ^Packnadel' Leb. d. Yatei, 
Oskiph., Martin 

= syr. fc^tsntt mdxatta 'Nadel' (maxaf saqqa 'Packnader). 

69. tTuAiuAiuij mananay (t-St.) ^Manna^ Ex. 16, 32 u. s. w. 
(mehrfach in der Bibel) 

falsch transscribirt ? aus syr. K33iD matma ^manna^, gt.^Qtvva, 
hebr. man. 

DafSr steht Ex. 16, 31 Juah man = gr. i-iav. 

1) Vgl. dazn W. Fabricius, Theophanes r. Mytilene p. 137. 

2) BQer gab es »unz&hlige« Oelb&ume nach Mos. Kal. I^ 93. 



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II. 2. Abschnitt: Syrische WOrter. 311 

Aber arm. mannay 4 Kg. 8, 8 u.s. w. = gr. ptavaa = hebr. 
minxa 'Gabe, unblutige Opfergabe'. 

70. tTu/Lnuifi manffai (t-a St.) 'Sichel' Mc. 4, 29, Deut. 16, 9 
u. 8. w. 

= 8yr. Vhya maggdld (aus *mang9la) 'Sicher, hebr. maggal, 
arab. minjal (aus aram. magg9la, Fraenkel 133), parsi mangal 
ZDMG. 36, 71. 

71. iPutuPiiu^ maniSak 'Veilchen' Ag. 480, Mech. d. Arzt 
69, 1, Lambr. u. s. w. 

= syr. b^DTD^'Stt mantikd 'Veilchen' (aus dem Pers. ?). 
Vgl. mantisak oben p. 191. 

72. Juiiuiputj masaray (t-St.) eine Krankheit, voaog q>&ivo>- 
drjg Philo Opera (1822) p. 66, iQvalTtelag Mech. d. Arzt p. 72, 
davon maSarakan axt oder masaray akan axt (voaog q)d'cvwdr]g) 
Philo ebenda p. 68 = MX. p. 237, 7 

= syi. V^'MD'n masra iqvalTteXag. 

73. tPutilf maik *Feir (von Schafen oder Ziegen, entfettet 
und enthaart), 'Haut, weiches Leder' (als Kleid, Schlauch, Sack 
gebraucht) Lev. 1 1, 32 u. s. w., davon maikeak ^ledernes Kleid' 
3 Kg. 19, 13, maskeay, ma^keien *ledern' Mc. 1, 6 u. s. w. 

= syr. fc^DIDtt meska 'Haut', arab. maskj assyr. maiku ZDMG. 
48, 463, np. mdkk *Schlauch', phi. nuikk West, PT. 4, 142. 

74. Jmftu maXs *Zoir Rom. 13, 7, dsLVon maksavor 'Zollnei' 
Mt. 5, 46 u. s. w., maksapet *0berz611ner' Luc. 19, 2 

= syr. b^DDiD maxsa *Zoir, hebr. mexes, arab. maka (aus dem 
Aram., Fraenkel p. 283), assyr. makm. 

75. [J^£iu4aui mgl-a-hot *nach Schimmel, Kahm riechend, 
muffig' {'hot = 'Geruch') Geop. 100, z. 10 v. u., Atak'el 
(17. Jhd.), mglim ^schimmelig werden' (vulg.) stimmt in dei 
Bedeutung n i c h t zu 

syr. 1fhT\^ muyla 'Eiter, Wundsaft, Saft aus den Oliven- 
kernen']. 

76. J^qhlriuj^ mcineai'k 'die Mesallianer' Eznik 287 

= syr. b^S'^bSti mdsalhyane Wright, Syriac Literature 
p. 167, Hoffmann p. 104, Payne Smith 3403, Brockelmann, 
Wb. 303. 



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312 n. 2. Abschnitt: Syrische WOrter. 

77. dqiu,lui2k{'l'3) w/at?ai^(-iVj gen.pl.) WZKM. 4, 191, 192 
ist nur XJmschreibung von syr. fc5tt?lbl3 malvase 'Zodiacalbilder*. 

78. iPinpuilg mtrak (i-a St.) ^Peitsche' [fxaavi^ Philo Opera 
(1822) 135, Spriiche Salom. 26, 3, FB. 253, 3 u. s. w., mtrakem 
'peitsche' MX. 168, z. 4 v. u. 

= syr. fc^pntDtt wa^raya'lorum, flagellum* Fr. Miiller, WZKM. 
8, 283, arab. mitraq *virga\ 

79. jiup yal d. i. tarr 'Element, Substanz', im Syrischen 
beim Accus. gebraucht, z. B. im Anfang schuf Gott z yaln erkins 
ev z yaln erkir Eznik. 260, 261 

= syr. fc^n*^ yad-a 'essentia, natura', 2) im stat. constr. Accu- 
satiyzeichen, vgl. Gen. 1, 1: im Anfang schuf Gott \ayoli ti*^ 

80. juii/hjp yamoir (t-a St.) TQayilaq)og Hiob 39, 1, Deut. 
14, 5, MX. 163, 8, yamoir-a-nman *dem Yamoir ahnlich' 
MGg. 615 

= syr. fc^nTon"' yazmuraT>ent. 14,5, hebr. yaxmur einThier 
ausdem Antilopengeschlecht, vonrothlicherFarbe, axdih.yahmur. 

81. iituiuuiilrir nabal-e-m d. i. anargem 'ich schmahe, 
schimpfe^, nur einmal Ephrem Kg. (vgl. 1 Kg. 25, 25) 

= syr. b^'^nabbel [hei Ephrem) 'schimpfen*, Denom. von b^3, 
vgl. hebr. natcal 'Thor' und N. pr. 1 Kg. 25, 3 flg. 

82. IbutS^puiff/i nacragi (nacaragi) 'Nazarener^ El. 21, 123, 140 
= syr. fc5*^nS3 na&raya^ mand. nasoraya, arab. nasranij pi. 

nasara 'Christen*. 

Sonst %uiqniljtlrgli nazorcgi NaKaQYjvoQ, NatcoQalogMc. 1, 24, 
Mt. 2, 23 U.S. w. Die Endung -aci, -eQi ist echt armenisch. 

iifi^ ni§ 'Zeichen' = syr. fc5ttJ*»3 s. oben p. 204. 

83. lui^P ^«*«^ (w-St.) 'Sabbat' Mt. 12, 8 u. s. w., alt und 
haufig, im Sinne von 'Woche' Jes. 66, 23, davon ^abai-ana-m 
'ruhe' Ex. 16,30 

= syr. fc^n^tf sabbod'U 'Sabbat, Woche', hebr. habbcLd'j gr. 
odfijSaTov, paz. sanbad Shk. 267, np. hanbad und ianba^) Nold. 
Stud. II, 37. 



1) Nasalirung auch in ahd. aamhaztac = d. Samstag, gr. SafA^anog^ 
lat. Samhatius N. pr. (neben Sa^^axiog und Sahhatius)^ ksl. sabota u. s. w. 
KZ. 33, 383 flg., Idg. F. 4, 326 flg. 



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11. 2. Abschnitt: Syrische W^rter. 313 

Die aim. Wochentage (vgl. Anan. Shirak. p. 64) heissen: 
iabal 'Samstag' (modern sabal %Voche', habai or 'Samstag'), 
miahabai El. 44, 19, miahabaii oder kiuraie, kirake 'Sonntag* 
(mod. kirakt)j erkiabai, erkiabali 'Montag* (mod. erkusabii)^ 
erekiabai, erekiabali 'Dienstag' (mod. erekiabii), ^orekiabai, 
goreksabali 'Mittwoch' (mod. ^orekhabli\ hinghabaly hingsabali 
'Donnerstag'(mod.A«>2^iaJ^t), wrJa^Treitag'. In diesenNamen 
ist iabai und urbal syiischen, kiurake griechischen Uisprungs. 
Die ersten Gliedei der Zusammensetzungen miaSabai u. s. w. 
sind die armenischen Zahlwoitei 1 — 5. 

Samrfagi ^Samariter' s. oben p. 297. 

84. ^^tuiPi^nLp hampur^ var. ^apur (o-St.) ^Biatspiess' MX. 
227, 14, Thom. 66, 13 u. s. w. (auch georg. Lw. sampuri 'Brat- 
spiess^ Tchoubinof p. 540) 

= syr. inilDtlJ happuda ^rutabulum*, arab. oyi*M ^Spiess* 
(Fraenkel 90). 

85. 2,"^ ^^^ ®i^ babyl. Cyclus von 3600 Jahren Euseb. 
Chron. (Venedig 1818) p. 11, daher auch MX. 8, z. 7 v. u. 

= babyl. iar (ZDMG. 48, 463), gr. oaQo^. 
Arm. Sar wohl nur kiinstlich aus gr. aaQog in das Semitische 
umgesetzt, vgl. Brockelmann, ZDMG. 47^ 24; oben p. 299. 

86. liULpq^ iavii [i-a St., gen. pi. savlag) *Pfad, Weg* (vQlfiog) 
Mt. 3, 3 u. 8. w. (oft im A. T.), 'Fusstapfe, Spur' {ix^og) 2 Kor. 
12, 18, FB. 23, z. 6 v. u. 

= syr. fcCb'^M hmld *Weg, SpurVarab. sablL 

87. ^uti^/iqut iapUa und sapilay, Saptuiay (gen. iapilay und 
sapilayi) 'Sapphir* [aaTtcpBLQog) Ex. 24, 10; 28, 18; 39, 11, Hiob 
28, 16, Hohelied 5, 14, Ezech. 28, 13 u. 8. w., hapiuieay aan- 
q)eiQLVog Pseud. 5, 20 

= syr. fc^b^'JDD sappila ^Sapphir', hebr. n'^ao sappir, 

Niir hier steht arm. s fiir syr. 8. Nom. sapii und Gen. 

hapili sind jiingeie Neubildungen. Zu -ii = -iul vgl. Hi = Hut 

'Splitter'. 

88. 2j"t"P'"J ^ipo^(^yj ieporay (t-St.), StpoVj hepor^ gen. 
heporay *Trompete' Ag., Jac. Nisib., Ephrem, Tpnak. 

= syr. fcnifi*^© slfora Huba' aus jiid. fcO^JD© Brockelmann, 
Wb. p. 384, hebr. sofar 'Trompete'. 



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314 11- 2. Abschnitt: SyriBcheWftrter. 

89. ^jiP^u iii(*y («-St.) 'Kette' 2 Kg. 3, 34, Mc. 5, 3, MX. 
139 u. 8. w. 

= syr. Wht^t heialta 'Kette', talmud. Wlb^^WllD. 
Arm. iiiay lasst sich nach arm. Gesetzen hochstens auf ein 
alteres *h%sUiay zuiiickfuhien. 

90. inJiuij §ukay 'Markt* Oskiph., Mt. Urh., Ba8. MaSk. 
(also erst seit dem 12. Jhd. bezeugt) 

= syr. fc^pl© l^qa ^'Markt' (phi. Suka PPGl. 214), arab. suq 
(aus dem Aram., Fraenkel 187). 

•.91. inuiiui, huSan (t-aSt.) 'Lilie' Hohelied2, 1, 16; 6, 1 ; 7, 2, 
Hosea 14, 6, Mt. 6, 28, Ag. 480 u. s. w. 

= syr. WOWMD idhann9^a^\A]ie (pi. hdhanne\ hebr. Soiannaj 
pi. sdianmm, arab. saltan, susan^ np. susaUj ebenso Bdh. p. 66, 1 3, 
aber phi. Gemme )t}M6 ZDMG. 31, 585, gr. aovaov, 

92. ^^nL^iPutj kiimay 'Sesam' Snorh., Sanahneci (11. Jhd.), 
Med. Schr. (also erst seit dem 11. Jhd. bezeugt) 

= syr. JittthtD huima 'sesamum orientale'. 

93. 2_'"-2A!""j itdpay (t-St.) 'Tuch zum Bedecken oder Halten 
YonReliquien undAbendmahlsgerathen, Weihtuch^ (corporale) 
Mast. jahk. (14. Jhd.) 

= syr. WDttJltJJ ^seppa 'tegumentum capitis, velum*. 

94. ^ni^atry ifw^ay 'Augensalbe'n u T vou Jakob jahk. (14. Jhd.) 
als Variante fiir dei hoXXovqlov Ape. 3, 18 angefiihrt (also wohl 
die Lesart der alteren Uebersetzung?) 

zu syr. WD"*© ^ydfa 'colly rium' Ape. 3, 18, arab. siyaf 
(Fraenkel p. 262). 

Die lautliche Differenz zwischen den Wortern ist unerklart. 
Gab es auch ein syr. *Sufa 'collyrium'? 

95. lu^wp hpar *Schminke', hpar-a-nkar *sich schminkend' 
Steph. Lehaci (aus alten Schriftstellem), sparim 'sich schmin- 
ken' Ezech. 23, 40, Osk. Mt. 

zu syr. n'lfctD iapptr 'schon', fcCnJDitD iufra 'Schonheit*, hfar 
'war schon*? 

Wb. fiihrt auch spirim 'sich'schminken' an. Aber Osk. Mt. 
I, 66, 22 steht pariQis mit der Var. sprigis^ die offenbar in 
sparigis (2 sg. conj.) zu vereinigen sind. 



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II. 2. AbBchnitt: SyriBche WOrter. 315 

96. mLp^p urhai (w-St.) 'Fieitag' Mt. 27, 62 u. s. w., dazu 
Urbaiairft 'FreitagBhohlen' MX. 302 (die hlg. Rhipeim.). 

= syt. ittii*n!^*drutt?d^oTreitag', aiab. x^^^jc (au£l dem Aram., 
Fraenkel 277). 

Urbai als Name eines albanischen Geistlichen s. oben p. 296 
iintei SabaL — Aim. urbai wird zunachst fur *tirubai stehen. 

97. lyaiiY^fiv/ j9a;?^ay (t-St.) 'Papagei' Pseud. 150, 16, Philo 
Opera (1822) p. 128, 4, 5, Mos. Kal. I, 320 (Moskauer Ausg. 
p. 157, z. 8 V. u.), MGg. ed. Soukry p. 44, 3 

zu eyr. feOD^ (fiii bUilDfi?) im syr. Pseud. 211, 9, arab. babaya, 
babyd *Papagei' = syr. SXltl Kalilag und . Damnag, pers. 
bapya, afiz. papegai^ ital. pappoffallo u. s. w. 

Woher stammt das Wort und durch welche Yeimittelung 
ist es zu den Aimeniern gekommen? 

98. [m^pmimnkiP pttar-em Verkiindigen' (von Propheten, 
Aposteln), . 'prophezeien', pitaruliun 'Verkiindigung, Prophe- 
zeiung' Nanay (9. Jhd.)^ Lambr., Erznk. u, s. w. 

zu talm. fcCnn^'JD pidra 'Erklarung, Deutung', hebr. ntlB *aus- 
legen, deuten'? Fr. MuUer, WZKM. 8, 283. Unsicher wegen 
der Bedeutungsverschiedenheit.] 

99. mnqatniuj poiotay (t-St.) 'Stiasse* FB. 16, 6, 7, Sb.23,4; 
122, 17, Ag. u. s. w. 

s= syr. &r>t3b& platla 'platea' aus gr. TtXaveta, ebendaher lat. 
plaiea, d. Platz u. s. w. 

Aus dem Syr. oder Griech. ? Der Endung -ay nach aus dem 
Syrischen : WZKM. 8, 284. Doch vgl. kapeiay = gr. TiaTtrjkeia 
im m. Theil. 

lOO'. [ugpmlf^^ prak-Jt 'Kapitel, Abschnitt' David (als Ueber- 
schrift der Kapitel : jt>raM 2, prakJc 3 u. s. w.) 

zu jiid. pnt, fcCplfi pareqj perqa 'Abschnitt' (eines Bucheb), 
syr. perqa ^pannus, dimidium vestimenti duplicis, fragmen- 
tum^? Aber im Griechischen steht hier immer nqa^ig, so dass 
prak'K gr. Lw. sein wird. Vgl. prakk Osk. Job., Job. Phil. = 
Ttqa^Big {rwv ajtooToXujv) unter den gr. Lw.] 

101. itrnfLnAmj tabutiay 'Pfand' £1.118,11 (Moskauer Ausg. 
138, 9) 



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316 n. 2. Abschnitt: Syrische Wftrter. 

= syr. fcClsnn rahbona 'arrha, depositum' WZKM. 8, 284, 
hebr. piny "^erawon ^Unterpfand', gr. a^^aficjVy lat. arrhabOj 
arrka, arra 'Unterpfand, Angeld^ Vgl. Fraenkel 190. 

Vgl. oben p. 275, Nr. 137 remon, timon. 

102. uui^ saba ^alt, Greis' nur Euseb. Kircheng. 499, 
z. 16 V. u. (fiir 6 TtQaa^vvrig) 

= syr. MD saioa 'senex*. 

103. uus^nLp sakur (t-a St.) 'Streitaxt' FB. 232, 23; 23a, 12, 
MX. 214, z. 1 V. u., o-St. MX. 229, 20, auch sakr (r-St.) MX. 
173, 10 — 1 1, davon sakravor 'mit der Axt bewaffnet' FB. 1 18, 
204, 232 

= syr. fcCnip'^D sequrd 'securis', aram. fc5*^nipD, arab. 
saqicr ^Spitzhammer* (aram. Lw., Fraenkel 84) aus lat. secUris? 

104. uutmutiiiuj satanay (t-St.) 'Satan, Teufel' {^aravagy o 
did^oXog) Mt. 4, 1, 5, 8, 10, 11 u. s. w., Eznik 46 u. s. w., da- 
von satanayakan 'satanisch' El. 17, 25 u. s. w. 

= syr. bCDUD sOtdna 'Satan, diabolu^', hebr. pto sdfun. 

105. uutipplrir sapr-em 'rasire' Philo u. s. w. 
= syr. nSD sappar 'rasirte'. 

106. [ulrqu/u seian (o-St.) 'Tisch, Altar' (alt und haufig) ge- 
hort nicht zu hebr. hclxdn 'Tisch'.] 

107. ub^aii sern 'Achse' (des Wagens, a^iov) Sirach 36, 5, 
Philo u. 8. w., davon srnak 'Achse' 

= syr. fcCno samd 'axis*. . 

108. «^^ 8iR (o-St.) 'Liiftchen, Luftzug, Wind' Ag. 204, 
Eznik 92 

= syr. fc^p'^T ziqd 'procella', arab. ztq 'Wind' (aus dem Aram., 
Fraenkel 285), assyr. zlqu. 

Man sollte im Arm. *z%k erwarten. 

unt^% 8vin s. im IV. Theil. 

109. unLuIrp suser {i-a St.) 'Schwert' Jes. 2, 4 u. s. w., alt 
und haufig 

= syr. fcCl'^DfiO safsera 'Schwert' aus gr. (jafiiprjQa aus phi. 
^qfievj hamper 'Schwert, Sabel' PPGl. 10 und 213, ZDMG. 



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II. 2. Abachnitt: SyriBche Wftrter. 317 

43, 38 Anm., Yatk. p. 54, Matikan i 6atrang p. 5, z. 1, Phi. 
Vend. p. 171, z. 2 v. u., np. hamper. 

Zu suser aus safser vgl. manuhak oben p. 191. 

110. uaiplrp soper {i-a St.) *Buch^ Narek., MaSt. 

= syr. fcnJDD sefra ^iber, scrip'tura', arab. sifr *Buch' 
(Fraenkel 247). Vgl. WZKM. 8, 284. 

111. utuipiTuig^ tarmal [tarmalak^ tarmalak) 'Beutel, Sack* 
alt. Wb., Tonak., Oskiph., Erznk. Mt. 

= syr. fccbisnn iannala 'pera*. 

112. uikpL terev (o-St.) 'Blatt' Mc. 11, 13 u. s. w., alt und 
sehi haufig 

= syr. WDntD tarpa (stat. abs. f9ref) 'Blatt^ 

Ft. Miiller stellt terev neueidings (Armeniaca VI, Nr. 64) 
als echt armenisch zu ski. darbhdr- 'Grasbiischer, ahd. zurba 
'Rasenstiick', nhd. 'Torf , wogegen die Bedeutung spricht. 

113. utquij Hay (oundt-St.)*junge8 Kind, Knablein, Jiing- 
ling, jung, kindlich* Rom. 2, 20 u. s. w., alt und haufig 

= syr. fc^^'btD falya (stat. abs. t^le) ^adolescens, puer'. • 

114. [girg C'CQ (o-St.) 'Mottc* Mt. 6, 19 u. s. w. stimmt laut- 
lich weder zu 

syr. b(DD ^o^a^tinea*, hebi. ^o^ 'Motte', arab.^t^, ^u^a'Motte* 
noch zu gr. aiyg 'Motte', denen Fr. Miiller, WZKM. 9, 293 noch 
np. sas 'Wanze' hinzufdgt. 

Vgl. ZDMG. 46, 251.] 

115. gfig QiQ (o-St., geu. QQoy) 'PflocV Deut. 23, 13 u. s. w., 
davon(;(jew *eijiheften'(dieLanzein denBoden) Seb. 30, 12u.s.w. 

= syr. ^Tl ^essa 'clavus'. 

Damit ist ggnAg QQun-fc ataorj Lev. 19, 27; 3 Maccab. 4, 6; 
FB. 253, 1 (Haarbiischel, auf der Mitte des Kopfes stehen ge- 
blieben, nachdem die Haare ringsum abiasirt sind) nicht zu- 
sammenzubringen . 

116. i^lrqj/ibiuj pegenay [peganay) 'Raute*, rtriyavov Luc. 
11, 42, Mech. Fabeln p. 49, Galen 

== syr. fcOSlfc, W3i*^fc peyahd aus gr. Ttrjyavov ^peganum har- 
maW. 

117. tp/iiJiuniliiuj pilisopay (i-St.) 'Philosoph' Apg. 17, 18 
u, s. w., iayon pilisopayakan 'philosophiscji' FB. 94, z. 3 v. u., 



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318 U. 2. Abschnitt: SyriBche WOrter. 

Tiaz. 42, pUisopayuUun 'Philoeophie' MX., pUisopayel 'philo- 
sophiren' Leb. d. Heiligen (Venedig 1874) I, 139 

= syr. \SQ^'G^^'t filosofa aus gr. (pLk6ooq>og. 

Arm. pilisopay vom 12. Jhd; an = ^ Kirch ensaiigei\ 

118. yfr^^iHor^^ jW«^a(?i 'Philister' Gen. 10, 14, 1 Kg. 27, 1 
u. s. w., Ag. 134, Vardan 21, 22, plist dass. Philo Paralip. 
(Venedig 1826) p. 380 

= syr. if!^tWbt pliitaya, hebr. />d/wf^, pl.j?a7t^^m*Phili8ter', 
LXX. OvkcOTelfi (neben aXl6(pvkoc = arm. ailazgi-^, 

119. i/ip^b^iP prk-em 'befreie, errette, erlose, heile' Mt. 
9, 21, 22; 14, 36; Mc. 5, 28; 6, 56 u. s. w., alt und haufig 

= syr. pnfc peraq ^salvavit, liberavit, redemit', Aslvoxi. paroqa 
'Erloser', purqana 'Erlosung*. 

Arm. ^r^a«-^ Xosegeld' Mt. 20, 28, Ex. 21, 30, FB. 197, 
z. 10 y. u. etc. ist eine ebenso echt aimenische Bildung wie 
prkig 'Erloser' u. s. w. von prkem, 

120. ^ui^u/umj Mahanay (i-St.) ^^Priester' Mt. 12, 4 — 5, Mc. 
2, 26,. Luc. 10, 31 u. s. w., alt und haufig 

= syr. fc^SHD kQhna 'sacerdos*, hebr. kohen, arab. kahin. 
Arm. Kahanay ist spatei *der veiheirathete Priester*. 

121. [^iu^mg kaiak (i-a St.) 'Stadt' Mt. 2,23; 10, 14, 15, 23; 
21, 17; 23,24 U.S.W., alt und sehr hS^ufig, stimmt nicht rechtzu 

syr. fc^DHD karx^ ^Stadt' (stat. abs. wohl k^rax)- 
Andreas in Pauly-Wissowa's Realencyclopadie s. v. Akola 
stellt arm. kaiak zu mazandar. -kald ^Stadt, Dorf und vergleicht 
np. Ao/a^'Burg, Marktflecken*. Mir nicht wahrscheinlich. — Aus 
dem Armen. entlehnt ist osset. kalaky georg. Jcalaki u. s. w.] 

122. _guiq^iuj ^aWeay(t-St.)*Chaldaer, Sterndeuter,Wahr- 
sager' Daniel 2*, 2, 4, 5, Euseb. Chron. u. s. w., davon Kaide- 
akan 'chaldaisch* (Schrift, Sprache, Weisheit), kaidearen *auf 
chaldaisch', kaidea^i ^Chaldaer, chaldaisch', kaideuHun 'Astro- 
logie' FB. 252, 10—11 u. s. w. 

= syr. fcl*^'lbD Xaldaya 'Chaldaeus, magus', x^^V^^ 
'magia', gr. Xakdalog 'Chaldaer, Astrolog, Sterndeuter'. 

Wie verhalt sich dazu ^guiuqJrutj kavdeay (t-St.) 'Wahrsager' 
FB. 165,5; 166,3, 6, 29; Eznik 154,156, El. 16,24 (neben mo^^ 
'Magier') MX. 150, z.6v.u., Sb. 22,5; 45, z.2 v.u. (= Magier), 



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II. 2. Abachnitt: Syruche Wftrter. 319 

£atH;^24^ttm'Wahi8agung,Magie'Eznik 184, El. 14, 10 (»Magier- 
thum, Mavdeuiiun und alle Lehren seines Reichesu)? 

123. ^ufugutp ^an>5ar (o-St.)*Talent' (als Summe) iMaccab. 
11, 28, Mt. 18, 24, MX. 70, z. 2 v. u., 98, 2 u. s. w, 

= syr. K"^D3 hakkdra 'talentum', hebr. kikkar, 

1 24. ^wpa^ Karoz (i-a St.) 'Herold, Verkiindiger' 1 Tim. 2, 7, 
FB. 15, 1 U.8.W., alt und haufig, davon Karoz-em Verkiindigen, 
predigen' Mt. 3, 1; 4, 17; 11, 1; Mc. 1, 14; 5, 20 u. s. w. 

s= syr. ^TO karoza ^nuntius, praeco', aram. karoza 'Herold* 
Daniel 3, 4, k^raz 'oflfentlich ausiufen' (gr. xrjQv^j xrjQvaaeLv?). 

125. ^utgiup kakar (t-aSt.)*Fladen*, Xayavov^ nurim A.T. : 
Ex. 29, 2, Lev. 2, 4, Num.6, 15, 19, 2 Kg. 6, 19, 1 Chron. 23, 29 
stimmt lautlioh nicht recht zu 

syr. fcttininn xaxurta (pi. xaxra&a) 'placenta' Ex. 29, 2 
u. s. w. — Vgl. hebr. kikkar 'placenta'? 

126. ^iup knar [i-a St.) 'Zither' Gen. 4, 21 u. s. w., davon 
^naroAar 'ffitherspieler' Ape. 14, 2 

= syr. fc^niD kennaruy hebr. kinnor 'Zither', gr. tuvvqcc, 

127. ^ac^iiuij kuinay (t-St.) eine Hiilsenfrucht, niir Geop. 
(neben Saubohne, Kichererbse und Linse genannt) 

= syr. K3"01D kuina 'Linsenwicke, Erve', arab. ^^i^kuSna 
yicia . 

Da arm. kuinay nur in den aus demAiab. iibersetzt^ Geop. 
voikommt, kann es auch arab. Lw. sein. 

Aeltere Formen dieser Worter liegen voy in 

^uuiiR krsamn (instr. krsamamb, var. ktsamn) nur im alt. 
Wb. und bei Euseb. Kircheng. 158, z. 17 v. u. fur gr. oqofios 

= np. karsana A. M. 76, 5; 198, 5 'Ervum Ervilia, Erve' 
Achund. p. 110 und 257, arab. karsanna^ heute in Syrien kur- 
senna J jud. mischna-hebr. nj'^'D'JS. Pers. Ursprungs? 

Vgl. Ges. Abh. p. 59; Low, Aram. Pflanzennamen p. 228. 

128. ^aiMpputj kusiiay 'Monchskapuze' Evagrius (5. Jhd.), 
Steph. Orb., Oskiph. u. s. w. 

== syr. Wn^'O'lD kosld-a 'cucullus'. 

129. ^nLpuij kuray («-St.), auch kray 'Schmelzofen' Cyrill., 
Osk. Es., Thom. u. s. w. 

Kfi miD kura 'Ofen', np. n^^ 'fornax'. 



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320 n. 2. Abgchnitt: Syrieche Worter. 

130. ^nupiP Surm (t-a St., gen. ^nwt) 'Gotzenpriester' Gen. 
41, 45, Ag., Zenob 25, 9, 20, Michael u. s. w. 

== syr. uniOi^'D kumrd 'sace^do8^ 

131. _ftpap.tg Rrobe-R (t-St., gen. /Irobetg) 'Cherubim' Ex. 
25, 18, 19, 20, 22 u. 8. w. (oft in der Bibel und theologischen 
Werken) 

= syr. fc^linD krowa [kdrdwa\ pi. krowe (mit o nach 08t- 
syri8cher Tradition). 

Auch ^nijjp-kg KrobeR geschrieben, daneben XerobeXy Rei^o- 
beR und JcerobK (3 Kg. 7, 29), sing. Rerob (Ex. 36, 8). Bei. 
Ephrem u. 8. w. auch Rrobim^ Rerobim^ Rerobim == gr. x^Qovfisift, 
XSQOvfillUy sing. x^QOv^ Ex. 25, 18 aus hebr. korummj sin^. 
karuto, 

Davon beeinflusst ist upnp.kg srobeR (srobeRy gen. srobeig) 
*die Seraphim' Jes. 6, 2, 6, auch in vielen Compos. = syr. Kfi'^D 
srqfe, gr. asQacplfj, hebr. sarafim, 

132. ^jt^nciP RrRum 'Crocus' Hohelied ^4, 14, MX. 163 
(RrRm-avet), MGg. 616, 13 u. s. w. 

= syr. fcWaD"l1D kurkama 'crocus sativus', hebr. karkom Hohe- 
lied 4, 14, arab. kurkum, phi. kulkem (fur kurkum?) Bdh. 65, 2, 
skr. kunkuma- 'crocus sativus'. 

133. _go^ = ^utLi^ Raui («-St.)'Ziegenbock' Gen. 15, 9, Num. 
29, 22 u. s. w. 

= syr. «tDSD kewSa 'vervex', arab. kabs 'aries', hebr. telD 
kebes 'Schaf lamm'. 
Vgl. Fraenkel 109. 

Unter den vorangehenden Wortern sind hundert und einige, 
die mit Sicherheit als Lehnworter aus dem Syrischen anzu- 
sehen sind. Yon diesen besteht die kleinere Halfte aus selte- 
nen oder gelehrten Wortern, die grossere Halfte aus mehr oder 
wenigergebrauchlichen Wortern. Die meisten lassen sichschon 
in Werken, die dem 5. Jhd. zugeschrieben werden, nachweisen, 
spater nur die folgenden : amiray 'Emir' (aus dem Arab.) 7. Jhd., 
gurpay 'Strumpf'(?), coior 'Thymian 13. Jhd., maxai 'Pack- 
nader(?), iukay 'Markt' 12. Jhd., huimay 'Sesam' 11. Jhd., 
suspay 'Weihtuch' 14. Jhd., 5o/>^'Buch' 10. Jhd. (oderfriiher?), 
tarmal 'Beuter(?), Ruhnay 'Erve' 13. Jhd. (aus dem Arab.?). 



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n. 2. Abschnitt: Syrische WOrter. 321 

Moglich, dass einige nur zufallig sich nicht schon fiiiher nach- 
weisen lassen, wahrscheinlioh abei sind sie erst spat auf litte- 
Tarischem Wege — durch gelehrte Vermittelung — zu den 
Aimeniern gekommen. Denn, wie oben p. 285 Anm. 5 bemerkt, 
haben die Aimeniei noch bis ins 13. Jhd. einzelne syrische 
Werke iibersetzt, zu einei Zeit als die alte Landesspiache 
Syriens langst vom Aiabischen veidiangt war und nur noch als 
Schrift- und Gelehrtensprache fortlebte. Ob aus der in zer- 
streuten Resten noch jetzt erhaltenen Yolksspiache einige 
Worter (wie z. B. das verbreitete Sukay) ins Aimenische einge- 
diungen sind, kann ich nicht beuitheilen. 



Hftbecbmann, Armenische Grammatik. 21 

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III. Theil. 
Die griechischen Lehnwdrter im Armenischen % 



Wahrend in den Nachbarlandern Armeniens, in Syrien, 
Kommagene und Kappadocien, Griechisch die Sprache der 
LitteratuT und Bildung, dort in der alteren romischen Zeit, 
hier in dei spateren Kaiseizeit war 2), ist Armenien, um Momm- 
sen's Ausdiuck zu wiederholen (s. oben p. 11), »auch untei der 
langjahrigen romischen Herrschaft immer ein ungriechisches 
Land geblieben «, in dessen Sprache wir in der altern Kaisei- 
zeit noch keine oder doch erst wenige durch Yermittelung der 
hellenisirten Nachbarn eingefiihrte griechische Lehnwortei zu 
linden erwarten diirfen ^). Erst nach seiner Bekehrung zum 
Christenthum (Ende des 3. Jhd.) trat, wie oben p. 281 dar- 
gelegt ist, Armenien in engere Beziehungen zum griechischen 
Reiche, die nur bald wieder gelockert wurden dadurch, dass 
sich Armenien unter dem Konig Pap (367 — 374) kirchlich un- 
abhangig von Byzanz machte und seit dem 5. Jhd. dauernd 
in dogmatische Streitigkeiten mit der griechischen- Kirche ver- 
wickelt blieb, abgesehen davon, dass die persischen Konige 



1) Vgl. Brockelmann, die griechischen Fremdworter im Armenischen 
ZDMG. 47, 1—42. 

2) Mommsen, Romische Geschichte V, p. 453 und 306; Th. Reinach, 
Mithridate Eupator p. 239. 

3) Ich sprecheunten p. 329 die Vermuthung aus, dass das filteste griech. 
Lw. das Wort kaisr = gr. xalauQ ist. Gerade dieses aber kOnnte am ehesten 
direkt von den ROmern in den Partherkriegen des ersten Jahrhunderts nach 
Armenien gebracht worden sein. — Der unter Tigranes von Armenien 
(1. Jhd. Tor Chr., s. oben p. 10) gepflegte Hellenismus (Th. Reinach, Mithri- 
date Eupator p. 344 — 345) hat auf die Sprache keinen Einfluss getlbt. 
Ueber seinen Einfluss auf die Religion s. Gelzer, Zur armenischen Gdtter- 
lehrep. 137. 



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III. Theil. Die griechischen Lehnwdrter im Armenigchen. 323 

als Oberherren Armeniens steiig darauf bedacht waren, der 
Annaherung dieses Landes an Giiechenland nach Kraften ent- 
gegenzuwirkeoL. Als niin im 5. Jhd. die nationale Scbiift^) 
erfunden und eine nationale Litteiatur durch Uebeisetzung 
weniger syrischer (s. oben p. 284, 285) und massenhafter grie- 
chischeiWerke^) begriindet war, wurde dieselbeimVereinmit 
der Religon swar zu einem Band, das Armenien geistig mit 
Giiechenland verkniipfte — wie sie andrerseits zur geistigen 
ScheidewandzwischenArmenienundPersienweidenmusste — , 
wai aber, da sie zu dem Volk in seiner eigenen Sprache ledete 
und gleich in ihren ersten selbstandigen Werken nationalen 
Geist und Patriotismus athmete, nicht eben geeignet das aime- 
nische Yolk und seine Sprache zu hellenisiren und hat im 
Gegentheil vorziiglich dazu beigetiagen, die nationale Eigen- 
art dieses Yolkes zu schiitzen und zu erhalten. Untei diesen 
Umstanden erklart es sich eineiseits, dass wir zwar in den ar- 
menischen Werken griechisch gebildetei Autoren, besonders 
in den zahlieichen Uebersetzungen aus dem Griechischen viele 
griechische Wortei vorfinden, andrerseits aber auch, dass die 
Zahl der im Armenischen wirklich eingebiirgerten griechischen 
Worter eine beschrankte geblieben ist. Wenn einer der an- 
gesehensten Schriftsteller der 2. Halfte des 5. Jahrhunderts, 
EliSe, ein christlicher Geistlicher, Griechenfreund und Perser- 
feind, in seiner Geschichte Yardans und des Kri^es der Ar- 
menier auf 153 Seiten armenischen Textes (der Ausgabe 
Yenedig 1859) nur circa 20 griechische Lehnworter^) (ohne die 



1) Sie ist nach meinen und Gardthausen's Ausfahningen ZDMO. 30, 
62flg. und 74flg. griechischen, nach Fr. Mailer, IVZKM. 5, 172; 8, 155 flg., 
syrisch-persischen Ursprungs. Ich kann Fr. Mdller nicht beistimmen. 

2) Sie sind zu zahlreich, als dass sie hier aufgez&hlt werden kOnnten. 
Vgl. den ELatalog der alten arm. Uebersetzungen, Venedig 1889 (neuarme- 
nisch) p. 1 — 764 und oben die Einleitung. 

3) Nfimlich: 1) barharos 'Barbar', 2; gai-agil 'Kafig^, 3) gehen 'H6lle*, 
4) ekeiei^i 'Kirche', 5) episkopos 'Bischof , 6) katolikos 'Katholikos' (kat'^o- 
iike 'katholisch*), 7) kaisr 'Kaiser*, 8) kantei *Lampe', 9) heCanos 'Heide* 
(hefanoaakan *heidnisch', hefanosufiun 'Heidenthum'), 1 0) martiroa *M&r- 
tyrer, 11) mek'enai-U 'R&nke', 1 2) /?or"nA;M<'ittn 'Hurerei', 13) «a/mo« 'Psalm*, 
14) sinklitos 'Senat*, 15) skuti 'Schassel', 16) p'^os 'Graben , 17) K'rittos 
'Christus* (kWistoneay 'Christ*, Uristoneufiun 'Christenthum*), 18) Uor- 
epxakopoa^QYiothisQihof ^ \^)A8ori*^Ytei [Asorestan^K^fijiien^ Asoreaianeay 

21* 

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324 ni. Theil. Die griechischen Lehnwditer im Armenischen. 

Ableitimgen) gebraucht, wahrend er die langst einheimisch 
gewordenen persischen Lehnworter in grosser Menge verwen- 
det, so glaube ich nicht weit von der Wahrheit abzuirren, 
wenn ich annehme, dass von den unten verzeichneten nahezu 
500 Lehn- und Fremdwortern am Ende des 5. Jhd. nicht viel 
mehr als 50 griechische Worter (die Ableiiungen nicht ein- 
gerechnet) in der Sprache des armenischen Volkes und der 
Gebildeten (nicht der Gelehrten) zu Hause waren. Und spater 
ist das nicht viel anders geworden *). Freilich ist es nicht mog- 
lich eine scharfe Grenze zu ziehen zwischen Wortern, die dem 
ganzen Volke vertraut geworden waren, und solchen, die auf 
die Sprache der Litteratur und Bildung beschrankt blieben, 
wie sich diese Grenze auch nicht ziehen lasst zwischen litte- 
rarisch haufigen, litterarisch selteneren, litterarisch vereinzelten 
und den bios aus der griechischen Vorlage umschriebenen Wor- 
tern. Ich theile daher auch das Material nicht mit Brockel- 
mann in drei Theile: Lehnworter, Fremdworter und nur in 
Uebersetzungen vorkommende Worter, da es, wie bemerkt, 
nicht moglich und naturgemass auch Brockelmann nicht ge- 
lungen ist, diese Theile sachlich befriedigend von einander zu 
scheiden. Ich verzeichne vielmehr unten das Material in alpha- 
betischer Folge und gebe zuvor nur eine Uebersicht der Worter, 
die nach meinem subjectiven Ermessen in der alteren Volks- 
und Gebildetensprache einigermassen einheimisch gewesen 
sind, unbekiimmert darum, ob ich bei meiner Scheidung ein 
Dutzend oder mehr Worter irrthiimlich auf die eine statt auf 
die andere Seite gestellt habe. 

Die Frage, ob die in Uebersetzungen vereinzelt vorkom- 
menden Worter iiberhaupt aufzunehmen seien, habe ich bejaht, 
allerdings nur in der Erwagung, dass ihre Mittheilung jeden- 
falls nicht schaden, vielleicht aber geringen Nutzen bringen 
kann. Nur nach Yollstandigkeit, auch wenn sie zu erreichen 
ware, glaubte ich bei dieser Art Wortern von vornherein nicht 
streben zu sollen, habe mich vielmehr damit begniigt, das 



'AsByrer*), 20) Horom-li 'Rdmer . Das (unvoUst&ndige) Qlossar von Johan- 
nisean^ lur Moskauer Ausgabe 1 892 fQhrt ausserdem noch balani-k' 'Bad' 
an, das ich nicht finden kann. Die n&heren Angaben siehe unten. 
1) Doch vgl. WZKM. 6, 172. 



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III. Theil. Die griechischen LehnwOrter im Armenischen. 325 

Material Brockelmann's um einige zufallig gefundene Wortei 
zu vermehren und es im Uebrigen moglichst zu berichtigen 
und zu verbessern. 

Was das Aimenische an lateinischen Lehnwortern besitzt, 
ist fast immer durch das Giiechische hindurch gegangen. Doch 
werden einige Worter auch direkt aus dem Lateinischen ge- 
nommen sein, da in spater Zeit ^) die katholisirenden Armenier 
(die Unitoren im 14. und 15. Jhd.) auch lateinische Schriften 
in das Aimenische iibeisetzt haben ^j. Nur diiifte deren Zahl 
sehr gering sein. Die urspriinglich hebraischen Elemente, 
die Wb. verzeichnet ^), stammen alle aus dei Septuaginta, sind ' 
also auch durch das Griechische hindurch gegangen und im 
Uebrigen^ von den Namen abgesehen, der Sprache ganz fremd 
geblieben. Sie bieten kaum ein Interesse und sind bis auf 
sehr wenige hier beiseite gelassen worden. Gering ist auch 
die Zahl der franzosischen Worter, die in der Zeit der Kreuz- 
ziige, als ein armenisches Konigreich in Cilicien (1198 — 1375) 
bestand, ins Armenische gekommen sind. Ich habe sie hinter 
den griech. lat. Lw. fiir sich aufgefiihrt. 

Was die lautliche Seite dieser Lehnworter betrifil, so ist 
Yor Allem zu beachten^ dass in der alteren Zeit die folgenden 
griechischen Buchstaben regelmassig diirch die unter ihnen 
stehenden armenischen wiedergegeben werden: 



1) Uebrigens hat schou Nerses von Lambron (12. Jhd.) einige Send- 
gchreiben der PSpste Lucius III und Clemens III aus dem Lateinischen ins 
Armenische iibersetit. 

2) So Fra Martinis Lebensbeschreibungen der rOmischen Kaiser und 
der Papste sowie Mastoc jahk. (14. Jhd.), Werke des Steph.Leha^i (17. Jhd.) 
etc. Vgl. Neumann, Versuch einer Oesch. d. arm. Lit. p. 212 — 219 und 
247 flg. 

3) Vgl. z. B. apYo 4 Kg. 2, 14 = atpcput = hebr. wn-C]5< 'denn nun ; 
ap^j/tMofA'Eig. 1 5, 5 = i((p(pov<J(ti& = hebr. n'^^TBH xafaild^ {xaf98u&) *Siech- 
thum oder Absonderung*? u. s. w. Im N. T. finden sich die Umschriften 
einiger aram&ischerWOrter, die auch in die armenische Uebersetzung Qber- 
gegangen sind, vgl. arm. talitay 'M&dchen Mc. 5,41 = gr. xaXi^a (fem. su 
K'^bis =5 arm. Uay, s. oben p. 317); arm. maran at a \ Kor. 16, 22 = fiaQccy 
«^« u. 8. w. Auch von diesen sind unten nur ein Paar angefflhrt worden. 



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326 ^11* Theil. Die griechischen LehnwOrter im Armenischen. 



gr- 


a 


^ 


y 


d 


€ 


^ 


arm. 


ut a 


^b 


t9 


.^d 


It e 


^z 


gT- 


1 


d- 


I 


X 


l 


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arm. 


It e 


pi 


hi 


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^l 


tT 771 


gr. 


V 


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Q 


a 


arm. 


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a 


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P^ 


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gT- 


T 


V 


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X 


M> 


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arm. 


m t 


pLiu,/,i 


•bP 


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i^upS 


a 


g^- 


at 


€1 


av 


ev 


ov 




arm. 


y e 


hi 


OIL att 


bL eu 


HL U 





Dazu ist aber Folgendes zu bemerken. 

Fiir ^ = arm. b (naoh Vocalen und Consonanten) erscheint 
arm. v (nach Vocalen) in einigen spateren Fallen: Jdvos = yiv^ogj 
manklav =^ fxayy.Xa^iOv^ pafavatos {= parabafos) =^7taQa(iaTrjgy 
savan = ad^avov (10. Jhd. imd spater). Dazu Vasil (Kaiser) = 
Baallecog Arist. 3flg. (11. Jhd.) uadvtffn= (irAiov. — Fiir d = 
arm. d erscheint arm. 7'nur in lampar [lambafy iampar) = kafiitad- 
und kalapar *) = Y.aXo7t6dioVj die vermuthlich zu den altesten 
griech. Lehnwortern gehoren (vgl. P. St. p. 201), da in den 
Wortern, welche in historischer Zeit (seit dem 5. Jhd. n. Chr.) 
entlehnt sind, fremdes d nur noch durch arm. d wiedergegeben 
wird. — Fiir e = gr. € und i] wird in Endsilben haufig t ^ 
geschrieben 2). Griech. i] ist im zweiten Jahrhundert n. Chr. 
in Griechenland zu i geworden, hat aber in der Sprache der 
Gebildeten »noch bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. den ^-Laut 
bewahrtf^). Auch das Gotische des 4. Jhd. giebt griech. i^ 
regelmassig durch e wieder. Entsprechend wird auch, wie oben 
bemerkt, im Armenischen gr. i] in der Kegel durch b e (in End- 
silben dafiir t e geschrieben) wiedergegeben, aber nicht nur in 
Lehnwortern des 4. Jhd., sondern auch in solchen der folgen- 
den Jahrhunderte, als ob die gelehrte Tradition die alte Aus- 
sprache in Armenien langer als anderswo festgehalten hatte. 
Daneben finden sich freilich auch die Spuren des volksthiim- 
lichen ry = i in folgenden Wortern : Yisus ^Jesus* N. T. ='lrjaovg 

1) Siehc oben p. 163. 

2) Ueber das gesprochene tea. oben p. 14 Anm. 1. 

3) Blass, Aussprache des Griechischen "^ p. 35. 



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III. Theil. Die griechischen Lehnwdrter im Armeniechen. 327 

5.Jhd., Grigor s. unten p. 334 = FQrjyoQiog 5. Jhd., akumit = 
axolfir]rogb,3hd,f a?tdilips= avTllrjipcg 12. Jhd., andliterion = 
avrXriTrjQU>v 7. Jhd., argites-K = aQyfjreg 8. — 9. Jhd. ?, apt- 
merinos = IcpYi^BQivog 12. Jhd., dialik = diad^rjxr] 12. Jhd., 
dimos = dfjfxog 5. Jhd., liyat = Irjyarov 12. Jhd., kiunikn = 
xvnfjyiov 7. Jhd., komit = xo(ii]rrjg 8. — 9. Jhd. ?, magnit = 
fiayvrJTig 8. Jhd., meiiaris = inXuxqriatov 7. Jhd., fnt'/on = 
urjlov (Nonnos), podiri = TtodrjQrjg (Damask.), stunklitos = 
aiyxkrjTog 5. Jhd., skiptos = oxrjTtTog 8. — 9. Jhd. ?, ^efe^i = 
relen^ 8. Jhd. Fiir gr. rjQ erscheint iur in biurei = ^riqvkkog 
5. Jhd., iiurake (neben ieriake) = d'rjQtami^ 5. Jhd., Biuros = 
BrjQcoaaog MX. 8. In zwei Fallen ist »y duich echtes (wirklich 
gespiochenes, nicht bios geschiiebenesj f e*) wiedergegeben 
worden: in ket (gen. kiti) = xtTog, neben dem als gelehrte 
Form ketos und kitos (5. Jhd.) steht und in kartes (gen. kartisi) 
^'XCiQTrig (neben ^ar^), beide in der l.Halfte des 5. Jhd. mehr- 
fach belegt. Da2u Moses (gen. Mosisij = Mojorjg] auch Nerses, 
8. oben p. 57. — Aim. ijr ^ ist der regelmassige Vertreter von 
persischem, syrischem und griechischem I der alteren Zeit. 
Nur in biblischen Namen auf -el erscheint im Armenischen 
fwenigstens in denTexten) immer-^/, nicht -ei: Daniel, Samuely 
Manuel, Israyel^). Als aber spater, etwa im 8. Jhd. ^), arm. i 
in y iiberging, konnte in neu entlehnten Wortern nicht mehr 
i^ = y fur fremdes I zur Anwendung kommen, sondern das 
helle i^ = I musste dafiir eintreten. Spatere Schreiber haben 
dann beide Laute durcheinander geworfen, so dass nun haufig 
q^ und ^ nebeneinander stehen und, da kritische Texte iiber- 
haupt noch nicht existiren, die Entscheidung, wo i^ oder ^ zu 
setzen ist, oft schwierig oder unmoglich ist. Mit dem jiingeren 
Lautwerth y erscheint t^ in: iuqmp/ilfn% ayarikon = ayaqixov 
12. Jhd., i^iuinqnu dialoyos = diaXoyog 13. — 14. Jhd., Jiquim 
liyat = IrjyaTov 12. Jhd. Dazu fiaLiii»up Bulyar Steph. Asol. 
252 (Ende 10. Jhd.) u.s. w. = BovXyaqog. — Fiir gr. o und to 
tritt in der gesprochenen Sprache o (arm. n) ein, da das Arme- 

1) S. p. 326. 

2) Auch wenn sie aus dem Syrischen kommen, vgl. Hahtl^ Smuel. 
Freilich schreiben die filtesten Handschriften auch hier i: laraytl u. s. w., 
allerdingg auch ail *aber\ das doch wohl ail gesprochen worden ist. 

3) Siehe ZDMG. 46, 257. 



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328 in. Theil. Die griechischen Lehnwdrter im Armenischen. 

nische nur kurze (einfache) Vocale hat*). Doch schieibt man in 
gelehrter Weise n #^ (d. i. ov) fiir gr. lo und scheidet es so von gr. 
o = arm. «, obwohl die Aussprache in beiden Fallen dieselbe blieb 
= 0. Daher denn auch manchmal n/^ fiir gr. o mifisbrauchlioh 
ge&chrieben wird. Im 12. Jhd. wurde das Zeichen o fur den aus 
altem au entstandenen einfachen VocaP) eingefiihrt, das nun 
seinerseits in den Handschriften und Drucken mit a zu wech- 
seln anfangty so dass seitdem (gesprochenes) arm. 6 = gi. o 
und CO als n^ nil_ und o geschrieben werden kann. — Fiir gr. q 
erscheint in alterer Zeit arm. ^ = r, in sp'aterer Zeit wird aber 
auch h'aufig a = r geschrieben. Anlautendes q wird durch -fa = 
hr^\ inl. qv durch lA = rn wiedergegeben. — Tonendes cj/i er- 
scheint der Aussprache gemass als ^iT = zm, — Griech. vr wird 
arm. zu nd (bisweilen nt geschrieben). — Fiir gr. v = arm. tw, t 
erscheint e vor I in biurei=firjQvkkog, gongei=yoyyily]^ konMei 
= TtoyxvXrj (vgl. il= arm. e/ZDMG. 46, 23 1 und Kiurei Laz. 583 
= KvQillog). — Spatgriech. x als icA-Laut, der im Armenischen 
fehlt, wird durch ^ = S vertreten ^) : arsimantrttnnd ariiepiskopos 
Leb. d. Vater = a^/t^/a^d^/rijg, aQxtSTtianoTtog (neben alterem 
arKimantrit und arRepiskopos\ moloh = iioXoxtj Leb. d. Vater, 
hloros = x^^Q^^ 12. Jhd. — Fiir anlautendes xp ist arm. 8 ein- 
getreten in dem eingelmrgerten Lw. saimos = ipalfLiog 5. Jhd. 
(neben gelehitem psalmos 12. Jhd.). — Geminirte Consonanten 
sind im Armenischen nicht vorhanden, daher wird, von gelehr- 
ten Transscriptionen (hellen ="Ellrjv) abgesehen, gr. xx, II, %%^ 
aau. 8. w. im Arm. als ^ = A {ekeie^i = cxxAi^a/a), q^ = i (biuret 
= (irjQvkkog)j1b = ?i, u = s u. s, w. geschrieben und gesprochen. 
— Fiir gr. of, das nach dem 2. Jhd, p. Chr. in Griechenland 
zu Vj im 9. und 10. Jhd. zu c wird, erscheint entsprechend 
arm. u^) und i: akumit = anolfirjTog 5. Jhd., ptcetes = 

1) S. oben p. 14. Uebrigens fielen auch in der griech. Volkssprache 
V und &> zuBammen, vgl. KZ. 30, 594 flg. 

2) Dass utL = altarm. au schon Tor dem Jahre 1000 die Geltung von 
o hatte, beweist der Umstand, dass utL (= au) bereits in sehr alten Hand- 
schriften (um das Jahr 1000) manchmal fQr a (= o) eintritt (z. B. sin-aui 
neben kar-oi u. s. w.). 

3) Vgl. Hfop^anos Koriun 10 = Hf'up^anos Laz. 40 fQr gr. ^Povfplvog. 

4) Entsprechend der t5nende tcA-Laut durch £: ma^istfoa Steph. AsoL 
253 = (jtayiaxQog, Dio^n (Kaiser) Arist. 112 = Jioyivrjg. Vgl. Thumb, 
Handbuch der neugr. Volkssprache § 21. 

5) Dafar \u in pUunik asori Mc. 7, 26 = Svqo(polyiaaa. 



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III. Theil. Die griechischen LehnwOrter im Armenischen. 329 

noir^Trjg 5. Jhd., parekimanos = TtaQaxocfitJfievog 11. Jhd. — 
Fiir ev finde ich arm. o in zom 7. Jhd. = ^evyfxaj das friih zu 
*^ev^ia geworden sein muss ^), ebenso in oiogomean = evloyrj- 
ju^yi^ (7. Jhd.), falls hier nicht direkteyocalassimilationvoiliegt. 
War arm. eu fiir gr. ev nur gelehrte Transscription^) (vgl. Zeus 
David 167, 627 = Zsvg) ? — Gr. ai, das im 2.-4. Jhd. p. Chr. zu 
e geworden war und im Arm. sonst stets als e erscheint^), liegt 
nui in kautr = naiaaQ^) 5. Jhd. (neben gelehrtem kesar 5. Jhd.) 
noch als ai vox. So scheint A;ai>r das alteste griech. Lw. im Aime- 
nischen zu sein, wie A'ai^er das alteste lat. Lw. im Geimanischen 
ist (nach Kluge, Etym. Wb. der deutschen Sprache s. v. Kaiser). 
Von den sonstigen Veranderungen, die die griechischen 
Worter beim Uebeigang ins Armenische erfahren haben, hebe 
ich hier nur die wichtigeren hervor^j. Es iindet statt: 

1) Beseitigung des Hiatus zwischen Yocalen durch Aus- 
stossung des ersten Yocales: iatr (neben gelehrtem ieatron) = 
-d-eargov, prast=7tqoctareioVj Kirakos= KvQuxTiog, oder durch 
Einschub von y, v: aer = ayer = gr. ajj^, stoyikea?i = orvjl- 
xo^, Israyel = ^lOQaqk, Savul = 2aovl, Z^evond = Aeovviog^ 
oder h\ Abrahaniy Isahak^ gehen^) etc. s. oben p. 290; 

2) Einschub von e oder a zwischen Consonant und folgen- 
dem /, n: garagei = yakeayQa, ekeUgi = inxkrjala, tapei = 
Tccfika, speiani = a7ch]vlov, heianos = ed^og ') ; 

3) Assimilation von Vocal en: apabahamon = 07tofialaaf40v 
(mit Anlehnung an die Zusammensetzungen mit apa-y s. oben 
p. 102 — 103), aparpi = evcpoQ^ioVj boboion =. fiovfiakogy bo- 
nosos = ^ovaaogy dalapr = dolabrUy lingiron = IvyyovQioVy 
koroiidn = noQakkwVj meiedi= fi€lq)dlay mesed% = *(jiea(x)du)Vy 
vgl. fuaipdogy mekenay = f^r]xccvriy momos 'Posaenieiasex = nifiog 
(vgl. ^uofiog?) monozon = fiovdKioVy yopop = eitoxlJ (vgl. KZ. 32 

1; Vgl. Blass, Aussprache des Qriechischen^ p. 87. 

2) Vgl. noch Yustat" = Ev ataxias Sb. 96. 

3^ Vgl. auch Kesarta FB. 3l> flg. « KaianQeire. 

4) Vgl. Blass, Aussprache des Griechischen 3 p. 66. 

5) Vgl. im Uebrigen die AusfCLhrungen Brockelmann's ZDMO. 47, 
37 — 42, mit denen ich aber nicht in alien Fimkten einyerstanden bin. 

6) Also: zwischen denselben Vocalen wird A eingeschoben ; bei ver- 
schiedenen Vocalen wird 1 ) wcnn der zweite a ist, der erste elidirt, 2) wenn 
der zweite «, e, » resp. o, u ist, y reap, v eingeschoben. 

") Vgl. poioiay = syr. plafia, gr. nXaisln. 



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330 ni. Theil. Die griechischen LehDwdrter im Annenischen. 

p. 357), oiogomean = €vloyr]fiivrj (s. p. 329 oben), oiompiad^) = 
oXvfiTtidgy patagros = TtodayQog^ sengelos = ovy^eXXog, Ueber 
lakan = gx, lexavrj und kaxdvrj s. oben p. 157 undKZ. 32,355; 
4) Vocalschwund^): apsndin = aiplv&wv Leb. d. Vater, 
zmrnitean (^ar) = afivQlvfjg (Xl-^og) 13. Jhd., Mmidr [khnindr^ 
kolomintr) = usQafilg 10. Jhd., knkui = xovtcovHcov? 7. Jhd., 
mion = ixLltov 5. Jhd., ndrun (nadrun, nalrun] = vLtqov 
13. — 15. Jhd., pnak = niva^ 5. Jhd., sndon = aivd(uv Leb. d. 
Vater, stepHn = aracpvXivog 12. Jhd., sring = avQiy^ 5. Jhd., 
sprid Leb. d. Vater neben spiurid und piurid = OTivQig 5. Jhd., 
tpazion = zoTtd^wv 5. Jhd., trmes = TQLfxiaaiov 7. Jhd. Dazu 
der Name Ptiomeos = IlTokefiaiog, vulg. Ilrokofiaiog KZ. 
32, 326. Die Zahl dieser Worter ist gegeniiber der Menge von 
Wortern, in denenkein Vocal, auch nicht / oder w gesch wunden 
ist, 80 gering, dass nicht daran zu denken ist, dass hier die Wir- 
kungen der armenischen Vocalgesetze 3) vorliegen, wie Brockel- 
mann ZDMG. 47, 40 vermuthet hat. Es verhalt sich mit den 
griechischen Lehnwortern wie mit den neupersischen und ara- 
bischen : auch diese haben zum Theil die Vocale a, ?, u ausge- 
worfen, zum grossten Theil aber bewahrt, ein Zeichen dafiir, 
dass bei der Entlehnung Unregelmassigkeiten wie im Conso- 
nantismus so auch im Vocalismus vorkommen, nicht aber dafiir, 
dass hier Sprachgesetze gewaltet haben. Die armenischen 
Vocalgesetze haben eben nicht mehr auf die in histo- 
rischer Zeit neu entlehnten Worter gewirkt! Ihr 
Wirken konnte also nur vermuthet werden bei denjenigen Wor- 
tern, die im 5. Jhd. bereits im Armenischen eingebiirgert, also vor 
diesem Jahrhundert entlehnt worden sind, wie z. B. bei pnak, 
Aber man bedenke, dass eines der altesten (3. Jhd.) griechischen 
Lehnworter : ^pftumnu K ^ristos = XQiarog die Wirkung j ener Ge- 
setze nicht mehr erfahren hat, da e8Sonst*/LV5/oAlautenmiis8te^; 

1) Vgl. auch Olompi = 'OXvfjtniag Frau dea KOnigs Arsak, Tochter 
des griech. Kaisers FB. 122, Olompias Frau Philippe von Macedonien 
Pseud. 4 flg. und Torgom = SoQya^a, 

2) Schwund des anlautendenVocales nur in spatenFormen wie Aonomo^ 
= oixoyofAos Leb. d. V&ter, po^romn = inno^QOfiog 1 2. Jhd., akeptor = iSxin- 
ixag 13. — 14. Jhd., s. ZDMG. 47, 40. Vielleicht liegtin den oben genannten 
F&llen nur Vocalreduction vor w, r, / vor (nach Thumb, briefl. Mitth., vgl. 
Idg. F. II, 111). 3) Siehe oben p. 14. 

4) FftUe wie /*<r, gen. Iter u. s. w. sprechen nicht dagegen, da es Ana- 
logiebildungen (nach dustry gen. dster u. a. w.) sind. 



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III. Theil. Die griechischen Lehnw6rter im Armenischen. 331 

5) Umstellung vonVocalen: stamo^s = arofiaxogj alekat = 
^laxdrrj (doch vgl. akeyidrrj Hatzidakis Einleitungp. 30, Thumb 
Idg. F. n, 86), stoman (aus *stamon fur *stamn?) = ardfivog, 
Ueber biurel = firjQvXkog s. ZDMG. 47, z. 4 und 17; 

6) Vertauschung von r und /: garagei = yaledyQa\ tataia7i 
= rdXaqog^ TaXaQcov, 

7) Vereinfachung von Doppelconsonanz : dikator = di^rd- 
TioQj ieiea]/=pteleay=7tTek€a?y lapter= kafiTcrtjQj matutn= 
^laQTVQiov?, saimos = xpalf.i6g, sater = araTriQ, piurid = 
spiurid = anvqlg ; 

8) Einschub^) von w: menUenay = meJcenay = f.irjxci'^^', 
lambiurinios = ka^vqivd^og^ khnindr = klmidr: y.eQai,iig^ 
simindr: ae^Ldalig^ arab. samid\ kindar (einmal Yaism.) = 
kedaVy kidar = Y,LdaqLg\ knkul = -^ovyiOvlXiov^ • 

9) Einschub von r : gramartikos = yQaf^ifiarixog, marked = 
fiayi^lr], fidxellaj Barsel = BaolksLog ^j. Der Einschub von 
fi und r ist durch lautliche Verhaltnisse nicht bedingt, wird 
also durch volksetymologische Aniehnung veranlasst sein. Die 
alteste und haufigste dieser Formen ist menkenay, das ofFenbar 
durch Aniehnung an manganay^ mangiion = gr. i-idyyavov 
(s. unten das Verzeichniss der Lw.) aus dem noch haufigeren 
mekenay = (.irjxcivri entstanden ist. 

Im Auslaut bleiben die Lehnworter entweder so wie sie im 
Griechischen waren (auf -os, -a (ay), -e, -o/z, -es, ow, er u. s. w. 
endigend) oder es treten folgende Veianderungen ein : 
gr. -og wird zu -5 (selten) ^) oder schwindet ganz 
D -ov » » 






'tog 


» 


» 'IS, -I, -06 


)) 


» 


)) 


» 


'LOV 


)) 


j> 'in, -iy -on, -n*) 


» 


« 


« 


)) 


-eiov 


» 


)) -i 


» 


» 


» 


» 


"V 








« 


)) 


» 


'^S 


j> 


» -s (in korns) 


)) 


» 


)) 



1) Dieser Einschub von n ist zu unterscheiden von dem oben p. 286 
besprochenen Ersatz von syr. gg, kk^ 88, pp durch arm. ng, nk\ wc, mp\ Vgl. 
noch p*andam oben p. 254. Anders Fr. MOller, WZKM. 5, 269 ; 7, 382 ; 8, 285. 

2) Dazu vgl. das im Auslaut zugesetzte r von klmind-r^ simind-r^ 
piakunt-r (neben piakund] \md (oben p. 259] auiind-r. 

3) Vgl. unten toms, stamok^Sy stik s. 

4) Vgl. unten palatrif matui^y kiunikn und vign. — Ueber gr. -tr, -ir 
neben -for, -iov s. Hatzidakis Einleitung p. 314 fig. 



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332 III- Theil. Die griechischen Lehnwdrter im Armenischen. 



gr- 


-a 








sohwindet 


ganz 


» 


-ag 








j» 


» 


)> 


'i^S 








» 


1) 


)) 


'tag 


wird 


zu 


-» 






A 


'la 


» 


» 


-1. 







Die massgebende Form ist der Nominativ singularis, nur 
bei gelehrten Umschreibungen kann auch der Nominativ plur. 
[agonistaiR, allestaiK, argitesJc^ heresiotailc u. s. w.) oder eine 
andere Casusform heriibergenommen werden. Eine Ausnahme 
machen die Stamme auf Verschlusslaute: sie werden in der 
Regel in der Stammform entlehnt, vgl. adamand = add^iag 
(gen. ad(X(4avrog)j andriand (neben andri) = avdqLCtg (gen. av- 
d(}idpTog), lampar = laiii7cag [gen, lafXTtadog), monad = fiovag, 
yopop = %7toxp\ olompiad = oXvfXTtiag^ piuramid = TtvQOfilg, 
pnak = 7tlva§, piakwid = 7tXay(.ovg, proig = Txqoi^^ sring = 
ouQiy^, spiurid = anvQig^ palang = (pakay^, pilaK :=■ (pvla^, 
/carak = X^Q^^- 

AusfiaQrvg = fiaQzvQj gen. f.iaQTVQogjm Comp. /naQvygo- (horn. 
l.i(xQTVQog) wird im Arm. martiuros, Fiir ausl. rj erscheintarm. ay 
in mekenay =^iri%avt] und siuiobay = ovkkafirj^ nach den griech. 
Plur. auf -at ? Gelegentlichhaben sich die Arm enier auch in der 
Endung vergriffen und os fiir gr. rj^ on fiir gr. og u. s. w. gesetzt >). 

Was die Flexion betrifft, so ist zu beachten, dass die — nach 
Abfall der Endsilbe {-og, -ovj -lov, -a, -iq) oder des Vocales der 
Endsilbe — auf r, /, w ausgehenden stamme consonantisch 
flectirt werden konnen : arir, gen. arier = aqd^qov ; bekl^ instr, 
hekelb = (:^diikov ; litTj gen. Iter = Urga ; kaisTj gen. kaiser, gr 
xaiaaQ\ kistern, gen. pi. kisteran^ = xtar^p^a; maturn, gen 
matran = fiaQTVQcov] retin, instr. jetamb = QrjTivrj] paiatn, gen 
palaian= 7cakdTiov\ sakr, nom.fl. sakerk = adxQa] sikf, gen, 
skel = aUl.og\ skuti, gen. «Afe^ = aytovTska. 

Der Aufzahlung der einzelnen Worter schicke ich einen 
kurzen Abschnitt iiber die aus dem Griechischen entlehnten 
Namen voran. 



1) Bei den Eigennamen ist zu beachten, dass arm. immer Xiauanuiit^ 
i^liuaunu Kostandianos als Name Konstantins des Orossen (f 337] fCtr 
Ktavaxavxlyoc gesetzt wird, a. FB. 25, 55; Ag. 645 [ordi Koatandeay Sohn 
des K(ay<ixttyxios)\ Laz. 11 ; MX. 165. Dazu vgl. 328 Anm. 3; 334, z. 3 — 4 
und Likianes Ag. 42 — 47 = Aixiyiarog gr. Ag. fQr Aixiyiog (Kaiser). 



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III. 1. Abschnitt: Griechische Namen. 333 



1. Abschnitt: Griechische Namen. 

Wie das Christenthum alien Nationen, die es annahmen 
griechische, besonders biblische Namen in griechischer Form 
(nach der Septuagintaj zugefiihrt hat, so hat es auch den Ar- 
meniern eine mit der Zeit wachsende Zahl solcher Namen 
gebracht. Zwar die Konige haben bis zum Untergang de 
armenischen Konigshauses (im Anfang des 5. Jhd.) an ihren 
heidnischen, arsacidisch-persischen Namen festgehalten, aber 
der Klerus hat bereitwilliger die christlichen Namen angenom- 
men, ohne jedoch die heidnischen ganz aufzngeben, wahrend 
der Adel zahei an den ererbten Namen festhielt und die 
christlichen nnr in beschranktem Umfange zuliess. Von den 
Namen des Volkes erfahren wir nicbts *). 

Soviel ich sehe, ist es nun nicht von Interesse, alle christ- 
lichen Namen der Armenier zu sammeln, ich beschranke mich 
lieber auf eine Zusammenstellung derjenigen Namen, die, dem 
4. und 5. Jhd. angehorig, bei den Historikern des 5. Jhd. 
Agathangelus, Faustus, EKSe, Lazar von Pharp und Koriun 
vorkommen, sofern ihre Trager Armenier, nicht Griechen, 
Syrer u. s. w. sind. Es ist nicht immer moglich zu entscheiden, 
ob diese Namen in letzter Instanz aus dem Griechischen (der 
Septuaginta) oder dem Syrischen (der Peschittho) stammen, da 
die urspriinglichen Unterschiede der beiden Formen desselben 
Namens, wenn iiberhaupt solche vorhanden waren, bei der 
Umsetzung ins Armenische sich verwischen konnten. Was 
sicher oder wahrscheinlich syrischen Ursprungs ist, habe ich 
oben p. 288 flg. ausgeschieden ; das zweifelhafte sehe ich vor- 
laufig als griechischer Quelle entstammend an. 

\l,i^iupiu1b^irqnu Agalangetos Historiker Ag. 1 9, Laz. 1, 4, 7, 11 
nur Pseudonym eines Armeniers, dessen Name unbekannt ge- 
blieben ist ^^Idyad-dyyekog'^ y\jnuiintu Agapes ein Bischof, nur 
Ag. 630 2) = l4y(k7ZLog\ }}fiui1bui^/iittu Aianagiries [Aianagenes) 



1) Vgl. Festgruss an Roth p. 100. 

2) Diese Stelle nennt mehrere M&nner ah Sohne von Odtzenpriestern, 
die Gregor der Erleuchter zu BischOfen geweiht haben soil: Aihianos^ im 
gr. Ag. = MXfiXyogy JEtUaiioSy gr. Ag. Ev^aXiog, Baaos, gr. Ag. Bacaog^ 



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334 UI. 1. Abschnitt: Oriechische Namen. 

Sohn des Yusik, Urenkel des hlg. Grigor FB. 11, 35, 43, 48, 
genannt nachdem hlg. Alanagines Ag. 607, 623, Thorn. 60, 74 = 
li&t]voyivrjg fiischof von Sebaste ; H^qppwitau Aibianos Bischoi 
FB. 9, lOflg., Ag.630 =p."Al^lvog\ y^ufujiu, Anania Bischoi 
von Siunik' El. 22 = Laz. 124, vgl. Apg.5, 1—6; 9, 10—18 = 
'AvavL(xg[vjr, K'^MKZDMG. 43, 406, \^)\AntioJcesA%,%^0 s.unten 
dieAnm.; pwtf^^ -Ba«t7 Bischof von Mokk' El. 22 = Laz. 125 = 
Baallewg *); Basos = Bdaaog nur Ag.630 s. unten die Anm.; 
%pl»^upl,nu Griffortos Ag. biszup. 585 und 604— 607,621, 645, 656 
neben Grigor 585, 591, 595, 598, 600—603, 608, 609, 611, 650 
(gen. Griffori, abl. i GHgore] der hlg, Gregor der Erleuchter, auch 
bei FB., Laz., MX. u.s.w. (bei El. undKoriun nicht erwahnt), 
nach ihm benannt sein Enkel ^pftt^npltu Grigoris Sohn des 
Vrt'anesFB. 10, MX. 1S9 (gen. Grigori FB. 13, 17 und Grigorisi 
FB. 15), Grigor'^) ein Mamikonier Laz. 526 = rQtjydQtog (syr. 
Grlyor); ^mii^ti^ Daniel iBxan von TsopV FB. 72, sonst nur 
als Name von Syrern^): FB. 36—42 (derselbe MX. 199), 
Koriun 8 (derselbe Laz. 38, MX. 245) = Javirjl oder syr. b^^fcTD^ 
ZDMG. 43, 394, 1 ; Q.a#c^/7 Davii Priester El. 5, Laz. 125, auch 
Name *) eines armenischen Philosophen ( Davii Anyaii) = Ja^id 
{Javtdy Javeld), syr. n'^l^ ZDMG. 43, 396; bW^ -Ewo^ 'Schil- 
ler Mesrops Koriun 18 = ^Eviox Luc. 3, 37; \jplra^ui Eremia 
Bischof von Mardastan El. 22, Laz. 125, ein anderer Eremitis 
El. 22 = Eremia El., Moskauer Ausg. 30 und Laz. 125 Bischof 
von Apahunik' = 7€p€^/ag'^); X^Lqiuq^ Euial Bischof von Mar- 
daK El. 22, Moskauer Ausg. 30 : Eulali^) =Evlaliog\ Eutatios = 

Md8e8j gr. Ag. MtavCTjg^ Ettsehios, gr. Ag. Etxfi^io^^ Johannes^ gr. Ag. 
^iMayvrjs^ Agapes, gr. Ag. Myaniog^ Artit'es, gr. Ag. Uq^iog, ann. Artit 
FB. 265, Arsukea^ gr. Ag. j4qavxr]g^ Antiok^ea^ gr. Ag. j4yxloxos^ Tirikes, 
Kiurakos^ gr. Ag. fehlt. Ob alle diese Namen bUtorisch sind, steht dahin. 

1 ) Basilios von Caesarea heisst arm. Barsiiios FB. 72 oder Barsel FB. 
96, 99, 100, 103 (gen. Barseli 9S, BarsH 103) oder Barsiiios FB. 94—100; 
Basilios (?) nur 101. 

2) Der Name ist in sp&terer Zeit h&ufig. 

3) Tsop k' hatte aram&ische BevOlkerung, s. oben p. 284. 

4) Der Name ist sp&ter h&ufig. 

5) Bei Benseler Wb. auch ^HqEfiiag. Sonst vgl. wegen des Anlautes 
arm. Erusaiem = 'leQovffaX^fi^ aber syr. Urislem, 

6) For Eplalios (ein Syrer) El. 56 hat die Moskauer Aueg. 68 : I^ioren- 
tios = <t>Xfaqiyiiog. — FOr Euial u. s. w. kann auch Eviai u. s. w. ge- 
sprochen werden, da eu und ev in der arm. Schrift zusammenfallen. 



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III. 1. Abschnitt: Griechische Namen. 335 

Ev&dktog Ag.630, s. obenp. 333 Anm. 2 (und vgl. Euialxx. Eutaiios 
MX.160,176);£t/«e6iW = £w^/?*ogAg. 630,8. obenp. 334 Anm.; 
f^ngn^niP I^orgom in tun T^orgomay das Haus l^orgom^s d. i. Ar- 
menien FB. 227 = QoQyafid [&BQyafi6y QoQyofid) Gen. 10, 3, hebr. 
ntt"j5iD; li^Lpm^nu Kiurakos^ Kirakos Bischof von Taik', »der 
Sahap 1) mit Namen genannt wurdeo FB.269, Ag.630 = KvQLaycdg ; 
^i«fff#/i Lazar Histoiiker Laz. 15, 564 flg. = Aa^aqQg\ i^ui^^ 
Ij€vo7id Priester EI. 77, Laz, 125 flg., Levondes Schiller des 
Mesrop Koriun 16, 21 = ^e&yvLog] JfiuJftpt Mambre Schrift- 
steller des 5. Jhd. = Ma^fiQfj Gen. 14, 13,24; {fmirnii^^ Manuel 
Mamikonier FB.239 flg., Sb.56 u.s. w. a.u8 Emmanuel Mi, 1, 23, 
Ag.279 ='£'|M/mi/ot;^A,8paterauch Mavovrjl, syr.b^^KnaWZDMG. 
43, 399 ; X^irilnn Melet Bischof von Manazkert El. 22, Moskauer 
Ausg. 30: Melite=MsliTiog] \fni[utu Jfo^^^BischofvonBasean 
FB.270,KatholikosLaz.333, Bischof Ag.630 =Ma>(y^g; %n^m% 
Yohan oder Qml^u/u Yohan Bischof, Sohn des P'aten FB. 266, 
Katholikos Laz. 372 (gen. Yohannu 382, 383, 390), Adlige: 
Anjevaci Laz. 387, Mokac^i Laz. 388 (gen. Yokanay 388), 
Ilop^sean^) Laz. 256, Schiiler Mesrops und Sahaks (aus Ekelea^) 
Koriun 10 = ^£a)dpvrigj daneben arm. Yohannes Bischof nur 
Ag.630, 8. obenp.334 Anm., YoAawi^simmeralsNamedesTaufers 
und Evangelisten s. oben p. 29 1 und spater sehr haufig; Qmlut'f' 
Ybsep Bischof von Airarat EI. 22 flg., Katholikos Laz. 222 flg., 
Schiiler Mesrops und Sahaks (ausPatin) Koriun 10 flg., Laz. 41 
= ^lajatjfp (syr. Yausef); \glrpuiu Nerses Katholikos FB. 4 3 flg. 
ist gracisirtes^) pers. Nersekj s. oben p. 57, gr. NaQar]g (syr. 
Narsai Hoffmann p. 36 flg.); \nj Nay Isxan von Tsop^k* FB. 72 
= gr. Nioe Oder syr. ni3 ZDMG. 43, 394, 7?; i^innpnu Petros 
Priester El. 71, Petros Erkaii Petrus der Eiserne, Geistlicher 
aus Siunik^ Laz. 198; Uuri/^4/^ Samuel Sohn des Vahan, Mami- 
konier FB. 179, 255, Priester El. 101, Laz. 222, Vahevuni 
Sb. 48 = 2a^ovfil\ ^luiMmau P^austos [P^ostos] von Byzanz^j, 
der Historiker Laz. 2, 11; (Bischof FB. 70, 218, Bruder des 



1) Siehe oben p. 209. 
2j Siehe aber oben p. 295 ( Ytixnan). 

3} Vgl. Trdatios El. 55, Trdatios, Trdaies Ag. = arm. Trdat. 
4) Ann. Buzandiiqi. Der Mann war aber Armenier, vgl. Geker, An- 
fftnge der armen. Kirche p. 113 — 117. 



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336 ni. 2. Abechnitt: Griechische WOrter. 

Atostom, von Nation Romer! [Horom) FB. 265) = OatfOTog, 
lat. Fausius. 

Dazu kommen spater noch andere Namen : f^iai^npau Theo- 
doras der itStunier Sb. 103 flg. = OedScjQog] ^pliuuimifinp 
K^ristapor Katholikos Sb. 98, Bischof von Rstunik* Mos. Kal. 
225 = XQiavo(p6qog\ WklinAti-nu Sekundos Bischof von Mokk^ 
Mos. Kal. 225 = 2exovvdog, lat. Secufidus\ Hir%ir^kp/itr Sene- 
^enm Artsrunier, Konig von Va8purakan(ll.Jhd.)Thoni. (Fort- 
setzer) 306, Konig von Siunik' Steph.Orb. II, 62 flg. = ^evva- 
Xriqlfx 4 Kg. 18, 13. Ferner: Barsei Katholikos = Baalleiog 
(s. oben unter Basil); Georg Katholikos (9. Jhd.) = reco^ycog; 
Zafcaria Katholikos (9. Jhd.) = ZaxaqLag; Zenob Historiker = 
Zrjvd^Log] T^oma Historiker = GwjLiag] Komitas Katholikos 
Sb. 97 = KofirjTag^ KofUTccg] Kostandin Katholikos (13. Jhd.) 
= KwraravTivog] Mariam Frau Grigors des Erleuchters (?) 
MX. 161 = Maqiik^, syr. Maryam\ Soiomon Katholikos 
(8. Jhd.) = 2okofic6v] Stepanos (ofter) = ^-vecpavog Apg. 6, 5 
u. s. w. Ygl. die Liste armenischer Autoren bei Karekin, Arm. 
Litteiaturgeschichte (armenisch), Venedig 18S6, p. 789 — 795; 
das Verzeichniss der Katholici im Anhang zum 3. Bande 
von ThSamthsean*s Armenischer Geschichte, die Indices zu 
Vardan u. s. w. 

Von diesen Namen konnen mit dem arm. Suffix -ik Demi- 
nutiva gebildet werden, so MosisikMK. 266 von Moses, Zazarik 
von £/azar, Yakohik von Yakob (s. Karekin a. a. O.). Durch 
Anfiigung des Suffixes -ean werden Familiennamen gebildet, 
so von Petros: Petrosean, neuarm. nach westlicher Aussprache 
Bedrosean u. s. w. 



2. Abschnitt: Griechische WSrter. 

Aus der Menge der griechischen Lehn- und Fremdworter 
hebe ich eine Anzahl der in alterer Zeit gebrauchlicheren 
Worter nach dem p. 324 angedeuteten Gesichtspunkte heraus. 
Die nicht im 5. Jhd. belegbaren sind mit einem kleinen Kreuz 
versehen. 



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III. 2. Abschnitt: Griechische Wdrter. 337 

Staatswesen: kaisr 'Kaiser' = xalaag^), paiatn 'Palast' == 
TtaXdvLov] Heer: fe^eow 'Legion' = l€y€(or', Religion iind 
Kiiohe : K^ristos 'Christus' = Xqiardg [Kristoneay^Chx\alC, Rristo- 
neuiiun 'Christenthum'), ekeiegi 'Kirche' = eycxXrjala, kaioiikos 
'Katholikos' (der hochste Geistliche Armeniens) = Tca&oki- 
xdg, episkopos 'Bischof' = iTtlaxoTtog [episkoposapet 'ober- 
ster Bischof '), kler-k 'Kleius, Geistlichkeit' = xA^^og, kiurake 
'Sonntag' = xvQtaKrj, kanon 'Regel' = xavcoVj saimos 'Psalm' 
= xpakfidg, heianos 'Heide' = €&vog, maturn 'Martyrerkapelle' 
= HaqxiQLOVj martiuros^Wiiiyjei ^= /^dgrvg, (4(iQTVQ\ Volker- 
namen: Hrom, Horom 'Rom, Romer' = ^Pcj^iq^ -^5oWSyrer' = 
Idaaibqiog, barbaros 'Barbar' = ^dqfiaqog\ Sociales: pornik 
'Hure, Hurer' = TroQviTtrj, TtoQviTcdgj pandoki 'Herberge' = 
Tcavdoxslov ; offentliche Anstalten : baianik 'Bad' = fiaXaveiov, 
iatr 'Theater' = &iarQov\ Gerathschaften, Erzeugnisse des 
Handwerks u.s. w.: ant/n 'Bildsaule'= dvdQcag, 5em'Redner- 
tribiine' = fiqiiaj gatdgii 'Kafig' = yctlsayqa^ lampar 'Fackel' 
= kufiTtdgj kaniei 'Lampe' = Y.avdfi}.a^ ^Mmidr 'Ziegel' = 
xeQa(4lg, mekenay 'Maschine' = f^irjxavi^, ^wa* 'Teller' = Jtlva^, 
skutl 'Schiissel' = ayiovteXa^ sring 'Flote' =• avqiy^, kartesy 
kari 'Papier' = x^Q''^^^\ Korpertheile: stamoks 'Magen' = 
avdfiaxog] Edelsteine: biurel 'Beryll' = (irjQvXlog, margarit 
'Perle' = fiaQyaQlTtjg ; Pflanzen : manragor 'Alraun' = fiav- 
dqaydqag; Thiere: ket 'Ungeheuer' = xfJTog] Anderes: pos 
'Graben' = (p6aaa\ katnar 'Gewolbe' = xafxaQa, kaiapar 
'Gussform, Modell' = xaXoTtddLOV (oben p, 163), tip 'Abdruck' 

= TVTCOg. 

Einige dieser Worter (wie skuti, manragor) sind heute nur 
noch den Gelehrten hekannt, wahrend andere, die oben nicht 
genannt sind, volksthiimlich geworden sind, so z. B. (nach dem 
Urtheil von A. Xacaturean) : ^tapiin (fiir alteres ^siepiin) 'Mohre' 
== OTa(pvXlvog\ ^anison 'Anis' = avioov, np. anlsun (s. oben 
p. 279) ; ^meron *das heilige Salbol' = (ivgov , pilon 'Mantel' = 
(peldvrjg] ^savan 'Leintuch' = adfiavov; ^veiar 'Kapuze' = 
lat. velarium; Htr (fiir litr 'Pfund') = XLTQa\ +Ao«rfaA 'Brief 
des Katholikos' = xo^^raxtoi/, ^simindr 'Maisbrot' = aefilSahgj 
^paksimat 'Zwieback' = Tta^afxdg [Tca^cfiddiv u. s. w.), in 



1) Sieheobenp. 329. 
Habsclimaiiii, ArmeniBclie Orammatik. 22 ^->, 

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338 in. 2. Abschnitt: Griechische Wdrter. 

Konstantinopel und dem westlichen Kleinasien auch ^kaiatnar 
^Schreibzeug* = TcalafiaQcov ; ^melan *Tinte' = fiilav. 

In dem nun folgenden Yerzeichniss des dem Griechischen 
entnommenen Sprachstoffes citire ich die mittelgriechischen 
Worter im AUgemeinen nach E. A. Sophocles, Greek Lexicon 
of the Roman and Byzantine Periods (from B. C. 146 to A. D. 
1100), New York — Leipzig 1893. — Die Hapaxlegomena^) 
im Aimenischen erkennt man daran, dass nur ein Citat bei- 
gefiigt ist ohne den Zusatz au. s. w.u Wegen der Zeit dei 
citiiten Schriftsteller ist hier wie iiberall die Liste der Ab- 
kiirzungen oben p. 3 —8 zu veigleichen. 

1. ui^u abas, abbas (gen. abasu) ^Yater* (in geistlichem 
Sinne), 'Pater, Abt', abbasuhi 'Aebtissin* Car. = gr. a^fiag ; 

abbay 'Yater* (von Gott gesagt) Mc. 14, 36, Rom. 8, 15, 
'Klostervater' Leb. d. Yater = gr. d(i^a Mc. 14, 36. 

2. tufuupfift abarbtj aparpi 'Euphorbium' Wb. (ohne Beleg) 

:= gr. BVCpOQ^WV. 

3. ui^u/ltaiip aganoi ein G^fass Jes. 22, 24 geht durch ein 
griech. *ayav(o& auf hebr. affgano^^lxxr. 'die BeckenVes. 22, 24 
zuriick. S. oben p. 301. 

4. luqatui agap (t-aSt.) 'Liebesmahl fiirdie Armen^Kanon., 
Joh. Phil. = gr. ayocTrrj 'Liebesmahr. 

5. ut^nit agon (gen. agoni) 'Wettkampf MX. 159,8, Euseb. 
Chron., Sisian (11. oder 12. Jhd.), agonarar 'Wettkampfer' 
Euseb. Chron., agonistai-M pi. 'Wettkampfer' Euseb. Chron. 

= gr. ayd^p (g^^- ayt5vog) 'Kampfspiel, Wettkampf, ayw- 
viGTYig, pi. ayioviarai 'Wettkampfer'. 

6. tuqjuJuibig. adamand (var. andamand) 'Diamant' Amos 7, 
7, 8, adamandeay 'diamanten, sehr hart, fest* Amos 7, 7, 
Jerem. 17, 1 u. s. w. 

= gr. ad a flag ^Diamant', lat. adamas, np. almas. 

7. uiirp aer, ayer 'Luft, Luftraum' Jac. Nisib. (Afraates) 
= gr. ariQ (gen. aigog) 'Luft'. 

1 ) Diese nur aus der griechischen Vorlage umscbriebenen Wdrter finden 
sich besondes bei Basil., Anan. Shirak. und Aristot. de mundo {yaiags 
asxarhiy a. David p. 603 flg., Uebersetzung der pseudo-aristotelischen Schrift 
negi xoa/Aov, 8. — 9. Jhd.?;. 



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III. 2. Abgchnitt: Griechigche Worter. 339 

8. iupirputj cderay (ace., aiera^ gen. pi.)- ein Brei von 
Weizenmehl Pseud. 41, 15 und 21 = MX. 262, 4, sonst nur 
noch Leb. d. Vater 

= gr. (agypt.) d&i^ga ^Spelt oder Weizengraupen, einMilch- 
brei davon*, 'gruel, po^^ldge^ Vgl. Fiaenkel 35. 

9. aupqiruinutj^ oiiestaiM uom. pi. 'Wettkampfei' Euseb. 
Chron. = gr. ad-lrjTal nom. pi. ^Kampfer, Wettkampfer*. 

Arm. aiieataiK (fiir aiietaik) hat sein s von dem ihm bei 
Euseb. unmittelbar vorangehenden agonistaifc erhalten. 

utghLp aleur 'Mehr = gr. akevQov s. unten im V. Theile 
8. V. aiam. 

1 0. ut^utiiii akafn (= akaf + Artikel n ?) *die Burg, Citadelle* 
nur 1 Maccab. 9, 52, 53 ; 1 0, 6, davon akaranK (nur gen. akatang) 
'Garnison der Burg* 1 Maccab. 14, 7, 2 Maocab. 15, 31 

= gr. axpa 'Burg', syr. Knpfc< Hoffmann p. 85, Nr. 767, arab. 
"aqr Fraenkel 233. 

11. fltf^fiffff iikat 'Nachen' nur Narek. = gr. axanor, axavogj 
lat. acatium^ (icatus Meichtes Schiff'. 

12. ui^mm aAki^'Achatstein'Ex. 28,19,Ezech. 28, 13, Oskiph., 
affaies Tomar. = gr. axdrrjg * A chat', lat. achates. 

1 3. [ut^iup akar ^Milbe' (im Kase u. s. w.) Wb. (scheint im 
Arm. gar nicht vorzukommen) = gr. axapt *MiIbe'.] 

14. utlin Lilian akumtt Ehrenname des Mesrop Koriun 16 
= gr. axolftrjTog 'schlaflos'. 

1 5. uiqutp.nqab aiaboiou [aiabalon, i-a St) ein Theil der geist- 
lichen Gewandung, » Tamict ou humeral, qui couvre les 6paules 
et se lie aux reins « (Brosset, histoire de la Siounie p. 70), 'man- 
teau de philosophe' (Nar Bey, Diet. arm.-fran9ai8) El. [yalags 
mianjang) 159, z. 9 v. u., FB. 267, 22, Osk. Es., Pit. u. s. w. 

= gr. avdka^og 'deux bandes de drap, descendant depuis 
les ^paules jusqu'en has. Tune devant et Fautre par deni^re' 
(Clugnet, Diet. grec-fran9ai8), var. lect. dva^oXrj, dva^olaiov 
(nach A. Thumb). 

16. uiquipft^it% aiarikon, sprich ayartkoft, nur bei Mech. d. 
Arzt = gr. ayaQiKov Lw., lat. agaricunij n^.ayarlqun A.M. 17, 
Achund. p. 11 ^Larchenschwamm*. 



22 

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340 ^^' 2. Abschnitt: Griechische Wdrter. 

1 7. tuqi^iuui aiekatj aiekat 'Spinnrocken' Aristot. de mundo 
628, 14 = gr. ^Aaxariy *Spinnrockeii, Spindel' neben aAcxcriT^ 
Hatzidakis, Einleitung p. 30. 

1 8. uiqlifinb aikion ein Meervogel Baail. 
= gr. aXyLv(i)v 'Meereisvoger. 

19. tuqifiuifdrin^ alpahet-k, alpabet^S, alpapet-fc, alpapet-R 
(gen. aipabetao) 'Alphabet* Koriun 8, z. 10 v. u., Mambre, Job. 
Mandakuni (5. Jhd.) u.s.w. = gr. alcpa^rjrogj lat. alphabetum, 

20. iUiPiupltuinltut amarintine Pseud. 5, 18, falsch fiir * ada- 
mantine = gr. adafnavTlvT], 

21. uttQtnb ambon^Ka.nzeV heh.d.Ook., Cai., Jaism., Mech. 
Rechtsbuch = gr. afji^iov 'Kanzel*. 

22. uiJfinilui ambot 'das Zuriickweichen des Meeres, Ebbe' 
Nonnos, Aristot. de mundo 616 = gr. a^Ttwrig dass. 

23. uMJkpitLuinnu ameiiustos Tonak., ameids{?) Ape. 21, 20 
(sonst nicht) = gr. a^i^orog 'Amethyst', lat. amethystus, 

24. tuJlIb amen 'Amen' Mt. 6, 13 u. s. w., amen asem 'wahr- 
lich ich sage' (euch) Mt. 5, 1 8 (oft in den Evangelienj 

= gr. ai^ifiv aus hebr. amen 'wahrlich, gewiss'. 

25. utht^Jiufu a«rft7i/>5 (neben mty«orrf 'Mittler') nur Lambr. 
= gr. avTiXriipig 'Anhalt'. 

26. uihq^fiuikp/iait andliterion ein Mass Anan. Shirak. 31 
= gr. avvXrjTTfjQiov 'Schopfgef ass, Eimer'. 

27. miii^l, awcfW'Bildsaule' Osk. Es., MX. 113/114 u.s.w., 
daneben andriand [i-a St.) Euseb. Chron., Nonnos u.s. w., an- 
driantagorc 'Bildhauer' Osk. Mt. 

= gr. avdQidg, gen. avdQidvTog 'Bildsaule', ccrdQiavvoTtowg 
'Bildhauer'. 

28. luhpirir aniem Name einer Pflanze Cyrill. (daher auch 
Car. und Tonak.) = gr. avd'efiig^ lat. anthemis 'Kamille*. 

29. u/uftunlu anison 'Anis' Med. Schr. = gr. Svlgov, lat. 
anisum 'Anis'. Vgl. p. 279. 

30. uiunu anon [i-a St.) 'Gehalt, Verpflegung' Pit., Car., 
MaStjahk. (14. Jhd.) 

= gr. qvvCbva aus lat. annona 'Lebensmittel, Proviant'. 

31. uBbutft^liuinnu antikristos 'Antichrist' Osk. Mt. u. s. w. 
= gr. avTlxQiOTog 'Antichrist'. 



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III. 2. Abechnitt: Griechische WOrter. 341 

32. uiu^iufiuiiuuiJnh apabahamon nur Ag. 479 
= gr. oTtopdlaafiov 'Saft des Balsambaumes\ 

33. utufiuquiu apalas oder apias 'leichtes (nicht stienges) 
Pasten^ Job. Mandakuni, Ephrem, nach Wb. = gr. &7t(xX6g *zart*? 
Oder zu ccTrkovg (ace. pi. fem. a7cXag) ^einfach* (nach A. Thumb) ? 

33*^. auu^uip^inliuiu aparKtios ein Nordwind, apeliod ein Ost- 
wind Aristot. de mundo 6 1 2, 6 1 1 = gr. aTtaQxrlag, ajtrjlicoTi^g. 

34. luu^au^iuu^ apopap und uiu^nJiuiT apomam Mech. Rechts- 
buch = gr. ajioTtaiXTtog 'third grandfather', aicoiifi^firj 'third 
grandmother^ 

Vgl. arm, pap und mam oben p, 221 und 191 (die aber auch 
au8 dem Griechischen: jcajtTtog 'Grossvater', fidf^f^t] 'Gross- 
mutter' stammen werden). 

35. uiuinpjtaJhtj apoHumay ein Mass Anan. Shirak. 31 

= gr. UTto^^vfia the name of a measure, vgl. de Lagarde 
Symmicta 212, 1; 223. 

36. utu^ouiligu apdtiJcs 'Schuldverschreibung' Mech. Rechts- 
buch = gr. (XTtodei^tg 'Nachweis'. 

37. uiuiup/iah aaarion ein Gewicht, eine Miinze Anan. 
Shirak. 27 

= gr. aaaaQiov, lat. assarius 'Ass-stiick', got. Lw. assarjwi. 

38. H^utigi/i Aaori 'Syrer', Asori-^ 'die Syrer, Syrien' MGrg. 
611, da von Asorestdn (= Arvastan mit der Stadt Ninve) 'Assy- 
rien' MGg. 613, El. 139, 22, Asorestaneay 'Assyrer' MX. 30, 12, 
El. 142 u. s. w., alt und haufig = gr. liaavQLog. 

Vgl. Brockelmann, ZDMG. 47, 12. Asorestan aus ^asori- 
-a-stan von arm. asori und pers. stan = ap. stana-, vgl. phi. 
Surastdn und oben p. 22. 

39. tuutnanquiftah osttoiabon MGg. 5S7, 12 = gr. aat^oka- 
(iwv, alter aOTQola^ov OQyavov 'Astrolabium'. 

40. luumiLoiini^ astronomi 'astronomische Tafel' Magistr. == 
gr. aaTQovofiiTiog 'astronomisch'. 

41. lup^iruantu avffestes Name eines Windes Aristot. de 
mundo 611 — 612 = gr. aQyiaTrjg 'Nordwestwind'. 

42. uip^iatufi argites'/^ nom.ipl. eine Art Blitze Aristot. de 
mundo 613 = gr. aQy}]zeg nom. pi. von aQytjg 'blinkend, fun- 
kelnd' u. s. w., nach Aristot. = ol Taxitog diatxovxBg [yLeqawof). 



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342 HI. 2. Abechnitt: Griechische W6rter. 

43. uipqltLpnii argiuron eine Silbermiinze Anan. Shirak. 
33, 17, Tonak. = gr. aqyvQiov ''BWheij Silbergeld\ 

44. utpPp arir (r-St., gen. aAer) 'der (giammatische) Artiker 
Eznik 26 1 , z. 6 v. u., Sargis (12. Jhd.) = gr. ccq&qov 'der ArtikeP. 

45. uipmutpnu artabos ein Mass Anan. Shirak. 31 
= gr. aQTafiq ein persisches Mass. 

46. lup^ghru^/iu^nufnu avMepiskopos [i-a St.) ^Erzbischof Ag. 
600, 645, 650, 651, MX. 228, z. 6 v. u., Joh. Kath. u. s. w. 

= gr. aQxieniai^onog, 

Danach gebildet auch das halbgriechische mp^lrp^g arkereQ 
fiir gr. aQxie^svg (einmal im Leb. des Osk. 11. Jhd.) aus arR 
= gr. aqxL und arm. ereg 'Priester' fiir gr. hgevg 'Priester*. 

47. utp^if-liuilinb arlcidiakon ^Archidiakon' nur FB. 1 18, 1 
^ gr. aQxidia-^ovog. 

48. uip^/itPuthtnpptn arJcimantrit ^Archimandrit' nur Leb. d. 
Vater = gr. aQXi^tavSqlrrig, 

Im Leb. d. Vater auch die jiingeren Formen arhimantrit 
und arH-episkopos. 

49. lup^muil^utu arJctakan ^Nordwind' nach Wb. 
= gr. iQyLTL^dg ^nordlich'. 

An der vom Wb. citirten Stelle Aristot. de mundo (Venedig 
1833) p. 612 steht im Druck aparktiakan fiir gr. aito Trjg 
aqvLTOv (psQOfievog, 

50. uMtfiftJIrnltUnu apimeHnos 'taglich^ {vom Fieber gesagt) 
Mech. d. Arzt = gr. CKprj^iBQivog 'taglich' ( — TtuQsrog 'quotidian 
fever' Soph. Wb.). 

51. lu^ut apse [apseay] 'Schiissel* Num. 4, 7 u. s. w. (nur 
A. T.) = gr. ctxplg^ lat. absis [hapsts, apsis) 'Bogen, Kreisbahn, 
Schiissel'. 

52. utt/iuiiiif'is apsndin *Wermuth' Leb. d. Vater 
= gr. axplv&iov 'Wermuth^ 

53. puti^nh badrofij badronak 'Stufe, Bank, Bettgestell* 
Joh. Kath., Ephrem, Car., bairon Osk. Mt. 

= gr. (id&Qov 'Tritt, Stufe, Leiter, Schwelle, Bank\ 

54. piui^/iuinp baits tr ^WuifmsiBchme I Maccab. 6, 51 
= gr. ^aXLatQa, lat. ballista 'Wurfmaschine*. 
Jerem. 9, 8 steht balistr fiir gr. poXlg 'Pfeir. 



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III. 2. Abechnitt: Griechische WOrter. 343 

55. putlftrqutp bakeiai, bake hi nur 4 Kg. 4, 42: er brachte 
(paiatits) bakeiaiav (Feigenkuchen) mit (inj dem bakelai, Urn- 
schieibung von gr. {7tai,a&ag) fia}iei,ke& fui hebr. [karmel] 
baciqlonOj wofiir de Lagarde n!?bp3 *im Quersack' vermuthet 
A. St. § 333. 

56. pjmqiuulig balani'Jc pi. 'Bad, Badeanstalt' Ezech. 23, 40, 
Exiseb. Kiicheng., Sb. 55, Anan. Shirak. 7, z. 9 v. u. etc. 

= gr. palaveloVj lat. baJineum^ balneum *^Bad\ 

57. [ptupui^ barak *Hund^ barak orsakan 'Jagdhund' El. 
(bei Wb. auch als parak oder parag verzeichnet) soil nach Wb. 
ein persisches hbarakv = 'Hund'?), nach Bngge Idg. F. I, 455 
ein ital. Lw. (= baracco, Jracco 'Jagdhund') sein. Beides falsch.] 

58. fuupputpnu barbaros (t-a St.) 'Barbar' El. 11,14; 60; 149, 
Koriun, Pit., MX. u. s. w., barbarosakan 'barbarisch' Ag. u. s. w., 
barbariky barbarikon^ barbarosik 'barbarisch' Osk. Es., Thorn., 
Euseb. Chron. 

= gr. ^ccQliaQog, ^aQf^agixog, ntr. ^aq^aqLULov, 

59. puippttLin barbut *ein musikalisches Instrument^ nur Mt. 
Urh. = gr. fiaQ^iTog, ^aQ^irov 'ein musikalisches Instrument, 
Leier'. 

60. plrl^iup bekar^ bikar 'Stellvertreter' Jaism., Car. = gr. 
liixaQiOg, ovixaQtog aus lat. vicarius 'Stellvertreter\ 

61. p/r^i beki (nachWb. auch bakl^ belegt nur instr. i^Ae^^) 
'Stock' Oskiph. = gr. (iayckoVj ^axvkov aus lat. baculum, bacu- 
lus 'Stock*. 

62. phrtP bem [t-a St.) = bemb (gen. bembi) 'Richterstuhl, 
Bednerbiihne, der hohere Theil der Kirch e mit dem Altar, wo 
der Priester steht' Joh. 19, 13, Laz., MX. u. s. w. 

= gr. (iri^a 'Stufe, auf die man tritt, um zu reden, Redner- 
biihne, Richterstuhl, the altar part of a church'. 

63. pirulrgpuinnti besek[i)ston 'Schalttag' Anan. Shirak. 20 
= gr. jilae^Tog aus lat. bisextusj bisextum 'Schalttag'. 

64. ptrulfb besin 'ein Mass, Flasche' Anan. Shirak. 30 = gr. 
^laalovj (icaalv = ^laaa 'Flasche' (zu (iixlov, (iiytog 'irdenes 
Gefass, Flasche'). Vgl. de Lagarde, Symmicta p. 212, 2; 
220, 19. 



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344 lU. 2. Abschnitt: GriechiBche Wdrter. 

65. pfi^qnu hihlos (i-a St.) ^eine agyptische Pflanze und 
deren Bast' Pseud. 10, 5 [bibiosav instr.) = gr. fivfilog^ fil^kog 
'die a^ptische Papierstaude iind deren Bast*. 

60. fi/iLpkii biuret 'Beryll' Ex. 28, 20, Ezech. 28, 13, MX. 
89, 8 u. s. w., 'Krystair Anan. Shirak., biuri-a-ber 'krystall- 
haltig' Pseud., biurieay Von Beryll oder Krystall' Pseud. 5, 18 

= gr. (irjQvllog 'Beryll', lat. beryllus^ arab. np. j^ btdur^ 
syr. i^nibs, pali velHriya-, ski. vaidurya-. 

67. pnginqn'b boboiofi 'Biiffelkuh' Leb. d. Vater 
= gr. fioifialog 'Biiffer, lat. bubalus. 

68. ^niTpliLinu bombiulos *Puppe des Seidenwurmes' Basil. 
= gr. ^o^i^vXiog^ fiofA^vUg (= ^o/a^v^] 'Seidenraupe', ^ofi- 

^vXiov nach Sophocles Wb. 'der Schmetterling des Seiden- 
wurmes', ^oii^miov 'die Puppe dei Seidenraupe, Cocon , lat. 
Lw. bombylis 'Puppe des Seidenwurmes'. 

69. pnbnunu boHosos 'Auerochs' MGg. 594, z. 4 v. u., Var- 
dan = gr. (iovaaog 'Auerochs', lat. bonasus, 

70. ^nppnpliin borborit (var. borboriton?) 'unziichtig' MX. 
34, 5 (von der Semiramis gesagt), Magistr. 

zu gr. t^oQ^oQog 'Schmutz, Koth'? Oder zum folgenden? 

71. ^n(ipnp/iu/bnug Borbovianos-fc Koriun (Venedig 1854) 
p. 15, 2, so zu lesen fiir barbarianos Koriun (Venedig 1833) 
p. 18, 2, borboritonR MX. 255, 8; 256, 2, Name einer Secte 

= gr. BoQfioQiavol die Borborianer, eine Secte, vgl. Hoff- 
mann, Ausziige p. 124, nach Sophocles, Greek Lexicon 312 
auch BoQ^oQlrai (fiir BaQfirjliwrai), 

72. fipiupfnth brabiofi 'Kampfpreis* Sar., Joh. Kath., Snorh., 
Magistr., Car. = gr. ^qa^elov 'Kampfpreis*. 

73. until nu gallos Pseud. 14, 4 = boQaktur 'verstiimmelt* 
= gr. yaXXog 'Eunuch'. 

74. ^niu^i^ garagiij gaiagei (gen. gaiagiiy t- und t-a St.) 
'Kafig' Ezech. 19, 9, El. 17, 1, Osk. Mt.445,29, EI. 17, I u.s.w. 

= gr. yaleayQa 'Kafig'. 

Da die Zusammenstellung richtig zu sein scheint, wird die 
Variante gairagil Ezech. 19, 9 falsch sein. 



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III. 2. Abschnitt: Griechische WOrter. 345 

75. fKitlEf gehen (t- oder o-St.) 'Holle' Mt. 5, 22, 29; 10, 28, 
El. 29, z. 3 V.U.; 42, 11 ; 134, z. 6 v. U. u.s.w., auch in einigen 
Ableitungen und Comp. = gr. yievva^ syr. HHirV''^ gehanna, arab. 

jahannamu 'Holle', got. gaiainnan (ace). 

76. ifnhq. gong eine essbare Wurzel Euseb. Chion. (1818) 
I, 19^ 3 = gr. yoyyt] eine Wuizel. 

77. ^niiifliutplinh gongiarion Euseb. Chion. 

= gr. yoyyiaQcoVj xoyyiaQiov aus lat. congiarium *ein Mass 
Oel, Wein u. s. w. in Natura oder spater in Gelde den Aerme- 
ren oder Soldaten u. s. w. vom Magistrat oder den Kaisern als 
Geschenk gegeben'. 

78. fniui^lni gongel 'Riibe* Vardan Gen. = yoyyvUg, yoy- 
yvXri 'Riibe'. 

79. upmiPiup gramar ein Gewicht Anan. Shirak. 27 = gr. 
yQafificcQcov ein Gewicht. 

80. ifpiutnupm/i^nugramartiko8'Giam.mBXiketE\iBeh. Chron., 
Cyrill., Seber., Magistr., Erznk., gramartkuHun *^Grammatik* 
Magistr. = gr. yQafifAaTLXog, yQafAfiavcxi^. 

81. i^-utp/ip dabir (gen. dabiray) ^das AUerheiligste im jiidi- 
schen Tempel' 3 ELg. 6, 5, 19 flg. u. s. w. (nur A. T. und einmal 
Narek.) == gr. Sa^Lq^ dafislg 3 Kg. 6 u. s. w. aus hebr. n'»i'n 
dnctr 'das AUerheiligste im Temper. 

82. i^^%/i dahni 'Lorbeerbaum, Lorbeer' Nonnos, dapni 
Ag. 479, Magistr., dapne Philo, dapnid J aiBm. 

= gr. dd(pvrj *Lorbeer, Lorbeerbaum'. 

83. iijuiuiufp rfa/opr eine WaffeDionys. Thrax= lat. <3?o/a6ra 
'Brechaxt, Picke^ 

84. i^%tnut^tu dantakes Name von Hunden Pseud. 125, 4 
= gr. davSayieg (R. Raabe, "^laroQla ^AXe^avdQov p. 70, z. 1 v. u.). 

85. i^Jrii/i/iit delpin 'Delphin' Eznik. 103, z. 5 v. u. (gen. pi. 
delpinag), Philo Opera (182 2) 159 {dlpin, gen. delpisi)^ Magistr. 
u. s. w. = gr. deXcpLg (gen. 6eX(pivog\ delcplv 'Delphin'. 

86. i^k^uiii^nit dekanion^alsLhsaiieie, mazziere'Mech. Reohts- 
buch = gr. dexavog 'Biitter aus lat. decanus *der Vorgesetzte 
von zehn Mann*. 



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346 lU. 2. Abschnitt: Griechische WOrter. 

87. tiJidrnp^^nu demarJcos 'Volkstiibun' Jaism. kilik. == gr. 
SriiiaQ%og ^Volkstribun\ * 

88. ii.b'buip denar [i-a St.) 'Denai' Joh. 12, 5, Ape. 6, 6, Narek. 
(sonst nicht) = gr. drjvaQiov aus lat. denarius *Denar*. Arab. 
Lw. dinar u. s. w. Fraenkel 191. 

89. i^iupfili diailk (gen. diaiki\ instr. diaikov) 'Testament* 
Mech. Rechtsbuch = mfnupitli tiaiik^ sprich diaiik Syr. rom. 
Rechtsbuch ed. Bruns und Sachau p. 99, 18; 102, 14; 104, 14 

= gr. dia&i^^rj 'Testament', georg. diaiika 'Testament' 
Tchoubinof 187. 

90. t^iu£oqnu dialdlos, sprich dialoyos als griech. Wort an- 
gefiihit Jaism. = gr. diaXoyog 'Ge8piach\ 

91. nftuilitMb diakon als Fiemdwort bei Lambr. = gr. dta- 
%ovog 'Diener'. 

92. i^fiuttnnb diatoji 'Sternschnuppe' Aristot. de mundo 613 
= gr. dt^TTcov (aarriQ) 'schiessender Stern, Sternschnuppe'. 

93. i^q^iuftiPuy didraJcmay (gen. didrakmayi) 'Doppel- 
drachme* Euseb. Chron., 2 Ezra 2, 69, Nehem. 5, 15; 10, 32, 
Anan. Shirak. 33, 15, 16 = gr. rb dldQaxi^ov 'Doppeldrachme'. 

Die arm. Form entstammt wohl dem gr. pi. za didqaxf-ia, 

94. i^lfutuinp dikator > das sind Bednercr Euseb. Chron. I, 
p. 395, II, p. 204 

= gr. diTcraTCDQ aus lat. dictator 'der Dictator\ 

95. i^/i^Ji^niu diklikoHy nach Wb. besser diklidon 'die Netz- 
haut, welche dieEingeweide umhiillt' Pit., Dionys. Thrax, nach 
Wb. = gr. diTiXii;^ gen. dt^Udog 'zweifliigelig* (z. B. Thiir) ? 

96. i^^i/;fii dimos 'Fiscus' Mech. Rechtsbuch, Assises d'An- 
tioche p. 19; dimotj zu lesen dimos 'Volk' Sokr., dimosakan 
'offentlich, staatlich, stadtisch' Koriun 17, 2, Syr. rom. Rechts- 
buch 111, 1 

= gr. dfiiAog 'Volk, Gemeinde', drj/^oaiog 'offentlich', ntr. 
dr]iLi6ocov 'Staatskasse, Fiscus', arab. dimas 'Gefangniss'. 

Arm. demesosin Anan. Shirak. 7, z. 8 v. u. entstellt aus gr. 
drjjuoGiov (sc. ^akaveiov) 'das offentliche Bad'. 

97. tf-iiLgii duks 'Anfiihrer, Fiirst' Leb. d. Vater 
= gr. Sov^ 'Anfiihrer, Feldherr' aus lat. dux. 



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III. 2. Abschnitt: Griechische Wdrter. 347 

98. t^iLiuliitu drakmi und drakonar 'Drache' Magistr. 
= gr. dqantjv^ dQaxovciQwv. 

Dazu ii.piulinuiuint^u dvakotiafes d. i. drakontes *die Drachen* 
Bafiil. = gr. dgdycovTeg (nom. pi.) 

99. if^pui^iAui/ilfn^ drakontikon MX. 130, 15 nach ZDMG. 
40, 493 'Sardonyx', nach. C. 'smaW, nach Wb. auch = sava§- 
ariun eine Pflanze, 8. oben p. 213, 

vgl. gr. dQaxovretog 'drachenartig', dQaxovriag ein Edel- 
stein, dQaxovTiov eine Pflanze, lat. Lw. draconitis (Plin.) 
*^Drachen8tein\ 

1 00> ii.puigtH drakme 'Gewicht und Miinze' Anan. Shirak. 2 7 
= gr. dgaxfiri 'Gewicht und Munze\ 

101. ii.pnAqjup drungar Sb. 116, 18 eine hohe militarische 
Wiiide = gr. dQovyyccQwg Chef eines dQoifyyog (1000 — 3000 
Mann Infanterie). 

102. Irplrunu ebetios 'Ebenholz' David, ebenneay *au8 Eben- 
holz' P8eud. 2, 6 (fiir gr. i^ivvivog) = gr. e(ievog 'Ebenholz\ 

103. Irpirp e^er(t-a St.) 'derAether'Aristotdemundo 605 fig., 
Plato, Anan. Shirak., Narek. u. s. w., da von eierakan^ elerayin 
Aristot. de mundo 606 [aid-eQcog) u. s. w. 

= gr. ai&ijQ (gen. al&iQog) *Aether^ 

104. irpfiiu eiia, eittca (gen. pi. eiiaig^ eiiuag) ein gefra88iger 
Vogel Philo = gr. a\'&via ein Wasservogel, Taucher. 

105. hiiumt elate Pseud. 68, 21 = gr. kldri] 'Fichte'. 

106. brijrlimpn'u elektvon^ elekifioriy iliktrton, iektoronw.s.w, 
'Bernstein' Basil., Plato, Aristot. de mundo 620, Narek. 

= gr. ijleyiTQov 'Bernstein*. 

107. kjtg etik Aristot. de mundo 613 = gr. ikmlag beson- 
dere Art von Blitzen. 

108. hr^lrqlrt^/i ekeiegi 'Kirche' El. 5 flg. u. s. w., alt und 
sehr haufig = gr. iyiTclrjala, lat. Lw. ecclesia 'Kirche^ Vgl. got. 
Lw. aikklesjo 'Kirche*. 

109. ir^iihruputuinlu ekiestostes, eklesiastes im Vorwort und 
Titel des Pred. Sal., Eznik 189 (arm. ioiovoi 'Versammler' 

= gr. ixTclrjaiaatrig 'Redner in der Versammlung'. 



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348 m. 2. Abechnitt: Griechische WOrter. 

110. Irliqlrttliutttuftliuu ekiesiasdikos griechischer Ehrenname 
des Mesrop MX. 255, 11 = gr. exyclrjaiaarixog 'a member of 
the true church*. 

111. Irqirpnpnu eieboTos eine Pflanze Basil., Vardan Gren., 
Med. Schr. = gr. IXXi^oqog 'Niesswurz*. 

112. Irqlri/iu/iiigMtlfiuit eUpandokan (^^elephantisch') mit boro- 
tuiiun (^Aussatz*) ^^Elephantiasis* MX. 165, z. 4 v. u., Leb. d. 
Silvester und Konst. 

zu gr. ilifpag (gen. kXiipavTog) 'Elephant*, woven kXB(pav- 
ziaatg. 

113. irtPuimlimtu ematttes Pseud. 5, 19 = gr. alfiaTlTrjg 
*Blutstein*. 

114. Irii^lrqlrliu enkciees [enkeleSy enkeiis) 'die Aale* pi. Basil. 
= gr. kyx^^^f-^ nom. pi. 

1 1 5. Ir'ugirp enker 'Handtuch* Leb. d. Vater 
= gr. iyxeiQiov 'Handtuch*. 

116. iri^uipgnu eparkos 'Praefect, Vezir* Osk. Joh., Leb. d. 
Vater, eparkosuiiun *Amt, Wiirde eines Praefecten* Lambr., 
Leb. d. Vater = gr. €7taQx^S 'Praefect*, htaqx^^ 'Wiirde eines 
Praefecten, Praefectur*. 

117. lfii^fi^^%tn epiklint Aristot. de mundo 615 

= gr. E/riycUvTtjg (aeiofiog) 'Erderschiitterung in spitzen 
Winkeln nach der Seite hin*. 

lis. Irufliiriuitp^nu epimantkos d. i. bazpan (s. oben p. 114) 
Lambr. = gr. iTtifxavUioVj iTtijiiaviytor (von gr. ijtl und lat. 
manica) 'eine Art Aermelhandschuhe, welche vom Handgelenke 
an bis gegen den Ellenbogen gehen, aber die Hand selbst vollig 
frei lassen* (Hefele, Btrg. z. Kirchengeschichte u.s.w. II, 222). 

119. iri^/iu^nu^nu episkopos [i-Q St., pi. auch episkoposunk 
FB. 96) 'Bischof* EI. 22 u. s. w., alt und sehr haufig, episkopo- 
8akan'biQchdUicliIja2.,episkoposakiyMiihiBchof El. 54,z. 5 v.u., 
episkoposanog 'bischof licher Palast*, episkoposapet 'Oher bischof * 
FB. 79, 8; 117, z. 1 v.u. , episkoposaran 'bischof liche Residenz, 
Bischofssitz* Car., Jaism., Mech. Rechtsbuch, episkoposuiiun 
'Bischofsamt* 1 Tim. 3, 1 

= gr. i/clayiOTiog 'Bischof*, lat. episcopus, got. aipiskaupus 
u. 8. w. 



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III. 2. Abschnitt: Griechische W6rter. 349 

120. iri^pinpnti^nu epttvopos 'Voimund* Mech. Rechtsbuch 
= gr. STclTQOTtog 'Vormund^ 

121. irniPnu etmos (gen. pi. etmosiQ und ermosag) 'Lied* Leb. 
d. Vater = gr. elg^og {elg^os) 'the first troparion of an original 
qdrj u, 8. w. (Sophocles). 

122. irLftm^^^ia^ euraktklon ein Sturmwind Apg. 27, 14 =: 
gr. evQoyilvdioVy evQaxvkwv u. s. w. ? nur Apg. 27, 14. 

123. trLpnhntnnu euTonotos Aiistot. de mundo 612 

= gr. evQovoTog *der Windstrich zwischen dem evQog und 
vorog, Siid-Siid-Ost'. 

Von ifLpnu euros 'Ostwind* Aristot. de mundo 611 = gr. 
evQog 'Sudostwind\ 

124. iri/iiritlr epcne eine Adlerart Basil. 

= gr. ly y^^ eine Adlerart: Seeadler, Beinbrecher. 

125. hri/inLif. epud [eput] ein Theil der priester lichen Klei- 
dung (eTtiojLilg) 1 Kg. 2, 18 u. s. w. (nur im Buch der Richter und 
1 Kg.), davon eputavor 'mit dem Ephod versehen* Snorh. und Car. 

= gr. €(povdj i<pu)8 aus hebr. "lifii? efod 'das Ephod, ein 
Stiick der hohenpriesterlichen Kleidung, Schulterkleid*. 

126. (ii.nLiA^ irgpirpiuit (dum) e/lieran(eMi{eran)'Sehem. 12, 39 
= gr. [jtvlri) ixd^qi 'das Fischthor' Nehem. 12, 39. 
Ebenda 3, 3 durn neMiurban (var. eJctiurban) = gr. TtvXri 

ix^rjQcc, zu lesen dufTt efctiuran, 

127. hrg/i%i/iu eRineisy eRenes griech. Name eines kleinen 
Fisches Basil. 153, Joh. Van. 

= gr. exevrjtg 1) 'Schiff halter', 2) ein gew. Meerfisch. 

128. Irg/Aau elcinos 'Seeigel' Basil. 150 
= gr. exlvog 'Igel, Seeigel'. 

129. liri/ifiLn. zepiuf, zepiuros 'Westwind' Aristot. de mundo 
611, 612 = gr. tifpvQog 'Westwind\ 

130. qJhJtu zmelin, instr. zmelinav^ var. zmilnav 'Feder- 
messer' Jerem. 36, 23, nach Meoh. zmilnav (instr.) 

= gr. aiiiXiov 'Federmesser'. 

131. nJnultinlrutb ^tup zmfnttean Xar 'Schmirgel-stein* Joh. 
Van. = gr. afivQlrTjg Xld-og 'Schmirgelstein'. 



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350 MI. 2. Abschnitt: Griechieche WOrter. 

132. qnt^mliuu zodiaJcos ^Thieikieis' Anan. Shirak. 
= gr. L^cjSiayLog *^Thierkrei8*. 

133. uniT zom (o-St.) *^Schiffbriicke' (iiber den Tigris odei 
Euphrat) Sb. 31, z. 5 v. u.; 32, 18; 95, z. 3 v. u., Levond 32, 
z. 4 und 7 V. u., Tom. 95, 8 = gr. Kevy^a 'Schiffb^ucke^ 

134. tgui/iingimtnnptu eftsploratoves 'Kundschaftei' (pi.) als 
lat. Wort angefiihrt (fur arm. Irteslt) bei Pseud. 2, 15 

= gr. i^TtkiOQaxoQeg aus lat. exploratores ^die Kundschafter*. 

135. puttnp iatr (r-St.) 'offentliche Auffuhrung, Schauspiel, 
Theater^ Osk. Mt., Euseb. Chron. u. s. w., 

daneben gelehrt ieatron (ieatron) 'Theater* (als Ort der 
Schauspiele) Apg. 19, 29, Euseb. Chron., Joh. Kath., Tonak., 
Syr. rom. Rechtsbuch 130, 21, auch = 'Ringplatz' [yvfivaaiov) 
2 Maccab. 4, 9, 12 

= gr. &iaTqov 'Theater*, lat. theatrum, 

136. piriT iem (gen. iemi) 'Diocese' Mt. Urh. (12. Jhd.), 
Steph. Orb. (14. Jhd.), Zak'aria Corcoreci (14. Jhi), Vardan 
Geographie (14. Jhd.) 

= gr. d^ifia 'Bezirk, District*. 

137. pirptfiih iermo7i 'Gliihwein* Car. 
= gr. &BQix6v ntr. 'warm, heiss*. 

138. pUrJiiu ievelia 'Sturmwind* Aristot. de mundo 612 
= gr. d^eXla 'Sturm wind, Wirbelwind*. 

139. piti^uili^ ktirakc'J^ 'Theriak* (als Gegengift) FB. 
217, 23, Narek., Vardan Gen., Car., Kanon., ieriake Eznik 63 

= gr. fi ^ijQiaxi] ein Gegengift. 

140. Ppiuu^^tuu /ra^AtWNordwestwind* Aristot. de mundo 
612 = gr. &Qaaxia^ 'Nord-Nordwestwind*. 

141. /iii.nu idos Eznik 204, 224 (erklart, als ob im Griech. 
I'iJioc? stiinde) = gr. eldog. Vgl.Hantess 1892, November p. 321. 

142. [tqjtu idos 'die Iden* Tomar. 

= gr. idoL aus lat. idus [iduum) 'die Iden* (des Marz etc.). 



143. lilgnuutlq.nnit ikosaedfo?i Grig. Nius. 

= gr. sUoadedQov 'Korper von 20 Flachen*. 



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m. 2. Abschnitt: Griechigche Worter. 351 

144. ftunh ison ^Concept' Gesetze der Konige 
= gr. Ilgov 'copy of a document'. 

145. ftpfimirisy gen.imt, nom. pi. fWc/^^'Regenbogen'Aristot. 
de raundo 613 

= gT. Iqlq (gen. XQtSog) 'Begenbogen, farbiger Kieis um 
andere Korper'. 

Arm. ^{iplili hirik nur Ex. 30, 24 fiir gr. Iqiq 'Pflanze mit 
wohlriechender Wurzer wohl zu arm. xir oben p. 268? 

146. [iLu^m^utlinb iupodiakan 'Subdiaconus' Lambr. 
= gr. vTCodidnovog. 

lutlfuib lakan 'Schiisser s. oben p. 157 kann diiekt axis dem 
Griech. stammen, vgl. Ukan Pseud. 1, z. 1 v. u., iekanadiuiu- 
iiun 2, 1 {lexavojuavTela) neben lakan Pseud. 2, 2, 5, 9; 3, 17; 
lekan 3, 15. 

147. fmJffii^ftbpau lambiurinioSj abl. lambrinie ^Labyrinth' 
Grreg. V. Nazianz, Nonnos = gr. la^vQi^&og 'Labyrinth'. 

148. 1) iiuiPufutp lampar oder lambar (i-a St.) 'Fackel' Hiob 
41, 10, Ape. 4, 5; 8, 10 {lafXTtag) u. s. w., haufiger iambar 
[iampar] var. lect. Hiob. 41, 10, Ezech. 1, 13 [ka^iTtag) u. s.w., 

2) ituu^mlrp lapter [i-a St.) 'Lampe' (mit Oel gespeist) Mt. 
25, 1 flg., Apg. 20, 8 [Xa^/tdg) u. s. w. 

= 1) gr. lajATtdg, gen. Xa^rtddog 'Packer (aber Mt. 25, 1 flg. 
= 'Lampe'J, lat. lampas 'Packer, 2) gr. Xaf.i7tzriq 'Leuchter, 
Faokel, Laterne', lat. lampter 'Leuchter'. 

Vereinzelt und jiinger ist lambat-Jc pi. 'feurige Luft- 
erscheinungen = katinddeg Aristot. de mundo 614. 

149. luitntuu latariy sprich ladan ein wohlriechendes Harz 
Mast. jahk. (14. Jhd., aus dem Lat, s. oben p. 325). 

= lat. ladanum ein Harz aus gr. kddavov {Xr^davov) 'Harz 
oder Gummi vom Strauch lfjdog\ 

149*. £^uitnffii latin, latifiOQi 'lateinisch, Lateiner' Lambr. 
Brief an Levon (Venedig 1865) 220, 236, 239 
= gr. Aa-clvog aus lat. Latinus. 

150. £uttnputtnlrir latvatem 'bellen, belfern' Lesart desSteph. 
Leha^i (17. Jhd., Uebersetzer lat. Werke, s. oben p. 325) bei 
Jac. Nisib. (Afraates) 

zu lat. latro 'belle', latratus 'Bellen, Belfern'? 



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352 III- 2. Abschnitt: Griechische WOrter. 

151. ftuMLput laura 'Kloster' nur Leb. d. Vater 
= gi. lavQa 'Kloster . 

1 52. ijr^nit legeon oder iln^tn^ legedn'hegion Mc. 5, 9, 1 5, 
Luc. 8, 30, FB. 201, 202, Joh. Kath., Thorn, u. s. w. 

= gT. ksyscov au8 lat. legtOy got. Lw. laigaion, 

152*. [iriaii/iu lelaps ein Sturm wind Aristot. de mundo 612 
= gi. lallaip. 

153. ^fuuitnit libation 'Weihrauch^ Nehem. 13, 5, 9 (an 
beiden Stellen im Accus. sg. z libanon) 

= gr. [tov] Xl^avov (accus.) Nehem. 1 3, 5, 9 (nom. b llfiavog), 
DsLZu iJifiuiiinu libanos 'Weihrauchbaum* Hosea 14, 6 = gr. 
Ufiarog 'Weihrauchbaum'. 

154. JifLlrnblnuj Ubetneay var. Ubernay (Schiffe) Pseud. 34, 
z. 1 V. u. 

= gr. ki^BQva pi. von Xi^eqvov = XL^vqvov (sc. TtXoiav) 
*eine Art leichtgebauter, schnellsegelnder Schiffe', lat. libtdmaj 
libumica [navis) 'schnelles Fahizeug, Brigantine'. 

155. iji^i^%au likdinos Von weissem Marmor' Pseud. 5 
= gr. Xvydivog *von weissem Marmor'. 

156. Jiquiin Z«ya^, ftya^ow 'Veimachtniss' Mech. Rechtsbuch, 
Gesetze der Kaiser 

= gr. Irjyarov aus lat. legatum 'Vermachtniss'. 

157. gJtJWb limon 'Citrone' Med. Schr. (nach Wb. auch in 
den Geop., wo es aber nicht vorzukommen scheint, s. Index 
zur Ausgabe Venedig 1877) 

= gr. Xl^ovl (du Cange I, 8 1 5), np. limmi, arab. laimwi, 
ital. limone. 

158. iJnTuinu limpoSy sprich limbos 'Vorholle' Mech. Apa- 
ranyi (15. Jhd.) = mlat. limbus, ital. limbo ^Limbus, Vo^h611e^ 

159. gjiiiqiipnit lingiron, iiungirofiy ligrion ein Edelstein 
Tonak., Zenob 33, 11 [ligron\ Vardan, Nceci (13. Jhd.) 

= gr. kvyxovQiov, kvyyovQLOv^ "Ktyyovqiov^ XtyvQiov ein 
Edelstein (Art Bernstein oder Hyacinth ?), lat. Igncurium, 

160. ifuig, litr (r-St, genJter) *ein Pfund' Joh. 12, 3; 19,39,. 
*ein Gewicht von 12 Unzen' Anan. Shirak. 28 

= gr. XizQa, lat. libra. 



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III. 2. Abechnitt: Griechische WOrter. * 353 

161. Jiijiu lips ein Westwind Aristot. de mundo 612 

= gr. XLxf) 'Siidwestwind*. — Ebenda livandtosj libopiunik 
= kifiovoTog, h^ofpolvi^, 

162. iJIfin/i^ Ikti'ft pi. 'Sanfte' nur Osk. (Hebr.) = Ikti-R 
nsti'K (letzteres zu nst-im 'sitze*) nur Osk. (Ephes.) 

= gr. IsyiTUioVj kexTlg aus lat. leciica *Sanfte'. 

163. Iiui^au kabos ein Mass Anan. Shirak. 31 
= gr. xdfiog ein Getreidemass. 

164. Ifutpiupnu kaiaros nannten sich die Novatianer Euseb. 
Kircheng. 505, z. 7 v. u., Seber. u. s. w. 

= gr. xad'agSg 'lein'. 

165. ^lupnqji^iriuj koioHkeay^ kaiulikeay (i-St.) 'katholisch 
=^ allgemein, universal' (von den Briefen der Apostel Jacobus, 
Petius, Johannes, Judas) Ag., Tonak., onorh., Ganjaran, 

^uipnqplft kaiolike, kaiuiike 'katholisch = allgemein, uni- 
versar, 1) von der christlichen Kirche, z. B. *eine katholische 
apostolischeKirche'El. 10,23; 2) 'die Hauptkirche, Kathedrale' 
z. B. in ValarSapat MX. 269, 2; 3) = kaioiikeay (so. Brief) 
Euseb. Kircheng., Tonak. 

= gr. xad^olixrj (sc. iTtiarolrj 'Brief oder ixx A »;a/a 'Kirche') 
'allgemein, universal, Kathedrale'. 

166. ^lupnq/i^nu koioitkos odei kaiuiikos [i-a St.) 'Katholi- 
kus, Oberhaupt der armenischen Geistlichkeit' FB. 94, 12, 
Koriun 8, 13; 17,7, Ag., Laz. u.s.w., davon adj. kaioUkosakan 
MX., Laz., kaiolikosaran 'Residenz des Katholikus' Joh. Kath., 
Mos. Kal. u. 8. w., kaioUkosuiiun 'Amt, Wiirde des Katholikos' 
FB. 226, z. 13 V. u. (bei Euseb. Kircheng. auch = gr. xa&oli" 
%6xrig the office of ytad'ohxag = 'intehdant of finance') 

= gr. o xa&oXixog 'der Katholikus' (der Armenier). 

167. ^tuquttPutp Aa^amar 'Schreibzeug, Tintenfass' Magistr., 
Erznk. Gram., Car., Joh. Van., Leb. d. Vater 

= gr. Ttaka^aQiov 'Federbiichse, Schreibzeug', jiid. Lw. 
ntjbp (Fraenkel 246). 

Im eigentlichen Aimenien jetzt dafiir ianakaman 'Tinten- 
fass' gebraucht. 

168. ^uiqiup kaiai vulg. 'kleiner Korb' = gr. xaka&og 
'Korb' KZ. 32, 50, xaki&iov 'Korbchen', ngr. xakd&t. 

Habschmanii, Armeiiisch* Orammfttik. 23 

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354 ' ni. 2. AbBchnitt: Griechische W6rter. 

169. yiuqiubi^^ kaiand'/i (pi., gen. kalandag) ^der eiste Tag 
des Monats' (mit Ruckwartszahlung, z. B. die Calenden des 
Januar = 1. Januar; der 2. der Calenden des Januar = 
31. December u. s. w.) Car., Tomar. 

= gr. Kaldvdai aus lat. calendae *der erste Tag desMonats'. 

Iliuqtuufutp kaiapar 'Gussform, Modell* = gr. xaXoTtodiov 
8. oben p. 163. 

^uitPiup kamar (t-a St.) 'Gewolbe' u. s. w. = gr. Ka/Adga s. 
oben p. 164. 

170. liiutTifiutuli kampsak (gen. -^) 'Krug' (fiir Oel) 3 Kg. 
17, 12, 16 = kapsak Anan. Shirak. 31, 3; 34, 8, Joh. Vardapet . 
genanntSarkavag 12. Jhd. (sonst nicht) = gr. xa^ipdKrjg, naipd- 
Tirjg ^Krug (fiir Oel), Mass fiir Fliissigkeiten*, lat. capsaces. . 

171. ^uijup kaisr (gen. kaiser^ r-St.) 'Kaiser' Mt. 22, 17, 21; 
Mc. 12, 14, 16, El. 8,5, FB. 54, z. 3 v. u. etc., AaiseraAaw 'kaiserlich' 
FB. 54, z. 7 V. n., kaiseragir Vom Kaiser geschrieben' Koriun, 
Yulios Kaisr 'Julius Caesar' Euseb. Chron. (1818) I, 9 

= gr. xaiaaQj gen. KulaaQog aus lat. Caesar^ gen. Caesaris, 
Vgl. got. Aat^ar, d. ^a«i^, arab. yawar, aram.nD'»p(Fraenkel278). 

Daneben als gelehrte Form lihuuip kesar (gen. kesaru) Cyrill. 
[z-kesaray = Y,aLaa^a\ Ephrem 2 Tim. [kesareay = xalaaQog)^ 
MX. 101 (als Name auch 91, 92, 94), Joh.Kath. Dazu Kesaria 
'Caesarea' FB. 30 flg., MX. 32 flg., Ag. 42 u. s. w. 

Zur Form kaisr = %alaaQ vgl. arm. zaur = zd. zavar9^ arm. 
biur = zd. baevar9, 

172. IfaAiphii kaniei [ira St.) 'Lampe' FB. 28, z. 3 v. u. ; 
229, 20, Koriun 27, 21, El. 113, 19; 122, 6; 149, 3 u. s. w. 

= gr. xavd^la 'candle, torch ; a suspended lamp' aus lat. 
candela 'Kerze*. Lw. syr. Kb'^'lSp, arab. qindil 'Leuchter, Kerze' 
Fraenkel 95. 

173. Ifu/blilrq^ kankei, kankelan 'Gitter, Balustrade' Cyrill. 
Erkl. der Biicher der Kg.i) 

= gr. xcryxfiAAog, yLay^eXXov 'Gitter, Balustrade', 'the balu- 
strade separating the altar-part from the main body of a church' 
(Sophocles Wb.) aus lat. cancelli, 

1) Ebenda stelit nach Wb. kihkHs kankeion e (*igt'), vgl. gr. xiyxXig 
*Gitter' = xayxBXXoi (einer Xirche) nach Sophocles Wb. 



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III. 2. Abgchnitt: Griechieche WOrter. 355 

174. liuMbnb kanon [i-a St.) *Regel, Richtschnur, Vorschrift, 
Norm, Muster, (chronologischej Tafel* 2 Kor. 10, 13, Gal. 6, 16, 
Micha 7, 4 u. s. w., alt uad sehr haufig, auch in Ableitungen 
[kanoTinem Vorschreiben, festsetzen, bestimmen' Thorn. 229 
u. 8. w.) und Comp. 

= gi. %avi!)v [navovog) 'Richtholz, Richtschnur, Vorschrift, 
Gesetz, Regel* u. s. w. 

IfuiUmliututut kantitat s. unter spalar. 

^uiu^utp Aapar 'Kapernstrauctf = gr. xaTtrcaQcg a. oben p. 1 6 5 . 

175. ^luufirqaij kapeiatf^ kapelay *Kneipe, Bordell* Sargis 
(12. Jhd.j, Grigor imast. ma§k. (12. Jhd.), Mech. Rechtsbuch, 
Kanon., kapelion dass. Leb. d. Vater, kapeianog dajss. Osk. 
Paulusbr. 

= gr. ytaTtrjlela, ytajTrjlelov, xaTtrjliov 'Schenke, Kneipe, 
Bordeir (aber syr. ^b'^fip qapeld 'caupo, ytaTtrjlog^). 

176. ^utufiriaait kapetoti als lateinisches Wort fiir -'Kopf- 
steuer' angefiihrt bei Anan. Shiiak. 28 

= lat. capttum exactio^ gr. nartira 'Steuern'. 

177. ^tutnaiufuA katapan ^Prafect' Vardan 99, 11, Sam.Erec 
= gr. TtaTSTtdvo) 'prefect, chief, head^ Konstant. Porphyr. de 

admin, imp. p. 231, mittellat. catapanus, idem quod capitanetcs 
(du Cange), ital. capitano^ altrues. kotopanu 'Vorsteher^ 

In Airarat ist (nach A. Xagaturean) katepan noch heute die 
volksthiimliche Bezeichnung des Aufsehers der Weinberge 
(fiir aigepan 'Weinberghiiter'). 

1 7 7*. Iiuimktfftu kaiegis ein Sturmwind Aristot. de mundo 6 1 2 
= gr. xaraiylg, 

178. Iimpli[ibnu karkinos 'Krebs' Basil. 143, Grig. Nius., 
*Bjrebs' als Krankheit Lambr., Jaism. = gr. xaQyclvog 'Krebs'. 

179. ^lupfunnu AanVo* 'Seekrebs, Krabbe' (a.uch pinaspas := 
TtivvoTtJQTjg genannt nach Wb.) Basil. 152 

= gr. naQlg, gen. %aql8og 'Seekrebs, Krabbe'. 

180. Ifiupiulfu karakn^ gen. karakni nach C. = *Zirkel, Blei- 
wage, Bogen, Wolbung, Scheere, Zange' Philo, Steph. Leha^i 
(17. Jhd.), Aristot. de mundo 624, Georg. Erkl. d. Jesaias 
(13. Jhd.), Tomar., karakn^a-jev 'kreisformig* MX. 119, 6 

23* 



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356 in. 2. Abschnitt: Griechiache WOrter. 

= IguiplilA karkin (gen, karknij i-a St.) dasselbe Osk. £s., 
Georg. Erkl. d. Jesaias, Tomar., karknq/ev ZaqariaKath. (9. Jhd.} 
= gr. xaQxlvog *Zange, Zirker? 

181. ^iri^p kedafj ktdar, kindar 'Kopf binde' Job. Damask., 
Jaism. = gr. ytldaQcg, lat. cidaris 'eine Art Turban, wie ihn die 
persischen Konige trugen'. 

182. l^bputiL keiaVj kiiat *Zither' Jaism. kilik. 
= gr. -^i&aqa *Zither\ 

183. Iglrlgpiuu kekias ein Ostwind Aristot. de mundo 611 
= gr. YMCxiag 'Nordostwind\ 

184. ^Iriiiifitiup kendinar 'Centner' Anan. Shirak. 28, Var- 
dan, Leb. d. Vater 

= gr. Y,evTrivaQLOv aus lat. centenarium *Centner\ 

185. lilriiii.n%uiiL kendonar *Lumpenrock' Leb. d. Vater = gr. 
y(.BVTO)vaQLov *an old cloak' = yc€VTi!yv, lat. cenionarium, cento. 

186. lgb%t^aS^ kendrdrtj kentron 'Centrum, Mittelpunkt des 
Kreises' Euklid = gr. xivTQoVj lat. centrum 'Mittelpunkt'. 

187. ^irtiuiu keras 'Kirsche' Martin = lat. cerctstiSy gr. xiQaaog, 
'Kirschbaum, Kirsche'. 

188. Iglrutn ^e«^oder/c^«^o«'Schmuckkasten'(der Aphrodite) 
Nonnos, Tonak. = gr. yteazog (jogestickta) == 'Giirtel der 
Aphrodite', lat. cestus, 

189. Iglrputin kerat [i-a St.) ein Gewicht Anan. Shirak. 27 
= gr. TLeQaTiov ('Hornchen') ein Gewicht. Vgl. Fraenkel 200. 

190. ^Irpifau kermos 'kleines G^ldstiick' Leb. d. Vater 
= gr. TLiqiia 'kleines Geld, Scheidemiinze'. 

191. litut ket [i-a St., gen. kiti) 'grosses Seethier, Unthier, 
Ungeheuer' Gen. 1, 21, Mt. 12, 40, Eznik 103 u. s. w. 

= gr. Y,fiTog 'grosses Seethier'. 

Daneben kitos Pseud. 139, 8 und ketos^ gen. ketosi Philo 
u. s. w., gelehrte Form. 

192. tiffiiutputn^tt kinabaris ^d. i. rothe Farbec MGg. 597, 8 
= gr. Kivvd^aQcg, xivvafiaQi 'Zinnober'. 

193. ^pituiiPnJaii kinamomon 'Zimmet' £x. 30, 23, Hohelied 
4, 14, Jerem. 6, 20 u. s. w., auch kinamon Vardan 



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III. 2. AbBchnitt: Griechische Worter. 357 

= gr. xtvrdficjfxov *Zimmet', spater xlvvafiovj lat. cinnamum 
*Zimmet'. 

194. Iifitupnu ktpros eine Pflanze, nur Hohelied 4, 13 

• = gT. nvTtQog *eine Staude mit wohlriechender Bliithe, die 
Alkannastaude*. 

195. liJitLnbnu kironos (nach Wb. auch keraunos) 'Blitz' Aristot. 
de mundo 613 = gr. %BQavv6g 'Blitz und Donner*. 

196. liJiumlnA kistei*n (nur gen. pi. kisteratiQ] 'Cisterne* 
Anan. Shirak. 7, z. 9 v. u. 

= gr. yLtariQva aus lat. dsterna 'Cisteme*. 

197. ^^#/fiif kivo8^Q\xh\sc\i Ape. 21, 16 = gr. xv/?off 'Wiirfer. 

198. I^fimpnu kxtron eine Fruoht oder ein Baum Ag. 479 
= xItqoVj kItqiov 'Citrone*. 

199. Iiftuupnu kiuaios ein Schopfgefass und Mass Anan. 
Shirak. 31 

= gr. xva&og 'das Schopfgefass, mit dem man den Wein 
aus dem Mischkessel in die Becher goss; ein Mass fiir fliissige 
und trockne Dinge'. 

200. IfjtL^liab AtuJiAon,AtJiAo«'cubisch'Grig.Nius.(8. Jhd.), 
Nceci (13. Jhd.), Tonak., Vardan Geogr. 

= gr. Tcvficiiogy ntr. -^vfiiytov 'kubisch', lat. cubicus. 

201. l/liAlil/b kiunikn 'die Thierhetze im Amphitheater' 
Sb. 54, z. 10 V. u.; 55, 2 = gr. '/.wriytov 'Thierhetze*. 

202. If/itii^^nu kiunikos 'cynisch, Cyniker' Euseb. Chron. 
= gr. nvvLTLog 'cynisch*. 

203. ^/itMftup/fu kiuparis,kiparis,kipart'Cj'pfes6eMK.{Jine{ 
an Sah. Artsr.), Sargis (12. Jhd.) u. s. w. = gr. nvitaQiaaog. 

204. /^/iLiL kiur oder kir 'Herr, Herrin* (vor Eigennamen, 
z. B. kiur i,an^ kit Anna) Snorh., Mt. TJrh., Vardan, Car. 

= gr. xvQtog 'Herr', xvQia 'Herrin', mgr. und ngr. xi)^ und 
y.ifQ (nach A. Thumb). 

2*05. liJtLpuilik kiurake oder kirake (gen. kiurakei) 'Sonntag* 
FB. 117, z. 7 V. u., Ape. 1, 10, Syr. rom. Rechtsbuch 111, 10, 
Kanon. u. s. w. 

= gr. nvQiaxrj 'Sonntag'. — Vgl. oben p. 313 sa 



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358 ni. 2. AbBchnitt: GriechischeWOrter. 

206. If^Lputu^utqium kiurapoiat, korapalat der Inhaber einer 
hohen griech. Wurde Sb. 116, 8, 13, kurapaiat Inschrift bei 
L. AliSan, Airaxat p. 114, Job. Kath., Thom. u. s. w., kurapa- 
iatuiiun diese Wurde selbst Joh. Kath. u. s. w. 

= gr. xovQOTtaXaTrjQ 'the majordomo of the imperial palace'. 

207. Iffujimu kipas 'Becher' Jaism. [meris kipas arcaia) 
= gr. OTLVcpog 'Becher*. 

208. I^JttT klifriy klimay, A^tmay 'Landstrich, Gegend'MX. 32, 
z. 1 1 V. u. [kitmay), Oskiph., Michael, Vardan 

= gr. }iUf.ia 'Land- oder Erdstiich, Gegend' u. s. w. 

209. ^i^pfi kUr-k pi. («-St.) 'der Klerus, die Geistlich- 
keit' FB. 96, 18 [kler in der Ausgabe von 1832), Thom., Joh. 
Kath., kierakan *Kleriker, Geistlicher' Koriun 9, z. 12 v. u., 
klerikos Ag. 603, Joh. Kath. 

= gr. TiXfiQog 'Geistlichkeit', yiXr]Qi%6g 'Geistlicher*. 

210. liqJtqf kimidr, kimindr, koiomitrj kolomintr 'ZiegeF 
Leb.d. Vater, Joh. Kath.,Lambr., Ba£il.Ma§k. (14. Jhd.), Geop., 
Oskiph., poln. arm. goyamindr 'Ziegel' WZKM. I, 289 

= gr. 7C€Qaftlg (gen. ycsQafildog) 'Dachziegel', demin. x€pa- 
fildtovy syr. Lw. qarmiday arab. Lw. ^tVmlrf 'tegula' (Fraenkel 6). 

Die arm. Formen gehen iiber *klmid axi8*krtntd auf griech. 
KSQafiid' zuriick. Vgl. oben p. 330, 4; 331, 8 und Anm. 2. Zu 
koiomitr aus kimidr vgl. oben p. 329, 2 und Anm. 7. 

211. Ifbl^HLq^ knkul oder kngui (gen. knkli^ i-a und o-St.) 
'Kapuze der Geistlichen', » grand couvre-chef de8 religieux, 
tantdt descend jusqu^aux piedsv (Brosset, Histoire de la Siounie 
p. 70) Joh. Mam. 50, 18, Lambr. Brief an Levon (Venedig 1865) 
218, MaSt., Leb.d. Vater, Leben der Heiligen II, 128, z. 15v.u., 
davon knMavor 'mit der Kapuze versehen' Joh. Mam. 50, 20 

= gr. xovxoi;A Aio^'Monchskapuze^ aus lat. cuculltiSj dundUo^ 
cuculla *Kapuze\ 

212. Iinlinpt^qnu kokordHoSy kokordUoSy kokordeios *Kroko- 
dir MGg. 59 8, 1 1 [krokodiios ?), 6 1 5, 1 5 {kokordil), Philo » ) Opera 
(1822) p. 1 50, Euseb. Chron., Lambr., Jaism., Leb. d. Vater = gr. 
xQOKodetXog (ngr. xoTtdQdecXog u. s. w. s. G. Meyer Neugr. Stud. 

1) Vgl. Conybeare, Philo about the contemplative life p. 158, 19: 
kokordUoB (v. 1. krokodiios). 



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III. 2. Abflchnitt: QriechiBche WOrter. 359 

II, 96), lat. crocodilus u. 8. w. (s. Georges Lex. d. lat. Wortformen), 
mhd. kokodriUe. 

213. ^n^n/i koiob 'kuizes Kleid ohne Aermer El. (yatags 
mianjan^j 159, z. 11 v. u., Leb. d. Vater 

= gr. ycolofiiov 'XJnterkleid ohne Aermer. 

214. l/ni^ia komit 'Komet' Aristot. de mundo 613 
= gr. .nofi^TTig 'Haarstern, Komet*. 

215. ^ni/L koms (gen. komsi, t^St., pi. auch ;2-St. ace. koms- 
un-s) ein griechischer Wiirdename Ag. 42, MX. 225, FB. 185, 
187, 232, Levond u. s. w. = gr. xofxrjg (aus lat. comes *Begleiter*) 
'Vorsteher eines grossen Verwaltungszweiges oder Hofamtes', 
ital. conte, frz. comte *Graf ^ 

Daneben komes *Markgraf von Griechisoh-Armenien' MX. 
237, 13. 

216. ^nh kon »d. i. Bildo Oskiph. = gr. etyidv 'Bild'. 

217. l/n'h koTiy konos ^Kegel' (als mathem. Korperj Grig. 
Niu8. = gr. xojvog *Kegel'. 

218. t/nbt^ui^ kondak ^Pergamentrolle, Bulle, Brief des 
Katholikos' iaism., Snorh., Tonak. 

= gr. yLowmcov *roll, scroll, official writing of any kind', 
im Ritual: 'a short hymn' etc. 

219. ^nh^nh konion ^Schierling' Euseb. Chron., Osk. Es., 
Basil. = gr. %tovetov 'Schierlingskraut, Schierlingstrank'. 

220. tgnbaiPau konomos, konom 'Verwalter' Leb. d. Vater 
= gr. olxovofiog 'Verwalter'. 

221. ^nbfi konk («-St. ) ^Schale, Schiissel, Waschkrug' Richter 
6, 38, Num. 7, 19, Joh. 13, 5, Xehne' (des Sessels) Hohelied 
3, 10, 'Nische' Ezech. 40, 9 %, 'Gemach' 1 Maccab. 4, 38, 57, 
'Muscher Basil. 

= gr. Koyxv *Muschel, Schale (zum Messen oder Schopfen), 
Kapsel, muschelformig gewolbte Decke fiber dem Altar christ- 
licher Kirchen*. 

222. ^ais^lrti konkei, konkel, konkiui *Purpurschnecke' Non- 
nos, Yardan Ex. = gr. xoy^^^^j %oy%vXiov *Purpurschnecke'. 

223. Iinmjiui kotiui ein Mass Anan. Shirak. 30 
= gr. TLOTiXri ein Mass. 



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360 III- 2. Abscbnitt: Griechische WOrter. 

224. Ifnptumap kovator Name einer griech. Wiirde Sb. 50, 4 ; 
102, Z.2 v.u. = gT. TcovQarojQ *a public officer' aus lat. curato7\ 

225. ^npnqpn^ koroiion'KoTaWe BasilAb2 = gT.xoQaXliop 
*Koralle'. 

226. l/nLiJipuij kulibay [koUvay u. s. w.) 'gekochte Weizen- 
korner' Jaism., Ganjaran, Erznk. = gr. ycoXyfia, xolfia 'boiled 
wheat'. Vgl. Clugnet, Diet, grec-fran^ais p. 85. 

227. linLinuijiiuj kuluHay 'Collyrium' Jaism. kilik. 

= gr. TioXkvQcoVj xoXkovQcoVj novlXoiQLOv^ ngr. y.ovllovQi. 

228. ^n^qji koRK eine Art Schnecke Basil. 

= gr. nox^lccg 'Schnecke mit gewundenei Schale*. 

229. ^Ma/fbg ktinnJc nom. pi. gewisse Muscheln Basil. 
= gr. Kviveg (nom. pi. von xvelg) 'Kammmuscheln'. 

230. Iipftuijiu kritis 'Richter' Leb. d. Vater = gr. y.QiTrjg 
'Richter'. 

231. ^pl/tu krkes (gen. krkisi) 'Circus' 2Maccab. 4, 9, MX., 
Osk. Joh. = gr. TO %iQ%rioiov 'der Circus' aus lat. [liidi] circenses 
'Wettrennen im Circus'. 

232. ^uiipLh halue («-St.) 'Aloe' Hohelied 4, 14, Joh. 19, 39, 
MGg. 615, 20, Narek., Oskiph. 

= gr. aAoij, lat. aloe^ hebr. dkalim, ahald& 'Aloeholz'! 

233. ^uiqjil/ui haiika 'enthiilste Getreidekorner' Ephrem 
= gr. aXi^ [aXiyiog) 'Speltgraupen', lat. alica^ halica 'Spelt- 

graupen'. — Wb. vergleicht arab. halij 'purgatum a semine gos- 
sipium' ? 

234. ^kpufbau heianos (i-a St.) 'Heide, Grieche' Mt. 18, 17 
{i&vixog), Mc. 7, 26 (EXXrjvlg), pi. Mt. 4, 15; 6, 31 ; 10, 5 (i'^^i/), 
El. 55, z. 4 V. u., u. s. w., alt und haufig, auch in mehreren 
Ableitungen und Comp., z. B. heianosakan ^heiinisch' El. 14, 
z. 13 V. u. 

= gr. I'^yog'Volk', pi. ra *€&vrj 'die Heiden', davon kdrimg 
'heidnisch, Heide'. 

235. 4trijk% hellen 'griechisch' MX. 240, 5, hellenakan 'grie- 
chisch' Koriun 6, hellenagi 'griechisch' MX. 145, z. 2 v.u., helle- 
nagik 'die Griechen, Hellenen' MX. 5, z. 6 v. u., u. s. w. 

= gr. "EXXriv (gen. "EXXrjvog) 'Grieche, Hellene'. 



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III. 2. AbBchnitt: Oriechische Wdrter. 361 

Philo, de vita contemplativa (ed. Conybeare 1895) p. 160: 
Jsijiuu Ellas = ^EllaQj \}uiuii.iuj Elladay 1 6 1 , z. 3 v. u. = ^EXlaSa^ 
JSijtiiutifl/g EllenagiH 159, z. 7 v.u. =^'£Hi/y€g. (Aber ebenda 
p. 156: Hesseaig = gr. ^Eaaalcuv (gen. pi.)). 

236. ^trplrulimlmuijg heresiotat-R (var. heresiotaiH oder here- 
8idtX)j pi. gen. heresiotag (auch heresiotig) 'Sektirer, Ketzer' 
Euseb. Kiicheng.j Osk. Job., Evagr. u. s. w., herestoiuiiwi, 
heresiuitun, heresuiiun 'Ketzerei' (allQeaig) 

= gr. alQeaiwTTig, pi. alQBOuJJTccv *Sektirer, Ketzer', syr. 
StDl'^OlSl alQeaciorrjg] 

^irplrm^^nu hevetikos [i-a St.) *Ketzer' CyrilL, Joh. Manda- 
kuni (5. Jhd.), Lambr., heretikostdiun 'Ketzerei' FB. 81, 7 

= gr. alQBTtY,6g *ketzerisch'. 

237. 4l,ui hiul, gen. hiuieay 'Materie' Eznik 9, 21, 22, 23,25 
u. 8. w., auch hiuie, gen. htulei Basil., Ag. = gr. vltj *Materie^ 

Arm. hiuie einmal falsch fiir gr. ^'Atog^Sonne's. Wb. 11, p. 1 1 . 

238. ^jiLqnu hiuios ein Thier, das in das schlafende Kioko- 
dil eindringt und dessen Eingeweide verzehrt; der Vogel troJcos 
(= TQoxiXog) nahrt sich von dem Fleische, das in den Zahnen 
des Hiulos geblieben ist Vardan Gen. 

= gr. vXXog 'Ichneumon* Geoigios Pisides Hexaemeron v. 9 6 5 
und 976 (s. Claud. Aeliani var. hist. ed. R. Hercher II, p. 633). 
Zur Sache vgl. Laucheit, Geschichte des Physiologus p. 25. 

239. ^/fuifuimnu hiupaioa (t-St.), auch hiupat (var. hipatos, 
hipat) ^ConBuV (als romischer Titel) 1 Maccab. 15, 16, Thorn., 
Euseb. Chron. u. s. w., i hiupatvoj *unter dem Consulat' Sokr., 
hiupatean 'die Consuln* MX. 128, z. 5 v.u., hiupatosakan 'con- 
sularisch'Sokr., hiupatomliun oder hiupatuiiun 'Consulat* MX., 
Thorn., hiupati-Jt VTcarela Shir. Chron. 

= gr. vTtavog 'der romische Consul', VTtaTcxog 'consula- 
risch', VTtateia 'Con8ulat\ 

Dazu aniihiupatos Euseb., anliupatuiiun Leb. d. Heiligen 
II, 46, Car. = gr. avS^inaxog 'PToconsul', av&vTtarela 'Pro- 
consulate. 

240. ^^tjntrplnn hiuperct [hiuperetj heperet) 'Diener' MX. 199, 
z. 1 V. u. = gr. vjtYjQiTrjg 'Diener'. 

241. ^npiPiuj hormay 'Schnur, Kette' Pseud. 150, 19 



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362 in. 2. Abschnitt: Griechigche Wdrter. 

fiir gT. oQfia&og 'Reihe, Kette' (Raabe, 7(rrop/a !dXe^. p. 86), 
vgl, oQfxog 'Schnur, Kette, Halsband'. 

242. ^nJnaap htetov (t-u St.) 'Rhetoi, Redner' Laz. 39, MX. 
U.S. w., hretorahan 'beredt* Koriun 12, 7, htetoruliun 'Rhetorik, 
Beredtsamkeit' Euseb. Kiicheng. u. s. w. 

= gr. QrjTCJQ 'Redner', ^tjtoqctii^ *Redekunst', syr. intD'^m 
'rhetor'. 

243. 4inf hrog (gen. hrogi) 'Sold' Sb. 89, z. 9 v. u., 138, 
z. 14 V. u., Levond, Joh. Kath., Steph. Asol. u. s. w. 

= gr. Qoya 'donativum, honorarium, 8tipendium militum', 
'Jahresgehalt' Konstant. Poiphyr. de admin, imp. p. 185, 187. 

244. l^itntT Htom oder l^nailiP Hrom (gen. Htomay) 'Rom' 
Rom. 1, 7, 15, El. 55, 16, MX. 85 flg. u. s. w., Hrom-M oiei 
Hofom-M^]. 8, 1, Hordm'/i{o'8t.) 'die Romer, das romische oder 
byzantinische Reich' Koiiun 16, El. 8 flg., Laz. 24 flg. u. s. w., 
HtdmayeQt, HtomayeQi 'Romer' Apg. 22, 25 flg., Laz. 6, MX. 
70 flg. U.S.W., Aro^iayaAaw 'romisch' Euseb. Chron., hromayeren 
'in romischer Sprache' Ephrem 

= gr. 'fY(J^i/, lat. Moma, davon ^Pwfxalog 'Romer', np. Rum 
'das byzantinische Reich' = phi. D11K Bdh. Gl. 62. 
Gelehrte Form Hrome MX. 94. 

245. qlrminnu ieptoH oiuo Miinze Anan. Shirak. 27 
= gr. Xemov eine kleine Miinze Mc. 12, 42. 

246. tPuiq/fuinpau magistros Name einer (griech.) Wiirde 
Snorh., Leb. d.yater, magistruiiun das Amt eines Magistros Euseb. 
Kircheng., magistrianos Name einer (griech.) Wiirde FB. 101, 
3, 10; 102, 8, 14, spater maiistros Steph. Asol. 253, Arist., 
maiisttosuiiun Steph. Asol., Arist. 

= gr. i^iiyiOTQog 'the master of the imperial household', 
fAaycarQOTTjg 'the office of nayiotQog^^ fiayiarQiavog, 
Aus lat. magister 'Vorsteher'. 

247. JiuqSu^in magnit 'Magnetstein' Grig.Nius. (8. Jhd.) und 
Jaism.,ma^;2e5^t:snurNarek., mangnestis nujAn^ji. ekeh, modern 
magnis = gr. f^dyvrjgy /LiayviJTig 'Magnetstein', lat. magnes. 

248. Jiuqtnuigt maztaHe ein Harz von Baumen MGg. 600 
(ed. Soukry p. 22 : mazdik\ Mech. Rechtsbuch, Geop. 89 (als 
Baum), Michael 



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III. 2, Abschnitt: GriechiBche Wdrter. 363 

= gr. fiaoTlxri 'Mastix', lat. mtistiche, aiab. tnasfaki 
A. M. 250. 

249. Jhilikiinb makeion Tleischmarkt' als Fiemdwort bei 
Eznik 284 = gr. ^dxekkov 'Schlachthaus, Fleischerladen' aus 
lat. macellum 'Fleischmatkt'. 

250. iPuAtfuiiiuij manganay (t-St.) 'Kriegsmaschine' Grig. 
Ttay (12. Jhd.), 

Jmbi^nb manglion {mangion) 'Kriegsmaschine' 1 Maccab. 
5, 30; 6, 31, 51 [fnangUon'8 ev menSenai-s fiir gr. ^rfxccvag ace. 
pi.), 8b. 145, 22 (wie 1 Maccab. 6, 51) 

= gr. ^dyyavovy fiayyavtxor 'Kriegsmaschine', lat. manga" 
num *Ma8chine', syr. 1133i313, Sp'^SSOia 'machina', arab. manjamq, 
manjaiiq 'machina bellica', manjanun *inachina\ Vgl. nhd. 
Mangel. 

251. tPuibiifiui mandia *Kleid' als Fremdw. bei Cyrill. Erkl. 
def Biicher der Kg. = gr. fiavdvag, fiavdvrj 'Oberkleid'. 

252. Jtuitiriu^ maneak 'Halsband, Halskette' Gen. 41, 42, 
Daniel 5, 7, 16, Hohelied 1, 9, Jerem. 52, 21 u. s. w. 

= gT./iai/tax?;g*HaIsband'Daniel5, 7, 16, 29u.8.w., demin. 

lUiVlCCKlOV. 

253. iTiublfiuiL manklav 'Stock, Priiger Gesetze der Konige, 
manklavik^ manglavit 'koniglicher Kammerdiener' Vardan, 
Narek. 

= gr. fiayxkafiiov 'strap for chastising offenders', juayxAa- 
^irrjg 'strap-bearer*. 

254. tPu/bputqnp manragor [i-a St.) 'Alraun'Gen. 30, 1 4, Hohe- 
lied 7, 13, Ag. 480, MGg. 608, 8, Eznik 66 u. s. w. 

= gr. f^iavSQayoQag, syr. "JinJin^Dia, lat. mandragoras 'Alraun'. 
Warum nicht arm. *mandragor? 

255. tPtutnnLiA maturn (/s-St., gen. matran) 'Martyrerkapelle' 
FB. 7, Ag.u.s.w. [nehenmartutn nurbeiSokr., mitAnlebnung 
?jimartiro8) = gr.^apTv^toi/'Martyrerthum,Martyrerkapelle'? 

Vgl. unten martiuros etc. = gr. fiagrvg etc. 

256. iPuipqiupPin margarit (o-St.) *Perle* Mt. 1 3, 45, 46 u. s. w., 
alt und haufig = gr. /.laQyaQljrrjg, lat. margarita^ np. marvarld, 
syr. WT^S^ilia marganld^a^ got. marikreitus 'Perle'. 



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364 III. 2. Abichnitt: Griechische W6rter. 

257. Jmplftrq^ market 'Hacke* Leb. d. Vater 
= gr. (Liaxilr]^ /iaxeHor *Spaten, Hacke*. 

258. JiupJiuplfab marmarion ^Marmor' MGg. 596, ^marmorn' 
Steph. Asol., marmareay Von Marmor* Hohelied 5, 15 u. s. w. 
= gr. (laQ^aQog und naqixaQov 'Marmor', fuaQfiaQivog 'mar- 
morn*, lat. marmor. Gab es ein gr. *fxaQ^aQiop? 

259. iPiupm^Lpnu martiuros, meist mar tiros (t-a St.) 'Martyrer* 
Laz. 47, El. 88, z. 3, Ag. u. s. w., martirosanam *den Martyrer- 
tod erleiden' Euseb. Chron. u. s. w., martirosaran 'Marty rer- 
kapelle' Koriun27, z. 16 v.u., marttrostdiun 'Martyrium' FB. 5, 
Cyrill. U.8.W., martiroieRy lies mar <tro^^ 'Marty rologium' Mai. 

= gr. f4aQTvg, gen. f^aQTVQog 'Marty rer', hom. undngr. fiaQ^ 
TVQog, /laprvp^fti'Martyrertoderleiden^, jua^ri;p^o*' 'Marty rium, 
Martyrerkapelle*, ^aqrvQla 'Martyrium*, i^iagrvQaXoyiov. 

260. AiuA melan (oder melan^ i-a St.) 'Tinte* Gesch. Georg., 
Leb. d. Vater, Xosrov Anjeva^i, Lambr., onorh. 

= gr. fxelav 'schwarze Tinte*. 

Ira eigentlichen Armenien jetzt dafiir /awa^'Tiiite'gebraucht. 

261. i&qk/^ meiedi ^Messeliei^ Ganjaran 
= gr. iu6ko)dla 'Gesang, Melodie'. 

262. i&qjiiup^u me/tart^lateinischerNameeinerMiinze Anan. 
Shirak. 28 = gr. fXLhaQrjaiov eine Miinze aus lat. milliarensis, 

263. Jirb/iti.nu menidos ein Meerfisch Basil. 152 

= gi, luacrlg, gen. f^iatvldog = f-ialvrj ein kleiner Meerfisch. 

264. i&nnh meronj miron, miuton 'das heilige SalboP Dion. 
Areop., Joh.Phil., Narek. u. s. w., metonem^ miutonem 'mit dem 
hlg. Salbol salben* Lambr. 

= gr. f.wQOP 'wohlriechende Salbe', spater 'das hlg. Salbor. 
Ira N. T. ist gr. fxvQov immer durch tut 'Oel* iibersetzt. 

265. Jhulri^ m^^^c^t 'ein Psalmenstiick aus 2 Zeilen, die von 
je einem Chorknaben in der Kirche gelesen werden' Joh. Phil, 
u. s. w. 

= gr. /i€(r<^do^'Mittel-oderZwischenge8ang, wenn Strophe 
und Gegenstrophe einen metrisch fiir sich bestehenden Gesang 
einschliessen'; 'a short verse between two longer ver8e8^ 

mesedi aus *fieaiidcov. 

266. lOrufiua mesia, mesiay^der Messias oar. = gr. (6) MeaaLag, 



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III. 2. Abschnitt: Griechische Wdrtcr. 365 

267. iMrmmq^ metal-R ^Grube, Bergwerk als Ort der Ver- 
bannuQg oder Gefangenschaft, Verbannung, Gefangniss^ MX. 
174, 23; 220, z. 9 v, u., Thorn. 263, Sargis, Narek., Anan. 

= gr. ^ixaXXov *Grube, Bergwerk, Steinbruch', vgl. lat. 
damnare in metallum oder condemnare ad meialla 'zui Arbeit 
in den Bergwerken oder Steinbriichen verurtheilen*. 

268. Jlnnptuuinjim metrapoUt ^Metropolit' (fremder Titel) 
Ag. 614 (Metrop. von Caesaiea), Joh. Kath., Oskiph. u. s. w. 

= gr. firjTQOTtolltrjg, 

269. iMkgbiiiuj meHenay (»-St.) ^Maschine', besonders 'Kriegs- 
maschine' Pseud. 1, z. 4 v. u., Sb. 31, 16 [fne}tanay)\ 145, 22, 
*Machinationen, Ranke^ FB. 123, 1, El. 14, 20 u. s. w., 

daneben tnenttefiay in beiden Bedeutungen 2 Chron. 26, 15, 
Ag. U.8.W., menSenavor gore {(vlt (Lirjxccvrjfia) Euseb. Chron.1,52 

= gr. f^rjxarrj 'Maschine, List, Anschlag, Ranke', syr. me- 
j^aw^, lat. machina. 

Im Armenischen fast nur der Plural gebraucht: meRe^iai-R 
= fxrjxccral. 

270. iq^inb milon ^Schaf *, tnilobut *zur Schafweide dienender 
Ort', milote 'Schafpelz' als Fremdw. bei Nonnos 

= gr. fArjXov 'Schaf*, iirjXofioTog Von Schafen beweidet', 
^rjkwTrj *Schafpelz'. 

271. tftPnu mimof 'Possenreisser' Leb. d.yater neben tPntPau 
momos Osk. Mt. = gr. i^linog 'Mimiker, Possenreisser' und fi(Jlj/.wg, 
jiid. DllSltS ^^er Momus, die lustige Person im spatgriech. Possen- 
spiele, Hanswurst' Fiirst, Glossarium graeco-hebraeum p. 136 
(nach A. Thumb). 

272. Jjiuuilrnliifb muteriony miuateHon ^Mysterium' Nonnos 
= gr. (.ivarrjQtov 'Geheimniss, Myste^ium^ 

273. Jjipiupjuquhiau mtrabaianos Pseud. 145, 20 = gr. fWQo- 
fiaXavog. 

274. Jqi,% mlon 'Meile' Mt. 5, 41, MGg. 603, 15, Erznk. Mt, 
Leb. d. Vater, spater mil Michael, milon Leb. d. Vater 

= gr. f.UXiov 'Meile' (aus dem Lat. : mille *tausend', milliw 
Hum *Meilenstein*). 

275. SLiuu mnas Gewicht und Miinze: Bibel (Ezech. 45, 12, 
Luc. 19, 13 flg. u. s. w.), Plato, Anan. Shirak. 28 

gr. fiva Gewicht und Miinze (von 100 Drachmen etc.). 



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366 in. 2. Abschnitt: Griechische W6rter. 

276. iPaq, mod ein Mass Anan. Shiiak. 31^ Geop., Mt. Urh. 
u. 8. w. = gr. (iodtog ein Mass aus lat. modius ^Scheffer. 

277. Jhiai^ molo§ eine Pflanze Leb. d. Vater, molox, moloxia 
Med. Schr. = gr. f.iol6xrj, ^alaxTj 'Malve'. 

278. JWbiuii. monad Name fiir das Talent (als Gewicht und 
Miinze) Anan. Shirak. 29 = gx.novag (gen. f^iovddog) 'Einheit*. 

279. Jabniait monozon (oder monazn) i-a St. 'Monch' Levond, 
Thorn., Kanon., Lambr. Brief an Levon (Venedig 1865) 228, 
Vardan, Leb. d. Vater u. s. w. = gr. luovd^cop 'Monch*. 

280. J},pnu moros (i-a St.) 'thoricht, Thor' Mt. 5, 22; 23, 17, 
Osk. Mt. u. s. w., davon morosakanWioiichij albern , morosanam 
*thoricht sein' Osk., morosuliun *Thorheit' Osk., Eznik 123 

= gr. ficoQog *dumm, albern, thoricht, abgeschmackt'. 

281. juil/l^p yakinl 'Hyacinth* Ex. 28, 20, Ape. 21, 20, 
yakind MGg. 597, 17 = yakuni MGg. ed. Soukry 18, z. 6 v.u., 
45, 12 (wo Wb. yakund \\ehi) , auch als |blaue) Blume yakini 
Cyrill., Osk. 1 Kor., yakinios Tonak. 

= gr. vaxiv&og 'der Hyacinth (Sapphir), die Schwertlilie*, 
lat. hyacinthus 'Schwertlilie', syr. b^lSIp'^, SDSpl*^ u. s. w., np. 
yakand, arab. np. yaqut 'Hyacinth*, gewohnlich 'Rubin* Nold. 
Stud. H, 44, BBIV, 63 Anm. — Ueber die halb syrischen, halb 
griechischen Formen vgl. Brockelmann, ZDMG. 47, 7. 

282. juiuuifiu yaspisj ycurpi ' Jaspis* Ezech. 28, 13, Ape. 4, 3; 
21, 19 u. s. w. (nur biblisch) = gr. caOTttg 'Jaspis*, lat. taspis, 

283. jnfJr/Jriuu yobelcan^ yobelean (seil. am 'Jahr*) 'das 
Jubeljahr* (Erlassjahr bei den Juden) Tonak., Ephrem, Vor- 
wort zu Lev. u. s. w., — pol 'Jobelhorn* (Larmhorn) Josua 6, 6 

= gr. lo}fir]Xalogj liofitjlog (Josephus, Origines etc.) 'jubi- 
laeus* von Iw^rjl (Origenes, Syneellus) = hebr. b^i** 'Sehall, 
Larm*, mit qeren ('Horn*) = 'Jobelhorn* (Larmhoin), miihnad- 
CJahr*) ='Jubeljahr*, das mit Trompetenhall angekiindigt wer- 
den soUte. j»Es war das je funfzigste Jahr und ein Erlassjahr, 
daher LXX etog rrjg aipiaewg, aq>eaig9i = arm. azatuiiun 
Tonak., XdX, Jubilaetis annua ^^\xhQ\}dhXyjubilaeum 'Jubelzeit*. 

284. jnphjilf yobelik 'Obelisk* Pseud. 42, z. 4 und 9 v. u. 
= gr. dfiellakog 'Obelisk*. 



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III. 2. Abschnitt: Griechische Worter. 367 

285. jn^ti^uiit yobelean Vardan, yobeli-R Shir. Chron. ein 
kritisches Zeichen in dei Hexapla des Oiigenes 

= gr. o^eXog 'Spiess, auch kritisches Zeichen in Biichern^, 
lat. obeliscus und obelus ^die Figur eines Spiesses an den ver- 
dachtigen Stellen der Biicher^ 

286. jau^nug yopop (o-St.) 'Wiedehopf nur Lev. 11, 19, 
Deut 14, 17, Sacharja 5, 9, Mech. Fabeln p. 125 

= gr. €7toipj lat. upupa 'Wiedehopf*. 

Das Vorkommen des Wortes spricht fiir Entlehnung, die 
Form dagegen. Vielleicht onomatopoetisch, da der Paarungs- 
ruf des Vogels : hupkup ist. 

287. jniiiiluip yunvar ^Januar\ Die Monatsnamen des romi- 
mischen Kalenders, die in den Calendarien, Heiligenleben 
u. s. w. vorkommen, sind folgende : 

jaiiiiliup yunvar, yanvar [yunvarios £useb. Chron.) = lavova- 
Qiog\ ifiinapilutp petwav [pebrvaHos Euseb. Chron.) = (pe^Qova- 
Qcog; iPuipinmart = f.idQrcog] um^p^i^ apr*7(Anan. Shirak. 19, 
z. 20) = gr. ciTtQlhog] Jhy^u mayis = gr. ^ialog\ jaApu yunis 
iindy«m(Bibel,Venedigl805,p. 766, Col.I,z.29) = gT.iovvcog\ 
jaLgjiu yulis (Bibel, Venedig 1805, p. 766, Col. I, z. 22) = gr. 
iovXtog, lovXtg ; uiu^aumau augostos Lambr. = gr. avyovoxog ; 
uiru^inktQJrp September = gr. asTtri^jiQcog] 4nl/mkJpkp hoktem- 
ber (Euseb. Chron., Erznk. Mt.) = gr. oxtio^Qiog] 'bnjkJpIrp 
noyember = gr. voin^qiog\ ii.^inin/pkp dektember Anan. 
Shirak. 6, z. 2 v. u. = gr. dexiiLi(iQwg, — Arm. hoktember ist 
nach September, arm. dektember nach hoktember gebildet. 

288. ifitffff^(r natik fiir *nastik *Kuchen' Leb. d. Vater 
= gr. vaarlaKog, vaavSg 'Kuchen'. 

289. %iupiinu nardos (t-St.) 'Narde* Hohelied 1, 11 ; 4, 13, 14 
u. s. w., iuioy nardean (gen.) *Nardenoles* Mc. 14, 3, Joh. 12, 3 

= gr. va^Sog 'Narde*. 

290. %mpliui narka ein Fisch Philo Opera (1822) p. 139, 
nerkes(f) Basil. 

= gr. vaq-KTi *ein Fisch, torpedo, bei dessen Beriihrung man 
einen lahmenden electrischen Schlag bekommt'. 

291. ifijp^ficii ndrun [nadrun, nairun) *Natron* Geop., Med. 
Schr. = gr. vLtqov, lat. nitrum 'Natron'. 



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368 III- 2. Abschnitt: Orieohische W5rter. 

292. %lrp ner 'eine Periode von 600 Jahren' Euseb. Chron.. 
(Venedig 1818) I, 11, 47 = gr. vfiQog *a period of 600 year8\ 

293. ^nJltuJuy nomiamay 'die Miinze' Anan. Shirak. 28 

• = gr. vofiiafja 'das currente Geld, die Munze des Staats^, 
lat. nomisma 'Miinze, Ge]dstiick\ 

294. ^niPnu nomas (t-8t.) 'Gesetz* Mech. Bechtsbuch, Syr. 
rom. Rechtsbuch 104, 22; 107, 21, Car., Jaism. 

= gr. v6/Aog 'Brauch, Sitte, Gesetz'. 

295. %om$up n^^ar 'Schreiber' Jaism., Tdnacoic, Martin, da- 
Yonnotaragi FB. 87, 9, vgl. Gelzer, Anfange der arm. Kiiche 111, 
ndtaruUun 'Amt, Thatigkeit des Schreibers' Kir., vulg. 7i6tr 
'cursiv* 

= gr. voraQwg aus lat. notarius 'Geschwindschreiber, 
Schreiber, Secretar'. 

295*. %oinnu ndtoSj notes 'Siidwind* Aristot. de mundo 611 
= gr. voTog 'Siidwind*. 

296. iiniLnu sloros 'gelblich' Ape. 6, 8 = gr. x^co^og 'griin- 
lich, gelblich\ 

297. npjtqnu oboios eine Miinze Anan. Shirak. 27, Ephrem 
== gr. 6fioX6g eine Miinze. 

298. nqni^niOruiu oiogomean (t-St.) 'Palmsonntag' Sb. 46, 9, 
Kanon., Lambi. Brief an Levon 237, Car. u. s. w. = gr. bvXo- 
yrj^ivT] 'gesegnet'. 

Jetst AaSvLicalkazard (== 'blumengeschmiickt'jgebraucht. -^ 
Der hom. oiogomean scheint aus dem gen. oiogomeni nach 
zahlreichen Mustern (nom. -ean^ gen. -eni) gebildet zu sein und 
fiir oiogomen zu stehen. 

299. nqniTuiliuiii. oiomptod [olompiad, olompial u. s. w., gen. 
pi. olompiadag) 'Olympiade, olympische Spiele' Euseb. Chron. 
I, p. 2, Cyrill., y-uUmpiand-s *bei den olympischen Spielen* 
Ag. 157, otompiakan 'olympisch' (von Olympia und vom Olymp) 
Euseb. Chron. 

= gr. ^OXvfiTCcag (-adog) 'olympische Spiele, Olympiade', 
^OAv^Trtaxogj'OAt/^Trtxog'vonOlympiaVOAv^TTto^'vom Olymp*. 
— Daneben oiimbias ein Westwind Aristot. de mundo 612 = 
gr. oXvf^Ttlag. 



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III. 2. Abschnitt: OriechiBche Wdrter. 369 

300. nutaptnu ostveos Basil. 143, 152, pi. nom, ostri^fc Basil., 
gen. ostHg Plato Tim., modern ostre 'Auster, Muscher 

= gr. oaxQBov 'Auster, Muscher. 

301. ailtup/fumtu oaristes 'Genosse^ Plato = gr, daQioTi^g 
'Genosse, Gesellschafter*. 

302. uilfg^uAnu okianos Aristot. de mundo 608, 609, davon 
okianean 'oceanisch' Pit. = gr. tJXBavdg * Ocean'. 

303. nilutuVbtuj osannay (t-St.) 'Hosianna' Mc. 11, 9, Job. 
12, 13, Ephrem, Tonak., Car. 

= gr. iooavva (aus dem Hebr.), got. Lw. osanna. 

303*. npuip orar, urar, urarn *Stola' u. s.w. MaSt., Kanon., 
Car., Mecb. Recbtsbucb u. s. w. = gr. tjQaQiov^ lat. orarium 
(Hefele, Btrg. z. Kirchengescbicbte II, 186 flg.). 

304. appnfn^u oriodoSs [i-a St.) ^recbtglaubig' FB. 81, 
z. 14 V. u., Seber. = gr. oQ^-odo^og 'rechtglaubig*. 

305. np^i oriz *Ileis' nur Ag. 482 = gr. OQV^a, oqv^tov 
Reis', lat. oryza^ arab. aruz A. M. 6, z. 2 v. u. 

306. npi^ulg ormisk *Halsband* Cyrill. von Alexandrien 
= gr. oQi-ilaTtog *kleines Halsband'. 

Vgl. oben Nr. 241 hormay. 

307. niiil/^ unki ^TJnze AnaLU, Shirak. 27, z. 2y.u., daneben 
nuki ebenda z. 1 v. u., uncay Leb. d. Vater 

= gr. ovyula aus lat. uncia, got. unkja, Zu uncay vgl. £rz. once* 

308. n^fimk- opites Pseud. 5, 20 = gr. oq)lTr]g 'Serpentin- 
•stein^ 

309. np^miuhq-nnit oktaedtou Grig. Nius. libers, von Steph. 
Siun. (8. Jhd.) = gr. o-KTaedQov *Korper von 8 Flachen*. 

310. qgulii&iJi oksimeli Magistr. = gr. o^v^elc 'Trank aus 
Essig und Honig'. 

311. u^iuiJinA paliun *das Pallium* Lambr. (in der Ueber- 
setzung des Schreibens des Papstes Lucius HI. an den Katho- 
likos GrigorTlay vom Jahre 1184)= lat. pallium Mange schmale 
mit Kreuzen venderte Binde aus weisser Wolle' (Hefele, Btrg. 
z. Kirchengescbicbte II, 215 flg), gr. Ttalkcov, Ttalliov. 

312. muiquiutliui palaiit [i-a St.) 'zusammengepresste Masse 
trockener Feigen' 1 Kg. 25, 18; 30, 12, 4 Kg. 4, 42; 20, 7, Jes. 
38, 21, palatak (Gil palattak?) Judith 10, 5 

H&bschmann, Armenische Grammatik. 24 

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370 ni. 2. Abschnitt: Griecbische W6rtcr. 

= gr. Ttakd&Y] ^eine Masse von getrockneten Friichten, die 
in eine langliche Form zusammengedriickt wuide*, demin. 
TtalaS-ioVj Ttalad-lg (-idog). 

313. muiquiuhi paiatn oder pcUatn (gen. pc^atan) 'Palast' 
FB. 54, z. 7 Y. u.; 79, z. 1 v. u.; 90, 12, Euseb. Chron., Laz., 
MX. 191, 9 u. s. w., spatei paiat oder palat Car., Leb. d. Vater, 
Oskiph. = gx. Ttakariov, Ttaldrcv aus lat. palatium 'Palast*. 

Arm. paiat bei Vardan 141 (vgl. Anm. 5) = 'koniglicher 
Hausschatz^ 

314. uiuaqiTwIfufb paimakon eine Art Erdbeben Aristot. de 
miindo 615 

armenisirt aus gr. TtaX^axLag 'eine Art Erdbeben\ 

315. uiu/bi^nlili pandoki Mnd. pandok ^Heibeit^Q Luo. 10, 34 
(7tav6oxBlov\ Syr. rom. Beohtsbuch 140, 19; 141, 4 u. s. w., 
pandokapet und pandokapan 'Witth^ Luc. 10, 35 {7tavdox^s)i 
Syr. rom. Rechtsbuch 140, 20; 141, 5 u. s. w. 

= gr. Ttavdoxelov 'Gasthaus*. 

316. i^uiitpkiL panier ^PeLnther Epiphanius = gr. 7t(xvd't]Q 
'Panther*. 

317. muiblipiutnlinb pankratiofi^ pankrat 'Gesammtkampf 
Euseb. Chron., Plato = gr, Ttayx^arcov 'Gesammtkampf* 
(Bingen und Faustkampf zugleich). 

318. «Y«ir<y pap 'der Papst' Leb. d. Vater u. s. w., auch der 
Patriarch (von Alexandrien) Leb. d. Vater 

= gr. TCccTtaQj TtaTtitagy lat. papa, got. /?apa 'Vater, Bischof*. 
Deauprotopap 'Papst' im Vertragsbrief (nach dem 12. Jhd.) 

= gr. TtQiDTOTtOLTtag, 

319. u^umauLMutaau patavutoSy patabatos Beiname des Julia- 
nus (Apostata) MX. 150, Car. = gr. TtaQaficcTrjg 'Uebertreter, 
Apostat'. 

320. t^iunk^ltJmbnu pareMmonos als griech. Titel des Heer- 
fiihrers Simon, eines Eunuchen Arist. 22, 11, 12 

= gr. 7taQcniOi/A(!ffi€Pog 'the officer who sleeps near the 
emperor in the same chamber*. 

321. ugtuulrg pasek'PRSSSi, Passamahl' 2 Chron. 30, 1, 2, 5, 
•15—18; 35, 1—18, Ezech. 45, 21, Luc. 22, 7, 8, 11, 13, 15, 
Koriun 17 und wenige andere theolog. Werke 



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IIL 2. Abschnitt: Griechische Worter. 371 

= gr. (paaix 2 Chron. 30, 1 fig., auch ipaaix ^^^ hebi.^^^o^r 

'Voriibergehen, Verschonung, V erschonungsopfer, Passalamm*. 

Daneben pasJca^ paska = gT. Ttdaxci, talm. iajg.piszaj pasxa. 

322. i^iutatuqfnu patugros *am Podagra leidend' Labubna 
Abgarbrief, Venedig 1868, p. 9 = MX. 107, z. 12 v. u., Ag., 
potagros Euseb. Kircheng. 65 

= gr. TtodayQOQf lat. podager, podagricus 'am Podagra lei- 
dend'. Vgl. syr. Lw. «15itD3D pfayra 'Podagra' (Phillips, the 
Doctrine of Addai 7, 1 1) neben Knii^** = Ttodayqa, 

Die armenische Form (mit t) ist von der syrisohen beein- 
flusst. Vg]. dazu Fraenkel 73. 

323. u^mmp^iupg patriarR (^aSt.) 'Patriarch' (von Antiochia, 
Alexandria u. s. w.) Joh. Kath., Anan. Sanahne^i (11. Jhd.), 
Mech. Rechtsbuch u. s. w., patriarKanog 'Palast des Patriarohen' 
Leb. d. Vater, pairiarRaran 'Patriarchensitz' Steph. AsoL, patri- 
arRuiiun 'Patriarchat' Joh. Kath. 

= gr. TvavQiaQxVS' 

Wb. schreibt immer patriarg^ bezeichnet aber patriarR (wie 
die neueren Worterbiicher schreiben) als richtiger. 

324. uguiinplilg patrik (i-a St.) 'Patricius' (griechischer Titel) 
Euseb. Chron., Mos. Kal., Levond, Steph. AsoL, Inschrift bei 
L. AliSan Airarai p. 114 u. s. w., patrkuiiun 'Wiirde eines 
Patrik* Levond u. s. w. 

= gr. TtaTQlxiog aus lat. patricius 'Patricier', seit Kaiser 
Konstantin eine hohe personliche Wiirde. 

325. u^iupau^ufii^u paropsidss (lies paropsidos) 'Schiissel' 
Anan. Shirak. 30 = gr. TtaQoiplg (gen. TtaqoxpLdog) 'Schiisser. 

326. u^m^uliJmin paRsimat [paR^amat) 'Zwieback' Leb. d. 
Vater 

= gr. Tta^a/iiag (pi. 7ta^af.idd€g oder Tta^a^ateg), Tta^afilgy 
Tta^afiirrjgj Tta^afiadiov, Tta^afiadiv^ Tta^Lfiddiv 'Zwieback'. 
Vgl. G. Meyer, Tiirk. Stud. I, p. 58. 

327. ti^kqunpiu peiagos (t- und t-a St) 'Meer MGg. 595, 3; 
596, 19 = gr. TciXayog 'Meer'. 

328. tnlr%miupqpu pentailos 'der Fiinf kampf Euseb. Chron. 
= gr. Ttivtad-Xov 'der Fiinfkampf [Ttivrad^Xog = 'Sieger 

im Fiinf kampf). 

24* 



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372 III. 2. Abschnitt: Griechiache Wdrter. 

329. uftr^iniu^nutnt fentakoste, pentekoste (t-St.) 'die 50 Tage 
zwisohen Ostein und Pfingsten, Pfingsten' Apg. 2, 1; 20, 16; 
1 Kor. 16, 8, Anan. Shirak. 7, z. 6 v. u. = gr. TrevrrjKoarri 
'Pfingsten', eigentl. der fiinfzigste (Tag naoh Ostein). 

Jetzt dafiir hogegalust 'Ankunft des Geistes' gebrauoht. 

330. u^kplrianun peretut 'geistlicherlnspeotor Kanon.,Meoh. 
Kechtsbuch = gr. TtsQwdevTrjg 'geistlioher Inspector\ Vgl. 
Clugnet Diet, giee-frangais 120. 

331. mkpnu^peroz odei perozot THalstuch' (der hlg. Khip- 
sime) Jaism., Vardan aus gr. TtsQi^caaTQa 'Gurt, Binde^entstellt ? 

332. uflriJit peuke 'KientsLckeV Fseud, 102, 5, 8 

= gr. TtevxTj *Fichte, Fohre; Kienfackel, Pechfacker. 

Die vom Wb. angefuhrte Form pekiutis aus Levond p. 1 1 8 
ist falsch. Die Stelle stammt aus Jes. 60, 13, also steht mairiv 
ev pekiv ev pekiurisav fiir griech. iv xvTtaQlaaip xal Tteimj] xal 
TcidQcp, dAso pekiuris fiir kiuparis = gr, KvitaQiaaog (und pek 
= Ttevxrj). Unser Bibeltext hat dafiii sardiv ev sausiv ev nocov 
ev mairiv. 

333. u^fuB/bfiuij pimeniay ein Mass Anan. Shiiak. 30 zu lesen 
hemina? = gr. ^/xlva (^= xort;Aiy), lat. kemina. 

334. uffiis pin, pinay, pinnay^ pinnoSj pinneak eine Muschel 
Grig. Nius. iibeis. von Steph. Siun. (8. Jhd.), Vardan Gen., Philo, 
Basil., pinna-spaseak Philo Opera (1822) 155, 156, 169 eine 
Krebsait (arm. spaseak = 'Dienei, Wachter*) 

= gr. TtLvva (tvIvo) 'die Steckmuschel, die sich im Meeies- 
grunde mit einer Art seidener Faden befestigt'; TtivvoTrjQrjg, 
TtvvvofpvXa^ 'der Wachter in der Steckmuscher, eine Krebsart, 
lat. pinotereSj pinophylax. 

335. uffiinnLu pitus eiu Baum Basil. = gr. TtlTvg 'Fichte\ 

336. u^liLiiiuirnlii^upiutamoideSypiuramid''pjiSLTmden{6imig* 
Grig. Nius. ubers. von Steph. Siun. (8. Jhd.) = gr. TtvQafxoecdrjg 
'pyramidenformig'; 

uffiLpuii^q. piuramidy piramtd 'Pyramide' Euseb. Chron., 
Nonnos = gr. TtvqafxLg (-Idog) 'Pyramide*. 

337. mfiLnfinb piuHon 'Feuertemper Car., Jaism. 
= gr. Ttvqelov 'Feuertempel der Perser*. 

338. uiqtulinLbq. plakuud (piakuntj piakuntr) 'Kuchen' Osk. 
Mt., Leb. d. Vater, piakuntr agorc 'Kuchenbacker* Osk. Mt. 



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III. 2. Abschnitt; Griechieche W6rter. 873 

= gr. TtlaxovQ (gen. TtlaKovvtog) 'Kuchen*, TtXayLOvvriov 
Reiner Kuohen', TrAcrxot/rroTrotog^Kuchenbacker', \dX, placenta. 

339. u^quiututu platan ^Platane' Jaism. = gr. TtkaTavog, 

340. u^qlri^uiiin plembat 'Geisselung mit Bleikugeln^ Car. 
= lat. plumbatae nom. pi. ^Bleikugeln^ Geisseln mit Blei- 

kugeln*. 

341. ufiiuil^pnak [i-a St.) 'Teller' Luc. 11, 39 (gr. Ttim^), 
Osk. 2 Tim., Kanon. u. s. w., pnakit (t- und %-a St.) 'Schreib- 
tafer Osk. Mt., Philo u. s. w. 

= gr. TtLva^ (?6J^- 7tLvay(,og) *^TafeI, Teller*, Ttivaxiov 'Tafel- 
chen, Teller oder Schiisser, TCivaTilg (gen. Ttivaxldog), Tttraxl" 
(Jtoi/*Schreibtafelchen', syr. KM'l'^pSJD tabula*, ossetfing 'Tisch', 
georg. pinaki, udiBchpinak (meine osset. Etym. p. 133). 

342. u^nt^pfi podiri 'bis zu den Fiissen reichendes Kleid' 
Damask. 

= gr. TtodrjQtig 'bis zu den Fiissen reichend' (soil. Kleid), 
ksl. podiri 'vestis talaris'. 

343. uinqliuinq. polipod, poUpodes ^^eeri^lji^^ 'Rdj&il, 144 
= gr. TtoXvTtovg^ gen. TtoXvTtodog 'der Meerpolyp'. 
Arm. potipodes ist eigentlich der griech. pi. TtoXvTtodtg. 

344. u^niPufliinu pompilos ein Fisch Philo Opera (1822) 155 
= gr. Tto^TtLXog ein die Schiffe begleitender Meerfisch. 

345. pop in i&qputufaui mehr-a-pop (meir = 'Honig') eine 
Frucht Num. 11, 5; Pseud. 154, 18 (an beiden Stellen fiir gr. 
Ttirtiav) = gr. TtiTtuv Art Melone? Vgl. gr. furjloTtiTtcop 'Apfel- 
pfebe*. 

Unsicher, da pop sonst nicht vorkommt. 

346. mniAfili pornik («-a St.) 'Hurer, Hure* 1 Kor. 5, 10, 
Ephes. 5, 5 u. s.w. [TCOQVog)^ Mt. 21,31 u.s.w. [Ttoqvri)^ auch in 
vielen Ableitungen (/)o/'n^^twn'Hurerei' El. 29, 1 1) und Comp. 

= gr. TtoQvixogj fem. TtoQVLxrj 'hurerisch'. 

347. i^ndrintu pueteSy puetikos (pveteSj pvetikos) 'Dichter* 
Euseb. Chron., Ephrem, Magistr., puetakan 'poetisch' Mag. 

= gr. TtotrjTTjg 'Dichter', TtOLrjtcxog 'poetisch, Dichter'. 

348. i^ni^ pul, sprich bul = ilnt^ vul 'die papstliche Bulle, 
Sieger Martin (14. Jhd.), Vahram (Ende des 13. Jhd.) 



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374 ni. 2. Abschnitt: GriechiBcheWGrter. 

s= lat. bulla 'Siegel, mit Siegel versehenes Diplom, Bulle 
del Papste' etc., gt. §ovXla 'signet, seal-ring, seal', ital. bolla 
'papstliche Bulle'. 

349. u^nlruintp />r'^«^^,/>re«^^reine Alt Wind undBlitzstrahl 
Ariatot. de mundo 612, 613 = gr. TtQrjari^Q 1) *feuriger Wetter- 
strahr, 2 ) 'heftiger Sturm wind* , lat./>re«^^'feuriger Wirbel wind\ 

350. ufapi^^lriL pHmiker{ptimikuf'yptimikiufo8) Car., Jaism. 
= gr. Ttqi^ixvKriQLog *the first officer* aus lat. />r*mw?erw« *der 

erste unter denen, die ein gleiches Amt bekleiden'. Vgl. Clugnet 
Diet, grec-fran^ais 125. 

351. miLnpiru ptoles und ptoiesmtos Gesetze der Konige 
= gr. TtQo&sacgj TtQo&iai^iog, fem. TtQod-ea/xla Vorherbestimm- 
ter (Tag) Termin*. 

352. u^anjf ptoig und ptug, meist pi., ace. ptoigs, gen. 
ptugag^ instr. prugdR 'die Mitgift der Frau* Mech. Rechtsbuch, 
Syr. rom. Rechtsbuch 111, 20; 112, 4, Assises d'Antioche 45 
(13. Jhd.), Mt. Urh. = gr. TtqoL^y gen. TtQoixog 'Heirathsgut der 
Frau', ngr. TcqovY.Lv neben TtQolxa u. s. w. Idg. F. 11, 107. 

353. u^iuiinfih pro tin (handschr. ptoton) scil. Armenian 
(ace.) 'das erste Armenien' MX. 32, z. 1 1 v. u. 

= gr. ace. TtQioTTjv Idq^Eviav. 

354. u^nninnutnpiuianp pfotostrator (gricch. Titcl, crklart als 
'an Rang der erste der Cavallerie*) Acten des Concils von 
Hromklay 12. Jhd. 

= gr. TtQcoroaTQcetioQ 'qui stratoribus praeerat' (gr. OTQCcrioQ 
aus lat. strator 'kaiserlicher Stallbeamter^. 

355. u^nninnfpoitqJtu ptotofrdndes Steph.Orb. = gr. TtQcoTO- 
(pQomaTrjg = erster q)qovTLaTrig 'Fiirsorger, Kurator*. 

356. uin.oulunLJl% ptdsxumen^AxSmetkenl^ Xosrov, Erkla- 
rung der Messe ( 1 0. Jhd.), Lambr. Brief an Leton ( Venedig 1865) 
236, Kirakos Arev. (13. — 14. Jhd.) = gr. Ttqogaxcoi^ev 'atten- 
damus'. 

357. u^inkqui ptela- [car) oder pteleay oder pteleay [cat) in 
den Jaism. nach dem Busabatut'iun p. 540 = gr. Ttrelia 'Ulme*. 

Das in den Oeop. sich &aiende ptii (z. B. p. 19, z. 22) ist 
gen. von ptui 'Frucht*, s. den Index der Geop. — Fiir urver- 
wandt mit nveXia halt Bugge, KZ. 32, 39 das erst spat bel^e 



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III. 2. AbsdmiU: Orieohische W5rter. 375. 

arm. pkq^ ieii odet leleay cat *Uline' Galen, Med. Schr., Jaism. 
und modernaimenisch. 

358. ufptu^mnp praktor d. i. ^Erheber yon Abgaben' Vaidan 
Psalm. = gr. 7tqa%T(aq *Geldeintreibei*. 

359. ufput^g prak'R (gen. prakar) 'die Acten* (der Apostel = 
Apostelgeschichte] Osk. Joh., Joh. Phil. u. s. w. 

= gr. TVQa^eig [tCjv dfCOGToXiov = 'Apostelgeschichte'). 

Dazu u^puilguuiLpiy_g prcLksavioiJc, praksavaiaiJc 'die apo- 
kryphen Apostelgeschichten^ Ephrem HE, 117, 118, Euseb. 
KJrcheng. durch syrische Vermittelung aus grieoh. TtQa^sig 
aiftwv. — Auch prak-U 'Kapitel, Abschnitt' oft bei David, 
p. I24flg. = gr. TtQcc^cg, s. oben p. 315, Nr. 100. 

360. u^puiu pros 'Lauch* Num. 1 1, 5, Ephrem = gr, nqaaov 
'Lauch*. 

361. uipmufi pr<isi eine Pflanze Galen = gr. Ttqaatov 'die 
Pflanze Andorn'. 

362. ufpuiuin prast 'sobborgo' Sokr., Car. = gr. TtQoaaxuov 
'Vorstadt, Gut vor der Stadt, Villa*. 

363. uiplrutnp pf*etor 'Praetorium* Leb. d. Vater 

= gr. TtQaiTUQvov aus lat. pr<ietor%um 'Amtswohnung des 
Statthalters, Palast* u. s. w. 

364. ufp^tA prion ein Fisch Basil. 153 ^ gr. TtqLcjv (neben 
priste Joh. Van. = TCQlatrjg) 'Sagefisch*. 

365. ufpnu^nulttnnunLppA proposttosuitun 'Rang eines Prae- 
positus' Car. 

zu gr. TtQaiTtoaLTog aus lat. praepoaitua 'Vorgesetzter*. 

365^ uipo^ulitrnu prdSsimos ein fremder Wiirdename Lambr. 
Brief an Levon 240 = gr. TT^oftfiog 'deputy, the second officer' 
aus lat. proximus, 

366. mouaivnSL pdttomn 'Pferderennen' Mt. Urh. 350, 8 
(s. WZKM. 5, 68), poturum 'Hippodrom' Martin 

== gr. iTtTtodQo^ia 'Pferderennen', iTtTtodgofiogy iTtJcodqo- 
^Lov 'Rennbahn', ksl. podrumu 'Hippodrom*. 

367. amppl, tabbi Mt. 23, 7, Mc. 11, 21 u. s. w. sd. h. var-- 
dapeU (='Lehrer') Joh. 1, 38 = gr. ^a^^L d.i. didaoAalB Joh. 
1, 39 (aus jiid. raiJi), got. Lw. rabbet. 



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376 ni. 2. AbschniU: Griechische W5rter. 

Dazu: nui^nAfi rabbuni, rabbuni, rabuni «d. h. vardapeU 
('Lehrer') Joh. 20, 16, Mc. 10, 51 

= gr. ^apfiovvl d.i. diddaxale Joh. 1, 16 (aus jiid. rabbontj 
rtbbdnt)y got. Lw. rabbqtmei, 

Zu diesem gehort: pm^nLb rabun 'Meister, Lehrer', rahuna- 
bar ^nach Ait des Meisters', rabunakan 'meisterlich', rabunapet 
'chef des docteurs, pontife', rabunem 'unterweisen, Vorschrift 
geben' (Breviarium, Sar., Ganjaran, Talaran). 

368. iLuilfui raka 'thoricht, Narr' Osk. Mt., Evagr., alt. Wb. 
= gr. ^ay(.a Mt. 5, 22 (wo die vorliegende arm. Uebersetzung 

yimar 'Narr' liest), got. Lw. raka, 

369. iLuigftui rakia *Fluth' (des Meeres) Nonnos 
= gr. ^axLa 'Brandung, Fluth des Meeres'. 

370. itlrinffu tetin (^-St. oder ;j-St., instr. retniv oder tetamb 
Ezech. 27, 17) *Harz' Gen. 37, 25; 43, 11; Jer. 46, 11 u. s. w. 

= gr. ^rjTlrt] 'Harz', lat. reslna. 
Vgl. ratindj oben p. 275, Nr. 136. 

371. uui^puij sabiiay ein Mass Anan. Shirak. 31 
= gr. aa^vd-a (de Lagarde, Symmicta 216, z. 4). 

372. uau^nib salou *th6rioht* Leb. d. Vater = gr. aaXog 
'thoricht*. 

373. uutlfuitnibli sakamonij aakamuni ein Heilkraut undsein 
Saft Basil., Vardan Gen., Mech. Kechtsbuch, Geop. 

= gr. OTiagxfxojplaj ayiai^fxcjviovy lat. «camwoma*Purgirwinde*, 
scammonium der Saft derselben, arab. np. saqmuniya 'Convol- 
vulus scammonia' A. M. 151, Achund. p. 84, oben p. 279. 

Wenn sakamoniy wie Wb. angiebt, schon bei Basil, vor- 
kommt, muss es aus dem Griech. entlehnt sein, sonst konnte 
es auch arab. np. Lw. sein. 

374. uuilflrpg «aA;er-^pl.'kaiserlichesSchreiben^Koriunp. 1 7, 
z. 15, 31 und 32 = gr. aaxQa 'imperial epistle' (aus lat. sacra), 

375. uiMquitTuiuiif saiamandr (^-a St.) 'der Salamander' Non- 
nos, MGg. u. s. w. = gr. oala^avdQa. 

376. umqiTnu saimos (t-St.) 'Psalm' Luc. 20,42, Ephes. 5, 19, 
El. 14, 21, Koriun 27, 20 u.s. w., alt und haufig, auch in vielen 
Ableitungen und Comp. = gr. xpaXixog. 



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III. 2. Abschnitt: Griechiache W6rter. 377 

GelehrteFonnen: psalmoa einmalbeiLambr., jo^ti^^'Sanger' 
1 Ezra 8, 5, Lambr., Joh. Phil. = gr. x/jdXTrjQ 'Sanger', davoa 
psaituliun 'Psalmensingen' Joh. Kath. Vgl. ahd. psalmo, meist 
aber salm und salmo. 

377. uaankp satcT [i-a St.) 'Stater Mt. 17, 26, Gen. 20, 14, 
Anan. Shirak. 33 (= dldQaxf^ov), Magistr. (WZKM. 10, 220) 
XL, s. w. = gr. atazriQ eine Miinze. 

378. uuimfipui^u/b satir-akan 'satyrisch' Plato = gr. oarvQ- 

379. uuiuinh saton ein Mass Anan. Shirak. 31 = gr. aaxov 
ein Mass fiir Getreide. 

380. uuautpuiin satrap (t-a St.) 'Satrap* FB. 67, z. 2 y. u. ; 
73, 8; 79, z. 5 v. u., 90, 15 

= gr. oazQaTtrjg 'Statthalter' (aus dem Persisohen). 
Ueber satrapei s. oben p. 208, Nr. 461. 

381. uuipi^nu sardion ein fleischfarbener Edelstein (Carneol) 
Ex. 28, 17, Ezech. 28, 13, Ape. 21, 20 u.s.w. (fast nur biblisch) 

= gr. aaqdiov^ lat. sardiiis 'Karneol'. 

382. uutiMtii savan 'Leintuch' Bars. Ma^k. (14. Jhd.), Leb. 
d. Vater, Mech. d. Arzt (12. Jhd.) 

= gr. aafiavov 'Leintuch', Lw. mlat. sabanumj got. saban, 
ahd. saban 'leinenes Tuch', ksl. savanu, 

383. sapa in umifMtuunLut sapasut 'ganz falsch' oder 'sicher- 
lich falsch' {sut = 'falsch*) nur Eznik 156 

= gr. adq>ce, aacpiog adv. 'gewiss, sicher'? 

384. uuigniiuij saJculay = sarRulay oben p. 276 (nur Lambr. 
Brief an Levon 218, 240) 

von dem Wb. und Brockelmann zu lat. sacculus 'Sackchen' 
gestellt? Bei Lambr. a. a. O. 218 wird es vra^ 'georgisch' ge- 
nannt: also zu georg. saqelo 'Kragen' (Tchoubinof p. 445)? 

385. ukfiutuuinu sebaatos und sebaste 'erhaben' (lat. Augustus j 
Augusta) von romisohen Kaisern und Kaiserinnen gesagt 
Euseb. Chron., Shir. Chron. 

= gr. aefiaatog, fem. aefiaoTrj 'erhaben'. 

386. ulrpJrblt sebem 'aus Palmblattern gefloohten' (Kleid) 
Leb. d. Vater 



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378 ni. 2. AbsehniU: Griechische WOrter. 

=3 gr. aepipiov 'die Hiille dei Palmbldthe und Frucht', 
aefiivivoQ 'aus dei Hiille der Palmbliithe oder dei Palmfrucht 
verfertigt*. 

387. uk£^ selj selasj sela (gen. pi. 8elayi(?) *feurige Lufter- 
scheinung' Ariatot. de miindo 613, 614 = gr. aiXag 'feurige 
Luftersoheinung*. 

388. uhJAi selin 'Stuhr (der goldne des Patriarchen) Mt. 
Urh., Leb. d. Dionys., Jaism. 

= gr. aeXXLov von aiXXa 'Stuhl' = lat. sella, 

389. ir^fTciri^^froi sekuudtkut Jaism. == gr. aexowdi'KriQLog 
'the second officer' = lat. secundicerius 'ein Beamter zweiten 
Ranges' oder 'qui post primicerium est' u. s. w. 

390. ukqui^ selak 'Knorpelfisch' Basil. = gr. aiXayoq 
'Knorpelfisch'. 

391. ulrJJtuip setniar [notaragi) 'Sohnellschreiber' FB. 87, 9 
= gr. *ari^€caQcog (vgl. Geker, Anfange der armen. Kirche 

p. Ill, Anm.). 

392. utrJiuqlip semagir 'Schnellschreiber' Euseb. Kircheng. 
= gr. ar]^ecoyQag)og 'Schnellschreiber' (mit Uebersetzung 

von gr. 'YQacpog durch arm. -gir 'schreibend'). 

393. ub^mmap sefiatoT 'Senator Car. = gr. aevatcoQ aus 
lat. senator. 

394. ub^qlriau setigelos nur Mt. Urh. = gr. avyyLsXXog 'syn- 
cellus, bishop^s or abbot's cell-mate, a sort of ecclesiastical spy'. 

395. ukuflriuh «6[p&an 'Tintenfiseh' Arist. 107, sipe dasselbe 
Grig. Nius. libers, von Steph. Siun. (8. Jhd.) = gr. arjTtla 
'Tintenfisch'. 

396. u/tfki^ sigel und sigi 'Siegel' Yisat., Martin = lat. 
sigUlum^ gr. aiylXXiov 'Siegel'. 

397. ujtifrnb signon [siugnoin) 'Zeichen' MX. 165, z. 8 v. u., 
Narek. = gr. aiyvov 'Zeichen' aus lat. signum. 

398. u/t^utptrutit sikarean 'Sikarier' Apg. 21, 38 = gr. atxa- 
QLog aus lat. sicartus 'Bandit'. 

399. u/il/^ siki (gen. skei) ein Gewicht A.T. (z. B. Ex. 30, 23 ; 
38, 24, Lev. 27, 3, Num. 3, 40), Anan. Shirak. 28 und Bars. 
maSk. (14. Jhd.) 



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III. 2. Abschnitt: Oriechische Wdrter. 379 

= gr.a/xAo^LXX.undJosephus, sonst alylog (hebr. seqeljj 
got. sikls. 

400. ufiq/iqlb sUign 'feines Brot* Leb. d. Vater 

= gr. aiUyviov 'Weizenbrod' aus lat. stUgo 'Winter weizen, 
feines Weizenmehr, sitigineus 'aus Weizenmehl*. 

401. uftJlu simes ein Grewicht Anan. Bhirak. 27= lat. 
semis Miinze und Mass, gr. ar](xlaatov. 

402. uftJIfbi^ simindr 'feines Mehl' Zaqar. Corcor. (14. Jhd.), 
Damask., vulg. 'Mehl oder Brot aus Mais' 

=gr. ae^ldaXtg^ias feinste Weizenmehl*, syr. fc^^*»iao'simila', 
arab. samid 'simila, panis albas', tiirk. simid^ semid 'rundes 
Weissbrot' (G. Meyer, tiirk. Stud. I, 58), skr. samita 'Weizen- 
mehr (Fraenkel 32). Vgl. georg. semidali 'fleur de farine de 
froment', aber simindi 'maiV Tohoubinof 454, 458. 

Vgl. oben ktmidr p. 358, Nr. 210. 

403. ujtbmlrlfbnu sxnteknos (nach C. 'Gevatter, Pathe') = 
ordiaktQ (nach C. 'der denselben Path en hat') Gesetze der Konige 

= gr. avvre^vog 'foster-brother, foster-sister; godfather, 
godmother'. 

404. u^m^ siti 'Eimer, Krug' Bars. MaSk. (14. Jhd.) 

= gr. aitXa 'Eimer' aus \sX.situla 'Eimer, Krug, Urne. Vgl. 
Fraenkel 67. 

405. uftpuaj stray (t-St, gen. strayi) 'Matte, Geflecht, Seil 
aus Palmblattern, Binsen' u. s. w. Oskiph., Leb. d. Vater 

= gr. aecQci 'Seil, Strang, Kette, plait of palm-leaves', arab. 
Lw. sair 'Riemen, syr. Lw. K'n'^D Fraenkel 94. 

406. ufiLqnfimy stulobay, siiobagy siulahay^ siutiobay u. s. w. 
(i-St., gen. siuiobayi) 'Silbe' Koriun 9, 14, Euseb. Chron. (1818) 
I, 37, MX. 247, 10, Laz. 41, 7 u. s. w. = gr. avlXafirj 'Silbe'. 

407. ufiLb^inu siunbolon 'Glaubensbekenntniss' Schol. 
Cyrilli = gr. av^^oXov 'Bekenntniss'. 

408. ufnit/i^nuiu^uib siuniSos-akan adj. 'zusammenhangend, 
ununterbrochen' Magistr. = gr. avvexT^S 'zusammenhangend', 
adv. avvextjg + arm. Suff. akan, 

409. ufiAl^qjiutnu siunMitos, haufiger sinkHios (i-a St.) 'der 
romische oder griechische Senat' Euseb. Chron. und Kircheng., 



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380 ni. 2. Abschnitt: GriechiBche Wdrter. 

Osk. Mt., EI. 55, z. 7 v. u., MX. 94, Sb. 33, 113, Thorn., Leb. 
d. Heiligen 1, 138, ^Senator* Arist. 27, sinkiitikos^ SenaXoi Euseb. 
Chron. 

= gr. avynXrjTog 'Senat, Rath', avy7ikr]Tiyt6g 'Senator, 
Rathsherr'. 

4 1 0. <r^<.lf<fii^fi<r siunhodos [i- und i-a St.) 'Sy node' FB. 226, 1 8, 
Narek., siunhodosakan 'synodal' Ag., Koiiun 

= gr. avvodog 'Synode', avvodixog 'synodal*. 

411. u^kufmnp skeptor 'Protocollist' Jaism. = gi. i^KiitTioQ 
'Kopist' aus lat. exceptor 'Protocollist, Gerichtsschreiber'. 

412. u^lrmlrutj skeUay (sketeay, skiteay] 'Peitsche* Pseud. 
86, 4 = gr. a%vrog 'Peitsche*. 

413. u^fiu^tnnu skiptos clne Art Blitz Ailstot. de mundo 613 
== gr. axrjTVTog ein Blitz, der in die Erde geht u. s. w. 

414. u^fiuniuq^ skiutai Pseud. 150, 11 = gr. a-^vxaXr] 'Stock, 
Stecken'. 

415. ^ul/nLinq^ *skuti 'Schiisser (nom. unbelegt), gen. sktei 
Mt. 14, 8, Mc. 6, 25, instr. skteib Mt. 14, 11, Mc. 6, 28, nom. 
pi. skteik EI. 156, 13, dann auch nom. skutei oAqi skateij gen. 
skutei und skuteli Laz., Tonak., Anan. Shirak. u. s. w. 

= gr. aycovTillwv 'plate, platter, dish*, selten aicovTika 
(du Cange 2, 1399) aus lat. scutella 'Schale, Platte*. 

416. uiiqjih sndon (gen. ^m/omyLein wand, Leintuch'Lambr., 
Leb. d. Vater 

= gr. atvdaw 'Gewebe aus BaumwoUe, Tuch* u. s. w., lat. 
sindon 'feines baumwoUenes Zeug, Musselin'. 

416*. unu 808 Periode von 60 Jahren Euseb. Chron. 11 = 
gr. acoaoog. 

417. unil^kumtu sopeste8 'Sophist' FB. 101, 2, 9, 12; 102, 4, 
Euseb. Chron., 8opesto8 Ephrem 1 Kor., gen. 8ope8ti Leb. d. 
Vater = gr. aoq)caTi^g 'Sophist*. 

418. uufiuputp 8palar [i-a St.) 'militarisches Amt am byzan- 
tinischen Hofe* Sb. 114, z. 13 v.u., Car. = gr. OTtad-aQtog, lat. 
spatharius 'Schwerttrager, Pallaschbewahrer*. 

Sb. 114 a. a. O. spaiar ev kantitat = gr. o/tad-aQoytavdi' 
dccvog. 



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HI. 2. Abechnitt: Griechische Wdrter. 381 

419. uuilrquiuli speiani ^PisLBtei Jes, 1, 6 (fiaAayjua LXX.), 
Salom. 16, 12, Pit., Narek., Snoih. 

= gr. aTtkrjvlov ^Verband, Compressed syr. Lw. fc^'^S'^teOi^ 
esplenya 'Pflaster*. 

420. uuinu^g spude-R nom. pi. (belegt nur der gen. spudeio) 
'eifrig, streng' (in der Askese) MX. 240, z. 7 v. u., 270, z. 1 1 v.u., 
Mech. Hechtsbuch = gr. ajtovdalov nom. pi. ^emsig, eifrig'. 

421. ifiyficirf^ spung *Schwamm' Mt. 27, 48, Mc. 15, 36, Joh. 
19, 29, «-a und o-St. Philo Opera (1822) 160, Cyrill. u. s. w., 
insti, spdngov Pseud. 126, 7 = gr. aTtoyyog 'Schwamm'. 

422. umitfi^^fil^ «toc;^ion(auch^^ae/i,5^a(fn?)^Rennbahn, Wett^ 
rennen, Stadium' Euseb. Chron., Aristot. de mundo 609, Magistr., 
Car. u. 8. w. = gr. aradcov 'Kennbahn, Wettrennen, Stadium\ 

423. utnuiifngu stamoRs (gen. -i) ^Magen' 1 Tim. 5,23, Eznik 
180, Grig.Nius. iibers. von Steph. Siun. (8. Jhd.), Snorh., Leb. 
i Vater u. s. w., daneben stamoR 

= gr. aro^axog ^Magenmund, Magen', lat. stomachus. 

424. utnuigtnfi^t staRttkeFseud. 126, 6 {ni*staRte ^ gr. arorx- 
rtxi; (Baabe, '^latOQla JiXe^. 71), sonst gr. araxrij, s. oben p. 241. 

425. uinku^qfih stepKn ^Mohre' Geop. 74, Mech. Fabeln p. 5 1, 
Med. Schr. = gr. axacpvXlvog 'der Pastinak', lat. staphylinus. 

426. uinpLput^ stiurak 'Storax' M6g. 602, 2, stiurakeay Von 
Storax' (soil, gatazan 'Stock, Gerte*) Car. 

= gr. GTVQa^ 'ein Strauch, der das wohlriechende Gummi* 
harz gleichen Namens giebt*, avvQcniLVog Von Storax*. 

427. utn^_g stiRy stiRsj stiuRs (nom. und accus.) 'Element, 
Punkt, Zeichen, Fleck, Zeile, Vers' Osk. Mt., Lambr. u. s. w., 
stiRsem *in Verse theilen. Verse machen' Joh. Van., Vardan 
Psalm., stiRerony stiRiron, stiuRiron \tl Versen geschrieben* 
Cyrill., Sokr. u. s. w. 

= gr. avoix^lov 'Element, Punkt, Linie', otLxo^ *Reihe, 
Vers, Zeile', avLxl^io *in Zeilen oder Verse bringen', artx^Qogj 
ntr. arixrjQov 'in Zeilen oder Versen geschrieben'. 

428. uinnqitq/ig stoiogi-Ry stoiogiakafi saimos 'alcuni salmi 
che si cantano alternativamente nel coro della chiesa Armena* 
Kalender, Mos. K'ert'ol 



'? 



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382 in. 2. Abflchnitt: Griechische T%5rter. 

= gr. arixoloyla 'imitation des versets d'un psaume ou, 
par extension, des tropaiies d'un canon' Clugnet Diet grec* 
fran^ais 142. 

429. umniP stom ^Schneide' (des Schwertes) Sober. = gr. 
OTOf^a *Scharfe, Schneide'. 

430. umniPuA stoman (t-a St.) *Krug' Me. 7, 4 (gr. ^iorrig)^ 
3 Kg. 14, 3 [arafxvog), Sober., Arist., Lob. d. Vater, Lambr. 

= gr. arafivog, axa^vLov *Krug'. 
Arm. stoman aus *stafnon fur *stamn, 

431. utnnjta stot/a ^Stoa' Philo, stoyikean 'Stoikor, stoisch' 
Apg. 17, 18, Lambr. = gr.aroa'Stoa', arwixog^Stoikor, stoisch'. 

432. utnnpml/rlbp stoTov-eni oin Baum (nur einmal Car.) = 
stroboion (nur einmal Ephrem)? = gr. atQofiilog 'eine Art 
Kiefor odor Fichte*, lat. strobilus 'Zirbolnuss^ — ? 

433. umiLo^ipu strdbilosj strobiui *Wirbolwind* Aristot. do 
mundo 612, Basil. = gr. avQofiiXog ^Kroisol, Wirbol, Wirbol- 
wind; Tannenzapfen, Zirbolnuss'. 

434. uinputinkiuiui stvatelat 'Heerfiihrer' FB. 185, z. 3 y. u., 
201, z. 7 V. u. (auch fiir strat FB. 200, z. 20 v. u. zu lesen), 
MX. 254, 255, 256, Car., Lob. d. Vater (iiborall als griochi- 
scher Titel) = gr. aTQaTrjldrrjg 'Hoerfuhrer'. 

435. uiapniP Strom eino Art Schnecko Basil. = gr. aTQo^fiogy 
lat. strombus eino Art gewundoner Schnocken. 

436. upffuq. sring (t-a St., gen. srsngi) *Fl6te odor Pfeife' 
Daniel 3, 5,7, 10, Amos 5, 23 ; 6, 5, Plato, Jac. Nisib. (Afraates) 

= gr. avqcy^ 'Pfeife oder Flote'. 

437. tf^irn. ^^^^Kuger, sj&^rty'igtpWtt^n^Kugelform'Damadc. 
= gr. aq>alqa *Kuger. 

438. ut/ifiLpliq. spiurid Osk. Mt., ace. zpiuridn (bei El. 238, 
z. 2 V. u. in dor yailakerp. k'rist.) lies spiurids ?, gen. pi. spiuridic- 
Leb. d. Vater = sprid Lob. d. Vater *Korb' 

= gr. OTtvQig (gen. aTtvqidog) *Korb*, demin. GTtvqidtoVj syr. 
fc^'^-llDDK 'sporta'. 

Dazu *piurit (abl. piurtaney pi. piurtunR) 'Korb' Leb. d. Vater. 

439. [tlmqiup t?a/ar eiu(goldenes)Schmuckstuok (desKonigs), 
dessen Hiiter >iltiup diar (dtur?) heissen Mech. Kechtsbuoh 



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m. 2. Abgchnitt: Griechiiche Wdrter. 383 

nicht = gr. q>aXaQa nti. pi. ^Helmschmuok dei Krieger, 
Backenstucke\] 

440. '[uapguij varKay ^Baike' Jaism. = gr. ^aq%a^ lat. ital. 
barca 'Barke*. 

441. ilfrqaup velar ^Kapuze' Lambr. (Brief an Levon 240, 
neben saJhUay genannt) = lat. velarium 'Plane, Vorhang'? 

441*. tfjtifr vign *Wicke' Osk.Gal. in Car. = gt.fiinlov aus 
lat. vicia 'Wioke*. Vgl. Hehn, Kulturpflanzen^ 216, 

442. ilpnt vote, voteas 'Noidwindi' Aristot. de mundo 611, 
612 = gr. fioQiag *Nordwind*. 

443. miuqmitii. toland (iaiant, i-a und o-St.) ^Talent' (als 
.Gewicht) Ex. 25, 39 u. s. w.. Ape. 16, 21, Anan. Shiiak. 29, 
modem nur noch in iibertragener Bedeutung gebrauehlich 

= gr. xaXavtoVj lat. talentum, 

444. muiufirq^ tapet ^Brett' (Spielbiett) Anan. Shiiak., tapel- 
ulunR 'Wiirfel' (ulunR ^Wirbel^ Osk. Mt., Basil. 

= gr. ta^Xa 'Brett, Spielbrett' aus lat. tabula. 

445. utuittuiquib taraian 'Korb, Korbchen' Schol. Cyrill. 
= gr. taXaqog *Korb*, xaX&QLOv *K6rbchen . 

446. inuioJrpt tatex ein Fisch im Van-See, der wiederHaring 
bereitet und gegessen wird^) Mt. Urh. (12. Jhd.), Med. Schr. 
(13. — 15. Jhd.) und modem 

= gr. TOQixog (schon bei Herodot) 'eingesalsener Fisoh, 
Pokelfisch', syr. to'^ni^tD (artxa, arab. ^jh (bei Frditag firrlx 
'pisciculi sale conditi'). 

Beachte arm. /v = :c nui hier fur gr. x* Nach de Lagarde 
soil iibrigens das griechische Wort aus dem Armenischen stam- 
men. Aber arm. tatex ist nach Wb. in der Litteratur nur zwei- 
mal und erst seit dem 12. Jhd. bezeugt, erscheint sonst auch 
weder in Ableitungen noch Compositis, wahrend schon Herodot 
von raQixog: taqixevu) 'einsalzen, einpokeln, einbalsamiren', 
TaQLX^vrrjg u. s. w. bildet. 

447. utuipmiupnu tartaros (t-a St.) *der Tartarus, die Holle* 
Hiob 40, 15, 2 Petr. 2, 4, Philo, Nonnos u. s. w., tartarosakan 
'hollisch* Car. = gr. TaQva^og 'der Tartarus*. 

1) » aliment pr6cieuz, objet d'un commerce tr^s-important : sM et 
s6ch6, 11 est exp6di6 dans les provinces, en Kourdistan et en Perse* 
'L. Alishan, Physiographie de rArm6nie (Vcnise 1870) p. 48. 



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384 III. 2. Abschnitt: Griechische W6rter. 

448. inutguiutn taMsat 'Schai Soldaten' Ephrem = gr. ra|e/- 
dtov *kleine Abtheilung von Soldaten'. 

449. tnlriirtnp tehtx 'Theilnahme am Mysterium' Maximus 
Comment. zuDionys.Areop. (8. Jhd.) = gr. rfiAeriJ 'Einweihung 
in religiose Geheimnisse, Feier, Mysterium*. 

450. utirutp tetr 'Heft* JiSatakarank', Vardan Marat'aci^ 
davon tetrak 'kleines Heft' MaSt. jahk., tetreairR 'Hefte* Steph. 
Asol. = gr. Tfirpag 'four-leaved pamphlet*, ngr. tct^ a(Ji(oy)'Heft\ 

451. inlrinpuiu^lrq^ tetvaskei ein Altargefass dei Griechen 
Laz., Car. = gr. TBTqaaneXrig 'vierbeinig*. 

452. uiLp/it'i^ug tevit(e)de8'k nom. pi. 'Tintenfische* Grig. 
Nius. libers, von Steph. Siun. (8. Jhd.) = gr. Tev&ldeg nom. pi. 
von rev&lg 'Tintenfisch*. 

453. uipuf tip (t-a St., gen. pi. tpa^;) 'Abdruck, Geprage, 
Bild, Vorbild, Zeichen, Form, Art, Stil' Philo, Ephrem, Osk. 
Joh., Euseb. Kircheng. u. s. w,, davon tpavor-em 'einpragen, 
formen, bilden, symbolisch darstellen' A. T., Philo, El. u.s. w., 
modern tparan (westarm. dbaran) 'Druckerei* u. s. w, , 

= gr. TVTtoQ 'Geprage, Abdruck, Siegel, Bildwerk, Abbild, 
Bild, Gestalt, Form, Vorbild, Muster, Symbol*. 

454. in/iinq^nu tttios 'Aufschrift, Buch* (als Theil einer 
Schrift) Mech. Rechtsbuch oder Gesetze der Kg. 

= gr. tItIoq 'title, superscription, inscription, division of 
a book' aus lat. titulus. . 

455. tn^Lilinib tiupon eineArtWetterstrahl Aristot.de mundo 
613 = gr. Tvcpcjv [to d^aoTQccipav — iav ^ aTtvqov j} itavxeXibgy 
rvq>tov Aristot. Jteql tcoo/xov cap. IV.), 'Wirbelwind*, lat. typhon 
'Wirbelwind*. 

456. infi^inlilfnii ttpttkon 'Tafel, Verzeichniss* Lambr. 

= gr. dlTtrvxov Clugnet Diet, grec-fran^ais 36, lat. diptychum 
[dypticum) 'Tafel, Verzeichniss* 

457. mn^nufi^ tokost-R (gou. tokoseaQ) 'Zins* Mt. 25, 27, Luc. 
19, 23 u. s. w., spater auch tokos = gr. xoviog 'Zins*. 

tokosiR steht einmal (Hosea 9, 11) auch fur gr. roi^og im 
Sinne von 'Geburt* (= arm. cnund), 

458. tnniPutp tomar und tumar (t-a St.) 'Abschnitt eines 
Buches, Buch, Brief (desPapstes, der Sy node), Ostertafel* Anan. 



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m. 2. Abschnitt: Griechische Wdrter. 385 

Shirak. 20, 10, Chron., Jaism., Car. u. s.w. = gr. roixaqiov = 
zofiog 'volume, document, book = part of a largei work'. 

459. tnniPu toms (gen. tomsi) 'Blatt Papiei odei Fergament' 
Jes. 8, 1 (fiir gr. rofiog) 

= gr. TOfiog 'Stiick Pergament', syr. i^DtiTD 'liber, libellus, 
epistula', lat. tomus 'Abschnitt, Theil eines Werkes'. 
Davon tomsak (modern) 'Karte, Billet'. 

460. uiiiL^ tubi ein Monat P8eud.41, 4, 17 = MX. 262, 2, 5 
= gr. Tvfil ein agyptischer Monat. 

461. uinguutl/u/b [qJrq) toUsokan {del) 'Gift' Pseud. = gr. %o%i- 
TLov eine Art Gift (mit Ersatz des gr. Suff. txo durch arm. akan). 

462. uiufuiijinh tpazion 'Topas' Ex. 28, 17, Ezech. 28, 13, 
Ape. 21, 20 u. s. w- = gr. TOTtatiov 'Topas*. 

463. innjttnnb tHton 'dreitagigcs Fieber' Magistr. 

= gr. TQlrog, ntr. tqIvov 'dritte', TQiralog (soil. Ttvqerog] 
*das dreitagige Fieber*. 

464. utpuitufm^ trapiz 'Tisch' (des Herrn) Job. Kath., Steph. 
Orb. = gr. TQccTte^a 'Tisch'. 

Dazu uipuiu^Pipin trapizit [trapezit] 'Geldwechsler' Euseb. 
Kircheng., Osk. Mt, bei Mos. Kal. auch "Kschgenosse'? = gr. 
TQaTtsCirrig 'Geldwechsler*. 

465. utpft^LU ^rtJwn 'derTribun'Schol.Cyrill., Car., Mech. 
Rechtsbuch, Jaism. 

= gr. TQL^ovvog aus lat. tribunus 'der Tribun*. 

466. tnpp^nii trigon ein Meerfisch Basil. 153 = gr. TQvyiov 
'eine Rochenart mit einem Stachel am Schwanze'. 

467. utpfttp trier 'Triere' Euseb. Chron. = gr. TQci^QTjg 
'Dreirudrer'. 

468. utpfiLqnb triulon (fiir triublonf) 'Schussel' (als Mass) 
Anan. Shirak. 30 

= gr. TQvfiUor (zqv^Xlov) 'Schiissel, ein bestimmtes Mass'. 

469. utptHu trmesein Gewicht, eine Miinze Anan. Shirak. 27, 
Leb. d. Vater = gr. TQi/xlaawr eine Munze, lat. tremissis, 

470. inpngPinu troRUos ein Vogel Philo Opera (1822) 155 
= gr. TQoxl^og oder TQoxi^og ein kleiner Vogel 1) der 

Strandlaufer, 2) der Schneekonig oder Zaunschliipfer, lat. 
trochilus 'Zaunkonig'. — Vgl. oben p. 361, Nr. 238. 

H&bsehmann, Arm^niBChe Grammaiik. 25 

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386 in. 2. AbschniU: Griechische Wdrter. 

471. putu^u ravdos 'Lichtstreif ^ Aristot. de mundo 6 1 3 = gr. 
Qccfidog 'Streifen am Himmer (wenn die Sonne »Wa88erziehta). 

472. pnuft 'fope (*-St.) 'Augenblick, Minute^ Basil., Anan. 
Shirak. = gr. ^OTti] *der Moment\ 

Wie veihalt sich dazu rope-It (i-St.) *Welt* Snorh., Narek. 
u. 8. w.? 

473. ijMuifpnu pagros ein heiliger Fisch im Nil Magistr. 
= gr. (payQog ein heiliger Fisch der Syeniten. 

474. i/iuii^nb palkon Talke', auch Name eines sicilisohen 
Gotzen ^) Car. = gr. (pakxcoPj la.t /alco *Falke\ 

475. i/iutlglrqii pakein (nSi.) ^Hiille, Binde (fiir Kopf, Stiin, 
Schultern), Stola* Steph. Orb. I, 153, 6, Magistr., Grigor Tlay, 
Leb. d. Vater u. s. w. 

= gr. q>a'/,eXog 'Biinder, spater fp^yislog = cpa-KioXiov *Tur- 
ban' Sophocles Wb., ngr. (paxidli 'Tu^ban^ 

476. ifiuiqu/uq. paiang (t-a St.) 'Schaar' Sb. 39, z. 4 v. u., Laz. 
u. s. w. = gr. (paXay^ (gen. <paXayyog), lat. phalanx 'Phalanx, 
Schlachtreihe, Schaar'. 

477. ifMiuqiupfili palarik Hamam Arevel^i (9. Jhd.) beiErznk. 
Gram. = gr. q)aX(xqLg *Wasserhuhn^ 

478. ifiutqtinu palios 'Phallus* Grig, der Theologe = gr. 
(paXXog dass. 

479. ijilnuig pilaJt *der Hiiter' des Baren (als Gestirn, gr. 
aQXToq)vXa^) Car., Tonak. = gr. q)vXa^ 'Wachter, Hiiter*. 

480. ifilijtunilinu pilisopos 'Philosoph* Vorwort zu 2 Maccab., 
Sargis (12. Jhd.), Leb. d. Vater = gr. (piXoaocpog, 

Y g\, pilisopay ohen f. 3il, 

481. ^[iinh pilon (gen. piloni) 'Mantel, Oberkleid* (ohne 
Aermel) 2 Tim. 4, 13, 'Messgewand* Lambr. Brief an Levon 
(Venedig 1865) 218, 239, Leb. d. Vater u. s. w. 

= gr. (peXovrjg fiir (patXovrjg = fpaivoXrig 'Oberkleid, Man- 
tel', q>aiv6Xcov„ q)ev6Xiov, (peXiitvLov^ cpeXdvvov u. s. w. 'Mess- 
ge wand', lat. paenula, Vgl . Hef ele, Btrg. z. Kircheng. II, 1 9 5 flg. , 
Clugnet Diet. grec-fran9ais 161. 



1) Ueber dieeen s. Leben der Heiligen, Venedig 1874, 1, p. 167 flg. 

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in. 2. Abschnitt: Griechiache Waiter. 387 

482. ^^i^^iif^f >WaA^'Gefangni88*FB.87,14; 101,z. 13v.u. 
= gr. tpvlaTcrj 'Gefangniss'. 

483. i/iqniPnu piomos eine Wurzel Basil. = gr. q)X6i.tog 
^Konigskeize, Wollkraut\ 

484. i/inlf pok ein Seethier Basil.^ Eznik 106 == gr. q)(incrj 
*Robbe, Seehund'. 

485. i/,n^ pol (o-St.) eine kleine Miinze Leb. d. Vater, 
Oskiph. = gr. q)6XXig *a small coin' aus lat. follis, 

486. ifinu pos (o- und t-St.) *Graben' Jes. 27, 12, Ezech. 26, 8, 
El. 81, Z.6 V.U., MX. 219, z. 9 v.u.. Pseud., Steph.Asol. u.s.w. 

= gr. cpoaaa aus lat. fossa *Graben'. 

487. i/,nL£au puloSy pdlos lies iftuninu psolos eiue Alt Blitz 
Aristot. de mundo 6 1 3 = gr. xpoXogj davon ifjoloeig eine Ait Blitz. 

488. i/inumjiiu posuta ""Leuchtkafei' Anan. Shirak. 50, 3 
soil = gr. (pCi}g *Licht' + ovqa 'Schwanz* sein. Ein solches Com- 
positum giebt es nicht. — Vgl. gr. Ttvyola^Ttlg und XafiTtvQlg. 

' 489. i/,aLnb putn (gen. pran) *Ofen' Leb. d. Vater, Klimax, 
poln. arm. pur *Ofen' WZKM. 1, 293 = gr. cpovqvog oder arab. 
fum 'Ofen' (syr. fc^D1*Tfi) aus lat. furnus 'Backofen*. 

490. ifmuiuinp prator d welches die hochsten Diener des 
Tempels 8ind« Plato Tim. =gr. qp^arct>9*MitgliedeinerPhratrie\ 

491. i/inlr'iilitn pteuit (scil. axt 'Krankheit') 'Wahnsinn' Grig. 
Nius. (iibers. von Steph. Siun. 8. Jhd.) = gr. [v6aog) g)Q€Vltig 
'Geistes- oder (jremiithskiankheit'. 

^uuififnu psalmos und psait s. oben p. 376 unter saimos. 

492. if^ubiiuiu psenas 'die Frucht der mannlichen Palme mit 
der darin lebenden Gallwespe' Basil. 

= gr. xpriv (ace. pi. tprjvag) *die Gallwespe, die in der Frucht 
der mannlichen Palme lebt, die Frucht der mannlichen Palme*. 

493. ^upuip psiai 'Decke, Matte' (von Binsen, Palmblattern 
u. s. w.) Leb. d. Vater, psiaiin dass. 

= gi. ipiad-og *Decke von Binsen oder Rohr' (Palmen oder 
Papyrus), demin. ipid^cov, 

494. ^utqjuub Kaiban ein Pflanzenharz Ex. 30, 34, Sirach 
24, 21, Vardan Psalm. = gr. xaA/9civjj 'der harzige Saft des 
kretischen Steckenkrautes'. 

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388 in. 2. Abschnitt: Griechiache WOrter. 

495. ^tuqlinu fcaikos Gewicht und Miinze Anan. Shiiak. 27 
= gr. xal%6g (N. T. u. s. w.) eine Kupfermiinze. 

496. ^uipuiq^ /iaradr einVogel, dessen Anblick heilkraftig 
sein sollte Lev. 11, 19, Deut. 14, 18, Epiph., Mech. Fabeln, 
Vardan Gen. 

= gi- X^Q^^Q^^S ^^^ gelblicher Vogel, vielleicht der 
Regenpfeifei, dessen Anblick die Gelbsucht heilen sollte. 

497. ^utputl/ Marak 'Wall' Athanas. = gr. x^Q^^ 'Wall*. 
2 Maccab. 12, 17 steht Xaray fur gr. Xaga^, 

498. ^^utpfiLfLig. /cariubdj Jcaribd 'Chary bdis* Nonnos = gr. 
XaqvPStg. 

499. ^uipm /cart (t-St.) Nonnos, Joh. Mandakuni (5. Jhd.\ 
Seber., Joh. Kath. u. s. w. ; tcart-ean Narek. ; Rartez Sebei. ; 
Partes (t-St., gen. Rartisi) 2 Johannesbrief 12, Jeiem. 36, 23, 
Philo, Labubnay, Abgarbrief p. 51, MX. u. s. w. 'Blatt Papier, 
Papier* 

= gr. x^Q^^S 'Papierblatt, Papier', syr. fcCO^^tDnD, arab. qtrfas 
(Fraenkel245). 

500. ^iuptnuLquip Rartuiar 'Archival' MX. 147, 237, 245, 
Joh. Kath. = gr. x«9^ov^«?^og, lat. charttdarius 'Archival*. 

501. ^qnu Riios soil im Griech. 'Nahrung' bedeuten Non- 
nos = gr. x^^^g 'Futter'. 

502. ^Jlrn. Rimer 'die Chimare' (Ungeheuer) Philo, Nonnos 
= gr. ///iat^a 'fabelhaftes Ungeheuer'. 

503. _^JIriLn% Rimeron^ Rimiuron 'die kalte Zone' MX. 58, 7 
= gr. ntr. x^^^^Q^ov 'winterlich'. 

504. ^Jliui Rimia 'Alchimie' Oskiph., Rimiarar 'Alchimist' 
Vardan Geogr. == gr. %v^iBLa 'Alchimie'. 

505. _gniv Rot einGetreidemass Luc. 16, 7, Lev. 27, 16u. s. w., 
im Griech. I^npnu koros nach Anan. Shirak. 31 = gr. x^9 
Sophocles Wb. 1167 = -Koqog ein Mass (aus dem Hebr.). 

506. ^nplru^/iulgnuinu Rorepiskopos 'geistlicher Inspector der 
Dorfer und Kreise' El 22, z. 10 v. u., 43, z. 9 v. u., FB. 36, 5, 
Kanon., Zenob 

== gr. ;fw^€7r/axo/rog 'Landbischof. 



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lU. 2. Abschnitt: Franxdsische W6rter. 3S9 

507. ^itLquij Ruzay ein Mass Anan. Shiiak. 31 = gr. X^^^^j 
xovg Epiph. (de Lagarde Symmicta 223). 

508. ^pPutnau S^ristos (t-St.) ^Christus' alt und iiberall, 
auoh in vielen Ableitungen und Comp., wie Rristosakan 'chiist- 
lich' Ag. 42, 43, Rristoaaser 'Christusliebend' u. s. w., daneben 
^ftumnbhiuj RrUtoneay (t-St.) 'Christ' El. 17, z. 7 v. u. (ait und 
sehi haufig), davon abgeleitet Sristoheakan 'christlich', KristO' 
rieuiiun 'Christenthum' El. 8, 10; 14, 11 u. s. w. 

= gr. XQcarog 'Chiistus', xqiaxLavog 'Christ*. 

509. ^fiLunufpuiunu Rrtusoprosos *Chiysopras* Ape. 21, 20, 
Lambr. = gr. xQvaonQaaog ein Edelstein. 

510. _gpnhp^nh Rronikon [%-a St.) 'chronologisch, Chronik' 
Euseb. Chron., Sam. Ere9, Osk. Apg., Rron[o)gropiu8 *Chronist* 
Ephrem 

= gr. x?oi/txog 'die Zeit betreffend', ntr. xQOvn^ov^ pi. XQ^ 
vixa 'Annalen', xQO'^oyQacpog 'Chronist'. 

511. _pulrum Rsest [t-a St.) ein Mass Anan. SHirak. 30 

= gr. ^iarrig ein Mass fiir flussige und trockene Dinge, 
lat. sextarius, 

512. _gup^pt Rsipie ein Meerfisch Basil. 153 = gi. ^icpLag 
'der Schwertfisch*. 

FranzSsische W»rter. 

1. ppfibl brinj] sprich prtnc 'Fiirst' Mt. Urh., Grig. Tlay 
12. Jhd., Vahram Rabuni 196 (Ende des 13. Jhd.), Assises d'An- 
tioche p. 3 (13. Jhd.) = frz. prince, 

2. ^niitqMtnutuf£^ ffundstaplj gundustapl^ sprich kuntstably 
kuntustabl Name einer hohen Wurde Lambr. Brief an Levon 
(Venedig 1865) p. 231, 240 (12. Jhd.), Assises d'Antioche p. 3 
(13. Jhd.), Chronik des Smbat 124 (13. Jhd.) = ital. contestabUe, 
afrz. conestable^ frz. connSiable 'Kronfeldherr'. 

Im Memorial de Sempad (Assises d'Antioche p. 93) steht 
die Form guntistapl = kuntistabl ohne t 

3. qaAff gung (guns)^ sprich kung (kuns) Vahram Rabuni 
(Ende des 13. Jhd.) 

= afrz. cuenSj frz. comte 'Graf. — Vgl. oben p. 359 koms. 



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390 in. 2. Abschnitt: Franzosische Wdrter. 

4. Juipuilutfutn marqjiaxt, sprich maracaxt Lambr. Brief an 
Levon p. 240 (12. Jhd.), Assises d'Antioohe p. 3 (13. Jhd.) 

= afrz. mareschalc, frz. marechalj ital. maresciallo 'Marsohair. 

5. iTtupqlii marffiz, sprich markis Vahram Babuni (Ende 
des 13. Jhd.) 

= afrz. mafchisy frz. marquis, ital. marchese, gr. fiaQxrjawg 
Konstant. Porphyrog. 

6. ni/inuiitia opfant, sprich oprand (Wb. auch of rani) *Opfer- 
gabe* Lambr. (12. Jhd.), MaSt. kilik. 

= afrz. ofrende (sprich ofrqde\ frz. offrande *Opfer, Opfer- 
gabe'. 

7. iMiuiji^ pail, sprich bail ein dem aimenischen Fiirsten von 
Cilicien von den Franken gegebener Ehrenname Vahram 
Rabuni (Ende des 13. Jhd.), Patkanean, NSxark'matenagrut'ean 
hayoc, Petersburg 1884, p. 34, z. 13, haronn gam bailn baronin 
^le Seigneur ou le bailli du Seigneur' Assises d'Antioche 9, 
z. 5 V. u., 15 u. s. w., bail Stellvertreter des baron ebenda p. 39 

= afrz. iairgouverneur, regent, bailli', ital. Aat7o*^Amtmann'. 

8. uiiupiAi paron, sfiichbaron 'Baron, Fiirst, Herr, Gebieter, 
Gutsbesitzer' Mt. Urh. (12. Jhd.), Oskiph., Geop., Vahram 
(13. Jhd.), Inschrift vom Jahr 1267 bei Leon Alishan, Airarat 
p. 1 4 1 u. s. w., sehr oft (fur frz. seigneur) in den Assises d'Antioche 
(13. Jhd.), ebenda p. 3 baronuliun *baronnie' 

= afrz. und frz. baron, ital. bar one, lat. baro. 

9. ^tuppah Jabron, Jabrun, sprich capron, caprun eine Kopf- 
bedeckung der Geistlichen Martin (iibers. von Nerses von BaU 
in Cilicien 14. Jhd.), Mech. Abaranci.(15. Jhd.) 

= afrz. und frz. chaperon (mit on als Nasalvocal seit dem 
1 1. Jhd.) 'Kappe', ital. Lw. ciapperone 'Kappe, Kutte*. 

10. ufip sir ein hoher Titel Lambr. Brief an Levon 240 = 
frz. sire. 

In den Venedig 1876 herausgegebenen, aus dem Altfran- 
zosischen ins Mittelarmenische iibersetzten Assises d'Antioche 
(vor dem Jahi 1265) finden sich noch weitere franzosischeLehn- 
worter, von denen hier die folgenden genannt seien: mitupi 
ansiz p. 3 fig. = frz. assise ; p/uyP-tri^ blaii-el, sprich plail-el 



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ni. 2. Abschnitt: Franzdsische W6rter. 391 

p. 1 9 = ixz.pla%der *rechten ; Jm& (^apm) lie, sprich Uj{l%di] p. 3 fig. 
= frz. lige Xehnsmann', davon JjuUun 'ligenoe' p. 9 ; ^ufnlrf ^ 
^arne«*GeTath*p. 19 = frz. harnois, hamais\ ufuAlrp paner, sprich 
iawer^derzumGerichtvorladt'p. 43 = afrz. Jam'er'officier public 
charg6 de porter les sommations'; ufuij^nLppLb pailuliun, sprich 
hailuiiun p. 1 1, z. 1 1 v. u. = afrz. &at7 'garde, administration*, frz» 
4at7 'Pacht, Vermiethung*; ^utinA^^Jalunjij sprich ca/e^f^/'^^^^^' 
mation', cafo«;e/'reclamiren* p. 19 = afrz. chalonge 'reclamation 
judiciaire', chalonger 'r^clamer'; 2_'""'"^l jastel, sprich castel 
'strafen' p. 65 = afrz. chastier, frz. chdtier\ umujiIf^^ saizel f. 17 
= frz. saisir; utp^pitqJr^^ tsfendel, sprich dafandel ^aioh verthei- 
digen' p. 23 und 27 = frz. defendre ; tnndi tuh, sprich dug oder duh 
39, 73 = afrz. due ; ^p Hil p. 11 flg == firz. quitte, afrz. quite etc. 

Diese franzosischen Lehnworter zeigen deutlich, dass in 
Cilicien die z weite ar menische Lautverschiebung gegen Ende 
des 12. Jhd. vollkommen durchgefiihrt war, dass hier auch alt- 
arm, k zu g, altarm. ^ zu A; geworden war ^ j. Im Gegensatz zu 
ihnen zeigen die griechischen Lehnworter keine Spur der 
Lautverschiebung, miissen also vor dem Eintritt oder dem Ab- 
schluss derselben aufgenommen worden sein. 

1] Danach sind meine Bemerkungen oben p. 260 zu modificiren. Im 
Uebrigen ist zu beachteo, dass die Lautverschiebung sich jedenfalls nicht 
tiberall gleichzeitig vollzogen, dass sie yielmehr yon irgendwo ausgehend 
sich nur allm&hlich im Laufe l&ngerer Zeit tlber Armenien yerbreitet hat, 
ohne jedoch die dstlichen Armenier zu erreichen, deren Spraohe (wie z. B. 
der Dialect von Tiflis) bisher von dem Einfluss dieser Lautverschiebung 
freigeblieben ist. Vgl. ZDMQ. 30, 53 flg. Es ist daher misslich, den Ein- 
tritt und Verlauf der 2. Lautverschiebung zeitlich und drtlich n&her bestim- 
men zu wollen, so lange nicht das dazu ndthige Material vollstftndig ge- 
sammelt und untersucht worden ist. M5glich also^ dass auch Baumgartner, 
ZDMG.40, 459 Anm., Recht hat, wenn er anniomit, dass die alte Aussprache 
des Armenischen »sehon lange vor der Zeit der Rubeniden fQr manche 
Theile Armeniens nicht mehr gegolten hat«, dass schon bei Konstan. Por- 
phyr. (912 — 959) de admin, imp. in den Schreibungen KqikoqUio^ p. 182 ^ 
altarm. Origor, KaxUiog p. 187 = altarm. Gagiky IlayxQateiog p. 206 = 
altarm. Bagarat u. s. w. Zeugnisse der neuen Aussprache vorliegen, wenn 
auch andere Namen (z.B. ^vfifiaiios' = arm. Smbat, ^iaojtioc = arm. Asot, 
Baanagaxaya b= arm. Vaspurakattj MayrCixtegz =: arm. Manazkert) nach 
der alten Aussprache wiedergeben werden. 



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IV. Then. 
Armenische Lehnworter unsicherer Herkunft. 



Bei einer kleineren Anzahl armenischei Worter lasst es 
sich bis jetzt nicht entscheiden, von welchem Volke zunachst 
sie zu den Aimeniein gekommen sind odei welchem Volke sie 
iiberhaupt uTspriinglich angehoren ^). Einige derselben konnten 
auch echt armenisch und von den andern Volkern entlehnt sein. 

Diese sind: 

a/^iiff anag 'Zinn' s. oben p. 300. 

1. ^^Irq^ behez (o-St.) 'Byssus' Luc. 16, 19 (fur gi. fivaaog) 
u. s. w., besonders im A. T. (z. B. Ex. 25, 4), davon behezeay^ 
behezelen Von Byssus* Gen. 41, 42, Ex. 39, 25 

= gr. ^vaaog 'Byssus*, davon fivaacvog (Hdt. II, 86, Trag. 
u.s.w.) Von Byssus', hebr. y\2 bus (in den spat nachexilischen 
Biichern), ebenso phoenicisch, s. Euting, Erlauteiung einer 
zweiten Opferverordnung aus Carthago p. 5, syr. KS*11 busaj 

arab. ij urspr. *Byssus', dann iiberhaupt 'piachtiges Gewand' 
(aus dem Peisischen? Fraenkel 42). 

Arm. behez kann fiir *beez stehen. Es stammt jedenfalls 
weder aus dem Griechischen noch aus dem Syrischen. Leider 
ist das Wort bisher im Persischen nicht nachzuweisen (np. bazz 
des Worter buches stammt aus dem Arab.). 

2. pnLptf% burgn («-St., gen. brgan) 'Thurm' 1 Maccab. 13, 28 
(jiVQafilg), 16, 10, MX. 15, z. 12v.u., Euseb. Chron. I, 52, nicht 
haufig 

1) Hier kommen auch die kleinasiatischen VOlker in Betracht, deren 
Sprachen zu Qrunde gegangen sind, besonders wenn es sich um Dinge 
(Bodenerzeug^sse u. dgl.) handelt, als deren eigentliche Heimath man 
Kleinasien vermuthet. 



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IV. Theil. ArmeniBehe LehnwOrter unsicherer Herkunft. 393 

= got. baurgs 'Burg, Stadt*, ahd. purc^ burg u. s. w., lat. 
burgtis 'Burg, Casteir (4. Jhd. p. Chr., inschriftlich schon seit 
Caracalla, Anfang dee 3. Jhd.), arab. burj 'Burg, Zeichen des 
Thierkieises' (6. Jhd.) aus aram. syr. fcOina burga ^Thurm' 
(Fraenkel 235). Daher auoh arm. burgn'f — Vgl. Kluge Wb. 
8. V. Burg, 

Aus dem Arab, stammt mittelarm. burjn^ pi. brjner^TYixiim 
(Inschrift vom Jahr 1234 in Kara, L. Alishan Airarat p. 85), 
ebenso georg. burji 'tour, plan^te, constellation' (Tchoubinof 63). 

3. qj/hcnu zmurs (o-St. und i-a St., gen. zmf-soy u. s. w.) 
'Myrrhe' Hohelied3, 6 ; 4, 14; 5, 13, Psalm 44, 9, Mt. 2, 1 1, Joh. 
1 9, 39 u. 8. w. (immer fiir gr. a^vQva), zmts-a-ber 'Myrrhe tragend* 
Grig. Nius. (5. Jhd.), zmf-s-a-Iir, zmfs-a-lt^ Vol! Myrrhe' Hohe- 
lied, letzter Abschnitt, v. 1, Narek., zdrnts-eal 'mit Myrrhe ge- 
mischt* [ka^vQvia^ivog] Mc. 15,23; Nebenform 5;mwm inzmim- 
-a-beTy var. von zmr-a-ber (s. u.) im Wb., zmrn-eni 'Myrrhen- 
baum* Ex. 30, 23, Hohelied 4, 6 (var. zmurs) und zmur in 
zmr-a-Ii^ Ganjaran, zmr-a-ber [erkir] a^vQVOipoqog (x^Q^) 
MGg. 598, zmr-em a/nvQvl^co El., Leb. d. Vater 

= gr. a/nvQva 'Myrrhe' = (.iv^^a^ got. Lw. smym^ hebr. mor^ 
syr. ^'^^'nmuray arab. np. mwrr A. M. 206, z. 6 v. u. Urspr. semitisch. 

Die Form zmuf-n konnte aus dem Griechischen stammen, 
aber die haufigste Form zmurs weiss ich mit gr. a^vqvaj das es 
in der Bibel regelmassig iibersetzt, nicht zu vereinigen. Auch 
fur gr. o^vQva sollte man im Arm. eigentlich *zmiutn erwarten. 
Doch vgl. maturn (oben p. 363)? 

4. iAi^nj^ 9ngoiz [ankoiz) 'Walnuss' Gen. 43, 11, Ag. 479 
U.S.W., onguzi 'Nussbaum' Hohelied 6, 10, *aus Nussbaumholz' 
Gen. 30, 37 

= osset. UfigozU D., Unguz T., yidgh. oyuzdk, georg. nigozi^ 
hebr. TiS^ ^goz^ syr. gauzU^ kurd. dgviz^ gt^mz (Socin), np. goz, 
aiah.Jauz, tiirk. koz [qoz) 'Nuss*. 

Das Wort ist wahrsoheinlich im Semitischen fremd. Vgl. 
dazu Hehn Kulturpflanzen ^ p. 390. Arm. 9ngoiz lasst sich iiber 
*ingotz auf *engouz zuriickfuhren. 

5. liLii iul (euiy o-St) 'Oer, auch fur gr. ^ovrvqov 'Butter' 
und ^vQov Vohlriechendes Oel, Salbe' Hohelied 1, 1, 2, 3 u. s. w., 
alt und haufig 



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394 ^^ • Theil. Armenische Lehnwdrter unsicherer Herkunft. 

= gr. eXacov^OeV (aus eXacfov), Lw. lat. oRvum, oleum^ 
got. alev "OeV (Idg. F. V, 344)? 

Aim. iul kann nicht direct aus dem Griechisohen entlehnt 
sein, da es lautlich zu stark abweicht. Gehoien sie iibeihaupt 
zusammen imd wie? — Ueber Herkunft und Namen der Olive 
sieheHehn,Kulturpflanzen^ 119 — 120. Dazu s.obenp. 310 die 
Bemerkungen iiber arm. jeL Man beaohte, dass griech. ihxiov 
eng zu eXaia 'Oelbaum, Olive' gehort, wahrend neben arm. iui 
kein verwandtes Wort fiir ^Oelbaum' (axm,jiient yon j el 'Oel, 
Olive') steht. 

Ifuiulglriili kaskeni ^Kastanienbaum' (einmal bei Mech., 
12. Jhd.!) = gr. xaaTccvia?^ s. oben p. 166, Nr. 305. 

6. iKrmuigu metaRs («-, iro- oder o-St.) 'Seide' Ag., Osk. 
1 Tim., Mech. Fabeln p. 14, metaJts-a-gorc 'Seidenfabiikant' 
MX. 107, z. 2 V. u., metaks-are^ oder meta/csarej ^mit seidenen 
Franzen' Mos. KaJ. I, 292, 2, metakseay 'seiden' Osk. Mt. 

= gr. /niza^a ^Seide (4. Jhd. p. Chr. und spater), syr. fc^OD'D'''a 
(6. Jhd.), arab. dimaqs (sehr alt, bei Amrulq. Mu'all. 1. Halfte 
des 6. Jhd. etc.) aus midaqs (Fraenkel 40). — Woher stammt 
gr. fxera^a? 

7. iPnpb^li moreni immer fiir gr. ^arog Ex. 3, 2 — 4, Luc. 
6, 44 u. s. w. (A. und N. T.) 'Brombeerstrauch' oder 'Dombusch'?, 
mor^ mori *Brombeere, Brombeerstrauch' 

= gr. fiOQ^a 'Maulbeerbaum', (.loqov ^Maulbeere, Brom- 
beere*. 

Vgl. Hehn, KulturpflanzenS 373—378. 

8. ^uiJhfb ^aman(o-St.)'KummerMt.23,23, Jes. 28,25— 28 
deckt sich im Anlaut nicht mit 

syr. KDIM kammona ^Kiimmel', hebr. kammon^ punisch 
Xccf^tav^ arab. kammun, gr. xv^cvov, lat. cumlnum^ d. KUmmel 
u. s. w. (Low, Aram. Pflanzennamen p. 206), 

zu denen es dennoch gehort. 

ufiuuf^utj papkay 'Papagei' s. oben p. 315. 

9. unLfA svin oder S9mn 'Wurfspiess, Lanze' Jes. 2, 4 (gr. 
^cfivvrj), MX. 73, z. 7 v. u., davon svni dass. Thom., st^nak 
(deminut.) Jac. Nisib., smnavor {s9vmavor) Pit. = svnavor 
(89vnavor) FB. 118, 17, Ag.584, Snorh. 'mit Wurfspiess bewaff- 
net', sdvn-a-koi 'Lanzenschafb' Ezech. 39, 9 



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IV. Theil. Armenisehe Lehnwdrter unsioherer Herkunft. 395 

= syr. pi. Kln*>5*>11D sUtoinyddu 'acfivvat,, hajstae' nur Jes. 2, 4 
(Hex.), targum. K^fclD 'Lanze* 2 Sam. 21, 16 (nach Fraenkel, 
briefl. Mittheilung). 

Arm. sdvtn stammt nioht aus dem Syiisohen, in dem das 
Wort selbst fremd ist und nur einmal vorkommt. Abei woher? 
Verwandt scheint gr. atfivvrj ^) (Athen., Hesych), atyvrrj (Heiod. 
5, 9, Aristot., Apoll. Rhod.) *der Speer* (bei den Kypriern), 
aiab. pers. ^^^) 'hasta brevis bidens, quo armoium geneie 
Ghilanenses olim in bello usi sunt', np. zopin Fird.I, 260, 284; 
337, 329; 473, 635. 

Aim. savin (vgl. Aidanean, Arm. Gram. Wien 1885 p. 502) 
ist aus *8uvm entstanden. 

10. tnuitnpui^ tatrak (%-a St.) 'Tuiteltaube* Luc. 2, 24 u.s. w. 
= gr. xirqa^ (*Auerhahn'? 'Perlhuhn'?), np. tadarv 'Fasan' 

fRebhuhn Salem. Shuk. p. 12) u. s. w. ? Vgl. Hehn, Kultur- 
pflanzen« 356, 357, ZDMG. 47, 3, Horn, Grundriss p. 85. 

Am nachstenliegtes wohl, wenn die Bedeutung^) nicht hin- 
dert, arm. tatrak nach armenischen Lautgesetzen auf alteres 
^tatuT'-ak zuiiickzufiihren und dieses als medo-persisches Lehn- 
wort zu dem von Athenaeus IX, 387 iiberliefeiten medischen 
rarvqag (oder Tiraqog) ^Fasan' (Hehn, Kulturpflanzen ® 355) zu 
stellen. Wenn die obige Zusammenstellung lichtig ist, kann 
aim. tatrak nicht, wie Bugge KZ. 32, 70 meint, echt aimenisch 
sein — und umgekehit. 

11. i/iUiiii^iL i>andtr [t-a St.) FB. 229, z. 10 v. u., pandirn 
(w-St., gen. pandran) ein Saiteninstrument (xt^apo, oqyavov 
Wb.), pandrn-a-kar xi&aQiaTrjgj y.i&aQipdog ^useh. Chron., Osk. 
Es., pandefn, pandernahar Plato 

= 1yd. TtavdoiQaj TtavdovQcov Ges, Abh. p. 274, Ttavdovgig 
Instrument mit 3 Saiten, osset. dig. fdndur (v. Stackelberg, 
Fiinf osset. Erzahl. p. 72), tag. fandyr ^Zither mit 2 Saiten*, 
georg.j^flfj^wn, thush ^awrfwr u. s. w. (meine osset. Etym. p. 133). 

Zum Wechsel von i mit u vgl. arm. lonir 'Backofen* = np. 
tanur u. s. w., oben p. 155. 

1) de Lagarde h&lt Ges. Abh. p. 203 av^iyij Aristoph. Thesmoph. (das 
man sonst als Barbarismus im Munde des Skythen fUr aifivyrj ansieht) fQr 
die ursprtLngliche Form wegen des arm., syr. und np. Wortei und trennt es 
ganz von <nyiyrj. 

2) Dazu vgl. Philo Opera (1822) p. 128. 



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396 IV. Theil. Armenische LehnwOrter unsicherer Herkunft. 

Andeie Wortcr, die vermuthungsweise einem dei voran- 
gehenden Abschnitte zugetheilt woiden sind, ohne dass ihi 
Urspiung oder der Weg, auf dem sie schliesslioh (durch das 
Iranische, Semitische oder Griechische?) ins Armenische ge- 
kommen sind, sichei bezeichnet weiden konnte, sind folgende: 
anantix oben p. 96, aRsorR p. 301, bazmak p. 114, bastern p. 118, 
dahic p. 133, darguc p. 137, ddum p. 138, despak, despan p. 140, 
doil p. 144, 302, zmruxi p. 151, zvarak p. 303, iaput p. 153, iui 
p. 155, zamanak p. 156, xorg p. 161, kaiapar p. 163, kamar 
^Gewolbe' p. 164, kanap^, 165, karmit'^. 167, Atr p. 112^ jei 
p.309,ytt?^p. 185, 310, murtip. 197, nat?^ p. 202, nw p. 204, 312, 
Salak p. 272, ping p. 231, poiotay p. 315, Jnarak p. 232, samii 
p. 236, kurj'p, 258, krsamn p. 319, dSindr = ausindr p. 259. 

Hier sei noch die Fiage beriihrt, ob das Armenische auch 
aus den kaukasischen Sprachen Lehnworter aufjgenommen hat. 
An sich ist das durchaus moglich und sogar wahrscheinlich, 
da kaukasische Volker wie die Albaner (Aivan-k) und Georgier 
(Ibeter, arm. Vir-k] immer die nordlichen Nachbarn der Arme- 
nier waren^j, mit denen sie in Krieg und Frieden langst ver- 
kehrt hatten, ehe sie noch durch das Christenthum miteinan- 
der verbunden waren. Auch spricht dafiir der Umstand, dass 
das Armenische, worauf ichZDMG.30,72 bereits hingewiesen 
habe, eine auffallige Spur kaukasischen Einflusses an sich zu 
tragen scheint, namlich in seinem Lautsystem, das mit dem 
Georgischen fast ganz iibereinstimmt, ahnlich wie die ur- 
spriinglich rein iranische Sprache der Osseten im Lautsystem, 
Wortschatz u. s. w. kaukasischen Einfluss erlitten hat. Allein 
die bisherigen Versuche, kaukasische Lehnworter im Arme- 
nischen nachzu weisen, sind nach meinem Urtheil kaum gegliickt 
und dienen vielmehr der Yermuthung zur Stiitze, dass die 
Zahl der etwa aus den kaukasischen Sprachen ins Armenische 
heriiber genommenen Worter sehr klein gewesen ist, und dass 
iiberhaupt die mit hoherer Inteliigenz und Kultur begabten 
Armenier den Georgiern, Albanern u. s. w. gegeniiber stets 
mehr die Gebenden als die Empfangenden waren, wie ja in 
der That das Georgifiche eine grosse Anzahl armenischer Lehn- 
worter aufweist. Von denungefahrdreissigkaukasisch-armeni- 



1) Siehe zudem unten p. 404 — 405. 

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IV. Theil. Armenische LehnwOrter unsicherer Herkunft. 397 

schen Gleichungen, dieTomaschek (Deutsche Litteraturzeitung 
vom 8. Sept. 1883 p. 1254) und Bugge, KZ. 32, p. 82—87 
aufgestellt fiaben, muss ich den grossein Theil als nach Laut 
und Bedeutung ungeniigend begriindet verwerfen und kann 
nur wenige fiir anspiechend halten, namlich: arm. gail 'Woir*. 
ing. gel^ georg. mgeli^ mingr. geri^ ngeriy laz. mgeri (nur siid- 
kauk.) Eickeit, die Sprachen des kaukas. Stammes p. 154; 
arm. gini 'Wein': ing. yiinej] geoig. yvino, ming. yvini, svan. 
yvinal (nur siidkauk.] Eickert p. 148; arm. ping 'Nasenloch' 
(obenp.231), osset.yjw/'Nase': georg./wV»ct?«, abchas.j&yw^(nach 
Schiefner), afunca^ ophyntc (nach Erckert p. 107) 'Nase* (nur 
abchas. nach Erckert); arm. pici eine Art Fichte: geoig. ptcvi 
'Fichte, Kiefer* Tchoubinof p. 506, bei Erckert p. 63 nur ming. 
ptcvi 'Fichte*; arm. Sac 'Weibchen' (des Hundes und andrer 
Thieie), osset. /caga 'Weibchen^ avar. khtica, lak. khucca, var. 
khaca, kiir. kkzac, ar6. khacc u. s. w. 'Hiindin (nur nordkauk. 
Erckert p. 86); arm. kun *Furt': georg. poni *Furt* Tchoubinof 
p. 507, georg. ming. phoniy foniy svan.ybw, Iqfan^ abchas. a/an 
Erckert p. 67 (sonst nicht in den nordkauk. Sprachen); arm. 
hari 'eben, platt, flach*: georg. pario 'weit, ausgedehnt, breit' 
Tchoubinof p. 50 1 , georg. ming. fartho^ laz. partho^ mg.fartho'ts 
'breit' Erckert p. 161 (nur siidkauk.). Bei diesen Zusammen- 
stellungen ist nun dreierlei moglich: 1) die Uebereinstimmung 
ist zufallig, 2) die kaukas. Worter stammen aus dem Armeni- 
schen, 3) die armenischen Worter sind aus einer kaukasischen 
Sprache entlehnt. Das erstere nehme ich an fiir arm. gail 
*Wolf\ gini 'Wein' und hun Turt*, die ich fiir idg. halte 
(s. unten im V. Theil), ebenso fiir arm. hari 'eben', das auch 
in der Bedeutung von georg. parlo 'breit* abweicht ; das zweite 
kann angenommen werden fiir georg. pincvi^ abchas. pynn 
*Nase* und georg. ming. picvi 'Fichte', die, nach Erckert p. 107 
und 63 (wo das georgische Wort fehlt) zu urtheilen, keine 
Verwandte in den kaukasischen Sprachen haben; das dritte 
aber fiir arm. ^«#^ kac 'Weibchen' (des Hundes und anderer 
Thiere), das nach Erckert p. 86 in der nordkauk. Sprachgruppe 
reichlich vertreten ist und von da auch ins Ossetische [kaga 
'Weibchen*, s. meine Etym. und Lautlehre der osset. Sprache 
p. 126) gelangt sein wird, wahrend es sonst in den idg. Sprachen 
nicht vertreten zu sein scheint. Es ist auch im Armenischen 



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398 rV. Theil. Anneniflche LehnwOrtei unsicherer Herkunft. 

selten. Wb. belegt es nui aus der Uebeisetzung des Nonaos 
(Eiklarei dei Reden des Gregor von Nazianz), wo es im Sizme 
von ^Hiindin' wie auoh fur horn. 27ivkXr] gebiaucht wild, und 
aus dem Worteibuch des Steph. Lehaci (17. Jhd.): Xac ino-R 
= Veibliche Parder. Auch in ^tuS^ufnp Racpor eine Art Raude 
[por fur bor) des Hundes Geop. 223 soil es enthalten sein. 
Dagegen kann es in Racavarot Lev. 22, 24 fur gi. kxxo^Lag 
'castrirt' nicht gesucht werden. Ein kaukas. Lehnwort end^ 
lich aus modernei Zeit scheint arm. tftiLput guia 'several pair 
of oxen to draw the plough^ Bedrossian Dictionary p. 127 
(vgl. Justi-Jaba, Dictionnaire p. 345, meine Etym. und Lautl. 
der osset. Sprache p. 122 — 123) zu sein, vgl. osset. goioUy gulon^ 
kurd. kotariy georg. guiani, thusch guia u. s. w. Freilich sieht 
gerade Erckert p. 113 es fiir ein armenisches Lehnwort an. 
Aber das Wort kommt in der arm. Litteratur nirgends vor. 

Somit scheint mir die Annahme, dass das Armenische eine 
erhebliche Zabl Lehnworter aus kaukasischen Sprachen auf- 
genommen habe, bis jetzt nicht geniigend begriindet zu sein. 



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V. Theil. 
Echtarmenisohe Wdrter. 



Die armenische Spiaohe ist ein selbstandiger Zweig des 
indogermanischen Sprachstammes, im Vocalismus mit den 
europaischen Sprachen ubereinstimmend, in der Entwicklung 
der Gutturalreihen mit dem Indo-Iianischen, Slavo-Lettischen 
und Albanesischen gehend, sonst abei frei von alien charak- 
teristischen Merkmalen dei indo-iranischen Spiachen. Die 
Tragei dieser Sprache haben danach von Haus aus als Indo- 
germanen zu gelten, gleichviel ob sie nach der Zeit der indo- 
germanischen Gemeinschaft und vor dem Eintritt in die Ge- 
sohichte sich, wie zu vermuthen ist, mit andern Yolksstammen 
gleicher oder verschiedener Abstammung mehr oder weniger 
vermischt haben. Wo aber ihre Sitze vor Jahrtausenden ge- 
wesen, auf welchem Wege sie aus ihnen nach Armenien 
gekommen und zu welchen Volkern sie dabei in engere Be- 
ziehungen — Beziehungen, durch die ihre Race oder Sprache 
beeinflusst werden konnte — getreten sind, wird schwerlich je 
mit Sicherheit festzustellen sein. Nach Kretschmer [Einleitung 
in die Geschichte der giiechischen Sprache 1896, p. 208 flg.) 
sassen die Armenier, einst ein Zweig der phrygischen Nation 
[Ogvyofp ctTtoixoc Herodot VII, 73) und eine dem Phrygischen 
verwandte Sprache sprechend [Eudoxos bei Steph. Byz. s. y. 
ldqfjiBvLa\ vor Zeiten im Norden von Thessalien ') und wan- 
derten, nachdem im dritten Jahrtausend die thrakisch-phry gi- 



ll Vgl. E. Meyer, Geschichte des Alterthums II (1893), p. 58: »Auch 
an sich ist es in hohem Grade wahrscheinlieh, dass die Indogermanen 
Eleinasiens und Armeniens von Thrakien aus in ihre sp&teren Wohnsitze 
gelangt sind«. Aehnlich p. 41. Anders dagegen Kiepert, Alte Geographie 
p. 75. 



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400 V. Theil. Echtannenische \V6rter. 

schen Stamme in Bewegung gekommen waren (a. a. O. p. 181), 
mit diesen nach Kleinasien, zogen iibei Bithynien und die 
nordlichen Lander nach Kleinarmenien, um spater von da aus 
in das eigentliche Armenien voizudringen i). Hiei sass (nach 
E. Meyer, Geschichte dee Alterthums I, p. 295) in der Gegend 
zwischen dem Van-see und dem Araxes sowie in der Araxes- 
ebene selbst ein von den Assyiern Urartu, von Herodot i^Aa- 
QoSioL (III, 94; VII, 79) genanntes Yolk, nach dem das Land 
bei den Hebraein 'on'lfc^ Ararat, bei den Armeniern Airaiat 
(Centralprovinz^) des armenischen Reiches zui Sassanidenzeit) 
hiess. Ein Stamm dieser Alarodier, den Belck undLehmann die 
Chalder nennen, hatte ein Reich mit der Hauptstadt Tuspa^) 
(keilinschi.Tu^pa), dem heutigen Van, gegriindet, das im neun- 
ten Jahihundeit zu grosserer Macht und Bedeutung gekommen 
war. Vergeblich zog im achten Jahrhundert der Assyierkonig 
Salmanassar III (782 — 772) in sechs Feldziigen gegen dieses 
Reich, das damals »das ganze armenische Hochland von den 
Quellen des Euphrat und Araxes bis iiber den Urmia-see hinaus 
umfasste« (a. a. O. p. 418), erst dem gewaltigen Tiglatpileserll 
gelang es im Jahre 743 iiber Konig Sarduri II von Urartu und 
seine Vasallen (von Melitene, Kummuch, Gangum u.s.w.) den 
Sieg davon zu tragen und das Reich auf seine alien Grenzen 
zu beschranken (p. 448), in denen es noch iiber hundert Jahre 
bestehen blieb (p. 484), bis die von Herodot berichtete Invasion 
der Kimmerier und Skythen (Saken) stattfand, in Folge deren 
nicht nur die Macht der Assyrer zu Gunsten der Meder ge- 
schwacht, sondern iiberhaupt die Verhaltnisse der vorder- 
asiatischen Volker griindlich umgestaltet wurden. »Wie wir 



1) nVom Bosporus aus durch die paphlagonischen Thalgebiete ost- 
w&rts zum Halys (arm. AH 'der salzige*), dann aber ttber das nachmalige 
&ifjia j(oy yiqfABvittxoiy in das Lftngsthal des Lykos oder Qail-get, von da 
aber die Klause von Satala zum obem Frat und endlich in die Ebene 
Airarat der Alarodier « Tomaschek, Die alten Thraker (1893) I, 4. 

2) So genannt FB. 143, z. 13 v. u. 

3) Griech. Snyania als Stadt, Btaanliig als Land bei Ptol. 5, 13 u.s.w., 
arm. Tosp als District der Provinz Vaspurakan MGg. 60S, als District mit 
der Stadt und Festung Van FB. 172, 178, 243. MX. 223 nennt die Stadt 
Van Tospay 'Van von Tosp*, Thorn. 51, 63 u. s. w. sowohl Van {» Stadt und 
Festung «) wie Vantosp ("Stadt der Semiramisw). 



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V. Theil. Echtanneniiche Wdrter. 401 

wiedei einen Einblick in die Verhaltnisse dieser Gebiete er- 
halten, ist das machtige Reich Uiaitu veischwunden, die 
Moscher und Tibarener sind an die Kiisten des Pontos zuriick- 
gediangt. An ihier Stelle tritt uns jetzt zuerst dei Name dei 
Kappadokei entgegen. Die Alaiodiei sind zwar nooh nicht 
verschwimden, aber neben ihnen treffen wii am obernEuphiat 
und bis zu den Tigrisquellen die Armeniera (p. 559). Dies sind 
die indogermanischen Aimenier^ die im 5. Jhd. bei Heiodot 
als IdQiA^vioL^)^ Ende des 6. Jhd. in den Inschriften des Aoha- 
menidenkonigs Darius (521 — 485) als Aiminiya genannt wer- 
den, deren Land (gr. IdQiievLa^ ion. ^Qfievlrj Hdt. V, 52, ap. 
Aimina- und Armaniya-) nach Herodots Andeutungen von den 
Halysquellen und dem die Grenze zwischen Cilicien und Ai- 
menien bildenden (Hdt. V, 52) Theile des Euphrat im Westen ^) 
bis zum Quellgebiet des Euphrat und Tigris sich eistieckte'). 
Sollte nun die Skytheninvasion, die dem Reiche Urartu ein 
jahes Ende bereitete und so grosse Umwalzungen veranlasste, 
nicht auch mit dem Auftieten dei vor dem 6. Jhd. nicht ge- 
nannten Armenier in Zusammenhang stehen? In der That 
vermuthet neuerdings E. Meyer, Geschichte des Alterthums 
II (1893), p. 41, »dass wahrscheinlich die Kappadokei und 
Aimeniei in ihie geschichtlichen Wohnsitze eist spat, im sieben- 
ten Jahihundeit, vielleicht im Zusammenhang mit den Kim- 
meiieiziigen gelangt sind^) odei dooh giosseie Ausdehnung 
gewonnen habencr, und diese Veimuthung diiifte in so voi- 
sichtigei Fassimg wohl annehmbai eischeinen. Ihi tieten auch 
Belck und Lehmann in ihien Chaldischen Foischungen (Vei- 
handlungen dei Beilinei anthiop. Ges. 1895) p. 580, 607 bei. 



1) Schon bei Hekataios (Elepert, Alte Qeogr. p. 75). Der Name soil 
nach Kieperts Vermuthung a. a. O. von den Medem kommen. 

2) Im Stlden fand Xenophon den Fluss Kentrites als Qrenze zwischen 
Annenien und dem Land der Karduchen (Anab. IV, 3). 

3) Nach Hdt. V, 49 (Erztafel des Aristagoras, nach Hekataios) wohnen 
die Armenier zwischen den Ciliciem und den Matienem. NOrdlich und 
5stlich Yon ihnen sassen die Saanei^es ^allein zwischen Kolchem und 
Medem wohnend Hdt. I, 104, IV, 37, 40, vgl. VII, 79) und die MaQo&ioi 
(Hdt. in, 94; Vn, 79). Ueber die Saspeiren s. Kiepert, Alte Geogr. p. 83. 

4) Ebenso Tomaschek, Die alten Thraker (1893) p. 4. 
Hftbschmann, Armenisehe Gnmmatik. 26 



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402 V. Theil. EchtanneniBche Wdrter. 

die aber weiter gehen und behaupten, dass ein Rest der von 
den einwandernden Armeniern untei worfenen oder verdrangten 
(p. 584, 587) alteren Bevolkerung in den spatei noidlich yon 
Kleinarmenien sitzenden Chaldem (arm. Xahi-k' FB. 179, gr. 
XckdoL, bei Xenophon XaXdaloi) sich erhalten habe, die ur- 
spiiinglich siidlich vom Van-see gesessen und in der weiteren 
Umgebung des Sees noch mindestens bis gegen Ende des 
5. Jahrhunderts vox Chr. verblieben waren (p. 583 flg.). Die 
Berechtigung, in diesen Chaldern den fiihrenden Stamm der 
Alarodiei (oder Urartaer) zu sehen, oder aber 'Chalder' fiir den 
einheimischen Namen eben diesei Alarodier zu halten, leiten 
sie ^) daher, dass in den Inschiiften der Konige von Van^ als 
Hauptgottheit Chaldi (Haldi) genannt wird, dass Chaldi hier 
auoh als Name des Volkes (p. 582) voikommt, und dass die 
Sitze der Chalder sich einst bis siidlich vom Van-see erstreckt 
haben soUen. 

Bald nach ihrer (oben vermutheten) Einwanderung ins 
westliche Armenien geiiethen die Armenier unter die Herr- 
schaft der Meder, dann der Perser (s. oben p. 8), untei denen 
sie ihi Volksthum nach Noiden und Osten, in die Lander am 
oberen und mittleien Aiaxes ausbieiteten. nJhi Name wird 
dann auch auf das Land Urartu iibertragen; die Satrapie, in 
der nach Herodot die Alarodier ^ohnen, heisst bei Xenophon^) 
Ostarmenien. Ebenso wird in den Achamenideninschriften 
das Land, welches persisch Armina (susisch Harminijap) heisst, 
babylonisch Urastu (Nebenform von Urartu) genannt. Politisch 
ist indessen das Alarodiergebiet erst in hellenistischer Zeit, 
nach 189 vor Chr., durch Konig Artaxias von Armenien 5) mit 
den westlicheren Gebieten zu einem grossarmenischen Reiche 
vereinigt worden^), undseitdem verschwindet die Nationalitat 



1) Unter Zustimmumg von Gelzer, Artikel Armenien in der Real-En- 
cyklop&die fOr Theologie und Kirche p. 63, Marquart, Untersuchungen zur 
Geschichte von Eran Nr. 8 (Philologus Bd. 55, p. 237) und vielen Andem. 

2) Siehe oben p. 9. 

3) Siehe oben p. 10. 

4) Nach Strabo XI, 14, 5 (cap. 528) hatte Zariadris Sophene, jixiarjvrj'f 
(1. y^vfexjyvjy?) und Odomantis und einige andere Kantone, Artaxias da- 
gegen das Land urn Artaxata (= Artasat in der Provinz Airarat), dazu er- 
warben sie von den Medem Kaspiane, Phaunitis und Basoropeda, von den 



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V. Theil. Echtarmeniflche WSrter. 403 

der Alarodier vollkommena (E. Meyer, Geschichte des Alter- 
thums I, 297). Ein Nachkomme dieses Artaxias, Tigranes*), 
entthionte den Artanes, den letzten Nachfolgei des Zariadres 
Yon Sophene^) und stellte, indem er auch dieses Land seinem 
Reiche einverleibte (ungefahr urns Jahr 90 vor Chr.), fiir lange 
Zeiten die Einheit des aimenischen Reiches hei, das noch in 
del spaten Geographie des Moses ^j in folgende 15 Piovin- 
zen eingetheilt wild: 1) Hoch-Armenien mit 9 Kantonen 
(danintei EkeUoQ = lixiXcarjvrj Strabo; Derjan = Jeq^rivri 
Stiabo, Plinius; Sper = 2da7teLQeg Herodot, 2va7tiQlTi.g Strabo 
cap. 503, 530; Karin = KaQtjvlTig Strabo, Caranitxs Plinius); 
2) Viertes Aimenien^) mit 8 Kantonen (darunter Hahteanit = 
'4aTavvlrig Ptol. (Kiepert, Monatsb. d. A. W. zu Berlin 1873,197), 
Had-tavYivYi Justinian; Balahovit = Baka^cTrjvrj Justinian; 
Cops = 2a}q)r]vri Strabo, T^oq)avrjvri und T^ocprjvj^ Justinian; 
Hanjii = '^v^tjra, !^4v^LTt]vri Ptol. u. s. w., Xav^ix Konstant. 
Porphyr. ; Degi-M = ^lytarjvrj Kiepert, Monatsb. d. A. W. zu 
Berlin 1873, p. 199); 3) Aijni-Jc mit 10 Kantonen (darunter 
Arzn = Arzanene Ammian. Marc, Idq^avrivri s. Kiepert, 
Monatsb. d. A. W. zu Berlin 1873, p. 184 Anm., Gelzer, 
Georg. Cypr. p. 165, syr. Arzdn\ Nprkert = syr. IDpnt*^1D, arab. 
Maiyqfariqtn = Martyropolis?*); Sasun-R oder Sanasun = 
2avaaovviTai Gelzer, Georg. Cypr. p. 48, Tomaschek, Sasun 



Iberern die Bergseite des Paryadree, Xorzene und Gogarene jenseit des 
Kyros (Fluss Kur), yon den Chalyben und Mosynoiken Karenitis und Der- 
xene (Hdschr. Xerxene), die an Kleinarmenien angrenzen oder auch Theile 
desselben sind, von den Kataonem Akilisene und das Land am Antitauros, 
von den Syrem Tamonitis (?, nach Tomaschek, Sasun p. 9 TafAfaqXxig?)^ 
usodass (jetzt) alle gleichsprachlich sindn. — Zu Akilisene ygl. Strabo 
cap. 530: trjy jixiXiorjvT^y jrjy vno JoXg Sfatpi^yoig nqoxtqoy ovaay. Ueber 
Kataonien s. W. Fabricius, Theophanes y. Mytilene p. 42, aber Akilisene 
ebenda p. 142, fiber Tamonitis p. 147. 

1) Siehe oben p. 10. 

2) Oben p. 10 falschlich Zadriades genannt, s. die Nachtr&ge. 

3) Der aber Armenien handelnde Theil rflhrt in der vorliegenden Ge- 
Btalt aus dem 6. Jhd. her, nach Kiepert, Monatsber. d. Akad. d. Wissensch. 
zu Berlin 1873, p. 600. Nach Tomaschek, Sasun p. 7 geht die ganze Geo- 
graphie »in ihrem Grundbestanda in die Mitte des 5. Jhd. zuriick. 

4) Im Jahre 536 von Justinian eingerichtet. 

5) Vgl. Kiepert, MonaUb. d. A. W. zu Berlin 1873, p. 196. 

26* 



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404 V. Theil. EchtarmeniBche Wdrtcr. 

p. 8); 4) Turuberan mit 16 Kantonen (darunter Xoii = Xo&al- 
xai Gelzer und Tomaschek a. a. O.; Taraun = Taraunitium 
(Hdsch. Tauraunitium) Tac. Annal., Taqawa Procop, Taqan^ 
Konstant. Porphyr. ; Apahuni-S = Iditaxowri Konstant. Por- 
phyr.); 5) Mok-R = Moxoene Ammian. Marc, mit 9 Kantonen; 

6) Korcai'k mit 1 1 Kantonen (darunter Kordu-R = Corduene 
Ammian. Marc, KaQdovxoi Xenophon, Cbrdueni Plinius); 

7) Persarmenien mit 9 Kantonen; 8) Vaspurakan = Baajta- 
qayiava Konstant. Porphyr. mit 36 Kantonen (darunter Tosp 
= Owamtig, QiaoTtia Ptol. s. oben p. 400; Arciiahovit d. i. 
Arci§-thal, vgl. ^lAqataaa, var. ^!dqariaa Ptol. (ein Theil des 
Van-sees, nach der Stadt Ar6eS benannt) ; Naxcuan mit gleich- 
namiger Stadt = JVo^qi/ai/a Ptol) ; 9) Siuni-R mit 12 Kantonen ; 
1 0) Ar^ax [Arjax) mit 1 2 Kantonen, Ddie Albanien hat« ; 1 1 ) P^cdta^ 
karan mit 12 Kantonen, »die jetzt Atrpatakan hata; 12) Uti 
= Otene Plin., Omrla^) Strabo mit 7 Kantonen, » die Alba- 
nien hat a (darunter Sakaien = 2aycaarjvT^ Strabo); 13) Gugar-M 
= rcoyaQrjviij Strabo mit 9 Kantonen, » die Iberien hat « ; 1 4) Tai-R 
== Taoxoi Xenophon, Taoi Steph. Byz. mit 9 Kantonen; 
15) Airarat (s. oben p. 400) mit 20 Kantonen (darunter Basean 
= Oaaiavoi Xenophon; Bagrevand = BayQavdavrjvrj (1. Ba- 
yQavavdrjvrj) Ptol. ; Sirak = 2iQaxr)vr} Ptol. ; Kotai-K = Kiotala ? 
Ptol. ; das Ostan von Dvin (bis zur Ebene Sarur) = to Joi^cog 
Procop). 

Wie weit es aber den Armeniern im Laufe der Parther- 
und Sassanidenzeit gelungen war, die in diesem ganzen Gross- 
Armenien genannten Beiche eingesessenen Yolker zu armeni- 
siren und wie weit nicht, ist bisher noch nicht geniigend unter- 
sucht worden. Doch bemerkt Kiepert^), dass in der westlichen 
Thalebene des Tigris und im Euphratthal ))im Alterthum und 
noch im Mittelalter — nach den ausdriicklichen Zeugnissen 
armenischer und syrischer Schriftsteller und nach der Sprache 
der Ortsnamen — aramaische (syrische), im ostlichen Hoch- 
gebirge (Corduene und Moxoene) kurdische Bevolkerung vor- 
herrschteor, und dass in den nordlichen Landschaften bis nach 
Basean (Phasiane) das herrschende armenische Volk die ent- 



1) Vgl. Fabriciue, Theophanes von Mytilene p. 145. 

2) Alte Geographic p. 79, 80, 81, 82, 83. 



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V. Theil. Echtarmenische WCrter. 405 

Bchiedene Mindeiheit gegen stammfxemde; meist zu den 
Iberern (Geoigiein) gehorende Bevolkeningen nooh heut wie 
im Alterthum bildet. Entsprechend habe ioh^) auf Giund der 
von Injijean gesammelten Ortsnamen veimuthet, dass eine 
dichtere aimenische Bevolkerung nur in Hocharmenien, Aiiarat, 
Turubeian iind Yaspuiakan gesessen hat. Neuerdings hat 
Tomasohek^] iibeizeugend nachgewiesen, dass in den oben 
genannten Kantonen Sasun (Piovinz Alini-k"^) und Xoit' (Pro- 
vinz Turuberan) noch im 10. Jhd. ein unarmenisches Yolk mit 
unarmenischei Sprache vorhanden war. Unarmenisch war 
auoh das Yolk der OrtHer (syr. Urtaye\ die nach syr. Berichten 
(Noldeke, ZDM6. 33, 1 63 flg.) nooh im 5. und 6. Jhd. im Kanton 
Hanjit' (s. p. 403) sassen. Weiter in der Erkenntniss der ethno- 
logischen Yerhaltmsse Armeniens vorzudringen, muss freilich 
kiinftdgen Forschungen vorbehalten bleiben ^). 

Angenommen nun, dass die hier wiedergegebenen Hypo- 
thesen iiber die Einwanderung der Armenier im Wesentlichen 
richtig waren, so wiirde sioh daraus ergeben, dass das Arme- 
nische in enger Beziehung zu den thrakisch-phrygischen Spra- 
chen, insbesondere aber zum Phrygischen steht, und dass es in 
der XTrzeit moglicherweise aus kleinasiatischen Spraohen, ins- 
besondere aber aus dem Chaldischen (Alarodisohen) fremdes 
Spraohgut aufgenommen hat^). Da uns aber die genannten 
Sprachen theils ganz unbekannt, theils nur aus sparliohen Glos- 
sen, Namen oder ungeniigend erklarten Inschriften bekannt sind, 
so idt mit jenem Ergebniss fur die Erklanmg des Armenisohen 
zurZeitnichtsgewonnen: weder erhalt die armenisohe Etymo- 
logic Lioht aus dem Phrygischen, noch lassen sioh die urzeit- 
lichen Lehnworter erkennen und ausscheiden, und nicht 
einmal die Thatsache, dass das armenische Lautsystem kauka- 
sischen Characters ist, wird dadurch erklart^). Wir werden 



1) FestgrusB an Roth p. 100 Anm. 3. 

2) Sasun und das Quellengebiet des Tigris, Wien 1695. 

3) Eine ann. Tradition aber filtere Dialecte s. in den Nachtrftgen. 

4) Tomaschek, Die alten Thraker I, 3,4. Vgl Kretschmer, Einleitung 
p. 121. 

5) Denn der »kauka8i8chea Charakter des Chaldbchen ist bis jetzt 
nicht erwiesen, trots Tomaschek, Sasun p. 2, Belck und Lehmann, Chal- 
dische Forschungen p. 587 u. s. w. Es liegt sudem ebenso nahe, auf den 



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406 V. Theil. EchtannenUche WSrter. 

uns daher vorlaufig weitei damit begniigen miissen, die arme- 
nische Sprache dutch Vergleichung mit den uns erhaltenen 
indogermanischen Sprachen etymologisch zu erhellen und 
grammatisch zu erklaien, indem wii dabei alles spiachliche 
Material, das wir nicht als entlehnt eiweisen odei mit guten 
Giiinden als solches veidachtigen konnen, als echt und indo- 
germanisch ansehen, unbekiimmert darum, ob wir durch spatere 
Forschung des Irrthums iiberfiihrt werden, ein j)chaldisches« 
oder ein anderes Lehnwort fiir indogermanisch gehalten zu 
haben. 

Ich verzeichne nun die Ergebnisse der bisherigen For- 
schungen iiber armenische Etymologie, d. h. alle bis jetzt er- 
mittelten ^menisch-indogermanischen Gleichungen mit Aus- 
nahme derjenigen, die ich fiir falsch halte^.und von denen ich 
annehmen zu diirfen glaube, dass sie auch aus leicht erkenn- 
baren Griinden von Andern fur falsch gehalten werden. Im 
Zweifelsfalle habe ich mit der Etymologie auch die Griinde, 
warum ich sie ver werfe oder bezweifele, angegeben. Belegstellen 
zur Bestimmung der Zeit, wann die armenischen Worter vor- 
kommen, habe ich in diesem Theil nicht beigebracht, da diese 
Worter durch die Etymologie, wenn sie richtig ist, als uralt er- 
wiesen werden. Im Uebrigen sind die Worter, zu denen nichts 
bemerkt ist, sammtlich schon im 5. Jhd. nachChr. in der arme- 
nischen Litteratur nachweisbar, und wer Belege zu haben 
wiinscht, findet sie geniigend im Wb. und in der armenischen 
Bibelconcordanz (Jerusalem 1895). . 

Ueber die armenische Lautlehre wird spater in der eigent- 
lichen Grammatik eingehender zu handeln sein. Hier soil nur 
zur allgemeinen Orientierung sowie zur Beurtheilung der fol- 
genden Etymologien eine Tabelle der sicheren indogermanisch- 
armenischen Lautentsprechungen aufgestellt werden, zu deren 
Begriindung ich theils auf die Lautlehre der armenischen 
Sprache in meinen Armenischen Studien p. 57 — 78 theils auf 
die folgenden Etymologien selbst verweise. 



Einfluss der in den nOrdlichen Provinzen Armeniens ursprdnglich einhei- 
mischen (s. oben p. 405) sowie der angrenzenden (s. oben p. 396) Landes- 
sprachen hinzuweisen. Durch den Einfluss seiner Umgebung hat auch das 
Ossetische, obwohl im Weeen echt iranisch geblieben, ein kaukasisches Ge- 
wand angelegt, vgl. meine Etym. und Lautl. der osset. Sprache p. 115— 117. 



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e 



o 



V. Theil. Echtarmeniflche Wdrter. 407 

1. Vocale. 

Idg. Aim. 

a ^== lu a. 

9 ^= lu a. 

a = iu a. 

= Ir e (auch vor v = idg. bh xmdp), 

[, % vor urspr. folgendem n (und n + Conson.), 
a# a in tasn 10, valsun 60, vasn Vegen', spas-em? 
e z= pi, 

= au a Odei n Oj 

aL u vor urspr. folgendem Nasal + Consonant. 

z = pi 

u = „t.u. 

n = 

r I 

av I 

ei ^= te oder f, i? 

oi = te, 

uMj at in ait *Wange'? 

= a I oi. 



^* J. := uii at. 

dt 

^^ ^ -= Oft. au, av 



ou ) 



^ [er] = uip ar [ar vor n), 

j^ (^el) = auq^ at odei uif^ al, 

^ [en) = uilb an, 
rig, (e/Ti) = uiiP am, 

Vor anlautendem r, I (und r?) wild im Armenischen a, « 
oder vorgeschlagen. 

2. Consonanten. 
Idg. Arm. 

y = ? Vgl. unten fearrf, luc^ jer^ ereS, mauru^ gu, giriy 

ailj ffail, mej, 
-io- Suffix = -p-i (gen. -voy). 
V ^=^ t9 ^^®^ 1. 1? im Anlaut und inlaut. nach Vocalen, 

schwindet vor und nach Consonanten ?, 

(K und k in fisan und skesur ?). 
A^ ^2 = ^ A nach Vocalen {akn^jukn^ hok^ anjuk etc.), 

f y nach ;} und r, 



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408 V. Theil. Echt&nnenische WOrter. 

Idg. Arm. 

V k^ K^ = ^ ^ in ap^, ^, qotU^ 
R in IXanem, o-fc?, 

geschwunden im Anlaut vor einigen Yooalen (s. im- 
ten Nr. 160 und 225) und einigemal im Inlaut?, 
u sjn usanim und dtistr [ij in ianfr?), 
9y 9^ = (r A {Jceam^ ker, kin, kaiin u. s. w.), 

^ c in /uc, bucanenij orcatn, aucanem? 

I J in Jer J Jerm, 

diinii?, 

ij in auj?, 
khj k^h =^ [u X in sxal, qox. 
yk^ =u8, 

geschwunden vor I im Anlaut: lu [xlvT6g)j inlaut. 
vot i [ui S: oTiTw)?^ 

^8UX 8un?, 

I z vor Tonenden: skizbn 'Anfang' von sks-anu-m 
'fange an'. 
k^8 (k^y u. dgl.) = iJ in arj [aQxrog), 

^r (J in veg (I'D, gin [htlvog), 
k^h = ^ (? in gax, 
9^ =^c, 

u 8 nui in €8 'ich*. 
g^h = ijim Anlaut, nach r und », 

^z im Inlaut nach Vocalen, 

geschwunden in bafnam, datnam? 
^ = m t nach 8, 

q. ef nach r und n (sonst nur noch in denPion.G?t«und d), 

J y, i zwischen Vocalen (nach Bartholomae: 

geschwunden zwischen Vocalen und im Auslaut), 

lVj u ['tro- = arm. ur in haur, maur^ eibaur (gen.), 
araur)y 

geschwunden im Anlaut vor P' (ere/S) und im Aus- 
laut nach n {ksan^ -sun, hun, 3. pL beren), 

p iin euin 7, ui S\ auch in ianfr, iatamim, arcai, 

orij nauk? 
to im Anlaut = ^ ^ (in ko, Rez u. s. w. und kar-). 



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V. Theil. EchtermeniBche WOrter. 409 

Idg. Aim. 

p iiapoii?. 

Zu ^= uta St, 

dh z=: n. d, 

dhy = ^j in m^, 

p := 4 hva\ Anlaut vor Yooalen, 

dafiir ^ y in yauray, yimny yet, 

gescbwunden in ali/i, otn\ asr^ ori?, 

L V nach Vooalen. 
pi im Anlaut = ^ /. 
ps = 'I' P [epem\ lapemf), 

Ih = p.h\m Anlaut, nach i^rjinim Inlaut, 

L V nach Vocalen. 
bhl = ^ ; (in lu). 
n = ir «, vor Labialen = m, 

Luia ffiut, aucanenty atyf? 
ns = u 8 [amis), 

m = j^nij 

ir n im Auslaut, 

LVy uia anun [anvan\ aur? 
ms = u s (mis, us). 

r = pr,yoin (und sonst manchmal) = «./•, 

i^ ^ in albeur, eibair (Dissimilation), astt und nei? 
rty. oier rtr = p4 rh, h ia mark = mah? 
sr = n. r in Xet (gen. von Xoir), aru ?, 

/f r in garun, ariun. 
rs = n. f in motanam, of, iaramim?, 

/f r in aramb (insti. von air, vgl. gen. atn mit t vor 
»), i ver, ffari? 
v / = z. ' (^^ nicht vor Consonanten steht) oder q^ i. 

8 = u s vor tj X (auch />?), 

ebenso nach n und m, die selbst ausfallen, 
sonst geschwunden, * 

4 h nur in hin 'alt' (vgl. unten Nr. 248). 
ss = u s ia es *du bist'. ' 

sv im Anlaut = ^ ^, 

[sk in skesur, s. Nr. 370). 



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410 V. Theil. Echtarmenische WOrter. 

Idg. Arm. 

sk^h nach Bartholomae = g q {in harg, hagi, aig^ luganem, vgl. 

Qtim, gelum), 
sp, sph = uu^ sp {spasem Lw. ?) oder tft p? 
spy = p i [iJcanem) ? 

Idg. /y, 5Ar, dr = arm. /y, Jr, W, tr werden umgestellt in 
y/, r J, ^i, r^. 

Anlautenden Vooalen kann h vorgeschlagen werden, vgl. 
hagi^ hot^ hunij hav^ han, 

Zudem sind folgende vocalische Lautgesetze zu beachten : 

A. Das altere Auslautsgesetz: 

Die Vocale der uispriinglich letzten Silben fallen aus: 
dustr 'Tochter^ ^ydrrjQ ; asti 'Stern': aarrjQ ; mard 'Mensch': 
^QOTog] sirt 'Herz*: idg. *k^erd%^hi, szirdls; ard 'Foim = idg. 
*ptu8\ tasn 'zehn' aus *tasan = idg. *dek7p\ gen. haur *des 
Vaters': Ttargog] dster 'der Tochter': ^yaxiqog u. s. w. 

Ausgenommen sind die Einsilbler : mi 'dass nicht' = firj. 
In eris (ace.) 'drei' = idg. *trin8 ist e nach Wirkung des Ge- 
setzesYOigeschlagen worden, vgl. sirts aus * sir tins, 

B. Die jiingeren (nach dem Auslautsgesetze zur Wirkung 
gekommepen) Yocalgesetze : 

1. e und oi bleiben nur in dei letzten Silbe, ausseihalb 
diesei werden sie (vor Consonanten) zu i und u: 

meg 'Neber, gen. migi\ ei 'Eser, gen. tfoy ; ej 'steige herab !', 
pr. ifanem; lots 'Licht', gen. lu8oy\ loic 'fliissig', lucanem 'lose 
auf'; oii (Lw.) 'Kraft', gen. uzoy, 

2. t und u bleiben nui in dei letzten Silbe, ausseihalb dieser 
fallen sie (vor Consonanten) aus odei weiden zu 9 (das nur im 
Anlaut geschrieben wild) : 

sirt 'Herz', gen. srti\ Run 'Schlaf, gen. Jlnoy\ dustr 'Toch- 
ter*, gen. dster] glux 'Kopf, gen. glxoy (jetzt^c&oygesprochen); 
in; 'Parder, gen. 9nju\ ump 'Trinken', ampem 'trinke'. 

Ausnahme: Im Anlaut bleiben i und u [iz 'Viper', gen. iii\ 
ul 'acht', gen. uiig\ ustr 'Sohn*, gen. uster (vgl. dagegen dustr 
'Tochter', gen. dster) u. s. w.), nur vor «, m, ^ + Conson. werden sie 
zud (vgl. inj\ dnju\ ump, ampem oben, t{; "Verlangen, Begehren', 
gen. oij'ij davon dlj-ana-m 'verlange, wiinsche' u. s. w.) ausser 



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V. Theil. Echtannenische WOrter. 41 1 

in: inn 'neun J pi. nom. inunR^ gen. inunQ^)\ unkn^Ohiy gen. 
unkan\ uU 'Kameer, gen. uitu (neben 9ttu). 

Andere Ausnahmen der Regel B wie himn 'Grundlage^, 
gen. himan (statt *hman) ; hingerord ^der fiinfte' von king *fiinf ' 
(neben gen. hngig und hngetasan 'funfzehn') ; kunel *8chlafen' 
von Run ^Schlaf* (gen. /cnog) u. s. w. erklaien sich leicht als 
spatere Analogiebildungen ; ihre Zahl ist der Kegel gegeniiber 
verschwindend klein. 

3. ea bleibt nur in der letzten Silbe, ausserhalb dieser wird 
es zu e: 

hard 'Leber', gen. lerd%\ aor. 3. p. kog-eag^ 1. p. koQ-eQ-i. 

4. Gj e, fallen nicht aus. 

Ausnahmen : aizm *jetzt' von zam^Zeit'; g *nicht' (z.B. g-em 'ich 
bin nicht') proclitisch fur og 'nicht' (z. B. og em 'nicht bin ich'). 

5. a + y = ay, c + y = ^, t + y = «, w + y = w. 

Vgl. 3. sg. pr. ai-a-y (1. ai-a-m)^ ber-e (1. her-e-m)^ ber-i 
(1. ber-i-m), ioi-u (1. ioi-u-m). 

1. iu^%pir ag-ani-m (aor. 1. p. ag-ay] 'ich ziehe mir (etwas: 
Kleider, Schuhe u. s. w.) an', cans, ag-ug-anem 'Jmd. etwas 
anziehen, bekleiden', ar-ag-ast 'Hiille, Vorhang (iibeitragen: 
Vorwand), Biautgemach, Segel' : zd. ao^a- 'Schuh', lit. 
av-iu 'trage Fussbekleidung', au-nu (inf. adtt) 'ziehe Fussbeklei- 
dungan', lett. at^-;;'e^ 'lege Fussbekleidung an', ksl. oi-t^-;;(^ dass., 
lat. ind-^o 'ziehe an', umbr. an-^vihimu 'induimino'. Idg. l.pr. 
*evd oder *6vd (nicht *dvb). — Bugge Btrg. p. 13, 14. 

Arm. ag- = idg. ov. Ueber arm. a = idg. o s. Bartholomae 
BB. 17, 91 flg., anders Meillet MSL. 8, 153 flg., iiber arm. g = 
idg. V meine Arm. Stud. p. 65. — Hierher stellt Bugge KZ. 
32, 29 von neuem arm. uiLq. aud (gen. atidi) 'Schuh', das er auf 
uiarm. *autt' zuiiickfuhrt — ? 

2. uiqMibliir ag-ani-m (aor. 1. p. ag-ay) 'iibernachte, bleibe 
die Nacht iiber', caus. ag-ug-ane-m 'beherberge', vatr-ag 'auf 
demLandelebend'(aygO£xog Gen. 16, 12); dazu umlP aw^'Ueber- 
nachten, Nachtruhe, Station (Sb. 68), das selbst wieder mit ag- 
zusammengesetzt wird: aui-ag-anam 'iibernachte', bag-auie^g 
'im Freien iibernachtend' (Luc. 2, 8): Wrzl. av in gr. lavco 

1} Also keine eigentliche Ausnahme! 

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412 V. Theil. Echtarmenische WCrter. 

(= *iy-aw-y5) 'schlafe', avAtg'Nachtlager'. — Bugge^Btrg.p. 14, 
Fr. Miiller, Armeniaca VI, p. 8, Bugge, Idg. F. 1, 446. 

Unsioher. — XJeber lavio 'sohlafe' neben aiaai 'die Nacht 
zubiingen' (Wrzl. ves) 8. Schulze, Quaestiones epioae p. 71 — 75; 
iibOT avki^ 'Hof ebenda p. 72 Anm, — Bugge und Fr. Miiller 
steBen ad, av 'gehen' hierher, Fick Wb.* I, 170 zur voran- 
gehenden Nummei (lit. aunH u. 9. w.)^ ich laa^e es beiseite. — 
Bugge fiihrt aui auf urarm. *ai?^»- zuriiok — ? 

3. [iu^^iF az-^z-4my az-az-^inam Vertrockne, werde diirr* 
(bes. von Pflanzen), az-^iz-un 'dun, vertrooknet*: gr. a^io 
*d6ne, trockne', a^ofxai Verdone' (aus *azdo')j nsl. ozditi 'dar- 
ren'. — Bugge, Idg. F. 1, 445, KZ. 32, 1. 

Falsch, da idg. zd = arm. st sicher, Bugge's Gesetz: idg. zd 
vor dem Accent = arm. z nicht begriindet ist.] 

4. [uiiuiifi alap atnem, aiapem 'pliindere', erst bei Mt. Urh. 
und Oskiph. (12. Jhd.): gr. ldq)VQOv 'Beute'. 

Unsicher, da man arm. lav fiir gr. lag)- (Wurzel labh) zu 
erwarten hatte und Grund zur Annahme einer Wurzel laph 
(s. unten lapem) nicht gegeben ist.] 

5. uijig ali'R plur. (gen. aleoQ] l)'die Wellen, Wogen', 2) 'der 
weisseBart, das weisseHaar'(der Greise), davon cUevori^ali-a-vor] 
'greis' (vom Haar Pseud. 9, z. 2 v. u.) = gr.yro^tog Veissgrau, 
greis', sowohl vom Haar wie vom brandenden Meere gesagt (ygl. 
horn. aXog ^olwlo und albg fcoltfjg), al Ttohai Veisses Haar'. 
Idg. *pol{o', — Bugge, Btrg. p. 9. Weitere Verwandte (skr. 
pdHtdr- 'greis, altersgrau' etc.) s. bei Fick, Wb.* I, p. 478. 

Zum Abfall des anl. p = arm. A vgl. o^n'Fuss* = idg. *pod-, 

6. auS-irtP oc-«m (aor. 1. p. ac-t} 'bringe, fiihre* = ski.djami 
*treibe', zd. o^awf 'fiihre, treibe', gr. ayo) 'fdhre', lat. offo 'treibe', 
an. aka 'fahren*, air. aiff in adaig *agit*, atom-aig 'adigit me^ 
Idg. 1. pr. dg^o, 

Davon ac-K (nom. pi.) 'Schossling' Philo Paralip. (Venedig 
1826) p. 153 und Vardan Gen., vgl. im Deutschen der 'TrieV 
(einer Pflanze) von 'treiben*. 

7. [uiS^nLfu octtic'Kohle, Kohlen (Klagel.4,8 fur aa^olri TRuss*), 
auch oou^ geschrieben FB. 52, z. 1 v. u., 53, 2 : skr. dhgara-^ np. 
angiit, Ut. anghs, ksl. ggti^KohlQ. — Fr. Miiller, WZKM. 8, 36 1. 

Falsch, zumal acux die richtige Lesart ist.] 



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V. TheU. Echtarmenigche Wdrter. 413 

8. uiliiub akan der (zum Zwecke des Einbiuches in einHaus 
angelegte] 'Graben' (fiir gr. dioQvyiia Ex. 22, 2), akan hatanel 
wortl. 'einen Graben schneiden' r=: 'eine Oeffnung (duich die 
Mauer oder Wand des Hauses, um daiin einzubrechen) giaben' 
(fiir gr. dioqiaaeiv Mt. 6, 19, 20; 24, 43) = skr. Mam 'giaben' 
[khanaka- 'ein Graber, Einbrecher'), zd. kan^ ap. inf. kantanaiy 
= np. kandan 'graben'. 

Die Zusammenstellung ist richtig, wenn aim. akan in 
a + kan zu zeilegen und das anlautende a als Praefix (vgl. skr. 
akhana-, akhanika- *Dieb, Schwein, Maus', eigentl. 'Graber') 
zu fassen ist. Yon einem solchen Praefix ist aber sonst im 
Armenischen nichts bekannt und die arische Praeposition a 
hier nur in Lw. (vgl. akah oben p. 94) vertreten. Man konnte 
freilioh in akan ein persisches Lw. sehen = ap. *akanan (vgl. 
zd. avaJcanor 'Grube', hankana- (unterirdisches) 'Haus' (des 
A&asiab), skr. akhana'\ doch liegt ein phi. *akan nicht vor 
noch auch maoht akan in akan hatanel den Eindruok eines 
Lehnwortes. Zu iran. kan gehoren als Lw. arm. Kandak 'Gra- 
virung' oben p. 2 5 6 und xandak 'Graben' oben p. 2 6 7 . Ob auoh, 
wie de Lagarde Ges. Abh. 298 will, arm. apakanem Vemichte, 
verderbe' und arm. f7A;anc;^6m' besiege, unterwerfe, werfenieder' 
(nur Euseb. Chron. I, 53 und Patm. at leh.) dazu gehoren, 
bezweifle ich. Beide miissten dann auch als pers. Lw. [apa- 
kanem = phi. *apakanem\ vkandem denom. von *vkand = ap. 
*v%kanti'j vgl. zd. vtkanti-vd. 7,50 'Einreissen') gefasst werden. 

9. ut^lb akn (gen. akan, instr. akamb) 'Auge', pi. OQ-k (gen. 
a^a^y instr. agauS) = ksl. oko, dual oci, lit. akis, lat. oculus, gr. 
oiilia (= *07C-fxa) 'Auge', hom. utita 'Gesicht', spater aJi//'Auge', 
dazu TtQoacoTtov 'Gesicht' u. s. w. 

Idg. Flexion: nom. sg. *6kiy gen. *o^fk8, nom. du. *oki 
nach Joh. Schmidt, Pluralb. p. 406. Ueber die arm. Flexion 
s. Verf. Idg. F. 4, 113. Danach a^k der Fortsetzer des idg, 
Dualis *okl = ksl. oci, vgl. gr. oaae = *okye = *okte. — Die 
Bedeutung 'Auge' liegt haufig neben der Bedeutung 'Oeffnung, 
Loch, Quelle', so arm. akn (pi. akunk, ace. aku?i$ und akans 
'Oeffnung, Loch, Masche' (desNetzes), besonders haufig von der 
Quelle gesagt = OTtrj Jacobusbrief 3, 11, d^i^odog 4 Kg. 2, 21, 
akn alber ^iie Stelle der Erde, wo die Quelle [albiur) entspringt, 



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414 V. TheU. Echtarmeniflche Warter. 

Anfang, Ursprung der Quelle' (cf. caput fontis) Eznik 245, 
FB. 221, z. 9 V. u., MX. 28, 5, akn auch 'Quelle' selbst = yri/yij 
Num. 33, 9, FB. 272, z. 9 v. u. : gr. OTtiq 'Oeffnung, Loch', Tto- 
kvioTtog 'maschenreich' (Netz), lit. dkas 'Oeffnung im Else', ksl. 
okno "^Fenstei'. Vgl. wegen der Bedeutung auch arab. ^ain, 
hebr. ^aytn 'Auge' und 'Quelle', np. caSm 'Auge' = zd. caima 
'Auge' neben np. caima = phi. caSmak 'Quelle'. — Gehort 
hierher akn (pi. akanM) 'Edelstein' und -aAw in aregakn 'Sonne' 
[areg = arev 'Sonne'), pailakn^Wiz [pailem 'leuchten, strahlen'), 
diakn 'Leichnam' [di 'Leichnam') ? Vgl. das Suffix gr. -OTty lat. 
-oc u. 8. w. Joh. Schmidt, Pluralb. 392, Kietschmer, Einl. in 
die Gesch. d. gr. Spr. 160. 

10. [lu^lruil^ aheak (gen. aheki] 'link' : ski. savyd-, zd. 
fiavya- 'link'. 

Falsch, da skr. savyd- im Arm. etwa durch *heg% oder *egi 
vertreten sein miisste, vgl. ski. gavyor = arm. kogi. Auch als 
Lw. kann aheak nicht gelten, da das entsprechende Pehlevi- 
wort hoi Bdh. 12, 2 oder havik Matikan i catrang p. 2, 12 lautet.] 

11. tuq^ai (i'St.) 'Salz', a^e'salzig', yaiem [y-al-e-m] 'sake' 
(Mt. 5, 13,Mc.9,48), a^^(t-St.) 'Salzlager, Salz', aU-ait, ait-aU-in, 
aiir-ailr^k 'salzig', aic-eal 'gesalzen' (Euseb. Chron. I, 130, 5) = 
gr. aA-g, lat. sal^ ksl. soU^ got. salt^ air. salami^ cymr. haian 'Salz'. 

Idg. Flexion nom. sg. *saldj gen. *salnes nach Joh. Schmidt, 
Pluialb. p. 1 82. — Arm. alt = got. salt (dazu got. saltan 'salzen'), 
lat. sail' in sallo 'salze', idg. *sald-. — Vgl. "^^^kvg Flussname 
KZ. 32, 81. 

12. luquMiP ala-m (aor. alorQ-i) 'mahle, zerreibe', alauri 
[ala-ur-i] 'Miihle' (abgebfldet Hantess 1893 Tafel 3) : zd. aha- 
(aus *arto-) 'gemahlen', np. ard 'Mehl' = bal. art^ afgh. or a 
(= *ar^)' Mehl', neuind. a^a'Mehl'KZ. 30, 355, gi. alico 'mahle'. 

Gehort gr. a^Sf, wie Fick annimmt, zur Wutzel mel 'mah- 
len', so ist es von alam u. s. w. zu trennen. Doch siehe da- 
gegen Joh. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 83. • — 
Gehort arm. uiiJiLp aliur, aleur (gen. aler) 'Mehl' als Lehnwort 
(KZ. 32, 41) zu gr. alsvQov (= ale-fQav), aXeuxq d. i. akefoQ 
(Schulze, Quaestiones epicae p. 226) oder ist es urverwandt 
mit ihm? Ich halte es fur echtaimenisch. Zur Form vgl. albeu7' 
'Quelle' = (pqiaq. — Zu alauri (= *alatrio) vgl. gr. akivQcog 
und wegen des Suffixes arm. araur ^Pflug'. 



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V. TheU. Echtarmeniflche Worter. 415 

13. laqji^Lp aibiur, albeur (gen. alberY QxjlqWb = gr. (pqiaq 
(horn. (pQelara d. i. q)QriaTa) aus *q>QrjfaQ ^Bninnen'. 

Die arm. Formen gehen zuriick auf idg. nom. *bhrevpj gen. 
*bhrevroSj die giiechischen auf idg. nom, *bhrev^^ gen. *bhrev^' 
tos, — Weitere Verwandte s. Per Perss6n, Wurzelerweiterung 
p. 126, Schulze, Quaestiones epicae p. 317 Anm., Pick, Wb. II, 
p. 172. 

14. luqnLtu alves (w-St, gen. alvesu) Tuchs' : skr. topagd- 
^Schakal, Fuchs*, phi. ropas^ g. ruwas^ osset. robds D., rubas, 
ruwas T., bal. ropask^ np. robah 'Fuchs^, sariqoG rope, gr. 

Da unsere Texte in der letzten Silbe armenischei Worter 
e sehi haufig fiii e setzen, wild dei Nom. aives fiii alves stehen 
und lautgesetzlich iiber *aiuves auf urspi. *aldpek^u- oder 
*t6pek^u- (vgl. gr. aAw^rcx-) zuriickzufuhren sein. Die arischen 
Foimen entsprechend auf *laupek^o-. Vielleicht liegt Entleh- 
nung vor, dieselbe miisste aber in vorhistorischer Zeit statt- 
gefunden haben. — Vgl. Bartholomae, BB. 10, 294; Brugmann, 
GrundiissII, 237 ; Schrader, BB. 1 5, 1 35 ; G. Meyer, Idg. P. 1, 328 ; 
Darbishire, Pox and Wolf (Cambridge Philol. Transact.). 

15. luqut ait (o-St.) ^Schmutz, Unreinigkeit', aU-ei-i 
'schmutzig' : gr. aqda ^Schmutz, Unreinigkeit*, cxQdaXog 'be- 
sohmutzt*? — Bugge, Btrg. p. 35. 

Man sollte arm. *art erwarten, vgl. sirt 'Herz' = xaQdla, — 
Pick und Prellwitz stellen aqda zur Wurzel merd (smerd)^ da- 
gegen Job. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 83. 

16. utqmliLp aitiur, haufiger eltiur oder elteur (gen. elter) 
^feuchte Niederung, Wiesengrund, Wiese, Sumpf : gr. HqSoj 
'benetze', skr. ardrd- *feucht, frisch'? — Bugge, Btrg. p. 35. 

Arm. eltiur kann fUr *ertiur steben (vgl. aibiur und elbaivj 
dazu Brugmann, Grundriss I, 227) und auf urspr. *erdevf zu- 
riickgefiihrt werden, das sich mit aqdia verbinden lasst. Aber 
der Wechsel zwischen anl. a und e im Armenischen kann auch 
auf Vocalvorschlag deuten [I steht nicht im Anlautl) und somit 
eUiur aus *ertiur auf urspr. *drevjr (vgl. aibiur = *bhrev^ und 
wegen arm. rt aus idg. dr: ^tV^/i'Schwei8s'= gr. IdQcog) zuriick- 
gehen, das nicht zu HqSco gehoren wiirde. 



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416 V. Theil. EchtarmeniBche W6rter. 

17. utiT am (t-a St.) *Jahi* = skr. admor 'Halbjahi; Jahres- 
zeit, Wetter, Jahr', zd. harno 'des Sommers', hama 'im Sommer' 
(Bartholomae, Idg. F. 1, 179), air. aam *Sommer', cymr. hdf 
u. 8. w. Pick, Wb. n, p. 290. 

18. uatTuiU aman (i-a und o-St.) 'Gefass' : skr. dmatra^ 
^KrvLgj Trinkschale, Gefass^, gr. a/xlg ^Naohttopf ', iifir] 'Wasser- 
eimer' (Lw. lat. ama ""Eimer', d. Ohm), Vgl. Idg. F. 7, 94. 

Np. man, mana 'Gerath' (unbelegt) ist aramaisohes Lw. nach 
Noldeke, Pers. Stud. 2, p. 40. Vgl. Horn, Grundriss p. 215. 

19. luiTutiA amatn (gen. amaran) ^Sommer', amar-ayin 'som- 
merlioh*, y^imaranoin 'im Sommer' (Eznik. 174), amar-^ini 'im 
Sommer', amar-^i-^un 'im Sommer gewachsen' : ahd. sumar 
'Sonimer'. 

Zu arm. am *Jahr' = zd. ham- 'Sommer*. — amatriy gen. 
amaran verhalt sich zu zd. ham- (gen. hamo) 'Sommer' wie 
jmetriy gen. jmer-an 'Winter' zu zd. zim- (gen. zimo) 'Winter*. 
Ueber das r-Su£fix in amatn^ Stamm amar- und amaran- vgl. 
Joh. Schmidt, Pluralb. p. 207— 209, BB. 15, 24; 18, 9, Idg. F. 
1, 179, Bloomfield, Adaptation of suffixes p. 19. 

20. auJpnqJ^ amJo^^'voIlstandig, ganz, unversehrt' (PB. 187, 
z. 1 V. u., Philo, Pit. und Spatere) in amb und oij zu zerlegen, 
vgl. oij (o-St.) 'gesund, ganz, voUstandig', at-o^; 'gesund, voU- 
standig, unversehrt', 

amb- = gr. aixq)l *zu beiden Seiten', lat. ambi- (ambiegnus)^ 
amb- {ambire, ambages u. s. w. MSL. 8, 382), air. imb, imm^y 
imme- (Pick, Wb. 11, 34). — Meillet, MSL. 8, 236. — Zu of; 
s. \mten Nr. 328. 

Die Zusammenstellung ist moglich, aber unsioher, da die 
Bedeutung des nur hier vorkommenden amb- sich nicht er- 
mitteln lasst. 

21. uiJilb amen, gewohnlich amenain (i-St), in Comp. 
amen-an "jeder, all, ganz' : gr. a/xo-j got. sums, ahd. sum, aisl. 
sumr 'irgend ein', skr. sama- 'irgend einer, jeder', zd. ap. hama- 
'jeder', idg. *s?pmo-. — Brugmann, Die Ausdriicke fiir den Be- 
griflf der Totalitat p. 5. 

Wenn e vor n im Arm. immer zu i wird, muss amenain 
fiir *am-ean-ain stehen. 



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V. Theil. Echtarmenische WOrter. 417 

22. uialjiu amis (o-St., gen. amsot/, gen. pf. amsog^ daneben 
der gen. sg. amsean] 'Monat' = ski. mas- 'Mond, Monat', zd. 
'(nom.) m&j ap. mahya fim Monate'), np. moA, dial, mang^ gr. fiijf/, 
ion. ixelg^ lat. mensis, got. mena fMond'), menops (*Monat'), lit. 
m^nSy mSnests, ksl. misqct^ air. mi (gen. mis\ cymr. mis. 

Wenn das anlautende a von amis alt (alter als das vocalische . 
Auslautsgesetz) ist, so ist nom. amis^ gen. amsoy auf nom. 
*amensos, gen. *amensosyo zuiiickzufiihien. Aus *mens und 
* *amens ware im Arm. *mis und *ams geworden. 

23. mtHif amp oder amb (o-St.) 'Wolke' : ski. abhror- 'triibes 
Wetter, Gewolk, Gewitterwolke, Wolke', zd. awra-j np. abr 
'Wolke', osset. arto 'Himmel' (dazu Utoray, Utvray *Wolke, 
Nebel'?), gr. afpqog 'Schaum', skr. dmbhas- *Wasser'. Vgl. 
viq)og *Wolke' = skr. ndbhas- ^Nebel, Gewolk, Luftiaum, Him- 
mel', ksl. nebo u. s. w. 

Aim. ampf amb = idg. *^bh6-, *Tp,bh6- wie ski: aJAro- = idg. 
*^4Ar(?-, *rp,bhro'. Vgl. Job. Schmidt, Kiitik dei Sonanten- 
theoiiep. 153. — Aim. aib (o-St.) ^Koth' ist nicht mit Bugge, 
Btig. 35 hieihei zu stellen. 

24. mjj^ail (o-St.) 'andere^* = gi. allogf kypr. alkog^ lat. 
aliuSy got. aljiSj aii. aile, Idg. *alyo', 

Zu ail *abei' vgl. gi. akld *abei', got. alja 'aussei'. 
Geiade die altestenHandschiiften haben aii, abeialleTexte 
geben ail, auf das auoh das Neuaimenische {ail, at) hinweist. 

25. uijS^ aic (f-St., gen. pi. aicig) 'Ziege', pi. auch aid-R 
(gen. aiceag) al alyeg Gen. 31, 38 u. s. w., davon aiceay, aiceni 
'cagiinus', aiceamn (gen. aiceman) 'Gazelle' {doQ%dg) = gi. aX^ 
(gen.aZyog)*Ziege', alyctoff Von Ziegen, von Ziegenfell, ziegen- 
ledern', zd. izaena- odei tzaenar- (vd. 8, 23) *aus Fell, ledein'. 

Vgl. ski. ajdr- 'Ziegenbock', qja- 'Ziege*, qjinar- *Fell', phi. 
azak 'Ziege PPGl. 5,- 5, lit. o£ys 'Ziegenbock', oikd *Ziege', 
ail. aff allaid 'cervus' Fick, Wb. II, 7. Uebei zd. azl- = skr. ahi- 
'Kuh' s. J. Leumann, Etym. Wb. dei Sanskiit-Spiache p. 30. 

26. [atjp air 'Mann', pi. nom. ar-S, ace. ar-s] sg. gen. afn, 
abl. y arne, insti. aramb, pi. gen. abl. aran^, instr. arambR == 
zd. ar^a 'Mann, mannlich', ace. arianam, gen. arSno, gen. pi. 
arSnqm, gr. aQOrjv, cxQQrjv (gen. aQQsvog), lak. bIqt^v, ion. iQarjv 
(ipaijv) Idg.F. 7, 45 'mannlich, Mannchen', skr. riabhd- ^8tlei\ 

Hftbachmann, ArmeniBclie Orammatik. 27 

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418 V. Theil. Echtanneniflche WOrter. 

Arm. atn == z*d. arhio = idg. *^m6s. Von demselben Tbema 
idg. *^8en- miisste der Nom. im Arm. *af7i (wie der Genitiv, 
vgl. aim. gafTi = gr. fa^rjv) lauten, der Nom. pi. "^arin/c. Also 
gehort der Nom. air (pi. ar/i) zu einem andern Stamme. Bugge 
(Etruskisch und Armen. p. 53) und Meillet MSL. 9, 151 setzen 
arm. air = gr. avj^Qj arn = gr. ai>(<J)pog; mir nicht glaublich. — 
Zu air 'Mann' gehort vielleicht art^ 'mannlich', auch ari *tapfer' 
(ccvd^elog)? Anders Bugge, PBr. 21, 424. Zur Flexion vgl. 
Bartholomae, Stud. U, 27 Anm. 1. 

27. uijut ait (i-St.) *Wange', ait^nu-m 'schwelle', ait^mn 
'Sohwellen, Geschwulst* : gr. oldog 'Geschwulst*, oldfxa 'Auf- 
schwellung, Schwall*, oidio) *8chwelle', ahd. eiz 'Geschwiir* 
(zu eitar 'Gift', aisl. eitr 'Gift'). Wuizel oid, — Uebei lat. aemidus 
s. BB. 5, 273. 

28. aijptiP air-e-m (aor. air-eg-i) Verbrenne, ziinde an', 
z-air-anor-m *werde aufgebracht, zornig', z-air-a-gin *zornig, un- 
willig', von einem hicht mehr vorhandenen *air Teuer' und 
z-air 'Zorn' abgeleitet = zd. ator-, nom. atars *Feuer', phi. 
atur^ np. adar und a/df, osset. arl 'brennendes Feuer, Flamme' 
(aus a^-, vgl. zd. gen. adro\ bal. as 'Feuer' (aus adr*)^ ^fgh. or 
'Feuer' (aus a^-), kurd. aur^ ar 'Feuer' ZDMG. 38, 48. — Ueber 
den Zusammenhang von zd. atar- mit zd. ad-aurun-^ a^a/van-- 
= skr. dtharvan- 'Feuerpriester' s. J. Leumann, Etjrm. Wb. der 
Sanskrit-Sprache p. 12, dagegen Bartholomae, Idg. F. 5, 221. 

Die persiscfaen Worter sind auch ins Armenische entlehnt 
worden als aiai s. oben p. 92 und atr- (aus *aiur-) s. oben p. 110 
und p. 23. Arm. *air 'Feuer' = idg. nom. *ater, 

29. utjg atQ (ohne oblique Casus) 'Untersuchung', ai^ afnem 
'sucheheim, besuohe, nehme mich Jemandesan, ktimmere mich 
um etwas', y aig c/awew 'sucheheim, eAarmemioh, nehme mich 
an* aig-eUuliun 'Untersuchung, Priifung, Heimsuchung, Fur- 
sorge'=ahd.mca'Forderung*, ewcon'forschen, fordem, fragen', 
n\id.,hei8chen^ lit jeszkoti (aus dem Ahd. entlehnt? Wiedemann, 
Handbuchp. 37), ksl. wAa^i'suchen', skr. iccAci^t'sucht, wiinscht' 
(wovon iccha 'Wimsoh, Verlangen'), zd. isaiti 'wiinsoht'. 

Davon zu trennen haig-e-m 'bitte, verlange, suche', haig-^ac 
'Bitte, Verlangen'. — Das Verbum aigem ist selten und wohl 
erst von aig abgeleitet. Letzteres = idg. *ais^8k^ha. 



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V. Theil. Echtarmenische WOrter. 419 

30. ut% an Negation in Zusammensetzungen = skr. sd. ap. 
tjj- (voi Consonanten], an- (vor Vocalen), gr. a-, av-^ lat. in-, 
geim. W71-, idg. ^, vgl, arm. an-nisun eigentl. *nicht-sprechend* = 
*Thier , anawtm 'ohneNamen', an-^anat^^'unbekannt', anban^xm," 
verniinftig, sprachlos, Thier', skr. dn-agas- 'schuldlos', d-jnata- 
'unbekannt', a-nafmjw-'namenlos*, a-wama-Aa-'Schaltmonat*, ap. 
a-nama-Aa Name einesMonats, zd.aw-aAi7a-'unbefleckt', a-meha- 
'unsterblich*, gr. av-wvvfiog 'namenlos', a-yvwg 'unbekannt', 
aqxjDvog *8prachlos, stumm', lat. in-ermis 'unbewaffnet', infans 
eigentl. 'nicht-sprechend' = *stumm*, 'Kind', ignotus 'unbe- 
kannt', got. unkunps 'unbekannt'. 

31. -uiUif. -and in q^u/ui^ dr-and oder dr-andi (dr- aus dur- 
*Thiir') fur gr. Ttqod^qov Richter 19, 26, Ezech. 43, 8, VTtiqd^qov 
Jes. 6, 4, atad^nog Jes. 57, 8, TtqoTtvXov Amos 9, 1 = skr. ata 
'Umfassung, Rahmen der Thiii', zd. qidyA aco. pi. yt. 10,28 etwa : 
*Thiirpfo8ten', lat. antae 'Thiirpfeiler', aisl. qnd 'Vorzimmer'. 

Arm. drand, (^andi nur im A. T. und Aristot. de mundo 620. 
Fill die Theile des Thiiirahmens hat das Armenische ausser- 
dem die Worter seamR nnd baravor, Letzteres ist 'die obere 
Thiirschwelle', seamR nach FB. 215 *die untere Thiirschwelle', 
nach Ex. 12, 7 abei erku seamJc = 'die beiden Thiirpfosten' 
[arad'fxot)^ nach Ezech. 43, 8 = (pXtd (das abei Ex. 12, 7 durch 
baravor iibersetzt wirdj, wahrend nach dem Zusammenhang 
Richter 19, 26 drandi = 'Schwelle* sein soUte. 

32. uibl^uibltir ank-ani-m [anganim] 'falle' (aoi.anA-ay) : got. 
sigqan 'sinken', ahd. sinkariy cans. got. sagqjan 'versenken', ahd. 
senchanf — Meillet (briefl. Mittheilung). Dazu lit. senktl^ sdkti 
'fallen, sich senken' (vom Wasserstande), gr. kdcpd^ 'sank' Joh. 
Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 62 — 64. 

Arm. ank [ang) kann = idg. s^ [s'^k] gesetzt werden. — 
Bartholomae will sigqan auf idg. sig'^ (neben 8ik\ lit. senkii 
(inf. s^kti^ seklik 'seicht*, sdkis 'seichte Stelle', ohne Nasal!) und 
gr. kdq)dnfi auf idg. sek'^ zuruckfiihren, Idg. F. 7, 94 — 95. An- 
ders Wiedemann, LitPraet. 58, Handbuch p. 20 (Wurzel stA^). 

33. t^lilttjb ankiun, angiun (li-St, gen. ankean) 'Winkel, 
Ecfce' : lat. angulus 'Winkel, Ecke, Spitze', ksl. qglii 'Winkel'. 

Lat. angulus lasst sich auf *anklos (Brugmann Grdr.) oder 
angles (Fick, Wb. 1, 352) zuriiokfiihren, ksl. ^glu nur &u{*anglos, 

27* 

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420 V. Theil. Echtarmenische Wdrter. 

Im Armenischen wechseln Tenues und Mediae nach Nasalen. 
1st aber die veibreitetere Form ankiun auch die altere, so geht 
es wohl auf uispr. ang- zuriick, da idg. nk im Arm. zu ng wird, 
vgl. hinff 'fiinf = idg. *penke, 

34. u/ukndi anj-vk (auch ancuh geschrieben) 'eng, Enge, 
Engpass, Noth, Bedrangniss' : skr. qhu- 'eng, Drangsal', qhas- 
'Bedrangniss, Noth' = zd. qzah-^ gr. cfy^w 'schniire, wiirge', 
lat. an^o'schniire, wiirge', aw^or* Wiir^en, Beklemmting, Angst', 
anguS'tu-s *eng', got. aggvtis *eng', ksl. qz^ku *eng', lit. afiksztas 
'eng', air. cum-ung *eng', cum-gai 'angores*. 

Arm. anju- = idg. *ang^hu'. — Hierher auch anjiJc [ancuk) 
'Verlangen? 

35. utuniii anun (w-St., gen. anvan) 'Name' = skr. ndma^ 
zd. n^may ap. ridma^ gr. ovof^a, lat. nomen, got. namd, ksl. tm§y 
apr. emmens, emnes, alb. emen, air. ainm (nom. pi. <mmann) 
'Name'. 

Ueber die sicher zusammengehorigen aber lautgesetzlich 
schwer zu vereinigenden Formen s. BB. 17, 132; 18, 240, Idg. 
F. 1, 77, 453, MSL. 8, 156; 9, 147. Ist, wie ich angenommen 
habe, im Armenischen hier mzuv geworden, so geht arpi. nom. 
anun auf *anv(m oder *anuvan aus *anmn oder *andmQ zuriick. 
Das anl. an- konnte = urspr. on- oder ^ sein. 

36. u/umi^l^ anurj (i-St, gen. pi. anrjig) 'Traum' : gr. oVap, 
ovecQOQf ovELQOv (pi. ovBiQaTo) 'Traumbild, Traum', alb. {td^re 
'Traum' (= *anrio' G. Meyer, Etym. VVb. der alb. Sprache p. 1 1). 

Arm. anur-{j) aus *andr' : gr. ovoq = gr. TexficoQ : gr. 
r^KfioQ. Ueber das anl. an- s. unter anun, Vgl. BB. 17, 103; 
18, 34; Idg. F. 2, 268. 

37. luiAkiT ar^ne-m (aor. ar-ar-i) 'mache' : gr. aQaqianoj 
(aor. riQaqov) 'fuge'. 

38. luiAnLaP at-nu-m (aor. art) 'nehme' : gr. aqwiiav (aor. 
rjQdfxriv) 'ich trage (fur mich) davon, erwerbe mir'. 

39. uttLrn. aru (gen. arvi oder arvoy) 'Canal' (zur Bewasse- 
rung der Felder, Garten u. s. w., aber auch die Canale im Korper 
wie Adern u. s. w.), dann auch 'Bach, Strom' (von Thranen, 
Blut bei Arist.) aus *sruy6s oder *8ruH8 von Wu^el sru 
'ftiessen'in: skr. ^rarart 'fliesst', sruti- 'Ausfluss', «reito*- 'Strom, 



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V. TheQ. Echtannenische W6rter. 421 

Fluss, Canal im menschlichen und thierischen Leibe, Ausgang, 
Oeffnung*, ap. rauta'FhxsSj gr. ^vTdg^MessenA^ ^{faig^Flieasen, 
aial. straumr J d. Strom, lit. sraviti, sraviti *fliessen, siokern', ksl. 
struja 'Stromung*, air. sruth 'FlussV srtudm 'Strom'. — Dazu 
atoganem = oroganem 'bewassere* von *8rov- (vgl. kov 'Kuh': 
Jcogi 'Butter'; gu 'Aufbruch': gogay *ging') : gr. Qofog 'Stro- 
mung, Strom', Ut. sravd 'Fliessen', ksl. o-strovu 'Insel' u. s. w. 
nach Bugge, Idg. F. 1, 451, 452. 

Ich halte diese Zusammenstellung nicht fur sicher, da die 
urspr. Bedeutung von aru *Graben, Canal, Rinne' (gr. avka§, 
«yc(>yog,ojc€irog)i8t, vgl. ar«?aAaw^'Aquaeduct'(Eu8eb.Kircheng.), 
atvamejR 'Graben' (= avla^ Num. 22, 24). 

40. uiulrqit as-ein (gen. astan) 'NadeV : lat. acus 'Nadel', 
acuo 'scharfe', acies 'Scharfe, Spitze, Sehkraft', acer 'scharf, 
gr. dxlg 'Spitze, Stachel', ax-po-^ 'an der Spitze befindUch', 
ctTiQOv 'Spitze', skr. dgri' 'scharfe Kante, Ecke, Schneide', Ut. • 
(isz't-^t^Sj ksl. oS't-ru 'scharf, ags. egl 'Aehrenstachel'. 

Dazu ew/am 'Faden', vgl. np. darzan 'Nadel' neben darzman 
'Faden' u. s. w., oben p. 140. — Arm. cisein aus *asin = urspr. 
*ak^tdn (oder akU^ u. s. w.). 

4 1 . [uiulrtr as^e-m (aor. as-a-Qi) 'sage', as-R (gen. asio) 'Worte' 
MX. p. 6 : gr. ^ 'sagte', lat. ajo 'sage', adagio, adagium 'Spriich- 
wort'. Ueber skr. ah a, Idg. F. 4, 117. 

Unsicher, da arm. as- lautgesetzlich = idg. ak^ ist. Meillet 
MSL. 7, 164 nimmt als Wurzel ag^ = arm. *ac an und lasst 
*ac als 3. p. perf. vor folgendem Consonanten in ^as (vgl. es 
*ich' = gi. eyd fur *ec vor folgendem Consonanten?) iiber- 
gehen, zu dem ein neues Frasens asem hinzugebildet worden 
ware (wie gitem zu *g€t = olda, gr. rjiil zu ^).] 

42. uiuiati asti (^-St., gen. astei) 'Stern' = gr. aarijp 'Stern', 
aoTQOv 'Gestirn', skr. star^, zd. star- 'Stern', lat. stella, got. 
^^atrno 'Stern*, cymr.^^^w, corn, steren u. s. w. Fick, Wb. 11, 3 1 3. 
Idg. ester, gen. stros Idg. F. 7, 54. 

Dazu astiik, gen. astikafi 'Venus' (als Stern), eigentl. 
'Sternchen'. 

43. uiup a«r 'SchafwoUe, Vliess', Stamm asu- [vgl, asv-&i, asv-i 
^woUen') : gr. nor^og 'abgeschorene Wolle', ninog 'Vliess', lat. 



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422 V. Tkeil. Echtannenische WOrter. 

pecus (pecoris)^Scha,i^Yieh\ an./<:er*Schaf'. Vgl. Joh. Schmidt^ 
Pluialb. p. 53, der lat. pecus nurspr. nur das Vliessa u. s. w. 
von lat. pecu = got. faihu, zd. pasu etc. trennt. 
Arm. asU' fur *hasu- aus *pokhi^? 

44. uttntuSL atamn (»-St., gen. ataman) ^Zahn': gi. bdovg^ 
ion. odwv^ lat. dens^ skr. dan (instr. datd\ ddnta-, zd. dantan-, 
np. dandanj got. tunptis, ahd. ^awe/, lit. dantls, air. cK^, cymr. 
t/aw^ 'Zahn'. 

In atamn scheint -mn armenischer Zusatz zu sein, ygl. arm. 
kolmn 'Seite, Gegend, Partei* neben koi *Seite* (dee Leibes). — 
Aus dem Pers. entlehnt ist dandank 'Zahne' Mos. Kal. I, 322 
(obenp. 134). 

45. uttnirusiP ateam (aor. ate^i) ^hasse', ateli 'Hasser, verhasst, 
Feind*: lat. odi ^hasse', odium 'Hass', ags. atol 'hasslich*. 

Die vom Wb. angesetzte Form afem u. s. w. existirt — 
wenigstens in der altesten Zeit — nicht. Man beachte, dass 
arm. ea in nicht-letzter Silbe zu e, entsprechend eat zn ei = e 
= i (vor Consonantenj werden muss, daher ate^i aus *atea^j 
ateli aus *atealij Conj. ati^em aus *ateai^em u. s. w. Der Inf. 
atel steht Joh. 7, 7, aber mehrere Handschriften bieten ateal, 
das in den Text zu setzen war. Der Gen. dieses Infinitives 
ateal (Eznik 147) musste ateloy lauten. Der arm. Verbalstamm 
ist also atea-. 

4 6 . [lupiuq^ arag^ erag 'schneir = skr. raghu- ^r ennend, dahin- 
schiessend; leicht, wandelbar; Benner*, in Comp. 'schnell, 
rasch', rdghtyas- *leichter an Gewicht', laghu- ^leicht*, auch 
'behend, kurz, klein,gering'etc., r^hate^eiWy r^Atw- 'Schnelle, 
Geschwindigkeit'; zd. ^rayu- (unbelegt), fem. revt- 'schnell, 
hurtig* yt. 13, 75, sup. reiyista^ ^sehr schneir, renjyo (skr. 
rghya- KZ. 28, 4) 'schneir, renjataspa- 'mit schnellen Pferden*, 
renjaiti 'ist schaeir oder 'leicht' (r^;?; = 'leicht sein' immer bei 
Darmesteter). 

Da skr. raghu-^ laghu- aus l^g'^hu- (KZ. 25, 65) entstanden 
ist und zu gr. IXacpqdg 'leicht, flink* (= l^^hros), ahd. lungar 
'hurtig, schneir, ags. lungre 'schnell, alsbald', gr. iXaxvg 'klein, 
gering' (= *l^g^ku'), lit. leUgvas 'leicht* u. s. w. gehort, so 
miisste es im Arm. durch *lang vertreten sein. Die hier ge- 
gebene Zusammenstellung lasst sich also nur bei der Annahme 



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V. Theil. EohtarmeniBche WOrtcr. 423 

halten, dass arm. arag^ erag aus dem PeTsischen entlehnt ist. 
Leider ist *ray bisher weder im Phi. noch Np. nachzuweiseo, 
kann aber existirt haben. — Ganz ebenso inzwischen s^ueh 
Bartholomae, Idg. F. 7, 86.] 

47. luputLp araur (o-St., gen. arauroy) *Pflug'= gr. cxqotqov, 
lat. aratrum, aisl. ar^, ir. arathar (Lw. nach Windisch) *Pflug\ 
Vgl. lit. arAfo« (Suffix -AZa aus-rfo), ksl. ra/o, poln. rocZZo (Suffix 
'dlo aus -rfAfo) 'Pflug'. 

Arm. ara-f*r aus *dratrom^ *arotrom oder *ar9trom, Bartho- 
lomae's ^ardtru- (Stud. 2, 30) hat keine Stiitze. 

48. uippMuiiinulli arb-an^ak ^Diener, Gehilfe, Mitarbeiter^ 
ksl. rabU [robu] 'Knecht*, got. arbaips *Arbeit, Miihsal*, nhd. 
Arbeit 

49. uipplruiuir arb-enor-m (aor. arbeQuy) ^berausche mich*, 
arb-Ht 'Trunkenbold*, ar5-t ^ich trank' (aor. zu ompem *trinke ), 
ar} *er trank', 'trink!*, *Gelage': gr.^ogpew'schliiTfe', \B.t.8orbeo 
'schliirfe', lit. srebii^ [srSbit^^ srobtu) 'schliirfe*, nsl. srSbstt, 

Idg. Wurzel sr-b^^ also 3. p. aor. arb = idg. *8rbhSt 

50. wp^ir£^ argel 'Hindeiniss', y argel afkanetn 'schliesse ein*, 
argel-an 'f^nschUessung, Ort der Einschliessung, Gefangniss^, 
argel-^-^n (aor. argeUi) Verhindere, schliesse ein, halte zuriick' : 
gr. aq^io) *wehre ab, halte ab, schiitze', lat. arceo Veischliesse, 
schlieisse ein, wehre ab, verhindere, schiitze vor — *. 

51. aipii. ard ^soeben, jetzt, nun, also' (fiir gr. aqri und ovv) 
= gr. (xQTi ^eben, jiingst' (arm. ard-a-cin ^neugeboren' = aQxc- 
yBvrig)\ vgl. lit art\ 'nahe*? 

52. utpii. are? (u-St.) *Form' (nur in Verbindung mit zard 
Eznik24, 25), ard-em 'forme, bilde' (einmal Philo), a«-arrf'un- 
gestaltet, unformlich' (Eznik 24), a:oran-arrf 'zeltfdrmig'Ag. 196, 
luipq. z-ard (w-St.) *Schmuok', z-ard-ar-em 'schmiicke, gestalte* 
(Eznik 24), <m-zard ^(oimlos' (Eznik 24), y-arcf-ar-c/7i 'anordnen, 
zurecht machen, herstellen, bereiten, schmiicken : gr. aQvvg 

Verbindung' (Hesych), aQTvcjy aqrvvio 'zusammenfiigen, an- 
ordnen, bereiten', lat. ars (gen. artts) 'Kunst'. 

53. uipqjup ardar (o-St.) *gerecht' : skr. rtd^ *die heilige Ord- 
nung, das Rechte, Wahre' u. s. w., rtavanr 'heilig, fromm' = 
zd. aia-, aiavan-^ ap. arta (in ArtaxSa&^a-), 



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424 V. Theil. Echtarmenische WOrter. 

ardar = ard + SuflF. oTj vgl. zardnar-em von «arrf, mec-ar-em 
von mcc. — Dazu der adv. Instr. ardar-ev *in Wahrheit, wiik- 
lich, wahrhaftig' (Luc. 4, 25, Mt. 14, 33, Eznik 123 etc.). 

Davon trenne ich (gegen Bugge KZ. 32, 4) ardevX 'gewiss' 
Mt. 11, 21, Vohl', gr. aga (in Fragesatzen) Mc. 4, 40, Pseud. 
4, 1, 8, Eznik 124 u.s. w., ebenso zi-ard *wie? was?* [7c6jg\ tI\). 

54. aipL arev (tt-St., gen. arevu) 'Sonne' (bildlich auch 
'Leben*), aret?-e/-^*Sonnenaufgang, Osten', arev-mut-R 'Sonnen- 
untergang, Westen', areg-dkn (;j-St., gen. aregdkan) 'Sonne* 
= skr. rati' (nachvedisch) 'Sonne'. 

Das blosse areg nur in Areg Ualalc = 'HhovTCoktg (Gen. 
41, 45; Pseud. 168, 10). Ueber -akn s. oben p. 414 unter akn. 
Zum Wechsel von v und g vgl. kov *Kuh': Ao^t 'Butter*. Bugge, 
KZ. 32, 66 stellt hierher arpi'dei lichte Aether, Himmelslicht*, 
was falsch ist. 

55. Mupptii ariun («-St., gen. arean) 'Blut*: skr. dsrk, gen. 
asnds 'Blut*, gi. eaq (^ap, elaq W. Schulze, Quaestiones epicae 
p. 165—166), altlat. assxr^ asser (Job. Schmidt, Pluialb. p. 173), 
lett. assins 'Blut*. — .Bugge, Beitrage p. 24. 

ariun lasst sich in ar-iun zerlegen, vgl. ankiun, heriun^ und 
ar- auf ^asr- zuriickfiihren. Aber ^a^r- = *9sr- zu setzen und 
darin die Tiefstufe von *^5r- zu sehen, hindeit mich das an- 
lautende a der indischen Formen, statt dessen man i (also ^isrk, 
*iinas) erwaiten miisste. Anders Wackernagel, Altind. 
Gramm. I, p. 5. 

56. mp^atp arcai (o-St., gen. arcaioy) 'Silber*: skr. rqjafd- 
'weisslich, silberfaibig, Silber*, zd. arazata-y lat. argentum^ gall. 
argentO' [Argento-ratum), gr. aqyvqag 'Silber*. 

Zur Bildung von arc-al vgl. erk-ai Eisen; vielleicht hat das 
eine Wort das andere beeinflusst. Das arm. Wort ist nicht aus 
dem Persischen entlehnt, wie Kretschmer, Einl. in d.Gesoh. d. gr. 
Spr. 137 mit Andreas annimmt. Denn es hat die regelmassige 
Lautverschiebung (arm. c = idg. g^) durchgemacht und miisste 
als Lw. vielmehr arzal oder ar;W (wenn ap. ^arzata- anzusetzen 
ware) lauten. 

57. utp^nLJi arcvi (gen. arcvoy\ seltner und spater auch 
ardv (gen. arcvi) 'Adler* = skr. rjipyd- (Beiwort des gyend^ 
'Adler*), zd. eraztfya- 1) Name eines Berges, 2) 'Adler* in 



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V. Theil. Echtannenische Wdrter. 425 

9r9zifydpar9na- 'mit Adlerfedem', ap. aQ§Lq>OQ^)' aevbg Ttaqct 
m^aig (Hesych). 

arcvi lautgesetzlioh aus *arcw% = idg. *^ffUpyo-, Hierher 
nach Fr. MuUer, WZKM. 9, 287 np. aluh 'Adler' aus *arduf 
= ap. *ardufya-? 'Sehem,^.*arzifyar-[aQ^tq>og) yr'iie^ardifya- 
denkbai, das lautgesetzlioh = np. *aUh sein konnte. Das von 
Horn,6rdr. p. 1 angefuhitephl. o/t/Amiisstejung, kuid. dieh^ hdlo 
entlehnt sein. — Georgisch Lw. arcivt' AAlei Tchoubinof p. 25. 

58. [iupkutlf arjak 'ungebunden, &ef , arjakem lose, lasse 
los, lasse frei, entlasse' kann mit Sicherheit weder als Original- 
wort noch als Lehnwoit zu ski. srj 'entlassen, loslassen, be- 
freien', zd. haroz *ausgiessen, entlassen' gestellt werden, da 
idg. srg^ = echtarm. *arc ware (cf. zercamm) \ind ap. *harz^ 
ins Arm. entlehnt als harzn in apaharzan (s. oben p. 104) vor- 
liegt, neben dem im Pers. noch die Form hard (vgl. np. hilad = 
ap. *hrdatiy = zd. harozaiti P. St. 220) besteht. Um die Ety- 
mologie zu halten, miisste man ein phi. *harzak annehmen, 
das fiiih das ani. h verloren (daiiiber s. P. St. 216 — 217) \ind 
als *arzak ins Arm. iibergegangen ware, um hier zu arj'ak (vgl. 
aim. andarj = phi. andarz oben p. 98) zu werden. Mir nioht. 
wahrscheinlich. Ein phi. *arzak 'frei von Fesseln^ liegt Bdh. 
Gl. 59 nicht vor, da das mit Avestaschrift geschriebene Wort 
aracak Bdh. 69, 17, araca (Pazendform) Bdh. 70, 2 lautet. Vgl. 
P. St. 66.] 

59. tupiTnUfii armukn (nSt, gen. armkan) 'Ellenbogen': 
skr. Irmds 'Bug, Arm, Vorderschenker, zd. ardtna- 'Arm*, osset. 
arm 'hohle Hand', alm-arin, arm-Urin 'EUe* (Bischof Joseph 
Wb. 195), lat. ann2/5 'Schulterblatt, Oberarm, Vorderbug', got. 
arms 'Arm', preuss. irmo 'Arm', ksl. ramo, ram§ 'Schulter'. 

armukn ist im Suffix vielleicht von mukn (gen. mkan) 'Maus, 
Muskel' (s. unten) beeinflusst. 

60. uipl arj (o-St., gen. arjoy Eznik 175, spater auch w-St.) 
*Bar* = skr. rksas, zd. areha-^ osset. ars^ np. xirs^ gr. aQTcrog, 
lat. ursus *Bar'. 

61. iupiniuLup artausr 'Thrane', pi. artasurk [i-a St., gen. 
arta8vag\ davori artasvem 'vergiesse Thranen': ahd. trahan 



1) Tomaschek's a^^cfiqpeof a B.B. 7, 199 kann ich nirgends finden. 

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426 . V. Theil. Echtarmenische WOrter. 

'Thrane', germ. Grdf. ^trahnu- (aus ^drak^nu-) neben mhd. 
traher aus "'^trahru-f (Kluge Wb. s. v. Thrdne)^ vgl. d. Z&hre^ 
ahd. zahar = got. tagr, gr. rfaxpt/, lat. lacruma u. s. w., idg. 
*ddk^U'? — Meillet, Idg. F. 5, 331. • 

Der Stamm artasu- (des Plurals) hat im Auslaut eine Silbe 
(wie z. B. ti-] verloren ; artaiMr scheint zunachst auf artasur- 
zuriiekzugehen, obwohl analoge Falle von tz-Epenthese sonst 
nieht vorliegen (vgl. asr *Schafwolle', St. asu^, asvi VoUen*, 
poMr *klein', St. poku-] manr^ St. manur- etc.). Da rt aus tr um- 
gestellt (vgl. Rirtn *Schwei88'= ISqfhg) und a vorgeschlagen sein 
kann, so lassen sich die arm. Worter, von dei Endung ab- 
gesehen, auf einen Stamm idg. ^drak^Ur- zuriickfiihren. 

62. oS^uAirtP (dcanem d. i.) auc-ane-m (aor. auc-i) *salbe': skr. 
afij (pr. 3. p. andkti) Wlben^, lat. unguo ^salbe', unguen 'Salbe^ 
Fett*, ahd. ancho *Butter', preuss. anktan^ air. tm J, cymr. ymenyn 
'Butter*. 

Arm. auc aus idg. *ong'^7 

63. o^ (4/ d. i.) auj (t-St., gen. auji) *Schlange*:lat. anguis 
*Schlange', davon anguilla 'Aal', ahd. unc 'Natter', lit., angls 

•*Natter, Schlange*, ungurys^KdX^^ ksl. qg-vr-ihtVAdiVj air. esc-ung 
*Aar (Osthoff Idg. F. 4, 270). 
Arm. auj aus ind. ^angVi ? 

64. o/» [6r d. i.) aur (r-St., gen. armr^ pi. avur-Jc^ gen. avurg) 
'Tag': gr. rjiiaQ {{j^arog^ fj^iqa^ lokr. d^dga 'Tag*? 

Arm.awr aus *amor Meillet, Idg.F. 5, 331, vgl. Joh. Schmidt, 
Pluralb. p. 195; aus ^a-vor = *aivdr Bartholomae, Stud. 2, 37. 

65. putqnLtT bazum {i-a St., gen. bazmi) 'viel*: skr. bahu- 
[Kws^bht^^hvn) 'reichlich, viel', comp. J^Aiyo^- 'iiberaus mastig*, 
sup. bqhtSfka' 'iiberaus fest, — dicht', bahuld- 'dicht, dick, 
breit, gross, viel', zd. b^zah- 'Weite*, b^nu- (aus ^b^znu-) 
C^paisseur'Darmesteter), bal. bazWieV^ 5a«'dicht'(Dame847, 49), 

Oder: lit. bazmas *Menge, Masse*, lett. bajl 'stopfen*^ 
(P. Stud. 29, Leskien, Bildungd. Nominap.421, Bartholomae^ 
Idg. F, 7, 86)? 

Man soUte im Arm. banjum fiir *bh^g^ku- erwarten. An- 
ders Joh. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 66, dagegen 
Bartholomae, Idg. F. 7, 86. — Ueber gr. ftaxvg s. Solmsen, 
KZ. 33, 295, anders Prellwitz, BB. 21,286, der lett. bi/s'iick^ 



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V. Theil. EchtanneniBche W6rter. 427 

dioht' (= *bheng^hus)y bisums 'die Dicke', beschna *Dickicht* 
zu skr. boM- ^ naxvs stellt. 

66. ^uu^ bah («-St.) 'Spaten' : gr. cpaqog [acpaqog = ayd- . 
qcDTog *ungepfliigt*), lat. forare *bohren', ahd. boron 'bohren' ? 

Unsicher. Arm. bah kann fur barh stehen und zu einer 
Wnrzel bher gehoren wie mah^ alter marh *Tod* zur Wurzel 
mer 'sterben*. Weitergehende Vermuthungen fiber die Grund- 
form i^bhrtromf) und die Beziehungen zu skr. 6Arl, zd. broidra 
'Axt', np. burldan 'schneiden , &eZ**Spaten' s. bei Bartholomae, 
Studien IT, 27, 107, 180, Verfasser, P. St. 28 und 34. — Georg. 
bari 'bdche, pioche' (Tchoubinof p. 49) = arm. *barh*? 

67. \^m ba oder bay hervorhebende Partikel^) wie lat. qui- 

1} Von diescr hervorhebenden Partikel hay verschieden ist das bei 
einigen Schriftstellern nach Verben des Sagens statt des spnat allgemein 
gebr&uchlichen €e 'dasa* erscheinende hay^ neben dem die auff&Uigen For- 
men ham und has vorkommen, und swar so, dass in der Regel (aber nicht 
immer!) nach dem Yerbum des Sagens in der 1. p. sg. oder pi. ham^ nach 
der 2. p. has, i^ch der 3. p. hay gebraucht wird. Da nun der Wechsel von 
auslautendem m, «, y im Armenischen nur beim Yerbum vorkommt, so w&re 
log^scherweise zu schliessen, dass ham, has, hay \irsprilnglich Yerbalfonnen 
waren, die sp&ter zur Partikel erstarrten. Man denkt bei hfxm, has, hay 
natdrlich an gr. <ffJiJii, <pv^, fpv^i) wie aber w&re die Bedeutungsentwick- 
lung Eu denken? 

Zu ham fiir t^e siehe besonders Ephrem II, 5: ss asaqi ham astvack^ 
iqelc *ich sagte, ham ('dass'j ihr Gdtter seid', Citat aus Psalm 81, 6: m asagi 
fe astvack^ iqek^ 'ich sagte, dass ihr Gdtter seid' (lyi Blna Scot iine). An- 
dere Beispiele: Deut. 32, 26 asat^i ham creqiq znosa *ich sagte, ham ich will 
sie zerstreuen'; Jerem. 35, 15 Hch habe zu euch diePropheten gesandt, ham 
[gr. Xiy<ay) bekehret euch ein Jeder von seinem bdsen Wege'; Klagelieder 
3, 54 asaqi ham aha merieqay 'ich sagte, ham siehe ich bin Ter9tossen'; 
ebenda 57 : 'du sagtest, ham an dem Tage an dem du mich rufen wirst, 
farchte dich nicht T; Osk.Es. und Ephrem 'du sagtest him u. s. w. (s.Wb.) ; 
FB. 241,' 11 'denn du selbst hast gesagt, has im Lande China sind wir 
KOnige gewesen von Ursprung und (von dort) hierher als Fremdlinge ge- 
kommen; 2 Maccab. 1, 20 *sie era&hlten und sprachen {w5rtlich 'sprechen ), 
hay Feuer haben wir dort nicht gefunden'; 2 Maccab. 12, 24 'denn er sagte, 
bay Yerwandte und Brdder von vielen yon euch sind bei uns'; Klagelieder 
3, 24 asaq aiyn im hay ha&in im e na 'es sagte meine Seele, hay mein Antheil 
ist er'; Maleaohi 2, 14 und ihr sagtet, hay warum?* Ygl. auch Ephrem II, 
. p. 8 und Wb. 

Far gr. I<3PJ7 steht bay Pit. (MX. 351, 1 1 ) : *wo sind die Grcnzen Spartas?' 
ev nora znizakn qqeal, hay yaism vairi 'Und er, seine Lanze einheftend, bay 
{'sagte'): an diesem Orte'. Ygl. Aphthonius in Rhetores graeci ed. Walz II p. 252. 



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428 V. Theil. Echtarmenische Wdrter. 

dem (z. B. Berosos hay ase 'Berosus quidem ait' Euseb. Chron. 1, 
p. 17; divarin ba mtanel (auch unser Hen hat dies gesagt) 
Mass es schw^r sei einzugehen' (nioht dass es unmoglioh sei) 
Ephiem, ferner Euseb. Chron. I, 53 iind Wb.): zd. ba [yat ha 
paiti *wo immer' vd. 3, 1 ; mqnaydn ba vd. 5, 23), lit. hd ja wohl, 
sehr wohl'? 

Unsicher. — Zu zd. ha vgl. hada^ baidistem 'immer'. Pick 
vergleicht gr. g)ij, q>Yj *wie', got. i-hai u. s. w., anders Prellwitz, 
BB. 22, 77, alles unsicher.] ^ 

68. guuj hay (t-St.) 'Zeitwort (= Verbum), Wort (als Rede- 
theil), Ausdruck' {^rjfia und li^cg)f erk-hay *zweifelhaft, \m- 
sicher' = gr. cp&zig 'Sage, Geriicht, Rede' = (paaig 'Bejahen, 
Behauptung, Rede'. Idg. *hh9t%8, — Bugge, KZ. 32, 4. 

69. ^ui% ban («-St.) 'Wort, Rede, Vernunft, Urtheil, Sache': 
gr. (poyvij 'Stimme', ags. hen 'Bitte', ksl. ha-s-m *Fabel'. 

Arm. Jan, ags. hen = idg. *6kant8 (Brugmann, Grdr. II, 27 1), 
gr. qpco^ij = idg. *hhdna. 

70. ^iupl Jar;'(«-St.)'Kis8en'=skr. Jar/m*Streu'(0pfer8treu 
zum Sitz fiir die Gotter und Opfernden), zd. harezti 'Kissen', 
osset. baz 'Kissen', preuss. po-haho 'Pfiihl', hahinis 'Kissen'. 

Ware bhelg^h (mit /, nicht r, wie Fick, Wb. 1, 494 annimmt) 
die idg. Wurzel, so kame arm. harj in den Yerdacht, aus dem 
Persischen entlehnt zu sein. Aber es liegt im Persischen kein 
*barz sondern halii 'Kissen' = ap. ^hardisa- vor. Doch vgl. 
P. St. p. 221 — 223, wonach auch *barz moglich war. 

71. pjupkp harjr (gen. harju, nom. pi. harjunIS) *hoch, laut 
(vond^rStimme), dieHohe', J^**H6he'inerA«-a-J^**himmel- 
hoch', for«-a- Jer;* 'berghoch', w^^-a-Jcr;* *aufrecht*, harjr^a-herj 
*sehr hoch' : skr. hrhdnt- 'hoch, gross', zd. h^razant- 'hooh, laut', 
harazah- 'Sohe J J^razi- (in Compos.) *hoch', osset. Jfir«onc?lioch', 
np. buland, hurz *hoch', ahd. hery 'Berg', got. hairgahei 'Berg- 
land', air. bri (gen. hreg) 'Berg'. 

Arm. barjr = idg. *hh^g^hu', berj = idg. *hherg^ho8. Hier- 
her auch harj-i aor. von har-^na-m 'hebe, trage, ertrage, hebe 
auf [amharnam^ amharji 'erhebe' = hamharnatny hambarjij 
s. oben p. 176), in Comp. harj\ z. B. Je/72-a-Sar;"Last-tragend' ? 
Vgl. darnamy aoj. darj-ay 'kehre zuriick'. 



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V. Theil. Echtannenische WOrter. 429 

72. ^If bek ^zerbrochen, gebroohen', bek-ane-m (aor. bek^^ 
3. p. e-bek) *breohe', bekor 'Bruchstiick': skr. bhanj (bhandkti) 
^brechen, zerbrechen*, bhahga- 'Biechung, Bruch, Welle' 
u. s. w., lit. bangd *Welle', air. com-boing *confringit', combaig 
'fregit*. 

Wurzel bheg oder bheng? Idg. F. 7, 109. 

73. pirputit beran (o-St.) 'Mund' : lit. bumd 'Mund*, ir. bem, 
ace. beim *Kluft' (Grdf. *bema) neben bemuj ace. bemaid dass. 
(Grdf. ^bemat"). Vgl. gr. cpaqvy^ 'Schlund', alb. brims 'Loch*, 
aisl. Jora *Loch'. — Bugge, KZ. 32,4, P. Persson, KZ. 33, 292, 
Frohde, BB. 21, 315, Pick, Wb. II, 168. 

74. fJrplrar ber-e-m (aor. ber-i) *bringe, trage'= skr. bhdrami 
'trage*, zd. baratni 'trage, bringe*, gr. (piqio 'trage', lat. fero 
'trage, bringe*, got. baira 'trage', ksl. berq 'sammele, lese', air. 
b^m *trage^, do-biur 'gebe*, as-biur 'sage*. Idg. *bh6rd, 

Dazu fJrp 1) ber (t-St.) *Bewegung, Lauf, Andrang', Wb. 
'latio, motus, impetus', vgl. gr. q>0Qa *Bewegung, Lauf, Plug, 
Fahrt' etc.; 2) ber (o-St. oder i-St.) 'Ertrag, Frucht, Pruchtbar- 
keit', vgl. gr. q)OQa 'Pruchtbarkeit, Fiille', cpiq^a *Frucht', np. 
Jar Trucht' ; 3) ber als 2. Glied von Comp. = 'bringend, tragend', 
z. B. lus-a-ber *Licht bringend, Morgenstern', vgl. lat. lucifer] 
4) bSr 'age, agedumV dem gr. q)iQe nachgebildet; pkiA bern 
(;j-St., gen. betin) 'Last', vgl. gr. (poQTog 'Last, Pracht', skr. 
bhardn 'Last', np. bar 'Last', alb. bars 'Last' (= *JAorwo-); Suff. 
<i/-uf/» a-vor 'tragend', z. B. lus-a-vor 'leuchtend', vgl. gr. Xsv- 
ytog>6Qog. 

75. IpppiriP bib-e-m 'piepen' Osk. bei Steph. Leha^i: lat. 
plpo 'piepen', ptpulum 'das Piepen', plpio^ ptpilo 'piepen', gr. 
TtiTCTtl^o) 'piepen', d. piepen u. s. w. 

AUe onomatopoetisch.] 

76. pPp bir (t-a St., instr. brav) 'Stock, Kniittel' : gr. 
(piTQog 'Block, Klotz, Stiick Holz, Scheit'. — Bugge, Idg. P. 

I, 452. Dazu auch d. Beil = ahd. bthal aus germ. *bipla- = 
idg. *bheitlom und ksl. biti 'schlagen'? Vgl. Brugmann, Grdr. 

II, 114 Anm., Thurneysen, KZ. 31, 84. Da von zu trennen: 
2) bir in getn-a-^bir, erkr-a-bir^ hoi-a-bir 'den Boden (die Erde) 
durchwiihlend, aufjgrabend', br-em (aus * bir em) 'grabe aus, 
hohle aus, zerstore', davon br-Ag 'Hacke'. Der Bedeutung 



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430 V. Theil. Echtannenische WOrter. 

nach wiirde 2) bir zu bah *Spaten' gehoren, mit dem es sich- 
aber lautlich nicht sichei vermitteln lasst (bir = *bhero-\ bah 
= Harh = *bh^trom?). 

77. ^nlf bok 'barfuss*: ksL bosu 'barfuss', lit. bd^as 'barfuss', 
d. bar = mhd. ahd. bar 'nackt, bloss' (= idg. ^bhoso-), vgl. 
bar/uss. 

Arm. bok = idg. *bhosko^? MSL. 8,154. Wahischeinlicher 
ist, dass ein arm. A;-Suffix an arm. '^bo- aus idg. *bhoso- antiat. 
Vgl. Bartholomae, Stud. 2, 13. 

78. \iutL bu *Eule* Lev. 11, 16 u. s. w., auch bvec (aus bu-ec) 
Zenob und Arist. 36, 12: np. 5wm *Eule', gr. ^iag^ fii^cc, lat. 
bubo 'Uhu . 

Onomatopoetisch. — Vgl. georg. bu, buvi 'Eule', thu8ch bui 
*Eule' (Schiefner, Versuch iiber die Thusch-Spraohe p. 146).] 

79. [jkhlP bui *stumpf': lit. bukus *8tump£', biikii 'stumpf 
werden ? — Meillet, MSL. 9, 150. 

Unsicher, da keine Berechtigung vorliegt, i in arm. bui und 
k in lit. buk- als Suffixe abzutrennen.] 

80. ^hlS^ buc (i-a St., gen. pi. bc-agi) 'Lamm' = zd. buza- 
'Ziegenbock', buzyor- Von Ziegen' (soil. Milch), np. buz 'Ziege, 
Bock*, auch buza *Ziege', buzlca *a kid', afgh. vuz 'Ziegenbock', 
vuza 'Ziege', d. Bock (= urgerm. ^bukka- aus ^bhug^no^'i). 

Vgl. Kretsohmer, Einl. in d. Gesch. d. gr. Spr. p. 69 Anm. 
Zu d. Bock s. Kluge, Wb. s. v., zu air. bocc (neben boc\ skr. 
bukka- 8. Fick, Wb. II, 179. Wohei c in semnan. boca junge 
Ziege', wax. buc, bUc (Horn, Grdr. p. 49)? 

81. fuiLS^u/blnr buc'one-m (aor. buc^) ^ernahre, fiittere, ziehe 
auf ': skr. bhuj (bhunkte, bhufijdte] ^geniessen, benutzen, fiessen', 
caus. bhojayati 'Jmd. etwas essen lassen, speisen mit — , als 
Nahrunggeniessen*, J^^^a- *Geniessen, Essen, Speisen, Genuss, 
Benutzung, Gebrauch', bhojana- 'Essen, Speise'. 

Ueber zd. buSti- 'Genuss' (?) s. KZ. 28, 28; 30, 318, 326, 
dagegen Idg. F. 6 Anzeiger p. 34. — Arm. buc^ane-m, bud aus 
*boic'ane-mj *boic-i. 

82. pjitit bun (gen. bni) 'Stamm, Stiel, Schaft, Abstammung, 
TJrsprung, Grund, Ende' ist oben p. 123 als Lw. = np. bun 
'Grundlage, Grund, das untere Ende, Stamm', zd. itt««-*Grund, 



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V. Theil. Echtarmenische WSrter. 431 

Boden', skr. budhnd- 'Boden, Grund, Unterste* u. s. w. an- 
gefiihit, mil dem Vorbehalt, dass wenn arm. bun aus alterem 
"^budn entstanden waie, es als original (= idg. *bhudno') gelten 
miisste. Es ware dann auch gr. Ttv^firjv' BoAen, Stamm, Wuizel- 
ende*, Trwda? *Grund, Boden', lat fundus 'Grund, Boden', d. 
Boden = ahd. bodam^ aisl. botn^ ags. botm, air. bonn 'solea' zu 
vergleichen. Zu diesen s. Job. Schmidt, Kritik der Sonanten- 
theorie p. 104. 

Arm. bun etc. zu air. bun ^Wurzelstock, untere Ende' (Grdf. 
*bonU') und bunad 'Ursprung, Grundlage^ (Grdf. ^bonuto-) ge- 
stellt von Bugge, KZ. 32, 5, Fick, Wb. II, 177 —? 

83. i^m/qm gait adv. 'beimKch', goi (o-St.) 'Dieb*, davon 
gatt-a^goi-^ adv. 'heimlich', gottm adj. Verborgen, geheim', 
goi-arbar adv. Vie ein Dieb, heimlioh': lett. v>ilt *betrugen*, 
toelU Vergeblich*, lit. pri-vilti 'betriigen', viltis 'Hoffnung', 
veliUi *unnutz, vergeblich*, preuss. pratoilts 'ver^athen^ — 
Meillet, MSL. 9, 150. 

Unsicher wegen der Bedeutungsverschiedenheit. — iett. 
welts, lit. veltut Vergeblich' wird zu skr. vrtha adv. 'beliebig, 
umsonst, vergeblieh, verkehrt' (anders BB. 19, 149) gestellt, s. 
Idg. F. 3, 1 62. — l8t oel die Wurzel auch der arm. Worter, so ware 
got = *volo-f gait = idg. *t?^-zu setzen. — Zur Bedeutung der 
arm. Worter vgl. d. *stehlen* und Verstohlen' = *heimlich*, got. 
piubs 'Dieb': piubjo *heimlich', got. A/tya'stehle' : preuss. au-klipts 
Verborgen', lat. fur 'Dieb* .furtim 'verstohlen, insgeheim', ksl. 
taH 'Dieb* (zd. tdyu- 'Dieb*): tax 'heimlich*, ^at^i 'verbergen*. 

84. ifauji^ gail (o*St.) 'Wolf: skr. rrAa-, zd. tJ^hrka-j np. gurg, 
got. vulf-^s, ksl. vlukii, lit. vilkas, alb. «?* ' Wolf *. — Ueber gr. Xincogy 
lat. lupus 8. Idg. F. 4, 279, Wackernagel, Altind. Gramm. I, p. 207. 

Q Arm. gaU ist lautgesetzlich = idg. *vfy(h-j lat lupt^, gr. 

limog = idg. ^IvJc^o-, die iibrigen Worter = idg. t)^^. Wie 
hangen diese Formen zusammen ? Arm. gail aus idg. ^tlkh^- 
nach Bartholomae, Stud. II, 13, aus idg. *vatlo-= ii.fael^WoW 
naoh Fick Wb. II, 259. — Aus dem Georgischen {mgeli 'Wolf') 
ist arm. gail sicher nicht entlehnt 

85. ^Muis gan (t^St.) 'SehlSge, Priigel, Ziiohtigung*, davon 
gan-e-^m 'schlage, priigle*: skr. ghand- 'Ejiiittel, Keule*, ghata- 
'Schlag*, haii', Ad^Ac- 'Schlag*, Aa^yo-'Todtung*, A*i<t 'schlagt, 



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432 V. Theil. Echtarmenische W6rter. 

todtet' = zd. Jainti = np. zanad 'schlagt*, gr. &elvo) 'schlage', 
q)6vog *Mord', aor. e'Tte-tpv-o^j air. ffuin *Wunde*, perf. ge-gon 
'todtete*, aisl. gudr^ gunnr *Kampf ', lit. ginczia 'Streit' (Idg. F. 4, 
268, 273). 

Arm. gan aus *g'^hm%r (^^Apwt-), vgl. BB. 17, 92. 

. 86. qsunii gatn (n-St., gen. gatin) *Lamm* = gr. att. a^rfv 

y (Meisterhans, Gram, der aitischen Inschr. p. 1 1 1 ), gortyn. fa^fliv, 

horn. *fQTjv in TtolvQQtjv 'reich an Schafen', skr. urana- *Wid- 

der, Lamm', np. barra *Lamm' aus *varnak (P. St. p. 1 50 Anm. 2), 

phi. varak *Widder'. 

Arm. gafTi = gr. faQTjv = ap. *vama aus idg. Vt^en {vp'en), 
gr. gen. aQvdg = idg. v^nos. Arm. gen. gariny nom. pi. gaiin-H 
gebildet wie gr. gen. TtoltHQQtjVogj nom. pi. TtoXv-QQriveg. 

87. qjup/i gari (gen. garvoy) *Gerste*: gr. x^J, xQl^y lat. 
hordeumy ahd. gersta 'Gerste^? 

Unsicher. %qld^ aus *ghj^zdhaf (KZ. 30, 352, vgl. 34, 528); 
lat. hordeum aus *ghpzdet/omy ahd. gersta aus *gkerzdd. Fiir 
i^- ^gh^zdhya resp. *gh^zdya ware im Arm. zunachst *garzdi 
resp. ^garsti zu erwarten und es fragt sich, ob daraus gari ent- 
stehen konnte. 

88. [qMupJitT gari-i-m (aor. ^arAW(j-ay) *habe Abscheu vor': 
lat. horreo 'starren, sich emporstrauben (vom Haar), schauern, 
schaudern, sich entsetzen, zuriickschrecken vor', horridus 'rauh, 
stacheUg, struppig, starrend, abstossend, schauderhaft', horror 
'Starren, Schauder, Entsetzen', skr. hrSyati *starr werden, zu 
Berge stehen (von den Haaren des Korpers, vor Freude oder 
Schreck), schaudern; sich freuen', ved. hdriate 'sich freuen*. — 
Meillet (briefl. Mittheilung). 

Unsicher, da im Arm. keine Spur der urspr. Bedeutung 
'starren' vorhanden ist. Zudem fragt es sich, ob das h von skr. 
hrSy lat. horreo nicht auf idg. g^h (= arm./, z) zuriickgeht und 
ob idg. rs im Armen. nicht zu r oder t werden muss (s. oben 
p. 409). 

89. ipupnA garun (gen. gaman fiir *garunan) 'Friihling': 
zd. vanri = pi. vahar ZPGl. 23, 7, np. bahar 'Friihling' 
(P. St. 57), ap. vahara- in dwravaharor? ^ gr. ?a^, hom. fiaq 
aus *feaaQ (W. Schulze, Quaestiones epicae p. 162, 165), lit. 
vasard 'Sommer', ksl. t?6«wa 'Friihling', aki.vasantdr- 'Friihling*, 



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V. TheU. Echtarmenische Wdrter. 433 

vgl. vasar-ha (Ludwig, Rigveda IV, 191). Lat. ver, aisl. var 
'Friihling'. 

Die Lautverhaltnisse dieser Worter bieten allerlei 
Schwierigkeiten, vgl. BB. 17, 118; 18, 7; Kretschmer, Einl. in 
d. Gesch. d. gr. Spr. 145. Lat. ver, aisl. var lassen sich nioht auf 
*vesr- zuriickfiihren. Aus *ve8r- hatte im Arm. ^er- werden 
sollen. Ist die Endung -un erst im Aimenischen an einen fei- 
tigen Nom. Ace. *gar angetreten, so lasst sich gar- aus *ffehar 
= *vesj' = gr. €aQ erklaren. In der Endung (un, gen. nan) 
stimmt garu7i [gaman] mit asun [ainan] 'Herbst' iiberein und 
unterscheidet sich von amatn (= am-ar-n, gen. am-ar-an) ^Som- 
mer^ \xnd,jmern [^^jm-^r-n, gen. jm-er-an) 'Winter'. Uebrigens 
hangen die Endungen des Nom. Ace. {-^n) und der iibrigen 
Casus (gen. -nan) nicht unmittelbar zusammen, da der zum Nom. 
garun unmittelbar gehorige Genitiv *garnoy oder *gamt und 
der zum Gen. ^ar/»an unmittelbar gehorige Nom. *garunn lauten 
miisste. Ist garun im Suffix von aiun beeinflusst oder um- 
gekehrt? Vgl. dazu Joh. Schmidt, Pluralb. p. 207. — Arm. 
ahtn^'H.QihsC kann nicht zu got. asans, iial.jesenl^, preuss. assanis 
'Herbst' gehoren. 

90. ^inLiP gel'Ur-m (aor. gel-t) 'drehen, umdrehen, zusam- 
mendrehen, vrinden', med. 'sich drehen, sich winden', avQefikdcj, 
gelraran^Yoliei : gr. eikvof^at (== efelvo/xai) Volvi*(W. Schulze, 
Quaestiones epicae 336 Anm. 1), eXvad-T] Vand, kriimmtesich', 
lat. voho Valzen, drehen', med. *sich walzen, sich winden, 
sich drehen'. — Meillet, MSL. 8, 163. 

Die griech. und lat. Worter setzen eine Wurzel velu, vlu 
voraus, Solmsen, Studien zur lat. Lautgeschichte p. 2. 

9 1 . q/ri^rg g^i/-^ uach Wb. 'Driisen' (nur Grig. Nius. 8. Jhd.) 
= ksl. ileza *glandula', russ. &eleza 'Driise'. — Bugge, KZ. 32, 5. 

Grdf. *ghelg^ha, also ahd. chelch 'Kropf 'davon zu trennen. — 
Arm. geij (pateal) = OfxlXa^ {7t€QC7ckeyco^ivr]) Nahum 1, 10 
(eine Windenart) und geij] geljumn 'Verlangen, Riihrung' da- 
von zu trennen. Letzteres stellt Bugge, KZ. 32, 6, zu ksl. ieUti, 
ielati Viinschen' (Wurzel g^hel). So konnte man auch ge^j 
Ofilla^ zu aim, gelum 'sich winden' (s. oben Nr. 90) stellen und 
lat. con-volvulus 'Winde', gr. iki^ *Windung, Geringel, Ranken, 
eine Art Epheu' etc. vergleichen. 

Hftbsohmann, Armenisehe GrammatUr. 26 

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434 V. Theil. Echtarmenische WOrter. 

92. qlrqaL gelmu (w-St., gen. gelman) 'Wolle, Vliess^ [Ttdxog 
Psalm 71,6): lat. vellus (= *v€l"no$-) ^Wolle, Vliess, Pelz^, got. 

^ vulla (= *vlm) *Wolle', lit. vilna *ein WoUharchen', pi. vtlnos 
'Wolle*, ksl. vliinay ir. olann, cymr. gulariy skr. urna (aus *vlna) 
*Wolle^ Vgl. gr. bIXvco 'umhiille', eiXvua 'Hiille', eXvrqov 
'Hiille, Bedeckung' u. s. w. (Solmsen, Studien zur lat. Laut- 
geschichte p. 2). 

Arm. gehnn aus *geiman = idg. *velm^ (wenn es idg. ein 
Neutrum war). 

93. qb^tn get (o-St., gen. getoy) ^Fluss': skr. uddn- (loc. uddn, 
gen. udnds) , uddkd- ^Wasser', gr. v8{x}q (vdaro^) ^Wasser', lat. 
u-n-da 'Welle', got. vato^ ahd. wazzar^ lit. vandS, ksl. voda 
'Wasser'? 

Ueber den Ablaut derWurzelunddajs Suffix s. Job. Schmidt, 
Pluralb. p. 202—206, Bartholomae, BB. 15, 31, Brugmann, 
Grdr. EL, 559, Pedersen, KZ. 32, 246. Bei arm. get ist 1) die 
Bedeutung'Fluss'auffallig, die keinem der verwandten Worter 
zukommt, 2] das e der Wuizel, das sich sonst nirgends mit 
Sicherheit nachweisen lasst. Auch die Stammfoim idg. *vedo~j 
die arm. get voraussetzt, ist auffallig gegeniiber den sonst voi- 
liegenden n- und r-Stammen. 

94. qjih gin (o-St., gen. gnoy) 'Kaufpreis', davon gn-e-m 
A 'kaufe' = skr. vastid' ntr. ^Kaufpreis', vasnayami 'feilsche', gr. 

wvog 'Kaufpreis*, tjvri 'Kauf, uyviofxaL 'kaufen', gortyn. tirijv 
Verkaufen' KZ. 32, 293, lat. venoy venui *zum Verkauf, venum 
darej vendere 'verkaufen'. Vgl. np. baha *Werth' = ap. ^vaha- 
P. St. p. 32. 

Ksl. vSno *Mitgift* wird hierher gestellt von Solmsen, KZ. 
29, 81 und Kretschmer, Einl. in d. Gesch. d. gr. Spr. p. 145, 
obwohl sn im Slavischen bleibt. Besser stellt Brugmann, Grdr. 
n, 140, Pedersen, Idg. F. 5, 67 veno (aus *vedno) zu gr. edvov 
(= fiSvov) ^Brautgeschenk^ — Skr. vasnd-niy lat. venum = 
idg. *ves-no-my arm. gin = idg. ^ces-no-m (wegen i fur e, vgl. 
zgenum Nr. 144 aus *zge$num). Vgl. P. Persson, Studien p. 79. 

95. q/A/i gtni [gen. ginvoy) *Wein' : gr. olvog{^Ma foivog\ lat. 
^ vlnum 'Wein', alb. vene (aus *vaina G. Meyer, Etym. Wb. p. 466). 

Arm. gini aus *geni = vorarm. "^voimo-. Zum Vocalismus 
vgl. arm. git-em = gr. olda. — Die Sprachen der benachbarten 



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V. Theil. Echtarmenische W6rter. 435 

kaukasischen Yolker haben ein ahnlich klingendes Wort fiii 
*Wein' (z. B. georg. yvino Tchoubinof p. 526, mingrel. gvini 
u. 8. w.). Das beweist aber noch nicht, dass das aimenische 
Wort aus einer dieser Sprachen entlehnt ist. Siehe oben p. 397 
und vgl. Hehn, Kulturpflanzen^ p. 91 — 93. 

96. 7/2. V 9^^^ 'Nacht' [giseroy 'der Nacht', i giieri ^in der 
Nacht', giieri ^Nachts') : gr. horn, iansqoq *Abend^, ra eOTCSQa 
*die Abendzeit', sp'ater ^ iofteQa, lat. vesper 'Abend*, vespera 
*Abendzeit', air. fescor (aus ^vespero- nach Foy, Idg. F. 6,328), 
lit. vUkaras^ ksl. veceru *Abend'. 

Es ist ebenso unmoglich die Worter zu trennen wie sie laut- 
gesetzlich zu vereinigen. Im Armenischen ist zudem i auffallig, 
das (in nicht-letzter Silbe) nach den Vocalgesetzen aus e = 
idg. o«, et entstanden sein miisste. Ein i = idg. e (BB. 17, 119 
Anm.) ware ausgefallen. — Die formell ahnliche Gleichung: 
^ti geh (gen. giioy) *Aas^ lat. vescor *speise', vesctcs ^zehrend, 
abgezehrt' ist abzulehnen. 

97. qpinkiP git-e-m [aiOT. git-OQ-i) Veiss', davon get, gitak, 
Ogitun 'wissend, weise, kundig' = skr. veda, zd. vaeda, gd. vaeda, 

gr. olda, got. vait, ksl. vSmt (vede) 'weiss', preuss. waidimai 'wir 
wissen*. 

98. ij/ZriT gl-e-m 'rolle, werfe nieder*, gl-an 'Cylinder', 
gl-or-e-m *rolle, werfe nieder*, pass, (glorim) *rolle, strauchele, 
falle*: ksl. valid Valzen*, bulg. val 'Cylinder', russ. valU 'Welle, 
Walze, Cylinder', valunu 'runder Kieselstein', valid 'werfen' 
(auf die Erde), 'umwalzen', refl. 'fallen' u. s. w. (Miklosich, 
Etym. Wb. p. 378), skr. t?afaya^« 'roUen machen, umwenden'; 
vgl. got. valvjan 'walzen', val-t-jan 'sich walzen', d. Welle (aus 
*r^/«o), skr. urmi- 'Welle', lat. volvo 'walze' u. s. w. — Meillet, 
MSL. 9, 144. 

Nach dieser Etymologiewiirdey/^m zuy«/wm'drehe'(8. oben) 
gehoren. — Arm. glem kann fur *gilem und *gulem stehen. 
Nach Meillet ware es = *gulem aus idg. *vdleydj Wb. stellt es 
mit Becht zu gil 'Wurfstein' (nur 1 Maccab. 2, 36) aus *vel-. 
Danach glem aus *gilem = *veleyd? 

99. qnj goy 'ist, existirt, ist vorhanden' (pi. goriy impf. goir, 
pi. goyin, conj. guQC Mt. 13, 12), goy (i-St.) 'seiend, existirend, 
Sein, Existiren, Vorhandensein, Gut, Habe', goyiv iurov ('mit 

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436 V. Theil. Echtarmenische WOrter. 

seinem Sein') = 'ganzlich, ganz und gar' : skr. vdsati Verweilt, 
wohnt', vasati- ^ Verweilen, Wohnung, Nest', vastu- *Sitz, Ort, 
Ding, Gegenstand', vastu- 'Statte, Hofstatt, Haus', zd. vanhaiti 
Verweilt', got. visan ^sein, bleiben, verweilen', praet. vas Sch 
war', vists 'Wesen, Natur', ahd. wesan 'sein, vorhanden sein, 
da sein', air. ym* 'Bleiben, Rasten',/©^* 'Bleiben, Ruhe* (Fick, 
Wb. II, 277)? — Arm. gom (o-St.) 'Stall' (ins Kurdische und 
Georgische: gomi entlehnt) gehort schwerlich hierher. 

Das arm. Verbum ist in dei altesten Zeit (z. B. in der Bibel) 
nurin den angefiihrten Personen vorhanden; die 1. und 2. Per- 
sonen sind erst spater nach Analogie der andern Verba dazu 
gebildet. Das Substantiv goy konnte aus der 3. p. sg. piaes. 
heivorgegangen sein wie e 'seiend' aus e 'ist', kann aber auch 
urspriinglich nominal sein, vgL kay at&aiQ (Deut. 28, 65) zu 
ka-m 'stehe', ka-y 'steht'; bay 'Wort' = q>aaLg (arm. -y = idg. 
suff. -ti), Der Conj. guge (aus *goige = ^go-ige) ist am haufig- 
sten in der Bedeutung: 'es mochte sonst sein dass' = 'dass 
nicht, damit nicht'. — Bugge wendet KZ. 32, 6 mit Recht 
gegen diese Etymologie ein, dass idg. [*vesd) *vSseti zu [*gem) 
*ge hatte werden miissen. Nach Meillet, MSL. 8, 155, ware o 
aus dem Perf. (idg. "^vose) bezogen. 

100. [qn^lrtT goQ-e-m 'schieie, briille' passt wegen seiner 
Bedeutung, kog-e-m 'rufe' wegen seines k (fiir g] nicht zu skr. 
zd. vaJc 'sagen, sprechen, reden', gr. cVrog 'Wort, Rede', elTteiv 
'sagen, sprechen', oip 'Stimme', oaaa 'Stimme, Ruf, Geriicht', 
lat. vox 'Stimme', vocare 'rufen', ahd. gi-wahannen 'gedenken, 
erwahnen', nhd. er-wdhnen^ preuss. wackltwei 'rufen', wackis 
'Geschrei', air. iar-faigid 'Fragen'. AUerdings kann man an- 
nehmen, dass arm. gogem urspriinglich 'rufen' bedeutet habe, 
nur lasst sich diese Annahme nicht beweisen.] 

101. i^npS^ gore (o-St., gen. gorcoy) 'Werk, That, Arbeit', 
davon^o7r-e-/?i'wirke, thue, bearbeite', yorc-t, ^orc-ara«*Werk- 
zeug' u. 8. w. = gr. ^iqyov [fiQyov] 'Werk', egdo) (perf. BOQya) 
'wirke,thue,vollbringe'(vgl. Q€^co), ^oyc^^o/<at 'arbeite', oqyavov 
'Werkzeug', ahd. werk^ werch 'Arbeit, Werk, That, Handlung', 
nhd. Werk^ got. vaurkjan 'wirken, bewirken, machen, thun', 
vaurhts^ vaurstv 'Werk', zd. vdrdzyeiti 'thut, macht, bearbeitet', 
varaza- 'Thun', np. barz^ varz 'Feldarbeit'. Wurzel verg^. 



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V. Theil. Echtarmenische W5rter. 437 

1 02. qnput gort [i- und o-St., instr. gortiv Ex. 8, 2, gen. gortoy 
Ex. 8, 12) 'Frosch^ lett. warde^ lit car/J^ Trosch^. 

103. ^tnuAilnr gt-ane-m (aor. 1^ gt-i, 3. e-git) ^finde^ gt-ak 
'Erfinder, Uiheber*, giut (t-St., gen. giuti) 'Finden, Fund, Ge- 
winn, Erfindung^, in Comp. z. B. hnar-a-giut *der Mittel und 
Wege findet fiir — , Erfinder, Urheber^ skr. vid ^finden^, pr. 
vinddtij aor. dvidat, pass, vidydte, -vinda- (am Ende eines Com- 
pos.) ^findend', zd. vindaiti ^&niei, erlangt', sii, ^nnaim *finde, 
mache ausfindig\ 

104. [q.iu^ dag ^drangend, eindringlich, flehend, instandig, 
insistirend') nur in der Phrase : aiu ev dag banivK ^mit schmeich- 
lerisohen und drangenden Worten' Philo Paralip. (Venedig 
1826) p. 549 (mit Bezug auf Richter 16, 16), Pit., Srk. hang.: 
skr. dah Verbrennen," brennen', np. day *Biandmal, Mal^, got. 
dags 'Tag', lit. degi^^ degti 'brennen'. Wurzel dhegh, 

Unsicher wegen dei Verschiedenheit dei Bedeutung.] 

105. q. rf(suffig. Pion.) : skr. td-m^ zd. td-m^ gr. t6^ (ace.) 
u. 8. w. — Brugmann, Grdr. II, p. 767. — XJeber die Bedeutung 
und die Ableitungen s. unter us. 

106. ^o^. ^^^ ^^^ ^^*^ 'Biestmilch' (nur bei Ephrem Exodus 
und daraus bei Vardan Exodus), dayeak {i-a St., gen. dayeki] 
'Arnme, Eizieher' [dayeak snu^ig 'Pflegevater' FB. 235), di-^-m 
'sauge' (die Brust, die Milch), di-eQ-ug-ane-m 'sauge', di-eg-ik 
'Saugling', stn-di fBrust-saugend') 'SaugKng^ skr. dhdyati 
^'saugt', ptc. dhitd-j dhayas- ^Saugen, Ernahren', dhenu- ^mil- 
chend', dhatrl- *Amme', zd. daenu- 'Weibchen von Thieren*, 
np. rfayo 'Amme*, osset. dciyun, ddin 'saugen', kuid. rfa^;^*Amme', 
delik ^Hiindin', gr. -S-rjaavo 'sog', ^rjli^ 'Mutteibrust', &i]lvg 
'weiblich', ^rjho *Amme', &r]Xa^io 'sauge, sauge', yaXad-rjvog 
'Milch saugend', rid-rjvrj *Amme*, Isitfeldre 'saugen', femina 
'Weib', filius *Sohn', ftlia 'Tochtei', ahd. taan 'saugen', got. 
daddjan 'saugen', ahd. tila Veibliche Brust', ksl. dojq> 'sauge', 
doilica *Amme', detq 'Kind', lett. deju 'sauge', dels *Sohn', dlle 
'saugendes Kalb', lit. d'ena oder d^na'i Hiachtig', pirmdele 'die 
zum eistenMalgeboren hat', alb. c?^/i? 'Schaf ', air. rftWm'sauge', 
diih 'suxit', dinu *Lamm', del *Zitze'. — Wurzel dhei [dhe\ 
dhdiy dhl. 



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438 V. Theil. Echtannenische Worter. 

107. qMiuip dalar (o-St.) ^griin, frisch, das Griin' (Gras, 
Kraut, Rasenj, dalari *das Giiin^ gr. d'aleqog ^bliihend, frisch^ 
kiaftig', d'CcXXu) 'bliihe, strotze', &akX6g ^Zweig, Laub^, d'iXog 
^Sprossling'. 

dalar = daUar gebildet wie ard-ar s. oben Nr. 53. 

108. ii.iuppfiu darbin (t-aSt, gen. pi. rfarS;ja(?) 'Schmied^ lat. 
yai^r^Werkmeister, Kiinstler' (Schmied, Zimmermannu.s.w.j^ 

adj.^kiinstlerisch, geschickt', adv./air^*kiin8tlich,mei8terlich\ 
^ot, gadaban^^^sen^ sichereignen'y^aefq/i'schicklich, passend^, 
lit. cfafimt^ ^schmiicke' u. s. w. — Meillet, MSL. 8, 165. 

Die Zusammenstellung wurde sicherer sein, wenn sich 
nachweisen liesse, dass arm. darbin urspr. eine allgemeineie 
Bedeutung, wie etwa ^Kiinstler', gehabt hatte. Lautlich ist da- 
gegen nichts einzuwenden, da idg. ^dhabhro- 'passend' (= lat. 
faber 'kiinstleiisch', ksl. dobru 'gut' Fick, Wb. I, 462) im Arm. 
zu darb' werden musste. 

109. i^u dav 'Hinterlist^ skr. dabh^ zd. dab *hintergehen, 
tauschen', s. oben p. 138. 

Joh. Schmidt, Kjitik dei Sonantentheoiie p. 65 setzt als 
idg. Wurzel dhemb\ dagegen Bartholomae, Idg. F. 7, 82 fig. 
eine Wurzel dhebh (s. p. 93) an. War dh-mbh^ d-mbh oder d-bh 
(= aim. *d-mb^ *i'7nb, *i-v) die idg. Wurzel, so muss arm. dav 
Lehnwort sein ; istaber ein idg. Nomen *dhobho' (oder *dhabho') 
vorauszusetzen, so kann arm. dav sowohl entlehnt wie original 
sein. 

110. nln^ir de-dev-i-m 'schwanken, wanken^ skr. dhu 
(pr. dfiuuotiyachuiteln, intens. dddhavltf\ ptc. ddvidhvat- 'heftig 
schiitteln, sich heftig hin und her bewegen' (gr. d^vvio 'stiirme, 
stiirze heran', d-vto 'stiirme daher*). — KZ. 32, 38. 

Arm. de-dev-i-m kann reduplicirt, -dev- = idg. dhev^ skr. 
dhu = idg. dhu^ hochstufig dhevd [dheu nach Joh. Schmidt, 
Kritik der Sonantentheorie p. 67) sein. 

111. i^Jra. der 'noch^ : lit. ddr *noch\ — Meillet, MSL. 9,150. 

112. [/^ di (o-St., gen. dioy\ diakn *Leiche, Leiohnam' ge- 
hort trotz Fr. Miiller, Armeniaca VI, Nr. 7 nicht zu got. divans 
'sterblich* wie auch #^^^ di-Ji (gen. di(f] *Gotter* kaum zu gr. d'sog 
(Ft. Miiller, ebenda Nr. 8). Got. div- ist aus *dh€V entstanden 



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V. Theil. Echtannenische Wdrter. 439 

(vgl. got. daupa 'todt^*, daupus ^Tod*), das im Arm. nicht zu di 
werden kann, gr. d-eog aus *&€a6g (Biugmann: ^g'^hevoSy 
Prellwitz: *dAvesos), das sich mitaim. di-S nur vermitteln lasst, 
wenn man annimmt, dass ersteres aus idg. *dhes0'8 (was nicht 
sicher ist), letzteres aus idg. *dhes'y *dhesi' entstanden ist. Vgl. 
Bartholomae, BB. 17, 34S. Doch kann arm. di-Jl auch auf 
*dheti-, *dhlti' u. s. w. zuriickgehen. 

In der Composition tritt fiir di- *Gotter' dei Gen. dt^ (zum 
XJnteischied von eft- 'Leiche') ein, z. B. dig-a-pait ^Gotter-ver- 
ehrer, Gotzendiener'. Daneben steht div-a-pait 'Damonen- 
verehrer' von dem peis. Lw. dev^ gen. divi 'Teufel, Damon' 
(s. oben p. 140). Durch Mischung beidei entstand divQ-a-pciH 
'Gotterveiehrer, Gotzendiener' Euseb. Chron. I, 36, 1. Ebenso 
divQ-azn 'Halbgott, Heros', eigentl. Vom Stamme der Gotte^^] 

113. i^qu/b/nP diz-am-m *sich aufhaufen, sammeln', inf. 
dizanel STta^Qoi^sad'ac Luc. 11, 29 (von der Menge, auch von 
Wolken, Rauch, Wogen, Siinden), aor. 3. pi. dizan 'hauften sich', 
act. pr. dizanem (unbelegt), aor. 3. p. edez 'haufte auf' [IotoI- 
fiaae) 3Kg. 18, 33, ptc. dizeal ^gehauft habend' Laz., 3. pr. dizu 
'hauft' Hesychius von Jerusalem (8. Jhd.), Philo Gen., pass, dizu 
'hauft sich' Anan. Shirak., pr. diz-e-m spater (Narek., Sargis), 
dez *Haufe', davon dizanam 'aufsteigen' Daniel 3, 47 : skr. dehi- 
^Aufwurf ', Damm, Wall', zd. diz 'aufwerfen, errichten', uzdaeza- 
^Aufwurf, Mauer', pairidaeza- 'Umfriedigung', ap. dida- 
'Festung', np. diz, dez *Burg', gr. relxog^ rolxog 'Mauer, 
Wand', osk. feihuss 'muros'. — Wurzel dheig^h. 

114. ifrhtP d-ne-m *setze, lege', pass. 3. p. dni Vird gesetzt, 
gelegt, liegt', aor. act. 1. edi^ 2. edir^ 3. ed^ pi. 1. edaU, 2. ediR^ 
3. ediuj fut. 1. edig^ 2. diges^ 3. dige^ pi. 1. digu^, 2. dtjt^, 3. digen, 
ipt. aor. 2. rfir, pi. 2. dt>C, pass. aor. 3. edav, fut. 3. digi, ptc. aor. 
edeal: skr. dddhati 'setzt', aor. ddhaty zd. dad ait i 'setzt, macht, 
schaffit', aor. da(, ap. adadd 'hat gemacht', add 'hat geschaffen', 
gr. Tl&r)[xi [d^aco, ed^rj-'A-a) 'setze, lege, stelle, mache', got. 
gadeps, ahd. tdt 'That', ahd. tuon 'thun', ksl. de/q^ dezdq, inf. 
deti 'legen', lit. dhni^ dedil^ inf. dSti 'legen'. — Dazu ^fip dir 
(t'St., gen. dri) 'd-iacg^ Setzung, Lage' mit einem r-Suffix ge- 
bildet, vgl. lur, lir und tur, — Aor. 3. p. ed = idg. *Sdhetj skr. 
ddhdt] pr. dnem aus *dinem = "^dhe-n-d? 



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440 V. Theil. Echtarmenische Wdrter. 

115. igjiL du *du'= gr. dor. tv (att. ov mit a aus ^t?-), lat. iu^ 
got. l)u, ahd. du, du, ksl. ty, lit. tu, pieuss. tou, tu, aii. tu, gd. 
tu, tvem, zd. ^wm, osset. du, dt, ap. tuvam, skr. tuvdm, tvdm, 
idg. *^w und */w (Joh. Schmidt, Pluralb. 219 Anm.). 

Idg. aniautendes t nui in aim. du (vgl. osset. du) und in 
dem Pron. d (= *^o-, s. oben Nr. 105) zu rf geworden. Vgl. 
Biugmann, Grdr. 11, p. 767. 

116. t^iLoh durn (gen. dran, abl. i drane, instr. dramb, pi. 
nom. rfwr^ (neben drunR), ace. e?wr5, gen. abl. c/ra(?, instr. drauJc] 
*Thiir, Thor, Hof ', in Comp. und Ableitungen dr- aus dur- z. B. 
dr-a-kiQ, e/r-a(?»"Nachbar, benachbait^ drands. oben Nr. 31 oder 
dm- aus 6?wm- z. B. dni-a-^pak 'Riegel' = gr. ^vQa 'Thiir', lat. 
fores, got. datir, ahd. ^wn, nhd. Tkiir, lit. (fi^ry^ pi. 'Thiir^, dvaras 
*Hof ', ksl. efcln, pi. dv1.ri ^Thiir', dvoyii ^Hof ', alb. dere *Thiir\ 
air. dorus 'Thor', zd. dvar-am (ace.) ^Thor', np. dar TThiir', ap. 
duvaraya *am Hofe', skr. dvar, dur (du. dvarau, pi. dvaras, ace. 
duras) ^ThiiT^ — Idg. ^dhvor-, ^dhver-, ^dhur-. 

Ueber das n von dur-n s. Idg. F. 4, 1 1 3 — 1 15. — Zu arm. i durs 
'hinaus^* vgl. gr. d-vQa^e 'hinaus^, d^qiqd'L, ^Qr]g)c 'draussen*, 
latforas *hi nans', forts 'draussen', np. dar 'hinaus, draussen'. 

117. qjiLuinp dustr (r-St. , gen. dster) 'Tochtei' = skr. duhitdr-, 
zd. duydar-, gd. dugddar-, np. duxtar und duzt, gr. &vyaTriQ, 
got. daulitar, ksl. duHi, lit. duktS ^Toahiet , 

Idg.Grundform*rMw^AafeV-, schwachcfAw^A^/- == dhugdhr- 
nach Bartholomae, Idg. F. 7, 54. Nach Ausgleich der beiden 
Themata und Einwirkung der Yerwandtschaftsnamen auf -^er 
(*pa^eV-*Vater'*, */wa^^- ^Mutter' etc., vgl. Idg. F. 7,55) entstand 
vorarmenisch nom. sg. ^dhukter, pi. *6fAwA^^re5=urarm. *dustir, 
pi. *duster'Jc = arm. dustr, pi. dsterk, 

118. i/MLpqii duryn (w-St., gen. drgan) ^Topferrad* = gr. 
i^Qoxog ^Rad, Topferrad, Topferscheibe', air. rfrocA 'Bad' (Fick, 
Wb. n, 156)? 

Um die Zusammenstellung zu halten, muss angenommen 
werden, dass die idg. Grundform *dkrogho' (= TQoxog, air. 
droch) und *dhrdgho' (MSL. 8, 155, vgl. Idg. F. 2, 269) war. 
und dass im Armenischen ur aus ru umgestellt ist. Also: 
*dhrdgho' = arm. *drug0' = *durgo- = durgn? Weiter- 
bildungen mit n-Suffix sind im Armenischen haufig. 



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V. Theil. Echtannenische WOrter. 441 

119. k e = Augment dei 3. p. sg. des einfachen Aoiistes: 
gr. €, skr. a, vgl. e-git 'er fand' = skr. orvid-at^ e-rf *er setzte' = 
skr. ddhafj e-tes *er sah' = gr. £-<J^ax€, e-UR ^er verliess' = 
gr. elcTtej idg. *e'lik^et u. s. w. 

Ausserhalb der 3. Person erscheint das Augment nur im 
Aorist der Verba dnem 'setze', tarn *gebe', yam'komme*, immer 
abei nur in Formen, die mit dem Augment nicht mehr als eine 
oder zwei Silben zahlen. Vgl. Brugmann, Grdr. II, p. 866. 

120. [Iriu/iilrir el-ane-m (aor. el-t) 'gehe hinaus, gehe hervor, 
gehe hinauf, steige auf, el, el-R (z-St.) 'Ausgang, Aufgang': 
gr. TikXo), riXXof^at 'gehe auf, steige auf (von Gestirnen, 
Pflanzen u. s. w.), dva-roki^ 'Aufgang', Ttilw, niXo^aL 'bewege 
mich', TtBQLTtXoixBvog^Biah herumdrehend',8kr. cor 'sichbewegen^ 
U.S. w., idg. ^mio, — Bugge, KZ. 32, 53; Meillet, MSL. 7, 162. 

Unsicher, da der Abfall eines anl. A^ yor e nicht nachweis- 
bar ist, vgl. QorR yier = idg. khtvores. 

Baitholomae denkt an skr. iyarti 'in Bewegung setzen^, 
d. eilen, ahd. Uen'?'\ 

121. Irlfii ekn (3. p. aor.) 'er kam' = skr. dgan (3. p. aor. 
von gam 'gehen, kommen^ = idg. e-g'^em-t Zu gr. fialvoj 'gehe', 
lat. venio 'komme', got. qima 'komme' u. s. w. 

Das Augment findet sich hier in alien Formen des Aorists 
{wie bei edij edir, ed u. s. w.) und ist von da auch ins Futurum 
(vgl. 1. edig, aber 2. dtges etc. von d-ne-m), Paiticip (vgl. edeal) 
und die vom Aoiist gebildcten Substantiva ek (i-a St.) ^TtQoarj' 
XvTog, eh (e-St.) 'Ankunft' eingedrungen. — Die iibrigen Aorist- 
formen: 1. eki, 2. ekir, pi. 1. ekak, 2. ekik, 3. ekin gehoren viel- 
leicht zur Wurzel g'^a : skr. Jigati, aor. agam, dgas, dgdt, zd. 
ga(, gr. efirj ? Dann hatte urspriinglich neben 3. ekn = *eg^emt 
ein *ek = *Sg'^at gestanden, zu dem (nach Muster von 3. ed: 
l.ed-^j l.ed-ir) \,ek-i, 2.ek-4r (fur urspr. *ekay, *ekar?) hinzu- 
gebildet wurde. Das Praesens gam 'komme' gehoit zu einer 
Wurzel tiefstufig gha, hochstufig gho oder g/m oder ghe (vgl. 
tam 'gebe* von Wurzel cfo, hochstufig do), Dazu vgl. Fick, Wb. 
I, 417, Prellwitz, Etym. Wb. s. v. xixdvio, Wiedemann, das lit. 
Prateritum 142. 

122. Irqjuujp eibair (r-St., gen. eibaur) 'Bruder' = skr. 
bhrdtar-y zd. brdtar-, ap. bratar- (nom. skr. bhrata, zd. brdta, 



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442 V. Theil. Echtarmenische W6rter. 

gd. bratcij ap. hrata)^ np. biradar^ gr. (pqotruqy (pqavriq 'Theil- 
nehmeraneiiieTr/)(>ar(>/a'; \^.tf rater ^ got. Jro^ar,k8l. bratru^ lit. 
hroter-elis (^Briideichen*), air. brdthir 'Bruder'. 

Arm. nom. eibair = idg. *bhratdr oder *bhrdter; gen. elbaur 
= idg. *bhratr6s, 

123. [Ifq^Lpis eievin 'Ceder' (Gen. 21, 15 fur gr. klarri), 
eievn-a-pait (i-St.) *Cedernholz, Cedeinbaum' Richter 9, 15, 
3 Kg. 4, 33, Hohelied5, 15 u. s. w. (gr. yti5Qog\ eievneay •Kidqi- 
vog Lev. 14, 4, Num. 19, 6 u.s. w. : kal,jela *abies' (aus *jedla)j 
c.jedluy nshjelaj jelvajjeVTsjine u,s,w,j preuss. oe^/a'Tanne', 
lit. ^fflS 'Tanne' (aus *^dle). — Bugge, Btrg. p. 37. 

Sehr unsicher. Arm. eievin miisste in el-^evin zu zeilegen, 
ei aus etl' = edl- entstanden sein. Bugge will dazu auch 
gr. kXaxri^YiaYiiQ aMS*edliUa{?) stellen, das Andeie mit d. Lvide 
in Veibindung bringen.] 

124. kqh eln (;j-St., gen. eiin) 'Hirschkuh^ = ksl. jeleni 
'Hirsch', lit. elnis ^Hirsch, Elenthier', gr. 'ilacpog (= *el^bkos) 
'Hirsch^, elkog (= *el?ws) 'junger Hirsch^, cymr. elain 'cerva', 
air. elit *Reh'. 

125. IriP em ^ich bin'= skr. dsmij zd. akmi, ap. amii/y np. am, 
gr.ciju/, le8b.6^^^(f, lat. sum, got.tm, lit. esmi, ksl, jesnit, alb./om; 
2. p. es *du bist^ = gr. hom. kaai. Idg. 1. p. esmi, 2. p. ^'$t und essi. 

126. iru es *ich^= skr. ahdm, zd. azem, ap. adantj gr. eyiltj lat. 
effo, got. ikj ksl. aziij lit. eszj dsz^ lett. es, preuss. es, as. 

Irpiui^ erag s. oben arag. 

127. [hpauiut eraht (t-St. , gen. eraSti) ^Regenmangel, Troeken- 
heit, Diirre', adj. ^regenlos, nicht feucht, trocken', erastuiiun 
^Regenmangel, Diirre, Durst', erait-ana-m 'gedorrt werden': 
skr. triyati ^diirstet', trsfd' ^rauh', trhia- ^Durst', zd. tarina-r 
'Durst', gr. riqoo^iai 'werde trocken', lat. torreo 'dorre' u. s. w. 
(s. unten iaramim], — Bugge, Btrg. p. 13. 

Unsicher. Arm. erast konnte aus *trasii- (vgl. ereM 'drei' 
aus *treyes) = *tpti- entstanden sein. Bedenklich istes aber, 
dass von derselben Wurzel ters auch arm. iaramim *welke* 
kommen soil (anders Bugge, KZ. 32,68), dass also idg. tp- so- 
wohl zu tarh- = traS'[\) = arm. eral- wie auch zu tars- = lar- 
geworden sein soil.] 



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V. TheU. Echtannenische WOrter. 443 

128. Irpiuuiniuhg erastan-R (gen. erastanao) nur 1 Kg. V, 3, 
6, 9, 12, VI, 4, 5, 11, 17 fur gi. edqai (pi. von Uqa, hebr. D">bfey 
'Benlen, Geschwiilsteam After^) : gr.Tr^wxrog'Steiss, After"*? — 
Bugge, Btrg. p. 12 — 13. 

erastan-R duich Suffix an abgeleitet von *era8t = idg. 
^p^hio- (mit st fiir urspr. kt wie in dusir s. oben Nr. 117)? 
Oder = idg. ^pfkHo- (Bartholomae, Stud. II, p. 103)? Gr. 
TtQOJTLTog zu ski. prsthd-m 'Riicken' = zd. paHti-^ np. pust 
(Fick, Wb. I, 260, Bugge, a. a. O.)? Skr. prhthd-m zu d. First 
= uigerm. ^ferhsti-? Anders Brugmann, Grdr. 11, 8. 

129. [kpp. ^J Vann?', Vann, wenn* (Luc. 11, 34), erb-emn^ 
erh-eS 'einmal, jemals, manchmar, oq erheR ^niemals' : gr. ocpqa 
Vahiend, so lange aU, bis, bis dass, damit*? Fr. Miillei, WZKM. 
6, 265. 

Gr. oqiQa aus *0'(pQa, vgl. to-cpqa 'solange, indessen', Bil- 
dungen aus dem Pron. 0- = idg. yo- und ro- = idg. to- + gr. 
-cpQct, Arm. erh kann aus *ebr umgestellt sein, muss es aber 
nicht, wie arm. tir, ibrev Vie^zeigt. Also erb = *ebr = ^e-bhra 
aus einem Pronomen e (= Ic^e : gr. zio u. s.w.?, s. oben unter 
elanem Nr. 120) und *JAra = gr. (jp^of ? Sehr unwahrscheinlich.] 

130. Zr/i^ erg (o-St., gen. ergoy) *Lied^ = skr. arkd- Xied, 
Hymne', rk (gen. reds) dass. 

131. trptfiinuT erd-nu'tn (aor. erd-v^ay) ^schwore^, erdumn 
(gen. erdman) 'Schwur* : osset. ard 'Eid^*, ksl. rota *Eid'. 

Arm. erdnum kann fiir ^erd-u-niMn stehen ; arm. erd- und 
osset. ard aus idg. *er^-. 

132. Irplrli erek und erekoy 'Abend' [y-erekoreay c-erekoy 
Vom Abend bis zum Abend') = skr. rdjas- 'Dunstkreis, Dunst, 
Nebel, Dunkel, Staub', got. nyti'Finsterniss'jaisl. r^Mr'Finster- 
niss, Dammerung', gr. eqe^og 'Dunkel der Unterwelt', Iqe^ev^ 
v6g^ kQB^vog 'finster, dunkel'. Idg. reg^osj rSg^es-. 

133. [b^plrp erer (gen. ereri) 'Erschiitterung, Beben, Zittern', 
erer-t-m^hm und her bewegt, eischiittert werden, beben, zittern', 
erereal ev tataneal fiir azipcov xal TQificov Gen. 4, 12, 14 : skr. 
traS' [trdsati] 'zittern, erbeben, erschrecken', zd. tarasaiti^ ap. 
trsatiy^ np. tarsad 'fiirchtet sich', gr. TQeu 'zitteie, fliehe', 



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444 V. Thea. EchtarmeniBche W6rter. 

TQriQcov *8chuchtern, fliichtig', lat. terreo ^schrecke', ksl. trqsg, 
'sch little, erschiittre' u. s. w. — Bugge, Btrg. p. 13. 

Unwahrscheinlich, obwohl ereri- sich lautlich auf ^tres-ri- 
zuriickfuhren lasst. Ich halte erer fiir leduplicirt, also = er-eVj 
vgl. ta-tan-i-m^ sa-san^-m u. s. w.] 

134. kpL/iiP erevH-m (aor. erev-eg-ay) 'sichtbar werden, er- 
scheinen^ er^t?-e/« 'sichtbar, ausgezeichnet* : gr. TtQirtu) Tiervor- 
lagen, sich auszeichnen, eischeinen wie — , sich ziemen*? 
— Meillet, MSL. 7, 165. 

Die Zusammenstellung ist annehmbar, wenn beide 7t von 
gr. TtqiTCO) auf idg. jo, nicht A^ zuriickgehen. 

135. hpkg ere-R (i-St, gen. erig) ^drei' = skr. irdyaSj zd. 
^ayOy np. si (aus *sey *8ai = zd. dray^m gen.pl.), gr. iqelg^ lat. 
tres^ got. preis^ ksl. trtje^ trije^ lit. trys^ air. tri 'drei'. Idg. *treyes. 

Arm. ace. eri-s = idg. *trim (skr. tririj got. prins\ instr. 
eriv'R = skr. tribhis. Aim. eresun ^dreissig' aus eri-asun : gr. 
r^taxoj/ra. Mit einem r-Suffix ist eri-j* *dei dritte' gebildet, 
davon errord *^dritte^ aus *eri-r-ord. — Das Aimenische hat den 
Unterschied zwischen dem staiken Stamm des Nominativs (idg. 
*(rei' = arm. e-re-) und dem schwachen Stamm der iibrigen 
Casus (idg. *<n- = arm. e-ri-) ebenso erhalten wie die ver- 
wandten Sprachen, vgl. skr. trdyas : trim^ gr. TQsig^ gortyn. 
TQEBi; : loc. xqiaL u. s. w. 

136. Irptg ^reg (w-St., gen. erigu) ^der altere' (Sohn u. s. w., 
Gegensatz krtser Mer jiingere'), dann auch 'Priester^ (nach gr. 
Ttqeo^vteqog *der altere, Presbyter') = gr. Ttqia^vg 'alt', nqea^v- 
Tsqog 'der altere', kret. 7cqelayvgj 7cqeiyvg (gortyn. Ttqelyova 
'alter'), thessal. Ttqsla^vg (vgl. Brugmann, Grdr. II, 406), lat. 
pnscus 'alt' (vgl. />m-^tww5 'alt') ? — Bugge, Btrg. p. 12, Bartho- 
lomae. Stud. U, 8, 39, 52, Fr. Miiller, WZKM. 5, 267. 

Die griechischen Formen gehen auf *preis-ff^', ^pres-ghA-^ 
lat. priscus auf ^preis-ko- zuriick. Arm. ereg = ^preisk^hu- 
oder *proisk^hu-? 

137. kpl/iub erkan (gen. erkanz) 'Miihlstein, Miihle' : skr. 
grdvan- 'Stein zum Auspressen des Somas', got. quaimus 'Miihl- 
stein', lit.^trwo* 'Handmiihle', ksl. ir^«y 'Miihle', air. broo^ bro. 



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V. Theil. Echtarmenische WOrter. 445 

cymr. breuan ^Handmiihle'? — Bugge, Btig. p. 15, Meillet, 
MSL. 8, 160. 

erkan = idg. ^gh'am-'? 

138. [trpd/A^ erkin-K (gen. erknig) *Himmer nicht zu ir: ere (? ) 
'Himmer (Fick, Wb. 11, 40) noch erkir (gen. erkri] *Erde' zu 
cymr. erw^ ahd. ero 'Erde* (Fick, Wb. 11, 44 nach Bugge, Btrg. 
p. 14), da arm. k (nach r) weder = idg. k noch = idg. t? ist. 

Die Bedeutung eilaubt auch nicht an den Gewittergott skr. 
parjdnya- zu denken.] 

139. Irpl^nL erku (gen. erkug) ^zwei' aus *Aw = idg. *6?t?o, 
*dvdu (ski. dvd^ dvatt, gi. dicoj lat. duo u. s. w., vgl. arm. _gn ko 
^deiner' : skr. tvdd) mit Vorschlag von er- aus erek *diei' nach 
Bugge, Btig. p. 42, Meillet, MSL. 8, 160. 

Unsicher, da der Uebergang von idg. dv in arm. k sonst 
nicht nachweisbar ist. AUerdings nimmt Meillet (MSL. 9, 150) 
denselben auch fiir arm. erk-ain^ erk-ar *lang' an, die er mit lit. 
efdvas 'geraumig, weit* zusammenstellt. — In Comp. erscheint 
erk' (aus erku) : erkbay 'zweifelhaft' [erkbayanam Weifele*), 
erkmit *zweifelnd' [erkmi-e-m 'zweifele*), erkberan, erksairi 
'zweischneidig' u. s. w., erko- in erkotasan 'zwolf*, erku- in 
erkvoreak, erkvori ^Zwilling', y-erkv-ana-m 'zweifele'. — Dass 
auch erk'iui *Furcht', erk-n-Q-4-m (aor. erk-eay) 'fiiichte' hierher 
gehoie (vgl. d. Zweif el Yon zweij Bugge, Btrg. p. 16, Meillet, 
MSL. 8, 235), bezweifele ich. 

140. L et? 'und, auch' = skr. opt'dazu, auch, ferner, zd. 
aipi, gr. kn:l Mazu"* (vgl. meine Casuslehre p. 305). Idg. *epi. 

Dazu evs ^dazu, auch, noch', evs Ran z-evs ^iiberaus' [vTteQ- 
TcsQiaacog Mc. 7, 37), o} evs ^nicht mehr', g-ev ^noch nicht', g-ev 
evs 'noch nicht', ev og 'auch nicht' [ovdi\ ur ev 'wo auch immer'. 
Vgl. ard evs 'soeben' (ard 'nun'), ie evj iepet ev 'wenn auch, 
selbst wenn' [le 'wenn'), ming-ev 'so dass', ming-g-ev 'bevor, ehe' 
(tning 'wahrend, so lange, so dass'), ibrev 'gleichwie, wie, als' 
{ibr 'wie') u. s. w. 

141. Lpib euin (w-St., gen. euiang) 'sieben' = skr. saptd^ sdpla, 
zd. hapta, np. haftj gr. iTtrdj lat. septem, got. sibun, ksl. sedmtj 
lit. septyni, air. secht 'sieben'. Idg. *septm. 

euin ist die alte, urspriingliche Form, edin (sprich : eoin) die 
jiingere. 



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446 V. Theil. Echtarmenische W6rter. 

142. Iri/ilrtr ep-e-m (aor. ep-en-i) 'koche, backe' = gr. U^tj 
^koche, siede', oxpov *Zuko8t^, onrdg 'gebraten, gerostet', OTtrdo) 
/brate, roste, backe*. 

143. I z 1) Prafix des bestimmten Aocusativs und des 
Accusativs der Dauer, 2) Nominal- und Verbalpiafix, vgl. oben 
z-ard 'Schmuck* (unter ard Nr. 52), zair-anor-m (unter air-em 
Ni. 28), z-genum Nr. 144, 3) Praposition, mit Abl. ^iiber' (etwas 
ledenetc.), ^an' (der Hand fassen, an dasKrenz hangen etc.), mit 
Insti. ^um, um — heium', *am' (Ufer stehen) u. s. w. : \iA,za Prafix 
(zapadu ^Untergang' von pastij padq 'fallen*) und Praposition 
'hinter', doch vgl. Si\ichj§(i za rqk^ *bei der Hand fassen', udariti 
za ucho 'ans (hinteis) Ohr schlagen', za utra 'am nachsten Mor- 
gen' u. s. w., got. ga untiennbare Partikel: gorlauhjan 'glauben' 
u. 8. w. — Meillet, MSL. 9, 54. 

Moglioh, aber nicht sicher, da die Diflferenzen in der Be- 
deutung grosser sind als die Uebereinstimmungen, formell auch 
wohl im Arm.y (aus/a) fiir idg. g^ha zu erwarten ware. Was 
ist iiberhaupt anl. z im Arm. etymologisch ? 

144. t^ybitnLiP z-ge-nu-m (aor. ^-^e-(>-ay)'ichziehe mir (etwas) 
an, kleide mich in — ^^ zgest (w-St., gen. zgestu 1 Kor. 11, 15) 
'Kleid': skr. vas (3. pr. vdsle) 'sieh ein Gewand anziehen, eine 
Hiille umlegen', vdstra- 'Gewand, Kleid', zd. f)anh (3. pr. vasfe) 
'sich anziehen', vastra- 'Kleid', gr. evvvfiat (= *f€a-W'^ai) 
'bekleide mich', elfiac (=: "^fea-^at) 'bin bekleidet', 2. p. eaaat 
(== *fBa-aac)y ead-og 'Kleid, Gewand', ia^rjg 'Kleidung', lat. 
vestis 'Bekleidung, Kleid', got. vasti 'Kleid', vasjan 'kleiden, 
bekleiden'. 

z in z-genum, z-gest ist arm. Prafix, s. Nr. 143. — z-ge-nu-m 
aus "^z-ges-nurtn, 

145. [qtrbnuiP zen-u-m (aor. zen-i) 'schlachte, opfere' gehort 
nicht zu skr. Jidnmi = idg. g^henmi 'schlage, todte' (s. oben unter 
gan Nr. 85), da idg. g'^h nicht = arm. z ist. Auch e (statt t) vor 
n ist zu beachten.] 

146. t^pS-mitliir zerc-ani-m (aor. zerc-ay) 'rette mich, ent- 
rinne, fliehe', zerc-u-m (aor. zerc-i) 'ziehe aus, nehme weg' 
(Kleider, Schmuck u. s. w.), zerc^u^ane-m 'rette': skr. srj 'ent- 
lassen, loslassen, befreien', zd. harez 'entlassen, ausgiessen', np. 
hiHan 'entlassen'. 



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V. Theil. Echtannenische Wdrter. 447 

Die Zusammenstellung bestebt unter dei Annahme, dass z 
in z-erc-ani'tn u. s. w. das haufig vorkommende Prafix z (s. 
Nr. 143) ist 

147. [fftPuginr omp-e-m (var. dmb-e-m^ aor. arb^) 'trinke', 
ier-umb 'dieNeige', ump ^Trinken*, ampak 'Trinkgefass' (s. oben 
p. 153) : skr. pa ^tnnken, pr. ptbamij gr. ntvo), aeol. n(ovw 
*trinke', perf. Tte-Trcu-xa, Ttdaig, TVWfia ^Trank', lat. bibo 'trinke', 
pottis ^Trank', air. ibid *trinkt\ 

Unsicher, da das anlautende um- von arm. ump, ompem aus 
*umpem unerklart ist. Eine kiihne Erklaiung Meillet's [ampem 
= *9nd-hipemj *hipem = aki. pibami) s. MSL. 9,155. — Hier- 
her vielleicht auch arm. omban ^Sohlund' Eznik 176.] 

148. [gf^q. end Prap. mit Gen. 'fiii' [arrl Mt. 17, 26), mit 
Dat. 'fiir' [avrl Mt. 16, 26), 'mit' ({nerd), mit Instr. 'unter' [v7t6), 
mit Abl. 'zu' (zur Rechten sitzen u. s. w.), mit Ace. *mit' [fieri), 
*durch-hin' [dtd), 'zu, gegen' {^Qdg), Hn, an, auf etc. : gr. avrl 
'gegeniiber, anstatt' u.s. w. Bugge, Etrusk.-Arm.p. 43, gr. ivrog 
'drinnen'Meillet,MSL. 7, 164^ skr. arfAi 'iiber, oberhalb, auf-hin, 
iiber-hin, hin-zu' u.s. w., got. awe? 'entlang, auf, iiber', als Prafix 
'entgegen' (gr. avrl), und 'fiir, um, bis' etc. Meillet, MSL. 9, 155. 

Unsicher. Der Bedeutung nach kann man diese Praposi- 
tionen ebenso gut zusammenstellen wie trennen. Arm. end aus 
*ind oder *und geht auf idg. ^endh-, *ondh' oder *ent', *ont' 
zuriick, stimmt also unmittelbar mit keiner der genannten Prap. 
iiberein ausser mit gr. ivrog, zu dem es jedenfallsnichtgehort. 
Uebrigens lasst sich and ia der Bedeutung 'unter' = idg. *endkes 
auch mit skr. adhds 'unten' = idg. ^^dhes, got. undar 'unter' 
u. s. w. zusammenstellen. Der anlautende Vocal [i oder u) ist 
bei end ebenso wie bei est 'gemass' zu e geworden, offenbar 
weil diese Worter proklitisch waren.] 

149. ^%q.irpg ender-R oder enter-M (gen. enderoQ) 'Eingeweide' 
Ag., Philo (5. Jhd.), Grig.Nius. (8. Jhd.), Narek. (10. Jhd.), Ign. 
(12. Jhd.) = gr. ^Evreqa 'Gedarme, Eingeweide', skr. antra-, 
antrd- 'Eingeweide', ksl. jqtro 'Leber'. 

Original oder entlehnt ? Gegen Entlehnung spricht nur das 
anl. 9, statt dessen man e erwarten sollte. Doch konnte An- 
gleichung an die mit end zusammengesetzten Worter statt- 
gefunden haben. Man beachte, dass auch stamoRs 'Magen' aus 



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448 V. Theil. Echtarmenische W6rter. 

dem Giiechischen entlehnt ist. Ist Qnder' original, so steht es 
fur *inder' aus idg. * enter-, 

150. g^S^tuf encayj mfay (i-St., gen. anjayi) *6abe, Dar- 
bringung^ = ski. qhati-j qhiii- *Gabe, Geschenk' (nur in indi- 
schen Wb.)? 

Arm. onj'ay aus *injay = idg. "^eng^hati- = skr. qhiti-? 
Fr. Miiller, WZKM. 10, 182 setzt arm. oi^pm auiit *Gabe, Mor- 
gengabe' = skr. qhiti- (idg. *ang^htti-)? Aber arm. t nach 
Vocalen = idg. d, 

151. puipuidriT ia-iav-e-m ^eintauohen' (z. 6. den Rook ins 
Blut) : ksl. ^optrt'senken, eintauchen'finsWasser)?— Fr. Miiller, 
Armeniaca VI, p. 2, Meillet, MSL. 9, 154. 

152. ptuitlp ianjr (w-St., nom. pi. ianju-n-S) ^dicht, dick*: 
skr. tafic (pr. tandkti) 'zusammenziehen, gerinnen', np. tanjidan 
'zusammenziehen*, tang *enge', zd. taxma- (aus *t^kmo-) 'kraftig, 
stark', comp. tq^ydj sup. tanciita-j lit. tdnkus^ dicht^, got, ga-peihan 
^gedeihen"*, mhd. dihtej nhd. dtckt (aus *tenktO')? 

Fiir idg. ^t^ku- sollte man arm. *iangr erwarten. Arm. ianjr 
weist auf idg. ^t^g^hti-, wenn anl. i = idg. t ist. 

153. putitiua^tP iaram-^-m = iariam-i-m Verwelke', an- 
-iatam = an-iariam 'unverwelklich, immer frisch, unvergang- 
lich' : skr. trSyati 'diirstet', zd. tarhna- *Durst', gr. xiqaouaL 
Verde trocken*, lat. torreo 'dorre*, got. ga-pairsan^ ga-paursnan 
Verdorren, vertrocknen', paursus ^diirr', paurstei 'Durst', air. 
tart 'Durst'. 

XJnsicher. Wie erklart sich das Nebeneinander von iaf- und 
iars- = idg. t^s-? — Vgl. dazu oben Nr. 127 eraSt. — Anders 
Bugge, KZ. 32, 68. 

154. [puii/iinP iap-e-m (aor. iap-eg-i) 'giesse aus, raume aus, 
reisse heraus, befreie', iapur 'leer, ode' : np. taftan, tabidan 
(pr. tabam) 'drehen, spinnen, wenden, sich wenden', aftdba 
'Giesskanne'. — Fr. Miiller, WZKM. 8, 185. 

Die Worte gehoren nicht zusammen, da die Bedeutung — 
trotz aftaba — verschieden ist.] 

155. [puM^iT iaJi-Qi-m (aor. iaK-eay) Verberge mich, bin 
verborgen', laR-u^-ane-m 'verberge' : gr. TtTrjaaiOj Ttrioaacj 'sich 
angstlich niederducken, sich aus Furcht verkriechen', TtTO)^ 
'scheu, schiichtern, Hase', Ttrd^ 'scheu', Wurzel ptdk. 



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V. Theil. Echtarmenische W6rter. 449 

Ganz unsichei. Ebenso die iibrigen Gleichungen Buggers 
(KZ. 32, p. 39—40) fiir arm. i Siwpt: pL lev (o-St.) Tliiger : gr. 
Ttxeqov 'Feder, Fliiger, 7rr^^t;§*Flugel,Fittich', wozu auch arm. 
it-gi-m (aor. it-eay) *fliege', ii-iet-n 'Schmetterling' (nicht bei 
Wb.!), ieri 'Blatt, Platte' (Metall) gehoren soil, pfipki^ iiiein 
'Blatt, Platte' (von Gold) : gr. TtiraXov, pirqji ^^t *Ulme' (s. oben 
p. 375) Galen, Med. Schr., Jaism.(!) (georg. iela *Ulme'Tchou- 
binof p. 221) : gr. Tttelia *Ulme'.] 

156. [pt ie = eie *dass' (fiir gr. on und %va\ Venrf (gr. si 
und lav\ ^ob' (gr. €t), 'oder' (gr. ^', in Fragesaizen wie: soil man 
dem Kaiser Steuern geben »odercc nicht?), atloh zur Einleitung 
von Fragesatzen : ags. J5e Velcher'n.s. w., ^dass, weil, oder', 'als', 
as. the u. s. w. — Meillet, MSL. 9, 154. 

Unsicher, da arm. ie doch wohl erst aus eie (vgl. q 'nicht' 
aus oq) verkiirzt ist. — Die urspriingliche Form konite ie, eie 
(mit e) sein, die die altesten Handschriften bieten. In den 
Drucken erscheint im Auslaut stets e fiir e,] 

157. [pjpplur imbi'-i-m 'betaubt werden, in tiefen Schlaf 
verfallen, verstockt werden', imbruiiun 'Betaubung, tiefer 
Schlaf, imbir 'betaubender Trank' : lat. stupeo 'betaubt, erstarrt 
sein, verbliifll sein, stutzen', stupor 'Gefiihllosigkeit, Verdutzt- 
heit', stupesco 'in Erstaunen gerathen', stupidus 'betroffen, 
dumm'. — Meillet, MSL. 9, 154. 

Unsicher. imbir aus ^iumb-ir = urspr. * stump + ar ? Neben 
imbr- (z. B. Imbrim) steht imr- (z. B. imrim, imrakan u. s. w. 
im Worterbuch, vgl. Imreal als Variante Mc. 6, 52, Imruiiuti 
Mos. Kal. 1, 173) wohl als jiingere Form, wahrend im Modern- 
armenischen mbr aus mr entsteht, s. WZKM. I, 310. — Vgl. 
zmbr-tm = zmr-i-m 'betaubt, bethort, verwirrt werden'.] 

158. [ppiriP ir-e-m (aus *iirem oder ^iurem, vgl. irm-e-m 
(pvqao), irj-e-m dia^qix^ ?) *knete' (Teig) : lat. t^o {trwi, trttum) 
'reibe', terebra 'Bohrer', ir. tarathar 'Bohrer', gr. xeLqu) 'auf- 
reiben', tiqexqov 'Bohrer', TEQrjdcov 'Holzwurm', ksl. firq, inf. 
trStt 'reiben'. — Fr. Miiller, WZKM. 10, 276. 

Die Bedeutung stimmt nicht.] 

159. [p^u/utrtP iM-ane-m (aor. 3. eiu^ 'speien, spucken', iu^ 
'Speichel': skr. Sfhwami ^speie'j osset. iu, np. fw/* 'Speichel', gr. 
TtTvcOj lat. spuOy got. speiva, ksl. pi/uyq, lit. spiduju, 

H&bschmann Arraenische Orammatik. 29 

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450 V. Theil. Echtarmenische Wdrter. 

Fraglich. Die arm. Wurzel ist iuXj die von idg. spyu [spiv] 
weit abzuliegen scheint Doch ist zu bedenken, dass auch das 
Sanskrit, wie es scheint, dasp der Wurzel durch t [th) ersetzt hat 
(skr. sfhyu = sthlv aus *sthyu = *sthiv)^ und dass der Ueber- 
gang von styu (aus spyu] in arm. iu- (woraus iu-S?) denkbar ist. 
Den gleichen Uebergang von styu- in tu- wird man wohl fiir 
das Iranische (vgl. meine Etym. und Lautl. dei osset. Spr. p. 50, 
Horn, Grdr. p. 87) annehmen miissen. Anders KZ. 34, 479.] 

le^. Fragepron. p i : nom. ace. z-i Vas?', gen. (9nd) er 
Varum?*, instr. iv Vomit, wodurch?*, indef. *t^ 'etwas' : ^ilt 
*nichts, nicht ist', gen. iriR ^eines*, dat. imiR 'zu etwas', oq imiJt 
^zu nichts', instr. iviJc *mit etwas*, op iviR 'mit, durch nichts'; 
ifiQ 'etwas, iigend ein*, op iriQ 'nichts*, z-itiq 'was?* = idg.pron. 
*AV- Ver?*, zd. ct-iVer?, irgendwer*, skr.X:twVas?,warum?*, 
gr. T/g, ntr. t/, lat. quis^ quid u. s. w. ; skr. kimcid 'etwas*, mit 
Neg. 'nichts*. — Meillet, MSL. 7, 162. 

Mir unwahrscheinlich, da fiir idg. A^- im Arm. gi- zu er- 
warten ist, vgl. }orS 'vier* = *k'^etvores. Ware aber doch arm. 
t = k^'j arm, u [ur Vo?*) = A^w-, arm. o = k^o- (s. unter o), 
so wiirde sich die Kegel ergeben, dass anlautendes k^ vor o, «, % 
im Arm. abgefallen ist. 

161. fi^f a (i-St., gen. tie) 'giftige Schlange, Viper, Otter' = 
skr. dhi- 'Schlange, Natter', zd. oil- 'Schlange', gr. ext^ 'Otter, 
Natter, Viper', excdva 'Otter, Viper'. — Idg. *€g^hi-. 

Man sollte im Arm. *eff oder *ej erwarten, doch ist auch *ez 
denkbar. Geht arm. ii auf idg. ^eg'^hi' zuriick ? Bartholomae, 
Stud. II, 34 vermuthet, dass aiim. iz aus dem Iranischen ent- 
lehnt ist; mit Dnrecht, da es dann *az (= zd. azi-) lauten 
miisste. 

162. fiul inj oder inc (w-St., gen. pi. 9nju-g oder encu-g 
Pseud. 150, Hohelied4, 8) 'Pardel, Leopard' = skr. sihd- 'Lowe'. 

Dazu onjuU [inj-\- uH 'Kameel') = xafirjloTiaQdahg MGg. 

163. pVii inn (nom. pi. inunX, innunk, gen. inuno) 'neun' = 
skr. ndvaj zd. nava, gr. ivvia^ lat. novem, got. niun, ksl. devqd^ 
lit. devyn\, air. noi-n. Idg. *nev^ und *env^, 

Nimmt man an, dass im Arm. urspr. v nach Consonanten 
schwinden musste, so ist folgendeEntwicklungwahrscheinlich : 



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V. Theil. Echtarmenische Wdrter. 451 

idg. *env^ = urarm. *envan = *enan = *enn = arm. inn. Vgl. 
wegen der abweichenden Lautverhaltnisse oben Nr. 35 anun, 

164. pLp iu-r ^seiner, sich': zd. hava- ^eigen', gr. kog^ lat. 
SUU8 = sovos *sein', osk. (abl.) suvadf 

Man soUte fiir idg. *sevO' im Arm. ev- erwarten. 

165. lutiT la-m (aor. 3. e-la-Q) Veine' : lat. la-mentum *Weh- 
klagen, Weinen und Heulen*, lit. Iq/u, Uti ^bellen', lett. lat *bel- 
len^, ksl./o;'^, /a;*a<i 'bellen, schimpfen', skr. ra [rayati) ^bellen ? 

Unsicher, da Veinen' nicht = ^bellen' und lat. Id (in la- 
mentum) mehrdeutig ist. 

166. £iujis Iain ^breit' : skr. prthti- %ieit, weit', prdthate 
*breitet sich aus', prdthas^ 'Breite, Ausdehnung', lA.frad'ah' 
'Breite', gr. TtXarvg ^breit', TtXavog *^Breite', lit. platus 'breit^, 
air. lethanj cymr. litan ^bieit'. 

Baitholomae, Stud. II, 28 setzt B.im. lain = idg. *pltino-8{?), 

167. iui%l^ lanj-R [i-a St., gen. lanjao] ^Brust' = aisl. lunffa, 
ahd. lunffun, engl. lunffs, d. Lunge, russ. legkoe, pi. legkija 
'Lunge'. — Meillet, MSL. 8, 165. 

Unsicher wegen der Verschiedenheit der Bedeutung. For- 
mell konnte lanj- = idg. Hi^g^hi- sein. 

168. liUL lav 'besser' : gr. kwlwv 'besser' (aus *Xa)ficov)? 
Arm. lav aus lav- oder hv ? Ueber Iwliov vgl. Osthoff, Zur 

Geschichtedes Perfects 44 8 Anm. — Oder arm. lav zu lit. Iab<z8 
'gut'? 

169. ituiftlrir lap-e-m (aor. lap-e^-i) lecke' : gr. kaTtrco lecke', 
Xacpvaao) Verschlinge', lat. lambo, ahd. laffan *lecken^ 

Bartholomae, BB. 10, 289 nimmt laph, Brugmann, Kluge 
lah als Wurzel an. Sonst kann man auch lap auf lap-s zuriick- 
fuhren, vgl. oben Nr. 142 epem, 

170. ihriunb learn (72-St., gen. lerin) 'Berg': gr. ullrvg 'Ab- 
hang, Hiiger, lat. cUvus 'Hiiger, got. Mains 'Hiiger, hlaiv 
'Grabhiigel, Grab', lit. ««/ai^ew'Bergabhang', skr. pW'lehnen'? — . 
Bugge, Btrg. p. 8. 

Danach learn aus "^k^lei-v + ar-en ? Vgl. Bartholomae, Stud. 
n, 27 Anm. Unsicher. — Zu derselben Wurzel kHi 'lehnen'(skr. 
gri 'lehnen, sich lehnen, sich befinden in oder an, sich wohin 
begeben') stellt Bugge ebenda auch arm. JtitpiP li-ni-m (aus 
urarm. *le-ni'm) Verde, entstehe, geschehe, bin', fut. li-^ 'wird 

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452 V. Theil. Echtermenische Wdrtcr. 

sein*, ipt. ler^s&L^ vgl. xAii^to'lehne', lat. in-cttno 'neige hin', ahd, 
hlihen^ nhd. lehnen. XJnwahrscheinlioh, der Bedeutung wegen. 

171. ifriupii. hard (gen. lerdi) 'Leber' = skr. ydJcrt (gen. 
yaknd8)^2idi,yaJcar9^ nfjigar^ gi.^TtaQ, la,t jecur, \it. jeknos (pi.), 
lett. aA»w(pl.) 'Leber', -pieuaa, laffno (=jaffno?), d. Leber ^ ahd. 
lebara, an. lifr, 

Nach Job. Sohmidt, Pluialb. p. 199 ware idg. *lyelcht (nom. 
sg.) anzusetzen. Anders Bartholomae, Stud. II, 13flg.; 26Anm. 

172. ^upL lezu (i-a St., gen. lezvt) *Zunge' : lit. leiuois, ir. 
Itffur *Zunge'. 

Die einzelnen Formen sind wahrscheinlich an die Vertreter 
von idg. liff^h 'leoken' angelehnt und mit den andein idg. Wor- 
tem fiir 'Zunge', die alle stark von einander abweiohen, vei- 
wandt: oki.Jihvaj lat. Itnyua aus altl. dinyua, got. tuygo u.s.w. 
(idg. *d^^hvd?). Vgl. . Johannson, Idg. F. 2, p. 1 fig. — Zu 
poln. arm. lizu 'Zunge' aus altarm. lezu vgl. WZKM. I, 291. 

n^. Jt It (o-St., gen. Hoy) Voir aus *pley(h- = gr. bom. 
Ttlelog 'voir, fhnLtP l-nu-m (aor. 3. e-U-Q) 'fiille' aus *linum : lat. 
eX'ple-nu-nt, air. linaim 'fiille', Jip lir (t-St., instr. Iriv) 'Fiille' 
(zur Bildung vgl. di-r 'Setzung, Lage* von d-ne-m 'setze', Wurzel 
dhe) : ski.prd 'fiillen' (pr. 2.prasi, aor. 3. a-pra-s, pic. prdtd-), zd. 
frcna 'wegen der Menge', gr. TrAiJ^iyg 'voir, 7r/-^-7rAi^-^t'fulle', 
aor. TtXfioe^ lat. plenus 'voir, pleri-que 'die moisten', im-pleo 
'fiille an'. 

Arm. It kann aucb nach Bartholomae = *pleto-j lat. im-plettis 
u. s. w. sein. 

174. iJiqb^iP liz-e-m (aor. liz^en-i) 'lecke, verzehre', pr. auch 
liz-u-m Judith 7, 4, Luc. 16, 21, Car., liz-ane-m Num. 22, 4 : 
skr. rih {redhi, rihdntt), lih 'lecken', zd. riz 'lecken' (Idg. F. 
5, 369), np. liitan^ pr. lesam (nach Analogie aus */^«am), gr. 
kelxoij lat. lingoj got bilaigon 'belecken', ksl. lizatiy lizq^ lit. 
lesztij lezii^, air. Uyim 'lecke'. Wurzel liy^h. 

Die Form lezum findet sich alsVariante von /»;;um Judith 7, 4, 
auch Luc. 16, 21, ferner bei Jac. Nisib. und neben dem ptc. lizeal 
MX. p. 35. Es ist die jiingere, an lezu 'Zunge' angelehnte Form. 

175. £n^uibiuir loff-afia-m (aor. log-a^yay) 'bade mich', lay- 
'aQ-UQ-ane-m 'bade' FB. 207 : gr. lovu^ hom. Aocu = lofia 
'wasche, bade', med. 'bade mich', lat. lavo 'wasche, bade'. 



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V. TheU. Echtarmenische WOrter. 453 

176. inju lots {o-St ., gen. Ittsoy) *^Licht', lu9in (t- und o-St., 
gen. lumi) *Mond' (davon/w^wo^'mondsiichtig*), lum^ pi. lusur^/i 
Veisse Flecken im Auge' (der weisse Star), Xeimcofia Tobias 
3, 25; 6, 9 ; 1 1, 8, 14, hn-ct^goin Veisslich', vTtoXsvKog, Isn-anortn 
Veiss werden', Xev%aLvo^at : gr. Xemiog 'leuchtend, weiss, hell 
schimmernd', af4q)ilvxrj *Zwielicht*, kvx'yog Xeuchte', lat. lux 
*Licht', Inqfio'lexxchte, lumen {=^*leuksmen) *Licht', /i^»a*Mond' 
(aus *louc8na, vgl. Job. Scbmidt, Eiitik d. Sonantentbeoiie 
p. 102), lucema^hsiixipey got. liuhap^IAcht^^ lauhmuni^Blitz'yahA. 
liehsen Tieir, air. Uche ^Blitz*, luach-U Veissgliibend', ksl. luca 
'Strabr, luna 'Mond' (Idg.F. 5, 66), lit. laUkas *mit einer Blasse 
auf der Stirn', preuss. lauxnos 'Gestime', skr. rue [rScate] ^scbei- 
nen', rokd-^ roka- 'Licht', rukidn 'glanzend', ru^ant- *licbtfarbig, 
beir, zd. raocah' *Licht', raoxina- 'glanzend', ap. raucah- 'Tag', 
np. roz 'Tag'. Wurzel luk und lukK 

Arm. lois = idg. *louk^O'y Itcsin = *louk^eno-y lusn etwa = 
^luk^on, Der pi. lusunk findet sicb nur Tobias 11, 14 und steht 
wohl fatsch fur *l8unk. Denn zu lusunk sollte der Singular 
*lo%sn lauten, das sich nur Tobias 3, 25 als Variante zu Imn 
findet. Das 8 von arm. lots u. s. w. kann librigens sowobl auf 
idg. k wie auf k^ zuriickgehen, s. oben p. 408. 

177. ^L lu (o-St, gen. Ivoy) *Floh' = afgh. vraza 'Floh' 
(= iran. *bruSa)j ksl. blucha, lit. blusd 'Floh', Grdf. *bhlusa. 

Ueber gr. xfwkka 'Floh' = *bhsulja s. Job. Schmidt, Kritik 
der Sonantentheorie p. 29. 

178. £nL lu *kund' [lu atnem Hhue kund', lu linem Verde 
kund'), lur (o-St., gen. Iroy) 'Horen, Kunde, Geriicht, Nachricht', 
Is-e-m (aor. /t?-ay, fut. Iv-igem) *h6re', cans. Iv-^gHme-m 'lasse 
horen' : skr. gru 'horen' (pr. 3. grndti, ptc. grutd- 'gehott', prti^t- 
'Horen, Vernehmen, Ohr, Gehor, Kunde, Nachricht, Geriicht, 
Ausspruch, big. Text'), grui 'horen', gruSti-, grtcsft" 'Wiilfahrig- 
keit', zd. sru 'horen', ptc. srutony srus 'horen', davon a-sruitp-y 
sraoSa-y gr. xXvo) ^hore', ytXvTog 'beriihmt', lat. duo, in-^lutus^ 
got. hliuma 'Gehor, Ohr', ahd. hlut 'helltonend, laut', hlosen 
'zuhoren', ir. clunim 'bore', cloth 'beriibmt*, c/ti 'Ruhm', door 
'hore', ksl. slutiy slotq 'genannt werden', slyiati 'horen', sluchu 
'Gehor', lit. klMi, klaus^ti 'gehorcben'. 

Arm. lu = idg. *k^lut0' oder *kHuti'. Zu lu-r vgl. tu-r, di-r^ 



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454 V. Theil. Echtarmenische Worter. 

lirr u. s. w. Arm. Is-e-m aus "^Itis-e-m, dies aus *k^ltisk^d? 
8. Bartholomae, Stud. II, 41, 48. — Hierher nach Bugge und 
Torp, KZ. 32, 9 auch arm. j^hlil lur (= *A^/w5-n-?) *schwei- 
gend', Ir-e-m ^schweige, ruhe*, Ir-uiiun 'Schweigen, Ruhe*, 
vgl. aisl. hljod ^Horen, Schweigen*, hljodr 'schweigend, 
schweigsam'? 

179. fnuubuiiT ha-na-m (aor. Iva-Q-i) Vasche^,' ipt. ha 
Vasche!' (Mt. 6, 17 u. s. w.), an-hay^ an-lvoQ 'ungewaschen*, 
Iva-U'R 'Bad, Schwemme^ : gr. nXivo) *^wasche^, TtXvrog *ge- 
waschen', skr. a-plu 'sich waschen, sich baden', lit. plduti 
'spiilen'? 

Oder gehort Ivanam (Wurzel Iva- aus lua- oder luva-?) zu 
loganam (s. oben Nr. 175)? Vgl. gr. Xob (= lof-e) neben koeov, 
XoeaeVj Iostqov *Bad' (Wurzel Xofe)^ lat. lav-ere, lau-tu-s neben 
lava-re, lava-cru-m. 

180. ^nL^ luc (o-St, gen. Icoy) *Joch', davon Ic-e-m 'anspan- 
nen'= skr. yugd-m, np.Jwy, gr. tvyov, laX.juffumj ksl. igo, lit. 
junga-s 'Joch'. Idg. *yug6-m. 

181. [inLS^uiutrir luc-ane-m (aor. /wc-t) *^lose, lose auf, binde 
los', loic 'fliissig, mild, liedeilich^ stimmt in der Bedeutung 
nicht zu gr. Xvyog 'biegsamer Zweig', Xvyoo), IvylCo) 'biegen, 
schmiegen, kriimmen, drehen, winden*, lit. /w^wo^'geschmeidig, 
biegsam' (Meillet, MSL. 7, 57) und in der Form nicht zu gr. 
Ivio 'lose auf, binde los^, got. laus 'los^ u. s. w.] 

182. inLutuUni^g lusanun-Jt (nom. pi.) 'Luchse' : gr. Xvy^ 
(gen. Ai/yxog), ahd. luhs, nhd. Luchs, lit. luszis, preuss. luysis, 
ksl. rysi 'pardalis', nsl. ris 'lynx^ — Fr.Miiller, ArmeniacaVI, 

Das Wort lusanun-Jc kommt nur ein einziges Mai in der 
Litteratur vor: Pseud. 142, 7 (var. loisafiun-R und lusaniuiR). 
Jetzt wird es (nach briefl. Mittheilung Dashians) allgemein 
auch in Biichern gebraucht, wahrend im Volksmunde dafiir 
gewohnlich /caviar [= np. kaftar 'Hyane') erscheint. In der 
neuarmenischen Schriftsprache konnte das Wort kiinstlich be- 
lebt worden sein. — '1st lusanunTt richtig, so ibt als Nom. sg. 
lusanun oder lusann anzusetzen und letzteres auf urspr. "^louk^- 
anon zuriickzufiihren, wie gr. Xvy^ auf *lunk^- = luk^n-j ahd. 
luhs auf luk^s-. 



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V. Theil. Echtannenische Wdrler. 455 

183. ^tLgu/btraT lug-ufie-m (siOi. lu^i) 'ziindean', luQki^Ziind- 
stoflf gehort zu derselben Wurzel (idg. luk oder luk^) wie*arm. 
lots 'Licht*, s. oben Nr. 176. Zur Bedeutung vgl. aivnraocayeiti 
= np. afrozad *er ziindet an' von zd. rue (= idg. luk). Formell 
ist arm. Iuq- aus ^loi(^ = idg. Houh^s (vgl. veQ 'sechs* = idg. 
"^svekH) oder = idg. */(o)wA'-a'A^A (inch oat.) entstanden (vgl. Aar(?- 
-ane-m 'frage' neben harsn ^Braut' von der Wurzel idg. prek^] 
entstanden. 

184. i^guAitriT Ik-ane-m [siOi, \.lk-i) Verlassen', pass. Ik-ani-m 
Verlassen werden, schwach, matt, muthlos werden, ablassen 
von' : ski. ric [rindkti] ^raumen, leeren^ freilassen, loslassen^ 
iiberlassen', pass, ^um etwas kommen, zu Nichte werden', zd. 
trie Verlassen, fliehen', np. gu-rextan ^entbehren' (Horn, Grdi. 
p. 203), ^fliehen', gr. XbLttoj^ ktf,i7tav(o ^lasse, verlasse, lasse zu- 
riick', lat. linquo 'lasse, lasse zuriick', pass, "^ohnmachtig werden', 
got. leihva 'leihe', lit. leku^ likti 'zuriick, iibrig lassen', ksl. 
otu'leku 'Rest', air. leiccim 'lasse, verlasse'. 

Aor. 3. elik = gr. 'iXiTte. — Zu gr. h/iTtava) vgl. Idg. F. 
4, 78flg. 

185. [p,utptiu%g xaxanJc 'lautes Gelachter' (nur einmal bei 
Ephrem) : gr. Y,ayx^^^ 'lache laut', Tcayxaofiog 'lautes Lachen', 
xaxd^coj Y.ayx^Xa{j} 'lache laut', lat. cachinnus 'lautes Auf lachen', 
skr. kakh 'lachen'. 

Onomatopoetische Bildungen : MSL. 8, 294. Arm. xaxank 
wohl = xax-an'ki\ 

1 86. [lunpftuju xorisx (o-St., gen. a;or5a;oy)'Honigwabe, Honig- 
kuchen' : gr. xyjqIov 'Honigwabe' (von xr]Q6g 'Wachs'), lat. cera 
'Wachs', lit. korys 'Wachs- oder Honigscheibe der Bienen'* — 
Bugge, KZ. 32, 10. 

Falsch.] 

187. S^utqji cair (w-St., gen. caiu) 'Lachen, Gelachter', 
calr-akan 'lacherlich', ci-cai-i-m 'lache', ci-cal-kot 'der viel lacht': 
gr. yiXog^ yilojg 'Lachen, Gelachter', yeldco 'lache', yekaa-To-g 
'lacherlich'. 

cair == idg. *gfKlu'. 

188. S^uAirutj (aor.) can-eay 'erkannte', can-uc^eal 'erkannt 
habend', can-aul («-St., gen. pi. canauiio) 'bekannt, bekannt 



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456 V. TheU. Echtarmenische Wdrter. 

mit — , der Bekannte' (yvcoatog), an-canaui 'unbekannt, un- 
kundig' : ski. jM (pr. janati) 'kennen, wissen, bekannt sein, 
Kenntniss haben von, eikennen',J^a^<i- 'bekannt', y^a/t- *Ver- 
wandter', zd. zan 'kennen, wissen' (zdn9nti^ zariat^ inatar-y 
azainti"\ ap. adana 'hatte gekannt" und xsnasatiy 'man kenne', 
np. danam 'weiss', gr. yiryvio-ai^ia 'lerne kennen, erkenne', 
yvoixbg 'bekannt, verwandt, Bruder', lat. ffno-sco, nosco 'lerne 
kennen, erkenne', no^w« 'bekannt', got. Aawn'weiss', pi. kunnunij 
inf. kunnan 'kennen, wissen', lit. iinau, iinoti 'wissen', ksl. 
znajq^ znaJti 'kennen', air. ad-gen-sa 'erkannte', ffndth 'bekannt, 
gewohnt'. 

Das Prasens canag-e-m 'kenne' gehort zu einei andeien 
Wuizel. Anders Meillet, MSL. 8, 296, Bartholomae, Stud. 11, 20. 

189. S^irp cer (o-St., gen. ceroy) 'alt, Greis' : skr. jdrant- 
'alt', osset. zdrond 'alt', np. zar 'Greis', gr. yiqwv [yiqovt-) 'alt, 
Greis'. 

190. S^li'b cin 'Gebuit, Ursprung' (t-St., abl. t cne 'von der 
Geburt an' Job. 9, 1, 32), cn-und (gen. cn-nd'-ean^ abl. cn-nd-^ne, 
gen. pi. cn-nd^g) 'Gebaren, Geburt, Sprossling, Kind', cn-ani-m 
(aor. cnay) 'gebare, eizeuge, werde geboren' : ski, Jan {Jdnatt, 
Jdyate) 'zeugen, gebaren, erzeugen, erzeugt, geboren werden', 
Jdtd 'geboren', yanotf- 'Geschlecht', Jawmaw- 'Geburt, Ursprung, 
Nachkommenschaft, Geschopf, Geschlecht', zd. zl^zan-af 'wird 
gebaren', zayeite 'wird geboren', zdtor 'geboren', fra-zainti- 
'Nachkommenschaft', np. zddan (pr. zdyam) 'gebaren, geboren 
werden', gr. yl-yvo-^ai 'werde, werde geboren, entstehe', 
ye-yov-e 'ist geboren', yive-ai-g 'Ursprung', yivog 'Geschlecht', 
lat. gi-gn-^ 'erzeuge, gebare', genus 'Geburt, Abstammung, 
Geschlecht, {g)na'8co^ 'werde geboren', got. kuni 'Geschlecht, 
Stamm', d. Kind^ air. ro-gSnair 'natus est', gein 'Geburt'. 

Zur Stammbildung vgl. sn-ani-m (aor. snay) 'erzogen wer- 
den, aufwachsen', san 'Zogling', kain-asun (jiinger) 'milch- 
genahrt', sn-und 'Ernahrung, Erziehung'. 

191. MbiULui cn-aut (t-St., gen. cnauti) 'Kinnbacken, Wange' : 
gr. y^vvg 'Bannbacken, Kinnlade', yvad^fiog 'Kinnbacken, 
Wange' yvad-og 'Kinnbacken', lat. gena 'Wange, Backe', got. 
At;jww« 'Kinnbacken, Wange', ii.Einn^ air.^Vj'Mund'; skr. Aaw«-, 
hdnvf 'Kinnbacken', np. zamix 'Kinn', bal. zanuk^ zanik 'Kinn'. 



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V. Theil. Echtannenische WOrter. 457 

Arm. cnaut aus *cin'aut Vgl. ciaut [cidt) 'Halm, Stenger 
von ct7'Halm, Stenger. 

192. S^nLbp cunr (pi. nom. cunk-R, ace. cunk-s, gen. cng-ao) 
'Bjiie' : gr. yovv *Knie', yw| 'auf die Knie*, yiovlcc 'Winkel, 
Ecke', lat. genu 'Knie', got. kniu *Knie', skr. Jdnu- *Knie', 
jMu-badh^die Knie beugend', zd. int^-m(acc.) 'Knie', ^hl. zanukf 
np. zQnu 'Ejaie'. 

193. S^nLiL cut 'schief, kmmm, gekiiimmt, gebogen', cr-e-^m 
Verdrehe, verzerre' = gi. yvQog *rund,au8gebogen*, yvQog *Run- 
dung, Ring, Kreis', yvQow ^nmden, auswaits biegen, kriim- 
men'. — Meillet, MSL. 7, 165. 

Hieizu kann aim. cir 'Kieis' (Fr. Miiller, Aimeniaca VI, 
p. 3) nicht gehoien. 

194. [I^uti^kal (o-St., gen. kaloy) *Tenne', kal-R 6 alorjTog 
'Dxeschen' Lev. 26, 5, Aa^o^i'dreschend'Deut. 25, 4 : skr. khdla- 
'Schenne, Tenne*. — Fr. Miillei, Armeniaca VI, p. 3 nach 
A. St. p. 72. 

Fraglich, da arm. k nicht = skr. kh (vgl. arm. sxal) ist. — 
Georg. Lw. kalo *Tenne' (Tohoubinof p. 235).] 

195. ^uiq^kai [i-a St., gen. pi. kalag) 'lahm, hinkend': got. 
halts lahm'? — Bugge, KZ. 32, 50. 

Vgl. gr. xvXXog *gekrummt, gelahmt, lahm', skr. kuni- (aus 
altind. *Ajfnt-?) ^lahm am Arm', np. kul *krumm, gekriimmt' 
(dazu s. Horn, Grdr. p. 192, P. St. p. 87). 

196. ^uiqpii kaiin (gen. kalnoy) 'Eioher, A;a^$'£iche' : gr. 
fidkavogj lat. glans, ksl. iel^dty lit. gili^ preuss. gile 'Eicher. 

Arm. kaiin aus *g\leno-, 

197. ^uttTaLpl kamurj {i-a St., gen. kamrji) 'Briicke' : gr. 
yicpvqa 'Damm, Pfad, Briicke'. — Fr. Miiller, Armeniaca VI, 
p. 5, Bugge, Btrg. p. 22, Bartholomae, Stud. II, 24, Idg. F. 2, 268. 

Unsicher. 

198. [^ui«Y kap (o-St., gen. kapoy) 'Band, Fessel', kap-an-X 
'Fesseln', kap-e-m 'binde', ptc. kapeal 'gebunden, gefangen' : 
gr. -KWTtrj *Griflr*, lat. capulus 'Griff*, capio 'ergreife, nehme, 
nehme gefangen', captiviM 'gefangen', d. Haft 1) = mhd. ahd. 
haft 'Band, Fessel', 2) = mhd. ahd. haft (t-St.) und hafta 



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458 V. Theil. Echtannenische WOrter. 

^Gefangenschaft^, got.haf;'an\ehen, alb. Aajo'fasse', \ett kampu 
^fasse, greife^, air. cacht ^servus'. 

Unsioher. Die arm. Wurzel kap bedeutet urspi. ^binden', 
die europ. kap 'ergreifen, hebeIl^ Dazu ware im Arm. kav fiir 
kap zu erwaiten.] 

199. ^tuiLiui/ih karapn (n-St., ace. pi. karapuns) ^Schadel, 
Kopf (des Menschen), kafap-e-m Wf den Kopf schlagen, 
kopfen^ : skr. karpara- *Schale', pieuss. kerpetis ^Himschadel', 
ksl. crepu *^Scherbe^ ahd. scirbi 'Scherbe'? — Bxigge, KZ. 32, 49. 
Grdf. *skerpO', *kerpo-. 

Unsicher. — Zur Bildung vgl. arm. klapn ^Kinnbacken, 
Kiefer'? 

200. t/iunp^ kaf'k (gen. karag) ^Wagen^ = gall, carrot, latini- 
sirt carruSj carruca Vierraderiger Wagen', air. cymr. carr (aus 
*karsos Fick, Wb. II, 72 oder *kfs6-s nach Foy, Idg. F. 6, 332, 
337, 338), lat. currus (aus *kpu- Foy a. a. O.)? 

Kann kaf-k von den Galatern (Anfang des 3. Jhd. v. Chr. 
nach Kleinasien einwanderndj zu den Armeniern gekommen 
sein? 

201. [Iiuiulrtr kas-e-m^ kas-i-m (aor. kas-eg-i, kas-e^ay) 'hore 
auf, lasse ab von — ', cans, kasegu^anem ^mache aufhoren = 
hemme, hindere' : np. kastan, pr. kaham ^nehme ab, werde 
weniger^. 

Die Zusammenstellung ist falsch, da die pers. Formen eine 
Wurzel kas, kad oder kadh voraussetzen, vgl. P. St. p. 86. Auch 
scheint mir arm. kas-e-m kaum zu arm. pakas ^weniger, ge- 
ringer, zuiiickstehend, mangelhaft, fehlend', pakas-e-m ^gehe 
zu Ende, hore auf, verscheide' oder zu zd. kasu-j np. ^'A'klein* 
zu gehoren. 

Arm. l/utunLtr kasum, kasem ^diesche, zerstampfe, vernichte' 
ist jedenfalls von diesen Wortern zu trennen.] 

202. l/iuputug karap (gen. karapi] 'Schwan' : lit. gidbi 
^Sohwan'? 

203. ^uipq.iuir ka7'd-a'm[a,oi,kard'a^t)'iu{enj nennen, vor- 
lesen, lesen* : preuss. gerdaut 'sagen', lit. gifsti Vernehmen', 
girditi 'horen'? — Meillet, MSL. 9, 150. 

Unsicher. — Zur Etymologic vgl. Idg. F. 4, 275. 



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V. Theil. Echtarmenische Wdrter. 459 

204. [l/utpS^p karc-r 'hart* : got. hardus 'hart', gr. yLqarvg^ 
y,QaT€Q6g 'stark, gewaltig, heftig, hart, fest*. — Bugge, KZ. 
32, 49, 69. 

Falsch. Auch arm. sert 'fest, echt' gehort nicht, wie 
Fr. Miiller, WZKM. 5, 269 will, zu gr. ycQarvg u. s. w.] 

205. [l/utp:& hare 'kurz', karc-e-m 'verkiirze* : gr. Y.olo^6g 
'verstiimmelt, verkiirzt', y.oXo^6o} 'verstiimmele, verkiirze'.] 

206. l/lruttr kea-m (aor. kegt aus ^kea-Qi) 'lebe', kean-k (gen. 
kenuQ) 'Leben*, keridani (aus ^kean-dani) 'lebendig* zur Wurzel 
idg. g'^o^ ghje in zd. Jyotum {aicc.), Jyatdus (gen.) 'Leben', ^ya«W- 
'Leben' (in hu-jyaiti- u.s. w.), gr. tfj 'lebt', fut. ^rj-aw, trj-aofiai, 
ion. Ccoio 'lebe' (Bartholomae, Stud. II, p. 134) oder zur Wurzel 
g'^iv in skr. jivati 'lebt', Jivd- 'lebendig', Jivitd-, jwatu- 'Leben', 
gr. (^loTog, ^LOTTj 'Leben, Lebensunterhalt, Gut, Vermogen', 
lat. vivo 'lebe', vivus 'lebendig', got. qius 'lebendig', ksl. zivu 
'lebendig', zivotu 'Leben', lit. gi/vas 'lebendig', gyvatd 'Leben', 
air. Ww, beo 'lebendig', biad 'Nahrung, Speise', beothuj bethu 
'Leben'. 

Wenn Bartholomae, Stud. II, 27 mit Recht annimmt, dass 
im Arm. »antevocalisches v nicht verloren geht((, so kann arm. 
kea- nicht zu g'Hv (skr. Jiva-tu-) gehoren, sondern muss auf 
^g'Hya- oder gHyd- zuriickgefiihrt werden. 

207. litrri kei (o-St., gen. keloy) 'Geschwiir', A'^/-6-;?i 'qualen, 
plagen, (das Leben) verbittern' : lit. gelti 'heftig schmerzen, 
wehe thun' (vom Knochen, Zahn, Fuss etc.), gelonis 'der ver- 
harteteEiterim Geschwiir', ksl. iaZ* 'dolor', i.Qual, ahd. quelan 
'Schmerz empfinden'. Wurzel g'^eL — Meillet, MSL. 8, 165. 

Zur Bedeutung vgl. ahd. sweran 'schmerzen', mhd. swern 
'schmerzen, eitern, schwaren', dazu nhd. Schwuren^ GeschmUr 
und schwer. — Ueber die litauischen Worter s. Leskien, Ablaut 
p. 325. 

208. liirp ker (o-St., gen. keroy) 'Nahrung, Frass, Beute, 
Lockspeise, Koder', ker-i 'ich ass' (3. p. e-ker^ 3. pi. ker-an), -ker 
als 2. Glied von Comp. ='essend' (z. B. ww-a-Acr 'fleisch-essend'), 
ker-a-kur (o-St., gen. kerakroy) 'Nahrung, Speise' (davon ker- 
-a-kr-e-m 'ernahre, speise', med. ker-a~kr-t-m 'sich nahren, 
essen'), kur 'Frass', gazan-a-kur 'den wilden Thieren als Frass 



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460 V. Theil. Echtarmenische WOrter. 

dienend, von wilden Thieien gefiessen'; ko-kord (gen. kokordi) 
'Kehle^ : gr. fii-^Qw-aTiO} 'fresse, esse, verzehre', (fofd 'Frass', 
fioQog 'gefrassig*, druio-^oQog 'Volksverschlinger', skr. zd. -gara 
als 2. Glied von Comp. = Verschlingend' (z. B. skr. ajagar^ 
'ziegenveisohlingend' = *Boa', zd. aspogarBm (ace.) 'rossever- 
schlingend', lat. -varus (z. B. camivoms 'fleischfressend'), voro 
'verschlinge', ahd. querdar 'Lockspeise, Kodei, Lampendocht', 
lit. gerit^f gSrti 'trinken*, gerkle'KeUej GuigeV, gur&Iys 'E^iopf, 
ksl. zir^ ireti Verschlingen', grulo 'Kehle*. 
Wurzel idg. g^er. Vgl. unten klanem, 

209. ^/A kin (gen. knoj^ instr. knav, pi. nom. kanaiS, ace. 
kanaisy gen. kanang[kanag'ELink ITS), instr. kanamb-ky^Etiefrau, 
Weib, Frau', kanamhi *Ehemann', kanagi *weiblich, weibisch*, 
collect, kanani (gen. kananvoy) 'Frauen' (FB. 176) : skr. gnd- 
'Gotterfrau*, Jdni-j Jdni- *Weib, Gattin', -Jani (am Ende eines 
Comp.) 'Ehefrau', gd. gana-, zd. yna- 'Frau', gd. Jam- 'Frau', 
bal./aw, np. zan *Weib', got. qens, qino 'Weib*, aisl. konay gr. yvvri 
(gen. yvvamog) 'Weib, Frau, Gattin', boot, fiapa, prenss. genna^ 
genno 'Weib', ksl. iena 'Frau, Weib*, air. ben (gen. mnd) 'Weib*. 

Arm. kin- aus g'^enr- oder g'^en-j arm. kan- aus g%n-. Arm. 
kanambi = 'dei mit einer Frau* vom Instrumental kanamby der 
von Worterbiichern und Grammatiken genannt wird, sich aber, 
soweit ich sehe, in der Bibel (neben knav) nicht findet. Doch 
vgl. instr. pi. kanambk, 

210. ^^lubtrtP kl-atie-m (aor. 3. ekul) 'verschlinge*, -kul als 
2. Glied von Comp. = 'verschlingend* (z. B. amen-a-ktd 'alles 
verschlingend*, letn-a-kul 'Berge verschlingend*, asxarh-a-kul 
'die Welt verschlingend*), anr-klav (aor. 3. pass.) 'wurde ver- 
schlungen* = 'tauchte unter, versank*, caus. an-kl-iu-ane-m 
'tauche unter (trans.), versenke, verschlinge* : lat. gula 'Kehle*, 
glutio 'verschlinge*, d. Kehle (anfrk. k'ela\ air. gelid 'verzehrt*, 
ksl. -glutati 'verschlingen*, glutu 'Schlund*. 

Wurzel ist gel^ verschieden von g'^er (s. oben Nr. 208 ker) 
nach Osthoff, Idg. F. 4, 287. Im Arischen fielen beide Wur- 
zeln in gar zusajnmen, das spater zu gal wurde : skr. girati, 
^^^t 'verschlingen, verschluoken, au8Stossen*(aus demMunde), 
gala^ 'Kehle, Hals*, zd. garah-j np. gatu^ gtdu, afigh. yara 
'Kdile*. — Meillet stellt annklav zu \it. giliis 'tief*, gelmS 'Tiete 



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V. Theil. Echtannenische Wdrter. 461 

MSL. 9, 150. — Hieihei auch 9n''khn-^"m 'tauohe unter, rer- 
senke'; en-klm-i-in Verde untergetaucht, versiiike'? 

211. ^^A^iT Ac-e-m *jucken, kitzeln' (Eznik 176), nach Wb. 
^McYikoane-m (aor. 3.A;to)'stecben, beissen' : n^,gazidan^ gastan 
''beis8eii',^a;s'Beis8zange, Bis8'(Horn, Grdr. 197). ^- Fr. Miillei, 
WZKM. 8, 281. 

Unsicher. Die Zusammenstellung ist nur zu halten, wenn 
man arm. kic = idg. geg^ als Dehnstufe von np. gaz = idg. 
geg^ fasst. Wahrscheinlichei ist Ate = idg. gig^^ zu dem np. 
gaz nicht stimmt. 

212. ^nf^ kogi (gen. kogvoy) ^Butter' = skr. gdvya-^ g<it>yd- 
Vom Rinde stammend', zd. gavya- Von der Kuh stammend' 
(scil. payah' 'Milch'), gaoya- *au8 Kiihen bestehend\ 

kogi = idg. *g^ovio', 

213. I^ml^kov (w-St, gen. kovu) *Kuh' = skr. ga^ 'Rind, 
Knh', zd. gauS 'Rind, Kuh', np.^ar 'Rind', gr. fiovg (gen. fio fog) 
^Rind, Kuh', lat. bos (gen. bovts) 'Rind, Kuh', ahd. chuo, lett. 
guw8 'Kuh', ksl. govqdo 'Ochs', air. bo 'Kuh'. 

214. [linfifiA Aor-»w» (gen. Aor-ca») 'das J unge' (von Thieren): 
gr. Pqicpog 'Leibesfrucht, Kind, Junges', ksl. ireb^ 'pullus' 
u. 8. w. — Fr. Miiller, WZKM. 10, 180. 

Falsch, da gr. ^qi(pog u. s. w. = arm. *korb' (nicht kor-] 
ware.] 

215. l/aL ku (gen. kvoy) odei koy 'Koth' (der Vierfiissler), 
koy-a-dndir 'Mistkafer', koy-anoQ 'Cloake' : skr. guihor- 'stercus, 
Unreinigkeit', zd. gud^a- 'Excrement, Unreinigkeit', np. guh 
'Schmutz, Koth', kurd. gu 'Excremente', bal. g%d^ 'Koth', afgh. 
yul 'Excremente'. 

Bartholomae, Stud. II, 28 setzt koy = *govyo- (vgl. ksl. 
govmo 'stercus') oder *gou(0'j ku = *guto^ im Unterschied von 
skr. gUtha-j iran. gud-a- = idg. *gu(ho'. 

216. ^nnLb^ krunk 'Kranich' : gr. yiqavog, lat. grus^ ahd. 
chr-an-uh^ lit. gerve, preuss. gerwcj ksl. zerav^, corn. oymr. 
bret. garan 'Kranich'. 

217. [^mntp^ ktur-k (gen. ktroQ) 'die Schur, das Scheeren', 
ktr^-m 'schneide ab, scheere', ktt-OQ 'Messer, Scheere' stimmt 



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462 V. Theil. Echtarmenische W6rter. 

lautlich weder zu gr. xeiqu) 'schneide ab, scheere', xovQa 
Scheeien' noch zu d. scheeren, Sclieere (Wurzel sker) noch zu 
skr. zd. hart 'schneiden', zd. karaia- ^Messer' u. s. w.] 

218. ^pui^ krak {{-a St., gen. kraki) 'Feuer' aus *kur-ak : 
got. kauri 'Kohle', pi. 'Kohlenfeuer', aisl. hyrr 'Feuer^*, lit. kurti 
'heizen*, ksl. kuriti 'rauchen^, skr. kudayati (ZDMG. 50, 702) 
Versengt'? — Fr. Miiller, Armeniaca VI, p. 4, Bugge, KZ. 32,51. 

219. IfpS^triP krc-e-m 'nagen, zernagen', a/voKvl^oj (1 Kg. 
9, 24), krc-u-m dass. Ephrem : ksl. gryzg^ grysti 'beissen', lit. 
grduziu, grdtisztt^nagen, abbeissen' (Fleisch vom Knochen etc.), 
gruziniti 'fortgesetzt ein wenig nagen*. — Fr. Miiller, Armeniaca 
VI, p. 4. 

Also krc-e-tn aus *kruc-e-m^ Wurzel idg. grug^, 

220. liii^yi^ krc-el atamang 'das Zahneklappern', krc-t-el z 
atamuns die Zahne knirschen' : gr. t^Qvx^ 'knirsche mit den 
Zahnen*, ^QVXV ^Zahneknirschen*, (fQvxeTog 'kaltes Fieber', 
^Qvy^og 'Zahneklappern*. Vgl. got. kriustan 'knirschen' (die 
Zahne), krusts ^^Knirschen' (Wurzel gru-sf), 

Nicht sicher. Arm. krc-el (Infinitiv) kann auf *kruc-^l 
zuriickgehen. Arm. kruc = gr. ^Qvx- = idg. gh^k- ? — Davon 
zu trennen lit. grl^ziu, greszti 'knirschen^. 

221. ^uiii^ltL haz'iv 'kaum* (instr. von *Aazi- 'Miihe^), oben 
p. 174 als Lw. zu zd. hazah- 'Gewalt' gestellt, gehort nach 
Bugge, KZ. 32, 12, als echt armenisch zu gr. axog ^^Schmerz, 
Leid, Betriibniss, Kummer*, got. a^t^Turcht, Angst, Schrecken*, 
og 'fiirchte*, air. dgor 'fiirchte^? 

222. [^ut^d^lrtP /lalac-e-m 'verjage, verfolge* : laX.pello (aus 
* pel-no) 'schlage, stosse, schnelle, vertreibe, verjage^ — Fr. 
Muller, WZKM. 10, 276. 

Unsicher. Man miisste annehmen, dass hdlacem abgeleitet 
sei von einem */mfoc*Verfolgung' aus hal- = idg. j»^- + suff. dc^ 
vgl. arar-ac 'Erschaffung* von arar- (Aoriststamm von ar-ne-m 
'mache').] 

223. 4ui^'Ui- hakror als 1. Glied von Comp. ^^entgegen* : ksl. 
pace Vielmehr^,/>aX;y Viederum^nebencipaAo, opaAy'riickwarts, 
verkehrt', skr. dpanc- 'riick warts gewandt*, dpdka- 'von fern 
kommend^, zd. apqS^ np. bazy jiid. pers. awaz 'zuriick, wieder, 



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V. Theil. Echtannenische Wdrter. 463 

offen', bal. pac ^offen (vgl. Joh. Schmidt, Pluralb. p. 392)? — 
Bugge, KZ. 32, 13. 

224. ^uti&tPuiin hamemat^entBipiechend, imVerhaltiiisszu — , 
ahnlich' aus hame + mat ?, mai = lat. modus 'Mass', gr. ^tidi^ivog 
'Scheffel', got. mitan 'messen', mitaps 'Mass' u. s. w. — Meillet, 
MSL. 8, 154. 

Unsicher, da hame- dunkel ist. Man erwartet ^ham-a-mat 
Oder "^ ham-mat Von gleichem Masse*. S. oben p. 174 flg. 

225. ^miii hair (r-St., gen. haur) 'Vater' = skr. pita (gen. 
pituVy dhi. pitre), zd. pita, gd. pta 'Vater* (dat. pidre xxndfddrdi], 
SLp. pita {gen. pid'^a) J phi. pitarundpit, np^pidar, osset.^/Wa, 
fid 'Vater*, bal. pi&, gr. TtarrjQ (gen. jtarQog), lat. pater, got. 
fadar, air. athir 'Vater*. 

Dazu ^uiLpnL hauru 'Stiefvater* (nur Mech. Rechtsbuch), 
s. unter yauray Nr. 307. — Arm. hair = idg. *p9ter, gen. haur 
= idg. *patr68. 

226. <«i#if han (dat. hanoy 2 Tim. 1, 5) 'Grossmutter', hani 
(gen. hanvoy MX. 96), demin. hanik dass. = lat. anus *alte Fran, 
Greisin*, afgh. ana 'Grossmutter , ahd ana 'Grossmutter', ano 
'Grossvater', mhd. ane, d. Ahn, Ahne, preuss. ane 'Altmutter', 
lit. anyta 'Schwiegermutter'. 

Oder zu hin 'alt' (Nr. 248)? Afgh. ana kann im Anl. h ver- 
loren haben und = zd. hanor 'alte Frau' sein. 

227. ^uibiuuiiuii^ hanapaz 'immer, jederzeit' wohl = han-a- 
-paz, han zu skr. sdna, sandt 'von jeher', sand-tdna- 'ewig', lat. 
sem-per 'jederzeit, immer', got. sin-teins 'taglich', sin-teino 
'immer, allezeit*. 

Nioht sicher, da die Bedeutung. von arm. -paz, das nicht 
weiter vorkommt, unbekannt ist. Wenn lichtig, wmdehan-a-paz 
zu hin 'alt' (s. unten) gehoren. 

228. 4uibti.iuput handart 'ruhig' u. s. w. : skr. samdhrta-, ap. 
*handrta-, wahrscheinlich entlehnt, s. oben p. 177. 

Der echtarm. Vertreter von skr. samdhrta- soUte etwa 
*ha?idard odei *andard lauten. Wie aber ist arm. da-dar-e-m 
'hore auf, ruhe', da-dar 'Ruhe', dadar-K 'Wohnsitz, Stall, Nest, 
Hohle' zu beurtheilen, die echt armenisch sind und ihrer Be- 
deutung nach von handart nicht getrennt werden konnen ? 



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464 V. TheiL Echtannenische W6rtcr. 

229. ^luuu/blrtr has-ane-m (aor. has-i) 'komme an^ lange an, 
kommezu etwas; werdereif', AaseaVieit^y hasu linel 'sich einer 
Saohe bemachtigen, ergreifen, begreifen' (c. dat.), hasun *er- 
wachsen, reif', hasak 'Alter, reifes Alter, Statur' : skr. ag 
[agnoti] 'gelangen zu, eireichen, einholen, erlangen, treffen, 
iiber Jemand kommen, bewaltigen', zd. asnaoiti 'erreicht, ge- 
langt zu . — Bugge, KZ. 32, 14, Fr. Miiller, WZKM. 10, 276. 

Ski. ag^ zd. as = idg. *^i [*enk^) soUte im Arm. durch *an8 
odei ^h-ans vertreten sein, die, wenn ns aus idg. *nk^ ebenso 
wie ns aus idg. *ns zu s wild (s. oben p. 409), als *a« oder has 
eischeinen miissen. 

230. ^uiuin hast 'fest*= i.fest, SiB.fast, aisl./(W^r7est*(au8 
*fastu-). 

Uhlenbeck, PBr. 20, 328 vergleicht skr. pastia- *Wohn- 
sitz, Sitz'. 

231. 4uiinuiblrtr hat-ane-m (aoi. ha1r-i) 'schneide ab, haue 
ab' : osset. fadun [fadun] 'spalten, zeThauen^ 

Unsicher, da o^^ei. fadun zu bal. patay 'abhauen, abschneiden' 
(Geiger, Etym. desBal. Nr. 288) gehoren, also auf eine Wurzel/?a^ 
zuriiokgehen kann, wahrend arm. hat-ane-tn zu einer Wurzel/>ad 
gehort. Doch wechseln idg. Tenuis und Media in einigen Fallen. 

232. ^utplfutitlrtr hark-ane-m (aor. har-i) 'schlage' : ksl. perq^ 
prati 'schlagen, waschen^, lit. perttij p^^i'baden, mit dem Bade- 
quast schlageii, schlagen^, leti, peru, pert *mit Ruthen schlagen'. 
— Bugge, Etrusk. Arm. p. 101. 

Unsicher. Wie verhalt sich arm. hark- des Frasens zu har- 
des Aorists? 

233. 4utpub harsn [/i-St., gQn.harsin^ pi. nom. harsunk, gen. 
harsang) 'Braut, Neuvermahlte, Schwiegertochter*, harg (i-St., 
gen. hargi) *^Frage, Untersuchung' (haufig harg ev porj oder 
harg-a-porj 'Untersuchung, Priifung'), harg-ane-^m (aor. harg-i) 
'frage* : skr. pragnd- 'Frage, Befragung, Erkundigung, Streit- 
f rage', prcchdti 'fragt', davon prccha- 'Frage* , zA^./rasna- 'Frage*, 
par9saiti *fragt* = np. pursad, lat.jprecor 'bitte', procus 'Freier', 
posco %rdere', got. fraihna 'frage', ahd. forsca 'Forschung, 
Frage', ybr^cow 'forschen, fragen', ksl. j!>ro5tV« 'bitten', Wi.pifszti 
'zufreien', pirszlys 'Freiwerber', prasz^ti 'fordern, bitten', air. 
imm-chom-arc 'Frage', imm-chom^airc 'fragt'. 



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V. Theil. Echtarmenische WOrter. 465 

Arm. harsn au8*/?f A^en (von der Wurzel prok^^ prek\ prk^)\ 
arm. harg = skr. prch = zd. pdvos- = lat. pose- = ahd. forsc- 
= idg. inchoat. ^prk^-sk^h. 

234. [4utff hag (i-St., gen. hagi) *Brot' : skr. sasyd- 'Saat auf 
dem Felde, Feldfrucht, Frucht', zd. hahya- ^Getreide*, paitis- 
'hahya- 'Erntefest'. — So zuletzt KZ. 32, 41. 

Falsch, da arm. g nicht = idg. sy ist.] 

235. 4uigfi hagi (gen. pi. hageag) *Esche' : ahd. asc^ aisl. ctskr 
^Esche', lit. ilsis 'Esche', preuss. woasis 'Esche', nsl. jaserij russ. 
jasem ^Esche*. 

Vgl. Idg. F. 1, 304, 483, BB. 18, 254, KZ. 32, 15, WZKM. 
8, 282, Idg. F. 5, 44. Arm. hagi aus ^ask^hio-, 

236. ^uiL hav («-St., gen. havu) 1) *Vogel, Huhn, Henne, 
Habn' : lat. avis 'Vogel'; 

2) 'Grossvater, Vorfahr' : lat. avus ^Grossvater, Vorfahr', 
avunculus 'Oheim^, got. avo 'Grossmutter', lit. avjnas 'Oheim', 
preuBs. aiois *Oheim', ksl. t^'i 'Oheim'. 

So zuerst Wb. Jetzt auch MSL. 7, 162, WZKM. 8, 282, 
KZ. 32, 14. 

237. [4uitMiiipir havan-i-m (aor. havan-eg-ay) 'lasse mich be- 
leden, iibeizeugen, stimme zu, willige ein, gehorohe, folge', 
cans, havan-eg-ug-ane^m 'iiberrede*: zu hav 'Vogel' wie gi. otofiai 
'meine, glaube, vermuthe' zu oiwvog 'Vogel, Vogelzeichen'. — 
Meillet, MSL. 8, 165. 

Falsch. Ueber olofiac = *6fiayofiac (zu lat. omen) s. 
Solmsen, Studien zur lat. Lautgeschichte p. 93.] 

238. [<A^^iifif hecan 'Balken' : np. hezan ^trabs' (VuUers Wb. 
ohne Beleg). 

Die Worter lassen sich lautlich nicht veieinigen.] 

239. [4irif heiff 'lassig, trag, fau], zogeind, langsam' : lat. 
piffer Verdiossen, trag, faul, langsam'. — Ft. Miillei, WZKM. 
10, 276. 

Sehr unsioher. Steht lat. piffer fur urspr. *piffr(H (zapiffet ?) 
oder *pikrO' (lautgesetzlich = lat. *picer\ so gehoit es sicher 
nicht zu arm. heig\ steht es aber — was moglioh, aber nicht zu 
erweisen ist — fiir urspr. ^pighro-^ so soUte ihm im Arm. ^higr 
= *AiV^, moglicherweise auch *h%gl = *hilg entsprechen.] 

HUbselimann, Armenische Orammatik. 30 

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466 V. Theil. Echtormenigche W6rter. 

240. ^IrqnuT kel-u-m (aor. 3. e-hei) 'giesse aus, vergiesse', 
pass. Veide vergossen, fliesse aus' : lit. pilti^ pMti 'giessen, 
schiitten'. — Bugge, KZ. 32, 15. 

Dazu stellt Bugge auch arm. yeig Voir [ariun-a-yelQ-uiiun 
'Fiille, Menge Blutes* Pit., yeiQ-eal\o\Y Pit.) und zel-u-m (aor. 
3. e-zei) ^in Menge stromen lassen', pass, ^iiberstromen', zel-un 
'iiberstromend', vgl. hi pMdau^ ptldyti ^ixMen ^ lett pilstu, pxlt 
Vol! werden*. 

Unsicher. 

241. ^trunLiT hen-u-niy inf. A^n-w-/ Veben, zusammenn'ahen' 
(Wb. vq)alvo}y avfi^dllcoj texo, consuo, C. ordire, tessere, cucire 
insieme), poln. arm. hinelu (pr. gi-hintm) 'spinnen* : lit. pin^, 
/)l»^«"flechten*, ksl./jf^t {p*^^) ^spannen', got. spinnan ^spinnen'. 
— Ft. Miiller, Aimeniaca VI, p. 4. 

Fiir idg. */>ew- sollte man arm. *Am, pr. *hn-u-m erwarten. 
S. die Nachtrage. 

242. ^IfL Aer(«-St.,gen./i«^)'Streit,Zank,Hader'=gr.€^6$ 
(gen. €Qidog) 'Streit'? — Sohon A. St. — Oder zu skr. prt 
'Kampf, Streit' oder ksl. su-porii, rnss. sporu 'Streit*? 

243. 4irnp keti^ entteint, fern^ : skr. /?dra- *weiterhin, feinei 
gelegen, jenseitig, entfernter; vergangen, frtiher; spater *, />ara^ 
'dariiber hinaus, weiter, weit weg, entfernt', zd. paro, gr. TtiQd 
Veiter*, jtiqctv jenseits*, Tte^alog 'jenseitig', got. fairr a 'fern', 
ahd. ferro^ d. fem^ air. ire 'ulterior'. 

244. 4lrui het (o-St., gen. pi. hetog) 'Fussspur, Spur', zhet 
(ace. von het) 'hinter, nach' (z. B. zhet nora 'hinter ihm her'), 
het'Z-hete 'allmahlich' (Sohritt fiir Schritt), het and het 'sogleich', 
het-ev-ak 'zu Fuss, Fussganger, Fusssoldat', heti 'zu Fuss', hetiotj 
I hetiots (Euseb. Chron. 1, 36) dass., yet (prap.) 'nach' : skr. padd" 
'Tritt, Schritt, Fussstapfe, Spur, Standort, Yxx^^padena 'zu Fuss', 
[pad^ gen. padds 'Fuss, Schritt'), patti- 'Fussganger, Fuss- 
knecht', padati-^ padika- 'zu Fusse, Fussganger, Fussknecht'; 
zd. padam 'Fussspur', vd. 2, 24, [pad- (du. pada) 'Fuss'), ap. 
nipadiy 'auf dem Fusse', patipadam 'an seine Stelle', np. pat 
'Fussspur, Fussstapfe', paig 'Bote', alter 'Fussganger, Hascher', 
(pat 'Fuss'), osset. /arf 'Spur', bal. pad 'Fussspur', pada^ nb. 
pada 'hinter, nach, spater', gr. Tte^og 'zu Fuss, Fussganger', 
Tte^fj 'zu Fuss, zu Lande', [jioifg 'Fuss'j , lat. peda 'vestigium 



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V. Theil. Echtarmenische W6rter. 467 

humanum' (Paul. Ep.), pedes 'Fussganger', pedester *zu Fiiss^, 
[pes 'Fuss'), lit. peda Tusstapfe^ 

Arm. het = idg. ^pedo- 'Fussspui'. Zur Piap. yet 'nach' vgl. 
lesb. boot. u. s. w. Tt^ia 'nach, mit\ 

245. ^trpfMLb her^un (w-St., gen. her-ean^ instr. her-eamb) 
'Pfrieme* : gi. TtelQco *durchbohre, durchsteche', TtBQdvrj 'Spitze 
zum Durchstechen, Spange, Nadel zum Feststecken', TtsQovaa) 
'durchsteche, durchbohre', ksl. na-^erj^^ wa-jt>m^f"durchbohren'. 

246. 4lrpli herk (gen. herki) 'frisch geackeites Brachland' 
[ritofia, aQ0VQa)j herk harkaneniy herkem *frisch bestellen, neu 
beackern' {aQozQiav, veovv) : d. Furche^ lat. porca 'Ackerbeet', 
cymr. rh^ch^ abret. rec^ air. et-rech Turohe' (nach Fick, Wb. II, 
p. 56). 

Fiir idg. *perk' sollte man arm. *herg^ erwarten. 

247. 4lrpnL heru 'im vorigen Jahre*, i herun hete *vom vori- 
gen Jahre her' (a/ro TtiQvai) = ski.parut^ gi. TtiQvai (dor. TtiQvri), 
mhd. v'ert^ air. inn uraid *im vorigen Jahre*, np. par 'das vei- 
gangene Jahr', o^^^i, fard^ faron *im vorigen Jahre', wsjiipard 
'last year' u. s. w. — Dazu auch got. faimeis 'alt', ahd.^rwi, 
lit. pSmai 'im vorigen Jahr'. 

Arm. heru = idg. *peruti, 

248. ^ffb hin (o-St., gen. hnoy) 'alt', hin avurg (alt an Tagen) 
'hochbetagt' = skr. sdna- 'alt', sanakd^ 'ehemalig, alt', zd. nom. 
hand 'alt', fem. hana 'alte Frau', phi. han^ gi. %vog 'alt', evri xai 
via 'der letzte Tag des eben abgelaufenen und der erste des 
eben b^nnenden Monats', lat. sen-ex (aco. senem) 'Greis', got. 
sin-eigs 'alt, betagt', sinista 'altester', lit. sinas 'alt', aii. sen 'alt', 
cymr. com. hen^ bret. hen, 

Vgl. oben Nr. 226 han und 227 hanapaz. Fr. Miiller, 
WZKM. 10, 276 halt hin und han fur Lehnworter aus dem 
Persischen (wegen des anl. A), doch sollte mandann *han statt 
hin erwarten. 

249. ^/fiif hing (indecl., spater gen. hngig) 'fiinf, hnge-tasan 
'funfzehn', hinge-rord 'der fiinfte' = skr. pdflca, zd. panca, np. 
panj, gr. nivrSj aol. TtifiTte^ lat. quinque, got. Jim/y lit. penkt, 
ksl. p^fi, air. cote, cymr. pimp, alb. /?e*fi 'fiinf. 

Arm. hing = idg. *penk^e. 

30* 



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468 V. Theil. Echtarmenigche Worter. 

250. [<#,^Aoc^dicht,gedrangt, compact' (El. 23,z. 14 v.u.etc.) 
: skr. pajrd- Vohlbeleibt, stattlich, feist, derb*, nach den Er- 
klarern 'begiitert, reich an Lebensmitteln, kraftig', nach Pischel- 
Geldner, VeA Stud. I, 90, 'glanzend*, gr. Ttriyog 'feist, prall, 
wohlgenahrt, hochgeschwoUen' (xt/jua), Ttrjyvvf^ii ^mache fest', 
lat. pango ^befestige'. 

Unsicher. Idg. Wurzel^S^^ z=s pak^,] 

251. 4n^L hoviv (i-^ St., gen. hovvt) *Hirt' = skr. *ampa- 
(vgl. aoipald' *Schafhirt* und gopd- neben gopaUr- 'Kuhhirt*), 
vgl. skr. dvir^ gr. o'Cg^ lat. ovis u. s. w. *^Schaf' und skr. pa [pati] 
'schiitzen', payu- 'Hiiter', zd. payu- 'Hiiter', padra- 'Schutz', ap. 
padiy 'schiitze', gr. yrwjua ^Deckel*, tzuw 'Herde' u. s. w. — 
Fr. Miiller, WZKM. 8, 282, Bugge, KZ. 32, 16. 

Unsicher, da weder von idg. *ovi' ^Schaf ' noch von der idg. 
Wurzel poi^ po 'schiitzen' eine Spur im Armenischen geblieben 
ist. Denn auch ^mun haut («-St., gen. kauti) 'Herde* : gr. Ttibv 
(aus poyu") 'Herde' WZKM. 6, 266 ist unsicher, da arm. -ti (aus 
-dt) unerklart bleibt. 

252. ^nin hot (o-St., gen. hotoy) 'Duft, Geruch', hot anoii 
*Wohlgeruch', hoti 'stinkt', hot-ot-i-m *rieche' (t hot, z hot 'den 
Duft*) : gr. odjuij, odcodi^ 'Geruch, Duft', o^ec 'duftet', svMr]g 
Vohlriechend', lat. oleo 'rieche', odor 'Geruch', lit. wrfiiw, Usti 
'riechen, wittern'. 

Arm. hoto- vielleicht = idg. *odo8-, vgl. lat. odor aus alat. 
odoSj gr. evofdrjg MSL. 8, 154. 

253. -ffit hu 'eiteriges Blut' : skr. pUyati 'wird faul, stinkt', 
puyor 'fauliger Ausfluss, Jauohe, Eiter', puti- 'faul, stinkend, 
Jauche, Eiter', zd. puiti- 'Faulniss* (arm. Lw. put 'Faulniss, 
Eiter' etc., oben p. 256), gr. tvvov 'Eiter', lat. pus 'Eiter*, got. 
yw/«'faul, stinkend', \\X,puti 'faulen', puliai 'Eiter*. — Fr. Miiller, 
Armeniaca VI, p. 4. 

Arm. hu nur im kleinen Wb., das keine Belege giebt. Wo 
kommt hu vor? 

254. ^nLiT hum 'roh' = skr. amdr^ gr. c5juo^, air. om (Fick, 
Wb. n,51)'roh'. 

255. <#»«i Attn 'Furt,Uebergang'= skr. /?(inMa5 (gen. j^a^Atw) 
'Weg*, zd.j»a»rf, pa«^a(gen.j!>a^5)'Weg', ap./>a^m(acc.)'Weg', 



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V. Theil. Echtannenische Wdrter. 469 

osset. fdndag^ fctnddg ^Weg, Strasse', gr. Ttaxog "^Pfad, Tritt', 
lat. pons 'Briioke', ksl. p^ti 'Weg', preuss. pintis *Weg'. 

Wegen der Bedeutung vgl. zd. pBrstu- 'Briicke' : p9iu'- 
Turt, Briioke, gr. tto ^og Turt, Weg, Bahn' u. s.w. vonWurzel 
per 'hiniibergehen'. — Ueber georg. poni *FuTt* Tchoubinof 
p. 507 gegeniiber arm. hun aus *pont'- s. oben p. 397. 

256. <fit/f ^wr (o-St.jgen. Aroy) *Feuer*=gr. 7tifQ(gen. TrijQog)^ 
umbr. pir *Feuer*, d. Feuer, ahd. andd.^wr, iltei futr. 

Venvandt hn-oQ 'Ofen'? Vgl. got/on, gen.funins, aisl. fune 
'Feuei^, preuss. panno 'Feuer'. — Arm. hur aus *p&r'0-, Ueber 
gr. (nicht voihandenes) 7t{f'£Q s. Idg. F. 2, 149. 

257. lutqfijalk (t-aSt., in8tr.ya^Aat?)*Zweig,Grerte, Stengel, 
GeiseF, adj. Waff, schlioht, gerade' (vom Haai), jaik-e-m 
'geisele* = lit. ialga *Stange*, got. galga 'Galgen, Kreuz', ahd. 
galgo 'Galgen, Kreuz, Gestell am Ziehbiunnen, den Eimer 
daran zu hangen und Wasser he^aufzuziehen^ — Fr. Miiller, 
WZKM. 5, 68, Bugge, Btrg. p. 18. 

Arm. jalk aus *g^ftalg-, got. gaiga aus *g^halgh-? Vgl. 

Bartholomae, Stud. 11, 12. 

> 

258. [Xuijhjatn (i-St., gen. jaini) 'Stimme^ : skr. fiva, hu 
Tufen*, hdva- 'rufend, Ruf, hdvand- 'Anrufung*, zd. zbd, zu 
'rufen*, zavana- 'Anrufung*. — Meillet, MSL. 9, 54. 

Falsch wegen arm. ai.] 

259. kuiLbtrtT jaun-e-m^weihej jaun-i'gew eiht^ (einem heid- 
nischen Gotte, zur Unzucht) : skr. harts- *Opfergabe*, hdvana- 
'Opferung^, Aei^ar-'Priester^, hotrd- ^Opfer', Wurzel hu *insFeuer 
giessen, opfern', zd. zaotar- 'Priester*, 2Jao^ra-*Opfergabe, Weih- 
wasser^, gr. xicj 'giesse^, x^^ *Gus8, Trankopfer*, got. ^tuto'giesse'. 

Unsicher wegen der Bedeutung und wegen arm. aw, vgl. 
Bartholomae, BB. 17, 101. — Zur Wurzel y^Aw- 'giessen' gehort 
nach Meillet, MSL. 9, 54 : Inji^ joil 'gegossen, geschmolzen, 
massiv' und th^jev (o-St.) *Form, Gestalt'? 

260. [i^iT jg-e-m (auLS ^jig-e-m^ aor. jg-eg-i) "^strecke aus, 
breite aus, ziehe, werfe, schiesse' (den Pfeil etc., frz. *tirer') ; got. 
^^^ran 'erstreben*, gageigan 'gewinnen^ — Meillet, MSL. 9, 54. 

Unsicher wegen der Bedeutung. Zudem stellt Uhlenbeck, 
Etym. Wb. der got. Sprache geigan zu (dem ungebrauohlichen) 



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