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Full text of "Bausteine zur Psychoanalyse IV. Band Gedenkartikel, Kritiken und Referate. Fragmente. Bibliographie. Sachregister."

BAUSTEINE ZUR 
PSYCHOANALYSE 



VON 



Dr. S. FERENCZI 



IV.BAND 

GEDENKARTIKEL, KRITIKEN 

UND REFERATE. FRAGMENTE. 

BIBLIOGRAPHIE. SACHREGISTER. 




VERLAG HANS HUBER BERN 

1939 




INTERNATIONAL 

PSYCHOANALYTIC 

UNIVERSITY 

DIE PSYCHOANALYTISCHE HOCHSCHULE IN BERLIN 



DR. S. FERENCZI 

BAUSTEINE ZUR 
PSYCHOANALYSE 

IV. BAND: 

GEDENKARTIKEL, KRITIKEN UND 

REFERATE. FRAGMENTE. 
BIBLIOGRAPHIE. SACHREGISTER 




BAUSTEINE ZUR 
PSYCHOANALYSE 



VON 



Dr. S. F EHE NC ZI 



IV. BAND 

GEDENKARTIKEL, KRITIKEN UND 

REFERATE. FRAGMENTE. 
BIBLIOGRAPHIE. SACHREGISTER 




VERLAG HANS HUBER BERN 

1939 



Alle Rechte, 
insbesondere die der Übersetzung, vorbehalten 

Copyright 1939 
by Verlag Hans Huber, Bern 



Druck: Hungaria Buchdruckerei A. G., Budapest, V., Vilmos csäszär-ut 34 



Inhalt des vierten Bandes 

Gedenkartikel, Kritiken und Referate 

Seite 
Ein Vorläufer Freuds in der Sexualtheorie (1911) .... 11 
Die psychiatrische Schule von Bordeaux über die Psycho- 
analyse (1915) 12 

Ostwald über die Psychoanalyse (1916) 46 

Kritiken und Referate: 

E. Jones: Papers on Psycho-Analysis (1913) 49 

A. Maeder: Sur le mouvement psychanalytique (1913) .... 51 

A. A. Brill: Analeroticism and Character (1913) 52 

A. A. Brill: The only or favourite child in adult life (1913) . 53 

E. Bleuler: Kritik der Freudschen Theorien (1914) .... 54 
C. G. Jung: Contributions ä l'etude des types psychologiques 

(1914) 64 

M. Steiner: Die psychischen Störungen der männlichen Potenz 

(1914) 66 

R. Weber: Reverie et Images (1914) 68 

P. Bjerre: Das Wesen der Hypnose (1914) 69 

G. Berguer: Note sur la langage du reve (1914) 70 

F. Meggendorfer: Über Syphilis in der Aszendenz von Dementia 
praecox-Krauken (1914) 71 

J. Kollarits: Observations de Psychologie quotidienne (1915) . 72 

J. Kollarits: Contribution ä l'etude des reves (1915) .... 78 

P. Schilder und H. Weidner: Zur Kenntnis symbolähnlicher Bil- 
dungen im Rahmen der Schizophrenie (1915) ...... 86 

L. Buchner: Klinische Beitrag zur Lehre vom Verhältnisblöd- 

sinn (1915) 88 



Seite 
E. Claparede: De la representation des personnes inconnues et 

des Iapsus linguae (1915) 90 

C. G. Jung (Herausgeber): Psychologische Abhandlungen, 

Bd. I. (1915) 91 

A. Adler, C. Furtmüller (Herausgeber) : Heilen und Bilden (1916) 99 

E. Bleuler: Physisch und Psychisch in der Pathologie (1916) 108 

L. Kaplan: Psychoanalytische Probleme (1916) 109 

/. /. Putnam: The work of Alfred Adler, considered with espe- 

cial reference to that of Freud (1917) 114 

J. H. Schultz: S. Freuds Sexualpsychoanalyse (1917) .... 118 

E. Claparede: Reve satisfaisant un desir organique (1917) . . 122 
G. Groddeck: Die psychische Bedingtheit und psychoanalytische 

Behandlung organischer Leiden (1917) 123 

/. Schaxel: Über die Darstellung allgemeiner Biologie .... 126 

R. Kroner: Das Problem der historischen Biologie 126 

A. Lipschütz: Die Pubertätsdrüse und ihre Wirkungen (1920) . 130 

O. Gross: Drei Aufsätze über den inneren Konflikt (1920) . . 140 

S. Freud: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (4. Aufl.) (1921) 147 

G. Groddeck: Der Seelensucher (1921) 149 

K. Abraham: Klinische Beiträge zur Psychoanalyse (1922) . . 155 

R. de Saussure: La methode psychanalytique (1922) .... 158 



Freuds „Massenpsychologie und Ichanalyse" (Der individual- 
psychologische Fortschritt) (1922) 161 

Charcot (1925) 168 

Fragmente 

Weiteres zur Homosexualität (1909) 177 

Lachen (1913) 185 

Mathematik (etwa 1920) 192 

Paranoia (etwa 1922) 209 

Fragmente und Notizen 214 

I. (1920) 

Pollution, Onanie und Koitus 214 

Zuhälter und Femme entretenante 215 

Angst und frei flottierende Libido 216 

Zur Affekthysterie 216 



II. (1930) 

Seit« 

Die Oralerotik in der Kindererziehung 218 

Jeder Anpassung geht ein gehemmter Zersplitternngsversuch 

voraus ..... 219 

Autoplastik und Alloplastik 220 

Autosymbolismus und historische Darstellung 221 

Zur analytischen Konstruktion seelischer Mechanismen . . . 222 

Zum Thema Neokatharsis 224 

Gedanken über „Lust an Passivität" 225 

Grundlegende traumatische Wirkung des Mutterhasses oder 

der Lieblosigkeit , 228 

Phantasien über ein biologisches Vorbild der Über-Ich-Bildung 229 

Trauma und Heilbestreben . 232 



III. (1931) 

Zusammenfassungs-Versuch 234 

Über die Initiative des Patienten 238 

Relaxation und Erziehung 239 

Zur Revision der Traumdeutung 242 

Aphoristisches zum Thema Totsein - Weibsein ....... 248 

Geburt des Intellekts 250 

Fluktuation des Widerstandes 252 

Über masochistischen Orgasmus 254 

Trauma und Angst 256 



IV. (1932 und ohne Datum) 

Fakirismus 258 

Die drei Hauptprinzipien 259 

Über Erschütterung 261 

Suggestion-Aktion ohne Wollen 263 

Verdrängung 264 

Organisationsschema 265 

Accumulatio libidinis 266 

Quantum-Theorie und Individualismus . 267 

Technik des Schweigens 267 

Nochmals über Schweige-Technik 268 

Das therapeutische Argument 270 

Psychischer Infantilismus = Hysterie 271 



Seite 

Einstellung des Analytikers zum Patienten 272 

Die Vulnerabilität der traumatisch-progressiven Fähigkeiten . 273 

Die zwei Extreme: Glaubensseligkeit und Skeptizismus .... 275 

Infantilismus infolge Angst vor realen Aufgaben . 276 

Die Sprache des Ubw 277 

Verdrängen der Idee des „Grotesken" 279 

Repetition in analysis worse than original trauma 280 

Vergangenheitszug (Mutterleibs-, Todestrieb) und Gegenwarts- 

flncht 281 

Suggestion in (nach) der Analyse . . . . 282 

Integration and Splitting 283 

Indiscretion of the Analyst in Analysis — helpful 284 

Exaggerated sex impulse und seine Folgen . 285 

Theoretical doubt in place of personal one 286 

Chiromantie 288 

Über Lamaismus und Yoghi 288 

Abstraktion und Detail-Gedächtnis 289 

Abstraktion und Detail-Wahrnehmung 290 

Yoghi-Disziplin 290 

Das Psychotrauma 291 

Cure finishing _ 292 

Schlangen — hiss 293 

Trauma-Analyse und Sympathie 293 

Amnesie 094 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. Sändor 

Ferenczi 295 

Sachregister 029 




GEDENKARTIKEL, KRITIKEN 
UND REFERATE 



Ein Vorläufer Freuds 
in der Sexualtheorie 

(1911) 

Dr. S. L i n d n e r, Kinderarzt in Budapest, verschied im 72. 
Lebensjahre. Er gehörte zu jenen wenigen, auf die sich Freud 
bei der Begründung seiner Sexualtheorie als Vorläufer beziehen 
konnte. Seine wichtigste Arbeit war die „Ü ber Ludein oder 
Wonnesauge n", 1 die im Archiv für Kinderheilkunde (1879) 
veröffentlicht wurde; in dieser mit vielen guten Illustrationen er- 
läuterten Arbeit teilte der Verfasser seine Beobachtungen über die 
verschiedenen Arten des Ludeins bei ganz jungen und bei heran- 
wachsenden Kindern mit; er betonte ausdrücklich den erotischen 
Charakter dieser „üblen Gewohnheit" und erkannte deren all- 
mählichen Übergang in die Kinder-Masturbation. Natürlich wollte 
ihm diese Dinge kein Mensch glauben; man hielt ihn, da er seine 
These eifrig gegen die Spötter verteidigte, für einen Sonderling. 
Ref. war es noch vergönnt, den von der ärztlichen Tätigkeit schon 
zurückgetretenen alten Herrn auf die siegreiche Auferstehung 
seiner Lehre in Freuds Schriften aufmerksam zu machen. 



1 Neu abgedruckt in Zeitschrift f. psa. Päd. Bd. VIII. 1934. 



*» 



Die psychiatrische Schule 
von Bordeaux über die Psychoanalyse 1 

(1915) 

Am 1. Mai 1914, also unmittelbar vor Torschluss, gewährten 
die angesehenen Leiter der psychiatrischen Klinik in Bordeaux 
der Psychoanalyse durch die Herausgabe eines Buches gleichsam 
offiziell den Einlass in die französische Literatur, in der sie bis 
jetzt — abgesehen von kleineren Publikationen — nur durch die 
oberflächliche Kritik J a n e t s vertreten war. Die Autoren 
scheinen sich aber schon damals der Gewagtheit ihres Unter- 
nehmens — einer deutsch geschriebenen Wissenschaft das Wort 
zu reden — bewusst gewesen zu sein und bringen gleich in ihrem 
Vorwort einige Gründe vor, die sie vor dem Vorwurfe des „wis- 
senschaftlichen Germanismus" schützen sollen. Es ist wohl schon 
ein Vorzeichen der inzwischen eingetretenen traurigen Verhält- 
nisse, wenn es die Verfasser eines wissenschaftlichen Werkes für 



1 E. Regia, Professeur, et A. H e s n a r d, Assistant de clinique 
psychiatrique ä l'universite de Bordeaux: La Psychanalyse des Nevro- 
ses et des Psychoses, ses applications medicales et extramedicales. 
Paris, Librairie F. Alcan, 1914. 384 Seiten. 



nötig erachten, darauf hinzuweisen, dass die „Unabhängigkeits- 
tendenz" in der Wissenschaft nicht zu Fremdenhass ausarten 
dürfe. Die „p e n s e e Frendique" sei — heisst es weiter — 
(abgesehen von ihren Übertreibungen) „bei weitem nicht ohne 
Grösse", ja sie enthalte „einige grundlegende, fruchtbringende 
Ideen, die an die allerklassischesten Bestrebungen der heutigen 
Psychologie und Psychiatrie gemahnen", darum hoffen sie, dass 
ihr (der Psychoanalyse) in Frankreich „ein massvoller Empfang 
und die ihr gebührende gewissenhafte Prüfung" zuteil werden 
wird. 

Hat schon der Mut der Autoren, sich — in der Wissenschaft 
— vom Chauvinismus loszusagen, sympathisch berührt, so er- 
weckten diese letzteren Worte die Erwartung, dass sie sich auch 
sonst als Freidenker erweisen werden — frei nicht nur von na- 
tionalen, sondern auch von wissenschaftlichen Vorurteilen. 

In der zweiten Vorrede wird auf die ins Ungeheuere ange- 
wachsene Literatur der Psychoanalyse und auf den Mangel hin- 
gewiesen, dass ihre in verschiedenen Arbeiten zerstreuten Prin- 
zipien nirgends systematisch zusammenfassend dargestellt wurden. 
Dies sei ein grosses Hindernis der Verbreitung der neuen Seelen- 
lehre besonders in Frankreich, „wo die Geister, obwohl sie jede 
neue Hypothese mit Neugierde betrachten, von einer kennen zu 
lernenden Theorie verlangen, dass sie synthetisch und klar aus- 
gedrückt werde." 2 Nur solche und ähnliche methodologische Be- 
denken wären — nach Regis und Hesnard — imstande, 
die Franzosen vom Studium einer wissenschaftlichen These ab- 
zuhalten, niemals aber gefühlsmässige, sittliche oder religiöse 
Motive; dazu hätten die Franzosen — wie allbekannt — einen 



„ . . . surtout en France, ou les esprits, quoique curieux de toutes 
les nouvelles hypotheses, exigent, pour accepter de connaitre une theorie, 
qu'elle soit synthetiquement et clairement exprimee". (P. IX.) 



14 



S. Ferenczi 



viel zu weiten Geisteshorizont und zu grossen Abscheu vor jeder 
Dissimulation. 

Um nun dem französischen Geiste entgegenzukommen, stellen 
sich die Autoren die Aufgabe, in diese „ziemlich formlose Samm- 
lung von ingeniösen und unzusammenhängenden Hypothesen" 
etwas von ihrer „lateinischen Sorgfalt und Klarheit und Harmonie 
hineinzubringen". Unbekümmert um die historische Entwicklung 
der Lehre und um die Proportion, in der der Begründer der 
Methode und seine Schüler die einzelnen Glieder der Lehre be- 
arbeiteten, wollen sie hier „jene abstrakte Synthese wiedergeben, 
die sich in jedem französischen Geist beim vertieften Studium 
der Lehre von selbst bildet". 3 

Wir können nicht umhin, diesem Arbeitsplane der Kritiker 
gleich hier eine antikritische Bemerkung beizufügen. Wir glauben, 
dass die Psychoanalyse, als eine werdende Wissenschaft, deren 
Strombett durch immer neue, unerwartete Zuflüsse erweitert wird, 
recht daran tut, sich möglichst lange mit der Sammlung von 
Tatsachen und der Verknüpfung des Nächstliegenden zu befassen 
und von jeder starren Abstraktion und Definition abzusehen. Die 
vorschnelle Systemisierung, die nach R e g i s und Hesnard 
der lateinische Geist erfordern soll (sie sagen ja, dass es diesem 
Geiste widersteht, sich mit einer nicht klar ausgedrückten Theorie 
überhaupt zu beschäftigen), ist unserer Ansicht nach eine Schein- 
exaktheit und verbirgt eine Umkehrung der Tatsachen. Die Exakt- 
heit ist eine scheinbare, da sie den tatsächlich vorhandenen 
Schwierigkeiten und Unklarheiten nicht Rechnung trägt, und sie 
kehrt die Tatsachen um, indem sie so tut, als wäre man von allem 
Anfange an im Besitze der klaren Grundbegriffe gewesen, aus 
denen die Einzeltatsachen wie selbstverständlich folgten. In Wirk- 



3 „ . . . la Synthese abstraite qu'evoque dans tout esprit frangais 
l'etude approfondie de la doctrine." 



lichkeit erlebt man, wenn man eine wissenschaftliche Doktrin 
in statu nascendi verfolgt, so viele Überraschungen, dass man 
immer neue und neuere Definitionen bilden muss, bis man es 
schliesslich überhaupt aufgibt, sich um dieses Prokrustesbett jeder 
Entwicklung zu kümmern, und sich höchstens ausnahmsweise zum 
zeitweiligen Gebrauche solche allgemeine und darum inhalts- 
schwache Formulierungen zurechtlegt. Doch seien auch wir mit 
unserer Abweisung nicht voreilig und hören wir zu, ob es den 
Autoren denn doch nicht gelingt, uns eines Besseren zu belehren. 
Betonen müssen wir aber, dass die Psychoanalyse die Verant- 
wortung für diese Reglementierung nicht auf sich nehmen kann; 
jedes Lob und jeder Tadel für diese Formulierungen fällt auf ihre 
Autoren zurück. 

Das stattliche Buch zerfällt in zwei sehr ungleiche Teile; 
die ersten 300 Seiten enthalten eine sehr eingehende Darstel- 
lung der Theorie und der Anwendung der Psychoanalyse, die 
letzten 100 Seiten die eigentliche kritische Stellungnahme 
der Autoren. 

Dem geplanten systematischen Charakter des Werkes ent- 
sprechend, beginnt die Darstellung mit der Definition der 
Psychoanalyse, einer Leistung, die — in der Tat — bis jetzt nie- 
mand versucht hat. "Wir wollen sie hier wörtlich wiedergeben: 
„Die Psychoanalyse ist eine psychische Untersuchungs- und Be- 
handlungsmethode der Psychoneurosen, abgeleitet (inspiree) aus 
einem weiten Erklärungssystem der meisten normalen und krank- 
haften Tätigkeitsformen der menschlichen Seele und charakteri- 
siert durch die Analyse der affektiven Strebungen und ihrer 
Wirkungen, wobei diese Strebungen zum grössten Teile als vom 
Sexualtrieb abstammend betrachtet werden." 

Eine gute Definition könnten auch wir — wie gesagt — 
schwerlich vorschlagen, aber dass diese Beschreibung eine mangel- 
hafte ist, merken wir auf den ersten Blick. Aus einer Begriffs- 



16 



S. Ferenczi 



bestimmuug der Psychoanalyse dürfte z. B. die Betonung des 
Unbewussten — dieses integrierenden Bestandteiles der 
Lehre — nicht fehlen. Wir finden aber diesen Fehler der Autoren 
verzeihlich; ist es doch ein schweres Kunststück, eine solche 
Menge von Erfahrungen in eine einzige, wenn auch noch so lange 
Periode zu komprimieren. 

Der andere Einwand erhebt sich gegen die Behauptung, dass 
die Psychoanalyse die affektiven Strebungen zum grössten Teile 
vom Sexualtrieb ableitet. Niemals hat es die Psychoanalyse ge- 
wagt, zu entscheiden, wieviel von den seelischen Strebungen 
sexuellen und wieviel anderen (z. B. egoistischen) Ursprunges ist. 
Sie behauptet nur, dass sexuelle Triebkräfte eine viel grös- 
sere und mannigfachere Rolle im Seelenleben spielen, als man 
es bisher annahm, dass sexuelle Momente wahrscheinlich bei fast 
jeder Tätigkeit mitspielen und oft als Vorbilder fungieren; 
zwischen dieser Annahme und der Behauptung, dass die Psycho- 
analyse fast alles vom Sexuellen ableitet, ist aber ein so grosser 
Unterschied, dass er von den Kritikern nicht hätte vernachlässigt 
werden dürfen. Diese verhängnisvoll irrtümliche Auffassung zieht 
übrigens wie ein roter Faden durch das ganze Buch; wir werden 
noch darauf zurückkommen müssen. 

Nach kurzgefasster Darstellung der Geschichte der Psycho- 
analyse und ihrer Verbreitung kommen die Autoren nochmals 
auf die wenigen französischen Arbeiten über Psychoanalyse zu- 
rück. Es folgt dann der Hinweis auf die klinische Anwendung 
der Methode, die die Autoren versucht und deren Resultate sie 
mitgeteilt haben. (Im „Encephale" 1913.) Leider ist diese Mit- 
teilung zurzeit dem Referenten nicht zugänglich, so dass er gerade 
die Grundlagen, auf die R. und H. ihre Ansichten aufbauten, 
auf Tragfestigkeit nicht untersuchen kann. Es ist zu bedauern, 
dass die Autoren verschmäht haben, dieses so sehr theoretische 
Werk durch die - — wenn auch abgekürzte — Mitteilung ihrer 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 17 

Erfahrungen mit etwas Realität oder, sagen wir besser, mit etwas 
Konkretem zu beleben. Wie es ist, besteht ihr Werk nur aus 
Theorie und Kritik und läset die Neugierde der Leser bezüglich 
der persönlichen Erfahrungen der Autoren unbefriedigt. 

Wann immer das erste Lehrbuch der Psychoanalyse ge- 
schrieben wird, muss sein Autor an den Verfassern dieser Arbeit 
ein Beispiel nehmen. Es ist interessant, wie sehr sie sich bei der 
Darstellung der Psychoanalyse in ihnen fremde, ja vielfach un- 
sympathische Gedankengänge zu vertiefen, wie sorgfältig sie den 
an hundert verschiedenen Orten versteckten prinzipiellen Aus- 
sagen Freuds nachzuspüren, wie geschickt sie die zerstreuten 
Fäden zu einer fertigen Theorie zu verweben imstande sind. 
Es kommt den Autoren dabei der von ihnen mit Recht gepriesene 
französische Hang zu Sauberkeit und Ordnung gewiss zustatten. 

Das Kapitel „Le psychodynamisme" ist bestrebt, die im Wesen 
dynamische Auffassung Freuds über die Seelenvorgänge ge- 
ordnet darzustellen. (Der gelungene Terminus „Psychodynamis- 
mus" stammt von den Autoren; bis jetzt sprachen wir eher von 
„dynamischer Psychologie". Wir sind den Autoren für diese Neu- 
prägung dankbar, bemerken aber, dass sie an anderer Stelle 
Freud seine „Vorliebe für die Heterogeneität des wissenschaft- 
lichen Wortschatzes und den unmässigen Gebrauch zusammen- 
gesetzter psychologischer Kunstausdrücke" vorwerfen.) — Den 
Psychodynamismus Freuds stellen sie der psychostati- 
sehen Auffassung J a n e t s gegenüber und heben mit Recht 
als einen der allerwesentlichsten Charaktere der Psychoanalyse 
hervor, dass sie sich „das psychische Leben als ein in fortwähren- 
der Evolution begriffenes System elementarer, antagonistischer, 
zusammenwirkender oder resultierender Kräfte" vorstellt. 

Selten noch hat jemand die Art, wie Freuds Unbewuss- 
t e s zu verstehen ist, so richtig erfasst wie die Autoren. Das 
Unbewusste ist tatsächlich weder das Gegenteil des Bewussten, 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 2 



18 



S. Ferenczi 



wie es Li p p s meint, noch das Unterbewusste der Philosophen, 
sondern die innere Realität der Seele „le reel psychique", „die 
die innere Wahrnehmung ebenso schwer und unvollständig er- 
fassen kann wie die Sinneswahrnehmung die Aussenwelt." — 
Weniger gelungen ist die Definition des „Vorbewussten" (Pre- 
conscient). Dieses soll eine intermediäre Zone zwischen Be- 
w u s 8 t e m und Unbewusstem sein und „alle Phänomene 
der Träumerei, der Zerstreutheit, der Inspiration, der nächtlichen 
Träume in sich fassen, die für uns die subjektive Enthüllung der 
ungekannten inneren Realität bedeuten, gleichsam Sendboten des 
„inneren Realen" oder seine Reflexe, sein Echo sind". Diese recht 
unklare Beschreibung vergisst hervorzuheben, dass die „grosse 
Zensur" — und der grosse psychische Unterschied — nicht zwi- 
schen Vorbewusstem und Bewusstem, sondern zwischen Unbe- 
wusstem und Vorbewusstem zu suchen ist, und dass die psycho- 
logischen Charaktere des Vorbewussten mit denen des Bewussten 

— mit Ausnahme der Bewusstheitsqualität — voll übereinstim- 
men. Das Vorbewusste funktioniert also nicht nur bei Träume- 
reien und ähnlichen halbbewussten psychischen Tätigkeiten, son- 
dern auch bei den höchsten und geordnetsten Leistungen der 
Psyche. 

Nach der richtigen Erklärung des Zensurbegriffes folgt die 
recht gute Wiedergabe des F r e u d sehen Schemas der psychi- 
schen Tätigkeit, dann der „Komplexe" und deren affektiver Be- 
deutung. Von den Affekten führt der Weg — vollkommen logisch 

— zur Darstellung der von der Psychoanalyse besonders stark 
betonten Sexualgefühle und -Vorgänge. Wenn aber die Autoren, 
ihre Aversion gegen psychologische Mischworte nochmals über- 
windend, die Sexualpsychologie der Analytiker „P a n s e x u a - 
1 i s m u s" und dieses Wort als „expression ingenieuse" bezeich- 
nen, so geben sie damit einen neuerlichen Beweis ihres diesbezüg- 
lichen Missverständnisses. „Der Begriff Sexualität umfasst bei 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 19 

Freud eine enorme Menge der verschiedensten Vorstellungen"' 

heisst es auf S. 29 • — „und erreicht beinahe den Sinn des 

Triebes im allgemeinen oder der ,Energie affective cinetique' ", 
Nun aber hat Freud niemals etwas Ähnliches ausgesprochen; 
im Gegenteil: er sagte oft und ausdrücklich, dass die Sexualität 
von anderen Triebbetätigungen — besonders von den egoistischen 
— grundsätzlich zu unterscheiden ist; diese unerlaubte Verall- 
gemeinerung brauchen also die Kritiker nicht ihm, sondern sich 
selber vorzuwerfen, höchstens etwa noch einigen früheren Schülern 
Freuds, die gerade infolge der Weigerung Freuds, die „ener- 
getische" Verallgemeinerung des Libidobegriffs mitzumachen, von 
ihm abgefallen sind. R. und H. kennen die Literatur der Psycho- 
analyse zu gut, als dass ihnen dies hätte entgehen können, so dass 
wir sie in diesem Punkte — entgegen ihrer versprochenen Objek- 
tivität — eines gewissen Sophismus zeihen müssen; sie bekämpfen 
hier etwas, was ihr Gegner niemals behauptet hat. Es ist gleicher- 
weise ihre eigene und von ihnen fälschlich Freud zugeschrie- 
bene Auffassung, wenn sie sagen, dass nach der Psychoanalyse 
„der Sexual- oder Fortpflanzungstrieb die aktuelle dynamische 
Grundlage unserer normalen und pathologischen Geistestätigkeit 
sei, weil der andere fundamentale Trieb des Menschen, der Trieb 
der Ernährung und Selbsterhaltung . . . heutzutage unfähig wäre, 
auf den psychischen Organismus eine erhebliche Wirkung aus- 
zuüben, da er unter der Einwirkung der sozialen Umwelt und der 
Zivilisation eine ererbte Verkümmerung (Atrophie) erfahren hätte." 
Hätten die Autoren bei der Darstellung der Psychoanalyse 
den aufrichtigen historischen Weg nicht um der glänzenderen, 
aber täuschenden Deduktion willen verlassen, so hätte ihnen selbst 
und jedem Leser ihres Buches die Unrichtigkeit dieser Behaup- 
tung eingeleuchtet. Von einer „Atrophie des Selbsterhaltungs- 
triebes" ist in Freuds Werken nicht ein Wort zu finden, für 
diese abstruse Phantasie sind einzig und allein R. und H. verant- 



_ 



20 



S. Ferenczi 



lUll: 



wortlich. Ebenso unrichtig ist es zu behaupten, dass Freud 
a priori aufs Sexuelle losging und nicht durch die Wucht der 
Tatsachen — und nach langen Kämpfen — zu dieser Erkenntnis 
gelangt ist. 

Auf den nun folgenden 30 Seiten geben uns die Autoren eine 
sehr gute Übersicht über die Entwicklungsgeschichte der Sexuali- 
tät, wie sie in den „Drei Abhandlungen Freuds" gegeben ist, 
dann wird die Verdrängung erklärt und die Beziehungen zwischen 
Neurose und Perversion im einzelnen durchgesprochen. 

Bei der Besprechung der psychoanalytischen Methode 
heisst es: „Die Psychoanalyse, die ursprünglich dazu diente, um 
die pathogene Formel jeder Psychoneurose aufzudecken, enthüllte 
allmählich die Tiefen des Unbewussten. Von da an entwickelte 
sie sich selbständig und — an der Vielseitigkeit ihrer Hilfsmittel 
erstarkend — wurde sie bereits eine zu grossen Hoffnungen be- 
rechtigende psychiatrische Untersuchungsmethode." 

Die treffende Charakterisierung der psychoanalytischen Tech- 
nik wollen wir hier wörtlich wiedergeben: 

Die psychoanalytische Untersuchungsmethode „besteht darin, 
dass man sich in das Intimste der zu untersuchenden Psyche 
versenkt, gleichsam für einen Moment die Persönlichkeit des 
Untersuchten mit der des Untersuchenden verschmilzt und sich 
dann die Frage stellt: warum sich (bei der freien Assoziation) an 
diesen oder jenen Gedanken oder an eine Vorstellung gerade 
dieser oder jener andere Gedanke oder die bestimmte Vorstellung 
assoziiert, was ist die rein psychologische Entstehungsart dieser 
Verkettung und bis zu welcher Urquelle lässt sie sich verfolgen? 
Die ärztlich-psychologische Untersuchung wendet sich hier gleich- 
sam um eine kurze Anleihe an die Individualpsychologie. Anstatt 
zum Beispiel — wie es in der allgemeinen Pathologie sonst üblich 
ist — gegenständlich gegebene Tatsachen zu untersuchen (den 
Nachlass oder die Veränderung dieser oder jener Tätigkeit infolge 






Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 21 

dieser oder jener Gehirnveränderung) und aus diesen Tatsachen 
zu erklären, warum das zu untersuchende psychische Faktum im 
Bewusstsein des Kranken gegenwärtig ist; anstatt dann die objek- 
tiven klinischen Charaktere dieses Faktums zu analysieren (ob es 
von der bewussten Persönlichkeit angenommen wird oder nicht, 
oder bis zu welchem Grade; ob man es als 1 Delir, als Halluzina- 
tion, als Grössenidee oder als impulsive Reaktion klassifizieren 
kann usw. usw.): statt dessen eignet der Psychoanalytiker die 
beim Kranken angetroffene Idee für einen Moment sich selber an, 
als wäre sie ihm selbst eingefallen, und sucht dann nach ihrer un- 
mittelbaren Quelle. Diese findet er dann notwendigerweise in 
einer anderen assoziierten oder spontanen Idee, die die Erinne- 
rungen des Untersuchten liefern. Er rekonstruiert so die zeitliche 
Folge der Psychogenese jener untersuchten psychischen Tatsache 
und gelangt schliesslich zu einem ursprünglichen Faktum, von 
dem es sich herausstellt, dass es immer eine mehr-minder ver- 
drängte Strebung der Kinderzeit ist. 

So gelingt es der Psychoanalyse, die Regellosigkeit der Ideen- 
assoziationen des Untersuchten und die stets wechselnde Flut 
seiner Bewusstseinszustände in ein gewisses verhältnismässig ein- 
faches psychisches Netzwerk einzuordnen, das ihn dann, über 
immer tiefere Schichten seiner Psyche, schliesslich zum Herd des 
unbewussten affektiven Dynamismus hinleitet. Dieses Netzwerk 
wird von der Gesamtheit der Erinnerungen, Ideen, Erregungen, 
Wortbildern, dinglichen oder abstrakten Vorstellungen usw. ge- 
bildet, die untereinander durch die Gesetze des Gedächtnisses 
und der unbewussten psychischen Gedankenverknüpfung ver- 
bunden sind. Dieses Netz kann demnach als Leitfaden betrachtet 
werden, der den Arzt — wenn er ihm folgt — vom Symptom 
ausgehend bis zu dessen infantiler psychischer Ursache hin- 
führt." 

Diese anschauliche und eindrucksvolle Beschreibung wird 




wahrscheinlich vielfach Interesse für die Psychoanalyse erwecken; 
sie ist wie jede Simplifikation pädagogisch unschätzbar, natürlich 
ist sie aber auch mit den Mängeln der Schematisierung behaftet. 
Die heutige Psychoanalyse ist sehr weit davon abgekommen, das 
neurotische Symptom auf eine bestimmte infantilpsychische „Ur- 
sache" zurückzuführen; sie fasst das Symptom als eine Resultante 
gewisser konstitutioneller und bestimmter akzidenteller Bedin- 
gungen auf. In sehr vielen Fällen findet sie allerdings auch heute 
noch die akzidentellen Momente derart überwiegend, dass — für 
diese Fälle — die von den Autoren gegebene Beschreibung auch 
jetzt noch zu Recht besteht. 

Die äusserst sorgfältige Wiedergabe der Freudschen 
Traumdeutung, die dieses Kapitel beschliesst, bedarf hier 
keiner ausführlicheren Besprechung, ebensowenig wie die Be- 
schreibung des Assoziationsexperimentes, der Psychopathologie 
des Alltagslebens usw. Ihren Eindruck über die Arbeitsbehelfe 
und Methoden der Psychoanalyse fassen die Autoren im Satze 
zusammen, dass die Psychoanalyse wohl „eine der schwierigsten 
Methoden der psychologischen Untersuchung ist; das erklärt auch, 
warum sich so wenige ihrer Kritiker auf persönliche Erfahrung 
berufen können". 

Die Darstellung der extramedikalen Anwendung der Psycho- 
analyse (allg. Psychologie, Religionspsychologie, Ästhetik usw.) 
ist nicht minder gelungen. Nur einer einzigen Behauptung müssen- 
wir energisch widersprechen, der nämlich, dass die Psychoanalyse, 
indem sie auch „den Wert von Kunstwerken überprüft, aufhört, 
Wissenschaft zu sein", „sie durchbricht hier den ihr zu engen 
Rahmen der hergebrachten Literarpsychologie und wird zur 
Philosophie". Da aber die Autoren selber sagen, dass die Psycho- 
analyse „es nicht wagt, offen (franchement) über den literarischen 
Wert eines Werkes zu urteilen" (wie sie denn auch keine einzige 
Stelle in Freuds Werken aufzeigen könnten, die sich mit 







Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 23 

ästhetischen, moralischen oder dgl. Welturteilen beschäftigt), so 
müssen wir die Meinung der Autoren, dass die Psychoanalyse 
vielleicht insgeheim (anders als „franchement") Anspruch darauf 
macht, einen ästhetischen, moralischen Kodex oder dgl. zu sta- 
tuieren, als einen durch nichts gestützten subjektiven Eindruck 
charakterisieren. Die Kerntruppe der Psychoanalytiker, die bis 
jetzt Freud in jeder Hinsicht Gefolgschaft leistete, hat die 
Ästhetik und Philosophie stets nur als Objekte der Psychoanalyse 
behandelt und es immer und immer wieder abgelehnt, sie selbst 
eine Philosophie, Ästhetik oder Morallehre werden zu lassen. 

Ebenso ungerechtfertigt ist es, den Kampf des Lust- und des 
Realitätsprinzips bei Freud nicht einfach als zusammenfassende 
Beschreibung empirisch gewonnener Tatsachen, sondern als eine 
Art „philosophisches System zur Erklärung der Bestimmung des 
Menschen" hinzustellen. Allmählich mehren sich also doch die 
Zeichen, dass R. und H. - — die die schwierigen Fragen der psycho- 
analytischen Technik, ja sogar das „Unbewusste", an dem die 
meisten stolpern — richtig erfassten, in Sachen der Ästhetik, 
Philosophie, Moral (equite) ihre beabsichtigte wissenschaftliche 
Gerechtigkeit einbüssen und der Psychoanalyse Meinungen an- 
dichten, die ihr stets fremd waren, ja vor denen sie stets ausdrück- 
lich gewarnt hat. Denn wenn auch Ästhetiker, Pädagogen, Sozial- 
politiker die psychoanalytischen Erkenntnisse zu Fortschritten 
auf ihrem Spezialgebiet benützen wollen (und dieses Recht kann 
ihnen niemand streitig machen), die Psychoanalyse als solche 
bleibt tendenzlose Wissenschaft, gleichwie die Botanik nicht auf- 
hört, Wissenschaft zu sein, auch wenn Küchengärtner oder vege- 
tarianische Wanderprediger die botanischen Kenntnisse in ihrem 
speziellen Sinne verwerten. Wenn aber der Psychoanalytiker, dem 
die Anwendungsmöglichkeiten seiner Methode naturgemäss zuerst 
auffallen müssen, sich auf ihm ursprünglich fernliegende Spezial- 
gebiete begibt, so geschieht dies nur „faute de mieux", weil er 



24 



S. Ferenczi 



nicht so lange warten will, bis sich die Fachleute so viel psycho- 
analytisches Wissen erwerben, dass sie dieser Aufgabe gewachsen 
sind, gleichwie auch der Botaniker zum Küchengärtner wird, 
wenn er — wie Robinson — auf einer verlassenen Insel leben 
und die Vorteile der Arbeitsteilung entbehren muss. 

Die medizinische Anwendung der Psychoanalyse (Behandlung 
der Neurosen und Psychosen) nimmt natürlich den breitesten 
Raum im Werke ein. Wiedergabe und Gruppierung der diesbezüg- 
lichen Literatur ist auch hier richtig und anschaulich. Es fällt 
einem aber bei der Lektüre des Buches allmählich die etwas for- 
cierte Unparteilichkeit der Autoren, ja ihre volle Abstinenz vor 
jeder Meinungsäusserung auf, obwohl hie und da eine gewisse 
Tendenz — wie wir sahen — die affektlose Serenität der Dar- 
stellung doch wie ein Wetterleuchten durchbrifcht. Im allgemeinen 
erinnert diese Ruhe an die Windstille vor dem Sturm und lässt 
nichts Gutes ahnen. Aus der Darstellung der Neurosenlehre 
brauchen wir nur wenig hervorzuheben, so z. B. die recht 
gelungene Gegenüberstellung der Ansichten Freuds und 
J a n e t s. 

Das Kapitel über die Psychoanalyse der Neurosen schliesst 
mit folgendem Satze: „Laut der Psychoanalyse — da sie ja die 
letzte Ätiologie bei allen (Neurosen) gleichsetzt — verlieren die 
nosologischen Einstellungen, durch die die klassischen Autoren 
Scheidewände zwischen den verschiedenen nervösen Erkrankun- 
gen errichten, ihre Wichtigkeit." Vor einer solch unstatthaften 
Simplifizierung des Tatbestandes hat aber die Psychoanalyse ihre 
allzu ungeduldigen Adepten immer nur gewarnt. Es genügt, auf 
die Zähigkeit hinzuweisen, mit der Freud um die Erklärung 
der Neurosenwahl und der verschiedenen Mechanismen bemüht 
war, um zu begreifen, dass ihm nichts ferner liegt, als die Scheide- 
wände zwischen den Krankheitsformen abzuschaffen. Gerade die 
typischen Unterschiede der Symptombildung wurden ja für ihn 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 



25 



zur ergiebigsten Erkenntnisquelle. Und wenn auch schliesslich 
die Klassifizierung Freuds von der hergebrachten abweicht, 
das allein bedeutet keinen Abfall von den „klassischen" Methoden, 
deren Vertreter diesbezüglich auch untereinander nicht überein- 
stimmen und die allerverschiedensten Einteilungspläne befür- 
worten. Damit will ich nicht gesagt haben, dass Freud nicht 
tatsächlich in manchem anderen wesentlichen Punkte von den 
Klassikern" der Psychiatrie — unserer Ansicht nach höchst vor- 
teilhaft — abweicht. 

In der Darstellung der Psychoanalyse der Psychosen bewährt 
sich das didaktische Talent der Autoren von neuem. Ich habe 
hier nur den Irrtum, dass sie Introjektion und Intro- 
version verwechseln, anzumerken, gebe aber ohne weiteres zu, 
dass es besser wäre, wenn die Bezeichnungen für diese so grund- 
verschiedenen Begriffe einander lautlich unähnlicher wären. 

Ein viel ernsteres Missverständnis ist es, wenn die Autoren 
bei der Besprechung der therapeutischen Wirkungsweise die 
Verurteilung unzweckmässiger Strebungen als eines der 
therapeutischen Hilfsmittel der Psychoanalyse erwähnen. Diese 
sowohl wie die Sublimierung sind nicht Heilbehelfe, son- 
dern Erfolge der Behandlung und müssen während und infolge 
der Analyse spontan und ohne die Suggestion des Arztes zustande 
kommen, sollen sie nicht ins Seelenleben des Kranken einge- 
schmuggelte Fremdkörper, sondern dauerhafte, eigene Erwerbung 
des Kranken sein. 

Die kurze, aber alles Wesentliche enthaltende Zusammen- 
fassung der Literatur über die Übertragung beschliesst die- 
ses Kapitel; es ist zugleich der Schluss des darstellenden Teiles. 

Der nun folgende kritische Teil der Arbeit wird mit einer 
sehr bemerkenswerten kleinen Abhandlung, betitelt „La Psy- 
choanalyse et les critique s", eingeführt. Einen grossen 
Teil der bisherigen Kritiken der Psychoanalyse „kann man getrost 






26 



S. Ferenczi 



von vornherein zurückweisen" — heisst es hier u. a. — „Es sind 
dies jene, die gemütsmässige: moralische, ethische, religiöse 
usw. Gesichtspunkte walten lassen. Alle diese sind masslos. Ent- 
weder stellen sie Freud als einen verachteten oder verkannten 
Apostel dar und verraten viel eher den mystischen und über- 
schwenglichen Jünger als den überzeugten Schüler. Oder aber 
trachten sie ihn als einen Erleuchteten, einen Träumer, wenn 
nicht gar als einen gefährlichen, bösen Geist hinzustellen, der die 
Adepten in eine Art Wahnsinnansteckung verstrickt. Man erkennt 
unter diesen Kritikern den Moralisten, der in seiner methodischen 
Unkenntnis der Sexualvorgänge gestört wird, den übertrieben 
Religiösen, der seine Prinzipien verteidigt und den erschrockenen 
Pädagogen, dem es vor einer solchen Gedankenfreiheit graust." 
„Angriffe dieser Art, wie sie besonders von Hoche, Förster. 
K. Mendel usw. dirigiert werden, dürfen auf dem Gebiete, auf 
das wir uns stellen, nämlich auf wissenschaftlichem Gebiete, nicht 
in Betracht gezogen werden. Wir lassen auch alle Kritiken bei- 
seite, die an die gute Laune appellieren und Freuds Ideen 
lächerlich zu machen streben. Die wissenschaftliche Kritik ver- 
trägt sich schlecht mit dem Scherz. — Man kann sich vorstellen, 
wie peinlich es einen so grossen Geist, wie der Begründer der 
Psychoanalyse ist, berühren mag, wenn er sieht, dass das Werk, 
dem er sein Leben geweiht hat, zum Gegenstand solch leicht- 
fertiger Witze gemacht wird." Wir können diesen antikritischen 
Bemerkungen der Autoren fast in allem zustimmen, bedauern 
aber, dass sie die Namen jener Autoren, die F r e u d aus religiösen, 
ethischen, moralischen etc. Gründen verteidigen, nicht 
nennen. Uns sind nämlich solche — von den Autoren mit Recht 
abgelehnte — Kritiken nicht bekannt. Wenn aber ein Schüler hie 
und da in der Äusserung seiner Dankbarkeit überschwenglich 
wird, so finden wir das verzeihlich, solange er i n m e r i t o 
seine Fachkritik bewahrt. Jedenfalls ist es für einen solchen 



Schüler eine zu harte Strafe, wegen dieser mehr stilistischen 
Vergehen in einem Atem mit Hoche, Mendel usw. genannt 
zu werden. 

Viel unerklärlicher — ja etwas verstimmend — wirkt es 
weiter, wenn die Autoren unter den ernsthaften Kritikern 
Freuds neben den allseits geachteten Namen J a n e t, La- 
dame, Dubois, Bleuler — auch den des hierorts besser 
gekannten Friedländer erwähnen! Wir machen übrigens 
in diesem Werke auch die Bekanntschaft des hier wenig bekannten 
Kostyleff, eines Autors, dem gemäss die Psychoanalyse Be- 
weise für die Richtigkeit der psychologischen Theorie von den 
„zerebralen Reflexen" erbracht hätte. Kostyleff scheint schon 
viel über die Psychoanalyse in französischer Sprache veröffentlicht 
zu haben. — Mit Recht heben es die Autoren schliesslich hervor, 
dass „der grösste Teil der Kritiker es unterliess, die von Freud 
vorgeschlagene Technik in einigermassen anhaltender und ge- 
duldiger Weise anzuwenden". „Manche von ihnen, z. B. Isser- 
1 i n, weigern sich sogar, sie überhaupt zu versuchen, da sie ihnen 
von vornherein logisch unannehmbar erscheint." 

Die Verfasser versprechen nun, ihrerseits die Psychoanalyse 
ohne Voreingenommenheit zu beurteilen. Da sie es für untunlich 
erachten, die neue Lehre in Bausch und Bogen anzunehmen oder 
abzulehnen, wollen sie die Theorie im allgemeinen und speziellen 
nochmals durchsprechen und sich über jedes einzelne Faktum 
besonders äussern. 

Man war schon durch gewisse Missverständnisse des dar- 
stellenden Teiles darauf vorbereitet, dass auch das Urteil der 
Verfasser durch die irrtümliche Auslegung wichtiger Teile der 
Psychoanalytik getrübt sein wird; es geschieht dies aber in einem 
Masse, dass es bei dem sonst ungewöhnlichen Verständnis der 
Autoren für gewisse Feinheiten der Theorie und Methodik sowie 
■nach ihren umständlichen Vorbereitungen zur Sachlichkeit und 



Unparteilichkeit — einigermassen befremdend wirkt. Nur einiger- 
massen — sagen wir — , da wir es ja oft erleben, dass sich aus- 
gezeichnetes Verständnis für die Psychoanalyse mit Unfähigkeit 
zur Überzeugung vergesellschaft. Wir wollen nun die wichtigsten 
Einwendungen der Verfasser hervorheben und glauben, dass sich 
unsere Leser selbst ein Urteil darüber bilden werden, ob wirklich 
die Fehler der Lehre und Methode, oder mehr die der Kritiker 
schuld daran waren, dass sie sie in den wichtigsten Punkten ab- 
lehnen zu müssen glauben. 

„Wir waren bestrebt" — so beginnen sie den allgemeinen Teil 
ihrer Kritik — „in dieser Arbeit eine wesentlich systematische 
Übersicht über das Werk der Psychoanalyse zu geben. Von diesem 
Standpunkte gesehen, ist sie mit keinem anderen medizinischen 
Werke vergleichbar und überrascht durch so ausgesprochene philo- 
sophische Allüren, dass man sie mit Recht gewissen metaphysi- 
schen Systemen der Psychologie verglichen hat. Das heisst, sie ist 
mit allen Vorzügen und Mängeln eines Systems behaftet; die theo- 
retischen Vorzüge sind: Klarheit, Einheit, Harmonie, die den Geist 
des Dilettanten befriedigen und ihn von der Last jener Einzel- 
untersuchungen, jener geduldigen Sammlung von Einzeltatsachen, 
die sonst die in der Medizin gültige Währung bedeuten, befreit; 
sie hat aber den praktischen Nachteil, dass sie — infolge der rein 
hypothetischen Natur der Theorie — im ganzen vollkommen un- 
beweisbar ist." 

Wie verträgt sich nun diese Anklage mit dem anfangs zitierten 
anderen Vorwurf der Autoren, wonach die Psychoanalyse eine 
„formlose Sammlung von ingeniösen Hypothesen" ist, in die erst 
die Autoren „Synthese und System bringen mussten, um dem 
Ordnungssinne ihrer Leser entgegenzukommen"? Solange die 
Autoren entweder den Vorwurf der Systemlosigkeit oder den der 
unberechtigten Systemisierung nicht zurückziehen, können wir 
keinen der beiden Vorwürfe ernst nehmen. 



Und wenn die „geduldige Sammlung von Einzeltatsachen" 
das Charakteristikum des Nichtdilettanten ist, so kann der Psycho- 
analytiker, der oft jahrelang an einem einzelnen Falle arbeitet 
und nur aus mehreren gründlich untersuchten Fällen Schlüsse zu 
ziehen sich gestattet, sich gegen den Vorwurf des Dilettantismus 
sicher immun fühlen. 

Gerne akzeptieren wir dagegen Kraepelins als Schimpf- 
wort gemeinte Bezeichnung der Psychoanalyse: das Wort „M e t a- 
psychiatrie" (übrigens nur eine Variante der von Freud 
schon früher geprägten „Metapsychologi e"). Wir geben zu, 
dass das Unbewusste, als solches unbeweisbar, eine An- 
nahme, eine Interpolation in die bisherige Kluft zwischen physio- 
logischen und bewusst-psychischen Vorgängen bedeutet. Sie ist 
aber nicht minder berechtigt als Hypostasen ähnlicher Art auf 
anderen Wissensgebieten — z. B. in der Physik die Hypostasie- 
rnng des Substanzbegriffes. Die Frage ist immer nur die, ob eine 
solche Annahme einen heuristischen Wert hat, ob sie bisher 
unerklärliche Vorgänge verstehen lehrt; wir glauben, dass der 
Begriff des „Unbewussten" in diesem Sinne wertvoll und daher 
aufrechtzuerhalten ist. Keinesfalls genügt aber die Tatsache 
einer solchen Hypostase dazu, um zwischen der Psychoanalyse 
und der Mystik eine Parallele zu ziehen, wie es die Autoren unter- 
nehmen. 

Wir erlauben uns, hier darauf hinzuweisen, dass dieselben 
Autoren, die die Psychoanalyse „mystisch" nennen, weil sie das 
Unbewusste „nicht experimentell nachweisen, nicht mit Mass- 
einheiten messen kann", mit grosser Hochachtung von der soge- 
nannten klassischen Psychiatrie sprechen, die — wie wir es oben 
zitierten — Grössenideen und andere psychische Störungen mit 
bestimmten Gehirnveränderungen in Zusammenhang bringt. Und 
doch ist es noch niemandem gelungen, diesen Zusammenhang 
objektiv und experimentell nachzuweisen, z. B. eine Grössenidee 



30 



S. Ferenczi 









an einer Gehirnveränderung zu messen; die Annahme ist also 
im Sinne der Autoren eine nicht weniger „mystische" als die des 
Unbewussten. 

Die Psychoanalyse ist viel liberaler; sie hat nichts gegen die 
Annahme des Zusammenhanges von Gehirnveränderungen bestimm- 
ter Art mit gewissen Seelenveränderungen. Sie verlangt aber 
auch für sich das Recht, der Wahrheit auf neuen Wegen nachzu- 
spüren und es zu versuchen, mittels Untersuchung rein psycho- 
logischer Mechanismen eine Bewegung in die stagnierenden Ge- 
wässer der Psychologie und Psychiatrie zu bringen. Da die Wahr- 
heit schliesslich nur eine ist, wird ja am Ende die physiologische 
Wahrheit mit der psychologischen zusammenfallen. Einstweilen 
muss man aber die — bisher arg vernachlässigte — psychologische 
Methodik unbeeinflusst durch die Physiologie selbständig aus- 
arbeiten. Das vollständige Versagen der anatomischen Psychiatrie 
entschuldigt übrigens jeden, auch einen viel weniger fundierten 
Versuch, als die Freud sehe „Metapsychiatrie" es ist; jeden- 
falls müsste es die Vertreter der „klassischen" Richtung in ihren 
Ansprüchen etwas massiger, in ihrer Kritik etwas milder stimmen. 
Der Vorwurf der Autoren, dass die Psychoanalyse ihre 
Krankheitsformen als rigide „Krankheits-Wesenheiten" (entites 
morbides) ansieht, steht erstens wiederum im Gegensatz zu einem 
früher zitierten Vorwurf, dass hier die Krankheitsformen keine 
Rolle mehr spielen, da ja doch schliesslich alles aufs Sexuelle 
hinausläuft; anderseits ist es eine Entstellung der Tatsachen, da 
die Psychoanalyse die Krankheitsformen nie als etwas Letztes, 
weiter nicht Analysierbares beschrieb, sondern im Gegenteil 
immer als noch weiterer Analyse bedürftige, in letzter Linie auf 
elementaren Vorgängen beruhende, im Laufe der ontogenen und 
phylogenen Entwicklung allerdings gewissermassen erstarrte Funk- 
tionsarten. Es wäre interessant zu erfahren, welche Teile der 
Lehre die Autoren derart missverstanden haben, dass sie der 



i i 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 31 

Psychoanalyse solche ihr vollkommen fremde Tendenzen in die 
Schuhe schieben konnten. Es dürfte den Autoren nicht gelingen, 
auch nur eine einzige Stelle bei Freud zu zitieren, in der eine 
Neurose als ein „weiter nicht zerlegbares Wesen" dargestellt 
wäre. Die beabsichtigte Gerechtigkeit der Psychoanalyse gegenüber 
scheint sich also in der Darstellung erschöpft zu haben und 
reichte zum kritischen Teil nicht mehr hin. 

Nun kommt der Vorwurf der T e 1 e o 1 o g i e. Das Unbe- 
wusste, die Zensur, der Sexualtrieb, die Psychoneurose, der Traum 
usw. seien hier „von der uralten Doktrin der Endursachen be- 
einflusst". „Sie setzen in der menschlichen Natur eine Art Vor- 
sehung voraus, die dem psychischen Wesen die verschiedensten 
und sinnreichsten Werkzeuge zur Verfügung stellt, damit es seiner 
Bestimmung (destinee) gehorchen und seine Endzwecke erfüllen 
könne." Die Neurose sei „hier nicht der Effekt einer Lebens- 
Störung, wie die Zersetzung eines Körpers bei der chemischen 
Reaktion, sondern ein Mittel, um einer allzu peinlichen Realität 
zu entgehen". 

Hierauf ist folgendes zu erwidern: Die Psychoanalyse hat 
eine Anzahl zweckmässiger Abwehrmechanismen der Seele 
entdeckt und sie bei den Neurosen in Funktion gefunden. Mit 
dieser Entdeckung hat sie sich aber nicht ausserhalb der bisher 
gangbaren wissenschaftlichen Anschauungsweise gestellt, ist es 
doch allbekannt, dass auch nach der von den Autoren — mit 
Recht — hochangesehenen biologischen Forschung solche Abwehr- 
vorgänge auch in der Physiologie und Pathologie eine bedeutende 
Rolle spielen. Die Symptome des Typhus werden heutzutage nicht 
mehr einfach als Symptome der „perturbation vitale" angesehen, 
sondern sie setzen sich aus Ausfallserscheinungen und Abwehr- 
tendenzen zusammen. Auch die Psychoanalyse meint es nicht 
anders. 

Die Behauptung aber, dass Freud diese Zweckmässigkeit 



32 



S. Ferenczi 



in dem Sinne meint, dass sie das mystische Streben nach einer 
„Bestimmung" und nicht eine biogenetisch zu erklärende An- 
passungserscheinung ist, ist grundfalsch und zeugt ■ — ■ leider — 
von der unverzeihlichen Oberflächlichkeit, deren sich die Autoren 
bei der willkürlichen Auslegung — richtiger: Entstellung — 
mehrerer Ideen Freuds, wie wir sahen, schuldig machten. 
Die finalistische Auslegung der psychoanalytischen Tatsachen 
durch Jung wurde von Freud energisch abgelehnt und ward 
der Anlass zu Jungs Ausscheiden aus dem Freud sehen 
Kreise. — „Die Psychoanalyse muss selber wie eines jener Kunst- 
werke beurteilt werden, die sie zu erklären versucht; sie ist ein 
Symbol." — Einverstanden! Der Psychoanalytiker müss kon- 
sequent genug sein, zuzugeben, dass — wie zu jedem Schaffen — 
so auch zum psychoanalytischen spezielle unbewusste und analy- 
tisch nachzuweisende Determinanten einen wichtigen Beitrag 
liefern. Der echte Psychoanalytiker weiss das so sicher, dass er 
eben darum nie aufhören darf, sich zu analysieren und mittels 
der Selbstanalyse seine Resultate zu korrigieren. Nur findet er, 
dass die Psychoanalyse auch nach Abzug des Persönlichen zu 
Recht besteht und auf Realität Anspruch machen darf. Den Be- 
weis des Gegenteils sind uns die Autoren schuldig geblieben^ 

Bei dieser Gelegenheit konstatieren wir übrigens mit Ver- 
gnügen, dass die Autoren, indem sie ein Symbol (die Psycho- 
analyse) durch unbewusste Mechanismen (Selbstprojektion) er- 
klären, für die Anwendbarkeit der psychoanalytischen An- 
schauungsweise und Technik in der „rein wissenschaftlichen" 
Kritik Zeugenschaft ablegen. 

Bei der Kritik des „Psychodynamismus" wird — nachdem 
auf die französischen Vorgänger Freuds nachdrücklichst hin- 
gewiesen wird — der sorgfältigen Bearbeitung der „Verdrängung" 
durch Freud einiges Lob gespendet. „Freuds und seiner 
Schüler sehr reales Verdienst ist es, die Verdrängung als ein 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 



33 



grosses Gesetz der Psychopathologie dargestellt zu haben." Es 
wird dann auch zugegeben, dass es mittels Psychoanalyse gelingen 
kann, der „Ideogenese" (wieder ein gutes, dankbar quittiertes 
griechisches Kunstwort!) eines pathologischen Symptoms nachzu- 
spüren. Damit hätte aber Freud nur die Genese, nicht die 
Ursache eines Symptoms erklärt! — ■ Ohne uns weiter in philo- 
sophische Diskussionen einzulassen, müssen wir doch bemerken, 
dass die volle Aufklärung der Genese, d. h. der ganzen Ent- 
wicklungsgeschichte eines Vorganges, das Forschen nach weiteren 
Ursachen überflüssig macht, da sie doch die Kenntnis aller Be- 
dingungen in sich schliesst und die „Ursache" nie etwas anderes 
ist als die Summe der Entstehungsbedingungen. Unter diesen 
Bedingungen hat aber Freud biologischen Faktoren stets die 
grundlegende Bedeutung zugestanden, so dass die Vehemenz der 
Autoren, mit der sie die toxische Grundlage der Psychopathien 
der Psychogenese entgegenhalten, vollkommen überflüssig ist. 
Sie vergessen offenbar, was sie bei der gewissenhaften Darstellung 
der Theorie der Psychoanalyse selbst geschrieben haben: „Die 
Psychoanalyse betrachtet in letzter Analyse alle Neurosen und 
alle schweren Geistesstörungen als die Folgen chemischer Ur- 
sachen, der Vergiftung des Nervensystems durch endogene 
Toxine". Mit dem Nachweise der Psychogenese der Neurosen 
hat Freud allerdings eine neue Seite des Problems beleuchtet, 
die von der Anatomie und Chemie des Gehirns her wohl niemals 
zugänglich geworden wäre, von der sogar — unseres Erachtens — 
auch die Biologie zu lernen haben wird. 

Hören wir nun, was die psychiatrische Schule von Bordeaux, 
die die Autoren dieses Werkes würdig repräsentieren, der psycho- 
analytischen Auffassung der Neurosen als die eigene entgegen- 
halten kann: „Wir unserseits" — sagen sie — „sehen die Ursache 
der Psychoneurose in einer Unzulänglichkeit, einer Veränderung 
der psychischen Funktion, abhängig von materiellen Veränderun- 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV, 3 




gen der Gehirnphysiologie, der zerebralen Phänomene der Er- 
regung und der affektiven Störung." 

Wir finden, dass in dieser Definition die Betonung der Zere- 
bralität — wie wir sahen — keinen Gegensatz zur Psychoanalyse 
bedeutet; die Worte aber, mit denen die psychische Seite des 
Problems berührt wird, sind ebenso selbstverständlich, aber auch 
ebenso nichtssagend, wie alle ähnlichen Versuche der vorpsycho- 
analytischen Psychiatrie. Erklärungen, die von der Zerebralität 
direkt aufs Bewusst-Psychische hinführen wollen, verpuffen eben 
wie ein elektrischer Kurzschluss; ein dauerhaftes Licht auf das 
psychische Problem zu werfen vermögen sie sicherlich nicht. 
Übrigens wird hier das Lob, das die Autoren der „ideogeneti- 
schen" Forschungsmethode zollen, grösstenteils wieder rückgängig 
gemacht, die assoziative Verknüpftheit von Einfällen bedeute 
nicht die Ursächlichkeit ihrer Aufeinanderfolge; dies anzunehmen 
wäre ein Beispiel des berüchtigten „post hoc ergo propter hoc". 

Nun glauben wir, dass das „post hoc" als Beweis des ursäch- 
lichen Zusammenhanges überhaupt nicht zu verachten ist; sehr 
bedeutende Physiker mussten es zugeben, dass für die Ursächlich- 
keit eigentlich kein anderer Beweis als das unausbleibliche Auf- 
treten einer Erscheinung nach gewissen anderen Erscheinungen 
möglich ist und nicht umsonst heisst die „Wirkung" auf deutsch: 
„Folge", — auf französisch „consequence". Indem die Autoren 
die psychisch-kausale Bedeutsamkeit der Assoziations-Aufeinander- 
folge ablehnen, berauben sie sich der einzigen Möglichkeit, mit 
dem psychologischen Determinismus je Ernst zu machen. 

Die einzige Stelle im Buche, an der die Autoren sich auf 
eigene psychoanalytische Forschungen berufen, ist die Kritik der 
Traumdeutung. Die Autoren finden, wie die meisten Traum- 
deuter, die Freud falsch verstanden haben, dass man im Traum 
nicht gerade „Wunscherfüllung", sondern die Realisierung der 
verschiedensten Affekte erkennen kann. Sie vergessen, dass 



Die psychiatrische Schule von Bordeaus etc. 



35 



Freud es immer betont hat, dass der manifeste Traum — ja 
auch das latente Traummaterial — den allerverschiedensten 
Affekten — Hass, Furcht, Sorge, Selbstvorwurf usw. — Ausdruck 
verleihen kann; auch ist nicht jedes einzelne Traumstück, geson- 
dert betrachtet, eine Wunscherfüllung. Er behauptete, dass der 
Traum — nach vollzogener Analyse — im ganzen betrach- 
tet, einen Sinn hat und dieser Sinn immer die wunsch- 
erfüllende Darstellung eines (oder mehrerer) am Vortage ange- 
regter latenter Traumgedanken mit Hilfe stets unerfüllter unbe- 
wusst-infantiler Wunschregungstendenzen bedeutet. Nicht daas 
man Freuds Traumerklärung ungern akzeptiert, sondern dass 
man seine, doch so klar und eindeutig ausgesprochenen Thesen 
immer und immer wieder missdeutet, spricht dafür, dass bei der 
Beurteilung der Psychoanalyse auch andere als rein intellektuelle 
Momente mitsprechen. Dies sei zugleich die Antwort auf die viel- 
fach erhobene Beschuldigung, die Psychoanalyse mache sich die 
Sache allzu bequem, wenn sie die „Widerstände" ihrer Gegner 
für die Nichtannahme der Lehre verantwortlich macht. 

Die Autoren finden auch das unannehmbar, dass die grund- 
legenden Assoziationen im Traum und in der Neurose dieselben 
seien wie die des Wachlebens; aber schon zwei Seiten weiter 
behaupten sie, dass der Traum denselben Elementargesetzen der 
Äffektivität gehorcht, wie das Wachleben; die Gründe, die sie für 
letzteres vorbringen, sind nicht stärker als die, mit denen die 
Psychoanalyse das erstere befürwortet, ohne es zu versäumen, 
auch auf die vielfachen Unterschiede hinzuweisen, die die 
Assoziationsweisen des Bewussten und des Unbewussten von ein- 
ander trennen. Fast kein Kritiker versäumt es übrigens, darauf 
hinzuweisen, dass psychische Krankheitssymptome nicht mit Er- 
scheinungen des normalen Geisteslebens in eine Eeihe gestellt 
werden dürfen; und doch lehrt uns die allgemeine Pathologie, 
dass Krankheit nichts anderes ist als „Leben unter veränderten 




Bedingungen". Es ist ungerechtfertigt, dieses allgemeinste Gesetz 
nicht auch in der Psychopathologie gelten zu lassen. 

Die Verfasser finden, dass die „ideogenetische" Erklärung 
eines Krankheitssymptoms noch anfechtbarer ist als die Suche 
nach dem latenten Traummaterial. „Die Untersuchung der An- 
anderreihung pathogener Erinnerungen ist zweifellos sehr inter- 
essant, aber manchmal ist diese Verknüpfung so merkwürdig 
kompliziert, äussert sich in so überraschender Annäherung ganz 
unvergleichbarer Tatsachen (Wortspiele, oberflächliche Analogien, 
Symbole ex contrario usw.), dass man sich wohl fragen darf, 
wieso eine Tendenz, die stark genug ist, den Organismus schwer 
zu schädigen, durch eine so zarte und gebrechliche Brücke an 
das Symptom geknüpft sein könne. Es kostet einem zum Beispiel 
etwas Mühe sich vorzustellen, dass man zwischen einer veralteten 
Kontraktur und ihrer Ursache: einem starken, ins Unbewusste 
eingeklemmten Komplex, notwendigerweise ein so inkonsistentes 
und subtiles Mittelglied einschalten müsse, wie eine Reihe von 
Ideen, Bildern und Gefühlen, die aufs Geratewohl, durch einige 
Wortspiele miteinander verknüpft sind." 

Es ist zuzugeben, dass diese Tatsache unwahrscheinlich ist, 
dass sie noch jeden, der sie doch bestätigen musste, überraschte. 
Die Kritik hätte sich aber nicht mit der Feststellung der Unwahr- 
scheinlichkeit begnügen dürfen, sondern sie sollte durch genaue 
Untersuchungen festzustellen suchen, ob sie — trotz der Unwahr- 
scheinlichkeit — am Ende doch nicht wahr ist! Die verlangte 
Erklärung ist übrigens sehr leicht zu geben. Verdrängen heisst: 
die Quelle eines Affekts unbewusst sein oder werden zu lassen; 
ein Mittel dazu ist: den Affekt auf etwas Verwandtes, aber Un- 
scheinbares zu verschieben. Gerade die Unscheinbar- 
keit macht also die Wortwitze, entfernte Analogien usw. zu den 
beliebtesten und sichersten Assoziationsbrücken der Verdrängung. 
Sind also diese Brücken noch so zart und brüchig, sie erfüllen 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 



37 



ihre Aufgabe vollkommen, wenn sie nur das Bewusstsein von dem 
zu Verdrängenden auf etwas Harmloses ablenken. Was sie leisten, 
ist also keine „Kraftleistung"; ihre Arbeit ist der des Weichen- 
stellers zu vergleichen, der mit ganz geringer Kraftentfaltung die 
dahinsausende Lokomotive auf andere Bahnen lenken kann. Dass 
diese Art der Ideenverknüpfung auch den Kritikern „unerwartet", 
„unwahrscheinlich" — ja „unmöglich" erscheint, zeigt auch, dass 
sich ihrer die Verdrängung als schwer demaskierbarer, gut ver- 
steckter — weil von niemand geahnter oder geglaubter — Brücken 
sehr wohl bedienen kann. 

Was die Autoren unter dem Titel „Critique du pansexualisme" 
vorbringen, ist die direkte Folge ihres schon besprochenen Miss- 
verständnisses über die von Freud gelehrte Rolle der Sexualität 
im Seelenleben. Der Entwicklungsgeschichte der Sexualität im 
Sinne Freuds werden einige anerkennende Worte gewidmet. 
Da solche Anerkennung auch heutzutage nur dünn gesät ist, 
wollen wir sie in extenso wiedergeben. „Die psychoanalytische 
Psychologie der Sexualentwicklung erscheint uns sehr interessant, 
besonders da sie das grosse wissenschaftliche Verdienst hat, 
eine vollkommen unbekannte Welt zu durchforschen — obzwar 
einige ihrer Einzelheiten nach unserer Ansicht eher vom aprio- 
ristischen Wunsch des Autors, in ihnen die Ursachen der Psycho- 
pathien wieder zu finden, diktiert sind als von einem gerecht- 
fertigten Erkenntnisdrang (souci legitime de connaissance). Die 
Psychologie der sexuellen Perversionen erscheint uns — mit ge- 
wissen Einschränkungen . . — ziemlich rationell, auf vielfache 
Erfahrung und nur auf wenig Voraussetzungen gegründet, mit 
einem Wort sehr ingeniös und zufriedenstellender als viele andere 
Theorien über die Anomalien des Sexualtriebes." Für vollkommen 
hypothetisch erklären dagegen R. und H. den Freud sehen 
Satz, dass die Neurose ein Negativ der Perversion ist. Und doch 
können sie von der nächstbesten Hysterica mit Globus und Brech- 



38 



S. Ferenczi 



neigung, wenn sie sie nur halbwegs analysieren, eines Besseren 
belehrt werden und die Symptome als negative Äusserungen des 
oral-erotischen Partialtriebes erkennen. — Doch handelt es sich 
hier nicht mehr um gegensätzliche Ansichten, sondern um Gegen- 
sätze in bezug auf Fakten. Solche sind aber nur durch die Er- 
fahrung, nicht aber durch Diskussion zu erledigen. 

Eine Kopie der Adler sehen Minderwertigkeitstheorie der 
Neurosen ist die Annahme der Autoren, wonach gewisse Neuroti- 
ker die Sexualität nur instinktiv in den Vordergrund schieben, 
um Unzulänglichkeiten anderer Art zu motivieren. Alle — ander- 
wärts und oft ausgeführten — Einwendungen gegen die Minder- 
wertigkeitstheorie gelten natürlich auch dieser Behauptung 
gegenüber. 

„II est imprudent d'admettre au point de vue sociale que nous 
sommes tous des incestueux ou des homosexuels en puissance" 
— erklären sie weiters und sie können es nicht akzeptieren, dass 
„die Zartfühlenden nur gezähmte Grausame, und die Grausamen 
Zartfühlende ohne Moral seien". Letzteres hat allerdings kein 
Psychoanalytiker je behauptet; die Grausamen — insoferne sie 
es sind — haben ebensowenig mit dem Zartgefühl wie mit der 
Moral etwas zu tun. — In diesem Satze scheint eben der Drang 
nach wirkungsvoll aphoristischer Stilisierung den Sieg über die 
Objektivität davongetragen zu haben. 

Mischfälle eignen sich bekanntlich zur Diskussion nicht, sie 
kommen aber jemandem, der streiten will, sehr gelegen; Fälle 
z. B., in denen Neurose und Perversion nebeneinander vor- 
kommen, seien Argumente gegen die Gegensätzlichkeit beider 
Zustände. Tatsächlich ist aber die Einheitlichkeit der psychischen 
Entwicklung keine so totale, dass in einem und demselben Indi- 
viduum eine Perversion sich nicht positiv erhalten — eine andere 
sich nicht zu neurotischer Negativität entwickeln könnte. 

Aus der Schlussbemerkung dieses Kapitels erhellt übrigens, 




Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 39 

dass den Autoren besonders die Terminologie der Psychoanalyse 
missfällt. Die Termini „Libido", „Sexualität" usw. in ihrer jetzigen 
Verwendung müssten überall durch das Wort „Affekt" ersetzt 
werden. Eine solche der Psychoanalyse entlehnte, aber weiter 
gefasste affektive Psychogenie der Psychoneurosen erscheint so- 
gar den Autoren möglich. — Für die Psychoanalyse wäre es aber 
ein Sacrificium intellectus, auf diese Verallgemeinerung einzu- 
gehen, solange sie nicht durch die Tatsachen gezwungen ist, ihre 
Erfahrung von der ursprünglich immer sexuellen Grundlage der 
Psychoneurosen zu korrigieren. 

Nochmals kommen dann die Autoren — diesmal ausführlicher 

darauf zurück, die Psychoanalyse als Fortentwicklung der 

Vor-F r e u d sehen modernen Psychologie, besonders der franzö- 
sischen, darzustellen. Charcots, Bern heims und J a n e t s 
Einfluss auf Freud ist von ihm selbst oft und mit Nachdruck 
hervorgehoben worden. Bergsons Spekulationen aber, die die 
Verfasser gleichfalls zum Vergleich heranziehen, haben nur stellen- 
weise und in einzelnen psychologischen Details eine Ähnlichkeit 
mit der Psychoanalyse. Im Prinzip ist eher eine Gegensätzlich- 
keit zwischen beiden zu statuieren als die von den Kritikern 
hervorgehobene Analogie. „Es wäre interessant für uns und 
schmeichelhaft für den Begründer der Psychoanalyse, aus 
all dem zu folgern, dass sein Werk ein mehr-minder unbewusster 
Versuch ist, die Besultate der französischen psychologi- 
schen Analyse zu systemisieren." Es ist fraglich, ob diese 
Klassifizierung der Psychoanalyse — nach dem vielen Tadel und 
kargen Lob, mit dem sie die Autoren bedenken — geeignet ist, 
auch jene französischen Gelehrten schmeichelhaft zu berühren. 
Die Psychoanalyse kann diese Klassifizierung keinesfalls als richtig 
anerkennen. Sie macht darauf Anspruch, dem Werke der franzö- 
sischen Gelehrten neue Tatsachen beigefügt und erst aus 
diesen den von ihr vertretenen neuen Gedankeninhalt 



40 



S. Ferenczi 



entwickelt zu haben. Der Kern, aus dem sich die Psychoanalyse 
entwickelte, ist ganz unabhängig von der französischen Literatur, 
Nicht C h a r c o t, noch weniger J a n e t, sondern J. Breuer 
hat den Anstoss zur Bildung der neuen Lehre gegeben, für die 
sich übrigens C h a r c o t gar nicht interessierte und die J a n e t 
gar nicht recht verstanden hat. 

Die medizinische Kritik der Psychoanalyse beginnt mit dem 
Vorwurf, die Psychoanalyse wolle sich in ihrem unbezähmbaren 
Eroberungsdrange die ganze Neuropsychiatrie unterwerfen. — 
Gestern beschäftigte sie sich nur mit den Psychoneurosen, heute 
betrachtet sie auch schon psychiatrische Krankheitsbilder, wie 
die Dementia praecox, als zu ihrer Domäne gehörig, morgen wird 
sie sich vielleicht auch die progressive Paralyse aneignen. — 
Die Tatsache dieses ungeheuren Anwachsens des medizinischen 
Gebietes, auf dem psychoanalytisch etwas zu holen ist, ist un- 
bestreitbar. Aber die Autoren geben ja selbst zu, dass es Freud 
z. B. gelungen ist, die Verdrängung als ein grosses Gesetz der 
Psychopathologie darzustellen. Unserer Ansicht nach hat die Psy- 
choanalyse auch vieles andere Neue zur Psychologie und Patho- 
logie beigetragen. Im Besitze dieser Entdeckungen war es aber 
förmlich die Pflicht der Psychoanalytiker, das ganze Gebiet der 
Psychosen und Psychoneurosen zu revidieren. Und wenn es ihnen 
dann tatsächlich vielfach gelang, zum medizinischen Verständnis 
— leider nicht überall auch zur Heilbarkeit — von psychischen 
Krankheitsbildern beizutragen, verdienen sie doch sicherlich dafür 
nicht den in der Wissenschaft deplacierten Vorwurf der Ungenüg- 
samkeit. 

Denn „genügsam" sein in der Erforschung der Wahrheit 
ist in der Wissenschaft sicherlich keine Tugend. — Dass auch die 
Psychoanalyse organischer Psychosen wertvolle und neue Auf- 
klärungen bringen kann, ist selbstverständlich; diese Arbeit wird 
früher oder später geleistet werden müssen. Daraus folgt noch 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 



41 



lange nicht, dass man diese Zustände schliesslich auch für psycho- 
gene oder psychotherapeutisch zu behandelnde Krankheiten er- 
klären müsse. Auch diese voreilige Schlussfolgerung widerspricht 
einigermassen jener „Impartialität", deren sich die Autoren rüh- 
men und die sich in mehreren anderen Teilen ihres Buches tat- 
sächlich bewährt hat. 

Die Verfasser äussern dann — in der Kritik der psychoana- 
lytischen Nosologie — ihren Zweifel über den von Freud be- 
haupteten Zusammenhang der Aktualneurosen mit Störungen 
der körperlichen Sexualhygiene, sie finden weiters, dass der Grund- 
satz der psychoanalytischen Rekonstruktion der Psychogenese 
krankhafter Seelenzustände zwar richtig ist, aber eine allzu sub- 
jektive Methode sei; dass es eine Übertreibung ist, hinter absurden 
psychotischen Seeleninhalten einen versteckten Sinn zu suchen 
usw. — Man müsste ein neues Buch schreiben, zumindest den 
schon zu weiten Rahmen dieser Besprechung über Gebühr er- 
weitern, wollte man auf alle Behauptungen replizieren. Übrigens 
sind alle diese Einwendungen schon oft vorgebracht und an ihrer 
Stelle entkräftet worden. Hier nur das eine: wenn die Verfasser 
es für denkbar annehmen, dass die Analyse wenigstens dem ver- 
steckten Inhalte eines psychoneurotischen Symptoms psycho- 
genetisch beikommen, also einen anscheinenden „Unsinn" als 
etwas Sinnvolles, Deutbares erkennen kann: warum vor dem 
„Wortsalat" des Psychotikers, d.h. einer anderen Art Unsinn Halt 
machen? Es scheint, dass die Verfasser den Unterschied zwi- 
schen Psychoneurosen und funktionalen Psychosen für grundsätz- 
lich ansehen, wo doch zwischen ihnen nur Unterschiede des Mecha- 
nismus und — allerdings — auch der therapeutischen Beeinfluss- 
barkeit bestehen. In "Wirklichkeit sind die Psychoneurosen ein 
gleichberechtigtes Kapitel der Psychiatrie, sie wollen von den- 
selben Gesichtspunkten beurteilt werden wie die übrigen Psycho- 
sen. Es liegt gar kein Grund vor, eine psychologische Unter- 



42 



S. Ferenczi 






suchungsmethode, die sich in der „Neuropsychose" bewährt, nicht 
auch bei anderen Psychosen anzuwenden. 

Folgender Gedankengang leitet die Kritik der psychoanaly- 
tischen Therapie ein: „Angenommen, dass ein Individuum infolge 
eines verdrängten Komplexes leidet . . ., wäre es wohl nicht zweck- 
mässiger, ihn durch noch tiefere Verdrängung verstummen zu 
machen, als ihn ans Tageslicht zu ziehen? . . . Freudisch gespro- 
chen, ist der Zustand der sexuellen Komplexe dann normal, wenn 
sie durch moralische Kräfte im Unbewussten gehalten, nicht aber, 
wenn sie bewusst werden." 

Die Verfasser dürfen es von einem Schüler Bernheims 
nicht voraussetzen, dass ihm die Wirksamkeit der Methoden, die 
mit der Verstärkung der Verdrängung arbeiten (Hypnose, Sug- 
gestion), unbekannt ist. Freud hat auch nichts gegen die ge- 
legentliche therapeutische Verwendung dieser Behandlungsmetho- 
den einzuwenden. Er behauptet nur, dass 1. diese Methoden keine 
radikalen sind, da sie den Krankheitsherd nur zudecken, 2. dass 
sie bei sehr vielen — ja den meisten — Patienten überhaupt 
versagen. Die Unzufriedenheit mit ihren Erfolgen gab ja B r e u e r 
und Freud den Anstoss zur Schaffung der Psychoanalyse. 

Auch ist es durchaus nicht „Freudisch gesprochen", wenn 
man sagt, dass die sexuellen Komplexe normalerweise verdrängt 
sein müssen. 

Ihre bewusste Kenntnis verträgt sich sehr wohl mit der 
Geistesgesundheit, „Verdrängung" ist durchaus nicht das einzige 
und nicht immer das billigste Mittel, sie zu beherrschen. 

Die — zuzugebende — Schwierigkeit der psychoanalytischen 
Technik ist kein ernst zu nehmendes Argument gegen ihre An- 
wendung. Unter diesen Schwierigkeiten spielt die Subjektivität 
des Arztes eine grosse, aber bei weitem keine so überwältigende 
Rolle, wie es die Verfasser dieses Buches annehmen. Falsche 
Deutungen und falsch angewendete Techniken rächen sich ja von 




Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 43 

selbst durch Störung — oder vollkommene Stockung des Fort- 
ganges der Analyse. Die „Dozilität" der Patienten ist nämlich bei 
weitem nicht so gross, wie es die Verfasser sich denken. Der Vor- 
schlag der Autoren aber, man lasse versuchsweise dieselben Kran- 
ken durch mehrere Analytiker untersuchen, damit man ihre 
Resultate vergleichen kann, zeigt, dass sie nicht einmal ahnen, 
wie eine Psychoanalyse vor sich geht. Sonst müssten sie ja wissen, 
dass dieser Vorschlag undurchführbar ist, weil doch die Patienten 
wirklich alles, was ihnen einfällt — also auch alle Deutungen 
ihrer ersten Analyse — bei der zweiten erzählen müssten; tun sie 
das aber nicht und unterdrücken sie auch nur das Geringste, so 
sündigen sie gegen die psychoanalytische Grundregel und ver- 
fälschen das Resultat, das die Analyse ' ohne diese Heimlichkeit 
»•ezeitigt hätte. Jedenfalls entkräftet dieser unmögliche Vorschlag 
die Behauptung der Verfasser, wonach zum Erlernen der Theorie 
und Praxis der Psychoanalyse eine „verhältnismässig kurze Zeit" 
genügt; die Zeit wenigstens, die sie zu dieser Arbeit verwendet 
haben, scheint nicht genügt zu haben. 

Nach dieser Probe zu urteilen, fällt die persönliche Erfahrung 
der Verfasser, die bezüglich der kurativen Wirkung der psycho- 
analytischen Symptomforschung ungünstig lautet, wenig in die 
Wagschale. Nur auf zwei ihrer theoretischen Einwendungen möch- 
ten wir hier antworten. Die erste ist die, dass bei der Analyse 
vielleicht gar nicht die Methode, sondern nur die „Übertragung"' 
(die liebevolle Behandlung des Patienten) heilt. Dass dies un- 
richtig ist, beweisen u. a. auch die rein passageren Erfolge, die 
man in den Sanatorien, wo man sich viel, sehr viel, aber ohne 
Methode mit den Kranken beschäftigt, erzielt. Diese Erfolge 
schwinden bald nach der Entfernung aus dem „Übertragungs- 
milieu". Die richtige Analyse aber (dies vergessen die Autoren 
hervorzuheben) löst die Übertragung allmählich und macht den 
Patienten vom Arzte unabhängig und entlässt ihn im Besitze einer 



m 



iiii 

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psychischen Selbstkontrolle, die ihn auch vor Rezidiven schützi 
und vor Gefahren rechtzeitig warnt. 

Die andere theoretische Einwendung der Verfasser ist die 
dass man ja Nervenkranke, besonders Zwangsneurotiker, dazu ver- 
halten muss, sich mit ihren Krankheitssymptomen nicht zu be- 
schäftigen, sich in sie nicht zu verbohren. Es bestehe die Gefahr, 
dass die Psychoanalyse, anstatt die Obsessionen zu heilen, Zwangs- 
und Wahnideen kultivieren wird. — Was würden die Verfasser 
von jemandem halten, der den Chirurgen den Gebrauch des Mes- 
sers verbieten würde, weil ja das Hantieren mit einem schneiden- 
den Werkzeug gefährlich sei. Und doch verlangen sie hier etwas 
Ähnliches! Das Messer setzt nur Wunden in der Hand des Unge- 
übten, so auch das Sichselbstquälen eines Neurotikers, dem die 
Hilfe eines Sachkundigen nicht beisteht. Das „Hineinbohren" in 
den Patienten wird aber zum Heilmittel, wenn es, von einer ge- 
übten Hand geleitet, zum versteckten Herd des Übels hinführt, 
den die sterlie Grübelei des Patienten nie gefunden hätte. 



So hätten wir uns auch durch den kritischen Teil des Werkes 
— wenn auch etwas mühsam — durchgearbeitet und können 
unseren Eindruck davon dahin präzisieren, dass die Verfasser vom 
Allerwesentlichsten der Psychoanalyse so vieles unannehmbar 
finden, dass dadurch auch die lobende Anerkennung vieler Einzel- 
heiten, deren Entdeckung gerade den von den Verfassern abge- 
lehnten Gesichtspunkten und Methoden zu verdanken ist, fast 
jeden Wert verliert. Wir waren bestrebt, die beinahe unversöhn- 
lichen Gegensätze zwischen der Auffassung der Verfasser und der 
Psychoanalyse darzustellen, verzichteten aber natürlich auf den 
hoffnungslosen Versuch, diese Gegensätze dialektisch zu beseiti- 
gen. Unser Augenmerk war auf die Punkte gerichtet, an denen die 



Die psychiatrische Schule von Bordeaux etc. 45 

Gegnerschaft durch missverständliche Auffassung und willkürliche 
Auslegung der „Freud sehen Idee" zu stände kam. 

Die Inkonsequenzen, deren sich die Autoren schuldig machen, 
besonders die — von uns hervorgehobenen — Unterschiede zwi- 
schen dem darstellenden und dem kritischen Teile sind so enorm, 
dass sie schier unmöglich von einer Person herstammen können, 
so dass wir nicht umhin können, dem Verdachte Ausdruck zu 
verleihen, dass etwa die Kritik R e g i s und die Darstellung H e s- 
n a r d zum Autor hat und dass die Vereinheitlichung der An- 
sichten vielleicht infolge der doppelten Autorschaft misslang. 

Um den unliebsamen Eindruck der Kritik zu mildern, ver- 
schafften wir uns das Vergnügen, den ersten, grösseren und auch 
besser gelungenen Teil des Buches nochmals durchzublättern und 
konnten uns am feinen Verständnis, an der didaktischen Meister- 
schaft und am schönen Stil der Verfasser wieder erfreuen. 4 



* Dem Werke ist ein sorgfältiges und reichhaltiges Literaturver- 
zeichnis angehängt. Wir machen die Verfasser darauf aufmerksam, dass 
sie Frank, einen späteren Nachfolger Freuds, irrtümlich unter 
seinen Vorgängern nennen (p. 5). Die meisten Arbeiten der Referenten 
werden im Verzeichnis einem H. Feltmann zugeschrieben; wohl nur 
ein Druckfehler. 



, hl 






Ostwald über die Psychoanalyse 

(1916) 

In der Besprechung einer unlängst veröffentlichten Samn 
lung von Arbeiten der „individualpsychologischen" Richtung wir 
in den Annalen der Natur- und Kulturphilosc 
p h i e (XIII, 3) auch der Freud sehen Psychoanalyse Erwäl 
nung getan, doch in einer Weise, die den Tatsachen nicht gan 
zum Teil gar nicht entspricht. 

Die Psychoanalyse wird in dieser Kritik als eine Anschauun 
beschrieben, nach der „die Nervenleiden im allgemeinen davo 
herrühren, dass in früher Zeit . . . der Patient starke Stösse psych« 
logischer Art erfahren hat, die er nicht hat abreagieren können* 
Demgemäss bestehe die Freud sehe Behandlungsmethode de 
Neurosen darin, „diese seinerzeit erfolgten Verletzungen zu e: 
mittein und durch Bewusstmachen und Abreagieren zu bese 
tigen". 

Nun: das etwa waren tatsächlich die ersten vorläufigen Koi 
struktionen, mit denen es Breuer und Freud vor mehr al 
zwanzig Jahren gelang, die bis dahin ganz unverständliche! 
ja für „sinnlos" gehaltenen Erscheinungen der Neurose unserei 
Verständnis näher zu bringen. Im Laufe der seither verflossene 
Zeit konnte aber Freud durch unermüdliche Forschung dies 



Ostwald über die Psychoanalyse 



47 



Vorläufigkeit so wesentlich ergänzen und auf Grund neuer Erfah- 
rungen derart „umändern", dass die von der Kritik gegebene 
Darstellung als eine veraltete, den" Tatsachen nicht mehr entspre- 
chende bezeichnet werden muss, wenn auch vieles aus der ur- 
sprünglichen Fassung der Lehre in die seither entwickelte auf- 
genommen wurde. Wie aber könnte die Psychoanalyse die Bemer- 
kung des Kritikers, dass die Freud sehe Lehre (obzwar im 
Grunde „zweifellos richtig") bei ihrer „Einseitigkeit und Un- 
zweckmässigkeit" einer „Umänderung" bedürftigt ist, ernst nehmen, 
wenn sie konstatieren muss, dass der Kritiker ihre seit zwei Dezen- 
nien unausgesetzt fortschreitenden „Umänderungen", d. h. ihre 
Entwicklung gar nicht kennt? 

An einer anderen Stelle wird der neuen psychologischen 
Richtung der wohlgemeinte und sicher sehr gute Rat erteilt, die 
Förderung nicht unausgenützt zu lassen, die auch die Psychologie 
von der Berücksichtigung des Haeckelschen biogeneti- 
schen Grundgesetzes erfahren könnte. 

Was aber der Kritiker bei der Individualpsychologie vermisst, 
das hätte er in der von ihr abgetanen Psychoanalyse Freuds 
reichlich berücksichtigt gefunden. Seit mehreren Jahren steht ja 
die psychoanalytische Forschung gerade im Zeichen des genialen 
Haeckelschen Naturgesetzes und verdankt der Berücksichtigung 
der onto- und phylogenetischen Parallele tiefe Einsichten in das 
Seelenleben des Kindes und der Geisteskranken. Ich verweise 
auf die letzten Jahrgänge des „ J a h r b u c h s für Psycho- 
analyse" (Deuticke, Wien und Leipzig). 

Nicht ohne Bedauern muss der Arbeiter der Psychologie bei 
diesem Anlasse auf die stiefmütterliche Behandlung hinweisen, 
die sogar in einem so unparteiischen Organ, wie Ostwalds 
A n n a 1 e n, seiner Disziplin zuteil wird. Es ist wohl ausgeschlos- 
sen, dass in den „Annale n" je das Lebenswerk eines bedeu- 
tenden Chemikers auf Grund seiner ersten Arbeiten, ohne Berück- 






sichtigung der weiteren Fortschritte beurteilt worden wäre. Nocfc 
unwahrscheinlicher ist, dass ihm die Kritik den Rat erteilt hätte, 
sich mit einer Richtung der Chemie zu beschäftigen, der er schon 
Jahre der Arbeit gewidmet hat. 



' 



Kritiken und Referate 



ERNEST JONES, M. D. Ass. Professor of Psychiatry (Toronto) 

Papers od P s y c h o - A n a 1 y s i s 
(London, Brilliere, Tindall & Cox. 1913) 

(1913) 



Eine förmliche Enzyklopädie der Psychoanalytik schenkte 
uns Prof. Jones in dieser wertvollen Sammlung seiner psycho- 
logischen und psychotherapeutischen Arbeiten. Alle wichtigen 
Fragen der neuen Wissenschaft werden darin einzeln, in Form 
kleiner Monographien durchgesprochen, die sonst zerstreuten 
Arbeiten der Schule Freuds gesammelt, miteinander in Einklang 
gebracht, durch treffende Beispiele und lichtvolle Auseinander- 
setzungen des Autors erläutert. 

Die erste der hier gegebenen Arbeiten beschäftigt sich mit der 
„Rationalisation im Alltagslebe n", einem Begriff, 
der — von Jones geprägt — sich so notwendig erwies, dass wir 
uns dessen jeden Moment bedienen müssen. Es ist der glücklich 
gewählte Ausdruck für jene „sekundären Bearbeitungsweisen", 
mit denen das Ich unliebsamen Einsichten durch Ausflüchte und 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 4 



I ' 



IN 



mittels harmloser Erklärungen zu entgehen sucht. Im Aufsatz 
über die Psychologie Freuds unterzieht sich Jone 
der heiklen und schwierigen Aufgabe, die in den verschiedene] 
Werken Freuds zerstreuten psychologischen Erkenntnisse zi 
einer Einheit zu gestalten. Wir wissen, wie sehr sich Prof. F r e u i 
vor der übereilten Systembildung hütet, und müssen ihm darii 
recht geben. Zu viel Unheil ist schon von dieser Art voreinge 
nommener Wissenschaft, die neuartigen Erfahrungen gegenübe 
mit Blindheit geschlagen ist, gestiftet worden. Jones begeh 
diesen Fehler nicht. Er begnügt sich mit der Gruppierun; 
der Tatsachen und mit so viel Theorie, als sich aus dieser Grup 
pierung zwanglos ergibt. Die Kapitel über Psychopatho 
logie des Alltagslebens, über die Traumdeutung 
über die Rolle der Suggestion in der Psychothe 
r a p i e sind gelungene Darstellungen dieser Themata. Besonder! 
Kapitel behandeln die moderne Auffassung der Psy 
choneurosen, das Verhältnis zwischen organi 
sehen und funktionellen Krankheiten, die Psy 
choanalyse als Therapie, die analytische Methode 
die Verwertung der Wort-Assoziationen in der Behand 
lung von Neurosen und in einem temperamentvollen Aufsatz« 
setzt sich Jones mit den Gegnern Freuds auseinander. Nebs 
diesem didaktischen Teile, der die Lektüre des Buches jedem An 
fänger ermöglicht, finden wir in diesem Bande eine ganze Reih« 
eigener Untersuchungen Jones', von denen ich die soziologiscl 
wertvollen Arbeiten über Erziehung und Sublimie 
rungsprozesse besonders hervorheben möchte. Nicht mindei 
lehrreich sind aber die Originalabhandlungen über die P a t h o 
logie der krankhaften Angst, über die Nachwir 
kung der Träume auf das Wachleben, über das Verhält 
nis der Träume zu neurotischen Symptomen 
sowie die kasuistischen Mitteilungen. 




Kritiken und Referate 51 

Ich musste mich leider damit begnügen, die Titel der Aufsätze 
abzudrucken, und hoffe, dass den Leser die Reichhaltigkeit des 
Inhaltes zur Lektüre dieses Werkes anregen wird. Er wird sich 
überzeugen, dass sich in diesen Arbeiten eine staunenswerte Be- 
lesenheit mit kritischer Sichtung der Materie und unleugbare 
Originalität mit grosser Bescheidenheit vergesellschaften. 



DR. A. MAEDER (Zürich) 

Sur le mouvement p s y c h a n a 1 y t i q u e 

Un point de vue nouveau en Psychologie. V Armee Psychologique. (Tome 
XVIII, pag. 389—414.) 

(1913) 

In dieser kleinen Arbeit gibt M a e d e r eine vorzüglich klare 
Einführung in alle Probleme der Psychoanalytik, mit besonderer 
Berücksichtigung der für die allgemeine Psychologie verwertbaren 
analytischen Erkenntnisse. Er ist sichtlich bemüht, die Brücke 
zwischen der Analyse und der vorfreudschen Psychologie (be- 
sonders der französischen) zu schlagen. Er zeigt uns Analytikern, 
wie viel wir z. B. J a n e t s Lehre von der Dissoziation des Ichs 
zu verdanken haben (was übrigens Freud selbst immer aner- 
kannt hat), anderseits versucht er bei den Franzosen für die 
neuen und überraschenden Gesichtspunkte der Psychoanalytik 
Interesse zu erwecken. Die nochmals hervorzuhebende Klarheit 
und der nicht gewöhnliche Takt, mit dem er die Darstellung selbst 
der heikelsten Probleme an die Tragfähigkeit analysenfremder 
Intelligenzen anpasst, lässt uns hoffen, dass die Bemühungen 
M a e d e r s von Erfolg gekrönt sein und eine Annäherung der 
zwei nur künstlich voneinander getrennten psychologischen 
Schulen zur Folge haben werden. 




M a e d e r beschränkt sich übrigens nicht auf die Rekapi 
tulation der Freudschen Lehren: er gibt auch Eigenes, und zwai 
eine neue Ansicht über die Funktion des Traumes. Ei 
betrachtet den Traum als eine Art Fortsetzung des Spieleri 
8 c h e n über die infantile Periode hinaus, und benennt diese 
Auffassung als „theorie ludique des reves". Die kritische Be 
sprechung dieser Theorie wollen wir uns bis zum Erscheinen eine] 
in Aussicht gestellten grösseren Arbeit über die Traumfunktioi 
aufsparen. 



DR. A. A. BRILL 
Analeroticism andCharacter 

(The Journal of Abnormal Psychology, August-Sept. 1912) 

(1913) 

Nach klarer Begriffsbestimmung der Freudschen Termini 
Analerotik und Analcharakter und nach Erklärung des Subli 
mierungsvorganges koprophiler Triebe beschreibt hier B r i 1 
einige sehr charakteristische Fälle von persistierender Analerotil 
und von übermässiger Reaktionsbildung dagegen. Bei einen 
Zwangsneurotiker äusserte sich die „Wiederkehr des Verdräng 
ten" in kopro- und urophilen Zwangsideen: beim Essen und Trin 
ken musste er stets an Kot und Harn denken, das Tuten de 
Automobils erinnerte ihn immer an einen Flatus, so dass ihn 
diese Fahrzeuge ekelhaft wurden, der Frauenmund kam ihm wi< 
das Rektum, die Augen der Frauen wie Analöffnungen vor. Tref 
fend schildert dann Brill den Geiz, die Ordnungssucht und dei 
Trotz der einstigen Analerotiker, wie sie sich in der Übertragunj 
auf die Kur und auf den Arzt zeigen. Besonders erwähnenswer 
ist der dritte der von Brill hier mitgeteilten Fälle, in dem zwi 
sehen Grausamkeit und Stuhlentleerung eine unlösbare Ver 



Kritiken und Referate 



53 



schränkung zu stände kam, so dass der Patient nur unter Zuhilfe- 
nahme sadistischer Phantasien und Symbolhandlungen den Stuhl 
absetzen konnte. 



DR. A. A. BRILL (New York) 

The only or favourite child in adult life 

Vortrag gehalten in der Jahresversammlung der Med. Society of 
the State of New York in Albany. (New York State Journal of Medicine. 

August 1912) 

(1913) 

Eine äusserst lichtvolle Darstellung der abnormen Charakter- 
eigenschaften, die sich beim einzigen und beim Lieblingskinde in- 
folge des Mangels an sozialer Erziehung, wie sie in einer zahlreichen 
Familie von selbst zustande kommt, entwickeln und für die ganze 
spätere Lebensführung bestimmend werden. Die diesbezüglichen 
Feststellungen Freuds, Jungs und Sadgers 1 werden hier 
durch eine Reihe ausgezeichnet beobachteter Fälle bestätigt und 
ergänzt. B r i 1 1 untersuchte seit 1908 vierhundert meist 
schon erwachsene „einzige oder Lieblingskinder" und stellte fest, 
dass sie in der Kindheit meist sehr verzogen, durch ausschliess- 
lichen Verkehr mit Erwachsenen frühreif, unter Gleichalterigen 
gelangweilt waren, später aber hochgradigen Egoismus und über- 
aus grosse Empfindlichkeit an Tag legten, die sie sozial unmög- 
lich machten. Auf die geringste Verletzung ihrer Eitelkeit rea- 
gierten sie mit tiefer und anhaltender Depression. In 36% der 
Fälle waren manifeste Abnormitäten des Sexuallebens nachweis- 



1 Auch Dr. Josef K. Friedjung hat wertvolle hierhergehörige 
Erfahrungen und Beobachtungen publiziert: „Die Pathologie des ein- 
zigen Kindes" (Wr. Med. Wochenschr. 1911, Nr. 6.) Amkg. d. Ref. 




II 11 



I' 



bar, als Folgen der Fixierung an infantile Befriedigungsarten 
18% der einstigen Lieblingskinder wurde paraphrenisch, di 
übrigen ausnahmslos mehr oder minder psychoneurotisch. Voi 
den vierhundert Patienten (im Alter von 18 bis 68 Jahren) heira 
teten im ganzen 93. 

Besonders krass ist der Fall jenes von B r i 1 1 beobachtete! 
alten Junggesellen, der bis zu seinem 41. Lebensjahre das Bet 
der Mutter teilte; nur der Tod konnte die Mutter vom Sohm 
losreissen. 

Prophylaktisch ist nach B r i 1 1 s Ansicht — wo die Zah 
der Kinder aus welchem Grunde immer nicht vermehrt werdei 
kann — die Frequentierung von Kindergärten und öffentlichei 
Schulen für die einzigen Kinder von grossem Vorteil. 

Höchst interessant sind die Ausführungen B r i 1 1 s übei 
gewisse Charaktereigenschaften der Juden, die er davon ableitet 
dass sie sich als die einzigen wahren Söhne und allenfalls als di« 
Lieblingskinder Jehovas fühlen. Das sei die Quelle der Masslosig 
keit in ihren Ansprüchen, ihrer Empfindlichkeit und Unverträg 
lichkeit. 



lil 



PROF. E. BLEULER (Burghölzli) 

Kritik der Freudschen Theorien 

Referat in der Sitzung des deutschen Vereines für Psychiatrie in Breslau 

13. Mai 1913. (Sonderabdruck aus der „Allgemeinen Zeitschrift füi 

Psychiatrie", Bd. 70.) 

(1914) 

In diesem kritischen Referate — dessen Leitsätze wir bereits 
auf Seite 411 des vorigen Jahrgangs dieser Zeitschrift 1 abgedruckt 
haben — überrascht uns Prof. Bleuler mit einer Auffassung 
der wichtigsten Ergebnisse der Psychoanalyse, die mit seinen 



1 



1 Int. Zeitschr. f. Psa., Jg. I, 1913. 



Kritiken und Referate 



55 



früheren kritischen Äusserungen über dasselbe Thema nicht in 
Einklang zu bringen sind. Der Autor scheint das selbst zu fühlen, 
da er der eigentlichen Besprechung folgende Bemerkung voraus- 
schickt: „Meine frühere Besprechung (Die Psychoanalyse 
Freuds, Verteidigung und kritische Besprechung, Jahrbuch für 
psychoanalytische und psychopathologische Forschungen, II. Bd.) 
hat mehr das Positive herausgehoben. Diese Arbeit bildet eine 
Ergänzung dazu, muss also naturgemäss das Negative stärker be- 
tonen. Zu der letzteren Taktik veranlasst mich auch der Umstand, 
dass in der Zwischenzeit keine einzige der Anschauungen, die 
mir damals als möglich, aber unbewiesen erschienen sind, besser 
fundiert worden ist, wobei ich aber ausdrücklich hervorheben 
muss, dass ich keinen Grund gefunden habe, von dem, was ich 
damals angenommen, auch nur Kleinigkeiten zu modifizieren; die 
weiteren Erfahrungen haben mir keine Widersprüche, sondern 
nur Bestätigungen gebracht; neue Einwendungen von anderen 
habe ich nicht gehört." 

Diese Argumente sprechen meiner Ansicht nach nicht für, 
sondern gegen die „Taktik" des Autors. Hat er nämlich seit dem 
Erscheinen der ersten, verteidigenden Schrift nichts von der 
Psychoanalyse gelernt, was seine Ansicht über diese Methode in 
gutem oder im schlechten Sinne hätte ändern können, so wäre 
logischerweise seine Pflicht gewesen, die frühere Kritik auch in 
Breslau einfach zu wiederholen. Da er es nicht tat, sondern nach 
der protegierenden nun mit einer abweisenden Besprechung her- 
vortritt, und da wir in seinen einzelnen Argumenten keine Er- 
klärung für dieses Vorgehen finden, so sind wir gezwungen, selbst 
nach dessen Erklärung zu fahnden. 

Eine dieser Erklärungen wäre, dass Prof. Bleuler seine 
frühere Verteidigung nicht auf Grund wirklicher Überzeugung, 
sondern in der Hoffnung schrieb, dass die, noch unbewie- 
senen Behauptungen Freuds später besser fundiert werden. 







Ili'i 






Ein solches Vorgehen können wir aber gerade Prof. B 1 e u 1 e 
einem der gewissenhaftesten und ehrlichsten Gelehrten, nicht ai 
muten. Es kann auch nicht in seiner Absicht gelegen sein, de 
Lesern des ersten Aufsatzes eine unverdient günstige, denen d< 
zweiten eine ungerecht abfällige Meinung von der Psychoanalyi 
beizubringen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als anzunehmei 
dass der Begründer des „Ambivalenz"-Begriffes in bezug auf di 
Psychoanalyse selber ambivalent eingestellt ist, gleichsam zwi 
antagonistische Überzeugungen hat, die anstatt in einer einzige] 
in zwei aufeinanderfolgenden Arbeiten — einer positiven un 
einer negativen — dargestellt werden mussten. 

Natürlich durfte uns der überraschende und unausgeglichen 
Gegensatz zwischen beiden Kritiken nicht davon abhalten, auc 
das nun in den Vordergrund geschobene Negative objektiv z 
prüfen, wir hoffen sogar, aus diesen, wenn auch einseitig gruppie 
ten Aufstellungen manches zu lernen. Sind wir in dieser Hoffnur 
arg enttäuscht worden, so liegt das zum Teil an der gedrängte 
Kürze des Referates, die den Referenten dazu zwang, Problem 
von einschneidender Bedeutung mit einer einfachen kategor 
sehen Erklärung abzutun. „Der Begriff des Vorbewussten ist m 
unnötig." „Dass die Strebungen aus der Kinderzeit eine wesen 
liehe Triebkraft zur Entstehung der Hysterie bilden, ist noc 
nicht nachgewiesen." „Auf einer argen Ignorierung von Tatsache 
beruht Ferenczis Auffassung von Alkoholismus und Sexual 
tat." Die Kritik Bleulers wimmelt von diesen und ähnliche 
Aussprüchen. 

Wir können uns hier nicht auf die detaillierte Wiedergab 
des Inhaltes dieser Schrift einlassen, es hiesse die ganze bisherig 
Literatur der Psychoanalytik resümieren; wollten wir gar m 
den Behauptungen Prof. Bleulers im einzelnen polemisiere) 
so wüchse unser Referat vielfach über die Dimensionen der Arbe: 
selbst hinaus. Der sich eingehender Interessierende muss also au 




Kritiken und Referate 57 

Jas Original verwiesen werden, wir aber müssen uns auf einige 
Beispiele und deren Würdigung beschränken. 

In der Kritik der allgemeinen psychologischen 
Aufstellungen Freuds wendet sich Bleuler gegen ein 
Schema, das „den Ablauf der Erregung von der Wahrnehmung... 
zum Bewussten mit dem psychischen Reflexvorgang identifi- 
zier t". Von einer „Identifizierung" ist aber bei Freud nir- 
gends die Rede, er spricht nur von einer sehr weitgehen- 
den Analogie, die diese komplizierten Vorgänge unserem 
Verständnis näher bringen soll. — „Da die Wahrnehmung ebenso 
bewusst sein kann wie das Handeln, hätten wir ferner bewusste 
Qualität am Anfang und am Ende des Systems. Es ist also kein 
Fortschreiten zum Bewussten." — Dieser Satz beweist, dass 
Bleuler die nur vorläufige (aber sehr brauchbare) Konstruk- 
tion Freuds über den Bau des psychischen Apparats gründlich 
missverstanden hat. Die Progression zum Bewussten meinte 
ja Freud nicht so, dass die Erregung unbedingt zu einer be- 
wussten Handlung fortschreiten muss; im Gegenteil, er sagte uns 
ganz klar, dass die bewusste Wahrnehmung eine Hemmung 
der Aktion bedeute, während die Ausführung der Handlung 
(nach der Deliberation) wieder ein unbewusst arbeitender Apparat 
(der neuro-muskulöse) leistet. — „Wenn im Traume der psychi- 
sche Vorgang sich umkehrt (regrediert) — heisst es weiter — und 
vom Filter der Zensur zurückgestossen zur Wahrnehmung geht, 
so muss er dann wieder in der normalen Richtung zurück durch 
das Unbewusste und Vorbewusste, unter Passieren des Filters, 
das ihn eben zurückgewiesen, was recht sonderbar wäre." — 
Sonderbar nur für den, der die Psychologie des Unbewussten nicht 
kennt oder sie nicht anerkennen will und daher nicht berück- 
sichtigt, dass bei der Regression die von der Zensur zurückge- 
worfenen Inhalte eine dem Lustprinzip entsprechende Entstel- 
lung erfahren und nicht mehr in ihrer ursprünglichen, sondern 



58 



S. Ferenczi 






in einer erträglicheren und die Schlafruhe weniger störende] 
Form im Bewusstsein auftauchen. 

„Das zweite (psychische) System kann (nach Freud) er 
fahrungsgemäss eine Vorstellung nur dann besetzen, wenn es im 
stände ist, die von ihr ausgehende Unlust zu hemmen. — Zu letz 
terem Sinn kann ich mir keine klare Vorstellung machen.' 
Auch daran ist der Kritiker und nicht Prof. Freud schuld 
dessen Ausführungen Unklarheit gewiss nicht vorgeworfer 
werden kann. Dieser Satz Freuds z. B. ist gar nicht schwei 
zu verstehen; reisst man ihn aus dem Zusammenhange, in den ei 
gehört, nicht heraus, so muss dessen Sinn jedem einleuchten, 
Freud meint damit offenbar, dass Assoziationsverbindungen 
mit den Erinnerungsspuren (dem „E-System") die Affektentladung, 
zu der eine unlustvolle Vorstellung Anlass böte, hemmen, in- 
dem sie auch Möglichkeiten vergegenwärtigen, in denen selbst 
das Unangenehmste erträglich erscheint. Die Vorstellung des 
Todes z. B. wird durch Überlegungen über dessen Notwendigkeit, 
Unausweichlichkeit und Allgemeingültigkeit sowie durch den 
Trost, dass man vor dem Tod noch lange und glücklich leben kann, 
erträglicher und daher realisierbar. Das Denken bietet Trost- 
phantasien, schwächt dadurch die Unlust und macht das Unan- 
genehme vorstellbar. So tritt an Stelle der Verdrängung der 
Todesidee die Fähigkeit zu deren Vorstellung und zur Urteils- 
fällung über sie. 

„Eine andere Gegenüberstellung (Freuds) ist die von 
Lustmechanismen und Ichtriebe n." „Ich kenne aber 
keine Gründe, „Ichtriebe" den Lustmechanismen entgegenzustel- 
len." „Da etwas, was man als „das Ich" bezeichnen könnte, die 
Sexualwünsche ablehne und mit Angst darauf reagiere, glaube ich 
nicht. Sexuelle und andere Wünsche gehören doch wohl dem näm- 
lichen Ich an." Nun ist es Freud nie eingefallen, einen Trieb 
und einen Mechanismus, also zwei inadaequate Dinge, ein- 



Kritiken und Referate 59 

ander entgegenzustellen. Er spricht immer nur von dem Konflikt 
zwischen zwei Trieben: dem Ich- und dem Sexualtrieb. Jeder 
dieser Triebe erfährt eine Entwicklung von der primitiven Lust- 
phase zum Realitätsstadium. 

Der Irrtum Bleulers (dem auch Jung erlegen ist) ist 
hier wohl der, dass er meint, Freud halte jede Art Lust (z. B. 
auch die egoistische) für eine sexuelle (obzwar Freud sich 
gegen diese Auslegung stets ausdrücklich verwahrt hat). Die Miss- 
achtung dieser Unterscheidung führte Bleuler zur Aufstel- 
lung des Begriffes „Autismus", der die mit grosser Mühe gewon- 
nene Abgrenzung der zweierlei Triebäusserungen aufhebt und 
dadurch nur Verwirrung stiftet. Wir aber müssen die Lustäusse- 
rungen der Sexualität (den Erotismus) und die der ego- 
istischen L u s t scharf auseinanderhalten und nur bei den 
letzteren können wir eventuell den Terminus „A u t i s m u s" 
verwenden. 

Unrichtig ist auch, wenn Bleuler meint, dass nach Freud 
im unbewussten Denken nur das Lustprinzip, im bewussten nur 
das Realitätsprinzip herrsche. Freud weiss ebensogut wie sein 
Kritiker, dass „die Abweichungen, die Freud dem Unbewussten 
und damit auch dem Traumdenken zuschreibt, auch im autisti- 
schen bewussten Denken" zu finden sind. Er weiss auch ganz gut 
von den der Realität angepassten psychischen Vorgängen in einer 
Schichte des Unbewussten (dem Vorbewussten nämlich). 
Freud sagt nur, dass das Lustprinzip im Unbewussten, das Rea- 
litätsprinzip im Bewussten vorherrscht, dass aber auch 
Vermengungen oder Kompromissbildungen beider Mechanismen 
hier wie dort zustande kommen. Freud liess sich allerdings 
durch das Atypische nicht dazu verleiten, auf die scharfe Distink- 
tion des Typischen zu verzichten, wie das Bleuler in seinem 
Autismusbegriff leider tat. 

„Die Zensur, die zwischen dem Vorbewussten und dem 




II il I 



1 II 



Hill Uli 

1 



Bewussten liegen soll, wird bei mir (Bleuler) von der allgc 
meinen Tätigkeit der Affektivität besorgt." Auch Freud hat e 
nie anders aufgefasst; die Zensur war ihm nie etwas „Dingliches' 
sondern nur der Ausdruck für einen zwischen zwei psychische] 
Systemen sich abspielenden Dynamismus. Allerdings erklär 
Freuds Annahme der zwei „örtlichkeiten" (Arbeitsweisen) 
zwischen denen sich der Konflikt abspielt, viel mehr als der vag 
Ausdruck Bleulers „Affektivität". 

Es spricht noch die alte Bewusstseinspsychologie aus Bleu 
1 e r s sonst doch das Primat der Affektvorgänge immer betonen 
den Gedankengängen, wenn er die Auffassung Freuds, da 
Bewusstsein sei „ein Organ für psychische Qualitäten", aus er 
kenntnistheoretischen Gründen ablehnen zu müssen glaubt. Es is 
noch immer eine Überschätzung der Bewusstheitsqualität, wem 
man sich nicht entschliessen kann, das Bewusstsein als einfache] 
Maschinenteil der körperlich-seelischen Organisation vorzustellen 
und ihm eine besondere, mystisch-unerklärliche Rolle zuweisei 
will. Die Psychologie muss übrigens auch die von Bleuler über 
flüssigerweise nochmals aufgerollte metaphysische Frage, ob di 
unbewussten Erinnerungen „physisch" oder „psychisch" seien, al 
unlösbar abweisen und sie hat das Recht zu versuchen, ob si( 
imstande ist, diese von der „physischen" Seite ganz unzugäng 
liehen Vorgänge mit ihren Hilfsmitteln zu erklären. 

Die Behauptung, dass die Erinnerungsbilder nur dann etwai 
Psychisches seien, „wenn sie ekphoriert werden", und dass di( 
Annahme eines inaktiven Unbewussten undenkbar sei 
wird niemandem einleuchten, der sich mit dem DispositionsbegriJ 
in der Biologie vertraut gemacht hat; dispositionelle Mechanismer 
können ganz gut zeitweilig oder dauernd unbesetzt gedacht wer 
den. In den diesbezüglichen Bemerkungen Bleulers wirk! 
übrigens die Einmengung der S e m o nschen „Mnemen"-Termino 
logie (richtiger: Phraseologie) besonders störend. 



Kritiken und Referate 



61 






Zur „Psychopathologie des Alltagslebens" 
bringt der Autor die überflüssige, weil von niemandem je in 
Zweifel gezogene Korrektur, dass nicht alles „Zufällige" psycho- 
logisch zu erklären ist. Die Witztheorie nimmt er als Ganzes 
nicht an, weil er sich in deren Einzelheiten nicht hineindenken 

kann. 

In der Kritik der Sexualtheorie Freuds bekämpft 
Bleuler vor allem die Ansicht Freuds von der Genese der 
Kindheitsamnesie; er sagt, dass die Erinnerungen an die ersten 
Lebensjahre nicht (wie Freud sagt) mit den inkompatiblen 
sexuellen Eindrücken „mitverdrängt" werden, sondern einfach 
deshalb aus dem Bewusstsein verschwinden, weil die „Psychis- 
men" der Erwachsenen mit denen der ersten Kindheit nicht ver- 
wandt (nicht einmal verwandt!) sind. Natürlich verzichtet damit 
der Kritiker auf all die Vorteile, die diese Erklärung Freuds 
für das Verständnis der Deckerinnerungen, der Perversitäten Er- 
wachsener usw. bietet; auch das Wiederaufleben des Infantilen 
im Traum, im Witz muss ihm — da er das Verdrängt-Kindliche 
nicht supponieren kann — zu der unerklärlichen Bizarrerie wer- 
den, als welche sie uns vor Freud erschien. 

Nie hat Freud behauptet, dass es „nicht Kulturbestrebun- 
gen geben sollte, die eine von der Sexualität unabhängige beson- 
dere Wurzel haben", im Gegenteil, er sieht die Ursache jeden 
„Fortschrittes" in der äusseren Not, also in der Störung egoisti- 
scher und libidinöser Interessen, wobei allerdings die verdrängte 
Libido in den Dienst sozialer Strebungen gestellt, sublimiert 
werden kann; natürlich liegen aber auch nach Freud der Sozie- 
tät in erster Linie egoistische Interessen zu Grunde. Gegen den 
Sublimierungsvorgang spräche nach Bleuler, dass es auch per- 
verse Menschen gibt, „die nichtsdestoweniger lebhaften Anteil an 
den Kulturbestrebungen nehmen"; mit demselben Rechte könnte 
man behaupten, es sei unmöglich, dass die Kraft einer Dampf- 




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maschine, aus der etwas Dampf frei abströmt, gleichzeitig auc] 
zu Arbeitsleistungen verwendet werden könne. 

Das Betrübendste an der Bleuler sehen Kritik für dei 
Psychoanalytiker ist seine Ansicht über die Traumpsychologie 
Er findet Freuds Theorien „unbegründet und unwahrschein 
lieh". „Es fehlt uns bis jetzt jeder Anhaltspunkt zu der Annahme 
dass der Traum eine wichtige Funktion zu erfüllen habe." „Fehl 
aber dem Traum ein Zweck, eine bewusste oder unbewusste Ab 
sieht, so gibt es auch keine Rücksicht auf Darstellbarkeit." Dei 
Traum zeige nichts von der Psychologie des Unbewussten, sonderi 
nur das Schlafdenken usw. 

Das Richtige an dieser letzteren Behauptung stammt gerade 
von Freud; er war es, der die Charaktere des Traumes aus 
dem Schlaf zustand abgeleitet hat, e r fand, dass die einzige Funk 
tion des Traumes die Sicherung der Schlafruhe vor inneren und 
äusseren Störungen ist. Prof. Bleuler muss aber gut wissen, 
dass Freud aus dem „Schlaf denken" allein niemals die Gesetz« 
der unbewussten Denkvorgänge abgeleitet hätte, wären ihm nichl 
analoge Gesetzmässigkeiten auch beim Witzdenken, beim 
neurotischen Denken, beim Irredenken, beim 
künstlerischen und phantastischen Denken, 
beim kindlichen und primitiven Denken immer 
und immer wieder entgegengetreten. Der Traum zeigte ihm nur am 
deutlichsten, was auch sonst an zahlreichen anderen psychischen 
Gebilden zum Vorschein kam: die Psychologie des Unbewussten. 
Das hierüber zusammengetragene Wissen einfach mit dem Worte 
„Schlaf denken" abzutun heisst: die Psychoanalyse überhaupt ab- 
zuschütteln. Die freundlich wohlwollende Anerkennung einzelner 
kleinerer Details kann uns darüber weder hinwegtäuschen, noch 
dafür entschädigen; soviel Anerkennung haben ja der Psycho- 
analyse auch ihre Gegner nie versagt. 

Nach dem, was wir von Bleuler über die allgemein-psy- 



I 
!! iil! 



j 



Kritiken und Referate 63 



chologische Bedeutung der Psychoanalyse gehört haben, brauchen 
wir uns nicht lange bei seinen Ansichten über deren pathologische 
Verwertbarkeit aufzuhalten. Auffällig ist es aber und es muss 
doch hervorgehoben werden: während er Beweise für Freuds 
Hysterietheorien, für die doch eine Unzahl tatsächlicher psycho- 
logischer Erfahrungen ins Feld geführt wurde, mit der Goldwage 
abwägt, um sie meist zu leicht zu finden, erklärt er die Schizo- 
phrenie (bei der bis jetzt nur psychische Störungen mit Sicher- 
heit nachgewiesen wurden) unter schroffer Ablehnung der Psycho- 
geneität für eine „anatomische oder chemische Anomalie", für 
eine „Gehirnvergiftung oder Gehirnveränderung". Die grosse 
Unsicherheit, die sich in dieser Alternative verrät, müsste 
den Kritiker Freuds den psychologischen Theorien und ihren 
Beweisen gegenüber nachsichtiger stimmen. Wir wissen übrigens, 
dass in Freuds Neurosenlehre biologische und psychologische 
Erklärungen sich nicht ausschliessen, sondern ergänzen. 

Es ist denkbar, dass Prof. Bleuler trotz allen Wohlwollens 
sich von der Richtigkeit der Freud sehen Hauptsätze nur dar- 
um nicht überzeugen konnte, weil er als Psychiater sich mit 
Neurosenanalysen wenig beschäftigt; sagt er doch selber 
an einer Stelle seiner Kritik, dass er „über die Zwangsneurosen 
zu wenig eigene Erfahrung habe". Und doch ist es gerade die 
Neurosenpsychologie, deren Studium einem die Richtigkeit der 
Anschauungen Freuds verschaffen kann. Es ist uns also die 
Hoffnung nicht genommen, dass mehr Erfahrung auf diesem Ge- 
biete auch Bleuler endgültig überzeugen wird, beginnt er doch 
auch an den Zusammenhang der Analerotik mit gewissen Cha- 
raktereigenschaften zu glauben, seitdem er dies „in drei Fällen 
beobachtete". 

Es entsprach wohl der direkt angekündigten negativen Rich- 
tung der Kritik Bleulers, wenn auch wir in deren Besprechung 
die negativen Momente hervorhoben. Wir schützen hiedurch 



Prof. Bleuler auch vor der Wiederholung der Unbill, die seiner 
Schizophrenietheorie widerfahren ist, die die Kritik (nach sei- 
nem Ausspruche) „viel zu viel als Freud sehe angesehen hat". 



DR. C. G. JUNG 

Contribution ä Fetude des types p s y c h o 1 o ■ 

g i qu e s 

Communication presentee au Congres Psychanalytique de Munich, 1913 

(Archives de Psychologie, T. XIII, Nr. 52. Dec. 1913.) 

(1914) 

Dr. Jung will die Hysterie als Übertragungsneu- 
rose von der Paraphrenie als Introversionspsychose 
prinzipiell unterscheiden und meint, dass die Abwendung von der 
Realität nur die Demenz, nicht aber die Hysterie charakterisiere. 
Wir sind dieser Auffassung bei anderer Gelegenheit entgegen- 
getreten und halten dafür, dass auch die geräuschvolle Interesse- 
vergeudung des Hysterischen einer Verschiebung, einer Realitäts- 
flucht ihr Entstehen verdankt und als phantastischer Ersatz der 
unlustvollen Wirklichkeit aufzufassen ist. Dieser prinzipielle 
Gegensatz hindert uns aber nicht, die Richtigkeit der (eigentlich 
von Freud und Abraham aufgestellten, von Jung seiner- 
zeit geleugneten) Tatsache anzuerkennen, dass die Hysterischen, 
die ihre Libido auf andere Objekte der Aussenwelt verschieben, 
bedeutend weniger weltfremd sind als die Paraphreniker, da ja 
diese ihre Liebe ganz auf ihr „Ich" zurückziehen und den Dingen 
der Welt affektlos gegenüberstehen. Die Symptomatik der Hysterie 
und der Paraphrenie versucht nun Jung in dieser Arbeit cha- 
rakterologisch zu verwerten. Er glaubt die Menschen überhaupt 
in zwei Gruppen einteilen zu können: in die Übertragenden 
(statt Übertragung [Freud] will Jung den Terminus Extra- 



Kritiken und Referate 



65 



version einführen) und die Introvertierenden. Zu 
den Übertragungstypen rechnet Jung die Positivisten 
(die „tough-minded" nach dem Ausdrucke von W. James), die 
„den materiellen Dingen und den objektiven Realitäten ver- 
trauen", sich nur auf reine Empirie stützen, „auf der ewig wech- 
selnden Oberfläche der phänomenalen Welt" verweilen, sensuali- 
stisch, pessimistisch, materialistisch, irreligiös sind, sich nicht zur 
Systembildung aufschwingen können. Zu den Introvertierenden 
zählt Jung die Ideologen (tender-minded [James]), die 
sich nur fürs „innere Leben, für geistige Sachen" interessieren, 
rationalistisch sind, alles systemisieren wollen, zur Abstraktion, 
Idealisierung, Religiosität neigen. Zu den Übertragungstypen ge- 
hören weiter nach Jung der Romantiker, der „Einfühlende", 
der Naive, der „dionysische" Geist, der Mensch mit oberfläch- 
lichem, aber ausgedehntem geistigem Blickfeld; zu den Intro- 
vertierten: die „Klassiker", die Abstrakten, die Sentimentalen, 
die „apollinischen" Geister und die tief, aber beschränkt Den- 
kenden. — Diese Klassifikation enthält gewiss manches Inter- 
essante; bedenklich klingt nur der letzte Passus des Artikels, in 
dem Jung seine — wie wir anfangs sagten, im Prinzip unrich- 
tige — Einteilung auch auf die Psychologie selbst ausdehnen 
möchte. Er stellt hier die Psychoanalyse Freuds als rein „zu- 
rückführende", pluralistische (?), kausale und sensualistische 
Denkweise der Adler sehen — von Grund aus intellektualisti- 
schen und finalistischen — Theorie gegenüber (und hält die er- 
stere für Übertragungs-, letztere für introvertierende Psychologie. 
„Die schwierige Aufgabe der Zukunft ist", nach Jung, „eine 
Psychologie auszuarbeiten, die beiden Typen der Mentalität in 
gleicher Weise Rechnung trägt." 

Wir glauben, dass Jung hier im Bestreben, seiner Klassifi- 
zierung möglichst ausgedehnte Geltung zu verschaffen, sich zu 
einer allzu komplizierten psychologisierenden Erklärung verleiten 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 5 



66 



S. Ferenczi 



liess. Die Sachen liegen viel einfacher. Freuds Arbeiten bauen 
sich auf die Psychologie des Unbewussten auf und 
beschäftigen sich vorwiegend mit dieser bis jetzt ganz unbekann- 
ten, dem Triebleben näheren Seite des Seelenlebens. Freud tut 
das, nicht weil er ein „tough-minded" ist, sondern weil dieses 
Werk vor ihm und statt seiner niemand leisten konnte. Und auch 
Adler muss - — nach seinen Werken zu urteilen — nicht un- 
bedingt ein „feingearteter Denker" sein; er hat nur ein Stück 
Bewusstseinspsychologie, unter Verwendung und 
möglichster Unterschlagung seines psychoanalytischen Wissens, 
neu und zum Teil scharfsinnig bearbeitet. Freud weiss nur zu 
gut, dass die Psychologie des Bewussten (und all seiner logischen, 
ethischen und ästhetischen Kategorien) noch zu schaffen ist, er 
lässt sich nur nicht voreilig dazu drängen, bevor die Grundlage 
des psychologischen Baues festgelegt ist. 

Beide Aufgaben sind gewiss sehr schwer, viel schwerer als 
die, die sich Jung stellt: die „tough"- und die „tender-minded' 1 
arbeiten zu lassen und dann das Produkt ihrer Arbeit zusammen- 
zufassen. 



DR. MAXIM STEINER, Spezialarzt für Urologie in Wien 

Die psychischen Störungen der männlichen 
Potenz, ihre Tragweite und ihre Behandlung 

(Mit einem Vorwort von Prof. Sigm. Freud.) 

(1914) 

„Man wird gewiss eher vom Organspezialisten verlangen 
dürfen, dass er die nervösen Störungen seines Gebietes verstehe 
und behandeln könne, als vom Nervenarzt, dass er sich zum Uni- 
versalspezialisten für alle Organe ausbilde, an denen die Nerven 
Symptome machen." Diese Worte Freuds, die die Arbeit 



Ml! 



Kritiken und Referate 



67 



Steiners einleiten, enthalten zugleich die Rechtfertigung die- 
ses ersten Versuches, die über die psychosexuelle Impotenz des 
Mannes gesammelten psychoanalytischen Erfahrungen auch einem 
nichtneurologischen Leserkreise — Urologen und praktischen 
Ärzten — zugänglich zu machen. — In seinen einführenden Auf- 
klärungen beschäftigt sich der Autor mit der nosologischen Stel- 
lung der psychisch bedingten Impotenz und mit deren Bedeut- 
samkeit für die ganze individuelle und soziale Existenz zufolge 
der „Vorbildlichkeit als Sexualität". Der Abschnitt: „Anamnese 
und Symptomatologie" beschreibt die variablen Erscheinungs- 
formen dieses Leidens, und zwar sowohl die (immer nur sekun- 
dären) organischen Begleiterscheinungen, als auch die psychischen 
Charakterzüge. Sodann werden die ätiologischen Momente (neu- 
rotische Disposition und psychische Einflüsse) in einer auch für 
den Nichtneurologen verständlichen Weise geschickt zusammen- 
gefasst. Am ausführlichsten behandelt Steiner die Prognose 
und Therapie dieses Leidens. Bemerkenswert ist seine pessimi- 
stische Auffassung über die Heilbarkeit der psychischen Impotenz 
bei angeborenerweise stark zu Neurosen Disponierten; um so er- 
freulicher sind die günstigen Erfolge, die er bei den übrigen 
Kategorien des Leidens mit der psychoanalytischen Behandlung 
erzielte. Den Schluss der Arbeit bildet eine reiche Kasuistik (20 
Fälle), die aber leider allzu gedrängt dargestellt ist, so dass der 
Leser von der Schwierigkeit der psychologischen Probleme, mit 
denen der Analytiker in jedem einzelnen Falle zu kämpfen hat, 
nicht den richtigen Eindruck bekommen wird. Sicher wird er aber 
aus der Lektüre des S t e i n er sehen Buches die Einschätzung 
psychischer Momente beim Entstehen und bei der Heilung dieses 
Leidens erlernen und daraus ersehen, wie viel ein psychoanalytisch 
geschulter Urologe bei diesem sonst so hartnäckigen Leiden 
leisten kann. 



« 



II 



R. WEBER, Professor der klinischen Psychiatrie an der Genfer 
Universität 

Reverie et Images 
(Archives de Psychologie, T. XIII. Nr. 50. Juni 1913.) 

(1914) 

Der Autor wirft in dieser kurzen Mitteilung die Frage auf, 
warum Tagträume hauptsächlich in akusjischen, 
nächtliche Träume dagegen vorwiegend in optischen 
Halluzinationen sich manifestieren, und sucht sie wie folgt zu be- 
antworten: Man kann sich Träumereien nur hingeben, wenn für 
die Sicherheit der Lebenserhaltung genügend gesorgt ist. Nun ist es 
das Gesichtsorgan, das bei Tag auf nahende Gefahren Obacht geben 
muss; das Hörorgan kann sich inzwischen in Phantasien ergehen, 
die berufen sind, uns über die unbefriedigende Realität hinweg- 
zutäuschen. Bei Nacht dagegen (und im Finstern) übernimmt das 
Hörorgan die Rolle des Wächters (man erwacht bekanntlich auf 
akustische Reize), während das Sehorgan der Schauplatz wunsch- 
befriedigender Halluzinationen wird. 

Weber steht auf dem Standpunkte, dass die Träume, indem 
sie unsere Wünsche erfüllen und uns über Hindernisse hinweg- 
täuschen, imstande sind, die durch die Tagessorgen gequälte und 
verletzte Seele zu beruhigen. (Dieser Standpunkt entspricht übri- 
gens wörtlich dem Freud sehen, den der Autor zu zitieren 
vergass.) Diesen Zweck erreicht der Traum mittels halluzinatori- 
scher Wiederbelebung angenehmer Sinneseindrücke. (Nach 
Freuds Terminologie: Regression auf lustbetonte Erinnerungen 
der Vergangenheit.) 

Weber meint nun, dass man im Leben weit mehr Ange- 
nehmes optisch, als akustisch erlebt, so dass der optische Erinne- 
rungsschatz viel geeigneter ist, die unlustvolle Wirklichkeit zu 
beschönigen, als der akustische. Von den optischangenehmen 



Kritiken und Referate 



69 



Eindrücken hebt Weber (andeutungsweise) die erotischen Ge- 
sichtseindrücke hervor, von den akustisch unangenehmen die in 
der Schule erfahrenen Mahnungen und Tadel. 



PAUL BJERRE 

Das Wesen der Hypnose 

(Zeitschrift für Psychotherapie und medizinische Psychologie 

IV. Band, I. Heft. April 1914.) 

(1914) 

B j e r r e findet die Erklärung der Erscheinungen der Hyp- 
nose in einer Regression der Psyche auf den fötalen Zustand. 
Die Idee einer solchen Regression ist — wie es den Lesern dieser 
Zeitschrift noch erinnerlich sein dürfte — zuerst vom Referenten 
ausgesprochen worden, allerdings nicht bezüglich der Hypnose, 
sondern in bezug auf den Schlaf zustand. Die Hypnose da- 
gegen — insoweit sie die Hervorrufung eines Zustandes durch eine 
andere Person bedeutet — kann naturgemäss nur die Reproduk- 
tion extrauterin erlebter Beziehungen sein; in utero ist näm- 
lich ein Zwiegespräch (selbst unter Zwillingen) nicht möglich. 
Die Hypnotisierbarkeit wurde denn auch (von Freud und dem 
Referenten) auf extrauterine, infantile Erlebnisse, auf die eroti- 
schen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern zurückgeführt. 

Indem also B j e r r e den hypnotischen Schlafzustand 
als Regression ins Fötale auffasst, hat er zwar recht, sagt aber 
nichts Neues, da die Fötaltheorie des Schlafes auf verschiedene 
Arten des Schlafzustandes anwendbar ist. Insoferne er aber die 
hypnotische Beeinflussung durch eine andere Person „fötal" er- 
klären will, irrt er gewaltig. — Es ist gewiss eine interessante 
und noch der Lösung harrende Aufgabe, die Unterschiede des 



70 



S. Ferenczi 



gewöhnlichen und des hypnotischen Schlafzustandes auf der ge- 
meinsamen Grundlage der Fötaltheorie darzulegen. Die Psycho- 
analyse hat schon einiges Material zur Lösung dieses Problemes 
geliefert und wird es — nach Ansicht des Referenten — in ab- 
sehbarer Zeit wirklich lösen. Auch die Arbeit B j e r r e s bringt 
dazu einige brauchbare Beiträge. 

Es ist zu verwundern, dass B j e r r e die überdeutliche Ähn- 
lichkeit — man möchte fast sagen: Identität — seiner Theorie 
mit der des Referenten derartig verkennt, dass er letztere füi 
einen „Missgriff" erklären kann. 



G. BERGUER 

Note sur le langage du reve 

(Archives de Psychologie, Mai 1914.) 

(1914) 

Der Autor dachte vor dem Einschlafen an einen Tropfen 
Wasser, das durch den Kontakt mit einer heissen Fläche ver- 
dunstet; dann kam die hypnagogische Halluzination einer kleinen 
geballten grauen Dunstwolke, schliesslich — im Momente des 
Einschlafens — ■ ein kurzer Traum, der das Bild dem Träumenden 
erklärlich machte, beim sofortigen Erwachen aber sich als sinn- 
lose Wortreihe herausstellte. Die Worte lauteten wie folgt: „U n 
feu toit de petite clair e." Der Träumer war von der 
Sinnlosigkeit der Worte enttäuscht, versuchte aber (ganz im 
Sinne der Freud sehen Traumdeutungsmethode) darüber nach- 
zudenken, ob sich keine Assoziationsbrücke zwischen dem den 
Traum erregenden Nebelbilde und den geträumten Wörtern bauen 
Hesse. Und richtig: zu Feuer fällt ihm die heisse Fläche, zu 
Dach die dachförmig geballte Dunstwolke ein, klein gibt die 
Kleinheit des Bildes überhaupt wieder, hell (claire) war die 
graue Farbe des Wölkchens. 



Kritiken und Referate 71 

Anstatt die Analyse fortzusetzen, fing der Autor hier an, eine 
Traumtheorie zu bauen, die er in dieser Mitteilung auch publi- 
ziert. Die grosse Entdeckung, die er machte, ist die, dass auch 
die scheinbar sinnlosen Träume und die glossolalischen Wort- 
reihen einen Sinn haben, man müsste nur ihre Entstellungen 
rückgängig machen! Nach dieser Feststellung und auf Grund 
dieser Traumanalyse fühlte sich dann der Autor natürlich dazu 
berechtigt, „die Wunscherfüllungstheorie Freuds wenigstens 
teilweise zu korrigieren". In Fällen wie dem beschriebenen sei 
die Wunschtheorie überflüssig, es genüge anzunehmen, dass in 
solchen Träumen die Traumworte sich ohne jede Intention und 
ohne logische Ordnung durch Zufall an das vor dem Ein- 
schlafen Gedachte anknüpfen. 

Wir teilten diese kurze Publikation etwas ausführlicher mit, 
um ein typisches Beispiel zu geben von der Art, in der man die 
Psychoanalyse nachzuentdecken, und von den Tatsachen, auf 
Grund deren man sie zu bekämpfen pflegt. 



DR. FRIEDRICH MEGGENDORFER 

Über Syphilis in der Aszendenz von Dementia 

praecox-Kranken 
(Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde, 51. Bd., 3 — 6. Heft, S. 442.) 

(1914) 

Auf Grund diesbezüglicher Erfahrung wirft der Autor die 
Frage auf, ob die Disposition zu Dementia praecox nicht auf 
Keimschädigung infolge durchgemachter Syphilis der Eltern 
beruht, und ist geneigt, diese Frage in positivem Sinne zu beant- 
worten, erwartet aber die endgültige Lösung des Problems von 
den neueren, verfeinerten Methoden des Luesnachweises. Unter 
anderem berührt er in seiner Besprechung die Unhaltbarkeit der 
Ansicht der Freu d-Schule, wonach „rein psychische Faktoren als 






72 



S. Ferenczi 



alleinige Ursachen der Dementia praecox in Betracht kommen 
etwa, wie Jung annimmt, in Form eines „verankerten Kom 
plexes". 

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, wü 
unrichtig eine solche einseitige Darstellung der Freud schei 
Neurosenlehre ist. Nie hat Freud von der „rein psychischen' 
Ätiologie der Neurosen gesprochen, sondern die Bedeutsamkei' 
dispositioneller Faktoren daneben von Anfang an anerkannt 
Schon sehr früh wies er auf Abnormitäten der Keimanlage unt 
auf Störungen des Sexualchemismus hin, die der Verdrängungs 
neigung. der Hysteriker organisch zu Grunde liegen dürften. Ins 
besondere betonte er als erster, dass Syphilis der El 
t e r n bei Neurotikern, z. B. Hysterischen auffällig oft nach 
weisbar sei. (Nach der psychoanalytischen Anschauung sind Hysteri« 
und Paraphrenie (dementia praecox) nahe verwandte Seelenstö 
rungen.) Hätte also Dr. Meggendorfer Freuds Werks 
etwas gewissenhafter studiert, so hätte er sich sein abfällige: 
Urteil über die Psychoanalyse ersparen und Freud als der 
eigentlichen Anreger der von ihm verfochtenen Anschauung be 
grüssen können. 



DR. J. KOLLARITS 

Observations de Psychologie quotidienne 

(„Archive* de Psychologie", T. XIV, Aug. 1914.) 

(1915) 

Der Name des Autors dürfte einigen Lesern dieser Zeitschrifl 
als der eines gehässigen Gegners der psychoanalytischen Richtung 
bekannt sein; seine in deutscher Sprache mitgeteilten Ansichten 
über die Psychoanalyse sind eigentlich Verdammungsurteile, de> 
ren Motivierung mehr an die Affekte als an den Verstand des 



j 




Kritiken und Referate 



73 



Lesers appelliert. Ob nun der Verfasser seine Ansichten durch 
»ehäufte Erfahrung einigermassen geändert hat, oder ob ihn der 
Gebrauch der französischen Sprache dazu verführte (in der fran- 
zösischen Polemik werden die Gegner oft höflicher behandelt als 
die Anhänger, sagt er bei Gelegenheit): Tatsache ist, dass sich 
Kollarits in diesen flott geschriebenen und nicht uninteres- 
santen Aufsätzen den Freud sehen Anschauungen viel zugäng- 
licher zeigt. Abgesehen davon, dass er die in der Psychologie 
unleidliche physiologisierende Terminologie seiner früheren Ar- 
beiten, in denen es von „Tropismen" und „Gehirnfunktionen" 
wimmelt, diesmal vermeidet und sich mit psychologischen Kunst- 
ausdrücken bescheidet, lässt er sich auch herbei, die Freud sehe 
Untersuchungsmethode in praxi anzuwenden, ja sie für brauch- 
bar zu erklären, wenn es sich darum handelt, den unbewussten 
Wurzeln eines scheinbar undeterminierten Einfalles nachzufor- 
schen. Seine Methodik nennt er „une sorte de psychoanalyse" 
und hat darin vollkommen recht, da er doch die Grundregel der 
psychoanalytischen Untersuchung — die freie Assoziation — zwar 
anwendet, aber nur die ersten Einfälle in Betracht zieht, der 
Überdeterminierung aber nicht gehörig Rechnung trägt. 

Auf diese Art konnte es ihm natürlich nicht gelingen, ver- 
drängten Gefühls- und Gedankenkomplexen auf die Spur zu kom- 
men; was er findet, sind nur vorbewusste, d. h. temporär beiseite 
geschobene, aber dem Bewusstsein stets zugängliche, meist auch 
nicht besonders affektbetonte psychische Gebilde. 

Die erste Frage, die sich der Autor stellt, bezieht sich auf 
die Quelle jener visuellen Bilder, die bei der Vor- 
stellung eines der Versuchsperson unbekannten Menschen, 
einer noch nie gesehenen örtlichkeit, einer Romanfigur usw. von 
selbst als dazugehörig auftauchen. Es wird unsere Leser am we- 
nigsten überraschen, wenn der Autor zum Schlüsse findet, dass 
alle diese Phantasiebilder der früheren Erfahrung entstammen 



74 



S. Ferenczi 



und dass die Beziehung der Bilder zu jenen früheren 
Erlebnissen durch die freie, oft ganz oberflächlich-sprachliche 
Assoziation herzustellen ist. Auch K o 1 1 a r i t s bestätigt die 
weitgehende Übereinstimmung zwischen Traum und Phantasie 
in der Art der Gedankenverknüpfung, besonders die Verdich- 
tungsleistungen des Traumes findet er häufig bei der Analyse 
phantastischer Einfälle wieder. Er gedenkt dabei auch der mehr- 
fachen Determinierung eines und desselben phantastischen Ein- 
falles; bei noch tieferer Durchforschung seines Materials, beson- 
ders wenn er die ganze Persönlichkeit der Versuchspersonen (vor 
allem seiner selbst), ihre Träume, Fehlleistungen usw. in Betracht 
gezogen hätte, hätte er sich aber überzeugen können, dass die 
Dinge noch viel komplizierter sind, als sie sich selbst bei so flüch- 
tiger Untersuchung erweisen. 

Bei tieferem Eindringen in den Gegenstand wird K o 1 1 a- 
r i t 8 erfahren, dass die „images visuelles", die unsere Phantasien 
begleiten, nicht nur von Erlebnissen der nächsten Vergangenheit, 
sondern in jedem Falle auch von frühinfantilen Erfahrungen, die 
sich eben als „imagines" in unser Unbewusstes fürs ganze Leben 
einprägten, zumindest mitbestimmt sind. Der vom Autor zitierte 
Fall, in dem ein Schriftsteller (B a r r i e) uns selbst erzählt, 
dass alle Heldinnen seiner Romane seiner Mutter gleichen, gehört 
zu den Ausnahmen; 1 bei den meisten Menschen sind solche Zu- 
sammenhänge viel besser versteckt und sind durch einfaches Er- 
fragen nicht aufzudecken. Die Exkursionen K.s auf das Gebiet 
der Psychologie der künstlerischen Produktion enthalten gleich- 



1 Eine ähnliche Äusserung fand ich unlängst bei Hermann Bang: 
.,Wie das Wasserzeichen sich unter der Fläche des Papiers verbirgt, aber 
gegen Licht gehalten als der heimliche Stempel des Papiers leuchtet, so 
lebt das schöne Bild meiner schönen Mutter hinter jedem Blatt, das ich 
beschrieb. Ihr Lachen klingt durch das Lachen all der anderen. Sie 
weinte — und Tränen aller wurden geboren." („Aus der Mappe" S. 30.) 



Kritiken und Referate 75 

falls viel Wahres, sind aber von ähnlichen Versuchen der Psycho- 
analytiker längst überholt. 

Unter dem Titel „M ouvements automatiques et 
involontaires" publiziert K. einige Fälle von Fehlhandlun- 
gen und deren Erklärungsversuch. Eines Tages ging K., vertieft 
in die Analyse eines Traumes, dessen Lösung ihm nicht gelingen 
wollte, herum; als er nun in die Kabine der Liftvorrichtung ein- 
stieg, machte er zu seiner eigenen Verwunderung zwei unge- 
schickte Bewegungen an dem ihm wohlbekannten Apparat, des- 
sen Handhabung ihm sonst ganz geläufig war; einmal wollte er 
— statt aufzusteigen — den Knopf drücken, der den Abstieg be- 
werkstelligt, dann wollte er eine Leitung berühren, die ihm einen 
elektrischen Schlag versetzt hätte. K. meint nun, dass ihn in die- 
sen Fällen eine ihm unbewusste Absicht daran verhinderte, den 
Knopf und die Leitung wirklich zu berühren. Wir glauben, dass 
sein Unbewusstes deutlich die Absicht zeigte, die unpraktischen 
Bewegungen auszuführen, während die Hemmung ein zur Ausfüh- 
rung gelangter Rest der bewussten Absicht war, aufzusteigen. Die 
Fehlhandlung scheint die Fortsetzung der ihr unmittelbar voraus- 
gehenden Gedankengänge über das Nichtgelingen einer Traum- 
deutung; die Ungeschicklichkeit, die sich der Autor vorwarf, ge- 
langte wahrscheinlich in der ungeschickten Handhabung des Ap- 
parats zum Ausdruck. Ob auch andere, damals unbewusste Motive 
da waren, lieber unten zu bleiben als aufzusteigen, könnte uns 
nur der Autor selbst mitteilen; es ist übrigens wahrscheinlich, 
dass bei tieferer Analyse die Fehlhandlung auch andere Selbst- 
vorwürfe oder eine Unzufriedenheit mit sich selbst überhaupt 
darstellt; ich verweise auf die elegisch klingende Stelle auf 
S. 232, wo der Fall eines Mannes, der das wissenschaftliche Ideal 
seiner Jugend nicht erreicht hat, auf den Autor als eine„impres- 
sion profonde et melancholique" wirkte. Die sexuelle Bedeutung 
des „Aufstieges" und die Todessymbolik des „Abstieges" spielten 






iL 



hiebei vermutlich auch eine Rolle. K. selbst meint demgegen- 
über, dass an der Ungeschicklichkeit nur die ihr vorausgegangene 
„Erregung" schuld ist. 

Einem Herrn G. wollte K. gegen seine Überzeugung schrei- 
ben, dass in Höhenkurorten die Tuberkulösen fieberfrei werden; 
statt dessen schrieb er, die Tuberkulösen werden fieberhaft. 
Anstatt — wie wir es täten — anzunehmen, dass sich in der 
Fehlhandlung die unterdrückte Meinung äusserte, meint er: „le 
ton affectif . . . etait cause de cette graphique, produite par des 
mouvements inconscients". 

Einen recht interessanten Fall erzählt uns der Autor unter 
dem Titel: „Maladresses comme presages". Als Kind wohnte er 
einer Trauung bei, wo der junge Ehemann, seine Frau beim Altar 
„vergessend", allein dem Ausgang zueilte; man legte das im 
Sinne einer üblen Vorbedeutung aus; in fünf Tagen endete der 
Ehemann durch Selbstmord. Es wird uns auch mitgeteilt, dass 
dieser gegen seine Neigung die Ehe schloss. — Trotz der Durch- 
sichtigkeit des Falles ist K. immer noch nicht geneigt, hier das 
Wirken eines unbewussten oder beiseite gedrängten „Gegenwil- 
lens" anzuerkennen, der den Gatten allein, d. h. unverheiratet 
aus der Kirche ziehen Hess und die Tatsache der stattgehabten 
Trauung leugnete. Der „Aufregungszustand", in dem sich jener 
Herr befand, erklärt nach K. die Fehlhandlung zureichend. 

Warum aber „Aufregungszustände" aus der unendlichen 
Zahl der möglichen „Automatismen" immer gerade jenen zur 
Ausführung gelangen lassen, der den geheimen Wünschen des 
„Zerstreuten" entspricht, dies ist für unseren Autor kein 
Problem. 2 



2 Jemand, der seinen soeben verwitweten Freund besucht, um ihm 
sein Beileid auszudrücken, überrascht den zu Tröstenden beim Stuben- 
mädchen. „Wie kannst du dich so weit vergessen, wo du doch deine 







Kritiken und Referate 77 

Ziemlich unklar äussert sich K. über den Grund, aus dem er 
das Unbewusste nicht anerkennen und es lieber „Automatismus" 
nennen will: „Les mots „inconscient" ou „subconscient" ne me 
semblent pas etre ä l'abri de toute reproche, par ce qu'une repre- 
sentation peut etre plus ou moins consciente, plus ou moins di- 
stincte. Je prefere appeler ca de Fautomatisme." Dem ist einer- 
seits zu entgegnen, dass die psychoanalytische Beobachtung (wie 
übrigens auch die hypnotische) zur Annahme ganz (und nicht 
nur mehr-weniger) unbewusster Vorstellungen und kompli- 
ziertester Vorstellungskomplexe im Unbewussten nötigt. 

Anderseits ist das Unbewusste im Sinne Freuds ein so 
wichtiger und eigenartiger „Automatismus", dass er einen eige- 
nen Namen nicht minder als das Bewusstsein (das ja schliesslich 
auch ein Automatismus ist) verdient. Seinen theoretischen Gegen- 
satz zu Freuds Verdrängungslehre präzisiert K. folgendermaä- 
sen: Während Freud eine aktive Macht annimmt, die das Un- 
lustvolle aus dem Bewusstsein verdrängt, glaubt K., dass die inter- 
essenlosen Vorstellungen spontan aus dem Bewusstsein entschwin- 
den, sie verblassen. (Es genügt dagegen, auf die sehr stark affekt- 
betonten und doch verdrängten Vorstellungsinhalte hinzuweisen.) 
Dass es Grade der Unlust gibt, an denen die Verdrängungstendenz 
scheitert, und Unannehmlichkeiten, die man nie vergisst, braucht 
uns K. nicht entgegenzuhalten; diese jedem selbstverständliche 
Tatsache steht mit der Verdrängungslehre durchaus nicht in 
Widerspruch. 

Zum Schluss zitiert K. eine Stelle aus der „Chanson de Ro- 
land": „L'Empereur lui (ä Ganelon) tend le gant de sa main 



Frau kaum begraben hast?" fragte der Gast empört. „Was weiss ich", 
antwortete jener traurig, „was ich in meiner Verzweiflung tue." Ich 
meine, dass in diesem Witz der wirkliche Wert von Erklärungen, wie 
„Verzweiflung", „Aufregung", „Müdigkeit" usw. überhaupt entlarvt ist. 




drohe, mais le comte Ganelon voudrait etre bien loin. II veu 
prendre le gant et le laisse tomber ä terre. Les Fransais: „Dieu 
quel est ce presage? II nous adviendra de grands malheurs d( 
cette ambassade." „Seigneur, dit Ganelon, vous en entendre: 
parier . . ." 

K. fühlt sich versucht („je suis tente"), diese Fehlhandlunj 
des Ganelon im Sinne der Freud sehen Verdrängungslehre z\ 
erklären: Ganelon lässt den Handschuh fallen, weil er nur ungerj 
die Botschaft übernimmt, von der es hiess: „Qui va lä, ne peu 
revenir." Auch verrät sich darin das böse Gewissen des späterei 
Verräters. 

Wir erfahren nicht, ob K. der „tentation" wirklich erleg« 
ist, hoffen aber, dass er mit der Vertiefung seiner analytischer 
Erfahrung seine Bedenken fallen lassen wird. 



J. KOLLARITS 

Contribution ä l'etude des reves 

(Archives de Psychologie. Tome XIV, No. 55, aoüt 1914.) 

(1915) 

Der psychologische Fortschritt K.s seit dem Erscheinen sei 
nes Buches über „Charakter und Nervosität" ist unverkennbar, 
Dieses Buch kulminierte noch in der Feststellung der psycholo^ 
gisch ganz unbrauchbaren Behauptung, dass „das Denken eine 
Funktion des Gehirnes ist", dass „sein Studium zur Physiologie 
des menschlichen Nervensystems gehört", dass „der Charakter im 
allgemeinen eine physikalisch-chemische Eigenschaft" ist; es wird 
dann bei Gelegenheit behauptet, dass „zwischen dem Traum und 
der Nervosität (eines Patienten) gar kein Zusammenhang be- 
steht". In dieser Abhandlung dagegen arbeitet der Autor aus- 
schliesslich mit psychologischen Begriffen und untersucht die 




Kritiken und Referate 



Träume statt mit chemisch-physikalischen, mit der Freud sehen 
psychoanalytischen Methode; er anerkennt auch die Träume als 
bedeutsame und charakteristische Leistungen des Seelenlebens. 

K. s Arbeit leidet aber an derselben missverständlichen Auf- 
fassung der Freud sehen Lehren, welche die meisten seiner 
kritischen Vorgänger kennzeichnet. 

Der erste der beiden Aufsätze über den Traum führt den 
Titel: „Sur la partieipation des craintes de la veille dang le reve." 
In diesem unterzieht sich der A.utor der überflüssigen Aufgabe, 
nachzuweisen, dass auch Befürchtungen an der Traumbildung 
beteiligt sein können. Diese Behauptung ist von Freud selbst 
aufgestellt und in seiner Traumdeutung mit Beispielen belegt 
worden. Freud wird nicht müde, zu wiederholen, dass die 
latenten Traumgedanken, die durch die Traumarbeit 
zur Wunscherfüllung entstellt werden und die nach der Ana- 
lyse als hinter dem manifesten Traum versteckt gewesene Ge- 
dankenkomplexe erscheinen, mit allen möglichen Affekten behaf- 
tet sein können; ihr Inhalt kann Befürchtung, eine Warnung, 
Unmut, ängstliche Erwartung oder was immer sein. Nur vom 
manifesten Traum behauptete Freud, dass er eine 
wunscherfüllende Entstellung dieser Traumgedanken ist. 

Die Tatsache also, dass bei der Analyse unlustbetonte 
Vorstellungsinhalte zu Tage treten, steht mit den Wunscherfül- 
lungstheorien des Traumes durchaus nicht im Widerspruche. 

Auch dass im manifesten Traume unlustvolle Ele^ 
mente enthalten sein können, hat Freud stets nachdrücklich 
betont; aber auch diese Fälle sind keine Ausnahmen von der 
Regel, denn bei der Analyse stellt sich heraus, dass der scheinbar 
so unlustvolle Traum im Vergleich mit den noch viel unlustvol- 
leren Traumgedanken, die dahinter stecken, eine relative Wunsch- 
erfüllung bedeuten kann. In anderen Fällen ist hinter der Nicht- 
erfüllung eines Wunsches im Traum die Erfüllung eines anderen 



80 



S. Ferenczi 



;!'; i 



versteckt (Gegenwunschtraum) ; nicht zu vergessen sind die aus 
»erordentlich häufigen Fälle, in denen der Träumer einfach seine 
Neigung zur masochistischen Selbstquälerei auch in seinen Trau 
men betätigt, in denen also die Qual eigentlich eine Lust für des 
Träumenden bedeutet. 

Die Mehrzahl solcher scheinbar unlustvoller Träume erscheinl 
aber nach der Analyse als Erfüllung der Wünsche eines dem 
Bewus6tsein entfremdeten, primitiven psychischen Systems: des 
Unbewussten. Die Kritiker der Traumdeutung, die sich von dei 
Existenz und der Art dieses Systems nicht überzeugen und seine 
Tendenzen nicht kennen, die also ihr Urteil einseitig vom Stand- 
punkte des Logischen, Ethischen und Ästhetischen fällen, können 
es nicht verstehen, dass das Unlogische, Unmoralische und Un- 
ästhetische, das in unseren Träumen einen so breiten Raum ein- 
nimmt, für eine tiefere Schichte unserer Seele eine Wunscherfül- 
lung bedeuten kann. 

Schliesslich ist auf die neurotischen Phobien und Zwangs- 
befürchtungen hinzuweisen, die erfahrungsgemäss gleichsam „en 
bloc" in die Träume verwebt werden und ihnen einen unlustvol- 
len Anstrich verleihen können, sowie auf die rein somatischen 
Unlust- und Angstsensationen, auf die sexuellen Angstquellen, 
die auch ihrerseits unlustvolle Träume zur Folge haben. 

Freud weiss auch nur zu gut, dass die stets vorhandene 
wunscherfüllende Arbeit des Traumes nicht immer mit gleicher 
Vollkommenheit funktioniert. Bei allzu grosser Unlustbetonung 
kann die Funktion des Traumes ganz versagen; bei grossem Kum- 
mer erwachen wir aus dem Schlaf (und dem Traum). 

Unser Autor konnte den Wunscherfüllungscharakter der 
Träume nicht finden, zum Teil, weil er bei seinen Analysen sich 
nicht an die Methode Freuds hielt, zum Teil, weil er Freuds 
Wunscherfüllungstheorie missverstanden hat. Er nimmt aller- 
dings jeden Satz des Traumtextes vor und assoziiert richtig nach 




Kritiken und Referate 81 

den Vorschriften der Traumdeutung (es sind meist Selbstanaly- 
sen). Doch vermissen wir die Tendenz, das scheinbar zerf liessende 
Material, das so zu Tage gefördert wird, einheitlich ins Auge zu 
fassen. Es ist durchaus irrig, zu glauben, dass nach Freud die 
endlose analytische Zerfaserung eines Traumes ohne sonstige gei- 
stige Arbeit zur Lösung seines Sinnes führt. In Ausnahmsfällen 
kommt auch das vor; zumeist muss aber der analytischen Arbeit 
die synthetische parallel laufen; ohne diese bleibt die Arbeit ein 
sinnloses Gewirr oberflächlicher Assoziationen. Bei der Fremd- 
analyse darf der Analysand seine Einfälle immerzu „frei steigen" 
lassen; die übrige Arbeit leistet hier der Analysator. Bei der 
Selbstanalyse muss aber die automatische Assoziationsarbeit zeit- 
weise von der überlegenden Denkarbeit abgelöst werden, die das 
bereits zu Tage Geförderte als Ganzes übersieht und forscht, ob 
das Aufeinanderbeziehen der Assoziationsreihen nicht zum Ver- 
ständnis des Traumes beitragen kann. Diesen Teil der Arbeit ver- 
missen wir beim Autor, wie gesagt, vollkommen. Zudem hat man 
den bestimmten Eindruck, dass auch die Assoziationsreihen allzu- 
früh unterbrochen sind, wahrscheinlich gerade bei den Punkten, 
an denen bedeutsameres (verdrängteres) Material zu Tage zu tre- 
ten drohte. Endlich können wir dem Autor den Vorwurf nicht 
ersparen, dass er dort, wo anstössigere Einfälle zur Sprache kom- 
men, sich mit Anspielungen begnüngt, während dies schon die 
grosse Bedeutsamkeit rein sprachlicher und klanglicher Assozia- 
tionen bei der Traumbildung verbieten müsste. 

Eines der Beispiele K.s will ich wörtlich zitieren: 
„Pour garder ä nos repas le caractere d'intimite nous les pre- 
nons dans notre chambre, ce qui est contraire au reglement du 
Sanatorium. Le medecin voudrait pourtant nous faire comprendre. 
qu'il serait plus agreable de descendre dans la salle ä manger. 
Nous sommes des clients exigeants: nous voulons presque tous les 
jours des changements au menu. Nous commettons aussi parfois 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 6 






<;'. 



la faute de ne pas faire, selon la prescription, la eure de repos. 
Je me dis: „On va nous mettre ä la porte si nous nous montrons 
aussi indiseiplines." Alors je fais le reve suivant: Nous sommes 
descendus dans la salle ä manger. A une table se trouvent un 
jeune homme et quatre docteurs dont trois directeurs. Le jeune 
homme me semble faire aux docteurs une remarque sur un plat 
qui ne lui convient pas — mais je ne suis par bien sür de ce 
detail. Le docteur se leve brusquement et lui donne ün vigoureux 
soufflet. Les trois autres medecins en fönt autant. Le malheureux 
est battu et mis ä la porte. Je me reveille alors." 

Diesem Traum fügt K. folgende „Deutung" an: „Dieser ganze 
Traum stammt (provient) aus kleinen Befürchtungen, die 
— in diesem Falle — im Wachleben keine Bedeutung haben. Eine 
derselben findet sich darin ganz einfach verwirklicht. Die andere 
ist übertrieben und vollzieht sich an einer anderen Person. Man 
weiss zur Genüge — Freud zitierte solche Beispiele — ■, dass 
wir im Traum häufig Dinge, die uns angehen, auf andere Personen 
übertragen. In dem soeben besprochenen Falle nehme ich diese 
etwas selbstsüchtige Deutung gerne an. Man zieht es offenbar vor, 
eine unangenehme Prozedur an einer anderen Person vollzogen 
zu sehen. Vielleicht wäre dieser Traum ohne diesen Personen- 
wechsel nicht zu stände gekommen." 

Selbst der Autor scheint also in diesem Falle die Wunsch- 
erfüllungstendenz des Traumes bis zu einem gewissen Grade an- 
zunehmen. Ist es nicht die Erfüllung eines „etwas egoistischen" 
Wunsches, wenn statt meiner jemand anderer geohrfeigt wird? 
(Nebenbei bemerkt, ist es erst seit Freud „genugsam bekannt", 
dass wir unlustvolle Vorgänge im Traume anderen Personen in 
die Schuhe schieben [verschieben].) Doch nicht allein in dieser 
Verschiebung liegt die Wunscherfüllung dieses Traumes. Wie 
viel versteckte Befriedigung dem Unbewussten des Traumes das 
Ärgern der Herren Anstaltsärzte, ja selbst das Hinausgeworfen- 




Kritiken und Referate 83 

werden (aus einem Sanatorium!) verschafft hat, ist ohne Analyse 
nicht genau nachweisbar, aber auch schon aus dem kleinen Vor- 
berichte zum Traume ersichtlich. Wer weiss auch, wie viel Mut- 
wille, Auflehnung und Rache gegen „Vorgesetzte" (lauter Wunsch- 
erfüllungen) usw. sich hier hinter der Maske der reuigen Selbst- 
bestrafung versteckt. 

Dass der Traum Befürchtungen „entstammt", besagt nichts 
anderes, als dass die ihm zu Grunde liegenden latenten Traum- 
gedanken unter anderem auch Befürchtungen enthalten. Freud 
hat nie behauptet, dass Träume nicht — ganz oder teilweise — 
Befürchtungen entstammen können; er sagte nur, dass sie 
nicht Befürchtungen sind. Die ziemlich oberflächlich hinge- 
worfene Äusserung K.s: „II n'est pas aise de separer nettement 
Fun de l'autre, le contenu latent et le contenu manifeste" ist 
nämlich ganz unrichtig. Der manifeste Traum ist — wie der 
Name besagt — der Wortlaut des Traumes; der latente 
Traumgedanke ist der, der erst mittels Analyse oder Nachdenken 
über den Traum hervorzuholen ist; schärfer kann man zwei 
Dinge wohl nicht voneinander sondern. 

„Un jeune homme neurasthenique a des reves dans lesquels 
il est atteint de blennorragie", lautet ein anderer Traum, den der 
Autor als Beweis dafür vorbringt, dass es „ganz einfache Befürch- 
tungsträume" gibt (des reves de crainte purs et francs). 

Dies ist wohl das krasseste Beispiel dafür, wie vergeblich 
sich Freud bemüht hat, den Lesern seines Buches den Unter- 
schied zwischen dem manifesten und dem latenten Trauminhalt 
einzuschärfen. Ohne Analyse erscheint natürlich dieser 
Traum (wie so mancher andere) höchst unlustvoll; hätte aber 
K. jenen neurasthenischen Herrn nach den Regeln der Traum- 
deutung verhört und das hinter diesem Traume versteckte latente 
psychische Material berücksichtigt, so hätte sich gezeigt, dass sich 
hier — unter dem Deckmantel der Strafe — höchst lustvolle 




84 



S. Ferenczi 



I ; 



sexuelle Wünsche des Träumers verwirklichen. Ich verweise i 
einen von S t ä r c k e analysierten ähnlichen Fall, in dem 
mand einen syphilitischen Primäraffekt akquirierte. 1 

Der Autor zitiert gelegentlich das Gedicht eines alten fr 
zösischen Dichters (Jean Bertaut, 1552 — 1611), als Gewährsm 
nes dafür, dass die Träume Befürchtungen entstammen könn 

„Si je fais quelque songe 
J'en suis epouvante, 
Car meme son mensonge 
Exprime de mes maux la triste verite." 



Der Dichter erstaunt aber (mit Recht) über die Unh 
Natur seines Traumes, d. h. er findet sie mit dem Traumcharak 
im Widerspruche, während für K. Wunsch und Furcht vollk( 
men gleichwertige Traumbilder sind. 

Ein anderes Beispiel: „Une femme nerveuse reve que i 
mari est en voyage depuis deux ou trois mois et eile est tres n 
heureuse de son absence. Elle se reveille effrayee, täte le lit voi 
et est tres contente d'y trouver son mari." 

Nach einiger Erfahrung in der Analytik wird der Autor ni 
so naiv sein, die Versicherung der Frau (die bewussterweise gi 
aufrichtig gewesen sein mag) für bare Münze zu nehmen, und w 
es ertragen lernen, dass manches, wovor das Bewusstsein zurü 
schreckt, dem Unbewussten eine Wunscherfüllung bedeutet. 

Der Verfasser teilt auch eine Anzahl eingehender untersu 
ter Träume mit, die wir ihrer Ausführlichkeit halber nicht rep 



1 Vgl. A. Stärcke: „Ein Traum, der das Gegenteil einer Wims 
erfüllung zu verwirklichen schien, zugleich ein Beispiel eines Traun 
der von einem anderen Traume gedeutet wird („Zentralbl. f. Psyc 
analyse", II. Jahrgang, 1912, S. 86 ff.) 



Kritiken und Referate 85 

duzieren und kritisieren können. Die schon angeführten Missver- 
ständnisse sind auch in diesen nicht vermieden, obzwar diese 
Beispiele — wie überhaupt die ganze Arbeit — von ehrlicher 
Bemühung um die Wahrheit zeugen. 

Am heftigsten wehrt sich K. gegen die Sexualsymbolik des 
Traumes; er geht so weit, den Verfechtern der Sexualsymbolik 
den Satz Anatole Frances entgegenzuhalten: „Les sym- 
bolistes ecrivent dans un etat particulier des sens." Dabei unter- 
läuft ihm der kleine Irrtum, dass er u n s Psychoanalytiker für 
Symbolisten hält, während wir doch ganz nüchtern an der Ent- 
zifferung der Symbole der Träumenden arbeiten. Der 
Traum aber ist — wie oft auch die Dichterlaune — wirklich ein 
„aussergewöhnlicher Zustand der Sinne", dem die gewöhnliche 
Begriffssprache nicht genügt und in dem der Mensch zu archai- 
schen Ausdrucksmitteln — den Symbolen — greift. 

Einem Ästheten wie Anatole France steht es natür- 
lich frei, sich von den Werken der Symbolisten als ihm antipathi- 
schen Erscheinungen abzuwenden, die Wissenschaft aber darf sich 
von ästhetischen Rücksichten nicht leiten lassen und die Psycho- 
logie muss sich ohne Nasenrümpfen und unvoreingenommen mit 
allen Zuständen des Seelenlebens beschäftigen, also auch mit 
jenen aussernormalen Zuständen, in denen der Symbolismus zur 
Sprache kommt. 




PAUL SCHILDER und HERMANN WEIDNER 
Zur Kenntnis symbolähnlicher Bildung en 

Rahmen der Schizophrenie 
Aus der psychiatrischen u. Nervenklinik d. Universität Leipzig (Dir 
tor: Geh. Rat Prof. Dr. Flechsig). Zeitschr. f. d. ges. Neurologie i 
Psychiatrie. Bd. 26, Heft 2, 1914. 
(1915) 

Es würde eine eigene Studie erfordern, die verschieder 
Wege zu beschreiben, die zur Psychoanalyse hin und von ihr \ 
führen. Auf die meisten Forscher, denen die Analyse in den V 
trat, machte diese einen Eindruck, der tief genug war, um sie ; 
Auseinandersetzung zu zwingen; allen gemeinsam ist aber i 
Bestreben, „auszuspringen", d. h. das erste intellektuelle oi 
affektive Hindernis dazu zu benützen, das Ganze im Stiche 
lassen; sie schreien dann mit beruhigtem wissenschaftlichem ( 
wissen; sie haben sich ja mit dem Gegenstand „beschäftigt". I 
einen kommen von der deskriptiven oder experimentellen Psyc] 
logie oder von der logisch-philosophischen Seite her, diese sc! 
tern meist an der unverhüllten Behandlung sexueller Thema 
der die Psychoanalyse ihre grössten Erfolge verdankt. Seltsam 
weise gehen manche den umgekehrten Weg (und zu diesen gel 
ren auch die Autoren dieser Arbeit) : sie konstatieren die Tatsäi 
lichkeit gewisser, für viele ob ihrer Anstössigkeit widerwärtig 
sexualpsychologischer Entdeckungen Freuds, um ihn da 
wegen eines angeblichen Vergehens gegen gewisse Dogmen t 
wissenschaftlichen Formalismus im Stiche zu lassen. Das V 
gehen der ersteren Gruppe ist menschlich verständlich, das c 
letzteren dagegen erinnert an die ästhetische Feinfühligkeit jei 
Mannes, der wettet, gewisse Abfallstoffe zu vertilgen, die er al 
empört von sich stösst, als er darin — ein Haar entdeckt. Da 
nun in der Natur des Gegenstandes gelegen zu sein scheint, dl 
jeder nur einen Teil der in der Psychoanalyse enthaltenen Wal 




Kritiken und Referate 87 

Jjeit annehmen kann, bleibt uns nichts anderes übrig, als die von 
verschiedenen Seiten abgegebenen Teilbestätigungen zu summie- 
ren; das Ergebnis dieser mathematischen Operation ist eine für 
die Psychoanalyse sehr schmeichelhafte Anerkennung. 

In dem von den Verfassern beschriebenen Falle von Schizo- 
phrenie konnten sie die Tatsächlichkeit folgender zwei symboli- 
schen Gleichungen bestätigen: 1. Däumling = Wurm = weisses 
Band = Schwert — gekrümmter Haken = Phallus = Zeugungs- 
kraft := Lebenskraft = Glück und innere Erleuchtung — 
Kind. — 2. Kleine Tierchen — Sperma (Spermatozoen) = glü- 
hender Faden — Nerv == Lebensfaden r= Lebenskraft = Wurm. 
(Dem erfahrenen Psychoanalytiker wird sofort die Inkommen- 
surabilität der hier in Gleichung gestellten Dinge auffallen; es 
sind eben darin echte Symbole mit rein persönlichen oder aktuel- 
len Abkömmlingen derselben vermengt.) 

Die Autoren fühlen sich nicht lange wohl in der Rolle der 
mutigen Verteidiger einer unterdrückten Wahrheit. Sie setzen 
gleich hinzu, dass ihnen dergleichen symbolische Gleichungen sehr 
bedenklich seien; mit einem derartigen Rüstzeug könne man be- 
weisen, was man eben beweisen will. Nach ihrer Ansicht sind 
diese Gleichungen nur symbolähnliche Vorstellungen, nicht aber 
echte Symbole, denn „nur ausnahmsweise wurde sich die (sie pro- 
duzierende) Patientin mittelbar der Bedeutung ihrer Wahrneh- 
mung bewusst; niemals haben wir in unserem Fall Bedeutungs- 
erlebnisse angetroffen". Sonderbarerweise ist also nach der Auf- 
fassung der Verfasser die Bewusstheit der Bedeutung ein 
wesentliches Merkmal des echten Symbols! Die Erklärung für 
diese Auffassung ist die, dass die Verfasser dem Unbewusst-Psychi- 
schen überhaupt skeptisch gegenüberstehen. 

Nach alledem wird sich niemand darüber wundern, dass die 
Versuche der Verfasser, das Symbol zu definieren, unter 
solchen Vorbedingungen kläglich misslingen; sie bieten uns da — 



88 



S. Ferenczi 



statt der versprochenen Erklärung — nur eine ganz willkürliche 
Klassifikation und eine ziemlich verworrene Begründung derselben. 
Zur Charakterisierung der Gründlichkeit der Autoren zitieren 
wir eine Stelle aus ihrer Arbeit: „Es wäre ein vergebliches Begin- 
nen, die Details derartiger Erlebnisse auf ihre Quellen zu verfol- 
gen. . . Ein Erklärungsversuch, warum der Däumling gerade im 
Nachtschränkchen sich aufhielt, würde ein unergiebiger und 
fruchtloser sein. (!) In jenem Häuschen war eben ein Nacht- 
schränkchen und war ein Spiegel! 



LOTHAR BUCHNER (Pseudonym) 

Klinischer Beitrag zur Lehre vom 

Verhältnisblödsinn (Bleuler) 

(Allg. Zeitschr. f. Psychiatrie u. psych, ger. Medizin. Bd. 71, 1914.) 

(1915) 

In allerneuester Zeit isolierte Bleuler eine psychische 
Krankheitsgruppe unter dem Namen „V e r h ä 1 1 n i s b I ö d- 
s i n n". Die Arbeit Bleulers ist uns nicht zugänglich, wir 
müssen also nach B u c h n e r zitieren, was Bl. darunter versteht. 
Der Verhältnisblödsinn ist „ein Scheitern im Sinne des Blödsinns, 
durch ein ungünstiges Verhältnis verschiedener psychischer Eigen- 
schaften unter sich bewirkt, ohne dass irgend eine Funktion für 
sich allein genommen als Ursache bezeichnet werden könnte". 
Beispielsweise kann „dem Triebe der Verstand Aufgaben stellen, 
denen dieser nicht gewachsen ist, während er unter gewöhnlichen 
Verhältnissen genügen würde". Ein Hauptsymptom des Verhält- 
nisblödsinns ist die „Entfernung des Denkens von der Wirklich- 
keit". Diese Art Blödsinn kann angeboren oder erworben sein, 
sie kann „auch bei der Schizophrenie in Erscheinung treten". 

Wenn man von einem neuen Terminus hört, erwartet man von 



Kritiken und Referate 



ihm mit R ecnt > dass er uns neue Tatsachen oder zumindest die 
neuartige Beleuchtung des schon Bekannten lehre. Die obige Be- 
stimmung des Begriffes „Verhältnisblödsinn" zeigt aber, dass Bl.s 
neuer Terminus überflüssig ist, da der damit bezeichnete Zustand 
_- mit anderer Nomenklatur — schon psychiatrisch beschrieben 
ist. Die ganze Verdrängungslehre der Neurosen im Sinne Freuds 
fusst auf der Annahme, dass psychische Gesundheit oder Erkran- 
kung vom dynamischen Verhältnis intrapsychischer Mächte ab- 
hängt, dass also alle nichtorganischen Neurosen und Psychosen 
Verhältnisneurosen", beziehungsweise „Verhältnispsychosen - " 
sind. Niemals wurde von Freud ein bestimmter (innerer oder 
äusserer) Vorgang als Ursache der Erkrankung hingestellt, son- 
dern immer nur das ungünstige, in letzter Linie irgendwie quan- 
titative Verhältnis der Noxe zur sonstigen Leistungs- oder Trag- 
fähigkeit. Die „neurotischen Erkrankungstypen" Freuds zei- 
gen uns die Erkrankungsanlässe je nach dem wechselnden Verhält- 
nis äusserer und innerer Momente, und das Misslingen der Ver- 
drängung beruht nach Freud auf einem Missverhältnis zwi- 
schen der Stärke des Sexualtriebes und des diesen abwehrenden 
Ichs. Nach alledem ist es nicht gerechtfertigt, das Wort „Verhält- 
nis" für einen Spezialfall dieser Abwehr mit Beschlag zu belegen. 

Auch das Symptom der „Entfernung des Denkens von der 
Wirklichkeit" — die Jung mit Unrecht für die Paraphrenie 
reservieren wollte — ist ein generelles Symptom aller Neurosen 
und Psychosen und ist nicht zur Charakterisierung einer speziel- 
len Krankheitsform geeignet. 

Bedeutsam für den derzeitigen Stand der Anschauungen 
Bleulers ist die Andeutung, dass der „Verhältnisblödsinn"* 
(also eine rein psychogene Erkrankung) auch bei der Schizophre- 
nie in Erscheinung treten kann. Vielleicht ist das der Weg, auf 
dem er die Psychogeneität der Schizophrenie überhaupt ent- 
decken wird. 




Der von B u c h n e r mitgeteilte Fall ist die sehr interessan 
Beschreibung eines komplizierten Krankheitsfalles, ein: 
Mannes mit schweren sexuellen Perversionen, hypomanischer G 
dankenflucht und ethischen Defekten, bei dem die sein wirklich 
Können weit übersteigende grössensüchtige wissenschaftliche Ar 
bition die Einordnung in die Kategorie des „Verhältnisblödsinns 
rechtfertigen soll. So ausgezeichnet und scharf er auch die P e 
sönlichkeit des Kranken beschrieben hat, fühlt Buchner un 
sagt es auch offen heraus, dass ohne regelrechte Psychoanalys 
der Fall ungeklärt bleiben müsste. Wir hoffen, dass es ihm möj 
lieh sein wird, das Versäumte nachzuholen, und glauben, dass de 
Fall nach der Analyse sich als zu einer (oder mehreren) de 
schon bekannten Krankheitsgruppen gehörig erweisen wird. 



! 



ED. CLAP AREDE 

De la r epr esentati on des personnes inconnue 

etdeslapsus linguae 

(Archives de Psychologie, Tom XIV, aoüt 1914.) 

(1915) 

Im Anschluss an die referierte Arbeit K o 1 1 a r i t s' 1 heb 
Cl. hervor, dass bei Menschen mit audition coloree auch der dei 
Wortklang begleitende Farbenton zum Aufbau jenes Bildes bei 
tragen kann, das man sich von einem Unbekannten beim Hörei 
oder Lesen seines Namens macht. In solchen Fällen sei jed< 
Freudsche Erklärung überflüssig. (Allerdings, aber die Synä 
sthesie selbst und ihre individuelle „Färbung" bedürfen selbei 
der Freud sehen Erklärung. Ref.) Interessant und neu ist dei 
Hinweis, die Zeugenaussage könne durch das Farbenhören dei 
Zeugen verfälscht sein. 



Siehe: Bausteine zur Psychoanalyse, Bd. IV. S. 72. 



Kritiken und Referate 91 



Eine bei diesem Autor nicht gewohnte Oberflächlichkeit zeigt 
sich in der Erklärung zweier Lapsus linguae, die er selber beging. 
Einmal sagte er Jodtinktur statt Opiumtinktur, ein anderesmal 
Bismut statt Magnesia; die Erklärung dafür: Jodtinktur und 
Opiumtinktur seien beide braune Flüssigkeiten; Bismut und 
Magnesia: beide weisse Pulver. „Muss ich etwa annehmen, dass 
ich den geheimen Wunsch hatte, den Patienten, der purgiert 
werden wollte, zu verstopfen?" fragt Claparede und verneint es. 
Auch wir können ihm keine sichere Antwort geben, konstatieren 
aber, dass dies sein erster Einfall war, als er den Lapsus erklären 
wollte. 



PSYCHOLOGISCHE ABHANDLUNGEN 

Hrsg. von Dr. C. G. Jung. I. Band. Leipzig und Wien, Franz Deuticke. 

1914. 

(1915) 
„Die gegenwärtige Lage der Psychologie scheint es empfeh- 
lenswert zu machen, dass Schulen und Richtungen ihre eigenen 
Publikationsorgane haben" „die Gemeinsamkeit der An- 
schauungsweise kann durch die Veröffentlichung am gleichen 
Orte zu einem entsprechenden Ausdruck gelangen." Mit dieser 
durchaus richtigen Bemerkung motiviert der Herausgeber das 
Erscheinen des neuen Publikationsorgans, das der Leser mit um 
so grösserem Interesse zur Hand nahm, als er hoffen durfte, end- 
lich einmal klare und unmissverständliche Auskünfte über die 
Anschauungen und das Arbeitsprogramm jener Schule oder Rich- 
tung zu erhalten, die sich unter Jungs Führung von der Psy- 
choanalytik abgespalten hat. Dass diese Hoffnung des Lesers 
einstweilen nicht erfüllt wird, daran ist wohl der Umstand schuld, 
dass die eigentlichen Führer der Gruppe zu diesem ersten Band 
keine eigenen Arbeiten beitrugen und dass der grössere Teil der 




! 



Veröffentlichungen in den strittigen Fragen entweder gar nicht 
oder nicht scharf genug Stellung nimmt. 

Dr. Josef B. Längs Arbeit „Zur Bestimmung 
des psychoanalytischen Widerstandes" gehört 
in jene Serie von zum Teil sehr verdienstvollen Untersuchungen 
über die Assoziation, die Bleuler, Jung, R i k 1 i n u. a. an- 
stellten. Wir müssen aber gleich dem ersten Satze der Arbeit 
widersprechen, wonach die Züricher Schule eine Assozia- 
t i o n s 1 e h r e ausgebildet hätte. Die Züricher haben allerdings 
interessante diagnostische Assoziationsstudien getrieben, die wert- 
volle Bestätigungen zur F r e u d sehen Psychologie des Unbe- 
wussten brachten und die Anwendung der Psychoanalyse auch 
bei solchen Geisteskranken ermöglichten, die sonstigen Unter- 
suchungsmethoden unzugänglich waren. Die Assoziations lehre 
aber, die sich mit Hilfe dieser Methode ergab, war keine neue, 
sondern gleichsam nur der Nachweis en miniature derselben Asso- 
ziationsregeln, die sich schon bei der B r e u e r - F r e u d sehen 
kathartisch-hypnotischen Methode und später bei Freuds 
freier Assoziation „en gros" als gültig erwiesen. Es soll damit 
nicht geleugnet werden, dass die Einführung des Terminus „Kom- 
plex" zur Bezeichnung des aus dem Unbewussten wirkenden 
psychischen Materials ein Verdienst der Züricher ist, wenn auch 
die spätere unterschiedslose Verwendung dieses Wortes zur Be- 
zeichnung bewusster und unbewusster Inhalte diesem Verdienste 
einigen Abbruch tat. 

So hoch übrigens der Wert mancher der bisher veröffentlich- 
ten komplexpsychologischen Arbeiten anzuschlagen ist, so wenig 
können wir uns mit einigen ihrer neuesten Abzweigungen, die 
sich in mathematische Spekulationen verlieren, befreunden. Zu 
diesen gehört aber auch J. B. Längs Arbeit. — Wollen wir 
den Leser über deren Inhalt orientieren, so müssen wir ziemlich 
weit ausholen. Bekanntlich verwendet Jung bei seinen Asso- 



j 







Kritiken und Referate 93 

ziationsuntersuchungen 100 entsprechend variierte Worte, auf 
die der Explorand möglichst rasch mit dem nächstbesten Einfall 
reagieren soll. Der Experimentator untersucht dann — nebst den 
inhaltlichen und formalen Charakteren — besonders die zeitli- 
chen Verhältnisse der Reaktionen. Die Reaktionszeiten — in 
Bruchteilen einer Sekunde ausgedrückt — werden einerseits sum- 
miert und die Summe durch die Zahl der Reaktionen dividiert, 
die Zahl, die sich so ergibt, ist das arithmetische Mittel 
der Reaktionszeiten. Anderseits werden die Reaktionszeiten — 
voran die kürzeste, dann der Reihe nach die längeren und die 
längsten — aufgeschrieben; das mittlere Glied dieser Reihe 
ist das wahrscheinliche Mittel der Reaktionszeiten. 
— Soweit ist die Anwendung der in der Statistik allgemein gül- 
tigen Regeln vollauf gerechtfertigt; mit ihrer Hilfe kann man 
tatsächlich gewisse pathologisch oder charakterologisch bezeich- 
nende Eigenheiten der Untersuchten feststellen. Jung begnügte 
sich aber damit nicht, sondern spielte mit den Zahlen weiter. Er 
berechnete die Differenz zwischen dem arithmetischen und 
dem wahrscheinlichen Mittel und behauptete (mit ziemlich faden- 
scheiniger Begründung), dass diese Zahl Rückschlüsse auf die 
„Intensität der Gefühle der Versuchsperson" gestatte; er nannte 
auch diese Zahl den „G efühlskoeffiziente n". B i n s- 
w a n g e r s Bericht über einen Fall, in dem der „Gefühlskoeffi- 
zient" eine negative Grösse darstellte, bereitete den Experimenta- 
toren einige Verlegenheit. Daraufhin fiel J. B. Lang ein, „den 
Quotienten (und nicht die Differenz) des arithmetischen 
und wahrscheinlichen Mittels der Reaktionszeiten ins Auge zu 
fassen, d. h das arithmetische Mittel durch das wahrschein- 
liche zu dividieren. Diese Zahl (von Lang Gefühls- 
quotient genannt) „w irdnun nie mehr eine nega- 
tive Gross e". Ohne Mathematiker zu sein, behaupte ich, 
dass eine solche willkürliche Änderung der Zahlenbehandlung nur 



zu dem Zwecke, damit man einer Verlegenheit entgehe, unerlaubt 
ist; sie zeigt aber, auf welch schwankendem Boden die weiter an 
diese Operation sich anknüpfenden psychologischen Spekulatio- 
nen stehen und dass hier eigentlich nur der Schein der Exaktheit 
vorgetäuscht wird. Lang behauptet dann — und will es mit 
einer Reihe von Krankengeschichten erhärten — dass dieser Quo- 
tient „vielleicht einen Massstab für die Grösse des Widerstan- 
des zwischen der Versuchsperson und dem Experimentator" 
darstellt. 

Abgesehen von den angeführten mathematischen Bedenken 
sind aber diese Krankengeschichten so dürftig und oberflächlich 
ausgefallen, dass die Wahrscheinlichkeit der These auch durch 
sie nicht erbracht wird. Die Kurven, die die einzelnen Fälle illu- 
strieren sollen, müssen übrigens schon darum einen falschen und 
irreführenden Eindruck machen, weil an deren Abszissenachse, 
die die Zeitdauer ausdrücken soll, dieselbe Länge — an einer und 
derselben Kurve — bald nur Wochen, bald ganze Monate bedeutet. 

Viel verblüffender als diese Arithmetik wirkt die biologisie- 
rende „Exaktheit" der L a n g sehen Arbeit. Man denke sich: 
der Autor macht nach dieser mathematischen Exkursion plötzlich 
einen Saltomortale und wirft die Frage auf, ob die Fortschritte 
einer psychotherapeutischen Kur sich nicht an Veränderungen 
der Blutviskosität widerspiegeln. Er beantwortet diese 
Frage gleich in positivem Sinne und behauptet, dass die 
unternormale Höhe der Blutviskosität sich bei Nachlassen des 
Widerstandes gegen den Arzt dem Normalwerte nähert. Die gra- 
phische Darstellung seiner Untersuchungsresultate (die gleichfalls 
an den vorerwähnten Mängeln leidet) zeigt denn auch in jedem 
Behandlungsfalle zwei in entgegengesetzter Richtung verlaufende 
Kurven: bei günstigem Verlaufe sinkt die Kurve des Widerstands- 
quotienten, während die der Blutviskosität steigt; bei ungünsti- 
gem Stande der Kur verhalten sie sich umgekehrt. 







Kritiken und Referate 95 



Abgesehen davon, dass die Übertragung auf den Arzt durch- 
aus nicht immer Besserung des Zustandes bedeutet — wie der 
Autor es zu meinen scheint, wenn er es auch nicht ausdrücklich 
betont — , muss man diese Art von Aufeinanderbeziehung voll- 
kommen inkommensurabler Dinge, wie der Blutviskosität und des 
psychischen Widerstandes, von vornherein ablehnen. Niemand 
wird die Tatsache, dass physikalisch-chemische (toxische) Verän- 
derungen des Blutes auf die Psyche und dass psychische Vor- 
gänge auf das Blut einwirken können, bestreiten. Die Anhänger 
Freuds gewiss nicht; sie stehen ja theoretisch gerade auf die- 
ser Grundlage. Während aber Freud mit Recht bestrebt ist, 
die psychischen Vorgänge, solange als irgend möglich, 
aus anderem Psychischem zu erklären, und während er nur die 
Urelemente des psychischen Geschehens auf physiologische Vor- 
gänge zurückzuführen gestattet, begeht hier Lang den Fehler, 
komplizierte, hochzusammengesetzte psychische Gebilde einfach 
mit groben Veränderungen der Körpersäfte in Beziehung zu brin- 
gen. Dass ich dem Autor mit dieser Auffassung seiner Arbeit 
nicht unrecht tue, beweist die gegen den Schluss der Arbeit be- 
fürwortete These, wonach auch die Veränderungen der „prädika- 
tiven" Einstellung (was in der Jung sehen Terminologie die 
Neigung zur Eigenbeziehung bedeutet) sich in der Höhe der Vis- 
kosität des Blutes spiegeln soll. Eine solch verwickelte psychische 
Tatsache wie die krankhafte Eigenbeziehung einfach mit einer 
physikalischen Eigenschaft des Blutes in Beziehung zu bringen, 
heisst: auf die primitivste Humoralpathologie zu regredieren und 
auf den Stand der Psychologie zurückzusinken, in dem Blut, 
Galle, Schleim und deren Mischungsverhältnis die Grundlage der 
Charakterologie des Menschen bildete. 

Mit der — nach dem Gesagten nicht mehr überraschenden — 
Oberflächlichkeit spinnt dann der Autor seine Phantasien 
weiter fort. Einerseits sieht er in diesen Untersuchungen genü- 



96 S. Ferenczi 



gende Gewähr für die Annahme, da8s gewisse Neuropsychos« 
einer diätetischen — entgiftenden — Therapie zugänglich sei 
dürften. Anderseits findet er, dass seine Beobachtungen die vc 
Jung 1906 und 1908 verfochtene toxische Theorie der Demei 
bestätigen. Er vergisst aber dabei, sich mit der neuen Jun 
sehen Libidotheorie der Demenz, die auf ganz anderen, rein ene 
getischen und phylogenetischen — Annahmen beruht, auseil 
anderzusetzen. Und doch scheint er auch den modernsten Zi 
richer Ansichten nicht abhold zu sein, wie es sich besonders a 
einer Stelle zeigt, wo für eine Patientin der Mann „das S y n 
bol der Lebensforderung" bedeutet haben soll. 

Alles in allem kann uns diese Arbeit als warnendes Beispii 
dienen; sie zeigt uns, dass nicht nur die philosophische, sonder 
auch die sich im Wahne der Exaktheit wiegende mathematisch 
und physiologische Spekulation die Psychologie auf Abwege fül 
ren kann. 

Die zweite Arbeit J. B. Längs: „Eine Hypothes 
zur psychologischen Bedeutung der Verfo 
gungsidee" gelangt auf sehr mühsamem assoziationsstatist 
schem Wege zu einer Hypothese, deren wesentliche Punkte scho 
vor ihm von Freud, allerdings nur auf dem Wege der Beol 
achtung und des Nachdenkens, gefunden wurden. Die Verfolge 
sind, wie Lang sagt (und wie es Freud längst gesagt hat] 
nur „Objektivationen des Familientypus". Während aber nac 
Freud die Verfolger hauptsächlich die gleichgeschlechtliches 
Respektspersonen darstellen, scheint nach Lang das Geschlech 
der zum Verfolger gewählten Person keine Rolle zu spielen. Ir 
letzten Grunde richtet sich die Verfolgungsidee gegen einen Tel 
der eigenen Persönlichkeit. (Siehe Freuds Paranoia - Arbei 
und seine „Einführung des Narzissmus.") Dieser Teil der Persöii 
lichkeit ist nach Lang „die allzu feste Bindung an den Fami 
lientypus" (Freud würde sagen: der sich familiär betätigend! 






Kritiken und Referate 



erotische Infantilismus). Der Verfolgungswahn ist ein Heilungs- 
versuch (dies wörtlich nach Freud), der darum misslingt, weil 
er statt auf der Subjektstufe noch auf der Objekt (Projektions)- 
stufe geführt wird. Ich finde, dass dieser Nachsatz, der eine 
Hypothese sein soll, nichts anderes ist als die Wiederholung (kei- 
nesfalls aber die Erklärung) der bekannten Tatsache, dass der 
Paranoische gewisse Gefühle nicht als ihm eigene ertragen kann, 
sondern sie zu objektivieren genötigt ist. 

Wie in der eingangs besprochenen Arbeit für eine Patientin 
der Mann „das Symbol der Lebensforderung" ist, ist nach Lang 
für den Paranoischen der Vater das Symbol der Forderung der 
Anpassung an die Realität. Man muss hier denn doch fragen, ob 
denn nach Ansicht der neuen Schule der Vater und seine gleich- 
falls väterlichen Nachfolger (Lehrer, Vorgesetzte usw.) nicht 
auch als solche Realitäten sind? Oder sind sie am Ende alle nur 
die wesenlosen symbolischen Vertreter einer platonischen Idee, 
der „Anpassung an die Realität"? — Meint es der Autor so, so 
tragen wir leichten Herzens seinen etwas unhöflich gemeinten 
Vorwurf, dass unsere Neurosen- und Traumdeutungen auf der 
infantilen Objektstufe stehen bleiben, d. h. dass wir nicht geneigt 
sind, die ganze Realität in Autosymbolismen aufzulösen. 

Prof. J. Vodoz (Zürich) bespricht „Napoleons No- 
velle: Le masque prophet e", in der der damals 19jährige 
die markantesten Charakterzüge des späteren Eroberers schon er- 
kennen lassen soll. Die angeführten Tatsachen sind interessant 
genug, um über das wenig Überzeugende der Beweisführung hin- 
wegzutäuschen. Vodoz behauptet (trotz der von ihm selbst 
hervorgehobenen grossen Beeinflussung Napoleons durch die 
herrschsüchtige Mutter), dass die Schaffung dieser Dichtung nicht 
so sehr etwas durch die infantilen Erfahrungen Determiniertes, 
als vielmehr eine gelungene Formulierung des (ererbten) inneren 
Strebens ist. — Die Forderung Freuds, dass man Ererbtes 

F e r e n c z i, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. * 




98 



S. Ferenczi 



und Erfahrenes nicht mehr als Alternativen, sondern als zusam- 
menwirkende Agenzien betrachten soll, scheint also immer noch 
nicht Gehör gefunden zu haben. — Überdies entspricht es den 
mystischen Neigungen der neuen Schule besser, das infantile Mo- 
ment, das der Untersuchung eher zugänglich ist, zu Gunsten des 
— entfernteren also undeutlicheren — phylogenen Momentes zu 
vernachlässigen und überall statt der psychischen Determinierung 
prospektive Tendenzen und Funktionen zu suchen. Vielleicht 
würde eine Analyse des jungen Napoleon — in der Art, wie sie 
J e k e 1 s (in „Imago" III. Jahrgang) unternommen hat — oder 
wenigstens eine solche des Autors der vorliegenden Abhandlung 
etwas von der zu Grunde liegenden analytischen Determinierung 
erkennen lassen. 

Von Dr. med. Hans Schmid (Basel) wird eine 100 
Seiten lange Studie „Zur Psychologie der Brandstif- 
ter" abgedruckt, deren Inhalt in Dr. Pf ist er s Kritik 
„Ist die Brandstiftung ein archaischer Sublimierungsversuch?" l 
genügen charakterisiert ist, so dass wir den Leser darauf verwei- 
sen können. Schmid scheint einer der starresten und streitbar- 
sten Kämpfer der neuen Züricher Richtung zu sein; seine Aus- 
führungen zeichnen sich denn auch durch den vollständigen 
Mangel jeder Objektivität aus. (S. dazu die Bemerkungen 
P f i s t e r s.) 

Die letzte Arbeit der Serie ist Dr. C. S c h n e i t e r s Mit- 
teilung über „Archaische Elemente in den Wahnideen eines 
Paranoiden". Wir verdanken bekanntlich die Idee der Verglei- 
chung eines individualpsychologischen Produktes mit einem völ- 
kerpsychologischen ursprünglich Freud und Abraham. 
Doch erst die überraschenden Funde von Honegger und 
Jung, die in den Produktionen der Dementen und Paranoiker 




Kritiken und Referate 



die weitestgehenden Analogien zu den uns in den Mythen und 
Märchen erhaltenen archaischen Denkarten und Vorstellungs- 
inhalten nachweisen konnten, gestatteten uns, den bis in die Ein- 
zelheiten verfolgbaren Parallelismus der psychischen Onto- und 
Phylogenie als unerschütterliche Tatsache festzulegen. 

Den im gleichen Sinne wertvollen Arbeiten von H o n e g- 
g er, Jung, Nelken, Itten und Spielrein reiht sich 
Schneiters Arbeit würdig an, obzwar sie nichts Neues, son- 
dern nur Bestätigungen bringt. Leider wird uns die Lektüre der 
Mitteilung und die Würdigung ihres Inhaltes dadurch erschwert, 
dass sie sich nicht mit der Konstatierung der Tatsachen begnügt, 
sondern jede einzelne Feststellung in das Prokrustesbett der 
Jung sehen Libidosymbolik zu zwängen versucht. 



Heilen und Bilden 

Ärztlich-pädagogische Arbeiten des Vereines für Individualpsychologie 

Herausgegeben von Dr. Alfred Adler und Dr. Carl Furtmüller 

(Verlag von Ernst Reinhardt in München.) 

(1916) 

Durch die Ausserachtlassung des Unbewussten und die Ge- 
ringschätzung des Sexuellen stellte sich die A d 1 e r sehe psycho- 
logische Schule ausserhalb des Interessenkreises des Psychoanaly- 
tikers. Nichtsdestoweniger ist die etwas beschwerliche Lektüre 
dieses umfangreichen Bandes (400 Seiten) auch für uns lehrreich; 
wir können darin die Wege verfolgen, auf denen aus einer empi- 
risch-wissenschaftlichen Arbeitsrichtung und -methode ein allzu 
rasch fertiges dogmatisches System mit stark philosophischem 
Einschlag werden kann. 

Im Geleitwort des Dr. F u r t m ü 1 1 e r wird der Gegensatz 
zwischen der „bisherigen Psychologie" und der Adler sehen so 



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100 S. Ferenczi 



charakterisiert, dass sich die erstere „vorzugsweise mit den seeli, 
sehen Erscheinungen beschäftigt hat, die an der Peripherie dei 
Persönlichkeit liegen" und „höchstens schüchtern und zögernd 
den Versuch unternommen, sich von hier aus dem Zentrum zu 
nähern", während es bei Adler „zum methodischen Grundsatz 
wurde, dass man sich erst des Kerns der Persönlichkeit bemäch- 
tigt haben müsse, um die peripherischen Äusserungen überhaupt 
verstehen und richtig einschätzen zu können". Aus diesem Satze 
schon ist es ersichtlich, dass die neue Richtung die aus der Erfah- 
rung mühselig abgeleitete topische Gliederung des psychischen 
Apparates einfach preisgibt und an ihre Stelle die unklaren, 
sicherlich der Anatomie entlehnten Begriffe von „Zentrum" und 
„Peripherie" setzt. Was man unter „Kern der Persönlichkeit" 
verstehen soll, wird hier nicht angegeben, es soll aber etwas be- 
deuten, was der Pädagoge, der stets „den lebendigen Persönlich- 
keiten seiner Schüler gegenüberstand", unabhängig von jeder 
Psychologie immer verstanden hat. Gibt dieses Geleitwort — -. 
wie es nicht anders denkbar — die Grundsätze der „Individual- 
psychologie" richtig wieder, so enthält diese ein rein intuitives, 
der psychologischen Analyse unzugängliches Element; damit stellt 
sich die neue Richtung ausserhalb der rein psychologischen Be- 
strebungen und stempelt sich zur Philosophie. Philosophische 
Systeme sind aber Produkte der Ungeduld, der Unfähigkeit, tat- 
sächlich bestehende Unsicherheiten zu ertragen; die Systembil- 
dung ist ein Zwang zur Überwindung aller Zweifel, sie verschafft 
dem Philosophen mit einem Zauberschlage die innere Ruhe und 
enthebt ihn der Pflicht, „schüchterne und zögernde Versuche" 
anzustellen. So glücklich auch die seelische Verfassung des Philo- 
sophen sein mag, wir brauchen ihn darum nicht zu beneiden und 
können uns mit dem Realitätswerte dessen, was uns die Psycho- 
analyse gab, für den Entgang jener inneren Zufriedenheit trösten. 
Vierzehn Abhandlungen des Bandes stammen aus der Feder 



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Kritiken und Referate 101 

Alfred Adlers. Zum grössten Teil sind sie schon anderwärts 
veröffentlicht worden; in der hier gegebenen Zusammenstellung 
geben sie ein instruktives Bild über den Werdegang der „Indi- 
vidualpsychologie". 

Den Ausgangspunkt der neuen Lehren bildete die biologisch 
bedeutsame Arbeit Adlers über die „Organminderwertigkeit'". 
Sie stammt noch aus der psychoanalytischen Zeit des Verfassers 
und Hess in vielen von uns die Hoffnung aufkeimen, dass es dem 
Scharfsinne des Autors gelingen wird, die biologische Parallele 
zu den psychoanalytischen Erkenntnissen Freuds zu ziehen. 
Die Mehrdeutigkeit des Wortes „Minderwertigkeit" ermöglichte 
es dann dem Verfasser, den ganz unwissenschaftlichen, rein an- 
thropozentrischen Begriff des Wertes in die naturwissenschaft- 
liche Betrachtung einzuschmuggeln. Durch einseitige Hervor- 
hebung von (im Sinne Freuds nicht zu Ende analysierten) 
Fällen, in denen die neurotischen Symptome (nach Adlers An- 
sicht) bestehende „Organminderwertigkeiten" kompensieren, und 
gestützt auf einige ähnliche Beobachtungen bei Normalen und 
Genialen, 2 gelangte er zur „Organminderwertigkeitstheorie" der 
Psyche, deren Funktion es ist, für die Minderwertigkeit der Or- 
gane, denen sie „übergebaut" ist, Ersatz zu leisten. Hiebei geht 
bei Adler eine zweite, heuristisch so bedeutsame psychoana- 
lytische Distinktion, die der Ich- und Sexual strebungen, ver- 
loren. Von letzteren wird gar nicht mehr gesprochen; die Psyche 
ist reines „Nützlichkeitsorgan" geworden. 

Nach Adler ist „die primitive Organbetätigung (Trieb) 
besonders beim minderwertigen Organ mit Lust verknüpft". Dar- 
aus müssen wir folgern, dass Adler die Genitalien, deren Funk- 

2 Eine vorurteilsfreie Statistik würde sicherlich feststellen, dass 
es viel mehr Redner mit normalen Sprechorganen, Maler mit guten 
Augen und Musiker mit ausgezeichnetem Gehör gibt, als solche mit 
„minderwertigen" Organen. 



tion zeitlebens mit Lust verknüpft ist, für minderwertige Organe 
ansieht; auch die besondere Stärke eines Triebes nennt 
Adler „Minderwertigkeit" (statt Mehrwertigkeit). Dass das 
psychische Minderwertigkeitsgefühl immer auf wirklich bestehen- 
der „Organminderwertigkeit" (Entwicklungshemmung eines Or- 
gans) beruht, wird nur behauptet, aber nicht bewiesen. Die wahl- 
lose Identifizierung dieser beiden Begriffe, die der Theorie 
Adlers sehr zu gute kommt, ist also ungerechtfertigt. 

Es war nur zu konsequent, dass Adler dem Trieb, sich 
geltend zu machen, dem Aggressionstrieb, die aller- 
grösste Bedeutung beilegte. Schliesslich gelangte er dazu, sozu- 
sagen alle Triebe nur aus dem Grunde, da doch jeder 
„Trieb" eine motorische Komponente hat, dem Aggressionstrieb 
unterzuordnen. Aus der Hemmung des Aggressionstriebes resul- 
tiert nunmehr Neurose wie Genialität. Die Entfernung von der 
Psychoanalyse wird hier durch das Fallenlassen der Annahme von 
den Organ-Erotismen und durch die Rückkehr zur alten Identi- 
fizierung von Sexualität mit Genitalität vergrössert. Nur die Mög- 
lichkeit einer nachträglichen Verschränkung sexueller mit sonsti- 
ger organischer Funktion wird zugegeben (so im Sadismus die 
der Sexualität mit dem Aggressionstrieb). 

Es ist zuzugeben, dass Adler eine Lücke unseres psycho- 
logischen Wissens auszufüllen versuchte, als er in der Abhandlung 
über den Aggressionstrieb und seine „Verschränkungen" Stücke 
der Ich-Psychologie, mit der sich ja die Psychoanalyse 
damals noch nicht beschäftigen konnte, bearbeitete. Ob und wie- 
viel aber von seinen Behauptungen richtig ist, wird die Psycho- 
analyse erst dann entscheiden können, wenn sie durch das Stu- 
dium der narzisstischen Neurosen (der Ich-Krankheiten) die wirk- 
lichen Grundlagen zu einer Ich-Psychologie gelegt haben wird. 

Wie wir sehen, schien es, als wollte Adler die Sexualität 
als etwas Nebensächliches abtun. Überraschenderweise kehrt spä- 




Kritiken und Referate 103 

ter das Geschlechtliche übermächtig in seiner Psychologie wieder; 
fast alle Zielstrebigkeit des Menschen wird nunmehr der Aus- 
druck einer Flucht vor dem psychischen Hermaphro- 
dit i s m u s, speziell vor der weiblichen Rolle, d. i. „männlicher 
Protest". Nun muss also der männliche Protest herhalten und 
sozusagen bei allem, was psychisch ist, bei jeder psychischen Ent- 
wicklung und Entartung, in Krankheit und Traum als wichtigster 
Faktor mitwirken. Die früheren Grundlagen (Organminderwer- 
tigkeit, Aggressionstrieb) werden dabei nicht aufgegeben, sondern 
mit der neuen Lehre — höchst gezwungen — zusammengelötet. 
Um die Verwirrung womöglich noch zu steigern, wird 
schliesslich der Standpunkt der F i n a 1 i t ä t und die V a i h i n- 

| g e r sehe Philosophie des „A 1 s b" in die „Individualpsychologie" 
hineingetragen, letztere ausgesprochen in der Absicht, die Irreali- 
tät, die nur „Als-Ob"-Existenz der von der Psychoanalyse aufge- 
deckten sexuellen Gefühle und Strebungen beim Gesunden und 
Kranken nachzuweisen. Mit diesen Waffen gerüstet, geht dann 
Adler in einer Kritik der Freud sehen Theorie der infan- 
tilen Sexualität, insbesondere dem Inzestkomplex, dann der von 
der Psychoanalyse entdeckten übermächtigen Sexualität der Neu- 
rotiker zu Leibe und entlarvt sie als pure Sicherungstendenzen, 
als Arrangements, als „Als-Ob"-Gebilde eines aufgepeitschten 
männlichen Protestes, der auf (vermeintlicher oder wirklicher?) 
Minderwertigkeit beruht. „Es ist nicht möglich, die 
Sexualregungen des Neurotikers und des Kul- 
turmenschen als echt zu nehme n", — heisst es 
schliesslich. 

Wir sehen: Adler zog als Biologe aus und kehrte als Phi- 
losoph heim, der beim „Kulturmenschen" — als wäre dieser ein 
Wesen ganz besonderer Art, über alles Tierische erhaben — die 
sonst im Organischen ausnahmslos übermächtige Sexualität nicht 
als echt nehmen will. 



104 



S. Ferenczi 



Nochmals müssen wir hervorheben, dass in Adlers im 
ganzen irrtümlichen Arbeiten eine Fülle von richtigen Beobach- 
tungen und geistvollen biologischen und charakterologischen 
Spekulationen zerstreut ist, deren Wert von der Psychoanalyse 
nie in Abrede gestellt wurde. Der dialektische Advokatenstil, 
dem zu folgen eine sehr harte Arbeit bedeutet, erschwert 
allerdings die Lektüre der Adler sehen Aufsätze ausserordentlich. 

Eine viel klarere und übersichtlichere Darstellung der 
Adler sehen Besterbungen findet der Leser in einer Arbeit 
Dr. C. Furtmüllers, die in diesem Bande abgedruckt ist („Die 
psychologische Bedeutung der Psychoanalyse"). Nach der recht 
guten und objektiven Würdigung der Fortschritte, die die Psycho- 
logie Breuer und Freud zu verdanken hat, charakterisiert 
er den Unterschied zwischen Freud und Adler wie folgt: 
Nach der Freud sehen Anschauung leidet der Neurotische an 
„Erinnerungen", die dem Individuum zwecklos und störend, als 
„Ballast der Vergangenheit" anhängen und „es für seine eigent- 
liche Aufgabe, die Bewältigung der Zukunft, untüchtig" machen. 
Diese Auffassung sei aber nur so lange vorstellbar, als man „das 
Vorhandensein unbewusster Vorstellungen an sich als krankhafte 
Störung auffasste", sei aber unhaltbar geworden „in dem Mo- 
ment, wo man die Rolle des Unbewussten auch in der Psyche des 
Normalen erkannte". Man konnte nicht auch den psychisch Ge- 
sunden mit rückwärts gewandten Augen durch das Leben gehen 
lassen. Diese Annahme widerspreche auch der unbestrittenen 
Zielstrebigkeit der Assoziation, dem „Vorwärtsdrängen der Ge- 
danken", die auch Freuds Psychoanalyse zur Voraussetzung 
habe. Nach Adler wirkt im aktuellen Leben ausser 
der psychischen Vergangenheit auch „der unbewusste 
Lebensplan, eine unbewusste Vorstellung von der Rolle, die 
man in der Welt spielen will". Das Material der Vergangenheit sei 
nur das Mittel, nicht das Ziel unserer Strebungen. — Es 



Kritiken und Referate 105 



= 

sei ein Widerstreben gegen die innere Logik des Entwicklungs- 
ganges der Psychoanalyse, wenn die vollständig auf Freud 
festgelegten Autoren Adlers Befunde zwar in vielem Einzel- 
nen, oft stillschweigend, übernehmen, den grossen Zusammen- 
hang seiner Forschungen aber ablehnen. 

In der klaren Formulierung Furtmüllers ist der Unter- 
schied zwischen der Psychoanalyse und der „Individualpsycho- 
logie" richtig gekennzeichnet. Die Psychoanalyse erklärt Gegen- 
wärtiges sowie Zukunftsbestrebungen nicht anders als unter Zu- 
grundelegung der Vergangenheit, also kausal. Bei Adler 
dagegen ist ein mystisches „finales" Element in die psychologische 
Interpretation eingeführt, etwas, was von der Vergangenheit un- 
abhängig ist. Mit anderen Worten: Adler gibt den psychi- 
schen Determinismus auf und regrediert auf die An- 
nahme einer von der Vergangenheit unabhängigen Aufwärtsbewe- 
gungstendenz und der Willensfreiheit. 

Die brauchbaren Ideen Adlers wurden von der Psycho- 
analyse stets offen anerkannt, sie fühlt sich aber durchaus nicht 
gezwungen, auch seine Folgerungen anzunehmen. Diese Forde- 
rung ist übrigens nicht an sie, sondern an die „sogenannte Züri- 
cher Schule der Psychoanalyse" gerichtet, der gegenüber die Prio- 
rität Adlers mit Nachdruck betont wird. Es ist unleugbar, 
dass diese zwei Richtungen mindestens in der Desexualisierung 
der Psyche und im Finalismus übereinstimmen. Wem die Priori- 
tät, den Entwicklungsgang der Psychoanalyse durch diese Ten- 
denzen stören zu wollen, gehört, ist für uns ziemlich gleichgültig. 
Das einzige, wogegen wir hier (wie wir es auch Jung gegenüber 
taten) protestieren müssen, ist die Verfälschung von Tatsachen. 
Es ist nicht wahr, dass Freud je „alles psychische Geschehen 
auf Sexualität reduziert", dass er Libido mit Affektivität oder 
psychischer Energie gleichgesetzt hätte. Diese Behauptungen (die 
übrigens Furtmüller noch auf derselben Seite halbwegs re- 




106 S. Ferenczi 



voziert) können durch keine einzige Stelle aus den Werke] 
Freuds belegt werden. 

Interessant ist Leopold Erwin Wechsbergs Arbei 
„Rousseau und die Ethik". Das Typische in der Lebensgeschicht 
eines Paranoikers und die Art, wie das Pathologische in der lite 
rarischen Arbeit zum Ausdruck kommt, wird lebenswahr geschi] 
dert. Es ist nicht unmöglich, dass den Konstruktionen Adlers 
die sich exklusiv um das Schicksal des Ichs kümmern und da 
der Libido vernachlässigen, in der Erklärung der narzisstischei 
Neurosen noch eine Zukunft beschieden sein wird. 

Otto K a u s erklärt „Die Lügenhaftigkeit beim Kinde" ein 
seitig aus der Tendenz, die Umgebung in seinen Dienst zu stellen 

Direktor Alfred A p p e 1 1 bespricht die Fortschritte dei 
Stottererbehandlung, Prof. F. Asnaurow den Sadismus in dei 
Schule und in der Erziehung vom Standpunkte Adlers. Ein« 
zweite Arbeit Wechsbergs „Ängstliche Kinder" ist an 
besten durch folgende Stelle charakterisiert: „Ein kleines Mäd 
chen von sieben Jahren schreckt seit langer Zeit oft des Nachts 
aus dem Schlaf auf, unter höchster Angst, die durch folgender 
Traum hervorgerufen ist: Sie ist auf einem Spielplatz, ringsuni 
auf den Bänken sitzen die Mütter und Kindermädchen, in dei 
Mitte spielt sie mit anderen Kindern. Plötzlich blickt sie aul 
und sucht unter den Frauen nach ihrer Mutter. Sie geht voi 
einer zur anderen, hält jede für die Mutter und erkennt erst zu 
letzt, dass sie es nicht ist. Unter steigender Angst erwacht sie, die 
Angst dauert fort; schliesslich weckt sie die Mutter, die in demj 
selben Zimmer schläft, unter dem Vorwande, sie müsse auf den 
Topf gehen. Dieser oft wiederkehrende Traum wird durch seine 
Fortsetzung im Wachen selbst gedeutet. Er kann nur einen Sinn 
haben: Wie wäre es, wenn ich keine Mutter hätte, die darüber 
wacht, dass mir nichts geschieht." Statt sich mit dieser Deutung 
zu begnügen, sagt aber der Verfasser: „D ieser Traum weist 



Kritiken und Referate 107 

in die Zukunft. Die Angst tritt im Traume als Warnung 
auf: „Sie i st ein mächtiger Antrieb, gross und 
selbständig zu werden, so zu tun, als ob sie 
keine Mutter mehr hätt e." Grotesker hätte man die 
Tendenz, alles Psychische ins Prokrustesbett des „Geltungstriebes" 
und des „Als ob" zu zwängen, auch mit bewusster Absicht nicht 
karikieren können. 

Nach Prof. Johs. Duck ist das Ziel der Erziehung die 
Stärkung jener Zentren, die in dem Kampf der Vernunft mit der 
Sinnlichkeit mitwirken. — Auf Grund der Theorie von der „Ab- 
nützung der Nervenkraft" fordert er u. a., dass übertätige 
Leute keine Kinder zeugen, sondern die Fortpflanzung der 
Menschheit unverbrauchter Kraft überlassen sollten. Interessant 
ist auch folgende Notiz: „Warum sieht man so wenig Lehrer 
höherer Schulen und Hochschullehrer in öffentlichen Bädern, 
Turn- und Sportplätzen? Sicher nicht bloss aus Zeitmangel! Man 
fürchtet hier eben den Wettbewerb!" 

Der Band enthält noch Arbeiten von St. v. M ä d a y, Fried- 
rich T h a 1 b e r g, Dr. Josef K r a m e r, Dr. D. E. Oppen- 
heim (die Arbeit über Schülerselbstmord, die schon in den 
„Diskussionen der Wiener Psychoanalyt. Vereinigung" abge- 
druckt war), Dr. Karl M o 1 i t o r, Dr. Friedr. L i n t, Dr. Vera 
Eppelbaum und Dr. Charlot Strasser, sowie die „Kind- 
heitserinnerungen einer ehemals Nervösen". 




108 



S. Ferenczi 



E. BLEULER (Burghölzli) 
Physisch und Psychisch in der Pathologie 

(Zeitschr. f. d. ges. Neurologie und Psychiatrie. Bd. XXX. Heft 4l5, 191$) 

(1916) 

Diese inhaltsreiche Arbeit, die sich gerade infolge der ge- 
drängten Fülle an neuen Ideen und Anregungen zur detaillierten 
Rezension nicht eignet, ist jedem Psychoanalytiker wärmstens 
zur Lektüre empfohlen. Die Konsequenz, mit der der Autor hier 
der Versuchung ausweicht, in der heiklen Frage von Physisch 
und Psychisch die reine Beobachtung mit philosophischen Frage- 
stellungen (Erkenntnistheorie) zu verquicken, ist nachahmens- 
wert. Er setzt einfach Physisch mit Organisch, Psychisch mit 
Funktional in der Pathologie gleich und weist in einer ganzen 
Reihe normaler wie pathologischer Zustände das Zusammenwirken 
beider nach, ohne die Existenz rein „psychogener" und rein „or- 
ganischer" Zustände in Abrede zu stellen. 

Zum Verfasser dieser Arbeit befähigten den Autor nicht so 
sehr seine physiologischen und pathologischen Kenntnisse, obzwar 
seine Bildung auf „organischem" Gebiet überraschend gross ist, 
— sondern vor allem seine Bekanntschaft mit der Psychoanalyse, 
insbesondere mit dem „Unbewussten" und den Freud sehen 
Mechanismen. Erst mit ihrer Hilfe vermochte Bleuler „psy- 
chische Schaltungen" auch in Prozessen anzunehmen, die früher 
für rein organische galten. Im einzelnen wäre gegen die Aus- 
führungen des Verfassers vom psychoanalytischen Standpunkte 
manches einzuwenden. Im grossen und ganzen aber bekommt 
man beim Lesen dieser Arbeit den Vorgeschmack einer glückli- 
cheren Zeit, wo der sinnlose Negativismus gegenüber den Fort- 
schritten der Psychologie überwunden sein wird und Psychiater 



r 



Kritiken und Referate 109 



und Pathologen mit vereinten Kräften an Problemen arbeiten wer- 
den, die weder von der psychischen noch von der organischen 
Seite her restlos zu lösen sind. 



LEO KAPLAN 

Psychoanalytische Probleme 
(Leipzig und Wien, Franz Deuticke, 1916.) 
(1916) 
Diese sehr lesenswerte Sammlung von Aufsätzen ist gleich- 
sam der Nachtrag zu dem vom Verfasser 1914 veröffentlichten 
Werke: „Grundzüge der Psychoanalyse", in dem 
zum erstenmal eine systematische Zusammenfassung der psycho- 
analytischen Erkenntnisse versucht wurde. Dieses neuere Buch 
erweist sich bei der Lektüre weniger als das, was sein Titel ver- 
spricht (Behandlung psychoanalytischer Probleme), vielmehr als 
die kritische Darstellung wichtiger Kapitel der allgemeinen Psy- 
chologie, allerdings im Lichte der Psychoanalyse betrachtet. Diese 
Betrachtungsweise erweist sich auch bei Kaplan ausserordent- 
lich fruchtbar. Manche der allerschwierigsten psychologischen 
Probleme, die die Menschheit seit jeher beschäftigen, werden hier 
ihrer Lösung näher gebracht. 

Da es schliesslich nur „eine Wahrheit" gibt, so muss am Ende 
die psychoanalytische Wahrheit mit allem, was in der allgemeinen 
Psychologie wahr ist, zusammenfallen. Dass dem wirklich so ist, 
das zu beweisen gelang dem Verfasser vollkommen. 

Das Lesen dieser Aufsätze dürfte also manchem der Psycho- 
analyse Fernstehenden die Beschäftigung mit der Freud sehen 
Lehre erleichtern, anderseits verschafft es auch dem Analytiker 
freundliche Ausblicke nach verwandten Wissensgebieten. 

Alle zwölf Arbeiten des Buches verdienen genannt zu werden. 

„Die Verdrängung und die psychische Po- 





1 a r i t ä t" bringt letzteren zuerst von P i k 1 e r benutzten Be- 
griff mit der psychoanalytischen Ambivalenz in Verbin- 
dung. Wenn bei einer ambivalenten Triebregung die eine Stre- 
bung nur nach Verdrängung des Gegensätzlichen zur Geltung 
kommt, so geschieht (nach Kaplan) dasselbe, was P i k 1 e r 
von den psychischen Inhalten überhaupt sagt: keine Vorstellung 
ist nach P i k 1 e r ohne das gleichzeitige Dasein einer gegensätz- 
lichen Vorstellung denkbar; eine Einzelvorstellung entsteht im- 
mer durch Einschränkung, durch Abstraktion von allem Gegen- 
sätzlichen. Diesen Prozess der „Einschränkung" identifiziert nun 
Kaplan mit dem aus der Psychoanalyse bekannten Verdrän- 
gungsprozesse. Die Analogie beider Prozesse ist auch sicher vor- 
handen, nur gegen die vieldeutige Verwendung des Wortes „Ver- 
drängung" müssen wir Einspruch erheben. Da es einmal zur Be- 
zeichnung eines dynamischen Prozesses zwischen Vbw und Ubw 
dient, sollte für die Energieverschiebung innerhalb des Vbw ein 
anderer Ausdruck gewählt werden. 1 

In der Abhandlung über „K ausalität und Teleo- 
1 o g i e" wird didaktisch mustergültig der Nachweis erbracht, 
dass in der Teleologie überhaupt und in den teleologischen Kon- 
struktionen Adlers und Jungs insbesondere ein „Hysteron 
proteron" steckt, dessen wirkliche Motive er „ausserwissenschaft- 
liche" nennt. Denselben Denkfehler entdeckt der Verfasser in 
der von M a e d e r behaupteten „teleologischen Funk- 
tion des Traume s". (Die „Prospektivität" des Traumes 
wird bekanntlich erst nach der Analyse klar, sie ist eigentlich 
eine — Retrospektivität.) 

1 Die Versuchung zu solcher Verallgemeinerung ist sehr groäs; 
auch ich Hess mich dazu in einer Arbeit über das Gleichnis ver- 
leiten, wo ich die Konzentration auf Verdrängung (statt einfach 
auf Hemmung) anderer Interessen zurückführte. (Bausteine zur Psycho- 
analyse, Bd. IL S. 164.) 






i e 






Der Aufsatz: „Der Sündenkomplex und d 
Strafe" „will das Zweckmoment in der Strafe als Abschluss 
einer Kausalreihe erweisen" und ist die letzte der anti-teleologi- 
schen Betrachtungen. Die „erlösende" Kraft der Strafe erklärt 
Kaplan daraus, dass die Aufmerksamkeitsbesetzung von einem 
seelischen Konflikt auf körperliches Leiden verschoben wird, 
d. h. nach Analogie der hysterischen Konversion; Dasselbe sei der 
Fall bei der asketischen Selbstbestrafung. Hier scheint der Autor 
den grossen Unterschied zwischen bewusster und unbewusster 
seelischer Tätigkeit einigermassen zu vernachlässigen. Es gibt 
auch Sündenkomplexe, bei denen durch die Strafe nichts „ver- 
drängt" oder „entwertet", sondern die Spannung zwischen dem 
Ich-Kern (Gewissen) und dem narzisstischen Ich ausgeglichen 
wird. Der Ich-Kern bestraft das übrige (sündhafte) Ich wie eine 
fremde Person. — Sehr gut ist die Deutung der H i o b s-Legende 
im obigen Sinne, sowie vieles davon, was der Autor von der 
Angst als Strafe sagt. Dass aber „die Angsthysterie im 
Unterschied zur Konversionshysterie die seelischen Konflikte dra- 
matisiert", ist in dieser Fassung nicht richtig. Spielt doch der 
Konversionshysterische in höchsteigener Person das Drama seiner 
Seelenkonflikte. 

Die Arbeit über die Umkehrung psychischer Pro- 
zesse ist wohl die originellste der ganzen Serie. J. Onanoff 
von der Salpetriere hat vor längerer Zeit durch Experimente an 
Hypnotisierten nachgewiesen, dass die zur unbewussten Wahr- 
nehmung nötige Zeit viel kürzer als die zur bewussten Perzeption 
notwendige ist. Dies leuchtet uns sofort ein, da wir doch mit 
Freud annehmen, dass die Tätigkeitsform des Unbewussten 
(Verschiebung, Verdichtung) durch das „leichte Überfliessen der 
Intensitäten" ermöglicht ist. Kaplan meint nun, dass dieser 
Umstand sowie die Regressionstendenz unter Umstän- 
den die Umkehrung der Kausalbeziehung und ihre Umwandlung 



112 S. Ferenczi 



in eine teleologische, sowie die Umkehrung der psychischen Zeil 
folge verursachen kann. Die Beispiele aber, an denen er da 
beweisen will, sind nicht alle gut. „Beim gesunden Kinde rui 
gewöhnlich jede Angstsituation (die reale Gefahr) das Verlange 
nach den geliebten Personen wach (um durch sie geschützt z 
werden). In der Realität ist also Angst die Ursache de 
Verlangens nach den geliebten Personen; in der Neurose dagege 
ist die Angst die Folge der Liebessehnsucht. Das gesunde Kin 
sehnt sich nach der geliebten Person, weil es Angst hat; de 
Neurotiker hat Angst, um bei der geliebten Perso 
Schutz suchen zu dürfen" — sagt Kaplan. I 
Wirklichkeit erweist sich in der Analyse auch die Angst d« 
Neurotikers als begründet, von verdrängte r Sehnsucht v e i 
ursacht. Die tendenziöse Verwertung und Ausnützung de 
Neurose ist etwas Sekundäres. Nur in dieser „Sekundärfunktion 
mag die „Umkehrung des Kausalverhältnisses" eine Rolle spielei 
Für die Neurose selbst ist sie nicht charakteristisch. Dasselh 
kann man von der Umkehrung der Zeitfolge sagen. Da das Üb' 
„zeitlos" ist, lässt sich sein Material in alle möglichen Zeitverhäll 
nisse umordnen (eventuell auch umkehren, sowohl im Traum al 
auch in der Phantasie). Diese Umkehrung ist aber wahrscheinlic 
nicht die Folge der geringeren Assoziationsgeschwindigkeit ii 
Unbewussten, sondern das Werk der Zensur zwischen Ubw un 
Bw, p. 59: „Jemand träumt (vorher Aufschrecken oder Vision] 
Er stellt eine Flasche hin, die dann herunterfällt [er erschrick 
und erwacht] . . ." Dazu sagt Verfasser: „Der Träumer erschrick 
weil eine Flasche herunterfällt; im wachen Leben lässt ma 
meistens einen Gegenstand aus den Händen fallen, wenn ma 
erschrickt." Es kommt aber auch im wachen Leben vor, dass ma 
erschrickt, weil eine Flasche herunterfällt. Die Beweisführun 
ist hier unzureichend. 

Sehr interessant ist der Beitrag, den der Verfasser hier zu 



Kritiken und Referate 113 

Erklärung des „Dejä vu" liefert. „Beim gewöhnlichen Erkennen 
treten die Erinnerungsbilder früherer Erlebnisse zum neuen Er- 
lebnis hinzu und bedingen seine Bekanntschaftsqualität; beim 
Dejä vu dagegen sind die Spuren früherer Erlebnisse schon im 
voraus aktualisiert und das neue Erlebnis bildet nur den Ab- 
schluss des Regressionsprozesses." 

Auch die Weckreizträume, in denen der Reiz in 
einen Traum verwoben wird, an dessen Schluss er erst eine Rolle 
spielt, will Kaplan mit Hilfe der gesteigerten Reaktionsge- 
schwindigkeit des Ubw erklären, z. B. auch den von Freud 
erzählten Traum des Vaters, der beim wirklichen Brand der 
Bahre seines Kindes im Nachbarzimmer träumt, dass ihm das Kind 
zuraunt: Vater, siehst du nicht, dass ich verbrenne? 

Kaplan meint nun, dass „ehe der helle Lichtschein als 
Weckreiz auf das bewusste Überlegen seine Wirkung ausüben 
konnte, die Wunscherfüllungsinstanz im Unbewussten ihr Gaukel- 
spiel (bei der raschen Reaktion im Ubw) vollbracht hatte". 

Wir meinen, dass auch dieses Beispiel nicht beweisend ist, 
da wir es doch hier mit einem schlafenden Bewusstsein zu tun 
haben, das sich vor den Weckreizen möglichst lange überhaupt 
verschliesst und vor dem Aufwachen genügend Zeit zur Traum- 
bildung lässt. Übrigens ist ja auch der Schauplatz des Traumes 
nicht nur das Unbewusste, sondern z. T. auch der im Traume 
wache Teil des Bewusstsein s, dem ja Kaplan (und mit 
Recht) die gesteigerte Reaktionsgeschwindigkeit nicht zugesteht. 

Der wertvolle Band enthält ausser den hier besprochenen 
noch folgende zur kurzen Darstellung nicht geeignete Aufsätze: 
„Das Unbewusste und das Problem der Aussen- 
w e 1 1", „Das Psychische" (in dieser sehr klaren Definition 
des Psychischen möchten wir nur den Ausdruck „symbolischer 
Reiz" durch einen anderen [z. B. assoziativer Reiz] ersetzt sehen. 
Das Wort „Symbol" hat in der Psychoanalyse schon andere Ver- 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV, 8 






114 



S. Ferenczi 



wendung gefunden), „Das B e w u s s t e i n", „Die Ass 
ziationspsychologi e", „Zur Neurosenpsychol 
gie", „Zur Psychologie der Erkenntni s", „Z 
Psychologie des Glauben s", „Der sogenann 
Fefisch-Charakter der War e". 



PROF. JAMES J. PUTNAM (Boston) 

Thework of Alfred Adler, considered wi 
especial referenceto that of Freud 

(„The Psychoanalytic Review", Vol. III. April 1916, Nr. 2.) 

(1917) 

Dieser Vortrag, gehalten vor der New Yorker Psychoanalj 
sehen Vereinigung, ist nicht nur inhaltlich, sondern auch 
menschliches Dokument wertvoll. Er enthält das wissenscha 
liehe Bekenntnis eines Gelehrten, der nach nicht geringen Kän 
fen sich der Freud sehen Psychoanalyse angeschlossen ha : 
und nun diese von einer Reihe früherer Anhänger angegrifi 
sah. Die neuen Theorien Adlers, eines früheren Freu 
Schülers, wurden von Stanley Hall, einem früheren Fördei 
Freud scher Wissenschaft, rückhaltlos angenommen und 
Befreiung von einem Vorurteil gefeiert, die neue Lehre von eh 
Anzahl von Jüngern diesseits und jenseits des Ozeans als Evi 
gelium verkündet, wodurch das „Alte Testament" Freuds i 
getan und überholt worden sei. P u t n a m Hess sich durch dii 
Strömung affektiv nicht beeinflussen, sondern unterzog sich i 
Mühe, alle Arbeiten Adlers gewissenhaft zu studieren, be^ 
er sich dazu entschlossen hätte, auf Grund dieser an seiner E 
Stellung zu den zuerst von Freud niedergelegten und im e 
zelnen wiederholt modifizierten Formulierungen etwas zu ändej 



Kritiken und Referate 



115 



Er stellte sich die Frage, ob und wieviel Neues in Adlers 
Arbeiten enthalten ist und ob diese Neuheiten eine vom bisheri- 
gen abweichende Beurteilung Freuds rechtfertigen. 

Das Ergebnis dieser Untersuchung wird der Arbeit vorange- 
schickt. Sie lautet — bei aller Anerkennung für das Interessante 
und Anziehende in Adlers Werken — im Wesen für dessen 
Theorien ungünstig. Nachdem er sich redlich bemüht hat, den 
Adler sehen Geist auf sich einwirken zu lassen, sieht sich Put- 
nam gezwungen, seine frühere, im Wesen ablehnende Ansicht 
über Adlers Theorien zu wiederholen und sich bezüglich deren 
Bewertung im positiven wie negativen Sinne rückhaltlos Freud 
anzuschliessen. 

Im Rahmen eines Referates ist es unmöglich, die interessan- 
ten kritischen Ausführungen des Autors im einzelnen wiederzuge- 
ben. Im allgemeinen müssen wir sein für uns günstiges Votum um 
so höher bewerten, als ja P u t n am, trotz aller Anerkennung für 
die Psychoanalyse, seine eigenen philosophischen Überzeugungen 
ihr gegenüber stets nachdrücklichst betonte. 

Wir begnügen uns damit, einige charakteristische Stellen des 
Vortrages zu zitieren. 

Gleich zu Beginn drückt P u t n a m sein Bedauern darüber 
aus, dass es Adler verschmäht hat, mit seinen zürn Teil wert- 
vollen biologischen Ideen das Gebäude der Psychoanalyse zu 
stützen. „Anstatt sie zu ergänzen, glaubte er, unglücklicherweise, 
sich an ihre Stelle setzen zu müssen." Um das zu erreichen, be- 
handelt Adler seine eigenen Erzeugnisse parteiisch. „Man kann 
nicht umhin, in ihm gleichsam den Advokaten zu sehen, der sich 
verpflichtet fühlt, den Fall seines Klienten zu vertreten." 

Die freimütige Behandlung der Sexualität durch Freud 
„hat in vielen gewissenhaften Forschern der menschlichen Natur 
die Sehnsucht erstarken lassen, sich Freuds Folgerungen ir- 
gendwie zu entziehen, ohne dem eigenen Sinn für Wissenschaft- 



116 



S. Ferenczi 



liehe Ehrlichkeit wehe zu tun." Solchen Personen sei Adlers 
Werk sehr gelegen gekommen. 

„Es ist sicherlich wahr" — wendet hier P u t n a m ein 

„dass es eine schwierige Aufgabe ist, sowohl das medizinische als 
auch das Laienpublikum zu überzeugen, und es ist vielleicht ver- 
ständlich, wenn der Vertreter der Freudschen Sache es unterlässt, 
bei jeder möglichen Gelegenheit alles frank und frei auszuspre- 
chen, was er von der Bedeutung des Sexuallebens für wahr hält... 
Es ist aber ein anderes, sich aus einem oder dem anderen Grunde 
einer Sache zu enthalten, ... als eine Erklärung nur darum als 
den vollen Ausdruck der Wahrheit hinzustellen, weil dieser Aus- 
druck ,more palatable' ist." 

Der wissenschaftliche Wert der „Studie über die Minderwer- 
tigkeit der Organe" wird anerkannt. „Diese Monographie ist ein 
glänzendes Werk, doch nicht frei von Fehlern", insbesondere 
dem, dass sie aus ungenügend gesicherten Prämissen allzu sichere 
Konsequenzen zieht. P u t n a m untersucht es nicht, wieviel von 
diesen — im Wesen sicherlich neuen — Gedankengängen A d ■ 
1 e r s geistiges Eigentum ist, er wendet sich nur gegen deren Ein- 
seitigkeit. „Wichtig, doch nicht erwiesen", ist das Urteil, das sich 
ihm bei deren Lektüre aufdrängt. 

Dem Werke „Über den nervösen Charakter" setzt Putnai 
u. a. seine philosophische Auffassung entgegen, wonach die „In- 
feriorität" allein nicht den ausschliesslichen Impuls zur Entwick- 
lung, zur Verbesserung geben kann, man müsse auch Tendenzen 
annehmen, die von vornherein aufs Gute gerichtet sind. (Auch 
die Psychoanalyse hält — wenn auch auf Grund ganz anderer, 
nicht philosophischer Argumente — die ganze Überkompensa- 
tionstheorie Adlers für ein Luftgebäude.) 

„Es ist ein sehr ernster Mangel dieses Buches, dass der Autor 
den Wert der Arbeiten Freuds und seiner Anhänger nicht wür- 
digt, nicht nur im allgemeinen, sondern auch in bezug auf die 



eigene wissenschaftliche Strebung." „Nicht nur, dass es ihm 
nicht gelungen ist, nachzuweisen, dass Freuds Verallgemeine- 
rungen verständlicher werden, wenn wir sie von seinem (A d ■ 
1 e r s) Standpunkt ansehen, sondern er scheint auch vergessen zu 
haben, dass seine eigenen Vorschläge grösstenteils schon in den 
Beobachtungen und Formulierungen seines ehrenwerten Vorgän- 
gers enthalten sind." 

Nach Besprechung der Adler sehen „fiktiven Leitlinie" 
und des „männlichen Protestes" bemerkt Putnam: „Adler 
zeigt sich so geschickt und ingeniös in der Ausarbeitung dieses 
Prinzips, und der Gedanke, den er uns in seinem Enthusiasmus 
beibringen will, dass nämlich die einheitliche Ursache allen 
menschlichen Strebens gefunden ist, ist so verführerisch, dass 
man darüber vergisst, danach zu fragen, auf welcher Grundlage 
diese so bedeutsame Behauptung beruht und warum kein ande- 
res Prinzip des Fortschrittes oder des Verhaltens zugelassen 
wird." 

Dass im Seelenleben neben der Sexualität auch andere Mächte 
wirksam sind, das brauchen wir nicht von Adler zu lernen, „das 
hat Freud stets berücksichtigt und betont und das wissen auch 
die gründlichen Leser seiner Werke; nur feindliche oder unver- 
lässliche Leser können das leugnen." 

Die „fiktive Leitlinie" (nur ein überflüssiger Ersatz für den 
Begriff „Phantasie") vermag Freuds Libidotheorie bei weitem 
nicht zu ersetzen. Und wenn die Sexualität (laut Adler) nur 
ein „Jargon" der Selbstbehauptung ist, so ist er an Wichtigkeit 
und Bedeutsamkeit im psychischen Leben dem „Willen zur 
Macht" mindestens ebenbürtig. Auch ist in Wahrheit „die sexuelle 
Sprache eine universelle und primäre, da ja die Reproduktion ein 
Lebensgesetz ist." 

Gegenüber Stanley Hall wird hervorgehoben, dass er ein- 
seitig nur die bewussten (und tatsächlich mehr egoistischen) Mo- 



tive berücksichtigt, die unbewussten, sexuellen Ursachen der 
Angst hingegen vernachlässigt habe. 

Auch die ungebührliche Art, in der manche der Adler- 
schen Richtung Reklame gemacht haben (Dr. Salomon Meyer), 
wird von P u t n a m energisch zurückgewiesen. 

Zu Adler zurückkehrend, sagt der Verfasser: „Wenn der 
erste Enthusiasmus für das Werk eines grossen Meisters vorüber 
ist und hinter ihm kleinere Männer sich hervorzutun beginnen, 
ist es ein Leichtes, mittels scharfer Kritizismen und scheinbar ori- 
gineller, aber in Wirklichkeit nur wie reflektiertes Licht schei- 
nender Behauptungen die Verdienste, die immer noch dem 
Meister gebühren, auf einen dieser Nachfolger zu übertragen." 

„Kurz gesagt: Freud ist auf seinem scharf umgrenzten 
(wenn auch weiten) Gebiete ein Beobachter von merkwürdiger 
Klarheit und Treue; Adler aber, obwohl ein scharfer Denker, 
scheint durch beengende Eigenkomplexe behindert zu sein." 



DR. H. J. SCHULTZ 
S. Freuds Sexualpsychoanalyse 
Kritische Einführung für Gerichtsärzte, Ärzte und Laien von Dr. J. H. 
Schultz, Privatdozent an der Universität und Assistenzarzt der psych- 
iatrischen Klinik in Jena. Mit einem Vorwort von Geh. Rat Prof. Dr. 0. 
Binswanger. Berlin 1917. Verlag von S. Karger. 
(1917) 
Bekanntlich hat Freud den Terminus, den der Autor zum 
Titel seines Werkes gewählt hat, niemals gebraucht, er ist die 
Erfindung des Dr. Schultz selber und alle Verantwortung für 
die Einseitigkeit, die in dieser Namengebung steckt, fällt auf ihn 
selbst zurück. 

Den Lesern dieser Zeitschrift brauche ich nicht zu erzählen, 
Freud sich stets ausdrücklich gegen die ungebührliche 



Kritiken und Referate 119 



Verallgemeinerung des Libidobegriffes verwahrte, dass er ängstlich 
bestrebt war, auch in der Ätiologie der Neurosen die sexuelle 
Komponente nur so weit gelten zu lassen, als es ihm die Erfah- 
rung aufnötigte, und dass er die Wirksamkeit anderer als sexuel- 
ler Triebkräfte immer und immer wieder betonte. 

Es lohnte sich nicht, bei dieser Arbeit zu verweilen, wäre sie 
nicht ein typisches Beispiel dafür, wie in neuester Zeit mit der 
Psychoanalyse verfahren wird. Nach den „schwärmerischen An- 
hängern" und den „gehässigen Gegnern" kommen jetzt die so- 
genannten Objektiven zu Worte. Man verstehe hier unter 
Objektivität die Geschicklichkeit, die es zustande bringt, den An- 
schein wissenschaftlicher Vorurteilslosigkeit zu wahren, ohne den 
erwähnten „gehässigen Gegnern" — d. h. den leitenden akade- 
mischen Kreisen, allzu schroff zu widersprechen. Dass mich das 
nicht der Freud sehe Kastengeist sagen lässt, möge der Leser 
selbst beurteilen. Ich will ihm hier einige Kostproben geben. 

„Es ist" — heisst es auf Seite 19 — „durchaus licht not- 
wendig, der berechtigten, aber einseitig-metho- 
dologischen Kritik, wie sie in besonderer Schärfe von 
Isserlin, Kronfeld, Spielmeyer, Ho che u. a. ge- 
übt wurde, folgend, die ganze „Traumdeutung" als kritiklose Rät- 
selratemethode zu verwerfen. Man wird dem Studium der Träume 
auch mit Benützung des einen oder anderen Freud- 
sehen Hilfsprinzipes gelegentlich einen gewissen 
Wert zusprechen können." 

Wie kann nun eine methodologische Kritik einseitig und doch 
berechtigt sein? Wann und welchem Freud sehen Hilfsprinzip 
kann man „gelegentlich" einen Wert zusprechen? Von alledem 
erfahren wir vom Autor gar nichts, so dass die Psychoanalyse die 
vorsichtig formulierte Anerkennung des Autors einstweilen mit 
Dank ablehnen muss. 

„Freud hält die Wunschmechanismen auch für Psychosen 



120 



S. Ferenczi 



anwendbar, eine Anschauung, der nicht prinzipiell w 
dersprochen werden kann"; auch bedeute die Psyche 
analyse „nicht, wie manche Kritiker meine* 
einen Rückfall in die ,v o r w i s s e n Schaft lieh« 
Z e i t". „ ,Die Freud sehen Mechanismen im engeren Sinne 
sind nur bei einem bestimmten Menschentypus m ö g 1 i c h". 1 

Der Autor vergisst, dass das Nichtwidersprechei 
überhaupt keine Stellungnahme bedeutet, dass das Leugnei 
eines Rückfalls, diese zwei Negationen, auch eine Nul 
zum Resultat haben und dass die Wissenschaft sich nicht mii 
Möglichkeiten, sondern mit Tatsachen beschäftigen, dies« 
feststellen oder entkräften muss. So verdünnt die übergrosse Vor 
sieht diese ganze Abhandlung bis zur Wesen- und Inhaltslosigkeit 
Einen interessanten Sophismus auf Seite 30 wollen wir uns 
aber nicht entgehen lassen. Bei Besprechung des Ödipuskomplexes 
scheint sich unseres Autors eine gewisse Erleuchtung zu bemäch- 
tigen, er nimmt einen Anlauf und strengt sich so weit an, zuzu- 
geben, dass „die masslosen Zärtlichkeiten sexuell unbefriedigter 
Mütter gegenüber ihren Kindern . . . bedenklich sind", dass „in 
der Anregung zum Studium dieser Beziehungen eins der grössten 
Verdienste Freuds zu sehen ist" „ . . . aber durch derartige 
Scheusslichkeiten, an denen die psychoanaly 
tische Literatur ungemein reich i s t ... wird für 
die Allgemeingültigkeit einer kindlich-,sexuellen' Einstellung 
durchaus nichts bewiesen". — Es ist eine Beleidigung für den 
Leser, dass der Autor ihm nicht einmal so viel Scharfsinn zumu- 
tet, dass ihm die krassen logischen Mängel dieser seiner Behaup- 
tungen auffallen werden. Zunächst gibt er zu, dass ihm die ödi- 
pusidee Freuds nur eine verdienstvolle Anregung zum 
Studium ist, während die Psychoanalyse dieses Studium längst 



1 Die Hervorhebungen stammen vom Referenten. 



Kritiken und Referate 



121 



in Angriff genommen hat und diesem ihre diesbezüglichen 
Formulierungen verdankt. Das Urteil des Dr. Schultz hat 
also höchstens den Wert eines durch keine Tatsachen gestützten 
persönlichen — und aprioristischen — Eindruckes. Den anderen, 
minder unschuldigen Lapsus begeht der Autor, indem er die 
„Scheusslichkeiten" der ödipusbeziehungen mit einem stilisti- 
schen Kunstgriff der psychoanalytischen Literatur in die Schuhe 
zu schieben versucht. Dass aber die ödipusbeziehungen nicht von 
der Psychoanalyse künstlich herausgestrichen sind, davon hätte 
sich der Verfasser leicht überzeugen können, hätte er einmal 
Ranks Werk „D as Inzestmotiv in Dichtung und 
Sage" zur Hand genommen, in dem mit unzähligen Beispielen 
bewiesen wird, eine wie grosse Bedeutung den blutsverwandschaft- 
lichen Liebesbeziehungen in der Völkerpsyche vmd im künstleri- 
schen Schaffen zukommt und immer zukam. Der Autor vergisst 
dabei auch, dass zwischen seinem Ausspruch, dass derlei Unter- 
suchungen verdienstvoll sind, und dieser verächtlichen Aburtei- 
lung der Gegensatz unversöhnlich ist. Übrigens passte das Wort 
„scheusslich" eher in den Mund eines an die moralische Entrüs- 
tung appellierenden Staatsanwaltes, als in den Text der angeb- 
lich objektiven Untersuchung eines ärztlichen Sachverständigen. 
Der Staatsanwalt kommt gegen Ende der Broschüre noch un- 
verhüllter zu Worte. Der Autor stellt sich die Frage, ob die Psy- 
choanalyse am Ende nicht schädlich sein kann, und beruft sich 
dabei auch auf entstellte Zeugenaussagen. So werden u. a. meine 
harmlosen „passageren Symptombildungen" — kleine Parästesien 
u. dgl., die längstens in einer Stunde vorübergehen — als Be- 
weismittel für die mangelnde Harmlosigkeit dieser Therapie her- 
angezogen. Einen anderen Zeugen, der zwar kein wilder, aber ein 
verwilderter Psychoanalytiker ist, führt er als speziellen 
Freudschüler an, der von ungünstigen Ausgängen der psy- 
choanalytischen Kuren berichtet hätte. 



122 



S. Ferenczi 






Schliesslich stellt sich Dr. Schultz die Frage, ob „s t r a f. 
rechtliche oder überhau pt gesetzliche Mass- 
nahmen gegen diese Missstände möglich oder 
auch erwünscht sin d". Nachdem er aber mit echt wis- 
senschaftlicher Objektivität Gnade walten lässt und für eine milde 
Begutachtung der psychoanalytischen Tätigkeit eintritt, wendet 
er sich der Frage der gerichtsärztlichen Verwert- 
barkeit der psychoanalytischen Methode zu, 
die er nicht vollkommen leugnet, wenn er auch die „Sexualpsycho- 
analyse" in dieser Hinsicht weit zurückhaltender beurteilen las- 
sen möchte. Mit sicherem Griffe verfehlt er dabei eines der foren- 
sisch interessantesten psychoanalytischen Ergebnisse, indem er 
einfach erklärt, die Ambivalenz „zeige keine direkte Be- 
ziehung zum vorliegenden Thema". 

Welchen Begriff wird sich nun der Leser von der Orientiert- 
heit des Autors in den Fragen der Psychoanalyse bilden, wenn er 
hört, dass jener noch im unklaren darüber ist, ob er den Psycho- 
analytiker den Gerichten überantworten oder aber seine Methoden 
als ein Mittel der Rechtspflege verwerten soll. Es ist, als ob ein 
Rechtsgelehrter in Ungewissheit darüber wäre, ob er ein Instru- 
ment als Corpus delicti sequestrieren oder als Folterinstrument 
selber gebrauchen soll. 



PROF. ED. CLAPAREDE 

Reve satisfaisant un desir organique 

Archives de Psychologie, T. XVI, No. 63. 

(1917) 

In einem Eisenbahncoupe, wo es heiss und stickig war und 
er zum Fenster nicht zukonnte, um es zu öffnen, träumte CL, dass 
er im selben Coupe beim offenen Fenster sitzt und in tiefen Zügen 
die frische Luft einatmet. — Cl. klassifiziert den Traum richtig 



Kritiken und Referate 123 

als „Bequemlichkeitstrauin" im Sinne Freuds, er irrt aber, 
wenn er meint, dass unter diesem Namen hauptsächlich Durst- 
träume verstanden werden; der Begriff „Bequemlichkeitstraum" 
umfasst alle Arten von Träumen, die irgend welche Unbequem- 
lichkeit provoziert. 

Cl. befürchtet auch mit Unrecht, dass ihm „die Psychoanaly- 
tiker vom reinsten Wasser" vorwerfen werden, diesen Traum 
nicht zu Ende analysiert zu haben, weil er nicht bis zu dessen 
infantilen Quellen zurückgegangen ist. Auch der Psychoanalyti- 
ker hätte im gegebenen Falle wahrscheinlich keinen Anlass zum 
Weiterforschen gefunden, da die Lösung in der Situation einfach 
gegeben ist. Die Bequemlichkeitsträume sind nämlich an und für 
sich von infantilem Typus: sie sind einfache, unentstellte Wunsch- 
erfüllungen; ihre Motive — meist körperliche Sensationen von 
beträchtlicher Intensität — brauchen nicht vom infantilen Kapi- 
tal zu borgen, um sich geltend zu machen. Damit soll aber nicht 
gesagt sein, dass es nicht auch Bequemlichkeitsträume von grösse- 
rer Kompliziertheit geben kann, deren Sinn nur durch eingehende 
Deutungsarbeit, die meist bis zum Infantilen zurückgreifen muss, 
erkannt werden kann. 

Cl. gibt übrigens zu, dass die Freud sehe Auffassung, wo- 
nach der Traum der Hüter des Schlafes ist, in seinem Traume voll- 
auf bestätigt wird. 



N 



DR. MED. GEORG GRODDECK (Raden - Raden) 

Die psychische Bedingtheit und psychoana- 
lytische Behandlung organischer Leiden 
(Verlag von S. Hirzel, Berlin 1917.) 

(1917) 
Dem aufmerksamen Leser psychoanalytischer Werke wird 
es nicht entgangen sein, dass wir das Unbewusste stets als eine 



L 



124 



S. Ferenczi 



dem Physischen nähere Schichte behandeln, die über Triebkräfte 
verfügt, die dem Bewusst-Psychischen gar nicht oder in weit ge- 
ringerem Masse zu Gebote stehen. In den psychoanalytischen 
Krankengeschichten hören wir von Darmstörungen, Kehlkopf, 
katarrhen, Menstruationsanomalien, die als Reaktionen auf uu- 
terdrückte Wünsche entstanden sind oder einen solchen Wunsch 
entstellt und dem Bewusstsein unkenntlich darstellen. Doch 
obzwar die Verbindungswege von diesen Erscheinungen zur nor- 
malen und pathologischen Physiologie stets offengelassen wur- 
den (ich verweise nur auf die festgehaltene Identität der hyste- 
rischen und der Ausdrucksmechanismen), beschränkte sich hier 
die Psychoanalyse hauptsächlich auf die Würdigung gewisser 
seelisch bedingter Körperveränderungen bei der Hysterie. 

Dr. Groddeck macht nun in dieser Broschüre als erster 
den mutigen Versuch, die Ergebnisse der Freud sehen Lehre 
auf die organische Medizin anzuwenden. Und schon dieser erste 
Schritt verhilft ihm zu solch überraschenden Ergebnissen, neuen 
Ansichten und weiten Perspektiven, dass dessen zumindest heuri- 
stischer Wert über jeden Zweifel erhaben scheint. Es liegt kein 
Grund vor, auch das zunächst Befremdende an den Behauptun- 
gen Groddecks a limine abzuweisen. Was er behauptet, sind 
ja zumeist nicht Hypothesen, sondern Tatsachen. Er gibt an, 
dass es ihm gelungen sei, in einer grossen Zahl von rein organi- 
schen Krankheiten — Entzündungen, Geschwülsten, konstitutio- 
nellen Anomalien — nachzuweisen, dass die Krankheit als 
Schutzmassregel gegen unbewusste „Empfindlichkeiten" entstan- 
den ist oder sonstwie einer Tendenz dient. Ja es gelang ihm 
durch die psychoanalytische Arbeit, durch das Bewusstmachen 
dieser Tendenzen, organische Veränderungen schwerster Art (so 
z. B. einen Kropf, eine Sklerodermie, Fälle von Gicht und Lun- 
genleiden etc.) wesentlich zu bessern oder gar zu heilen. Grod- 
deck will sich dabei keineswegs die Rolle des Zauberers anmas- 



Kritiken und Referate 



125 



sen, er behauptet bescheiden, mittels Psychoanalyse nur günsti- 
gere Bedingungen zu schaffen „für das Es, von dem man gelebt 
wird". Dieses „Es" identifiziert er mit dem Unbewussten 
Freuds. 

Solche Tatsachen, ja Tatsachen überhaupt, sind nicht auf 
Grund von Überlegungen welcher Art immer von der Hand zu 
weisen, ihre Gültigkeit hängt einzig und allein davon ab, ob sie 
. unter den nämlichen Bedingungen nachgeprüft — sich bestä- 
tigen oder nicht. Übrigens liegt auch kein theoretischer Grund 
vor, derartige Vorgänge für unmöglich zu erklären. 

Dr. Groddeck ist praktischer Arzt, der nicht von der 
Psychoanalyse ausging, sondern im Bestreben nach erfolgreiche- 
rer Behandlung organischer Störungen auf unsere Psychotherapie 
gestossen ist. Das erklärt die weitgehenden Unterschiede zwi- 
schen uns und ihm sowohl in der Auffassung als besonders in der 
Benennung einiger der in Rede stehenden Vorgänge und Mecha- 
nismen. Es bestehen aber viel zu viel Gemeinsamkeiten, als dass 
man auf die Hoffnung verzichten dürfte, dass der Tunnel zwi- 
schen beiden einander ergänzenden Beobachtungsreihen bald 
gebohrt werden wird. Schon meldet man auch von rein psycho- 
analytischer Seite Beobachtungen und Betrachtungsweisen, die 
den Groddeck sehen Aufstellungen merkwürdig nahekommen. 

Hervorzuheben ist die nüchterne, allen „finalistischen" Phi- 
losophierens bare Art, mit der^Groddeck die auch im Orga- 
nischen nachzuweisende (wenn auch kausal bedingte) Teleologie 
behandelt. Er entgeht so recht glücklich den Klippen, an denen 
die Adler sehe Forschung nach verheissungsvollen Anfängen 
gescheitert ist. 

Auch die grosse Wahrheitsliebe, mit der der Autor für den 
wissenschaftlichen Zweck die schwachen Punkte seiner eigenen 
körperlichen und geistigen Organisation preisgibt, flösst uns 
Achtung ein. 






126 S. Ferenczi 

Wir erwarten mit Spannung weitere Mitteilungen Gro 
decks und besonders: eingehende Krankheits- und Heilungs 
geschichten. 



DR. JULIUS SCHAXEL, Professor an der Universität Jena 

Abhandlungen zur theoretischen Biologie 

(Verlag von Gebr. Bornträger, Berlin.) Heft 1: Über die Darstellung 

allgemeiner Biologie von Julius Schaxel, 1919. Heft 2: Das Probten 

der historischen Biologie von Richard Kroner, 1919. 

(1920) 

Diese neueste Sammlung biologischer Monographien beab 

sichtigt nicht, neue Ergebnisse der Lebenswissenschaft zu publi 

zieren, sondern das alte Material einer kritischen und 

historischen Prüfung zu unterziehen und in erster Linie 

die biologischen Begriffe, deren Vieldeutigkeit zu so man 

chen Missverständnissen Anlass gibt, kritisch zu bearbeiten. 

Im ersten Heft kritisiert der Herausgeber selbst, Prof. 
Schaxel, die Art, in der bis jetzt allgemeine Biologie dargestellt 
wurde, und weist uns auf den Weg, auf dem Klarheit über die 
Ordnungsgrundsätze dieser Disziplin gewonnen werden kann. 

Einleitend gibt Schaxel eine kurze geschichtliche Skizze 
der allgemeinen Biologie und der Schicksale des von L a m a r c k 
eingeführten Namens. Von den medizinischen Disziplinen sagt 
der Verfasser, dass in ihnen die Neigung zu selbstständiger Stel 
lungnahme zu den allgemeinen biologischen Problemen gering 
ist. „Nur die Psychiatrie erhebt sich neuerdings vielleicht allzu 
leicht beschwingt zu selbst erst nach eigenen Grundsätzen su 
chender Psychologie, nachdem sie zuvor in ihrer pathologisch- 
anatomischen Schule lange im Banne des Materialismus und sei 
ner Ausklänge gestanden ist." Zusammenfassend wird festge 
stellt, dass das Gebiet der allgemeinen Biologie eigentlich nicht 
abgegrenzt ist und ihr Name nur unbestimmt gebraucht wird 



Kritiken und Referate 127 



Ausserordentlich bedeutsam sind die Ausführungen S c h a- 
x e 1 s über den Gegenstand der allgemeinen Biologie, über 
das Leben. Das Leben ist auf zweierlei Weise der Betrachtung 
zugänglich: als eigenes Erleben und als Erscheinung der uns um- 
gebenden Natur. Infolge mangelhafter „Selbstbesinnung des 
Wissenschaftsbetriebes" spielen aber in den geläufigen objektiven 
Lebenstheorien Vorstellungen des eigenen Erlebens, meist ver- 
hüllt, die allergrösste Rolle; überall schleichen sich subjektive 
Komponenten ein. Die Charakterisierung der Vitalität 
schliesst der Verfasser mit folgenden, besonders uns Psychoana- 
lytiker interessierenden Sätzen: „An eine Erscheinung sei erin- 
nert, die aufs tiefste alles Lebendige durchdringt, so dass sie wohl 
eine der Wesenseigentümlichkeiten der Vita- 
lität sein muss: die Sexualität. Die Biologen wissen zu 
den meisten Zeiten nichts mit ihr anzufangen. Aristoteles 
verteilt die Rollen der formgebenden Seele und des zu gestalten- 
den Stoffes auf das männliche und weibliche Prinzip. Die Evo- 
lutionisten übersehen die Verschiedenheit der Geschlechter, der 
sie in der Vorstellung der Präformation keinen Platz anzuweisen 
vermögen. Im Darwinismus wird sie, wie alles, als gelegentliche 
Anpassung erledigt. Die neue Vererbungswissenschaft kommt bei 
aller Bemühung um die Sache nicht darüber hinaus, dass eine 
Kombination von zwei Faktoren vorliege. Vo m eigentli- 
chen Wesen des merkwürdigen Phänomens ist 
nie die Red e." Es ist wohl das erstemal, dass wir von so 
hervorragender biologischer Seite das schlichte Bekenntnis unse- 
rer Unwissenheit über das Wesen der Sexualität und zugleich die 
Behauptung ihrer Bedeutsamkeit zu hören bekommen. Dies mag 
uns ermutigen, den von Freud mit Erfolg unternommenen 
Versuch, diesem Problem von psychoanalytischer Seite beizu- 
kommen, fortzusetzen. 

Im folgenden Kapitel behandelt S c h a x e 1 die Ungleich- 



128 



S. Ferenczi 



artigkeit des Stoffes und der Lehre in der Biologie und fordert 
die Festlegung eines Planes, denn nur ein solcher könne den 
wissenschaftlichen Betrieb sicherstellen. 

S c h a x e 1 unterscheidet drei wesentliche Grundauffassun- 
gen des Lebendigen: die rein energetische, die historische und 
die „o r g a n i s m i s c h e". Nach dieser letzteren Grundauffa«. 
sung waltet im Organismus ein zielstrebiges, i n d i v i- 
dualisierendes Agens, der elementare, orga- 
nische Naturfaktor: Seele, Entelechie, Psy- 
c ho i d, und ist die Biologie eine selbständige Grundwissen- 
schaft mit eigenen Fragestellungen und Begriffen, als deren 
hauptsächliche Autonomie, Totalität, Organismus, Zielstrebig. 
keit, Typus, Regulation, Potenz, Determination, Korrelation und 
Mittel genannt werden. (Die eingehendere Darlegung dieser 
Grundauffassungen gab Prof. S c h a x e 1 in seinem uns leider 
derzeit nicht zugänglichen ausführlichen Werke: „Grundzüge der 
Theorienbildung in der Biologie." Jena 1919, G. Fischer.) 

Im Kapitel „Gesamtdarstellungen der Biologie und ihrer 
Hauptgebiete" werden die bedeutendsten deutschen Hand- und 
Lehrbücher der allgemeinen Biologie einer lehrreichen methodo- 
logischen Kritik unterzogen. Es ist zu bedauern, dass der Autor 
hier nicht auch die anderssprachigen Werke berücksichtigt hat. 
Ein eigener Abschnitt beschäftigt sich mit den bisherigen Ver- 
suchen einer systematischen Darstellung der allgemeinen 
Biologie, schliesslich bringt der Autor seine eigenen Vorschläge 
zur Ordnung der Fragestellungen und Sachgebiete dieser Diszi- 
plin, deren Berücksichtigung „Übersicht, Vollständigkeit, Ord- 
nung und Allgemeingültigkeit" anbahnen würde. 

Das Problem des Lebens aufrollend, beschäftigt sich S c h a- 
x e 1 u. a. mit der Frage des (zeitlichen) Anfangs des Lebens, 
dessen Ende bekanntlich durch den Tod deutlich bezeichnet ist; 
nach ihm „drängt sich die Vereinigung der Gameten zur Zygote 



Kritiken und Referate 



129 



als nicht zu übersehende Zäsur in einem, freilieh weiter verfolg- 
baren Kontinuum" als Anfang des Lebens auf. Während das 
Einzelleben in der einen (Todes)-Richtung scharf begrenzt ist, 
führt die Untersuchung der anderen Grenze über die Einzelheit 
hinaus zur Vielheit. Die Kopulation der Gameten hebt zugleich 
die räumlichen Grenzen auf, das Einzelwesen wird „Teil eines 
grösseren Zusammenhanges: rückwärts wurzelt es in der Vorfah- 
renschaft, wie es selbst fortpflanzend die lebendige Folge fort- 
setzt; durch gametische Akte geht es seitliche Verbindungen 
ein". Dieser merkwürdige Gegensatz zwischen dem Individualis- 
mus im Tode und dem Sozialen am Lebensanfang, zu dem die 
Psychoanalyse vielfache Bestätigungen erbringen kann, ist ein 
Problem, dessen Bedeutsamkeit man nicht hoch genug anschla- 
gen kann. Vielleicht gelingt es einmal gerade der psychoanalyti- 
schen Betrachtungsweise, in dieses Problem einiges Licht zu brin- 
gen. Ist doch gerade die Psychoanalyse jene Wissenschaft, die 
die Sexualitätsfrage immer in den Vordergrund ihres (auch bio- 
logischen) Interesses stellte, während sonst „die Sexualität, die bei 
Aristoteles für die Gestaltung der Biotherie massgebend ist, in 
neuerer Zeit kaum unmittelbare Beachtung, sondern nur in ihren 
Teilerscheinungen nebensächliche Erledigung" findet. (S. 54.) 

Aus der Fülle der vom Autor aufgeworfenen Fragen heben 
wir als psychoanalytisch vielfach belegt hervor: die Gesetzmäs- 
sigkeit organischer Erscheinungen und deren Übereinstimmung 
mit Produkten und Leistungen menschlicher Technik 1 und die Über- 
einstimmung von Gedächtnis und Vererbung in der Mneme, als dem 
Prinzip der Erhaltung im Wechsel des organischen Geschehens. 

Hervorzuheben ist die beneidenswert klare und scharfe be- 
griffliche Fassung jedes Satzes in diesem Heftchen, die wohl in 

1 Vgl. dazu vom Ref.: „Zur Peychogenese der Mechanik", Image- 
Bd. V, 1919 und „Populäre Vorträge über Psychoanalyse", Wien, 1922, 
S. 128. 



Fe r e n c z i, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 



130 



S. Ferenczi 



der phänomenalistisch-logischen Schulung des Autors ihre Erklä- 
rung findet. 

Das zweite Heft der Sammlung behandelt das Problem der 
historischen Biologie vom philosophisch-kritischen Standpunkte. 



DR. MED. ALEXANDER LIPSCHÜTZ 

Privatdozent der Physiologie an der Universität Bern 

Die Pubertätsdrüse und ihre Wirkungen, 

für Biologen und Ärzte. Mit 140 Abbildungen im Text und einer 

farbigen Tafel. 

(Bern 1919, Verlag von Ernst Bircher.) 

(1920) 

„Wer das Bedürfnis hat, diese grosse Lücke in unserem Wissen 
(i. e. über die wesentlichen Faktoren der Geschlechtlichkeit) 
durch eine vorläufige Annahme auszufüllen, der wird sich unter 
Anlehnung an die wirksamen Stoffe, die in der Thyreoidea gefun- 
den worden sind, etwa folgende Vorstellung machen: Durch die 
geeignete Reizung erogener Zonen wie unter den Verhältnissen, 
unter denen sexuelle Miterregung entsteht, werde ein im Orga- 
nismus allgemein verbreiteter Stoff zersetzt, dessen Zersetzungs- 
produkte einen spezifischen Reiz für die Reproduktionsorgane 
oder das mit ihnen verknüpfte spinale Zentrum abgeben, wie wir 
ja solche Zersetzung eines toxischen Reizes in einen besonderen 
Organreiz von anderen dem Körper als fremd eingeführten Gift- 
stoffen kennen ... Ich lege übrigens keinen Wert auf diese be- 
sondere Annahme und wäre sofort bereit, sie zu Gunsten einer 
anderen aufzugeben, insofern nur ihr Grundcharak- 
ter, die Betonung des sexuellen Chemismus, 
erhalten bleibt. Denn diese anscheinend willkürliche Auf- 
stellung wird durch eine wenig beachtete, aber höchst beachtens- 
werte Einsicht unterstützt. Die Neurosen, welche sich auf Stö- 



Kritiken und Referate 



131 



rungen des Sexuallebens zurückführen lassen, zeigen die grösste 
klinische Ähnlichkeit mit den Phänomenen der Intoxikation und 
Abstinenz, welche sich durch die habituelle Einführung Lust er- 
zeugender Giftstoffe (Alkaloide) ergeben." 

Diese Sätze, die Referent aus Freuds „Drei Abhandlun- 
gen zur Sexualtheorie" zitiert, fassen die Anschauungen in 
Worte, die über die physiologischen Grundlagen der Libido in 
der Psychoanalyse von Anfang an geherrscht haben. Schon die 
ersten Publikationen Freuds über die Pathogenese der Angst- 
neurose und Neurasthenie vertraten den Standpunkt, dass diese 
„Aktualneurosen" keiner psychischen, sondern nur einer physio- 
logischen Analyse zugänglich sind, und betonten die weitgehende 
Analogie der Angstsymptome und der Neurastheniesymptome 
mit chronischen Vergiftungs- und Abstinenzerscheinungen. Spä- 
ter wies u. a. auch Referent auf die Analogie zwischen der Sym- 
ptomatik des Alkoholismus und gewisser rein endogener Neur- 
osen hin und behauptete, „dass der Neurotiker, der zum Schnaps- 
glase greift, eigentlich nur der ihm mangelnden Fähigkeit zur 
endogenen Lustproduktion durch Alkoholgenuss nachhelfen will, 
was eine gewisse Analogie der hypothetischen endogenen Libido ■ 
Stoffe mit dem Alkohol vermuten lässt, wie denn auch die 
Symptomatologie des Rausches mit nachfolgendem Katzenjammer 
grosse Ähnlichkeiten zur zirkulären Psychose aufweist"! Als „An- 
häufung von Gärungsprodukten" der Organlibido, also gleichfalls 
innersekretorisch, f asste dann Freud auch die psychisch nicht 
weiter zu verfolgenden Symptome der Hypochondrie, der „dritten 
Aktualneurose" auf. 

Diese und ähnliche Stellen in den Arbeiten der Freud' 
sehen Schule sind so zahlreich und den in der Literatur Bewan- 



1 Siehe: Alkohol und Neurosen. 
Bd. I. S. 145. 



„Bausteine zur Psychoanalyse". 



132 



S. Ferenczi 



derten so vertraut, dass es überflüssig scheint, auf sie nochma 
hinzuweisen; und doch muss das von Zeit zu Zeit geschehen, da 
unsere Gegner diese Stellen — mit Absicht oder aus Unkenntnis 
der Tatsachen — zu unterdrücken pflegen, um gegen die Psycho- 
analyse den ungerechten Vorwurf erheben zu können, sie wolle 
alles psychisch erklären, sie leugne die biologischen Grundlagen 
der Neurosen und der Sexualität usw. 

Schon die angeführten wenigen Stellen, die sich leicht ver- 
zehnfachen Hessen, beweisen das Gegenteil. Der Psychoanalyse 
liegt eine biochemische und biomechanische Auffassung der Le- 
bensvorgänge überhaupt, der sexuellen im besonderen zu 
Grunde; sie überlässt aber die Bearbeitung dieser Probleme meist 
den Biologen und Physiologen, da sie selbst zu ihnen keinen 
direkten Zugang hat. Anderseits behauptet sie, im Besitze einer 
Untersuchungs- und Behandlungsmethode zu sein, mit deren 
Hilfe sie die psychischen Begleiterscheinungen der normalen und 
neurotischen Sexualvorgänge in ihre Elemente zerlegen, ihre 
Konflikte mit anderen seelischen Mächten verfolgen, die Ent- 
wicklungsgeschichte des seelischen Anteiles der Sexualität (die 
Schicksale der Libido) rekonstruieren und diese Schicksale psy- 
chotherapeutisch beeinflussen kann. Wo die Waffen der biolo- 
gischen Methoden längst versagen, kann die Psychoanalyse noch 
die wertvollsten Aufschlüsse geben. Diese Aufschlüsse aber müs- 
sen das Schicksal aller psychoanalytischen Aufklärungen tragen: 
sie sind dem bewussten Denken höchst antipathisch, und daher 
stammt wohl die — meist unbewusste — Tendenz zu ihrer Ent- 
stellung und Missdeutung, daher auch das erleichterte Aufatmen 
bei jeder neuen physiologischen Entdeckung, sei es die Abder- 
haldensche spezifische Reaktion auf Organextrakte oder ein neu 
aufgeschlossenes Kapitel der Lehre von der inneren Sekretion. 
Jedesmal hofft man das lästige „Psychische" und dessen Tiefen- 
erforschung: die Psychoanalyse endlich begraben zu können. 



Es ist zu erwarten, dass auch die Mitteilung der neuesten 
biologischen Erfahrungen über die Funktion der „Pubertäts- 
drüsen", die L i p s c h ü t z in diesem ausserordentlich fleissigen, 
dabei übersichtlichen und klar geschriebenen Lehrbuche zusam- 
mengetragen und systematisch dargestellt hat, ähnliches zur 
Folge haben wird. Da es nun wirklich gelungen zu sein scheint, 
gewisse sexuelle Vorgänge durch physiologische, besonders bio- 
chemische Beeinflussung zu hemmen resp. zu fördern, wird es 
nicht an Stimmen fehlen, die mit diesem doch etwas zu groben 
physiologischen Geschütz das ganze kunstvolle Gebäude der Psy- 
choanalyse über den Haufen zu schiessen und von nun an alle 
Neurosen nur chemisch oder operativ zu behandeln vorgeben 
werden. Wir sehen diesen Angriffen mit Gleichmut entgegen und 
folgen nicht dem bösen Beispiele unserer Gegner; im Gegenteil, 
wir geben die grosse biologische Bedeutsamkeit der neuen Funde 
bereitwillig zu, geben auch die Hoffnung nicht auf, dass die 
verdienstvollen Erforscher der neuen physiologischen Gebiete so 
viel psychoanalytische Kenntnisse erwerben, dass sie die wirk- 
lichen Grenzen ihrer Kompetenz rechtzeitig erkennen und sie 
nicht überschreiten werden. 

Wir möchten vorausschicken, dass gerade den Autor des vor- 
liegenden Werkes der Vorwurf solcher Einseitigkeit und Ten- 
denziosität nicht treffen kann. Er erklärt ausdrücklich und wie- 
derholt, „dass man das psychosexuelle Verhalten des Menschen 
nicht allein aus den innersekretorischen Wirkungen der 
Geschlechtsdrüse erklären kann". Auf die Wirksamkeit anderer 
als innersekretorischer Momente nimmt er aber nur insoferne 
Rücksicht, als „äussere Faktoren . . . das Zentralnervensystem 
verändern, auf das die Geschlechtsdrüse durch ihr inneres Sekret 
wirkt". Dass aber psychische Faktoren als selbständige Macht 
den biochemischen Sexualwirkungen entgegentreten, sie fördern, 
hemmen, ja vollkommen unterdrücken können und dass sich die 



134 



S. Ferenczi 



Er- 



schliessliche manifeste Sexualität des Menschen als Resultante 
libidinöser und anderer (besonders egoistischer) Triebregungen 
ergibt, wie dies die Psychoanalyse seit zwanzig Jahren lehrt 
scheint Lipschütz nicht zu wissen. Und doch war es gerade 
sein Meister, Prof. Steinach in Wien, der Entdecker der 
Pubertätsdrüse, der, angeregt durch die Psychoanalyse, den tier- 
experimentellen Nachweis erbringen konnte, dass rein psychische 
Wirkungen die Entfaltung der Pubertätsdrüse (in anatomischem 
und funktionalem Sinne) hemmen und fördern können. 2 Die 
feineren Vorgänge dieser psychischen Hemmungen und Förde- 
rungen der Sexualität werden aber noch lange nicht Gegenstand 
des physiologischen Experiments sein; der einzige Weg ihrer E 
kenntnis ist immer noch der psychoanalytische. 

Diese den Tatsachen entsprechende Einschränkung 
der Bedeutsamkeit der neuen Funde will aber durchaus nicht die 
Verleugnung ihrer grossen Bedeutung sein. Im Gegenteil, 
wir stehen nicht an, zu behaupten, dass die Steinach sehen 
Entdeckungen als das wichtigste Ereignis auf dem Gebiete der 
Menschen- und Tierphysiologie seit der Entdeckung der Schild- 
drüsen-, Nebennieren- und Hypophysenfunktion angesehen wer- 
den können. Und gerade die Wichtigkeit des Gegenstandes auch 
für uns Psychoanalytiker veranlasst den Referenten, manches 
aus dem Inhalt dieses Buches den Lesern der „Zeitschrift" etwas 
ausführlicher mitzuteilen. 

Das wichtigste Ergebnis der neueren Untersuchungen, die 
unter der Leitung Steinachs in der Biologischen Versuchs- 
anstalt der Akademie der Wissenschaften in Wien durchgeführt 
wurden, ist die Feststellung, dass dem spermatogenen Anteil des 



2 Allerdings sind diese Resultate Steinachs noch nicht ver- 
öffentlicht. Er hatte die Liebenswürdigkeit, sie mir in persönlichem Ge- 
spräch mitzuteilen. 



Kritiken und Referate 



135 



Hodens, den Hodenkanälchen, keine innersekretorische Wir- 
kung zugeschrieben werden kann, dass dagegen die sogenannten 
Zwischenzellen des Hodens, das heisst die Zellen im 
Gewebe zwischen den Hodenkanälchen jenes innersekretorische 
Organ darstellen, „dessen Aufgabe es ist, die körperlichen und 
psychischen Geschlechtsmerkmale zur Reife zu bringen und sie 
im Zustande der Reife zu erhalten." Die Summe dieser Zellen 
ist ein Organ für sich, eine innersekretorische Drüse, der Stei- 
nach den Namen männliche Pubertätsdrüse ver- 
lieh. 

Die weibliche Pubertätsdrüse der Säugetiere 
besteht aus bindegewebigen, epitheloiden Zellen der Theca in- 
terna atresierender Follikel und epithelialen Zellen der Granu- 
losa, zu denen von einem bestimmten Alter an die corpora lutea 
menstruationis resp. graviditatis periodisch hinzutreten. (Im gan- 
zen sind die histologischen und funktionalen Befunde beim 
männlichen Geschlecht ungleich eindeutiger und überzeugender. 
Ref.) 

Eine wichtige Feststellung des Autors dieses Werkes, Dr. 
Lipschütz' zwingt uns, hier wieder auf ein Ergebnis der 
Freud sehen Lehre zurückzugreifen. Wir wissen, dass Freud 
auf Grund seiner Neurosenanalysen zwei grosse Entwicklungs- 
schübe der Libido annehmen musste, denen die zwei Blütezeiten 
der infantilen (perversen) und der juvenilen Sexualität 
entsprechen, zwischen die eine Periode relativer sexueller Ruhe, 
die sogenannte L a t e n z zeit, eingeschaltet ist, in der die 
ganze Triebkraft des Menschen in den Dienst asexueller Tenden- 
zen (in der Psyche in den der „Sublimierungen") gestellt ist. Es 
ist sattsam bekannt, welche Empörung im Kreise unserer Psycho- 
logen die Freud sehe Annahme einer infantilen Sexualität 
hervorrief. Alle nur möglichen Arten der unwissenschaftlichen 
Polemik: Spott und Hohn, Verleumdung, persönliche Angriffe, 






136 



S. Ferenczi 



theologische, moralische, aber auch psychologische, und biolo- 
gische Scheinargumente wurden gegen sie mobilisiert, nur um die 
bezüglich der infantilen Sexualvorgänge herrschende Kindheits- 
amnesie zu schützen, ihr ein wissenschaftliches Mäntelchen 
noch dichter umzuhängen und so das Ideal einer von Sexualität 
„unbefleckten" Kindlichkeit zu retten. Was aber findet nun der 
vorurteilslose Experimentalbiologe? Nichts weniger, als die 
„exakte" Bestätigung der Freud sehen Annahmen! 

„Die viel diskutierte Sexualität des Kindes" — heisst es auf 
S. 127 unter Berufung auf die Psychoanalyse — „und die sexuel- 
len Perversionen Erwachsener könnten ... als infantile 
Bruchstücke der Sexualität" betrachtet werden, 
„zu denen normalerweise während der weiteren Entwicklung 
unter dem Einflüsse der Geschlechtsdrüse neue Komponenten 
hinzutreten." Die Bestätigung geht aber bis auf Einzelheiten wei- 
ter. Es konnte festgestellt werden, dass beim männlichen 
Fötus die Pubertätsdrüse stark hypertro- 
phiert ist, so dass sie den grössten Teil des 
Hodens einnimmt; eine zweite bedeutende 
Vermehrung der Zwischenzellen tritt in der 
Pubertät ein, so dass eigentlich zwei Gipfelpunkte 
der Entwicklung der Pubertätsdrüse vorhanden sind. L i p- 
schütz sieht sich auch gezwungen, anzunehmen, dass schon 
in der frühen Embryonalzeit sich im Organis- 
mus Veränderungen abspielen, die qualitativ 
jenen gleichzusetzen sind, die in die Puber- 
tätszeit fallen. Er unterscheidet denn auch zwei „grosse 
Phasen" der Pubertät oder der sexuellen Reifung. „W a s man 
bisher als Pubertätszeit schlechtweg bs- 
zeichnet hat, ist wahrscheinlich nur eine 
,z weite grosse Phase der Pubertät', die um die 
Mitte des zweiten Jahrzehnts einsetz t." „Das Kin 



Kritiken und Referate 



137 



desalter, von der Geburt bis zu Beginn der zweiten grossen Phase 
gerechnet, könnte man als die ,intermediäre Phase der 
Pubertät' bezeichne n." (S. 170.) Abgesehen von Diffe- 
renzen in der Namengebung und in gewissen zeitlichen Verhält- 
nissen, ist in diesen Sätzen die biologische Bestätigung der von 
Freud postulierten Entwicklungsgeschichte der Sexualreifung: 
infantile Sexualität, Latenzzeit, Pubertät enthalten. 

Früher als man zu hoffen wagte, beginnt sich also die vom 
Referenten geäusserte Ansicht über Freuds „Sexualtheorie" 
und deren wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung zu bewahrheiten. 
Er behauptete seinerzeit, dass Freuds sexualbiologischen Ent- 
deckungen eine Priorität eigener Art zukommt. Während bisher 
die Psychologen an die Erfahrungstatsachen der Physiologie an- 
knüpfen mussten, geschieht es hier zum erstenmal, dass aus rein 
psychologischen Untersuchungen Rückschlüsse auf bisher unbe- 
kannte biologische Tatsachen gezogen werden, die der Bestätigung 
durch die Biologie harren. Eine zweite Bestätigung dieser Art 
ist die von S t e i n a c h angekündigte Beeinflussung sexualbiolo- 
gischer Prozesse durch rein psychische Beeinflussung der Ver- 
suchstiere. Allenfalls weisen diese erfreulichen Übereinstimmun- 
gen auf eine allerdings noch ferne Zukunft, in der Biologen und 
Psychoanalytiker sich zu gemeinsamer- Arbeit werden verbünden 
können. Die neuen Erkenntnisse über die Pubertätsdrüsenfunktion 
verdanken die Biologen einer grossen Anzahl von mit viel Geduld 
und Sorgfalt durchgeführten Tierexperimenten, Beobachtungen 
an kastrierten und kryptorchen Tieren und Menschen, Transplan- 
tationsversuchen mit weiblicher und männlicher Geschlechtsdrüse, 
Verfütterungs- und Injektionsversuchen mit Drüsensubstanz, elek- 
tiver Röntgenbestrahlung der Keimdrüsen bei Schonung der 
Zwischenzellen, künstlicher Atrophisierung der Keimzellen und 
Hypertrophisierung der Zwischenzellen mittels Unterbindung des 
Vas def erens usw. — Aus der Fülle des Gebotenen können wir 



138 



S. Ferenczi 



hier nur einiges uns näher Interessierende hervorheben. L i p 
schütz behauptet (S. 23), dass „die von T a n d I e r erkannten 
Beziehungen zur Annahme drängen, dass während der ontogeneti- 
schen Entwicklung das Soma zunächst ein asexuelles Sta- 
dium durchläuft, dass eine asexuelle Embryonalfori 
vorhanden ist, die erst durch die gestaltende Wirkung der 
schlechtsdrüsen einer sexuellen Differenzierung zugeführt wird." 
Dementsprechend meint er dann (S. 127), dass manche infantile 
Bruchstücke der Sexualität a s e x u e 1 1 e Triebe darstellen, die 
erst später zu Merkmalen des sexuellen Ganzen werden. Diese 
Annahme baut er hauptsächlich auf die Erfahrung auf, dass die 
Kastration die Annäherung an eine für beide Geschlechter ge- 
meinsame Jugendform (eben die „asexuelle" Form) zur Folge hat. 
Es muss hier aber erstens auf den Doppelsinn des Wortes „sexuell" 
hingewiesen werden; eine Jugendform, die a s e x u e 1 1 ist im 
Sinne des Sexualdimorphismus, kann sehr wohl sexuell 
im Sinne der Erotik sein. Zweitens muss gesagt werden (was 
übrigens an anderen Orten auch Lipschütz zugibt), dass die 
Pubertätsdrüsen und die (zum Teile!) von ihnen abhängigen se- 
kundären Geschlechtsmerkmale nicht die einzigen Quellen und 
Äusserungen der Sexualität sein können. Unsere psychoanalyti- 
schen Erfahrungen drängen zur Annahme, dass den einzelnen 
Körperorganen selbst, auch ohne dass sie vorher vom Pu- 
bertätsdrüsensekret „erotisiert" worden wären, sexuelle Kompo- 
nenten eignen, die durch die Genitalität und die sekundären Ge- 
schlechtsmerkmale (die wohl grösstenteils von der Pubertäts- 
drüse abhängen) nur die höhere Zusammenfassung, gleichsam die 
höhere Weihe empfangen. Es ist uns unzweifelhaft, dass weitere 
biologische Erfahrung auch diese für den Psychoanalytiker zwin- 
gende Beobachtung bestätigt wird. 

Mit einer gewissen Absichtlichkeit scheint der Autor der 
von der Psychoanalyse postulierten allgemeinen Bi- 



Kritiken und Referate 



139 



Sexualität (mit schliesslicher Prävalenz des einen Ge- 
schlechtes) auszuweichen, vermutlich, weil er seine psychologi- 
schen Erkenntnisse hauptsächlich aus der Literatur der Homo- 
sexualitäts-Advokaten (besonders von Magnus Hirschfeld) 
schöpft, die es nicht einsehen wollen, dass die Homosexuellen 
rudimentäre, unvollendet gebliebene, d. h. in einem vorläufigen 
Entwicklungsstadium stecken gebliebene Sexualtypen sind, son- 
dern ihnen durchaus die Rolle einer besonderen (vielleicht auch 
besonders bevorzugten) Zwischenstufe einräumen möchten. Und 
doch ändern an der Auffassung, die uns die Psychoanalyse auf- 
nötigt, auch die glänzenden operativen „Maskulierungen" nichts, 
mit deren Hilfe Steinach männliche Homosexuelle vom fe- 
mininen Typus derart umwandelte, dass sich bei ihnen normale 
männliche Merkmale und eine ihnen entsprechende Libidoein- 
stellung entfalteten. Es wäre ein grober Fehler, F e m i n i t ä t 
des Mannes mit Homosexualität überhaupt zu verwech- 
seln. Die Psychoanalyse zeigt uns viele Fälle, in denen sich die 
homoerotische Tendenz ohne Feminität der Anlage als neuroti- 
sches Symptom entwickelt; in solchen Fällen würde die „Masku- 
lierung" nur die psychischen Konflikte steigern, die Neurose, 
vielleicht auch die Homosexualität verschlimmern. Es ist also 
beim Anraten dieser Operation grosse Vorsicht am Platze. 

Referent sah sich veranlasst, Prof. Steinach einige 
Arbeitsthemen, die sich auf diesem biologischen Gebiete dar- 
bieten, nahezulegen; so die biochemische Beeinflussung der P a 
ranoisch-Homosexuellen, biochemisch-makrobiotische 
und therapeutische Versuche (mittels Transplantation von Puber- 
tätsdrüse, resp. Unterbindung des Vas deferens). Erfreulicherweise 
kam er mit seinen Vorschlägen zu spät, da diese Arbeiten von 
Steinach längst in Angriff genommen, zum Teil durchgeführt 
wurden. Der Mitteilung dieser Resultate sehen wir mit Spannung 
entgegen. 



140 



S. Ferenczi 



OTTO GROSS 

Drei Aufsätze über den inneren Konflikt 

Abhandlungen aus dem Gebiete der Sexualforschung. Bd. II, Heft 3. 

(A. Marcus & E. Webers Verlag, Bonn.) 

(1920) 

Gleich die ersten Sätze dieser kurzen, aber von Ideen strot- 
zenden Arbeit verkünden mit axiomatischer Sicherheit die These, 
dass „der sexuelle Grundcharakter der Neurose nicht im 
eigentlichen, am wenigsten im angeborenen — Wesen der Sexua- 
lität liegt, sondern in der Tatsache, dass das Gebiet der Sexuali- 
tät von äusseren Faktoren zum eigentlichen Gebiet des 
hoffnungslosen inneren Kampfes gemacht wird". — Nun, wir 
wissen alle von dem uralten Streit zwischen den Anhängern der 
Exogeneität und der Endogeneität in der Pathologie; wir wissen 
auch, dass die Anfänge der Psychoanalyse im Zeichen der Trauma- 
theorie der Neurosen standen, einer Lehre, die mit der Berück- 
sichtigung der äusseren Verursachung auskommen zu können 
glaubte. Es ist uns aber allen bekannt, dass Freud, indem er 
seine Erkenntnisse über die Neurosenätiologie vertiefte, sich ge- 
zwungen sah, die in der Traumatheorie steckende Einseitigkeit 
durch die Berücksichtigung der konstitutionellen (endogenen) 
Faktoren zu korrigieren, ja, dass er es war, der den fadenscheini- 
gen Begriff der „erblichen Anlage" mit biologischem Inhalt er- 
füllte. Mit nicht geringer Neugierde erwarten wir also die Auf- 
zählung der Gründe, die den scharfsinnigen 0. Gross zur Rück- 
kehr zum verlassenen Standpunkte des Exogeneismus bewegen 
konnten. Die prinzipielle Wichtigkeit dieser Stellungnahme ist 
unzweifelhaft. Mag sich der Autor noch so enthusiastisch für die 
sexualpathologischen Entdeckungen Freuds über die exogenen 



Kritiken und Referate 141 



sexuellen Noxen erwärmen, sobald er seine Annahmen über das 
Wesen der sexuellen Anlage, über die Art der angebo- 
renen Sexualität verwirft, stellt er sich allen Erfahrungen und 
Fortschritten gegenüber, die das Lebenswerk des vom Autor ge- 
priesenen „grossen Meisters" ausmachen. 

O. Gross versteht unter Perversion die Übertragung 
sexueller Triebenergie auf etwas seinem Wesen nach nicht Se- 
xuelles. Dieser Satz, der nichts weniger bedeutet als die wieder 
einmal versuchte Leugnung der infantilen Sexualität, bleibt einst- 
weilen nur eine kühne Behauptung. 

Der zweite Satz, wonach der Ichtrieb die eine, der Sexual- 
trieb die andere Komponente des im Seelischen wirksamen Trieb- 
kräftepaares ist, zwischen denen der krankmachende innere Kon- 
flikt sich abspielt, ist keineswegs eine Entdeckung von 0. Gross, 
wie er es merkwürdigerweise darzustellen versucht, sondern die 
von Anfang an vertretene Anschauung von Fr e u d selbst, und 
das ist jedem Kenner der Literatur so gut bekannt, dass es über- 
flüssig ist, die zahllosen Stellen aus seinen Werken anzuführen, 
die das belegen. Dieser zweite Satz ist also nicht — wie Gross 
schreibt — die von ihm zustande gebrachte Synthese der 
Freud sehen und Adler sehen Ansicht, sondern einfach die 
Wiederholung der Freud sehen These, von der Adler — in- 
dem er die eine Komponente (das Ich) über Gebühr betonte, die 
andere (die Sexualität) dialektisch verleugnete — abgefallen ist. 
Am überraschendsten kommt aber ein dritter Satz, der f ol- 
gendermassen lautet: „Es ist nicht möglich anzunehmen, dass in 
der ursprünglichen Anlage, artgemäss prädisponiert, zwei Triebe 
angelegt sein könnten, deren naturgemässe Bestimmung es wäre, 
miteinander in einen unlösbaren, krankmachenden Konflikt zu 
geraten." Woher der Autor sein Vertrauen zur prästabilierten 
Harmonie in der Natur, z. B. in der Natur des Menschen, her- 
nimmt, wird nicht gesagt. Wir, die wir nicht so glücklich sind, 




142 



S. Ferenczi 



uns in eine so optimistische Weltanschauung wagen zu können 
sehen überall — auch in den Anlagen — nichts als solchen 
Kampf zwischen Trieben; es genügt wohl, wenn wir auf den 
zwischen Selbst- und Arterhaltungstrieb hinweisen. „Krank- 
machend"' ist aber dieser Konflikt nur unter ganz bestimmten 
Verhältnissen, die wir hier nicht näher anzugeben brauchen. Man 
kann aber beim Lesen solcher Sätze, wie der eben zitierte, sein 
Staunen darüber nicht unterdrücken, dass auch ein so scharfsin- 
niger Forscher wie Gross plötzlich alles vergessen und sich 30 
gebärden kann, als hätte er von Freud nie eine Zeile gelesen 
und als ob Erkenntnisse, die bereits mühselig zustande gebracht 
wurden, noch der Entdeckung harrten. 

„Der eigentliche Konflikt ist der des Eigenen und des Frem- 
den in uns." Auch das ist nur die epigrammatische Abkürzung 
der Freud sehen Trieblehre, nach der die angeborenen Triebe 
selbst nur Niederschläge der Erfahrungen (wenn man will: der 
Traumata) der Vorfahren sind; diese brauchen aber im Indivi- 
dualleben nur mehr geweckt, nicht aber erzeugt zu wer- 
den. Nun stellt sich aber heraus, dass sich der Autor zur Leug- 
nung der infantilen Sexualität nicht entschliessen kann. Er be- 
lässt dem Kinde den „Trieb nach Kontakt" als angeleg- 
ten sexuellen Trieb; dieser bilde mit dem anderen grossen Triebe 
(dem nach Erhaltung der eigenen Individuali- 
tät eine harmonische Einheit. Doch bewirke der Druck der 
Umgebung, indem sie dem Kinde den Kontakt versagt, die „Ver- 
einsamung des Kindes", und die dabei entstehende Angst sei der 
Ursprung der Neurose überhaupt. — Wir sehen: wieder eine 
Menge von Wiederholungen aus Freuds Werken: Entstehung 
der Neurose aus der Versagung, die Angst, die bei der Versagung 
entbunden wird, als Grundsymptom der Neurose. Das einzig Neue 
an den Gross sehen Behauptungen bleibt die Reduktion der 
infantilen Sexualität auf den Trieb nach „K o n t a k t". Ob mit 



Kritiken und Referate 



143 



dieser Namengebung, einem Survival des „Kontrektationstriebes" 
| viel gewonnen ist, bleibe einstweilen dahingestellt. 

Interessant ist die Auffassung des Autors über den aus dem 
Konflikt sich ergebenden „Ichtrieb als antisexuellen Protest", der 
nunmehr „auf die Erhaltung der grossen Einsamkeit um einen 
herum durch eigene Kraft" zielt. Bekanntlich hat die Psychoana- 
lyse den „männlichen Protest" als pathologischen Spezialfall nie 
geleugnet, nur glaubt sie, dieser Erscheinung, wie überhaupt den 
Ichneurosen, durch das Wechselspiel der Ich- und der Objekt- 
libido besser gerecht worden zu sein als Gross mit seiner For- 
mulierung, wonach dieser vergrösserte Ichtrieb „auch die Hin- 
gabe des eigenen Ich an andere ... in sich aufgenommen hat." Es 
ist recht zweifelhaft, ob diese neue Fassung der „narzisstischen 
Neurosen" einen Fortschritt bedeutet. 

Sehr beachtenswert ist die nun folgende Definition des i n- 
fantilen Masochismus als Unterwerfung zwecks Ver- 
meidung der Angst vor der Vereinsamung; demgegenüber sei der 
Sadismus des Mächtig- und Erwachsensein- 
wolle n s eine Reaktionsbildung gegen die masochistische Er- 
niedrigung, „ein Kompromissgebilde aus Angst vor der Einsam- 
keit und Willen zur Erhaltung der Einsamkeit". Bisher waren wir 
gewohnt, den Sadismus eher als das Primär-Aktive, den Maso- 
chismus als das Sekundär-Reaktive aufzufassen; aber auch die 
Möglichkeit der umgekehrten Genese lässt sich nicht von der 
Hand weisen. Die Beweise für die Ausschliesslichkeit 
und Allgemeinheit der Gross sehen Anschauung bleibt 
uns dieses Heftchen allenfalls schuldig, gleichwie es uns nicht 
angängig erscheint, fast die ganze Libidopsychologie und Neuro- 
senpathologie auf das Gegensatzpaar Sadismus — Masochismus 
zu reduzieren. 

Dem teleologistischen Standpunkt des Verfassers verdanken 
wir die bemerkenswerte Idee, wonach der „normalen" Homo- 



144 



S. Ferenczi 



Sexualität die Funktion eigne, „die Einfühlung in die sexuelle 
Einstellung des anderen Geschlechtes zu ermöglichen". 1 Erst die 
Verschränkung dieser „primären" Homosexualität mit Sadismus, 
Masochismus und Analerotik stemple sie zur „Perversion". 

Bei dieser Gelegenheit versucht Gross die Analerotik selbst 
als etwas Sekundäres, der Versagung anderer Kontaktmöglichkei- 
ten Entstammendes hinzustellen, während die Analfunktion ur- 
sprünglich jedes sexuellen Anstriches bar sei. 

Wir aber glauben nach wie vor, dass es keine Zufälligkeit ist, 
wenn die Libido bei Versagung anderer „Kontaktmöglichkeiten" 
gerade auf die sogenannten erogenen Zonen regrediert. Diese 
Zonen dienen eben, infolge ihrer eigenen Exoge- 
ne i t ä t, als Leitzonen, wenn es gilt, anderswo versagte Sexuali- 
tät unterzubringen. Der Verfasser legt auf die von Freud doch 
scharf genug gefasste Distinktion zwischen Sexualität und Genita- 
lität zu wenig Gewicht. Was er von der „primären" und „sekun- 
dären" Homosexualität sagt, ist gewiss richtig, dieselbe Unter- 
scheidung zwischen primärer (infantil-autoerotischer) und sekun- 
därer (bereits mit verlegter Genitalität durchsetzter) Perversion 
gilt aber für alle Perversionen ohne Ausnahme, so dass dies- 
bezüglich der Homosexualität keineswegs die von Gross be- 
hauptete Sonderstellung zukommt. Und wenn wir schliesslich 
den Gross sehen infantilen „Trieb nach Kontakt" in seine Ele- 
mente zerlegen, so gelangen wir wieder dahin, dass wir die 
Freud sehe infantile (perverse, extragenitale) Sexualität restlos 
rekonstruieren müssen. Sind doch die erogenen Zonen des Kindes 
im Sinne Freuds nichts anderes, als die „Kontaktstellen" des 
Kindes mit der Umgebung, besonders die Aufnahms- und Aus- 
scheidungsstellen des Körpers. Nur muss die objektive Beobach- 



1 Über die „Funktion" der Bisexualität hat sich übrigens bereits 
F 1 i e s s in ähnlichem Sinne geäussert. 



T 



Kritiken und Referate 145 



tung sich mit der Tatsache abfinden, dass diesen Körperstellen 
schon ab origine, auch ohne vorausgegangene „Versagung" a n- 
derer Kontaktmöglichkeiten (von denen wir übrigens von 
Gross gar nicht erfahren, wie Bie gemeint sind), ein gewisses 
Mass von Sexualität eignet. 

Da Gross an der ursprünglichen „Kontaktsexualität" des 
Kindes festhielt, wäre es möglich, dass er den Weg zur Anerken- 
nung der infantilen Perversionen 2 gefunden hätte, wenn er der 
Wissenschaft nicht zu früh entrissen worden wäre. 

Seinen Gedankengang fortführend, sucht dann Gross nach 
der Ursache der regelmässigen Verknüpfung der männlichen 
Heterosexualität mit Sadismus, der weiblichen mit Masochismus, 
der männlichen Homosexualität mit Masochismus, der weiblichen 
mit Sadismus. Er findet sie im A d 1 e rschen „Symbolgesetz", nach 
dem die Begriffe „Mann" und „Weib", als unbewusste Abspiege- 
lungen der bestehenden Institutionen in Sozietät und Familie, 
die Bedeutung von „überlegen" und „unterliegend" anzunehmen 
pflegen. Doch schon der einfache Hinweis auf die wechselnden 
Verhältnisse dieser Triebverschränkungen im Tierreiche 
genügt, um die Unhaltbarkeit dieser Begründung einleuchtend su 
machen. Es handelt sich hier um viel tieferliegende biologische 
Ursachen, die von anthropischen „Institutionen" oft ganz un- 
abhängig sind. Dass unter Umständen die äusseren Verhältnisse 
die (in der Anläge bei jedem vorhandene) homoerotische Kompo- 
nente verstärken können, ist für den Psychoanalytiker gewiss 
nichts Neues. Bezüglich des komplizierten Gedankenganges, nach 



2 Die Auffassung der Homosexualität (d. h. gewisser Fälle dieser 
Perversion) als Ausdruck der Feindseligkeit gegen das Weib und der 
Flucht zum eigenen Geschlecht wird übrigens vom Autor mit Unrecht 
St ekel zugeschrieben. Diese Aussicht ist von mehreren von uns längät 
geäussert worden. 

Fereoczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 10 



146 



S. Ferenczi 



dem der Sadomasochismus durch „Rückinversion" in die Hetero- 
sexualität aufgenommen wird, muss aufs Original verwiesen wer- 
den. Unseres Erachtens befindet sich hier der Autor fernab von 
jeder Empirie auf dem Gebiete der reinen Spekulation. Jedenfalls 
ist es eine sehr kühne und einstweilen ganz unbewiesene Be- 
hauptung, dass die „psychologischen Typen ,Männlichkeit' und 
»Weiblichkeit', so wie wir sie : heute kennen, ein künstlich 
geschaffenes Produkt, ein Resultat der Anpassung an 
bestehende Verhältnisse" sind, während den sich häufenden Fäl- 
len von männlichem Masochismus (Weiblichkeit des Mannes) 
und weiblichem Sadismus (Männlichkeit der Frau) eine wohl- 
tätige Ausgleichstendenz, also wieder biologische 
Zweckmässigkeit, innewohne. 

Das zweite Kapitel des Heftes beschäftigt sich eingehender 
mit der bereits erwähnten „Vereinsamung" des Kindes und be- 
tont die Bedeutsamkeit des infantilen Kontakttriebes, dessen 
kategorischer Imperativ u. a. die infantile Suggestibilität und die 
Erziehbarkeit erklärt. Die Alternative: „Einsamkeit oder Persön- 
lichkeitsopfer" sei die am stärksten ans Leben rührende Gewalt, 
die die Schicksale der Menschen bestimmt. In wohltuendem Ge- 
gensatz zu den von Gross zum Teil anerkannten Adler sehen 
Prinzipien, in denen für Liebe kein Raum übrig bleibt, sagt der 
Autor: „Dem Kind muss Liebe absolut bedingungslos gegeben 
werden, befreit von jeden, auch nur scheinbaren Forderungen 
welcher Art auch immer, als reines Bejahen der Individualität 
um ihres Eigenwertes willen und jeder keimenden Eigenart."' 
Dieser idealen Forderung wird wohl nie entsprochen werden kön- 
nen; unseres Erachtens sollte man sich mit dem ■ — ■ immerhin 
möglicheren — Anspruch an die Kindererziehung begnügen, dass 
man hier das Minimum an Forderungen mit dem Maximum an 
individueller Freiheit zu verknüpfen trachte. Doch gilt auch dies 
nur für die allerersten Kinderjahre; in den späteren muss der Er- 



Kritiken und Referate 147 

zieher sich damit begnügen, Mittel und Wege zu suchen, seine 
Forderungen durchzusetzen, ohne dem Kinde unheilbare seelische 
Wunden zu schlagen. 

Das Kapitel über das Problem des Wahnes geht von der 
psychoanalytischen Erklärung der Paranoia aus, läuft aber dann 
in eine — ■ mit einigen Krankengeschichten (ungenügend) belegte 
— Hypothese über das Wesen der Paranoia und der Schizophrenie 
aus. Der Paranoiker wird — nach O. Gross — durch den S a- 
d i s m u s dazu getrieben, die eigenen Wahngebilde mit der (zu 
beherrschenden) Realität zu einem lückenlosen, logischen System 
zu formen, während in der Schizophrenie, deren gestal- 
tendes Prinzip der Masochismus ist, der Kranke sich den 
aus dem Unbewussten überwältigend auftauchenden Impulsen 
willenlos überlässt. 

Im ganzen zeigt diese letzte Arbeit von 0. Gross alle Vor- 
züge dieses ungewöhnlich begabten Kopfes, dem es leider nicht 
gegeben war, seinen überwuchernden Ideenreichtum kritisch zu 
sichten. 



PROF. DR. SIGM. FREUD 
Drei Abhandlungen zur S e x u a 1 1 h e o r i e 

Vierte, vermehrte Auflage. Leipzig und Wien, Franz Deuticke, 1920. 

(1921) 

Diese grundlegende Arbeit Freuds, deren wissenschafts- 
geschichtliche Bedeutsamkeit ich bei einem früheren Anlass her- 
vorhob, 1 ist in ihrer vierten Auflage um zahlreiche wichtige Er- 
gänzungen vermehrt. Die Vorrede zur neuen Auflage erklärt uns 

1 Die wissenschaftliche Bedeutung von Freuds „Drei Abhand- 
lungen zur Sexualtheorie". „Bausteine zur Psychoanalyse", Bd. I, S. 237. 



148 



S. Ferenczi 



die merkwürdige Dissoziation, die die Lehren der Psychoanalyse 
in bezug auf offizielle Anerkennung erfahren haben; die meisten 
ihrer Feststellungen wurden, wenn auch zögernd und mit gewis- 
sen Vorbehalten, allmählich angenommen, nur die Sexualtheorien 
Freuds stossen immer noch auf starren Widerstand, ja sie be- 
wegen sogar einige frühere Anhänger zum Abfall. Der Verfasser 
gibt uns auch die Erklärung für dieses besondere Schicksal seiner 
Sexuallehre. — Wesentliche Ergänzungen sind dem Kapitel über 
Inversion hinzugefügt worden. Entgegen den Behauptungen 
der Uranisten, die durchaus für eine besondere Menschengattung 
gelten wollen, wird nach wie vor an der ursprünglichen Bisexuali- 
tät aller höheren Tiere, auch des Menschen, festgehalten, aus der 
sich Hetero- oder Homosexualität durch mehr oder minder voll- 
kommene Einschränkung der gleichgeschlechtlichen Tendenzen 
entwickeln. Als archaisch-konstitutionelle Momente, die zur Inver- 
sion disponieren, werden Narzissmus und Festhalten der Anal- 
zone hervorgehoben. Der vom Referenten vorgeschlagenen be- 
grifflichen Scheidung der Subjekt- und Objekthomoero- 
t i k wird beigepflichtet, doch mit dem Bemerken, dass diese Schei- 
dung in der Realität niemals eine scharfe ist; die Qualifizierung 
der Objekthomoerotik als Zwangsneurose wird aber nicht gut- 
geheissen; (Referent muss dieser Kritik nachträglich selbst recht- 
geben; er hätte sich damit begnügen sollen, die Objekthomoerotik 
einfach als N e u r o s e zu bezeichnen). Recht eingehend werden 
die wichtigen Entdeckungen Steinachs über die experimen- 
tellen Erfolge mit Implantation der Pubertätsdrüse usw. gewür- 
digt und wird die Stellungnahme der Psychoanalyse zu den neuen 
Tatsachen erörtert. In einem anderen Zusammenhange wird 
darauf hingewiesen, dass die biologischen Beobachtungen und 
Experimente die Bestätigung der psychoanalytischen Annahme 
von der „sexuellen Latenzzeit" erbrachten, indem sie zwei grosse 
Phasen der Pubertät und dazwischen eine „intermediäre Phase" 



Kritiken und Referate 149 

feststellen. — Bei den Perversionen wird zum ersten Male 
darauf hingewiesen, dass diese nicht durchaus ein Stehenbleiben 
auf einer frühen Entwicklungsstufe bedeuten, sondern meist als 
Regressionen vom Stadium des Genitalprimats bei der Verdrän- 
gung des Ödipuskomplexes Zustandekommen. Die praktisch vor- 
kommenden (und analytisch heilbaren) Fälle von Perversion sind 
also von der Neurose prinzipiell nicht so scharf wie bisher zu 
trennen. — Die neuesten Ergebnisse der psychoanalytischen For- 
schungen auf dem Gebiet der Sexualorganisationen 
(z. B. die Arbeit Abrahams über die kannibalistische Phase) 
sind in dieser neuen Auflage bereits berücksichtigt. — Es braucht 
wohl kaum wiederholt zu werden, dass jede Beschäftigung mit 
der Psychoanalyse die genaue Kenntnis dieses Werkes von 
Freud zur Voraussetzung hat. 



GEORG GKODDECK 

Der Seelensucher 

Ein psychoanalytischer Roman. 

Internationaler Psychoanalytischer Verlag. Leipzig und Wien. 

(1921) 

Groddecks Name dürfte aus der deutschen Literatur vie- 
len bekannt sein als der eines temperamentvollen Arztes, dem der 
wissenschaftliche Dünkel so vieler Gelehrten stets ein Greuel 
war und der, gleichwie der ihm wesensverwandte S c h w e n i n- 
g e r, Menschen und Dinge, Krankheiten und Heilungsvorgänge 
mit eigenen Augen besah, mit den eigenen Worten beschrieb und 
sich nicht in das Prokrustesbett einer konventionellen Termino- 
logie zwängen Hess. Manche seiner Aufsätze schienen gewissen 
Thesen der Psychoanalyse zu ähneln, doch wandte sich ihr Autor 



150 



S. Ferenczi 



anfangs auch gegen die Freud sehe, wie gegen jede Schule über- 
haupt. Sein Wahrheitsfanatismus erwies sich aber schliesslich 
noch stärker als das Hassen jeder schulmässigen Gelehrsamkeit: 
er bekannte öffentlich, dass er gefehlt hatte, als er gegen den 
Schöpfer der Psychoanalyse loszog, und — was noch ungewöhn- 
licher ist — er entlarvte coram publico sein eigenes Unbewusstes, 
in dem er die Tendenz nachwies, ihn aus purem Neid in die Geg. 
nerschaft zu Freud gedrängt zu haben. Man darf sich nicht 
wundern, dass G r o d d e c k, auch nachdem er sich zur Psycho- 
analyse bekannte, nicht die gewohnte Bahn eines normalen Freud- 
Schülers, sondern auch hier eigene Wege ging. Für die psychischen 
Krankheiten, das eigentliche Gebiet analytischer Forschung, hatte 
er überhaupt wenig Interesse übrig, sogar die Worte „Psyche' 
und „psychisch" klangen seinem monistisch gestimmten Ohre 
falsch. Er dachte ganz konsequent, dass wenn er mit seinem 
Monismus recht hat und wenn die Lehren der Psychoanalyse rieh 
tig sind, letztere auch auf organischem Gebiete zu Recht bestehen 
müssen. Mit keckem Mute wandte er also die analytischen Waffen 
gegen die organischen Krankheiten und berichtete bald von 
Krankheitsgeschichten, die seine Annahmen merkwürdig bestätig 
ten. Er erkannte in vielen Fällen schwerer körperlicher Erkran- 
kung das Walten unbewusster Absichten, die nach ihm in 
der Verursachung von Leiden überhaupt eine hervorragende 
Rolle spielen. Bakterien sind, wie er meint, immer und überall da, 
es hängt vom unbewussten Willen des Menschen ab, wann und 
wie er sich deren bedienen will. Ja auch die Entstehung von 
Geschwülsten, Blutungen, Entzündungen usw. kann durch solche 
„Absichten" begünstigt oder gar hervorgerufen werden, so dass 
Groddeck schliesslich diese Tendenzen als conditio sine qua 
non einer jeden Erkrankung hinstellte. Das zentrale Motiv dieser 
latenten krankmachenden Absichten ist nach ihm fast immer der 
Sexualtrieb; der Organismus erkrankt leicht und gerne, wenn er 



Kritiken und Referate 



dadurch eine sexuelle Lust befriedigen oder sich einer sexuellen 
Unlust entziehen kann. Und gleichwie die Psychoanalyse durch 
das Bewusstmachen versteckter Regungen und das Niederringen 
des Widerstandes gegen verdrängte Tendenzen Seelenkrankheiten 
heilt, so will Groddeck mittels methodischer analytischer 
Kuren den Verlauf schwerer Körperkrankheiten günstig beein- 
flusst haben. — Es ist mir nichts davon bekannt, dass auch andere 
Ärzte diese merkwürdigen Heilwirkungen nachgeprüft und be- 
stätigt hätten, so dass wir einstweilen nicht bestimmt sagen kön- 
nen, ob wir es hier wirklich mit einer genialen neuen Heil- 
methode oder mit der suggestiven Macht einer einzelnen ausser- 
gewöhnlichen ärztlichen Persönlichkeit zu tun haben. Keinesfalls 
darf man aber den Beweisführungen dieses Autors die Konse- 
quenz, seiner Hauptidee die Ernsthaftigkeit absprechen. 

Nun bereitet uns dieser Forscher eine neue und nicht gerin- 
gere Überraschung: er stellt sich in diesem neuesten Werke als 
Romandichter vor. Ich glaube aber nicht, dass es ihm dabei in 
erster Linie um die Erwerbung literarischen Ruhmes zu tun ge- 
wesen wäre; er fand im Roman nur die passende Form, in der er 
die letzten Konsequenzen seiner Erkenntnisse über Krankheit 
und Leben, Menschen und Einrichtungen zum besten geben 
konnte. Wahrscheinlich hat er recht wenig Zutrauen zur Auf- 
nahmsfähigkeit seiner Zeitgenossen für Neues und Ungewöhnli- 
ches und darum findet er es nötig, die Absonderlichkeit seiner 
Ideen mit Hilfe der Komik und der unterhaltsamen Erzählung 
zu mildern und den Leser gleichsam mit Lustprämien zu bestechen. 
— Ich bin kein Literat und masse mir kein Urteil über den ästhe- 
tischen Wert dieses Romanes an, doch glaube ich, dass es kein 
schlechtes Buch sein kann, dem es, wie diesem, gelingt, den Leser 
vom Anfang bis zum Ende zu fesseln, schwere biologische und 
psychologische Probleme in witziger, ja belustigender Form dar- 
zustellen, und das es zustandebringt, derbzynische, groteske und 



152 



S. Fe 



tieftragische Szenen, die in ihrer Nacktheit abstossend wirken 
müssten, mit seinem guten Humor wie mit einem Kleide zu be- 
hängen. 

Das geistreiche Mittel, dessen er sich dabei bedient, ist, dass 
er seinen Helden Müller- Weltlein, den „Seelensuche r", als 
einen genialen Narren darstellt, von dem der Leser nie sicher 
wissen kann, wann er Erzeugnisse seines Genies und wann die 
seiner Narrheit zum Besten gibt. So kann sich dann Groddeck- 
W e 1 1 1 e i n manches vom Herzen reden, was er weder in einem 
wissenschaftlichen, noch in einem ernsthaft gemeinten phantasti- 
schen Buche hätte mitteilen können, ohne alle Welt herauszufor- 
dern. Der entrüstete Bourgeois hätte sofort nach der Zwangsjacke 
geschrien, da sie sich aber der spöttische Autor von vornherein 
anzog, bleibt auch dem Hüter der Moral nichts anderes übrig, 
als gute Miene zu machen und mitzulachen. Doch so mancher 
Denker, Arzt und Naturphilosoph wird in diesem Buche Ansätze 
einer von allen Fesseln herkömmlicher Mystik und Dogmatik be- 
freiten Weltanschauung erkennen, oft auch geistvolle Anleitung 
zur Beurteilung von Menschen und Institutionen bekommen. Der 
erziehliche Wert des Buches aber liegt darin, dass er, wie einst 
Swift, Babelais und Balzac, dem pietistisch-hypokriti- 
schen Zeitgeist die Maske von Gesichte reisst und die dahinter 
versteckte Grausamkeit und Lüsternheit, wenn auch mit dem 
Verständnis für deren Selbstverständlichkeit, offen zur Schau stellt. 

Über den Inhalt des Bomans kann man auszugsweise über- 
haupt kaum Bericht erstatten. Sein Held ist ein älterer Jung- 
geselle, dessen geregelte, in beschaulicher Lektüre verbrachte 
Einsamkeit durch das plötzliche Auftauchen einer verwitweten 
Schwester und ihres mannbaren Töchterchens gestört wird. Was 
zwischen dieser Tochter und unserem Helden eigentlich vorging, 
erfahren wir nie ausdrücklich, können es auch aus dunklen An- 
deutungen kaum erraten. In den Betten des Hauses nistet sich 



Kritiken und Referate 153 



Ungeziefer — Wanzen — ein, bei dessen Vertilgung der Hausherr 
eifrig mithilft. Während dieser Jagd nach den blutdürstigen 
Schmarotzern wird unser Held „verrückt", das heisst, er befreit 
sich von allen Fesseln, die einem sonst Erbschaft, Überlieferung 
und Erziehung anlegen. Er wird wie „umgewechselt", wechselt 
sogar den Namen und wird zum Landstreicher, zugleich sichern 
ihm aber sein Geld und seine alten Beziehungen den Zugang auch 
zu den höheren und höchsten Gesellschaftsschichten. Und wo er 
nun hinkommt, macht er von der Narrenfreiheit Gebrauch, den 
Leuten die Wahrheit an den Kopf zu werfen, und so kommt auch 
der Leser dazu, die Wahrheiten zu hören, die sogar Groddeck 
nicht anders als mit der Schellenkappe auf dem Haupte zu sagen sich 
getraut. Wir sehen und hören unseren Müller- Weltlein im Polizei- 
gefängnis, in einem kleinbürgerlichen Kegelklub, im Krankensaale 
eines Spitales, in der Bildergalerie, im zoologischen Garten, im 
Eisenbahnabteil der IV. Wagenklasse, in einer Volksversammlung, 
beim Feministenkongress, unter abgefeimten Prostituierten, 
Schwindlern und Erpressern, sogar beim Saufgelage eines könig- 
lich preussischen Prinzen. Überall redet und gebärdet er sich wie 
ein richtiges „enfant terrible", das alles bemerkt und rücksichts- 
los heraussagt, das sich sogar bewusst zum unentrinnbar kindi- 
schen Grundwesen auch des Erwachsenen offen bekennt und allen 
grosssprecherischen und grosstuerischen Heuchlern ein Schnipp- 
chen schlägt. Das Leitmotiv seiner Narrheit, gleichsam seine Ste- 
reotypie, bleibt, offenbar als Erinnerungsrest des angedeuteten, 
traumatisch wirksamen Ereignisses, die Wanze, deren vielgestal- 
tige Symbolik zu wiederholen er nicht müde wird. Aber auch 
sonst freut er sich wirklich wie ein Kind an jeder symbolischen 
Gleichung, die er nur entdecken kann und in deren Aufspüren 
er es zur Meisterschaft bringt. Die Symbolik, die die Psychoana- 
lyse zaghaft als einen der gedankenbildenden Faktoren einstellt, 
ist für Weltlein tief im Organischen, vielleicht im Kosmischen 



154 



S. Ferenczi 



begründet und die Sexualität ist das Zentrum, um das sich die 
ganze Symbolwelt bewegt. Alles Menschenwerk ist nur bildliche 
Darstellung der Genitalien und des Geschlechtsaktes, dieses 
Ur- und Vorbildes jedes Sehnens und Trachtens. Eine gross- 
artige Einheit beherrscht die Welt; die Zweiheit von 
Körper und Seele ist ein Aberglaube. Der ganze Körper denkt; 
in der Form des Schnurrbartes, eines Hühnerauges, ja der Ent- 
leerungen können sich Gedanken äussern. Die Seele wird vom 
Körper, der Körper von den Seeleninhalten „angesteckt"; von 
einem „Ich" darf eigentlich nicht gesprochen werden, man lebt 
nicht, sondern wird von einem Etwas „gelebt". Die stärksten 
„Ansteckungen" sind die sexuellen. Wer die Erotik nicht sehen 
will, wird kurzsichtig; wer etwas „nicht riechen" kann, bekommt 
einen Schnupfen; die Form der bevorzugten erogenen Zone kann 
sich an der Gesichtsbildung, zum Beispiel als Doppelkinn, mani- 
festieren. Der Geistliche wird durch seinen Talar „priesterlich an- 
gesteckt"; nicht die Frau strickt den Strumpf, sondern die Hand- 
arbeit verstrickt das weibliche Geschlecht in eine erbärmliche 
Kleinlichkeit. Die höchste menschliche Leistung ist das Gebären; 
die geistigen Anstrengungen des Mannes sind nur lächerliche 
Nachahmungsversuche. Die Sehnsucht nach Kindern ist so all- 
gemein — in Mann und Weib dass „niemand fett wird, es 

sei denn aus ungestilltem Verlangen nach einem Kinde". Sogar 
Krankheit und Wunden sind nicht nur Quellen des Leides, aus 
ihnen spriesst auch „die nährende Kraft der Vollendung". 

Am heimischesten fühlt sich natürlich Weltlein in der Kin- 
derstube, wo er lustig mit den Kindern mitspielen, ihre noch naive 
Erotik mitgeniessen kann. Am hämischesten aber zieht er gegen 
die Gelehrten und besonders gegen die Ärzte los, deren Be- 
schränktheit die beliebteste Zielscheibe seines Spottes ist. Eine 
wenn auch recht feine Ironie bleibt auch der psychoanalytischen 
Dogmatik nicht erspart, doch ist das die reine Zärtlichkeit mit 



Kritiken und Referate 



155 



der Grausamkeit verglichen, mit der der „Schulpsychiater" an 
den Pranger der Lächerlichkeit gestellt wird. Nicht ohne Wehmut 
hören wir zum Schluss vom katastrophalen Lebensende dieses 
lachenden Dulders. Er kommt bei einer Eisenhahnkatastrophe 
um, — verleugnet aber auch postmortal seinen Zynismus nicht: 
sein Kopf ist nirgends zu finden und seine Identität wäre nur mit- 
tels Einzelheiten seines restlichen Körpers festzustellen, was 
merkwürdigerweise nur die — Nichte versucht. 

Das wäre die äusserst gedrängte Darstellung des Inhaltes dieses 
„psychoanalytischen Romans". Sicher wird Groddeck-Welt- 
1 e i n, „zu Tode interpretiert, kommentiert, zerrissen, beschimpft 
und missverstanden werden", wie es von Rabelais in den 
„Contes Drölatiques" zu lesen steht. Doch gleichwie uns P a n- 
t a g r u e 1 und Gargantua erhalten blieben, wird vielleicht 
eine spätere Zeit auch Weltlein Gerechtigkeit widerfahren lassen. 



DR. KARL ARRAHAM 

Klinische Beiträge zur Psychoanalyse 

Internationale Psychoanalytische Bibliothek, Bd. 10, 1921. 

(1922) 

Die in diesem stattlichen Bande gesammelten 28 Aufsätze des 
hervorragenden Berliner Psychoanalytikers Dr. Abraham sind 
nicht nur darum bedeutsam, weil sie den Leser über alle wesentli- 
chen Fortschritte der Freud sehen Neurosenlehre von 1907 bis 
1921 an klinischen Beispielen eingehend informieren, sondern vor 
allem durch die Fülle von wichtigen Originalbeiträgen, die unsere 
Wissenschaft diesem unermüdlichen Forscher verdankt. Die mei- 
sten der von Abraham gebrachten Anregungen haben sich be- 
währt, sehr viele sind das Gemeingut aller Psychoanalytiker ge- 



156 S. Ferenczi 



worden, manche dieser Arbeiten aber sind geradezu glänzende 
Leistungen, zu denen den Autor seine grosse Erfahrung und Gei- 
stesschärfe befähigten. Es ist nicht möglich, sich vom Reichtum 
an neuer Erkenntnis, die diese Aufsätze bieten, nach einem Refe- 
rate auch nur entfernt einen Begriff zu bilden; der Wissensdur- 
stige muss aufs Original verwiesen werden. Doch schon die Auf- 
zählung einzelner Kapitelüberschriften genügt, um die Originali- 
tät und die Vielseitigkeit des Autors zu kennzeichnen. 

„D as Erleiden sexueller Traumen als Form 
infantiler Sexualbetätigung" zwingen uns, unsere 
bisherige Auffassung über die Genese gewisser Psychoneurosen 
gründlich zu revidieren. Früher glaubte man, eine grosse Anzahl 
dieser Seelenzustände auf infantile Sexualtraumata zurückführen 
zu können. Diese Untersuchung Abrahams zeigt uns aber, dass 
Kinder oft die Tendenz haben, sich solchen Traumen auszu- 
setzen, wohl eine Bestätigung der von Freud vertretenen Rolle 
der Sexualkonstitution in der Pathogenese dieser Neu- 
rosen. „Die Stellung der Verwandtenehe in der 
Psychologie der Neurosen" und „Ü ber neuro- 
tische Exogamie" behandeln das zwiespältige Verhältnis 
der Neurotiker zu den gegengeschlechtlichen Blutsverwandten, von 
denen sie entweder zu stark angezogen oder abgestosseh werden. 
Die wichtigsten Beobachtungen verdankt die Psychoanalyse dem 
Autor dieser Sammlung über die Bedeutsamkeit gewisser, bisher 
zu wenig gewürdigter Partialtriebe, erogener Zonen und Sexual- 
organisationen. („0 hrmuschel und Gehörgang als 
erogene Zon e", „Ü ber eine konstitutionelle 
Grundlage der loko motorischen Angs t", „U ber 
Einschrä n k u n g e n und Umwandlungen der Schau- 
lust bei denPsychoneurotikern nebst Bemer- 
kungen über analoge Erscheinungen in der Völ- 
kerpsychologie", „Über Ejaculatio praecox" 



J 



[die erste wissenschaftliche Würdigung der Urethralerotik]). 
Abrahams „Untersuchungen über die früheste 
prägenitale Entwicklungsstufe der Libido" 
zeigen uns die Bedeutsamkeit der oralen (kannibalistischen) Phase 
der Sexualorganisation für die spätere neurotische Erkrankung 
und für die Neurosenwahl. (Diese höchst aufschlussreiche Arbeit 
trug dem Autor den internationalen psychoanalytischen Preis für 
1920 ein.) Als gewiegter Techniker der Psychoanalyse präsentiert 
sich der Autor in seinen Aufsätzen: „Übereinebesondere 
Form des neurotischen Widerstandes gegen 
die psychoanalytische Methodik" und „Zur Pro- 
gnose psychoanalytischer Behandlung in vor- 
geschrittenem Alter." Als theoretisch bedeutenden Auf- 
satz heben wir den über „Die psychosexuellen Diffe- 
renzen der Hysterie und der Dementia praec ox" 
hervor, durch den Abraham der Vorläufer der späteren 
Freud sehen Konzeption der „narzisstischen Neurosen" wurde. 
Die übrigen Arbeiten behandeln meist Fälle aus der analytischen 
Praxis (hysterische Traumzustände, Fetischismus, Alkoholismus, 
manisch-depressives Irresein usw.). Auf die glänzende Kritik der 
Jungschen Pseudo-Psychoanalyse sei besonders hingewiesen. Es 
muss bemerkt werden, dass uns diese Sammlung kein erschöpfen- 
des Bild über die psychoanalytischen Leistungen Abrahams 
geben kann, da sie nur die klinisch-medizinischen Arbeiten ent- 
hält, nicht aber seine interessanten und anregenden Exkursionen 
auf dem Gebiet der Völkerpsychologie und der Ästhetik. 



158 S. Ferenczi 



DR. RAYMOND DE SAUSSURE 

La Methode P s y c h a n a 1 y t i qu e 
(Avec une preface du Prof. Sigm. Freud) 
Payot & Comp., Lausanne-Geneve. 
(1922) 

Seit der ausführlichen, aber ohne persönliche Erfahrung ver- 
fassten Darstellung der Psychoanalyse durch Regis und H e s- 
n a r d, mit der wir uns seinerzeit eingehend beschäftigten, 1 
scheint sich das Interesse der Franzosen mehr als vorher unserer 
Wissenschaft zuzuwenden. Allerdings sind es hauptsächlich Bel- 
letristen, die sich für uns interessieren. Um so erfreulicher ist es, 
dass in diesem Bande ein junger ärztlicher Fachmann aus der 
französischen Schweiz sich die Aufgabe stellte, seine Konnatio- 
nalen mit der Methode und den wichtigsten Begriffen der Psycho- 
analyse bekannt zu machen. Er machte sich diese Aufgabe nicht 
leicht und begnügte sich nicht, wie seine Vorgänger, mit der 
oberflächlichen Lektüre einzelner psychoanalytischer Werke, 
sondern unterzog sich vorerst selber einer psychoanalytischen Be- 
handlung, versuchte die so gewonnenen Kenntnisse an mehreren 
Patienten, vertiefte sich in die Lektüre der psychoanalytischen 
Literatur und erst so gerüstet, getraute er sich ein Urteil über 
die Methode zu. Wie nicht anders zu erwarten, fiel denn auch 
dieses in fast allen Punkten für die Analyse günstig aus und auch 
in den wenigen, meist mehr theoretischen Fragen, in denen 
de Saussure Freud nicht wörtlich folgen kann (z. B. in der 
oralen und analen Sexualität), leugnet er die Tatsächlichkeit der 
Freud sehen Beobachtungen nicht, gibt sogar die erotische 

1 Siehe: Die psychiatrische Schule von Bordeaux über die Psycho- 
analyse. „Bausteine zur Psychoanalyse". Bd. IV, S. 12. 



Kritiken und Referate 



159 



Natur dieser Partialtriebe willig zu und hat nur dagegen Beden- 
ken, diese Erotik als etwas S e x u e 1 1 e s, d. h. als der Arterhal- 
tung Dienendes zu bezeichnen. Wir glauben bestimmt, dass der 
Autor bei gehäufter Erfahrung auch die für ihn noch bestehende 
dünne Scheidewand zwischen Oralerotik und oraler Sexualität 
fallen lassen wird. 

Der gelungenste Teil des Buches ist zweifellos die detaillierte 
Beschreibung der psychoanalytischen Technik, wie sie Verf. 
durch Prof. Freud, bei dem er die Analyse lernte, ausführen 
sah. Einzelne Details dieses technischen Kapitels dürften nicht 
nur dem Anfänger, sondern auch dem geübten Analytiker man- 
ches Neue bieten. 

Dass die theoretischen Auseinandersetzungen de Saussu- 
re s den technisch-methodologischen nicht die Wage halten, darf 
bei der Knappheit des Raumes (185 Seiten) nicht wundernehmen. 
Es zeigt sich aber auch immer wieder, dass der Hang der Franzosen 
zu knappen und präzisen Definitionen ihre Arbeiten zwar klarer, 
aber auch etwas oberflächlicher gestaltet. 

Wir glauben auch, dass der Autor sich viel zu oft wegen der 
unschönen Dinge, mit denen sich der Analytiker beschäftigen 
muss, entschuldigt. Wir fürchten, dass es ihm trotzdem nicht gelin- 
gen wird, den Widerstand seiner Landsleute und Kollegen zu 
umgehen. 

Nur noch einige kurze Bemerkungen: In der Darstellung des 
Freud sehen Schemas des psychischen Apparates vermissen wir 
die gebührende Berücksichtigung der metapsychologi- 
schen Gesichtspunkte, besonders der psychischen Ökonomie. 
Wir glauben auch, dass deSaussure den Freud sehen Ideen 
nicht gerecht wird, wenn er einen allmählichen Übergang 
der Unbewusstheit über das Vorbewusste bis zur Bewusstheit pos- 
tuliert. Diese Annahme wäre gleichbedeutend mit der Preisgabe 
des systematischen Sinnes der Begriffe unbewusst, vor- 






160 



S. Ferenczi 



bewusst und bewusst, der sich doch theoretisch wie praktisch so 
bedeutsam erwiesen hat. 

Ein Irrtum, in den der Autor verfällt, ist auch, dass die Traum- 
sprache immer nur logische Traumgedanken in symbolischer Ver- 
kleidung und nicht auch einfache archaische Manifestationen des 
Seelenlebens äussert (Seite 29). In Wirklichkeit vergisst Freud 
niemals, beide seelischen Reihen zu berücksichtigen; man erinnere 
sich nur des Bildes vom Kapitalisten (Archaisches) und vom Unter- 
nehmer (aktuelle Aufgabe) bei der Traumbildung. An der als 
Beispiel mitgeteilten recht interessanten Traumanalyse des 
Dr. d i e r vermissen wir die knappe synthetische Zusammen- 
fassung des Traumgedankens und die entsprechende Darstellung 
der Traumschichten. 2 

Diese kleinen Schönheitsfehler vermögen aber den sehr gün- 
stigen Gesamteindruck dieser Arbeit des Dr. de S a u s s u r c 
kaum zu stören. Man legt das Buch mit der Überzeugung aus der 
Hand, dass es das erste ernsthafte Werk eines Franzosen über 
die ärztliche Psychoanalyse ist. 



2 Wir können auch nicht einsehen, warum die „Sujets de race latine" 
sich nur einer oberflächlichen, nicht die ganze Persönlichkeit umrühren- 
den Analyse unterziehen lassen sollten. Das kann nur an der Unvollkom- 
menheit der Technik Dr. d i e r s gelegen sein. 



Freuds „Massenpsychologie 
und Ich- Analyse" 1 

Der individualpsychologische Fortschritt 

(1922) 

Die Entwicklung der Wissenschaften im grossen überblickend, 
kommt man immer wieder zur Überzeugung, dass hier der 
geradlinige Fortschritt gewöhnlich bald an einem toten Punkte 
anlangt, so dass die Arbeit von einer anderen, oft ganz uner- 
warteten und unwahrscheinlichen Seite her mit Erfolg fortzu- 
setzen ist. Ich war bereits einmal in der Lage, auf eine solche 
wohl jeden überraschende Tatsache hinzuweisen, indem ich 
Freuds „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie", eine rein psy- 
chologische Untersuchung, als bedeutsamen Fortschritt 
der Biologie, also einer naturwissenschaftlichen Disziplin, die 
diesen Fortschritt aus eigenen Mitteln niemals bestritten hätte, 
würdigen musste. 

Dieser „Utraquismus" einer richtigen Wissenschaftspolitik, 
wie ich ihn nennen möchte, bewährt sich aber nicht nur in der 
grossen Alternative der objektiven (naturwissenschaftlichen) Uni 



1 Ges. Sehr. Bd. VI. 
Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 11 






162 



S. Ferenczi 



der subjektiven (psychologischen) Erkenntniswege, sondern auch 
innerhalb der Psychologie selbst. Kaum hatten wir uns bei der An- 
nahme beruhigt, dass individualpsychologische, psychoanalytische 
Tatsachen die Grundlage sind, deren „Anwendung" die komplexe- 
ren Erscheinungen der Massenpsyche (Kunst, Religion, Mythen- 
bildung usw.) enträtseln wird, und schon erschüttert das neuer- 
schienene Werk Freuds über „Massenpsychologie" die Sicher- 
heit dieser Annahme: es zeigt uns im Gegenteil, dass die Unter- 
suchung massenpsychologischer Vorgänge wichtige Probleme der 
individuellen Psychologie lösen kann. Ich will im folgenden die 
allerwichtigsten Fortschritte hervorheben, die die normale und 
pathologische Psychologie des Individuums dieser Zergliederung 
der Massenseele durch Freud verdankt. 

Der Verfasser beseitigt die sonst von allen Autoren mecha- 
nisch übernommene Idee, dass Massenerscheinungen nur in einer 
„Menge", also im Kreis einer grossen Zahl von Einzelwesen 
vorkommen. Er stellt vielmehr fest, dass dieselben Erscheinungen 
des Affektlebens und des Intellekts auch innerhalb einer kleinen 
Anzahl von Personen, z. B. in der Familie, ja auch im Verhältnis 
zu einer einzigen Person in der „Massenbildung zu zweien" sich 
manifestieren können. Dieser Gesichtspunkt gestattet es, unsere 
Ansicht über einen der merkwürdigsten und für die individuelle 
Psychologie bedeutsamsten Vorgänge, über die Hypnose und 
die Suggestion, von Grund aus zu ändern. 

Während die früheren Autoren die Massenerscheinungen mit 
der Suggestion erklären wollten, ohne angeben zu können, worin 
das Wesen der letzteren bestehe, fand Freud, dass es eigentlich 
die Massenerscheinungen sind, deren historische Entwicklung zur 
Erklärung auch des zwischen zwei Individuen ablaufenden Pro- 
zesses der Suggestion herangezogen werden muss. Die Quelle der 
Disposition zur Hypnose lässt sich nach Freud bis in die Urzeit 
des Menschengeschlechtes, bis zur Menschenhorde zurückverfolgen, 



Freuds „Massenpsychologie und Ich-Analyse" 163 

in der das Auge des gefürchteten Hordenvaters, des Herrn über 
Leben und Tod aller, noch tatsächlich für alle Mitglieder der 
Horde zeitlebens dieselbe lähmende Wirkung, dieselbe Ein- 
schränkung jeder selbständigen Aktivität, jeder eigenen intellek- 
tuellen Regung bewirkte, wie sie der Blick des Hypnotiseurs auch 
heute noch bei seinen „Medien" produziert. Der Furcht vor diesem 
Blick ist also die hypnotisierende Kraft zuzuschreiben, während 
die übrigen Methoden zur Erzeugung der Hypnose (monotones 
Geräusch, Fixierung des Auges auf einen Punkt) nur die bewusste 
Aufmerksamkeit des Einzuschläfernden ablenken sollen, um sein 
Unbewusstes um so sicherer unter die Macht des Hypnotiseurs 
zu beugen. 

Entgegen der von uns bisher bevorzugten Bernheimschen 
Annahme, wonach die Hypnose nur eine Form der Suggestion ist, 
müssen wir nun mit Freud annehmen, dass die Hypnotisierbar- 
keit das Grundphänomen ist, das uns die Suggestibilität erklären 
soll; die Hypnotisierbarkeit selbst aber bedeutet nicht nur, wie 
wir es uns bisher dachten, einen Rest der kindlichen Angst vor 
dem strengen Vater, sondern auch die Wiederkehr von Emotio- 
nen, die im Menschen der Urhordenzeit angesichts des gefährli- 
chen Hordenführers sich abspielten. Die massenpsychologische 
Untersuchung gibt uns also die phylogenetische Parallele zur On- 
togenese der Hypnotisierbarkeit. Wenn wir die zentrale Stellung 
der Suggestions- und Hypnosenfrage in der Pathologie und The- 
rapie der Neurosen, in der Pädagogik usw. berücksichtigen, wird 
uns sofort klar, dass die gründliche Revision unserer bisherigen 
Ansichten hierüber ihre Wirkung in der ganzen normalen und 
pathologischen Psychologie fühlbar machen wird. 

Die zweite wesentliche Neuigkeit, die die individuelle Psycho- 
analyse diesen massenpsychologischen Forschungen verdankt, ist 
die Entdeckung einer neuen Entwicklungsstufe 
des Ichsund d erLibido. Die Übertragungsneurosen, diese 



I 



164 



S. Ferenczi 



Ausgangspunkte jeder psychoanalytischen Forschung und lange 
Zeit hindurch deren einziger Gegenstand, verschafften bekanntlich 
Freud die Möglichkeit, die Entwicklungsphasen des Sexualtrie- 
bes nahezu lückenlos zu rekonstruieren. Der zweite Faktor bei 
der Neurosenbildung, das Ich, blieb aber nach wie vor eine weiter 
nicht zerlegbare, kompakte Masse, über deren Struktur man sich 
nur höchst hypothetische Vorstellungen machen konnte. Einiges 
Licht in dieses Dunkel brachte allerdings das Studium der nar- 
zisstischen Neuropsychosen und des Liebeslebens der Normalen, 
aber eine wirkliche „Stufe" im Ich vermochte Freud erst auf 
Grund dieser massenpsychologischen Untersuchung festzustellen. 
Diese höhere Ichstufe, die den ursprünglichen Narzissmus des 
Kindes und der Menschheit ablöste, ist die Sonderung eines pri- 
mär-narzisstisch bleibenden Ichs von einem „Ichideal", dem Vor- 
bild, das man in seinem Innern aufrichtet, um daran alle seine 
Handlungen und Eigenschaften zu messen. Dieses Ichideal über- 
nimmt die wichtigen Funktionen der Realitätsprüfung, des mora- 
lischen Gewissens, der Selbstbeobachtung und der Traumzensur; 
es ist auch die Macht, die bei der Schaffung des für die Neurosen- 
bildung so bedeutsamen „Unbewusst- Verdrängten" am Werke ist. 
Der Entstehung dieser Ichentwicklungsstufe läuft ein eigener 
libidinöser Prozess parallel, der nunmehr als besondere Entwick- 
lungsphase zwischen Narzissmus und Objektliebe (richtiger: zwi- 
schen die noch stark narzisstischen oralen und sadistisch-analen 
Organisationsstufen und die eigentliche Objektliebe) einzuschal- 
ten ist, nämlich die Identifizierung. Bei diesem Vorgang 
werden Objekte der Aussenwelt nicht wie in der kannibalistischen 
Phase wirklich, sondern nur mehr imaginär „einverleibt" oder, 
wie wir es zu sagen pflegen, introjiziert, d. h. ihre Eigenschaften 
werden annektiert, dem eigenen Ich zugeschrieben. Wenn man 
sich so mit einem Objekt (Person) identifiziert, schafft man gleich- 
sam die Brücke zwischen Ich und Aussenwelt, und diese Verbin- 



Freuds „Massen psychologie und Ich-Analyse" 165 

düng gestattet dann später das Verlegen des Akzentes vom intrans- 
itiven „Sein" aufs transitive „Haben", d. h. die Weiterentwick- 
lung von der Identifizierung zur eigentlichen Objektliebe. Das 
Fixiertwerden an dieses Identifizierungsstadium ermöglicht es 
aber, dass von jeder späteren Phase der Objektliebe auf die Stufe 
der Identifizierung regrediert werden kann; am auffälligsten ge- 
schieht dies bei gewissen pathologischen Prozessen, nicht minder 
deutlich aber bei den bisher unverstandenen Produktionen der 
Massenpsyche. Selbstverständlich eröffnet die Hypostasierung die- 
ser neuen Stufe der Ich- und der Libidoentwicklung eine weite 
Perspektive; sie wird gewiss viele noch ungenügend erhellte Er- 
scheinungen der individuellen Psychologie und Psychopathologie 
unserem Verständnis näherbringen. 

Obzwar sich F r e u d in seiner massenpsychologischen Arbeit 
vor allem mit der Dynamik der Massenpsyche beschäftigte, konnte 
er doch nicht umhin, auch an einzelnen Kapiteln der Neurosen- 
lehre, die er bei früheren Untersuchungen unvollendet Hess, wei- 
terzubauen. Aus der Fülle des Gebotenen will ich nur einiges 
zum Beispiel hervorheben. 

Von der Homosexualität des Mannes konnte bereits 
die bisherige klinisch-analytische Untersuchung feststellen, dass 
sie meist als Reaktion auf eine vorgängige überstarke heterose- 
xuelle Strömung auftritt. Nun erfahren wir aber von Freud, 
dass diese Reaktion gleichfalls auf dem Wege der Regression von 
der Objektliebe zur Identifizierung vor sich geht. Das Weib als 
äusseres Liebesobjekt wird aufgelassen, dafür im Ich selbst mittels 
Identifizierung wieder aufgerichtet, an Stelle des Ichideals gesetzt; 
der Mann wird also feminin und sucht sich eventuell einen ande- 
ren Mann, damit das ursprüngliche heterosexuelle Verhältnis, 
wenn auch in der Umkehrung, wiederhergestellt wird. 

Einen Einblick in die Pathogenese der P a r a n o i a gestattet 
uns die Lehre von der libidinösen Natur der sozialen Bindung 



166 



S. Ferenczi 



zum Führer und zu den Mitmenschen. Nun wird uns erst recht 
verständlich, warum so viele Menschen infolge sozialer Kränkung 
an Paranoia erkranken. Die bisher sozial gebundene Libido wird 
infolge der Kränkung frei und möchte sich grobsexuell, meist 
homosexuell ausleben, diese Äusserungsform wird aber von dem 
sehr anspruchsvollen Ichideal abgewiesen und aus diesem schar- 
fen Konflikt der Ausweg in die Paranoia gefunden. Die frühere 
soziale Bindung äussert sich immer noch als Verfolgtwerden durch 
kompakte Massen, Gemeinschaften und Verbindungen (Jesuiten, 
Freimaurer, Juden usw.). So erweist sich also die Paranoia als 
Störung nicht nur der (homosexuellen) Vaterbindung, sondern 
auch der (an sich geschlechtslosen) sozialen „Identifizierung"'. 

Der schon früher bearbeiteten Metapsychologie der Melan- 
cholie erwächst aus der Lösung des massenpsychologischen 
Problems eine neue Stütze; auch diese Psychose erweist sich als 
Folge der Einsetzung des äusserlich aufgegebenen, weil gehassten 
Objektes an Stelle des Ichideals; die manische Phase der 
Zyklothymie aber entpuppt sich als zeitweilige Auflehnung des 
primär-narzisstischen Ichrestes gegen die Tyrannei des Ichideals. 
Wir sehen, die Verwertung der neuen Ichstufe und Libidophase 
in der Psychiatrie nimmt einen verheissungsvollen Anfang. 

Die hysterische Identifizierung unterscheidet sich von 
der besprochenen unter anderem dadurch, dass hier die (unbe- 
wusste) Einverleibung des Objektes nur eine partielle ist, sich 
auf gewisse Eigenschaften desselben bezieht. 

Wichtige Kapitel des normalen Liebeslebens müssen 
auf Grund der neuen Einsichten revidiert werden. Die Unter- 
scheidung direkter und zielgehemmter (zärtlicher) 
Sexualstrebungen erweist sich in dieser Untersuchung noch be- 
deutsamer, als man sie schon vordem vermutete; natürlich ge- 
winnt dadurch auch die Latenzzeit, die diese Zielhemmung 
bewerkstelligt, erhöhte Bedeutung. 



Freuds „Massenpsychologie und Ich-Analyse" 167 

Die gerechte Würdigung der zielgehemmten Sexualregungen 
nötigte Freud zu einer neuen Fassung der Dynamik der 
neurotischen Erkrankung; der neurotische Konflikt 
spielt sich nach der neueren Beschreibung zwischen den vom Ich- 
ideal geforderten zielgehemmten (ichgerechten) und den direkten 
(ichwidrigen) Sexualstrebungen ab. Auch die Libidobesetzungs- 
vorgänge bei der Verliebtheit erscheinen seit der massen- 
psychologischen Untersuchung vielfach in neuem Licht, das 
Schamgefühl wird sogar als Ausfluss eines massenpsycholo- 
gischen Phänomens, als Reaktion auf die Störung der stets asozia- 
len heterosexuellen Triebäusserung durch die Öffentlichkeit, ver- 
ständlich gemacht. 

Zum Ausgangspunkt dieser Besprechung zurückkehrend, müs- 
sen wir schliesslich nochmals auf die bei jeder Psychotherapie 
wirksamen massenpsychologischen Momente hinweisen, die das 
Studium dieser Arbeit Freuds für jeden, der kranke Seelen be- 
handeln will, unerlässlich macht. Ist doch der Arzt bei der Kran- 
kenbehandlung der Vertreter der ganzen menschlichen Gesell- 
schaft, er kann, wie der katholische Geistliche, lösen oder binden; 
ihm zuliebe lernt der Kranke sein früheres „Gewissen", das ihn 
krank machte, ausser Tätigkeit zu setzen; auf seine Autorität hin 
gestattet er sich, die Verdrängungen aufzuheben. Es sind also 
nicht zuletzt die Ärzte, die dem Autor dieses Werkes Dank 
und Bewunderung zollen müssen. Fand er doch in gewissen mas- 
senpsychologischen Prozessen die Erklärung für die Wirksamkeit 
psychotherapeutischer Massnahmen überhaupt, wodurch ihnen 
die Wirkungsweise ihres täglich gebrauchten Werkzeuges erst ver- 
ständlich wurde. 






Charcot 

(1925) 

Frankreich feiert in diesem Jahre die hundertste Wiederkehr 
des Geburtstages dieses grossen Nervenarztes, der als einer der 
Begründer unserer Fachwissenschaft gepriesen zu werden verdient. 
Es wird gewiss von massgebender Seite gezeigt werden, welch 
grosse Verdienste sich Charcot als Erforscher vieler Gehirn- 
und Rückenmarkskrankheiten, als hervorragender Arzt, Lehrer 
und Menschenfreund erwarb. Wir müssen uns darauf beschränken, 
seine Bedeutung für die Geschichte der Psychoanalyse ins rechte 
Licht zu rücken, und glauben das Andenken des Meisters am 
würdigsten zu ehren, wenn wir dabei mit voller Objektivität zu 
Werke gehen. Der Dank für das, was uns Charcot gegeben hat, 
wird keinesfalls geringer, wenn wir einiges von dem, was die 
mythologisierende Tendenz enthusiastischer Verehrer auf seine 
Anregung zurückführt, in Abzug bringen. 

Es ist zweifellos, dass Charcot es war, der die Neu- 
rosenlehre überhaupt geschaffen hat, indem er die ersten 
Versuche machte, aus der höchst diffusen Gruppe der „Nevroses" 
Krankheitstypen zu isolieren, ja über die Beschreibung der 
Symptombilder hinaus bereits auch die schwierigen Fragen der 
Ätiologie anschnitt. Entsprechend seinen pathologisch-anatomischen 



Chareot 169 

Anfängen blieb sein Interesse stets an das Organische, Anatomisch- 
Physiologische gefesselt, für das Psychische hatte er nur wenig 
übrig. Insofern er seinen Kranken auch psychologisches Ver- 
ständnis entgegenbrachte, tat er dies als Künstler seines Faches, 
als intuitiver Menschenkenner, nicht auf Grund psychologischer 
Forschung. Obwohl er die Neurosen meist auf physikalische Er- 
schütterungen zurückführte und letztere auf Kosten der psychi- 
schen Verursachung manchmal übermässig in den Vordergrund 
schob, gab er über das Neurosenproblem gelegentlich Äusserungen 
von sich, die Ewigkeitswert haben und durch die Psychoanalyse 
schlagende Bestätigung erfuhren. 

Einen Fall von hysterischer Lähmung demonstrierend, sagte 
er seinen Schülern: „Cette paralysie est causee par l'imagination 
mais eile n'est pas imaginee." Ein andermal äusserte er sich wie 
folgt: „Oui, en pathologie le determinisme regne partout, meme 
dans le domaine de l'hysterie." Von einem Manne, der solcher 
Geistesblitze fähig war, hätte man die intensivste Förderung der 
Neurosenpsychologie erwartet. Aber es blieb bei diesen Ahnungen; 
sein Vorurteil über die überragende Wichtigkeit der Heredität 
Hess ihn das individuell Erlebte in der Kette der Verursachung 
beinahe vollständig vernachlässigen. 

Seine Assistenten, die in dankenswerter Weise den Wortlaut 
seiner freien Vorträge für die Nachwelt erhielten, geben uns ein 
genaues Bild vom Schaffen und Wirken Charcots und zeigen 
uns den Meister mitten im ehrlichen Bemühen um das Verständnis 
der Neurosen. Aus der Fülle des Bemerkenswerten, das er seinen 
Schülern bot, können wir nur Beispiele hervorheben. Meisterhaft 
war die Sicherheit, mit der er hinter dem anscheinend rein moto- 
rischen Symptom des T i c convulsif das konstitutionell ab- 
norme Wesen entdeckte; Chareot war auch der erste, der die 
psychiatrische Bedeutsamkeit dieses Leidens hervorhob und die 
psychologische wenigstens ahnen Hess. Als Bindeglied zwischen 



I7D 



S. Ferenczi 



den Tics und den Geistesstörungen beschrieb er das Symptom 
der Koprolalie. (Allerdings vermengt er noch in der Diagnose 
„maladie des tics" vieles, was die Psychoanalyse Zwangsneurose 
nennt und als Krankheit sui generis behandelt.) 

Seiner sicheren und ehrlichen Beobachtung konnte das 
regelmässige Vorkommen sexueller Schwächezustände und über, 
häufiger pollutionärer Emissionen bei der Neurasthenie 
nicht entgehen, wie er nach einer persönlichen Reminiszenz 
Prof. Freuds gelegentlich auch die Hysterien mit Störungen 
des Sexuallebens in Zusammenhang brachte. Doch in seinen Vor- 
lesungen sagte er nicht selten hierüber: „Cependant ce n'est pas 
un phenomene essentiel." Das „0 v a r i a 1-" und „T esticular- 
Stigma" der Hysterischen, nach denen Charcot in Neurosen- 
fällen stets fahndete, ist übrigens gleichfalls ein Beweis dafür, 
dass er dem Zusammenhange der Neurosen und der Sexualität 
auf der Spur war. 

Die Neurosenfälle, die ihm vorgeführt wurden, untersuchte er 
auf das gewissenhafteste; die feinere Differentialdiagnose zwischen 
organischen, funktionellen und kombinierten Nervenkrankheiten 
ist eigentlich Charcot zu verdanken. 

In der Erforschung der Ätiologie ging er den physika- 
lisch-traumatischen Momenten mit peinlicher Genauigkeit nach, 
wobei er den oft wiederholten kleinen Traumen, die sich, wie er 
annahm, zu wirksamen summieren können, ähnliche Bedeutung 
beimass wie einer einmaligen heftigen Erschütterung. Die hyste- 
rische Armlähmung einer unglücklichen Frau zum Beispiel, die 
sich mit der Herstellung von Kinderschuhen beschäftigte, führte 
Charcot darauf zurück, dass das Einschlagen der Nägel durch 
eine Art contrecoup den Arm der Patientin unausgesetzt er- 
schütterte. 

Einiges Kopfzerbrechen verursachte ihm allerdings ein an- 
derer Fall, die hysterische Armlähmung bei einer Frau, unmittel- 



Charcot 



171 



bar nachdem sie ihr eigenes Kind geohrfeigt hatte: es war ihm 
schwer verständlich, warum hier die einmalige, nicht allzu 
heftige Erschütterung, die eher geeignet gewesen wäre, beim 
Kinde eine Hysterie hervorzurufen, die den Schlag versetzende 
Mutter selbst geschädigt hatte. Es lag aber Charcot noch 
ferne, die Ursachen auf moralischem Gebiete zu suchen, wie es 
uns seit der Psychoanalyse so geläufig ist. Wenn ihn die Ange- 
hörigen der Kranken auf psychische Erschütterungen aufmerksam 
machten, die den Ausbruch einer Hysterie auslösen konnten, so 
wurde Charcot nicht selten ärgerlich, so etwa im folgenden 
Zwiegespräch mit der Mutter eines hysterischen Kindes: 

La mere: „Tout cela vient de ce qu'on lui a fait peur." 

M. Charcot: „Je ne vous demande pas cela. C'est toujours 
la meine chose. II semble, qu'il y ait chez les parents un instinct, 
qui les pousse ä mettre ces faits singuliers sur le compte d'une 
cause fortuite, ä se soustraire ainsi ä Videe de la fatalite heredi- 
täire." 

Gelegentlich wurde allerdings Charcot nachdenklich, so 
im Falle jenes anderen nervösen Kindes, das an Hysteroepilepsie 
und an schreckhaften Visionen litt. „II y a peut-etre lä-dessous 
une histoire," sagte er. Doch forschte er dieser Vermutung nicht 
nach, sondern frug die Mutter: „Avez-vous connu dans la famille 
d'autres personnes qui aient eu des maladies nerveuses, la tSte 
derangee?" La mere: „Non, Monsieur, je n'en sais rien." Charcot: 
„Voilä le chemin coupe pour la recherche." Er sah also den Weg 
zur Erforschung der Neurosenätiologie versperrt, wenn die Unter- 
suchung keine Hereditätsmomente erbrachte. 

Unvergänglich und unvergesslich hleiben Charcots Be- 
mühungen um die Hypostasierung eines zerebralen Mecha- 
nismus zur Erklärung der hysterischen Symptombildung. Er 
war überzeugt, dass man „bis zur Hirnrinde emporsteigen muss, 
um- das Organ zu finden, das eine derartige Anordnung der 



172 



S. Ferenczi 



Symptome ermöglicht"; er nannte dann auch die Hysterie eine 
„lesion corticale purement dynamique". Die Feststellung der 
Wesensgleichheit der hypnotischen und hysterischen Symptom- 
bildung setzte ihn dann in den Stand, eine beinahe psycho- 
logische Erklärung der Hysterie zu geben. Er setzte bei den 
Hysterikern einen Sonderzustand der Hirnrinde voraus, in dem 
es — bei einer äusseren Erschütterung — infolge der „Wider- 
standsschwäche des Ichs" (affaiblissement du moi) zur auto- 
suggestiven Produktion von Symptomen kommt. „Die Idee (die 
durch den Schock provoziert wurde) realisiert sich (infolge dieser 
Schwäche), ohne auf Widerstand zu stossen." 

In dieser Konzeption können wir die Urquelle aller nach- 
folgenden Entwicklungen der Hysterielehre erblicken. J a n e t 
verlegte sich auf das „Schwächemoment" und forschte nach 
Zeichen der Herabsetzung des Geistesniveaus bei den Hysteri- 
schen. B a b i n s k i griff das Moment der Autosuggestion 
auf, nannte diese Hysterie „Pithiatisme" (Zwang zum Gehorsam) 
und verlor beinahe den Glauben an die „Echtheit" hysterischer 
Symptome. 

Breuer versuchte dann, offenbar von Charcots Er- 
fahrungen ermutigt, die Hysterie mit Hilfe der hypnotischen 
Hyperamnesie zu erforschen und legte so die ersten Grundsteine, 
auf denen sich heute das Gebäude der Psychoanalyse erhebt. 
Ohne Charcots Hysterieforschungen wäre Breuer wahr- 
scheinlich nicht auf die Idee gekommen, seine Patientin Anna 
in der Hypnose über die früher erfahrenen (und vergessenen) 
Erinnerungen auszufragen. Breuers Hysterietheorie spricht 
noch — wie Charcot — von einem „Hypnoidzustand", ohne 
den kein hysterisches Symptom zustande kommt. Erst Freud 
machte sich von der Hypnose theoretisch wie praktisch voll- 
kommen unabhängig, er war es, der das traumatische Moment 
und damit die ganze Ätiologie der Hysterie auf das psychische 



Charcot 173 

Gebiet verlegte und beinahe von Anfang an eine „metapsycho- 
logische", also nicht anatomisch-physiologische Erklärung kon- 
struiert. 

Was weiter kam, wurde von Freud auf den Breuer- 
schen Fund aufgebaut und brachte Resultate, die den Ansichten 
Charcots zum Teile entgegengesetzt sind, so insbesondere 
über die Bedeutsamkeit des individuellen Erlebens in der Ätiologie 
der Neurosen. Freud war also nur als Neurologe ein unmittel- 
barer Schüler Charcots, nicht aber als Psychoanalytiker. Und 
hier ist auch die Grenze, bis zu der die gewiss nie versiegende 
Dankbarkeit der Psychoanalyse das Andenken Charcots be- 
gleitet. 



Weiteres zur Homosexualität 

(1909) 

Für beide Homosexuelle, die ich jetzt behandle [C. Homo- 
sexueller mit Hemmungen und mit heterosexuellen Versuchen, 
T. fast ganz ungehemmt, nur einige religiöse Skrupel (Hölle)], 
gilt folgendes: 

Die Homosexuellen lieben die Frau zu stark (furchtbare 
Intensität, meist sadistische Färbung der Liebe, perverse Phanta- 
sien). Sie schrecken davor zurück. Verdrängung. Wiederkehr des 
Verdrängten in Form der Homosexualität, die im Übw noch 
immer die alten, unerträglich starken (an die Mutter oder Schwe- 
ster fixierten) Phantasien bedeutet. Sie idealisieren die Frau 
(Frauen, die koitieren, sind für sie Huren), phantasieren dabei 
unbewusst wie folgt: 

I. Ich (der Homosexuelle) bin die Mutter (Hure), die jedes- 
mal einen anderen Mann braucht (diesbezüglich volle 
Übereinstimmung in beiden Fällen); der Mann, mit dem ich ver- 
kehre, bin ich selbst. (Der Homosexuelle ist auch darum 
nie ganz zufriedengestellt, weil der junge Mann doch nicht genug 
wie er selbst ist.) Beide Patienten suchen nur ganz junge Männer. 
Der Ungehemmte sehnt sich ganz bewusst nach einem Jungen im 
Matrosenkleid, wie er eines getragen hat. (Andere Homosexuelle 



Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse, IV. 



12 



178 S. Ferenczi 



[die mehr passiven] ziehen ältere, bärtige Männer vor; Phantasie: 
„Ich bin die Mutter, er der Vater".) 

Der eine Patient (der ungehemmte T.) liebt es, sich über 
die Genitalien des jungen Mannes im Unklaren zu lassen. Er tut 
nie etwas mit den Genitalien des jungen Mannes, liebt es, wenn er 
kurze Schwimmhosen anhat, die das Genitale verstecken, und reibt 
sein Glied an den Schenkeln. Meist begnügt er sich mit Küssen. 

Die Sorglosigkeit, der Leichtsinn dieses T. (sein Vater be- 
kleidet einen der höchsten Posten im Staatspolizeiwesen! Er selbst 
ist Gendarmerielieutenant) bedeutet: 

1. den Vater um die Stellung zu bringen (ubw meint 
er die familiäre Stellung); 

2. selber herunterkommen = 

a) niederkommen, gebären (auch im Ungarischen megesni — 
verfallen) ; 

b) ein Strolch, Mörder, Räuber werden (den Vater töten). 
Er sehnt sich z. B. nach einem jungen, hübschen Apachen 

(Apa z: ungarisch Vater), d. h. er möchte selbst einer werden 
(Vatermörder). 

II. Der gehemmte Patient (C.) macht wirkliche Fortschritte. 
Nebst der schon beschriebenen Phantasie [im Ubw ist er: er 
selbst oder der Vater; — der Mann, mit dem er verkehrt: die 
Mutter (Rücken = Brust, Schulterblätter = Brüste, Anus = Va- 
gina)] ergaben sich folgende ubw Phantasien (sicher!): 

1. Er ist die Mutter (Hure), der junge Mann ist er selbst 
(ganz, wie bei T.); 

2. seine linke Körperhälfte ist die der Mutter ähnliche, die 
rechte ist männlich, er selbst. Die koitier e n miteinan- 
der. Der Vater ist gestorben, ermordet. (Bald figuriert im Ubw 
er selbst, bald die Mutter als Täter.) In der Sucht, dem Vater das 
Sterben zu ersparen, macht er manchmal sich (die rechte Hälfte) 
zum Vater, so dass Vater und Mutter koitieren; er ist „zwischen" 



Weiteres zur Homosexualität 



179 



beiden und küsst abwechselnd Mutter und Vater (immer zuerst 
die Mutter, dann zum Trost den Vater) . Alle diese Dinge bringt er 
in der Übertragung. 

a) Setzt sich an Stelle des Vaters und ermordet mich hundert- 
mal im Tage. 

b) Setzt sich an meine Stelle und lässt mich meine Mutter 
koitieren, oder 

c) er identifiziert mich mit sich selbst und sich mit der 
Mutter und lässt sich durch mich koitieren. 

An Stelle der Erektion (der Penis bleibt 
schlaff) macht er während solcher Gespräche 
ein Bein steif. Er hat dabei sehr oft Crampi oder steifen 
Nacken. 

Die Bedeutung der Körperhälften verrät sich immer durch 
passagere Sensationen daselbst, die so lange andauern, bis er (oder 
meist ich) die richtige Lösung finden. 

Als Grundeigentümlichkeit bei der Homo 
Sexualität betrachte ich die Umkehrung, die i n 
der Neurose, wie im Traum, Spott, Hohn und 
ein gleichsam verstecktes Revoltieren gegen 
die Lüge bedeutet. 

Den Ursprung dieses Darstellungsmittels finde ich im Infan- 
tilen. Will das Kind einen Zweifel oder eine für die Erwachsenen 
unverständlich sein sollende Verhöhnung (z. B. in Bezug auf die 
Eltern) zur Darstellung bringen, so tut es das: 

1. durch Übertreiben des Gegenteils (z. B. übermässige Aner- 
kennung einer ihm unglaublichen Aussage des Vaters); 

2. durch Umkehrung, und zwar 

a) Umkehrung eines oder mehrerer Worte (dem Laute nach); 

b) Umkehrung einer Relation (z. B. „das Lamm frisst den 
Wolf auf") . 

Diese Aussage verdanke ich meinem fünfjährigen kleinen 



Neffen, mit dem ich mich viel beschäftige. Er und seine Eltern 
zogen unlängst aus einer Provinzstadt nach Budapest; er ist sehr 
intelligent, seine dumme Kinderfrau hat ihm aber eine Menge 
abergläubischer und ängstlicher Vorstellungen beigebracht, von 
denen ich ihn allmählich befreie. Sie ängstigte ihn z. B. mit wilden 
Tieren. Diese quälten ihn in letzter Zeit auch in seinen Träumen 
(Angstneigung wie beim kleinen Hans, vom Vaterfürchten deter- 
miniert). Ich wollte ihn beruhigen und erzählte ihm, dass der 
Löwe sich vor den Menschen fürchte; nur wenn man ihn angreift, 
wird er wild. „Nicht wahr, Onkel Sändor, der Wolf fürchtet sich 
vorm Lamm, das Lamm kann auch den Wolf auffressen." Solche 
Äusserungen führt man gewöhnlich auf die Dummheit der Kinder 
zurück. Ich erkannte aber seine Schlauheit und sagte ihm, dass 
er mir nicht glauben will, der Löwe fürchte sich vor den Men- 
schen. Er wurde rot, küsste mich und sagte: „Aber Onkel Sändor, 
sei mir darum doch nicht böse!" 

Diese Art Geheimsprache der Kinder, in der sie sich unter- 
einander vielleicht verständigen können, die aber vielleicht nur 
zum eigenen Gebrauche, zur Entlastung der unterdrückten inneren 
Spannung (des Wahrheitsdranges) geschaffen wurde, müsste in- 
tensiv studiert werden. Vielleicht brächte sie die Erklärung vieler 
Eigentümlichkeiten der Neurosen. 

Ganz analoge Dinge bringt mein Patient C. in seinen Ein- 
fällen. Es fallen ihm umgekehrte Worte, Jahreszahlen ein; um- 
gekehrte, unsinnige Situationen und Bilder: sie bedeuten immer 
Spott, Hohn und Unglauben (über Vater, Mutter, mich, Analyse 
etc.). Ich könnte 100 Beispiele geben. 

Er bringt mir in dieser Art seiner Reaktion (zusammenge- 
halten mit der obigen Erfahrung bei Kindern) wieder einen der 
„letzten Gründe" der Homosexualität. 

Die Homosexualität ist eine Umkehrung en 
gros (en masse). Die Erkenntnis der sexuellen Lüge bei 



j 



Weiteres zur Homosexualität 181 

sich und den Erwachsenen können die Kinder nicht ohne Ersatz- 
bildung verdrängen und manche wählen zur (allmählich unbe- 
wusst werdenden) Darstellung ihrer Gefühle dieselbe Formel, die 
das Kind auch sonst zur Darstellung von Unwahrheit benützt: 
die Umkehrung. Die Umkehrung der Libido erfolgt 
aber meist erst in der Pubertät, wenn die sexu- 
ellen Gelüste organisch verstärkt, darum ge- 
hemmt und ins Infantile transponiert werden. 
(Die „Urhomosexualität" muss natürlich vorgebildet sein; ich 
meine: eine solche Umkehrung muss einmal in der Kindheit wirk- 
lich stattgefunden haben, soll die spätere Verdrängung zur Homo- 
sexualität [einer Form der Psychoneurosen] führen.) 

Umkehrung ins Homosexuelle bedeutet — ins Logische über- 
setzt — ungefähr Folgendes: 

„Es ist so wahr, dass die Eltern anständig 
u n d keusch sind, wie dass ich die Mutter bin und 
die Mutter der Sohn is t." 

(Bei meinem Patienten C. [der, wenn er sich mit der Mutter 
identifizierte, deutsch sprach] kam oft der Einfall: „Ich bin du 
und du bist ich". Dazu der kindliche Vers: 

Ich und du, 
Müllers Kuh, 
Müllers Esel, 
Das bist du! 

Den Vers lernte er von der Mutter; die Mutter pflegte ihn 
herzusagen, wobei sie bei jeder Silbe abwechselnd auf sich und 
i h n zeigte. Der Witz ist auszurechnen, dass bei der letzten 
Silbe, d u, auf den Gegner gezeigt werde.) 

Oder: „Gut, es ist nicht wahr, dass ich an Stelle des Vaters bei 
der Mutter schlafen und mit ihr solche Sachen machen möchte 
und dass ich den Vater beseitigen möchte, — aber dann bin ich 



182 S. Ferenczi 



die Mutter und die Mutter der Sohn" (d. h., es ist nicht wahr!). 
Bei der späteren sexuellen Revolution (Pubertät) bewährt 
sich dieses infantile Gebilde ausgezeichnet beim Verdrängungs- 
schub. Der mannbar werdende Junge kriegt Angst vor seinen eige- 
nen sexuellen Neigungen (die sich immer noch auf die Personen 
der Eltern richten) und verdrängt sie. Zum Ersatz wird er (wenn 
die Vorbedingungen aus der Kindheit vorhanden sind) ein Homo- 
sexueller. Die Homosexualität enthält in absoluter Um- 
kehr u n g die ganze Wahrheit: 

Bewusst: Unbewusst: 

Männer, Vater überschätzt Vater ermordet 

Frauen, Mutter gehasst Mutter geliebt 

Frauen idealisiert Alle Frauen sind Huren, selbst 

meine Mutter 
Ich liebe junge Männer Der junge Mann = ich 

Ich = Mutter 
Ich koitiere meine Mutter 
Ich koitiere einen Mann von Ich koitiere eine Frau von 

hinten vorne 

u. s. w. 

S a d g e r hat das Verdienst, festgestellt zu haben, dass die 
Mutter bei den Homosexuellen die Hauptrolle spielt. Dadurch 
hat er der Erkenntnis den Weg geebnet, dass die Homosexualität 
eine Psychoneurose sei und als solche den neuroti- 
schen Kernkomplex zur Grundlage habe. Dadurch ist 
aber das Wesen der Homosexualität nicht erklärt, denn diesen 
Komplex hat ja jeder Neurotiker (und jeder Gesunde). Nur die 
Feststellung der feineren Struktur kann uns dazu verhelfen, 
die Wege zu zeigen, auf denen diese oder jene Neurose sich 
auf dem Kernkomplex aufbaut. Dann bleibt nur noch die Frage 



Weiteres zur Homosexualität 



183 



nach der Neurosenwahl, aber die Struktur kann auch in 
dieser letzten Frage einige Auskunft geben. 



Die Homosexualität ist eine der Impotenz nahe verwandte 
Neurose; beiden gemeinsam istdieFluchtvordemWeibe. 
Der Impotente unterdrückt den genitalen Reflex. (Dazu ist 
er vielleicht durch irgendein körperliches Entgegenkommen be- 
fähigt. Merkwürdig oft ist die Impotenz familiär vorhanden, 
3 — 4 Männer in derselben Familie [Brüder].) Der Homosexuelle 
kann nicht so gut unterdrücken, er transponiert die Sexualität 
b e w u s s t auf den Mann, bleibt aber im Ubw dem andern Ge- 
schlechte treu. 

Impotenz wie Homosexualität heilen nur, wenn der Patient 
darunter leidet. 

Ich glaube nicht an die angeborene Homosexualität. Ich gebe 
höchstens jenes Mass von Neigung (sexuelle Konstitution) zu, 
das man auch zur Erklärung z. B. der Hysterie annehmen muss. 
Einen Menschen mit gewisser sexueller Konstitution machen dann 
die Ereignisse („Schicksale der Libido") hysterisch oder homo- 
sexuell. Die sexuelle Konstitution ist etwas virtuelles; erst muss 
die Neurose aus sexuellen Gründen da sein, damit sie ihre rich- 
tunggebende Kraft entfalten könne. Sie ist nicht einmal 
die einzige solche Richtkraft; auch exogene Dinge können die 
Richtung (Neurosenwahl) mitbestimmen. Ein Mensch mit hysteri- 
scher oder homosexueller Konstitution muss also nicht unbedingt 
hysterisch oder homosexuell werden. 

Die Theorie von dem „dritten Geschlecht" haben 
die Homosexuellen selbst erfunden, als Widerstand in wis- 
senschaftlic he r Form. 

Homosexualität im Sinne der Urninge (drittes Geschlecht) 
gibt es im Tierreiche nicht (von Hermaphroditismus rede ich 



184 S. Ferenczi 



nicht). Die Anziehung der Gegensätze drängt das Männchen 
näher an das Weibchen als an ein anderes Männchen. Männliche 
Hunde spielen auch miteinander (auch Affen). Eine gewisse Libido 
unter gleichgeschlechtlichen Tieren ist also sicher vorhanden. 
Diese Tändelei Iässt sich aber mit dem Ernst der heterosexuellen 
Liebesimpulse nicht vergleichen. 

Ich bin überzeugt, dass es auch bei dem Manne nicht anders 
ist und dass überall, wo übermässige Homosexualität auftritt, 
die Verdrängung der Heterosexualität daran Schuld ist; 
wahrscheinlich sogar die Verdrängung einer über starken (für 
das Ich unerträglichen) Heterosexualität, die im Ubw ungemindert 
fortlebt und in der homosexuellen Maske sich auslebt. 



Lachen 

(1913) 

Lustmechanismus und Unlustmechanismus 
des Lachens: eine Wiederholung der Lust und 
Unlust be im Geborenwerden. 



(B e r g 8 o n S. 26) 1 Bergson kennt nur das A u s 1 a c h e n, 
nicht das Lachen. 



Bergson: Lachender lacht über das Tote (Mechanische). 

B e r g 8 o n: Weil er sich davor ekelt. 

F e r e n c z i: Weil er sich danach sehnt (Cliche). 



(Bergson S. 27) Maschinenhaftes warum komisch? Die 
Vorstellung, eine Leistung ohne gedankliche Anstrengung automa- 



1 Die Seitenzahlen beziehen sich auf die ungarische Ausgabe von 
Bergson: Le rire, Budapest 1913. (Die Herausgeber.) 



186 



S. Ferenczi 



tisch auszuführen, lustvoll (der Faulheit schmeichelnd). Zum Bei- 
spiel: eine Menge mit einem Knopf zu dirigieren. Allmachts- 
magie. Allmacht der Gebärde oder der Worte. Militär. 



Determiniertheit. Automatismus gilt ebenso für die Tragik, 
wie für die Komik. 



(Zu Bergson S. 32) Hauptargumente gegen B e r g s o n. 

B e r g s o n: „Starrheit, die mit der immanenten Geschmeidig- 
keit des Lebens disharmoniert", „das vom Mechanischen hinter- 
gangene Leben" provoziert L a c h e n. (Damit man vom Steifen, 
Toten etc. abgeschreckt wird.) Er spricht niemals über den 
Grund des Lachens, immer nur über seinen Zweck. 

Wenn der Zweck des Affekts die Aufrechterhaltung der Ord- 
nung wäre, welchen Sinn hätte dann das Lustgefühl, das den 
Affekt begleitet? Weinen sollten wir bei dem Anblick der Un- 
ordnung, trauern, uns ärgern. 



Die soziologische Theorie Bergsons gilt nur für das Aus- 
lachen, nicht für das Lachen. 



Beim Lachen sind zu beachten: 1. das Lachen an sich, 
2. das Auslachen. — Wesen des Lachens: Wie gerne 
wäre ich auch so unvollkommen. Wesen des Auslachens: 
Wie gut, dass ich so ausgezeichnet und nicht so unvollkommen bin. 



Lachen 187 

Aus der Not eine Tugend: 

1. Wie schwer ist es, vollkommen zu sein, sagt das Kind, das 
zur Ordnung erzogen wird. 

2. Wie angenehm ist es, vollkommen zu sein, sagt das Kind, 
das bereits zur Ordnung erzogen wurde. 

Also: das Kind kann über die Ordnung vorerst nur lachen 
(sich freuen). 

Die bw Einstellung des Erwachsenen beim Anblick der Un- 
ordnung ist: ich freue mich, dass ich nicht so bin. Ubw geniesst 
er die Phantasie: wie gut ist es, so unordentlich zu sein. Hinter 
jedem Auslachen steckt ein ubw Lachen. 



(Zu S. 8) Lachen und Sündenbewusstsein. 

1. Gefühl des Komischen, stets ein Durchbrechen der 
Lust an einer asozialen (sündigen) Regung, bei temporärer 
Durchbrechung des stets auf den Menschen lastenden S ü n- 
denbewusstseins. (Beziehung zur Totemsünde.) 

2. Sünde ist nur in Gruppen geniessbar. Gegenseitige Ver- 
zeihung. 

3. Wo die Sicherheit fehlt (fremde Menschen): Gene: Un- 
möglichkeit mitzulachen. Sündengemeinschaft fehlt. 

Angst. 

1. Wer eine Sünde verzeiht, begeht sie eigentlich auch. 

2. Wer jemanden liebt, begeht mit ihm alle Sünden und ver- 
zeiht. (Gemeinsamkeit der Hehlerschaft.) 



Glück. Lächeln (Kind nach Stillen, Bedürfnislosigkeit). 
Lachen ~ Abwehr übergrosser Lust. 



Lach Vorgang: 

1. Durchbruch eines Lustgefühls. 

2. Abwehrvorrichtung (Verdrängungsversuch) ge- 
gen dieses Lustgefühl. 

3. Das A b w e h r e n d e ist dasselbe (ursprüngliche) Sünden- 
bewusstsein, Gewissen. 



Nicht-Mitlacher (Fremder) lässt die L u s t nicht aufkommen, 
bedarf darum der Abwehr nicht. 



L a c h e n ist eine automatische C0 2 — Intoxikation (Gewebs- 
erstickung) . ... s $&. : ^ ya*. 

Weinen ist eine automatische 0, — Inhalation. 



Lachen und das Komische ist wieder das Werk der 
Zensur. 

Lachen, eine allgemeine physiologische Abwehr unange- 
nehmer Lust. Vollkommen moralischer Mensch hindert die Lust- 
entbindung, bleibt ernst. Wenn ein bewusst moralischer 
Mensch ubw Lust entbindet, wehrt sich das I c h mittelst Lachen 
gegen die sich vordrängende Lust (Gegengift). 



Lachen ist ein Misslingen der Verdrängung, 
Abwehrsymptom gegen die ubw Lust. 



Ernstbleiben ist gelungene Verdrängung. 







1 


Lachen 




189 


Einfach schlechter Mensch entfaltet 


seine 


Lust über das Ko- 



mische (Ungehörige, Inkongruente) bei anderen ohne Ab- 
wehr (lacht also nicht, bildet kein Gegengift dagegen). 

Mensch mit unvollkommen verdrängter Schlechtigkeit bricht 
jedesmal in Lachen aus, wenn fremde Inkongruenz in ihm Lust 
erweckt. 

Ganz moralischer Mensch lacht ebensowenig wie der ganz 
schlechte. Die Lustentbindung fehlt. 

Also: Schlechter lacht nicht, weil er seine Schlechtigkeit 
(Lust) ohne Abwehr (ohne Lust) einfach geniesst. 

Guter lacht nicht, weil bei ihm die Lust gut verdrängt — 
nicht zur Entwicklung gelangt, daher lachen überflüssig. 

Ambivalenter Mensch mit unvollkommen verdräng- 
ter Schlechtigkeit kann lachen. Widerspiel zwischen Gewissen 
(Moral) und Lust am Schlecht s e i n; Schlechtigkeit macht die 
Lust, Gewissen das Lachen. 



Freud: Beim Lachen fühlen wir uns in den körperlichen 
Zustand des „Komischen" ein, und des überflüssigen Affekt- 
aufwandes entledigen wir uns mittels Lachen. 

Ich schlage vor: 

Lachen besteht aus 1. Entladungen von psychischer Energie 
im Sinne Freuds. 2. Kompensation dieses Entladungsvorganges 
dadurch, dass gerade die Atemmuskeln zur Stätte der Ent- 
ladung werden. [Und Gesiehtsmuskeln (?)] 

Wahrscheinlich ist das Lachen ein Derivat von allgemeinen 
Muskelkloni (und -toni), die speziellen Absichten (Zwecken) 
dienstbar wurden. So wie aus allgemeinen Reaktionen (Krämp- 
fen) Ausdrucksbewegungen werden. 

Atemmuskulatur darum zum Ausdruck der Gemütsbewe- 
gungen geeignet, weil 1. nicht nur Abreagierung, sondern gleich- 



zeitig 2. N u a n c i e r u n g und Hemmung mit feinen Abstufun- 
gen möglich. 

Gesichtsmuskulatur gleichfalls geeignet zur Entla- 
düng feinerer Affektquantitäten und gleichzeitig zur Regu- 
herung der Atmung mittels Erweiterung und Verengerung der 
Nasen- und Mundöffnung (Erweiterung = mehr Lust 
ausgeatmet. Beim Weinen: Schnüffelbewegungen). 

Wahrscheinlich bestehen alle Ausdrucksbewegungen aus 
einer aktiven und einer reaktiven Tätigkeit (Kompensation). 

1. Mehr Hemmung als Explosion. 

2. Mehr Explosion als Hemmung. 

3. Gleichgewicht, mit leichtem Überwiegen des einen, oder 
des anderen. 



Analogie zwischen Lachen und Erbrechen. Lachen 
»t Erbrechen von Luft (Oxygen) aus der Lunge. 
Weinen ist Saufen von Luft. Atmung b e i M a n i s c h en 
gesteigert, bei Melancholie gehemmt. 

Gross scher Mechanismus der M a n i e. Analogie zwischen 
Alkohol- und Oxygenaufnahme. 



Was braucht der Lustige Wein (oder Sauerstoff) zu trinken? 
Nur der Traurige braucht's? 



Lachen kann man nur über sick gelbst. (Man 
kann nur sich selbst lieben!) (Lust == Liebe): bw (Ironie) oder 
ubw (Komik, Witz). 



Lachen 



191 



Mutter, kannst Du mir etwas befehlen? Natürlich! Nein, du 
kannst mir nur befehlen, dass ich mir selbst befehle (Freud). 



Das Komische und das Lachen. 

Im Komischen freut uns immer das Naive (Kindliche) 
und erregt in uns (Lustanteil des Lachens) das u b w Kind. 
Gleichzeitig regt sich unser b w Ideal und sorgt dafür, dass die 
Lust nicht überhandnimmt (Abwehr, Exspiration). 



(Modifikation der Freud sehen Definition.) 

Die Wirkung des Komischen besteht 1. aus Lachen, 2. aus 

Aus lachen (sekundär, Kulturprodukt, B e r g s o n). 

Warum muss ich betonen, dass ich nicht so bin? Weil ich 

s o bin! 



Aprioristisch deduzierte Lachformen: 

1. Je mehr Auslachen, um so mehr Exspiration. 

2. Je mehr Lachen, um so weniger Exspiration (und um so 
mehr Muskelabreagierung). 



Nach vielem Lachen Katzenjammer (post coitum 
triste). 

Lachen und Koitus durchbrechen das Schuldbe- 
wusstsein. 

Differenz zwischen Mann und Frau: Mann triste, Frau non 
triste. [S. Religion! Frau wäre leicht aufzuklären (aufgeklärt). 
Religiosität nicht tief.] 



Mathematik 

(etwa 1920) 

1. Vbw und Bw: Organ für ubw psychische Qualitäten. 

Ubw: Organ für physiologische Qualitäten (Wahrnehmung 
— Erinnerung). 

Sinnesorgane: Organ für physische Qualitäten. 
(Qualitäten sind unterschiedliche Quanti- 
täten.) 



2. 1. Psychische Realität wird arithmetisch 
2. Physiologische „ „ algebraisch 

3 - Ubw ,. n symbolisch (paralogisch) | Indi- 

(Primärvorgang) Ividua- 

5. Bw (?) " M°S iscn (Sekundärvorgang)/ 

gemessen. Zählapparat. „Vergleich mit der Lehre von den 
Quantitäten" (Mathematik). 



Mathematik 193 



3. Gegensatz zwischen dem rein introspektiven Mathematiker 
und dem rein extrospektiven Wilden „Naturmenschen", 
Tatenmenschen. 

Der Mathematiker — wird überfahren. 
Keine Ahnung von Mathematik — geschickt. 

Geschicklichkeit erfordert eine ungeheuer präzise 
Berechnung. 1 

Auch der Hund kann das. 

Denkende Tiere. Introspektion in die eigene Physis. 



4. Reine Mathematik ist Autosymbolismus (S i 1 b e r e r). 



5. „A priori" Wissen um die Vorgänge im Gehirn (Seele). 



6. Mathematik ist Instinkt. 



7. Mathematiker nicht unbedingt klug. (Idioten) : Eigenartige 
Verbindung (Introspektion). 



1 Hier folgt die zeichnerische Darstellung gewisser Geschicklichkeit 
erfordernder Leistungen, wie z. B. etwas zu fassen, was sich bewegt, etc. 
(Bemerkung der Herausgeber.) 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. TV. 1* 



194 S. Ferenczi 



Genie : Kombination von stark entwickelter Introspek- 
tion mit starken Instinkten. 

1. Manifestationen instinktiver Wesen werden von einem 
kombinierenden (syst.) Bw bearbeitet. 

2. Genie bearbeitet seine eigenen inst. „Einfälle". 



9. Zum Problem der mathematischen Bega- 
bung: Die Psychoanalyse Breuers und Freuds be- 
schäftigte sich anfangs überhaupt kaum mit den Problemen 
der „Begabung". Sie wandte ihr Interesse fast ausschliess- 
lich den Veränderungen zu, die die menschliche Seele nach 
der Geburt unter dem Einfluss des Milieus durchmacht. 
Zur Untersuchung der konstitutionellen Momente, der an- 
geborenen Anlagen und Fähigkeiten, hielt sie sich längere 
Zeit hindurch für inkompetent. Sie war ja anfänglich eine 
rein praktisch-therapeutische Wissenschaft, die sich als 
solche naturgemäss vor allem um die im Leben erworbenen 
und durch ärztliche Bemühung rückgängig zu machenden 
Wandlungen des Seelenlebens kümmerte, während sie mit 
den mitgebrachten Anlagen therapeutisch nichts anzufangen 
wusste. Diese erste „traumatisch-kathartische" Periode der 
Psychoanalyse war eine heilsame Reaktion gegen die vor- 
analytische Psychiatrie und Psychologie, die sich der Unter- 
suchung der im Leben erworbenen Eigenschaften ganz ent- 
zog und alles Psychische mit dem Schlagworte der „ange- 
borenen Disposition" und alles Psychiatrische mit dem der 
„Degeneration" erklären wollte. 
10. Die zweite grosse Epoche der Psychoanalyse knüpft sich an 
den Namen F r e u ds allein und verdient, eine „Libido- 
theorie" genannt zu werden. Zum ersten Male gelang es hier, 
die Entwicklungsphasen eines Triebes, der Sexu- 



Mathematik 195 



alität, von der Geburt bis zur Involution zu verfolgen, alle 
seine möglichen Ausgänge zu beschreiben und auf ihre Ur- 
sachen zurückzuführen. Die Psychoanalyse konnte sich in 
diesem Stadium nicht mehr auf das Pathologische beschrän- 
ken. Um letzteres besser zu verstehen, musste sie sich auch 
mit normal-psychischen oder auf dem Grenzgebiete des 
Normalen und Pathologischen liegenden Phänomenen 
(Traum, Witz, Fehlhandlungen, Kriminalität), mit den 
Produktionen der Volksseele (Mythen, Märchen, Religion, 
Sprachbildung), mit Kunst, Philosophie, Wissenschaft und 
mit den Bedingungen beschäftigen, unter denen es zur 
Bildung solcher Äusserungen des Seelenlebens kommt. 
Aber erst nachdem die grossen Lücken in der postnatalen 
seelischen Entwicklungslehre durch analytisches Wissen 
notdürftig überbrückt waren, konnte, ja musste die Psycho- 
analyse die Verkettung der Ursachen auch auf das Mitge- 
brachte, das Konstitutionelle, und zwar nunmehr mit viel 
mehr Aussicht auf wissenschaftlichen Erfolg ausdehnen. 
Ihr Material zwang sie — zwar vorerst etwas einseitig — 
nur zur Aufdeckung der Sexualkonstitutionen und ihrer 
Entstehungsmodi, es fiel aber von hier aus so mancher Licht- 
strahl auch auf die Quelle anderer, nichtsexueller Begabun- 
gen und Fähigkeiten. 
11. Die dritte — auch heute blühende — Phase der Psycho- 
analyse Freuds wird durch die Metapsychologie 
gekennzeichnet, diese in ihrer Art einzigartige Konstruktion, 
die — ohne von der Anatomie, Histologie, Chemie und 
Physik der Nervensubstanz auch nur die geringste Unter- 
stützung zu erhalten — die topischen, dynamischen und 
ökonomischen Verhältnisse, denen das ganze Seelenleben 
und die einzelnen normalen und abnormalen seelischen Akte 
unterworfen sind, rein auf Grund der psychischen Analyse 






196 



S. Ferenczi 



12. 



zu erraten und aufzubauen versucht. Auch wurde die Ein- 
seitigkeit des psychoanalytischen Materials später durch die 
Schaffung einer Ich-Psychologie, auf Grund spezi- 
eller Ich-Krankheiten der Seele, ausgeglichen und die bio- 
genetische Parallele im Seelischen durchgeführt. 
Es ist vorauszusehen, dass diese Entwicklungsrichtung der 
Psychoanalyse, die nebst dem Erblichkeitsfaktor auch die 
formalen und quantitativen Momente berücksichtigt, auch 
die Erforschung der verschiedenen „Begabungen", die bisher 
nur als das Mehr oder Minder einer im Wesen unbestimm- 
ten (anatomischen) „Anlage" betrachtet wurden, fördern 
wird. Diesbezügliche Untersuchungen stehen aber noch aus. 
Ich schicke diese kursorische Übersicht über die Stellung, 
die die psychische „Begabung" in der psychoanalytischen 
Lehre einnimmt, diesem Aufsatze voraus, um gleichsam die 
schmale Grundlage, auf die die Untersuchung einer speziel- 
len Begabung aufzubauen wäre, und die verschiedenen, oft 
ganz heterogenen Stützpunkte, deren man sich bei solch 
einem Baue bedienen müsste, zu zeigen. Die fördernden 
und hemmenden postnatalen Einflüsse, konstitutionelle Fak- 
toren des Ichs und der Sexualität, metapsychologische Über- 
legungen müssten gleicherweise herhalten, um eine spezielle 
Begabung zu motivieren. 

Die Basis, auf die wir eine solche Konstruktion aufbauen 
könnten, wäre aber — wie gesagt — zu schmal und das 
ganze Gebäude wäre viel zu labil und unsicher, als dass wir 
eine solche systematische Untersuchung mit Aussicht auf 
Erfolg in Angriff nehmen könnten. Wir wollen uns also 
damit bescheiden, zu versuchen, ob wir, mit dem Büstzeug 
der psychoanalytischen Kenntnisse bewaffnet, eine spezielle 
Begabung, die mathematische, unserem Verständnis näher- 
bringen können. 



Mathematik 



197 



13. 1. Arithmetik = Physik 

2. Algebra = Physiologie (Sinnesqualitäten) (Symbol!) 

3. Höhere Mathematik (Differential - Integral) = Symbolik 

4. — Logik 



Arithmetik 


= Physik 


Algebra 


rr Physiologie 


Symbolik 


=: Ubw psychisch 


Logik 


== Vbw, Bw 



Loßik 



Ubw psychisch 




Sinnesaualitäten 
(Algebra. Symbole. 
Abstraktionen» 



Fortschreitende Abstraktion (Filtrierung) mit Hilfe phylo- 
genetisch erworbener Funktionsarten 



14. Beweis für die Realität der Aussenwelt. 

Die introspektiv (a priori) gewonnenen mathemati- 
schen Gesetze erweisen sich auch in der „Aussenwelt" als 
gültig. 



15. 



M e n s c h ist S u m m e von physikalischen, physiologischen, 
ubw psychischen, vbw. psychischen und bw Energie- 
formen. 

Interrelation zwischen physikalischen, physiologischen und 
psychologischen Kräften zeitlebens, eventuell rück- 
läufig. 

Das Gehirn als Zählapparat. 
Zensur ein F i 1 1 er. Rheostat. 
Sinnesorgane sind Filter (mathematisch). 
Mathematisches Genie ist Selbstwahrnehmung. 
Nicht objektiv. 

Symbolik ist Selbstwahrnehmung der latenten ontogene- 

tischen Disposition. 

Logik. 



1. Auto- Arithmetik: Wahrnehmung der einzelnen Sinnesein- 
drücke. 

2. Symbolik: Summation von Sinneseindrücken (Amphimixis- 
Verdichtung). 

3. Logik: Regression auf Arithmetik auf höherer Stufe. Rech- 
nen mit höheren Einheiten (die als solche Ver- 
dichtungen sind). 

Rechnen mit den Symbolen (Begriffen) ist Messung der 
Symbole (Begriffe). 



Mathematik 19-9 



16. Die Summation gleichartiger oder ähnlicher Ele- 
mente, eine Vorbedingung der Rechen- (Zähl-) Funktion, 
zugleich aber die Vorarbeit (?) der Assoziation zwi- 
schen zwei Vorstellungen, Assoziation nach gewissen Kate- 
gorien (Ähnlichkeit, Gleichzeitigkeit, gleiche affektive Be- 
deutsamkeit, objektive, subjektive Wertung etc.). 
Die Tendenz zur Assoziation dürfte eine spe- 
zielle Äusserung der Sparsamkeitstendenz sein. 
Schliesslich ist ja das Denken nur ein Mittel, um Ver- 
schwendung des Handelns zu verhüten. (Probe- 
handeln mit kleinen Quantitäten.) 

Wenn man, anstatt jedesmal mit den Fingern nachzuzählen, 
eine Zahl als Symbol an Stelle einer Zahlenreihe stellt, 
erspart man bereits viel psychischen Aufwand. 
Die nähere Verbindung des auf vorsichtiges Denken ge- 
gründeten Handelns mit der Spartendenz (Anal- 
charakter) und deren Herkunft aus der Analerotik wird so 
verständlich. 



17. Die Verschmelzung zahlreicher Einzeleinwirkungen der 
Aussenwelt zu einer Einheit und deren Verknüpfung 
mit einem Symbol ist eine Grunderscheinung auf dem 
Gebiete des Psychischen. Im Ubw erfolgen die Verschmel- 
zungen (Elementarvorgang) nach dem Grundsatz der Ähn- 
lichkeit (besonders der Lusttonähnlichkeit), im Vbw 
nach dem der Identität oder Gleichwertigkeit. 
(Realitätsprinzip.) 

18. Assoziation ist eine unvollkommene Ver- 
schmelzung zweier Sinneseindrücke, die sich also mit einem 
Teile ihres Inhaltes decken. 



! 



200 



S. Ferenczi 



19. 1. Mathematiker: Selbstwahrnehmung für den 
metapsychologischen Prozess des Denkens und Handelns. 

2. Denker: Probeweise Zulassung zum Handeln „mit Ver- 
schiebung minimaler Quantitäten". 

3. Handelnder, tätiger Mensch, Tatenmensch: 
Automatische Umsetzung (Ausführung) des Resultats der 
Rechenmaschine in Handeln. 

(Denker = Übergangsmensch zwischen Mathematiker und 
Tatenmensch. „Von des Gedankens Blässe angekränkelt") 



20 



21. 



Mathematiker hat nur Sinn fürs F o r m a 1 e des intra- 
psychischen Erregungsablaufs. 

Denkender: Sinn fürs Inhaltliche des Erregungs- 
ablaufs. 

Tatenmensch: kein Interesse dafür. 
(Beschreibung der zwei Typen.) 



22 



Mathematische Begabung. 

Bisherige Arbeiten über mathematische Begabung behan- 
delten 

1. phrenologische Probleme über den Sitz des mathe- 
matischen Sinnes (G a 1 1, Möbius): III. linke Stirnwin- 
düng, die schon so viele Funktionen zu tragen hat (Sprache, 
Intelligenz etc.). Im Gegensatz dazu Beobachtungen wie die 
über den grossen Mathematiker Gauss, dessen Schädel 
angeblich mikrokephal und dessen Grosshirngewicht äusserst 
gering gewesen sein soll. 

2. Zusammenhang zwischen musikalischer und mathematischer 
Begabung — also eine offenbar nebensächliche Frage. 

3. Wichtiger sind schon psychiatrische Beobachtungen über 



Mathematik 201 



Koinzidenz grosser mathematischer Begahung mit sonst 
starker, oft bis zur Imbezillität oder gar Idiotie reichender 
Riickständigkeit der übrigen intellektuellen und moralischen 
Entwicklung. 



23. Mathematik = Selbstwahrnehmung der 
eigenen Bw-Funktion. 

24. 1. Sinneswahrnehmungen wirken nach Art einer 
Siebvorrichtung, vereinigen den Eindruck der gleich- 
artigen Einwirkungen der Aussenwelt zu einer alge- 
braischen Einheit. 

Ein Gesamteindruck, in dem die Einzelnen ver- 
einigt sind (?) Aus dem Chaos der Bewegungen der Aussen- 
welt werden so die einzelnen Erregungsarten auseinander- 
gelegt (bereits Abstraktion). 

2. Diese einfachen Sinneswahrnehmungen werden zu einer 
höheren algebraischen Einheit zusammen- 
gefasst: Symbol, — alles Ähnliche durch ein oberes 
Gemeinsames verknüpft. 

3. Die Ausscheidung (weiterer Siebvorgang) der Unterschiede, 
neuerliche Abstraktion, gestattet die der Realitäts- 
prüfung standhaltende Begriffsbildung. 

4. Die Beziehung dieser Begriffe zueinander und die ver- 
suchsweise Zulassung der auf sie gegründeten Hand- 
lung (Vorstellung der Konsequenzen) — Denken. 

25. Psychologe in letzter Linie Selbstbeobachter (?) -f- Ob- 
jekt, „oszilliert" zwischen Introspektion und Objektbe- 
obachtung. 



202 



S. Ferenczi 



26. Hemmung als Aktions prinzip auch beim Spiele der 
Rechenmaschine gültig. (Reizschutzvorrichtung.) 



27. Utraquismus. 

Die möglichst fehlerfreie Weltanschauung erfordert eine 
utraquistische (zwischen Introspektion und Objektbeobach- 
tung oszillierende) Einstellung, aus der eine verlässliche 
Realität zu konstruieren ist. 



28. 



Der reine Logiker ist der Mathematiker unter den Psycho- 
logen. Er hat nur für das Formale des Vbw Interesse und 
projiziert dieses in die Aussenwelt. 

Der Psychologe muss, nebst der Logik, auch den s u b - 
intellektuellen, den ubw Vorstellungen und deren 
(phantastischem) Wechselspiel, ja auch den allem Psychi- 
schen zugrundeliegenden Trieben seine Aufmerksamkeit 
schenken, — denn nur die Triebziele und deren Abkömm- 
linge machen den Inhalt des Psychischen aus. Die Psyche 
hat die Tendenz, dafür zu sorgen, dass die Triebe befriedigt 
und eventuell in gewisse harmlose (unlustverhütende) 
Bahnen gelenkt, störende Aussenreize durch Anpassung oder 
Veränderung der Aussenwelt beseitigt oder nach Möglich- 
keit gemindert werden. 

Der Psychologe darf also kein Mathematiker der Seele 
sein, sondern muss den (im Grunde illogischen, von Trieben 
bestimmten) Inhalten der Seele gerecht werden. 



29. Logik = Mathematik des Vbw. 

Lustprinzip = Mathematik des Ubw. 



Mathematik 



203 



30. Sinnesorgane sind bessere Mathematiker als das U b w 
(unpersönlicher). Das Vbw sucht die Rechenfehler, die das 
(vom Lustprinzip regierte) Ubw begeht, zu reparieren. 
Fühllose Körper sind die realsten Rechenorgane 
(Photographie, Expressionismus). 



31. Filter. 

Die von den physiologischen und psychologischen Reizen 
hervorgerufenen Erregungsprozesse müssen sich bei Vorhan- 
densein dieses Mechanismus jedesmal eine neue Filtrierung, 
d. h. Sichtung und Ordnung nach Quantitäten gefallen lassen. 
(Lichtfilter der farbigen Photographien: 1. Zerlegung, 2. 
Synthese.) 



Bw Erinnerungs-System e — Vbw 

Sonderung in die Erinnerungs- 
Systeme desUbw 



Sonderung nach Sinnesqualitäten 
System). 

Sinneserregungen. 



(W- 



Fort- 
schreitende 
Filtrierung 



32. Das „Vorstellen" wäre dann eine Funktion, die es ver- 
sucht, diese in ihre Elemente zerlegten Eindrücke zu einer 
Einheit (Vorstellung) zu verdichten. 

Ubw Vorstellung denkt in P h a n t a s i e n, d. h. ver- 
einigt die in den Erinnerungen verstreuten psychischen 
Rudimente nach den Assoziationsregeln des 
Ubw, als welche sind: rascher zeitlicher Ablauf (keine 
absolute Zeitlosigkeit), keine feinen Gegensätze. 
Ähnlichkeitsprinzip. 



204 



S. Ferenczi 



Hauptsysteme des Ubw: Lust- und Unlust-Erinnerungs- 
system: leitend, für das Schicksal des schliesslichen Vor- 
stellungsablaufes entscheidend. (Restitutionsversuch der 
Objektwelt aus den Elementen.) 

Sinnesorgane zerlegen die Welt in Elemente, Psyche resti- 
tuiert sie. 

Eine grossartige mathematischeLeistung ist diese 
Verdichtung. Vbw: unabhängig vom Lustprinzip, 
ist imstande, die Realität in der Vorstellung zu rekon- 
struieren und darauf ein zweckmässiges Handeln zu gründen. 



33. 



34. 



Nein! 



Mathematik des Ubw. 

Eine recht primitive, approximative Ähnlichkeitsmathematik, 
aber immerhin eine. Mathematik des Vbw eine strenge. 
Der Mathematiker muss also Einsicht in die Vorgänge seines 
vbw psychischen Systems bekommen, sollen seine Resultate 
der äusseren Wirklichkeit entsprechen. 
(Kinder-Mathematik?) 
(Idioten-Mathematik?) 
Arithmetik: Addition, Substraktion — Funktion der Sinnes- 
organe. 

Algebra: Höhere Kombination, Permutation, geometrische 
Berechnungen, Zeitrechnung — Funktion des ubw Psychi- 
schen. (Auch bei Tieren anzunehmen: Adlers Sturz auf seine 
Beute, Tiger — Berechnung erforderlich. Differential-, Inte- 
gral-, geometrische Funktion, wenn auch keine geome- 
trischen Kenntnisse.) 



Mathematik 



205 



35. M a thematik ist psychische Organprojektion, 
gleichwie Mechanik physiologische Organpro- 
jektion zu sein scheint. 

Musik ist gleichfalls Projektion der metapsycholo- 
gischen Vorgänge, die die Affekt- und Stimmungsvor- 
gänge begleiten, nach aussen; die Gemeinsamkeit der Musi- 
ker und Mathematiker ist gleiche Fähigkeit zu feiner 
Selbstbeobachtung. 



36. Die Sinnesorgane sind Filtervorrichtungen 
zur Sonderung verschiedenartiger Eindrücke aus der chao- 
tischen Aussenwelt. Die erste Sonderung erfolgt nach ge- 
wissen besonders krassen Unterschieden in den Sinnes- 
organen, die mit Hilfe ihrer speziellen Reizschutz- 
Einrichtung alle Reize mit Ausnahme gewisser Reize, 
für die sie empfindlich sind, ausschalten (Gesicht, Geruch, 
Gehör). 

Eine zweite Filtrierung scheint innerhalb der einzelnen 
Sinnesgebiete nach gewissen quantitativen Verhält- 
nissen zu erfolgen (besondere Lichtqualitäten nach der 
Lichtstärke und der Farbe) . Ähnlich filtriert die zu- 
nächst noch ziemlich verworrenen akustischen Sinnesein- 
drücke das Gehörorgan und führt zur Unterscheidung der 
verschiedenen Geräusche, ja zur Abstraktion gewisser, wegen 
ihrer Gleichmässigkeitsregeln lustbetonter akustischer Ein- 
drücke als „musikalische" Töne. 



37. Verdichtung ist der der Assoziation im Ubw entsprechende 
Vorgang. Die Verdichtung zu einer algebraischen Ein- 
heit, die Summation zahlreicher Einzeleindrücke durch 



206 



S. Ferenczi 



38. 



39. 



einen gemeinsamen, der die Summe der Einzeleindrücke 
ist, lässt sich an den manifesten Traumelementen und an 
den neurotischen Symptomen, die „überdeterminiert" sind, 
erweisen. 



Die Arbeit des handelnden Menschen ist eine grossartige 

Verdichtungsleistung; das Verdichtungsresultat 

einer Unmenge Einzelberechnungen und Überlegungen — 

die an sich unbemerkt, ubw sein können — ergibt ein 

Resultat, gleichsam die Summe aller dieser Berechnungen, 

und diese Restsumme (Ergebnis) wird in der „Restrichtung" 

abfuhrfähig. 

Der Mathematiker ist ein Mensch, der eine feine 

Selbstwahrnehmung für diese Verdichtungsvorgänge, also 

für das Formale, das „funktionale" Phänomen im Sinne 

Silberers hat; damit scheint er sich aber so weit zu 

weniff \ 
verausgaben, dass er . V psychische Energie mehr 

zur Ausführung von Handlungen übrig behält. Umge- 
kehrt der offenbar mehr objektiv gerichtete Tatenmensch. 



40. Erste Funktion des Psychischen: Zerlegung der Sinnes- 
eindrücke in ihre Elemente, Sonderung nach Qualitäten, 
resp. Quantitätsunterschieden. In dieser Form werden die 
Sinneseindrücke in den Erinnerungs-Systemen deponiert. 
Das Beherrschen dieses ungeheueren Materials erfor- 
dert Verdichtungsleistungen (Spar- und Vereinfachungs- 
tendenz). 

41. Solche „Verdichtungen (Vorstellungsbildungen, Auf- 
stellung von Erinnerungsbildern, auch spekulative Vor- 
gänge) werden aus dem zerlegten Material des Ubw je nach 



Mathematik 



207 



den aktuell sich ergebenden Zwecken immer frisch gebildet 
(Phantasien). 

Die ubw Phantasien sind die Denkformen des Ubw. 
Sie gehorchen viel mehr dem Lustprinzip, sind aber schon 
durch Gesetzmässigkeiten der Ähnlichkeit, der Zeitfolge etc. 
einigermassen gebunden. 

Das Ubw ist also nicht eigentlich zeitlos, sondern von 
der Zeitfolge viel weniger abhängig als das Vbw. (Gleich- 
zeitige Erinnerungen haben ceteris paribus auch hier mehr 
Chance, assoziativ verbunden, verdichtet zu werden.) 
Das Ubw ist auch nicht unlogisch, sondern paralogisch. 
Nach Erledigung der aktiven Denk- (Verdichtungs-) Leistung 
zerfallen die sich für den Moment, ad usum Delphini ge- 
bildeten Zusammenhänge wieder in ihre Kategorien. 



42. Der Mathematiker scheint eine feine Selbstwahrnehmung 
für die Vorgänge im Metapsychischen (also wahr- 
scheinlich im Physischen) zu haben und findet die For- 
meln für die Verdichtungs- und Zerlegungsleistungen im 
Psychischen, projiziert sie aber in die Aussen- 
w e 1 1 und glaubt von der äusseren Erfahrung ge- 
witzig worden zu sein. Gegen letzteres spricht das eminent 
Intuitive der mathematischen Begabung, ihre Ver- 
knüpfung mit Abkehr von der Realität, ev. mit Imbecillität. 

43. Merkwürdigerweise bewähren sich dann diese Formeln als 
„angewandte" Mathematik auch in der physikalischen Welt 
(Technik). Wohl ein Argument für den „Monismus" des 
Weltganzen, zumindest des Metapsychischen mit dem Phy- 
sischen. 



2 °8 S. Ferenczi 






44. Frage: ist Mathematik Abstraktion aus der äusse- 
ren Erfahrung? oder: Wissen a priori? 
Lösung des Problems vielleicht: Selbstwahrnehmung ist 
selbst eine innere „Erfahrung", aus der die Mathematik 
abstrahiert. Also: auf beiden Seiten des W-Systems erfolgen 
mathematische Abstraktionen. 

M. a. W.: ist Mathematik innere, oder äussere Wahr- 
nehmung? [Bisher wurde das mathematische Wissen als 
Abstraktion (Induktion?) der äusseren Erfahrung 
aufgefasst.] Hier wird es versucht, mathematisches 
Wissen auf Abstraktion, auf die innere (Selbst-) Wahr- 
nehmung zurückzuführen. 



45. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir die Filtrierarbeit 
der Sinneswerkzeuge als das Vorbild dessen zu behandeln 
haben, was auf höherem psychischem Gebiet, im Ubw vor- 
geht. Die Sonderung nach gewissen Kategorien charakteri- 
siert das ganze Erinnerungs-System, in das sich das Ubw 
nach Freud zerlegen lässt. 

Die Erinnerungssysteme des Ubw sind noch — zeitlich 
(achronisch), räumlich, etc. — nach dem Grundsatz der 
Ähnlichkeit gesondert. 

Was Freud eine weitere Übersetzung durch das Vbw 
nennt, dürfte nur eine neuerliche Filtrierung auf Grund 
des Gleichwertigkeit s- oder Identitäts- 
prinzips (Realitäts sinn) sein. Ausscheidung des Un- 
gleichen, ev. nach dem Lusttone (oder sonstwie) ähn- 
lichen: Logik. 

Mit Hilfe der „Worterinnerungsrest e". 
Bw ist überhaupt kein System, sondern ein besonderer 
psychischer Akt (?). 



Paranoia 

(Etwa 1922) 

Deutung der gesteigerten Projektionsfähigkeit der paranoi- 
schen Alkoholiker nach Alkoholgenuss: man könnte annehmen, 
da bei Paranoischen eine Zensurierung im Sinne der Ver- 
drängung (Unbewusstmachung) nicht existiert, da ja alles Ubw 
(wenn auch als Projektion) zum Bw gelangt, dass hier nur die 
Libidosteigerung, die Aktivierung des Ubw bei Alkohol- 
genuss zu Worte kommt, was die Steigerung der Projektionsarbeit 
zur Folge hat. 

Am auffälligsten ist bei Alkoholparanoia das Hervorbrechen 
der Homosexualität, die durch geheuchelte Eifersucht 
auf das andere Geschlecht maskiert ist. Auch bei Normalen ist 
nach Alkoholgenuss die homosexuelle Sublimierung gelockert 
(Küssen, Umarmen etc.). 

Kampf der Paranoischen gegen die Zeugenschaft 
seiner Sinnesorgane und seiner Erinnerungen 

Was man liebt, wird in das Ich aufgenommen (Introjektion), 
denn lieben kann man im Grunde nur sich selbst. Beim Übergang 
zur Objektliebe introjiziert man (subjektiviert) die 

Ferencii, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 14 



210 



S. Ferenczi 



objektive Wahrnehmung. Was man nich* liebt (das Schlechte, 
Tückische, was einem nicht gehorcht), wird auf einem der vor- 
handenen Wege vom Bw abgestossen (Verdrängung oder Pro- 
jektion). Bei Paranoia korrigieren die Sinnesorgane eine Zeitlang 
die anfangs unbestimmten, gegenstandslosen Beziehungs- 
ideen. Doch unterliegen alsbald die Sinneswahrnehmungen so- 
wohl als auch die Erinnerungen dem Wunsche, die Beziehungs- 
gefühle mit geeigneten Objekten in Konnex zu bringen (Illusio- 
nen, Halluzinationen, Erinnerungstäuschungen). Der Paranoische 
projiziert „auf Grund des geringsten ätiologischen Anspruches" 

Der Paranoische knüpft seine Passionen und unlustvollen 
Beziehungsideen offenbar an die Tatsache an, dass sein geschärf- 
ter Blick tatsächlich jenen, den Menschen selbst unbewuss- 
ten geringen Grad fortwährenden sexuellen Inter- 
esses, das sie allen Lebewesen gegenüber zur 
Schau tragen und das man den sexuellen Tonus 
der Neurosen nennen könnte, richtig erkennt und nur quan- 
titativ mit den eigenen Mitteln übertreibt. 

In den Aussagen der Paranoischen ist aber nicht nur inso- 
ferne etwas Wahres (Freud), als sie etwas endopsychisch Rich- 
tiges konstatieren: möglicherweise steckt in ihnen eine Spur ob- 
jektiver Realität, die aber illusionär entstellt ist. 

Die halluzinatorischen Fälschungen des Paranoischen sind 
traumhaft-wunscherfüllende Bestätigungen seiner Wahnidee; sie 
sind der Sieg des Projektionswunsches über die Zeugenschaft der 
Sinnesorgane. Die Sensation des Beobachtetwerdens beim Tragen 
neuer Kleider ist projizierter Exhibitionismus. (Es wäre zu unter- 
suchen, ob diese Sensation beiden Geschlechtern gegenüber 
gleich ist.) 



Paranoia 



211 



Analogien zwischen Traum und Paranoia. 

Der Traum ist eine paranoische Projektion: Umwandlung 
eines subjektiven Zustandes, einer Entbehrung mit verändertem 
Vorzeichen (Wunscherf üllung) , ins Objektive (Darstellung). 

Die Entbehrung wird aus dem Ich hinausgeworfen (um die 
Nachtruhe zu sichern) und mit verändertem Vorzeichen in der 
Aussenwelt realisiert. 

Im Traume sind wir wie die Erotomanen: jede Frau ist in 
uns verliebt, 1. weil wir in Wirklichkeit unbefriedigt sind, 2. weil 
wir sie hassen. 



Paranoische Selbstbeobachtung. 

Ein merkwürdiges Gefühl des Beobachtetwerdens konsta- 
tierte ein Patient einige Male unmittelbar nach voller sexueller 
Befriedigung. Auf der Strasse einhergehend hatte er die Empfin- 
dung, als würde er von den Weibern, denen er begegnete, mit viel 
mehr Interesse angesehen, als er es sonst konstatieren konnte. 
Ich dachte zunächst daran, dass dahinter Schamgefühl versteckt 
ist, dagegen spricht aber: 1. dass dem Patienten das Angeschaut- 
werden nicht neugierig oder forschend, sondern direkt erotisch, 
gleichsam herausfordernd vorkam. (Da er von seiner äusseren, 
nicht auffallenden Erscheinung ganz richtige Vorstellungen hatte, 
machte ihn diese Beobachtung stutzig.) 2. Gegen die projizierte 
Angst spricht weiters die Beschränkung dieses Gefühles auf An- 
gehörige des anderen Geschlechtes; 3. endlich, dass dieser Er- 
klärungsversuch die eigentümliche Empfindung bei den nächsten 
Gelegenheiten nicht rückgängig machte. 

Grössere Bedeutung mass ich diesem Umstand nur zu, als die 
Frau des Patienten dieselbe Empfindung mit fast den nämlichen 
Worten beschrieb (übermässiges Betrachtetwerden von Herren). 

Da dachte ich mir, dass da doch eine Projektion, und zwar 



212 



S. Ferenczi 



eine Art passagere Erotomanie im Spiele sein muss, 
Die sexuelle Befriedigung können wir nur in grösseren Intervallen 
erlangen; daher sehr grosse Niveaudifferenz im heterosexuellen 
Fühlen vor und nach derselben. Den plötzlich einge- 
tretenen Mangel an Interesse für das andere 
Geschlecht projiziert er als Gefühl des erotischen 
Beobachtetwerdens auf die Frauen, resp. sie auf die 
Männer, die sie momentan so wenig interessieren. 

Vielleicht machten auch beide sich den sexuellen To- 
nus der Passanten zu Nutze, den sie, solange sie selbst sexuell 
„hypertonisch" waren, unbeachtet liessen. Der Tonus verrät sich 
in Haltung, Blick und Mienenspiel. 

Das Gefühl des Interessenmangels für das andere Geschlecht 
scheint so schwer zu ertragen zu sein, dass man es unwillkürlich 
überkompensiert aus dem Ich hinausdrängt. Motiv: 1. Eitelkeit, 
2. eine Art Konsequenz, die es nicht zulässt, dass solche Fluktua- 
tionen im Gefühlsleben vorkommen sollen. (Analogie bei der 
Paranoia: Eifersuchtswahn beim Erkalten des Interesses. Motiv: 
Festhaltenwollen an der ehelichen Treue.) 

Eine Bestätigung aus dem Alltagsleben: solange man leiden- 
schaftlich liebt, ist man der Erwiderung dieses Gefühles nie 
sicher. Man zweifelt, mag die Geliebte auch alle Beweise ihrer 
Gunst darbringen; man fragt immer wieder: liebst du mich? 

Ist man aber einmal, wie man sagt, „im ruhigen Besitze" der 
Gegenliebe, hat man das sichere Gefühl des Geliebtwerdens: 
dann hat man schon eine Spur Erotomanie: Projektion der Gleich- 
giltigkeit oder Abkehr mit veränderten Vorzeichen. 

Diese Analyse mag daran Schuld sein, dass mein Patient die 
erotomanische Sensation seit längerer Zeit nicht mehr spürt. Das 
wäre mein erster praktisch geheilter Fall von Paranoia. 



Paranoia 



213 



Zur Technik der Analyse von Paranoischen. 

1. Man darf mit dem Paranoischen nicht streiten. 

2. Man muss, wenn auch unter gewissen Kautelen, auch seine 
Wahnideen akzeptieren, d. h. als Möglichkeiten behandeln. 

3. Eine Spur der Übertragung ist durch etwas Schmeichelei 
(besonders anerkennende Äusserung über die Intelligenz) zu er- 
langen. Jeder Paranoische ist grössensüchtig. 

4. Der Paranoische deutet seine Träume selbst am besten. 
Er ist überhaupt ein guter Traumdeuter (Mangel der Zensur). 

5. Mehr als er selbst hergibt, ist ihm schwer aufzudiskutieren. 
Er lässt sich aber (wenn er bei guter Laune ist) zum nutzlosen 
Spiele mit Einfällen (so fasst er die Analyse auf) herbei. Das 
Wichtigste erfährt man allerdings bei d i e s e n Versuchen; es 
ist aber nicht leicht, den Paranoischen dabei fest zu halten. Merkt 
man daher, dass er darüber stärker ungehalten ist, so lässt man 
ihn wieder nach seiner Methode assoziieren. 

6. Der Paranoische ist beleidigt, wenn man sich anmasst, ihm 
sein „Unbewusstes" zu zeigen; ihm sei nichts „unbewusst", er 
kenne sich vollständig. Tatsächlich kennt er sich viel besser, als 
die Nichtparanoischen; was er nicht projiziert, ist ihm leicht zu- 
gänglich. 



Fragmente und Notizen 



I. 



Pollution, Onanie und Koitus 



26. IX. 1920 



1. Die Pollution ist i m m e r eine unbewusste (oft auch mittels 
ubw Phantasien bewerkstelligte) Onanie. 

2. Sie stellt sich immer im Anschlüsse an die Einstellung der 
Onanie als deren Ersatz ein. In manchen Fällen schiebt sich als 
Übergangsstadium die Schlaf-Masturbation ein. 

3. Ergänzungsreihe. Onanie rr Masturbation -f- Phantasie. 
Je mehr Masturbation, umso geringere Rolle spielt die Phantasie 
und umgekehrt. Phantasie ist psychisch (und moralisch) erschöp- 
fender. 

4. Therapie: Pollution kann in Onanie übergeführt und erst 
die Onanie in Coitus konvertiert werden. 

5. Die Ejaculatio praecox reduziert die Friktion 
aufs Minimum und steigert die psychische Seite der Emotion (und 
Phantasie) aufs äusserste. Sie entspricht einer Pollutio diurna. 

6. Vorlustbetätigungen sind den Praecox-Kranken möglichst 
zu verbieten. 

7. n a n i e-N e i g u n g hängt wahrscheinlich mit Steige- 
rung des Urethralismus zusammen. (Ejakulationstendenz über- 
wiegt die Retentionstendenz.) Dieser Urethralismus dürfte die 



Fragmente und Notizen I. 215 

neurasthenische Konstitution charakterisieren, wäh- 
rend die angstneurotische Konstitution eine (anal- 
erotische) Retentionstendenz mit sich bringt (Neigung 
zu Coitus reservatus, interruptus, incompletus). 

Also: 

1/1. Urethral-erotische Konstitution — Neigung zur Enuresis 
— Neigung zur Onanie ( — zu Pollutionen — ). 

2. Übertriebene Entladung — Manifestwerde u der 
neurasthenischen Symptome — Verarmung des Or- 
gans (der Organe) an Libido. 

II/l. Analerotische Konstitution — Neigung zur Retention. 

2. Retention — Angstneurose (manifest). 

Was wäre die hypochondrische Konstitution? 
Neigung zur Organlibidostauung (Organerotismus). (Fixierung 
an diesen Erotismus.) 

Vielleicht: bereits eine protonarzisstische (genitale [anale 
und urethrale]) Libidostauung an den Organen. 



26. IX. 1920 

Zuhälter und Femme entretenante 

Zuhältertum ist nicht einfach „moral insanity", sondern 
Fixierung (Regression) auf das Erhaltenseinwollen von der 
Mutter. Unbewusst „Zuhälter" sind viele von den Impotenten, 
die sich der Frau nicht hingeben können, wenn sie dafür Entgelt 
irgendwelcher Art oder Opfer bringen müssen. Ein solches Opfer 
ist u. a. auch das Ejaculat. 

(Pendant: Femme qui entretient — Muttertypus, Ernährerin, 
Köchin.) 




30. IX. 1920 

Angst und frei flottierende Libido 

Eine schlagende Bestätigung für die Richtigkeit der Freud- 
sehen AnBehauung, wonach die Angst auf Freiwerden und Un- 
gesättigtbleiben von Libido zurückzuführen ist, bringt folgende 
Mitteilung eines Patienten: „Meine Frau hatte Angst, wenn sie 
etwas aus einem dunkeln Zimmer holen musste; sie schützte sich 
davor, indem sie ihr kleines Kind (Säugling) in das Zimmer mit- 
nahm; drückte sie das Kind an sich, verspürte sie keine Spur 
von Angst." 

Die Wirksamkeit des Hilfsmittels beweist uns „ex iuvantibus"', 
dass die Angst aus der Entbehrung der Libidobefriedigung hervor- 
ging. Diese Äusserung bot das Pendant zu einer ähnlichen, von 
Freud mitgeteilten Äusserung eines Kindes, das sich im Finstern 
nicht mehr fürchtete, wenn die Mutter sprach. Beim Hören ihrer 
Stimme schien es ihm „helle r" zu sein. 



30. IX. 1920 

Zur Affekthysterie 

Übertriebenes Ekelgefühl richtet sich gegen alles, was 
mit Genitalität zu tun hat. (Dicke Frauen, starke Brüste, 
Gravidität, Geburt, neugeborene Kinder.) Idiosynkrasien 
gegen Speisen und Getränke. 



Fragmente und Notizen I. 217 

„Affektverschwendung" in der Introjektionsarbeit. 
Genitalerregung wird in anderen Affekten abgeführt. 
Konversion ist (B r e u e r, F r e u d) auch Affektabfuhr. 
Konversion: ontogenetisch erworbener Affekt. 
Affekt: phylogenetisch ererbte Konversion. 



Stigmata sind banale (ererbte) Konversionssymptome. 
Stigmata und Affektüberschwang ist petite hysterie. 






II. 



Budapest, 10. VIII. 1930 

Die Oralerotik in der Kindererziehung 

1. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Frage, wieviel Oral- 
erotik (Saugen, Ludein, Lutschen, Küssen) dem Säugling und bei 
der Entwöhnung gegönnt werden muss, von grosser Bedeutung für 
die Charakterentwicklung ist. 

2. Taktlose Erziehung provoziert Hassausbrüche, und gewöhnt 
das Kind an Spannungsentlastungen durch Aggressivität und De- 
struktion. 

3. Gleichzeitig damit Kompensationsversuche: Befriedigung an 
unverbotenen Körperstellen. (Eine Deckerinnerung: in der erst 
erinnerlichen Wohnung auf dem Nachttopf sitzend, kleines Spiel- 
zeug [Glöckchen] rhytmisch in die Nase stecken. Steckenbleiben 
in der Nasenhöhle, Arzt wird gerufen, Fluchtversuch. Diese Deck- 
erinnerung taucht aus Anlass aktueller Gefühle der Konfusion 
und Angst auf. Patientin ist im wesentlichen aggressiv und nega- 
tiv. Die relative Freundlichkeit des Analytikers entzieht ihr die 
Kampfgelegenheit; hinter den Aggressionstendenzen wird Angst 
manifest, die zu besagter Deckerinnerung führt.) Offenbar beginnt 
das Liebesleben der Neugeborenen vollkommen als Passivität. Die 
Entziehung der Liebe führt zum unleugbaren Gefühle des Ver- 



Fragmente und Notizen IL 



219 



lassenseins. Die Folge ist die Spaltung der eigenen Persönlichkeit 
in zwei Hälften, deren eine die Mutterrolle spielt. (Fingerlutschen: 
Finger gleich Mutterbrust.) Bevor diese Spaltung zustande kommt, 
wahrscheinlich traumatische Selbstvernichtungstendenz, die aber 
sozusagen unterwegs noch gehemmt werden kann: aus dem Chaos 
wird eine Art Neuordnung geschaffen, die den prekären äusseren 
Verhältnissen angepasst ist. 



10. VIII. 1930 



Jeder Anpassung geht ein gehemmter 
Zersplitterungsversuch voraus 

1. Wahrscheinlich reagiert jedes Lebewesen auf Unlustreize 
mit Fragmentation beginnender Auflösung (Todestrieb?). Statt 
Todes trieb sollte aber besser ein Wort gewählt werden, das die 
vollständige Passivität dieses Prozesses ausdrückt. Möglicherweise 
werden kompliziertere Mechanismen (Lebewesen) nur durch den 
Druck der Umwelt als Einheit erhalten. Bei ungünstiger Ver- 
änderung der Umwelt fällt der Mechanismus auseinander und 
fragmentiert sich so weit (wahrscheinlich entlang vorausgegange- 
nen historischen Entwicklungslinien), bis die grössere Einfachheit, 
daher Modellierbarkeit der Elemente die Neuanpassung ermöglicht. 
Der Autoplastik geht also immer Autotomie voraus. Die Autotomie- 
Tendenz ist im ersten Moment eine komplette, doch eine gegen- 
sätzliche Strömung (Erhaltungstrieb, Lebenstrieb), hemmt die 
Zerstäubung und drängt zur neuerlichen Konsolidierung, sobald 
dies die durch Fragmentierung entstandene Modellierbarkeit ge- 
stattet. Vom Wesen dieses Triebfaktors und seiner Funktion 
kann man sich nur schwer eine Vorstellung machen. Es ist, als ob 



220 



S. Ferenczi 



er über Erkenntaisquellen und Möglichkeiten verfügte, die un- 
endlich weit über alles hinausgehen, was wir als Fähigkeiten 
unserer bewussten Intelligenzen kennen. Er beurteilt die Schwere 
der Schädigung, die Energiemengen der Umwelt, resp. der um- 
gebenden Personen, scheint über räumlich entfernte Vorgänge 
Kenntnis zu haben und genau zu wissen, bei welchem Grade der 
Selbstzerstörung innegehalten werden und die Neuaufrichtung 
beginnen kann. Im äussersten Falle, wenn alle Reservekräfte mobi- 
lisiert wurden, sich aber gegen überwältigenden Angriff als macht- 
los erwiesen, kommt es zu einer äussersten Fragmentierung, die 
man etwa Dematerialisierung nennen müsste. Beobachtungen an 
Patienten, die vor der eigenen Pein fliehen, überempfindlich für 
alle Arten fremden Leides, auch aus grosser Entfernung, geworden 
sind, lassen immer noch die Frage offen, ob nicht auch diesen 
äussersten, sozusagen pulverisierten, zu rein psychischen Energien 
gewordenen Elementen Tendenzen der 'Wiederaufrichtung des Ichs 
innewohnen. 



10. VIII. 1930 



Äutoplastik und Alloplastik 



Im Gegensatz zu obiger Anpassungsform steht die Allo- 
plastik, d. h. die Veränderung der Umwelt, in einer Weise, die 
diese Zerstörung und Neubildung überflüssig macht und die es 
ermöglicht, dass das Ich die gegebene Gleichgewichtslage resp. 
Organisation unverändert erhalten kann. Vorbedingung dazu ist 
ein höher entwickelter Realitäts-Sinn. 



Fragmente und Notizen II. 



221 



10. VIII. 1930 



Autosymbolismus und historische Darstellung sollten 

in der Traumdeutung und in der Symptömdeutung in gleicher 
Weise berücksichtigt werden. Jener bisher sehr vernachlässigt. 
In hysterischen Symptomen ist wesentlich ein subjektives 
Moment des Traumas zur Wiederholung gebracht. Erstens: die 
unmittelbaren sensiblen Eindrücke, zweitens die Emotionen und 
die damit einhergehenden körperlichen Sensationen, drittens die 
psychischen Begleitzustände, die auch als solche zur Darstellung 
gebracht werden. (Z. B.: Darstellung der Bewusstlosigkeit durch 
das Gefühl, als wäre der Kopf abgeschnitten oder abhanden ge- 
kommen. Darstellung der Konfusion als Schwindelgefühl, der 
peinlichen Überraschung als Erfasstwerden von einem Wirbel- 
sturm, der Ohnmacht des Sterbens, in ein lebloses Ding, Tier oder 
menschliches Wesen projiziert. Die Spaltung der Persönlichkeit 
wird als ein Zerrissenwerden, die Fragmentation meistens als 
Explosion des Kopfes dargestellt.) Die hysterischen Symptome 
scheinen im wesentlichen nur Autosymbolismen zu sein, d. h. nur 
Reproduktionen des Ich-Erinnerungssystems, wobei die Rück- 
beziehung auf die verursachenden Momente fehlt. Gerade die 
Akzentuierung des rein Subjektiven auf Kosten des Wissens um 
die äussere Verursachung scheint eines der Hauptmittel der Un- 
bewusstmachung zu sein. 



222 



S. Ferenczi 



10. VIII. 1930 

Zur analytischen Konstruktion seelischer 
Mechanismen 

Die topisch-dynamisch-ökonomische Konstruktion des seeli- 
schen Apparates in seiner Funktionsweise beruht ausschliesslich 
auf der Auslegung subjektiver Angaben. Wir beziehen das plötz- 
liche Verschwinden eines Bewusstseins-Inhaltes bei gleichzeitigem 
Auftauchen einer anderen Idee (scheinbar unmotiviert) auf eine 
Verschiebung von psychischen Energien von einer psychischen 
Lokalität auf eine andere. Ein Sonderfall dieses Verschiebungs- 
prozesses ist die Verdrängung. 

Nun drängen einen gewisse Beobachtungen dazu, dass man 
die Möglichkeit auch anderer seelenmechanischer Prozesse nicht 
von der Hand weist. Mit demselben Rechte, mit dem man von 
einem Verdrängungsprozesse spricht, kann man auch den dies- 
bezüglichen Aussagen der Patienten Glauben schenken, den topi- 
schen Gesichtspunkt auch für solche Fälle gelten lassen, in denen 
die Persönlichkeit in zwei oder mehr Teile gerissen und nach dem 
Auseinanderfallen die Fragmente sozusagen die Form und die 
Funktionsweise einer ganzen Person annehmen. (Analogie mit der 
zoologischen Beobachtung, dass gewisse primitive Tiere in Stücke 
zerfallen und die Fragmente sich rasch zu ganzen Individuen ver- 
vollständigen.) — Ein anderer topisch darstellbarer Prozess ist 
der Vorgang, der durch die Redensart „ausser sich geraten" 
charakterisiert wird. Das Ich verlässt ganz oder teilweise den 
Körper, meist durch den Kopf, und beobachtet die ferneren Schick- 
sale des Körpers, besonders seiner Leiden von aussen resp. oben. 
(Solche Bilder sind etwa: Bersten durch den Kopf und Beobach- 
tung des tot, ohnmächtig daliegenden Körpers von der Zimmer- 
decke her; selteneres Bild: Tragen des eigenen Kopfes unter dem 
Arm; nabelschnurartige Verbindung zwischen dem ausgestossenen 



Fragmente und Notizen II. 223 

Ich- Anteile und dem Körper, resp. dem Gesamten). Typisches 
Beispiel: 

1. Das Ich wird auf einmal weitsichtig und kann in der end- 
losen Fläche mit Leichtigkeit wandern. (Abwendung vom Schmerz 
und Zuwendung zum äusserlichen Gesehehen.) 

2. Bei weiterer Steigerung der Schmerz-Spannung: Hinauf- 
klettern auf den Eiffel-Turm, eine steile Wand hinaufrennen. 

3. Die traumatische Gewalt holt nach und schüttelt das Ich 
sozusagen vom hohen Baume und Turme ab. Dies wird als furcht- 
barer Wirbelsturm mit voller Auflösung der Zusammenhänge und 
schrecklichem Schwindelgefühl beschrieben, bis schliesslich 

4. die Fähigkeit oder auch der Versuch, der Gewalt zu wider- 
stehen, als nutzlos aufgegeben wird und die Erhaltungfunktion 
sich bankrott erklärt. Dies wird in seinem Enderfolg als partielles 
Totsein beschrieben oder dargestellt. 

In einem Falle wurde dieses Totsein in Träumen und Asso- 
ziationen als maximale Zerstäubung bis zur vollen Dematerialisie- 
rung hingestellt. 

Der dematerialisierte tote Anteil hat die Tendenz, den noch 
nicht erstorbenen Teil besonders in Träumen zu sich in das Nicht- 
sein herüberziehen zu wollen (besonders in Fällen von Alptraum). 
Es ist also nicht unmöglich, dass bei weiterer Häufung unserer 
Erfahrung der topische Gesichtspunkt nebst der Verschiebung und 
der Verdrängung auch noch die Fragmentierung und die Pulveri- 
sierung zusammengesetzter seelischer Gebilde wird beschreiben 
lassen. 



224 



S. Ferenczi 



17. VIII. 1930 



Zum Thema Neokatharsis 



Es scheint, dass man genau unterscheiden muss zwischen dem 
Teil der Katharsis, der bei Annäherung an pathogene seelische 
Inhalte spontan ausbricht, und jener, die mit Hilfe der Über- 
windung starker Widerstände sozusagen erzwungen werden muss. 
Der einmalige kathartische Ausbruch ist im Wesen nicht von den 
hysterischen Spontan-Ausbrüchen verschieden, mit denen sich die 
Patienten von Zeit zu Zeit erleichtern. In der Neokatharsis zeigt 
so ein Ausbruch nur die Stelle an, wo die weitere Tiefenforschung 
zu beginnen hat. Man darf sich also mit dem spontan Gegebenen, 
das nicht mehr unverfälscht, sondern teilweise verschoben und 
zumeist gemildert ist, nicht zufriedengeben, sondern man 
drängt (natürlich möglichst ohne inhaltliche Suggestionen), mehr 
von den Erlebnissen, den Begleitumständen etc. vom Patienten 
zu erfahren. Nach dem „Erwachen" aus diesem Trancezustande 
fühlen sich die Patienten für eine Weile sozusagen gefestigt, doch 
verflüchtigt sich dieser Zustand bald und weicht vor dem Gefühle 
der Unsicherheit und des Zweifels, der oft in Hoffnungslosigkeit 
ausartet. „Ja, all das stimmt recht schön" — sagen sie meist — 
„aber ob es auch wahr ist? Nie, niemals werde ich die Sicherheit 
und die reale Erinnerung bekommen." Das nächste Mal setzt die 
kathartische Arbeit an einer ganz anderen Stelle an und führt, 
nicht ohne starkes Drängen unsererseits, zur Wiederholung anderer 
traumatischer Szenen. Man muss diese harte Arbeit unzählige Male 
wiederholen, bis sich der Patient sozusagen umzingelt fühlt und 
nicht umhin kann, das eigentliche Trauma, das schliesslich zur 
seelischen Zersplitterung führte, vor unseren Augen wiederholen. 
(Es ist, als ob man mit harter Minierarbeit eine Höhle mit stark 
gespannten Gasansammlungen eröffnet hätte. Die früheren klei- 
neren Ausbrüche waren gleichsam nur Spalten, aus denen etwas 



Fragmente und Notizen II. 



225 



von dem Material hinausströmte, die sich aber rasch automatisch 
schlössen.) Im Falle Tf. dauerte die kathartische Arbeit länger 
als ein Jahr, nachdem die vorausgehende Analyse, allerdings mit 
Unterbrechungen, vier Jahre in Anspruch nahm; obwohl zugegeben 
werden muss, dass meine Unkenntnis der neokathartischen Möglich- 
keiten mit an der Langwierigkeit der Analyse schuldig gewesen 
sein mag. 



24. VIII. 1930 

Gedanken über „Lust an Passivität" 

Das Problem der Unlust-Ertragung, Bejahung, ja Vergnügen 
daran scheint ohne weitausholende Spekulation nicht lösbar zu 
sein. Die Behauptung und Verteidigung egoistischer Interessen 
ist sicherlich eine bewährte Form der Sicherung einer möglichst 
ungefährdeten Ruhe. Im Momente, wo alle Abwehrkräfte er- 
schöpft sind (oder auch, wenn die Plötzlichkeit der Aggression 
die Abwehrbesetzungen überrumpelt), wendet sich die Libido an- 
scheinend mit derselben Vehemenz, mit der sie bisher die Person 
verteidigte, gegen die eigene Person. Man könnte förmlich von 
einer Identifizierung mit dem stärkeren, siegreichen Gegner (es 
könnten aber ebensowohl auch unpersönliche Elementarkräfte 
sein) sprechen. Tatsache ist, dass solche Selbstzerstörung mit dem 
Gefühle der Lust verbunden sein kann, es in Fällen masochisti- 
scher Unterwerfung unbedingt i s t. Woher diese Lust? Ist es nur 
(wie ich es anderswo zu deuten versuchte) die phantastische 
Identifizierung mit dem Zerstörer oder ist nicht vielmehr an- 
zunehmen, dass der Genuss der egoistischen Ruhelage, nach Er- 
kenntnis ihrer Unhaltbarkeit und nach Einsicht in die Notwendig- 
keit einer neuen Ruheform plötzlich in eine Lust an der Selbst- 



Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 



15 



226 



S. Ferenczi 



aufopferung umschlägt, die man getrost „altruistische Lust" 
nennen könnte. Das Beispiel des vom Schlangenblick oder von den 
Adlerklauen faszinierten Vogels, der sich nach kurzem Wieder- 
streben ins Verderben stürzt, mag hier zitiert werden. — Im Mo- 
mente, wo man aufhören muss, die Umwelt nur als Material des 
eigenen Schutzes und der Wohlfahrt zu verwenden (wenn die Um- 
welt sich in diese Rolle des Gefressenwerdens nicht fügt), wird 
man sozusagen mit Wollust zum Opfer, d. h. zum Material anderer, 
stärkerer, selbstbehauptender, egoistischer Kräfte. Egoistische und 
altruistische Ruhe wären so nur zwei äussere Formen eines höhe- 
ren, beide umfassenden, allgemeinen Ruheprinzips. Ruhetrieb 
wäre also der Hauptinstinkt, dem Lebens- (egoistische) und Todes- 
(altruistische) Triebe unterworfen sind. 

Die Richtungsänderung der Libido vollzieht sich nicht immer 
so plötzlich, auch ist sie nicht immer vollständig. Man könnte 
sagen, dass die Lust an Selbstzerstörung oft (wenn auch nicht 
immer) nicht weiter geht, als sie von unüberwindlichen Kräften 
getrieben wird. Hat sich die Wut der Elemente (oder der mensch- 
lichen Umgebung, zumeist der Eltern, der Erwachsenen) erschöpft, 
so beeilt sich der unzerstört gebliebene Teil des Ichs, aus den 
erhalten gebliebenen Fragmenten eine neue Persönlichkeit auf- 
zubauen, die aber die Spuren des überstandenen verlustvollen 
Kampfes bereits an sich trägt. Man nennt diese neue Persönlich- 
keit eine „den Umständen angepasste". Jede Anpassungsleistung 
wäre so ein im Ablaufe aufgehaltener Zerstörungsprozess. In 
einigen Fällen von Fragmentierung und Atomisierung nach 
Schock äusserte sich die Lust an der eigenen Niederlage als 

1. Bewunderung für die Grösse und Kraft des Gegners 
oder der einwirkenden Elementarkräft; eine gleichsam objek- 
tive Anerkennung, die man ästhetische Lust nennen könnte. 

2. Vergnügen an der eigenen Weisheit und intellektuellen 
Überlegenheit, die mit dem rücksichtslosen, brutalen, d. h. 



Fragmente und Notizen IL 227 

vollkommen unintelligenten Gegner zum eigenen Vorteil ver- 
glichen wird. Brutale Kraft macht immer den Eindruck des 
Sinnlosen, Verrückten, darum Komischen. (Beim Umschlagen 
in Selbstzerstörung äussert sich dann die begleitende Stim- 
mung gelegentlich als unstillbares Lachen. Dieses Lachen 
gilt aber zugleich der Einsicht in die Sinnlosigkeit unseres 
bisherigen Kampfes, den wir uns hätten ersparen können.) 
3. Die Anerkennung und das Geltenlassen der naiven 
Brutalität eines anderen Ichs (oder Kraft) hat entschieden 
etwas überlegen Mütterliches. Hier hätten wir einen ersten 
Einblick in die Natur der überlegenen Weiblichkeit und 
Mütterlichkeit überhaupt. Kind und Mann äussern rücksichts- 
los Selbstsucht. Gehorcht das Weib dem Manne nicht, so wird 
es zerstört. Stillt man das Kind nicht, so geht es zu Grunde. 
Weiblichkeit und Mütterlichkeit bezeugen die intuitive Einsicht 
in die wirkliche Sachlage und Kräfteverteilung; sie ziehen 
auch aus dieser Berechnung die richtigen Konsequenzen. 
Ich habe das Gefühl, dass in diesen Punkten die Motivierung 
der Selbstzerstörungslust nicht erschöpft ist, und möchte nur noch 
bemerken, dass die partielle Zerstörung (unmittelbar nach dem 
Trauma, Schock) in Phantasien und Traumbildern dargestellt die 
frühere einheitliche Person in einer sekundär-narzisstischen Spal- 
tung zeigt, der „abgestorbene", „getötete" Teil der Person wird vom 
intakt gebliebenen Teile gleichsam als Kind gehütet und umhüllt. 
In einem Falle kam es im weiteren Lebenslaufe zu einem neuerli- 
chen Trauma, das auch die schonende äussere Hülle grösstenteils 
zerstörte (Atomisierung). Aus dieser sozusagen pulverisierten Masse 
formte sich dann die oberflächliche, sichtbare, zum Teil auch 
bewusste Persönlichkeit, hinter der aber die Analyse nicht nur 
die Existenz aller früheren Schichten nachwies, sondern diese 
Schichten neuerlich zu beleben vermochte. Auf diesem Wege war 
es möglich, scheinbar ganz ossifizierte Charaktereigenschaften 



228 



S. Ferenczi 



Anpassungsprodukte, Reaktionsformen aufzulösen und längst über- 
wunden geglaubte Vorstufen wieder zu erwecken. 

Hinter der „Anpassungslust", „altruistischer Lust" versteckt 
war immer die besiegte egoistische nachzuweisen. Allerdings 
musste diese durch die Kraft des analytischen Zuspruches ver- 
stärkt werden. Mit unserer Hilfe vermag der Analysierte Situatio- 
nen zu fassen, zu ertragen, ja auf sie zu reagieren, denen er in 
seiner seinerzeitigen Isoliertheit und Hilflosigkeit nicht gewachsen 
war, ja denen er sich bedingungslos unterwerfen, sogar mit Lust 
unterwerfen musste. Ziemlich weit gediehene homosexuelle Hörig- 
keit kann man gelegentlich auf ihre traumatische Quelle zurück- 
führen und die adaptive Reaktion in eine reaktive zurückver- 
wandeln. 

Biologisch ausgedrückt hiesse das: Wiederauf lebenlassen des 
traumatischen Konflikts und Erledigung desselben auf alloplasti- 
sche, anstatt wie früher auf autoplastische Art. 



31. VIII. 1930 

Grundlegende traumatische Wirkung des 
Mutterhasses oder der Lieblosigkeit 

T. Z. spricht unaufhörlich von hate-waves, die sie von ihrer 
Mutter von jeher, ihrer Idee nach schon im Mutterleibe verspürt 
hat. Später fühlte sie sich ungeliebt, weil sie als Mädchen und 
nicht als Knabe geboren wurde. Ganz ähnliche Verhältnisse bei 
Dm. und B. 

Dm. hatte und hat den Zwang, Männer zu verführen und von 
ihnen ins Unglück gebracht zu werden. Eigentlich tut sie das nur, 
um der Einsamkeit zu entgehen, die sie die Kälte ihrer Mutter 
verspüren Hess. Doch auch in der überleidenschaftlichen rück- 



Fragmente und Notizen II. 



229 



sichtslosen Liebesbezeugung der Mutter fühlte sie den Hass der 
Mutter gegen das Kind als störendes Element heraus (Schwere der 
Geburt ohne Beckenenge). 

S. musste wegen der Aggressivität der Mutter vom Vater auf- 
gezogen werden. Als der Vater im 18. Monate des Kindes starb, 
wurde er der Grausamkeit der Mutter und des Grossvaters aus- 
geliefert. Die Traumen führen zur Störung jeglichen Objektver- 
hältnisses. Sekundärnarzissmus. 

Zweifelhaft bleibt einstweilen die Beziehung des starken 
heterosexuellen Traumas (Vater) zur mangelhaften Mutter- 
bindung. Weitere Einsicht noch erforderlich. 



7. IX. 1930 

Phantasien über ein biologisches Vorbild der 
Über-Ich-Bildung 

H.s spontane Äusserung über ihre Fettsucht: „all dies Fett 
ist meine Mutter." Fühlte sie sich vom unheilvollen (introjizierten) 
Muttervorbild innerlich freier, so merkte sie die Abnahme des 
Fettpolsters, zugleich des Körpergewichts auf der Wage. 

S. fühlt in der Woche, in der er seiner grausamen Mutter zum 
ersten Male defensiv entgegentritt: Abnahme des Körpergewichts. 
Zugleich aber die Idee, dass jenes Fett dasjenige des gleichfalls 
grausamen Grossvaters ist. 

Diese Beobachtungen führen zur Idee, dass die Über-Ich- 
Bildung als Endausgang eines in der Realität verlorenen Kampfes 
mit einer überwältigenden (persönlichen oder sachlichen) Macht 
etwa folgendermassen erfolgt: 

Voraussetzung ist die Existenz einer „Intelligenz" oder „öko- 
nomischen Erledigungstendenz", die über alle qualitativen und 
quantitativen Kräftebesetzungen resp. Möglichkeiten des Körpers, 



230 



S. Ferenczi 



der geistigen Leistungs- und Tragfähigkeit genau orientiert ist, 
zugleich aber auch die Kräfteverhältnisse der Umwelt mit mathe- 
matischer Genauigkeit abwägen kann. Die erste normale Reaktion 
des Lebewesens auf äussere Unlust ist die automatische Abwehr 
resp. die Erhaltungstendenz. Wird diese von einer Übermacht 
zurückgeschlagen, so wendet sich die Energie (vielleicht aber 
eigentlich die äussere Macht des Traumas) gegen die eigene Person. 
In diesem Momente scheint die „Intelligenz", der es sich um Er- 
haltung der Persönlichkeits-Einheit vor allem handelt, zum Aus- 
kunftsmittel zu greifen, die Idee des Aufgefressenwerdens folgen- 
dermassen umzukehren: sie verschlingt mit einer kolossalen An- 
strengung die ganze feindliche Macht oder Person und „bildet 
sich ein", dass sie selber es ist, die jemanden, diesmal nebstbei 
gerade die eigene Person, auffrisst. So kann der Mensch an der 
eigenen Zerstückelung sogar Vergnügen haben. Nun besteht aber 
seine Persönlichkeit aus einem verschlungenen übergrossen 
(dicken, fetten) Aggressor und einer kleineren, vom Aggressor 
niedergehaltenen und gequälten, schwächeren Person, d. h. die 
vortraumatische Persönlichkeit, die ihn unter anderem nicht ge- 
sund werden lässt. Viele Neurotiker symbolisieren ihre Krankheit 
in Träumen und Symptomen als ein Bündel, das sie am Rücken 
tragen; bei anderen verwächst dieses Bündel mit dem Körper 
und wird zum Buckel oder zur Geschwulst; beliebt ist auch der 
Vergleich mit einer umhüllenden grossen Person, die die frühere 
Persönlichkeit gleichsam mütterlich umhüllt. 

Das psychologische „Verschlingen" scheint aber mit gestei- 
gerter Fressgier und Assimilationshunger einherzugehen: Fett- 
zunahme als hysterisches Symptom. Wurde die Person von der 
Übermacht durch die analytische Revision des traumatischen 
Kampfes befreit, so schwindet vielleicht die physiologische Parallel- 
Erscheinung, die Fettsucht. 

Physiologisch-chemische Betrachtung: Muskel- und Nerven- 



Fragmente und Notizen II. 231 

gewebe besteht im wesentlichen aus Protoplasma, d. h. haupt- 
sächlich Eiweissstoffen. Eiweiss ist für jede Art, vielleicht für jede 
Person spezifisch. Artfremdes Eiweiss gilt als Gift, wird daher 
zersetzt und aus den harmlosen Elementen das spezifische Eiweiss 
neu aufgebaut. Nicht so das unspezifische Fett. Schweinefett z. ß. 
wird in den Zellen als solches abgelagert und kann ganz gut als 
organisches Symbol oder organische Tendenz-Äusserung gelten, 
die mit dem Verschlingen äusserer Mächte parallel läuft. 

Es erwächst da die ganz dunkle Idee: ob diese Über-Ich-Bil- 
dung und Verschlingung der Übermacht bei der Niederlage nicht 
auch eine Erklärung für die Vorgänge 

1. beim „Ahnenfrass", 2. bei Anpassungsvorgängen überhaupt 
ermöglicht. 

1. Die Pflanzenbildung und das Wachstum erfolgten durch 
Verschlingen von Mineralien. Hiedurch wird den Mineralien (an- 
organischen Stoffen) eine Existenzmöglichkeit innerhalb des Orga- 
nismus geboten, was aber gleichzeitig das Verschlungenwerden 
durch den Organismus bedeutet. Fraglich bleibt hier, inwieweit 
das Anorganische als solches aufgelöst oder zerstört wird. Die 
quantitative Elementaranalyse lässt die verschlungenen Anorganica 
restlos wiederfinden. 

Frisst ein pflanzenfressendes Tier die Pflanze, so wird der 
pflanzliche Organismus zerstört, d. h. in einfachere organische 
Elemente, zum Teil in anorganische reduziert. Fraglich bleibt, ob 
nicht doch ein Teil der pflanzen-chemischen Stoffe als solche 
bestehen bleibt und ihre Eigenart auch im pflanzenfressenden 
Tierkörper beibehält. Der Tierkörper wäre so ein Überbau organi- 
scher und anorganischer Elemente. Psychoanalytisch ausgedrückt 
(obzwar auf ersten Blick höchst widerspruchsvoll anmutend) 
hiesse das: der tierische Organismus hat einen Teil der (gefahr- 
drohenden?) Umwelt verschlungen und so für die eigene Fort- 
existenz gesorgt. 



232 



S. Ferenczi 



Ähnlich geht es beim Auffressen tierischer Organismen zu. 
Möglicherweise beherbergen wir in unserem Organismus anorga- 
nische, vegetative, pflanzenfressende und fleischfressende Tenden- 
zen resp. chemische Velleitäten. Der gleichfalls höchst wider- 
spruchsvoll klingende Aphorismus wäre hier: „Das Aufgefressen- 
werden ist schliesslich auch eine Form der Existenz." 

Nachträglich fällt einem ein, dass bei diesem Prozess eine 
gegenseitige Verschlingung resp. Über-Ich-Bildung als Möglichkeit 
ins Auge zu fassen ist. 

2. Anpassung im allgemeinen wäre so gegenseitige Ver- 
schlingung und Verschlungenwerden, wobei jede Partei der Sieger 
zu bleiben wähnt. 



Trauma und Heilbestreben 



21. IX. 1930 



Unmittelbarer Effekt eines nicht sofort zu bewältigenden 
Traumas ist Zersplitterung. Frage: ist diese Zersplitterung nur 
mechanische Folge des Schocks? oder ist sie als solche bereits auch 
eine Form der Abwehr resp. Anpassung? Analogie mit dem Bersten 
niederer Tiere bei übermässiger Reizung und Fortsetzung der 
Existenz in Fragmenten. (Nachzusehen in biologischen Fach- 
werken.) Zersplitterung mag vorteilhaft sein a) durch Schaffung 
grösserer Oberfläche gegen die Umwelt, durch die Möglichkeit zu 
gesteigerter Affektabfuhr; b) in psychologischer Hinsicht: Auf- 
lassung der Konzentration, der einheitlichen Perzeption schafft 
wenigstens das gleichzeitige Erleiden vielseitiger Unlust aus der 
Welt. Die einzelnen Fragmente leiden für sich; die unerträgliche 
Vereinheitlichung aller Leidensqualitäten und -quantitäten bleibt 
aus; c) die Abwesenheit höherer Integration; das Aufhören der 



j 



Fragmente und Notizen II. 



233 



Interrelation der Schmerzfragmente gestattet den Einzelfragmen- 
ten grössere Adaptibilität. Beispiel: Bei Bewusstseinsverlust scheint 
Gestaltveränderung (Dehnung, Zerrung, Biegung, Kompression bis 
zur Grenze der physikalischen Elastizität) möglich, während die 
gleichzeitige Abwehr-Reaktion die Gefahr irreparabler Brüche 
oder Zerreissungen steigert. Hiezu Beispiele ungeheurer Verletzun- 
gen im Kindesalter, z. B. Violation mit nachfolgendem Schock 
und baldiger Erholung. 

Durch den Schock werden bisher ruhende oder zur Objekt- 
relation verwendete Energien plötzlich als narzisstische Sorge, 
Umsicht und Hilfsbereitschaft wach. Eine ihrem Wesen nach 
unbekannte, sicherlich ganz unbewusste innere Kraft, die sowohl 
die Schwere des Traumas als auch die vorhandene Abwehrfähig- 
keit mathematisch genau abschätzt, produziert nach Art einer 
komplizierten Rechenmaschine mit automatischer Sicherheit das 
in der gegebenen Situation einzig praktische und richtige psycho- 
logische und physikalische Verhalten. Die Abwesenheit sinn- 
störender, die Realität entstellender Emotionen und Spekulationen 
ermöglicht das genaue Funktionieren der Rechenmaschine etwa 
wie im Schlafwandeln. 

Sobald unter dem Einfluss dieser Vorgänge eine Art Erledi- 
gung des Schocks erfolgte, beeilt sich die Psyche, die nunmehr 
wieder zu bewältigenden Einzelfragmente zu einer Einheit zu 
konzentrieren. Das Bewusstsein kehrt wieder, hat aber von den 
Vorgängen seit dem Trauma keine Kenntnis. 

Schwieriger zu erklären ist das Symptom der retroaktiven 
Amnesie. Wahrscheinlich ist sie Schutzmassnahme gegen die Er- 
innerung des Traumas selbst. 

Weitere Beispiele der Regenerationstendenz sind im einzelnen 
durchzuarbeiten. 



III. 



1931, den 9. März 

Zusammenfassungs-Versuch 

1. Technisch. Weitere Entwicklung der Neokatharsis: 
anstatt der früher geläufigen Auffassung, wonach das pathogene 
Material nur assoziativ angebohrt werden muss, damit es sich 
entsprechend seiner starken Spannung spontan mit grosser Vehe- 
menz entladet und emotionell entleert (gleichzeitig damit das 
Gefühl der Realität des Erlebthabens des Traumas erschaffend 
und hinterlassend), kommt es überraschender Weise nach jeder 
solchen Entladung bald, gelegentlich unmittelbar zu einer Wieder- 
errichtung des Zweifels über die Wirklichkeit dessen, was im 
Trancezustand durchlebt wurde. In einzelnen Fällen dauert das 
Wohlbefinden im Laufe des Tages an, doch der nächtliche Schlaf 
und Traum, besonders das Erwachen bringt das volle Wieder- 
einsetzen der Symptome, den vollen Verlust der vortägigen Zu- 
versicht, ja das Gefühl voller Hoffnungslosigkeit wieder. Es mögen 
dann Tage, ja Wochen vollkommenen Widerstandes folgen, bis ein 
nächstes gelungenes Versinken in die tiefsten Schichten der Erleb- 
nis-Sphären wieder an das nämliche Erlebnismoment herunterreicht, 
es mit neuen, überzeugenden Einzelheiten ergänzt und ein neuer- 
liches Erstarken des Realitätsgefühls mit etwas nachhaltigerem 



Fragmente und Notizen III. 



235 



Effekt mit sich bringt. Die Versenkung in die wirkliche 
Erlebnis-Sphäre erfordert unausweichlich die möglichst vollkom- 
mene Loslösung von der aktuellen Realität. Im Prinzip ist ja schon 
die sog. freie Assoziation ein solches Ablenken der Aufmerksam- 
keit von jeder Aktualität, doch ist dieses Ablenken ziemlich ober- 
flächlich und wird sowohl durch die eigene Verstandestätigkeit 
des Patienten als auch durch unsere mehr-minder rasch ein- 
setzenden Erklärungs- und Deutungsversuche auf einem ziemlich 
bewussten, höchstens vorbewussten Niveau gehalten. Es gehört 
ein ungeheures Vertrauen seitens der Analysierten dazu, damit 
sie sich ein solches Versinken in der Gegenwart einer anderen 
Person gestatten. Sie müssen vorher das Gefühl haben, dass sie 
sich in unserer Gegenwart a) alles straflos gestatten dürfen, an 
Worten, Ausdrucksbewegungen, Gefühlsausbrüchen, ohne von uns 
dafür irgendwie bestraft zu werden, ja das volle Mitgefühl und 
vollständiges Verständnis für alles, was da kommen mag, dazu die 
Empfindung des Wohlwollens, Helfenwollens und die Hoffnung 
unseres Helfenkönnens ist Voraussetzung, b) Nicht minder wichtig 
ist das Beruhigtsein darüber, dass ich mächtig und stark genug 
bin, den Patienten vor ihm allzu nachteiligen Exzessen gegen mich, 
Personen und Dinge schützen kann und insbesondere, dass ich 
ihn aus dieser „verrückten Irrealität" wann immer zurückbringen 
will und kann. Manche versichern sich unseres Wohlwollens in 
echt kindlicher Weise dadurch, dass sie unsere Hand ergreifen, 
ja während der ganzen Versenkungszeit unsere Hand gefasst 
halten. Was man Trance nennt, ist also sozusagen ein Schlaf- 
zustand mit Erhaltenbleiben der Mitteilungsfähigkeit mit einer 
verlässlichen Person. Leise Änderung in der Stärke des Handgriffs 
wird da zum Ausdrucksmittel der Emotion. Das Erwidern oder 
Nichterwidern dieses Händedrucks kann dann als Mass und Rich- 
tung der Reaktion des Analytikers gewertet werden. (Nötigenfalls, 
im Falle zu grosser Angst, kann ein kräftiger Händedruck das 



ängstliche Erwachen verhindern; die Schlaffheit unserer Hand 
wird gelegentlich, und mit Recht, als stummer Widerspruch oder 
nicht volle Zufriedenheit mit dem Gesagten empfunden und ge- 
wertet.) 

Entschlüpfen des Patienten vom Kontakt mit dem 
Analytiker 

Nachdem der Verkehr mit dem Patienten in solcher Weise, 
sozusagen in Halbschlaf-Konversation, die mit ausserordentlichem 
Takt und möglichster Ökonomie und Anpassung geleitet werden 
muss, mehr minder lang andauerte, mag der Patient plötzlich von 
einem äusserst starken hysterischen Schmerz oder Krampfanfall, 
nicht selten von einem wirklichen halluzinatorischen Alptraum 
überwältigt werden, wo er in Worten und Gebärden ein inneres 
oder äusseres Erlebnis agiert. Es besteht die Neigung, unmittelbar 
darauf zu erwachen, einige Sekunden lang wie verständnislos um 
sich zu schauen, um bald darauf das Geschehene als dumme und 
sinnlose Phantasie abzutun. Mit einigem Geschick kann es uns 
aber gelingen, den Kontakt mit dem im Anfalle befindlichen 
Menschen wieder herzustellen. Das muss mit grosser Energie ge- 
schehen. Ohne dem Patienten direkte Weisungen bezüglich des 
Erlebnisinhaltes zu geben, kann man ihn zwingen, uns Rede zu 
stehen über die Ursache des Schmerzes, über den Sinn des deut- 
lichen, muskulären Abwehrkampfes und da mag es uns gelingen, 
vom Patienten nicht nur Äusserungen über Gefühls- und Emp- 
findungsvorgänge zu bekommen, sondern etwas von der exogenen 
Ursache jener Erschütterung, Empfindung oder Abwehr zu er- 
fahren. Die Antworten fallen zunächst oft sehr undeutlich und 
schemenhaft aus. Doch auf unser Drängen mag eine sie um- 
hüllende Wolke, eine auf ihre Brust drückende Last allmählich 
Umrisse bekommen, verzerrte Gesichtszüge eines Menschen mögen 
sich dazu gesellen, die dem Gefühl des Patienten nach Hass oder 






Aggression ausdrücken; die undeutlichen Gefühle von Schmerz 
und Wallung im Kopfe entpuppen sich als entfernte Folgen etwa 
eines sexuellen (genitalen) Erleidens und wenn wir dann alle 
diese Bilderfragmente dem Patienten vor Augen halten und ihn 
zwingen, sie zu einer Einheit zu verknüpfen, dann mögen wir 
das Wiederauftauchen einer traumatischen Szene mit deutlichen 
Zeit- und Lokalzeichen mit erleben. Es gelingt uns dann nicht 
selten, die autosymbolische Darstellung der traumatisch-psychi- 
schen Vorgänge selbst (z. B. Fragmentierung als in Stückefallen, 
Atomisierung als Bersten) von den wirklichen äusseren traumati- 
schen Vorgängen zu sondern und so das Gesamtbild des subjektiv- 
objektiven Herganges zu erhalten. Darauf mag ein Zustand der 
beruhigten Erschlaffung mit Gefühl der Erleichterung folgen. Es 
ist, als ob es den Patienten gelungen wäre, mit unserer Hilfe eine 
bisher unüberwindliche Wand zu erklimmen, was in ihnen das 
Gefühl gesteigerter innerer Kraft erweckt, mit deren Hilfe es 
ihnen gelang, gewisse dunkle Mächte, deren Opfer sie bisher 
waren, zu meistern. Doch, wie gesagt, wir dürfen nicht auf Be- 
ständigkeit dieses Erfolges allzu grosse Hoffnungen setzen; am 
nächsten Tag finden wir den Patienten wieder in vollem Aufruhr 
und Desolation und nach vieltägiger Anstrengung mag es uns erst 
gelingen, den wunden Punkt wieder zu berühren, oder neue wunde 
Punkte aus der Versenkung zu holen, die mit dem früheren so- 
zusagen in ein traumatisches Gewebe verflochten sind. 



238 



S. Ferenczi 



Budapest, den 13. März 1931 

Über die Initiative des Patienten 

Anknüpfung an den früheren Aufsatz über Demut des Ana- 
lytikers: Erstreckung derselben auch auf Art der Fortsetzung der 
Arbeit. Im allgemeinen vorteilhaft: j e d e, auch die unwahrschein- 
lichste Äusserung zunächst in einem Sinne für möglich zu halten, 
ja sogar mit der anscheinend offenbaren Wahnidee mitzugehen. 
Zwei Gründe hiefür: 1. Man fühlt sich unter Beiseiteschiebung 
der „Realitäts"-Frage auf diese Art viel vollkommener in das 
Seelenleben des Patienten ein. (Hier etwa einiges zu sagen über 
die Unzweckmässigkeit der Gegenüberstellung von „Realität" und 
„Irrealität", letztere muss ja als psychische Realität gleich- 
falls ernst genommen werden; daher vor allem volle Vertiefung 
in das vom Patienten Gefühlte und Gesagte. Anknüpfung an 
metaphysische Möglichkeiten.) Der Arzt als Berufsmensch fühlt 
sich natürlich unangenehm berührt, wenn der Patient nicht nur 
bezüglich der Erklärung eine eigene Meinung äussert, die der bis- 
herigen (analytischen) Überzeugung schnurstracks widerspricht, 
sondern sogar die von ihm angewendete Methodik und Technik 
kritisiert, sie wegen ihrer Erfolglosigkeit verhöhnt und eigene 
technische Vorschläge proponiert. Zwei Motive können einen 
dazu verleiten, etwas an der usuellen Technik und sogar im Sinne 
der Vorschläge des Patienten zu ändern: 1. wenn man auch mit 
wochen-, monate-, ja jahrelanger Arbeit nicht weiterkommt und 
der Analytiker vor der Möglichkeit steht, den Fall als inkurabel 
fallen zu lassen. In solchen Fällen ist es denn doch logischer, 
vor der völligen Absage an den Fall etwas von dem zu versuchen, 
was der Patient vorschlägt. Das ist natürlich therapeutisch immer 
so gewesen, nur musste der Arzt wissen, dass das, was er nun tut, 
nicht mehr Analyse ist, sondern etwas anderes. Ich möchte aber 
nun hinzufügen, dass das gelegentliche Verfolgen von „etwas 



Fragmente und Notizen III. 239 

anderem" auch die Analyse selbst bereichern kann. Die analytische 
Technik war nie, und ist auch jetzt nichts endgültig Festgelegtes: 
etwa ein Jahrzehnt lang war sie mit Hypnose und Suggestion 
vermengt. 



/ - 22. III. 1931 

Relaxation und Erziehung 1 

Es scheint, dass die Patienten, selbst bei der grössten Nach- 
sicht und Relaxations-Freiheit, an einen Punkt gelangen, wo die 
Freiheit aus praktischen Gründen immerhin eingeschränkt werden 
muss. Der Wunsch z. B., den Analysierenden ständig um sich zu 
haben, der Wunsch, die Übertragungs-Situation zu einem realen, 
dauernden Verhältnis zu gestalten, bleibt unerfüllt. Die darauf 
folgende, oft ausserordentlich starke Gemütsreaktion wiederholt 
die Erschütterung, die seinerzeit zur Symptombildung führte. 
Die grosse Zuvorkommenheit, Nachgiebigkeit des Analytikers 
bringt eine Zeitlang, gleichsam durch Kontrastwirkung, viele böse, 
bislang unbewusste Erlebnisse der Kinderzeit zum Bewusstsein 
oder zur Rekonstruktion. Schliesslich gelingt es, sozusagen das 
ganze Krankheitsgewebe auf den traumatischen Herd zu redu- 
zieren und fast alle Traumanalysen drehen sich um einige wenige, 
erschütternde Kindheitserlebnisse. Während dieser Analysen geht 
manchmal die Emotion mit dem Patienten durch; Zustände von 
heftigen Schmerzen seelischer und körperlicher Natur, wohl auch 
Delirien und mehr minder tiefe Grade des Bewusstseinsverlustes 



1 Erschienen als Teil III unter dem Sammeltitel „Gedanken über 
das Trauma" in Int. Zeitschr. f. Psa., Bd. XX, S. 10, 1934. Hier in der 
Originalform aufgenommen. 



L 



240 



S. Ferenczi 



mit Coma mengen sich in die rein intellektuelle Assoziations- 
und Konstruktionsarbeit ein. Man drängt ihn in diesem Zustande 
dazu, Aufklärungen über die Ursachen der einzelnen Gefühls- 
und Empfindungsatörungen zu geben. Die auf solche Art erzielte 
Einsicht bringt eine Art Befriedigung, die gleichzeitig gefühls- 
mässig und intellektuell ist und es verdient, Überzeugung genannt 
zu werden. Doch dauert diese Befriedigung nicht lange, oft nur 
einige Stunden; die nächste Nacht bringt wieder in Form eines 
Alptraums etwa die verzerrte Wiederholung des Traumas, ohne 
das geringste Gefühl des Verständnisses; die ganze Überzeugung 
ist wieder dahin. Die transitorisch gefundene intellektuelle und 
gemütsmässige Überzeugung zerreisst immer wieder und der 
Patient schwankt nach wie vor zwischen dem Symptom, in dem 
er alle Unlust fühlt und nichts versteht, und zwischen der Wach- 
rekonstruktion, in der er alles versteht, doch nichts oder nur 
sehr wenig fühlt. Eine tiefere Änderung dieses oft langweilig 
und automatisch werdenden Wechsels bringt die obgenannte Nöti- 
gung, der Relaxation eine Grenze zu stecken. Gerade der hohe 
Grad unseres Entgegenkommens macht auch die kleinste Ver- 
sagung ungemein schmerzlich; der Patient sieht sich wie vor den 
Kopf geschlagen, produziert die höchsten Grade der Erschütterung 
und des Widerstandes; fühlt sich betrogen, doch in seiner Aggres- 
sivität gehemmt und endet in einem lähmungsartigen Zustand, 
den er als Totsein oder Sterben empfindet. Gelingt es uns dann, 
auch diesen Zustand von uns weg und auf die infantil-traumati- 
schen Ereignisse zurückzulenken, so mag es dazu kommen, dass 
der Patient den Moment erhascht, in dem seinerzeit Wissen und 
Fühlen unter den nämlichen Symptomen des hilflosen Rasens 
zu einer Selbstzerstörung, zur Zerreissung der Seeleninhalte in 
unbewusstes Fühlen und ungefühltes Wissen führte, also zu dem 
nämlichen Prozess, den Freud für die Verdrängung postuliert. 
Unsere Analyse will und kann anscheinend auch bis zu den Vor- 



Fragmente und Notizen III. 



241 



Stadien des Verdrängungsprozesses zurückführen. Allerdings ge- 
hört dazu das volle Aufgeben jeder Gegenwarts-Relation und 
volles Versinken in die traumatische Vergangenheit. Die einzige 
Brücke zwischen der realen Welt und dem Patienten im Trance- 
Zustand ist die Person des Analytikers, die, statt einfacher, gesti- 
kulatorischer und emotiver Wiederholung, den Patienten mitten 
im Affekt zur intellektuellen Arbeit drängt, ihn unermüdlich 
durch Fragen aufmunternd. 

Eine überraschende, aber anscheinend allgemein gültige Tat- 
sache bei dem Prozess der Selbstzerreissung ist das plötzliche 
Umwandeln der unmöglich gewordenen Objektrelation in die 
narzisstische. Der von allen Göttern verlassene Mensch entschlüpft 
der Realität vollkommen und schafft sich eine andere Welt, in 
der er, ungehindert von Erdenschwere, alles erreichen kann, was 
er will. War er bisher ungeliebt, ja gemartert, so spaltet er von 
sich ein Stück ab, das in Form einer hilfreichen oder liebevollen, 
meist mütterlichen Pflegeperson den geplagten Rest der Person 
bemitleidet, für ihn sorgt, über ihn entscheidet, all dies mit der 
grössten Weisheit, mit durchdringender Intelligenz. Sie ist die In- 
telligenz und Güte selbst, sozusagen ein Schutzengel. Dieser Engel 
sieht das leidende oder getötete Kind von aussen (er ist also aus 
der Person gleichsam ausgeschlüpft bei dem Prozess des „Ber- 
stens"), geht durch das ganze Universum, um Hilfe zu suchen, 
erfindet Phantasien für das anders nicht zu rettende Kind, etc. 
Doch im Momente eines allzustarken neuerlichen Traumas muss 
der Schutzpatron seine eigene Hilflosigkeit und seine wohl- 
meinenden Betrügereien dem gemarterten Kinde einbekennen und 
da bleibt denn nichts anderes als Selbstmord übrig, falls nicht 
im letzten Moment sich etwas Günstiges in der Realität ereignet. 
Dieses Günstige nun, auf das wir gegen den Selbstmord-Impuls 
hinweisen können, ist die Tatsache, dass bei diesem neuerlichen 
traumatischen Kampf der Patient nicht ganz allein dasteht. 
Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 16 



242 



S. Ferenczi 



Zwar können wir ihm nicht alles bieten, was er als Kind verdient 
hätte, aber die Tatsache des Behilflichseinkönnens allein gibt den 
Anstoss zu einem neuen Leben, in dem die Akten des Unwieder- 
bringlichen abgeschlossen werden und der erste Schritt dazu 
getan wird, mit dem, was das Leben doch noch bietet, vorlieb zu 
nehmen und nicht alles, auch das noch Brauchbare wegzuwerfen. 



26. III. 1931 

Zur Revision der Traumdeutung 1 

In Freuds Traumdeutung ist als alleinige Funktion des 
Traumes die wunscherfüllende Umwandlung der schlafstörenden, 
unlustvollen Tagesreste hingestellt. Die Wichtigkeit dieser Tages- 
und Lebensreste ist mit fast nicht zu überbietender Genauigkeit 
und Schärfe beleuchtet, doch meine ich, dass die Wiederkehr 
der Tagesreste selbst eine der Funktionen des Traumes bedeutet. 
Es ist nämlich bei genauer Verfolgung des Zusammenhanges 
zwischen der Lebensgeschichte und den Trauminhalten immer 
auffälliger, dass die sogenannten Tages- (und was wir hinzufügen 
können: Lebens-) Reste eigentlich Wiederholungssymptome von 
Traumen sind; bekanntlich hat aber die Wiederholungstendenz 
bei der traumatischen Neurose auch an und für sich eine nützliche 
Funktion: sie will das Trauma einer besseren, womöglich end- 



1 Teilweise erschienen als Teil II unter dem Sammeltitel „Gedanken 
über das Trauma" in Int. Zeitschr. f. Psa., Bd. XX, S. 7, 1934. Hier in 
der Originalform aufgenommen. 



Fragmente und Notizen III. 243 



gültigen Erledigung zuführen, als beim erschütternden Urereignis 
möglich war. Diese Tendenz ist auch dort vorauszusetzen, wo sie 
misslingt, d. h. wo die Wiederholung zu keinem besseren Resultat 
führt als das Urtrauma. Die vollkommenere Definition der 
Traumfunktion wäre also (statt: „Der Traum ist eine Wunsch- 
erfüllung"): jeder Traum, also auch der unlustvolle ist der Ver- 
such, traumatische Erlebnisse einer besseren psychischen Erledi- 
gung und Bewältigung zuzuführen, sozusagen im Sinne eines „esprit 
d'escalier", was in den meisten Träumen infolge der Herabsetzung 
der kritischen Intelligenz und der Vorherrschaft des Lustprinzips 
leichter geschieht. Ich möchte also die Wiederkehr der Tages- 
und Lebensreste im Traume nicht als mechanische Produkte des 
Wiederholungstriebes betrachtet sehen, sondern vermute dahinter 
das Wirken einer gleichfalls psychologisch zu nennenden Tendenz 
zur Neu- und Bessererledigung, und die Wunscherfüllung ist das 
Mittel, mit dem dies zu erreichen dem Traume mehr minder gut 
gelingt. Angstträume und Alpträume sind unvollkommen gelin- 
gende oder fast gar nicht gelingende Wunscherfüllungen, doch 
der Anlass (Ansatz) dazu ist in der partiell durchgeführten Ver- 
Schiebungsarbeit unverkennbar. Tages- und Lebensreste sind also 
zur Wiederholung neigende, unerledigte und unbewältigte, un- 
bewusste und vielleicht nie bewusst gewesene psychische Ein- 
drücke, die sich unter den Bedingungen des Schlafens und 
Träumens mehr als im Wachen vordrängen und sich die wunsch- 
erfüllende Fähigkeit des Traumes nutzbar machen. 

In einem jahrelang beobachteten Falle gab es in jeder Nacht 
mindestens zwei, meist mehrere Träume. Der erste, in der Stunde 
der grössten Schlaftiefe erlebte, hatte keinen psychischen Inhalt; 
die Patientin erwachte daraus mit dem Gefühle grosser Aufregung, 
mit dumpfen Erinnerungen an Schmerzempfindungen, durchge- 
machte Leiden körperlicher und psychischer Natur und mit der 
Andeutung von Sensationen in einzelnen Körperorganen. Nach 



244 



S. Ferenczi 



längerem Wachsein neuerliches Einschlafen mit neuen, sehr leb- 
haften Traumbildern, die sich als Verzerrungen und Abschwächun- 
gen der im ersten Traume (und auch im Traume nur unbewusst) 
erlebten Vorgänge erwiesen. Es wurde allmählich immer klarer, 
dass die Patientin nur in einem tief unbewussten, beinahe, koma- 
tösen Schlaf die traumatischen Ereignisse ihres Lebens rein emo- 
tionell und ohne Vorstellungsinhalte wiederholen kann und muss, 
im nachfolgenden, minder tiefen Schlaf aber nur wunscherfül- 
lende Abschwächungen ertragen kann. Das theoretisch Wichtige 
an diesen und ähnlichen Beobachtungen ist die Relation zwischen 
der Tiefe der Bewusstlosigkeit und dem Trauma und berechtigt 
an und für sich zum Versuch, das Erschütterungserlebnis mit Hilfe 
absichtlich begünstigter Versenkung in Trance aufzusuchen. Un- 
erwarteter, unvorbereiteter, überwältigender Schock wirkt gleich- 
sam als Anaestheticum. Wie aber kommt dies zustande? Anschei- 
nend durch Einstellung jeder Art von psychischer Aktivität und 
damit Herstellung eines Zustandes vollkommen widerstandsloser 
Passivität. Die absolute Lähmung der Motilität begreift die Ein- 
stellung auch des Wahrnehmens, damit auch des Denkens in sich. 
Die Ausschaltung der Perzeption hat die volle Schutzlosigkeit der 
Persönlichkeit zur Folge. Ein Eindruck, der nicht wahrgenommen 
wird, kann auch nicht abgewehrt werden. Diese komplette Läh- 
mung hat zur Folge: 1. dass der Ablauf der sensiblen Lähmung 
dauernd unterbrochen wird und bleibt; 2. dass man während der- 
selben jeden mechanischen und psychischen Eindruck widerstands- 
los aufnimmt; 3. dass von diesen Eindrücken keine Erinnerungs- 
spuren zurückbleiben, nicht einmal im Unbewussten, so dass die 
Ursachen der Erschütterung gedächtnismässig nicht zu haben sind. 
Will man sie dennoch erreichen, was logisch schier unmöglich 
erscheint, so muss man das Trauma selbst wiederholen und unter 
günstigeren Bedingungen erstmalig zur Perzeption und zur 
motorischen Entladung bringen. 



J 



Fragmente und Notizen III. 245 

Zurückkehrend zum Traume: der Bewusstlosigkeitszustand, 
respektive Schlaf zustand begünstigt nicht nur die Herrschaft des 
Lustprinzips (wunscherfüllende Traumfunktion), sondern auch 
die Wiederkehr unerledigter, traumatischer, sensibler Eindrücke, 
die nach Erledigung ringen (traumatolytische Traumfunktion). 
Mit anderen Worten: die Wiederholungstendenz des Traumas ist 
grösser im Schlafe als im Wachen; in tiefem Schlafe also ist mehr 
Aussicht auf Wiederkehr tiefstversteckter, sehr vehementer, da- 
her seinerzeit mit tiefer Bewusstlosigkeit einhergegangener, un- 
erledigter sensibler Eindrücke. Gelingt es, diese vollkommene 
Passivität mit dem Gefühle der Fähigkeit zum Ausleben des Trau- 
mas zu verbinden (d. h. den Patienten zur Wiederholung und 
zum Zuendeerleben aufzumuntern, was oft nur nach unzähligen, 
misslingenden Versuchen und gewöhnlich zunächst nur stück- 
weise gelingt), so mag es zu einer neuartigen, günstigeren, wohl 
auch dauerhaften Erledigung des Traumas kommen. Der Schlaf- 
zustand allein kann dies nicht leisten, höchstens die neuerliche 
Wiederholung mit demselben lähmungsartigen Endresultat. Oder 
der Schlafende erwacht mit dem Gefühle verschiedenartiger see- 
lischer und körperlicher Unlustempfindungen, schläft dann wieder 
ein und träumt den verzerrten psychischen Inhalt nach. Der 
erste Traum ist pure Wiederholung; der zweite ein Versuch, damit 
irgendwie allein fertig zu werden, u. zw. mit Hilfe von Milde- 
rungen und Verzerrungen, also verfälscht. Unter der Bedingung 
einer optimistischen Verfälschung wird also das Trauma zum 
Bewusstsein zugelassen. 

Die Vorbedingung einer solchen Verfälschung scheint die 
sogenannte „narzisstische Spaltung" zu sein, d. h. die Schaffung 
einer Zensurstelle (Freud) aus einem abgespaltenen Teile des 
Ichs, die sozusagen als reine Intelligenz und Alleswisser mit einem 
Januskopfe sowohl die Grösse der Schädigung als auch den Teil 
davon, den die Person ertragen kann, abmisst und nur das Er- 



246 



S. Ferenczi 



trägliche in Form und Inhalt des Traumes zur Perzeptiön zulässt, 
ja, wenn nötig, es wunscherfüllend beschönigt. 

Beispiel zu diesem Traumtypus: Patientin, der vom Vater 
einigemale, auch im erwachsenen Lebensalter Liebesanträge ge- 
macht wurden, bringt monatelang Material, das auf ein sexuelles 
Infantiltrauma aus dem fünften Lebensjahr hindeutet; doch trotz 
zahlloser Phantasie- Wiederholungen, auch im Halbtraume, weder 
erinnert, noch zur Höhe der Überzeugung gehoben werden kann. 
Sehr oft erwacht sie aus dem ersten, tiefen Schlaf „wie zerschla- 
gen", mit heftigen Schmerzen im Unterleib, Blutfülle im Kopf 
und Muskelzerrung „wie nach einem heftigen Kampf", lähmungs- 
artiger Erschöpfung etc. Im zweiten Traum sieht sie sich von 
wilden Tieren verfolgt, zur Erde geschleudert, von Räubern über- 
fallen etc., wobei kleine Züge des Verfolgers auf den Vater, seine 
enorme Grösse auf die Kindheit hinweisen. Ich halte den „Primär- 
traum" für die traumatisch-neurotische Wiederholung, den 
„Sekundärtraum" für die teilweise Bewältigung desselben ohne 
äussere Hilfe mittels der narzisstischen Spaltung. Ein solcher 
Sekundärtraum hatte etwa folgenden Inhalt: ein kleiner Karren 
wird von einer langen Reihe von Pferden auf einer Bergkante, 
sozusagen spielend, heraufgezogen. Rechts und links Abgründe; 
die Pferde werden in einem gewissen Rhythmus angetrieben. Die 
Kraftfülle der Pferde ist mit der spielerischen Leichtigkeit der 
Aufgabe in keinem Verhältnis. Starkes Lustgefühl. Plötzlicher 
Szenenwechsel: ein junges Mädchen (Kind?) liegt am Boden eines 
Kahnes fast tot und weiss, über ihr ein riesiger Mann, sie mit sei- 
nem Gesichte erdrückend. Hinter ihnen steht im Kahn ein zweiter 
Mann, ein ihr persönlich bekannter Herr, und das Mädchen schämt 
sich, dass der Mann Zeuge des Vorganges ist. Der Kahn ist von 
ungeheuer hohen steilen Bergrändern umgeben, so dass man von 
nirgends her hinsehen kann, es sei denn aus ungeheurer Entfernung 
von einem Aeroplan. 



Fragmente und Notizen III. 247 

Das erste Stück des Sekundärtraumes entspricht der uns aus 
anderem Traummaterial bekannten, respektive erschlossenen 
Szene, in der Patientin als Kind rittlings auf dem Körper des Va- 
ters emporrutscht und mit kindischer Neugierde alle möglichen 
Entdeckungszüge nach versteckten Körperteilen des Vaters macht, 
wobei sich beide köstlich amüsieren. Die Szene im tiefen Teich 
reproduziert den Anblick des sich-nicht-beherrschen-Könnens des 
Mannes, die Idee, was die Welt dazu sagen würde, das Gefühl des 
Totseins und der Hilflosigkeit und gleichzeitig in autosymbolischer 
Weise: die Tiefe der Bewusstlosigkeit, die von allen Seiten die 
Geschehnisse unzugänglich macht (höchstens etwa Gott im Him- 
mel oder ein sehr, sehr weit fliegender, d. h. emotionell uninter- 
essierter Flieger könnte das Geschehene erspähen). Auch der Pro- 
jektionsmechanismus als Resultat der narzisstischen Spaltung ist 
in der Verschiebung der Erlebnisse von sich selbst auf „ein Mäd- 
chen" dargestellt. 

Der therapeutische Zweck der Traumanalyse ist die Her- 
stellung einer unmittelbaren Zugänglichkeit zu den sensiblen Ein- 
drücken mit Hilfe einer tiefen Trance, die gleichsam hinter den 
Sekundärtraum regrediert und die Ereignisse des Traumas in der 
Analyse wieder erleben lässt. Nach der gewöhnlichen Traumanalyse 
im Wachzustande folgte also eine zweite Analyse in Trance. Man 
trachtet in dieser Trance mit dem Patienten in Kontakt zu bleiben, 
was viel Takt erfordert. Entspricht man dabei nicht vollkommen 
den Erwartungen der Patienten, so erwachen sie ärgerlich oder 
belehren uns, was wir hätten tun und sagen sollen. Der Arzt hat 
da manches zu schlucken und muss es lernen, auf seine Autorität 
als Besserwisser zu verzichten. Die Nachanalyse benützt oft ein- 
zelne Bilder des Traumes, um durch sie hindurch sozusagen in die 
Tiefendimension, das heisst in die Realität hineinzuschreiten. 

Nach der Trance und vor dem Erwachen ist es gut, das Er- 
lebte zu einem Gesamterlebnis zusammenzufassen und es dem 



248 S. Ferenczi 



Patienten vorzuhalten. Dann folgt die Prozedur des Erwachens, 
die besondere Vorschriften erfordert, es ist aber zweckmässig, 
das in der Stunde Vorgegangene nach dem Erwachen nochmals 
durchzusprechen. (Hier die Möglichkeit der Einschaltung des Ge- 
dankenganges über den Unterschied zwischen der „Inhalt-Sugge- 
stion" bei früheren Hypnosen und der reinen Courage-Suggestion 
in der Neokatharsis: die Aufmunterung zum Zuendefühlen und 
-denken traumatisch unterbrochener seelischer Erlebnisse.) 



2. April 1931 

Aphoristisches zum Thema Totsein- Weibsein 

In Fortsetzung des Gedankenganges über Anpassung (jede 
Anpassung ist partieller Tod, Aufgeben eines Teiles der Indivi- 
dualität; Voraussetzung: traumatische Auflösungssubstanz, in der 
äussere Macht Stücke wegnehmen, Fremdes einfügen kann) muss 
die Frage aufgeworfen werden, ob das genitaltheoretische Problem 
über Genese der Geschlechtsunterschiede nicht auch als Adapta- 
tions-, respektive partielle Todeserscheinung zu erklären ist? Dies 
angenommen, ist es vielleicht nicht unmöglich, die von mir ver- 
muteten, höheren geistigen Tätigkeiten des Weibes aus dem Er- 
leiden des Traumas herzuleiten. Eigentlich also nur Paraphrase 
der alten Weisheit: der (die) Klügere gibt nach. Besser gesagt: 
der Nachgebende wird klüger. Noch besser: die vom Trauma be- 
troffene Person kommt mit dem Tode in Berührung, dem Zustande 
also, in dem selbstzweckliche Strebungen und Schutzmassnahmen 
ausgeschaltet sind, vor allem aller Friktionswiderstand, der im 
selbstzwecklichen Leben die Isolierung der Dinge und der eigenen 
Person in Zeit und Raum bewerkstelligt. Eine Art Allwissenheit 



Fragmente und Notizen III, 249 



über die Welt, mit richtiger Abschätzung der eigenen und fremden 
Kraftverhältnisse und unter völliger Ausschaltung jeder Fälschung 
durch Emotivität (also reine Objektivität, reine Intelligenz) im 
Momente des Traumas, macht die betreffende Person, auch nach 
der darauffolgenden Konsolidierung, mehr oder minder hellsehe- 
risch. Das wäre die Quelle der weiblichen Intuition. Weitere 
Voraussetzung natürlich die Annahme, dass der Moment des 
Sterbens, falls die Unabwendbarkeit des Todes, vielleicht nach 
hartem Kampfe, anerkannt und angenommen wird, mit jenem zeit- 
und raumlosen Alleswissen einhergeht. 

Nun aber wieder das verdammte Problem des Masochismus! 
Woher die Fähigkeit, nicht nur objektiv zu werden und, so weit 
als notwendig, entsagen oder gar sterben, sondern auch aus 
dieser Zerstörung sich Lust zu verschaffen. (Also nicht nur Unlust- 
bejahung, sondern Unlustsucht.) 1. Das Selbstsuchen oder be- 
schleunigen der Unlust hat subjektive Vorteile vor der vielleicht 
langwierigen Unlust- und Todeserwartung. Vor allem bin ich es 
selbst, der mir das Tempo des Lebens und Sterbens vorschreibt; 
das Moment der Angst vor etwas Unbekanntem ist also ausge- 
schlossen. Im Vergleich mit der Todeserwartung von aussen ist 
also Selbstmord relative Lust. 2. Schon die Beschleunigung allein 
(Entgegenfliegen des kleinen Vogels den Raubvogelklauen, um 
rascher zu sterben) muss eine Art Befriedigungserlebnis bedeuten. 
3. Vieles spricht dafür, dass ein solches Sichpreisgeben nie ohne 
kompensatorische Halluzination (Glückseligkeitsdelirien, Ver- 
schiebung der Unlust auf andere, meistens auf den Angreifer 
selbst, phantastische Identifizierung mit dem Angreifer, objektive 
Bewunderung der Mächtigkeit der die Person angreifenden Kräfte; 
schliesslich Finden von Mitteln und Wegen zur realen Hoffnung 
einer andersartigen Rache- und Überlegenheitsmöglichkeit auch 
nach dem Unterliegen) einhergeht. 



250 



S. Ferenczi 



9. April 1931 



Geburt des Intellekts 



Aphoristisch ausgedrückt: Intellekt wird nur aus Leiden ge- 
boren. (Gemeinplatz: böse Erfahrungen machen einen gewitzigt; 
Hinweis auf die Entstehung des Gedächtnisses aus dem durch böse 
Erfahrungen geschaffenen psychischen Narbengewebe. Freud.) 

Paradoxale Aufstellung: Intellekt wird nicht einfach aus ge- 
wöhnlichem Leiden, sondern nur aus traumatischem geboren. Er 
entsteht als eine Folgeerscheinung oder Kompensationsversuch voll- 
kommener psychischer Lähmung (volle Einstellung jeder bewuss- 
ten motorischen Innervation, Einstellung jedes Denkprozesses, ja 
Unterbrechung auch der Wahrnehmungsvorgänge unter Aufstape- 
lung der sensiblen Erregungen ohne Abfuhrmöglichkeit). Hiedurch 
würde das geschaffen, was den Namen unbewusstes Fühlen ver- 
dient. Das Aufhören oder das Zerstörtwerden bewusster psychi- 
scher und körperlicher Wahrnehmungs-, Schutz- und Abwehr- 
Prozesse, das heisst ein partielles Sterben, scheint nun der Augen- 
blick zu sein, in dem aus anscheinend unbekannter Quelle, ohne 
jedes Mitwirken des Bewusstseins, beinahe vollkommen zu nen 
nende intellektuelle Leistungen zutagetreten, wie genaueste Ab 
wägung aller gegebenen äusseren und inneren Faktoren und Er 
greifen der einzig richtigen oder übrigbleibenden Möglichkeit 
genaueste Berücksichtigung der eigenen und fremden psychologi 
sehen Möglichkeiten in qualitativer wie quantitativer Hinsicht 
Kurze Beispiele: 1. Sexuelle Aggression von unerträglicher Inten 
sität an kleinen Kindern: Bewusstlosigkeit; Erwachen aus dem 
traumatischen Schock ohne Erinnerung, doch mit verändertem 
Charakter: bei Knaben Effeminierung, bei Mädchen dasselbe, oder 
das genaue Gegenteil „männlicher Protest". Es ist intelligent zu 
nennen, dass das Individuum, dazu noch bewusstlos oder komatös, 



Fragmente und Notizen III. 



251 



bei richtiger Abwägung der Kräfteverhältnisse den einzig mögli- 
chen Weg der Lebensrettung, das heisst den der vollen Nach- 
giebigkeit, geht, allerdings mit mehr-minder mechanisierter, blei- 
bender Veränderung und unter Verlust eines Teiles der psychi- 
schen Elastizität. 2. Gelingen sonst fast unmöglicher akrobatischer 
Leistungen, wie Hinunterspringen vom vierten Stock und Hinein- 
springen mitten im Fallen in den Korridor des dritten. 3. Plötz- 
liches Erwachen aus einem über zehn Jahre hingezogenen trau- 
matisch-toxisch-hypnotischen Schlaf, momentane Einsicht in die 
bisher fast oder ganz unbewusst gewesene Vergangenheit, sofortige 
Abschätzung der mit Sicherheit zu erwartenden tödlichen Aggres- 
sion, Beschluss des Selbstmordes, und all das in ein und demselben 
Augenblick. 

Es handelt sich hier um intellektuelle Mehrleistungen, die 
psychologisch unfassbar sind, die metaphysische Erklärung er- 
fordern. Im Momente des Überganges aus dem Zustande des Lebens 
in den des Todes kommt es zu einem Abmessen der vorhandenen 
Lebenskräfte und der feindlichen Mächte, das mit partiellem oder 
totalem Unterliegen, Resignation, das heisst Sichaufgeben endet. 
Das mag nun der Moment sein, in dem man „halb tot" ist, das 
heisst mit einem Teile der Person fühllose, weil jedem Egoismus 
entrückte Energie, das heisst ungetrübte Intelligenz besitzt, die ge- 
gen die Umwelt durch keine zeitlichen und räumlichen Widerstände 
abgegrenzt ist, mit einem andern Teile aber doch die Ich-Grenze 
zu bewahren und zu verteidigen sucht. Dies ist die bei andern 
Anlässen so benannte narzisstische Selbstspaltung. Bei Abwesen- 
heit jeder äusseren Hilfe wird ein Stück abgespaltener, toter 
Energie, die über alle Vorteile der Fühllosigkeit des Unbelebten 
verfügt, in den Dienst der Lebenserhaltung gestellt. (Analogie mit 
der Entstehung neuer Lebewesen infolge mechanischer Störung 
und Zerstörung, die in Produktivität sich umkehrt, wie die L o e b - 
sehen Befruchtungsversuche; siehe bezügliche Stelle der „Genital- 



252 S. Ferenczi 



theorie". Das einzig „Reale" ist Emotion = rücksichtsloses Agie- 
ren [Reagieren], d. h. das, was man sonst geisteskrank nennt.) 

Reine Intelligenz wäre so ein Produkt des Sterbens, 
oder zumindest des geistigen Fühlloswerdens, ist also i m G r u n d e 
eine Geisteskrankheit, deren Symptome prak- 
tisch brauchbar werden können. 



30. VII. 1931 

Fluktuation des Widerstandes 

(Patientin B.) 

Plötzliche Unterbrechung einer längeren Periode von produk- 
tiver und reproduktiver Fruchtbarkeit (fast physisch durchlebte 
körperlich-seelische Szenen von Verführung, Vergewaltigung durch 
den Väter im Alter von 4 (?) Jahren), plötzlicher Eintritt fast un- 
überwindlichen Widerstandes. Allerdings waren die vorhergehen- 
den Stunden und auch die Zwischenzeit erfüllt von fast unerträg- 
lichen Gefühlen und Empfindungen: der Rücken wie entzwei- 
gebrochen; riesiges Gewicht verlegt den Atem, wobei die Atem- 
züge nach vorübergehender erstickungsähnlicher Blutfülle im 
Kopfe und Stimmlosigkeit plötzlich in Atemlosigkeit, Leichen- 
blässe im Gesicht, lähmungsartige allgemeine Schwäche, Ent- 
rückung des Bewusstseins übergehen. Die Acme dieser Wie- 
derholungssymptome bildeten: 1. ein Traum von halluzina- 
torischer Realität, in dem ein dünnes, langes Gummirohr in 
die Vagina eindringt und bis zum Mund hinaufstösst, sich 
dann zurückzieht, um bei jedem neuerlichen Eindringen rhyth- 
mische Erstickungsgefühle hervorzurufen. 2. Sichtliches Wach- 



J 



Fragmente und Notizen III. 253 

sen des Bauches: imaginierte Schwangerschaft, die immer ko- 
lossaler, schmerzlicher und gefahrdrohender wird. Eines mor- 
gens erscheint Patientin, plötzlich ganz ohne Schmerzen, in 
jeder Hinsicht unproduktiv, symptomlos; auf die scherzhafte 
Frage, ob ihre Schwangerschaft nicht durch Abortus unterbrochen 
wurde, folgt störrisches Verletztsein, das wochenlang andauert. Al- 
les, was bisher geleistet wurde, verliert seine Geltung. Patientin 
voll von Zweifeln, hoffnungslos, ungeduldig; ich weise ihr kon- 
sequent ihre Fluchttendenzen nach. Alles umsonst, mit starker 
logischer Konsequenz gruppiert sie die Motive ihres gerechtfertig- 
ten Desperatseins, über Analyse sowohl als auch über ihre ganze 
Zukunft; oft kritisiert sie mit Schärfe das Betragen von Analytikern 
und Analysierten, die sie kennt und die zum Teil von mir ab- 
hängen. Da sie aber keine andere als die psychoanalytische Lö- 
sungsmöglichkeit zugibt, mündet ihr ganzes Trachten und Sinnen 
in einen allgemeinen Pessimismus mit Anspielungen auf Selbstmord. 

Heute, nachdem Verdächtigung und Hoffnungslosigkeit, wie 
ich es ihr nachwies, ihr den Gedanken des Abbruchs der Analyse 
nahelegten, diskutierte sie u. a. ihre Unfähigkeit, das Denken fallen 
zu lassen und ihr Unbewusstes mit Hilfe wirklich freier Assoziation 
aufzudecken. Ich drängte mit einiger Energie zur Produktion von 
freien Bildern und sofort versank sie wieder in das unleidliche 
Empfinden des Rückenschmerzes (Gebrochenseins). Auf weiteres 
Drängen verlegt sie diese Empfindung wiederum in ihren Heimats- 
ort, sie assoziiert weiter Liegen im Gras, dann das Gefühl: ihr sei 
etwas Schreckliches passiert (durch wen?), „ich weiss es nicht, 
vielleicht mein Vater". 

Jedenfalls gelang es durch energisches Forcieren der freien 
Assoziation, unter gleichzeitigem Fühlenlassen intensiven Mitleids 
meinerseits den Widerstand zu durchbrechen. 

Ähnliche Fluktuationen mit der nämlichen Plötzlichkeit 
passierten auch schon früher. Was bedeuten sie? Sind sie 1. ein- 



254 S. Ferenczi 



fach Fluchtversuche vor übergross werdendem Schmerz? 2. Will 
die Patientin damit auf die Plötzlichkeit der Umschaltung ihres 
Lebens durch den Schock hindeuten? (Sie wurde wirklich ein 
trotziges, schwer beeinflussbares Kind.) Oder 3. war wirklich 
(unter Mitwirkung der Vorgeschichte) eine unerwartete Verletzung 
durch mich das Provozierende? 

Allgemeinste Folgerung: Auch der Rhythmus, die Langsam- 
keit oder die Plötzlichkeit im Wechsel von Widerstand und Über- 
tragung mag autosymbolisch einiges aus der Vorgeschichte dar- 
stellen. 

Neuerliche Bestätigung der Wichtigkeit der wörtlich genom- 
menen freien Assoziation. 

Gelegentliche Notwendigkeit, aus der Passivität herauszu- 
treten und, ohne zu drohen, energisch nach der Tiefe zu drängen. 



4. Vlll. 1931 

Über masochistischen Orgasmus 

Traum von B.: Sie geht auf den Knien; unter ihren Knien 
das auseinandergezerrte rechte und linke Bein eines Tieres, dessen 
Kopf zwischen den Beinen der Träumerin nach rückwärts schaut. 
Der Kopf ist dreieckig, wie ein Fuchskopf. Sie geht an einem 
Fleischhauerladen vorbei und sieht, wie dort ein riesiger Mann 
ein ebensolches kleines Tier mit einem geschickten Schnitt entzwei- 
schneidet. In diesem Moment fühlt Träumerin den Schmerz in 
ihrem Genitale, schaut zwischen den Beinen nach unten, sieht 
das dort geschleifte Tier, gleichfalls entzweigeschnitten und be- 
merkt plötzlich, dass sie zwischen den Beinen an der schmerz- 
haften Stelle einen langen Schlitz hat. 



Fragmente und Notizen III. 255 

Die ganze Szene ist ein Versuch, die erfolgte oder eben er- 
folgende Vergewaltigung auf ein anderes männliches Wesen, resp. 
dessen Penis zu verschieben. Ein riesiger Mann schlitzt nicht sie, 
sondern ein Tier im Fleischerladen, dann ein Tier zwischen den 
Beinen der Träumerin und erst der Schmerz beim Erwachen weist 
darauf hin, dass die Operation an ihr selbst vollzogen wurde. 
Der Moment des Orgasmus wird angedeutet, erstens dadurch, 
dass nach dieser Szene eine „maskuline Ejakulation" mit 
starkem Saftflusse stattfindet, zweitens durch ein anderes Traum- 
stück, in dem drei Freundinnen ungeschickt an einer Sache herum- 
hantieren. Hierin ist die Bewunderung des grausamen, aber zweck- 
sicheren Mannes im Gegensatz zu den noch so maskulinen Frauen 
ausgedrückt. 

Normaler Orgasmus scheint eine Begegnung zweier Aktions- 
tendenzen zu sein. Die Liebesrelation kommt anscheinend weder 
im Subjekt A noch im Subjekt B, sondern zwischen beiden zu- 
stande. Liebe ist also weder Egoismus noch Altruismus, sondern 
Mutualismus, Austausch von Gefühlen. Der Sadist ist vollkomme- 
ner Egoist. Bei der Entleerung in ein psychisch vollkommen un- 
besetztes, erwiderungsunfähiges Genitale durch einen Sadisten 
überwältigt: ist die Reaktion erstens Schock, d. h. Todesangst 
und Auflösung, zweitens plastische Einfühlung in die Emotion 
des Sadisten, halluzinatorische, maskuline Identifizierung. Die 
Therapie besteht in der Entlarvung der Schwäche hinter der 
Maskulinität und Ertragen der Todesangst, ja der Bewunderung. 
Hauptsächlich aber der Wunsch nach erwiderter Liebe, als Gegen- 
gewicht. 



256 S. Ferenczi 



31. XII. 1931 

Trauma und Angst 1 

Angst ist unmittelbare Folge jedes Traumas. Sie besteht im 
Gefühle der Unfähigkeit, sich an die Unlustsituation durch 
1. Entziehung seines Selbst vom Reiz (Flucht), 2. durch Entfer- 
nung des Reizes (Vernichtung der äusseren Gewalt) anzupassen. 
Rettung bleibt aus. Die Hoffnung auf eine solche scheint ausge- 
schlossen. Unlust steigert sich, verlangt nach „outlet". Selbst- 
zerstörung als Angst entbindend — dem stillen 
Dulden vorgezogen. Das leichtest Zerstörbare an uns selbst ist das 
Bw — der Zusammenhang der psychischen Gebilde zu einer Ein- 
heit (körperliche Einheit folgt nicht so bald dem Selbstzerstörungs- 
impuls) : Desorientierung 

hilft 1. unmittelbar, als Selbstzerstörungsvorgang (outlet); 

2. weitere Perzeption des Übels (insbesondere höhe- 
rer „moralischer" Art) hört auf. Ich leide nicht 
mehr, höchstens ein Körperteil von mir. 

3. wunscherfüllende Neubildung auf 
dem Niveau des Lustprinzips aus den Frag- 
menten. 

Dm.: Nicht sie ist outraged, sie ist der Vater. 

U.: Er ist stark, macht kolossalen Erfolg in Geschäften (diese 
Phantasie wird [als verrückt] gefürchtet). 

Angst ist in Verrücktheits furcht umgewandelt. Beim 
Verfolgungswahnsinnigen überwiegt die Tendenz, sich selbst 
zu schützen (Gefahren abzuwehren) über die ganz hilflose 
Angst. 



1 Z. T. erschienen in „Gedanken über das Trauma", Teil I. in Int. 
Zeitschr. f. Psa., Bd. XX, S. 6, 1934. Hier in der Originalform auf- 
genommen. 



Fragmente und Notizen III, 



257 



unbevous st 



In den meisten Fällen ist 1. Verfolgungs- 
wahn 

2. Grössenwahn 

3. Allmacht alles 
zerstören 

Die Analyse muss durch diese Schichten hindurch. 

Dm.: muss einsehen, dass sie auf Umwegen töten will, und 
nur leben kann mit dieser Phantasie. In der Analyse sieht sie, 
dass der Analytiker sie versteht — dass sie nicht bös ist, dass 

sie töten muss — und weiss, dass sie unsäglich gut <C \ und 

war I 

noch sein möchte. Unter diesen Bedingungen gibt sie ihre 

Schwäche \ 

t, i • \ zu (gesteht, meine Ideen stehlen zu wollen usw.). 

Bosheit I ,„., 

I. und S. Hess ich in Wut fortgehen, anstatt dagegen pro- 
testiert zu haben, dass sie mich zerstückeln wollten. 



Fereacfl, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 



17 



IV. 



10. VI. 1932 



Fakirismus 



Gelegenheits-Organ-Produktion zu „outlet". Dadurch befreit 
sich Organismus von deletärer Spannung (Sensibilität). Die Re- 
aktionen werden anderswohin verlegt ... in die Zukunft, in 
die zukünftigen Möglichkeiten, die befriedigender sind. Man ge- 
niesst die bessere Zukunft, um die schlimme Gegenwart zu ver- 
gessen. 

Das ist Verdrängung. 

Gegenbesetzung der Unlust mit Lustvorstellungen. 

Frage: kann solches Gelegenheitsorgan auch reales schaffen? 

Kann es photographische Platte beeinflussen? Angeblich ja. 
Es ist auch Stoff, nur viel beweglicherer Natur (feinerer Struktur). 

Man darf nicht so selbstisch sein, will man die 
Aus3ensphäre erreichen und benützen. Dort draussen gibt es keine 
(oder viel geringere) Reibung — sondern gegenseitiges Nach- 
geben. Ist dies das Prinzip der Güte, der gegenseitigen Rück- 
sieht? 

D a s s Dinge beeinflussbar sind (Unlust ertragen), ist an und 
für sich Beweis der Existenz des II. (Güte-) Prinzips. 1 

Todestrieb? Nur Tod (damage) des Individuums. 



1 Vgl. „Die drei Hauptprinzipien", S. 259 dieses Bandes (Heraus- 
geber). 



Fragmente und Notizen IV. 259 



Gelingt es { ? } sich mit dem U b w (freier, f liessender, extra 
organischer Ausdruck) zu befreunden. 
Mut zur Verrücktheit 
ohne Angst. 

Hat man dann noch Lust, zum Alltag zurückzufinden? Und: 
ist man dann noch zu Leidenschaften überhaupt fähig? 



Biarritz, 14. IX. 1932 

Die drei Hauptprinzipien 

Das Zusammenfassen des Wissens um das Universum ist ähn- 
lich der Feststellung des Schwerpunktes einer Vielheit von 
zusammenhängenden Elementen. Bisher dachte ich nur an zwei 
Prinzipien, die das Wissen des Menschen fassen kann: Das Prinzip 
des Egoismus oder der A u t a r c h i e, demgemäss ein isolier- 
ter Teil des Weltganzen (Organismus) möglichst unabhängig von 
der Umwelt in sich selbst die Bedingungen der Existenz oder 
der Entwicklung besitzt und zu sichern sucht. Die diesem ent- 
sprechende wissenschaftliche Attitüde ist extremer Materialismus 
und Mechanismus (Freud) und das Leugnen der realen Existenz 
von „Gruppen" (Familie, Nation, Horde, Menschheit etc.) (R 6 - 
heim). Das Minimum (?) oder die volle Abwesenheit (!) von 
„Rücksichten", von altruistischen Regungen, die die Grenzen des 
egoistischen Bedürfnisses oder des günstigen Rückschlags aufs in- 
dividuelle Wohlsein übersteigen, ist die logische Konsequenz dieser 
Denkrichtung. 

Ein anderes Prinzip ist das der Universalität; nur 
Gruppen, nur Weltganzes, nur Verbände existieren; Indivi- 
duen sind „irreal", sofern sie sich als Existenzen ausserhalb der 



260 S. Ferenczi 



Verbände dünken und die Relationen zwischen den Indi- 
viduen (Hass, Liebe) vernachlässigen und eine Art narzisstisches 
Traumleben führen. Egoismus ist „irreal" und Altruismus — 
gegenseitige Rücksichtnahme, Identifizierung ist berechtigt, Frie- 
den, Harmonie, Selbstentäusserung wünschenswert, weil wirklich- 
keitsgerecht. 

Ein dritter Standpunkt würde versuchen, beiden Gegensätzen 
gerecht zu werden und sozusagen einen Standpunkt (Schwer- 
punkt, Gesichtspunkt) zu finden suchen, der beide Extreme zu- 
sammenfasst. Dieser würde den Universalismus als einen Versuch 
der Natur ansehen, ohne Rücksicht auf bereits bestehende Aut- 
arkie-Tendenzen, die gegenseitige Identifizierung und damit die 
Harmonie und den Frieden herzustellen (Todestrieb). Den Egois- 
mus als einen anderen, bereits weit gediehenen Versuch der Natur, 
in dezentralisierter Weise Organisationen der Ruhesicherung zu 
schaffen. (Reizschutz): (Lebenstrieb): Der Mensch ist eine sehr 
weit gediehene mikrokosmische Vereinheitlichung; man kann so- 
gar an die Möglichkeit denken, dass es dem Menschen gelingen 
kann, die ganze Umwelt um sich selbst zu zentrieren. 

Die weitestmögliche Vereinheitlichung würde beide Bestre- 
bungen als existent anerkennen und etwa das Schuldgefühl 
als ein automatisches Signal dessen auffassen, dass die realitäts- 
gemässen Grenzen egoistischer- oder altruistischerweise über- 
schritten sind. Es gäbe also zweierlei Schuldgefühle: verausgabt 
man mehr an die Umwelt (Gruppen, etc.) als für das Ich erträg- 
lich, so versündigt man sich am Ich; Folge: Ich-Verschul- 
d e n, Strafwürdigkeit wegen Verletzung oder Vernachlässigung 
des Ichs. Und Umwelt (Gruppenverschulden): Ver- 
nachlässigung und Verletzung der altruistischen Verpflichtungen, 
also was man gemeiniglich soziale Schuld nennt. (Bisher kannte 
man nur diese Form und dieses Motiv der Schuld.) 



Fragmente und Notizen IV. 261 

Doch all das ist Spekulation, solange mir nicht Fälle be- 
weisen, dass das A. B. C.-P r i n z i p, die A.- und B.-S c h u 1 d wirk- 
lich vorhanden sind. Neurasthenie habe ich schon vor län- 
gerer Zeit als Verschulden gegen das eigene Ich [Masturbation, 
erzwungene Libidoentäusserung auf Kosten des Ichs; Melancholia 
subjectiva (egoistica)]... Anxiety Neurosis. Retention 
der Libido über das vom Narzissmus erforderte Mass. — Schuld 
gegen andere, gegen die Umwelt. Anhäufung von Libido 
(Thesaurierung). Verdrängung der Tendenz, anderen zu geben 
(vom Überflüssigen). — Im Falle der Identifizierungs-Reaktion 
des vorzeitig angegriffenen Kindes dürfte Neurasthenie und sub- 
jektiv-egoistische Melancholie folgen [verdrängt ist das Schwäche- 
gefühl (inferiority), vorgedrängt die Tüchtigkeit, die aber leicht 
zusammenklappt]. (Forcierte Libido-Folgen.) Bei Libidover- 
sagung: Angst. 

aufgedrängter 
versagter 
die erste Regung ist? und ob diese Wut in beiden Fällen gleich? 



Ob nicht in beiden Fällen Wut wegen 



Liebe 



Biarritz, 19. IX. 1932 

Über Erschütterung 1 

„Schock = Vernichtung des Selbstgefühls — der Fähigkeit, 
Widerstand zu leisten und zur Verteidigung des eigenen Selbst zu 
handeln und zu denken; vielleicht geben auch die Organe, die 



1 Abgedruckt in „Gedanken über das Trauma", Teil I, in Intern. 
Zeitschr. f. Psa., Bd. XX., S. 5, 1934. Hier in der Originalform auf- 
genommen. 



262 S. Ferenczi 



die Erhaltung des Selbst gewährleisten, ihre Funktion auf oder 
vermindern sie aufs äusserste. [Das Wort ., Erschütterung" kommt 
von „schütter", unfest, unsolid werden, die eigene Form zu ver- 
lieren, aufoktroyierte Form leicht und widerstandslos aufnehmen 
(„wie ein Sack Mehl")]. — Erschütterung kommt immer unvor- 
bereitet. Ihr muss ein Gefühl der Selbstsicherheit 
vorausgegangen sein, in der man infolge der Ereignisse sich ent- 
täuscht fühlt; vorher hat man sich und der Umwelt zu 
sehr getraut, nachher zu wenig oder gar nicht. Man muss seine 
eigene Kraft überschätzt und im Wahne gelebt haben, dass 
solches nicht geschehen kann, nicht m i r. 

Eine Erschütterung kann rein physisch, rein moralisch oder 
physisch und moralisch sein. Die physische ist immer auch mora- 
lisch, die moralische kann ohne jede physische Zutat Schock er- 
zeugen. 

Das Problem ist: gibt es im Falle der Erschütterung keine 
Reaktion (Abwehr), oder erweist sich der momentane transito- 
rische Abwehrversuch so schwach, dass er sofort wieder aufge- 
geben wird. Unser Selbstgefühl ist geneigt, der letzteren Möglich- 
keit den Vorzug zu geben; eine widerstandslose Nachgiebigkeit ist 
schon in der Vorstellung unannehmbar. Auch sehen wir, dass 
in der Natur auch der Schwächste noch einen gewissen Wider- 
stand leistet. (Selbst der Wurm bäumt sich auf.) Immerhin ist flexi- 
bilitas cerea und Tod Beispiel für Widerstandslosigkeit und Zer- 
fallserscheinung. Dies führt bis zum Atom-Tod, schliesslich zum 
Aufhören der materiellen Existenz überhaupt. Vielleicht zu einem 
temporären oder permanenten „Universalismus" — eine Distan- 
zierung, von der aus gesehen die Erschütterung minimal oder 
selbstverständlich erscheint. 



Fragmente und Notizen IV. 263 

Biarritz, 19. IX. 1932 

Suggestion = Aktion ohne Wollen (mit dem 

Wollen einer anderen Person) Casus: Geh-Unfähigkeit — Müdig- 
keit mit Schmerzen, Erschöpfung. Jemand greift uns beim Arm 
(ohne physisch zu helfen) — wir lehnen uns (verlassen uns) auf 
diese Person, die unsere Schritte dirigiert. Wir denken an alles 
mögliche und achten nur auf die von der Person angedeutete 
Richtung, die wir befolgen. Auf einmal wird das Gehen müh- 
selig. Jede Aktion scheint doppelten Kraftaufwand zu erfordern, 
den Entschluss und die Ausführung. Entschlussunfähig- 
keit (Schwäche) kann die leichteste Bewegung schwer und sehr 
ermüdend machen. Überlassen wir den Willen (Entschluss) je- 
mand anderem, wird dieselbe Bewegung mühelos. 

Reine Muskelaktion ist hier ungestört, ungehindert. Nur das 
Wollen zu einer Aktion ist gelähmt. Dies muss von jemand an- 
derem beigesteuert werden. Bei hysterischer Lähmung ist dieses 
Wollen fehlend und muss „suggestiv" von jemand anderem über- 
mittelt werden. Mittels welcher Mittel und Wege? 1. Stimme, 
2. Stossbewegungen (Musik, Trommel), 3. Übermittlung der Idee 
„Du kannst es", „ich helfe Dir schon!" 

Hysterie ist Regression zur Willenlosigkeit und 
Fremdwillen-Annahme in der Kindheit (Kind am Arm der Mutter) : 
1. Mutter besorgt die ganze Lokomotion, 2. Kind kann gehen, 
wenn gestützt und dirigiert, (nicht ohne diese Hilfe). 
Das sichere Gefühl, dass die uns stützende Macht uns nicht 
fallen lässt. 

Frage: Ist Suggestion (healing) notwendig nach (oder wäh- 
rend) der Analyse? Wenn Relaxation sehr tief, so mag eine Tiefe 

. . , . , gutgemeinte"] abwesenden! 

erreicht werden, in der nur Hilfe den 

günstige fehlenden 

Willensakt ersetzen muss. Vielleicht als Reparatur einer früheren 



264 S. Ferenczi 



nur Gehorsam fordernden Suggestion soll diesmal 
eine Persönlichkeitskraft erweckende (verleihende) Suggestion 
gegeben werden. Also: 1. Regression zur Schwäche, 2. Kraftsugge- 
stion, Selbstgefühlsteigerung an Stelle der Gehorsamsuggestion 
von damals (Rückfall in die Willenlosigkeit und Gegensuggestion 
gegen die seinerzeitige, beängstigende Gehorsamsuggestion). 



Luchon, 26. IX. 1932 

Verdrängung Bw-(Ich-) Funktionen werden aus dem ce- 
rebrospinalen System ins endokrine geschoben (verschoben). Der 
Körper beginnt zu denken, zu sprechen, zu wollen, zu „agieren", 
anstatt nur Ich-Funktionen (cerebrosp.) auszuführen. 

Die Fähigkeit hierzu scheint embryonal vorgebildet zu sein. 
Aber was dem Embryo möglich, ist dem Erwachsenen schädlich. 
Es ist schädlich, wenn der Kopf, anstatt zu denken, Genitale 
agiert (Ejakulation— cerebrale Haemorrhagie) ; es ist gleicherweise 
schädlich, wenn das Genitale zu denken beginnt, anstatt seine 
Leistung auszuführen (Genitalisierung des Kopfes und Cerebra- 
lisierung des Genitales). 



Trip arti tum: 

1. /D asjcerebrospinale /System V entspricht dem be- 
wussten Überbau. Realitätssinn-Organ. Mit Möglichkeiten der 
Verschiebung intrapsychisch (Überbau); 

2. /da s\ sympathische /System}: Organ-Neurosen; 

3. /dasV endokrine /Syste m\: Organ-Erkrankung. 

1 Wörter in diesen Klammern sind Ergänzungen der Heransgeber. 



Fragmente und Notizen IV. 265 

Org.-Erkrankung: wenn Chemie des Körpers ubw Gedanken, 
Emotionen ausdrückt, anstatt um die eigene Integrität besorgt zu 
sein. Vielleicht noch grössere zerstörende Emotionen, Impulse 
(Tötungsabsicht), die sich in Selbstzerstörung umwandeln. Para- 
lysis an Stelle der Aggression (Rache). Bersten. Zerrüttung. Was 
verursacht die Richtungsänderung? (1. Quantitativ unerträgliche 
Aggression [Kanone], 2. vorgebildet als Trauma.) 



26. IX. 1932 

Organisationsschema 

1. Die rein physikalische Organisation ist universell. 

2. Die chemische ist individualisierend. 
Einzelverbindungen trachten ihre Sonderexistenz aufrecht zu 
erhalten, entgegen dem Einfluss — zerteilenden oder agglu- 
tinierenden Einfluss — der Umwelt. 

3. Die physiologische Organisation (sympathisches Ge- 
flecht), Schutz des Individuums mittels eines Nerven-Reflex- 
systems. 

4. Die psych o-physiologische: cerebrospinale Organisa- 
tion. 

Die Organisations-Entwicklungen sind progressive Abstrak- 
tionsprozesse. 

Symbol (algebr.) Überbau (mathematische, zusammenfas- 
sende) Symbolisierung der rein physikalischen, einfacheren (ato- 
mistischen?) Vibrationen. Zusammenfassung ist psycholo- 
gisch eine Art der Assoziation. Die Idee ist bereits hoch- 
gradig „assoziiert", die Assoziation der Ideen noch höhergradig. 
Die Idee der „W e 1 1" f asst alles zusammen (gleichwie bei der 
Gravitation nicht nur i c h von der Erde angezogen werde, son- 



266 



S. Ferenczi 



dem auch ich die Erde [und das ganze Universum] anziehe). 
Die Tendenz, die Welt zusammenzufassen, ist eine ideale 
Kraft, wenn auch deren Erfolg zunächst nicht wahrnehmbar ist. 
Steigert sich diese Kraft (unter besonderen Bedingungen), so 
wirkt die Idee magisch (telepathisch, telekinetisch). 

Jede Fernwirkung ist telekinetisch = psychisch (Tendenz, 
etwas vom Ausser-Ich dem Willen des Ichs zu ko-(sub-)ordinieren.) 

Mu tu eile Ko-(Sub-) Ordination: zwei disparate Welt-Ele- 
mente wollen das nämliche, und zwar: 

1. Das eine will das Herrschen, das andere das Beherrschtwerden. 

2. Das eine will das Herrschen mehr als das Beherrschtwerden, 
das andere umgekehrt (Bisexualität und Präponderanz des 
einen Geschlechts). 

3. (Nach dem Orgasmus) Beide wollen ruhen und haben keine 
Angst (selfconsciousness) vor einander, sich der Relaxation hin- 
zugeben. Keiner will herrsehen. Mutuelles Mutter-Kind- Ver- 
hältnis (keine Ich-Tendenzen, oder beiderseits vollbefriedigte 
Ich-Tendenzen) . 



2. X. 1932 



Accumulatio libidinis 



Ein Leben, in dem man dauernd weniger Libido austau- 
schen kann, als man möchte, kann unerträglich werden. 

Was aber ist jener sonderbare Prozess des Libidoaustausches? 
Ist es das Herrschenlassen des „zweiten Prinzips" (Ausgleich, 
Harmonie)? also gleichsam ein physikalischer Vorgang zwischen 
zwei Personen (Dingen) mit differenter Spannung? 

Ist es ein gleichzeitiges Geben und Nehmen? Es scheint, dass 
nur im letzteren Falle „zufriedenstellend". 



Fragmente und Notizen IV. 267 

Okt. 1932 

Quantum-Theorie und Individualismus 

Die Veränderungen der Umwelt sowohl als der Eigen- 
persönlichkeit geschehen nicht als Kontinua, sondern 
ruckweise. Das Beibehalten der Form und des Aktionsmodus bis 
zu einem bestimmten Grade der äusseren Einwirkung zeigt den 
Versuch des individuellen Widerstandes gegen Ver- 
änderung. Nach Übersteigen einer Grenze ändert sich das 
Individuum, es erliegt der äusseren Übermacht, identi- 
fiziert sich notgedrungen mit dem Willen der Umwelt. „Träg- 
heit" ist Widerstand gegen Beeinflussung. 



Okt. 1932 



Technik des Schweigens 



Nachteil des „Fortredens". Hindernis der „Relaxation". Mit- 
teilung macht „klarbewusst" und spekulativ — Assoziationen 
bleiben auf der Oberfläche (oder drehen sich im Kreise; pietiner 
sur place). Beziehung zum Analytiker bleibt bewusst. 

Längere „Stillhalte": tiefere Relaxation, Träume, Bilder, et- 
was mehr „traumhaft" — weit weg vom bew. Denkmaterial. 

Wann aber soll nachher doch gesprochen werden? 

Soll der Analytiker das Schweigen unterbrechen (über- 
raschen)? (Nicht schlecht.) 

Wann sollen „Schweigestunden" beginnen? 

(B. verlangte nach ihnen selber!) 

Neue technische Probleme. 



268 S. Ferenczi 



Meine Eigenanalyse: Schweigen bis zur Produktion ganz 
traumhafter Bilder oder Szenen, „Hypnanoga". Diese ersetzen die 
nächtlichen Träume, die vollkommen fehlen. 



24. Okt. 1932 

Nochmals über Schweige-Technik 

Die „freie Assoziation" ist auch eine passagere „Relaxation", 
eigentlich ein Schweigen (und bw Denkausschaltung) bis zum 
nächsten (erstnächsten) Einfall; dann wird das Schweigen (und 
Nichtdenkenwollen) spontan oder auf die Frage des Analytikers 
hin („was fällt Ihnen dazu ein") unterbrochen. In Wirklichkeit 
schweigt aber der Patient meist etwas länger, hat mehrere — tiefe 
und oberflächliche — Assoziationen, vergisst inzwischen oft die 
Anwesenheit einer „dritten" Person und teilt uns eine Reihe 
von Assoziationen mit, die manchmal recht weit von der ersten, 
noch bw Idee und in oft unerwartete Richtung führen und zum 
Material des Ubw (Verdrängten) näher geführt haben können. 
Es besteht also kein prinzipieller Unterschied zwischen meiner 
(gelegentlich gebrauchten) Schweigetechnik und der freien Asso- 
ziation. Es ist nur ein gradueller Unterschied. Von vomier- 
e i n wahrscheinlich, dass ein etwas längeres Schweigen (nicht be- 
wussles Denken) etwas weiter, vielleicht auch tiefer führt. 

Spezielle Beispiele: 1. Patient fühlte sich durch das häufig 
wiederholte „Zeichen des Verständnisses" (Hm - ja - natürlich etc.) 
seitens des Analytikers gestört und gereizt; er hatte das Gefühl, 
dass etwas dadurch unterbrochen wurde. Besonders störend wirk- 
ten Deutungen, die vorzeitig gegeben wurden; vielleicht wäre er 
zur selben oder ähnlichen Deutung (Erklärung) selber gekom- 
men, wäre sie nur nicht „mitgeteilt" worden. Nun wusste e r 



Fragmente und Notizen IV. 269 

nicht, wieviel von der Deutung spontan, d. h. glaubhaft, wieviel 
davon „Suggestion" war. Höchste Sparsamkeit mit Deutungen ist 
wichtige Regel. 

2. Analyse von B.: sie schrie mich förmlich an: reden Sie 
nicht so viel, unterbrechen Sie mich nicht; nun ist wieder alles 
verdorben. Oft unterbrochene freie Assoziation bleibt mehr auf 
der Oberfläche. 

Das Mitteilen, Reden bringt den Patienten in die Gegen- 
wartssituation (Analyse) zurück und mag das Tiefersinken hindern. 

Das andere Extrem ist das Versinken („Trance") mit totalem 

oder partiellem Verlust der zeitlichen und örtlichen Realität und 

sehr lebhafte, manchmal halluzinatorische Reproduktion einer 

erlebten 

„ Szene. Beim „Erwachen" verschwindet meist 
vorgestellten 

das Überzeugungsgefühl bezüglich (auch wahrscheinlich real 
erlebter) Ereignisse. Das spricht gegen die suggestive, „einge- 
redete" Natur der Halluzination. Später wiederholte Reproduk- 
tionen führen a) ganz zur selben Szene oder b) zu Modifika- 
tionen derselben. 

Hier ist das Problem: wieviel von der Reproduktion ist Phan- 
tasie, wieviel Realität, wieviel nachträgliche Verschiebung 
auf später bedeutsame Personen und Situatio- 
nen. Wieviel „historische Einkleidung" einer ganz aktuellen Le- 
benssituation — (unter anderen der analytischen). 

Hier Quotation of F r e u d. 

Zeichen des Widerstandes gegen die Realität 
sprechen eher (nicht immer) für Realität. 



270 S. Ferenczi 



24. Okt. 1932 

Das therapeutische Argument 

Nach vielfacher Reproduktion mit nichtendenwollendem 
Leiden und ohne bw Erinnerung, zufällige Unterbrechung. Da- 
raufhin auffällige Besserung und ein Gefühl der Selbständigkeit, 
versteckte Tendenz, sich von der Analyse los- und ins 
Leben hineinzutrauen. Zeichen 

1. der Richtigkeit der Deutung? 

2. des Endes der Reproduktionsperiode? 

3. Beginn der Periode des Vergessen, s (wenigstens der 
emotionalen Aktualität). 

4. Periode des „Healing" der analytischen Wunden und Hin- 
weis auf verbliebene Möglichkeiten (Jung). 

ad 2.: In der nun folgenden Periode ist A n e i f e r u n g, Be- 
schwichtigung vielleicht nicht überflüssig (Tf.: not- 
wendig). Revision des Standpunktes, wonach die Erstarkung 
ganz spontan, ohne besondere Hilfe zustandekommt und nicht 
suggestiv beeinflusst werden soll. Schliesslich ist jede Unterwei- 
sung eine Suggestion (s. englische Bedeutung des Wortes); beson- 
ders fürs Kind und, wenn die Aneiferung real begründet 
ist, wenn man also die Wahrheit suggeriert, beschleu- 
nigt man nur einen Prozess, der durch Selbsterfahrung viel lang- 
samer zu erwerben ist. (Ähnlich, wie das Lehren von Dingen, die 
von anderen bereits gefunden wurden; nicht jedes Kind muss 
alles selber finden [Geschichte: unmöglich]). Allerdings ist s o- 
kratische Art der Suggestion von Vorteil. 



Fragmente und Notizen IV. 271 

. 26. Okt. 1932 

Psychischer Infantilismus = Hysterie 

1. Erwachsener Mensch hat zweierlei Erinnerungssy- 
steme: 

[Subjektive = Emotionen — körperliche Sensationen 
Objektive r= projizierte Sensationen (auf Umwelt bezogene 
Sensationen, „äussere Ereignisse"), 

2. Säugling hat nur subjektive Sensationen am Anfang und 
körperliche Reaktionen (Ausdrucksbewegungen). 

3. Auch Kinder, in den (3 — 4?) ersten Lebensjahren, haben 
nicht viel b w Erinnerungen an Vorgänge, sondern nur an 
Empfindungen (Lust- und Unlust-Schattierungen) und kör- 
perliche Reaktionen darauf. Die „Erinnerung" bleibt im 
Körper stecken und ist nur dort zu erwecken. 

4. In Momenten des Traumas verschwindet die Objektwelt 
ganz oder teilweise: alles wird objektlose Sensation. 
Konversion ist wirklich nur Rückfall auf die rein körperliche, sub- 
jektive Reaktionsweise (für Kinder gilt also die Theorie von 
James-Lange, nicht füi Erwachsene). 

5. Ungerechtfertigt, von der Analyse die b ewusste Erin- 
nerung an etwas zu fordern, was nie bewusst gewesen ist. Nur 
W i e d e r e r 1 e b en ist möglich mit nachträglicher, erstmaliger 
Objektivation in der Analyse. "Wiedererleben des 
Traumas und Deutung (Verständnis) — im Gegensatz zur 
rein subjektiven „Verdrängung" — ist also die doppelte 
Aufgabe der Analyse. Hysterischer Anfall mag nur ein partiel- 
les Wiedererleben sein, analytischer Anfall muss dieses zur volle- 
ren Entwicklung bringen. 

6. Vielfache Wiederholung des Wiedererlebens mit allmäh- 
lich sicher werdender Deutung mag oder muss dem Patienten ge- 
nügen. Anstatt nach wie vor gewaltsam nach bw Erinnerung zu 



272 S. Ferenczi 



forschen (unmögliche Aufgabe, in der Patient ermüdet, ohne sich 

losreissen zu können), muss man beim Patienten die Ablö- 

vom Analytiker 1 
sungstendenzen beachten und fördern, 

von der Analyse 

Nun kommt die Zeit der „Aneiferung" zu „Lebensaufgaben" — 

Zukunftsglück, anstatt in der Vergangenheit zu grübeln und zu 

graben. 



29. Okt. 1932 

Einstellung des Analytikers zum Patienten 

Accused by G. and Tf. a) for lack of energy (therefore no 
support) b) lack of sympathy. 

(G.) „Geständnis und Verziehenwerden ist keine Lösung, eher 
Motiv zu neuerlicher Verdrängung." (Keine Möglichkeit geboten, 
den H a s s loszuwerden, freizukriegen.) 

(Dilemma: Strenge provoziert Verdrängung und Furcht, 

Güte „ „ „ Rücksicht) 

/-. r\ T weder streng ' 

G.t Ob ] ektivita t \ . ist die beste Em- 

noch gutig 

Stellung. 

Immerhin: sympathische, freundliche Objektivität. 

Ist das nicht die Freu dsche Technik? In gewisser Hinsicht 
ja, aber das Forcieren der eigenen Theorie ist nicht 
objektiv — eine Art Tyrannei. Auch ist die ganze Einstellung et- 
was unfreundlich. 

Tf.: Ich (Analytiker) bin schuld daran, dass die Übertragung 
so leidenschaftlich geworden ist — infolge meiner Gefühls- 
kälte. Viel zu wörtliche Wiederholung der Vater-Tochter-Ab- 



Fragmente und Notizen IV. 273 

hängigkeit: Versprechen (Vorlustgefühle, Erwartungen er- 
weckend), dann nichts geben. Folge: Flucht aus der eigenen Per- 
son (Körper) (Spaltung der Persönlichkeit). 



30. Okt. 1932 

Die Vulnerabilität der traumatisch-progressiven 
Fähigkeiten 

(auch der der Wunderkinder) 

Leistungs f ä h i g k e i t ist kein Beweis wirklichen Leistungs- 
willens und wirklicher Leistungs 1 u s t. Traumatisch erworbene 
Mehrleistungsfähigkeit ist (infolge des ubw., stets starken Regres- 
sionszuges) meist passagere (in geistigen Dingen aphoristisch), hat 
nicht den Charakter der Ausdauer und der Wiederstandf ähig- 
keit auftauchenden Hindernissen gegenüber. Sie ist auch vul- 
nerabel: neuerliches Trauma (Angriff) führt leicht „Kollaps" 
herbei (Regression zu totaler Lebensunfähigkeit, psychischer Läh- 
mung), das heisst, zum Rückfall ins \ tr . ,. , mit Sehnsucht nach 

Kindische 

Protektion, Anlehnung, Traum und Phantasiewelt ist spielerisch, 
kindlich (besonders: Sehnsucht nach Unverantwortlich- 
k e i t) . Analyse führt zu frühzeitigen Uberbürdungen mit 
noch unerwünschter Verantwortung, Wissen, Ernst des Lebens, 
Geheimnissen (Geheimhaltungszwang). Sexuell: Masturbation 
(Phantasie), kein Koitus, keine Ehe. („I am a bad liar." 
Jede aufgebürdete Geheimhaltung = Last). Regeln, Pflichten, 
Vorschriften unerträglich. Wunsch nach Selberfinden, im 
Gegensatz zu Suggestion und Behütetwerden. Oral- Passionen 
(Essen) binden einen Grossteil des Interesses (0.: Schokolade). 
Sehnsucht nach idyllischem Leben, Einfachheit, Bauern- 
leben (Demokratie). 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV 18 



274 S. Ferenczi 



Kolossale Anstrengung beim Lernen,, dabei Ambition, der 

Erste zu sein (A d 1 e rsche Typen). Prüfungs-„cramming" und 

Aktuelles 
Vergessen von Daten (gleichsam kindlich nur .. . 

Gegenwärtiges 

wahrnehmende Intelligenz, doch auf diesem Niveau 

oft überraschend tief). 

Kindheit war nicht ausgelebt. 

Normalerweise soll das Kind vom Spiele gesättigt sein 
und ein Überschuss des Interesses wendet sich der Realität zu. 

U.: Infantil-primitives Niveau bis zum 13. Jahre. 

Dm.: Mutterbindung allzu f r ü h gewaltsam gelöst. Zwang 
und ein Überschuss 

(Ubw: Drang zur Mutter zurück.) 

Durchbruch der (weibl.) Homosexualität. 

Durchbruch der (männl.) Kindlichkeit. 

„Superego" nicht assimiliert. 



Auch normale Entwicklung ist mehr oder minder oktroyiert. 

Doch: zur rechten Zeit (Bereitschaft schon vorhanden) und 
allmählich, sozusagen in leicht zu bewältigenden kleinen 
Traumen. 

(Dm. G.) : Zwang zum Lösenwollen schwerster Probleme. 

(Fälle) — in Wirklichkeit: Wunsch ohne die geringste Bürde. 

Fähigkeit zu Lösungen vorhanden, doch „blitzartig". 



Fragmente und Notizen IV. 275 



30. Okt. 1932 



Die zwei Extreme: Glaubensseligkeit und 
Skeptizismus 

„Psychognostik", „Gnosi s" = die Aussicht, dass es möglich 
ist, durch entsprechend tiefe Relaxation zum unmittelbaren Er- 
lebnis in der Vergangenheit zu gelangen, die dann ohne weitere 
Deutung für wahr genommen werden kann. 

Skeptizismus: Die Idee, dass alle Gedanken und Vor- 
stellungen zuerst mit einer kritischen Prüfung angeschaut werden 
müssen und 1. gar nichts oder 2. sehr Entstelltes von dem 
realen Vorgang zur Darstellung bringen („Telescoping", Frink). 

Tatsächlich gibt es schliesslich etwas, was nicht mehr ge- 
deutet (umgedeutet) werden muss und darf — sonst ist die 
Analyse ein endloses Ersetzen von Gefühlen und Vorstellungen, 
meist durch ihren Gegensatz. 

Anderseits: die „psychischen" Ereignisse der Vergangenheit 
(Kindheit) mögen nur in einer unserem Bw unverständlichen 
Gebärdensprache (körperlich) ihre Erinnerungsspuren hinter- 
lassen haben, als organisch-physische „Mnemen"; ein V b w. gab 
es damals vielleicht noch gar nicht, sondern nur emotive (Lust- 
Unlust) Reaktionen im Körper (s u b j. Er.-Spuren) — so dass 
nur Bruchstücke der äusseren (traumatischen) Vorgänge 
reproduziert werden. [Vielleicht nur die ersten Momente des Trau- 
mas, die noch nicht „verdrängt" (ins Körperliche verschoben) 
werden konnten, infolge des Überraschungsmoments (Fehlen, Ver- 
spätung der Gegenbesetzung)]. Wenn so, dann sind Erinnerungen 
der Kindheit bw. nicht zu haben und in körperlichen Symptomen, 
Illusionen stets schon mit traumhaften Abwehr- und Gegensatz- 
(wunscherfüllenden)-Entstellungen vermengt. Z. B. als Regres- 
sionen (Halluzination der vortraumatischen Momente). 



Könnte (oder kann) man aber die heutige Vorbewusst- 
heitsqualität (die unlustbejahend sein kann) in den Körper 
versenken? 



2. Nov. 1932. 

Infantilismus infolge Angst vor realen Aufgaben 

Jung ist darin im Rechte, wenn er diese Angst 
konstatiert und beschreibt; auch darin, dass man als Arzt die Auf- 
gabe hat, diese Angst zu überwinden. Nur bezüglich der Art 
dieser Therapie ist er nicht ganz im Rechte. Aneiferung 
allein oder nach nur kursorischem Rückblick in die Verur- 
sachung der Angst kann nicht von dauernder Wirkung sein 
(gleichwie die voranalytischen Suggestionen mit wenigen Ausnah- 
men) — zuerst muss die volle Einsicht ins Bestehen jenes Infantilis- 
mus erzielt werden — und das kann nur a) durch volle Rückkehr 
in die verursachende Vergangenheit mittels Reproduktion 

[oder b) durch Erfahrungen und Deutungen der 
Agieren 

analytischen Wiederholungstendenzen wirklich erreicht werden. 

[Dm.: plötzliches Weinen bei Vorbereitung zu einem Diner 
für U. Spielerisches nie aufgegeben. Sie wollte das Kochen 
nur spielen, wurde aber gezwungen, viel zu schwierige reale 
Bürden zu ertragen. — (Sex!) — Identifizierungs-An- 
strengung.] — Suggestion ohne Analyse r= For- 
cieren des Superego des Hypnotiseurs (Überan- 
strengung). — Richtige Therapie: a) Rückkehr in die Kindheit 
— austoben lassen, b) Abwarten der spontanen Tendenz zum 
„Wachstum", — hier ist dann allerdings Aneiferung am 
Platze — Mut muss zugesprochen werden. 

Spontane Wachstumstendenz stellt sich ein, wenn 



Fragmente und Notizen IV. 277 

das Spielerische dem vorhandenen Energiequantum nicht mehr 
genügt. (Physische und psychische Organe entwickeln sich und 
verlangen nach Betätigung). 

Embryologie : Organanlagen sind im Individuum früher 
da, als Funktionen; haben sie sich zu Organen entwickelt, so 
verlangen sie nach Betätigung (Funktion). Der Embryo spielt 
mit den phylogenetischen Möglichkeiten (Fisch-, Frosch-Stadium 
etc.), ebenso das Kind, solange es realiter mit allem Nötigen ver- 
sorgt ist. „Realität" beginnt, wenn Wünsche nicht restlos erfüllt 
werden — Bedürfnisse nicht sichergestellt und Eigenbetätigung 
unerlässlich. Man fängt an, für Nahrung und Liebe arbeiten oder 
gar kämpfen zu müssen, d. h. inzwischen auch Unlust zuertra- 
gen. Letzteres geschieht wahrscheinlich mit Hilfe der Abspaltung, 
Objektivierung — eines Teiles, des leidenden Teiles der Per- 
sönlichkeit — und Wiedervereinigung mit dem Ich: Sub- 
jektivierung, nachdem das Ziel erreicht, der Schmerz, das Leiden 
vorüber ist. Verdrängung ist zu gut gelungene, dauer- 
hafte „Entfremdun g". Hier der Unterschied zwischen 
Suppression und Repression. Bei der Suppression 
spürt man nicht den Schmerz, nur die Anstrengung, die nötig 
ist, um den Schmertz zu „überfremden". Bei der Repression spürt 
man nicht einmal das mehr, ja die Abwehr-Situation mag lust- 
voll erscheinen. (Nachkriechen der Lust.) 



2. Nov. 

Die Sprache des Ubw 

Bei voller Ausschaltung der intellektuellen bw Mitteilungs- 
tendenzen und Waltenlassen der Sprechorgane (gleichwie ein 
Medium die Hand beim automatischen Schreiben und Zeichnen) 



278 S. Ferenczi 



kommen — nach sinnlosen Vokalen und Konsonanten (wie das 
Spielen mit Lippen und Zunge bei einem Unmündigen) — 
Imitationen von Dingen, Tieren und Personen. 
Die Imitationsmagie ist hier: 

1. die einzige Art, um einen Aussenweltseindruck durch ein- 
oder mehrmalige Wiederholung emotionell abzureagieren, 

2. um das Geschehene einer anderen Person, gleichsam als 
Klage, oder um Hilfe und Mitleid zu finden, mitzuteilen 
(= teilen!, geteiltes Leid, geteilte Emotion) = Verdünnung 
durch Mitteilen. 

3. Diese „Mitteilung" hat zwei Anteile: 1. eine fremd- 
imitatorische (primitive Form der Objektivierung von 
Aussenweltsvorgängen) ; 2. eine selbst-imitatorische Wie- 
derholung der emotionellen Reaktion, die man beim Ereignis durch- 
machte (Lust, Unlust, Schmerz, Angst). 

(In gewissen Sinne wird hier auch das „Ich" objektiviert.) 
Etwas mehr objektiv (doch immer noch nicht wie das Vbw) 
sind die Darstellungsmittel des Traumes. Auch im Traume 
sind Elemente, in denen das Ich die Umwelt imitiert 
(Hund == i c h b e 1 1 e, beisst = mir tut weh). Vorsicht in 
der Beurteilung der subjektiven Elemente, inwiefern sie Objekti- 
ves — und der objektiven Elemente, inwiefern sie Subjektives dar- 
stellen. Allerdings mag Objektives auch Objektives und Subjek- 
tives — Subjektives darstellen. Aus dem Sinn des Ganzen zu 
erraten! 

Der Traum kann also (geschichtlich) gedeutet werden (z. T. 
wunscherfüllungsgemäss entstellt). 



In der Masturbations-Phantasie: Werden oft 3 Personen — 

alle subjektiv — „erlebt". (Urszene: Mann, Frau und Kind selbst.) 

Im masturbatorischen Orgasmus verschwinden die objektiven 



Fragmente und Notizen IV. 279 

Bilder, — alles vereinigt sich zu einem rein subjektiven Gefühl. 
Die „Nachwehen" (bitterer Nachgeschmack) bedeuten nicht nur 
Gewissensbisse, sondern (nach Ablauf der Erregung) 1. die Ein- 
sicht in die Abwesenheit der Realität; 2. die Folge der An- 
strengung (Ermüdung), die notwendig war, um das Irreale als real 
vorzustellen (viel Arbeit). [Masturbant fühlt a) alternativ die 
Gefühle von zwei Personen, b) schliesslich beide zugleich. — Koi- 
tus: die Realität ist ohne Mühe vorhanden und bleibt auch 
nach Beendigung (als zärtliches Beisammensein) bestehen 
(Ruhe, Befriedigung). Wo auch nach Koitus die Unbefriedigung: 
eigentlich Masturbation in vagina m.] 

Von diesen Vorgängen führen Wege zum Verständnis der 
Dauer-Imitation (Identifizierung, Superegobildung), einer 
Art M i m i k r i, die also auch organische Ähnlichkeiten mitbe- 
gründen kann. 



2. Nov. 

Verdrängen der Idee des „Grotesken" 

Ein nicht beachtetes Motiv der „Identifika- 
tion" ist die Imitation als verächtliche Grimasse. 

1. Häufig wiederkehrende Reproduktion und deren selbst- 
bestrafende Perseveration einer älteren Frau (Mutter, Frau) mit 
Hängebauch, Fettfalten, als holzschnitzereiähnliche groteske Figur. 

2. Dieselbe Art von Bild über einen Mann mit grosser Nase 
(Warze daran), Hängebauch (F a 1 s t a f f sehe Figur), Flatus las- 
send. Komische Gebärden beim Beten. Reaktionsbildung: Achtung, 
Forcieren des Sichnichtkümmerns um „public opinion" (sich zeigen 
mit ihm auf der Hauptstrasse) (Public opinion =r Projektion des 
eigenen Missfallens). 



280 S. Ferenczi 



3. Scheinbar unabhängig davon (Tf. s Groteske!): Erzählen 
der Anziehungskraft der jungen Tochter (Schwesterfigur); als 
wollte ich sagen: „Sie ist so viel schöner"; diese Idee wird 
dann abgewehrt und Mutter nunmehr ambivalent behandelt 

[bw Devotion 
b V b"Ji Grimasse „bleibt so" (heisst die Straf- 

sanktion). Ähnliche Grimasse: Man akzeptiert für sich 
das Grotes ke, anstatt es an geachteten Personen zu sehen 
(Zwang zum Zeichnen grotesker Köpfe, zum Entdecken solcher 
in Ornamenten, formlos zerstreuten Flecken, Wandbemalung, 
Schatten, Imitationen der Handschrift des Vaters.) 

Bisher immer nur als W u n s c h-I dentifikation ge- 
deutet — verächtliche Imitation mit Reaktionsbildung. 

Ödipus-Situation: Penis „komischer Fortsatz", Koi- 
tus — lächerlich, — im Kindesalter noch kein wirkliches 
Gefühl fürs Anziehende daran. 



4. Nov. 1932 

Repetition in analysis worse than original trauma 

It has to be born consciously. 

Habitual forms of reactions have to be left (resistance). 

Much encouragement needed. 



Knowledge as a meansofdoubt (resistance). 

Trauma having been t old and not f ound out. 

Traumatogenesis being k n o w n; the doubt, whether reality 
or phantasy remains or can return (even though everything points 
at reality). Phantasy-theory = an escape of realization 



Fragmente und Notizen IV. 281 

(amongst resisting analysts too). They rather accept their (and 
human beings') mind (memory) as irreliable than to believe, that 
such things with t h o 8 e kind of persons can r e a 1 1 y have 
happened. (Self-sacrifice of one's own mind's i n t e g r i t y, in 
order to save the parents!) 

Cure of knowledge-incredulity. „You must not 
believe, you just teil things as they come. Do not f orce f eelings 
of any kind, least of all the feeling of conviction. You have time 
to judge things from the reality point of view afterwards." (In 
f act the series of pure i m a g e s sooner or later turns into highly 
emotional representations.) „You have to admit that (exceptio- 
nally) even things can have happened of which somebody told you 
something." 



5. XI. 

Vergangenheitszug (Mutterleibs-, Todestrieb) 
und Gegenwartsflucht 

Letztere zu sehr vernachlässigt. Bomben-Explosion, wenn in- 
tensiv genug, macht jeden Menschen „verrückt" f ™ D j 

Y bewusstlos I 

Fieber: wenn hoch genug, jeden Menschen halluzinierend. Über- 
trieben, auch hier von infantiler Disposition als wesentlicher Ur- 
sache zu sprechen (obzwar letztere den Inhalt und die Form der 
Psychose mit determiniert). A potiori fit denominatio. In 
der Pathogenese kann und soll man — um das Symptom voll zu ver- 
stehen, vielleicht auch um es zu heilen — auch die durch das 
Trauma geweckten Urtriebe klarmachen. Es gibt aber keine Ent- 
wicklung ohne infantile Traumata, zu denen — wenn sie nicht 
zu starke und bleibende Fixierung zustandebrachten — man ohne 
einen starken äusseren Gegenwarts-Hieb nie regrediert hätte. 



282 S. Ferenczi 



Man muss die Fluchttendenz von der Gegenwart und die 
Anziehungskraft der Vergangenheit stets individuell ab- 
schätzen. Psychoanalyse hat erstere „Auslösungsursache" etwas 
herabgewürdigt. Nur am Schluss einer Analyse, die unvoreinge- 
nommen beides berücksichtigt (Disposition und Trauma), kann 
man den Beitrag des einen und des anderen genau abschätzen. 
Doch: für die gewöhnlich . . . 

(Fortsetzung fehlt, Herausgeber.) 



10. Nov. 1932 

Suggestion in (nach) der Analyse 

1. Man darf nur die Wahrheit suggerieren (Kindern und 
Kranken). 

2. Die Wahrheit aber kann nicht ganz spontan gefunden 
werden, sie muss „insinuiert", „suggeriert" werden. Kinder sind 
ohne diese Hilfe nicht fähig, Überzeugungen zu bekommen. Es 
ist auch nicht ihr „Job". Kinder wollen Wahrheiten ebenso „be- 
kommen" (ohne Arbeit), wie sie das Essen ohne eigene Arbeit 
bekommen. Neurotiker aber sind Kinder, zumindest ein sehr 
grosser Teil von ihnen ist es. Es gibt keinen voll erwachsenen 
Menschen; jeder ist froh, wenn er nach getaner Arbeit spielen 
kann. Kenntnisse spielerisch erwerben wollen wir eigentlich 
alle. Guter Lehrer sein heisst: dem Lernenden Mühe zu ersparen; 
Exemplifizieren, Parabeln, Gleichnisse, — sozusagen alles „er- 
leben" lassen — wie ein Märchen, dann erst geht einem der Sinn 
des Ganzen auf (,,Aha"-Erlebnis). 

3. Scheinbar überflüssige Behauptungen seitens einer dritten 
Person, die man eigentlich schon bewusst durchdachte, wirken 
ganz anders und rufen Gemütsbewegungen hervor. (Beispiel: 
Ausdruck der Gratitude seitens zweier Patientinnen: der Analy- 



Fragmente und Notizen IV. 



283 



tiker braucht auch Anerkennung und sie muss wörtlich gesagt 
werden.) 

4. „Healing" ist die beruhigende Wirkung des Zuspruchs 
und der Zärtlichkeit (eventuell zärtliches Streicheln des schmer- 
zenden Körperteiles.) (Warze, Analfissur.) 

5. Analyse ist Vorbereitung zur Suggestion. Der intrapsychi- 
sche Ausgleich zwischen der Besetzung von Es — Ich — Über-Ich ist 
nicht genügend. „Synthesis"? Der freundliche Zuspruch (viel- 
leicht auch etwas „Elektromagie") einer anderen Person ermög- 
licht das Aufheben der Selbstspaltung und die „Hingabe" als 
redintegrierte Person. Ein „Erwachsener" ist nie „ungespalten" 
— nur ein Kind und einer, der wieder Kind geworden. Ein Er- 
wachsener muss „auf sich selbst achtgeben". Auf ein Kind wird 
achtgegeben. Vertrauen muss analytisch erworben werden, 
durch Bestehen von allerlei Prüfungen seitens des Patienten. — 
Man muss standgehalten haben. Dann kommt er mit dem Ver- 
trauen selbst. Neurotiker sind in ihrem Vertrauen schwer ent- 
täuscht worden. Grosse Enttäuschung der Neurotiker in der 
ärztlichen Wissenschaft überhaupt. — Niemand will glauben: 

1. dass man wirklich helfen kann, 

„ (Güte) 

*• » » „ „ W 1 1 1. 

(Nichtkönnen und Nichtwollen kann durch Geständnis gutge- 
macht werden.) 



Nov. U. 1932 

Integration and Splitting 

Jeder „Erwachsene", der „auf sich selbst achtgibt", ist ge- 
spalten (keine vollständige psychische Einheit). Scheinbarer 
Widerspruch: Realitätssinn nur möglich auf Grund einer „Phan- 
tasie" (= Irrealität), in der ein Teil der Person s e q u e- 



284 S. Ferenczi 



striert ist und „objektiv" (exteriorisiert, projiziert) ange- 
schaut wird; dies nur möglich mit Hilfe einer partiellen Gefühls- 
unterdrückung (Verdrängung?). — Analysen, die auf der Realitäts- 
stufe durchgeführt werden, gelangen nie bis zur Tiefe der Spal- 
tungsvorgänge selbst. Und doch hängt alle spätere Entwicklung 
von der Art (Vehemenz), dem Zeitprodukt und den Umständen 
der Urspaltung (Urverdrängung) ab. Nur in frühester Kindheit 
oder vor der Urspaltung war man „mit sich selbst eins". Tief- 
a n a 1 y s e muss unter die Realitäts-Stufe in die prätraumatischen 
Zeiten und traumatischen Momente zurückgehen, aber man kann 
keine Lösung erwarten, wenn die Lösung diesmal nicht anders 
erfolgt als ursprünglich. Hier ist Eingriff notwendig (Regression 
und Neubeginn). S. dazu das gütige Verständnis, das „Auslaufen- 
lassen" und die aneifernde, beruhigende Zusicherung („Sugges- 
tion"). 



Nov. 20. 1932 

Indiscretion of the Analyst in Analysis-helpful 

Selbst Beichtvater manchmal genötigt, einer „höheren" Wahr- 
haftigkeit zuliebe von der wörtlichen Befolgung der Schweige- 
pflicht abzuweichen (Lebensrettung etc.). „Man soll nicht Schick- 
sal spielen" — hat seine Grenzen. Im ganzen und grossen ist es 
richtig, aber Ausnahmen sind unvermeidlich. Psychotikern gegen- 
über (Mangel oder Fehlen des Realitätssinnes). 



Fragmente und Notizen IV. 



285 



Nov. 24. 

Exaggerated sex impulse und seine Folgen 

als Folge infantilen „Mehrleistungs - Zwanges", vorbildlich für 
„Weisheit des Baby" im allgemeinen. „Wise baby" ist eine 
Abnormität, hinter der verdrängte infantile Passivität steckt, — 
sowie Wut über die forcierte Unterbrechung derselben; Lebens- 
not zwingt zur Frühreife. Wunderkinder dürften alle dieser 
Art sich entwickeln — und zusammenbrechen (break down). 
Beispiel: Congressus mit un-orgastischem Ende: Selbst- und Part- 
nerverletzung. Übertriebene Aufgaben mit „break down" oder 
zu schnellem, unmethodischem Erfolg (aphoristic writings) 

— Verbleiben auf dieser Stufe: immer Fortschritt auf der Phan- 
tasiestufe. 

Therapie: Eingestehen, Nachholen der Infantilität (Nichtstun) 

— normale Neubildung der Persönlichkeit. Break down = Min- 
derwertigkeitsgefühl, somit Flucht vor Aufgaben und Verantwort- 
lichkeit. Regression von Congressus zur (passiven) Masturbation. 
Zumindest soll letztere „erlaubt" sein: 1. vom Partner bewilligt 
und gutgeheissen; 2. ohne innere Schuld ertragen. 

Rückwirkung auf Analyse: Hass gegen Arbeit 
jeder Art — übertriebene Aufgabenstellung — Niederbruch (mit 
versteckter Unlust). 

— Erkrankung. Vorteile für Analysanden. 

— Tiefer reichender Nachteil: Gehasstwerden. 

D. h. gut für Vertiefung — Schwierigkeit der Beein- 
flussung infolge negativer Gegenübertragung. 

Schutz (Prevention) : Erledigung in Eigenanalyse. 

Therapie : Beendigung der Eigenanalyse mit Hilfe der 
Patienten. 

(Beispiel: Nase an Zahn des Partners schlagen im Moment 
des Orgasmus. — Orgasmus einer anderen Person zu 



286 S. Ferenczi 

grosse Aufgabe. Noch unfähig zu lieben — Wunsch nur nach 
Geliebtwerden. Frühheirat.) 

Spiel wird schwer zu ertragende Wirklichkeit. 

Schein-Potenz, ja Überpotenz. Ejakulation bis zum 
c e i 1 i n g. Crössenphantasie ermöglicht Mehrleistungen, 
die Fähigkeit ist aber nicht haltbar. Impotenz hinter Mehr- 
leistung. 



Nov. 26th. 32 

Theoretical doubt in place of personal one 

(U.) Tags zuvor: Fragen: 1. K a n n ich ihm (finanziell) helfen? 
Antwort: nein. 2. M ö c h t e ich ihm helfen, hätte ich die Mög- 
lichkeit? Antwort: ja. Reaktion (unmittelbar): „Ich kann mir 
nicht vorstellen, dass Sie das Geld nicht haben." Reaktion tags 
darauf: Diskussion und Angriff gegen die Gültigkeit der psycho- 
analytischen Thesen, die ich in den „Entwicklungsstufen" ent- 
wickelt habe. Man sehnt sich nicht nach dem Mutterleib. Ich, 
— anstatt zu fragen, was der Zweifel sonst bedeutet (Unglaube 
an meinen Antworten) und zuzugeben, dass, wenn ich das Geld 
auch hätte, es analytisch besser ist, es ihm nicht zu geben und 
sich finanziell von mir wie von seiner Freundin unabhängig zu 
machen, und auch die Unlust, das Geld zu riskieren, — einfach 
bejahte und negierte, also einiges verschwieg, anstatt auch 
die Möglichkeit zuzugeben, dass ich keine Lust hätte, ihm Geld 
zu geben — die Vaterrolle so weit zu führen und mit einer gewis- 
sen Anstrengung in der Lage wäre, die 5000 $ zu beschaffen, und 
e s ihm dennoch nicht zu geben. Die Liebe des Arztes geht 
nicht so weit. — Wahrscheinlich werde ich das reparieren 
müssen und die Wahrheit gestehen. — 



Fragmente und Notizen IV. 



287 



(Er zweifelt auch an der Existenz des Ubw) 
Von dieser Affaire dürften Verbindungen zu finden sein 
zum Unglauben an die Wirklichkeit und Grenzen der Eltern- 
Liebe . 
H'lf Egoismus der Eltern). Er ist auf sich selber angewiesen. 

Am selben Tage erfahre ich von einer anderen Analysandin, 
dass U. (und eine andere Patientin) sich darüber lustig machten, 
dass ich meine Korrespondenz auf dem Tische liegen lasse, so dass 
sie beide in gewissen Momenten darein Einsicht nehmen konnten. 
(Zweifelsucht und Nachforschungen über wirkliche persön- 
liche Gefühle und meine Persönlichkeit überhaupt. U. findet 
z. B., dass ich einen gewissen Patienten in meinem Briefe z u 
hart behandle — also härter bin, als ich mich zeige.) Auch 
das muss geklärt werden: 1. Geständnis der Tatsache und der 
„beruflichen Hypokrisie" meinerseits; 2. Verbindung 
mit ähnlichen Verhältnissen in der Vergangenheit des Patienten 
(Eltern sind nicht so gut, wie sie sich stellen. Man kann nicht 
so voll auf sie zählen). 

S. dazu Indiskretion in der Analyse notwen- 
d i g, besonders, wenn der Patient weiss, dass ich durch die Analyse 
einer zweiten Person indirekte Nachrichten (Messages) von ihm 
bekomme. Man muss also die Dinge, die der Patient einem ande- 
ren Analysanden erzählt, zur Sprache bringen und nicht so tun, 
als wüsste man nichts davon. Die Analyse zweier Personen, die 
mit einander irgendwie eng verbunden sind (Geschwister, Ge- 
liebte, Ehepaare), kann so erfolgen, ohne sich gegenseitig zu 
schaden. Kondition: nichts zu erzählen, wovon der 1. oder 2. 
Patient nichts weiss. 



288 S. Ferenczi 



31. Nov. 1932 

Chiromantie 

Die Falten der Handteller geben Auskunft über habituelle 
Muskelinnervationen — (Aktionen und Impulse, Gemütsbewegun- 
gen; Ausdrucksbewegungen der Hände). 

Graphologie gibt einstweilen keine Auskunft über bw 
oder ubw Charakter der Intentionen und Erfahrungen. Chiro- 
mantie dürfte eher diese Unterscheidungen ermöglichen: die 
rechte Handfläche zeigt vielleicht die b w Aktionen und 
Gemütsbewegungen an — die linke die ubw (und unbekann- 
ten) Charakterzüge. 



31. XI. 1932 

Ubw Lamaismus und Yoghi 

Ich kam ganz unbewusst 1. zur Entdeckung, dass Atem viel 
länger angehalten werden kann, wenn man kühles Wasser trinkt; 
dies führt zur Erklärung dessen, warum die Ertrunkenen den 
Magen mit Wasser gefüllt haben. (Bevor sie ertrinken, Wasser 
inspirieren — sie trinken sich zuerst voll.) Schutzmassnahme. 
Eine der ubw Erkenntnisse (Progression) in höchster Not. (Ich 
mag das in meinen Träumen erfahren haben.) Intoxika- 
tion s - Gefühle und Delusions sind vielleicht nur Symbole der 
Realitätsverdrängung bei der Anpassungsleistung im Trauma. 

2. Andere lamaistische Entdeckung: man hält Suffocation 
länger aus, wenn man inzwischen denkt, singt, zählt, als 
ohne dies (Buddhistisches Hinmurmeln von Sätzen bei Yoghi- 
Übungen). 



J 



Fragmente und Notizen IV. 289 



3. Die Idee des „w i s e b a b y" konnte nur von einem wise 
baby gefunden werden. 

4. Chiromantie: rechte Hand zeigt ungebrochene, kräf- 
tige „Lebenslinie", linke: schwache und vielfach unterbrochene: 
bewusste Aufhaltung des Todes (mittels Intelligenz, 
Ablenkung der peinlichen Gefühle durch bw Denken, Singen, 
Zählen, Wollen, Rauchen, Tics, manische Delusions, Leugnung 
der Unlust). 



1932 XI. 31. 

Abstraktion und Detail-Gedächtnis 

Diese zwei Fähigkeiten schliessen sich meistens gegenseitig 
aus. Die Abstraktion wäre das Primordiale? Pri- 
märere? (Dafür spricht, dass die Detail-Erinnerung bei De- 
generation früher zugrundegeht.) Kann man Lust- und Unlust- 
gefühl (ohne nähere Präzisierung und Lokalisierung) als den 
allgemeinsten, primitivsten Bw-Inhalt ansehen, in 
dem die Einzelvorstellungen wurzeln? Jede Wahrneh- 
mung ist zunächst das Fühlen einer Veränderung. „Etwas 

ist anders geworden" j ^ J™^^ (Indifferenz wird nicht 

gefühlt, nur die Feststellung eines Irrtums: das N e u e ist 
weder besser noch schlechter). Vielleicht ist ursprünglich alles 
Neue eine Störung (Abwehr der Veränderung überhaupt). 
Oder ist die gegenwärtige Gefühlslage peinlich, so e r - 
wartet man eine Änderung zum Besseren. (In solchem Falle 
ist die unzulängliche Veränderung eine Enttäuschung.) 
Fühlt man sich relativ wohl, so ist jede Veränderung zunächst 
eine Störung. 



Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV, 19 



290 



S. Ferenczi 



1. Dez. 1932 

Abstraktion und Detail- Wahrnehmung 

Idioten und Imbezille dürften die besten, verlässlichsten 
„Abstraktionisten" sein, da sie kein Organ für Detailvorstellungen 
haben (Kombination von Geistesschwäche mit mathematischer 
Begabung). Tiere mit sehr wenigen Einzelvorstellungen rech- 
nen instinktiv (Berechnung von Distanzen beim Sprung) 
oder nach wenigen Erfahrungen. — Ihre Wahrnehmung von Lust 
und Unlust (Furcht vor allem, was neu ist) ist sicherer, als 
das intelligente Riskieren einer Gefahr. 



22. XII. 



Yoghi-Disziplin 

1. Zuerst Körper behandeln. 

"Körper 

Geist — Körper 



Geist — Universum, 

benignus 
vitiosus 



Cii 



( beni 
I vitic 



2. Nachher, dann gleichzeitig den Geist. 

3. Abgewöhnungl f schlechter 1 Gewohnheiten f^st 
J 1 guter J (Körper 



An 



4. Körper-Unlust \ (ertragen "I J'Exspiriumj' 

„ -Lust J 1 vertiefen! llnspiriuml 

5. Urethr. Spinkter- Verstärkung. 

Abgewöhnung von verzärtelnden, die Selbstregulierung ver- 
nachlässigenden Muskelaktionen (Sphinkter-Kontraktion der 
Urethralität. — Sphinkter-Relaxation der Analität. Darmbewe- 
gungen). 



Fragmente und Notizen IV. 



291 



6. Als Folge: gesteigerte Fähigkeit zu Aktionen entgegen dem 
Lustprinzip (Durst, Hunger, Schmerz ertragen; Ertragen ob 
Unlust verdrängter Gedanken, Wünsche, Emotionen, Aktionen) 
Rückgängigmachen der Verdrängung. 

Analy s entie f e 

Erschwerung ( 

„ . , < der narzisstischen Reaktionen 

Verminderung I 

Extraversion 



26. XU. 1932 



Das Psychotrauma 1 



1. Grosse Unlust, die wegen Plötzlichkeit 
nicht „bewältigt" werden kann. Was ist Bewälti- 
gung? 

1. Wirkliche Abwehr der Schädlichkeit (Veränderung der 
Umwelt im Sinne der Beseitigung der Ursache der Störung 
[alloplastische Reaktion]). 

2. Produktion von Vorstellungen über künftige Ver- 
änderung der Realität im günstigen Sinne; das Festhalten 
an diesen Vorstellungsbildern, die also „in spe" lustbetont sind, 
befähigt uns, die Unlust „zu ertragen", d. h. nicht (oder weniger) 
als solche zu empfinden. Diese Vorstellungen wirken als Antidot 
gegen Unlust (Anaesthetikum) und befähigen uns zum zweck- 
mässigen Verhalten während der Dauer der Unlust oder Schmerz 
erzeugenden Einwirkung. (Zahnziehen — es wird bald vorüber 



1 Abgedruckt in „Gedanken über das Trauma", Teil I, in Int. Zeit- 
schrift f. Psa., Bd. XX, S. 6, 1934. Hier in der Originalform auf- 
genommen. 



; i 



292 



S. Ferenczi 



sein, „nur ein Moment" [dann wieder gut]). Gleichzeitig meist 
auch „Ersatzreaktionen" (Muskelkontraktionen), die be- 
reits illusionär zu nennen sind, d. h. Abwehr und Beseitigungs- 
handlungen an unschuldigen (aber analogen) Gegenständen oder 
Personen ausleben, 1. meist toten Dingen statt lebendigen, 2. sehr 
oft an sich selber (Haare ausraufen). Diese zweite Bewältigungs- 
art ist alloplastisch „in spe", zum Teil aber schon durchwirkt von 
Primärvorgängen, in denen Ähnlichkeit für Identität gilt. 



Mischgebilde der Allo- und Autoplastik (?), d. h. von Realität 
in spe und von Phantasie. Immerhin bleibt hier die Phan- 
tasienatur der Ersatzhandlungen bewusst oder kann leicht zum 
Bewusstsein gebracht werden. 



Was geschieht im Falle von Hilfs- oder gen. Hoffnungslosig- 



keit? 



Cure finishing 



a) Erkennen aller verdrängten Phantasien und Hoff- 
nungen, infantilen Spiele, Wünsche. 

b) Sich bescheiden mit dem Erreichbaren und Verzicht 
auf Unmögliches oder sehr Unwahrscheinliches. 

( Alter 1 
Sich besinnen punkto 



Raum 
Zeit 
(Richtige Einschätzung der Bedingungen) 



Leistungsfähigkeit. 



Fragmente und Notizen IV. 293 



Andere Formulierung: 1, Reinliche Scheidung zwischen Phan- 
tasie (= Kinderspiel) und realer Intention und Handlung. 

Das will, es soll aber nicht: sich Ü b e r-bescheiden — d. h. 
auch das Mögliche aufgeben — sein. Auch nicht das Aufgeben 
des Phantasierens, d. h. des Spieles mit Möglichkeiten. Doch vor 
Aktion, vor definitiver Meinungsfeststellung, Vor- 
nahme obiger Scheidung. 



Schlangen — hiss 

Asthma — Wut. Wut == Kontraktion der Bronchialmuskeln 
(bronchioli) mit Pression von unten (Abdominalmuskeln) (Kolik 
der Bronchien). 

Warum verursacht unterdrückte Wut gerade diese Ausdrucks- 
bewegungen? Körpersymbol des geistigen (seelischen) Zustandes 
oder Vorganges. Vielleicht sind alle Ausdrucksbewegungen Kör- 
persymbole = Tics == Hysterische.} t^ 8 ,? Ungen l psychischer 

y Erledigungen I 

Vorgänge. 



Trauma-Analyse und Sympathie 

1. Tiefreichende (traumatogenetische) Analyse ist nicht mög- 
lich, wenn nicht (als Kontrast zur Situation beim Urtrauma) gün- 
stigere Bedingungen geboten werden können 

a) vom Leben und der Umwelt, 

b) — hauptsächlich — vom Analytiker. 



294 



S. Ferenczi 



a) z. T. in den Freud sehen Kontraindikationen der Analyse 
(bei Unglück, Alter, Hoffnungslosigkeit) enthalten, 

b) kann (z. T.? a) ersetzen, doch hier die Gefahr der lebens- 
länglichen Bindung an den Analytiker (Adoption — ja, doch wie 
„desadoptieren"?). 



Amnesie 



Trauma 

Kindheit 

Kindheitstraumen 



Kann nicht erinnert werden, weil nie bewusst gewesen, 
nur wiedererlebt und als Vergangenheit anerkannt 
werden. 

Kind kann nicht analysiert werden, die Analyse verläuft beim 
Kind auf einer noch unbewussten Stufe — keine eigenen Er- 
fahrungen, meist nur Suggestionen machen das psychi- 
sche Leben aus. Kind lebt in der Gegenwart. „Unglückseliges 
Kind des Augenblickes." 

Die unliebsamen Erinnerungen bleiben irgendwo im 
Körper nachvibrierend (Emotionen). 



Kinderanalyse, Erziehung ist Superego-I ntropres- 
sion (seitens der Erwachsenen). 



J 



VERZEICHNIS DER WISSENSCHAFT- 
LICHEN VERÖFFENTLICHUNGEN 
VON DR. SÄNDOR FERENCZI 



■ i M 



1. Die links am Rande stehenden arabischen Ziffern sind die fort- 
laufenden Nummern dieses Verzeichnisses. 

2. Die nach den Worten «enthalten in» angegebenen fett gedruckten 
arabischen Ziffern beziehen sich auf die forüaufenden Nummern 
dieses Verzeichnisses. Bei allen Arbeiten, welche später in einem 
deutschen oder englischen Sammelwerk abgedruckt wurden, sind 
ausser den fortlaufenden Nummern — in runden Klammern — 
auch Band und Seitenzahl angegeben. 

3. Die in runden Klammern ( ) stehenden Ziffern bedeuten: 

a) römische Ziffern Jahrgang, Band. 

b) arabische Ziffern pagina. 

4. Die Titel der erstmalig in ungarischer Sprache erschienenen Ar- 
beiten sind in deutscher Übersetzung in eckigen Klammern [ ] 
angegeben. 





Verzeichnis der Abkürzungen 




Rf (rechts neben der laufenden Nummer) .... Referat über- 




ZEITSCHRIFTEN: 




B. J. 


British JournaJ of Medical Psychology (Cambridge Univer- 
sity Press, London). 




Gy 


Gyögyäszat 




Im. 


Imago (Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien). 




J 


The International Journal of Psycho-Analysis (Bailiiere 
Tindall & Cox, London). 




Jfa 


Jahrbuch für psychoanalytische und psychopathologische 
Forschungen (Erscheinen eingestellt, vergriffen). 




O. H. 


Orvosi Hetilap. 




P 


Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik (Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien). 




Q 


The Psychoanalytic Quarterly (The Psychoanalytic Quarterlv 
Press, New York). 




R 


The Psychoanalytic Review (The Nervous and Mental Disease 
Publ. Co., New York and Washington). 




R. F. 


Revue Franchise de Psychanalyse (Denoel & Steele, Paris). 




Z 


Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse (Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien). 




Zb 


Z riffen) blaU fÜr PsychoanaI y se (Erscheinen eingestellt, ver- 




BÜCHER: 




B. I— IV. Bausteine zur Psychoanalyse (Internationaler Psychoanalyti- 
scher Verlag, Wien), Bd. I— IV. 




C. 


^ tr x-f, i0n | *° P s y ch0 - An alysis, spätere Auflagen unter 
dem Titel: Sex and Psycho-Analysis (R. G. Badger, Boston). 




F. C. 


Further Contributions to the Theory and Technique of 
Psycho-Analysis (The Hogarth Press and The Institute of 
Psycho-Analysis, London). 




P. V. 


Populäre Vorträge über Psychoanalyse (Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien; vergriffen). 











298 


Bibliographie 




1899 




1 


Hypospadiasis ritkäbb esete [Ein seltener Fall von Hypo- 
spadiasisj. 0. H. 1899, Nr. 20. 




2 


Spiritismus. Gy 1899, Nr. 30. 


3 


Pemphigus esete [Ein Fall von Pemphigus]. 0. H. 1899, 




Nr. 35. 


4 


Uterus didelphys. Terhesseg az egyik uterusban [Uterus di- 


14' 


delphys. Gravidität im einen Uterus]. Gy 1899, Nr. 37. 


5 


Strictura recti esete [Ein Fall von strictura recti.] 0. H. 


li;:|; 


1899, Nr. 51. 


6 


Furunculus gyögyitäsa [Therapie der Furunkulose]. Gy 




1899. 


I 


1900 


7 


Hyperdactylia esete [Ein Fall von Hyperdaktylie] . 0. H. 


1 1 


1900, Nr. 7. — Hyperdaktylie. Pester med.-chir. Presse 




1900, Nr. 7. 


8 


öntudat, fejlödes [Bewusstsein, Entwicklung], Gy 1900, 




Nr. 13. 


» 


Bradycardia senilis. Gy 1900, Nr. 25. 


10 


A menstruatio magyaräzatänak üjabb Kfserlete [Ein neuer 




Erklärungsversuch der Menstruation]. Gy 1900, Nr. 32. 


11 


Ket teves körisme [Zwei Fehldiagnosen]. Gy 1900, Nr. 38. 


12 


A morphium alkalmazäsa öreg embereknöl [Die Anwendung 




des Morphins bei älteren Personen]. Gy 1900, Nr. 51. 


II 


1901 


13 


Olvasmäny es egeszseg [Lektüre und Gesundheit]. Egesz- 


III 


segügyi lapok 1901, Nr. 2. 


14 


A szerelem a tudomänyban [Die Liebe in der Wissen- 




schaft]. Gy 1901, Nr. 12. 



Bibliographie 



299 



15 A jobboldali agyfelteke göcmegbeteged&se. Agytälyog [Herd- 
erkrankung der rechten Hemisphäre. Hirnabszess) . O. H. 
1901, Nr. 19. 

16 Coordinält es assimilält elmebetegsegekröl [Über koordi- 
nierte und assimilierte Geisteskrankheiten. Vortrag in d. 
neurol. Sekt. d. königl. Ärztevereines in Budapest]. Gy 
1901, Nr. 18, 19. 

17 A terdtünet viselkedeseröl epileptikus rohamok alatt [Das 
Verhalten des Kniephänomens im epileptischen Anfall]. 
O. H. 1901, Nr. 23. 

18 Apoplexiäs roham sikeres gyögykezelese [Erfolgreiche The- 
rapie eines apoplsktischen Anfalles]. Gy 1901, Nr. 40. 

1902 

19 Homosexualitas feminina. Gy 1902, Nr. 11. 

20 Az agykereg erzö területeröl [Über die sensorische Region 
der Gehirnrinde]. O. H. 1902, Nr. 25, 26. 

21 Tebolyodottsägröl [Über Paranoia]. Gy 1902, Nr. 26. — 
Beitrag zur Ätiologie der Paranoia. Wiener Med. Wochen- 
schrift 1903, Nr. 22. 

22 Megfigyelesek iagyverz6sek es gyögyftäsuk körül [Beobach- 
tungen über Gehirnblutungen und über deren Therapie]. 
Gy 1902, Nr. 42. 

23 Csigolyalob idegszövödmenyei [Nervenkomplikationen bei 
einer Wirbelentzündung]. Gy 1902, Nr. 52. 



1903 

24 Izomhüdesekkel szövödött tabes [Muskellähmungen im Ver- 
laufe einer Tabes]. O. H. 1903, Nr. 6. 

25 Cretinismus ket esete [Zwei Fälle von Kretinismus]. O. H. 
1903, Nr. 6. 

26 Neuritissei szövödött tabes [Tabes dorsalis mit Neuritis- 
komplikation]. Gy 1903, Nr. 7. 



300 



Bibliographie 



27 

28 

29 
30 

31 
32 

33 



A körhäzi segedorvosi intezmenyröl [Über die Organisation 
des iassistenzärztlichen Dienstes in den Spitälern]. Gy 1903, 

Nr. 18. 

Facialis Ib6nuläs infectiosus alapon [Parese des Facialis auf 
infektiöser Grundlage]. O. H. 1903, Nr. 21. 

Paralysis et lues conjugalis. O. H. 1903, Nr. 21. 

Szoptatästöl kivältott thyreogen tetania [Thyreogene Te- 
tanie ausgelöst durch Stillen]. 0. H. 1903, Nr. 50. 

Encephalopathia saturnina. O. H. 1903, Nr. 50. 

Bromismus ©s arsenicismus [Bromismus und Arsenizismus] . 
Gy 1903, Nr. 52. 

1904 



A villamossäg mint gy6gyszer [Die Elektrizität als Heilfak- 
tor]. Gy 1904, Nr. 2. 

34 Adat a Trousseau-tünet üjabb magyaräzatähoz [Beitrag zur 
neuen Erklärung des Trousseau-Symptoms] . O. H. 1904, 
Nr. 3. 

35 A täpfc6szitm6nyek diaetetikus ertekeröl [Über den diäteti- 
schen Wert von Nährpräparaten]. Budapesti Orvosi Ujsäg 
1904, Nr. 4. 

36 Tetania-esetek [Tetanie-Fälle] . O. H. 1904, Nr. 9. 

37 Läzas ibetegseghez tärsult labyrinth-bäntalom [Fieber- 
erkrankung mit anschliessender Labyrinth- Äff ektion] . Gy 
1904, Nr. 38. 

38 A hypnosis gyögyftö ertSkfiröl [Über den therapeutischen 
Wert der Hypnose]. Gy 1904, Nr. 52. 

39 Ataxia hereditaria. O. H. 1904, Nr. 48. 



1905 

40 Az arteriosclerosis okozta ideges zavarokröl [Durch Arterio- 
sklerose verursachte nervöse Störungen]. O. H. 1905, Nr. 41. 



Bibliographie 



301 



41 Agyalapi töres ideghüdessel es arcgörcosel [Fraktur der 
Schädelbasis mit Nervenlähmungen und Gesichtskrampf ] . 
O. H. 1905, Nr. 1. 

42 Hozzäszölas Schaffer KäroJy: „Az agyi erzeszavarokröl kli- 
nikai es anatomiai szempontböl" c. elöadäsähoz [Diskus- 
sionsheitrag zu K. Schaffers Vortrag über „Cerebrale Par- 
ästhesien in klinischer und anatomischer Hinsicht"]. O. H. 
1905, Nr. 1. 

43 Egy anya es häromeves gyermekenek tetania-tünetei [Sym- 
ptome der Tetanie bei einer Mutter und deren dreijährigem 
Kinde]. 0. H. 1905, Nr. 2. 

44 A neurastheniäröl [Über die Neurasthenie] . Gy 1905, Nr. 11. 

45 Reszegseg megällapitäsa hullaböl [Konstatierung der Trun- 
kenheit aus der Leiche]. Gy 1905, Nr. 27. 

46 Nothnagel (Nekrolog). Gy 1905, Nr. 29. 

47 A korai arteriosclerosisröl [Über die frühzeitige Arterioskle- 
rose]. Gy 1905, Nr. 33. 

48 Az arteriosclerosist kfserö ideges tünetekröl [Über die ner- 
vösen Begleitsymptome der Arteriosklerose]. Gy 1905, 

Nr. 33. 



49 



50 



51 



52 



1906 

Polyneuritis ritkäfob esete [Ein seltenerer Fall von Polyneu- 
ritis]. O. H. 1906, Nr. 48. 

Jegyzetek Dr. Dunas (Ledignan) : „Levelek az orvosi pä- 
lyära keszülö ifjühoz" cimen a Gyögyäszatban megjelent 
cikkekhez [Notizen zu Dr. Dunas (Ledignan) : ^Briefe an 
einen Jüngling, der Medizin studieren will"]. Gy 1906, 
Nr. 4—10. 

Sexualis ätmeneti fokozatokröl [Ufoer sexuelle Zwischen- 
stufen]. Gy 1906, Nr 19. 

Gyögyftäs hypnotikus suggestiöval [Behandlung mit hypno- 
tischer Suggestion]. Gy 1906, Nr. 30. 



302 



Bibliographie 



53 Conjugält szembenuläst utänzö szemizomhüdesek [Conju- 
gierte Augenlähmung nachahmende Augenmuskelparesen] . 
O. H. 1906, Nr. 48. 

54 Az idegorvosläs recepturäjähoz [Zur Rezeptur der Nerven- 
heilkunde]. Gy 1906, Nr. 51. 



1907 

55 Balesetbiztositäsi tapasztalatok [Erfährungen bei Unfallver- 
sicherungen]. Gy 1907, Nr. 20—22. 



1908 

56 Polyneuritikus sorvadäs (felkar es alszär izmainak) [Poly- 
neuritische Atrophie in den Muskeln des Oberarmes und des 
Unterschenkels]. O. H. 1908, Nr. 1—2. 

57 Az ejaculatio praecox jelentösegeröl. Budapesti Orvosi Uj- 
säg 1908, Nr. 4; enthalten in 70. — Über die Bedeutung der 
Ejaculatio praecox. Autoreferat Zb 1910 — 11 (I, 75). — 
Wirkung der Potenzverkürzung des Mannes auf das Weib. 
Enthalten in 279 (B II, 287). 

58 A mäniäs-depressiv elmezavar suggestiv vilägitäsban. Gy 
1908, Nr. 5. — Das manisch-depressive Irresein in subjek- 
tiver Beleuchtung. Autoreferat Zb 1910—11 (I, 74). 

59 A sexualis paedagogia [Über sexuelle Pädagogik]. Budapesti 
Orvosi Ujsäg 1908, Nr. 4. 

60 A neurosisok Freud tanänak megvilägitäsaban es a psycho- 
analysis [Die Neurosen im Licht der Freudschen Lehre und 
die Psychoanalyse]. Gy 1908, Nr. 15 — 16; enthalten in 70. 
— Über Aktual- und Psychoneurosen im Lichte Freudscher 
Forschungen und über die Psychoanalyse. Wiener Klinische 
Rundschau 1908, Nr. 48—51; enthalten in 240 (P. V. 1), 276 
(F. C. 30). 



bißhographie 



303 



61 A psychosexuälis impotentia analytikai ertelmezese es gyö- 
gyitäsa. Gy 1908, Nr. 50; enthalten in 70. — Analytische 
Leutung und Behandlung der psychosexuellen Impotenz des 
Mannes. Psych. -neur. Vv ochenschrift 1908 (Jg. X); ent- 
halten in 186 (C. 11), 279 (B. II, 203). — Interpretation et 
traitement psychanaiyliques de rimpuissance psycho- 
sexuelle chez l'homme. R. F. 1930—31 (IV, 230). 

62 Baleseti serüles okozhat-e progressiv paralysist [Kann Un- 
fallsbeschädigung eine progressive Paralyse verursachen?]. 
Gy 1908, Nr. 28. 

63 Psychoanalysis es paedagögia. Gy 1908, Nr. 43; enthalten in 
70, 309 (B. III, 9). _ Psychoanalyse und Pädagogik. Refe- 
rat über einen Vortrag iam Salzburger Kongress. Zb 1910 — 
11 (I, 129). 

1909 

A balesetbiztositäsi intezmeny kilätäsairol es a baleseti ideg- 
foäntalmakröl [Über die Aussichten der Unfallversicherungs- 
kasse und über Nervenleiden nach Unfällen]. O. H. 1909, 
Nr. 7. 

A psychoneurosisokröl (Über Psychoneurosen) . Gy 1909, 
Nr. 22 — 23; enthalten in 70. — Zur analytischen Auffassung 
der Psychoneurosen. Aus einem 1909 im Budapester Ärzte- 
verein gehaltenen Vortragszyklus; enthalten in 240 (P. V. 
25), 276 (F. C. 15). — Autoreferat Zb 1910—11 (I, 76—77). 

Az älom psychoanalysise es annak körtani jelentösege [Die 
Psychoanalyse des Traumes und seine pathologische Bedeu- 
tung]. O. H. 1909, Nr. 44—45; enthalten in 70. — Die psy- 
chologische Analyse der Träume. Psych. -neur. Wochen- 
schrift 1910 (XII, Nr. 12—13); enthalten in 240 (P. V. 41). 
— On the Psychölogical Analysis of Dreams. Am. Journ. 
Psychology 1910; enthalten in 186 (C. 94). 

67 Introjeklion und Übertragung. Jb 1909 (I, 422 — 457); ent- 
halten in 279 (B. I, 9). — Introjektion und Übertragung. 
Eine psychoanalytische Studie. Franz Deuticke, Wien, 



64 



65 



66 



^04 Bibliographie 



1910. — Indulatättetel es magäbavetites. Gy 1910, Nr. 19 — 
20; enthalten in 98. — A ihypnosis es suggestio psychoana- 
lysise (identisch mit Teil II von „Introjektion und Übertra- 
gung". Gy 1910, Nr. 45; enthalten in 98. — Introjection 
and Transference. R 1916 (III, 107—111); enthalten in 186 
(C. 35). 

68 Rf Kenyeres Baläzs dr. „Törvenyszeki Orvostan" (Dr. B. 
Kenjtres: Forensische Medizin). Gy 1909, Nr. 52. 



69 



1910 



Referat über die Notwendigkeit eines engeren Zusammen- 
schlusses der Anhänger der Freudschen Lehre und Vor- 
schläge zur Gründung einer ständigen internationalen Oi- 
ganisation. Gehalten auf d. II. Int. Psa. Kongress, Nürnberg, 
1910. Notiz in Zb 1910—11 (I, 131); ausführlich in 79. 

70 Lelekelemzes. Ertekezesek a psziohoanalizis köreböl [Psy- 
choanalyse. Abhandlungen aus dem Gebiete der Psychoana- 
lyse]. Mano Dick, Budapest, 1. Aufl. 1910, 2. Aufl. 1914, 3. 
Aufl. 1918; enthält 57, 60, 61, 63, 65, 66. 

71 Rf Farkas, Dr. M.: Über die Kombination von Hydro- und 
Psychotherapie. Zb 1910—11 (I, 78). 

72 Rf Jendrassik, Dr. E.: Über den Begriff der Neurasthenie. 
Zb 1910—11 (I, 114). 

73 Rf Stein, Dr. Ph.: Tatbestandsdiagnostische Versuche bei 
Untersuchungsgefangenen. Zb 1910—11 (I, 183). 

74 Rf Hitschimann, Dr. E.: Freuds Neurosenlehre. Zb 1910—11 
(I, 601). — Gy 1910, Nr. 50. 



1911 

75 Über obszöne Worte. Beitrag zur Psychologie der Latenz- 
zeit. Zb 1910—11 (I, 390—99); enthalten in 98, 186 (C. 
132), 279 (B. I, 171), Almanach d. Psa. 1928 (123). 



Bibliographie 



305 



76 Anatole France als Analytiker. Zb 1910—11 (I, 461—67); 
enthalten in 98, 240 (P. V. 159), Almanach d. Psa. 1929 
(177). — Anatole France as Analyst. R 1917 (IV, 344). 

77 Reizung der analen erogenen Zone als auslösende Ursache 
der Paranoia. Beitrag zum Thema: Homosexualität und 
Paranoia. 2b 1910—11 (I, 557—59); enthalten in 149, 279 
(B. II, 281). 

78 Az elc es komikum lelektana [Die Psychoanalyse des Witzes 
und des Komischen]. Gy 1911, Nr. 5—7; enthalten in 98, 
240 (P. V. 89), 276 (F. C. 332). 

79 A psychoanalytikusok szervezkedese [Zur Organisation der 
Psychoanalytiker]. Gy 1911, Nr. 31; enthalten in 98, 279 
(B. I, 275). 

80 Über die Rolle der Homosexualität in der Pathogenese der 
Paranoia. Jb 1911 (III, 101—19). — A homosexualitäs sze- 
repe a paranoia pathogenesiseben. Gy 1911, Nr. 37 — 38. — 
Enthalten in 98, 186 (C. 154), 279 (B. I, 120), R 1920 (VII, 
86—88). 

81 Alkohol und Neurosen. Antwort auf die Kritik von Prof. 
Eugen Bleuler. Jib 1911 (III, 853—57). — Az alkohol es a 
neurosisok. Gy 1912, Nr. 27. — Enthalten in 149, 279 (B. 
I, 145). 

82 Rf Dornblüth, Dr. O.: Die Psydhoneurosen. Zb 1911—12 
(H, 281). 



1912 

83 Über lenkbare Träume. Zb 1911—12 (II, 31—32); enthal- 
ten in 149, 279 (B. II, 137). 

84 Zur Begriffsbestimmung der Introjektion. Zb 1911 — 12 (II, 
198—200); enthalten in 149, 279 (B. I, 58). 

85 Über passagere Symptomibildungen während der Analyse. 
Zb .1911—12 (II, 588—96). — Mulö symptomakepzödes a 
psychoanalysis folyamän. Gy 1913, Nr. 11. — Enthalten in 
149, 186 (C. 193), 279 (B. II, 9). 

Ferenczl, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 20 



306 Bibliographie 



86 Ein Fall von „d6jä vu". Zb 1911—12 (II, 648); enthalten in 
149, 279 (B. II, 161). 

87 Zur Genealogie des „Feigenblattes". Zb 1911—12 (II, 678); 
enthalten in 309 (B. III, 40). 

88 Metaphysik = Metapsychologie. Zb 1911— 12 (II, 678); ent- 
halten in 309 (B. III, 40). 

89 Paracelsus an die Ärzte. Zb 1911—12 (II, 678); enthalten 
in 309 (B. III, 41). 

90 Goethe über den Realitätswert der Phantasie beim Dichter. 
Zb 1911—12 (II, 679); enthalten in 309 (B. III, 41). 

91 Dr. S. Lindner. Zb 1911—12 (II, 162); enthalten in 309 

(B. IV, 11). 

92 Symbolische Darstellung des Lust- und Realitätsprinzips im 
Oedipus-Mythos. Im. 1912 (I, 276—84); enthalten in 149, 
186 (C. 253), 240 (P. V. 142). 

93 Philosophie und Psychoanalyse. Bemerkungen zu einam 
Aufsatz des Herrn Prof. James J. Putnam. Im. 1912 (I, 
519—26); enthalten in 149, 240 (P. V. 118). 

94 Suggestion und Psychoanalyse. Vortrag, gehalten in der 
„Freien Schule der sozialen Wissenschaften" in Budapest. 
Enthalten in 98; ferner in 240 (P. V. 70), 276 (F. C. 55). - 
The Psycho-Analysis of Suggestion and Hypnosis. Trans- 
actions of the Psycho-Med. Soc, London, 1912 (III, part 4). 

95 Ein treffendes Bild des „Unbewussten". Zb 1912—13 (III, 
52); enthalten in 276 (F. C. 350), 309 (B. III, 41). 

96 Deutung unbewusster Inzestphantasien aus einer Fehllei- 
stung (von Brantöme). Zb 1912 — 13 (III, 53); enthalten in 
309 (B. III, 42) . 

97 A tudattalan megismerese [Zur Erkenntnis des Unbe- 
wussten]. (Schon 1911 in „Szabad Gondolat" erschienen.) 
Enthalten in 98, 309 (B. III, 26). 



98 Lelki problemäk a pszichoanalizis megvilägitäsäban [Psy- 
chisahe Probleme im Lichte der Psychoanalyse] . Mano 
Dick, Budapest, 1. Aufl. 1912, 2. Aufl. 1919, 3. Aufl. 1922; 
enthält 67, 75, 76, 78, 79, 80, 94, 97. 

99 Vorwort zu: S. Freud „Pszichoanalizis [Über Psychoana- 
lyse]". Mano Dick, Budapest, 1. Aufl. 1912, 2. Aufl. 1915, 
3. Aufl. 1919. 

100 Über Onanie. Referat, gehalten im Rahmen einer Diskus- 
sion der „Wiener Psychoanalytischen Vereinigung", Wien, 
im Sommer 1912. J. F. Bergmann, Wiesbaden, 1912; ent- 
halten in 149, 186 (C. 185), 309 (B. III, 33). 

101 Rf Brenner, Dr. J. (Csäth Geza) : „Az elmebetegsegek psy- 
chikus mechanismusa" [Der psychische Mechanismus der 
Geisteskrankheiten]. Gy 1912, Nr. 24. 

102 Rf Bossi, Prof. Dr. L. M.: Die gynäkologische Prophylaxe 
bei Wahnsinn. Zb 1912—13 (III, 87). 



1913 

103 A psychoanalysisröl es annak jogi es tärsadalmi jelentösege- 
xöl [Über die Psychoanalyse und deren juridische und sozio- 
logische Bedeutung]. Gy 1914, Nr. 6; enthalten in 149. — 
Ein Vortrag für Richter und Staatsanwälte. Gehalten im 
Oktober 1913 im Reichs verein der Richter und Staatsan- 
wälte in Budapest; enthalten in 240 (P V. 103), 276 (F 
C. 424). 

104 Zähmung eines wilden Pferdes. Zb 1912 — 13 (III, 83—86); 
enthalten in 149, 240 (P. V. 169). 

105 Wem erzählt man seine Träume? Zb 1912—13 (III, 258); 
enthalten in 225, 276 (F. C. 349), 309 (B. III, 47). 

106 Zur Genese des jus primae noctis. Zb 1912 — 13 (III, 258); 
enthalten in 309 (B. III, 47). 

107 Liebault über die Rolle des Unbewussten bei psychischen 
Krankheitszuständen. Zb 1912— 13 (111,260); enthalten in 
309 (B. III, 42). 



308 Bibliographie 



108 Aus der „Psychologie" von Hermann Lotze. Im. 1913 
(II, 238—41); enthalten in 149, 279 (B. I, 269). 

109 Glaube, Unglaube und Überzeugung. Kongressvortrag in 
München, 1913. Enthalten in 225, 240 (P. V. 175), 276 (F. 
C. 437). 

110 Az idegkörtanban <ertekesithetö nehäny megfigyeles a sze- 
men [.Neurologiisch verwertbare Beobachtungen am Augel. 
O. H. 1913, Nr. 42. 

111 Entwicklungsstufen des Wirklichkeitssinnes. Z 1913 (I, 
124—38). — A valösägerzek fejlödesfokai. Gy 1913, Nr. 46, 
47. — Enthalten in 149, 186 (C. 213), 279 (B. I, 62). — Aus 
„Entwicklungsstufen des Wirklichkeitssinnes". P 1933 
(VII, 282). 

112 Zur Augensymbolik. Z 1913 (I, 161—64); enthalten in 149, 
186 (C. 270), 279 (B. II, 264). 

113 Zum Thema: „Grossvaterkomplex". Z 1913 (I, 228—29); 
enthalten in 149, 276 (F. C. 323), 279 (B. I, 106). 

114 Ein kleiner Hahnemann. Z 1913 (I, 240—46), P 1933 (VII, 
169); enthalten in 149, 186 (C. 240), 279 (B. II, 185). 

115 Ein „passageres" Symptom. Position während der Kur. Z 
1913 (I, 378); enthalten in 225, 276 (F. C. 242), 279 (ß. 
II, 36). 

116 Zwanghaftes Etymologisieren. Z 1913 (I, 378); enthalten in 
225, 276 (F. C. 318), 279 (B. II, 37). 

117 Symbolik der Bettwäsche. Z 1913 (I, 378); enthalten in 225, 
276 (F. C. 359), 279 (B. II, 250). 

118 Der Drachenflieger als Erektionssymbol. Z 1913 (I, 379); 
enthalten in 225, 276 (F. C. 359), 279 (B. II, 250). 

119 Parästhesien der Genitalgegend bei Impotenz. Z 1913 
(I, 379); enthalten in 225, 276 (F. C. 312), 279 (B. II, 26). 

120 Der Flatus, ein Vorrecht der Erwachsenen. Z 1913 (I, 380); 
enthalten in 225, 276 (F. C. 325), 279 (B. II, 27). 



Bibliographie 



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121 Infantile Vorstellungen über das weibliche Genitalorgan. Z 
1913 (I, 381); enthalten in 225, 276 (F. C. 314), 279 (B. 
II, 251). 

122 Kindliche Vorstellungen von der Verdauung. Z 1913 (I, 
381); enthalten in 225, 276 (F. C. 325), 279 (B. II, 252). 

123 Ursache der Verschlossenheit bei einem Kinde. Z 1913 (I, 
382); enthalten in 225, 276 (F. C. 327), 309 (B. III, 48). 

124 Kritik der Jungschen „Wandlungen und Symbole der Li- 
bido". Z 1913 (I, 391—403); enthalten in 149, 279 (B. 
I, 243). 

125 Zur Ontogenese der Symbole. Z 1913 (I, 436—38); enthal- 
ten in 149, 186 (C. 276), 279 (B. I, 101). 

126 Bf Jones, E.: Papers on Psycho-Analysis. Z 1913 (I, 93); 
enthalten in 225, 309 (B. IV, 49). 

127 Bf Maeder, A.; Sur le mouvement psychanalytique. Z 1913 
(I, 94) ; enthalten in 225, 303 (B. IV, 51). 

128 Bf Brill, A. A.: Freud's Theory of Compulsion Neurosis. Z 
1913 (I, 180). 

129 Bf Brill, A. A.: Psychological Mechanismus of Paranoia. Z 
1913 (I, 180). 

130 Bf Brill, A. A.: Hysterical Dreamy States, their Psycholo- 
gical Mechanism. Z 1913 (I, 180). 

131 Bf Brill, A. A.: A few Bemarks on the Technique of Psycho- 
Analysis. Z 1913 (I, 180). 

132 Bf Brill, A. A.: The only or favourite Child in adult life. Z 
1913 (I, 180); enthalten in 225, 309 (B. IV, 53). 

133 Bf Brill, A. A.: Analeroticism and Character. Z 1913 (I, 
181); enthalten in 309 (B. IV, 52). 

134 Bf Prince, Morton: The Meaning of Ideas as determined by 
unconscious Settings. Z 1913 (I, 185). 



310 



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1914 

135 Einige klinische Beobachtungen bei der Paranoia und Para- 
phrenie. Beitrag zur Psychologie der „Systembildung". Z 
1914 (II, 11 — 17). — Quelques Observation« cliniques des 
cas de paranoia et de Paraphrenie. R. F. 1932 (V, 97). — 
Enthalten in 149, 186 (C. 282), 279 (B. II, 270). 

136 Zur Nosologie der männlichen Homosexualität (Homoero- 
tik). Z 1914 (II, 131—42); enthalten in 149, 186 (C. 296), 
279 (B. I, 152). 

137 Zwangsneurose und Frömmigkeit. Z 1914 (II, 272); enthal- 
ten in 276 (F. C. 450), 279 (B. II, 32). 

138 Schwindelempfindung nach Schluss der Analysenstunde. Z 
1914 (II, 272—74); enthalten in 225, 276 (F. C. 239), 279 
B. II, 29). 

139 Einschlafen des Patienten während der Analyse. Z 1914 (II, 
274); enthalten in 225, 276 (F. C. 249), 279 (B. II, 31). 

140 Zur psychischen Wirkung des Sonnenbades. Z 1914 (II, 
378); enthalten in 276 (F. C. 365), 309 (B. III, 49). 

141 Über verschämte Hände. Z 1914 (II, 378) ; enthalten in 225, 
276 (F. C. 315), 279 (B. II, 33). 

142 Reiben der Augen ein Onanieersatz. Z 1914 (II, 379); enthal- 
ten in 225, 276 (F. C. 317), 279 (B. II, 35). 

143 Ungeziefer als Symbol der Schwangerschaft. Z 1914 (II, 
381); enthalten in 225, 276 (F. C. 361), 279 (B. II, 261). 

144 Angst vor Zigarren- und Zigarettenrauchen. Z 1914 (II, 
383); enthalten in 225, 276 (F. C. 318), 309 (B. III, 49). 

145 Das „Vergessen" eines Symptoms und seine Aufklärung im 
Traume. Z 1914 (II, 384); enthalten in 225, 276 (F. C. 412), 
279 (B. II, 36). 

146 Zur Ontogenie des Geldinteresses. Z 1914 (II, 506—13) ; 
enthalten in 149. 186 (C. 333), 279 (B. I, 109). 



Bibliographie 



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147 Diskontinuierliche Analysen. Z 1914 (II, 514); enthalten in 
225, 276 (F. C. 233), 279 (B. II, 55). 

148 Rf Allgemeine Neurosenlehre. Jb 1914 (VI, 317—328). — 
A neurosisok psychoanalytikus tanänak haladäsa. Gy 1916, 
Nr. 1; enthalten in 225. 

148a Büntenyek leTekelemzese [Psychoanalyse von Verbrechen!. 
Szabad Gondolat 1914, Nr. 1. 

149 Ideges tünetek keletkezese 6s eltünese es egyeb ertekezesek 
a pszichoanalizis köreböl [Entstehung und Vergehen nervö- 
ser Symptome und andere Abhandlungen aus dem Gebiete 
der Psychoanalyse]. Mano Dick, Budapest, 1. Aufl. 1914, 2. 
Aufl. 1919, 3. Aufl. 1922; enthält 77, 81, 83, 84, 85, 86, 92, 
93, 100, 103, 104, 108, 111, 112, 113, 114, 124, 125, 135, 
136, 146. 

150 Rf Bleuler, E.: Kritik der Freudschen Theorie. Z 1914 (II, 
62) ; enthalten in 225, 309 (B. IV, 54). 

151 Rf Jung. C. G.: Contribution ä l'etude des types psycholo- 
giques. Z 1914 (II, 86); enthalten in 225, 309 (B. IV, 64). 

152 Rf Steiner, Maxim.: Die psychischen Störungen der männ- 
lichen Potenz. Z 1914 (II, 87); enthalten in 225, 309 (B. 
IV, 66). 

153 Rf Flournoy, H.: Epilepsie emotionelle. Z 1914 (II, 175). 

154 Rf Weber R.: Reverie et Images. Z 1914 (II, 175); enthalten 
in 309 (B. IV, 68). 

155 Rf Bjerre P.: Das Wesen der Hypnose. Z 1914 (II, 471); 
enthalten in 225, 309 (B. IV, 69). 

156 Rf Berguer, G.: Note sur le langage du reve. Z 1914 (II, 
529); enthalten in 225, 309 (B. IV, 70). 

157 Partos, E.: Analyse d'une erreur scientiflque. Z 1914 (II, 
529); enthalten in 225. 

158 Rf Meggendorfer. F.: Über Syphilis in der Aszendenz von 
Dementia praecox-Kranken. Z 1914 (II, 530); enthalten in 
309 (B. IV, 71). 



T 

1 


Bibliographie 


1915 


159 


Psychogene Anomalien der Stimmlage. Z 1915 (III, 25—28) ; 
enthalten in 225, 276 (F. C. 105), 279 (B. II, 227). 


160 


Der Traum vom Okklusivpessar. Z 1915 (III, 29—33) ; ent- 
halten in 225, 276 (F. C. 304), 279 (B. II, 143). 




Die wissenschaftliche Bedeutung von Freuds „Drei Abhand- 
lungen zur Sexualtheorie". Z 1915 (III, 227—229); enthal- 
ten in 240 (P. V. 84), 276 (F. C. 253), 279 (B. I, 237). — 
A szexualitäs elmeleteröl. Gy 1915, Nr. 32. — Ferner als 
Vorwort zu Freud „Härom Ertekezes a Szexualitäs Elmele- 
teröl. [Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie]". Mano Dick, 
Budapest, 1. Aufl. 1915, 2. Aufl. 1919. 


162 


Nonum prematur in annum. Z 1915 (III, 229) ; enthalten in 
276 (F. C. 419), 279 (B. II, 253). 


163 


Hebbels Erklärung des „dejä vu". Z 1915 (III, 250); ent- 
halten in 276 (F. C. 422), 309 (B. III, 43). 


l 


Analyse von Gleichnissen. Z 1915 (III, 270 — 278); enthalten 
in 225, 276 (F. C. 397), 279 (B. II, 164), Almanach d. Psa. 
1928 (144). — Hasonlatok analysise. Gy 1916, Nr. 34, 35. 


I 


Zwei typische Kopro- und Pädosymbole. Z 1915 (III, 292— 
293); enthalten in 225, 276 (F. C. 327), 279 (B. II, 261). 


I 166 


Spektrophobie. Z 1915 (III, 293); enthalten in 225, 276 (F. 
C. 365), 309 (B. III, 51). 


l 


Pompadourphantasien. Z 1915 (III, 294); enthalten in 225, 
276 (F. C. 351), 309 (B. III, 49). 


168 


Geschwätzigkeit. Z 1915 (III, 294); enthalten in 225, 276 
(F. C. 252), 279 (B. II, 36). 


1 


Der Fächer als Genitalsymbol. Z 1915 (III, 294); enthal- 
ten in 225, 276 (F. C. 361), 309 (B. III, 50). 




Polykratismus. Z 1915 (III, 294); enthalten in 225, 276 
(F. C. 423), 309 (B. III, 50). 



- 


Bibliographie 313 


171 


Unruhe gegen das Ende der Analysenstunde. Z. 1915 (III, 
294); enthalten in 276 (F. C. 238), 279 (B. II, 28). 


172 


Urinieren als Beruhigungsmittel. Z 1915 (III, 295); enthal- 
ten in 276 (F. C. 317), 279 (B. II, 35). 


173 


Ein analerotisdb.es Sprichwort. Z 1915 (III, 295); enthalten 
in 276 (F. C. 365), 309 (B. III, 50). 


174 


Über vermeintliche Fehlhandlungen. Z 1915 (III, 338—342); 
enthalten in 225, 276 (F. C. 407), 279 (B. II, 129). 


175 


Die psychiatrische Schule von Bordeaux über die Psycho- 
analyse. Z 1915 (III, 352—369); enthalten In 225, 309 (B. 

IV, 12). 


176 


A veszedelmek jegkorszaka [Die Eiszeit der Gefahren]. 
Nyugat 1915, Heft Aug.— Sept. 


177 


Vorwort zu Freud „Az Älomröl [Über den Traum]". Mano 
Dick, Budapest, 1. Aufl. 1915, 2. Aufl. 1919. 


178 


A 43 — 50 evesek sorozäsa [Assentierung der 43—50 Jähri- 
gen]. Gy 1915, Nr. 36. 


179 


Agyserüleses katonälk utökezelese [Über die Nachbehand- 
lung gehirnverletzter Soldaten]. Gy 1915, Nr. 43. 


180 


Bf Kollarits, Dr. J.: Observation^ de Psychologie quoti- 
dienne. Z 1915 (III, 46); enthalten in 225, 309 (B. IV, 72). 


181 


Bf Kollarits, Dr. J.: Contribution ä l'etude des reves. Z 1915 
(III, 49); enthalten in 225, 309 (B. IV, 78). 


182 


Bf Schilder, P. u. Weidner, H.: Zur Kenntnis symbolähnli- 
cher Bildungen im Rahmen der Schizophrenie. Z 1915 (III, 
59); enthalten in 309 (B. IV, 86). • " ■ 


183 


Bf Buchner, Lothar (pseud.) : Klinischer Beitrag zur Lehre 
vom Verhältnisblödsinn. Z 1915 (III, 60); enthalten in 309 
(B. IV, 88). 


184 


Rf Jung, Dr. C. G.: Psychologische Abhandlungen. Z 1915 
(III, 162); enthalten in 225, 309 (B. IV, 91). 







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Rf Claparede, Ed.: De la representation des personnes et 
des lapsus linguae. Z 1915 (III, 123); enthalten in 309 (B. 
IV, 90). 








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186 


Contributions to Psycho-Analysis. R. G. Badger, Boston, 
1916 (weitere Auflagen unter d. Titel „Sex and Psycho-Ana-. 
lysis") ; enthält Nr. 61, 66, 67, 75, 80, 85, 92, 100, 111, 112, 
114, 125, 135, 136, 146. 






187 


Affektvertauschung im Traume. Z 1916—17 (IV, 112); ent- 
halten in 225, 276 (F. C. 345), 279 (B. II, 141). 






188 


Sinnreiche Variante des Schuhsymbols der Vagina. Z 
1916—17 (IV, 112); enthalten in 225, 276 (F. C. 358), 279 
(B. II, 249). 




• 


189 


Über zwei Typen der Kriegsneurose (-hysterie). Z 1916—17 
(IV, 131—145); enthalten in 223,276 (F. C. 124), 309 (B. III, 
58). Elözetes megjegyzösek a häborüs neurosis nemely tipu- 
saröl [Vorläufige Bemerkungen über einige Typen der 
Kriegsneurose]. Gy 1916, Nr. 11—18. 






190 


Mischgebilde von erotischen und Charakterzügen. Z 1916— 
17 (IV, 146); enthalten in 225, 276 (F. C. 257), 279 (B. 
II, 233). 






191 


Schweigen ist Gold. Z 1916—17 (IV, 155); enthalten in 225, 
276 (F. C. 250), 279 (B. II, 255). 

1917 






192 


Ostwald über die Psychoanalyse. Z 1916—17 (IV, 169); ent- 
halten in 225, 309 (B. IV, 46). 






19» 


Pollution ohne orgastischen Traum und Orgasmus im 
Traume ohne Pollution. Z 1916—17 (IV, 187—192); enthal- 
ten in 225, 276 (F. C. 297), 279 (B. II, 152). 




194 


Träume der Ahnungslosen. Z 1916 — 17 (IV, 208); enthalten 
in 225, 240 (P. V. 66), 276 (F. C. 346). 











Bibliographie 315 



195 Von Krankheits- oder Pathoneurosen. Z 1916—17 (IV, 219 
—228); enthalten in 223, 276 (F. C. 78), 309 (B. III, 80). 
Pathoneurosisok [Pathoneurosen]. Gy 1918, Nr. 20. 

196 Die psychischen Folgen einer „Kastration" im Kindesalter. 
Z 1916—17 (IV, 263—266); enthalten in 225, 276 (F. C. 
244), 279 (B. II, 196). 

197 Symmetrischer Berührungszwang. Z 1916 — 17 (IV, 266); 
enthalten in 225, 276 (F. C. 242), 279 (B. II, 236). 

198 Pecunia — ölet. Z 1916—17 (IV, 327); enthalten in 225, 276 
(F. C. 362), 279 (B. II, 257). 

199 Barätsagom Schächter MLksäval [Meine Freundschaft mit 
Max Schächter]. Gy 1917, Nr. 52. 

200 Rf Decsi, Dr. Imre: „Ember, mert vagy ideges?" [Döosi: 
Mensch, warum (bist du nervös?]. Gy 1917, Nr. 31. 

201 Rf Adler u. Furtmüller: Heilen und Bilden. Z 1916—17 (IV, 
115); enthalten in 225, 309 (B. IV, 99). 

202 Rf Bleuler, E.: Physisch und Psychisch in der Pathologie. 
Z 1916—17 (IV, 119); enthalten in 225, 309 (B. IV, 108). 

203 Rf Kaplan, L.: Psychoanalytische Probleme. Z 1916—17 
(IV, 120); enthalten in 225, 309 (B. IV, 109). 

204 Rf Putnam, J. J.: The Work of Adler. Z 1916—17 (IV, 161); 
enthalten in 225, 309 (B. IV, 114). 

205 Rf Schultz, J. H.: S. Freuds Sexualpsychoanalyse. Z 1916 
—17 (IV, 270); enthalten in 309 (B. IV, 118). 

206 Rf Groddeck, G.: Die psychische Bedingtheit und psycho- 
analytische Behandlung organischer Leiden. Z 1916 — 17 
(IV, 346); enthalten in 225, 309 (B. IV, 123). 

207 Rf Claparede, Ed.: Reve satisfaisant un d6sir organique. 
Z 1916—17 (IV, 345); enthalten in 309 (B. IV, 122). 





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1918 




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„A miese lelektanäröl" (Välasz Lesznai A. cikkere) [Über 
die Psychologie des Märchens]. Nyugat 1918, Nr. 17. 




209 


A „friss levegö" es a „jö levegö" üditö es gyögyitö hatäsa 
[Die erfrischende und heilende Wirkung von „frischer 
Luft" und „guter Luft"]. Gy 1918; enthalten in 225. 

1919 




210 


Technische Schwierigkeiten einer Hysterieanalyse. Z 1919 
(V, 34—40); enthalten in 223, 276 (F. C. 189), 309 (B. III, 
119). 




211 


Sonntagsneurosen. Z 1919 (V, 46 — 48); enthalten in 225, 
276 (F. C. 174), 279 (B. II, 178), Almanach d. Psa. 1928 
(138). 




212 


Denken und Musfcelinnervation. Z 1919 (V, 102); enthalten 
in 225, 276 (F. C. 230), 279 (B. I, 189). 




213 


Ekel vor dem Frühstück. Z 1919 (V, 117); enthalten in 225, 
276 (F. C. 326), 279 (B. II, 247). 




214 


Cornelia, die Mutter der Gracchen. Z 1919 (V, 117—120); 
enthalten in 225, 240 (P. V. 154), 276 (F. C. 318). 




215 


Zur Frage der Beeinflussung des Patienten in der Psycho- 
analyse. Z 1919 (V, 140—141); enthalten in 225, 276 (F C. 
235), 279 (B. II, 58). 




216 


Zur psychoanalytischen Technik. Vortrag, gehalten in der 
Ungarländ. Psa. Vereinigung, Budapest, 1918. Z 1919 (V, 
181—92); enthalten in 225, 276 (F. C. 177), 279 (B. II, 38). 
— Sur la technique psychanalytique. R. F. 1929 (III, 617). 




217 


Die Nacktheit als Schreckmittel. Z 1919 (V, 303—305); ent- 
halten in 276 (F. C. 329), 279 (B. II, 222). 



Bibliographie 



317 



218 Die Psychoanalyse der Kriegsneurosen. Diskussionsreferat, 
gehalten 'auf dem V. Internat. Psa. Kongress in Budapest, 
September 1918. Enthalten in: Zur Psa. der Kriegsneurosen. 
Int. Psa. Vlg., Wien, 1919; ferner in: Psycho-Analysis and 
the War Neuroses. The Internat. PsA. Press, London, 1921; 
ferner in 309 (B. III, 95). 

219 Zur Psychogenese der Mechanik. Kritische Bemerkungen 
über eine Studie von Ernst Mach. Im. 1919 (V, 394 — 401); 
enthalten in 225, 240 (P. V. 128), 276 (F. C. 383). — Unga- 
risch erschienen in Nyugat 1918, II. Halbjahr. 

220 Hysterische Materialisationsphänomene; enthalten in 223, 
276 (F. C. 89), 309 (B. III, 129). 

221 Erklärungsversuch einiger hysterischer Stigmata; enthalten 
in 223, 276 (F. C. 110), 309 (B. III, 148). 

222 Die Psychoanalyse eines Falles von hysterischer Hypo- 
chondrie; enthalten in 223, 276 (F. C. 118), 309 (B. III, 159). 

223 Hysterie und Pathoneurosen. Internationaler Psychoanaly- 
tischer Verlag, Wien, 1919; enthält 189, 195, 210, 220, 221, 
222. — A hiszteria es a pathoneurözisok. Manö Dick, Buda- 
pest, 1919 (ung. Ausgabe). — Sämtlich enthalten in 309 (B. 
III, 80 ff.). 

224 Pszichoanalizis es kriminolögia. [Psychoanalyse und Kri- 
minologie.] Az Uj Forradalom. 1919; enthalten in 225, 240 
(P. V. 114), 276 (F. C. 434). [Nicht identisch mit 305.] 

225 A pszichoanalizis haladäsa [Der Fortschritt der Psycho- 
analyse]. Mano Dick, Budapest, 1. Aufl. 1919, 2. Aufl. 1920; 
enthält 105, 109, 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 
126, 127, 132, 138, 139, 141, 142, 143, 144, 145, 147, 148, 
150, 151, 152, 155, 156, 157, 159, 160, 164, 165, 166, 167, 
168, 169, 170, 174, 175, 180, 181, 184, 187, 188, 190, 191, 
192, 193, 194, 196, 197, 198, 201, 202, 203, 204, 206, 209, 
211, 212, 213, 214, 215, 216, 219, 224. 



318 



Bibliographie 



1920 

226 Nachtrag zur „Psychogenese der Mechanik". Im. 1920 (VI, 
384—386); enthalten in 240 (P. V. 138), 276 (F. C. 393). 

227 Rf Schaxel, J.: Abhandlungen zur theoretischen Biologie. 
Z 1920 (VI, 82); enthalten in 309 (B. IV, 126). 

228 Rf Lipschütz, A.: Die Pubertätsdrüse und ihre Wirkungen. 
Z 1920 (VI, 84); enthalten in 309 (B. IV, 130). 

229 Rf Landau, Prof. E.: Naturwissenschaft und Lebensauffas- 
sung. Z 1920 (VI, 182). 

230 Rf Strasser, H.: Fragen der Entwicklungsniechanik. Z 1920 
(VI, 183). 

231 Rf Gross, Otto: Drei Aufsätze über den inneren Konflikt. 
Z 1920 (VI, 364); enthaltein im 309 (B. IV, 140). 



1921 

232 Psychoanalytische Betrachtungen über den Tic. Z 1921 
(VII, 33 — 62). — Psycho- Analytical Observations on Tic. J. 
1921 (II, 1). — Enthalten in 276 (F. C. 142), 279 (B. I, 193). 

233 Die Symbolik der Brücke. Z 1921 (VII, 211—213). — The 
Symbolism of the Bridge. J 1922 (III, 163). — Enthalten 
in 276 (F. C. 352), 279 (B. II, 238). 

234 Weiterer Ausbau der „aktiven Technik" in der Psycho- 
analyse. Vortrag, gehalten am VI. Int. Psa. Kongress, Haag, 

1920. Z 1921 (VII, 233—251). — Autoreferat Z 1920 (VI, 
398). — Enthalten in 276 (F. C. 198), 279 (B. II, 62). 

235 Tic-Diskussion. Z 1921 (VII, 395—396); enthalten in 309 
(B. III, 168).— Discussion on Tic. J 1921 (II, 481). 

236 Allgemeine Neurosenlehre. Sammelreferat in: Bericht über 
die Fortschritte der Psychoanalyse in den Jahren 1914 — 
1919. Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien, 

1921. — General Theory of the Neuroses. .1 1920 (I, 294—315). 



Bibliographie 



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237 Rf Freud, Sigm.: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. 
Z 1921 (VII, 496); enthalten in 309 (B. IV, 147). 

238 Rf Groddeck, G.: Der Seelensucher. Im. 1921 (VII, 356); 
enthalten in 309 (B. IV, 149). 



1922 

239 (und I. Hollös) : Zur Psychoanalyse der paralytischen Gei- 
stesstörung. Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 
Wien, 1922. Psycho-Analysis and the Psychic Disorder of 
General Paresis. R 1925 (XII, 88—107 u. 205—233). J 1927 
(VII, 101). — Z. T. enthalten in 309 (B. III, 189). 

240 Populäre Vorträge über Psychoanalyse. Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien, 1922. Enthält 60, 65, 66, 
76, 78, 92, 93, 94, 103, 104, 109, 161, 194, 214, 219, 224, 
226. 

241 A pszichoanalizis es a tärsadalompolitika [Die Psycho- 
analyse und die Sozialpolitik]. Nyugat 1922, Nr. 8. 

242 Die Brückensymbolik und die Don Juan-Legende. Z 1922 
(VIII, 77). Bridge Symbolism and the Don Juan Legend. 
J 1922 (III, 167—168). — Enthalten in 276 (F. C. 356), 
279 (B. II, 244). 

243 Die Psyche ein Hemmungsorgan. Z 1922 (VIII, 203— 205) ; 
enthalten, in 276 (F. C. 379), 309 (B. III, 213). 

244 Der individualpsychologische Fortschritt in Freuds „Massen- 
psychölogie und Ichanalyse". Z 1922 (VIII, 206—209); ent- 
halten in 297, 309 (B. IV, 161). Freud metapsvchologiäja. 
Gy 1922, Nr. 25. 

245 Soziale Gesichtspunkte bei Psychoanalysen. 1. Der „Fami- 
lienroman der Erniedrigung". 2. Psychische Erkrankung als 
Folge des sozialen Aufstiegs. Z 1922 (VIII, 326—328). — 
Social Considerations in Some Analyses. J 1923 (IV, 475 — 
478). — Enthalten in 276 (F. C. 413, 417), 279 (B. II, 292). 



320 


Bibliographie 




246 


Versuch einer Genitaltheorie. Referat, gehalten auf dem 
VII. Internat. Psa. Kongress in Berlin, 1922. Z 1922 (VIII, 

478). 


247 


Rf Abraham, Karl: Klinische Beiträge zur Psychoanalyse. 
Z 1922 (VIII, 353); enthalten in 309 (ß. IV, 155). 




248 


Rf de Saussure, Dr. R.: La Methode Psychanalytique. Z 
1922 (VIII, 379); enthalten in 309 (B. IV, 158). 

1923 




249 

' 1 ' 


Ptyalismus bei Oralerotik. Z 1923 (IX, 67) ; enthalten in 276 
(F. C. 315), 309 (B. III, 51). 




250 


Die Söhne der „Schneider". Z 1923 (IX, 67); enthalten in 
276 (F. C. 418), 309 (B. III, 51). 




251 


Die „Materialisation" 'beim Globus hystericus. Z 1923 (IX, 
68); enthalten in 276 (F. C. 104), 309 (B. III, 52). 




252 


Aufmerken bei der Traumerzählung. Z 1923 (IX, 68); ent- 
halten in 276 (F. C. 238), 309 (B. III, 53). 




253 


Das Grausen beim Kratzen an Glas usw. Z 1923 (IX, 68); 
enthalten in 276 (F. C. 313), 309 (B. III, 53). 




254 


Zur Symbolik des Medusenhauptes. Z 1923 (IX, 69); enthal- 
ten in 276 (F. C. 360), 309 (B. III, 54). 




255 


Lampenfieber und narzisstische Selbstbeobachtung. Z 1923 
(IX, 69); enthalten in 276 (F. G. 421), 309 (B. III, 55). 




256 


Ein „analer Hohlpenis" bei der Frau. Z 1923 (IX, 70) ; ent- 
halten in 276 (F. C. 317), 309 (B. III, 56). 




257 


Der Traum vom „gelehrten Säugling". Z 1923 (IX, 70) ; ent- 
halten in 276 (F. C. 349), 309 (B. III, 218). 




258 


Waschzwang und Masturbation. Z 1923 (IX, 70); enthalten 
in 276 (F. C. 311), 309 (B. III, 56). 





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259 A psychoanalysis a gyakorlö orvos szolgälatäban [Die Psy- 
choanalyse im Dienste des praktizierendem Arztes]. Gy 
1923, Nir. 23—24. 

260 Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten. Z 1923 (IX, 
428—434). 

261 Ferenczi - Festschrift der „Internationalen Zeitschrift für 
Psychoanalyse". 1923, Jg. IX, Heft 3. 

262 Vorwort zu Freuds „A Mindennapi Elet Pszichopatholö- 
giäja [Zur Psychopathologie des Alltagslebens]". A „Viläg- 
irodalom" Könyvk., Budapest, 1923. 

263 Vorwort zu Freuds „A Halälösztön es az Eletösztönök 
[Jenseits des Lustprinzips]". A „Vilägirodalom" Könyvk., 
Budapest, 1923. 

1924 

264 (und O. Bank) : Entwicklungsziele der Psychoanalyse. Zur 
Wechselbeziehung von Theorie und Praxis. Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien, 1924. — The Develop- 
ment of Psycho-Analysis. Nervous and Mental Disease Pufol. 
Co., New York und Washington, 1927. — Zum Teil enthal- 
ten in 309 (B. III, 220). 

265 Über forcierte Phantasien. Z 1924 (X, 6—16); enthalten in 
276 (F. C. 68), 279 (B. II, 87). 

266 „Altatö es ebresztö tudomäny" [Einschläfernde und erwek- 
kende Wissenschaft]. Nyugat 1924, Nr. 1. 

267 „Ignotus, a megertö" [Ignotus, der Verständnisvolle]. Nyu- 
gat 1924, Nr. 23. 

288 Versuch einer Genitaltheorie. Internationaler Psychoanaly- 
tischer Verlag, Wien, 1924. — Teilabdruck daraus: Begat- 
tung und Befruchtung. Almamach d. Psa. 1926 (161). — 
Ungarisch: Kiatasztröfäk a nemi müködes fejlödeseben. Pan- 
theon-kiadäs, Budapest, 1929. — Englisch: Thalassa: A 
Theory of Genitality. Q 1933—34 (II, 361—403, III, 1—29, 
III, 200—222). 

l'ei'enczi, Bausleine zur Psychoanalyse. IV. «1 



322 Bibliographie 



1925 

269 Zur Psychoanalyse von Sexualgewohnheiten. Z 1925 (XI, 
6 — 39) . — Zur Psychoanalyse von Sexualgewohnheiten (mit 
Beiträgen zur therapeutischen Technik). Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien, 1925. — The Psycho-Ana- 
lysis of Sexual Haibits. J 1925 (VI, 372). — Enthalten in 
276 (F. C. 259), 309 (B. III, 245). 

270 Charcot. Z 1925 (XI, 257—260); enthalten in 309 (B. 
IV, 168). 

1926 

271 Kontraindikationen der aktiven psychoanalytischen Tech- 
nik. Vortrag, gehalten auf dem IX. Int. Psa. Kongress, Bad 
Homburg, 1925. Z 1926 (XII, 3—14) ; enthalten in 276 (F. 
C. 217), 279 (B. II, 99). — Autoreferat Z 1925 (XI, 509). 

272 Organneurosen und ihre Behandlung. In: Das Psychoana- 
lytische Volksbuch. Hippokrates- Verlag, Stuttgart, 1926; 
enthalten in 309 (B. III, 294) . Englisch erschienen in Medi- 
cal Review of Beviews XXXVI, 376—382. 

273 Zum 70. Geburtstag iSigm. Freuds. Z 1926 (XII, 235—240) ; 
enthalten in 279 (B. I, 290). — To Sigmund Freud on his 
Seventieth Birthday. J 1926 (VII, 297). — Sigmund Freud 
70. születesnapjära. Gy 1926, Nr. 19. 

274 Freud's importance for the mental hygiene movement. Men- 
tal Hygiene 1926 (X, 673—676); deutsch enthalten in 309 
(B. III, 302). 

275 Das Problem der Unlustbejahumg (Fortschritte in der Er- 
kenntnis des Wirklichkeitsskines). Z 1926 (XII, 241—252); 
enthalten in 279 (B. I, 84). — The Problem of Acceptance 
of Unpleasant Ideas: Advanoes i n Knowledge of the Sense 
of Reality. J 1926 (VII, 312); enthalten in 276 (F. C. 366). 

276 Further Contributions to the Theory and Technique of Psy- 
cho- Analysis. The Hogarth Press, London, 1926; enthält 60, 
65, 78, 94, 95, 103, 105, 109, 113, 115, 116, 117, 118, 119, 



Bibliographie 323 



120, 121, 122, 123, 137, 138, 139, 140, 141, 142, 143, 144, 

145, 147, 159, 100, 161, 162, 163, 164, 165, 166, 167, 168, 

169, 170, 171, 172, 173, 174, 187, 188, 189, 190, 191, 193, 

194, 195, 196, 197, 198, 210, 211, 212, 213, 214, 215, 216, 

217, 219, 220, 221, 222, 224, 226, 232, 233, 234, 242, 245, 

249, 250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 265, 269, 
271, 275. 

277 Zur Kritik der Rankischen „Technik der Psychoanalyse". Z 
1927 (XIII, 1—9); enthalten in 279 (B. II, 116). — A review 
of Rank's „Technik der Psychoanalyse", Bd. I, Die analy- 
tische Situation. J 1927 (VIII). 

278 Present day proiblems in psychoanalysis. Archives of Psy- 
choanalysis 1927 (I, 522— 530) ; enthalten in 309 (B. III, 332). 

279 Bausteine zur Psychoanalyse. Bd. I und II. Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien, 1927; enthält 57, 61, 67, 
75, 77, 79, 80, 81, 83, 84, 85, 86, 108, 111, 112, 113, 114, 
115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 124, 125, 135, 136, 
137, 138, 139, 141, 142, 143, 145, 146, 147, 159, 160, 161, 
162, 164, 165, 168, 171, 172, 174, 187, 188, 190, 191, 193, 
196, 197, 198, 211, 212, 213, 215, 216, 217, 232, 233, 234, 
242, 245, 265, 271, 273, 275, 277. 

280 Gulliver-Phantasien. Vortrag, gehalten bei der Jahressitzg. 
d. New York Society for Clinioal Psychiatry am 9. Dez. 
1926. Z 1927 (XIII, 379—396). _ Aloianach der Psa. 1929 
(117); enthalten in 309 (B. III, 307). — Gulliver Phantasies. 
J 1928 (IX, 283), R 1932 (XIX, 227). 



1928 

281 Die Anpassung der Familie an das Kind. P 1928 (II, 239 — 
251). The Adaptation of the Family to the Child. B. J. 1928 
(VIII, 1—13); enthalten in 309 (B. III, 347). 

282 Das Problem der Beendigung der Analysen Z 1928 (XIV, 
1—10); enthalten in 309 (B. III, 367). 



1 


324 


Bibliographie 


283 


Die Elastizität der psychoanalytischen Technik. Z 1928 
(XIV, 197 — 209). — L'elasticite de la technique psychana- 
lytique. R. F. 1928 (II, 224). — Enthalten in 309 (B. 
III, 380). 




1929 


284 


Psychoanalysis es constitutio; 6szrevelelek az 1929. 3. 
szäiniban megjelent vezercikkre [Psychoanalyse und Konsti- 
tution] . Gy 1929, iNr. 4. 


285 


Psychoanalysis es constitutio [Psychoanalyse und Konstitu- 
tion] . Gy 1929, Nr. 5. 


286 


Männlich und Weiblich. Psychoanalytische Betrachtungen 
über die „Genitaltheorie" sowie über sekundäre und tertiäre 
Geschlechtsunterschiede. Psa. Bewegung 1929 (I, 41 — 50). 
— Male and Female: Psychoanalytic Reflections on the 
„Theory of Genitality" and on Secondary and Tertiary Sex 
Differences. Q 1936 (V, 249—260). — Masculine and Femi- 
nine. R 1930 (XVII, 105—113). — Enthalten in 309 (B. 
III, 453). 


287 


Das unwillkommene Kind und sein Todestrieb. Z 1929 (XV, 
149 — 153). _ The Unwelcome Ghild and bis Death-Instinct. 
J 1929 (X, 125—129). — Enthalten in 309 (B. III, 446). 


288 


Vorbericht und Schlussbemerkungen zu „Aus der Kindheit 
eines Proletariermädchens. Aufzeichnungen einer ^jähri- 
gen Selbstmörderin über ihre ersten zehn Lebensjahre". P 
1929 (III, 141—171). 




1930 


289 


A „psychoanalysis" nev illet6ktelen hasznälata [Über den 
unerlaubten Gebrauch der Bezeichnung „Psychoanalyse"]. 
Gy 1930, Nr. 1. 


290 


„Viszonvälasz" Dr. Feldmann välaszära [Replik auf die 
Antwort Dr. Feldmanns]. Gy 1930, Nr. 2. 







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291 Relaxationsprinzip und Neokatharsis. Z 1930 (XVI, 149 — 
164) . — The Principle of Relaxation and Neocatharsis. J 
1930 (XI, 428 — 443). — A relaxatio elve es a neokatharsis. 
Gy 1931, Nr. 18. — Enthalten in 309 (B. III, 468). 



1931 

292 Kinderanalysen mit Erwachsenen. Z 1931 (XVII, 161—175). 
— Child Analysis in the Analysis of Adults. J 1931 (XII, 
468 — 482). — Kinderanalysen mit Erwachsenen. Almanach 
d. Psa. 1932 (95). — Felnöttek „gyermekanalysise". Gy 
1932, Nr. 42. — Enthalten in 309 (B. III, 490). 



1933 

293 Freuds Einfluss auf die Medizin. Psa. Bewegung 1933 (V, 
217—229); enthalten in 309 (B. III, 526). 

294 Sprachverwirrung zwischen den Erwachsenen und dem 
Kind. Z 1933 (XIX, 5—15) ; enthalten in 309 (B. III, 511). 

295 „Lelekelemzesi taoulmänyok" [Psychoanalytische Arbeiten] 
mit einem Vorwort von Sigmund Freud, Festschrift geplant 
zum 60. Geburtstag von S. Ferenczi. Biela Somlö, Budapest, 
1933. 



Aus dem Nachlass: 

296 Gedanken über das Trauma. I. Zur Psychologie der Er- 
schütterung, II. Zur Revision der Traumdeutung, III. Das 
Trauma in der Relaxationstechnik. Z 1934 (XX, 5 — 12); 
enthalten in der Originalform als fragmentarische Aufzeich- 
nungen in 309 (B. IV, 239, 242, 256, 261, 291). — Teil II.: 
„Relaxation and Education", Teil III.: „On the Revision of 
the Interpretation of Dreaimis" in Indian Journal of Psycho- 
logy 1934 (IX, 29—38). — Ungarisch in Gy 1934, Nr. 20. 



326 Bibliographie 



297 A Pszichoanalizis Rövid Ismertetese [Kurze Zusammenfas- 
sung der Psychoanalyse]. Pantheon Kiadäs, Budapest, 1936; 
enthält ausserdem: 244, 306, 307. . 

298 Weiteres zur Homosexualität (etwa 1909); enthalten in 309 

(B. IV, 177). 

299 Zur Deutung einfallender Melodien (etwa 1909); enthalten 
in 309 (B. III, 23). 

300 Lachen (etwa 1913); enthalten in 309 (B IV, 185). 

301 Mathematik (etwa 1920); enthalten in 309 (B. IV, 192). 

302 Über den Anfall der Epileptiker (etwa 1921); enthalten in 
309 (B. III, 170). 

303 Beitrag zum Verständnis der Psychoiieurosen des Rückbil- 
dungsalters (etwa 1921—22); enthalten in 309 (B. III, 180). 

304 Paranoia (etwa 1922); enthalten in 309 (B. IV, 209). 

305 Psychoanalyse und Kriminologie (1928) ; enthalten in 309 
(B. III. 399). [Nicht identisch mit 224] — Ung: A pszicho- 
analizis es a kriminalitäs. Szäzadunk 1928 (III. 272 — 281). 

306 Über den Lehrgang des Psychoanalytikers [A pszichoanali- 
tikus kikepzes menete]. Vortrag in Madrid (1928); enthal- 
ten in 297, 309 (B. III, 422). 

307 Die psychoanalytische Therapie des Charakters [A jellem 
pszichoanalitikus gyögymödja], Vortrag in Madrid (1928); 
enthalten in 297, 309 (B. III, 432). 

308 Fragmentarische Aufzeichnungen aus den Jahren 1920 und 
1930—1933; enthalten in 309 (B. IV, 214). 

309 Bausteine zur Psychoanalyse. Band III und IV. Internatio- 
naler Psychoanalytischer Verlag, Wien, 1938; enthält 63, 
87, 88, 89, 90, 91, 95, 96, 97, 100, 105, 106, 107, 123, 126, 
132, 140, 144, 150, 151, 152, 154, 155, 156, 157, 158, 163, 











Bibliographie 




327 


166, 167, 169, 170 173, 175, 180, 181, 182, 183, 


184, 


185, 


189, 192, 195, 201, 202, 203. 204, 205, 206, 207, 


210, 


218, 




220, 221, 222, 223, 227, 228, 229, 230, 231, 235, 


237, 


238, 




239, 243, 244, 247, 248, 249, 250, 251, 252, 253, 


254, 


255, 




256, 257, 258, 264, 269, 270, 272, 274, 278, 280, 


281, 


282, 




283, 286, 287, 291, 292, 293, 294, 296, 298, 299, 


300, 


301, 




302, 303, 304, 305, 306, 307, 308. 








Nachrufe für Dr. Sandor Ferenczi: 








Sigm. Freud: Z 1933 (XIX, 301). 








P. Federn: Z 1933 (XIX, 305). 








M. Eitingon: Im. 1933 (XIX, 289). 








E. Simmel: Im. 1933 (XIX, 296). 






- 


E. Hitschmann: Psa. Bewegung 1933 (V, 205). 








P. Federn: J 1933 (XIV, 287) . 








E. Jones: J 1933 (XIV, 463). 








'S. Badö: Q 1933 (II, 356). 








I. Hollös: Gy 1934, Nr. 20. 








M. Bälint: Gy 1934, Nr. 20. 








M. Bälint: Indian Journal of Psychology 1934 (IX, 


19). 







Verzeichnis der Abkürzungen: 



I.— IV. 

Bg. 
G. 

K. 
P.V. 



«Bausteine zur Psychoanalyse», Band I. — IV. Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien. 

Bibliographie im IV. Band der «Bausteine zur Psychoanalyse». 

«Versuch einer Genitaltheorie». Internationaler Psychoanaly- 
tischer Verlag, Wien. 

«Katasztröfäk a nemi müködes fejlödeseben». Pantheon- 
kiadäs, Budapest, 1929. (Ungarische Übersetzung der «Geni- 
taltheorie»). 

«Populäre Vorträge über Psychoanalyse». Internationaler 
Psychoanalytischer Verlag, Wien. 

«The Psychoanalytic Quarterly». Bd. III. Jg. 1934. Psycho- 
analytic Quarterly Press, New York. (Englische Übersetzung 
der «Genitaltheorie»). 



Das folgende Register hat das Ziel, das Auffinden spezieller Ge- 
danken und individueller Gedankengänge Ferenczis zu erleichtern. 
Dem Zwecke entsprechend sind die psychologischen und psychoanaly- 
tischen Grundbegriffe weniger berücksichtigt, als es bei ähnlichen 
wissenschaftlichen Werken üblich ist. 

Die Vielfältigkeit des Materials, die fast analoge Bedeutung ein- 
zelner (Erlebnis, Erschütterung, Schock, Schreck, Trauma; oder 
Fragmentierung, Spaltung), das Ineinandergreifen verschiedener Be- 
griffe (z. B. Ätiologie, Disposition, Konstitution, körperliches Entgegen- 
kommen) erschwerten das Befolgen eines logisch starren Systems 
umsomehr, als Ferenczi in seiner charakteristisch belebten Schreib- 
weise für die Beschreibung einer und derselben Erscheinung verschie- 
dene Begriffe anwendet, welche zwar sprachlich leicht auseinander- 
gehalten werden können, jedoch dem eigentlichen Sinne nach kaum 
voneinander zu trennen sind (z. B. Erinnerung, Erlebnis, Kindheits- 
trauma). In Anbetracht dessen wurde bei der Zusammenstellung des 
Registers mehr auf Übersichtlichkeit und Handlichkeit Wert gelegt. 

Das Register umfasst ausser allen in deutscher Sprache in Buch- 
form erschienenen Werken Ferenczis auch Hinweise auf die nur in 
fremden Sprachen oder nur in Zeitschriften erschienenen Artikel und 
Abhandlungen. Dieselben sind bei den entsprechenden Schlagwörtern 
mit den laufenden Nummern (in Kursivdruck) der Bibliographie im 
IV. Bande der «Bausteine zur Psychoanalyse» (Bg.) bezeichnet. Die 
in ungarischer und englischer Sprache erschienenen ergänzten Aus- 
gaben der «Genitaltheorie» sind mit K., beziehungsweise Q. (siehe 
Verzeichnis der Abkürzungen) benannt. 

Das Sachregister des zweiten Bandes der «Bausteine zur Psycho- 
analyse» wurde zum Teil mitverarbeitet, zum Teil ergänzt. 



1. Im allgemeinen sind die Unterteilungen eines Begriffs bei diesem 
zu finden (z. B. «Tierphobie» unter «Phobie») ; nur in einigen Fäl- 
len findet man sehr gebräuchliche Begriffe dieser Art auch als 
eigenes Schlagwort (z. B. «Lebenstrieb» nicht unter «Trieb», son- 
dern unter L). 

3. In eckigen Klammern [] stehen: 

a) normal gedruckt: Synonyme des Hauptschlagwortes oder diesem 
dem Sinne nach eng verwandte Begriffe, welche an dieser Stelle 
zu suchen sind; 

b) kursiv gedruckt: Hinweise auf verwandte, doch bei den eige- 
nen Anfangsbuchstaben verarbeitete Begriffe; z. B. Hysterie 
[Konversionshysterie, s. a. Angsthysterie, Konversion u. s. w.] 

3. In runden Klammern ( ) stehen: 

ausser den Deklinationsendungen des Hauptschlagwortes Erklärun- 
gen der Schlagwörter, welche bei der alphabetischen Einordnung 
nicht berücksichtigt wurden; z. B des (erotischen) Wirk- 
lichkeitssinnes. 

4. Binde- und Beiworte sind in der alphabetischen Reihenfolge nicht 
berücksichtigt. 

5. Adjektive sind, wenn sie als Hauptschlagwörter gebraucht werden, 
mit grossen Anfangsbuchstaben gedruckt. 

6. Normal gedruckte Ziffern bedeuten die Seitenzahl innerhalb einer 
Arbeit, kursiv gedruckte Ziffern die Anfangsseite eines ganzen 
Artikels, oder nach «Bg.» die laufende Nummer der Bibliographie 
im IV. Band der «Bausteine zur Psychoanalyse». 

7. Gedankenstriche stehen an Stelle des Hauptschlagwortes, falls es 
sich um Zusammensetzungen des Wortes handelt oder wenn sonst 
Missverständnisse entstehen könnten. 



Abasie [s.a. Motilität] III. 69f, 
108, 115 

Aberglauben I. 77; und Traum- 
deutung P.V. 42; und Zwangs- 
neurose I. 65, III. 12 

Abfuhr [s. a. Affekt], Absperrung 
der, und Orgasmus III. 122; und 
Aktivität III. 281; bei Epilepsie 

III. 174; im Koitus G. 54; und 
Konversion IV. 217; motorische, 
als Regression III. 138; in die 
Motilität G. 22, I. 217, III. 123; 
und Versagung III. 281; — me- 
thode bei Psychosen II. 108; 
— tendenz, sexuelle G. 23; bei 
Tic I. 207 

Ablösungssubstanz, traumatische 

IV. 248 
Abolitionismus I. 11 
Abreagieren, der Affekte P.V 7, 

II. 119, III. 102, 144, 512; und 
Aktivität III. 246; durch Imita- 
tionsmagie IV. 278; der Kata- 
strophen G. 69 
Abspaltung s. Fragmentierung, Se- 
questrierung, Spaltung 
Abstinentismus I. 11, III. 19 
Abstinenz [Enthaltsamkeit, s. a. 
Askese] III. 265f, 268; und fru- 
»trane Erregung IL 289; — mass- 



nahmen s. Psychoanalytische 
Technik, aktive 

Abstraktion IV. 290; und Begriffs- 
bildung IV. 201; und Detailge- 
dächtnis IV. 290; Entwicklung 
der Fähigkeit zur I. 177f; als 
Filtrierung IV. 197, 201; bei 
Idioten und Imbezillen IV. 290; 
Mangel der P.V. 123; primordiale 
IV. 289; — prozesse und Orga- 
nisationsentwicklung IV. 265 

Abwehr (im allgemeinen) IV. 262; 
Aufgeben der, im Trauma IV. 
250; automatische, auf Unlust 
IV. 230; bei Dementia praecox 
P.V. 32, 37; und Erschütterung 
IV. 262; bei Hysterie P.V. 32, 

III. 141; Identifizierung [s. a. 
Identifizierung] statt III. 520; 
Lachen als IV. 188; gegen Libi- 
dostauung I. 199; bei Normalen 
P.V. 32, 33; bei Paranoia P.V. 
32, 37, I. 121; posttraumatische 
als Gefahr IV. 233; im Rück- 
bildungsalter III. 184; bei Tic I. 
215; der Veränderung P.V. 128; 

IV. 289; —Vorgänge IV. 31; 
wirkliche, der Schädlichkeit [s. 
a. Alloplastik] IV. 291; bei 
Zwangsneurose P.V. 32 



334 



Sachregister 



Accumulatio libidinis IV. 266 
Adler [s. a. Minderwertigkeitsge- 
fühl] I. 77, 184, 260, IL 82f, 118, 

III. 429, IV 101, 274 
Adoption des Patienten III. 489, 

IV. 294 
Aehnlichkeitsprinzip IV. 199, 203, 

208 
Aengstlichkeit III. 17, 115; Über— 

III. 253 
Aesthetentum I. 114, 117, 159 
Aesthetik P.V. 126, III. 197, 464 
Aetiologie [s. a. Disposition, Erb- 
lichkeit, Körperliches Entgegen- 
kommen, Konstitution] P.V. 84, 
III. 108, 355 
Affekt(e) [s. a. Emotion, Gemüts- 
bewegungen]; Abfuhr, Abreagie- 
ren der, s. dort; — hysterie IV. 
216; intellektuelle Arbeit mitten 
im IV. 241; Mehrleistungsfähig- 
keit der III. 132; Natur der, im 
epileptischen Anfall III. 175; 
— reaktion und Reminiszenz II. 
86; Reihenfolge der, im Ge- 
schlechtsakt G. 45, 47; Über- 
bau der III. 512; — Übertragung 
s. Übertragung; — umkehrung 
[ — verkehrung] s. Umkehrung; 
— Verschiebung [s. a. Verschie- 
bung] P.V. 19; — Verschiebung 
bei Kriegshysterie III. 66; 
—Verschwendung IV. 217; — ver- 
tauschung II. 142, 143; — ver- 
tauschung im Traum II. 141 
Affektlosigkeit II. 89f 
Aggression [s. a. Destruktion, Hass, 
Sadismus, Wut, Zorn] IV. 265; 
bei Abstinenzmassnahmen III. 
269; hinter Angst IV. 218; und 
Anpassung I. 96; in der Epile- 
psie III. 178; gegen die eigene 



Person [s. a. Wendung] I. 96, III. 
504; Paralysis an Stelle der IV. 
265; sexuelle an Kindern [s.a. 
Verführung] III. 517f, IV. 250 
Aggressions-, — phantasien s. Phan- 
tasien, aggressive; — trieb I. 260, 
IV. 102 
Aggressivität, Hemmung der, und 
Empfindung des Sterbens IV. 
240; und Hass IV. 218; (und 
Mangel an Mut) gegen Frauen 
III. 331; und Geschlechtsakt G. 
47; des Mannes G. 34, 1. 157, III. 
331, 464; beim Moralisten III. 
19; Zote als I. 178 
Agieren [s. a. Aktion, Psychoana- 
lyse, Psychoanalytische Technik, 
aktive]' IV. 264; als Reproduk- 
tion der Vergangenheit IV. 276 
Agonie [s. a. Aussterben, Sterben, 
Tod, Tot], G. 127, III. 177, 505 
Agoraphobie s. Phobie 
„Aha" Erlebnis IV. 282 
Ahnenfrass [s. a. Kannibalismus, 

Oralerotik] G. 116, IV. 231 
Aktion [s. a. Agieren, Psychoana- 
lyse, Psychoanalytische Technik, 
aktive]; Handlung IV. 293; und 
Hemmung II. 175; III. 215, im 
Kinderspiel III. 497; — smaterial 
und Erinnerung III. 497; und 
Wollen IV. 263 
Aktivität s. Psychoanalytische 

Technik, aktive 
Aktualneurose, P.V. 1, G. 37, III. 
194; und erotische Realität G. 
37; und Impotenz IL 221; nar- 
zisstische III. 194; und Psycho- 
neurosen P.V. 1 
Aktualpsychose III. 195, 198 
Algebra s. Mathematik 



Sachregister 



335 



Algolagnie [s. a. Masochismus, Sa- 
dismus] III. 272 
Alkohol [s. a. Alkohoüsmus, Anti- 
älkoholismus], und Fehlhand- 
lung IL 131; und Homosexuali- 
tät I. 126, IV. 209; und Hygiene 
I. 128; und Impotenz I. 126; In- 
toleranz gegen I. 147; und Neu- 
rosen I. 145; und Sublimierung 
I. 127, 147, 150, 168, IV. 209 
Alkoholismus [s. a. Alkohol, Anti- 
älkoholismus] III. 449; und Ge- 
hirnveränderung P.V. 27; und 
Manie III. 186 
Alkoholparanoia s. Paranoia 
Allegorie [s.a. Gleichnis] I. 102 
Allmacht [s.a. Magie] P.V. 178, 
I. 63f, III. 200f; alles zerstören 
IV. 257; Aufgeben der kindlichen 
III. 435; bedingungslose I. 67; 
der Eltern III. 300; und Erotik 
I. 79; der Gedanken I. 63, 80; 
der Gedanken und Zwangsneu- 
rose I. 63f; Glauben an die 
eigene P.V. 179, III. 442; und 
magische Gebärden I. 72, 92, II. 
86, III. 442; und magische 
Halluzinationen I. 69; des Kin- 
des I. 85, III. 435; der obszönen 
Worte I. 77; und Welterkenntnis 
I. 92; und Zauberei I. 77 
Allmachts-, — gefühl I. 77; — ge- 
fühl und Denken I. 76; — gefühl 
und Realitätssinn I. 78; — ge- 
fühl in der Sexualentwicklung 
I. 79; — magie IV. 185f; — 
Phantasien III. 199, 202; — 
Phantasie und Märchen I. 83; 
^-wahn II. 228; — Stadien der 
Erotik I. 79 
Alloplastik [alloplaslische Reak- 
tion, *. a. Anpassung, Autopla- 



stik, Realität] G. 125f, I. 221, III. 
138, 463, 520, IV. 220, 228, 267, 
291, 292; und Autoplastik, Misch- 
gebilde von IV. 292 
Allwissenheit, und Nachgiebigkeit 

IV. 248; und Sterben IV. 249 
Alpdruck [s. a. Angst] P.V. 53 
Alpträume [s. a. Angstträume] und 
Wiederholung des Traumas IV. 
240 
„Als Ob" IV. 103 
Alter [Rückbildungsalter] III. 180; 
Aehnlichkeit mit Paraphrenie 
III. 181; Exhibitionismus im III. 
181; und Homosexualität III. 
181, Regressionserscheinungen 
im III. 181; senile Demenz P.V. 
27, III. 180, 187, 188; Sublimie- 
rungsfähigkeit im III. 181; und 
Verwischung des Geschlechts- 
unterschiedes III. 466 
Altruismus G. 122, IV. 260; und 

Liebe IV. 255 
Altruistische, Lust IV. 226, 228; 

Regungen IV. 259 
Ambisexualität [Amphierotik, s. a. 
Bisexualität, Geschlechter] I. 
144, 152, 156, 158, IL 211 
Ambivalenz IL 190, III. 508, IV. 
110, 189;* und Fehlhandlung IL 
132, 134; beim Hahnemann IL 
190; und Heilung IL 113; beim 
Lachen IV. 189; in der Liebe des 
Erwachsenen III. 524; und Ob- 
jektivität I. 91; und Schuldge- 
fühl III. 524; als Schutzvorrich- 
tung I. 90 
Amnesie [Kindheitsamnesie] P.V. 
131, III. 12, 348, 360, 408, 426, 
444, 485; neurotische IL 48, III. 
485; retro-aktive IV. 233; und 
Trauma III. 505, IV. 294 



336 



Sachregister 



Amphimixis, G. 7f, 50, III. 250f, 
455; praegenitale G. 17; und 
Qualitätsdifferenz G. 17; und 
seelische Mechanismen G. 11, 15, 
22, 23; und Schlaf G. 107; — 
theorie III. 250f; — theorie und 
Metapsychologie G. 14; und 
Triebverlegung [s. a. Verlegung] 
G. 15, 22, 23 

Analcharakter I. 117, IL 234, III. 
254, IV. 199 

Analerotik [s. a. Entleerung, Ex- 
kremente, Kot, Stuhl] G. 19, III. 
181, 248, 253, IV. 199; und Ab- 
führmittel III. 249; und Aesthe- 
tentum I. 114, 117; im Alter III. 
181f; und angstneurotische Kon- 
stitution IV. 215; und Charak- 
teranalyse III. 250; und Charak- 
terregression II. 259f; und Cha- 
rakterzüge II. 223; und Darm 
III. 85, 134; und Eigensinn I. 
110; und Ersparnisse I. 111; und 
geistige Erzeugnisse II. 234f; und 
Geiz I. 110, 118; und Geld- 
interesse [s. a. Geld] I. 110, II. 
209; und Genitalität II. 159, III. 
245f; und Hypochondrie I. 112f, 
117; und Malen I. 114; und Par- 
füm I. 114; und rftechlust I. 
111; und Spartendenz IV. 199; 
und Spielsand I. 112; und 
Sprache II. 257; und Stallgeruch 
I. 113f; und Strassenkot I. 112; 
und Tic III. 168; und Verar- 
mungsideen III. 185; verdrängte 
1. 169, III. 249; der Wilden 1. 119 

Anale (r), Hohlpenis III. 56; Iden- 
tifizierung III. 255; Symptome 
und Honorarzahlen III. 135; 
Technik der (männlichen) Im- 
potenz G. 9 



Analerotische (s), Konstitution IV. 
215; Sprichwort III. 50 

Analität und Urethralität, gegen- 
seitiger Einfluss G. 13, 16, III. 
181, 250f 

Analnot G. 79 

Analorgasmus III. 259 

Analzone und Paranoia II. 281 

Analyse usw. s. Psychoanalyse usw. 

Anfall s. bei den entsprechenden 
Krankheiten 

Angewöhnung und Abgewöhnung, 
Topik der III. 278f; und Ab- 
gewöhnung bei Yoghi-Disziplin 
IV. 290; und Introjektion III. 
280 

Angreifer [Aggressor, Gegner,Über- 
macht, s. a. Verführung], Identi- 
fizierung mit dem III. 520, IV. 
226, 249, 267; Introjektion des 

111. 519, 520, IV. 230; Posttrau- 
matisches Verhalten zum III. 
518, IV. 226; Vater als (sexuel- 
ler) IV. 246, 252; Verschlingen 
der Übermacht IV. 230 

Angst [s.a. Phobie] III. 34, IV. 

112, 216; bei Abstinenzmass- 
nahmen III. 267, 268, 271; hinter 
Aggression IV. 218; bei Agora- 
phobie P.V. 73; hinter analen 
Gewohnheiten III. 247f; und 
anale Zurückhaltungstendenz III. 
252; und Analöffnung III. 256; 
und Augensymbolik II. 260; vor 
Augenverletzung II. 265; und 
Befriedigungslust III. 270; Be- 
rührungs — II. 27; Bewegungs — 
I. 185; Brücken— II. 240f; vor 
Dunkelheit IV. 216; und Durch- 
fall III. 134; vor der eigenen 
Sexualität IV. 182; und Erlö- 
sungsgefühl III. 459; und fru- 



Sachregister 



337 



Angst (Fortsetzung) 

strane Erregung II. 288; Gebär — 
III. 270; und Geburt I. 68; Ge- 
burts— G. 67, II. 124, 240; bei 
Halluzinationen III. 211; bei 
Hypnose I. 37; des Hypochon- 
ders P.V. 73; und Impotenz II. 
206; Inzest— III. 33; Käfer— 
IL 266, III. 323; Kastrations- 
angst s. dort; und Koitus G. 58; 
und Lachen IV. 187; vor Leben- 
digbegrabenwerden IL 246, III. 
317; und Libido IL 225; III. 
266, IV. 216; vor der mütter- 
lichen Vagina III. 269; vor der 
Mutterleibssituation G. 37; und 
narzisstische Neurosen III. 190; 
bei Neurasthenie III. 193; vor 
Oedipusrelation III. 265; und 
Panik III. 257; und physiologi- 
sche Veränderung III. 351; Prü- 
fungs — IL 22; vor Rauchen III. 
49, vor Schmerz III. 252; und 
Selbstzerstörung IV. 256; vor 
Sexualbetätigung IL 112, III. 
264f, 270, 271, 272; bei Span- 
nungBSteigerung III. 251, 253; 
und Sphinkterkontrolle III. 257; 
und Tic I. 217; vor dem Tier- 
Vater IL 191, 193, IV. 180; vor 
dem Tode III. 317; und Trauma 
IV. 256; vor dem Unbekannten 
IV- 249; und Unlustspannung 
G. 46; und urethrale Entleerungs- 
tendenz III. 252; hinter urethra- 
len Gewohnheiten III. 249f; vor 
dem Vater G. 79, I. 44, IL 191, 
193, III. 51, 316, 317; Vergif- 
tungs — IL 285; und Verrückt- 
heitsfurcht IV. 256; vor Ver- 
schlungenwerden III. 316; virgi- 
nale P.V. 5 



Angstanfall IL 209, III. 296, 512 
Angsthysterie [s. a. Hysterie, Pho- 
bie] I. 40, 54, IL 59, 66, III. 79, 
116, 150, 296; aktive Technik bei 
IL 59, 66; Anfall bei III. 512; 
und Ejaculatio praecox IL 287; 
und Gehstörung III. 116; und 
Kriegshysterie III. 69f; und Pa- 
ranoia III. 378; Pavor noctur- 
nus III. 150 
Angstneurose, P.V. 2, 4f, G. 37, I. 
18, 47, III. 70, 190, 265, 296, 311, 
IV. 261; und Abstinenz III. 267; 
und Ejaculatio praecox P.V. 5; 
und Geburt III. 459; und Onanie 
P.V. 3, IL 255; und Organneu- 
rose III. 296; und Rettung aus 
dem Wasser III. 459 
Angstneurotische Konstitution IV. 

215 

Angstpollution IL 155 

Angsttraum [Alptraum, s. a. Traum] 

IL 155, III. 117, 512, IV. 223, 

243; als Heilungsversuch III. 117, 

512; und Impotenz IL 208; bei 

traumatischer Neurose III. 117 

Angstzustand I. 283, 285, III. 512; 

und Regression IL 22 
AnimiBmus G. 3, 31, I. 241; bioge- 
netische Verwertung des P.V. 
87; des Kindes I. 74; und Wis- 
senschaft I. 241 
Anoia III. 211 

Anpassung (s. a. Alloplastik, Auto- 
plastik, Realität] P.V. 30, G. 125, 
I. 94, III. 433; und Aggression 
I. 96; (gleich) aufgehaltener Zer- 
störungsprozess IV. 226; der 
Eltern III. 351; bei der Ent- 
wicklung G. 87, I. 81; der Fa- 
milie an das Kind III. 347; und 



gegenseitiges Verschlingen IV. 

Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 22 



338 



Sachregister 



Anpassung (Fortsetzung) 

232; an geologische Katastrophen 
III. 462; durch Identifizierung 
[s. a. Identifizierung] G. 125, III. 
363, 520, IV. 225, 249; des Kin- 
des III. 347, 442; und Kultur- 
entwicklung P.V. 133; an das 
Landleben und Geschlechtsdiffe- 
renzierung III. 461; (psycholo- 
gische) des Mannes III. 465; und 
Not I. 81; ist partieller Tod IV. 
248; posttraumatische IV. 219, 
226f, 232; psycho-physiologische 
Erklärung der III. 349; an die 
Realität und Kultur P.V. 133; 
und Regressionstrieb G. 124; 
an Reinlichkeit [s. a. Reinlich- 
keit] III. 442, 477; seelische 
Mechanismen der P.V. 30; und 
Verdrängung III. 433; und Ver- 
zicht III. 487; (organische) des 
Weibes III. 462, 465; und Zer- 
splitterungsversuch IV. 219, 232 

Anpassungsarten, Wiederholung 
überwundener III. 117 

Anpassungskampf, und Befriedi- 
gung G. 53; und Latenz III. 462; 
phylogenetischer G. 53, III. 460, 
463; Wiederholungstendenz des 
III. 255 

Anpassungs-, — leistungen, Rolle 
des Ichs bei III. 279; — Inst IV. 
228; — reaktion, motorische I. 
221; — Schwierigkeiten. III. 361; 
— Vorgänge IV. 261 

Anspielung durch ein Kleinstes I. 
172 

Antialkoholismus [s. a. Alkohol, Al- 
koholismus] I. 11; und Neurose 
I. 149 

Antipathie, gegen den Hypnotiseur 
I. 51; und Ekel I. 34; dem Pa- 



tienten gegenüber III. 390; und 

Sympathie I. 32 
Appetit G. 55; (Fressgier) IV. 230 
Appetitlosigkeit [Essunlust] III. 

133, 448 
Arithmetik s. Mathematik 
Arzt [Nichtanalytiker, Analytiker 

siehe bei Psychoanalytiker], und 

elterliche Autorität P.V. 186; 

psychisches Verhältnis zum P.V. 

38, I. 294 

Askese [s. a. Abstinenz] III. 19, 
263, 269; und Ausleben P.V. 
112; übertriebene P.V. 111 

Assoziation IV. 199, 203, 205; als 
Aeusserung der Sparsamkeits- 
tendenz IV. 199; des Unbewuss- 
ten, IV. 35, 203, 204; eine un- 
vollkommene Verschmelzung IV. 
199; Zusammenfassung, eine Art 
der IV. 265 

Assoziation (freie) P.V. 85, I. 238, 
169, III. 370, 493, 529; als Ab- 
lenken der Aufmerksamkeit IV. 
235; Forcieren und Wörtlich- 
nehmen der IV. 253, 254; und 
Kritik des Patienten IL 42; 
Methode der III. 529; Miss- 
brauch der II. 38, 74, 87f; als 
partieller Trancezustand IV. 235; 
passagere Relaxation IV. 268; 
und Relaxationsprinzip III. 477; 
und Zuendesagen des Gedachten 
IL 43; musikalische IL 40, III. 
23 

Assoziations-, — experiment P.V. 
10, I. 22, 138, IL 93, III. 401, 
471, IV. 92; — enperiment und 
Überrumpelung III. 402; — ge- 
böte IL 89; — weisen des Be- 
wussten und Unbewussten IV. 



Sachregister 



339 



35; —widerstand [Ausbleiben 
der Einfälle] IL 40, 44f 

Assoziative Zerstreuung P.V; 76 

Astasie [s.a. Motilität] III. 69f, 
115 

Asthma, bronchiale III. 448; ner- 
vöses III. 297, 472; und Wut IV. 
293 

Atavismen III. 117, 118, 176 

Atmung [Atem], bei Epilepsie III. 
174, 176, 177; Exspirium IV. 
290; Exspirium als Abwehr IV. 
191; und Herztätigkeit im Or- 
gasmus G. 47; Inspirium IV. 
290; und kaltes Wasser IV. 288; 
beim Koitus G. 47, 75; beim 
Lachen IV. 189, 190; Physiologie 
der III. 257; und Schlaf G. 102 

Atomisierung s. Fragmentierung, 
Sequestrierung, Spaltung 

Aufgabe, zu grosse [s. a. Mehrlei- 
stung, Überleistung] IV. 286 

Aufgefressenwerden, und eigene 
Zerstückelung IV. 230; eine 
Form der Existenz III. 317, IV. 
232 

Aufmerksamkeit [s. a. Konzentra- 
tion] IL 170, III. 215; Dynamik 
der IL 174; Gleichnis und IL 
169; und Hemmung IL 174, III. 
215; bei Hypnose und Suggestion 
IL 170f; und Konzentration I. 
190; und Zensur beim Gleich- 
nissuchen IL 169f, 173f 

Aufwandersparnis P.V. 101, G. 
126, I. 176 

Auge(n), narzisstische Bedeutsam- 
keit des III. 87; — reiben und 
Onanie IL 35; — Symbolik I. 
200, IL 260, 264, 267; —Ver- 
letzung, Furcht vor (als Ver- 
schiebung) IL 265 



Ausdrucksbewegungen [s. a. Ge- 
bärde, Grimasse, Mimik, Moti- 
lität] P.V. 7, IL 90, 142, III. 

III, 379, 494, 498, 508; Ent- 
stehung der IV. 189; des Kindes 
und hysterisches Symptom III. 
508; und Körpersymbole IV. 293; 
Lachen als IV. 189; als Mate- 
rialisation III. 137; als Regres- 
sion G. 124; des Säuglings IV. 
271; und Schreckaffekt III. 63 

Ausdrucks-, — mechanismen, Iden- 
tität der, mit hysterischen Me- 
chanismen IV. 124; — Verschie- 
bung IL 22f 

Aussenwelt s. Realität 

„Ausser sich"-kommen IV. 222 

Aussterben [s. a. Sterben, Tod, 
Tot], Wesen des G. 88 

Autarchie [Egoismus], Prinzip der 

IV. 259 

Autoerotik [Autoerotismus] I. 33, 
79f, 153, 264; als Kompensation 
IV. 218; und Genitalisierung I. 
232f; und Hysterie I. 19; und 
Perversion I. 233; und Schlaf G. 
100; und schlechte Gewohnhei- 
ten III. 357 

Autoerotismen, Amphimixis der I. 
231; Anarchie der III. 455 

Autohypnose I. 28, 49f, III. 500 

Automatismus III. 131, 173, IV. 
186, Befehls— I. 221, III. 132; 
Befehls — , posthypnotischer I. 
43, IL 237; bei Beten und Ona- 
nie IL 154f; genitaler IL 155 

Autoplastik [s. a. Alloplastik, An- 
passung, Realität] G. 125, I. 11, 
221, III. 138, 463, 520, IV. 219, 
228, 292; und hysterische Kon- 
version III. 138; regressive und 
progressive G. 125 



340 



Sachregister 



Autorität, des Analytikers P.V. 78; 

und Erziehung P.V. 112, 113; — s- 

glaube und Charakter III. 442; 

beim Suggerierenden P.V. 78; 

und Übertragung P.V. 188; und 

Vertrauen III. 495 
Autosuggestion I. 28, 49 
Autosymbolik, I. 211, IL 20, 241, 

III. 501, 502; und Mathematik 

IV. 193; in neuerlichen Sym- 
ptomen IV. 221f, 226f, 230, 236f, 
IV. 254 

Autotomie G. 39, 112, I. 94, 216, 
III. 176; als Auftakt zur Auto- 
plastik IV. 219; und Ejacula- 
tionsakt [Selbstkastration] G. 40, 
41; und Epilepsie III. 176; und 
Kratzreflex I. 216; und Maso- 
chismus I. 217; und Verdrängung 
G. 39, I. 94f 

Autotomietendenz und Erschütte- 
rung G. 121; und Todestrieb G. 
121 

JOeachtungswahn [s. a. Erortoma- 
nie, Exhibition, Paranoia] II. 34 

Beeinflussbarkeit I. 52, II. 80, III. 
500, IV. 257 

Beeinflussung IV. 258, 267 

Beendigung (der Psychoanalyse) 

III. 288f, 367, 372f, 376, 482, 

IV. 292; Ablösungstendenz des 
Patienten IV. 272; und Ände- 
rung der Lebensweise III. 377; 
und aktive Technik IL 70; und 
Aufgeben der Lügenhaftigkeit 
III. 369; und Erledigung der 
komplexe III. 377; Erledigungs- 
möglichkeiten nach P.V. 18, IV. 
242; und Gefühl der Selbststän- 
digkeit IV. 270; vom Patienten 
bestimmt III. 343; und Schei- 



dung von Phantasie und Reali- 
tät III. 370, IV. 293; und Sich- 
bescheiden mit dem Erreich- 
baren IV. 242, 292; Symptom- 
wandlung bei III. 378; Termin- 
gebung s. dort; Verhalten des 
Analytikers und Patienten bei 

III. 290, IV. 272; Verkürzung 
der Kur IL 78, 97, III. 508f; und 
(unbeschränkte) Zeit III. 373f 

Befehl s. Automatismus, Hypnose, 
Psychoanalytische Technik, ak- 
tive, Suggestion 

Befriedigung [Triebbefriedigung, 
s. a. Lust, Orgasmus], und Anpas- 
sungskampf G. 53; Aufschieben 
der G. 51, III. 487; und Aus- 
gleich der Spannung G. 27, III. 
266; Fehlen der P.V. 155; an 
harmlosen Körperstellen III. 
122, IV. 218; und heterosexuel- 
les Fühlen IV. 212; kastrations- 
freie III. 272; des Kindes P.V. 
3, 157, I. 74, III. 124, 260, 357; 
und Sexualspannung während 
der Kur III. 261; und Therapie 
der Neurosen P.V. 5 

Befriedigungs,- — arten der Per- 
versen und Psychoneurotiker G. 
36; — lust G. 58; — lust und 
Angst III. 270; — objekt und An- 
passung G. 125; — tendenz III. 
216; — ziel im Genitalakt G. 42 

Befruchtung und Begattung G. 80 

Befruchtungs,- — prozess, Wieder- 
holung einer Urkatastrophe G. 
84; —versuche (Loeb) G. 121, 

IV. 251; — Vorgang bei Wasser- 
tieren III. 458 

Begabung IV. 194, 290; Biologie 
und Psychologie der IV. 196; 



Sachregister 



341 



mathematische IV. 196, 200, 201, 
265, 290 

Begattung [s. a. Befruchtung, Ge- 
schlechtsakt], Art der, und Aus- 
bildung der Genitalien G. 70f; 
und Befruchtung G. 80; Funk- 
tion der G. 50 

Begriffsbildung IV. 201 

Behaviourist, verkappter Psycho- 
loge III. 351, 424 

Bekanntheitsgefühle [s. a. Dejä vu] 

II. 176 

Bersten s. Fragmentierung, Seque- 
strierung, Spaltung 

Beschäftigungs-, — Delir I. 229, 
— Onanie IL 155; —träum II. 
153 

Beschneidung [Circumcision], und 
Charakterbildung II. 113; und 
Judenfrage IL 113; als Strafe 

III. 466; Wirkung der II. 202 
Besetzung s. Libido 

Besitz, und Darminhalt III. 135; 
ein Koprosymbol I. 115 

Beten, und Automatismiis IL 154f; 
und Onanie IL 154 

Bettnässen, s. Enuresis 

Bewegung s. Motilität 

Bewusstlosigkeit [s. a. Bewusstseins- 
Verlust, Kollaps, Koma, Ohn- 
macht, Trance] III. 112; und 
Trauma IV. 244, 247, 250; und 
unerledigte sensible Eindrücke 

IV. 245 

Bewusstsein Bg. 8; Arbeitsweise 
des IV. 192, 197, 208; Einengung 
des, bei Suggestion P.V. 72; Ein- 
heit des III. 28; IV. 233; Ein- 
schränkung des, im Orgasmus G. 
48, 49, leicht zerstörbar IV. 256; 
und Motilität III. 213; Rolle des, 
im Weltall P.V. 122; als Sin- 



nesorgan III. 214; und Un- 
bewusstes IL 134; Zerfall des 
III. 28, 29, IV. 233 
Bewusstseins,- — Akt III. 213, 214; 
— organ P.V. 123; — psychologie 
s. Psychologie; — Verlust IV. 
233, 240 [s. a. Bewusstlosigkeit] 

Beziehungswahn [s. a. Paranoia] I. 
129, III. 81 

Bioanalyse G. 110, I. 95, III. 259, 
460; und Entwicklung G. 124; 
und Neurose G. 118; und Psy- 
chosen G. 118; und Zerlegung 
der Genitalfunktion III. 259 

Biogenetisches Grundgesetz P.V. 
126, III. 461, 471, IV. 47; coeno- 
genetische Ergänzung des G. 63, 
64, 74; perigenetische Ergänzung 
des K. 68f, Q. 3; in der intel- 
lektuellen und psychischen Ent- 
wicklung I. 94, III. 471 

Biologie III. 232, 301, 453f; Be- 
deutung des Koitus für die III. 
146; der Begabung IV. 196; der 
Genitalerotik G. 27; Lust — G. 
112; praegenitale G. 84; der 
Sexual- und Ichtriebe III. 213; 
Tiefen— G. 114 

Bisexualität [s. a. Ambisexualität, 
Geschlecht, Mann, Weib] P.V. 
20, 148, G. 32, I. 144, 152, III. 
461, 466, IV. 266; im Kindes- 
und Greisenalter III. 466; beim 
Neurotiker P.V. 20; Psycho— 
IL 211 

Blasphemie I. 187 

Blendung, P.V. 149, IL 191; und 
Kastration IL 267f, III. 322; u. 
Zahnreissen IL 268 

Brechneigung und Globus hysteri- 
cus IV. 37. 

Brechreiz [s. a. Erbrechen] IL 73 



342 



Sachregister 



Brücken,- — angst und — Symbolik 
II. 241; — angst und Ejaculatio 
retardata II. 240; — bildung im 
Koitus G. 24, 46; — Symbolik 
II. 238f, 244 

Brüder, feindliche, Komplex der 

II. 133 

Cerebrale [s. a. Gehirn], Läsion 

III. 191; Lokalisation P.V. 27; 
Pathoneurose III. 191 

Cerebralisierung des Genitales IV. 
264 

Cerebralität IV. 34 

Cerebro-spinales System IV. 264 

Charakter, Abnormitäten des III. 
367; analer I. 231, III. 254; und 
Analerotik IL 233, 259, III. 254; 
— analyse s. Psychoanalyse (als 
Methode); analytischer Charak- 
ter III. 444, nicht angeboren 
III. 409, 439; und Anpassung III. 
442; und Autoritätsglaube III. 
442; — bildung s. dort; Defini- 
tion des III. 438; und Chemo- 
therapie III. 443; — eigen- 
schaften als Privatpsychosen IL 
80, III. 286; und Erziehung III. 
17; und Erziehung zur Reinlich- 
keit III. 354; und Entwöhnung 
III. 442; und Gehirnanatomie 
III. 443; und Latenz IL 296f; 
des Neugeborenen III. 441; und 
SO Oralerotik IV. 218; als Panzer 
III. 436; psychoanalytische The- 
rapie des [s. a. Psychoanalyse 
(als Methode)] III. 432; — re- 
gression G. 9, IL 9, 20, 233, 258; 
und Triebleben IL 289, III. 249; 
urethraler I. 231, IL 234, III. 
254; — Veränderung bei orga- 
nisch Kranken III. 85; — Ver- 



änderung und Trauma IV. 250; 
— züge und erotische Züge IL 
233; — züge, maliziöse III. 389; 
— züge, trotzige G. 31; — züge 
und Tic I. 205; und Zwangs- 
symptom III. 354 

Charakterbildung III. 371, 376, 
442; und Circumcision IL 113; 
und Erotismen G. 16; und In- 
fantiltrauma (s. a. Trauma) III. 
352, 509; taktvolle Erziehung 
und III. 442, IV. 218 

Charcot IV. 168, 172 

Chemie des Körpers und orga- 
nische Erkrankung IV. 265 

Chemische Organisation IV. 265 

Chemotherapie und Charakter III. 
443 

Chiromantie IV. 288; und Grapho- 
logie IV. 289 

Circumcision s. Beschneidung 

Civilisation [s. a. Gesellschaft] III. 
356 

Coenogenetische Ergänzung des 
biogenetischen Grundgesetzes G. 
63, 64, 74 

Coenogenetischer Parallelismus G. 
81, 82 

Coitus s. Geschlechtsakt 

Czerny, über Erziehung III. 12, 14 

Darm [s.a. Magen], und Analero- 
tik IL 252, III. 85, III. 134; Dick 
— , anale Natur des III. 134; 
Durchfall s. dort; und hysteri- 
sches Symptom III. 143; — in- 
halt und Besitz I. 115, III. 
135; und Kannibalismus G. 31; 
Mast — •, pathogene Rolle des IL 
283, III. 135; — neurose G. 9, 
18, III. 297; als unbewusstes 
Lustorgan III. 258 



Sachregister 



343 



Debil s. Idioten, Imbezille 

Deckerinnerung P.V. 8, 9, II. 212 

Defäkation s. Entleerung, Kot, 
Stuhl 

Degeneration und Psychiatrie III. 
443 

Dejä vu [s. a. Bekanntheitsgefühl] 
IL Ulf, IV. 113; und infantile 
Sexualtheorie II. 163; und passa- 
gere Symptombildung IL 163; 
und Tagtraum IL 163; im Traum 
IL 162, III. 43 

Dematerialisierung s. Fragmentie- 
rung 

Dementia praecox s. Katatonie, 
Paraphrenie, Schizophrenie. 

Demenz, und Geschlecht P.V. 35; 
bei Paralysis III. 206, 207; se- 
nile s. Alter; terminale III. 193; 
und Tic I. 198, 222 

Denk-, — gewohnheiten III. 277; — ■ 
hemmung P.V. 182, I. 190; — 
lähmung, traumatische III. 505; 
— organ G. 94, I. 176, III. 140, 
502; — realität I. 91f; — tätig- 
keit und Sexualfunktion III. 144 

Denken [s. a. Gedanken] I. 98, 
177, 247, III. 414, 415, IV. 200, 
201; abstraktes I. 176f; und All- 
machtsgefühl I. 76; Ausschal- 
tung des, bei Schock IV. 255; 
in Bildern P.V. 123; und Fühlen 
III. 414; und Handeln I. 191; 
und Kosten I. 88; und Muskel- 
innervation I. 189, III. 274; 
phantastisches und gerichtetes I. 
246; und Riechen G. 95, III. 
255; und Triebleben III. 17; nnd 
Überzeugen j; 111. 415: und Witz 
P.V. 95; und Wollen III. 414 

Depression III. 193, 194; nach 
Koitus bezw. Onanie III. 168, 



265; und Libidoverschwendung 

III. 185 

Desorientierung, posttraumatische 

IV. 256 

Destruktions- [s. a. Aggression], — 
produkte und Erinnerungsspu- 
ren I. 97f; — trieb und Eros I. 
98 

Detailgedächtnis IV. 289 

Determinismus P.V. 115, I. 78, 
239, III. 416f, (psychischer) 
P.V. 72, 124, III. 96; und unbe- 
wusste Regungen III. 31, 401 

Dichter und Gleichnisbildung IL 
173 

Diebstahl [s. a. Kleptomanie] und 
Kastration IL 198 

Disposition [s. a. Erblichkeit, Kon- 
stitution, Körperliches Entgegen- 
kommen] P.V. 16, 22, 30, 34, 
IL 217, III. 70, 107, 108, 130, 
175; und Entwicklungsstufen des 
Wirklichkeitssinnes III. 130; und 
Erschütterung P.V. 34; infantile 
IV. 281; und Trauma IL 202, 
IV. 281, 282 

Disproportionalität, der Körperdi- 
mensionen von Mutter und Kind 
IL 148; im Traume HL 311 

Don Juan Legende IL 244f, III. 
464 

Don-Juanismus I. 168 

Doublettierung der Eltern-Imagi- 
nes IL 295 

„Drittes Geschlecht" [Urninge] IV. 
183 s. a. Homosexualität 
. Dualismus I. 93, III. 532 

Düfte [s. a. Riechen] als Lockmit- 
tel G. 45 

Durcharbeiten s. Psychoanalyse 
(als Methode) 



344 



Sachregister 



Durchfall I. 117, III. 134 
Dysarthrie [s. a. Redestörung enj 
III. 196 

Echolalie I. 198, 223; und Tic I. 
199, 213 

Echopraxie I. 199, 220 

Effeminierung IV. 250 

Egoismus G. 26, 122, III. 20; und 
Liebe IV. 255; Prinzip des IV. 
260 

Eheleben [s. a. Geschlechtsverkehr, 
Liebesleben, Orgasmus, Sexuali- 
tät] II. 287f, III. 263f, 265f; 
Dyschronismus der Ehegatten 
im Orgasmus II. 289; Entfrem- 
dung im III. 360; Enttäuschun- 
gen im Eheleben I. 34; Früh- 
heirat als Folge frühzeitiger 
Überbürdung IV. 285; Hass im 
III. 264; (Eifersuchtswahn) Par- 
anoia im II. 122f; IV. 211f; 
Polygamie III. 466; Psycho- 
analyse von Ehepaaren IV. 
287; und Sexualverhalten vor 
der Ehe III. 297; Swifts III. 
330f ; Unfähigkeit zum, als Folge 
frühzeitiger Überbürdung IV. 
273; der unwillkommenen Kin- 
der III. 449; Virginale Angst 
im P.V. 5; Zweierlei Moral im 
P.V. 35 

Eifersuchtswahn [s. a. Paranoia] I. 
128, 146, II. 283; und Übertra- 
gung I. 132 

Eigensinn [s. a. Trotz] und Anal- 
erotik I. 110 

Einheit, algebraische IV. 199, 201, 
205; psychische III. 28, IV. 283 

Einschlafen während der Kur II. 
31, 41 

Eintagsneurasthenie III. 34 



Ejaculatio praecox Bg 57, P.V. 5, 
G. 8, 10, 37, II. 205, 287f, III. 
38, 268, 314, IV. 214; und Or- 
gasmus der Frau II. 288; und 
Phantasie IV. 214 

Ejaculatio retardata II. 240, III. 
268 

Ejakulation [s. a. Geschlechtsakt, 
Onanie, Pollution, Potenz]; Am- 
phimixis der Erotismen bei G. 
8f, III. 251; Impotenz zur G. 8; 
Innervation bei der G. 10, 24, 
III. 251 

Ejakulations-, — Störung III. 268; 
— Störung als Genitaistottern G. 
12; — Vorgang und Sphinkter G. 
11 

Ekel P.V. 13, III. 323, IV. 216; 
und Antipathie I. 34; und Er- 
brechen IL 248; vor dem Früh- 
stück IL 247; gegen genitale 
Erscheinungen IV. 216; und 
Identifizierung III. 323 

Elastizität [s. a. Psychoanalytische 
Technik] III. 380; Verlust der 
psychischen IV. 251 

Elektrotherapie [s. a. Therapie] 
Bg. 33, I. 25, III. 78 

Eltern [s. a. Mutter, Vater], All- 
macht der P.V. 177, 179; Anpas- 
sung der III. 351; Autorität der, 
und Arzt P.V. 186; Einsichtslo- 
sigkeit der III. 360; — imagines 
IL 295, III. 238; und Kenntnis 
der psychoanalytischen Psycho- 
logie III. 431; —komplex P.V. 
150, I. 29, 35, 52, 55; —liebe, 
Grenzen der IV. 287; primitive, 
und Heldenmythen IL 295; Re- 
spekt vor den, und Treppen- 
witz IL 210; Sexualakt der, und 
Kind IL 247, III. 353, 359; Un- 



Sachregister 



345 



aufrichtigkeit der [s. a. Hypo- 
krisie] P.V. 184, III. 48, 362 

Embryo, Spiel des, mit phylogene- 
tischen Möglichkeiten IV. 277; 
Wiegen des, und thalassale Re- 
gression G. 76 

Embryologie G. 12, 62f, 81, IV. 
264, 277 

Embryonal (e) [Fötal s. a. Mutter- 
leibs-] Regression bei Epilepsie 

III. 178; Regression im Schlaf 
G. 103, 107; Regression bei pa- 
thologischen Vorgängen G. 117; 
vorgebildete Fähigkeiten IV. 
264; —zeit III. 454 

Emotion [s. a. Affekt, Erlebnis, Er- 
regung] IV. 265, 294; das ein- 
zig Reale IV. 252; geteilte IV. 
278 
Empfindungen [s. a. Fühlen, Lust, 

Unlust] IV. 271 
Endlust s. Orgasmus 
Endokrines System IV. 264 
Endokrinologie III. 439, IV. 132f 
Entdeckung, Wurzeln der P.V. 133 
Entfremdung, und Verdrängung 

IV. 277; zwischen Ehegatten 
[s. a. Eheleben, Liebesleben] 
III. 360 

Enthaltsamkeit s. Abstinenz, As- 
kese 

Entleerungs, [s. a. Exkremente] 
— gewohnheiten III. 248; — Vor- 
gänge, Lust und Unlust bei G. 
14, 111.252,256; —trieb III. 255 

Entmannung s. Kastration 

Entmischung der Triebe G. 127, 
I. 89, 100 

Entspanntmgstendenz, egoistische 
G. 26 

Enttäuschung IL 29, IV. 285;~im 



Eheleben I. 34; erste I. 85; am 
Objekt und Regression I. 79 

Entwicklung [s. a. bei den einzel- 
nen Begriffen], und Anpassung 
G. 87, I. 81; und Rioanalyse G. 
124f, III. 474; und Energiever- 
schiebung G. 123; nach Erschüt- 
terung G. 121, III. 483; indivi- 
duelle III. 30; und Katastro- 
phen [s. a. Katastrophen] G. 82, 
I. 82; des Liebeslebens III. 461; 
der Motilität G. 125; normale 
III. 232, IV. 274; und reales 
Bedürfnis I. 82; und Sexualkon- 
stitution P.V. 22, III. 13; der 
Sprache I. 177; immer trauma- 
tisch IV. 281; Wege jeder G. 
87; des Wirklichkeitssinnes I. 
62; des (erotischen) Wirklich- 
keitssinnes G. 28 

Entwicklungs-, — katastrophen im 
Keimplasma angesammelt G. 88; 
— Perioden und Verdrängung 
G. 120; —stufen des Wirklich- 
keitssinnes I. 62; — ziele der 
Psychoanalyse III. 220 

Entwöhnung, und Charakter III. 
442, IV. 218; und Trauma III. 
352, 442; 

Enuresis G. 17, 104, I. 230, III. 
248, IV. 215 

Epilepsie III. 170, 447; und em- 
bryonaler Ruhezustand III. 178 

Epileptische (r), Anfall I. 71, III. 
170, 173, 177; Krämpfe III. 116 

Erbanlage [s. a. Disposition, Erb- 
lichkeit, Konstitution] des Ich 
und Es III. 438 

Erbliche Belastung P.V. 34 

Erblichkeit [s.a. Disposition, Erb- 
anlage, Konstitution, Körperli- 
ches Entgegenkommen] P.V. 35, 



346 



Sachregister 



G. 88, 91, II. 216, III. 232, 281, 
355; Pseudo— II. 216f; Wich- 
tigkeit der III. 355 

Erbrechen [s. a. Brech-] G. 116, 
III. 143; und Ekel II. 248; und 
infantile Sexualtheorie II. 252; 
und Lachen IV. 189; als Mate- 
rialisation II. 183; als Regres- 
sionszustand G. 116; bei Schwan- 
gerschaft III. 133; sich über- 
essen III. 143 

Erbsünde und Selbstanklagen III. 
412 

Erektion, und Autotomietendenz 
G. 39, 40, 41; Beeinflussung der, 
und Psychoanalyse III. 251, 258; 
Erklärung der G. 38; hysterische 
Konversion der III. 316, IV. 179; 
des Körpers an Stelle des Penis 
III. 257, 316; und Medusenhaupt 
III. 55; — sschwierigkeiten III. 
273; Wassersteife III. 251, 252 

Erinnerung und Affektreaktion II. 
86; und Aktionsmaterial III. 
497; und Emotion IV. 294; För- 
derung der bewussten IV. 271; 
beim Kind [s. a. Kindheit serin- 
nerungen] IV. 271, 272, 275, 294; 
und Relaxation III. 487; und 
Triebbildung III. 280; unbe- 
wusste und Spielgespräch III. 
495; und Wiederholung I. 175, 
III. 488 

Erinnerungs-, — bilder, regressiv- 
halluzinatorische Belebung der 
I. 175; — fixierung I. 211; 
— lücken III. 368; — material 
und Durcharbeiten III. 374; — 
phantasie II. 92; — spuren und 
Destruktionsprodukte I. 97; — 
spuren körperliche III. 481, IV. 
275; — spuren des Schocks nicht 



zu haben IV. 244; — Symbol der 
Katastrophen III. 460; — Sym- 
ptome, körperliche III. 481; 
—Systeme I. 210, 212, 214, 217, 
232, IL 241, IV. 271; —Systeme 
als Filter IV. 203, 206, 208 
Erkältungskrankheiten, Neigung zu 

III. 446 

Erklärungskuren (Dubois) [s. a. 
Therapie (nicht-analytische)] IL 
65 

Erlebnis [s. a. Schock, Erschütte- 
rung, Schreck, Trauma], „Aha — " 

IV. 282; und Durcharbeiten s. 
Psychoanalyse (als Methode); 
eigenes und Evidenz P.V. 184; 
Kindheits— s. dort; traumati- 
sches IV. 243; und Übertragung 
P.V. 187; und Überzeugung P.V. 
187, IL 9, 114, 118; unbewusstes 
im Traum IV. 243 

Erledigung [Neu — , Besser — ] durch 
Wiederholung IV. 243, 245 

Ernährung, Artgeschichte der G. 
116; minerale, tierische, vegeta- 
rische G. 115f, IV. 231f; Vege- 
tarismus I. 11 

Erogene Zonen (im allgemeinen) 
IL 206, 281, III. 14, 87, 89, 91, 
191, 455 

Eros G. 126, I. 98, 100 

Erotik [s. a. Anal — , Genital — , 
Oral — , Organ — , Urethral — ] G. 
18, 19, 28f, III. 253, 254, 359, 
452, 524; Allmachtsstadien der 
I. 79; infantile III. 452, 455; 
infantile, Vorlustniveau der III. 
524; und Leidenschaftlichkeit 
III. 524; Muskel— I. 232; 
Organ — ]s. a. Organ] III. 298; 
Psychologie der G. 55; Schuld- 
gefühl in der III. 524; und Spiel- 



Sachregister 



347 



trieb G. 55; der Vorhaut IL 112; 
und Zärtlichkeit III. 523f 

Erotische(r), Realität I. 79, 90; 
Realitätssinn G. 29, 93; Ver- 
schiebung erotischer Qualitäten 
G. 19; Verwendung der Darm 
und Blasenfunktion III. 252; 
Zentralorgan III. 141 

Erotisieren von Betätigungen III. 
121 

Erotismen, Amphimixis der G. 7f, 
III. 245f; und Charakterbildung 
G. 16; und Entwicklung III. 232; 
Haut— G. 18, III. 455; Hier- 
archie der III. 185; infantile G. 
18, 19, III. 452, 455; Summa- 
tion der G. 18; bei Voyeurs G. 18 

Erotomanie III. 81; passagere IV. 
212 

Erregung, frustrane [s. a. Abstinenz, 
Angst] II. 288, 289; maniakali- 
sche III. 193 

Ersatzeinfälle und Verdrängung II. 
16 

Erschütterung [s. a. Erlebnis, 
Schock, Schreck, Trauma], und 
Abwehr IV. 262; und Autotomie- 
tendenz G. 121; und Disposition 
P.V. 34; und Entwicklung G. 
121f, III. 483; und Fragmentie- 
rung III. 523; nach Identifizie- 
rung III. 521; und Schock IV. 
261; Ursachen der IV. 244 

Erwachsene (n) [s. a. Eltern], Angst 
vor Onanie bei III. 33; Aufklä- 
rung der III. 12; keine psychische 
Einheit III. 28, IV. 283; Rolle 
der, bei traumatischer Erschütte- 
rung des Kindes [s. a. Verfüh- 
rung] III. 505; sexuelle Aggres- 
sion der — an Kindern IV. 250 

Erwachsenwerden [Heranwachsen] 



III. 352, 361, 435; und Angst vor 
der eigenen Sexualität IV. 182; 
und Entwicklung des erotischen 
Wirklichkeitssinnes G. 28f; und 
Entwicklung des Wirklichkeits- 
sinnes I. 62; traumatisch er- 
zwungenes [s. a. Frühreife] III. 
522 
Erziehung [s. a. Paedagogik] P.V. 
106,183, 11.81, 213,226,111. 9, 
13,16,31, 244,261,344,345, 348, 
356, 358, 426f, 500, 506; und 
aktive Technik II. 81, III. 254; 
und Anpassung III. 349; und 
Aufklärung der Erwachsenen III. 
12; und Autorität P.V. 112f, III. 
12, 360; Czerny über III. 12, 14; 
Egoismus als Folge der III. 20; 
und Fixierung III. 13; Gewährung 
und Forderung in der III. 477; 
und Hypnose P.V. 172f; Hypo- 
krisie in der III. 20; und Identi- 
fizierung [s. a. Identifizierung] 
III. 200; und infantile Amnesie 
der Erwachsenen III. 12, 348, 
360; und introspektive Blindheit 
III. 19; und kindliche Sexual- 
gewohnheiten II. 220; Koeduka- 
tion III. 364; und Kultur III. 31; 
Liebe und Furcht in der P.V. 
107, 172, 173, 174; und Lust- 
mechanismen G. 17; Nach — , ana- 
lytische III. 261, 427, 473; Nach— 
und Paedagogik IL 81; Nach — 
in der Psychoanalyse III. 261, 
268, 364, 371, [s. a. Psychoana- 
lyse (als Methode)]; Nach — , der 
Verbrecher P.V. 116; von Organ- 
funktionen III. 131, IV. 290; und 
Phantasie IL 98; praegenitale III. 
252; Prophylaxe der III. 444; 
und psychische Impotenz IL 98; 



348 



Sachregister 



Erziehung (Fortsetzung) 

und Psychoanalyse III. 244, 261, 
348, IV. 239, 294; Reform der 
III. 31; zur Reinlichkeit G. 31, 
I. 112, 114f, III. 352, 354f, 442; 
und Relaxation [s. a. Psychoana- 
lytische Technik, aktive] IV. 
239; Sexualerziehung s. dort; und 
soziale Übel P.V. 112; und Strafe 
III. 364; taktlose IV. 218; und 
Über-Ich [Superego] IV. 294; 
auf Verdrängung gegründete 
P.V. 106f, 174, III. 12, 18, 19, 
20; und Verlernen von Fähig- 
keiten III. 276; zu gut gelun- 
gene [Domestizierung] P.V. 106, 
[Zähmung] P.V. 174, II. 97, 98, 
III. 254 
Essunlust s. Appetitlosigkeit 
Ethik P.V. 126, III. 464 
Etymologisieren, zwanghaftes IL 37 
Eugenik III. 27 
Euphorie, reaktive III. 195, 197, 

199, 205 
Evidenz [s. a. Überzeugung], und 
eigenes Erleben P.V. 184; und 
Exemplifizieren P.V. 185; Grund- 
lagen der P.V. 180 
Exhibition P.V. 156, I. 134, II. 34, 
III. 49, 51, 205, 319; im Alter 
III. 181; und Beachtungswahn 
II. 34; und Gesicht III. 88; bei 
Gulliver III. 320; und Nackt- 
heitstraum P.V. 157; und obszöne 
Worte I. 186; projizierte IV. 210; 
und Strafmittel IL 224; Subli- 
mierung der P.V. 157 
Exkremente [Exkrete, s. a. Ent- 
leerung, Darminhalt, Harn, Kot, 
Stuhl], als Bestandteile des eige- 
nen Selbst G. 80; Interesse für, 
bei Kindern P.V. 106, I. 111, III. 



356; Kinderrolle der III. 253; 

und Tod I. 188; als Zwischending 

zwischen Subjekt und Objekt 

III. 356 
Exkretions-, — lust I. 74, III. 456; 

—Vorschriften III. 248 [s. a. 

Psychoanalytische Technik, ak- 
tive] 
Exspirium [s. a. Atmen] IV. 290; 

als Abwehr IV. 191 
Exteriorisation und Introjektion I. 

58, 60 
Extrauterin-Leben, Vorbereitung 

zum III. 441 

" ähigkeiten, gesteigerte IV. 291; 
posttraumatische transzendentale 
[s. a. Transzendentale Fähigkei- 
ten] IV. 219—20, 229—30; trau- 
matisch progressive IV. 273; Vul- 
nerabilität der IV. 273, 274 

Fakirismus s. Transzendentale Fä- 
higkeiten 

Familienanalyse P.V. 19 

Familienroman, der Erniedrigung 
IL 295f; und Heldenmythen IL 
295 

Faszinierung [s. a. Hypnose, Sug- 
gestion] G. 42 

Faulheit und Neurose IL 255 

Fehlleistungen I. 39, IL 129; und 

Alkohol IL 131; und Ambivalenz 

IL 132, 134; und Grübelsucht 

IL 134; und Realitätsprüfung 

IL 134; und Symptomhandlung 

IL 134; und Traum im Traume 

IL 135; und Verantwortlichkeit 

III. 417; vermeintliche IL 129; 

und Witz IL 136 

Feigenblatt, Genealogie des III. 40 

Feigheit und Impotenz IL 208, 210 

Feminin s. Weib, Weiblich 



Sachregister 



349 



Femme entretenante IV. 215 
Ferialneurosen IL 181 [s. a. Sonn- 
tagsneurosen] 
Fernwirkungen [s. a. Transzenden- 
tale Fähigkeiten] IV. 266 
Feste, Wesen der IL 183 
Festtag, und Affektverkehrung IL 
181; und Zensurnachlass IL 180 
Fetischismus, Schuh- IL 207, 212 
Fettsucht und Introjektion IV. 
229; als (hysterisches) Symptom 
IV. 230 
Feuerlöschen und Urethralerotik 

IL 235, III. 320f 
Filter, Sinnesorgane als IV. 198 
Finalität I. 82, IV. 103, HOf 
Fixierung P.V. 178, I. 52, 65, 86, 
159, 161, 198, IL 214, 215, III. 
62, 115, 130, 164, 207, 434, 467, 
IV. 215; durch Beschämung IL 
221, Erinnerungs — I. 211; und 
Erziehung III. 13, 16; als Folge 
infantiler Traumata IV. 281; 
durch forcierte Liebe III. 521; 
an die Mutter IL 231, III. 329, 
442, IV. 177, 229; durch Straf- 
massnahmen III. 521; durch ver- 
drängten Hass III. 487; durch 
Verzärtelung IL 213, III. 16, 442 
Flatus I. 180, IL 27; und Musika- 
lität I. 114 
Flexibilitas cerea IV. 262; und 

Hypnose I. 220 
Flucht IL 221, IV. 256; Komplex— 
I. 17; in die Neurose und Psy- 
chose P.V. 34; — reflex I. 215, 
III. 62; vor dem sexuellen Trau- 
ma III. 313; vqr dem Weibe IV. 
183 
Flüche, und ödipuswunsch IL 171; 

und Verwünschungen I. 187 
Fragmentierung [s. a. Sequestrierung, 



Spaltung]; Atomisierung III. 523, 
IV. 226; Atomisierung und For- 
mung der Persönlichkeit IV. 227; 
autosymbolische Darstellung der 
IV. 237; Bersten IV. 241; De 
materialisierung als äusserste IV 
220, 223; nach Erschütterung III 
523; und Formannehmen IV. 222 
und Neubildung IV. 256; post 
traumatische IV. 223; Pulveri 
sierung IV. 223; nach Schock IV 
226; Selbstzerreissung IV. 241 
Selbstzerstörung IV. 256; Split 
ting IV. 283; Zersplitterung IV. 
224; Zersplitterung und Anpas 
sung IV. 219; Wesen der Zer 
splitterung IV. 232; Zerstäubung, 
maximale IV. 223; Zerstückelung, 
Vergnügen an der eigenen, IV. 
230 
France Anatole P.V. 159, 167, I. 

269, IV. 85 
Fressgier und Assimilationshunger 
IV. 230; psychologisches Ver- 
schlingen IV. 230 
Frigidität I. 183, IL 72, 111, 290, 

291, III. 19, 248, 449, 465 
Friktionswiderstand als Schutz- 

massnahme IV. 248 
Frömmigkeit [s. a. Religiosität] 

und Zwangsneurose IL 32 
Frühheirat IV. 286 
Frühreife III. 522, IV. 285 [s.a. 
Gelehrter Säugling, Wunder- 
kind] 
Fühlen [s. a. Empfindungen, Ge- 
fühle] und Denken III. 414; und 
Handeln III. 444; und Wissen IV. 
240; und Wollen III. 414; unbe- 
wusstes IV. 240, 250 
Funktionales Phänomen [Symbo- 
lik] s. Autosymbolik 



350 



Sachregister 



VJebärden/s. a. Ausdrucksbewegun- 
gen], magische I. 72, I. 92; ma- 
gische und Allmacht I. 72, I. 92, 

II. 86, III. 442 
Gebärdensprache I. 72, III. 220, 

IV. 275; hysterische I. 72, III. 
130; und unbewusstes Material 

III. 220 

Gebärdensymbolik I. 75 

Gebet s. Beten 

Geborenwerden und Geschlechts- 
akt G. 46 

Gebote s. Psychoanalytische Tech- 
nik, aktive 

Geburt I. 67; und Angstaffekt I. 
68; des Intellektes und Trauma 

IV. 250; als individuelle Reka- 
pitulation der Entwicklungs- 
katastrophen G. 62; ein organi- 
sches Erinnerung6symbol III. 460; 
als Triumph III. 352 

Geburtsangst G. 67, I. 68, II. 112, 

240 
Geburtsphantasie II. 167, III. 312, 

326; und Examensträume III. 

315; und Kastrationsangst II. 106; 

und Koitussituation III. 341; 

und Träume III. 341 
Geburtssituation und Mutterleibs- 
situation in Gullivers Reisen 

III. 325f 
Geburtstheorie, infantile IL 132 

[s. a. Kindliche Sexualtheorien] 
Geburtsträume, symbolische III. 

312 
Geburtstrauma IL 106, III. 319, 

323, 352; individuelles III. 341; 

und mütterliche Sorgfalt III. 

315; —Theorie IL 122f; Wie- 
derholung des III. 270 
Gedächtnis, Detail — IV. 289; und 



Erfahrung IV. 250; — Störung 
und Lügenhaftigkeit III. 368 

Gedanken [s. a. Denken], forcierte 
IL 74, magische I. 76, 80 

Gedankenfreiheit III, 31; und un- 
bewusste Determinanten III. 31 

Gefallsucht, frauenhafte P.V. 156 

Gefühle [s. a. Empfindungen, Füh- 
len], Neuauflagen von I. 32 

Gefühlskälte 111.297,493, IV. 272 

Gefühlsregungen inadäquate I. 17 

Gegenteil, Verkehren ins s. Um- 
kehrung 

Gegenübertragung [s. a. Psycho- 
analytiker, Psychoanalytische Si- 
tuation, Übertragung] IL 41, 108; 
und Aktionsfreiheit IL 108; He- 
wältigung der IL 49f; Ge- 
fahren der IL 52; Kontrolle der 
III. 488; narzisstische, und 
Scheinbesserung des Patien- 
ten III. 238; und Übertragung 
IL 49; Widerstand gegen IL 53 

Gegenwarts-, — flucht IV. 281; — 
relation, Aufgeben der IV. 241 

Gegenwillen in der Kriegsneurose 
III. 109 

Gegner s. Angreifer 

Geheimnisse IV. 273 

Geheimhaltungszwang IV. 273 

Geheimsprache der Kinder IV. 
180 

Gehirn [s. a. Cerebral-] — affek- 
tion, luetische III. 192; — ana- 
tomie III. 431, 443; — anatomie, 
und Charakterdifferenz III. 443; 
Dissoziationszustand des I. 28; 
— Erkrankung und Libido III. 
191; — läsion und psychisches 
Symptombild P.V. 27; — Verän- 
derung bei Alkoholismus P.V. 
27; — Veränderung bei Paralyse 



Sachregister 



351 



P.V. 27; — Veränderung und 
psychische Störung IV. 29, 30 

Gehorsamsuggestion IV. 264 

Gehstörung, angsthysterische III. 
116 [s. a. Motilität] 

Geistige Erzeugnisse und Analero- 
tik II. 254f 

Geiz, und Analerotik I. 110, 118; 
und Wäschereinigung IL 234 

Geld, „Argent sec" I. 118; und 
Kot II. 260; Münzen I. 115; 
Wühlen im I. 118 

Geldfragen in der Psychoanalyse 
I. 17, III. 135, 387, IV. 286 

Geldinteresse, und Analerotik I. 
HOf; Ontogenie des I. 109; und 
Realitätsprinzip I. 119 

Geldkomplex und Stuhlbeschwer- 
den I. 117 

Geldliebe, und Analerotik IL 259; 
und Reinlichkeit IL 234; und 
Sexualität G. 9, IL 257 

Geldsymbolik I. 115 

Geldverkehr I. 115 

Gelegenheitsapparat, Ich als III. 
279 

Gelegenheits-Organ-Produktion 
IV. 258 

Gelehrter Säugling III. 218, 502, 
522; IV. 285, 289 

Geliebt werden, Wunsch nach IV. 
286 [s. a. Liebe, Objektliebe] 

Gemütsbewegungen [s.a. Affekt], 
Und Chiromantie - IV. 288; Mes- 
sung der III. 350 

Gene und Fehlen der Sümden- 
gemeinschaft IV. 187 

Genie [s. a. Begabung] IV. 194 

Genitale [s. a. Penis, Vagina], An- 
häufung sexueller Abfuhrten- 
denzen im G. 23; Cerebralisie- 
rung des IV. 264; Entwicklung 



des G. 70, 71; Ersetzen des, 
durch den Körper III. 312; er- 
widerungsunfähiges IV. 255; 
Identifizierungen des Ichs mit 
dem G. 25; III. 89, 179, 272; 
und libidinöses Ich III. 310; 
Personifikation des eigenen IL 
245; Verletzung des, und nar- 
zisstische Reaktion III. 89 f. 
Genitaler Automatismus IL 155 
Genitalerotik [s. a. Genitalität] G. 
27, III. 253, 258; Biologie der 
G. 27; und Kastrationsdrohung 

III. 259; und organische Vor- 
gänge G. 27; Physiologie der G. 
27; Zerfall der III. 258 

Genitalerregung P.V. 155, 156; 
und Todesangst G. 128 

Genitalfunktion, Ausbildung der 
G. 29f; und Bioanalyse III. 259; 
ein Entlastungsprozess III. 456; 
heterotope G. 15; individuelle 
G. 50f; und Konversionshysterie 
G. 24f; bei Neurasthenie III. 
265f; Pangenesis der G. 23; und 
regressive Bestrebung III. 457; 
Störung der, und Schlaflosig- 
keit G. 49 

Genitalisierung III. 85, 88, 144, 

IV. 264; der Autoerotismen I. 
232f; der Autoerotismen und 
Perversion I. 233; des ganzen 
Organismus G. 52; und Kon- 
versionshysterie G. 35, III. 130; 
des Kopfes IV. 264; der 
Schleimhaut III. 132 

Genitalität [s. a. Genitalerotik] 
und Abreagierung ontogener 
und phylogener Katastrophen 
G. 69; und Analerotik G. 8, IL 
159, III. 245f; und Darmstö- 
rung G. 9; und Denktätigkeit 



352 



Sachregister 



III. 144; Entwicklung der III. 
455; und Intellekt ualität G. 94; 
männliche s. Mann; und Schlaf 
G. 104; und Sexualität III. 113; 
Störung der — und Neurose 
III. 251; und Urethral-Erotik 
G. 8, III. 245f; Vorstufen der 
III. 144; weibliche s. Weib 
Genitallibido [s.a. Libido], bei Pa- 
ralyse III. 193; bei trauma- 
tischer Neurose III. 114 
Genitalmechanismus G. 20; und 

Vorlust G. 21 
Genitalpunkte der Nase III. 38 
Genitalregion, Reizung der und 

Tic I. 230 
Genitalspiele, infantile und Scham- 

haftigkeit II. 71 
„Genitaistottern" G. 12 
Genitalsymbole P.V. 157, G. 57, 
62; II. 238f, 249f, III. 40, 50, 
82, 319, 323 
Genitaltheorie [s. a. Amphimixis] 
G. 1, III. 317, 338, 439, IV. 251, 
252; Revision der III. 523; Wei- 
terbau der III. 457; kurze Zu- 
sammenfassung III. 312, 439 
Genitalzone I. 230; III. 89 [s. a. 

Penis, Vagina] 
Geschichtlich s. Historisch 
Geschlechter [s. a. Bisexualität, 
Geschlechtsunterschied, Mann, 
Weib], und Anpassung an das 
Landleben III. 461f; Differen- 
zierung der III. 462, 465, 467; 
Frage der Höher- oder Minder- 
wertigkeit der III. 464; und 
geologisches Trauma III. 460; 
Kampf der G. 78, III. 465, 525; 
und Psychoneurosen P.V. 35f 
Geschlechts- s. a. Sexual- 
Geschlechtsakt [Begattungsakt, Ge- 



nitalakt, Koitus, Sexualakt, s. a. 
Begattung, Befruchtung, Ge- 
schlechtsverkehr] P.V. 31, G. 
21f, 26, 38f, 42f, 46f, 54f, 87, 
92, 101, III. 265, 268, IV. 214; 
als amphimiktischer Vorgang G. 
21; und Angst G. 53, 58; und 
Atmung G. 47, 75; und Autoto- 
mie G. 39; Bedeutung des, für 
die Biologie III. 146; Befriedi- 
gungslust im G. 58; Befriedi- 
gungsziel beim G. 42; ohne 
Ejakulation III. 268; und epi- 
leptischer Anfall III. 178f; und 
Geburtstrauma G. 54; hypno- 
tische Faszinierung im G. 42f, 
44; und hysterischer Anfall III. 
179; Identifizierungen im G. 23, 
25; Innervationsverhältnisse III. 
251; interruptus P.V. 5,111.297, 
IV. 215; Kastrationstendenz im 
G. 90; Katastrophentheorie des 
III. 270; und Keimdrüsen G. 89; 
und Lachen IV. 191; lächerlich 
im Kindesalter IV. 280; libidi- 
nöser Anteil im G. 26; Lust- 
mechanismus im G. 54; Lust- 
und Angstmoment im G. 58; 
Lust und Unlust im G. 90; und 
Mutterleibsphantasien III. 341; 
und Mutterleibssituation G. 25, 
36, 46; normaler, und innere 
Spannung III. 270; und Onanie 
P.V. 3, III. 35, IV. 214; — phan- 
tasie III. 312; Regression im G. 
25f, 100; und Rolle von Soma 
und Keimplasma G. 86, III. 
462f; Rolle der Sphinkter im 
G. llf; sadistische Züge im G. 
48; und Schlaf G. 49f, 99, 106f; 
und Schlafgewohnheit G. 103; 
Spielerische im G. 55; — sym- 



Sachregister 



353 



bol [s. a. Symbol] G. 77; und 
thalassale Regression G. 75; und 
Traum II. 157f, 160; Traum, 
als Ersatz für den III. 341 
Überdeterminierung im G. 46 
Unterbrechung des III. 297 
Vorbereitungsakte des G. 7, 23f 
Vorlustbetätigung beim G. 21 
Werbearbeit G. 41; und Wieder 
holung der Geschlechtsentwick 
lung G. 21; und Wut G. 48; und 
Zwang G. 54 
Geschlechtsmerkmale, Ausbildung 
der G. 71; seelische Beeinfluss- 
barkeit der III. 454; sekundäre 
G. 42, III. 240; sekundäre, fas- 
zinierende Wirkung der G. 42; 
sekundäre, Zweck der G. 44; 
tertiäre III. 464 
Geschlechtsunterschied [s. a. Bi- 
Sexualität, Geschlechter, Mann, 
Weib] III. 453f, IV. 248; und 
Alter III. 466; und Männlich- 
keitskomplex III. 467; als par- 
tielle Todeserscheinung IV. 248 
Geschlechtsverkehr, Angst vor dem 
II. 112, III. 264, 270, 272; und 
Depression III. 185; und Gulli- 
verphantasie III. 331; und indi- 
viduelle und Artkatastrophe III. 
460; narzisstisches Bedauern 
nach dem III. 185; Vater als 
Vorgänger im III. 48; Verhalten 
der Frau im III. 185 
Geschwätzigkeit als Widerstand 

IL 36 
Gesellschaft [s. a. Sozial; Zivili- 
sation], Erkrankung der III. 31; 
Wahnsinn der P.V. 112 
Gesicht, Identifizierung des ganzen 
Ichs mit dem III. 88; narzissti- 
sche Bedeutsamkeit des III. 88 



Geständniszwang III. 414 

Gewährung s. Erziehung, Psycho- 
analyse, Psychoanalytische Tech- 
nik 

Gewissen [s. a. Über-Ich] III. 411, 
434, IV. 167, 189 

Gewohnheit, Denk — III. 277; 
Entleerungs — III. 248f; und 
Es III. 279; infantile — und 
neurotisches Körpersymptom III. 
276; Metapsychologie der III. 
278; Reaktion auf Störung der 
III. 247f; schlechte, und Auto- 
erotik [s. a. Onanieaequivalente, 
Unarten] III. 357; Sexual — 

II. 220, III. 245; und Symptom 

III. 273, 276; Topik der III. 
278f; und Trieb III. 279; und 
unbewusste Angst III. 247; 
urethro-anale III. 247; und 
Wiederholungszwang III. 278 

Glaube [s. a. Evidenz, Religion, 
Überzeugung], und Unglaube 
P.V. 175; und Vaterliebe P.V. 
176; und Zweifelsucht P.V. 179 
Glaubensseligkeit IV. 275 
Gleichnis G. 64, I. 102, 105; Ana- 
lyse von P.V. 158, II. 164, Auf- 
merksamkeit und Zensur beim 
IL 169f; —Bildung und Dichter 
II. 173; und gleichgültiges Ma- 
terial IL 168f; Lust beim Bilden 
von IL 175f; Metapher I. 102, 
105, IL 166; und Symbolik IL 
167 
Gleichsetzung und Symbolik 1. 104 
Globus hystericus P.V. 14, III. 52, 
132, 136, 143, 157; und Brech- 
neigung IV. 37 
Glottiskrampf, infantiler III. 448 
Gold, und Kot I. 155f, IL 255f; 
und Schweigen IL 255f 



Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 



23 



354 



Sachregister 



Gonorrhoe und Impotenz II. 218 

Gottesglaube, Teufelsglaube P.V. 
177 

Graphologie III. 373, IV. 288 

Gravidität s. Schwangerschaft 

Grimasse [s. a. Ausdrucksbewe- 
gung, Mimik, Motorik, Tic] III. 
275, 299, IV. 280; und das Gro- 
teske IV. 279; als Identifikation 
IV. 279f 

Grössenwahn I. 77, 129, 134; Kin- 
der — I. 66; manischer III. 198; 
paralytischer III. 203; und Par- 
anoia I. 121; unbewusster IV. 
257 

Grossvater, Imago des I. 107f; 
- — komplex I. 106 

Groteske, Idee des IV. 279 

Grübelsucht P.V. 20, II. 94, 134; 
und Zweifel II. 213 

Grundregel der Psychoanalyse /s. 
a. (freie) Assoziation, Psycho- 
analyse] II. 38, 62, 66, 169, III. 
367, 382 

Gruppenverschuldung (soziale 
Schuld) IV. 260 

Güte III. 19, IV. 258, 283; als 
Kampfmittel III. 464; des Psy- 
choanalytikers III. 348, IV. 272 

Gulliver [s. a. Liliput] III. 188; 
—Phantasie III. 307; —Phan- 
tasie, physiologischer Unter- 
grund der III. 316; — s Reisen, 
Analogie mit in einer Nacht ge- 
träumten Träumen III. 325 

„Gut" und „Schlecht" beim Kind 
P.V. 84, 182; III. 362 

Hahn, Symbolik I. 191 

Hahnemann II. 185; und Aggres- 
sion II. 186, 190f; und Ambiva- 
lenz II. 190; und Religiosität 



II. 194; und Sublimieren 11.189 
Halbgeheilte(n) [s.a. Heilung], 

Rezidive bei IL 56; Übertra- 
gung bei IL 55 
Halluzination [s. a. Illusion] und 
Allmacht III. 199; in der Ana- 
lyse IL 18f; Angst bei III. 211; 
Entrücktheit in der Analyse [s. 
a. Trance] III. 495; im Fieber 
IV. 281; und Illusion III. 136; 
und Konversionssymptom III. 
136; von Riesen und Zwergen 

III. 310; und Traum 1. 178, 191; 
unbewusste — und Orgasmus 
III. 456; der vortraumatischen 
Momente IV. 275; und Wunsch - 
erfüllung I. 70; in der Wunsch- 
psychose III. 198 

Haltungstic I. 218, 226f 

Hand, und Onanie IL 34; rechte 
und linke IV. 288; verschämte 
Hände IL 33 

Handlung [s. a. Agieren, Aktion 
usw.] IV. 293 

Harn [s. a. Exkremente, Urethral...], 
— drang während der Psycho- 
analyse IL 20; — drang als 
Symptom III. 122; und Kot als 
Traumsymbol IL 147 

Hass [s. a. Aggression] und Aggres- 
sivität IV. 218; im Eheleben III. 
264; und Identifizierung III. 
206; Mutter— IV. 228; Objekt— 
I. 89; und Überleidenschaftlich- 
keit IV. 228f; verdrängter, als 
Fixierungsmittel III. 487; und 
Verschiebung I. 112; und Wutre- 
gungen gegen den Analytiker III. 
513 [s. a. Psychoanalytische Si- 
tuation] 

Hassreaktion u. Körperverletzung 
III. 94 



Sachregister 



355 



Hausfrauenpsychose II. 233 
Hautempfindlichkeit s. Sensibilität 
Hauterotismen G. 18 
„Healing" u. Zärtlichkeit IV. 283 
Heilung [s.a. Halbgeheilte, Selbst- 
heilung, Unheilbarkeit] P.V. 76, 
. G. 9, IV. 281, 283; und Abbau des 
Über-Ichs III. 394; und Ambi- 
valenz IL 113; und Befriedi- 
gungsarten III. 296; bei Homo- 
erotik I. 165; durch Hypnose 
und Suggestion P.V. 38; bei 
Hypochondrie III. 167; und 
Moral III. 21; organische — und 
Libido I. 95, III. 92; durch pas- 
sagere Psychose III. 379; und 
Prophylaxe III. 370; relative III. 
373; symptomatische II. 203; des 
Symptoms und Klarmachung der 
Urtriebe IV. 281; des Symptoms 
und Klarmachung verpönter 
Wünsche III. 21; und theore- 
tische Einsicht IL 68; und Über- 
tragungserfolge s. Psychoanaly- 
tische Situation; und unbewusste 
Lügenhaftigkeit III. 370; und 
Unlustbejahung I. 87 
Heilungserfolge IL 123f 
Heilungsversuch, der Neurotiker 
I. 25f; bei seniler Demenz III. 
187; bei traumatischer Neurose 
III. 117 
Heilungsvorgang, und analytisches 
Über-Ich III. 394; und Libido- 
steigerung III. 92 
Heldenmythen, und Familien- 
roman IL 295; bei Jung I. 265; 
und primitive Eltern IL 295 
Hemmung, der Aggressivität IV. 
240; und Aktion IL 175, III. 
215; und Aufmerksamkeit IL 



174, III. 215; bei Entleerungs- 
vorgängen G. 11, IL 210 
Hemmungsorgan III. 213 
Hemmungsvorrichtungen G. 125 
Herz, — angst IL 215; — neurosen 

III. 298; — schmerzen IL 13 
Heterosexualität [s. a. Geschlecht 
usw., Mann, Weib] Verdrängung 
der IV. 184 
Heterosexuelles Gefühl IV. 212 
Heuchelei uud Triebverzicht III. 

371 [s. a. Hypokrisie, Moral] 
Hilflosigkeit IV. 241 
Historische [geschichtliche], Deu- 
tung des Symptoms IV. 221; 
Deutung des Traumes IV. 221, 
278; Einkleidung aktueller Si- 
tuationen IV. 269 
Hitzeempfindung, passagere IL 14 
Homoerotik (des Mannes) [s. a. 
Homosexualität], und Ästheten- 
tum I. 159; Objekt — und Ge- 
sellschaft I. 169; Objekt— und 
Perversion I. 166; Objekt — und 
Übertragung I. 162f; Objekt—, 
Zwang zur I. 164; Objekt — und 
Zwangsneurose I. 158, 160; Sub- 
jekt— und Objekt— I. 157, IV. 
148 
Homosexualität (des Mannes) /s. a. 
Homoerotik] I. 152, 154, 166, 
247, IL 281, III. 81, 135, 205, 
IV. 165, 177f; aktive und pas- 
sive I. 154f; und Alkohol I. 126, 
IV. 209; und Alkoholparanoia I. 
146; und Alter III. 181; angebo- 
rene IV. 183; Damenimitator IL 
232; drittes Geschlecht (Urning) 
IV. 183; Fixierung bei 1. 159,111. 
329; Und Fixierung an die Mut- 
ter III. 329; und Flucht vor dem 
Weibe IV. 183; und Hypnose I. 



356 



Sachregister 



Homosexualität (Fortsetzung) 
56; und Impotenz I. 126, IV. 
183; und Koprophilie I. 159; 
und Kultur I. 167; und Narziss- 
mus I. 153f, 159, II. 228; Noso- 
logie der I. 152; Päderasten I. 
163; und Paranoia I. 120, 137, 
153, II. 226, III. 81, IV. 209; 
und Paraphrenie III. 285; und 
Potenz I. 137; Reihenbildung in 
der I. 156; Rolle des Mastdarms 
III. 135; Rolle des Vaters in der 
I. 159; und Sexualkonstitution 
I. 154; und Soziologie I. 166; 
und Stimmlage II. 229, 232; 
Studentenschlägereien I. 167; 
Sublimierung der I. 138; The- 
rapie der I. 165; und Traum I. 
163; und Übertragung I. 162; 
unbewusste III. 135; und un- 
bewusste Phantasie IV. 177; Um- 
kehrung in der I. 163, IV. 165, 
179, 180; Ur— IV. 181; ver- 
drängte III. 316; und Wechsel 
in der Person des Analytikers 

III. 238, Zwangs— 1. 152, II. 232; 
und Zwangsneurose I. 158, 160 

Homosexualität des Weibes Bg. 19, 

IV. 247 

Homosexuelle, Neigung und Idio- 
synkrasie P.V. 20; Objektwahl 
III. 84 

Humor P.V. 99, 100 

Hunger [s. a. Appetit] G. 55; und 
Liebe P.V. 31, I. 253 

Husten und Lachen IL 23 

Hydrokele-Operation als Trauma 
III. 472 

Hygiene und Alkohol I. 128 

Hypermoralität [s. a. Moral, Mora- 
lität] III. 445 

Hypnagoga IV. 268 



Hypnose [s. a. Suggestion] I. 28, 
III. 499, IV. 162f; und Aktivi- 
tät IL 107; Angst und Liebe bei 
I. 37; Aufmerksamkeit und Ver- 
drängung bei II. 170f; Auto — 
I. 28, 49f, III. 482; Befehle in 
der I. 36; in der Beziehung 
zwischen Kindern und Er- 
wachsenen III. 500; und Flexi- 
bilitas cerea I. 220; Gelingen 
der P.V. 172, 173; Hörigkeit in 
der III. 434; und Homosexuali- 
tät I. 56; und Hysterie P.V. 7, 
183, III. 131; und Liebe G. 106; 
und Masochismus I. 46; Medium 
I. 28, 32, 38, 55, IV. 277; Misslin- 
gen der I. 51; und Mutterleibs- 
regression G. 44; und Neurose I. 
49; und Regression G. 44; und 
Schlaf G. 104f; Schmeichel— IL 
170; und Suggestion P.V. 37, 
38, I. 35, III. 465; und Sug- 
gestion und Verliebtsein I. 56, 
III. 465; Tief — und Fakirleistung 
G. 125; bei Tieren P.V. 173f; 
und Traum I. 39; Überleistungen 
bei III. 131; Überrumpelungs — 
I. 36; Übertragung in der I. 24, 
27; Vater — und Mutter — P.V. 
172, 173, 186, G. 44, 105, I. 37, 
38, 41, 220, IL 170, III. 465; 
Wunsch nach IL 32; und Zerfall 
der Persönlichkeit III. 28 

Hypnotisierbarkeit P.V. 38, 172f, 
186; und affektiver Schwachsinn 
P.V. 182; bei Hysterie P.V. 183; 
bei Normalen I. 50f; bei Zwangs- 
neurose P.V. 183 

Hypnotiseur, Antipathie gegen I. 
55f; Eignung zum I. 35f; For- 
cieren des Superego des IV. 276; 
Liebe und Strenge des P.V. 172; 



Sachregister 



357 



und Medium I. 28, 32, 38, 55; 
und Wirkung der Augen II. 267 

Hypochondrie, und Analerotik I. 
112f, 117; und Angst P.V. 73; 
Fehlen der Organveränderung 
bei III. 86; Heilbarkeit der III. 
167; hysterische III. 259; und 
Impotenz IL 205, 218; Körper- 
sensationen bei III. 160; neuro- 
tische III. 194; organische Grund- 
lagen der III. 166; bei Paralysis 
progressiva III. 194f; pathoneu- 
rotische III. 195, 197; psychi- 
sche III. 195; bei Psychotikern 
III. 90, 91; und Schmerzbewäl- 
tigung III. 500; und Stauung der 
Organlibido III. 184; bei trau- 
matischer Neurose III. 115; als 
Wiederstand III. 249 

Hypochondrische, Ichangst bei 
Neurasthenie III. 265; Konsti- 
tution IV. 215; Paraesthesien 

III. 166; Selbstbeobachtung und 
Tic I. 204 

Hypokrisie [s. a. Moral] III. 32, 
499; berufliche III. 514, 516, IV. 
287; in der Erziehung III. 20; 
Heuchelei und Triebverzicht III. 
371 

Hysterie [Konversionshysterie s. a. 
Angsthysterie, Konversion, Kriegs- 
hysterie, Phobie, Sensibilität], 
P.V. 6, 29, 104, I. lOf, 18, 
52f, 77, 210, III. 116, 119, 130, 

IV. 263; Abwehr bei P.V. 32; 
Affekt— IV. 216; und Aktivi- 
tät IL 77; und Ausdrucksmecha- 
nismus IV. 124; und Autoerotis- 
mus I. 19; Autoplastik bei III. 
138, 146, 147; und Befriedigung 
P.V. 155; Disposition zur III. 
130; Fixierungsstelle der III. 



130; und Gehirnveränderung P.V. 
27; Genitalisierung bei G. 35 
III. 130; genitale Triebkräfte 
bei III. 128; und Geschlecht 
P.V. 35; und Gesundheit III. 28; 
und Hypnose P.V. 7, 183, III. 
131; und Hypnotisierbarkeit P.V. 
183; Ich— I. 233; Identifizierung 
in der I. llf; Innervationsver- 
hältnisse bei [s. a. Motilität] III. 
130f; kleine I. 18; körperliches 
Entgegenkommen bei P.V. 19, 
I. 232; konzentrische Einengung 
des Gesichtsfeldes III. 156; und 
Kunst III. 131, 146; Materiali- 
sation und Ausdrucksbewegung 
[s. a. Materialisation] III. 137; 
Mehrleistung bei [s. a. Überlei- 
stung] III. 131, 139; Naschhaftig- 
keit bei I. 12; als Naturexperi- 
ment III. 28; und Organneurosen 
III. 294; Patho— III. 86; und 
Pathoneurosen s. bei Pathoneu- 
rosen; und perverse Kindheits- 
erinnerungen P.V. 18; und 
Phantasie III. 370; Praedilek- 
tionsstellen für III. 506f; und 
psychischer Infantilismus IV. 
271; und Realität III. 370; und 
Regression III. 144, 169; Regres- 
sion zur Willenlosigkeit bei IV. 
263; Seltenerwerden der P.V. 183, 
III. 508; und Sexualität P.V. 18; 
und Suggestion III. 158; Symbo- 
lik der III. 142; Symptom als 
Kompromissbildung III. 129; 
Symptomwandel bei III. 378; und 
Trauma III. 63; traumatische 
P.V. 16; Vergewaltigungsphan- 
tasie bei IL 294; und Zwangs- 
handlung P.V. 13; und Zwangs- 
neurose P.V. 18, III. 379 



358 



Sachregister 



Hysterische (s), Angsterscheinungen 
und kindliche Phobien III. 345; 
Anbedrie III. 71; Ausbrüche, Be- 
einflussung der III. 516; Dar- 
stellung und Erledigung IV. 293; 
Hypochondrie III. 159; Iden- 
tifizierung P.V. 15; Idiom III. 
142; Konvulsion III. 130; Läh- 
mung IV. 269 

Hysterische Symptome, und Ak- 
zentuierung des Subjektiven IV. 
221; und Ausdrucksbewegungen 
des Kindes III. 508; und Auto- 
symbolik IV. 221 ; Entstehung der 

III. 141, 506f; Fettzunahme als 

IV. 230; als heterotope Genital- 
funktion III. 145; Keuchhusten 
als III. 85; in der Kriegshysterie 
und in der Kriegsneurose III. 
63, 66, 108; am Magendarmtrakt 
III. 132; während der Psycho- 
analyse auftretend III. 481 

Hysterische Stigmata P.V. 13, III. 
'l48, 151, 154, 156f, IV. 217 

Hysterischer Anfall III. 507; und 
Aktivität II. 76f; und analyti- 
scher Anfall IV. 271; und Koitus 
III. 179; ein partielles Wieder- 
erleben IV. 271 

latrophilosophie I. 295 
Ibsens Frau vom Meere P.V. 75 
Ich [s.a. Über-Ich] IV. 260, 261; 
— analyse IV. 161 — angst, hypo- 
chondrische III. 265; und die 
Anpassungsleistungen III. 279; 
und Aussenwelt I. 73, 84, 93f; 
und Autosymbolismus II. 241; 
— empfindlichkeit, gesteigerte III. 
115; — entwicklung und Mecha- 
nismus der Neurosen I. 80; — ent- 
wicklung und Phantasie IL 98; 



— entwicklung, Regression der I. 
81; — erinnerungssysteme I. 212, 
214, 217, 232, IL 241 [s. a. Erin- 
nerung]; — erweiterung I. 19, 59; 
— erziehung und Suggestion IL 
65; — funktion IV. 264; — funk- 
tion, Zentralorgan der III. 192; 
als Gelegenheitapparat III. 279; 
— grenze, Bewahren der IV. 251; 
— hysterie und Tic I. 233; — 
ideal IL 297, III. 200, 255, IV. 
164; — kern III. 201, 210, 211; 
des Kindes III. 441; und Libido 
IL 225f, III. 318; Lust— G. 23; 
mehrere III. 28; Objektivierung 
des IV. 278; bei Paralyse III. 
207; — psychologie s. Psycholo- 
gie; — regression I. 81, III. 169; 
— Schrumpfung I. 19; — triebe 
und Realitätssinn I. 78f; — Ver- 
größerung III. 197; Verlust des 
III. 197; und Versagung IL 101; 
— Verschuldung IV. 260 

Idealforderung, nützliche und 
übertriebene III. 363 

Idee, magische IV. 266; Über- 
mittlung der, des Könnens IV. 
265; der „Welt" IV. 265 

Identifizierung IL 114, III. 363, 
410, 522, IV. 164, 166; statt Ab- 
wehr III. 520; anale III. 253, 
255; mit dem Analytiker I. 87, 
III. 236, 513; und analytische 
Objektliebe III. 395; mit dem 
Angreifer s. — mit dem Gegner; 
Anpassung durch G. 125; Auf- 
geben der III. 521; bei der Be- 
gattung G. 23, 25; als Dauer- 
Imitation IV. 279; nach Erschüt- 
terung III. 522; und Erziehung 
III. 200; gegenseitige, und To- 
destrieb IV. 260; mit dem Geg- 



j 



Sachregister 



359 



Identifizierung (Fortsetzung) 

ner [Angreifer] III. 363, 520, IV. 
226, 249, 267; mit dem Genitale 
[s. a. Penis] P.V. 149, G. 25, III. 
89, 179, 272; des Ichs mit dem Ge- 
nitalsekret G. 25, 80; des Ichs 
mit dem Gesicht III. 88; Gri- 
masse als IV. 279; und Hass III. 
206; hysterische P.V. 15, I. 11, 
IV. 166; mit dem (eigenen) Kind 

III. 163; des Kindes I. 44, 101; 

IV. 261; mit Körperteilen III. 
87, 501; und LibidoBtauung III. 
87, 267; maskuline IV. 255; bei 
Melancholie III. 197; und Men- 
schenkenntnis III. 425; bei Para- 
lyse III. 210; — s-Anstrengung 
IV. 276; soziale IV. 166; und 
Sprache I. 75; Störung der IV. 
166; mit der strafenden Auto- 
rität III. 363; und Tic I. 222; 
im Traum II. 144; unbewusste 
I. 102; urethrale III. 253, 255; 
mit dem Vater III. 163, 164; 
von Wäsche und Haut II. 250; 
Wunsch— IV. 280 

Idiom, hysterisches III. 142 

Idiosynkrasie, I. 34, 147, II. 247, 
III. 53, 391, IV. 216; und homo- 
sexuelle Neigung P.V. 20; und 
Kastrationsphantasien III. 54; 
und Verschiebung I. 12 

Idioten [Imbezille] I. 206; und 
Abstraktion IV. 290 

Illusion [s. a. Halluzination] , und 
hysterische Konversion III. 136 

Illusionäre Täuschungen in der 
Analyse II. 19f 

Imitation I. 11, 222, IV. 278; Dauer 
— IV. 279; der Handschrift des 
Vaters IV. 280, als verächtliche 
Grimasse IV. 279f 



Imitations-, — magie IV. 278; 
— sucht I. 213 

Imitatorisch, fremd — IV. 278; 
selbst— IV. 278 

Impotenz [s. a. Pollution, Potenz] 
P.V. 23, G. 8f, 37, I. 30, II. 203, 
III. 251, 257, IV. 215; und Ak- 
tivität II. 59, 80, III. 248f; und 
Aktualneurose II. 221; und Al- 
koholparanoia I. 126; anale G. 
8; und Angst IL 206, 219; und 
Angst vor der Mutterleibs- 
situation G. 37; und Angst- 
träume IL 208; und Askese III. 
19; Deutung und Behandlung 
der IL 203; und Diebstahl IL 
198; und Erziehung IL 98; und 
Feigheit IL 208, 210; Formen 
der IL 216; und Gonorrhoe IL 
218; und Herzangst IL 215; und 
Homosexualität IV. 183; und 
Hypochondrie IL 205, 218; und 
Infektionsfurcht IL 217; und 
inzestuöse Objektwahl IL 213f, 
221; und Kastrationsangst G. 

10, IL 27, III. 183; körperli- 
ches Entgegenkommen bei IV. 
183; und kulturelle Sexual- 
moral IL 212; hinter Mehrlei- 
stung IV. 286; und Paraesthesien 

11. 205; und Prüfungsträume IL 
209; und Pseudoheredität IL 
216f; psychoanalytische Thera- 
pie der IL 59, 80, 204, III. 248f ; 
und Psychoneurose IL 220; nach 
der Pubertät erworbene IL 217; 
und Scheinpotenz IV. 286; und 
Selbstvertrauen IL 179; und 
Sexualerlebnis der Kindheit IL 
221; urethrale G. 9; und Zwangs- 
vorstellung IL 208 



360 



Sachregister 



Indiskretion in der Psychoanalyse 
IV. 284, 287 

Individualismus IV. 267 

Individualität, Aufgeben eines Teils 
der IV. 248 

Individualpsychologie [s. a. Adler 
Minderwertigkeitsgefühl] III. 429, 
IV. 99, 114 

Individuum [s. a. Persönlichkeit], 
irreal IV. 259, 260; Schutz des 
IV. 265 

Infantilismus [s. a. Kind], und 
Angst vor realen Aufgaben IV. 
276; emotioneller III. 449; und 
Perversion III. 407; psychisjher, 
und Hysterie IV. 271; Rückfall 
in das Kindische IV. 273; und 
Tic I. 206 

Infektion, und Impotenz II. 217; 
als Traumsymbol II. 144 

Innervation, des Ejakulationsvor- 
ganges G. 10, 24, III. 251; Hem- 
mung der III. 215; bei Hysterie 

III. 130f. 

Inspirium [s. a. Atmen] IV. 290 

Integration und Splitting IV. 283 
[s. a. Fragmentierung, Sequestrie- 
rung, Spaltung] 

Intellekt I. 95; Geburt des IV. 
250f; und Genitalität G. 94; und 
Triebleben I. 85 

Intellektuelle Leistung ohne Mit- 
wirken des Bewusstseins IV. 
250 [s. a. Transzendentale Fähig- 
keiten] 

Intelligenz IV. 230; des abgespal- 
tenen Teiles der Persönlichkeit 

IV. 241, 251; eine Geisteskrank- 
heit IV. 252; und „Halbtot sein" 
IV. 251; Herabsetzung der — 
im Traume IV. 243; kindliche I. 
101, IV. 274; als Mittel zum Auf- 



halten des Todes IV. 289; öko- 
nomische Erledigungstendenz IV. 
229; posttraumatische IV. 226, 
227, 229; reine IV. 245, 248, 
252; und Überzeugung IL 113 

Intrauterin s. Embryonal, Mutter- 
leib 

Introjektion I. 19, 29, 43, 58f, 
60f, 73, 92, III. 434, 435; und 
Angewöhnung III. 280; des An- 
greifers III. 519, 520, IV. 230; 
und Exteriorisation I. 58, 60; 
Fettsucht und IV. 229; Liebe 
und IV. 209; in der Neurose I. 
21f; und Objektliebe I. 59, IV. 
209; des Schuldgefühls des Er- 
wachsenen III. 519; und Über- 
tragung I. 9, 24; und Verschie- 
bung I. 60; durch Verschlingen 
IV. 230; und Weltauffassung I. 20 

Introspektion P.V. 28, 86, III. 
350f, 365, IV. 201f 

Introversion und Musikalität I. 99 

Introversionspsychose (Jung) I. 
247 

Intuition, Quelle der weiblichen 
IV. 249 

Inversion s. Homosexualität 

Inzest, — -angst III. 33; — gedan- 
ken III. 34; — motiv G. 65; — 
neigung bei Paralyse III. 201; 
III. 205; — neigung als Zärt- 
lichkeit maskierte III. 484; — 
Phantasie P.V. 153, III. 42; — 
schranke P.V. 22, 1.174,111.339 

Inzestuöse, Objektwahl in der Pu- 
bertät II. 213, 216; Verführung 
des Kindes IL 216, III. 16, 518 

Ironie [s. a. Spott und Hohn] P.V. 
182, I. 101, 222, III. 218 

Ironisierung der Psychoanalyse 
III. 218 



Sachregister 



361 



J ames-Langesche Theorie, gilt für 
Kinder IV. 271 

Jokaste, als Personifikation des 
Lustprinzips P.V. 148 

Jucken [s.a. Kitzeln] III. 91, 258 

Juckreiz, und Autotomie in der 
Genitalfriktion G. 40; und Se- 
xualspannung G. 56 

Jus primae noctis III. 47 

JVannibalismus [s. a. Ahnenfrass, 
Oralerotik] G. 31, 34, II. 192, 
III. 85, IV. 164 

Kastration, und Blendung P.V. 
149, I. 267, II. 191, III. 322; 
und Diebstahl II. 198f; Ent- 
mannungsritus III. 466; Folgen 
einer, im Kindesalter II. 196; und 
passiv-homosexuelle Phantasie II. 
201f; bei Psychosen G. 89; Sa- 
menraub III. 269; Selbst— G. 40, 
41; und Todesangst IL 246; und 
Zahnreissymbolik III. 38 

Kastrationsangst IL 26, 187, 193, 
III. 52, 183, 255, 269, 270, 315, 
329, 377; und Geburtsangst IL 
124f; und Geburtsphantasien IL 
106; und Lustmordphantasien 
III. 269; Lust ohne III. 270; 
und Myopie IL 265; und Retrak- 
tionsempfindung IL 27, 200; 
Überwindung der III. 255, 377; 
beiVerstümmelung III. 317; und 
Zwangsneurose III. 263, 264 

Kastrationsbefürchtungen III. 33 

Kastrationsdrohung IL 187, 193; 
Folgen der — beim Manne III. 
338; Folgen der — beim Weib 
III. 339; und Genitalerotik III. 
258; als Trauma III. 316 

Kastrationsfreie Befriedigung III. 
272 



Kastrationskomplex III. 272; und 
Geschlechtscharakter III. 465, 
467; und Impotenz G. 10; und 
Penislosigkeit der Frau III. 50; 
ein Sammelbegriff III. 230 

Kastrationstendenz beim Koitus 
G. 90 

Kataklonie und Tic I. 200 

Katalepsie I. 220f 

Katastrophen, Eintrocknungs — G. 
63, 67, 73, 78, 84, III. 457, 465; 
Entwicklungs — und Geburt G. 
62; Entwicklungs — im Keim- 
plasma angesammelt G. 88; und 
Genitalität G. 69; geologische 
III. 462f; organisches Erinne- 
rungssymbol der III. 460; und 
Sexualverkehr III. 460, — theorie 
des Koitus III. 270; Ur— G. 83; 
und Verdrängung I. 82 

Katatonie [s. a. Paraphrenie, Schi- 
zophrenie] I. 219f, IL 277; 
und Genitalisierung der Auto- 
erotismen I. 232; und Narziss- 
mus III. 198; Symbolik bei IL 
280; und Tic I. 199f, III. 169 

Katharsis [s. a. Psychoanalytische 
Technik, aktive] P.V. 7, 1. 284, IL 
63, 86, 171, III. 234; fraktionierte 
III. 235; Neo— III. 482, 489, IV. 
248; Neo — und Relaxationsprin- 
zip III. 468; Neo — , spontan aus- 
brechende und erzwungene IV. 
224; Neo — , weitere Entwicklung 
der IV. 234; Paläo— III. 482; 
und primitive Katharsis III. 482; 
und Übertragung P.V. 187 

Kathartische Therapie III. 469, 
472, 527 

Katzenjammer I. 147, IL 183, IV. 
191 

Kausalität I. 82, IV. 111, 112 



362 



Sachregister 



Keimplasma, Sorgfalt aus Angst 
G. 86 

Keimschutz G. 63 [s. a. Perigenese] 

Keimzellen, Unterbringung der 
III. 462 

Keuchhusten III. 85, 299 

Kind [s. a. Anpassung, Entwick- 
lung, Erziehung, Neugeborenes] 
I. 65f, llOf, IV. 263, 271, 274, 
276; Allmacht des P.V. 181, I. 
85f, III. 365, 435; Aneignung 
der Symptome der Eltern P.V. 
35; Animismus I. 74; Anpassung 
der Familie an das III. 347,- 
Ausdrucksbewegungen des, und 
hysterisches Symptom III. 508; 
als Ausscheideprodukt III. 90, 
253; und Autoritätsglauben P.V. 
78, 178f, III. 360, 518; Befrie- 
digung (habituelle) des P.V. 3, 
157, I. 74, III. 124, 357 [s.a. 
Befriedigung, Onanie]; Bewe- 
gung und Beschäftigungslust des 
P.V. 133; Denken und Handeln 
beim I. 65; Entwöhnung s. dort; 
Erinnerungssystem des IV. 271; 
Erinnerungsspuren im Körper 
steckenbleibend IV. 271, 294; 
Gebärdensprache des, und hyste- 
rische Konversion, I. 72; Ge- 
heimsprache des IV. 180; gelehr- 
ter Säugling [wise baby] III. 218, 
502, 522, IV. 285, 289; Gut und 
Schlecht beim P.V. 182, I. 84, 
III. 362; Identifizierung [s. a. 
Identifizierung] des vorzeitig an- 
gegriffenen Kindes IV. 261; Lei- 
denschaftlichkeit bei III. 498; 
Leidenschaftlichkeit im Verkehr 
mit III. 484; Monismus des I. 84; 
Kind-Mutterverhältnis s. Mutter, 
Psychoanalytische Situation; „Na- 



turkinder" P.V. 136; im Patien- 
ten [s. a. Psychoanalytische Si- 
tuation] II. 50, 81, III. 493f, 
495f, 504, IV. 282; Ernstnehmen 
des Kindes im Patienten III. 
495; leidendes, getötetes Kind 
im Patienten IV. 241; Perver- 
sion des P.V. 22, III. 484; und 
Psychoanalyse [s. a. Psychoana- 
lyse (als Methode)] IV. 294; 
Reinlichkeit s. dort; Riechlust des 
I. 113f; Schlimmheit des III. 376; 
Schmerzens — III. 90; Schreien 
und Zappeln des I. 69; und 
Sexualakt der Eltern I. 173, II. 
247, III. 353, 359; und Sexuali- 
sierung des Alls I. 74, 103; se- 
xuelle Aggression am [s. a. 
Verführung] IV. 250; Signale 
des I. 69, I. 70; Symbolik 
s. dort; Symbole, Sprache des 

III. 366; Überleistung des III. 
131, IV. 285; Überbürdung früh- 
zeitige IV. 273, 285; Überzeu- 
gung des IV. 282; Unmündigkeit 
des IV. 278; Ungespaltenheit des 

IV. 283; unwillkommenes III. 
446; Urteilsbildung des P.V. 
181; Verführung des s. dort; 
Verschlossenheit des III. 48; Ver- 
zärtelung des II. 213, III. 16, 
442, IV. 142; Wiegen des, als Be- 
ruhigungsmittel G. 76, III. 14; 
„Wirklich" [Objektivierung] beim 
P.V. 180, I. 73; Wissbegierde 
[Neugierde] des P. V. 181, 182, 
I. 181, III. 48; Wunderkinder 
IV. 273, 285; zu gut erzogene 
[domestizierte, gezähmte] P. V. 
106, 174, IL 97, 98, III. 254 

Kinder-, — analyse II. 81, III. 344, 
358, 492, IV. 294; —analyse 



Sachregister 



363 



und Kinderspiel III. 492, 497; 
— analysen mit Erwachsenen III. 
490; „einzige" I. 78, 158f; 
— gärtnerei III. 10; — grössen- 
wahn I. 66; — neurosen I. 203, 

II. 78, 185, 196, 233, 247, III. 
353, 357; — spiel [s. a. Spiel] I. 
Ulf, III. 497 

Kindheit, Austobenlassen der IV. 
276; Bisexualität in der P:V. 22, 

III. 466; Folgen einer Kastra- 
tion in der II. 196; körperliche 
Erinnerungsspuren der IV. 271, 
294; Nachholen der IV. 285; un- 
ausgelebte IV. 274; Vorbewuss- 
tes in der IV. 276 

Kindheits-, [infantil] — amnesie 
P.V. 131, III. 12, 348, 360, 408, 
426, 444, 485; — Erinnerungen 
P.V. 14, 15, 17, I. 54, II. 221, 
224, IV. 275; — erlebnisse [s.a. 
Erschütterung, Schock, Trauma] 
P.V. 21, 22, 35, II. 98, 221, III. 
218, 243, 409, 446, 472, 496, IV. 
239, 294; —Situation, Wieder- 
holung in der Psychoanalyse s. 
Psychoanalytische Situation, Wie- 
derholung; — trauma s. Trauma. 

Kindliche(s) [infantile(s)], Erotik, 
Vorlustniveau der III. 525; Geni- 
talspiele II. 71; Gewohnheit und 
Körpersymptom III. 276; Intelli- 
genz 1. 101, IV. 274; Interesse für 
eigene Exkremente [s. a. Exkre- 
mente, Harn, Kot, Stuhl] P.V. 
106, I. 111, III. 356; Sexualtheo- 
rien I. 172, 174, II. 163, 252, 
III. 133, 321, IV. 280; Vorstel- 
lung des Penis [Koitus] IV. 280; 
Vorstellung der Verdauung II. 
252; Vorstellung der weiblichen 
Genitalien II. 251 



Kindliche, das, im Lachen IV. 191; 

Rückfall in das [Kindische] IV. 

273 
Kitzelgefühl [s. a. Jucken] G. 51, 

111. 153 

Kitzlichkeit bei traumatischer Neu- 
rose III. 117 

Klaustrophobie I. 22, II. 246 

Klavierspiel und Onaniephantasie 
II. 71 

Kleptomanie I. 12 

Klimakterium III. 180f; Dyschro- 
nismus der Ich- und Libidoent- 
wicklung im III. 182; der Frau 
P.V. 36 

Klitoris, — erotik G. 34, IL 72, 

112, III. 317, 461; „Klopfen" der 
I. 230 

Koedukation und gezwungene Ver- 
drängung der Empfindungen III. 
364 

Körper, — dimensionen, Dispropor- 
tionalität der IL 148; — hälften, 
Bedeutung der (Rolle von Rechts 
und Links) III. 150f, IV. 178, 
179, 288; — haltung und Schlaf 
G. 102; Neigung zur Vergrösse- 
rung und Verkleinerung des III. 
316; — symbol und Ausdrucks- 
bewegungen IV. 293; — Sym- 
ptome, Genese der III. 276; — 
teile als Vertreter der ganzen 
Person III. 501, 507, IV. 178, 
219; — Verletzung und Krank- 
heitsnarzissmus III. 88; und Ver- 
drängung IV. 264; Yoghi-Diszip- 
lin IV. 290 

Körperliches Entgegenkommen [s. 
a. Disposition, Konstitution] 
P.V. 12, 19, I. 232, IL 286, III. 
9, 65, 166, 506f; bei Hysterie I. 
232, III. 154, 157; bei Impotenz 



364 



Sachregister 



IV. 183; bei Kriegshysterie III. 
65 

Koitus s. Geschlechtsakt 

Kollaps [s. a. Bewußtlosigkeit 
Bewusstseinsverlust, Koma, Ohn 
macht] IV. 273 

Koma [s. a. Bewustlosigkeit, Be 
wusstseinsverlust, Kollaps, Ohn 
macht] III. 506, IV. 240 

Komik, und brutale Kraft IV. 227 
und Maschinenhaftes IV. 185 

Komische, das P.V. 89, IV. 187f 

Komplex (e) [s.a. die einzelnen] 
— analyse III. 228, 229; Bewusst 
machung der P.V. 11; — emp 
findlichkeit I. 150; Erledigung 
der III. 377; —flucht I. 17; — 
merkmale und Paranoia I. 138f; 
— reaktionen I. 22; — reaktion, 
galvanische P.V. 8, 9; sexuelle 
Natur der P.V. 12; verdrängte 
P.V. 30, 31 

Konflikte, Erledigung der P.V. 
75f, IV. 228; unerledigte P.V. 
73 

Konjugationsepidemie bei Gefahr 
G. 83 

Konstitution [s. a. Disposition, Erb- 
lichkeit, Körperliches Entgegen- 
kommen] IV. 183; analerotische 
IV. 215; angstneurotische IV. 215; 
und Endokrinologie III. 439; und 
Familienanalyse P.V. 19f; hypo- 
chondrische IV. 215; und infan- 
tiles Erlebnis P.V. 20; bei Kri- 
minalität und Neurose III. 408; 
und Narzissmus I. 198, 208, 231; 
neurasthenische — und Urethra- 
lismus IV. 214, 215; und Neu- 
roBe III. 408; und Neurosenwahl 
III. 356; und Psychoanalyse 



Bg. 284, 285; Sexual— P.V. 22, 

I. 149, 154, III. 13, IV. 183 
Konstitutionslehre III. 373 
Kontrollanalyse, kontrollierte Ana- 
lyse s. Psychoanalyse 

Konversion [s. a. Hysterie, Mate- 
rialisation] P.V. 7, I. 18, 72, 80, 
120, 191, 232, III. 79, 116, 130, 
IV. 217, 271; und Affekt IV. 217; 
und autoerotische Symbolisie- 
rung I. 210; und Autoplastik III. 
138; genitale Triebquellen der 
III. 140; und Halluzination III. 
136; und Illusion III. 136; Me- 
chanismus der G. 15, 56, III. 
137; ein Materialisationsphäno- 
men III. 137; passagere II. 14f; 
rein subjektive körperliche Re- 
aktion IV. 271; und Schwindel 

II. 31; und Symbolik III. 129, 
142 

Konversionssymptom, ererbtes IV. 
217; Innervationsverhältnisse des 

III. 130 

Konzentration [s. a. Aufmerksam- 
keit], fakirenhafte I. 221 

Ko[sub]ordination IV. 266 

Kopfdruck, passagerer II. 13f 

Kopfschmerzen [Migräne] II. 179, 
181, III. 295, 299 

Koprolalie I. 186, III. 126, IV. 
175; und Tic I. 186, 193, 207, 
213, 223, 230, II. 110, 111 

Koprophagie P.V. 17,11.248; und 
fellatoriache Phantasien III. 132 

Koprophilie I. 34, 114, 116f, II. 
233, 263; und Besitz I. 116; und 
Homoerotik I. 159; und Rein- 
lichkeit IL 234; und Riechlust 
I. 180; und Trotz IL 234 

Koprosymbol IL 261 

Kot (s. a. Analerotik, Darm, Ex- 



Sachregister 



365 



kremente, Stuhl], und Geld II. 
260; und Gold I. 115f; und 
Harn II. 147, 255; und Spiel- 
zeug I. 111 

Krankheit, Sanatoriums — P.V. 38 

Krankheitsnarzissmus I. 197; III. 
92; und narzisstische Neurose 
III. 86; und Psychose III. 88 

Kriegshysterie II. 78, III. 58; Af- 
fektverschiebung bei III. 66; und 
Angsthysterie III. 69f; Erschüt- 
terung der Selbstliebe bei III. 
73; körperliches Entgegenkom- 
men bei III. 65; und Konver- 
sionshysterie III. 63, 66; Nar- 
zissmus bei III. 73, 78; Potenz 
bei III. 67, 71, 78; eine Psycho- 
neurose III. 61; Regression bei 
III. 73; Träume bei III. 67; 
Typen der III. 58; Überempfind- 
lichkeit der Sinne bei III. 67, 
75; Zittern bei III. 59, 68, 74 

Kriegsneurose I. 212, III. 95; Dis- 
position zur III. 107; Gegen- 
willen in der III. 109; hyste- 
rische Symptome in der III. 
108, eine traumatische Neurose 
III. 95; Zitterneurose III. 109 

Kriminalität [Verbrechertum] III. 
408, 409, 413; bei Geisteskran- 
ken III. 413; und Konstitution 
III. 408; als Nebenprodukt der 
Neurose P.V. 115; und Ödipus- 
konflikt III. 411; aus Schuld- 
bewusstsein III. 412, 434; und 
unbewusste seelische Triebe P.V. 
115; Therapie der P.V. 114f, III. 
399, 403, 409, 413; Über-Ich 
bei III. 413; und Verantwort- 
lichkeit III. 417 

Kriminalpsychologie III. 401, 405 

Kriminologie P.V. 114, III. 399; 



und Neurosenlehre III. 405, und 
Psychoanalyse Bg 148a, P.V. 
114, III. 399; u. Soziologie P.V. 
114 

Kritik, des Patienten P.V. 77, IV. 
238; verdrängte III. 513, 515 

Künstler, Psychologie des P.V. 126 

Kultur, und Homosexualität I. 167; 
und Moral III. 20; und Neu- 
rosenformen III. 508 

Kulturentwicklung, und Anpassung 
P.V. 133; und Latenz G. 94 

Kunst III. 418; und Hysterie III. 
131, 146; Menschenkenntnis als 

III. 381 

Lachen P.V. 89, II. 23, IV. 185; 
Abwehr beim IV. 188; Ambi- 
valenz beim IV. 189; Atmen und 

IV. 188f; Aus— IV. 185f; eine 
Ausdrucksbewegung IV. 189; und 
Erbrechen IV. 190; Formen des 
IV. 191; und Gesichtsmuskulatur 

I. 191, IV. 189, 190; und Husten 

II. 23; und Koitus IV. 191; post- 
traumatisches IV. 227; und 
Selbstzerstörung IV. 227; und 
Sündenbewuestsein IV. 187; Ver- 
drängung beim IV. 188; und 
Zensur IV. 188 

Lachkrampf II. 23 

Lähmung, komplette IV. 244; kom- 
pensiert durch posttraumatischen 
Intellekt IV. 250; posttraumati- 
sche III. 505; — s-artige Schwäche 
IV. 252 

Laienanalyse III. 345 

Lamaismus s. Transzendentale 
[Mehrleistungs-] Fähigkeiten 

Lampenfieber IL 67, III. 55 

Latenz I. 82f, IL 18, III. 454, 463, 
IV. 166; und Charakter IL 296; 



366 



Sachregister 



Durchbrüche in der I. 162; und 
Eiszeit I. 82f, III. 463; Kultur- 
entwicklung in der G. 94; und 
obszöne Worte I. 181f, 185; und 
Pubertät II. 34; und Reaktions- 
typen I. 184; Tic in der I. 218; 
und Zwangsneurose I. 162 

Lebensnot und Frühreife IV. 285 

Lebenstrieb IV. 260; und Todes- 
trieb III. 415, 447; in verschie- 
denen Lebensaltern III. 450 

Lehrerkomplex I. 46 

Leiden, Ökonomie des III. 480; 
— sbedürfnis III. 271; Terroris- 
mus des III. 523 

Leidenschaft [s. a. Sinnlichkeit] , 
Ausbrüche P.V. 29; Sprache der 
III. 522 

Leidenschaftlichkeit in der Erotik 

III. 524; bei Kindern als Folge 
taktloser Behandlung III. 498; 
Über— und Hass IV. 228f; und 
Zärtlichkeit im Verkehr mit 
Kindern III. 484 

Leidenschaftsphase III. 524 
Leistungsfähigkeit IV. 273; rich- 
tige Einschätzung der IV. 292; 
traumatisch erworbene IV. 273 
Libidinis accumulatio IV. 266 
Libidinöse, Tendenz in der Cha- 
rakterbildung III. 376; Wurzeln 
der Entdeckungen P.V. 139 
Libido [s. a. Organlibido], Ab- 
lösung der III. 242; und Angst 
II. 225; und Angstneurose P.V. 
5; Anhäufung von III. 84f, 
194, IV. 261, 266; — austausch 

IV. 266; und Depression III. 185; 
— entäusserung, erzwungene [s. a. 
Onanie] IV. 261; — entzug und 
Dementia praecox P.V. 32; — ent- 
zug bei Paralyse III. 193f, 196; 



— entwicklung G. 29f; und Er- 
krankung des Gehirns III. 191; 
freiflottierende 1. 18, 61, IV. 216; 
genitofugale und -petale G. 51; 
— haushält, narzisstischer III. 193; 
und Heilungsvorgang 1. 95, III. 92; 
und Ich II. 225; bei Jung I. 252; 
bei Kriegshysterie III. 67, 71, 78; 
und Lues III. 205; und Organ- 
erkrankung G. 117, III. 84, 86; 
— regression und Alter III. 181; 
— regression bei Melancholie III. 
197; und Sexualhunger I. 253; 
— theorie P.V. 31, 1. 244, IV. 194; 
und Übertragung II. 65; Ur— I. 
259f ; — Verarmung und Neurasthe- 
nie III. 184; Verarmung der Or- 
gane an IV. 215; — versagung, IV. 
261; Verschwendung von Libido 
bei Onanie III. 184; — Verteilung 
bei Rückbildungsvorgängen III. 
180; — Wandlungen und Symbole 
I. 243; Wendung der s. Wen- 
dung; und Wille (Schopenhauer) 
I. 253 

Libidospannung [s. a. Spannung] 
und Befriedigung III. 266 

Libidostauung I. 199, IV. 266; und 
Hypochondrie III. 184; und 
Identifizierung III. 267; und 
Manieriertheit I. 199; protonar- 
zisstische IV. 215 

Libidosteigerung IV. 209; patho- 
neurotische I. 200, III. 196 

Libidostörung (Jung) I. 254f; und 
Orgasmus G. 52 

Liebe [s. a. Objektliebe, Übertra- 
gungsliebe, Verliebtheit] Bg. 14; 
des Analytikers, Grenzen der IV. 
286; aufgedrängte IV. 261; 
Eltern — , Grenzen der IV. 287; 
Entziehung der P.V. 181, III. 



Sachregister 



367 



521, IV. 218; und Furcht als Er- 
ziehungsmittel P.V. 172f ; Geliebt- 
werden IV. 286; Gewährung von 
— in der Erziehung III. 477; 
und Hypnose P.V. 172, G. 106, 
I. 37; und Introjektion IV. 209; 
Mutualismus in der IV. 255; pa- 
thogene Folgen der forcierten 

III. 521; und Übertragung [s. a. 
dort] I. 10; und Überzeugung II. 
114; Vater— und Glaube, P.V. 
176; versagte IV. 261; und Ver- 
schiebung I. 12 

Liebesleben [s. a. Eheleben, Ge- 
schlechtsakt, Geschlechtsverkehr, 
Orgasmus, Sexualität] III. 360, 

IV. 166; Entwicklung des III. 
461; des Neugeborenen IV. 218; 
und Ödipuskonflikt III. 340; 
körperlich Kranker III. 84; [Ehe- 
leben] Störungen des III. 263f 

Liebesversagung und Neurose III. 

521 
Lieblosigkeit als Trauma IV. 228 
Liliputanische [s. a. Gulliver], Ent- 
stellung sexueller Versuchungen 
III. 314; Halluzinationen III. 
310; Mutterleibsphantasie und 
Potenz III. 314; Phantasien und 
Examensträume III. 315; Träume 

III. 312 

Links und Rechts, Rolle von III. 

151f, IV. 178f, 288 

Loeb Jacques, G. 121, 1. 97, IV. 251 

Logik, I. 98, III. 464, IV. 192, 197, 

198, 208; als Mathematik des 

Vorbewussten IV. 202; Para — 

IV. 192 

Ludein /s. a. Oralerotik] G. 18, 21, 

I. 55, 229, III. 14, 456, 461, IV. 

II, 218 

Lüge, und Moral III. 369, 371; 



Not — III. 371; und Phantasie 
III. 369; psychische Realität 
der III. 470; in der Psychoana- 
lyse III. 369; und Realitäts- 
prinzip III. 369; sexuelle IV. 180 
Lügenhaftigkeit III. 367f; Aufge- 
ben der, und Beendigung der Psy- 
choanalyse III. 369; und Erin- 
nerungslücke III. 368; und Simu- 
lation III. 369; als Symptom der 
Spaltung III. 368; unbewusste, 
und Heilung III. 370 
Lues und Libido III. 205 
Lungentuberkulose, seelische Be- 

einflussbarkeit der III. 301 
Lust [s. a. Befriedigung, Organlust, 
Orgasmus], Befriedigungs — G. 
58, III. 270; — befriedigungsten- 
denz III. 455; Bemächtigungs — 
III. 456; — betätigung III. 432; 
— betätigung in der Phantasie 
III. 376; beim Bilden von 
Gleichnissen II. 175f; — bio- 
logie G. 112; die erste G. 126; 
Exkretions— G. 16, III. 456; 
— funktion der Sphinkter III. 256; 
und Nutzfunktion G. 22, 112, 117, 
III. 145, 256, 455; — gewinn und 
Organerotik III. 298; —Ich G. 
23; ohne Kastrationsangst III. 
270; — mechanismen G. 35; — 
mechanismen und Erziehung G. 
17; — mechanismen und Koitus 
G. 54, 58; „an Passivität" IV. 
225; —physiologie III. 146,256; 
an Selbstzerstörung IV. 226; — 
Spannung und Befriedigung G. 
27; und Unlust beim Begattungs- 
akt G. 90; und Unlust bei den 
Entleerungsvorgängen III. 252, 
256; und Unlustertragen und 
Yoghi-Disziplin IV. 290, 291; 



368 



Sachregister 



und Unlust beim Lachen IV. 
185; und Unlust, primitivster 
Bw- Inhalt IV. 289; und Unlust, 
Wahrnehmung von, bei Tieren 
IV. 290; — versagen aus Furcht 

III. 253; Vorlust s. dort; Wieder- 
findungs — IL 176; Wiederho- 
lungs — IL 176 

Lustprinzip P.V. 30; und Aktivi- 
tät II. 82; als Mathematik des 
Unbewussten IV. 202; und 
Realitätsprinzip P.V. 111, 143, 
I. 62, 84; und Traum IV. 243f; 
und Weiblichkeit P.V. 148, 152 

lVlach und die Psychoanalyse P.V. 

128, 135, 137 
Männlich [s. a. Mann usw.] und 

Weiblich [s.a. Weib] III. 453, 

IV. 146 

Männlicher Protest IL 202, IV. 
103, 250 

Männlichkeit, Schwäche hinter 
IV. 255 

Männlichkeitskomplex III. 377, 
467; und Genitaltrauma IL 72 

Märchen Bg. 208; und Allmachts- 
phantasie I. 83 

Magen /s. a. Magen-Darm], - — gur- 
ren IL 24; „— kind" III. 134, 
136; — kranke III. 85; — neurose 
III. 297 

Magen-Darm- [s. a. Darm], hysteri- 
sche Symptome am — trakt III. 
132; —Störung IL 179, 181 

Magie [s. a. Allmacht, Gebärden, 
Transzendentale Fähigkeiten, 
Worte] I. 76; Imitations — IV. 
278 

Magische Wirkung der Idee IV. 
266 

Maladie des tics s. Tic 



Malen und Analerotik I. 114 

Mamma, Komplex der grossen I. 
183 

Maniakalische Erregung III. 193 

Manie I. 148, III. 199, IV. 166; 
und Alkoholismus III. 186; und 
Aufmerksamkeit IL 172; Gehirn- 
veränderung bei P.V. 27; Regres- 
sion in der III. 199; Verdrän- 
gung bei IL 172 

Manisch-depressives Irresein [s. a. 
Zyklothymie] Bg. 58, P.V. 23; 
Periodizität bei IL 184 

Manisch -halluzinatorischer Zustand 
bei Paralyse III. 204 

Mann [s. a.Geschlecht,Geschlechts-, 
Männlich usw., Sexualität], Ag- 
gressivität des G. 34, I. 157, III. 
464; Aggressivität gegen Frauen 
III. 331; (psychische) Anpassung 
des Mannes III. 465; Folgen der 
Kastrationsdrohung beim III. 
338; Genitalentwicklung des G. 
25f; Homosexualität des s. dort; 
intellektueller Überbau des III. 
440; ödipus P.V. 142f; Potenz 
und Impotenz s. dort 

Maschine [Werkzeug, s. a. Mecha- 
nik] P.V. 133f; als Produkt der 
Not P.V. 133, 134; als Organ- 
projektion P.V. 134; Realitäts- 
bewältigung und P.V. 134 

Maschinenhaft IV. 185 

Masochismus [s. a. Algolagnie] I. 
47, III. 92, 271, IV. 249; und 
Autotomie IL 217; und Hypnose 
I. 46; moralischer III. 334; Or- 
gasmus bei III. 271; und passive 
Technik der Psychoanalyse III. 
240; gemeinsames Motiv bei — 
und Sadismus III. 272; Ur— 
III. 93 



Sachregister 



369 



Masochistische(r), Orgasmus IV. 
254; Perversion III. 271 

Massen-, — bewegung und Ein- 
schränkung der Verantwortlich- 
keit III. 417, 418; — erschei- 
nungen IV. 162; — psychologie 
und Ichanalyse IV. 161 

Masturbation s. Onanie 

Materialisation [s. a. Konversion], 
beim Globus hystericus III. 52, 
157; Kraftquellen der III. 140; 
und Kunstfertigkeit der Organe 
III. 146; der ödipusphantasie 
III. 154; — sphänomene I. 232, 

III. 129, 137 
Materialismus IV. 259 
Materie G. 93 

Maternelle Regression s. Mutter- 
leibsregression 

Mathematik, I. 88, 98f, IV. 192; 
Algebra IV. 192, 197, 198, 201, 
204; Arithmetik IV. 192, 197, 
198, 204; und Logik IV. 202; 
und Lustprinzip IV. 202; und 
Metapsychologie IV. 200, 202, 
207; und Musik IV. 205; als 
psychische Organprojektion I. 
99, IV. 205; Rechenmaschine 
[Zählapparat, s. a. Realitätssinn] 
I. 88, 95, 98, IV. 192, 196, 201, 
203, 233; Rechnen (instinktives) 

IV. 290; und Selbstwahrneh- 
mung I. 99, IV. 193, 194, 198, 
200f; und Symbolik IV. 200; 
des Unbewussten und des Vor- 
bewussten IV, 202, 204 

Mathematiker, Denker und Natur- 
mensch IV. 193, 200, 204, 206; 
und Geschicklichkeit IV. 193 

Mathematische (s), Abschätzung des 
Traumas und der Abwehrfähig- 
keit IV. 233; Begabung IV. 194, 



196, 200; Begabung und Geistes- 
schwäche IV. 290; Begabung 
und Musikalität IV. 200; Genie 
IV. 198 

Mechanik [s. a. Maschine] IV. 204; 
und organische Erscheinungen 
IV. 129; als Organprojektion 
P.V. 134, IV. 205; als physiolo- 
gische Organprojektion IV. 205; 
Psychogenese der P.V. 128, 138 

Mechanismen (seelische) [s. a. bei 
den einzelnen, z. B. Verdrän- 
gung, Identifizierung usw.], und 
Amphimixis G. 14; der Anpas- 
sung P.V. 30; zur (analytischen) 
Konstruktion der IV. 222 

Mechanismus, genitaler G. 20f; 
des Heilungsvorganges III. 480; 
hypochondrischer Paraesthesien 
III. 166; Identität des Ausdrucks- 
und des hysterischen Mecha- 
nismus IV. 124; der Konversion 
G. 15, G. 56; Lust— G. 17, 35, 
III. 252, 256, IV. 185; der Ma- 
terialisation III. 137; der Neu- 
rosen I. 80; der Traumatogenese 
III. 505 

Medium s. Hypnose 

Medusenhaupt, Symbolik des III 
54 

Mehrleistung (s. a. Transzenden 
tale Fähigkeiten, Überleistung] 
und hysterische Symptombildung 

III. 132; — sfähigkeit nicht halt 
bar IV. 286; — sfähigkeit, trau 
matische IV. 251, 273f; — szwang 

IV. 285 

Melancholie [s. a. Depression, 
Zyklothymie] III. 196, 197, 206, 
IV. 166; und Depression in Kli- 
makterium III. 182, 184; und Ge- 
hirnveränderung P.V. 27; Libi- 



Ferenczl, Bausteine zur P«ychoanalyse. IV. 



24 



I 



370 



Sachregister 



doregression bei III. 197; Libi- 
doverarmung bei III. 196; und 
Neurasthenie III. 187; und 
Onanie III. 186; paralytische 
III. 196, 197, 201; subjektive 
(egoistische) IV. 261; Ver- 
armungs- und Versündigungs- 
ideen bei III. 182 

Melodie [s. a. Musik], als Asso- 
ziationswiderstand II. 40; ein- 
fallende III. 23 

Mensch [s. a. Individum, Persön- 
lichkeit], als Summe von Ener- 
gieformen JV. 198; als (mikro- 
kosmische) Vereinheitlichung IV. 
260 

Menschenkenntnis III. 381, 425 

Menschheitsentwicklung (s. a. Ent- 
wicklung] I. 92 

Menstruation Bg. 10 P.V. 35, G. 
77; als Trauma III. 485; — sano- 
malien IV. 124; — sbeschwerden 
III. 256 

Mental Hygiene Bewegung III. 302 

Metaphysik III. 40 

Metapsychiatrie IV. 29 

Metapsychologie G. 14, I. 94, III. 
40, 395, 530, IV. 195; der Ge- 
wohnheiten III. 278 

Migräne [Kopfschmerzen] II. 179, 
181, III. 295, 299 

Mikromanie III. 207 

Milieuwechsel und Narzissmus II. 
297 

Mimik [s. a. Ausdrucksbewegung, 
Gebärde, Grimasse, Motilität], 
bei Ironie P. V. 101; „Vor- 
stellungs— " I. 178, 182, 184 

Mimikry G. 106, I. 220, III. 520; 
Identifizierung eine Art IV. 279 

Minderwertigkeitsgefühl [s. a. Ad- 



ler, Individualpsychologie] I. 77; 
IV. 285 

Mischperson P. V. 55, I. 54 

Misstrauen [s. a. Psychoanalytische 
Situation, Unglaube, Zweifel] 
III. 448, 494; gegen psychologi- 
sche Aussagen P.V. 182, 183; als 
Regression P.V. 177, 178 

Mitteilungstendenz IV. 277 

Mnemen, organisch-physische, der 
Kindheit IV. 275 

Mnemische Spuren der Katastro- 
phen III. 460 

Monismus, s. Philosophie 

Monistische Auffassung (ein Ideal) 
P.V. 26 

Moral [s. a. Hypokrisie], IL 212f, 
III. 197, 255, 369, 445; und 
Heilung III. 21; und Lachen IV. 
188; und Lüge III. 369, 371; 
Sphinkter — III. 255; — Vor- 
schriften III. 411; wissenschaft- 
liche III. 369; zweierlei P.V. 35 

Moral insanity IV. 215 

Moralischer Masochismus III. 334 

Moralist, Aggressivität des III. 20 

Moralität, Hyper — III. 445; als 
Reaktionsbildung III. 413, 519 

Mordimpuls [s. a. Aggression] III. 
271 

Motilität [s. a. Ausdrucksbewe- 
gung, Gebärde, Grimasse, Mimik, 
Muskel, Tic] I. 98; Abasie III. 
69f, 108, 115; Abfuhr in die 
G. 22. I. 217, III. 123, 138; 
Astasie III. 69f, 115; Be- 
wegungsstereotypien und Sym- 
ptomhandlung I. 194; und Be- 
wusstsein III. 213; und Denken 
I. 189, 191; Dyspraxie I. 213; 
Echokinesis I. 223; Echopraxie 
I. 199, 220; Entwicklung der G. 



125; hysterische Gehstörung III. 
116; (psychische, posttrauma- 
tische) Lähmung der III. HO, 
505, 507, IV. 244, 250, 252; 
Opisthotonus II. 198, III. 505; 
und passagere Konversion II. 
14; — s- und Redestörungen 
(Parallelismus der) P.V. 8, I. 
198f, 213, 223; Unterdrückung 
der II. 223, III. 121f; und das 
Unbewusste III. 216; Zappeln 
I. 69, II. 73; Zittern III. 115 
Motorische, Anpassungsreaktion I. 
221; Entladung bei Kindern III. 
14; — r Reaktionstypus I. 184, 
189, 217; — 8 Symptom der 
Denkhemmung I. 190 
Mütterlichkeit und Weiblichkeit, 

posttraumatische IV. 227 
Musik [s. a. Melodien], als Nach- 
ahmung von Naturlauten III. 24; 
als Projektion von metapsycho- 
logischen Vorgängen IV. 205; 
und Selbstbeobachtung IV. 205; 
und Sexualität I. 258 
Musikalische Assoziationen III. 23, 

24 
Musikalität, und Flatus I. 114; 
und Introversion I. 99; und 
mathematische Begabung IV. 200 
Muskel [s.a. Motilität, Sphinkter], 
— erotik I. 232; — innervation 
IV. 288; — innervation und Den- 
ken I. 189; — kontraktion IV. 
292; — tonus I. 191 
Mut, und Sexualität III. 257, 331, 

464; zur Verrücktheit IV. 259 
Mutter, — bindung, allzu früh ge- 
löste IV. 274; als Ersatz des 
Meeres G. 72; Fixierung an die, 
und heterosexuelles Trauma IV. 
229; Fixierung an die, und Ho- 



mosexualität und Neurose G. 66, 
II. 124, III. 329; — hass als 
Trauma IV. 228; — hypnose s. 
dort; — komplex I. 42 
Mutter-Kind-Verhältnis, P.V. 155, 
156, G. 32, G. 106, III. 15, 467, 
498, IV. 263, 266; und Dispro- 
portionalität der Körperdimen- 
sionen IL 1|8 
Mutterleibs- s. a. Embryonel 
Mutterleibsexistenz s. Mutterleibs- 
situation 
Mutterleibsphantasien, und Koi- 
tussituation III. 257, 341; lilipu- 
tanische, und Potenz III. 314 
Mutterleibsregression, halluzinato- 
rische und symbolische G. 26, 
37, 41; im Begattungsakt G. 25, 
III. 456; und Hypnose G. 44; 
und Orgasmus G. 58, III. 179; 
und Perverse G. 72; und Tod 
G. 128 
Mutterleibssehnsucht I. 68, IL 246 
Mutterleibssituation [-existenz], 

Angst vor G. 37; und epilepti- 
scher Anfall III. 171, 174, 179; 
in Gullivers Reisen III. 325; 
und Not I. 67; und Orgasmus 
G. 58, III. 179; und Regression 
I. 70; und Schlaf G. 101, I. 70; 
Wiederherstellung der G. 29f, 
56, 57, I. 68; Wiederherstellung 
der — und Entwicklungsphasen 
der Sexualität G. 29 
Mutterleibssymbol, G. 64, 67, III. 

177, 312 
Mutterleibstodestrieb, IV. 281 
Mutterübertragung (in der Psycho- 
analyse) IL 124 
Mutualismus in der Liebe IV. 255 
Myopie und Kastrationsangst IL 
265 



372 



Sachregister 



Mythologie, und Psychologie I. 

245; und Symbolik II. 238 
Mythos P.V. 150f, I. 109; Oedi- 

pus— P.V. 142 

IN achgiebigkeit, posttraumatische 
IV. 251; widerstandslose, un- 
vorstellbar IV. 262 

Nachträglicher Gehorsam [s. a. Be- 
fehlsautomatismen] I. 43 

Nachträglichkeit, eine Art Feig- 
heit IL 210 

Nacktheit und Kindheitserinne- 
rung II. 224; als Schreckmittel 

II. 222; und Volksglaube IL 
226; — straum P.V. 157, IL 222f 

Nahrung s. Ernährung 
Narzissmus [s.a. Selbstliebe] I. 
79, 131, 273, IL 201; und Alter 

III. 181; des Analytikers als 
Fehlerquelle III. 238; Erwachen 
des — nach Schock IV. 233; 
und Homosexualität I. 153f, 159, 
IL 228; und Katatonie III. 198; 
konstitutioneller I. 198, 208, 
231; Krankheits— I. 197, III. 
86, 88, 92; bei Kriegshysterie 
III. 78; und Milieuwechsel IL 
297; und Paranoia III. 84; und 
Pathoneurose III. 84; des Pa- 
tienten IL 80, III. 239; sekundä- 
rer IV. 229; und Selbstheilung 
III. 378; und Tic I. 196, 201, 
230f; und traumatische Neurose 
III. 115; traumatische Regres- 
sion zum III. 84; und Über- 
tragungsliebe IL 80; und Un- 
heilbarkeit III. 493 

Narzisstische, Aktualneurose III. 
193; Bedeutung des Gesichtes 
III. 88; Gegenübertragung III. 
238; Neurose I. 232, III. 335; 



Neurose und Tic III. 275; Ob- 
jektrelation IV. 241; Pathoneu- 
rose III. 92; pseudo— Tenden- 
zen III. 240; Psychose III. 191, 
196; Regression (Gründe der) 
III. 86; Spaltung [s.a. Spal- 
tung] III. 501, 503, IV. 246, 
247, 251; Spaltung (sekundär- 
narzisstische) IV. 227; Störung 
im Libidohaushalt III. 193; Ver- 
minderung der Reaktion IV. 291 
Naschhaftigkeit [s. a. Oralerotik] 

I. 12 
Nase und Genitale III. 37, 143 
Negativismus, I. 86, 221; intellek- 
tueller P.V. 177 
Neokatharsis s. Katharsis 
Nervosität, gemeine I. 202 
Neuartige Auffassungen, Wider- 
stand gegen P.V. 175f 
Neubeginn und Regression IV. 284 
Neubildung, der Persönlichkeit 
IV. 285; wunscherfüllende IV. 
256 
Neuerledigung IV. 243 
Neugeborenes [s. a. Kind], Aus- 
drucksbewegungen des IV. 271; 
Charakter des III. 441; Ernäh- 
rung des G. 116; Liebesleben 
des IV. 218; Passivität des IV. 
218; Schlaf des G. 99, I. 69, III. 
456; Situation des I. 68f, III. 
352f; Subjektivität des IV. 271; 
Verhalten des G. 28f; I. 62, 68; 
Wise baby s. Gelehrter Säugling 
Neugierde [s. a. Wissbegierde] I. 
181, III. 48; kindische IV. 247, 
Unterdrückung der kindlichen 
P.V. 181; sexuelle, und philo- 
sophische Grübelsucht P.V. 19, 
20 



Sachregister 



373 



Neurasthenie Bg. 44, P.V. I. 3, 
III. 294-, IV. 261; Angst bei III. 
193; Behandlung der III. 265f; 
Eintags — III. 34; Erschöpfungs- 
— P.V. 1; Genitalbetätigung bei 

III. 295; als Ich- Verschuldung 

IV. 261; und Libidoverarmung 
III. 184; und Melancholie III. 
187; und Onanie P.V. 3, III. 
184, 295; und Sexualentwicklung 
III. 296; und Sexualhygiene III. 
295; Symptome der P.V. 3 

Neurasthenische Konstitution und 
Urethralismus IV. 215 

Neurologie und Übertragung I. 
26, 27 

Neurose [Psychoneurose, s. a. Ak- 
tualneurose, Angstneurose, Or- 
ganneurose] Bg. 60, P.V. 1, 25, 
III. 117; und abnorme Kind- 
heitserlebnisse [s. a. Kindheits- 
erlebnisse] P.V. 21, 35; und 
Aktualneurosen P.V. 1, und 
Alkoholismus I. 145, 149; und 
Befriedigung [s. a. Geschlechts- 
verkehr] P.V. 5; und Bioanalyse 
G. 118; und Decksymptome P.V. 
2; Dynamik der IV. 167; Ein- 
symptom — III. 297; und Faul- 
heit II. 255; Fixierungsstellen 
der I. 80; und Fixierung an die 
Mutter II. 124, III. 329; Flucht 
in die P.V. 34; Formen der, 
P.V. 31, 32; Formen der, und 
Kultur III. 508; Gemisch der 
Symptome P.V. 22; Geschlecht 
und P.V. 35, III. 338, 339; 
gleich ein Teratom III. 487, 488; 
und Hypnose I. 49; hypochon- 
drische Empfindungen bei III. 
90f ; und Ichregression I. 80, III. 
169; Infantil — s. Kinderneurose; 



und Konstitution [s. a. Disposi- 
tion, Erblichkeit, Körperliches 
Entgegenkommen, Konstitution] 
III. 408; und Kriegshysterie III. 
61; und Kriminalität III. 408; 
und Liebesversagung III. 521; 
Mechanismus der, und Ich- 
entwicklung I. 80; en miniature 
II. 24; narzisstische I. 232, III. 
86, 194, 335; und Onanie P.V. 
3; und Paranoia II. 227; Patho- 
genese der P.V. 23, 26, 33; III. 
511, 512; Pathogenese der — 
und Tuberkulose IL 217; patho- 
logische Anatomie der P.V. 27, 
28; Physio— P.V. 2, 28; Pro- 
phylaxe der P.V. 40; psycho- 
analytische Auffassung der P.V. 
25; und Psychose bei Jung I. 
261; psychisches Entgegenkom- 
men bei P.V. 19; und psycholo- 
gische Archaismen G. 113; des 
Rückbildungsalters III. 180; Se- 
kundärfunktion der I. 51; sozia- 
ler Aufstieg und II. 296; Sonn- 
tags — II. 178; und Suggestion I. 
49; Swifts III. 331; Symptom 
der Spaltung [s. a. Spaltung] 
bei III. 368; Therapie (medika- 
mentöse) [s. a. Therapie] P.V. 
39; und Tic I. 228; und Über- 
tragung 1. 10 [s. a. Übertragung]; 
und Unlustbejahung I. 87; und 
urethro-anale Aktivität III. 251f; 
und Verdrängung s. dort; Ver- 
sagungs — III. 451; Zahn — III. 
39; Zitter— III. 109 

Neurosenlehre, Fortschritte der 
Bg. 148, 236, P.V. 25; und Kri- 
minalpsychologie III. 405 

Neurosentheorie (Rank) II. 120 



374 



Sachregister 



Neurosenwahl I. 80, III. 108, 129, 
207, 288, 356, IV. 183 

Neurotiker, Affekte der I. lOf; 
und Bisexualität P.V. 20; Ehe- 
leben der [s. a. Geschlechtsver- 
kehr, Sexualität] III. [Ge- 
schlechts-] III. 255f; 263f; Ge- 
nuss und Leistungsfähigkeit der 
III. 269; Heliungsversuche der I. 
25; Komplexflucht der 1. 17; und 
Normale I. 23; relative Heilung 
der III. 373; und Übertragungs- 
sucht I. 17f; Unruhe der I. 18 

Neurotische Symptome s. Sym- 
ptome 

Nietzsche I. 37, 269 

Nutz- [Nützlichkeits-] Funktion, 
und Lustfunktion G. 22, 51, 52, 
117, III. 145, 256, 455; der Or- 
gane G. 22, III. 455; der Sphink- 
ter III. 256 

Nutzphysiologie G. 112, III. 146 

Objekt, — beobachtung IV. 201, 
202; — hass I. 89f; — homoerotik 
s. Homoerotik, Homosexualität; 
Enttäuschung am I. 79; Fähig- 
keit zur — liebe III. 520; — liebe 
[s. a. Liebe] I. 43f; I. 59, 89f, 
96, 111, IV. 209; —liebe und 
Identifizierung III. 520, IV. 164f; 
— liebe u. Onanie II. 149; — liebe 
und Paranoia III. 84, IV. 209; 
—liebe passive G. 29, 32, III. 
504, 520; —liebe und Übertra- 
gung I. 59; — relation bei Epi- 

. lepsie III. 175; ■ — relation und 
Selbstzerreissung IV. 241; Um- 
wandlung der — relation in nar- 
zisstische III. 84, IV. 241; 
— Vorstellung I. 90 

Objekte, Wiederbesetzung der, bei 



Paralyse III. 195; bei Paranoia 
I. 144 

Objektivierung [s. a. Realität] IV. 
277, 284; des Kindes P.V. 180, 
I. 73; und Unlustertragen IV. 
277 

Objektivität IV. 249; des Analyti- 
kers und Verdrängung IV. 272; 
Entwicklungsstufen der I. 92 

Objektlose Sensationen, IV. 271 

Obszöne Worte I. 171, IL 44, 110; 
und Affektverkehrung I. 179, 
185; und Agieren des Patienten 
I. 173; Aussprechen der I. 178; 
bei Exhibitionisten und Voyeurs 
I. 186; Forcierung von IL 93; 
Macht der I. 175; und Neuroti- 
ker I. 186; und Orgasmus IL 
111; bei Perversen I. 186f; bei 
Unkultivierten I. 188; Wider- 
stand gegen I. 171f, 174, 179f; 
und Zwangsneurose IL 111 

Ödipismus als Regression I. 80 

Ödipuskomplex [ — konflikt, — rela- 
tion, — Situation] III. 242, 255, 
340, 361, 432, 439, IV. 280; und 
analytische Situation III. 242; 
Angst vor III. 265; und Ent- 
wicklung des Individuums III. 
473; invertierter I. 158; bei Jung 
I. 245, 265; und Kriminalität 
III. 411; und Liebesleben III. 
340; in der Neurose I. 14f 

ödipus, — mythos P.V. 142, IL 
264; — phantasie s. Phantasie; als 
Realitätsprinzip P.V. 147, 152; 
—strafe III. 322; —wünsch G. 
26; — wünsch und Flüche IL 
171f 

Ökonomie, des Leidens III. 480; 
psychische IL 85 



Sachregister 



375 



Ökonomische Erleidigungstendenz 
und Intelligenz IV. 229 

Ohnmacht [s. a. Bewusstlosigkeit, 
Bewusstseinsverlust, Kollaps, Ko- 
ma] P.V. 16, II. 77, III. 299, 485; 
— ähnliche Zustände in der 
Analyse III. 505; —anfalle P.V. 
. 16; eine Regression G. 118 

Onanie [Masturbation, Selbstbe- 
friedigung, s. a. Autoerotik] 
P.V. 3, 14, 157, G. 17, 31f, I. 
229, IL 155, III. 33, 266, 295, 
357, IV. 214, 261, 285; Abgewöh- 
nung der G. 17, IL 220; Abreiss- 
Symbolik der III. . 266; Abstel- 
lung der — während der Kur 
III. 123; und Alter III. 181; 
und Angstneurose P.V. 3; und 
Augenreiben IL 35; Automatis- 
mus bei IL 154; und Beten IL 
154; und Depression III. 184, 
185; Doppelrolle in der G. 32; 
und Ejaculatio praecox IL 290; 
Energieaufwand bei der P.V. 4, 

III. 184, IV. 279; Ertapptwer- 
den bei der — und Beschä- 
mung IL 219; Folgen der III. 
34f, 125f; bei Frauen und Mäd- 
chen IL 290, III. 120, 125; als 
Ich-Verschuldung IV. 261; des 
Kindesalters P.V. 3, 157, IL 
154; und Koitus P.V. 3, III. 35, 
36, IV. 279; larvierte [s. a. Ona- 
nie, unbewusste, Onanie-Äquiva- 
lente] III. 119f; und Neurasthe- 
nie III. 184; und Neurose P.V. 
3; Not— III. 124; und Objekt- 
liebe IL 149; und Onychohyper- 
aesthesie und Onychophagie I. 
229; und Organneurose III. 295; 
und Orgasmus IL 290, III. 37, 

IV. 278; und Orgasmus der Frau 



IL 290; passagere IL 21; und 
Pollution IL 153; primäre IL 
154; und Reizbarkeit der Sin- 
nesorgane III. 36; Schlaf— IV. 
214; und Tic I. 229, III. 260; 
unbewusste [s. a. Onanie, lar- 
vierte, Onanie-Äquivalente] III. 
126; (Folgen der) unbewussten 
III. 125; Urethralismus bei III. 
185, IV. 214; und Urszene IV. 
279; in vaginam III. 35, IV. 279; 
und verschämte Hände IL 154; 
Vorlust bei III. 36, 37; und 
Waschzwang III. 56; und Zer- 
rüttung des Gemütes P.V. 3 

Onanieaequivalente [s. a. Onanie, 
larvierte, unbewusste] III. 119; 
Entlarvung der IL 79, III. 274; 
und Symptomhandlung III. 122; 
und Tic I. 193 

Onaniephantasie P.V. 3, 4, IL 153, 
III. 314, 315, 319; IV. 214, 278; 
bewusste III. 124, 125; forcierte 
IL 94; inzestuöse III. 33, IV. 
278; und Klavierspiel IL 70f 

Onanistischer Koitus III. 35 

Onto,- peri,- phylogenetischer Pa- 
rallelismus K. 68, Q. 3 

Ontogenese, des Geldinteresses I. 
109; und Phylogenese G. 92f; 
des Symbols I. 101 

Operation, Hydrokele — als Trauma 
III. 472; und Organerotik III. 
299; — swunsch und Selbstver- 
stümmelung III. 91 

Opisthotonus s. Motilität 

Optimismus, I. 77f 

Oralerotik [s. a. Kannibalismus, 
Ludein, Sucht] G. 19, 28f, III. 
51, 197, 255; und Charakter- 
entwicklung IV. 218; und 



376 



Sachregister 



Naschhaftigkeit I. 12; und Zahn- 
behandlung III. 85 

Oral-Passionen IV. 273 

Organ, Beeinflussbarkeit der — be- 
tätigung III. 131; Bewusst- 
seins— P.V. 123; — bildung, 
Psychogenese der III. 458; 
Denk— G. 94, III. 140; — ero- 
tik und Lust III. 298; — erin- 
rungssystem I. 214, 217; — 
funktionen G. 125; — funktion, 
Erziehung der III. 131, IV. 290; 
— funktion bei Schock IV. 261; 
Gelegenheits - Organ - Produktion 
IV. 258; — libido und organische 
Erkrankung G. 117, III. 84; — li- 
bidostauung I. 198, III. 166, IV. 
215; Lust- und Nutzfunktion der 
Organe G. 22, 117, III. 145, 146, 
256, 455; Mathematik als — Pro- 
jektion IV. 204; Mechanik als 
—Projektion P.V. 134, IV. 205; 
der Realitätsprüfung III. 140; 
der Reizverteilung III. 140; • — 
Sprache I. 224; Sinnesorgane als 
Filter IV. 197f, 201f, 208; —Sy- 
stem, Differenzierung des III. 
140; — Wachstum und psychische 
Energie III. 349; Zentral — , ero- 
tisches III. 132; Zentral — der 
Ichfunktion III. 132 

Organisationsschema IV. 265f 

Organische Erkrankung, und Che- 
mie des Körpers IV. 265; und 
Libido G. 117, III. 84, 86; Psy- 
choanalyse der III. 301, 345, IV. 
123f; Psychologie der IV. 264, 
265 

Organische (s) Erinnerungssymbol 
der Katastrophen III. 460; Ver- 
schiebung und Verdichtung G. 
Xll 



Organminderwertigkeit I. 297 
Organneurose (n), TU. 294; IV. 
264; Behandlung der III. 294, 
298; und Einsymptomneurose 
III. 297; und Herzneurose III. 
298; und Hysterie III. 294; und 
Neurasthenie III. 294; und Ohn- 
macht III. 299; und Onanie III 
295; und Organerotik III. 298 
und organischer Krankheits 
prozess III. 299, 301; und Ope 
ration III. 299; und Potenz III 
295; Seekrankheit eine III. 299 
seelische Einwirkung bei III 
299; und Sexualhygiene III 
295; und Tic III. 299; und 
Übertragung III. 300 

Orgasmus [Endlust, Wollust, s. a. 
Geschlechtsakt] G. 52, III. 37, 
122, 266, 376, 465, IV. 255; auf 
analer Stufe III. 259; Atem und 
Herztätigkeit im G. 47; Ausblei- 
ben des P.V. 5; Begegnung 
zweier Aktionstendenzen im IV. 

. 255; Dyschronismus der Ehegat- 
ten im II. 289; Einschränkung 
des Bewusstseins im G. 48, 49; 
der Frau und Ejaculatio prae- 
cox II. 288; der Frau und 
Masturbation IL 290; an harm- 
losen Körperstellen I. 194, III. 
122, IV. 218; und Harndrang 
P.V. 19; Identifizierung im III. 
179; und Libidostörung G. 52; 
bei Masochismus III. 272; ma- 
sochistischer IV. 254f; und Mut- 
terleibssituation III. 179; mu- 
tuelles Mutter-Kind-Verhältnis 
nach dem IV. 266; und obszöne 
Worte IL 111; und Schlaf G. 106, 
III. 456; und Sexualmoral IL 
288; Sinn des G. 58; und Todes- 



Sachregister 



377 



ruhe G. 48, 84; und Traum II. 
152; als Überwindung des Ge- 
burtstraumas G. 49; und unbe- 
wusste Halluzinationen III. 456; 
und Vorlust III. 37; Wiederge- 
niessen der intrauterinen Glück- 
seligkeit G. 58 

Orthodoxe Technik III. 377 

Orthodoxie, Freuds III.490; in der 
Psychoanalyse III. 428 

Ostwald, Über die Psychoanalyse 
II. 271, IV. 46 

Outlet IV. 256, 258 

■t ädagogik [s. a. Erziehung], und 
Kriminalprophylaxe P.V. 116; 
und Psychoanalyse II. 81, III. 9, 
344; psychoanalytische III. 438; 
Sexual — [s. a. Sexualerziehung, 
Sexualhygiene] Bg. 59, P.V. 22, 
23, II. 79; und sublimiertes Un- 
lustprinzip III. 11; Ziel der III. 
11 
Paläo-Katharsis s. Katharsis 
Panik [s.a. Angst] III. 257 
Paraesthesie s. Sensibilität 
Parallelismus, coenogenetischer G. 
81, 82; onto-, phylo-, perigene- 
tischer K. 68, Q. 3; phylogene- 
tischer G. 62f, psycho-physiolo- 
gischer P.V. 26 
Paralysis [paralytische Geistesstö- 
rung] Bg. 29, III. 189; Ablaufs- 
arten der III. 207; Ausfaller- 
scheinung bei III. 193, 197; Ein- 
fluss des Ichs und des Sexual- 
charakters III. 207; und Ge- 
hirnveränderung P.V. 27, III. 
210; Ichkern in der III. 210; 
Libidoverhalten bei III. 193f; 
manisch-halluzinatorischer Zu- 
stand III. 204; und Melancholie. 



III. 196f; 207; und Neurosen- 
wahl III. 207; Regression in der 
I. 87, III. 202; regressiva III. 
202; Selbstheilungsperiode bei 
III. 202 

Paralytische Aktualpsychose III. 
195, 198 

Paranoia [s. a. Beachtungs-, Be- 
ziehungs-, Eifersuchts-, Verfol- 
gungs-Wahn] Bg. 21, P.V. 23, 
177, I. 19f, I. 60, 133, 255, II. 
270, III. 81, 115, IV. 96, 98, 
106, 165, 166f, 209; Abwehr bei 
P.V. 32, 37, I. 121; Alkohol— 
I. 122, 146, IV. 209; und anale 
Zone II. 28i, 283; und Angst- 
zustände II. 283, 285; auslö- 
sende Ursachen der III. 83; 
Beobachtungsgabe bei III. 336; 
Fixierungsstelle bei I. 78, III. 
84; und Gehirnveränderung P.V. 
27; und Geschlecht P.V. 35; 
und Grössenwahn I. 121; Hand- 
habung der Übertragung bei IV. 
213; und Homosexualität I. 
120, 137, 153, IL 276, 281, 284, 
III. 81, IV. 209; Komplexmerk- 
male 1. 138f ; und Narzissmus III. 
84; und Neurose IL 227; und 
Objektliebe III. 84; und Par- 
aesthesien IL 271, 283, 285; philo- 
sophisches System bei einem 
Fall von IL 271f; Projektion 
bei I. 59, 78, 144, 138, IV. 210; 
Psychoanalyse der IL 280, III. 
336, IV. 213; und Selbstbe- 
obachtung IV. 211; und Selbst- 
erkenntnis IV. 213; Sinn für 
Symbolik bei III. 336; soziales 
Interesse bei IL 289; System- 
bildung und Systemverlust bei 
IL 279; und Traum IV. 211; 



378 



Sachregister 



traumatische III. 83; Übertrei- 
bung bei IV. 210; Verdrängung 
bei IV. 209; Verfolgungswahn 
IV. 257; und Wahnbildung IL 
278f, III. 193; Wunscherfüllung 
bei IV. 210; Zensur bei IV. 209 

Paranoiker, gute Traumdeuter IV. 
213 

Paraphrenie, [s. a. Katatonie, 
Schizophrenie] I. 79, 249, 255, 
II. 270, III. 90, 181; Aufmerk- 
samkeit bei II. 172; Gedanken- 
übertragung bei III. 82; und 
Homosexualität II. 285; para- 
noide II. 272; Selbstverstüm- 
melung und Operationswunsch 
bei III. 81; Selbst Wahrnehmung 
bei III. 81; und Symboldeutung 

II. 172; Verdrängung bei II. 
172 

Parentalerotik, G. 33, 34 
Partialtriebe s. die einzelnen 
Passagere Psychose III. 379, 485 
Passagere Symptome IL 9, 13, 

III. 227, 247, 273, 292, 494; 
Harndrang als III. 247, 248 

Passivität, infantile IV. 285; des 
Neugeborenen IV. 218; in der 
Psychoanalyse s. dort; und 
Weiblichkeit G. 35, I. 157, III. 
93; widerstandslose IV. 215 
Pathohysterie s. Hysterie 
Pathologie, organische I. 95 
Pathologische, Reaktionen, Wesen 

der G. 113; Teleologie P.V. 36 
Pathoneurose I. 197, III. 80, 190, 
192, 194, 232; cerebrale III. 191; 
genitale III. 90; und Hypo- 
chondrie III. 195, 197; und 
Hysterie G. 123; und Libido- 
steigerung I. 200, III. 196; und 



Narzissmus III. 84; Puerperal — 

III. 90, 191; und Tic I. 208, 230 
Pavor nocturnus s. Angsthysterie 
Penis [s. a. Erektion, Genitale] 

als Aequivalent des ganzen In- 
dividuums P.V. 149, G. 52, III. 
314, 315, 323; und Brücken- 
symbolik IL 239; Embryologie 
des G. 12; Erektion des Beines 
an Stelle des IV. 179; Erektion 
des ganzen Körpers an Stelle 
des III. 257; kindliche Vorstel- 
lung des IV. 280; Komplex des 
zu kleinen IL 265; III. 320; 
— neid III. 164, 314, 339; —Sym- 
bol s. Symbole; Ur — G. 30; als 
Waffe III. 270 

Penislosigkeit III. 50, 317 

Perigenesis K. 68, Q. 3 

Persönlichkeit [s. a. Erwachsener, 
Individualität, Individuum, 

Mensch], Einheit der III. 28, 
210; Mischperson I. 52; Neubil- 
dung der IV. 256, 285; parasi- 
täre III. 18, 19; vortraumatische 

IV. 230; Zerfall und Hysterie 
III. 28 

Persönlichkeitskraft IV. 264 

Persönlichkeitsspaltung s. Spal- 
tung 

Personifikation IL 214, 245, III. 
206 

Perversion (im allgemeinen) P.V. 
12, IL 111, III. 50, 201, 406, 
523; Befriedigung in der G. 36; 
und erotischer Realitätssinn G. 
37; und Genitalisierung der 
Autoerotismen I. 233; infantile 
P.V. 22; infantile — evenetuell 
Regression III. 484; masochi- 
stische III. 271; und Objekt- 
homoerotik I. 166; und obszöne 



Sachregister 



379 



Perversion (Fortsetzung) 

Worte I. l86f, IL 111; unbe- 
wusste III. 19; Veranstaltungen 
bei G. 18; als verbotene Hand- 
lung III. 406; und Wiederkehr 
in den Mutterleib G. 72; auf 
dem Zärtlichkeitsniveau III. 523 
Pessimismus I. 77f, III. 448, 450 
Pferde [s. a. Tier], — phobie I. 55; 
— träume I. 55; Vater-Pferd 
Identifizierung I. 55; Zähmung 
eines wilden Pferdes P.V. 169 
Phantasie (n), aggressive P.V. 150, 
II. 14, 92, 190, III. 269, 270; 
Allmachts— I. 83, III. 202; Ent- 
stehungsweise der II. 97; und 
■Ejaculatio praecox IV. 214; 
Erinnerungs — II. 92; und Er- 
lebnisstärke II. 91; Ertragen- 
lernen der P.V. 17, IL 96, III. 
125, 272; und Erziehung IL 98; 
forcierte IL 74, 87; — freiheit 
IL 97, III. 365; Geburts— P.V. 
68, III. 312, 315, 327, 341; Ge- 
fahren der IL 96f; Gulliver — 
[s. a. liliputanische] III. 307; 
homosexuelle IL 201, IV. 177; 
bei Hysterie III. 370; und Ich- 
entwicklung IL 98; und infan- 
tiles Sexualtrauma IL 97; 
Inzest— P.V. 153, III. 42; kan- 
nibalische III. 85; Koitus — III. 
312; —leben G. 28, III. 483; 
liliputanische [s. a. Gulliver — / 
III. 315f; und Lüge III. 369; 
Lust an III. 269; Mutterleibs — 
III. 312, 341; Oedipus— I. 
164, IL 182, 264, III. 154; 
Oedipus — , Materialisierung der 
III. 154; Onanie — s. dort; per- 
verse I. 55; und Pollution IL 
153f, III. 266; primitiv ero- 



tische III. 125; Prostitutions — 
III. 49, 56; und psychische 
Realität III. 369; Rache— P.V. 
67, I. 162; und Realität P.V. 69, 
III. 41, III. 370, IV. 293; sadisti- 
sche s. agressive; Schlage— IL 
92f; sexuelle IL 205, 294, III. 16, 
56, 517; sonnensymbolische IL 
199f; strafwürdige III. 50; 
Übertragungs — IL 92; unbe- 
wusste IV. 207; unbewusste fel- 
latorische — III. 132; unbe- 
wusste, bei Homosexuellen IV. 
177; unbewusste koprophagische 
III. 132; unbewusste sexuelle 

III. 56; unbewusste — und to- 
nische klonische Krämpfe P.V. 
16; in Verbots- und Gebots- 
perioden IL 96; verdrängte P.V. 
14; Vergewaltigungs — IL 294; 
Vergrösserungs— und Verklei- 
nerungs— I. 182f, III. 331f; 
und Wissenschaft P.V. 144 

Phantasiestufe, Fortschritt auf der 

IV. 285 

Philosophie, Animismus P.V. 87, 
G. 3, 31, I. 74, 241; Determinis- 
mus s. dort; Dualismus I. 93, III. 
532; Finalität I. 82, IV. 103, 110; 
Kausalität I. 82, IV. Ulf; Logik 
s. dort; Materialismus P.V. 29, 
I. 59f, IV. 259; Mechanismus 
P.V. 29, IV. 259; Monismus I. 
84, III. 217, 531, IV. 207; mo- 
nistische Auffassung (ein Ideal) 
P.V. 26; Positivismus IL 114; 
und Psychoanalyse P.V. 118; 
und Psychologie IV. 100; (Rolle 
der) Projektion und Introjektion 
in der I. 59f; Solipsismus I. 60, 
94, IL 114; Systembildung in 



380 



Sachregister 



der P.V. 120; Utraquismus G. 3, 
I. 93, III. 532, 540, IV. 161, 202 
Philosophische (n, s), Grübelsucht 
und sexuelle Neugier P.V. 19, 
20; Klassifizierung der — Systeme 

I. 59; System und Neurose P.V. 
120; System und Psychopathen 

II. 279; System und Wahnsystem 
IL 278 

Phobie (n) [s.a. Angsthysterie], 
Agora— P.V. 4, 73, II. 105; 
und hysterische Angsterschei- 
nungen III. 354; Infektions- 
furcht IL 217; kindliche — III. 
354; Klaustro— IL 246; vor 
Körperfeuchtigkeit P.V. 140; 
vor Nadeln IL 264; Parasito — 
IL 262; Pferde — I. 55; eine 
Schutzmassregel P.V. 4; Spektro 
— III. 51; Tier — • und Aggression 
IL 190; Tier — und Kastrations- 
angst, IL 187, 193; Tier— und 
Kastrationsdrohung IL 187, 193; 
Tier — und Tiernachahmung IL 
186; Topo— III. 70 

Phrenologie (Flechsig), Kritik der 
P.V. 27 

Phylogenese, und Ontogenese G. 
92f; des Realitätssinnes I. 81 

Physik der psychischen Erschei- 
nungen III. 531 

Physikalische Organisation IV. 265 

Physikotherapien [s. a. Therapie] 
Bg. 33, I. 25, III. 78 

Physiognomik III. 373 

Physiologie, der Genitalerotik G. 
27; Lust — an Stelle der Nutz — ■ 
G. 22, 112, 117, III. 146, 256, 
455; der psychischen Erschei- 
nungen III. 531; und Psycho- 
analyse III. 232; Sinnes— P.V. 
29 



Physiologische Organisation IV. 
265 

Physioneurosen, gleich Aktualneu- 
rosen P.V. 2; organische Neu- 
rosen P.V. 28 

Physisch und psychisch IV. 104, 108 

Pollution [s. a. Ejakulation, Erek- 
tion, Onanie] IL 155. III. 266f ; 
IV. 214f; Angst— IL 155; und 
Onanie IL 153; und Phantasie 
IL 153, III. 267; Therapie der 
IV. 214; — s- Träume IL 138, 
152, 155f, III. 267; (Mehrlestung 
beim) — svorgang III. 146 

Polygame Veranlagung III. 466 

Polykratismus III. 50 

Potenz [s. a. Impotenz], Abnahme 
der III. 114, 115; und Homo- 
sexualität I. 137; bei Kriegs- 
hysterie III. 67, 71, 78; und lili- 
putanische Phantasien III. 314, 
325; und Onanie III. 126; und 
Organneurose HL 295; Schein 
— IV. 286; Störung der III. 193, 
194, 256, 295, 329, 449; bei 
traumatischer Neurose III. 114; 
Über- [Hyper-]— G. 10, I. 137, 
III. 252, 263, IV. 286; —Ver- 
kürzung IL 287 

Praegenital(e) [s.a. die einzelnen 
Partialtriebe], Abstinenzmass- 
nahmen III. 268; Amphimixis G. 
17; Biologie G. 84; Erotik und 
Genitalität III. 253; Erziehung 
III. 252; Fixierung I. 161; Or- 
ganisation G. 8, III. 232; Struk- 
tur der Impotenz III. 251; Vor- 
lust s. dort 

Primärvorgang IV. 192, 292; und 
Sekundärvorgang im Organi- 
schen I. 95; und Sekundärvor- 



Sachregister 



381 



gang im Psychischen I. 88, P.V. 
93 
Prinzip, der Ähnlichkeit IV. 199, 
203, 208; des Egoismus IV. 259; 
der Gewährung III. 476; der 
Güte; IV. 258; Identitäts— IV. 
208; Lust— [s.a. Lust] P.V. 30, 
P.V. 111, 143, I. 62, 84; Reali- 
täts — [s. a. Realität] P.V. 111, 
143, I. 84, III. 369, IV. 199; 
Relaxations — und — der Ge- 
währung III. 476f; Ruhe— IV. 
226; der Universalität IV. 259; 
Unlust — [s.a. Unlust] III. 11; 
des Utraquismus I. 93, III. 532, 
540, IV. 161, 202; der Versagung 

III. 477f 
Prognose s. Heilung 
Projektion I. 19, 73, 92, IV. 210; 

bei Alkoholparanoia IV. 209; 
und (freie) Assoziation II. 42f; 
mythologische II. 163; bei Nor- 
malen I. 59; bei Paranoia I. 59, 
78, 120, 138, 144, IV. 210; als 
Phase des Realitätssinnes P.V. 
178, 179; und Philosophie I. 
59f; als Resultat narzisstischer 
Spaltung IV. 247; — ssucht I. 
59; Ur— P.V. 178, 179, I. 20; 
und Weltauffassung I. 20 
Protonarzisstische Libidostauung 

IV. 215 
Protopsyche III. 138 
Psychiatrie P.V. 23, I. 293, III. 

303, 309, IV. 41; und Degene- 
rationslehre III. 443; vor Freud 
I. 239; in der Literatur P.V. 159 

Psychiatrische, Beobachtungen bei 
mathematischer Begabung IV. 
200, 201; Probleme III. 309 

Psychisch s. Seelisch 



Psychoanalyse (als Bewegung und 
Wissenschaft), und (nicht analy- 
tische) Aerzte I. 288, 294, II. 
50; angewandte I. 245; und am- 
nestische Wissenschaft 1.241; Ar- 
gumente [Einwände] gegen P.V. 
177, 183, I. 277, 287f, III. 420, 
IV. 43; und Behaviourismus III, 
350; und Chemotherapie III. 
350; und Determinismus s. dort; 
und Folklore I. 109; Gefahren 
für die I. 285; Grenzen der P.V. 
119; Gründung eines Vereins I. 
282; und Gynäkologie P.V. 15; 
heroische Periode I. 276; für 
Juristen P.V. 103; Laienanalyse 
III. 309, 345; und moralisches 
Werturteil P.V. 40; Nachent- 
deckung der IV. 71; und die 
Neurologen I. 293; Organisation 
der Bg. 69, I. 275, III. 428; und 
Philosophie P.V. 118, IV. 23; 
und Physiologie III. 232; und 
Prophylaxe P.V. 40; und Psy- 
chiatrie P.V. 23, I. 293, III. 309; 
und Psychologie [s. a. Psycholo- 
gie] I. 240, 295, III. 350; und 
Suggestion [s. a. Suggestion] 
P.V. 10, 78, IL 58, III. 390; und 
Synthese III. 28, 372, IV. 284; 
und Systematisierung P.V. 120; 
und Weltanschauung P.V. 119, 
121; und Welturteil IV. 23; 
Wissenschaftlichkeit der III. 
350, 365 

Psychoanalyse (als Methode) Bg. 
259, P.V. 7; Ablösungsproze88 
in der III. 378; Ablösungten- 
denz IV. 272; Abreagieren s. 
dort; in absentia III. 329; Be- 
endigung s. dort; Bewusstmachen 
in der, als Vorbedingung der 



382 



Sachregister 



Psychoanalyse (als Methode) . 
(Fortsetzung) 

Erledigung P.V. 75, 76; deskrip- 
tive III. 225; Deutung in der II. 
50, 63, 89, III. 53, 127, 391, IV. 
270, 271; (Grenze der) Deutung 
in der IV. 275; (Sparsamkeit 
mit der) Deutung in der III. 391, 
392, IV. 268; Deutung auf der 
Subjektstufe III. 240; Deutung 
ist Übersetzung III. 226; Deu- 
tung und Übertragung II. 109; 
Deutung verhindert Versenkung 
IV. 235; vorzeitige Deutungen 
in der IV. 268; diskontinuier- 
liche II. 55; Doppelrichtung 
der III. 282; Durcharbeiten 
in der II. 104, III. 220, 374; 
Durcharbeiten und Erlebnis- 
kolorit II. 103; qualitative und 
quantitative Seite des Durch- 
arbeitens in der III. 374, 393; 
Eigenanalyse [Selbstanalyse] III. 
404, 426; (Ferenczis) Eigen- 
analyse P.V. 24, III. 419, IV. 268; 
Elementaranalyse III. 231; End- 
zweck der III. 246; eine Energie- 
kur P.V. 17; Entbehrung in der 
Öl. 247; Enthaltsamkeit während 
der Kur III. 262; Entscheidung 
während der Kur II. 45; Ent- 
wicklung und Fehlentwicklung 
der III. 225f; Entwicklungs- 
phasen der IV. 194f; ein Ent- 
wicklungsprozess III. 238, 384; 
Entwicklungsziele der III. 220; 
Entwöhnungsperiode III. 289; 
(gegenwärtiges und bewusstes) 
Erleben in der III. 235; Erleben 
und Überzeugung in der II. 9f, 
114, 118; und Erleben des Ver- 
drängten P.V. 187, III. 234; Er- 



lebnis- und Erkenntnisphase in 
der III. 243; (Schichten der) 
Erlebnissphaeren IV. 234, 235; 
Erlebnisstärke und forcierte 
Phantasien II. 91; und Erzie- 
hung [s. a. Erziehung, Paeda- 
gogik] II. 81, III. 9, 31, 244, 
348, 358, IV. 239, 294; Familien- 
analyse P.V. 19; finanzielle Fra- 
gen in der I. 17, 135, III. 367, 
387, IV. 286; Gegenübertragung 
s. dort; der gesellschaftlichen 
Krankheiten P.V. 112; Gewäh- 
rung in der III. 293, 476; Ge- 
währung als Vorbehandlung III. 
551; als Gewohnheit III. 288; 
Grenze der psychoanalytischen 
Auflösbarkeit [s. a. Charakter- 
analyse, Psychanalytiker, Psy- 
choanalytische Situation, Wie- 
derholung] III. 239; Grundregel 
[s. a. Assoziation, freie] der III. 
367; Grundregel der, Verfehlung 
gegen die III. 475, 476; ein Gue- 
rillakrieg I. 278, 284; als Heil- 
verfahren P.V. 39, III. 31; Hei- 
lung s. dort; historische Ana- 
lyse II. 119f; Indiskretion in der 
IV. 284, 287; Interesse für psy- 
choanalytische Literatur IL 276; 
und Introspektion III. 350f; 
Katharsis s. dort; Kinderanalyse 

III. 344, 358, 492, 494, 497, 503, 

IV. 294; Kinderanalyse und Er- 
wachsenenanalyse III. 486, 490; 
Komplexanalyse III. 229; und 
Konstitution III. 373, IV. 194; 
Kontroll- und kontrollierte III. 
427; Laienanalyse III. 309, 345; 
Lehranalyse P.V. 144, 145, IL 
125, III. 236, 376, 422, 424, 426, 
509, 514, 541; Lehranalyse und 



Sachregister 



383 



Psychoanalyse (als Methode) 
(Fortsetzung) 

Aktivität IL 102; Lehranalyse bei 
Lehrern und Richtern III. 404; 
Selbstanalyse s. Psychoanalyse 
(Eigenanalyse); Misslingen der 
P.V. 23; und Nacherziehung [s. a. 
Erziehung, Paedagogik] P.V. 39, 
III. 252, 261, 268, 371, 473, Neu- 
regelung der ehelichen Sexual- 
beziehungen III. 263; des Nor- 
malmenschen III. 437; von oben 
und von unten III. 282, 288; und 
organische Untersuchung des Pa- 
tienten III. 444; und Paedagogik 
///. 9; Passivität in der IL 63f, 

III. 127, IV. 254; Perioden der 

IV. 270; von Personen die ein- 
ander nahe stehen IV. 287; Pha- 
sen der IL 64f; radikale III. 
373; Relaxation s. dort; Resul- 
tat der III. 287; Revision des 
Materials bei neuer Einsicht III. 
393; und Sanatoriumbehandlung 
(analytische) III. 489; soziale 
Gesichtspunkte bei der IL 292; 
und Spielanalyse III. 496; und 
Suggestion [s. a. Suggestion] 
P.V. 70t, III. 128, IV. 239; 
Symptomanalyse III. 372; Termin- 
gebung s. dort; Terminlosigkeit 
der III. 374, 379; Tiefanalyse IV. 
284; Übertragung s. dort; und 
Umkristallisierung III. 372; Um- 
schaltung am Schlüsse der Stunde 
IL 30, 41; Verkürzung der IL 78, 
97, III. 508, 509; Versagung in 
der IL 67, 101, III. 247, 260, 
284, 293, 378, 477f, 497, 504; 
Unheilbarkeit [Versandung] III. 
493; Vertiefung der IL 55; Wach- 
konstruktion IV. 240; Wieder- 



erleben und Deutung, doppelte 
Aufgabe der IV. 271; Wieder- 
holung in der s. Wiederholung; 
Wilde Analyse IL 75f, 101, III. 
395; wirkt zugleich intellektuell 
und emotiv P.V. 187, IV. 271; 
Zusammenfassung P.V. 103f; Zu- 
endefühlen traumatisch unter- 
brochener Erlebnisse IV. 248 
Psychoanalyse (von verschiedenen 
Krankheiten, bezw. Symptomen) 
[s a. bei den einzelnen Krank- 
heiten, bezw. Symptomen] ; Agie- 
ren in der IL 43f, 65, 85, III. 
223, 224, 284, 496f; Agieren 
und obszöne Worte I. 173; der 
Angstneurose III. 267; der Asso- 
ziationsweise IL 38f; von Aus- 
drucksverschiebungen IL 22f; 
Brechreiz und Zappeln während 
der Kur IL 73; Charakteranalyse 
III. 250, 286, 372, 409, 432f, IV. 
227; Charakteranalyse und Akti- 
vität IL 80; Charakteranalyse, 
Endresultat der III. 439; Charak- 
teranalyse bei Kriminalität III. 
407; Charakteranalyse und Über- 
Ich III. 398; der Denkgewohn- 
heiten III. 277; Einschlafen wäh- 
rend der IL 31, 41; Flatus wäh- 
rend der IL 27f; (Wiederholung) 
des Geburtserlebnisses (Rank) IL 
118; von Gleichnissen IL 164; 
Halluzinationen in der IL 18f; 
halluzinatorische Entrücktheit in 
der [s.a. Trance] III. 495, 502; 
von Idiosynkrasien III. 53; Husten 
und Lachen IL 23; der Hysterie 
///. 119; der Impotenz [s. a. Im- 
potenz, Psychoanalytische Tech- 
nik] IL 59, 203, III. 248; Ironi- 
sierung in der III. 218; im Kli- 



384 



Sachregister 



Psychoanalyse (von Krankheiten 
bezw. Symptomen) (Fortsetzung) 
makterium III. 183; von Körper- 
haltungen II. 36, III. 373; und 
Konstitution III. 373, IV. 194f; 
der Kriminalität Bg. 148a, P.V. 
114, III. 399, 409, 444; Lüge in 
der III. 367, 369; Magengurren 

II. 24; bei Masochismus III. 240; 
Motilität während der III. 121f, 
273; ohnmachtsänliche Zustände 
in der [s. a. Ohnmacht, Trance] 

III. 505; Onanie während der II. 
21; organischer Krankheiten III. 
301, 345, 537f; der Paralysis III. 
189; der Paranoia IL 280, III. 
336, IV. 213; passagere Charak- 
terregression während der Kur IL 
20; von passageren Symptomen 
IL 10, 26, III. 227, 494; von 
Psychoneurosen P.V. 24; der Psy- 
chosen IL 78, III. 189, 203, 288, 
535, IV. 284; Schweigen des Pa- 
tienten in der IL 40f, IV. 267, 
268; Schwindelempfindung gegen 
Ende der Stunde IL 29; Trance 
s. dort; Simulation in der IL 
369; Tränenfluss in der IL 22; 
der übertriebenen Kompensa- 
tionsleistungen [s. a. Gelehrter 
Säugling] III. 443; der Über- 
leistungen IV. 285; Unruhe am 
Ende der Stunde IL 28; Vorbei- 
reden in der IL 74, III. 277; 
„zum Beispiel" in der IL 47f; 
Zweifelsüchtiger P.V. 184 

Psychoanalytiker, Analysiertsein 
des IL 51, III. 308, 382, 397, 
437, 488, 513, 540; Arbeitsleis- 
tung des III. 381; Aufmerksam- 
keit des, während der Analyse 
IL 64, 170; Aufrichtigkeit des 



IL 42, 81, III. 390, 479; autori- 
tatives Auftreten III. 365, 389; 
Bescheidenheit des, als Einsicht 
III. 389; Bewältigung der Gegen- 
übertragung IL 49f; braucht An- 
erkennung IV. 283; als Brücke 
im Trancezustand IV. 241; De- 
mut des IV. 238; Dosierung der 
Anteilnahme IL 50; Einfühlung 
III. 383, 386; Einschlafen des, 
während der Behandlung IL 41; 
Einstellung zum Patienten III. 
389, IV. 272; Elastizität des IL 
103, III. 380; und Elternimagines 
III. 238; Elternrolle des III. 261; 
Ferialzeit des IL 57; freie Be- 
weglichkeit der Libido des III. 
395; als Geburtshelfer der Ge- 
danken IL 64; Gefühlskälte des 

III. 493, IV. 272; Gegenübertra- 
gung des [s. a.Gegenübertragung] 
IL 50, 52, III. 390, IV. 285; 
„Sich-Gehenlassen" des IL 53; 
Gleichgültigkeit gegen Einfälle 
des Patienten IL 170; Güte des 

IV. 272; Güte des, aus dem 
Intellektuellen stammend III. 
384; Händedruck des IV. 231, 
232; als Hilfe im traumatischen 
Kampf des Patienten IV. 242; 
Hygiene des III. 395; Identifizie- 
rung des P.V. 178; Irrtümer des 
III. 515; [Nicht] Können und 
[Nicht] Wollen des IV. 283; Liebe 
des (Grenze der) IV. 286; Meta- 
psychologie der Seelenvorgänge 
III. 395; Mitgehen mit den Wahn- 
ideen des Patienten IV. 238; 
Nachgiebigkeit des III. 476; Nar- 
zissmus des III. 238, 390, 395, 
437; Objektivität des III. 284, 
375, 478, IV. 272; Persönlichkeit 







Sachregister 



385 



Psychoanalytiker (Fortsetzung) 
des III. 382f, IV. 287; Rolle sei- 
nes Geschlechtes 1. 15f; Sadismus 
des II. 103, III. 516; Schweigen 
des IL 41; Selbstkontrolle des 

III. 390, 391, 395; Strenge des 

IV. 272; Subjektivität des IV. 
42; Takt des III. 383, 396, 397; 
unbewusste Bindung an den Pa- 
tienten IL 52; Verhalten bei Ab- 
lösungstendenz des Patienten IV. 
270, 272; Verhalten bei Fragen 
und Bitten des Patienten IL 46f; 
Verhalten am Ende der Kur [s. a. 
Beendigung] III. 290; Verhalten 
einem Trancezustand gegenüber 
IV. 235, 247; Verständnis des IV. 
257, 284; als „Watschenmann" 
III. 388; Wechsel in der Person 
des III. 238; und Zärtlichkeits- 
bedürfnis des Patienten III. 285, 
286, 503; Zuvielwissen des, als 
technische Schwierigkeit III. 231 

Psychoanalytische Situation IL 
109, 113, 116f, 122, III. 226, 227, 
242, 254, 285, 289, 375, 378, 449, 
471, 481, 497, 503, 504, 513, 515; 
Aehnlichkeit der, mit der infan- 
tilen Situation IL 103, III. 289, 
375, 488, 497, 504, 514; zu Beginn 
der Kur IL 51; Gegenübertra- 
gung s. dort; Oedipuskomplex 
und IL 93, III. 242; Patient in 
der s. weiter unten; Psychoana- 
lytiker und Patient in der s. wei- 
ter unten; in der Relaxation 
[s. a. Relaxation] IV. 239; Schaf- 
fen einer günstigen „psycholo- 
gischen Atmosphaere" III. 478, 
IV. 293; Übertragung s. dort; 
Wiederholung der Kindheits- 
situation III. 375, 378, 497, 504 



Patient (in der psychoanaly- 
tischen Situation) IL 65; Ablö- 
sungstendenz des, von der Psy- 
choanalyse IV. 270, 272; Adoption 
des III. 489, IV. 294; Aggressi- 
vität des IL 44, 95, IV. 474; 
Aktionsfreiheit des IL 108, III. 
268; nicht allein im traumatischen 
Kampf IV. 241; Aneiferung des 
IV. 271, 272, 280; Aufklärung 
des III. 235; Beeinflussung des 
IL 58; Entscheidung des, wäh- 
rend der Kur IL 46f ; Fragen des 
IL 45; Einschränkung der Frei- 
heit des IV. 239; Händedruck 
des IV. 235; Hass- und Wutre- 
gungen gegen den Analytiker III. 
513; Initiative des IV. 238; Kind 
im IL 50, 81, III. 493, 504, IV. 
282; kindliches Verhalten des 
IV. 235; kindliche Naivität des, 
Aufmunterung zur III. 486; Kri- 
tik des P.V. 77, III. 513, 515, IV. 
238; lebenslängliche Bindung an 
den Psychoanalytiker IV. 294; 
Mehrzeitigkeit jeder Aeusserung 
des III. 235; Milieu des IL 56f, 
III. 284f; Passivität des, in der 
Psychoanalyse IL 64f; Schein- 
besserung des III. 238; Über- 
tragung, Einsicht des Patienten 
in die P.V. 78; Überzeugung des 
IL 113, IV. 240; Verführungs- 
technik des IL 44; Verhalten 
des, im Anfang der Kur P.V. 
77; Verhalten des, am Ende der 
Kur III. 290 [s. a. Beendigung, 
Termingebung]; Verhalten ver- 
schiedener Patienten in der Psy- 
choanalyse P.V. 176, 177; Ver- 
zärtelung des III. 503; Vorschläge 
des IV. 238; Wunsch des, nach 



Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 



25 



386 



Sachregister 



Patient (in der psychoanalytischen 
Situation) (Fortsetzung) 
Gegenübertragung II. 51, 108; 
Zweifel an der Verlässlichkeit 
des Analytikers III. 375; zweifel- 
süchtige P.V. 77, II. 113 

Psychoanalytiker und Patient 
(in der psychoanalytischen Situa- 
tion); Adoption des Patienten 

III. 489, IV. 294; Beziehung 
zwischen II. 109, III. 237; Iden- 
tifizierung mit dem Analytiker 
I. 87, III. 236, 513; Kontakt 
zwischen II. 56, IV. 236; gleich 
Schüler-Lehrer Verhältnis III. 
474; Unbewusstes des Patienten 
und des Analytikers IL 53; Ver- 
meidung des persönlichen Kon- 
taktes zwischen III. 238; Ver- 
ständnis zwischen III. 542; Über- 
tragungserfolge IL 51, III. 394, 

IV. 95; Übertragungserfolge, pas- 
sagere IV. 43; Zweifel an der 
Verlässlichkeit des Analytikers 
III. 375 

Psychoanalytische Technik, [s. a. 
bei den einzelnen Krankhei 
ten] P.V. 9, I. 38, IL 116, IV 
270; Änderungen an der III 
492, 493, 503; aktive s. weiter 
unten; zu Beginn der Behand 
hing I. 172; Dynamik der III 
393; zur Einleitung der Behand 
lung III. 384; Elastizität der III 
380; und Erziehungstechnik III 
244; individuelle P.V. 10; bei 
Jung I. 266; Katharsis s. dort 
Metapsychologie der III. 394 
orthodoxe III. 377; bei Rank II 
116; Regression in der III. 511 
Relaxation s. dort; des Schwei 
gens IV. 267, 268; Schwierigkei 



ten bei einer Hysterie-Analyse 
III. 119; der Spielanalysen III. 
416, 417; Versagungstechnik III. 
477 

Psychoanalytische Technik (ak- 
tive) IL 38, 47, 62, 81f, 99, III. 
119f, 127, 162, 221, 245, 284f, 
287, 343, 377, 379, 392, 438, 473; 
bei Abkürzung der Kur IL 78, 
97, III. 508, 509 (Relaxation) ; in 
der Ablösungsperiode IL 96; Ab- 
stinenzmassnahmen III. 262f, 
267, 271; und aggressive Regun- 
gen des Patienten III. 269; und 
Aggressivität des Analytikers III. 
516; und Aktionsfreiheit des Pa- 
tienten IL 108, III. 268; am An- 
fang der Kur IL 101; Anfänger 
(Psychoanalytiker) und Aktivi- 
tät IL 105; trotz Angst III. 267; 
und Assoziationsablauf IL 74, 87; 
und Autoerotismus (Überwin- 
dung des) III. 266; und Beein- 
flussung der Sexualbetätigung IL 
79, III. 261, 263; Deutung als IL 
64; Einwände gegen IL 83, 99; 
Elastizität (des Analytikers) IL 
103; Endspiel der IL 70; bei 
Entleerungsvorgängen (anale, ure- 
thrale) III. 247f, 253, 257; Ent- 
spannungsübungen IL 110; und 
Erziehung IL 81; und Ess- und 
Trinkverbote III. 260; Exacer- 
bation der Symptome IL 84; Ge- 
bote und Verbote IL 71, 881, 
103f, III. 247f, 253f, 260, 268, 
282, 392; genitale und praegeni- 
tale Abstinenzmassnahmen III. 
268; Gewährungsmassnahmen III. 
293, 476, 451; Grenzen der III. 
245; und Ich IL 101; Indikatio- 
nen der IL 74f, 102f, III. 287, 



Sachregister 



387 



Psychoanalytische Technik (Ak- 
tive) (Fortsetzung) 
392; und Katharsis [s. a. Kathar- 
sis, Kathartische Therapie] IL 
63, 83f, 218, III. 508; Kernge- 
danke der III. 342f; Kontrain- 
dikationen II. 75f, 99; und Lehr- 
analyse IL 102; und Lustprinzip 
IL 82; Passivität (des Analyti- 
kers) als III. 285; und passive 
Technik II. 63, III. 240; (Aktivi- 
tät) nur dem Patienten erlaubt 
IL 66, 107, III. 286, 392; und 
Phantasien IL 88, 96; und Phan- 
tasien (forcierte) IL 74, 87; der 
Primitiven (Beschneidung) II. 
113; und psychische Ökonomie 
IL 85; Ratschläge (positive, ne- 
gative) IL 60, III. 254, 392; und 
Relaxation [s. a. Relaxation] IL 

110, III. 479, 508, IV. 240; keine 
Suggestion IL 83; und Suggestion 
und Hypnose IL 107; soziale Sei- 
te der Therapie IL 85; und Span- 
nungssteigerung IL 85, 100, III. 
271; Termingebung s. dort; theo- 
retische Begründung der IL 84, 

111. 224; und Übertragung IL 
75f, IL lOOf, III. 285; Übertrei- 
bung der III. 343; Ubererregung 
des Patienten IL 113; und Ver- 
sagung IL 72, 96, 101, III. 247, 
283; und Vorschläge des Patien- 
ten III. 283; und Widerstand IL 
84, 100; und Wiedererleben (s. a. 
Wiederholung) IL 86, 215, III. 
223f, 242; „wilde" III. 240; Zeit- 
punkt der IL 101, III. 284, 393 

Psychoanalytische Technik (ak- 
tive) bei den einzelnen Krankhei- 
ten [s. a. bei diesen], bei Angst- 
hysterie und Angstneurose II. 



59f, 66, III. 267; bei Angst v«r 
Geschlechtsverkehr III. 271; bei 
Charakteranalysen IL 80, III. 250, 
254, 286; bei Ejakulationsstörun- 
gen IL 59f, 79, III. 251, 257f, 
263, 268; bei Frigidität III. 248; 
bei Hysterie IL 77, III. 287; bei 
hysterischem Anfall IL 76; bei 
Impotenz IL 59, 80, III. 248f; 
bei Kinderneurosen IL 78; und 
Lehranalyse IL 102; bei Neur- 
asthenie III. 265; bei Onanie u. 
deren Aequivalenten IL 71, 79, 
III. 123, 124, 266f; bei Phobie 
IL 66, III. 288; bei Phobie 
mit Zwangsbefürchtungen IL 
67f; bei Psychosen IL 78, III. 
286 (Schizophrenie) III. 288; bei 
Zwangsneurose IL 103; III. 287 
Psycho- s. a. Seele(n-) 
Psychobisexualität IL 211 
Psychodynamismus IV. 17, 32 
Psychogene, Anomalien der Stimm- 
lage IL 227; Körpersymptome 
IL 29; Krankheiten [s.a. Or- 
ganneurosen] III. 42, IV. 123f 
Psychogenese der Mechanik P.V. 

128, 138 
Psychognostik IV. 275 
Psychologie, (Lotze) I. 269; Ar- 
beitsweise der IV. 201, 202; der 
Begabung IV. 196; Behaviouris- 
mus III. 424; Bewusstseins — P.V. 
126, IV. 66; der Erotik G. 55; 
Ich— III. 203, 482, IV. 102; In- 
teresse für I. 99; introspektive 
P.V. 28, 29; Kriminal— III. 401, 
405; des Künstlers P.V. 126; 
Massen — und Ich-Analyse IV. 
161; und Mythologie I. 245f; und 
Psychoanalyse I. 97, 240, 295; 
psychoanalytische P.V. 124, III. 



388 



Sachregister 



431; statistische Methode der I. 
145; Vermögens— P.V. 126 

Psychoneurosen s. Neurosen 

Psycho-physiologische (r) , Organi- 
sation IV. 265, Parallelismus 
P.V. 26 

Psychosen [s. a. bei den einzel- 
nen] P.V. 23, G. 118, III. 317; 
Abfuhrmethode bei II. 108; Aetio- 
logischer Unterschied der III. 335; 
Psychoanalyse der [s. a. Psycho- 
analyse] II. 78, III. 203; nach 
Augenoperationen III. 87; und 
Bioanalyse G. 118; Fixierungs- 
punfct in der I. 79, 86; Flucht 
in die P.V. 34; funktionelle 
P.V. 164; Hausfrauen— II. 233f; 
Kastration bei G. 89; und 
Krankheitsnarzissmus III. 88; 
Mut zur Verrücktheit IV. 259; 
narzisstische III. 191, 196; 
und Neurose bei Jung I. 261; 
paralytische s. Paralysis; passa- 
gere, Heilung durch III. 379; 
passagere, als Schockreaktion 
III. 485; pathologische Anato- 
mie der P.V. 27, 28; psycho- 
genetische Betrachtungsweise der 
P.V. 29; und psychologische 
Archaismen G. 113; Puerperal — 
III. 90; Puerperal — gleich Pa- 
thoneurosen III. 191; und reine 
Intelligenz IV. 252; Regression 
in der I. 70; und Tic I. 198; 
Wahnsinn der Gesellschaft P.V. 
112; Wunsch— III. 198; eine 
Wunscherfüllung I. 70; zirkulä- 
re, und Rausch I. 148f 

Psychotechnik III. 381 

Psychotherapie, analytische s. Psy- 
choanalyse, nicht analytische s. 
Therapie 



Psychotiker, Erlösung der III. 
535; Indiskretion in der Psycho- 
analyse der IV. 284; Realitäts- 
sinn der IV. 284; und Ver- 
brecher III. 413 
Psychotische Reaktion bei Para- 
lyse III. 209 
Psychotrauma s. Trauma 
Ptyalismus P.V. 13, III. 51 
Pubertät 11.213,216,111. 357,454, 
463, IV. 181,182; und Latenz IL 
18; — sriten IL 113 
Pulverisierung s. Fragmentierung 

Qualitäten und Quantitäten IV. 
192 

Quantitätsmoment in der Psycho- 
analyse III. 232, 237 

Quantum Theorie und Individualis- 
mus IV. 267 

Mache, — impuls, III. 268; und 
Strafe P.V. 110 

Rachephantasie I. 162; Traum als 
P.V. 67 

Kationalisation im Alltagsleben 
(Jones) IV. 49 

Ratschläge s. Psychoanalytische 
Technik 

Rauchen, Angst vor III. 49 

Rausch, Symptomatik des I. 147; 
und zirkuläre Psychose I. 148f 

Reaktion(s), — bildung P.V. 24, 
I. 25, III. 19f, IV. 279; bei Epi- 
leptikern III. 178; — mechanis- 
mus bei Grössenwahn III. 198 

Realität [Aussenwelt, Umwelt, 
Wirklichkeit] I. 66, 73, 84, 93, 
IV. 192, 198, 202, 204, 207, 247; 
Anpassung an die, und Kultur 
P.V. 133; Anerkennung der I. 
97, 99; Beweis für die, der 






Sachregister 



389 



Aussenwelt IV. 198; Bewäl- 
tigung der, und Maschine P.V. 
134; und eigene Erfahrung II. 
114; Funktion der I. 255; Intro- 
jektion der I. 96, III. 519; und 
Lustprinzip I. 62; und Phantasie 
P.V. 69, III. 370; psychische 

III. 369, 424, 470, IV. 192, 238; 
und Symbolik IV. 97; des Trau- 
mas IV. 280f; Veränderung der 

IV. 291 [s.a. Alloplastik]; Ver- 
nachlässigung der P.V. 32; und 
Verneinung I. 86; verschiedene 
Realitäten und deren Messung 
IV. 192; Wahrnehmung der IV. 
289; Widerstand gegen die IV. 
269, 280 

Realitätsprinzip P.V. 111, 143, 
I. 84, III. 369, IV. 199; und 
Geldinteresse I. 118; und Lust- 
prinzip I. 84; und Lüge III. 369; 
und Männlichkeit P.V. 148; im 
Oedipus-Mythos P.V. 142 

Realitätsprüfung IL 134; Organ 
der III. 140, IV. 264 

Realitätssinn [Wirklichkeitssinn, 
s. a. Mathematik, Rechenmaschi- 
ne] IV. 208; und Allmachts- 
gefühl I. 78, III. 200; (als Vor- 
bedingung der) Autoplastik IV. 
220; Entwicklung des G. 28; 
Entwicklungsstufen des I. 62; 
Entwicklungsstufen des, und 
Disposition III. 130; Entwick- 
lungsstufen des, und Neurosen- 
formen III. 169; erotischer s. 
weiter unten; und Ichtriebe 
I. 78f; und logische Denkform 
P.V. 180; —Organ IV. 264; 
Phasen des P.V. 178, 179; Phy- 
logenese des I. 81; und Rechen- 
maschine I. 98; der Psychotiker 



IV. 284; und Religion P.V. 178; 
und Sequestrierung IV. 283, 284; 
und Urprojektion P.V. 178; und 
Verdrängung I. 81; und Wis- 
senschaft I. 78 
Realitätssinn (erotischer) G. 28f, 
93; und Aktualneurosen G. 37; 
und Entwicklung der Genitalien 
G. 71, 72 
Realitätsstufe IV. 284 
Realitätsverdrängung, Symbol der 

IV. 288 
Rechnen [s. a. Mathematik] und 

wählen I. 98 
Rechts und Links, Rolle von III. 

151f, IV. 178, 288 
Rede [s. a. Sprache, Sprechen], 
und Handlung I. 178; — Stö- 
rung und Bewegungsstörung [s. 
a. Motilität, Stottern] I. 199, 
223; Vorbei — n IL 74, 88; — 
zwang I. 223 
Regeneration, posttraumatische 

IV. 233 
Regression, I. 64, IL 21, III. 
138, 197, 203, 206; und Angst- 
zustand IL 22; als Ausdrucks- 
bewegung G. 124; Charakter — 
G. 9, IL 9, 20, 233, 258; im epi- 
leptischen Anfall I. 71, III. 172; 
und Hysterie III. 144; Ich— III. 
169; der Ichentwicklung bei 
Manie III. 199; ins Infantile 

III. 73; 516, IV. 273; im Koitus 
G. 25, 26, 100; vom Koitus zur 
Onanie IV. 285; bei Kriegs- 
hysterie III. 73; Misstrauen ein 
Symptom der P.V. 178; Mutter- 
leibs — s. dort; und Neubeginn 

IV. 284; in der Psychose I. 70; 
zur Protopsyche III. 138; im 
Schlaf G. 100, 103, IV. 69; im 



390 



Sachregister 



Schlaf und in der Hypnose IV. 
69; zur Selbstliebe [s. a. Narziss- 
mus] III. 115; thalassale s. dort; 
zur Willenlosigkeit IV. 263 

Regressions-, — skala III. 172; 
— tendenz I. 81; — tendenz und 
Erbrechen G. 116; — trieb und 
Anpassung G. 124; — typen, neu- 
rotische I. 81; — zug G. 37, IV. 
285 

Reinlichkeit, und Analerotik IL 
234; Erziehung zur G. 31, I. 
112, 114f, III. 352f, 442 

Reizschutz IV. 202, 205, 260 

Relaxation [s. a. Psychoanalytische 
Technik, aktive] II. 110, III. 477, 
493, 497, IV. 260, 267, 275; 
Anwendung der III. 479; Be- 
endigung der IV. 240; und Er- 
innerung III. 487; und Erzie- 
hung IV. 239; durch Gewähren 

III. 477; Grenzen der III. 497; 
und Neokatharsis III. 468; pas- 
sagere, und freie Assoziation 

IV. 268; Tiefe der IV. 263; und 
Versagung III. 497, IV. 240 

Relaxationsprinzip, und freie Asso- 
ziation III. 477; und Neokathar- 
sis III. 468; und Ökonomie des 
Leidens III. 480; und Prinzip 
der Gewährung III. 477 

Religiöse(r) Gefühle I. 251; Kult 
I. 77 

Religion, und neurotische System- 
hildung P.V. 121; und Zwangs- 
neurose P.V. 183, IL 32 

Religiosität IL 194; IV. 191 

Repression [s.a. Verdrängung] IV. 
277 

Reproduktion s. Wiederholung 

Retentionsübungen s. Psychoana- 
lytische Technik, aktive 



Rettung aus dem Wasser G. 57, 
66, III. 312, 459 

Riechen G. 45; und Denken G. 95, 
I. 89, III. 255 

Riechlust und Analerotik I. 111, 
180; des Kindes I. 113 

Riesen, — motiv und Vaterkom- 
plex I. 37; und Zwerge, Hallu- 
zinationen von (Gulliver) III. 
310f 

Rückbildungs-, —alter III. 170; 
— Vorgänge III. 180f 

Rücksicht, gegenseitige [s. a. Gü- 
teprinzip] IV. 258, 259 

Ruhe- [prinzip] trieb IV. 226 

Sadismus [s. a. Aggressivität] P.V. 
107, G. 31, I. 217, IL 92, 103, 

III, III. 197, 269, 337, 408, 413, 

IV. 255; und Masochismus III. 
272; und Tic III. 168; Über-Ich 
bei III. 413 

Sadistisch(e), — anale Fixierung 
bei Zwangsneurose I. 161; Züge 
im Koitus G. 48; Mordlust - 
[Mordimpuls] III. 272 

Sadomasochismus [Algolagnie] III. 
205, 272, 523; als Organisations- 
phase III. 523 

Säugling s. Neugeborenes 

Samenraub [s. a. Kastration], Ra- 
che für III. 269 

Sanatoriums, — behandlung P.V. 38; 
■ — behandlung, psychoanalytische 

III. 489; „— krankheit" P.V. 38 
Scham P.V. 22; — gefühl IL 71, 

IV. 167; —haftigkeit als Kampf- 
mittel III. 464 

Schaulust [s. a. Voyeurtum] III. 

205; und optisches Empfinden 

IL 156 
Schautrieb IL 269 



i 



Sachregister 



391 



Schizophrenie [s. a. Katatonie, Pa- 
raphrenie] P.V. 23, 33, 163, I. 
18f, 199, 247, 257, III. 90, 113, 
273, 288, IV. 86; Abwehr bei 
P.V. 32, 37; und Libidoentzug 
P.V. 32; mit paranoidem Ein- 
schlag I. 140; Regression bei I. 
79 
Schlaf, und Amphimixis G. 107; 
und Atmung G. 102; und Auto- 
erotismus G. 100; Bedingungen 
des IV. 243; und epileptischer 
Anfall III. 171, 172, 179; und 
Genitalität G. 104; und Ge- 
schlechtsakt G. 49, 99, 101, 106; 
und Hypnose G. 105; und in- 
trauteriner Zustand G. 101, I. 
70; und Körpertemperatur G. 
103, III. 449; komatöser IV. 244; 
des Neugeborenen I. 70, III. 
456; und Orgasmus III. 456; 
Regressivität des G. 57, 100, I. 
70; und Traum I. 70; Wesen des 
I. 70; Wiederholungstendenz im 
IV. 245 
Schlaflosigkeit und Störung der 

Genitalfunktion G. 49 
Schlafmasturbation IV. 214 
Schlagephantasien II. 92 [s. a. 

Sadomasochismus] 
Schock [s. a. Erlebnis, Erschütte- 
rung, Schreck, Trauma] IV. 255, 
261; und allgemeine Lähmung 
IV. 255; als Anaesthetikum IV. 
244; — artige Zustände III. 504; 
und Erwachen des Narzissmus 
IV. 233; und Persönlichkeits- 
spaltung III. 522; Psychose, als 
passagere Schock-Reaktion III. 
485 
Schönheit als Kampfmittel der 
Frau III. 464 



Schopenhauer P.V. 142, I. 253, 
255, 269 

Schreber I. 164, IL 228, 281 

Schreck [s. a. Erlebnis, Erschüt- 
terung, Schock, Trauma], gefü- 
gig machen durch III. 465; ■ — 
hypnose IL 170; bei Kriegs- 
hysterie III. 63; und Umklam- 
merungsreflex III. 118 

Schuhfetischismus IL 207, 212 

Schuld, soziale IV. 260 

Schuldbewusstsein [s. a. Sündenbe- 
wusstsein] III. 433; bei Neuroti- 
kern III. 412; unbewusstes III. 
433; Verbrecher aus III. 412, 434 

Schuldgefühl, in der Erotik III. 
523; zweierlei IV. 260, 261 

Schwangerschaft, eingebildete III. 
133, IV. 253; Sucht bei I. 12; 
Vomitus gravidarum III. 133 

Schwangerschaftssehnsucht, nach 
oben verlegte III. 165 

Schweigen IL 255, IV. 267; Tech- 
nik des IV. 267, 268 

Sehwindel, — empfindung gegen 
Ende der Analysestunde IL 29; 
und Enttäuschung IL 29f; und 
hysterische Konversion IL 31; 

Seekrankheit III. 299 

Seele, das Formale und das Inhalt- 
liche in der IV. 202, 206; Pro- 
topsyche III. 138 

Seelen — [s. a. Psych-, Psycho-], 
— inhalte, Zerreissen der IV. 240; 
— leben, physiologische Seite des 
P.V. 27; — Wanderung, und my- 
thologische Projektion IL 163 

Seelisch (e) [Psychisch (e)] IV. 104, 
108; Einwirkung und organische 
Erkrankung III. 300, IV. 123; 
Erregung und Erkrankung der 
Seele P.V. 33; Infektion I. 11; 



392 



Sachregister 



Realität s. Realität; Störung und 
Gehirnveränderung P.V. 27, IV. 
29, 30 

Sekundärvorgang P.V. 93, I. 88, 
95, IV. 192 

Selberfinden, Wunsch nach IV. 
273 

Selbst, Erhaltung des IV. 262 

Selbstanaly6e s. Psychoanalyse (als 
Methode) 

Selbstbefriedigung s. Autoerotik, 
Onanie 

Selbstbeherrschung, Erziehung zur 
III. 497; und Verdrängung III. 
366 

Selbstbeobachtung, narzisstische 
III. 55; bei Paranoia IV. 211, 
213 

Selbstbestrafungstendenz III. 408 

Selbstbewusstsein, und Gehirn- 
erkrankung III. 192, 197 

Selbsterkenntnis, wahre III. 21 

Selbstgefühl, Vernichtung des IV. 
261, 262 

Selbstheilung [s. a. Heilung], und 
Narzissmus III. 378; — speriode 
bei Paralyse III. 202; — stendenz 
P.V. 36f; — stendenz und Ver- 
drängung P.V. 39 

Selbstkastration G. 40, 41 

Selbstliebe [s. a. Narzissmus], bei 
Kriegshysterie III. 73; bei trau- 
matischer Neurose III. 115 

Selbstmord II. 222, III. 416, IV. 
241; als relative Lust IV. 249; 
— versuch und epileptischer An- 
fall III. 177; — versuch und 
Glottiskrampf III. 448 
Selbstsicherheit IV. 261, 290 
Selbstspaltung s. Spaltung 
Selbstverstümmelung [s. a. Auto- 



tomie] I. 215f; und Operations- 
wunsch III. 91 
Selbstverteidigung IV. 261 
Selbstvertrauen und Unlustertragen 

III. 254 
Selbstwahrnehmung, und Mathema- 
tik I. 99, IV. 193, 194, 198, 200f; 
bei Paraphrenie III. 81 

Selbstzerreissung [s. a. Fragmentie- 
rung, Sequestrierung, Spaltung] 
und Objektrelation IV. 241 

Selbstzerstörung I. 97, IV. 265; 
und Angst IV. 256; und Lachen 

IV. 227; Lust an IV. 225 
Selbstzerstörungstrieb I. 96f 
Sensibilitätsstörungen, Anaesthesie 

hysterische P.V. 32, III. 19, 130, 
140, 149, 156; Anaesthesie sexuelle 
s. Frigidität; Hemianaesthesien 
III. 151f, 155; Hyperaesthesie der 
Glans penis IL 111; Hyperaes- 
thesie der Haut III. 35, 149; 
Hyperaesthesie bei Kriegshysterie 
III. 67, 75; Hyperaesthesie bei 
Onanie III. 36; Onychohyper- 
aesthesie I. 229; Hyperaesthesie 
bei Tic I. 197; Hyperaesthesie 
bei traumatischer Neurose III. 
117; Hyperakusis III. 34, 67, 77, 
117; Hitzeempfindung III. 35, 
316; Kälteempfindung IL 14, 26; 
Lichtscheu III. 34, 117; Par- 
aesthesien P.V. 22, IL 205, IL 285; 
Paraesthesie der Genitalgegend 
IL 26; hypochondrische Par- 
aesthesien III. 34, 91, 166; hyste- 
rische Paraesthesie P.V. 14, III. 
481; Paraesthesie bei Paranoia 
I. 271, 283, 285; Paraesthesie 
passagere IL 13, 15; Verdrän- 
gung der Sensibilität III. 153 
Sequestrierung [s. a. Fragmentie- 



j 



Sachregister 



393 






rung, Spaltung], und Antotomie 
I. 94; bei Paralyse III. 210; und 
Realitätssinn IV. 283f; und Ver- 
drängung I. 95, III. 203, IV. 284 
Sexual-, usw. s. a. Geschlecht-, usw. 
Sexual-, [Geschlechts-], — charakter 
[s. a. Sexualkonstitution] III. 207, 
453, 464, 467; — erlebnis [s. 
Kindheitserlebnis] ; — erziehung 
[ — paedagogik, s. a. Sexualhy- 
giene] Bg. 59, P.V. 22, 23, II. 
79, III. 247f, 263, 264, 377; 
— erziehung und Ertragenlernen 
starker Spannungen III. 271; 
— erziehung des Kindes P.V. 
181, IL 220, III. 15, 16, 358, 
359; — erziehung des Weibes II. 
290; — funktion und Denktätig- 
keit III. 144; — gewohnheiten 
II. 220, III. 245; — hunger und 
Libido I. 253; — hygiene [s. a. 
Sexualerziehung] P.V. 23, III. 
295, 296; — konstitution [s. a. 
Sexualcharakter] P.V. 22, I. 149, 
154, III. 13, IV. 183; — moral 
P.V. 35, IL 212, 213, III. 288, 
297; — Spannung [s. Spannung]; 
— theorie P.V. 22, 84, III. 192; 
— theorie und Gehirn III. 192; 
— theorien, infantile I. 172, 174, 
IL 163, 252, III. 133, 321; — 
trauma s. Trauma; — Verbrecher 
und Epilepsie III. 178 
Sexualisierung, Ent- oder De-, der 

Seele IV. 102, 103, 105 
Sexualität IV. 285; Angst vor der 
eigenen IV. 182; als Bürde IV. 
274, 276; und Endokrinologie IV. 
132f ; Entwicklung der [s. a. Se- 
xualerziehung] G. 25, 28f, I. 79, 
III. 15, 16, 143, 356, 454, 461; 
Entwicklung der, und Genital- 



drüsen III. 454; und Geldliebe 
G. 9, IL 257; und Genitalität III. 
113; Homosexualität s. dort; der 
Hysterischen P.V. 18; bei Jung 
I. 258, 264f; und kultureller 
Druck P.V. 35; und Musik I. 
258f; der Neurastheniker III. 
295f; und schlechte Gewohn- 
heiten III. 122, 357; Sublimie- 
rung der P.V. 18; und Sympathie 
I. 33; und Tic I. 226; Umkehrung 
der IV. 165, 179, 180; Vorbild- 
lichkeit der III. 463; Widerstand 
gegen primitive I. 261; und Zen- 
sur P.V. 8, 24; Zwangshetero — 
I. 168 
Sexuelle, Anaesthesie s. Frigidität; 
Anagogie III. 264; Askese III. 
261, 263; Aufklärung des Kindes 
G. 7, III. 16; Neugier und Philo- 
sophische Grübelsucht P.V. 19, 
20; Phantasien s. dort; Über- 
leistung s. dort; Zwischenstufen 
Bg. 51, I. 155, 157, 164 
Simulation, in der Psychoanalyse 

III. 369 
Singultus, als Ausdrucksverschie- 
bung IL 23 
Sinnesorgan, als Filter IV. 197f, 

201, 203, 205, 208 
Sinnlichkeit [s. a. Leidenschaft] 

und Zärtlichkeit III. 466 
Sintflutsage, Umkehrung des Sach- 
verhaltes G. 66 
Situation, Kindheits — s. Kindheit; 
Mutter-Kind — s. Mutter-Kind; 
ödipus — s. ödipus; Psychoana- 
lytische — s. dort 
Skeptizismus [s. a. Misstrauen, Un- 
glaube, Zweifel] P.V. 183, IV. 
275 
Skulptur und ' Analerotik I. 114 



394 Sachregister 


Solipsismus I. 60, 94, II. 114 [s. a. 


und Entspannungsgefühl und 


Philosophie] 


Körperinhalt III. 256; — Steige- 


Soma und Keimplasma G. 54, 88, 


rung und aktive Massnahmen 


91f 


IL 85, 110, III. 247, 253, 271, 


Somatisch s. Körper' 


274, 476, 477 


Sonnen, — bad, psychische Wirkung 


Spartendenz, und vorzeitiges Han- 


des III. 49; — mythos und He- 


deln IV. 199 


roenkult I. 252; — Symbolik und 


Spektrophobie III. 51 


Auge II. 200; — symbolische Phan- 


Sphinkter, Bedeutung der III. 255; 


tasien II. 199f 


Bildung atypischer III. 256; und 


Sonntagsneurosen [s. a. Festtag, Fe- 


Ejakulationsvorgang G. 11; ero- 


rial] II. 178; und Katzenjammer 


tische Wichtigkeit der III. 256; 


II. 183; und Langeweile II. 181f; 


— funktion IL 72, III. 249; — kon- 


und Oedipusphantasien II. 182 


traktionen, Verschiebung der G. 


Soziale (r, s) [s. a. Gesellschaft], 


12, IL 256, III. 134, 256, IV. 290; 


Aufstieg II. 292f; Aufstieg und 


— kontrolle und Angst IL 257; 


Neurose IL 296; Identifizierung 


Lust- und Nutzfunktion der III. 


und Paranoia IV. 166; Interesse 


256; — moral III. 255, 257; — pa- 


bei Paranoia IL 289; Krankhei- 


rese III. 196; — relaxation IV. 


ten P.V. 112; Schuld [Gruppen- 


290; — Spannung, Manometrie der 


verschuldung] IV. 260 


III. 256 


Soziologie, und Kriminologie P.V. 


Spiel, des Embryos IV. 277; gesät- 


114; und Völkerpsychologie P.V. 


tigt sein durch IV. 274; — ge- 


126 


spräch und unbewusste Erinne- 


Spaltung (der Persönlichtkeit) [s. a. 


rungen III. 495; Kinder— I. Ulf, 


Fragmentierung, Sequestrierung] 


III. 497; der Tiere I. 82, IV. 


III. 55, 501, 502, 503, 517, IV. 


184; —trieb und Erotik G. 55; 


219, 221, 227, 230, 232, 240, 246, 


„— verderber" IL 281, III. 498; 


273, 277; Ab— IV. 241; Dedou- 


mit Wirklichkeit IV. 286; und 


blement de la personnalite III. 


Wirklichkeit IV. 293; Wort— 


55; und mehrere Über-Iche III. 


P.V. 92; mit Worten I. 177 


368; nach Schock und Schreck 


Spielanalyse, III. 496 


III. 522; Symptome der, und 


Spielerische, das — im Genitalakt 


Lügenhaftigkeit III. 368; Urspal- 


G. 55; aufgeben des IV. 276, 277 


tung IV. 284; — svorgänge IV. 


Spinalirritation III. 295 


284 


Splitting [s. a. Fragmentierung, Se- 


Spannung, Erledigung der III. 275, 


questrierung, Spaltung] IV. 283 


IV. 258; Ertragen starker III. 


Spott und Hohn [s. a. Ironie], hin- 


271; Gefühls— P.V. 76; und Koi- 


ter blindem Glauben P.V.182; im 


tus III. 270; Sexual— G. 56; 


Traum P.V. 62, IL 149f, IV. 179; 


Unlust— G. 86 


und Umkehrung IV. 179, 180 


Spannungs-, — empfindungen IL 74; 


Sprache [s. a. Rede, Sprechen], und 








' 


111! 








ji. 





Sachregister 



395 



Analerotik II. 257; Gebärden — 
s. dort; Geheim — des Kindes 
IV. 180; und Identifizierung I. 
75; der Leidenschaft III. 511; 
Organ — I. 224; symbolische 
Sonder — III. 142; des Unbewuss- 
ten IV. 277 
Sprachsymbole und Denken I. 98 
Sprachsymbolik I. 75f, 98; Ent- 
wicklung der III. 16 
Sprachverwirrung zwischen den Er- 
wachsenen und dem Kind III. 
511 
Sprachzeichen, und Denken I. 177; 

und Regression I. 177 
Sprechen [s. a. Sprache] Erlernen 

des I. 177f 
Stehlen s. Diebstahl, Kleptomanie 
Sterben [s. a. Agonie, Aussterben, 
Tod, Tot] G.127, III. 507; Emp- 
findung des, bei gehemmter Ag- 
gressivität IV. 240; Gefühl des 
Vergehens und III. 505; partiel- 
les Sterben IV. 250 
Stereotypie und Tic I. 196, 198, 

199, II. 73 
Stigmata, Entstehungsweisen der 
III. 157; als ererbte Konversions- 
symptome IV. 217; hysterische 
P.V. 13, III. 148, 151, 154, 156, 
157 
Stimmlage, und Homosexualität II. 
229, 232; und psychogene Ano- 
malien IL 227 
Stimmlosigkeit und Tenesmus IL 

256 
Stottern IL 111; analerotische und 
urethralerotische Quellen des G. 
12; „Genital—" G. 12 



Strafbedürfnis, 
433 



unbewusstes III. 



Strafe III. 364, 414; und Rache 
P.V. 110; und Sünde IV. 111 

Straflust, in der öffentlichen Mei- 
nung P.V. 117 

Strafträume III. 415 

Stuhl (s. a. Analerotik, Darm, Ex- 
kremente, Kot], — absetzen, Ge- 
bärbedeutung des III. 258; — ab- 
setzen im Traum III. 143; — be- 
schwerden IL 21, III. 249; — 
beschwerden und Geldkomplex 
G. 9; I. 117; — entleerung und 
Begattung G. 8; — entleerung 
und psychische Aequivalente IL 
256; — hypochondrie I. 112; 
— pedanten IL 234; III. 249 
Subjekthomoerotik s. Homoerotik 
Sublimierung P.V. 18, IL 286, III. 
356; und Alkoholismus, I. 127, 
147, 150, 168, IV. 209; beim 
Hahnemann IL 189; der Homo- 
sexuellen I. 138, IL 286; und 
Suggestion IV. 25 
Sublimierung8fähigkeit und Alter 

III. 181 

Substitution I. 18, 64, 120, 161 
Sucht [Süchtigkeit] I. 12, 17, III. 
407; Projektions— I. 59; Über- 
tragungs— I. 17f, 59; Unlust— 

IV. 249 
Sündenbewusstsein beim Lachen IV. 

187 [s. a. Schuldbewusstsein] 
Suggestibilität [s. a. Hypnose] IL 
89, III. 300; Genese der I. 38f; 
und sexuelle Abhängigkeit P.V. 
173 
Suggestion [s. a. Hypnose] Bg. 52, 
P.V. 131, III. 499f, IV. 162, IV. 
263, 294; und Aktivität IL 107; 
und Aneiferung IV. 276; Arten 
der IV. 263, 264, 270, 282; Auf- 
merksamkeit und Verdrängung 



396 



Sachregister 



bei II. 170; und Ausschaltung 
der Kritik P.V. 70; Courage— 
IV. 248; und Dauer der Wir- 
kung P.V. 71, 72; und Ein- 
engung des Bewusstseins P.V. 
72; und Hypnose P.V. 87f, 

I. 35, III. 427, IV. 42; und Hy- 
sterie III. 158; und Icherziehung 

II. 65; Inhalts— IV. 248; Kind- 
werden in der P.V. 71; kritiklose 
Unterwerfung hei P.V. 79; und 
Neurose I. 49f; und Physiko-The- 
rapie P.V. 38; ohne Psychoanalyse 
IV. 276; und Psychoanalyse P.V. 
70, II. 58, 65, III. 128, IV. 282, 
283;und psychoanalytischeGrund- 
regel IL 88; und Schmerz P.V. 
71; sokratische Art der IV. 270; 
Termin — I. 47; und Trance IV. 
269; Übertragung bei der I. 24, 
27; und Überzeugung P.V. 186; 
Wach— P.V. 186; Wahrheits— 
IV. 270, 282; nnd Willensakt, 
IV. 263 

Suppression und Repression [s. a. 
Entfremdung, Verdrängung] IV. 
277 

Symbol [Symbolik] (im allgemei- 
nen) I. 74, III. 366, IV. 192, 197, 
198, 199, 201, 265; und Abstrak- 
tion IV. 201; und Allegorie I. 
102; Autosymbolik s. dort; Be- 
deutungswandel der G. 65; und 
Embleme I. 102; funktionale P.V. 
147f; Gebärden I. 75; der Gleich- 
nisse II. 167; und Gleichsetzen 
I. 104; Grundlagen der II. 238; 
und hysterische Konversion III. 
129f, III. 142; der Hysterie gleich 
der des Traumes III. 142; der 
Kastration III. 322; der Kata- 
tonie II. • 280; und Mathematik 



IV. 201; und Mythologie II. 238; 
als naturwissenschaftliche Er- 
kenntnisquelle G. 118; Onto- 
genese der I. 101; Phylogenese 
der I. 109; und Realität IV. 97; 
der Realitätsverdrängung IV. 288; 
und Paranoia III. 336; Sprach — 

I. 75, 98f; Traum— G. 64, II. 
147, III. 142; und Traumdeutung 

II. 238; Umkehrung der G. 72; 
Wesen der P.V. 158, IV. 198; 
Zurückgreifen auf das Eigent- 
liche in der P.V. 158 

Symbol(e) [Symbolik] (einzelne), 
Abreiss— G. 65, III. 266; Ab- 
stieg — IV. 75; Aufsteig— IV. 75; 
Augen II. 200, 264; Ausstechen 
der Augen III. 322; Bein II. 280; 
Bettwäsche II. 250; Brandlöschen 

III. 321; Brieftaschen — II. 131f; 
Brücken — IL 238, 244; Drachen- 
fliegen, Drachensteigen IL 250; 
Ehering III. 327; Fächer III. 50; 
Feigenfrucht III. 40; Feuerboh- 
ren I. 261; Finger III. 319; Fisch 
G. 62; Geld I. 115; Genitalsym- 
bole s. dort; Gepäck III. 82; 
Gold I. 155, IL 255; Gulliversche 
III. 313f; Gummiüberschuh IL 
249; Hahn I. 191; Harn und Kot 
IL 147; Hühneraugen IL 266; 
Infektion IL 144; der Kastra- 
tion III. 322; Kind G. 57, 62; 
Kinder (kleine) III. 323; Kind- 
Schmuck P.V. 156, 157; Koitus 
G. 77, IV. 75; Körper IV. 293; 
Kopro— IL 261; Kopro— , Be- 
sitz ein I. 115; Kot I. 155, IL 
147, 255; Leben und Tod IL 244; 
Liebäugeln IL 267; des Medusen- 
hauptes III. 54; Mutter — III. 
311, 320; „Mutter Erde" G. 64; 



Sachregister 



Mutterleib G. 67, III. 177, 312; 
Penis G. 30, 62, I. 104, II. 239, 
280, III. 319; Schuh— II. 249; 
Schwangerschafts — ■ IL 261; Son- 
nen— IL 200, III. 49; Tierfigur 
IL 191; Tiere (kleine) III. 323; 
Todes— IL 141, IV. 75; Todes— 
und Mutterleibs — III. 177; Trep- 
pe G. 77; Ungeziefer IL 261; Va- 
ter P.V. 149, III. 49, 311; Wasser 
G. 57, 66, III. 312, 459; Zahn G. 
30; Zahnreiss — III. 38; Zahn- 
reiz — III. 142; Zigarrenanzün- 
den IL 245 
Symbolbildung I. 103, 109, IL 177; 
Entstehung der IL 268; und Ge- 
nitalorgan IL 268f; und Puber- 
tätsonanie I. 261; Topik der IL 
242; Urquelle der IL 177; und 
Verdrängung IL 242, 268f 
Symboldeutung und Paraphrenie IL 

172 
Symbolhandlung und Onanieaequi- 

valente III. 122 
Symbolische, Reproduktion der Or- 
ganbetätigung und Maschine P.V. 
134; — ■ Sondersprache III. 142 
Symbolisierung IV. 265; der Krank- 
heit in Träumen und Symptomen 
IV. 230 
Sympathie IV. 293; und Antipathie 

I. 32f; und Sexualität I. 33 
Sympathisches System IV. 264 
Symptom (e) [s. a. bei den einzel- 
nen Krankheiten] Bg. 149; 
— analyse III. 227; — bildung 
und Affektvertauschung IL 142; 
— bildung und dejä vu IL 163; 
— bildung, Ende bereiten der 
III. 512; —bildung, Mehr- 
leistung bei der III. 132; 
— bildung, passagere IL 9f, 26f, 



44, 73; —bildung, Sinn der IL 
11; — bildung und Zahnschmerz 
IL 12; Gemisch der P.V. 22; und 
Gewohnheit III. 273, 276; — 
handlung I. 194, IL 170, III. 
121f, 126; — handlung als Onanie- 
aequivalent III. 122; ideogene- 
tische Erklärung eines Krank- 
heits — IV. 36; — material III. 
276; Überdeterminierung des IL 
12; Unverwüstlichkeit der P.V. 
76; und verpönte Wünsche III. 
21; —Wandlung III. 378, 379; 
Wechselwirkung der I. 194 

Synaesthesien G. 19, IL 155, IV. 
90 

„Synthesis" III. 28, 372, IV. 284 

System, cerebrospinales, endokri- 
nes, sympathisches IV. 264 

Systembildung //. 270; in der Phi- 
losophie und in der Neurose P.V. 
120; und Religion P.V. 121 

-l agesreSM im Traum und Neuer- 
ledigungstendenz IV. 243 

Tagtraum P.V. 46, IL 16, 88, III. 
43, 426, IV. 68; und dejä vu IL 
163 

Takt [s. a. Erziehung, Psycho- 
analyse, Psychoanalytiker] III. 
383, 386, 396, 397, 505, IV. 247; 
und Charakterbildung III. 442; 
taktvolle Behandlung bei An- 
passung III. 443, IV. 218 

Tanzen als motorische Abfuhr I. 
217 

Taubstumme, Zügellosigkeit der HL 
17 

Tausk IL 153, III. 203 

Telekinese s. Transzendentale Fä- 
higkeiten 



398 



Sachregister 



Telepathie s. Transzendentale Fä- 
higkeiten 
Termingebung [s. a. Beendigung] IL 
76, 104f, 106, 122f, III. 119, 289f, 
343, 374, 473; und Dauer der 
Psychoanalyse II. 106, IV. 225; 
Hinausdrängen des Patienten aus 
der Kur III. 377; Indikation der 
II. 104f; Misserfolge der IL 104f ; 
und Übertragung III. 292; und 
Widerstand II. 106 
Terminlosigkeit, Missbrauch der III. 

374 
Terminsuggestion I. 47f 
Terrorismus des Leidens III. 523 
Thalassale Regression [s. a. Mutter- 
leibsregression] G. 70f, 73; und 
Koitus G. 75; und Wiegen des 
Embryos G. 76 
Therapeutisches Argument IV. 270 
Therapie, (nicht-analytische) Bg. 
54, P.V. 35, 36, 38, 39, 185f; 
IL 204, (Jung, Adler) III. 428f; 
Elektro— Bg. 23, I. 25, III. 78; 
Hypnose s. dort; Psycho — , er- 
klärende P.V. 37, IL 65; Phy- 
siko — als verkappte Psycho — 
I. 25, III. 78; Moralisierver- 
fahren P.V. 37; Sanatoriums- 
behandlung s. dort; Suggestion s. 
dort; Überredungskuren (Dubois) 
IL 65; Verstärkung der Ver- 
drängung in der P.V. 39 
Thermodynamisches Gesetz, zweites 

G. 126 
Tic I. 193, 198, 200, 210, III. 268, 
175, 299, 373, IV. 169f, 293; 
und Abwehr I. 215; und 
Analerotik III. 168; und Angst 
I. 217; und Charakterzüge I. 
205f; convulsif III. 126, 274, 
IV. 169; und Demenz I. 198, 



222f ; und Dyspraxie I. 213f; und 
Echolalie und Echopraxie I. 199, 
213; und Enuresis I. 230; Fixie- 
rung bei I. 198; als Fluchtreflex 
I. 215; und Genitalregion I. 230; 
Haltungs— I. 218f, 226; und 
Hypersensibilität I. 197; und 
hypochondrische Selbstbeobach- 
tung I. 204; Kratz— I. 215; als 
Ich-Hysterie I. 233; und Ich- 
Regression III. 169; und Ideen- 
flucht I. 207; und Identifizierung 
I. 222; und Infantilismus I. 206; 
und Katatonie I. 199f, 218, III. 
169; und Kataklonie I. 200; und 
körperliche Erkrankung I. 200, 
213; ein Körpersymbol IV. 293; 
Konflikt bei I. 221f; und Kopro- 
lalie I. 193, 207, 213, 239, IL 

110, III. 126, IV. 170; in der 
Latenz I. 218; als motorisches 
Symptom I. 213f, 233; und Nar- 
zissmus I. 196, 201, 208, 230, 

111. 275; Nasen— I. 200, III. 
275; und Neurose I. 228, III. " 
275; und Onanie I. 229, III. 260; 
und Onanieaequivalente I. 193; 
und Organneurose III. 299; pas- 
sagerer I. 194; pathoneurotischer 
I. 208, 230; phonatorischer I. 
231; polygonaler I. 225; und 
Psychose I. 198, IV. 170; und 
Sadismus III. 168; und Schmerz- 
erinnerung 1. 214; seelischer I. 
206, 225; und Sexualität I. 226; 
Sinn und Bedeutung I. 194; und 
Stereotypie I. 196, 198f, IL 73; 
und Temperament I. 218; und 
Trauma I. 209; und traumatische 
Neurose I. 211, III. 169; und 
Trieb I. 214; und Verschiebung 
I. 202? und Wendung gegen die 



Sachregister 



399 



eigene Person I. 215; und Wider- 
stand I. 208; und Zwangshand- 
lung I. 203, 233; und Zwangs- 
neurose I. 228 

Tier [s.a. Pferd], — figur s. Sym- 
bolik; denkende Tiere IV. 193; 
geometrische Funktion beim IV. 
204; Intelligenz der Tiere IV. 
290; — phobie s. Phobie; Spiele 
der I. 82f, IV. 184 

Tod [s. a. Agonie, Aussterben, 
Sterben, Tot], Atom— IV. 262; 
bewusste Aufhaltung des IV. 
289; und Mutterleibsregression 
G. 128; partieller IV. 223; par- 
tieller, und Anpassung IV. 248 

Todes, — angst und Genitalerregung 
G. 128; — angst und Kastration 

II. 246; — angst, posttraumati- 
sche IV. 255; — angst und Reli- 
giosität III. 20; — erwartung IV. 
249; —Symbolik II. 141, III. 177, 
IV. 75; —trieb G. 88, 127, IV. 
219; — trieb und Autotomieten- 
denz G. 121; — trieb und gegen- 
seitige Identifizierung IV. 260; 
Mutterleibstodestrieb IV. 281; — 
trieb und unwillkommene Kinder 

III. 446f 

Topophobie, Disposition zur III. 

70 
Torticollis, ein Haltungstic I. 219 
Tot [s. a. Agonie, Aussterben, Ster- 
ben, Tod]; — sein und Alptraum 

IV. 223; Halbtotsein und Intel- 
ligenz IV. 251; —sein, Weibsein 
IV. 248; —stellen I. 220, III. 117 

„Trägheit" IV. 267 

Trance IV. 234, 235, 241, 244, 269; 
Erwachen aus der IV. 247, 269, 
271; und Psychoanalyse III. 500, 
IV. 247; traumatische III. 519; 



und Wiedererleben der Vergan- 
genheit III. 481, 512 
„Transzendent" II. 114 

Transzendentale [MehrIeistungs-]Fä- 
higkeiten [s. a. Magie], Chiro- 
mantie IV. 288; Fakirismus [Fa- 
kirleistung] G. 125, I. 221, III. 
522, IV. 258; und Gelegenheits- 
organ-Produktion IV. 258; Fern- 
wirkungen IV. 266; „Gedanken- 
lesen" I. 76; „Gedankenübertra- 
gung" bei Paraphrenie III. 82; 
Graphologie III. 375, IV. 289; 
Lamaismus IV. 288; Lekanoman- 
ten, Lekanoskopen II. 171; ma- 
gische [Gebärden, Worte s. dort]; 
Wirkung der Idee IV. 266; 
Magnetiseure, Magnetismus P.V. 
177, I. 72; Materialisation (ok- 
kulte) III. 137; Telekinese IV. 
266; Telepathie P.V. 177, I. 76, 
IV. 266; Tiefhypnose u. Fakir- 
leistung G. 125; transzenden- 
tale Fähigkeiten, posttraumati- 
sche IV. 219, 220, 229, 230, 248, 
288; Wahrsager I. 72; Weissagen 
und eigenes Unbewusstes II. 171; 
Yoghi II. 110, IV. 288; Yoghi- 
Disziplin IV. 290; Zauberer [Zau- 
berei] I. 72, 77 
Trauer P.V. 76, III. 196, 378 
Traum [s. a. Alptraum, Angst- 
traum, Tagesreste, Tagtraum] 
Bg. 177, P.V. 41, I. 55, III. 143, 
IV. 242, 252, 254; und Aber- 
glauben P.V. 42; Affektver- 
tausch im II. 141; der Ahnungs- 
losen P.V. 66; Auseinander- 
legung der Person im II. 158; 
Bequemlichkeits — IV. 123; Be- 
schäftigungs — II. 153; Brücken- 
symbolik im II. 239, 243; und 



Traum (Fortsetzung) 

Dejä vu IL 162; diagnostische 
Bedeutung P.V. 65; Dispropor- 
tionalität im III. 311f; Ent- 
deckung im IV. 288; als Ersatz 
für Koitussituation III. 341; Er- 
zählen der Träume III. 47, 53; 
Geburts — III. 312; vom „ge- 
lehrten Säugling" III. 218, 502, 
522, IV. 285, 289; geschichtliche 
Deutung des IV. 278; und Hal- 
luzination I. 178, 191; und (or- 
ganische) Halluzinationen G. 106; 
bei Homosexuellen I. 163; und 
Hypnose I. 39; Identifizierung 
im II. 144; und Imitation IV. 
278; Koitus— II. 157, 160; bei 
Kriegshysterie III. 67; Land- 
schaft im IL 156, 239, III. 311; 
lenkbarer IL 137; und Mutter- 
leibsregression G. 106; Nackt- 
heits— P.V. 157, IL 222; vom 
Okklusivpessar IL 143; und Or- 
gasmus IL 152; bei Paranoia IV. 
211; Pferde— I. 55; Pollntions— 
IL 138, 152, 155, III. 267; Pri- 
mär — und Sekundär — IV. 246f, 
247; prophetischer I. 250; Prü- 
fungs— IL 209, III. 315; ohne 
psychischen Inhalt IV. 243, 244; 
Psychoanalyse des Bg. 177, P.V. 
41, IV. 242; als Rachephantasie 
P.V. 67; und Realitätsflucht IL 
137; Rettung aus dem Wasser 
III. 312, 459 [s.a. Symbolik]; 
von Riesen und Zwergen III. 
311, 312; und Schlaf I. 70, IL 
137; sekundäre narzisstische 
Spaltung im IV. 227; Spott und 
Hohn im P.V. 62, IL 149, IV. 
179; Straf— III. 415; —Sym- 
bolik s. dort; im Traum IL 137; 



bei traumatischer Neurose III. 
76; und Traumatolyse IV. 245; 
und Traumbilder IL 139f; und 
Übertragung I. 13f; unbewusst 
erlebte Vorgänge im IV. 244; 
Unsinn — IL 149; und ver- 
meintliche Fehlhandlung IL 135; 
Voyeur — IL 156; und Weckreiz 
IL 137; und Witz P.V. 11, 92; 
Wolfs— IL 126f; und Wunsch- 
erfüllung P.V. 66, IL 139; Zahn- 
reiz— III. 142 

Trauma s. nach den zusammen- 
gesetzten Schlagwörtern von 
Traum 

Traumauffassung, (bei Jung) I. 
267; volkstümliche P.V. 41; 
voranalytische P.V. 42 

Traumdeutung P.V. lOf, 41f, III. 
214; anagogische III. 241; Re- 
vision der IV. 242; — stechnik 
(Rank) IL 120f; therapeutische 
IV. 247 

Traumentstellung IL 208 

Traumerzählung, Wortlaut der 
III. 53 

Traumfunktion, Definition der IV. 
243, 245 

Traumleben, narzisstisches IV. 260; 
und Phantasieleben G. 28 

Traumphantasie IL 139 

Traumpsychologie, pathologische 
P.V. 65 

Trauma [Psychotrauma, s. a. Er- 
schütterung, Kindheitserlebnis, 
Schock, Schreck] P.V. 122, I. 
197, III. 483, 505, 507, 508, IV. 
265, 273, 291; und Abwehr IV. 
233, 250; und Amnesie IV. 294; 
und Angst IV. 256; und Bewußt- 
losigkeit IV. 244, 247, 250; und 
Charakter IL 97, III. 509, IV. 



J 




Trauma (Fortsetzung) 

250; Desorientierung nach dem 
IV. 256; und Disposition IL 
202, IV. 281, 282; der Entwöh- 
nung III. 352f; Erledigung des 
IV. 243, 245; des Erwachsen- 
werdens III. 352, 361; und 
Frühreife III. 522; Geburts- [s. 
a. bei Geburt] II. 106, III. 270, 
319, 323f, 341, 352; und Gegen- 
besetzung IV. 275; geologisches, 
und Geschlechter III. 460; hal- 
luzinatorische Wiederholung des 
III. 512; und Heilbestreben IV. 
232; heterosexuelles und Mutter- 
bindung IV. 228; und hysteri- 
sches Symptom IV. 221; und 
Intellekt IV. 248, 249, 250; 
Kastrationsdrohung als III. 316; 
Kindheits— IL 72, 97, 221, 

III. 352, 409, 503, 509, 517, IV. 
281, 294; und Konversions- 
hysterie III. 63, IV. 221; ma- 
thematische Abschätzung der 
Schwere des IV. 233; und Mehr- 
leistungsfähigkeit IV. 273; Ope- 
ration als III. 472; Realität des 

IV. 280, 281; der Erziehung zur 
Reinlichkeit [s. a. Anpassung, 
Reinlichkeit] III. 352f; und 
Selbstmord IV. 241; Sexual—/«. 
a. Verführung] als krankmachen- 
des Agens III. 517, Sexual — 
und Normalität IL 97; Sexual— 
und narzisstische Selbstspaltung 

III. 503; Sicherungstendenz ge- 
gen Wiederholung des III. 110; 
und Tic I. 209; Ur— III. 515; 

IV. 243, 293; und Urtrieb IV. 
281; und vortraumatische Per- 
sönlichkeit IV. 230; Wiederho- 
lung [Reproduktion, Wiederer- 



leben, s. a. bei "Wiederholung] 
des IL 65, III. 409, 476, 488, 
489, 495f, 512, 515, IV. 224, 228, 
234, 236f, 239f; und Zersplitte- 
rung IV. 232 
Traumatische, Ablösungssubstanz 
IV. 248; Hemianaesthesie III. 
154; Kriegsneurose III. 95; Mo- 
mente IV. 281; Neurose G. 54, 
I. 211, III. 86, 169, 193; Neurose 
und Genitallibido III. 114; Neu- 
rose, Heilungsversuch bei III. 
117; Neurose, Hypochondrie bei 
III. 115; Neurose und Ich- 
Empfindlichkeit III. 115; Neu- 
rose und kindliche Gesamtper- 
sönlichkeit G. 54, III. 116; Neu- 
rose und Tic I. 211, III. 169; 
Neurose und Überempfindlich- 
keit der Sinne III. 117; Neurose, 
voranalytische Auffassungen der 

III. 98; Paranoia III. 83; pro- 
gressive Fähigkeiten III. 522, 

IV. 273; Trance III. 519; Urver- 
drängung III. 484; Vergangen- 
heit IV. 241; Wirkung des Mut- 
terhasses und Lieblosigkeit IV. 
228 

Traumato-, — gene Vergangenheit 

III. 516; —genese III. 486, 504f, 

IV. 280; — lyse im Traum IV. 
245; — philie I. 160, III. 76; — 
philie und elektrische Behand- 
lung III. 78; 

Treppenwitz IL 210. 

Trieb (im allgemeinen) [s.a. Be- 
friedigung] P.V. 12, G. 22, I. 
260, III. 213, 279f, IV. 202; — 
beherrschung und Verantwort- 
lichkeit III. 417; — betätigung, 
Lust und Unlust bei G. 55f; — 
bildung III. 280; und Charakter 



Ferenczi, Bausteine zur Psychoanalyse. IV. 



26 



402 



Sachregister 



Trieb (Fortsetzung) 

II. 289, III. 249; — entmischung 
G. 127, I. 89f, 100; und Gewohn- 
heit, III. 279; — Handlungen 

III. 413, 415f; Ich— I. 78f; — 
leben III. 536; — leben und 
Denken III. 17; — leben und In- 
tellektualität I. 85; —lehre P.V. 
30, I. 272; — quellen, genitale, 
der Hysterie III. 140; — regun- 
gen, Verleugnung der III. 371; und 
Tic I. 214; unbewusste Triebe 
bei Verbrechern P.V. 115; Ur— 

IV. 281; — Verdrängung s. Ver- 
drängung; — Verlegung (amphi- 
miktische) s. Verlegung, Ver- 
schiebung; — verzieht und Heu- 
ehelei [s. a. Hypokrisie] III. 371 

Trieb (e) (einzelne) [s.a. die ein- 
zelnen Partialtriebe] ; Aggres- 
sions— I. 260, IV. 102; Destruk- 
tions — I. 96f; Entleerungs — III. 
255; Ich — s. dort; Lebens — s. 
dort; Regressions — G. 24; 
Ruhe— IV. 226; Schau— II. 
269; Spiel— G. 55; Todes— s. 
dort; Wiederholungs — IV. 243 

Tripartitum IV. 264 

Trotz [s. a. Eigensinn] G. 8, III. 
249; und Analerotik II. 234; und 
symmetrischer Berührungszwang 
II. 237 

Trotzige Charakterzüge, Entstehung 
der G. 31 

Uberbürdung, frühzeitige IV. 273, 
285 

Überdeterminierung, P.V. 15, G. 
114; beim Geschlechtsakt G. 46 

Über-Ich [Superego, s. a. Ich- 
Ideal] III. 398, 411, IV. 274, 
294; Abbau des, und Heilung 



III. 394; analytisches III. 394; 
bei An- und Abgewöhnung III. 
280; —Bildung III. 362f, 435, 

IV. 279; —Bildung und Ver- 
schlingung der Übermacht IV. 
230; — Bildung, biologisches 
Vorbild der IV. 229; und Cha- 
rakteranalyse III. 398; als 
Dauerimitation IV. 279; des 
Hypnotiseurs IV. 276; bei Krimi- 
nellen III. 413; mehrere III. 368; 
pathologische Übertreibung des 
III. 435; physiologische Vorstufe 
des III. 255; Übermoralität des 
III. 413; vorbewusstes III. 398 

Überleistung [Mehr-, s. a. Fähig- 
keit, Leistungsfähigkeit] III. 131, 
139, IV. 251, 273, 285, 286; se- 
xuelle [s.a. Potenz] 111.263,268 
Überpotenz s. Potenz < 

Überraschungsmoment beim Trau- 
ma IV. 275 

Überrumpelungshypnose I. 36 
Übertragung [s. a. Gegenübertra- 
gung, Psychoanalyse, Psychoana- 
lytiker, Psychoanalytische Situa- 
tion, Psychoanalytische Technik] 
P.V. 16, 78, 183, 187, I. 9, 15, 25, 
29, 32, 45f, 120, II. 65, 75, 217, 
III. 300, 301, 540, IV. 95; und 
affektiver Widerstand III. 471; 
bei Aktivität IL lOOf; ausserhalb 
der Psychoanalyse I. 16, 24, III. 
427; und Autorität P.V. 188; und 
Autosymbolik IV. 254; und Deu- 
tung II. 109; und Eifersuchts- 
wahn I. 132; und Erleben P.V. 
187; und Fixierung I. 52; und 
Gegenübertragung II. 49f, IV. 
286; bei Gesunden IL 55; bei 
Halbgeheilten IL 55; Handha- 
bung der III. 285, IV. 213; in 



Übertragung (Fortsetzung) 

der Hypnose I. 24, 27f, 35f; und 
Introjektion I. 9, 24; in der 
kathartischen Methode P.V. 187f; 
Leidenschaftlich-werden der IV. 
272; und Libido II. 65; Lösung 
der P.V. 16; Mutter — in der 
Psychoanalyse IL 124; negative 
I. 14f, 24, III. 237; und Neuro- 
logie I. 26; und Neurose I. 10; 
und Objekthomoerotik I. 162f; 
und Objektliebe I. 59; und Or- 
ganneurose III. 300; positive I. 
14f; Schwierigkeiten der P.V. 
16; bei Suggestion I. 24, 27f; 
Termingebung und III. 292; und 
Traum 1. 13, 53f; und Überzeu- 
gung II. 114; und das Unbewusste 
I. 33f; unbewusste 1. 25; und 
Versagung [s. a. Versagung] IL 
101; und Verschiebung I. 12f; 
und Widerstand IL 60f, III. 471; 
Wiederholung der Vater-Tochter- 
Abhängigkeit in der IV. 272, 273 

Übertragungs-, — erfolg s. Psycho- 
analytische Situation; — liebe III. 
119; — liebe und Narzissmus IL 
80; — liebe und Verneinung I. 
87; — neurosen [s. a. bei den ein- 
zelnen Neurosen] IV. 163; 
— Phantasien IL 92; — sucht I. 
17f, 59; — Situation [s. a.Psycho- 
analytische Situation] III. 252 

Überzeugung IL 113f, III. 415, IV. 
245, 282; und affektbetontes Er- 
lebnis P.V. 187, IL 9f, Bedingun- 
gen der P.V. 185; und Denkbar- 
keit III. 415; und Glaube P.V. 
181; keine IV. 245; und Liebe 
IL 114; und Suggestion P.V. 186; 
transitorische des Patienten IV. 
240; und Übertragung II. 114; 



und Unglaube P.V. 175; Wesen 
der IV. 240 
Umkehrung [Verkehrung] I. 121, 
179; und Festtag IL 181; bei 
Homosexuellen I. 163, IV. 180; 
des Sachverhaltes in der Sint- 
flutsage G. 66; und Übertreibung 
IV. 179; und Unwahrheit IV. 181 
Umklammerungsreflex III. 118 
Umschaltung am Schluss der analy- 
tischen Stunde IL 30f 
Umwelt s. Realität 
Unarten [schlechte Gewohnheiten], 
I. 65, IL 85, 97, III. 498; Kin- 
der — IL 97; als Onanieaequiva- 
lente III. 274; und Vergeudung 
der Sexualität III. 122, 357 
Unbewusste (n, s) (als Substantiv) 
P.V. 123, I. 94, 246f, IL 53, III. 
26, IV. 259; Arbeitsweise des IV. 
192, 197, 202f, 207; und Bewuss- 
tes IL 134; biologisches G. 113, 
115; „Dialoge der — n" IL 231; 
eigenes — und Weissagen [s. a. 
Transzendentale Fähigkeiten] IL 
171; Rolle des III. 42; Sprache 
des IV. 277; und Übertragung I. 
33f; Überwältigung durch das 
P.V. 16; Zeitlosigkeit des G. 115; 
IV. 203, 207, 208 
Unbewusste(s) (als Adjektiv), Äus- 
serungen des Unglaubens III. 388; 
Determinanten und Gedanken- 
freiheit III. 31; Erinnerung und 
Spielgespräch III. 495; Erkennt- 
nisse in Not IV. 288; Fühlen IV. 
240, 250; Schöpfungen I. 250; 
Schuldbewusstsein und Strafbe- 
dürfnis s. dort; Triebe und Ver- 
brechen P.V. 115; Übertragung 
I. 25; Wünsche III. 20 
Unglaube [s. a. Misstrauen, Skepti- 






404 



Sachregister 



zismus, Zweifel] P.V. 275, III. 
388, IV. 286, 287 
Unheilbarkeit [s. a. Halbgeheilte, 
Heilung, Selbstheilung], und Nar- 
zissmus III. 493; und Widerstand 

III. 493 
Unifizierungstendenz G. 85, III. 

211 
Universalismus IV. 262 
Universalität, Prinzip der IV. 259 
Unlust [s. a. Lust], beim Begat- 
tungsakte G. 90; — bejahung I. 
84, IV. 225, 277; —bejahung und 
Heilung I. 87; — bejahung und 
Neurose I. 87; — bejahung und 
recompense I. 87f; — bewälti- 
gung IV. 291, 292; —empfin- 
den IV. 245; bei Entleerung III. 
252, 256; —ertragen IV. 258, 
277, 291; — ertragen und eroti- 
scher Lustgewinn III. 254; — er- 
tragen erleichtert durch Frag- 
mentierung IV. 232; — ertragen 
und Objektivierung I. 91, IV. 
277; — ertragen, Vergnügen am 

IV. 225; beim Lachen IV. 185; 
Leugnung der IV. 289; — prinzip, 
sublimiertes und Pädagogik III. 
11; — Situation IV. 256; — Span- 
nung [s. a. Spannung] G. 86; 
—sucht IV. 249 

Unruhe, der Neurotiker I. 18; am 
Ende der Analysenstunde II. 28 

Unscheinbarkeit IV. 36 

Unsinn, Deutung des I. 239, IV. 4; 
— träume IL 149 

Unverantwortlichkeit [s. a. Verant- 
wortlichkeit], Sehnsucht nach IV. 
273 

Unwillkommene Kinder III. 446; 
und Misstrauen III. 448; und 
Pessimismus III. 448, 450 



Urereignis [s. a. Urszene] IV. 243 

Urethralcharakter s. Charakter 

Urethrale, Gewohnheiten III. 247; 

Gewohnheiten und Urethralver- 

bot III. 248; Identifizierung III. 

253, 255 

Urethralerotik III. 247, 255; und 

Alter III. 181; und Analerotik, 

gegenseitiger Einfluss [s. a. Am- 

phimixis] G. 16, III. 250f; und 

Charakter I. 231, III. 254; und 

Ejaculatio praecox ]s. a. dort] G. 

80, 10; und Feuerlöschen IL 235, 

III. 321; und Konstitution IV. 
215; bei Onanie III. 185, IV. 214 

Urhomosexualität IV. 181 

Urinieren [s. a. Entleerung], als 
Beruhigung IL 35; Hemmung bei 
IL 210; und kindliche Vorstel- 
lung vom Geschlechtsverkehr III. 
321 

Urkatastrophe G. 83 

Urlibido (Jung) I. 259f 

Urmasochismus III. 93 

Urpenis G. 30 

Urprojektion P.V. 178, 179, I. 20 

Urspaltung gleich Urverdrängung 

IV. 284 

Urszene III. 525, IV. 278 

Urteil I. 97; und Affektivität P.V. 

175; und Zweifelsucht P.V. 176 
Urteilsfähigkeit und Zorn P.V. 183 
Urtrauma IL 243, III. 515, IV. 243, 

293 
Urtriebe, Klarmachung der IV. 281 
Urverdrängung IL 97, III. 496, IV. 

284; traumatische III. 484 
Utraquismus G. 3, I. 93, III. 532, 

540, IV. 161; in der Mathematik 

IV. 202 
Utraquistische Arbeitsweise G. 3, 1. 

93 



J 



Sachregister 



405 



V agina, dentata III. 269; infantile 
Vorstellung der II. 251; und Kli- 
toriserotik G. 19, 34, II. 112f, 
III. 93; Komplex der kleinen I. 
183; Masturbatio in vaginam III. 
35, IV. 279; und Vorhaut IL 112f 

Vater, Angst vor dem IL 191, 193, 
III. 51, 316, 317; Autorität des 
P.V. 112; erotische Spiele mit 
dem IV. 247; — hypnose s. bei 
Hypnose; Identifizierung mit dem 
III. 163, 164; Identifizierung: 
Vater-Pferd I. 55; — komplex I. 
37, 42, 44; Liebesanträge des IV. 
246; „pater familias" P.V. 112, 

III. 48; Phallus des G. 79; 
Rolle des, bei Homosexuellen I. 
159; — Symbol s. Symbol; und 
Tochter IV. 272f; Verführung 
durch den IV. 246, 252 

Veränderung, Abwehr der P.V. 128, 

IV. 289 
Verantwortlichkeit [s. a. Unverant- 

wortlichkeit, Verlässlichkeit] III. 
416f, 445; Einschränkung der III. 
417; und Fehlhandlung III. 417; 
und Kriminalität III. 417; und 
Triebbeherrschung III. 417 

Verarmungs- und Versündigungs- 
ideen III. 184f 

Verblödung s. Demenz 

Verbote, in der Psychoanalyse s. 
Psychoanalytische Technik, ak- 
tive 

Verbrecher s. Kriminal- 

Verdauung [s. a. Darm, Magen, 
Stuhl], infantile Vorstellung der 
IL 251 

Verdichtung, als Assoziation des 
Unbewussten IV. 205; als mathe- 
matische Leistung IV. 204; und 
(organische) Verschiebung G. 111 



Verdrängte Tugenden III. 433 

Verdrängtes und Verdrängendes IL 
233 

Verdrängung P.V. 8, 30f, I. 82, 247, 
IL 24, III. 144, 433f, IV. 110, 258, 
264, 271f, 284; und Agieren IL 
85; und Anpassung III. 433; und 
Aufmerksamkeit IL 169f; und 
Autotomietendenz G. 39, 112, I. 
95; biologische Vorstufe der G. 
39; und Entfremdung IV. 277; 
und Entwicklungsperioden G. 
120; und Erziehung [s. a. Erzie- 
hung] P.V. 106f, 174, III. 12, 18f, 
20; bei Frauen P.V. 35; und 
Gleichgültigwerden IL 172; der 
HeteroSexualität IV. 184; und 
Klassifikation der Psychoneuro- 
sen P.V. 31; ins Körperliche IV. 
271; und Lachen IV. 188; 
(kann) lustvoll 6ein IV. 277; 
bei Manie IL 172; Misslingen 
der P.V. 12; organische G. 113; 
bei Paranoia IV. 209; und para- 
sitäre Persönlichkeit III. 18f; 
der infantilen Passivität IV. 285; 
und Realitätssinn I. 81f, IV. 284; 
Rückgängigmachen der, bei Yoghi 
IV. 291; Selbstbeherrschung ist 
keine III. 366; und Selbsthei- 
lungstendenz P.V. 39; und senile 
Demenz III. 188; der Sensibilität 

III. 153; und soziale Krankheiten 
P.V. 112; und Symbolbildung IL 
242, 268f; und Unscheinbarkeit 

IV. 36; Ur— IL 97, III. 496, IV. 
284; und Verdrängungstendenz 
IL 169; und Vergessen P.V. 8; 
ein Verschiebungsprozess IV. 222; 
als Verschiebung ins Körperliche 
IV. 275; Verstärkung der P.V. 
39; Verzeihung als Motiv der IV. 



1 








406 Sachregister 


III 


272; Vorstadien der IV. 240; 


Verliebtheit [s. a. Liebe, Objektlie- 


1 ll 


Wesen der III. 18, IV. 240; und 


be] I. 257, III. 262, IV. 167; und 




wissenschaftliche Sachlichkeit 


Hypnose I. 55f, III. 465 


II II 


P.V. 146; und Witz I. 172; und 


Verneinung I. 85, 93, 98; und Über- 


II 1 


Zweifel P.V. 182 


tragungsliebe I. 87; der Wirk- 




Verdünnung, durch Mitteilen IV. 


lichkeit I. 86 




278; — s-Prozess, Introjektion 


Verrückt [s.a. Psychose] IV. 281; 


111 


ein I. 19 


— werden, Zwangsgedanke des 




Vererbung s. Disposition, Erban- 


III. 56 




lage, Erblichkeit, Körperliches 


Verrücktheit, Mut zur IV. 259; 


11 


Entgegenkommen, Konstitution 


— sfurcht und Angst IV. 256; 


II 


Verfälschung, optimistische des 


Versagung [s. a. Psychoanalytische 


Pfl 


Traumas IV. 245 


Technik, aktive] II. 67, 72, 96, 




Verfolgungswahn s. Paranoia 


101, III. 247, 260, 283f, 293, 497; 


111 


Verführung, Gefügigmachen durch 


und Ich II. 101; und Relaxation 


III 


III. 465; des Kindes II. 93, 216, 


III. 497; und Spannungssteige- 


III 


III. 16, 465, 518f; des Kindes 


rung III. 477f, 488; und Über- 


Hl i 


durch den Vater IV. 252 


tragung IL 101; Übertreibung 




Vergangenheit, Anziehungskraft der 


der III. 478; 




IV. 282; traumatogene, unleid- 


Versagungs-, — neuroBen III. 451; 




liche III. 516 


—Situation III. 378, 504 


1,1 1 


Vergessen P.V. 7, 30, I. 39, 269; 


Verschiebung [s. a. Verlegung] der 


li' ri 


von Daten IV. 274; von Eigen- 


Affekte s. Affekt; Ausdrucks — ■ 


Hl 


namen II. 170; bei Lotze I. 270; 


IL 22f; vom cerebrospinalen ins 


1 1 


Periode des IV. 270; eines Sym- 


endokrine System IV. 264; von 


iiii 


ptoms II. 36; und Verdrängen 


Erotismen G. 19; von Genital- 


jj. 1 


P.V. 8; und Zensur P.V. 8 


empfindungen III. 316; und 




Vergrösserung und Verkleinerung 


Introjektion I. 60f; der Kon- 


II 1 


[s. a. Disproportionalität] (Gulli- 


traktionen III. 256; nachträg- 




ver) III. 316 


liche IV. 269; und Tic I. 202; 


161 


Verhältnisblödsinn IV. 88 


und Übertragung I. 12f; und Ver- 


Uli 


Verkehrung s. Umkehrung 


dichtung G. 111; Verdrängung 


II 


Verlässlichkeit [s. a. Verantwort- 


eine — IV. 222; von Zwangs- 




lichkeit], Gefühl der inneren III. 


gedanken P.V. 21 


P 


464 


Verschlingung, und Anpassung IV. 


III 


Verlegung [s. a. Verschiebung], der 


232; (psychologische), und Fress- 




Ka6trationsdrohung III. 258; 


gier IV. 230; gegenseitige IV. 




nach oben G. 15, I. 230,11.269, 


232 


II 


III. 88, 134, 144, 157, 165; nach 


Verschlungen werden III. 316f, IV. 


II 


unten G. 22, 23, I. 231 


232 


. !i ; 




Verleugnung der Triebregungen 


Versenkung [s. a. Trance] verhin- 


j 




(Heuchelei) III. 371 


dert durch die Deutung IV. 235 



Sachregister 



407 



Verstümmelung und Kastrations- 
angst III. 317 
Versuchungsgedanken P.V. 19, III. 

314 
Vertrauen, analytisch erworbenes 
IV. 283; und Autorität III. 495; 
und traumatogene (unleidliche) 
Vergangenheit III. 516 
Vervollkommnungsdrang III. 216 
Verwöhnung s. Verzärtelung 
Verzärtelung der Kinder I. 158f, 

II. 213, III. 16, 442; des Patien- 
ten III. 503; Übertreibung der 

III. 16, 478 

Verzeihung als Motiv der Verdrän- 
gung IV. 272 

Visueller Reaktionstyp I. 184 

Völkerpsychologie P.V. 126; — psy- 
chologische Zwangsvorstellung 
III. 12 

Volks- [soziale], Krankheiten und 
Triebverdrängung P.V. 112; — 
Beele, pathologische Erscheinun- 
gen der III. 12; — Weisheit und 
Wissenschaft P.V. 41 

Vomitus [s. a. Brechreiz, Erbrechen] 
gravidarum III. 133 

Vorbei-, — denken II. 74; — reden 
II. 74, 88, III. 277 

Vorbewusst(es) I. 94, 250, III. 216, 
398; Arbeitsweise des IV. 192, 
197, 202f; in der Kindheit nicht 
vorhanden IV. 275; — heitsquali- 
tät IV. 276 

Vorbewusstes Über-Ich III. 398 

Vorhaut und Vagina II. 112 

Vorlust, beim Gleichnisbilden II. 
176; — Niveau der kindlichen 
Erotik III. 525; bei Onanie III. 
36; und Witz P.V. 97, II. 176; 
und Wollust [Orgasmus] III. 37 

Vorlustbetätigung G. 21, III. 297; 



im Begattungsakt G. 21; und 
Ejaculatio praecox IV. 214; in 
der Phantasie III. 376 
Vorsexuell (Jung) I. 262, 264 
Vorstellen, das I. 62f, IV. 203 
Vorstellungs-, — angst I. 184; — bil- 
der als Anaesthetikum IV. 291; 
— identität und Wahrnehmungs- 
identität I. 70; „ — mimik" I. 
178, 182 
Voyeurtum [s. a. Schautrieb], und 
Erotismen G. 18; und obszöne 
Worte I. 186; und Träume II. 
156; und Alter III. 181 

W achstumtendenz, spontane IV. 

276 
Wahlrecht der Frau (politisches 

und sexuelles) IL 290 

Wahn/s. a. Psychose]; Allmachts — 

II. 228; — bildung, paranoische 

III. 193; — ideen IV. 238; 
— Systembildung und philosophi- 
sche Systeme II. 278 

Wahrnehmungsidentität I. 70, 176 

Waschzwang P.V. 21, 33, II. 237, 
III. 56 

Wassersteife [s. a. Erektion] III. 
251f 

Weckreiz II. 137 

Weib [s. a. Geschlecht, Geschlechts- 
usw., Mutter, Orgasmus, Schwan- 
gerschaft] Bg. 288,- Abscheu 
vor Spinnen und Kröten III. 
323; (organische) Anpassung 
des III. 462, 465; sexuelle 
Anaesthesie s. Weib (Frigi- 
dität); Aufklärung, sexuelle II. 
290f; biologische Weiterfortge- 
schrittenheit des III. 440; Cor- 
nelia P.V. 154f; femme entre- 
tenante IV. 215; Folgen der 



403 



Sachregister 



Weib (Fortsetzung) 

Kastrationsdrohung beim III. 
339; Frau vom Meere (Ibsen) 
P.V. 75; Frigidität II. 72, 111, 
III. 248, 449, 465; als Gefährtin 
des homosexuellen Mannes 1. 169; 
Gefallsucht (weibliche) P.V. 156; 
Gefühlskälte des III. 297; Geni- 
talentwicklung G. 33f; Genitali- 
tät III. 92f; Homosexualität des 
Bg. 19, IV. 274; Intellekt des IV. 
248; Intuition des IV. 249; Jo- 
kaste P.V. 142f; Kernkomplex 
der Neurose beim III. 339; Kli- 
makterium des P.V. 35, III. 180f; 
Klitoriserotik s. dort; Menstrua- 
tion Bg. 10, P.V. 35, G. 77, III. 
256, 485, IV. 124; Moral des P.V. 
35, IL 288; Mutter s. dort; Müt- 
terlichkeit und Weiblichkeit III. 
315, 466, IV. 227; Onanie bei 
Frauen und Mädchen [s. a. Ona- 
nie] II. 290, III. 120, 125; 
Orgasmus des [s. a. Orgasmus] 
P.V. 5, II. 288, 290; Passivität 
des G. 35, I. 157, III. 93; Penis- 
losigkeit, Penisneid s. dort; Psy- 
choneurose häufiger beim P.V. 
35; Psycho-Physiologie des III. 
462; Recht zum Orgasmus II. 288; 
Religiosität des IV. 191; sexuelle 
Kampfmittel des III. 464; Süch- 
tigkeit des schwangeren I. 12; 
Vagina s. dort; Verdrängung beim 
P.V. 35; Verhalten im Ge- 
schlechtsverkehr III. 185, IV. 
191; yirginale Angst P.V. 5; (po- 
litisches und sexuelles) Wahl- 
recht des II. 290; —sein Tot- 
sein IV. 248 

Weiblich (e) III. 453, IV. 146; 
Homosexualität Bg. 19, IV. 274; 



— keit und Mütterlichkeit III. 
315, 466, IV. 227; mütterliche 
Hypnose s. Hypnose 

Weinen IV. 188, 190 

Weinkrämpf II. 23 

Weissagen und eigenes Unbewusstes 
[s. a. Transzendentale Fähigkei- 
ten] II. 171 

Welterkenntnis und Allmacht I. 92 

Weltuntergang II. 228, III. 202 

Wendung gegen die eigene Person 
[s. a. Aggression] I. 215, III. 175, 
176, IV. 225, 230; und Autotomie 
III. 176 

Werkzeug [s. a. Maschine, Mecha- 
nik] P.V. 133f 

Widerstand I. 26, 31, II. 106, III. 
375, 383, 540, IV. 262; affektiver 

III. 471; und Aktivität II. 85, 
101; Fluktuation des IV. 252; 
Friktions — als Schutzmassnahme 

IV. 248; Geschwätzigkeit als II. 
36; gegen Hypnose I. 50; Hypo- 
chondrie als III. 249; intellek- 
tueller P.V. 176; —leisten IV. 
262; Provozierung des III. 480; 
gegen Psychoanalyse I. 94; gegen 
die Realität der Trance-Erlebnisse 
IV. 269; stufenweise Abtragung 
des III. 375; und Termingebung 

II. 106f; und Tic I. 202; Träg- 
heit als IV. 267; und Übertra- 
gung II. 60; und Unheilbarkeit 

III. 493; gegen Veränderungen 
[neue Einsichten] P.V. 175, IV. 
267; bei Versagung nach Relaxa- 
tion IV. 240; Wechsel des, als 
Autosymbolik IV. 252; in wissen- 
schaftlicher Form IV. 183 

Widerstandsfähigkeit IV. 273 
Widerstandslosigkeit IV. 262 



Sachregister 



409 



Wiederbelebung des Vorgestellten 
I. 177 

Wiederfinden und Wiedererkennen 
I. 90, II. 176f 

Wiedererleben s. Wiederholung 

Wiederherstellung, der Mutterleibs- 
situation G. 28f, 47, III. 467; der 
Ausgangssituation bei der Ent- 
wicklung G. 69, 77, 87; regressive 
Bestrebung zur — einer Buhe- 
lage III. 457 

Wiederholung [Beproduktion, Wie- 
dererleben] (in der Psychoana- 
lyse) II. 44, 50, 65, 72, 86, 103, 
108, III. 374f, 378, 476, 489, 
498, 504, 508, 512, 515, IV. 242, 
271, 275; Erledigung durch IV. 
243,245; Förderung der III. 221; 
des Geburtstraumas III. 270; der 
geschlechtlichen Entwicklung im 
Geschlechtsakt G. 21; der Oedi- 
pusverhältnisse III. 242; des 
Traumas II. 65, III. 270, 409, 
476, 488, 495, 512, 515, IV. 224, 
228, 234, 236f, 239f ; des Traumas, 
Angst vor der III. 70, 116; des 
Traumas und Alptraum IV. 240, 
242; und Übertragung IL 49, III. 
300; überwundener Anpassungs- 
arten III. 117; und Zuendeerle- 
ben IV. 245 

Wiederholungs-, — lust II. 176; — 
tendenz III. 378, IV. 276; — ten- 
denz und Aktivität II. 115; — 
tendenz der Anpassungskämpfe 
III. 255; — tendenz und Relaxa- 
tion III. 487, 494; — tendenz 
und traumatische Neurose IV. 
242, 245; —trieb IV. 243; — 
zwang G. 54, III. 437; — zwang 
und Gewohnheit III. 278 

Wiedervereinigung, des leidenden 



Teiles mit dem Ich IV. 277; und 
Hingabe IV. 283 

Wiegen, des Embryos und thalas- 
sale Regression G. 76; des Kin- 
des G. 76, III. 14; — lieder I. 68 

Willen [s.a. Wollen] P.V. 124f, 
IV. 263, 289; Gegen— III. 109 

Willenlosigkeit und Fremdwillen 
IV. 263f 

Willensakt III. 215; und Suggestion 
IV. 263 

Willensfreiheit u. Triebbeherr- 
schung [s. a. Determinismus] III. 
417 

Wirklichkeit s. Realität 

Wise baby s. Gelehrter Säugling 

Wissbegierde [s. a. Neugierde] P.V. 
181, 182, I. 181 

Wissen, und Fühlen IV. 240; als 
Mittel des Zweifels IV. 280 

Wissenschaft, und Animismus I. 
241; und Erfahrung III. 365; und 
Phantasie P.V. 144; und Reali- 
tätssinn I. 78; utraquistische Ar- 
beitsweise in der G. 3f, I. 93; 
und Verdrängung P.V. 146; und 
Volksweisheit P.V. 41; und Welt- 
anschauung P.V. 121 

Witz I. 39, IL 175, P.V. 89; und 
Aufmerksamkeit IL 172; und 
Denkfehler P.V. 95; Gedanken 
— P.V. 95; Psychoanalyse des 
P.V. 89; und Traum P.V. 92; 
Treppen — IL 210; und Ver- 
drängung IL 172; und Vorlust 
P.V. 97, IL 176; und Zensur 
P.V. 92 

Wollen [s. a. Willen], und Fühlen 
III. 414; und Können IV. 283; 
unbewusstes P.V. 111 

Wollust s. Orgasmus 

Wort, „—brücke" IL 148, 241; — 



rn 



410 



Sachregister 



erinnerungsmaterial II. 93; — 
klangbilder P.V. 95; — klang- 
bilder und Erinnerungsbilder I. 
175f; —spiel P.V. 92 
Worte, magische I. 76f, 92, III. 
442; obszöne s. dort; Spiel mit 
Worten I. 177 
Wünschen und Handeln I. 64f 
Wunderkinder [s. a. Kind, Gelehr- 
ter Säugling, Überleistung], Vul- 
nerabilität der IV. 273; Zwang 
zur Frühreife der IV. 285 
Wunsch, — erfüllung als Mittel 
zum Zweck im Traum IV. 243; 
— Identifizierung IV. 280; — 
psychose III. 198 
Wut [s. a. Aggressivität, Zorn] G. 
48, I. 89, II. 92, III. 116, 513, 
IV. 261, 285; und Angstaffekt G. 
48, II. 91; und Asthma IV. 293; 
und Geschlechtsakt G. 48; und 
Zornausbrüche III. 116 

Zählapparat [s. a. Mathematik] IV. 
192, 198 

Zärtlichkeit, im Eheleben III. 264; 
und Erotik III. 524; und Leiden- 
schaftlichkeit III. 484; unter 
Männern I. 169; Sehnsucht nach 
passiver III. 448; und Sinnlich- 
keit III. 466; als verdrängte 
Inzestneigung III. 484 

Zärtlichkeitsphase III. 520, 521, 
524 

Zahn [s. a. Oralerotik], — neurose 
III. 39; — reissen und Blendung 
II. 268; — reissymbolik und Ka- 
stration III. 38; — reiztraum III. 
142; —schmerz II. 12, III. 85 

Zappeln s. Motilität 

Zauberei [s. a. Magie, Transzenden- 



tale Fähigkeiten] und Allmacht 
I. 77 
Zensur III. 201, 216; biologisch- 
organische G. 120, 121; und 
Festtag I. 180; als Filter IV. 
198; und Gleichnis IL 169f; und 
Lachen P.V. 92, IV. 188; Mil- 
derung der IL 171; bei Paranoia 
IV. 209; und Sexualität P.V. 8, 
24; Umgehung der IL 214; und 
Vergessen P.V. 8; — widerstand 
III. 128; und Witz P.V. 92 
Zentralorgan, erotisches III. 192; 

der Ichfunktion III. 192 
Zerfall, des Bewusstseins s. ße- 
wusstsein; der Persönlichkeit s. 
Persönlichkeit 
Zerlegung, als mathematische Lei- 
stung IV. 206f 
Zerreissung der Seeleninhalte IV. 
240 

Zersplitterung s. Fragmentierung 

Zerstäubung s. Fragmentierung 

Zerstörung IV. 251; und Anpas- 
sung IV. 226; und Spaltung IV. 
227; Selbst— und Lachen IV. 
227 

Zerstückelung, Vergnügen an der 
eigenen IV. 230 

Zielhemmung, als eigentlicher Mo- 
tor der Aktion III. 215 

Zigarrenanzünden als Symbol IL 
245 

Zittern III. 115; bei Kriegshysterie 
III. 59, 68, 74 

Zitterneurose III. 109 

Zivilisation [s. a. Gesellschaft] III. 
356 

Zornausbruch [s. a. Wut] I. 71 

Zote L 175, 178f 

Zündeln IL 234 

Zuhältertum IV. 215 






j 



Sachregister 



411 



„Zum Beispiel", in der Analyse II. 
47; im Traum II. 48f 

Zusammenfassung, eine Art der As- 
soziation IV 265, 266 

Zusammenschrumpfen [s. a. Ver- 
grösserung und Verkleinerung] 
und Kastrationsangst II. 26 

Zwang, und Aberglauben P.V. 21, 
III. 12; Analysier— III. 395; Be- 
rührungs — , symmetrischer II. 
236; Geheimhaltungs— IV. 273; 
Rede— I. 223; Wasch— P.V. 21, 
33, II. 237, III. 56; und Zweifel 
III. 264 

Zwanghaftes Etymologisieren II. 
37 

Zwangs-, — bewegung und Onanie- 
neigung P.V. 21; — erscheinun- 
gen passagere II. 16f; — gedan- 
ken P.V. 21; — gedanke des 
Verrücktwerdens III. 56; 
handlung P.V. 33; II. 73; — 
handlung und Hysterie P.V. l'h 
— handlung und Onanie II. 154, 
—handlung und Tic I. 203, 233; 
— heteroSexualität I. 168; — 
homoerotik IL 232; — ideen P.V. 
32; — neurose s. dort; — Sym- 
ptom und Charakter III. 354; 
— Vorstellung I. 187, 191; —Vor- 
stellung, homosexuelle II. 22 

Zwangsneurose P.V. 6, 18, I. 18, 
63f, III. 83, 262, 288, 507; Ab- 
wehr bei P.V. 31, 32; und All- 
macht der Gedanken I. 63f; und 
Gebote und Verbote II. 103; und 
Gehirnveränderung P.V. 27; und 
Geschlecht P.V. 35; und Hyp- 
nose P.V. 183; und Hysterie 



P.V. 18, III. 379; als individuelle 
Religion II. 32; und intellektuel- 
ler Widerstand P.V. 176; und 
Latenzzeit I. 162; und Objekt- 
homoerotik I. 158, 160f; und 
obszöne Worte IL 111; psychi- 
sches Entgegenkommen bei P.V. 
19; und psychoanalytische Grund- 
regel IL 38f, 62; Regression bei 
I. 76, III. 169; und Religiosität 
IL 32, P.V. 112, 183; und sa- 
distisch-anale Fixierung I. 161; 
Symptomwandel bei III. 378; 
und Tic I. 228; und Urteilsfähig- 
keit P.V. 183; zunehmende Zahl 
der P.V. 183; und Zweifel P.V. 
182 
Zweifel (s. a. Misstrauen, Skepti- 
zismus, Unglauben] P.V. 77, IL 
113; und Liebesentzug P.V. 181; 
und partielle Verdrängung P.V. 
182; an der Realität des Trau- 
mas IV. 280, 281; als Symptom 
IV. 286; Symptom des inneren 

III. 55; nach Trancezustand IV. 
234, 237; an der Verlässlichkeit 
des Analytikers III. 375; und 
Zwangsneurose P.V. 182, 183 

Zweifelsucht, und Glaube P.V. 179, 

IV. 286; und Urteil P.V. 176; 
Psychoanalyse bei P.V. 184 

Zweiheit der Kräfte und Monismus 
III. 217 

Zweite Persönlichkeit und Ver- 
drängung III. 18 

Zwischenstufe, sexuelle Bg. 51, I. 
155, 157, 164 

Zyklothymie [s. a. Manisch-depres- 
sives Irresein] I. 190, IV. 166 

Zyniker III. 415, 433 





riiiii 








S. FERENCZI 






Bausteine zur Psychoanalyse 






ERSTER BAND: THEORIE 






Aus dem Inhalt: Introjektion u. Übertragung — Ent- 






wicklungsstufen des Wirklichkeitssinnes — Unlust- 






bejahung — Ontogenese des Geldinteresses — Die 






Rolle der Homosexualität in d. Pathogenese der Par- 






anoia — Alkohol und Neurosen — Nosologie der 






männlichen Homosexualität — Obszöne Worte — Den- 






ken und Muskellinnervation — Über den Tic 






298 Seiten 








ZWEITER BAND: PRAXIS 


' 






Aus dem Inhalt: Passagere Symptombildungen während 








d. Analyse — „Aktive Technik" — Forcierte Phanta- 






sien — ■ Lenkbare Träume — Dejä vu — Gleichnisse — 








Sonntagsneurose — Anomalien der Stimmlage — ■ Sym- 








bolik der Brücke — Genitalsymbolik — Wirkung der 








Potenzverkürzung des Mannes auf das Weib — ■ Soziale 








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FRANZ ALEXANDER . Psychoanalyse und soziale Frage 






PAUL SCHILDER . . Die Beziehung zwischen sozialer 






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ROBERT WAELDER . Kampfmotive und Friedensmotive 
HEINRICH MENG . . Ueber Wesen und Aufgabe der 
seelischen Hygiene 






EDWARD GLOVER . . Die unbewusste Funktion 






der Erziehung 

EDOUARD PICHON . . Psychoanalytische Untersuchungs- 
methoden 

STEFF BORNSTEIN . . Missverständnisse in der psycho- 
analytischen Pädagogik 






AUGUST AICHHORN . Zur Erziehung Unsozialer 






FRITZ WITTELS . . .Die libidinöse Struktur 






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ERWIN STENGEL . . Prüfungsangst und Prüfungsneurose 






HELENE DEUTSCH . . Ueber versäumte Trauerarbeit 
RENE LAFORGUE . . Zur Relativität der Wirklichkeit 
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RICHARD STERBA . . Bemerkungen über drei Filmdarstaller 
HANS CHRISTOFFEL . Henry Maudsleys Anschauungen von 






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i 






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IV. BAND 

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UND REFERATE. FRAGMENTE. 

BIBLIOGRAPHIE. SACHREGISTER. 




VERLAG HANS HUBER BERN 

1939