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Full text of "DDR-Handbuch-fuer-Tastfunker"

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Zur Venvendung ais Auslnidaiiganiittel 
in der Nationalen Volksarmee biestdtigt 



WeiB, Generalleutnwit 



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fur Tastfunker 



2. Auflftge 



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Deutscher MilitMrverlag Berlin 1972 






Herausgegeben im Auftrage des Ministeriums fib- Nationals Verteidigung der 
Deutschen Demqkratischen Republik 



Autoren: 

OberstleUtnaht Ing. Siegfried Batschick; Oberstleutnant Ing. Hans-Dieter 
Benkowitz; Hauptmann Ing. Willi Bemdt; Leutnant Ing. Harald Brunn; 
Hauptmann Ing. Klaus Deistung; Oberstleutnant Dipl. rer. mil. Arthur 
Friedenberg; Major Dipl.-Ing. Manfred Hohne; Hauptmann Dipl.-Ing. 
Harald Klein; Major Ing. Peter Krug; Major Ing. Emst-Niklas Kunath; 
Oberstleutnant Ing. Wilhelm Lau ; Major Ing. Lothar Linke; Oberstleutnant 
Dipl.-Ing. Heinz Mauer ; Hauptmann Ing. Gemot Padur ; Oberstleutnant Ing. 
Adolf Pfeiffer; Ing. Dieter Reichert; Oberstleutnant Ing. Helmut Richter; 
Oberstleutnant Ing. Rudolph Riedel; Major Ing. Bruno Roggenbuck; 
Oberstleutnant Dipl.-Ing. Robert Schlorke; Major Ing. Egon Schreiber; Ing. 
Giinter Sperber; Oberstleutnant Irig. Henning Tiimme; Major Ing. Giinter 
Ulbricht; Major Ing. Heinz Voigt; Major Ing. Wolfgang Volkmer; Ober- 
leutnant d. R. Erich Weller; Major Dr. med. Heinz Welters; Major d. R. 
Dipl.-Ing. Gustav Westphal; Major Jng. Horst Winski; Major Dipl.-Ing. 
Giinter Winzek; Oberstleutnant Dipl. paed. Giinter Wunderlich 



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Vorwort 



Mit dem vorliegenden Nachrichtenhandbuch wird dem Ausbilder ein Aus- 
bildungsmittel iibergeben, das in dem fiir ihn erforderlichen Umfang Angaben ' 
und Festlegungen uber den Nachrichtenbetriebsdienst, die wichtigsten Nach- 
richtengeratesatze und -gerate sowie deren Entfaltung und Bedienung im 
Gelande in zusammengefaBter Form beinhaltet. 

Es enthalt Hinweise zu den Themenkomplexen der Gefechtsausbildung der 
Nachrichtensoldaten und soil besonders den Ausbildem bei der Vorberei- 
tung und DurchfiJhrung der Ausbildung Hilfe und Unterstiitzung geben. 
Die methodischen Ratschlage sollen dazu beitragen, die Gefechtsausbildung 
der Nachrichtentruppe intensiver, gefechtsnaher und niveauvoUer 2u ge- 
stalten. 

Das Handbuch soil mit dazu beitragen, die Forderungen, die an die Nach- 
richtentruppe zum rechtzeitigen Herstellen, ununterbrochenen Halten sowie 
schnellen und sicheren Betreiben von Nachrichtenverbindungen gestellt wer- 
den, bereits im AusbildungsprozeB mit hoher Qualitat zu erfuUen. 
Das Handbuch wurde auf der Grundlage militarischer Bestimmungen cr- 
arbeitet. Es ersetzt sienicht, wird aber in vielen Fallen das Nachschlagen in 
ihnen ersparen. 

Dariiber hinaus soil es alien Interessenten Wissenswertes uber die Nachrich- 
tentruppe vermitteln. 

Reymann, Ing. 

Generalmajor 



Inhaltsverzeichnis 



TeilA NachricfatMibetriebsdieiist 

1. Sprechfunkbetrieb 31 

1.1. Bestimmungen.im Funkdienst 31 

1.1.1. AUgemeine Bestimmungen 31 

1.1.2. Wichtige nationale und intemationale Bestimmungen . . 31 

1.1.3. Geheimhaltung im Funkdienst 32 

1.1.4. AUgemeine Begriffsbestimmungen 32 

1.1.5. Betriebsunterlagen 34 

1.1.6. Funkeinschrankungen 34 

1.1.7. Einteilung der Funkspruche 35 

1.1.8. Einteilung|der Signale 35 

1.1.9. Abwicklungsverfahren 36 

1.1.10. Dringlichkeitsstufen 36 

1.1.11. Tabelle des diensthabenden Funkers 37 

1.1.12. VerbindungsUberprOfungen 37 

1.1.13. Anforderung, Durchgabe und Beantwortung der Parolen 37 

1.2. Verbindungsaufnahme bei der Arbeit mit verschiedenen Ruf- 
zeichen 38 

1.2.1. Verbindungsaufnahme in der Funkrichtung 38 

1.2.2. Verbindungsaufnahme im Funknetz 39 

1.3. Austausch von Funkspruchen 41 

1.3.1. Ankundigung, Bereiterklirung und Durchgabe von Funk- 
sprilchen 41 

1.3.2. ROckfragen, Ruckfrageantworten 42 

1.3.3. Quittung ■ • 42 

1.3.4. Ankiindigung, Durchgabe und Quittung von Rundspriiphen 42 

1.3.4.1. Durchgabe eines Rundspruchs mit Vorankundigung . . . 42 

1.3.4.2. Durchgabe eines Rundspruchs ohne Vorankundigung . . 43 

1.4. Signale und Kommandos • 44 

1.4.1. Durchgabe und Quittung von Funksignalen 44 

1.4.2. Durchgabe und Quittung von Rundspruchsignalen ... 44 

1.4.3. Durchgabe und Quittung von Dienstsignalen 45 _ 

1 .4.4. Durchgabe und Quittung von Kommandos/Feuerkomman- 
dos 45 

1.5. FunkgesprSche 46 

2. Fernsprechbetriebsdienst 53 

7 



2.1. Grundsatzliphe Bestimmungen 53 

2. 1 . 1 . AUgemeine Grundsatze 53 

2.1.2. Geheimhaltungsbestimmungen 55 

2.1.3. Betreten der Betriebsraume und Erstatten von Meldungen 55 

2.1.4. Dringlichkeitsstufen 56 

2.1.5. Tarnung, Ausbau sowie Bewachung und Verteidigung der 
Fernsprechvermittlung bzw. -stellen 57 

2.2. Aufgaben der Fernsprecher beim Betreiben und Halten der 
Nachrichtenverbindungen 57 

2.2.1. AUgemeine Aufgaben und Aufgaben der Fernsprecher bei 
Storungen 57 

2.2.2. Aufgaben des Truppfiihrers 58 

2.2.3. Aufgaben des Schichtleiters 59 

2.2.4. Aufgaben des diensthabenden Fernsprechers 59 

2.3. Regeln und Redewendungen 60 

2.3.1. Redewendungen im Fernsprechbetriebsdienst 60 

2.3.2. Regeln fiir den Fernspruchverkehr 63 

2.4. Betriebsunterlagen auf den Fernsprechvenrfittlungen . . . 64 

2.4.1. Das Betriebsbuch 64 

2.4.1.1. Muster fiir das Fiihren des Betriebsbuchs 64 

2.4.2. Das Verzeichnis der Tarnnamen und Tarnzahlen .... 65 

2.4.3. Die Verbindungsiibersicht 65 

'2.4.3.1. Muster einer Verbindungsubersicht fur den Felddienst . . 65 

2.4.3.2. Muster einer Verbindungsiibersicht fiir den stationaren 
Dienst 66 

2.4.4. Die Diensteinteilung 67 

2.4.4.1. Muster einer Diensteinteilung 67 

2.4.5. Das Teilnehmerverzeichnis 68 

2.4.6. Das Storungsbuch 68 

2.4.7. Das Verzeichnis der Leitungsnummern 68 

2.4.8. Das Spruchformular 68 

2.5. Nachweis von abgehenden Amtsgesprachen durch den 
diensthabenden Fernsprecher 69 

2.6. Anlagen . 69 

Anlage 1 Redewendungen 69 

Anlage 2 Buchstabieralphabet/Ziffern/Satzzeichen . ... 71 

Anlage 3 Regeln fiir das Zahlen der Worter 72 

3. Tastfunkverkehr 73 

3.1. Verbindungsaufnahme 73 

3.2. Schematische Darstellung einer Funkrichtung 73 

3.2.1. Beispiel einer Verbindungsaufnahme (Standardform) . . . 73 

3.3. Schematische Darstellung eines Funknetzes 74 

3.3.1. Beispiel einer Verbindungsaufnahme (Standardform) . . . 74 

3.4. Verbindungsiiberprijfung 75 

3.4.1. Formen der Verbindungsiiberpriifung 75 

3.5. Austausch von Funkspruchen 75 

3.5.1. Ankundigung und Bereiterklarung 75 



3.5.2. Durchgabe von Funkspruchen 76 

3.5.3. Empfangsbestatigungen (Quittung) 76 

3.5.4. Wiederholung und Korrektur von Funkspruchen (Ruck- 
fragen und Riickfrageantworten) 77 

3.6. Funksignale 78 

3.6.1. Funkgesprache 79 

3.7. Parolenanforderung und Parolendurchgabe 80 

3.8. Tabelle des diensthabenden Funkers 80 

4. Schreibweise, Buchstabiernamen und Morsezeichen ... 81 

Teil B Nachrichtengeratesatze 85 

1. Funkgeratesatz R 125 87 

1.1. Bestimmung * 87 

1.2. Technische Angaben 87 

1.3. Aufbau 89 

1.3.1. Telle des Geratesatzes 89 

1.3.2. Funkgerate und Leistungsverstarker 89 

1.3.3. Funkerpult 91 

1.3.4. Kommandeurspult 92 

1.3.5. Antennenweiche und Antennenfilter 93 

1.3.6. Lade- und Verteilertafel 93 

1.4. Bedienung 94 

1 .4. 1 . Vorbereiten zum Betrieb 94 

1.4.2. Betrieb 97 

1.5. Wartung 99 

2. RichtfunkgeratesatzR403M 100 

2.1. Bestimmung 100 

2.2. Technische Angaben 100 

2.3. Aufbau 101 

2.3.1. AUgemeine Beschreibung 101 

2.3.2. Telle des Geratesatzes 101 

2.3.3. Frontplatten 103 

2.4. Bedienung 108 

2.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 108 

2.4.1.1. Antennennachbildung und Zubehor anscWieBen 108 

2.4.1.2. Stromversorgung einschalten 108 

2.4.2. Oberprufen des Richtfunkgeratesatzes 110 

2.4.2.1. (Jberpriifen des Richtfunkgeratesatzes ohne Gegenstelle 110 

2.4.2.2. Oberpriifen des UKW-Sender- und -Empfangereinschubs 111 

2.4.2.3. Oberpriifen des Fernsprecheinschubs 112 

2.4.2.4. Oberprufen des Fernschreibeinschubs 112 

2.4.2.5. Oberprufen und Korrektur der Frequenzgenauigkeit des 
Empfangers 113 

2.4.2.6. Oberpriifen und Korrektur der Frequenzgenauigkeit des 
Senders 113 



2.4.2.7. Oberprufen und Korrektur der automatischen Frequenz- 

nachstimmung (AFN) H3 

2.4.'. Betrieb mit dem Richtfunkgeratesatz 114 

l.j. Wartung . 114 



T.ilC Nachiichtengerite 115 

1. Funkgerat.R104M 117 

1.1. Btstimmung 117 

1.2. Technische Angaben 117 

1.3. Aufbau 118 

1.3.1. Telle des Geratesatzes 118 

1.3.2. GerStetomister . _ 118 

1.3.3. Stromversorgungstornfeter 120 

1.3.4. Transverter 120 

1.3.5. Symmetrierzusatz 121 

1.4. Bedienung ^ 121 

1.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 121 

1.4.2. Betrieb 124 

1.5. Wartung 125 

2. Funkgerat R 130 126 

2.1. Bestimmung 126 

2.2. Technische Angaben . 126 

2.3. Aufbau 127 

2.3.1. Telle des Funkgerats 127 

2.4. Vorbereiten zum Betrieb 128 

2.4.1. Auswahl des Aufbauplatzes und der Antennen 128 

2.4.2. Inbetriebnahme |28 

2.4.2.1. Abstimmen des Funkgerates mit der Abstimmeinrichtung 
WSUA 128 

2.4.2.2. Abstimmen des Funkgerates mit der Abstimmeinrichtung 
WSUT '. 130 

2.5. Betrieb 130 

2.5.1. Arbeit vom Funkgerat 130 

2.5.2. Fernbedienung 130 

3. FunkgerateR105/108/109D(DV-44/47) 

R 1 05/ 108/1 09 M (DV-44/46) 

R114 131 

3.1. Bestimmung 131 

3.2. Technische Angaben 131 

3.3. Aufbau 131 

3.3.1. Teile des Funkgerats 132 

3.3.2. Frontplatte 132 

3.3.3. Gehause. . 133 

3.4. Bedienung 134 

10 



3.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 134 

3.4.1.1. Auswahl des Aufbauplatzes . 134 

3.4.1.2. Auswahl der Antennen 135 

3.4.1.3. Inbetriebnahme des Funkgerats 136 

3.4.2. Betrieb 137 

3.4.2.1. Funkverkehr . 137 

3.4.2.2. Nutzung des Funkgerats als Feldfernsprecher (Dienstver- 
bindung) 137 

3.4.2.3. Fembedienung des Funkgerats 138 

3.4.2.4. Funkiibertragung mit zwei UKW-Funkgeraten 138 

3.4.2.5. Eichen 139 

3.5. Wartung . 140 

4. Funkgerat R 107 141 

4.1. Bestimmung 1^1 

4.2. Technische Angaben 141 

4.3. Aufbau 141 

4.3.1. Telle des Funkgerats » 141 

4.3.2. Frontplatte 142 

4.4. Vorbereiten zum Betrieb 142 

4.4.1. Auswahl des Aufbauplatzes und der Antennen . . . . . 142 

4.4.2. Inbetriebnahme - Durchstimmbare Arbeitsfrequenz . . . 142 

4.4.3. Inbetriebnahme - Programmierte Arbeitsfrequenz .... 143 

4.4.3.1. Loschen von programmierten Frequenzen 143 

4.4.3.2. Programmierung von Frequenzen 143 

4.4.3.3. Frequenzwechsel 144 

4.5. Betrieb 144 

4.5.1. Arbeit vom Funkgerat 144 

4.5.2. Fembedienung 144 

4.5.2.1. Dienstverbindung 144 

4.5.3. Funkiibertragung , . . 145 

4.5.3.1. Allgemeines 145 

4.5.3.2. Vorbereiten der Funkgerate zur Funkubertragung .... 145 

4.6. Eichen 145 

4.7. Wartung 145 

5. Funkgerat R 111 146 

5.1. Bestimmung 146 

5.2. Technische Angaben 146 

5.3. Aufbau 146 

5.3.1. Teile des Funkgerats 146 

5.3.2. Frontplatten 147 

5.4. Vorbereiten zum Betrieb 148 

5.4.1. Auswahl des Aufbauplatzes und der Antennen 148 

5.4.2. Inbetriebnahme - Dufchstimmbare Arbeitsfrequenz ... 149 

5.4.3. Inbetriebnahme - Programmierte Arbeitsfrequenz . ... 149 

5.4.3.1. Loschen von programmierten Frequenzen 149 

5.4.3.2. Programmierung von Frequenzen . 149 

11 



5.5. Betrieb 150 

5.5.1. Arbeit vom Funkgerat 150 

5.5.1.1. Kontrolle des Sendebetriebs ohne automatische Anruf- und 
SchluBzeichengabe 150 

5.5.1.2. Kontrolle des Sendebetriebs mit automatischer Anruf- und 
SchluBzeichengabe 151 

5.5.1.3. Diensthabender Empfang 151 

5.5.1.4. Sprechfunk 151 

5.5.2. Fernbedienung 151 

5.5.2.1. Dienstverbindung 152 

5.5.3. Automatische Funkiibertragung 152 

5.6. Eichen 152 

5.7. Wartung 152 

6. Funkgerat R 113 153 

6.1. Bestimmung 153 

6.2. Technische Angaben 153 

6.3. Aufbau 154 

6.3.1. Teile des Funkgerats 154 

6.4. Vorbereiten zum Betrieb 154 

6.5. Betrieb 156 

6.5.1. Simplexbetrieb 156 

6.5.2. Duplexbetrieb 156 

6.5.3. Diensthabender Empfang 156 

7. Funkgerat R 112 157 

7.1. Bestimmung 157 

7.2. Technische Angaben 157 

7.3. Teile des Gerats 158 

7.4. Bedienung 159 

7.4.1. Oberprufen und Vorbereiten zum Betrieb 159 

7.4.2. Betrieb 160 

7.5. Wartung 160 

7.6. Tabelle zum Oberpriifen der Rohren des Empfangers und des 
Senders 161 

8. Funkgerat R 123 . 162 

8.1. Allgemeines 162 

8.2. Technische Angaben 162 

8.3. Aufbau 162 

8.3.1. Teile des Funkgerats 162 

8.3.2. Allgemeine Beschreibung 163 

8.4. Bedienung 164 

8.4.1. Oberpriifung 164 

8.4.1.1. Oberpriifen des Funkgerats 164 

8.4.1.2. Oberpriifen in der Betriebsart »Empfang« 164 

8.4.1.3. Eichung 165 

8.4.1.4. Oberpriifen in der Betriebsart »Senden«, »Simplex« . . .165 

12 



• 



8.4.1.5. tJberpriifen in der Betriebsart »Duplex« 165 

8.4.1.6. OberprUfen des automatischen Systems 165 

8.4.2. Vorbereiten zum Betrieb 165 

8.4.2.1. Allgemeine Arbeiten 165 

8.4.2.2. Abstimmender R 123 165 

8.4.3. Betrieb 166 

8.4.3.1. Allgemeines 166 

8.4.3.2. Arbeiten in den einzelnen Betriebsarten 166 

8.5. Wartung 167 

9. Funkgerat R 120 168 

9.1. Bestimmung 168 

9.2. Technische Angaben 168 

9.3. Aufbau 168 

9.4. Vorbereiten zum Betrieb 169 

9.5. Betrieb 170 

10. FunkempfangerR311 171 

10.1. Bestimmung 171 

10.2. Technische Angaben 171 

10.3. Aufbau 171 

10.3.1. Allgemeine Beschreibung 171 

10.3.2. Telle des Gerats 171 

10.3.3. Frontplatte 172 

10.3.4. Seitenwande 172 

10.4. Bedienung 173 

10.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 173 

10.4.1.1. AnschluB der Stromversorgung 173 

10.4.1.2. Vorbereiten zum Betrieb und Abstimmen 174 

10.4.2. Betrieb . 174 

10.4.3. Eichen 175 

10.4.3.1. Eichenmit IControllmarkeninder V. Grobstufe(4f) • • 175 

10.4.3.2. Eichen mit KontroUmarken v,dieaufderSkaleinderNahe 
der befohlenen Frequenz liegen 175 

10.5. Wartung 176 

11. Funkempfanger R 312 177 

11.1. Bestimmung 177 

11.2. Technische Angaben 177 

11.3. Aufbau 177 

11.3.1. Allgemeine Beschreibung 177 

11.3.2. Telle des Gerats 177 

11.3.3. Frontplatte 178 

11.3.4. Seitenwande 179 

11.4. Bedienung 179 

11.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 179 

1 1 .4. 1 . 1 . AnschluB der Stromversorgung 1 79 

11.4.1.2. Vorbereiten zum Betrieb und Abstimmen 180 

13 



11.4.2. Betrieb 181 

11.4.3. Eichen 181 

11.5. Wartung 181 

12. Feldfernsprecher FF 63 183 

12.1. Bestimmung 183 

12.2. Technische Angaben 183 

12.3. Aufbau 183 

12.4. Bedienung 184 

12.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 184 

12.4.2. Betrieb 184 

12.5. Wartung 184 

13. Kommandeurssprechstelle KSS-10 185 

13.1. Bestimmung 185 

13.2. Technische Angaben 185 

13.3. Aufbau 186 

13.3.1. Telle des Gerats 186 

13.3.2. Mechanischer Aufbau 186 

13.3.3. Elektrischer Aufbau 186 

13.3.4. Frontplatte 186 

13.3.5. Seitenwande 186 

13.4. Bedienung 187 

13.4.1. Oberpriifen 187 

13.4.2. Vorbereiten zum Betrieb 188 

13.4.3. Betrieb 188' 

13.5. Wartung ,.189 

14. AmtsanschlieBer AS 60 190 

14.1. Bestimmung 190 

14.2. Technische Angaben ' . 190 

14.3. ' Aufbau 191 

14.4. Bedienung 191 

14.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 191 

14.4.2. Betrieb 191 

14.5. Wartung 191 

15. ■ Femsprechvermittlungen 10 Tin ' 192 

15.1. Femsprechvermittlung OB 62/10 192 

15.1.1. Bestimmung 192 

15.1.2. Technische Angaben ; 192 

15.1.3. Telle des Geratesatzes 193 

15.1.4. Aufbau 193 

15.1.4.1. Gehause 193 

15.1.4.2. Gerateeinsatz 194 

15.1.4.3. Frontplatte 194 

15.1.4.4. Ruckwand (von links nach rechts) 194 

15.1.5. Bedienung 195 

14 



15.1.5.1. Oberpriifen 195 

15.1.5.2. Vorbereiten zum Betrieb > 196 

15.1.6. Betrieb 197 

15.1.6.1. OB-Teilnehmer verlangt OB-Teilnehraer 197 

15.1'6.2. Herstellen eines Sammelgesprachs 197 

15.1.6.3. OB-Teilnehmer verlangt Amtsteilnehmer .198 

15.1.6.4. Amtsteilnehmer verlangt OB-Teilnehmer 198 

15.1.6.5. Hinweise fiir die Fernbesprechung von Funkgeraten . . . 198 

15.1.7. Wartung 199 

15.2. FernsprechvermittlungP 193M 200 

15.2.1. Bestimmung 200 

15.2.2. Technische Angaben 200 

15.2.3. Aufbau 200 

15.2.3.1. Telle des Oeratesatzes 200 

15.2.3.2. Allgemeine Beschreibung 200 

15.2.3.3. Frontplatte des Gerateeinsatzes 201 

15.2.4. Bedienung 201 

15.2.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 201 

15.2.4.2. Oberpriifen 201 

15.2.4.3. AnschlieBen der Teiinehmerleitungen 202 

15.2.4.4. Betrieb 202 

15.2.4.5. Abbau . . . ; 203 

15.2.5. Wartung 203 

16. Morsegeber MGS 165 204 

16.1. Bestimmung ,. 204 

16.2. Technische Angaben 204 

16.3. Bedienung 206 

16.3.1. Allgemeines 206 

16.3.2. AnschluD der Stromversorgung 207 

16.3.3. Anschlufi des Senders 207 

16.3.4. AnschluD des Empfangers 207 

16.3.5. AnschluB des Kopfhorers 207 

16.3.6. AnschluB der Morsetaste 208 

16.3.7. Vorbereiten zum Betrieb 208 

16.3.7.1. Oberpriifen 208 

16.3.7.2. Papiereinfuhrung 209 

16.3.7.3. Zeileneinstellung 209 

16.3.8. Betrieb 209- 

16.3.8.1. Einschalten 209 

16.3.8.2. KontroUe der Betriebsbereitschaft 209 

16.4. Wartung 210 

16.5. Hinweise fiir den praktischen Funkbetriebsdienst mit dem 
Morsegeber MGS 165 211 



15 



Teil D Stromversorgungseinrichtungen 213 

1. Elektroaggregat PES-0,75 215 

1.1. Bestimmung 215 

1.2. Technische Angaben 215 

1.3. Telle des Aggregats 216 

1.4. Aufbau 217 

1.5. Inbetriebnahme 217 

1.5.1. Betriebsiiberwachung 218 

1.5.2. Aggregat abstellen 218 

1.6. Wartung '. 218 

2. Generatoren 220 

2.1. Bestimmung 220 

2.2. Generator GSK- 1500 220 

2.2.1. Technische Angaben 220 

2.2.2. Aufbau 220 

2.2.3. Inbetriebnahme 221 

2.2.4. Wartung 221 

2.3. Generator G-8 . 222 

2.3.1. Technische Angaben 222 

2.3.2. Auftau 222 

2.3.3. Inbetriebnahme 223 

2.3.4. Wartung 223 

3. Akkumulatoren 224 

3.1. Bestimmung 224 

3.2. Nickel-Kadmium-Akkumulatoren (NK-Akkumulatoren) . 225 

3.2.1. Technische Angaben 225 

3.2.2. Aufbau 227 

3.2.3. Wirkungsweise 227 

3.2.3.1. Entladung 228 

3.2.3.2. Elektrolyt 230 

3.2.4. Wartung 230 

3.2.4.1. Wartung durch den Trupp 231 

3.2.4.2. Wartung in der Ladewerkstatt .231 

3.2.5. Laden 232 

3.2.5.1. Normalladung 232 

3.2.5.2. Ausgleichsladung 233 

3.2.5.3. Schnelladung . 233 

3.3. Elektrolytarme Nickel-Kadmium-Akkumulatoren .... 234 

3.3.1. Technische Angaben 234 

3.3.2. Wartung 234 

3.3.2.1. Formierung 235 

3.3.3. Laden 236 

3.4. Gasdichte Nickel-Kadmium-Akkumulatoren 236 

3.4.1. Technische Angaben 237 

3.4.2. Aufbau 238 

16 



Wartung 240 

Laden 240 

Silber-Zink-Akkumulatoren(SZA) 241 

Aufbau 241 

Wirkungsweise 242 

Elektrolyt 243 

Formieren der Silber-Zink-Akkumulatoren 243 

Erster Formierungszyklus 244 

Zweiter Formierungszyklus 244 

Laden 244 

Lagerung 246 

Benzin-Elektro-AggregatBeET 1,5-2/220 V 247 

Bestimmung 247 

Technische Angaben 247 

Aufbau 247 

Wirkungsweise 248 

Benzinmotor 248 

Elektrische Anlage 250 

Inbetriebnahme 250 

Vorbereitung der Inbetriebnahme 250 

Inbetriebnahme des Benzinmotors . 251 

Einstellen der Spannung 252 

Inbetriebnahme im Winter 253 

Betriebsuberwachung und AuBerbetriebsetzen 253 

Wartung 253 

Hinweise bei Storungen 255 

Motor springt nicht oder nur schwer an 255 

Motor lauft unregelmaBig bzw. bleibt stehen 256 

Maschine gibt keine Spannung 256 



TeilE Antennen 257 

1. Stabantennen 259 

1.1. Begriffsbestimmung 259 

1.2. Ausbreitungscharakteristik . 260 

1.2.1. Horizontales Strahlungsdiagramm 260 

1.2.2. Vertikales Strahlungsdiagramm 260 

1.2.3. Weitere Einfltisse auf die Ausbreitungscharakteristik . . 261 

1.3. Anpassung und Abstimmung 262 

1.4. Arten 263 

, 2. Langdrahtantennen 266 

2.1. Begriffsbestimmung 266 

2.2. Arten .266 

2.3. Ausbreitungscharakteristiken 267 

2.3.1. Vertikales Richtdiagramm 267 

2 HBTastfunker 17 



3.4.3. 


3.4.4. 


3.5. 


3.5.1. 


3,5.2. 


3.5.2.1. 


3.5.3. 


3.5.3.1, 


3.5.3.2. 


3.5.4. 


3.5.5. 


4. 


4.1. 


4.2. 


4,3. 


4.4. 


4.4.1. 


4.4.2. 


4.5. 


4.5.1. 


4.5.2. 


4.5.3. 


4.5.4. 


4.6. 


4.7. 


4.8, 


4.8.1. 


4.8.2. 


4.8.2. 



Horizontales Richtdiagramm 268 

EinfluB verschiedener Faktoren auf die Ausbreitungscha- 

rakteristiken 269 

Ausnutzung 269 

Frequenzbereich . , 269 

Aufbauvarianten 269 

Praktische Hinweise 270 

Behelfsantennen 272 

Begriffsbestimraung 272 

Arten 272 

Behelfsdipolantennen 272 

Behelfsvertikalantennen 273 

Behelfslangdrahtantennen 274 

Ausbreitungscharakteristiken in horizontaler Ebene ... 274 

Behelfsdipolantennen 274 

Behelfsvertikalantennen 275 

Behelfslangdrahtantennen . 275 

Ausbreitungscharakteristiken in vertikaler Ebene .... 276 

Behelfsdipolantennen 276 

Behelfsvertikalantennen 276 

Behelfslangdrahtantennen 277 

EinfluB verschiedener Faktoren auf die Ausbreitungscha- 
rakteristiken 277 

Abmessung und Aufbau der Behelfsantennen und des Ge- 

gengewichts 277 

Frequenz "... 277 

Elektrische Werte des Bodens 278 

Ausnutzung 278 

Frequenzbereich 278 

Aufbauvarianten 278 

Antennenanpassung 280 

Praktische Hinweise 280 

Allgemeine Hinweise 280 

Berechnung von Behelfsantennen 281 

Antennenaufbau 283 



TellF Feldkabelbao 285 

1. Einzelverrichtungen 287 

1.1. Grundsatze fur den Feldkabelbau 287 

1.1.1. Anforderungen an Feldkabelverbindungen 287 

1.1.2. Sicherheitsbestimmungen 287 

1.1.2.1. Uberbau von StraBen 287 

1.1.2.2. Cberbau von Bahnanlagen 287 

1.1.2.3. Kreuzen von Starkstromleitungen .288 

1.1.2.4. Oberqueren von Wasserhindemissen 288 

18 



2.3.2. 


2.4. 


2.5. 


2.5.1. 


2.5.2. 


2.5.3. 


3. 


3.1. 


3.2. 


3.2.1. 


3.2.2. 


3.2.3. 


3.3. 


3.3.1. 


3.3.2. 


3.3.3. 


3.4. 


3.4.1. 


3.4.2. 


3.4.3. 


3.5. 


3.5.1. 


3.5.2. 


3.5.3. 


3.6. 


3.6.1. 


3.6.2. 


3.6.3. 


3.6.4. 


3.6.4,1. 


3.6.4.2, 


3.7. 



• 



1.1.2.5. Arbeit an stationaren Fernmeldeanlagen 288 

1.1.3. Richtlinien fiir das Verlegen von Feldkabel 288 

1.1.3.1. AUgemeine Richtlinien 288 

1.1.3.2. Tiefbau 289 

1.1.3.3. Hochbau .290 

1.1.4. Sicherung von Feldkabelleitungen 291 

1.2. Die wichtigsten Baugerate und -werkzeuge 291 

1.2.1. Zum Verlegen von leichtem Feldkabel 291 

1.2.1.1. Baugerate 291 

1.2.1.2. Bauwerkzeuge 293 

1.2.2. Zum Verlegen von Feldfernkabel und Feldverbindungs- 
kabel lOpaarig 294 

1.2.2.1. Baugerate 294 

1.2.2.2. Bauwerkzeuge 294 

1.3. Einzelverrichtungen fur den Bau mit IFK 295 

1.3.1. Weberknoten 295 

1.3.2. Mastwurf 296 

1.3.3. Doppelter Mastwurf 296 

1.3.4. Herstellen einer Lartgenverbindung 297 

1.3.5. Cberweg im Tiefbau 297 

1.3.6. Oberweg ira Hochbau 297 

1.3.7. Abbund im Hochbau 299 

1.4. Einzelverrichtungen fur den Bau von FFK und FVK. . . 299 

1.4.1. Langenverbindung 299 

1.4.2. Abbinden des Kabels im Tiefbau 301 

1.4.3. Abbinden des Kabels im Hochbau 301 

1.5. Verlegen des Feldkabels unter besonderen Bedingungen 302 

1.5.1. Wasserhindernisse 302 

1.5.2. Im Grabensystem 302 

2. Feldkabel 304 

2.1. AUgemeines .• 304 

2.2. Leichte Feldleitung (IFL) 304 

2.2.1. Einsatzmoglichkeiten 304 

2.2.2. Technische Angaben 305 

2.2.3. Aufbau 306 

2.2.4. Zubehor ' 306 

2.3. Leichtes Feldkabel (IFK) 306 

2.3.1. Einsatzmoglichkeiten 306 

2.3.2. Technische Angaben 307 

2.3.3. Aufbau 307 

2.4. Feldverbindungskabel(FVK-lOp) 308 

2.4.1. Einsatzmoglichkeiten 308 

2.4.2. Technische Angaben 308 

2.4.3. AuftaiT 308 

2.4.4. Zubehor 309 

2.5. Feldfernkabel 36 (FFK-36) 310 

2.5.1. Einsatzmoglichkeiten 310 

2* 19 



2.5.2. Technische Angaben . 310 

2.5.3. Aufbau 311 

2.5.4. Zubehor 311 

2.6. Feldfernkabel 60 (FFK-60) 312 

2.6.1. Einsatzmoglichkeiten 312 

2.6.2. Technische Angaben 312 

2.6.3. Aufbau 313 

2.6.4. Zubehor 313 

TeilG Wartnng 317 

1. Wartung der Nachrichtengerate und des Zubehors . . . .319 

1.1. Begriffsbestimmung 319 

1.2. Wartungs- und Oberpriifungsanweisungen 320 

1.3. Sicherheitsbestimmungen 320 

1.4. Umfang der WartungsmaBnahmen 321 

1.5. Wartungshinweise 322 

1.5.1. Fur Nachrichtengerate 322 

1.5.2. Fur Stromversorgungsgerate 323 

1.5.2.1. Akkumulatoren 323 

1.5.2.2. Primarstromquellen 323 

1.5.2.3. Stromversorgungsaggregate 323 

1.5.3. Fiir Antennenanlagen 324 

1.5.4. Zubehor 324 

1.6. Pflichten des Truppfiihrers 325 

2. Parktage, technische Kontrollen und Durchsichten . . . 326 

2.1. Begriffsbestimmung 326 

2.2. Planung und Organisation von Parktagen 327 

2.3. Planung und Organisation von Gerateappellen, technischen 
Kontrollen und Durchsichten 328 

2.4. Materielle Sicherstellung 330 

2.5. Bewertungssystem 330 

2.6. Aufgaben und Pflichten des Truppfiihrers 332 



Teil H Grundlagen der Nachrichtentechnik 333 

1. Elektrotechnik 335 

1.1. Grundlegende Erscheinungen und Gesetze des Gleich- 

stroms 335 

1.1.1. Elektrischer Stromkreis 335 

1.1.1.1. Wesen der Elektrizitat 335 

1.1.1.2. Strom • 336 

1.1.1.3. Spannung 337 

1.1.1.4. Widerstand 338 

1.1.2. Grundgesetze des Gleichstromkreises 339 

20 



1.1.2.1. Ohmsches Gesetz 339 

1.1.2.2. Reihenschaltung von Widerstanden (2. Kirchhoffsches 
Gesetz) 340 

1.1.2.3. Parallelschaltung von Widerstanden (1. Kirchhoffsches 
Gesetz) 341 

1.1.3. Arbeit und Leistung 342 

1.2. Magnetische und elektromagnetische Erscheinungen . . . 343 

1.2.1. Grundgesetze des Magnetismus 343 

1.2.2. Elektromagnetismus 344 

1.2.2.1. Magnetisches Held 344 

1.2.2.2. GrundgroBen des magnetischen Feldes 346 

1.2.2.3. Induktion 349 

1.2.2.4. Selbstinduktion 350 

1.2.2.5. Gegeninduktion 351 

1.3. Elektrisches Feld 352 

1.3.1. BestimmungsgroBen des elektrischen Feldes 352 

1.3.2. Kondensator 354 

1.3.2.1. Bemessungsgleichung 354 

1.3.2.2. Ausfijhrungsformen und Schaltzeichen . • 355 

1.3.2.3. Parallel- und Reihenschaltung von Kondensatoren . . . 355 

1 .4. Grundlagen des Wechselstroms 356 

1.4.1. Stromerzeugung 356 

1 .4.2. GrundgroBen des Wechselstroms 357 

1.4.3. Drehstrom 359 

1.4.4. Transformator 360 

1.4.5. Kurbelinduktor 362 

1.4.6. Entstehung des Sprechwechselstroms 363 

1.5. Widerstande im Gleich- und Wechselstromkreis 365 

1.5.1. Ohmscher Widerstand 365 

1.5.2. Spule 365 

1.5.3. Kondensator 366 

1.6. Elektrische Spannungsquellen 367 

1.6.1. Chemische Spannungsquellen 367 

1.6.1.1. Einteilung 367 

1.6.1.2. Schaltung von Spannungsquellen 368 

1.6.1.3. Primarelemente 369 

1.6.1.4. Sekundarelemente 370 

1.6.2. Gleichrichter 371 

1.6.2.1. Zweckbestimmung und Einteilung 371 

1.6.2.2. Gleichrichterschaltungen 372 

1.7. Elektrische MeBinstrumente 373 

1.7.1. Aufgaben der MeBtechnik 373 

1 .7.2. Arten der MeBinstrumente 374 

1.7.2.1. Einteilung 374 

1.7.2.2. DrehspulmeBwerk 374 

1.7.2.3. DreheisenmeBwerk 375 

1.7.3. Umgang mit MeBinstrumenten 376 

1.7.3.1. Behandlung der MeBinstrumente 376 

21 



1.7.3.2. Beschri*'tung der MeBinstrumente 377 

1.7.3.3. Ablesen der MeBwerte 377 

1.7.3.4. MeBfehler 377 

1.7.4. Praktische Messungen 378 

1.7.4.1. Strommessung - 378 

1.7.4.2. Spannungsmessung 378 

1.7.4.3. Leistungsmessung. 379 

1.7.4.4. Widerstandsmessung mit Strom- und Spannungsraesser 379 

1.7.4.5. Widerstandsmessung mit Spannungsraesser ^ 380 

1.7.4.6. GleichstrommeBbriicke zur Widerstandsmessung . . . .381 

2. HF-TechnikI 382 

2.1. Elektrische Schwingungen, Schwingkreis 382 

2.1.1. Vorbetrachtungen 382 

2.1.2. Entstehung und Frequenz freier gedampfter Schwingungen 382 

2.1.3. Erzwungene Schwingungen . 385 

2.1.4. Resonanzeigenschaften von Reihen- und Parallelschwing- 
kreis 386 

2.1.5. Bandbreite und Abstimmung von Schwingkreisen .... 389 

2.1.6. Bandfilter 390 

2.2. Elektronenrohren und Halbleiter 392 

2.2.1. Zweckbestimmung 392 

2.2.2. Elektronenrohren 392 

2.2.2.1. Prinzipielle Arbeitsweise 392 

2.2.2.2. Aufbau und Arbeitsweise der Diode 393 

2.2.2.3. Aufbau und Arbeitsweise von Mehrpolrohren 395 

2.2.3. Halbleiter 399 

2.2.3.1. Leitungsmechanismus 399 

2.2.3.2. Halbleiterdiode 400 

2.2.3.3. Transistor 401 

2.3. Rohren- und Transistorverstarker 403 

2.3.1. Bestimmung 403 

2.3.2. Grundschaltungen 403 

2.3.3. Rohrenverstarker 405 

2.3.3.1. Wirkungsweise 405 

2.3.3.2. Einstufiger Spannungsverstarker 407 

2.3.3.3. Einstufiger Leistungsverstarker 409 

2.3.3.4. Mehrstufiger Verstarker 410 

2.3.3.5. Verstarkungsregelungen 411 

2.3.4. Transistorverstarker 412 

2.3.4.1. Allgemeines 412 

2.3.4.2. Stromversorgung und Arbeitspunkteinstellung des Trans- 
sistors 412 

2.3.4.3. Aufbau und KenngroBen eines Verstarkers zur Kleinsignal- 
verstarkung 413 

2.3.4.4. Aufbau und KenngroBen eines Verstarkers zur GroB- 
signalverstarkung 415 

2.4. Rohren- und Transistoroszillatoren 416 

22 



• 



2.4.1. Bestimmung 416 

2.4.2. Wirkungsweise der Oszillatorschaltung 416 

.2.4.3. Grundschaltungen von Oszillatoren 418 

2.4.3.1. Transformatorische Ruckkopplungsschaltung nach MeiB- 
ner 418 

2.4.3.2. Dreipunktschaltungen nach Hartley und Colpitis .... 419 

2.4.3.3. Huth-Kuhn-bszillator 420 

2.4.3.4. ECO-Schaltung . 421 

2.4.3.5. QuarzosziUator nach Pierce 422 

2.4.4. Frequenzstabilitat 423 

3. HF-Technik II 424 

3.1. Antennenarten und Ausbreitung elektromagnetischer Wel- 

len 424 

3.1.1. Zweckbestimmung 424 

3.1.2. Entstehung elektromagnetischer Wellen 424 

3.1.3. Ausbreitung elektromagnetischer Wellen 426 

3.2. Modulation und Demodulation 428 

3.2.1. Bestimmung und Wirkungsweise 428 

3.2.2. Modulationsarten 429 

3.2.2.1. Amplitudenmodulation •. 429 

3.2.2.2. Frequenzmodulation 431 

3.2.2.3. Phasenwinkelmodulation 433 

3.2.2.4. Pulsmodulation 434 

3.2.2.5. Einteilung der Modulationsarten und Aussendungen . . . 435 

3.2.3. Modulationsschaltungen 435 

3.2.3.1. Amplitudenmodulation 435 

3.2.3.2. Frequenz- und Phasenwinkelmodulation 438 

3.2.4. Demodulationsschaltungen 439 

3.2.4.1. Demodulation amplitudenmodulierter Hochfrequenz . . 439 

3.2.4.2. Demodulation frequenz- und phasenmodulierter Hochfre- 
quenz ... 440 

4. Wichtige Begriffe des Nachrichtenwesens in Deutsch und 
Russisch 443 

4. 1 . Nachrichtentaktische Begriffe 443 

4.1.1. Dienststellungen 443 

4.1.2. Nachrichteneinheiten 444 

4.1.3. Organisation von Nachrichtenverbindungen 444 

4.1.4. Nachrichtenverbindungen 445 

4.2. Nachrichtentechnische Begriffe 447 

4.3. Nachrichtenbetriebsdienst . 452 

4.4. Wichtigste Redewendungen 455 

4.4.1. Funkbetriebsdienst 455 

4.4.2. Richtfunkbetriebsdienst 456 

4.4.3. Fernsprechbetriebsdienst 457 

4.4.4. Fernschreibbetriebsdienst 458 

4.4.5. Kurierdienst 459 

23 



4.5. Hauflg vqrkommende Abkurzungen auf sowjetischen Nach- 
richtengeraten 460 

4.5.1. Fur die gesamte Technik zutreffend 460 

4.5.2. Vorwiegend fur drahtlose Nachrichtentechnik zutreffend 461 

4.5.3. Vorwiegend fur drahtgebundene Nachrichtentechnik zu- 
treffend 462 

4.6. Wichtige BegrifTe im ortsfesten Nachrichtennetz 464 



Teil I Allgemeine militarische Ausbildung 465 

1 . SchieBausbildung mit Schiitzenwaffen 467 

1.1. Pistole Makarow (Pistole M) 467 

1.1.1. Bestimmung 467 

1.1.2. Taktisch-technische Angaben 467 

1.1.3. Aufbau 468 

1.1.4. Bedienung 471 

1.1.4.1. Fallen des Margazins 471 

1.1.4.2. Einsetzen des Magazins 471 

1.1.4.3. Durchladen der Pistole ' 471 

1.1.4.4. Entladen der Pistole 472 

1.1.5. Auseinandernehmen 472 

1.1.5.1. Teilweises Auseinandernehmen 472 

1.1.5.2. VoUstandiges Auseinandernehmen 473 

1.1.6. Beseitigung von Hemmungen 474 

1.1.7. Ausbildungsanleitung 475 

1.2. Handgranaten 478 

1.2.1. Splitterhandgranaten 478 

1.2.1.1. Bestimmung 478 

1.2.1.2. Taktisch-technische Angaben 478 

1.2.1.3. Aufbau -479 

1.2.1.4. Wirkungsweise 480 

1.2.1.5. Bedienung. . 480 

1.2.2. Panzerhandgranaten 481 

1.2.2.1. Bestimmung 482 

1 .2.2.2. Taktisch-technische Angaben 482 

1.2.2.3. Aufbau 482 

1.2.2.4. Wirkungsweise 483 

1.2.2.5. Bedienung 483 

1.2.3. Sicherheitsbestimmungen fiir den Umgang mit Handgra- 
naten 484 

1.2.4. Ausbildungsanleitung 485 

1.3. SchieBdienst 487 

1.3.1. Ladetatigkeiten 487 

1.3.1.1. Laden und Entladen von Pistole, IMG und Scharfschutzen- 
gewehr 487 

1.3.1.2. Laden und Entladen der Bewaffnung des SPW 60 PB. . . 488 

1.3.2. Anschlagsarten 489 

24 



1.3.2.1. Anschlag liegend 489 

1.3.2.2. Anschlag kniend 491 

1.3.2.3. Anschlag stehend 492 

1.3.2.4. Anschlage beim SchieBen auf Luftziele 494 

1.3.2.5. Anschlagsarten beim SchieBen mit Schutzenwaffen vom 
SPW 495 

1.3.3. Ausbildung mit dem OZG-64 496 

1.3.3.1. Bestimmung des OZG-64 496 

1.3.3.2. Vorbereitung 496 

1.3.3.3. FunktionskontroUe 496 

1.3.3.4. Einrichten der Waffe 497 

1.3.3.5. Handlungen des Auszubildenden am OZG-64 498 

1.3.4. Handgranatenwurf 498 

1.3.4.1. Handgranatenwurf stehend 498 

1.3.4.2. Handgranatenwurf kniend 498 

1.3.4.3. Handgranatenwurf liegend . 499 

1.3.5. Ausbildungsanleitung 500 

2. Pionierausbildung 503 

2.1. Verlegen und Erkennen von Panzer- und Infanterieminen 503 

2.1.1. Grundsatze fur den Einsatz von Panzer- und Infanterie- 

' minen 503 

2.1.2. Verlegen von Minen 503 

2.1.3. Sicherheitsbestimmungen beim Verlegen von Minen . . . 505 

2.1.4. Erkennen verlegter Minen 505 

2.1.5. Riiumen von Minen 505 

2.1.6. Sicherheitsbestimmungen beim Entminen 506 

3. Schutzausbildung 507 

3.1. Kampfstoffanzeiger 507 

3.1.1. Kampfstoffanzeiger PChR 54 U. . 507 

3.1.1.1. AUgemeine Einschatzung 507 

3.1.1.2. Technische Angaben 507 

3.1.1.3. Konstruktiver Aufbau 508 

3.1.1.4. Bedienung des Gerats 512 

3.1.1.5. Wartung des Gerats 516 

3.1.2. Kampfstoffanzeiger WPChR .517 

3.1.2.1. AUgemeine Einschatzung 517 

3.1.2.2. Technische Angaben 517 

3.1.2.3. Konstruktiver Aufbau 517 

3.1.2.4. Bedienung des Gerats 519 

3.1.2.5. Wartung des Gerats , .... 520 

3.2. NichtstrukturmaBige Gruppe fur KC-Aufklarung .... 521 

3.2.1. AUgemeines 521 

3.2.2. Platz und Aufgaben der nichtstrukturmaBigen Gruppe fiir 
KC-Aufklarung (NGrKC A) 521 

3.2.3. Struktur und Ausriistung der nichtstrukturmaBigen Gruppe 

fur KC-Aufklarung 521 

25 



3.2.4. Einsalzgrundsatze der nichtstruktunnaBigen Gruppe fur 
KC-Aufklarung 522 

3.2.4.1. Einsatz auf dem Marsch 523 

3.2.4.2. Einsatz im Angriff 524 

3.2.4.3. Einsatz in der Verteidigung und im Unterbringungsraum 524 

3.2.5. Fiihrung der nichtstrukturmaBigen Gruppe fiir KC-Auf- 
klarung 525 

3.2.6. Hinweise fur die Ausbildung der nichtstrukturmaBigen 
Gruppe fur KC-Aufklarung 525 

3.3. Spezialbehandlung 527 

3.3.1. Allgemeines 527 

3.3.2. Teilweise Spezialbehandlung .527 

3.3.3. Mittel und Gerate zur Spezialbehandlung 528 

3.3.3.1. Mittel zur Spezialbehandlung 529 

3.3.3.2. Gerate zur Spezialbehandlung 530 

3.3.4. Durchfiihrung der Spezialbehandlung 532 

3.3.5. Ausbildungsanleitung zur teilweisen Spezialbehandlung . 533 

4. Sanitatsausbildung , 537 

4.1. Verhalten als Geschadigter 537 

4.2. Bergen Geschadigter auf dem Gefechtsfeld 537 

4.2.1. Abschleppen von Geschadigten 538 

4.2.1.1. Abschleppen auf der Seite 538 

4.2.1.2. Abschleppen auf dem Riicken 538 

4.2.1.3. Abschleppen auf der Zeltbahn 539 

4.2.1.4. Abschleppen auf Skiern 540 

4.2.1.5. Tragen eines Geschadigten auf dem Rucken oder auf den 
Armen 540 

4.2.1.6. Tragen eines Geschadigten mit dem Tragegurt durch einen 
Bergenden 541 

4.2.1.7. Tragen eines Geschadigten ohne Tragegurt durch zwei 
Bergende 542 

4.2.1.8. Tragen eines Geschadigten mit dem Tragegurt durch zwei 
Bergende 543 

4.2.2. Transport mit der Einheitskrankentrage 543 

4.2.3. Transport mit Behelfstragen 544 

4.2.3.1. Behelfstrage aus einer Zeltbahn und einer Stange .... 544 

4.2.3.2. Behelfstrage aus Holzstangen mit Tragegurten oder Stricken 544 

4.3. Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe bei Schadigung durch 
Kernwaffen und Napalm 544 

4.3.1. Verbrennungen durch die Lichtstrahlung 545 

4.3.1.1. Verbrennungsgrade 545 

4.3.1.2. Verblendung der Augen 545 

4.3.1.3. MaBnahmen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe ... 545 

4.3.2. Verbrennungen durch Napalm 546 

4.3.3. Verwundungen und Verletzungen durch die Druckwelle . 547 

4.3.4. Strahlenkrankheit 547 

4.3.5. Kombinierte Schadigungen 548 

26 



4.4. Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe bei Schadigung durch 
chemische Kampfstoffe . 549 

4.4. 1 . Nervenschadigende Kampfstoffe (VX, Sarin) 549 

4.4.2. Hautschadigende Kampfstoffe (Yperit) 550 

4.4.3. Lungenschadigende Kampfstoffe (Phosgen) 550 

4.4.4. Reizstoffe 550 

4.4.4.1. Augenreizstoffe(Chloracetophenon) 550 

4.4.4.2. Nasen-Rachen-Reizstoffe (Adamsit) 551 

4.5. Individueller und koUektiver Schutz vor biologischen 
Kampfmitteln 552 

4.5.1. Ausnutzen der Schutzmaske 552 

4.5.2. Ausnutzen der Schutzbekleidung 553 

4.5.3. Schutzbauten 553 

4.5.4. Schutz der Nahrungsmittel und des Trinkwassers .... 554 

4.6. Das Bergen Geschadigter aus Panzern, SPWs und Kraft- 
fahrzeugen 554 

4.7. Ausbildungsanleitung (Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe) 555 

5. Kraftfahrzeuge 557 

5.1. LKWLO1800A 557 

5.2. PKWGAZ-69A 559 

6. Anfertigen von Gelandeskizzen 561 

6.1. Grundregeln zum Anfertigen von Skizzen 561 

6. 1 . 1 . Allgemeine Forderungen an eine Skizze 562 

6.1.2. Der aufiere Rahmen der Skizze 563 

6.2. Einfache MeBverfahren zum Anfertigen von Skizzen ... 564 

6.2.1. Polarmethode 564 

6.2.2. Vorwartseinsclmeiden 564 

6.3. Anfertigen von Skizzen nach topographischen Karten . . 565 

6.3.1. MaBstabliche Skizze nach der Karte 565 

6.3.2. NichtmaBstabliche Skizze nach der Karte ....... 565 

6.4. Inhalt der Skizzen 567 

6.4.1. Aufklarungsskizzen 567 

6.4.2. Orientierungspunkt- und Feuerskizzen 567 

6.4.3. Marschskizzen 569 



TeilK Entfalten von Nachrichtenstellen 571 

1 . Entfalten von Nachrichtenstellen 573 

1.1. Begriffsbestimmung 573 

1.2. Auswahl des Aufbauplatzes 573 

1.2.1. Fiir Funkstellen 573 

1.2.2. Fur Richtfunkstellen 574 

1 .3. Auswahl des Bauweges fiir Feldkabelleitungen 574 

1 .4. Aufklaren des Aufbauplatzes 575 

1.4.1. Aufklaren des Anfahrtsweges 575 

1.4.2. Aufklaren des Aufbauplatzes 575 

27 



1.5. Aufbauen der Nachrichtenstelle 576 

1 .6. PioniermaBiger Ausbau 576 

1.7. Tarnung 577 

1.8. Stellungen zur Rundumverteidigung 580 

Teil L Sicherheitsbestimmungen 581 

1. Technische Sicherheitsbestimmungen 583 

1.1. Allgemeine Grundsatze 583 

1.2. Einsatz und Nutzung der Nachrichtenmittel 583 

1.3. Einsatz und Nutzung mobiler Stromversorgungseinrichtun- 
gen 586 

1.4. Warten der Nachrichtenmittel 587 

1.5. Blitzschutz 588 

1.6. Besteigen von Antennenmasten 588 

Teil M Ausbildungsanleitungen 589 

1. Methodische Richtlinien 591 

1.1. Allgemeine methodische Hinweise 591 

1.2. Reihenfolge der Arbeiten und Aufgaben des Ausbilders zur 
Durchfiihrung der Ausbildung 592 

1.2.1. Vorbereitung der Ausbildung 592 

1.2.2. Durchfiihrung der Ausbildung 594 

1.2.2.1. Wissensvermittlung 594 

1.2.2.2. Festigen, Oben und Anwenden 595 

1.2.2.3. Uberprufen und Bewerten des Leistungsstandes 595 

1.2.3. Auswertung der Ausbildung 595 

2. Gefechtsdienst 597 

2.1. Ziel der Ausbildung 597 

2.2. Organisation der Ausbildung 597 

2.3. Ablauf der Ausbildung .598 

3. Nachrichtengeratelehre 600 

3.1. Ziel der Ausbildung 600 

3.2. Organisation der Ausbildung 600 

3.3. Ablauf der Ausbildung 601 

4. Regeln des Nachrichtenbetriebsdienstes 603 

4.1. Ziel der Ausbildung 603 

4.2. Organisation der Ausbildung 603 

4.3. Ablauf der Ausbildung 603 

5. Horen und Geben von Morsezeichen 605 

5.1. Ziel der Ausbildung 605 

5.2. Organisation der Ausbildung 605 

5.3. Ablauf der Ausbildung 605 

28 



TeilA 
Nachrichtenbetriebsdienst 



I. Sprechfunkbetrieb [721] 

1.1. Bestimmungen im Funkdienst 

1.1.1. Allgetneine Bestimmungen 

Der Funkverkehr zwischen den Funkstellen aller bewaffneten Kriifte in 
der DDR ist nach den Bestimmungen der DV-14/8 abzuwickeln, 
Dem Inhalt nach wird der Funkverkehr in 

• operativen Funkverkehr und 

• Dienstfunkverkehr unterteih. 

Der operative Funkverkehr umfaCt das Senden und Empfangen von Funk- 

spriichen. Signalen, Kommandos und Funkgespriichen der Kommandeure 

(Chefs, Leiter), die zur Fuhrung der Truppe notwendig sind. 

Der Dicnstfunkvetkehr umfaBt alle Fragen, die das Herslellen und Halten 

der Verbindungen und die Sicherstellung des Nachrichtenbetriebs be- 

treffen. 

Der Sendebetrieb ist nur auf Weisung des Stabes, der die Funkverbindungen 

organisiert hat, zu eroffnen. 

Der Personenkreis, der berechtigt ist, FunksprUche, Funksignale und Funk- 

gesprache zu filhren bzw. aufzugeben, wird vom jeweiligen Stab festgelegt. 

Es ist verboten, Privatgesprache und Gesprache mit offenem Text zu fuhren. 



1.1 J. Wichtige nationale und internationale Bestimmungen 

lis ist jedem Funker verboten : 

~ Funknachrichten, die nicht fur die allgemeine Verwendung in der Offent- 
hchkeit bestimmt sind, unbefugt aufzufangen; 

- den Inhalt oder das Vorhandensein von Nachrichten unbefugt zu ver- 
breiten; \ 

- Funknachrichten, die'unfreiwillig mitgehort wurden, aufzuzeichnen oder 
Dritten mitzuteilen; 

- nutzlose bzw. UberflUssige Zeichen oder Mitteilungen zu ubermitteln. 

Ausnahmen von der Pflicht der Geheimhaltung bestehen, wenn 

- es gesetzliche Bestimmungen vorschreiben oder wenn Gesetze zur An- 
zeige stralbarer Handlungen verpflichten ; 

- Befehle der Vorgesetzten den Funker von seiner Geheimhaltungspflicht 
entbinden. 

Von der Pflicht der Geheimhaltung sind weiter befreit ; 

Fuhrer von See- und Luftfahrzeugen und deren Funker, wenn Menschen- 

leben oder erhebliche Sachwerte gefiihrdet sind. 

Eichfrequenz s. Tabelle 1. 

Zeitzeichen s. Tabelle 2. 

31 



1 .1 .3. Geheimhaltung im Funkdienst 

Es ist streng verboten, ijber Funk Nachrichten zu ubermittein, die milita- 
rische oder Staatsgeheimnisse sind. 

Um den Funkbetrieb geheimzuhalten, ist das Funkbetriebspersonal ver- 
pflichtet : 

- die Funkgeheimnisse zu wahren ; 

- die Funkdisziplin und die MaBnahmen der Funktarnung streng einzu- 
halten; 

- die Funkunterlagen und die technischen Einrichtungen vor Verlust und 
BloBstellung zu schtitzen; 

- die Regeln der gedeckten Truppenfiilirung zu kennen. 

Folgende Angaben sind streng geheimzuhalten : 

- Dienstgrad, Dienststellung, Namen von Offizieren und Funkern; 

- Bezeichnung der Einheiten und Standorte; 

- Tarnnamen von Einheiten, Nachrichtenzentralen, Fernschreibstellen 
usw.; 

- Ort und Aufbauplatz der Funkstelle sowie Bezeichnung der Einheit, zu 
der die Funkstelle gehort ; 

- Inhalt von Funknachrichten einschlieSlich Empfiinger und Absender; 

- Funkunterlagen ; 

- taktisch-technische Angaben der Funkgerate und ihre Arbeitsweise ; 

- Verluste und Ausfalle; 

- Sendezeiten; 

- Angaben Uber Witterungsbedingungen ; 

- Stunden- und Tagesergebnisse sowie andere Angaben, aus denen die 
Zugehorigkeit der Funkstelle, die Waffengattung, die FUhrungsebene 
und der Charakter der zu losenden Aufgabe hervorgehen konnten. 

VerstoBe gegen die Geheimhaltung werden je nach Art und Schwere des 

Vergehens disziplinar oder entsprechend den Gesetzen der DDR gerichtlich 

geahndet. 

Unterlagen und technische Einrichtungen sind in Notfallen erst dann zu 

vernichten, wenn die unmittelbare Gefahr der Eroberung durch den Gegner 

besteht. 



1.1.4. Allgemeine Begriffsbestimmungen 

Berorderung eincr Funknachricht umfaBt den Zeitraum von der Aufgabe 

der Funknachricht durch den Absender bis zur Aushandigung an den Emp- 

fanger. 

Betriebsbereitschaftist der Zeitpunkt, zu dem alle erforderlichen Sende- und 

Empfangsgerate iiberpriift und abgestimmt sein miissen. 

Duplexverkehr ist ein Verkehr zwischen zwei Funkstellen, die auf verschie- 

denen Frequenzen gleichzeitig senden und empfangen. 

32 



Durchgabe ist das Senden einer Nachricht durch die Funkstelle einschlieB- 

lich der erfordertichen RUckfragen und Quittungen. 

Ein$eitiger Funkverkehr bestcht dann, wenn bestimmte Funkslellen nur 

senden und andere Funkslellen nur empfangen. 

Funkbeziehung ist der Sammelbegriff fur alle Arten von Funkrichtungen 

und Funknetzen. 

Funkdisziplin ist die strcnge Einhaltung aller in der DV-14/8 festgelegten 

Riegeln. 

Funkgeheimnis beinhaltet das Verbot, militilrische, staatliche und kommer- 

zielle Funknachrichten unbefugt aufzufangen, aufzuzeichnen oder zu ver- 

breiten. 

Funknachrichtist ein Sammelbegriff fiir alle Arten von Nachrichten, die auf 

drahtlosem Wege befordert werden. 

Funk-(Funkfernschreib-)gcsprach ist ein unmittelbarer miindlicher (oder 

schriftlicher) Gedankenaustausch zwischen zwei oder mehreren Teilneh- 

mern auf drahtlosem Wege. 

Funknetzist eine Funkbeziehung zwischen einer Hauptfunkslellc und mehre- 
ren Unterfunkstellen, die auf einer oder auf mehreren gcmeinsamen Fre- 

quenzen scndcn und empfangen. 

Funkspruch ist eine schriftlich abgcfaUte Funknachricht. 

Funkrichtung ist eine Funkbeziehung zwischen zwei Funkstellen, die auf 

einer oder auf mehreren gemeinsamen Frequenzen senden und empfangen. 

Funkstelle ist die taktische Bezeichnung fur die Bedienung, das GerUt (den 

Geratesatz) und das Fahrzeug. 

Funkverkehr ist jeder drahtlose Nachrichtenaustausch mittels elektromagne- 

tischer Wcllen. 

Funkzentrale ist die Zusammenfassung der Funkstellen auf einer FUhrungs- 

stelle unter einheitlicher Leitung. 

Hauptfunkstelle ist eine Funkstelle, die in einer Funkbeziehung flir die ord- 

nungsgemiiBe Abwicklung des Funkverkehrs verantwortlich ist (in der 

Kegel die Funkstelle des vorgesetzten Stabes). 

Klartext ist ein Text, der keine Elemente der Geheirahaltung und Verschleie- 

rung enthalt. Er darf nur mit Genehmigung des jeweiligen Kommandeurs 

gesendet werden. 

Kodieren ist das Umsetzen der Begriffe aus Tabellen in Zahlenwerte. 
■j Rufzeichen sind Kombinationen von Buchstaben und Ziffern (oder nur 

Buchstaben) und dienen zur Kennzeichnung der Funkstelle. 
' Rundspruch ist eine Nachricht, die von der Hauptfunkstelle gleichzeitig an 

alle (oder mehrere) Unterfunkstellen gesendet wird. 

Simplexverkehr ist ein Verkehr zwischen Funkstellen, bei dem wechsel- 

seitig gesendet und ^empfangen wird. 

Sprechfunkverkehr ist die drahtlose (Jbermittlung der menschlichenSprache. 

. Trupp ist die strukturmaBige Besatzung und der Geratesatz einschlieBlich 

Fanrzeug. 
' Cbermittliingsfunkstelle ist eine Funkstelle, die die Nachrichten aufniramt 

und an eine andere Funkstelle weitergibt (sendet), wenn die Bestimmungs- 

funkstelle nicht unmittelbar erreicht werden kann. 

L'nterfunkstelle ist eine Funkstelle, die den Betrieb mit der Hauptfunkstelle 

3 HBTaslfunkcr 33 



abwickelt und der Hauptfunkstelle in betrieblicher Hinsichl unlergeordnet 

ist. 

Verbindungsaufnahme ist das Feststellen und Erkennen der Gegenfunkstelle 

sowie das Einregein der Funkkaniile. 

Zeitiiberpriifung ist die Bekanntgabe der genauen Ulirzeit zu bestimmten 

Zeitpunkten durch die Hauptfunkstelle. 

Zweiseitiger Funkverkehr besteht dann, wenn zwei Funkstellen gleichzeitig 

Oder wechselseitig auf einer oder auf mehreren Frequenzen senden und 

empfangen. 



1 . 1 .5. Betriebsunterlagen 

Betriebsunterlagen sind alle zur DurchfUhrung dcs Betriebsdienstes not- 
wendigen Unterlagen. 

Zu den Funkunterlagen gehoren alle Unterlagen, die unrnittelbar filr das 
Herstellen, Halten und Betreiben der Funkverbindungen benotigt werden. 
Dazu gehoren 

- Rufzeichen, 

- Frequenzen, 

- Tarnzahlen, 

- Tarnnamen, 

- SchlUssel fur die Tabelle des diensthabenden Funkers. 

Zu den Betriebsunterlagen gehoren auCerdem 

- Spruchformulare, 

- Betriebsblicher, 

- Frequenz- und Abstimmtabcllen, 

- Sendeplane, 

- Tabelle des diensthabenden Funkers, 

- Begleithefte und andere Nachweise, die zusatzlich befohlen werden kcin- 
nen. 



1.1.6. Funkeinschriinkungen 

Funkeinschrankung ist ein Sammelbegrilf fur alle MaBnahmen, die der 
Tarnung der Funkbeziehungen dienen. Dazu gehoren in erster Linie 

• das Funksendeverbot und 

• die Funkstille. 

Das Funksendeverbot beinhaltet, daB die Inbetriebnahme des Senders und 
das Senden grundsiitzlich verbolen sind, die Empfangsbereitschaft aber 
sichergestellt sein muB. 

34 



Fna^stOe heifit, dafi weder gesendet noch empfangen werden darf. Die 

Funkstellen mussen jedoch entfaltet und arbeitsbereit sein. 

Die Art und der Zeitraum der MaBnahmen der Funkeinschrankung werden 

vom Kommandeur bzw. Stab, der die Verbindungen organisiert hat, be- 

fohlen. 



1 . 1 .7. Einteilung der Funkspriiche 

Funkspriiche werden in 

• abgehende, 

• ankommende und 

• Lbermittlungsfunkspriiche unterteilt. 

Der von der Funkstelle zu befordernde Funkspruch wird als abgehender 

Funkspruch bezeichnet. 

Als ankommender Funkspruch wird der Funkspruch bezeichnet, der von der 

Funkstelle aufgenommen wird. 

Obermittlungsfunkspruche sind Funkspruche, die zur Weitergabe an eine 

andere Funkstelle bestimmt sind. Zu den Obermittlungsfunkspruchen ge- 

horen auBerdem Staffelfunksprliche, die auf einem vorlier festgelegten Weg 

uber mehrere Obermittlungsfunkstellen durchgegeben werden. 

1 . 1 .8. Einteilung der Signale 

Signale werden in abgehende und ankommende 

• Gefechtssignale und 

• Dienstsignale eingeteilt. 

Gefechtssignale sind vereinbarte mehrstellige kurze Zeichen, die aus 

Zahlen, Buchstaben oder Zahlen- und Buchstabenkombinationen bestehen 

und nicht als Funkspruch gelten. Gefechtssignale dienen zur Fuhrung 

und Warnung der Truppe. 

Dienstsignale sind Betriebssignale, Verkehrsabkurzungen und Betriebs- 

zeichen. 

- Betriebssignale bestehen aus zweistelligen Zahlengruppen, die die Be- 
, grifie der Tabelle des dienslhabenden Funkers kodieren und zur Sicher- 

stellung der Funkverbindungen dieneji. 

- Verkehrsabkurzungen sind in Q- und Z-Gruppen festgelegte' Begriffe 
und dienen der schnelleren und ilussigeren Abwicklung des Funkver- 
kehrs. 

- Betriebszeichen sind aus einem oder aus mehreren Buchstaben fest- 
gelegte Begriffe und dienen ebenfalls der schnelleren Abwicklung des 
Funkverkehrs. ( 



35 



1.1.9. Abwicklungsverfahren 

Abwicklungsverfahren sind Methoden zur Beforderung von Funknach- 
richten. 

Bei der Durchgabe von Funknachrichten kann man folgende Abwicklungs- 
verfahren anwenden: 

• »M!t Quittung« (MQ) 

Funksprtiche »Mit Quittung« sind FunksprUche, deren Empfang grund- 
satzlich zu quittieren ist. 

• >>Ohne Quitlung« (OQ) 

FunksprUche »Ohne Quittungw sind FunksprUche, deren Empfang 
nicht uber Funk, sondern uber andere Nachrichtenmittel bestatigt wird. 

• »Mit RuckuberprufungK (MR) 

FunksprUche »Mit RUckuberprUfung« sind FunksprUche, deren Empfang 
durch vollstiindiges Wiederholen bestatigt wird. 

Das Abwicklungsverfahren »Mit Quittung« wird grundsiitzlich angewendet, 
wenn keine anderen Abwicklungsverfahren angewiesen sind. 
Das Abwicklungsverfahren »Mit RUckuberprUfung« wird fUr die Durch- 
gabe von FunksprUchen, deren fehlerfreier Empfang besonders wichtig ist, 
angewiesen. 



1. 1. 10. Dringlichkeitsstufen 

FunksprUche konnen nach ihrer Wichtigkeit mit folgenden Dringlichkeits- 
stufen versehen werden: 

- »Luft« (L), 

- »Flugzeug« (FL), 

- »Ausnahme« (AN), 
~ »Dringend« (DR). 

Reihenfolge der Durchgabe von FunksprUchen mit Dringlichkeitsstufen : 

»Luft« - Unverzuglich; die Durchgabe und der Empfang anderer 

FunksprUche werden unterbrochen. 

»Flugzeug« - Die Durchgabe und der Empfang aller anderen Funk- 
sprUche auBer der Dringlichkeitsstufe »Luft« werden unter- 
brochen. 

»Ausnahme« - Nach der Durchgabe der FunksprUche mit der Dringlich- 
keitsstufe »Luft« und >>Flugzeug«. FunksprUche mit der 
Dringlichkeitsstufe »Dringend« werden unterbrochen. 

»Dringend« - Nach der Durchgabe der FunksprUche mit den Dringlich- 
Keitsstufen »Luft«, »Flugzeug«, »Ausnahme«. Die Durchgabe 
gewohnlicher FunksprUche wird nicht unterbrochen. 

Alle FunksprUche, die keine Dringlichkeitsstufe haben, sind als gewiihnliche 

FunksprUche zu befiirdern. 

36 



Die Dringlichkeitsstufen sind mittels der Tabelle des diensthabenden Fun- 
kers zu kodieren. 

Wird mit standigen Rufzeichen auf Festfrequenzen gearbeitet, so konnen 
die Dringlichkeitsstufen offen und in abgekurzter Form durchgegeben 
werden. z. B. »L«, »FL«. 



1.1.11. Tabelle des diensthabenden Funkers 

Die Tabelle des diensthabenden Funkers dient dem Zweck, Begriffe, die fur 
die Sicherstellung und das Halten der Funkverbindungcn notwendig sind, 
sowie die Dringlichkeitsstufen zu kodieren (Beispiel s. Durchgabe von 
Dienstsignalen). 



1.1.12. Verbindungsiiberpriifungen 

VerbindungsuberprUfungen werden durchgefuhrt, ura 
. - die Funkverbindungcn standig einsatzbereit zu halten; 

die Wachsamkeit der diensthabenden Funker zu kontrollieren. 

Formen : 

- Zweiseitigdurch Anruf, Anrufantwort und Bestatigung(wie Verbindungs- 
aufnahme). 

- Einseitig durch das Senden von Signalen (die vorher nur fijr diesen Zweck 
festgelegt worden sind) oder kurzen Funkspriichen. Die Empfangsbe- 
statigung erfolgt uber andere Nachrichtenkaniile, z. B. Fernsprech, 
Fernschreib oder Richtfunk. 

Der Termin und die Ordnung, nach der die Verbindung iiberprlift wer- 
deii soli, sind vom Chef (Leiter) Nachrichten, der die Verbindung organi- 
siert hat, festzulegen. 

Merke: 

Dem Funker ist es verboten, die Verbindung ohne Anordnung zu iiber- 
priifen! 



1.1.13. Anforderung, Durchgabe und Beantwortung der Parolen 

Die Parole ist durch den diensthabenden Funker anzufordern, wenn Zwei- 
fel iiber die Zugehorigkeit der Gegenfunkstelle auftreten. 
Mit Funkstellen, die auf die Parolenanforderung nicht richtig oder gar nicht 
antworten, ist der Funkverkehr sofort abzubrechen, und es ist dem Trupp- 
fiihrer Meldung zu erstatten. 

Bei einseitigem Funkverkehr kann die sendende Funkstelle vor der Durch- 
gabe wichtiger Meldungen die Parole selbst senden. Die Ordnung fiir das 
Anfordern und das Beantworten der Parole wird durch den jeweiligen Stab, 
der die Funkverbindung organisiert hat, befohlen. 

37 



1.2. Verbindungsaufnahme bei der Arbeit mit verschiedenen 

Rufzeichen 

Bei zweiseitigem Funkverkehr gilt fur die Verbindung als aufgenommen, wenn 
die anrufende Funkstelle die Anrufantwort erhalten hat und bestatigt, daB 
sie die Antwort hort. 

Die Verbindung wird in der Funkrichtung und im Funknetz nach folgenden 
Standardformen aufgenommen. 



1.2.1. Verbindungsaufnahme in der Funlirichtung 

Arbeit mit den individuellen Rufzeichen : 
Beispiel : 



Rufzeichen 



Anruf: 
(HFuSt) 
Anrufantwort : 
(UFuSt) 
Bestatigung : 
(HFuSt) 



• 





zkdl 



dp8n 



»Dora Paula hier Emil Konrad kommen« 
«AMHTpHii rJaseji a Ejiena KoHcxaHTHH npHeM» 
»hier Dora Paula kommen« 
«H ^MHTpHH naseji npHeM» 
»empfangen kommen« 
«npHHHTO npHeM» 



Arbeit mit den Linienrufzeichen : 
Beispiel : 



Rufzeichen 





/m7v 



■ lm7v 



Anruf: »Ludwig Martha kommen« 

(HFuSt) «JleoHHA MHxaHji npHeM» 

Anrufantwort : »Ludwig Martha kommen« 

(UFuSt) «JleoHHfl-MHxaHJi npncMW 

Bestatigung: wempfangen kommen« 

(HFuSt) «npHHiiT0 npHCMW 

Anmerkung: Abkiirzung HFuSt bedeutet Hauptfunkstelle; 
Abkiirzung UFuSt bedeutet Unterfunkstelle. 



38 




Arbeit mit dem individuellen Linienrufzeichen : 
Beispiel : 

4 4 



Rufzeichen 

Anruf; 

(HFuSt) 

Anrufantwort: 

(UFuSt) 

Bestiitigung : 

(HFuSt) 



trA.3/ 



Aady 



»Otto Ida komnien« 
wOjTbra HsaH npneMw 
»Berta Anton kommen« 
«BopHC Anna npncMw 
»empfangen kommen« 
wnpHHSTO npHeM» 



1 .2.2. Verbindungsaufnahme im Funknetz 

Arbeit mit dem individuellen Rufzeichen: 
Beispiel : 



Rufzeichen 






nj8n 



^/rn7 



ae ^6 




ka5 X 



Merke : 

Die Verbindungsaufnahme erfolgt'wie in der Funkrichtung (jede Unter- 
funkstelle wird einzeln gerufen). 

Arbeit mit dem Linienrufzeichen : 

Beispiel: 



Rufzeichen 




nx?d 
ptik 




. ^tc5 




.ni7d 



-PKU 



HFuSt 



HFuSt 



2. UFuSt 



- 1, UFuSt 

Anruf: »Gustav Emil kommen« »Nordpol Ida koramen« 

(HFuSt) «rpHropHH Ejiena npHeM» «HHKOJiaii HeaH npneM» 



39 



Anrufantwort : 

(l.UFuSt) 

(2. UFuSt) 

Bestutigen : 
(HFuSt) 



»Gustav Emil kommen« 

«rpHropHH Ejiena npHeM» 

»Nordpol Ida kommen« 

«HHKOJiaH MeaH npneMw 

)>empfangen kommen« xempfangen kommen« 

wnpHHHTO npHeM» «npHHHTo npHeM» 



Merkc: 

Jedes Funkstellenpaar erhillt ein Rufzeichcn. 

Arbeit mit dem individuellen Linienrufzeichen: 



Beispiel : 



Rufzeichen 






i pn 2. 




i r3i __ 



.inn6 




.o-kq? 




.^t5n 



HFuSt 



Anruf: 
(HFuSt) 
Anrufantwort: 
(1. UFuSt) 

(2. UFuSt) 

Bestatigung : 
(HFuSt) 



- 1. UFuSt 
»Friedricb Dora kommen« 

«<I>eflOp ^MMTpHH npHeM» 



HFuSt 



■2. UFuSt 



»Theodor Paula kommen« 
wTarbana FlaBeji npHeM» 



»Richard Wilhelm kommen« 

«PoMaii BacHJiHii npHeM» 

»Otto Konrad kommen« 

«0;rbra KoHcraHTMH npHeM» 

»empfangen kommen« »empfangen kommen« 

«npHHSTO npHeM» wnpHnaTo npHeM» 



Merke: 

Die Hauptfunkstelle erhiilt so viele Rufzeiclien, wie Unterfunkstellen im 
F'unknetz vorhanden sind. 

Jedes Funkstellenpaar erhiilt zwei verschiedene Rufzeichen. Es darf 
immer nur mit dem eigenen Rufzeichen gerufen werden. 



Arbeit mit dem Rundspruchrufzeichen: 
Beispiel : 



Rufzeichen 
40 







ijSw 



/iJrivZ 



■a£/S 



kffSx 



Rundspruchrufzeichen : alt i 



Anruf: 
(HFuSt) 
Anrufancwort: 
(1. UFuStI 

C.UFuStI 

BesJatigung: 



»Anton Ludwig hier Nordpol Julius kommen« 
«AHHa JleoHHa a HHKOJiaii MBan KpaxKHfi r.pneM» 

"Siegfried Berta kommen« 

«CeMeH EopHC npHeM» 

"Anton Emil kommen« 

«AHHa EjiCHa npHCM" 

»empfangen kommen« »empfangen kommen« 



(HFuStI (HFuSt) «npHHHTO npHeM» «npHHHTO npHCMw 



Merkc: 

Die Bestatigung der Anrufantwort erfolgt entsprechend der festgelcgten 
Reihenfolge der Unterfunkstellen. 



1.3. Austausch von Funkspriichen 

1 .3.1. Ankiindigung, Bereiterklarung und Durchgabe von 

Funksprtichen 

Funkspriiche konnen mit und auch ohne Vorankiindigung und Bereit- 
erklarung durchgegeben werden. 

Funkspruche mit Vorankiindigung sind erst nach vorliegender Bereit- 
erkliirung durchzugebon. 

Ankundigung, Bereiterklarung und Durchgabe eines Funkspruchs mit 
individuellen Rufzeiclien; 



Beispiel : 



Rufzeichen 






4 




71^8 fV 



x)>/f 7 



yac^ 6 



kc/r5 



Ankundigung: » Anton Emil hicr Nordpol Julius habe Spruch kommen« 
(HFuSt) «AHHa Ejiena a HHKOjiafi MsaH KpaTKHH npHMHre 

paAHorpaMMy npHeM» 
Bereiterklarung: "Anton Emil bin bereit kommen« 
(2. UFuSt) , «AnHa EjTena iotob npHeM» 

Durchgabe: »Nordpol Julius zwohundertzwolf zwounddreiBig 

( H FuSt) sechsundzwanzig zehn funfzehn Trennung zwohundert 

Trennung Text Trennung dreihundert kommen« 
«HHKOjiaH HsaH KpaxKHH ABecTH flBeHajiuaTb 
TpHfluatb flBa itaafluaTb luecTi. aecJiTb nainafluaTb 
pasflCJi ;iBecTH pasaeji tbkct pas^eji rpncTa npncM* 



41 



1.3.2. Riickfragen, Riickfrageantworten 

Bei der Aufnahme des unter 1.3.1. genannten Funkspruchs von derJJnter- 
funkstelle »Anton Emil« wurden z. B. die 5. Gruppe, die 12. Gruppe und 
alles zwischen der 22. und der 26. Gruppe fehlerhaft aufgenommen. 

Anforderung der »Anton Emil wiederholen Sie Gruppe 5 Gruppe 12 

Ruckfrage: alles zwischen 22 26 kommen«. 

(2. UFuSt) wAuHa Ejiena noBTopHxe rpynny 5 rpynny 12 Bce 

MeiKjiy 22 26 npHeM» 
Beantwortung der »Nordpol Julius Trennung 28268 24926 03466 31258 
Ruck frage : 94860 23064 04060 1 1086 1 5324 kommen« 

(HFuSt) «HHKojiaH HaaH KpaiKHH pas^eji 28268... 15324 

npneMM 



1.3.3. Quittung 

1st der Funkspruch von der Unterfunkstelle » Anton Emil« vollstandig 
und fehlerlos aufgenommen, so wird die Quittung nach folgender Ordnung 
gesendet. . 

Beispiel : 

(2. UFuSt) »Anton Emil empfangen zwohundertzwolf kommen« 

«AHHa E.neHa npHHaji flBecTH OTeHaflitarb npHeM» 

Merke: 

Bei der Ruckfrage kann das Betriebszeichen »Wiederholen Sie« weg- 
gelassen werden. 

Weitere Beispiele fur Riickfragen siehe DV-14/8. Ankiindigung, Bereit- 
erklilrung und Korrektur von Funkspriichen mit dem Linienrufzeichen 
bzw. individuellen Linienrufzeichen erfolgen sinngemaB. 



1.3.4. Ankiindigung, Durchgabe und Quittung von Rundspriichen 

Rundsprljche konnen mit und ohne .Vorankiindigung gesendet werden. 

1.3.4.1. Durchgabe eines Rundspruclis mit Vorankiindigung 

Beispiel : 

Ankiindigung: »Anton Ludwig Anton Ludwig Anton Ludwig hier 
(HFuSt) Nordpol Julius Nordpol Julius habe Spruch (84) Ende 

der Sendung« (nach etwa 1 min) 
«AHHa JleoHHfl AHHa JleoHHa Anna JleoHHfl 
a HHKOJiafi HBaH KpaTKHiS HnKOJiafi HsaH KpaxKHH 
npHMHTe paflHorpaMMy (84) Koneu paAHO- 
nepeaaMHw 

42 



Durchgabe; wAnton Ludwig Anton Ludwig Anton Ludwig hier 

iHFuSt) Nordpol Julius Nordpol Julius habe Spruch zwo- 

hundertzwolf sechzig fiinfundzwanzig achtzehn zehn 
Trennung vierundachtzig zwohundert Trennung Text 
Trennung dreihundert kommen« 
«AHHa JleoHHa Anna JIchohha AHHa JIcohha 
« HHKOJiaM HeaH KpaxKHH HHKOJtaH HBan KpaxKHfi 
npHMiiTe paaHorpaMMy otccth ABenaAijaTb 
uiecTbaecaTb aoaanaTb nsm, BoceMHafluarb aecHTb 
pa3fleJi BoceMbflecaTb nerbipe otccth pasACJi tckct 
paaaeJT rpHCTa npHeM» . 
Quittung: 

1 . UFuSt »Siegfried Berta empfangen zwohundertzwolf kommen« 

«CeMeH BopHc npHHJUi abbcth ABeHafluaxb npneMw 

2. UFuSi »Anton Emil empfangen zwohundertzwolf kommen« 

«AHHa Ejiena npHHaji abccth flBCHafluaTb npneMw 

3. UFuSt »Konrad Otto empfangen zwohundertzwolf kommen« 

«KoHCTaHTHH Ojibra npHHHJi ^BecTH flBCHaAuarb 
npHeM» 

Merke : 

Bei der Arbeit mit Linienrufzeichen und individuellen Linienrufzeichen 
sind das Verbindungszeichen »hier« und das eigene Rufzeichen nicht 
mitzusprechen. 

1st eine schlechte Hiirbarkeit zu erwarten, so ist der Rundspruch durch 
dreimaliges Senden des Rundspruchrufzeichens und zweimaliges Senden 
des eigenen Rufzeichens anzukundigen und durchzugeben. 
Jede Unterfunks.telle hat das Recht, Anfragen zur Wiederholung aus- 
gelassener oder fehlerhaft aufgenommener Gruppen zu stellen. 
Fehlen bei der Aufnahme mehr als 20 °o der Gruppen, so ist der Rund- 
spruch vollstandig zu wiederholen. 



1.3.4.2. Durchgabe eines Rundspruchs ohne Vorankiindigung 

Rundsprtiche ohne Vorankundigung sind bei eingespieltem Betrieb und 
sicherer Funkverbindung durchzugeben. 

Beispiel : 

Durchgabe : »Anton Ludwig Anton Ludwig Anton Ludwig hier 

Nordpol Julius Nordpol Julius habe Spruch zwo- 
hundertzwolf sechzig fiinfundzwanzig achtzehn zehn 
Trennung vierundachtzig zwohundert Trennung (Text) 
Trennung dreihundert kommen« 

«AHHa JTeoHHA Anna JIbohha AHHa JleoHHfl 

H HHKOJiafl MsaH KparKHfi HHKOjiafi HnaH KpaTKHH 

npHMHTe paAHorpaMMy aeecTH aseHaauaTb 

43 



mecTbflecHT aeajmsLTb narb BoceMHafliiaxb Aecaxb 
' pasflejT BoceMbflecsiT Herupe aBecTH pasiien (xeKCx) 

pa3;ieji xpHcxa npHCMw 

Die Quittung erfolgt wie bei Rundsprtichcn mit VorankUndigung. 

Merke: 

Rundspruche ohne Quittung werden grundsii .• ch zweimal vollstandig 
durchgegebcn. 



1.4. Signale und Kommandos 

1.4.1. Durchgabe und Quittung von Funksignalen 

Arbeit mit dem individuellen Rufzeichen : 

Beispiel : 

Durchgabe: » Anton Emil Anton Emii Anton Emil hier Nordpol 

(HFuSt) Julius Nordpol Julius Signal achthundert achthundert 

kommen« 

«AHHa EjicHa AHHa Ejiena Anna Ejiena a 
HHKOjraii MBaH HnKOJian HaaH KpaxKHH 
CHFHaJT BOCeMbCOX BOCeMbCOX npHeM» 
Quittung: » Anton Emil Signal achthundert kommen« 

(2. UFuSt) «AHiia Ejiena CHXHaji BoceMbcox npHCMw 

Merke : 

Die Durchgabe und die Quittung von Funksignalen mit dem Linien- 
rufzeichen bzw. individuellen Linienrufzeichen erfolgen sinngemilB. 

Arbeit mit dem Rundspruchrufzeichen: 

Rundspruchsignale sind in der gleichen Ordnung, jedoch unter Verwendung 

des Rundspruchrufzeichens zu senden. 

1.4.2. Durchgabe und Quittung von Rundspruchsignalen 
Beispiele : 

~ »Anton Ludwig Anton Ludwig Anton Ludwig hier Nordpol Julius 

Nordpol Julius Signal achthundert achthundert kommen.« 

(Unterfunkstellen quittieren nicht.) 
- »Anton Ludwig Anton Ludwig Anton Ludwig hier Nordpol Julius 

Nordpol Julius Signal achthundert achthundert Trennung geben Sie 

Quittung kommen.« 

(Alle Unterfunkstellen werden aufgefordert, Quittung zu geben.) 

44 



»Anton Ludwig Anton Ludwig Anton Ludwig hier Nordpol Julius 
Nordpol Julius Signal achthundert achthundert Trennung Siegfried 
Berta geben Sie Quittung kommen.« 
(Nur die aufgeforderte Unterfunkstelle hat zu quittieren.) 

Mcrkc : 

Funksignale werden grundsiitzlich durch das Wort »Signal« ange- 

kiindigt. 

Bei der Arbeit mil dem Rundspruchrufzeichen werden Rundspruch- 

signale von den Unterfunkslellen nur dann quittiert, wenn sie ausdrtick- 

lich dazu aufgefordert werden. 

Die Rundspruchsignale werden wie bei der Arbeit mit dem individu- 

ellen Rufzeichen quittiert. 



1.4.3. Durchgabe und Quittung von Dienstsignalen 

Die Durchgalje und die Quittung von Dienstsignalen erfolgen mittels der 
Tabelle dcs diensthabenden Funkers und der Verkehrsabkllrzungen. 

Durchgabe eines Betriebssignals 

Arbeit mit dem individuellen Rufzeichen: 

Beispiel : 

Durchgabe: »Anton Emil hier Nordpol Julius 86 kommen« 

(HFuSt) «AHHa Ejiewa a HHKojiaii MaaH KparKHii 86 npHe.M» 

Quittung: »Anton Emil vcrstanden 86 kommen« 

(2. UFuSt) wAuHa Ejiena nouaji 86 npneMw 

Durchgabe einer Verkehrsabkiirzung 

Beispiel : 

Durchgabe: » Anton Emil hier Nordpol Julius sprechcn Sic 

(HFuSt) langsamer 12 kommenw 

«AHHa Ejieua a HnKOJiaii MBaii KparKHii 

rOBopHTe MCfljieHiiee 12 npncM» 
Quittung: »Anton Emil verstanden sprechen Sie langsamer 

(2. UFuSt) 12kommen« 

«AHHa Ejiena nonaji i oBopiiTC McjjjicHHee 

12 npHeM» 

Merke : 

Dienstsignale werden nicht angeklindigt. 

Die Quittung erfolgt durch >>verstanden« und einmaliges Wiederholen. 



1.4.4. Durchgabe und Quittung von Kommandos/Feuerkominandos 

Kommandos sind ohne Ankiindigung und Meldung der Empfangsbereit- 
schaft durchzugeben. 

45 



Beispiel : 

Durchgabe: 
(HFuSt) 



Quittung: 

(2. UFuSt) 



» Anton Emil Orientierungspunkt zwo Panzer 

vernichten kommen« 

«AHHa Ejiena opHenTHp asa yHHHTOiKaTb TaHKH 

npHeM» 

»Anton Emil Orientierungspunkt zwo Panzer 

vernichten 

{oder : Anton Emil verstanden kommen)« 

«AHHa Ejiena npHCHTHp aea yHHHTOJKaTb TanKM 

noHHJi npHeM» 

{oder: «AHHa Ejiena noiiaji npncMw) 



Merke : 

Kommandos sind durch einmalige Wiederholung oder nur durch »ver- 

standenw zu quittieren. 

Bei der Arbeit mit Rundspruchrufzeichen sind die Kommandos zweimal 

durchzugeben. 

Quittung erfolgt nur, wenn die Hauptfunkstelle die Unterfunkstellen 

zur Quittung auffordert. > 

Spezielle Feuerkommandos der Artillerie siehe DV-21/1. 



1 .5. Funkgesprache 

Funkgespfrache sind nach folgender Ordnung zu fiihren. 
Beispiel : 

Durchgabe: »Konrad Otto hier Nordpol Julius (410) erfullen Sie 

befohlene Aufgabe kommen« 
Quittung: »Hier Konrad Otto (410) verstanden {oder: verstanden 

erfUlle befohlene Aufgabe) kommen« 

Merke: 

Der Personenkreis, der berechtigt ist, Funkgesprache zu fiihren, wird 
durch den jeweiligen Stab festgelegt. 

Tahelle I Eichuny der Funkstellen 

Eichfrequenz 2500 kHz 

Standort der Eichfunksteile Prag, 14' 25' Ost; 50" 07' Nord 

Betriebsart A2 

Rufzeichen »OMA« 

Dienstzeit 24 Stunden 

Leistung 1 kW 

Frequenzgenauigkeit | 20 • 10 " 

Modulation 1000 Hz 



46 



Die Sendung wird folgendermaflen durchgefuhrl (im Verlauf jeder Stunde): 

00 00' -15 '59" Senden des Rufzeichens >>OMA« 
I5'00'-30'59" 

3000' -3059 

4500 -♦559" 

01 00 • 04'59' Senden der Modulation von 1 000 Hz 
1600' -19'59" 

3rOO' 34'59' 

4600"^9'59' 

05 00 ■ 14'44' Senden von 5 Impulsen zu I 000 Hz, der erste Impuls 

2000" -2944' jeder ersten Minute ist in 100 Zyklen unterteilt, der erste 

35'00"-40'00" Impuls jeder fUnften Minute ist in 5(K) Zyklen unterteilt 

50'00 " 59'44'' Senden der Modulation von 1 000 Hz 

I4'45" 14-50' 

29'45"-29'50' 

44'45"^J4-50" 

49-45' 5950 

14'5r -14'54 ■ Senden von 5 Impulsen zu 1000 Hz 

29 51' 29'54 

4451 44'54" 

5951 59'54' 

14 55"-15'00" Senden von 100 Impulsen zu 1(X)0 Hz 

29'55 '-SOOO " 

44 55 '-45'00'' 

59 55-'-60'00" 

40;00"^M'40" Unlerbrechung der Sendung 

4440 "^M'45" Senden von 5 Impulsen zu 1 000 Hz 



47 



Anla^e 1 Weg eines zu hefordernden Funkspruchs 



(.:.,. Il|.rui 




(*/D 






Fernsdirolbtn / Funksprudi 



Von fRuljsif+iefi ToinooiTMs! 






AalaKa 1a 




n-^ <*i,et 


fcmpw-iqw 


■'ral 


913 


<jejdiri«beE* 


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-■'9 ofK'bg cvg1w uspb^ 661 ja ollu's iDa-lv1 ro^am 



groe5 , bunok yflae L^tiv.- 



' irM e t -itc^! V ' 



iv Bef ir I'-i- -OS Vi.i'h 'j v-U6i.«n yarJ:Rpruc i£s) 



Funkspriich vom ADsender zur Abt'ertigung (Funkstelle) [Bild 721.1] 

In den folgenden Anlagen 1 und 2 wird der Weg eines zu hefordernden und 
eines aufgenommenen Funkspruchs erlautert. Die Anlagen 1 und 2 ent- 
halten Funkspriiche mil einem in sich gemischten Text. 
Anlage 1 veranschaulicht den Weg eines zu hefordernden Funkspruchs und 
seine Bearheitung durch den Ahsender, durch die Abfertigung und den dienst- 
hahenden Funker. 

Anlage 2 zeigt den Weg eines aufgenommenen Funkspruchs und seine Be- 
arheitung durch den diensthabenden Funker und die Ahfertigung. 
Auf die Ausfiillung des VS-Teils wurde verzichtet, da diese nicht zu den Auf- 
gaben des diensthabenden Funkers gehort. Es wird darauf hingewiesen, 
dafi Funkspriiche mit Zahlen und Klartext ebenfalls vorkommen konnen, 
Diese sind in der Spalte Dienstvermerke zu kennzeichnen. Sie werden sinn- 
gemaB wie Funkspriiche mit in sich gemischten Texten behandeh. ^ 

Anmerkung: 

Die in den Anlagen 1 und 2 verwendeten Funkspruchformulare entsprechen 
dem Vordruck NVA 40801 der DV 14/9. Der Vordruck NVA 40802 ist in 
A 5 gefertigt. 



48 



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^i-ni-rrri. 



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FstmchreibeR/tabprudi 






iJV- )■« 0J> itiO 



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■■iWilMMMililljMiililWWfe^ 



I -1 



Funkspruch von der Abfertigung zur Funkstelle (Quitturig'Sstreifen zuriick 
zum Absender) [Bild 721.2] 



4 HB Tanfunker 



49 



int_r,-!s 





I- ■ 


1 . .i b' ■■; -uu:' 




(*'« 


F«ratcJir«A«i / Fwikipndi 


U«W*^j 




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y^!* i.«rii' i;l,ia ftlfirs :ya-4v1 roK«ffi 



rK^clb I'^y^^i 'JJ'^«!' bvnok. yflho '.:h\v ) 



'ita t^Dt >n "1 KunX'tr nnc.^ lU't- liyicn-ab" «a3i*;»^'i' i ^*fi 



.1 r < 



Funkspruch nach der Durchgabp (zuriick zur Abfertigung) [Bild 721.3] 



41 



SO 



Anlage 2 IVeg eines aufgenommencn Funkspruchs 



*»• 



J^jQifEpruch von liar Funkritells 



Gvs/m 



Aola^TB 2fl 



(A/E) 


fWf 


sdireilwny FynliMrudi 


Uirw.^: 






(VS/WS 






1^ O^ . */30 


VSN. 


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uuiq«<]rb . 









9e«ii>ri«b8n 



\n4fts ittKi *)m.mn fi-^ (yfiu 4<4;.<i <<-f^'« t?<tf pK<i^ ttjtm 
•f3c<4 W//J j*<rti -tJiitfH ^fti.f> itivi 

(Kocttr a'.nes vob dl^nr^h-ibi^n ^-ti !''unV.! r an.'' ■t.no!K.\^i-nt'n Funkf^pruch^)' 
_____ » 1st su untorBtreich^n 



Funkspruch von der Funkstelle zur Abfertigung [Bild 721.4J 



51 



■JJ* 



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Of ifim 
r«riuckreib«n / fuiilupnicfc 

Ural 9li 



6VS/m 









qn^tl tSf.\» I 



nffiis ttiifO amuf^ j^' q cfttu ti'ijiis fiijfa ((All ^^ tirtam 



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«^t«<^l '■'//? ./■lr<n 4t^nct( yffi-t iiiiri 



rSpii mafi^i a«?t5 




Funkspruch von der Abfertigung zum Empfinger [Bild 721.5] 



52 



2. Fernsprechbetriebsdienst [70S] 

2.1. Gmodsatzlicfae Bestimmungen 

2.1.1. Allgeffleine Grundsiitze 

1 . Die Fernsprechvermittlungen bzw. -stellen sind Eleniente der Nach- 
riehtenzentrale des Stabes (der Fuhrungsstelle). Sie werden im Bestand 
von Nachrichtenzentralen (Hilfsnachrichtenzentralen), in Betriebsrau- 
men stationarer Nachrichtenzentralen oder von Nachrichtentrupps ent- 
faltet und haben den miindlichen und schriftlichen Informationsaus- 
tausch der Kommandeure und Stabe tiber technische Nachrichtenver- 
bindungen sicherzustellen. 

2. Beim Betriebsdienst iiber technische Nachrichtenverbindungen ist stets zu 
beachten, daB sie vom Gegner abgehort werden konnen und er aus schein- 
bar belanglosen Details SchluBfolgerungen iiber Absichten, Handlungen 
oder andere .MaCnahmen der eigenen Truppen Ziehen kann. 

Bei drohendem Verlust der Fernsprechvermittlungen bzw. -stellen sind 
die Betriebsunterlagen zu vernichten und die Nachrichtentechnik zu zer- 
storen. Der Entschlufi zur Vernichtung von Betriebsunterlagen und zur 
Zerstorung der Nachrichtentechnik ist dem Leiter der Nachrichtenzen- 
irale* zu melden. Jeder Truppangehorige muB in seine Aufgaben bei 
der Vernichtung und Zerstorung eingewiesen sein. 

3. Vom TruppfUhrer sind je nach dem Bestand des Trupps und entsprechend 
der Betriebsdichte zwei bis drei Schichten fUr den Betriebsdienst ein- 
zuteilen und die SchichtfUhrer zu bestimmen. 

Es ist nicht gestattet, in den Betriebsraumen zu rauchen, zu essen und zu 
trinken sowie Verpflegung, Getranke und Gepack darin aufzubewahren. 
Ausnahmen befiehlt der Chef bzw. Leiter Nachrichten. Es ist verboten, 
nasse Ausriistungsgegenstande und Bekleidung in den Betriebsraumen 
zu trocknen. In mobilen Nachrichtenstellen sind wahrend des Marsches 
Fenster und Tiiren geschlossen zu halten. 

4. Neu aufgenommene, abgeschaltete, gestorte oder entstorte Verbindungen 
sind vom Truppfuhrer bzw. Schichtfiihrer unverzUglich oder entsprechend 
den besonderen Festlegungen, dem Leiter der Nachrichtenzentrale zu 
melden; die Abfertigung ist zu informieren, 

Wird die Nachrichtenzentrale oder eine einzelne Nachrichtenstelle (ein 
einzelner Trupp) verlegt, sind die aufliegenden Verbindungen bei den 
Gegenstellen abzumelden. Die Teilnehmer einer Vermittlung sind recht- 
zeitig iiber den Abbau oder das Abschalten der Verbindungen zu infor- 
mieren. 

5. Fernsprechverbindungen sind zu iiberpriifen: 

- nach der ersten Verbindungsaufnahme in einer neuen Richtung zum 
befohlenen Termin der Betriebsbereitschaft; 

- nach jeder Verbindungsunterbrechung; 

- zu den von den Nachrichtenvorgesetzten festgelegten Terminen der- 
Verbindungsuberpriifung. 

• Dartiiiter ist auch der Dienslvorgesetzte der verschiedenen Nachriclltenzenlralen bzw. 
-stellen zu verstehen, 

53 



Die vorgesetzte Nachrichtenzentrale hat die Verbindungen zu unter- 
stellten Nachrichtenzentralen zu uberprufen. Zu Nachbarzenlralen sind 
die Verbindungen von rechts nach links oder nach besonderen Fest- 
legungen zu iiberpriifen. 

6. Die Platze groBerer Fernsprechvermittlungen sind wie folgt zu beschalten : 

- Es ist ein FUhrungsplatz einzurichten. von dem aus z. B. der Befehls- 
haber, Kommandeur, die Stellvertreter, der Chef des Stabes bzw. Stabs- 
chef und die Leiter der Dienste bedient werden. 

- Die FernsprechanschlUsse sind so auf die Arbeitsplatze zu verteilen, 
daD die diensthabenden Fernsprecher gleichmaBig im Betriebsdienst 
belastet werden. 

- FernsprechanschlUsse, die in der gleichen Richtung oder zu gleichen 
Gegenstellen abgehen, sind moglichst nebeneinander auf die Fern- 
sprechvermittlung zu schalten. 

- Die Vermittlungsklinken sind sauber und deutlich sichtbar zu be- 
schriften. Die Vermittlungsklinken von Fernsprechteilnehmern (So- 
fortteilnehmern), die bevorzugt bedient werden miissen, sind rot und 
von Fernsprechkaniilen, die uber Richtfunk gefuhrt werden, griin zu 
umranden. 

7. Der diensthabende Fernsprecher hat hoflich und bestimmt mit den 
Fernsprechteilnehmern umzugehen. Er hat sich entsprechend den fest- 
gelegten Redewendungen mit dem Tarnnamen der Fernsprechvermitt- 
lung, und bei Fernsprechvermittlungen mit mehr als einem Abfrageplatz, 
zusatzlich mit seiner Platznummer zu melden. 

Beispiel: ' 

»Vermittlung Rebus Platz 1 !« 

Bei einem ankommenden Anruf hat der diensthabende Fernsprecher den 
anrufenden Fernsprechteilnehmer sofort abzufragen, wobei der Grund- 
satz gilt: „Abruf geht vor Anruf!" 
Fernverbindungen sind vorrangig zu bedienen. 

Rufen mehrere Fernsprechteilnehmer gleichzeitig an, sind Sofortteil- 
nehmer vorrangig abzufragen. Bei unvermeidbaren Wartezeiten sind sie 
daruber zu informieren. 

Der diensthabende Fernsprecher hat sich nach dem Herstellen der Fern- 
sprechverbindung sofort aus der Leitung zu schalten, wenn sich beide Fern- 
sprechteilnehmer gemeldet haben. 

Gespriiche, die iiber cine Handvermittlung hergesteilt wurden, sind nach 
3 Minuten Sprechzeit durch kurzes Einschalten zu uberprufen. Wird nicht 
gesprochen, ist sofort abzufragen und die Fernsprechverbindung ist, 
wenn sich keiner der Teilnehmer meldet, zu trennen. 
Fernsprechteilnehmer der Fernsprechvermittlungen vorgesetzter Stiibe 
bzw. Dienststellen sind, sofern keine Gespriiche mit hoheren Dringlich- 
keitsstufen vorliegen, vorrangig zu bedienen, 

Bei groBeren Fernsprechvermittlungen kann eine Fernanmeldung (Auf- 
nahme) eingerichtet werden. Von dieser Fernanmeldung sind angefor- 
derte Gesprache mit den Dringlichkeitsstufen »Luft«, »Flugzeug« und 

54 



»Ausnahme« ubei mehr als eine Fernsprechvermittlung herzustellen 
bzw. herstellen zu lassen. 

Werden Fernsprechverbindungen zu vorgesetzten Staben bzw. Dienst- 
stellen hergestellt, ist erst der nachgeordnete Fernsprechteilnehmer zu 
rufen. bevor das Gesprach zum vorgesetzten Fernsprechteilnehmer ver- 
mittelt wird. 

Ein anrufender Fernsprechteilnehmer ist nicht mit einem Fernsprechteil- 
nehmer zu vermitteln, bei dem gerade das Anrufsignal erscheint. Dieser 
Fernsprechteilnehmer gilt fiir den Anrufer vorerst als besetzt. 

2.1.2. Geheimhaltungsbestimmungen 

1 . Alle Fernsprecher, die schriftliche Informationen bearbeiten, sind fiir die 
Sicherheit dieser Informationen, fur das bei der Bearbeitung anfallende 
Zwischenmaterial sowie fur die Geheimhaltung des Inhalts verantwortlich . 
Den Ferasprecheni ist es verboten, Unbefugten Einsicht in die Informa- 
tionen zu ermoglichen und ihnen daruber Mitteilung zu machen. 

2. Der Inhalt aller Informationen, die den Fernsprechern wahrend ihrer 
Tiitigkeit bekannt werden, unterliegt der Schweigepflicht. Ebenso unter- 
liegen alle Betriebsunterlagen (auch Ausziige daraus) der Geheimhaltung 
und sind entsprechend zu behandeln. Es ist verboten, Aufzeichnungen in 
Linterlagen zu machen, die nicht nachgewiesen sind. 

3. Es ist nur dann gestattet, in bestehende Verbindungen einzutreten, wenn 
festgestellt werden mufi, ob auf den betreffenden Nachrichtenkanalen 
gearbeitet wird oder ein Gesprach bzw. ein Signal durchgegeben werden 
muB. 

4. Den Fernsprechern ist es verboten, Auskunft Uber das Verbindungssystem, 
uber angeschiossene Teilnehmer und Nachrichtenstellen zu erteilen so- 
wie in bestehende Verbindungen einzutreten, um Gesprache zur per- 
sonlichen Information mitzuhoren. Haben Teilnehmer Fragen zum Ver- 
bindungssystem, sind sie an den Leiter der Nachrichtenzentrale zu ver- 
weisen. 

5. Werden Fernsprechverbindungen iiber Funk- oder Richtfunkkanale 
hergestellt, sind die Teilnehmer mit: »Achtnng! Sie sprechen uber Funk 
(Richtfunk)!« darauf aufmerksam zu machen. 

6. Werden Fernsprechverbindungen von HandvermiUlupgen zu den Net- 
zen der anderen bewaffneten Organe hergestellt, sind die Teilnehmer mit 
den Worten: »Sie sprechen im Netz der (des) . . . 1« darauf hinzuweisen. 

2.1.3. Betreten der Betriebsraume und Erstatten von Meldungen 

1 . Es ist nur den diensthabenden Fernsprechern gestattet, sich in den Be- 
triebsrauraen der Fernsprechvermittlungen bzw. -stellen aufzuhalten. 

2. Fernsprechvermittlungen bzw. -stellen konnen betreten werden : 

- von den direkten Vorgesetzten ; 

- von Kontrollbeauftragten mit schriftlichem Auftrag; 

- auf Weisung des Leiters der Nachrichtenzentrale. 

55 



3. Betreten Vorgesetzte die Betriebsraume bzw. den Entfaltungsraum der 
Nachrichtenstelle, ist vom Truppfiihrer bzw. Schichtleiter dem Vor- 
gesetzten Meldung zu erstalten, 

4. Inhalt der Meldung: 

- Anrede des Vorgesetzten (Dicnstgrad); 

- Art der Nachrichtenstelle ; 

- welche Aufgabe z. Z. erfiillt wird; 

- Stand der Betriebsbereitschaft ; 

- Vorkommnisse; 

- Dienstgrad, Name und Dienststellung des Meldenden. 

5. Der Meldende muB Auskunft Uber die Anzahl der aufgenommenen und 
aufzunehmenden Verbindungen, iiber die Art der Storung und iiber ver- 
anlaCte MaBnahmen sowie iiber die Qualitiit der Nachrichtenkanale 
geben konnen. 



2.1.4. Dringlichkeitsstufen 

1 . Fiir Ferngesprache gibt es folgende Dringlichkeitsstufen : 

- »Luft« (Ly «B03AyX» (B3A) 

- »Flugzeug« (FL) «CAMOJieT» (CMJl) 

- »Ausnahme« (AN) «BHBOHEPEAHA^» (BH) 

- »Dringend« (DR) «CPOHHAM» (CP). 

Ferngesprache ohne Dringlichkeitsstufe werden als gewohnliche Fern- 
gesprache bezeichnet. 

2. Ferngesprache der Teilnehmer des eigenen Drahtnachrichtennetzes sind 
entsprechend ihrer Dringlichkeit vor denen der Teilnehmer anderer 
Drahtnachrichtennetze einzustufen. 

3. Ferngesprache mit Dringlichkeitsstufe sind in folgender Reihenfolge zu 
vermitteln : 

- »Luft« - unverziiglich; 

Ferngesprache mit niederer Dringlichkeitsstufe sind zu unterbrechen. 
Dauer'der Gesprache bis 3 min. 

- »Flugzeug« - auBer der Reihe, jedoch nach der Dringlichkeitsstufe 
»Luft« ; 

Ferngesprache mit niederer Dringlichkeitsstufe sind zu unterbrechen. 
Dauer der Gesprache bis 5 min. 

- »Ausnahiiie« - nach den Dringlichkeitsstufen »Luft« und »Flugzeug«; 
Ferngesprache mit niederer Dringlichkeitsstufe sind zu unterbrechen. 
Dauer der Gespriiche bis 8 min. 

- »Dringend« - vor gewbhnlichen Ferngesprachen; 
Ferngesprache ohne Dringlichkeitsstufe (gewohnliche Ferngesprache) 
sind mit Vorankiindigung nach 2 Minuten zu trennen. Dauer der Ge- 
sprache bis 10 min. 

Gefechtssignale sind wie die Dringlichkeitsstufe >>Luft« einzustufen. 



56 



2.1.5. ' Tarnung, Ausbau sowie Bewachung und Verteidigung 
der Fernsprcchvermittlungen bzw. -stellen 

1 . Abhangig von der bis zur Verbindungsaufnahme zur Verftigung stehen- 
den Zeit und von der taktischen Lage, sind die notwendigsten Aibeiten 
des Ausbaues, der Tarnung und Deckung parallel mit der Entfaltung 
durchzufUhren. Nach AbschluB der Entfaltung sind die Tarnung und 
Deckung sowie die Stellungen weiter auszubauen. 

2. Beim pioniertechnischen Ausbau von Deckungen und Stellungen ist 
folgendes zu beachten: 

- Die Deckungen und Stellungen fiir die Truppenangehorigen sind ent- 
sprechend dem Plan der Rundum verteidigung so anzulegen, daB sie in das 
Gesamtsystera der Verteidigung der Nachrichtenzentrale eingegliedert 
werden konnen. 

3. Bei der Organisation der Bewachung und Verteidigung ist folgendes zu 
beachten : 

- Der TruppfiJhrer von einzelstehenden Fernsprechvermittlungen bzw, 
-stellen ist fur die Organisation der- Bewachung und Verteidigung voll 
verantwortlich. Sind die Fernsprechvermittlungen bzw. -stellen in das 
System der Nachrichtenzentrale einbezogen, so ist die Bewachung und 
Verteidigung vom Leiter der Nachrichtenzentrale oder von einem von 
ihm Beauftragten sicherzustellen. 

-- Nach dem Entfalten sind Sicherungsanlagen und Sperren anzulegen. 

- Die Posten sind genau in ihre Aufgaben einzuweisen und vor Antritt 
der Wache zu vergattern. 



2.2. Aufgaben der Fernsprecher beim Betreiben und Halten 

der Nachrichtenverbindungen 

2.2.1. Allgemeine Aufgaben und Aufgaben der Fernsprecher 

bei Storungen 

1 . Die Fernsprecher sind fur das Betreiben und Halten von Fernsprech' 
verbindungen uber vorbereitete Fernsprech-, Richlfunk- oder Funk- 
kanale verantwortlich. 

Die Fernsprecher haben insbesondere 

- die Nachrichtentechnik zu kennen und ihre Bedienung zu beherr- 
schen; 

~ die Regeln des Betriebsdienstes zu beherrschen und einzuhalten; 

- den Aufbau und die Ausnutzungsmoglichkeiten des Fernsprechnetzes 
zu kennen ; 

- alle Betriebsunterlagen genau zu kennen und sauber sowie gewissen- 
haft zu fUhren ; 

- die Nutzer der Nachrichtenverbindungen in der richtigen und zweck- 
maBigen Ausnutzung zu unterstiJtzen. 

2. Storungen im Feldnachrichtennetz sind sofort dem Leiter der Nachrich- 
tenzentrale zu melden. 

57 



Storungen sind nachweispflichtig und in den entsprechenden Bet'riebs- 
unterlagen einzutragen. 

3. Storungen sind wie folgt zu suchen: 

- in der eigenen technischeii Einrichtung; 

- in der Verkabelung; 

- in der technischen Einrichtung der Gegenstelle; 

- auf Stromwegen auBerhalb der eigenen technischen Einrichtung. 
Nach dem Feststellen der Storungen sind 

- bei Storungen in der eigenen technischen Einrichtung, einschlieBlich 
der Verkabelung, unverzuglich alle erforderlichen MaBnahmen zu 
deren Beseitigung zu treffen; 

- Storungen in den technischen Einrichtungen der Gegenstelle dieser 
unverzuglich mitzuteilen ; 

- Storungen auf Stromwegen auBerhalb der eigenen technischen Ein- 
richtung dem zustandigen Entstorungsdienst zu melden. 

4. Storungen auf Mietstromwegen der Deutschen Post sind der Deutschen 
Post zu melden, jedoch erst nach eingehender Oberpriifung der eigenen 
technischen Einrichtung. 



2.2.2. Aufgaben des Truppfuhrers 

Der Truppfijhrer im Betriebsdienst ist dem Leiter der Nachrichtenzentrale 
unterstellt. Er ist der unmittelbare Vorgesetzte aller Angehorigen seines 
Trupps. Der TruppfUhrer ist fiir die schnelle und vorschriftsmaBige Er- 
fUUung der Aufgaben, die dem Trupp gestellt wurden, verantwortlich. Der 
Truppfiihrer hat insbesondere 

- den Auf- bzw. Abbau sowie das Verlegen des Trupps zu leiten und beim 
selbstandigen Einsatz der Trupps die Sicherung und Verteidigung zu 
organisieren ; 

- den Dienst gemaB 2. 1 . 1 . Punkt 3. einzuteilen, die Angehorigen des Trupps 
einzuweisen, ihre Kenntnisse Uber ihre Aufgaben zu uberprUfen sowie 
die Geriite des Trupps zum Betrieb vorzubereiten; 

- die Verbindungsaufnahme zu leiten; 

- fiir die Einhaltung der Sicherheits- und Geheimhaltungsbestimmungen 
sowie fiir die Ordnung und Sauberkeit in der Fernsprechvermittlung bzw. 
-stelle und an seinem Unterbringungsort zu sorgen; 

- das Anfertigen, Fiihren und sichere Aufbewahren der Betriebsunterlagen 
zu iiberwachen; 

- standig die erforderlichen Tarnunterlagen zu besitzen und ungliltige 
Tarnunterlagen zur Vernichtung abzugeben ; 

- fur den storungsfreien Betrieb zu sorgen und rechtzeitig Ersatzteile 
sowie Verbrauchsmaterial anzufordern; 

' - die Wartung entsprechend den speziellen Oberpriifungs- und Wartungs- 
anweisungen von den Angehorigen seines Trupps durchfiihren zu lassen 
und sie dabei anzuleiten; 

- nach der Entfaltung die Betriebsbereitschaft zu melden sowie Meldungen 
gemaB der Weisung des Leiters der Nachrichtenzentrale zu erstatten; 



nach jedem Angnffauf die Fernsprechvermittlung bzw. -stelle zu melden; 

Die Starke des Personalbestandes, den Zustand der Verbindungen, den 

Zustand der Naclirichtentechnik, den Bestand an Munition und die Be- 

triebsbereitscliaft; 

seinen Vertreter zu benennen. 



2.2.3. Aufgaben des Schichtleiters 

1 . Der Schichtleiter ist dem Leiter der Nachrichtenzentrale bzw. des Nach- 
richtenbetriebes unterstellt und handelt nach dessen Weisungen. Er ist 
Vorgesetzter der Fernsprecher seiner Schicht. 

2. Vor der Obernahme des Dienstes hat der Schichtleiter 

- sjch mit dem Zustand der Verbindungen vertraut zu machen ; 

- die Fernsprecher auf den Dienst vorzubereiten (Einweisen iiber Ver- 
anderungen, Besonderheiten u. a.). 

3. Wahrend des Betriebsdienstes hat der Schichtleiter 

- die Einhaltung der Bestimmungen des Fernsprechbetriebsdienstes zu 
Uberwachen ; 

die Fernsprecher in ihrer Arbeit anzuleiten, auszubilden und zu er- 
ziehen; 

- Vorinformationen von der Abfertigung entgegenzunehmen ; 

- Verbindungsunterbrechungen und eine Verschlechterung der Sprech- 
quaiitat sofort dem Leiter der Nachrichtenzentrale bzw. den festgeleg- 
ten Nachrichtenorganen zu melden ; 

- die Fernsprechvermittlung bzw. -stelle auf die Obergabe des Dienstes 
vorbereiten zu lassen (Reinigen der Fernsprechvermittlung bzw. -stelle 
und der Nachrichtentechnik, Oberprlifen des Betriebsbuches). 



2.2.4. Aufgaben des diensthabenden Fernsprechers 

1 . Der diensthabende Fernsprecher ist dem Truppfiihrer und im Betriebs- 
dienst dem Schichtleiter unmittelbar unterstellt. Er ist fiir die schnelle 
und richtige Abwicklung des Betriebsdienstes verantwortlich. 

2. Der diensthabende Fernsprecher hat insbesondere 

sich ijber Veranderungen im Verbindiingssystem, iiber Storungen und 
iiber alle wahrend seiner Abwesenheit gegebenen Befehle und Wei- 
sungen zu informieren; 

- das Schema der Verbindungen (die Verbindungsijbersicht) sowie die 
Umgehungswege und Ausweichmoglichkeiten zu kennen und aus- 
zunutzen ; 

- alle zur Obermittlung gegebenen Informationen schnell und ohne 
Verzogerung zu senden und geforderte Verbindungen unverziiglich 
herzustellen; 

- ankommende Informationen aufzunehmen und dem Empfanger bzw. 
der Abfertigung zustellen zu lassen ; 



59 



- sich stiindig am Arbeitsplatz aufzuhalten und ihn nicht ohne Geneh- 
migung des Schichtleiters zu verlassen; 

- bei Storungen, die zu ihrer Beseitigung erforderlichen MaBnahmen 
gemaB 2.2.1. Punkt 2. einzuleiten bzw. durchzufiihren ; 

- die giiltigen Signale zu kennen und sofort weiterzuleiten. 



2.3. Regain und Redewendungen 

2.3.1. Redewendungen im Fernsprechbetriebsdienst 

Gesprach ohne Dringlichkeitsstufe, die Leitung ist frei 



Fernsprechteilnehmer Fernsprechvermittlung Fernsprech- 

teilnehmer 



- Rufr!- »Vermittlung Klad!« 

»Klad 321 bitte 

Narva 354!« »Narva 354 ich rufe!« 

-Ruft- »Narva354!« 

»Klad321!<< 

(Die Fernsprechteilnehmer fuhren das Gesprach) 
(Die Fernsprechteilnehmer beenden das Gesprach) 
-Abruf- -Abruf- 

»Vermittlung Klad - 

wird noch gesprochen - 

ich trenne!« 

(Trennt die Verbindung) 



Gesprach ohne Dringlichkeitsstufe, die Leitung ist besetzt 



Fernsprechteilnehmer Fernsprechvermittlung Fernsprechteil- 

nehmer 



~Ruft!~ »Vermittlung Klad!« 

»Klad 321 bitte 

Narva 354 !« wNarva 354 ist besetzt, 

bitte spater rufen !« 
Oder 

»Narva 354 ist besetzt, 
ich rufe, sobald die 
Leitung frei ist !« 
(Narva ist frei) 

»Klad321!« -RiifH- 



»Klad32l!« 



60 



»Klad ich rufe Narva !« 

-Ruft!~ »Narva 354!« 



Gespi'iich mit Dringlichkeitsstufe, die Leitung ist besetzt 



Fernsprechteilnehmer Femsprechvermittlung 



»Klad 321 -Luft- 
bitte Narva 354 !« 



»Klad 321« 



»Vermittlung Klad !« 

»Narva ist besetzt, 
ich trenne !« 
( Vermin lung Klail 
tritt in die bestehende 
Verbindung ein) ■ 
»Vermittlung Klad 
mit Luft! Wer spricht? 
Besitzt ihr Gesprach 
eine Dringlichkeitsstufe ?« 

»Ich trenne fur Klad 
321 mit Luft, Narva 
354 bitte am Apparat 
bleiben !« 
»Klad 321, Narva 
354 am Apparat, 
bitte sprechen !« 



Fernsprechteil- 
nehmer 



»Narva 354 mit 
Dringend !« 



»Narva 354 !« 



Eine geforderte Fernsprechverbindung und Umwegverbindung ist mit ciner 
gleichwertigen oder hoheren Dringlichkeitsstufe besetzt 



Fernsprechteilnehmer Femsprechvermittlung 



xNarva mit . . . 

(Dringlichkeitsstufe) 

besetzt, ich rufe, 

sobald die Leitung 

frei ist !« 

Oder 

(bei gleichen Dring- 

lichkeitsstufen) 

»Klad - Dringend - 

filr Narva 354, 

bitte kurzfassen !« 



Fernsprechteil- 
nehmer 



In jedem Fall hat sich der diensthabende Fernsprecher aus der Leitung aus- 
zuschalten, nachdem sich beide Teilnehmer gemeldet haben. 



61 



Gespriich mit Dringlichkeitsstufe, die Lcitung ist frei 



Fernsprechteilnehmer Fernsprechvermitilung Fernsprechiei: 

nehmer 



- Ruft! - »VeriTiiltliing Klad !« 

» Klad 321 - Luft 

bitte Narva 354 !« » Luft - Narva 354, 

ich rufe!« 



Hufi!- »Narva 354!« 



»Klad 321 !« 



Sammelgespriiche sind auf Anforderung der Fernsprechteilnehmer von der 
Fernsprechvermittlung herzustellen, wenn mehreren Fernsprechteilneh- 
mem dieser oder anderer Fernsprechvermittlungen Informationen, Be- 
fehle und Kommandos gleichzeitig zu erteilen sind. 

Beispiel : 

Ein Fernsprechteilnehmer verlangt ein Sammelgesprach 

»Kanu 398, bitte Rebus 398, Lindenbaum 720 und Werkstoff 398 zum Sammel- 
gesprach !« 
• Vermiltlung antworlet: 
»Rebus 398, Lindenbaum 720 und Werkstoff 398 zum Sammelgespriich, ich 
rufe wieder!« 

(Die verlangten Fernsprechteilnehmer sind in der angegebenen Reihenfolge 
anzurufen und aufzufordern, zum Sammelgesprach am Apparat zu bleiben.) 
Vermittlung : 

»Vermittlung Klad, bitte am Apparat bleiben zum Sammelgesprach mit 
Kanu 398 1« 

Ist das Sammelgesprach hergestellt, ist »Kanu 398« anzurufen und ihm das 
Sammelgesprach wie folgt zu iibergeben : 
Vermiltlung : 

»Vermittlung Klad, ihr Sammelgesprach mit Rebus 398, Lindenbaum 720 
und Werkstoff 398, bitte sprechen!« 

Amtsgespriiche v 

Bei Amtsgesprachen haben sich die Fernsprechverniittluiigen der Stabe bzw. 

Dienststellen, die im Fernwahlverzeichnis fiir offen erklart sind, mit der 

Bezeichnung ihres Stabes bzw. ihrer Dienststelle und die Stabe bzw. Dienst- 
stellen, die im offentlichen Fernsprechbuch der Deutschen Post enthalten 
sind, mit dieser Bezeichnung zu melden. 

Beispiele : 

»UKA Leipzig !« 

»M VA, Thomas- M Untzer-Kaserne !« 

Fernsprechvermittlungen mit Tarnnamen haben sich bei Amtsgesprachen 
mit der Nummer des Hauptanschlusses zu melden. 
Ankommende Amtsgespraclie sind den Fernsprechteilnehmern wie folgt 
von der Fernsprechvermittlung anzukiindigen: 

62 



• 



Beispiel : 

»Sie werden iiber Amt verlangt, bitte sprechen!« 

Der Fernsprechteilnehmer hat sich mit Dienstgrad und Namen bzw. ent- 

sprechend anderen befohlenen Festlegungen zu melden. 

Abgehende dienstliche Amtsgesprache sind von den Fernsprechteilnehmern 
selbst herzustellen oder bei der Fernsprechvermittlung (z. B. zu Orten, die 
nicht an das Selbstwahlfernnetz der Deutschen Post angeschlossen sind) 
wie folgt anzufordern: 

Beispiel : 

»Bitte Amt 4443 !« Oder bei Ferngesprachen 
»Bitte Amt Frauenhain 4566 !« 



2.3.2. Regeln flir den Fernspruchverkehr 

- Der Fernspruchverkehr ist nur auf besondere Weisung durchzufiihren. 

- Fernspriiche sind schriftHche Informationen, die iiber Fernsprechver- 
bindungen durchgesprochen, auf der Gegenstelle niedergeschrieben und 
dem Empfanger zugestellt bzw. von diesem abgeholt werden. 

~ Fernspriiche sind in folgender Reihenfolge durchzugeben : 

1 . Dringlichkeitsstufe ; 

2. eigener Rufname (Tarnname); 

3. Spruchnummer ; 

4. Anzahl der Gruppen; 

5. Datum; 

6. Aufgabezeit (Zeit der Abgabe des Fernspruches bei der Abfertigung) ; 

7. Dienstvermerk : »Als Fernspruch iibermitteltw ; 

8. Anschrift; 

9. Inhalt(Text); 
10. Absender. 

Beispiel : 

»Luft -Rebus 380 25 16 1545 Als Fernspruch ubermittelt Kama 380 

- Inhalt - . . . 

Rebus 380 

- Im Fernspruch ist beim Durchgeben nichts zu kiirzen oder zu andern. 
Satzzeichen sind mit zu Ubermitteln. Spriiche mit Fiinfergruppen sind im 
3-2-Rhythmus durchzugeben. 

- Dw Aufnehmende hat alles, was ihm Ubermittelt wird, deutiich und so 
langsam zu wiederholen, wie er den Text niederschreibt. 

Nach der Durchgabe des Spruches hat der Aufnehmende das Auf- 

genommene ohne Aufforderung zu wiederholen. 

Der Durefagebende hat dabei zu vergleichen oder zu korrigieren und an- 

schlieOend zu antworten: 

»Vergleich richtig. . . (Name)«. 

63 



Der Aufnehmende hat wie folgt zu antworten : 

»Fernspruch-Nr. ... am Uhr aufgenommen (Name)«. Die 

Namen des Durchgebenden und des Aufnehmenden sind in das Spruch- 
formular einzutragen. 



2.4. Betriebsnnterlagen auf den Fernsprechvermittlungen 

2.4.1 . Das Betriebsbuch 

Das Betriebsbuch niuB liber die gesamte Arbeit der Fernsprechvermittlung 
Auskunft geben. 
Es sind einzutragen: 

- die Entfaltung und der Aufbau der Fernsprechvermittlung; 

- die Obergabe und Ubernahme des Dienstes; 

- die aufzunehmenden und bestehenden Fernsprechverbindungen ; 

- Verbindungsuberprufungen; 

- Zeitiiberpriifungen; 

- Verbindungsunterbrechungen; 

- Betriebsstorungen (wenn kein gesonderter Storungsnachweis gefiihrt 
wird); 

- VerstoBe und Verletzungen der Bestimmungen der Betriebsdienstvor- 
schrift; 

- Signale. 

Jede Eintragung in das Betriebsbuch ist mit der Uhrzeit zu versehen und 
leserhch abzufassen. 



2.4.1.1. Muster fUr das Fiihren des Betriebsbuchs 



Spr 
Engang 


uch-Nr. 
Ausgang 


Uh 
Anfang 


rzeit 
Ende 


Hanilungen mhrend des 
Betnebsdienstes 


Beir 
Obe 

m 


erkur 
rgabt 
SIC 


gen 
an: 

Witt- 


1 


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3 


ii 


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7 


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06>5 


07.30 


}ow()«io»Witf4l»ij tn^n/ki 












07. « 


0743 


i'f>^ ^%l0t^0fa^b''a,^^^9t*VMU< 












08.35 


08.55 


buyiAOULjan/lflniuWlkM^Q ^ Uiw/S 
















UliU^ OiA^ LS2 












12.W 


13.00 


l/iiM^i , ^lik M/ncl /Uuhla.^ 
















S4- JfatUf^'^ ^J/tyJbo^ I hlTUv^^^o^ 
















,iU«=^, iilto ll-Jikr %,. 

























































































[Bild 705.1] 



64 



2.4.2. 



Das Verzeichnis der Tarnnamen und Tarnzahlen 



Das Verzeichnis der Tarnnamen und Tarnzahlen ist ein Auszug aus der 
Tabelle der Tarnnamen und Tarnzahlen der jeweiligen Fiihrungsstelle fiir 
die zum Bereich der FUhrungsstelle gehorenden Stabe und Dienststellen 
sowie fur die Gesprachsteilnehmer. Im Verzeichnis ist anzugeben, unter 
welcher Rufnummer oder Tarnzahl der Stab bzw. die Dienststelle oder der 
Gesprachsteilnehmer zu erreichen ist. 



2.4.3. Die Verbindungsiibersicht 

Die Verbindungsiibersicht ist vom Leiter der Fernsprechvermittlung zu er- 
arbeiten und vom Leiter der Nachrichtenzentrale zu bestatigen. In der Ver- 
bindungsiibersicht sind alle von der Nachrichtenzentrale fuhrenden 
Fernsprechverbindungen zu vorgesetzten, zusammenwirkenden und unter- 
stellten Staben (Nachrichtenzentralen) aufzunehmen. AuBerdem sind 
alle Umgehungsverbindungen einzutragen. Die Verbindungsubersicht 
muB stiindig dem neuesten Stand entsprechen. Abgeschaltete Fernsprech- 
verbindungen sind sofort zu streichen. 



2.4.3.] 



Muster einer Verbindungsiibersicht fur den Felddienst 



Sestatigt: 

LNl 
Hptm, Bocke 



Verbindungsubersicht der FemsprechvermittLun a 




Stand mm 16.06. im 
[Bild 705.2] 



ausgearbeitet: iO/MkM, /Uj^ 
Leiter der Fe -l/ermttlung 



5 HBTasll'iinker 



65 



2.4.3.2. Muster einer Verbindungsiibersicht fiir den stationaren Dienst 




66 



2.4.4. 



Die Diensteinteilung 



Die Diensteinteilung regelt den Einsatz der Betriebskrafte fiir den Betriebs- 
dienst. Aus der Diensteinteilung muB hervorgehen, wer zu welcher Zeit 
Dienst hat. Die Diensteinteilung ist vom Leiter der Fernsprechvermittlung 
zu erarbeiten und vom Leiter der Nachrichtenzentrale zu bestatigen. Sie ist 
im taglichen Dienst fiir 24 Stunden oder in Form eines Dienstplanes fiir einen 
bestimmten Zeitraum festzulegen. 



2.4.4.1. Muster einer Diensteinteilung 



Bestatigt: 
LHZ 
Hauptm. Bocke 



Diensteinteilung 

aufder Ft -Verm. I Kama 

vom 22.Qi 71 bis 25. 0I>.?1 

rag,Monat,Jahr Tag.MonatiJaltr 



Ltd. 
Nr. 


Dienst- 
grad 


Name 


Tdtiglieit 


Tao.Monat, Mlosuna 


no 


K 


23, Oi. 


A 


,0i 


75.0*, 




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3 


1 


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I 


3 


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Heinrich 


Sctiichtfiihrer 
dsth, Fernspr, 




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X 




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Gefr. 


KdhUr 


— .1 


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X 




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Broun 


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L^ 




X 




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Sold, 


Berger 


dslh,fernspr 


X 




X 








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6 




X 








5 


Sold. 


Kuhnet 


— II — 




X 






X 








X 




X 






6 


Sow, 


Famula 


— II — 








X 




X 




X 








X 








































" ^ 


1 — -^ 


"~~ 


— — — ——_ 



X diensthabende Schicht 

B Sereitschaftsdienst fiir Losung der Aufgaben bei hoher Betriebsdichte 

msungum 07.00; 13.00 i 19,00 Uhr 



Leiter dir Fernsprgchvermittlung 

Unltrfeldwebel 
[Bild 705.4] Oiensttrai 



UiMrfk 



67 



2.4.5. 



Das Teilnehmerverzeichnis 



Das Teilnehmerverzeichnis ist eine namentliche Aufstellung aller Gesprachs- 
teilnehmer der Fiihrungsstelle und der ihnen zugeordneten Rufnummern. 
Das Teilnehmerverzeichnis wird alien Gesprachsteilnehmern zugewiesen. 



2.4.6. Das Storungsbuch 

Das Storungsbuch ist nur bei groBeren Fernsprechvermittlungen zu fiihren 
und dient dem llickenlosen Nachweis aller Storungen. 



2.4.7. Das Verzeichnis der Leitungsnummern 

Das Verzeichnis der Leitungsnummern ist bei alien Fernsprechvermittlungen 
zu fiihren. Aus dem Verzeichnis muB ersichtlich sein, welche Leitung wo 
aufliegt und welche Gegenstelle iiber diese Leitung angeschlossen ist. 



2.4.8. Das Spruchformular 

Muster eines Fernspruchs 



m 



IVuisdifcihrii iiuili*tpnlir 



(1 (fU»f»e!t*»n.*Hrmutr-r) 



iikt* 






zz 







,f»W-"> 



Xotma 4itg 






zr«)k<« &U6« crtkH . .. 

X8.0A. 1<?9'1 






Zu seiidendes verschlUsseltes Fernschreiben, das als Fernspruch ubermittelt 
wurde [Bild 705.5] 



68. 



2.5. Der Nachweis von abgehenden Amtsgesprgchen durch den 

diensthabenden Fernsprecher 

Werden bei der Fernsprechvermittlung dienstliche oder private Amts- 
gespriiche angemeldet, hat der diensthabende Fernsprecher fiir jedes Ge- 
sprach einen Gesprachszettel auszufiillen. Die Dienstgesprache sind in 
blauer und die Privatgesprache in roter Blockschrift in die Gesprachszettel 
einzutragen. Private Amtsgesprache, die von der Fernsprechvermittlung im 
Ortsnetz oder im Selbstwahlnetz hergestellt werden, sind vom dienst- 
habenden Fernsprecher entsprechend den Bestimmungen der Deutschen 
Post zu berechnen. Werden private Ferngesprache von der Fernsprechver- 
mittlung bei den Fernamtern der Deutschen Post angemeldet, sind die Ge- 
biihren entsprechend der Angabe des betreffenden Fernamtes in den Ge- 
sprachszettel einzutragen. Auf den Verbindungen der Feldfiihrung ist nach 
dem gleichen Prinzip zu verfahren. 



2.6. Anlagen 

Anlage 1 Redewendungen 



. (Tarnname) - Anmeldung ange- 
nommen. warten Sie! 

• Bute (Tarnzahl oder Tarn- 
namen) 

• Drmglichkeitsstufe 

• Fernsprecher 

• Vermittlung. . . ! 

• Schalttrupp. . . ! 

• Ich rufel 

• Rufen Sie zuriick! 

• Kommt mem Ruf an? 

• Ihr Ruf kommt nicht an! 

• Leitung gestort! 
•Leitung besetzt! 

• Teilnehmer meldet sich nicht! 
•Warten Sie! 

• Bleiben Sie in der Leitung! 

• Verbinden Sie mich mit. . . ! 

• Ich rufe .... bitte verlangen 
Sie weiter! 

• Sprechen Sie langsamer! 
•Buchstabieren Sie! 

• Bitte sprechen ! 

• Habe Fernspruch! 

• Wiederholen Sie! 

• Ich kann Sie nicht verstehen! 



fi (n03bIBH0R), 3AKA3 

nPHH^T, )KAHTE! 

nPOffly AATb (AEOHEHT, 

n03bIBH0fi) 

CTEITEHb OHEPEflHOCTH 

TEJIEOOHHCT 

fl KOMMYTATOP ... I 

a KPOCC . . . ! 

fl BbI3bIBAK)! 

BbBblBAHTE OBPATHO! 

nO.JiyHAETE BfaI30B? 

HE nOJlVHAK) BbI30BA! 

imnvifi HApyfflEHA! 

JIHHH^ 3AH5ITA! 

AEOHEHT HE OTBEMAET! 

)KAHTE! 

OCTABAHTECb B JIHHHH! 

COEAMHHTECb C . . . ! 

fl BbI3bIBAK) .... TPEBVBTE 

AAJlblUE, noaCAJiyHCTA! 

rOBOPMTE MEAJIEHHEE! 

rOBOPHTE no BVKBAM! 

rOBOPHTE! 

y MEH^ TEJIEFPAMMA! 

nOBTOPHTE! 

fl BAG HE nOHHMAK)! 



69 



• Bleiben Sie am Apparat ! 

• Ihre Anmeldung . . . , bitte 
sprechen ! 

• Bitte auflegen, ich rufe 
wieder ! 

•Verbindung gestort, bitte 
spater rufen ! 

• . . . besetzt, bitte spater 
rufen ! 

«... besetzt, ich rufe, sobald 
die Leitung frei ist ! 

• . . . , ich trenne fiir . . . ! 

• . . . , ich trenne auf Weisung 
von . . . ! 

• Achtung ! Sie sprechen Uber 
(Richtfunk, Funk) ! 

• Vermittlung . . . sprechen Sie 
noch, ich trenne ! 

• Vermittlung ... Sie warden 
vom . . . verlangt (Darf ich 
verbinden?) 

• Vermittlung . . . mit genauer 
UhrzeitlEsist ... Uhr! 

• Vermittlung ... mit Lei- 
tungsprobe ! 



OCTABAKTECb V AD- 

HAPATA! 

Bbl 3AKA3MBAJIH . . . 

(n03bIBH0ft) rOBOPHTE! 

nOJIO^HTE TPYBKy, 

H BAC BMSOBV! 

CB.a3b HAPyUJEHA, 

n03B0HHTE n03)KE! 

(ABOHEHT, n03bIBH0H) 

3AHaT, n03B0HHTE 

n035KE! 

(ABOHEHT, n03bIBH0fl) 

3AHHT, BbBOBy, KOPAA 

OCBOBOflHTC^! 

. . . , PA3T>EAHH^K) 

AJl^ . . . ! 

. . . , PA3T>EaHHflK) HO 

nPHKA3AHHK) . . . ! 

BHHMAHHE, Bbl POBO- 

PHTE no (PAflHO/PAAHO- 

PEJIEKHOMY KAHAJIV)! 

fl KOMMYTATOP . . . 

rOBOPHTE JIM? 

PA3TjEflHH.aK)! 

fl KOMMYTATOP . . . 

COEflHH^K) C . . . 

(PASPEUIHTE COEAHH^ITb 

C . , . ?) 

.3 KOMMYTATOP . . . 

CflAK) TOHHOE BPEMil! 

TEDEPb . . . HAC! 

fl KOMMYTATOP . . . 

nPOBEPKA JIHHHH 



Die vorgeschriebenen Redewendungen sind wortlich anzuwenden und 
dabei sinnvoll miteinander zu verbinden. 



o 



70 



Anlage 2 Buchstabieralphabet/Ziffem/Satezeichen 



Zeichen 




Staaten des Warschauer Vertrages 


International 


lat. 


kyr. 


deutsch 


russisch 




A 


A 


Anton 


AHHA 


Alfa 


B 


E 


Berta 


BO PMC 


Bravo 


C 


n 


Casar 


UAnJia 


Charlie 


D 


a 


Dora 


AMMHTPHfl 


Delta 


E 


E 


Emil 


EJIEHA 


Echo 


F 


* 


Friedrich 


<»E/lOP 


Foxtrott 


G 


r 


Giistav 


rpwroPHU 


Golf 


H 


X 


Heinrich 


XAPHTOH 


Hotel 


I 


H 


Ida 


HBAH 


India 


J 


H 


Julius 


HBAHKPATKHH 


Juliett 


K. 


K 


Konrad 


KOHCTAHTHH 


Kilo 


L 


n 


Ludwig 


JIEOHHfl 


Lima 


M 


M 


Martha 


MHXAHJl 


Mike(Maik) 


N 


H 


Nordpol 


HHKOJIAH 


November 


O 


O 


Otto 


O-lbFA 


Oskar 


P 


n 


Paula 


nABEJI 


Papa 


Q 


m 


Quelle 


mVKA 


Quebeck 


R 


p 


Richard 


POMAH 


Romeo 


S 


c 


Siegfried 


cemEh 


Sierra 


T 


T 


Theodor 


TATflHA 


Tango 


U 


y 


Ulrich 


yjIbiIHA 


Uniform 


V 


>K 


Viktor 


yKEHfl 


Viktor 


w 


B 


Wilhelm 


BACMJIHii 


Whisky 


X 


b 


Xanthippe 


m^fkhBshak 


X-ray 


Y 


bl 


Ypsilon 


EPbl 


Yankee 


z 


3 


Zeppelin 


3HHAMflA 


Zulu 


A 


a 


Arger 


flKOB 







H 


Odipus 


HEJIOBEK 







K) 


Obel 


lOPHH 




CH 


in 

3 


Charlotte 


UIVPA 
3XO 




1 




eins 


OflMH 


Ouanne 


2 




zwo 


HBA 


Bis 


3 




drei 


TPM 


Ter 


4 




vier 


HETblPE 


Quarto 


5 




flinnelT 


n^Tb 


Penta 


6 




sechs 


UIECTb 


Saxo 


7 




sieben 


CEMb 


Sette 


8 




acht 


BOCEMb 


Octo 


9 




neun 


flEBSTb 


Nona 







null 


HVJlb 


Zero 



71 



Zeichen 


deutsch 


russisch 




Punkt 


TOHKA 


, 


Komma 


3An^TA^ 




Semikolon 


TOHKA C SAOilTOH 




Doppelpunkt 


ABOETOHME 


J 


Ausrut'ezeichen 


BOCKJIHUATEJIbHtlfi 
3HAK 


7 


Fragezeichen 


BOnPOCMTEJIbHblH 3HAK 




Apostroph 


AnOCTPOB 




Anfiihrungszeichen 


KABMHKH 


/ 


Bruchstrich 


flPOBHAX HEPTA 


( ) 


Klammer aiif, zu 


CKOBKA 


- 


Gedankenstrich 


THPE 


"" 


Unterstreichiing 


3HAK nOJl- 
HEPKMBAHM>I 




Trennung 


PA3/IEJI 




Irrung 


HCnPABJlilK) 



Anlage 3 Regein fiir das Zahlen der Worter 

AIs Wort wird geziihlt: 

- jedes einzelne Wort, das entsprechend den Regein der Grammatik ge- 
schrieben wurde; 

- jedc Ziffer (jedes Zeichen und jeder Buchstabe), die (das, der) allein ge- 
schrieben wurde; 

Beispiel : 

10 Prozent -^ 2 Worter 
15 Plus 2-^2 Worter 
Nr. 158 2 Worter 

- jede Gruppe von Ziffern, Zeichen und Buchstaben sowie jade gemischte 
Gruppe, unabhangig von der Anzahl ihrer Zeichen; 

Beispiel : 

14 08 67 3 Wcirler 

14/8-67 I Wort 

Marke GAZ-66 - 2 Worter 
40.000 - 2 Worter 

40000 1 Wort 

- jeder Bestandteil eines Wortes sowie jeder Bestandteil einer Bezeichnung, 
die durch einen Bindestrich verbunden sind; 

Beispiel : 

Peter-Goring-StraBe ' 3 Worter 
taktisch-technisch - 2 Worter 
Alma-Ata 2 Worter 

- jedes Interpunktionszeichen, das als Wort geschrieben wurde; 

- jede Ziffern- oder Buchstabengruppe in Geheimtexten verschliisselter 
Oder codierter Fernschreiben ; 

- jede gebrauchliche Abkiirzung; 

- gemischte Ziffern und Buchstabengruppen, in denen die Buchstaben das 
Lesen der Zahlenbezeichnungen erlautern. 

Beispiel : 

12er-Reihe 1 Wort 

72 



Tastfnnkverkehr 



[251] 



3.1. 



Verbindungsaufnahme 



Die Aufnahme der Funkverbindung geschieht in der Regel durch die Haupt- 
funkstelle und besteht aus 

- dem Anruf (durch die Hauptfunkstelle); 

- der Anrufantwort (durcli die Gegenfunkstelle); 

- der Bestiitigung (durch die Hauptfunkstelle). 

Zur Arbeit werden den Funkstellen folgende Rufzeichen zugewiesen: 

- individuelles Rufzeichen (ein Rufzeichen fur jede Funkstelle); 

- Linienrufzeichen (ein Rufzeichen fur ein Funkstellenpaar); 

- individuelles Linienrufzeichen (ein Rufzeichen fiir jede Funkstelle, die 

Funkstellen rufen und antworten mit dem 
eigenen Rufzeichen). 



3.2. 



Schematische Darstellung einer Funkrichtung 





Individuelles Rufzeichen - teyi- 

Linienrufzeichen - hzSt - 

Individuelles Linienrufzeichen - miuS- 



■ 1X3^ 

■ hiBH. 

■ dx?e 



i.l.l. 



Beispiel einer Verbindungsaufnahme (Standardform) 



Anruf 

Anrufantwort 

Bestatigung 



Individuelles 
Rufzeichen 

tijp d€ veyl k 



Linienrufzeichen 



hiBi 



individuelles Linien- 
rufzeichen 

mzO.5 k 

dt7e. k 

1 k 



73 



3.3. 



Schematische Darstellung eines Funknetzes 



Individuelles Rufzeichen - ilrip 

Linienrufzeichen - /ml? 

- Az6£ 

- x'^Jtz ' 
Individuelle Linienrufzeichen - ad7A- 

- twO^ ' 

- taiz 
Rundspruchrufzeichen - b-min 




-am A 2 



-pn/S 



lAJn 



-AJ^S 



3.3.1. Beispiel einer Verbindungsaufnahme (Standardfomi) 



Die Funkstellen werden einzeln gerufen 
Individuelles 



Individuelles 





lilUlVlUUCUCS 

Rufzeichen 


Linienrufzeichen 


Linienrufzeichen 


1. Anruf 


c^ 't^ V ^ r /€ k 


Imt! 


k 


ad/Ji 


k 


1. Anrufantwort 


irc1q k 


Im'lrl 


k 


arrihl 


k 


1 , Bestiitigung - 


- 1 K 


% 


k 


t 


k 


2. Anruf 


- Bqri dt l/fic A 


hi6t 


k 


KkvO^ 


k 


2. Anrufantwort - 


- ISqn k 


hi6t 


k 


^xx6 


k 


2. Bestatigung 


' 1 k 


K 


k 


% 


k 


3. Anruf 


nxin dc t-lrlp k 


iUn 


k 


ialZ 


k 


3. Anrufantwort 


- ax^rn < 


ikJv 


k 


hliS 


k 


3. Bestiitigung - 


- t * 


•i 


• 


K 


k 


Die Verbindungsi 


iufnahme erfolgt 


mit dem Rundspruchrufzeichen 




Individuelles 
Ru fzeichen 


Linienru 


fzeichen 


Individuelles 
Linienrufzeictjen 


Anruf 


- trm'^-n dt iblp k 


^min 


k 


&-m.kn 


k 


1. Anrufantwort 


- ffdq (r 


tmtr1 


k 


Urnhl 


k 


1. Bestatigung 


- t * 


K 


k 


t 


k 


2. Anrufantwort 


- IBifn k 


hi6i 


k 


fitii 


k 


2. Bestatigung 


- t k 


•t 


k 


I 


k 


3. Anrufantwort 


- atirn' k 


Mn 


k 


AliS 


k 


3. Bestatigung 


- t k 


t 


k 


K 


k 



Bei starken Storungen, schlechter Horbarkeit und nach mehr als einstiindiger 
Pause wird der Anruf und die Anrufantwort in der Funkrichtung wie folgt 
durchgefiihrt : 



74 



Beispiele 

1. Mit dem individuUen Rufzeichen 

Anruf trJ* tJ--?^ t-i-^-P <^' *'''/■' "f' * 

Anrufantwort - veyl nyl dc i.r3f: KxSp k 

2. Mit dem Linienrufzeichen 

Anruf - hiSt MiBt ^iBt ,m 

Anrufantwort - -Azflt 'hiS-c AiSt k 

Mit dem Linienrufzeichen und bei der Arbeit im Funknetz ist sinngemaB 

zu verfaliren. 



3.4. Vcrbindungsiiberpriifung 

Die Verbindung wird Liberpriifl, urn Funkverbindungen stiindig bereitzu- 
halten und die Wachsamkeit der diensthabenden Funker zu kontrollieren. 

3.4.1. Formen der Verbindungsuberpriifung 

• Fine zweiseitige Uberprufung durch eine Verbindungsaufnahme (siehe 
dort). 

• Eine einseitige Uberprufung durch Senden kurzer Signale oder Funk- 
sprtlche. 

Die Empfangsbestiitigung wird uber andere Nachrichtenmittel gegeben. 

Achtung! 

Die Verbindungsuberpriifung ohne Anordnung ist verboten! 



3.5. Austausch von F'unkspriichen 

3.5.1 . Ankiindigung und Bereiterklarung 

In der Funkrichtung oder im Funknetz an eine Unterfunkstelle 

Individuelles ... . ■ , „„ Individuelles 

, . . Lmienrufzeichen ... „ „i,„„ 

Rufzeichen Lmienrufzeichen 

Ankundigung - i.:>3f> de rcflqtc k AiSi ijtf k miuS qtc k 

Bereiterklarung - it3^ i^y * AiSt ijir k di?e ^tr A 

Bei Vorlage eines Funkspruches mit dem Vermerk = Dr = (Dringend) 

Ankiindigung ir£l^ dtier2p<itc88k tm/tliijtcSS k ad7AiiUS8k 

Bereiterkliirung - ifcl^ giy * /m^J/)ti' k iim/iZtiif k 

Im Funknetz mit dem Rundspruchrufzeichen 

Rundspruch mit Quittung »RMQ« 

Bfispif/f 

\, Mit dem individuellen Rufzeichen 

Ankundigung - bmln itnin /rml-n 3t tH(> t/r3p /}t£ at 

Oder 

t-min Irmitn Irmlfnde fltip ftZfi /ftcOiat 

75 



2. Mit dem Linienrufzeiclien (individuelles Linienrufzeichen) 
Ankiindigung - /tmin Irmlf-n JrmU-n ijtc at 
oder 

^min Irmit-n. /rmltn qtjC Oi- /at 

Beachte : 

Die Unterfunkstellen geben kcine Bereiterklarung auf den Rundruf. Sie 
beieiten sich auf die Aufnalime des Rundspiuchs vor. 



3.5.2. Durchgabe von Funkspriichcn 

Nacli der Bereiterklarung in der lunkrichtung oder im Funknetz an eine 
Unlerfunkstelle 

1. Funkrichtung mit individuollem Rufzeiclien (olinc Dringlichkeitsstufe) 
Durchgabe re)-/ «M Z5 16 mi '500- 

lai)tm .. Textgrupp8n...felff'7Z0 k 

2. Funknetz mit individuellem Rufzeichcn (Dringlichkeitsstufe Dringend) 
Dlirchgabe - t/r2p zn ii w hSO-Oi 681 ~ 

7911, .. . Tfxlgruppen... 1605 - ni, k 

3. Funknetz mit individuellem Rufzeichen (ohnc Dringlichkeitsstufe) Rund- 
spruch mit Quittung »RMQ« 

Durchgabe - A-mi-n bmlt-n Iryni-n dt llrZp ijlrZp qtc 

281 37 16 mi'i,a0'91OU..Jei(tgruppen...l381'l0i, k 

4. Funknetz mit Linienrufzeichen (ohnc Dringlichkeitsstufe) Rundspruch 

ohne Quittung »ROQ« 

Durchgabe - .frrnin imin l-jnin qt/: ZSi u IS Z10S 

a'lul ... I'extgruppen . . . pupd -30^ - 
I'-min Iw.in Irm'tTi/ilcZiit it^fie ZWd 
.atut...Tettgruppen...(m,f)d -90i ax 



3.5.3. Empfangsbestatigungen (Quittung) 

Der vollstiindige Empfang von Funkspruchen wird in der Regal bei zwei- 
seitigem F'unkverkehr bestiitigt. 

Die F,mpfangsbestatigung erfolgt durch das Bctriebszeichen »t « (empfangen) 
und die Spruchnummer. 

Beispift: iilfj t zn k 

Bei einseitigem Funkverkehr oder bei der Arbeit mit Funkspruchen ohne 
Quittung bzw. Rundspriichen ohne Quittung wird die Empfangsbestatigung 
uber andere Nachrichlenmittcl gegebcn. Empfangsbestiitigungcn fUr Rund- 
spriiche mit Quittung werden in der Reihenfolge der F'unkunterlagen gege- 
ben. 

76 



• 



Empfangsbestiltigungen im Funknetz auf den Rundspruch mit Quittung wie 

unter 1.2.2. (Funknetz mit individuellem Rufzeichen, ohne Dringlichkeits- 

stufe). 

Unterfunkstelle 1 - trclq t 281 k 

Unterfunkstelle 2 iStfn t iSl k 

Unterfunkstelle 3 - atim t 281 k 

3.5.4, Wiederholung und Korrektur von Funkspriichen 

(Riickfragen und Rtickfrageantworten) 

Rtickfragen erfolgen, vvenn Zweifel an der richtigen Aufnahme eines Funk- 
spruches beslehen. Die unsicher aufgenommenen Stellen des Funkspruches 
werdcn untcrstrichen und die Rtickfragen cntsprcchend dcr Reihenfolge 
gestellt. 

Beachte : 

1. Die Rtickfragen werden in der Reihenfolge beantwortet, wie sie ange- 
fordert wurden. 

2. Fehlen in einem Funkspruch mehr als 20 Prozent der Gruppen, so mufi 
der Funkspruch vollstiindig wiederholt werden. 

3. Bei Anforderung konnen die Betriebszeichen »ipin oder das Frage- 
zeichen »'?« benutzt werden. 

In der folgenden Tabelle sind die Miigliehkeiten der Rtickfragen enthaltcu. 

Fehk'r ixicr Austassumien _.. , ^. 

. , „ . , ■ Rucktraqen 

m den Spnichcn 

einzelne Gruppen des Texles t/3p ift qiS ^t 11 k 

Text bis zur 10. Gruppe fehit itSfi xpt ab 10 k 

Text ab 35. Gruppe fehit i.k3p if>t aa 35 k 

10. bis 15. Gruppe fehIt «»J^ ipt l-n.9 16 h 

Spruchkopf ist fehlerhaft tiifi xpt pM k 

Spruchnummer fehit i.i(3f> tpi ni k 

Anschri ft fehit tx3p i ad^ k 

Absender fehit t/J« 2 AA./fk 

Spruchtext fehit t/Jf tpt txt k 

es soil alles wiederholt werden ftSp tpt al k 

Kombinierte Rtickfragen ti-J<> f4>^ 4}i i ^t 9 <ia 2i- h 
oder 

ttS/fj 2 adi ijK i- /rn 9 11 Aiij k 
R tick frageantworten 

Anforderung - tii3^ 2 ^i 1, /fi.S J/n 30 J3 k 

Antwort - n/l - Tf^038 M151 ?0105 63155 26350 0S1??k 

Oder 

Anforderung - 1/3^ ? ^p/ft /ji AB Ai/j k 

Antwort - ntl -i05 25 16 1305^ 290ii ~?20k 

Weitere Beispiele siehe DV-14/8, Zillern 49 bis 52. 

77 



3.6. Funksignale 

Funksignale sind Informationen und konncn aus melirstelligen Zeichen be- 
stehen, ohne als Funkspruch zu gelten. 

Grundsiltzlich werden Funksignale ihrer Bedeutung nach in folgende Arten 
eingeteilt : 

Alh/emeinc Funksignale 

Gefechts- und Warnsignale zur Fuhrung der Truppen im Gefecht sowie zur 
Warnung. Sie werden durch nxxtv angekiindigt und stets zweimal ge- 
sendet. Der Empfang wird durch ein einmaliges Wiederholen bestatigt. 
Eine Ausnahme bildet das Funknetz mit dem Rundspruchrufzeichen, wenn 
durch nqiZiv nicht besonders zur Wiederholung aufgefordert wurde. 

Beispiek 

1. Durchgabe eines Funksignals in der Funkrichtung oder im Funknetz an 

eine Unterfunkslelle. 

Durchgabe trJ^ iiSfi t/3p Se i/eyl reyl 
nxx 800 800 k 

Quitlung " tir3p 800 k 

Oder 

Durchgabe - is^in iS/jn Z8t}n * •L/r2f! t/j-Zp 
XXX 800 800 k 

Quiltung - laqnBOO k 

2. Durchgabe mehrerer Funksignale 

Durchgabe - txJf ixJri t/3f dt ml Kti 
III 800 800 -205 205-851 851 k 

Quittung - t/J^D BOO 205 851 k 

3. Durchgabe von Funksignalen im Funknetz mit dem Rundspruchruf- 
zeichen 

Durchgabe - i-min trmkn t-mi-n de r/rZp i.lr2!> 
I XI 800 800 k 

Quittung - Erfolgt nicht Uber Funk. Wirdentsprechend den Anordnungen 
Uber andere Nachrichtenmittel gegeben. 

4. Wie unter 3. Eine Unterfunkslelle des Funknetzes soil quittieren. 
Durchgabe - J/min Jrmin /rm'tn de ilxZfi ti-2p 

XXX BOO 800 -/8qn. qA/ ? k 

Quittung -iSiinSOOli 

5. Wie unter 4. Alle Unterfunkstellen des Funknetzes sollen quittieren. 

Durchgabe - /tmin Irmin Ami-n * KirZfi ilrif> 
XXI 900 800 -iq/il I k 

Quittungen - /rx:i^ boo a 
/SonSOOk 
axSmBOOk 



Kommcmdos 

Kommandos (Feuerkommandos) werden einmal durchgegeben und durch 

Wiederholen quittiert. 

78 



Dienstsupmle ' 

Dienstsignale werden in Betriebssignale und Betriebszeichen unterteilt. 
Beide dienen zur Aufrechterhaltung des Funkverkehrs zwischen den Funk- 
stellen. 

Betriebssignale sind zweistellige Zahlengruppen, die die Begriffe der 

Tabelle des diensthabenden Funkers kodieren. 
- Betriebszeichen bestehen aus einem oder mehreren Buchstaben z. B. 

Q - und Z - VerkehrsabkUrzungen. 
Dienstsignale werden einmal durchgegeben und durch Wiederholen unter 
Voransetzung des Betriebszeichens »ok« (verstanden) quittiert. 

Beixpiele 

1 . Durchgabe und Quittung von Betriebssignalen (einzelne und mehrere 
Signale) 

Durchgabe - xr3p di nfl 15 k 

Quittung - tyJp ok i5 k 

oder 

Durchgabe - r/.?^ * Kyi 90 zi, 35 k 

Quittung - r>3fi frk 90 2if 35 k 

2. Durchgabe und Quittung von Betriebszeichen (VerkehrsabkUrzungen) 
Durchgabe- tLrS^ dc ycf1 ^tir k 

Quittung - lyJv o-k /j^c- k 

Bei der Arbeit mit Linienrufzeichen und individuellen Linienrufzeichen ist 

sinngemiiB zu verfahren. 

Merke: 

Werden Betriebssignale durchgegeben, die den Frequenzwechsel oder 
den Obergang in eine andere Funkbeziehung zum Inhalt haben, so ist 
nach der Quittung von der Funkstelle die Bestatigung durch «< unbe- 
dingt abzuwarten! 
Erst danach ist die Anordnung durchzufuhren! 

Beispiel 

Anforderung zum Obergang auf die Ersatzfrequenz Nr. 2 

Anforderung - trip ds rey) 'fS 2k 

Quittung - t/Jp <tk i>5 2 k 

Bestatigung - t A 



3.6.1. Funkgesprache 

Funkgesprache dienen dem personlichen Gedankenaustaxisch zwischen 
Kommandeuren. Der Inhalt kann dem Funker diktiert oder schriftlich vor- 
gelegt werden. Der Text wird einmal durchgegeben und nicht quittiert, son- 
dem vom Funker der Gegenstelle entsprechend den Weisungen seines Kom- 
mandeurs beantwortet. Sind nach der Aufnahme Ruckfragen erforderlich, 
so kann an Stelle »ft« das Betriebszeichen »w« (Wort) gegeben werden. 
Regein ftir das Zusammenzilhlen der Wdrtersiehe DV-14/8, Ziffer 164. S.68. 

79 



3.7. Parolenanforderung und Parolendurchgabe 

Die Parole wird angefoiderl, wenn Zwcifcl fiber die Zugehiirigkeit der 
Gegenfiinkstelle bestelien. Dem TruppfUlirer oder dem DN ist Mcldung zu 
erstatten. Erst nach Genehmigiuig isl die Parole anziifordern. Form und 
Inhalt sowie das System der Anforderung imd Diircligabe l<onnen verschte- 
den sein und werden in den Anordnungen fur das Gefecht besonders fest- 
gelegt. 

Bi'ispicl 

Anforderung - t>3f) Jt nyl t/jxd 5W3i k 

Durchgabe - tx3^ t /i^d Oi'M k 

Mcrke: 

Mit Funl<stellen, die auf die Parolenanforderung keine riehtige Antworl 
geben, ist der Funkverkchr abzubrechen. Der diensthabende Funker hat 
daruber sofort Meldung zu erstatten. 



3.8. Tabelle des diensthabenden Funkers 

Die Tabelle des dienslhabenden Funkers enthalt u. a. BegrilTe und Zahlen 
zur Aufrechterhaltung des F'unkverkelirs, zur Veriinderung des Betriebs- 
zustandes und zur Kodierung der Dringliclikcilsstufen. Mit Hilfe der senk- 
rechtcn und waagerechlen Schlijsselzahlen konncn BcgrifTc und Zahlen 
kodiert werden. 

Bei der Kodierung kombinierter Anweisungen, BegrilTe und Zahlen bzw. 
Buchstaben ist jeweils der Obergang yon BegrilVen /u Zahlen und umgekehrt 
zu kodieren. 

Bt'/.s'/i/t'/ 

Es soil folgende Anweisung mit Hilfe der Tabelle kodiert und in Betriebs- 

signale umgesetzt werden: 

- Senden Sie auf Frequenz . . . kHz .'^S 

(Scndefrequenz = 4090 kHz) 

Gehen Sie liber auf Zahlen 27 



40^ - 79 

^J 4090 kHz ly 

Gehen Sie tiber auf Begri lie 09 

Arbeiten Sie mit Fiequenztastung S9 

Durchgabe ttSp * «// 3i Z7 7S vi 09 S'^ , 

Quittung r>3f] ak 35 ,;,■" ?9 W 09 89 k 

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82 



Anmerkungen : 

1 . Kurzes Zeichen 1 Zeiteinheit 
Langes Zeichen 3 Zeiteinheiten 
Pausen innerhalb eines Zeichens 1 Zeiteinheit 
Pausen zwischen den Zeichen 3 Zeiteinheiten 
Gruppen/Wortabstand " 5 Zeiteinheiten 

2. Das Morsezeichen fUr den Punlct besteht aus 3mal 2 kurzen Zeichen. 

3. Die verkiirzte Gebeweise der Zahl 5 (•) ist nur vereinzelt gebrUuchHch. 

4. Der Unterstrich wird nach dem ersten und dem letzten Buchstaben des 
zu unterstreichenden Wortes (Textes) gegeben. 

5. Auch deutlich geschriebene Zeichen, die nicht der Funkvorschrift ent- 
sprechen, sind als falsch zu werten. 



83 



TeilB 
Nachrichtengeratesatze 



1. Funkgeratesatz R 125 

1.1. Bestimmung 



[258] 



Der Funkgeratesatz ist fiir Funkverbindungen ira Stand und in der Bewe- 
gung bestimmt. Er ist auf dem Kfz. GAZ-69 untergebraclit und arbeitet in 
den Betriebsarten Al, A3 und F3. Die Fernbedienung iiber 2 Doppelleitun- 
gen und die Funkiibertragung (von Hand und automatisch) sind moglich. 
Die Funkverbindung kann ohne Suchen der Gegenstelle oder Frequenz- 
nachstimmung aufgenommen werden. Alle Funkgerate arbeiten bis zu einer 
Fahrgeschwindigkeit von 40 km/h normal. 

1.2. Technische Angaben 

Austuhrunyen des Geriitesatzes 



Bezeichnung 


Funkgerat 


Funkgerat 


Leistungsverstarker 


R 125 


1 X R 104M 


2 X R 105D 


2 X UM ■ 


R 125A 


1 X R 104M 


2 X R 108D 


2 X UM 


R 125P 


1 X R 104M 


2 X R 109D 


2 X UM 


R 125M 


1 X R I04M 


2 X R 105M 


2 X UM-3 


R 125AM 


1 X R 104M 


2 X R 108M 


2 X UM-3 


R 125PM 


1 X R 104M 


2 X R 109M 


2 X UM-3 



Leistung tragbar fahrbar 

- R 104M Al 3,5 W . 20 W 

A3 1,0 W low 

- UKW-Funkgerate ohne Leistungsverstarker 1 W 

mit Leistungsverstarker 40 ... 50 W 

Reichweilen der Funkgercite 





Antennentyp 


Betriebsart 








Al 


A3/F3 


R 104M 


Stabantenne 


30 km 


20 km 


»tragbar« 


Langdrahtantenne 








Oder Dipol 


50 km 


30 km 


R 104M 


Stabantenne 


50 km 


30 km 


»fahrbar« 


Langdrahtantenne 








Oder Dipol 


50 km 


50 km 




Teleskopmast als 








Selbststrahler 


50 km 


30 km 


UKW-Funkgerate 


Stabantenne 


— 


10 km 


ohne Leistungsver- 


Stabantenne auf dem 






starker 


Teleskopmast 


— 


20 km 


UKW-Funkgerat 


Stabantenne 


— 


25 km 


mit Leistungsver- 


Stabantenne auf dem 






starker 


Teleskopmast 


— 


50 km 



Die Reichweiten verringem sich nachts beim R 104M um etwa die Halfte. 

87 




Funkgeralesatz R 125 auf Kfz. GAZ-69 [Bild 258.1] 

1 - Funkgerat R 104 M; 2 - UKW-Funkgerale R 105D; 3 - Antennenfilter 
fur UKW-Funkgerate; 4 - Antennenweiche; 5 ~ Funkerpult; 6 - Kabellrom- 
me! mit Koaxialkabel; 7 - Kommandeurspult; 8 - Halterung fiir 4-m-Stab- 
anlenne; 9 - Halterung fur Teleskopmast 



Moglichkeiten des Betriebs : 

- Alle Funkgerate konnen beim Einsatz der Antennenfilter und der An- 
tennenweiche sowie bei besohderer Auswahl der Frequenzen gleichzeitig 
arbeiten. 

- Ein drittes UKW-Funkgerat kann eingebaut werden. 

- Funkgerate konnen vom Kommandeurspult und vom Funkerpult be- 
dient werden. 

- 2 UKW-Funkgerilte konnen abwechselnd mit Leistungsverstiirkern be- 
Irieben werden. 

- Obertragungsfunkverkehr kann von Hand oder automatisch erfolgen. 

- 2 Funkgeriile konnen tiber Doppelleitung fernbedient werden (R 104M 
bis 300 m, UKW-Geriite bis 2 km). 

- Vom Kommandeurspult aus kann mit 2 UKW-Funkgeraten Duplex- 
verkchr durchgefuhrt werden. 

' Es kann Dienstverbindung zwischen Kommandeurspult und Funker- 
pult, zwischen Kommandeurspult oder Funkerpult mit den Fernbedie- 
nungsteilnehmern durchgefuhrt werden. 



88 



1.3. Aufbau 

1.3.1. Telle des Geriitesatzes 

Zum Funkgeriitesatz R 125 gehoren folgende Teile: 

- 1 Funkgeriit R 104M mit Stromversorgungstornister und Transverter; 
2 UKW-Funkgerate; 

2 Leistungsverstiirker UM oder UM-3 mit einem Transverter; 

3 Antonnenfilter fiir UKW-Funkgerilte; 

- 1 Antennenweiche; 

- I Funkerpult; 

- 1 Kommandeurspult; 

- I Lade- und Verteilertafel; 

- I Ladeeinrichtung mit Generator, Relaisregler und Storscliutzfilter; 

4 Akkumulatoren5NKN45; 

- 8 Reserveakkumulatoren 2NKN24 oder KN14 (entsprechend der Aus- 
fiihrung) und 2 Akkumulatoren ftir das Funkerpult (einer als Reserve); 

- 1 FF63; 

- 4 4-m-Stabantennen; 

- 1 Teleskopmast 11m; 

- Langdrahtantennen; 

- I Dipolantenne; 

- Zubehor. 

1.3.2. Funkgerate und Leistungsverstarker 

Der Aufbau der Funkgerate R 104iyi sowie der UKW-Funkgeriite wurde 
bereits in den entsprechenden Abschnitten bcschrieben. Der Leistungs- 
verstiirker UM wird auf das Funkgeriit R 105D aufgesetzt. Die Frontplatte 
mit den Bedienungselementen ist im Bild dargestellt. 
Auf der linken und rechten Seite des Leistungsverstiirkers sind Schalt- 
kilsten zum Umkleramen der frequenzbestimmenden Teile ftir die Arbeit 
mit den Funkgeriiten R 105D, R 108D, R 109D und R 114 angebracht. 
An der Rlickseite befinden sich in der Reihcnfolge von oben nach unten: 

- Buchse fiir das Verbindungskabel zum Funkerpult; 

- Verbindungskabel zum SprechgarnituranschluB auf der Oberseite des 
UKW-Funkgeriits; 

- Buchse fUr den AnschluB des Stromversorgungskabels vom Transverter; 

- HF-Kabel zum AntennenanschluB an das UKW-Funkgeriit. 

Der Leistungsverstiirker UM-3 ist neben den UKW-Funkgeraten aufgebaut. 
Die Frontplatte mit den Bedienungselementen ist im Bild dargestellt. 
An der Riickseite befinden sich folgende Anschllisse: 
Oben rechts die Buchse fiir das Verbindungskabel zum Funkerpult, dar- 
unter befindet sich der AnschluB ftir das HF-Kabel zur Antennenweiche 
oder zum Antennenfilter. Unten rechts ist die Buchse ftir das Verbindungs- 
kabel zum SprechgarnituranschluB auf der Oberseite des UKW-Funkge- 
riits. Unten links befindet sich die Buchse fur den AnschluB des Stromver- 
sorgungskabels zum Transverter. 

89 



, Antennenanschlu^ 



°(^ 



[ingangslireis- 
abstimmung 



Mennenabsttmmung 
09 \( j\ 9/5 

3 



intennenkopplung 



2° °5 

3° °i. 



leislungsferstdr/ier 



fin n^J Aus 



Leistungsverstarker UM 
[Bild 258.2] 




iintennen- 
"o Meimenstrm teitung 
°Heiminnung ^\iam 

SpamungiSOf .. 



HeBstellensctialter 



f 

Jtus 



Abslimmung 
Sittsr-(EinQangs-}l!reis 




5r*v.«o 




Umschatter R105 R108 ms '^'^^ 



Leistungsverstarker UM-3 
[Bild 258.3] 



90 



1.3.3. 



Funkerpult 



Das Funkerpult ist das wichtigste Schalt- und Vermittlungsgeriit des Funk- 
geratesatzes. An der Ruckseite des Funkerpults befinden sich die AnschluB- 
leisten fur die Verkabelung mit der Lade- und Verteilertafel, den Funk- 
geraten, dem Kommandeurspult und den Fernbedienungsleitungen. 




2 
(5 



o 



91 



[inschalten 

der 
Stmmmsorgung 



SignallampenundSignal- 

pegei fur Obertragungs - 

funkmkshr and 

Juf uberFunk" 



Signatlampen 

fur 

funkverkehr 



hfe/mcMung 

zum 
Kdr-Pult 



Arbeitsplatz 

des 

funkers I 



Ubertragungs- 
funkverkehr 



fernbedienungs- 
einrichtungen 



Gerat 
A 



Oerdt 
B 



Lsitung 1 



ArbeitsptaU 

des 
funkersl 



LeitungB 



kurbelinduktor 



lusatzeinnchtung 
bei 
R 1Z5M 



Schema der Bedienungselemente am Funkerpult [Bild 258.5] 



1.3.4. 



Kommandeurspult 



Das Kommandeurspult befindet sich unterhalb der Frontscheibe vor dem 
Beifahrersitz. Die Frontplatte mit den Bedienungselementen ist im Bild dar- 
gestellt. Auf der linken Seite befindfet sich eine Buchsenleiste zum Anschlufi 
des Kabels vom Funkerpult. Auf der rechten Seite sind der Kippschalter 
zum Einschalten des Rauschunterdriickers und der Betriebsartenschalter ftir 
die Betriebsarten Simplex- und Duplexempfang angeordnet. Das Komman- 
deurspult erhalt die Stromversorgung vom Kfz.-Akkumulator. 



/U.autsiarl<e 







© ® 



Funkgerat j„ ^ 

CO o 



Leitung 



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O o°8j@ 



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SchdlterHausch- 
^ unterdmckung 
Em -Aus 



■ \ Umschatter 

Buplef-SimpteX' 
J mpfang 



AnschiulSfur 
Handapparat 



Kommandeurspult [Bild 258.6) 



92 



1.3.5. Antennenweich^ und Anienneniilter 

Die Anteimenweiche gewiihrleistet die gleichzeitige Arbeit eines UKW- 
Funlcgerats und des Funkgerats R 104M uber eine 4-m-Stabantenne. Die 
Frontplatte mit den Bedienungselementen ist im Bild dargestellt. 



r\ Unlennengrobabst 

o7 



/intennengrobabst 
RJ05 



Stabantenne 



® KHI^OSM 



be/ gennger 



fin 



Uui 



Leislung dracken Urrtichalter r,^-\\ 
MeBinstrument VU] 



/tntennen- 
anschluBR 105 



inlennenfeinabstimmung 
fiWi-M 



Mennen - 
anschluS/f lOi 



\ Masseltg 



Aniennenweiche [Bild 258.7]' 

Die I KW-Aiuennenfiher verringern die gegenseitigen HF-Storungen der 
Fiinkgeiate der Funkstelle. Die Frontplatte mit den Bedienungselementen 
iS' im Bild dargestellt. 




Anlenmnabstimmung 



tir 

^slesk-Menne 
Slab- Langdraht- 
antenne antenne MasseanschluS 

UKW-Antennenfilter [Bild 258.8] 



=^ 



Mennenttg.f 
■MW-funkger 



D 



J 



1.3.6. 



Lade- und Verteilertafcl 



Die Lade- und Verteilertafel dient zum Umschaltcn der Akkumulatoren- 
gruppen 5NKN45 sowie zum Laden der Akkumulatoren. Sie ist unter dem 
Tisch befestigt. 



93 



Spmnung 




Hand- (5Vo) 1 / St'ommsorgf 

MNiSioinit^n^ Masse %neraior 



iransrertet 



Lade- und Verteilertafel [Bild 258,9] 

An der Ruckseite befindet sich ein Akkumulator 2NKN24 fur die Stromver- 
sorgung des Funkerpults. 

1.4. Bedienung 

1.4.1. Vorbereiten zum Bctrieb 

Auswahl des Aufbauplatzes und der Antennen 

Die Auswahl des Aufbauplatzes entspricht den Erfordernissen, die in den 
Abschnitten R 105 und R 104M beschrieben wurden. Bei der Auswahl der 
Antennen sind die Betriebsart, die Entfernung zur Gegenstelle und die Aus- 
breitungscharakteristik der Antennen zu berucksichtigen. 
Die 4-m-Siabantenne wird in der Bewegung und im Stand bei t)berbruckung 
kurzer Entfernungen fur das R 104M und fiir UKW-Funkgerate verwendet. 
Die Antennen werden in die Isolatoren an den Seitenwanden des Fahrzeugs 
eingesetzt und fest verschraubt. Wahrend der Fahrt sind die Antennen nach 
hinten wegzuklappen und mit Halteleineri zu sichern. 
Der U-m-Teleskopmasl als Selhststrahler wird im Stand zur Oberbriickung 
mittlerer Entfernungen fiir das Funkgerat R 104M verwendet. Er wird in 
den Halterungen an der Riickseite des Fahrzeugs befestigt und ilber ein Ka- 
bel mit dem Antennenausgang des R 104M verbunden. 
Die kombinierte Stahantenne aufdem ll-m-Teleskopmast wird im Stand zur 
Oberbriickung groBer Entfernungen fiir die UKW-Funkgerate eingesetzt. 
Die 1,5-m-Stabantenne und drei Gegengewichte werden am Antennenkopf 
aufdem Teleskopmast befestigt. Die Verbindung erfolgt iiber ein HF-Kabel, 
das im Teleskopmast innen verlegt und an das Antennenfilter angeschlossen 
wird. Der Teleskopmast wird mit 3 Seilen abgespannt. Die Liinge der Stah- 
antenne und der Gegengewichte richtet sich nach der befohlenen Frequenz. 



94 



Frequenz 


Stabantenne 


Gegengewichte 


21,5-28,5 MHz 


3,0 m 


3,05 m 


28,0-33,0 MHz 


2,4 m 


2,35 m 


33,0-36,5 MHz 


2,4 m 


1,75 m 


36,0-41,0 MHz 


1,8 m 


2,00 m 


41,0-46,1 MHz 


1,8 m 


1,50 m 



\ • 

Die Langdrahtantenne (2 x 15 m) wird im Stand fur den Betrieb in Funk- 

richtung auf groBe Entfernung fiir das Funkgerat R I04M verwendet. Der 

Aufbau ist in Abschnitt »R 104M« beschrieben. 

Es ist mSglich, die Antenne am Teleskopmast zu befestigen. Dabei muB der 

Teleskopmast abgesetzt vom Fahrzeug aufgebaut werden. 

Der Dipol (2 x 25 m) wird im Stand fiir den Betrieb auf groOe Entfernung 

fur das Funkgerat R 104M eingesetzt. Beim Aufbau wird der Teleskopmast 

als MittelstUtze verwendet. Die Enden des Dipols werden mit Leinen ab- 

gespannt. 

Die Langdrahtantenne (40 m) wird im Stand fiir den Betrieb in Funkrichtung 

auf groBe Entfernung fUr UKW-FunkgerUte verwendet. Der Aufbau ist 

im Abschnitt »R 105« beschrieben. 



i-m-Stabantennen 



l5-m-Stabantenne 



Segengemcht der 
1,5-m-Stabantenne 




Teleskopmast 

-SymmetmcherDipol 



Aufbau der Antennen (Variante) [Bild 258.10] 



Inbeiriebnahme 

1. Stromversorgung anschlieBen (s. Abschnitte »R 105« und »R 104M«). 

2. Antennen aufbauen und anschlieBen. 

3. Schalter der Antennenfilter entsprechend der angeschlossenen Antenne 
einstellen. 



95 



4. Kabel vom Funkerpult bei den UKW-Funkgeraten an die Anschliisse 
»Sprechgarnitur« der Leistungsverstarker anschlieBen. Beim R I04M 
an den AnschluB »Sprechgarnitur« anschlieBen. Die Abzweigungen die- 
ser Kabel werden bei den UKW-Geriltcn an den Begrenzeraiisgang. beim 
R 104M an die Klemme AR angeschlossen. 

5. Sprechgarnitur an Funkerpult anschlieBen. 

6. Gruppenschalter fur Akkumulatoren an der Lade- und Verteilertafel 
einschalten. Akkuspannung am MeBinstrument priifen. Der'Zeiger muS 
auch beim Sendebetrieb im farbigen Bereich stehen. 

7. Kippschalter »Stromversorgung« an der Lade- und Verteilertafel ein- 
schalten. 

8. Funkgerate auf »Empfang« schalten. 

9. Schalter am Arbeitsplatz des Funkers auf die einzelnen Gerate schalten, 
Sprechtaste driicken und Funkgerate abstimmen. Dabei die angeschlos- 
senen Antennenfilter und die Antennenweiche abstimmen. 



Beim Belrieh mil Leistunijsverstiirker : 

10. Leistungsverstarker einschalten, 3 Minuten warten (Anheizzeit der 
Rohre). 

11. Sprechtaste driicken und mit Abstimmeinrichtungen des Leistungsver- 
stiirkers maximalen Ausschlag am Instrument einstellen. 

Beim R 1251VI muB bei A3-Betrieb mit dem Funkgerat R 104M an der Vor- 
derseite des Funkerpults der Kippschalter »Stromversorgung Modulations- 
verstarker« eingeschaltet werden sowie der Kippschalter »Linie - R 104M« 
auf »R 1()4M« stehen. 



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IwstungsKrst. \ — I *OJ2fO- 



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LaiemclferteilertafeL 

lOr 2.Sr mm Masse 



Mkumulatorendfuttlier- 
' pul teslunterdm r/sch) 



r+O- 



smms 



I--0*. -o--. '--O 



r-O- 



r+6+ -o|-i 



sm/vii 



LO+-Q--I 



Fahneuomosse 




^Schattuns beim Laden der AkkusNKNZi 



Blockschaltbild der Stromversorgung [Bild 258.11] 
96 



1.4.2. Betrieb 

Funkverkehr 

Die Funkgerate sind wie beschrieben zum Betrieb vorbereitet. Der Funk- 

betrieb erfolgt von den Arbeitsplatzen der Funker am Funkerpult. Zur 

optischen Anzeige eines Rufs der Gegenfunkstelle dienen die Signallamp- 

clien »Ruf uber Funk«. 

Sie werden wie folgt in Betrieb genommen. 

Den Kippschalter »Stromversorgung des Funkerpults« einschalten, die 

Drehschalter »Signalpegel« der entsprechenden Funkgerate einschalten und 

so einregeln, daB die Signallampchen bei einem Anruf durch die Gegenstelle 

aufleuchten. 

Zur Uberprtifung der Arbeit der Signalpegel die Knopfe »Eichgenerator« 

der Funkgerate drticken. Dabei miissen die Signallampchen aufleuchten. 

Beim Empfang eines Signals der Gegenfunkstelle den Schalter am Arbeits- 

platz des Funkers auf das Funkgerat schalten. Dabei leuchtet die Lampe 

»Funkgerat besetzt« auf. Nach Abwicklung des Funkverkehrs den Schalter 

wieder zuriick auf »Leitung« schalten. Dabei muB das Signallampchen 

»Funkgerat besetzt« ve'rloschen. Es ist zu beachten, daB das Lampchen 

»Funkgerat besetzt« auch dann aufleuchtet, wenn am Kommandeurspult 

Oder am Schaltteil »Arbeit uber Leitung« das entsprechende Funkgerat 

eingeschaltet ist. 

Samtliche Funkgerate konnen gleichzeitig von zwei Funkern und dem Kom- 

mandeur (tiber das Kommandeurspult) bedient werden. 

Fernbedienung 

Den Feldfernsprecher FF 63 iiber eine Doppelleitung an die Klemmen 
»Leitung I« oder »Leitung II« an der rechten Seite des Kfz. anschlieBen. Die 
Schalter » Arbeit iJber Leitung« miissen auf »Aus« stehen, die Schalter 
»Funk - Dienstverbindung« miissen auf »Dienstverbindung« geschaltet 
sein. Beim Ruf vom FF 63 (Wecker im Funkerpult Uiutet) den Schalter 
»Arbeit des Funkers« auf »Leitung« schalten und vom Teilnehmer die zu 
rufende Gegenstelle erfragen. Danach den Schalter »Arbeit uber Leitung« 
auf das geforderte Funkgerat schalten, den Kippschalter »Funk-Dienst- 
verbindung« auf »Funk« schalten. Wird vom FF 63 das Funkgerat. auf 
»Senden« geschaltet, leuchtet die Signallampe zwischen den Kippschaltern 
auf. Soil das Gesprach mitgehort werden, muB der Schalter am Arbeits- 
platz des Funkers auf das entsprechende Funkgerat geschaltet werden. 
Beim R 125M muB bei der Fernbedienung des R 104M der Kippschalter 
»R 1()4 - Linie« auf »Linie« geschaltet werden. 

Soil der FF 63 von der Funkstelle gerufen werden (Dienstverbindung), dann 
den Schalter »Arbeit des Funkers« auf >>Leitung«, den Kippschalter >>Funk- 
Dienstverbindung« auf »Dienstverbindung« schalten und den Kurbel- 
induktor am Funkerpult drehen. 

Das Kommandeurspult wird mit dem Rufknopf »Ruf des Kommandeurs- 
pults« gerufen. Dabei leuchtet die entsprechende Lampe am Kommandeurs- 
pult auf. Ruft der Kommandeur das Funkerpult, leuchtet die Lampe uber 
dem Rufknopf auf. 

7 HBTaslfiinker 97 



Funkiibertragung von Hand 

In beiden Funkrichtungen normale Funkbeziehungen aufnehmen. Den 
Kippschalter »Funkubertragung« auf »von Hand« und die Schalter »Uber- 
tragungsfunkverkehr« auf die entsprechenden Funkgeriite schalten. Zum 
Mithoren des Funkverkehrs den Schalter »Arbeit des Funkers« auf ein 
Funkgerat der Funkiibertragung schalten und diese mit Hilfe des Schahers 
»Senden A - Senden B« durchfuhren. 

Automatische Funkiibertragung 

Die Stromversorgung des Funkerpults einschalten und die Signalpegel 
»Ruf iiber Funk« fur die Obertragungsfunkgerate einpegeln. Den Kipp- 
schalter »Funkubertragung« auf »automatisch« und die Schalter »Ober- 
tragungsfunkverkehr« auf die entsprechenden Funkgerate schalten. 
Zur MithorkontroUe den Schalter »Arbeit des Funkers« auf ein Obertra- 
gungsfunkgerat schalten. Die Umschaltung der Funkiibertragung an den 
beiden Geraten von Senden auf Empfang bei Gesprachswechsel erfolgt 
automatisch. 
Am R 125M befindet sich kein Schalter »automatisch - von Hand«. 

Arbeit vom Kommandeurspult 

Vom Kommandeurspult konnen samtliche Funkgerate bedient werden. 
Dabei muB der Schalter »Duplexempfang - Simplexempfang« auf »Simplex- 
empfang« und der Schalter »Funkgerat« auf der Nummer des Funkgerats 
stehen. In der Stellung »Leitung« kann mit dem Funker am Funkerpult 
gesprochen werden. Soil der Funker gerufen werden, wird der Rufknopf 
gedrlickt. Dabei leuchtet am Funkerpult die entsprechende Lampe auf. Zum 
Senden die Sprechtaste des Handapparats driigken. Beim Empfang tiber 
Lautsprecher zusatzlich den Drehknopf »Lautstarke« einschalten (Lampe 
»Pult ein« leuchtet auf). 

Soil mit Rauschunterdriickung gearbeitet werden, miissen am Funkerpult 
die Signalpegel eingepegelt werden. Danach den Schalter »Rauschunter- 
driickungw am Kommandeurspult auf »Ein« schalten. 
Fiir den Duplexhetrieh werden die beiden UKW-Funkgerate verwendet. Sie 
miissen auf 2 verschiedenen Frequenzen arbeiten. Ein Funkgerat (Nr. 1) 
arbeitet nur als Empfanger, das andere (Nr. 2) nur als Sender in der gleichen ' 
Funkrichtung. 
Schalterstellungen : 

- »Duplex - Simplex* auf »Duplexempfang Funkgerat Nr. I« (Lampe 
»Funkgerat besetzt« Nr. 1 leuchtet auf, das Funkgerat Nr. 1 arbeitet als 
Empfanger). 

- Am Kommandeurspult auf Funkgerat Nr. 2 schalten (Lampe »Funk. 
gerat besetzt« Nr. 2 leuchtet auf, das Funkgerat Nr. 2 arbeitet als Sender). 

- »RauschunterdrUckung« auf »Ein« ; Lautsprecher ausschalten. Der Funk- 
verkehr wird mit dem Handapparat abgewickelt. 

Laden der Akkumulatoren 

Die Akkumulatoren konnen in der Bewegung (bis 40 km/h) und im Stand 
geladen werden. 

98 



IT 



Zuerst den Keilriemen auf den Generator auflegen (untcr der Motorhaubei 
und den Schalter an der Lade- und Verteilertafel auf »Laden der 1. Gruppe.. 
Oder ))Laden der 2. Gruppe« schalten {5NKN45). Die zu ladenden Akkumu- 
latoren 2NKN24 in Gruppen zu 5 Akkumulatoren in Reihe zusammenschal- 
ten und an die Klemmen »NKN24«, »Masse« anklemmen. Den Kfz.- 
Motor anlassen und uberprufen, ob der Generator richtig arbeitet. Dazu den 
Ladeschalter auf »Aus« und den Schalter unter dem Voltmeter auf »Laden« 
schalten. Die Leerlaufspannung des Generators muB 17 bis 21 V betragen. 
Jetzt die Ladestromkreise einschalten (Ladeschalter zwischen den Instru- 
menten auf »Laden«). Die Summe der Ladestrome muB etwa 30 bis 35 A 
betragen. Dabei darf die Stromstiirke durch cine Gruppe 2NKN24 etwa 
8 bis 10 A nicht ubersteigen. (Mit Drehwiderstand wLadestrom NKN24« 
einregeln.) 

Ein Schema zum AnschlieBen der Akkumulatoren befindet sich an der 
Lade- und Verteilertafel. 

Achtung ! 

Beim Laden im Stand Vergiftungsgefahr durch Auspuffgase. 



1.5. Wartung 

Als Grundlage fur die Wartung des Funkgeratesatzes gelten die Wartungs- 
hinweise bei den Funkgeraten R 105 und R 104M. 
Zusiltzlich sind folgeride Arbeiten durchzufuhren. 

- Festen Sitz und den elektrischen Durchgang der Koaxialverbindungs- 
kabel zwischen R 105, Leistungsverstarker und Antennenfilter iiberprii- 
fen. 

- HF-Stecker und Buchsen mit weichem Lappen und Spiritus reinigen. 

- Verbindungskabel zwischen Antennenfilter und den AntennenfuBen auf 
festen Sitz und elektrischen Durchgang prtifen. 

- Masseanschlusse der Antennenfilter und Antennenweiche Uberprilfen. 

- Die AntennenfuBe der 4-m-Stabantennen auf Festigkeit prlifen lind mit 
weichem Lappen und Spiritus reinigen. 

- Reinigen und Justieren samtlicher Steckverbindungen der Antennen, 
der Gegengewichte und des Antennenkopfes. 

- Kontrolle der gesamten Verkabeiung des Geratesatzes, vor allem der 
Verbindungskabel zu den Akkumulatoren, auf festen Sitz und evtl. 
Korrosion der Kabelschuhe. ' 

- Kontrolle des Kollektors und der Kohlen des Ladegenerators, Ober- 
priifung der Ladeeinrichtung. 

- Periodische Kontrolle der Spannung der Akkumulatoren im FF 63 
(5,8 V bei einem Belastungsstrom von 0,1 A). 

- Nach jeder Wartung ist eine Funktionskontrolle des Geratesatzes in alien 
Betriebsarten durchzufuhren. 

Der genaue Umfang der Wartungsarbeiten befindet sich in der »Wartungs- 
anweisung der Funkstelle R 125«. 



99 



2. Richtfunkgeratesatz R 403M [268] 

2.1. Bestimmung 

Der Richtfunkgeratesatz R 403IVI arbeitet im Duplexbetrieb (Sender und 

Empfanger arbeiten auf verschiedenen UKW-Kanalen) und wird zur gleich- 

zeitigen Ubertragung von zwei Fernsprech- und zwei FernschreibkanUlen 

eingesetzt. 

Jeder Fernsprechkanal kann an eine Zwei- oder Vierdrahtleitung angeschlos- 

sen werden. Die FernschreibkanUle konnen rait Einfachstrom (2DE, 4DE) 

oder mit Doppelstrom (4DD) betrieben werden. 

Wenn notig, kann ein fremdgetragerter Nachrichtenkanal (bis 16 kHz) 

tibertragen werden. 

2.2. Technische Angabeti 



Leistumj 




UKW-Sender 




oline Leistungsverstilrker 


2,.5W 


mit Leistungsverstiirker 


25 W 


Frcqiienzbcreich 




UKW-Sender und Empfanger 


60. ..69,975 MHz 


Anzahl der Kaniile 


134 (von 21... 1 54) 


Kanalabstand 


75 kHz 



Anteimeii 

- Richlantenne 

Yagi-Antenne mit Dipol und Reflektor 

Antennenmast 11,2m 

Polarisation 

horizontal 60. ..65 MHz(Kanal 21-87) 

vertikal 65... 70 MHz (Kanal 88-154) 

- Stabantenne 
Vi-Vertikalantenne 

Antennenstab 2160 mm 

Frequenzbereich 60. ..70 MHz 

In Abhangigkeit vom Aufbauplatz und der Antennenarl betriigt die Reich- 

weite 5 bis 60 km. 



Stromversorciwu) 




Gleichspannung 


12 V (2 X 5NKN45 


Leistungsaufnahtne 




Normalbetrieb 


75 W 


Diensthabender Empfang 


35 W 


mit Leistungsverstiirker 


180 W 


Laden der Akkumulatoren 


mit PES-0,75 




Oder GSK- 1500 



100 



NF-Tcil (Fe- und Fs-Einschub) 
NF-Kanale 

Frequenzbereich 

1. Fe-Kanal 
(NF-Grundkanal) 

2. Fe-Kanal 
(TF-Kanal) 

1. Fs-Kanal 

2. Fs-Kanal 



2 Fe-Kanille 
2 Fs-Kanale 

0,3... 2,7 kHz 

4,7. ..7.1 kHz 

8,5. ..9,1 kHz 
12,2... 12,8 kHz 



2.3. Aufbau / 

2.3.1. .Ailgemeine Beschreibung 

Der Richtfunkgeriitesatz R 4()3M ist im Fahrzeug UAS-69 untergebracht. 
Das Fahrzeug ist so eingerichtet, daB die Cerate schnell und sicher genutzt 
und gewartet werden konnen. 




Richtfunkstelle 
R 403 M in Marsch- 
lage mil Stabantenne 
[Bild268.1J 



2.3.2. 



Teile dcs Geratesatzes 



Richtfunkgestell mit 

Antennenweiche flir UKW-Sender und -EmpPanger, 

UKW-Einschub (Sender und Empfanger), 

Fe-Einschub. 

Fs-Einschub; 



101 



Leistungsvcrstilrker fur UKW-Sender; 

Richtantenne mit Antennenmast und Abspannung; 

Antennenspeiseleitung (Koaxialkabel RK-1); 

Stabantenne; 

Leitungsverteiler; 

Relais- und Verzerrungsmesser ; 

Ladetafel; 

6 Akkumulatoren 5NKN45; 

Ladeaggregat PES-0,75 oder AB-l-P/30; 

Generator GSK- 1500; 

Feldfernsprecher; 

ZubehOr und Ersatzteile. 




Anordnung der Haupt- 
teile des Richtfunk- 
geratesatzes R 403M im 
Fahrzeug [Bild 268,2] 



1 - Richtfunkgestell mit Antennenweiche, UKW-Sender- und -Empninger- 
einschub, Fernsprecheinschub, Fernschreibeinschub; 2 Relais- und Ver- 
zerrungsmesser; 3 - Leitungsverteiler; 4 - Ladetafel; 5 - Feldfernsprecher; 
6 - Leistungsverstiirker; 7 - Kasten fur Ersatzteile und Zubehiir; 8 - Akku- 
mulatoren 5NKN4S: 9 - Antennen-Mastteile; 10 ~ Sprechgarnitur 



102 



2.3.3. 



Frontplatten 



Die Frontplatten der Hauptteile des Richtfunkgeratesatzes R 403M sind 

auf den folgenden Bildern dargestcllt. 

Die Bedeutung der Bedienuncselemente geht aus der Bildunterschrift 

hervor. 




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S-S ifsKonoi 

7S l.feKonol Sender ^ 

3W Oienstrerblndung Iff 




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Sicherungen ^2TF e« FremdtrdgerungSent. 
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ZO 21 



Frontplatte des Leitungsverteilers [Bild 268.7] 

1 - Beschriftungsleiste; 2 - Leitungssicherungen; 3 - LeitungsanschluB- 
klemmen; 4 ■ Schalter fiir Ringiibertrager; 5 - Steckdose >>12 V«; 6 - Steck- 
dose »60 V« 




S/cherungsiampen 
W7. 



Eichen 



Cingongs- Medbereicfis- Sin 

Strom srhohung ifg^^g^^^„g Men ^^j 

^Umschlogs^ I ' EnfacI 
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zeit 




PrulKabeL 



Senderelois feloisprOfung 



60 If 



Frontplatte des Relais- und Verzerrungsmessers [Bild 268.8] 
1 - StromversorgungsanschluB ; 2 - Kippschalter »Stromversorgung Aus-Ein« ; 
3 - Klinkenbuchse zum AnschluB des Relais- und Verzerrungsmessers an den 
Fs-Einschub bzw. an den Leitungsverteiler; 4 - MeBinstrument; 5 - Kipp- 
schalter »Empfindlichkeit«; 6 - Betriebsartenschalter; 7 - Regler zum Aus- 
gleichen der Verzerrungen; 8 - Kippschalter »Eingangsstrom« 



107 



iodestrom 







Intladen 



Appo- leistongs- 
ntur nrstdrker 



Am Am 



-— laden Aggr-^-^Oen 
IrregerstromAqgr 




Frontplatte der Ladetalel [Bild 268,9] 

1 - Voltmeter; 2 - Amperemeter; 3 - Regler fur Erregerstrom des Lade- 

aggregats; 4 - Ladestromreglef; 5 - Schalter »Aggregat-Aus-Generator«; 

6 - Ladegruppenschalter; 7 SpannungsmeBschalter; 8 LadestrommeB- 

schalter; 9 - Schalter »Richtfunkgestell Aus-Ein« und »Leistungsverstarker 

Aus-Ein« 



2.4. Bedienung 

2.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 

2.4.1.1. Antennennachbildung und Zubehor anschlieOen 

1. Antennennachbildung an den Senderausgang und den Empfiinger- 
eingang anschlieBen. 

2. Sprechgarnitur am Fernsprechcinschub anschlieBen. 



2.4.1.2. Stromversorgung einschalten 

Die Stromversorgung des Richtfunkgeriilesatzes R 403M crfolgt durch eine 
der drei Akkumulatorengriippen und wird wie folgt eingeschaltet: 



108 




Frontplatle des Leistungsversliirkers [Bild 268.10] 

1 - Abslimmung; 2 - Arretierung des Abslimmknopfes; 3 HF-Eingangs- 
kabel; 4 - HF-Ausgang; 5 StromversorgungsanschluB; 6- Spannungswahl- 
schalter; 7 - MeBinstrument; 8 - MeBstcllenschalter 



1. Akkumulatoren anschlicBcn bzw. AnschluB ubcrpriifen. 

2. Ladegruppenschalter der jeweiligen Akkumulalorengruppe an der 
Ladetafel auf »Entladen« schalten. 

3. Kippschalter an der Ladetafel auf »Richtfunkgestell« schalten. 

4. Spannungswahlschalter am UKW-Sender- und -Empfiingereinschub 
auf »Akku« schalten. 

5. Spannungswahlschalter am Fs-Einschub auf »Akku« schalten. 

6. MeBstellenschalter an der Ladetafel auf die in Betrieb gcnommene 
Akkumulatorengruppe schalten und Akkumulatorenspannung priifen. 

Beachte : 

Akkumulatorengruppen mit weniger als 1 1 V Klemmenspannung nicht 
zum Betrieb des Richtfunkgeriite.satzes benutzen! 



109 



2.4.2. Uberpriifen des Richtfunkgeriitesatzes 

2.4.2.1. Uberpriifen des Richtfunkgeratesatzes ohne Gegenstelle 

Diese (Jberprtifung wird durchgefuhrt, um schneil alle Hauptfunklionen 
des Richtfunkgeriilesatzes kontrollieren zu konnen. 

Vorbereitunyen um Richlfunkcieriitesat: 

1. Am UKW-Sender- und -Empfilngereinschub - Sender und EmpiSnger 
auf gleichen VHF-Kanal einstellen. 

2. Am Fe-Einschub 

- alle Kippschalter auf »Endstelle« schalten ; 

- Betriebsschalter auf »Eigem»usnutzung« schalten; 

~ Betriebsartenschalter des 1. und 2. Fe-Kanals auf »2TF« schalten; 

- MeBstellenschalter auf »IG« schalten; 

- mit Regler »IG« 100 Skalenteile (Mitte farbiges Bereich) am MeB- 
instrument einstellen. 

3. Am Fs-Einschub 

- Betriebsschalter des 1. und 2. Fs-Kanals auf »Endstelle« schalten; 

- Betriebsartenschalter des 1. und 2. Fs-Kanals auf »4DU« schalten. 

Einstellen des Freqiienzlmbs 

1. Am Fe-Einschub 

- Abfrageschalter des 1. und 2. Fe-Kanals auf »Richtfunkkanal« 
schalten ; 

- Rufschalter auf »Dienstruf« schalten. 

2. Am UKW-Sender- und -Empfilngereinschub 

- MeBstellenschalter auf »Sendereingang« schalten; 

- mit Regler »Eingangsspannung« (Frequenzhub) MeBinstrument nach 
Tabelle (etwa 100 Skalenteile) einregeln. 

3. Am Fe-Einschub 

- Abfrageschalter in Mittelstellung schalten. 

Einregeln der Fernsprechkaniile am Fe-Einschub 

1. Abfrageschalter des I. Fe-Kanals auf »Richtfunkkanal« schalten.- 

2. MeBstellenschalter auf »Pegel 1« schalten. 

3. Mit Regler »Empfangspegel l« 100 Skalenteile (Mitte farbiges Bereich) 
am MeBinstrument einstellen -»-Wecker auf dem Leitungsverteiler 
ertont. 

4. Abfrageschalter des 1. Fe-Kanals in Mittelstellung schalten. 

5. Abfrageschalter des 2. Fe-Kanals auf »Richtfunkkanal« schalten. 

6. MeBstellenschalter auf »Pegel 2« schalten. 

7. Mit Regler »Empfangspegel II« 100 Skalenteile (Mitte farbiges Bereich) 
am MeBinstrument einstellen —>■ Wecker auf dem Leitungsverteiler 
ertOnt. 

8. Abfrageschalter des 2. Fe-Kanals in Mittelstellung schalten. 

9. Rufschalter in Mittelstellung schalten. 



110 



Ruf- unci Sprechprohe iiher die Fernsprechkaniile 

1. Feldfernsprecher an die Klemmen 1-2 (5-6) des Leitungsverteilers an- 
schlieBen. 

2. Kurbelinduktor betatigen — »- Wecker am Leitungsverteiler erlont. 

3. Bei der Sprechprohe muB das vom Feldfernsprecher ubertragene Signal 
im Kopfhorer der am Fernsprecheinschub angeschlossenen Sprechgar- 
nitur zu horen sein, wenn der Mithorschalter des Fernsprecheinschubs in 
Stellung I (II) steht. 

Einrcgelii der Fernschreibkamile 

1. Inbetriebnahme des Relais- und Verzerrungsmessers (RVM) 

- Stromversorgungskabel (Kennzeichen ^ 60 V) am Leitungsverteiler 
anschlieBen ; 

- Stromversorgung einschalten; 

- Betriebsartenschalter auf »Eichen des Impulsgebers« schalten; 

- Kippschalter »Empfindlichteit« nach links drticken und mit Regler 
»Ausgleichen der Verzerrungen« MeBinstrument auf Null einregeln. 

2. Einregeln der Fernschreibkanille 

- Betriebsartenschalter des Relais- und Verzerrungsmessers auf »Dop- 
pelstrom« schalten; ^ 

- Prijfkabel vom Relais- und Verzerrungsmesser an die Klemmen 

11 (13) / grtine Leitungsader, 

12 (14) / gelbe Leitungsader, 

19 (19) / schwarze Leitungsader 
des Leitungsverteilers anschlieBen; 

- mit Regler »Symmetrie 1. Kanal« (Symmetrie 2. Kanal) am Fs- 
Einschub das MeBinstrument des Relais- und Verzerrungsmessers auf 
Null einregeln. 

Wird beim Oberpriifen des Richtfunkgeratesatzes ohne Gegenstelle ein 
Fehler festgestellt, muB zur Fehlereingrenzung die Einzeluberprijfung der 
Geriiteeinschtibe durehgefuhrt werden. 



2.4.2.2. Oberpriifen des UKW-Sender- und -Empfangerelnschubs 

Oberpriifen der Belriehsspanminyen 

1. MeBstellenschalter der Reihe nach auf + 170 V Sender, + 12 V, -25 V, 
-60 V, + 160 V Empfanger schalten. 

2. MeBinstrument muB jeweils bis in das farbig markierte Feld ausschlagen. 

L'herpriifeii der Riihren 

1. MeBstellenschalter auf »Empfanger-Rohren« schalten. 

2. Rohrenprtifschalter der Reihe nach von 1 bis 12 durchschalten. In 
Stelluiig 4 des Rohrenpriifschalters zusiitzlich »Eichgenerator« einschal- 
ten. 

3. MeBstellschalter auf »Sender-Rohren« schalten. 

4. Rohrenprlifschalter der Reihe nach von 1 bis 6 durchschalten. In Stellung 
5 muB »Eichgenerator« unbedingt ausgeschaltet sein. 

Ill 



5. MeBinstrument mufl bei jeder Messung bis in das farbig markierte Feld 
ausschlagen. 

Uherpriifin des Semleniusgamjs 

1. MeBstellenschalter auf »Senderausgang« schalten. 

2. Wenn der Ausschlag am MeBinstrument < 100 Sl^alenteile ist, Sender- 
ausgangskreis nachstimmen. 



2.4.2.3. Oberpriifen des Fernsprecheinschubs 

1 . Alle Kippschalter auf »Endstelle« schalten. 

2. Betriebsschalter auf »Eigenausnutzung« schalten. ^^ 

Vherprtijen der Betriebsspunmiinien iiiul Riihren 

1. MeBstellenschalter auf »+ 160 V« -► Ausschlag am MeBinstrument bis 
in das farbig markierte Feld. 

2. MeBstellenschalter der Rcihe nach auf Rol, Ro2, Ro3, RiH schalten ->■ 
Ausschlag am MeBinstrument bis in das farbig markierte Feld. 

Uherprufen des Riifyenenilors 

1. MeBstellenschalter auf »IG« schalten. 

2. Mit Regler >)1G« am MeBinstrument 100 Skalenteile (Milte farbiges Be- 
reich) einregeln. 



2.4.2.4. (Jberpriifen des Fernschreibeinschubs 

Dherpiiifen der Betriehsspunnumjen imd Riihren 

1. MeBstellenschalter auf »+ 160 V« -► Ausschlag am MeBinstrument bis 
in das farbig markierte Feld. 

2. MeBstellenschalter der Reihe nach auf »Rol 2« und »Ro3 4« schalten -► 
Ausschlag am MeBinstrument bis in das rechte, farbig markierte Feld. 

Uherpri'ifen des Ri'ickzitfisslroms der Senderelciis 

1 . Beide Betriebsartenschalter auf »2DE« schalten. 

2. MeBstellenschalter auf )>Ruckzugsstrom« schalten (erst linke, dann 
rechte Schalterstellung). 

3. Mit zugehorigem Regler »RUckzugsstrom« jeweils die Mitte des farbig 
markierten Fcldes am MeBinstrument einregeln. 

Uherpriifen der WI-Frequcnzen 

1. Beide Betriebsschalter auf »Prufen« schalten. 

2. MeBstellenschalter auf »1. Fs-Kanal« (2. Fs-Kanal) schalten. 

3. Betriebsartenschalter des I. (2.) Fs-Kanals zwischen » + « und »-« um- 
schalten ->- MeBinstrument muB zwischen den beiden farbig markierten 
Feldern umschlagen. 



112 



2.4.2.5. Uberpriifen und Korrektur der Frequenzgenauigkeit 
des Empfangers 

Diese Oberpriifung erfolgt, nachdem der Richtfunkgeriitesatz die normale 
Eigenerwiirmung erreicht hat (Mindestbelriebszeit 30 Minutcn). 

1 . Am UKW-Sender- und Empfangereinschub 

- Kippschalter >>Sender Aus-Ein« in Stellung »Aus« schalten; 

- Kippsclialter »AFN Aus-Ein« in Stellung »Aus« schalten; 

- am Empfanger UKW-Kanal 57, 1-01 oder 145 einstellen; 
Eichgenerator einschalten. 

2. Am Fernsprecheinschub 

~ Betriebsartenschalter des I. Fe-Kanals auf »4TG« schalten; 

- Mithorschalter auf »I« schalten. 

Entspricht die Frequenzgenauigkeit des Empfangers ihrem Sollwert, tritt 
bei genauer UKW-Kanaleinstellung im Kopfhorer kein Schwebungston auf. 
1st ein Schwebungston zu hiiren, wird an der rechten Seitenwand des UKW- 
Sender- und -Empfiingereinschubs die Deckschraube »Empfangeroszil- 
lator (rET)« geoffnet und durch Drehen der freigegebenen Trimmerachse 
Schwebungsnull eingestellt. Danach die Deckschraube einschrauben. 



2.4.2.6. (Jberpriifen und Korrektur der Frequenzgenauigkeit des Senders 

Die Uberprtifung der Frequenzgenauigkeit des Senders erfolgt mit dem eige- 
nen Empfanger. Deshalb ist vorher die Oberpriifung der Frequenzgenauig- 
keit des Empfangers durchzufiihren! 

1 . Am UKW-Sender und -Empfangereinschub 

- kontrollieren, daB AFN ausgeschaltet ist; 

- Kippschalter »Sender Aus-Ein« in Stellung »Ein« schalten; 

- Sender und Empfanger auf gleichen UKW-Kanal einstellen; 

- Kippschalter »Eichgenerator Aus-Ein« in Stellung »Ein« schalten. 

2. Am Fernsprecheinschub 

Alles wie unter 10.4.2.5. beschrieben. 
Entspricht die Frequenzgenauigkeit des Senders ihrem Sollwert, tritt bei 
genauer UKW-Kanaleinstellung im Kopfhorer kein Schwebungston auf. 
Ist ein Schwebungston zu horen, wird an der linken Seitenwand des UKW- 
Sender- und -Empfiingereinschubs die Deckschraube »Senderoszillator 
{'iiy' geoffnet und durch Drehen der freigegebenen Trimmerachse Schwe- 
bungsnull eingestellt. Danach ist die Deckschraube wieder einzuschrauben. 



2.4.2.7. (Jberpriifen und Korrektur der automatischen 
Frequenznachstimmung (AFN) 



- Sender ausschalten ; 

- AFN ausschalten; 

- Empfanger auf UKW-Kanal 57, 101 oder 145 einstellen; 

8 HBTastfunker 113 



- Eichgenerator einschalten ; 

- MeBstellenschalter in Stellung »Empfangerrohren« schalten; 

- Rohrenprufschalter auf »6« schalten. 

2. Am Fernsprecheinschub 

- Betriebsartenschalter des I. Fe-Kanals auf )>4TG« schalten; 

- Mithorschalter auf »1« schalten. 

3. Durch langsames Drehen der UKW-Einstellung des Empfangers Schwe- 
bungsnuU im Kopfhorer einstellen. 

4. AFN einschalten. 

Bleibt Schwebungsnull und Ausschlag des MeBinstruments unverandert, 
ist keine Korrektur der AFN erforderlich. 

Tritt beim Einschalten der AFN im Kopfhorer ein Schwebungston auf und 
iindert sich der Ausschlag des MeBinstruments, wird an der linken Seiter.- 
wand des UKW-Sender- und -Empftlngereinschubs die Deckschraube 
»AFN (AnH)« geoffnet, und die freigegebene Reglerachse wird so 
lange gedreht, bis bei aus- und eingeschalteter AFN im Kopfhorer Schwe- 
bungsnull und der Ausschlag des MeBinstruments unverandert bleiben. 



2.4.3. Betrieb mit dem Richtfunkgeratesatz 

Wurde beim Oberprtifen des Richtfunkgeriitesatzes ein einwandfreier 
technischer Zustand festgestellt, kann zum Betrieb ubergegangen werden: 

1. Antenne entfalten und anschlieBen. 

2. UKW-Kaniile entsprechend den Betriebsunterlagen einstellen. 

3. Frequenzhub nach Tabelle einstellen. 

4. Verbindung mit der Gegenstelle auf dem 1. Ee-Kanal aufnehmen. 

5. I. Fe-Kanal einpegeln. 

6. 2. Fe-Kanal einpegeln. 

7. 1. Fe-Kanal an die Fernsprechvermittlung iibergeben. 

8. Mit dem 2. Fe-Kanal als Dienstkanal den 1 . Fs-Kanal einregeln. 

9. 2. Fs-Kanal einregeln. 

10. Geforderte Teilnehmeranschlusse herstellen. 



2.5. Wartung 

Die Wartung ist ein Teil der Nutzung des Richtfunkgeriitesatzes und um- 
faBt alle Arbeiten, die eine stilndige Einsatzbereitschaft gewiihrleisten. 
AUe Wartungsarbeiten sind entsprechend den gijltigen Wartungsanwei- 
sungen durchzufUhren. • 

Dabei gilt fiir alle Hauptteile und das Zubehor: 

1. FunktionsUberprufung 

- mechanische Priifung (iluBere Durchsicht); 

- elektrische Priifung. 

2. Beseitigen einfacher Mangel 

- resultierend aus der FunktionsUberprufung. 

3. Reinigungsarbeiten. 

114 



• 



TeilC 
Nachrichtengerate 



1. Funkgerat R 104M [257] 

1.1, Bestimmung 

Das Funkgerat R 104M ist ein Kurzwellensende- und -Empfangsgeriit und 

fur Funkverbindungen im Stand und in der Bewegung bestimrat. 

Es arbeitet in den Betriebsarten Al und A3. Die Fernbedienung uber eine 

Doppelleitung bis 300 m und die Funkiibertragung sind moglich. 

Die Funkverbindung kann ohne Suchen der Gegenstelle oder Frequenz- 

nachstimmung aufgenommen wcrden. 

1.2. Technische Angaben 

Frequenzbereich 1 • Bereich 1 500 ... 2 880 kHz 

2. Bereich 2 880... 4 250 kHz 

tragbar fahrbar 

Leistung Al 3,5 W 20 W 

A3 LOW low 

Reichweilen : 

Stabanlenne Al 30 km 50 km 

A3 20 km 30 km 

Langdrahtantenne Al 50 km > 50 km 

oderDipol A3 30 km 50 km 

Die Reichweiten verringern sich nachts urn etwa die Halfte. 

Slromversorgung (Arbeitssatz) 2 x 2NKN24 2 x 2NKN24 

2 X 5NKN45 

Betriebsdauer mit einem Satz Akkus 

bei einem Sende-/Empfangs- 

verhaltmsl:3 12 h 24 h 



117 



1.3. Aufbau 

1.3.1. Telle des Ceriitesat/.es 



Zum Funkgeriit R l()4M gehoren: 

1 ' GerUtetornister; 

2 - Stromversorgungstornister; 

3 -Transverter; 

4 - Akkumulatoren; 

5 " Handapparat; 

6 - Symmelrierzusatz; 
Funkertasche; 

2 Anlcnnenwickel: 

Ersatzteil-. Werkzeug- und Zubehcirsatz. 

Die Teile des Funkgerats sind in drei Kisten verpackt. 




o 



Funkgerat R 104M [Bild 257.1 



1.3.2. 



Geratetornister 



Der Geratetornister besteht aus Aluminiumblech. 

Im Innem befinden sich der Sender und der Empfiinger des Funkgerats. Auf 
der Oberseite ist der Tragegriff, auf der rechten Seite sind Haiterungen zum 
Befestigen des Antennenfufies oder des Symmetrierzusalzes angebracht. 
Vorn kann der Tornister mil einem Deckel verschlossen werden. 



118 



S^. 




Frontplatle R 104M [Bild 257.2] 

1 - Antennenisolator; 2 - Anlennenkopplung; 3 - Befestigungsschraube fur 
das Gegengewicht; 4 - Skalenfensler; 5 - Antennenabstinimung grob und 
fein; 6 - Arretierung fur die Frequenzeinstellung; 7 - Frequenzeinstellung; 
8 - Umschalter »tragbar« »fahrbar«; 9 - Buchse fiir die Taste; 10, II - An- 
schluBfiir Leitungund Erde; 12- AnschluBfiir Kabelzurautomalischen Funk- 
iibertragung; 13, 18 - Anschkili fiir Handapparal oder Sprechgarnitur; 
14 - Umschalter fiir Funkiibertragung; 15 - Betriebsartenschalter; 16 An- 
schlulJ fiir Stromversorgungskabel; 1 7 - AnschluB fiir die Handlampe; 19 Ton- 
h61ienregler;20-- Lautstarkeregler; 21 -Schalter fiir Fernbedienung; 22-Eich- 
taste; 23 - Tasten zur Konlrolle der Belriebsspannungen; 24 Tasten zum Ein- 
schalten der Skalenbeleuchtung und zur Erhbhung der Empfindlichkeit der 
MeBinstruniente beim Abstiminen des Senders; 25 Bereichsschalter; 26 - 
McBinstrument; 27 - Eichkorrektur 



1.3.3. 



Stromversorgungslornister 



Der Stromversorgungslornister gewUhrleistet die Stromversorgung fiir den 
Empfanger und den Sender »tragbar« bzw. nur fur den Empfanger »fahr- 
bar« mit 2 Akkumulatoren 2NKN24 (1). 

Er hat Anschliisse fiir die Stromversorgungskabel zuni Geriitetornister (6) 
und zum Transverter (7), Im Gehausedeckel sind 8 Antennenstabe (5), die 
Taste (4) und die Stromversorgungskabel (2, 3) untergebracht. Das Icere 
Each ist fiir die Stabantenne 1,5 ni und die Sprechgarnitur vorgesehen. Auf 
dem Gehausedeckel sind Filhrungsschienen zum Einschieben der Taste 
angebracht. 




Stromversorgungslornister R 104M [Bild 257.3] 



1.3.4. 



Transverter 



Der Transverter dient zur Stromversorgung des Senders »fahrbar«. Auf 
seiner Vorderseite befinden sich 2 Klemmen zum AnschluB von 2 Akkumu- 
latoren 5NK.N45 (12 V) sowie der AnschluB fur das Stromversorgungs- 
kabel zum Stromversorgungstornister. 



120 



1.3.5. 



Symmetrierzusatz 



Der Symmetrierzusatz dient zum Anpassen des symmetrischen Dipols an 
den Senderausgang des R 104M. Auf der Frontplatte befinden sich folgcnde 
Bedienungselemente : 

1 - Frequenzabstimmung; 

2 - Sehalter zur Antennenabstimmung; 

3-2 KIcmmen zum Anschlufi von 2 Kabeln an Klcmme A und G des 

R 104M; 
4-2 Klemmeii zum AnschluB der Zufuhrungsleitung des Dipols. 




Symmetrierzusatz [Bild 257.4] 

1.4. Bedicnung 

1.4.1. Vorbereiten zimi Betrieb 

Auswahl des Aufbauplatzes 

Bei der Auswahl des Aufbauplatzes sind die Gelandebedingungen, die Tar- 
nung und die Bedingungen der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen 
zu beachten. 

Nach Moglichkeit soli das Funkgerat auf offenem Platz oder auf dem hiich- 
sten Geliindepunkt entfaltet werden, moglichst nicht im dichten Wald, in 



121 



der Niihe von Hochspannungsleitungen, hohen Gebauden und Stahlkon- 
struktionen. Nicht in der Nahe von Storquellen (Funkstellen groBer Lei- 
stung, Verbrennungsmotoren) aufbauen, 

Auswahl der Antennen 

Bei der Auswahl der Antennen sind die Art der Funkbeziehung (Richtung 

Oder Netz), die Entfernung der Gegenstelle und die Ausbreitungscharak- 

teristik der Antenne zu berticksichtigen. 

Die Stahanteime wird beim Betrieb auf kurze Entfernung in Funkrichtung 

oder im Funknetz oder beim Betrieb in der Bewegung eingesetzt. 

Die Lungdrahtantenne (2 x 15 m) ist beim Betrieb in Funkrichtung auf 

groBere Entfernung einzusetzen. 

Eine Richtwirkung besteht in Richtung des Gegengewichts. Das Antennen- 

kabel ist an Klemme A, das Gegengewicht an Klemme G des Funkgerilts an- 

zuschlieBen. 

Der Dipol (2 x 25 m) wird beim Betrieb in Funkrichtung und Funknetz 

auf groBere Entfernung verwendet. 

Die Richtwirkung ist senkrecht zur Richtung der Schenkel des Dipols. 

Der Symmetrierzusatz muB zwischen DipolanschluB und Funkgerat ge- 

schaltet werden. 




80-90 Schntte 




zur degenstelle 
Aufbau des symmetrischen Dipols [Bild 257.5] 
122 




Aufbau der Langdrahtantenne [Bild 257.6] 



Inbetriebnahme 

I. Deckel des Stromversorgungstornisters offnen, Antenne, Antennenfufl, 
Taste, Sprechgarnitur und Stromversorgungskabel herausnehmen. 

2.1m Stromversorgungstornister 2 Akkus 2NKN24 einsetzen und wie 
folgt anschlicBen : 

1. Akku; Pluspol an -4^, Minuspol an E; 

2. Akku: Pluspol an E, Minuspol an -. 

3. Fur die fahrbare Ausfuhrung zusatzlich 2 Akkus 5NKN45 in Reihe 
schalten (12 V) und mit den Klemmen + -12 V am Transverter an^hlie- 
Ben, mit Stromversorgungskabel zwischen Transverter und Stromver- 
sorgungstornister Verbindung herstellen. 

4. Stromversorgungstornister und Gei atetornister mit dem Stromver- 
sorgungskabel verbinden. Deckel schlieflen. Akkuspannung am MeB- 
instrument iiberprufen. 

5. AntennenfuB anbauen und Kabel an Klemme A anschlieBen, Stab- 
anlenne aufbauen. (Bei Verwendung anderer Antennen sinngemaB 
verfahren.) 

6. Sprechgarnitur und Taste anschlieBen. 

7. Schalter 8 entsprechend dem Einsatz des Finkgeriits auf »tragbar« oder 
»fahrbar« schalten. 

8. Lautstiirkeregler bis zum Anschlag nach rechts drehen. 

9. Antennenkopplung in Stellung 1 schalten. 
10. Tonhohenregler in Mittelstellung drehen. 

II. Fernbedienungsschalter in Stellung »Aus« schahen. 

12. Schalter fur Funkubertragung in Mittelstellung schalten. 

13. Bereichsschalter entsprechend der befohlenen Frequenz schalten. 

14. Arretierung fUr Frequenzeinstellung losen, Frequenz einstellen, ein- 
rasten. 

Beachte: 

In der Stellung »Arretierung gelost« arbeitet der Sender nicht. 

123 



15. Betriebsartenschalter in Stellung »Tg 1« Tastfunkverkehr oder »Tn<i 
bei Sprechfunk schalten. 

16. Spannungen des Empftingers durch Drilcken der Taste »4,8 V« und 
»100V« UberprUfen. (Der Zeiger des MeBinstruments mufl im roten 
Bereich stehen.) 

17. Kopfhorer aufsetzen und mit Hilfe der Schalter »Antennenabstimmung 
grob und fein« sowie »Antennenkopplung« auf groBte Lautstarke 
(lautestes Rauschen) abstimmen. 

18. Sender durch Drucken der Sprechtaste der Sprechgarnitur einschalten. 
Spannungen des Senders »240 V« bzw. »600 V« durch Drucken der 
Priiftasten UberprUfen. 

Der Zeiger des MeBinstruments muB beim DrUcken der Sprechtaste und in 
der Betriebsart »Tg« zusatzlich durch DrUcken der Taste ausschlagen. Wenn 
erforderlich, wird mit den Schaltern » Antennenabstimmung« und » Antcnnen- 
kopplung« der Ausschlag des Instruments erhoht. 1st der Zeigerausschlag 
sehr gering, kann die Taste »Skalenbeieuchtung und Empfindlichkeit des 
MeBinstruments« gedruckt.werden. Dies wird vor allem bei der Verwendung 
von Langdrahtantennen der Fall sein. 

Bei der Arbeit mit dem symmetrischen Dipol ist wie folgt zu verfahren; 
Den Symmetrierzusatz am Geriitetornister befestigen. An die Klemmen 
k-l und k-2 die Antennenleitung vom Dipol anschlieBen und die Klemmen 
A und G mit den entsprechenden Klemmen des Funkgerats verbinden. 
Den Abstimmknopf des Symmetrierzusatzes auf die befohlene Frequenz 
einstellen, den Schalter in Stellung 1 schalten und den Sender in der Ubiichen 
Weise abstimmen. LaBt sich der Sender in Stellung 1 nicht abstimmen, dann 
muB der Schalter in Stellung 2, 3 oder 4 geschaltet werden. 



1.4.2. Belrieb 

Funkverkehr 

Das Funkgerilt wird wie beschrieben vorbereitet. Beim Senden die Sprech- 
taste des Handapparats oder der Sprechgarnitur drUcken. Bei Empfang die 
erforderliche Lautstarke einstellen und in der Betriebsart Tastfunk mit dem 
Tonhohenregler die beste Tonhohe einregeln. 

Ist der Empfang in der Schalterstellung Tig 1 durch Storungen erschwert, 
so ist in die Stellung Tig 2 umzuschalten. Bei Sprechfunk muB sich der 
Zeiger des MeBinstruments beim Sprechen leicht bewegen (Kontrolle der 
Modulation). 

Bei Tastfunk darf der Zeiger nur beim Drucken der Taste ausschlagen. 
Soil das Gerilt fernbesprochen werden, dann wird der Feldfernsprecher 
uber eine Doppelleitung an die Klemmen »Leitung« und »Erde« angeschlos- 
sen. Ein Funker muB am Gerat den Sender ein- bzw. ausschalten. 

Fernbedienung 

1. Feldfernsprecher FF 63 uber eine Doppelleitung an die Klemmen 
»Leitung« und »Erde« auf der Frontplatte anschlieBen. 

2. Kippschalter (21) in Stellung »Fernbedienung«. 

124 



3. Betriebsartenschalter in Stellung »Sprechfunk«. 

4. Beim Driicken der Sprechtaste des FF 63 wird der Sender eingeschaltet. 

Funkiibertragung 

Bei der Funkiibertragung arbeitet das eine Funkgerilt als Sender und das 
andere als Empfanger. Das empfangene NF-Signal wird dem als Sender ar- 
beitenden Geriit tiber eine Leitufig zugefilhrt und abgestralilt. Die beiden 
iur Funkiibertragung eingesetzten Funkgeriite mlissen auf unterscliied- 
liclien Frequenzen arbeiten. 

Mit dem Funkgeriit R 104M kann die Funkiibertragung auch mit einem 
UKW-Funkgerat kleiner Leistung durchgefiihrt werden. 
Durchfiihrunci der Funkiiberlragunci : 

1. In beiden Funkriclitungen normalen Funkbetrieb aufnehmen. 

2. Beide Funkgeriite durcli Doppelleitung an den Klemmen »Leitung« und 
»Erde« verbinden. 

Achlung! 

Leitungen nicht vertauschen. 

3. Betriebsartenschalter in Stellung »Sprechfunk« schalten. 

4. Fernbedienungsschalter in Stellung >>Aus«. 

Beim Funkgerat 1 mit dem Schalter »Funkubertragung« jeweils auf >)Sen- 
den« Oder auf »Empfang« schalten. In der Stellung »Senden« schaltet das 
Funkgerat 1 auf Senden, das Funkgerat 2 auf Empfang. In der Stellung 
»Empfang« schaltet das Funkgerat 2 auf Senden, das Funkgerat 1 auf Emp- 
fang. 

Bei dem Funkgerat 2 muB der Schalter »Funkubertragung« in der Stellung 
»Aus« (Mittelstellung) stehen. 

Bei der Funkubertragung mit einem UKW-Funkgerat (R 105D. R lO.'iM) 
ist der Fernbedienungsschalter an dem Gerat 2 in die Stellung »Aus- 
Leitung horen« zu schalten. 

Funkverkehr mithoren! Beim Wechsel der Gesprachsfiihrung mit dem 
Schalter »Funkubertragung« an der R 104M umschalten. 

Kontrolle der Eichung 

Den Betriebsartenschalter auf »Sprechfunk« schalten und auf der Skale die 
Eichmarken einstellen (2070 kHz, 2760 kHz, 3450 kHz, 4140 kHz). Den 
Knopf »Eichung« driicken. Im Kopfhorer muB ein tiefer Schwebungston 
zu horen sein. Ist kein tiefer Ton und auch kein Schwebungsnull vorhand'en, 
so muB das Gerat in einer Nachrichtenwerkstatt geeicht werden. 



1.5. Wartung 

Wartungsarbeiten mlissen der Erhaltung der Betriebs- und Einsatzbereit- 
schaft und einer langen Nutzungsdauer des Funkgerats dienen. 
Die Hinweise ftir die Wartung des Funkgerats sind dem Abschnitt »Funk- 
geriit R I05« zu entnehmen. Der genaue Umfang der Wartungsarbeiten 
befindet sich in der Wartungsanweisung fUr das Funkgerat R 104M. 

125 



Funkgerat R 130 



ri^i 



2.1. 



Bestimmung 



Das Funkgerat ft 130 ist ein KW-Sende- und Empfangsgerat. Es wird in 

Kfz. und gepanzerten Fahrzeugen eingebaut und gewahrleistet eine zuver- 

lassige Funkverbindung ohne Suchen der Gegenstelle und ohne Frequenz- 

nachstimmung. 

Das Funkgerat arbeitet in den Betriebsarten A3A, A3H, Al und Fl (in 

der Betriebsart Fl ist kein Empfang moglicli). Die Fernbedienung ist bis zu 

2 km moglich. 



2.2. 



Technische Angaben 



Frequenzbereich 



1. Bereich 

2. Bereich 

3. Bereich 



1500... 10990 kHz 
1500. ..1990 kHz 
2000. ..2990 kHz 
3000. ..3990 kHz 



10. Bereich 



10000... 10990 kHz 



Leistung 12...40W 

Das Funkgerat arbeitet mit einer Sendeleistung von 20 /o bzw. 100 /i. 

Anmerkung 

A3A - Sprechfunk, Einseitenband mit Resttrager (bis 20%); 

A3H - Sprechfunk, Einseitenband mit voUem Trager. 



Reichweiten 










Antennenart 


Tag 




Nacht 




im Stand 


in der 
Bewegung 


im Stand 


in der 
Bewegung 


4-m-Stabantenne 
10-m-Halbteleskopmast 
Dipolantenne 
Langdrahtantenne 


50 km 

75 km 

350 kfc 

75 km 


50 km 


20 km 

30 km 

350 km 

30 km 


20 km 


Strom versorgung 


26-V-Bordnetz 







126 



2.3. Aufbau 

2.3.1. Telle des Funkgerats 

— Funkgerat; 

- Abstimmeinrichtung WSUA bzw. WSUT; 

- Stromversorgungsteil des Leistungsverstarkers BP UM 26; 

- Stromversorgungskabel; 

- 4-m-Stabantenne; 

- 10-m-Halbteleskopmast; 

- symmetiischerDipol; 

- Langdrahtantenne; 

- Abspannseile, Heringe; 

- Zubehor. 

/ 2 3 S 7 6 8 9 

I / I la. 




Frontplatte R 130 [Bild 718.1] 

I - HF Aiisgang zur Abstimmeinrichtung WSUA bzw. WSUT; 2 - AnsehluB- 
biichse ftir Stromversorgimgskabel dcr Abstimmeinrichtung WSUT; 3 - 
Signallampe »Dien,sthabender Empfang«; 4 - Kippschalter »Diensthabender 
Empfang«; 5 - Drehknopf »Sendepegel«; 6 - Kippschalter zum Umschalten 
der Leistung; 7 - MeBinstrument; 8 - Skalenlampen; 9 - Signallampe »Ab- 
stimmun^w; 10 - Drehknqpf »Tonh6he«: 11 - Drehknopf »Lautslarke«; 
12 - Kippschalter zum Verandern der Bandbreite; 13 - Kippschalter »Ver- 
starkungsregelung«; 14 - Skalenlampe; 15 - Schalter »Festfrequehzen - 
Durchstimmbar«; 16 - Geratesteckdose Stromversorgungsteil BP UM 26; 
17 - Stromversorgungsschalter; 18 - Geratesteckdose fiir Kopfh-aube; 
19 - Drehknopfe »Frequenzeinstellung«; 20 - Gerateklemmen »Leitung« und 
»Masse«; 21 - AnschluBbuchse »Morsetaste A2«; 22 - Kippschalter »Kopf- 
haube - Sprechgarnitur«; 23 - AnschluBbuchse »Morsetaste Fl«; 24 - MeB- 
stellenschalter; 25 - Geratesteckdose »Sprechgarnitur«; 26.- Geratesteck- 
dose »Schnelltelegrafie«; 27 - Geratesteckdose »TLF-2«; 28 --Betriebsarten- 
schalter 



127 




Antennenabstimmeinrichtung WSUA [Bild 718.2] 

1 - AnschliiCklemme »Stabantenne«; 2 - AnschluBklemme »Langdraht- 
antenne«; 3, 4 - AnschliilSklemmen »Symmetrischer Dipol«; 5 - AnschkilJ- 
klemme »Erde«; 6 - Kippschalter »Abstiinmanzeige«; 7 - Kippschalter 
»Umschalten der Abstimmanzeige«; 8 - MeBinstrument; 9 - HF-AnschUiB 
KW-Funkgerat: 10 - Schalter »Kopplung«; 11 - Drehknopf »Feinabstim- 
mung«; 12 - Tastschaller »Anzeigevergr6Benmg bei kleiner Leistiing«; 
13 - Schalter »Grobabstimmiing«; 14 - Antennenwahlschalter; 15 - Dreh- 
knopf »Frequenzeinstelliing des 1. UKW-Funkgerals«; 16 - Drehknopf 
»Frequenzeinstelliing des 2. UKW-Funkgerats«; 17 - HF-AnschluB UKW- 
Funkgerat 



2.4. Vorbereiten zum Betricb ^ 

2.4.1. Auswahl des Aufbauplatzes und der Antennen 

Siehe Abschnitl R 1041V1 

2.4.2. Inbetriebnahme 

2.4.2.1. Abstimmen des Funkgerats mit der Abstimmeinrichtung WSUA 

1. Stromversorgungsschalter (17) in Stellung »Aus« (BblKJl) schalten. 

2. Verkabelung der einzelnen Gerate untereinander iiberprufen. 

3. Gewahlte Antenne aufbauen und an die entsprechende Anschlufl- 
klemme anschlieCen. 



128 




Stromversorgungs- 
block BRUM 26 
[Bild 718.4] 
1 - Sicherung 
»Stiomversorgiing 
Funkgeriitw; 
2 -Sicherung; 

3 - Gerateklemmen 
» + 26 V-26 V« ; 

4 - Geriitesteckdose 
fiir Stromversorgungs- 
kabel zuin Fiinkgeriit 



4. Kopfhaube bzw. Sprechgarnitur an die entsprechende Geratesteck- 
dose (18, 25) anschlieBen. 

5. Kippschalter »Kopfhaube - Sprechgarnitur« (22) in die entsprechende 
Stellung schalten. 

6. Stromversorgungsschalter (17) in Stellung »Ein« (BKJl.) schalten. 

7. MeBstellenschalter (24) nacheinander in Stellung »2« und »4« bis »11« 
schalten, Zeiger muB in den blauen Bereich ausschlagen. 

(In Stellung 5 und 6 geniigt Ausschlag unterhalb des blauen Bereichs.) 

8. Schalter »Festfrequenzen - Durchstimmbarw (15) in Stellung »Fest- 
frequenzen« (AHCKPETHO) schalten. 

(Bei Zwischenwerten in Stellung »Durchstimmbar«.) 

9. Mit den Drehknopfen »Frequenzeinstellurfg« (19) die Arbeitsfrequenz 
einstellen (1. x 1000; 2. x 100; 3, x 1). 

10. Betriebsartenschalter (28) in Stellung »Abstimmung« (HACTP) schal- 
ten. 

Signallampe »Abstimmung« (9) leuchtet auf und verlischt riach Be- 
enden der automatischen Abstimmung. 

An der Abstimmeinrichtung WSUA den Antennenwahlschalter (14) 
in Stellung der gewahlten Antenne schalten. 

13. An den Drehknopfen »Frequenzeinstellung« (15 u. 16) an der Ab- 
stimmeinrichtung WSUA die Arbeitsfrequenz des UKW-Funkgeriits 
einstellen. 



II 



12 



9 HBTaslfunker 



129 



i4. Mit den Schaltern »Kopplung« (10), »Grobabstimmung« (13) und dex 
Drehknopf »Feinabstimmung« (11) maximalen Zeigerausschlag am 
MeBinstrument (8) einstellen. 

(Die ungefahren Werte fur die Kopplung, Grobabstimmung und Fein- 
abstimmung werderi nach Tabelle eingestellt.) 

15. Betriebsartenschalter (28) am Funkgerat in Stellung »AT« (AT) schal- 
ten. 

16. MeBstellenschalter (24) in Stellung »Sendepegel« (VPOBEHb OE- 
PEAAHH) schalten. 

17. Spreclitaste und Morsetjiste driicken. 

18. Mit Drehknopf »Sendepe(rel« (5) den Zeiger des MelMnstrumentes (7) 
auf den roten Bereich einstellen. 



2.4.2.2. Abstimmen des Funkgerats mit dcr Abstimmeinrichtung WSUT 

1. Tatigkeiten l.-l 1. des Punktes 2.4.2.1. durchfiihren. 

2. MeBstellenschalter (24) am Sender-Empfanger in Stellung 1 »Antennen- 
strom« (TOK AHTEHHbl) schalten. 

3. An der Abstimmeinrichtung WSUT mit dem Drehknopf »Frequenz- 
einstellung des UKW-Funkgerats« die Arbeitsfrequenz des UKW- 
Funkgertits einstellen. 

4. Mit Drehknopf Fernbedienung vom WSUT am MeBinstrument (7) 
des Funkgerats maximalen Zeigerausschlag einstellen. 

5. Die Signallampe »Senden« am WSUT muB bei richtiger Abstimmung 
am hellsten aufleuchten. 

6. Tatigkeiten 15.-18. des Punktes 2.4.2.1. durchfiihren. 



2.5. Betrieb ^ 

2.5.1. Arbeit vom Funkgerat 

Zum Senden und Empfangen kann eine Kopfhaube bzw. Sprechgarnitur 
verwendet werden (Schalter [22] in entsprechende Stellung schalten). 
Durch Driicken der Sprechtaste wird der Sender eingeschaltet. 
Die jeweilige Betriebsart wird mit dem Betriebsartenschalter (28) ein- 
geschaltet. " 

1st mit dem Funkgerat ein langerer Empfang vorgesehen, so ist der Kipp- 
schalter »Diensthabender Empfang« (4) einzuschalten, die Signallampe (3) 
leuchtet auf 



2.5.2. Fernbedienung 

Der Feldfernsprecher wird uber eine Doppelleitung an die Gerateklemmen 

(20) angeschlossen. 

Durch Driicken der Sprechtaste wird der Sender eingeschaltet- 

130 



3. Funkgerate R 105/108/109D (DV-44/47) [303] 

R 105/108/109M (DV-44/46) 
RIU 

3.1. Bcstimmung 

Die' Funkgerate dcr'beiden Serien sind iragbare UKW-Tornisterfunk- 
gerilte und fur Funkverbindungen im Stand und in der Bewegung bc- 
stimmt. Sie arbeiten in der Betriebsart Sprechfunk (F3). Die Fernbedie- 
nung und Funkubertragung sind moglich. Die Funkverbindung kann 
ohne Snellen der Gegensteile (oline Frequenznaclistimmung) aufgenom- 
men werden. 



3.2. Technische Angaben 

Frequenzhereich 

R I05D, R 105M:36...46,1 MHz 
R 108D, R 108M:28...36,5 MHz 
R 109D, R 109M:21,5...28,5 MHz 
R114: 20,0. ..26,0 MHz 

Rcichwcileit mil 

Stabantenne 1.5 m 6 km 

Slabantennc 2,7 m als Bordantenne 8 km 

Stabantenne 2,7 m mit Gegengewichten 10 km 
Langdralitantenne 40 m 15 km 

Langdrahtantenne bis 6 m liber dem Erdboden 25 km 

U'islumi « IW 

Stromversoifiiiiui 

Geriite der D-Scrie 2 Akkus 2NKN24 

Geriite der M-Serie 4 Akkus KNI4 

Betriebsdauer mit 

1 Satz Akkus 12 h bei einem Sendeempfangsverhaltnis 1 :3 



3.3. Aufbau 

bie Funkgerate R 105D, R 108D, R 109D und R 1 14 zeigen nur geringe 

Unterschiede im konstruktiven Aufbau. Sie unterscheiden sich haupt- 

siichlich in den Frequenzbereichen. Das gleichc trilTt fiir die Funkgerate 

R 105M, R 108M und R 109M zu. 

In den folgenden Abschnitten werden deshalb nur die beiden Grundtypen 

R 105D fiir die Gerate der D-Serie und R 105M flir die Geriite der M-Serie 

besclirieben. 

Die Grundlage fur die Beschreibung der beiden Typen bildet hicrbei tias 

g. 131 



Funkgerat R I05D. Auf Besonderheiten des Funkgeriits R 105M wird in 
den einzelnen Abschnitten hingewiesen. 



3.3.1'. ' Teile des Funkg«rats 

- Funkgerilt, 

- Transportkiste, 

- Segeltuchwickel mit Antennenmaterial, 

- Stabantenne 1,5 m, 

- Antennenstiibe, 

- BordantennenfuB, 

- Antennenleitung filr Bordantenne, 

- Funkertasche, 

- Ersatzteilkasten. 



33.2. Frontplatte 





Frontplatle R 105D [Bild 303.1] Frontplalle R 105M [Bild 303.2]. 



Auf der Frontplatte befinden sich folgende Bedienungselemente: 

1 - Betriebsartenschalter; 

2 - Antennengrobabslimmung; 

3 - Antennenfeinabstimmung; 

4 - AntennenanschluB; 



132 



5 - Eichkorrektur; 

6 - Skalensperre ; 

7 - Frequenzeinstellung; 

8 ~ Kippsclialter zum Einschalten der automatischen Frequenznach- 

stimmung (AFN), 

nach obcn: ein, , 

nach unlen : aus. 

Bei R I05D zusiitzlich Umsehalter flir MeBinstrumenl, 

nach oben ; Anzeige des Antennenstroms, 

nach unten: Anzeige der Akkuspannung; 

9 - MeBgeriit ; 

10 - AnschluB fUr Handapparat oder Sprechgarnitur; 

11 - Stromversorgungsschalter (nur R 105D); 

12 - Eichtaste; 

13 - Skalenfcnster; 

14 - Tafel zum Nolieren von Funkunterlagen. 
Zusiitzlich bei R 105M: 

15 - MeBstellenschalter; 

16 Begrenzerausgang fur automatische Funkiibertragung; 

17 - MeBbuchsen (verdeckt); 

1 8 - Druckknopf fiir den Ruf eines Fe-Teilnehmers. 



3.3.3. 



Gehause 



Das Gehause der R 105D besteht aus Duraluminium, das der R 105M 
ausPlast. Vorder-und Riickscite werden mil jeeinem Deckel vcrschlossen. 
Auf der linken Seite sind eine Ruckenstutze (bei R 105M Rilckenpolster) 
und Osen ftir die Tragriemen angebracht. 




Oberseile R 105 D [Bild 303.30 



133 




Oberseite R 105M [Bild 303.4] 

Auf der rechten Seilc befinden sich bei der R I05M die Buclisen zum 

AnscliliiB der Handlampe. 

Auf der Oberseite siiid folgende Bedienungselemenle: 

1 AntennenansehiuB; 

2-TragegriH(mir R 105D); 

3 - Osen fur Tragriemen ; 

4 - Buchse fiir Handlampe (nur R I05D); 

5 - AnschluB fiir Sprechgarnilur oder Handapparat; 

6 - Klemnie fiir Doppeilciluiig: 

7 - Kiemme fiir Doppelleitung oder Gegengewicht ; 

8 - Stromversorgungsscliaitcr (nur R 1()5M). 

Das Innere des Gehiiuses ist durch eine Trennwand in 2 Filcher unterleilt. 
Im vorderen Fach befindet sich der Einscliub mil den Baugruppen des 
Funkgerats. Im hinteren Fach werden die Akkumulatoren eingeselzt; bei 
der R I05D werden auBerdem Stabanlcnne 1,5 m. Gegengewicht. 4 An- 
tennenstabe, 1 Schraubenzieher und die Sprechgarnilur unlergebracht. 



3.4. Bedienung 

.^.4.1. Vorbereilen zum Betrieb 

3.4.1.1. Auswahl des Aufbauplatzes 

Bei der Auswahl des Aufbauplalzes sind die GelUndebedingungen, die 
Tarnung und die Besonderheilen der Ausbreilung von Ullrakurzwellen 
zu beachlen. 



134 



Beachte: 

FunkgeriUe riicht in unmittelbarer Nahe von Sleilhangen, Diimmen oder 

Gcbaudcn aulbaiien, die in Richlung zur Gegenslelle liegen. 

Funl<gerate nichl in dcr Niihe von quer /nr f-nnkrichumg verlaufcnden 

Hoclispannungsleitungen aufbauen. 

Beim Anfbau in Gebiiiiden in dcr Niihe von Fenstern aufbauen, die in 

Richtung zur Gegenslellezeigen. 

Der Aufbau auf Berggipfeln. Gebiiuden oder Danimen vergroBert die 

Reichweite. 



3.4.1.2. Auswahl der Antennen 

1,5-rn-Slabanlenne fur den Betricb in der Bewegung. 
2,7-m-Stabantenne fur den Betrieb am Ort und in Verbindung mil dem 
BordanlennenfuB in der Bewegung auf Kraftfahrzeugen. Sie bestelit aus 
der Stabantenne 1,5 m und aus 4 Antennensliibcn. 




Auftau derSlab- 

anlenne 2,7 m [Bild 303.5] 




Aufbau der LangdralUuntenne [Bild 303.6] 



135 i 




Aufbau der Langdrahtantenne aus einer Deckung [Bild 303.7] 




Aufbau von Antennen im Gelande [Bild 303.8] 



40-m-Langdrahtantenne fur den Betrieb in Funkrichtung auf groBere Ent- 
fernung. Starke Richtwirkung in Richtung der Antenne. 
Betrieb aus Deckungen und Unterstiinden. 

Achtung: 

Es ist verboten, bei der Arbeit in der Bewegung die Stabantenne 2,7 m 
direkt am Antennenisolator zu befestigen. 



3.4.1 .3. Inbetriebnahme des Funkgeriits 

R I05D 

l.Hinteren Deckel offnen, Stabantenne, Sprechgarnitur und Gegen- 
gewicht lierausnehmen. 

2. Akkumulatoren anschlieBen. An jedes Kabelpaar 1 Akku 2NKN24 
(Polaritat beachten!). Akkus in Akkufach einschieben und befestigen. 
Deckel schlieBen. 

Vorsiciit! Das Metailgehause der Akkus darf keine Verbindung mit 
dem Geriltegeliause haben (KurzschluB!). 

3. Antenne und Gegengewicht anschlieBen. 

4. Vorderen Deckel tilTnen. 

5. Sprechgarnitur bzw. Handapparat anschlieBen. 



l.ih 



6. Skalensperre losen, Frequenz einstellen, Skale sperren. 

7. Betriebsartenschalter auf »Aus«. 

8. Stromversorgungsschalter auf »Ein« (im Kopfhorer starkes Rauschen). 

9. Kippschalter auf »AFN Aus« und »Akkuspannung«. 

10. Akkuspannung prufen (Zeiger im farbigen Bereich). 

1 1 . Kippschalter auf »AFN Ein« und »Antennenstrom«. 

12. Sender dureh Driicken der Sprechtaste an Sprechgarnitur einschalten. 

13. Sender mit Antennenabstimmung »grob« und »fein« abstimmen 
.(maximaler Ausschlag an MeBgerat). 

14. Sender ausschalten (Sprechtaste loslassen). 

R105M 

1. Hinteren Deckel offnen, Akkumulatoren anschlieBen, Akkus in Akku- 
fach einschieben und befestigen. 

2. Vorderen Deckel offnen. 

3. Sprechgarnitur anschlieBen. 

4. Betriebsartenschalter in obere unbeschriftete Stellung. 

5. Stromversorgungsschalter auf »Ein« (Oberseite des Gerats). 

6. Mit MeBstellenschalter Betriebsspannung uberprUfen, anschlieBend in 
Stellung »Skalenbeleuchtung«. 

7. Skalensperre losen, Frequenz einstellen, Skale sperren. 

8. MeBstellenschalter in Stellung »Antennenstrom«. 

9. Sender durch Drucken der Sprechtaste an Sprechgarnitur einschalten. 

10. Sender mit Antennenabstimmung »grob« und )>fein« abstimmen 
(maximaler Ausschlag am MeBgerat). 

1 1 . Sender ausschalten (Sprechtaste loslassen). 



3.4.2. Betrieb 

3.4.2.1. Funkverkehr 

Das Funkgerat entsprechend Abschnitt 3.4.1.3. vorbereiten. Beim Senden 
Sprechtaste drucken, langsam und deutlich in das Mikrofon sprechen. 
Beim Empfang die Sprechtaste loslassen. Treten Starke EmpfangsstOrungen 
auf, so ist die automatische Frequenznachstimmung (AFN) auszuschalten. 

3.4.2.2. Nutzung des Funkgerats als Feldfcrijsprecher (Dienstverbindung) 

Das Funkgerat auf Empfang schalten. Den Feldfernsprecher FF 63 uber 
Doppelleitung mit den Klemmen »Doppelleitung« des Funkgerats ver- 
binden. Die Sprechgarnitur auf der Oberseite des Funkgerats anschlieBen. 

Schaherstellunyeit heint Betrieb 

R 105D; Betriebsartenschalter auf »Dienstverbindung«. 
R 105M: Betriebsartenschalter auf »Fernbedienung Aus«. 
MeBstellenschalter auf »Dienstverbindung«. 

137 



Riifi'n (Ics FF 63 

R 105D: Betriebsarlenschalter auf »Rufen«. 

R 105M : Drlicken des DruckknopfeS >>Rufen«. 

Der FF 63 ruft das Funkgeriit mil dem Kurbelinduktor. 

Im Funkgerat ertont ein Schnarren. Beim Sprechen die Sprechlaste driickcii. 



3.4.2.3. Fernbedienung des Funkgerats 

Den Feldfernsprecher FF 63 wie in 3.4.2.2. mit dem Funkgerat verbinden. 

SchallerstelliiiHien 

R 105D: Betriebsarlenschalter auf »Fernbedienung«. 

R 105M ; Betriebsarlenschalter auf »Fernbedienung Ein«. 

MeBsleilenschalter auf » Anlennenstrom«. 
Beim Sprechen die Sprechlaste des Handapparals des FF 63 driicken. 
Dadurch wird das Funkgerat auf Senden geschaltel. Beim Empfang 
Sprechlaste loslassen, das Qeriit wird auf Empfang geschaltet. Die Fern- 
bedienungsleitung darf nichl langer als 2 km sein. 

3.4.2.4. Funkiibertragung mit zwei UKW-Funkgcraten 

Bei der Funkiibertragung arbeilet das eine Funkgerat als Sender und das 
andere als EmpfUnger oder umgekehrt. Das empfangene Signal wird 
NF-seitig liber eine Doppelleilung dem als Sender arbeilenden Funkgerat 
zugefuhrt. Der Sender wird modulierl und strahlt dann dieses Signal wieder 
ab. Dadurch kOnnen im Funkverkehr groBere Enlfernungen uberbrtickt 
werden. Die beiden zur Funkiibertragung eingesetzten FunkgerSte miissen 
mit unterschiedlichen Frequenzen arbeilen. 

Dwchfiihniny der Funkiihenrayung 

Beide Funkgerilte im Abstand von nichl mehr als 25 m zueinander auf- 
stellen und die Klemmen »Doppelleitung« durch Doppelleilung verbinden. 
In beiden Funkrichtungen normale Funkverbindung aufnehmen (3.4.2.1.). 
Danach Umschalten auf Funkiibertragung. 

Schaherstellungen lies Betriehsschalters 

Funkgeriit R I05D R 105M 

1 Funkiibertragung Senden Funkiibertragung Senden 
Oder Funkiibertragung Funkiibertragung Empfang 
Empfang 

2 Aus Steuern Funkiibertragung 
Beim Umschalten des 1. Gerais auf »Funkubertragung Senden« wird dieses 
auf Senden geschaltet. Gerat 2 bleibt auf Empfang. Wird das I. Gerat auf 
»Funkubertragung Empfang« geschaltet, so sendet Gerat 2, und Gerat 1 
empfangt. Somit braucht bei der Funkiibertragung nur ein Gerat geschaltet 
zu werden. 

138 



Funkverkehr mithoren! Beim Wechsel der Gesprachsfuhrung Geriit um- 
schalten (s. Tabelle der Schalterslellungen in den verschiedenen Betriebs- 
arten). 



Betriebsart 


Betriibsarlenschalter 


Betrisbsarlenschaller 
SIOSM 


MeHstellenschatter 
R105M 


Bemerkungen 


Normater 
Funkverkehr 


•ft" 

o o 


a o 



O 



o 


IBeiFnquini- 
einslellung 
IBeiBelrieb 


Dienst- 
verbindunq 
RWSalsFF 




°^° 

o o 
o 




o o 

„^„ 




o 
o 




Dienslver- 
bindmtjHulen 
des FF-63 


o 
o 

\/ o 
o 


o 
o o 

o 









BeiRpsM 

Toslsehalter 

.Hulen'druckm 


Fern- 
bedienung 


o 







°^° 

O 




o 



o 






Funk- 

ubedragung, 

Senden 


o o 
o 



O 




D 

o 



o 


t.Funkgeratl 
IFunkgeratl 


Funk- 
ubertragung 
[mplang 


o 

I ^ o 






O I f o 
o 


o 



o=>= 

o 

o 


IFunkgeratl 
IFunkgeratl 


Deutsche 
Beschrillung 
derScbalter 


/tus 

O' 

Dienslner- Senden 

O O 

Fembe- ^ tragung 

O 

dimung [mplang 
Xul 




[in [mplang 
^ Iragung 



tus Senden 

o , 

Sleuern Funkuberlr 


Skalenbel 
Oienslnrb ° 



^ Msnnm- 
Imden- ■s''™'" 
spannung Aa/enie/ 
ikkusp. 





Tabelle der Schalterstellurlgen in den verschiedenen Betriebsarten 
[Bild 303.9] 



3.4.2.5. Eichcn 

Uberprilfen der Eichgenauigkeit: 

1 . AFN ausschalten. 

2. Eichpunkt einstellen (Markierung auf Skale). 
.1. Eichknopf driicken. 

4. Im Kopfhorer muC tiefer Schwebungston zu horen sein. 



139 



Fnnkgerat R 107 



[717] 



4.1. 



Bestimmung 



Das Funkgerat R 107 ist ein tragbares UKW-Sende- und Empfangsgerat, 

das in der Betriebsart F3 (Sprechfunk) arbeitet. Die Fernbedienung und 

Funkubertragung sind moglich. 

Die Funkverbindung kann ohne Suchen der Gegenstelle und ohne Frequenz- 

nachstimmung aufgenommen werden. 

Es lassen sich vier beliebige Frequenzen programmieren. Der vorhandene 

Frequenzbereich gewahrleistet die Zusammenarbeit mit den Funkgeraten 

R 111, R 123, R 114D, R 105 D(M), R 108 D(M) und R 109 D(M). 



Frequenzbereich 

1. 

2. 

Leistung 


Bereich 
Bereich 


20. ..52 MHz 
20... 36 MHz 
36. ..52 MHz 

1 W (117 mA! 


Reichweiten mit 

1 ,5-m-Stabantenne 

2,7-m-Stabantenne 

40-m-Langdrahtantenne 

(je nach Hohe iiber dem Erdboden) 


g6km 
g 8... 10 km 
S15...25km 



Stromversorgung 

Beriebsdauer mit einem Satz Akkus 



2 X 2KNP20 (4,8 V) 

1 2 h bei einem Sende- 
empfangsverhaltnis von 1 : 3 



4.3. 



Aufbau 



4.3.1. 



Telle des Funkgerats 



- Transportkiste; 

- Funkgerat; 

- Akkumulatoren2KNP20; 

- Funkertasche; 

- BordantennenfuB; 

- K-oaxialkabel; 

- Langdrahtantenne 40 m; 

- Stabantenne 1,5 m; 

- Antennenstabe; 

- Antennenwickel; 

- VE-Satz. 



141 




t 



Frontplatte R 107 (Bild 717.1] 

1 - AntennenanschluB; 2 - MeBinstriiment; 3 - Drehknopf »Antennenab- 
stimmung«; 4 - Abdeckiing >>Frequenzkorrektur«; 5 - MeBbuchsen »Be- 
grenzer«; 6 - Abdeckung »Diskriminalor«; 7 - Betriebsartenschalter; 
8 - Geratesteckdose »Sprechgarnitiir«;9 - Bereichsschalter; 10 - Frequenz- 
arretierung; 11 - Drehknopf »Freqiienzeinslellung«; 12 - Abdeckung »Pro- 
grammierte Frequenzenw; 13 - Frequenzskale mit Einslellupe; 14- Frequenz- 
schalter 1. bis 4. programmierte Frequenz; 15- MeBstelli:..-chalter; 16-Tast- 
schalter »Ruf«; 17 - Stromversorgungsschalter; 18 G^ ateklemme »Lei- 
tung«; 19 - Geratestecker »Stroniversorgiing von auBen.< I Gerateklemme 
»Masse«'; 21 - Buchsen fiir Handlampe 



4.4. Vorbereiten zum Betrieb 

4.4.1. Auswahl des Aufbauplatzes und der Antennen 

Siehe Abschnitt R 105. 



4.4.2. Inbetriebnahme - Durchstimmbare Arbeitsfrequenz 

1. Stromversorgungsschalter (17) in Slelluiig »Aus« (OTKJl) schalten. 

2. Betriebsartenschalter (7) in Stellung »Funk« (PA/IMO) schalten. 

3. Akkumulatoren einsetzen und Akkumulatorenfach schlieBen. 

4. Gewahlte Antenne aufbauen und an den AntennenanschluB (1) an- 
schliefien. 

(Gegengewicht auslegen und ah die Klemme »Masse« (20) anschlieBen.) 

5. Sprechgarnitur an die Geratesteckdose »Sprechgarnitur<( (8) anschlie- 
Ben. 

6. Stromversorgungsschalter (17) in Stellung »Ein« (BKJl) schalten. 

142 



7. Meflstellenschalter (15) nacheinander in Stellung » - 2,4 V«. •- 2.A \ 
und »f 60 V« schalten. 

Der Zeiger des Mefiinstruments (2) muB in den markierten Bereich aus- 
schlagen. 

8. MeBstellenschalter (15) in Stellung »-2,4 V, Licht« (CBET) schalten, 
Frequenzskale (13) muB beleuchtet sein. 

9. Frequenzschalter (14) in Stellung »durchstimmbar« (njlABHO) schal- 
ten. 

10. Bereichsschalter (9) auf den entsprechenden Frequenzbereich schalten. 

1 1 . Frequenzarretierung (10) losen und die befohlene Frequenz mittels 
Drehknopf »Frequenzeinstellung« (1 1) einstellen. 

(Zahlenwert auf Skale x 100 ^^ Arbeitsfrequenz.) 

12. Eingestellte Frequenz mit Frequenzarretierung (10) arretieren. 

13. MeBstellenschalter (15) in Stellung »Antennenstrom« (TOK AHT.) 
schalten, Sprechtaste driicken. 

14. Drehknopf »Antennenabstimmung« (3) driicken, durch Drehen maxi- 
malen Zeigerausschlag am MeBinstrument (2) einstellen. 

15. Drehknopf »Antennenabstimmung« (3) nicht driicken, durch Drehen 
maximalen Zeigerausschlag am MeBinstrument (2) einstellen. 

16. Sprechtaste loslassen. 

Das Funkgerat ist zum Betrieb vorbereitet. 



4.4.3. Inbetriebnahme - Programmierte Arbeitsfrequenzen 

4.4.3.1. Loschen von program mierten Frequenzen 

1. Abdeckung "Programmierte Frequenzen« (12) abnehmen. 

2. Frequenzschalter (14) nacheinander in eine der vier vorgesehenen Schal- 
terstellungen schalten. 

3. Drehknopf »Frequenzeinstellung« (1 1) drehen bis Rastung erfolgt. 

4. Sperrnocken unter der Abdeckung »Programmierte Frequenzen« (12) 
entgegen dem UKrzeigersinn bis zum Anschlag drehen. 
(Tatigkeiten 2.-4. bei den restlichen Frequenzen wiederholen.) 

Diese Tatigkeiten sind nur dann auszufiihren, wenn Frequenzen program- 
miert waren. 



4.4.3.2. Programmierung von Frequenzen 

1. Tatigkeiten 1.-8. des Punktes 4.4.2. durchfuhren. 

9. Frequenzschalter (14) in die Stellung »1« (2, 3, 4) schalten. 

10. Mit Drehknopf »Frequenzeinstellung« (11) das der Arbeitsfrequenz 
niichstliegende Vielfache von 250 kHz einstellen. 

1 1 . Bereichsschalter (9) in Stellung »Eichen 250 kHz« (KAJIHEP. 250) 
schalten, Schwebungsnull kontrollieren (eventuell eic'hen entsprechend 
Punkt 4.6.). 



143 



12. Bereichsschalter (9) in Stellung »Eichen 25 kHz« (KAJIHEP. 25) 
schalten, Arbeitsfrequenz mittels SchwebungsnuU einstellen. 

13. Eingestellte Frequenz mit Frequenzarretierung (10) arretieren, Sperr- 
nocken bis zum Anschlag drehen. 

14. Wiederholung der Tatigkeiten 9.-13. fiir die anderen Frequenzen. 

Abstimmen auf eine Arbeitsfrequenz 

15. Bereichsschalter (9) auf entsprechenden Bereich schalten. V 

16. Frequenzschalter (14) auf die vorge&ehene programmierte Frequenz 
schalten. 

1 7. Antennenabstimmung entsprechend den Tatigkeiten 1 3.-16. Punkt 4.4.2. 
durchfuhren. 



4.4.3.3. Frequenzweehsel 

Tatigkeiten 9.-17. des Punktes 4.4.3.2. durchfuhren. 

4.5. Betrieb 

Der Betrieb kann durchgefiihrt werden, wenn das Funkgerat zum Betrieb 
vorbereitet wurde. 



4.5.1. Arbeit vom Funkgerat 

Zum Senden ist die Sprechtaste der Sprechgarnitur zu drijcken und fiir 
den Empfang loszulassen. 



4.5.2. Fernbedienung 

1. Doppelleitung an die Gerateklemmen »Leitung« (18) und »Masse« (20) 
anschlieCen. 

2. Betriebsartenschalter in Stellung >>Fernbedienung« (^HCT. VOP.) schal- 
ten. 

Durch Drucken der Sprechtaste am Feldfernsprecher wird das Funkgerat 
von Empfang auf Senden geschaltet. 



4.5.2.1. Dienstverbindung 

1 . Betriebsartenschalter in Stellung »Dienstverbindung« (CJIVK CB.) 
schalten. 

2. Tastschalter »Ruf« (16) driicken. 

(Beim abgesetzten Teilnehmer ertont der Wecker.) 

144 



4.5.3. Funkiibertragung 

4.5.3.1. Allgemeines 

Siehe Abschnitt R 105. 

4.5.3.2. Vorbereiten der Funkgerate zur Funkiibertragung 

1 . Beide Funkgerate mit einer Doppelleitung zwischen den Gerateklemmen 
»Leitung« (18) und »Masse« (20) verbinden. 

Beach te : 

Leitung an Leitung und Masse an Masse 

Schallerstellungeii am Nehengeicit 

2. Stromversorgungsschalter (17) auf »Ein« (BKJl) schalten. 

3. Betriebsartenschalter in Stellung »Funkubertragung Senden« (PETP 
nPA) Oder »Funkubertragung Empfang« (PETP OPHEM) schalten. 

4. MeBstellenschalter (15) in Stellung »Funkubertragung« (VTIP PETP) 
schalten. 

Schahersteltungen am Hauplgerat 

5. Stromversorgungsschalter (17) auf »Ein« (BKJl) schalten. 

6. MeBstellenschalter (15) in beliebige Stellung auBer »Funkubertragung« 
(ynPPETP) schalten. 

7. Entsprechend der Gesprachsfiihrung den Betriebsartenschalter in Stel- 
lung »Funkubertragung Senden« bzw. »Funkubertragung Empfang« 
schalten. 

4.6. Eichen 

1 . Bereichsschalter (9) in Stellung »Eichen 250 kHz« (KAJIHBP. 250) 
schalten. 

2. Mit Drehknopf »Frequenzeinstellung« (11) Frequenz 36 MHz ein- 
stellen, 

3. Kontrollieren ob Schwebungsnull vorhanden ist. 

1st im Kopfhorer ein Schwebungston zu horen, dann wie folgt eichen : 

4. Mit Schraubenzieher Frequenzkorrektur (4) verandern, bis Schwebungs- 
null eintritt. (Zuvor Abdeckkappe abschrauben.) 

4.7. Wartung 
Siehe Abschnitt R 105. 



10 HB Tastl'unker 145 



5.1. 



Funkgerat R 111 



Bestimmung 



Das Funkgerat R 111 ist ein UKW-Sende- und Empfangsgerat. Es ist in 
Kfz. und gepanzerten Fahrzeugen eingebaut. Es gewahrleistet eine zuver- 
lassige Funkverbindung ohne Suchen der Gegenstelle und ohne Frequenz- 
nachstimmung. Das Funkgerat arbeitet in der Betriebsart F3 (Sprechfunk). 
Die Fernbedienung und automatische Funkiibertragung sind moglich. Es 
lassen sich vier beliebige Frequenzen programmieren. 
Der vorhandene Frequenzbereich gewahrleistet die Zusammenarbeit mit 
den Funkgeraten R 107, R 123, R 114 E), R 105 D(M), R 108 D(M), 
R 109 D(M). 



5.2. Technische Angaben 

Frequenzbereich 

1 . Bereich 

2. Bereich 



20.. .52 MHz 
20. ..36 MHz 
36. ..52 MHz 



Leistung 
umschaltbar auf 



75 Watt 

1 %, 20 %, 100 % 



Reichweiten mit 

3,4-m-Stabantenne in der Bewegung g 25 km 

3,4-m-Stabantenne im Stand a 35 km 

1 1 m Mast S 50 km 



Strom versorgung 



26-V-Bordnetz 



5.3. Aufbau 

5.3.1. Telle des Funkgerats 

- Funkgerat; 

- Stromversorgungsteil des Leistungsverstarkers; 

- Kehlkopfmikrofonverstarker; 

- Sprechgarnitur ; 

- AntennenanpaBeinrichtung; 

- Verbindungskabel ; 

- EWZ-Satz; 

- MeBgerat. 



146 



5.3.2. 



Frontplatten 




31 30 i9 ?8 27 26 2S 2i 



FrontplatteR 111 [Bild 716.1] 

1 - Abdeckung oHandabstimmung des Leistungsverstarkers«; 2 - HF- 
Buchse fur die Verbindiing Leistungsverstarker - AntennenanpaBeinrich- 
tung; 3 - Betriebsschalter; 4 - MeBstellenschalter; 5 - Meflinstrument; 
6 - Tastschaller »Abstimmung des Leistungsverstarkers; 7 - Leuchtzei- 
chen »Abstimmung fiir Leistungsverstarker und AntennenanpaBeinrich- 
tung«; 8 - Taslschalter »Abstimmung AntennenanpaBeinriclitung«; 9 - 
Drehknopf »Sendepegel«; 10 - Drehknopf »Empfangspegel« ; 11 - Tast- 
schaller >>Ruf«; 12 - Leuchtzeichen fiir Ruf iiber Funk bzw. Leitung; 
13 - Kippschalter »Rauschunterdriicker«; 14- Tastschaller »Programmierle 
Frequenz": 15 - Leuchtzeichen fiir Senden bzw. Empfang; 16 - Bereichs- 
schalter; 17 - Skalen- und Grobstufenlampe (1. Bereich); 18 - Frequenz- 
skale; 19 - Skalen- und Grobstufenlampe (2. Bereich); 20 - Abdeckung der 
4 Kippschalter »Bereich der programmierten Frequenz«; 21 - Kippschalter 
»Skalenbeleuchtung«; 22 - Abdeckung »Programmierte Frequenzen«; 
?3 - Drehknopf »Frequenzeinstellung«; 24 - Frequenzschalter; 25 - Ab- 
deckung »Frequenzkorrektur«; 26 - Abdeckung »Diskriminator«; 27 - Ge- 
riitesteckdose »Sprechgarnilur«; 28 - Geriiteklemme »Leitung«; 29 - GerUte- 
steckdose »Funkerpult«; 30 - Betriebsartenschalter; 31 - Geratesteckdose 
wAutomatik der AntennenpaBeinrichtung«; 32 - Gerateklemme »Masse«; 
33 - Geriitesteckdose wStromversorgungsteil des Leistungsverstarkers" 

\ 



147 




.J 



Frontplatte Stromversorgimgsteil [Bild 716.2] 

1 - Geratestecker »Netz +26 V«; 2 - Sicheriingen ; 3 - Geratesteckdose 




8 7 



Frontplatte AntennenanpaBeinrichtiing [Bild 716.3] 

1 - Tastschalter wAbstimmanzeige UKW-Funkgeriit 1«; 2 - Tastschalter 
oAbstimmanzeige UKW-Funkgerat II« ; 3- HF-AnschluB »Teleskopantenne« ; 
4 - HF-AnschluB »Stabantenne«; 5 - HF-AnschluB »UKW-Funkgerat«; 
6 Drehknopf »Handabstimmiing«; 7 - MeBinstriiment; 8 - Geratesteck- 
dose »Automatik der AntennenanpaBeinrichtungw; 9 - Einstellregler MeB- 
instriiment: 10 - Antennenwahlschalter 



5.4. Vorbereiten zum Betrieb 

5.4.1. Auswahl des Aufbauplatzes und der Antennen 

Siehe Abschnitt »R 105« 
148 



S.4.2. Inbetriebnahme - Durchstimmbare Arbeitsfrequenz 

1 . Betriebsschalter (3) in Stellung »Aus« (OTKJI) schalten. 

2. Verkabelung der einzelnen Gerate untereinander uberpriifen. 

3. Gewahlte Antenne aufbauen und an die entsprechend? AnschluB- 
klemme (3) an der AntennenanpaBeinrichtung anschlieBen. 

4. Antennenwahlschalter (10) an der AntennenanpaBeinrichtung auf die 
gewahlte Antenne schalten. 

5. Sprechgarnitur an die Geratesteckdose »Sprechgarnitur« (27) an- 
schlieBen. 

6. MeBstellenschalter (4) in Stellung »Netzspannung« (BOPT CETb) 
schalten und am MeBinstrument (5) Uberpriifen. 

7. Betriebsartenschalter (30) in Stellung »Telefonie« (TJl^) schalten. 

8. Frequenzschalter (24) in Stellung »durchstimmbar« (njl) schalten. 

9. Bereichsschalter (16) in Stellung »Eichen 25 kHz« oder »Eichen 250 kHz« 
(KB KAJIHBP. 25, KB KAJIHBP. 250) schalten., 

10. Mit Drehknopf »Frequenzeinstellung« (23) Frequenz so einstellen, daB 
Schwebungsnull vorhanden ist. > 

11. Bereichsschalter (16) auf entsprechenden Bereich schalten. 

12. Betriebsschalter (3) in Stellung »20% Leistung« (20 % MOmHOCTb) 
schalten. 

13. 3 Minuten warten. 

14. Tastschalter »Abstimmung des Leistungsverstarkers« (6) driicken, 
Leuchtzeichen »Abstimmung fur Leistungsverstarker und Antennen- 
anpaBeinrichtung« (7) leuchten auf. 

15. Sobald Leuchtzeichen (7) erlischt, den Betriebsschalter auf gewiinschte 
Leistung schalten. 



5.4.3. Inbetriebnahme ~ Programmierte Arbeitsfrequenzen 

5.4.3.1. Loschen von programmierten Frequenzen 

1 . Abdeckung »Programmierte Frequenzen« (22) abnehmen. 

2. Frequenzschalter (24) nacheinander in eine der vier vorgesehenen Schal- 
terstellungen schalten - die programmierte Frequenz stellt sich ein. 

3. Sperrnocken unter der Abdeckung »Programmierte Frequenzen« (22) 
entgegen dem Uhrzeigersinn bis zum Anschlag drehen. 
(Tiitigkeiten 2. und 3. bei den restlichen Frequenzen wiederholen.) 

5.4.3.2. Programmierung von Frequenzen 

1. Tatigkeiten 1.-7. des Punktes 5.4.2. durchfiihren. 

8. Frequenzschalter (24) in die Stellung »1« (2. 3, 4) schalten. 

9. Auf Drehknopf »Frequenzeinstellung« (23) das der Arbeitsfrequenz 
nachstliegende Vielfache von 250 kHz einstellen. 



149 



10. Bereichsschalter (16) in Stellung »Eichen 250 kHz« (KB KAJIHBP. 250 1 
schalten, SchwebungsnuU kontrollieren (eventuell Eichung vornehmen 
nach Punkt 5.6.). 

11. Bereichsschalter (16) in Stellung »Eichen 25 kHz« (KB KAJIHBP. 25) 
schalten, Arbeitsfrequenz mittels SchwebungsnuU einstellen. 

12. Sperrnocken bis zum Anschlag drehen. 

13. Kippscha|ter »Bereich der programmierten Frequenzen« (20) auf den 
entsprechenden Bereich schalten. 

14. Wiederholung der Tatigkeiten 8.-13. fiir die anderen Frequenzen. 

Abstimmen auf eine Arbeitsfrequenz (automatisch) 

15. Frequenzschalter (24) auf die vorgesehene programmierte Frequenz 
schalten. 

16. Antennenabstimmun^ entsprechend den Tatigkeiten 12.-15. Punkt 5.4.2. 
durchfiihren. 

Abstimmen auf eine Arbeitsfrequenz (von Hand) 

15. Frequenzschalter (24) auf die vorgesehene programmierte Frequenz 
schalten. 

16. Betriebsschalter (3) in Stellung »20'% Leistung« (20% MOUIHOCTB) 
schalten. 

17. Abdeckungen »Handabstimmung des Leistungsverstarkers« (1) und 
Prehknopf »Handabstimmung« (6) (an der AntennenanpaBeinrichtung) 
abnehmen. 

18. Tastschalter »Abstimmanzeige UKW-Funkgerat« (I) driicken. 

19. Durch Drehen »Handabstimmung des Leistungsverstarkers« (1) am 
MeBinstrument (7) der AntennenanpaBeinrichtung maximalen Zeiger- 
ausschlag einstellen. 

20. Durch Drehen »Handabstimmung« (6) an der AntennenanpaBeinrich- 
tung maximalen Zeigerausschlag einstellen. 

Frequenzwechsel 

Entsprechenden Tastschalter »Programmierte Frequenz« (14) driicken, bis 
Leuchtzeichen »Abstimmung« (7) erlischt. 



5.5. Betrieb 

5.5.1. Arbeit vom FunkgerSt 

5.5.1.1. Kontrolle des Sendebetriebs ohne automatische Anruf- und 
SchluBzeicliengabe 

1. Betriebsschalter (3) in Stellung »20% Leistung« (20 % MOUlHOCTb) 
schalten. 

2. MeBstellenschalter (4) in Stellung »Sendepegel« (OP/^. yP.) schalten. 

3. Betriebsartenschalter in Stellung »Telefonie« (TJIO) schalten. 

4. Kippschalter »Rauschunterdruckung« (13) in Stellung »Aus« (OTKJI) 
schalten. 

150 



t 



5. MeBinstrument (5) zeigt Rauschpegel an. 

6. Sprechtaste driicken. 

7. Leuchtzeichen (15) »Empfang« (FIPHEM) erlischt, »Senden« {flPJ) 
leuchtet auf. 

8. Lautes »a« sprechen, mit Drehknopf (9) Sendepegel einstellen. 

5.5.1.2. Kontrolle des Sendebetriebs mit automatischer Anruf- und 
SchluDzeichengabe 

1 . Tatigkeiten 1.-3. Punkt 5.5.1.1. durchfiihren. 

4. Kippschalter Rauschunterdriickung (13) in Stellung »Ein« (BKJI) 
schalten, Leuchtzeichen (15) »Senden« (HPip leuchtet auf. 

5. Sprechtaste driicken. 

6. Ruf geht ab (erst wenn Ton 2100 Hz nicht mehr horbar ist, kann ge- 
sprochen werden). 

7. Sprechtaste loslassen, SchluBzeichen wird gesendet (3000 Hz). 



5.5.1.3. Diensthabender Empfang 

1. Funkgeriit nach Punkt 5.4.3.2. vorbereiten. 

2. Betriebsschalter in Stellung »Diensthabender Empfang« (AE^- nP.) 
schalten. 



5.5.1.4. Sprechfunk 

1. Funkgerat nach Punkt 5.4.3.2. vorbereiten. 

2. Betriebsschalter in Stellung »1 /'.., 20% bzw. 100 /o« schalten. 

3. Sprechtaste driicken. 

4. Betriebsartenschalter (30) in Stellung »800 Hz« (800 TH) schalten. 

5. MeBstellenschalter (4) in Stellung »Sendepege!« (HPA- VP) schalten. 

6. Tastschalter »Ruf« (11) driicken, mit Drehknopf (9) Sendepegel am 
MeBinstrument (5) auf roten Strich einregeln. 

7. Gegenstelle auffordern, 800 Hz zu geben. 

8. MeBstellenschalter in Stellung »Empfangspegel« (HP. YP.) schalten. 

9. Mit Drehknopf (10) Empfangspegel am MeBinstrument (5) auf roten 
Strich einregeln. 



5.5.2. Fernbedienung 

1. Doppelleitung an die Geriiteklemme »Leitung« (28) anschliefien. 

2. Betriebsartenschalter (30) in Stellung »Fernbedienung« (flHCT. VnP.) 
schalten. 

Durch Drucken der Sprechtaste am Feldfemsprecher wird das Funkgerat 
von Empfang auf Senden geschaltet. 

151 



5.5.2.1. Dienstverbindung 

1 . Betriebsartenschalter (30) in Stellung »Dienstverbindung« (CJiy^C. 
CB^Sb) schalten. 

2. Tastschalter »Ruf« (11) driicken. Beim abgesetzten Teilnehmer ertont der 
Wecker, beim ankommenden Ruf leuchtet Leuchtzeichen Ruf Liber Lei- 
tung(12)(.IlHHH«) auf. 



5.5.3. Automatische Funkiibertragung 

Allgemeines siehe Abschnitt R 105. 

Vorbereiten der Funkgerate zur Funkiibertragung 

1. Beide Funkgerate mit einer DoppHleitung zwisclien den Gerateklemmen 
»Leitung« (28) verbinden. 

2. Funkverbindung mit eingeschaltetem Rauschunterdrucker (13) auf- 
neiimen. 

3. Betriebsartenschalter (30) in Stellung »Automatische Funkiibertragung* 
(ABTOM. PETP.) schalten. 

5.6. Eichen 

Siehe Abschnitt R 107. 

5.7. Wartung 
Siehe Abschnitt R 105. 



152 



6. 
6.1. 



Funkgerat R 1 13 
Bestimmung 



[265] 



Das Funkgerat R 113 ist ein UKW-Sende- und Empfangsgerat. Es ist in 

gepanzerten Fahrzeugen eingebaut. Es gewahrleistet eine zuverlassige Funk- 

verbindung ohne Suchen der Gegenstelle und ohne Frequenznachstimmung. 

Das Funkgerat arbeitet in der Betriebsart F3 (Spreclifunk) (Simplex- und 

Duplexverkehr). 

Die Zusammenarbeit mit den Funkgeraten R II 4D, R 107 und R 1 1 1 ist 

moglich. 



6.2. 



Technische Angaben 



Frequenzbereich 
Leistung 
Reichweiten 
Stromversorgung 



5 e 7 



20,0... 22,375 MHz 

16 W 

10. ..20 km 

12 V bzw. 24 V Bordnetz 



10 J! 12 13 








1 


1 


JF9 


L- 




, T 

20 19 








'4*™«'*'>, *" 



i§ 



18 



%1P 




Frontplatte des Sender/Empfangers [Bild 265.2} 

I - Kippschalter »Speisung Ein - Aus«; 2/13 - Griffe zum Herausnehmen des 
Sender/Empfangers aus dem Gehause; 3 - Schalter »Betrieb - Rohrenprii- 
fung«; 4 - Kippschalter »Rauschunterdruckung Ein -Ausw; 5 - Belriebs- 
artenschalter »Simplex - Duplex - Diensthabender Empfang«; 6 - Platte mit 
der Schaltung des Bordnetzes; 7 - VerschluB fiir Skalenlampchen; 8 - Skalen- 
fenster des Kanalschalters; 9 - Kanalschalter; 10 - Beleuchtungslampchen 
des Anzeigeninstruments; 11 - Anzeigeinstrument; 12 - Lautstarkeregler; 
14 - Abdeckung der Zahnrader; 15 - HF-Geratesteckbuchse; 16 - Schalter 
»Stabantenne«; 17 - Abdeckung des Trimmers; 18'- Tafel fiir Funkunter- 
lagen; 19 - Geratesteckdose R 120 zum Anschalten der Bordsprechanlage 
Oder des Brustkabels; 20 - Geratestecker »Speisung« zum Anschalten des 
Stromversorgungskabels 



153 



6.3. Aufbau 

6.3.1. Telle des Funkgerats 

- Funkgerat; 

- Antennenvariometer; 

- 4-m-Stabantenne; 

- AntennenfuB; 

- HF-Kabel; 

- Antennenzuleilung; 

- Stromversorgungsblock; 

- Stromversorgungskabel; 

- EWZ-Satz. 



6.4. 



Vorbereiten zum Betrieb 



1. Stroraversorgungsschalter in Stellung »Aus« (BblKJl) schalten. 

2. Verkabelung der einzelnen Gerate untereinander uberprufen. 

3. Antennenstabe aufsetzen. 

4. Schalter »Stabantenne« in entsprechende Stellung schalten. 

5. Verbindungskabel mit Brustumschalter an Geratesteckdose »Bord- 
sprechanlage« anschlieBen. 




- Skalen- 



ci™: ^ilst^'i ^* ^^ -';*' ■ •^>' f»^'^J ^-W>Jt 



Antennenvariometer [Bild 265.3] 

1 - Drehknopf; 2 - Feststellhebel der Variometerspule; 3 - Skale; 4 

zeiger; 5 - Buchsen mit Gummidampfer zum Befestigen des Antennenvario- 

meters; 6 - Federklemme »A« (Antenne) 

haiise des Antennenvariometers; 9 

Kabelschuh 



7 - Federklemme »R 1 12« ; 8 - Ge- 
Koaxialbuchse; 10 - Massekabel mit 



154 




Stromversorgungsblock [Bilcl 265.4] 

1 - Umformer U 55A; 2- Hochspannungskollektor (+ 550 V) des Umformers 
U 55A; 3 - Umformer U 30A; 4 - Hochspannungskollektor ( ( 220 V) des 
Umformers U 30A; 5 - GuBchassis des Stromversorgungsblocks; 6- Gerate- 
steckdose fur den AnschluB des Stromversorgungskabels zum Sender/Empfan- 
ger; 7 - Sicherung 0,,15 A; 8 - Plusklemme des Bordnetzes; 9 - Minusklemme 
des Bordnetzes; 10 - Sicherung 0,15 A; U - Schwingrahmen; 12 Gerate- 
steckdose zur Bordsprechanlage R 120; 13 - Niederspannungskollektor 
U 30A; 14 - Niederspannungskollektor U 55A 



6. Schalter »Bordsprechanlage« in Stellung »R 113« schalten. 

7. Stromversorgungsschalter in Stellung »Ein« (BKJl) schalten. 

8. Schalter »Betrieb - R6hrenprufung« nacheinander in Stellung »Net2« 
(CETb) und »220 V« schalten. 

Brustumschalter auf »Senden« (IIP/l) schalten und Schalter »Betrieb - 

R6hrenprufung« in Stellung »550 V« schalten. 

Der Zeiger des MeCinstruments muB in den markierten Bereich aus- 

schlagen. 

9. Brustumschalter in Stellung »Empfang« (IIPMEM) schalten. 

10. Mit Kanalschalter die Arbeitsfrequenz einstellen. 

1 1. Betriebsartenschalter in die Stellung »Simplex«(CHMnjIEKC) schalten. 
Schalter »Betrieb - R6hrenprufung« in" Stellung »Betrieb« (PABOTA) 
schalten. 

12. MitDrehknopf»Abstimmung«am AntennenvariometermaximalenAus- 
schlag am MeBinstrument einstellen. 

13. Brustumschalter in Stellung »Empfang« (ITPHEM) schalten. 



155 



6.5. Betrieb 

Durch Umschalten des Brustumschalters auf »Senden« wird der Sender ein- 
geschaltet. 



6.5.1. Simplexbetrieb 

Die Tatigkeiten sind im Punkt 6.4. beschrieben. 



6.5.2. Duplexbetrieb 

1. Tatigkeiten 1.-12. des Punktes 6.4. durchfiihren. 
13. Betriebsartenschalter in Stellung »DupIex« (/jyilJIEKC) schalten. 
Damit ist das Funkgerat zum Duplexbetrieb vorbereitet. Beim Sprechen 
wird es selbsttiitig auf »Senden« umgeschaltet. Es muB flieBend gespro- 
chen werden, da sich der Sender bei Pausen zwischen den Wortern 
(langer als 0,5 Sekunden) selbsttatig ausschaltet. Wird der Duplex- 
betrieb unterbrochen, muB der Betriebsartenschalter auf Simplex ge- 
sohaltet werden. (Bei Duplex groBere Leistungsaufnahme.) 



6.5.3. Diensthabender Empfang 

1. Tatigkeiten 1.-12. des Punktes 6.4. durchfuhren. 
13. Betriebsartenschalter in Stellung »Diensthabender Empfang« (JlEyK 
nPHEM) schalten. 

In dieser Betriebsart ist nur eine einseitige Funkverbindung moglich 
(Empfang). Beim Obergang auf >>Senden« muB der Betriebsartenschaher 
wieder auf »Simplex« geschaltet werden. 



156 



Funkgerat R 112 
Bestimmung 



[264] 



Die R 1 12 ist ein KW-Funkger;U zur Fiihrung von Truppenteilen im Stand 
und in der Bewegung. Es arbeitet in den Betriebsarten Al und A3 ohne 
Suchen der Gegenstelle und ohne Frequenznachstimmung. 



7.2. 



Technische Angaben 



Frequenzbereich 
unierteilt in zwei Bereiche 



2800 4990 IcHz 
1.2800 3990 kHz 
II. 4000-4990 kHz 

In diesem Frequenzbereich arbeitet das Funkgerat im Abstand von 10 kHz 

mit 220 quarzstabilisierten Festfrequenzen. 

Reichweiten Al 100"„ bis 100 km 

Al 10",, bis 20 km 
A3 100"; bis 40 km 
A3 10";, bis 8 km 

Antennenarlen 4-m-Panzerstabantenne 

1 0-m-Halbteleskopmast 



Stromversorgung 



Masse 



26-V-Bordnelz und Gleichspannungs- 

umformer 

UT 18 A (Empfilnger) 

UTK. 250 (Sender) 

etwa 90 kg 







z"!^^^^ 




ff—-^Q{ 



gfWli 




Sender/Empfangcr R 112 (Bild 264.2] 



157 



7.3. Telle des Gerats 

~ Sender und Empfanger, untergebracht in einem federnd gelagenen 
Panzergehause (s. DV-43/8, S. 12, Abb. 2); 

- Antennenvariomeler; 
■^ Urn former UTK 250; 

- Um former UT 18 A. 




Umformer UT 18A [Bild 264.4] 



E'lBiS 




Umformer UTK 250 [Bild 264.3b] 



158 




Antennenvariometer [Bild 264.5] 




,r .K^w. .i-t.i*to«^«»«^ 



X )( 





Antennenfilter [Bild 264.6] 

7.4. Bedienung 

7.4.1. (Jberpriifen und Vorbcreiten zum Betrieb 

1. Uberprtifen der Antennenanlage auf richtigen Kontakt der Anschlusse 
am Funkgerilt und am Antennenisolator. 

2. Befohlene Antenne anbringen. Beim Aufstecken der einzelnen Telle der 
4-m-Stabantenne muB darauf geachtet werden, dalJ die Steckverschliisse 
einrasten. 

3. Oberpriifen der 26-V-Spelseleltung fiir die Umformer. Die Schraubver- 
bindungen miissen fest angezogen sein. 

4. Verbindungen zwlschen der Bordsprechanlage R 120 und dem Funk- 
geriit uberprUfen. Soil die R 1 12 ohne Bordsprechanlage betrieben werden, 
so sind Brustumschalter und Kopfhaube am Funkgerat an der Buchse fiir 
den AnschluB der Bordsprechanlage anzuschlieBen und zu sichern. 



159 



5. Das Funkgerat durch Betatigen des Stroraversorgungsschalters rechts 
neben dem Griff auf »Ein« schalten. Darait lauft der Empfangerumfor- 
mer an, und die Skalenbeleuchtung ist eingeschaltet. (Darauf achten, daB 
der Brustumschalter ausgeschaltet ist!) 

6. Den Leistungsschalter auf 100% und den Betriebsartenschalter auf 
Sprechfunk schalten. 

7. Befohlene Frequenz einstellen. 

8. Nach der Tabelle im Deckel die einzelnen Rohren ftir den Empfanger 
und Sender liberpriifen. 

Der Zeiger des MeBinstruments muB in den markierten Bereich des Mefi- 
instruments ausschlagen. 

9. Mit dem Brustumschalter den Sender einschalten und mit dem Vario- 
meter auf groBten Ausschlag abstimmen, dabei den MeBstellenschalter 
in Stellung 6 schalten. 

Danach den MtBstellenschalter in Stellung 7 schalten und durch Sprechen 
eines »a« den Ausschlag am MeBinstrument priifen. 



7.4.2. Betrieb 

Sprechfunkverkehr 

1. Betriebsartenschalter auf »Tn« schalten. 

2. Durch das Einschalten und Ausschalten des Brustumschalters kann 
wahlweise gesendel und empfangen werden. 

Ta.stfunkivrkehr 

1. Taste anschlieBen. 

2. Betriebsartenschalter auf »Tg« schalten. 

3. Brustumschalter auf Senden schalten. 

4. Taste driicken, dabei muB im Rhythmus der Tastimpulse die Abstimm- 
lampe aufleuchten. 

5. Umschalten des Funkgeriits auf Empfang und Senden durch den Brust- 
umschalter wie im Sprechfunkbetrieb. 



7.5. Wartung 

Nach jedcm Einsatz das Geriit und das Zubehiir reinigen und nur einsatz- 
bereit ablegen. 
- An jedem Parktag die Stromversorgungskabel liberpriifen, dieOxydation 
entfernen und die Kontaktstellen mit technischer Vaseline einfetten. 
Besonders bei den Antennencinrichtungen die Oxidbildung durch Fetlen 
mit technischer Vaseline verhindern. 



160 



7.6. Tabelle zum (Jberpriifen der Rohren dcs Empfiingers und 

des Senders 



Stellung 
des MeB- 
stellen- 
schalters 



was wird iiberpriift 



Zeigeraus- Stellung des 
schlag im Brustum- 

Skalent'eld schalters 



1 26-V-Bordnetz 

2 220 V des Umformers 
UT 18 A 

3 300 V des Umformers 
UTK 250 

4 550 V des Umformers 
UTK 250 

5 Ausgangsspannung am 
Steuersender 

6 Rci 101 und 102 der 
Senderendstufe 

7 R6 103 und 104 der 
Modulalionsstufe 

8 Ro 106 1. Stufedes 
Modulationsverstiirkers 

9 Ro 105 2. Stufe des 
Modulationsverstarkers 

10 Ro 201 und 202 der 
Treiberstufe 

11 Ro 301 1. Oszillator des 
Sleuersenders 

12 Ro 302 2. Oszillator des 
Steuersenders 

13 Ro 401 Ausgangsstufe des 
Steuersenders 

14 Ro 203 HF-Verstiirker des 
Empfangers 

15 Ro 501 Mischstufe des 
Empfangers 

16 Ro 502 1. ZF-Stufe 

17 Ro 503 2. ZF-Stufe 

18 Rb505 1. NF-Stufe 

19 Rb 506, 507, 2. NF-Stufe 



nten sehalten) 




weiB 




Empfang und Senden 


wciB 




Senden 


weiB 




Senden 


welB 




Senden 


schwarz 




Senden und Empfang 



la (schraffiert) Senden 

la (schraffiert) Senden 

la (schraffiert) Senden 

Empfang und Senden 
Empfang und Senden 
Einpfang und Senden 



la (schraffiert) Empfang 
la (schraffiert) Empfang 
la (schraffiert) Empfang 
la (schraffiert) Empfang 
la (schraffiert) Empfang 



Achtung! 

1. Leistungsschalter auf 100"/;,. ' 

2. Betriebsartenschalter auf A3 sehalten. 

3. Nach dem (JberprUfen den Schalter zurtick in Stellung 6 sehalten. 

4. SoUte das Funkgerat trotzdem nicht arbeiten, ist es einer Nachrichtenwerk- 
statt zuzufiihren. 



11 HBTastfunker 



161 



8. Funkgerat R 123 

8.1. Allgemeines 

Die R 123 wird in der DV-43/3 und DV-43/5 beschrieben. 



8.2. 



Tecbnische Angaben 



Die R 123 arbeitet wahlweise in 3 Betriebsarten. Weitere Angaben sind der 
DV-43/3 zu entnehmen. 



8.3. Aufbau 

8.3.1 . Telle des Funkgeriits 

- Sender/Empfanger (s. Bild); 

.9 10 n 12 13 U 15 !6 17 




Sender/Empfanger [BHd 267.1] 

1 - Steckbuchse fur Stromversorgungskabel ; 2 -- Steclcbuchse fur Verbindungs- 
kabel von der Kopfhaube oder der Bordsprechanlage; 3 - VerschluBschraube 
fur Eichtrimmer; 4 - Kippschalter Skalenbeleuchtung; 5 - Tastschalter 
»Signalruf«; 6- Kippschalter »Speisung«; 7 - Schalter »Betrieb - Spannungs- 
kontroUew; 8 - VerschluBschraube fiir Potentiometer »Empfindlichkeit des 
Duplex«; 9 - VerschluBschraube fiir Frequenzhubpotentiometer; 10- Regler 
»Rauschunterdruckung«; 1 1 - Schalter »Frequenzeinstellung«; 12 - Betriebs- 
artenschalter wDuplex-Simplex-Diensthabenden Empfang«; 13 - Frequenz- 
skale ; 1 4 - Rasterschraube fiir 4 Festfrequenzen ; 1 5 - Deckel fiir Trommel auto- 
matisches System; 16- Antennenabstimmglimmlampe; 17- Feststellschraube 
fiir Schalter »Antennenabstimmung«; 18 - Gliihlampen zur Anzeige der ein- 
gestellten Festfrequenz; 19 - Kippschalter 1-4 zum Einstellen der Festfre- 
quenz; 20 - Schalter »Antennenabstimmung«; 21 - Antennenabstimman- 
zeige/SpannungskontroUe; 22 - Anzeige fur 1. und II. Frequenzbereich; 23 - 
Lautstarkeregler; 24 - Schalter wFestfrequenzen durchstimmbarer Bereich« 

162 



Stromversorgungsblock ; 

Antennenweiche R 123 oder Antennenvariometer 

Antenne. 



R 112; 



8.3.2. Allgemeine Beschreibung 

Der Sender/Empfanger sind in einem gemeinsamen Gehause untergebracht. 
Zur Stromver-sorgung dient ein Transverter. Sind R 123 und R 112 gemein- 
sam in einem Fahrzeug eingesetzt, so wird das Antennenvariometer der 
R 112 verwendet (s. Bild). Beim Einsatz von zwei R 123 in einem Fahrzeug, 



Antenne 



Stromver- 
sorgungskabel 



StromversoF, 



vvy<i 



gungsbtock 



C5SSa< 



Rm 



zurMasss 



ivvx>;>;><xxxxxxxX. 



zurMasse 



Kabel far R Hi Oder Urbindungs- 
kabei zur Koplhaube 



Slromyer- 
sorgungskabel 



gungsbloCk^-^^^>^^ 



i ^vy^ i 



II1Z3 




zurMasse 



zur Haste 



Kabel furR Ui Oder Verbindung^ 
kabel zur Koplhaube 



Anschalten von zwei R 123 zum gleichzeitigen Betrieb mit einer Antenne 
[Bild 267.2] 



163 



Stromrersor 
Qungskabel 



Slroimersorgunp 

block If m (l>|xj<xxj^fi C 




Slromversor- Stromversorgungskabel 

Qungskabel 

Anschalten einer R 123 und einer R 112 zum gleichzeitigen Betrieb mit einer 
Antenne [Bild 267.3] 

ist die Antennenweiche anzuschlieBen (s. Bild). Als Antennen werden die 
4-m-Stabantenne oder die erhohte Langdrahtantenne verwendet. Kurz- 
zeitig ist auch cine Verbindung mit einer Behelfsantenne moglich. An der 
rechten Seitenwand befinden sich die HF-Steckbuchse und die Masseklemme. 



8.4. Bedienung 

8.4.1. tlberpriifung 

8.4.1 .1 . Cberpriifen de§ Funkgerats 

1. OberprufenaufVollzilhligkeit, festenSitzderGeriiteund KabelanschliJsse. 

2. Kopfhaube anschlieBen, R 124 Bordsprechanlage einschalten. 

3. Betriebsartenschalter auf »Simplex«, Spannungskontrolle. 
Vorheizzeit: 10 bis 15 min im Sommer, 15 bis 20 min im Winter. 

8.4.1.2. Oberpriifen in der Betriebsart »Enipfang« 

1. Auf I. Frequenzbereich schalten, Lautstarkemaximum einstellen. 

2. Arbeit des Empfangers und der Rauschunterdriickung priifen. 

3. Auf II. Frequenzbereich schalten, Arbeiten wiederholen. 



164 



8.4.1 .3. Eichung 

1. Schalter auf »Diensthabenden Empfang«, Eichpunkt einstellen. 

2. Schalter »Signalruf« drticken unci SchwebungsliJcke einstellen. 



8.4.1.4. Cberpriifen in der Betriebsart »Scnden«, »Siniplex« 

1 . Schalter auf »Simplex«, I. Frequenzbereich, 3 min warten. 

2. Auf »Senden« scnalten, Antenne abstimmen, Modulation priifen. 

3. Signalruf abhoren. 

4. Schalter auf II. Frequenzbereich, Arbeiten wiederholen. 



8.4.1.5. L'bcrpriifen in der Betriebsart »Duplex« 

1 . Schalter auf »Duplex«, I. Frequenzbereich, Duplex uberprufen. 

2. Schalter auf II. Frequenzbereich, Arbeiten wiederholen. 



8.4.1.6. C'berpriifen des automatischen Systems 

1. An der Frontplatte Deckel der Trommel offnen, Rasterschrauben fest- 
ziehen, Antennenabstimmung arretieren. 

2. Automalisches System auf Festfrequenzen priifen. 



8.4.2. Vorbereiten zum Betrieb 

8.4.2.1. A llgemeine Arbeiten 

1. HF- und Stromversorgungskabel, Kopfhaube oder Al anschliefien. 

2. Auf der Frequenztafel die Nummer, den Bereich, die Festfrequenz und 
die Lage der Kippschalter eintragen. 

3. Kopfhaube aufsetzen, Kehlkopfmikrofon festziehen, auf »SimpIex« 
schalten. 

4. »Rauschunterdruckung« nach links drehen. 

5. Schalter wSpannungskontrollew auf »Betrieb I« schalten. 

6. Kippschalter »Speisung« ein, Lautstarkeregler aufdrehen. 

8.4.2.2. Abstimmen der R 123 

1 . Schalter »Festfrequenz« auf »1«, Rasterschraube / nach links drehen, ba- 
fohlene Frequenz einstellen, Rasterschraube / nach rechts festziehen und 
Deckel der Trommel schlieBen. 

2. Einstellen des Frequenzbereichs nach Frequenztabelle. 

3. Brustschalter auf »Senden«. »Antennenabstimmung« losen. 

165 



4. Antenne mit »Abstimmanzeige« auf Maximum regeln. Arresieren Jer 
»Antennenabstimmung«, Modulation iiberprufen. 

5. Auf »Empfang« schalten, Schalter auf »Festfrequenz 2« und Arbeiten 
wiederholen, das gleiche mit Festfrequenz 3 und 4. 



8.4.3. Betrieb 

8.4.3.1. Allgemeines 

- Betrieb in Simplex, Duplex und Diensthabenden Empfang. 

- Verbindung ohne Nachstimmen der Arbeitsfrequenz moglich. 

8.4.3.2. Arbeiten in den einzelnen Betriebsarten 



Simplex 



Duplex 

1. Abstimmen in »Simplex«. 

2. Schalter auf »Duplex«, 
Funkdisziplin beachten. 

3. Kraftig sprechen, 1 s Umschalt- 
pause beachten. Umschalten von 
»Senden« auf »Empfang« ist durch 
Knacken im FernhOrer zu erkennen. 



1. Schalter auf »Simplex«. 

2. Schalter »Festfrequenz« auf eine 
Frequenz, R 123 einschahen. 

3. Brustschalter auf »Senden«, 
Funkverkehr beginnen. 

4. Brustschalter auf »Empfang«, 
Rauschpegel und Lautstarke ein- 
regeln. 

5. Brustschalter auf »Senden«, 
Tastschalter »Signalruf« driicken. 
Ruf wird mitgehort. 

6. Brustschalter auf »Empfang«, 
Antwort der Gegenstelle abhoren, 
R 123 ausschalten. 

Wird in der Bordsprechanlage auf »Rufen« geschaltet 
Funkverkehr unterbrochen, Bordgesprach ist mOglich. 



dann wird der 



Diensthabender Empfang 
1 . Abstimmen in »Simplex«. 



. Betriebsartenschalter auf 

»Diensthabenden Empfang«. 

In dieser Stellung ist lUngere Zeit 

Empfang moghch. 
. Betriebsartenschalter auf 

»Simplex«. 
. R 123 abschalten. 

Besonderheiten beim Betrieb sind 



Durchstimmbarer Frequenzbereich 

1 . Schalter »Festfrequenz« auf 
durchstimrabaren Frequenz- 
bereich. 

2. Schalter auf »Empfang« 

3. Frequenz einstellen 

4. Schalter »Antennenabstimmung« 
I6sen, Antenne auf Maximum ab- 
stimmen. 

in der DV-43/5, S. 30-33, beschrieben. 



166 



8.5. Wartung 

- Von der Wartung der R 123 hangt im wesentlichen ihre Einsatzbereit- 
schaft ab, deshalb soil die Wartung des FunkgerUts im engen Zusammen- 
hang mit der Wartung des Fahrzeugs stehen. 

- 3ei der Wartung Nr. 1 des Fahrzeugs sind ftir die R 123 folgende Arbeiten 
durchzufUhren : 

1. Oberprtifen der VollzUhligkeit und des auBeren Zustandes; 

2. Reinigen der R 123 und des Zubehors; beiiii Zusammenbau der Teile 
ist auf Korrosionsschutz zu achten. 

- Bei der Wartung Nr. 2 und 3 des Fahrzeugs sind ftir die R 123 zusatzlich 
folgende Arbeiten auszufiihren: 

1. Oberpriifen der Betriebsbereitschaft ; 

2. Oberpriifen des technischen Zustands; 

3. Oberpriifen des Frequenzhubs und der Frequenzgenauigkeit. 

- Teile, die groBerer Verschmutzung ausgesetzt sind, z. B. die Antennen- 
halterung, sind ofter zu saubern. 

- Zum Einfetten von blanken Teilen ist »Ceritol THA 3« zu verwenden. 

- Bei der Wartung der Bordsprechanlage sind der Zustand der Kopfhau- 
ben, AnschluBkabel mit Brustschalter und die Apparate 1-3 zu priifen und 

die Teile zu reinigen. 



167 



Funkgcrat R 120 



[266] 



9.1. 



Bestimmung 



Die R120 ist in gepanzertenGereclit-sfahrzeugen eingebaut iind dienl derVer- 
stiindigung der Besatzungsmitglieder untereinander. Von den Bordsprech- 
kiisten /I, iind A2 ist das Bedienen von walilweise 2 Funlcgeratcn moglich. 
Die Zaiil der Anschlusse ist je nach Fahrzeugtyp verschieden. Im allgemei- 
nen ist fUr jedes Besatzungsmitglied ein AnschluB vorhanden. Ziisiltzlicli 
kann noch ein AuBenanscliluB /I3 fiir aufgesessene SchUtzen vorlianden 
sein. Von diesem AnschluB aus ist das Bedienen der Funkgerate nicht mog- 
lich. 



9.2. 



Technisehe Angaben 



Die R 120 kann an das Bordnetz 26 V bzw. 13 V angeschlossen werden. 
Stromaufnahme 1,5 A 

Ubertragungsbereich 300-3500 Hz 

Verstandlichkeit 90 "„ (bei laiifendem Motor) 



9.3. 



Aulbau 



Zur Bordsprechanlage gehOren: 

1 ~ Umformer; 

2 - Kasten A 1 ; 

3 - Kasten A 2; 

4 JRasten A^ (AuBenanschluB); 

5 - Brustumschalter (BUS) init AnschluB fiir Kopfhaube. 




R 120 [Bild 266.1 
168 



8.5. Wartung 

- Von der Wartung der R 123 hiingt im wesentlichen ihre Einsatzbereit- 
schaft ab, deshalb soli die Wartung des Funkgerats im engen Zusammen- 
hang mit der Wartung des Fahrzeugs stehen. 

- 3ei der Wartung Nr. 1 des Fahrzeugs sind fur die R 123 folgende Arbeiten 
durchzufuhren : 

1. Uberprufen der Vollzahligkeit und des auBeren Zustandes; 

2. Reinigen der R 123 und des Zubehors; beiiii Zusammenbau der Teile 
ist auf Korrosionsschutz zu achten. 

" Bei der Wartung Nr. 2 und 3 des Fahrzeugs sind fur die R 123 zusatzlich 
folgende Arbeiten auszufuhren : 

1. Oberprufen der Betriebsbereitschaft; 

2. Uberprufen des technischen Zustands; 

3. Oberprufen des Frequenzhubs und der Frequenzgenauigkeit. 

- Teile, die groBerer Verschmutzung ausgesetzt sind, z. B. die Antennen- 
halterung, sind Ofter zu saubern. 

- Zum Einfetten von blanken Teilen ist »Ceritol THA 3« zu verwenden. 
~ Bei der Wartung der Bordsprechanlage sind der Zustand der Kopfhau- 

ben, AnschluBkabel mit Brustschalter und die Apparate 1-3 zu prufen und 
die Teile zu reinigen. 



167 



Stecker 



H 



Au/ien 
anschlull 



Strom/ersor- 
gungsbtock 



=fe & 6 

Q 



Laulstafk ereQler 
U U A U V IJ 



/?7;2 



Sui 



/?/;^ 



^/M 



Bus 



Rm 



Prinzipschaltbild der R 120 [Bild 266.2) 



Im Kasten ,4, befinden sich 

- Hauptschalter der Bordsprechanlage; 
Laulstiirkeregler ; 
NF-Verstiirker; 

- Betriebsartenschalter; 

Kupplungen fur R 112, R 113, Stromversorgung und Bordsprechkasten 

Ai und .4j. 
Der Kasten A2 ermoglicht den Bordsprechverkehr mit alien Teilnehmern 
und das wahlweisc Bedienen von zwei Funkgerilten. Am Kasten A^ sind 
ein Umschalter fur Funkgeriite und Bordsprech sowie die Kupplungen fur 
die Funkgeriite und Stromversorgung angebracht. 

Mit dem Kasten Ay ist Bordsprechverkehr mit alien Teilnehmern mciglich. 
Die Bedienung der Funkgeriite ist von da aus nicht moglich. 



9.4. 



Vorbereiten zuni Bctrieb 



1. Masseschalter einschalten. 

2. Urn former am Kasten /I, einschalten (im 50 PU muB zusiitzlich noch der 
Schalter fur die R 113 bzw. R 112 eingeschaltet werden). 

3. Betriebsartenschalter an den Kiisten ^, und A^ auf »Bordsprech« schal- 
ten. 

4. Kopfhauben anschliefien. 

5. Im Koplhcirer muB Rauschen zu hdren sein. 



169 



9.5. 



Betrieb 



Das Sprechen im Bordnetz erfolgt ohne Betatigen des Brustumschalters. 

Jeder Teilnehmer hat die Mogiichkeit, andere Teilnehmer, die iiber ein Funk- 

gerat arbeiten, von dem Funkgerat zu trennen und mit ihnen Uber Bord- 

sprecli zu sprechen. 

Dabei muB der Brustumschaher voll durchgedrtickt werden. 

Die Gerate von Staub und Verschmutzung reinigen. 



Umformer- 



Qerausch fehlt 



Schalterstellunq 



richtig fatsch 



Umformer 



lau/f \laullnicht 



richtigstellen 



Kppfhaubs 
dffekt 



]/erslarker 
Mekl 



lOASicherunQiJikku 
Oder iuUunp defekt 



Fehlersuchschema [Bild 266.3] 



170 



10. Funkempfanger R 311 [-63] 

10.1. Bestimmung 

Der R311 ist ein tragbarer KW-Funkempfanger. Er wird eingesetzt als 
Empfanger auf diensthabenden Funknetzen bzw. zur Obenvachung oder 
gemeinsam mit einem KW-Sender. 

10.2. Technische Angaben 

Betriebsarten Al, A3 

Frequenzbereich 1,0-15,0 MHz 

Unterteilt in 5 Grobstufen 1 . 1 ,00- 1 ,88 MHz 

II. 1,88-3,30 MHz 

III. 3,30-5,58 MHz 

IV. 5,58-9,20 MHz 
V. 9,20-15,0 MHz 

Skaleneinteilung I. und II. 10 kHz 

(Abstand der Teilstriche) III. bis V. 20 kHz 

Empfindlichkeit 

Tastfunk 3 /tV 

Spreclifunk 7,5 /iV 

Zwischenfrequenz 465 kHz 

Stromversorgung 

a) 1 Akkumulator 2NKN24 und 1 Zerhacker WP3M2 
(12 Stunden ununterbrochener Betrieb moglich), 

b) 1 Akkumulator 2NKN24 und 1 Anodenbatterie BAS-80 
(24 Stunden ununterbrochener Betrieb moglich) 

ROhrenbestuckung 8 Rohren 2 SH 27L 

10.3. Aufbau 

10.3.1. Allgemeine Beschreibung 

Das Gehiluse des Empfangers bestehtaus Sperrholz, das mit Duralurain- 
blech verkleidet ist, und nimmt den Empfangereinschub (rechts) und die 
Stromversorgungsteile (links) auf. Die vordere Seite (Frontplatte) wird 
durch den Tornisterdeckel verschlossen. Der Empfangereinschub wird durch 
einen an der Innenseite der Frontplatte liegenden Gummiring gegen das 
Eindringen von SchmuU und Feuchtigkeit geschiitzt. 

10J.2. Telle des Gerats 

Zum R 311 gehoren: 

- Tornister; 

- Empfangereinschub; 

171 



^ Stromversorgung (2NKN24, WP3M2 oder BAS-80); 

- Zubehor; 

- Langdrahtantenne 12 m; 

- Stabantenne 4 m ; 

- Stabantenne 1,5 m. 



10.3.3. Frontplatte 

An der Frontplatte befinden sich samtliche Bedienungselemente des Empfan- 
gers. 




Frontplatte des R 311 [Bild 263.1) 

1 - AntennenanschluB; 2 - Voltmeter; 3 - Typenschild; 4 - Grobstufenan- 
zeige; 5 Schalterzum Umschalten der Heizspannung; 6-Schalter fiir Skalen- 
beleuchtung; 7 - AnschluB fur Erde oder Gegengewicht; 8 - Betriebs- 
artenschalter; 9-Grobstufenschalter; 10- AnschluISklemmen fiir Fernleitung 
(2 bis 3 Kilometer); 11 - Frequenzgrob- und -feineinstellung; 12 - Sicherung; 
13 Lautstiirkeregler; 14 - KopflioreranschliiBbuchse; 15 - VerschluB fur 
Stromversorgungsfach; 16- AnschlulSleiste der Stromversorgung; 17-Schal- 
ter fur Stromversorgung; 18 - Bandbreitenregler; 19 - Skalenfenster; 10 - 
Korrekturschraube fiir Eichung; 21 - Empfangereinschub; 22 - Antennen- 
kreisnachstimmung; 23 - Drucktaste fur Eichkorrektur; 24 - Beschriftungs- 
tafel; 25 - Stromversorgungsfach 



10.3.4. Seitenwande 

An der linken Seitenwand befindet sich eine Offnung zum Einfuhren des 
Akkumulators 2NKN24. Auf derOberseite des Empfangers sind der Trage- 
griff und 2 Haken zum Befestigen der Tragegurte montiert, wahrend sich an 
der Ruckwand das Ruckenpolster und die beiden anderen Haken fUr die 
Tragegurte befinden. Die rechte Seitenwand ist ohne Bedienungselemente. 

172 



10.4. Bedienung 

10.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 

10.4.1.1. AnschluB der Stromversorgung 

Mit Akkumulator 2NKN24 und Zerhacker WP3M2 

1. Tornisterdeckel von der Frontplatte abnehmen. 

2. Stromversorgungsfach (25) und Offnung an der linken Seitenwand zum 
Einfuhren des AkkumulatorS offnen. 

3. Zuleitungen vom Zerhacker (+ 2,5 V und -2,5 V)durch die hintere Wand 
des Stroraversorgungsfaches stecken und Offnung mit den auf den Zu- 
leitungen befindlichen Gummipfropfen verschliefien. 

4. Zerhacker mit dem Lederriemen an der linken Seitenwand des Strora- 
versorgungsfaches befestigen. 

5. AnschluBklemme des Zerhackers an der AnschluBleiste der Stromver- 
sorgung an der Frontplatte befestigen. 

6. Deckel des Stromversorgungsfaches schlieBen. 

7. Akkumulator 2NKN24 anschlieBen (Polaritat beachten!). 

Merke: 

Zuerst den Pluspol, dann den Minuspol anklemmen! 

8. Akkumulator in das Stromversorgungsfach an der linken Seitenwand 
einsetzen. 

9. Offnung an der linken Seitenwand schlieBen. 

Mit Akkumulator 2NKN24 und Anodenbatterie BASSO 

1. Tornisterdeckel von der Frontplatte abnehmen. 

2. Stromversorgungsfach (25) und Offnung an der linken Seitenwand zum 
Einfuhren des Akkumulators Offnen. 

3. Zuleitungen von der AnschluBleiste (+2,5V und -2,5 V) der Strom- 
versorgung durch die hintere Seitenwand des Stromversorgungsfaches 
stecken und Offnung mit den auf den Zuleitungen befindlichen Gummi- 
pfropfen verschlieBen. 

4. Zuleitung der AnschluBleiste (+80V und -) an der Anodenbatterie 
(gleiche Polaritat!) anschlieBen. 

5. Anodenbatterie mit dem Lederriemen an der linken Seitenwand des 
Stromversorgungsfaches befestigen. 

6. Deckel des Stromversorgungsfaches schlieBen. 

7. Akkumulatoren 2NKN24 anschlieBen (Polaritat beachten!). 

8. Weiter wie oben. 

Beachte: 

Beim AnschluB der Stromversorgung muB der Schalter zum Einschalten 
der Stromversorgung (17) auf »Aus« stehen. 



173 



10.4.1.2. Vorbereiten zim Betrieb und Abstonmen 

Der Vorbereitung geht das AnschlieBen der Stromversofgung voraus. 
Bei der Vorbereitung Tolgende Reihenfolge beachten : 

1. KopfhOrer an die Buchse »T« (14) anschlieBen. 

2. Kippschalter zum Umschalten der Heizspannung (5) in Stellung I. 

3. Lautstarkeregler (13) und Bandbreitenregler (18) nach rechts drehen. 

4. AnschluB der entfalteten Antenne an den AntennenanschluB (1). 

5. AnschluB der Erde oder Gegengewichte an die entsprechenden K(em- 
men (7). 

6. Schalter Skalenbeleuchtung (6) auf »Ein«. 
7. 1. Grobstufe einstellen. 

8. Schalter fiir Stroraversorgung (17) auf »Ein«. 

9. Heizspannungen am MeBgerat (2) uberprilfen. 

Beachte : 

Zeiger muB im blau markierten Feld stehen! Bei Nichterreichen des 
Feldes Umschalter fiir Heizspannung (5) auf II schalten. 

10. Anodenspannung durch DrUcken des Druckknopfes am MeBgerat (2) 
prilfen. 

Beachte: 

Zeiger muB im rot markierten Feld stehen! 

1 1 . Mit »Frequenzgrob- und -feineinstellung« (11) einen Sender in der Nahe 
von 1,8 MHz suchen. 

12. LautstSrice aufleises, aber deutliches' Signal einregeln. 

13. Mit , Regler »Antennenkreisnachstimmung« (22) groBte Lautstarke 
einregeln. 

14. Befohlene Frequenz einstellen. 

Beachte : 

Schattenvisier muB sich mit Teilstrich auf der Skale im Skalenfenster (19) 
decken ! 



10.4.2. Betrieb 

I 

1. Nach dem Empfang der Signale der Funkstelle mit der »Frequenzfein- 
abstimmung« groBte Lautstarke und giinstigste Tonhahe einregeln. 

2. Mit dem Lautstarkeregler (13) die gUnstigste Lautstarke einstellen. 

3. Bandbreite mit Bandbreiteregler (18) bei Al-Betrieb verringern. 

Merke: 

Bei Antennenwechsel ist der Empfanger neu abzustimmen (mit Antennen- 
kreisn^chstimmung (22) wie unter 10.4.1.2.). 



174 



10.4.3. Eichen 

Zur Eichung des Empfiingers werden die Oberwellen des Quarzes des 2. Os- 
zillators genutzt. Geeicht wird immer in der Betriebsart Tastfunk Al. 



10.4.3.1. Eichen mit Kontrolbnarken in der V. Grobstufe ( A f ) 

1. Die V. Grobstufe mit Grobstufenschalter (9) einstellen. 

2. Mit der Frequenzgrob- und -feineinstellung (11) das Schattenvisier mit 
der Spitze der Kontrollmarke 4 ziir Deckung bringen (Anfang der 
Skale). 

3. Taste Eichkorrektur (23) drlicken. 

4. Mit der Frequenzfeineinstellung Schwebungsnull einregeln. 

5. Mit der Korrekturschraube A (20) das Schattenvisier auf die Spitze 
der Kontrollmarke nachstellen. 

6. Mit der Frequenzgrob- und -feineinstellung (11) das Schattenvisier mit 
der Mitte der Kontrollmarke p zur Deckung bringen (Ende der Skale). 

7. Taste Eichkorrektur (23) drucken. 

8. Mit der Korrekturschraube A (20) Schwebungsnull einstellen. 

9. An Kontrollmarke ^ priifen, ob das Schwebungsnull noch uberein- 
stimmt. (Bei Abweiphungen in beschriebener Reihenfolge nochmals 
eichen!) 

10. Taste Eichkorrektur (23) lOsen. 

Beachte : 

Maximale Eichfehler bei dieser Korrektur 
1. -III. Grobstufe 6 kHz 

IV. Grobstufe 8 kHz 

V. Grobstufe 10 kHz 



10.4.3.2. Eichen mit Kontrolbnarken 7, die auf der Skale in der Niihe 
der befohlenen Frequenz liegen 

1. Schattenk'isier mit Frequenzgrob- und -feineinstellung (11) auf die der 
befohlenfen Frequenz am nachsten gelegene Kontrollmarke einstellen. 

2. Taste Eichkorrektur (23) drlicken. 

3. Schwebungsnull mit Hilfe der Frequenzgrob- und -feineinstellung (11) 
einstellen. 

4. Mit der Korrekturschraube i (20) das Schattenvisier auf die Mitte der 
Kontrollmarke 9 nachziehen. 

5. Taste Eichkorrektur (23) losen. 

Beachte : 

Maximale Eichfehler bei dieser Korrektur 

1,0- 7,5 MHz <3kHz 

7,5-15,0 MHz <6kHz 

Bei jeder Eichung ist die minimalste Lautstarke einzustellen. 

/ 

175 



10.5. Wartung 

- Oberprtifen auf Vollzahligkeit ; 

- Reinigungsarbeitcn und Beseitigen von Schmutz, Korrosion, Feuchtigkeit, 
Deformierungen; 

- elektrisches und mechanisches Uberpriifen und Beseitigen von Milngeln; 

- Funktionsiiberpriifungen. 
Folgendes ist zu beachten: 

- Die Stromversorgungskabel sind auf Knickstellen und Isolationsschiiden 
zu uberpriifen. 

- Das Akkumulatorenfach ist laufend auf Sauberkeit zu priifen und zu 
reinigen. 

- Beim AnschlieBen des Akkumulators ist auf richtigen Sitz der Gummi- 
pfropfen an der Zwischenwand zum Stromversorgungsfach zu achten, 
urn das Eindringen von Dampfen in diesen Raum zu verhindern. 

- Wurde der Empfilnger liingere Zeit im Regen betrieben, muO er geolTnet 
und bei normaler Zimmertemperatur getrocknet werden. 

~ Die Verbindungsfliichen der Stabe der Stabantenne sind mit Kreide von 
Oxidschichten zu silubern (nicht fetten!). 

- Die Langdrahtantenne ist qhne Knickstellen auf die Haspel aufzuwickeln. 



176 



11. Funkempfanger R 312 [262] 

11.1. Bestimmung 

Der "R 312 ist ein tragbarer Funkempfanger. Er wird als Empfanger auf 
diensthabenden Funknetzen bzw. zur Uberwachung eingesetzt. 

( 

11.2. Technische Angaben 

Betriebsarten A1,A3, F3 

Frequenzbereich 15,0-60,0 MHz 

unterteilt in 5 Grobstufen 

I. 15,0-19,4 MHz 
II. 19,4-25,4 MHz 

III. 25,4-33,6 MHz 

IV. 33,6-44,8 MHz 
V. 44,8-60,0 MHz 

Empfindlichkeit 

Al (S) 2,5 /iV 

Al (M) 4,0 /iV 

A3 7,5 liV 

F3 5,0 ^V 

Zwischenfrequenz 3 MHz 

Stromversorgung 

a) 1 Akkumulator 2NKN24 und Spannungswandler, 

b) 1 Akkumulator 2NKN24 und 1 Anodenbatterie BAS-80 
ROhrenbestuckung 10 Rohren 2 SH 27L 

3 Germaniumdioden DG2Z 

11.3. Aufbau 

11.3.1. Allgemeine Beschreibung 

Das Gehause des Empfiingers besteht aus Sperrholz, das mit Duralumin 
verkleidet ist, und nimmt den Empfangereinschub (rechts) und die Strom- 
versorgungsteile (links) auf. Die vordere Seite (Frontplatte) wird durch den 
Tornisterdeckel verschlossen. Der Empfangereinschub wird durch einen an 
der Innenseite der Frontplatte liegenden Gummiring gegen das Eindringen 
von Schmutz und Feuchtigkeit geschiltzt. 



11.3.2. Teile des Geriits 

Zum R 312 gehoren: 

- Tornister; 

- Empfangereinschub; 

12 HBTastfunker [77 



- Stromversorgung (2NKN 24, Spannungswandlei" oder BAS-80): 

- Ersatzteile und Zubehor (Transportkiste, Antennen, Tragegiiite. Kopf- 
h5rer, Reserveakkumulator). 

Zum Antennensystem gehoren: 

- Langdrahtantenne 28 m ; _ 

- Stabantenne 2,7 m; 

- Stabantenne 1,5 m. 

Als Werkzeug stehen dem Funker zur Verfiigung: 

- 1 Schraubenzieher ; 

~ 1 Federmesser (untergebracht in einem Werkzeugwickel im Tornister- 
deckel). 



11.3.3. Frontplattc 

An dcr Frontplatte sind silmtliche Bedienungselemente des Empfiingers an- 
gebracht. 




W !5 % 13 12 n 10 



Frontplatte des R 312 [Bild 262.1] 

1 - AntennenanschluB; 2 - Anscliliifi fur Langdrahtantenne; 3 ~ Halterung 
fiir Antennenstabe; 4 - Voltmeter; 5 - Grobstufenanzeige; 6 - Grobstufen- 
sclialter; 7 - Sclialter zum Umschalten der Heizspannung; 8 Betriebsarten- 
sclialter; 9 - AnschluB fiir Erde oder Gegengewicht; 10 - Schalter fur Skalen- 
beleuchtung: II - Anschluliklemmen fiir Fernleitung oder Kopfhorer; 12 - 
Verstiirkungsregler; 13 - Sicherung; 14 Lautstarkeregler; 15 - Schalter fur 
Bandbrclte; 16 - Schalter fiir Stromversorgung: 17 - VerschluB fiir Strom- 
versorgungsfach; 18 - Stromversorgungsfach; 19 - AnschluBleiste der Strom- 
versorgung; 20 - HF-Buchse fUr AnschluB des Panoramazusatzes; 21 - Be- 
schriftungstafel; 22 - Korrekturschraube fur Eichung; 23 - Drucktaste fur 
Eichkorrektur; 24- Skalenfenster; 25 - Frequenzgrob- und -feineinstellung; 
26 - Korrekturschraube fiir Eichung 



178 



• 



11.3.4. Seitenwande 

An der linken Seitenwand befindet sich eine Offnung zum Einfuhren des 
Akkumulators 2NKN24. Auf der Oberseite des Empfiingers sind der Trage- 
griff, der Antennenisolator fUr die Stabantenne, die Halterung fur die Aiit^- 
nenstabe und die Haken zum Befestigen der Tragegurte montiert, wahrend 
sich an derRuckseite dasRUckenpolsterund die beidenanderen Haken fUrdie 
Tragegurte befinden. Die rechte Seitenwand ist ohne Bedienungselemente. 



11.4. Bedienung 

11.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 

11.4.1.1. AnschluBder Stromversorgung 

Mit Akkumulator 2NKN24 und Spannungswandler 

1. Tornisterdeckel von der FKontplatte abnehmen. 

2. Stromversorgungsfach (18) und Offnung zum Einfuhren des Akkumu- 
lators an der linken Seitenwand Offnen. 

3. Kopfhorer und Stabantenne aus dem Stromversorgungsfach (18) 
entnehmen. 

4. Zuleitungen vom Spannungswandler (+2,5V und -2,5 V) durch die 
hintere Wand des Stromversbrgungsfaches stecken und Offnung mit den 
auf den Zuleitungen befindlichen Gummipfropfen verschlieBen. 

5. Spannungswandler mit dem Lederriemen an der linken Seitenwand des 
Stromversorgungsfaches (18) befestigen. 

6. AnschluBklemme des Spannungswandlers an der Ansch\uBleiste der 
Stromversorgung an der Frontplatte (19) befestigen. 

7. Deckel des Stromversorgungsfaches schlieBen. 

^ 8. Akkumulator 2NKN24 anschlieBen (Polaritat beachten!). 

Merke : 

Zuerst den Pluspol, dann den Minuspol anklemmen! 

9. Akkumulator in das Stromversorgungsfach an der linken Seitenwand 

einsetzen. 
10. Offnung an der linken Seitenwand schlieBen. 

Mit Akkumulator 2NKN24 und Anodenbatterie BASSO 

1. Tornisterdeckel von der Frontplatte abnehmen. 

2. Stromversorgungsfach (18) und Offnung zum Einfuhren des Akkumu- 
lators an der linken Seitenwand offnen. 

3. Zuleitung von der AnschluBleiste (-1- 2,5 V und -2,5 V) der Stromver- 
sorgung durch die hintere Seitenwand des Stromversorgungsfaches 
stecken und Offnung mit den aijf den Zuleitungen befindlichen Gummi- 
pfropfen verschlieBen. 

17. 179 



4. Briicke zwischen + 2,5 V vom Spannungswandler und + 2,5 V zum Span- 
nungswandler einlegen. 

5. Zuleitung der Anschluflleiste (+80V und -) an der Anodenbatterie 
(gleiche Polaritat!) anschlieBen. 

6. Anodenbatterie mit dem Lederriemen an der linken Seitenwand des 
Stromversorgungsfaches (18) befestigen. 

7. Deckel des Stromversorgungsfaches (18) schlieBen. 

8. Akkuraulator 2NKN24 anschlieBen (Polaritat beachten!). 

9. Weiter wie oben. 



Beachte: 

Beim AnschluB der Stromversorgung muB der Schalter zum Einschalten 

r,S 



der jStromversorgung (16) auf »Aus« stehen! 



11.4.1.2. Vorbereiten zum Betrieb und Abstimmen 

Der Vorbereitung zum Betrieb geht das AnschlieBen der Stromversorgung 
voraus. Bei der Vorbereitung folgende Reihenfolge einhalten : 

1. Kopfhorer an die AnschluBklemme (11) anschlieBen. 

2. Kippschalter zum Umsehalten der Heizspannung (7) in Stellung I. 

3. Lautstarkeregler (14) nach rechts drehen. 

4. Betriebsartenschalter (8) in Stellung »F3«. 

5. AnschluB der entfalteten Antenne an den AntennenanschluB (1) oder (2). 

6. AnschluB der Erde oder des Gegengewichts an die entsprechende 
Klemme (9). 

7. Schalter Skalenbeleuchtung (10) auf »Ein«. 

8. Schalter fur Stromversorgung (16) auf »Ein«. 

9. Heizspannung am MeBgerilt (4) priifen. 

Beachte : 

Zeiger muB im blau markierten Feld stehen! Bei Nichterreichen des 
Feldes Umschalter fUr Heizspannung (7) auf II schalten. 

10. Anodenspannung durch Drilcken des Druckknopfs am MeBgerat (4) 
priifen. 

Beachte : 

Zeiger muB im rot markierten Feld stehen! 

1 1 . Befohlene Frequenz einstellen (mit Grobstufenschalter und Frequenz- 
grob- und -feineinstellung). 

Beachte : 

Bei einwandfrei arbeitendem Empfanger muB im KopfhOrer Rauschen 
zu horen sein ! 

(Bei Umschaltung auf Al oder A3 milssen in der Nahe der befohlenen 
Frequenz Al- oder A3-Signale zu hOren sein.) 

ISO 



11.4.2. Betrieb 

1. Nach dem Empfang der Signale der Fuhkstelle ist mit der »Frequenz- 
feinabstimmung« groBte Lautstarke (bei Al gUnstigste TonhOhe) ein- 
zuregeln. 

2. Mit dem Lautstarkereder (14) und Verstarkungsregler (12) (bei Al und 
A3) die gUnstigste LatStstarke einstellen. 

Merke: 

Bei Betrieb mit Stabantenne sind folgende Antennenlangen zu benutzen: 
I. bis III. Grobstufe 2,7 m, 
IV. bis V. Grobstufe 1,8 m. 

3. Schalter fUr Skalenbeleuchtung (10) auf »Aus«. 



11.4.3. Eichen 

Zur Eichung des Empfangers warden die Grundfrequenz und die Oberwellen 
des Quarzes genutzt. Geeicht wird immer in der Betriebsart Al (S). 

Folgende Reihenfolge ist einzuhalten: 

1. Die V. Grobstufe mit Grobstufenschalter (6) einstellen. 

2. Schalter Skalenbeleuchtung (10) auf »Ein«. 

3. Mit der Fr'equenzgrob- und -feineinstellung (25) das Schattenvisier mit 
der Mitte der Kontrollmarke (bei 60 MHz) f zur Deckung bringen 

4. Taste Eichkorrektur (23) driicken. 

5. Mit der Korrekturschraube ■ (26) Schwebungsnull einregeln. 

6. Mit der Frequenzgrob- und -feineinstellung (25) Schwebungsnull an der 
Kontrollmarke 4 (bei 45 MHz) einregeln. 

7. Mit der Korrekturschraube a (22) das Schattenvisier mit der Kontroll- 
marke 4 zur Deckung bringen. 

8. Eichgenauigkeit an der Kontrollmarke f prufen. 

(Bei Abweichungen in beschriebener Reihenfolge nochmals eichen!) 

9. Taste Eichkorrektur (23) losen. 

Merke : 

Bei jeder Eichung ist die minimalste Lautstarke einzustellen! 



11.5. Wartung 

Die Wartung umfafit: 

- Oberprilfung auf Vollzahligkeit; 

- Reinigungsarbeiten und Beseitigen von Schmutz, Korrosion, Feiichtig- 
keit, Deformierungen ; 

- elektrisches und mechanisches Oberpriifen und Beseitigen von MSngeln; 

- f'unktionsUberprtlfungen. 

181 



Folgendes ist zu beachten : 

- Die Stroraversorgungskabel sind auf Knickstellen und Isolationssehaden 
zu uberpriifen. 

- Das Akkumulatorenfach ist laufend auf Sauberkeit zu uberpriifen und 
zu reinigen. 

- Beim AnschlieBen des Akkumulators ist auf richtigen Sitz der Gummi- 
pfropfen an der Zwischenwand zum Stromversorgungsfach zu achten, urn 
das Eindringen von Dampfen in diesen Raum zu verhindern. 

- Wurde der Empfanger langere Zeit im Regen betrieben, muB er ge- 
Sffnet und bei normaler Zimmertemperatur getrocknet werden. 

- Die Verbindungsflachen der StUlje der Stabantenne sind mit Kreide von 
Oxidschichten zu sSubern (nicht fetten!). 

- Die Langdrahtantenne ist ohne Knickstellen auf die Haspel aufzuwickeln. 



182 



12. Fcldfcrnsprcchcr FF 63 [300] 

12.1. Bestimmung 

Der FF 63 isl ein tragbares OB-Fernspreehgeriit. Er dienl zur Obermittlung 
miindlicher Nachrichten und wird cingesetzt als: 

- Endstellcngerilt; 

- Apparatevermiltlung; 

- Abfrageapparat an OB-Vermiltlungen; 

- Funk-FF": 

ZB/W-Apparal in Verbindung mil dem AmtsanschlieBer AS 60. 



12.2. Technische Angaben 

(Jberbruckbare Leitungsdampfung 

Sprachc 4.5 N 

Ruf 2,5 N 

Frequenzbereich 0,3... 3,4 kHz 

Ruffrequenz 25... 50 Hz 

Stromversorgung NK-Akkumulator, 6 V/1 Ah 

Masse 4,2 kg 

Abmessungen 260 x 132 x 120 mm 



12.3. Aufbau 

Der FF 63 besteht aus dem Gehau.se und dem Geriiteeinsatz. Zum Gchause 
gehoren das Gehauseunlerteil zur Aufnahmc des Geraieeinsalzes, des NK- 
Akkumulators und des Handapparals und das Gehauseoberteil (Deckel) 
mil der Vermitllungsschnur. 

Auf dem Deckel sind cine Buchstabier- und Beschriftungstafel sowie zwei 
Metallpilze zum Aufselzen des AS 60 angebracht. 




Feldfernsprecher FF 63 
[Bild .100.1] 

183 



12.4. Bedienung- 

12.4.1. Vorbereiten ziun Betrieb 

1. Geratedeckel aufklappen und Akkumulator einsetzen. 

2. Handapparat an der hinteren Buchse anschlieCen. 

3. Leitung an den Randelschrauben anschlieBen. 

4. Induktorkurbel nach auBen klappen. 

5. Blasprobe durchfuhren. 

6. Prilftaste drtlcken und Induktorkurbel drehen - der Wecker muB er- 
tOnen. 

7. Deckel schlieBen und Handapparat auflegen. 



12.4.2. Betrieb 

Endstellengercit 

1. Gegenstelle dutch Drehen der Induktorkurbel rufen. 

2. Sprechtaste des Handapparats drtlcken und sprechen. 

Ein ankommender Ruf wird durch Ertonen des Weckers angezeigt. 

Apparatevermittlung 

Die Apparatevermittlung ist eine mit zwei bis funf FF 63 eingerichtete Fern- 
sprechvermittlung. Die Leitungen konnen mit Hilfe der Vermittlungs- 
schniire miteinander verbunden werden. 

1. Gegenstelle ruft und verlangt Teilnehmer einer anderen Leitung. 

2. Beide FF 63 durch Stecken der Vermittlungsschnur in die Klinken des 
Gerateeinsatzes verbinden. 

3. Nach dem Abrufen Vermittlungsschnur aus den Klinken ziehen. 



12.5. Wartung 

Der Gerateeinsatz ist nur in Werkstiitten aus dem Gehause auszubauen und 
instand zu setzen. 

Die Arbeiten des Bedienungspersonals beziehen sich nur auf die Wartung 
und die Erhaltung der Betriebsbereitschaft des FF 63. 
Ist der FF 63 feucht geworden, so ist er langsam in trockener Luft zu trock- 
nen! 

Der FF63 ist nach jedem Gebrauch von Staub und Schmutz mit einem trok- 
kenen Lappen bzw. Pinsel zu saubern und zu Uberprufen. Die StOpsel und 
Klinken sind nur mit einem weichen Lappen und mit Kreide zu reinigen. 
Bevor der FF 63 geschlossen wird, ist der richtige Sitz des Deckels zu priifen. 
Der Deckel muB ohne besondere Anstrengungen geschlossen werden kon- 
nen. 

Wahrend der Nutzung ist die Klemmenspannung des gasdichten NK-Akku- 
mulators regelmaBig zu messen. Wenn die Klemmenspannung auf 5,5 V 
abgesunken ist, muB der Akkumulator geladen werden. 

184 



13. 



Kommandeurssprechstelle KSS-IO 



[277] 



13.1. 



Bestimmung 



Die Kommandeurssprechstelle XSS-;0 ist ein transportables militarisches 
Drahtnachrichtengerat. Sie dient als Sammelfernsprecher zum Betreiben von 
10 Fernsprechleitungen. Es kiJnnen sowohl OB- als auch ZB/ZBW-Teil- 
nehmer angeschlossen werden. Die Fernbedienung von Funkstellen (Fern- 
modulation) ist moglich. Die angesclilossenen Teilnehmer konnen zur Kon- 
ferenz zusammengeschaltet werden. Die KSS-10 ermoglicht auBerdem cine 
lautstarke Gesprachsfuhrung mittels der eingebauten Wechselsprechein- 
richtung. 

Zur Aufzeichnung der Gesprache wird ein TonbandgerUt an die KSS-IO 
angeschlossen. 



13.2. 



Technische Angaben 



Ein.sulznUiglichkeilen 

In Kraftfahrzeugen, in behelfsmafiigen UnterkUnften oder stationiir. 

Elektrische Daten 

Sendepegel N 

Oberbriickbare LeitungsdUmpfung 

Sprache 

Ruf 

Wiedergabeleistung bei Wechselsprechen 

Stromversorgung 

Abmessunffen 

Masse 



4,6 N 
2,5 N 
0,9 W 

12 V Gleichspannung 
320 X 300x 150 mm 
13 kg 




Kommandeurssprech- 
stelle KSS-10 (Deckel 
abgenommen) 
[Bild 277.1] 



185 



13.3. Aufbau 

13.3.1. Telle des Gerats 

1 KommandeurssprechstelleKSS-ZO; 

1 Handapparat; 

1 Feldverbindungskabel (FVK); 

1 AnschluBkasten mit Sicherung (AK-Si). 

13.3.2. Mechanischer Aufbau 

Das Gehause und der Deckel des Gerats besteheh aus Stahlblech. 

Der Deckel muB beim Transport und bei der Lagerung auf dera Gerat be- 

festigt werden. Wahrend des Betriebs wird er abgenommen. 

An der Bodenplatte ist eine Stutzvorrichtung angebracht, mit der das Gerat 

in eine schrilge Betriebslage gebracht werden kann. 



13.3.3. Elektrischer Aufbau 

Die elektronischen Baugruppen des Gerats wurden weitgehend zu steck- 

baren Baueinheiten zusammengefaBt. Sie sind in Relaisbechern auf Leiter- 

platten aufgebaut und werden uber Steckverbindungen in das Gerat ein- 

gesetzt. 

Diese Steckbaugruppen sowie die anderen elektrischen Bauteile sind auf 

der Ruckseite der Frontplatte sowie auf einem schwenkbaren Chassis 

montiert. 



13.3.4. Frontplatte 

Auf der Frontplatte befinden sic<i alle Bedienelemente der KSS-IO. 

Die Anordnung und die Funktion der Bedienelemente sind auf dem Bild 

dargestellt. 



13.3.5. Seitenwande 

Auf der linken Seitenwand der KSS-lO befinden sicli die AnschluBele- 
mente : 

- 1 20polige Buchse; 

- 20 AnschluBklemmen 1 a/h...lO a/b: 

- 1 AnschluBklemme M ; 

- 1 AnschluBklemme E; 

- 2 AnschluBklemmen +12 V. 



IK 



• 



Anschtudbuvfissn 
fur Tonbana^erat 

O O 



Fernbedien ungsanschlufi , 
Mefibucfise 



O 



Hallelasten is 



laste 




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E 

' ^ J i S /fuf- 

lai/etOB) 

OOOOO O 

/tbfraqelastcn 1. S 



Hallelasten S.K) 



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Tasli 



OOOOOO 



„ „ . Sprtch- 
S 9 10 ta.t, 



OOOOOO 

Abfragetasten 6. 



jpreclten 



1 

O O O O O Of 

o o o o o 
oooooo; 
o o oo 
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laul- 

sprecher 

und 

l^ikrofon 

dfrMechsel 

screch- 

einrichlunq 



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o o o o o 
|o o o O O 0| 

o o o o o 



Kurzbetiien- 
an»eisunq 



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Buchss fur 
Hanaapparalestecker 



(D dD dD dD <ID 

1 I J i s 
S 7 a 9 10 

dDdDODODdD 

Setnebsartenu/TJschalter 
OBlFunk-ZBlZBn 



Frontplalte der KSS-10 (Darstellung der Bedienelememe) [Bild 277,2] 



13.4. 



Bedienung 



13.4.1. Cberpriifen 

1. Stromversorgung anschlieBen. Geriil einschalten (Drehknopf). Signal- 
lampe in Tasle £ leuclilet auf. 

2. Klemmen L I a/h mit Klcmmen L 2a/f> verbinden. Betriebsartenschalter 
; und 2 auf OB stcllen. Abfragelaste / einrasten. Ruftaste driicken: 
Signallampe in Abfragctaste 2 leuclilet auf, Rufton ertbnt. im Hiirer des 
Handapparats ertont Knallerton. VVL-Taste und Abfragelaste driicken; 



187 



Knatterton ertOnt nun im Lautsprecher. Die anderen Leitungsanschlusse 
werden ebenso gepriift. 

3. Eine Abfragetaste einrasten. Sprechtaste des Handapparats driicken, und 
Blasprobe durchfilhren. 

4. An Buchse BGE Tonbandgeriit anschlieBen, und auf Aufnahme schalten. 
Am KSS-10 eine Abfragetaste einrasten, und Sprechtaste des Hand- 
apparats driicken. Beim Sprechen muB Aussteuerungsanzeige des Ton- 
bandgerats ansprechen. 



13.4.2. Vorbereiten ziim Betrieb 

1. KSS-10 erden (Klemme M). 

2. Stromversorgung an Klemmen ±12 Kanschlieflen. 

3. Fernleitungen iiber geerdeten AnschluBkasten (AK-Si) und F"eldver- 
bindungskabel ffFKj an 20polige FlanscHsteckdose der KSS-JO anschlie- 
Ben (kurze Leitungen konnen direkt an die Druckklemmen angeschlossen 
werden). 

4. Betricbsartenschalter (OBjFu - ZB/ZBWJ auf jeweilige Betriebsart der 
einzelnen Leitungen einstellen. 

5. Klemme E mit c-Aikr der Vermittlung verbinden (nur fiir ZBW-Betrieb). 

6. Tarnnamen auf Beschriftungsstreifen (unterhalb der Abfragetasten) 
notieren. 

1. KSS-10 einsciialten ; Drehknopf etwa in Mittelstellung bringen. 



13.4.3. Betrieb 

Ankommendes Gesprcich 

- Rufanzeige: Durch akustisches Rufsignal und Aufleuchten der Signal- 
lampe in der Abfragetaste des rufenden Teilnehmers. 

~ Abfragen: Abfragetaste des Teilnehmers einrasten. Taste im Handapparat 
driicken, und Teilnehmer ansprechen. 

- Beendigung des Gesprachs: Nachdem der Teilnehmer abgerufen hat, 
Abfragetaste durch nochmaliges Niederdrucken ausrasten, Signallampe 
verlischt. 

Abgehendes OB-Gespriich 

1. Abfragetaste einrasten. 

2. Ruftaste driicken (einige Sekunden). 

3. Gesprachsdurchfuhrung mit Handapparat. 

Abgehendes ZB/Z BW-Gesprcich 

1. Abfragetaste einrasten. 

2. Teilnehmer mit Nummernschalter wahlen. 

3. Gesprachsdurchfiihrung mit Handapparat. 

188 



Gesprilchsdurchflihrumi mit Wechselsprecheinrichtung 

1. Taste WLeinrasten, Handapparat in Muschel legen. 

2. Beim Sprechen Taste »Sprechen» drucken; bei Empfang loslassen. 

3. Lautstarke rait Drehknopf einstellen. 

Halten von ZB/ZBW- Verhindungen 

(Anwendung bei Riickfragen zur Vermittlung oder bei Ruf eines anderen 

Teilnehmers) 

1. Haltetaste des erst en Teilnehmers einrasten. 

2. Abfragetaste des ersten Teilnehmers ausrasten. 

3. Abfragetaste des zweiten Teilnehmers einrasten, rufen, Gespriich fUhren, 
und danach Abfragetaste wieder ausrasten. 

4. Abfragetaste des ersten Teilnehmers driicken, Haltetaste auslosen, erstes 
Gesprach weiterfuhren. 

Konferenzyesprdch 

1. Die benotigten Teilnehmer einzeln rufen und zum Warten auffordern. 
ZBW-Teilnehmer auf »Halten« schalten. 

2. Abfragetasten der betreffenden Teilnehmer #ieder einrasten, Halte- 
tasten ausrasten. 

3. Konferenzgesprach fuhren. 

(Hinweis: Infolge der ansteigenden Dampfung wird empfohlen, nicht mehr 
als 5 Teilnehmer zur Konferenz zusammenzuschalten.) 

Betriebsende 

Geriit mit Drehknopf ausschalten. 



13.5. Wartung 

Die KSS-10 mit einem trockenen Lappen bzw. Pinsel silubern. Vierteljiihr- 
lich ist das Kunststoffrohr der Leuchttasten (unterhalb der Tastenkappe) 
leicht einzufetten. 



189 



14. AintsanschlieBer AS 60 

14.1. Bestimmung 



[279] 



Der AmtsanschlieBer AS 60 ist ein Zusatzgerat fur den FF 63 und die Fern- 
sprechyermittlungOB 62/10 (schnurlos). Erdient zum Auflegen von ZB/W- 
Leituiigen auf die genannten OB-Geriitc. 



14.2. 



Technische Angaben 



Die elektriscfien Werle enlspreclien den Festlegungen der Deutsclien Post. 
Schleifenwiderstand 300 O 

Abmessungen 106 x 132 x 129 mm 

Masse 0,8 kg 




AmtsanschlieBer AS 60 
a - Vorderseite; 




b - Ruckwand 



190 



14.3. Aufbau 

Der AS 60 besteht aus einem pultformigen Gehause und einer Bodenplatte. 
Auf der Ruckseite des Gehauses sind zwei AnschluBklemmen fur die 
ZB/W-Leitung und zwei AnsfchluBklemmen fur die Leitung zu den OB-Ge- 
raten angebracht. 

Die Bauelemente des AS 60 sind auf der Bodenplatte angeordnet. Auf ihrer 
Unterseite befindet sich eine FUhrungsschiene mit Formlochern zum Auf- 
setzen des AS 60 auf die OB-GerUte. 

14.4. Pedienung 

In diesem Abschnitt wird nur die Bedienung bei Betrieb mit dem Feld- 
fernsprecher FF 63 erlUutert. 



14.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 

1. FF 63 zum Betrieb vorbereiten. 

2. AS 60 auf dem Deckel des FF 63 durch Einrasten der FUhrungsschiene 
in die Metallpilze befestigen. 

3. Schiebeschalter auf Stellung »Ein« (roter Punkt sichtbar). 

4. Handapparat auf die Wippe des AS 60 legen. 

5. Amtsleitung an die Klemmen La/Lb ZB/ WanschlieBen. 

6. Klemmen a/b OB des AS 60 mit den AnschluBklemmen Lu/Lb des 
FF 63 verbinden oder die Verbindung zwischen AS 60 und FF 63 mittels 
Vermittlungsschnur herstellen. 



14.4.2. Betrieb 

1. Handapparat von der Wippe des AS 60 nehmen und Amtszeichen ab- 
warten. 

2. Nummernwahl, bei Besetztzeichen nach kurzer Zeit erneut wahlen. 

3. Nach dem Melden des Teilnehmers Sprechtaste des Handapparats 
driicken und Gesprach fuhren. 

4. Nach Gesprachsende Handapparat auf die Wippe des AS 60 legen. 



14.5. Wartung 

Arbeiten des Bedienungspersonals beziehen sich nur auf die Wartung und die 
Erhaltung der Betriebsbereitschaft des AS 60. Das Offnen ist nicht gestattet. 
1st der AS 60 feucht geworden, so ist er langsam an trockener Luft zu trocknen ! 
Der AS 60 ist nach jedem Gebrauch von Staub und Schmutz mit einem trok- 
kenen Lappen bzw. Pinsel zu sUubern, und die Betriebsfiihigkeit ist zu iiber- 
priifen. 

191 



15. 



Fernsprechvermittlungen 10 Tin 



[278] 



15.1. Fernsprechvermittlung OB 62/lC 

15.1.1. Bestimmung 

Die Fernsprechvermittlung ist eine schnurlose Vermittlung fiir 10 Teilneh- 
mer. Mit Hilfe des AmtsanschlieBers AS 60 ist es moglich, eine ZB/ZBW- 
Leitung aufzulegen und zu betreiben. Sie kann als Funkvermittlung ein- 
gesetzt werden. 

Durch Verwendung von vier Verbindungswegen konnen vier Verbindungen 
hergestellt werden. Die 10 Teilnehmer konnen direkt an die Schrauben- 
klemmen der OB 62/10 ober tiber einen AnschluBkasten mit lOpaarigem 
Verbindungskabel angeschlossen werden. 




Frontplatte OB 62/10 [Bild 278.1] 



15.1.2. Technische Angaben 

Teilnehmerzahl 10 (OB-Tln oder Funkgerate) 

Sammelgesprach bis 10 Tin 

Ankommender Ruf optische Atjzeige durch Schau- 

zeichen, 

akustische Anzeige durch Schnarre 
Abgehender Ruf mit Kurbelinduktor 25 Hz + 1 Hz bei 3 U/s, 

optische Anzeige durch Flackern 

der Glimmlampe 



192 




Ruckwand der OB 62/10 [Bild 278.2] 



Stromversorgung 

Betriebsdauer 
Abmessungen 



Masse 



Gasdichter NK-Akkuraulator 

6 V, 1 Ah 

150 h 

Hohe 323 mm 

.Breite 413 mm 

Tiefe 2 1 2 mm 

19 kg 



15.1.3. 



Telle des GerStesatzes 



- 1 Feldvermittlung OB 62/10; 

- 1 AnschluBkasten OB 62/AK; 

- 2 20adrige Feldverbindungskabel 25 m und 50 m; 

- 1 AmtsanschlieBer AS 60; 

- Zubehor. 



15.1.4. 



Auibau 



15.1.4.1. Gehause 

Das Gehause besteht aus einem Gehausemantel und einer abschraubbaren 
Ruckwand. Es wird durch zwei Gehausedeckel verschlossen. Auf dem Ge- 
hause befinden sich zwei Stahlpilze, die zur Aufnahme des AS 60 und an- 
derer Zusatzgerate dienen. 



1.1 HBTastfunker 



193 



15.1.4.2. GerSteeinsatz 

Der Gerateeinsatz ist der TrSger der 5 Teilnehmerdoppelkassetten, der 
SchluBzeichenkassette und der weiteren notwendigen elektrischen Bau- 
etemente. In den Kassetten sind alle nach vom herausgefiihrten Bedienungs- 
elemente (Kurbel, Kippschalter, Tasten usw,) wasserdicht abgeschlossen. 
Die elektrischen Verbindungen der auswechselbaren Kassetten mit dem 
Gerateeinsatz sind durch Feder- und Messerkontaktleisten hergestellt. Die 
Verbindung zwischen GehSuseeinsatz und Gehausertickwand wird auf die 
gleiche Weise hergestellt. 



15.1.4.3. Frontplatte ^^ 

An der Frontplatte sind die 5 Teilnehmerdoppelkassetten mit folgenden 
Eiementen (von oben nach unten) befestigt: 

- Abfragetaste; 

- Schauzeichen; 

- Beschriftungsleiste ; 

- Kippschalter fur den 1. und 2. Verbindungsweg; 

- Kippschalter fur den 3. und 4. Verbindungsweg. 

Rechts aufien befindet sich die SchluBzeichenkassette mit folgenden Eie- 
menten (von oben nach unten): 

- Auslosetaste ; 

- Rufkontrollampe; 

- SchluBzeichen ufld Ruckstelltaste far den 1. Verbindungsweg (blau); 

- SchluBzeichen und Ruckstelltaste fttr den 2. Verbindungsweg (rot); 

- SchluBzeichen und Ruckstelltaste fur den 3. Verbindungsweg (griin); 

- SchluBzeichen und Ruckstelltaste flir den 4. Verbindungsweg (gelb). 
Unterteil der Frontplatte (von links nach rechts): 

- Drehschalter mit folgenden Stellungen: 
oben wVermittlung - Schnarre Ein«, 
darunter »Vermittlung - Schnarre Aus«, 
unten »FF Schnarre - Ein«, 

daruber »FF Schnarre - Aus«, 
Mitte »0«; 

- Handapparatauflage; 

- 2 Buchsen fiir Handapparat und Sprechgeschirr; ^B 

- Verstarkerfach; ^^ 

- Kurbel fur Induktor; 

- Klinke fur FF. 



15.1.4.4. Riickwand (von links nach rechts) 

- Schraubenklemmen fur Teilnehmerleitungen 1-6 und Erde; 

- Akkumulatorfach; 

"- Schraubenklemmen 7-10 sowie FF und Priifklemmen ~ ; 

194 



Amt 



AP 



AS-60 



r-oLa oo- 
-■ WW OB 

■°Lb b°- 






© 



Off/ c 



3 

OB 62/10 Ruckwand mit alien AnschluBmoglichkeiten [Bild 278.3] 

1 - Anschlufl einer Amlsleitung iiber den AS 60; 2 - AnschluS eines OB-Teil- 

nehmers; 3 - OB 62/10 als Quervermittlung; 4 - Anschlufl eines Funkteil- 

nehmers 



Flanschsteckdose fiir 20adriges Verbindungskabel; 

Sprechzeugfach ; 

2 Spannverschliisse zum Herausdriicken des Vorderteils. 



15.1.5. Bedienung 
15.1.5.1. CberprUfen 

1. 2 Prufschnure aus dem Zubehorfach in der Ruckwand entnehmen. 

2. Drehschalter vom links unten auf »Vermittlung - Schnarre Ein« ein- 
schalten. 

3. Mit den Prufschniiren an der Ruckwand die Klemmen ~ mit den Klem- 
men 1 a und 1 b verbinden. 

4. 6-V-Akkumulator anschlieOen. 

5. Kurbelinduktor betatigen, RufkontroUampe muB flackern. 

6. Das Schauzeichen vom Teilnehmer 1 erscheint, die Schnarre ertont. 

7. Schauzeichen 1 durch Driicken der dazugehorigen Abfragetaste zuriick- 
stellen. 

8. Auslosetaste driicken. , 

9. Verbindungswegschalter 1 auf Verbindungsweg 1 (blau) schalten, d. h. 
den oberen Schalter nach oben stellen. 

10. Kurbelinduktor betatigen. 

1 1. In der SchluBzeichenkassette erscheint das obere SchluBzeichen; durch 
Drucken der dazugehorigen Rilckstelltaste (blau) zuriickstellen. 



13* 



195 



12. Verbindungswegschalter I auf Verbindungsweg 2 (rot) schalten, d. h. 
den oberen Schalter nach unten stellen. 

13. Kurbelinduktor betatigen. 

14. SchluBzeichen des 2. Verbindungswegs erscheint, Schnarre ertont. 

15. Zuruckstellen mit der roten Ruckstelltaste. 

16. Verbindungswegschalter 1 in Mittelstellung bringen. 

17. Verbindungswegschalter 2 in obere (grun) Stellung schalten. 

18. Kurbelinduktor betatigen. 

19. SchluBzeichen des 3. Verbindungswegs erscheint. 

20. Zuruckstellen mit der griinen Ruckstelltaste. 

21. Verbindungswegschalter 2 in die untere (gelb) Stellung schalten. 

22. 4. Verbindungsweg schalten. 

23. Kurbelinduktor betatigen. 

24. SchluBzeichen des 4. Verbindungsweges erscheint. 

25. Zuruckstellen mit der gelben Ruckstelltaste. 

26. Verbindungswegschalter 2 auf Mittelstellung bringen. 

27. Fur alle weiteren Teilnehmer (2-10) sind die Priifvorgange durch Um- 
stecken der Priifschniire so durchzufiihren wie bei Teilnehmer 1 . 

Durch Drucken der Sprechtaste am Handapparat und Einblasen in das 
Mikrofon werden der Sprechstromkreis und der Verstarker iiberpruft. 1st 
bei dieser Oberprufung kein Fehler aufgetreten, kann die OB 62/10 in Be- 
trieb genommen werden. 



IS.1.5.2. Vorbereiten zum Betrieb 

Merke: 

Bei jedem Einsatz im Gelande immer eine saubere, trockene Unterlage 
schaffen ! 

Anschlufi von OB-Teilnehmern 

1. Beide Gehausedeckel abnehmen. 

2. Fernsprechvermittlung (und AnschluBkasten) erden. 

3. Akkumulator anschlieBen und einsetzen. 

4. Handapparat anschlieBen und auf die Auflage legen. 

5. Induktorkurbel aus der Halterung nehmen und eindrehen. 
5. Schnarre einschalten. 

(7. Feldverbihdungskabel auslegen und an der Fernsprechvermittlung und 

am AnschluBkasten anschlieBen.) 
8. Teilnehmerleitungen direkt an die Schraubenklemrtien der Vermittlung 

Oder uber das Verbindungskabel am AnschluBkasten anschlieBen. 
9. 1st die Abfrage- bzw. Rufeinrichtung der OB 62/10 nicht in Ordnung, 

kann dafur ein Feldfernsprecher FF 63 benutzt werden. 
10. AnschlieBen des FF 63 : 

- Vermittlungsschnur des FF 63 einseitig in eine der beiden Klinken 
des FF 63 und die andere Seite in die Klinke »FF« der OB 62/10 
stecken. 

- Drehschalter vom links unten auf »FF Schnarre - Ein« stellen. 

196 



AnschluB eines Amtsteilnehmers ^ 

1. Handlungen 1.-6. wie bei OB-Teilnehmern. 

7. AmtsanschlieBer AS 60 auf die Metallpilze der Oberseite der OB 62/10 
aufschieben und wie folgt mit der OB 62/10 verbinden: 

- An die Klemmen La/Lb des AS 60 die vom Amt kommende Leitung 
anschlieBen. 

- Die Klemmen OB und die Schraubenklemmen 10 der OB 62/10 ver- 
binden. 

- Als Handapparatauflage grundsatzlich die der Vermittlung benutzen. 

- Schiebeschalter unter der Wahlscheibe auf Stellung »Aus« (weifler 
Punkt sichtbar) schalten. 

AnschlieBen eines Funkgeriits 

Funkgerat fiber eine Doppelleitung an die OB 62/10 anschlieBen. 



15.1.6. Betrieb 

15.1.6.1. OB-Teilnehmer verlangt OB-Teitaehmer 

1 . Abfragetaste des rufenden Teilnehmers drucken und abfragen, dabei 
bereits einen freien Verbindungsweg schalten. 

2. Abfragetaste des verlangten Teilnehmers drucken. 

3. Kurbelinduktor betatigen. 

4. Beim Melden des gewiinschten Teilnehmers sofort den Verbindungs- 
wegschalter wie beim rufenden Teilnehmer stellen. 

5. Kurzes Mithoren des Zustandekommens der Verbindung. 

6. Nach dem Abrufen: 

- SchluBzeichen des Verbindungsweges mit Riickstelltaste zuruckstellen. 

- Abfragetaste eines Teilnehmers drucken und uberprufen, ob das Ge- 
sprach beendet ist. 

- Auslosetaste drucken und , 

- beide Verbindungswegschalter in die Mittelstellung bringen. 

15.1.6.2. Herstellen eines Sammelgespriiclis 

Wird mit mehreren oder alien Teilnehmem ein Sammelgesprach verlangt, 
so werden die Teilnehmer wie unter 15.1.6.1. nacheinander gerufen und alle 
Gesprache auf den gleichen Verbindungsweg gelegt. Das Gesprachsende hat 
der Teilnehmer der Vermittlung anzuzeigen, der das Sammelgesprach ver- 
langt hat. Das SchluBzeichen ist zuruckzustellen, und nach kurzem Mit- 
horen sind alle Verbindungswegschalter in die Mittelstellung zuruckzulegen. 



197 



15.1.6.3. OB-Teilnehmer verlangt Amtsteitaehmer 

1 . Abfragetaste des rufenden OB-Teilnehmers driicken und abfragen. Ver- 
bindungswegschalter auf freien Verbindungsweg schalten. 

2. Schiebeschalter am AS 60 auf »Ein« schalten. 

3. Abfragetaste des Amtsteilnehmers driiclcen, im Horer muB das Amts- 
zeichen zu horen sein. 

4. Nummernwahl durchfiihren, nach Wahl der letzten Nummer ertont im 
Horer das Freizeichen. 

5. Ertom das Besetztzeichen, die Wippe des AS 60 niederdrucken, einen 
Moment warten und Nummernwahl wiederholen. 

6. Nach Melden des Amtsteilnehmers den Verbindungswegschalter auf den 
gleichen Verbindungsweg wie beim rufenden Teilnehmer stellen. 

7. Kurzes Mithoren, Auslosetaste driicken. 

Der OB-Teilnehmer muB nach GesprachsschluB abrufen ! 

8. Nach dem Abrufen 

- SchluBzeichen zuriickstellen ; 

- GesprachsschluB priifen ; 

- Auslosetaste drucken; 

- beide Verbindungswegschalter in Mittellage stellen und 

- Schiebeschalter des AS 60 auf »Aus« stellen. 



15.1.6.4. AmtsteitaeKmer verlangt OB-Teilnehmer 

1 . Schiebeschalter am AS 60 nach dem ankommenden Ruf auf Stellung 
»Ein« schalten. 
■ 2. Abfragetaste des Amtsteilnehmers drucken und abfragen. 

3. Abfragetaste des verlangten OB-Teilnehmers drucken und mit dem 
Kurbelinduktor ruf en. 

4. Nach Melden des OB-Teilnehmers Verbindungswegschalter beider Teil- 
nehmer auf einen freien Verbindungsweg schalten. 

5. Kurzes Mithoren, Auslosetaste drucken. 

Der OB-Teilnehmer muB nach GesprachsschluB abrufen! 

6. Nach dem Abrufen 

- SchluBzeichen zuriickstellen ; 

- GesprachsschluB priifen ; 

- Auslosetaste drucken ; 

- beide Verbindungswegschalter in Mittellage stellen und 

- Schiebeschalter am AS 60 auf Stellung »Aus« schalten. 



15.1.6.5. Hinweise fiir die Fernbesprechung von Fiinkgeriiten 

1 . Beim Ein- und Ausschalten des Senders bzw. Umschalten des Funk- 
gerats von »Senden« auf »Empfang« ist die Sprechtaste des Hand- 
apparates der OB 62/10 zu drucken bzw. loszulassen. 

198 



2. Verbindung zwischen OB 62/10 und Funkgerat wie mit einem gewohn- 
lichen Teilnehmer aufnehmen. 

3. Das wahrend des FuOkgesprachs ansprechende SchluBzeichen ist von 
Hand zuruckzustellen. 

4. Der GesprachsschluB ist durch kurzes Einschalten in die Verbindung zu 
uberprufen. 



15.1.7. Wartung 

Die Wartung der OB 62/10 umfaBt folgende Kontrolle und Tatigkeiten: 

- Oberprufen aller bewegliclien Teile; 

- SpannungskontroUe des Akkumulators (ist die Spannung unter 5,5 V 
abgesunken, sofort laden!); 

- nach jedem Einsatz die OB 62/10 mit weichem Pinsel oder Lappen reini- 
gen; 

- lockere Schrauben und Muttem nachziehen. 

Das Innere der OB 62/10 darf nur von einem Fe-Mechaniker gereinigt und 
instand gesetzt werden. 

Feuchtgcwordene OB 62/10 nur an der Luft langsam trocknen lassen. Nicht 
an Heizkorpem oder offenen Feuerstellen trocknen. 



199 



15.2. Fernsprechvermittlung P 193M ^^ 

15.2.1. Bestimmung 

Die Fernsprechvermittlung P 193M ist eine Einschnur-OB-Vermittlung. 
Sie gestattet, 10 Teilnehmer wahlweise miteinander zu verbinden. Durch die 
Verwendung von 10 Vermittlungsschnliren konnen 5 Verbindungen ge- 
schaffen werden. Sie kann als Funkvermittlung eingesetzt werden. Eine Er- 
weiterung auf 20 Teilnehmer durch eine zweite P 193M ist moglich. 



15.2.2. Technische Angaben 

Teilnehmerzahl 

(OB-Teilnehmer) 

(Funkgerate zur Fernbedienung) 

Vermittlungsschniire 

Sammelgesprach 

Stromversorgung 

Arbeitsplatzverstilrker 

Rufstromversorgung 

(Jberbrlickbare Leitungsdampfung 

Sprache 

Ruf 

beim Abrufen 

Nebensprechdiimpfung zwischen zwei 

Teilnehmern bei 800 Hz 

Betriebsdampfung bei 800 Hz 

Abmessungen 

Masse mit Zubehor 



10 



10 

bis 10 Tin 

9 V 
Kurbelinduktor 

4.5 N 
2,0 N 

1.6 N 



9N 
0,1 N 
312 mm 
21 kg 



1 73 mm x 234 mm 



15.2.3. Aufbau 

15.2.3.1. Telle des Geratesatzes 

- 1 Fernsprechvermittlung P 193M; 

~ 1 Feldverbindungskabel »TSKW« (10 DA); 

- 1 AnschluBkasten (Klemmbrett) fiir 10 DA und Zubehor. 

15.2.3.2. Allgemelne Beschreibung 

Die Fernsprechvermittlung P 193M ist in einem Stahlblechgehiiuse unter- 

gebracht. Die Baugruppen befinden sich in einem herjiusziehbaren Geriite- 

einsatz. 

Unter einem Deckel des Gehauses (oben) befinden sich: 

- 10 AnschluQklemmen fiir Feldkabelleitungen ; 



200 



~ 2 AnschluBklemmen fur die Zusammenschaltung zweier P 193M oder 

fur einen FF^ls Abfrageapparat; 
" 1 Erdklemme; > 

~ 1 AnschluBklemme »Wecker« - zweite AK ist die Erdklemme ; 

- 1 30poliger Buchsenstreifen zum AnschlieBen des FVK »TSKW«; 

- 5polige Buchsen zum AnschlieCen des Handapparates ; 

- Fach fiir die Arbeitsplatz-Batterie. 

Hier ist auch der Handapparat wahrend des Transports untergebracht. 
An der rechten Seitenwand ist die Kurbel des Kurbelinduktors angeordnet. 



15.2.3.3. Frontplatte des Gerateeinsatzes 

Auf der Frontplatte sind angeordnet; 

- Beschriftungsleiste und Ruckstellhebel fiir die Abfragetasten ; 

- 10 Abfragetasten; 

- 10 Anrufklappenrelais mit einer Arretierungsschiene ; 
^ 10 Vermittlungsklinken; 

- 1 Deckel mit Ruheklinken; 

- 10 Vermittlungsschniire. 



15.2.4. Bcdlenung 

15.2.4.1. Vorbereiten zum Betrieb 

1. Deckel offnen und unter das Gehause klappen. 

2. Deckel mit den Ruheklinken offnen, Vermittlungsschnure aus dem Fach 
nehmen, in die entsprechenden Einschnitte legen, Deckel schlieBen und 
Vermittlungsstopsel in die Ruheklinken stecken. 

3. Arretierungsschiene der Anrufklappenrelais herunterklappen. 

4. Deckel des Gehauseoberteils offnen, Handapparat herausnehmen und 
in die Halterung an der linken Seitenwand einhangen. 

5. P I93M durch AnschlieBen der Erdleitung an die Erdklemme erden. 

6. 9-V-Batterie in das Batteriefach einsetzen und anschlieBen -.auf Polaritat 
achten ! 



15.2.4.2. (jberpriifen 

1. Einen FF an die AK-Leitung 1 und einen zweiten an die AK-Leitung 2 
anschlieBen. 

2. Mit dem FF der Leitung 1 rufen - die Anruflclappe 1 muB fallen. 

3. Die Abfragetaste 1 drucken, Anrufklappc 1 hochstellen und Gesprachs- 
durchgang prlifen. 

4. Den Vermittlungsstopsel 1 halb in die Vermittlungsklinke 2 stecken, die 
Abfragetaste 2 drucken und mit dem Kurbelinduktor rufen - der Wecker 
des FF der Leitung 2 muB ertOnen. 

201 



5. Den VermittlungsstOpsel 1 voll in die Vermittlungslclinke 2 stecken, mit 
dem Riickstellhebel Abfragetaste 2 in Ruhestellung bringen und den Ge- 
sprachsdurchgang zwischen beiden FF Uberpriifen. A 

6. Mit dem FF der Leitung 1 und 2 abrufen - Anrufklappe 1 muB fallen. 

7. Anrufklappe 1 hochstellen, VermittlungsstOpsel 1 ziehen und in die Ruhe- 
klinke stecken. 

Danach ist der FF der Leitung 1 an die Leitung 3 anzuschlieBen und die 
Oberprilfung wie oben vorzunehmen. Es sind alle 10 Leitungen zu uber- 
priifen: 



15.2.4.3. AnschlieBen der Teilnehmerleitnngen 

Die Teilnehmerleitungen konnen direkt an der AK-Leitung 1-10 oder iiber 

FVK »TSKW« an den Klemmen des AnschluCkastens angeschlossen wer- 

den. 

Hier wird nur das AnschlieBen liber AnschluCkasten und FVK beschrieben. 

1. Deckel des Gehauseoberteils offnen, FVK an dem 30poligen Buchsen- 
streifen anschlieBen und Deckel schlieBen. 

2. AnschluBkasten im Schaltloch befestigen, Deckel olTnen und FVK am 
30poligen Buchsenstreifen anschlieBen. 

3. Teilnehmerleitungen an die Klemmen Leitung 1-10 anschlieBen. 

4. Bei Leitungen zu Funkgeraten ricbtige Polung der Leitung Uberpriifen. 
Dazu : 

Am Funkgerat »Betriebsartenschalter« in Stellung »Fernbedienung« 
schalten - die Anrufklappe darf nicht fallen. Fallt die Anrufklappe, sind 
die Adern der Leitung am AnschluBkasten zu tpuschen. 

5. Deckel des AnschluBkastens schlieBen. j . 



15.2.4.4. Betrieb 

Abfragen 

Anrufklappe eines Teilnehmers fallt, Abfragetaste des Teilnehmers drUcken, 

Anrufklappe hochstellen und Teilnehmer abfragen. 

Verbinden 

1 . VermittlungsstOpsel des anrufenden Teilnehmers halb in die Vermittlungs- 
klinke des verlangten Teilnehmers stecken, Abfragetaste des verlangten 
Teilnehmers driicken und mit dem Kurbelinduktor rufen. 

2. Nach dem Melden des gerufenen Teilnehmers den VermittlungsstOpsel 
ganz in die Vermittlungsklinke stecken, mit dem RUckstellhebel die 
Abfragetaste in Ruhestellung bringfn. 

Trennen 

1. Anrufklappe einer Verbindung fallt durch Abrufen, Abfragetaste eines 

der beiden Teilnehmer driicken, Anrufklappe hochstellen und Gesprachs- 

ende kontrollieren. 

202 



\ 






2. VermittlungsstOpsel Ziehen und in die Rjuheklinke stecken, mit dem RUck- 
stellhebel die Abfragetaste in Ruhestellung bringen. 

Sammelverbindung 

1. Sammelteilnehmer wie normal rufen und informieren, daB er zum Sam- 

raelgesprach verlangt wird ; den VermittlungsstOpsel dieses Teilnehmers fUr 

Verbindung des 2. Sammelteilnehmers verwenden, auch diesen Teilnehmer 

wie normal rufen und ilber Teilnahme am Sammelgesprach informieren 

usw. 

Nachdem dak Sammelgesprach hergestellt ist, den das Sammelgesprach 

anmeldenden Teilnehmer rufen und die Herstellung des SammelgesprUchs 

melden. 

Der VermittlungsvDrgang zum Verbinden von Teilnehmem mit Funkgeraten 
erfolgt wie bei der Verbindung zweier OB-Teilnehmer. 



15.2.4.5. Abbau 

1. Deckel des Gehauseoberteils Offnen, Stecker des FVK herausziehen, 
Erdleitung losen, Handapparateschnur um den Handapparat legen (die 
Sprechtaste darf nicht gedriickt werden) und den Handapparat in'die vor- 
gesehene Aufnahme legen, den Deckel schliefien. 

2. Die VermittlungsstOpsel aus den Ruheklinken ziehen, den Deckel mit 
den Ruheklinken Offnen, Verpackung fur die Vermittlungsschniire her- 
ausnehmen, Vermittlungsschniire verpacken und in das vorgesehene 

, Fach legen, den Deckel mit den Ruheklinken schlieBen. 

3. Die Anrufklappen mit den Arretierungsschienen fixieren. 

4. Frontplatte mit Deckel verschlieBen. 



15.2.5. Wartung 

Dem Bedienungspersonal ist es nicht gestattet, den Gerateeinsatz heraus- 
zunehmen. 

Nach jedem Einsatz ist die P 193M mit einem weichen Lappen und Pinsel 
von Staub und Schmutz zu saubern. StOpsel und Klinkqn sind mit einem 
weichen Lappen und Kreide zu reinigen. Die Scharniere der Deckel u. a. 
sind zu Olen. Die Wartungsarbeiten mtissen mit einer FunktionsUberprli- 
fung abgeschlossen werden. Ist in die P 193M Feuchtigkeit eingedrungen, 
ist sie bei normaler Zimmerlemperatur zu trocknen. 



203 



16. Morsegeber MGS 165 

16.1. Bestimmung 



[605] 



Der Morsegeber MGS 165 ist die Korabination einer speziellen Schreib- 
maschine mit einem elektrischen Teil, der jedes geschriebene Zeichen sofort 
in das entsprechende Morsezeichen umwandelt. Das Morsezeichen wird 
als getastete Niederfrequenz (1000 Hz) und als galvanisch getrennter ge- 
tasleter Kontakt zum Tasten von Sendem abgegeben. 
Das Gerat ersetzt die beim Morsetelegraflebetrieb auf der Sendeseite be- 
nutzte Handtaste (die jedoch zweckmaBig fiir kurze Anrufe und Signale 
verwendet werden sollte und am MGS direkt angeschlossen werden kann) 
und das auf der Empfangerseite notwendige Schreiben des empfangenen 
Funktextes mit der Hand. Der MGS 165 wird in stationaren Funkstellen, 
in motorisierten Funktrupps mittlerer und groBer Leistung sowie auf 
SchifTen und Booten eingesetzt. 



16.2. 



Technische Angaben 



Einsat:hedingtingen 

Das Gerat ist etwa 5 s nacli dera Einschaiten einsatzbereit. Es arbeitet bis 

zu Schraglagen von 45" (gemessen gegen die Horizontale). 

Stromversorgung 

Netz 220 V ; 10%, 50 Hz, dabei Leistungsaufnahme 

^30 W 
Akkumulator mit 
Mittelabgriff 24 V l 30'% - 10%, dabei Stromaufnahme.von 

12 V g 0,4 A, von - 12 V g 0,7 A 
Leistungsdulen 

Gebegeschwindigkeiten (theoretisch) 
in 9 Stufen regelbar 60, 80, 100, 120, 140, 160, 200, 400, 600 Bu/min: 

das entspricht 

12, 16, 20, 24, 28, 32, 40, 80, 120 Gr/min; 

das entspricht 

9,6 bis 96 Baud. 

Die Gebegeschwindigkeit ist in Bu/min auf der 

inneren Skale aufgetragen (Bu - Buchstaben, 

Gr - Grupp'en) 

70, 85, 100, 110, 120 Bu/min 
Diese 5 Werte sind auf der auUeren Skale aufge- 
tragen. 

Der Unterschied zwischen theoretischer und 
praktischer Gebegeschwindigkeit ergibt sich aus, 
der durch die Pausensperre und die Reaktion des 
Funkers eintretende Verzogerung. Die theore- 
tische Gebegeschwindigkeit entspricht der Ge- 



Gebegeschwindigkeiten 
(praktisch) 



204 



/r - 




Morsegeber MGS 165 [Bild 605.1) 

I - Kopfhorer; 2 - Einbaiiseliwingrahmen; 3 - Sende- und Empfangsumschal- 
ter:4- Ein-Aus-Schaller; 5- Piinktgeber; 6- Anschlusse fur Horer und Taste; 
7 - Lautstarkeregler fur Milhorlon; 8 - Schalter fiir Gebegeschwindigkeit; 
9 - Morsehandtaste; 10 - Tastatur; 11 - Schreibmaschine 




Himcrcs AnschluBlckl dcs MGS 165 [Bild 605.2) 

1 - Anschlufl zum Morsespeicher; 2 - AnschluB zum Empfiinger; 3 

schluB zum Sender; 4 BatterieanschluB (24 V); 5 - NetzanschluB; 6- 

tronikteil 



- An- 
Elek- 



205 



Tastausgang 
(galvanisch vom 
Gerat getrennt) 



Tontastung 
Erzwungene Pause 

Kopfhorerausgangsspan- 
nung 



Abmessungen (in mm) 

Masse 

mit Verpackung 



schwindigkeit des einzelnen Zeichens. Die prak- 
tische Gebegeschwindigkeit ist das Tempo, das 
durch einen gut ausgebildeten Funker realisiert 
werden kann 



maximale Schaltspannung 60 V, bei maximalem 
Schaltstrom 0,2 A oder maximale Schaltspannung 
20 V, bei maximalem Schaltstrom 0,6 A 
0...2 V einstellbar an 500 Q, Frequenz der Ton- 
tastung 1000 Hz ±20% 

Nach jedem Morsezeichen und nach jederOruppe 
1 T Oder 3 t; ist zu verlangem um 2 t durch Be- 
tatigen der Leertaste 

0...2 V kontinuierlich regelbar an Z = 1,4 kfi 

(R = 600 fi), 

0...0,5 V kontinuierlich regelbar an Z = 600 Q ' 

(R = 100 Q) 

275x580x380 

etwa 33,5 kg 

etwa 45 kg 



Sonslige Angcihen 

Starke HF-Einstrahlung beeinfluBt die Taktfrequenz bzw. die Gebege- 
schwindigkeit nicht. Dadurch ist der Einsatz des Gerats in unmittelbarer 
Sendernahe moglich. 

Durch Netzspannungsschwankungen von -15%... + 10% andert sich die 
Gebegeschwindigkeit um g 3 %. 

Durch Afckumulatorenspannungsschwankungen von -10%... + 30% an- 
dert sich die Gebegeschwindigkeit um g 3 %. 

Sperren verhindern ein gleichzeitiges Auslijsen von mehreren Zeichen sowie 
die erneute Betatigung der Tastatur, solange ein Morsezeichen noch ge- 
bildet wird. 

Das Gerat ist fiir Dauerbetrieb vorgesehen, die Nutzungsperiode betrSgt 
2000 Betriebsstunden bis zur Hauptinstandsetzung. 



f 



16.3. 



Bedienung 



16.3.1. Allgemeines 

, Das Gerat ist in der Verpackung in Gebrauchslage zu transportieren. Schreib- 
maschinenwagen und Ausgleichgewicht sind dabei zu arretieren. 
Das Gerat ist auf dem vorgesehenen Untersatz zu befestigen. Es ist darauf 
zu achten, daB es mit dem Untersatz frei schwingen kann. 



206 



16.3.2. AnschluB der Stromversorgung 

Zum Betrieb am Wechselstromnetz wird der NetzanschluU des MGS 165 
mittels der zum Zubehor geharenden Netzschnur mit dem Wechselstrom- 
netz verbunden. Der im Innem des Einsatzes befindliche Umschalter »Net^ 
Batteriebetrieb« muB sich dabei in der Schalterstellung »~« befinden. 
Zum Betrieb an einera Akkumulator wird der AnschluB »Batterie« des 
MGS 165 mit den entsprechenden AnschlUssen eines Akkumulators ver- 
bunden. Zu verwenden ist dabei die im Zubehor enthaltene AnschluB- 
schnur, bei der rot »+«, weiB »-« und schwarz »0« (Mittelabgriff) bedeuten. 
Fiir diese Stromversorgungsart ist der oben erwahnte Umschalter in die 
Stellung »H|-« zu schalten. 



16.3 J. AnschluB des Senders 

An den AnschluB »Sender« des hinteren AnscliluBfeldes kann der Sender 
zur Tastung iiber ein Spezialkabel, das im Zubehorsatz enthalten ist, ange- 
schlossen werden. 
Das Kabel hat folgende Belegung der Kontakte: 

1 bis 3 Tastausgang, galvanisch getrennt; 
4 Tontastausgang; 

6 Masse; 

2 und 5 frei. 

Die AnschluBbuchse hat die Einstellung 7. 



16.3.4. AnschluB des Empfiingers 

An den AnschluB »Empfanger« des hinteren AnschluBfeldes kann der 

Empfanger der Funkstelle iiber ein zum ZubehSr gehorendes Spezialkabel 

zur Mithorkontrolle angeschlossen werden. 

Das Kabel hat folgende Belegung der Kontakte: 

2 Kopfhorerausgang vom Empfanger; 

1 Masse; 

3, 4, 5, 6 frei. 

Die AnschluBbuchse hat die Einstellung I. 



16.3.5. AnschluB des Kopfliorers 

An den AnschluB »H6rer S oder E« (Langlotzstecker) des vorderen /^n- 
schluBfeldes kann ein Kopfhorer mit einem Scheinwiderstand Z = 1,4 kfl 
(R == 600 Q) und an den darunterliegenden AnschluB (Telefonbuchse) mit 
der gleichen Bezeichnung ein Kopfhorer mit einem Scheinwiderstand 
Z = 600 Q (R = 100 Q) angeschlossen werden. In Stellung »Senden« des 
entsprechenden Schalters auf dem Bedienfeld konnen die ausgegebenen 
Zeichen und in Stellung »Empfang« des gleichen Schalters kdnnen die durch 

207 



den Empfiinger empfangenen Signale (bei angeschlossenem Empfanger) 
abgehort werden. 

An den AnschluB »H6rer E« kann ein Kopfhorer mit den gleichen Daten 
angeschlossen werden, hier ist jedoch nur der Empfang der Signale des an- 
geschlossenen Empfangers moglich. 



16.3.6. AnschluB der Morsetaste 

Der Anschlu(3 »Taste« (Langlotzstecker) des vorderen AnschluBfeldes ist 
fiir eine geriitegebundene Morsetaste und die darunter liegende Telefon- 
buchse mit der gleichen Bezeichnung fiir eine beliebige zweipolige Morse- 
taste vorgesehen. Mit der gerategebundenen Morsetaste ist sowohl der 
norraale, galvanisch getrennte Tastausgang als auch der Tontastausgang 
zu betatigen. Mit einer zweipoligen Morsetaste ist nur die Betiitigung des 
galvanisch getrennten Ausganges moglich. Am AnschluB »Taste« (Lang- 
lotzstecker) kann iiber einen entsprechenden Stecker auch eine beliebige 
Morsetaste angeschlossen werden. Die Arbeitskontakte der Taste miissen 
dazu an die Kontakte 1 und 3 des Steckers angeschlossen und die Kontakte 
4 bis 6 frei sein. 
Die AnschluBbuchse hat die Einstellung 7, 



16.3.7. Vorbereiten zum Betrieb 

Beim Betrieb ist stets darauf zu achten, daB in der Schreibmaschine ein 
Bogen Papier eingespannt ist. 

Achtung: 

Schreiben ohne Papier fiihrt zu Beschadigungen der Walze! 



16.3.7.1. Oherpriifen 

Als Sichtkoiitrolle ist zu iiberpriifen : 

- fester Sitz des Morsegebers auf dem Untersatz; 

- freie Schwingungsbewegung des Gerats mit dem Untersatz; 

- fester Sitz aller notwendigen Anschliisse. 

Danach sind der Wagen der Schreibmaschine und das Gegengewicht des 
Schraglagenausgleichs freizugeben, indem der Wagenfeststeller (links unter 
dem Wagen) und der Gegengewichtsfeststeller (links hinten neben der 
Schreibmaschine) nach hinten geschaltet werden. Der Wagen muB sich 
nach Drticken des Wagenlosers (rechts oben auf dem Wagen) frei bewegen 
lassen. 






208 



16.3.7.2. PapiereinfUhrung 

Die Papierstutze ist hochzuklappen, das Papier wird wie bei jeder normalen 
Schreibmaschine eingefuhrt. 

An dem Papierhalter ist ein Papiermesser angebracht, das ein AbreiBen vom 
Stiick bei Verwendung von Blattschreiberrollen ermoglicht. 



16.3.7.3. Zeileneinstellung 

Mit dem Hebel links auf dem Wagen wird die Zeileneinstellung betiitigt. 
Die Markierungen bedeuten: 

I Walze gelost 

• engzeilig 
• • 72 Zeile Zwisciienraum 
• • • 1 Zeile Zwischenraum 

Die Randeinteilung, Tabulierung und Farbbandeinstellung erfolgen wie 
bei normalen Schreibmaschinen. Zur Umschaltung »lateinisch ~ kyrillisch« 
dient die bei normalen Schreibmaschinen fur die GroB- und Kleinschreibung 
vorgesehene Taste. 



16.3.8. Betrieb 

Achtung! 

Vor Aufnahme des Funkbetriebs mit dem Morsegeber darf der Sender 
bzw. die Anodenspannung des Senders nicht eingeschaltet werden, um 
unbeabsichtigte Aussendungen zu vermeiden. 



16.3.8.1. Einschalten 

Die Drucktaste »Empfangen - Scnden« ist auf »Empfangen«, die Taste 
»Aus - Ein« auf »Ein« zu schalten. 

Nach etwa 5 s ist das Gerateinsatzbereit; das wird durch diegelbe Kontroll- 
lampe in der Drucktaste »Aus - Ein« angezeigt. 



16.3.8.2. Kontrolle der Betriebsbereitschaft 

Die Taste »Empfangen - Senden« ist auf »Senden« zu schalten, dabei muB 
der Sender der Funkstelle ausgeschaltet sein. Die Kontrollampe in der 
Taste muB leuchten. Nach Driicken einer beliebigen Taste der Schreib- 
maschine muB das zugehorige Morsezeichen im Kopfhorer zu horen sein. 
Zur Kontrolle der richtigen Arbeit der Sperre ist der Schalter »Tempo« 
auf den linken Anschlag zu stellen und die Taste »0« der Schreibmaschine 
zu driicken.' In der Zeit, in der das Morsezeichen ablauft, ist eine beliebige 
andere Taste der Schreibmaschine zu drucken. Dabei muB nach einem kur- 

14 HBTaslfunker 209 



zen Weg ein starker Widerstand zu verspuren sein, der das weitere Durch- 
schlagen der Taste verhindert. Der betreffende Buchstabe darf von der 
Schreibmaschine nicht geschrieben werden. 

Danach ist die Taste »Empfangen -Senden« auf »Empfangen« zu schalten. 
Nach der Kontrolle der Betriebsbereitschaft sind die Lautstarke des Kopf- 
horers und die Gebegeschwindigkeit tnit den entsprechenden Reglern am 
Bedienfeld einzustellen. 

Wahrend des Funkbetriebs werden nur der Schalter »Empfangen - Sen(len« 
des Morsegebers und die Schreibmaschine bedient. 
In der Stellung »Empfangen« arbeitet der elektronische Teil des Morsegebers 
nicht, die Zeichensperre ist ausgeschaltet. 

In der Stellung »Senden« arbeitet der Morsegeber normal, die gesendeten 
Zeichen konnen im Kopfhorer mitgehort werden. Die Tasten der Schreib- 
maschine brauchen nur kurz angeschlagen zu werden, da ein einmal aus- 
gelostes Zeichen bis zum Ende ausgegeben und wahrend dieser Zeit die 
Tastatur gesperrt wird. 

Zur Beendigung des Betriebs sind der Morsegeber auszuschalten, das 
Papier zu entfernen, der Wagen und der Schraglagenausgleich zu arretieren 
und der Morsegeber mit der Abdeckhaube abzudecken. 



16.4. Wartung ^ 

Schreibmaschine 

- Das Farbband kontroUieren, notigenfalls auswechseln. 

- Typen mit entsprechendsj} Biirsten reinigen, bei grolier Verschmutzung 
entsprechendes Reinigungsgerat verwenden. 

- Die Plasteverkleidung darf nur mit lauwarmer Seifenlosung, nicht aber 
mit chemischen Mitteln gereinigt werden. 

- Walze mit Spiritus reinigen. 

Achtung! 

Benzin zerstort Gummi. 

Ausweclisein der Sicfaerungen 

- Durch Losen von'zwei Schrauben Kappe vom Einsatz abnehmen. Siche- 
rungen »Si 301 ...304« sind danach zuganglich. 

Auswechseln der Signallampen 

- Tastenkappe abziehen. 

- Mit Lampenzieher (passender Isolierschlauch im Wartungssatz) Lampe 
aus der Fassung Ziehen. 

Auswechseln der Relais 

- Klappe an der linken Seite des Gerats offnen. 

- Relais herausziehen und wechseln. 



210 



16.5. Hinweise fiir doi praktischen Fiinkbetriebsdienst mit dem 

Morsegeber MGS 165 

Die Verwendung des Morsegebers ersetzt die Arbeit des Funkers mit der 
Handtaste nicht voUig. Kurze Anrufe und Signale, VerbindungsUberprii- 
fungen u. a. soUten mit der Handtaste gegeben werden. Das gleiche trifft fur 
Betriebszeichen, die zusammengezogen zu geben sind (bk, as...), zu. 
Bei der Arbeit am Morsegeber muB der Funker iiber die Kopfhorer seine 
Zeichen mithoren. Dadurch wird es ihm leichter, die Morsezeichen in einer 
rhythmisciien Folge zu senden. 

Im laufenden Funkverkehr ist zur Unterscheidung des gesendeten vom emp- 
fangenen Text das Farbband der Schreibmaschine beim Senden auf rot 
und beim Empfangen auf blau zu schalten. Jede Phase des Funkverkehrs ist 
mit einer neuen Zeile zu beginnen. Zur Einhaltung der Gruppenabstande 
beim Schreiben "auf Funkspruchformulare ist es zweckmaBig, den linken 
Rand fest einzustellen und jeden Gruppenanfang zu tabulieren. Nach jeder 
Gruppe ist dann die Tabulatortaste an Stelle der Leertaste zu driicken. 



211 



TeilD 
Stromversorgungseinrichtungen 



Elektroaggregat PES-0,75 



1290] 



1.1. 



Bestimmung 



Das Aggregat PES-0,75 ist ein Ladeaggregat. 
Es gibt zwei Ausfuhrungen: 

- mil Ladetafel fiir Geratesiitze, die keine eigene Ladetafel haben; 

- mit Storschulzfilter fur Geriitesiltze, in deren Bestand eine Ladetafel ent- 
halten ist. 




Elektroaggregat PES-0,75 mit Ladetafel (Bild 290.1 



.2. 



Technische Angaben 



Nennleistung 

Nennspannung 

Nennstrom 

Antrieb 

Kraftstotf 

Normverbrauch 
Betriebsverhalten 



Abmessungen 



Masse (ohne Tankinhalt) 



575 W 

25 V . 

23 A 

Verbrennungsmotor 2 SD-W 
VK-Gemisch 1:25, Klopf- 
festigkeit S 66 Oktan 

0,5 kg/h 

Das Aggregat kann im Dauer- 
betrieb 24 Stunden genutzt 
werden. Das FassungsvermOgen 
des Benzintanks betriigt 3,75 1 
Lange 570 mm 
Breite 415 mm 
Hohc 715 mm 

63 kg 



215 



13. Telle dcs Aggregats 

- Motor2SD-W; 

- Generator GSK-1 500 SH; 

- Ladetafel bzw. StOrschutzfilter; 

- Konstruktionselemente (Bodenplatte, Abdeckung u. il. 




Ladetafel des PES-0,75 [Bild 290.2] 



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Elektroaggregat PES-0,75 mit Stbrschutzfilter [Bild 290.3) 
216 



1.4. Aufbau 

Motor 2 SD- W 

Luftgekuhlter Einzylinder-Zweitaktmotor, Leistung 1,1 PS bei 3 100 min" ', 

Magnetzundung, Drehzahlstabilisierung durch Fliehkraftregler. 

Generator GSK-1 500 SH 

NebenschluBerregte AuBenpolmaschine, vierpolig. 

Ladetafel hzw. Stcirschutzfilter 

Die Ladetafel enthalt folgende Regulierungs- und Uberwachungselemente : 

- Voltmeter; 

- Amperemeter; 

- Ruckstromrelais; 

- Trennschalter ; 

- Sicherung; 

- Spannungsregler ; 

- Anschluflklemmen. 

Das Storschutzfilter besteht aus Durchfuhrungskondensatoren und Drossel- 
spulen. Es bewirkt, daD die durch das Burstenfeuer des Generators erzeugten 
Funkstorungen auf ein Minimum reduziert werden. Motor und Generator 
sind durch einen Flansch miteinander verbunden und mit Bolzen an der 
Bodenplatte befestigt. Die Ladetafel bzw. das Storschutzfilter werden von 
einem auf der Bodenplatte befestigten Rahmen getragen. Die Kraftuber- 
tragung vom Motor zum Generator erfolgt iiber eine elastische Kupplung. 



1 S. Inbelriebnahme 

1. AuBere Durchsicht (Beschadigungen, Ol, Benzin). 

2. Aggregat erden. 

3. Verbraucherkabel anklemmen. 

4. Motor anwerfen, dazu; 

- Benzinhahn offnen; 

- bei Kaltstart Tupfer drucken, bis Schwimmergehause Uberlauft, und 
Luftlilter schlieBen (entfallt bei Warmstart); 

- Drosselklappe halb schheBen; 

- Anwurfkurbel kraftig durchdrehen, nach Anspringen des Motors 
Kurbel abnehmen und befestigen; 

- Luftfilter offnen, Motor warmlaufen lassen; 

- Drehzahl durch Loslassen der Drosselklappe langsam erhohen. 

5. Generator in Betrieb nehmen, dazu; 

- Ruckstromrelais durch Drucken des Knopfes »3AP^AKA/HA- 
5KATb« einschahen; 

- Verbraucher durch Umschalten des Trennschalters in Stellung 
»BK;II0MEH0« zuschalten ; 

- mit Regler»B03By^flEHHErEHEPAT0PA«Ladespannungbzw. 
-Strom einregeln. 

217 



1.5.1. Betriebsiiberwachung 

- Aggregat nur mit abgenommener Abdeckung betreiben. 

- Fur ausreichende KUhlluftzufuhr sorgen. 

- Periodisch Ladespannung bzw, -strom kontrollieren. 



1.5.2. Aggregat abstellen 

1 . Verbraucher durch Umschalten des Trennschalters in Stellung »Or- 
K;IK)HEH0« abtrennen. 

2. Motor abstellen, dazu: 

- Benzinhahn schlieSen, Motor auslaufen lassen ; 

- in Ausnahmefallen darf der Motor durch Drlicken des Unterbrecher- 
knopfes des Zundmagneten abgestellt werden. 



1.6. Wartung 

Motor 2 SD- W 

Nach den ersten 25 Betriebsstunden : 

~ Schraubbefestigungen nachziehen. 

- Benzinfilter reinigen. 

- Olwechsel im Motorgehause durchfuhren. 
Nach den ersten 100 Betriebsstunden: 

- Olwechsel im Motorgehause durchfiihren. 

- Schraubbefestigungen nachziehen. 

- Abstand des Ziindunterbrechers und der ZUndkerzenelektroden kon- 
trollieren. 

Unterbrecherabstand : 0,25 bis 0,35 mm 

Elektrodenabstand ; 0,6 bis 0,7 mm 
Nach 150 Betriebsstunden: 
~ Olkohle aus Zylinderkopf, Kolbenboden, Ein- und Ausstromka^jal ent- 

fernen. 
~ Olwechsel im Motorgehause durchfuhren. 

- Abstand des Ziindunterbrechers und der ZUndkerzenelektroden kon- 
trollieren. 

Nach 450 Betriebsstunden : 

- Schraubbefestigungen nachziehen. 

- Olkohle aus Auspuff-, Ein- und AusstrOmkanalen entfernen. 

- Benzinleitung und -filter reinigen. 

Generator GSK- 1500 SH 
Nach je 100 Betriebsstunden : 

- KoUektorzustand kontrollieren, leichter Abbrand ist mit einem saube- 
ren, benzingetrankten Lappen zu entfernen, starkerer Abbrand ist mit 
Kollektorpapier zu beseitigen. Ist der Kollektor stark oder ungleichmafiig 
abgenutzt, muB der Generator der Instandsetzung zugeftlhrt werden. 

218 



BUrstenabrieb und -sitz kontrollieren, BUrsten mit Langen von g 15 mm 
sind auszuwechseln, die neuen BUrsten sind einzuschleifen. Die BUrsten 
durfen in den Halterungen nicht klemmen und mUssen mit einem Druck 
von 900 bis 1000 p auf dem Kollektor liegen. 

AnschluBdrahte der BUrsten kontrollieren, insbesondere die Austritt- 
stellen aus den BUrsten und die Kabelschuhe. 
Festigkeit der Klemmstellen prUfen, wenn nOtig, nachziehen. 
Zustanider Federringe und Splinte an den Bolzen und Schrauben kon- 
trollieren, 

Befestigung des Generators kontrollieren, wenn nOtig, nachziehen. 
Nach je 300 Betriebsstunden Lagerfett des kollektorseitigen Kugellagers 
mit sauberem Lappen entfernen und durch neues ersetzen. Das antriebs- 
seitige Kugellager ist wartungsfrei. 

Ladetafel 

Nach je 200 Betriebsstunden : 

- Mechanische Nullpunktkorrektur an den KontrollmeBinstrumenten vor- 
nehmen. 



219 



Generatoren 



[292] 



2.1. 



Bestimmung 



Generatoren werden dort verwendet, wo die Notwendigkeit und die Mog- 
lichkeit besteht, die Stromquellen von Nachrichtengeraten im Nutzungs- 
prozeB selbst nachzuladen. Damit bleibt der Einsatz von Generatoren auf 
fahrbare Geratesatze beschrankt, da hier mit dem Fahrzeugraotor eine 
Antriebsmaschine fur den Generator vorliegt. Das Nachladen der Akkumu- 
latoren kann im Stand und in der Bewegung erfolgen. 



2.2. 



Generator GSK-1 500 



2.2.1. Technische Angaben 



Nennspannung 


27,5 V 


Nennleistung 




mit Zusatzbeluftung 


1,5 kW 


ohne Zusatzbeluftung 


IkW 


Nennstrom 




mit Zusatzbeluftung 


54 A 


ohne Zusatzbeluftung 


36 A 


Nenndrehzahl 


3800... 5900 min^' 


Drehrichtung 




(gesehen von der Antriebsseite) 


rechts 


Betriebsverhalten 


fur Dauerbetrieb zugelassen 


Antrieb 


Uber Keilriemen oder elastische 




Kupplung 


Masse 


12,6 kg 



2.2.2. 



Aufbau 



Den Generator gibt es in zwei Versionen, die sicfi nur in der Ankerwelle 
unterscheiden. Der Generator GSK-l 500 SH hat eine starre Welle, wiihrend 
der Generator mit elastischer Welle die Bezeichnung GSK-1 500IV1 fUhrt. 
Der Generator ist eine im NebenschluB erregte AuBenpolmaschine mit vier 
Polen und besteht aus folgenden Hauptbaugruppen : 

- Stator mit Polwicklungen und Verbindungsflansch ; 

- Ankei; mit Kollektor; 

- BUrstenjoch mit BUrstenhalterungen ; 

- Lagerschilde mit Kugellagern. 

Am kollektorseitigen Lagerschild ist das Klemmbrett mit den AnschluB- 
klemmen befestigt. Die Offnungen des Kollektorschilds, durch die der Zu- 
gang zu den BUrsten und zum Kollektor moglich ist, sind durch ein Spann- 
band verschlossen. Die Konstruktion des Spannbandes richtet sich nach der 
entnommenen Generatorleistung. FUr 1 kW Last ist das Spannband vOllig 



220 




Generator GSK-1 500 [Bild 292.1] 

geschlossen. Das Spannband der Generatoren, die mit 1,5 kW belastet 
werden konnen, hat zur zusUtzlichen Beltiftung des Ankers und des Kol- 
lektors einen Ansaug- und AusIaBstutzen, durch die die zusiitzliche Kiihl- 
luft slromt. Der Generator wird durch ein auf der Ankerwelle befestigtes 
LUfterrad gektihlt. 



2.2.3. 



Inbetriebnahme 



Der Generator wird durch Auflegen des Keilriemens auf die dafiir vor- 
gesehenen Riemenscheiben in Betrieb genommen. 



2.2.4. 



Wartung 



Nach je 100 Betriebsstunden: 

- Kollektorzustand kontrollieren, leichter Abbrand ist mit einem sauberen, 
benzingetranklen Lappen zu entfernen, stiirkerer Abbrand ist mit Kollek- 
torpapier zu beseiligen. 1st der Kollektor stark oder ungleichmiiBig 
abgenutzt, muB der Generator der Instandsetzung zugefuhrt werden. 

- BiJrstenabrieb und -sitz kontrollieren. Blirsten mit Liingen von g 15 mm 
sind auszuwechsein, die neuen Biirslen sind einzuschleifen. Die Bursten 
diirfen in den Halterungen nicht kleminen und miissen mit einem Druck 
von 900 bis 1 000 p auf dem Kollektor liegen. 

- AnschluBdriihte der Bursten kontrollieren, insbesondere die Austritt- 
stellen aus den Bursten und die Kabelschuhe. 

- Festigkeit der Klemmstellen prijfen, wenn niitig, nachziehen. 

- Zustand der Federringe und Splinte an den Bolzen und Schrauben kon- 
trollieren. 

- Befestigung des Generators kontrollieren, wenn ndtig, nachziehen. 



221 



- Nach je 300 Betriebsstunden Lagerfett des kollektorseitigen Kugellagers 
mit sauberem Lappen entfernen und durch neues ersetzen. Das anlriebs- 
seitige KugelUiger ist wartungsfrei. 



2.3. Generator G-8 




2.3.1. Technische Angaben 




Nennspannung 

Nennleistung 

Nennstrom 


12V 

420 W 
35 A 


Nenndrehzahl 


1 800 min ^ ' 


Drelirichtung 

(gesehen von der Antriebsseite) 

Betriebsverhalten 

Antrieb 


t 

re9hts 

fiir Dauerbetrieb zugelassen 

Uber Keilriemen 


Masse 


14,5 kg 




Generator G-8 



[Bild 292.2] 



2.3.2. 



Aufbau 



Der Generator ist eine im NebenschluB erregte AuBenpolmaschine mit 
vier Polen. Er besteht aus folgenden Hauptbaugruppen: 

- Stator mit Polwicklungen und Befestigungslaschen ; 

- Anker mit Kollektor; 

- Burstenhalterungen ; 

- Lagerschilde mit Kugellagern. 



222 



An der KoUektorseite trUgt der Stator das Klemmbrett mit den Anschlussen. 
Die Offnungen des Kollektorschilds, durch die der Zugang zu den Bursten 
und zum KoUektor mOglich ist, sind durch ein Spannband vdllig verschlos- 
sen. An der Innenseite trUgt der Kollektorschild die BUrstenhalterungen, von 
denen je zwei isoliert und je zwei nicht isoliert sind. Der Generator wird 
durch die auf der Generatorachse befestigte Riemenscheibe, die zum Ge- 
nerator hin mit Luftschaufeln versehen ist, gekiihlt. 



2.3.3. Inbetriebnahme 

Der Generator wird durch Auflegen des Keilriemens auf die dafiir vorge- 
sehenen Riemenscheiben in Betrieb genommen. 



2.3.4. Wartung 

Nach je 100 Betriebsstunden : 

- Befestigung der AnschluBklemmen und der Steckverbindungen kontrol- 
lier'^n. 

- Sitz der Bursten kontrollieren; die Bursten diirfen nicitt in den Hal- 
terungen klemmen und miissen mit einem Druck von 1,2 bis 1,7 kp auf 
dem Kollektor aufliegen. 

- Burstenabrieb kontrollieren, BUrsten mit Langen von gl7mm sind 
auszuwechseln, die neuen BUrsten sind einzuschleifen. 

- Kollektorzustand untersuchen, leichter Abbrand ist mit einem sauberen, 
benzingetrankten Lappen zu entfernen, stHrkerer Abbrand ist mit 
Kollektorpapier zu entfernen. Ist der Kollektor stark oder ungleichmaBig 
abgenutzt, muB der Generator der Instandsetzung zugefiihrt werden. 

- Festigkeit der Schraubverbindungen priifen, wenn notig, nachziehen. 



223 



Akkumulatoren 



[2931 



3.1. 



Bestimmung 



Akkumulatoren sind galvanische Elemenle. Auf Grund reversibler (um- 
kehrbarer) elekuoclieniischer Vorgiinge koiinen sie elektrischc Energie 
speichern und bei Bedarf wieder abgeben. Die Stromspeicherung beruht 
auf der Umwandlung chemisch wirksamer (akliver) Stoffe, die sich auf 
Oder in einem Massetrilger (Elektrode) befinden. 

Aufladung 

elektrische Energie < ' chemische Energie 

Entladung 

Akkumulatoren geben erst nacii einer Ladung elektrische Energie ab. 
Deshalb wcrden sie als Sckundiirelemente bczeichnet. Einen abgeschlos- 
senen Vorgang der Aufladung (Ladung) und der Entladung nennt man 
einen Zyklus. 

Im Gegensatz zu den Sekundilrelenienten gibt es die Primarelemente, die 
sofort auf Grund irreversibler (nicht umkehrbarer) chemischer Vorgange 
elektrische Energie liefern. Sie lassen sich nach der Entladung nicht mehr 
verwenden. 

Sekundiirelemente werden fiir wesenllich groBere Kapazitiiten als Primar- 
elemente gefertigt. Sie werden angewendet als Starterbalterien von Kraft- 
fahrzeugen (vorwiegend Bleiakkumulatoren) und zur Stromversorgung 
der Nachrichtentcchnik (vorwiegend Nickel-Kadmium-Akkumulatpren). 
Urn ihre stete Einsatzbereitschaft zu gewiihrleisten, ist eine standige Pflege 
notwendig. 




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NK-Akkumulatoren (2,4NK25 aus der DDR, 2NICCJU24 im Plastgehause 
aus der f SSR, 2NKN24 aus der UdSSR) [Bild 293.1] 



224 



3.2. 



Nickcl-Kadmium-Akkumulatoren (NK-Akkumulatoren) 



Ihr Name ist wie bei alien Akkiimulaloren von dem verwendeten Elek- 
trodenmaterial Nickel und Kadmium (Cadmium) abgeleitel. Sie sind auf 
Grund ihres Aufbaus sehr robust, leistungsstark und wartungsarm. Sie 
haben bei enlsprechender Wartung eine lange Lebensdauer (etwa 2000 
Zyklen). NK-Akkumulatoren werden zur Stroniversorgung stationiirer 
und vorwiegend nichtstationiirer Nachrichtentechnik eingesetzt. 



3.2.1. Technische Angaben 

Aus der Kennzeichnung der NK-Akkumulatoren kiinnen die wichtigsten 
Daten entnomnien werden. Damit die Nachrichtentechnik stiindig ihre 
Normwerte erreicht, dtirfen die NK-Akkumulatoren bei Nennbelastung 
nicht unter 1,1 V je Zelle entladen werden. Die Daten fijr die Nutzung und 
die Wartung sind am Batterietrager angebracht. 



Akkiimiiliilorcnsilili'(Sst'l 
1 . Sowjeli.sche Produktion 
Beispiel: 5 H HK 45 K 
12 3 45 

1 Zahl der Zellen 

2 Verwendungszweck : A 

H 
T 



Anodenstromversorgung 

Heizstromversorgung 

Fahrzeugmotor 




NK-Akkumulatoren (5NKN45K und 10NKN22KT aus der UdSSR) 
[Bild 293.2] 



15 HBTaslfunkcr 



225 



3 Art: 



4 Nennkapazitilt in Ah 

5 Bauform : 



HK Nickel-Kadmium 
3KH Eisen-Nickel 
CU Silber-Zink 



M Zellentrager aus Holz 
K Zellentrager aus Blech 
T beide Pole an der Slirnseite 
lierausgefiihrt 
Beim Silber-Zink-Akku steht der Verwendungszweck hinler der 



Art-Kennzeichnung : 



Jl fiir geringe Entladestrome geeignet 
C fiir mittlere Entladestrome geeignet 
K fiir liohe Entladestrome geeignet 



. Deutsche Produktion 
Beispiel: 2,4 N K 25 

12 3 • 

1 Nennspannung in V 

2 Art : NK oder NC Nickel-Kadmium 

SZ Silber-Zink 
B Blei 

3 Nennkapazitilt in Ah 

Die Bauform wird bei der Typenbezeichnung nicht unterschieden. 




NK-Akkumulatoren (6NC70 im geschlossenen Holzlrager und Einzelzelle 
1,2 V, 70 Ah mit Zellenbinder) [Bild 293.3] 

226 



3.2.2. Aufbau 

Das Akkumulatorensystem beflndet sich in einem galvanisch vernickelten 
Stahlblechgehause. Neuerdings wird fUr einige mittlere Typen schlag- und 
stoBfester Pla^ als Gehausematerial eingesetzt. Dadurch verringern sich 
die Wartungsarbeiten. 

Die aktive Masse des NK-Akkumulators besteht bei der positiven Elektrode 
aus Nickelhydroxid, das durch Graphitbeimischung leitfUhiger (super- 
aktiviert) wird, bei der negativen Elektrode aus pulverfarraigem Kadmium, 
Kadmiumoxid oder Kadmiumhydroxid. Zur Stabilisierung der Eigenschaf- 
ten dienen verschiedene Zusatze. Die aktive Masse wird in Rohrchen-, 
Faltband-, Taschen- oder Sinterelektroden eingebracht. Der NK-Akku- 
mulator wird in der DDR nur noch als TaschenelektrodenausfUhrung lier- 
gestellt. Die aktive Masse wird in Paketform in perforiertes vernickettes 
Stahlband von 0,08 mm Starke eingefaBt, so dafl ein Ausfallen der Masse 
unmoglich ist. Dieser Aufbau gewahrleistet bei mechanischer Belastung 
eine hohe Lebensdauer. Die einzeinen Elektrodenplatten haben einen Stahl- 
blechrahmen und werden zu Polkammen autogen verschweiBt. Zwischen 
2 negativen Elektroden beflnden sich eine positive Elektrode, die durch eine 
einfache Wellplastisolierung zur Verhinderung von Plattenschlussen von- 
einander getrennt sind. Die Polbolzen, die an den Polkammen befestigt 
sind, erhalten Abstandshalter, Isolations- und Dichtringe. Bis auf wenige 
Ausnahmen werden Einzelzellen gefertigt, die zu Batterien zusammen- 
geschaltet werden. Die Zellen sind in Zellentragern aus Holz oder aus Stahl- 
blech, gegeneinander gut isoliert, mechanisch fest eingebaut. Die Zellen- 
verbinder sind vernickelte Blechstreifen mit 2 Ldchern, die an den Pol- 
bolzen festgeschraubt werden. Zwischen den beiden Polbolzen ist die FUll- 
offnung (Entgasungsoffnung) der Zelle, die durch eine Spezialschraube mit 
Gummiventil verschlossen wird. 



3.2.3. Wirkungsweise 

Die Elektroden des NK-Akkuraulators beflnden sich in einer alkalischen 
Losung, dem Elektrolyt (20%ige Kalilauge KOH). Durch Zufuhr von 
Elektroenergie (Gleichstrom) werden die beiden Elektroden polarisiert 
und haben dann unterschiedliche Potentiale. Zwischen beiden Potentialen 
(plus und minus) laBt sich im Mittel eine Spannung von 1 ,2 V raessen. Die 
im NK-Akkumulator ablaufenden elektrochemischen Vorgange lassen 
sich in einer Gesamtgleichung zusammenfassen: 

2Ni(OH)2 + Cd(OH)2 + KOH + Elektroenergie 
Aufladung I T Entladung 
2Ni(OH)3 -I- Cd + KOH 

Aus dieser Gleichung geht hervor, daB der Elektrolyt nicht veriindert wird. 
An Hand der Dichte des Elektrolyts ist beim N'K-Akkumulator keine Aus- 

15* 227 



sage uber seinen Ladezustand mOglich. In den Akkumulator mufl mehr 
elektrische Energie eingeladen werden, als ihm wieder entnommen werden 
kann. Man definiert den Ah-Wirkungsgrad des Akkumulators, gibt aber 
meist den Ladefaktor an: 



Ladefaktor 



dem Akku zugefuhrte Elektrizitatsmenge in Ah 
dem Akku entnommene Elektrizitatsmenge in Ah ' 



Er liegl in der Grol3enordnung von 1 ,2 bis 1 ,8, je nach Typ. Das bedeutet : 
Es mijssen 20 bis 80 "o melir Ah eingeladen werden, als die Nennkapazitat 
des Akkumulators betragt. Ein Teil wird in Warme umgewandelt, wahrend 
ein anderer Teil der Elektrolyse des Wassers dient: 



Diesen Vorgang bezeichnet man als Gasen. Die beiden Gase Wasserstoff 
(Hj) und Sauerstoff (Oj) bilden das gefiihrliche Knallgas. Deshalb ist eine 
gute Beliiftung in Laderiiumen notwendig und jeder Umgang mit offenem 
Feuer verboten. 



3.2.3.1. Entladung 

Akkumulatoren haben einen inneren Widerstand R„ der mit groBer wer- 
dender Kapazitat und besserem Ladezustand kleiner wird. Die Klem'men A 

I 



fi 



Schaltung einer Zelle 
[Bild 293.4] 



Zelle mit Belastungswiderstand Rb 
[Bild 293.5] 



und B sind die Anschlusse des Akkumulators. Die Urspannung E sei eine 
konstante GroBe. Mit groBer werdendem Entladestrom, der Belastungs- 
widerstand R^ wird kleiner, wird der innere Spannungsabfall Cr; groBer. 

(;„, = /• R, 

Die Klemmenspannung U ^^ wird urn diesen Betrag kleiner als E. 

l/^B = £ - t/„, 

Mit zunehmender Entladung des Akkumulators wird R, groBer, der Span- 
nungsabfall an ihm bei konstantem Entladestrom ebenfalls. Damit ver- 
ringert sich die Klemmenspannung. Bei zu starker Entladung verringert sich 

228 



5y£ 



^i f^i Rj Hi 

Batterie, bestehend aus Einzelzellen [Bild 293.6] 



SxRi 



auch die Urspannung £, so daO es bei volliger Entladung zur Umpolung 
der Elektroden kommen kann. Der Innenwiderstand des Akkumulators, 
der sich aus den Obergangswiderstanden der Elektrodenoberflache zurn 
Elektrolyt und dem Elektrolyt selbst ergibt, ist sehr klein (mfi-Bereich). 
Der Innenwiderstand einer Batterie vergroBert sich wie die Spannung mit 
der Zahl der Zellen. 

Bei einer Entladung des Akkumulators mit hohem Strom wird die nutzbare 
Kapazitat geringer, weil ein Teil der Energie in Warme umgewandelt wird 
(Leistung am R,). Im Winter kann man den Akkumulator durch eine kurz- 
zeitige Hochstromentladung (keinen KurzschluB) erwarmen. Besser ist 
allerdings ein Temperieren von auBen. Dadurch kann bei tiefen Tempera- 
turen die stark reduzierte nutzbare Kapazitat vergroBert werden. 
Beim Entladen werden grundsatzlich nur gleichartige Akkumulatoren in 
Serie (Reihe) geschaltet. Haben die Zellen unterschiedliche Kapazitat, so 
wird in jedem Fall die mit der kleinsten Kapazitat schneller als normal ent- 
laden. In Reihe geschaltete Zellen oder Batterien mussen gleiche Kapa- 
zitatswerte aufweisen. 




Z h- 6 B 

Zeit in h — — 
1 - Normalladung; 2 - Entladung bei -40 °C; 3 - 
4 - Entladung bei -20 °C; 5 - Entladung bei -10 °C 



Entladung der NK- 
Akkumulatoren bei 
verschiedenen Tempe- 
raturen [Bild 293.7] 
Entladung bei -30 °C; 



Parallelschaltungen von Zellen oder Batterien sind nicht statthaft oder sind in 
Ausnahmefallen vom Hersteller genehmigt. 

Bei jedem galvanischen Element tritt eine Selbstentladung auf. Dadurch 
verliert der Akkumulator ohne Nutzung einen Teil seiner Kapazitat: nach 
4 Wochen 24 /„, nach 8 Wochen 27 % und nach 42 Wochen 50 '%. Diese 
Werte sind Mittelwerte und konnen durch auftretende Kriechstrome (un- 
saubere Akkumulatoren, schlechter Elektrolyt) und hohere Lagertemperatur 
stark vergroBert werden. 

229 



3.2.3.2. Elektrolyt 

Er ist eine wasserklare Kalilauge mit der Dichte 1,20 ± 0,01 g/cm'. Kali- 
lauge reagiert leicht mit dem Kohlendioxid der Luft und bildet Kalium- 
karbonat (Pottasche). 

2KOH + CO2 • K2CO3 + H2O 

Der Akkumulator verliert dadurch Kapazitat. 

Deshalb muB der Elektrolyt in Glas-, Plast- oder Stahlflaschen luftdicht 
verschlossen aufbewahrt werden. Die der Flasche entnommene Elektrolyt- 
menge ist durch Glaskugeln zu erganzen. Elektrolyt mit einem (Kalium)- 
Karbonatgehalt von 20 g// ist nicht mehr zu verwenden. Zut Aktivierung 
der aktiven Masse und zur VergroBerung der Lebensdauer des NK-Akku- 
mulators kann dem Elektrolyt zeitweise bis 20 g// Lithiumhydroxid (LiOH) 
zugesetzt werden. Zur Erhohung der Funktionssicherheit der Zellen wird 
bei standigem Betrieb unter -20 °C eine Kalilauge der Dichte 
1,27 } 0,01 g/cm^ verwendet. Die Dichte ist immer bei 20 °C zu messen. 
'Bei standigem Betrieb uber +35 °C wird ein Elektrolyt der Dichte 1,14 
±_ 0,01 g/cm^ mit einem Zusatz von 8 g// LiOH verwendet. 
Der Elektrolyt wird aus festem KOH und destilliertem (dest.) Wasser her- 
gestellt. Fur 1 / NormallOsung werden 330 g KOH benOtigt. (Prinzipielle 
Aufbereitung des Elektrolyts siehe 2.5.2.1 .) Im Einsatz darf bei dringender 
Notwendigkeit als Ersatz fur destilliertes Wasser Regen- oder Schmelzwasser 
verwendet werden. Kommt der Elektrolyt mit Fett oder Ol in Verbindung, 
so tritt eine chemische Reaktion ein, der Elektrolyt schaumt. 

Achtung! 

Kalilauge ist iitzend! Arbeitsschutzbestimmungen beachten! Schutz- 
kleidung anlegen ! 

Mit Kalilauge benetzte Hautflachen sofort mit verdunnter Essigsaure 
1 : 6 abwaschen. Bd Augenverletzungen ist das Auge unter starkem Was- 
serstrahl sofort zu spiilen und anschlieBend 3%iges Bor\yasser zu ver- 
wenden. 

3.2.4. Wartung 

Es gibt zwei Akkumulatorenarten: den Bleiakkumulator, der als Elektrolyt 
verdunnte Schwefelsaure (H2SO4) enthalt, und den Nickel-Kadmium- 
bzw, den Silber-Zink-Akkumulator, die als Elektrolyt Kalilaugen (KOH) 
verschiedener Dichte enthalten. Kommen beide Elektrolyte zusammen, so 
reagieren sie: 

H2SO4 + 2KOH ►K2S04 + 2Hjb, 

Es tritt Neutralisation ein. Verdtinnte Schwefelsaure greift auBerdem das 
Metall des NK-Akkumulators an. Die Akkuraulatoren werden durch diese 

230 



Vorgange zerst6rt. Akkumulatoren mit Saure und Akkumulatoren mil 
Lauge dUrfen deshalb nicht in gemeinsamen Raumen gewartet oder ge- 
laden werden. Das Werkzeug und destilliertes Wasser mlissen ebenfalls 
streng fur beide Akkumulatorenarten getrennt werden. 
Genutzte Akkumulatoren konnen fiir langere Zeit mit und ohne Elektrolyt 
eingelagert werden. Vor dem volligen Entleeren sind sie mit Normalstrom 
bis 1 V je Zelle zu entladen. Gefullte NK- Akkumulatoren konnen, halb- 
entladen oder entladen, fest verschlossen bis zu einem Jahr gelagert werden. 
Die Lagerraume milssen trocken sein, und die NK-Akkumulatoren mtissen 
von Zeit zu Zeit gesaubert werden. 



3.2.4.1. Wartnng dnrch den Trupp 

Der Trupp als Nutzer der Akkumulatoren hat diese in erster Linie sauber- 
zuhalten und die richtige Nutzung zu gewahrleisten. Auf alle Falle mlissen 
Kurzschlusse vermieden werden. Werkzeuge und andere Metallteile diirfen 
deshalb nicht auf Batteriekiisten oder Zellen abgelegt werden. pntstandene 
Karbonatbildung an den Ventilen und Rost sind zu entfernen; notfalls 
werden die Akkumulatoren mit mdglichst warmem Wasser abgewaschen. 
Nach dem Trocknen sind sie mit saurefreiem 'Fett Ipicht einzufetten. Vom 
Trupp diirfen weiter durchgeflihrt werden : Auswechsein der Ventilgummi 
(sie dUrfen nicht poros oder verklebt sein), NachfUllen von destilliertem Was- 
ser (je nach Typ 5 bis 13 mm Uber die Plattenoberkante) und Befestigen der 
Gummi- bzw. Plastboden. 



3.2.4.2. Wartung in der Ladewerkstatt 

In erster Linie erhalten die Akkumulatoren eine den Erfordernissen ent- 
sprechende Ladung, in der Kegel eine Normalladung. Nach der Annahme 
der sauberen NK-Akkumulatoren wird der Elektrolyt auf Dichte und Menge 
iiberpriift. Liegt die Dichte beim entladenen NK-Akkumulator unter 
1,18 g/cm', so ist die Lauge zu wechseln, sonst wird nur destilliertes Wasser 
nachgefullt. Elektrolytwechsel ist beim NK-Akkumulator alle 1 2, spatestens 
nach 18 Monaten durchzufuhren, bei stark verschmutztem Elektrolyt und 
bei einera Karbonatgehalt von 20 g//. Vor dem Elektrolytwechsel sind die 
NK-Akkumulatoren zu entladen. Der leere Akkumulator wird I- bis 3mal mit 
destilliertem oder leicht alkalischem Wasser (1,02 g/cm^) gespult. Er wird 
dabei mit der Spiilfliissigkeit gut geschuttelt und 5 min mit dem 2- bis 
3fachen Ladestrom beschickt. Die Spulfltissigkeit wird sorgfaltig ausge- 
gossen und der NK-Akkumulator sofort mit frischem Elektrolyt 1,21 g/cm^ 
aufgefullt, um Rostbildung im Innern des Gehauses zu vermeiden. Dann 
bleiben die Batterien einige Stunden mit geschlossenen Verschliissen stehen. 
Danach wird die Dichte nochmals kontrolliert, Lauge erganzt und eine Aus- 
gleichsladung durchgeflihrt. Nach jedem Elektrolytwechsel wird die Kapa- 
zitat geprlift. Die geladenen NK-Akkumulatoren werden mit konstant zu 
haltendem normalem Strom bis zur EntladeschluBspannung von 1 ,0 V 

231 



je Zelle entladen. Das Produkt aus der Zcit und dem Strom ist die Kapa- 
zitat in Ah. NK-Alckumulatoren mit einer kleineren Kapazitat als 80% 
sind nicht fur Einsatztechnik zu verwenden. Wird Lauge verschuttet, so 
muB wieder Lauge nachgefuUt werden. Nach dem Laden wird der NK- 
Akkumulator von Laugenresten gesaubert, getrocknet und mit saurefreiem 
Fett leicht eingefettet, Wasser darf auf keinen Fall in den Akkumulator ge- 
langen. 

Defekte Zellentrager sind instand zu setzen, Ventilgummi und Dichlungen, 
wenn notwendig, auszuwechseln. 



3.2.5. Laden 

Akkumulatoren diirfen nur mit Gleichstrom geladen werden. Eine Ladung 
mit Wechselstrom fiihrt zur Zecstorung des Akkumulators. Als Ladegeriite 
werden Ladegeneratoren fUr bewegliche Ladestationen und vor allem Gleich- 
richtergeriite verwendel, die wegen des meist im Gelande vorhandenen 220- 
V-Netzes leichter zu handhaben sind. 

Es gibt zwei Ladcmethoden : das Konstantstromladen und das Konstant- 
spannungsladen. Meist wird das Konstantstromladen angewendet, weil 
es eine genaue Angabe Uber die dem Akkumulator eingeladene Elektri- 
zitiitsmenge ermoglicht. Es hat den Nachteil, daB zum Ladungsende durch 
den hohen Strom die Gasung sehr groB ist. Durch den Gasstrom werden 
Elektrolyttropfchen mit herausgerissen. Bei der Konstantspannungsladung 
flieBt zu Beginn der Ladung ein sehr groBer Strom, der mit zunehmender 
Ladung geringer wird. Dadurch ist die Gasentwicklung am Ladungsende 
gering. In der Pra.xis wird eine Kombination aus beiden Lademethoden an- 
gewendet. Zu Ladungsbeginn wird mit konstantem Strom ( '/4 bis '/a der 
Ladezeil) und anschlieBend mit konstanter Spannung geladen. 



3.2.5.1. Nonnalladung 

Nach der Wartung werden die sauberen NK-Akkumulatoren an das Lade- 
gerilt geklemmt. Um die Ladegerate voll auszulasten, faBt man die NK- 
Akkumulatoren vorher in einer Ladeschaltung zusammen. In erster Linie 
wird die Reihenschaltung angewendet. Gleiche Gruppen konnen noch 
parallelgeschaltel werden. Unter Beachtung der Kapazitat konnen auch 
gemischte Schaltungen zusammengestellt werden. 
Berechnung des konstanten Ladestroms: 




+ + ■■ .jl^|-|l_ij|_JH 



a/te 2NKN^'^ 
Ic6A 



Reihenschaltung vom NK-Akkumulatoren gleicher Kapazitat [Bild 293.8] 
232 



• 



+ + 




IHi-HHi-HHi^Hi-HHi- 
HHi-HHi^Hi-HHH^^''^'' 



Parallelschaltung von NK-Akkumulatorgruppen gleicher Zellenzahl 
[Bild 293.9] 







iNKNlfS 






Gemischte Schaltung [Bild 293.10] 



Ladestrom in A 



Kapazitat des NK-Akkumulators in Ah 
4 h (sowj. Typ) bzw. 5 h (deutscher Typ)' 



Die Ladezeit betragt bei sowjetischen Typen mit I4* 6 h, bei Typen der 
DDR-Produktion mit I5* 8 h. Der Ladestrom muB standig auf seinen Soll- 
wert nachgeregelt werden. Die LadeschluCspannung betragt 1,82 Vje Zelle 
und darf nicht uberschritten werden. 



3.2.5.2. Ausgleichsladung 

Sie wird mit normalem Ladestrom, aber doppelter Zeit (12 bzw. 16 h) 
vorgenommen. Sie ist erforderlich, wenn der NK-Akkumulator unter 1 V 
je Zelle entladen wurde, wenn Zellen oder Batlerien vorzeitig in ihrer Lei- 
stung nachlassen, einmal im Vierteljahr, na -h jedem Laugenwechsel und 
nach einer, maximal drei Schnelladungen. 



3.2.5.3. 



Schnelladung 



Werden entladene NK-Akkumulatoren in kiirzester Zeit wieder einsatz- 
bereit benotigt, so ist eine Schnelladung moglich. Bis zur Gasungsspannung 
wird mit doppeltem Strom 2 h bei sowjetischen und 2,5 h bei DDR-NK- 
Akkumulatoren geladen, danach 2 bzw. 3 h mit normalem Strom. In der 
ersten Phase ist die Temperatur des NK-Akkumulators zu kontrollieren. Ist 
sie hoher als 45 °C, so ist die Ladung zu unterbrechen. Nach der Abkuhlung 
um 10 °C kann die Ladung fortgesetzt werden. Schnelladungen setzen 

* I4 bzw. Ij lieilit: Kapaziliit in Ah dividiert durch 4 bzw. 5 ist gleich Ladestrom in A. 



233 



/ Normalladung 

2 Schnelladung 

3 iehnstundigeEntlodungI„ 
+ lunlstiindige Entlodung I; 




leitinh- 



Ladung und Entladung [Bild 293.11] 



die Lebensdauer der NK-Akkumulatoreti herab und sind moglichst zu ver- 
meiden. Wenn nOtip, konnen bis zu 3 Schnelladungen hintereinander durch- 
gefuhrt werden, dann muB eine Ausgleichsladung erfolgen. 



3.3. 



Elektrolytarme Nickel-Kadmium-Akkumulatoren 



3.3.1. 



Technische Angaben 



Elektrolytarme NK-Akkumulatoren sind auBerlich und im prinzipiellen 
Aufbau den normalen NK-Akkumulatoren gleich. Sie haben bei gleichen 
Abmessungen je nach Typ 20 bis 40% hcihere Kapazitat als die normalen 
NK-Akkumulatoren. Die besondere Konstruktion der VerschluBschrauben 
und die geringe Menge Elektrolyt gewahrleisten den Betrieb in beliebigen 
Lagen sowie ein Laden bis zu einer Neigung von 45°. Die VerschluBschrau- 
ben haben zwei Gewinde, das untere fur die Stellung beim Laden (heraus- 
drehen) und das obere fiir das Entladen (hineindrehen). 



Typ 


Masse in 


Nen 


n- 


Entlade- 


Entlade- 


Kap. bei 




kg 


Kap. 


Spann. 


strom 


schluB- 
spannung 


-20 °C 
in Ah 






in Ah 


inV 


in A 


in V 




KH 14 


0,75 


14 


1,25 , 


1,75 


1 


10,5 


KH55 


2,8 


55 


1,25 


7,0 


1 


41,25 


2KH32 


3,1 


32 


2,5 


4,0 


2 


24,0 



3J.2. Wartung 

Die elektrolytarmen NK-Akkumulatoren werden vom Werk ohne freien 
Elektrolyt, doch mit getrankten Separatoren geliefert. Fiir den Betrieb 



234 




4S»T^jjs->»' 




Elektrolytarme NKA, 2KN32 und KN14 [Bild 293.12] 

miissen sie in der Ladewerkstatt vorbereitet werden. Nach der auBeren 
Siiuberung der NK-Akkumulatoren und der Ventilschrauben *ird so viel 
Elektrolyt der Dichte 1,15 bis 1,18 g/cm' eingefuUt, daB der Elektrolyt- 
spiegel gerade sichtbar wird. Nach 4 h Standzeit wird der uberschiissige 
Elektrolyt durch leichtes Schiitteln entfernt. FUr den stationaren Betrieb 
der NK-Akkumulatoren geniigt es, den uberschtlssigen Elektrolyt mit einem 
Gummiball bis ziim Oberrand der Flatten abzuziehen und die normalen 
VerschluBschrauben zu verwenden. Der abgegossene Elektrolyt darf in 
beiden Fallen nicht weiter verwendet werden. F"Ur den standigen Betrieb 
werden die Ventilringe nicht wieder aufgezogen, nur bei Lagerung liber 
1 Jahr. Alle 50 Zyklen oder einmal in 2 Monaten niuB der Elektrolyt ge- 
wechselt werden. Durch periodisches Schlitteln ist der Elektrolyt aus den 
Zellen zu entfernen. Danach werden die Zellen mit destilliertem Wasser 
(leicht alkalisch) von 40 bis 50 C ein- bis zweimal gesplilt. AnschlieBend ist 
sofort wegen Korrosionsgefahr frischer Elektrolyt in die Zellen einzufiillen. 
Nach 2 bis 3 normalen Zyklen und korrigiertem Elektrolyt sind die NK-Akku- 
mulatoren wieder einsalzbereit. 



3.3.2.1. Fonnierung 

Nach dem Auffiillen werden die NK-Akkumulatoren in 2, wenn nOtig, 
bis 4 Formicrungszyklen formiert. Dabei wird vor jeder Ladung etwas 
Elektrolyt nachgefullt und nach einer halben Stunde Wartezeit geladen. 
Beim zweiten und jedem weiteren Entladen ist die Kapazitat zu bestimmen, 
deren Nennwert nach dem 2. bis 4. Formierungszyklus erreicht werden muB. 
Die EntladeschluBspannung darf nicht unterschritten werdeij. 



235 



Erreichen sie beim 4. Zyklus den Nennwert nicht, so sind sie nicht Air 
Einsatztechnik geeignet. 



Typ Formierungszyklus 

Laden Entladen Normale Ladung 

Zeit in h Strom in A Zeit in h Strom in A Zeit in h Strom in . 

KH14 12 2,5 8 1,75 10 2,5 

KH55 12 9,6 8 7,0 10 9,6 

2KH32 12 5,6 8 4,0 10 5,6 



Nach der Formierung sind die NK-Akkumulatoren normal zu laden, nach- 
dem der Elektrolyt erganzt und die uberschtissige Menge nach 1 h abge- 
gossen worden ist. Geladen wird in der Ladestellung der Ventilschrauben. 
Danach miissen die Zellen mindestens I h entgasen (besser 10 h), ehe sie, 
nochmals gesaubert, die Ladewerkstatt verlassen. 



3.3,3. Laden 

Vor jeder, mindestens jeder zweiten Ladung ist die Dichte des Elektrolyts 
zu messen und dessen Menge entsprechend zu erganzen (Elektrolyt ge- 
ringerer Dichte wird mit Elektrolyt hoherer Dichte erganzt und umgekehrt). 
In Ausnahme fallen kann der Elektrolyt nach 6 bis 10 Zyklen erganzt wer- 
den. Danach muB eine verstarkte Ladung durchgefijhrt warden, ebenso bei 
normaler Nutzung nach 10 bis 12 Zyklen oder einmal im Monat. Nach not- 
wendigen Schnelladungen sollte je nach Moglichkeit alle 1 bis 5 Zyklen 
eine verstarkte Ladung durchgefuhrt werden. Eine verkiirzte Ladung ist der 
Schnelladung vorzuziehen. 



Typ 


Verstarkte 
Ladung 
Zeit Strom 
in h in A 

12 2,5 
12 9,6 
12 5,6 


Verkiirzte 
Ladung 
Zeit Strom 
in h in A 


Schnelladung 
1 2 
Zeit Strom Zeit 
in h in A in h 


Strom 
in A 


KH14 

KH55 

2KH32 


6-7 3,6 
6-7 14,0 
6-7 8,0 


2 
2 
2 


9 2 
35 2 
20 2 


3,5 

13,5 

8,0 



3.4. Gasdichte Nickel-Kadmiiun-Akkumulatoren 

Die Entwicklung des gasdichten NK-Akkumulators ist relativ jung und 
wird weiter fortgesetzt. Zu den bisherigen Vorziigen wie geringe Wartung, 
hohe mechanische Festigkeit und lange Lebensdauer werden in Zukunft 
noch weitere hinzukomraen. 

236 



3.4.1. 



Technische Angaben 



Der VEB Grubenlampenwerke Zwickau ferligt verschiedene gasdichte 
NK-Akkumulatoren von 5 mAh bis 7,5 Ah, die teilweise auch bei der NVA 
im Einsatz sind. Es werden Einzelzellen in prismatischer und Knopfzellen- 
ausfiJhrung sowie Batterien in rechteckiger und Knopfzellenausfuhrung 
hergestellt. Die gasdichlen NK-Akkumulatoren werden nach der mittleren 
Entladespannung und dem Kapazitiltswert gekennzeichnet. Die Lebens- 
dauer der Akkumulatoren ab 225 mAh betriigt bei mormalem Betrieb min- 
destens 240 Zyklen. Sie sind in einem Temperaturbereich von -20 C bis 
+ 35 °C funktionsfahig. Bei Abweichungen von der Normaltemperatur 
+ 20 °C treven Kapazitatsverluste auf. Durch stilndigen Betrieb an den 
Temperaturgrenzen verringert sich die Lebensdauer. Die nutzbare Kapazitat 
verringert sich auch bei starkerer Entladung. 








Gasdichte prismatische Zellen 1,2 V, 1 Ah, Batterie 2,4 V, 1 Ah, Zellen 
1,2 V, 2 Ah [Slid 293.131 



1 r^ 



"■'^^ 




^^taH^^K* 



Gasdichte Knopfzellen 1,2 V, 225 mAh, 1,2 V, 3 Ah. Batterie 6 V, 450 mAh 
[Bild 293.14] 



237 




*io no 

Temperatur in °C — — 

Kapazitat gasdichter NKA [Bild 293.15] 

a - nach Normalladung bei verschiedenen Temperaturen ; b, c - bei Ent- 

ladung mit verschiedenen Stromstarken (b-Knopfzellen;c-prismatischeZellen) 




hi NormalenHaiung 

"*4 EnlladungmitS'Iie 

■3 Knopfzetle 

4 prismatixhe Zelle 



Kapazitat in % 



Spannungsverlauf iiber der entnommenen Kapazitat gasdichter NKA 
[Bild 293.16] 



Gasdichte NK-Akkumulatoren konnen geladen und ungeladen bei Tem- 
peraturen von -30 °C bis + 40 °C gelagert werden. Geladene NK-Akku- 
mulatoren sind wegen der Selbstentladung bei Lagerung einmal halb- 
jahrl^ch normal zu laden. Die ungeladenen NK-Akkumulatoren werden 
vor dem Einsatz geladen. 



3.4.2. 



Aufbau 



Der gasdichte NK-Akkumulator entspricht im Grundprinzip dem bekann- 
ten NK-Akkumulator. Das Neue besteht darin, dafi der gasdichte NK- Akku- 

238 



mulalor eiii in sich abgeschlossenes System ist, Die Gasentwicktung 
in diesem Akitumulator gebunden, so daB kein Gas nach auDen gelangen 
kann. Die gasdichle Zelle darf niemals geolTnet werden. Zellen bzw. Batterie 
tragen das Herstellungsdatum (Monats- und Jahreszahl). Verscliiedene 
Zellentypen sind mit L5t5sen versehen und durfen nur an dicsen angeschlos- 
sen werden. 



•vrss 



wird ^1 




Karbonatbildung bei einer gasdichten NK-Batterie {Bild 293.17] 




Gasdichte Batterie 12NK2, geschlossen und geofTnel [Bild 293.18] 



239 




p 



y 



Gasdichte Batterie 6NK1, geschlossen und geoffnet; deutlich ist der Heiz- 
draht zu sehen [Bild 293.19] 



3.4J. 



Wartung 



Die Wartung besteht niir im Ladevorgang und in der eventuellen SUu- 
berung der Kontalctstellen von Salzen mittels Pinsels und, wenn notwendig, 
mit warmem Wasser. Der Akkumulator muB anschlieBend getroclcnet 
werden. Bei der Reparatur einer Batterie (Auswechsein einer defekten Ein- 
zelzelle) ist darauf zu achten, dafl die Zellen gleiche Herstellungsdaten und 
gleiche ausgemessene Kapazitiitswerte haben. Werden die Typen 6NK1 
und 12NK2 repariert, so ist der Deckel durch elektrische Erwiirmung zu 
offnen. An einer Ecke sind zwei AnschlUsse ftir den Heizdraht. Mit 4 bis 
8 V laBt sich der Draht erwarmen und danach der Deckel ab- bzw. wieder 
aufsetzen. 



3.4.4. 



Laden 



Die gasdichten NK-Akkumulatoren werden mit konstantem Gleichstrom 
geladen. Eine Normalladung im zulassigen Temperaturbereich von + 15 "C 
bis + 35 C (gUnstig + 20 "C) wird mit '/ lo der Nennkapazitilt I ,„ 14 h 
durchgefuhrt. Der Ladefaktor der gasdichten NK-Akkumulatoren be- 
tragt 1,4. Bei Ladungsbeginn darf der Strom ein Maximum von 1,1 mal 1 lo 
nicht Uberschreiten. Laden mit hoherer Stromstilrke und mehr als das 1,4- 
fache der Nennkapazitilt fiihrl wegen der hoheren Gasentwicklung zur 
Zerstorung des Akkumulators. Die LadeschluBspannung betragt etwa 
1,5 V jeZelle. 



240 



3.5. 



Silber-Zink-Akkumulatoren (SZA) 



Sie haben gegeniiber den anderen Akkumulatorenarten einige hervorste- 
chende Eigenschaften: hohe Energiedichte (65-210 Wh/kg, vergleiche bei 
NKA 35-55 Wh/kg), Nennspannung von 1,5 V je Zelle, Entladung ist mit 
hohen Stromen bis zu I , moglich. Dabei tritl allerdings eine hohe Erwar- 
mung auf, die eine Deformierung des Thermoplastgehiluses einleitet. Das 




Zeit ihh — — 
Spannungsverlauf am SZA [Bjld 293.20] 

ist unbedingt zu vermeiden. Bis auf den Spannungssprung hat der SZA eine 
ausgezeichnete Spannungskonstanz wahrend der Entladung. Sie ist auf die 
Verringerung des R, beim Entladen zuruckzufuhren. Nachteilig sind seine 
hohen Herstellungskosten, seine geringe Lebensdauer von etwa 50 Zyklen 
bei maximal einem Jahr Nutzungsfrist und seine Empfindlichkeit gegen- 
iiber Behandluhgsfehlern. 



3.5.1. 



Aufbau 



Das System ist in einem durchsichtigen Plastgehause untergebracht, an dem 
sich zwei Markierungen fiir den Elektrolytstand befinden. Die positive 
Elektrode besteht im entladenen Zustand aus porosem Silber und im ge- 
ladenen Zustand aus einem Silberoxidgemisch. Die negative Elektrode be- 
steht im entladenen Zustand aus einem Zinkoxidgemisch und im geladenen 
Zustand aus porosem Zink. Eine negative Elektrodenplatte befindet sich 
zwischen zwei positiven Flatten. Die Flatten sind durch Silberdrahte mit 
den Folbolzen verbunden. Die Elektrodenplatten sind mit einer ionendurch- 
liissigen, aber fijr entstehendes Zinkhydroxid (Zn(OH)2) und Kalziumzinkat 



16 HBTastfunker 



241 



(K2Zn02) undurchlassigen Plastmembran umgeben. Die Membran ist fiir 
die Arbeitsweise sehr wichtig, da sonst die positive Elektrode schnell durch 
die sich bildenden Verbiiidungen elelclrochemisch vergiftelVilrde. Dadurch 
fiillt die Kapazitiit rapidc. 



3.5.2. 



Wirkungsweise 



Der SZA Icommt mil einer sehr geringen Elektrolytmenge aus, die durch die 
porosen Elektroden und die saugfilhige Schicht aufgenommen wird. In 
Verbindung niit der Konstruklion der VerschluBschrauben gewilhrleistet 
der SZA einen Belrieb in alien Arbeitslagen, ohne dal5 Elektrolyl auslaufcn 
kann. Der elektrochemische ProzeB im SZA laBt sich in einer Gleichung 
vereinfacht zusammenfassen: 

Eritladen 

2AgO + 2Zn + FI2W . ' 2Ag + ZnO + ZnlOHlj. 

Laden 

Werden SZA bei liefen Temperaturen eingesetzt, so sinkt ihre nutzbare 
Kapazitat. Die Spannung wird bei -40 C praktisch Null. Vor Beginn der 
Nutzung ist der SZA 10 bis 15 min anzuwiirmen. Dabei erreicht er. etwa 
die halbe Nennspannung, die durch die Erwarmung beim Entladen nach 
3 bis 5 min ihren Sollwert erreicht. Die dabei noch nutzbare Kapazitat 
betriigt je nach Akkumulatorentyp 20 bis 40 , i>. 




SZA (CU;i 12) und Orlginalbehalter mil Elektrolyl [Bild 293.21] 
242 



Eine standige Nutzung der SZA bei Temperaturen unter -15 °C fuhrt zu 
einer Verminderung der Kapazitat. Der Nennwert kann dadurch wieder 
erreicht werden, daB die SZA nach 10 Zyklen entladen, 5 h bei 20 °C ge- 
lagert, dann bis zu einer Spannung von 1 V je Zelle waiter entladen und mit 
erner Ausgleichsladung geladen werden. Nach dieser Vorbereitung sind die 
SZA wieder fur Betrieb bei niedrigen Temperaturen geeignet. WUhrend der 
Nutzung unterliegt das Silber der Elektroden praktisch keinem Verbrauch. 
Defekte und ausgesonderte SZA sind deshalb der zentralen Sammelstelle 
zuzufuhren. 



3.5.2.1. Elektrolyt 

Als Elektrolyt wird chemisch reine Kalilauge verwendet. Bei 20 °C hat sie 
eine Dichte von 1,4 : 0,02 g/cm'. Der Elektrolyt wird wiihrend der Nut- 
zung nicht gewechselt und bei sachgemilBer FUllung nicht ergilnzt. Steht der 
Elektrolyt beim entladenen SZA unterhalb der unteren Marke, so darf er 
bis zu dieser mit Elektrolyt aufgefiiUt werden, nicht mit destilliertem Wasser 
Oder Elektrolyt fur NK-Alckumulatoren. Zur FilUung ist nur der in Plast- 
behaltern mitgelieferte Elektrolyt fur SZA zu verwenden. 

Eleklrolylhersielhmci 
(Beispiel fur 1 I Lauge) 

1.560g chemisch analysenreines Kaliumhydroxid KOH (Alzkalii ab- 
wiegen. 

2. KOH in einem vorher mit destilliertem Wasser ausgespUlten Weithals- 
meBkolben 1 000 cm^ in 600 ml destilliertem Wasser auflosen (Flasche 
mit Gummi verschlieBen: Laugenspritzer, Erwilrmung, Karbonatisierung 
des Elektrolyts). 

3. Abklihlen bis 20 C und mit destilliertem Wasser bis lOOOcm^ auf- 
fiillen. 

4. Dichte messen (1,40 ^- 0,02 g/cm-"). 

5. Fertige Lauge in luftdicht verschlieBbare, chemisch saubere Behalter 
aus Glas oder Plast mit Glas- oder Plasttrichter, der ein Wattefilter ent- 
halten muB, umftillen. 

In keinem Fall darf Leitungs-, Regen-, Quell- oder Schmelzwasser zum An- 

setzen des Elektrolyts verwendet werden. Elektrolyt fiJr SZA darf keinen 

Zusatz von Lithiumhydroxid (LiOH) erhalten! 

Nur durch chemisch reinen Elektrolyt konnen die Kapazitilt und die Lebens- 

dauer der SZA gewiihrleistet werden! 

Bei der Elektrolytherstellung ist voile Schutzbekleidung zu tragen! 



3.5.3. Formieren der Silber-Zink-Akkiimulatoren 

SZA werden in der Regel ungefullt geliefert. Eine Formierungsladung der 
Elektroden kann wie bei NK-Akkumulatoren vom Hersteller nicht durch- 
gefuhrt werden. Die Formierung wird in der Ladewerkstatt des Verbrau- 

16* 243 



chers in einer normalen Zeit von 3 bis 5 Tagen durchgefuhrt. Eine \erkurzte 
Formierung ist prinzipiell durch VerkUrzen der Stillstandszeiten des SZA 
und durch Erhohen des Formierungsstroms auf I ,(, bei 2,1 V Ladeschlu&- 
spannung je Zelle innerhalb eines Tages moglich. Von der sorgfaltigen Durch- 
fuhrung der Formierung hangt die Lebensdauer der SZA ab. Nachdem sie 
auBerlich Uberpriift worden sind, wird mil einer Pipette oder einem Glas- 
trichter der Elektrolyt aus den mitgelieferten 200 ml enthaltenden Plast- 
behaltern entnommen und bis zur oberen Markierung am SZA-Gehause 
aufgefUllt (bei SZD 12 etwa 22 ml). Der SZA wird mit der Ventilschraube ver- 
schlossen. Nach 1 bis 2 Tagen wird, wenn notig, der Elektrolyt bis zur un- 
teren Markierung aufgefullt. Die anschlleBende Formierung nfaBt 2 
Zyklen. Die Veiitilschrauben diirfcn dabei nicht geoffnet werdeu! 



3.5.3.1. Erster Formierungszyklus 

Der aufgefiillte SZA ist mit Ijo bis zu einer LadeschluBspannung von 2,05 V 
je Zelle in etwa 20 h zu laden, hochstens jedoch in 30 h. Die Spannung ist 
alle 2 h zu kontrollieren und vor Erreichen der LadeschluBspannung alle 
10 bis 5 min. Es ist gunstig, bei einer Spannung von 2,01 bis 2,02 V je Zelle 
die Ladung ttir 10 h zu unterbrechen und danach bis zur LadeschluBspan- 
nung 2,05 V zu laden, hochstens jedoch 5 h. Nimmt der SZA nach zwei- 
maliger Ladeunterbrechung (durch vorzeitiges Erreichen der LadeschluB- 
spannung) die Ladung nicht an, so ist trotzdem mit dem Entladen zu be- 
ginnen. Das Entladen mit konstantem Strom Ijo ist der zweite Teil des 
ersten Formierungszyklus. Die Spannung wird alle 2 h bis zu 14 h und dann 
ofter bis zu einem Rhythmus von 10 min kurz vor Erreichen der Entlade- 
schluBspannung von 1 V je Zelle konlrolliert. 



3.5.3.2. Zweiter Formierungszyklus 

Der entladene SZA wird mit I20 bis 2,05 V geladen. Die anschlieflende Ent- 
ladung dient dgr Kapazitiitskontrolle. Der Entladestrom muB bis IV 
Zellenspannung standig konstant gehalten werden. Danach berechnet sich 
die Kapazitiit: 

Kapazitat in Ah = Entladestrom in A mal Entladezeit in h. 

Nach dieser Formierung muB der SZA mindestens die Nennkapazilat auf- 
weisen, sonst ist er nicht fiir Einsatztechnik geeignet. Zwischen dem Laden 
und dem Entladen sind 2 bis 3 h Ruhe fiir den SZA gilnstig. 



3.5.4. Laden 

SZA werden normal mit konstantem Strom 1 ,0 geladen. Der Ladefaktor 
betriigt 1,1 bis 1,2. Das Kriterium des geladenen SZA ist nicht die Zeit, son- 

244 




Ladeschaltung fiir SZA 
[Bild 293.221 



Icho 




neu einregein 



Ladeschaltung fiir SZA 
nach Abklemmen einer 
Gruppe [Bild 293.23] 



dern die LadeschluBspannung von 2,05 V je Zelle. Die SpannungskontroUe 
ist am SchluB alle 10 bis 5 min durchzufuhren. Erreicht der SZA vor 1 1 h 
2,05 V, so ist die Ladung fur 1 bis 2 h zu unterbrechen. Es darf auf keinen 
Fall langer als 12 h geladen werden, da Oberladungen Lebensdauer und 
Kapazitat stark herab,setzen. SZA miissen in temperierten Raumen ge- 
laden werden. Unterhalb von ' C ist jedes Laden zwecklos. Um eine okono- 
mische Ladung und SpannungskontroUe zu gewiihrleisten, wird eine ge- 
mischte Schaltung verwendet. Entsprechend der Kapazitat des Ladegeriits 
werden 2 bis 5 SZA parallelgeschaltet, die vor dem Laden gieiche Klemmen- 
spannung aufweisen miissen. Entsprechend der Spannung des Ladegeriits 
konnen mehrere parallelgeschaltete Gruppen in Serie geschaltet werden. 
DiejenigeGruppe,diedieLadeschluBspannungerreichthat,wirdabgeklemmt. 
Da jetzt eine Gruppe beim erneuten Anschalten fehlt, muB vorher der Lade- 
stromregler zuriickgestellt und nach dem Einschalten der Strom erneut ein- 
geregelt werden. Nach 10 Zyklen ist eine Ausgleichsladung mit Ijo durch- 
zufuhren. 

MuB aus irgendwelchen Griinden die Ladung unterbrochen werden, so ist 
sie nach spatestens 24 h fortzusetzen und zu beenden. Fiir die Ladung von 
SZA ist es gUnstig, automatische Ladegerate zu verwenden, da dadurch das 
Oberwachen der LadeschluBspannung entfallt. Eine Schnelladung ist 
prinzipiell moglich, verringert aber die nutzbare Kapazitat. Nach jeder 
Schnelladung muB eine Ausgleichsladung vorgenommen werden. 

245 



3.5.5. Lagerung 

Ungefiillte SZA konnen mehrere Jahre gelagert werden. Werden gefullte 
formierte SZA eingelagert, so sind sie vorher mit I ,„ auf 0,5 V je Zelle zu ent- 
laden. Nach mehr als 2, maximal 6 Monaten Lagerzeit sind sie vor dem La- 
den in 2 Zyklen neu zu formieren. Bei Ausschopfung der mogliclien Lager- 
zeit der SZA sind Kapazitatsverluste unvermeidbar. 



246 



4. 



Benzin-Elektro-Aggregat BeET 1,5-2/220 V 



[913] 



4.1. 



Bestimmung 



Die tragbaren Benzin-Elektro-Aggregate vom Typ BeET dienen der 
Erzeugung von Einphasenwechselstrom. Sie werden als Stromerzeuger fur 
fahrbare Nachrichtengerate eingesetzt. 

Fiir die stUndige Betriebsbereitschaft dieser Aggregate sind eine sach- 
gemiiBe Bedienung und eine regelmaBige Wartung erforderlich. 



42. 



Technische Anga1>en 



Aggregat 
Abmessungen 

Masse 
Benzinmotor 

Drehzahl 

Drehzahlregler 

Kraftstoff 

Kraftstoffbehalter 
Kraftstoffverbrauch 

Oenerator 

Stromart 

Nennleistung 

Nennspannung 

Nennstrom 

Frequenz 

Felderregung 



BeET 1,5 2 

Liinge 870 mm 
Brei'te 430 mm 
Hohe 595 mm 

etwa 73 kg 

EL 150, Zweitakt-Otto-Motor mit 

UmkehrspUlung 

3000 min^' 

Fliehkraftregler 

Benzin- M otoren ol-Gemisch 

Verhaltnis25:l 

Inhalt etwa 3 / 

bei Nennlast 1,3 //h 

EGBS 1,5-2 

Einphasenwechselstrom 

1,5 kVA 

230 V 

6,5 A 

50 Hz 

selbsterregt, kompoundiert 



4.3. 



Aufbau 



Der Benzinmotor (I) ist durch einen Gehauseflansch fest mit dem Gene- 
rator (2) verbunden. 

Als tragendes Bauteil ist der Generator auf Gummi-Metall-Elementen (3) 
am Tragrahmen (4) befestigt. 
Der Vergaser mit dem Nafiluftfllter (5) ist an dem Ansaugstutzen des 



247. 




Benzin-Elektro-Aggregal BeET 1,5 2/220 V (Vorderseite) [Bild 291.1] 
1 - Benzinmotor: 2- Generator; 3 - Gummi-Melall-Elemenle; 4 - Trag- 
ralimen;5- NaBluftfilter;6- Reglergestange;7-KraftstolTbehalter; 8-Kraft- 
slolTliahn;9-Kraftstotneitung; 10-Zylinder; 11 Zilndkerze; 12-Gerausch- 
diimpfer; 13 - Schaltkasten; 14 - Steckdose 



Bcnzinmotors angeschlossen. Der Vergaserschieber wird vom Drehzahl- 
regler Uber das ReglergesUinge (6) betiitigl. Die Kraflsloffzufuhr zum 
Vergaser erfolgt vom Kraftstofrbehillter (7) liber den Kraftstoffhahn (8) 
und die KraftstolTleitung (9). 

Die verbrannten Gase gelangen iiber den Geriiuschdiimpfer (12) ins Freie. 
Der Schaltkasten (13) mit Steckdose (14) ist Uber Gummischwingelemente 
am Generator befestigt. 



4.4. 
4.4.1. 



Wirkungsweise 
Benzinmotor 



Der Benzinmotor arbeitet nach dem Zweitakt-System mit 3-Kanal-Um- 

kehrspulung. 

Bcim Aufwiirtshub des Kolbens entstcht im Kurbelwellengehause cin 

Unterdruck. Nach Freigabe des Ansaugkanals durch die Kolbenunter- 

kante stromt infolge des Unterdrucks KraftstofT-Luft-Gemisch in das 

Kurbelgehiiuse. Dieses Kraftstoff-Luft-Gemisch wird im Vergaser je nach 

Belastung mengenmiiBig hergestellt. 



248 



■^•ni 




Benzin-Elektro-Aggregat BeET 1,5-2/220 V (Ruckseite) | Bild 291.2] 



Eine unsachgemiiBe Veriinderung am Vergaser flilirt zur Leistungsminde- 
rung des Benzinmotors. 

Durch den abwilrtsgehenden Kolben wird nach SchlieBen des Ansaug- 
kanals das KraftstofT-Lufl-Gemiscii vorverdichtet, und es slromt nach 
Freigabe der 2 Oberstiomkanale durch die Kolbenoberkante in den 
Zylinderraum. 

Die noch im Zylinder vorhandenen Restgase werden durch das ilberstro- 
mende Kraftstoff-Luft-Gemisch Uber den AuslaBkanal in den Gerausch- 
diimpfer gedrangt. 

Bei der folgenden Aufwiirtsbewegung schlieBt der Kolben die Oberstrom- 
kanale und den AuslaBkanal, das im Zylinder vorhandene Kraftstoff- 
Luft-Gemisch wird verdichtel. Kurz vor dem oberen Totpunkt wird durch 
den an der Ziindkerze uberspringenden Funken die Verbrennung einge- 
leitet. 

Der dabei entstandene erhebliche Uberdruck treibt den Kolben nach 
unlen, der Motor verrichtel Arbeit. Vor dem Erreichen des unteren Tot- 
punkts gibt die Kolbenoberkante zuerst den AuslaBkanal frei. Die noch 
unter Druck stehenden verbrannten Gase slromen liber den Geriiusch- 
dampfer ab. 

Dieses Arbeilsspiel wicderholt sich wiihrend des Betriebs fortlaufend. 
Die fiir die Entstehung des Zundfunkens erforderliche hohe eleklrische 
Spannung wird in einem SchwungmagnetzUndsystem erzeugt. 
Der Regler schlieBt den Vergaserschieber, sobald die Drehzahl 3000 min ' 



249 



wesentlich ubersteigt. Durch diese Arbeitsweise und seine Empfindlichkeit 
begrenzt der Regler die Drehzahl des Motors nach oben und halt sie in 
einem bestimmten Bereich konstant. 



4.4.2. Elektrische Aniage 

Der Generator ist ein als AuBenpolmaschine gebauter selbsterregter Ein- 
phasen-Wechselstrom-Generator. Im Gehfluse sind 2 Magnetpole mit je 
2 Erregerwicklungen angeordnet. Durch den in diesen Wicklungen flie- 
Benden Erregerstrom wird ein krUftiges Magnetfeld aufgebaut. In den 
Nuten des Ankers sind die Generatorwicklung - ihre Enden sind an 2 Schleif- 
ringe gefuhrt - und die Ankerwicklung - ihre Enden sind an die Lamellen 
des Kollektors gefuhrt - eingebettet. 

Dreht der Benzinmotor den Anker, so werden die Leiter der 2 Wicklungen 
im Magnetfeld bewegt, in den Leitem wird Wechselspannung erzeugt. 
Die in der Ankerwicklung erzeugte Wechselspannung wird durch den 
Kollektor gleichgerichtet, in Gleichspannung umgeformt und Uber Kohle- 
bilrsten und Spannungsregler der 1. Erregerwicklung.zugefUhrt. 
Der in diesem Stromkreis flieBende einstellbare Erregerstrom baut das 
Magnetfeld auf. Vorbedingung fijr diese Selbsterregung ist das Vorhanden- 
sein eines Restmagnetismus in den Magnetpolen. 

Die in der Generatorwicklung erzeugte Wechselspannung wird iiber 
Schleifringe, Kohlebiirsten, Strommesser und Stromtransformator, Siche- 
rung und Schalter dem Verbraucher zugefiihrt. In der Sekundarseite des 
Stromtransformators wird ein dem Belastungsstrom proportionaler Strom 
erzeugt, iiber Trockengleichrichter gleichgerichtet und der 2. Erreger- 
wicklung zugefiihrt. Auf diese We'ise wird das Magnetfeld automatisch 
lastabhangig verstarkt und die Wechselspannung im gesamten Lastbereich 
auf 220 V + 5 /o konstant gehalten. 



4.5. Inbetriebnahme 

4.5.1. Vorbereitung der Inbetriebnahme 

1. Aggregat auf festem Untergrund waagerecht abstellen. 

2. Drahtgitter im Luftergehausedeckel auf DurchlaB prilfen. 

3. Drehzahlreglergestilnge auf Gangigkeit prufen, und auBenliegende 
Gelenke mit einigen Tropfen Ol schmieren. 

4. Fullung des Kraftstoffbehiilters kontrollieren. 

5. Nachrichtengerat iiber Zuleitungskabel und Steckdose elektrisch mit 
dem Aggregat verbinden. 

Merke: 

Das Aggregat ist bei abgesetztem Betrieb (auBerhalb des Fahrzeugs) zu 
erden, und das Gehause des Nachrichtengerats muB iiber einen Schutz- 
leiter mit dem Gehiiuse des Aggregats verbunden sein. 

250 



6. Entluftungshahn am Kurbelgehiiuse offnen, Dekompressionsventil am 
Zylinderkopf driicken und FuBhebelstarter 3mal durchlreten. 
Dabei ist auf leichtcn Lauf des Aggregals zu achten. 



4.5.2. 



Inbetriebnahme des Benzinmotors 



!. Kraftstoffliahn offnen. 

2. Schwimmertupfer am Vergaser niederdrticken, bis Kraftstoff beginnt 
tlberzulaufen (entfallt bei warmem Motor). 

3. Gashebel voll offnen, Enlliiftungshahn und Dekompressionsventil Sff- 
nen, FuBhebelstarter 3mal durchtreten, Entluftungshahn und Dekom- 
pressionsventil wieder schlieBen (entfallt bei warmem Motor). 




Anwerfen des BeET 1,5-2/220 V [Bild 291.3] 

4. Gashebel etwa '/j offnen. 

5. Startsegment gefuhlvoll in das Ritzel einspuren und durch krllftigen 
Tritt auf den FuBhebelstarter den Motor anwerfen. 

Der Starthebel wird bei laufendem Motor in der unteren Stellung in die 
Federspange eingeklemmt. 

Springt der Motor nach mehrmaligem Versuchen nicht an, dann sind 
MaBnahmen von 3. bis 5. bei geschlossenem Benzinhahn zu wieder- 
holen. Springt der Motor wiederum nicht an, dann ist im Abschnitt 4.8. 
»Hinweise bei Storungen« nachzulesen und entsprechend zu verfahren. 

6. Gashebel offnen, und Motor auf Nenndrehzahl bringen. 



251 




Gashebel olfnen 
(BeET 1,5-2/220 V) 
[Bild 291.41 




Spannung einslellen (BeET 1,5-2/220 V) [Bild 291. 5| 



4.5.3. Einstellen der Spannung 

I.Nach Erreiclien der Nenndrehzahl ist die Nennspannung mit dem 

Spannungsregler einzustellen. 
2. Paketschalter am Schaltkasten in Stellung I bringen. Der flieBende und 



252 



vom Strommesser angezeigte Laststrom darf den Nennstrom nicht 
Ubersteigen. 

Merke: 

Laufzeiten ohne Last iiber 5 Minuten sind fur den Benzinmotor schad- 
lich und sind deshalb zu vermeiden! 

3. Spannungsabweichungen wahrend des Betriebs konnen mit dem'Span- 
nungsregler nachgestellt werden. 



4.5.4. Inbetriebnahme im Winter 

1. Vor dem Anwerfen des Motors Starterklappe schlieBen, und erst dann 
offnen, wenn der Motor gleichmiiBig lauft. 

2. Motor bei jedem Start unter geringer Last warmlaufen lassen, bevor 
die Nennlast zugeschaltet wird. 

3. In Betriebspausen Aggregat abdecken bzw. in erwUrmten Raumen 
abstellen. 



4.6. Betriebsuberwachung und AuBerbetriebsetzen 

Strom und Spannung sind wiiiirend des Betriebs zu kontrollieren. Unzu- 
liissige Abweichungen von den Nennwerten sind zu korrigieren. 
Die Arbeit des Fliehkraftreglers ist zu Uberwachen. Oberdrehzahlen sind 
unbedingt zu vermeiden. 

Die allgemeine Arbeitsweise des Aggregats ist zu iiberprlifen. Bei unregel- 
milBigem Lauf sind der Motor abzustellen und die Ursache zu beseitigen. 
AuBerbetriebsetzen erfolgt nach Abschialten der Last und SchlieBen des 
Kraftstoffhahns durch Drucken des KurzschluBknopfs (bei illteren Aiis- 
ftihrungen durcli Drucken des Dekompressionsventils). Bei liingeren 
Betriebspausen ist es zweckmaBig, den Motor bei geschlossenem Kraft- 
stoffhahn bis zum selbstiindigen Stillstand laufen zu lassen. AnschlieBend 
ist das Aggregat vollstiindig aufzutanken und zu saubern. 



4.7. Wartung 

Verwendung einwandfreier Betriebsmittel (z. B. Benzin und Ol) und 
Beachtung der in den Abschnitten 4.4., 4.5. und 4.6. gegebenen 
Hinweise sind die beste Wartung fijr das Aggregat. ts sei besonders darauf 
hingewiesen, daB der Motor nur mit einem Benzin-Motorenol-Gemisch 25 : 1 
betrieben werden darf, weil es die Schmierung aller Motorteile mit Aus- 
nahme des Reglers und der Kurbelwellenlager iibernimmt. Fiir einen 
regelmilBigen und storungsfreien Betrieb sind zusatzlich folgende War- 
tungsarbeiten durchzufiihren. 



253 



Wartungsarbeiten 


nach jeweils 




Betriebsstunden 


NaBluftfilter 


50 


reinigen 


(bei starkem 




Slaubanfall 




evtl. tiiglich) 


FuBhebetstarter 


50 


schmieren 




KraftstofTanlage 


50 


reinigen 





Hinweise zur Durchfuhrung 
der Arbeiten 



Ziindlcerze 
kontrollieren 



50 



Olstand im Dreh- 
zahlregler priifen 
und auffiillen 



Befestigungsschrau- 
ben auf festen Sitz 
priifen 

Kollektor, 
Schleifringe und 
Kohlebiirsten iiber- 
priifeti 



100 



100 



100 



Filter mit Benzin auswaschen 
und mit einigen Tropfen Ol 
tranken. Zyklonfilter des 
BeET 0,6-2/220 V vor Ol 
schiitzcn ! 

FuBhebelstarter mit der 
Schmierpresse abschmieren. 
KraftstofThahn schlieBen, und 
Filterglocke abschrauben. 
Filter mit Benzin saubern. Bei 
Montage ist auf richtigen Sitz 
der Dichtung zu achten. 
KraftstofFleitu'ng durchblasen. 
Kerzenstecker abziehen, und 
Zundkerze herausschrauben. 
Elektrodenabstand = 0,4 mm 
iiberpriifen und korrigieren. 
Verschmutzte Kerze mit wei- 
cher Drahtbiirste saubern. 
Stark verschmutzte Kerze und 
Kerze mit abgebrannten 
Elektroden gegen neue Kerze 
austauschen. 

VerschluBschrauben offnen. 
Motorenol auffiillen, bis 
dieses aus der Kontroll- 
offnung tritt. 

VerschluBschrauben wieder 
schlieBen. 

Samtliche Befestigungs- 
schrauben des Aggregats 
sind mit dem Schrauben- 
schliissel festzuziehen. 
Diese (jberpriifung hat bei 
Stillstand des Aggregats zu 
erfolgen. 

Leichte Verschmutzung des 
Kollektors und der Schleif- 
ringe kann mit einem in 
reines Benzin (ohne Ol) 
getauchten Lappen beseitigt 
werden. 

Sind Schleifringe und Kol- 
lektor stark verschmytzt bzw. 
eingelaufen oder die Kohle- 
bursten stark abgelaufen, dann 
ist das Aggregat einer 
Werkstatt zuzufiihren. 



254 



4.8. Hinweise bei Stdrungen 

4.8.1. Motor springt nicht oder nur schwer an 



Ursache-Prilfmethode 



Abhilfe 



Kraflstoffmangel - 
Ziindkerze ist voll- 
stiindig trocken 



KraftstoffiiberschulJ - 
Zundkerze ist naB 



Kein Zundfunke - 
herausgeschraubte 
Zundkerze steckt im 
Kerzenstecker, das 
Kerzengewinde liegt 
auf dem Motorgehause 
auf, beim Durchdrehen 
des Motors entsteht 
kein Zundfunke 



Undichtheiten 
Sichtkonlrolle am 
Benzinmolor 



Man iiberzeuge sich: 

- daB geniigend K raftstoff im Tank ist; 

- daB der KraftstofThahn richtig geoffnet ist; 
~ daB der Entliiftungshahn geschlossen ist; 

- daB die Kraftstoffanlage nicht verstopft ist. 
Kraftstoflliahn schlieBen und danach Benzin- 
leitung von AnschluBstutzen des Scliwimmer- 
gehauses abziehen. Lauft beim Offnen des Kraft- 
stofThahns Benzin aus der Leitung, dann kann die 
Ursache nur am Vergaser liegen - Defekt durch 
Fachmann beseitigen lassen. 

Lauft kein Benzin aus der Leitung, dann ist die 
KraftstotTanlage zu reinigen (s. L2.6. Wartung). 
KraftstofThahn schlieBen, Entliiftungshahn und 
Gashebel voUstandig ciffnen, Dekompressions- 
ventil driicken, FuBhebelstarter so lange durch- 
treten, bis kein Kraflstoff bzw. Ol aus dem Ent- 
liiftungshahn geblasen wird. 
Danach wird bei geschlossenem KraftstofThahn 
gestartet, der Hahn wird geofTnet, wenn der Motor 
lauft. 

Ziindkerze wechseln. 

Ziindkabel aus Kerzenstecker schrauben und auf 
Ziindkerze stecken. Entsteht ein Zundfunke, dann 
ist der Kerzenstecker zu erneuern. Entsteht kein 
Funke, dann folgende Untersuchung durchfuhren : 
Funkenstrecke von maximal 5 mm zwischen 
Ziindkabel und Motorgehause herstellen. Springt 
ein Funke iiber, dann ist die Kerze zu erneuern, 
springt kein Funke fiber, dann ist das Ziindkabel 
zu wechseln. Springt danach immer noch kein 
Funke uber, so ist der Schwungmagnet defekt und 
ist durch einen Fachmann reparieren zu lassen. 
Bei saubergehaltenem Motor erkennt man diese 
am Kurbelgehiiuse, am Vergaserflansch, am 
ZylinderfuB oder am Zylinderkopf. Defekt ist von 
einem Fachmann zu beseitigen. 



255 



4.8.2. Motor lauft unregelmaBig bzw. bleibt stehen 

Ursatfhe Abhilfe 



KraftslotTbehaller leer 
Luftfilter verschmutzt 
Reglergestiinge verklemml 
Zuviel Ol im Kraftstoff 

Kerzenstecker defekl 

Ziindkerze defekl 

Lager defekl (starkes 

Geriiusch und heiBgelaufenes 

Lager) 

Ziindanlage schadhaft 



Kraftstoff auffullen. 

Luftfilter reinigen. 

Gestange dien und giingig machen. 

Tank leeren, und Benzin-Ol-Gemisch 

25:1 auffullen. 

Kerzenstecker erneuern. 

Ziindkerze wechseln. 

Motor sofort abstellen, Reparatur ist in 

einer Werkstatt durchzufiihren. 

In Werkstatt reparieren lassen. 



4.8.3. 



Maschine gibt keine Spannung 



Ursache 



Abhilfe 



Nur bei stillstehendem Motor reparieren! 
Belastung muB abgeschaltet sein! 

Kollektor verschmutzt Kollektor mil Benzinlappen (ohne Ol) 

reinigen, 

Kohlebiirsten verklemmt Spiel der Kohlebiirsten iiberpriifen. 

Lockere Klemmenverbindung Anschlilsse der Kohlebiirsten und am 

Klerrimbrett inj Schaltkasten festschrauben. 

Restmagnetismus zu schwach Kohlebiirsten vom Kollektor abhebcn. 

12-Volt-Batterie kurzzeitig mil - an »C« 
und - an »D« anschlieOen. 
Beim BeET 0,6-2: Druckknopf am Schalt- 
kasten mil langlichem Gegensland driicken. 
Gibt nach diesen Oberpriifungen die Ma- 
schine immer noch keine Spannung ab, dann 
ist die notwendige Reparatur in einer Werk- 
statt durchzufiihren. 



256 



TeilE 
Antennen 



Stabantennen 



[294] 



1.1. 



Begriffsbestimmung 



Die Stabantenne soil einem Viertel der Betriebswellenlange entsprechen. 
Man kann sie sich aus einem Vertikaldipo! entstanden vorstellen, dessen 
oberer Schenkel durch den Stab gebildet und dessen unterer Schenkel durch 
die elektrisch leitende Erde ersetzt wird. Die elektrischen Feldlinien, die 
beim Dipol zwischen beiden Schenkeln verlaufen, gehen bei der Stabantenne 
vom stralilenden Stab aus und miinden in Erde, Gehause oder Gegengewicht 
ein (s. Bild). Dementsprechend gelfen fiir die Stabantenne die gleichen Ge- 
setzmilfligkeiten wie fUr den vertikalen Dipol. 

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Feldlinienverlauf [Bild 294.1] 
a - Dipol; b - Stabantenne 



Die Verieilung von Strom und Spannung auf einer ■ langen Antenne ist 



\ I 

V 

(I 

/I 

; I 

/ 1 

/ I 



Verteilung von Strom 
und Spannung auf 
einem A/4-Strahler 
[Bild 294.2] 



im Bild dargcstellt. Bei der Berechnung der geometrischen Lange ist der 
gleiche Verktirzungsfaktor zu beriicksichtigen, der fijr den Dipol gilt. 
Stabantennen eignen sich gut fur die Arbeit mit Bodenwellen. Sie gehiJren 
zur Ausstattung der tragbaren FunkgerUte in Kraftfahrzeugen, in Panzern 
und auf Schiffen. 



259 



Die Stabantenne wird verwendet, wenn 

- Funkbetrieb wahrend der Bewegung oder im kurzen Halt durchgefuhrt 
wird; 

- gleichzeitig zu Funkstellen in melireren Richtungen gearbeitet werden 
muB; 

- die Richtung zur Gegenstelle nichl bekannt ist oder 

- die erzielte Reichweite ausreicht und aufwendigere Antennen Uber- 
fiussig sind. 



1 .2. Ausbreitungscharakteristiken 

1.2.1. Horizontales Strahlungsdiagramm 

Die Verteilung der Feldslarke in der waagerechten Ebene um eine strahlende 
Antenne wird im horizontalen Strahlungsdiagramm (als Horizontalcharak- 
teristik) dargestellt. Wird die Stabantenne ohne Gegengewichte betrieben, 
so ist die Feldstiirkeverteilung beim Senden in alle Riehtungen gleich 
(s. Bild). Aucli furdieaufdenTeleskopmastderFunkstelle R 125aufgesetzte 



90° 



180 





\10\^'^' 


~^^ 


-^.M° 




150V 




f 


X 


V 


no\ 


2W^^-~— _ 


\ 


-^300° 


>330 



270° 



Horizontaldiagramm 
der Stabantenne 
[Bild 294.3] 



1,5-m-Stabantenne mit Gegengewichten, oft als »Sputnik« bezeichnet. gilt 
eine ungefahr kreisformige Horizontalcharakteristik, solange alle Gegen- 
gewichte gleiche Lange haben. 



1.2.2. 



Vertikales Strahlungsdiagramm 



Die Richtcharakteristik der Stabantenne in der zur Erdoberflache senk- 
rechten Ebene hangt wesentlich von der Antennenhohe uber der Erde und 
von den eleklrischen Eigenschaften des Bodens ab. Stabantennen auf feu ch- 



260 



wo° 




Vertikaldiagramm der 

Slabanlenne 

[Bild 294.4] 



a - bei idealer Leitlahigkeit des Bodens; b - bei normaler Leitfiihigkeit des 
Bodens; c - bei geringer Leitfiihigkeit des Bodens 



tern Unte | ;grund strahle n unterei nem flacheren WinkeUib als^solche auf 
txpckenem Sandboden mjt niedrigem Grundwasserspiegel. Man kann also 
bei jedem Wechsel des Aufbauplatzsr e7warterir~3"all sich das Vertikal- 
diagramm iindert. 

Je flacher der Abstrahlwinkel ist und je hoher man die Antenne anbringen 
kann, desto groBere Reichweiten sind moglich. Das ist auch der Grund, 
warum oft mit der 1,5-m-Stabantenne der Funkstelle R 125 so gute Er- 
gebnisse erzielt werden. Die Gegengewichte dieser Antenne tragen dazu bei, 
den Abstrahlwinkel moglichst flach zu halten (s. Bild). 



180^ 




Vertikaldiagramm 
einer 1,5-m-Stab- 
antenne mit Gegen- 
gewichten auf 
Teleskopmast 
[Bild 294.5] 



Beachte : 

Die vorgeschriebene Liinge der Gegengewichte einhalten. 



1.2.3. Weiterc Einfliisse auf die Ausbreitungscharakteristik 



Urn auch bei '-Verlikalantennen eine bestimmte Richtwirkung erzielen 
4 

zu kiinnen, werden hilufig Gegengewichte benutzt. Das_sind bei den struk- 

turellen Antennen isolierte~ Draiite, dem Antennenmaterial gleichend oder 

iihnlich, diejnj<jchtun£zur Gegen^steUe auszul^ oder auszuspaniien sind. 

Sie bewirken, daB die elektrischen Feldlini en in dieser R icivtung " verdlcHT et 

werden, wodurch die elektrische Feldstiirke wachst. In welchem MaBe die 

261 



Feldstarke einer Antenne mit Richtwirkung in deren Hauptstrahlrichtung 
gegeniiber der einer Vergleichsantenne gleiclier Leistung wachst, gibi der 

Antennengewinn G an. Dabei kann man z. B. den --Dipol als Vergleichs- 
antenne wahlen und dessen Gewinn G — 1 setzen. Beispiele, wie die Ver- 
wendung von Gegengewicliten eine Richtwirkung hervorbringt, sind in 
Tabelle D 1.1 angegeben. 

GroBere elektrisch leitende Objekte, wie Hiiuser, Biiume, Maste, Freilei- 
tungen und Drahtzaune, konnen die elektromagnetischen Wellen reflek- 
tieren oder absorbieren, so daO sowohl Sende- als auch Empfangsbedin- 
gungen unberechenbar veriindert werden. M itunter muB die Antenne deshalb 
nachgestimmt werden. Auch die Neigung der Antenne (Betrieb wahrend 
der Bewegung) fiihrt zur Verformung des Richtdiagramms in der Neigungs- 
richtung. 

Es ist fijr die Form des Richtdiagramms gleichgUltig, ob die betreffcnde 
Antenne zum Senden oder zum Empfang eingesetzt wird. 



1 .3. Anpassung und Abstinunung 

Unter der Anpassung der Antenne an die Zuleitung versteht man eine gute 
Obereinstimmung zwischen dem Wellenwiderstand der Antenne am-Speise- 
punkt mit dem Wellenwiderstand der Zuleitung. Der Wellenwiderstand 
ist eine wichtige elektrischc KenngroBe des Kabels, die von dessen geome- 
trischen Abmessungen bestimmt wird. Die Werte fiir den Wellenwiderstand 
kann man Dienstvorschriften oder Tabellenbilchern entnehmen. Die 
GriiBe des Wellenwi^derstands ist unabhangig von der Leitungslange. Des- 
halb kann z. B. das Koaxialkabel unserer Funkgeriite eine abgesetzte 
1,5-m-Stabantenne speisen, ohne daB eine bestimmte Lange des Speise- 
kabels eingehalten werden muB. Allerdings geht die ausgestrahlte Leistung 
von mit Koaxialkabeln gespeisten Antennen oft merklich zuriick gegeniiber 
der Leistung, die eine direkt am Funkgerat angebrachte Stabantenne ab- 
strahlt. Bevor z. B. l,5-m-.Stabantennen erhoht angebracht werden, sind 
hier Vorteile und Nachteile gegeneinander abzuwilgen. 
Nicht abgeschirmte Zuleitungen miissen so kurz wie mciglich gehalten wer- 
den, well sie seibst Energie abstrahlen. Wenn moglich, soUen sie nicht un- 
mittelbar an elektrisch leitenden Teilen entlanggefiihrt werden (metallische 
Spriegelgestelle, feuchte Grabenwande). 

Die Fprderung nach Anpassung zwischen Antennen und Zuleitungen ist 
im ailgemeinen schon durch den Hersteller verwirklicht worden. Anpassung 
zwischen Zuleitung und Funkgerat herzustellen bieibt jedoch oft Aufgabe 
des Funkers, der entsprechend der Beti:iebsvorschrift fur das Funkgerat die 
Abstimmelemente einzuslellen hat. Auch muB cr die vorgegebenen elek- 
trischen Werte der Geratc durch richtige Bedienung und Wartung erhalten 
helfen. Wenn z. B. ein Koaxialkabel innen feucht wird, kann sich sein Wellen- 
widerstand so stark verringern, daB eine Anpassung an die Antenne nicht 
mehr moglich ist. ' 

Der Funker muB haufig die Betriebswellenlange andern, ohne daB er die 

262 



• 



• 



geometrischen Abmessungen der Antenne ilndern kann. Deshalb muB er 
bei jedem Wellenwechsel die Antenne neu abstimmen, d. h., er muB auf 
elektrischem Wege die Antennenlange seiner Arbeitsfrequenz angleichen. 
Dazu dienen die Abstimmittel im Funkgerilt, die wegen ihrer Funktion als 
»Verlangerungsspulen« oder »Verkurzungskondensatoren« bezeichnet wer- 
den. Die Vertikalantennen, die liber einen groCen Frequenzbereich arbei- 
ten mijssen, werden gewohnlich fur die Mitte ihres Bereichs bemessen. Wird 
im oberen oder im unteren Teil des Frequenzbereichs gearbeitet, dann kor- 
rigiert der Fujiker die elektrische Lange durcli den Abstimmvorgang. 



1.4. Arten 

FUr die Vertikalantennen der meistverbreiteten Funkgerate sind einige 
Angaben in Tabelle D 1 .1 zusammengefal3t. Zu diesen meist mit einer Viertel- 
wellenlange arbeitenden Strahlern gehoren nicht nur die 1,5-m-Stabantenne 
und der 4-m-Stab, sondern.auch die Teleskopantennen und die 15-m- 
Schragdraiitantennen. 

Mit den einzelnen Antennenarten mul5 iiber grolBe Frequenzbereiciie ge- 
arbeitet werden, ohne daB eine wesentliche Veruhderung ihrer Lange m5g- 
lich ist. Dadurch sind Verluste nicht zu vermeiden. Das trifft vor allem fUr die 
4-m-Stabantenne des Funkgeriits R 104M zu, die nur einen Bruchteil der 
Viertelwellenlange lang ist, auf der sie arbeiten muB. Deshalb sollte in der 
Funkstelle R 125 die 4-m-Stabantenne ftir das Kurzwellengeriit R I04M 
nur wiihrend der Bewegung genutzt werden. Ein giinstigeres Verhaltnis 
von Antennenlange zu Wellenlilnge hat der 11,5-m-Teleskopmast, der als 
Strahler ftir das Funkgerat R 104M vorgesehen ist. Wird er allerdings als 
Empfangsantenne genutzt, dann fallen nicht nur das Nutzsignal, sondern 
auch alle Storsignale kraftiger ein. Diesen Nachteil kann man au.sgleichen, 
indem man an Stelle des Teleskopmasts die 15-m-Schragdrahtantenne ein- 
setzt. 

Es ist mciglich, die geometrische Lange der Stabantenne flir die UKW- 
Gerate zu vergroBern, indem man die 1,5-m-Stabantenne durch die 30 cm 
langen Stabe vergroBert, die jedem Geriitesatz beigegcben sind. 
Ftir die 1 ,5-m-Stabantenne der Funkstelle R 125 sind die Langen von Strah- 
ler und Gegengewicht in der DV-44/40, Seite 45, angegeben. Die Strahler- 
langen entsprechen jeweils einem Viertel der Wellenlilnge in der Mitte des 
Frequenzbereichs des jeweiligen UKW-Funkgeriits. Auch die Liinge der 
Gegengewichte ist dem ungefiihr angepaBt. Werden diese Langen vom 
Funkcr genau eingehalten, dann kann maximale Leistung ausgestrahlt 
-werden. 

Der Wirkungsgrad rj der Antenne ergibt sich aus dem Verhaltnis von aus- 
gestrahlter Leistung P, zu zugefiihrter Leistung. Die zugefilhrte Leistung 
besteht aus der Verlustleistung P^ und der ausgesl'rahlten Leistung P^. 
I] wird meist in Prozent angegeben : 



,;/.„ = ^ .100 



263 



Tahelle D 1 .1 Anyahen iiber Venikalainennen [Bild 294.6] 



Antennenart 



1,5-m- 2,7-ni- 
Stab- Stab- 

antenne antenne 
(erh.l 



Slab- 4-m-Slab- 

amenne antenne 
1,14 m 



Frequenzbereich in MHz 



20. ..51, 5 20. ..46,1 60. ..70 1...I5 



Stromverteilung 



Cr^ 



c* 



(«T- 



CJ 



^f 



CT 



Horizontaldiagramm 




Richtungder 
gegengemchte 



Vertikaldiagramm 
Wirkungsgrad 



90' 



mitlel bis hocli 
hoch 



-t- 



«?• 



hoch niedrig 



Da die Verluste dcr Abstimmelemente in die Verlustleistung P, eingehen, 
isl leicht einzusehen, daB der Wirkungsgrad audi von der Betriebswellen- 
liinge abliiingt und deshalb in Tabelle 1 nichl in Zahlenwerten angegeben 
werden kann. 



264 



4-m- Teleskopmast 
Stabantenne 

11,5 m 10 m 




15-m- 
Schrag- 
draht- 
antenne 


15-m- 
Schrag- 
draht- 
antenne 


20. ..46,1 1...4,25 1,5... 


12 


1...4,25 


1...15 


lOMHz 37,5MH2 7,mi 


Qegenstelie 
iZSMHz 


Segenstelle 
5NHz IQMHZ 



%^'^ 



CI 



a 






[±r 



/<? 



<■ ! 



90' 




90' 




0° m 



90" 



z?o° 



0° 110% 



i?o° 



90° 90° 90° 90° 30° 

i^' ^0° ^-0- ^Pcio' ^d^'Clc 



lioch 



miltel bis mittcl bis hoch 

hoch hoch 



hoch 



265 



2. Langdrahtantennen ^:v5 

2.1. BegriRsbestimmung 

Als Langdrahtantennen bezeichnet man horizontal ausgespannte Linear- 
antennen, deren Abmessung / ein Vielfaches der Betriebswellenlange i 
betragt. Wegen der guten Richtwirkung bei konstruktiv minimalem Auf- 
wand im Vergleich zu anderen Richtantpnnen ist die Langdrahtantenne fiir 
den mihtilrischen Einsatz besonders geeignet. 

2.2. Arten 

Nach Aufbau und Speisung unterscheidet man zwischen symmetrischen und 
unsymmetrischen Langdrahtantennen, nach Strom- und Spannungsver- 
teilung zwischen Langdrahtantennen fiir stehende und fortschreitende Wel- 
len. Letztere zeigt die ausgepragteste Richteigenschaft und wird z. Z. 
ausschheCHch als strukturmiiBige Antenne angewendet.* 



H 



y//////////////////// 
t 



A 



V////////////////77. 

^ Ausftihrungsformen 



von Langdraht- 

,__, " U° antennen 

V//////////////////, > [Bild 295.1] 

a - Symmetrische Langdrahtantenne fiir stehende Wellen ; b - unsymmetrische 
Langdrahtantenne fiir stehende Wellen; c - Langdrahtantenne fiir fort- 
schreitende Wellen 



Zur Erzielung fortschreitender Wellen auf der Antenne wird diese Antenne 
am Ende mit ihrem Wellenwiderstand abgeschlossen. Als Riickleitung dient 
der Erdboden. Da ein groBer Teil der Sendeleistung beim Betrieb als Sende- 
antenne im AbschluBwiderstand umgesetzt wird, bevorzugt man die Lang- 
drahtantenne im KW-Bereich als Empfangsantenne. 
Kombinationen mehrerer Langdrahtantennen verbessern die Richteigen- 
schaft. Typische Arten sind die V- und die Rhombusantenne. Im folgenden 
wird nur die unsymmetrische Langdrahtantenne fiir fortschreitende Wellen 
behandelt. 

* Die vicil'ach anziitrelfejldc Bczcichnung "Langdrahtantenne mit geneigtem Schcnl<el« 
fiir die 2 l5-JTi-Schr;ig(Jrahtantenne der Funlistellen R I04M und R II8BM ist irre- 
rtihrend, da sie im Sinne obiger Delinition fiir den in Frage kommenden Frequen/bereich 
kcine Laiigdraiitantenne darstcllt. 

266 



2.3. 



Ansbreitungscharakteristiken 



Die Richteigenschaft der Langdrahtantenne hiingt hauptsachlich vom Ver- 
hiiltnis l:X ab. Zur Beschreibung wird das vertikale und das modifizierte 
horizontale Richtdiagramm mit den Winkelbezeichnungen nach dem folgen- 
,den Bild herangezogen. 



Winkelbezeichnungen 
fur die Richtdia- 
gramme 
[Bild 295.2] 




2.3.1 



Vertikales Richtdiagramm 



Mit wachsendem / ; A-Verhaltnis steigt die Richtwirkung der Antenne. 
Gleichzeitig wird der Winkel der maximalen Abstrahlung kleiner. 






50' 
30'- 




i. 6 8 10 JZ 



'a 




Vertikale^ Richtdiagramm 
[Bild 295.3] 

a - //a - 1; b- //A = 2; 
c- lU = 3; d - ip. ----- 6 



Erhebungswinkcl 0„ 
der Hauptkeule in 
Abhangigkeit von //A 
[Bild 295.4] 



267 



2.3.2. Horizontales Richtdiagramm 

Da in Richtung des Antcnnendrahts unter dem Erhebungswinkel 
keine Abstrahlung erfolgt, wird gewohnlich ein modifiziertes Richtdia- 
gramm unter dem jeweiligen Erliebungswinkel 0^ der Hauptkeule ange- 
geben. 






Horizontales Riclitdiagrainm unter Erhebungswinkel 0„ 
a-//;. l;b --//;, 2; c --//;. 3; d /// 6 



[Bild 295.5] 



50' 
W 
30' 
10' 



Horizontaler Otrnungswinkcl 
unter Winkel 0^ 
in Abhiingigkeit von Ijl 
[Bild 295.6] 



268 



Eine effektive Richtwirkung kommt erst ;ib / = 3A zustande. FiJr kleinere 
/ .A-Werte liefcrt die Langdrahtantenne wegen ihres kleinen Wirkungsgrades 
schlechtere Ergebnisse als eine Vertikalantenne. 



2.4. EinfluB verschiedener Faktorcn auf die Ausbreitungs- 

charakteristiken 

Neben der Beeinflussung des Erhebungswinkels der Hauptkeule rufl der 
Erdboden bei gcringer Leitfiihigkeit eine Verschleifung des Richtdiagramms 
hervor, die sich in einer Abflachung der Maxima und einer Aufftillung der 
Minima iluBert. 

Da jedoch der Antennenwirkungsgrad bei geringer Leitfiihigkeit groBer 
wird, steigt der elTektive Antennengewinn und damit die Reichweite. 
Die gleiche Abhiingigkeit zeigt die Wahl der Aultauhohe h. Ihre Vergro- 
Berung bringt durch Reduzierung der Bodenverluste eine Erhohung des 
Wirkungsgrades und der Reichweite. Bis zu einer Aufbauhohe von /i = A, 
die im Kurzwellenbereich aus konstruktiven Griinden kaum erreicht wird, 
iindert sich das Richtdiagramm nur unwesentlich, sofern die vertikale strah- 
lende Zuleitung noch kurz gegentiber dcm horizontalen Antennenteil ist. 



2.5. Ausnutzung' 

2.5.1. Frequenzbereich 

Beschrankt man sich auf praktisch realisierbare Antennenliingen / i 300 m, 
so liiBt sich die Langdrahtantenne fiir fortschreitende Weilen unter Beruck- 
sichtigung von l^^„ '_■ 3 /. im Kurzwellenbereich von 3 MHz ab bis in den 
UKW-Bereich als wirksame Richtantenne einsetzen. 
Der Richtcharakteristik ist zu entnehmen, daB die Hauptstrahlung unter 
einem flachen Erhebungswinkel in Richtung des ausgespannten Antennen- 
drahts erfolgt. Daraus ergibt sich die Haupteinsatzmoglichkeit der Antenne 
fiir KW-Weitverbindungen, die iiber Reflexion an der lonosphiire zustande 
kommen. DieseFunktionerfUlltdie 150-m-Langdrahtantenneder Funkstelle 
R 118BM als Empfangsantenne in Zusammenarbeit mit dem Dipol als 
Sendeantenne. 



2.5.2. Aufbauvarianten 

Begenstelte 




Aufbau der 1 50-m-Langdrahtantenne der Funkstelle R 118BM [Bild 295.7] 

269 



Das Bild zeigt schematisch den Aufbau dcr 150-m-Langdrahtantennc auf 
9 etwa 3 m holien Maslleilen mit Abspannung am 1 ., am 5. und am letzlen 
Mast. Die Erdverbindung Wird an der Funkstelle und am AbschluBwider- 
stand liber Erdstecker hergestellt. Soil die Langdrahtantenne im UKW- 
Bereich eingesetzl werden, wo die Vcrbindung bei Scndern kleiner Leistung 
durch den direkten Strahl im Bereich der optischen Sicht zuslande kommt, 
so ist es zwcckmiiBig, den Erhebungswinkel der Hauptkeule durch geneigten 
Aufbau der Antenne in die Hori'zontale abzusenken. Diese Antcnnenform 
wird als erholuc Langdrahtantenne bei den Funkgeriiten R 105, 108, 109 
als Sende- und Empfangsantenne eingcsctzt. Bei einer Hohe des Aufhiinge- 
punktes von 4 bis 6 m in einer Entfernung von 0,2 bis 0,5 I vom Antennen- 
eingang steigen der Antennengewinn und die Reichweite auf das Doppclte 
gegeniibcr der horizontalen Ausflihrung. Die Erdverbindung wird liber 3 
Endpeitschen hergestellt. die am AbschluBwiderstand befestigt sind und auf 
der Erde aufllegen mlissen. 









Aufbau der 40-m-Langdrahtantenne der Funkstation R 105 
a - horizontal; b - erhiiht 



[Bild 295.8] 



2.S.3. 



Praktische Hinweise 



Die Langdrahtantenne fiir fortschreitende Wellen ist eine mit einfachen 
Mitteln herstellbarc Behelfsantenne, die sich flir cinen groBen Frequenz- 
bereich eignet und gute Tarnmoglichkeiten bietet. 
Die optiniale Antennenlilnge bewegt sich im Frequenzbereich von 6 bis 



270 



60 MHz zwischen 6 und MX. Eine weifere VergroBerung verschlechten 

den Wirkungsgrad der Antenne. 

Der Eingangswiderstand betrilgt einige lOOfl. Der AbschluBwiderstand 

liegt in derselben GroBenordnung und laBt sich naherungsweise angeben 

durch 

4/1 
R = 601n^. 

a 

R AbschluBwiderstand infi 

h Aufbauhohe in cm 

d Antennendurchmesser in cm 

Als Antennenmaterial eignet sich Kupferlitze und -volldraht ab 1 mm 

Durchmesser. ' 



271 



3. Behelfsantennen 

3.1. BegrilTsbestinunung 



[296] 



Behelfsantennen ermoglichen, elektromagnetische Energie abzustrahlen 
(Sendeantenne) oder aufzunehmen (Empfangsantenne). Sie sind aus ver- 
fugbarem Material so den strukturmiiBigen Antennen nachzubilden, daB sie 
sicli mit truppeigenen Mitteln abstimmen und moglichst gtinstig anpassen 
lassen. 



3.2. Arten 

3.2.1. Behelfsdipolantennen 




Behelfs-KW-Dipol 
(horizontal) 
[Bild 296.1] 




Behelfs-KW-Dipol 

(geneigt) 

[Bild 296.2] 



272 




Behelfs-UKW-Dipol 
[Bild 296.3] 



3.2.2. Behelfsvertikalantennen 




Behelfsvertikalantenne 
[Bild 296.4] 




Behe)fs-T- und -L-Antenne [Bild 296.5] 



18 HBTaslfunker 



273 



3.2.3. Behelfslangdrahtantennen 




Behelfs-KW-Antenne mit erhohtem Schenkel und Gegcngewicht 
[Bild 296.6] 




Behelfslangdrahlantenne (abgeschlossen), »Lambda-Antenne« [Bild 296.7] 



3.3. Ausbreitungscharakteristiken in horizontaler Ebene 

3.3.1. Behelfsdipolantennen 




Wpolachse 



Behelfs-UKW-Dipol 
[Bild 296.8] 



274 




Bipolachse Behelfs-KW-Dipol [Bild 296.9] 



3.3.2. Behelfsvertikalantennen 



Behelfsvertikalantenne (Bild 296.10] 




Behelfs-T- und -L-ABtenne [Bild 296.1 1] 



3.3.3. Behelfslangdrahtantennen 




Behelfs-KW-Antenne mit erhohtem Schenkel und Gegengewicht 
[Bild 296.12] 



275 




fUr L-3...5X 



Behelfslangdraht- 
antenne(fur/= 3... 4 /I) 
[Bild 296.13] 



3.4. Ausbreitungscharakteristiken in vertikaler Ebene 

3.4.1. Behelfsdipolantennen 




/ur^-0,5 



///////////////////////////////// 



Behelfs-KW-Dipol 
[Bild 296.14] 




v/////////////////////////. 



Behelfs-UKW-Dipol 
[Bild 296.15] 



3.4.2. Behelfsvertikalantennen 



idealerBoden 

feuchter Boden 
trockener Boden 




7////////////////////////77//////: 
Behelfsvertikalantenne [Bild 296.16] 

276 





Behelfs-T- und 
-L-Antenne [Bild 296.17] 



3.4.3. 



Bebelfslangdrahtantennen 




Behelfs-KW-Antenne 
mit erhohtem Schenkel 
und Gegengewicht 
[Bild 296.18] 



VV////AA/,V/////A 



Behelfslangdraht- 
antenne [Bild 296.19] 



3.5. EinfluB verschiedener Faktoren auf die Ausbreitungs- 

charakteristiken 

3.5.1. Abmessung und Aufbau der Behelfsantennen und des 

Gegengewichts 

Die Behelfsantenne soil mOglichst die Lange der strukturmaBigen Antenne 
haben. Sie kann auch ■*/* oder V2 'ang sein. Das schlieBt nicht aus, dafl zu 
einer ''U vertikalen Drahtantenne noch ein horizontaler Draht einer be- 
stimmten Lange gezogen wird (s. 3.6.4.1.). Dadurch wird die horizontale 
Richtcharakteristik in Richtung dieses Drahtes erhoht. Den gleichen 
Effekt erreicht man durch Spannen eines oder mehrerer Gegengewichte 
(/ = '■U) Uber dem Erdboden (1-2 m) in Richtung der Gegenstelle. 



3.5.2. 



Frequenz 



Fur Bodenwellenverbindungen sind die tiefsten vorhandenen Frequenzen 
zu benutzen, da sie die geringste Dampfung erfaliren. Fur Raumwellen- 

277 



verbindungen (mit Dipolantennen) gelten die Voraussagen der Frequenz- 
beratung. 



3.5.3. Elektrische Werte des Bodens 

Feuchter Boden hat eine gute Bodenleitfilhigkeit und verbessert die Aus- 
breitung der elektromagnetischen Wellen. Nasse Bodenbewachsung da- 
gegen erhOht die Absorption und ist deshalb zu meiden (z. B. Aufbau von 
Behelfsantennen innerhalb nasser Walder; in solchen Lagen Aufbauplatze 
am Waldrand wShlen). Die Einfliisse des trockenen Bodens werden durch 
ein gutes Erden der Funkstellen oder durch das Anwenden von Behelfs- 
langdrahtantennen uragangen. Starke Absorption erfahren die elektro- 
magnetischen Wellen in stark bebautem Geiande (Industrie, Tagebau, 
Stadt). Diesem EinfluB kann man nur durch eine groBe effektive Antennen- 
hOhe begegnen. 



3.6. Ausnutzung 

3.6.1. Frequenzbereich 

Die Stab-(Vertikal-)Antenne ist uber den gesamten Frequenzbereich zu 
verwenden, wobei bei den hohen KW-Frequenzen der Wirkungsgrad stark 
absinkt. Gleichzeitig steigt die Absorption. Der gunstigste Bereich fiir 
Stabantennen liegt jedoch unterhalb 4 bis 5 MHz. Die Behelfslangdraht- 
antenne ist eben falls in den Varianten ohne oder mit AbschluBwiderstand 
universell verwendbar (ein Versuch, die R 401 M mit der 40-m-Langdraht- 
antenne der R 105 M in 2,5 m Hohe zu betreiben, ergab eine Reichweite 
von 50 km). Die giinstigste Behelfsantenne fur Funkstellen kleiner Leistung 
ist die Antenne mit erhohtem Schenkel und mit Gegengewicht. Der Nach- 
bau der Dipolantenne im KW-Bereich ist durch den groUen Aufwand nur 
bei Raumwellenverbindungen sinnvoll. 



3.6.2. Aufbauvarianten 

FUr den Aufbau einer Behelfsantenne benotigt man folgendes Material : 

- Leitermaterial wie 

HF-Litze, Reste der strukturmSBigen Antennen, Schaltdraht, IFK, IFL, 
sonstige Ortliche vorhandene Drahtarten (vom Stacheldraht bis zur 
Starkstromleitung) ; 

- Isolationsmaterial wie 

trockenes Holz, Seile* Plast, Porzellan ; 

- TrSger wie 

Reste von Antennenmasten, Maste von defekten Hochspannungsleitun- 
gen, Fahnenmaste, Stangen, BUume. Hauser. 
Die Aufbauvarianten mit diesen Materialien sind sehr vielfUltig. Anzu- 

278 






l-'V 



cr 
c: 

II 
III 



S5- 



i 



I 
I 

I 



.■s 

i 



I: 



si 
Is. 

St: 

C5^ 



279 



streben ist immer ein Grundtyp der Antennen (s. 3.2.), wobei grundsUtzlich 
nach groBtmoglicher effektiver HOhe und bei Richtungsverbindungen nach 
Richtwirkung gestrebt werden muB. 



3.63. 



Antennenanpassung 



Die Anpassung einer Behelfsantenne ist rait truppeigenen Mittein kaum 
herzustellen. Es ist immer gunstig, die Originalantenne in der Lange und 
der Drahtstarke nachzubauen, damit die Abstimm- oder Anpassungs- 
mittel der Funkstellen anspreclien. Damit ist die Gewillir der »maximalen« 
Leistungsabstrahlung gegeben. GUnstig ist die mit einem Widerstand abge- 
schlossene Behelfslangdrahtantenne, da diese relativ hochohmig und ihr 
Wellenwiderstand nur von der Drahtstarke und der Aufbauhohe h abhan- 
gig ist. 



3.6.4. 



Praktische Hinweise 



3.6.4.1. Allgemeine Hinweise 



Verwendung von Antennen anderer Funkstellen 

Es ist mt>glich, aquivalente Antennen anderer Funkstellen als »Behelfs- 

antennen« zu verwenden, z. B. 

^Dipo! R 118BM3 
>Sendedipol R 118BM3 

(Zuleitung umbauen) 
> R401M(h = 2,5 m; 
Reichweite 50 km) 



Dipol R 104M 
Empfangsdipol R 118BM3 

Langdrahtantenne R 105M 




Stearin mil Isolier- MdenslmdJSO-eooS^ 
bandumltu/len IMuklionsIrd) 



Herstellen einer ab- 
geschlossenen Behelfs- 
langdrahtantenne 
[Bild 296.21] 



Sicherheitsbestimmungen 

Bei den Funkstellen treten hohe HF-Spannungen auf. Beim AnschluB 

der Behelfsantennen an den Senderausgang (Funkstellen mittlerer und 

groBer Leistimg bei beschadigtem Antennenausgang) ist unbedingt auf 

gute Isolation zu achten (es treten Spannungen bis zu einigen Kilovolt 

auf). 

Leistungsvertuste 

Dutch zu dtinne Drahte treten bei groBen AntennenstrOmen (bei Funk- 



280 



stellen mittlerer und groBer Leistung) groBe Verluste auf, dadurch sinkt 
der Antennenwirkungsgrad. 

Merke : 

Verwende z. B. IFK doppelt (4 Leiter)! 



3.6.4.2. Berechnung von Behelfsantennen 


\.KW-Dipol 




I = 


148 

/ 


2. UKW-Dipol 




Strahler / = 


~i;/< 54 MHz 


Reflektor / = 


150 

/ 


Direktor / = 


138 

/ 



(1) 

(2) 
(3) 
(4) 



Abstand Strahler - Reflektor a = y (5) 

30 
Abstand Strahler - Direktor a = —r (6) 

3. Stahantenne (vertikale Drahtantenne) 

/i = 3...10m 

4. L-Antenne /i + / = ~ (7) 

5. T-Antenne h + t == ^ <^> 

Der waagerechte Teil der L-Antenne soil 40 bis 50 % und der der T-An- 
tenne 60 °o der errechneten Drahtlange betragen. Bei geniigend groBer 

wirksamer Hohe erreicht man durch eine VergrOBerung von - eine 

h 

weitere Verbesserung der Richtwirkung. 



281 



6. Antenne mil erhohtem Schenkel und Gegengewicht 

V=f (9) 

'o = J (10) 

Gunstiger Ethebungswinkel 30°... 40° 

7. Utngdrahtantenne (mit R abgeschlossen) 



/ = 12oo ,„, H^ 



f 
Fur die angegebenen Formeln gilt: 



/ Lange in m ; 

Ja Lange des erhohten Antennenschenkels in m ; 

/q Lange des Gegengewichts in m ; 

h Hohe in m ; 

/ Frequenz in MHz. 

Beim Einsatz der Antennen auf dem gesamten Frequenzbereich einer 
Funkstelle ist die Berechnung mit einer mittleren Frequenz durchzufUhren. 

Beispiele zur Berechnung von Behelfsantennen 

1. KW-Dipol 

/= 5,5 MHz nach(l) / = ^ = 26,9 m 

2. UKW-Dipol 

/ = 65 MHz nach (2) / = ^ = 2,17 m 

nach (3) / = ^ = 2.31m 
65 ~— ~-~ 



nach (4) ' = ^ = 2.12 m 



nach (5) a = -^ = 0.69 m 



nach (6) a = ^ = 0.46 m 



282 



3. L-Antenne I 

M 
f = 7,5 MHz nach (8) ft +. / = yy = 8,5 m 



ft ^ 5,0 m 
/ ^ 3,5 m S 41 7o 

4. T-Antenne 

75 
/ = 3 MHz nach (9) ft + / = -j- = 25 m 

ft = 10 m 



I = 15m ^60° 



5. Antenne mit erhohtem Schenkel und Gegengewicht 
/ = 2,5 MHz nach (10) 'a = |y = 20m 



nach (11) la = |y = 20m 



6. Langdrahtantenne mit AbschluBwiderstand 
/= 42MHz nach(12) ( = ^ = 29m(«30m) 



3.7. Antennenaufbau 

Der Aufbau der Behelfsantennen richtet sich ganz nach den Ortlichen 
Gegebenheiten und dem zur VerfUgung stehenden Material. Dafur laBt 
sich kein Algorithmus aufstellen. Der Truppfuhrer darf ohne Verletzung 
der taktischen und technischen Forderungen den Aufbau der Behelfs- 
antenne selbst entscheiden. Beispiele hierzu sind unter 3.2. (Arten) ange- 
fUhrt. 



283 



»-Ti^.;.'^'- ^-'-T^-fr-^ ■■■ '- • /T' '»'^'T«R'*(> -' " y "^m 



TeUF 
Feldkabelbau 



W^ t -■'•^" 



■f^Ti^'^ ' 



^^ 



k^ 






iff.. 



■J-^*^^ 



*sliij?i^sa 






I. Einzelverrichtungen l282] 

l.t. Gnmdsatze fUr den Feldkabelbau 

1.1.1. Anforderungen an Feldkabelverbindungen 

Feldkabelverbindjingen werden neben Funk- und Richtfunkmitteln im 
System der Nachrichtenverbindungen eingesetzt. Sie werden durch das 
Verlegen von Feldkabcln aller Art hergestellt. Die Feldkabelleitungen dienen 
zur Nachrichtenubertragung zwischen den Nachrichtenzentralen verschie- 
dener Kommandoebenen (Fernverbindungen) und innerhalb der Stabe 
(Stabsverbindungen) von den Vermittlungseinrichtungen zu den einzeltien 
Teilnehmern. 
An die Feldkabeiverbindungen werden folgende Hauptanforderungen ge- 

stelit: 

- Sie mUssen rechtzeitig hergestellt werden. 

- Sie mUssen zuverlassig arbeiten und haben einen standhaften und un- 
unterbrochenen Betrieb unter beliebigen Bedingungen der Gefeehts- 
lage, unabhangig vom OeWnde, von der Jahres- und der Tageszeit und 
dem Wetter, zu gewUhrleisten. 

- Sie mussen die schnelle und fehlerfreie Obermittlung von umfangreichen 
Informationen, besonders durch den Einsatz von TrUgerfrequenzgeraten 
und Wechselstromtelegraflegeraten, mit einer hohen ObertragungsgUte 
garantieren. 

- Sie mussen die gedeckte TruppcnfUhrung gewahrleisten. 

1.1.2. Sicherheitsbestimmungen 

1.1.2.1. Cberbau von StraBen 

Bcim Herstellen von Oberwegen auf StraBen sind 2 Fernsprecher als Ver- 
kehrsposten aufzustelien. Sie haben in einer Entfernung von 100-150 m 
ober- und unterhalb der Oberbaustelle den StraDenverkehr bis zum Fertig- 
stellen des (jberwegs zu stoppen. Die Verkehrsposten sind am Tage mit je 
einer roten und einer gelben Signalflagge, bei Nacht mit einer farbigen Signal- 
lampe auszurusten. Nachdem der Oberweg hergestellt ist, erteilt der Bau- 
truppfuhrer dem Verkehrsposten den Befehl »StraBe frei«. 

1.1 .2.2. Cberbau von Bahnanlagen 

Der Oberbau von Bahnanlagen erfolgt in der Kegel im Tiefbau. Vor Bau- 
beginn werden Warnposten ausgestellt. Sie haben das Annahern von ZUgen 
mit Signalpfeifen und Flaggen zu signalisieren. Die Bahnanlage ist nur auf 
Befehl des Truppfiihrers zu uberqueren (s. DV-14/3). 
Es ist verboten, Schranken, Signale und Sicherungsanlagen der Deutsc|»en 
Reichsbahn zu kreuzen. ^ 

287 



•ifiUi 



t.l.Z.3. Kreuzen von Starkstromleitungen 

' Niederspannungsleitungen bei 380 V werden unterhalb gekreuzt. Wird 
dabei die festgelegte MindestbauhOhe nicht erreicht, so muB die Nieder- 
spannungsleitung ilberbaut werden. Dazu ist erst ein troclcenes Seil iiber die 
Niederspannungsleitung zu spannen, an dem dann das Feldlcabel befestigt 
und straffgezogen wird. Das Feldkabel muB mindestens 1 m Abstand von 
der Niederspannungsleitung haben. 

Alle Hochspannungsleitungen (Uber 380 V) sind im Tiefbau reclitwinklig 
und mindestens 5 m vom MastfuC entfernt zu kreuzen. 

Merke: 

Feldkabel nicht an Hochspannungsraasten befestigen. 



1.1.2.4. Oberqueren von Wasserhindernissen 

Wasserhindernisse ^nd mit Schlauchbooten und anderen Obersetzmittein 
zu uberbauen. Beim Oberwinden von Wasserhindernissen sind die Sicher- 
heitsbestimmungen im »Handbuch militarischer Bestimmung zur Be- 
lehrung von Armeeangeharigen«, Ausgabe 1966, Teil K 1/1 bis K 1/6, 
einzuhalten. 



1.1.2.5. Arbeit an stationaren Fernmeldeanlagen 

Bei der Ausnutzung des Fernmeldenetzes der Deutschen Post sind die 
Unfallschutzbestimmungen der DV-I4/6, Abschnitt 3.6.2. , einzuhalten. 



1.1.3. Richtlinien fiir das Verlegen von Feldkabel 
1.1.3.1. Allgemeine Richtlinien 

DerFeldkabelbauerforderteinenhohen Ausbildungsstand.festemilitarische 
Disziplin, gefechtsmaBiges Verhalten und geschlossenes Handeln der 
Leitungsbautrupps. Die Standhaftigkeit und die Betriebsbereitschaft der 
Feldkabelverbindungen sind von der Qualitat des Verlegens und des 
Ausbaus, vom Zustand des Baugerats und -werkzeugs sowie von dem 
zuverlassig arbeitenden Entstorungsdienst abhangig. Die Einzelverrkhtungen 
sind exakt und sorgfiikig auszufiihren. Die vorgeschriebenen Baugrundsiitze 
sind genau einzuhalten. Es ist stets vemntwortungshewufit und heharrlich 
urn die Erflilhmg des Bauhefehls zu kdmpfen (DV-14/3, Seite 17). 
Das Verlegen und Aufnehmen des Feldkabels erfolgt zu FuB oder mit 
Kabelverlegeeinrichtungen von Kraftfahrzeugen. 
Feldkabelverbindungen werden hergestellt mit : 

- leichter Feldleitung (IFL) 

- leichtem Feldkabel (IFK) 

288 



- leichtem Feldkabel mit Verbinder (IFK-V) 

- leichtem Feldkabel 9 (lFK-9) 

- Feldfernkabel 36 (FFK-36) 

- Feldfernkabel 60, (FFK-60) 

- Feldverbindungskabel(lOpaarig) (FVK-lOp) 

Die Feldkabelverbindungen werden als Doppelleitungen im Hoch- oder 
im Tiefbau hergestellt. Einfachleitungen dUrfen nur in Ausnahmefiillen 
genutzt werden (z. B. bei Storungen einer Ader der Doppelleitung). Wird 
das Feldkabel entlang von Eisenbahnlinien und Autobahnen verlegt, so 
muB der Abstand von diesen mindestens 200 m betragen. Es ist verboten, 
Feldkabel parallel zp Hochspannungsleitungen zu verlegen (Mindest- 
abstand 200 m). 

Feldkabelleitungen sind vor Luft- und Erdbeobachtung des Gegners 
gedeckt zu bauen. Ortseingange, markante- Gelandepunkte und Punkte, 
die das gegnerische Feuer auf sich lenken, sind zu umgehen. Es sind zu 
umbauen : 

- Bereitstellungsraume und Konzentrierungsraume der Panzer und Trup- 
pen; 

- Artillerie- und Raketenfeuerstellungen sowie ihre geplanten Entfaltungs- 
abschnitte ; 

- Flugplatze und Hubschrauberlandeplatze; 

- MarschstraBen \ion Panzern und Kettenfahrzeugen; 

- Briicken und StraBenkreuzungen; 

- angelegte Sperren und Minenfelder. 

Ortschaften werden in der Kegel umbaut. MuB durch Ortschaften gebayt 
werden, so ist das Feldkabel im Hochbau auf Holzzaunen oder Baumen 
zu verlegen. Dabei darf das Feldkabel nicht direkt an Nageln, Eisenhaken, 
Dachrinnen, Eisenmasten und Metallgegenstanden aufgehangt werden, 
sondern ist mit Hilfe von Leinenband, ohne dafl die GegenstUnde vom Feld- 
kabel berijhrt werden, daran zu befestigen. 
Beim Verlegen des Kabels sind Festpunkte (Abbunde) zu schaffen : 

- an Lilngenverbindungen (Kupplungen); 

- bei Richtungsveranderungen ; 

- in Kurven; 

- beiderseits von Oberwegen; 

- an Anfangs- und Endstellen ; 

- auf der Baustrecke, leichtes Feldkabel alle 200 m durch Abbund, Feld- 
fernkabel alle 100 bis 200 m mit Abspannhaken oder Abbund. 



1.1.3.2. Tiefbau 

Im Tiefbau wird das Feldkabel eingegraben bzw. eingepflUgt. Ist das 
nicht moglich, so ist es unter Ausnutzung des Gelilndes gedeckt zu ver- 
legen (Ackerfurche, Grabenrander, Bodenvertiefung usw.). An Straflen 
und Wegen sind die Feldkabelleitungen in einem gentigenden Sicherheits- 
abstand zu verlegen, so daB sie nicht durch Gefechtsfahrzeuge, die auch 
neben den StraBen fahren, zerstort werden. Bei geniigender Sicherheit 

19 HBTastfunker 289 



kann das Feldkabel im StraBengraben verlegt werden. Feld- und Waldwege 
werden im Tiefbau uberquert. Dazu ist »in Kabelgraben von 40 cm aus- 
zuheben, in dem das Feldkabel verlegt wird. Aufgeweichte Feld- und 
Waldwege sind im Hochbau zu uberbauen. Ober befestigte StraBen muB 
der Kabelgraben mindestens 30 cm tief sein und muB mil Gras, Heu oder 
Moos ausgepolstert sein. Beim Oberqueren von StraOen und Wegen im 
Tiefbau ist das Feldkabel 3 m beiderseits von der StraBe entfernt an PlUhlen 
"Oder BaumstUmpfen abzubinden und von diesem Abstand aus in einem 
30 bis 40 cm tiefen Graben ohne Zug zu verlegen. Bei Autobahnen, Eisen- 
bahnen und StraBen mit fester Decke sind Wasserdurchlasse zur Unter- 
querung auszunutzen. Das Feldkabel wird an der oberen Wandung des 
Bin- und Ausgangs des Durchlasses befestigt. Die im DurchlaB verlegte 
Leitung darf nicht geflickt sein. Zum Durchziehen des Feldkabels benutzt 
man Drahtgabeln, Ankerseile oder andere Hilfsmittel (s. DV-14/3, Seite 23). 



ia.3.3. Hochbau 

Das Feldkabel kann bei gUTistigen Gelundebedingungen und wenn es die 

taktische Lage eriaubt, im Hochbau verlegt werden. Dabei ist es an Baumen 

oder Masten von Freileitungsgestilngen zu befestigen. In AusnahmefUllen 

kann das Feldkabel an Niederspannungsmasten (bis 380 V) befestigt 

werden. 

Beim Hochbau sind folgende Grundsatze zu beachten: 

- Tiefster Durchgang des Feldkabels 2,5 m ; 

- Spannweite von Mast zu Mast 50 m ; 

- Rupplungsstellen/Langenverbindungen an Baumen oder Masten her- 
unterfuhren und 1,5 m liber dem Erdboden abbinden; 

- werden Masten von Niederspannungsleitungen fiir das Kabelbefestigen 
genutzt, so muB der Abstand zur Niederspannungsleitung mindestens 
1 m betragen. 

Miissen Autobahnen, StraBen mit fester Decke und Eisenbahnen im 
Hochbau uberquert werden, so sind die Mindesthohen des zulassigen Durch- 
hangs einzuhalten. Sie betragen ; 

- bei LandstraSen 4,00 m ; 

- bei FernverkehrsstraBen und Autobahnen 4,50 m ; 

- bei Eisenbahnlinien 6,00 m, von der Schienenoberkante gemessen ; 

- bei schiffbaren Flussen und WasserstraBen mindestens 6,50 m. 

FUr Oberwege im Hochbau werden in der Regel dicke Baume und Masten 
von Freileitungen genutzt. Das Feldkabel muB beiderseits des Oberwegs 
fest und bruchsicher abgebiinden werden. Feldfernkabel ist auf Abspann- 
hahe durch Abspannhaken und zusatzlich am Baum oder Mastkorper 
abzubinden. 

Sind keine geeigneten BUume und Masten vorhanden, so sind Oberwege 
mit Stangenteilen herzustellen. Die einzelnen Arten dieser Oberwege sind 
in der DV-14/3, Seite 26, naher beschrieben. 



290 






1 . 1 .4. Sicherung von Feldkabelleitungen 

Feldkabelleitungen sind vor Handlungen subversiver Krafte des Gegners 
zu sichern. Neben einem standigen (jberwachen der Feldkabelverbindung 
durch das Betriebspersonal mit technischen MeBmitteIn sind durch KrUfte 
des Fernsprechbautrupps peribdisch Leitungskontrollen entlang der Bau- 
strecke durchzufUhren. ( 

Dabei sind folgende GrundsUtze einzuhalten : 

- Die LeitungskontroUe ist in unregelmaBigen Zeitabstanden durch 
mindestens zwei Nachrichtensoldaten durchzufUhren. Davqn hat ein 
Nachrichtensoldat die Baustrecke entlang der ausgebauten Leitung 
abzugehen. Der zweite Nachrichtensoldat folgt dem ersten in Sicht- und 
Rufweile und uberitimmt die Sicherung des an der Feldkabelleitung 
gehenden Genossen. 

- Das verlegte Feldkabel ist vor allem auf direktes Anschalten der Leitung 
durch den Gegner sowie auf die in der Nahe der Leitung vorhandenen 
Lauschschleifen zu uberprtifen. 

Die Leitung muB gegen alle Abhorversuche des Gegners gesichert 
werden. 

- Die zur LeitungskontroUe eingesetzten Fernsprecher sind mit einem 
Feldfernsprechftr und einer 'flautasche auszuriisten. Sie haben StOrungen 
sofort zu beseitigen und sich nach festgelegten Zeiten iiber die bestehende 
Drahtverbindung zu melden bzw. bei besonderen Vorkommnissen sofort 
Meldung zu erstatten. 



1.2. Die wichtigsten Baugerate und -wferkzeuge 

1.2.1. Zum Verlegen von leichtem Feldkabel 
1.2.1.1. Baugerate 

- Trommel fUr IFK, zum Transportieren, Auslegen und Aufnehmert- des 
IFK. 

- Baumhaken, zum Hochlegen des Feldkabels bei Oberwegen und beim 
Verlegen im Hochbau. 

- Ankerseil, zum Abspannen der Stangenteile bei Oberwegen. 

- Ankerpfahl, zum Festlegen des Ankerseils und als Hilfsmittel zum 
Abbinden des IFK. 

- Ringiibertrager, zur Mehrfachausnutzung von Feldkabelleitungen und 
zum AbschluB von Fernsprechleitungen der Deutschen Post, an die 
Feldkabelleitungen angeschlossen werden, 

- Ubergangsdose, zum Ubergang von FFK auf IFK bzw. zum T-An- 
schluB an eine Leitung. 

- Endpeitsche, zum AnschlieBen der IFK-Leitungen an Nachrichten- 
gerate. j 

- Erdstecker, zum Anlegen einer Erde beim Betrieb mit Binfachleitungen 
Oder beim Messen der Leitung. 



19* 



291 



.^•bijuiH^ia£lkl 




Baugerate [Bild 282.1] 

I - Ankerseil; 2 - Er,dstecker; 3 - Ankerpfahl; 4 - Baumhaken; 5 - Obergangs- 

dose; 6 - RingObertrager 




Ql:::::^^^ 



ROckentrage »starr« [Bild 282.2] 

I - Trommel IFK; 2 - Kurbel; 3 - Fuhrungsspindel; 4 - Spulschiffchen; 

5 " Ketle: 6 - Ritzel 



292 



1.2.1.2. Bauwerkzeuge 

- Ruckentrage. starr oder zusammenklappbar. zum Auslegen und Auf- 
nehmeii von IFK.. Zur Riickentrage »starr« gehoren; 
Fuhrungsspindel, 

Kette, 
Ritzel, 
SpulschiiTchen. 

- Drahtgabel, bestehend aus 2 Rundstangen von je 2 m. Sie wird beim 
Vcrlegen des Feldkabels im Hochbau. beim Bau von (Jberwegen und 
zum Durchziehen des Feldkabels bei Durchliissen bcnulzt. 

Der Drahtgabelkopf beslehl aus Haken, Ose, aus dem Kabelfang und 
dem Finger. Der Haken dient zum Herunterziehen des Feldkabels, 
zum Abbinden und zum AbreilJen von Asten. In der Ose gleitet beim 
Hochbau das Feldkabel. Der Kabelfang dienl zum Tragen des Feldkabels 
beim Hochlegen des Kabels ijber einen Asl. Auf das Vierkant des Fin- 
gers wird der Baumhaken gesteckt. 

- Bautasche zur Aufnahme von 

Werkzeug (Kombkange, Hammer, Messer, Schraubenzieher); 

Isolierband; 

Bleistift; 

Spruchformularen. 

- Steigeisen mit Sicherheitsgurt, zum Besteigen von Baumen und Holz- 
masten. 

Mcrke: 

Es darf nur mil Sicherheilsgurt und um den Mast (Baurn) gelegter 
Halteleine gestiegen werden. 




Drahtgabelkopf [Bild 282.3] 
I - Hsken; 2 - Finger; 
3 -Ose; 4- Kabelfang 



293 




Steigeisen mit Sicherheil»gurl iind Halleleine [Bild 282.4] 



1,2.2. Zum Verlegen von Fcldfernkabel und Feldverbindungskabel 

Brig 



.2.2.1. Baugerate 

Kabeltrommel liir FFK-36, FFK-60 und FVK-lOp aus Stahlblech, zum 

Einlegen in die Kabelliandkarre 60. Ober dem aufgespulten FFK be- 

findet sich beim Transport eine Schutzhiille; 

Obergangsdose, zum Ubergang auf andere Kabelarlen; 

Abspannliaken, zum Bau von Oberwegen und zum Verlegen im Hoch- 

bau; 

Endpeitsche, zum AnschlieBen der Feldkabelleitung an Nachrichten- 

gerate und Anschaltkasten; 

Stangenteile und Uberwegstiicke, zum Bau von Oberwegen im Hoch- 

bau; 

Ankerpfahl, zum Festlegen des Ankerseils; 

Ankerseil, zum Abspannen der Stangenteile; 

Ringiibertrager, zur Mehrfachausnutzung von Feldkabelleitungen, 

TF-Anschaltfilter zum Einricliten von Kontrollstellen. 



1.2.2.2. Bauwerkzeuge 

- Kabelhandkarre 60 mit Achse (KHK-60); 

- Drahtgabel, zweiteilig; 

- Bautasche; ^ 

- Kontrolleitung 1,5 m, zum Einschalten in den Stamm I oder den Stamm II 
bei FFK ; 



294 



- Steigeisen mit Sicherheitsgurt; 

- Kabelpriifeinrichtung fiir FVK-lOp. 

Die Kabelhaiidkarrc ist fur das Vcrlegen und Aufnehmen von FFK-36, 
FFK-ftO und FVK-lOp beslimmt. Sie hat eine Masse (mit Aclise) von 80 kg 
und hat als Zubehor 

- 4 Zuggurte mit Karabinerhakcn ; 

- 1 Trommelachse mit Ritzel und Arreticrung. 
Die Kabelhandkarre 60 besteht aus: 

- Rahmen mil Gelriebe; 

- Bremse und Trommelachsarretierung; 

^ 2 Radern (linkes Rad mit ausklappbarer Kurbel); 

- Trommelachse mit Ritzel und Arretierung. 

Bcclienunyswmeismm iter Kahclluiiiilkurn' Ml 

Zum Aufnehmen einer Kabeltrommel ist dcr Bolzen bis zum Anschlag aus 
der Trommelachse herauszuzichen und die Achse an der Schlitzseite der 
ICabeltroirimel cinzufuhren. Danach ist der Bolzen in die Achse zuriick- 
jzuschieben, damit sind Trommel und Achse miteinander verriegelt. Die 
AchsenendeM sind in die Trommelachsenaufnahme einzulegen und die 
Holmenenden zu senken. Die Trommelachse gleitet in die Lager und wird 
verriegelt. Zum Auslegen des Kabels muB Sich das Ritzel der Trommelachse 
auf der rechten Seite und beim Aufnehmen des Kabels auf der Kupplungs- 
seite der KHK-60 befinden (DV-14/3, Seite 93). 



1 .3. Einzelverrichtungen fiir den Bau mil IFK 

Beim Verlegen von IFL und IFK werden folgende Einzelverrichtungen 
durchgefUhrt. 



t.3.1. , Webcrknolen 

Der Weberknoten dient zum Verbinden der Feldkabelenden bei Langenver- 
bindungen und an Flickstellen. Er ist grundsiitzlich auf der Isolierung zu 
kniipfen. 




Wclierknotcn [Bild 282.5] 

295 



n 




Mastwurf [Bild 282.6] 



1.3.2. 



Mastwurf 



Der Mastwurf wird beini Abbiind des Feldkabels an Feslpunkten (Stangen, 
Pflocken, PRihien, Striiuchern, Baumstiimpfen und Grasnarben) ausgefiihrt. 



1.3.3. 



Doppelrer Mastwurf 



An Biinmen mid Masten wird der doppelte Mastwurf zuni Abbund des 
Feldkabels angewendet. Dazu wird das IFK urn den Baum (Mast) herum- 
gefiJhrt; die freie Kabelschlaufe fiihrt zuerst iiber das Feldkabel und wird 
dunn unter das Feldkabel gesteckt und feslgezogen. 




Doppeller Mastwurf [Bild 2S2.7] ' 
296 



1.3.4. Herstellcn einer Langenvcrbindung 

Beim Herstellen der Liingenverbindung sind mit beiden Kabelenden drei 
Schliige auf die Leertrommel zu legen. Danach werden mit beiden Enden 
der Weberknoten gekniipfl und die Kabelverbinder zusammengesteckt. 
Die eingebundeiie Leertrommel ist qiier mit der Achse zur Baurichtung 
einziigraben und zu tarnen. 



1.3.5. Cberweg im Tiefbau 

Zum Uberweg im Tieltiau ist beiderseils der Strafic (dcs Weges) ein Kabel- 
graben zu zielicn. Diescr beginnt 3 m vor dem StraBenrand und liat eine 
Tiefe bei 

- Wegen mit lockerem Boden (Sand) von 40 cm; 

- StraBen mit festem Unterbau von 30 em. 

Bei stcinigem Boden ist der Kabelgraben au.szupolstern. 



1.3.6. Cbcryeg im Hochbau 

Sind an befestigtcn StraBen, Wegen, Autobahnen und Eisenbahnanlagen 

keine WasscrdureliUisse oder Unterfiihrungen voriianden, so miissen diese 

im Hochbau iiberquert werden. 

Dazu werden natUrliche AuHagen (Biiume, Mastcn von Freileitungen) 

ausgcnutzt. Sind diese nieht voriianden, so werden Slangenteile <)der 

andere Hilfsmittel zum Bau von Oberwegen benutzt. 

Der Bau des Uberwegs ist wie folgt durchzufuhren: 

- Das IFK ist bis zur StraBe Jieranzufiihren und an einem Pfiock abzu- 
binden. 

- Das IFK wird mit einer Drahlgabel iiber eine Astgabel gelegt (bzw. 
durch einen Baumhaken gczogen und danach an einen Ast gehiingt). 

- Das in der Astgabel liegende IFK ist mit einer zweiten Drahlgabel 
herunterzuziehen. 

- Die heruntcrgezogene Kabelschlaufc ist in groBen Schliigen urn den 
Slamm herumzufiihrcn und in Knieholie mit doppeltem Mastwurf 
abzubinden. 

Zum Kejinzeichnen des Uberwegs ist ein Grasbtmdel, Lappen oder 
Zweig in die Mitte des Uberhangs einzubinden. 

- Das IFK ist tibcr die StraBe zu fUhren und auf der anderen StraBenseitc 
in gleicher Weise zu befestigen. 

Werden Uberwegc mit Stangenteilen gebaut, so ist darauf zu achten, daB 
die vorgeschriebcne Mindeslbauhohe eingehalten wird. Dazu miissen die 
im Trupp vorhandcnen ObcrwegstiJcke der Baustangen ausgenutzt werden. 
Zum Uberbau sind die Baustangen folgendermaBen vorzubereiten; 

1. An der oberen Stangenspitze ist ein Ankerseil zu befestigen. 

2. Das IFK ist mit Mastwurf liber das befestigte Ankerseil auf der Stangen- 
spitze festzulegen. 

297 



3. Das zweite Ankerseil iiber den ausgefulirten Mastwurf befestigen. 
Danach wird die Lange des Oberwegs abgemessen und die zweite Bau- 
stange fur die gegenilberliegende SlraBenseite vorbereilel. Die zum Ab- 
spannen erforderlichcn zwci Ankerpfiihlc werdcn 5 bis 6 Schrilt vom 




•- 



Cberweg mil zwei 
zusammengebundenen 
Stangen [Bild 282.8] 




Abhund im Hoclibau 
[Bild '282.9] 



Maslloch enlfernt in einem Winkcl von 45 eingeschlagen. Die Bauslange 
ist in das Mastlocli einzuselzcn und mit den Ankcrseilen an den eingeschla- 
genen Ankerpfilhlen abzuspannen. Nach Einbinden des Kennzeichens auf 
der Mitlc des Uberwegs wird die zweite Siange vorbereilet, das IFK ilber 
die StraBe gebrachl, die Siange geselzt und abgespannt. 



1.3.7. 



Abbund im Hochbau 



Im Hochbau isl das IFK nach jeder Lilnge abzubinden. Der Abbund ist 
in folgcnder Reihenfolge auszufuhren: 

1. Das IFK liber eine Aslgabel oder einem Baumhaken herunterflihren. 

2. In 1,5 m Hohe das IFK 3mal um den Baum fijhren. 
i. Liingenvcrbindung herstelien (Verbinder einbinden). 

4. Lecrlrommel auf Kfz. milflihren oder ablegen und larnen. 



1.4. 



Einzelvcrrichtungjn fiir den Bau mit FFK und FVK 



Beim Bau mil FFK-36, FFK-60 und FVK-lOp werden folgende Einzel- 
verrichtungen angewendet. ^ 

1.4.1. Langenverbindung 

Zum Herslellen der Langenverbindung wird die Kabeltrommel senkrecht 
mit der Achse aufgestelll. Das Kabelende der vollen Liinge ist 2mal um 
den Trommelkern zu legen, die beiden Kupplungen werden zusammen- 
gesteckl. Dabei ist darauf zu achten, dafi die Nachtmarken beider Kupp- 
lungen in eine Richtung zeigen und die VerschluBringe fest bis zum An- 
schlag gedreht werden. 




FFK-Liingenverbin- 
dung [Bild 282.10] 



2y9 





Ziisammenstecken der Kupplungen [Bild 282.1 1] 
1 - Nachtmarken; 2 - Staubdeckel; 3 - VerschluBringe 




Langenverbindung im 
Hochbaii [Bild 282.12] 



300 



Die leere Kabeltrommel ist einzugraben und zu tarnen. Beim Hochbau 
sind Kupplungen grundsatzlich an Biiumen (Masten) herunterzufUhren 
und mit Leinenband abzubinden. 



1.4.2. 



Abbinden des Kabels im Tiefbau 



Im Tiefbau werden Festbunde durcli das Abbinden des FFK (FVK) an 
Stangen, Pflocken, Biiumen und Pfiihlen miltels Leinenbands geschaffen. 



,15cm 




Festbund [Bild 282.14] 



1.4.3. 



Abbinden des Kabels im Hoclibau 



Beim Hochbau wird das Kabel mil Abspannhaken aufgehiingt oder mil 
dem Trilgerbund an Masten oder Biiumen befesligl. 
Das (Jberqueren von Wasserliindernissen, Autobahnen, StraBen und 
Wegen erfolgt entsprechend Abschnitt 1.1.3. 




Trilgerbund [Bild 282.13] 



301 



1.5. Verlegen des Feldkabels tintcr besonderen Bedingungen 

1.5.1. Wasserhindernisse 

Wasserhindernisse bis zu einer Breite von 50 m konnen mil Feldkabel im 
Hochbau uberqiiert werden. Dabei isl an bcidcn Uferseilen die hochste 
Stelle auszusuchen. Sind natiirliche Auflagen vorhanden, so werden diese 
zum ijberbau genulzt. sonsl sind Uberwegsiangen mil einer Mindestholie 
von 6 m aufzuslellcn. 

Das Feldkabel isl im rechlcn Winkel iiber den FlulJ zu baiicn. Breite und 
schiffbare Fliisse und Seen sind im U nlerwasserbau zu durchqueren. Das Feld- 
kabel isl auf beiden Uferseilen in einem Kabelgraben (30 m) zu verlegen und 
an Pfahlen abzubinden. Der Graben isl moglichsi weit ins Wasser hinein 
auszuheben. Das Feldkabel ist von cincm Schlauchboot (oder von anderen 
Hilfsmilleln) aus zu verlegen (DV-15/3, Scile 373^15). 
Das Kabel isl beim Verlegen mil FluBgewichlen oder Sleinen zu beschwe- 
ren, so daB es fesl auf dem FluBgrund aufliegl. Die Gewichle sind in einem 
Absland von 20 m am Feldkabel zu befcsligen. Es durfen nur einwandfrei 
isolierte Kabcllangen im Wasser verlegl werden. 

An beiden FluBufcrn sind, 150 ni voin Ufer enlfernt. KonlroUslellen 
einzuricluen. AuBerdeni isl von Kontrollsielle zu KontroUslelle eine 
Reserveleilung 100 m oberhalb der erslen Leilung im FluB zu verlegen. 
Alle Feldkabel sind grundsiilzlich 3(X) m slromaufwarts von Briickcn, 
Fiihren und anderen tjberselzslellen zu verlegen. 



1.5.2. 



Im Grabensystem 



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Verlegen des Feld- 
kabels im Schiitzen- 
graben [Bild 282.15] 



302 



Im Grabensystem wird das Feldkabd in der deni Gegner abgewandten 
Grabenwand verlegt. Dazu ist in der Grabenwand eine Rinne auszuheben. 
in der das Kabel auf Zug verlegt iind an Festpunkten befesligt wird. 
Mussen mehrerc Feldkabel in einem Graben verlegt werden, dann sind 
sie gemeinsam in einer Rinnc zu verlegen und an den Festpunkten mit 
Isolierband zusammenzubinden. 

Liegt im Grabensystem bereits ein Feldkabel einer anderen Einheit, so ist 
fur die eigene Feldkabelleitung eine neue Rinne auszuheben, damit cs 
bcim Abbau einer der beiden Feldkabel nicht zu Bcschildigungen des 
anderen Kabels kommt. 

Mcrkc: 

Feldkabel nichl auf der Grabensohle verlegen (DV-14/3, Seile 32). 



303 



13. Feldkabel 

13.1. Allgcmeines 



[288] 



Feldkabelverbindungen dienen ziir Filhruiig von Einheiten, Truppen- 
teilen und Verbiindcn. 

Sie sollen NF-, TF- und Fs-Signale sicher und ununteibrochen ubertragen. 
Feldkabelverbindungen miJssen gewiihrleisten: 

- hohe (Jbertragungsgiile; 

- betriebssicheres Arbeitcn ; 

- gedecktes Obermilteln der Nachrichten. 

Sichere Nachrichlenverbindungen konnen nur mil Feldkabeln erreicht 

werden, die entspreciiend den Gefechtsbedingungen verlegt sind. 

Die Obeitragungseigenschaftcn des Kabeis, die durch den geometrischen 

Aufbau und die verwendeten Materialien gegeben sind. konnen durch 

iinsacligemaUe Behandlung oder Verlegung negaliv bceinllulJl werden. 

Dieser EinfluB kann zum Verlust der Verbindung fiiliren! 

Es durfen nur Kabel verwendet werden, die durch Prufung als einsatzbereil 

festgestellt wurden. 

Die Nutzung der verschiedenen Kabeltypen wird durch die elektrischen 

Ubertragungseigenschaften und die militiirischen Forderungen bestimmt. 

13.2. Leichte Fcldleitung (IFL) 

13.2.1. Einsatzmoglichkeiten 

Die IFL ist zum einmahgen Verlegen ohne Wiederaufnahme beslimmt. 
Sie dient zum Entfalten und Betreiben von : 




I 000-m-Lange IFL im Behiilter [Bild 288.1] 
304 




IFL-Sammelbehalter [Bild 288.2] 



NF-Fernsprechverbindurigen fS 15 km 

Fernschreibverbindungen gl5km 

TF-Verbindungen ( £ 8,5 kHz) g 3 ... 10 km 

(nurin Ausnahmefallen!) 

Die IF! kann kurzzeilig im Wasser verlegt werden. Kabel aus geflffneten 

Sammelbehaltern ist innerhalb von 24 Stunden zu verlegen. 



13.2.2. Technische Angaben 



Schleifenwiderstand 

Isolationswiderstand 

Dampfung bei 800 Hz 

Wellenwiderstand bei 800 Hz 

Spannungsfestigkeit 

Zugfestigkeit 

Masse mit Verpackung 

Langen in den Behaltern 

Behiilter 170 mm x 230 mm 

100 mm X 225 mm 

350 mm x 350 mm x 230 mm 



gUOn/km 
£ 5 Mfi/km 
£lOOmN/km 

6oon 

500 V, 50 Hz, 5 min 
S 30 kp 
8 kg/km 

1000 m 

200 m 

4mall000m\„ ,,,.,. 

,t 1 -,«/^ [-Sammelbeniilter 
Ibraal 200 m ) 



20 HBTaslfunker 



305 



2.2.3. 



Aufbau 



Die IFL besteht aus zwei purallelen Adern Kupferlitze (7 x 0,25 mm), die 
einen Durchmesser von 0,75 mm haben und in eincr gemeinsamen PE- 
Isolation gefuhrt sind. Jede Ader hat mil ilirer Isolation einen Durch- 
messer von 1,3 mm. Die maximalen Abmessungen der IFL betragen 
1,3 mm X 2,6 mm. 



2.2.4. Zubehiir 

Die IFL-Langen sind in Pappbehaltern untergebrachl, die eine Aufschrift 



mit Kabeltyp und Lilngenangabe habtfn. 
2.3. Leichtes Feldkabel (IFK) 



2.3.1. 



Einsatzmoglichkeiten 



Das IFK dient zum Entfalten und Betreiben von : 

Fernsprechverbindungen -;; 30 km 

Fernschreibverbindungen : ; 1 5 ... 30 km 

TF-Verbindungen mil lFK-9 (■ ')kHz) •;; 15 km 

Das IFK kann einschlieBlich Kupplungsstelle kurzzeitig im Wasser verlegt 

werden . 

Grenzwerte fiir die Einsatzbereitschaft von IFK siehe Tabelle 2 Seite 314. 




IFK auf Metalltrommel [Bild 288.3] 
306 



13.3.2. Tcchnischc Angaben 



IFK I FK-V JFKA 



:m 



AuBcndurchmcsser 

einer Ader . 2,5 2,5 2,3 mm 

eine Lange betriigt 500 ^ 10 500 ± 10 500 ± 25 m 

Zugfestigkeit 1-20 SO 70 kp 

Masse 17 kg/km 

Masse einecXabcltrommel 3,5 3,5 3,5 kg 

Schieifenwiderstand 230 125 130 fi/km 

Isolationswiderstand 5 5 50Mn/km 

Dampfung bei 800 Hz . 180 145 lOOmN/km 

bei9kHz - - 300 mN/km 

Wellenwiderstand bei 800 Hz 800 725 600' £1 

Spannungsfestigkcit 2k V. 50 Hz, 5 min/1 kV, 50 Hz, 5 min 
Geschwindigkeil beim 
Verlegen und Aufnelimen 

vomK.fz. 20 20 20 km/h 



13.3.3. Aufbau 

Es wurdeii drei Arten von leichtem Feldkabel eingefiihrt; 

• leichtes Fcldkabel IFK, 

• Icicliles Feldkabel mil Verbinder IFK-V und 

• leichtes Feldkabel 9 IFK-9. 

Das IFK besteht aus zwei gleichen mileinander verdrillten Adern. Jede 
Ader besteht aus einem verzinnten Stahidraht mit einem Durchmesser 
von 0,3 mm, um den vier verzinnte Stalil- und zwei Kupfcrdriihte gleichen 
Durchmessers verseilt sind. Die Adern sind einzeln mit Plast isoliert. 
Das IFK-V besteht aus zwei mit Plast isolicrten und miteinander verdrillten 
Adern. Jede Ader besteht aus einem verzinnten Stahidraht mit einem 
Durchmesser von 0,3 mm, um den drei verzinnte Stahldriihte und vier 
Kupfcrdriihte gleichen Durchmessers verseilt sind. 

Die Isolation des IFK und des IFK-V besteht aus zwei Htillen Wcich-PVC. 
Die Wanddicke beider Hiillen betriigt 0,8 mm. 

Das IFK-9 besteht aus zwei mit Plast isolierten und miteinander verdrillten 
Adern. Jede Ader besteht aus einem verzinnten Stahidraht mit einem 
Durchmesser von 0,3 mm, um den zwei Stahldriihte und vier Kupfcr- 
driihte gleichen Durchmessers verseilt sind. Die Isolation besteht aus einer 
Polyiilhylenhlille von 0,55 mm aul' den Kabeladein und einem Polyamid- 
niantel von 0,1 mm. 

Jede Liinge ist auf einer Metallti-ommel aufgewickelt und hat am Anfang 
und am Endeje einen Stecker und eine Buchse. Zum IFK gehoren 1-m- 
Endpeitschen. 



20- 307 



13.4. Feldverbindungskabel (FVK-lOp) 

13.4.1. Einsatzmoglichkeiten 

FVK-lOp dienl zum Entfalten und Betreiben von Fernsprech- und Fern- 
schreibverbindungen im Bereich bis 3,4 kHz auf eine Entfernung von 
5 km, fur ZufUhrungen (AnschluBleitungen) und Verbindungen im Bereich 
bis 3,4 kHz innerhalb der Nachrichlenzenlrale. 

Das FVK-lOp kann einschliefilicli der Kupplungsstellen zeitweilig im 
Erdreich oder im Wasser verlegt werden. 



13.4.2. Tecbnische Angaben « 

Eine Lange betragt 400 m ± 5 m 

Liinge einer Endpeitsche 5 m 

AuBendurchmesser 12,5 mm 

Zugfesligkeit >180kp 

Masse einer Liinge 82,5 kg 

Masse einer Metalltrommel 26 kg 

Schleifenwiderstand s 175fl/km 

isolationswiderstand glOOOMfi/km 

Diimpfung bei 3,4 kHz < 250 niN/km 
Nebensprechdiimpfung bis 3,4 kHz _ ■ 9 N/400 m 

Wellenwiderstand 6000 

Spannungsfestigkeil 500 V, 50 Hz, 2 min 
Geschwindigkeit beim Verlegen und Aufnehmen: 

mit Kabelhandkarre 60 i^ 3 . . .4 km/h 

voni Kraftfahrzeug s; 15 km/h 



13.4.3. Aufbau 

Jede Ader besteht aus sieben miteinander verdrillten Kupferdraliten mit 
einem Durclimesser von 0,2 mm und der 0,3 mm dicken Polyiithyleniso- 
lation. Zwei Adern bilden einen Stamm. Zwei Stiimme sind jeweils urn einen 
Mitlelbeilauf zum Slernvierer verseilt und werden von einem farbigen 
Haltewgndel gehalten. Die Rinf Slernvierer sind um das Trageseil (iso- 
liertes Stahlseil) verseilt und werden in dem PE-lnnenmantel mit einem 
Durchmesser von 9,6 mm geftihrt, der auch die Zwischenriiume zwischen 
den Adern ausfiillt. Ein graphitiertes Band als Schirm bedcckt den Innen- 
mantel. Dari'iber liegt der etwa I mm dicke PVC-AuBenmanlel. 
An beiden Enden einer Liinge ist je eine Kupplung angebracht, mit der die 
Liingen in beliebiger Reihenfolge verbunden werden kiinnen. In der Kupp- 
lung belinden sich 10 Stifte und 10 Buchsen. Jeder Stamm endet auf einem 
Stift und auf einer Buchse. 



308 



13.4.4. 



Zubehor 



Zum FVK-lOp gehoien Endpeitschen. An einem Ende der Endpeilsche 
ist eine Kupplung befestigt. Am anderen Ende sind die 10 Doppelleitungen 
fingerformig lierausgefiihrt und wie folgt gekennzeichnet: 
Vierer 1 (mil einem Ring) 

Leitung 1 naturfarben (Stamm 1) 

Leitung 2 rot (Stamm II) 




Endpeilsche fur FVK-lOp [Bild 288.4] 




FVK- lOp auf Metalltronimel [Bild 288.5] 

\ 



309 



Vierer 2 

Leitung 3 nalurfarben (Stamm I) 

Leitung 4 rol (Stamm II) 

Vierer 3 

Leitung 5 naturfarben (Stamm 1 1 

Leitung 6 rot (Stamm II) 

Vierer 4 , 

Leitung 7 naturfarben (Stamm I) / 

Leitung 8 rot (Stamm II) 

Vierer 5 

Leitung 9 naturfarben (Stamm I) 

Leitung 10 rot (Stamm II) 

Die angegebene Reilienfolge entspricht dur Darstellung im Bild. 
Das Kabel ist in Liingen zu 400 m auf eine Metalltrommel gewickelt. 



13.5. Feldfernkabel 36 (FFK-36) 

13.5.1. Einsatzmoglichkeiten 

Das, FFK-36 wird zur Mehrkanalubertragung bis 36 kHz eingesetzt.. In 

diesem F'requenzbereicli konnen bis zu 8 TF-Kaniile uberiragen werden. 

Es konnen folgende Entfernungen iiberbrtlckt werden: 

ofine Zwischenverstarker :;' 30 km 

mit Zwisclienverstiirker -j 100 km (Relaisstelle) 

mit mehreren Zwischenverstiirkern 100 km 

Das FFK-36 kann einschlieBlich der Kupplungsstellen im Erdreich oder 

im Wasser verlegt werden. 



13.5.2. Technische Angaben 

Eine Liinge betragt 500 m J^ 5 m 

Lange einer Endpeitsche 5 m 

AuBendurchmesser 10 mm 

Zugfestigkeit gr200kp. 

Masse einer Lange 65 kg 

Masse einer Metalltrommel 26 kg 

Schleifenwiderstand S64n/km 

Isolationswiderstand ^ 1 000 Mii/km 

Dampfu'ng bei 36 kHz gl50mN/km 
Nebensprechdiimpfung bei 36 kHz S 8,5 N/0,5 km 

Wellenwiderstand 240n 

Spannungsfestigkeit 1 000 V, 50 Hz, 2 min 
Geschwindigkeit beim Verlege.i 
und Aufnehmen 

mit Kabelhandkarre 60 £;3...4km/h 

vom Kraftfah'rzeug <15km/h 

310 



t 



13.5.3. 



Aufbau 



Das FFK-36 ist ein zweipaariges Tragerfrequenzkabel mit leichler Be- 
spulung. Jede der vier Adern besteht aus sieben verdrillten Kupferdriihten 
mit einem Durchmesser von 0,35 mm und ist mit einer 0,425 mm dicken 
Polyiithylenisolation versehen. Die vier Adern sind urn den Mittelbeilauf 
zum Sternvierer verseilt und im PE-Innenmantel mit einem Durchmesser 
von 5,9 mm geftihrt. Der Innenmantel ist mit einem graphitierten Band als 
Schirm bedeckt. Ober dem graphitierten Band liegt eine Umfleclitung aus 
24 Stahladern. Jede Stahlader hat einen Durchmesser von 0,31mm. 
Der AuBenmantel besteht aus 1 mm dickem PVC. Der Stamm I ist natur- 
farben und endet auf den Kontaktstiften der Kupplung. Der Stamm 11 
ist farbig (auBen schwarz) und endet an der Kupplung auf den Kontakt- 
stiften mit Aufnahmefeder. Der Schirm ist schwarz und endet auf dem 
Kontaktstift in der Mitte der Kupplung. 

An jedem Ende der Liinge befindet sich eine Kupplung, mit der die Lilngen 
in beliebiger Reihenfolge verbunden werdqn konnen. Die Kupplung ist 
mit einer Nachtmarke und einem Staubdeckel versehen. 
Im Innern ^er Kupplung befinden sich zwei Wicklungshiilften einer Pupin- 
spule. Grundsatzlich wird nur der Stamm II bespult. 



13.5.4. 



Zubehdr 



Zum FFK-36 gehoren Endpeitschen. An einem Ende der Endpeitsche ist 
eine Kupplung befestigt. Am anderen Ende sind die vier Adern und der 
Schirm fingerformig herausgefuhrt. In der Kupplung der Endpeitsche 




Endpeitsche fur FFK-36 [Bild 288.6] 



311 



befinden sich ebenfalls zwei Wicklungshiilften der Pupinspule, die in den 

Stamm II geschaltet sind. Die Ergiinzungskondensaloren, die zwischen 

die Adern jedes Stammes geschaltet sind, befinden sich ebenfalls in den 

Kupplungen der Endpeitsche. 

Die herausgefiihrten Adern und djr Schirm sind wie folgt gekennzeichnet : 

Stamm 1 naturfarben mil einem Ring 

Stamm II farbig mit zwei Ringen 

Schirm schwarz 

Jede KabellUnge ist auf eine Metalltrommel aufgewickell. 



13.6. Feldfernkabel 60 (FFK-60) 

13.6.1. Einsatzmoglichkeitcn 

Das FFK-60 wird zur Mehrkanaliibertragung bis 60 kHz eingesetzt. In 

diesem Frequenzbereich konnen bis zu 12 TF-Kanale iibertragen werden. 

Es konnen folgende Entfernungen uberbriickt werden: 

ohne Zwischenverstiirker < 35 km 

mit Zwischenverstiirker s 100 km ( Relaisstelle) 

Mit entsprechenden Versttirkern kann FFK-60 bis zu einer Entfernung 

von 1 500 km eingesetzt werden. 

Das FFK-60 kann zeitweilig einschlieBlich Kupplungsstellen im Erdreich 

Oder im Wasser verlegt werden. 



13.6.2. Technische Angaben 

Eine Liinge betragt 250 m ^ 2 m 

Lilnge einer Endpeitsche 5 m 

AuBendurchmesser - 15 mm 

Zugfestigkeit ^ 300 kp 

Masse einer Lange 65 kg 

Masse einer Metalltrommel 26 kg 

Schleifenwiderstand s;31Q/km 

Isolalionswiderstand g: 1 000 MH/km 

Diimpfung bei60kHz glOOmN/km 
Nebensprechdampfung bis 60 kHz > 8,5 N/250 m 

Wellenwiderstand 400 Q 

Spannungsfestigkeit 1000 V, 50 Hz, 2 min 
Geschwindigkeit beim Verlegen 

und Aufnehmen , 

mit Kabelhandkarre 60 g 2 ... 3 km/h 

vom Kraftfahrzeug £13 'km/h 



312 



2.6.3. Aufbau 

Das FFK-60 ist ein zweipaariges Trugerfrequenzkabel mil leichter Be- 

spulung. Jede der vier Adern besteht aus 19 miteinander verdrillten Kupfer- 

drahten mil einem Durchmesser von 0,3 mm und der I mm dicken Poly- 

athylenisolalion. . 

Die vier Adern sind urn den Mittelbeilauf zum Sternvierer verseilt und 

werden im PE-Innenmanlel gefuhrt, der auch die ZwischenrUume ausfulll. 

Der Innenmanlel hal einen Durchmesser von 1 1 mm. Der Schirm ist als 

graphiliertes Band ausgefuhrl und bedeckl den Innenmanlel. Ober dem 

Schirm liegl die Umflechlung aus 48 Slahladern, die einen Durchmesser 

von 0,25 mm haben. 

Der AuBenmanlel beslehl aus anniihernd 1 mm dickem PVC. Der Slamm I 

isl nalurfarben und cndet auf den Konlaklsliflen der Kupplung. Der 

Stamm II ist farbig (auBen schwarz) und endet an der Kupplung auf den 

Kontaktstiflen mil Aufnahmefeder. Der Schirm isl schwarz und endel auf 

dem Kontaktslift in der Mine der Kupplung. 

An jedem Ende ciner Lange befindet sich eine Kupplung, mil der die 

Liingen in beliebiger Reihenfolge verbunden werden konnen. Im Innern 

der Kupplung befinden sich zwei Wicklungshiilflen einer Pupinspule. Die 

Pupinisierung wird grundsiltzlich nur im Stamm II vorgenommen. 

Die Kupplung ist mil einer Nachlmarke und mit einem Staubdeckel ver- 

sehen. 



2.6.4. Zubehor 

Zum FFK-60 gehoren Endpeilschen. An einem Ende der Endpeitsche isl 
eine Kupplung befesligl. Am andcren Ende sind die vier Adern und der 
Schirm fmgerformig herausgefuhrl. In der Kupplung der Endpeitsche be- 
finden sich ebenfalls zwei Wicklungshalflen der Pupinspule, die in den 
Slamm II geschallel sind. Die Erganzungskondensaloren, die zwischen die 
Adern jedes Slammes geschallel sind, befinden sich ebenfalls in der Kupp- 
lung der Endpeitsche. 

Die herausgefuhrlen Adern und der Schirm sind wic folgt gekennzeichnel ; 
Stamm I nalurfarben mil einem Ring 
Slamm II farbig mil zwei Ringen 
Schirm schwarz 

Die Endpeitsche und die Metalltrommel enlsprechen den fijr das FFK-36 
dargestellten. 



313 



Tahelle I Kaheltypen unci Ekjeiiscbafle 



Typ 



IFL 



IFK 



FVK 



Reichweiten in km Verlegungsart 
Fe Fs 



Aul"bau 



SIS 



30 



<5 



FFK-36 _30 



FFK-60 



30 



:15 



1 5-30 



<5 



< 30 



30 

(WT) 



von Hand, 2 Adern, 

vom Kfz, bis 60 km h, Zwillingsleitung, 
vom Hubsclirauber Cu-Litze, PE-isoliert 
bis 80 km/h 



von Hand, 

vom Kfz. bis 20 km;h 



von Hand mit Kabel- 
handkarre 60 mit 
3 bis 4 kni/h. 



vom Kfz. bis 18 km/h, 
Erdreich- und Wasser- 
verlegung mciglich 
von Hand mit Kabel- 
handkarrc 60 mit 
3 bis 4 km/h. 



2 Adern, verseilt, 
Litze aus Cu und St, 
PE-isohert, Polyamid- 
mantel 

20 Adern Cu-Liize ajs 
5 Slernvierer um ein 
isoliertes Stahlseil 
verseill, PE-isoliert, 
PVC-Mantel 



4 Adern Cu-Litze als 
ein Slernvierer ver- 
seilt, PE-isoliert, 
PVC-Mantel 

/ 



vom Kfz. bis 15 km/h, 

Wasserverlegung 

miiglich 

von Hand mit Kabel- wie FFK-36 

handkarre 60 mit 

3 bis 4 km/h, 

vom Kfz. bis 13 km/h, 

Wasserverlegimg 

moglich 



Tabelle 2 Grenzwerte fiir die Einsatzbereitschaft von IFK 



Schleifenwiderstand 
Flickstellen ' 
Isolierstellen 



Einsatzbereit 
<. 35 °/„ iiber Normwert 
£ 10 
S 20 



AusschuB 

> 35% ijber Normwert 

> 10 
>20 



314 



Grenz Schleifen- ' Masse m. Lange AnschluB 
frequenz wid erstand Trommel 

10 kHz *110n/km 8 kg/km 1 000 m 

und 
250 m 



12 kH^ «130n/km 17 kg/km 500 m Endpeitsche 



3 5 kHz ==175n/km 92 kg 400 m AnschluB- 

•'''''" J- 5 m keule und 

. " Endpeitsche 

(5 m) 



36 kHz <64n/km 91kg 500 m AnschluB- 

Endpeitsche 
(5 m) 



60 kHz ^in/km 91kg 250 m AnschluB- 

°" "" ^, 2 m keule und 

Endpeitsche 
(5 m) 



315 



Teil G 
Wartung 



t- 



1. Wartung der Nachrichtengerate und dcs Zubehbrs [297] 

1.1. Begriffsbestimmung 

Die Wartung ist ein Teil des Systems der Instandhaltung, welches alle tech- 
nisch-organisatorischen MaBnahmen, die auf die Erhaltung bzw. Wieder- 
herstellung der Einsatzbereitschafl von Nachrichtengeraten und Gerate- 
satzen gerichtet sind. umfaCt. Das System der Instandhaltung orientiert auf 
die Prophylaxe, d. h. auf die vorbeugende Erhaltung der Einsatzbereitschafl 
der Technik. 

Obwohl alle Elemente der Instandhaltung gleich wichtig sind, kommt der 
Wartung eine besondere Bedeutung zu. Wahrend die Inslandsetzung und 
die Versorgung durch Spezialisten gewahrleistet werden, muB die Wartung 
dutch das Bedienungspersonal (den Trupp) sichergestelll werden. 
Alle anderen Elemente der Instandhaltung werden entsprechend den spe- 
zifischen Besonderheiten der Technik in festgelegten Zeitabstanden, die 
laufende Instandsetzung nur bei Notwendigkeit durchgeflihrt. Die Wartung 
dagegen muB ununterbrochen erfolgen. Jedes Versaumnis und jede Ver- 
nachlassigung wirkt.sich unmittelbar auf die Einsatzbereitschafl der Technik' 
aus. 

Die Wartung umfaBt systematische und periodisch wiederkehrende MaB- 
nahmen, urn die Einsatzbereitschaft standig zu erhallen und Ausfallen 
vorzubeugen. 

Die Wartung beinhaltet das Oberpriifen und Reinigen des Gerats, das Aus- 
wechseln defekter Teile, das Schmieren gleitender Elemente, das Aus- 
bessem defekten Oberfliichenschutzes, das Oberprufen aller elektrischen 
und mechanischen Verbindungen und die abschlieBende Komplexuber- 
priifung. 

Die Gesamtheit aller Tiitigkeiten der Wartung ist dem Parktag vorbehalten. 
Bei groBeren Geratesatzen ist es unter Umstanden erforderlich, mehr als 
einen Parktag fiir eine Wartung zu planen und durchzufiihren. 
Ein Grundsatz fiir jede MaBnahme der Instandhaltung, besonders fiir die 
Wartung, ist: „Jc'dv Tiiiigkeil mufi gewissenhafi, griindlich und sachkundig 
dwcbgefUhrl werden. Jede Arbeit, die hegonnen wurde, mufi beendel werden." 
Nur wenn die Wartung zum festen Bestandteil der Ausbildung und des 
Betriebsdienstes sowie des Gesamtkomplexes der Nutzung gemacht wird, 
kann die NachrichtenausriJstung iiber ihre Lebensdauer die voile Leistungs- 
fahigkeit gewiihrleisten. Nur dann kann sie mit minimalem Aufwand an 
Arbeitszeit, an finanziellen und materiellen Mitteln arbeitsfahig und ein- 
satzbereil gehalten werden. 
In der Wartung werden unterschieden: 

- die tiigliche Wartung wahrend des Einsatzes; 

- die Wartung nach der Nutzung; 

- die Wartung an Parktagen. 

Jede Wartung umfaBt im Prinzip folgende Tatigkeiten: 

1. Oberpriifen. 

2. Beseitigen festgestellter Schaden. 

3. Durchfiihrung planmaBiger Wartungsarbeiten. 

319 



4. Reinigungsarbeiten. 

5. AbsehlieBende Komplexiiberpriifung. 

Fur eine Anzahl von Nachrichtengeraten und Geratesatzen gibt es War- 
tungs- und Oberpriifungsanweisungen, in denen jeder Handgriff der unter- 
schiedlichen WartungsmaBnahmenerlautert ist. Die Wartung solcher Nach- 
richlenausriistung, fiir die keine Wartungs- und Oberpriifungsanweisungen 
vorhanden sind, ist analog zu planen und durchzufiihren. 

1.2, Wartungs- und Oberpriifungsanweisungen 

Die Wartungs- und Oberpriifungsanweisungen gliedern sich in eine Le- 
gende, Wartungs- und Oberprufungsriclitlinien, Zeitberechnungen und die 
Anweisungen fur die Wartungs- bzw. Oberpriifungsarbeiten. 

- In der Legende wird der Personenkreis aufgefiihrt, der zur praktischen 
Durchfiilirung der einzeliien Wartungs- und Oberpriifungsarbeiten vor- 
gesehen ist. Des weiteren beinhaltet sie allgemeingiiltige Wartungs- und 
Oberpriifungshinweise. 

- Die Wartungs- und Oberpriifungsrichtlinien beinhalten die Anzahl der 
im Laufe eines Ausbildungsjahres durchzufiihrenden planmaBigen War- 
tungen und Oberpriifungen in Abhangigkeit von der Nutzung. 

- Die Zeitberechnung der Arbeiten ist sowohl fiir jedes Einzelgerat als 
auch fiir die Truppangehorigen aufgeschliisselt. 

. - Die Anweisungen fiir die Wartungs- und Oberprufungsarjjeiten bein- 
halten die konkret definierten Arbeitsgange mit der Zeitaufschliisselung 
und den erforderlichen Verbrauchsmittein zur Wartung. 
Die Verantwortung fiir die Vorbereitung und Durchfiihrung der unmittel- 
baren Wartungs- und OberprufungsmaBnahmen tragi der Truppfijhrer. 
Deshalb ist es fiir ihn wichtig, daB er die Angehorigen seines Trupps genau 
kennt, sie entsprechend ihren Kenntnissen und Fahigkeiten einsetzt, die 
Arbeiten selbst leitet und die Richtigkeit und Vollstandigkeit deren Aus- 
fiihrung kontrolliert. Ist abzusehen, daB er mit seiner Truppbesatzung 
einzeinc MaBnahmen nicht ordnungsgemaB durchfuhren kann, hat er in 
der Vorbereitungsphase seinen Vorgesetzten davon in Kenntnis zu setzen. 
Auftretende Schwierigkeiten wahrend der Wartung sind diesem ebenfalls 
unverziiglich zu melden. 

1.3. Sicherheitsbestimmungen 

Unter dem Begriff »Sicherheitsbestimmungen« sind alle MaBnahmen zu- 
sammengefaBt, die sich aus den Arbeitsschutzanordnungen (ASAO), 
Arbeits- und Brandschutzanordnung (ABAO), Brandschutzanordnungen 
(BAO), TGL sowie aus speziellen Forderungen und Festlegungen mili- 
tarischer Bestimmungen ergeben. 

Die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen ist Voraussetzung sowohl fur 
den zuverlassigen Schutz der Arbeitskraft und die Gesunderhaltung der 
Armeeangehorigen als auch fiir Erhaltung von Ausrustungen und An- 
lagen. 

320 



Alle Sicherheitsbestimmungen an dieser Stelle anzufuhren, ist nicht mog- 
lich. Aus der Vielzahl der Bestimmungen sind fiir den Nachrichtensoldaten 
besonders von Bedeutung: 

• Alle Gerate, die mit Spannungen groBer als 60 V arbeiten, sind vor der 
Inbetriebnalime grundsatzlich zu erden. Eine Erde ist wirkungsvoll, wenn 
der Erder (Erdrohr, Erdstecker usw.) in maximalcr Tiefe in feuchtes Erd- 
reich eingelassen wird, metallisch blank ist und die Erdverbindung mit 
einer Kupferlitze (0 ^ 2,5 mm, / S 3 m) hergestellt wird. 

• Maximaler Beriihrungsschutz wird erreicht durch isolierende Unterlagen 
(Gummiplatten) bei Arbeiten an spannungsfuhrenden Geraten; Ab- 
treter aus Gummi, trockenes Laub, Holz, Stroh vor den Eingangen der 
Stationen; Abneigen der Antennen wahrend der Fahrt und deren Si- 

• cherung durch ein zusatzliches Fangseil; Einhkltung der Sicherheits- 
abstande zu spannungsfuhrenden Leitungen (Faustregel : Abstand S 2 mal 
Hohe des AntennerHnastes) ; Abschalten der Stromversorgungsaggregate, 
wenn Kabelschuhe und Steckvorrichtungen angeschlossen werden und 
andere MaBnahmen. 

• Stromzufiihrungskabel durfen an das Energienetz nur bei abgeschalteten, 
vorter geerdeten Stationen, Geratesatzen usw. angeschlossen werden. 
Bei festgestellten Schaden, die eine Beriihrungsgefahr spannungsfiihren- 
der Telle darstellen, bei denen die Moglichkeit einer VergroBerung des 
Schadens oder andere Gefahrdung fiir Mensch und Technik besteht, ist 
das Gerat sofort auBer Betrieb zu setzen. Es sind sofort MaBnahmen zur 
Beseitigung der Schaden einzuleiten. 

• Wartungsarbeiten an Geraten und Antennen durfen nur durchgefiihrt 
werden, wenn die Gerate abgeschaltet sind und ein Einschalten dieser 
durch andere Personen oder Zufalligkeiten ausgeschlossenist. 

Bei Oberpriifungen mussen solche Voraussetzungen geschaffen werden, 
daB kein Angehoriger des Triipps oder andere Personen an spannungs- 
fiihrende Teile gelangen konnen. 

• Kraftstoff darf nur bei abgestellten Aggregaten nachgefuUt werden. 

• Abspannseile durfen keine BescKadigungen aufweisen, die Befestigungs- 
elemente an den Seilen (Ringe, Haken o. a.) mussen einwandfrei sein. 



1.4. Umfang der WartungsmaBnahmen 

Die R^ihenfolge der Wartungsarbeiten wurde bereits erwahnt. Bei der 
taglichen Wartung, bei GroBgeraten aber auch an Parktagen.ist es moglich, 
daB die zur Verfiigung stehende Zeit fiir den gesamten Arbeitsumfang nicht 
ausreicht. In einem solchen Fall dUrfen nur weniger wichtige WartungsmaB- 
nahmen auf einen spateren Zeitpunkt verschoben werden. Grundsatzlich 
mussen die Wartungsarbeiten, die auf die Erhaltung der Funktionsfahig- 
keit den groBten EinfluB ausiiben, zuerst erledigt werden. Das sind: 

- die Kontrolle der Festigkeit und der Sicherheit aller Anschlusse und des 
Vorhandenseins aller elektrischen Spannungen; 

- das Uberprufen der Funktionstuchtigkeit aller Bedienungselemente ; 

- das Nachfiillen von TreiJ?- und Schmierstoffen sowie des VE-Satzes; 

21 HBTastfunker ' , 321 



- das Warten und Oberprufen der Antenhenanlage; 

- das Abschmieren aller mit Schmiernippeln oder Schmierstellen ver- 
sehenen. Teile. 

Bei der Wartung ist es grundsatzlich verboten, versiegelte Bausteine oder 
Einschiibe aus den Gehausen oder Gestellen zu entnehmen (das darf nur 
in Gegenwart des dazu berechtigten Persbnenkreises erfolgen), eingelotete 
Oder mechanisch fest verbundene Bauelemente bzw. Teile zu wechseln. 
Alle steckbaren Teile, mit Ausnahme der genannten\ Bausteine und^Ein- 
schiibe, diirfen zu Oberpriifungszwecken bzw. zur Erneuerung entfernt 
werden. Der Truppfuhrer ist berechtigt, wahrend des Einsatzes, wenn keine 
Werkstattkrafte zur Verfiigung stehen, auch an versiegelten EinschUben steck- 
bare Teile zu wechseln. 

Der Umfang der Wartung ist fiir die verschiedene Technik unterschiedlich. 
Die Einzelheiten sind den Wartungs- und (Jberpriifungsanweisungen zu 
entnehmen. 

Folgendes allgemeingiiltiges Schema laBt sich aufstellen : 
Der Truppfijhrer leitet die Wartungsarbeiten, leitet seinen Trupp bei der 
Arbeit an und kontrolliert Richtigkeit und Vollzahligkeit. Er fiihrt per- 
sonlich die Oberpriifung zu Beginn der Wartung und die Komplexuber- 
prufung durch. 

Der Kraftfahrer \yartet das Kraftfahrzeug und ist fur die Wartung des 
Stromversorgungsaggi*egats verantwortlich . 

Die iibrige Besatzung wird entsprechend den Kenntnissen und der Eignung 
durch den Truppfuhrer eingeteilt. 

Eine wichtige Voraussetzung fur die vorschriftsmaBige Wartung sind ein- 
wandfreies. Werkzeug und intakte MeBtechnik. Deshalb sollten zur Vor- 
bereitung und zum AbschluB jedes Parktages das Werkzeug und die MeB- 
technik iiberpruft und, wenn notwendig, repariert werden. > 



1.5. Wartungshinweise 

1.5.1. Fiir Nachrichtengeriite 

Bei der Wartung der Nachrichtengerate kommt es vor allem darauf an, mit 
den Kraften und Mitteln des Trupps die Funktionstahigkeit des Gerate- 
satzes bzw. der Einzelgerate zu erhalten. Dazu gehdrt u. a. : 

- Alle Anschliisse oxidfrei halten und sichere, kurzschluBfreie Verbindun- 
gen gewahrleisten. 

- Die Bedienungselemente stapdig iiberprufen und einen leichten Gang der 
Triebe sichern. 

- Die Sicherungen nur mit Einsatzen der geforderten Werte bestucken, 
Spannungen priifen. 

- Die Gerate sauberhalten und vor Feuchtigkeit schiitzen. 

- Die Schrauben und andere Verbindungen regelm&Big nachziehen. 

- Die Bedi'^nungsanweisutigen einhalten. 




.?..a4SL''St-';'-iii*B!J. 



1.5.2. FUr Stromvenorgniigsserate 

1.5.2.1. Akkumulatoren 

Akkumulatoren miissen eine sichere Stromversorgung gewahrleisten. Die 
Ladung, die Elektrolytfiillung und -kontrolle erfolgen in der Ladestation. 
Vom Trupp durfen Ladearbeiten (bei Technik, die aber eigene LademSglich- 
keiten verfugt) nur unter Beachtung der Sicherheitsbestimmungen durch- 
gefiihrt werden. 

- Elektrolytstand (1cm iiber Plattenoberkante) fiber.wachen, wenn er- 
forderlich, nur destilliertes Wasser nachfullen. 

- Anschlusse oxidfrei halten, leicht einfetten. 

- Akku-Oehause sauberhalten (nieht mit Farbe behandeln). 

- Das Offnen eines gasdichten oder elektrolytarmen Akkumulators bzw. 
das Nachfullen von Elektrolyt fflhrt zur FunktionVuntuchtigkeit. 

t. 

1.5.2.2. Prim^tromquellen 

Primarelemente haben nur eine begrenzte Haltbarkeit (6 bis 9 Monate). Die 
Herstellungswoche ist grundsfttzlich aufgedruckt. Ober die Brauchbarkeit 
gibt eine K.urzschluBstrommessung Auskunft. Dazu MeBinstrument auf 
groBten Gleichstrombereich (> 3 A) schalten. Die Pole nur kurz bis zum 
Zeigerausschlag mit dem Instrument verbinden. Bei Ausschlag uber 1 A 
ist die Stromquelle noch brauchbar. 

Achtimg! 

Verbrauchte und iiberlagerte Primarstromquellen zersetzen sijch und ver- 
lieren Elektrolyt. Deshalb leere Elemente sofprt entfernen. 



1.5.2.3. Stromversorgungsaggregate 

In der Nachrichtentechnik werden bis auf wenige Ausnahmen nur Otto- 
motoren, im Zwei- und im Viertaktverfahren arbeitend, als Antriebsele- 
raente eingesetzt. Das heiBt, als Kraftstoff werden Benzin (bei Viertaktmo- 
toren) und Benzin-Ol-Gemisch <bei Zweitaktmotoren) verwendet. 
Folgende wichtige Wartungshinweise sind zu beachten: 

- Die Viertaktmotoren haben ein empfindliches Schraiersystem. Olstand 
standig uberpriifen, regelmaBig bis zur Markierung mit Ol (entsprechend 
det Dokumentation) nachfullen. 

- Bei Olwechsel die Schmierwege mit SpiilSl richtig durchspttlen. 

- Bei Zweitaktmotoren das vorschriftsmaBige Gemisch verwenden. Bei- 
Betrieb mit reinem Benzin oder zu magerem Gemisch ISuft der Motor 
fest und wird stark beschadigt. 

- Reglergehause sind mit Ol gefiillt. RegelmSBiges Oberprufen und, wenn 
notwendig, Nachfullen garantieren einen reibungslosen Betrieb. 1 

- Krahstoffwege (Leitungen, Tank und Vergaser) regelmSBig reinigen. 
Die Diise soUte nur mit Druckluft ausgeblasen werden. Im Notfall kann 
eine Borste eines Handfegers zum Reinigen benutzt werden^ 



21* 



323 



- Wasser- und Schmutzabscheider an Kraftstoffhahnen reinigen. 

- Unterbrecherabstande und Elektrodenabstande der Zundkerzen regel- 
miiBig uberprufen. Verbrennungsruckstande an Unterbrecherkontakten 
vorsichtig rait eineiv Kontaktfeile entfernen. 

- Alle Schrauben und Muttem regelmaBig nachziehen. 

Die Wartung von Generatoren ist verhaltnismaBig einfach. Sie beschrankt 
sich auf die Reinigung und die periodische Oberprufung des Drucks und des 
Zustands der Kohlebursten sowie die tlberprufung und die Reinigung des 
Kollektors bzw. der Schleifringe. 

Achtung ! 

Kollektoren bzw. Schleifringe nur bei stehendem Anker mit Kollektor- 

papier (nicht mit Schmirgel) reinigen. 

Ganz gleich, ob Generatoren vom Kfz.-Motor oder vom Aggregatemotor 
betrieben werden, bei jpder Wartung sollten die Antriebs- und Kupplungs- 
elemente mit uberpriift werden. 

DieWartung an Strom versorgungsteilen und -tornisternerstreckt sich auf die- 
Reinigung, die Oberprufung der Anschlusse und Sicherungen sowie die 
Oberprufung der ordnungsgemaBen Funktion von MeBinstrumenten. 
Besohderheiten fiir die Wartung spezitischer Stromversorgungseinrichtun- 
gen sind in den Wartungs- und Oberpriifungsanweisungen besonders heraus- 
gearbeitet. 



1.5.3. Fiir Antennenanlagen 

Die Leistungsfahigkeit einer Sende- und Empfangsanlage hangt in hohem 
MaBe von den Antennen und deren Speiseleitungen ab. Deshalb sollten sie 
Schwerpunkt bei der Wartung sein. Vom Sender bzw. Empfanger an sollten 
Antenhenverbindungen kontaktsicher, Antennenisolatoren ableitungsfrei 
und frei von Farbe oder Fremdkdrpern sein. Die Maste und deren Ver- 
bindungen sowie alle Abspannelemente miissen fehlerfrei sein. 

1.5.4. Zubehor 

Das Zubehor eines Geratesatzes ist mannigfaltig. Fast bei jeder Technik 
treten Verbindungskabel, Kopfhorer, Sprechgarnituren, Handapparate, 
die verschiedensten AnschluBkasten, Werkzeuge und der Verbrauchsmittel- 
und Ersatzteilsatz auf. Kurz gesagt, das EWZ ist am arbeitsintensivsten, 
well es dem grpBten VerschleiB ausgesetzt ist. Trotzdem kann bei entspre- 
chend sorgfaltigem Umgang ein Minimum an Wartungsaufwand erreicht 
werden. Steckverbindungen sollten nur am Stecker, nicht am Kabel zur 
Trennung herausgezogen werden. Kabel sollten nicht geknickt, sondern im 
Bogen zusammengelegt werden. Alles Zubehor sollte seinen festin und 
transportsicheren Platz haben. Kleinere Isolationsschaden an Schnuren, 
kleine Schaden am Zubehor sollten sofort beseitigt werden. Dann reicht die 
Ze'it fur die Wartung, und das Gerat ist auch einsatzbereit. 

324 



1.6. Pflichten des TnippfUhrers 

~ Er muB seine Technik ausgezeichnet beherrschen, d. h. ihren Aufbau 
kennen, ihre Bedienung in alien Betriebsarten, die Oberpriifung mit den 
statiohseigenen Mitteta sowie die durchzafuhrenden Wartungsarbeiten 
beherrschen, und er muB in der Lage sein, seinen Trupp in diesen Fragen 
auszubilden. 

- Er muB seinen Trupp entsprechend den Fahigkeiten, Kenntnissen und dem 
Ausbildungsstand jedes Truppmitglieds einsetzen und leiten. 

- Er muB Schaden an der Technik, die nicht mit eigenen Mitteln zu be- 
seitigen sind, sofort seinem Vorgesetzten melden. 

- Er muB die Begleitdokumentation zur Technik standig und luckenlos 
sowie sauber fiihren. 

- Er muB seine Technik standig in einsatzbereitem Zustand halten. 



325 



2. Parktage, teduische KpntroUen und Durchsichten [298] 

2.1. BegrUTsbestimmung 

Die Nachrichtentechnik dient der GewShrleistung von Nachrichtenver- 
bindungen zur Cbertragung von Informationen. Diese Aufigabe kann sie 
nur dann erfiillen, wenn sie einsatzbereit ist. Der Begriff »einsatzbereit« 
wird hauhg gebraucht, und doch scheint es in bezug auf die Nachrichten- 
technik erforderlich, ihn zu definieren. 

Leistung, Empfindlichkeit, Treffsicherheit, Frequenzgenauigkeit, Modu- 
lationsgrad, Stromaufnahme sind ein Teil der Parameter, die meOtechnisch 
erfaBt werden kOnnen. Diese Mefiergebnisse, verglichen mit den fUr die 
betreffende Technik festgelegten, vom Hersteller vorgegebenen Normwer- 
ten, geben eine Aussage Uber den elektrjschen Zustand der Nachrichten- 
technik. Die augenscheinliche und meBtechnische Oberprtifung von Kon- 
struktiori, Zustand und Festigkeit des Gerats, der Verkabelung, der Bau- 
teile und des Zubehors geben Auskunft iiber den mechanischen Zustand. 
Die praktische Cberpriifung aller mit der Technik durchzufuhrenden mog- 
lichen Betriebsarten, einschlieBIich der Nebenbetriebsarten, die durch Zu- 
satzgerate erreicht werden, gibt AufschluB uber die Ausnutzbarkeit der 
Nachrichtentechnik. 

Nur wenn alle elektrischen Parameter und der mechanische Zustand den 
geforderten Normwerten entsprechen und alle Betriebsarten realisiert 
werden kSnnen, ist ein Nachrichtengerat einsatzbereit. Jeder Abstrich von 
dem genannten Zustand fiihrt zur Einschatzung »bedingt einsatzbereit« 
Oder »nicht einsatzbereit«. 

Die Einsatzbereitschaft der Nachrichtentechnik zu erhalten bzw. bei Verlust 
wiederherzustellen ist die Aufgabe der Instandhaltung. 
Zur Instandhaltung gehdren neben der Wartung die Instandsetzung, die 
materielle Sicherstellung und die technischen KontroUmaBnahmen. 
Die Aufgaben und der Umfang der WartungsmaBnahmen wurden bereits 
. im vorangegangenen Abschnitt dargelegt und eriautert. 
Die im Rahmen eines Truppenteils oder einer Einheit organisierte Wartung 
unter Teilnahme von Werkstattkraften ist der Parktag. 
Jeder Parktag hat die Herstellung der Einsatzbereitschaft bzw. ihre Er- 
haltung durch vorbeugende MaBnahmen zum Ziel. Er endet grundsatzlich 
mit einem Gerateappell. 

Der Gerateappell ist die Oberpriifung des Zustands und der Vollzahligkeit 
der Nachrichtentechnik und dient dazu, die Einsatzbereitschaft einzuschat- 
zen und MaBnahmen zum Beseitigen von Mangeln einzuleiten. Der Gerate- 
appell ist Bestandteil des Parktags, kann aber auch ohne vorherige War- 
tungsmaBnahmen befohlen werden. 

Die laufende Instandsetzung wird durchgefuhrt, wenn wShrend der Nutzung 
Schaden auftreten, die mit den Kraften und Mitteln des Trupps nicht be- 
hoben werden konnen. Die laufende Instandsetzung wird nur durch Krafte 
des Nachrichtentechnischen Dienstes, in Sonderfallen durch Krafte des 
Herstellerbetriebs durchgefuhrt. 
Nachrichtentechnik mit kompliziertem Aufbau wird regelmaBig (entspre- 

326 ' 



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chend den Nutzungsfristen) generellen Oberholungefl, den planmafiigen 
Insiandsetzmgetii unterzogen. Sie werden nur in groj3eren Nachrichten- 
werkstatten oder in Industriebetrieben durchgefiihrt. 
Aufgabe'der maleriellen Sicherstellung ist es, sowohl die Nutzung als auch 
die Wartung und die Instandsetzung durch die Bereitstellung der erf order- 
lichen materidlen Mittel zu gewahrleisten. 

MaBnahmen der Oberprufung und Einschatzung des Zustands der Nach- 
richtentechnik sind neben dem Gerateappell technische KontroUen und 
Durchsichten sowie Kontrolle und Abnahme nach durchgefuhrten In- 
standsetzungen. r j ■ 

Technische KontroUen und technische Durchsichten sind Uberprufungen der 
Nachrichtentechnik auf Arbeitsfahigkeit und Einsatzbereitschaft. Sie um- 
fassen die Kontrolle des Wartungszustands, des technischen Zustands, der 
Vollzahligkeit des Geratesatzes, die Fijhrung der Begleitdokumente und 
den Ausbildungsstand des Trupps. Die wichtigsten Normwerte, von deren 
Einhaltung die Einsatzbereitschaft wesentlich beeinfluflt wird, werden mit- 
tels geeigneter Mefitechnik ilberpruft. Technische KontroUen werden uber- 
raK:hend, technische Durchsichten planmaBig mit Vorbereitungsetappe 
durchgefiihrt. 



2.2. Planung und Organisation von Parktagen 

Der Parktag hat das Ziel, im gdsamten Truppenteil bzw. in der gesamten 
Einheit einen einheitlichen hohen Stand der Einsatzbereitschaft der Technik 
zu erreichen. Deshalb werden Parktage hauflg vor wichtigen Mafinahmen, 
die von der Technik eine hohe Zuveriassigkeit fordern, am SchluB von 
Ubungen und nach langerem Betrieb geplant. 

Parktage laufen im Prinzip ab, wie im Abschnitt Wartung beschneben. 
Trotzdem gibt es fur denParktag Besonderheiten, die ihn von der Wartung, 
wie sie taglich durchgefiihrt wird, unterscheiden : 

1. Der Parktag wird organisiert durchgefuhrt. Das heiBt, der Truppenteil 
Oder die Einheit tritt mit dem gesamten Bestand an. Der Befehl des Kom- 
mandeurs fUr den Parktag wird verlesen, und der Personalbestand ruckt 
geschlossen zum Park. 

2. Beim Parktag werden aus dem Personalbestand Spezialisten ausgewahlt, 
die auf bestimmten Stationen z. B. Sattlerarbeiten, Antennen- oder 
Werkzeuginstandsetzung, Prufung von Sprechgarnituren vornehmen. 

3. Am Parktag konnen Werkstattkrafte zur Kontrolle und Anleitung der 
sachgemSBen Wartung und technischen Oberprufung der Nachrichten- 
ausriistung eingesetzt werden. 

4. Der Parktag ist eine AusbildungsmaBnahme, bei der bestimmte Elemente 
Oder die gesamte Wartung gemaB Wartungs- und ttberprufungsanwei- 
sung das Lehrziel sind. 

Wegen der unterschiedlichen Technik innerhalb eines Truppenteils erfor- 
dert es groBe Erfahrung, den Plan fur den Parktag zu erarbeiten. Neben der 
Nachrichtentechnik mussen auch die Kfz.-Technik und alle andere Technik 
des Truppenteils erfaBt werden. Urn einen hohen Wirkungsgrad'zu erzielen, 

327 



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bildet man innerhalb des Truppenteils Schwerpunkte, z. B. Technik der 
verschiedenen Waffengattungen und Dienste. Das trifft auch fiir Spezial- 
truppenteile zu, in denen Schutzmasken, Stahlhelme und Bewaffnung in 
besonderen Stationen unter Anleitung gewartet werden. 
Der Plan fUr die Durchfuhrung des Parktags beinhaltet: 

- Zeit und Dauer des Parktags; 

- Ziele der einzelnen Stationen; 

- Verantwortliche fiir die Stationen ; 

- Einsatz der Werkstattkrafte; , 

- materielle Sicherstellung; 

- Gerateappelle; a 

- Zeitplan und Pausen. 



2.3. Planung und Organisation von Geriiteappellen, 

teclinisclien Kontroilen und Durclisicliten 

> 
Gerateappelle werden durch die Einheit bzw. den Truppenteil geplant und 
durchgefiihrt.'technische Kontroilen und Durchsichten werden ab Verband 
aufwarts geplant und realisiert. I 

Der technischen Durchsicht geht eine Vorbereitungsetappe voraus, die im 
allgemeinen 3 bis 5 Tage dauert. 

Bei technischen Kontroilen wird die zu kontrollierende Einheit mit ihrer 
Technik auf einem geeigneten Platz aufgestellt. Die Technik steht in Linie 
(bei Kfz. die Fahrerhauser nach vorn). Davor ist der Personalbestand mit 
dem Riicken zur Technik angetreten. Hinter den Kfz. ist das gesamte nicht 
zum Betrieb erforderliche Zubehor einschlieBlich der Antennensysteme, die 
nicht entfaltet werden, ubersichtlich auf Zeltbahnen ausgebreitet. Die Uber- 
priifungsprotokoUe, die dem Truppfuhrer vor der Kontrolle iibergeben 
worden sind, miissen ausgefiillt sein, d. h., die Bezeichnung des Trupps, der 
Name des Truppfuhrers, die Angaben fiber die Nutzung und das fehlende 
Zubehor werden aus den Begleitdokumenten gewissenhaft Ubertragen. 
Nach der Meldung durch den Kommandeur und der Bekanntgabe der 
Kontrollschwerpunkte und erforderlicher Hinweise durch den Leiter der 
Kontrolle tritt die Einheit truppweise hinter den Kfz. neben dem ausgebrei- 
teten Zubehor an. 

Entsprechend den technischen Moglichkeiten der kontrollierenden Werk- 
statt werden Wartungszustand und Normwerte dei' Cerate, Kenntnisse des 
Trupps sowie die Begleitdokumentation parallel oder hintereinander flber- 
pruft. 

Neben der Kontrolle werden auch hier technische Hilfe gewahrt und fach- 
liche Hinweise zur Verbesserung der Wartung gegeben. Die Einschatzung 
spiegelt jedoch in jedem Fall den vorgefundenen Zustand wider. 
Eine Feststellung aus vielen technischen Durchsichten und Kontroilen er- 
scheint wichtig genug, hier genannt zu werden. Ein vorschriftsmaBiger 
Oberflachenschutz dient der Verhinderung von Korrosion und verleiht dem 
Gerat ein gutes Aussehen. Eine grundsatzliche Farbbehandlung jedoch, 
haufig noch uber Rost und Schmutz und nicht selten an Stellen, die metal- 

328 



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Beispiel fiir die Aufstellung eines Funkgeratesatzes R 1.05 D [Bilii 298.1] 
I - Transponkiste; 2 - Begleilheft; 3 - Station (kompl.); 4 - Halterung; 
5 - Sammler (kompl.); 6 - AnschluBkabel; 7 - AntennenfuB; 8 - .Sammler- 
kiste; 9 - Segeltuchhiille; 10 Holzsliibe; 11 - Heringe mil Sell; 12 - Lang- 
drahtantenne; 13 - Sprechgarnitiir; 14 - Handapparat; 15 - Handlampe; 
16- Funkertasle; 17 Antcnnenstiibe; 18 - Gegengewichl; 19 Schrauben- 
zieher, Steckschliissel; 20 Koaxialkabel; 21 Gliihlampen, Isolierband; 
22 - Kulikowantennen 




Oberprufung der Parameter der Nachrichtentechnik bei technischen Kon- 
troilen [Bild 298.2) 



329 



lisch blank sein miissen, oder an Holz, das iin Interesse des Arbeitsschutzes 
roh sein sollte, ist falsch. 

Auch bei der Vorbereitung von Gerateappellen und technisch^ Durchsich- 
ten sollte die Wartungs- und Oberprufungsanweisung das richtungweisende 
Dokument sein. Der Truppfuhrer, der die Wartung, den Parktag und die 
Vorbereitung auf Durchsichten nach der Wartungs- und Oberpriifungs-' 
anweisung durchfuhrt, kann dann eine allseitig einsatzbereite Technik vor- 
stellen. 



2.4. Materielle Sicherstellung 

Die materielle Sicherstellung im Nachrichtenwesen dient der Sicherstellung 
der Nutzung und aller MaBnahmen der Instandhaltung. Nicht unerwahnt 
bleiben soil die Tatsache, daB fiber die materielle Versorgung hinaus fur 
jeden Geratesatz jahrlich ein bsstimmtes Limit an finanziellen Mitteln fur 
den Ankauf von Kleinmaterial zur Verfiigung steht. 
Verantwortlich ffir die materielle Sicherstellung im Truppenteil ist der 
Funkmeister. Wahrend die Lager des Truppenteils und des Verbands nur 
monatlich beliefert werden, gibt der Funkmeister des Truppenteils die Ver- 
brauchsmittel«und Ersatzteile bei Bedarf aus. Material aufler solchem, das 
dem, Selbstverbrauch unterliegt, wird im Au'stausch »alt gegen neu« aus- 
gegeben. Die materielle Sicherstellung von Parktagen mrd zentral durch 
den Funkmeister oder den Stellvertreter fur Technik geplant, organisiert 
und sichergestellt. 

Ffir den Truppfuhrer ist es wichtig, daB er erforderliche Reinigungs- und 
Verbrauchsmittel rechtzeitig vor dem Parktag anfordert; fiber welche Men- 
gen an Verbrauchsmitteln, Ersatzieilen, Reinigungsmitteln und auch Farben 
der Trupp im Verlauf eines Jahres verfugen kann, entnimmt der Truppfuhrer 
der Nachrichtenverbrauchsnorm. Die richtige Einteilung ist im Interesse 
der standigen Einsatzbereitschaft sowie einer sparsamen Verwendung der 
bereitgestellten Mittel erforderlich. Der VE-Satz ist fur 1 000 Betriebsstun- 
den berechnet. Ffir eine langere Nutzung werden entsprechend inehr Ma- 
terialien bereitgestellt. 



2.5. Bewertiingssystem 

Die Bewertung der Technik bei Gerateappellen und bei technischen Kon- 
troUen und Durchsichten ist unterschiedlich. Die Einschatzung der Technik 
bei Gerateappellen kennt nur die Stufen 

- einsatzbereit oder ' 

- nicht einsatzbereit. 

Die Einschatzung bei technischen Kontrollen und Durchsichten setzt sich 

aus zwei verschiedenen Noten zusainmen. EingeschStzt werden die elektri- 

schen Normwerte sowie die Vollzahligkeit und die Wartung der Nachrich- 

tenausriistung. 

Der Truppfuhrer sollte wissen, daB die mit seiner Technik erreichte Ein- 

330 






J^^IU 



•fiil'%Tfiiiriii"'n'ni ' 



schatzung in cjie Bewertung des Truppenteils eingeht. Dabei wird die Nach- 
richtentechaik entsprechend ihrer Wichtigkeit bereehnet. Grofitechnik, 
wie Funkgeratesatze groBer und mittlerer Leistungen'gehen zehnfach in die 
Note ein, kleine Geratesatze gehen einfach ein. Einheiten erhalten die resul- 
tierende Gesamtnote, getrennt fur die Wartung, den technischen Zustand 
und die Einsatzbereitschaft der Technik. Truppenteile werden nur nach 

- einsatzbereit oder 

- nicht einsatzbereit 
eingeschatzt. 

Folgende Bewertungsrichtlinien werden fiir die Einschatzung angewendet: 

1. Allgemeines 

Bei der Kontrolle der Wartung werden uberpriift: 

- Vollzahligkeit des Zubehdrs, der Verbrauchsmittel und der Ersatzteile; 

- Lagerung, Verpackung und Nachweis des Zubehors, der Verbrauchs- 
mittel und Ersatzteile und 

- Wartung der Nachrichtenausriistung. 

Die Einschatzung des technischen Zustandes einer Nachrichtenausriistung 
resultiert aus der Normwertnote und der Wartungsnote. Werden die War- 
tungsnoten 3 oder 4 gegeben, wird die Einschatzung gegeniiber def Norm- 
wertnote um eine Note herabgesetzt; wird die Wartungsnote 5 gegel^en, 
fallt die Einschatzung um 2 Noten niedriger aus. 

2. BiMung der Normwertnoten 

Note 1 : Erreichen der Normwerte aller Haupt- und Nebengerate, voile 
Betriebsbereitschaft in alien Betriebsarten. 

Note 2 : Absinken eines oder mehrerer Normwerte der Hauptgerate um 
maximal 10% oder Absinken eines oder mehrerer Normwerte der 
Nebengerate um maximal 20% oder Verlust bis zu zwei Neben- 
betriebsarten der Nebengerate. 

Note 3: Absinken eines oder mehrerer Normwerte der Hauptgerate um 
maximal 20% und Verlust einer Nebenbetriebsart der Haupt- 
gerate oder Verlust mehrerer Nebenbetriebsarten der Nebengerate 
oder Verlust bis zu zwei Hauptbetriebsarten der Nebengerate. 

Afore '^.- Absinken eines oder mehrerer Normwerte der Hauptgerate um 
maximal 30% und Verlust bis zu zwei Nebenbetriebsarten der 
Hauptgerate oder Verlust mehrerer Hauptbetriebsarten der Neben- 
gerate Oder Verlust einer Hauptbetriebsart der Hauptgerate. 

Note 5: Nichterreichen der Mindestforderungen der Note 4. 

3. Anmerkung 

- Bei kombinierten Funksende- und -empfangsgerSten zahlt der Empfan- 
ger bzw. Sender als je ein Hauptgerat mit einer Hauptbetriebsart. 

- Wenn ein Geratesatz uber zwei und mehr Stromversorgungsarten be- 
trieben werden kann (z. B. von Netz, Aggregat, Generator, Akkumula- 
toren), zahlt jede der Stromversorgungsarten als eine Hauptbetriebsart. 

- 10 % defektes IFK (mehr«ls 10 Flickstellen oder mehr als 20 Isolierstellen 
je Kabellange) entsprechenMem Verlust einer Hauptbetriebsart. 

331 



2.6. Aufgaben und Pflichten des Truppfiihrers 

An Parktagen obliegen dem Truppfuhrer die gleichen Aufgaben und Pflich- 
ten, die im Abschnitt »Wartung« dargelegt sind. Zusatzlich ist der Trupp- 
fuhrer verpflichtet, rechtzeitig, d. h. zwei bis drei Tage vor dem Parktag, 
Reinigungsmittel und Verbrauchsmittel bei seinem Vorgesetzten anzufor- 
dern. Schatzt er ein, dafl bestimmte WartungsmaCnahmen von den An- 
gehorigen des Trupps nicht fachgerecht erfiillt werden konnen, muB er 
gleichzeitig um die Unterstiitzung durch Spezialisten der Nachrichten- 
werkstatt ersuchen. 

Vor technischen Kontrollen und Durchsichten hat der Truppfuhrer seine 
Technik entsprechend vorzubereiten und das Oberprufungsprotokoll aus- 
zufiillen. Fehlendes Zubehor ist rechtzeitig anzufordern. 
Eine wichtige Aufgabe des Truppfuhrers ist, die Ergebnisse von Gerate- 
appellen, technischen Kontrollen und Durchsichten mit den Angehorigen 
seines Trupps auszuwerten und fur die Ausbildung zu nutzen. Dariiber 
hinaus hat er die Pflicht, festgestellte Mangel und Schaden sofort zu besei- 
tigen bzw. ihre Beseitigung einzuleiten. 



332 



TeilH 
Grundlagen der Nachrichtentechnik 



y 



^:wteJa^---.-^~a. 



I. Elektrotechnik [2^^] 

1.1. Grundlegende Encheinungen und Gesetze des Gleichstroms 

1.1.1. Elektrischer Stromkreis > 

1.1.1.1. Wesen der Elektrizitat 

Der wichtigste Baustein der Materie ist das Atom. Es bestimmt als kleinstes, 
chemisch einheitliches Teilchen eines Grundstoffs die stofflichen Eigen- 
schaften der Materie. Es besteht aus Atomkern und ElektronenhUlle. 





Uasserstoff 



Helium 



Lithium 



Beryllium 



Schematische Darstellung einiger Atommodelle (ohne Neutronen) mit dar- 
gestellter Kraftwirkung [Bild 299.1] 



Die ElektronenhUlle enthalt, abhangig vom chemischen Element, verschie- 
dene Bahnen, auf denen ein oder inehrere Elektronen den Atomkern um- 
kreisen. Jedes Elektron hat neben seiner Masse eine elektrische Ladung. 
Diese Ladung, die Elementarladung e, betrUgt -1,6 • 10"" As. 
Das Atom ist elektrisch neutral. Da Elektronen eine negative Ladung auf- 
weisen, muB der Atomkern positiv geladen sein. Der Atomkern enthalt 
Protonen und Neutronen. Die Protonen haben die gleiche Elementar- 
ladung wie das Elektron, allerdings positiv, die Neutronen verhalten sich 
elektrisch neutral. Das System wird durch elektrostatische Ladungen zu- 
sammengehalten. 

Beachte : 

Gleichartige Ladungen stoBen sich ab, ungleichartige Ziehen sich an! 

Elektronen, die auf weit auBenliegenden Bahnen kreisen, haben nur eine 
geringe elektrostatische Bindung zum Atomkern (z. B. bei Metallen); sie 
werden durch Krafteinwirkung benachbarter Atome leicht aus ihrem Atom- 
verband gelOst und bewegen sich in unregelmaBiger, fortwahrender Folge 
von Atom zu Atom. 

Werden diese freien Elektronen durch auBere Krafte in eine bestimmte Rich- 
tung gelenkt, so entsteht elektrischer Strom. Dieser Strom besteht in einem 
sehr langsamen DahinstrSmen freier Elektronen zwischen den Atomen 
(etwa 0,1 mm/s). 

335 



Die treibende Kraft, die diese Verschiebung verursacht, wird als Urspan- 
nung bezeichnet und kann folgende Ursachen haben : 

- Reibung (Glasstab, Leidener Flasche); 

- chemische Prozesse (Primar- und Sekundarelemente); 

- Induktion (Dynamo, elektrische Maschinen); 
~ Warme (Thermoelemente, Elektronenrohre); 

- Licht (Fotozellen); 

- Druck (Piezo-Elektrizitat in Quarzen). 




o o o o„ o o o o o o (,0/ 

Ooo°„°ooO° "Oo J 

o _UoooOoo of 

- J n "«" 6 o u o„o / 

oKogoO°"o°o°o °o° o^ Prinzipieller Aufbau 

I I eines Leiters im Ruhe- 

tletattatom freies Elektron zustand [Bild 299.2] 

In Flussigkeiten und Gasen ubernehmen lonen den Stromtransport. Das 
sind alle atomaren und molekularen Ladungstrager auBer Elektronen. Ent- 
sprechend dem Mangel oder OberschuB an Elektronen wird zwischen po- 
sitiven Kationen und negativen Anionen unterschieden. 

Merke: 

Elektrischer Strom ist die gerichtete Bewegung von Elektrizitiitsmengen 
Oder Ladungen unter Einwirkung einer Urspannung, deren Trager meist 
Elektronen oder Deftktelektronen - seltener lonen - sind. 



1.1.1.2. Strom 

Definition der Stromstarke 

Ein Ampere ist die Stclrke eines zeitlich unveriinderlichen elektrischen Stro- 
mes, der diirch zwei geradliniye, parallele Leiter ( Ahstand 1 m) fliefit und 
der zwischen den Leitern je Meter Liinge eine Kraft von 2 ■ I0~'' N (Newton) 
hervorrujt. 

DurchflieBen den Leiter freie Elektronen, so ergibt die Gesamtzahl, die in 
einer bestimmten Zeiteinheit ( innerhalb einer Querschnittsstelle flieBt, die 
Elektrizitiitsmenge Q. Diese wird in Amperesekunden (As) oder Coulomb 
gemessen. 

e = /t (1) 

Eine Amperesekunde ist die Elektrizitatsmenge, die bei der Stromstarke 
1 A wahrend einer Sekunde durch den Leiter flieBt. Sie entspricht 6,25 • 10'* 
Elektronen. 

1 As = 1 C 

1 Ah = 3600 As = 3600 C 

336 



Die Elektrizitiltsmenge bzw. der elektrische Strom sind nur an ihren Wir- 
kurigen erkennbar. Die wichtigsten sind chemische Wirkung (Material- 
transport im Elektrolyt), magnetische Wirkung (Magnetfeld), Warmewir- 
kung (Erwarmung des Leiters), Lichtwirkung (Leuchtstoffrohre mit joni- 
siertem Gas). 

Die Elektronen flieBen nur in einem geschlossenen Stromkreis. Dieser be- 
steht z. B. aus Spannungsquelle, Verbraucher elektrischer Energie, Ver- 
bindungsleitungen, MeBinstrumenten und Schalter. Die Stromrichtungwurde 



technische 
Stromrichtung 



-t]h-]h 



Elektronen- 
richtung 



Darstellung der tech- 
nischen Stromrichtung 
und der Elektronen- 
stromriclitung [Bild 299.3] 



festgelegt, als das Wesen der LadungstrSger unbekannt war. Wir unter- 
scheiden daher zwischen Elektronenstromrichtung und technischer Strom- 
richtung. * 



Tabelte 1 Bewegungsformen des Stromes 



Bestimmungsort 



auflerhalb der Span- 
nungsquelle 
innerhalb der Span- 
nungsquelle 



Elektronenstrom- 
richtung 



Technische Strom- 
richtung 



vom negativen zum 
positiven Pol 
vom positiven zum 
negativen Pol 



vom positiven zum 
negativen Pol 
vom negativen zum 
positiven Pol 



1.1.1.3. Spannung 

Die MaCeinheit der Spannung ist das Volt (V). 

Ein Volt ist die elektrische Spannung zwischen zwei Punkten eines Uiters, 
in dem bei einer zeitlich mveninderten Stromstiirke 1 A eine Leistung von 
I W( Watt) umgesetzt wird. 

Tabelle 2 Spannungsgriifien 



Gebrauchliche SpannungsgroBen 

Empfindlichkeit fUr Empfanger 
Nickel-Kadmium-Akkumulator 
Netz 
Hochspannungsfernleitungen 



t/in V 



3 • 10" 

1,2 

127, 220 Oder 380 

380000 



22 HB Tastfunker 



337 



Die Spannung, als Ursache des elektrischen Stromes, besteht zwischen den 
Polen der Spannungsquelle. Es ist zwischen Urspannung E und Spannungs- 
abfail U zu unterscheiden. 

- Die in einer Spannungsquelle erzeugte Spannung wird als Urspanpung 
bezeichnet. 

- Der Verlust an Antriebsenergie seitens der Ladungstrager im Stromkreis 
wird als Spannungsabfall bezeichnet. 

Zwischen Strom und Spannung bestehen folgende Wechselwirkungen : 

- In der Spannungsquelle bewirkt die Urspannung den elektrischjn Strom. 

- Im auBeren Stromkreis ist dfer Strom die Ursache des Spannungsabfalls. 



1.1.1.4. Widerstand 

Die MaBeinheit des Widerstands ist das Ohm (CI). 

Ein Ohm ist der elektrische Widerstand zwischen zwei Punkten eines metalli- 
schen letters, durch den bei der Spannung I V zwischen den beiden Punkten 
ein Strom der Starke 1 A fliefit. 

Man unterscheidet zwischen linearen Widerstanden, das sind ohmsche 
Widerstande mit einer linearen Strom-Spannungs-Kennlinie, und nicht- 
linearen WiderstUnden, z. B. Halbleitergleichrichter, StromregelrOhren, 
Thermistoren und Varistoren mit einer nichtlinearen Strom-Spannungs- 
Kennlinie. I 




1 1 1 



V 1 T 



T 



Widerstandsschaltzeichen (Auszug aus TGL 16008, Blatt 1) [Bild 299.4] 
1 - Festwiderstand; 2 - Festwiderstand mit Anzapfung; 3 - Stellwiderstand 
mit Stromkreisunterbrechung;.4 - Stellwiderstand ohne Stromkreisunter- 
brechung; 5 - Stellwiderstand stetig verstellbar; 6 - Stellwiderstand stufen- 
weise verstellbar; 7 - Widerstand einstellbar; 8 - Spannungsteiler einstellbar 



Im folgenden wird nur der ohmsche Widerstand betrachtet. 
Der Widerstand ist abhUngig vom Material, von der Lange und vom Quer- 
schnitt des Leiters. Das Material wird mit dem Faktor j (Rho) berUcksichtigt, 
der als spezifischer Widerstand bezeichnet wird. 



A 



I 



(2) 



Merke : 

1 . Der Widerstand ist der Lange / sowie dem Material direkt und der 
Flache A umgekehrt proportional. 



338 



^^/ 



■=a»sw44: 



2. Der spezifische Widerstand e ist der Widerstand eines Drahtes von 
1 m Lange und 1 mm^ Querschnitt. 

Die Leitfahigkeit « ist der reziproke Wert des speziiischen Widerstands. 

Tabelle 3 Widerstandswerte einiger Metalle und Isotatoren bei 20 °C 



Material 


p in n mm^/m 


,v in S • m/mm^ Temperatur- 










koeffizient « 


Aluminium 


0,0287 




34,8 


0,0038 


Kupfer 


0,0175 




57,0 


0,0040 


Eisen 


0,13 




7,7 


0,0046 


Wolfram 


0,0055 




18,2 


0,0041 


Konstantan 


0,5 




2 


5 • 10 ' 


Glimmer 


10"... 


10" 


1 


- 



per spezifische Widerstand ist temperaturabhangig. Er wird mit steigender 
Temperatur groBer bei Metallen und kleiner bei FlUssigkeiten. Die material- 
abhangige TemperaturgrODe wird mit Temper^turkoeffizient a bezeichnet. 



R = RjoLl +«(f- 20°C)] 



(3) 
(4) 



1.1.2. Gmndgesetze des Gleichstromkreises 

1.1.2.1. Ohmsches Gesetz 

Beim Messen von Strom, Spannung und Widerstand im Gleichstromkreis 
sind folgende GesetzmaBigkeiten zu erkennen: 

- Die Stromstarke ist bei konstantem Widerstand der Spannung direkt 
proportional. 

- Die Stromstarke ist bei konstanter Spannung dem Widerstand umgekehrt 
proportional. 

Daraus folgt; Die Stromstarke ist der Spannung direkt, dem. Widerstand 
umgekehrt proportional. 



/ = 



(5) 



Hi 



^ 



22* 



Uk 



Schaltung der 
Spannungsquelle mit 
dem Innenwiderstand 
/?, und BelastungS- 
widerstand «. [Bild 299^.5] 



339 



^ 



Diese Beziehung, aufgestellt vom Physiker Ohm, wird als Ohmsches Ge- 
setz bezeichnet. Es ist fur geschlossene Gleichstromkreise und Stromkreis- 
abschnitte anwendbar. 

Im elektrischen Stromkreis treten als Summe der Urspannung der innere 
und der Suflere Spannungsabfall auf. Dies kann wie folgt definiert werden : 



£ = t/i + C/k 



(6) 



Die Klemmenspannung U^ an den Polen der Spannungsquelle ist demnach 
um den inneren Spannungsabfall kleiner als die Urspannung E. 



U,- = E - U, = E - I ■ R, = J^A^ 



R. + R, 



(7) 



1.1.2.2. Reihenschaltung von Widerstanden (2. Kirchhoffsches Gesetz) 

Bei der Reihenschaltung sihd im auBeren Stromkreis mehrere Widerstande 
hintereinandergeschaltet. »Die Klemmenspannung ist gleich der Summe der 
Spannungsabfalle.« 



1/k = t/i + Cj + Us 



(8) 



Die Stromstarke ist an alien Stellen des Stromkreises konstant, da kein 
Strom abgezweigt wird. Der Gesamtwiderstand ist gleich der Summe der 
Einzelwiderstande. 



R,,. = R, + R2 + R, 



(9) 



(Jk 



^1 



Ui 



■^i-Hhh= 



Reihenschaltung von Widerstanden [Bild 299.6] 



340 



Der Spannungsabfallan jedem Widerstand ist direkt proportional dem 
Widerstandswert; Da U i = I ■ Ri, U^ == I ■ Rz und U ^ = I ■ R3 ist, folgt 

UrV2-U3 = Ri:R2-Ri- (10) 

Merke : 

Bei der Reihenschaltung verhalten sich die Spannurtgen wie die Wider- 

stande. 



1.1.2.3. Parallelschaltung von Widerstanden (1. Kirchhoffsches Gesetz) 

Bei der Parallelschaltung ergeben sich im auBeren Stromkreis durch gemein- 
same AnschluBpunkte verschiedener Widerstilnde Stromverzweigungen. Die 
Klemmenspannung liegt an alien Stromverzweigungen gleich»an. 



Der Strom im auBeren Stromkreis entspricht der Summe aller Zweig- 
strome. 

Diese SchluBfolgerung formuliert das 1. Kirchhoffsche Gesetz: »In jedem 
Knotenpunkt (Verzweigungspunkt) ist die Summe aller zuflieBenden gleich 
der Summe aller abflieBenden Str6me.« 
FiJr die einzelnen Zweige gilt somit : 

'^-r;''''r2-'''r, 

Aufgelost ergibt sich : 

/, :/2:/3 = «3:R2:«i "2) 

Merke : 

Bei der Parallelschaltung verhalten sich die Teilstrome umgekehrt wie 
die Widerstande! 

Der Gesamtwiderstand parallelgeschalteter Kreise wird wie folgt be- 
stimmt: 



«,es Rl «2 R3 « 



^ + ^ + __+... + -L (13) 



341 



Iges 



Ji- 



l>3 

H 1- 



u„ 



+-Hh^ 



Iges 



Parallelschaltung von 
Widerstanden 
[Bild 299.7] 



Bei zwei parallelgeschalteten Widerstanden vereinfacht sichdiese Gleichung 
wis folgt: 



R 






Merke: 

Der Gesamtwiderstand parallelgeschalteter Widerstande ist stets kleiner 
als der kleinste Einzelwiderstand. I 



1 .1 .3. Arbeit und Leistung 

Der elektrische Strom erwarmt durch die in Bewegung getretenen Ladungs- 
trager den Letter. Dieser strahlt Warme ab. Die Warmemenge Q, gemessen 
in Kalorien (cal), ist abhangig vom Widerstand, von der StromstUrke und 
der'Zeit. 



Q = 0,24 ■ /^ ■ /? ,• I = 0.24 Ult 



(14) 



Wird eine bestimmte Elektrizitatsmenge Q in einer bestimmten Zeiteinheit 
durch einen Stromkreis bewegt, so wird Arbeit IV verrichtet. Die Einheit 
der Arbeit ist die Wattsekunde oder das Joule. 



W^I^Rt = U-I-t =~^- ■ t 



(1^) 



• 



Umrechnung in andere Arbeitseinheiten^ 

1 Ws = 23,88 cal = 2,778 • 10"* Wh = 0,102 kpm 

1 Wh = 3,6 • 10^ Ws = 860 cal = 367,1 kpm = 1,36 PSh 



342 



Die Leistung ist definiert als Arbeit je Zeiteinheit. Ihre MaBeinheit ist das 
Watt. , 



P 

P ■■ 



W ^ V -l-t 

t t 



R 



W6) 



Umrechi^ung in andere Leistungseinheiten : 

1 W = 10-' kW = 0,102 kpm/s = 2,388 • lO"* kcal/s = 1,36 • 10" 

1 kW = 10' W = 102,0 kpm/s = 2,388 • 10"' kcal/s = 1,36 PS 



PS 



1.2. 



Magnetische und elektromagnetische Erscheinungen 



1 .2.1 . Gnmdgesetze des Magnetismus 

Magnete sind Korper, die Anziehungskrafte auf Eisen und Stahl ausUben. 
Diese Eigenschaft, als Magnetismus bezeichnet, wurde erstraals an Magnet- , 
eisenstein entdeckt. Dessen Anziehurigskraft ist jedoch gering, die Technik 
verwendet ausschlieBlich Dauer- und Elektromagnete. 
Als Dauermagnete werden Werkstoffe bezeichnet, die ihre magnetischen 
Eigenschaften durch einmaliges Magnetisieren erhalten und langere Zeit in 
unveranderter Form beibehalten. Ihnen sind folgende Gesetze eigen : 

- Durch Bestreichen von Weicheisen und Stahl wird Magnetismus Uber- 
tragen. Stahl behillt und Weicheisen verliert nach dem Magnetisieren die 
Anziehungskraft. 

- Frei bewegliche magnetisierte KOrper (Magnetnadel) drehen sich in 
Nord-SUd-Richtung zum Magnetfeld der Erde. Durch Abweichungen 
zwischen geographischen und magnetischen Erdpolen entsteht eine MiB- 
weisung (Deklination). 

- Jeder Magnet hat Nord- und SUdpol. Zwischen ihnen bestehen Kraft- 
wirkungen. Ungleichnamige Magnetpole Ziehen sich an, gleichnamige 
Magnetpole stoBen sich ab. 



II I II W\ 






ungleichnomige Maqnetpolt 



^^# %^ 



N =< 



■*>' 



^%. ,Pf 



N 



gleichnomigt Mognethole 



Kraftllnienverlauf zwischen ungleichnamigen und gleichnamigen Magnet- 
polen [Bild 299,8] 



343 



Beim Trennen eines Dauermagnets entsteht aus jedem noch so kleinen 
Stuck des urspriinglichen ein vollstSndig neuer MagneU Daraus resultiert 
die Vorstellung, daB die Molekule selbst kleine Magnete - genannt 
Molekularmagnete - sind. Diese liegen vor der Magnetisierung regellos 
durcheinander und richten sich danach aus. 







i/or dem Mognetisieren nach dem Magnetisieren 

Anordnung der Molekularmagnete im Eisen [Bild 299.9] 

- Das magnetische Feld ist der Raum, in dem ein Magnet Kraftwirkungen 
ausubt. Dieser wird durch Feldlinien dargestellt, die am Nordpol aus- 
treten und im Siidpol einmiinden. Sie stellen in sich geschlossene Linien 
dar. In Richtung der Feldlinien herrscht Zug, quer zu ihnen Druck. 



■>- >! w \s }i^ - 



Feldlinienverlauf beim Stabmagnet 
[Bild 299.10] 



1.2.2. 



Elektromagnetismus 



1.2.2.1. Magnetisches Feld 

In der Umgebung stromdurchflossaner Leiter entsteht ein Magnetfeld. 
Die Feldlinien stellen konzentrische Kreise dar, sie sind jn unmittelbarer 
Nahe des Leiters am slUrksten konzentriert und schwachen mit zunehmen- 
der.Entfernung ab. 
Der Richtungssinn wird wie folgt bestimmt: 

- Blickt man in Richtung des flieBenden Slromes, so verlaufen die Feld- 
linien im Uhrzeigersinn (Uhrzeigerregel). 

- Schraubt man einen Korkenzieher (Rechtsgewinde) in Richtung des 
flieBenden Stromes, so geben der Drehsinn die Feldlinienrichtung urfd 
die Vorschubrichtung den Richtungssinn des magnetischen Flusses an 
(Korkenzieherregel). 

- Der Richtungssinn des magnetischen Flusses kennzeichnet den Austritt 
der Feldlinien am Nordpol. 



344 



Ca^ Drehsinn 
\ l/orschubricntung 




Korkenzienerregel 



/ . 



N \ \ \ 



\ i I ( (g) j I I I 



\ 



_^ / 









y / 



Mogretfeidhchtungen 
stromdurchflossener Letter 

Feldlinienverlauf in der Umgebung stromdurchflossener Leiter 
[Bild 299.11] 




/^ 



/y 



MagneHeU aulierhalb 
der Spule 




V" M V 



Magnelleld mnerhatb eimelner 
h/indungen 



Feldlinienverlauf der Zylinderspule [Bild 299.12] 



345 



Die Feldlinien einer zylindrischen Spule unterscheiden sich auBerhalb 
der Spule nicht vom Stabmagnet. Innerhalb und auBerhalb der Spule ver- 
laufen sie gleichsinnig, es addieren sich bei mehreren Windungen die Wir- 
kungen. Zwischen den einzelnen Windungen verlaufen sie gegensinnig und 
heben sich auf. Es bilden sich gleichfalls Nord- und Sudpol. 

Merke: , 

1 . Das resultierende Feld und die Wirkung einer Spule gleichen demnach 
im AuBenraum ohne verwendeten Magnetwerkstoffftnem Stabmagnet. 
Der Nordpol liegt auf der Seite, aus der die Feldlinien austreten (Vor- 
schubriqhtung des Korkenziehers). 

2. Parallel^, in gleicher Richtung stromdurchflossene Leiter Ziehen sich 
an, in entgegengesetzter Richtung durchflossene Leiter stoBen sich ab. 



1.2.2.2. GrundgroBen des magnetischen Feldes 



V 



Anatogien zwischen elektrischem ui[d magnetischem Kreis 
Magnetische GrundgroBen leiten sich aus elektrischen Gr6Ben ab. Das 
magnetische Feld ist untrennbar mit jeder elektrischen Stromung verbunden . 
Die Ursache des Stromflusses im elektrischen Kreis ist die Spannung, die 
einen Strom erzeugt, der abhUngig vom Widerstand ist. Im magnetischen 
Kreis-ist die Ursache fUr den MagnetfluB der elektrische Strom. Dieser wird 
deshalb auch als magnetische Spannung t/„ bezeichnet. Er erzeugt einen 
MagnetfluB, der vom magnetischen Widerstand abhangig ist. 



Elektrischer Grundstromkreis 



I = 



V 



R, + R. 



(17) 



Magnetischer Grundstromkreis (j) = 



(18) 



i /• 

Hi 

T ^ 






hull 



elektrischer Grundstromkreis 



magnetischer Kreis 



Analogien zwischen elektrischem und magnetischem Stromkreis 
[Bild 299.13] 

Aus diesen Analogien leiten sich folgende GesetzmiiBigkeiten ab: 

- Die Ursache des Stromflusses / bzw. Magnetflusses (j> ist die Spannung. 

- Der elektrische Strom und der MagnetfluB sind im einfachsten Stromkreis 
an alien Stellen konstant. 



346 



^^ 



n 



Magnettsche Fe'ldstiirke und Spannmg 

Der durch den stromdurchflossenen Leiter bzw. die Spule flieBende Strom 
eraeugt das magnetische Feld. Die Feldstarke H ist abhiingig von der Strom- 
starke /, von der Anzahl der Windungen w und der Lange des Leiters bzw. 
der Spule /. Sie wird in Ampere/Meter (A/m) gemessen. 

H = Ly-lU^ (19) 

"it 

Aus Gleichung (19) geht hervor, daB die magnetische Spannung das Pro- 
dukt von Stromstarke und Windungszahl Jst. Sie ist abhangig von der 
Erregung und wird in Ampere (A) gemessen. 

Merke : 

1 . Durch den elektrischen Strom werden der MagnetfluB erzeugt und 
das magnetische Feld aufgebaut. Die elektrische Energie wird dabei 
in magnetische umgesetzt. 

2. Die magnetische Spannung ist das Produkt von Stromstarke und Wm- 
dungszahl. Sie wird als Urspannung bezeichnet und ist die Summe aller 
magnetischen Spannungsabfillle entlang einem geschlossenen Magnet- 
feld. 

Magnetischer Mderstand und PermeabilitiU 

Wird in eine eisenlose, stromdurchflossene "Spule ein Eisenkern hineinge- 
schoben, so steigert sich die magnetische Wirkung. Die Molekularraagnete 
im Eisen richten sich unter dem Zwang des raagnetischen Feldes aus und 
erhfthen die magnetische Feldstarke. Der Steigerungsgrad ist abhangig 
vom Kernmaterial und von der Erregungsstarke. 

In der Gleichstromtechnik charakterisiert die Materialeigenschaft die Leit- 
fahigkeit -»', beim Magnetismus kennzeichnet fi die magnetische Verstar- 
■ kungszahl der Kraftlinien oder Permeabilitat des Materials. Die Permeabili- 
tat wird durch die Induktionskonstante fio und durch die relative Permeabi- 
litat n, festgelegt. 



/fe = 1,257 • 10 -"^'-t 1,257- 10-' S 
™ Am m 



(20) 



Die relative Permeabilitat ^, (dimensionslosy Materialkonstante) kenn- 
zeichnet stofiliche Unterschiede zur DurchlaBflhigkeit von Luft (ft, = 1). 
Man unterscheidet drei Gruppen: ^ 

- Ferromagnetische Stoffe - bedeutend kleinerer Widerstand als Luft, sie 
biindeln magnetische Feldlinien (/i, * 10^... 10'). 

- Paramagnetische Stoffe ~ unwesentlich geringerer Widerstand als Luft, 
sie beeinflussen magnetische Feldlinien nur gering in, * 1,000004 bis 
1,000030). 



347 



Kupfer 





- A/- 




-J — 



homogenes Feld im fakuum 
Aluminium 





diamagnetischerStoff im rorher 
homogenen Feld 




paramagnetischer Stall im yorher lerromoqnetischer Sioftjm rorhtr 
homogenen Feld homogenen Feld 

FluBverlauf bei unterschiedlichen magnetischen Stoffen [Bild 299.14] 



- Piamagnetische Stoffe - hoherer Widerstand gegenuber Luft, sie schwii- 

chen bzw. streuen magnetische Feldlinien (n, ~ 0,999999... 0,999800). 
Der magnetische Widerstand kennzeichnet Materialeigenschaften, die dem 
Aufbau des Magnetfelds entgegenwirken. Er ist abhUngig von konstruk- 
tiven Ausfuhrungen (Lange und Flache) sowie vom Material und charak- 
terisiert das Verhaltnis zwischen magnetischer Urspannung [/„ und er- 
zeugtem MagnetiluB (j). Die Dimension lautet l/fis oder 1/H. 



K 



L 



u„ 



H- A cj> 



(21) 



Der Kehrwert des magnetischen Widerstands ist der Leitwert /f-(Lambda) 
mit der Einheit Vs/A. Er wird als Induktivitat Lbezeichnet und in Henry 
(H) gemessen. 

Magnetische Induktion und Magnetflufi 

Die Anzahl der FeldHnien in der Umgebung einer stromdurchflossenen 
Spule, bezogen auf die Flache, wird als MagnetfluBdichte oder Induktion 
B gekennzeichnet. Sie ist abhSngig von der magnetischen Feldstarke H 
und der Permeabilitat /j. Die Dimension ist Vs/m^, 



B 



■ l^o- 1^, 



A 



( 



(22) 



Die Feldlinien sind in einer stromdurchflossenen Spule ein geschlossenes 
Biindel gleicher Anzahl in jedem Querschnitt. Der magnetische FluB </> 
als Gesamtheit aller Feldlinien (KraftfluB) ist das Produkt von magne- 
tischer Induktion B und Feldflache A. Die Dimension ist Vs. 

Kraftwirkung des magnetischen Feldes, der Elektromagnet 

Die magnetischen Feldlinien sind bestrebt, den kurzesten Weg vom Nord- 

zum Sudpol in Abhangigkeit vom Widerstand zurUckzulegen. Ein strom- 



348 



durchflossener Leiter wird, bedingt durch das Zusammenwirken beider 

Magnetfelder, aus dem Magnetfeld herausgedrangt. 

Fiir dessen Bewegung gilt die Linke-Hand-Regel (Motorregel): 

Halt man die offene linke Hand so in das Magnetfeld, dafi die Feldlinien in 

die innere Handflciclje eintreten, und zeigen die Fingerspitzen in Stromrichtung, 

so zeigt der abgespreizte Daumen die Bewegungsrichtung des leiters an. 




I I I I I 
I I M I 
\ W^ ' ' 

/ / I • 1 1 

I I I I I I 

'111 




Mognetfeldtr 
beider KSrper 



resuUiertndfs 
liagnttfsld 



Unke-Hand-Rtget 



Wirkung eines permanenten Magnetfelds auf einen stromdurchflossenen 
Leiter [Bild 299.15] 



pie elektrische Energie wird in Bewegungsenergie umgesetzt (Elektro- 
motor, Lautspreclier, MeBwerke usw.). Die Kraft F ist abhangig von der 
Induktion B, der Stromstarke / und der Lange / des Leiters sowie dem Sinus 
des Winkels a, den der stromdurchflossene Leiter mit den Feldlinien bildet : 



B ■ I ■ I ■ sinix 



(23) 



Bei nicht stromdurchflossenem Leiter bzw. Material ubt der Elektromagnet 
Kraftwirkungen auf Eisen und Stahl aus (Relais, Lautsprecher). Die An- 
ziehungskraft ist 

F =-- 4^ B^ ■ A = 4- A{fio-]ir- Hf- 

F Kraftwirkung in kp ^ 

B magnetische Induktion in Vs/m^ I 

A wirksame Polflache des Elektromagnets in cm^ 



1.2.2.3. 



Induktion 



Unter elektromagnetischer Induktion sind Vorgange zu verstehen, die 
sich beim Umwandeln der magnetischen in elektrische Feldenergie und um- 
gekehrt vollziehen. Bewegt sich ein Leiter quer in einem permanenten 



349 



Magnetfeld, so wirken auf die freien Elektronen Kriifte, durch die sidi die 
Elektronen an ein /Leiterende verlagecn. Es entstehen Elektroneniiber- 
schuB und -mangel^zwischen beiden Leiterenden bildet sich eine Induktions- 
spannung. Es flieBt, sofern die Leiterenden liber einen Stromkreis verbunden 
sind, ein Induktionsstrom. 

Die erzeugte Induktionsspannung ist abhUngig vom Kraftfeld, von der 
Art des Leiters und von der Bewegung. Die Induktionsspannung kann durch 
Andern des Magnetfelds oder Bewegen des Leiters verursacht werden. Es 
gilt die Rechte-Hand-Regel (Geijeratorregel): ' 

Legtman dieflache rechteHan4 so indas Magnetfeld, dafi der Magnetflufi in die 
innere Handfliiche eintritt und der abgespreizte Daumen die Bewegungsrich- 
tung des leiters angibt, so geben die gestreckten Finger die Stromrichtung an. 




\.^ 



■<Z> 




Prmzip der 
Spannungseritugung 



fechtt-Hand-Zltgel 



Erzeugung einer Induktionsspannung beim Rotieren eines Leiters in einem 
permanenten Magnetfeld [Bild 299.16] 



Die IGrOBe der induzierten Spannung wird nach dem Induktionsgesetz 
(Faradaysches Gesetz) bestimmt. Wenn e die augenblicklich induzierte 
Spannung, A(t> die gleichmaBige KraftfluBanderung, At die Dauer der gleich- 
raaBigen Anderung und w die Windungszahl der Spule ist.so gilt bei kon- 
stanter Geschwindigkeit : 



At 



w = V B ■ I- 



(24) 



Das negative Vorzeichen sagt aus, daB bei einer Zi^ahme des Magnet- 
flusses der induzierte Strom entgegengesetzt zur Richtung nach der Korken- 
zieherregel flieBt. ( 



1.2.2.4. Selbstinduktion 

Die Selbstinduktion ist eine Begleiterscheinung der Induktion. Sie ent- 
steht in jedem Stromkreis bei beliebigen Stromanderungen und erzeugt 



350 



eihe zusatzliche Spannung. Diese ist bestrebt, den vorhandenen StromfluB 

beizubehalten. Die Richtung wird nach der Lanzschen Regel bestimmt : 

Die Selbstinduktionsspamung wirkt jeder Stromiinderung im Stromkreis 

entgegen. Sie verzOgert die Stromstiirkeiinderungen. 

Daraus ergibt sich : 

Beim Einschalten eines Stromkreises oder Erh/ih'en der Stromstiirke wirkt 

die Induktions$pannung dem wachsenden Stroinflufi entgegen. 

Beim Ausscltalten eines Stromkreises oder Verringern der Stromstiirke ver- 

sucht die Induktionsspannung den Stromflufi zu verstark^n. 

Die GrOBe der Selbstinduktionsspannung wird wie folgt bestimmt : 



I- At 



(25) 



Sie ist demnach von den konstanten Werten der Spule und der Anderungs- 
geschwindigkeitderStromstarkeabhangig.DieKonstantenzusammengefaflt 
ergeben die Induklivitat L. Sie wird in Vs/A = Henry (H) gemessen und ist 
direkt proportional dem Quadrat der Windungszahl w, den Abmessungen 
des Spulenkerns und seiner Permeabilitat. 



L = 



I 



(26) 



Definition 

Ein Henry ist die Induktivitiit einer Spule. in der bei einer Stromunderung 
urn I A in einer Sekunde eine Selbstinduktionsspannung von 1 V erzeugt wird. 





Selbstindulition 



Qegeninduktion 



Entstehung der Selbatinduktions- und Gegenioduktionsspannung 
[Bild 299.17] I 



1.2.2.5. Gegeninduktion 

Als Gegeninduktion wird die Spannungserzeugung in einem Leiter oder einer 
Spule bezeichnet, wenn diese durch StromSinderungen in einem anderen 
Leiter oder einer anderen Spule hervorgerufen wird. Sie tritt demnach nur 

351 



auf, wenn zwei Leiteranordnungen vorliegen, die mit ernem gemeinsamen 
magnetischen FluB verkettet sind (Transformator). 
Liegen zwei Spulen gegentiber bzw. sind diese auf einen gemeinsamen Kern 
^ewickelt, so erzeugt jedes Andern des Stromflusses in der Spule Li ein 
wechselndes Magnetfeld. Die Feldlinien schneiden die Windungen der 
Spule i.2 und induzieren eine entgegengesetzte Induktionsspannung. Diese 
ist abhangig von der Induktivitat beider Spulen und der gegenseitigen Kopp- 
lung. 



1.3. Elektrisches Feld 

1.3.1. BestimmungsgroBen des elektrischen Feldes 

Liegen zwei voneinander isolierte Flatten an einer GleichspannuBgsquelle, 
so ladt sich eine Platte positiv und die andere Platte negativ auf. Beide Flatten 
sind ungl'eichartig aufgeladen, zwi«chen ihnen treten Anziehungskrafte auf. 
Der Raum der Kraftwirkung wird als elektrisches Feld bezeichnet, er wird 
mit Feldlinien dargestellt. 

Merke: 

1 . Der Raum um elektrische KOrper charakterisiert das elektrische 
Feld. 

2. Gleichartige Ladungen stoBen sich ab, ungleichartige Ladungen Ziehen 
sich an. ' 

3. Die Ladungen sind ganzzahlige Vielfache der Elementarladung des 
Elektrons. 

Die elektrischen Feld- oder Kraftlinien zeigen die Richtung der wirkenden 
Kraft an. In Richtung der Feldlinien herrscht Zug, quer zu ihnen Druck. 
Feldlinien treten stets senkrecht aus und verlaufen vom positiven zum nega- 
tiven Pol. 

Die Starke des elektrischen Feldes ist abhangig von der Kraft F, di4 im Feld 
auf eine Ladung Q wirkt. Sie wird in V/m gemessen. 

£ = ^ (27) 

Je dichter die Flatten gegenuberstehen, desto groBer wird durch die ver- 
kiirzte Feldlinienlange die Feldstarke. Da die Feldstarke und die Ladung 
von der GroBe der angelegten Gleichspannung U und dei^Plattenabstand d 
abhangig sind, gilt auch 

£ = ^. ■ (28) 

Die Fahigkeit eines Korpers, elektrische Ladungen zu speichern, wird als 
Kapazitat bezeichnet. Die Kapazitat ist abhangig von der Ladungsmenge 

352 



V \ y • 






\ 



I 



M » f I M 









i i \ 



3 
o. 



/ 



P 



' • ' / / / \ \ V ? J 

... / / I I I « = 



i + 



Q 2 



'V^- r la 



o£ 



.Q, die als Produkt von Stromstarke und Zeit das Vorhandensein oder 
Fehlen von Elektronen darstellt, und von der Spannung \J . 

^ = ? = A '^^' 

Unter der Kapazitat eines KOrpers ist demnach das Verhaltnis der zuge- 
fuhrten Ladungsmenge zur entstandenen Spannung deflniert. Sie wird in 
Farad (F) gemessen. 

Em Kiirper hat die Kapazitiit 1 F, wenn er hei der SpfShnung 1 Veine Elektri- 
zitatsmenge von I Ws aufnimmt (6,28 ■ JO'^ Elektronen je Sekunde). ' 



23 HBTastfunker 353 



1.3.2. Kondensator 

1.3.2.1. Bemessungsgleicliung 

Ein Kondensator besteht aus zwei sich gegenUberliegenden Metallplatten, 
zwischen denen sich Luft bzw. ein anderer Isolierstoff - genannt Dielektri- 
kum - befindet. Das Plattenmaterial ist gew5hnlich Aluminium oder Mes- 
sing. 



melektrikum 
(Luft) 




W^ 



Kondensator- 
ptatten 



Prinzipieller Aufbau eines Plattenkondensators [Bild 299.19] 



Die Kapazitat ist von konstruktiven Ausfuhrungen abhangig. Untersu- 
chungen zeigen, daQ die Kapazitat 

- mit zunehmender Plattenflache ansteigt, 

- pit zunehmendem Plattenabstand geringer wird, 

- bei verschiedenen Dielektrika unterschiedlicli ist. 

Aus diesen Bedingungen ergibt sich die Bemessungsgleichung des Konden- 
sators. Sie besagt, daO die Kapazitat C direkt proportional der Platten- 
flache A, der absoluten Dielektrizitatskonstante e und umgekehrt pro- 
portional dem Plattenabstand rf ist. 



C = 



B- A 



epB,- 



(30) 



Die absolute Dielektrizitatskonstante charakterisiert das Dielektrikum. 
Die Dielektrizitatskonstante wirkt bei anderen Materialien als Luft so, als 
ob sich der Plattenabstand verringert, sofern eine Spanqffiig anliegt. Sie 
setzt sich zusammen aus der Dielektrizitatskonstante % fUr das Vakuum und 
debrelativen Dielektrizitatskonstante % des verwendeten Dielektrikums. 



"^ 



e = % • «r 



Co = 8,86 • 10 



.in-'2^1 = 



Vm 



8,86- 10-''£ 



!>*»• 



Tabelle 4 Relative Dielektrizitiitskonstante e, verschiedener Dielektrika 



Material 



Material 



Material 



Vakuum 


1,0 


Hartgummi 


3.5 


Tempa S 


14 


Papier 


2,0 


Quarz, Glas 


4.6 


Condensa F 


40 


Polystyrol 


2,4 


Calit 


5.5 


Condensa C 


80 


Trolitul 


2,4 


Frequenta 


5.6 


Epsilan 900 


900 


Hartpapier 


4 ± 


2 Glimmer 


7,0 


Epsilan 7000 


7000 



1.3.2.2. Ausflihrungsfonnen und Schaltzeiichen 

Der Kondensator wird als Bauelement, abhangig von der Kapazitat, der 

Spannungsfestigkeit und der Konstanz der Werte, in mannigfaltigen Formen 

hergestellt. 

Es bietet sich folgende Einteilung an : 

- nach der Veranderlichkeit der Kapazitat (Fest- und Drehkondensatoren); 

- nach der Art des Dielektrikums (Luft-, Papier-, Kunstfolien-, Glimmer-, 
Elektrolyt- und Keramikkondensator); 

- nach der Bauform (Becher-, Rohr-, Flatten-, Topf-, DurchfUhrungs-, 
Dreh-, Trimmerkondensatoren usw.); 

- nach der Verwendung (Koppel-, Sieb-, Schwingkreis-, Lade-, Block-, 
Phasendreh-, StOrschutzkondensator usw.). 



4= 5^ 



J 2 J *■ 5 6 

Kondensatorschaltzeichen (Auszug aus TGL 16009) [Bild 299.20] 

1 - normaler Kondensator; 2- Drehkondensator; 3-Trimmer;4- Elektrolyt- 

kondensator (gepolt); 5 - Diflferentialkondensator; 6 - Durchfiihrungskon- 

densator; 




• 



1.3.2.3. Parallel- upd Reihenschaltung von Kondensatoren 

Bei der Parfiilelschaltung vergrSBert sich die wirksame PlattenflUche. Die 
Gesamtkap^zitat ist ; 



C, + Cj + Cj + .... + c„ 



r 



(31) 



Bei der Reihenschaltung vergrODert sich der wirksame Plattenabstand. 
Die Gesamtkapazitat ist : 



Cj Cj C3 



1 



(32) 



23* 



355 



Parallel- 
xhallung 



Kdhin- 
schallims 




gtmischli 
Scl>allu/>g 



Schaltung von 
Kondensatoren 
[Bild 299.21] 



Fiir zwei in Reihe geschaltete Kondensatoren ergibt sich folgende Kapazitat : 



C„. = 



Ci + c. 



1.4.. Grundlagen des Wechselstroms 

1.4.1. Stromerzeugung . 

Rotiert eine Leiterschleife zwischen den Polen eines Dauermagnets, so 
andert die Induktionsspannung in der Leiterschleife ihre GrOBe und Richtung. 
Die Stellen der starksten Induktion, also die Spannungsmaxima, entstehen, 
wenn die Schleife parallel zu den Feldlinien steht. Wahrend des Durch- 
laufens der dazu senkrechten Stellen werden keine Feldlinien geschnitten, 
diejnduzierte Augenblicksspannung ist Null. 

Merke : 

Zum Erzeugen einer Wechselspannung sind ein konstantes raagnetisches 
Feld, ein elektrischer Leiter und Bewegung erforderlich. 



Prinzipieller Aufbau 
eines Wechselstrom- 
generators 
[Bild 299.22] 




/" 



In der Zeit einer vollen Umdrehung der Leiterschleife erreicht die induzierte 
Spannung zweimal ihren Minimalwert (Nulldurchgang), da das Magnet- 
feld zweimal geschnitten wird. Strom und Spannung verlaufen sinusformig, 
die Momentanwerte errechnen sich unter Beriicksichtigung des Drehwin- 
kels oi wie folgt : 

' = •'m.x • sinoi 
u = C„„ ■ sin a 



356 



1.4.2. GrundgroBen des Wechselstroms 

Die Sinuskurve pendelt zwischen Null und einem positiven bzw. negativen 
HOchstwert. Zum Berechnen der Arbeit und Leistung sind diese Maxima 
nicht brauchbar. Der Wechselstrom wird daher mit einem effektiven (wirk- 
samen) Wert filr Gleichstrom verglichen, der die gleiche Arbeit verrichtet. 
Wenn I^,, und U^f, effektive Stromstarke und Spannung, /„„ und l/„„ 
groBte Stromstarke und Spannung wahrend einer Umdrehung sind, dann 
gilt 



L 



= 0,707 ■ /„ 



(33) 



I^T 



t/.„ = 



= 0,707- l/„ 



(34) 




T(Periode) 



Kennlinie der erzeugten Wechselspannung bei einer Umdrehung der Leiter- 
schleife [Bild 299.23] 



In der Praxis wird meist nur der Effektivwert angegeben, die meisten MeB- 
instrumente zeigen den Effektivwert an. Der Index »eff« wird weggelassen. 
Die elektrische Arbeit wird wie beim Gleichstrom als Produkt von Leistung 
und Zeit bestimmt. 



W = P ■ I = V ■ 1 ■ cos.<l> ■ t 



(35) 



Die elektrische Leistung ist abhangig vom AuBenwiderstand. Es muB be- 
achtet werden, ob dieser AuBenwiderstand Wirk- oder Blindwiderstande 



357 



enthalt. Blindwiderstiinde (Spule und Kondensator) bewirken, daB Strom 
und Spannung nicht gleichzeitig Maximal- bzw. Minimalwert aufweisen. 
Der Phasenwinkel <P, den bei einer geometrischen Addition Blind- und 
Wirkwiderstand bilden, bestimmt die GroBe der Phasenverschiebung. Den 
gleichen Winkel bilden Stromstarke und Spannung. Die Leistung ist dabei 
nicht gleich dem Produkt U ■ I, in Richtung der Spannung wirkt nur die 
Komponente der Stromstarke / • cos</>. Der Ausdruck cos "Pwird als Lei- 
stungsfaktor bezeichnet. 
Die elektrische Leistung errechnet sich wie folgt : 

P = [/■/■ cos P (36) 

Beachte: 

1 . Bei reinem Wirkwiderstand im Stromkreis wird der Leistungsfaktor 
cos <p = 1 . • 

2. Bei der Phasenverschiebung (/> = 90° wird der Leistungsfaktor cos <)>= 0. 
An den UuBeren Stromkreis wird keine Leistung abgegeben. 

Jede Sinusschwingung besteht aus positiver und negativer Halbwelle. Beide 
gemeinsam ergeben eine Periode, die einer vollen Umdrehung der Leiter- 
schleife entspricht. Die Zeit einer Umdrehung wird in Sekunden gemessen 
und durch den Buchstaben Tsymbolisiert. 

Die Anzahl der Perioden je Sekunde ist die Frequenz /, die in Hertz (Hz = 
s"') gemessen wird. 

/=7. (37) 



Oft wird die Kreisfrequenz w eingefUhrt. Sie charakterisiert die in einer 
Sekunde vom Wechselstrom durchlaufenen Winkelgrade. 

„ = 2-)f/='?^5 (38) 

An Stelle der Frequenz wird auch die Wellenlange A einer Periode angegeben. 
Da sich hochfrequente Wellen mit Lichtgeschwindigkeit c (300000 km/s) 
ausbreiten, ergibt sich folgender Zusammenhang: 

/■ 

' - '^ T (39) 



/ 



A Wellenlange in m 
/ Frequenz in kHz 
c Ausbreitungsgeschwindigkeit in km/s 



358 



#- 



Ojjri^,^ ■ , ■ ■ . i- .Q^-.--.-' .-..- ..■v.ia^kilicrii-jiaifeifc-^. 



1. 4 J. 



Drehstrom 



Rotiert eine Leiterschleife zwischen den Polen eines Dauermagnets, so 
entsteht die bisher betrachtete Einphasen-Wech§elspannuog. Am Ausgang 
eines Drehstromgenerators entstehen drei miteinander verkettete und 
gegeneinander um 120° phasenverschobene Wechselspannungen gleicher 
GrSBe, deren geometrische Summe in jedem Augenblick gleich Null ist. 
Der Drehstromgenerator besteht aus Stator und Rotor, Auf dem Stater sind 
drei um 120° versetzte Spulen angeordnet. Der Rotor, ausgefUhrt als Dauer- 
magnet, dreht sich gleichmalJig im Stator und induziert in den drei Spulen 
sinusformige Wechselspannungen. 





Prinzipielles Schaltbild eines Drehstromgtnerators mit Spannungsdiagramm 
[Bild 299.24] 

Die Wicklungen der Spulen auf der Generator- und Verbraucherseite sind 
in Stern- oder Dreieckschaltung verkettet. Die einzelnen Strom- und Span- 
nungswerte werden wie folgt bezeichnet: 

- innerhalb eines Leiters - Phasenstrom /p und Phasenspannung Up; 

- zwischen zwei Leitern - Leiterstrom /l und Leiterspannung U^. 



u 


^ 


^ 


:S 


oAfn 


\N 


^ 


r 


§ 














:5 






U>r 



iS 



-^R 



-o& 



-or 



Starnschaltung 



Dreieckschaliung 



Stern- und Dreieckschaltung mit Angabe der ublichen Spannungswerte 
[Bild 299.25] 



359 



iSi^i,t/v^iL^<MiLi::^ L 



■iliii iiiiM 



Bei der Sternschaltung sind die drei Hauptleiter R, S, Tund der Nulleiter Mp 
herausgefUhrt. Die PhasenstrOme entsprechen den LeiterstrOmen ; die 
Leiterspannungen erhahen sich, da zwischen zwei Leitern jeweils zwei 
Phasenspannungen wirken. 

/p = /l 

Ul = l/T- t/p = 1,73 ■ Uf (40) 

Beim 220-V/380-V-Drehstromnetz werden demnacli abgenomtnen : 

- drei Leiterspannungen 380 V zwischen jeweils zwei Hauptleitern, 

- drei Phasenspannungen 220 V zwischen jedem Haupt- und Nulleiter. 
Bei der Dreieckschaltung werden nur die Hauptleiter R, S, T herausgefUhrt. 
Verfiigbar sind drei Phasenspannungen; der Leiterstrom wird durch zw6i 
anliegende Phasenstrome, da zwischen ihnen der Stromkreis geschlossen 
wird, erhdht. 

l/p = 1/l 

/l= l'T/p= 1,73/p (41) 

Die Leistung des Drehstroms ist unabhangig von der Schaltungsart des 
Generators. Sie betragt, wenn mit cos ip der Phasenwinkel zwischen Lei- 
terspannung und -strom beriicksichtigt wird, 

P = 1,73- Ul-IlCOSV. 

1.4.4. Transformator 

Der Transformator als Umformer elektrischer Energie ohne bewegte 
Teile dient zum Ubertragen von Wechselspannungen und -stromen sowie 
zur galvanischen Trennung zweier Stromkreise. Je nach Verwendungszweck 
werden unterschieden : 

- Umspanner in der Starkstromtechnik ; 

- Obertrager in der Fernmelde- und Hochfrequenztechnik; 

- elektrische Wandler in der MeBtechnik. 

Der Transformator besteht aus einem geschlossenen Eisenkern, auf dem, 
voneinander isohert, Wicklungen angeordnet sind. An die Stromquelle 
wird die Primarwicklung angeschlossen. Die iiljrigen Wicklungen sind Se- 
kundarwicklungen, von ihnen wird elektriscHeEnergie entnommen. 
Die Wicklungen sind iiber den magnetischen FluB im Eisenkern gekoppelt. 
Um diesen moglichst veil fiir die Induktion auszunutzen, wendet man ge- 
schlossene Eisenkerne in folgenden Bauarten an : 

- Kerntransformator (l///-Schnitt); 

- Manteltransformator (£//-Schnitt); 

- Ringtransformator (mit und ohne Luftspalt). 

Die Eisenkerne bestehen, damit Wirbelstromverluste vermindert werden, 

360 




Ejl-Schniit 




Transformatorkern- 
bleche und -aufbau 
[Bild 299.26] 



meistens aus dUnnen, voneinander isol.erten Blechen (Dyn'«;;°bk^;);2e 
aus hochpermeablem Mu-Metall bzw. Permalloy. Die Wirkungswe.se 
b^ uht aSem Prinzip der Gegeninduktion. Be.m Ande- der dek^^^^^^^^^ 
GroBen primUrseitig wird sekunjlarse.t.g erne gegenphasige GroBe gle.cher 

STp"^'«r>:lck.ung eines unbelasteten Transformators an Wechse,- 
™u„g,sowirdindenSekundarwicklungen.abh.ng,gvondenW.ndungs- 

Mhlen w, gleichfalls eine Wechselspannung induziert. Dabei gilt. 

(42) 

[/i :l/2 = Wi;w2. 

1st der Transformator sekundarseitig kurzgeschlossen, so ergibt sich: 



h-l2 = 



(43) 



L ot'Leerlaufspannungen verhalten sich beim unbelasteten Transfor- 
mator wie das Verhaltnis der Windungszahlen. 
2. Beim kurzgeschlossenen Transformator verhalten sich die Stromstdrken 
umgekehrt wie die Windungszahlen. 
Das Spannungsverhaltnis im Leerlauf wird auch als Ubersetzungsverhalt- 
nis a bezeichnet. * 






(44) 



Die angegebenen theoretisch errech^eten Spannungen ""d Stromst^rken 
^l:henvonpraktischgemessenenz<!^Te.lerheblichab,dad.eGle.chu„gen 

nur fur KurzschluB und Leerlauf zutreffen. Bei groBem AuBenw.derstand 
kann die Spannungsformel (42) mit guter Naherung verwendet werden. 
Die Leistung des Transformators betragt: 



P2 = lP> 



361 




Leerlaut 



Kurzschlun 



Prinzipielle Darstellung des belasteten und unbelasteten Transformators 
[Bild 299.27] 

Def Wirkungsgrad v], als Quotient von abgenommener zu zugefUhrter 
Leistung, ist stets kleiner als 1 . 

Obertrager dienen oft zum Anpassen zweier Widerstande. Dabei gilt 
folgender Zusammenhang : 



«2 

«1 



. = "^ 






(45) 



Der mit dem Quadrat des Obersetzungsverhaltnisses multiplizierte sekun- 
dare Widerstand erscheint demnach als.primSrer Widerstand. 



1.4^. 



Kurbelinduktor 



Der Kurbelinduktor arbeitet als Wechselstromgenerator und erzeugt Ruf- 

wechselspannung. Urn hohe Wechselspannungen erzeugen zu kiJnnen.besteht 

er meist aus mehreren hufeisenfOrmigen Dauermagneten, zwischen deren 

Polen ein Doppel-T-Anker mit aufgebrachter Wicklung gedreht wird. Der 

Anker ist Uber das Ubersetzungsgetriebe mit der Kurbel verbunden. 

Technische Parameter 

Umdrehungen der Kurbel etwa 3/s 

Obersetzung * 1 : 5 bis 1 : 7 

Windungszahl 2 000... 5 000 

Nennspannung 30... 90 V 

Stromstarke 25... 50 m A 

Wicklungswiderstand 2(/r. . . 400 Q 

Die Ankerwicklung ist an zwei stirnseitig befestigte Schleifringe gefuhrt, 

von denen Uber federnde Kontaktstifte die Spannung abgenommen werden 

kann. 

Im Ruhezustand wird die Ankerwicklung durch eine Umschlagvorrichtung 

kurzgeschlossen. Beim Drehen der Kurbel wird deren Kontaktfedersatz 

freigegeben, in der Ankerwicklung wird eine Wechselspannung induziert. 

Sie ist nicht sinusfOrmig, sie wird von der Ankerform bestimmt. 

3«2 



£3^W 



■fi-J^ 







- ri- 

■—11 


■ 


;^^j^m$^:mMM 


■I- 


feiiti 


'■^ 


— ^^ r 1 


,l 


It ^ L, 






Aufbau des Kurbelinduktors [Bild 299.28] 

1 Kontaktstifte zur Stromentnahme; 2 und 3 - Schleifringe zur Stroment- 
nahme- 4 bis 6 - Kontaktfedern der Umschaltvorrichtung; 7 - Isolierpimpel; 
8 - Isolierzwischenlage der Kontaktfedern; 9 - Kurbelachse; 10 - Schraub- 
feder; 11 - Zahnradvorgelege; 12 - Kurbel; 13 - Achsstift; 14 - Mitnehtner- 
buchse; 15 - Zahnradvorgelege; 16 ~ Dauermagnet; 17 - Doppel-T-Anker^ 
18 - Wicklung; 19 - Lotosen fur die Kontaktstifte zur Stromentnahme 



1.4.6. Entstehung des Sprechwechselstroms • 

Sprache und Musik bestehen aus Schallschwingungen von 50 Hz .. .20 kHz. 
Sie breiten sich in bestimmten Medien unterschiedlich aus, wirken auf das" 
menschliche Ohr ein, regen das Trommelfell zum Mitschwingen an und 
werden schlieUlich Uber weitere koraplizierte Vorgange horbar. 
Schallschwingungen lassen sich nfcht Uber groBere Entfernungen uber- 
tragen. In der Nachrichtentechnik werden sie durch elektroakustische Wand- 
ler in elektrische Energie umgesetzt, verstiirkt. ubertragen und wieder in 
Schallenergie umgewandelt. Die wichtigsten elektroakustischeji Wandler 

sind; 

- Widerstandswandler (Kohlemikrofon); 

- elektromagnetische Wandler (Kopfhorer); 

363 



- elektrodynamische Wandler (Lautsprecher); 

- elektrostatische Wandler (Kondensatormikrofon); 

- piezoelektrische Wandler (Kristallmikrofon). 

Elektroakustische Wandler sind Energiewandler. Sie nutzen die Eigen- 
schaft der Korper, beim Auftreffen von Schallwellen in Resonanz zu 
schwingen. Dies zeigt sich besonders stark bei dUnnen, eingespannten 
Flatten (Membranen). 




PrinzipieUe Darstellung des Kohlemikrofons mit Mikrofonstromkreis und 
Darstellung der Sprechwechselspannung [Bild 299.29] 
1 - Membran; 2 - KohlegrieB; 3 - Innenelektrode 



Das Kohlemikrofon z. B. enthalt die Kapsel, den Block mit dem Kohle- 
grieC und die Membran. In den KohlegrieB ragen ein Kontaktstift und der aus 
Hartkohle bestehende Kontakt der Membran. Die Membran ist rait dem 
innen leitenden Gehause elektrisch verbunden. 

Der Kontaktstift und das Gehause liegen an Gleichspannung. Es fliefit ab- 
hangig vom Obergangswiderstand der Kohlekorner ein Ruhestrom. Be- 
wegt sich die Membran im Rhythmus der Schallschwingungen, werden 
die Kohlekorner mehr oder weniger zusaramengedriickt. Dadurch andert 
sich der Widerstand, im Stromkreis fliefit abhangig von der Tonfrequenz 
ein pulsierender Sprechwechselstrom. f 



364 



1 .5. Widerstiinde im Gleich- und Wechselstromkreis 

1 .5.1 . Ohmscher Widerstand 

Fur den Widerstand (Wirkwiderstand) im Gleich- und Wechselstromkreis 
gilt uneingeschrankt das Ohmsche Gesetz. Der Widerstand ist frequenz- 
unabhangig. 




t 








w 


\m' 270° fsso' 



Wirkwiderstand im Wechselstromkreis [Bild 299.30] 



Im Wechselstromkreis stimmen die Nulldurchgange und Scheitelwerte von 
Strom und Spannung zeitlich uberein, eine sinusformige Spannung be- 
wirkt einen sinusformigen Strom durch den Widerstand. Der zeitliche Gleich- 
lauf wird als Phasenlage bezeichnet, es tritt keine Phasenverschiebung auf. 



1.5.2. 



Spule 



Im Gleichstromkreis 

Ein Andern der Induktivitat im Gleichstromkreis bewirkt keine Strom- 
anderung. FlieBt ein konstanter Gleichstrom durch die Spule, wirkt nur 
deren ohmscher Wirkwiderstand. 

Im Wechselstromkreis 

Die Itiduktivitat der Spule erzeugt bei anliegender Wechselspannung' eine 
Selbstinduktionsspannung, die den Stromanderungen entgegenwirkt. Je 
hoher die Frequenz ist, um so weniger Zeit hat der Strom, den Maximal- 
wert zu erreichen. Daraus ergibtsich: 

- Eine Induktivitat verursacht im Wechselstromkreis einen zusatzlichen 
Widerstand. Dieser wird als induktiver Blindwiderstand bezeichnet. 

- Die erzeugte Selbstinduktionsfpannung bewirkt, daB der Strom der 
Spannung nacheilt. Bei rein induktivem Blindwiderstand (verlustlose 
Spule) betragt die Phasenverschiebung 90°. 

- Die erzeugte Selbstinduktionsspannung ist abhangig von der Induktivitat 
und den ineiner bestimmten Zeit anliegendenStromanderungen. Der Blind- 
widerstand Rl wachst proportional zur Kreisfrequenz co und Induktivi- 
tat L. 

365 





Spule im Wechselstromkreis [Bild 299.31] 

FUr eine verlustlose Spule gilt 

Rl = (o- L-^ 2Kf- L (46) 

und unter Berucksichtigung des Verlustwiderstands r^ einer Spule : 

Rl = \'n^+JoJ~ni^. (47) 

Beachte : 

Bei Gleichstrom ist die Frequenz Null, es wirkt nur der Verlustwiderstand. 



,1.5.3. 



Kondensator 



Im Gleichstromkreis 

Liegt ein verlustloser Kondensator an Gleichspannung, ladt er sich auf. 

Nach dem Aufladen flieBt kein Strom mehr. 

Der verlustlose Kondensator wirkt als Gleichstromsperre. 

Er speichert elektrische Energie. 

Jeder Kondensator ist verlustbehaftet, da das Dielektrikum eine geringe 

Leitfilhigkeit aufweist. Diese Verluste bewirken, daB sich die Ladungen all- 

mahlich Uber den durch das Dielektrikum flieBenden Isolationsstrom aus- 

gleichen. 

Im Wechselstromkreis 

Bei anliegender Wechselspannung erhalten die Kondensatorplatten ab- 
wechselnd positive und negative Ladungen. Es flieBt dauernd ein Lade- und 
Entladestrom in Abhangigkeit zur angelegten Spannung. Seine Starke ist 
um so grafler, und damit der kapazitive Widerstand um so kleiner, je schnel- 
ler er wechselt und je grOBer das FassungsvermOgen.-die Kapazitat, ist. 
Daraus ergibt sich: 

- Ein Kondensator im Wechselstromkreis^erzeugt keine Stromunterbre- 
chung. Er wirkt als kapazitiver Blindwiderstand. 

- Der Strom eilt beim verlustlosen Kondensator der Spannung um 90° 
voraus. Die Spannung erreicht erst ihren HOchstwert, wenn der Strpm auf 
Null abgesunken bzw. die Kondensatorladung voUendet ist. 

- Der kapazitive Blindwiderstand R^ vprhalt sich umgekehrt proportional 
zur Kreisfrequenz co und der Kondensatorkapazitat C. 

366 



.^-■-v-^ 



-'jA-i?:^* --- 



Q 


) " 


s 










Kondensator im Wechselstromkreis [Bild 299.321 

FUr einen verlustlosen Kondensator gilt : 

p = J- = ! (48) 

'^' wC 2it/C 

und unter BerUcksichtigung des Verlustwiderstands r, eines Kondensators : 

(49) 



'' = ^f^^Wf■ 



Beachte: . 

Bei Gleichstrom ist die Frequenz Null, es wirkt nur der Verlustwider- 

stand. 



1.6. Elektrische Spannungsquellen 

1.6.1. Chemische Spannungsquellen 

1.6.1.1. Einteilung 

Chemische Spannungsquellen wandeln chemische in elektrische Energie 
um. Sie werden eingeteilt in 

• Primarelemente und 

• SekundaiJelemente. * 

In Primarelementen wird durch Stroffverbrauch Energie umgesetzt. Dabei 
lost sich die Katode auf. 

Sekundarelemente, als Speicher elektrischer Energie, sind umkehrbare 
Primarelemente. Beim Entladen wkff chemische in elektrische Energie um- 
gesetzt, beim Laden ist dieser Vorgang umgekehrt. 
Die GrODe der abgegebenen Spannung ist abhangig von der Stellung der 
Metalle in der elektrolytischen Spannungsreihe. Die Spannung entsteht zwi- 
schen zwei in einen Elektrolyt getauchten Metallen und bleibt erhalten, bis 
die Stoffe zersetzt sind bzw. die Elektroden verandert werden. 

367 



,,,.....Ji 



Tabelle 5 Elektrolytische Spannungsieihe 



Metall 


Normalpotential 


Magnesium 


— 2,34 V 


Aluminium 


— 1,67 V 


Zink 


—0,76 V 


Chrom 


— 0,56 V 


Eisen 


—0,44 V 


Nickel 


—0,23 V 


Zinn 


—0,14 V 


Blei 


—0,12 V 


Wasserstoff 


OV 


Kupfer 


1 0,35 V 


Kohlenstoff 


+ 0,77 V 


Silber 


+ 0,80 V 


Platin 


f 1,2 V 


Gold 


f 1,36 V 



Beachte : 

Die Spannung ist, ausgehend vom Wasserstoff, in Richtung Magnesium 
zunehmend negativ und in Richtung Gold zunehmend positiv. 



1.6.1.2. Schaltungvon Spannungsquellen 

Die Leistung einer Spannungsquelle ist fUr die Anwendung meist zu gering. 
Zum Erhohen der Spannung wird die Reihenschaltung und zum ErhOhen 
des Stroms die Parallelschaltung angewendet. 



Reihenschaltung: £g„ = E, + E2 + Ej + ... + E„ 

'ges — ' I = '2 = '3 = . . . = /„ 

Parallelschalltmg : £g„ = £, = f^ =£-3 = ... = E 
V = '1 + '2 + ^3 + ■•• + /„ 



(50) 
(51) 
(52) 
(53) 







Reihen- und Parallelschaltung von Spannungsquellen [Bild 299.33] 
368 



Merke : 

1 . Bei der Reihenschaltung addieren sich die Urspannungen und Innen- 
widerstande. Der maximal entnehmbare Strom entspricht dem Kurz- 
schluBstrom einer Spannungsquelle. 

2. Bei der Parallelschaltung addieren sich die Teilstrome. Die Gesamt- 
spannung entspricht der Klemmenspannung einer Spannungsquelle. Es 
durfen nur Quellen gleicher Klemmenspannung parallelgeschaltet 
werden, um Ausgleichsstrome zu vermeiden. 



1.6.1.3. 



Primiirelemente 



Bei Primarelementen, auch Trockenelemente oder galvanische Elemente 
genannt, beflnden sich in einem eingedickten Elektrolyt zwei Elektroden. 
Das Material richtet sich nach der elektrolytischen Spannungsreihe, es 
werden meist Zink {-0,76 V) und Kohlenstoff ( + 0,77 V) verwendet. Die 
Urspannung dieser beiden betragt 1,53 V. 




, --^ Elektrode 
■iSohiepiatte Kohlestab. 

BleHtrcde ■ 

Zinkpiatte Zinkmantel 

Elektrolyt : 

fesattigte verdiekte 



Salmiak- Salmiok 
tosung toiung 

Brounsleh 

leinei 

lusommen 

ftaltenOei 

Braunstains 

Vergleich zwischen Luft-Sauerstoff-Element (NaSelement) und Kohle-Zink- 
Elemem [Bild 299.34] 




Metallkopset 
Pappscheibe 



Tabelk 6 Ubersicht iiber die wichtigsten Primiirelemente 



Benennung 


Elektrodenmaterial 


Elektrolyt 


Urspannung 




Katode 


Anode 




• 


Meidinger-Element 


Zink 


Kupfer 


Kupfersulfat 


0,9. ..1,0V 


Leclanche-Element 


kink 


Kohle 


Salmiak 


1,53 V 


Luftsauerstoff- 










element (NaB- oder 


Zink 


Kohle 


Salmiak 


1,2... 1.3 V 


Trockenelemenl) 










Weston-Normal- 










element 


Queck- 


Kadmium 


Quecksilber- 


1,0187 V 




silber 


amalgam 


und Kadmium- 
sulfat 





24 HB Tastfunker 



369 



1.6.1.4. Sekundarelemente 

Unterscheidung'smerkmale 

Die Sekundarelemente, bezeichnet als Akkumulatoren, werden nach dem 
Elektrolyt in alkalische und Saureakkumulatoren, nach der verwendeten 
Elektrodenmasse und nach der Bauart unterschieden. 



Tabetle 7 Akkumutatorenarten 



Akkumulatorentyp 


Elektrodenmasse 


Elektrolyt 


Urspannung 


alkalische Akkumu- 


Nickel-Kadmium 


Kalilauge 


1,2 V 


latoren 


Nickel-Eisen 


Kalilauge 


0,7 V 




Nickel-Zink 


Kalilauge 


1,0 V 




Silber-Zink 


Kalilauge 


1,5 V 


Saureakkumulatoren 


Blei 


Schwefelsaure 


2,1 V 



W*^ 



Die alkalischen Akkumulatoren werden nach der Bauart wie folgt unter- 
schieden : 

- Nickel-Kadmium- Akkumulator mit flUssigem Elektrolyt; 

- Nickel-Kadmium-Akkumulator, elektrolytarm ; 

- Nickel-Kadmium-Akkumulator, gasdicht; 

- Silber-Zink-Akkumulator, flUssigkeitsdicht. 

Sie besitzen jedoch alle den prinzipiell gleich'en Aufbau und arbeiten nach 
gleichem elektrochemischen Prinzip. 

Konstruktiver Aujbaii 

Jeder Akkumulator besteht prinzipiell aus 

• ZellengefaB, 

• Einsatz und 

• Elektrolyt. 



fonetlamerschroubung 
AnsMuUlemme c\,^ \ 'isO /erguBmasse 

nmus-H 
PolbrMe 




NK-Akhumulator Bleiakkumulator 

Aufbau von NK- und Bleiakkumulator [Bild 299.35] 

.370 



v;A,i.)eka.'5a^.>- 



In das ZellengeiSB werden der Einsatz mit den zum AnschluB an den posi- 
tiven und negativen Pol erforderlichen Teilen eingesetzt und der Elektrolyt 
eingefullt. 

Der Einsatz besteht aus einem positiven und emem negativen Plattensatz, 
die schachtelfarmig ineinandergesetzt sind. Jeder Plattensatz enthalt 
mehrere Platten gleicher Polaritat, die durch ihre Konstruktion, GrdCe und 
ihr Material in Verbindung mit dem Elektrolyt die Kennwerte des Akkumu- 
lators bestimmen. Zwischen den Platten ist der isolierende, elektrolytdurch- 
lassige Scheidqr angeordnet. 

Der Elektrolyt gewahrleistet den Energietransport zwischen Platten un- 
gleicher Polaritat. Er bildet in Verbindung mit der wirksamen Masse die 
Voraussetzung zum Ablauf der elektrochemischen Vorgange. 

Elektrochemische Vorgange 

Die elektrochemischen Vorgange' im Akkumulator unterscheiden sich nur 

dadurch von denen des Primarelements, daB das Elektrodenmaterial 

erhalten bleibt. Die Elektroden haben nach dem Entladen wieder ihre 

urspriingliche stoffliche Zusammensetzung. Sie konnen erneut geladen 

werden. 

Lxiden ion Akkumutatoren 

Akkumulatoren werden unter Beachtung der Sicherheitsbestimmungen mit I 
Oleichstrom geladen. Die positiven Polbolzen sind mit dem positiven Pot 
und die negativen Polbolzen mit dem negativen Pol des Ladegleichrichters 
zu verbinden. 



1 .6.2. Gleichrichter 

1.6.2.1. Zweckbestlmmung und Eintejiung 

Netzgespeiste elektronische GerUte benotigen zum Betrieb mindestens 
eine Gleichspannung. Zum Umformen von Wechsel- in Gleichspannung gibt 
es tieben Maschinenumformern auch Gerate, die nur ruhende Telle auf- 
weisen, die Gleichrichter. 
Mai) unterscheidet : 

• Trockengleichrichter (Selen- und Kupferoxydulgleichrichter) ; 

• Gleichrichterrohren(Hochvakuum-bzw.gasgefiillteGleichrichterrohren); 

• Halbleitergleichrichter (Germanium- und Siliziumgleichfichter). 

Nach der WirkungswSfse arbeiten alle Gleichrichter als »elektrische Ven- 
tile«. Sie lassen Strom in einer Richtung flieBen, die andere Richtung ist 
praktisch gesperrt. 



24* 371 



1.6.2.2. Gleichrichterschaltungen 

(Jbliche Gleichrichterschaltungen sind: 

• Einweg-Gleichrichterschaltung ; 

• Zweiweg-Gleichrichterschaltung ; 

• Gleichrichter-Brilckenschaltung. 

Bei.der Einweg-Gleichrichterschaltung wird nur eine Halbwelle der Wechsel- 
spannung durch die Ventilwirkung genutzt. Es entsteht pulsierender Gleich- 
strom. Die Strome und Spannungen verhalten sich wie folgt: 

l/_ as 0,45- t'.,/_ * 0,64/,. 



6r 



o ■ * I I 1 



r\ A 



Einweg-Gleichrichterschaltung mil Spannungsdiagramm [Bild 299.46] 





"Vy 



-m-t 



Zweiweg-Gleichrichterschaltung mit Spannungsdiagramm [Bild 299.47] 



:halti 



Bei der Zweiweg-Gleichrichterschaltung werden beide Halbwellen der 
Wechselspannung gleichgerichtet. Bei jeder Halbwelle ist eine Gleichrichter- 
strecke leitend, der Strom flicBt in der Schaltung immer in gleicher Richtung 
durch den Lastwiderstand. 
Strom und Spannung verhalten sich wie folgt : 

U_ «0,45-U,,/_ 5s 1,27-/.. 



372 



Die Gleichrichter-Briickenschaltung, benotigt bei hOheren Ausgangslei- 
stungen, nutzt gjeichfalls beide Halbwellen zur Gleichrichtung aus. Bei 
jeder Haibwelle sind zwei Gleichrichterstrecken leitend, der Strom flieBt 
immer in gleicher Richtung durch den Lastwiderstand. Ein Vorteil besteht 
darin, daB kein Transformator mit sekundarseitig herausgefuhrter Mittel- 
anzapfung benotigt wird. 
Strom und Spannung verhalten sich wie folgt : 

[/_ % 0,9- [/,,/_% 0,9/.. 






Gleichrichter-Bruckenschaltung mit Spannungsdiagramm [Bild 299.48] 

Gleichrichterschaltungen fiir Drehstrom entsprechen prinzipiell den Gleich- 
richterschaltungen fur Wechselstrom. Es sind lediglich fur jede Phase und 
je nach Schaltung entsprechend viele Gleichrichter und Transformatoren 
erforderlich. 



1.7. 



Elektrische Mefiinstruinente 



1.7.1. 



Aufgaben der MeBtechnik 



Der Gegenstand der elektrischen MeBtechnik sind MeBinstrumente und 
-verfahren, die unter Ausnutziing elektrophysikalischer orfer elektrochemi- 
scher GesetzmaBigkeiten das Prufen, Messen und Abgleichen von GrOBen 
und Geraten gestatten. Die^^rbeitsgange haben folgende Aufgabenstellung : 

- Durch Prufen wird das Vorhandensein der physikalischen GrSfle er- 
mittelt. 

- Durch Messen wird der Zahlenwert der physikalischen GroBe ermittelt. 

- Abgleichen bedeutet Vergleichen des MeBobjekts mit einem Eichnormal. 
Die physikalische GroBe, die gemessen wird, heiBt MeBgrOBe, der gemessene 
Wert ist der MeBwert. Dieser weicht mehr oder weniger vom Absolutwert 
ab, die Abweichung charakterisiert der MeBfehler. 



373 



1.7.2. Arten der MeBinstrimente 

1.7.2.1. Einteilung 

Nach dem physikalischen Prinzip kOnnen MeBinstrumente auf wenige 
Grundtypen zurUckgefUhrt werden. Es gibt jedoch vielseitige Ausfiihrungs- 
formen. MaBgebend ist, daB sie sicher arbeiten und die MeBwerte Ubersicht- 
lich ohne komplizierte Urarechnungen direkt ablesbar sind. 
Die Einteilungsgrundsatze richten sich nach den Anforderungen : 
/. Einteilung nach der Verwendungsart 
Schalttafelinstrumente zur dauernden BetriebsUberwachung, tragbare 
Instrumente fUr Betrieb und Montage, Prazisionsinstrumente hOchster 
Genauigkeit, registrierende Instrumente und MeBbriicken. 

2. Einteilung nach dem Mefiprinzip 

Das MeBprinzip wird dutch die Wirkung des elektrischen Stroms be- 
stimmt. Es sind zu unterscheiden : 

- Eine stromdurchflossene Spule wirkt als Magnet (elektromagnetische, 
-dynamische und induktive MeBverfahren). 

- Gleichnamig geladene Pole stoBen sich ab und ungleichnamig geladene 
Ziehen sich an (elektrostatische MeBverfahren). 

- Stromdurchflossene Leiter erwSrmen sich und dehnen sich aus (ther- 
mische MeBverfahren). 

3. Einteilung nach der Mefigrofie 

Strom-, Spannungs-, Widerstands- und Leistungsmesser bzw. Zahler 
Oder Messer elektrischer Arbeit. 

4. Einteilung nach der Stromart 
Gleich- Oder Wechselstrom. 

5. Einteilung nach der Mefigenauiglieit 

Die MeBgenauigkeit wird in die Genauigkeitsklassen 0,1 - 0,2 - 0,5 - 1,0 - 
2,5 - 5,0 unterteilt. Diese Zahl gibt die zulassige beiderseitige prozentuale 
Abweichung zum Zeigerendausschlag an. 



1.7.2.2. DrehspulmeBwerk 

Das DrehspulmeBwerk nutzt die Kraftwirkung des magnetischen Feldes 
auf stromdurchflossene Leiter. Es besteht aus einem Dauermagneten mit 
zylindrischen Polschuhen, zwischen dessen Polen ein mit einer Spule ver- 
sehener Aluminiumrahmen drehbar gelagert ist (Drehspule). Der* Zeiger 
ist fast mit der Rahmenachse verbunden, an ihm sind Ausgleichgewichte 
angebracht. 

Der Strflm durchflieBt die Drehspnle Uber zwei Spiralfedern. Diese halten 
bei stromloser Spule den Zeiger iff NuUstellung und dampfen die Dreh- 
bewegung. Die stromdurchflossene Spule erzeugt ein Magnetfeld, das mit 
dem Magnetfeld des Dauermagneten zusammenwirkt. Die Kraft, mit der 
die Spule senkrecht zu den Feldlinien und zum Strom bewegt wird, ist direkt 
proportional der Stromstarke, magnetischen Induktion, wirksamen Leiter- 
lange und Anzahl der Windungen. 

374 



~ ti.-^..->i^,;J'Hi.to: >;... ^ -. :.j»*. 



#■ 




DrehspulmeBwerk [Bild 299,49] 
1 - Dauermagnet; 2 - Drehspule; 3 - Aluminiumrahmen 



Um unnOtige Zeigerschwingungen zu verraeiden, ist die Spule auf den 
Aluminiumrahmen gewickelt. In diesem werden WirbelstrOme induziert, 
die die Bewegung dampfen. Der Zeiger wandert allmahlich aus. 
DrehspulmeBgerate besitzen eine linear geteilte Skale, hohe Empflndlich- 
keit und geringen Eigenverbrauch. Sie sind nur fUr Gleichstrom geeignet 
und sehr empfindlich gegen Oberlastungen (Wechselstrom mit MeBgleich- 
richter). 



1.7.2.3. DreheisenmeBwerk 

Das DreheisenmeBwerk nutzt die Kraftwirkung einer stromdurchflossenen 
Spule auf Weicheisen. Das WeicheisenstUck, an dem der Zeiger befestigt 
ist, wird entweder abgestoBen oder angezogen. 

Die Dreheisenmeflwerke sind konstruktiv entweder als Flachspul- oder 
RundspulmeBwerk mit Luftdampfung ausgefuhrt. Die DSmpfung bewirkt 





Fiachapulmelinerk 



RundspuimeliuerH 



DreheisenmeBwerke [Bild 299.50] 

1 - Feldspule; 2 - Eisenkern; 3 - Luftkammer (ofTen); 4 - fester Eisenteil; 

5 - Dreheisen 

375 



mmM 



eine luftgefUllte Kammer, in der sich eine mit dem Zeiger verbundene 
Scheibe bewegt. 

Im FlachspuImeBwerk flieflt durch die Spule ein Strom, der ein Magnetfeld 
bildet. Die Kraftlinien sind bestrebt, durch das Weicheisen zu flieBen, da 
dessen Permeabilitat wesentlicli grofier als die der Luft ist. Das Weicheisen 
wird in die Feldspule hineingezogen. . 

Im RundspulmeBwerk sind sich zwei zylinderfOrmige WeicheisenstUcke 
gegenUber angeordnet. Das eine Uegt fest an der Drehspule an, das andere 
ist mit dem Zeiger drehbar gelagert. Bei stromdurchflossener Spule warden 
beide Stiicke gleichartig magnetisch gepolt und stoBen sich ab. 
Der Zeigerausschlag ist prpportional dem Quadrat der Stromstarke. Die 
Skale ware demzufolge logarithmisch geteih ; durch konstruktive Gestahung 
ist sie nahezu proportional der Stromstarke. Der Zeiger schlagt nur in einer 
Richtung aus, da Weicheisen bei Wechsel der Stromrichtung auch seine 
Polung andert. Das MeBwerk kann demzufolge fur Gleich- und Wechsel- 
strommessungen eingesetzt werden. 



1 .7.3. Umgang mit Mefiinstrumenten 

1.7.3.1. Behandlung der MeOinstrumente 

Die MeBinstrumente sind mit steigender Genauigkeit und Anzeigeempfind- 

lichkeit empfindlicher gegen unsachgemaBe Behandlung. 

Sie bediirfen keiner besonderen Wartung, milssen aber sorgfaltig behandelt 

werden und sind weder elektrisch noch raechanisch zu uberlasten. Bei 

schonender Behandlung ist die Lebensdauer nur vom Altern der Magnete 

Oder Ermilden der Ruckstellfedern abhangig. 

Beim Umgang sind folgende Hinweise zu beachten : 

- MeBinstrumente sind vor StoB und Schlag zu schiitzen. 

- Arretierungen sind nur fur die Dauer der Messung zu lOsen, beim Trans- 
port ist das MeBwerk unbedingt zu arretieren. 

- Die Auswahl muB dem jeweiligen Zweck angepaBt sein (keine Prazisions- 
instrumente fUr Betriebsmessungen). 

- Bei mehreren MeBbereichen ist zu Beginn jeder Messung der unempfind- 
lichste Bereich einzuschalten. 

- Vielfachinstrumente sind bei Nichtgebrauch auf den unempfindlichsten 
Gleichspannungsbereich und bei Transport auf den unempfindlichsten 
Gleichstrombereich zu schalten. 

Beim Aufbau des MeBplatzes milssen die empfindlichsten MeBinstrumente 
im Blickfeld des Beobachters liegen. Die Aufstellung muB ein Herunter- 
reiBen ausschlieBen. 

Der Zeigerausschlag ist periodiscV durch allmahliches Steigern der MeB- 
groBe zu andern. Der Zeiger darf sich nicht ruckweise bewegen. ' 



376 



1.7.3.2. Beschriftnng der MeOinstrumente 

Die erforderliche Kennzeichnung ist auf der Gerateskale angebracht. AuBer 
dem Herstellerzeichen und der physikalischen MeBgroBe mussen noch 

- Fertigungsnummer oder Herstellungsmonat und -jahr, 

- MeBwertzeichen, 

- Stromartzeichen, 

- Genauigkeitsklasse, 

- Lagezeichen und 

- Priifspannungszeiehen 

angebracht sein. Es konnen noch zusatzliche Angaben enthalten sein. 



1.7.3.3. Ablesen der MeBwerte 

Bei mehreren MeBbereichen ist der MeBwert wie folgt zu ermitteln : 



Mefibereich x Skatenwert 
Gesamtanzahl der feitstriche' 



1.7.3.4. MeBfehler 

Die tatsiichhch erreichbare Genauigkeit ist abhangig von der Wirkungsweise 
und den Eigenschaften des MeBinstruments sowie von MeBfehlern. Die 
letzteren werden wie folgt unterteih: 

• vermeidbare Fehler, 

• korrigierbare Fehler, 

• nicht korrigierbare Fehler. 

Vermeidbare Fehler (subjektive Fehler) entstehen durch falsche Be- 
dienung und Umgebungseinflusse. Die Bedienungsfehler iiuBern sich beim 
Ablesen des MeBwerts durch falsche Wertung der Teilstriche, Ausrechnen 
eines falschen MeBergebnisses, falsches Abschatzen von Zwischenwerten 
und Parallaxefehler. Die Umgebungseinflusse beeintrachtigen das MeB- 
ergebnis durch klimatische Anderungen sowie elektrische, magnetische oder 
elektromagnetische Felder. 

Korrigierbare Fehler entstehen durch Fehler der MeBinstsumente sowie 
systematische Fehler der MeBmethode und -einrichtung. Sie entstehen z. B. 
durch falsch eingestellten mechanischen Nullpunkt, Ungenauigkeiten der 
Vor- und Nebenwidersfainde, Skalenteilungsfehler sowie zu kleinen bzw. 
zu groBen. Innenwiderstand des MeBinstruments. 

Nicht korrigierbare Fehler entstehen durch Streuung der MeBwerte. 
Beim Einschatzen und Messen sind die vermeidbaren und korrigierbaren 
Fehler so zu beeinflussen, daB sie minimale Verfalschungen hervorrufen. 

377 



Zusatzlich ist die Genauigkeitsklasse zu beachten. die sich auf den Skalen- 
endwert bezieht. 
Beispiel : 

Mil einem Spannungsmesser (Endausschlag 300 V, Genauigkeitsklasse 2.5) 
werden 30 V und 250 V gemessen. Welche MeBgenauigkeit ergibt sich fur die 
einzelnen Spannungswerte? 

Absolute Meflunsicherheit : 300 V ± 2,5 % = 300 V ± 7,5 V 

Relative Mefiunsicherheit : 250 V ^^ 7,5 V .^ 250 V ^ 3,0 'X 

30 V i- 7,5 V £^. 30 V ± 25 % 

Mefiyrundsatz 

Durch geeignete Wahl des MeBbereichs ist der Zeigerausschlag nach Mog- 
.lichkeit in das letzte Drittel der Skale zu verlegen. 



1.7.4. 



Praktische Messungen 



1.7.4.1. Stronunessung 



-0-0-^ 



D 



Schaltung von Strom- 
und Spannungsmesser 
im Gleichstromkreis 
(im Wechselstromkreis 
keine Polung erforder- 
lich) [Bild299.JI] 



Der Strommesser ist durch Auftrennen des Stromkreises in Reihe zum MeB- 
objekt zu schalten. Er zeigt unmittelbar die Stromstarke des fiieBenden 
Stroms an. 

Der MeBwerkwiderstand soil mdglichst klein sein. Er verSndert dabei, da 
er in Reihe zum MeBobjekt liegt, die Stromstarke unwesentlich. Beim Mes- 
sen hoherer Stromstarken ist der MeBbereich durch einen geeigneten, 
parallelgeschalteten Widerstand R^ (NebenschluBwiderstand, Shunt) zu 
erweitern. Dieser ist abhangig vom MeBwerkwiderstand /?„ und der ge- 
forderten VergroBerungszahl n des MeBbereichs. 



i?M 



1 



«M 



(54) 



# 



1.7.4.2. Spannungsmessung 



{ 



Der Spannungsmesser ist parallel zum MeBobjekt zu schalten. Er zeigt un- 
mittelbar die Spannungsdifferenz bzw. den Spannungsabfall an. 
Der MeBwerkwiderstand mufl sehr groB im Verhaltnis zum Widerstand des 



378 



Meflobjekts sein, damit diesem ein moglichst geringer Strom entzogen wird 
und sich die Spannung beim Anschalten des Spannungsmessers nicht an- 

dert. 

Beim Messen hOherer Spannungen ist der MeBbereich durch emen m Reihe 
zum MeBwerk geschalteten Vorwiderstand R, zu erweitern. Er ist abhangig 
vom MeBwerkwiderstand R^ und der geforderten Vergraflerungszahl n 
des MeBbereichs. 



1.7.4.3. Leistungsmessung , 

Die Leistung ist das Produkt von Stromstarke und Spannung. Sie wird vor- 

wiegend mit elektrodynamischen MeBinstrumenten gemessen. Diese sind 

mit einer niederohmigen Feldspule und einer hochohmigen Drehspule aus- 

gestattet. 

Beim Leistungsmesser sind die Feldspule in Reihe und die Drehspule 

parallel zum MeBobjekt zu schalten. Der Zeigerausschlag ist proportional 

der Leistung. 





o 


C 


+ 


A 1 


■ « i 
D L 









Leistungsmessung mit 
elektrodynamischem 
MeBgerat [Bild 299.52] 



1 .7.4.4. Widerstandsmessung mit Strom- und Spannungsmesser 

Der Widerstand ergibt sich als Quotient der GtundgroBen Spannung und 
Strom. Er kann nach kombinierter Strom- und Spannungsmessung er- 
rechnet werden. Dabei sind zu unterscheiden : 

• stromrichtige Methode und 

• spannungsrichtige Methode. - ^ 

Bei der stromrichtigen Methode miBt der Strommesser den durch den MeB- 
widerstand flieBenden Strom. Der Spannuhgsmesser miBt aber einen um den 
Spannungsabfall des Strom^essers zu hohen Wert. 
Der Widerstand errechnet sich nach dem Ohmschen Gesetz ; 

«, = ^-R.. <56) 

379 



^ 



<i> 




spannungsrichtis 



stromrichtig 



Widerstandsmessung durch Strom- und Spannungsmessung [Bild 299.53] 

Bei der spannungsrichtigen Methodc miBf der Spannungsmesser den Span- 
nungsabfall am MeBwiderstand. Der Strommesser zeigt jedoch den Strom 
durch den MeBwiderstand und das MeBwerk.an. 

Der Quotient von Strom und Spannung ergibt demnach den Ersatzwider- 
stand der Parallelschaltung von "MeBwiderstand «, und MeBwerkwider- 
stand i?v wie folgt an: 






(57) 



Mefiijrundsatz 

B?i hochohmigen Widerstanden ist die stromrichtige und bei niederohmigen 

Widerstanden die spannungsrichtige Methode anzuwenden. 

1.7.4.5. Widerstandsmessung mit Spannungsmesser 

Bei entsprechend geeichter Skale konnen Widerstiinde direkt mit Spannungs- 
messern gemessen werden. Dabei sind der Spannungsmesser mit seinem 
Widerstand R„ und der MeBwiderstand R, in Reihe zur Spannungsquelle 
geschaltet. 



^ 



R 







R, 



Widerstandsmessung 

mit Spannungsmesser [Bild 299.54] 



Bei uberbruckten MeBklemmen mittels Schalter S liegt die Gesamtspannung 
U am Spannungsmesser an. Ist der Schalter geoffnet, verringert sich die 



380 



MeBspannung auf den Wert [/„. Dieser ist um so kleiner, je groBer der MeB- 
widerstand R^ ist. Die Widerstandsskale ist demnach der Spannungsskale 
entgegengesetzt. 

Ist kein derartig geeichtes MeBinstrument vorhanden, kann der Wider- 
stand nach Messen beider SpannungsgroBen bei bekanntem MeBwerkwider- 
stand Rm mit jedem Spannungsmesser wie folgt errechnet werden : 



R\f 



(58) 



Diese Schaltung liegt alien MeBinstrumenten zugrunde, die gleichzeitig 
als Spannungs- und Widerslandsmesser arbeiten. 



1.7.4.6. GleichstrommeBbriicke zur Widerstandsmessung 



Mit Gleichstrom betriebene Wheatstonesche MeBbriicken sind nach der 
Begriffsbestimmung MeBeinrichtungen. Sie enthalten ein MeBgerat und 
zusatzliche Bauteile. 

Die MeBbriicke besteht aus vier BrUckenwMerstanden und einem Dreh- 
spulmeflwerk (Nullgalvanometer) im Briickenzweig. 
Der Strom der Spannungsquelle wird in den Punkten A und B verzweigt. 
Er flieBt Uber die Punkte A-D-B durch die bekannten Widerstande Rj. ^3 
und uber die Punkte A-C-B durch den veranderlichen Widerstand i?i 
und den unbekannten Widerstand K,. Das Nullgalvanometer liegt parallel 
zu beiden Briickenzweigen in der Briickendiagonale. Der mit der Skale 
versehene Widerstand R, wird so lange verstellt, bis das Nullgalvanometer 
stromlos und die Briicke abgeglichen ist. 
A 



Schaltung der Gleich- 
strommeBbrucke 
(Wheatstonesche MeB- 
briicke) [Bild 299.55] 




Bei abgeglichener Briicke verhalten sich die Widerstande eines Zweigs 
wie die Widerstande des anderen Zweigs; R, ; R, = R3 : Rj- 
Daraus folgt: 

Die Wheatstonesche MeBbriicke arbeitel sehr genau, da Spannungsschwan- 
kungen das MeBergebnis nicht bfieinflussen. Die Widerstande R,, Rj, R3 
konnen beliebig ausgewahlt werSen, die MeBbriicke ist dadurch fUr alle 
Widerstande anwendbar. 



381 



2. HF-TechnikI |26l| 

2.1. Elektrische Schwingungen, Schwingkreis 

2.1.1. Vorbetrachtungen 

Das Erzeugen, Verstilrken und Obertragen hochfrequenter Schwingungen 
definierter Frequenzen ist die wichtigste Aufgalx der HF-Technik. Die 
Schwingungen werden in Schwingkreisen erzeugt, die meist aus Spule und 
Kondensator bestehen. Je nach Anordnung wird zwischen Parallel- und 
Reihenschwingkreis unterschieden. 



T V 



Prinzipielle Darstellung 
von Reihen- und 
Parallelschwingkreis [Bild 261.1] 



Aus der Elektrotechnik sind das Verhalten von Spule und Kondensator 
im Gleich- und Wechselstromkreis bekannt: 

- Die Spule wirkt im Gleichstromkreis als ohmscher Widerstand. Im 
Wechselstromkreis steigt der Blindwiderstand linear mit der Erhcihung 
der Kreisfrequenz bzw. der Induktivitat an. 

X^ = cjL=27:fL (1) 

- Der Kondensator speichert im Gleichstromkreis elektrische Energie und 
wirkt als Gleichstromsperre. Im Wechselstromkreis wirkt er als Blind- 
widerstand, der mit steigender Frequenz hyperbolisch abnimmt. 

Xc = — ^ = TT/^ (2) 

0) ■ C < 2njC 

Spule und Kondensator sind verlustbehaftet. Die Spulenverluste entstehen 
durch den ohmschen Drahtwiderstand und bei Spulen mit Kern durch Wir- 
belstrom- und Ummagnetisierungsverluste. Die Kondensatorverluste sind 
geringer, sie beruhen auf der Leitfahigkeit des Dielektrikums und den Zu- 
leitungsverlusten. 



2.1.2. Entstehung und Frequenz freier gedampfter Schwingungen 

Im Parallel- oder Reihenschwingkreis Aitstehen immer dann Schwingungen, 
weijn eine bestimmte elektrische Energiemenge zugefuhrt wird. Die Entste- 
hung ist (s. Bild) wie folgt zu erklaren: 

382 



■i^j»«a 



Stilr^ hr^linr^l h tBIli 



^rm-l l^s^S? L-innp-J It!®!? l^Tno-l 



/ =0 



u>0 



u -fa 



u -0 



u -ia 



Eel'W 



Schwingungsphasen eines Parallelschwingkreises im Verlauf einer Periode 

[Bild 261.2] 

- Bei geschlossenem Schalterkontakt S" ladt sich der Kondensator auf 
, und speichert elektrische Energie, deren GrOBe von der Spannung, 
Kondensatorkapazitat. und Ladezeit abhangig ist, Die gespeicherte 
Energie nach dem Umlegen des Schalters in Stellung S betragt 



£e, = \CV\ 



(3) 



In Stellung S'^ entladt sich der Kondensator uber die Spule. Das elek- 
trische Feld bricht zusammen, die elektrische Energie wandelt sich in 
magnetische urn. Die magnetische Energie ist von der Spuleninduktivitilt 
und Stromstarke abhangig. 



-2^' 



(4) 



- Bei vollstandig entladenem Kondensator flieBt wegen der Selbstinduktion 

der Spule ein Strom in Richtung des ursprunglichen Entladestromes. Der 

Kondensator ladt sich entgegengesetzt auf. Die aufbauende Gegenspan- 

nung bewirkt, daB der Strom auf Null absinkt. 

Die Energie des Schwingkreises, die zu Beginn als elektrische Feldenergie 

im Kondensator gespeichert ist, wird in der ersten Halfte der Schwmgungs- 

periode in magnetische Energie umgewandelt. Es folgt anschheBend der 

umgekehrte Vorgang, bis nach einer voUen Periode der Ausgangszustand 

erreicht ist. , , t, 

Die periodische Wiederholung des selbstandig ablaufenden Vorgangs 
dauert &n Durch die standigen Energieumwandlungen entstehen freie 
elektromagnetische Schwingunsen. Die Strome und Spannungen sind smus- 
fOrmig. Der Strom ist Null, wlun die Spannung ihren Hochstwert erreicht 
hat. Die Phasenverschiebung betragt 90°. , ■ ; 

Die Schwingamplituden sind abhangig von der zugefUhrten elektnschen 

383 



^d^MwkiiiiHa 




Darstellung ungedampfter und gedampfter elektromagnetischer Schwingungen 
[Bild 261.3] 

Energie. Unter der Voraussetzung eines verlustlosen Schwingkreises blei- 
ben diese konstant. In der Praxis nimmt jedoch die Amplitude durch Energie- 
verluste von Scliwingung zu Schwingung ab. 

Freie Schwingungen sind demnach immer gedampfte Schwingungen und 
entstehen nach einmaliger Energiezufuhr. Die Periode wird durch die Lade- 
uhd Entladezeit des Kondensators bestimmt. Sie ist vor allem von der 
Kondensatorkapazitat abhiingig. Je kleiner die Kapazitat ist, urn so schnel- 
ler kann sich der Kondensator auf- und entladen. Den Lade- und Entlade- 
stromen im Schwingkreis wirkt die Induktionsspannung der Spule entgegen. 
Sie ist direkt von der Induktivitat abhangig. Aus beiden ergibt sich: 
Werden in einem Schwingkreis die Kapazitat und Induktivitat verringert, 
nimmt die Periode T der freien Schwingungen ab, und die Resonanzfrequenz 
steigt an. 

Die Resonanzfrequenz /„ und Kreisfrequenz co„ werden fiir Reihen- und 
Parallelschwingkreis nach der Thomsonschen Schwingungsgleichung be- 
rechnet : 



/ = i = -J_. 

Durch Umformen der Gleichung erhalt man 
1 



(o„ L = 



'..C 



(5) 



(6) 



(7) 



Links enthah Gleichung (7) den induktiven und rechts den kapazitiven 

Blindwiderstand. Daraus folgt: 

Im Resonanzfall sind induktiver und kapazitiver Blindwiderstand gleich. 

Da beide entgegengesetzt wirken, ist der Gesamtblindwiderstand verlust- 

loser Schwingkreise gleich Null. 

An Stelle der Frequenz einer Schwingung kann n;an auch die Wellenlange 

angeben. 

384 



Da sich elektromagnetische Schwingungen im freien Raum mit Lichtge- 
schwindigkeit ausbreiten, gilt 



, _ c _ 300000 

■-f~~T~'- 

/■=£: = 300000 



(8) 



(9) 



/. Wellenlange in m, 
/ Frequenz in kHz, 
c Ausbreitungsgeschwindigkeit 300000 km/s. 



Tabelle 2.1 Frequenz- und Wellenberekhe nach TGL 13020 



Benennung 


Kurzzeichen 


Wellenlange 


Frequenz 


Myriameterwellen 


VLF 


■ 10 km 


< 30 kHz 


Kilometerwellen 


LF 


1,. 


.10 km 


300. ..30 kHz 


Hektometerwellen 


MF 


100.. 


.1000 m 


3 000... 300 kHz 


Dekameterwellen 


HF 


10.. 


.100 m 


30. ..3 MHz 


Meterwellen 


VHF 


1.. 


.10m 


300... 30 MHz 


Dezimeterwellen 


UHF 


0,1.. 


.1 m 


3 000... 300 MHz 


Zentimeterwellen 


SHF 


1.. 


.10 cm 


30. ..3 GHz 


Millimeterwellen 


EHF 


1.. 


. 10 mm 


300. ..30GHz 



2.1J. 



Erzwungene Schwingungen 



Wird einem Schwingkreis dauernd von einer UuBeren Wecliselspannungs- 
quelle elektrische Energie zugefuhrt, dann fUhrt er erzwungene Schwingun- 
gen aus. Die Frequenz stimmt mit der Erregerfrequenz Uberein. Die Ampli- 
tuden einer bestimmten Frequenz sind immer gleich, da die Spannungs- 
quelle nur Verluste ausgleicht. 

Die Amplitude erzwungener Schwingungen ist von der aniiegenden Span- 
nung und vom Verhaltnis der Erregerfrequenz zur Resonanzfrequenz des 



KcA 




R^^R^ Rl_i Rq 

25 HB Tastfunker 



Widerstandsverhalten des 
Schwingkreises [Bild 261.4) 



385 



Schwingkreises abhangig. Da bei Resonanzfrequenz kapazitiver und in- 
duktiver Blindwiderstand Ubereinstimmen und beide entgegengesetzl 
wirken, ist der Gesamtwiderstand des Schwingkreises nur vom Verlust- 
widerstand abliiingig. 

Weichen Erreger- und Resonanzfrequenz voneinander ab, steigt der Blind- 
widerstand an. 
~ Bei hoherer Erregerfrequenz steigt der induktive Blindwiderstand mehr 

an, als sich der kapazitive verringert. Der Gesanitwiderstand hat induk- 

tiven Charakter. 
- Bei niedrigerer Erregerfrequenz steigt der kapazitive Blindwiderstand 

mehr an, als sich der induktive verringert. Der Gesamtwiderstand hat 

kapazitiven Charakter. 
In beiden Fallen sind bei konstanter Erregung die Amplituden kleiner als 
bei Obereinstimmung beider Frequenzen. 

Merke: 

Stimmen Erreger- und Resonanzfrequenz des Schwingkreises uberein, 
. sind die Amplituden am groBten und werden vom Verlustwiderstand be- 
stimmt. Sie verringem sich mit groBerer Differenz. 

Die Obereinstimmung zwischen beiden Frequenzen wird durch Andern der 
Erregerfrequenz oder Nachstimmen der Baudlemente erreicht. 



1 




Energiezufuhr beim Reihen- und Parallelschwingkreis [Bild 261.5] 



2.1.4. 



Resonanzeigenschaften von Reihen- und Parallelschwingkreis 



Beim Reihenschwingkreis sind Spule, Kondensator und Verlustwiderstand, 
der alle Kreisverluste enthalt, in Reihe gesehaltet. Der Betrag des Kreis- 
widerstandes ist 



■^v^ 



Z=-i/R^ + iwL 



^ (oCj- 



(10) 



Die Gleichung (10) und der Widerstandsverlauf zeigen: 

- Bei tiefen Frequenzen uberwiegt der kapazitive und bei hohen Frequenzen 
der mduktive Blindwiderstand. 

- Bei der Resonanzfrequenz /„ entsteht ein Widerstandsminimum. Es 
wirkt nur der Verlustwiderstand. 



386 



'<. ''^•i 



■•*^i>:^...-''^?!i>-^- 



Schaitang 



iVitierstands verlaut 



?,<?i'-?i 




fo -^' 

Stromeriauf 



Grundsatzliche Darstellung eines Reihenschwingkreises mit Widerstands- 
verlauf und Resonanzkurve des Stromes [Bild 261.6] 



Der Strom ist von der angelegfen Spannung und dem Kreiswiderstand 
abhiingig ; 



-1 = 



U 



V^ 



+ f.L--J^J 



(11) 



Der Strom erreicht im Resonanzfall den Maximalwert, die Gesamtspan- 
nung ist gering. Er bewirkt jedoch, daB an den einzelnen Bauelementen ein 
Spannungsabfall entsteht. Dieser beschreibt ahnliche Resonanzkurven wie 
der Strom und betragt: 



t/j^^ = i/cs = I(oL= I 



coC 



(12) 



Beide Spannungen und Blindwiderstande sjnd gleich. Sie wirken entgegen- 
gesetzt und kompensieren sich. Die angelegte Spannung gleicht demnach nur 
den Spannungsabfall am Verlustwiderstand aus. 



U, = IR 



(13) 



Die Zunahme der Spannung an den Bauelementen ist von der Resonanz- 
UberhOhung des Stromes oder der Giite g des Schwingkreises abhangig. 
Die cute betragt bei verlustarmen Kreisen 50 bis 500, sie wird wie folgt be- 
rechnet : 



'" R ZZr « V c: 



(14) 



25* 



387 



-■ ■■*-^ 



Fiir die Zunahme der Spannung gUt demnach 



V, = Ur 



gU. 



(15) 



Merke : 

1. 



Die Spannungen an der Spule und am Kondensator sind bei der Span- 
nungsresonanz grOBer als die angelegte Spannung. Sie sind entgegen- 
gesetzt gleich groB und heben sich nach auBen auf. 
Der Reihenschwingkreis hat im Resonanzfall den geringsten Wider- 
stand. Die angelegte Spannung gleicht nur Spannungsverluste aus. 
Das Verhilltnis von induktivem bzw. kapazitivem Spannungsabfall 
zur Erregerspannung oder Blind- zu Wirkwiderstand wird als Giite oder 
Resonanzuberhohung bezeichnet. 



Beim Parallelschwingkreis sind Spule, Kondensator und Verlustwiderstand 
zur Erregung parailelgeschaltet. Die Spannung ist uber alien Bauelementen 
gleich groB. Fiir den Betrag der Spannung gilt 



V(if 



<aC- 



(t) L 



(16) 



Im Resonanzfall sind kapazitiver und induktiver Leitwert gleich. Die Ge- 
samtspannung hat ein Maximum. Nach dem Ohmschen Gesetz gilt 



U =IR. 



(17) 




Schaltung 



IViilerstandsferlouf 



GrundsatzlicHe Darstellung eines Parallelschwingkreises mit Resonanzkurve 
fur Spannung und Widerstand [Bild 261.7] 



• 



Die Gleichung (17) und der Widerstandsverlauf zeigen: 

- Bei konstantem Strom steigt im Resonanzfall die Spannung stark an. 
Sie beschreibt eine ahnliche Kurve wie der Strom im Reihenschwingkreis. 
Bei groBen Abweichungen verringert sich die Spannung, da bei niedrigen 
Frequenzen der Kondensator den Kreis kurzschlieBt. 



388 



- Bei der Resonanzfrequenz ./„ flieBt der gesamte Generatorstrom durch 
den Verlustwiderstand. Die Spule und der Kondensator tauschen nur 
ihre Energie aus. 
Wenn im Resonanzfall der Generatorstrom auch nur Uber den Verlust- 
widerstand flieBt, entstehen in den BlindwiderstUnden jedoch erheblichc 
Strome. Diese sind von der hohen Resonanzspannung und vom Blindwider- 
stand abhangig. Sie beschreiben ahnliche Resonanzlcurven wie die Spannung 
und werden wie folgt berechnet: 



'l,c. = 'c„. = ^CU = coCR^ = ^. (18) 

CO L 



Beide Strome sind gleich, da im Resonanzfall die BlindwiderstUnde gleich 
sind. Sie HieBen entgegengesetzt und heben sich auf. Im auBeren Stromkreis 
flieBt nur der Strom des Verlustwiderstandes. Der angelegte Strom wird nur 
genutzt, um die Resonanzspannung aufzubauen. 

Die Stromzunahme im Resonanzfall ist von der ResonanzuberhOhung der 
Spannung oder Giite p des Schwingkreises abhangig. Die Giite kennzeich- 
net, wieviel der kapazitive oder induktive Blindstrom groBer als der Re- 
sonanzstrom ist. 



^=fi="^^''^V^="V^- 



(19) 



Merke : 

1. Die Strome in Spule und Kondensator sind bei der Stromresonanz 
entgegengerichtet und heben sich im auBeren Zweig'auf. Sie sind stets 
um die Schwingkreisgute hiiher als der Erregerstrom. 

2. Der Parallelschwingkreis hat im Resonanzfall den hochsten Wider- 
stand. Es entsteht eine hohe Resonanzspannung. 



2.1.5. Bandbreite und Abstimmung von Schwingkreisen 

Der Verlauf von Strom und Spannung am Parallel- und Reihenschwingkreis 

unterliegt folgenden Gesetzen: 

~ Beim Reihenschwingkreis erreicht im Resonanzfall der Strom den Maxi- 

malwert. 
- Beim Parallelschwingkreis erreicht im Resonanzfall die Spannung den 

Maximalwert. 
Der Frequenzbereich, in dem noch 70,7 % des Resonanzstromes bzw. der 
Resonanzspannung gemessen werden, wird als Bandbreite bezeichnet. Sie 
ist abhangig von der Schwingkreisgute und charakterisiert den DurchlaB- 
bereich. Je besser die Resonanzeigenschaften des Kreises sind, um so spitzer 
verlauft die Resonanzkurve, um so schmaler wird die Bandbreite B. 
Die Bandbreite charakterisiert demnach den Bereich zwischen einer unte- 

389 



—/r\~'oo% 




Definition der 
Bandbreite 
von Schwingkreisen 
f [Bild 261,8] 



ren und oberen Frequenz, die maximal verstarlct bzw. ausgesiebt wird. 
FUr die Bandbreite gilt 



B = t^= h 



/>; 



(20) 



/2 obere Grenzfre'quenz, 

/, untere Grenzfrequenz. 

Die Eigenschaft des Schwingkreises, aus dem gesamten Frequenzspektrum 

einen bestimmten Frequenzbereich auszusieben und benachbarte Fre- 

quenzen zu unterdriicken, wird als Trennscharfe bezeichnet. Sie ist um so 

grOBer, je geringer die Bandbreite ist. 

Aus der Thomsonschen Schwingungsgleichung folgt, daB sich die Resonanz- 

frequenz mit der Kapazitat bzw. Induktivitilt andert. Dies wird zum Ab- 

stimmen von Schwingkreisen genutzt. 

Merke: 

Das Abstimmen eines Schwingkreises heiBt stiindiges Verschieben seiner 
Resonanzkurve. 



2.1.6. 



Bandiilter 



Bandfilter sind Resonanzkreisanordnungen, die aus zwei oder mehreren 
Resonanzkreisen bestehen. Sie kSnnen miteinander induktiv, galvanisch 
oder kapazitiv gekoppelt sein. Die Bandbreite ist in starkera Mafie von der 
Starke der Kopplung abhangig. 

Bei loser Kopplung bildet sich ein scharfes Resonanzmaximum aus, das 
um so niedriger wird, je loser die Kopplung ist. Mit zunehmehder Kopp- 
lung wachst die Resonanzspitze bis zu einem Maximalwert an. Wird die 
Kopptang welter gesteigert, steigt die Resonanzkurve nicht mehr an. DafUr 
verbreitert und verflachj sich das Maximum. Es entstehen ausgeprUgte 
iHOcker. Dieser Zustand wird Uberkritische Kopplung genannt, im Gegen- 
satz zur kritischen Kopplung, wo die Kurve gerade noch eben ist. 



^^^ 



390 





t 


Ui 


^ 


/ ' V 


»« 

1 


JK 


/M\ i» 


f\y ' 



lose Kopplung 



-f t, — /■ f, — - 

tritische Kopplung ibefkritischi Kopplung 



Obertragungskurven zweikreisiger Bandfilter in Abhangigkeit von der Starke 
der Kopplung [Bild 261.9] 



Die einzelnen Kopplungsarten unterscheiden sich wie folgt : 

- Bei induktiver Kopplung ubertragt das Magnetfeld der Spule die Energie. 
Die Kopplung ist urn so fester, je dichter die Spulen aneihanderliegen. 

- Bei galvanischer Kopplung wird Energie fUr den SekundSrkreis direkt 
von einem Teil der Primarspule sbgenommen. Die Kopplung ist abhUngig 
vo^n gewahlten Abgriff. 

- Die kapazitive Kopplung wird mittels Kopplungskondensator erreicht. 
Es wird zwischen Strom- und Spannungskopplung unterschieden. Bei 
auBerer kapazitiver Kopplung wird ein Teil des Stromes abgezweigt, die 
Kopplung wird mit steigender Kapazitat fester. Bei innerer kapazitiver 
Kopplung entstehen erzwungene Schwingungen durch den Spannungs- 
abfall am Kopplungskondensator, die Koppiurig wird mit geringer 
Kapazitat fester. 



■ o 



nil' 



<^'=r lMWl, fCi 



inMU/s Kopplung 
0, 



Ot=^'I' ^^■'^i=r 



II' 



)"' .= 


-'1 


1 




k - 


'^^ or- 


= 


galvanische Kopplung 




\ II ^'T T^^ 1 


1 


r 


Cn- 


= 





i^uOere kapaziti/e Kopplung innere Hapaiitive^Kopplung 

Kopplungsmoglichkeiten zweikreisiger Bandfilter [Bild 261.10] 



391 



Nach Einsetzen aller Konstanten ergibt sich 
u/kms"' = 594/1/. 



(21) 



Beachte : 

Diese Gleichung gilt nicht fur sehr groBe Geschwindigkeiten, weil beim 
Annahern an die Lichtgeschwindigkeit die Elektronenmasse anwachst. 

Tabetle 2.2 Elektronenmasse in Abhiingigkeit von der Geschwindigkeit 



Spannung 


Elektronengeschwindigkeit 


Elektronenmasse in g 


inV 


in km/s 






10 


18,8 10" 




9,1 • 10-"» 


10^ 


18,7- 10' 




9,12- 10-"» 


10' 


16,5 ■ 10* 




10,9 ■ 10-"« 


10' 


28,3 • 10* 




28,8 10-"» 


3,1 • 10' 


29,7 ■ 10* 




64,3 ■ 10-"« 


00 


Lichtgeschwindigkeit 


00 



2.2.2.2. Aufbau und Arbeitsweise der Diode 

Die Diode besteht aus Katode und Anode. Die Katode wird von einer Heiz- 
quelle direkt oder indirekt geheizt. Wird an die Anode und Katode eine 



- -Anode 





Anode — — _/n~N 
Ueizung — 



indirekte Heiiung direlite Heiiung 



Aufbau und 
Schaltbild 
der Diode 
[Bild 261.19] 



Spannungsquelle angeschlossen, dann ist folgender Stromverlauf zu be- 
obachten : 

- Liegt negative Anodenspannung an, flieBt kein Elektronenstrom. Die 
negativen Elektronen werden von der Anode abgestoBen. Zwischen V 
und -1 V flieBt ein geringer Anlaufstrom, weil einzelne Elektronen eine 
hohe Eigengeschwindigkeit und damit ein hohes Emissionsbestreben auf- 
weisen. 

- Wird die Anodenspannung in positiver Richtung erhoht, erhoht sich der 
Elektronenstrom. Er steigt in einem Bereich linear an und bleibt beim 
weiteren Erhbhen allmahlich konstant. Der geradlinige ansteigende Teil 
charakterisiert das Raumladungsgebiet. 



393 



Sattigungs- 
gebiet 




Prinzipschaltung zum Messen der Anodenstrom-Anodenspannungs-Kennlinie 
der Diode [Bild 260.20] 

- Haben Anodenspannung und -strom bestimmte Werte erreicht, laBt 

sich das Emissionsvermagen der Katode nicht mehr erhohen. Trotz groBer 

werdender Spannung bleibt der Strom konstant, die Diode arbeitet im 

Sattigungsgebiet. 

Die Diode laBt demnach den Strom nur in einer Richtung flieBen (Ventil- 

wirkung). Der Anodenstrom ist von der GroBe der Anodenspannung ab- 

hangig. Liegt sie im linearen Bereich der Kennlinie und schwankt in ihrer 

Amplitude, dann verursacht sie einen nach den gleichen Gesetzen schwan- 

kenden Anodenstrom. Liegt sie nur mit einer Halbwelle im Bereich der 

Anodenstrom-Anodenspannungs-Kennlinie, wird nur eine Halbwelle wirk- 

sam. Es entsteht pulsierender Gleichstrom. 

Aus der Kennlinie lassen sich der Wechselstromwiderstand R^ und die 
Steilheit S errechnen : 







^if ' 



Anodenstrom-Anodenspannungs-Kennlinie der Diode bei unterschiedlicher 
Anodenspannung [Bild 26 1 . 2 1] 



394 



Die Steilheit der Anodenstrom-Anodenspannungs-Kennlinie ist ein MaB 

fur den inneren Widerstand der R5hre. 

Da sich Steilheit und Innenwiderstand umgelcelirt verlialten, ergibt das 

Produlct S- Ri= I- 

Die Diode dient hauptsachlich zum Gleichrichten von Wechselstrbmen und 

-spannungen. 



2.2.2.3. Aufbau und Arbeitsweise von Mehrpolrohren 

DieMehrpolrohre besteht ausKatode, Anode und zusatzlichen^ittern. Die, 

Katode wird direl<t oder indirekt geheizt. Je nach Anzalil der Elektroden 

werden die ROhren wie folgt bezeichnet: 

Triode - Anode, Katode und ein Gitter (3 Elektroden), 

Tetrode - Anode, Katode und zwei Gitter (4 Elektroden), 

Pentode - Anode, KatSde und drei Gitter (5 Elektroden), 

Hexode - Anode, Katode und vier Gitter (6 Elektroden), 

Heptode - Anode, Katode und funf Gitter (7 Elektroden), 

Oktode - Anode, Katode und sechs Gitter (8 Elektroden). 

Werden mehrere Rohrensysteme in einen Glaskolben eingeschmolzen, 

entstehen VerbundrOhren. Sie werden bei zwei Dioden Duodiode, bei zwei 

Trioden Doppeltriode und bei weiteren Kopplungen allgemein als Verbund- 

rohren bezeichnet. 



# 




Hexode 



Schaltbilder fiir 
Mehrgitterrohren 
[Bild 261.22] 



Bei Trioden liegt ein aus Drahtwendeln bestehendes Gitter zwischen Anode 
und Katode. Liegen Anoden- und Heizspannung an der ROhre an und wird 
an das Gitter eine einstellbare Spannung angele^t, dann ist an einem Strom- 
messer in der Anodenleitung folgendes zu beobachten: 

- Liegt am Gitter die gleiche Spannung wie an der Katode, arbeUet die 
ROhre wie eine Diode. • • , 

- Wird die Spannung am Gitter gegenuber Katode erhoht (positiver), 
flieBt ein hoherer Elektronenstrom. Das Gitter erhOht die Saugwirkung 
der Anode. 

395 



-■^''^^'- 




Prinzipschaltung zum Messen der I./Ug-Kennlinie und I./U, -Kennlinie der 
Triode [Bild 261.23] 



- Wird die Spannung am Gitter gegeniiber Katode negativer, verringert 
sich auch der Elektronenstrom. Bei sehr groBer negativer Spannung 
fliel3t kein Strom, die Rohre ist gesperrt. 
Aus diesen Versuchen geht hervor, daB das Gitter die Eigenschaften der 
Rohre in Abhangigkeit zur Gitterspannung verUndert. Mit dem Gitter, 
genannt Steuergitter oder Gitter 1, wird der Anodenstrom gesteuert. 
Die wichtigsten KenngrdBen der Triode sind di e Verstarkung v, der inn ere 
Gleich-und Wechselstromwiderstand R„ die Steilheit S und der DurcTT- 
gnffjP^Sie sind~mit HiHe der Kinnlmieirzu bestimmen 
Als Verstarkungsfaktor v wird das Verhaltnis der Steuerwirkungen von 
Anode und Gitter bezeichnet. 



AC/. 



(/, = konstant) 



(22) 



Der innere Gleichstromwiderstand kann bei konstanter Gitterspannung 
nach dem Ohmschen Gesetz ermittelt werden. Anders ist es beim inneren 
Wechselstromwiderstand, Verhaltnis der Anodenspannungsanderungen zu 
den Anodenstromilnderungen bei konstanter Gitterspannung. 



/?,- = 



At^ 
AL 



(U = konstant) 



(23) 



396 



Die Steilheit der Rahre gibt die Steuerwirkung einer Gitterspannungs- 
anderung auf den Anodenstrom bei konstanter Anodenspannung an. 



A/. 
AC/, 



(U, = konstant) 



(24) 



Der Durchgriff ist als Verhaltnis der Gitterspannungs- zu Anodenspannungs- 
anderungen bei konstantem Anodenstrom definiert. Er gibt die Wirkung 
des elektrostatischen Feldes der Anode auf die Katode an. 



D = 



ML 

At/. 



konstant) 



(25) 



Die KenngroBen der Rdhre sind durch die Baikhausensche Rohrenformel 
miteinander verkniipft. Mit ihr kann aus zwei KenngroBen die fehlende 
rechneriscli ermittelt werden. 



SDR. 



1 



(26) 



Die Tetrode besteht aus Katode, Anode, Steuergitter und zusUtzlichem 
Schirmgitter. Das Schirmgitter befindet sich zwischcn Anode und Steuer- 
gitter. Es liegt an positiver Spannung und verbessert die KenngroBen der 
Triode. 



Ugz 



Ug, 





Ua S Ugi 



Ua^^gz 




UalUgi 



Schematische 
Darstellung der 
Sekundaremission 
einer Tetrode mit 
resultierender 
Kennlinie 
[Bild 261.24] 



397 



Das Schirmgitter ichwUcht das Feld zwischen Steuergilter und Katode. es 
verringert den Durchgriff und erhoht demzufolge die Verstiirkung. Der 
Wechselstromwiderstand steigt an. Beim Auftreffen der Elektronen auf die 
Anode werden Sekundilrelektronen frei. In der Triode kehren diese zur 
Anode zUriick. In der Tetrode saugt das positiv geladene Schirmgitter diese 
auf. Dadurch verringert sich der Anodenstrom, die Rohre arbeitet mit 
Verzerrungen (Dynatroneffekt). Es ergeben sich durch den Austausch von 
Sekundarelektronen wesentlich andere Kennlinien als bei der Triode. 
Urn den Dynatroneffekt herabzusetzen, liegt am Schirmgitter eine geringere 
Spannung als an der Anode an. Er wird fast vollstandig durch spezielle Ab- 
schirmungen beseitigt. Diese sind mit der Katode verbunden, die ROhre wird 
als Strahlentetrdde bezeichnet. Eine andere Moglichkeit besteht darin, ein 
drittes Gitter zwischen Schirmgitter und Anode einzufugen. 
Die Pentode besteht aus Katode, Steuergitter, Schirmgitter, Bremsfjitier und 
Anode. Schirmgitter und Anode erhalten positives Potential, am Brems- 
gitter liegt negatives Potential bzw. Katodenpotential an. 
Das Bremsgitter hindert die aus der Anode herausgeschlagenen Sekundar- 
elektronen, zum Schirmgitter tiberzutreten. Es unterstutzt gleicfizeitig 
die abschirmende Wirkung des Schirmgitters. 





I 
a 


WL 








1 1 

1 














1 
1 


1 
1 




' 










1 


' 1 












». 


1 1 


1 
1 












J 
' 1 


j 


1 




















/ 


/ 


// 


t 








y 




/ 


/ 


/ 






^ 


^ 


y 


y 


y 








■ 


■ 


<• rf 






r 



lalUgi ■Kimlinien 




M m m uo a«, m m toe iso 
lalOa-XemiO'iiien 



Kennlinien von Pen- 
toden [Bild 261.25] 



# 



398 






Durch das Bremsgitter werden der Dynatroneffekt uberwunden und die 
KenngtoBeti positiv verandert. 



2.2.3. Halbleiter 

2.2.3.1. Leitungsmechanismus 

Halbleiter werden nach ihrem Aufbau, der Anwendung und der Stelierung 
ihres Leitungsmechanismus eingeteilt. Die wichtigsten Halbleiterstoffe sind 
Germanium und Silizium. Je nach Zweckbestimmung (Gleichrichtung oder 
Verstarkung) und Aufbau sind Diode und Transistor zu unterscheiden. 
Die Leitfahigkeit eines Stotfes wird durch die Anzahl der frei beweglichen 
Elektronen (Valenzelektronen) bestimmt. In Isolatoren sind diese fest 
gebunden, im Halbleiter dienen sie zur LeitUng des elektrischen Stromes. 
Die elektrische Leitfahigkeit kann beeinfluBt werden. 

- Sie steigt mit erhohter Temperatur. 

- Sie steigt beim Bestrahlen mit Licht. 

- Sie wird durch Beimengen (Dotieren) von Fremdstoffen stark beeinfluBt. 
Chemisch reines Germanium enthalt vier Valenzelektronen auf der auBeren 
Schalc. Die Atome sind untereinander Uber ein Elektron des Nachbaratoms 
verbunden (Valenzbindung). Bei Temperaturen nahe dem absoluten Null- 
punkt hat der Halbleiter Eigenschaften wie ein Isolator. Mit zunehmender 
Temperatur wird die Bewegungsenergie groBer, einige Elektronen verlassen 
durch schwachere Valenzbindung den Atomverband. Es entstehen LOcher, 
die von Elektronen des Nachbaratoms besetzt werden kOnnen. 

Im Germanium sind L5cher (Defektelektronen) und Elektronen gleicher 
Anzahl vorhanden. Die Elektronenbewegung wird als n-Leitung und die 
Locherbewegung als p- Uitung bezeichnet (negative oder positive Ladung). 
Die Bewegungsenergie der Elektronen kann durch eine Gleichspannung er- 
hoht werden. Die freien Elektronen flieBen zum pdsitiven Pol. Sie finden auf 
ihrem Weg Locher und springen in sie hinein. Dieser ProzeB verlauft un- 
unterbrochen. Wahrend sich die Elektronen vom Minus- zum Pluspol 
der Stromquelle durch den Halbleiter bewegen, nehmen die Locher ent- 
gegengesetzte Richtung. 

Im reinen Halbleiter sind n- und p-Ladungstrager gleichef Anzahl vorhan- 
den. Um die Leitfahigkeit zu erhohen, werden Fremdatome beigemengt; 
Dadurch entstehen Fehlstellenhalbleiter. ~ . 

Wird durch Dotieren mit Gallium, Indium oder Aluminium das Germanium 
elektronenarm, bleiben Valenzbindungen frei. Der Halbleiter ist p-leitend. 
Wird durch Dotieren mit Arsen oder Antimon das Germanium elektronen- 
uberschiissig, bleiben Elektronen frei. Der Halbleiter ist «-leitend. 
FQr den Ljeitungsmechanismus stehen entwederUberschiissige Elektronen 
oder die diarch Fehlen von Elektronen entstandenen Locher zur VerfUgung. 
In der Praxis wird beides angewendet. Der OberschuB einer Art bestimmt 
den Leitungstyp. Auf diese Weise werden auch aus anderen Grundstoffen 
(z. B. Silizium und Selen) Halbleiter hergestellt. 



399 




Antimon 

fiinftes fttletiz- 
eleklron tits 
Sb-Atoms 



Kristallstruktur von Germaniumatomen beim Einbau eines Antimonatoms 
bzw. Indiumatoms in das Kristallgitter [Bild 261.26] 




2.2.3.2. 



Halbleiterdiode 



Die Halbleiterdiode besteht bei der Germaniumdiode aus p- und li-Ger- 
manium. Je nach Kontakt zwischen den Halbleiterschichten unterscheidet 
man Spitzen- und Flikhendiotlen. Zwischen beiden entsteht eine Sperrschicht, 
die Gleichrichtereigenschaften aufweist. 



mm I ^ ^ J 



u 



se 1 



Halbleiterdioden [Bild 261.27] 

a) Spitzendiode: 1 - Gehause; 2 - Anschlusse; 3 - Kontaktfeder; 4 - Ger- 
maniumplattchen; 5 - Kristallhalter; 6 - p-Gebiet 

b) Flachendiode: 1 - Germaniumplattchen ; 2 - Indiumperle; 3 - Anschlusse; 
4 - AnschluB; 5 - Metallgehau|e 



Das Ladungsgleichgewicht wird durch Warmebewegung ifn Halbleiter ge- 

stOrt. Aus der p-Schicht dringen Defektelektronen in die n-Schicht und um- 

gekehrt Elektronen aus der n-Schicht in die p-Schitht ein (Warmediffusion). 

Es entsteht eine dunne Grenzschicht, die frei von Ladungstragern ist und als 

Widerstand wirkt. 

Durch eine angelegte Gleichspannung wird das Gleichgewicht welter ge- 

stort. Dabei sind zu unterscheiden : 

- Der Pluspol liegt an der «-Schicht. Durch den Potentialunterschied flie- 

Ben Defektelektronen in die p-Schicht und Elektronen in die n-Schicht. 

Die entgeg^ngesetzt gerichteten Ladungstrager vermindern die Leit- 

fahigkeit der Grenzschicht. Diese wird breiter, der Widerstand erhoht sich. 

Es flieUt ein sehr geringer Sperrstrom. 



400 



p-Oermanium 


arenz- 
schieM 


n-dermanium 


s 





(EK- 














H±l 








E 


B 


0- 









Schematische Dar- 
stellung der Diode 
[Bild 261.28] 



Der Pluspol liegt an der p-Schicht. Durch den Potentialunterschied 
flieBen sowohl Defektelektronen als auch Elektronen in die Grenzschicht 
ein. Diese verschwindet, die Leitfahigkeit steigt stark an. Es flieBt im 
auBeren Stromkreis der DurchlaBstrom. 

Merke: 

Bine Halbleiterdiode hat ahnlich der Rohrendiode eine DurchlaB- und 
Sperrichtung, d. h. elektrische Ventilwirkung. Sie wird als Gleichrichter, 
Demodulator, Mischdiode usw. eingesetzt. 




.r-^"4- or 



f 



Sperrbereich 




Ourchbruch- 
spannung 



t t 

hperr h 



U~=F- 




Durchlalibereich 



■Uo 



Verhalten der Gleichrichterdiode und Darstellung der Kennlinien in Abhangig- 
keit von der angelegten Gleichspannung [Bild 261.29] 



2.2.3.3. Transistor 

Der Transistor besteht aus drei Halbleiterschichten, zwischen denen sich 
zwei Grenzschichten bilden. Die auBeren Schichten haben gleiche und die 
innere Schicht eine andere Leitfahigkeit. Es werden hauptsachlich pnp- und 



26 HB Tastfunker 



401 






Schaltbild und Konstfuktion von Transistoren [Bild 261.30] 

a) Spitzentransistor: 1 - Halbleiterplatte; 2 - p-Gebiet; 3 - Metallelektroden 

b) Flachentransitor: 1 - Germaniumplattchen; 2 - Indiumperle 



npn»Transistoren gefertigt, ,die als Flachen- oder Spitzentransistoren aus- 
gefUhrt sind. 

Zum Betrieb des Transistors sind zwei Spannungsquellen erforderlich. Beim 
pnp-Transistor sind sie wie folgt angeschlossen ; 

- Emitterspannungsquelle U^ mit Pluspol an der p-Schicht und Minuspol 
an der n-Scliicht; 

- Kollektorspannungsquelle Uq mit Pluspol an der «-Schicht und Minuspol 
an der p-Schicht. 




Wirkungsweise des 
Transistors 
[Bjld 261.31] 



Durch die Emitterspannungsquelle bewegen sich Defektelektronen zur 
n-Schicht und Elektronen zur p-Schicht. An der Grenzschicht A flieBt der 
DurchlaBstrom /g. Durch die Kollektorspannungsquelle bewegen sich 
Defektelektronen zur p Schicht (Minuspol) und Me Elektronen zur n- 
Schicht (Pluspol). An der Grenzschicht B flieBt ein entgegengesetzter Strom 
/c. Die Stromstarke wird durch die Anzahl der L6cher in der n-Schicht be- 
stimmt. 

Die freien Elektronen der n-Schicht erzeugen sowohl Emitterstrom /^ in 
DurchlaBrichtung als auch Kollektorstroni Iq- Es entsteht ein LOcherUber- 
fluB in der n-Schicht, da die freien Elektronen nicht ausreichen, um alle 
offenen atomaren Verbindungen auszufullen, die durch die Grenzschicht A 
in die n-Sch.icht gelangen. Je grOBer der Emitterstrom ist, um so mehr LOcher 
entstehen in der n-Schicht. 



yf" 



402 



Der KoUektorstrom /c ist direkt vom Emitterstrom /g abhangig. Je groBer 
der Emitterstrom ist. urn so mehr LOcher entstehen in der n-Schicht. Damit 
entstehen Analogien zur Triode. 

Der Strom I^ steuert Uber die Grenzschicht 4 den in der Grenzschicht B 
flieBenden Strom Iq- ) 

Beim Transistor wird die Schicht, die L6cher in die Mittelschicht emittiert, 
als Emitter bezeichnet. Der Halbleiterteil, in dera die LOcher, nachdem sie 
die Mittelscliicht passiert haben, gesammelt werden, heiBt Kollektor. Die 
Mittelschicht erhalt die Bezeichnung Basis. Der Emitter ubernimmt im 
Transistor im Vergleich zur Triode die Funjttion der Katode, der Kollektor 
die RoUe der Anode und die Basis die Rolle des Steuergitters. Der Transistor 
hat einen hohen Wirkungsgrad, groBe Lebensdauer und geringe Abmessun- 
gen. Er ersetzt in vielen Schaltungen die ElektronenrOhre. 

Merke : 

Der Transistor <weist ahnlich der ElektronenrOhre eine elektrische Ver- 
starkungseigenschaft auf. Er wird auch analog angewendet. 



2.3. Rohren- und Transistorverstiirkei' 

2.3.1. Bestaimung 

In der Verstarkertechnik werden Rahren und Transistoren zum Verstarken' 
niedriger Spannungen und Leistungen gleichermaBen eingesetzt. Entspre- 
chend ihrer Anwendung und Zweckbe^timmung empfiehlt sich folgende 
Einteilung: 

nach dem Frequenzbereiph - Gleichstrom- und Gleichspannungsver- 
starker, 

- Niederfrequenzverstarker, 

- H och frequenzverstarker ; 
nach der Breite des Frequenzbereichs 

- Breitbandverstarker, 

- Schmalband- oder Selektivverstarker; 
nach der SignalgrOBe - Kleinsignal- oder Vorverstarker, 

- GroBsignal- oder Endverstarker. 

I ^ ' ■ ■ 

2.3.2. Grundschaltungen 

Die Schaltungen werden nach der verwendeten Bezugselektrode wie folgt 
bezeichnet : 

- Katodenbasisschaltung bzw! Emitterschaltung; 

- Gitterbasisschallung bzw. Basisschaltung; 

- Anodenbasissghaltung bzw. KoUektorschaltung. 

Die Kennwerte der einzelnen Schaltungen enthalten Tabelle 2.3 und 2.4. 



26. 403 



o - - 




y, \y 


/±s Wa 


Ue viy 


Bitterbasisschaltung 


"" r^ 


° Ua 


K 


J 




Sasisschaltung 




inodenbasisschaitung 



Mlektorschattung 



Rohren- und 

Transistor^rundschal- 

tungen 

[Bild 261.32] 



• 



Tabelle 2.3 Etektrische Eigenschaften der Transistorgrundschaltungen 





Emitter- 


Basis- 


KoUektor- 


Nennwert 


schaltung 


schaltung 


schaltung 


Eingangsspannung 


Basis-Emitter 


Emitter-Basis 


Basis-Kollektor 


gangsspannung 


KoUektor-Emitter 


Kollektor-Basis 


Emitter-Kollektor 


Bezugselektrode 
Eingangswider- 
stand 


Emitter 
0,5...2kfi 


Basis 
50...200n 


Kollektor 
0,2... 0,4 Mn 


Ausgangs- 
widerstand 


10...100kn 


0,5... 2 Mn 


ioo'..50on 


Stromverstarkung 


20... 50 


1 


20. ..50 


Spannungs- 
verstarkung 


100... 1000 


100. ..1000 


1 


Leistungs- 
verstarkung 
Phasenlage UJU, 
Bemerkungen 


15...20dB 
gegensinnig 
Grundschaltung 


20...30dB 
gleichsinnig 
hohe Grenz- 
frequenz 


15...20dB 
gleichsinnig 
Impedanzwandler 



404 



Tabelle 2.4 Elektrische Eigenschaften der Rohrengrundschaltungen 



Nennwert Katodenbasis- 


Gitterbasis- 


Anodenbasis- 


schaltung 


schaltung 


schaltung 


Eingangsspannung Gitter-Katode 


Katode-Gitter 


Gitter-Anode 


Ausgangs- 






spannung Anode-Katode 


Anode-Gitter 


Katode-Anode 


Bezugselektrode Katode 


Gitter 


Anode 


Spannungs- 






verstarkung « <250 


10. ..20 


< 1 


Phasenlage UJU^ gegensinnig 


gleichsinnig 


gleichsinnig 


Bemerkungen Schwingneigung 


kaam Schwing- 


Verstarkung 


bei hohen Fre- 


neigung, relativ 


frequenzunab-. 


quenzen, 


hohe Steuerlei- 


hangig, hoher 


Grundschaltung 


stung erforderlich 


Ein- und gering- 
ster Ausgangs- 
widerstand 


2.3.3. Rohrenverstiirker 







2.33.1. Wirkungsweise 

Liegen an der ElektronenrOhre die erforderlichen Betriebsspannungen an, 
flieBt ein Anodengleichstrom /,. Der Strom durchflieBt den Katodenwider- 
stand R^, die Rohre (Innenwiderstand «,) und den Arbeitswiderstand /?,. 
Er verursacht nach dem 2. Kirchhoffschen Gesetz an alien drd Wider- 
standen Spannungsabfalle. 



Ub = /,Rk + LR, + KK 



(27) 






ck 



D ® 



'Block 



Schaltung eines einstufigen Spannungsverstarkers zum Messen der Betriebs- 
werte [Bild 261.33] 



405 




HP 1 


/ 


y 









la 



U, ' -Ug 

Strom- und Spannungsverhaltnisse im RohrenverstSrker und Bestimmen des 
Arbeitspunktes an der I./U,-Kennlinie [Bild 261.34] 



Der Spannungsabfall am Katodenwiderstand ist so gerichtet, daB abhUngig 
yom Widerstaridswert die Katode positiv gegenUber Masse angehoben wird. 
Das Steuergitter liegt Uber dem Gitterableitwiderstand R, direkt an Masse. 
Sein Potential ist, da kein Gitterstrom flieSt, demzufoige negativer als die 
Katode. 



Die negative Gittervorspannung ist notwendig, um den Arbeitspunkt der 
ROhre in den geraden Teil der I,/U,-Kennlinie zu versehieben. Die wichtig- 
sten Methoden zum Erzeugen der Gittervorspannung sind 

- automatische Gittervorspannungserzeugung mit Katodenwiderstand ; 

- halbautomatische Gittervorspannungserzeugung mit Widerstand ira 
Netzteil ; 

- Anlegen einer gesonderten Gittervorspannung. 




■(■ ng 




HB 



1— Oi/fft- 



automatisch halbautmatisch gnonderteSpannungsquelle 

E^rzeugung der negativen Steuergittervorspannung [Bild 261.35] 



J w^ 



Liegt das Steuergitter zusatzlich an einer Wechselspannungsquelle, dann 
Uberlagem sich Gleich- und Wechselspannung. Die Gittervorspannung 
Undert sich im Rhythmus der Wechselspannung, der Anodenstrom pulsiert 
im gleichen Rhythmus. Bei positiver Amplitude erhOht und bei negativer 

406 



.-^Ifi-lv 







/ 


/ 




/ 






J 


















M 




k. 




Darstellung des Anodenwechselstromes in Abhangigkeit von der Steuergitter- 
wechselspannung [Bild261.36| 



Amplitude verringert sich der Anodenstrom und folglich auch der Spannungs- 
abfall am Art)eitswiderstand R^. 

Beim Messen der Spannungswerte am Steuergitter und Arbeitswiderstand 
•mit hochohmigen Spannungsmessem ergibt ein Vergleich beider Wcrte, 
daO die Ausgangsspannung grOBer als die Eingangsspannung ist. Das Ver- 
hiiltnis beider Werte charakterislert die Verstilrkuqg. 
Sie kann aus den Kennlinienfeldem errechnet werden. 






At/, 



* = SR. 



(28) 



Die Amplitude der Gitterwechselspannung ist in der Regel konstant. Die 
Vecstarkung kann demnach nur erhoht werden, wenn Rahren mit hoher 
Steilheit bzw. ein groBer Arbeitswiderstand eingesetzt werden. 

Merke : 

Die wichtigsten Elemente eines Verstarkers sind steuerbare Rohre, AuBen- 
oder Arbeitswiderstand sowie Betriebsspannungsquellen fur Heiz- und 
' Anodenspannung. 
Die Verstarkung ist von den RShreneigenschaften und vom Arbeits- 
widerstand abhangig. 



2.3.3.2. EinstufigCr Spannungsverstiirker 

Die Verstarkung ist von der Steilheit und vom AuBenwiderstand abhangig. 
Die Steilheit der ROhre ist vorgegeben ; beim Spannungsverstarker niuB dem- 
nach ein hoher AuBenwiderstand gewahlt werden. 



i; = SR. 



407 



iML..;:^./,v..., 



Je nach AuBenwiderstand sind zu unterscheiden : 

• Niederfrequenzspannungsverstarker (Vorverstarker fur Lautsprecher- 
verstarker, Modulationsspannungsverstarker mit Widerstand, Transfor- 
mator oder Spule); 

• Hochfrequenzspannungsverstarker (Vorverstarker oder Zwischenfre- 
quenzverstarker) mit Schwingkreis oder Bandfilter. 

Der Niederfrequenzspannungsverstarker muB alle Frequenzen von 16 Hz 
bis 20 kHz annahernd linear verstarken. Am besten eignet sich als Arbeits- 
wlderstand ein ohmscher Widerstand, da dessen Widerstandswert frequenz- 
unabhUngig ist. 




0,?0?f„ 



Niederfrequenzspannungsverstarker mit Frequenzcharakteristik in Abhan- 
gigkeit von der Verstarkung [Bild 261.37] 



Der Verstiirker ist so konstruiert, daB der zu verstUrkende Frequenzbereich 
zwischen der oberen und unteren Grenzfrequenz liegt. Als Grenzfrequenzen 
werden alle Frequenzen bezeichnet, bei denen die Verstarkung noch das 
OJfache der Maximalverstarkung aufweist. 

Der Hochfrequenzspannungsverstarker wird auch Schmalband- oder Selek- 
tivverstarker genannt, da er ein relativ schmales Frequenzband linear ver- 




t 



Hochfrequenzspannungsverstarker mit Frequenzcharakteristik in Abhangig- 
keit zur Verstarkung [Bild 261.38] 



408 



starken soil. Als Arbeitswiderstand dient ein abstimmbarer Parallelschwing- 
kreis. Die resultierende Verstarkung in AbhUngigkeit von der Frequenz ent- 
spricht den Eigenschaften des Schwingkreises. Der Frequenzbereich wird 
durch die Bandbreite bestimmt. 

Merke: 

Bei der Spannungsverstarkung ist ein hoher AuBenwiderstand erforder- 
lich. Der Anodenstrom ist sehr klein. Der Verstarker arbeitet fast im 
Leerlauf (R.^Ri). 



2.3.3.3. Einstufiger Leistungsverstarker 

Die elektrische Leistung ist das Produkt von Stromstarke und Spannung. 
Daraus folgt, daB beim Leistungsverstarker der AuBenwiderstand kein 
ohmscher Wirkwiderstand sein darf, da an diesem die Leistung nur in Warme 
umgewrandelt wurde. Die maximale Ausgangsleistung erhalt man, wenn 
AuBeri- und Innenwiderstand annahernd-ubereinstimmen. 

Der AuBenwiderstand ist entweder ein Transformator oder ein Schwing- 
kreis. Danach sind zu unterscheiden ; 

- Niederfrequenzleistungsverstarker (Lautsprecherverstarker oder Modu- 
lationsendverstarker bei Anoden- und Schirmgittermodulation) mit 
Spule Oder Ubertrager; 

- Hochfrequenzleistungsverstarker (Sendeendverstarker) mit Schwing- 

kreis. 




GegenUberstellung von Niederfrequenz- und Hochfrequenzleistungsver- 
starker [Bild 261.39] 



Die Leistungsverstarker werden zusatzlich nach der Lage des Arbeits- 
punktes auf der I./U,-Kennlinie unterschieden. Der Arbeitspunkt wird 
durch entsprechende Gittervorspannungen eingestellt. Der Arbeitspunkt 
liegt beim /l-Verstarker im geraden Teil der Kennlinie, er verschiebt sich in 
den negativen Teil beim AB-, B- und C- Verstarker. Damit steigen jedoch die 
Verzerrungen an. Bei Sendeendverstarkern kompensiert diese der Schwing- 

409 






-Ug^- -Ug-— -Ug— -Ug~ 

A-mirstamr BferstdrKer C-yerstarker AB:HrstarUr 

Einteilung der Verstarker nach der Lage des Arbeitspunktes [Bild 261.4(J| 



kreis, bei NF-Verstarkern werden Gegentaktstufen angewendet. Die Lei- 
stungsverstarkung einer Stufe wird wie folgt berechnet : 



(29) 



Merke : 



Beim Leistungsverstarker wird der AuBenwiderstand so gewahlt, da6 das 
Produkt aus Anodenwechselstrom und -wechselspannung ein Maximum 
ist (R, % «i). 



2.3J.4. Mehrstufiger Verstarker 

Je nach Kopplungsart sind zu unterscheiden : 
Hochfrequenzverstcirker mit 

- Schwingkreiskopplung, 

- Bandfilterkopplung; 

N iederfrequemverstarker mit 

- galvanischer Kopplung, 

- Widerstands/Kondensator-Kopplung (RC), 

- Spuie/Kondensator-Kopplung (LC), 

- (Jbertragerkopplung. 

Hat das Kopplungselement einen vernachlSssigbaren Widerstand, kann mit 
guter Naherung festgestellt werden, daB die Ausgangswechselspannung der 
1. Stufe der Eingangswechselspannung der 2. Stufe entspricht. Die Einzel- 
verstarkungen und Gesamtverstarkung errechnen sich wie folgt : 



v,-U. 



t^.i 



AiJ 



VK.i 



(30) 



410 




galyanisc/ie Kipplung 



RC-Kopplung 




LC-Kopplung 



Tramfomatorkopplung 



C/r 







SchmngkreisKondensatorkopplung 
Kopplungsarten mehrstufiger Verstarker [Bild 261.41] 



i Us 
BanttliUerkoppiung 



Die Gesamtverstarkung mehrerer Stufen entspricht nicht der Summe, son- 
dern dem Produkt aller Einzelverstarkungen. Mil steigender Stufenzahl 
verringert sich die Bandbreite. 



2.3.3.5. Verstarkungsregelungen 

Die Verstarkung ist abhangig von den Kenndaten der Rahre, der Eingangs- 
wecliselspannung und der GrflQe des Ausgangswiderstands. Beider Ver- 
starkungsregelung werden meistverandert: 

- die Betriebsspannungen und' damit die ROhrenkenndaten und 

- die Eingangswechselspannung. . 

Die Regelung kann hochfrequent oder niederfrequent ausgefUhrt sein. Die 
niederfrequente Regelung wird auch als Lautstarkeregelung bezeiclinet. Sie 

411 




Verstarkungsregelun- 
gen am NF-Leistungs- 
verstarker [Bild 261.42] 
(Ri - Eingangs- 
wechselspannung; 
R2 - Betriebsspannung) 



wird mit einem Potentiometer vorgenommen, das seinen Widerstandswert 
dekadisch oder logarithmisch andert. Die logarithmische Teilung gewahr- 
leistet fiir das Ohr eine gleichmaCig empfundene Lautstarkeanderung. 



2.3.4. Transistorverstarker 

2.3.4.1. Allgemeines 

Transistorverstarker arbeiten immer als Leistungsverstarker. Das liegt am 
niedrigen Eingangswiderstand des Transistors. Der Transistor benotigt 
stets zusatzlich zur Steuerspannung einen Steuerstrom. 
Die Leistungsverstarkung und -ubertragung der Transistorstufe ist urn so 
besser, je vollkommener sie ein- und ausgangsseitig angepaBt angesciilos- 
sen ist. 



2.3.4.2. Stromversorgung und Arbeitspunkteinstellung des Transistors 

Beim Anlegen der Betriebsspannungen an einen pnp-Transistor in Emitter- 

schaltung wird der Emitter positiv gegeniiber der Basis vorgespannt. Da- 

durch wird die Grenzschicht zwischen beiden stromdurchlassig. Vom Emitter 

flieBen positive Ldcher in die Basisschicht. 

Es flieBt ein geringer Basisstrom zwischen Basis und Emitter (2 bis 5 % des 

LOcherstromes). Der groBte Teil tritt durch die Diffusionsvorgange in den 

Kollektorkreis Uber, da dieser gegenuber der Basis negativ vorgespannt 

ist. 

Die einzelnen Betriebsspannungen kann man wie folgt berechnen ; 



-t/oE = — t/a + '«Rh 



-UcE = — t/c + IcRc- 



(31) 



(32) 



Bei fester Betriebsspannung sind nach diesen Gleichungen die erforderlichen 

Widerstande R^ und Re zu dimensionieren. 

Infolge hoher Exemplarstreuung der Transistorkennwerte ist die Arbeits- 

4\1 




RC-gekoppelte Tran- 
sistorverstarkerstufe in 
Emitterschaltung 
[Bild 261.43] 



■n^' 




Basisspannungsteiler (R, , Ki ) 
and EmiUemHierstanil (R3) 



HeiSleiterf/lrhhSasisspanmngs- 
teiltr (H,, Hi) undKollektormder- 



Arbeitspunktstabilisierung beim Transistorverstarker [Bild 261.44] 

punkteinstellung durch einfache Basisvorwiderstande unzureichend. Zum 
Stabilisieren des Arbeitspunktes werden daher meist Basisspannungsteiler, 
temperaturabhangige Widerstande und Gegenkopplungsschaltungen ange- 
wendet. 



2.3.4.3. Aufbau und KenngroBen eines Verstarkers zur Kleinsignal- 
verstiirkung 

Die Transistorverstarker werden je nach AuBenwiderstand eingeteilt in 

• Niederfrequenzverstarker und 

• Hochfrequenzverstarker. 

Der Niederfrequenzverstarjccr (s- Bild) ist in Emitterschaltung ausgefUhrt 
und arbeitet als Eintakt-A-Verstarker. Der Arbeitspunkt ist durch die Span- 
nungsquelle, den Basisspannungsteiler (R,, R2) und den wechselstrom- 
mafiig kurzgeschlossenen Emitterwiderstand (R3) eingestellt. Er liegt auf 
einem mittleren Wert des Kollektorstromes im geraden Kennlinienteil, 
um Verzerrungen zu unterdrucken. 

Der Lautsprecher wird mit einem Ausgangsubertrager angepaSt. Der 
Kollektorstrom durchflieBt die Primarwicklung des Transformators, der 
Spannungsabfall ist gering. • 



413 




Niederfrequenzver- 
starkerstufe in Eintakt- 
A-Schaltung [Bild 26 1 .45] 



Bei HochfrequenzverstSrkem tritt die endliche Bewegungsgeschwindigkeit 
der Ladungstrager im Kristall stOrend auf. Die Transistorkennwerte sind 
dann frequenzabhangig. Die Ein- und Ausgangswiderstande nehmen kapa- 
zitiven Charakter an, durch eine schadliche RUckwirkung treten Phasen- 
verschiebungen und Schwingneigung auf. Diese werden durch Neutrali- 
sationsschaltungen kompensiert, die einen Teil der verstUrkten HF-Lei- 
stung gegenphasig zurUckkoppeln. 

Die Anpassung der Verstarkerstufe wird iiber Resonanzkreise, angezapfte 
Spulen, kapazitive Spannungsteilung oder Bandfilterkopplung realisiert. 
Die Kopplung wird meist lose ausgefUhrt, da bej optimaler Leistungsan- 
passung der niedrige Eingangswiderstand des Trapsistors die Bandbreite 
des Eingangskreises so bedampft, daB neben der Verstarkung auch die 
Bandbreite vermindert wird. 



• 




S ss 



Hochfrequenzver- 
starkerstufe in 
^ EmUterschaltung 
[Bild 261.46] 



# 



Der im Bild dargestellte Hochfrequenzverstarker in Emitterschaltung ist 
eingangsseitig lose Uber Bandfilter gekoppelt. Im Kollektorkreis dient eine 
angezapfte Spule zur Anpassung. Der Arbeitspunkt wird durch einen Basis- 
spannungsteijer (/?i, R^) und den Emitterwiderstand R^ fest eingestellt.,Die 
Kondensatoren C,, Cz schlieBen Basis- und Kollektorkreis wechselstrom- 
maSig kurz. Zur Neutralisation dient die Reihenschaltung des /{C-Oliedes 



414 



2.3.4.4. Airfbau und KenngroBen eines Verstarkers nir Gro8- 
sigmfverstiirkung 

FUr die GroBsignalverstHrkung muB als AuBenwiderstand ein Transforma- 
tor Oder Schwingkreis gewUhlt werden, da an einem ohmschen Widerstand 
die Leistung in Warme unigesem wird. Es werden jedooh, bedingt durch die 
maximal mogliche Transistprleistung, meist Gegentakt-B-Verstarker mit 
vorgeschalteter Treiberstufe angewendet. Die Treiberstufe erzeugt die er- 
forderliche Steuerleistung fUr die Endstufe. Als Arbeitswiderstand werden 
Ausgangsubertrager verwendet, da die Endstufe im Gegentaktbetrieb ar- 
beitet. Der Obertrager ermOglicht eine bessere Anpassung, so daB die Trei- 
berstufe als Kleinsignalverstarker arbeitet. 

Der Gegentakt-B- Verstiirker ist mit zwei Transistoren bestUckt, die anna- 
hernd gleiche Parameter aufweisen. Der Arbeitspunkt ist so gewahlt, daB 
ohne Signal nur ein geringer Strom flieBt. Der Spannungsquelle wird im 
Ruhezustand fast keine Leistung entnommen. 





1 L 

1^ 


ID 


1 


C/r 


^ 


( 




V 


''^. 


r 


=«.n - 


i"' 


1 ■ 


• 






Treiberstufe 



Begentttktentlstufe 



Stromlaufplan einer Treiberstufe mit nachfolgender Gegentaktstufe in Emitter- 
schaltung [Bild 261.47] 



Das Wesen der Sci\altung besteht darin, dafi von beiden Transistoren Je- 
wells nur einer arbeitet ; v^enn einer gerade leitend ist, ist der andere gesperrt 
und umgekehrt. Der Arbeitstaktwechsel erfolgt im Rhythmus des Wechsels 
zwischen positiver und negativer Halbwelle des Steuersignals. Im Ausgangs- 
ubertrager flieBen abwechselnd einmal in der unteren und einmal in der 
oberen Wicklungshalfte Halbperiodenstrame. Da ihre Richtungen immer 
von auBeri zur Mittelanzapfung weisen, wird in der Sekundarwicklung eine 
Wechselspannung induziert, die Uber den AbschluBwiderstand einen Strom 
treibt. 



415 



2.4. Rohren- und Transistoroszillatoren 

2.4.1. Bestimmung 

Jeder Oszillator oder Generator erzeugt nach dem Anlegen der Betriebs- 
spannung selbsttatig elektrische Schwingungen von bestimmter Frequenz 
und Amplitude. 

Er besteht aus Schwingkreis, Verstiirker und Ruckkopplungszweig. Ent- 
sprechend der Anwendung und Zweckbestimmung unterscheidet man: 

- NiederfrequenzOszillatoren (Frequenzbereich < 20 kHz); 

- Hochfrequenzoszillatoren (Frequenzbereich 20 kHz bis 30 MHz); 

- Hochstfrequenzoszillato|:en (Frequenzbereich > 30 MHz). 

Die in der Rohrenschaltungstechnik ubiichen Schahungen lassen sich groQ- 
tenteils in analoge Transistoroszillatorschaltungen umwandeln. Transisto- 
ren und Rohren unterscheiden sich besonders im Frequenzverhalten, da 
Transistoren bei hohen Frequenzen innere Phasendrehungen aufweisen. 
Dies wird durch iiuBere SchaltungsmaBnahmen teilweise kompensiert. Im 
folgenden werden beide gemeinsam erlijutert. 

2.4.2. Wirkungsweise der Oszillatorschaltung 

Liegen an einem VerstUrker normale Betriebsspannungen und eine Steuer- 
wechselspannung an, so wird am Arbeitswiderstand eine verstarkte Wech- 
selspannung erzeugt. Der Verstarker ist fremderregt. Zwischen beiden Span- 
nungen besteht folgender Zusammenhang : 

U. = -i^-V,. ' ,3.,) 

Der Proportionalitatsfaktor v charakterisiert die Verstarkung, das negative 
Vorzeichen bedeutet eine Phasenverschiebung von 180°. 
Der Oszillator erregt sich selbst. Das Prinzip der Selbsterregung beruht auf 
der Ruckkopplung. Wird zusatzlich zur Steuerwechselspannung ein gerin- 
ger Teil der Ausgangswechselspannung so auf den Etngang zuruckgekoppelt, 
daB ursprungliche und ruckgekoppelte Spannung gleiche Phasenlage sowie 
Amplitude aufweisen und sich addieren, steigt die Eingangswechselspannung 
an. Dies leitet eine Kettenreaktion ein, bis sich stabile Schwingungen auf- 
schaukeln. Bei genugend grofier Ruckkopplung kann die Fremdspannung 
am Oszillator abgeschaltet werden. 

In der Praxis genugt bereits der kleinste Impuls, der durch Netzspannungs- 
schwankungen, BelastungsstaBe oder UngleichmaCigkeiten auftritt, die 
Schwingungen einzuleiten, die sich zu einer stabilen Endamplitude aufschau- 
keln. 

Da sich im Verstarkungs- oder RUckkopplungsweg ein frequenzabhangiges 
Schaltglied befindet, schwingt der Oszillator auf der eingestellten Fre- 
quenz. 

Die Mitkopplungsspannung U^~~, die zur Selbsterregung erforderlich ist, 
ist ein Teil der Ausgangswechselspannung U,-~. 

416 



Der Quotient beider GrOBen ergibt den Mitkopplungsfaktor k, der phasen- 
und amplitudenabhangig ist. 



V. 



(34) 



Die mathematische Bedingung fUr die Selbsterregung ist durch die Bark- 
hausensche Selbsterregungsformel wie folgt definiert: 



kv 






(35) 






D. 



Aus Gleichung (40) folgt ; 

- Der Mitkopplungsfaktor ist von den Kenndaten der Rohre und vom Ar- 
beitspunkt abhUngig. 

- Das Frequenzverhalten des AuBenwiderstandes bestiinmt, ob der Mit- 
kopplungsfaktor frequenzunabhiingig Oder frequenzabhangig ist. Er ist 

» bei reinem Wirkwiderstand frequenzunabhUngig. 

Der Oszillator soil stabile Schwingungen erzeugen, die nicht abreiBen. 

Es gelten folgende GesetzmilBigkeiten : 

k ■ v < 1 Die Steuer- und Ausgangswechselspannung sinken stetig ab, 
die Schwingungen klingen ab. 

k ■ V = \ Es werden stabile Schwingungen erzeugt, die sich stUndig zwi- 
schen Aufschaukeln und Abklingen bewegen. 

k i > 1 Die stabil erzeugten Schwingungen schaukeln sich auf, die 
Amplitude wird durch Erreichen des Siittigungsstromes und 
durch Strombegrenzung konstant gehalten. 



• C 



P > =r* 


« 


V'1 




P > =T- 


* 


r-1 




r- \> =r- 


k 


r>l 


27 


4B Tastfunker 






Selbsterregung des 
Oszillators unter ver- 
schiedenen Bedingungen 

[Bild 261.48] 

417 



Merke: 

Der Oszillator ist ein riickgekoppelter Verstarker. Er wird selbsterregt, 

wenn ein Teil der verstarkten Ausgangsenergie in Phase zur Eingangs- 

energie zuriickgekoppelt wird. 

Es wird standig der Kreislauf zwischen Verstarkung und RUckkopplung 

geschlossen. 

Der Verstarker wirkt dann als Oszillator, wenn das Produkt aus Ver- 

starkungs- und Ruckkopplungsfaktor gleich bzw. groBer als 1 ist und die 

RUckkopplungsspannung so eine Phasenlage aufweist, daB standig neue 

Schwingungen entstehen (Mitkopplung). 



2.4.3. Grundschaltungen von Oszillatoren 

2.4.3.1. Transformatorische Ruckkopplungsschaltung nach MeiBner 

Der Meifiner-Oszillator besteht aus Verstarker, frequenzbestimmendem 
Schwingkreis im Ausgangs- oder Eingangskreis und RUckkopplungszweig. 
Die RUckkopplung erfolgt liber die Gegeninduktivitat der beiden Spulen. 
Sie ist abhangig vom Obersetzungsverhaltnis. 



U, w. 



(36) 





MeiBner-Oszillatoren mit unterschiedlich ausgefuhrteni Schwingkreis 
[Bild 261.49] 

Liegt der Schwingkreis im Ausgangszweig, bestehend aus Spule 1„ und 
Kondensator C,, wird dieser nach Anlegen der Betriebsspannungen zu ge- 
dUmpften Schwingungen angeregt. Diese induzieren in der Riickkopplungs- 
spule L^eine Wechselspannung, die sich der Gleichspannung Uberlagert. Die 
pulsierende Steuerwechselspannung steuert den Anodenstrom, der den 
Schwingkreis standig neu anstOBt. Die Schwingungen schaukeln sich auf, 
bis sie durch Erreichen des Sattigungsstromes begrenzt werden. Dabei 
muB jedoch .die Eingangsspule so angeschlossen sein, daB keine Gegen- 
kopplung eintritt. 



^^ 



418 



^"I'^^ixSfe. K » ■ 



Bei konstanter Kapazitat und konstanter Induktivitat folgt fUr die Oszil- 
latorfrequenz nach der Thomsonschen Schwingungsgleichung. 



L = 



2n^L.C, 



(37) 



2.4.3.2. Dreipunktschaltungen nach Hartley und Colpitts 

Bei Dreipunktschaltungen werden frequenzabhangfge Spannungsteiler, 
bestehend aus Spule und Kondensator, ausgenutzt. Entsprechend der Schai- 
tung bilden die Widerstande X„ und X^ den Spannungsteiler fUr die Aus- 
gangswechseispannung. Die Mitkopplungsspannung wird am Widerstand 
X.k abgenommen und liegt am Eingang an. Sie ist eine Teilspannung (1. Be- 
dingung). 




Spannungsteiler fiir 
die Dreipunktschaltung 



[Bild 261.50] 



Bei gleichartigen Widerstanden oder Wirkwiderstanden wird zwar eine 
geringere Spannung abgenommen, jedoch die Phasenverschiebung von 180" 
nicht erteicht. Spule und Kondensator drehen die Phase urn jeweils 90°. 
Werden diese als Spannungsteiler verwendet, ist die Phasenbedingung 
(2. Bedingung) erfullt. Der Mitkopplungsfaktor ist positiv, wenn der Wider- 
stand X^ grOBer als der Widerstand X^^^ ist. 



t/,~ X.. 



(38) 



Die Schwingungen entstehen nur, wenn folgende Bedingungen erfUUt sind : 

1 . Die Selbsterregungsgleichung k ■ v '^ I wird erfUllt. 

2. Der Mitkopplungsfaktor muC positiv sein (X,^ > X^^.). , 

3. Die Widerstande A^gk^A",,, sind gleiche Blindwiderstande. 

4. Die Widerstande X.k, X,,, sind ungleichartig zum Widerstand X„. 

Fur praktische Belange konnenizum Efzeugen sinusfOrmiger Schwingungen 

nur zwei Grundschaltungen angewendet werden : 

- induktive Dreipunktschaltung oder Hartley-Oszillator; 

~ kapazitive Dreipunktschaltung oder Cdlpitts-Oszillator. 

Der Begriff »Dreipunktschaltung« resultiert daraus, daC die frequenz- 

bestimmenden Bauelemente an drei verschiedenen Punkten mit den Elektror 

den der Rohre bzw. des Transistors verbunden sind. 



27* 



419 




Induktive Dreipunktschaltung oder Hartley-Oszillator [Bild 261.51] 




m 



Kapazitive Dreipunktschaltung oder Colpitts-Oszillator [Bild 261.52] 



FUr die Frequenzen und Mitkopplungsfaktoren gilt: 

1 



induktive Dreipunl<ti^chaltunjj 



./„ = 



/< = -^ 






kapazitive Dreipunktsclialtuny f„ = 



2 



"-/^r^^ 



c^ 



(39) 
(40) 
(41) 

(42) 



2.4.3.3. Huth-KUhn-Oszillator 

Bei hohen Frequenzen erzeugen die ROhren- und Schaltkapazitaten Riick- 
wirkungen. Liegen im Gitter- und Anodenkreis je ein auf gleiche Frequenz 
abges't-immter Schwingkreis, geniigt wegen der hohen am Anodenkreis 
auftretenden HF-Spannung schon eine schwache Ruckkopplung, um Selbst- 
erregung herbeizufUhren. 
Als Kopplungskapazitat genugt meist die Gitter-Anoden-Kapazitat. Bei 



420 






L 


II t 


-\/-V.'~U^ 




kA 




S^rtrn 






"^ 


c 




"i 


r "'0 ' 


=C, 





.cith-Kuhn-Oszillator [Bild 261.53] 



niedrigen Frequenzen wird oft eine kleine Hilfskapazitat zwischen Anode und 

Gitter geschaltet. 

FUr die Resonanzfrequenz gilt : 



./o = 



1 



27r^'L,kC,k' 



(43) 



2.43.4. ECO-Schaltung 

Beim elektronengekoppelten Oszillator arbeiten Katode, Steuergitter und 
Schirmgitter einer Pentode als Dreipunktoszillator. Die Ankopplung des 
im Anodenkreis liegenden Arbeitswiderstandes an den eigentlichen Oszil- 
lator gewahrleistet der durch die Rohre flieBende Elektronenstrora. Daraus 
ergibt sich eine Lastunabhangigkeit, die eine gute Frequenzstabilitat zur 
Folge hat. 




Elektronengekoppelter Oszillator (ECO-Schaltung) [Bild 261.54] 



Die Schaltung besteht demnach aus Oszillator- und Verstarkerteil. Das 
Schirmgitter liegt hochfrequenzseitig auf Nullpotential, es Ubernimmt die 
Funktion der Anode fiir den Oszillator. Der Oszillatorteil kann in induktiver 
Oder kapazitiver Dreipunktschaltung arbeiten. 



421 



2.4 J.5. Quarzoszillator nach Pierce \ 

Bei Quarzkristallen tritt ein piezoelektrischer Effekt auf. Folgende Er- 
scheinungen sind kennzeichend : 

~ Wirken auf ein in bestimmter Richtung ausgeschnittenes Kristallplatt- 
chen mechanische Spannungsanderungen wie :^ug und Druck ein, ent- 
stehen an seiner Oberflache elektrische Ladungen. Die LadungsUnde- 
rungen kannen zwischen aufgebraehten Elektroden abgenommen und 
ausgenutzt werden. 
- Werden dem Kristallplattchen Ladungsveranderungen zugefuhrt, fUhrt 

es mechanische Schwingungen aus. 
Die Schwingungen erreichen eine maximale Amplitude, wenn die Generator- 
frequenz mit der Resonanzfrequenz des Plattchens iibereinstimmt. Den 
schwingenden Quarz kann man mit einem Schwingkreis vergleichen. Das 
Ersatzschaltbild des Quarzes besteht dabei aus Quarzkapazitat Cq, In- 
duktivitat Lq, Verlustwiderstand Rq sowie den parallelgeschalteten Zu- 
leitungs- und Schaltkapazitaten Cp. Der Schwingquarz bildet einen Reihen- 
und Parallelschwingkreis. 



Ersatzschaltung des 
schwingenden Quarzes 
[Bild 261.55] 



Der einfachste Quarzoszillator ist die Pierce-Schaltung. Sie entspricht der 
Huth-Kiihne-Schaltuhg. Der Quarz liegt parallel mit einem Trimmer im 
Gitterkreis. Als Arbeitswiderstand dient ein Parallelschwingkreis, der 
indtiktiv verstimmt ist. Die sich erregende Frequenz bestimmt der Quarz. 
Die RUckkopplung erfolgt Uber die Gitter-Anoden-Kapazitat. 




Pierce-Oszillator [Bild 261.56] 




422 



.^^. . ;- -i ■i.iJ*.'-i-'^-<^~.£'y^ - 



2.4.4. Freqgenzstabilitat 

Die Resonanzfrequenz des Oszillators folgt aus der Thomsonschen Schwin- 
gungsgleichung.lnfolge destabilisierender Faktoren weichen errechnete und 
gemessene sowie die uber einen iSngeren Zeitraum kontrollierte Frequenz 
vom Sollwert ab. Unter Frequenzstabilitat des Oszillators versteht man, 
wie dieser die erzeugte Frequenz Uber langere Zeit konstant hillt. Das ist 
von folgenden wichtigsten Faktoren abhangig: 

- Temperaturanderungen der Bauelemente ; 

- Betriebsspannungs- und Belastungsschwankung; 

- Abschirmung und StreueinflUsse. 

Die Frequenzstabilitat ist eine relative Angabe. Es gilt : 

. _ Frequenzabweichung (44) 

Frequenzsollwert 

• Merke: 
Je kleiner die errechnete Frequenzstabilitat, um so besser ist die Stabilitat 

des Oszillators. 



423 



:^. ,i....i^/.... -Wti* 



3. HF-Tecbnlk II [72o] 

3.1- Antennenarten und Ausbreitung elektromagnetischer Wellen 

3.1.1. Zweckbestimmung 

Verschiedene taktische Lagen und unterschiedliche Einsatzbedingungen 
stellen die Funker oft vor die Aufgabe, mit ihrem Funkgerat unter scliwieri- 
gen Bedingungen standhafte Verbindungen zu gewahrleisten. Dabei sind 
Antennenmanaver haufig das einzige Mittel. Voraussetzung sind gute Kennt- 
nisse Uber die strukturelien Antennen, den Einsatz von Belielfsantennen und 
die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen, urn die gUnstigste Antenne 
und den Aufbauplatz bestimmen zu k5nnen. 

Die Antenne dient zuin Abstrahlen der vom Sender erzeugten Energie bzw. 
zum Empfang elektromagnetischer Wellen. Eine Unterscheidung zwischen 
Sende- und Empfangsantenne ist physikalisch nicht notwendig. Sie stimmen 
in den Grundeigenschaften uberein. 

3.1.2. Entstehung elektromagnetischer Wellen 

Die Antenne besteht aus Induktivitat und Kapazitat. Sie stellt einen offenen 
Schwingkreis dar. Wird einem geschlossenen Schwingkreis elektrische 
Energie zugefuhrt, schwingt er im Rhythmus der anliegenden Frequenz. 
Es entstehen das elektrische Feld im Kondensator und das magnetische 
Feid der Spule. Die elektromagnetischen Schwingungen sind ortsgebunden, 
es tritt nur geringe Fernwirkung auf. 

Bei graBerem Plattenabstand und gestreckter Spule erhoht sich die Streuung 
beider Felder. Der elektrische Feldverlauf ist nicht mehr homogen, sondern 
ungleichmaBig; urn den Leiter bilden sich magnetische Feldlinien in Form 
konzentrischer Kreise. Die Gesaratheit der elektrischen und magnetischen 
Feldlinien wird als elektromagnetisches Feld bezeichnet. Es ist auch vorhan- 
den, wenn die Kondensatorplatten sowie einzelne Spulenwicklungen weg- 
gelassen werden, da jede Leitung eine bestimmte Induktivitat und Kapazitat 
aufweist. 




Obergang vom geschlossenen zun> ofTenen Schwingkreis 

424 



[Bild 261.11] 




elektriiches 
Feia 



magnetisches 
Feld 



Elektrisches und magnetisches Feld in unmittelbarer Nahe des Dipols, dar- 
gestellt fur zwei um 90° auseinanderliegende Zeitmomente [Bild 261.12] 

Durch Spreizen der Verbindungsleitungen entsteht ein offener Schwingkreis 

und damit ein straJvlenfOrmiger Dipol. Von diesem breitet sich die elektro- 

magnetische Energie durch Strahlung in den Raum aus. Die Ausbreitungs- 

geschwindigkeit ist gleich der Lichtgeschwindigkeit. 

Wird ein Leiter, dessen elektrische Unge der halben Wellenlange entspriclit, 

mit seiner Resonanzfrequenz erregt, bilden sich auf ihm stehende Wellen 

aus. Diese verursachen eine charakteristische Strom- und Spannungsver- 

teilung. Am Einspeisungspunkt flieBt maximaler Strom, an den entgegen- 

gesetzten Punkten erreicht die Spannung ihr Maximum. Die Antenne hat 

an den Enden einen Spannungsbauch und einen Stromknoten. 

Am Einspeisungspunkt entstehen ein Strombauch und ein Spannungsknoten. 



elektrische 
maqnetische Fetdlinien 




Verteilung der elektrischen und magnetischen Feldlinien sowie von Strom und 
Spannung auf einem V2-Dipol [Bild 261.13] 

425 



Merke : 

Das magnetische und elektrische Feld sowie Strom und Spannung sind 
bei Antennen urn 90' phasenverschoben. Das Verhiiltnis von Spannung 
zu Strom ist konstant. Es charakterisiert den Wellenwiderstand der An- 
tenne. 



3.1 J. Ausbreitnng elektromagnetischer Wellen 

Die Ausbreitungsbedingungen sind Grundlage fUr das Planen der Funk- 
verbindungen und die Auswahl der richtigen Betriebsfrequenz. Es sind 
folgende Ausbreitungsarten zu untersclieiden : 

• Bodenwellenausbreitung; 

• Raumwellenausbreitung ; 

• direkte (quasioptische) Ausbreitung. 

Die Bodenwelle wird durch Strahlen gebildet, die sich unmittelbar entlang 
der Erdoberflache ausbreiten. Ihr Verhalten wird im wesentlichen von den 
elektrischen Eigenschaften der obersten Erdschichten bestimmt. Die Reich- 
weite ist von der Frequenz. Senderleistung und Leitfdhigkeit des Bodens 
abhangig. Die FeldstSrke nimmt umgekehrt proportional zur Entfernung 
ab. 

Die abgestralilten Feldlinien treffen auf die Erdoberflache auf und zeigen 
folgendes Verhalten : 

- Im Nahfeld (/ < A/^) gelangen diese entlang der Erdoberflache zum 
Antennen fuBpunkt zuriick. 

- Im Fernfeld (/ > ).U) werden sie mit den VerschiebungsstrOmen der ent- 

• gegengesetzt abgestrahlten Richtung geschlossen und vereinigen sich 
innerhalb der Erdoberflache. 

Die Eindringtiefe charakterisiert dabei die maximal uberbrUckbare Ent- 
fernung. Sie ist frequenzabhangig. Je hoher die Frequenz, um so weniger 
tief dringen die Wellen ein. Die grafite Eindringtiefe haben lange Wellen, sie 
betragt einige Meter, und fUr diese treten auch die geringsten Verluste ein. 
Gelegeptlich werden auch bei Bodenwellen Oberreichweiten beobachtet. 
Diese sind jedoch nicht konstant und fur dauernde Verbindungen ungeeignet. 
Bodenerhebungen oder andere Hindernisse schwachen kurze Wellen mehr 
als langere. Es kOnnen sich hinter Hindernissen Funkschatten bilden, die 
den Funkverkehr mit diesem Gebiet unmoglich machen. 
Der Energieverlust ist auf dem Meer am geringsten. In Stadten, in der Nahe 
von Hochspannungsleitungen und Industrieobjekten wird durch elektro- 
magnetische Wechselfelder die Energie am starksten absorbiert. 
Die Raumwelle wird durch Strahlen gebildet, die unter verschiedenen Win- 
keln in die Atmos^are abgestrahh werden und deren Verhalten von der 
elektrischen Struktur der Atmosphare bestimmt wird. 
Die Atmosphare ist normal ein Nichtleiter. Unter dem EinfluB ultravioletter 
Sonneneinstrahlung sowie Korpuskularstrahlung aus dem Weltenraum 
ionisieren die GasmolekUle und -atome, sie werden in positive Gasionen und 
negative Elektronen aufgespaltet. Dadurch entstehen in unterschiedlichen 

426 



tSO'btlk'iSm 



XKlOm 

UKIV 




M0...20m 




O-SchiMfnurtagsuber} 

K'iOO...lOOO m 
HU-LU 



<D x>ZO0Om 



~[iodinMtUi 

Ausbreitung der Boden- und Raumwellen in Abhangigkeit von der Wellen- 
lange [Bild 261.15] 

Hahen dektrisch leitende Schichten, die die von der Antenne abgestrahlten 

Raumwellen beugen und reflektieren. Die Wellen werden zur Erdober- 

flache zurUckgeworfen und weit auBerhalb des Bereichs der Bodenwelle 

empfangen. 

Der Bereich der ionisierten Atmosphare heiBt lonosphare. Die einzelnen 

Schichten unterscheiden sich in ihren elektrischen Eigenschaften und sind 

mit Buchstaben und Ziffem bezeichnet. 

D-Schicht Hohe 40 bis 70 km, Ei-Schicht Hohe 100 bis 120 km, Ei-Schicht 

Hohe 120 bis 150 km, Fi-Schicht Hohe 200 bis 250 km, Fj-Schicht H6he 

250 bis 400 km. 

427 



J 



Die angegebenen Hohen unterliegen Schwankungen. FUr die systematisciie 

Beobachtung des Verhaltens der lonosphare sind Bodenstationen aufge- 

stellt, die in regelmai3igen Abstanden Frequenzberatungen fijr die Brauch- 

barkeit bestimmter Frequenzbereiche erteilen. 

Die direkte (quasioptische) Ausbreitung wird im VHV und UHF-Bereicli 

angewendet. Die auf Sichtweite zu empfangenden Wellen sind keine Boden- 

wellen, sondern horizontal gerichtete Raumwellen. Sie werden von Antennen- 

systemen erzeugt, die hoch Uber der Erdoberflache angeordnet sind. Die 

Erdoberflache wird hochstens streifend berUhrt. 

Die Sichtstrahlen unterscheiden sich von Raumwellen nur dadurch, daB sie 

direkt und nicht erst nach Reflexion empfangen werden. 

!»nrfi. ^ hohionlaler iichtatrahl 

antenne -^^ __-' \ ontenni 



Ausbreitung von Sichtstrahlen [Bild 261.16] 

3.2. Modulation und Demodulation 

3.2.1. Bestimmung und Wirkungsweise 

Das naturliche Frequenzband der Nachricht (Sprache, Musik) kann von der 
Antenne nur abgestrahlt werden, werni es a us der niederfrequenten in die 
hochfrequente Lage umgesetzt wird. Die Verschiebung in die hOhere Fre- 
quenzlage wird als Modulation und die Ruckwandlung in die natUrliche 
Frequenzlage als Demodulation bezeichnet. Dazu sind eine hochfrequente 
Tragerschwingung und eine niederfrequente Signalschwingung erforder- 
lich. 

Jede elektrische Schwingung ist nach der Schwingungsgleichung (1) durch 
Amplitude, Frequenz und Phasenwinkel bestimmt. 
Jede dieser GroBen kann verandert werden. Die Modulationsarten werden 
nach der sich andernden GroBe wie folgt benannt : 

- Amphtudenmodulation (u), 

- Frequenzmodulation {tot), 

- Phasenwinkelmodulation ((»„). 

u = u ■ sin (rat + fj ,(\ 

Merke: 

Der Zweck der Modulation und Demodulation besteht darin, die Signale 
am Sendeort in eine hohere Frequenzlage und am Empfangsort wieder 
m die ursprungliche Frequenzla^ umzusetzen. Es sind drei verschiedene 
Modulationsarten zu unterscheiden. 

428 




Liniendiagramm einer unmodulierten, sinusformigen Schwingung 
[Bild 261.57] 

Die Modulation und Demodulation beschranken sich nicht auf sinusformige 
Schwingungen. Es konnen auch Impulse beeinfluBt werden. Moderne Ober- 
tragungsverfahren nutzen die Pulsmodulation mit ihren Abarten. 



3.2.2. Modulationsarten 

3.2.2.1. Amplitudenmodnlation 

Fur die Amplitudenmodulation sind eine konstante TrUgerfrequenz mit 
konstanter Amplitude und ein Signal efforderlich. Liegen diese zwei Fre- 
quenzen an einem linearen Bauelement (Wirkwiderstand), beeinflussen sie 
sich gegenseitig nicht. Es entsteht am Ausgang eine einfache Uberlagerung. 



linearis 
Ubertrifungsgiied 




mehtlintirts 
Ubertragungsgtiecl 





Gegenuberstellung von Uberlagerung und Modulation [Bild 261.58] 



429 



Werden aber beide Frequenzen an ein nichllineares Bauelement, wie Gleich- 

richter oder Rohre, gelegt, steuert die niederfrequente Signalschwingung 

den Widerstand (U/1-K.ennlinie). Die TrUgerfrequenz liegt somit an einem 

veranderlichen Widerstand, der sie so beeinfluBt, daB eine amplitudenmodu- 

lierte Schwingung entsteht. Diese enthalt als HUllkurve die Signalscliwin- 

gung. 

Die Gleichung der amplitudenmodulierten Schwingung lautet : 



= w„[sinflf + I ■ cos {Q^w)t^—j cos (fl + co)fT 



(2) 



Neben der Tragerschwingung i}„ sinfif, die in unveranderter Form bei- 
behalten wird, entstehen bei der Modulation die zwei neuen Schwingungen 
Q — (o und £2 + (omit halber Amplitude. Sie liegen beiderseits der TrUger- 
frequenz und werden Seiten frequenzen oder auch »Summen- und Differenz- 
frequenz« genannt. Daraus ergibt sich die Bandbreite der Amplitudenmodu- 
lation. Sie ist gleich der doppelten Signalfrequenz. 



w- 





Frequenzspektrum bei der Amplitudenmodulation (vor und nach der Modu- 
lation) [Bild 261.59] 

Die Signalschwingung besteht aus einem Frequenzgemisch. Es entstehen 
dabei nicht nur konstante Seitenfrequenzen, sondern Seitenfrequenzbander. 
Je nach Amplitudenverhaltnis der Trager- und Signalschwingung wird ein 
Modulationsgrad m definiert. Dieser kann direkt mit Modulationsgrad- 
messern oder durch Ausmessen der von einem Oszillograph geschriebenen 
modulierten HF-Spannung bestirrimt werden. Er wird entsprechend dem 
Bild wie folgt berechnet und in Prozent angegeben : 



m = 7 • 100 , 

a + b 



(3) 



Der Modulationsgrad wird stets kleiner als 100% gewahlt. Bei m = 100 % 
wird der HOchstwert erreichf. Bei m > 100 % treten durch Obermodulation 
Verzerrungen auf. 

Merke : 

Bei der Amplitudenmodulation entstehen zusatzlich zur unveranderten 
Tragerschwingung zwei Seitenfrequenzbander mit gleichem Nacjirichten- 
inhalt. I . 

430 



„i.^aKjy. 



m*W 




m-l 



m>J 



Diagramme fiir amplitudenmodulierte Schwingungen bei unterschiedlichem 
Modulationsgrad m [Bild 261.60] 



In der Roiindfunktechnik werden alle Schwingungen Ubertragen. In der 
kommerziellen Technik wird nur ein Seitenband mit voUem, verminder- 
tem Oder unterdrUcktem TrUger ubertragen. 



3.2.2.2. Frequenzmodulation 

Bei der Frequenzmodulation hat die unmodulierteTrSgerfrequenz konstante 
Amplitude und Frequenz. Um diese zu modulieren, muB bei ei;iem Oszillator 
mit Schwingkreisen eines der beiden frequenzbestimmenden Bauelemente 
(Spule Oder Kondensator) im Rhythmus und in der Starke der Signalschwin- 
gung verandert werden. Dadurch andert sich die Tragerfrequenz, die Ampli- 
tude bleibt konstant. 



Tragtrfretmni 




Prinzipielle Darstellung 
der ■Frequenzmodulation 
[Bild 261.61] 



431 



Die Gleichung der frequenzmodulierten Schwingung lautet : 

"fm = «o ■ sin (ot + sin cot + (p\ (4) 

In dieser Gleictiung sind m„ die Amplitude, Qt die unmodulierte Trager- 
frequenz, die Signalschwingung mit dem Ausdruck =^ ■ sin wt und der 

Phasenwinkel (o„ enthalten. Die GrOBe — wird als Modulationsimlex und 

CO 

die Frequenzanderung Af2 als Frequenzhub bezeichnet.Die Starke der 
Frequenzmodulation wird durcli den Modulationsindex gekennzeiclinet. 

AQ A/ 

Umgeformt ergibt sich, daB der Frequenzhub unabhangig von der Signal- 
frequenz ist. Er ist genormt. Er betrUgt fur Rundfunksender 75 kHz, fur 
Funkgerate 10 kHz. 

Afl = mpM • CO 

Das Frequenzspektrum frequenzmodulierter Schwingungen ist vom Mo- 
dulationsindex abliangig. Ist dieser kleiner als 1, besteht das Spektrum nur 
aus der Tragerschwingung Q und den beiden Seitenfrequenzen Q — co und 
ii + CO. Verschiedene Frequenzspektren in Abhangigkeit vera Modula- 
tionsindex sind im Bild dargestellt. 

Wird der Trager nicht durch eine reine Sinusschwingung, sondem mit einem 
Frequenzgemisch moduliert, so erzeugt jede NF-Komponente viele Teil- 
frequenzen im HF-Spektrum. FUr die einwandfreie Obertragung frequenz- 
modulierter Schwingungen wird in der Praxis die Bandbreite 

B^2iAH+f„) (6) 

als doppelter Wert der Summe von Frequenzhub (AH) und der hOchsten 
Niederfrequenz (/„) fur ausreichend erachtet. 

Merke : 

Bei der Frequenzmodulation ist die Amplitude konstant. Der Maximal- 
wert der Frequenzabweichung heiflt Frequenzhub. Dieser ist nicht von der 
Frequenz, sondem nur von der Amplitude der Signalschwingung ab- 
hangig. 

Das Frequenzspektrum ist breiter als bei Amplitudenmodulation. Da- 
durch entstehen geringere Klirrverzerrungen, relative Unempflndlichkeit 
gegen Empfangsstorungen und bessere Wiedergabequalitat als bei Ampli- 
tudenmodulation. 



432 



li til- mo Hi 
f„ 'ioom- 

zl iH'imOHt 

f„ •mm - 



It WWOOMz 

f, ' 200 Hi- 



nt 'W 
!B m-WOOHl 
f„ ' tOOHz- 



B-tfn 



JS-KUhli 



'•XiifM 



B-m'f„) 



f 



\ I.,.i,illl 



UH . 



linflull nnUichmgleichir Lautslarkt (iH'luiislant) 
mil unterscliadlieher Frequem 



m-0,! 
zS iH-lOHz 
/» ■ mHz 



it m-iaoHi 

In'IOOHz 



tS M-saam 
It tH'imHi 

l„ ' lOOHz ■ 



.lll.j 



*- 



, UH 



.ii|ll liii...i„.iiil| l | 



2AH 
--- - -Jffit/C/J,. ..__ ,.„ . 

mil untirschiiiltchir liutstarke 



littflul mZeichtn glticner fretmiia (I,, • Konstant) 



Frequenzspektren der 
Frequenzmodulation 
in Abhangigkeit zum 
Modulationsindex 
[Bild 261 .62] 



3.2.2.3. Phasenwinkehnodnlation 



Die Phasenwinkelmodulation ist der Ffequenzmodulation alinlich. Bei ihr 
wird nicht die Frequenz, sondem der Phasenwinkel f der hochfrequQnten 
Schwingung ilber dem Nullphasenwinkelp„ durch die Signal frequenz ver- 
andert. Der grOBten Signalamplitude entspricht die groBte Winkelilnderung 
und umgekehrt. Beim Durchgang der Signalfrequenz durch die NuUinie 
ist die Winkelanderung gleich Null. Die maximale Phasenwinkelanderung 
heiBt Phasenhuh. Er ist nur von der Amplitude der Signalschwingung ab- 
hangig. Es sind folgende Unterschiede festzustellen : 



Frequenzmodulation 



Phasenwinkelmodulation 



Phasenhub abhangig 
von der Modula- 
tionsfrequenz, 
Phasenhub unabhan- 
gig von der Modu- 
lationsfrequenz, 



Frequenzhub 
unabhangig von der 
Modulationsfrequenz ; 
Frequenzhub abhan- 
gig von der Modu- 
lationsfrequenz. 



28 HBTastfunker 



433 



S/gnaisctiivingung 




n 




V 



i\ 




Nutlphasen- 
iNinkelandBrungen cpo 



Darstellung der phasenmodulierten Schwingung [Bild 261.63] 



Die Gleichung der phasenmodulierten Schwingung lautet : 

. /„ Af2 . 
u„ = u„- sin at H sm wt + 

' \ CO 



• 



(7) 



Der Faktor fiir die Intensitat der Modulation wird als Modulationsindex 
m„ bezeichnet. 



AQ 



i\(p 



(8) 



3.2.2.4. Pulsmodulation 

Bei der Pulsmodulation werden nur Teile der Signalschwingung entnomraen . 
Je nach Modulationsart wird eine KenngroBe des Impulses im Sinne der 
Nachricht verandert. 



NF 

Putiamplituden- | 
modulation " 

PAH 

Pulslangen- | 
mduhlion u 
PLM 

Pulsphasen- \ 
modulation u 
PPM 

Pulscode - I 
modutation u. 
PCM 



r- 


-^ 


p> 


r^ 






^ 






















-1 


-| 


1 


1 


1 


-| 


-1 






























• 








Arten der Pulsmodulation [Bild 261.64] 
434 



gjX~. 



3.2.2.5. Einteilung der Modulationsarten und Aussendungen 

Es werden gekennzdchnet 

• Modulationsart des Haupttriigers, 

• Obertragungsart und 

• zusatzliche Merkraale. 



Modulationsart der HaupttrSger 

- Amplitudenmodulation 

- Frequenz- und Phasenwinkelmodulation F 

- Pulsmodulation 



Kennzeichen 
A 



5 



Ubertragungsarten 

- Ohne Modulation ^ " 

- Telegrafie, tonlos ^ 

- Telegrafie, tOnend ^ 

- Fernsprechen und Tonrundfunk 3 

- Faksimile 

- Fernsehen (nur Bild) 

- Vierfrequenz-Duplex-Telegrafie « 

- Tonfrequente Mehrfachtelegrafie '' 

- Sonstige Ubertragungsarten " 

Zusatzliche Merkmale 

- Zweiseitenband '^ 

- Einseitenband 

mit vermindertem Trager ^ 

mil vollem Trager J^ 

mit unterdrUcktem Trager I 

- Zwei voneinander unabhangige Seitenbander B 

- Restseitenband ^ 

- Impulse 

amplitudenmoduliert ^ 

breiten- und dauermoduliert E 

phasen- und lageraoduliert F 

kodemoduliert " 



3.2.3. Modulationsschaltungen 

3.2.3.1. Amplitudenmodulation 

Die Amplitudenmodulation kann in alien Stu fen des Senders erfolgen. Die 
haufigsten Modulatlonsverfahren sind 

• Gitterspannungsmodulation ; 

• Bremsgittermodulation ; 

435 
28* 



• Schirmgittermodulation ; 

• Anodenspannungsmodulation und 

• Modulation mit nichtlinearen Schaltelementen. 

Bei der Gitterspannungsmodulation liegen Gittervorspannung, Modulations- 
und hochfrequente Gitterwechselspannung in Reihe. Die Modulations- 
spannung wird transformatorisch eingekoppelt. Der Arbeitspunkt der RShre 
liegt zum Vermeiden von Verzerrungen im geraden Teil der Kennlinie. Der 
maximale Modulationsgrad betrUgt 80 %, die aufzubringende Modulations- 
leistung ist gering. 



W/notf 




t 



Gitterspannungsmodulation [Bild 261.65] 



Bei der Bremsgittermodulation muB die Modulationsspannung in Reihe mit 
einer negativen Gleichspannung geschaltet werden. Die Gleichspannung be- 
wirkt, daC das Bremsgitter auch bei positiven Halbwellen negativ bleibt. 
Um zu vermeiden, daB bei negativen Halbwellen der Schirmgitterstrom stark 
ansteigt, sind ein Widerstand und ein Kondensator an das Schirmgitter ge- 
schaltet. Bei steigendem Schirmgitterstrom wilchst der Spannungsabfall 
am Widerstand. Die Abnahme der Schirmgitterspannung wirkt dem An- 
wachsen des Stromes entgegen. Der Kondensator leitet Hochfrequenz- 
spannung an Masse ab. 




Bremsgittermodulation 
+ [Bild 261.66] 



436 



Die Schirmgitteimodulation wird selten selbstilndig angewendet, da infolge 
der gekriimmten Modulationskennlinie Verzerrungen auftreten. Die Mo- 
dulationsspannung wild transformatorisch eingekoppelt und liegt in Reihe 
zur Schirmgitterspannung. Der Schirmgitterkondensator dient zum Ab- 
leiten der Hochfrequenz. Um Verzerrungen zu vermeiden, wird oft gleich- 
zeitig am Schirmgitter und an der Anode moduliert (Anoden-Schirmgitter- 
Modulation). 




HFmoi 



Schirm- 
gittermodulation 

[Bild 261.67] 



Bei der Anodenspannungsmodulation ist die Modulationsspannung der 
Anodengleichspannung uberlagert. Die Modulationsspannung wird iiber 
den durch einen Kondensator iiberbrilckten Modulationstransformator 
zugefuhrt. Der maximale Modulationsgrad betragt 100%, der Klirrfaktor 
ist gering. Es ist eine hohe Modulationsleistung erforderlich. Sie muD der 
Leistung der Tragerschwingung entsprechen 



Hf 






Ug 



Anoden- 
spannungsmodulation 

[Bild 261.68] 



In der TrSgerfrequenztechnik werden haufig mit Gleichrichtern ausgestat- 
tete Ringmodulatoren verwendet. Die an der Modulation beteiligten Fre- 
quenzen werden transformatorisch ein- und ausgekoppelt. 




W/Borf 



Ringmodulator 
[Bild 261.69] 



437 



Beim Ringmodulator ist die Amplitude der Tragerschwirigung grOSer als 
die Signalschwingung. Sie Offnet bei jeder Halbwelle zwei Diodenstrecken, 
die anderen sind in Sperrichtung vorgespannt. Die Signalschwingung treibt 
Uber die geOffneten Gleichrichter einen Strom, der am Modulationsausgang 
auftritt. Die durch die Trilgerschwingung verursachten StrOme heben sich 
auf, am Ausgang entsteht kein Trager. 



3.2.3.2. Frequenz- und Phasenwinkebnodulation 

/ 
Die Frequenzmodulatioh wird dyrch ein frequenzbestimmendes, sich im 
Rhythmus der Signalschwingung anderndes Bauelement ira Oszillator- 
schwingkreis erreicht. Dazu werden in der HF-Technik Reaktanzrohren 
Oder Halbleitergleichrichter angewendet. 

Als Reaktanzrohren dienen riickgekoppelte Rohrenstufen. Diese erzeugen 
durch frequenzabhangige Spannungsteiler zwischen Strom und Spannung 
eine Phasenverschiebung von 90° und wirken demzufolge als Induktivitat 
Oder Kapazitat. Wird zusatzlich durch die Modulationsspannung der 
Anodenstrom dieser ROhre beeinfiuBt, ist eine steuernde BlindgroBe vor- 
handen, die, zum Oszillatorkreis parallelgeschaltet, die Frequenzmodulation 
bewirkt. 

Die Phasenverschiebung von 90^ zwischen Gitter- und Anodenwechsel- 
spannung wird durch Wirk- und Bliiviwiderstand herbeigefUhrt. Die Mog- 
lichkeiten und Wirkungen sowie die mathetnatische Bestimmung der GrOBen 
ist im Bild dargestellt. Der steuerbare Blindwiderstand tritt zwischen Katode 
und Anode auf. Seine Anderung wird durch SteilheitsSnderungen erreicht, 
die Kennlinie darf deshalb nicht Ubersteuert werden. 







C>^ 4 



yi d 









£' » _a — 



Li 



H'-R 



Reaktanzrohrenschaltungen und Squivalente Ersatzbilder mit den erzielbaren 
Blind- und WirkgrOBen (S = Rohrensteilheit) [Bild 261.70] 

438 



,J::M!LLj)i£ii^M.si»» : 



3.2.4. Demodulationsschaltungen 

3.2.4.1. Demodulation amplitudenmodulierter Hochfrequenz 

Die modulierte Tragerschwingung wird im Oberlagerungsempfanger min- 
destens zweimal umgesetzt. In der Mischstufe wird sie in die Zwischenfre- 
quenz umgesetzt, im Demodulator wird die ursprungliche Frequenzlage der 
Signalschwingung wiederhergestellt. Die erste Umsetzung wird als Mischung 
und die zweite als Remodulation bezeichnet. 



additiv 




fgifi muUiplikativ 




Prinzipschaltung der additiven und multiplikativen Mischung [Bild 261.71] 



Bei der Mischung ist zwischen additiver und multiplilcativer Misclischaltung 
zu unterscheiden. Am Ausgang treten neben der Eingangsfrequenz /, und 
Oszillatorfrequenz ./„ zusiitzlich die Summenfrequenz ./„ + /. und die Dif- 
ferenzfrequeivz/„ — .^ auf. Je nach Abstimmung des Anodenkreises werden 
entweder die Summen- oder die Differenzfrequenz ausgenutzt. 
Die beiden Mischschaltungen unterscheiden sich wie folgt : 

- Bei der additiven Mischung liegen Eingangs- und Oszillatorfrequenz 
an einer Steuerelektrode. Sie verschieben den eingestellten Arbeitspunkt. 
Es entstehen Steilheitsanderungen. 

- Bei der multiplikativen Mischung werden Eingangs- und Oszillatorfre- 
quenz getrennten Steuerelektroden zugefuhrt. Infolge dieser Trennung 
sind stOrende Ruckwirkungen und lineare Verzerrungen geringer. 

Bei der Demodulation werden am meisten angewendet 

• Diodengleichrichtung (Diode in Reihen- oder Parallelschaltung) und 

• Gitter- oder Audiongleichrichtung. 

Bei der Diodengleichrichtung liegen Schwingkreis, Arbeitswiderstand und 
Diodenstrecke parallel oder in Reihe. Die Signalfrequenz wird nur gering ver- 
zerrt. wenn der Arbeitspunkt nicht im Anlaufstromgebiet der Diode liegt. 
Es,wird jew^ils nur eine Halbwelle der gleichzurichtenden Wechselspannung 
gleichgeriphtet. Diese fallt am Arbeitswiderstand ab und wird Uber den Kopp- 
lungskondensator Ck abgenommen. 



439 



On 



'^'mod. } 



6 



^fmoa 



Hf 



Q 0' 



NF 



NF 



h- 



.zx. 



Diadengleichrichtung filr amplitudenmodulierte Signale 
a - Reihenschaltung; b - Parallelschaltung 



(Bild 261.72] 



Der Gitter- oder Audiongleichrichter vereinigt in sich Gleichrichter und Ver- 
starker. Charakteristisches Schaltelement ist eine Gitterkombination, die 
aus Widerstand und Kondensator besteht. Die Strecke Katode-Steuergitter 
arbeitet als Gleichrichter. Die von der Diode abgegebene Spannung wird in 
der Rohre verstarkt und an der Anode abgenommen. 
Der Gitterableitwiderstand kann direkt zwischen Gitter und Katode oder 
parallel zum Gitterkondensator geschaltet sein. 



^/"mod 




Gittergleichrichtung 
amplitudenmodulierter 
Signale [Bild 261.73] 



3.2.4.2. Demodulation freqnenz- und phasenmodulierter Hochfrequenz 

Frequenz- und phasenmodulierte Hochfrequenz ist in der Amplitude kon- 
stant. Sie muB zuniichst in amplitudenmodulierte Hochfrequenz umge- 
wandelt und dann demoduliert werden. Als Modulationswandler ist im 
einfachsten Fall ein Schwingkreis erforderlich, der die Frequenzilnderungen 
in AmplitudenUnderungen umsetzt. 
Der Arbeitspunkt muB auf der Flanke der Resonanzkurve des Schwing- 



440 



kreises eingestellt sein. Beim Andern der Frequenz um den Betrag A/ 
andert sich der Scheinwiderstand um den Betrag AR,. Die Widerstands- 
anderungen werden als Spannungsanderungen abgenommen. Da der De- 
modulationsbereich gekrummt verlauft, werden in der Praxis meist zwei 
Schwingkreise unterschiedlicher Resonanzfrequenz eingesetzt (die Schal- 
tung erlautert nur das Prinzip). 



«s 






■, 

ills 

J 


; 


\ 




y 


\ 




—tm 





if 



Frequenzmodulation 
an der Flanke der 
Resonanzkurve 
eines Schwingkreises 
[Bild 261.74] 



Bei der Demodulation werden am meisten angewendet : 

• Differenzdiskriminator, 

• Phasendiskriminator und 

• Verhaltnisgleichrichter. 

Der Differenzdiskriminator besteht aus drei Schwingkreisen und zwei Gleich- 
ricliterdioden. Der Schwingkreis / ist auf die Zwischenfrequenz, Schwing- 
kreis // auf eine iiber und Schwingkreis /// auf eine unter der Zwischenfre- 
quenz liegende Frequenz eingestellt. Je nach der durch die Modulation be- 
dingten Frequenzauswanderung flieBen in den Dioden RO I, Ri>2 unterschied- 
liche StrOme, die an den Widerstanden R,, R2 einen Spannungsabfall 
hervorrufen. Da im Punkt A beide Richtstrome gegeneinander flieBen, wird 
zwischen Masse und Punkt B die Differenzspannung als Niederfrequenz 
wirksam. Diese wird Uber den Kondensator C ausgekoppelt. 



Wmod, 



Ho, ^ 







DiflFerenzdiskriminator [Bild 261.75] 



441 



Ein Nachteil des Differenzdiskriminators ist, dafl sich audi Amplituden- 

schwankungen auswirken. Vor dem Diskriminator muB deshalb immer ein 

Begrenzer geschaket sein. 

Beim Phasendiskriminator werden zwei auf die Zwischenfrequenz abge- 

stimmte Schwingkreise benotigt. Der Diskriminatorkreis ist mit einem 

Mittelabgriff versehen, der direkt an der Primarspannung anliegt. Die in 

beiden Wicklungshalften induzierten Spannungen sind zur Primarspannung 

90° phasenverschoben. 

Bei den modulationsbedingten Frequenzschwankungen ergeben sich Ver- 

anderungen in der GroBe und Phasenlage der Teilspannungen, die nach 

Gleichrichtung am Arbeitswiderstand die Niederfrequenz ergeben. 




HF-Dr 
Phasendiskriminator [Bild 261.76] 



Der Verhaltnisgleichrichter (Ratio-Detektor) besitzt zwei gegeneinanderge- 
schaltete Dioden. Die Gleichrichterwirlcung unterscheidet sich nicht vom 
Phasendiskriminator; am Arbeitswiderstand tritt jedoch eine Summenspan- 
nung auf. Bei grOBeren Amplituden fallt der Innenwiderstand der Rohre ab. 
Dies bedingt eine groBere Bedampfung und Empfindlichkeitsabnahme des 
Eingangskreises. Das bedeutet, dafi in der Schaltung Amplitudenschwan- 
kungen ausgeghchen werden. Es ist kein vorgeschalteter Amplitudenbe- 
grenzer erforderlich. 




^- Rsgeispannung 



Verhaltnisgleichrichter (Ratio-Detektor) (Bild 261 .77] 
442 



-A//- 



WicKtige Begriffe des Naclirichtenwesens in Deutsch und 
Russisch 

Nachrichtentaktische Begriffe 



[304] 



Dienststellungen 



4.1. 

4,1.1. 

K 

Kommandeur 

Stellvertreter 

Stabschef 

Leiter 

OvD 

Chef Nachrichten (Leiter 

Nachrichten) 

Diensthabender Nachrichten 

Leiter der Nachrichten- 

zentrale 

Leiter der Achsenrich- 

tungsverbindung 

Leiter der Richtungs- 

verbindung 

Dispatcher 

Verbindungsoffizier 

Leiter der . . . stelle 

(zentrale) 



Besatzung 

Diensthabender 

Gehilfe 

Ober- 

Nachrichtensoldat 

Aggregatewart 

Baufernsprecher 

EntstOrer (StOrungs- 

sucher) 

Fernschreiber 

Funker 

Kraftfahrer 

Kurier 

Mechaniker 

Melder 

Operateur 

Richtfunker 



Schaltwart 



JXOJKKHOCm 

KOMAHflHP 
3AMECTHTEJIb 
HAHAJIbHHK IIITABA 
HAHAJIbHHK 
AEXypHblK no MACTH 
HAHAJIbHHK CBSSH 

flE^yPHblH no CBJI3H 
HAHAJIbHHK YSJIA CB^ISH 

HAHA.nbHHK OCEBOrO 

HAHPABJIEHH^ CB^3H 

HAHAJIbHHK HAnPABJIEHHil 

CBfl3H 

AHCnETHEP 

0<DHUEP CB;I3H 

HAHAJIbHHK . . . CTAHUHH 

(VSJIA) 

HAHAJIbHHK... 

AnrlAPATHOfl (UEHTPAJIH) 

SKUUAX 

flE^yPHblfl 

nOMOUlHHK 

CTAPUIHfl 

CBfl3HCT 

3JIEKTPOMEXAHHK 

KABEJIbUIHK 

JIHHEfiHblfi 

HAACMOTPIUHK 

TEJIEFPAcDHCT 

PAAHCT 

BOflHTEJIb, mO<DfiP 

<DEJIbflT>ErEPb, KVPbEP 

MEXAHHK 

CBa3H0K 

OnEPATOP 

paahopejieKhhk 

(PAAHOPEJIbEftHWB 

MEXAHHK) 

KPOCCHCT 



443 



■i^ 



4.1.2. Nachrichten- 


HACIM CBfl3H 


einheiten 




Nachrichtentfuppe 


BOftCKA CB^3H 


Nachrichtenregiment 


nOJlK CBfl3H 


Nachrichtenbataillon 


BATAJIbOH CB«3H 


Nachrichtenkompanie 


POTA CBfl3H 


Nachrichtenbetriebs- 


aKCnjlVATAUHOHHAa 


kompanie 


POTA CB>13H 


Nachrichtenzug 


B3BO/1 CB^3H 


Fernsprechbetriebszug 


TEJIEtDOHHtlH B3BOA 


Fe/Fs-Betriebszug 


TEJIE<I>OHHO- 




TEJIEFPAOHblf! B3BOa 


Fernschreibbetriebszug 


TEJIErPAfDHblH B3BOa 


Funkzug 


PAJ1HOB3BOA 


Funkaufklarungszug 


B3BO;i pa;ihopa3beakh 


Instandsetzungszug 


B3BO;^ PEMOHTA CPEflCTB 




CBfl3H 


Kurierzug 


B3BO/1 «>EJlbAT>ErEPCKO- 




noqTOBOft CBH3U 


Leitungsbauzug 


.HHHEfiHOKABEJIbHMK 




B3B0A 


Richtfunkzug 


paahopejieKhmH B3B0;i 


TF/WT-Zug 


B3B0A M-JltHEfl CB^3H 


Nachrichtengruppe 


OTAEJIEHHE CBfl3H 


Nachrichtenlager 


CKJIAA CBfl3H 


Nachrrchtenwerkstatt 


PEMOHTHA^ MACTEPCKA^ 




CB^SH (PEMBA3A) 



4.1.3. Organisation von OPrAHM3AqHfl CBH3H 

Nacliriclitenverbindungen 



Aufbauplatz 

Fiihrungsstelle 

Gefechtsstand (vorgescho- 

bener GS) 

Gruppe 

Kraftfahrzeug 

riickwanige Fiihrungsstelle 

Stelle 

Zentrale 

Nachrichtenzentrale 

Abfertigung 

Feldpoststelle 



MECTO PASBfiPTblBAHHfl 
nVHKT ynPABJIEHHa 
KOMAHAHbia nVHKT 
(nEPEAOBOfl KO) 

rpynnA 

ABTOMOEHAb 

TblJIOBOa nVHKT 

ynPABAEHH^ 

CTAHUH^, AnnAPATHA^ 

UEHTPAJlb, VSEJI 

VSEJI CBfl3H 

SKCnEAHUH^ 

OEJIbATiErEPCKO-nOHTOBA^ 

CTAHUH^ 



444 



Fernsprechzentrale 

Fernvermittlung 
Stabsvermittlung 

TF/WT-Stelle 

Fernschreibzentrale 

Fernschreibvermittlung 

Fernschreibstelle 
Faksimilestelle 

Funkzentrale 

Funksendegruppe 

Funkempfangsgruppe 

Funkstelle, -zentrale 
Kurierstelle 



Landeplatz 
Richtfunkgruppe 

Richtfunkstelle 

Schaltstelle 
Stromversorgungsstelle 



TEJIEdJOHHblft UEHTP, 

TEJTE4)0HHMK KOMMyXATOP 

CTAHUHfl flAJIbHEH CB^3H 

CTAHUH^ BHYTPEHHEK 

CBfl3H 

CTAHUHa AAJItHEH 

CB«3H ' 

TEJlEPPAOHblH UEHTP 

(KOMMYTATOP) 

UEHTP AJIbHA^ 

TEJIEFPAOHAil CTAHUHM 

TEJIEFPAOHA^ ctahuhm 

OOTOTEJIEFPAOHA^ 

CTAHUHfl 

PAAHOVSEJI, 

PAflHOUEHTPAJIb 

FPynOA OEPEAAKDIIIHX 

PAAHOCTAHUHH 

rpynoA dphEmhux 

MAniHH 

PAflHOCTAHUHfl 

CTAHUH^ (ySEJI) 

OEJIbAtEFEPCKO- 

nOHTOBOfl CB^BH 

nOCAAOMHAfl nJlOIHAAKA 

FPynUA PAflHOPEJIEHHblX 

CTAHUHH 

PAflHOPEJIEKHAJi 

CTAHUHH 

KPOCC 

3JIEKTPOnHTAIOIUAa 

CTAHUHH 



4.1.4. Nachrichtenverbindungen JIHHHHCBfl3H 



Funkverbindung 

AbhOren von Funknachrichten 

Empfangszentrum 

Funkaufklarung 

Funkgegenwirkung 

Funknetz 

Funkpeilung 

Funkrichtung 

Funkstille 

Funktarnung 



PAAHOCB^3b 

PAAHOUEPEXBAT 

OPHEMHUH UEHTP 

(nPMEMHblK PAAHOUEHTP) 

PAflHOPA3BEflKA 

PAAHOnPOTHBOAEHCTBHE 

PAAHOCEtb 

PAAHOnE.IIEHrAUHfl 

PAAHOHAHPABJIEHHE 

PAAHOMOJIHAHHE 

PAAHOMACKHPOBKA 



445 



Funktauschuhg 

Funktiberwachung 

Sendeverbot 

Sendezentrum 



Richtfunkverbindung 
Endstelle 
Knotenstelle 
Relaisstelle 

Riehtfunkachse 
Richtfunkrichtung 

Zwischenstelle 

( 

Drahtnachrichtenverbindung 

Achse 

bemannter Verstarker 



Fernleitung 
Fernsprechendstelle 

Fernsprechkontroll- 
stelle 

Funksprechverbindung 
Fernsprechzwischenstelle 

Fernsprechnetz 

Fernschreibverbindung 

Freileitung 

Magistrale 

postalische Leitung 

Querverbindung 

Richtung 

Trasse 

unbemannter Verstarker 



Fernverbindung 
Kurierverbindung 

Nachrichtenmittel 

Einfachstrom 

Doppelstrom 



PA;iH0AE30PHEHTAUHfl 
PAAHOKOHTPOJIt 
3AnPET PABOTAJt HA 
HEPEAAMy 

hepeaaioiuhK UEHTP 

(nEPEAAIOmHK PAAHO- 
LIEHTP) 

PA^HOPEJIEKHA^ CB«3b 
OKOHEHHAfl CTAHUH^ 
ySJlOBAM CtAHUM>I 
PETPAHCJl^UHOHHA^ 
CTAHUHII 

PAflHOPEJIEaHAfl OCb 
PA;iHOPE;iEaHOE 
HAHPABJIEHHE 

npoME»:yTOMHA^ 

CTAHUH^ 

nPOBO/tHA^ JlHHHfl CB«3H 

OCb 

OBCJiy)KHBAEMblK 

yCHJIHTEHbHbia nyHKT 

(oyn) 

JIMHHfl flAJItHER CBjqSH 
OKOHEMHAfl TEJIEOOHHAfl 
CTAHUHfl 
-KOHTPOJlbHO- 
TEJIE<DOHHblfl nyHKT 
TEJIEOOHHAa CBHSb 

npoMEKyroHHAii 

TEJIEO0HHA5I CTAHUH^ 
TEJIE<DOHHAfl CETb 
TEJIErPA<DHAfl CBflSb 
B03/iymHA^ JIHHH^ CBa3H 
MAFHCTPAJlb 
nOHTOBAfl JIHHHfl CBfl3H 
POKATHA^ JIHHHa CBSim 
HAnPABJIEHHE 
TPACCA 

HEOBCJiy^HBAEMblft 
yCHJIHTEJIbHblK nyHKT 

(Hyn) 

AAJlbH^^a CBfl3b 
OEJIbAtEFEPCKO- 
nOHTOBA^ CBfl3b 
CPE^CTBA CBaSH 
OAHOnOJIIOCHbm TOK 
AByxnOJIKDCHblft TOK 



W"^ 



w^ 



446 



Fernsprechzentrale 

Fernvermittlung 
Stabsvermittlung 

TF/WT-Stelle 

Fernschreibzentrale 

Fernschreibvermittlung 

Fernschreibstelle 
Faksimilestelle 

Funkzentrale 

Funksendegruppe 

Funkempfangsgruppe 

Funkstelle, -zentrale 
Kurierstelle 



Landeplatz 
Richtfunkgruppe 

Richtfunkstelle 

Schaltstelle 
Stromversorgungsstelle 



te;ie0ohhwK uehtp, 

TEJIEOOHHMK kommytatop 

CTAHUH^I AAJlbHEfl CBfl3H 

CTAHUHfl BHVTPEHHEft 

CBiI3H 

CTAHUH^ flAJIbHEft 

CB«3H ' 

TEJIErPAOHblft UEHTP 

(KOMMYTATOP) 

UEHTPAJlbHAfl 

TE;iErPA«)HA^ CTAHUH^ 

TE;iErPAa)HAJi CTAHUHfl 

(DOTOTEJlErPAOHAfl 

CTAHUH^ 

PAflHOYBEJI, 

PAAHGUEHTPAJlb 

rPYnOA nEPEAAK>mHX 

PAAHOCTAHUHH 

FPYnnA nPHEMHbix 

MAmHH 

PAAHOCTAHUHil 
CTAHUHfl (Y3EJI) 
OEJlbA'bErEPCKO- 
nOMTOBOK CB^3H 
nOCAAOHHA^ nJIOIIJAAKA 

FPynnA paahopejieKhmx 
ctahuhK 

PAAHOPEJIEftHAa 

CTAHUH^ 

KPOCC 

ajIEKTPOnHTAIOIIIAfl 

CTAHUH^ 



4.1.4. Nachrichtenverbindungen JIHHHH CBaSH 



Funkverbindung 

AbhOren von Funknachrichten 

Empfangszentrum 

Funkaufklarung 

Funkgegenwirkung 

Funknetz 

Funkpeilung 

Funkrichtung 

Funkstille 

Funktarnung 



PAAM0CB^3b 

PAAHOHEPEXBAT 

nPHfiMHbia UEHTP 

(nPHfiMHblK PAAHOUEHTP) 

PAAHOPA3BEAKA 

PAAHOnPOTHBOAEHCTBHE 

PAAHOCEtb 

PAAHOnEHEHrAUHfl 

PAAHOHAUPABJIEHHE 

PAAHOMOJIHAHHE 

PAAHOMACKHPOBKA 



445 



4.2. 



Nachrichtentechnische Begrilfe 



Abfrageschnur 


OnPOCHbia lUHVP (GUI) 


Aggregat 


ArPEPAT 


Afckumulator 


AKKYMyjl^TOP 


Amplitude 


AMnJIHTYAA 


Anode 


AHOfl 


Anpassung 


COnPfl^EHHE 


Anschalttafel 


mHT 


Antenne 


AHTEHHA 


Antennenanlage 


AHTEHHO-MAHTOBOE 




yCTPOBClBO (AMY) 


Antennenschaltfeld 


AHTEHHblft KOMMVTATOP ' 


Antennenweiche 


BJIOK HACTOTHOH 




PA3Ba3KH (BMP) 


Anzeigegeriit 


HHflHKATOP 


Apparatevermittlung 


KOMMyXATOPHblB AHHA- 




PAT 


Arbeitsplatz 


PABOHEE MECTO 


Bedienungspult 


nVJIbT VnPABJlEHHfl 


Betriebsart 


BH;^ PABOTbl 


Bildschirm 


3KPAH 


Blattschreiber 


PyjIOMHblfit ByKBOnEMA- 




TAFOIUHK AnnAPAT 


Breitband- 


niHPOKonojiocHbiK, -aa, 

-OE 
rHE3AA 


Buchse 


Dampfung 


SAXyXAHHE 


Dampfungsglied 


yAJIHHHTEJIb 


Demodulator 


jXEMOjiyjifnop 


Detektor 


JlETEKTOP 


Diode 


moji. 


Dipol 


;iMnojib 


Eichoszillator 


KA.I1HBPAT0P 


Einkanal- 


OAHOKAHAJIbHbiA, -AH, -OE 


Einseitenband- 


OAHonojiocHbia, -a^, -oe 


elektionische Rechen- 


3JlEKTP0HH0-BbmHCJIH- 


maschine 


TEJlbHA^ MAUIHHAOBM, UBM) 


Empfiinger 


nPHfiMHHK 


Empfangslocher 


PEOEPOOPATOP , 


Endpeitsche 


nflTHnA.IlAfl nEPMATKA 




■ KOHjUEBOrO KABEJia 
SEMJIfl 


Erde • 


Erdung 


3A3EMJIEHHE 


fahrbar 


nOABH^HblH, -Ail. -OE 


Faksimilegerat 


OOTOTEJIErPAl), <DOTO- 




TEJIErPAOHblK AnnAPAT 


Feld- 


nOJIEBOfi, -A«, -OE 



447 



J 



Feldfernkabel 

Feldfernsprecher 
Feldkabel (leichtes) 
Feldverbindungskabel 



Feldvermittlung 
Fernbedienung 

Fernschaltgerat 



Fernschreibmaschine 



Fernschreiberpult 
Fernschreibvermittlung 

Fernsehen 
Fernsprechvermittlung 

Filter 
Freileitung 

Frequenz 

Frequenzband 

Funkanlage 

Funkempfiinger 

Funkerpult 

Funkgerat (-stelle) 

Funkpult 

Funksender 

Funktechnik 

Gegengewicht 

GehUuse 

Generator 

Geratetafel 

Gestell 

Gitter 

Halbleiter ■ 

halbrhombische 

Antenne 



(T^^EJIMB) nojiEBoa 
KABEJIb ;iAJTbHEa CB^SH 
(nOJlEBOfi) TEJIEcDOHHblH 
AnnAPAT 
nOJlEBOH KABEJIb 

(JiErKHH) 
nojiEBoa 

COEAHHHTEJIbHblft 

KABEJIb, TTKB (TEJIEOOHHO- 

TEJIErPA<DHblft BBOAHbiB 

KABEJIb) 

nOJIEBOK KOMMYTATOP 

AHCTAHUHOHHOE 

ynPABJIEHHE (Jjy) 

KOMMyTAUHOHHblH 

AnnAPAT AAJIbHEFO 

BKJIIOHEHH^ 

TEJIEFPAOHbia AnnAPAT, 

BVKBOnEHATAIOmHK 

AIjnAPAT 

nyjIbT TEJIErPAOHCTA 

TEJIErPA<I>HblH KOMMVTA- 

TOP 

TEJIEBHAEHHE 

TEJIEOOHHblK KOMMVTA- 

TOP 

<DHJlbTP 

nOCTO^HHAfl BOSAVIDHAfl 

JIHHH^ CB^3H 

^ACTOTA 

nOJIOCA HACTOTbl 

PAAHOVCTAHOBKA 

PAAHOnPHfiMHHK 

nyjTbT PAAHCTA 

PAAHOCTAHLlHfl 

nyjibT ansi OBy^EHH^ 

PAAHCTOB 
PAAHOnEPEAATMHK 
PAAHOTEXHHKA 
nPOTHBOBEC 

Kopnyc 

FEHEPATOP 
AnnAPATHblfif lUHT (Am) 

ctoKka 

CETKA 

nojiynpoBOAHHK 

nOJiyPOMBHqECKA^ 
AHTEHHA 



448 



Handapparat 

Handlocher 
Heizung 
Hochfrequenz 
hoch frequent 

hochohmig 

Induktor 

Kabel (Kabelleitung) 

Kabelhandkarre 

Kabelpflug 

Kabeltrommel 

Kabelverlegemaschine 

Kanal 

Katode 

Kehlkopfmikrofon 

Klappe 

Klemmleisle 

Kondensalor 

Kontakt 

Kontrollmuffe 

Kopfhorer 

Krafttafel 

KurzschluB 

Kurzwelle 

KW- 

Ladetafel 

Langdrahtantenne 

Lautsprecher 

Leistung 
Leistungsverstarker 

Leitung 

Lochstreifensender 
Mast 

Mastlochbohr- und 
Mastsetzmaschine 



Mehrfachausnutzung 
Mehrkanal- 



MHKPOTEJIEOOHHAil 

TPYBKA 

PVMHOH nEPOOPATOP 

HAKAJI 

BbICOKA>I HACTOTA (BH) 

BblCOKQHACTOTHWH, -A^, 

-OE 

BblCOKOOMHblPl, -A«, -OE 

HHAVKTOP 

KABEJlb 

KABEJIbHAS T^J1E)KKA 

KABEjibHbiR njivr 

TEJIEOOHHO-KABEJIbHblK 
BAPABAH 

KABEJIbnPOKJIAAHMK 
KAHAJI 
KATOA 

JIAPHHrO«>OH 
KJIAOAH (BbI3bIBHOH 
KJIAHAH) 
BBOAHblK mHTOK 
KOHAEHCATOP 
KOHTAKT 

KOHTPOilbHAfl My<l>TA 
TEJIEfDOHbl 
' CMJIOBOH mWT 
KOPOTKOE 3AMbIKAHHE 
KOPOTKA51 BOJIHA 
KOPOTKOBOJlHOBblfi, -Afl, 
-OE 

3APJIAHblK lUMT 
AHTEHHA EEryiUEft BOJlHbl 
rPOMKOrOBOPHTEAb, 
AHHAMHK 
MOIUHOCTb 

yCHJIHTEJlb MOIUHOCTH 
(VM) 

npoBOA 

TPAHCMHTTEP 

MAMTA 

BVPMJIbHAil MAUIHHA, 

BKfM (BVPHJlbHO-KPAHO- 

BA^ rMAPABJIHMECKAfl 

MAUIHHA) 

VnJIOTHEHHE, MHOPO- 

KPATHOE HCnOJTbBOBAHHE 

MHOrOKAHAJlbHblfi, -Afl, 

-OE 



29 HBTastfunker 



449 



Mehrkanalverbindung 

MeBinstrument 

MeOgerat 

Mikrofon 

Modulation 

Modulator 

Muffe 

Nachrichtenmittel (Mz) 

Nachrichtentechnik 

*Niederfrequenz 

niederfrequetit 

niederohmig 
Nummernscheibe 
OB (Ortsbatterie) 
Oszillator 
Panzerfunkgerat 

Parabolantenne 

PDU-Gerat 

Phase 

Platte 

Quarz 

Radar 

Rahmenantenne 

Rauschen 

Reaktanzstufe 

Reflexion 

Relais 

rhombische Antenne 

Richtfunkgerat, -stelle 

Rohre 

Ruf, Rufeinriehtung 

(Anruforgan) 

Schalter 

Schmalband- 
Schragdrahtantenne 

Schreibfunkkanal 
(Funkfernschreibkanal) 
Schwingkreis 
Schwingung 
' Sell 
Sender 



MHOrOKAHAJlbHAJl CBfl3b 
HSMEPHTEJIbHblfi HPHBOP 
nPHBOP A-Jl^ H3MEPEHH^ 
MHKPO<DOH 

Mopynsiimfi 

MOAVJIflTOP 

MVOTA 

CPEflCTBA CB«3H 

TEXHHKA CBflSH 

HH3KAfl HACTOTA (HM) 

HH3K6HACTOTHblf!, -Afl, 

-OE 

HHSKOOMHblll, -Afl, -OE 

POMEPOHABHPATEJIb 

MB (MECTHAfl BATAPE^) 

OCUHJl^TOP 

TAHK0BA>1 

PAAHOCTAHUHfl 

nAPABOJIHHECKAfl 

AHTEHHA 

n^y (nPHCTABKA ahctah- 

UHOHHOrO ynPABJIEHHa) 

OA3A 

nJIATA 

KBAPU 

PAflHOJIOKAUMfl 

PAMOqHA^ AHTEHHA 

UIVM 

PEAKTHBHblH KACKAA 

OTPA»CEHME 

PEJIE 

POMBHHECKAil AHTEHHA 

paahopejieKha^ 

CTAHHHfl 

JIAMHA 

BbI30B, BbI3bIBHOE 

yCTPOKCTBO 

HEPEKJlIOqATEJIb, TVM- 

BJIEP 

ysKonojiocHbifl, -ah, -oe 

AHTEHHA HAKJlOHHblK 

JIVH 

TEJIErPA<I>Hbl{i PAAHOKA- 

HAJl 

KOJIEBATEJIbHbiB KOHTVP 

KOJIEBAHHE 

KAHAT 

nEPE^AT^HK 



450 



.;^u'W^- 



Sende-Empfangsgerilt 



Sonderumsetzer 

Spannung 

Speiseleitung 

Sperrfilter 
Sprechfunkkanal 

Sprechtaste 

Spule 
Stabantenne i 

stationar 

Stecker . 
Steuerstufe 

St6rung(en) 

Strahler 

Streifenschreiber 

Strom 

Stufe 

Synchronisation 

T-Antenne 

Tastfunkbetrieb 

Telefon 

Teleskopantenne (-mast) 

Tonfrequenz 

Tornistergerat 

tragbar 

TrUgerfrequenz 

Tragerfrequenzgerat 



Transformator 
Transistor 
Trockenbatterie 
Troposphilrenfunkstelle 

Ultrakurzwelle 



nPHEMHOHEPEAAIOmEE 

yCTPOflCTBO (CTAHUM51), 

nPHEMHO-nEPEMTMHK 

nEPEXOAHOE yCTPOtiCTBO 

HAnP«)KEHHE 

OHflEP, AHTEHHO- 

•tHflEPHOE yCTPOftCTBO 

PEXEKTOPHWft (DHJIbTP, 

TEJIE^OHHblH 

PAAHOKAHAJl 

TAHfEHTA, PASrOBOPHAa 

KJIABHUIA 

KATVIDKA 

lUTblPb, OITblPEBAil 

AHTEHHA 

CTAUHOHAPHblfi, 

VnAKOBAHHbia 

UITEKKEP, niTEnCEJIb 

BOSBVAHTEJIb, 

OCUHJIJlflTOP 

nOMEXA (nOMEXH) 

HSJIV^ATEJIb 

JIEHTO^Hbia TEJIEPPAO)- 

HblB AnnAPAT 

TOK 

KACKAfl, CTVnEHb 

CHHXPOHH3AUH^ 

T-OBPA3HAfl AHTEHHA 

PE»CHM KJIKDHOM 

CJIVXOBOH nPHEM 

TEIIE«l>OH 

TEJIECKOnHMECKAa MAHTA 

TOHAJlbHAfl MACTOTA 

PAHUEBAa CTAHUHfl 

nEPEHOCHblK 

HECVmA^ HACTOTA ' 

AnnAPATVPA 

VnJIOTHEHHfl TEJIE<DOH- 

HOrq KAHAJIA; 

AnnAPATVPA BM/TEJIE- 

4>OHHPOBAHH^ 

TPAHCOOPMATOP 

TPAH3HCT0P ' 

CVXAil BATAPEH 

TPOnOC4>EPHAfl 

PAAHOCTAHUH^ 

VJIbTPAKOPOTKAH BOJIHA 

(VKB) 



29» 



4^1 



■ '^^■■-^-"---^^■^>i^^ 



UKW- 


yjIbTPAKOPOTKOBOJI- 




HOBbm, -A^, -OE 


UWU-GeriU 


VBV (VCTAHOBKA 




BblHECHOrO ynPABJIEHHiJ) 


Verbindung 


coe;ihhehhe 


Vermittlungsschnur 


BbI3bIBHOn UIHYP (BUI) 


Verstilrker 


yCHJIHTEJlb 


vieradrig 


HETbIPfiX)KHJlbHblJl, -A^, 




-OE 


Wechselsprechanlage 


ycfpoKCTBO rrc 


Wechselsprechen 


rPOMKOrOBOPflmA« 




CB>i3b (rrc) 


Wechselstromtefegrafie 


TOHAJIbHOE 




TEJIEPPAOHPOBAHHE 


Wechselstromtelegrafie- 


AnnAPATVPA TOHAJlb- 


gerat 


HOrO TEJlErPAOHPOBAHHi! 


Wecker 


3BOHOK, EVAHJIbHHK 


Welle 


BOJIHA 


Widerstand 


COnPOTHBJIEHHE 


Winkelreflektorantenne 


VrOJIKOBA^I AHTEHHA 


Yagi-Antenne 


AHTEHHA wBOJlHOBOK 




kaha;i» 


ZB (Zentralbatterie) 


UB (UEHTPAJIbHA^ 




BATAPEil) 


ZB/W-Vermittlung 


ABTOMATHMECKAfl 




TEJIE<I>OHHA>I CTAHUH>I (ATC) 


zweiadrig 


ABVXiKHJlbHblK, -AH, -OE 


Zweiseitenband- 


ABVXnOJIOCHblK, -AH, -OE 


Zwischenfrequenz 


nPOME^KVTOMHAfl 


, 


MACTOTA 


43. Nachrichtenbetriebsdienst 


Abbau 


CBfiPTblBAHHE 


abgesendet 


nEPEAAHO 


Absender 


OTnPABHTEJIb 


abstimmen 


HACTPOHTb 


Anschrift 


AAPEC 


Ausschalten 


BbIKJlK>HEHHE 


Berichtigung 


HCnPABHEHHE 


Betreiben 


SKCnJIVATAUHfl 


Betriebsart 


PE)KHM PABOTbl, POA 




PABOTbl 


-Al 


-AMnJlHTVAHAa 




MAHHnVJIiJLlMfl KJllOHOM 


-A2 


-TOHAJlbHAil 




AMnJIHTVAHAil 




MAHHnVJlflUM^ 



452 



-A3 

-A3a 

-Fl 

-F3 
-F6 



Belriebsbuch 
Belriebsdiensl 

Bezeichnung 
Doppelstrom 

Dringlichkeitsstufe 

Ausnahme 

dringend 

Flugzeug 

Luft 

Duplexverkehr 

Eindraht (gegen Erde) 



Einfachstrom 



Einschalten 

etnpfangen 

Empfanger 

Ende 

Entfaltung 

erhalten 

Fernschreib- 

Fernschreibbetriebsart 

2DE 
4DE 
4DD 
IT 

Fernschreibbetriebs- 
dienst 

Fernschreiben 
Fernschreibgesprach 



-AMnjIHTVAHA^ 

-o;iHonoj[ocHA>i 
MOflyjismnfi 

-MACTOTHAiJ 

MAHHnyjI^UM^ 

-HACTOTHA^I MOAVJI^UH^ 

-AHT (ABOflHOE^ 

MACTOTHOE TEJIEFPA- 

tI>HPOBAHHE) 

AnnAPATHbm XyPHAJl 

3KCnJiyATAUHOHHA« 

CJTV^BA 

rPH<D, 0B03HAHEHHE 

flynJIEKC BOflO 

(ABVXnOJlIOCHbia) 

CEPHaHOCTb 

(OMEPEAHOCTH) 

BHEOMEPEAHO 

CPOMHO 

camojiEt 

BOSAVX 

AVnilEKCHAfl CB^3b 

OAHOnPOBOAHA^ CB«3b 

C 3A3EM;iEHHbIM 

nPOBOflOM 

AVnjlEKC CT HJIH CHM- 

njIEKC CT (OAHOnOJIIOC- 

Hbifi) 

BKJIIOHEHHE 

nPHHHMATb 

nOJlVHATEAb, AAPECAT 

KOHEU; 

PA3BEPTbIBAHME 

nOJIVHEHO 

TE;iErPA<DHbl{!, -A^, -OE 

TEJIEfPAcDHblfi PEXHM 

PABOTbl 

CHMnjlEKC CT-35 

AVnjlEKC CT-35 

AVnJlEKC BOAO 

MMnyjlbCHOE 

TEJlErPA«>MPOBAHHE 

TEAErPA<DHA« 

SKCnJIVATAUHOHHAil 

CAy>KBA 

TEJIEFPAMMA 

nEPEFOBOP no TEJiErPAa)y 



453 



Fernsprech- 

Femsprechbetriebs- 

dienst 

Fernspruch 

Funk- 

Funkbetriebsdienst 

Funkparole 

Funksprueh 

Geheimhaltungsstufe 

Gkdos 

GVS 

VVS 

offen 

habe (nicht) verstanden 

habe Spruch 



Halten 
Handapparat 

Herstellen 

Klart^xt 

komnien 

KompaB 

Kurierpost 

Kurierstrecke 

Marschskizze 

MarschstraBe 

Meldung 

Mittelabgriff 

Morsealphabet 

Nachricht 

Nachrichtenaustausch 

nachstimmen 

nicht erhalten 

Quittung 

Pegel 

Relaisbetrieb 

Richtfurfk- 

Richtfunkbetriebs- 

dienst 

richtig empfangen 

Rufzeichen 

Schaltung 



TEJIEOOHHblfl. -A«, -OE 

TEJIEOOHHAfl 3KCnJiyATA- 

UMOHHAfl CJiyJKBA 

TEJIE<I>OHHOrPAM M A 

PA^HO- 

PAflHOCJiy^BA 

PAAHOnAPOJIb 

PAAHOrPAMMA 

rPH<» CEKP^THOCTH 

COBEPraEHHO CEKPETHO 

OCOBOft BA^HOCTH 

COBEPUIEHHO CEKPETHO 

CEKPETHO 

HECEKPETHO 

(HE) nOH^Jl 

y MEHfl PAAHOrPAMMA 

(TEJIEFPAMMA, TEJIE- 

<DOHHOrPAMMA) 

yflEP^AHHE 

MHKPOTEJlEOOHHAfl 

TPyBKA 

yCTAHOBJlEHHE, 

OPTAHHSAUHfl 

OTKPUTblft TEKCT 

hphEm 

KOMOAC 

HAKET, nOCTHAKET 

nyTb COOBIIiEHHfl 

MAPIlIPyTHAfl CXEMA 

MAPUIPyT 

AOHECEHHE 

CPEAH^a TOMKA 

A3ByKA MOP3E 

COOBDIEHME, 

HH«>OPMAUHa 

OBMEH COOBmEHWa 

(HH<I>OPMAUHH) 

nOflCTPOHTb 

HE nOJiyMEHO ^ 

KBHTAHUHfl 

yPOBEHb 

PETPAHCJiaUHfl 

PAAHOPEJIEHHUB, -Aa, -OE 

PAAHOPEJIEBHAA CJly^CBA 

nPHHHMAJl nPABHJIbHO 

n03bIBH0H- 

KOMMyTAUHfl 



W^--^ 



W"^ 



454 



Senden 

Signal 

Simplexverkehr 

Skizze 

Sofortteilnehmer 

Sprechfunk 

Sprechtafel 

Spruchformular 



Spruchkopf 

Stabsteilnehmer 

Tarnbezeichnung 

Tarntafel 

Taste 

Tastfunk 

Teilnehmer 

Teilnehmerapparat 

Telegramm 

Obermittlung 

Uhrzeit 

Unlerhalten 

Unterschrift 
Verschleiern 
Verschlusseln 
verschlusselter Text 
Vierdraht 

WartenSie! 
Zweidraht 



nEPEAATb 

chfha;! 

•CHMOJIEKCHAfl CBiI3b 
CXEMA, KPOKH 
nP^lMOd ABOHEHT 

paahote;ie<dohh>i 
nepefobopha^ tabjihua 

BJIAHK PAAHOrPAMMbl 

(TEJIEFPAMMbl, TE;1E<I>0H0- 

rPAMMbl) 

3ArOJ10BKA 

lUTABHOK ABOHE-HT 

KOAOBOE 0B03HAHEHHE 

TABJIHUA KOAOB 

KAIOM 

PAflMOTEJiErPAOHfl 

KJIIOMOM 

ABOHEHT 

ABOHEHTCKHfl AHHAPAT 

TEJIEPPAMMA 

HEPEAAMA, nEPEHPHfiM 

BPEM^ (no HACAM) 

COAEPKAHHE B HCHPAB- 

HOCTH 

nOAHHCb 

MACKHPOBKA 

UIHcPPOBAHHE 

SAIIIHttPOBAHHblf! TEKCT 

METblPExnPOBOAHAfl 

CBfl3b 

»AHTE! 

ABVXnPOBOAHA^ CBfl3b 



4.4. Wichtigste Redewendungen 

4.4.1 . Funkbetriebsdienst 



•Kama, hier Oka 
•habe Spruch fiir Sie 

•ich habe nichts fUr Sie 

•bin (nicht) bereit 
•geben SieQuittung! 

• kOnnen Sie wiederholen? 
•wiederholen Sie! 

• ich wiederhole 



• KAMA — Si OKA 

• y MEH« PAAHOrPAMMA 
AAA BAC 

• y MEHa HMHEFO HET RJlfi 
BAC 

• a(HE)rOTOB 

• AAKTE KBHTAHUHK)! 

• MO^ETE AH nOBTOPHTb? 

• nOBTOPHTE! 
•(iI)nOBTOP«K) 



455 



KfW 



...nii 



• alles 
•alles bis 

• alles ab 
•alles zwischen 
•iiberpriifen Sie! 

• Ende des Sendens 

• ich habe eine dringende 
Mitteilung 

•keine Verbindung mit 

• ich empfange gut 
(schlecht) 

• ich hore Sie mit 
. 5, 4, 3, 2, 1 



• ich hOre Sie nicht 

• Verbindungsiinterbrechung 

• kann nicht antworten 

• Empfang nicht moglich 

• bitte (dringend) um 
Antwort auf Funkspruch Nr. 

• habe Ihren Funkspruch 
Nr. . . . nicht empfangen 

• ich kann nicTit aufnehmen 

• haben Sie Quittung auf 
Funkspruch Nr. . . . erhalten? 

• mit Quittung 

• ohne Quittung 

•mit Ruckuberprtifung 

• im Klartext zu senden 



• BCE 

• BCfi AO 

• BCE OT 
•BCEME^/iy 
•nPOBEPbTE! 
•KOHEqnEPEMHM 
•y MEHflCPOHHOE 

COOEIIIEHHE 
•HETCB^3HC... 

• nPHHHMAK) XOPOUIO 

(njioxo) 

• CJlblUIV BAC OTJIHHHO, 
XOPOUIO, VAOBJIETBOPH- 
TEJlbHO, nJIOXO, OMEHb 

njioxo 

• BAC HE CJlbllUy 

• nPEKPAIUEHHE CB«3M 
•HE MOrV OTBETHTb 
•nPHfiM HE B03M0^EH 
•(CPOMHO) AAflTE OTBET HA 

HAIUV PAAMOFPAMMV 
HOMEP.... 

• BAUiy PAAHOFPAMMY 
HOMEP... HE nOJlVMEHO 

'(fl) nPMHHMATb HE MOFV 
•nOJlVMMJIHJlHBbl 

KBMTAHHHIO HA PAflHO- 

FPAMMV HOMEP? 
•KBHTAHHHOHHblPi 

CnOCOB (KB) 

• BESKBHTAHUMOHHblft 
CnOCOB (BK) 

•CnOCOB OBPATHO0 
nPOBEPKM (OH) 

• HEPEAATb OTKPblTO 
(OTKPblTbIM TEKCTOM) 



4.4.2. Richtfunkbelriebsdienst 



" schalten Sie auf Ihre 
Endstelle! 

« in welcher Betriebsart 
arbeiten Sie ? 

• wie empfangen Sie mich? 

• empfange Sie . . . 
456 



• nEPEKJUOMARTEHA 

BAIDV OKOHEMHVK) 

CTAHUHIO! 
•KAKOa PABOHHfi PEKHM 

VBAC? 
•KAK Bbl nPHHHMAETE 

MEH^? 
•nPHHHMAIOBAC 



• empf^ngen Sie Linienstrom? 

• empfange die Signale 
unter Rauschpegel 

• wie empfangen Sie 
meinen TrUger? 

• ich empfange von Ihnen 
einen schwachen Pegel 

• stimmen Sie den Sender 
nach! 

• schalten Sie den . . . 
Kanal ab! 

• priifen Sie die Antennen- 
richtung! 

• drelien Sie die Antenne 
nach rechts (links)! 

• Uberprllfen Sie die An- 
tennenzufiihrung (Speise- 
leitung)! 

• die Antenne sttafilt 

•die Antenne stralilt 
niclit 

• verilndern Sie die Pola- 
risation der Antenne! 

• ich habe verandert 

• tiberprufen Sie die Ab- 
strahlung der Antenne 
am MeBinstrument! 

• geben Sie Pegel auf 
den Kanal . . .! 

• uberprtlfen.Sie die Ober- 
tragung des Gesprachs 
(Rufes)aufdem . . . Kanal! 

• verstellen Sie den Kanal ! 

• eingeregelt 

• bereiten Sie den Kanal 
fur Betriebsart . . . vor! 



• nOJIVMAETE ;iHHEHHblf! 
TOK? 

•CHPHAJlbl nPHHMMAKD HA 

yPOBHE OiyMOB 
•KAKOH nPHHHMAETE OT 

MEHa BH-yPOBEHb? 

• OTBACnPHHHMAK) 
CJlABblB yPOBEHb 

• nOACTPOf^TE 
nEPEflATMHK! 

•CHMMHTEKAHAJI...! 

. nPOBEPbTE ASMMyj 

AHTEHHbl! 
•BPAmAdTE AHTEHHy 

BOPABO (BJIEBO)! 
•nPOBEPbTE AHTEHHO- 

OHAEPHbld TPAKT! 

•HSJiyMEHHE AHTEHHbl 
ECTb 
•H3;iyHEHM^ AHTEHHbl HET 

•CMEHHTE nOJlHPMSAUHK) 
AHTEHHbl! 
•CMEHHJI 

• nPOBEPbTE H3JiyHEHHE 
AHTEHHbl no nPMBOPy! 

• aaKte ypoBEHb no 

KAHAJiy...! 

• OPOBEPbTE I IPOXOXAEHHE 
PASrOBOPA (BbI30BA) 
no... KAHAJiy! 

•OTBEflHTEKAHAJl...! 
. KAHAJl ECTb 

. noAroTOBbTE . . . k ahaji 

HA PABOTy B 

PE^MME...! 



4.4.3. Fernsprechbetriebsdienst 

• hier Vermittlung 

• hier Schalttrupp 

• ich rufe 

• rufen Sie zurilck ! 

• komrat Ruf an? 



'Si KOMMyTATOP 

• a KPOCC 
'(H) Bbl3bIBA10 
•BbI3blBAftTE OBPATHO! 

• no.nyHAETE bwsob? 



457 



•Ihr Ruf kommt (nicht)an 

• Leitung besetzt (gestOrt) 

• Teilnehmer meldet 
sich nicht 

• bleiben Sie in der 
Leitung 

• verbinden Sie mich mit . . . 

• ich rufe . . ., bitte ver- 
langen Sie weiter! 

• bitte sprechen ! 

• sprechen Sie langsamer ! 

• buchstabieren Sie ! 

• wiederholen Sie! 

• ich l<ann Sie nicht 
verstehen 

• bleiben Sie am Apparat 

• ich bleibe am Apparat 

• Sie werden von . . . gerufen 
zum SammelgesprUch 

• hier Kama, bitte Olca ! 

• hier Oka 

• ich trenne 



•(HE) nOJlVMAK) BbI30B<A) 
•JlHHHfl 3AH^TA 
(nOBPEKAEHA, HAPyiUEHA) 
•ABOHEHT HE OTBEHAET 

• OCTABAftTECb B JIHHHH! 

•COEAMH^RXEMEHflC...! 

• BbBblBAK) . . . , TPEByflTE 
AAJIblUE! 

• rOBOPHTE! 

• rOBOPHTE MEA-flEHHEE! 

• rOBOPHTE no BVKBAM! 

• nOBTOPHTE! 

• H BAC HE nOHHMAK) 

• OCTABAftTECb 

y AnnAPATA! 

• JKAvyAnnAPATA 

• BACBblSblBAET... 
UHPKyjlflPHO 

• H KAMA, MftTE OKA! 

• a OKA (OKA CJiyUIAET) 

• PABIEAHH^K) 



4.4.4. 



Fernschreibbetriebsdienst 



• aufgenommenes Fernschreiben 

• befOrdertes Fernschreiben 

• Durchgangsfernschreiben 

• hier Schalttrupp 
(FS-Vermittlung) 

• empfangen Si6 mich klar? 

• ich empfange Sie klar 
(unklar) 

•schreiben Sie RY! 
•ich schreibe RY 

• empfangen Sie Linienstrom? 

• tauschen Sie a gegen b! 

• schalten Sie auf Ihre 
Endstelle ! 

• schreiben Sie! 

• schreiben Sie die 
nachste Fs-Leitung an ! 

•geben Sie Anruf unfl SchluB! 



•BXO^lflUlAfl TEJIEFPAMMA 
•HCXOA^mAfl TEJIEFPAMMA 
•nPOXOflflUIAa 

TE.nErPAMMA 
•^ KPOCC (UEHTPAJIbHA^ 

TEJIErPA<DHAfl CTAHUHa) 

• nPHHHMAETE MEH^ ^CHO? 
•BAC XOPOmO (HJIOXO) 

nPHHHMAK) 
^nHUIHTEPbl! 

•nHuiypbi 

• noJiyqAETE jimheRhmH 

TOK? 
•MEH^flTEAHB 
•nEPEKJIK)MAHTE HA BAUiy 

CTAHHHK)! 
•nHUIHTE! 
•nHIUHTE no BJIH^CAflfUIEfJ 

TEJIEFPAOHOK JIHHHH! 
•AAKTE BbI30B H KOHEII! 



458 



• ich gebe Anruf und SchluB 

• in welcher Betriebsart 
arbeiten Sie? 

. ich arbeite in der Be- 
triebsart . . . ^ 

• legen Sie Erde an ... ! 
•trenneii Sie Leitung zur 

Isolationsmessung 

• messen Sie den Linienstrom ! 

• holen Sie . . . zum Fern- 
schreibgesprach! 



•AAK) BW30B H KOHEU 
•KAKOa BHfl PABOTM 
VBAC? 
•y MEH^ BHfl PABOTM . . . 

.^KTESEMJIIOHA...! 
.flAKTE H30J1^UH10 HA ... ! 

.H3MEPa«TE .HMHEftHblB 

TOK! 
•nPHtJIACHTE... 

K AnnAPATV! 



4A£. 



Kuri^rdienst 



•ich bin Kurier 
•zeigen Sie Ihren 
Kurierausweis! 

• zeigen Sie mir die 
Kurierstelle! 

• ich habe Kurierpost 
fur Ihren Stab 

• bitte, unterschreiben Sie 
den Empfang der Kurierpost 

• haben Sie etwas fiir 
unseren Stab? 

•Was haben Sie? 

•wir haben nichts fUr Sie 

•wir haben fiir Sie 

Kurierpost 
•lassen Sie uns eine Zeit 

fiir den Austausch der 

Kurierpost festlegen 

• bitte, erweisen Sie mir 
. technische Hilfe 

• ich bitte, tanken zu Iconnen 

• zeigen Sie mir die gUn- 
stigste Marschroute bis 

zum . . . Punlct (auf der Karte) 



•a OEJlbflbEFEP (KVPbEP) 

• nPEAt^BHTE OEJIbflTjErEP- 
CKOB VAOCTOBEPEHHE! 

•VKA^HTE MHE CTAHUHK) 

cDEJIbAtEFEPCKO- 

nOHTOBOH CBfl3H! 
•HMEK) nAKET A-^fl 

BAUIEFO UITABA 
•nPOUiy PACHHCATbCfl 3A 

nOAVHEHHE OAKETA 

• MMEETE HTO-HHBVAb HJIH 
HAUIEPO UITABA? 

•MTO HMEETE? 
•AJIJI BAC HHHErO HE 
HMEEM 
•HMEEM JUia BAC HAKET 

•AABAKTE, VCTAHOBHM 
BPEMfl OBMEHA KOP- 
PECnOHAEHUHH 

•nPOUiy 0KA3ATb MHE 
TEXHHMECKyiO nOMOUlb 

•nPOlUy SAHPABHTbCfl 
BEH3HHOM 

•yKA^MTE MHE JiyMUIHB 
MAPIUPyT ABH)KEHHfl 
AO . . . ny HKTA (HA KAPTE) 



459 



4.5. HSuflg vorkommende AbkUrzungen an sowjetischen 

Nachrichtengeriten 

4.5.1. FUr die gesamte Technik zutreffend 



APP 


ArPEFAT 


Aggregat 


Apy 


ABTOMATHHECKAfl 


AYR - automatische Ver- 




PEryJIHPOBKA 


starkungsregelung 




yCHJtEHHfl 




BKJI 


BKJIKiHEHO 


Ein 


B/OM 


BMCOKOOMHblft 


hochohmig 


BX 


BXOA 


Eingang 


BblKJI 


BblKJIIOHEHO 


Aus 


BMX 


BblXOfl 


Ausgang 


BH 


BblCOKA^ HACTOTA 


HF - Hochfrequenz 


TEH 


TEHEPATOP 


Generator 


3 


3EMJI^ 


Erde 


KB 


KOPOTKA^ BOJIHA 


Kurzwelle 


Kru 


KHJIOrEPU 


kHz - Kilohertz 


Jl 


JIAMOA 


Rohre 


JI(;iHH) 


JIHHH^ 


Leitung 


Mrru 


MEPAFEPq 


MHz - Megahertz 


MECT 


MECTHbia 


ortlich, Orts- 


HAaC 


ha»:athe 


gedruckt 


H/OM 


HHSKOOMHblfl 


niederohmig 


HH 


HM3KA^ hactota 


NF - Niederfrequenz 


OEM 


OBMOTKA 


Wicklung, Windung 


OK 


OKOHEHHA^ 
CTAHUHa 


Endstelle 


OT^ 


OTaCATHE 


nicht gedrfickt 


HEP 


nEPEAAHA, HEPE- 
AATHHK 


Senden, Sender * 


np • 


nPHEM, nPHEMHHK 


Empfang, EmpfSnger 


nn 


npoME»cyTOTHAa 

HACTOTA 


ZF - Zwischenfrequenz 


PETP 


PETPAHCJIflqHfl 


Relaisbetrieb 


ppy 


PyHHA^ PEryJIH- 


HVR - Handverstar- 




POBKA yCHJIEHHfl 


kungsregelung 


PIII 


PACnPE;iEJIHTEJTb- 
HblK mWTOK 


Verteilertafel 


CRT 


CPEAH^^ TOHKA 


Mittelabgriff 


CTAB 


CTABHJIH3ATOP 


Stabilisator 


TA (TAH) 


TEJIE^OHHblH 
AnnAPAT 


FF - Feldfernsprecher 


TJir 


TEJIEFPAOHa 


Telegrafie, Femschreiben 


TJKD 


TEJIE<DOHHM 


Telefonie 


VAEP 


y;iEPaCHBAK)mAfl 


Halte- (Wicklung) 



460 



VKB yjIbTPAKOPOTKA^ 

BOJIHA 
qyBCT qyaCTBHTEJIbHOCTb 

1 np oAHonpoBOflHbifl 

2 np ;jByxnpoBOflHbiK 

4 np qETblPfiXnPOBOfl- 

HblB 



UKW - Ultrakurzwelk 

Empfindlichkeit 
Eindraht gegen Erde 
Zweidraht 
Vierdraht 



4.5.2. Vorwiegend fur drahtlose Nachrichtentechnik zutreffend 



AM 


AMnJIHXyAHA^ 


Amplitudenmodulation 




Mouyjisiixufi 




AHT 


AHTEHHA 


Antenne 


Ann 


ABTOMATHHECKAM 


AFN - Automatische 




nOACTPOKKA 


Frequenznachstimmung 




HACTOTbl 




Bn 


BYKBOnEHATAHHE 


Fs - Fernschreiben 


BOH 


BJIOK OnOPHblX 


Einschub des Mutter- 




qACTOT 


frequenzgenerators 


BBn 


BEPXHMfl BOKOBAil 
nOJIOCA 


OSB - oberes Seitenband 


fly (flHCT. 


ynP) AHCTAHUHOHHOE 
ynPABJIEHHE 
AOBABOMHA^ 


Fernbedienung 


AOB.HHA 


Verlangerungsspule 




HHAYKTHBHOCTb 




flynji. 


AVnJIEKC 


Duplex 


AHT 


ABOfiHOE qACTOT- 


F6 - Zweikanalfrequenz- 




HOE TE;iErPAa>H- 


umtastung 




POBAHHE 




HHA 


HHAHKATOP 


Anzeigegerat, Mefigerat 


K 


KACKAA 


Stufe 


Kdpp 


KOPPEKUH^ 


Korrektur, Eichung 


MAH 


MAHHny.naUH^ 


Tastung 


VIH 


MECTHAfl HECyfflA^ 


ortlicher Trager 


MOA(MOAyJI) MOAVJl^UH^ 


Modulation 


HACTP 


HACTPOHKA 


Abstimmung 


HBn 


HHaCH^fl BOKOBA^ 

nonocA 


USB - unteres Seitenband 


HEF 


HEFATHB 


Negativ 


OKOH 


OKOHEHHA^ 
CTAHUH« 


Endstelle 


nOACTP 


nOACTPOKKA 


Nachstimmung 


no3 


nOSHTHB 


Positiv 


ny(P) 


nyjibT ynPABJiEHH>: 


[ Bedienungspult (des 




PAAHCTA 


Funkers) 


PAB 


PABOTA 


Betrieb 


CHMHA 


CHMnJlEKC 


Simplex 



461 



CT.35 


CHMnJIEKC CT-35 


2DE - Zwektrahtetn- 
fachstrom 


TPAH3 


TPAH3HT 


Transit, Relaisbetrieb 


ynp.c 


ynPABJIfllOmAfl 
CETKA 


Steuergitter 


MM 


MACTOTHAil 


Frequenzmodulation 


HT 


MACTOTHOE TEJIE- 
rPAOHPOBAHHE 


Fl - Frequenzumtastung 


VM 


VCHJIHTEJIb 
MOmHOCTH 


Leistungsverstarker 


3KP.C 


3KPAHHA^ CETKA 


Schirmgitter 


4.5.3. 




ATC 


ABTOMATHHECKA^ 
TEJIEOOHHAJ! 


ZB/W-Vermittlung 




CTAHUHa 


\ 


Am 


AnnAPATHBia 
niHTOK 


Anschalttafel 


BKPn 


BJIOK KOMMVTAUHH 


Schalt- und Vertetler- 




H PACnPEAEJIEHHa 


block 




nHTAHH^ 




Bxr 


BJIOK 


Feldkliiikenumschalter 




TEJlErPA<I>HbI» 


(Tg-Ug) 


BTT 


BJIOK TEJIEOOHHO- 


Feldklinkenumschalter 




TEJIErPAOHBlB 


(Fe/Fs-Ltg) 


BT<1> 


BJIOK TEJlEOOHHBia 


Feldklinkenumschalter 
(Fe-Ltg) 


Bin 


BbI3BIBHOfl mHVP 


Vermittlungsschnur 


B^AC 


^ BJIOK UEnEfl 


Feldklinkenumschalter 




flAJIBHEB CBH3H 


(Fernltg) 


THH 


rpvnnoBAfl he- 

CVmAH HACTOtA 


GruppenfrequejHZ 


KM 


KOHTPOJIBHAfl 
HACTOTA 


Kontrollfrequenz 


Jiyc 


hhheKhbiK 

yCHJIHTEJIB 


Linearverstarker 


MB 


MECtHAa BATAPEa 


OB - Ortsbatterie 


HH 


HOMEPOHABHPA- 
TEJIB 


Wahlerscheibe 


Hvn 


HEOBCJIV^HBAK)- 
mna VCHJIHTEJlb- 
HblR nVHKT 


unbemannter Verstarker 


HM 


HECVmAa MACTOTA 


TF - Tragerfrequenz 



W^ 



462 



jhafcAte^^it^^ 



OTT 


TOHAJIbHOE 


WT - Wechselstrom- 




TEJIErPA<t>HPO- 


telegrafie 




BAHHE 




oyn 


oBc;iy>KHBAiomHfi 

yCHJlHTEJIBHblft 

nyHKT 


bemannter Verstarker 


om 


onpocHbiK fflHyp 


Abfrageschnur 


nrHH 


nPEflrpynnoBA^ 


Vorgruppentrager- 




HECymAfl MACTOTA 


frequenz 


npoB , 


nPOBEPKA 


Priifen 


PBT 


PABOTA 


Betrieb 


PK 


PACnPEflEJIHTEJIB- 


Endverzweiger, Verteiler- 




HA^ KOPOBKA 


kasten 


PH 


PEryJI^TOP 
HAKJIOHA 


Entzerrer 


py(C) 


PEryji^TOP 

yCHJIEHHfl 


VerstSrkungsregler 


po 


PACnPEAEJIHTEJIb- 
HMfl "DHJIBTP 


Leitungsfilter 


CA 


.cnEu. AnnAPATypA 


Spezialgerat 


TKfl (3) 


TOHKOAABATEJIb 
(3A3EMJIEH) 


Punktgeber (geerdet) 


TO/Tr 


TEJIEtDOHHO- 
TEJIEFPAfDHO 


Fe/Fs-AnschluB 


yy 


yKA3ATEJIb yPOBHil 


Pegelmesser 


UB 


UEHTPAJlbHAfl 
BATAPE^ 


ZB - Zentralbatterie 


UIK 


niHPOKHft KAHAJl 


Breitbandkanal 


2nPOK 


flByxnPOBOAHblft 
OKOHEHHbiB 


Zweidrahtendstelle 

• 


2nPTP 


flByxnpoBOAHbiK 

TPAH3HT 


Zweidraht-Transit 


4 nPTB (4TB) 


qETbiPExnpoBOA- 


Vierdraht ohne Ruf- 




Hblfl BXOfl C TPAH- 


umsetzting 




CJIHUHEK BbI30BA 




4 nPHB (4HB) 


qETbiPfixnpoBOA- 


Vierdraht mit Ruf- 




Hbl« BXOfl C HHAyK 


- umsetzung 




TOPHbIM BblSOBOM 




I 


I PE»CHM 


4DD - Vierdrahtdoppel- 
strom 


II 


II PE^HM 


4DE - Vierdrahteinfach- 
strom 


III 


III PESCHM 


2DE - Zweidrahteinfach- 
Strom 



463 



T\ 



4.6. 



Wichtige Begriffe im ortsfesten Nachrichtennctz 



HA - Hauptamt 
KA - Knotenamt 
Vst(EA) - Endamt 
Tin - Teilnehmer 
Vh - Hauptverteiler 
LV - Linienverzweiger 

KV - Kabelverzweiger 

EV - Endverzweiger 

OEVs - Oberfuhrungsend- 
verschluB 
■ Ortsnetz 

Cbertragungsstelle 
Schalthaus 
Schaltschacht 
Wellenwiderstand 



OBJlACTHOft ySEJI 

PAflOHHblH ySEJl 

OKOHEHHAfl CTAHUHfl 

ABOHEHT 

KPOCC 

PACnPEAEJIHTEJlbHMft 

UIKAtD 

PACnPEAEJlHTEJIbHblB 

UIKAO 

PACnPEflE.IlHTE.IlbHAa 

KOPQEKA 

KABEJlbHblfi ^mHK 

MECTHA^ CETb CBa3H 
(rOPOACKAfl CETb CBfl3H) 
yCHJIHTEJIbHAfl CT AHiXHH 
KABEJIbHAa BV^JKA 
KABEJlbHAa fflAXTA 
BOJIHOBOE COnPOTHBJlEHHE 



-^ 



464 



Teil I 
Allgoneine militarische Ausbildung 



w^ 



ife. 




',.':.^i:j'^.J&:..i.lfi&i- 



1. SchicRiuisbildung mil Schiitzenwaffcn 

|.(. Pistole Makarow (Pislole M) 

1.1.1. Bestimmung 



[207] 



Die Pisttile isi einc Faustt'eucrwutTc, die das SchieQen auf iiahe Enlferiuing 
mil Ein/clfeuer ermogliciit. 




Gesamlansicht der Pisloie [Bild 207.1] 



t.1.2. Taktisch-technische Angaben 



Piaktische Feuergescliwindigl<eil 
giiiistigc SchuBcntfcrnung 
Masse mil gefulltem Magazin 
Kaiiber 

Anfangsgescliwindigkeit (r„) 
Fassungsvermogeii des Magazins 
Kampfsalz 



30 SchuB/min 
bis 50 m 
810g 

9 mm 
315 m/s 
8 Patronen 
24 Patronen 



Die Pistole M ist ein RuckstoBlader oline starre Laufverriegelung. 

Es ist moglieh, mit hartem und weiehem Abzug/ii seliicBen. Mit hartem Ab- 

ziig kann geschossen werden, ohne vorher das SchlagstUck zu spannen. 



467 



.1.3. Aufbau 




Hauptteile der Pistole 
[Bild 207.2] 

I - Lauf; 2 - VerschluB; 3 - Grid'stuck; 4 - Visiereinrichtung; 5 - Abzugs- 
einrichtung; 6 - Zubehnr 



Die Hauptteile der Pistole sind im Bild dargestellt. 

Im Lauf wird die Patrone entziindet, und dem GeschoB werden Richtung, 

Drehung und Geschwindigkeit gegeben. 




HWWWWWAY/ll 



VerschluB. [Bild 207.3] 

1 - VerschluBstiick; 2 - Sicherung; 3 ~ Schlieflfeder; 4 - AusstoBer; 5 - Aus- 
zieher; 6 - Hiilsenauslritt; 7 - Schlagbolzen; 8 - Fiihrungsschienen; 9 - Vi- 
sier; 10 - Kom (Telle 9 und 10 s. nachste Seite) 



468 




[Bild 207.4J 

Der VerschluB fiihrt die Parlone in den Laiif ein, verschlieBt ihn von hinlen, 

entzLindet die Treibladung und entfernt die leere HLilse nach dem SchuB aus 

der Waffe. Er besteht aus VerschluBstUck, Sichening und SchlieBfeder. 

Das VerscliluPsliick gleitet mittels der Fiihrungsschienen im GriU'stiJck. Es 

nimmt den AusstoBer, den Auszieher und den Schlagbolzen auf und ist fiir 

den Austrilt der Hiilse auf der rechten Seite durchbroclien. 

Das GrifTsliick dieni zur Handliabung der Pistole. An ihm befinden sich der 

Lauf. der federnd gelagerte Abzugsbiigel und das VerschluBfangsluck. Ab- 

zugseinrichtung und Magazin sind ebenfalls im Griffsluck untergebracht. 




Griffstuck 
[Bild 207.5] 

1 - Lauf; 2 - Abzugsbiigel; 3 - Nuten zum Gleiten des Verschlusses; 4 - Ver- 
schluBfangstiick 



Die Visiereinrichtung (s. Bild VerschluB) dient zum Zielen. Sie ist auf dem 

VerschluBstUck befestigt und besteht aus Visier und Korn. 
Die Abzugseinrichtung bewirkt durch das SchlagstUck, daB der Schlag- 
bolzen vorschnellt und die Patrone entzundet. 

Der Ahzuij ist mit der Abzugsstange verbunden, und durch ihn werden alle 
Telle der Abzugseinrichtung bewegt. 



469 




■1P\ 



idK 




la^. • 



Abzugseinrichtiing [Bild 207. (>] 

1 - Abziig: 2 - Abzugsstange mil Unterbrccher; 3 - Abzugshehel; 4 Schlag- 

stuck; 5 - Schlagfeder; 6 - Federklemmc 




Zubebor [Bild 207.7] 

a - Magazin; b Pislolenlusche; c Reinigungsgcriit 

1 - Behiiller; 2 Reiiiigungsschnur; 3 - 1-allgewichl: 4 - Olbursle; 5 - Reini- 

gungsbiirste; 6 - Pinsel; 7 - Olbthaller: 8 Schraubenzieher; 9 Durchireiber 



470 



Die Ahziifissl Clinic mit V ntcrhrcclu'r Ubertragl die aiif den Abzug ausgel'il^le 
Kiafl auf die tibrigen Tcilo des Abzugs. Der Unlerbreclier hebl den Abzugs- 
liebel an und ermoglichl so eine Drcliimg des Sclilagsltieks. 
Der Ah:iuislu'hel greifl in die Spann- bzw. Sicherungsraste des SclilagsliJcks 
ein und hilli es lest. 

Das Schliitisliick schliigt, sobald der Abzng betiiligl wird, aiif den Sclilag- 
bolzen, der die Patrone entztindet. 

Die Schlagfeder ist zweiteilig und wirkt mit dem breiten Tell auf das Sehlag- 
stlick und mit dem sclimalen Teil auf den Unterbreclicr. Das untere Teil 
wirkt als Magazinsperre. Die Schlagfeder ist mit der Federklemme am Griff- 
stuck befestigt. 

Zum Zubehor gehiiren zwei Magazine, die Pistolentasche und das Reini- 
gungsgeriit. 

Das Mmicizin nimml die Patronen auf. Sind aiie Patronen verschossen, so 
drtickt der Ansalz des Zubringers das VerschluBfangstilck nacii oben, und 
der VerschluB wird in der liinteren Stellung gehaltcn. 
Die Piswientiischc nimmt die geladcne Pistole und ein Magazin auf. 
Das Reiniiiiiiu;s(jeriil dienl zum Reinigcn und Einiilen der WalTe und wird 
auch zum Auseinandernelimen und Zusammensetzen der Pislole benulzt. 



1.1.4. Bedivnung 

1.1.4.1. Fiillen des Magazins 

1. Magazin mit Zubringer nach oben halten. 

2. Patronen in das Magazin einfUliren und mil dem Daumen,hineindriicken. 

Beachle : 

Vor dem Ftillen des Magazins Patronen durchsehcn! 
Bescliiidigte Patronen nicht verwenden! 



I.t.4.2. EinseUen des Magazins 

1. WalTe aiTi Griffsttick erfassen. i 

2. Magazin in die WalTe einftiliren, bis die Magazinsperre liorbar einrastet. 

1 . 1 .4.3. Durchladen der Pistole 

1. Siclierungshebel nach untcn drlicken (roter Punkt am VerschluBstiick 
wird sichtbar). 

2. WalTe am GrilTstiick erfassen. 

3. VerschluB zuruckziehen und vorschnellen lasscn. 

Merke: 

Wenn nicht sofort geschossen wird. i.st die Pistole zu sichcrn. dabei ist 
der Sicherungshebel nach obcn zu driicken. 

471 



1.1.4.4. 



Entladen der Pistole 



1. Waffe sichern. 

2. Magazinsperre nach hinten drticken, und Magazin herausnehmen. 

3. VerschluBzuriickziehen.Palroneauswerren (einc Hand hat den VerschluB 
so zu erfassen, daB der Hiilsenauslritt veideckt wird, die andere Hand ver- 
schlieBt die Offnung fiir das Magazin und filjigt die ausgeworfene Palione 
auf). 

4. Verschlufl nach vorn gleiten lassen. 

5. Waffe sichern. 

Beachte: 

1st die letzte Patrone verschossen, so driickt der Ansatz am Zubringer des 
Magazins das VerschluBfangstuck nach oben, und der Verschlufl bleibl 
in der hinteren Stellung stehen. 

In dieser Stellung isl die Walfe wie folgt zu entspannen: 

1. Magazin entfernen. 

2. VerschluBfangstuck nach unten drticken. 



1.1.5. Auseinandernehmen 

1.1.5.1. Teilweises Auseinandernehmen 




VerschluB 
vom Griffstuck 
abnehmen 
[Bild 207.8] 



a - Abzugsbugel 
ausrasten ; 



b - VerschluB 

zuriickziehen, 

hinten anheben 

und 

vorgleiten lassen 



472 



1. Magazin herausnehmen. 

2. Kontrollieren, ob die Waffe entladen ist. Dazu 
-WalTe entsichern; 

- VerschluB zuriickziehen; 

- Patronenlager kontrollieren ; 

- VerschluB nach vorn gleiten lassen. 

3. VerschluB vom Griflstuck abnehmen. Dazu 

- Abzugsbiigel nach unten ziehen und nach rechts oder links drUcken; 

- VerschluB bis zum Anschlag nach hinten ziehen, anheben, langsam 
nach vorn gleiten lassen und abnehmen ; 

- Abzugsbiigel einrasten ; 

- SchlieBfeder nach vorn vom Lauf abnehmen. 

Die Waffe wird in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengesetzt. 



1.1.5.2. Vollstandiges Auseinandernchmen 

(Fortsetzung des teilweisen Auseinandernehmens) 



Abzugshebel und VerschluBfangstiick abnehmen. Dazu 

- Schlagstlick entspannen; 

- mil der Spitze des Fallgewichts an der Reinigungsschnur den Feder- 
haken des Abzugshebels vom VerschluBfangstuck abheben; 




Federhaken abheben 
[Bild 207.9] 



- Abzugshebel nach vorn drehen, bis die Flache am rechten Zapfen mit 
der Ausnehmung fur den Zapfen im Griffstuck iibereinstimmt, und 
Abzugshebel nach oben drlicken ; 

- Abzugshebel mit VerschluBfangstuck vom Griffstiick abnehmen. 

2. Griffschale abnehmen. Dazu 

- Griffschalenschraube mit dem Schraubenzieher herausschrauben; 

- Griffschale nach hinten abziehen. 

3. Schlagfedcr abnehmen. Dazu 

- Federklemme nach unten schieben und abnehmen; 

- Schlagfeder vom Ansatz des GriffstUcks entfernen und abnehmen. 



473 



4. SchlagstUck herausnehmen. Dazu 

- Abziig nach vorn drllcken; 

- Sclilagstlick iiacli vorn drehen iind iiadi vorn herausnehmen. 

5. Abzugssuinge mit Unlerbrecher herausnehmen. Dazu 

- Abzug nach hinlen driieken; , 

- Abziigsstange hinten anheben und nach rechts aus dem Abzug heraus- 
nehmen. 

6. Abzug herausnehmen. Dazu 

- Abzugsbtigel ausrasten; 

- Abzug nach vorn driieken und nach untcn herausnehmen; 

- Abzugsbiigel einraslen. 

7. Sicherung und Schlagbolzen herausnehmen. Dazu 

~ Sicherungshebel iiber die Steiluiig »Gesichert« hinaus bis zum Anschkig 
nach oben driieken: 

- Sicherung aus dem Lager des Verschlu(.istticks herausnehmen: 

- hinteres Ende des Ver.schluBsliicks auf die Handfliiche schlagen und 
Schlagbolzen herausnehmen. 

,8. Auszieher herausnehmen. Dazu ^ 

- Federwiderlager mit der Spitze des Fallgewichts an der Reinigungs- 
schnur nach innen driieken; 

~ Auszieher vorn nach unlen driieken und dadurch das hintere Ende an- 
heben ; 

- Auszieher langsam herausnehmen und dabei Auszieherfeder ent- 
spannen; 

- Auszieherfeder mit Federwiderlager herausnehmen. 
9. Magazin auseinandernehmen. Dazu 

- Magazinbodcnsperre eindriicken; 

- Magazinboden abnehmen und Zubringerfeder langsam entspannen; 

- Zubringerfeder und Zubringer aus dem Magazingehiiuse herausnehmen. 
Die WalTe wird in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengesetzl.. 



1.1.6. 



Beseitigen von Hemmungen 



Hemmung 



Ursachen 



Beseitigung 



VerschluB In vorderer 
Stellung, Schlagstiick 
vorgeschnellt, Pa- 
trone nieht entziindei 

VerschluB nicht in 
vorderer Stellung, 
Abzug liiBt sich 
nicht betiitigen 



Versager 

Schlagbolzen 
abgenutzt oder 
gebrochen 
Patronenlager 
verschmutzt 
Auszieher sitzt 
nicht in der 
Ringnut der Pa- 
trone 



Durchladen, Schie- 
Ben fortsetzen 
Schlagbolzen aus- 
wechseln 

Patronenlager 
reinigen 

VerschluB durch 
cinen Schlag mit 
der Hand nach 
vorn stoBen 



474 



Hemmung 



Ursachen 



Beseitigung 



Patrone wird nicht 
aus dem Maga/in aus- 
gesioBcn iind in das 
Paironenlager gefiihrt 



Hiilse klemml zwi- 
schen Laufmiindung und 
VerschluB 



Zubringerfeder 

dcs Magazins er- 

lalimt Oder ge- 

brochen 

Magazingchausc 

verbeult 

Gleilende Telle 

verschmutzt 

Auszieherkralle 

Oder Auswerfer 

defekt 



Magazin 
wechseln 



Magazin 
wechseln 
Pistole reinigen 

Defekte Telle 
auswechseln 



Urn Hemmungcn zu vermeiden, ist die WalTe vorsthriflsmiiBig zu warten. 
Viele Hemmungen konnen durch nochmaliges Durchladen beseitigl wer- 
den. 



1.1.7. 



Ausbildungsanleitung 



Ziel der Ausbildung 

Jeder Soldal soil die Zweckbestimmung der Pistole erkliiren. die taktisch- 
technischen Angaben darlegen sowie die Telle benennen, unterscheiden und 
erklaren konnen. Er muB weiterhin die Pistole in der richligen Reihenfolge 
auselnandernehmen und zusammen.setzen konnen. 

Wahrend der Ausbildurtg, besonders beim Auseinandernelimen und Zu- 
sammenseuen, ist jeder Soldat so zu erziehen, daB er die WalTe schonend 
behandelt und die Sicherheitsbestimmungen stilndig beaditet. 

Organisation der Ausbildung 

Der Unterricht kann als Unterweisung im U-Raum durchgefiihrt werden. 
die methodischen Formen Vortrag, Demonstration, Gespriich, selbstiin- 
dige Tiitlgkeit und Oben sind gesehickt mileinandcr zu verbinden. Gc'spriich. 
Deitumslraliim uiut Uhcn niiissc'ii duhci rorlwrrschcn. 

Zur unmittelbaren Unterrichtsvorbereilung UlBt der Ausbilder die Tische 
und Sitzgelegenheiten des Unterrichtsraums in U-Form aufstellen. Er be- 
fielilt, daB jeder Soldat seine WalTe mit Zubehiir und Reinigungstuch zum 
Unterricht milzubringen hat, und UlBt fUr sich zwei Pistolen mil Ex-Patro- 
nen bereitlegen. 

Der Ausbilder muB die Bezeichnung der Waffenteile und das Auselnander- 
nehmen und Zusammensetzen der WalTe behcrrschcn. Diis Ahlescn mn 
lien UnlL'niclnsmiitcriiilicn ist wcUcslyehencl zu rcnm-Uleiu 

Durchluhrung der Ausbildung 

Der Ausbilder kann folgcndermaBen verfahren: 

WalTe zeigcn, Zweckhestinmniiui erkliiren und von' cin bis zwei Soldaten 

wiederholen lassen. 



475 



Einem Soldatcn befehlen, die Zweckbestimmung stichpunktartig an die 

Wandtafel zu schreiben. .Das Geschriebene ist erforderliclienfalls zu ver- 

vollstundigen bzw. zu korrigieren. Dabei sind mehrere Soldaten zur Mit- 

arbeit zu veranlassen. 

Die taklisch-lechnischen Aniicihen sind anschlieBend in der gleichen Weise 

zu leliren. Es sind nur die fur die Praxis notwendigen Angaben zu vermit- 

tein. 

Der Ausbilder nennt die Hmiptteile und zeigt sie an einer zusammengesetz- 

ten und an einer auseinandergenomnienen Waffe. Mehreren Soldaten ist 

nacheinander zu befelilen, an der eigenen WalTe ebenfalls die Hauplteile 

zu zeigen und zu benennen. 

Beachte: 

Beim Erkliiren und Demonstrieren darf die Miindung einer Waffe nie 
auf Mann gerichtet sein. 

UmdieTeilederWaffegenauerzubeschreiben.istsieauseinanderzunehmen. 
Der Ausbilder zeigt und erkliirt jeweils eine Tiitigkeit des Ausciiuiiulcrneh- 
mcns und befiehlt den Soldaten, die Tiitigkeiten an ihren Waffen zu wieder- 
holen. 

Die Telle sind in der Reihenfolge des Auseinandernehmens auf das Rei- 

nigungstuch abzulegen. 

Beim Lehren des Ziisummensetzens ist ebenso zu verfahren wie beim Aus- 

einandernehmen. 

Zum Wiederhoien kann ein Soldat befohlen werden, der die Tiitigkeiten 

des Auseinandernehmens nennt, wUhrend die ubrigen Soldaten die genann- 

ten Tatigkeiten unter Aufsicht des Ausbilders ausfiihren. 

Beachte: 

Beim Auseinandernehmen durfen nur die zum ZubehSr gehiirenden Werk- 
zeugebzw. Cerate benutzt werden. Auf schonende Behandlung der 
Waffenteile ist standig hinzuweisen und zu achten, 

Bevor weiterer Stoff vermittelt wird,J<onnen zwei bis drei Soldaten beauf- 
tragt werden, die zu Beginn des Unterrichts gelehrte Zweckbestimmung und 
die taktisch-technischen Angaben zu wiederhoien. 

Da zunachst nur die Hauptteile der Waffe gelehrt wurden und die Reihen- 
folge des Auseinandernehmens bekannt ist, konnen nun alte Telle naher 
heschrleben werden . 

Zur logischen Fortsetzung des Unterrichts zeigt der Ausbilder das Teil an 
der auseinandergenommenen Waffe, nennt zuerst Bezeichnung und Zweck- 
bestimmung des Tells und beschreibt es anschlieBend syslematisch von vorn 
nach hinten, von unten nach oben, von innen nach auBen bzw. umgekchrt. 
Bel Hauptteilen, die aus mehreren Einzelteilen bestehen, sind die Einzelteile 
nach der Bezeichnung des Hauptteils und dem Erkliiren seiner Zweckbestim- 
mung zu zeigen u»id zu benennen, und anschlieBend ist jedes Einzelteil zu 
beschreiben. 



476 



Beispiel : 

Der VerschluB fuhrt die Patrone in den Lauf ein, verschlieBt ihn von hinten, 

entzUndet die Treibladung und entfernt die Hulse nach dem SchuB aus der 

WatTe, 

Er besteht aus VerschluBstuck, Sicherung und SchlieBfeder. Am VerschluB- 

stuck befinden sich innen eine Ausnehmung fUr den Lauf mit SchlieBfeder, 

der AusstoBer, die Ausfrasung fur den Hulsenboden, eine Bohrung fur die 

Schlagbolzenspitze usw. 

Beim Zeigen ist den Soidaten Gelegenheit zu geben, die Teile an ihrer Waffe 

zu betrachten. Wiederholungen sind nach bestimmten Abschnitten zu 

fordern. 

Schwer erkennbare, aber wichtige Ansiltze, Nocken usw. zeigt der Ausbilder, 

indem er sich zu den Soidaten begibt. Dabei kommt ihm die Sitzordnung in 

U-Form zustatten. , 

Beachte : 

Jede »Schraubchentheorie« vermeiden. 

Zum AbschluB kann eine Gesamtwiederholung des Stoffes gefordert wer- 
den. Der Aushikler achtet darauf, ilafi cille Soidaten mimkslens eine Frage 
heantworten. Danach faBt er den Stoff in vorbildlicher Weise selbst noch ein- 
mal zusammen. 

Auswertung der Ausbildung 

Bei Waffenunterrichten gibt es typische Mangel, die der Ausbilder im Ver- 
laufe des Unterrichts beseitigen und bei der Auswertung ansprechen muB. 
Seiche Mangel sind z. B.; 

- Unaufmerksamkeit wiihrend des Vortrags durch den Ausbilder, wenn die 
Soidaten willkiirlich und unaufgefordert an Waffen oder WalTenteilen 
uben; 

- Nichtbeachten einer strengen Reihenfolge beim Ablegen der Teile wUh- 
rend des Auseinandernehmens der Waffe; 

- unsystematische, unlogische und dadurch schwer einpragsame Dar- 
legungen beim Beschreiben der Waffenteile. 

Die Einschatzung sollte am Ende des Unterrichts vorgenommen werden. 



477 



1.2. Handgranaten Pll) 

Handgranalcn wcrden in Splitter- mid P;in/crhandgr;Mi:ilcn iinlerleill. 



1.2.1. 



Splitterhandgranalcn 



1.2.1.1. Bestinimung 

Die Splilleiiiaiidgranale wird in alien GefeclUsaiten eingesetzl. Sie eignet 
sich bcsonders zum Vcrnicliten dcs Cicgncrs in und hinlcr Dcckungcn, wo er 
mil ScliiltzenwalTen nielU wirkungsvoll hckiimpft werdcn kann, und wird 
audi zuiii Zerslorcn von Drahlspcrrcn. WalTcn, Kfz. usw. eingesetzl. 
In Verbindung niit Schutzcn^wall'cn ermogliclicn Handgranalcn die erl'olg- 
rciclie Bekanipfung audi cines zalilenniiiBig iiberlegenen Gegncrs aus naher 
Enllernung. 

Man unlerscheidel bei den Spliltcrliandgranalen AngrilTs- und Verleidi- 
gungshandgranalcn. Die Vertcidigiingshandgranate (F-1) weisl gegeniiber 
den AngrilTshandgranalen groBcre Splillorwirkung auf. Die Angrilfshand- 
granatcn werden sowohl ini AngrilTwie auch in der Verteidigung angewen- 
del. 






Splitterhandgranaten 

[Bild2II.l] 

a Rtili-5: 

b RCi-42; 

c F-l 



1.2.1.2. Taktisch-technische Angaben 



Kennwerte 


RGD-5 


RG-42 


F-l 


Masse in g (wurlTerlig) 


310 


420 


650 


mitllcre Wurl'weile in m 


40. ..50 


30. ..40 


35. ..45 


Radius dcr Splillerwirkung 








in m 


25 


25 


200 


zu verwcndender Ziinder 


USRG-M 


USRG-M 


USRG-M 




Oder 




Oder 




DS-62 




DS-62 




USRG-M 




DS-62 


ZiindverzOgerung in s 


3.2 bis 4.2 




3.2 bis 4 



478 



1.2.1.3. Aufbau 

Spitlerhandgranaten bestehen priiizipicll aiis dcm Haiiclgranalenkiiiper. 
dem SprengslolT und dem Ztiiuler. 
Der Aufbau ist im Bild dargcslellt. 




Schnilt durch Splitlerliandgranaten 

a- RGD-5: b RCi-42; c F-l 

I - Handgranalenkorper; 2 - Ziinder 




Melalleinlage 



Die in der NVA vcrwcndelcn Handgranalcn/iindci- USRG-M und DS-62 
sind in Handhabung und Wirkungswcisc gleidi. Der Ziinder DS-62 unler- 
scheidet sich vom Ziinder USRG-M nur durch geringfugige konslruktive 
Deiails und durch die Ver/ogerungstolcran?. (s. taktisclie und lechnische 
Angabenl. 

Der Ziinder USRG-M fiir die Handgranale RGD-5 unterscheidet sich von 
dem fiir die Handgranalen RG-42 und F-l nur durch eine andere Form des 
Sicherungshebels. 




.( 

Zunder USRG-M [Bild 21 1.3] 
1 - Ziindergehause; 2 - Sicherungs- 
splim mil Ring; 3 - Aufnahme- 
gewinde; 4 - Sicherungshebel; 5 - 
FUhrungsscheibe; 6 - Schlaghol- 
zenfeder; 7 - Schlagbolzen; 8 - 
Federgegenlager;9 Verzogerungs- 
riihrchen; 10 - Ziindhillchen; 11 
Verzbgerungsteil; 12 - Sprengkap- 
sel 



479 



1.2.1.4. Wirkungsweise 

Die Splitterhandgranaten wirken durch den Detonationsknall, den Luft- 
druck in unmittelbarer Niihe der Detonation und durch die Splitterwirkung. 
Die Hwnlijnmule F-l cliirj niir aiis fji'pimzcrwn Fahrzeiii/en oiler iiiis uiuleren 
Deckiiiuien heraiis yeworfen wenlen. 

Achtung: 

Im Bereich der Splitterwirkung mtisscn sich alle eigenen KrUfte in Deckung 
befinden. 



1.2.1.5. 



Bedienung 



Scharfmachen 

1. VerschluBschraube vom Handgranatenkorper entfernen. 

2. Handgranatenkorper mit einer Hand erfassen. 

3. Zunder mit der anderen Hand einsetzen und festschrauben. 




Einschrauben des Ziinders 
[Bild 211.4] 



Werfcn 

1. Handgranate in die Wurfhand nehmen und Sicherungshebel fest gegen 
den Handgranatenkorper driicken. 

2. Mit der anderen Hand die Enden des Sicherungssplints zusammen- 
biegen. 

3. Ring des Sicherungssplints mit dem Zeigefinger der freien Hand erfassen 
und Splint herausziehen. 

4. Handgranate ins Ziel werfen. 

Der Sicherungshebel isl bei alien Tiiligkeiten fest gegen den Handgranaten- 
korper zu (Irtlcken. 



480 




Erfassen da Handgrcinalc /iini Wiirf 
[Bild2ll.51 



Merke : 

Entsicherte Splitterhaiidgninatcn unbedingt werfen. Es isl verboten, den 
Sicherungssplint wieder in den Ztinder liineinzuslecken. 

Entscharfen 

Das Entschiirfen von Splitterhnndgranalen isl nur geslallet, wenn der 
Sicherungssplint noch nichl gezogen wurde. Dazu 

1 . Ztinder aus dem Handgranatenkiirper herausschrauben und in Papier 
Oder Tuch verpacken. 

2. Handgranatenkorper mil der VerschluBschraube verschlieBen. 

3. Handgranaten und Ziinder voneinander getrennt aufbewahrcn. 



1.2.2. 



Panzerhandgranaten 



^ 




Panzerhandgranaten : 

[Bild21l.6] 

a - RKG-3; b AZ 58-K-lOO 



31 HBTaslfunker 



481 



1.2.2.1. Bestimmung 

Mit Panzerhandgranaten werden Panzer. SPWs, gepanzerte Kraft fahrzeuge 
und Erd- sowie aus Holz gebaute Verteidigungsanlagen bekampft. Panzer- 
luimUjramili'n nijen grolk' Splitwrwirkuiuj hervor und diirfen nur aus einer 
Deikunci heraus gewurfcn werden. 



1 .2.2.2. Taktisch-tcchnische Angaben 



Kennwerte 


RKG-3 , 


RKG-3 EM 


AZ58-K-10O 


Masse in g (wurffertig) 


1070 


1115 


850 


mittlere Wurfweite in m 


15... 20 


15... 20 


20. ..25 


Radius der Spiitterwirkung 








in m 


200 


200 


200 


zii verwendender Ziinder 


Ziindladung 






ZUndverzogerung in s 


— 







1.2.2.3. Auftau 

Panzerhandgranaten bestelien prinzipieil aus dein Handgranatenkiirper 
mit Sprengladung, der Ziindladung sowie dem Stiel mit Siciierungs-, 
Stabilisierungs- und Aufsclilageinrichtung. 
Der Aufbau ist in Bildern dargestellt. 





Panzerhandgranate 

RKG-3: 

[Bild21l.7] 

a - Handgranatenkcirper; b - Slid; c - RKG-3 im Plug 
1 - Stahlblcclimantel; 2 - Kumulationseinsalz; 3 - Sprengladung; 4 - Ober- 
Iragungsladung; 5 - Zwischenlage; 6- Deckel; 7- Zentralhiilse; 8 - Gewinde- 
teil; 9 - Sicherungshaube; 10 Stielgehiiuse; 1 1 - Sicherungssplint des Schlag- 
bolzens mit Ring; 12 Stielhtilse mit Gewinde 



482 




Panzerhandgranate AZ 58-K-HX, 
[Bild 211.8] 



1 - Kappe; 2 - Stahlblechmantel; 3 - Kumiilationseinsatz; 4 - Sprengladung; 
5 - Zwischenlage; 6 - Obertragung^ladiing; 7 - Ziindladung; 8 - Gewinde- 
teil: 9 - Deckel; 10 - Sprengkapsel; 11 - Slielhiilse; 12 - Stiel; 13 - Stabili- 
salor; 14 - AbschluBkappe; 15 - Sicherungsfeder; 16 - Schlagbolzen; 17 - 
Sicherungsschiene; 18 - Sicherungsstift; 19 - SchlagslUck; 20 - Splint; 21 - 
Drucksliick; 22 - Sicherungssplint mil Ring 



Die Panzerhandgranaten RKG-3M sowie RKG-3E und RKG-3EM glei- 
chen in ihrem Aufbau mil gcringfiigigen Unterschieden der Panzerhand- 
granate RKG-3. Auch die Wirkiingsweise der Telle und die Handhabung 
sind gleich. 



l'.2.2.4. Wirkungsweise 

Die Wirkung der Panzerhandgranaten beruhl auf dem Hohlladimcjsprinzip. 
Sie detonieren im Augenblick des Aufschlags. Die Aufschlagcinrichtung 
spricht bei jedem HindeTnis an. 



1.2.2.5. Bedienung 



Scharfmachen 

1 . Stiel vom Handgranalenkiirpcr abschrauben. 

2. Ziindladung einsetzen. 

3. Stiel auf den Handgranatenkorper aufschrauben. 

Beim Scharfmachen der Panzerhandgranate AZ 58-K-l(X) ist vor dem Ein- 
setzen der Ziindladung mit einem Finger iiber die Sehlagbolzenhtilse am 



31* 



483 



Diirclilritl fiir den SchUigbolzen zu streichen. Dabei ist der Stiel kurz zu 
schiUteIn und zii prufen, daB die Schlagbolzcnspitze niclit uus dem Durch- 
bruch hciausragl. 

Merke: 

Stiele, bei denen die Selilagbolzenspitze aus dem Duichbruch herausragt, 
diirfen nicht verwcndel weideii. 

Werfen 

1. Handgranate in die Wurfhand nehmen und Sicherungsscliiene Test gegen 
den Sliel driicl<en. 

2. Mit der anderen Hand die Knden des Sicherungssplints zusammen- 
biegen. 

3. Mil dem Zeigcflnger der freien Hand Ring des Sicherungssplints erfassen 
und Siciierungssplinl herauszielien. 

4. Handgranate mit l<rafligem Schwung werfen. 

Beach le: 

Die Panzerhandgranale AZ5X-K-I00 ist bogenfcirmig, die anderen je- 

doch smd tlach auf das Ziel zu werfen. 

In Wurfrichtungdurfen sich keine Hindernisse, wie Baume und Straucher, 

befinden. 

Entscharfen 

1. Sicherungssplint einsetzen. ohne die Sicherungsschiene loszulassen. 

2. Enden des SiclierungsspJinls auseinanderbiegen. 

3. Stiel vom Handgranatenkorper abschrauben. 

4. Zundung entfernen. 

5. Stiel wieder fesl auf den Handgranatenkorper aufschrauben. 

Merke : 

Die einzusetzenden Sicherungssplinte miissen einwandfrei sein. 



1 .2.3. Sicherheitsbestimniungen fur den Umgang mit Handgranaten 

- Handgranaten dUrfen nicht mit eingeschraubtem Zunder oder eingesetz- 
ter Zundladung gelagert oder transportiert und nur auf Befehl scharf- 
gemacht werden. 

- Scharfe Handgranaten diirfen nur an Soldaten ausgegeben werden, die 
mit Ubungshandgranaten ausgebildet wurden. Bis zur Ausgabe siiid' die 
Handgranaten und Ziinder bzw. Ziindladvingen in den Originalverpak- 
kungen aufzubewahren und zu transportieren. 

- Handgranaten und Ziinder bzw. Ziindladungen sind vor StoB, Schlag. 
Feuer, starker Erwiirmung und Feuchtigkeit zu schiltzen. 

-Zum Werfen durfen nur unbeschadigte und saubere Handgranaten. 
Ziinder Oder Ziindladungen benutzt werden. Es ist verboten, beschadigte 
Handgranaten und Ziinder bzw. Zundladungen instand zu setzen. 

484 



Zum Werfen scharfer Handgranaten isl der Slahlhelm aufzusetzen. 
Handgranaten, bei denen der Sicherungssplint enlfernt wurde, dilrfen 
nicht von einer Hand in die anderc bzw. an andere Personen iibergeben 
werden. 

Nichtgeworfene Handgranaten diirfen nur auf Befehl entschiirft werden. 
Detoniert eine Handgranale nicht, so ist das Handgranatenwerfen in 
der Nahe der Handgranate abzubrechen, bis der Blindganger verniclitet 
wurde. Bis zur Verniclitung sind auBerhalb des Wirkungsbereiciis des 
Blindgangers Posten aufzustcllen, die das Betrelen des abgesperrlen Be- 
reichs verhindern. 



1.2.4. Ausbildungsanleitung 

Ziel der Ausbildung 

Jeder Soldat niuB die in der NVA gebriluchlichen Handgranaten vonein- 
ander unterscheiden sowie ihrc Zweckbestimmung und wichtigsten taktisch-, 
technischen Angaben erkliiren kiinnen. 

Er muB iiber ihren prinzipiellcn Aulliau inforniierl sein und sie handhaben 
sowie die Sicherheitsbestimmuugen darlegen und anwendcn konncn. 
Jeder Soldat sol] im Ergcbnis des Unterrichts erkennen. daB die Hand- 
granate die Wirkung der persiinlichen Wafle ergiinzt und daB er dadurch 
auch einem zahlenmaBig stiirkeren Gegner Uberlegen sein kann. 

Organisation der Ausbildung ' 

Zuniichst ist eine Unterweisung von etwa einer Stunde im U-Raum durch- 
zufuhren. Spater sollte die Ausbildung an Handgranaten nur noch praktisch 
im Geliinde stattfinden. 

Bei der Unterweisung mtlssen das Gesprach und die Demonstration vor- 
herrsehen. 

ZuT Unterrichtsvorbercitung laBt der Ausbilder Obungshandgranaten 
und Anschauungslafeln fiir alle Handgranatentypen bcreilstellen. Urn ein 
hilufiges Nachschlagen in Dienstvorschriften oder anderen Ausbildungs- 
unterlagen wahrend des Unterrichts zu vermeiden, pragt sich der Ausbilder 
bei seiner persiinlichen Vorbereitung die wichtigsten Teilbezcichnungen, 
Sicherheitsbestimmuugen usw. ein. Er ilbt sich weiterhin im Handhaben 
der Handgranaten und bereitet gegcbenenfalls Wandtafelskizzen vor. 

Durchfiihrung der Ausbildung 

Beim Lehren der Zweckbestimmung soil der Ausbilder bestimmte Gefechts- 
situationen schildern, bei denen Handgranaten eingeselzt werden kiinnen. 
Man kann z. B. an Hand einer Wandtafelskizze darstellen, wie der Gegner 
innerhalb eines toten Raums der personlichen Waffe durch Handgranaten , 
vernichtet wird oder wie gepanzerte Fahrzeuge bekampft werden. 
Der Ausbilder kann auch die Verwendung von Handgranaten als Spreng- 
mittel schildern und anderes mehr. Erst danach isl es zweckmaBig, die in den 
Vorschriften und in dicsem Handbuch genannte Zweckbestimmung der 
Handgranaten zusammenfassend vorzutragen. 

485 



Die laktischen und technischcn Angabcn gibl der Ausbilder bekannt und 

laflt sie von mehreren Soldaten wiederholen. Jeder Soldat muB sich zu- 
mindest den Radius der Splitterwirkung und die Zundverzogerung ein- 
pragen. 

Beim Erklaren des Aufbaus der Handgranaten benutzt der Ausbilder 
Obungshandgranaten und Anschauungstafeln. Es isl nur der prinzipielle 
Aufbau zu lehren. Auf unwesentliclie Einzelheiten und Vorgiinge im Zlinder 
sowie im Stiel der Panzerhandgranaten ist zu verzichten. 
Die Bedienung der Handgranaten demonstriert der Ausbilder ebenfalls an 
Obungshandgranaten. AnschlieBend konnen mehrere Soldaten die demon- 
strierten Vorgiinge unter gleichzeitigem Erklaren nochmals wiederholen. 
Die Sicherheitsbestimmungen sind zu lehren, indem besonders auf die Folgen 
hingewiesen wird, wenn sie nicht beachtet werden. 

Auswertung der Ausbildung 

Bei der Auswertung am SchluB des Unlerrichts soil der Ausbilder nochmals 
das Einhalten aller Sicherheitsbestimmungen hervorheben, gleichzeitig 
aber darauf verweisen, daB die Handgranaten bei richtiger Handhabung 
zuverlassig funktionieren 



#. 



486 



1 .3. SchieBdienst [221] 

1.3.1. Ladetatigkeiten 

Hier wird nur die Reihenl'olge des Ladciis iind Entladeris dcr WalTen be- 
schrieben, die beim Uben cxal<t einzuliallen isl. Die genaue Beschreibung 
der Tiiligkeiten beim Laden iind Enlladeii eri'olgt bei der jeweiligen WatTc. 

1 .3.1 .1 . Laden und Entladvn von Pistole, IMG und Scharfschiitzen- 
gewehr 

Beim Laden und Enlladen wird die Pislolc elwa in Kinnhohe gelialten, und 
der Lauf zeigl nach oben. 

Die Laufmiindung von IMG und Scharfschulzcmji'wchv sind beim Laden 
und Entladen in Schuliriclitung zu halten. 

Laden 

1. Waffe sicliern bzw. priifen, ob gesichert ist. 

2. Leeres Magazin der WalTe entnehmen und ablegen odcr wegstecken. 

3. Gefiilltes Magazin dcr Magazintasche entnehmen und in die Waffe ein- 
setzen (das Trommelmagazin des IMGs kann auch mil Tasche eingesetzt 
werden). 

4. WafTe entsicliern (fiir IMG zuglcich F'euerart einstellen). 

5. Durchladen und sichern. 

6. Bei IMG und Scharfschiitzengewehr Visier oder Visierslellung priifen. 

7. Feuerbereitscliaft melden. 

Entladen ' 

1. WalTe sichern. 

2. Magazin der Waffe entnehmen und ablegen. 

3. Entsichern. 

4. VerschluB zuriickziehen (dabei wird die im Lauf eingefiihrte Patrone 
ausgezogen) und wiedcr vorschnellcn iassen. 

5. KontrollschuB abgeben (Waffe entspannen). 

6. Waffe sichern. 

7. Ein leeres Magazin in die Waffe einsetzen. 

8. Das der Waffe entnommene Magazin in die Magazintasche stecken 
(falls erforderlich, vorher entleeren). 

Bei der Pistole wird der VerschluB nach VerschuB der letzten Patrone im 
Magazin vom VerschluBfangstiick in hinterster Stellung gefialten. Nach 
Entnahme des Magazins ist das VerschluBfangstiick nach unten zu drijcken, 
wodurch der VerschluB entspannt wird. 



487 



1 .3.1 .2. Laden und Entladcn der Bewaffnung des SPW 60 PB 

Umstcllen der Bewaffnung aus Marsch- in Gcfechlslage 

1. Bezug vom Tiimi abnehmen. 

2. MGs ciUzuneii. 

3. Bercstigung der MGs sowie clei- niilsen- und Guiigliedcrabweiscr 
prtifen. 

4. Giirtkaslen an den MGs anbringen. 

5. Funklion der cleklrisehen Abfeiiening und der Zielferniolirbeleucliuing 
priilcn. 

Laden der MGs 

MO-PKT: 

1. Gehihisedeekcl oliiien. 

2. Gun einlegen. 

3. Gchiiusedeckcl sclilicBcn. 

4. VerschhiB spannen. 
MG-KPWl: 

1 . Guit einriihren. 

2. VeischluB mil der Handspanncinrielilung spannen. 

3. Linkcn Abfeuerungsknopf driickcn, 

4. VeischluB erncut spannen. 

Entladen der MGs 

Mii-I'Kl: 

1. Geliausedeekel od'nen. 

2. Gun hcrausnehnien. 

3. Palrone aus dcm Palronenauslrilt des Zufiihrerunleneils entfernen. 
.4. Gehiiusedcckel selilicBen. 

5. MG enlspannen. 
MC,-K}>WI: 

Der Ci un i.si leer: 

1. Gehauscdcckcl ollnen. 

2. Priiren, ob sieli noeh einc Palrdne oder Hiilse am VcrsehluBkopf befindet. 

3. Gehiiusedeckel sehlieBen 

4. VersehluB vcrsuclisweise spannen und enlspannen. 
Her Gurt enlliiill nocli Patronen: 

1. Iflcklrischc Abl'eucrung ausschalten. 

2. Gehiiusedeckel ollnen. 

3. VersehluB lang.sam naeh vorn glcilen las.scn, bis sich die am VerschluB- 
kopf belindliehe Palrone in das Rohr des Hiilsenabweiscrs herausdrucken 
liiBl. 

4. Palrone aus dem Rohr des Hiil.senabweisers enircrnen.' 

5. VersehluB spannen. 

6. Niiehsle Palrone aus dem Palronenauslrill herausnehmen. 

7. Gun herausnehmen. 

K, Gehausedeekel sehlieBen. 
y. VersehluB enlspannen. 

488 



1.3.2. 



Anschlagsarten 



Vor Einiiahme des Anschlags isi 

- beim IMG tlus Zwcibeiii abziiklappcn ; 

- beim Scharl'scluil/.cngewchr das Zicllcriirohr aiifzuselzen: 

- bei dcr PanzcrbLichse das optische Visier aufziisclzen und die Schutz- 
kappc von RohimundsUick imd -mundung abzunehmen; 

- die Pistole aiis dei Pislolcnlasclie nchnicn. 



1.3.2.1. Anschlag liegcnd 

Aiischlag licgend mil IMG 

Das linl^e Beiii isl eineii Sdiiill voi/usetzeii, und das Zweibein ist so auf die 
Erdc zii stcllcii. dab sicli der Kolbcniials an der Inncnseitc des linken FuBes 
bclindcl (Bild). Bcidc Hiindc sind aiif die Firdc zu slUlzen. und das linkc 
Bein isl zurlickzuwerrcn. Dcr Korper muB in sich gcrade. ctwas scliriig zum 
Ziel liinler dem MG liegen. Die linkc Hand kann entweder den Kolben von 
unten iinlersliilzen oder den Kolbenlials von reciUs umfassen. 




Hinlegen mil dem 
IMG; [Bild 221.1] 



IMG abselzen; 




b - Hiinde aufsliitzcn; 




c - Hinlegen 



489 




Anschlag liegencl mit IMG [Bild 221.2] 



Beim Aufstehen sind beide Hiinde in Brusthohe auf die Erde zu stUtzen. 
Der Korper ist.anzuheben, und das rcchte Bein ist anzuziehen. Das linlce 
Bein ist einen Scliritt vorzusetzen. das IMG ist zu erfassen, und die Bewegung 
ist aufzunehmen. 



Anschlag liegend mit Scharfschiilzengewehr 

Hiniegcn und Aufsteilen erfolgen wie bei MPi-Schiitzen. Der Anschlag 
liegend wird freihiindig oder aufgelegt eingcnommen. Der Schiitze liegt 
in sich gerade, etwas schrilg zum Ziel. Die Beine liegen, etwa in Schulter- 
breite gespreizl, mil der Innenseilc der Ober- und Untersclienkel am Boden. 
Der Kolben, fest in die Schulter eingezogen, darf nicht zu hoch, aber auch 
nicht zu tief sitzen. Beide Ellenbogen bilden die Stillze und miissen deshalb 
richtig abgewinkelt werden. 

Anschlaci liecjcml aujcjelecjl 

- Die Hohe der Auflage muB der Anschlaghohe liegend freihiindig ent- 

- sprechen. 

- Die Waffe muB am Handschutz (nicht am Lauf) aufliegen. 
Die rechte Hand erfaBt den Griff. 

- Die linke Hand kann am Kolben, am Magazin oder am Handschutz 
(zwischen Auflage und Handschutz) unterstiitzen. 




Anschlag liegend aufgelegt mit Scharfschutzengewchr [Bild 221.3] 
490 , 




Anschlag liegend freihiindig mit Scharlschutzengewclir [Bild 221.4] 

AnschUiii lieyeml Irciluincliij 
- Die rechte Hand erfaBl den Griff. 
■ - Die linke Hand unterstlitzt am Handschutz oder am Magazin. 

.Vnschlag liegend mit Panzcrbiichse 

Hinleeen und Aufslelien erfolgcn wie bei MPi-Schutzen. Zum Anschlag 
liegl der SchUtze in sich gerade in einem Winkel von mindestens 45 zur 
SchuBrichtung. Die Beinc liegen, etwa in Schulterbreite gespreizt, mil der 
Innenseite der Ober- und Untcrsclienkel am Boden. Das Rohr der Panzer- 
buchse liegt auf der rechten SchuUer. Die rechte Hand erfaBt das GnlT- 
stiick und die linke den HandgrilT. 




Anschlag liegend mit I'anzcrbiichsc [Bild 221.5] 



1.3.2.2. Anschlag kniend 

Anschlag kniend mit IMG oder Schartschutzengewehr 

Linkes Bern bei Halbrechtsdrehung des Korpers aufdem rechten Ballen (so, 
daB die FuBspitze nach reclijts zclgt) einen Schritt vorsetzen und sich auf die 
rechte Hacke niederlassen. Dabei die Waffe von der rechten m die linke 
Hand ubergeben, die den Handschutz oder das Magazin erfaBt. Mit der 
rechten Hand Griffstiick bzw. Griff erfassen. Waffe nach vorn bringen und 
in die rechte Schulter einziehen. Rechten Ellenbogen auswinkeln und den 
linken auf eine weiche Slclle des Oberschenkels stUtzen. 

491 




Anschlag kniend: 
[Bild 221.6] 



a - mil IMG; 



b - mil Scharfschiitzengewehr 



Anschlag kniend mit Panzerbiichse 

Linkes Bcin bei Halbreclitsdreliung des Kcirpers auf dem rechten Ballen 
(so, daB die FuBspilzc naeli rechls zeigl) cinen Schrill vorsetzen und sich aul' 
die reclile Hacke niedcrlasseii. Paiizcibiichsc auf die rechtc SchuUer legen. 
Mit der rechten Hand Grift'stutk und mil der iinken HandgrilT eifassen. 
Rechten Ellenbogen an den Kiirper aniegcn und den Iinken aufelne weiche 
Stelle des Obersehenkels stiilzen. 




Anschlag kniend mit Panzerbiichse 
[Bild 221.7] 



1.3.2.3. Anschlag stchend 



Anschlag stehcnd mit IMG oder Scharfschiit/cngcnchr 

Auf dem rechten Ballen eijie Halbrcchtswendung ausfiihren und linkes 
Bein gleichzeitig in neuer Schulterrichtung eincn Schrill vorsetzen. Dabci 
Walfe von der rechten in die linke Hand iibergeben, die den Handschulz 
Oder das Magazin erfaBl. Rechtc Hand am GrilTstiick bzw. GrilT. Wafl'e 

492 



nach vorn bringen und in die reclite Sclnilter einziehcn. Rechten Ellen- 
bogen auswinkeln und linken Arm an den Kiirper anlegen. 
Knie durclidrlicken und Korpergewiclnl auf beide Beine verteiien. Riick- 
wilrlslagc des Korpcis und Biegung in den Mliften vermeiden. 




Anschlag sleliend: [Bild 221.8] 



a - mit IMG; 




b - mit Scharfschiitzengewehr 



Anschlag stehcnd mit Panzcrbiiehse 

Auf dem rechten Ballen einc Halbreclilswendung ausflihrcn und linkes 
Bein gleiehzeilig in neuer Scliultcrrichtung einen Scliritt vorsetzen. Panzcr- 
biiehse aui'die reehte Sehuller legcn. Mit der rechten Hand das Griffstiick 
und mit der linken den HandgrilTcrfassen. Beide Ellenbogen an den Kiirper 
anlegen. 

.4nschlag stehcnd mit Pistole 

Auf dem linken Bein eine Halblinksvvendung ausfiihren und reehtes Bein 
gleichzeitig in neuer Sehulterrichlung einen Schritt vorsetzen. WalTe mit 
dem leieht angewinkelten oder gcstrecklen rechten Arm auf das Ziel richten. 
Der linke Arm kann beliebig gchalten werden. 



493 





Anschlag stehend mit PanzerbUchse 
[Bild 221.9] 



Anschlag stehend mil Pistole 
[Bild 221.10] 



1.3.2.4. Anschlage bcim SchieBcn auf Luftzielc 

Luftziele weiden mil MPi, IMG und Sdiaifschiitzengewehr im otTcncii 
Geliinde aus den Anschliigen liegend, kniend und .stehend heraus bekiimpfl. 





Anschlage beim SchieBen 
auf Luftziele [Bild 221.11] 



494 




Anschlag beim SchieBen auf Luflziele aiis einem Graben hcraiis 
[Bild 221.12] 

Werden beim SchieBen iiuf Luflziele Deckungen ausgenutzl, so richlet sich 
der Anschlag nach der Art der Deckung. Wenn irgend moglich, isl die 
Deckung als Auflage zu beniilzen. 



1.3.2.5. Anschlagsarten beim SchieBen mit Schiitzenwaffen vom SPW 




SchieBen diirch die 
Nahkamplluken 
des SPW 60P 
[Bild 221.13] 



SchieBen diiich die 
Nahkamplluken 
des SI'W 152 
[Bild 221.14] 



495 



Die Anschliigsurlcn beim ScliieBen vom SPW richten sich nach Fahreeuglyp. 
WulTenart und gewuhltem oder befohleneni Plalz flir den Anschlag. 
Der Anschlag muB gewiihrleislen, daB 

- gutes SchiiB- und Sichtfeld besteht: 

- Sicherhcit aller Soldaten im SPW gegeben ist; 

- die WalTen niclil bescliadigt wcrdon. - 



1 .3.3. Ausbildung mit dem OZG-64 

1.3.3.1. Beslimmung des OZG-64 

Der OZG-64 dient der Aiisbildung der MPi- und IMG-Schiitzen im treff- 
sicheren ScliieBen auf unbewegliclie und aul'lauchende Ziele olnne SchuB. 
Das Geriil zeigt an, ob das ZicI getrolTen oder verfelilt wurde. Da die Lage 
der »TrelTer« im Ziel niclil angczeigt wird, ist es unzweckmilBig, fijr diese 
Ausbildung Ringscheiben zu verwenden. Das Gerat kann far die Ausbildung 
bei Tag und bei Naclit vervVendel werden. 

Zur Ausbildung im SchieBen auf aul'tauchende Ziele wird das OZG-64 in 
Verbindung mil der mechanisierlen ScliieBplalzanlage eingesetzl. 
Das Gcriil kann verwendet werden : 

- zur Kontrolle der Kennlnisse und Ferligkeilen beim ScliieBen; 

- zur Selbstkonlrolle der Seluilzen; 

- zum Obcrpriifen der Bercilscliafl fiir das SchieBen der Grund-, Schul- 
und EinzclgefcchtsiJbungen: 

- zu Wettkiimpfen. 



1.3.3.2. Vorbereitung 

OZG in die vorgesehenc SchuBrichlung stellcn und an die Stroniquelle 
anschlieBen (Glimmlanipc »Nelzkonlrolle« an der Rilckwand des Geriits 
muB aufleuchten; leuchtel sie nichl auf. Geriitekupplung uni 1X0 drehen 
und Gcriit crneut anschlieBen). 

Achtung : 

Leuchtet die Lampe auch danach nicht auf. soforl Geriitekupplung her- 
ausziehen, Geriit ist defekt. 



1.3.3.3. Funktion!>koiitrolle 

I , Geriit in Nullage bringcn (fcderklappe muB mil Aufnahniehcbel fesi 
verbunden, Riindelknopf an der Stirnseile des Gehiiuses muB auf 
Stellung »fest« gedreht und KnefielgrilT an der rechten Gehiiusewand 
niuB bis zuni Anschlag eingeschiaubt seinl. 

496 



2. Betriebsartenschalter auf Slellung I drelien (NetzkontroUampe an der 
Frontplatte muB aufleuchlen). 

3. Seitendeckel offnen und Blendeneinstellung beider Blendenskalen auf 
Null drehen. 

4. Priifen, ob der Lichtpunkl mil giavieilem Kreis mil der geschlossenen 
Blende ubereinstimint. Bel Dejuslierung ist die Obereinstimmung durch 
Drehen an der Justierschraube lierzuslcllen. Dazu mulJ das Liditbiindel 
freigegeben werden, indem die Zugstange bis zum Anschlag heraus- 
gezogen und gehalten wird. 

5. Verbindung >>i Einzelgruppe« mil einem vieradrigen Kabel zflm Steuer- 
anlrieb herslellen. 

6. Taste »Bereitschaft« drlicken. bis Signallampe griln aufleuchtet. 

7. Umschalter auf Trefler stellen. 

8. Taste »Auflrtsung« drUcken. bis Signallampe blau verlischl. 

9. Abzugskontakt mil der Hand befestigen. Dabei miissen 

- Signallampe griin verloschen; 

- Signallampe gelb aufleucliten: 

- I. Anzeigeleuchle gelb (links oben) leuchten; 

- I. TrelTerleuchte rot (links Mitte) leuchten; 

- Ziel im Steuerantrieb abklappen; 

- Signallampe blau leuchten. 

10. Taste »Aunosung« betiiligen (Ziel im Steuerantrieb richtet sich auf). 

11. Abzugskomakt crneut betiitigen. Dabei miissen 

- 2. .Anzeigcleuchte gelb (obcn| aulleuchtcn und I. verloschen; 

- 2. TrelTerleuchte rot (Mittcl aufleuchten (es leuchten nunmehr I. und 
2. TrelTerleuchte); 

Ziel im Steuerantrieb abklappen. 

12. Tiitigkeiten wiederholcn. bis 5. An/cigelam|-)c gelb (oben rechts) und 
alle flinf TrelTerlampen rot (Mittcl aulleuchtcn. 

13. Taste »Bereitschaft« driicken, ^bis Signallampe grtin aufleuchtet und 
Anzeigcleuchte sowie TrelTcrlcuchlen verloschen. 

1.3.3.4. Kinrichten der Walfe 

I.WalTe (ohne Magazin) am Gehiiuse zwischen die Klemmbacken und 

am Lauf in die Laufklappc cinlegen und Spann- und Riindelschraube 

anziehen. 
2. Ab/ugskontakt mittcis Riindelschraube am Abzugsbtigcl befestigen 

(Bowdenzug darf nicht verdreht sein). 
}. Blende einstcllcn (GriiRe der Blende entsprechcnd Hntfernung und be- 

absichtigtcn Schwierigkeitsgrad wilhlcn). 

4. Eingcspannte WalTe a u I' den Haltcpunkt richlen (Korrekturen nach der 
Seite durch Verschieben des Gcrilts und nach der Hohe durch Drehen der 
Stellschrauben). 

5. KnebclgrilT an der rcchten Gchausewand herausdrehen. 

6. Riindclknopf an der Stirnllilclie in Stclkmg »lose« drehen. 

7. Federklappe voni Aufnahmehebel losen und vorsichtig umlegen. 
Das CJcr!U isl bdricbsbercit. 

.12 HBTastliinker '■'''• 



1.3.3.5. Handlungen des Auszubildenden am OZG-64 

l.Gunstige Armlage schalTen und bequem im Anschlag liegen. 

2. Schulter fest gegeii den Kolben diuckcn (die eingespannte Waffc kann 
nicht eingezogen werden). ruliig zicleii und Abziig beliitigen. 

3. Nach jedeni »SchuB« WalTe absetzen mid neu anrichlen. 



1.3.4. 



Handgranatenwurf 



1.3.4.1. Handgranatenwurf stehend 

Die Handgranatc kann ohne und mil Aniauf bzw. aus der Bewegung lieraus 
gcworfen werden. In jedem Falle sind folgende Taligkeiten auszufilliren : 

1. Waffe in die linke Hand ubergeben, und Handgranaic mil der reclitcn 
Hand erfassen. 

2. Mil Daumen und Zeigelinger der linken Hand Sicherungsplint zusammen- 
biegen (die librigen Finger der linken Hand hallen die WalTe), und Siche- 
rungshebel mil der reehten Hand lest an den Handgranatenkorper driJk- 
ken. 

3. Mil dem Zeigelinger der linken Hand Ring des Sicherungssplinls er- 
fassen und Splint herauszielien, wobei der Sielierungshebel weiterhin fest 
a'n den Handgranatenkorper zu drlicken is;. 

4. Mil der reehten Hand Schwung holen, dabei den Korper nach rcchts 
drehen und das rechtc Bein im Knie beugen. 

5. Handgranate werfen, dabei das rechte Bein strecken und bei gleichzeitiger 
Korperdrehung nach links den reehten Arm nach vorn bringen. 




Handgranatenwurf stehend [Bild 221,15] 



1.3.4.2. Handgranatenwurf knicnd 



Im Knien wird die Handgranatc meisl gcworfen, wenn sich der Werfende 
hinter einar Dcckung befindel. Der Wurf wird ilhnlich wie beim Hand- 
granaten\yjrf stehend ausgefuhrl. Die WalTe kann in der linken Hand ge- 
hallcn Oder abgelegt werden. 



498 




Handgranalenwurf kniend [Bild 221.16] 



1 .3.4.3. Handgranalenwurf liegend 

Dabei sind folgende Tiitigkeiten auszufuhren: 

1. Waffe griffbereit ablcgen. 

1. Handgranate wie beim Handgranalenwurf stehend entsichern. 

3. KiSrper mil beiden Armen vom Boden absloBen. iind Handgranate 
kniend werfen. 

4. In Deckung gehen und Wafl'e nach der Detonation in Anschlag bringen. 





Handgranalenwurf liegend 
[Bild 221.17] 



32« 



499 



1 .3,5. Ausbildungsanleitung 

Ziel der Ausbildung 

Ladetatigkeiten, Anschlagsarten, Zielen und Handgranatenwerfen werden 
in der gesamten Ausbildungszeit des Soldaten gelehrt und deshalb oft wieder- 
holt. 

Der Ausbilder muB unterscheiden, ob das jeweilige Thema erstmalig oder 
als Wiederholung durchgefuhrt wird. Dementsprechend ergeben sich auch 
unterschiedliche Lehrziele, vor allem hinsichtlich des Schwierigkeitsgrads 
(z. B. Erlcrnen oder Fesligen des Wissens, Ausfuhren von Tiitigkeiten ohne 
Zeitbegrenzung oder nach Zcitnorm, mil Unterstutzung des Ausbilders oder 
selbstandig usw.). 

Organisation der Ausbildung 

Die Themen werden im allgemeinen beim SchieBtraining im Stationsbetrieb 
behandelt. Als methodische Formen dienen vorwiegend Demonstration und 
Vben in den verschiedensten Formen. 

Die materielle Sicherstellung wird gewOhnlich vom Leitenden der Aus- 
bildung befohlen. Sie hilngt vom Thema und von den geplanten Stationen 
ab. Die Gruppenfiihrer werden zumeist als Stationsleiter eingesetzt. Mehrere 
Tage vor der Ausbildung fiihrt der Kompaniechef mit alien Stationsleitern 
eine Dienstvorbereitung im Ausbildungsgelande durch. Der Schwerpunkt 
liegt dabei auf dem Vermittein der zweckmaBigsten Ausbildungsmetho- 
den. 

Bei seiner perscinlichen Dienstvorbereitung durchdenkt der Stationsleiter 
den Ablauf der Ausbildung inhalllich, methodisch, zeitlich und organi- 
satorisch bis in alle Einzelheilen. Er Uberlegt dabei auch den Wortlaut be- 
stimmter Erklarungen, Ubt sich im Demonstrieren bestimmter Tiitigkeiten 
usw. 

Durchfuhrung der Ausbildung 

Anscbluijsurlen uml Uidetiilicikeiten 

Der Ausbilder erklartzunilchstjedeTatigkeit undlaBtsieanschlieBend tiben. 
Im Verlauf des Ausbildungsprozesses sind die Anschlagsarten und Lade- 
tatigkeiten in Verbindung mit dem Beseitigen von Ladehemmungen zu 
iiben, wobei die Anforderungen systematisch gesteigert werden (s. z. B. 
Ausbildungsanleitung SchieBdienst - Anschlagsarten und Ladetatigkeiten - 
im Handbuch fur militiirisches Grundwissen). 

Das LMlen unci Entladen der Bcwciffnimcj iles SPIV 61) PB wird zuerst bei 
stehendem SPW langsam. unter genauer Beachlung der Rcihenfolge 
aller Tiitigkeiten eriernt und bis zur viilligcn Beherrschung geiibt. Erst da- 
nach sind Laden und Entladen in Verbindung mit RichtUbungen bei stehen- 
dem und fahrendem SPW zu trainieren. 

JeJer Anschlaii nuifi so heheirscht werden, Jafi Kimme iiml Korn ncich Ein- 
Ziehen der Wuffe in die Sehiiller sojbrl durcli dim Aiiye des Schiilzen erJaPt 
werden. Nur so wird erreicht, daB Ziele vor allem bei Nacht schnell auf- 
gefaBt werden. Zur Vorbereilinui auf das Nachtselnefien kann deshalb am 
Tage folgendermaBen geUbt werden: 

500 • ■ ' 



1. Waffe in Anschlag bringen, sofort Visierlinie prilfen und Haltung der 
Waffe korrigieren, um das Gefuhl fUr die richtige Lage des Kolbens in der 
Schulter zu bekommen. 

2. Anschlag mit geschlossenen Augen einnehmen, beim anschlieBenden 
Offnen des zielenden Auges muB sofort die Visierlinie erfaBt werden. 

3. Ein Ziel in naher Entfernling aufstellen. Waffen so oft in Anschlag brin- 
gen, bis die verlangerte Visierlinie auf den Haltepunkt zeigt, ohnedaBeine 
Korrektur erforderlich wird. Die Zielentfernung ist allmahlich zu er- 
weitern. 

4. Mehrere Ziele in verschiedenen Richtungen aufstellen und Schiltzen vor- 
gehen lassen. Kommandos, z. B. »Gegner halbrechls!«, geben. SchUtze 
muB sofort in Anschlag gehen und das Ziel auffassen. 

Man kann auch kreisende Bewegungen mit der Mundung der Waffe 
ausfuhren lassen und anschlieBend »Anschlag!« kommandieren. Nach 
AusfUhrung des Kommandos muB die verlangerte Visierlinie auf den 
Haltepunkt zeigen. 
In gleicher Weise kann nachts auch das Zielen auj Silhouetten und Miindungs- 
fem-rimilulion geiibt werden. 

Die Anschlagsarten fiir ilas Schieflen auf Luflziele kiinnen bei der SchieB- 
ausbildung eriernt und bei vielen anderen Gelegenheiten getlbt werden. Auf 
Marschen zum oder vom Ausbildungsgelande, aber auch wahrend des 
Gefechtsdienstes kiinnen z. B. Einlagen, wie »Tiefflieger von rechts (links, 
vorn. hinten)!«, mit anschlieBendem Feuerkommando gegeben werden. 
Die Schutzen haben daraufhin einen Anschlag einzunehmen, und der Aus- 
bilder pruft, ob die Anschlagsart dem Gelande entsprechend zweckmaBig 
gewahlt wurde. 

Aushihiung mit 0ZG-f>4 

Der Ausbilder laBt zunachst Zielubungen mit geringem Schwierigkeits- 

grad ausfuhren, z. B. mit groBer Blende auf groBere Ziele in naher Ent- 

fernung. Im Verlauf des Ausbildungsprozesses sind die Entfernungen zu 

vergriiBern, wobei die Blende verringert wird. Der Ausbilder darf sich nicht 

nur mit dem angezeigten Zielergebiiis begniigen, sondern er soil gleichzeitig 

den Anschlag des Schiltzen. dessen Atemtechnik und das Betatigen des 

Abzugs kontrollieren und, falls erforderlich, korrigieren. Um die Ursachen 

von »Fehlschussen« zu ermitteln. kann der Zielspiegel auf die Waffe auf- 

gesetzl werden. 

Beim Ausbilden im Schiejien iiiif wibewculiclw Ziele werden die »Treffer« 

durch AulblinkcndcrweiBen An/eigcUimpe(lmpulslampel und Aufleuchten 

der rotcn TrelTerlampe angezcigt, Beim Verwenden von Steucrantrieben 

(Ausbilden auf auftaiichende Ziele) ist der MTreffer" noch zusatzlich am Ab- 

klappen des Ziels erkennbar. 

Fiir die Ausbildung im Scliielk'H hei Seitenniml muB das Gerat mit der 

Waffe zuvor vom Ausbilder eingerichtet werden, indem cr bei der Ermittlung 

des Haltepunkts die Seitenwindkorrektur berticksichligt. Das so eingerich- 

tete Geriit zeigt nur dann eincn »TretTer« an, wenn auch der Schiitze beim 

Zielen den Haltepunkt richlig gewahlt hat. 

Mit dem OZG kimnen bis zu fiinf »TrelTer« gespeichert werden. Bcabsichtigt 

501 



der Ausbilder, die »Trefrer« ohiic soforlige Anzeige zii speichern, so stellt 
er den Kippschalter auf »Aus<i. 

Die roten Tretl'erlampen leiicliten in diesem Fall erst auf, wenn er den Schal- 
ler nach AbschhiB der Zielilbiing wieder auf »Ein« stellt. 

HaiuhjruiuUenwurf 

Handhabung und Werfen von Handgranaten ist mit Obungshandgranaten 

zu erlernen. Erst danach diirfen scharfe Handgranaten geworfen werden. 

Beachte : 

Wiihrend der Ausbildung mit LIbungsh;uidgranaten miissen Handhabung 
und Einhaltuiig der Umgangsregoln und Sicherheitsbestimmungen aus 
Erziehungsgrtinden ebenso exakt gefordert werden wie beim Gebrauch 
von scharfen Handgranaten. 

Das Handgranatenwerfen soil iKniichsi cms dcm Slaiul (zuerst ohne und dann 
mit Waffe) gclibt werden. Erst wenn das beherrscht wird, ist zum Werfen 
kniend und liegend sowie aus verschiedencn Deckuhgen heraus uberzu- 
gehen. 

Manchen Soldaten fiillt es schwer, die Wurfrichtung einzuhalten. Bereits 
mit Beginn des Obens ist deshalb neben der Wurfwcite auch auf die Wurf- 
richtung zu achten. Flir die Austlildung wird zweckmiilJigerweise ein etwa 
10 m breiter und 50 m liefer Gelilndestreifen mit Fiihnchen oder Pflocken 
markiert. Die Soldaten haben den Weitwurf zu libcn und diirfen dabei iiber 
die seitlichen Markierungen nicht hinauswcrfen. 

Zum Erlernen des Weit- und Ziclwurfs kann im vorbereiteten Geliinde-, 
streifen ein Ziel in 25 m Entfernung und mehr aufgestellt werden. Urn das 
Ziel kOnnen Kreise z. B. mit einem Radius von 1 m, 2 m, 3 m und 4 m ftir 
die Bewertung gezogen werden. 

Auswertung der Ausbildung 

Vor jedem Stationswechsel sollte der Stationsleiter cine kurze Auswertung 
durchfiihren. wiihrend die Gesamtauswertung am Ende des Schiefttrainings 
vorgenommen wird. 

Bei der Auswertung sollen nicht nur die erreichten TrelTcr, Wurfweiten und 
andere quantitative Werte erwiihnt werden, sondern es ist auch die richtige 
AusfiJhrung der geforderten Tiitigkeiten zu bewerten. 



502 



2. Pionierausbildung 

2.1. Verlegen und Erkennen von Panzer- und Infanterieminen [200] 

2.1.1. Grundsatze fUr den Einsatz von Panzer- und Infanterieminen 

Minen sind Beslandteil dec Pioniermunilion. Ihre geiinge Masse und das 

kleine Volumen ermogliclien den universellen Einsatz zur Bekampfung geg- 

nerischer Kriifte und Mittel. Die Minen weiden fur einen bestimmten 

Verwendungszweck liergcslellt und beeinflussen bei zweckenlsprechender 

Anwendung die ICampfhandlungen. 

Panzcrminen dienen zur Bekampfung von Panzein, gepanzeiten Fahrzeugen 

sowie LKWs. Die Masse des Spiengstoffs bctragt elwa 7 kg Tnnitrololuol/ 

Hexogen. Panzerminen wirken im wesenllichen durch die Sprengkrafl des 

brisanten Spiengstoffs. 

Infanterieminen werden zur Bekampfung der Infanterie emgesetzt. Die 

Masse des Sprengstoffs betragt je nach Minenart 70 bis 200 g Trm.trotoluol 

(TNT). 

Bei Infanterieminen unterscheidet man ; 

- Sprengminen (geringe Splitterwirkung); 

- Splitterminen (groBe Splitterwirkung); 

- Splitterspringminen (groBe Splitterwirkung; detonieren etwa 1 m uber 
dem Boden). 

Die Minen werden durch Zunder verschiedener Ausloseart zur Detonation 
gebracht. Dazu dienen sowohl bei gegnerischen als auch bei den eigenen 
Minen im wesentlichen folgende Zunderarten: 

- Druckziinder; 

- Zugziinder und 

- EnllastungszUnder. 

Die Wahl der ZUnder richtet sich nach der Verlegeart der Minen sowie nach 
den Moglichkeiten der Tarnung. 

2.1.2. Verlegen von Minen 

Beim Verlegen der Minen gilt immer der Grundsatz, die Tarnung zu ge- 
wiihrleisten, um die Auflindbarkeit der Minen zu erschweren. Die Verlege- 
art richtet sich nach der dafiir zur Verftigung stehenden Zeit. der Boden- 
beschaffenheit und dem Einsatzziel der Minen. Dabei unterscheidet man das 
offene. meistens ohne Tarnung anzuwendende Verlegen vom verdeckten 

Verlegen. 

Eine Panzermine wird verdeckt im Prinzip in folgender Reihenfolge ver- 

legt: 

1. Rasen abstechen und in Richtung zum Gegner aufklappen. 

2. Erde ausheben und die Mine mit dem Griff freundwarts in das Loch 
legen. 

3. VerschluB abschrauben. 

4. ZiJnder mit Zundstuck bzw. Sprengkapsel verbinden. 

503 





Verdeckt verlegte Panzerminen [Bild 200. 1] 



5. Ziinder einselzen. 

6. Zundersitz iiberpiLifen. 

7. VerschluB einschraiiben. 

8. Mine mit abgehobener Rasennarbe larnen. 

Merke: 

Die Tarnschicht soil eine Dicke von etwa 8 cm haben und etwa 15 bis 
20 era allscitig aufliegen. Nach dem Verlegen der Mine iinbedingt ge- 
wissenhaftalleSpiiienbeseitigenlAiiflnfanteiieminen soil die Tarnschicht 
nicht dicker als 3 cm sein! 

Beachte : 

Kein Verpackungsmalerial am Verlegeort liegenlassen! Keinen ErdstolT 
auf den Rasen aufbringen! Tarnschichl vorsichlig abheben! Rasennarbe 
schriig einslechen, damil sie nichl auslrocknel! 



504 



2.1.3. Sicherheitsbestimmungen beim Verlegen von Minen 

Die Beschaffenheit der Minen und Zunder vor dem Verlegen iiberprufen! 
Das Zundstuck bzw. die Sprengkapsel erst an der Stelle, an der die Mine 
verlegt wird. in den Ziinder einschrauben bzw. daran anbringen! 
Minen und Zunder nicht werfen! 
Beim Einsetzen des Zunders in die Mine keine Gewalt anwenden! 



2.1.4. Erkennen verlegter Minen 

Urn Truppen wahrend der Gefeclitshandlungen aufzuhallen. werden 

Sperren und Hindernisse angelegt. Die groCle Wirkung haben alle Arten 

von Minen. die vom Gegner unerkannl bleiben. In der Regel smd die Mmen 

gut gelarnl und dem Gelande angepaBt verlegt. 

Jeder Soldat muB deshalb den Aufbau der wichtigsten Minen und ihre 

Wirkungsweise kennen. urn die Minen im Gelande erkennen, umgehen oder 

beseitigen zu konnen. 

Gelande. m dem Minen verlegt woiden sind, weist in .der Regel folgende 

Merkmale auf: ,,. , 

_ veranderte Bodenform. besonders der Oberflache in Gestalt von Hugeln 

Oder Mulden; 

- veranderte Bodenbewachsung, besonders durch im Wachstum zuruck- 
gebliebenes Gras oder vertrocknetes Gras; 

- gcspannte oder ungespannle Driihte, die mit sprengstotTlosen Sperren 
verbunden sind; 

- flache Drahtzaune. die Minenfelder umgrenzen; 

, - Paocke Warntafeln und Minenschilder sind keine sicheren Anzeichen 
fur verlegte Minen, sie konnen oflmals zur Irrefuhrung angebracht sein, 
dagegen sind umgeleilele, unzerstorte StraBen und Wege Anzeichen fur 
einen verminten Abschnitt; 

- safliges grunes Gras an einzelnen Slellen im Gelande kann em Anzeichen 
fiir Mmen mil Ammonsalpetersprengstoffen sein; 

- herumliegcnde oder gelarnte Reste von Verpackungsmalerial, verlorene 
Sicherungsslifle u. dgl. 

Achtung! , ■ 

Auch Trampelpfade, Wcge und StraBen konnen vermmt sein! Besonders 
aufmcrksam auf Driihte und Veranderungen in der StraBendecke 
achten! 



2.1.5. Raumen von Minen 

Dem Raumen der Minen geht ein intensives Absuchen des vermutlich ver- 
minten Abschnitts voraus. Dabei werden verschiedene Methoden an- 

gewendct. , , ■ <- i , 

Geraumt werden die gefundenen Minen entweder durch Aufnehmcn der 

505 



Minen, nachdem festgestelll worden ist. daB sie n- =>.ien Wiederauf- 

nahme gesichert sind, duich Sprengen mil aufgelcglcn Sprengladungen odcr 

duich Auslosen der Delonation inf'olge dcr Bclasuing diiich Minenriium- 

geriite 

Ziim Sprengen von Minen konnen auBer den Pionieren audi Angehorige 

anderer Waffengaltiingen herangezogen werden, wenn sie im mililarischen 

Spiengdienst ausgebildet sind. 

Zum Sprengen einer Panzermine werden 200 g TNT verwendet. 



2.1.6. Sicherheitsbestimmungen beim Entminen 

Streng nach den Weisungen des Gruppenfiihrers handeln! 

Das Gelande und die Gegenstande in der Nahe der Mine aufmerksam be- 

Irachten! 

An gespannten Drahten nicht Ziehen und sie auch nicht anders belaslen! 

Nur Minen entscharfen, deren Aufbau gut bel^annt ist und bei denen die 

GewiBheit besteht, daB sie nichl gegen Wiederaufnahme gesichert sind! 

Minen nur von einem Soldaten entscharfen lassen! 

Minen, die gesprengt werden sollen, mil einem roten Fahnchen kenn- 

zeichnen! 



fk 



506 



3. Schutzausbildung 

3.1. Kampfstoffanzciger I ' 

3.1.1. Kampfstoffanzeiger PChR 54 U 

3.1.1.1. Allgemeine Einschatzung 

Fiir die Aufkliirung chemischer Kamplstoife sind Gerilte und Mittel not- 
wendig die eine Feststellung und Indikation der einzelnen KampfstolTe 
ermoglichen. Ein solches Gerat isl der KampfstofTanzeiger PChR 54 U 
Mit diesem Gerat kcSnnen durch die KC-Aufkliirer der Einhe.ten der che- 
mischen Abwehr und der nichtstrukturmaBigen Gruppen fur Kernslrah- 
lungs- und chemische Aufklarung (NGrKCA) die cliemischen KampfstolTe 
nachgewiesen werden. Seinen Abmessungen und seiner Masse entsprechend 
ist dieses Gerat an kein Fahrzeug gcbundcn. Es wird vom KC-Aufklarer, 
der die chemische Aufklarung durchfUhrl, an einem Tragegurl vor dem 
Korper getragen. Urn einen feslen Sitz dcs Geriits vor dem Kiirper bei 
Bewegungen des Triigers zu sichern, wird das Geriit noch von emem Halte- 
band. das der Trager urn die Hufte legt. gehalten. 

Zur Bestimmung der verschiedenen Kampfstoffe werden verschiedene 
Indikatorrohrchen, die in dem Geriit enthalten sind, verwendet. Chemische 
Kampfstoffe konnen in der Luft, auf dem Boden, auf der Technik oder 
auch auf anderen Materialien nachgewiesen werden. 
' Die Nachweise mil den verschiedenen Indikatorrohrchen erfolgen kolon- 
metrisch: cs muB also ein Farbumschlag beobachtet werden. Fur die Arbeit 
bei tiefen Temperaturen befindet sich im Geriit ein Heizkorper mit den 
dazugchorigen Heizpatronen. 



3.1.1.2. Technische Angaben 

Mit dem Geriit konnen folgende chemische Kampfstoffe in der Luft, auf 
dem Boden, auf der Technik oder auf anderen Materialien nachgewiesen 
werden : 

- V-Kampfstoffe, Soman, Sarin; 

- Yperit; 

~ Phosgen. Diphosgen, Blausiiure, Chlorzyan. 

Der Nachweis der einzelnen Kampfstofle erfolgt bei unterschiedhchen Kon- 
zentrationen. So werden V-Kampfstoffe bereits bei Konzentrationen von 
0000005 mg/1 nachgewiesen. Die Nachweisgrenze fur Yperit liegt bei 
OOO"* mg/1 Phosgen, Diphosgen und Blausiiure konnen bei Konzentra- 
tionen von 0,005 mg/1 und Chlorzyan bei 0.008 mg/1 festgestellt werden. 
Bei Temperaturen unter + 10 X ist der Nachweis der einzelnen Kampf- 
stoffe .stark erschwert, da die Reaktionen der Kampfstoffe mit den Indi- 
katorreagenzien langsamer ablaufen. Die Reagenzien fur den Nachweis 
von V-Kampfstoffen, Soman und Sarin gefrieren bei "C. Um bei niedrigen 
Temperaturen ebenfalls sicher und zuverliissig arbeiten zu kOnnen, muB 

507 




Kampfstoffanzeiger PChR 54 U [Bild 235.1] 



bei Temperaturen unter + 10 C der Heizkcirpcr zum Vorwiirmen der 
Indikatorrohrchen verwendct werden. 

Das Geriit hat mil dem gesamten Zubehor eine Masse von 2,8 kg. 
Seine Abmessungen betragen: 

- Liinge 245 mm 

- Breite HO mm 

- HOhe 143 mm 



3.1.1.3. Konstruktiver Aufbau 

Hauptteile 

Der Kampfstoffanzeiger besteht aus einem Kastenoberteil und einem -unter- 
teil. In diesen Teilen sind unlergebracht : 

- 1 Spiirpumpe 

- Spurpumpenaufsatz 

- 10 Plastschiitzkappen flir den Spurpumpenaufsatz 

- 10 Rauchfilter 

- I Heizkorper 

- I Probenglas 

- 10 Heizpatronen 

~ 1 Kassette mit zehn Indikatorrohrchen flir C-Kampfstoffe, Soman und 
Sarin 



508 



- 1 Kassette mit zehn Indikatorrohrchen flir Yperit 

- 1 Kassette mit zehn Indikatorrohrchen fiir Phosgen, Diphosgen. Blau- 
sUure und Chlorzyan 

- 1 Rolle Trassierband (gelb) 

- 1 Rolle Selbstklebeband 

- 10 Polyathylenbeutel 

- 1 DV-46/47 

- 1 Spatel zur Probenentn'ahme-> ^^^^^ ^^ ^^^j^^ angebracht 

- 1 Trage- und 1 Haltegurt ) 

- Meldeformularc 

Beschreibung der Hauptteile 

Die Spurpumpe ist eine Kolbenpumpe, mit deren Hilfe bei 50 bis 60 Pumpen- 

huben etwa 21 Luft durch die Indikatorrohrchen gesaugt werden. 



i 5 6 7 



8 9 




V 10 



Spurpumpe [Bild 235.2] 

I - Fiihrungsring; 2 - HandgrilV der Pumpe; 3 Pumpciigehiiuse; 4 Kolben- 
stange; 5 Feder; 6 Vcntil; 7 - Maiischetle; 8 Schutzpatrone; 9 - Kol- 
leklor; 10 Metallstift, vom AmpullenolTner; II - Hartmetallmesser 



Am oberen Ende der Spurpumpe befindet srch ein Kollektor, der zur Auf- 
nahme der Indikatorrohrchen dicnt. Vom Kollektor konnen gleichzeitig 
bis zu fiinf Indikatorrohrchen aufgenommen werden. Das wird durch die 
Fassung und die Trommel, die je funf OlTnungen haben und gegeneinander 
verdreht werden konnen, erniciglicht. In der Trommel befindet sich ein Gum- 
mistiick, in dem ebenfalls fiinf OfTnungen sind; sie garantieren einen festen 
Sitz der Indikatorrohrchen. Unter dem Gummistiick befindet sich in der 
Trommel eine Schutzp-alrone, die aus einer mit trockenem Filtermalerial 
gefullten Metallhulse besteht und das Eindringen von giftigen Dampfen 
Oder Losungen aus den Indikatorrohrchen in das Pumpengehiiuse verhin- 

dert. 

Damit die Trommel in der gewunschten Stellung bleibt, also ein bis funf 
Indikatorrohrchen, je nach Wahl. aufnehmen kann. wird sie mittels Schraub- 
ring und Feder in die Fassung gedriickt. Dabci wird der Trommel durch den 
Rastslift ebenfalls noch Halt gegcbcn. 

509 





Kollektor [Bild 235.3] 

I - Fassung; 2 - Trommel; 3 - Feder; 4 -'Schraiibring; 5 - Offnung fur lii- 
dikalorrohrchen; 6 - Raststift 



Am untercn Ende der Spiirpumpe, am Grift', befindet sich der Ampullen- 
oft'ner. Zum Ampullenoft'ner gehort ein Kranz mit Stahlstiften, der sich im 
Inneren des PumpengrilTs befindet. Die Stahlstifte stehen starr in den am 
auBeren Rand markierten Locliern; in ilinen werden die Ampullen in den 
jeweiligen Indikatorrohrchen zersloBen. In der Mitle des Bodens des Pum- 
pengriffes ist mit der Befestigung der Kolbenstange ein Hartmetallmesser 
angebraclit, mit dem die Enden der Indikatorrohrchen angerilzt werden; 
die im Zentrum befindliche Ofi'nung dient zum Abbrechen der Enden. 
Der Spurpumpenaufsatz wird benotigt, wenn geringe Kampfsloft'mengen 
auf dem Boden oder an der Technik nachgewiesen werden sollen. Auch 
bei Lultproben in Ranch- und Nebelfeldern wird der Spurpumpenaufsatz 
auf die SpiJrpumpe aufgeschraubt. 

Der Spurpumpenaufsatz besleht aus einem Gchiiuse mit vier Fenstern, einem 
Glaszylinder im Innern des Gehiluses und einem Trichter mit Schrau'b- und 
Klemmring. 




Spurpumpenaufsatz 
[Bild 235.4] 



I - Glaszylinder; 2 - Gehause; 3 - Schraubring; 4 - Trichter; 5 
6 - VerschluB 



Klemmring; 



510 



Der Heizkorper dient zur Erwarmung der Indikatorrohrchen bei Tempera- 
turen unter + 10 C. Der Heizkorper besteht aus einem Plastgehause, einem 
Mittelstuck. bestehend aus vier Kupferrohreii. die untereinander verbunden 
sind und zur Aul'nahme der Heizpalrone uiid drei Indikalorrohrciien dienen, 
einer Plastscheibe und der Nadel zum ZerstoBen der Heizpatrone. Der 
Heizkorper isl auBerdem mit wiirmedammender Watte ausgefiillt. 



—6 




—7 



Y 



r-<? 



-9 



Heizkorper 

und Heizpalrone 

[Blld 235.5] 



1 - Mittelstuck ; 2- Nadel ; 3 - Plastgehause ; 4- Gehauseboden ; 5 - Folienplatte ; 
6 - Reagenzflussigkeit; 7 - Metallhulse; 8 Ampulle; ^ - Magnesiumpulver 



Die Heizpatrone 

Durch sie wird durcli chemische Umsetzungen Wilrme freigesetzt, die im 
Heizkorper zur Vorwiirmung der Indikatorrohrchen ausgenutzt wird. 
Mit einer Heizpatrone kiinnen folgende Temperaturen erreicht werden; 
bei -40 C AuBentemperatur Erwarmung auf + 55 bis + 70 "C; 
bei -20 C AuBentemperatur Erwarmung auf + 60 bis + 75 C. 
Eine Abkuhlung erfolgt nach 7 bis 8 min im ersten Falle auf + 20 bis 
+ 35 C und im zweiten Falle auf + 30 bis + 40 C 
Mit den Indikatorrohrchen werden die verschiedenen Kampfstoffarten 
nachgewiesen. Die Indikatorrohrchen haben zur besseren Unterscheidung 
eine Farbmarkierung am oberen Teil. Sie sind unterschiedlich lange halt- 
bar und verwendbar. 

Zusammenslellung der Indikatorrohrchen und der wichtigsten Werte 



Nachzuweisender 
Kampfstofr 



Markierung Haltbarkeit 



Anzahl der 
Kassetten 



V-Kampfstoff, Soman, Sarin I roter Ring 1 Jahr I 

und 1 roter 

Punkt 
Yperit 1 gelber Ring 2 Jahre 1 



Phosgen, Diphosgen, 3 griine 

Blausaure, Chlorzyan Ringe 



2 Jahre 



511 




Indikatorrohrchen [Bild 235.6] 



I - Indikatorrohrchen fiir Yperil; 2 - Indikatorrohrchen fiir Soman: 3 - In- 
dikatorrohrchen fur Phosgcn, Diphosgcn, Blausiiure und Chlorzyan; 4 - 
Uberstromkanai; 5 Trennschicht; 6 - Ampulle; 7 FiillstofT; 8 - Watte: 
9 - Markierung: 10 - Glasrohrchen 



Die Indikatorrohrchen sind beiderseits verschmolzene Glasrohrchen, in 
denen sich je nach Art ein oder mehrere FiillstolTe, die zum Teil bcreits mil 
Indikatorreagenzien getrankt sind, und Ampullen mit Indikatorfliissigkeiten 
belinden. 



3.1 .1 .4. Bedienung des Geriits 

Vorbereitung des Geriits zur Arbeit 

Bei der Vorbereitung des Kampfstoffanzeigers zur Arbeit sind als erste 
Tiitigkeiten Kontrollen uber die Vollziihligkeit des Gerats und des Zu- 
behiirs sowie der Einsatzbereitschaft der einzclnen Teile durchzufuhren. 
Dabei wird im einzelnen kontrolMert : 

- ordnungsgemiiBe Untcrbringung der Teile; 

- Vollzahligkeit der Kassetten und richligc Anordnung (rechts die Kassette 
mit den Rohrchen mit einem gclben Ring, dariiber die Kassette mil den 
Rohrchen mit drei grunen Ringen, links daneben die Kassette mit den 
Rohrchen mit einem roten Ring und einem rolen Punkt). 

AuBerdem werden die Obcrz'uge von den. Kassetten enlfernt und die Dienst- 
vorschrift aus dem Geriit herausgenommen. 

Zur Vorbereitung des Geriits zur Arbeit gehort auch, daB jeweils ein Indi- 
katorrohrchen geoffnet wird. Dabei werden die beiden abgeschmolzenen 
Spitzen des Indikatorriihrchens nacheinandcr am Hartmetallmesser an- 
geritzt und abgebrochen. Danach werden diese Rohrchen so aufbcwahrt, 
daB sie im Bedarfsfalle sofort greifbar sind und je nach Notwendigkeit in 
den Kollektor eingesetzt werden konnen. 



512 



Dnrchfiihrung von Kampfstoffuntersuchungen 

Bei Kampfstoifbestiininungen unter nonnalen Bedingungen wird je nach Art 
des yermuteten Kampfstoffs das entsprechende Indikatorrohrchen vor- 
bereitet und in den Kollektor eingesetzt. Dabei kann entweder nur mit 
einem oder auch mit zwei Indikatorrohrchen gearbeitet werden. Der erste 
Nachweis ist immer der Nachweis gefiihrlicher Konzentratronen von V- 
Kampfstoffen, Soman oder Sarin. 

Dazu werden zwei Indikatorrohrchen mit einem roten Ring und einem roten 
Punkt an den Enden geoffnet. Danach wird in beiden ROhrchen die obere 
Ampulle zerstoCen und dafiir gesorgt, daB die FlUssigkeit die FUllstoffe 
benetzt, indem man die ROhrchen an den Enden mit der Markierung er- 
fafit und zwei- bis dreimal krUftig nach unten schliigt. Dann setzt man das 
ArbeitsrOhrchen in den auf »!« gestellten Kollektor ein und saugt mit fUnf 
bis sechs PumpenhUben die zu untersuchende Luft hindurch. Das Kontroll- 
rOhrchen bleibt im Gehause des Kampfstoffanzeigers liegen. Es darf nicht 
mit zu untersuchender Luft durchsetzt werden. Nachdem durch das Ar- 
beitsrOhrchen Luft hindurchgesaugt worden ist, wird in beiden Rohrchen, 
im Arbeits- und im KontrollrOhrchen, die zweite Ampulle zerstoBen. In 
beiden ROhrchen muB sich der Fullstoff rot filrben. Die rote Farbung geht, 
wenn kein nervenschadigender Kampfstoff vorhanden ist, nach kurzer 
Zeit nach gelb uber. Im KontrollrOhrchen muB also dieser Farbwechsel 
vorgehen. Bleibt im ArbeitsrOhrchen die rote Farbung langer erhalten als 
im Kontrollrohrchen, dann liegt ein nervenschadigender KampfstofT in ge- 
rahrlicher Konzentration von 0,00005 bis 0,1 mg/1 vor. Geht der Farb- 
umschlag im ArbeitsrOhrchen zur gleichen Zeit wie im Kontrollrohrchen 
vor sich, dann ist keine gefahrliche Konzentration von nervenschadigenden 
Kampfstoflen in der Luft vorhanden. 

In diesem Fall wird das gleiche Verfahren wiederholt mit einem vergrOBerten 
Luftdurchsatz durch das ArbeitsrOhrchen (30 bis 40 Pumpenhtlbe). 

Merke : 

Zuerst den Nachweis gefahrlicher Konzentrationen von V-Kampfstoften, 
Soman oder Sarin durchfiihren! 

In der Reihenfolge der weiteren Arbeiten wird als nachstes der Nachweis 
von Phosgen, Diphosgen, Blausaure und Chlorzyan durchgefiihrt. Dazu 
wird ein Indikatorrohrchen mit drei grunen Ringen geOflhet und die Am- 
pulle zerstoBen. Dieses ROhrchen wird in den auf »1« gestellten Kollektor 
eingesetzt. Danach werden 15 Pumpenhube ausgefuhrt, und das ROhrchen 
wird wieder aus dem Kollektor herausgenommen. Zur Bestimmung vor- 
handener Kampfstoffe werden die beiden auBeren Fullstofle betrachtet und 
deren Farbungen mit der Farbskala auf der Kasette verglichen. Ist Phosgen 
oder Diphosgen in der Luft vorhanden, so farbt sich der obere FUllstoff 
(der Markierung des ROhrchens am nachsten) blau. Bei Anwesenheit von 
BlausUure oder Chlorzyan wird der untere FUllstofT rotviolett gefarbt. Um 
den Nachweis dieser Kampfstofle zu beschleunigen, ist es mOglich, bei der 
Vorbereitung des Gerats schon die Ampulle des IndikatorrOhrchens mit 

33 HBTastfunker . 513 



drei grUnen Ringen zu zerstoBen. Dann muB aber das Rohrchen innerhalb 
von 15 min verwendet werden, da es nach dieser Zeit unbrauchbar wird. 
Zaitn Nachweis von Yperit wird das an beiden Seiten geaffnete Indikator- 
rOhrchen mit einem gelben Ring in den auf »1« gestellten Kollektor ein- 
gesetzt. Danach wird mit 60 Pumpenhiiben Luft durch das Rohrchen ge- 
saugt. Die FSrbung des gelben FUUstoffes ist mit der Farbskala auf der 
Kassette zu vergleichen. FSrbt sich der FuUstoff nach einer Minute rot, so 
ist die Luft mit Yperitdampfen vergiftet. 

Mit Hilfe der auf den Kassetten vorhandenen Farbskalen ist es mOglich, eine 
annahernd genaue Bestimmung der Konzentration durchzufuhren. Das 
ist aber nur mdglich, wenn Einzelnachweise durchgefuhrt werden. In dem 
Fall, wo der Nachweis von Phosgen, Diphosgen, Blausaure und Chlorzyan 
sowie von Yperit gleichzeitig durchgefuhrt wird, ist die Konzentrations- 
angabe nicht genau. 

FUr diesen Nachweis ist der Kollektor so einzustellen, daB zwei Indikator- 
rohrchen eingesetzt werden konnen. Dann werden ein Indikatorrohrchen 
mit drei grUnen Ringen und ein ROhrchen mit einem gelben Ring vorbereitet 
- und eingesetzt. Nach 100 PumpenhUben werden dann die FSrbungen der 
einzelnen FUllstoffe mit den Farbskalen der Kassetten verglichen und ent- 
sprechende Feststellungen getroffen. 

Merke : 

Aussagen iiber die Konzentration von Kampfstoffen an Hand der Farb- 
skalen auf den Kassetten sind nur bei Einzelnachweisen mOglich! 

Bel niedrigen Temperaturen wird der Nachweis von chemischen Kampf- 
stoffen dadurch erschwert, daB die Reaktionen der Kampfstoffdampfe mit 
den Reagenzien in den Indikatorrohrchen langsam und trSge ablaufen. 
Um die Nachweise zu beschleunigen, wird der HeizkOrper verwendet. Der 
HeizkOrper wird folgendermaBen zum Betrieb vorbereitet: Es werden eine 
Heizpatrone in das mittlere Rohr Eingesetzt und das Folieblattchen am 
oberen Ende sowie die Ampulle im Inneren der Patrone mit der Nadel zer- 
stoBen. In der Patrone lauft eine exotherme Reaktion ab. Setztman in die 
drei dUnnen Rohre jetzt Indikatorrohrchen ein, so werden sie erwarmt. Nach 
Bedarf wird das entsprechende Indikatorrohrchen vorbereitet und in den 
Kollektor der SpUrpurape eingesetzt. Nach dem Luftdurchsatz kann das 
Rohrchen nochmals in den Heizkorper gesteckt werden, um die Reaktion 
zu beschleunigen. Die Farbvergleiche werden, wie bereits beschrieben, durch- 
gefuhrt. 

Wenn im kUnstlichen Nebel oder Ranch bei Kampfstoffbestimmungen 
FremdkOrper oder verschiedene Cheraikalien in die Indikatorrohrchen ge- 
langen, dann treten haufig StOrungen der einzelnen Nachweise auf. Es ist 
dann nicht mehr mit Sicherheit zu bestimmen, ob und welche Kampf- 
stoffe in der Luft vorhanden sind. So treten z. B. durch alkalische Nebel 
erhebliche StOrungen des Nachweises fUr V-Kampfstoffe, Soman und 
Sarin auf. Um diese StOrungen zu verhindern, werden grundsatzlich bei 
Kampfstoffbestimmungen im Nebel oder Ranch die Rauchfllter verwendet. 
Dazu ist es notwendig, daB der SpUrpumpenaufsatz auf die SpUrpumpe auf- 

514 



». 



geschraubt und unter den Klemmring des SpUrpumpenaufsatzes ein Rauch- 
fllter gelegt wird. Alle FremdkOrper und stSrenden Stoffe werden dutch das 
Filter zuruckgehalten, und die Bestimmung des Kampfstoffs wird in der 
beschriebenen Art vorgenommen. 

Beachte: . . ^, , , , 

Beim Nachweis vop V-KampfstolTen, Soman und Sarin im Nebel Oder 
Rauch nur Rauchfilter verwenSen! 

Fur genaue ,Bestimmungen der Zusammensetzung des Nebels oder des 

Rauches werden entsprechend der Aufgabe verwendete Rauehfilter zur 

Untersuchung an ein Labor weitergeleitet. 

Bei Entnahme von Raucli- oder Nebelproben werden der KoUektor in die 

Stellung »5« gebracht, kein IndikatorrOhrchen eingesetzt, ein Rauchfilter 

unter den Klemmring des SpUrpumpenaufsatzes gesteckt und 25 bis 30 

Pumpenhabe ausgefuhrt. 

Werai Kampfstoffdampfe in der Luft nicht nachgewiesen werden konnen, 

auf dan Boden, der Technik oder der Ausriistung jedoch sichtbare Tropfen 

vorhanden sind, dann kann auf folgende Weise noch ein Nachweis erbracht . 

werden : j ■ j i^ n i, 

- Das entsprechende IndikatorrOhrchen wird vorbereitet und in den K.ollek- 

tOr der Spurpumpe eingesetzt. 

- Der Spurpumpenaufsatz wird auf die SpUrpumpe aufgeschraubt, und 
unter den Klemmring wird cine Schutzkappe gelegt. 

- Die Pumpenhube werden so durchgefuhrt, daB sich der SpUrpumpen- 
aufsatz mit seiner Offnung unmittelbar uber dem Kampfstofftropfen be- 
findet, diesen aber unter keinen UmstUnden berUhrt. 

- Der Farbvergleich wird, wie bereits beschrieben, durchgefuhrt. 

Es kann auch durchaus m5glich sein, daB selbst bei diesem Veffahren ein 
ErwUrmen der Indikatorrohrchen vor und nach dem Pumpen erforderlich 

ist. 

Wenn entsprechend vorsichtig gearbeitet wird, kann die SpUrpumpe mit , 
dem Spurpumpenaufsatz uber dem Tropfen aufgesetzt werden. Dabei muB 
der Klemmring des SpUrpumpenaufsatzes zufuckgeklappt und der Auf- 
satz mit einer Schutzkappe abgedeckt sein. 

Beachte: 

In jedem Fall ist eine Vergiftung der Spurpumpe oder des SpUrpumpen- 
aufsatzes zu vermeiden! 

l)>ie Schutzkappe kann nach der Arbeit mit einem Stockchen abgestreift 
werden. 

Bei Kampfstoffen auf dem Boden kann man auch so verfahren, daB man in 
den mit einer Schutzkappe versehenen Trichter des SpUrpumpenaufsatzes 
mit Hilfe des Spatels die Bodenprobe hineingibt, den Spurpumpenaufsatz 
mit einem Rauchfilter verschlieBt und die Bestimmung des Kampfstoffs 
durchfuhrt. Auch hier ist streng darauf zu achten, daB kein Teil des Kampf- 
stoffanzeigers vergiftet wird. 

515 



AUe Teile, die mit Kampfstoff in Berilhrung gekommen sind, wie beispiels- 
weise der Spate! oder bei uhvorsichtiger Arbeit der Spurpumpenaufsatz, 
sind, bevor sie wieder im oder am Kasten untergebracht werden, grljndlich 
zu entgiften. 



3.1 .1 .5. Wartung des GerSts 

FUr die standige Einsatzbereitscliaft des Gerats ist der ArmeeangehOrige 
verantwortlich, dem das Gerat zur Nutzung Ubergeben worden ist. Der 
Kampfstoffanzeiger ist nach jeder Nutzung und einmal im Vierteljahr zu 
warten. 

Wartung nach jedem Einsatz 

- Nach jeder Nutzung sind alle Teile des Kampfstoflanzeigers griindlich 
zu saubern, die Vollzahligiceit der Teile ist zu kontrollieren, und im Be- 
darfsfall ist das Gerat aufzufullen. 

- Es ist eine Funktionsprobe mit der SpUrpumpe durchzufUhren. Dazu 
wird der Kollektor in die Stellung » !« gebracht. Die Offnung im Kollektor 
wird mit einem Finger zugehalten. Danach wird der Pumpengriff erfaBt 
und der Kolben der Pumpe bis zum Anschlag herausgezogen und etwa 
5 bis 10 s in dieser Stellung gehalten. Nach dieser Zcit wird der Pumpen- 
griff losgelassen. Bei einsatzbereiter SpUrpumpe muB der Kolben sofort 
in die Ausgangslage zurUckgehen. 

- Die SpUrpumpe isteinzuOlen. Zu diesem Zweck wird die SpUrpumpe.aus- 
einandergenommen, das alte Ol vom Pumpengehause und von der Man- 
schette entfernt und neues Ol aufgetragen. Nach dem Zusammensetzen 
der SpUrpumpe ist eine Funktionsprobe durchzufUhren, und zum Zweck 
der gleichmaBigen Verteilung des Ols sind einige PumpenhUbe durch- 
zufUhren. 

ViertePhrliche Wartung 

Zusatzlich zu den Arbeiten bei der Wartung nach jeder Nutzung sind folgende 
Arbeiten notwendig : 

- OberprUfung und notfalls Erneuerung des Farbanstrichs ; 

- Auswechseln der Schutzpatrone (nach Verwendung von 60 bis 70 Indi- 
katorrOhrchen); 

- OberprUfung der FunktionstUchtigkeit aller Teile und Instandsetzung 
oder Auswechslung beschadigter Teile; 

- Reinigung des HeizkOrpers; 

- Erganzung fehlenden ZubehOrs; 

- OberprUfung der IndikatorrOhrchen auf Branch barkeit (dabei ist zu 
kontrollieren, ob die Garantiezeit abgelaufen ist, ob Indikatorrfthrchen 
beschadigt sind, ob Verfarbungen in den Ampullen oder an den Full- 
stoffen aufgetreten sind). 

Im Bedarfsfall sind notwendige Teile aus dem Ersatzteilsatz zu erganzen. 
Im folgenden werden einige Fehler und Schaden und deren Beseitigung auf- 
gefUhrt. 

516 



• 



Miigliche Schiiden und ihre Beseitigung 



Art des Schadens 



Pumpe saugt nicht 



Ampullenoffner defekt 
Indikatorrohrchen werden im 
Kollektor nicht festgehalten 
Kollektor kann nicht fest- 
gestellt werden 
Indikatorrohrchen werden 
nicht richtig angeritzt 



Beseitigung des Schadens 



a) Manschette nachstellen oder 
auswechsein 

b) Ventil erneuern 

c) Locher im Kollektor saubern 
(Glasreste u. a. beseitigen) 

Ampullenoffner auswechsein 

Gummieinsatz des KoUektors 

auswechsein 

Feder im Kollektor auswechsein 

Hartmetallmesser drehen oder 
auswechsein 



AbschlieBend soil noch auf die Dienstvorschrift iiber den Kampfstoff- 
anzeiger PChR 54 U, die DV-46/47, verwiesen werden. In dieser Vorschrift 
ist das Gerat genau beschrieben. In ihr sind auch weitere Hinweise fUr die 
Wartung und Zusammenstellungen iiber StOrungen beim Nachweis der 
einzelnen Kampfstoffe zu finden. 



3.1.2. Kampfstoifanzeiger WPChR 

3.1.2.1. Allgemeine Einschatzung 

Fiir den Kampfstoffanzeiger WPChR gelten im Prinzip alle Angaben, die 
fur den Kampfstoffanzeiger PChR 54 U gemacht worden sind. Geringfugige 
Abweichungen dieses GerUts vora bereits beschriebenen GerUt solleri im 
folgenden erlautert werden. 

3.1.2.2. Technische Angaben 

Mit dem Kampfstoffanzeiger WPChR kOnnen die gleichen Kampfstoffe 
wie mit dem PChR 54 U nachgewiesen werden. Geringe Abweichungen gibt 
es bei der Masse des Gerats. Sie betragt 2,3 kg. Die Abmessungen betragen : 

- LSnge 215 mm 

- Breite 108 mm 

- Hfthe' 147 mm 



3.1.2.3. Konstruktiver Aufbau 

Auch im Aufbau des Kampfstoffanzeigers gibt es geringfugige VerSnde- 
rungen. Sie betreffen vor allem die Unterbringung der einzelnen Teile und 
des ZubehSrs. AuBerdem fehlen im WPChR das Probenglas und das Tras- 

517 




Kampfstoffanzeiger WPChR [Bild 235.7] 




Spiirpumpe [Bild 235.8] • ^ , .. j n 

1 - AmpuUenoffner; 2 - Handgriff der Pumpe; 3 - Gehause der Pumpe, 

4 - Pumpenoberteil 




Oberteil der Spiirpumpe [Bild 235.9] 
■U 1 - Gehause ; 2 - Harlmetallmesser ; 3 - Offnung 
zum Einsetzen der Indikatorrohrchen; 4 - 
Bohrung zum Abbrechen der Rohrchenenden 



518 




wfmm 



u 



n\\ 



m 



u 



Handgriff der Pumpe [Bild 235. 1 Cf] 

1 - Griff; 2 - Markierung fur Ampullenoffner; 3 

offners 



Metallstifte des Ampullen- 



sierband. Eine weitere Abweichung finden wir in der Halterung fUr die 
Heizpatronefi. Hier konnen 15 Heizpatronen aufgeilommen werden. 
An der SpUrpumpe treten folgende Abweichungen auf: 

- Die SpUrpumpe ist ktirzer. 

- Es kann immer nur mil einem Indikatorrohrchen gearbeitet werden, da 
nur eine Offnung im Kollektor vorhanden ist. 

- Der Dichtring ist in den Zylinder eingepreBt. 

- Das Hartmetallmesser zum Anritzen der Indikatorrohrchen befindet 
sich nicht am Pumpengriff, sondern umschlieBt die Offnung zur Aufnahme 
der Indikatorrohrchen. 

- Die Ampullenoffner befinden sich in der Mitle des Pumpengriffes und 
nicht am Rand. 

Die Markierung der Ampullenoffner stimml mit der Markierung der 
Indikatorrohrchen ijberein. 



3.1.2.4. Bedienung des Gerats 

Zu beachten ist, daB mit diesem Gerilt nur Einzelbestimmungen von che- 
mischen Kampfstoffen durchgefuhrt werden kcinnen. Die Anzahl der aus- 
zufuhrenden Pumpenhube ist der beim PChR 54 U genannten gleich. Eine 
Probenentnahme und Weiterleitung der Proben ist mit den Mitteln des 
WPChR nicht moglich. Im Bedarfsfall mussen Behelfsmittel (z. B. leere 
Entgiftungspackchen) verwendet werden. 

Die Ampullen der Indikatorrohrchen werden grundsatzlich mit dem Am- 
pullenoffner im Pumpengriff zerstoBen, der die gleiche Markierung wie das 
Indikatorrohrchen hat. 



519 



3.1.2.5. Wartung des Gerats 

Fur die Wartung des WPChR gelten die gleichen Regeln wie fUr den PChR 
54 U. Lediglich, bedingt durch den anderen Aufbau, bei der Wartung der 
SpUrpumpe gibt es Abweichungen. 

Die SpUrpumpe wird auseinandergenommen, indem das Oberteil und der 
Gnff abgeschraubt, die Ventileinrichtung, die Nadel mit Manschette und 
der Ampullenoffner herausgenommen werden. SUmtliche Teile werden 
grUndhch von Sclimutz, Glasresten und Flussiglceitsresten (besonders am 
Ampullenoffner) gesaubert. Die Manschette und die Innenflache des 
Pumpenzylinders werden mit Vaseline eingefettet. Danach wird die SpUr- 
pumpe zusamraengebaut. 

Zur Oberprufung der SpUrpumpe wird ein Indikatorrohrchen, dessen Enden 
nicht abgebrochen werden, in die Offnung des Spurpumpenoberteils ge- 
steclct, der Pumpengriff herausgezogen und 5 bis 10 s in dieser Stellung ge- 
halten und danach wieder iosgelassen. Die SpUrpumpe ist dann einsatz- 
bereit, wenn der Pumpengriff ruckartig mit hartem Aufschlag in die Aus- 
gangsstellung zuruckgeht. 

In der folgenden Tabelle sind noch einige Storungen und deren Beseitigung 
angegeben. 



Schiiden und deren Beseitiguny am WPChR 



Art des Schadens 



Ventil ist beschadlgt 



OfTnung zum Einsetzen der 
Indikatorrohrchen ist verstopft 

Dichtung der Ventileinrichtung 
ist beschadigt 



Beseitigung 



Ventileinrichtung ausbauen, Ventil aus- 
wechseln, anschlieBend Funktion uber- 
prUfen 

Mutter losen, Hartmetallmesser ab- 
nehmen und Glasreste und Schmutz aus 
der Bohrung entfernen 
Ventileinrichtung ausbauen, Dichtung 
auswechsein 



520 



3.2. NichtstruktumaBige Gruppe fur KC-AufklSrung [240] 

3.2.1. Allgemeines 

Fur die Handlungen der Truppen zur ErfuUung ihrer Gefechtsaufgaben ist 
eine standige AufklUrung und Beobachtung des Gefechtsfeldes, der Stel- 
lungen, Raume und der MarschstraBen unumganglich. Unter den Bedin- 
gungen des mpdernen Krieges, in dem immer mit dem Einsatz von MVM 
durcli den Gegner zu rechnen ist, kommt der Kernstrahlungs- und chemischen 
Aufklarung und Beobachtung eine wachsende Bedeutung zu. 
Die KC-Aufklarungsgruppen eines Truppenteils werden durch den Kom- 
mandeur in erster Linie zur Siclierung des Oefechtsstands und zur Aufkla- 
rung und Beobachtung von Schwerpunktrichtungen und -raumen einge- 
setzt. Die Warnung der Einheiten in ihren Raumen und Stellungen, auf ihren 
Marschwegen muB von jeder Einheit selbst organisiert werden. 

3 J.2. Platz und Aufgaben der nichtstrukturmaBigen Gruppe 

fiir KC-Aufklarung (NGrKCA) 

Die NGrKCA werden in alien Kompanien und Batterien aller Waffen- 
gattungen und Dienste gebildet und bleiben im Bestand des jeweiligen 
Zuges. Sie handeln in der Regel innerhalb der Gefechtsordnung ihrer Ein- 
heit und errullen in ihr ihre Aufgaben. Sie haben neben Aufgaben innerhalb 
der Einheit die Aufgaben der KC-Beobachtung oder KC-Aufklarung zu 
erfullen. Sie sind fur das rechtzeitige Erkennen eines Einsatzes von MVM 
durch den Gegner im Bereich ihrer Einheit verantwortlich. AuBerdem muB 
die NGrKCA die Abzugsrichtung von KampfstolTdampfen nach der Wind- 
richtung bestimmen, Dosisleistungen messen, die vordere und hintere 
Grenze befallener Raume feststellen und markieren. In besonderen Fallen 
haben sie auf Befehl Kampfstoffproben zu entnehmen und Kernstrahlungs- 
kontrollen durchzufiihren. 



3.2.3. Struktur und Ausriistung der nichtstruktuimaBigen 

Gruppe fiir KC-Aufkliirung 

Die NGrKCA wird aus dem Bestand einer Gruppe, Besatzung oder Be- 
dienung gebildet. Dabei ist es nicht erforderlich, daB die gesamte Gruppe 
gleichzeitig als NGrKCA handelt. In der Regel besteht eine seiche NGrKCA 
aus einem Gruppenfuhrer und zwei Soldaten. Die vorhandenen Gerate 
lassen sich bequem durch die zwei KC-Aufklarer bedienen. Es reicht also 
eine Starke der Gruppe von 0: 1 :2 vollig aus. AuBerdem ermOglicht diese 
Starke der NGrKCA auch, daB die Gefechtsaufgaben der Gruppe, Be- 
satzung oder Bedienung neben den Aufgaben als NGrKCA standig er- 
fullt werden konnen. Es besteht durchaus die Moglichkeit, daB innerhalb 
der Gruppe, Besatzung oder Bedienung, aus deren Bestand die NGrKCA 
gebildet wird, Ablosungen fijr. die ErfuUung der einzelnen Aufgaben or- 

521 




Ausriislung der nichlstrukturmaBigen Gruppe fiir KC-Aufklarung 
[Bild 240. 1] 

ganisiert werden. Das bedingt natiirlich, daB die gesamte Gruppe, Besatzung 
Oder Bedienung mil den Geriiten, Aufgaben und Handlungsprinzipien 
der NGrKCA vertraut ist. 
Die Ausriislung einer NGrKCA bestelit aus: 

- I KampfstolTanzeiger PChR 54 U bzw. WPChR; 

- 1 KernstrahlungsmeOgerill RR 66 (als Ersatz RSA 64 D mOglich); 

- 1 chemischen Nacliweissatz CNS; 

- 1 Markierungssatz. 

Weiterhin ktinnen zusatzlich noch in der Gruppe vorhanden sein: 
~ MarschkompaB; 

- Doppelfernglas; 

- Leuchtpistole; 

- Signal- und Leuchtmunition. 

In verschiedenen Waffengattungen und Diensten beflndet sich in der Aus- 
riislung der NGrKCA neben dem KernstrahlungsmeBgerat RSA 64 D noch 
ein Gerat zur Aktivitatsbestimmung. 



3.2.4. Einsalzgrundsatze der nichtstrukCurmaOigen Gruppe 

fur KC-Aufklarung 

An dieser Stelle muD nochtnals darauf verwiesen werden, daB die NGrKCA 
nur aus dem Bestand einer Gruppe in jeder Kompanie oder Batlerie zu 
bilden ist. Das wird bedingl durch den Umsland, daB die Gruppe, Besat- 
zung Oder Bedienung ilire Aufgabe in der Gefechtsordnung der Einheit 
weilerhin und ohne Einschrankungen zu erfiillen hat. 
Die NGrKCA wird in der Regel vom' Kompaniechef eingesetzt. In Aus- 
nahmefallen kann auch der Zugfiihrer dieser Gruppe Aufgaben fur die KC- 
Beobachlung oder KC-Aufklarung stellen. Die Gruppe erfiillt hauptsach- 

522 



lich Aufgaben im Interesse der Kompanie. In einzelnen Fallen kOnnen auch 
Aufgaben der KC-Beobachtung oder KC-Aufklarung im Interesse des 
Bataillons erfUllt werden. 



3.2.4.1 . Einsatz auf dent Marsch 

< 

Die NGrKCA handelt auf dem Marsch im Bestand der Kompanie an der 

Spitze der Kolonne. | 

Im einzelnen hat die NGrKCA auf dem Marsch folgende Aufgaben : 

- ununterbrochene Beobachtung vom.Fahrzeug aus; 

- Beobachtung des Gelandes zur rechtzeitigen Erkennung von Anzeichen 
fUr die Anwendung von MVM ; 

- sofortige Warnung der Einheiten bei Feststellung eines Einsatzes von 
MVM; 

- Aufklarung der vorderen und hinteren Grenze des befallenen Abschnitts 
und seine Markierung. 

Bei der Aufklarung eines aktivierten GelSndeabschnittes auf der Marsch- 
straBe sind folgende Handlungen notwendig: 

~ Einschalten des KernstrahlungsmeBgerUtes zu befohlenen Zeitpunkten 
oder an befohlenen Geljindepunkten : 

- beim Feststellen der Dosisleistungsgrenze 0,5 R/h Gasalarm auslOsen ; 
~ vordere und hintere Markierung der Dosisleistungsgrenze 0,5 R/h ; 

- wahrend des Durchfahrens des aktivierten Getandes bleibt das Kern- 
strahlungsmeBgerat ununterbrochen eingeschaltet ; 

- Meldung'des Erreichens der Dosisleistungsgrenze; 

- Eintragung der MeBergebnisse in die Karte oder Skizze (gr&Bere Ver- 
anderungen der Dosisleistung sofort dem Kommandeur melden); 

- DurchfUhrung der teilweisen Spezialbehandlung nach Verlassen des 
aktivierten Gelandeabschnitts. 

Bei der Aufklarung eines 'vergifteten Gelandeabschnittes auf der Marsch- 
straSe sind folgende Handlungen erforderlich : 

~ Bei Erkennen eines vergifteten Abschnittes Gasalarm ausldsen und 
persOnliche SchutzausrUstung anlegen ; 

- Art und Konzentration des Kampfstoffs bestimmen und das Ergebnis 
melden ; 

- Abzugsrichtung der Kampfstoffdampfe bestimmen; 

- vordere Grenze bestimmen und markieren (bei seBhaften Kampfstof- 
fen!); 

- vergifteten Abschnitt mit maximaler Geschwindigkeit Uberwinden, hin- 
tere Grenze feststellen und markieren; 

- nach Verlassen des vergifteten Abschnitts teilweise Spezialbehandlung 
durchfUhren. 

In jedem Fall darf die persOnliche SchutzausrUstung erst dann abgelegt 
werden, wenn vom Kommandeur dazu der Befehl erteilt worden ist. 



523 



3.2.4.2. Einsatz im AngrilT 

Im Angriff handelt die NGrKCA in der Gefechtsordnung des Zuges und 
fuhrt die KC-Aufklarung durch zwei Aufklarer aus der Gefechtsordnung 
heraus. 

Die Aufgaben der NGrKCA beschranken sich im Angriff im wesentlichen 
darauf, das GelSnde zu beobachten, um gegebenen falls beim ersten An- 
zeichen des Einsatzes von MVM sofort die Warnung der Einheit durch- 
fuhren und mit der Aufklarung beginnen zu kOnnen. 
Besonders zu achten haben sie auf 

- die Anzeichen einer Kernwaffendetohation, 

- die Wolken hinter langsam und niedrig fliegenden Flugzeugen, 

^ den dumpfen Detonationsknall und gefarbte Detonationswolken bei 
Granaten und Bomben, 

- Tropfen und Flecke im Gelande, 

- Veranderungen an der Vegetation und 

- das Ablassen von Nebel und Ranch. 



3.2.4.3. Einsatz in der Verteidigung und im Unterbringungsraum 

In der Verteidigung fuhrt die NGrKCA die KC-Beobachtung aus der 
Stellung ihres Zuges. Im Unterbringungsraum kann die Beobachtung vom 
Fahrzeug aus, von befohlenen Punkten in besonders gefahrdeten Richtun- 
gen gefuhrt werden. Im Unterbringungsraum des Bataillons kann der 
Kommandeur die KC-Beobachtung von mehreren NGrKCA an verschie- 
denen Punkten des Unterbringungsraums fuhren lassen. Nach dem Einsatz 
von Massenvernichtungsmitteln klart die NGrKCA im Umkreis von 300 
bis 500 m auf. Dabei darf die Dosisleistung bei der Aufklarung zu FuB 
30 R/h und vom Fahrzeug (Kfz., SPW, Pz) aus 200 R/h nicht Ubersteigen. 
Diese Dosisleistungsgrenzen gelten fur alle Einsatzformen der NGrKCA. 
Im einzelnen sind folgende Handlungen erforderlich : 

- Einrichten eines KC-Beobachtungspostens; 

- ununterbrochene Beobachtung, besonders der gefahrdeten Richtungen 
(Windrichtung), und periodisches Einschalten des KernstrahlungsmeB- 
gerates ; 

- nach Oberfallen mit MVM den Raum der Einheit oder den befohlenen 
Raum aufklaren; 

- befallene Abschnitte markieren ; 

- Ergebnisse der Aufklarung dem Kommandeur melden; 

- Abzugsrichtung bestimmen ; 

- Abklingen der Dosisleistung beobachten 'und kontrollieren ; 

- nach Beendigung der Aufklarung unter Fortsetzung der pausenlosen 
Beobachtung Durchfuhrung der teilweisen Spezialbehandlung. 



524 



% 



3.2^. FUhrung der nichtstruktumiaBigen Gnippe fur 

KC-AufklSrung 

Die Aufgabenstellung erhalt die NGrKCA vom Kompanie- bzw. Batterie- 
chef Uber den ZugfUhrer. Die Aufgabenstellung erfolgt auf der Grundlage 
der Befehle Uber den Schutz vor Massenvernichtungsmitteln. 
Die Aufgabenstellung umfaBt : 

1. kurze Angaben Uber den Gegner; 

2. Angabe, was Uber den bisherigen Einsatz von MVM bekannt ist ; 

3. Aufgaben der eigenen Einheit; 

4. Aufgaben der NGrKCA: 

- Krafte und Mittel, 

- Platz in der Gefechtsordnung, 

- Richtung der KC-Aufklarung und KC-Beobachtung, 

- Angabe, was bei der Aufklarung zu tun ist (Markierung, Proben- 
entnahme), 

- Beginn und Ende der KC-Aufklarung oder KC-Beobachtung,. 

- Handlungen der Gruppe nach erfolgter KC-Aufklarung, 

- Signale der Warnung, 

5. Signale der FUhrung; 

6. Meldungen (wenn, an wen, worUber). 

Die Aufgabenstellung kann entsprechend kUrzer abgefaOt sein, wenn dem 
Gruppenfuhrer bereits wichtige Angaben bekannt sind. Der GruppenfUhrer 
der NGrKCA muB nach Erhalten der Aufgabenstellung in der Gruppe die 
Kontrolle der Einsatzbereitschaft der Cerate, Mittel und der persSnlichen 
SchutzausrUstung durchfUhren. Er mu6 sich seine Aufgabe unbedingt klar-' 
machen. 
Dazu gehOrt: 

- Einschatzung der Handlungen des Gegners (wann hat Gegner MVM 
eingesetzt, wann ist mit dem Einsatz von Massenvernichtungsmitteln zu 
rechnen, welche Abschnitte sind fUr den Einsatz von MVM besonders 
geeignet?); 

- Einschatzung des Gelandereliefs (Durchschnittenheit, Bewachsung, 
Stagnationsraume, gunstige Beobachtungspunkte); 

- Einschatzung der meteorologischen Bedingungen (Windrichtung, Wind- 
geschwindigkeit, Niederschlage, Temperatur). 

Nach dieser Beurteilung stellt er seinen KC- Aufklarern prazisierte Aufgaben. 



3.2.6. Hinweise fUr die Ausbildung der nichtstrukturmaBigen Gnippe 

fiir KC-Aufklarung 

Die Grundlagen fUr die Ausbildung der NGrKCA werden in alien Waffen- 
gattungen im Ausbildungszweig Schutzausbildung geschaffen. Hier mUssen 
die Soldaten die Eigenschaften und Einsatzprinzipien der MVM kennen- 
lernen. Hier erlernen sie die vorschriftsmafiige Handhabung der persOn- 
lichen SchutzausrUstung, und wahrend dieser Ausbildung lernen sie auch die 
Gerate und Mittel zur KC-Aufklarung kennen. Das ist notwendig, denn 

525 



ohne diese Grundkenntnisse wiire nicht an die Errullung der Aufgabeii ak 
NGrKCA zu denken. 

Es ist unbedingt erforderlich, daB die eingeteilteii NGrKCA wahrend der 
Gefechtsausbildung Aufgaben erfUllen miissen, die ilinen ein intensives Trai- 
ning der KC-Beobachtung und KC-Aufkliirung ermoglichen. Die Gruppen- 
fUhrer miissen in der Lage sein, ilire Gruppe in alien Situationen richtig zu 
fUhren. Die Gerate und Mittel der NGrKCA miissen zur Ausbildung mit- 
geftihrt und die Imitationsmittel des chemischen Dienstes zweckmiiBig 
und sinnvoll eingesetzt werden. 

Die voile Einsatzbereitschaft der NGrKCA kann nur dann gewilhrleistet 
werden, wenn diese Gruppen im Verlauf des Gefechtsdienstes und bei 
Obungen immer wieder Aufgaben zur KC-Aufklarung gestellt bekommen, 
damit die Elemente der KC-Aufklarung standig trainiert werden. 



%- 



526 



3J. SperialbdMindlung t^^'l 

3J.1. AUgcmekies 

Unter den Bedingungen des Einsatzes von MVM durch den Gegner kommt 
der Beseitigung dei Folgen eines solchen Einsatzes fur die Erhaltung der 
Gefechtsbereitschaft und Kampflcraft groBe Bedeutung zu. Diese Besei- 
tigung von Folgen eines Olierfalles mit MVM wird als Spezialbehandlung 
bezeichnet. 

Durch die Unterschiedlichkeit der MVM muB auch die Spezialbehandlung 
verschiedene Teilgebiete umfassen, die jeweils ihre Besonderheiten auf- 
weisen. 
Zur Spezialbehandlung gehoren 

• die Entaktivierung, 

• die Entgiftung, 

• die Entseuchung und 

• die sanitare Behandlung. 

Die Entaktivierung befaBt sich mit der Beseitigung radioaktiven Befalls 
als Foige eines Kernwaffenschlages oder eines Oberfalles mit radioaktiven 
Kampfstoffen. 

Bei der Entgiftung werden die Folgen eines Oberfalles mit chemischen Kampf- 
stoffen beseitigt, und die Entseuchung beseitigt die Folgen eines Einsatzes 
biologischer Kampfmittel. 

Die sanitare Behandlung umfaBt MaBnahmen, die geeignet sind, radioaktive 
Stoffe, chemische Kampfstoffe und biologische Kampfmittel vom KOrper 
des Menschen zu entfernen. 

Die einzelnen Teilgebiete der Spezialbehandlung erfordern verschiedene 
Mittel und Cerate. Diese Cerate und Mittel befinden sich in erster Linie 
in den Einheilen der chemischen Abwehr. Diese Einheiten sind in der Lage, 
die Spezialbehandlung in groBem Umfang durchzufuhren. Aber auch in 
den Einheiten der anderen Waffengattungen und Dienste befinden sich 
Cerate und Mittel zur Durchfuhrung der Spezialbehandlung. Diese Mittel 
dienen in erster Linie der teilweisen Spezialbehandlung, die mit dem Ziel 
durchgefUhrt wird. nach und nach die Technik und Bewaffnung sowie die 
Ausrustung von dem Befall zu saubern. 

332. Teilweise Spezialbehandlung 

Die teilweise Spezialbehandlung wird in alien Einheiten von diesen selbst 
nach einem Oberfall mit chemischen Kampfstoffen oder nach dem Befall 
mit radioaktivem Material durchgefUhrt. Dabei ist besonders darauf zu 
achten, daB die teilweise Spezialbehandlung nur dann durchgefUhrt wird, 
wenn es die ErfUllung der Cefechtsaufgabe erlaubt. Der Kommandeur der 
befallenen Einheit muB entscheiden.zu welchera Zeitpunkt und an welchem • 
Ort die teilweise Spezialbehandlung durchgefUhrt wird. Dieser Entscheidung 

527 



muB eine genaue Einschatzung des Standes der Erfullung der Aufgabe und 
des Grades des Befalls vorausgehen. 

Die teilweise Spezialbehandlung wird dann so durchgefuhrt, daB als ersles 
alle die Telle der Bewaffnung und Technik behandelt werden, die bei der 
Erfullung weiterer Kampfaufgaben von den ArmeeangehOrigen unbedingt 
berijhrt werden milssen. Der Umfang der teilweisen Spezialbehandlung 
wird durch die zur VerfUgung stehende Zeit und durch die vorhandenen 
Mittel bestimmt. Aufgabe der Spezialbehandlung ist in jedem Fall die voll- 
standige Beseitigung aller Spuren des Einsatzes von MVM. Denn erst in 
dem Augenblick, in dem die Kampftechnik, Bewaffnung und Schutzaus- 
rUsfung der ArmeeangehOrigen vdllig frei von chemischen Kampfstoffen 
ist Oder den hochstzulassigen Aktivierungsgrad unterschreitet, kann der 
Kommandeur den Befehl zum Ablegen der personlichen Schutzausriistung 
geben. Die teilweise Spezialbehandlung wird also je nach Zeit oder auch in 
weiteren Kampfpausen immer weiter ausgedehnt. Zum AbschluB einer 
jeden Spezialbehandlung muB die persSnliche Schutzausrustung der Armee- 
angehOrigen behandelt werden. Sonst besteht die Gefahr, daB beim Be- 
rUhren der Technik diese wieder verunreinigt wird. 
Bei der teilweisen Spezialbehandlung ist unter alien Umstanden eine ge- 
naue Reihenfolge einzuhalten. Diese Reihenfolge wird davon bestimmt, daB 
abflieBende Flussigkeit keinesfalls wieder Stellen benetzen darf, die bereits 
behandelt wurden. 

Merke: 

Fijr die gesamte Spezialbehandlung gilt der Grundsatz : 

Unter Berlicksichtigung der Windrichtung wird von vorn nach hinten 

und von obeninach unten und von innen nach auBen behandelt! 




Telle der MPi, die bei der teilweisen Spezialbehandlung entaktiviert oder ent- 
giftet werden [Bild 241.1] 



3J.3. Mittel und GerSte zur Spezialbehandlung 

In den Einheiten fUr Spezialbehandlung sind alle notwendigen Mittel und 
Gerate fiir die vollstandige Spezialbehandlung vorhanden. Mit der Aus- 
riistung dieser Einheiten lassen sich alle Aufgaben zur Beseitigung der 
Folgen eines Einsatzes von MVM erfullen. Sie verfUgen Uber alle erforder- 



528 



lichen Entgiftungs-, Entaktivierungs- und Entseuchungsmittel, die dazu- 
gehOrigen LOsungsmittel und die Teclinik. So stehen zur Entgiftung lind 
Entaktivierung Entgiftungsfahrzeuge vom Typ ARS 12 U und Tragkraft- 
spritzen, zur Entseuchung die Bekleidungsentgiftungsstation AGW 3 und 
die Bekleidungswaschanlage BU 4 und zur sanitaren Behandlung die Dusch- 
anlage DA 66 zur Verfugung. 

Hier solljedoch nur auf die Mittel und Gerilte der Spezialbehandlufig einge- 
gangen werden. 



33 J.I. Minel zur Spezialbehandlung 

Bei den Mitteln zur Spezialbehandlung miissen wir grundsatzlich unter- 
scheiden in 

- Entgiftungsmittel und 

- Entaktivierungsmittel. 
Entgiftungsmittel sind ; 

- Atznatron; • 

- Monochloramin : 

- Kalziumhypochlorit. 

Mit diesen Enlgiftungsmitteln werden im Bedarfsfalle die notwendigen Ent- 
giftungsflussigkeiten (EF) hergestellt. Entsprechend dem zu entgiftenden 
KampfstofT kann EF 2 oder EF 3 hergestellt werden. Die EF 2 dient zur 
Entgiftung nervenschadigender Kampfstoffe wie Soman und Sarin. Sic 
setzt sich aus Wasser und Atznatron zusammen. Hergestellt wird diese 
Entgiftungsflilssigkeit, indem man den Inhalt einpr Packung Atznatron, 
eine solche Packung befindet sich im groBen Entgiftungssatz (GES), in 
5 1 Wasser aullost. Dazu wird der Inhalt des Packchens langsam und unter 
stiindigem Umriihren in das Wasser hineingegeben. 

Aditung! , 

Ansatz darf nur mit angelegter Schutzausrustung erfolgen! 
Veriitzungsgefahr! 

Es entsteht eine 10"„ige Natronlauge, die die Kampfstoffe vom Typ Sarin 
voUstilndig entgiftet. 

Die EF 3 wird zur Entgiftung hautschadigender Kampfstoffe verwendet und 
besteht aus Monochloramin und Wasser. Der Ansatz dieser Entgiftungs- 
flUssigkeit erfolgt, indem man den Inhalt eines Packchens Monochloramin, 
ebenfalls im groSen Entgiftungssatz enthalten, wiederum in 5 1 Wasser auf- 
lost. Das Monochloramin lost sich aber nur schwer in Wasser auf. Aus die- 
sem Grunde wird mit wenig Wasser und dem gesamten Monochloramin erst 
ein Brei hergestellt, der dann nach und nach mit dem restlichen Wasser auf- 
gefiillt wird. Das hat unter standigem Ruhren zu erfolgen. 

Achtung! 

Ansatz darf nur mit angelegter Schutzausrustung erfolgen ! 



34 HB Tastfunker 



529 



In Zukunft wird als Entgiftungsmittel nur noch KalziumhypocWort »er- 
wendet. Es wird sowohl zur Entgiftung nerven- ab audi hautschddigcnder 
Kampfstoffe benutzt. Die EntgiftungsflUssigkeit EF 4 wird hergesteOt, 
indem man in 5 1 Wasser etwa '/* des Flascheninhaltes, eine solche Flasche 
beflndet sich kUnftig im groDen Entgiftungssatz, last. Es wird also hier im 
Gegensatz zur EF 2 und EF 3 nur eine 5/oige LOsung hergestellt. 
Zur Entaktivierung wird eine 1- bis 2%ige LOsung vo'n Mersolat D in 
Wasser verwendet. Durch das Mersolat D wird die Aufnahmefdhigkeit des 
Wassers fUr Schmutzteilchen erhoht. Die radioaktiven Teilchen werden 
also besser von den aktivierten Oberflachen abgewaschen. Die Herstellung 
der LOsung erfolgt, indem man die Halfte des Inhalts einer Tube oder den 
Inhalt einer kleinen Flasche in 5 1 Wasser lOst. Das geschieht unter standigem 
Rlihren. 

FUr, die Entseuchung gibt es als Behelfsmittel nur die Mittel.-die auch ftir 
die DurchfUhrung der Entgiftung zur VerfUgung stehen. Ein gewisser 
Schutz vor bakteriologischen Kampfmitteln kann durch jeden Armee- 
angehOrigen selbst gewUhrleistet werden, indem er alien Forderungen an 
die KOrperhygiene nachkommt und nur abgekochtes Wasser als Trinkwas- 
s'er verwendet. In Notfiillen kdnnen zur Desinfektion der Kampftechnik und 
Bewaffnung sowie der SchutzausrUstung die Entgiftungsmittel Monochlor- 
amin und Kalziumhypochlorit verwendet werden. Zur Hautdesinfektion 
kann die Salbe aus dem EntgiftungspSckchen benutzt werden. 
Zur Entgiftung der Handfeuerwaffen, SchutzausrUstung und Bekleidung 
sowie zur sanitaren Behandlung nach chemischen OberPallen steht dem 
Armeeangehorigen das Entgiftungspackchen zur yerfUgung. Darin be- 
finden sich Tupfer und Salben zur Entgiftung von chemischen Kampf- 
stoffen. 

3J.3.2. Gerate zur Spezialbehandlung , 

Das am weitesten verbreitete Gerat zur Spezialbehandlung ist der groBe 
Entgiftungssatz GES 10. Der GES 10 gehOrt zur AusrUstung eines jeden 
Fahrzeugs und der Kampftechnik. Mit dem GES 10 kann die teilweise Spe- 
zialbehandlung des Fahrzeugs und der Besatzung sichergestellt werden. 
Der GES besteht aus; 

- 2 Kanistern (je 51); 

- I Mittelteil; 

- 1 Bodenschale; 

- 1 HaltebUgel. 

Die beiden Kanister dienen zur Aufnahme von Wasser, Entgiftungs- oder 
EntaktivierungsflUssigkeit. Notfalls kann die EF 4 oder die Entaktivierungs- 
flUssigkeit in dep Kanistern hergestellt werden. Das Mittelteil besteht aus 
zwei Schalen, die seitlich mit SpannverschlUssen zusammengehalten wer- 
den. In diesem Mittelteil befinden sich ; 

- 2 Ringpinsel; ^ » 

- 2 BUrsten; 

- I Stielburste; 
I Spachtel; 

S-fO 



^^^^ 




GroBer EntgiflungssaU (GES) im verpackten Zustand [Bild 241.2] 




Einzelteile des GES [Bild 241 .31 



- 1 Lappen (Putzwolle); 

- 500 g Atzhatron "i ■. ,„,^ ^ i ■ u u. ■. 

- 500 g Monochloramin 1°'^^^ ' ^ ^ Kalz.umhypochlont. 

Die beiden Schalen des Mittelteils werden zum Ansetzen von Entgiftungs- 
flussigkeiten oder zur Aufnahme der fertigen LOsungen verwendetf Mit 
den Schalen kann dann an jedem beliebigen Ort gearbeitet werden. 
In der Bodenschale stehen im zusammengesetzten Zustand die beiden Ka- 
nister und das Mittelteil. Sie kann ebenfalls zum Ansetzen von Entgiftungs- 
flussigkeiten und zur Spezialbehandlung beliebiger Teile verwendet wer- 
den. 

Mit dem Haltebilgel werden die einzelnen Teile im zusammengesetzten 
Zustand zusammengehalten. Der Haltebiigel lauft von der einen Seite der 
Bodenschale, wo er mit einem SpannverschluB befestigt ist, unterden Grif- 
fen der Kanister und des Mittelteils hindurch zur anderen Seite der Boden- 
schale, wo die Befestigung in gleicher Weise geschieht. 
Zur Spezialbehandlung sind an verschiedenen Fahrzeugen noch andere 
Gerate angebracht. So gibt es beispielsweise am LKW G 5 die EA 61. Sie 
besteht aus zwei Kessein, die unter den Reserveradern angebracht sind, 
Schlauchmaterial und zwei Strahlrohren mit Waschbursten. Das Arbeits- 
prinzip ist folgendes: Die geforderte Entgiftungs- oder Entaktivierungs- 
flussigkeit wird in einen oder zwei Kessel eingeftillt. Durch entsprechende 
Stellung des Absperrhahnes wird Luft vom Kompressor in den Kessel ge- 
driickt. Dadurch wird die Flussigkeit aus dem Kessel durch die Schlauch- 
leitungen zu den Waschbursten gedriickt. Ein weiteres Gerat zur Spezial- 
behandlung ist die sowjetische Anlage DK 4, die sich am SPW 60 PB be- 
findet. Diese Anlage arbeitet unter Ausnutzung der Auspuffgase auf dem 
Prinzjp der Wasserstrahlpumpe. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch 
die Anlage EA 64. 

Das Tornisterentgiftungsgerat TEG 57 besteht aus zwei Behilltern, einer 
Luftpumpe und einem Strahlrohr mit Waschblirste. Die Behilher fassen 
je 5 1 Fliissigkeit. Die Flussigkeit in den Behaltem wird mit Hilfe der Luft- 
pumpe unter Druck gesetzt, so dalJ diese bei Offnung der entsprechenden 
Ventile iiber das Strahlrohr ins Freie gelangt. 



3.3.4. Durchfiihrung der Spezialbehandlung 

Als Grundsatz fur jede Spezialbehandlung gilt : Vor dem Einsatz von Ent- 
giftungsflUssigkeit, Entgiftungssalbe oder EntaktivierungsflUssigkeit sind 
unbedingt der grobste Schmutz, sichtbare KampfstofTtropfen, Staub und 
Dreck von den zu behandelnden Oberflachen zu entfernen. Dazu konnen 
Spachtel, Bursten, Holzstucke, Reisig, Gras, Stroh und andere Hilfsmittel 
benutzt werden. Dabei ist darauf zu achten, daB durch diese Arbeit nicht 
andere Stellen der zu behandelnden Technik oder Ausriistung noch mehr 
verunreinigt werden. Unbedingt ist die Windrichtung zu beachten. Kampf- 
stofftropfen darf man nicht verreiben. » 

Nach der Grobreinigung setzt dann die Behandlung mit Entgiftungs- oder 
EntaktivierungsflUssigkeit ein. Bei der Entgiftung wird die Entgiftungs- 

532 



flussigkeit verwendet, die fUr den jeweiligen Kampfstoff zutreffend ist. FUr 
Sarin und Soman wird EF 2 verwendet. Liegt ein hautschadigender Kampf- 
stoff vor, dann kommt EF 3 zur Anwendung. Sollte V-Kampfstoff vor- 
liegen oder ein Kampfstoff nicht identifiziert sein, dann sind beide Ent- 
giftungsflussigkeiten in der Reihenfolge EF 2, dann EF 3 zu verwenden. 
EF 4 ist luF alle Kampfstoffe zu verwenden. 

Gleiches trifft bei der Anwendung des EP 68 zu. Nach dem Entfernen der 
Kampfstofftropfen wird die entsprechende Entgiftungssalbe aufgetracen, 
die 10 Minuten einwirken soil. Nach dieser Zeit wird die Salbe, ebenfalls 
ohne zu verreiben, wieder entfcrnt, und die Hautstellen werden griindlich 
gewaschen. 

Bei richtiger und vorscliriftsmaBiger DurcJifiihrung der Spezialbefiandlung 
werden Ausfiille durch Befall vermieden. Jeder Armeeangehorige muB 
also, urn sich selbst zu schutzen und die Kampfkraft seiner Einlieit zu 
erhalten, den MaBnahmen der Spezialbehandlung die notwendige Aufmerk- 
samkeit widmen, die Spezialbehandlung seiner Technik und Ausriistung 
standig trainieren und vervollkommnen. Auch wahrend Obungen miissen 
Elemente der Spezialbehandlung durchgefiihrt werden. 



3.3.5. Ausbildungsanleitung zur teilweisen Spezialbehandlung 

Ziel der Ausbildung 

Die Armeeangehorigen miissen verstehen, daB die teilweise Spezialbehand- 
lung zur Beseitigung der Folgen von MVM-EinsUtzen beitragt und die 
Kampfkraft und Gesundheit jedes einzelnen erhalten hilft. Jeder Armee- 
angehorige muB die Merksatze 

»Der Ansatz vonEntgiftungsfliissigkeifen darf nur mit angelegter Sphutz- 

ausriistung erfolgen!« 
und 

»Unter BerUcksichtigung der Windrichtung ist stets von oben-nach unten 

und von vorn nach hinten zu behandeln!« 
kennen und zu jeder Zeit danach handeln. Er muB im Verlaufe der Ausbil- 
dung sinngemaB erfassen, welche Entgiftungsmittel fUr welche Kampfstoffe 
zur Anwendung kommen. Er muB den Ablauf einer teilweisen Spezialbe- 
handlung der Kampftechnik und der Bewaffnung sowie der personlichen 
Schutzausrustung durchfiihren k5nnen. Er muB iiber den Verwendungs- 
zweck der Entgiftungssalbe des EP 68 Bescheid wissen, deren Einsatz 
beschreiben und sie auch richtig anwenden konnen. 
Im Verlaufe der Ausbildung muB der Armeeangehorige die Entgiftungs- und 
Entaktivierungsfliissigkeiten richtig ansetzen und anwenden konnen. Dazu 
gehort, daB er die Sicherheitsbestimmungen kennt und einhah. Er muB in 
der Lage sein, im Verlaufe einer Gefechtshandlung die Elemente der teil- 
weisen Spezialbehandlung selbstandig durchzufUhren. 
Im Rahmen einer Gruppe, Besatzung oder Bedienung ist wahrend der Aus- 
bildung zu erreichen, daB die Handlungen der einzelnen Armeeangehorigen 
bei der teilweisen Spezialbehandlung' aufeinander abgestimmt sind. Es muB 
erstrebt werden, daB die teilweise Spezialbehandlung eine Kollektivarbeit 

533 



wird, in der jeder einzelne genau seine Aufgabe und seinen Platz kennt. Zur 
Festigung des Stoffes und beim Oben ist es zweckmaBig, wenn sich der 
GruppenfUhrer aktiv in die Handlungen seiner Gruppe mit einschaltet und 
nicht nur als unbeteiligter Ausbilder fungiert. 

Bei der Durchfuhrung der teilweisen (Spezialbehandlung kommt es beson- 
ders auf solche Eigenscliaften wie^ Genauigkeit bei der Arbeit, sorgfaltigen 
Umgang mit der Technik sowie Ausdauer und Bereitscliaft zum Ertragen 
hoher physisclier Belastungen an. Im Ralimen der Schutzausbtldung und 
des Gefechtsdienstes sind diese Eigenschaften vom Ausbilder besonders zu 
fOrdern. 

Organisation der Ausbildung 

FUr die Ausbildung der Armeeangehiirigen in der teilweisen Spezialbehand- 
lung sollten folgende organisatorische Formen des Unterrichts verwendet 
werden : 

1 . Die Ausbildung zu diesem Thema sollte mit einer Unterweisung begin- 
nen, in der den Armeeangehiirigen Zweck, Methoden und Mittel zur 
Spezialbehandlung gezeigt und erlUutert werden, in der ihnen gezeigt 
wird, wie die teilweise Spezialbehandlung an der Technik; Bewaffnung 
und Ausrilsttmg durchzufUhren ist. 

2. Im weiteren Verlaufe der Ausbildung sollte dann zum Gefechtsexerzieren 
Ubergegangen werden, bei dem die ArmeeangehOrigen einzeln und spater 
im Bestand der Gruppe die Handlungen der teilweisen Spezialbehand- 
lung uben kOnnen. 

An Ausbildungsmitteln sollten verwendet werden : 

- die Dia-Serie Nr. 4; ^ 

- strukturmaBige Mittel zur Spezialbehandlung (GES 10, EA 61, EP 68); 

- behelfsmaBige Mittel zur Spezialbehandlung (Reisig, Stroh, Gras, 
Laub); 

- Technik und Bewaffnung; 

- Imitationskampfstoffe; 

- offene radioaktive Praparate. 

Die Dia-Serie hat ausgesprochen informierenden Charakter und sollte 
in der ersten Unterweisung zum Thema benutzt werden. 
Die Mittel zur Spezialbehandlung werden sowohl zur Unterweisung als 
auch zum Gefechtsexerzieren genutzt. Sie haben wahrend der Unterweisung 
informierende und wahrend des GefecKlsexerzierens Obungsfunktion, d. h., 
wahrend der Unterweisung sollen die ArmeeangehOrigen die strukturmaBi- 
gen und die Behelfsmittel zur Spezialbehandlung kennenlernen, und im 
Gefechtsexerzieren sollen sie diese Mittel handhaben lernen. 
Die Technik und Bewaffnung wird sowohl in der Untervveisung zur Ver- 
deutlichung der'zu beharidelnden Stellen und der Reihenfolge der Arbeiten 
als auch beim Gefechtsexerzieren zum Oben der Handlungen verwendet. 
Die Imitationskampfstoffe sollten erst beim Gefechtsexerzieren in den 
letzten Stunden der Ausbildung eingesetzt werden, um reale Handlungen der 
ArmeeangehOrigen zu erreichen. Wahrend seiner Vorbereitung muB sich 
der Ausbilder mit den Eigenschaft^ der chemischen Kampfstofle, mit 
ihrer Entgiftbarkeit, mit den Problemen der teilweisen Spezialbehandlung 

534 



L: 



und mit den notwendigen Sicherheitsbestimmungen vertraut machen. pa- 
bei muB er sich eine genaue Vorstellung Uber die Organisation und den Ab- 
lauf der Ausbildung erarbeiteri. Er muB die materielle Sicherstellung organi- 
sieren und im Verlaufe seiner Vorbereitung die GerUte und Mittel auf Voll- 
standigkeit und Einsatzbereitschaft UberprUfen. AuBerdem muB er den 
Ort der Ausbildun^i festlegen und fiir das Gefechtsexerzieren die notwen- 
digen Vorbereitungen treffen (Anlegen von Imitationen). 

Durchfiihrung der Alisbildung 

Zu Beginn der Ausbildung wird eine Kontrolle der Kenntnisse der Armee- 
angehOrigen durchgefUhrt. Zu diesem Zweclc muB der Ausbilder Kontroll- 
fragen vorbereitet haben. Diese Kontrollfragen sollen 

- kurz und eindeutig sein, 

- Stoff umfassen, der unbedingt beherrscht werden muB, und 

- zum Denken anregen. 
Einige Beispjele : 

Zu welchera Kampfstofftyp zahlen wir Sarin? 

Welche Kampfstoffart wird mit der Entgiftungsflussigkeit EF 2 ^ntgiftet? 
Nach AbschluB der Unterweisung, die nur zum iCennenlernen der Mittel 
und Methoden und der Reihenfolgc der Spezialbehandlung dienen soil, 
erscheint es zweckmaBig, die Ausbildungsgruppe (Zug) in verschiedene 
kleinere Ausbildungsgruppen einzuteilen, urn im Stationsbetrieb Uben zu 
lassen. 
Beispiel : 

1. Station - teilweise Entaktivierung mit Behelfsmitteln an der Technik; 

2. Station - teilweise Entgiftung mit dem GES 10 an der Technik; 

3. Station - teilweise Spezialbehandlung der Handfeuerwaffen mit denj 

EP 68. 
Wahrend des Gefechtsexerzierens ist unbedingt unter angelegter Schutz- 
ausriistung zu arbeiten. 

In der Kontrolltatigkeit ist Schwerpunkt auf die Einhaltung der Sicherheits- 
bestimmungen zu le^en. 

Im Verlauf einer Unterrichtsstunde (Unterweisung) sollte an Stoff so viel 
behandelt werden, daB alle ArmeeangehOrigen den Stoff aufnehmen und 
verarbeiten kOnnen. In einer Stunde konnten z. B. die strukturmaBigen 
Mittel zur teilweisen Spezialbehandlung und das Ansetzen der Entgiftungs- 
und EntaktivierungsflUssigkeiten behandelt werden. Diese Stoffmenge er- 
scheint Mr eine Stunde zweckmaBig. Allerdings ist die Festlegung der Stoff- 
menge von, der Struktur der Ausbildungsgruppe abhangig. 
FUr die teilweise Spezialbehandlung erscheint bei der Darbietung des 
Stoffes der Weg vom Allgemeinen zum Besonderen am zweckmaBigsten. 
Die Beseitigung der Folgen eines Einsatzes von MVM allgemein laBt sich 
dann speziell (tit einzelne chemische Kampfstoffe, 'flir radioaktiven Befall 
behandeln. 

Ira Verlauf der Ausbildung mUssen von der Einfuhrung in das neue Stolf- 
gebiet bis zur Festigung.und Kontrolle alle Stufen der Wissensvermittlung 
durchlaufen werden. In den Verlauf des Obens kOnnen Elemente der Ober- 
prufung mit einflieBen. Das geschieht, indem an Gruppen Aufgaben ge- 

■ 535 



stellt werden, die aus einer Gcfechtssituation heraus erwachsen und die 
Gruppe zum selbstilndigen Handein zwingen. Wahrend des Gcfechtsdien- 
stes UiBl sich die teilweise Spezialbeliandlung zweckmiiBig organisieren. So 
kann im Vcrlauf einer Gefeciitsliandlung ein vergifleter Geliindeabschnitt 
iiberwundcn worden seiii. woiiach einc Spezialbeliandlung ununigiinglich 
isl. In dieser Form koniien sowohl das (jbcn als aiieh die Kontrolle des Lei- 
stungsslandcs organisicrl und durchgefuhrt werden. 

Auswcrtung der Ausbildung 

Bci der teilwcisen Spezialbeliandlung trelen liiiufig Feliler in der" Reihen- 
I'olge der Arbeilen auf. Diesc Keliler liabcn zur Folge, daB bereils behandelte 
Stellen w ieder verunrcinigt werden und somil der F.rfolg der Spezialbeliand- 
lung gefiilirdel wird, Besonderes Augennierk ist durch den Ausbilder auf 
das riclitige Ansclzen der verlangten Liisungen zu richten. Auch hier treten yy^ 

ofl Feliler und Mangel auf. Bei Fehlern. die den Erfolg der Arbeit gefiihr- 
den, isl durch den Ausbilder eine sofortige Korrektur vofzunehmen. Das 
schlieBt naturlich niclil aus. daB nacli AbschluB der Ausbildung die Mangel 
noclimals ausgevvertet werden. Zur AhseliluBauswerlung ist auch die Gegen- 
uberstellung guter und niangelhal'ler Leistungen iin Verlaufder Ausbildung 
zweckmiiBig, da damit ein gesunder Ehrgciz angercgt wird, der zur Verbcs- 
serung der Ausbildung fiihren kann. 



536 



4. Sanitatsausbildung ['^7] 

4.1. Verhalten als Geschiidigter 

Von einem Verhalten als Geschiidigter kann nur bei Geschadigten, die bei 
BewuBtsein sind, gesprochen werden. Der Erfolg der Selbsthilfe ist wcitest- 
gehend von der Verhaltensweise des Geschadigten abhangig. 
Folgende MaBnahmen beachten: 

1. Unter alien Umstiinden Ruhe bewahrcn, keine Panikstimmung aufkom- 
nien lassen! 

2. Abhangig von der Situation und dem Grad der Schiidigung MaBnahmen 
des Schutzes vor MVM einleiten! 

3. MaBnahmen der Selbsthilfe durchfuhren (Verband.Blutstillung, schmerz- 
stillende Mittel aus dem Medizinischen Schutzpiickchen gegcn Kampf- 
stoffschadigung usw.)! 

4.Abhangig von der Bewegungsmciglichkeit in Deckung kriechen und dort 

die Hilfeleistung verbessern (Verband, Schienung, Blutstillung kontrol- 

lieren)! 
S.Sich durch Rufen, Winken, Kennzeichnung der Deckung (mit Hilfe 

eines Stockes mit angebundenem Tuch u. ii.) der Lage entsprechend be- 

merkbar machen! 
6. Versuchen. mit anderen Geschadigten Verbindung aufzunehmen (Schaf- 

fung von SammelpUltzen und Miiglichkeit der gegenseitigen Hilfe). 
Fur Geschadigte, die nicht in der Lage sind, sich selbstandig fortzubewegen, 
gelten alle MaBnahmen auBer 4 und 5. 

Leichtgeschiidigte, die nach DurchfUhrung der Selbsthilfe nicht in der Lage 
sind weiterzukiimpfen, mussen vorrangig Schwergeschadigten gegenseitige 
Hilfe erweisen und sich dabei in Richtung des niichsten Bataillons- bzw. 
Regimentsverbandplatzes bewegen. 

4.2. Bergen Geschadigter auf dem Gefechtsfeld 

Das Bergen Geschadigter auf dem Gefechtsfeld wird durch den medizini- 
schen Dienst sowie im Rahmen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe 
organisiert und durchgefuhrt. Die Hauptform des Bergens besteht im gegen- 
seitigen Helfen der Geschadigten untereinander, d. h., der Leichtgescha- 
digte hilft dem Schwergeschadigten, bringt ihn in eine Deckung und leistet 
die Erste Hilfe. 

Eine besondere Stellung nehmen hierbei die Bergungs- und Rettungskom- 
mandos ein, die als nichtstrukturmUBige Gruppen entsprechend den Er- 
fordernissen gebildet und.eingesetzt werden. Die Aufgaben bestehen in der 
Bergung der Geschadigten und in der Erste-Hilfe-Leistung. 

Merke : 

Beim Erweisen der Ersten Hilfe grundsatzlich erst das Medizinische Schutz- 
packchen bzw. den personlichen Verbandmittelsatz l/Il des Geschadigten 
verwenden ! 

537 



In Massenwirkungsherden dem Geschadigten sofort die Schutzmaske auf- 

setzen ! 

1st die Schutzmaske unbrauchbar oder keine vorhanden, werden auf Mund 
und Nase MuHkoinpressen eines Verbandpackchens aus dem personlichen 
Verbandmittelsatz gelegt und mit dem Feldflascheninhalt angefeuchtet. 
Mit einer Binde ist die Mullkompresse in Form eines Schleuderverbandes 
zu befestigen. Vorrangig ist der Inhalt des personlichen Verbandmittel- 
satzes 2ur Versorgung der Wunde gedacht. Mund und Nase konnen not- 
falls mit einem angefeuchteten Taschentuch oder Stoffstreifen (z. B. vom 
Unterhemd) abgedeckt werden. 



4.2.1 . Abschleppen von Geschadigten 

Die Abschleppmethode richtet sich nach der Art der Schadigung und der 
gegnerischen Einwirkung (Geliindebedingungen, Gefechtssituation usw.). 



4.2.1 .1 . Abschleppen auf der Seite 

Dazu legt sich der Bergende auf die rechte oder linke Seite an den Riicken 
des Geschadigten, legt dessen Kopf an seine Brust und dessen Korper auf 
sein angezogenes Bein. Der oben liegende Arm umfafit den Geschadigten 
soweit wie moglich zur Sicherung der Lage. Die Art der Schadigung ent- 
scheidet, ob auf der rechten oder Hnken Seite abgeschleppt wird. 

Merke: 

Der Bergende kriecht auf der Seite (rechts oder hnks) und stoBt sich mit 
dem freien FuB und dem Ellenbogen des unten liegenden Armes vor- 
warts! 




Abschleppen auf der Seite 
[Bild 157.1] 

Diese Methode ist anstrengend, bietet jedoch die gUnstigste MOglichkeit, 
sich selbst und den Geschadigten vor der Feuereinwirkung des Gegners 
zu schiitzen. 



4.2.1.2. Abschleppen auf dem Riicken 

Dazu legt der Bergende den Geschadigten auf die unverletzte Seite, legt 
sich mit dem Riicken an dessen Brust, zieht das unten liegende Bein an und 
schiebt es vorsichtig unter die Beine des GeschacKgten. 

538 



Liegt der Bergende auf der linken Seite. faBt er mit der linken Hand die 
rechte Hand des Geschildigten und mit der rechten Hand dessen Hose im 
GesiiBbereich und zieht kriiflig, jedoch nichl ruckartig den GeschSdigten 
auf seinen RUcken (bei Rechtslage umgekehrte HandgrilTe) und schleppt 
ihn so ab. 

Merke: 

Beim Kriechen sich nur mit einem Bein abstoBen, um UbermilBiges 
Schaukcln zu vermeiden, damit der Geschadigte nicht vom Rucken her- 
unterfallt! Die Beine des Geschadigten mUssen zwischen den Beinen des 
Bergenden liegen! 




Abichleppen auf dem Rucken [Bild 157.2] 



42.\3. AbschleppenaufderZeltbahn 



Dazu wird an einer Ecke der Zeltbahn mit Hilfe eines SchifTerknotens ein 
Tragegurt befestigt und die Zeltbahn in der Diagonale bis zur Hillfte zu- 
sammengerollt. 




Befestigen des Tragegurts an der Zeltbahn [Bild 157.3] 




Zum Abschleppen vorbereitete Zeltbahn [Bild 157.4] 



539 




Hinlegcn des Gescliiidiglen auf die Zcltbalin [Bild 157.5] 




Abschleppcn auf dor Zellliahn [Bild 157.6] 

Mcrke : 

Gcschildigten vorsichlig auf die iinvcrlet/te Scite iegen iind ihn diagonal 
auf die Zcltbalin rollcn. Danacli die /usammengerollte Scite dcr Zelt- 
bahn aufiollen, beidc Eckcn dcr Zeltbahn zusammenknoten und den 
Gescliiidiglen abschleppcn! 



4.2.1 .4. Abschleppen auf Skiern 

Dazu wird aus vier Skiern ein Transportsclilitten angefertigl. Die vier 
Skier werden nebeneinandergelegt und an den Voider- und Hinterriemen 
der Sttitzflachen sowie an den Spit/en mit zwei kurzen Stiicken (mit Draht, 
Bindfaden, MantelriemCn o. a. I verbunden. Zwei Skistiicke werden parallel 
zu beiden iiuBeren Skiern befestigt und diencn als Halt fiir die Riemen, mit 
denen der Geschiidigte auf den Skiern fcstgeschnlirl wird. 



Merke: 

Den Geschiidigten vor Frost.scliiiden schiitzen! 
Oder in seinen Scliutzumliang hlillen! 



Ihn in .seine Zeltbahn 



4.2.1 .5. Tragen eines Geschiidigten auf dem Riicken oder auf den 
Armen 

Zum Tragen auf dem Riicken legt sicli der Bergendc mil dem Riicken an 
die Brust des Geschiidigten und erfaBt mit der linken oder rechten Hand das 
Handgelenk des Arms der verletzlen Scite und mit der anderen Hand die 
Bekleidung am Oberschenkel des Geschiidigten. Durch kurzen gleichmilBi- 
gen Ruck unter gleichzeitiger Drehung auf die Bauchseite liidt sich der 
Bergende den Gcschildigten auf seinen Riicken. Beim Aufstehen linkes 
Bein anziehen und mit der rechten Hand aufstiitzen! Die linkc Hand erfaBt 



540 



das Handgelenk des rechten Arms des Geschadigten. Mit der rechien Hand 
vom Boden abstoBen und in Kniestellung gehen. Danach das rechte Bein 
einen Schritt vorsetzen und sich mil der redilen Hand aufdas rechle Knie 
slutzen und sich aufrichten. Die nocli freie Hand erfaBl den Oberschenkel 
des Geschadigten. 

Eine weitere Melhode des Transports auldem Riicken zeigt das Bild. 
Zum Tragen auf den Armen kniet der Bergende neben dem Geschadigten 
auf einem Knie und nimmt ihn auf. 




Tragen ohne Gurt auf dem Riicken [Bild 157.7] 




Tragen ohne Gurt auf dem Arm [Bild 157.8] 



4.2.1 .6. Tragen eincs Geschadigten mit dem Tragegurt durch einen 
Bergenden 

Beachte : 

Den Geschadigten auf die unverletzte Seite legen und den in Ringform 
gelegten Tragegurt unter den Geschadigten legen. 

Der Auszubildcnde legt sich mit dem Riicken vor den Geschadigten, steckt 
die Arme durch die Schlingen des Tragegurts und bindet die Schlingen mit 
dem Gurlende fest. 

Danach steht der Bergende mit dem Geschadigten auf und transportiert 
ihn ab. 

541 




Legen des Tragegurts 
[Bild 157.9] 




Aufnehmen mil dem Tragegurt 
[Bild 157.10] 




Aufstehen mit dem Geschadigten 
[Bild 157.11] 



Tragen mit dem Gurt [Bild 157.12] 



4^.1.7. Tragen eines Geschadigten ohne Tragegurt durch zwei Bergende 

Der Geschadigte wird aufgehoben, indem der Vordermann die Beine des 
Geschadigten durch seine Arme nimmi und der Hintermann mit beiden 
Unterarmen unter die Achselhohlen des Geschadigten greift. 

Merke: 

Der am Kopfende tragende Bergende darf seine Hande uber der Brusi 
des Geschadigten nicht schlieBen, urn ihn nichl beim Almen zu be- 
hindern! 



542 




Tragen eines Oeschadigten zu zweit 
[Bild 157.13] 



4.2.1 .8. Tragen eines Geschadigten mit dem Tragegurt durch zwei 
Bergende 

Beim Abtransport eines Geschadigten durch zwei Bergende wird der Trage- 
gun in Form einer Acht liber die Schultern der Bergenden gelegt. . 

Mefke: 

Beide Bergende knien nieder, legen dem Geschadigten den gekreuzten 
Gun unter das GesaB und stehen gleichmaBig auf! 




Tragen mit dem Gurt zu zweit 
[Bild 157,14] 



4.2.2. Transport mit der Einheitslirankentrage 

Beachte: 

Den Geschadigten vorsichtig auf die Einheitskrankentrage legen, indem 
ein Bergender mit den Unt&rarmen unter die Achselhohle und der an- 
dere mit beiden Handen die Unterschenkel erfaCt! Die Decke, Zeltbahn 
Oder das Sturmgepack kiinnen als Kopfunterlage verwendet werden. 

MuB besonders schnell gehatidelt werden, wird der Geschadigte an der 
Kleidung erfaBt und auf die Einheitskrankentrage gelegt. 

Merke: 

Geschadigte werden immer in Blickrichtung getragen, weil das beruhigend 
wirkt. 

543 



4.2.3. Transport mil Behclfslragen 

4.2.3.1 . Behclfstrage aus ciner Zellbahn und einer Stange 

Alls der Zellbahn dcs Geschcidiglen. einem Tragcgiirl und einer elwa 
2 111 langen, slabilen HolzsUinge wild cine Behelfslrage angefcrtigl. Auf den 
in Ringlorm licgcnden Tiagegiirl werdcn die ausgcbicilele Zeltbahn iind 
der Geschadigte gelegt. Die Zellbahnecken werden elwii in Kopf- und Knie- 
hiihc fest miteinander vcrltnotel. Die Holzstange wird unterlialb der beiden 
Knoten hindurchgesteckt und mil dcm Tragegurl befestigt. 

Beachle ; 

Die Holzstange muB der eine Bergendc auf der rechten und der andere 
auf der linken Schulter tragen! 




Tragen mil ciner Behcirsirage 

im Scliiil/engrahen |Hilii 157,15] 



4.2.3.2. Behelfslrage aus Hulzstangen niit Tragegurten oder Stricken 

Zwei etwa 2 m lange Holzslangen werden durch zwei aufgelegtc Quer- 
streben mil Draht oder Slrick zu cincm Tragegesleil verbunden. Als Auf- 
lagc fiir den Geschiidigten werden Slrickc oder zwei Tragegurle cingehun- 
den. Als Polsierung fiir die Auflage konnen Zellbalin oder Wolldecke 
dcsGeschiidiglcn oder andercs Polstormalerial (Hcu. Siroh usw.l vcrwendet 
werden. 

Beachte : 

Die Behelfslrage mil dem Geschiidiglen gleichzcitig anheben! 
Niclil im Glcichschrill laufcn. iini unnoligc F.rscluiUerung zu vermeiden! 
Der Vordermann muB dcm Hinlermann pliilzlicli auflrclende llinder- 
nisse bckannlgebcn! 



43. Selbsthilfc und gcgenscitige Hilfc hei Schadigung durch Kern- 

watfen und Napalm 

Der Schulz vor KernwalTcn und aiKJcrcn MVM crfoidcrl die Anwendung 
der persiinliclien Scliulzausruslung. die Ausiuilzung der kollekliven Schulz- 

544 



einrichtungen und Schutzausrlistungen sowie die Selbsthilfe und gegen- 
seitige Hilfe. 



4.3.1. Verbrennungen durch die Lichtstrahlung 

Die Lichtstrahlung ruft beim Menschen Verbrennungen hauptsachhch 
an den der Detonation zugewandten offenen KOrperstellen sowie durch 
brennende Bekleidung, Gebaude und Gegenstande hervor. Der Grad der 
Verbrennung ist allgemein abhilngig von der Entfernung vom Detonations- 
zentrum. 

Beachte : 

Durch die Lichtstrahlung verursachte Verbrennungen unterscheiden 
sich nicht von gewohnlichen Verbrennungen! 



4J.1.1. Verbrennungsgrade 

Wir unterscheiden vier Verbrennungsgrade: 

1 . Grad - Rotung der Haul ; 

2. Grad - Blaschenbildung auf der verbrannten HautoberflUche; 

3. Grad - Absterben der Haut und tieferer Gewebsschichten und 

4. Grad - Verkohlung des Gewebes. 

Merke : 

Die Schwere der Verbrennung hiingt nicht nur von ihrem Grad, spndern 
auch von der Grofie der verbrannten Flache ab! Bei einer Verbrennung 
1. Grades, die sich ijber ein Drittel der Korperoberflache erstreckt, be- 
steht ernste Lebensgefahr! 



4.3.1.2. Verblendung der Augen 

Durch die Lichtstrahlung tritt haufig eine Verblendung der Augen auf, die 
sich als Verlust des SehvermOgens bzw. als Lichtscheu und TraneafluB 
auBert. 

Merke : 

Die Augen nicht reiben, nicht gewaltsam offnen und keine Augen- 
spulungen vornehmen! 



43.13. MaBnahmen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe 

Bei brennenden Kleidern die Flammen ersticken (sich zu Boden werfen 
und herumrollen, durch eine Decke oder andere KleidungsstUcke die 
Flammen ersticken)! 

35 HBTastfunker 545 



- Flammen mit Sand beschUtten oder mit Wasser loschen (aber nicht era 
Wasser herbeiholen!). 

- Bei Verblendung die Augen mit steriler Kompresse abdecken (person- 
licher Verbandmittelsatz)! 

Merke: 

Schmerzstillende medizinische Mittel, Plastspritze aus dem Medizini- 

schen Schutzpackchen verabreiclien ! 

Festhaftende Kleidungsreste nicht vop der verbrannten Hautflache ab- 

reiOen ! 

Brandblasen nicht aufstechen ! 

Brandflachen mit sterilem Verband abdecken! 

Reichlich Flussigkeit trinken lassen (wenn moglich mit Salzzusatz)! 

Geschadigten beruhigen! 

Ihn warm einhuUen und ihm Schutzbekleidung anlegen! 

Bei Verbrennung im Gesicht Behelfsatemschutz anlegen und befestigen! 

Mittel zur Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe sind : 

personlicher Verbandmittelsatz und Medizinisches Schutzpackchen. 



. 4.3.2. Verbrennungen durch Napalm /' 

Verbrennungen durch Napalm sind selbst bei kleinsten Flachen durch ihre 
groBe Tiefenwirkung sehr gefahrlich! 

Verbrennungen entstehen meist an unbedeckten K6rperstellen (Gesicht, 
Hals, Hande). Schon bei kleineren Verbrennungsflachen kann ein Ver- 
brennungsschock entstehen. 

Beachte: 

Intensivste Behandlung ist notwendig! 

Merke: • 

Brennendes Napalm nie mit Wasser loschen! ..^'- ; 

Schaumfeuerloscher verwenden! 

Napalmspritzer von Kleidung abschiitteln oder brennende Flache luft- 

dicht abschlieBen (mit Kleidung oder Decke, notfalls mit Sand oder 

Lehm)! 

Napalm nicht verreiben! 

Brennende Panzer mit hochster Geschwindigkeit aus der Brandzone 

fahren; dann loschen! 

Die MaBnahmen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe entsprechen unter 
Beachtung der Merksatze denen der Verbrennungen. Zusatzlich ist zu be- 
achten: 

- schnellster Abtransport aus der Brandzone (starke Rauchentwicklung) ; 

- ist schneller Abtransport nicht maglich, Geschildigtem Schutzmaske auf- 
setzen, da sonst Rauchvergiftung ; 

- vor Anlegen eines sterilen Verbands Brandflachen mehrfach (wenn m6g- 

• 546 



lich) mit Wasser abspUlen, urn Einwirkung des Phosphors (enthalten im 

Brandgemisch) zu verhindern. 
Zur Verhiitung des Verbrennungsschocks weiterhin: 
- die geschadigten GUedmaBen provisorisch ruhig stellen ; 

den Geschadigten warmen (Einwickeln in Decke, Maiitel o. a.); 

reichUch FlUssigkeit verabreichen (mogUchst mit Salzzusatz); 

Schmerzstillung durch Schnellspritze MSP; 

Geschadigten beruhigen; 

ihn schnell und schonend zur weiteren medizinischen Behandlung ab- 

transportieren. 



433. Verwundungen und Verletzungen durch die Druckwelle 

/ 

Die Druckwelle einer Kernwaffendetonation kann direkt und indirekt auf 
den Menschen einwirken. Zur direkten Wirkung geharen alle Verwundun- 
gen und Verletzungen, die unmittelbar durch die Druckwelle hervorgerufen 
werden. Die indirekte Wirkung der Druckwelle entsteht durch einstUrzende 
Gebaude, niederbrechende Baume und ahnliches. 

Beachte: 

Die MaBnahmen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe richten sich nach 
der Art der Schadigungen (Bruche, Wunden, Verstauchungen, Blutungen) ! 



4J.4. Strahlenicrankheit 

Beachte : 

Die Strahlenkrankheit tritt nicht sofort nach der Einwirkung der ioni- 
sierenden Sofortstrahlung auf, sondern erst nach mehreren Stunden pder 
Tagen! Die Strahlungsgeschadigten fuhlen sich anfangs in den meisten 
Fallen wohl. 

Symptome der Strahlenkrankheit sind : 
' Appetit- und Schlaflosigkeit ; 
- Erbrechen und Durchfall. 

Merke : 

Schutzmaske und Schutzbekleidung anlegen! 

Ruhig und warm lagern; Kopf tief und seitlich legen! 

Beim Erbrechen den unteren Teil der Schutzmaske vom Gesicht abheben ! 

Nach dem Transport aus dem aktivierten Raum teilweise Entaktivierung 

durch fUhren! 



547 



43S. Kambinierte Schadigungen 

Die Schadigungsfaktoren bei der Detonation einer Kernwaffe treten meist 
kombiniert auf, so daB alle MaBnalimen der Selbsthilfe und gegenseitigen 
Hilfe angewendet werden milssen. 

Merke: 

1. Gesehadigten aufsuchen! 

2. Brennende Kleidung Icischen! 

3. Schutzmaske anlegen! 

4. Art der Schadigung feststellen! 

5. Blutstillung! 

6. Wundverband ! 

7. Schutzbekleidung \fnlegen! 

8. Knochenbrtiche schienen! 

9. Lagerung und Schmerzbekampfung! 

Gleichzeitig sind folgende MaBnahmen bei der teilweise sanitaren Behand- 
lung im Rahraen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe zu treffen : 

- Hilnde, Gesicht und Hals mit nichtaktiviertem Wasser abwaschen ! 

- Mund ausspulen; Wasser nicht schlucken! 

- Weijn nicht genugend sauberes Wasser vorhanden ist, die unbedeckten 
KOrperstellen mit einem wassergetrankten Handtuch, Taschentuch oder 
Mulltupfer abreiben! 

- Wenn weder Wasser noch andere Flussigkeiten vorhanden sind, die un- 
bedeckten Korperstellen mit einem trockenen Tuch oder Mtjlltupfer 
abreiben; aktivierte Stellen nur in einer Richtung abreiben. 

Merke: 

Schmutzige Tupfer durch saubere ersetzen! 

Benutzte HandtUcher, Taschentucher und Mulltupfer vernichten! 



• 



548 



4.4. Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe bei Schsidigung durch 

chemische Kampfstoffe 

Die Schadigung eines Menschen in einer vergifteten Zone tritt ein: 

- iiber die Atmungsorgane (Einatmung der vergifteten -Luft) ; 

- durch die Haut (Kampfstofftropfchen auf Haut und Kleidung); 

- iiber die Verdauungsorgane (bei der Einnahme von kampfstoffvergiftetem 
Wasser und vergifteter Nahrung). 

Merke: , 

Bei Gasalarm Oder wenn der Einsatz chemischer Kampfstoffe selbst 
bemerkt wird: 

1 . Augen schlieBen ! 

2. Atem anhalten ! 

3. Bei Einwirkung von Kampfstofftropfchen das Gesicht entgiften (bei 
angehaltener Atmung) ! 

4. Schutzmaske aufsetzen und kraftig ausatmen ! 

5. Bei Einwirkung von Kampfstofftropfchen Hande entgiften ! 

6. Schutzhandschuhe anlegen ! 

7. Bei Einwirkung von Kampfstofftropfchen weitere freie Korperstellen 
entgiften und die Kampfstofftropfchen von der Bekleidung und vom 
Schuhzeug entfemen! 

8. Obrige Schutzausriistung anlegen! 

Naeh der Art der Einwirkung auf den Korper warden die chemischen Kampf- 
stoffe in folgende Gruppen eingeteilt: 

• nervenschadigende Kampfstoffe, \ 

• hautschadigende Kampfstoffe, 

• lungenschadigende Kampfstoffe und 

• Reizstoffe. 



4.4.1. Nervenschadigende Kampfstoffe (VX, Sarin) 

Anwendung: 

Als Aerosol, durch Granaten und Bomben. 

Erkennung nach den Symptomen: 

- Nasenschleim- und SpeichelfluB (plotzlich laufende Nase!); 

- Verschwommenes Sehen (Pupillenverengung gegenseitig beobachten !) ; 

- BeklemmungsgefUhl ; . 

- Muskelzuckungen, Krampfe; 

- Atemnot. 

Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe: 

- Anwendung der roten Sofortschnellspritzen aus dem Medizinischen 
Schutzpackchen ; 

- gegenseitige Beobachtung - bleibt die Pypillenverengung, dann nach Je- 
wells 8 Minuten erneut spritzen ; 

549 



-^ Hautentgiftung rait dem Hautentgiftungsmittel des EP (tupfen, nicht 

wischen !) ; 

- kiinstliche Beatmung. 

4.4.2. Hautschadlgende Kampfstoffe (Yperit) 

Anwendung: 

Verspriihung aus Flugzeugen, durch Bomben und Granateri. 

Erkennung nach den Symptomen: 

- Olige, gelbliche oder farblose Tropfchen im Gelande, an der Kleidung,- 
Technik usw. ; , 

- Knoblauch- oder Geraniengeruch ; 

- Rdtung, Jueken und Brennen der Haul, Blasenbildung ; 

- Augen-, Nasen- und Rachenreiz. 
Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe: 

- Abtupfen der Haul mit dem Hautentgiftungsmittel und Tupfern aus dem 
EP. Tupfer standig wechseln! Nicht reiben! 

\, 

4.4.3. Lungenschadigende Kampfstoffe (Phosgen) 

Anwendung : 

Als Aerosol und durch Granaten. 

Erkennung nach den Symptomen : 

- Kratzgefuhl und Trockenheit im Hals, eyentuell Erbrechen ; 

- Geruch nach fauligem Obst; 

- Lungenschadigung nach etwa 2 Std. (Atemnot, Blaufarbung des Ge- 
sichts). 

Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe : 

- Ruhig und warm lagem (Zeltbahn, Wolldecke); 

- keine kiinstliche Atmung; 

- nur Hegend transportieren. 

4.4.4. Reizstoffe 

4.4.4.1. Aiigenreizstoffe (Chloracetophenon) 

Anwendung: 

Abblasen bzw. Verstauben in kleinste Teilchen (Aerosolfoim) durch Grana- 
ten und durch Verschwelung iw sogenannten Giftrauchkerzen. 
Erkennung nach den Symptomen : 

- Sofortiger starker TranenfluB ; 

- RStung der Augenlider; 

- Fremdkorpergefiihl im Auge. ^ 
Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe: 

- Spulen mit klarem Wasser, Tee oder Kaffee aus der Feldflasche (wenn 
Kampfstoff in die Augen gelangte). ■ 

550 



Bei Verlassen des vergifteten Raumes verschwinden die Reizerscheinun- 
gen oft ohne medizinische Behandlung schnell. 



4.4.4.2. Nascn-Rachen-Reizstofre(Adamsit) 

Anwendung : 

Als Aerosol, durch Granaten und Giftrauchkerzen. 

Erkennung nach den Symptomen : 

- Reiz in Nase und Rachen ; 

- Husten. Niesen; 

- Nasenschleim- und Speichelflufi, eventuell Erbrechen; 

- Brust, Kopf-, Oberkiefer-, Gaumen- und Zahnschmerzen. 
Selbsthilfe und gegenseitige Hilfe; . 

- Wenn erforderlich, mit klarem Wasser oder Feldflascheninhalt spiilen 
und gurgeln. 



551 



4.5. Individueller und kollektiver Schutz vor biologischen 

Kampfmitteln 

Ein vom Gegner mit biologischen Kampfmitteln verseuchter Gelande- 
abschnitt wird als biologischer Wirkungsherd.bezeichnet. Zum biologischen 
Wirkungsherd gehoren alle Personen, Tiere und Transportmittel sowie die 
Technik und alle infizierten Gegenstande des betrolTenen Gelandes, uber 
die eine Verbreitung der angewendeten Kampfmittel erfolgen kan'n. Im 
biologischen Wirkungsherd werden sofort MaBnahmen zum Schutz der 
Truppen vor der Einwirkung biologischer Kampfmittel eingeleitet. 
Die MaBnahmen des Schutzes der Truppen untergliedern sich : 

• in MaBnahmen des vorbeugenden Schutzes, 

• in MaBnahmen des unmittelbaren Schutzes und 

• in MaBnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Infektionskrank- 
heiten. 

Wahrend die MaBnahmen des vorbeugenden Schutzes Cuid die Verhin- 
derung der Ausbreitung von Infektionskrankheiten vom Nnedizinischen 
Dienst, vom chemischen Dienst und vom Pionierdienst wahrgenommen wer- 
den, ist fiir die Realisierung der MaBnahmen des unmittelbaren Schutzes jeder 
Armeeangehorige selbst verantwortlich. 

Die MaBnahmen des unmittelbaren Schutzes sind SofortmaBnahmen nach 
Feststellung der Anwendung biologischer Kampfmittel durch den Gegner. 
Diese MaBnahmen bewirken den unmittelbaren individuellen und kollek- 
tiven Schutz der Armeeangehorigen vor der Einwirkung biologischer 
Kampfmittel. Unter den individuellen Mitteln des Schutzes versteht man 
die Schutzausrustung; Mittel des koUektiven Schutzes sind Schutzbauten 
(Bunker, Unterstande). 



4.5.1. Ausnutzen der Schutzmaske 

Kommen biologische Kampfmittel als Aerosol zur Anwendung, so be- 
steht die vordringlichste Aufgabe darin, die Atemwege, die Schleimhaute 
von Mund, Nase und Augen sowie die empfindliche Gesichtshaut zu schut- 
zen. Das wird durch das sofortige Aniegen der Schutzmaske erreicht. 
Die Schutzmaske verhindert die Infektion mit Krankheitserregern sowohl 
Uber die Atemwege als auch uber die Schleimhaute von Augen, Mund und 
Nase, well die Krankheitserreger im Filter der Schutzmaske zuruckgehalten 
werden. 

IVIerke: 

Bei Auslosung des biologischen Alarms sofort Schutzmaske aniegen und 
einwandfreien Sitz Uberpriifen! , 

In Notfallsituationen ohne Schutzmaske oder mit funktionsuntUchtiger 
Schutzmaske sind improvisierte Hilfsmittel zu nutzen. Mit diesen Mitteln 

552 



werden vorwiegend Atemwege geschutzt. Als provisorische Mittel kiinnen 
StoffstUcke, Taschen- und Handtucher gcnutzt werden. 
Die Schutzwirkung hiingt weilgehend von der Anzahl der Schichten und der 
seitlichen Abdichtung ab. GLinstig ist es, wenn zwischen die Stoffschichlen 
Watteschichten eingelegt werden. Die improvisierten Masken sollen an den 
Ecken Bander haben, wobei die unteren Bander iiber dem Scheitel des 
Kopfes und die oberen Biinder im Nacken zu knoten sind. Dadurch wird 
eine gute seitliclie Abdichtung erreiclit. Die improvisierte Maske mul3 so 
groB sein, daB sie seitlich bis an die Ohren reicht sowie Kinn und Nase be- 
deckt. Die improvisierte Maske muB immer durcli eine Bedeckung der 
Haare ergilnzt werden. 

Mcrke : 

In Notfallsituationen sind improvisierte Masken zu verwenden! 
Nur eine gutsitzende Maske gewalirleistet ausreichenden Schulz! 



4.5.2. Ausnutzen der Schutzbekleidung 

\ 

Der Felddienstanzug bietet wahrend des Angrili[s fiir eine gewisse Zeit einen 
befriedigenden Schutz vor den Krankheitserrefeern, die durch die Haul in 
denOrganismuseindringenkonnen. Die unbedecktenKcirperteile sind durch 
zusatzliche Mittel der Schutzausrijstung abzudecken. Die Hosen sind uber 
den Stiefein zu tragen und unten fest zuzubinden. Kleidung und Aus- 
rustung sind der Spezialbehandlung zu unterzielien. 

Merke: 

Alle unbedeckten Korperstellen mit der Schutzausrustung abdecken! 



4.5.3. Schutzbauten 

Scliutzhauten gehoren zu den kollektiven Mitteln des Schutzes vor der 
Einwirkung biologischer Kampfmittel. 

Wir unterscheiden hermetisch abgeschlossene und olTene Schutzbauten. 
Beide kOnnen sowohl unterirdisch als auch uber der Erde angelegt werden. 
Bei einem biologischen (Jberfall sind offene Schutzbauten zu nutzen, in 
denen jedoch der Aufenthalt ohne Nutzung der individuellen Mittel des 
Schutzes nicht gestattet ist. Hermetisch geschlossene Schutzbauten durfen 
nur nach der Spezialbehandlung genutzt werden. In solchen Bauten er- 
ubri^ sich die Nutzung der individuellen Schutzausrustung. 

Merke : 

Krankheitserreger, die als Aerosole zur Anwendung kommen, dnngen 
auch durch Ritzen an Turen und Fenstern in Gebilude und Schutzbauten 
ein! Deshalb bei Aufenthalt in solchen Riiumen die individuelle Schutz- 
ausrustung tragen! Vor Betreten hermetisch geschlossener Schutzbauten 
ist die Spezialbehandlung erforderlich ! 

553 



4.5.4. Schutz der Nahrungsmittel und des Trinkwasscn 

Eine wichtige Voraussetzung fur den Schutz von Lebensmittein ist die guie 
Aufbewahrung bzw. Verpackung der Nahrungsmittel. Im biologischen Wir- 
kungsherd ist jede unkontrollierte Nahrungsaufnahme verboten (einschlieB- 
lich eigcner Reserven und Beuteguter)! Es dUrfen nur Lebensmittel aus- 
gegeben werden, die als genuBtaugUch freigegeben worden sind. 
Trinkwasser und Wasser zur KOrperreinigung darf nur aus Quellen ent- 
nommen werden, die biologisch aufgeklart sind und unter Bewachung 
stehen. Diese Quellen sind nach der Aufklarung so zu schutzen, daB sie von 
auBen nicht verunreinigt werden kOnnen. 

Merke: 

Im biologischen Wirkungsherd ist die unkontrollierte Binnahmc von 
Nahrungsmitteln verboten! Es ist verboten, Trinkwasser aus offenen 
Wasserquellen zu entnehmen oder sich darin zu wascheni 



4.6. Das Bergen Geschadigter aus Panzern, SPWs und Kraftfahr- 

zeugen 

Das Bergen Geschadigter aus Panzern, SPWs und Kraftfahrzeugen erfolgt 
in erster Linie im Rahmen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe der Be- 
satzungen untereinander. 

Beachte: 

Geschadigte gchnell und.vorsichtig aus der Kampftechnik bergen und 
abtransportieren, da grundsiitzlich Explosionsgefahr besteht! 
Nach der Bergung entsprechend der Schadigung die Erste Hilfe leisten! 
Besonders auf Brandwunden achten ! 

Die Bergung eines Geschadigten durch eine der obersten Luken erfolgt mit 
Hilfe eines Tragegurts, der von hinten um die Oberschenkel des Geschadig- 
ten geschlungen, uber seinem Bauch gekreuzt und unter den Achseln hin- 
durchgezogen wird. AnschlieBend wird der Geschadigte vorsichtig mit 
Hilfe eines im Panzer Verbleibenden und den auBerhalb des Panzers Be- 
findlichen durch eine der oberen Luken gezogen. 

Soli der Geschadigte aus der vorderen Luke gezogen werden, steigt einer in 
den Panzer und der vor der Luke Stehende hebt den Geschadigten vorsich- 
tig heraus. 

Werden Geschadigte aus dem SPW (Luke) geborgen, wird die erwahnte 
Methode der Bergung durch die oberen Luken angewendet. Das Bergen 
Geschadigter aus SPWs (TUr) und aus Kraftfahrzeugen (LKW, PKW) 
ist mit den iiblichen Methpden durchzufuhren. 

Merke : 

Der Panzerfahrer wird durch die vord'ere Luke und die Ubrigen Besat- 
zungsmitglieder werden durch die oberen Luken geborgen. 

554 



• 



4.7. AusbiMungsanleitung (Selbsthilfe und gegenseirige Hilfe) 

Zkl dcr AusbiMung 

Die SoWaten mUssen die MaBnahmen der Selbsthilfe und gegense.tigen 
Hilfe exakt beherrschen und darlegen kOnnen. 

Die Soldaten verfugen im allgemeinen liber sehr geringe Kenntnisse uber 
Krankhcitsgcschehen und Hilfeleistungen. Es kommt darauf an, ihnen so 
viel iheoretisches Wissen zu vermitteln, daB sie den allgemeinen logischen 
Zusammenhang zwischcn der vorhandenen Schiidigung. ihrer notwendigen 
Verhaltensweise und Hilfeleistung sowie den dadurch zu erwartenden Er- 
folg bzw. MiBerfolg verstehen und allgemein erlautern kOnnen. Insbesondere 
trim dies fur die MaBnahmen bei lebensbedrohlichen Zustilnden zu. 

Orauisatioa der Ausbildung / . . ,. . „ 

Enischeidend Tur den Erfolg der Ausbildung ist die kontmuierliche Kon- 
frontation des Soldaten mil der Notwendigkeit, sein Wissen praktisch an- 
zu*enden. die standige Festigung seines Vertrauens zum Erfolg semer 

Hilfeleistung. . ,, ,, , 

Dcm Soldaten muB stiindigeingepriigt werden, daB seme Handlung ent- 
scheidenden EinfluB auf den Erfolg oder MiBerfolg weiterer medizmischer 
Behandlungen des Geschildigten hat. 

Durchfiihrung der Ausbildung 

Bei der Ausbildung der Soldaten in der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe 
sollen die notwendigen medizinischen Kenntnisse wissenschaftlich nchtig, 
leicht verstandlich und unter Ausnutzung des im Materialsatz vorhandenen 
Anschauungs-'und Arbeitsmaterials interessam gestaltet werden. Der Aiis- 
bilder soil auf komplizierte Darstellungen und fremdsprachige Ausdrucke 
verzichten. BegrUndungen und Beispiele sind besonders aus der Truppen- 
praxis abzuleiten. Der Schwerpunkt der ErfUllung der Lehrziele l.egt in der 
praxisverbundenen Ausbildung. Hier muB der Ausbilder den grOBten Wert 
auf das Training von Elementen der, Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe 
legen. Die zur Bergung von Geschildigten erforderliche Kondition und Aus- 
dauer ist den Soldaten durch sich stetig steigernde Anforderungen m prak- 
tischen Obungen unter Gefechtsbedingungen zu vermitteln. 
Im 2. Dienstjahr sind innerhalb der Sanitiltsausbildung Zeitnormuber- 
prUfungen mit den Soldaten durchzufiihren. 
Des weiteren sind fur die Thematik folgende methodische Hinweise zu 

beachten ■ , , 

- Demonstration der verschiedenen Methoden der Atemspende am prak- 
tischen Beispiel und mit Hilfe der Dia-Serie. 

- Demonstration der auBeren Herzmassage. 

Dazu Eimeilung der Einheit in 2 Teile, von denen der erne die »Ge- 
schadigten«. der andere die »Auszubildenden« darstellen, und Durch- 
fiihrung von praktischen Obungen. 

Zur Kontrolle der richtigen Durchfuhrung ist das Obungsphantom zu 
verwenden. Nach entsprechender Zeit Wechsel der beiden Telle. 

555 



- Demonstration der angefuhrten Wiederbelebungsarten. 

Es ist darauf hinzuweisen, daB diese Wiederbelebungsarten nur dann 
anzuwenden sind, wenn die Atemspende, z. B. wegen bestehender Ge- 
sichtsverletzung, nicht erfolgen kann.' 

- Die MaBnahmen der gegenseitigtn Hilfe bei den einzelnen Schadigungen 
sind darzulegen und zur besseren Einpragung in Stichworten zu wieder- 
holen. 

- Mit der Darstellung der Wunde ist der Obergang fur die Bedeutung der 
nchtigen Behandlung von Wunden zu scliafTen. Auch hierbei ist die Ein- 
heit wiederum in 2 Hiilften zu teilcn, Nach vorheriger Demonstration 
ist das Aniegen der Verbande zu uben. 

- Theoretische sowie aucli pralctische Darstellung (realistische Wund- 
darstellung) der venosen und arteriellen Blutung muB vor der Ausbil- 
dung vorbereitet werden. Die einzelnen Abdruckpunkte der Arterien 
sind von jedem Soldaten an sich selbst zu ei-tasten. Das Aniegen einer 
Abschnurung ist praktisch durchzufuhren. 

- Die verschiedenen Formen der Lagerung Geschadigter sind an Hand von 
Lehrtafeln zu erlautern und zu demonstrieren. Die stabile Seitenlage ist 
praktisch durchzufuhren (Hinweis auf Freimachung der Luftwege und 
Anwendung der Atemspende bei BewuDtlosen). 

- Darlegungen der Hauptsymptome bei Verletzungen der Knochen und 
Gelenke (Lehrtafeln aus Kiste 2). Nach Demonstration der betreffenden 
Schienung Uben die Soldaten. Dabei ist standig die Ausfuhrung zu kon- 
trollieren und zu korrigieren. Auf das behelfsmafiige Polstern der Schie- 
nungen, um Druckstellen zu vermeiden, ist hinzuweisen. 

- Die MaBnahmen der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe sind prazis 
und pragnant darzulegen und zum SchluB der AusfUhrungen, in Stich- 
worten zusammengefaBt, zu wiederholen. 

Alle Miiglichkeiten der Obung von Elementen der Selbsthilfe und gegen- 
seitigen Hilfe sind in enger Zusammenarbeit mit alien Vorgesetzten plan- 
mafiig auszunutzen. 

Bei der Exerzierausbildung, der SchieB- und Schutzausbildung, beim Sport, 
bei Ubungen und Feldlagern sind Wissensuberpriifungen und praktische 
Ubungen durchzufuhren. Die Ergebnisse sind fUr den Unterricht auszu- 
werten. 

Jede sich bietende Moglichkeit zur Obung und fUr den Unterricht im Ge- 
lande mit GefechtsausrUstung und im Schutzanzug ist zu nutzen. Besonders 
hat sich die Ausbildung zur Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe im Stations- 
betrieb an der Sturmbahn bewahrt. 



556 



5. Kraftfahrzeuge 

5.1. DerLKWLOlSOOA 



[148] 



Der LKW LO 1 8()0A mil Allradantrieb wird zum Mannschafts- und Ma- 
teriallransport. als ZugmiUel und mil Kofferaiifbau fiir Sonderzwecke ein- 
gesetzl. Er hat gute Slralkn- und selir giile Geliindefahreigenschaften. Seine 
Zugeigenschaflcn im Anhangcrbelrieb sind gut. 



Taklisch-h-ilmischc Aiuiabe* 

Lange 

Breite 

Hiihe 

Bodcnfreilieit 

Bauclificihcit 

Spurweile vorn 

Spurweite hinten 

Radstand 

Fahrbereich 

KraftstolTverbrauch 

Kraftstoffvorrat 

max. Geschwindigkeil 

Eigenmasse 

Nutzlasl 

Sitzpliitze 

max. Anhangermasse 

Steigfiihigkeil 

Kletterfiihigkcit 



5 380 mm 
,^250 mm ^ 

265 mm 
365 mm 
1 636 mm 
1 664 mm 
3025 mm 
590 km 
28 1/100 km 
165 1 
80 km/h 
3,2 1 
1,8 Mp 
4/12 
2,1 t 
58",, 
600 mm 




557 



Watfahigkeit 900 mm 

Wenderadius 6.95 m 

Molor 4TO 

Zylinderzahl 4 

Zylinderanordming Reihe 

Hubraum 3345 cm^ 

max. Leislung 70 PS 

bei Drehzahl 2800 U/min 

Kuhlung Luft 
Schmierung DU/Tauch. 

Batterieanzahl I 

Spannung , 12 V 

Kupplung 1ST 

Wechselgetriebe 2.-5. 

synchr. 

Gangzalil 5 

Antriebsformcl 4x4 

Bereifung 10-20 

Reifendruck vorn 2,0 kp/cm^ 

Reifendruck hinlen 3,0 kp/cin-' 



558 



5.2. 



Der PKW GAZ-69A 



[151] 



Das Kommandeurs- und FUhrungsfahrzeug GAZ-69A isl ein zuverlas- 
sices Mehrzweck-Gelandefahrzeug mit groBer Bodenfreiheit, gioBen Ober- 
hangwinkeln und Allradantrieb. Mit besonderer Ausriistung wird es auch 
fiir Sonderzwecke eingesetzl. 



Taktisch-techiusche Anoahen 

Lange 

Breite 

Hahe 

Bodenfreiheit 

Bauchfreiheit 

Spurwcile vorn 

Spurweile hinten 

Radstand 

Fahrbereich 

Kraflstoffverbrauch 

KraftstofTvorral 

max. Geschwindigkeit 

Eigenmasse 

Nutzlast 

Sitzpliitze 

max. Anhangermasse 

Steigfahigkeit 

Kletterfahigke.il 

Watfahigkeit 

Wenderadius 

Motor 

Zylinderzahl 



/ 



3850 mm 


1750 mm 


20.10 mm 


210 mm 


400 mm 


1 440 mm 


1 440 mm 


2300 mm 


520 km 


18 I/lOO km 


951 


90 km/h 


1,525 t 


0,65 Mp 


8 


0,75 t 


55% 


300 mm 


550 mm 


6 m 


4TO 


4 




559 



m 



Zylinderanordnung Reihe 

Hubraum 2430 cm' 

max. Leistung 65 PS 

beiDrehzahl 380OU/min 

Kuhlung Wasser 

Schmierung Du 

Batterieanzahl 1 

Spannung ]2 v 

Kupplung 1ST 

Wechselgetriebe 2.-3, 

synchr. 

Gangzahl 3 

Antriebsformel 4x4 

Bereifung 6,50-16 

Reifendruck vorn 2,0 kp/cm-^ 

Reifendruck hinten 2,5 kp/cm^ 



560 



6. 



Anfertigen von GelSndeskizzen 



[203] 



Gelandeskizzen sind grafische Gefechtsdokumente. Sie geben kleinere 
Gelandestucke oder Marschwege durch einfache Zcichnungen wieder, die 
im Gelande oder nach einer Karte angefertigt werden. Gelandeskizzen helfen 
dem Kommandeur bei der EntschluBfassung, da auf ihnen zum Beispiel die 
Organisation der Beobachtung und Feuerfuhrung, Aufklarungsergebnisse 
und anderes graflsch ubersichtlich eingetragen werden kOnnen. 
Gelandeskizzen konnen topographische Karten erganzen und teilweise er- 
setzen. 



6.1. 



Grundregein zum Anfertigen von Skizzen 



Orfschaften 




Itirchen + 
einturmig 

zmitirmig O 



SfraBen urtd 
Wege 



Bewasser /j 



Bruchn 




?nn-in lange-fii/irba/inbreite 

BS^'^^Seton./ichtemne , , „ . , . 

BO TragkraftinUp 



beherrsc/iende 
miien 



Boschangen 




Sic/ifi¥eifen(lrm) 



mif Meferangaben 
defia/iebzm riefe 



Kartenzeichen und Reliefteile [Bild 203.1] 
36 HB Tastfunker 



561 



6.1 .1 . Allgeme|ne Fordcrungen an eine Skizze 

Der Verwendungszweck bestimmt den inhalt tier Skizze. Marschskizzen 
slellen einen Marschweg ausfiihrlich dar, Feuerskizzen lassen das Sjstem 
der Fcuerfiihrung erkennen usw. 

Die taktischen Einlragungen sind die wiclitigslen Eiementc auf Skizzen 
und werden durcii zusiilzliche Angabcn iiber das GelanOe crgilnzl. 

Merkc; 

Die Skizze m.uB sauber, einfach, ijbersichllich und genau sein. Beim 
Zeichnen werden die glilligen taklischen Zeichen und Kartenzeichen ver- 
wendet. Bestimmte Kartenzeiclien kijnnen vereinfacht dargestellt wer- 
den. 





Darstelluiig von Erhebungen 
[Bild 20.1.2] 

Charakleristisclie Relieftcile werden durch Formlinien angegeben, die an 

keine Schnitthcihe gebunden sind. 

Erhebungen werden in ihrer Form dargestellt. Je hoher die Erhebungen sind, 

deslo mehr Formlinien werden gezeiclinet. 

Hohenangaben mtissen der topographischen Karte entnonimen oder ge- 

schiitzt werden. Letztere werden als Hohenunterschiede zum umliegenden 

Gelande angegeben. 

Die Beschriftung einer Skizze entspricht der einer topographischen Karte. 

Je griiBer das Geliindcobjekt isl, desto grciBer ist die Beschriftung. 




fJeundorf 
'h Molk 



^ 



K 



H2 



W-5 



Beschriftung von Ortschaften, Anlagen usw. [Bild 203.31 



t 





Beschriftung von Reliefteilcn, flieBenden Gewiissern und Bodenbewachsungen 
[Bild 203.4] ^ 



562 



Die Namen von Ortschaflen, dk Beschril'tiing von Industrieanlagen und 
zusatzliche Angaben zu Skizzenzeichen werden waagerecht geschrieben. 
Reliefteile, flieBende Gewasscr und Bodenbewachsungen werden in der 
Langsausdehnung besciiriflet. 



6.1.2. 



Der auOere Rahmen der Skizze 



Jede Skizze entliiilt den aiiBcren Rahmen. Zu ilim gelioren: 
die Oberschrift 

Sie kennzeichnet den Veiwendungszweck der Skizze. Es konnen taktische 
Oder topographische BegrilTe benutzl werden (z. B.: GrundriBskizze vom 
Aufbauplatz der Nachrichtenzentralc oder GrundriBskizze vom Gebiel 
Jagerwiildchen); 

- der Nordrichlungspfeil 

Er wird mit einfachcn Strichen an erne freie Stelle oder durch den Auf- 
nahrnestandpunkt gezeiclinet; 

- die MaBsiabsangabe 

Sind die Entfernungen gemessen: z. B. 1:5000; sind sie nur geschatzt: 

etwa: 1:5000. 

Sind nur einzelne Strecken (Marschwege) von Bedeulung, werden ihre 

Entfernungen angegeben. 

Fur Kfz.-Miirsclie werden die Entfernungen in Kilometern, .ftir FuB- 

marsche in Metern mit Mz. angegeben. 

.\uf Orientierungspunktskizzen und Feiierskizzen wird der Mafistab 

durch die Entfernungsangabe zu den O.-Punklen bzw. Zielen ersetzt; 

die Unterschrift 

Der Name des Zeichners, seiii Dienstgrad und seine Dienststellung, das 

Datum und die-Uhrzeit der Anfertigung. 




:4c^^iA^--. 



rfz.- Marsc/i 



< 




Entfernungsangaben auf Marschskizzen [Bild 203.5] 



FuBmarscA 



? 



OP-Z 
206~ 



y op-1 

' Xr-- J50 



Eintragung von 0-Punkten und die Entfernungsangabe zu ihnen [Bild 203,6] 
36- 563 



■^'^^^W^W^flpPPfPPi'WIIPWIIwflF^iwiwiPii^^ 



mw 



6.2. 



Einfache MeBverfahren zum Anfertigen von Skizzen 



Beim Anfertigen der Skizzen zeichnet man zuerst markante Gelandeobjekte 
als Gerippe in die Skjzze und anschlieBend das zwischen ihnen liegende 
Gelande. Um die Lage diesef Objekte genau bestimmen zu konnen, werden 
die Richtungen und Entfernungen 'zu ihnen mit einfachen MeBverfahren 
ermitteh. 



6.2.1 



Polarmethode 



Bei dieser Methode wird das Skizzenblatt in Richtung des zu zeichnenden 
Geiandes gehalten und der Nordrichtungspfeil eingezeichnet. Am unleren 
Blattrand wird der eigene Standpunkt markiert. Von diesem werden die 
Richtungen zu den Gelandeobjekten mit einem Lineal durch Visieren oder 
mit dem MarschkompaB bestimmt und als Strahl auf dem Skizzenblatt 
eingezeichnet. Entsprechend der Entfcmung wird die Lage des Objektes 
auf diesem Strahl maBstabgerecht eingetragen. 







Polarmethode [Bild 203.7] 



6.2.2. 



Das Vorwartseinschneiden 



Wird durch die Polarmethode die Richtung zu den Gelandeobjekten be- 
stimmt und besteht anschlieBend die Moglichkeit, zu einem dieser Objekte 
zu gehen, kann das Vorwartseinschneiden angewendet werden. 







X \ 


k 


V iv- 


J^^^'lStpkt. 




^Stpkt. 



• 



Vorwartseinschneiden [Bild 203.8] 



564 



Dazu bestimmt man die Enlfernung zu diesem Objekt (z. B. zur Scheune) 

durch Abschreiten genau und zeichnet sie ein. Von diesem 2. Standpunkt 

kOnnen die Ubrigen Geliindeobjekte nochmals bei eingenordetem Skizzen- 

blatt anvisiert und die Richtungen wiederum als Strahl. eingezeichnet wer- 

den. 

Der Sclinittpunkt der Strahlen vom I. und 2. Standpunkt zu den Objekten 

gibt ihre Lage auf der Skizze an. 

Das umliegende Geliinde wird dann nach dem Auge eingezeichnet. 



6.3. Anfertigen von Skizzen nach topographischen Karten 

Bei der Erfullung cinzclner Gefechtsaufgaben (z. B. GAT) werden kein4 
topograpliisclien Karten mitgefuhrl. Der Verantwortliche fertigt sich nach 
der Karte eine Skizze an. Sie kann im gleichen, grOfleren oder kleineren 
MaBstab gezeichnet werden. 

Die Kartenzeichen werden durch die einfacheren Skizzenzeichen ersetzt, 
und unwichtige Kartenzeichen werden nicht mitgezeichnet. 



6 J.I. MaBstabliche Skizze nach der Karte 

Da jeder Skizzenblock Transparentpapier enthilh, kann das darunterlie- 
gende Karienbild genau Ubertragen werden. Kohlepapier hilft das unter der 
Karte hegende Skizzenblatt zu fullen. Damit das Kartenbild auf das unter 
der Karte I ogende Skizzenblatt durchgedriickt wird, milssen beide aufeiner 
weichen Unterlage liegen. Die Konturen der Kartenzeichen werden mit 
Bleistift in die Karte und dabei gleichzeitig in das Skizzenblatt gedrilckt. Diese 
Linien werden auf-der Skizze mit Bleistift nachgezogen. 



6.3.2. NichtmaBstabliche Skizze nach der Karte 

Um eine Skizze aus der Karte im MaBstab grOBer oder kleiner als das Karten- 
bild zeichnen zu konnen, wendet man bei der Darstellung von Geliinde- 
stucken dieNetzmethode an. 

Dazu wahlt man auf der Karte vier Eckpunkte aus (Kartenpunkte oder 
besser Schnittpunkte von Gitternetzlinien). Sie werden miteinander durch 
Geraden und Diagonalen verbunden. 

Wenn die vier Geraden halbiert worden sind, werden die Halbierungspunkte 
wiederum durch Geraden und Diagonalen verbunden; Durch weitere 
Unterteilung mit Geraden und Diagonalen entsteht ein Dreiecknetz, das 
schnell Und beliebig verkleinert werden kann. 

Entsprechend dem gewunschten MaBstab wird auf dem Skizzenblatt ein 
groBeres oder kleineres Viereck gezeichnet. Der Abstand der Eckpunkte 
wird maBstabgerecht vergroBert bzw. verkleinert. Durch Geraden und 
Diagonalen entsteht wieder ein Dreiecknetz, in dem das Kartenbild nach 
dem Auge aus der Karte Ubertragen werden kann. 

565 



^ 



» 


^ J 


« 


» 




Ky 


'^ 




« 


/\ 






If 


y^ 








?'« 


7^XV 






f-esooo 



Netzmethode 
[Bild 203.9] 



Beim Cbertragen eines Marschweges (Gelandelinie) werden einzfilne Ab- 

schnitte vergrOByrt bzw. verkleinert. 

Der Anfangs- und Endpunkt der Marschstrecke wird auf der Karte mit 

einer Geraden verbunden, die in mehrere gleich lange Abschnitte unterteilt 

wird. Auf dem Skizzenblatf wird diese Gerade in dem gewUnschten MaB- 

stab gezeichnet und mit der gleichen Unterteilung versehen. 

Nach dem Auge kann dann der Verlauf der Marschstrecke aus der Karte 

in die Skizze ubernommen werden. Orientierungspunkte, Abzweigungen 

usw. lassen sich leicht maBstabgerecht ubertragen. 






t- so 000 



/\a 



t 



1:25000 



Obertragen eines Marschweges 
[Bild 203.10) 



566 



6.4. 



Inhalt der Skizzen 



Ihrer Zweckbestimmungentspreclicnd unlerschciden sich die Ski/zeii durch 
ihren Inhalt. 



6.4.1. 



Aufklarungsskizzen 



Sie bilden die Grundlage zur Darstellung von Aufkluriingsergebnissen ilber 
den Gegner, bestimmte Geliindeobjekte oder Gelilndestiicke. Die Dar- 
stellung des Gelandes erfolgt im GrundriB. Die Skizze kann im Geliinde 
oder nach der lopographischen Karte gezeichnet werden. Polarmethode und 
VorwUrtseinschneiden sind die Aufnahmeverfahren im Geliinde. 
Das Postenschema. der Minenfeldplan. das Schema der Nahverteidigung, 
die Skizze eines Aufbauplatzes und die Aufklarimgsmeldung der Artillerie 
gehoren zu dieser Art der Skizzen. 



Aufklarungsskizze 
//a urn , Jd germ/(fc/ie/i ' 




Aiifklanmgsskizze [Bild 203.1 1] 



6.4.2. Orientierungspunkt- und Feuerskizzen 

Sie erieichtern die Organisation der Beobachtung und Feiierliihrung. Mit 
der Polarmethode werden die Gelandeobjekte eingezeichnet. 



567 



OP- Ski 2 ze 1.MSZ 



610 



...iimt..je±i 




Angefertigt ■■ 
Ltn. Waht 
ZgfJir. I MSZ 
io.06.es IS. 00 



0-Punktskizze 
[Bild 203.12!] 



' Feuerslcizze 
2/2 MSZ 




VO" Brpftir. 2/2 MSZ 
Tpi n.0f.6& W.OO 



Feuerskizze 
[Bild 203.13] 



568 



Artilleristen tragen zusatzlich ein : 

1 . Grundrichtung, 

2. Winkelveranderung aus der Grundrichtung zum OP., 

3. x/y-Werte der B-Stelle, 

4. HOhe uber HN der B-Stelle, 

Bei einer Feuerskizze entfallen die Richtungspfeile zu den Orientierungs- 

punkten. 

Zusatzlich werden eingetragen : 

1 . die Gruppensteliung; 

2. der SchuBstreifen der MSGr. und ihr zusatzlicher SchuBsektor; 

3. die Feuerstellungen der Maschinengewehre und der Panzerbiichse mit 
den SchuBsektoren ; 

4. die Feuerstellung und die Wechselfeuerstellungen des Gefechtsfahr- 
zeugs mit den SchuBsektoren ; 

5. die Stellungen der Nachbargruppen ; 

6. die Richtung des Feuers der Nachbargruppen, besonders der MGs 
und Panzerbuchsen vor der Front der Gruppe ; 

7. die Abschnitte des zusammengefaBten Feuers des Zuges, soweit sie im 
SchuBstreifen der MSGr. liegen; 

8. die Sperren vor der Gruppensteliung; 

9. der Nordpfeil; 

10. die Unterschrift des Gruppenfuhrers. 



6.4J. 



Marschskizzen 



Fur FuBmUrsche konnen Skizzen verwendet werden, in denen die Richtun- 
gen durch Marschrichtungszahlen und die Entfernungen in Metern ange- 
geben werden. Die Angaben werden der Karte entnommen. Die Darstel- 
lung des Gelandes beschriinkt sich nur auf Orientierungspunkte. 



Morschskizze vom Z.MSZ 
/ar/^-S-Sf. 




Angefirtigf •■ 
Ufn.Uiick 18.0S.68 
erpfhr.7/^MSZ 70.00 



Beisplel einer Marschskizze fur FuBmarsche [Bild 203.14] 



Ftir einen Kfz.-Marsch wird die Skizze nach der Karte oder als Aufklarungs- 
ergebnis im Gelande gezeichnet. Die Skizze enthalt den Marschweg mit 
Orientierungspunkten und die Enlfernungsangaben. 
Die Entfernungen konnen abschnittsweise einzeln oder als Addition zum 



569 




Marschsh/zze 
Eggersdorf-SonnenwaM 

(27 Jem j 

Angeferfigf: 
Ltn. /fader 
Zgfhr. 1/2 MSK 
10.06.68 ig.oq 
nac/i top. /Carte 
M-33-47-/) 
Z.^usga/ie 



Sonnenwatd 



Beispiel einer Marschskizze fur Kfz.-Miirsche [Bild 203.15) ' 

vorhergehenden Abschnitl eingetragen werden (z. B. 4,2 - 7,0 3 5 usw 
Oder 4,2 11,2 ,14,7 usw. I. ' 

Merkc: 

Es ist zweckmiiBig, diese Aiigaben auf den krh-Sland des Tachometers 
abzusfinimen (z. B. Tacho-Staiid 14331: Eintragung in der Skizze- 

335,2 342,2 345,7 usw.). 



570 



Teil K 
Entfalten von Nachrichtenstellen 



y, 



1. Entfaltcn von Nachrichtcastenen [708] 

1.1. Begriflabestinimuiie 

Unter »Entfalten« ist das Aufbauen bzw. Errichten nachrichtentechnischer 

Obertragungseinrichtungen an einem Ort oder in einem Abschnitt zu ver- 

stehen. 

Zum Entfalten gehoren: 

- Auswahl und Aufklaren des Aufbauplatzes; 

- die nachrichtentechnische und -betriebliche Vorbereitung, wie Ober- 
prufen der Betriebsbcreitschaft der Nachrichtengerate, Yerlegen von 
Fetdkabetleitungen, Aufbauen von Antennen, Anfertigen schaltungs- 
technischer Unterlagen und Vorbereiten der Betriebsunterlagen; 

- der pioniennaBige Ausbau des Platzes oder Abschnitts, wie Ausheben der 
Deckungen fur die Nachrichtengerate, Anlegen von Kabelgraben, Aus- 
heben von Stellungen fur die Verteidigung und Tamen des gesamten 
Aufbauplatzes; 

- die Organisation des Dienstablaufs, wie Festlegen des Schicht- und Wach- 
dienstcs sowie der M^Bnahmen zur Verteidigung. 

1.2. AanraU des Aufbauplatzes 

1 J.I. FHr FMkstdlen 

Die Rcicfaweite einer Funkstelle wird von der Wahl des Aufbauplatzes stark 
beeinfluBt. (Bd der Arbeit in der Bewegung mussen die Sende- und Emp- 
fangsvoluUtnisse standig beachtet werden.) 
Merkmale fiir einen zweckmaBigen Aufbauplatz sind: 

- erhohter Aufbau gegenuber der unmittelbaren Umgebung und dem Zwi- 
schengelande; 

- quasi-optiscbe Sicht zur Gegenstelle bei UKW-Funkverbindungen 
(Tunne, obcrste Etage von Hausern); 

- genugend groBer Abstand zu anderen Funkstellen, geeigneter Platz fiir 
den Antennenaufbau und gute Tarnmoglichkeiten. 

Ungunstig fur einen Aufbauplatz sind: 

- die Nahe von BrQcken, Metallkonstruktionen und Stahlbetonbauten ; 

- feuchte und dichte Walder, besonders Laubwalder mit verkummerter 
' Bodenbewachsung und Waldrander; 

- spannungsfjihrende Leitungen sowie Gleisanlagen; 

- Mulden, Taler und Schluchten. 

Merke: 

Immer die gunstigsten Sende- und Empfangsbedingungen anstreben. 
Eine Ortsveranderung von wenigen Metem oder ein kurzer Hah bei der 
Arbeit in der Bewegung konnen die vorherrschenden Bedingungen ver- 
bessem. 



573 



1.2.2. FUr Richtfunkstellen 

Die Ausbreitungseigenschaften der Meter-, Dezimeter- und Zentimeter- 
wellen erfordem in der Regel optische Sicht zwischen den Richtfunk- 
stellen. Daher wird der Aufbauplatz fiir Richtfunkstellen bei der Planung 
des Streckenverlaufs festgelegt. 

Der Truppfiihrer hat nur beim Einsatz seiner Richtfunkstelle als Relais- 
stelle das Recht, den Aufbauplatz ausgehend vom Bezugspunkt im Radius 
von 500 m unter Beachtung der Hohe der Bodenerhebung zu prazisieren. 
Merkmale fur einen zweckmaCigen Aufbauplatz sind: 

- erhohter Aufbau im Gelande (Bodenerhebungen, Tiirrae, hohe Gebaude) 
und gegeniiber dem Gelande in Richtung zur Gegenstelle; 

- ungehinderte Abstrahlmoglichkeiten in Richtung zur Gegenstelle; 

- gute Anfahrtsmoglichkeiten zum Aufbauplatz; 

- ausreichende Platzverhaltnisse zum Aufbauen der Antenne und zum 
Abstellen der Fahrzeuge ; , 

- naturliche Gelandeeigenschaften zur Deckung, Tarnung und Sicherung; 

- bei Endstellen kurze Zuleitungen zur Nachrichtenzentrale. 
Ungiinstig fur einen Aufbauplatz sind: 

- schlechte Abstrahlung durch Hindernisse wie hohe Gebaude, dichtes 
Laubdach von Baumen oberhalb und unmittelbar vor der Antenne; 

- Waldrander, Straflenkreuzungen, Stadtgebiete, Konzentrierungsraume 
und Stellungen ; 

- schwer passierbare Gelandeabschnitte und schwer zugangliche Gelande- 
punkte; 

- fehlende Deckungs- und Tarnungsmoglichkeiten ; 

- hoher Antennenaufbau, der siqji gegenuber der Umgebung stark abhebt. 

Merke: 

Im Meterwellenbereich sind Entfernungen zu moglichen Reflexions- 
punkten, die ein geradzahliges Verhaltnis zur Betriebsfrequenz haben, zu 
meiden. 



1.3. Auswahl des Bauweges fiir Feldkabelleitungen 

Die zweckmaBige Auswahl des Bauweges ist eine Voraussetzung fur die 
Einhaltung des befohlenen Termins der Fertigstellung und einen krafte- 
sparenden Unterhaltungs- und Sicherungsdienst. Der Bauweg ist vor dem 
Bauen immer zu erkunden, notfalls abschnittsweise, oder soweit, wie er mit 
dem Fernglas (Augen) eingesehen werden kann. Dadurch werden Um- 
wege und Verzogerungen vermieden sowie Zeit und Kabel eingespart. 
Bei der Auswahl des Bauweges ist zu berutksichtigen : 
der Bauauftrag, der Termin, das Gelande, die Verkehrslage, die Tages- 
und Jahreszeit sowie die taktische Lage. 
Giinstig fiir das Verlegen von Feldkabelleitungen sind: 
- naturliche Hindernisse (entlang von Mauern, Zaunen, Bachen und 
nassen Wiesen); 

574 



- Mulden und Graben. 

Ungunstig fur das Verlegen von Feldkabelleitungen sind: 

- Waldrander, StraBenkreuzungen, Wege ohne Baumbestand, Ortschaf- 
ten, Flugplatze, Eisenbahnlinien ; 

- fiir den Bautrupp schwer passierbare Gelandeabschnitte; 

- Konzentrierungsraume, Rollbahnen, mogliche Fahrstreckeri und Fahr- 
spuren von Kettenfahrzeugen. 



1.4. Aufklfiren des Aufbauplatzes 

Vor dem Beziehen des Aufbauplatzes sind der Anfahrtsweg und die Mog- 
lichkeiten zum Entfalten der Nachpchtenstelle auf dem vorgesehenen Platz 
zu erkunden. 

Die Auflclarung fuhrt der Truppfuhrer in Begleitung von Truppangehorigen 
dutch. Die restlichen Truppangehorigen sichem die in der Nahe gedeckt ab- 
gestellte Nachrichtenstelle. 



/ 



1.4.1. Aufklaren des Anfahrtsweges 

Dazu prufe : 

- den Untergrund und die Befahrbarkeit des Weges; 

die Wegbreite, Steigung und Hangneigung bei Kurven ; , 

- gibt es Sperren (Minen, Blindganger und Pioniersperren aller Art. Vor- 
sicht! Sperren sind in der Regel durch versteckte Ladungen oder durch 
»Feuer« gesichert);_ 

- ist das Gelande chemisch vergiftet oder radioaktiv verseuchfJ 



t9 



1.4.2. Aufklaren des Aufbauplatzes 

Dazupriife: 

- reichen die Raum- und Platzverhaltnisse zum Entfalten aus (Aufbau der 
Antennen, Aufstellen der Fahrzeuge, Anlegen von Deckungen); 

- wird das Entfalten von der Bodenart, -bewachsung oder -bebauung be- 
einfluBt? Beachte dabei die Abstande zwischen den Baumen sowie deren 
Hohe und die Dichte ihrer Kronen; 

- gibt es naturliche Hindertjisse und ortliche Mittel, die fur den pionier- 
mjlBigen Ausbau vorteilhaft genutzt werden konnen (Senken, Schluchten, 
Trichter, Stollen und Hange)? 

Merke: 

Beim Aufklaren des Aufbauplatzes ist die Platzverteilung festzulegen. 



575 



1^. Aufbauen der Nachrichtoistelle 

Der Truppfuhrer hat die Arbeiten zum Aufbau der Nachrichtenstelle zu 
leiten. Dazu hat er eindeutige Kommandos oder Zeichen zu geben, die von 
den Truppangehorigen zu wiederholen sind. Wahrend der Arbeit ist der 
Stahlhelm zu tragen, die Schutzmaske bleibt am Mann. Die Waffe ist nur 
bei Notwendigkeit auf Befehl in unmittelbarer Nahe griflbereit abzulegen. 
Es ist zuerst die Nachrichtenstelle aufzubauen und die Betriebsbereitschaft 
herzustellen. In Abhangigkeit vom Termin der Verbindungsaufnahme und 
der Truppstarke kann der pioniermaBige Ausbau parallel dazu oder im 
AnschluB daran erfolgen. 

Wenn fur die Nachrichtenstelle eine Deckung ausgehoben werden muB, 
dann ist das Fahrzeug so aufzustellen, daB es nach Fertigstellung der 
Deckung ohne Verbindungsunterbrechung in die Deckung eingefahren wer- 
den kann. Die Kabelzufuhrungen sind dann mit entsprechender Reserve 
vorzubereiten und die Antennen sind entsprechend aufzustellen. 

Merke: 

Die Antennen sind nur so hoch aufzubauen, wie es zum Herstellen und 
Halten der Verbindung erforderlich ist. 



1.6. PioniermaBiger Ausbau 

Der pioniermaBige Ausbau des Aufbauplatzes muB in jeder Lage sehr 

sorgfaltig vorgenomraen werden. 

Die Struktur des Bodens, der Bodenbewachsung und -bebauung dOrfen 

nicht unnotig zerstSrt werden (I'allen von Baumen, Zerfahren von Kul- 

turen). 

Durch den pioniermaBigen Ausbau sollen ; 

- gunstige Voraussetzungen fiir die ununterbrochene Arbeit der Nach- 
richtenverbindungen auch bei Waffeneinwirkung durch den Gegner 
geschaffen werden und 

- eine erfolgreiche Sicherung und Verteidigung der Nachrichtenstelle sowie 
groBtmogliche Sicherheit fiir die Truppenangehorigen und die techni- 
schen Mittel ^ewahrleistet werden. 

Der pioniermaBige Ausbau umfaBt den Bau von: 

- Deckungen fur die Nachrichtenstelle (einschlieBlich Aggregate, Kabel- 
graben usw.); 

- Schutzenstanden zur Rundumverteidigung; 

- Deckungen fOr Treib- und Schmierstoffe und andere materielle Outer; 

- Unterkunften, Kochstellen und Raucherplatzen; 

- Abfallgruben und der Latrine. 

Zum Bau von Deckungen fiir Femsprechend-, Kontroll- und Zwischen- 
stellen sowie fur tragbare Funkgerate und Elektroaggregate sind naturliche 
Bodenvertiefungen und Trichter zu nutzen. 
Die Deckungen sind entsprechend den folgenden Bildem auszubauen. 



576 




Deckling fiir Fe-Endstelle 
Oder tragbares Funkgerat 
(kniend), Bauzeit 2 h, 
Aushub I m^ [Bild 708.1] 



Deckung fiir Fe-Endstelle 
oder tragbares Funkgerat 
(voiles Profil), Bauzeit 5 h, 
Aushub 2,5 m^ 
[Bild 708.2] 



Fijr Kraftfahrzeuge sind vorzugsweise natiirliche Deckungen (Gruben, 
Senken und Schluchten) zu nutzen! 
AusinaBe der Deckung: 

- Breite Breite des Kfz. plus 50 cm 

- Lange Lange des Kfz. plus Rampe 

- Tiefe Hohe des Kfz. 

Ausbauzeit: 50 bis 120h fiir einen Truppangehorigen. 

Der Neigungswinkel der Wande ist abhangig von der Bodenart und 

schwankt zwischen 5 : 1 und 3:1. 



1.7. 



Tarnung 



Die TarnmaBnahmen mussen ununterbrochen und rechtzeitig mit Beginn 
der Entfaltung der Nachrichtenstelle durcligefuhrt und bei alien Tiitigkeiten 
im Raum des Aufbauplatzes beachtet werden. 

Ziel der Tarnung ist, durch ein geschicktes und wirklichkeitsgetreues An- 
passen der eigenen Stellung an die Lage und Form des umliegenden Ge- 
landes, die gegnerische Aufklarung zu erschweren. 



37 HB Tastfunker 



577 



Eine Tarnung wird erreicht durch : 

- richtiges Anpassen an das Gelande (Ausnutzen von Waldem, Ge- 
bijschen, Schluchten, Hangen, Hohlwegen usw.); 

- Verwendung der strukturmaBigen Tarnmittel sowie geschickte Aus- 
nutzung von ortlichem Behelfsmaterial ; 

- Ausnutzung der Dunkelheit und der Witterung; 

- Verwischen der Fahr- und Laufspuren ^m Schnee, im Sand, auf Wegen 
Oder Pfaden sowie das Verwischen der Spuren von Pionierarbeiten ; 

- Vermeiden des Aufblitzens blanker Teile sowie Vermeiden ungedeckter 
Bewegung von Soldaten und Kfz. ; 

- Einhaltung der MaBnahmen zur Licht- und Gerauschtarnung. 

Merke: 

Getarnt werden muB der gesamte Aufbauplatz einschlieBlich der un- 
mittelbaren Anfahrt. 

Zum Schutz vor Erd- und Luftbeobachtung werden senkrechte, waage- 
rechte oder schrage Blenden aufgebaut. Dazu werden die Tarnsatze, er- 
ganzt durch ortliches Behelfsmaterial, genutzt. Die Blenden sind so auf- 
zubauen, daB sie nicht direkt auf dem Fahrzeug aufliegen und das Fahrzeug 
nach Moglichkeit ungehindert bewegt werden kann. 

Anwendungsbeispiele 




Waagerechte Blende [Bild 708.4] 

Tarnnetz leicht durchhangend iiber eine Schlucht (Hohlweg) gespannt und mit 
ortlichen Mitteln (Graser, Busche) verdichtet, gewahrleistet Schutz vor Erd- 
und Luftbeobachtung 




Schrage Blende 
[Bild 708.5] 
Tarnnetz 30° bis 60° 
schrag von Baumen, 
Hausern usw. zur 
Erde hin abgespannt, 
gewahrleistet Schutz 
vor Erd- und Luft- 
beobachtung 



578 




Waagerechte Blende [Bild 708.6] 

Tarnnetz ijber cine ausgehobene Deckung abgespannt und mit ortlichen Mit- 

teln erganzt, gewahrleistet Schutz vor Erd- und Luftbeobachtung 




Waagerechte und schrage Blende [Bild 708.7] 

Tarnnetz uber ein abgestelltes Kfz. abgespannt und zusatzlich mit ortlichen 

Mitteln verdichtet, gewahrleistet Schutz vor Erd- und Luftbeobachtung 




'm^\^ 



Senkrechie (schrage) Blende [Bild 708.8] 

Tarnnetz senkrecht (schrag) zwischen Baumen abgespannt, urn Waldschneisen, 

-wege bzw. -liicken zu schlieBen, gewahrleistet nur Schutz vor Erdbeobach- 

tung 




Aufbau von Antennenmasten [Bild 708.9] 

Antennen nicht hoher aufbauen, als es fur die Verbindung erforderlich ist. Es 
muB immer ein deckender Hintergrund gewahlt werden. Die Konturen einer 
Baumkrone konnen mit Zweigen nachgebildet werden 



579 



1.8. Stellungen zur Rundumverteidigiing 

Die Anzahl und die Art der auszuhebenden Schiitzenstande richtet sich 

nach den Gelandebedingungen, der Bewaifnung und der Truppstarke. Es 

sind stets mehrere Stellungen in verschiedenen Richtungen anzulegen. Alle 

Truppangehorigen sind in das System der Rundumverteidigung und die zu 

erfullenden Aufgaben einzuweisen. 

Beispiele fiir Schutzenmulden, Schutzenlocher und Schiitzengraben sind 

im Handbuch Militarisches Grundwissen, Teil D, Gefechtsausbildung, an- 

gefiihrt. 

Neben den Stellungen ist der Aufbauplatz durch Sperren zu sichern. Schnei- 

sen, Wege, Einfahrten usw. sind mit Draht-, Baum- oder Balkensperren 

abzusichern. 

Wenn alle Aufgaben zur Entfaltung der Nachrichtenstelle abgeschlossen 

sind und die Verbindung hergestellt ist, dann ist die unmittelbare Um- 

gebung des Aufbauplatzes aufzuklaren. 

Dazu gehoren : 

- Wasserentnahmestellen (Brauch- und Trinkwasser) ; 

- AnschluB an Stromversorgungseinrichtungen; 

- Ausnutzung bestehender Nachrichtenverbindungen. 

AuBerdem konnen durch genaue Ortskenntnisse Cberraschungen des 
Gegners wirkungsvoUer abgewehrt werden. 



580 



TeilL 
Sicherheitsbestimmungen 



i^- 



1 . Technische Sicherheitsbestimmungen [7 1 S ] 

Im vorliegenden Abschnitt wird der Ausbilder auf Bestimmungen hinge- 
wiesen, die er beim Einsatz, Betreiben, Warten und Instandhalten von Nach- 
richtenmitteln standig zu beachten hat. 



1.1. Allgemeine Grundsatze 

1. Nur das gewissenhafte Einhalten der Sicherheitsbestimmungen und das 
strikte Befolgen der resultierenden Verhaltensanforderungen durch alle 
Armeeangehorigen bietet die Gewahr, Gefahren abzuwenden bzw. bei. 
Unfallen mogliche Schadigungen weitestgehend zu mildern. 

2. Jeder Vorgesetzte ist verpflichtet, durch Kontrollen die Einhaltung der 
SicfaeTheitsbcstimmungen zu iiberwachen. 

Sofem es die zu erfiillenden Aufgaben, die technischen, ortlichen und 
zeitlichen Bedingungen erfordern, hat er £inweisungc/t vorzunehmen 
bzw. Sicherheitsmafinahmen zu befehlen oder Sicherheits-(Warn-)Posten 
einzusetzen. 

3. Jeder Vorgesetzte muB sich Uber die fiir seinen Verantwortungsbereich 
in Frage kommenden technischen Sicherheitsbestimmungen Kenntnis 
verschafTen. 

Verbindliche Sicherheitsbestimmungen sind vorgegcben in: 

- den Dienstvorschriften der NVA; 

- den ))Technischen Sicherheitsbestimmungen«, Ausgabe 1971 ; 

- den gesetzlichen Bestimmungen (Gesetzblatt, ASAO, ABAO, BSAO, 
TGL und anerkannte GOST-Normen). 

4. Die Armeeangehorigen sind periodisch aktenkundig zu belehren. 



1.2. Einsatz und Nutzung der Nachrichtenmittel 

1. Die unberechtigte Inbetriebnahme, fehlerhafte Bedienung, unsach- 
gemaBe Nutzung und mangelnde Wartung der Nachrichtengerate kann 
zur Gefahrdung des Lebens sowie zur Zerstorung der Technik fuhren. 
Deshalb ist die selbstandige Inbetriebnahme, Bedienung, Nutzung und 
Wartung der Nachrichtengerate nur den Armeeangehorigen gestattet, die 
im Besitz der entsprechenden Betriebsberechtigung sind. 
Armeeangehorige ohne Betriebsberechtigung durfen nur unter Auf- 
sicht von »Berechtigten« an Nachrichtengeraten arbeiten. 

2. Beim Entfalten von Nachrichtenstellen, Aufbauen von Antennen und 
Verlegen, Ausbauen sowie Aufnehmen der Feldkabelleitungen ist das 
Beriihren spannungsfuhrender Leitungen verboten. 

Vorsicht bei begrenzter Sicht und bei Nacht! 

Das Anbringeh, Einhaken und Befestigen von Abspannseilen, Antennen, 
Baumhaken und Feldkabelleitungen an Bauteilen (Isolatorenhalte- 
rungen) der Energieversorgung sowie an Masten spannungsfuhrender 
Leitungen > 60 V ist verboten. 

583 



3. Fiir alle Nachrichtenstellen (auBer fiir tragbare Nachrichtengerate) sind 
bei der Arbeit am Ort vor der Inbetriebnahme Schutzerdungen zu er- 
richten. 

Beim Anlegen der Schutzerdung ist der geringste Erdiibergangswider- 
stand anzustreben (kiirzester Weg zum Grundwasser, maximale Tiefe 
des Erders, Kupferleiter ^ 2,5 mm^). 

4. Der AnschluB an Netze der Energieversorgung darf nur mit Zustim- 
mung des standigen Nutzers (Kostentragers) und nur mit Genehmigung 
des Vorgesetzten erfolgen. 

Vor dem AnschluB ist die AnschluBstelle und die Zuleitung zur Nach- 
richtenstelle auf ihre Eignung (Belastbarkeit, Isolation, Aderquerschnitt 
und AnschluBart) zu iiberprufen. 

Der AnschluB darf nur mit genormten Steckdosen, Steckern, Kupp- 
lungen und Verteilerkasten vorgenommen werden. Der AnschluB an 
Klemmverbindungen ist nur im spannungslosen Zustand der AnschluB- 
stelle statthaft. 

5. Die Stromversorgungskabel sind zuerst am Nachrichtengerat und da- 
nach an der Spannungsquelle anzuschlieBen. Der Stromversorgungs- 
schalter des Nachrichtengerats ist vor dem AnschluB auf «AUS« zu 
stellen. 

6. Anschliisse von Stromversorgungskabeln diirfen nicht unter Spannung 
hergestellt oder aufgetrennt werden. 

Steckverbindungen diirfen nicht am Kabel, sondem nur am Stecker 
herausgezogen werden. 

7. Durch schadhafte oder schlecht verlegte Stromversorgungskabel bzw. 
durch unsauber hergestellte Verbindungs- und AnschluBstellen konnen 
Kurzschliisse entstehen. Die Zuleitungen, Verbindungs- und AnschluB- 
stellen sind in das Kontroll- und Sicherungssystem der Diensthabenden 
mit einzubeziehen. ' 

8. Wahrend der Bewegung diirfen Antennen nicht mit spannungsfuhren- 
den Leitungen in Beruhrung kommen. Die Antenne ist in der Marsch- 
lage nach hinten abgeklappt bzw. abgespannt und ist durch eine zu- 
satzliche Fangleine zu sichern. 

Seitlicher Sicherheitsabstand zu spannungsfiihrenden Leitungen: 

- bei Mastaufbau mindestens doppelte Masthohe; 

- fiir alle anderen Antennen > 15 m. 

Ein Ober- oder Unterkreuzen spannungsfiihrender Leitungen mit Lang- 
drahtantennen ist verboten. 

9. Wahrend des Eisenbahntransportes darf das LademaB nicht iiber- 
schritten werden. Es muB ein Sicherheitsabstand zum Fahrleitungsnetz 
elektrifizierter Strecken von S; 1 ,5 m eingehalten werden. Zum Aufbau 
bzw. Anbringen von Antennen ist bei Eisenbahntransporten die Ge- 
nehmigung des »Verantwortlichen fur Militartransporte« erforderlich. 

10. Bei Inbetriebnahme und Bedienung von Funk- und Richtfunkstellen ist 

- die Hochspannung nur einzuschalten, wenn der Senderausgang be- 
lastet ist (Antenne, AbschluBwiderstand); 

- ein Bereichs- oder Frequenzwechsel nur bei ausgeschalteter Hoch- 
spannung vorzunehmen; 

584 



- die Zeit fur das Vorheizen der Gerate abhangig von den Festlegungen 
der Bedienungsvorschrift und von der AuBentemperatur; 

- die .Arbeit am Oerat nur zulassig, wenn bei Funkstellen mittlerer 
und groBer Leistung sowie bei Richtfunkstellen mittlerer und groBer 
Kanalzahl, der Bedienende auf einer Gummimatte steht; 

- die Ofen- oder Benzinheizung, erst nachdem die Gerate ihre Betriebs- 
temperatur erreicht haben, in Betrieb zu nehmen. 

11. Es ist verboten, bei Sendebetrieb die Abstrahlung der Antenne mit 
einem Metallgegenstand zu prufen oder die Antenne zu beriihren. 

12. Beira Verlegen, Ausbauen und Aufnehmen von Feldkabelleitungen 
gelten fur das Kreuzen von Wegen, StraBen, Autobahnen, Eisenbahn- 
linien, Gewassem und Gelandeabschnitten mit elektrischen Anlagen 
bzw. Einrichtungen der Energieversorgung die Richtlinien der DV- 14/3. 
Es sind folgende Mindestforderungen einzuhalten ; 

- Hohe des tjberbaues, bezogen auf den tiefsten Punkt der durch- 
hangenden Feldkabelleitung: 

LandstraBen 4,0 m 

FemverkehrsstraBen 4,5 m 

Autobahnen 4,5 m 

WasserstraBen (Flusse, Kanale) 6,5 m 
Eisenbahnlinien 6,0 m 

- In den Dberweg sind Kennzeichen aus Gras, Asten o. a. einzubinden. 
Wahrend des Herstellens des Oberweges sind beiderseits der Kreu- 
zungsstelle in 150 m Entfernung Verkehrsposten aufzustellen. 

- Beim Befahren der linken StraBenseite ist der entgegenkommende 
Verkehr rechtzeitig in geeigneter Form zu warnen (Lichthupe, 
Blinkleuchten, Flaggenzeichen) und unter Beachtung der Verkehrs- 
situation einzuweisen. 

- Beira Einsatz des Kabelverlege- und Aufspulgerates im offentlichen 
StraBenverkehr ist die Blinkanlage einzuschalten und der Ausleger 
mit einer roten Warnflagge zu kennzeichnen. 

- Im Wirkungsbereich von Schranken, Weichen, Signalen und Siche- 
rungsanlagen der Deutschen Reichsbahn ist das Verlegen von Feld- 
kabelleitungen verboten. 

- Elektrifizierte Eisenbahnlinien lind spannungsfuhrende Leitungen 
der Energieversorgung sind im Tiefbau zu kreuzen. Beim Kreuzen 
der Eisenbahnlinie ist ein Wamposten aufzustellen. 

- Spannungsfuhrende Leitungen S 250 V sind im rechten Winkel ira 
Tiefbau in einer Entfernung von 5 m zum MastfuB zu kreuzen. 

- In Ortschaften ist im Hochbau zu spannungsfuhrenden Leitungen ein 
Mindestabstand von 1 m einzuhalten. 

13. Es ist verboten, Feldkabelleitungen aus Fahrzeugen, auBer mit struktur- 
maBigen Verlegeeinrichtungen bzw. -methoden durch Anhangen von 
Ruckentragen und Kabelhandkarren oder durch Ausnutzung anderer 
Befehlsmittel zu verlegen. 

14. Das Mitfahren auf Trittbrettern, das Stehen und Sitzen auf Bordwand'en 
sowie das Auf- und Abspringen auf fahrende Fahrzeuge ist verboten. 
Beim Verlegen und Aufnehmen von Feldkabelleitungen mit Mechani- 

585 



sierungsmitteln ist das Mitfahren auf der 90° abgeneigten Bordwand des 
Fahrzeuges verboten. Beim Bedienen der Verlege- und Aufspulvor- 
richtung ist der Sicherheitsgurt zu schlieBen. 

15. Wasserhindernisse sind beim Verlegen und Aufnehmen von Feldkabel- 
leitungen nur mit strukturmaBigen Cbersetzmitteln zu uberwinden. 
Die Nutzung behelfsmaBiger Cbersetztnittel bedarf besonderer Sicher- 
heitsmaBnahmen. 

16. Das Besteigen der Masten, Ziehen und Schneiden der Leitungen von 
oberirdischen Fernmeldelinien sowie das (Jffnen, Liiften und Sichern 
der Einstiege von Kabelschachten bzw. Kabelschaltstellen und das Ein- 
steigen in diese, hat gemaB den Bestimmungen der DV-14/4 und DV-14/6 
zu erfolgen. 

17. Alle Holzgriffe und die Stiele der Arbeitsgerate (Drahtgabeln, Kurbel- 
griffe, Pioniergerate) diirfen keinen Farbanstrich besitzen. 

18. Die Nachrichtengerate einschlieBlich Kabeltrommeln diirfen beim Be- 
und Entladen nicht geworfen werden. Sie sind standsicher auf einer 
Unterlage abzustellen. 

19. Vor dem Marsch ist der Ofen in der Nachrichtenstelle zu loschen und die 
Asche zu vergraben. 

Beim Marsch mit Nachrichtenstellen sind die Fenster, Tiiren und Pla- 
nen geschlossen zu halten sowie nicht genutzte Gerate mit dem Gerate- 
deckel bzw. mit dem Schutzuberzug abzudecken. 
Wahrend der technischen Rast ist die Befestigung der Einschiibe und 
Halterungen der Gerate zu iiberprufen. 

20. Das Rauchen in Nachrichtenstellen ist verboten. Dazu sind Raucher- 
platze unter Beachtung der Brandschutzbestimmungen anzulegen. 

21. Vor jedem Zugang zur Nachrichtenstelle ist ein Abtreter (Aste, Laub, 
Gummimatte) auszylegen. 

22. Die Feuerloschgerate und ^mittel sind bei der Arbeit im Stand auBerhalb 
der Nachrichtenstelle zugriffsbereit aufzustellen. Das Anlegen von 
Brandschutzstreifen (20 cm x 25 cm) um Nachrichtenstellen ist nur auf 
Truppeniibungsplatzen gestattet. 

23. Der Transport von Treibstoffkanistem in Nachrichtenstellen ist ver- 
boten. Verschiittete Ol- oder Benzinreste sind unverzuglich zu beseitigen. 

24. An Nachrichtengeriiten, die unter FremdstromeinfluB stehen, ist die 
Arbeit sofort einzustellen. Die Gerate und Leitungen diirfen nicht mehr 
beriihrt werden (Sichern, Kennzeichnen). Die Beseitigung des Einflus- 
ses ist uber den Vorgesetzten unverzuglich einzuleiten. (Fremdstrom- 
einfluB: Isolationsschaden, Beruhrungen, Induktion.) 



1.3. Einsatz und Nutzung mobiler Stromversorgungseinrichtungen 

1 . Durch die Abgase laufender Verbrennungsmotoren (Elektroaggregate 
uberdacht oder im Kofferaufbau, mit dem Kfz.-Motor gekoppelter 
Generator, Benzin- oder elektrische Heizungen) entsteht bei fehlender 
Luftzirkulation Vergiftungsgefahr. Deshalb standig fiir gute Luftung sor- 



586 



• 



in 



gen. Besonders zu beachten und zu sichern ist der freie Abzug der Ver- 
brennungsgase, wenn 

- Nachrichtenstellen in Deckungen untergebracht sind, 

- Elektroaggregate mit Zelten uberdacht bzw. in Erdgruben abgestellt 

sind, 

- durch Sclinee, hohes Gras usw. die Bodenfreiheit des Kfz. vermindert 

wird. 

2. Verbrennungsmotoren sind nur bei abgestelltem Motor aufzutanken. 

3. Es ist verboten, in Kofferaufbauten von Stromversorgungscinrichtungen 
und in unmittelbarer Nahe von Elektroaggregaten sich zu warmen und zu 

schlafen. ' 

4 Die mobilen Stromversorgungseinrichtungen miissen »funkentstort« 
sein. Sie sind in entgegengesetzter Richtung der Antenne abzustellen. 
Das Zufuhrungskabel ist auf voile Lange auszulegenT 

5. Die Akkumulatoren in Nachrichtenstellen sind abzudecken und vor 
Kurzschlflssen zu sichern. 

6. Ladeiv^von NC- und Bleiakkumulatoren 

- Die Lauge (Saure) von Akkumulatoren darf nur von ausgebildeten 
Ladewarten aufgefullt oder gewechseU werden. Dabei sind mindestens 
Schutzbrille, Gummihandschuhe, Gummischurze, Gummistiefel und 
Arbeitskombination zu tragen. 

- Rauchen und Umgang mit offenem Licht im Bereich der Akku-Lade- 
einrichtung ist verboten, Funkenbildung und Kurzschlusse sind zu ver- 
meiden. Es ist fur ausreichende Luftung zu sorgen. 

- Lauge und Saure ist in getrennten Raumen, in geringen Mengen 
den dafur bestimmten und exakt gekennzeichneten Behaltnissen auf- 
zubewahren. 

- NC- und Bleiakkumulatoren durfen nicht in einem gememsamen 
Raum geladen werden. • . , 

- Speisen und Getranke durfen in Akku-Ladeemnchtungen nicht aut- 
bewahrt werden. Vor der Nahrungsaufnahnje sind Hande und Ge- 
sicht grundlich mit Wasser zu reinigen. 



1.4. Warten der Nachrichtenmittel 

1. Dif Wartungsarbeiten sind in der Regel bei ausgeschalteter Stromver- 
sorgung durchzufuhren. 

Mussen zur Aufrechterhaltung der Nachrichtenverbindung, wahrend des 
Betriebes und zur Fehlereingrenzung Arbeiten unter Spaunung durch- 
gefuhrt werden, gelten die Festlegungen der »Technischen Sicherheits- 
bestimmungen«. 

2. Bei Arbeiten an Nachrichtengeraten, bei denen die Gefahr besteht, hoch- 
spannungsfuhrende Telle zu beruhren, muB 

- der Ausfuhrende auf einer isolierenden Unterlage stehen, 

- das Griffstuck der Werkzeuge einen entsprechenden Durchschlags- 
spannungsschutz aufweisen. 



587 



- ein zweiter Armeeangehoriger, der den Stromkreis unterbrechen kann, 

anwesend sein. 
Die freie Hand ist in die Hosentasche zu stecken! 

. Rohren, Sicherungen, Relais u. a. steckbare Bauelemente sind nur gegen 
ein gleichartiges, dem Normwert entsprechendes Bauelement auszutau- 
schen. Die Stromversorgung ist dabei auszuschalten. Defekte Bauelemente 
sind zu kennzeichnen. Beim Auswechseln von Bauelementen und beim 
Messen an Meiibuchsen ist keine Gewalt anzuwenden. 

. Fur die Arbeit in Werkstatten und Lagem gelten ausschlieBlich die ein- 
schlagigen Arbeitsschutzanordnungen, TGL- und militarische Bestim- 
mungen. 



1.5. Blitzschutz 

1. Bei Herannahen eines Gewitters ist der Nachrichtenbetriebsdienst, so- 
soweit kein Blitzschutz gewahrleistet wird, rechtzeitig einzustellen. (Bei 
Leitungsfiihrung ohne Sicherungskasten.) 

2. Das Einstellen der Arbeit bei Gewitter ist nur mit Genehmigung des 
Vorgesetzten statthaft. Vor dem Einstellen der Arbeit ist die Gegenstelle 
zu verstandigen und der Termin fiir die Wiederaufnahme der Arbeit fest- 
zulegen. 

3. Die mobilen Funk- und Richtfunkstellen sind auszuschalten und von den 
Antennen zu trennen. Stabantennen sind abzubauen, Antennenmasten 
(Hochantennen) sind zu erden. Das Beriihren der Antennenanlagen 
wahrend des Gewitters ist verboten. 

4. Die Kabel und Leitungen sind, wenn notwendig von den Endeinrichtun- 
gen zu trennen und zu erden. Beim Verlegen oder Aufnehmen von Feld- 
kabelleitungen sind die Trommeln aus der Ruckentrage bzw. Verlege- 
einrichtung herauszunehmen und auf der Erde abzulegen. 



1.6. Besteigen von Antennenmasten 

- Das 6esteigen ist durch den Vorgesetzten des Truppfiihrers zu genehmi- 
gen. Der Ausfuhrende muB dazu korperlich und gesundheitlich in der 
Lage sein. 

- Vor dem Besteigen des Mastes ist dessen Standsicherheit zu priifen. Die 
Abspannseile mussen fest verankert und die Winden mit Armeeangeho- 
rigen bcsetzt sein. 

- Beim Besteigen und bei der Arbeit in der Hohe ist der Sicherheitsgurt so 
anzulegen, daB bei einem Abgleiten eine Brems- oder Fangwirkung er- 
zielt wird. Neben Sicherheitsgurt sind festes Schuhwerk, Stahlhelm 
und Schutzhandschuhe zu tragen. 

- Erforderliche Werkzeuge und Materialien sind in einer Tasche mitzu- 
fiihren oder an einer Leine hochzuziehen. Das Zuwerfen und Abwerfen 
von Gegenst&nden ist verboten. 



588 



TeilM 
Ausbildungsanleitungen 



1. Methodische Richtlinien [709] 

In diesem Abschnitt sind wissenswerte und verallgemeinerungsfahige An- 
regungen und Richtlinien fiir die Ausbildung zusammengefaBt. 
Aufbauend auf den Anforderungen, die an einen Ausbilder gestellt werden, 
werden in allgemeiner Form die Reihenfolge der Arbeiten des Ausbilders 
zur Vorbereitung, Durchfflhrung und Auswertung der Ausbildung dar- 
gelegt. 

In den fachmethodischen Abschnitten sind die Forderungen fiir das je- 
weilige Ausbildungsfach so dargelegt, daB sie dem Ausbilder als Leitfaden 
dienen und durch eigene wertvoUe Erfahrungen bereichert werden konnen. 

\ 
1.1. AUgemeine methodische Hinweise 

Sozialistische Soldatenpersonlichkeiten zeichnen sich aus durch unver- 
briichliche Treue und groBes PflichtbewuBtsein, Mut, Ausdauer, hohe Mei- 
stcrschaft, exaktes militarisches Wissen und Konnen, solide FShigfceiten 
und Fertigkeiten. 

Diese Fahigkeiten, Charaktereigenschaften bzw. soldatischen Tugenden 
entstehen nicht im Selbstlauf, sie sind Inhalt und zugleich Ziel des Bildungs- 
und Erziehungsprozesses. Daher ist das militarische Leben, jede Ausbil- 
dung, ob in der Lehrklasse oder im Gelande, diesem Ziel unterzuordnen. 
Den Soldaten zu befahigen, seinen Fahneneid unter alien Bedingungen ge- 
wissenhaft zu erfiillen, erfordert : 

- Dem Soldaten ein Wissen zu vermitteln, das er jederzeit anwenden 
kann. 

Das bedeutet: es miissen bestimmte Grundlagen beherrscht werden, die 
beim Losen von Gefechtsaufgaben sofort anwendbar sind. 

- Beim Soldaten Fertigkeiten zu entwickeln und ihm Gewohnheiten anzu- 
erziehen. 

Das bedeutet: durch standiges, bewuBtes, zielgerichtetes Oben (Trainie- 
ren) sind bestimmte moralische VerhaltensWeisen herauszubilden und 
Tatigkeitsablaufe bis zur automatischen Beherrschung za entwickeln. 

- Den Soldaten unter hohen physischen und psychischen Belastungen aus- 
zubilden. 

Daj bedeutet: nicht nur iiber die Notwendigkeit einer Belastung sprechen, 
sondem wahrend der Ausbildung die notwendige Belastung schaffen, 
und die Soldaten durch systeraatische Steigerung an Belastung gewShnen. 

- Im Soldaten die Bereitschaft zu wecken, alle gestellten Aufgaben gewis- 
senhaft zu erfiillen. 

Das bedeutet: nicht nur das Wissen ist entscheidend, sondem die Bereit- 
schaft, alle Aufgaben gewissenhaft, initiativreich und vorbildlich zu er- - 
fuUen. 

Dieses »ICH WILL!« muB beim Soldaten wahrend der Ausbildung so 

entwickelt werden, daB es auch unter Gefechtsbedingungen wirksam ist. 

Trager des Bildungs- und Erziehungsprozesses ist der Vorgesetzte, der 

durch seine Vorbildwirkung, seine personlichen Eigenschaften und durch 

591 



die Qualitat der von ihm geleiteten Ausbildung den EntwicklungsprozcB 
des Soldaten zur sozialistischen Soldatenpersonlichkeit fordert oder 
hemmt. 

Nur wenn sich der Ausbilder selbst seiner Stellung, Aufgabe und Verantwor- 
tung voll bewuBt ist, kann er den Soldaten ihren gesellschaftlichen Auf- 
trag klarmachen. 

Dieses Bewufitsein der eigenen Verantwortung als Erzieher und Fuhrer 
seiner Soldaten muB in jeder Handlung seinen Niederschlag tinden. Von der 
Erfiillung dieser Aufgabe hangt es ab; wie der Vorgesetzte im Gefechtsein- 
satz mit seinem Kollektiv die gestellten Kampfaufga^en losen wird. 
Oberster Grundsatz und damit Voraussetzung fiir die erfolgreiche Tatig- 
keit als Ausbilder ist, daB der Ausbilder 

- in seiner Einstellung zu unserem sozialistischen Staat, 

- in seinem sauberen und disziplinierten Auftreten, 

- in Sprache, Kommando- und Befehlsgebung, 

- in seinem Wissen und Konnen und mit seineu Fahigkeiten und Fertig- 
keiten 

stets Vorbild der Soldaten ist. 

Jeder Ausbildung ist groBte Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu widmen. Die 

Ausbildung wird durch eine interessante Darlegung des zu vermittelnden 

Stoffes, abwechslungsreiche Gestaltung des Ablaufs und durch wirkungs- 

volle Beispiele positiv beeinfluBt. 

Dagegen haben Phantasielosigkeit, Ideenarmut, Eintonigkeit, Routine und 

der Verzicht auf die aktive Mitarbeit der Soldaten wahrend der Ausbildung 

einen auBerst negativen EinfluB. SchlieBlich fiihren die negativen Seiten 

der Ausbildung zu Interessenlosigkeit, Unaufmerksamkeit und Langeweile. 

Sie sind mit Ursache fiir VerstoBe gegen die militarische Disziplin. 



1.2. Reihenfolge der Arbeiten und Aufgaben des Ausbilders 

zur DurchfUhrung der Ausbildung 

1.2.1. Vorbereitung der Ausbildung 

1. Klarheit verschaffen fiber Inhalt und Zielstellung des Themas . 

- Zielstellung des Ausbildungszweiges und Aufgabenstellung des The- 
mas im Rahmenprogramm nachlesen. 

- Bildungs- und Erziehungsziel klarmachen. 

- Schwerpunkte beachten bei den Themen, die sich iiber einen ISngeren 
Zeitraum erstrecken (was wurde bereits gelehrt, wenn notwendig, 
Ruckfragen bei anderen Ausbildem). 

- Welche Verbindung mit anderen Ausbildungszweigen und -themen ist 
moglich und notwendig? 

- Wo und wann wird die Ausbildung durchgefiihrt und welche Besonder- 
heiten ergeben sich daraus? (Ausbildung in der Lehrklasse oder im 
Gelande? Beachte dabei Tages- bzw. Jahreszeit!) 

- Klarheit verschaffen uber folgende Fragen: 
Welche Kenntnisse sind zu vermitteln? 

592 



t 



Welche Kenntnisse sind zu festigen, zu wiederholen, zu uben, an- 

zuwenden? 

Welche Kenntnisse sind zu vervoUkommnen? 

Was ist zu uberprufen? 

1st der Einsatz von Hilfsausbildern notwendig? 

2. Einteilen des Themas in Lehrfragen 

- Schwerpunkt und Ziel der Lehrfrage herausarbeiten. 

- Welche Methode ist anzuwenden? (Erklaren, Vormachen, Oben, 
Anwenden) . -m 

- Was ist zu wiederholen, zu prufen bzw. zu kontrollieren? 

3. Festlegen des Ablaufs der Ausbildung (Zeiteinteilung) 

- Festlegen der Zeit fur die einzelnen Lehrfragen. 

- Festlegen der Zeit fur Anmarsch, Abmarsch, Gerateempfang und Ge- 
rateabgabe usw. 

- Ausbildungsstunde im Gedachtnis ablaufen lassen. 

- Zeiteinteilung: 25% der Zeit fur Wissensvermittlung, 75% fvir prak- 
tische Tatigkeiten (Oben und Anwenden). 

4. Auswahl bzw. Anfertigen der notwendigen Mittel zur Unterstutzung 
der Ausbildung 

- Welche Lehrtafeln, Lehrfilme, Dias oder Tonbander stehen zur Ver- 
fugung und wie konnen sie eingesetzt werden? 

- Welche Tafelbilder sind notwendig und wie werden diese in den Ab- 
lauf der Ausbildung eingefiigt, wie werden sie entwickelt? 

- Welche und wieviel Gerate bzw. Ausriistungsgegenstande werden be- 
notigt, wieviel konnen genutzt werden? 

- Welches Obungsbeispiel bzw. welche Obungsvarianten mussen vor- 
bereitet werden? (Erstes selbstandiges Probieren, schulmaBiges Oben, 
Oben unter standig veranderten Bedingungen, Anwenden.) 

- Handlungsablaufe. 

5. Bereitstellen der Lehrmittel und Oberprufen der Funktionsfahigkeit bzw. 
Brauchbarkeit 

- Sind die Ausbildungsgerate, Ausbildungsgegenstande sowie deren Zu- 
behor voUstandig und einsatzbereit? 

- Vorbereitete Tonbander abhoren, entsprechende Lehrfilme oder 
Dias ansehen, Tafelbild anfertigen. 

- Vorbereitete Lehrbeispiele und Oberungsvarianten durcharbeiten. 

6. Aufteilen der Krafte und Mittel 

- Wie werden die Krafte eingesetzt und mit welchen Mitteln? 

. - Wo werden Hilfsausbilder eingesetzt und wann werden sie in ihre 
Aufgaben eingewiesen? 

7. Oberpriifen der eigenen Kenntnisse 

- Studium von Lehrunterlagen, Handbiichem und Methodikvorschrif- 
ten. 

- Vom Ausbilder sind, wenn notwendig, die entsprechenden Dienstvor- 
schriften zu studieren. 

8. Anfertigen des Konspekts 
Das Konspekt muB enthalten: 

- Thema; 

38 HB Tastfunker ^^^ 



- Bildungs- und Erziehungsziel; 

- Zeit und Ort der Ausbildung; 

- Lehrfragen mit entsprechenden methodischen Hinweisen; 

- Tatigkeiten des Ausbilders wahrend der Ausbildung; 

- durch den Ausbilder zu erfullende Aufgaben. 

Grundsatz: Jede Ausbildung, auch die, die zum Zwecke der Festigung 

wiederholt wird, ist neu und deshalb gewissenhaft vorzubereiten. 

Bei Verwendung bereits vorhandener Ausbildungsunterlagen si'nd diese 

auf ihre Aktualitat bin zu uberpriifen. 

Das Studium der Vorschriften und ihre genaue Kenntnis ist fur jeden 

Ausbilder unerlaBlich. 

1.2.2. DurchfUhrung der Ausbildung ' 

Die Ausbildung ist auf der Grundlage der erarbeiteten Zielstellung und Zeit- 
einteilung systpmatisch und folgerichtig durchzufuhren. Es ist das voile 
StofTpensum zu lehren bzw. zu iiben, wobei keinerlei Erteichterungen zuge- 
lassen werden diirfen. Zu Beginn jeder Ausbildung sind vom Ausbilder 

- Dienstanzug, 

- Vollzahligkeit der Kriifte und Mittel und 

- Sitz- bzw. Antreteordnung 

zu iiberprUfen. i 

Zur Durchfuhrung der Ausbildung wahlt der Ausbilder seinen Platz so, 

daB er alle Soldaten unter der erforderlichen Kontrolle hat und auBerdem 

seine Handlungen von alien Soldaten erkannt werden. 

Fur die Unterrichtsfiihrung ist jede Lehrfrage wie folgt zu gliedem. 

1.2.2.1. Wissensvermittlung 

- Erlauterungen ; 

- Dariegen grundsStzlicher theoretischer Probleme, die ziun besseren 
VerstSndnis notwendig sind; 

- Herausarbeiten von Zusammenhangen zu anderen Ausbildungsthemen 
und -zweigen. 

- Vorm^chen von praktischen Tatigkeiten, deren genauen Ablauf sich 
der Soldat einzupragen und zu beherrschen hat. 

Die Wissensvermittlung mufl kutz aber prazise sein. Dabei soil der Soldat 
das Wesen erkennen, um darauf aufbauend bestimmte Beziehungen zu be- 
reits vorhandenem Wissen und K6nnen herstellen zu konnen. 
Der Ausbilder hat sich voU auf das zu erreichende Ziel zt/konzentrieren und 
alles andere wegzulassen. ' 

Der Einsatz der Unterrichtshilfsmittel muB in jedem Falle auf den Aus- 
bildungsverlauf abgestimmt sein. Beweisfiihrungen und Begrfindungen 
mussen fachlich einwandfrei sein. Alle zur Verfugung stehenden Mittel 
miissen den ErkenntnisprozeB fordem und durfen nicht ablenkend wirken 
Oder die Aufmerksamkeit beeintrachtigen. 
Wandtafelbilder sind so anzufertigen, daB sie erweiterungsflhig bleiben. 

594 



9 



t 



1.2.2.2. Festigen, Cben und Anwenden 

- Wiederholungen durch einzelne Soldaten (Eriautern, Vormachen, Vor- 
zeigen, Vprfiihren); 

- Obungen des Ausbilders mit den Soldaten ; 

- Obungen unter Aufsicht des Ausbilders ; 

- Selbstandiges Cben der Soldaten ; 

- Gefechtsexerziereh. 

Auftretende Fehler sind sofort auszuwerten und mit alien zur Verfugung 

stehenden Mitteln zu beseitigen. 

Beim schulmaBigen Oben muB auf jede, auch noch so geringe Kleinigkeit 

geachtet werden. Die bewuBte Mitarbeit der Soldaten ist durch eine eXakte' 

Aufgabenstetlung, die zum schopferischen Denken und initiativreichen 

Handeln anregt, unbedingt zu sichern. 

Die Aufgabenstellung fur das selbstandige Oben muB dem Leistungsstand 

der Soldaten entsprechen, zur Festigung des Selbstvertrauens beitragen 

und ihm ein Erfolgserlebnis verschaffen. 

Alle Aufgaben sind schrittweise durch Obergang vom Einfachen (Oben 

von Teilaufgaben) zum Komplizierten (Oben der Oesamtaufgabe) zu losen. 

Der Ausbilder soUte sich huten, solche Formulierungen wie »schwierig«, 

»sehr kompliziertw usw. anzuwenden, um damit den Soldaten auf eventuell 

auftretende Schwierigkeiten hinzuweisen. 

Der Soldat kann dadurch das Selbstvertrauen verlieren und vorzeitig resignie- 

ren. 

Der Ausbilder hat von vomherein dem Soldaten jegliche Scheu zu nehmen 

und ihn davon zu iiberzeugen, daB jede Aufgabe zu erlernen und zu I6sen 

ist. 

Zum Beispiel ».'. .mit meiner Hilfe werden Sie. . . !« 

1.2.2.3. Oberpriifen und Bewerten des Leistimgsstandes 

- Miindliche oder schriftliche Oberprufungen (Kontrollfragen) ; 

- Oberpriifen von Normen; 

.!- Oberprufen der Soldaten wahrend der praktischen Tatigkeit; 

- Bekanntgabe exakter Bewertungen (Noten, Normerfiillung, Werturteil). 
Grundsatz: Der Ausbilder muB den Ausbildungsstoff beherrschen, um ihn 
auch methodisch richtig eriautern zu konnen. 

Von den Soldaten ist die konsequente Einhaltung der entsprechenden Dienst- 
vorschriften und die exakte Ausfiihrung aller Tatigkeiten zu fordern. Alles 
Oberflussige ist wegzulassen. 



1.2.3. Auswertung der Ausbildung 

Die Auswertung der Ausbildung sollte grundsStzlich nach zwei Gesichts- 
punkten erfolgen. 



595 



1. Auswertung der Ergebnisse der Ausbiidung im Kollektiv 

- Einschatzung der Erfullung der Zielstellung; 

- Einschatzung der Mitarbeit und der militarischen Disziplin; 

- Einschatzung der Leistungen und der Qualitat (gute und schwache Sol- 
dateh namentlich nennen); 

- Aufgabenstellung an einzelne Soldaten bzw. an die gesamte Ausbildungs- 
gruppe; 

- Bewertung (Note, Werturteil) jedes Soldaten durch das Kollektiv (er- 
zieherisch hochst wertvoll). 

2. Personliche Auswertung der Ausbildung (Nacharbeit) 

- Einschatzung des erreichten Ausbildungsstandes (wenn das Ziel nicht 
erreicht wurde, Ursachen suchen); 

- Erreichte Erziehungsergebnisse; 

- Oberpriifen der ZweckmaBigkeit der gewahlten Teilziele, Methoden und 
der materiellen Sicherstellung; 

- Welche SchluBfolgerungen ergeben sich fiir die folgende Ausbildung 
(kann der Ausbildungsstoff fortgesetzt werden oder ist eine Wieder- 
holung notwendig bzw. miissen einzelne Lehrfragen vom Ausbilder 
wiederholt werden usw.)? 

- iFiihren der Nachweisdokumente ; 

- Maiden der Ergebnisse an den Vorgesetzten. 

Grundsatz: Die Auswertung muB objektiv, konkret und selbstkritisch sein. 
Sie muB der Vorbereitung der folgenden Ausbildung dienen. 



596 



2. Gefechtsdienst [710] 

2.1. Ziel der Ausbildung 

Der Gefechtsdienst hat das Ziel, die Nachrichtensoldaten bzw. -trupps zu 
befahigen, selbstandig und im Bestand- von Nachrichtenzentralen, Nach- 
richtenverbindungen unter beliebigen Bedingungen in alien Gefechtsarten, 
bei Tag und bei Nacht herzustellen, zu betreiben und zu halten. 
Wahrend des Gefechtsdienstes ist dem Nachrichtensoldaten bewuBt zu 
machen, daB 

- der Erfolg des Gefechts von den zeitgerecht hergestellten, ununter- 
brochen und gedeckt arbeitenden Nachrichtenverbindungen wesentlich 
abhangt; 

- das Herstellen, Betreiben und Halten von Nachrichtenverbindungen eine 
Kollektivleistung erfordert, die aus der Summe von Einzelleistungen der 
ortlich getrennt arbeitenden Nachrichtentrupps resultiert, und nur durch 
die exakte Losung aller Teilaufgaben moglich ist. 

Es muB klar werden, daB das Herstellen, Betreiben und Halten der Nach- 
richtenverbindungen hohe Einsatzbereitschaft, initiativreiches und selb- 
standiges Handeln, groBe psychische und physische Anforderungen sowie 
exakte Kenntnisse bzw. Fertigkeiten eines jeden Truppangehorigen erfor- 
dert. 

Das Ziel der Ausbildung wird erreicht, indem die wahrend der Nachrichten- 
geratelehre, des Nachrichtenbetriebsdienstes und der allgemeinen mili- 
tarischen Ausbildung vermittelten Grundkenntnisse bzw. Fertigkeiten bei 
jeder Ausbildung sinnvoll miteinander verbunden, systematisch geubt und 
weiterentwickelt werden. 



2.2. Organisation der Ausbildung 

Im Gefechtsdienst sind die Ausbildungsformen 

• Unterweisung, , 

• Gefechtsexerzieren und 

• Komplexausbildung 

anzuwenden. 

Die einzelnen Ausbildungsaufgaben sind sowojil am Tage als auch bei 
Nacht, ohne und mit angelegter Schutzausriistung zu losen. 
Die Unterweisung ist nur wahrend der ersten Ausbildungsstunden durch- 
zufiihren. Es mussen dabei die erforderlichen Voraussetzungen fiir das Ge- 
fechtsexerzieren und fiir die Komplexausbildung geschaffen werden. Vor 
allem sind Aufgabe, Platz und Rolle der Truppangehorigen festzulegen, 
Handlungsablaufe vorzufiihren und Einzelverrichtungen zu erlernen. 
Dabei sind die Truppangehorigen des 2. und 3. Diensthalbjahres so einzu- 
setzen, daB sie denen des 1. Diensthalbjahres Hilfe und Anleitung geben 
und gleichzeitig ihre eigenen Fertigkeiten vervollkommnen konnen. 
Beim Gefechtsexerzieren soil das Gelande den tjbungsaufgaben entspre- 

597 



chen, und alle zu iibenden Elemente auf kurze Entfernung ermoglichen. 
Es sind die Einzelverrichtungen zum Entfalten, Betreiben und Halten der 
Nachrichtenverbindungen bzw. zum Verlegen und Ausbauen und Auf- 
nehmen von Feldkabel im Bestand des Nachrichtentrupps und das Zu- 
sammenwirken der Nachrichtentrupps zu iiben. 

In der ersten Phase des Gefechtsexerzierens sind alle Tatigkeiten ohne Zeit- 
begrenzung zu iiben. Dabei steht die exakte Ausfiihrung aller Tatigkeiten 
im Vordergrund. 

Wahrend der zweiten Phase ist der Schwierigkeitsgrad durch Zeitbegren- 
zung, Arbeit bei Nacht und Handlungen mit angelegter SchutzausrUstung 
systematisch zu erhohen. 

Zur Kontrolle der Geschlossenheit des Nachrichtentrupps sind die ein- 
zelnen Ausbildungsaufgaben mit der entsprechenden Normeniiberprufung 
abzuschli^Ben. 

Die Komplexausbildung ist auf realen Entfernungen zwischen den Nachrich- 
tentrupps bei Tage und bei Nacht durchzufiihren. Es sind Elemente der 
allgemeinen militarischen Ausbildung wie Tarnen, Ausheben von Dek- 
k^ngen, Anlegen der SchutzausrUstung, Sichem und Verteidigen, ge- 
schickt mit der zu erfiillenden Nachfichtepaufgabe zu verbinden. 
Diese Aufgabe kann der Truppfuhrer nur erfullen, wenn er sich zur Vor- 
bereitung der Ausbildung mit den Gelandeverhaltnissen im Obungsraum 
vertraut macht und entsprechend den vorgefundenen Verhaltnissen den 
Ablauf der Ausbildung vorbereitet. 

Der Truppfiihrer muQ sich dariiber im klaren sein, daB er neben seinem Ar- 
beitsanteil beim Herstellen, Betreiben und Halten der Nachrichtenverbin- 
dungen, vorrangig Fiihrungs- und Ausbildungsaufgaben gegeniiber den 
unterstellten Truppangehorigen zu erfiillen hat. 

Er muB fest im Stoff stehen und immer in der Lage sein, exakte Aufgaben 
zu stellen, Handlungsablaufe zu erklaren, vorzufiihren, zu korrigieren und 
Kontrollen auszuiiben. Die standig wechselnden Situationen in der Aus- 
bildung gestatten es ihm nicht, in Dienstvorschriften nachzuschlagen. 
Fur den Gefechtsdienst sind nur die Nachrichtenbfetriebsunterlagen und ein 
Handzettel anzufertigen, in dem der zeitliche Ablauf, die zu erfiillenden 
Lehrziele, die Kontrollfragen bzw. Normen sowie methodische und er- 
zieherische Hinweise enthalten sind. 



2.3. Ablauf der Aus))ildiing 

Zu Beginn der Ausbildung sind kurz die Aufgaben, Schwerpunkte und 
Lehrziele den Truppangehorigen zu erlautern. 

Beim Erlemen von Einzelverrichtungen sind je nach Anzahl der zu erler- 
nenden Tatigkeiten Lehrplatze (Stationen) einzurichten. Die Tatigkeiten 
sind zuerst in langsamem Tempo zu erlemen'; im weiteren Verlauf der Aus- 
bildung ist dann das Tempo bis zum Erreichen der Normzeit zu steigem. 
Der Schwerpunkt liegt auf dein sicheren Beherrschen der Handgriffe, die 
zum schnellen Entfalten, fehlerfreien Betreiben und ununterbrochenen 
Halten der Nachrichtenverbindungen erforderlich sind. 

598 



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# 



Per Truppftihrer soUte den Ablauf der Ausbildung foIgendermaBen ge- 

stalten. 

1. Einzelverrichtungen bzw. Handlungsablaufe erklaren und demon- 
strieren! 

2.. Die Aufgaben von einzelnen Truppangehorigen wiederholen lassen, 
notfalls sofoft korrigieren bzw. erganzen. Dabei die anderen Truppange- 
horigen zur Mitarbeit heranziehen. 

3. Die Truppangehorigen des 1. Diensthalbjahrs unter Aufsicht der des 
2. bzw. 3. Diensthalbjahrs im Stationsbetrieb iiben lassen. 

4. Die vollstandigen Handlungsablaufe durch den geschlossenen Einsatz 
des Trupps iiben. 

5. Leistungsstand kontrollieren. 

Nach jeder Ausbildungsaufgabe ist eine kurze Auswertung vorzunehmen. 
Dabei sind nicht nur die erreichten Ergebnisse einzuschStzen, sondem es 
sind vor allem die Qualitat der zu erfuUenden Aufgabe (Tatigkeiten), die 
Mitarbeit, die militarische Disziplin und Ordnung sowie das errfichte 
Lehrziel zu bewerten. Bei aufgetretenen Fehlem sind neben den Ursachen 
besonders die moglichen Folgen bzw. Auswirkungen auf die Nachrichten- 
verbindung herauszuarbeiten. 
Typische Mangel im Ausbildungsablauf sind: 

- Bei Einzelverrichtungen oder bei Handlungsablaufen wird nicht die 
richtige Reihenfolge eingehalten. 

- Unaufmerksamkeit wahrend der Unterweisung bzw. bei der Demonstra- 
tion. 

- Die Eigenuberprufung der Gerate vor der Verbindungsaufnahme wird 
nicht exakt ausgefiihrt. 

- Ursachen fur Storungen und Verbindungsausfalle werden nicht zuerst 
am eigenen Gerat gesucht. 

- Die naturlichen Eigenschaften des Gelandes werden nicht richtig zur 
Deckung, Tamung und Sicherung ausgenutzt. GefechtsmaBiges Ver- 
halten! 

- Waffen, Gerate und Ausriistungsgegenstande werden nicht pfleglich be- 
handelt. 



599 



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3. Nachrichtengeriitelehre [711] 

3.1. Ziel der Ausbildung 

Jeder Soldat mufl die Nachrichtengerate in der richtigen Reihenfolge in 
Betrieb nehmen, zuverlassig bedienen, sicher ausnutzen und verantwortungs- 
voll warten konnen. 
Er muB die wichtigsten technischen Angaben auswendig hersagen konnen. 

3.2. Organisation der Ausbildung 

Als methodische Formen sind 

• die Demonstration, 

• das Oben und 

• die selbstandige Tatigkeit 
anzuwenden. 

Das Vortnachen als eine Form der Demonstration ist mit kurzen Erlaute- 
rungen der einzelnen Tatigkeiten zu verbinden. Exaktes, systematisches 
und richtiges Vormachen setzt jedoch voraus, daB sich der Ausbilder 
griindlich auf die Ausbildung vorbereitet. 

Meriie: 

Die Vorbereitung der Ausbildung ist am Ausbildungsort durchzufiihren. 
Die fiir die Ausbildung vorgesehenen Nachrichtengerate sind allseitig 
zu iiberpriifen. 

Die zu vermittelnden Tatigkeiten sind, wenn notwendig zu trainieren. 
Von der in den Dienstvorschriften bzw. Anleitungen vorgegebenen 
Reihenfolge darf nicht abgewichen werden. 

Nach dem Vormachen des Ausbilders iiben die Soldaten unter dessen Auf- 

sicht. Das Ziel des Obens besteht in der Herausbildung von Fertigkeiten 

und Gewohnheiten bei jedem einzelnen Soldaten. Deshalb ist fiir diesen 

Ausbildungsabschnitt die meiste Zeit zu verwenden. Der Ausbilder be- 

obachtet die Obenden und laBt keine Abweichungen von der vorgemachten 

Reihenfolge zu. 

Wahrend der Etappe des Obens sind die Regeln des Nachrichtenbetriebs- 

dienstes sinnvoll einzugliedem und zu trainieren. Bei den ersten Obungen 

sind vom Ausbilder noch keine Forderungen in Bezug auf Schnelligkeit zu 

stellen. 

Bemerkt der Ausbilder, dafl sich bei einzelnen Soldaten Fertigkeiten her- 

ausgebildet haben, dann sind die entsprechenden Einzelaufgaben abzuneh- 

men. 

Merke : 

Systematik und Qualitat gehen vor Schnelligkeit. Das Oben nach Zeit 
darf nicht zur Beschadigung bzw. Zerstorung der wertvollen Nachrichten- 
technik fuhren. 



MO 



Zur weiteren Festigung der erworbenen Kenntnisse ist die Ausbildung durch 
das selbstandige (Jben fortzusetzen. Dabei sind geeignete Themen des Ge- 
fechtsdienstes zu nutzen. Voraussetzung ftir das selbstandige tJben ist 
jedoch, daB der Soldat im Besitz der Betriebsberechtigung ist bzw. durch 
einen Soldaten des 2. bzw. 3. Diensthalbjahrs beaufsichtigt wird. 
Grundlage sind die im Normenkatalog enthaltenen Einzelaufgaben. 
Die Ausbildung im Ausbildungsfach Nachrichtengeratelehre ist in der Nach- 
richtenlehrzentrale an der Technik bzw. an Trainem und an der mobilen 
Nachrichtentechnik durchzufiihren. 

Die im Abschnitt 1. getroffenen Festlegungen fiir die Vorbereitung, Durch- 
fiihrung und Nachbereitung jeder Ausbildungsstunde sind konsequent 
etnzuhalten. 



3 J. Ablaaf der Ausbildung 

Die Ausbildung beginnt mit einer Einweisung, in der die Bestimmung, die 
taktisch-technischen Angaben, der allgemeine Aufbau sowie die Teile des 
Geratesatzes und deren Aufgaben erlautert werden. 
Jede weitere Ausbildungsstunde ist mit einer Wiederholung des vorangegan- 
genen Ausbildungsstoffes zu beginnen. 

Zum Erlernen der Bedienung untergliedert der Ausbilder den Gesamt- 
komplex der Bedienung in einzelhe Teilabschnitte. Das ist besonders bei 
solcher Technik notwendig, deren Bedienung umfangreich und kompli- 
ziert ist. 

Die zur Bedienung notwendigen Handgriffe, wie z. B. Vorbereiten der 
Stromversorgung, Abstimmen des Senders, Einregeln von Kanalen usw. 
werden vom Ausbilder vorgemacht, erlautert und anschlieCend durch die 
Soldaten geubt. Alle erforderlichen Handgriffe sind am Nachrichtengerat 
so zu demonstrieren, daB sie von jedem Soldaten verfolgt werden konnen. 
Nach zwei- bis dreimaliger Wiederholung durch den Ausbilder beginnen 
die Soldaten einzeln, nacheinander an den zur Verfugung stehenden Nach- 
richtengeraten zu iiben. 

Merke: 

Die einzelnen Handgriffe sind so vorzumachen, daB sie von jedem Sol- 
daten erkannt werden. 

Der Soldat hat beim Wiederholen am Nachrichtengerat gleichzeitig die 
einzelnen Handgriffe zu erlautern (d. h. der Soldat sagt, was er tut). 

Erst wenn der jeweilige Abschnitt von alien Soldaten beherrscht wird, de- 
monstriert der Ausbilder den nachsten. Dabei sind alle zuvor geubten Ab- 
schnitte immer wieder mit in den neuen Abschnitt einzubeziehen. Dasselbe 
ist auch von den Obenden zu verlangen. 

Somit nimmt der Gesamtumfang der Bedienung allmahlich, fur den Sol- 
daten aber kaum spiirbar, zu. 

■ Zum SchluB ist die Bedienung als Komplex zu uben und zwar solange, bis 
jeder Soldat das Nachrichtengerat sicher be4ienen kann. 

601 



Merke: 

Einen neuen Abschnitt in der Bedienung erst dann vormachen und uben 
lassen, wenn der vorhergehende Abschnitt beherrscht wird. 
Die Bedienung stets von Anfang an bis zu dem jeweils neu erlernten Ab- 
schnitt iiben lassen. 

Damit wird die erste Phase des t)bens abgeschlossen. Im weiteren Verlauf 

der Ausbildung sind die Arbeiten unter Schutzmaske und nach Zeit zu 

iiben. 

Bewertungskriterien sind die im Normenkatalog festgelegten Ein^elauf- 

gaben, die zur Einschatzung jedes einzelnen Soldaten dienen. 

Jede Ausbildung ist prinzipiell mit einer Auswertung, in der gute bzw. 

schlechte Leistungen mit Namen genannt werden sowie charakteristische 

Fehler und Mangel ausgewertet und zugleich Aufgaben fiir die nachste 

Ausbildung gestellt werden, abzuschlieBen. 



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602 



4. Regeta des Nachrlchtenbetriebsdienstes [712] 

4.1. Zid der AusbiMung 

Das Ergebnis der Ausbildung muB sein, daB der Nachrichtensoldat in der 
UgB ist, den Nachrichtenbetriebsdienst exakt durchzufuhren und die 
Regeta des Nachrlchtenbetriebsdienstes diszipliniert einzuhalten. Er muB 
erkannt haben, daB jeder VerstoB gegen die Regeln des Nachrichtenbetriebs- 
dicnstes die bestehende Nachrichtenverbindung gefahrdet und die Auf- 
klarung durch den Gegner erleichtert. 

Der Nachrichtensoldat mufl sich seiner Aufgabe im Nachnchtensystem 
voU bewuBt sein und im Ergebnis dieser Erkenntnis standig um die konkrete 
Einbahung der entsprechenden Festlegungen kampfen. 

4.2. Organisation der Ausbildung 

Im Verlauf der im Rahmenprogramm fur dieses Ausbildungsfach vorgege- 
benen Ausbildungsstunden sind die zu erlernenden Regeln ledighch kurz 
an der Tafel zu erlSutemund danach sofort von jedem Soldaten zwei- bis 

dreimal zu uben. , • u 

Die Hauptmethode zum Festigen der Regeln des Nachrlchtenbetriebs- 
dienstes ist das Oben. Dazu sind neben der Ausbildung im Nachrichten- 
betriebsdienst alle Ausbildungsfacher der Spezialausbildung zu nutzen. 
Die Regeta des Nachrichtenbetriebsdienstes sind mit und ohne Nachnchten- 
gerat zu uben und zu festigen. 

Zur unmittelbaren Unterrichtsvorbereitung hat sich der Ausbilder mit den 
Festlegungen der zutreffenden Dienstvorschrift vertraut zu machen. Er 
muB jede der durchzuarbeitenden Regeta sicher beherrschen. Danach smd 
Nachrichtenbeziehungen zwischen den Soldaten vorzubereiten und alle 
cri"orderiichen Betriebsunterlagen auszuarbeiten. Dabei miissen die fur die 
Ausbildung vorgesehenen Betriebsunteriagen in ihrer Form voUkommen 
denen entsprechen, die der' Nachrichtensoldat spater fur seine Arbeit auf 
Nachrichtenstellen erhalt. 

Durchzuarbeitende Beispiele sind vom Ausbilder wortlich auszuarbeiten 
und entsprechend grafisch zu gestalten. 

Zur Demonstration sind vorhandene Schemata, Dias und Tonbander zu 
verwenden bzw. vorzubereiten. 

43. Ablauf der Ausbildung 

Zu Beginn der Ausbildung ist der bereits bekannte Lehrstoff m Form von 
Kontrollfragen schwerpunktmaBig zu wiederholen. Der Ausbilder laflt 
dazu jeweils zwei bis drei Soldaten aufstehen, teilt jedem dieser Soldaten 
eta Rufzeichen bzw. emen Tarnnamen zu, und laBt die Regeta des Nach- 
richtenbetriebsdienstes wie m emer Nachrichtenbeziehung anwenden. Die 
neu zu eriemenden Regeln werden zuerst vom Ausbilder an der Tafel er- 

603 



lautert. Danach ubt er diese Regeln nacheinander mit einzelnen Soldaten. 
Stellt er fest, daB die neu zu erlernenden Regeln beherrscht werden, sind 
Nachrichtenbeziehungen nur zwischen Soldaten zu befehlen. In diesen 
Nachrichtenbeziehungen sind die neuen Regeln in Verbindung mit den 
bereits vorHer erlemten mehrmals zu uben. Die geforderten Betriebsunter- 
lagen sind dabei von den Soldaten zu fuhren. Der Ausbilder achtet auf die 
korrekte Einhaltung der Regeln. 

Nachrichteneinheiten, die uber Funkpulte FuPu 10 verfiigen, konnen diese 
Funkpulte in der Betriebsart »Sprechfunk« zum Oben im Betriebsdienst 
hutzen. Daruber hinaus sind vorhandene Tonbandgerate zur Demonstra- 
tion der richtigen Anwendung der Regeln, and bei der Nutzung der FuPu 10, 
zum Aufnehmen der Arbeit der Soldaten zu verwenden. 
Zur anschaulichen Gestaltung der Ausbildung sind Schemata und Dias zu 
nutzen. 



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604 



5. H6ren und Geben von Morsezeichen [713] 

5.1. Zlel der Ausbildung 

Im Ergebnis der Ausbildung mussen die Soldaten befahigt sein, Funknach- 
richten unter Storungen fehlerfrei und schnell aufzunehmen sowie ohne 
Eigenarten fehlerfrei und schnell zu senden. 

Die Soldaten miissen erkennen, daB von der Qualitat ihrer Arbeit unmittel- 
bar die Qualitat der iibermittelten Nachrichten abhangt. Sie mussen begrei- 
fen, daB sie durch ihre Arbeit ira Ather unmittelbaren EinfluB auf die geg- 
neriscfae Funkaufklarung haben, daB ihre Arbeit die gegnerische Funk- 
aufklaning erleichtem oder erschweren kann. 

5.2. Organisation der Ausbildung 

Die Ausbildung ist auf der Grundlage der »Anleitung zur Funkausbildung« 

zu organisieren und durchzufuhren. Die gesamte Funkausbildung ist als 

durchgangiger ProzeB zu betrachten. Das Ergebnis jeder Ausbildungsstunde 

ist abhangig von der vorangegangenen Ausbildung und hat unmittelbaren 

EinfluB auf die folgende Ausbildung. 

Grundlage fur eine zielgerichtete Hor- und Gebeausbildung ist die standige 

Anal>-se des Ausbildungsstandes jedes einzelnen Funkers. Eine wesentliche 

Rolle spielen dabei die Nachweisdokumente. 

Zur unmittelbaren Unterrichtsvorbereitung wahit der Ausbilder, dem Lei- 

stungssiand der Soldaten entsprechend, bestimmte Texte zum Durcharbei- 

ten aus. 

Fur Soldaten. die einzelne Zeichen noch nicht sicher beherrschen oder ein- 

zelne Zeichen verwechseln, sind Texte vorzubereiten, die vorwiegend solche 

Zeichen enthalten. Im Plankonspekt bzw. Handzettel sind die mit einzelnen 

Soldaten durchzufiihrenden MaBnahmen konkret zu planen. 

De vorgesehenen Ausbildungsgerate (Funkpult, Tasten, Kopfhorer) sind 

auf Funktionstuchtigkeit zu uberprufen, herzustellende Verbindungen 

bzw. Zusammenschaltungen sind, soweit dies moglich ist, vor Beginn der 

Ausbildung durchzufuhren. 

Die Hilfsausbilder mussen so eingewiesen werden, daB jeder Hilfsausbilder 

in der Lage ist. die Ausbildung selbst durchzufiihren. Besonderer Schwer- 

punkt muB die Unterstiitzung leistungsschwacher Soldaten sein. 

Im Plankonspekt sind auch konkret die zur Auflockerung der Hor- und 

Gebeausbildung mundlich durchzuarbeitenden und die wahrend der Hor- 

und Gebeausbildung zu ubenden Regein des Nachrichtenbetriebsdienstes 

aufzufuhren und zeitlich zu planen. 



S3. Ablauf der Ausbildung 

Die Ausbildung beginnt mit der Einweisung der Soldaten in das Ziel der 
jeweiligen Ausbildung. Danach sind die bisher gelernten Zeichen zu wieder- 

605 



holen und zu festigen, bevor mit dem Eriernen neuer Zeichen begoanen wird. 
Bei der Gebeausbildung hat jede Ausbildung grundsatzlich mit Obungen 
nach der Gnippenmethode zti beginnen. 

Neu zu erlernende Zeichen sind durch den Ausbilder zu demonstrieren ; 
danach sind die Buchstabiernamen in deutscher und russischer Sprache zu 
nennen und nach dem Klangbild von den Soldaten nachzusprechen. Erst 
wenn festgestellt wird, daB die Soldaten beim Ansagen keine Klangbilder 
mehr verwechseln, ist mit dem Durcharbeiten des (Jbungstextes ohne An- 
sagen zu beginnen. 

Um Ermudungserscheinungen bei den Soldaten vorzubeugen, ist die Hor- 
und Gebeausbildung jeweils nach etwa zehn Minuten kurzzeitig zu unter- 
brechen. Wahrend dieser Pausen sind Lockerungsiibungen zu machen, 
Regeln des Nachrichtenbetriebsdienstes zu festigen und allgemeine, die 
Nachrichtenausbildung betreffende Probleme zu behandeln. Wichtig ist, 
daB der Soldat wahrend dieser Unterbrechungen fur jeweils zwei bis drei 
Minuten gedanklich in eine andere Richtung gelenkt wird. 
Sobald geniigend Morsezeichen beherrscht werden, sind die Cbungstexte 
als Nachrichten, entsprechend der Funkvorschrift durchzuarbeiten, mit dem 
Ziel, die Regeln des Nachrichtenbetriebsdienstes regelmaBig zu uben und zfi 
festigen. 

Zum AbschluB jeder Horausbildung ist ein Priifungstext zu horen, der vom 
Ausbilder nach der Ausbildung auszuwerten und als Grundlage fur die 
Analyse des Ausbildungsstandes zu nutzen ist. 



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RedaktionsschluB : Juni 1971 

2. AuHaee • Deutscher Militarverlag • Berlin 1972 ■ Lizenz-Nr. 

Verantwortlicher Lektor: Oberleutnant Ing. Dieter Richter 

Einband: Wolfgang Ritter 

Illustrationen : Herbert Bohnke • Zeichnungen ; Helga Keil 

Typografie: Dieter Lebek , 

Korrektor : Gertraut Purfiirst 

Gesamtherstellung: UUmann KG Zwickau 



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