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Full text of "Das Wunder der festen Preise"

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Deutsche Informationsstelle 

DIE WIRTSCHAFTSKRAFT DES REICHES 

Nr. 10 



HANSGEORG KAYSER 

DAS WUNDER DER 
FESTEN PREISE 

Deutsche Verlags-Anstalt - Stuttgart - Berlin 

INHALT 

Das Wunder der festen Preise 

Die Bedeutung des Preises 

Die liberale Preis- und Wirtschaftspolitik 

Die deutsche Preis- und Wirtschaftspolitik 

Die Erhaltung der Preisstabilität auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft 

Die Preisbildung innerhalb der gewerblichen Wirtschaft. 

Die Preisgestaltung während des Krieges 

DAS WUNDER DER FESTEN PREISE. 

Seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den Westmächten und Großdeutschland ist das Preisproblem mehr denn je in 
den Vordergrund des Interesses gerückt. Deutschland ausgenommen sind nicht nur bei den kriegführenden Mächten 
England und Frankreich, sondern vielfach auch in neutralen Staaten die Preise erheblich gestiegen. In vielen Ländern 
wurden Preiskontrollbehörden eingerichtet, die jede weitere Erhöhung des Preisniveaus verhindern sollen. Denn man hat 
überall erkannt, daß Preissteigerungen außerordentliche Gefahren in sich tragen. Sie lösen in allen Schichten der 
arbeitenden Bevölkerung bekanntlich die Forderung nach Lohn- und Gehaltserhöhungen aus, um so dem einzelnen den 
Erwerb von Waren und Gütern im bisherigen Umfange weiter zu ermöglichen. Diese Lohn- und Preiserhöhungen 
bringen aber dann den ausgeglichenen Stand einer Volkswirtschaft ins Wanken und bergen die Gefahr einer Inflation, d. 
h. eines ungeregelten Preisanstieges und einer Geldentwertung in sich. 

Ein kurzer Überblick über die Entwicklung der Großhandelspreise, d. h. der Preise, die bei den wichtigsten Waren im 
Großhandel erzielt werden, und der Lebenshaltungskosten, d. h. der Beträge, die man zur Bestreitung der Ausgaben für 
die Lebenshaltung aufzuwenden hat, in Deutschland und England von August 1939 bis Mai 1940 zeigt uns in treffender 
Weise, wie schnell eine völlige Veränderung des Preisbildes eintreten kann. 

In England stiegen: 





die Großhandelspreise 


die Lei 


nenshaf 


tungskosten 




1913 = 


100 


1914 = 


: 100 




August 1939 


125,7 




155 






September 1939 


132,5 




165 






Januar 1940 


150,1 




177 






Februar 1940 


153,6 




179 






März 1940 


154,6 




178 









1913= 100 


August 1939 


107,1 


September 1939 


106,9 


Januar 1940 


108,2 


Februar 1940 


108,4 


März 1940 


109,4 


April 1940 


109,6 


Mai 1940 


109,9 



April 1940 158,6 180 

Mai 1940 - 181 

Demgegenüber wiesen die Preise in Deutschland während des gleichen Zeitraunis folgendes Bild auf: 

1913/14= 100 

127,3 
125,7 
127,0 
127,2 
128,6 
129,4 
130,4*) 

*) Die Erhöhung der Lebenshaltungskosten ist vor allern auf die weiter unten erwähnte Butterpreiserhöhung 
zurückzuführen. 

Diese den Veröffentlichungen des Board of Trade bzw. des Statistischen Reichsamts entnommenen Zahlen zeigen mit 
eindeutiger Klarheit, daß in den bisherigen Kriegsmonaten die Preise in Deutschland im wesentlichen fest geblieben, 
während sie im reichen England im ständigen raschen Steigen begriffen sind. 

Für Frankreich läßt sich eine entsprechende Übersieht nicht geben, weil dieses Land seit Kriegsausbruch Indexziffern 
nicht mehr veröffentlicht hat. Der Grund hierfür ist leicht ersichtlich: Frankreich wollte das Steigen seiner Preise der 
Welt nicht zur Schau stellen. Daß die Preise aber in Frankreich erheblich gestiegen sind, haben uns zahlreiche 
Pressestimmen bewiesen, vor allem aber auch die Tatsache, daß Frankreich eine scharfe Preisüberwachung mit 
drakonischen Strafandrohungen einführen mußte. 



Die Bedeutung des Preises 

Worauf ist nun der Preisanstieg zurückzuführen? Warum konnte Deutschland sein Preisniveau auf einem festen Stande 
halten, während die andern Länder dies nicht fertigbringen konnten? Die Beantwortung dieser Frage ist angesichts der 
ausschlaggebenden Bedeutung stabiler Preise für einen geordneten Ablauf der Volkswirtschaft und ihrer 
Widerstandsfähigkeit gerade im Kriege von außerordentlicher Bedeutung. 

Hierzu muß man sich zunächst kurz den Einfluß des Preises auf eine Volkswirtschaft klar machen. 

In jeder Volkswirtschaft sind zwei Dinge erforderlich: Menschen, die Arbeiten leisten, und Güter, die verarbeitet 
werden. In primitiven Volkswirtschaften werden die erzeugten Güter gegeneinander ausgetauscht. In den entwickelten 
Volkswirtschaften tritt dagegen das Geld als Tauschmittel auf. Mit Geld wird sowohl die geleistete Arbeit in Form des 
Lohnes gewertet als auch das Produkt der Arbeit, die Ware, bezahlt. Dabei ist für das Wohlergehen eines Volkes 
entscheidend, daß zwischen Lohn und Preis, d. h. dem Gelde, das zur Beschaffung der erforderlichen Güter aufgewendet 
werden muß, ein ausgeglichenes Verhältnis besteht. Es muß also sowohl der Erzeuger von Waren "auf seine Kosten 
kommen" als auch der Verbraucher seinen Bedarf an Waren zu angemessenen Preisen decken können. Das Verhältnis 
zwischen Lohn und Preis ist dabei je nach dem Kulturstande und der Wirtschaftsentfaltung des einzelnen Volkes 
verschieden. In allen Volkswirtschaften kommt es aber letztlich immer entscheidend darauf an, daß sich die schaffende 
Bevölkerung von ihrem Lohn zu angemessenen Preisen beköstigen, kleiden und auch sonst unterhalten kann. 

Der Preis selbst, der für eine Ware gezahlt werden muß, ist von vielen Faktoren abhängig. In der Regel soll er in der 
freien Wirtschaft durch Angebot und Nachfrage gebildet werden. Dabei sind die Kosten, die für die Herstellung einer 
Ware aufgewendet werden müssen, von ebenso großer Bedeutung wie der Umfang und die Größe der Nachfrage. 



Die liberale Preis- und Wirtschaftspolitik 

In der liberalen und plutokratischen Wirtschaft sucht der einzelne bei diesem Spiel von Angebot und Nachfrage 
wenigstens grundsätzlich für sich die höchstmöglichen Vorteile herauszuholen. Jeder verkauft seine Waren und 
Leistungen möglichst teuer. Die schaffende Bevölkerung ist dabei innerhalb der heutigen Wirtschaft vielfach im 
Nachteil und kann auf Grund ihrer Lohnverhältnisse die Preise für die wichtigsten Bedarfsgüter oft nicht bezahlen. Die 
Folge sind Lohnkämpfe, Streiks und Aussperrungen. 



Alle diese Erscheinungen kennt das heutige Deutschland nicht mehr. Dagegen kann man täglich hören, daß irgendwo im 
großen englischen Reich oder in den reichen Vereinigten Staaten oder sonstigen demokratisch regierten Ländern 
derartige innere Machtkämpfe ausbrechen und einen geordneten Wirtschaftsablauf hemmen. Ihren Grund haben sie 
regelmäßig in dem liberalen Wirtschaftssystem, das die Freiheit des einzelnen höher stellt als das Wohl der 
Volksgemeinschaft. Diese Freiheit ist aber nur eine scheinbare. In Wirklichkeit sind die schaffenden Menschen 
abhängig von den plutokratischen Machthabern. Sie propagieren in geschickter Weise die Lehre von der 
Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft, womit sie zum Ausdruck bringen wollen, daß sich der Staat jeden Eingriffs in die 
Wirtschaft zu enthalten habe. Die Geschicklichkeit des einzelnen ermöglicht nach ihrer Ansicht erst das Wirtschaften. 
Eingriffe des Staates führen dagegen zur Erstarrung und damit zum Erliegen der Wirtschaft. 

Wie unrichtig diese Gedanken sind, wissen wir aus den zahllosen Wirtschaftskrisen, die die demokratischen Länder 
durchgemacht haben. Trotzdem geben die liberalen Theoretiker die Lehre von der Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft 
nicht auf, sondern betrachten weiterhin eine freie Preisbildung als wünschenswert. Dabei sind längst die Grundlagen 
einer wirklich freien Wirtschaft, die ungestört das freie Spiel der Kräfte zur Auswirkungkommen läßt, aufgegeben. 
Längst sind die plutokratischen Unternehmen zu Verbänden, Trusts und Konzernen zusammengeschlossen und 
beherrschen den Markt mit den von ihnen festgesetzten Preisen. Diese Organisationen kaufen Waren auf und halten sie 
zurück, wenn es ihrem Gewinnstreben dient; sie werfen sie andererseits wiederum zu Schleuderpreisen auf den Markt, 
wenn es gilt, unerwünschte Konkurrenz auszuschalten. Alle diese Machenschaften wirken sich im Preise aus. Das 
Preisbild schwankt ständig. Verteuerungen werden auf den ohnehin schlechter gestellten Abnehmer abgewälzt, der die 
so dringend benötigte Ware zu den willkürlich festgesetzten Preisen kaufen muß. 

Deutschland hat dies alles zur Genüge in der Zeit nach dem Weltkrieg kennengelernt. Man braucht nur an die Inflation, 
später an die Zeit der Scheinblüte durch hineingepumptes ausländisches Gold und den wirtschaftlichen Zusammenbruch 
infolge des Abzugs dieses Goldes und der Abschnürung vom Weltmarkt zu denken. Bevor der Führer die Macht 
übernahm, versuchten die verantwortlichen Regierungen vergebens durch Notverordnungen dieser Erscheinungen Herr 
zu werden. Sie konnten es nicht, weil sie selbst in liberalen Gedankengängen verstrickt waren und kein einiges und 
geschlossenes Volk hinter sich hatten. 



Die deutsche Preis- und Wirtschaftspolitik 

Erst mit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus war es möglich, durch den Einsatz staatlicher Machtmittel 
eine gesunde Preispolitik zu treiben und damit die verderblichen Erscheinungen der liberalistischen Wirtschaft zu 
überwinden. Die Verwirklichung der als richtig erkannten Grundsätze einer gerechten Preisbildung erklärt uns zugleich 
das Wunder der festen Preise. 

Die deutsche Preispolitik geht von der sozialen Bedeutung der Preise aus. Die Preispolitik muß jedem Volksgenossen 
eine gerechte Beteiligung am Wirtschaftsergebnis sichern. Der einzelne soll die Güter, an deren Schaff ung er 
mitgewirkt hat, auch zu volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preisen erhalten. Was im einzelnen der volkswirtschaftlich 
gerechtfertigte Preis ist, läßt sich dabei nur von Fall zu Fall entscheiden. Immer steht aber im Vordergrund der 
deutschen Preispolitik, daß die Preise auf einer Höhe gehalten werden, die mit den gegebenen Lohnverhältnissen und 
dem Warenumlauf in Einklang stehen. Der deutsche schaffende Mensch muß wissen und weiß es auch, daß er für seinen 
Lohn die Güter bekommt, die er zur Erhaltung seiner körperlichen und geistigen Arbeitskraft benötigt. Damit verliert 
das "Gesetz" von Angebot und Nachfrage viel von seiner Bedeutung. Es wird nicht der Preis hingenommen, wie er sich 
im freien Konkurrenzkampf ergeben würde, sondern durchweg sind Angebot und Nachfrage mit Hilfe staatlich 
überwachter Preise in Einklang gebracht worden. Die deutsche Preispolitik greift damit gestaltend in das organische 
Werden wirtschaftlicher Vorgänge ein. 

Daß dies möglich und von Erfolg begleitet ist, hat seinen Grund in der völligen Abkehr von der liberalen 
Wirtschaftsauffassung. Während die liberale Wirtschaft die Freiheit der Wirtschaft vom Staate fordert und sich auf den 
Primat der Wirtschaft gegenüber dem Staate beruft, beansprucht der nationalsozialistische Staat für sich die Lenkung 
der Wirtschaft. Es ist völlig unvorstellbar, daß in Deutschland die Wirtschaft etwas unternehmen könnte, was den 
politischen Belangen des Staates zuwiderläuft. Staatlich gelenkte Wirtschaft bedeutet aber nun nicht, daß der Staat einen 
Regiebetrieb neben den anderen setzt. Die freie Unternehmerinitiative bleibt vielmehr erhalten und auch der gesunde 
Wettbewerb. Der Staat lenkt diese Initiative aber in Bahnen, die seiner politischen Zielsetzung entsprechen. Damit aber 
ordnet er die Wirtschaft seiner letzten Zielsetzung unter und zwingt sie, dem Wohl des ganzen Volkes zu dienen. Der 
Staat allein hat den zentralen überblick. Er weiß, wie er die wirtschaftlichen Kräfte zweckentsprechend anzusetzen hat. 
Er verhindert durch seine Einflußnahme die Zersplitterung dieser Kräfte und damit die Vernichtung wertvollen 
Volksvermögens. 

In der Wirtschaftslenkung teilen sich in sinnvollem Zusammenspiel Staatsstellen und Selbstverwaltungskörper der 
Wirtschaft die anfallende Arbeit. In diese Arbeit greift organisch gestaltend die Tätigkeit des Reichskommissars für die 
Preisbildung überall dort ein, wo die Wirtschaftsvorgänge sich irgendwie im Preise auswirken können. Es gilt ein 



Preisbild zu schaffen, das einerseits den begründeten Wünschen der Wirtschaft gerecht wird, andererseits aber dem 
gesamten Volk, auch in seinen schwächsten Schichten, eine ausreichende Lebenshaltung ermöglicht. 

Wie war es nun im einzelnen möglich, dieses Ziel zu erreichen? Wir haben gesehen, daß der nationalsozialistische Staat 
mit dem Grundgesetz von der Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft gebrochen und die Wirtschaft dem gemeinen Wohle 
von Volk und Staat dienstbar gemacht hat. Hierzu war u. a. die Schaffung einer übersichtlichen Organisation der 
Wirtschaft erforderlich, die vor allem der Tatsache Rechnung tragen mußte, daß Deutschland kein reiner Industriestaat 
ist, sondern über eine leistungsfähige Landwirtschaft verfügt, die es bei planmäßiger Lenkung der Erzeugung und des 
Verbrauchs sowie bei gesunder Preisbildung ermöglicht, die Ernährung des deutschen Volkes aus der eigenen Scholle 
im wesentlichen sicher zu stellen. 



Die Erhaltung der Preisstabilität auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft 

Mit der Erkenntnis von der Bedeutung der Landwirtschaft für die Sicherstellung der Ernährung des deutschen 
Volkes,war die erste grundsätzliche Aufgabe für die deutsche Preispolitik gestellt. Es galt unter völliger Abkehr 
individualistischer Preisgestaltung die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse dem freien Spiel der Kräfte zu 
entziehen und sie so festzusetzen, daß die Erhaltung eines gesunden und leistungsfähigen Bauerntums ebenso 
gewährleistet ist, wie die ausreichende Versorgung des deutschen Volkes mit den wichtigsten Nahrungsmitteln. 

Dieses Ziel wurde auf folgende Weise erreicht: 

Durch das Reichsnährstands gesetz vom 15. 9. 1933 wurde zunächst für die Landwirtschaft eine straffe Organisation 
geschaffen, die alle auf dem Ernährungssektor tätigen Menschen und Unternehmen erfaßt. Zur Regelung der Erzeugung 
und des Absatzes in den wichtigsten Wirtschaftszweigen, z. B. in der Getreide-, Kartoffel-, Viehwirtschaft usw. wurden 
Hauptvereinigungen eingerichtet. Diese Hauptvereinigungen sind in bezirkliche Wirtschafts- und Marktverbände 
untergegliedert. 

Für die einzelnen landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden - in der Regel für die Dauer eines Wirtschaftsjahres - vom 
Reichskommissar für die Preisbildung oder mit seiner Zustimmung, teils von den Hauptvereinigungen, teils von den 
noch zu erwähnenden Reichsstellen, Preise festgesetzt, die je nach Bedarf Höchst- oder Mindest-, Fest- oder Richtpreise 
sind. Das Ziel war, im gesamten Ernährungssektor keine unkontrollierte Preisbildung zuzulassen. Die Preisfestsetzung 
selbst erfolgt unter Berücksichtigung der Belange des Erzeugers und des Verbrauchers. Muß z. B. aus zwingenden 
Gründen ein Preis im Interesse des Verbrauchers niedrig gehalten werden, so werden die höheren Erzeugerkosten 
anderweitig gedeckt. Auf jeden Fall gewährleistet die zentrale Preisbildung, daß einerseits dem Erzeuger ein 
ausreichendes Einkommen zum Bezug der wichtigsten Betriebsmittel gesichert wird, und daß andererseits der 
Verbraucher die Gewähr hat, die erforderlichen Nahrungsmittel zu einem gerechtfertigten Preis kaufen zu können, der 
mit seinen Einkorrunensverhältnissen in Einklang steht. 

Um die Landwirtschaft von den Schwankungen des Weltmarkts unabhängig zu machen, sind weiter eine Anzahl von 
Reichsstellen errichtet worden, z. B. die Reichsstellen für Eier, Öle und Fette, Milcherzeugnisse usw. Ihre Aufgabe 
besteht darin, überschüssige Angebote zu bevorraten und den Import preis- und mengenmäßig zu lenken. 

Wir haben uns mit der landwirtschaftlichen Marktordnung absichtlich etwas genauer befaßt, um zu zeigen, wie auf dem 
wichtigen Ernährungssehtor ein Rad ins andere greift. Das Ergebnis dieser Marktordnung besteht darin, daß eine 
leistungsfähige Landwirtschaft wieder den lebenswichtigen Bedarf des deutschen Volkes zu angemessenen Preisen 
decken kann. Die nachfolgende übersieht über die Entwicklung des Lebenshaltungskostenindex für Ernährung in den 
Jahren 1933 bis 1940 erbringt den Beweis für die erfolgreiche Preispolitik im Ernährungssektor: 

Index für Ernährung 1913/14 = 100 

Januar/Dezember 1933 1 1 1,3/1 17,8 

Januar/Dezember 1934 117,6/119,1 

Januar/Dezember 1935 1 19,4 /120,9 

Januar/Dezember 1936 122,3/121,0 

Januar/Dezember 1937 121,4/121,3 

Januar/Dezember 1938 121,2/121,2 

September 1939 121,7 

Oktober 1939 121,7 

November 1939 122,2 

Dezember 1939 122,8 

Januar 1940 123,5 

Februar 1940 123,7 



An der Preisstabilität im Ernährungssektor hat sich während des Krieges trotz aller Blockademaßnahmen nichts 
geändert. Einmal war jede wilde Preiserhöhung in Anbetracht der preisbildenden und preisüberwachenden Tätigkeit des 
Reichskommissars für die Preisbildung überhaupt nicht möglich. Wo im Interesse der Erzeugungssteigerung 
Preiserhöhungen erforderlich waren, wie z. B. bei der Milchpreiserhöhung vom Februar dieses Jahres zum Zwecke der 
Erweiterung unserer Fettversorgung, werden diese Preiserhöhungen organisch in den Gesamtablauf eingepaßt, so daß sie 
sich insgesamt gesehen, sehr gering auswirken. Zum anderen aber ist sofort mit Kriegsausbruch ein umfassendes 
Rationierungssystem für alle lebenswichtigen Güter eingeführt worden. Mit Hilfe der Lebensmittelkarten wurde eine 
gerechte Verteilung der vorhandenen Lebensmittel erreicht. Selbst im strengen Winter 1939/40 sind nirgends in 
Deutschland irgendwelche Schwierigkeiten in der Versorgung der Bevölkerung eingetreten, es sei denn, daß infolge 
Vereisung der Schienenwege und der Binnenwasserstraßen Lebensmittel hier und da nur mit Verzögerung 
herangeschafft werden konnten. 

Auch bei längerer Dauer des Krieges wird sich hieran nichts ändern. Das Reich verfügt über erhebliche Vorräte, die eine 
ausreichende und gerechte Verteilung ermöglichen, selbst wenn einmal die Kriegsernten nicht so gut ausfallen sollten. 
Darüber hinaus aber besteht die Möglichkeit, die wichtigsten Lebensmittel wie Getreide und die für die 
Veredelungswirtschaft erforderlichen Futtermittel aus den Nachbarländern, vor allem aus dem Südosten, ohne jede 
Störung durch England einzuführen. Wir leben - um einen Begriff aus der Strategie zu gebrauchen - in der 
Ernährungswirtschaft auf der inneren Linie, so daß wir jederzeit schnell und in ausreichendem Maße den erforderlichen 
Bedarf decken können. 

Während in Deutschland die Lebensmittelpreise fest geblieben sind, sind sie bei den Gegnern des Reiches, wie wir 
schon eingangs betonten, erheblich gestiegen. In Frankreich hat die Preissteigerung der Lebensmittel zur Einführung 
von Höchstpreisen geführt. Der Erfolg war aber nicht eine Stabilisierung der Preise. Vielmehr verschwanden die Waren 
vom Markt und wurden dem Schleichhandel zugeführt. In Großbritannien ist die Entwicklung der Lebensmittelpreise 
noch viel unerfreulicher. England ist zu 75 % von der Einfuhr von Lebensmitteln abhängig. Fahrten in ein Kriegsgebiet 
sind aber unbeliebt und teuer. Allein die Steigerung der Frachtraten und der Versicherungsprämien seit Kriegsausbruch 
bedeutet für England eine erhebliche Verteuerung, die es unter keinen Umständen vermeiden kann. Nach einer 
Mitteilung im Unterhaus wendet die Regierung seit langem bereits wöchentlich den Betrag von 1 Mill. £ auf, um die 
Preissteigerungen der Lebensmittel aufzufangen und somit den Wettlauf zwischen Löhnen und Preisen zu verhindern. 
Die Schwierigkeiten aber haben sich außerordentlich erhöht, seitdem die skandinavischen Länder und die Niederlande 
als Lieferanten des Inselreiches ausgefallen sind. Allein Dänemark deckte ja etwa 25 % des englischen Butterund etwa 
54 % des englischen Baconbedarfs. England muß sich nunmehr hierfür Ersatz in Übersee verschaffen, was wiederum mit 
erheblichen Preissteigerungen verbunden ist, die sich auf die Dauer durch Subventionen nicht aufhalten lassen werden. 

Deutschland dagegen kann auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft von der Preis- und Versorgungsseite her ruhig 
und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Im Vorteil der im wesentlichen eigenen Ernährungsgrundlage liegt auch 
zugleich die Garantie für die Stabilität der Preise. 



Die Preisbildung innerhalb der gewerblichen Wirtschaft. 

Im Gegensatz zur Landwirtschaft mit ihren verhältnismäßig einfachen Produktionsverhältnissen ist die Erhaltung der 
Preisstabilität auf dem Gebiete der gewerblichen Wirtschaft infolge der Vielfalt der Erzeugung und der Fülle 
verschiedenartiger Einflüsse ungleich schwieriger. Trotzdem ist es auch hier gelungen, die Preisbildung dem freien Spiel 
der Kräfte zu entziehen und damit die Preise aller wichtigen Waren auf einem festen Stande zu halten. Ein überblick 
über die Entwicklung in den letzten Jahren wird am besten zeigen, auf welchem Weg dies erreicht wurde. 

Nach der Machtübernahme setzte mit der Durchführung des ersten Vierjahresplans, der unter der Losung stand, allen 
Volksgenossen wieder Arbeit und Brot zu geben, ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung ein. Die Gefahr bestand, 
daß bei einer solchen Entwicklung der vermehrte Güterumlauf leicht Preissteigerungen hervorrief. Und es bestand 
weiter die Gefahr, daß einzelne mächtige Wirtschafts gruppen die Konjunktur zu ungerechtfertigten Preissteigerungen 
ausnutzen würden. Denn die Verwirklichung einer nationalsozialistischen Wirtschaftsauffassung, die den Gemeinnutz 
vor den Eigennutz stellt, kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Die für die deutsche Wirtschaftspolitik 
verantwortlichen Männer erkannten dies und trafen von vornherein Vorsorge. So wurden zunächst einmal die sogen, 
gebundenen Preise für lebenswichtige Güter und Leistungen unter staatliche Kontrolle gestellt. Unter den gebundenen 
Preisen sind einmal solche zu verstehen, die Kartelle oder ähnliche wirtschaftliche Verbände für ihre Mitglieder 
verbindlich festsetzen, zum andern solche Preise, die ein einzelner Hersteller durch vertragliche Verpflichtung für seine 
Erzeugnisse dem Kleinhändler vorschreibt. Durch die Verordnung gegen Preissteigerungen vom 16. Mai 1934 wurde 
verboten, gebundene Preise ohne besondere Einwilligung zum Nachteil der Abnehmer zu verändern, zugleich wurde 
bestimmt, daß neue Preisbindungen nur mit einer besonderen Einwilligung eingegangen werden durften. Die Einhaltung 
dieser Bestimmungen wurde durch die Preisüberwachun.-sstellen, die in ganz Deutschland eingerichtet wurden, 
überwacht. Hierdurch wurde von vornherein jede Steigerung der Preise für eine große Zahl lebenswichtiger Güter 



verhindert. Bereits im August 1934 wurde die Kontrolle auf alle Güter und Leistungen ausgedehnt. Daneben wurden auf 
zahlreichen Gebieten besondere Vorschriften erlassen, die die Preisbildung der betreffenden Erzeugnisse regelten, so 
daß das freie Spiel der Kräfte immer weiter ausgeschaltet wurde. Wir erwähnen hier z. B. nur die Preisbildung bei den 
unedlen Nichteisenmetallen. Für sie wurden durch die Metallpreisverordnung vom 31.7. 1934 die Preise festgelegt. 
Eine besondere überwachun.-sstelle für unedle Metalle wurde eingerichtet und ihr das Recht eingeräumt, Richtpreise für 
den Verkauf dieser Metalle im Inland festzusetzen. Auf dem Gebiete der Spinnstoffe wiederum wurde durch das 
Spinnstoffgesetz vom 6. 12. 1935 angeordnet, daß im inländischen Geschäftsverkehr keine höheren Preise gefordert 
werden durften als im März des Jahres 1934 bei nach Art, Güte und Menge vergleichbaren Verkäufen erzielt wurden. 
Zugleich wurden umfassende Kalkulationsrichtlinien gegeben, so daß hierdurch die Einhaltung der Vergleichspreise 
möglich war. Diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Überall nahm der Staat durch zahlreiche Einzelmaßnahmen 
Einfluß auf die Preisbildung und verhinderte damit jede ungerechtfertigte Steigerung der Preise. 

Von besonderer Wichtigkeit war es schließlich, daß auch die Importpreise unter staatliche Aufsicht gestellt wurden. Nur 
so war es bei der großen Einfuhr ausländischer Rohstoffe und Halbwaren möglich, das deutsche Preisniveau vor allzu 
starken Störungen von Seiten des Weltmarktes zu bewahren. Das geschah im Rahmen der Neuordnung des deutschen 
Außenhandels durch den "Neuen Plan" des Jahres 1934. Auf allen wichtigen Export- und Importgebieten wurden 
Überwachungsstellen - sie heißen heute Reichsstellen - gegründet, ohne deren Genehmigung ein Importeur keine 
Devisenbescheinigung für den beabsichtigten Import erlangen kann. Hierdurch war die Beaufsichtigung der 
Importpreise zunächst im ausreichenden Maße gewährleistet. 

Bei all diesen Einzelmaßnahmen blieb man jedoch nicht stehen. Immer stärker ergab sich die Notwendigkeit, die 
gesamte Preisbildung in einer Hand zusammenzufassen. Vor allem wurde das in dem Augenblick erforderlich, als nach 
der Durchführung des ersten Vierjahresplanes der Führer dem gesamten deutschen Volke die Aufgabe stellte, mit allen 
Mitteln und mit aller Energie die wirtschaftliche Freiheit zu erringen und damit seine politische Freiheit und seine 
völkische Ehre zu sichern und zu erhalten. Dieser Aufgabe dient der 2. Vierjahresplan, der im Oktober 1936 verkündet 
wurde und der eine völlige Umwandlung auf allen Gebieten brachte. Stärker noch als bisher wurde es jetzt das Ziel, die 
eigenen Hilfskräfte zu mobilisieren, um damit von äußeren Einflüssen so weit als nur irgend möglich frei zu werden. 
Noch mehr mußte jeder Deutsche seine persönlichen Ansprüche hinter das gemeine Wohl von Volk und Staat 
zurückstellen. Der Staat aber übernahm jetzt noch mehr die Gewähr, daß die Preise stabil blieben. Der schaffende 
Mensch muß von seinem Einkommen seinen Bedarf decken können. 

Das war die erste Voraussetzung, die erfüllt werden mußte. Am 22.10.1936 wurde zur Durchführung dieser 
wirtschaftlich wie politisch gleich wichtigen Aufgabe ein Reichskommissar für die Preisbildung eingesetzt. Er hat die 
umfassende Aufgabe, alle zur Sicherung volkswirtschaftlich gerechtfertigter Preise und Entgelte erforderlichen 
Maßnahmen zu treffen. Seine Zuständigkeit erstreckt sich auf den gesamten inländischen und ausländischen 
Warenverkehr und auf alle Güter und Leistungen. Er hat bei allen Maßnahmen mitzuwirken, die irgendwie die 
Preisbildung beeinflussen. 

Bereits vorher war schon einmal ein Reichskommissar für Preisüberwachung im Amte gewesen. Seine Aufgabe hatte 
sich aber lediglich darauf beschränkt, ein ungeregeltes Steigen der Preise zu verhindern. Preis bildende Aufgaben waren 
ihm nicht übertragen worden. Sie wurden erst erforderlich, als mit dem zweiten Vierjahresplan die gewaltige 
Mobilisierung der deutschen Wirtschaftskräfte eingeleitet wurde. 

Der Reichskommissar für die Preisbildung veranlaßte als erste Maßnahme durch die Verordnung über das Verbot von 
Preiserhöhungen vom 26.11.1936 einen allgemeinen Preisstop. Preiserhöhungen aller Art wurden damit auf allen 
Gebieten der Volkswirtschaft grundsätzlich verboten. Ausnahmen können in den Fällen zugelassen werden, in denen 
dies aus volkswirtschaftlichen Gründen oder zur Vermeidung von Härten dringend erforderlich erscheint. Mit dieser 
Verordnung war ein fester Ausgangspunkt für alle weiteren preisbildenden Maßnahmen des Reichskommissars 
geschaffen worden. Preissteigerungen ohne staatliche Kontrolle waren jetzt nicht mehr möglich. Die wichtigste 
Voraussetzung für die Stabilerhaltung des Verhältnisses zwischen Löhnen und Preisen bei geregeltem Güterumlauf war 
geschaffen. Der Reichskommissar konnte nun an seine weitere Aufgabe gehen, überall klare und volkswirtschaftlich 
gerechtfertigte Preisverhältnisse zu schaffen. Die Maßnahmen, die im einzelnen dazu getroffen wurden, sind zahlreich. 
Einige besonders wichtige Beispiele seien im folgenden genannt. 

Wie bisher werden die gebundenen Preise, mit denen wir uns schon oben befaßt haben, durch die Preisbindungs-VO. 
einer ständigen Kontrolle unterzogen. Jede Preisveränderung zum Nachteil der Abnehmer ist jetzt 
einwilligungspflichtig. Das gleiche gilt für alle neuen Preisbindungen. In sie wird nur eingewilligt, wenn die zu 
bindenden Preise volkswirtschaftlich gerechtfertigt sind. Um feststellen zu können, ob dies der Fall ist, werden im 
einzelnen von Amts wegen oft umfangreiche betriebswirtschaftliche Untersuchungen vorgenommen, die sich mit den 
Produktions- und Absatzverhältnissen des betreffenden Gewerbezweiges befassen. Das Ergebnis solcher 
Untersuchungen wird dann in umfassenden Preisregelungen niedergelegt. Diese regeln vielfach den Weg der Ware vom 
Erzeuger bis zum letzten Verbraucher. Der verteuernde Kettenhandel wird dabei durch Ausmerzung überflüssiger 
Handelsstufen ausgeschaltet. 



Sind einmal aus zwingenden Gründen Preiserhöhungen erforderlich, so wird jeder Weg versucht, diese Preiserhöhungen 
vom letzten Verbraucher, den zu schützen vornehmste Aufgabe der deutschen Preisbildung ist, soweit als möglich 
fernzuhalten. Oft müssen sich Erzeuger und Handel die Aufgabe teilen, die notwendig gewordenen Preiserhöhungen 
aufzufangen. Oder es wird angeordnet, durch Rationalisierungsmaßnahmen auf anderen Gebieten Preissenkungen 
vorzunehmen, so daß das Preisniveau als Ganzes ausgeglichen bleibt. Auch Gemeinschaftshilfen aus Ausgleichskassen 
sind eingeführt und sind ein bewährtes Mittel geworden, um notwendige Preiserhöhungen vom letzten Verbraucher 
fernzuhalten 

In anderen Fällen wiederum ergeben Betriebsuntersuchungen die Möglichkeit, für einen Gewerbezweig einheitliche 
Kalkulationsrichtlinien aufzustellen, so daß sich ein leicht übersichtliches und klares Preisbild ergibt. 

Für das wichtige Gebiet der öffentlichenAufträge, für die es vielfach einen festen Marktpreis nicht gibt, sind 
wohldurchdachte Leitsätze für die Kostenberechnung aufgestellt worden, um so einen Ersatz zu schaffen für die 
Preisbeeinflussung durch gesunde Konkurrenz. Die Anwendung dieser Leitsätze gewährleistet einerseits dem 
Unternehmer einen ausreichenden Gewinn, während andererseits der öffentliche Auftraggeber vor volkswirtschaftlich 
nicht gerechtfertigten Preisforderungen geschützt wird. 

Schließlich ist durch eine Auslandswarenpreisverordnung sichergestellt, daß für ausländische Waren und Güter im 
inländischen Geschäftsverkehr höchstens der Preis gefordert werden darf, der dem tatsächlichen Einkaufspreis zuzüglich 
der volkswirtschaftlich gerechtfertigten Kosten- und Gewinnaufschläge entspricht. Durch diese Verordnung ist 
sichergestellt, daß der Inlandsmarkt von den spekulativen Schwankungen des Auslandsmarktes nahezu unberührt bleibt. 

Dieser kurze überblick, der die Mittel zur Bildung des volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preises noch lange nicht 
erschöpft, zeigt uns, wie die deutsche Preisbildung jederzeit gestaltend und vielseitig in die deutsche Wirtschaft 
eingegriffen hat und eingreift. Diese deutsche Preispolitik wirkt nicht wie die liberalen Kritiker behauptet haben, auf die 
Wirtschaftsentfaltung irgendwie störend ein, sondern hat überhaupt erst diesen Aufschwung möglich gemacht. Der 
wirtschaftliche Aufschwung des Reiches seit 1933 widerlegt schlagend jeden Einwand gegen die deutsche Preispolitik. 

Wie erfolgreich sie war, mögen die nachfolgenden Indexziffern beweisen: 

1913= 100 

Industrielle Rohstoffe u. Halbwaren Industrielle Fertigwaren Baukosten 

112,8 125,9 

115,4 131,6 

119,4 131,8 

121,2 131,8 

121,6 134,7 

125.8 136,1 

125.9 138,1 
126,9 138,9 

Der geringfügige Preisanstieg war in Anbetracht der Aufbesserung der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse 
unbedeutend und paßte sich organisch in die wirtschaftliche Gesamtentwicklung ein. 



Die Preisgestaltung während des Krieges 

Nachdem die Preisbildung, wie wir gezeigt haben, auf eine so breite Grundlage gestellt war und sich organisch der 
wirtschaftlichen Gesamtentwicklung eingefügt hatte, war der Ausbruch des Krieges kein Ereignis, das irgendwie 
grundsätzlich neue Maßnahmen erforderte. Auf den bisherigen Erfahrungen konnte weitergebaut werden. Hier und da 
ließen sich gewisse Preisverschiebungen nicht vermeiden. Die Umstellung auf Austauschstoffe, die Einschränkung der 
zivilen Produktion, die Verwendung ungelernter Arbeitskräfte, die Umlagerung der Rohstoffversorgung und vieles 
andere mehr muß notwendigerweise auch das Preisniveau beeinflussen. Indes ist in genügendem Maße Vorsorge 
getroffen, daß alle diese Einflüsse sich nicht ohne staatliche Kontrolle im Preisbild auswirken können. Nach der 
Kriegswirtschaftsverordnung müssen Preise und Entgelte nach den Grundsätzen der kriegsverpflichteten 
Volkswirtschaft gebildet werden. Das bedeutet, daß der Einzelne unter Umständen aus seinem Gewinn und den 
Rücklagen beisteuern muß, um notwendige Kostensteigerungen aufzufangen. Auch von Gemeinschaftshilfen wird in 
zahlreichen Fällen Gebrauch gemacht werden. Durch den echt nationalsozialistischen Gedanken der kriegsverpflichteten 
Volkswirtschaft ist sinnfällig die schicksalshafte Verbundenheit des gesamten Volkes zum Ausdruck gebracht. Kein 
Mensch darf und kann in Deutschland am Kriege verdienen. Wenn der Soldat mit der Waffe in der Hand sein Leben 
einsetzen muß, so ist es nur gerechtfertigt, wenn die Wirtschaft mit allem, was in ihr tätig ist, ihrerseits ebenfalls Opfer 





88,4 




91,3 




91,6 




94,0 




96,2 




94,1 




95,0 


Januar) 


97,0 



bringt. Die staatliche Preisbildung trägt dafür Sorge, daß in gemeinsamer Arbeit mit der Wirtschaft auch während des 
Krieges das Preisbild fest und gesund bleibt. Die private Kaufkraft und die Nachfrage nach Verbrauchsgütern wird 
sinnvoll dem infolge der kriegswirtschaftlichen Umstellung verringerten Angebot angepaßt. Auch für das wichtige 
Gebiet der öffentlichen Aufträge ist durch Anpassung der Richtlinien für die Preisbildung öffentlicher Aufträge an die 
durch den Krieg bedingten Verhältnisse erreicht, daß die Preise den Erfordernissen der kriegsverpflichteten 
Volkswirtschaft entsprechen. 

Zusammengefaßt kann gesagt werden, daß unter den großen wirtschaftlichen Leistungen Deutschlands, die das ihrige zu 
seinem Wiederaufbau und zum bisherigen siegreichen Bestehen des Krieges beigetragen haben, die Preispolitik einen 
besonderen Platz einnimmt. Ihr ist es durch Anwendung völlig neuartiger Methoden gelungen, trotz stärkster 
Beanspruchung des gesamten wirtschaftlichen Apparates irgendwie beachtliche Verschiebungen im PreisSystem und 
Preisniveau zu unterbinden, keinerlei inflationistische Tendenz hochkommen zu lassen und dem Staat sowohl wie jedem 
einzelnen deutschen Menschen alles das, was zum Leben gebraucht wird, in auskömmlichem Maße zu angemessenen 
Preisen zu sichern. Dieser als deutsches Wunder bezeichnete Erfolg, den man bislang für unmöglich gehalten hat, ist 
nicht ein Ergebnis des Zufalls, sondern das Ergebnis einer ebenso kühnen wie umsichtigen Politik, die sich mit 
nationalsozialistischer Entschiedenheit über liberalistische Vorurteile und oberflächliche Vorstellungen, wie sie 
anderswo gerade auf dem Gebiete der Preispolitik vorhanden sind, hinwegsetzte, zugleich aber die tiefen 
wirtschaftlichen Verflechtungen und Zusammenhänge der Preisbildung niemals außer Acht ließ.