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Full text of "Die Alpenpflanzen nach der Natur gemalt [Vol. 1]"

VeiUj van F.Tempsky. 



llmijnf;«» Of»o dtr At»;««-6««fils*ifr.i«hBitHi "PraJ 



Montblanc 



DIE 



ALPENPFLANZEN 



NACFI DER NATUR GEMALT 

VON 

JOS. SEBOTH. 



MIT TEXT VON 



FERDINAND GRAF 
7 

UND EINER 

ANLEITUNG ZUR CULTUR DER ALPENPFLANZEN 



JOH. PETRASCH, 

K. K. HOFGÄRTNER Ift BOTANISCHEN GARTEN IN ORATZ. 



I. BAND. 



45838 



- \. 



1>ffATJ lb7i). 
Verlag von F. Tempsky. 



Vorrede. 

Der Tod des ersten Herausgebers dieses Werkes, des 
Herrn Ferdinand Graf, legt mir die Verpflichtung auf, hier 
Einiges über die Verhältnisse, unter welchen es erschienen 

ist, zu sagen. 

Schon seit .Jahren hatte ich den Wunsch, ein Werk 
über die Alpenpflanzen, die mich so oft erfreut hatten, in 
meinem Verlag erscheinen zu lassen. Verhandlungen, welche 
ich mit einem sehr begabten jungen Botaniker in Wien 
darüber anknüpfte, führten zwar zu keinem Resultat, zeigten 
mir aber die Grösse der Schwierigkeiten des Unternehmens. 
wie ich es auffasste. Ich wollte keine Copien und keine 
Bilder nach getrockneten Pflanzen geben, sondern nur nach 
lebenden Pflanzen gemalte Blätter, also wirkliche Pflanzen- 
Porträts, in der Kegel nach wild gewachsenen Exemplaren 
und nur im Nothläll nach kultivirten. Es musste daher ein 
Botaniker und ein Maler zusammen wirken. Ersterer hatte 
in der kurzen Zeit, in der das Hochgebirge der Alpen 
seinen Blüthensehmuek bietet, die Pflanzen zu sammeln und 
sie dem Maler noch frisch zu liefern ; dieser musste jede 
eintreffende Pflanzcnpartio in der kürzesten Zeit, ehe sie 

Die Alpenpflanze» I. 1 



„ 2 — 

verwelkt, malen. Dazu ist aber ein«' Übereinstimmung 
nöthig, die ohne persönliche Beziehungen nicht immer 
vorhanden sein wird. 

Ich war daher sehr erfreut, als mir Herr Ferdinand 
Graf in Grat/ anbot, die Herausgabe eines Werkes aber 
die Alpenpflanzen, wie ich es beabsichtigte, mit Herrn 
Seboth zu übernehmen. Dass Herr Seboth auf seinem Gebiet 
Vorzügliches geleistet hat, wird wohl keinen Widerspruch 
finden; Herr Graf hätte gewiss bei voller Kraft gleich Ge- 
diegenes geleistet, leider aber war, als er diese Arbeit 
übernahm, seinem Leben, ohne dass er es ahnte, eine nur 
noch kurze Frist gesteckt. Er litt an der Lungenschwind- 
sucht, deren raschem Fortschreiten er im September 1877 
zu früh für seine Familie und die Wissenschaft erlag. 

Der erste Band und zwei Drittel des zweiten Bandes 
sind von ihm bearbeitet. Gewiss hatte ihn nur seine zu- 
nehmende Schwäche an einer nochmaligen gründlichen 
Durchsicht verhindert, und so entgingen ihm die Mängel 
seiner Arbeit, deren Berichtigung die Käufer dieses Werkes 
der Güte des Herrn Professur Dr. Kerner von Marilann 
verdanken, der die Bestimmungen der Pflanzen nach den 
Bildern sorgfältig prüfte, was eben nur bei der portrait- 
artigen Treue derselben möglich war. 

Möge er mir gestatten, jhiss ich ihm hier ineinen 
besonderen Dank ausspreche Tür diese mühevolle Arbeit. 



— 3 — 

zu der Niemand so sehr berufen war als er, der gründ- 
lichste Kenner der Alpenflora ! 

Nicht alle Bemerkungen des Herrn Prof. Kerner sind 
aber Berichtigungen von Irrthümern des Verstorbenen, ein 
Theil beruht auf Beobachtungen, die noch gar nicht, oder 
erst in neuester Zeit veröffentlicht wurden, und also Herrn 
Graf nicht leicht bekannt sein konnten. Berichtigungen 
der Namen der Abbildungen kommen übrigens in sehr be- 
deutenden wissenschaftlichen Werken nicht selten vor, so 
z. B. in der Pracht-Ausgabe von Cuvier le regne animal, 
in 20 Bänden herausgegeben von den berühmtesten fran- 
zösischen Zoologen. Man sieht darin wohl nicht mit Unrecht 
einen Beweis besonderer Gewissenhaftigkeit der Heraus- 
geber. Die scheinbar unbedeutenden Bemerkungen zu man- 
chen Tafeln unseres Buches haben den Zweck, dessen Ge- 
brauch bei der Bestimmung selbstgesammelter Alpenpflanzen 
möglichst zu erleichtern. 

Möge daher dieses Buch recht Viele aufmuntern, die 
bei Spaziergängen und Ausflügen in den Alpen gesammelten 
Pflanzen selbst zu bestimmen und so den Genuss der Alpen- 
reisen durch das Vergnügen, welches die liebenswürdigste 
der Wissenschaften, die scientia amabilis, gewährt, zu ver- 
doppeln. Nichts ruft die schönen in den Gebirgsgegenden 
verlebten Stunden und Tage lebhafter zurück, als eine 
kleine Sammlung selbst getrockneter und bestimmter Pflan- 



— 4 — 

zen, bei deren Anblick der Ort, wo man sie erblickte und 
aufnahm, mit vollster Lebendigkeit vor die Seele tritt. 

Die Bestimmung der hier abgebildeten Pflanzen ist 
sehr leicht, sie sind gar nicht zu verkennen; allein unter 
einem Strauss auf den Alpen gesammelter Blumen werden 
sich immer manche, ja mitunter viele befinden, die auch 
selbst im weitesten Sinn keine Alpenpflanzen sind. Wer 
daher seine botanische Ausbeute selbst bestimmen will, 
braucht dazu eine Lokalflora. 

Für die österreichischen Alpen ist besonders zu empfeh- 
len Neilreich's Flora von Niederösterreich, ein wahrhaft 
klassisches Werk. Für Tyrol Hausmann's Flora von Tyrol, 
ausgezeichnet durch überaus zahlreiche und zuverlässige 
Standortsangaben. Für die Schweiz Moritzi's Flora der 
Schweiz. Die ganze Alpenkette uinfasst Koch's Synopsis 
der deutschen und schweizer Flora, ein vorzügliches Buch, 
das aber, da es ein so weites Gebiet uinfasst, keine speciellen 
Standortangaben enthalten kann. Sehr werthvolle Angalten 
über die Flora der besuchtesten und interessantesten Hoch- 
gebirgsgegenden findet man in Schaubaclfs deutschen Alpen. 
Die Menge der kleinen Spezialfloren ist sehr gross, beson- 
ders für die Schweiz, sie enthalten aber meist nur eine 
systematische Aufzählung der Arten ohne Beschreibung, 
so dass sie allein zur Bestimmung nicht genügen. 






In der bekannten gediegenen Zeitschrift „die Natur" 
wurde „Christ 1 « Pflanzenleben in der Schweiz" als der ei- 
gentliche Text zu unseren Alpenpflanzen und diese, als die 
wahren Illustrationen zu jenem bezeichnet. Hier konnte 
nur eine Beschreibung der Arten, nach Neilreich und Haus- 
mann, gegeben werden, die systematische Zusammenstellung 
nach Ordnungen, u. s. w. kann erst am Schlüsse des Werkes 
folgen, Aveil sie jetzt zu lückenhaft wäre. 

Nach dem Tode des Herrn Graf übernahm die weitere 
Herausgabe Herr Petrasch, durch dessen erfolgreiche Thä- 
tigkeit der zweite Band rasch ergänzt wurde und auch der 
dritte bereits ziemlich vollständig vorliegt. Seine Anleitung 
zur Cultur der Alpenpflanzen in der Ebene wird den Be- 
sitzern dieses Buches, wie ich glaube, ebenso willkommen 
sein,*) wie die Ansicht des Montblanc, welche ich als Titel- 
blatt beigebe. Der zweite Band soll einen der hervorragend- 
sten Berge der Ostalpen als Titelblatt bringen. 

Ich darf wohl hoffen, dass die „Alpenpflanzen" nicht 
allein beliebte Begleiter auf einer Alpenreise sein, sondern 
auch eine angenehme Erinnerung an schöne, im Hochge- 
birge verlebte Tage bilden werden. 

F. Tempsky. 

*) Ausführlicher wird dieser interessante Zweig der Gärtnerei behandelt in dem 
Buch : Kerner, Die Cultur der Alpenpflanzen. Innsbruck, Waguer'sche Buchhandlung 1864. 



Einleitung. 

Dort, wo die Natur in ihrer ganzen Majestät sich 
offenbart, — wo zwischen gigantischen Felsenhäuptern das 
grüne Gletschereis schimmert, wo im Hochsommer mitten 
zwischen grünen Matten noch blendend weisse Schneefelder, 
noch Kiskrystalle am Rande des dunklen Bergsee's die nur 
halb bezwung'ne .Macht des Winters nie vergessen lassen, — 
dort, wo die Luft am reinsten, das Himmelsblau am tiefsten 
ist: — auf den Alpen — dort hat sie auch einen lieblichen 
Schmuck hinterlegt in einer Pflanzenwelt, ohne welche jener 
ganze ungeheure Felsenwall, welcher Mitteleuropa durch- 
zieht, troz würziger Luft, troz Himmelsbläue ein Bild der 
Verödung, des Todes sein würde. 

Die Kunst des Malers, das Wort des Dichters, wie 
nicht minder der speculative Sinn einer erwerbslustigen 
Volksklasse, haben auch Jenen Vieles von der eigentüm- 
lichen Schönheit dieser Flora erschlossen, welche dieselbe 
auf ihrem Heimatsplaze noch nie geschaut. Ein Körbchen 
frischer Alpenblumen hat wohl Manchem die Ahnung er- 
weckt von Blumengärten dort droben, reicher als die an 
unseren königlichen Hofburgen, farbenprächtiger als die 



— 7 - 

Juwelenschätze der Fürsten Indiens. Und selten betrügt 
solche Ahnung den frischen Wanderer, der zur Sommerszeit 
die leichte Fahrt unternimmt hinauf auf die freien, lichten 
Höhen unserer Alpen. Gar häufig findet er da solche 
Gartenrasen mitten im freudlosen Felsengewirre; aus dem 
frischesten, hellsten Grün erblühen da tausende der herr- 
lichsten Blumen, blau, roth, gelb, weiss, violett, in allen 
Tönen, oft in einen farbenglänzenden Polster zusammen- 
gedrängt, oft als kostbare Stickerei erscheinend auf sammt- 
grünem Grunde, da den rauhen Fels überkleidend, oder 
blos mit anmuthigen Guirlanden schmückend, dort im klaren 
Wasser des Quelles sich spiegelnd, da die Schmatzfarbe des 
schmelzenden Schnees sorgfältig deckend, dort den rauhen 
Kies verschönernd, den die Frühlingsstürme von den Hoch- 
gipfeln herabgeführt. 

Doch lange nicht erschöpft ist die Schönheit der 
alpinen Pflanzenwelt in der Erscheinung solcher Gärten, 
solcher Oasen. — Dort, wo der Baumwuchs, der Wald, 
seine Grenze hat, da erschliesst sich uns die Vegetation 
der Alpen zuerst in strauchartigen Formen, in jenen des 
Krummholzes (Zerben, Legföhren, Latschen) und jener der 
Alpenrosen (Rhododendron). Stundenweit oft bedecken sie 
die Gehänge und Matten der Alpen, ersteres mit dunklem, 
letzteres mit hellerem frischem Grün, das sich zur Blüthe- 
zeit in ein glühend Rosenfeld verwandelt. Mag auch unter 



8 



ihren schützenden Zweigen manch' anderes Pflänzohen ge- 
deihen, nimmer vermag ein solches die Physiognomie einer 
derartigen Alpenzone zu ändern, sei sie eintönig und düster 
durch die wuchernden Zeihen, oder freudig und bezaubernd 
wie Merlins Rosengarten durch die Blüthenpracht der Alpen- 
rose. — 

Kurz Bei jedenfalls der Aufenthalt bei den Sennhütten 
genährt durch den Mist des schon von der Bibel als un- 
sauber erklärten Thieres wuchert ringsum riesiger Ampfer, 
oder höchstens der giftige blaue Eisenhut, und so unpoetisch 
das Innere solcher Hütten, so wenig entsprechend ist auch 
deren pflanzliche Umgebung, — Wer aber den ganzen 
Formenreichthum einer Alpenflora kennen lernen will, der 
strebe weiter aufwärts auf den steilen Felsenpfaden, er 
habe Acht auf all* die Kitzen und Spalten der dräuenden 
Kalksteinwände, er klettere auf die Trümmerhaufen der 
Moränen, er vergesse nicht den Rand des schmelzenden 
Schnees, der starrenden Gletscher, er eile entgegen dem 
Ursprünge des rieselnden Alpenbächleins, er geleite den 
weissen Kalkschutt hinab bis in die Thalebene, frohen Muthes 
durchstöbere er das wilde Chaos der Trümmer von (ineis 
und Granit, er werde nicht müde, von Zinne zu Zinne zu 
wandern auf den steinigen Hochplateau's oder in den engen 
Rissen und Schluchten zwischen denselben, — ein reicher 
Lohn an Formen- und Farbenschöne winkt ihm hierfür. 



<> 



Dieser Lohn nun, sei es eine wohlgefällte Botanisir- 
büchse, sei es auch nur der Strauss am Hut, — ängstlich 
möge der fleissige Tourist ihn nach seiner Heimkehr hüten 
vor dem kritischen Blicke des Botanikers, vor dessen herbem 
Urtheile. Als „gemein" wird letzterer bald die lieblichsten 
Kinder der Blumengöttin bezeichnen, weil sie nach seinem 
Wissen dort oben in Tausenden von Exemplaren erscheinen, 
und noch schlimmer — mit Verachtung wird er dies oder 
jenes Pflänzchen als keine Alpenpflanze erklären. 

Was ist nun aber eine Alpenpflanze? Die Antwort 
darauf giebt Herr Professor Dr. Kerner in Wien, indem er 
jene Pflanzen als Alpenpflanzen bezeichnet, „welche ganz 
v o r z ü g 1 i ch ü b er der G r e n z e de r h o ch stämmigen 
B ä u m e v e r b r e i t e t sind und s i ch dort i n g 1 e i ch e r 
Form erhalten, auch wenn sie unter gewissen 
1 o k a len Bedingungen unter die Grenze d e r a 1 p i- 
ncn Region herabsteigen,"*) und in der Hauptsache 
stimmen ihm da auch alle Botaniker bei. Dessenungeachtet 
giebt es aber noch manche Pflanzen, über die in Bezug 
.uif ihre Eigenschaft als Alpenpflanzen Meinungsverschieden- 
heiten herrschen, weil einerseits das so grosse Gebiet der 
Alpen noch nicht so vollständig durchforscht ist, um für 
jede in den Alpen vorkommende Pflanzenart mit Bestimmt- 

*) Keruer, Die Kultur der Alpenpflanzen S. S. 



- 10 - 

heit die vorzügliche Verbreitung über oder unter der Baum- 
grenze nachweisen zu können, andererseits aber auch weil 
bei manchen Pflanzenarten vielleicht mehr Gewicht auf die 
kräftigste Entwicklung, als auf die Zahl der Exemplare zu 

legen wäre. t 

Vorliegendes Buch, welches ja nicht den Anspruch 
:ül f strenge Wissenschaftlichkeit erhebt sondern den Zweck 
verfolgt, die Besucher der Alpen auf die sohönen Kinder 
Flora's aufmerksam zu machen und sie so in die scientia 
umabüis, die liebenswürdige Wissenschaft, wie die Botanik 
von den Naturforschem genannt wird, einzuführen, musste 
deshalb in einzelnen Fällen Pflanzen aufnehmen, die streng- 
genommen durchaus nicht als „Alpenpflanzen" bezeichnet 

werden können. 

Es sind das z. B. Atragene alpina, Amica montan«, 
Cyjmjiedhim Calceohis, Narässus poeticus u. s. w., also 
Pflanzen der Voralpen, die theils buschige oder feuchte 
Standorte lieben und daher in dem Gebiet nördlich der 
Alpen nur vereinzelt oder als Seltenheiten vorkommen, in 
den Voralpen aber durch ihr massenhaftes Auftreten über- 
raschen und dadurch dem die Alpen besuchenden Natur- 
freund als Alpenpflanzen erscheinen, wenn sie auch die 
Baumgrenze nur selten überseh reiten. 

Ganz besonders gilt dies von Oypripedium Calceolus, 
dem Frauenschuh, der sonst so selten, in den Kalkalpon 



— 11 — 

sehr häutig ist und durch seine fremdartige Blüte auffällt, 
so wie von der schönen Narcisse, welche die feuchten Wiesen 
der Voralpen Niederösterreichs und des Salzkammergutes 
im Juni zu Tausenden bedeckt und mit ihrem Duft erfüllt. 
Solche und ähnliche Pflanzen dürfen in einem Werk nicht 
fehlen, das nicht nur für Jene bestimmt ist, welche die 
höchsten Alpengipfel besteigen, sondern auch für die, welche 
in den lieblichen Gebirgsthälern Erholung im Genuss der 
Natur suchen. 

Und fragen wir weiter, wie Halm's Ingomar: „Woher 
kommt die Alpenpflanze", so darf freilich unsere Antwort 
nicht lauten: „Sie kommt und ist da." Gewissenhafte For- 
scher haben uns wenigstens in dieser Beziehung Materiale 
genug überliefert, um gegenwärtig der Lösung der Frage 
näher zu stehen, als vor kurzer Zeit noch, wo die Heimat 
einer Pflanze, das heisst: „ihre Geschichte von einem ört- 
lichen Ausgangspunkte an, ihre Veränderung durch Ein- 
wirkung physikalischer Geseze im Laufe der Zeiten und 
geologischer Begebenheiten bis zur Besizergreifung der heu- 
tigen Area," — noch als ungelöstes Bäthsel galt. Die 
grossen Heerstrassen der Pflanzenwanderungen zu Wasser 
und zu Land hat man schon vielfach kennen gelernt, wie 
nicht minder deren Saumpfade und Schleichwege, und diesen 
Strassen folgend auch die Heimat so mancher, ja vieler 
Hunderte von Arten mit einiger Sicherheit nachweisen kön- 



— 12 



neu. freilich nie jene einer ganzen Flora, da ja fast jede 
Art ihren besondern Verbreitungsbezirk besizt, dessen Gren- 
zen mit jener anderer Alten höchst seifen zusammenfallen. 

Und so hätte denn fast jede Alt ihren eigenen Ausgangs- 
punkt, ihre eigene Heimat, ihre eigene ( ieschicke. 

Dr. Christ nennt als Oesammtxahl alpiner Arten 693, 
wovon 589 auf die Ostalpen. 531 auf die West- und 395 
auf die Mittelalpen entfallen. Von diesen Artei kommen 
128 nur allein in den Ostalpon. 86 allein in den Westalpen 
und 75 in den Ost- und "Westalpen mit Ausschluss der Mittel- 
asien vor. währed leztere hlos (> Arten aufzuweisen haben, 
welche den Ost- und Westalpen fehlen. 

Bis zur neuesten Zeit war es nun gebräuchlich, die 

alpine Flora als eine von der arktischen abstammende zu 
betrachten, und man hatte merkwürdigerweise dem kleinen 
Scandinavien, jener winzigen Halbinsel des asiatischen Nor- 
dens die Rolle zugewiesen. Ac\- Ausgangspunkt einer nordisch- 
»alpinen Pflanzen-« ja auch Thierwelt zu sein. Mit grosser 
Entschiedenheit und den kräftigsten Beweismitteln wurde 
leztere Ansicht von Pr. 1,. Rütimeyer zurückgewiesen, wel- 
cher gewiss mit Hecht dem scandinävischen Norden nimmer 
den Charakter eines Schöpfungsheerdes zusprechen konnte, 
mit gleichem (Ieschicke nicht minder erstere von Dr. Ohrist. 
welcher in statistischen Tabellen den Nachweis lieferte, 
dass nicht Seandinavien, sondern das temperirte Nordasien 



— 13 — 

die Heimatstätte der arktischen Flora, die Alpen selbst 
aber zumeist auch die Ausgangspunkte alpine r 
Pflanzen sind, unter den 693 Arten der Alpenflora 
zählt man nämlich nur 271, welche im Norden der alten 
and der neuen Welt auch vorkommen. 182 Arten hiervon 
gehören auch dem temperirten Nordasien an, und 422 
Arten sind als rein alpine zu betrachten, deren 
Verbreitung gegenüber der nordasiatischen Vegetation ziem- 
lich beschränkt erscheint, denn als Grenzen der rein alpinen 
Vegetation können nördlich der deutsche Gebirgsstrich, 
südlich die in*s Mittelmeer auslaufenden Halbinseln bezeichnet 
werden, während der Kaukasus das lezte alpine Entwicke- 
lung zeigende Gebiet ist. und nur schwache Strahlen nach 
Scandinavien, nach dem Ural, nach Grönland und Labrador 
im Norden. Dach dem Taurus und Persien im Orient greifen. 
(Christ.) Sein- nahe verwandt und daher als der alpinen 
Flora zugehörend, muss jene der Karpathen und der Pyre- 
näen bezeichnet weiden, von welchen erstere 580, letztere 
XV.) alpine Arten aufzuweisen haben. 

Wenn nun überhaupt von fremden Einflüssen auf die 
alpine Flora die Rede sein kann, so ist es sicher, dass sich 
solche mein- von Süden von der Meditoranfiora aus. oder 
von Osten bemerklich machen, als von einem vermeintlich 
scandinavisehen Mutterlande, ja dass auch die Thäler zu 
den Füssen der Gebirge selbst ihre grünenden und blühen- 



14 



den Schaaren aufwärts entsendet haben, die sich dort oben 
ansiedelten und nun wacker gedeihen. 

Gerade leztere Pflanzen, ihrem milden Heimatsorte 
entrückt, aber trotzdem an rauherer Statte kräftig ge- 
deihend, bieten interessante Heispiele für die Veränderung 
der Organismen durch äussere Einflüsse. 80 z. B. kommt 
das blasse Sumpfvergissmeinnicht der Ebene noch weit ü bei- 
der Baumgrenze vor, prangt aber dort in dem herrlichsten 
Azurblau. Diese Änderung lässt vermuthen, dass die Be- 
dingungen der Vegetation auf den Alpen die prachtvollen 
Farben hervorgerufen, oder wenigstens kräftiger entwickelt 
hat, durch welche so viele Alpenpflanzen uns erfreuen, allein 
abgesehen davon, dass keineswegs alle Alpenpflanzen auf- 
fallend grössere und schöner gefärbte Blüthen haben, als 
ähnliche Arten der Ebene, zeigt z. B. die niedrige Glocken- 
blume Campanula pusilla Hauke der Alpen, kleinere und 
viel blassere Blüthen als die auf den Wiesen der Ebene so 
häufige rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundi- 
folia L.), von welcher sie abzustammen scheint, da viele 
Botaniker die erstere als eine Abart der lezteren betrachten 
Mögen diese wenigen Worte genügen, um anzuregen 
zu immer weiterer Beobachtung auf diesem so ungeheueren 
Beobachtungsfelde, wo jede Exkursion zu einer Entdeckung 
reise werden kann, da namentlich auf dem Gebiete der 
1 flanzenstatistik es noch so Vieles zu leisten gibt 



- 15 — 

Mir geziemt es nicht, an dieser Stelle meinen ver- 
ehrten Freund, den tüchtigen Maler Seboth, welcher die 
Ausführung der Zeichnungen übernommen, zu loben; — 
Dieses überlasse ich seinen Zeichnungen seihst; als Pflicht 
erscheint es mir aber, meinen besten Dank auszusprechen 
dem Herrn Petrasch, dem verdienstvollen Obergärtner des 
botanischen Gartens in Gratz, dessen Bemühungen ich es 
verdanke, stets mit Pflanzen aus allen Theilen unserer Alpen 
versorgt worden zu sein, so dass die Zeichnungen immer 
nach lebenden frischen Exemplaren angefertigt werden 
konnten, was bei der Ungunst des heurigen Sommers oft 
mit grossen Schwierigkeiten verbunden war. 

Und so lasse ich denn dieses Buch allen Freunden 
der Natur, allen Verehrern der Pflanzenwelt, allen Besuchern 
der Alpen hiermit aufs beste empfohlen sein. 

Gratz, im November 1870. 

Ferdinand Graf. 



Die Kultur der Alpenpflanzen. 

Zu den Pflanzen, welche bisher nur selten in Gürten 
einer eigenen Kultur unterworfen wurden, welche aber un- 
streitig sowohl in Hinsicht ihrer Tracht als auch der ver- 
schiedenen oft prachtvollen Farben ihrer Blüthen in Nichtig 
unseren bisherigen Pfleglingen der Gartenkunst nachstehe i, 
gehören die Alpenpflanzen, deren Schönheit bisher zumeist 
nur von Touristen, welche zugleich Sinn für die Natur be- 
sitzen, auf ihren alpinen Wanderungen beachtet wurde. 

Und doch lohnt sich die Mühe und Sorgfalt, welche 
ihre Kultur allerdings erfordert, mehr, als bei manchen 
Modepflanzen. 

Suchen wir die Alpenpflanzen in ihrer Heimat, den 
Hochgebirge auf, so wird Jedermann, der auch nur einiger- 
massen mit den Lebensbedingungen der Gewächse vertraut 
und gewohnt ist, die Vorgänge in der Natur mit Aufmerk- 
samkeit zu verfolgen, sehr bald gewahr werden, dass der 
Standort dieser Pflanzen und der Boden, aus welchem sie 
ihre Nahrung ziehen, sehr verschieden sind; die Ursache 
davon liegt in dem besonderen Naturell mancher Pflanzen- 
arten, welche in der Wahl des Bodens nicht selten ein* 
gewisse Hartnäckigkeit bekunden. 



17 



So finden wir an feuchten, schattigen Stellen der Ge- 
birgsabhänge Solclanella alpina, Saxifraga rotundifolia. Saxi- 
fraga stellaris, Cortusa MaUhioli, auf grasreichen Alpenwiesen 
und Triften die schönen Pedicularis-Arten, viele Raminculus 
u. a. ; manche überziehen den nackten Fels mit einer dichten 
blumenreichen Decke wie die Globularia cordifolia, Azalea 
procumbens, Dryas octopetala oder finden sich in Ritzen und 
Höhlungen der Steine wie Draba aizoides, ja sogar der 
Schutt der Berge und wildes Gerolle wird zum Standorte 
ausersehen. Und im Gegensatze zu vielen Arten, welche 
die Region des Krummholzes nur um Weniges überschreiten, 
giebt es andere wie Braya alpina, Ranunculus glacialis, die 
in der kühlen Nähe der Schneefelder und Gletscher vor- 
kommen. 

Ausser dem Standorte ist auch der Boden, auf welchem 
die Alpenpflanzen wachsen, sehr verschieden. Die Mehrzahl 
dieser Gewächse ist allerdings nicht sonderlich wählerisch, 
man findet sie überall sowohl auf Kalkboden als auch auf 
dem Urgebirge zerstreut vor. 

Einzelne und zwar sehr verbreitete Arten sind aber an 
gewisse Gesteinarten, Lehm oder Sandboden gebunden und 
treten in grossen Massen entweder nur auf Kalkalpcn wie 
Rhododendron hirsutum oder nur auf Urgebirgsgesteinen wie 
Rhododendron ferrugineum auf. 

Die Alpenpflanzen I. * 



18 — 



Da auch das Klima auf die Vegetation dieser Pflanzen 
einen wesentlichen Einfluss übt, so ist einige Kenntniss 
darüber auch für die Kultur der Pflanzen ausserhalb ihres 
natürlichen Standortes wichtig. 

In den Alpenregionen folgt auf einen langdauernden 
Winter ein sehr kurzer Sommer. Die langen Tage des- 
selben, das warme helle Sonnenlicht, die Niederschläge au 
Thau und Regen und die reine Luft einerseits, Nachtfröste 
und starke Winde andererseits bringen eigenthümliche kli- 
matische Verhältnisse hervor, wodurch der Habitus dieser 
Pflanzen, denen zur Entwicklung, Blüthe und Eruchtreife 
ohnehin nur die kurze Spanne von höchstens vier Monaten 
zugewiesen ist, eben jene Merkmale erlangt, wodurch wir 
sie leicht von den Pflanzen der Ebene sofort unterscheiden. 
Wer einmal Gelegenheit hatte die Alpenpflanzen in ihrer 
Heimath zu betrachten, wird diesen Unterschied gewiss er- 
kannt haben. 

Die Sträucher werden meist kriechend und wurzelnd, 
an den Felsen niederliegend, wie man das an manchen 
Alpenweiden, an der schönen blaublühenden Olobularia cor- 
difolia, der Azalea procumbens u. v. a. sieht, oder die Pflanzen 
bilden dichte Polster, welche sich mit hunderten von Blüthen 
bedecken, wie Silene acaulis, Silene Pumilio, Cherleria se- 
doides, die herrlichen Androsacen, viele Saxif ragen u. a. 
Die meisten Arten erscheinen fast stengellos oder sehr 



— 19 — 

gedrängt mit kurzem Blüthenstengel, aber mit verhältniss- 
mässig grossen Blüthen, welche aucli wegen der Reinheit 
und Schönheit der Farbe der Blüthen unseren exotischen 
Zierpflanzen durchaus nicht nachstehen. Wir nennen hier 
die allbekannten blauen Gentianen, Ranunkeln, Primeln, 
u. a. m., welche das Auge des Botanikers wie das des 
Laien mit Wohlgefallen und Bewunderung begrüsst. 

Kultur der Alpenpflanzen. 

Will man Alpenpflanzen zum Zwecke des Studiums 
oder zum Vergnügen in Gärten kultiviren, so ist ein Haupt- 
augenmerk auf einen Ersatz alles desjenigen zu richten, 
was ihnen an ihrem neuen Standorte von den ursprüng- 
lichen Bedingungen der Vegetation mangelt, da sonst 
schwerlich ein gutes Resultat erzielt wird. 

Obwohl eine grosse Anzahl dieser Gewächse mit gutem 
Erlbig bereits gezogen wird, so wissen wir doch von ein- 
zelnen Arten, dass bisher alle Bestrebungen, sie in der 
Ebene einzubürgern, nicht gelungen sind, indem dieselben 
trotz aller Sorgfalt doch im ersten oder zweiten Jahre 
absterben. 

Da die meisten Alpenpflanzen viel Licht und Sonne 
lieben, und bei einer Kultur im Schatten entweder nie zum 
Blühen kommen oder höher werden und ihren eigentüm- 
lichen Wuchs ganz verlieren, also ausarten, so muss vor 

2* 



— 20 — 

allem ein Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden, dasa 
man ihnen bei der Kultur im freien Lande eine Örtlichkeit 
anweist, deren Lage eine offene ist; nur als Schutz gegen 
die Mittagssonne ist es erwünscht, wenn einige Bäume, eine 
Mauer etc. ihren Schatten dahin werfen, diese müssen aber 
so weit entfernt sein, um zu anderen Zeiten kein Ilin- 
derniss für das Gedeihen der Anlage zu werden. 

Am schönsten und vorteilhaftesten wird diese An- 
lage aus Steinen ausgeführt, welche durch ihre Gruppirung 
schliesslich das Ansehen eines Gebirges im Kleinen er- 
halten; als Unterlage wird Sand, Schotter oder anderes 
die Feuchtigkeit leicht durchlassendes Material gewählt. 
Bevor mit dem Aufbaue fortgefahren wird, muss darauf ge- 
achtet werden, dass schon diese Unterlage, als das Fun- 
dament des Ganzen, diejenige Gestalt erhält, welche die 
ganze Gruppe im fertigen Zustande bekommen soll. Hierauf 
beginne man mit dem Legen der Steine, welche von ver- 
schiedener Grösse und Gestalt sein sollen, wobei man sich 
bei der Ausführung immer vor Augen halte, dass alle zu 
künstliche Formen zu vermeiden sind, um der Anlage ein 
recht natürliches Ansehen zu geben. 

Die Steine sind so aufzustellen, dass dazwischen 
grössere und kleinere Stellen offen bleiben, welche nachher 
mit passender Erde angefüllt, gewissennassen kleine Beet- 
chen vorstellen und damit zur Aufnahme der vorhandenen 
Pflanzen bereit sind. 



21 — 



Es ist rathsam, falls mehrere solche Steingruppen an- 
gelegt werden, auf die Pflanzen, welche jede Gruppe auf- 
nehmen soll, Rücksicht zu nehmen, indem man jede Gruppe 
nur aus Steinen einer bestimmten Felsart errichtet, für 
Pflanzen, welche Kalk lieben, kalkige Steine nimmt, und 
für jene des Urgebirges, Granit, Gneis oder Schiefer wählt, 
um nicht später für jede einzelne Pflanze die betreffende 
Scheibe (Beetchen) besonders herrichten zu müssen. 

Ist nun die Gruppirung fertig, also der Standort ge- 
schaffen, so ist die nächste Arbeit die Scheibchen mit der 
entsprechenden Erde auszufüllen. Für kalkliebende Pflanzen 
mische man Kalkschutt, Mörtel oder auch klein geklopfte 
Kalksteine mit Haideerde, für Urgebirgspflanzen empfiehlt 
sich hingegen eine kalkfreie Walderde mit Quarzsand oder 
etwas Holzkohle gemengt. 

Da es auch Pflanzen giebt, die besonders lehmige oder 
sandige Erde bei ihrer Kultur benöthigen, so muss in dieser 
Beziehung auch vorgesorgt werden. 

Stehen bereits in Töpfen gezogene Pflanzen zur Ver- 
fügung und sollen diese auf die Anlage gebracht werden, 
so kann man das Aussetzen entweder im Frühjahre, März- 
April, oder auch im Herbste vornehmen. In letzterer Jahres- 
zeit eignen sich die Monate August und September am 
besten zu dieser Arbeit, da sich die Pflanzen vor dem Winter 
noch gehörig einwurzeln können. 



— 22 — 



Obwohl die Eintheilung der Alpenpflanzen nach Arten 

eine bessere Uebersicht gestattet und anter gewissen Be- 
dingungen Wertli hat, so dürfte es sich doch besonders \'i\ r 
kleinere Sammlungen empfehlen, die Anordnung und Ver- 
keilung dieser Gewächse nach ihrer Grösse vorzunehmen. 
Man hat bei der Bepflanzung weiters noch aufmerksam 
zu sein, dass den schattenliebenden Gewächsen die Non|- 
seite angewiesen werde, wo sie vor der Sonne geschützt 
sind, alle übrigen aber so vertheilt werden, dass rasenbil- 
dende und kriechende Pflanzen mehr in die grösseren un- 
teren Scheibchen kommen, man wird Saxifraga hypnoide* 
Gypsophüa repens, Arabis alpina u. a. m., welche sich mehr 
ausbreiten, in die niederen Scheibchen setzen, diejenigen 
Arten dagegen, welche viel Sonne brauchen und auf Felsen 
gefunden werden, wie die meisten Sempervivum-Arten, viele 
Saxifragen, Potentilla, Papaver, in die Zwischenräume und 
auf der Höhe anbringen, die strauchartigen und höher 
wachsenden Pflanzen, wie die Rhododendren, Piniis Pumilio 
Daphne alpina, Betula nana, Helleborus niger, Trollius eurol 
paeus werden über die ganze Anlage so vertheilt, dass jede 
Gruppe durch diese ungezwungene Anordnung ein gefällig. s 
Ansehen erhält. 

Ist die Bepflanzung beendet, so bestreue man des 
Boden in den Zwischenräumen mit klein zerstossenen Stei li- 
ehen, um die Erde vor dem Austrocknen und auch vor dem 



— 23 — 

Auftreten des Unkrautes zu schützen, dann wird das Ganze 
durchgegossen und bis zur Einwurzelung unberührt gelassen. 

Die weitere Behandlung der Alpenpflanzen macht sehr 
geringe Mühe und bietet keine Sclnvierigkeiten dar. Geschah 
die Anpflanzung im Frühjahre, so werden an sonnigen 
Tagen die Gruppen täglich Früh und Abends mit der Brause 
überspritzt. Im Sommer aber, wenn sehr heisse Tage ein- 
treten, ist es nöthig, mehrmals des Tags dieselben mit der 
Spritzkanne zu begiessen, und müssen auch die umgebenden 
Wege stets feucht erhalten werden, weil dadurch die trockene 
Luft gemildert und den Alpenpflanzen der ihnen sehr zu- 
trägliche Thau geboten wird. Das auftretende Unkraut muss 
entfernt und die Scheibchen immer rein gehalten werden; 
besonders auf der Schattenseite treten manchmal die lästi- 
gen Flechten, die Marchantia und Lunularia, auf, welche 
bald entfernt werden müssen, da sie, einmal eingenistet, 
sich nur schwer wegbringen lassen und im Stande sind, 
die schwächeren Pflanzen zu unterdrücken und selbst zu 
vernichten. 

Für die nackten Schnecken, welche die Alpenpflanzen 
öfter aufsuchen und denselben sehr gefährlich sind, lege 
man Salatblätter oder zerschnittenes Obst an einzelne Stellen, 
wo sie sich versammeln und man sie vertilgen kann. Im 
Spätherbste, wenn die ersten Fröste eintreten, werden die- 
jenigen Arten, welche nach der Blüthe und Fruchtreife in 



24 — 



ihren oberirdischen Theilen absterben und durch Rhizoiue 
(Wurzelstöcke) ausdauern, mit einer leichten Lage von 
Moos, diejenigen aber, deren Stämmchen Rasen bilden und 
über den Winter nicht einziehen, mit Tannen- oder Fichtey- 
reisig bedeckt, damit sie gegen die nachteiligen Folgen 
des sich zu rasch wiederholenden Temperaturwechsels ge- 
schützt werden; da die regelmässige, bis spät in's Frühjahr 
ohne Unterbrechung andauernde mächtige Schneedecke im 
Hochgebirge in der Ebene nicht eintritt, so muss selbe 
durch künstliche Deckung ersetzt werden. 

Tritt mit zunehmender Kälte der Schneefall ein, so 
muss der Schnee über die Steingruppen und zwischen di<> 
Wege aufgehäuft werden, damit die Vegetation im Früh, 
jähre so lang als möglich in ihrem Fortschreiten zurück» 
gehalten wird. 

Im Frühjahre, bei eintretendem Thauwetter, wird da| 
Reisig anfangs etwas gelüftet, bis es bei beständigeren 
schönen Wetter ganz entfernt werden kann. 

Nun werden die Pflänzchen gehörig von allen abge- 
storbenen oder verfaulten Theilen gereinigt, die Erde etwas 
aufgelockert und die Scheibchen so viel als nöthig nachge- 
füllt, die etwa zu Grunde gegangenen oder fehlenden Pflan- 
zen nachgesetzt, und wenn warme Frühlingstage eintreten, 
die ganze Anlage täglich befeuchtet. 



— 25 — 

Viele Alpenpflanzen können mehrere Jahre lang an 
demselben Platze stehen bleiben, und gedeihen besser, wenn 
sie in ihrem Standorte nicht gestört werden; es ist dies 
der Fall bei allen strauchartigen und solchen Pflanzen, 
deren Wurzel sehr tief gehen, wie z. B. Astragalus, Oocif- 
tropis, Astrantia u. a. m. Andere hingegen müssen jährlich 
versetzt werden, es sind Arten, deren Wurzelstöcke in Folge 
des weiteren Wachsthums an ihren älteren Enden absterben, 
wie man das bei Wulfenia carinthiaca, Armeria alpina und 
vielen Valerianen und Primeln beobachten kann. 

Bei stark angewachsenen oder zu dichten Pflanzen 
kann durch zerstossene Steine, Erde oder auch Sand, welche 
man zwischen den zu dichten Rasen streut, das Abfaulen 
verhindert werden; ja bei Silene acaulis, Rhododendron 
Chamaeeistus wird in der Kultur nur dann ein gutes Re- 
sultat erzielt, wenn man zwischen die Aestchen Kalkschutt 
oder Mörtel giebt. 

Topfkultur der Alpenpflanzen. 

Die meisten Alpenpflanzen lassen sich recht gut in 
Töpfen ziehen, man wähle nur solche Arten, welche nicht 
zu gross werden und auch nicht kriechend sind. Für feine 
zartere Arten ist es sogar vortheilhafter, wenn man sie in 
Töpfen kultivirt, da man sie zu jeder Jahreszeit vor schäd- 
licher Einwirkung der jeweiligen Temperatur, sei es durch 



26 — 



Uebertragen, Decken oder Beschatten, besser schützen kaim 
als die im freien Grunde. 

Man bringe sie im Frühjahre an eine passende Stelle 
in's Freie, womöglich in ein Beet mit der Front gegen 
Osten und Westen, stelle sie auf Sand, Kies etc. und senj«» 
bei zunehmender Hitze im Sommer die Töpfe bis an d<j M 
Rand ein. 

Während der Mittagszeit werden sie beschattet, Mor- 
gens und Abends nach Bedarf begossen und öfter des Tajr s 
mit der Brause überspritzt. 

Man lasse die Pflanzen den Sommer über im Freien 
stehen; zeitweise werden sie überstellt, gereinigt und di e 
Töpfe mit etwas Erde nachgefüllt. Bei anhaltendem liegen 
werden die Pflanzen mit Brettern, Latten gedeckt, da ihnen 
ein Uebermass von Feuchtigkeit sehr schädlich ist. 

In Gegenden, wo der Winter rauh und streng ist 
kann man nur die härteren Arten an Ort und Stelle stehen' 
und überwintern lassen; bei Eintritt der Kälte werden si<» 
mit Reisig geschützt und nach eintretendem Schneefell« 
mit Läden gedeckt. Weit besser, besonders für zartere 
Arten, ist es, wenn man sie in einem gemauerten Beet« 
oder Glaskasten überwintert, wo man sie vor zu grosser 
Kälte schützen und bei gelindem Wetter lüften kann ; be- 
gossen werden sie im Winter nur so viel, dass die Erde 
massig feucht erhalten bleibe. 



— 27 — 

Im Frühjahre bei Beginn der Vegetation werden sie 
aus den Kästen herausgenommen, von allen abgestorbenen 
Theilen gereinigt und wieder in's Freie gestellt. 

Die geeignetste Zeit zum Umpflanzen der Alpenpflanzen 
ist im Anfang des Monats April, nachdem ihre Vegetation 
beginnt. 

Man nehme für die meisten Arten eine sandige Haide- 
erde. Die grossen starken Speoies und diejenigen, welche 
rasch wachsen, setze man in eine migesiebte Haideerde mit 
Beimischung von etwas Lehm und Sand, die schwachen, 
feineren Species setze man in gesiebte Haideerde und mische 
reinen Quarzsand und Holzkohle dazu. Kalkpflanzen wird 
etwas Kalkschutt oder Mörtel beigemischt. Man setze sie 
jedoch nicht in zu grosse Töpfe, sondern wähle diese immer 
im Verhältniss zu der Grösse der Pflanze und zu der Menge 
ihrer Wurzeln. 

Beim Umsetzen nehme man nur reine Töpfe und ver- 
sehe sie gut mit einem Abzug von Scherben oder kleinen 
Steinchen. Ein Theil der alten Erde wird ohne Verletzung 
der Wurzel weggenommen und die Pflanze nicht zu tief 
gesetzt. Alsdann giesse man sie mit einer Brause stark an, 
dass die Erde sammt dem Ballen durchgefeuchtet werde. 

Zum Giessen nehme man Regenwasser, und wo solches 
fehlt, ein abgestandenes Teich- oder Flusswasser. 



— 28 — 

Bei solcher Behandlung wachsen die Pflanzen freudig 
fort, behalten ihren gedrängten Wuchs und gelangen regel- 
mässig zur Blüthe. 

Will man Alpenpflanzen, welche von dem Gebirge frisch 
gebracht werden, ziehen, so verlangen sie, wie alle anderen 
Pflanzen, auch eine angemessene Pflege. Man setze sie in 
passende Töpfe und gelte ihnen, je nach Bodürfniss, eine 
mit Kalk, Sand oder Lehm vermischte Erde, begiesse sie 
massig, stelle sie auf eine schattige Stelle und spritze sie 
bei schönem, warmen Wetter öfter des Tags. 

Sind sie einmal eingewurzelt, so können sie wieder 
in Grund verpflanzt oder auch zur Topfkultur benutzt werden. 

Kultur der Alpenpflanzen im Zimmer. 

Obwohl die Alpenpflanzen im Allgemeinen sich zur 
Zimmerkultur nicht eignen, so können «loch viele derselben 
bei einer richtigen Wahl und entsprechenden Pflege daselbst 
überwintert und zur Blüthe gebracht werden. 

Man stelle die geeigneten Pflanzen im Spätherbste 
/wischen die Fenster eines lichten ungeheizten /immers 
oder in einem an die Fenster angebrachten Glaskasten so 
auf, dass zwischen den einzelnen Töpfen noch etwas Kaum 
bleibt, um ihn mit Waldmoos ausfüllen zu können. 

Bei gelinder und guter Witterung werden die Fenster 
Heissig gelüftet und nur bei rauhen und kalten Tagen be- 
schlossen. 



— 29 — 



Es schadet gar nicht, wenn auch die Temperatur des 
Zwischenraumes bis unter den Eispunkt herabsinkt. Zu 
begiessen sind diese Pflanzen stets nur mit abgestandenem 
Wasser und nur äusserst sparsam. 

Im Monate März bei zunehmender Wärme müssen die 
Pflanzen etwas mehr begossen und so viel als thunlich 
gelüftet werden; auch kann man sie Abends mit einer 
feinen Brause überspritzen. Bei Übergang vom Frühling 
zum Sommer ist es anzurathen (wenn man die Pflanzen 
nicht in's freie Land bringen kann), dass man die äusseren 
Fenster durch passende Schattendecken, welche man aus 
Leinwandbändern älter einen Rahmen gespannt, oder auch 
aus Schilfrohr verfertigen kann, ersetzt; da viele der Alpen- 
pflanzen um diese Zeit treiben und sich in der Blüthe be- 
finden, so müssen sie täglich vor der Mittagshitze durch 
Beschatten geschützt werden. 

In den Sommermonaten halte man die Pflanzen etwas 
feuchter und aberspritze sie täglich Früh und Abends mit 
einer Brause. Im Herbste müssen die Töpfe gereinigt, die 
Erde aufgelockert und die stark eingewurzelten Pflanzen 
wieder aufgestellt und derselben Behandlung unterzogen 
werden, wie im vorigen Winter. 

Folgende Alpenpflanzen eignen sich besonders für diese 
Kultur: 



30 — 



Achillea Glavenae 
Anemone Ilalleri 
„ vernalis 
Arenaria ciliata 
Artemi sia Mutellina 
Cerustium lanatum 
Corthusa Matthioli 
Cyelamen europacum 
Daphne Blagayana 
Draba aizoidcs 

» tomentosa 
Geranium urgent cum 
Helianthemum oclandieum 
Möhringia Ponac 



Primula Auriculu 
„ marginata 

Saxifraga Aizoon 
» caesia 

» elatior 

» rotundifolia 

„ pyramidalis 

» tenella 

Silene alpestris 
n saxifraga 

Tldaspi alpinum 

Tunica Saxifraga 

Veronica saxatilis und alle 

Scmpervivum Arten . 



Vermehrung der Alpenpflanzen. 

Die Alpenpflanzen können; 1. entweder durch Theilung 
der Wurzelstöcke, 2. durch Stecklinge und 3. durch Samen 
vermehrt werden. 

1. Die meisten dieser Pflanzen lassen rieh dadurch 
vermehren, dass man die Wurzelstöcke beim Umsetzen ent- 
weder im Frühjahre vor dem Triebe oder im Herbste nach 
der Reife in so viel Theile zertheilt, als Knospen vorhanden 
sind. Viele Gattungen, welche wurzeln oder Ausläufer trei- 
ben, kann man durch Wegschneiden einzelner Stücke auch 
vermehren. 



— 31 — 

Man setze die Theile der härteren Species in die 
für sie vorbereiteten Beetchen und die der feineren Species 
in passende Töpfe, giesse sie gut an und beschatte sie 
Anfangs. Nach der Einwurzelung werden sie wie die Mutter- 
stöcke behandelt. 

2. Die Vermehrung durch Stecklinge geschieht, indem 
man im Monate Juli halbreife Stecklinge, Zweige kurz 
schneidet und in flache Töpfe setzt. 

Die Erde für die Stecklinge wird durch Beimischung 
von weissem Sand und Holzkohle etwas poröser gemacht, 
weil sie darin leichter Wurzel schlagen. Sie müssen in 
einen Glaskasten, oder an einen schattigen Ort mit Glas- 
glocken bedeckt, gestellt werden; auch müssen sie gleich- 
massig befeuchtet und täglich etwas gelüftet werden. 

Wachsen die Stecklinge an und sind sie hinreichend 
bewurzelt, so werden sie nach und nach an die Luft ge- 
wöhnt, bis sie verpflanzt werden können. Man setzt sie in 
kleine Töpfe, beschattet sie, bis sie vollkommen abgehärtet 
sind, wonach man sie zu den Mutterpflanzen stellt. 

Auf diese Art wachsen leicht: Artemisia Mutellina, 
Ardostapliylos officinalis, Gerastium lanatum, Daphne Bla- 
gayana, Juniperus nana, Linnaea borealis, Rhamnus alpina, 
Silene Pumilio u. a. 

3. Die zweijährigen und perennirenden Alpenpflanzen 
kann man durch Samen sowohl im freien Grunde als auch 
in Töpfen heranziehen. 



— 32 



Jedoch nur einige zweijährige Pflanzen, welche, mit 
langen Pfahlwurzeln versehen, das Verpflanzen nicht ver- 
tragen, müssen gleich an die Stelle gesäet werden, wo sie 
bis zu ihrer Blüthezeit stehen bleiben können. Die Samen 
der perennirenden Pflanzen säet man besser in Töpfen 
welche mit gutem Abzug versehen und einer durchgesiebten 
sandigen Haideerde gefüllt sind. 

Man baut den Samen im Mai — Juni sehr dünn an, und 
bedecke denselben nur so hoch mit Erde, als die Dicke 
des Samens beträgt. Der ganz feine Same wird nur mit 
zerriebenem Moose leicht zugedeckt; darauf werden die 
Töpfe mit sehr feiner Brause angegossen, in ein Mistbeet 
oder Kasten gebracht, gut beschattet und gleichmässig feucht 
gehalten. 

Beim Aufgehen der jungen Pflänzcheii darf man dai 
Lüften und zeitliche Abhärten nicht versäumen. 

Sind die Sämlinge angewachsen und grösser geworden 
so können sie im Herbste noch in Grund gesetzt oder einzelß 
oder mehrere in kleine Töpfe verpflanzt werden ; man stellt 
sie in einen Kasten nahe unter die Fenster, halte sie An- 
fangs etwas schattig und massig feucht. 

Über Winter müssen sie öfter gelüftet und rein und 
trocken gehalten werden ; im Frühjahre, wenn das Wetter 
es erlaubt, werden dieselben ins freie Land gebracht und 
so wie die alten Pflanzen behandelt. 



— 33 — 



Zum Schlüsse folgt ein Verzeichniss der schönsten 
und für die Kultur geeignetsten Alpenpflanzen ; durch die 
beigesetzten Buchstaben sind diejenigen Erdarten angedeutet, 
welche die Pflanzen bei der Kultur benöthigen. 

k = Kalkboden, 1 = Lehmboden, s = Sandboden, 
f = frei vom Kalk (Urgebirgspflanzen), gl = gleich (in 
jedem Boden wachsend). 



Achillca Clavenae k. 1. 

„ nana f. s. 
Aconitum Anthora gl. 

„ Napellus gl. 

,, variegutus gl. 

Acrostichum Marantae s. 
Adenostyles alpina gl. 

„ albifrons gl. 

Agrosiis rupestris s. 
Ajuga pyramidalis f. 1. 
Alchemilla alpina gl. 

„ fissa f. s. 

„ pentaphylla f. 

,, pubescens gl. 

Alnus viridis gl. 
Alsine austriaca k. 
., laricifolia gl. 
., G-crardi s. 
Allosurus crispus f. 
Alyssum Wulfenianum k. 
Anemone alpina k. L 

Die Alpenpflanzen I. 



Anemone baldensis k. s. 
„ Halleri k. s. 

„ narcissiflora k. 1. 

„ vernalis k. 1. 
Androsacc Chamaejasmc k. 
. „ laclea k. s. 

„ obtusifolia k. 1. 

„ villosa k. s. 

Aquilegia Bauhini k. s. 
Arabis alpina gl. 
„ ciliata gl. 
„ bellidifolia gl. 
„ coerulea gl. 1. 
„ pumila k. s. 
„ vochinensis gl. 
Armeria alpina gl. 
Arctostaphylos officinalis 1. 
Artemisia Mutellina f. 1. 
-4rm'ca montana gl. 1. 
./Ister alpinus gl. 
Astrantia camiolica gl. s. 

3 



— 34 



Astrantia major gl. 
Astragaltes purpurcus k. 
Athamanta cretensis k. s. 
Atragene alpina gl. 
Avena alpcstris k. s. 
Azalea procumbens f. 
Bellidiastrum Micheln k. s. 
Betonica Alopecuros gl. 
Bupleurum graminifolium gl. 
Calamintha alpina gl. 
Campanula alpina k. 
„ barbata f. 

„ rotundifolia gl. 

„ thyrsoidea gl. 

Cardamine alpina f. s. 

„ resedifolia f. s. 

Ctorac atfröfo gl. 

„ baldensis k. s. 
Centaurea alpina k. 
Cerastium alpinum v. 
„ lanatum gl. s. 
„ latifolium gl. 
Ciueraria auranüaea 1. 
Cirsium acaule 1. 

„ spinosissimum gl. 
Cytisus alpinus gl. 
Coeloglossum viride k. s. 
Convallaria verticillata gl. 
Crocus vernus gl. 



Cypripedium Calceolus k. 
Daphne alpina k. s. 
„ Blagayana 1. 
„ striata k. s. 
Dclphinium clatum gl. 
Dianthus alpinus k. 

„ glacialis f. 

Boronicum austriacum gl. 
Draba aizoides k. s. 

„ ciliata gl. 

„ Joannis k. 

„ stellata k. 

„ tomentosa k. s. 

„ Zahlbruckneri f. 
Bryas octopetala k. 
Fjpilobium alpinum s. 
Epimedium alpinum gl. 
Erinus alpinus gl. 
jEWca carnea gl. 
Erigcron alpinum gl. 
Eriophorum alpinum f. 
Eryngium alpinum 1. 
Festuca alpina gl. s. 

„ pumila k. s. 
Gentiana acaulis k. 1. 

„ bavarica gl. s. 

„ asclepiadea 1. 

„ ver«a gl. 

Gcranium argentcum k. 

„ macrorrhizum gl. 



— 35 



Geum montanum 1. 
Globularia cordifolia k. s. 

„ nudicaulis k. 1. 

Gnaphalium Leontopodium gl. s. 
Gymnadenia albida k. s. 
„ conopea gl. 

Gypsopliila repens s. 
Hedysarum obscurum k. 
Helleborus niger 1. 
Hieracium aurantiacum gl. 

„ alpinum f. 1. 

„ albidum f. s. 

., statkefolium gl. 

„ villosum k. s. 

Homogyne alpina 1. 

„ discolor I. 

„ silvestris 1. 

Horminum pyrenaicum k. 
Hutchinsia alpina k. s. 
Kernera saxatilis gl. 
Leontodon pyrenaicum gl. 
Linaria alpina gl. s. 
Linnaea borealis f. s. 
Linum alpinum k. 
Ljonicera alpigena k. 
Ljychnis alpina s. 
Meum athamanticum k. 

„ Mutellina gl. 
Möhringia muscosa k. s. 

„ Ponae k. s. 



Mulgedium alpinum gl. 
Myosotis alpestris gl. 
Narcissus poeticus gl. 
Nigritella angustifolia gl. s. 
Orchis globosa k. s. 
„ incarnata s. 
„ maculala s. 
„ sambucina s. 
Orobus lutcus k. s. 
Oxyria digyna f. 
Oxytropis campestris f. 1. 

„ montana k. 1. 

Papaver alpinum k. 
Paradisia LAliastrum s. 
Petrocallis pyrenaica k. s. 
Phleum alpinum gl. 
Phaca frigida gl. 1. 
Phyteuma comosum k. s. 

„ hemisphaericum f. 

„ Micheln gl. 1. 

„ pauciflorum. f. 1. 

„ Scheuchzeri k. 1. 

Pinguicula alpina 1. 

„ vulgaris 1. 

Pinus Cembra f. 

„ Mughus gl. 
Polygala Ghamaebuxus. 

„ war. purpurea gl. 
Polygonum viviparum gl. 
Potentilla aurea gl. 



3* 



— 36 - 



Potcntilla caulescens k. s. 
B Clusiana k. s. 

„ grandiflora f. 1. 
„ /Wtfirf« f. I. 

„ nitida f. 1. 

„ m'vea f. 1. 

„ multißda gl. 

Primula Auricida k. 
„ commutata 1. 
„ calycina 1. 
B farinosa k. 1. 
„ longiflora gl. 
„ intcgrifolia k. s. 
„ minima I. 
„ pubescens k. 1. 
„ spectabilis gl. 1. 
„ villosa f. 1. 
Ranunculns aconitifolius gl. 
„ alpestris k. s. 

„ glacialis f. s. 

„ hybridus k. 

„ pamassifolius gl. 1. 

„ rutaefolius f. 1. 

„ Thora k. s. 

„ Traunfellneri k. 1. 

Rliododendron Chamaecistus k. 
„ ferrugineum f. 

„ hirsuhtm k. 

JRosa alpina gl. 
*Sa//ic arbuscula k. 



&afcr hcrbacca gl. 
„ Myrsinites f. 
„ reticulata gl. 
„ retusa gl. 
Saxifraga Aizoon k. 

„ aizoides gl. 

„ bryoidcs f. s. 

„ Burscriuna gl. 

„ biflora f. s. 

„ caesia k. s. 

„ cacspitosa gl. 

„ crustata k. 

„ cuneifolia gl. 

„ elatior k. 

„ hypnoidcs gl. 

„ muscoidcs gl. 

„ mutatu k. 1. 

„ oppositifolia f. 1. 

„ rotundi/'olia gl. 

„ scdoidcs gl. 

„ Seguieri s. 

„ squarrosa k. s. 

„ stellaris gl. 

„ toiclla gl. s. 

Scabiosa lucida gl. 

Sempervivum arachnoidcum f. s. 
„ Funkii gl. 

,. hirtum gl. 

„ Pittonn gl. 

„ tectorum gl. 



37 — 



Scmpervivum tomentosum gl. s. 

„ Wulfenii f. gl. 

„ montanam gl. 

Senecio abrotanifolius gl. s. 
„ incanus gl. 

S#e»« «cawfts gl. s. 

„ alpestris k. s. 

„ Piimilio f. 

„ quadrifida gl. s. 

„ Saxifraga gl. 

Soldanella alpina gl. 1. 

„ minima 1. 

„ pusilla 1. 

Thalidrum aquilegifolium gl. 

„ alpinum f. 

„ foetidum gl. 



Thlaspi alpinum k. s. 

„ rotnndifolium k. 
Trollius europaeus gl. 
Trifolium badium f. 
Valeriana ccltica gl. 1. 

„ montana gl. s. 

„ saxatilis k. s. 

„ supina s. 

„ tripteris gl. 

yierom'ca alpina gl. 

„ bellidifolia f. s. 

„ saxatilis k. s. 
T^i'o?« alpina k. s. 
„ biflora gl. 
„ Zm^« f. gl. 
Wulf'enia carinthiaca 1. 
Zahlbrucknera paradoxa f. 



Atragene alpina. L. Alpenrebe. 

Tafel 1. 

Strauchig. Stengel ästig, holzig, hingeworfen, herabhängend oder 
kletternd, an den Gelenken knotig, schuppig, beblättert und mit 3spal- 
tigen dürren Wickelranken (den abgestorbenen vorjährigen Blattstielen) 
versehen. Blätter gegenständig, gestielt, meist doppol- äschniltig, rück- 
wärts sammt den Blatt- und Blüthensticlen behaart; Abschnitte eiförmig 
oder länglich-lanzettlich zugespitzt, ungleich gesägt, manchmal gelappt 
oder an der Basis zusammenfliessend. Blüthen einzeln, langgestielt, 
blattwinkelständig, überhängend; Blumenblätter spaltig, aufrecht; 
Kelchblätter lanzettlicb, gerade vorgestreckt oder abstehend. Frücht- 
chen zottig, in einen langen zottigen Schweif auslaufend. (Neilreich.) 

Auf steinigen Stellen der Alpen und Voralpen, sowie auch in 
der subalpinen Waldregion, oft Zäune, Bäume und Sträucher in den 
anmuthigsten Guirlanden überziehend. Blüthen violett. Juni — August. 

Anemone Hallen. All. Hallers Windblume. *) 

Tafel 2. 

Von weissen glänzenden Drüsenhaaren zottig. Blätter gefiedert, 
2-3paarig; die Fiedern fiederspaltig; die Lappen 2— 3 spaltig; die 
Fetzen lanzettlich, ganz oder 3spaltig. Hülle sehr zottig, vieltheilig, 
Blüthe aufrecht. (Hegetschweiler.) 

*) Diese Pflanze wurde bisher von den deutschen Botanikern, namentlich auch 
von Koch, für die A. Halleri All. gehalten, Herr Prof. Kerner halt sie aber für eine 
andere von der A. Halleri verschiedene Art, nemlich für die Anemone (Pulsatilla) 
grandis Wenderoth. Die ächte A. Halleri wäre danach auf da« weltliche Gebiet beschränkt. 



— 39 — 

An subalpinen Waldrändern, in der Schweiz und Piemont auf 
hohen Alpen. Blüthe lila in vielen Varietäten, selten weiss oder rosen- 
roth. März, April, auf den Alpen im Juli. 

Verbreitung: Siebenbürgen, Karpathen, Ost- und Westalpen, 
Central-Frankreich. 

Anemone narcissiflora L. Narcissenblüthige Windblume. 

Tafel 3. 

Wurzelstock schief, abgebissen, ästigfaserig. Stengel an der 
Basis mehrblättrig, aufrecht, einfach, sammt den Blatt- und Blumen- 
stielen zottig, eine endständige 3 — öblüthige Dolde tragend, seltner durch 
Verkümmerung einblüthig. Grundständige Blätter gestielt, bandförmig, 
3 — 5theilig, zerstreut zottig oder oberseits kahl, Zipfel meist doppelt- 
3spaltig. Hüllblätter 3 — 4, sitzend, den grundständigen Blättern mehr 
oder minder ähnlich, kleiner, schwächer getheilt, manchmal nur 2- bis 
3spaltig. Kelchblätter meist 5, sternförmig, beiderseits kahl. Frucht- 
köpfchen aufrecht, Früchtchen kahl, sehr kurz geschnäbelt. 

Stengel 3" — 1' hoch, Blumen weiss oder roseniärben angeflogen, 
8'" — l'/a" miL Durchmesser. (Neilreich.) 

Auf felsigen Stellen und Triften der Kalkalpen und Voralpen 
(3000'— 6600'), oft ganze Strecken bekleidend. Ende Mai — August. 

Verbreitung: Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, Vogesen, Jura. 

Anemone alpina. L. Alpen-Windblume. 

Tafel 4. 
Wurzelblätter 3zählig zusammengesetzt, Zipfel eingeschnitten , 
Hüllblätter 3zählig, kurzgestielt, von der Gestalt der Wurzelblätter; 
Blüthen einzeln; Kelchblätter meist 6; Früchtchen und der vielmal 
längere Schweif zottig. (Hausmann.) 



— 40 — 

Auf Steinigen und felsigen Stelleu der Alpen und Voralpen. 
Stengel 8" — 1' hoch, Blume weiss, in der Grosse sehr variabel, oder 
schwefelgelb (Anemone sulphurea L.); blüht bei halbentwickelten 
Blättern, Mai — Juli; auf hohen Alpen noch im August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
Vogesen, Jura. 

Ranunculus Traunfellneri. Hoppe. Traunfellner's Hahnenfuss. 
Tafel 5. 

Blätter aderig, die wurzelständigcn 3theilig, im Umrisse nieren- 
förmig, der mittlere Zipfel 3spaltig, die seitlichen tief 2spaltig, Zip- 
felchen wiederum 2spaltig, Läppchen lanzettlich; Stengel 1 blütliig, 
meist lblättrig, das Stengelblatt linealisch, ungetheilt; Kelch kahl; 
Blüthenstiel gefurcht; Blumenblätter verkehrt-herzförmig oder 31appig. 
(Hausmann.) 

Stengel 1—3" hoch, Blätter nicht glänzend, Blumen weiss. Juni 
— Herbst. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Ranunculus pyrenaeus. L. Pyrenäischer Hahnenfuss. 

Tafel 6. 

Blätter nervig, ganzrandig, lauzettlich; Stengel 1— Sblfithig- 
Blüthenstiel an der Spitze wollig; Früchtchen verkehrt - eiförmig; 
konvex, glatt, unberandet. Schnabel dünn, hakig; Wurzelfasern stiel- 
rund, gegen die Spitze verschmälert. (Hausmann.) 

Blätter lineal-lanzettlich, Blüthen weiss. Auf sehr hohen Alpen- 
triften. Juni — Juli. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 



41 



Ranunculus montanus. L. Berg Hahnenfuss. 
Tafel 7. 

Wurzelblätter handförmig getbeilt, Zipfel verkehrt-eiförmig, 3spal- 
tig, stumpflich gezähnt; das untere Blatt stängelständig ötheilig, 
Zipfel länglich linealisch, handförmig-spreizend, das obere 3spaltig; 
Stengel 1 — mehrblüthig; Blüthenstiele rund; Früchtchen berandet, auf 
beiden Seiten konvex, Schnabel etwas gekrümmt; vielmal kürzer als 
das Früchtchen; Fruchtboden borstig. (Hausmann.) 

Auf Triften der Alpen und Voralpen. Blüthen gelb. Juni — August. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, Jura. 

Trollius europaeus. L. Europäische Trollblume. 

Tafel 8. 

Wurzel büschlig faserig, schopfig. Stengel aufrecht, einfach und 
einblüthig, seltner ästig und 2— 3blüthig, kahl wie die ganze Pflanze. 
Blätter handförmig ötheilig, die untern gestielt, die obern sitzend ; 
Abschnitte rautenförmig, 3spaltig, ungleich - eingeschnitten - gesägt. 
Kelchblätter fast kuglig zusammenschliessend. Kapseln lineal länglich, 
kahl, querrunzlich. (Neilreich.) 

Auf feuchten Triften, Holzschlägen etc. der Voralpen bis hinauf 
in die Alpenregion, oft in grossen Massen, und vereinzelt noch auf 
hohen Gipfeln. Kelchblätter citronengelb, die sehr kleinen, Staub- 
gefässen ähnlichen Blumenblätter dottergelb. Mai — August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, sarmatische Ebene, Ost-, Cen- 
tral- und Westalpen, Schwarzwald, Vogesen, Jura. 

Diese Pflanze wurde in der germanischen Vorzeit als eine Zauber- 
ptlanze betrachtet, wie schon ihr Name andeutet. 



— 42 — 

Aquilegia pyrenaica. Koch. Pyrenäische Ackelei. *) 
Tafel 9. 

Blüthen 8— 8 1 /» cm. breit, Sporn der Blumenkronenblätter a% 
Ende fast gerade oder bogig gekrümmt, aber nicht umgerollt, Platt» 
abgerundet, von der Länge oder länger als die Staubgefässe ; Blatte» 
1— 2fach — 3zählig, klein, Blätteben verkehrt-eiförmig-keilig, 2 — 31appig 
mit abgerundeten, ganzrandigen oder wenig gekerbten Lappen; Stenge} 
16—32 cm. lang, zart, mehr oder weniger klebrig-driisenhaarig. 

Blattlappen ei- oder verkehrt-eiförmig, Blätter kahl, Stengel nuj 
am obern Theile klebrig, flaumig, sonst kahl. Perennirend. Juni, Juli 
An felsigen Orten der Voralpen von Überbayern, Tyrol, Salzburg. 
Karnthen, Krain. (A. pyrenaica Koch, nicht D. C, A. Kinseleans 
F. Schultz.) (Willkomm Führer.) 

Blüthen blau, oder lilla, klein. An felsigen Orten alpiner Ge. 
genden. Juni — Juli. 

Verbreitung: Ost-Alpen. 

Helleborus niger. L. Schwarze Niesswurz. Schneerose. 
Tafel 10. 
Wurzelstock schief, dick, knorrig, mit schwarzen Fasern besetzt, 
Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach, kahl wie die ganze Pflanze 

*) Bei dieser Pflanze ist der Name etwas unsicher. Koch glaubte in einer in 
den Alpen nicht selten vorkommenden Akelei die Aquilegia pyrenaica D.O. zu erkennen 
F. Schultz trennte davon nach gewissen Merkmalen die A. Ginseieana ab, zu der unser 
Bild gehören würde. Schott in seinem Werk über die A<iuilegien erklärte aber die 
in den Pyrenäen vorkommende A. pyrenaica von De Candolle, für verschieden von der 
in den Alpen vorkommenden A. pyrenaica, und nannte diese Art A. Banhini zu der 
er auch die Einseieana zieht. Da sich mehrere Floristen, so namentlich auch Willkomm 
und Xymann im Conspectus florae Kuropaeae ihm angeschlossen haben, so müsste die 
Unterschrift dieser Tafel eigentlich in A. Banhini Schott gelindert werden. 



— 43 — 

in der Regel ein-, selten zweiblüthig, blattlos, nur oberwärts mit 
2—3 kleinen eiförmigen oder ovalen Deckblättern besetzt. Blätter 
grundständig, gestielt, •fussförmig, 7— 9schnittig; Abschnitte ungetheilt 
oder 2 — 3spaltig, länglich lanzettlich oder keilig, spitz, vorn gesägt. 
Blüthen nickend. Kelchblätter blumenblattartig, oval. Kapseln länglich, 
langgeschnäbelt, queradrig. 

Stengel 3— G" hoch. Kelche ansehnlich, 2—3" im Durchmesser, 
weiss oder rosenfarben überlaufen, bei der Fruchtreife grün; Blumen- 
blätter und Staubkölbchen gelb. Blätter lederig, zwar nach der Blüthe 
sich entwickelnd, aber überwinternd, so dass sich zur Zeit der Blüthe 
öfter noch vorjährige Blätter vorfinden. Der Wurzelstock enthält ein 
narkotisch scharfes Gift von selbst tödtlicher Wirkung und ist offi- 
zinell. (Neureich.) 

Gemein in Wäldern der Kalkvoralpen bis zum Krummholz hinauf. 
Februar — Mai. 

Tabernaeniontanus sagt von der schwarzen Niesswurz : „Soll zu 
eben denselbigen Schwachheiten gebraucht werden, als da ist der 
Aussatz, der Krebs, die fallend Sucht, schwäre Fantasey, Unsinnigkeit, 
Quartane Fieber und dergleichen : Es soll auch nur starken und ver- 
möglichen Persohnen eingegeben werden." 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 

Aconitum Anthora. L. Feinblättriger Eisenhut. 

Tafel 11. 

Wurzelstock 1 — 3 rübenförmige mit Fasern besetzte Knollen. 
Stengel aufrecht, unten kahl, oben sammt den Blüthenstielen und 
Kelchen flaumig, Blätter fuss- oder bandförmig 5 — 9theilig, meist 
kahl, die grundständigen fehlend ; Abschnitte fiederförmig vieltheilig 
mit schmal-linealen Zipfeln. Blüthen in einer endständigen einfachen 



— 44 — 

oder ästigen Traube. Kelche verwelkend, bleibend. Haube aus den 
Ilidbkreisrunden belmförmig. Kapseln rauhhaarig oder zuletzt kahl 
(Neureich.) 

Auf steinigen Ortes der Alpen, Blüthen bellgelb. August — 
September. 

Verbreitung: Karpatben, Ost- und Westalpen, Jura. 

Aconitum variegatum L. Cammarum. Jacq. Bunter Eisenhut.*) 

Tafel 12. 

Stengel 1—5' hoch, starr, gegen die Basis zu blattlos. Blätter 
steif, heller grün, minder glänzend, kürzer gestielt, breiter und gruber 
getheilt als bei A. Napellus. Traube stärker beblättert, selten ganz 
einfach und dann kurz und armblüthig, meist ästig und zwar der 
verkürzten Traubenäste wegen im Umrisse walzlich oder keglig, bei 
verlängerten untern Traubenästeu manchmal rispenförmig, Blumen 
(Kelche) heller violett, gegen die Basis oft bleicher oder weiss oder 
grünlich gescheckt, höchst selten ganz weiss. Haube ansehnlich, ] bis 
l'/ 8 " hoch, in der Grösse und Höhe jedoch vielfach abändernd. Gerade 
und gebogene Nägel der 2 oberen Blumenblätter mit aufrechter schiefer 
und fast wagrechter Kapuze kommen sehr oft in derselben Traube 
vor. (Neilreich.) 

An feuchten Stellen, Bächen u. s. w. gebirgiger Gegenden Vor- 
alpen und Alpen; Blüthen violett, manchmal bläulich. Juni — Sep- 
tember. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und West- 
alpen. 

*) Die Tafel trägt irrthümlich Uen Namen Aconitum Napellus L. 



45 



Papaver alpinum L. Cruz. Weisser Alpenmohn.*) 
Tafel 13. 

Wurzel spindlig, niedergestreckte schuppige Stämmchen treibend, 
locker-rasig. Stengel aufrecht, einfach, blattlos, einblüthig, steilhaarig 
wie die ganze Pflanze. Blätter nur grundständig, gestielt, doppel- 
fiederthcilig, Zipfel lineal-lanzettlich oder keilig, ganzrandig. Staub- 
fäden pfriemlich. Kapsel verkehrt-eiförmig, angedrückt steifhaarig. 
Blumenblätter weiss, an der Basis gelb, oder olivengrün. (Neilreich.) 

Vorzüglich auf dem Kalkschutte der Alpen und mit diesem in 
die Thäler und die Bette der Giessbäche hinabsteigend. Blüthen weiss. 
Juni — August. 

Verbreitung: Karpathcn, Ost-, Central- und Westalpen. 

Arabis alpina. L. Alpen-Gänsekraut. 

Tafel 14. 

Wurzel spindlig, ästige niedergestreckte Stämmchen und be- 
blätterte Ausläufer treibend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach 
oder abstehend ästig, sammt den Blättern gabiig behaart, unbereift; 
Blätter grobgezähnt, manchmal wellig, spitz oder stumpflich, die grund- 
ständigen rosettig oder keilig, in den Blattstiel herablaufend, die 
stengelständigen eirund oder eilänglich. Schoten locker, in allen Rich- 

*) Dieser weissbltthende Alpenmohn wird von vielen Botanikern als eine eigene 
Art unter dem Namen Papaver Burseri Cranz unterschieden, als der eigentliche Al- 
penmohn gilt dann der citronengelb oder mennigroth blühende. Neureich aber nimmt 
nur eine Art Alpenmohn mit 2 Varietäten, einer weiss- und einer roth- und gelb-blü- 

Ihenden an. 
Die Färbung der Blumenblätter an der Basis ist durch ein Versehen auf dem 
Bild nicht ausgeiührt, weil sie mit der Färbung der Staubkölbchen verwechselt wurde, 



— 46 — 

hingen abstehend. Samen mit einem sehr schmalen häutigen Rande 
umzogen. 

Stengel 3"— 1' hoch, Blätter trübgrün, weich. Blumenblätter weiss 
verhältnissmässig gross, 3'" lang, Platte 1 — 1 '/.,'" breit. Schoten 1—2" 
lang, - 3 / 4 '" breit. 

Gemein an Bächen, Waldrändern, auf Felsen und in Schluchten 
der Voralpen bis in die Krummholzregion der Alpen, mit den Gerollen 
der Giessbäche manchmal in niedere Gegenden herabziehend. Mai — 
Herbst. (Neilreich.) 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Jura, 

Arabis pumila. Jacq. Niedriges Gänsekraut. 

Tafel 15. 

Wurzel spindlig ästig, mehrköpfig, Wurzelköpfe kurz oder ver- 
längert, manchmal fast ausläuferartig, rasig. Stengel aufrecht oder 
aufsteigend, einfach, kahl oder unten feinbehaart, so wie die Blätter 
unbereift, Blätter ganzrandig oder schwach gezähnt, spitz oder stumpf, 
mit einfachen und gabiigen Haaren bestreut oder nur gewimpert und 
sonst kahl, die grundständigen rosettig, verkehrt-eifdrmig oder keili<r, 
in den Blattstiel herablaufend, die stengelständigen eilänglich oder 
länglich, mit abgerundeter oder verschmälerter Basis sitzend. Blumen- 
blätter länglich verkehrteiförmig, abstehend. Schoten gedrungen, auf- 
recht abstehend. Samen rundum häutig-geflügelt, Flügel ungefähr s«, 
breit als der halbe Querdurchmesser des Samens. (Neilreich.) 

Blätter grasgrün, dicklich. Blumen weiss. Auf Felsen und stei- 
nigen Stellen der Kalkalpen ; manchmal in die Voralpen herabsteigend. 
Juni — Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Wegtalpen. 



— 47 — 

Thlaspi rotundifolium. Gaud. Rundblättriges Täschelkraut. 

Tafel IG. 

Wurzel spindlig, verlängerte Stämmchen treibend, locker-rasig. 
Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach, kahl wie die ganze Pflanze. 
Blätter bläulichgrün, ganzrandig, seltner schwachgezähnt, stumpf oder 
spitzlich, die grundständigen verkehrt-eiförmig, in den Blattstiel herab- 
laufend, an der Spitze der Stämmchen rosettig-gehäuft oder gebüschelt, 
die stengelständigen eiförmig, mit kleingeöhrlter Basis sitzend. Schöt- 
chen länglich-keilig, fast 4seitig, stumpf, vorn sehr schmal geflügelt, 
Fächer 1— 3samig. (Neilreich.) 

Stämmchen oft 2' lang durch den Felsenschutt dringend. Blätter 
dicklich. Blumen lila oder pfirsichblüthenfarben. 

Im Felsenschutte höherer Kalkalpen (5500 — 66U0'), nicht gemein. 
Juli — August. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Hutchinsia alpina. R. Br. Alpen-Hutchinsia. 

Tafel 17. 

Blätter gefiedert ; Stengel einfach, nackt ; Fruchttraube lang, 
locker; Blumenblätter noch einmal so lang als der Kelch; Schötchen 
länglich, an beiden Enden spitz, mit einem kurzen Griffel endigend. 
(Hausmann.) 

Blumen weiss, verhältnissmässig gross. Im Felsenschutte und 
auf felsigen Stellen der Kalkalpen häufig. Juni — August. 

Verbreitung: Karpathen , Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 



- 48 — 

Viola lutea. Smith. Hochgelbes Veilchen.*) 
Tafel 18. 
Mehrjährig. Wurzel mit rüilliclicu ausdauernden Trieben; Stengel 
meist einfach, aufstrebend; Blätter gekerbt, die äntern eiherzförmig, 
oder eirundlänglich; Nebenblätter handförmig zerschlitzt, gewimpert, 
Zipfel lineahsoh, oder der mittlere breiter. Sporn kaum länger als 
die Anhängsel des Kelches. (Hausmann.) 

Auf Voralpen und Alpen, Mai — Juni Blüthet) gelb, variiren stark. 
Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- and Westalpen. 

Viola alpina. L. Alpen-Veilchen. 
Tafel l!). 
WurzelstOök walzlich, knotig, schief, oberwärts ästig, keine Aus- 
läufer treibend. Blätter grundständig, gestielt, eirund oder herzförmig 
gekerbt, stumpf, sammt den Blatt- und PJüthensf ielen kahl oder nur 
schwach behaart, im Alter nicht grösser. Nebenblätter grundständig, 
lanzettlich, spitz, ganzrandig oder gezähnt, bis aber die Mitte an den 
Blattstiel gewachsen. Blüthenstiele grundständig] auch bei der Frucht- 
reife aufrecht. Kelohzipfel spitz oder stumpflioh. Narbe beckenförmig 
ausgehöhlt. Kapseln eiförmig, kahl, nickend. | Neureich.) 

Blätter dicklieh, glänzend, klein. Blüthenstiele 1— -8" lang. Blumen 
gross, violett-azurblau, geruchlos. 

Auf felsigen Triften der Kalkalpen in und oberhalb der Krumm- 
holzregion. Mai — Anfang Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-Alpen. 

*} Neureich in.it die Viola lutea, welche Tr.-.ttinik auf Bergwiesen ander Grerae 
von Oesterreich and Steiermark fand, für eine subalpine Form der Viola tricolor, des 
überall häufigen Stiefmütterchens. Kr zweifelt überhaupt, ob dio echte VioU lutea von 
der Violatrioolor Bpeoifisoh verschieden sei. Da Ben Professor Kernor überdies das 
Vorkommen der echten Viola lutea In den alpen bestimmt in Abrede stellt, so kann 
obiges Bild nur eine immerhin interessante Abart des Stiefmütterchens (der Vi, da tri- 
color) darstellen. 



— 49 — 

Gypsophila repens. L. Kriechendes Gypskraut. 

Tafel 20. 

Wurzel spindlig-ästig, niedergestreckte ästige Stämmchen treibend, 
rasig. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach oder oben ästig, samnU 
den Blättern kahl. Blätter lineal-lanzettlich oder lineal, ganzrandig, 
spitz. Blüthen in lockern rispenförmigen Trugdolden. Kelche glockig. 
Öspaltig, Zipfel länglich, rundhäutig, einnervig, stumpf mit einem 
kleinen Spitzchen, gerade. Blumenblätter stärker oder schwächer aus- 
gerandet. (Neilreich.) 

An felsigen und kiesigen Stellen der Kalkalpen, oft mit dem 
Gerolle weit hinabsteigend. 

Stengel 3—6" hoch, Blätter bläulichgrün, dicklich. Blumenblätter 
2—3"' lang, weiss oder rosa angehaucht.*) Juli — August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
•Iura. 

Dianthus alpinus. L. Alpennelke. 

Tafel 21. 

Wurzel spindlig-ästig, niedergestreckte ästige Stämmchen treibend, 
rasig. Stengel aufrecht oder aufsteigend, sammt den Blättern kahl, 
einfach, einblüthig, höchst selten 2— 3blüthig. Blätter lineal-lanzettlich, 
stumpf am Bande von feinen Zäckchen rauh oder glatt, Deckblätter 
2—4, krautig, so wie die Kelchröhre kahl, aus eilanzettlicher Basis 
pfriemlich, bald so lang bald kürzer als die Kelchröhre. Blumenblätter 
dreieckig verkehrt-herzförmig, ungetheilt, am oberen Rande gezackt. 
(Neureich.) 

*) Die Blumenblätter sind auf dem Bfld weiss, sie kommen aber häufiger rosa an- 
gehaucht vor. 

Die Alpenpflanzen I. 4 



— 50 — 

Auf Alpentriften. Blüthen oben fleischfarbig bis purpurrot h, rm| 
einem purpurnen und weiss gefleckten Hing am Schlünde, Unterseite 
grünlich weiss. Der Stengel 2—3" hoch. Blüht von Juni — August 

Von der Alpennelke zeichnete Kaiser Maximilian I. folgende 
Zeilen in sein Memoirenbuch auf: Item, ain wurzlin haist grafoi] 
(Cariophyllum), wechst auf dem hohen gepürg, ist gut für die IV 
stillenz: Wann einem graust oder die pestillenz ankombt, so sclmuid 
ain wenig von der würzen und trinks in ainen wein, so swiczt alle 
Krankheit von ime." (Perger, deutsche Pflanzensagen.) 

Verbreitung: Karpathen, Ost- und Centralalpen. 

Silene acaulis. L. Stengelloses Leimkraut. 

Tafel 22. 

Wurzel spindlig-ästig, holzige, vielfach verästelte Stämmchei 
treibend, Stämmchen der Länge nach mit vertrockneten Plätten 
besetzt, an der Spitze einen frischen Blätterbüschcl tragend, dichU 
polsterförmige Rasen bildend. Stengel fehlend. Blätter grundständig 
lineal, spitz oder zugespitzt, ganzrandig, kurz bewimpert, sonst kalij 
wie die ganze Pflanze. Blüthen 2häusig-vielehig, einzeln am Ende dei 
Stämmchen, kürzer oder länger gestielt, manchmal fast sitzend. Reicht 
walzlich, lOnervig, aderlos, kahl, aufrecht; Kelchzähne eiförmig, stumd 
oder ausgerandet. Blumenblätter länglich verkehrt eiförmig, seicht 
ausgerandet, Krönchen schuppenförmig. 

Rasen grasgrün, oft ganze Felsstücke überziehend. Blumen hell- 
purpurn oder rosenfarben, 4—6'" im Durchmesser. (Neilreich.) 

Auf Felsen und Triften der Kalkalpen gemein, oft tief abwart, 
steigend. Mai — Juli. 



Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 



I 



— 51 — 

Silene rupestris. L. Felsen-Leimkraut. 

Tafel 23. 

Stengel gabelspaltig, völlig kahl; Blüthen gabel- und endständig; 
Kelch kreiseiförmig, lOriefig, Zähne eiförmig, stumpf; Blumenblätter 
verkehrt-herzförmig, bekränzt; Blätter eiförmig, spitz, sitzend, die 
untern lanzettlich, an der Basis verschmälert. (Hausmann.) 

Auf felsigen Stellen der Alpen und Voralpen. Blüthen milchweiss 
oder rosa.*) Juli — August. 

Verbreitung : Ost-, Central- und Westalpen, Schwarzwald, Vogesen. 

Moehringia muscosa. L. Gemeine Möhringie. 

Tafel 24. 

Wurzel spindlig-faserig, zerbrechliche ästige Stämmchen treibend, 
rasig. Stengel liegend oder aufsteigend, ästig, kahl wie die ganze 
Pflanze. Blätter feinlineal oder fädlich, halbstielrund, spitz, nervenlos.**) 
Blüthen in 1 — 3blüthigen oder mehrgabligen lockeren Trugdolden. 
Blüthenstiele nach dem Verblühen verlängert, wagrecht abstehend. 
Kelchzipfel 4, eilanzettlich, spitz, einnervig, am Rande trockenhäutig. 
Blumenblätter 4, länger als der Kelch. Staubgefässe 8. Griffel 2. Kap- 
seln 4klappig. Selten einige Blüthen mit ötheiligem Kelche, öblättriger 
lOmänniger Blumenkrone, 3 Griffeln und 6klappigen Kapseln einge- 
mischt. (Neilreich.) 

Stengel zerbrechlich, Blumen klein, weiss. An feuchten Felsen, 
Mauern, an moosigen schattigen Stellen der höheren Bergregion bis 

*) Die Staubkiilbchen sind auf dem Bild gelb angegeben, nach Herrn Prof. 
Kerner sind sie aber violett. 

**) Die Ausführung dieses Bildes lässt manches zu wünschen übrig. Die Blätter 
sind zu breit, die Blüthen sind zu klein, doch ist die Erscheinung der Pflanze (der 
habitus) richtig wiedergegeben. 

•1* 



— 52 — 

hinauf in die Alpen, oft in weit ausgebreiteten, dichten Rasen. Mai 
— August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central-, Westalpen, Jura. 

Phaca frigida. L. Kalte Berglinse. 

Tafel 25. 

Wurzelstock stielrund, ästig, kriechend. Stengel aufsteigend oder 
aufrecht, einfach, sammt den Traubenstielen grösstenteils kahl. Blätter 
gefiedert, 4— öpaarig. Blättchen oval oder eilänglich, ganzrandig, stumpf, 
oberseits kahl, rückwärts und am Bande mehr oder minder behaart. 
Nebenblätter blattartig, eiförmig, halbstengelumiässend. Blüthen über- 
hängend, in kurzen gedrungenen blattwinkolständigcn Trauben. Hülsen 
länglich, aufgeblasen, fast 3seitig, kurzhaarig, gestielt, Stiel etwas länger 
als der Kelch. (Neilreich.) 

Blättchen grasgrün, rückwärts blasser, netzartig. Nebenblätter 
bleich. Blumen gelblichweiss. Auf hohen Triften der Alpin. Juli — 
August. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Oxytropis montana. D. C. Berg-Spitzkiel. 

Tafel 26. 

Wurzel spindlig-ästig, vielköpfig, rasig. Stengel fehlend oder ver- 
kürzt, niedergestreckt, einfach, an der Spitze beblättert, abstehend- 
behaart wie die ganze Pflanze. Blätter gefiedert, 8— l&p&arig. Blättchen 
eiförmig bis lanzettlich, ganzrandig, spitz. Nebenblätter eiförmig oder 
lanzettlich, an der Basis des Blattstieles sitzend. Blüthfn in blatt- 
winkelständigen gedrungenen rundlich-eiförmigen Ähren. Hülsen auf- 



— 53 — 

recht, länglich, aufgeblasen, schwärzlich behaart, halb 2fächerig, im 
Kelche deutlich gestielt, Stiel so lang als die Kelchröhre. (Neilreich.) 

Wurzel derb, rundliche ausgebreitete Käsen treibend. Blättchen 
klein, oberseits bläulich, rückwärts grasgrün, Blattspindel rothlich, 
Blumen hellviolettroth. 

Auf steinigen Triften und an Felsen und felsigen Stellen der 
Kalkalpen häufig. Juli — August. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Oxytropis campestris. D. C. Feld-Spitzkiel. 

Tafel 27. 

Stengellos, zerstreut-haarig oder etwas zottig ; Blätter meist 
12paarig, Blättchen lanzettlich spitz; Blüthenstiele niederliegend, länger 
als das Blatt und nebst dem Kelche haarig, Haare aufrecht, beinahe 
angedrückt; Ähren kopfig, eiförmig; Deckblätter so lang als der Kelch 
oder kürzer. Hülsen aufrecht, in dem Kelche sitzend, eiförmig, auf- 
geblasen, zugespitzt, halb 2fächerig. (Hausmann.) 

An steinigen Stellen der Alpen. Blüthen citronengclb mit bräun- 
lichen Nägeln.*) Juli — September. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 

Dryas octopetala. L. Gemeine Silberwurz. 
Tafel 28. 

Stengel halbstrauchig, ästig, in flache Rasen niedergestreckt. 
Blätter immergrün, herzförmig, länglich, gekerbt-gesägt, stumpflich, 

*) Die Farbenbezeichnung im Text ist nach Herrn Professor Kerner, der die 
Farben des Bildes nicht ganz richtig findet. 



— 54 — 

oberseits kahl, glänzend, rückwärts weissfilzig, am Rande urngei'ollt 
Nebenblätter lanzettlich-pfriemlich, samint den Kelchen, Blatt- an< ± 
Blüthenstielen mehr oder minder zottig, Kelche und der obere Theil 
der Blüthenstiele nebstbei noch mit kürzeren drüsentragenden Hagren 
bestreut. Blüthen einzeln, endständig. Schalfrüchte zottig. (Neilreich ) 

Auf Felsen und im Felsenschutte der Kalkalpen gemein (6000-6600') 
steigt manchmal auch in subalpine Hegenden herab. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Blüht im Juni — August. 

Potentilla aurea. L. Goldfarbiges Fingerkraut. 

Tafel 29. 
Wurzel spindlig-ästig, mehrköpfig oder holzige Stämmcheil trei- 
bend, rasig. Stenge* aufrecht oder aufsteigend, sammt den Ke] ( .i ien 
Blatt- und Blüthenstielen anliegend behaart, annblättrig, oben i ru <y_' 
doldig-ästig, mehrblüthig. Blätter bandförmig öschnittig oder die oberen 
3schnittig; Abschnitte verkehrt-eiförmig, oder länglich-keilig, vorn tief- 
gesägt, gleichfarbig, oberseits ziemlich kahl, rückwärts auf den Mittel- 
Herren, den Seitenadern und am Bande von angedrückten la„o- en 
Haaren seidig-glänzend, wie mit einem Silberstreifen eingefasst. Schal- 
früchte kahl, unberandet. (Neilreich.) 

Blätter grasgrün, glänzend; Blumen ziemlich gross, Blumenblätter 
goldgelb, am Grunde mit einem orangefarbenen Fleck. 

Häufig auf den Triften der Alpen und Voralpen. Juni — Herbst 
Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost- und Westalpen, J ura * 

Potentilla caulescens. Gaud. Langstengliges Fingerkraut. 

Tafel 30. 
Wurzelstock walzlich, senkrecht oder schief, dickfaserig v iel 
kopfig, rasig, Köpfe derb, schopfig, oft stämmchenartig verlängert, 



— 55 — 

aber keine beblätterten Ausläufer treibend. Stengel schwach, liegend 
herabhängend, aufsteigend oder aufrecht, mehrblättrig, an der Spitze 
trugdoldig-ästig, vielblüthig, sammt den Blattstielen abstehend behaart. 
Grundständige und untere stängelständige Blätter handförmig öschnittig, 
kürzer oder länger gestielt, die grundständigen kürzer als die Stengel, 
obere Stengelblätter 3schnittig, in Deckblätter übergehend ; Abschnitte 
länglich oder keilig, bis über die Mitte ganzrandig, vorn gesägt, gleich- 
farbig, beiderseits ziemlich kahl oder rückwärts und am Rande seiden- 
haarig-zottig. Blumenblätter schmal, länglich-keilig, länger als die 
Kelchzipfel. Staubfäden zottig. Schalfrüchte zottig (Neilreich.) 

Stengel sammt de» graugrünen, weichen Blättern schlaff. Blumen 
weiss. Auf Kalkfelsen der Alpen und Voralpen, bis in die Thäler 
hinabsteigend. Juli — August. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Rosa alpina. L. Alpen-Rose. 

Tafel 31. 
Stacheln sämmtlich gerade, wagrecht oder abwärts gerichtet, 
ungleich, nadel- oder borstenförmig, an den Wurzeltrieben gedrungen 
oder zerstreut, an den Stämmen und Aesten meistens fehlend. Blätter 
gefiedert, 3— öpaarig; Blättchen länglich oder elliptisch, stumpf oder 
spitz, einfach- oder doppelt-gesägt, kahl oder rückwärts behaart, ober- 
seits dunkelgrün, rückwärts blässer. Blüthenstiele einzeln, meist deck- 
blattlos, nach dem Verblühen herabgebogen. Kelchzipfel ganz, an der 
Spitze lanzettlich verbreitet, so lang oder länger als die Blumenblätter. 
Scheinfrüchte ellipsoidisch, seltner kuglig, mehr oder minder in einen 
Hals zusammengezogen und dadurch manchmal flaschenförmig, markig, 
überhängend, von den aufwärts gerichteten oder zusammenschliessenden 
bleibenden Kelchzipfeln gekrönt. Die mittelständigen Fruchtknoten 
sehr kurz gestielt oder fast sitzend. (Neilreich.) 



— 56 — 

Blumen rosenroth oder purpurn, sehr wohlriechend. Schein- 
früchte scharlachroth. Stamm 1—4' hoch. 

An Waldrändern, steinigen und buschigen Stellen, in Holz- 
schlägen, auch oft an Felsen in den Alpen und Voralpen. Juni — Juli. 

Verbreitung : Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, Vogesen, Jura. 

Alchemilla pubescens. M. B. Flaumiger Frauenmantel. 

Tafel 32. 

Wurzelblätter nierenförmig, bis zum dritten Theile 7— 91appig, 
Lappen kurz-verkehrt-eiförmig, abgeschnitten, vorne spitzgezähnt, am 
Grunde ganzrandig. (Hausmann.) 

Auf Triften der höchsten Alpen. Juni — Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ostalpen. 

Alchemilla alpina. L. Alpen-Löwenfuss. 

Tafel 33. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief, reichfaserig. Stengel liegend 
oder aufsteigend, ästig, sammt den Blattstielen anliegend-behaart. 
Blätter bandförmig, 5— 9schnittig, 2farbig, oberseits kahl, dunkelgrün, 
unterseits seidenhaarig-glänzend, silbergrau, Abschnitte keilig-länglich, 
stumpf, vorne gesägt. Blüthen 2— 4männig, in einer endständigen mehr- 
gablichen geknaulten, oft traubenförmigen Trugdolde. (Neilreich.) 

An felsigen Stellen, ziemlich selten. Blüthen grünlich, gelb. Juli 
— August. 

Verbreitung : Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, Vogesen, Jura. 

Sempervivum hirtum. L. Kurzhaarige Hauswurz. 

Tafel 34. 
Wurzel spindlig-ästig, Rosetten tragende Stämmchen treibend. 
Stengel aufrecht oder aufsteigend, sammt den Bliithenstielen und Kel- 



— 57 — 

eben behaart. Blätter fleischig, ganzrandig, die der Rosetten länglich 
oder länglich-lanzettlich, spitz, gewimpert, sonst beiderseits kahl. Stengel- 
blätter gedrungen, sitzend, aus herzförmiger Basis lanzettlich, eilanzett- 
lich oder dreieckig-eiförmig, zugespitzt, nach oben an Breite und 
Grösse zunehmend, nebst den Wimpern beiderseits oder doch rück- 
wärts kurzhaarig, die untern manchmal auf beiden Seiten kahl. Blüthen 
meist I2männig und Gweibig, in endständigen einseitigen Trugdolden. 
Blumenblätter meist 6, glockig-aufgerichtet, lineal-lanzettlich, am Rande 
fransig-geschlitzt, 2mal länger als der meist 6theilige Kelch. (Neilreich.) 

Auf Felsen und steinigen Grasplätzen der Alpen und Gebirgs- 
gegenden. Blumen gelblichweiss. Juli — Herbst. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost- und Westalpen. 

Saxifraga oppositifolia. L. Gegenblättriger Steinbrech. 

Tafel 35. 

Stämmchen kriechend, vielästig; Aeste aufrecht, gedrungen, dicht 
beblättert, die blühenden nach oben locker beblättert, einblüthig. 
Blätter gegenständig, an den unfruchtbaren Zweigen 4reihig, an der 
verdickten Spitze mit einem ein später abfälliges Kalkschüppchen ab- 
sondernden Grübchen, spatelig, steif gewimpert, sonst kahl oder sammt 
dem Stengel spärlich behaart, unterseits gekielt, oberseits ausgehöhlt, 
mit abstehend zurückgebogener Spitze. Kelch halb 5spaltig, Röhre mit 
dem halben Fruchtknoten verwachsen, Zipfel eiförmig gerundet (drüsen- 
los), steif gewimpert. Blumenblätter verkehrt eiförmig. (Celakovsky, 
Prodromus.) 

Auf Felsen der Alpen. Blüthe ziemlich gross, rosenroth, zuletzt 
blau. Mai — Juni. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und West- 
alpen, Jura. 



— 58 — 

Saxifraga caesia. L. Meergrüner Steinbrech. 

Tafel 30. 

Wurzel ästig-faserig, einen polst erförmigen Rasen dachig-beblät- 
terter Stämmeken treibend, Stämmchen Bparrig-walzlioh oder an der 
Spitze kalbkuglige Blätterrosetten tragend. Stengel aufreckt oder auf- 
steigend, in eine 1— Gblütkige doldentraubige Trugdolde übergebend, 
sammt den Stengelblättern, Blütkenstielen und Kelcken kakl oder 
zerstreut-drüsig-bekaart. Blätter der Stämmeken zurückgelcrümmt, kart, 
dick, kakl, lineal-länglick, fast 3kantig, spitzlich, ganzrandig, längs des 
Randes eingedrückt-punktirt, an der Basis gefranst, in der Jugend 
kalkig-bekrustet. Stengelblätter viel kleiner, lineal. Kelchsaum ober- 
ständig, Blumenblätter verkehrt-eirund, stumpf. (Neilreich.) 

Auf Felsen der Kalkalpen, oft bis zum ewigen Schnee hinauf, 
mit dem Schutte der Giessbäche manchmal bis in die Thäler herab- 
steigend. Blütkcn weiss. Juni — September. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Saxifraga museoides Wulf. Sprenzl. Moosartiger Steinbrech*) 

Tafel 37. 

Wurzel spindlig-ästig, einen Rasen beblätterter, an der Spitze 
rosettiger Stämmchen treibend. Stengel aufsteigend (die Deckblätter 
nicht gerechnet), blattlos oder 1— 3blättrig, in eine 1— Gblütkige dolden- 

*) Dieses Blatt wurde mit der Unterschrift Saxifraga Seguieri ausgegeben, ge- 
hört aber nach Herrn Professor Kerner zu Saxifraga museoides Wulf (S. moschata 
Wulf, S. ctespitosa L.), einer ausserordentlich formreicheu Art, zu deren Form a 
compaeta, die besonders dem Hochgebirge angehört, sie bu ziehen wiire. Eine andere 
sehr verschiedene, mehr typische Form wird im II. Hand erscheinen. 



— 59 — 

traubige Trugdolde übergehend, sammt den Blüthenstielen und Kelchen 
drüsig-behaart oder unten kahl. Blätter im frischen Zustande nervenlos, 
kahl oder an der Basis schwach-gewimpert oder überall drüsig-behaart, 
theils ungetheilt, lineal oder länglich-lineal, ganzrandig, stumpf, theils 
linoal-keilig und vorn 2— 3spaltig, seltner Öspaltig, mit linealen stumpfen 
Zipfeln, manchmal alle Blätter ungetheilt, Kelchsaum oberständig. 
Blumenblätter länglich oder oval, stumpf, ungefähr so breit als die 
Kelchzipfel. (Neilreich.) 

Auf hohen Alpen, an schattigen feuchten Felsen. Juli— August. 
Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Saxifraga stellarls. L. Sternblüthiger Steinbrech. 

Tafel 38. 

Wurzel spindlig-faserig, einen dichten Rasen kurzer, an der 
Spitze rosettiger oder abwechselnd-beblätterter Stämmchen treibend. 
Stengel aufrecht (die Deckblätter nicht gerechnet) blattlos, in eine 
3-vielblüthige doldentraubige Trugdolde übergehend, zerstreut-drüsig- 
behaart wie die ganze Pflanze. Blätter keilig oder verkehrt-eiförmig, 
vorn grobgesägt. Kelche unterständig, Zipfel zurückgeschlagen. Blumen- 
blätter lanzettlich, in einen linealen Nagel zusammengezogen, ziemlich 
spitz, sternförmig-ausgebreitet. (Neilreich.) 

Blätter grasgrün, dicklich, Blumenblätter klein, hinfällig, weiss, 
am (irunde mit 2 gelben Flecken, Antheren mennigroth. 

An feuchten Felsen und Triften, am schmelzenden Schnee der 
Alpen. Juli — Herbst. 

Verbreitung : Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, Vogesen. 



— 60 — 

Saxifraga aizoides. L. Immergrüner Steinbrech. 
Tafel 89. 

Wurzel spindlig-ästig, einen Rasen beblätterter Stämmohen, aber 
keine Rosetten treibend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, reich- 
blättrig, in eine 8-mehrblüthige traubenförmige Trugdolde übergehend, 
manchmal aber auch nur 1 — 2blüthig, sammt den Blüthenstielen und 
der Kelchbasis zerstreut-behaart. Blätter nervenlos, kahl, ungetheilt, 
lineal oder lineal-lanzettlich, mehr oder minder zahnforniig-gewimpert 
oder ganzrandig, stachelspitzig, zerstreut, an der Spitze der Stämmchen 
gedrungen. Kelchsamn halboberständig. Blumenblätter lineal-länglich, 
stumpf, *) ungefähr so breit als die Kelchzipfel. (Neilreich.) 

Blätter grasgrün, dicklich. Blumen gelb, oft fast orangefarben. 
Staubgefässe orangegelb. 

Besonders häufig an felsigen aber feuchten Stellen, an Bächen 
u. s. w. der Alpen. Juli — Herbst. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, Jura. 

Bupleurum longifolium. L. Langblättriges Hasenohr.**) 

Tafel 4U. 

Wurzelstock walzlich, schief oder wagrecht, mehrkopfig. Stengel 
aufrecht, einfach oder oben etwas ästig, stielrund, feingerillt, kahl wie 
die ganze Pflanze. Blätter ganzrandig, längsnervig-aderig, spitz, die 

*) Die Blumenblätter Bind auf der Abbildung etwas zu spitz dargestellt. Herr 
Prof. Kerner vermuthet, dem Maler habe ein in den Alpen nicht seltener Mischling 
zwischen S. mutata und aizoides vorgelegen. 

*♦) Diese irrthümlich als Bupleurum graminifolium Vahl ausgegebene Tafel 
stellt nach Herrn Professor Kerner's gütiger Mittheilung das seltenere Bupleurum 
longifolium dar. 



— 61 — 

untern verkehrt eiförmig oder elliptisch, in einen langen Blattstiel 
verlaufend, die obern Blätter länglich bis eiförmig, mit herzförmig- 
umfassender Basis sitzend. Dolden 5— 8strahlig. Hülle 3— 5blättrig, 
Hüllchen 5— 7blättrig, Blättchen eiförmig oder elliptisch, kurz zuge- 
spitzt, die der Hüllchen länger als das Döldchen. Riefen des Frücht- 
chens' fädlich. Thälchen 3striemig, glatt. (Neilreich.) 

An Felsen und steinigen Stellen der Alpen. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Valeriana celtica. L. Celtischer Baldrian (Spelck). 
Tafel 41. 

Wurzelstock walzlich, schief oder senkrecht, mehrköpfig, Köpfe 
mit schuppenförmigen Blattresten bedeckt, Stengel aufrecht, einfach, 
gefurcht, kahl wie die ganze Pflanze, die blüthenständigen Blätter un- 
gerechnet, mit einem, seltner mit 2 Blätterpaaren besetzt. Blätter 
siiinmtlich ungetheilt und ganzrandig, stumpf oder spitzlich, die grund- 
ständigen länglich-verkehrt-eiförmig oder keilig, in den Blattstiel ver- 
laufend, die stengelständigen kleiner, lineal-keilig, gegen die Basis 
allmälig verschmälert, sitzend. Blüthen in einer endständigen trauben- 
förmigen Trugdolde. (Neilreich.) 

Auf steinigen Triften hoher Alpen ; obwohl auch in den Ivalk- 
alpen vorkommend, zieht diese Pflanze entschieden das Schiefergebirge 
vor, wo sie oft in ungeheurer Menge erscheint, 

Stengel 1—5" hoch, Blumen trüb röthlichgelb. Juli — August. 

Die ganze Pflanze, namentlich die Wurzel, von einem durch- 
dringend aromatischen Gerüche, wesshalb sie vielfache Verwendung 
als Volksarzneimittel, als Parfüm, als Mittel gegen Motten etc. in 
Kleidungsstücken und Pelzwerk, endlich im Oriente als aromatische 
Heigabe zu den Bädern findet und dahin aus Ländern, wo sie zahlreich 



(52 



vorkommt, einen nicht unwichtigen Ausfuhrartikel bildet, wie ■/. B. 
aus Steiermark, wo sich den Sommer über viele Aelpler nur mit 
Speiekgraben beschäftigen. Die Arbeit eines Speickgräbera (Speichers) 
ist eine mühsame, der Verdienst gering, wenn man betrachtet, iass 
der Speick selten unter GOOO' Höhe und immer in steinigen) Terrain 
angetroffen und 2 Kilo trockner Waare mit 5 — 8 11. verkauft weiden. 

Verbreitung: Ost- und Westalpen. 

Diese Pflanze war schon im Alterthum geschätzt, und Narde 
(Sjnca NarrH, Narcltts celtica) genannt und Dioscorides beklagt ^ich, 
dass sie mit einer ähnlichen, die er Geisböcklein (Hirculue) nennt, 
verfälscht werde. 

Valeriana saxatilis. L. Stein-Baldrian. 

Tafel 42. 

Wurzelstock walzlich, schief oder senkrecht, mehrköpfig, Köpfe 
fädig-schopfig. Stengel aufrecht, einfach, gefurcht, kahl, die bluthen- 

ständigen Blätter ausgenommen, blattlos oder ungefähr in der Mitte 
mit einem Blätterpaare besetzt. Blätter sämmtlich ungetheilt, ^anz- 
randig oder weitscbweifig-grobgezähnt, stumpf oder spitz, kahl oder 
zerstreut-behaart,*) kurz gewimpert, die grundständigen elliptisch oder 
eilänglich, in den Blattstiel verlaufend, die stengelständigen viel kleiner, 
lineal-lanzettlich, sitzend. Blüthen in einer endständigen doldent raupen 
Trugdolde. (Neilreich.) 

Auf Felsen der Kalkalpeu und Voralpen. Blüthen schneeveiss. 
Juni — Juli. 

Verbreitung : Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westdpen. 

*) Die Darstellung der Behaarung der Blätter hat im Karhondruck grosso 
Schwierigkeiten und ist auf dieser Tafel, wie Herr Professor Kerner mit Beeilt be- 
merkte, nicht gelungen. Man sieht nur Haare am Rand der Blatter, die auf der Blatt- 
flache zerstreuten Haare aber sind nicht bemerkbar. 



63 



Scabiosa lucida Vill. Glänzendblättrige Scabiose. 

Tafel 43. 

Unterste Wurzelblätter länglich, gestielt, gekerbt; obere fiederig 
eingeschnitten. Stengel einfach, mit einem einzigen violetten oder 
fleischrothen Köpfchen an der Spitze. (Moritzi.) 

An steinigen und felsigen Stellen der Alpen und Voralpen. 
Juli — Herbst. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
Vogesen, Jura. 

Adenostyles alpina. Bl. A. F. Alpen-Driisengriffel. 

Tafel 44. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schiel oder wagrecht, mit langen 
dicken Fasern besetzt. Stengel aufrecht oder aufsteigend, sammt den 
Blattstielen flaumig, oben doldentraubig oder rispig-ästig, vielköpfig. 
Blätter nierenförmig, dabei rundlich oder dreieckig, die obersten 
manchmal auch länglich, stumpf oder spitz, gezähnt, oberseits kahl 
oder mit gestielten Drüsen bestreut, rückwärts netzaderig und auf den 
Adern mit einfachen und gabliiren Härchen dichter oder dünner ge- 
öhrelt. Köpfchen gebüschelt, 2 — Gblüthig. (Neilreich.) 

Stengel !/ 2 — 4' hoch, sammt den Hüllen oft purpurn überlaufen. 
Blumen lichtpurpurn oder fleischfarbig. 

An feuchten, schattigen Stellen* der Alpen und Voralpen, oft 
bis in die Thäler herabsteigend. — Juni — September. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Aster alpinus. L. Alpen-Aster. 

Tafel 45. 
Wurzelstock walzlich, knorrig, schief mit langen Fasern besetzt, 
oben ästig, neben dem Stengel öfter sterile Blätterbüschel treibend. 



— (54 — 

Stengel aufrecht oder aufsteigend, Bammt den Blättern kurzhaarig oder 
zntti... einfach-einköpfig, unter den. Köpfchen öfter verdickt und röhrig, 
sonst ausgefüllt. Blätter 8nervig, hin- und hergebogen, ganzrandig, 
die untern keilig oder spatelig, in den Blattstiel verlaufend, stumpf, 
die oberen länglich-lanzettlich oder lanzettlich,*) sitzend, spitz. Rand- 
ständige Blüthen strahlend, weiblich. Hüllsohuppen lanzettlich, spitz oder 
spitzlich gewintert, alle ziemlich gleichlang und krautig, mit der Spitze 
meist abstehend. (Neilreich.) 

An Felswänden, felsigen und steinigen Stellen, sowie auf Triften 
der Alpen und Voralpen. Randblüthen blau-violett, jene des Mittelfeldes 
gelb, Köpfchen ansehnlich. Juli — August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und West- 
alpen, Jura. 

Bellidiastrum Michelii. Cass. Gemeine Sternliebe. 

Tafel 4G. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief, mit langen Fasern besetzt. 
Stengel aufrecht oder aufsteigend, blattlos, einfach, einköpfig, sammt 
den Blättern kurz-weichhaarig oder zottig. Blätter grundständig, länglich- 
verkehrt-eiförmig, in den Blattstiel verlaufend, grobgesägt, stumpf. 
(Neilreich.) 

Blätter weich, trübgrün. Köpfchen gross. Aehnelt sehr grossen 
Massliebchen, von welchen es sich jedoch durch den haarigen Pappus 
unterscheidet. 

Von der subalpinen Region aufwärts bis in die höheren Alpen- 
partien meist häufig. Vom Mai — Herbst. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, -Iura. 

*) Unser Bild stellt nach Herrn Prof. Kerner ein Kxeinplar mit abnormen, 
etwas zu breiten Stengelbliittern dar. 



— 65 — 

Erigeron alpinum. L. Alpen-Berufkraut. 

Tafel 47. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief, reich faserig. Stengel auf- 
recht oder aufsteigend, sammt den Blättern rauhhaarig oder ziemlich 
kahl, einfach, einköpfig oder in mehrere einköpfige Aeste getheilt. 
Blätter zerstreut, ganzrandig, die unteren keilig-lanzettlich oder spaltig, 
stumpf, in den Blattstiel herablaufend, die oberen lanzettlich, spitz, 
sitzend. Die äussern weiblichen randständigen Blüthen schmalzungen- 
förmig, fast 2mal so lang als die Zwitterblüthen des Mittelfeldes, strah- 
lend, die innern weiblichen Blüthen röhrig-fädlich, nur so lang als die 
mittelständigen, aufrecht. (Neilreich.) 

Köpfchen jenem der Alpen-Aster ähnlich, Scheibe gelb, Strahl 
blass und dunkler purpurn. Auf Triften und steinigen Stellen der Alpen 
und Voralpen, oft weit hinabsteigend. Juni — August. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, .Iura. 

Gnaphalium Leontopodium. L. Sternförmiges Ruhrkraut. (Edelweiss.)*) 

Tafel 48. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief, reichfaserig, rasig. Stengel 
aufrecht, einfach, wollig-weissfilzig. Blätter ganzrandig, stumpf, ober- 
seits mehr oder minder spinnwebig-wollig, rückwärts wollig-weissfilzig, 
die unteren lineal-keilig, die oberen lineal-lanzettlich. Köpfchen ei- 
förmig, an der Spitze des Stengels fast doldig-gehäuft und von länge- 

*) Das Bild stellt vollständig entwickelte lilüthen dar. Auf den "Wunsch meh- 
rerer Gönnerinen dieses "Werkes soll aber später noch ein Bild auf dunklen (irund 
geliefert werden, welches das Kdelweiss heim Aufblühen darstellen wird, wie es ge- 
wöhnlich verkauft wird und wie es seinem Namen mehr entspricht. 

Die Alpenpflanzen I. o 



66 

ren elliptischen, wollig- weissfilzigen Deckblättern sternförmig umgeben. 

(Neilreich.) 

Stengel 1 — 6" hoch. Blätter oberseits bald mehr grün, bald mehr 
grau, der endständige strahlende Blüthenstand 1 -2" im Durchmesser. 
Blumen gelblich. In der Ebene kultivirt, verlieren die Deckblätter der 
Blüthen wie die übrigen Blätter nach und nach ihren weissen Filz und 
werden blassgrün. Das Kdelwciss findet man an den schroffsten Fels- 
wänden sowohl, als auch im Schutte und auf steinigen Triften der 
Alpen vom Juli bis Herbst. Vordem eine gerngesehene Liebesgabe 
kühner Jäger oder auch von muthigen Gebirgssteigern mit Vorliebe 
als Trophäe überstandener Geiahren am Hute getragen, ist das Kdel- 
wciss heute zu einem schnöden Verkauisartikcl herabgesunken, welcher 
in Alpengegenden den Reisenden an jeder Station feilgeboten, und 
genügt die Erzeugungsfähigkeit der betreffenden Alpen in diesem Ar- 
tikel nicht, sogar vom Auslände importirt wird. Dnd so sieht man 
in manchen Städten kaum mehr einen Strassenjungen ohne Edel- 
weissstrauss an der Kappe. Der deutsch-österr. Alpenverein hat seine 
Mitglieder um Schonung des Kdelweiss ersucht : doch dürfte diese 
Vorsicht bei der schwierig zugänglichen Lage vieler Stellen im Hoch- 
gebirge, wo es noch in grossen Massen auftritt, und bei der grossen 
Verbreitung übertrieben sein; vor Ausrottung ist diese Pflanze schon 
durch ihre Standorte selbst geschützt, und leider fallen ihr gerade da- 
durch fast jährlich Menschenleben zum Opfer. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, .Iura. 

Artemisia mutellina. VIII. Edelraute. 
Tafel 4ü. 

Rasenbildend, vielstengelig, Stengel einfach, 1U 15 Ctm., Blätter 
grau und anschmiegend seidenhaarig: die untersten doppelt und drei- 



— 07 — 

lach Sgabelig getheilt, die oberen vorderhalb fingerig getheill : bei 

allen die Lappen lineal. Köpfchen zu 4—7 am Ende des Stengels, die 
obersten fast ungestielt und geknäuelt, die 2 oder 3 übrigen etwas 
entfernt prostielt . (Moritzi.) 

Auf felsigen, sonnigen Stellen höherer Alpen. Juli — August. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Diese und einige verwandte alpine Beifussarten werden unter 
dem Namen „Fdelraute" von den Alpenbewohnern hoch geschätzt, und 
die Erreichung ihres Besitzes von den unzugänglichsten Stellen hat 
sicher eben so viele, wenn nicht mehr Menschenopfer gekostet, als 
jene des in dieser Beziehung nicht minder berüchtigten „Edelweiss". 

Achillea Clavenae. L. Bittere Schafgarbe. 
Tafel 50. 

Wurzelstock walzlich, knorrig, ästig. Stengel aufrecht. 3ammt 
den Blättern seidenhaarig-graufilzig, an der Spitze doldentraubig-ästig, 
vielköpfig. Blätter im Umrisse länglich-verkehrt-eiförmig oder keilig, 
einfach fiederspaltig mit länglichen, ganzrandigen oder 2 — Szähnigen 

stumpfen Zipfeln. Strahl 6 — 8blüthig, Strahlblüthen so lang als die Hülle 
oder länger. 

Wurzelstock derb, schwarz. Stengel 3 — 8" hoch. Köpfchen gross. 
Hüllschuppen schwärzlich-eingefasst, Strahl weiss, Scheibe gelblich. 
Auf Felsen und im Felsenschutte der Kalkalpen sehr häufig (5(300—0500'), 
hin und wieder in Voralpen herabsteigend. (Neilreich.) 

Wird in manchen Alpengegenden unter dem Namen „weisser 
Speick" als blutreinigender Thee benützt. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 

5* 



— 68 — 

Achillea nana. L. Zwerg Schafgarbe. 

Tafel 51. 

Blätter sehr wollig-zottig, im Umrisse schmal-lanzettlich, gefie- 
dert; Fieder der Stengelblätter an der Basis durch ein Läppchen 
vergrössert, 2spaltig, Zipfel linealisch-lanzettlich, spitz, der 2te kleiner, 
die der Wurzelblätter 2theilig, der vordere Zipfel Sspaltig, der hin- 
tere 2spaltig ; Ebenstrauss einfach, fast kugelig; Zungenblüthen von 
der Länge des Ilauptkelohes. (Hausmann.) 

Blüthen weiss. Auf den höchsten Schiefergebirgsalpen. Juli- 
August. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Aronicum Clusii. Neck. Clusius-Schwindelkraut. 

Tafel 52. 

Wurzelstock walzlich, geringelt, schief oder wagrecht, mehr- 
köpfig, mit langen dicken Fasern besetzt, öfter stielrunde unterirdische 
Ausläufer treibend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, Bammt den 
Blättern mehr oder minder rauhhaarig, fast drüsenlos, oder ziemlich 
kahl, einfach, einköpfig. Blätter länglich, länglich-lanzettlich, die grund- 
ständigen mitunter auch oval, ganzrandig oder ausgeschweift, einige 
auch grob- oder eingeschnitten-gezähnt, die untern gestielt, öfter am 
Blattstiele herablaufend oder geöhrlt, die obern mit meist verschmä- 
lerter, seltner mit gerundeter Basis sitzend, nach oben an Grösse sehr 
abnehmend. Randständige Blüthen strahlend. (Neilreich.) 

Wurzelstock bitter, mit scharfem Nachgeschmäcke. Stengel 
ziemlich nackt, Köpfchen gross, Blumen dottergelb. 

Auf Felsen, steinigen Triften und im Felsenschutte der Kalk- 
alpen. 



— 69 — 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 

Wird in vielen Alpengegenden von den Bewohnern „Gemswurz" 
genannt, und ihr die Kraft zugeschrieben, den Gemsen ihre volle 
Schwindelfreiheit zu verleihen; daher auch häufig als Vademecum 
gegen etwaige Schwindelanfälle in Anwendung. 

Arnica montana. L. Berg-Wohlverleih. 

Tafel 53. 

Wurzelstock walzlich, schief, mit langen Fasern besetzt. Stengel 
aufrecht, 1 — 3köpfig, drüsig-flaumig, mit 1—2 Blätterpaaren besetzt, 
oben nackt. Blätter fast ganzrandig, spitz, flaumig oder kahl, die 
grundständigen rosettig, länglich-verkehrteiförmig, in einen unmerk- 
lichen Blattstiel zusammengezogen, die stengelständigen länglich-lan- 
zettlich, sitzend, gegenständig, viel kleiner. Bandständige Blüthen 
strahlend. 

Stengel 1 — 1 ! 3 ' hoch, Köpfchen gross, 2 1 / 4 — 3" im Durchmesser. 
Blumen dottergelb oder orangefarben.*) Bekannte Arzneipflanze von 
scharfem Gerüche und Geschmacke, deren Blätter und Wurzeln offi- 
zinell sind und vorzüglich bei Blutstockungen sehr heilsam wirken. 
(Neil reich.) 

Auf Wiesen und Triften gebirgiger und subalpiner Gegenden, 
Mai — Juni. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, sarmatische Ebenen, Ost-, 
Central- und Westalpen, Schwarzwald, Vogesen, Jura. 



*) Herr Prof. Kerner findet die Blutlienfarbe unseres Hildes zu hell. 



— 70 — 

Centaurea montana. L. Berg-Flockenblume.*) 

Tafel 54. 

Wnrzelstock walzlich, knotig, schief oder abgebissen, mehrköpfig 
mit langen Fasern besetzt. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach, 
einköpfig oder oberwärts in einige einköpfige Aeste getheilt, sainint 
den Blättern spinnwebig-wollig oder graufilzig. Blätter elliptisch, läng- 
lich-lanzettlich oder lanzettlich, spitz oder zugespitzt, ganzrandig, ge- 
zähnelt oder buchtig-fiederspaltig, die untern in den Blattstiel ver- 
schmälert, obere Stengelblätter herablaufend. Hüllschuppen eiförmig 
oder länglich, verwiBcht-längsnervig, angedrückt, gegen die Spitze zu 
trockenbäutig eingefasst und kämmig gesägl oder gefranst. Randstän- 
dige Blüthen strahlend. Pappua 3mal kürzer als die Aohene. (Neilreich.) 

Auf Voralpen und Alpen an Waldrändern, auf Triften, beson- 
dera gerne auf steinigen und buschigen Stellen. 

Stengel %—V hoch, Blätter weich, Randblüthen kornblumen- 
blau, die des Mittelfeldes rothlich violett. Blätter mit Bpinnwebiger, 
angedrückter Wolle bedeckt oder auch ziemlich kahl. 

Verbreitung: Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, Voge- 
sen, Jura. 



*) Herr Prof. Kernet findet, dass dieses Hihi durch die zu locker gestellten 
Randblüthen, die Farbe der Blüthen und der Hliitter und deren Zuschnitt, mehr auf 
die sehr ahnliche ('. axillaris Willd. zu beliehen sei. die von den meisten Botanikern 
für eine besondere Art. von andern aber nur für eine Abart der f. montana gehal- 
ten wird. 



— 71 — 

Mulgedium alpinum. Less. Alpen-Milchkraut.*) 

Tafel 55. 

Wurzelstück walzlich, schiel' oder wagrecht, mit dicken Fasern 
besetzt; Stengel aulrecht, einlach, nur an der Spitze traubig, ästig, 
vielköpfig, an der Basis steifhaarig, dann kahl, oben sammt den Deck- 
blättern und Hülsen drüsig, borstlich. Blätter schrottsäge-leierfürinig, 
kahl oder deich grösstenteils kahl, die unteren gestielt, die oberen 
mit herzförmig-geöhrlter Basis stengelumlassend sitzend. Zipi'el läng- 
lich oder lanzettlich, ungleich gezähnt, spitz oder zugespitzt, der end- 
ständige viel grösser, dreieckig oder spiessförmig; Achenen lang- 
streiiig, glatt. (Neilreich.) 

Stengel 2—5' hoch, röthlich. Blätter oberscits grasgrün, rück- 
wärts bläulich. Blumen hellviolett, schnell verwelkend. 

Auf Holzschlägen, in Schluchten, an Waldrändern und feuchten 
Stellen der Alpen und Voralpen. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-. Central- und Westalpen, 
Schwarzwald, Vogesen, Jura. 

Leontodon pyrenaicum. Gouan. Pyrenäischer Löwenzahn. **) 

Tafel 5G. 

Wurzelstock walzlich, schief, abgebissen, mit dicklichen Fasern 
besetzt. Stengel aufrecht oder aufsteigend, blattlos, sammt den grund- 
ständigen Blättern kahl oder mit einfachen Haaren bestreut, einlach, 

*) Bei der Ausführung dieses Mattes wurde die drüsige Behaarung nicht 
wiedergegeben. Insofern ist die Abbildung nicht ganz richtig und stellt eigentlich 
das Mulgedium PluniHwi I). C. dar. 

**) Nach Herrn l'rof. Kerner stellt dieses Bild eher den Leontodon Taraxaoi 
Lois. vor, es ist aber überhaupt nicht gelungen. 



— 72 — 

einköpfig, nach oben allmälig verdickt, daselbst mit mehreren entfern- 
ten oder genäherten pfriemlichen Schuppen besetzt und so wie die 
Hülle kahl oder von gekrausten weissen Härchen Saumig oder von 
langen schmutzigen oder schwärzlichen Haaren zottig. Köpfchen vor 
dem Aufblühen überhängend. Blätter grundständig, länglich-lanzettlich 
oder keilig, stumpf oder spitz, seichtgezähnt, geschweift uder ganz- 
randig, in einen nackten Blattstiel verschmälert. Griffel gelb. Die 
innern Strahlen des Pappus federig, die äussern rauh, viel kürzer, 
sehr wenige. Beetchen des bienenzelligen Blüthenlagers ungewimpert. 
(Neilreich.) 

Auf Triften der Alpen und höheren Voralpen. Blumen gold- 
gelb bis safranfärbig. 

Verbreitung: Karpathen. Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, Vogesen. 

Hieracium aurantiacum. L. Orangenfarbiges Habichtskraut. 

Tafel 57. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief oder abgebissen, mit langen 
Fasern besetzt, unterirdische kriechende Ausläufer und neben den 
blühenden Stengeln unfruchtbare Blätterbüschel treibend, selten auch 
über der Erde beblätterte Ausläufer bildend. Stengel aufrecht, schaft- 
artig, von sternförmigen und langen einfachen Haaren sehr rauhhaarig, 
unten 1 — 3blättrig, oben blattlos, an der Spitze doldent raubig-ästig, 
2 — vielköpfig oder durch Fehlschlagen einköpfig. Blätter grasgrün, 
eilänglich, länglich-lanzettlich oder keilig. ganzrandig, spitz oder stumpf, 
ungestielt oder in den Blattstiel verlaufend, von langen einfachen 
Haaren mehr oder minder rauhhaarig, keine Sternhärchen eingemischt. 
Köpfchenstiele und Hüllen mit Sternhärchen, schwarzen drüsentragen- 
den Borsten und langen an der Basis schwarzen Haaren dichtbesetzt. 
(Neilreich.) 



— 73 — 

Auf Triften der Alpen oft in grosser Anzahl. Blüthen dunkel- 
orangefarben. Juni — Juli. Wird auch oft in Gärten kultivirt. 

Verbreitung : Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
Sehwarzwald, Vogesen, Jura. 

Hieracium porrifolium. L. Lauchblättriges Habichtskraut. 
Tafel 58.*) 

Stengel beblättert, aufrecht, locker-rispig, kahl. Blüthenstiele 
oberwärts schuppig und nebst dem Hauptkelche fast kahl oder von 
fein -sternförmigem Flaume etwas graulich. Blättchen des Hauptkelches 
an der Spitze stumpf, angedrückt; Blätter bläulichgrün, linealisch, 
zugespitzt, kahl oder an der Basis gewimpert, ganzrandig oder mit 
einzelnen schwachen Zähnchen. Wurzelstock senkrecht, oberwärts 
einfach oder kurz ästig, keine Stocksprossen treibend. (Hausmann.) 

Stengel l j i — 1' hoch. Blätter bläulichgrün, dicklich, schmal. 
Blumen hellgelb. An sandigen Stellen, im Gerolle und Felsenschutte 
der Alpen und Voralpen. Juni — Herbst. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Hieracium villosum. Jaqu. Zottiges Habichtskraut. 

Tafel 59. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief oder abgebissen, mit dick- 
lichen Fasern besetzt. Stengel aufrecht, 1 bis mehrblättrig oder blatt- 
los, einfach und einköpfig oder in 2—5 einköpfige Äste gabelspaltig 
getheilt, so wie die Köpfchenstiele und Hüllen sternförmig-behaart 
und nebstbei von einfachen weissen an der Basis meist schwarzen 

*) Auf <lor Tafel 58 steht irrigerweise Hieraeimn staticefolium Till., was zu 
berichtigen ist. 



— 74 — 

Haaren zottig oder rauhhaarig oder unten kahl, drüsentragender Über- 
zug leidend. Blätter grau oder bläulichgrün, matt, spitz oder zuge- 
spitzt, wellig, ganzrandig oder seichtgezähnt, beiderseits oder nur am 
Rande zottig oder rauhhaarig, oder die untern kahl, die grundständigen 
und die untersten stengelständigen länglich-lanzettlich, manchmal elli| - 
tisch oder keilig, ungestielt oder in einen mehr oder minder deutlichen 
Blattstiel verlaufend, die obern Stengelblätter bald eiförmig oder ei- 
lanzettlich, mit gerundeter aber last herzförmiger Basis sitzend, liald 
lanzettlich und nach dem Grunde verschmälert, seltner alle Stengel- 
blätter fehlend. Saum der Zungenblätter kahl, mitunter auoh zerstreut- 
behaart oder gewimpert. (Neilreich.) 

Köpfchen gross, Blumen hellgelb. Variirt ziemlich stark. Auf 
Felsen und felsigen Triften der Kalkalpen. Juli — August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten. Ost-, Central- u. Westalpen, Jura. 

Phyteuma confusum Kerner. L. Verwechselte Rapunzel.*) 
Tafel 60. 

Blätter spathelig oder schmal und verlängert keilförmig, nach 
oben alhnälig verbreitert und am obern Ende dreikerbig, an der 
Basis meist gewimpert, sonst kahl. Deckblätter aus breit eiförmiger 
Basis stumpflich zugespitzt, gewimpert, ganzrandig oder mit wenigen 
Zähnen besetzt, die das Köpfchen umgebenden 2— Smal breiter als 
dieses. Köpfchen kugelig, Kelchzähne dreinervig, kahl. Blumenkrone 
dunkelblau, fast bis zum Blüthengrunde in 5 an der Basis eiförmige, 
sich plötzlich sehr verschmälernde und dann schmal lineale Zipfel 
gespalten. 

*) Das mit der Unterschrift Phyteuma paueiflorum ausgegebene Blatt, stellt 
nach Herrn Professor Kerner das Phyteuma confusum dar. Die vorstehende Beschrei- 
bung ist aus Prof. Kerner's Novie plantarum Bpeoiea Decas I im Auszug entnommen. 



75 



Aui' Wiesen und an Felsen der Alpen in Steiermaik und Kam* 
then auf Schiefer und Gneiss. Juli und August. 
Verbreitung : Ostalpen. 

Campanula barbata. L. Bärtige Glockenblume. 

Tafel (iL 

Wurzel spindlig-ästig. dick, zuletzt bolzig, mehrköpfig. Stengel 
aufrecht, stuinplkantig, rauhhaarig wie die ganze Pflanze. Blätter 
sckwachgekerbt oder ganzrandig, wellig, die untern länglich-lanzett- 
licb, stumpf oder spitz, in den Blattstiel verlaufend, die oberen lan- 
zettlicl), stumpf spitz, sitzend. Blüthen gestielt, in einer meist ein- 
seitig-überhiiiigenden einfachen oder zusammengesetzten Traube. Kelch- 
zipfel länglich-lanzettlich, Anhängsel der Kelchbuchten fast so lang als 
die Kelchröhre. Saum der Blumenkrone von langen Haaren gebartet. 
Kapseln überhängend. (Neilreich.) 

Stengel armblättrig, 1— lOblüthig. Blätter hellgrün, Blumen- 
kronen bauchig-glockig, lichtviolettblau. Auf Wiesen und Triften der- 
Alpen und Voralpen. Juli -August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und West- 
alpen, Jura. 

Campanula pulla. L. Dunkelblaue Glockenblume. 

Tafel (52. 

Wuizel spindlig, lädliche unterirdische Ausläufer und nebst den 
blühenden Stengeln unfruchtbare Blätterbüschel treibend, locker- 
rasig. Stengel aufsteigend oder aufrecht, stumpikantig, sammt den 
Blättern kahl oder zerstreut-behaart, oben blattlos, einblüthig. Blätter 
gekerbt, die grundständigen und die untern stengelständigen rundlich, 
eiförmig oder elliptisch, stumpf oder spitz, kurzgestielt, länger als der 



7G 



Blattstiel, die folgenden länger, schmäler, spitz, sitzend, die obersten 
manchmal lanzettlich. Blüthe endständig. Kelchzipfel pfriemlich. Kapsel 
überhängend. (Neureich.) 

Blumenkronen bauchig-glockig, verhältnissmässig gross, dunkel- 
violett. Auf Triften, in Wäldern, an buschigen und steinigen Stellen 
der Kalkalpen und Voralpen. Juni — August. 

Verbreitung: Üstalpen. 

Campanula pusilla. Haenke. Niedrige Glockenblume. 

Tafel G3. 

Blätter der unfruchtbaren Wurzelschosse rundlich, grob gesägt, 
schwach herzförmig, viel länger als ihr Stiel. Stengel G— 12 Ctm. oben 
mit einer 3 bis öblumigen Traube. Krone halbkugelig-glockig. Kelch- 
lappen lineal, kaum ' ., der Länge der Krone. (Moritzi.) 

Auf kiesigen Stellen der Alpen und Voralpen, mit den Bächen 
bis in die Ebene herabsteigend. Blüthen bleich- violett-azurblau. Juni 
■•-September. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
Vogesen, Jura. 

Azalea procumbens. L. Liegende Azalee. 

Tafel G4. 

Strauchig, niedergestreckt, in zahlreiche durcheinander gefloch- 
tene Aeste vielfach getheilt, flache Basen bildend. Blätter oval oder 
länglich, stumpf, ganzrandig, am Bande umgerollt, starr, immergrün, 
kahl, wie die ganze PHanze. Blüthen zu 2-4 an der Spitze der Aest- 
chen, fast doldig, gehäuft. (Neilreich.) 

Blätter glänzend, sehr klein ; Blumenkronen klein, rosenroth, 
Kelche und Kapseln purpurbraun. Enthält narkotisch-scharfe Stoffe. 



— 77 — 

Auf Alpentriften, oft, weite Strecken mit einem polsterförmigen 
Rasen überziehend. Juni — Juli. 

Verbreitung: Karpatben, Ost-, Central- und Westalpen. 

Rhododendron ferrugineum. L. Rostfarbige Alpenrose. 

Tafel G5. 

Strauchig, aufrecht, ästig, buschig. Blätter länglich-lanzettlich 
oder elliptisch, stumpflich, ganzraudig oder kleingekerbt, am Rande 
etwas umgerollt, kahl, nicht gewimpert, lederig, immergrün, oberseits 
dunkelgrün, glänzend, unterseits in der Jugend von gedrungenen har- 
zigen gelblichen zuletzt zusammenfliessenden Drüsen dichtgetüpfelt, 
im Alter auf der ganzen rückwärtigen Fläche rostbraun. Blüthen in 
endständigen Doldentrauben, auf aufrechten Blüthenstielen nickend. 
Hlumenkronen trichterig, auswendig sammt den kahlen Blüthenstielen, 
Kelchen und Fruchtknoten drüsig-harzig punktirt. Kelchzipfel kurz- 
eiförmig, stumpf, querbreiter, schwach oder gar nicht gewimpert. 
(Neureich.) 

Blätter mehr gedrungen, lederiger, verhältnissmässig breiter, 
Blüthen länger gestielt, Doldentrauben lockerer als bei Rh. hirsutum. 
Durch die vorjährigen unterseits zimmtbraunen Blätter sehr auffallend. 
Blüthen saUrosenroth. .luni— Juli. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Rhododendron hirsutum. L. Rauhhaarige Alpenrose. 

Tafel GG. 

Strauchig, aufrecht, ästig, buschig. Blätter elliptisch, oval oder 
verkehrt-eiförmig, stumpf oder stumpflich, kleingekerbt, nicht um- 
gerollt, höchstens mit dem Rande etwas umgebogen, mehr oder minder 
steifhaarig-gewimpert, sonst kahl, lederig, immergrün, oberseits dunkel- 
grün, glänzend, unterseits von zerstreuten oder gedrungenen aber 



78 



nicht zusammenfiiessendcn harzigen anfangs gelblichen später rost- 
brannen Drüsen <jfet üjiielt. Blüthen in endständigen Doldentrauben anf 

aufrechten Blumenstielen nickend. Blumenkronen trichterig, auswendig 
sammt den steifhaarigen oder kahlen Blüthenstielen, Kelchen und Frucht- 
knoten drüsig-harzig-punktirt. Kelchzipfel lanzettlich oder eilanzettlich, 

spitz, länger als breit, gegen die Spitze gezähnelt-gewimpert, einer 
oder der andere aber auch eiförmig, stumpf, querbreiter, ungewimperl 
(Neilreich.) 

Unterhalb der Krummholzregion beginnend, mit den Giessbächen 
öfters sehr weit herabsteigend, reicht das Gebiet der Rhododendren 
bei uns bis in eine Höhe von 6600'; sie bilden durch die prachtvolle 
Farbe und Zierlichkeit ihrer Blüthenglöckchen sowohl, als durch das 
Myrtengrün ihrer Blätter den sohönsten Schmuck der Alpen, welche 
sie im Sommer mit einem Hosenteppich oft stundenweit überkleiden, 
oder deren Felswänden sie in den anmuthigsten Gruppirungen die 
hübscheste Staffage verleihen. Blüthen sattrosenroth. Juni August. 

Die Alpenrose heisst in vielen Gebirgsgegenden „Rauschkraut" 
oder pAlpenrausch", in anderen „Donnerrose oder Donnerstauden", 
denn sie soll den Blitz anziehen und in alter Zeit dem Gott des Blitzes 
heilig gewesen sein; im Aargau aber „Bafausle". 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Tabernaemontanus schreibt von den Alpenrosen: der Alprosen 
seyn zwey Geschlecht, das erste wächst in Welschland bei Veian auff 
den Bergen, ist ein feistes Gewächs, eines lieblichen Geruchs, und 
ist ganz schön und lustig anzusehen. Seyen Aest oder Zweige seyn 
sehr hart. 3 oder 4 Schuh hoch, die Blätter seyen rothlicht, steiffund 
dick, den Buchsbaumblättern fast gleich, allein, dass sie etwas länger 
seyn, vergehen auch nimmer nicht, im Junio oder Julio gewinnt es 
seine schöne und liebliche purpurrothe oder lichtrothe Blumen. — 
Das ander Geschlecht wächst fast eines Klenbogens hoch, hat einen 



79 



dicken holzeohtigen Stamm mit einer runzlechten Hinden umgeben, 
die Blätter seyn glatt, steiff und dick. Gewinnt viel schöner wohl- 
riechender Blümlein wie des vorigen Geschlechts, nach welchen die 
Frucht erfolget mit fünf Spitzen gekrönet. Das ganze Gewächs hat 
einen würzechten Geschmack, etwas warm und zusammenziehend". 

Pyrola uniflora. L. Einblüthiges Wintergrün. 

Tafel 67. 

Stengel aufrecht, einblüthig, nur an der Basis beblättert ; Blätter 
eiförmig, rundlich oder spatelipr, stumpf oder spitz, kleingesägt, meistens 
rosettig-gehäuft. Blumenkrone flach, nickend. (Neureich.) 

Stengel 1 — 4" hoch, dünn. Blumenkrone gelblich-weiss, gross. 

An Waldrändern, schattigen und moosigen Stellen der Voralpen 
bis in die Krummholzregion der Alpen, oft tief in der Ebene auf- 
tretend. Juni — Juli. 

In Obersteiermark nennt man diese Pflanze „die g'schoamige 
Moad" (schüchternes Mädchen). 

Verbreitung: Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen. Vogeseu. 

Pyrola rotundifolia. L. Rundblättriges Wintergrün. 

Tafel 08. 

Stengel aufrecht, nur an der Basis beblättert. Blätter eiförmig 
oder rundlich, stumpf, ganzrandig oder beinahe unmerklich-gekerbt. 
Traube allseits wendig, locker, meist reichblüthig. Kelchzipfel eilan- 
zettlich oder lanzettlich, länger als breit, zugespitzt, mit der Spitze 
zuletzt zurückjjekrümmt, 2mal kürzer als die wenig vertiefte weit 
geöffnete Blumenkrone. Staubgefässe aufwärts gekrümmt. Griffel ab- 
wärts «reborren, mit der Spitze aufsteigend, nach oben in einen King 
verdickt und daselbst so breit oder breiter als die Narbe, aus der 
Blumenkrone herausragend. (Neilreich.) 



— 80 — 

Die grösste der Wintergrünarten. Stengel sammt den Blattstielen 
grün oder röthlioh. Blumen weiss. 

In schattigen Wäldern der Berg- und Voralpenregion. — Juni 
— Juli. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Gentiana pannonica. Scap. Ungarischer Enzian. *) 
Tafel 69. 

Wurzel walzlieh, derb, senkrecht, zuletzt ästig, niehrköptig. 
Stengel aufsteigend oder aufrecht, einfach, armblättrig, Blätter der 
(infruchtbaren Seitenbüschel und die untern Stengelblätter oval oder 
elliptisch, spitz oder kurzgespitzt, 7 — onervig, gestielt mit scheidigem 
Blattstiele, die obern eilanzettlich, oder lanzettlich zugespitzt, Snervig, 
sitzend. Blüthen einzeln oder zu 2 --5 gehuschelt, in den obern Blatt- 
winkeln gegenständig, Scheinquirle bildend, die obersten Scheinquirle 
in einen endständigen Kopf zusammenfiiessend. Blumenkronen keulen- 
förmig-glockig, 5— Tspaltig, Zipfel ungefranst, Schlund nackt. Kelch- 
zipfel zurückgekrümmt. (Neilreich.) 

Auf Triften der Alpen und Voralpen. Häufiger im Kalke als 
im Schiefergebirge. Stengel 1— l 1 /» hoch, Blumenkronen 1—1 */ 8 " lang, 
trübpurpurn mit bleicher grünlichgelber Basis, schwärzlich punktirt 
und gestrichelt. Juli — August. 

Die sehr bittere Wurzel ist officinell und wird theils desshalb, 
theils zur Erzeugung eines magenstärkenden Branntweins emsig ge- 
sammelt. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ostalpen. 

*) Die irrige Unterschrift der Tnt'el „Gentiana purntirea' bittet man zu be- 
richtigen. 



81 



Gentiana punctata. L. Punktirter Enzian. 

Tafel 70. 

Blüthen quirlig, Blamenkrone Gspaltig, im Schlünde nackt, 
Röhre der Blumenkrone flockig, Zipfel des Saumes 4mal kürzer als 
die Röhre; Kelch glockig, Zähne lanzettlich, aufrecht; Blätter sitzend, 
nervig, die untern gestielt, elliptisch. (Hausmann.) 

An grasreichen sonnigen Stellen der Alpen. Blüthen hellgelb, 
mit schwarzgrauen Punkten bemalt. Juli — August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen. 

Gentiana asclepiadea. L. Schwalbenwurzartiger Enzian. 
Tafel 71. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief oder abgebissen, dick- 
faserig, mehrköpfig. Stengel aufrecht, einfach, reichblättrig, an der 
Basis blattlos, Stengelblätter eilanzettlich oder lanzettlich, lang zuge- 
spitzt, Önervig, mit abgerundeter oder herzförmiger Basis sitzend, die 
grundständigen fehlend. Blüthen einzeln oder, zu 2—3 gehuschelt, in 
den obern Blattwinkeln gegenständig, eine endständige beblätterte 
ährenförmige oft einseitswendige Trugdolde bildend. Blumenkronen 
keulenförmig-.uioekig, öspaltig. Zipfel ungefranst, Schlund nackt. 
{Neilreich.) 

Stengel '/« — 3' hoch, steif, reichblüthig, aufrecht oder über- 
gebogen, im letzteren Falle durch die gegenständige Anordnung der 
Blüthen wahre Guirlanden bildend; Blumenkronen gross, l 1 /^ — 2" lang, 
dunkelazurblau, inwendig mit weissen Streifen und dunklen Punkten. 

In waldigen Gegenden der Voralpen, sowie auf Alpentriften 
gemein ; bis zu 5000'. August — September. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
Vogesen, Jura. 

Die Alpenpflanzen I. h 



82 



Gentiana acaulis. L. Stengelloser Enzian. 
Tafel 72. 

Wurzelstock walzlich, schief, abgebissen, dickläserig, mehrknpfig. 
Stengel aufrecht, einfach, armblättrig, meistens verkürzt, manchmal 
fast fehlend. Grundständige Blätter oval, elliptisch oder lanzettlich, 
spitz, 1— 3nervig, rosettig, die stengelständigen viel kleiner, sitzend. 
Nur eine einzige endständige Blüthe. Blumenkrone keulenförmig-glockig, 
öspaltig, Zipfel ungefranst, Schlund nackt. (Neureich.) 

Stengel von Unmerklichen bis über 2" lang; grundständige 
Blätter 3—10'" breit; Blumenkrone l 1 /»" auf hohen Gipfeln kaum 
1" lang, dunkelazurblau, innen mit 5 lichtem dunkelviolettpunktirten 
Streifen im Schlünde. 

Auf steinigen Tritten der Kalkalpen von 2000— 6000' oft unge- 
mein zahlreich, meist in Gruppen vereinigt. Mai Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Arden- 
nen, Jura. 

Im Canton Uri wird dieser Enzian „blauer Fingerhut" genannt. 

Gentiana bavarica. L. Baierischer Enzian. 

Tafel 73. 

Wurzel spindlig-faserig, fädliche ästige zerbrechliche Ausläufer 
und nebst den blühenden Stengeln beblätterte Stämmchcn treibend, 
rasig. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach, vielblättrig, einblüthig. 
Blätter verkehrt-eirund oder fast spaltig, stumpf, schwach. Snervig, 
entweder die untern gedrungen und die obern 3—4 Paare entfernt 
oder alle gedrungen, fast dachig, die untersten nicht rosettig. Blumen- 
krone stieltellerförmig, öspaltig, Röhre walzlieh, Zipfel ungefranst, 
Schlund nackt. Griffel tief 2spaltig. (Neilreich.) 



83 - 



Blume ziemlich ansehnlich, tiefazurblau. Auf den Triften der 
höheren Kalkalpen, oft zu grösseren Rasen vereinigt Juli — September. 
Verbreitung: Ost-, Central- und "Westalpen. 

Gentiana venia. L Friihlingsenzian. 

Tafel 74. 

Wurzel spindlig-faserig, ladliche ästige zerbrechliche Ausläufer 
und nebst den blühenden Stengeln beblätterte Stämmchen treibend? 
rasig. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach, armblättrig, einblüthig. 
Blätter eiförmig, elliptisch oder lanzettlich, spitz, schwach 3nervig, 
die untersten grösser, rosettig, die obern 1 — 2 Paare entfernt. Blumen- 
krone stieltellerförmig, öspaltig, Röhre walzlich, Zipfel ungef'ranst, 
Schlund nackt. Griffel ungetheilt. (Neilreich.) 

Blumenkrone ansehnlich, heller oder dunkler azurblau. Variirt 
beträchtlich. Auf Wiesen und Triften der Voralpen und Alpen, sehr 
häufig und oft in Rasen von 50 und mehr Blüthen beisammen. Steigt 
weit in die Ebene herab. April— Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, sarmatische Ebene, Ost-, 
Central- und Westalpen, Schwarzwald, Jura. 

Gentiana obtusifolia. Willd. Stumpfblättriger Enzian. 

Tafel 75. 

Blumenkrone öspaltig, im Schlünde bärtig; Kelch özähnig, 
Zähne linealisch-lanzettlich, fast gleich; Blätter sitzend, länglich, 
stumpf; die wurzelständigen verkehrt-eiförmig, die obersten ei- 
lanzettförmig, spitz. (Hausmanu.) 

Blumen bläulich oder röthlich violett, selten weiss. Auf Triften 
der Alpen. Juli— August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen. 

6* 



a 



- 84 — 

Linaria alpina. Mill. Alpen-Leinkraut. 

Tafel 70'. 

Wurzel spindlig-faserig. Stengel liegend oder mit der Spitze 
ufsteigend, einfach oder ästig, sammt den Blättern kahl und bläulich- 
bereift. Blätter sitzend, länglich-lineal oder lineal, stumpf, ganzrandig, 
zu 8 — 4quirlig oder die obern wechselständig. Blüthen in Iockern kur- 
zen Trauben. Blüthenstiele so lang als der Kelch, so wie die Kelche 
kahl. Samen oval, flach, glatt, mit einem häutigen Rande umzogen. 
(Neilreich.) 

Stengel schwach, herabhängend oder niederliegend oder in einem 
Kreis rasenformig ausgebreitet. Blumenkronen gross, azurviolett mit 
orangerothem Gaumen. 

Auf Felsen und im Felsenschutte der Kalkalpen und Yoralpen 
häufig, mit dem Gerolle bis in die Thäler und namentlich die aus- 
getrockneten Giessbäche herabsteigend. Juli Herbst. 
Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpcn. 

Pedicularis verticillata. L. Quirlbliithiges Läusekraut. 

Tafel 77. 

Wurzel spindlig-ästig. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach, 
beblättert, sammt den Blättern ziemlich kahl oder 4reihig-behaart 
etwas länger als die grundständigen Blätter. Blätter fiederspaltig oder 
fledertheilig mit länglichen ungleich gesägten Zipfeln, Stengelblätter 
gegenständig oder zu 3— 4quirlig. Blüthen in einer endständigen ge- 
drungenen quirligen an der Basis beblätterten Aehre. Kelche eiförmig 
aufgeblasen, an den Nerven langhaarig, schief abgeschnitten, am obern' 
Bande kurz, özähnig. Blumenkronen kahl. Oberlippe ungeschnäbelt. 
Kapseln eilanzettlich, stachclspitzig, kahl, länger als der Kelch. 
(Neilreich.) 



— 85 — * 

Oft viele Stengel aus einer Wurzel, rasig. Blätter grasgrün. 
Blumen rosa bis purpurroth. Auf Triften und felsigen Stellen der 
Alpen. Juni — August. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 

Erinus alpinus. L. Alpen-Balsam. 

Tafel 78. 

Kelch ötheilig. Krone tellerförmig, mit dünner Röhre und un- 
gleich ötheiliger Platte. Rasenbildend. Blätter spathelförmig, vorder- 
halb gesägt. (Moritzi.) 

Auf felsigen grasreichen Alpentriften. Blumen roth, getrocknet 
violett. Mai — Juli. 

Verbreitung: Central- und Westalpen, Jura. 

Pinguicula alpina. L. Alpen-Fettkraut. 

Tafel 70. 

Wurzel faserig, Blätter grundständig, rosettig, länglich oder 
länglich-verkehrteiförmig, stumpf, ganzrandig, mit eingerolltem Rande, 
dicklich, drüsig-klebrig wie die ganze Pflanze. Stengel aufrecht, blattlos, 
einblüthig. Blumenkrone übergebogen, Sporn kugelförmig, kürzer als 
die Blumenkrone. (Neilreich.) 

Auf Felsen, steinigen Triften, sowie auch auf nassen und moo- 
sigen Stellen der Alpen und Voralpen. Blüthe weiss, oft am Mittel- 
lappen und an der Spitze des Sporns mit citrongelben Flecken. Blüht 
gleich nach der Schneeschmelze vom April bis Juli. Häufig. 

Diese Pflanze wird von den Alpenbewolmern mancher Gegenden 
ihres fetten Ansehens wegen Schmalzblume genannt, und als Heilmittel 
gegen Lungenleiden betrachtet. 



— 86 — 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, Jura. 

Pinguicula vulgaris. L. Gemeines Fettkraut. 
Tafel 80. 

Wurzel faserig. Blätter grundständig, rosettig, länglich oder 
länglich-verkehrteiförmig, stumpf, ganzrandig, mit eingerolltem Rande, 
dicklich, drüsig-klebrig wie die ganze Pflanze. Stengel aufrecht, blattlos, 
einblüthig. Blumenkrone übergeboten, Sporn walzlioh-pfriemlicb, schlank, 
dünn, ungefähr 2mal kürzer als die Blumenkrone. (Neureich.) 

Auf torfigen Wiesen und an feuchten Stellen. Obwohl keine 
eigentliche Alpenpflanze, rindet man sie doch häuiig in subalpinen 
und alpinen Regionen bis 4500'. wcsshalb sie hier aufgenommen wurde. 
Blüthen violett. Mai — Anfang - Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
Schwarzwald, Vogesen, Jura. 

Androsace Chamaßjasme. L. Haariger Mannsschild. 

Tafel 81. 

Wurzel spiiullig-fäserig, rosettentragende Stämmchen treibend, 
rasig. Blätter verkehrt-lanzettlich oder elliptisch, ganzrandig, stumpf 
oder spitz, am Rande so wie die Stengel, die Hülle, Blüthenstiele 
und Kelche von langen einfachen gegliederten Haaren zottig. Hüllblätter 
der Dolde lanzettlich, oder lineal-lanzettlich, so lang als die Blüthen- 
stiele oder kürzer. (Neilreich.) 

Rasen meist gedrungen. Blumenkronen klein, weiss oder rosa 
mit gelbem Schlünde. Auf Triften und felsigen Stellen der Alpen. — 
Mai — Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 



— 87 — 

Androsace lactea. L. Milchweisser Mannsschild. 
Tafel 82. 

Wurzel spindlig-faserig, rosettentragende Stämmchen treibend 
rasig. Blätter lineal-lanzettlicli oder lineal, ganzrandig, spitz, kahl, nur 
vorn zer8treut-gewimpert. Stengel, Hülle, Blüthenstiele und Kelche 
kahl. Hüllblätter der Dolde lineal-lanzettlich, sehr klein, viel kürzer 
als die Blüthenstiele, bei einblüthigem Stengel fehlend. (Neureich.) 

Blüthen weiss, mit einem goldgelben Kreis am Rande des 
Schlundes. Auf Kalkalpen, blüht an felsigen Stellen, oft in grossen, 
dichten Rasen vom Juni bis August. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen. 

Androsace obtusifolia. All. Stumpfblättriger Mannsschild. 

Tafel 83. 

Wurzel spindlig-iäserig, rosettentragende Stäminchen treibend, 
rasig. Blätter verkehrt-lanzettlich, ganzrandig, stumpf oder spitz, fein- 
gewnnpert, sonst kahl. Stengel, Hülle, Blüthenstiele und Kelche von 
einfachen und sternförmigen Härchen kurzfiaumig. Hüllblätter der 
Dolde, lanzettlich, so lang als die Blüthenstiele oder kürzer. (Neilreich.) 

Stengel 2— 6blüthig, Blumenkrone weiss mit gelbem Schlünde. 
Aul Felsen und felsigen Triften höherer Kalkalpen; seltener als And. 
Chamiejasme. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen. 



— 88 — 

Soldanella alpina. L. Gemeines Alpenglöckchen (auch Troddelblume). 

Tafel 84. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief, reichfaserig, mehrköpfig. 
Blätter grundständig, gestielt, herz- oder nierenförmig-rundlich, ganz- 
randig, geschweift; oder seicht gekerbt, lederig, kahl. Stengel aufrecht, 
blattlos, so wie die Blüthen- und Blattstiele kahl oder von sitzenden 
Drüsen rauh, oder von drüsentragenden Härchen flaumig. Blüthen 
ziemlich aufrecht, nickend oder aberhängend, in einer endständigen 
1 — lOblüthigen Dolde, die fruchttragenden Blütlienstiele verlängert, 
steif aufrecht. Blumenkronen trichterig-glockig, bis zur Hälfte gespalten, 
im Schlünde mit 5 eiförmigen, häutigen, an der Basis der Staubfäden 
zwischenständigen Schuppen. Staubfäden ungefähr zweimal kürzer als 
das Staubkölbchen. (Neureich.) 

Blätter dunkelgrün, glänzend, rückwärts punktirt, öfter purpurn 
überlaufen.*) Blumenkronen 4— G'" lang, etwas klebrig, hellviolett. 
Griffel bald kürzer, bald länger als die Blumenkrone. (Neureich.) 

Diese Pflanze variirt je nach dem Standorte, und so wurde die 
Berg- und Voralpenform, welche in allen ihren Theilen robuster er- 
scheint, als eigene Species mit dem Namen S. montana Willd. bezeichnet . 
ohne dass sich jedoch eine weitere specitische Verschiedenheit nach- 
weisen liesse. 

Erscheint gleich nach dem Schmelzen des Schnees in moosigen 
Wäldern und an leuchten buschigen Stellen in der Berg- und Vor- 
alpenregion, sowie am schmelzenden Schnee der Alpentriften auf Kalk 
und Schiefer, und blüht, je nach der Höhe des Standortes, vom April 
bis in den August. 

Verbreitung: Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz - 
wald. Jura. 

*) Die beiden äussenten Blätter sind n ecki« ilai-Kestellt. 



— 89 — 

Soldanella pusi IIa. Baumg. Niedrige Troddelblume.*) 
Tafel 85. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schiel, reichfaserig, mehrköpfig. 
Blätter grundständig, j/estielt, aus herzförmiger oder abgestutzter Basis 
nierenförmig oder rundlieh, hin und wieder auch kreisförmige einge- 
mischt, ganzrandig oder «reschweift, lederig, kahl. Stengel aufrecht, 
blattlos, 1 — 2blüthig, so wie die Blüthen- und Blattstiele kahl oder 
von sitzenden Drüsen rauh. Blüthen nickend oder überhängend, die 
fruchttragenden Blüthenstiele verlängert, steifaufrecht. Blumenkronen 
trichterig-glockig, bis über die Hälfte gespalten, Schlundschuppen 
fehlend. Staubfaden ungefähr so lang als das Staubkölbchen. (Neureich.) 

Blumen hellviolett, immer mit dunkleren Streifen. Auf höheren 
Alpen, meist am schmelzenden Schnee. — Juni — Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen. 

Cortusa Matthioli. L. Matthiols Cortuse. 

Tafel 86. 

Wurzelstock walzlich, schief oder abgebissen, reichfaserig, Stengel 
aufrecht, blattlos, unten statt den Blattstielen zottig, oben sammt den 
Blüthenstielen schwächer und kürzer behaart. Blätter grundständig, 
langgestielt, im Umrisse herzförmig rundlich, bandförmig gelappt, 
oberseits kahl, rückwärts und am Bande zerstreut behaart, Lappen 

*) Das Exemplar dieser Pflanze, welches dem Maler als Vorlage diente, wurde 
höchst wahrscheinlich auf dem Transport vom Gebirge sehr beschädigt, so dass die 
Blüthen aufgeschlitzt erscheinen, was nicht richtig ist. Herr Prof. Kerner glaubt über- 
dies, es habe dem Maler eigentlich die sehr ähnliche Soldanella minima?' vorgelegen. 
Diese Pflanze soll daher womöglich später noch einmal gebracht werden. 



— 90 — 

stumpf, grobgesägt. Blüthen in einer endständigen, lockeren einseitig« 
nickenden Dolde. Hüllblätter lanzettlich, ganzrandig oder an der Spitze 
gesägt oder eingeschnitten-gezähnt. 

Stengel 3" — l' hoch, 3 — vielblüthig, Blumenkronen klein, licht 
purpurn, von schwachem Wohlgeruche. (Neureich.) 

In feuchten, schattigen Wäldern, an quelligen oder überrieselten 
Stellen, auf Abstürzen und in Schluchten der Kalkvoralpen bis in die 
Krummholzregion der Alpen. Blüht im Mai bis Anfang Juli. 

Verbreitung: Ost- und Westalpen. 

Primula spectabilis. Tratt. Ansehnliche Schlüsselblume. 
Tafel 87. 

Blätter elliptisch-lanzettlich oder lanzettlich, ganzrandig, kahl, 
knorpelig-berandet, mit sehr kurz-gewimpertom oder klein-gezähneltem 
Rande; Schaft von Drüschen etwas rauh, 1— 3blättrig; Hüllblättchen 
linealisch, so lang als die Blüthenstielchen und länger; Kelch röhrig- 
glockig, kürzer als die ßlumenkronenröhre. (Hausmann.) 

Auf steinigen Triften, auch an Felsen der Alpen bis in die 
Voralpen herabsteigend. Blüthen purpurn. Juni— August. 

Verbreitung: Ostalpen. 

Primula villosa. Jaqu. Flaumige Schlüsselblume. 

Tafel 88. 

Von Drüsenhaaren klebrig. Blätter gekerbt, umgekehrt-eirund 
keilförmig oder rundlich in den Stiel ausgehend. Blumen roth mit 
weisser Röhre, gestielt. Stiele länger als die Hülle. Kelch becherförmig, 
halb so lang als die Kronröhre, doppelt länger als die Kapsel. (Moritzi.) 



91 



Auf felsigen Stellen der Ur- und Übergangsgebirgs- Alpen ; Blüthen 
lichtpurpurn ; je nach der Hohe und Lage vom Mai bis Juli. 
Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen. 

Primula Auricula. L. Aurikel. 

Tafel 8ü. 

Wurzelst ock walzlich, knotig, schief oder senkrecht, mehrköpfig, 
dichtfaserig. Blätter grundständig, verkehrt-eiförmig oder länglich, 
gegen die Basis verschmälert, stumpf, ganzrandig, wellig oder gezähnt, 
oberseits kahl, rückwärts und am Rande feindrüsig-flaumig, in der 
Jugend mehr oder minder mehlig gepudert, einwärts gerollt. Stengel 
aulrecht, blattlos, kahl, oben sammt den Blüthenstielen und Kelchen 
weissbepudert oder feindrüsig-flaumig. Blüthen in einer endständigen 
1 bis vielblüthigen Uolde, bald kürzer bald länger gestielt. Deckblätter 
der Blüthenstiele oval, stumpf. Kelche kurzglockig, 2— 3mal kürzer 
als die Blumenkronenröhre, Kelchzipfel stumpf, Zipfel der Blumenkrone 
oben ausgerandet. (Neilreich.) 

Blätter dicklich, bläulichgrün. Blumenkronen sattgelb, wohl- 
riechend, gegen den Schlund mehlig-bepudert , Saum 8 — 10'" im 
Durchmesser. 

Auf Felsen und felsigen Stellen der Kalkgebirge von der Berg- 
bis zur Alpenregion in eine Höhe von GOÜU', oft vereinzelt an steiler 
Felswand, oft zu Tausenden an steinigen Abhängen, an sehr hoch 
gelegenen Stellen auch auf Alpentriften. Blüht im April, Mai, auf den 
Alpen Juni, Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarz- 
wald, Jura. 



92 



Primula farinosa. L. Mehlstaubige Schlüsselblume. 

Tafel 90. 

Wurzelstock abgebissen, dünn, faserig. Blätter grundständig, 
keilig-länglich oder länglich- verkehrt eiförmig, allmälig in den Blattstiel 
verlaufend, gezähnt oder fast ganzrandig, stumpf, zweifarbig, ober- 
seits kahl, rückwärts dicht weissgepudert, in der .lugend zurückgerollt. 
Stengel aufrecht, blattlos, kahl, oben sammt den Blüthenstielen und 
Kelchen weissgepudert, an der Spitze eine vielblüthige gedrungene 
Dolde tragend. Deckblätter der Blüthenstiele lineal, zugespitzt-stumpf, 
an der Basis sackförmig verdickt. Kelche ökantig, Kapsel länger als 
der Kelch. 

Stengel 3" — 1' hoch, Blumenkronen klein, dunkler oder bleicher 
pfirsiehblüthenfarben, selten weiss, Deckklappen gelb. (Neilreich.) 

In alpinen Gegenden auf nassen Wiesen von der Ebene an bis 
in die Alpenregion, oft in unzähliger Menge. April, Mai. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und West- 
alpen, Jura. 

Globularia cordifolia. L. Herzblättrige Kugelblume. 

Tafel 91. 

Wurzel spindlig-ästig, Stämmchen treibend, Stämmchen ästig, 
niedergestreckt, wurzelnd, rasig, im Alter holzig, knorrig. Stengel 
krautig, aufrecht oder aufsteigend, einfach, einköpfig, mit 1 — 2 Schuppen 
besetzt, sonst nackt, sammt den Stämmchen und Blättern kahl. Blätter 
der Stämmchen wechselständig und gehuschelt, gestielt, länglich-ver- 
kehrteiförmig oder spatelig, ganzrandig, oben abgerundet, ausgerandet 
oder Szähnig. Schuppen des Stengels lanzettlich, klein, dünnhäutig, 
gewimpert. Köpfchen plattkuglig. (Neureich.) 



- 93 — 

An kiesigen, steinigen und dürren Stellen der Alpen, oft weite 
Flächen überziehend, bis in die Niederungen herabsteigend. Blüthen 
violett-blau. — *) Mai, Juni, auf den Alpen auch später. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Armeria alpina. Willd. Alpen-Grasnelke. 

Tafel 92. 

Wurzel wal/.lich-spindlig, mehrköphg, rasig. Stengel aufrecht, 
einfach, blattlos, kahl. Blätter grundständig, lineal oder lineal-lanzettlich, 
undeutlich 3nervig, spitz, ungewimpert, kahl. Blüthen in einem end- 
ständigen halbkugligen Köpfchen. Hüllblätter des Köpfchens sämmtlich 
stumpf, die äussern kurzstachelspitzig, die übrigen wehrlos. (Neilreich.) 

Stengel 3 — 10" hoch, Blätter grasgrün, Kelchsaum silberweiss- 
glänzend, Blüthen heller oder dunkler phrsichblüthenfarben. 

Auf Felsen und steinigen Triften der Kalkalpen. Juni — September. 

Verbreitung: Karpathen, Ost- und Westalpen. 

Wird in den österreichischen Alpen „Zigeunerkraut" genannt. 

Daphne alpina. L. Alpen-Kellerhals. 

Tafel 93. 

Blüthen endständig, gehäuft, sitzend, zottig; Perigonzipfel lan- 
zettlich, zugespitzt, um ein Drittel kürzer als die Röhre ; Blätter lan- 
zettlich oder verkehrt-eiförmig, flaumig, später kahl, abfällig. Blüthen 
weiss, gleichzeitig mit den Blättern. (Hausmann.) 

*) Herr Prof. Kerner findet die Blüthenfarbe auf de7ii Bilde nicht richtig, sie 
sollte mehr trübviolett sein. 



— 94 — 

Auf Felsen der Alpen, Mai — Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-. Central- und Westalpen. 

Polygonum viviparum. L. Spitzkeimender Knöterich. 
Tafel 94. 

Wurzelstock wagrecht, dickwalzlich, geringelt, verschiedenartig 
gekrümmt Stengel aufrecht, einfach, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter 
ganzrandig, am Rande zurückgerollt und daselbst von verdickten Quer- 
adern wie gekerbt, rückwärts seegrün, die untern elliptisch oder lan- 
zettlich, stumpflich oder spitz, in den ungeflügelten Blattstiel zusammen- 
gezogen, die obern lanzettlich oder lineal-lanzettlich, spitz, sitzend. 
Blüthen in einer lineal-walzlichon gedrungenen aufrechten Ähre, der 
untere Theil der Ähre aus Zwiebelknospen gebildet. (Neilreich.) 

Ähre dünn, verhältnissmässig lang. Perigone weiss oder licht 
fleischfarben. 

Auf felsigen Alpentriften und Voralpen bis in die Thäler hinab. 
Juni — August. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und Westalpen, Jura. 

Orchis globosa. L. Kugelähriges Knabenkraut. 

Tafel 95. 

Knollen länglich, ungetheilt, Stengel beblättert, Blätter länglich 
oder länglich lanzettlich. Aehre kurz kegelförmig oder fast kugelig, 
gedrungen. Deckblätter so lang als der Fruchtknoten oder länger, 
einnervig oder die unteren 3nervig. Perigonzipfel in eine nach oben 
keilig verbreitete Haarspitze auslaufend, alle 5 in einen glockigen 
Helm schwach zusammenschliessend, Honiglippe Sspaltig, Zipfel läng- 
lich, Mittelzipfel etwas grosser, stumpf oder abgeschnitten, ausge- 



— 95 — 

randet. Sporn kugelförmig, abwärts gerichtet, 2— 3mal kürzer als der 
Fruchtknoten. (Meilreich.) 

.Stengel 8" — 1'/ 5 ' hoch, schlank, Blätter seegrün, ungefleckt. 
Perigone ziemlich gross, lila oder pfirsichblüthenfarbon mit purpurn- 
punktirter Honiglippe. Gemein auf Triften der Alpen und Voralpen. 
Mai — Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, Ost-, Central- und Westalpen, 
Schwarzwald, Vogesen, Jura. 

Nigritella angustifolia. Rieh. Schmalblättriges Kohlröschen. 
Tafel 96. 

Knollen bandförmig getheilt, Stengel oben ziemlich nackt. Blätter 
schmal-lineal, feingewimpert, die unteren gehäuft, die oberen zerstreut, 
viel kleiner. Aehre kurzkegelig oder eiförmig, dichtgedrungen. Deck- 
blätter so lang oder länger als das Perigon. Perigonzipfel lanzettlich 
zugespitzt. Honiglippe aus dem eiförmigen zugespitzt, ganzrandig oder 
schwach gekerbt. Sporn verkehrteiförmig, sehr kurz, vielmal kürzer, 
als der Fruchtknoten. Stengel 3 — 8'" hoch. Blätter fast grasartig 
1 — 2'" breit. Perigone klein, sammt den Deckblättern dunkelblutroth 
oder schwarzpurpur*) nach Vanille duftend. (Neilreich.) 

Auf Triften der Alpen und Voralpen (2000— 6000')- Juni. — Auf. 
August. Diese niedliche, ungemein angenehm duftende Orchidee ist eine 
Lieblingspflanze der Alpenbewohner und selten sieht man zu deren 
Blüthezeit einen Burschen im Gebirge, welcher nicht einen frischen 
Strauss davon am Hute trüge. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Oentral- und Westalpen, Jura. 

*) Das Bild stellt die seltenere Varietät mit lichtkarminrothen Blütlien dar. in 
der Regel hat diese Pflanze ichwarzpur j> urne Blütlien. 



96 



Gymnadenia conopea. ' ) R. Br. Fliegenartige Gymnadenie. 

Tafel i)7. 

# 
Knollen bandförmig getheilt. Stengel beblättert. Blätter lanzettlich 

oder lineal-lanzettlich, die obern oft selir klein, scheidenförmig. Ähre 

walzlich, gedrungen. Deckblätter 3nervig, so lang als der Fruchtknoten 

oder länger. Perigonzipfel stumpf, die 3 obern helinartig-zusammen- 

schliessend, die 2 seitlichen abstehend oder zurückgeschlagen. Ilonig- 

lippe 31appig, Lappen ungetheilt, ziemlich gleichgestaltet, stumpf oder 

der mittlere spitz. Sporn fädlich, abwärts gekrümmt, 1 ' ._, — 2mal länger 

als der Fruchtknoten. (Neilreich.) 

Diese Pflanze variirt sowohl in der Farbe der Perigone, als in 
der Grösse der einzelnen Theile ungemein; Perigone meist purpurrot!», 
bald heller oder dunkler, auch violett in verschiedenen Nuancen, selten 
weiss; schwach nach Vanille duftend. 

Auf Wiesen und Triften niedriger Gegenden sowohl, als der 
Voralpen und Alpen gemein. Juni, Juli. 

Verbreitung: Karpathen, Deutschland, Holland, Belgien, Ost-, 
Central- und Westalpen. 

Cypripedium Calceolus. L. Gemeiner Frauenschuh. 

Tafel 98. 

Wurzelstock walzlich, knotig, wagrecht, mit fleischigen Fasern 
büschlig besetzt. Stengel flaumig, 1— 2blüthig. Blätter elliptisch oder 
eiförmig-länglich, spitz, oberseits kahl, rückwärts und am Rande flau- 
mig. Deckblätter von der Gestalt der Stengelblätter, nur kleiner. Die 
4 Perigonzipfel kreuzweise abstehend, der obere und der untere (die 
äussern) eilanzettlich, erster zugespitzt, letzter 2spaltig, die 2 seitli- 

*) Die neueren Botaniker schreibe» gewöhnlich „conopea". 



97 



eben (die innern) lineal-lanzettlich, spitz, meist gedreht. Honiglippe 
netzaderig. (Neilreich.) 

An steinigen buschigen Orten, Mai -Juni. Gehört zwar nicht zu 
den eigentlichen Alpenpflanzen, doch dürfte sich die Aufnahme dieser 
Pflanze durch ihr häufigeres Auftreten in alpinen und subalpinen Ge- 
genden rechtfertigen. 

Verbreitung: Karpathen, Ost-, Central- und YVostalpen. 

Narcissus poeticus. L. Echte Narzisse. 
Tafel 99. 

Zwiebel eiförmig, Blätter grundständig, Lineal, stumpf, kahl wie 
die ganze Pflanze. Schaft aufrecht, 2schneidig, einblüthig. Nebenkrone 
schüsselfönnig, am Rande gekerbt, viel kürzer als die Perigonzipfel. 
(Neureich.) 

Schaft 1' hoch. Perigon weiss. Auf Wiesen und in den Thälern 
der Voralpen. April — Juni. 

Verbreitung: Ost-, Central- und Westalpen, Karpathen. 

Agrostis rupestris. All. Felsen-Windhalm. 
Tafel 100. 

Wurzelstock faserig, rasig. Halme aufrecht oder eingeknickt- 
aufsteigend, kahl wie die ganze Pflanze. Grundständige Blätter zu- 
sammengelegt, borstlich, Halmblätter gleichgestaltet oder flach, Lineal. 
Blatthäutchen länglich, vorgezogen. Rispe eiförmig oder länglich, aus- 
gebreitet, Rispenäste glatt. Ährchen eilanzettlich. Ilüllspelzen ziemlich 
gleichlang. Blüthenspelzen 1 — 2, die obere meistens fehlend, untere 
Hlüthenspelze unter der Mitte des Rückens gegrannt, Granne noch 

Die Alpenpflanzen I. ' 



— 98 — 

einmal so lang" als die Hüllspelzen. Kein Ansatz zu einer zweiten 
Blüthe. (Neureich.) 

Auf Wiesen und Alpentriften. Juli, August. 

Verbreitung: Karpathen . Sudeten, Ost-. Central- und West- 
alpen, Schwarzwald, Jura. 



Deutsch- und lateinisches Namenyerzeiclmiss. 



Achillea Clavcnac 30, 
Achillea nana . . 
Ackclci, Pyrenäische 
Aconitum Anthora . 
Aconitum Napellus 
Aconitum varicgatum 
Aconitum varicgatum. 
Aconitum cammarum 
Acrostichum Marantae 
Adcnostyles albifrons 
Adcnostyles alpina . 
Agrostis rupestris 
Ajuga pyramidalis . 
Alchemilla alpina . 
Alchemilla fissa . . 
Alchemilla pcntaplujlla 
Alchemilla pubesccns 
Allosurus crispus 
Alnus viridis . . . 
Alpen-Aster . . . 
Alpen- Balsam 

Die Alpenpflanzen I. 



Seite 

33, fi7 
33, 67 
. . 42 
33, 43 
33, 44 
. 33 
. 44 
. 44 
. 33 
. 33 
33, 63 
33, 97 
. . 33 
33, 56 
. . 33 
. . 33 
33, 56 
. . 33 
. . 33 
. . 63 
. . 85 



Seite 

Alpen- Berufkraut . . . .65 
Alpcn-Drüsengriffel . . .63 
Alpen-Fettkraut . . . . .85 
Alpen- Gänsekraut . . . .45 
Alpen- Glöckchen, Gemeines 88 
Alpen- Grasnelke ..... 93 
Alpcn-Jlutchinsia . . . 47 
Alpen- Keller hals . . . .93 
Alpen- Leinkraut .... 84 
Alpen-Löwenfuss .... 56 
Alpen-Milchkraut . . . .71 
Alpen-Mohn, Weisser . .45 
Alpen -Nelke .... 49, 50 

Alpen-Rausch 78 

Alpen-Rebe . . . • ... 38 

Alpen- Rose 55 

Alpen- Rose, Rauhhaarige . 77 
Alpen-Rose, Host farbige . 77 

Alpen- Veilchen 48 

Alpen -Windblume . . . .39 
Alsinc austriaca .... 33 

8 



100 



Seite 

Alsine Gerardi 33 

Alsinc laricifolia . . . .33 
Alyssum Wulfcnianum . .33 
Androsace Chamaejasme 33,86 
Androsace lactea . . 33, 87 
Androsace obtusifolia . 33, 87 
Androsace villosa . . . .33 

Androsacen 18 

Anemone alpina . . . 33, 39 
Anemone baldensis . . . .33 
Anemone (Pulsatilla) gran- 

dis Wenderoth . . . .38 
Anemone Hallcri . 30, 33, 38 
Anemone narcissiflora 33, 39 
Anemone sulphurea ... 40 
Anemone vcrnalis . . 30, 33 
Aquilegia Bauhini . . 33, 42 
Aquilegia Einseieana . . .42 
Aquilegia pyrenaica ... 42 
Arabis alpina . . 22, 33, 45 
Ardbis bellidifolia .... 33 

Arabis ciliata 33 

Arabis coerulea 33 

Arabis pumila . . . 33, 46 
Arabis vocJiinensis . . . .33 
Arctostaphylos oß'icinalis 31, 33 

Arenaria ciliata 30 

Armeria alpina . 25, 33, 93 
Arnica montana . . . 33, 69 







Seile 


Aronicum Clusii . . 


. 


. 68 


Artemis ia mutcllina 






30, 31, 


33 


, 66 


Aster alpinus .... 


33 


, 63 


Astragalus 




25 


Astrag alus purpureus 




. 34 


Astrantia .... 




25 


Astrantia carniolica . 




. 33 






34 


Athamanta cretensis . 




. 34 


Atragcne alpina . . . 


34 


38 


Aurikel ... . . 




91 


Avena alpeslris . . . 




. 34 


Azalca procumbens 






17, 18, 


34 


76 


Azalee, Liegende . . 




76 


Baldrian, Celtischer . 




. 61 


Bellidiastrum Michelii 


34 


64 


Berg-Flockenbhime . . 




. 70 


Berg -Hahnen fuss . . 




41 


Berglinse, Kalte . . . 




52 


Berg-Spitzkiel . . . 




52 


Berg- Wohlverleih . . 




69 


Betonica Alopecuros . 




34 


Betula nana .... 




22 


Braya alpina . . 




17 


Bupleurum graminifolium 3 4 


,60 


Bupleurum longifoliam 




60 


Calamintha alpina . . 


. 


34 



— 101 - 



Campanida alpina . . . . 
Campanula barbata . 34, 
Campanula pidla . .34, 
Campanula pusitta . . . . 
Campanula rotundifolia 
Campanula thyrsoidea . . 
Cur dam hie alpina . . . . 
Cardaminc resedifolia . . 
Carex afrala . . . 
Carex baldcnsis . . 
Centaurca alpina . 
Centaurea axillaris 
Centaurea moniana 
Ccrastium alpinum . . 

Ccrastiuni lanatum 30, 31, 
Ccrastium latifolium . . . 
Gherleria sedoides . . . . 
Cineraria aurantiaca . . . 
Cirsium acaulc ... 
Cirsium Sjiinosissimum . . 
Clusius-Sckwindclkraut . . 
Coeloglossum viridc . . . 
Conspectus florae Europaeae 
Convallaria verticillata . . 
Cortusa Matthioli 17, 30, 

Crocus vernus 

Cyclamen europaeum . . . 
Cypripedium Caleeolus 34, 
Cytisns alpinus 



Seite I 

34 Daphnc alpina . 22, 
75 Daphnc Blagayana 30, 
75 Daphnc striata . . 
7G Dclphinium elatum 
34 Diantims alpinus . 
34 Diantims glacialis . 
34 Donnerrose .... 
34 Donner standen . , 
34 Doronicum austriacum 
34 Draba aizoides . .17, 
34 Draba ciliata . . . 
70 Draba Joannis . . 

70 i Draba stcllata . . 

34 j Draba tomentosa 

34 ! Draba Zahlbruckneri 

34 | Drottclblumc, Niedrige 
18 Dryas oetopetula 17, 

34 Edelraute 

34 Edclwciss 

34 Eisenhut, Bunter . . 
68 Eisenhut, Feinblättriger 
34 Enzian, Bairischer 
42 Enzian, Punktirter 
34 Enzian, Schwalbenwurz 

89 artiger 

34 Enzian, Stengelloser . 
30 Enzian, Stumpf blättriger 
96 Enzian, Ungarischer . 
34 Epilobmm alpinum 



34, 
31, 



30, 



30, 



34, 



Seite 

93 
34 
34 
34 
49 
34 
78 
78 
34 
34 
34 
34 
34 
34 
34 
89 
53 
66 
65 
44 
43 
82 
81 

81 
82 
83 
80 
34 



102 



Seite 

Epimedium alpinum ... 34 
Erica carnea .... 34 
Er ig er on alpinum . .34, 65 
Erinus alpin us . . . 34, 85 
Eriophorum alpinum . . .34 
Frgngium alpinum ... 34 

Feld-Spitzkiel 53 

Felsen-Leimkraut . . . .51 
Felsen- Windhalm . . . .97 

Festuca (dpi na 34 

Festuca pumila 34 

Fettkraut, Gemeines . . . 8(> 
Fingerhut, Blauer . . . .82 
Fingerkraut Goldfarbiges 54 
Fingerkraut, Langstengligcs 5 1 
FraucnmiudeL Flaumiger . 56 
Frauenschuh, Gemeiner . .96 

Frühlingsenzian 83 

Gänsekraut, Niedriges . .46 

Geissböcklein 62 

Gemswurz 68 

Gentiana aca/ulis . . 34, 82 
Gentiana asdepiadea . 34, 81 
Gentiana bavarica . . 34, 82 
Gentiana obtusifolia . . .83 
Gentiana pannonica . . .80 
Gentiana punctata . . .81 
Gentiana purpurca ... 80 
Gentiana venia . . . 34, 83 



Seite 

Gcntianen 19 

Geranium argenteum . 30, 34 
Geranium macrorrhizum . 34 

#ewm montanum . . . .35 
Globulariu cordifoliu 17, LS, Itä, 92 
Globulariu nudicaulis . . 35 
Glockenblume, Bärtige . . 75 
Glockenblume , Dunkelblaue 75 
Glockenblume, Niedrige . . 7(j 
Gnaphalium Leontopodium 

35, 65 
Gymnadenia albida . . .35 
Gymnadenia conopea . 35, 96 
Gymnadenie, Fliegenartige . 96 
Ggpskraut, Kriechendes . .49 
Gypsophüa repens 22, 35, 49 
Habichtskraut. Lauchblät- 
triges 73 

Habichtskraut, Orangenfar- 
biges 72 

Habichtskraut, Zottiges . .73 
Hahnen fuss, /'//reuäischer . 40 
Hallers- Windblume . . .38 
Hasenohr, Langblättriges .60 
Hauswurz Kurzhaarige . . 56 
Hedysarum obscurum . . .35 
He/iautltcmum oelandicum . 30 
HeUeborus niger . 22, 35, 42 
Hieracium albidum . . .35 



103 — 



Seite 

Wcracium alpinum . . .35 
Wcracium aurantiacum 35, 72 
Wcracium porrifolium . .73 
llicracium staticefoliumSb, 73 
Wcracium villosum . . 35, 73 

Jlirculus 62 

Jlomoyync alpina . . . .35 
Homogyne discolor . . . .35 
Homogyne sylvestris . .35 
Horminum pyrmaicum . .35 
Ilutchinsia alpina . . 35, 47 

Juniperus nana 31 

Kerner a saxatilis ... 35 
Knabenkraut, Kuyelähriycs . 94 
Knöterich, Spitzkeimenctcr . 94 
Kohlriischcn, Schmalblättriges 95 
Kugelblume Ilcrzblättrigc . 92 
Läusekraut, Quirlblüthigcs 84 
Leimkraut, Stengelloses . . 50 
Lcontodon pyrenaicum 35, 71 
Leontodon Taraxaci . ..71 
Linaria alpina . . . 35, 84 
Linnaea borealis . . 31, 35 

Linum alpinum 35 

Lonicera alpigena . . .35 
jÄnvenzahn, Pyrenäischcr . 71 

Lunularia -23 

Lychnis alpina . ■ ■ -35 
Mannsschild, Haariger . .86 







Seile 


Mannsschild, Milehweisser 


. 87 


Mannsschild , Stumpf blät 




triqer . ... 




87 


Marchantia .... 




. 23 


Matthiol's Cortuse . 




. 89 


Mcum athumanticum 




35 


Meum mutcllina . . 




35 


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79 


Möhringia muscosa 


35, 


51 


Möhringia Ponae 


• 30, 


35 


Möhringic, Gemeine 




51 


Mulgedium alpinum 


. 35, 


71 


Mulgedium Phoniert 




71 


Myosotis alpcslris 




35 






62 


Narcissus po'eticus . . 


35, 


97 


Narzisse, Echte . . 




97 


Nicsswurz, Schwarze 


. 42, 


43 


Nigritella angustifolia 


35, 


95 


Orchis globosa . . 


35, 


94 


Orchis incarnata . . 


. 


35 


Orchis maculata 




35 


Orchis sambucina . . 


. 


35 






35 


Oxyria digyna . . 


. 


35 


Oxytropis 


. 


25 


Ovytropis campestris . 


35, 


53 


Oxytropis montana 


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35, 


52 






22 



104 — 



35, 



Pupaver alpinum . . 

Papaver Burseri Gram 

Paradisia Liliastrum 

PediciUaris- Arten 

Pedicu lar is vcrl icillata 

Petrocallis pyrcnaica . 

Phaca frigida . . . 

Phleum alpinum 

Phyteuma comosum . . . 

Phytcuma confusum Kernet 

Phyteuma hemisphacricum . 

Phyteuma Mickelü .... 

Phyteuma pauciflorum 35. 

Phyteuma Scheue hz er i . . 

Pinguicula alpina . . 35, 

Pinguecula vulgaris . 35, 

Pinus Cembra . . . 

Pinus Mughus . . . 

Pinus Pumilio . . . 

Polygala Chamuebuxus 
,, var. pur pur ea 

Polygonum viuiparum 35, 

Potent Uta 22 

54 
54 
36 
36 
36 
36 



Seite 

35, 45 

. 45 
. . 35 
. . 17 
. . 84 
. . 35 
52 
35 
35 
74 
35 
35 
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35 
85 
86 
35 
35 
22 
35 
35 
94 



Potenülla aureu . . 


35, 


Potentilla caulescens 


36, 


Potent Uta Clusiana 




Potentilla frigida 




Potentilla grandi/lora 


. 


Potentilla nudlifida 





19, 
36, 



36, 



36, 
36, 



Potentilla nitida . 
Potentilla nivea . 

Primeln 

Pr im ula Aiiricula 30 
Primula calycina 
Primula commutata 
Primula farinosa . 
Primula integrifolia 
Primula lougi/lora 
Primula marginata 
Primula minima . 
Primula pubescens . 
Primula speetabilis 
Primula villosa . 
Pyrola rotundifolia 
Pyrola uniflora . , 
Bafauslc . . . . 
llanunculus . . , 
Jianunculus acon itifolius 
Raiiunculus alpestris 
Ranuneulus glaeialis . 17 
Ranunculus hybridus . . 
Ranuneulus montanus . 
Ran unculus parnassifolius 
Ranuneulus pyrenaeus 
"Ranuneulus rutaefolius . 
llanunculus Thora . . . 
Jianunculus Traunfellncri 36 
Ranunkeln . . . 



Seite 

36 
36 

25 
91 
36 
36 
92 
36 
36 
30 
36 
36 
90 
90 
79 
79 
78 
17 
36 
36 
36 
36 
41 
36 
40 
36 
36 
,40 
19 



105 



Seite 

Rapunzel, Verwechselte . .74 

Rauschkraut 78 

Rhamnus alpina . . . .31 

Rhizome 24 

Rhododendren 22 

Rhododendron Ch amaecistus 

25, 36 
Rhododendron ferrugineum 

17, 36, 77 
Rhododendron hirsutum 

17, 36 
... 36 



Rosa alpina 

Ruhrkraut, Sternförmiges 

Salix arbuscula . 

Salix herbacea 

Salix Myrsinites 

Salix reticulata . 

Salix retusa . . 

Saxifraga aizoides 

Saxifraga Aizoon 

Saxifraga biflora 
Saxifraga bryoides 
Saxifraga Burseriana 
Saxifraga caesia 30, 
Saxifraga caespitosa . 
Saxifraga crustata 
Saxifraga cuneifolia . 
Saxifraga elatior 
Saxifraga hypnoides . 



36, 60, 
. 30. 



36, 
36, 



30, 
22, 



77 

55 

65 

36 

36 

36 

36 

36 

60 

36 

36 

36 

36 

58 

58 

36 

36 

36 

36 



Seite 

Saxifraga moschata ... 58 
Saxifraga muscoides . 36, 58 
Saxifraga mutata . . 36, 60 
Saxifraga oppositifolia 36, 57 
Saxifraga pyramidalis , .30 
Saxifraga rotundifoUa 

17, 30, 36 
Saxifraga sedoides . . . .36 
Saxifraga Seguieri . . 36, 58 
Saxifraga squarrosa . . .36 
Saxifraga stellaris 17, 36, 59 
Saxifraga tenella . . 30, 36 

Saxi fragen 18, 22 

Scabiosa lucida . . . 36, 63 
Scabiose, Glänzendblättrige 63 
Schafgarbe, Bittere . . . 67 
Schlüsselbume, Ansehnliche 90 
Schlüsselblume, Flaumige . 90 
Schlüsselblume, Mehlstaubige 92 

Schmalzblume 86 

Schneerosc 42 

Scmpervivum- Arten . . 22, 30 
Sempervivum arachnoideum 36 
Sempervivum Funkii . . .36 
Sempervivum hirtum . 36, 56 
Sempervivum montanum . .37 
Sempervivum Pittonii . .36 
Sempervivum tectorum . .36 
Sempervivum tomentosum . 37 



— 106 — 



Seite 

Sempervivutn Wulfenii . .37 
Senecio abrotanifolius . .37 

Senecio incanus 37 

Silberwurz, Gemeine . . .53 
Silene acaulis . 18, 25, 37, 50 
Silene alpestris . . . 30, 37 
Silene Pumilio . 18, 31, 37 
Silene qtiadrifida . . . .37 

Silene rupestris 51 

Silene saxifraga . . 30, 37 
Soldanella alpina 17, 37, 88 
Soldanella minima . . 37, 89 
Soldanella montana ... 88 
Soldanella pusilla . . 37, 89 

Speick 61, 62 

Sprich, Weisser (57 

Spica Nardi 62 

Stein- Baldrian 62 

Steinbrech, Gegenblättriger 57 
Steinbrech, Immergrüner . 60 
Steinbrech, Meergrüner . . 58 
Steinbrech, Moosartiger . .58 
Steinbrech, Sternblüthigcr 59 
Sternliebe, Gemeine . . .64 
Täschelkrant, Rundblättriges 47 
Thalictrum alpinum . . .37 
Thalictrum aquilegifolmm . 37 
Thalictrum foetidnm ... 37 
Thlaspi alpinum . . . 30, 37 



37 



37, 



37. 



Seite 

Thlaspi rotundifolium 37, 47 
Traun fei Incr^s llahncnfuss 40 
Trifolium badium . . 
Troddelblume .... 
Trollius europaeus 22, 
Trollblume europäische 
Tunica Saxifraga . . 
Valeriana ccltica . . 
Valeriana montana 
Valeriana saxatilis 
Valeriana supina . . 
Valeriana tripteris . . 

Valcriancn 

Veilchen, Jlochgclbes . 
Veronica alpina . . . 
Vcronica bcllidifolia . 
Veronica saxatilis . .30 
Viola alpina .... 37 



3 



7, 



41 
41 
30 
61 

37 
62 
37 
37 
25 
48 
37 
37 
37 
48 



Viola biflora 37 

Viola lutea 37, 48 

Viola tricolor 48 

1 Vindblume, Nar rissen • 
blüthige . ..... 39 

Wintergrün. Kinblüthiges . 79 
Wintergrün, llundblättriges 79 
Wulfenia carinthiaca . 25, 37 
Zahlbrucknera paradoxa . 37 
Zigeunerkraut . . . .93 

Ziverg- Schafgarbe . . . .67 




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