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Full text of "Das Abändern der Vögel durch Einfluss des Klima's"






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des Klimas. 





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Nach 



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zoologischen, zunächst von den europäischen Land vögeln 

entnommenen Beobachtungen dargestellt, mit den entsprechenden 

Erfahrungen bei den europäischen Sä ugthieren verglichen, 



und 



durch Thatsachen aus dem Gebiete der Physiologie, der Physik 

und der physischen Geographie erläutert. 












Von 



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CONST ANTIN LAMBERT GL GER 



zu Breslau, 



Mitgliede der kaiserl. Leopoldinisch - CaroliniscLen Akademie der Naturforscher, der schlesischen 

Gesellschaft für vaterländische Cultur, und der naturforschenden Gesellschaften zu Halle 

und Görlitz. 







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Breslau 1833. 

In Commission bei August Schulz und Comp 



Gedruckt in der Akademischen Buchdruckerei zu Berlin. 









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Semptr enim aves ad ea loca, ubi ipsae exclusae sunt, ad prolificandum rever- 
tuntur; ideoque climatis effectu, per plures generationes continuato, etiam colores mil- 



iare possunt. 



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Pallas, Zoographia rosso-asiatica* 
P. II, pag. 1S5, spec. n. 295. — 













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QUary Soane.isee. 




Cambridge University Library, 



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Botany Schoo! 


















ver- 



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Vorwort. 




ndem der letzte Bogen dieses unter meinen Augen gedruckten 
Ruches vor mir liegt, werde ich, vornemlich durch den Inhalt der 
Vorrede, auf den Gedanken geleitet, es könne der Sache nützen und 
zum Frieden dienen , wenn ich zwar ohne Wissen , doch hoffentlich 
nicht wider den Willen des Verfassers, in wenigen Worten mich hier 
zu dem. Antheii bekenne, den er mir zuspricht und die Wünsche an 
den Tag lege, welche die Bedeutung des Gegenständes mir hervor- 
zurufen scheint. — 

a- xr n- ? ne gr ° fse zoolo g iscne Sammlung zu verwalten hat und 
die Verpflichtung lebhaft empfindet, sie dem Unterricht der studi- 
renden Jugend förderlich einzurichten, also jeden Gegenstand an den 
ihm gebührenden Platz, keinen ohne möglichst scharfe Namenbeslim- 
mung aufzustellen, dabei auch die Veränderungen, welchen alle Thiere 

f a ik J lirGn verscnieanen Lebens- Zuständen unterworfen sind, inner- 
halb des Art-Begriffs nachzuweisen, der kann, zumal wenn er, so- 
weit es Noinenclatur und Terminologie betrifft, in 






den 



strengeren 



Grundsätzen der älteren Schule erzogen ist, um so weniger einer über- 
hand nehmenden Vervielfältigung der Arten zugethan sein, wenn ihn 
sein Beruf als Lehrer auf Zusammenfassung und Verallgemeinerung 
der Lehrsätze hinweiset. Je reicher die Sammlung nach und nach 
wird und je gröfser die Zahl der Objecte, die ein 'lebhafter Verkehr 
im Laufe der Zeit auch aufser derselben zur Betrachtung darbietet, 
desto häufiger ergeben sich Berichtigungen aufgestellter sogenannter 

JNommat-Species und desto mehr wächst das Mifstrauen «-e»en die 
zahlreichen Annahmen solcher Art, die die neuere Zeit beliefert hat 
und noch liefert. Erwägt man nun dazu, was aus der systematischen 
Form einer Thier- Klasse, z.B. der Ornithologie, und aus dem syste- 
matischen Verzeichnifs einer grofsen Vögel-Sammlung weiden müfste, 
wenn man, wie es die Consequenz doch erfordern würde, dieselbe 
Scharfe der specifischen Characteristik, die sich bei Unterscheidung der 
europaischen Vögel -Arten geltend machen will, auch auf alle aufser- 
europaische anwenden wollte, so erscheint die Aengsllichkeit wohl ge- 
rechtfertigt, mit welcher das Berliner Museum solchen neueren Be- 
strebungen bisher gefolgt ist und mit welcher es, ohne dem Verdienst 
2™ zu nali e zu treten (denn jede neue Annahme wird geachtet 
na der neue Name, wenn auch unter einem Zeichen bescheidenen 
Z;weuets dem Object beigefügt,) hauptsächlich auf Vollständigkeit 
zum Nachweis der Übergänge hinausgeht, um der wissenschaftlichen 
Prüfung Stoff und Mittel zu bieten. 




Unter den zahlreichen jüngeren Freunden 



gegen 



welche icl 



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meinen Vortragen oder in vertraulicher Unterhaltung und im Brief- 
Wechsel diese Ansichten ausgesprochen habe, hat Niemand mit wär- 
niercm Eifer und mit mehr Beruf aus früherer Bildung den angereg- 
ie? ^. e § enstand aufgefafst, als der Verfasser vorliegender Schrift, dem 
« tur ein zehnjähriges fleifsiges Forschen viel mehr anerkennenden 



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Dank zu erstatten habe, als dafs es der Erklärung bedürfte, wie sehr 
ich den Hauptsachen nach mit den Sätzen einverstanden bin, die er 
hier vertheidigt, deren Form und Ausfuhrung aber sein untheilbares 
auch nur von ihm selbst zu vertretendes Eigenthum bleibt; wie gern 
ich namentlich in Beziehung auf S. xnr der Vorrede hier wieder- 
hole, dafs mir die von ihm bewerkstelligte Zurückf ührung einiger 
von mir selbst als neu angenommener Arten auf die Grundformen, 
denen sie angehören, nicht anders als sehr willkommen gewesen ist. 

Besonders aber hat es mir erfreulich sein müssen , den streiti- 
gen Gegenstand, der bisher nnr auf dem engen Terrain einzelner 
concreter Fälle verfochten und angegriffen ward, uuf das offene Feld 
einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung gebracht und so- 
mit den Antheil entfernt zu sehen, den Unwesentliches, Zufälliges 
und Persönliches in jedem Streite gewinnen , der um Einzelnheiten 
eführt wird. Die versöhnliche Wirkung, die ich mir von dieser 

Schrift versprechen zu können glaubte, als sie mir von dem Verfas- 
ser zuerst mitgetheilt ward, hat mich hauptsächlich dazu bestimmt, 
ihre Herausgabe nach Kräften zu fördern. Ich durfte um so mehr 
diese Wirkun«- erwarten, als ich kurze Zeit vorher die Freude gehabt 
hatte, die persönliche Bekanntschaft des Herrn Pastor Brehm von 
Renthendorf zu machen, der sich bisher hauptsächlich im öffentlichen 
Widerspruch mit Herrn Dr. Gloger befunden, und der mir bei viel- 
fältigen Zusammenkünften in unserm Museum einen eben so lebhaf- 
ten Eifer für die Wissenschaft als ein bereitwilliges Eni w 

zu erkennen gab, so dafs wir uns bei aller Verschiedenheit einzelnei 
Ansichten und Überzeugungen dreh sehr bald über gewisse Gesichts* 
punkte verständigten, auf deren Feststellung es ankommen werde, 
um die Entscheidung so mancher Zweifel und Widersprüche herbei- 
zuführen. Eben diese Punkte fand ich nun in dem Manuscript des 
Herrn Dr. Gloger zur Sprache gebracht und, wenn auch hauptsäch- 
lich in der Richtung unsrer eignen Ansichten durchgeführt, doch 
jeder anderweitigen Beleuchtung nahe gerückt. Dies läfst mich, wohl 
mit Recht, hoffen, es werde die vorliegende Abhandlung nicht allein 
formell berichtigend und real erweiternd dem Studium der Ornitho- 
logie dienen, sondern auch dazu beitragen, dafs die Discussion fortan 
(was leider nicht immer der Fall war) den ernsten und ruhigen Ton 
annehme , den die Würde des Gegenstandes erheischt. Das Resultat 
mag dann ausfallen, wie es will, so kann es nicht anders als dem 
Studium förderlich sein, und man wird dem Verfasser dieser Schrift 
immer das Verdienst beimessen dürfen , den interessanten und von 
unsrer Zeit dringend geforderten Untersuchungen über die gegensei- 
tigen Beziehungen der Erdkunde und beschreibenden Naturgeschichte 
nach einer neuen Richtung die Bahn gebrochen zu haben. 

Lichtenstein. 



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Vorrede und Einleitung 

nebst 

wissenschaftlichen Vorschlägen. 







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und in Bezug auf ihr Entstehen aus den gewöhnlichen 

Artsformen, eine besondre Behandlung: gewidmet ist, waren 



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Bedeutun 



von den meisten Zoologen bereits früher mit mehr oder 



weniger Bestimm the 



geahnter, aber doch wegen 



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noch lange nicht gehörig zu würdigender Gegenstand bald 
des Zweifels, bald einer versuchsweisen, in der Folge durch 



Ande 



mit Recht bekämpften Aufstellung vermeinter 



cies. Sie waren ein Gegenstand , der auch wohl , wenn 
es sich um Bestimmung von Art oder Varietät nicht im 



All gemeinen , sondern im 



handelte, eben 



wegen 



inzureichender und zuweilen anscheinend wid 
der Erfahrungen einen und denselben Ornitholoi 






(je nach Verschiedenheit der Zeiten und der Umstände) zum 
sehr verzeihlichen Schwanken zwischen beiden Ansichten, 

Hier 

dem Anfange des 
und durch viel- 



zum 



leuchtete Pallas vor, E 

laufenden Jahrhunderts, 
fach e . 



U unter verschiedenen Klimaten gemachte Erfahrungen 
ihm aufgedrungenen Gedanken an die Entwicklung solcher 
Abänderungen in Folge äufserer Einflüsse mit Entschieden- 
heit fest (*). Seine Zoographia vollends zeigt: dafs er mit einer 

(*) Wie alt und naturgemäfs überhaupt, wie rein unabweislich, 
ei n Gedanke der Art sei, zeigt sogar schon der älteste aller wahren 






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Aufmerksamkeit, welche für den damaligen ersten Anfang 
stets der höchsten Anerkennung werth bleiben wird, die 
interessanten Erscheinungen beobachtete und zu würdigen 
suchte, welche sich ihm in dieser Hinsicht darboten ; ob- 



gleich allerdings auch wieder seine Wanden 
bindungen noch lange nicht hinreichen ko 
über Alles in < 



um ihn 



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Grade aufzuklären, dafs es ihm hätte 
gelingen können, auch gerade in allen einzelnen Fällen 
immer das Rechte zu treffen. — Im Verlaufe des letzten 

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Jahrzehen ts hat sich nicht allein die Mehrzahl der Ornitho- 
losen, namentlich der deutschen, dieser Ansicht der Dinge 



tschiedener, und 



zugewandt ; 



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habe 



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sten Stimmen (*) öffentlich und sehr bestimmt, 



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mit dem Wunsche 



durch Jemand, der Gelegenheit zu hinreichenden Erfahrun- 
gen und Untersuchungen hierüber gehabt, dieselben in einer 
geordneten Zusammenstellung als ein systematisch verarbei- 



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vor nun bei- 



nahe 8 Jahren von mir entworfenen Anlage eines r> Hand- 
buchs der Naturgeschichte der Vögel Europa's 
mit besonderer Rücksicht auf Deutschland* ein 
gern genährter Gedanke, die klimatischen Abänderungen 
darin aufzunehmen. Dieser Absicht folgte nothwendig das 
Bestreben, die Wahrnehmungen über diesen Gegen- 
stand alle nach Möglichkeit ins Klare zu bringen: Ein 



- 

Naturforscher, einer der scharfsinnigsten und scharfsichtigsten Geister 
aller Zeiten, und nach Verhältnifs der seini^en vielleicht der umfas- 
sendste, den je die Erde trug: Aristoteles. — YergL seine kist. 
animaL, lib.8, cap. 27 -28 edit. Schneid., cap. 28- 29 vulg.] 

(*) Unter andern besonders Bruch, Faber, Naumann, zuletzt 
noch Mich ah eil es; unter den nicht -deutschen vor allen früh,, oft 
und motivirt Temminck. - 



























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damals angefangenes und bis heut mit Vorliebe fortgesetz- 
tes Suchen nun hat auf praktischem "Wege allmählig zu den 
Resultaten geführt, wie sie in jenem Buche selbst mit spe- 
zieller Ausführlichkeit aufgestellt sein werden, in vorliegen- 
der Abhandlung aber unter allgemeinere Gesichts- 
punkte so zusammengefafst sind: dafs hier die spe- 
ciellen concreten Fälle als die einzelnen Belege für das, aus 

ihnen abstrahirte, raisonnirende Ganze aufgeführt erschei- 
| nen (*). Doch wäre es unmöglich gewesen, zu allen diesen 
Ergebnissen zu gelangen, wenn nicht Herr Geheime Rath 



Lichtenstein, mit dem lebhaftesten Interesse auch na- 
mentlich für diesen Zweig des ornithologischen Wissens ein- 
genommen, den ausgedehnten Handels- und Reiseverkehr, 
welchen das unter seiner Leitung stehende zoologische Mu- 
seum unterhält, schon so lange dazu benutzt und alle 






Kräfte aufgeboten hätte, um ganz vorzüglich auch in die- 
ser Richtung auf Vervollständigung der ihm anvertrauten 



Anstalt hinzuwirken. Indefs haben diese Bemühungen 
auch einen Erfolg gehabt, welcher macht: dafs hiermit das 
| Berliner Kabinet gegenwärtig wohl allen übrigen weit vor- 
ausgeeilt ist; dafs daher auch eine umfassende Bearbeitung 

dieses Gegenstandes, nach seinen speciellen und allge- 
meinen Beziehungen, hinsichts der beobachteten (ornitholo- 
gischen) Thatsachen nur von dort aus möglich scheint. Alle 

(*) Auch war diese Abhandlung ursprünglich als Einleitung zu 
jenem gearbeitet. In Betracht jedoch, dafs ein Handbuch der Art, 
in seiner räumlichen Ausdehnung beschränkt, nur den Zweck haben 
sollte, sichere Thatsachen zusammenzustellen, ohne darzulegen, "wie 
sie gewonnen wurden, und ohne die aus ihnen entwickelten Theo- 
reme auseinanderzusetzen, schien es besser, dieselbe als ein für sich 

treten zu lassen. Ein Entschlufs, 



bestehendes Werkchen in die Welt treten zu lassen, 
zu dem sowohl der Rath befreundeter älterer Forscher, als die Erwä- 
gung des Umstandes führte: dafs die Verhandlung, in einem Hand- 
buche der Ornithologie niedergelegt, nur dem kleinen zugleich mit 
letzterer vertrauten Theile der Physiologen und Physiker, deren spe- 
zielle Fächer sie doch nahe berührt, bekannt werden würde*. 
















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VIII 














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die (zu ihrer Zeit zu erwähnenden) Verbindungen desselben 
haben zwar, eine jede, mehr oder weniger dazu geleistet; 
aber auf keinem anderen Wege ist so viel hierzu geliefert, 
so viel fruchtbarer Stoff zur Bearbeitung hergestellt worden, 
wie durch Hemprichs und Ehrenbergs Reise. Nur der 
rastlose , ja fast unbegreifliche Fleifs solcher Wissenschaft- 
liehen Sammler konnte in wenigen Jahren so viel mit für 
einen Gegenstand, wie der hier besprochene, leisten. 
Aller dieser Stoff nun, woher er immer gekommen sein 
mochte, und welcher entweder für gegenwärtiges Werkchen, 
oder für das nachfolgende gröfsere brauchbar war , wurde 

mir von dem Director der Anstalt, meinem hochverehrten 
Lehrer, mit der freundlichsten, wohlwollendsten Liberalität 
und ohne die geringste Einschränkung zur wissenschaftlichen 
Benutzung gestellt. Nirgends sah ich hierbei eine irgend 
beengende Ausnahme in Anwendung gebracht; vielmehr ist 
mir, im Gegentheile, allenthalben sehr häufig, entweder 
von ihm selbst, oder auf seine gütige, von freien Stücken 
genommene Veranlassung, bei meinen Arbeiten und für die- 
selben sogar noch mehr geboten und gewährt worden, als 
ich gebeten oder auch nur zu wünschen gedacht hatte. 
So sah ich mich durch die ausgezeichnetste Gefälligkeit in 
den Stand gesetzt, einen Stoff behandeln zu können und 
zu dürfen, der, nach allem amtlichen und wissenschaftlichen 
Proprietä tsrechte fremdes Eigenlhum, nur durch freund- 
liches Übereinkommen und Abtreten zu diesem Zwecke an 






















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Was das Verfahren hierbei betrifft, so w 
sehe Methode überall, bei der Untersuch! 
3ei der Darstellung, zu befolgen: weil sie d 



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lein richtige bleibt, hier die am leichtesten über- 
zeugende ist. Das Haupt -Bemühen blieb also stets dahin 



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zu verfolgen. 



Die Endpunkte liegen häufig so weit aus 



einander, dafs Derjenige, welcher nur sie, und nicht auch 



einem 



nigen Zusammenhange heider zweifeln kann, bis er mit 
Überraschung die vollständigen Beweise desselben vor Ge- 

* 

sieht hat, — In den bei Weitem meisten Fällen glückte es 
mir nicht falofs, selbst zu sehen : sondern sehr oft konnte 
ich gleichzeitig ganze Reihen, und zwar nicht selten 



höchst 



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unter auch öfters mehrere jener so instructiven Stücke, 
welche nicht blofs den alimähli^en, sondern sogar den plötz- 






lichen, gleichsam im Gewaltschritte hervortretenden Über 



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Nur da, wo die 



Sache als hinlänglich gewifs erschien , wird denn auch 



die Äufserung darüber eine 






völlig bestimmte sein. 



Noch 



manchen einzelnen Fällen der Folgezeit 



müssen 



änderun 




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Wesen 



bekannten Art als Abänderung unterzuordnen sei, oder ob 

es doch eine von ihr verschiedene, selbständige Art bilde. (*) 



(*) Je öfter sich schon unter einerlei Himmelsstriche Arten vor- 
finden, welche, obgleich ganz entschieden selbständig, doch Zwei- 
fel gegen ihre Selbständigkeit durch eine auffallende Aehnlichkeit mit 
anderen erregt haben , so lange , bis ausgedehntere Erfahrungen ihn 
hoben; um so weniger kann es wohl billig in Verwunderung setzen, 
wenn ein gleicher Fall sich unter verschiedenen Klimaten ereignet. 
Der Inbegriff von Art (species) ist und bleibt einmal ein solcher, 
*ur den sich keine kurze, mit Einem Satze zu bezeichnende, rein- 
theoretische Definition herstellen läfst: weil sich kein absolutes und 
liir alle Fälle ostensibles Maafs, weder in Betreff der Form und des 
Umfanges, noch gar der Farbe und der Lebensäufserungen , auffin- 
den oder angeben läfst. Fern davon übrigens, den n guten alten« 
theoretisch -praktischen Begriff hiervon im Mindesten wankend zu 
machen, dient unsere Methode, klimatische Abänderungen aufzustel- 
len, vielmehr gerade nur noch zu mehrerer Befestigung desselben; 






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Da, wo einmal auf fremde Auctorität hin eine Nachricht über 
klimatische Abänderungen aufgenommen wurde, bei welcher 
mir überhaupt Selbstansicht oder doch eine hinreichende 
eigene Erfahrung mangelte, und wo vielleicht diese selbst 



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wo 



ich 
konnte ; 



einer 



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wenn nicht der Name 



des Gewährsmannes genannt ist, schon an dem unbestimmter 
gehaltenen Tone von einem völlig gewissen ebenso unter- 
scheiden können, wie das ungewissere Einzelne vor ( 



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entschieden Ausgemachten kenntlich gemacht ist. (*) Stets bil- 
den dort die Bemerkungen über klimatische Verschieden- 
heiten, von welchen die Angaben in dem beschreibenden 
Verzeichnisse am Ende gegenwärtiger Abhandlung ein ge- 



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dem 



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ehen stets 



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fern 



als Grundtypus aus: dafs dasjenige von ihnen, was bereits 

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und die Bestimmung desselben hält sieh, selbst nach ihrer jetzt nö~ 
thioen Erweiterung, doch unabänderlich in den alten Gränzen des all- 
bewährten Lehrsatzes: «Was sich (im freien Naturzustände) jemals 
zusammen paart, (nicht blofs ein oder das andere Mal durch 
besonderen Zufall eine wüste, ungeregelte Begattung eingeht,) ge- 
hört stets zu Einer Art.u Yergl. S. 134. 

(*) Sollte sich späterhin irgend Etwas, was aus fremder Angabe 
entnommen ist, wo eigne Erfahrung fehlte, vielleicht nicht bewäh- 
ren; so wird man dafür billig nicht den Verfasser verantwortlich 
machen. Jeder hat nur das streng zu vertreten, was er selbst gese- 
hen haben will, ist auch zu tadeln, wenn er an sich verdächtige oder 
ganz unwahrscheinliche Dinge auf Anderer Bericht ohne Kritik und 
Einschränkung annimmt. Nicht so im entgegengesetzten Falle. Yiele 
unrichtige Dinge hatten sehr lange allgemein gegolten, ohne dafs man 
nachher die Schuld auf sonst Jemand aufser dem ersten Berichter- 
statter zu schieben sich berechtigt gehalten hätte. Wie lange wurde 
es nicht z. B. geglaubt: dafs die Kinder der Neger weifs geboren 
würden; u. dergl. mehr. 




abweichenden Ansicht mich nicht erwehren 
einen solchen Fall wird man, namentlich in 



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der eigentlichen Beschreibung erwähnt wird 



mit 



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itläufigkeit verbunden war.) Ein bequemer numeri- 
scher Überblick der klimatisch variirenden Arten 
ms Gesamt wurde ganz einfach dadurch erreicht: dafs die 
sich damit befassenden Anmerkungen, so, wie die variiren- 
den Arten in dem dieser kleinen Schrift angehängten be- 
schreibenden systematischen Verzeichnisse derselben 



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eine 



durch das Ganze 

erhielten (*). 

Dagegen habe 

ohne Grund 



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ich bei der Darstellung derselben sonst 
jene, zwar in ähnlichen Fällen meist 



d dem Anscheine nach genaue , in der W 



hchkeit aber, näher besehen, eher verwirrende und einer 
zweckmäfsigen Gedrängtheit widerstrebende Methode 



ver- 



miede 



das Ganze so nach Zahlen oder Buchslaben zu 
spalten, dafs die stufenmäfsigen Abänderungen unter Va- 
rietät 1, Var. 2, Var. c, d u. s. w. getrennt, in einer Reihe, 
aufgeführt würden. Ein solches Verfahren, obgleich mei- 
stens recht gut anwendbar bei Ausartungen, erscheint hier 

lt unzweckmäfsig ; und 



:ht gut angebracht, vielmeh 



zwar wird 






5 



ckmäfj 



sächlich wie räum- 



lich, je gröfser die Anzahl und je mannichfacher die Kreu- 
zung der Varietäten wird. Zuerst unbequem und undeut- 
lich, weil einer Seits eine ordentliche Sonderung derselben 

möglich ist: und weil dabei anderer 
die Characteristik jeder Nummer immer nur auf das 



Seit 



Exemplar pafst, von welchem sie entnommen ist, auf andere 



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immer um so weniger anwendbar 



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(*) Man sieht hiera 



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aus: dafs, soweit die Erfahrungen gegenwärtig 

'eichen, ihre Gesamtzahl bei den Landvögeln allein schon 

JUn volles Dritttheil aller Arten überhaupt beträgt. Um wie viel 

~' er aber wird dieselbe sich erst in der Folge zeigen 



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besser sie als solche ist, d.h., je genauer sie sich an jenes 
einzelne Stück hält; dann räumlich -unökonomisch, weil es 
Alles ohne Noth ins Einzelne zieht, und somit Yieles mehr- 
fach wiederholt werden mufs, was sich besser mit 1 



inem 



Male sanz im 



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wie es dort geschehen ist, der Ursprung und das ent- 

Extrem jedes einzelnen Punktes, welcher eine 



wickelte 



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mung auf alle Exemplare mit allen Kreuzungen. 









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durch die 



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sieht des Ganzen, namentlich der Regeln und Beispiele, zu 
erleichtern, sollten letztere mit anderer Schrift gedruckt 



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werden. 



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Umstände beim 



hiervon abzugehen, und die Einrichtung zu treffen, dafs 
hlnfsft gebrochene Klammern F 1 diese Absonderung bewir- 






ken, welche auch so die Sache hinreichend verdeutlicht. 

Übrigens ist es nicht Zufall gewesen, wenn hin und wieder, 

wo die Wahl der Beispiele sonst gleichgültig gewesen wäre, 

solche Arten hierzu 

vordem 



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über welche 



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* 

dre Ansichten bestanden und 



herrschte; denn auf diese Weise liefs sich mit 



meineren 



Zwecke, Beispiele für einen vorgetragenen Satz 
zu geben, noch ins Besondere der einer kritischen Erörterung 



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Daher der Umstand, 



dafs manche Arten (*) mehrmals als Beispiele aufgeführt 



wiederkehren. 



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der Klasse der 



zum Theue selbst mit 
tirden, um den Zusamr 



(*) "Wie unter andern die gemeine Krähe, (deren speeifische Tren- 
nung in Raben- und Nebelkrähe zuerst und sehr gründlich Nau- 
mann d. j. bekämpfte,) der Haussperling, der Wasserpieper. 




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den Verhandlung nicht zu sehr zu unterbrechen, unter die 
Zusät 



ze verwiesen. 



Das kurz beschreibende Verzeichnis 



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Varietäten der europäischen Landvögel, als ein Nachtrag zu 
jedem Werke über Europa's Ornithologie zu betrachten, 
enthält unter den Synonymen alle Namen derjenigen dahin 
gehörenden vermeinten Species, welche mir als solche be- 

(*). Bei der reichen Literatur, wel- 
Königl. Bibliothek zu Berlin darbot, 



kannt geworden sind (*). 
che namentlich die Koni 

dürften mir nur wenige entgangen sein. (**) 



Es k 
und soll natürlich nicht blofs, sondern 



ann 



d hoffentlich auch, vollend 
*ung geschieht, Niemanden i 

iht : dafs er ein 



pt aus Mangel an Übergangsexempl 






(*) Hierbei fühle ich mich in Bezug auf die Ansichten und das 
Verfahren des Hrn. Geheimen Rath Lichtenstein eben so ver- 
pflichtet, wie ich es in Beziehung auf mich für erlaubt und zugleich 
für sehr ehrenvoll halte, zu erklären: dafs es auf die ausdrück- 



lichste Zustimmung und selbst d 



Wunsch 



ge- 



schehen ist, wenn auch alle von ihm früher, zum Theile schon vor 
langer Zeit, einstweilen provisorisch (und den Yorschriften von 
Linne's trefflicher Philosophia botanica gemäfs, um sie nicht aus 
dem Gesichte zu verlieren), unter dem vorläufigen Namen von Arten 
im zoologischen Museum zu Berlin aufgestellten klim. Varietäten 
hierunter mit aufgeführt werden: (und zwar, indem ein verständ- 
liches Vorzeichen [?] den Sinn und die Umstände andeutet, in welchem 
und unter welchen das Aufstellen zu seiner Zeit geschah;) 
es etwa nöthig sein sollte, Meinungen zu berichtigen, welche sich 
bei dem häufigen Besuche der reichen Sammlung durch fremde Or- 
nithosen gebildet haben könnten. 

( ) Doch mufs ich bedauern, dafs bei meiner letzten Anwesen- 
heit daselbst (im August und September 1831) zwei 



um, wo 



Werke 



Wicht 



laya rnountains. 



rf Indian zoology, und Gould's Birds of 



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I 



XIV 



eine eigene Art gehalten habe. Nur wer systematisch, d.h. 
aus Grundsatz, durchweg alle klimatische Varietäten zu Ar- 

i 

ten erhohen sehen wollte, ihr Entstehen durch Klimaeinflufs 
aufs heftigste (*) bestritt, und durch keine Gegen vorstel- 
lung über das Irrthümliche seiner Ansicht zu belehren war, 
wird eine Anwendung dieser gerechten, entschuldigenden 
Rücksicht nicht für sich in Anspruch nehmen können. (**) 



(*) Und zwar mit einem Argumente, welches die gänzliche Un- 
kunde in aller allgemeinen Naturwissenschaft, Physik und Physiolo- 
gie verräth: "indem man nicht einsehe, wie es (das Klima) wirken ^ 
"solle, und man sich mit jeder Annahme einer solchen Wirkung in 
"ein Labyrinth verirre! !u — 

(**) Dafs demnach die Abhandlung hin und wieder etwas pole- 
misch gehalten ist und polemisch gehalten werden mufste, wird allen 
Denen erklärlich sein, die bekannt sind mit diesem neuesten theilweisen 
Wesen und Treiben der Ornithologie in Deutschland: welches end- 
lieh dahin kam, alle Species in 3, 6 und noch mehrere, ja in 9-12, 
zu zersplittern. — (Für solche Leser aber, welche hiermit nicht be- 
kannt sind, die ausdrückliche Erklärung: dafs meine Polemik nur 
diese Richtung verfolgt, mit jeder andern hingegen streitige Einzel- 
heiten im versöhnlichsten Geiste mit beider Seits freundlichem Ent- 















Wer 



entweder 



gegenkommen zu diskutiren wünscht.) 

eine neue Ansicht aufstellt, oder, wie es hier der Fall ist, eine altere 
und allseitig bewährte, aber noch unvollständig durchgeführte neu 
und weiter begründet, der mufs und soll mit allen überhaupt vor- 
handenen, begründeten oder grundlosen, bekannt sein; und er soll 
die letzteren würdigen, wenn er sich gedrungen sieht, ihre Verwerf- 
lichkeit auszusprechen. Man kann dafür freilich, wie bekannt, auch 
bei Beobachtung aller Ruhe und wissenschaftlichen Ernstes, harte 
Schmähreden ernten von einer empfindlichen Selbstliebe, die schon 
jeder Widerspruch, jeder Zweifel gegen ihre Unfehlbarkeit verletzt 
und Beweise vollends erbittern, vorzüglich, wenn ein Jüngerer sie 
aufstellt. Aber dieses Schelten könnte doch nur einen gewissenlos 
Furchtsamen abhalten, da, wo er es für nöthig hält, zum wahren 
Besten der Sache die Wahrheit zu sagen und, wenn es die Umstände 
erfordern, auch wieder zu sagen. Je mehr der Gegner in seinen Er- 
wiederungen Recht, Anstand und gute Sitte verletzt, selbst gegen 
die Wahrheit fehlt und die offene Absicht, zu kränken , verräth ; 

um so ruhiger kann man bleiben , und zur Antwort — das Schwei- 












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verkenn 



um nur nicht sein Unrecht eingestehen zu dürfen; und 



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Anderes, bei der practischen Durchführung des- 
incips wegen Un Vollständigkeit der nöthigen, viel- 
ittel theilweise in der Anwendung von speciellen 

eben defshalb nur erst dunkel 



n irren , welche 



man 



Regel 

ahnen kann, aber, auch durch das sorgfältigste Abstrahiren 
aus den noch unzureichenden Erfahrungen, noch nicht klar 



zu erkennen vermag. 



dem "VV 



Wesen nach total verschiedene, streng zu unterscheide 



Die, 



:ht selten prosphonetisch gehaltene Dictions- 



mag vielleicht in dem 



für 
eher 



Mann 



Lustrum 



a , wel- 
dadurch 



hoffentlich weder Person, noch Sache verlieren. 













Werden wir einmal erstens die Art und Weise, 

wie, dann die Umstände, unter welchen, und die 

t 

Grade, in welchen besonders die einzelnen Farben u.s. w. 

durch klimatische Einflüsse verändert werden, kennen, und 



zweitens die Gebende 



Iche das Var 



* 



zum Theile 



zum Theile soear nach beiden 



zugleich begünstigen; so dürfte es in Zukunft bei rechter 



d 



en 



9 



cht und ernstlichem Willen in der 
neue, noch kommende Entdeckung* 



gen wählen. Erkennen ja doch Alle den Streiter an den Waffen, 
seinen Werth und den Werth seiner Sache an der Art, wie er 
sie verficht. Daher würde man, wenn man über unverdiente 
Schmähungen vor den Augen der gebildeten Welt überhaupt des 
Trostes bedürfte, den besten schon in dem Gedanken finden, bei 
allen Gebildeten und Verständigen die Überzeugung voraussetzen zu 

dürfen: dafs es Umstände giebt, unter welchen man gegen Beleidi- 
gungen unempfindlich sein darf und mufs. 



















XVI 











digen, und dadurch einen bisher so oft bemerkten, 
wesentlichen Nachtheil für die Wissenschaft, 
das Aufstellen blofser Nominal- Species nämlich, 



von dieser Seite auf Grund unserer neueren Erfahrungen 




zu vermeiden: um so die noch tiefere Verwirrung des Gan- 
zen verhüten zu helfen, welche dadurch bereits entstanden 

Diefs ist die formell- berichtigende Seite der 



ist.J 

hier behandelten VerfahrungsweiseJ 

In der frühesten Zeit der beginnenden wahren Syste- 
matik und einer wahrhaft scientifischen Npmenclatur durch 

Linne und seine Schüler sehen wir, aus Mangel an Er- 
fahrungen durch Lebens - Beobachtung , sehr gewöhnlich 

junge und alte Yögel 



und da, wo eine wesentliche 



Geschlechtsverschiedenheit Statt findet, oft auch wieder 
männliche und weibliche, jede als verschiedene Arten 
hingestellt. Als späterhin Bechstein, der ältere Nau- 
mann und andere Practiker, durch anhaltende Forschungen 




im Freien belehrt, diesen Übelstand beseitigten ; so blieben 
doch immer wieder noch eine beträchtliche Zahl blofser 

i 

Verschiedenheiten nach der Jahreszeit als vermeinte Species 

aus der älteren Periode in den Systemen zurück : bis end- I 
lieh vorzüglich Temminck, indem er zuerst die doppelte 
Mauser so vieler entdeckte, den oft so aufserordentlichen, 
häufig blofs durch diesen zwiefachen Gefiederwechsel be- 
wirkten Unterschied zwischen Frühlings- und Herbstkleid 






manche, hiernach mit 



^ 



reduc 



Ihm nachfolgend, suchten andere 



im Einzelnen vollends zu Ende zu führen, was er erst 
angefangen, und doch auch (Ehre seinem Fleifse und Ta 




lente!) zugleich schon be 
lebendig angeregt hatte, 
lange nicht hinreichend vo 



inahe vollbracht, überall aber 
Doch selbst er behielt, noch 
n Erfahrungen über das klims 







dem überhaupt geleitet, und öfters durch 



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XVII 



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teilte 



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Theile so; 
solche auf. 



leich 



mit männlich - aufrichtigem Zweifel, als 
So blieb es der neuesten Zeit vorbehal- 



mit mehr 



hang der Dinge zu ahnen, dessen Darstellung hier nun in 



de 



m Lichte versucht ist, in welchem ih 



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ganz vorzugsweise 



de Untersuchungen und 



solche Erfahrungen erscheinen lassen, die wir 

Einklänge mit den entschiedensten 



im 



Wahrnehmun 



kaiischen G eograph 



un 



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d Atmosph 



:n der 

stehen 



sehen. Eben so gut nun, wie wir wohl alle rasch genug 
die kleine Kunst gelernt haben: auch völlig erwachsene 
junge Vögel ganz unbekannter Arten fast immer mit grofser 

nicht für alte anzusehen, sondern schnell ihre 
zj.i erkennen ; (*) mindestens eben so gut 



erh 



Jugendlichkeit 






(*) Anmerk. Da jedoch in schwierigen Fällen, wo auffallende Al- 

| tersveränderungen durch so langsame Übergänge erfolgen, wie bei den 

meisten gröfseren Raubvögeln, es leicht geschieht: dafs manche schon 

lange festgestellte Regeln oder Beispiele entweder übersehen, oder 
wegen des Mangels an Zwischenstufen nicht nach umständen be- 
rücksichtigt werden; so hat sich noch in der neuesten Zeit erst der 
nämliche Irrthum in Betreff des Verkennens von Jung und Alt, wie 
- früher, bei einer Vogelgattung wiederholt, über welche man sogar in 
jj alteren Zeiten in minder entschieden falscher Ansicht befangen war. 

(Diese zu erregen, mag indefs auch die Seltenheit der Vögel dieser 
Gattung in unseren Gegenden, und ihre geringe Anzahl in Samm- 
lungen, nicht wenig beigetragen haben.) — 
| Des aufserordentlichen F o r m Unterschiedes vergessend, welcher 

z. b. auch das Gefieder junger Staare vor dem der älteren auszeich- 
net, haben nämlich einige Ornith otogen neuerlichst bei den Geiern 
V Vultur) junge Vögel als specifisch verschieden von den alten angese- 
hen. Mausernde Exemplare jedoch, wie unter andern das hiesige 

J zoologische Museum ein in unserer Provinz geschossenes besitzt, zei- 
gen unwidersprechlich , was auch schon eine Folgereihe von mehre- 
ren nicht mausernden Stücken verschiedenen Alters, wie die fünf In- 

b 







) * 



















i 
















XVIII 



* 






s 






wird sich bald Jeder das, offenbar näher liegende, und ge- 



wifs leichter zu erlangende Geschick anzueignen wissen 
in Zukunft auch klimatische Varietäten schon be- 



I 



ka unter Arten nur für das, was sie wirklich sind, nicht 

ir, nicht für besondere Species, zu halten* 



um 



für mehr, 

Schwer ka 

als es, nachdem man einmal die allgemeinen Normen des 

klimatischen Variirens kennt, zum Erkennen solcher Va* 



rietäten im Besondern ganz gleichgültig ist, in welcher 



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man 



kennen gelernt hat 



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umal , 



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man ihr locales Herkomm 



So entscheidend übrigens das hier Besprochene unse 




Verf; 



Immen mag ; so würde es docl 



dividuen des Berliner Museums, jedem nicht ungeübten Blicke so- 
gleich als die bestimmteste Vermuthung aufdrängen mufs: dafs die 
Geier mit kurz-, dicht- und zartwolligen Köpfen und Hälsen, mit 
langen, schmalen Körper-, Hosen- und Flügelfedern und mit lan- 
gen flatternden, hahnenfedrigcn, dünnen und bräunlichen Halskrau- 
sen, welche schon immer unter dem Namen Vultur fulvus Gmeh 
(gleichbedeutend mit V. castaneus Shaw, V. leucocephalus Meyer 
und Wolff, V. percnopterus Daud.) bekannt waren, nichts anders 
sind,, als junge Vögel im ersten Kleide von jenen mit dünn- und 
steifhaarig-, ja fast stechend -kurzbefiederten Köpfen und Hälsen? 
mit kurzen, breiten, umgekrümmt anliegenden und wollig zerschlis- 
senen, dichten, weifsen Halskrausen und mit überhaupt etwas ande- 
rer Färbung, welche unter den Benennungen Vultur Kolbii und V 
albicollis bekannt gemacht wurden, und welche erst nach einer? 
mindestens 4-5 Jahre dauernden Verwandlung alle die zwischeninntf 
liegenden Stufenfolgen durchlaufen haben. (Denn bei ihnen wird aller- 
dings das erste Mal wahrscheinlich mehr, als ein ganzes Jahr, Zeit 
zu einer geringeren Veränderung erfordert, als die ist, welche beim 
jugendlichen Starre in 4-6, höchstens 8 Wochen vollendet wird. 
Auch ist beim Staare, umgekehrt, das Gefieder in der Jugend run- 
der, bei den Geiern spitzer und länger, als im Alter der Mannbar- 
keit. — Übrigens zeigt aber selbst Cathartes Papa, der geierähn- 
lichste unter den Aasvögeln (Cathartes) Amerikas, eine ganz gleiche 
Veränderung, wiewohl in sehr viel geringerem Grade» — 



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s em, das hier im Allgemeinen Gegebene und 




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ausfuhr! 



*m Speciellen (*) zu Liefernde für mehr,, als für die er- 
sten Zeilen auf einer neuen Seite im Buche der Orni- 
thologie, in der eigentlichen, tieferen Lebensgeschichte der 
"Vögel, anzusehen. Wer sollte auch, zumal als Einzelner, 

schon gleich das Ganze erschöpfen 
er hesäfse dann schon alle je er- 



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gesetzt auch, 



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dazu? Die Zeit erst bildet Id 



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Thatsachen aus, gleichwie sie erst die Erfahrungen über 
Facta selbst vervollständigt, welche die Mittel sii 



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swöhnlich die Erfahrung der vollständ 
d den, aus ihr zu ziehenden, umfassenr 



resultaten voraus. Wie hätte daher eine Sache, in der im 



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den andern durch etwas 



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gen die einstige grofse Summe des Ganzen ist, wo also die 



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rung selbst noch lange nicht zu Ende geht; 



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hätte eine solche Sache heut schon etwas Anderes, als die 



vorbereitende Grundlage zu einem weiten Gebäude 



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die Zukunft, werd 



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( ) Möge es sonach schliefs 



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(*) d.h.: von der beschreibenden Seite, durch ausführlichere 
aracleristik der einzelnen Abänderungen. 

(**) Daher soll denn, da gegenwärtige Arbeit nur etwa den mo- 
mentanen Umständen nach als ein Ganzes zu betrachten ist, auch 
™n Seiten des Verfassers die fernere Behandlung des Gegenstandes 
und das sorgfältige Sammeln von Thatsachen nicht aufgegeben sein. 
Vielmehr h eg t er die Hoflnune , auch noch fernerhin selbst zur wei- 

+ ■ 17 •* J 

leren 1 orderung der Sache beizutragen, deren bestimmtere Anregung 
zunächst Hauptzweck war : um ihr auch von anderen Seiten der för- 
dernden Kräfte mehrere zu gewinnen. Denn nur von der Zeitfolge 
und dem vereinten Streben Vieler ist zu erwarten: dafs ein reiche- 
rer Erfolg immer mehr, nicht blofs die aufgewendete Mühe beloh- 
nen, sondern auch das hier vielleicht noch Mangelhafte regeln, das 

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lieh noch erlaubt sein, hinzuweisen auf das, was die Folge- 
zeit uns schaffen kann, und bei richtig angelegtem Streben 
zum Theile recht bald zu schaffen vermögen wird. 

Schon nach dem, was hier dargethan worden ist, wird 
sich das hohe Interesse lebhaft fühlbar machen, welches einst 
das Bemühen gewähren mufs: allenthalben durch aus- 
gedehnte Beobachtungen, sowohl über den orga- 






nisch-verändernden, wie i 
bestimmenden Einflufs d 

Säugthiere, und endlich auf 
Gesamt auf die ganze 01 



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der gesamten phy 



ie Welt, immer mehr die 
solcher Erscheinungen mit 

len Beschaffenheit der 



dstriche und ganzer Welt 



zuweisen. 






Um jedoch diesen Zweck zu erreichen, werden wir 



Zoologen uns fernerhin in jeder Hinsicht das Bemühen der 

■ 

Botaniker zur Nachahmung aufstellen müssen: als welche 
sich mit ihren Beobachtungen über Pflanzenklima und 
Pflanzengeographie schon längst der allgemeinen, ausge- 
dehnten physischen Weltbeschreibung auf eine so rühmliche 
und fruchtbringende Weise angeschlossen haben. (*) Denn, 




noc 



h haben wir in der Zoologie überhaupt fast so 









viel wie Nichts aufzuweisen von jenem; anziehenden, 
vielseitig mit aller allgemeinen physikalischen Wissenschaft 
verzweigten Ganzen, welches die Botanik in der Pflanzen- 
Geographie besitzt. (Kein Wunder also, wenn auf un- 

i 

serem Felde die speciellen klimatisch - modificirenden Ver- 
hältnisse noch unergründet waren.) — Die Resultate der 






etwa Irrige berichtigen, Alles läutern und über noch Ungewisses ent* 
scheiden, d. h. das Angefangene allmählig zu einem mängelfreien 
Ganzen machen werde. 

(*) Ein Beispiel, welchem endlich nachzueifern, ein immer drin- 
genderes Bedürfnifs wird. 




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XXI 



bekannten Forschungen über die Verbreitung lebender We 
sen, namentlich auch der Säueethiere und Vösrel. 



das 



tragen 



Gatt 



und 



Noch bleiben sie fern von 



einer wissenschaftlich - systematischen Darstellung , welche 
die, oft ja so nahe liegenden Gründe der Erscheinun- 
gen (z.B. die Ursachen der Abgränzung, das Aufhören, 
die Ab- oder Zunahme der Arten und Gattungen in 



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zu entwickeln, und so di 



lese 



die- 
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sem oder 

aus dem Ganzen der Naturkenn tnifs auf eine Weise her 



zuleiten suchte: dafs sie fernerhi 



in nicht mehr wie zu- 



fällig ersch 



sond 



als 



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durch den 



engen Zusammenhang des Alls und durch das abwech- 
selnd-gegenseitige Voraussetzen des Gesamtlebens streng be- 
dingte Folge anderer Erscheinungen erkannt werden könn- 
ten. Ein Streben, von welchem kaum in wenigen Fällen 
ein schwach anfangender Versuch aufzuweisen ist; welches 





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verfolgt * einen 



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ein Interesse von Resultaten geben wird, die man beide noch 
kaum entfernt zu ahnen vermag. Denn, so wenig, wie 

etwa die äufsere Formbeschreibung mit der Osteologie und 

Datis, ohne das weite in sich verflöch- 



hren numerischen 



natomie und 



Herzählen der erwähnten Art, 



ohne Beseitigung 



kann ein 
der eben 



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gelten . 



für eine zoologische Geographie 



immer 






dafs im 



züglich aber in dem organischen, das Höhere von dem Nie- 



dei 



enschaft 



liehen Behandlung in genannter Beziehung Jenem aller- 
dings vorausgehen mufste; so ist doch gleichwohl auch be- 
stimmt nicht zu läugnen, dafs die Zoologie auf ihrem <*«- 
genwärtigen Standpunkte hierin der Botanik noch in eii 


















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XXII 






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Grade nachsteht, für welchen jenes hemmende Causal- 
Verhältnifs noch lange nicht eine genügende Entschuldi- 
gung gewähren kann. (*) Die Sache liegt also nicht sowohl 
an der Zoologie, als an den Zoologen. 

Von jener, bis heut so empfindlich vermifsten Rich- 
tung der zoologischen Forschungen nun: — von 
der Richtung, bei einer allgemeinen Darstellung der geo- 
graphischen Verbreitung warmblütiger Thiere 



(namentlich der Vögel) und ihrer Eigenschaften mit Rück- 
sicht auf einwirkende Verhältnisse der übrigen orga- 
nischen und anorganischen Mitwelt eine Verknüp- 
fung der Erscheinungen und Thatsachen nach ihrer 

gegenseitigen, näheren und entfernteren Wech selbe- 
Ziehung als Ursache und Wirkung, als Mittel und 
Zweck, als Hemmendes und Unterstützendes, in 

* 

dem tieferen Sinne einer ausgedehnten INTaturanschauung 
zu versuchen, — von ihr ist die Untersuchung der 
physikalischen Verhältnisse, welche das klimatische 





(*) Die gedachte Abhängigkeit ist übrigens ganz dazu geeignet, 
das Studium und die Forschungen über die Verbreitung der Thiere 
und über die Gesetze derselben, im Vergleiche gegen die Pflanzen- 
geographie, noch um eben so viel anziehender zu machen, als sie 
allerdings ausgebreiteter, verwickelter, und demnach schwieriger sein 
müssen. Denn, während diejenigen äufseren Verhältnisse, welche 
die Verbreitung der Pflanzen bestimmen , alle auf die der Thiere 
ebenfalls miteinwirken : so ist diese anderer Seits zugleich noch in 
höchst wesentlichem Grade nicht allein unmittelbar von der Ver- 
breitung der Pflanzen abhängig, und oft zu ganz besonderen, eigen- 
tümlichen und kaum beachteten Eigenheiten derselben in einer tie- 
fen, kaum geahnten Beziehung stehend, deren endliches Erkennen 
mit einem Male den überraschendsten Aufschlufs giebt; sondern sie 
hängt auch wieder mittelbar oder unmittelbar mit der Verbreitung 
anderer Thiere zusammen, welche sich andern nach derjenigen von 
Pflanzen richtet : so zwar, dafs eine einzige Erscheinung im Bereiche 
der zoologischen Geographie nicht selten auf einer ganzen Reihenfolge 
der verschiedenartigsten, einander bedingenden Ursachen beruht. 




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eeignetsten Mittel, 
^m in diesem Zweige der Vollkommenheit bald merklich 
näher zu kommen : 

Man müfste zunächst noch von den europäischen 
Thierarten ausgehen: weil sie diejenigen sind, welche 
man nach allen gewöhnlichen Verhältnissen am besten 



andern Verh 



am 



bei ihnen jede Abweichun 
sichersten zu würdigen v< 



und von welchen sich ein grofser Theil über sehr abwei- 
chende Erdstriche des alten und neuen Continents verbrei- 

f 

tet, wo abweichende Verhältnisse eintreten. Man müfste 
ferner unsere Sammlungen weit mehr, als es bisher im 
Allgemeinen geschehen ist, mit klimatischen Abänderungen 
zu bereichern streben: um die Untersuchung derselben, 

* 

Und zwar immer schon von dem ersten, feinsten Beginnen 

an, so w r eit auszudehnen, als sie irgend noch neue Resul- 

täte zu versprechen schiene. Über die Zugvögel müfsten 

practisch geübte Ornithologen, welchen es ihre Verhält- 
nisse gestatteten, besonders während des Frühlingszuges je- 
den Tag im Freien zu sein, (*) mit Eifer, und gleichzeitig 
an so entlegenen Orten als möglich, mehrere Jahre 



lan 




genaue Beobachtungen anstellen, die alsdann 



Von Jemanden zusammengestellt würden, um sonach aus 
dem mittleren Durchschnitte von mindestens 5-10 (oder 

* 

besser noch mehr) Jahren zu ersehen : wie weit überall die 
klimatischen Temperatur -Verhältnisse, mittelbar oder un- 
mittelbar, auf den Stand, Strich oder Zug einwirken. So 



(*) Denn Lücken in der Zeitfolge der Beobachtung geben sonst, 
^vie begreiflich, dann ungemein leicht ein falsches Resultat anschei- 
nender Verspätung; und im Herbste umgekehrt. — 
























* * 































I 



XXIV 



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würde ermittelt 



•den können: welche Vögel, die im 






Standv 



Strich" 



und Zugvogel werden, und umgekehrt; um wieviel die 
Zugvögel später oder früher ankommen ; ui 



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meh 



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mix 



leich mit für die Wände 



wenn sie zug 

einzelnen Jahrgänge ein zuyerläfsiges Resultat geben sollten? 
(d. h. wenn man aus ihnen genau ersehen wollte, wie viel 
von den derartigen Erscheinungen jedes 

ges auf Rechnung der besonderen Jahreswitterung ztf 
schreiben sei,) — nothwendig auch das Hauptsächlichste 

der meteorologischen Verhältnisse von dem Orte und der 
Zeit der Beobachtung in jeder Hinsicht angeben ; und stets 
müfste, aufser der Seehöhe des Ortes, die mittlere Jahres- 
temperatur desselben, und die Durchschnittstemperatur des 
Sommers und Winters daselbst, mitbemerkt sein. (*) Auch 



^ 



(*) Höchst nützlich würde sich für den Zweck der botanischen? 
wie der zoologischen Geographie eine Reihe geographischer Temr 
peratur-C harten, d.h. hauptsächlich oro- und hydrographischer 

Landcharten bewähren: welche (ein heut freilich nur erst sehr man" 
gelhaft auszuführendes Unternehmen — ) aufser der Höhe der Haupt" 
orte über der Meeresfläche, und aufser der durchschnittlichen Höhe 
der Ebenen, mit Andeutung der Isothermen- (und Isogeothermen-) 
Haupt- Linien, die mittlere Jahres - , die Sommer- und die Winter- 
Temperatur der besonders wichtigen Orte und Districte angäben; so, 
dafs man beim Gebrauche eines guten Handbuches, welches die äu- 
fsersten Gränzen der Verbreitung eines Thieres oder einer Pflanze 
namhaft machte, mit Einem Bücke nicht blofs diese, sondern auch 

1 

alle die abweichenden Temperatur -Verhältnisse übersehen könnte, 
welche jene in sich begreift. Möglich, dafs dieser, gegenwärtig näch^ 
ste Zweck mit der Zeit sogar der unwesentlichste würde, und einst 
Vortheilen nachstehen müfste, die wir uns heute noch nicht vorstellen? 

die einst aber leicht hieraus entspringen können. 

Als Muster für die Art und den Umfang von Beobachtungen, 
wie dieselben hier verstanden werden, wäre zunächst die Methode 
zu empfehlen, welche Faber bei den, in seinem »Leben der hoch- 
nordischen Vögel» gelieferten befolgt hat: indem Untersuchungen 






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fagen jedes Mal die Haupt -Masse des Zuges von jeder 



Wandernden Vogelart eintraf. 



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die innerhalb der Gränzen Europa's möglichen Erfahrun- 



gen hierüber gewähren; das 



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lieh 



Weltth 



in solchen, die eine recht excessive klimatische Con- 



stitution besitzen, wie Hochasien und Nordamerika 
besonders mit über diejenigen Vögel angestellt würden, 

nd einheimisch sind, 
snauer. als anderswo. 



welche dort und auch in Ueutsc 

und deren Zug gerade hier meist 
beobachtet worden ist. 




Darf man mit diesen Vorschlägen ins Einzelne gehen, 
so möchte es vielleicht namentlich als ein, der Kaiserlichen 



h 



un- 



scientifischer , ja selbst von patriotischer Seite nicht 
Würdiges Unternehmen erscheinen: Beobachtungen dieser 
Art an recht verschiedenen Punkten des ungeheuren russi- 



schen Kaiserreichs, vorzüglich aber in dem, gerade in die- 



ser Hinsicht so merkwürdigen Sibirien, einzuleiten, so 

bewerkstelligen wären. Noch viel 
, schon an sich so hohe Verdienst 



d 



weiter liefse sich dieses, schon an sich so hohe Ve 
ausdehnen: durch die Sorge für ein ausgebreitetes, hiermit 
zu verbindendes Sammeln von Naturalien, welche 
sich auf die, immer noch näher zu bestimmenden Abstu- 



fun 



gen des Variirens 



in 



ferneren Land 



über die Rückkehr der Zug- und über das Nisten der Standvögel 
zugleich mit anderen, über das Erwachen der Winterschläfer unter 
den Saugthieren, über das Erscheinen der Insecten und Wiederauf- 
leben, Treiben und Blühen der Pflanzen, in Verbindung gesetzt wei- 
d 



en. Alles Erscheinungen, welche entweder von gleichen äufseren 
Ursachen ab-, oder unter sich selbst als Mitursache oder Wirkuni: 
^lsammenhangen. 



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XXVI 




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zögen ; 



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d, wenn diese Sammlungen umfassender ge 
i, als etwa der eigene Bedarf sie verlangte» 



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zoologische Anstallen , im 

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herr 

(*) über welche Stufenfolge in einigen Fällen schon der treffliche, ^.^ 

selb 



Auslande- (**) Was den organisch -verändernden Emili 
des Klimas betrifft; so dürfte eine, mit topographischer 
und chronologischer Genauigkeit angelegte Sammlung yov 

Säugthieren leicht noch vortheilhafter und interessanter 



allseitig gebildete, wahre Naturforscher Pallas Aufschlufs zu geben 



angefangen hat. 



(**) Dergleichen Untersuchungen und das damit zu verbindende s chl 
Sammeln würden sich vielleicht häufig ohne viel Schwierigkeit und lre 
ohne besonders grofsen, eigens hierzu erforderlichen Aufwand an di€ 



w 



in 



der Meteorologie gehört, in dem ganzen Umfange des Gebietes der Ubri 



h 



eine so aufserordentliche Menge materieller und intellectueller Mittel ^ 
mit einer Liberalität in Bewegung gesetzt sind, welcher nur die ähn- 
liche, bei den bereits früher (vorzüglich im vorigen Jahrhunderte) So 



Wissensch 



nik und fast alle andere Zweige der beschreibenden Naturkunde xiich 
dargebrachten Opfern derselben Akademie verglichen werden kann. ^j. 
Vermöge des Einflusses, mit welchem dieselbe auf die so reich do^ 



tirten und zu 



W 



als 



Wis 



befähigten Universitäten der Provinzen einzuwirken vermag , deren ZU 
jede selbst schon mehr oder weniger oft Naturforscher ausgesendet 
hat, würde bei vielen derselben eine Anregung hierzu eben so leicht 
möglich, als hinreichend sein. — Nächst dem dürfte die Kaiserliche 
Akademie der Naturforscher zu Moskau, welcher der Gegen 
stand ihrem verfassungsmäfsigen Zwecke nach so nahe liegt, auf eine neh 



Weis 



stüt 



Möchte der gelegentlichen Berücksichtigung und näheren Bera- j. . 
thung nicht unwerth befunden werden, was hier der ferne Einzelne 

in Folge specieller Studien im Interesse der Wissenschaft zwei er- ^ l ^r 

habenen Vereinen von Gelehrten zur Beachtung zu empfehlen sieb lft S 



Wirken nicht blofs den Willen 



dem auch die Kraft besitzen und bewähren. 



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" 










XXVII 




die Wissenscl 



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man von ersteren in diesem 
als von letzteren: so darf n 



im es für gewifs anzusehen, nicht ohne Grund vermuthen: d 

jenen dort der (stets) doppelte jährliche Haarwechsel, 



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ier Iln Anfange der so plötzlich eintretenden wärmeren und 



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der nicht viel 



weniger schnell kommenden kälteren Jah- 



ter resze *t, wohl leicht geeignet sein könne, für sie den Uu- 
terschied, welcher hierin zwischen Zug- und Standvögeln 




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herrscht, auszugleichen, und zu machen: d 



mde schiedenheit 



h tun gen des Variirens i 
dem einzelnen Individi 



bei Säug- 
und der- 



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die 
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treme Statt haben können. 



der Jahreszeiten, sogar 



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Recht viel bleibt also noch für man 



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der übri 






Noch sind, so, zu sagen, 



6 



neue Gebiete innerhalb 



# 1 i* *1 

]*A ! Gr kränzen zu entdecken ! Indefs, wenn jeder Einzelne 
ihrer Verehrer sich nach Kräften der Mitwirkung bestrebt ; 



itel 

\äar 

xte) So werden auch die Ornithologie und die Kunde der Vier- 

ota- füfser etc. einst dahin gelangen: um direct und indirect 

blofs nehmend, sondern auch selbst beisteuernd, An- 

fsartigen Welt- Physik, de 



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erst der neuesten Zeit 



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Schliefslich bleibt 
eine nehmen Pflicht übrig, 



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die Erfüllung der ange- 



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Üch, sowohl amtlich. 



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auf die 



Werkes ex^scheinende Sei 



Besonde 



wie hinsichtlich der 




und de 




überhaupt, zu Theil geworden ist. 













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XXYITI 



Zunächst verdanke ich es der Güte des Hohen König 
liehen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- u^ 
Medicinal -Angelegenheiten: dafs ich während einer Rei^ 
von Jahren wiederholt zu den nöthigen Reisen, vorzügl^ 
aber dazu in den Stand gesetzt wurde, das reiche Mate' 
rial, welches das Berliner Museum und die dasige Biblis 
thek darboten, für zoologische Arbeiten zu benutzen. Ei^ 
Vergünstigung, die zuletzt (1831) namentlich unter dop 
pelt kritischen, die materiellen Interessen der Völker uw 
Staaten physisch und politisch gefährdenden Zeitumstände 

erfolgte, welche jede aufserordentliche Ausgabe von Seite* 1 
des Staates für wissenschaftliche Unternehmungen ung^ 



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pflichteten. 

Auf den Bericht Seiner Excellenz, des Königliche* 1 
wirklichen Geheimen Raths, Herrn Alexander v. Huni" 
boldt, und des Herrn Geheimen Medicinal -Raths Lieh' 
tenstein (welche vorliegende Arbeit in der Handschri^ 
kennen gelernt hatten) an die physikalische Klasse de 1 dar 



fcab 



Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berli 



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Mitglieder 



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fand die verehrte Akademie sie' ^ eit 



Werk 



bewogen : eine Summe zum sofortigen Druck des 

chens in der Officin der Akademie zu bewilligen. Dadurd 



Berll 




ist es möglich geworden, einen Ladenpreis zu erzielen, W ( <W 
er, besonders bei einer typographischen Ausstattung 
dieser Art, sonst nicht zu stellen gewesen wäre. Demnac 
ist [für den Verfasser eine eben so hohe, als erfreulich' 



Veranl 



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vorhanden , hierdurch in ehrfurchtsvollst^ 



Ergebenheit den herzlichsten Dank für die Liberalität au$' 
zusprechen, mit \ 



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Werkch 



neigt war. 



Aus der Zahl Derer, 



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literarischer Hülfsmittel überhaupt, und namentlich au^ 



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en, die zunächst bei der vorliegenden Arbe 



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Anwendung gekommen sind, bereitwilligst unterstützt ha- 



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e », habe ich vorzüglich Dank abzustatten: 



vor 



Allen 



Herrn Geheimen Hofrathe, Professor Gravenhorst 
»er, dessen so besonders reichhaltige zoologische Biblio- 



thek 



mir stets mit der ausgezeichnetsten, auf keine Weise 



*U übertreffenden Liberalität offen gestanden hat; Herrn 



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Otto hier; dem Hrn. Präsiden- 



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l ten der Akademie der Naturforscher, Professor Nees von 



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auch dem 



edicinal - Rath Klug daseih 
bliothekare und Bi 



misso zu Berlin; (*) 



ugleich 






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gen Königlichen Bibliothek, Hrn. Geheimen Regierungs- 




chef 
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Hath Professor Wi 
öür von ihnen zur 
Theil ff 



en und Hrn. Dr. Spiker, für die 



wordene Verwendung und 



Werke 



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(*) welcher mir die so wichtige, in Deutschland fast gar nicht zu 
abende Zoographia rosso-asiatica von Pallas so lange lieh, um 



VV* v, 6 ^ uwci uic Aj»nu.vug 



(**) Auch die stete freundliehe und zuvorkommende Bereitwillige 

siel keit, mit welcher sämtliche Beamte des zoologischen Museums zu 
k , Berlin jede irgend von mir gewünschte oder ihnen selbst für mich 
, c i ^ nsc aenswerth scheinende Mühwaltung übernahmen, (am hiesigen 
Museum hat persönliche Freundschaft sich mir allerdings nicht min- 
er gefällig bewiesen, -) verdient eine recht dankbare Erwähnung. 



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Breslau, im Decemher 1832. 



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C, L. Gloger, Philos. Dr 






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Verbesserungen. 



Wesentlich wichtige, deren vorgängige Berichtigung 



nöthig ist. 



Seite 2, Zeile 9 von oben: der Art (specics) statt „Art." 

- 35, -21 VOn Unten: Bräunen statt „Variiren." 

- 50, - 16 v.u.: die Erscheinungen statt „sie." 

- 71, - 3 V.U.: Ende der Mauser statt „Ende.»» 



95, 



9 v.o.: entschiedener statt „verschiedener." 



Minder wesentliche, und die sich zum Theile von selbst 



ergeben. 

Seite 4, Z. 21 v.o.: bestem statt „besten." 
- 4, - 25 v.o.: Ver- statt „Ab-." 

8, - 







„Bäume)» 



- 11, - 11 v.o.: Ineinanderfliefsens statt „Inanderfliefsens. 

- 24, — O V.U.: mit fremdem statt , , mitfremdem." 

- 29, - 2 V. U.: erscheint statt „erscheinen." 

„ 36 - 10 V.U.: insuhjectiver statt „ insubjectiver." 

7 

- 43, - 10 v.o.: dem der statt „den." 

- 46, ZU Unterst fehlt Note (**) zu Z. 11 v. o.: SJcand. Faun. I, S. 35, n. 7- S. 3 

L 



- 61, - 11 v.o. 

- 63, - 11 v.u. 

- 64, - 15 v. u. 



v.o. 



- 69, - 16 

- 73, - 3 v.u. 
-85, - 1 v.u. 
_ 97, . - 5 v.u. 
-101, - 5 v.u. 
-112, - 6 v.u. 

- 114, - 16 v.o. 
-115, - 18 v.o. 




**); und Z. 21: (**) statt (***) 



zu setzen ) statt ( 

noch gar statt „gar." 

am Ende gehört „ sich" ans Ende von Z.14 v."' 

( 

mancher ctatt „der meisten." 
Jacutiam statt „Jautiam." 

(jetzt statt „jetxt." 

ist hinter der Zahl 75 der Punkt zu streichen. 

scientifischem statt „scientistischem." 
Specificität statt „Specifität." 
mannbaren statt „männlichen." 



-122, - 18, 17 v.u.: weit continentaleren statt „rein cotf 

tinentalen." 

- 124, - 4 V.U.: ganz statt „ganze 

- 127, - 18 V.U.: 16. statt „16?" 



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§•9. 



Übersicht des Inhalts. 



8-1. Vorbemerkung, über die Notwendigkeit der Unterschei- 
dung von Ausartung und Abänderung. Seite 1-3. 

Zusatz zu S. 3 siehe S. 109. Vergl. Schlufs der Zusätze S. 133 -35. 

a- 2, Allgemeine Ursachen und ganz allgemeine, ununterbro- 
chene, regelmäfsige Abstufung der klimatischen Va- 
rietäten herab wärts zu den gewöhnlichen Characteren der 
Species. S. 3-5. 

Dazwischen auch Kreuzungen. S. 5, S. 112. 

3-3. Einflufs des hohen Alters und gewisser äufserer, mecha- 
nischer und chemischer Einwirkungen, welcher durch 



das Klima verstärkt wird. S. 6-10. 

Zusätze zu S.7 s. S. 109 5 zu S.9-10 s. S. 115- 16. 

■ 

Mittelbarer Einflufs der Gestalt und Bildung der Fe- 
dern. S. 10. 

Vergl. auch Zusätze S. 114-15. 

8« 5. Abänderungsweise der einzelnen, einer Veränderung 

durch das Klima unterworfenen Farben. S. 11-24. 

ä) Schwarz und Schwarzlich. S.U. e) die Kos enf arben. S. 21. 



h) Grau und Graubraun. S. 13. 

c) Weifs und Weifslich. S. 16. 

d) die Rostfarben S. 16, und 



/) Blau. S.22. 
g) G r ü n. S. 22, 
h) Gelb. S.23. 



Veränderung der nackten T heile. S. 23-24. 

Zusätze zu S. 17 s. S. 111 ; zu S. 15 s. S. 124. 

§.6. Grade des klimatischen Variirens nach Verschiedenheit der 

einzelnen Theile des Körpers. S. 24-27. 

Zu S-25 s. mit die Zusätze S. 1121 

^.7. Zuweilen scheinen jedoch selbst Ausartungen zu kli- 
* matischen Abänderungen werden zu können. S. 27-30. 

(Zu vergleichen Vorbemerkung zum systematischen Verzeicbnifs, S. 137 -3S.) 

8-8. Entgegengesetzte (nördliche und südliche) Haupt-Rich- 
tungen des klimatischen Abänderns. Entsprechender ün- 



S. 10. 



terschied der entgegengesetzten Jahrs Zeiten unter einem 
und demselben Klima. S. 30-33. 

Zusatz zu S. 32 s. S. 112. Zu S. 31 vergl. S. 110 und 125. 

Eigentliches, innerstes Wesen (Bedeutung) der südlichen 
klimatischen Yarie tat. S. 33-38. 

Zu S. 35 s. besonders auch S. 125-126. (Anmerkung zu S. 35. s. S. 114; 
Zusätze zu S. 36 s. S. 114.) 
Vergleich mit den, nach Verhältnifs ganz entsprechenden Wahrnehmungen, wel- 
che das klimatische Variiren der Säugthiere bemerken läfst Beweis, daf* 

namentlich die Neigung, ein helles oder gar weifs es Winterkleid anzu- 
nehmen, welche mehrere Arten im Norden besitzen, bei denselben Arten tiefer im 
Süden endlich ganz verschwindet. S. 35-46. 

Vergl. noch Zusätze S. 123-124, S. 123. 












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G. 11. Auch ein nordischer Vogel scheint, nach Art gewisser 



Säugthiere, in einem südlicheren, viel milderen Klifli* 



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können. S.46-48. 

Zusatz und ausführliche Auseinandersetzung s. S. 117-123. 



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der besonderen, 



die 



entgegengesetzten Extreme vereinigenden, Excessivität ih* 
res Klima's auch die Elemente zur Hervorbringung 
solcher entgegengesetzten Yarietäten (bei unter sich vef' 
schiedenen Vogelarten) zugleich. So Nordeuropa; noch mehr 
Nordasien (Sibirien) und Nordamerika. S. As - 64. 

Zusätze zu S.63-64 s. S. 123-127. - Vergl. auch Vorbemerkung «a* 



systematischen Verzcichnifs S. 137-38. 



§ 



und 



§ 



einzelner Verhältnisse ebenfalls blofs klimatisch sein» 
d.h. auch mittelbar durch ' klimatische Momente hervorgerufen 

werden können. S. 64-77. 

Zusätze zu S. 67 s. S. 127 ff. 

Auch in Beziehung auf die Stimme sind gewisse kli- 
matische Abweichungen nicht blofs möglich, sondern be* 








» 



* 



§ 



reits erwiesen» S. 77 - 86. 

Klimalisch begründete Verschiedenheit des Aufenthalts 

zum Theile selbst der Sitten. S. 86-97. 
Einflufs der Jahreszeiten und einzelner, selbst kurze* 
Zeiträume. — Die Klimate mufs Erfahrung kennen lehren» 
nicht blofse Vermuthung sie bestimmen wollen. S. 97-102. 

Vergl. hierzu noch S. 19, Note, S. 61 - 62, und S. 63. 

Mit der immer gröfser werdenden Ausdehnung der Ver- 
breitung bei manchen Species sind auch manche, frü 
her nicht vorhandene, klimatische Abänderungen ers* 

entstanden. — (W 




dafs dieselben also» 



schon defshalb,. nicht als Species aufgestellt werden dürfen.) 
Rückgehen derselben. S. 102 - 108. 

Zusätze zu S. 104 -6 s. S. 132 - 35. 




Zusätze und ausführlichere Erörterungen. S. 109-135. 

(Über Anthus rupestris s. S. 112; über Sturnüs unicolor s. S. 114; ül)ß f 
Tetra, o scoticus s. S. 117.) 

Systematisches Verzeichnifs der klimatisch variirenden europäi' 

sehen Arten, mit kurzer Beschreibung und Synonyma 
der Varietäten jeder (Landvogel-) Species. S. 136-159. 

Vorbemerkung S. 136 - \6j» 

Raubvögel S. 139-142, n. 1-15; Sperlingsvögel S. 142-156, n. 16-67) 
Taubenartige S. 156 - 157, W. 68 und 69 j Hühnerartige S. 157 - \®< 

«.70-75. 




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§. 1. 

Notwendigkeit der Unterscheidung von Ausartung und 

Abänderung, 

orbemerkung. Ehe wir uns zu dem eigentlichen Ge- 
genstande der Überschrift vorliegender Abhandlung wenden, bleibt 
mir zuerst noch vorweg zu bemerken, dafs vor Allem jene Un- 




bestimmtheit vermieden werden mufste, welche man bisher fast 
ganz allgemein in die Worte und Begriffe Abänderung und 
Varietät zu legen pflegte: indem man auch die gewöhnlich so- 
genannten zufälligen Verschiedenheiten, oder die accidentellen Va- 
rietäten, unter diese Categorie zog. 

Es Hegt aber etymologisch weder in dem einen, noch in 
dem anderen dieser beiden Worte (Abänderung und Varietät) 
der Begriff dessen, für was ich, seiner Sachbedeutung nach, das- 



jenige ansehen zu müssen glaubte, was ich durch die Benennung 

Ausartung bezeichne, und was eben bisher meist unter einer 

zufalligen Varietät verstanden wurde. Defshalb wurde es erfor- 
derlich, für den letzteren Begriff einen, zwar bisher ungebräuch- 
lichen Namen einzuführen, dessen Bedeutung aber, sowohl an sich, 
wie nach der hier gemachten Anwendung, dem gefühlten Bedürf- 
nisse vollkommen entsprechen sollte. Und diese Bedingung darf 
ich zuversichtlich als erfüllt betrachten; vorzüglich, wenn wir 
die all gewohnte Bedeutung erwägen, die wir dem Worte 57 Art" 
im naturgeschichtlichen Sinne beilegen. Denn diesem gemäfs kann 
wohl nichts natürlicher sein, als dafs man unter einer Ausar- 
tung ein solches Wesen verstehe: welches, durch zufäl- 
lige ungewöhnliche, nicht unter bestimmten Verhältnissen re- 
gelmäfsig wiederkehrende Ursachen aus den gewöhn- 
lichen Eigentümlichkeiten der Art (species) herausge- 
beten, den Character der letzteren in mehreren oder 

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wenigeren, wesentlichen Stücken geradezu verläugnet, ohne 
dafs die Ursache der bei ihm eingetretenen Abweichungen vofl 
der Regel in solchen organischen Vorgängen zu suchen wäre, 
welche, je nach Verschiedenheit des Alters, des Geschlechts oder 
des Ortes, in allen Individuen der Art (species) wirksam sind? 
oder es doch, unter gleich gegebenen äufseren und inneren Ver' 

■ 

hältnissen dieser Categorie, in allen Exemplaren sein würden» 
Solche ganz regelwidrige Verschiedenheiten werden also, wegen 
ihres Widerstrebens gegen gewisse Eigenschaften Art, fernerhin 
Ausartungen heifsen. Dafs sie übrigens im Norden nach Ver- 

* 

hältnifs etwas häufiger, als im Süden, vorkommen, stöfst durch- 
aus die Regel nicht um: dafs sie doch immer und überall bloß 
als im Ganzen seltene Ausnahmen, häufigst als ganz aufserordent- 

liehe Erscheinungen, auftreten. 

So pafsten die Benennungen Verschiedenheit und Ab- 
änderung, Variiren und Varietät, gleich gut auf alle die 




jenigen Verände 



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Umständen gewöhnlich, und nach einer gewissen Regel- 
mäfsigkeit, vor sich gehen; und welche sich aus solchen 
allgemeinen und unsichtbaren inneren Ursachen herleiten 
lassen, die man, wenn auch mit einigem individuellen Unter- 
schiede in dem Mehr oder Weniger, doch ursprünglich bei al- 
len Individuen der ganzen Art (species) mit Recht als 
wirkend voraussetzen darf, und die endlich nur gewisser 

Zeit-, Geschlechts-, oder aber atmosphärischer Verhältnisse etc. 
bedürfen , um äufserlich sichtbar in volle Wirksamkeit zu treten. 
Dem eingeschränkten Inbegriffe dieser Abweichungen werden da- 
her auch künftig ohne Undeutlichkeit und Unbequemlichkeit die 
bisherigen, nur früher zu ausgedehnt angewendeten Benennungen 
verbleiben können. (*) 

[Demnach sind ein weifser, ein weifsgefleckter, ein 
semmelgelber und ein schwarzer oder schwärzlicher, 
so wie ein gehäubter(?) oder kreuzschnäbeliger Haus- 



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(*) Ganz -verworfen habe ich aber die hin und wieder ebenfalls gebrauchten Ausdrücke 
Spielart für Ausartung, und Abart für Abänderung, deren einer fast eben so unbestimmt, 
wie der andere doppelsinnig ist, und die nun beide unnöthig waren. 



























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3 






Sperling nichts Anderes, als wirkliche Ausartungen: weil sie 
nur ausnahmsweise Eigenschaften an sich tragen, die unter allen 
Alters-, Geschlechts- und Ortsverschiedenheiten der Art als solcher 
durchaus fremd bleiben und niemals einen bleibenden Character 
annehmen, sondern mit dem Individuum wieder vergehen, ebenso, 
w *e sie nur mit ihm entstanden sind: indem es kein Land und 
kein Alter giebt, in welchem alle Haussperlinge, oder auch nur 
eine einiger Maaten beträchtliche Anzahl derselben, resp. weifs, 
Weifsgefleckt etc. würden; — und weil eben diese Gharactere zu 
den gewöhnlichen, also der Art wahrhaft eigenthümlichen Eigen- 
schaften in einem absoluten Gegensatze stehen: indem sie sich 
durchaus nicht aus diesen herleiten lassen, sondern ihren beson- 
deren eigenthümlichen Ursprung haben; da ja das an ihnen herr- 
schende Weite nicht aus dem Schwarzen und Rothbraunen, Rost- 
farbigen etc. entsteht, und nicht als eine erhöhte Potenz dessel- 
ben, nicht als wahre Verminderung, sondern als eine ganz unab- 
hängige, für sich bestehende Erscheinung zu betrachten ist, die 
von mehr oder minder absoluter Mangelhaftigkeit herrührt. 

Der sogenannte italienische und spanische Sperling 
Hingegen bilden Abänderungen: weil ihre Gharactere, wenn 
auch von den gewöhnlichen zum Theile bedeutend abweichend, 
doch unter gewissen Umständen durch eine allmählige, stufen- 
weise zu verfolgende Veränderung aus den gewöhnlichen entste- 
hen, in welchen sie alle schon ursprünglich vorbereitet und ge- 
geben sind; — und weil diese Gharactere, sobald jene Umstände 









eintreten, mit einer allgemeinen Ausdehnung auf alle Individuen 
I der Art übergehen, sich auch neuerdings, und zwar gewöhnlich 
| **ach kurzer Zeit, in denjenigen jungen Individuen wiedererzeu- 
gen, welche von so veränderten abstammen.] 



§• 2. 

■ 

Allgemeine Ursachen und ganz allgemeine, ununterbrochene, re- 
gelmäfsige Abstufung der klimatischen Varietäten herabwärts 

zu den gewöhnlichen Characteren der Species. 

Jene bewirkenden Umstände nun, insofern sie blofs die 
Färbung, und zum Theile die Zeichnung betreffen, sind, mit ei- 

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nem allgemeinen Ausdrucke zu reden, überhaupt solche: welche 
in der einen Richtung eine besondere intensive, und häufig 
zugleich die extensive Erhöhung des Colorits, und eine ent- 
schiednere Ausprägung desselben, zu 



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welche so eine Veränderung erzeugen, die im Allgemeinen stets 
als eine Verschönerung gelten mufs. Die meisten treten, in 1 
Ganzen genommen, durchaus nur unter solchen Verhältnissen ein? 
welche sich, nach längst bekannten Erfahrungen, der Ausbildung 
der Farben vorzüglich günstig erweisen, nämlich: im höheren 
Alter, und in Folge eines wärmeren Aufenthalts. In der an de 

ren Richtung nun tritt, in Folge entgegengesetzter Ur 
Sachen, auch die gerade entgegengesetzte Wirkung ein. 

Bedürfte es noch eines Beweises von der Richtigkeit de* 
Verfahrens, klimatische Varietäten aufzustellen; so müßte 
er vor Allem in dem Umstände zu finden sein: dafs man die, ab 
solche anzusehenden Abweichungen sehr bestimmt classifi" 
ciren kann, und dafs sich, bei einigermaafsen sorgfältiger all" 
gemeiner Beobachtung derselben, bald mit hoher Wahrscheinlich- 
keit die Fälle angeben lassen, wo Abänderungen dieser Categorie 
eintreten werden, oder wo nicht. Das will sagen: man kantf 

bereits mit besten Grunde Schlüsse a priori hierin machen* 

Der Erfahrung also: dafs eine und dieselbe, oder eine sehr 
ähnliche Farbe an so vielen, der Art, Gattung und Ord" 
nung nach ganz verschiedenen Vögeln unter ähnliche!* 

äufseren Verhältnissen immer wieder eine ganz ähnliche Ab" 
änderung erleidet, — dieser unumstöfslichen Erfahrung kanfl 
wohl Nichts natürlicher folgen, als der sehr bestimmte Schlufs' 
dafs wir eben diesen Verhältnissen einen Einflufs zuzuschreiben 
haben, welcher jene Veränderungen hervorbringe. [Wenn wfr 
z. B. sehen werden, wie sich die rostrothen und rostbraune^ 
Farben unter wärmeren Himmelsstrichen bei allen Vögeln, welche 
sie in kälteren Gegenden minder ausgebildet zeigen, so entschied 
den und so bedeutend verdunkeln und ausbreiten, und wie so' 
gar unter lokal ganz verschiedenen, oft geradezu entgegengeset^ 
ten Himmelsstrichen doch ein relativ- gleiches Klima an einer* 1 
Vogel immer auch gleiche Veränderungen hervorbringt; so wür<^ 
doch wohl ein unbegränzter und ganz unbeugsamer Starrsio" 



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dazu gehören, um ferner noch, allen Beweisen zum Trotze, die 
Gegenbehauptung wagen zu können: „das liebe Klima thue hier- 



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Wahr bleibt allerdings der Satz: dafs eine bestimmte, scharf 
geographische Abgränzung solcher klimatischen Ab- 
Änderungen unter sich durchaus nicht Statt findet, 
sondern dafs auch das Alter aufserordentiich Viel, und eine in- 
dividuelle Prädisposition oft mindestens Etwas dazu beiträgt, sie 
m ihrer Entwickelung zu begünstigen, oder zu hemmen. Aber es 

ist auch wohl noch nie Jemanden von allen den Vielen, welche 

7 

sich schon zu dem Glauben an klimatische Varietäten bekennen, 
in den Sinn gekommen, das Gegentheil behaupten zu wollen; 
und eben darin, dafs eine solche Behauptung gegen die Erfah- 
rung streiten würde, gerade darin liegt ja mit der Hauptgrund, 
warum die Wenigen, welche etwa noch nach der entgegenge- 
setzten Weise verfahren und die klimatischen Abänderungen als 
Arten betrachten wollen, als dem falschem Wege folgend anzu- 
sehen sind. Was man nicht begränzen kann, das soll man doch 
auch nicht trennen ! Was durch stetes und allseitiges Ineinander- 
fliefsen seinen innigen, ununterbrochenen Zusammenhang beurkun- 
det, das sollte man nicht naturwidrig absondern wollen. • — Zieht 
man endlich, aufser diesen steten und ailmähligen Übergän- 
gen, welche selbst die entferntesten Extreme verknüpfen, 

auch noch die mannichfaltigen Kreuzungen in Betracht, welche 
wir bei solchen Abänderungen wahrnehmen, und welche so oft 
zwischen zwei, durch Mittelstufen auf das Engste verbundene Ex- 
treme von einer Art wieder noch ein drittes und viertes Extrem 
von anderer Art, ebenfalls nach allen Abständen, und oft fast 
unabhängig, in die Mitte stellen; so wird man zugeben müssen, 
dafs bei einzelnen Thier- Arten eine dergleichen Aufstellung neuer 
Species in der That kaum ein Ende nehmen könnte. Eine ein- 
zige bisherige Art würde hierdurch — (ganz abgesehen von allen 
wirklichen und eingebildeten, wahren und scheinbaren, standhaf- 
ten und wandelbaren Schädelverschiedenheiten —!) dann häufig in 
mehr als ein Dutzend zerfallen ; [z. B. der Gartenröthling.] 



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§.3. 

Einflufs des hohen Alters und gewisser äufserer, mechanischer 
und chemischer Einwirkungen, welcher durch das Klima 

verstärkt wird. 

Bevor wir jedoch die specielle Betrachtung über das Varü- 
ren der verschiedenen einzelnen Farben beginnen, um aus den 
Erfahrungen hierüber allgemeine Schlüsse zu ziehen; so wird es 
nöthig sein, vorläufig auch noch auf einige andere Punkte von 
Wichtigkeit im Allgemeinen hinzuweisen. Diese sind: höheres 
Alter der Individuen, immer stärkeres Abreiben der Feder» 

bei zunehmender Hitze, und vermehrtes Ausbleichen detm 
Farben durch den brennenderen Schein der Sonne in wärme- 
ren Ländern. 

Ein höheres Lebensalter macht bekanntlich schon bei 
uns die, die Farben erzeugenden oder verbreitenden 
Hautorgane der warmblütigen Geschöpfe, der Vögel und 
Säugethiere, durchgängig zu einer höheren Ausbildung der- 
selben fähig; und es bleibt unbestreitbar, dafs diese Regel viel- 



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Dafs aber dasselbe auch noch eher unter einem entweder 

südlicheren, oder durch andere Umstände wärmerenKlima, 
und zwar in Folge desselben auch in höherem Maafse geschieht, 
diefs liegt namentlich bei den Vögeln in Folge so vieler, der 



(*) Mögen die Physiker und Physiologen sich hierbei bedeuten lassen , dafs noch nicht ein- 
mal der Ausdruck : sehr hohes und höchstes Alter, viel weniger das Wort : höheres Alter orni- 
thologisch die Bedeutung haben, -wie anthropologisch der Ausdruck : Greisenalter. Dieser letz- 
tere Terminus fehlt bei uns, weil wir an Vögeln eigentlich den Gegenstand nicht haben : indem 
bei ihnen die steigende Entwickelung der Farben bis ins höchste Alter fortgeht. Es giebt 
daher entweder im freien Zustande überhaupt gar keine gewöhnl. sogenannte Greise 
unter den Vögeln; oder, wenn einige mit den Jahren einer Seits, durch eintretende Unfä- 
higkeit zur sexuellen Rcproduction, den geschwächten Character von Greisen annehmen, so tre- 
ten sie anderer Seits, nämlich in individuell - reproductiver Hinsicht, sogar gerade in das entge- 
gengesetzte Verhältnifs erhöhter Lebensthätigkeit. Doch gilt selbst diese Erfahrung nur aus - 
schliefslich von Weibchen; die Männchen nehmen, so viel man bis jetzt weifs, niemals eine, 
auch nur theilweise, greisenartige Mangelhaftigkeit an. Bei vielen Arten nämlich, wo die Ge- 
schlechter verschieden aussehen, erhalten die Weibchen, wenn nach -viel jährig fortgesetzte^ 
Fortpflanzung ihr Eierstock endlich völlig leer und somit jeder Erfolg geschlechtlicher Verrich- 
tungen unmöglich geworden ist, allmählig nicht blofs die schönere, oft ganz verschiedene Fär- 
bung und Zeichnung der Männchen , sondern auch deren etwanige sonstige Auszeichnungen jeder 
Art, ihre Feder -Zierrathen, längere Schweife, Kämme, Sporen und dergl. ; und je älter sie 
nunmehr noch werden, desto höher steigt diese, früher ruhende und gewifs nicht greisenhafte 
Seite der Reproductiohskraft, welche nun überhaupt ganz nach Einer Richtung concentrirt ist. 



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neuesten Zelt angehöriger Beobachtungen klar am Tage; denn 
e s kann nicht einen Augenblick geläugnet werden, dafs hierbei 
auch in wärmeren Gegenden noch der allgemeinen Luftbeschaf- 
fenheit wieder das höhere Alter des einzelnen Individuums we- 
«entlieh zu Hülfe kommt. Die Physiologen mögen uns einst das 
ie und Warum vollständig, durch chemische oder dynamische, 
^ersetzungs- oder Stimulationsprozesse, oder durch beide zugleich, 
z u erklären suchen; wir Zoologen brauchen uns zum Zwecke der 
Ornithologie einstweilen nur an die Menge vorliegender, unbe- 

■ 

streitbarer Thatsachen zu halten. Eine Anzahl, die wahrhaftig 

mehr als hinreichende Beweise für die Richtigkeit einer Behaup- 
tung liefert, welche sich ja sogar bei dem Herrn der Schöpfung 
selbst bekräftigt ! Denn, wem in der Welt würde es z. B. einfallen, 
die Ursache des weit früheren Eintrittes der Pubertät bei beiden 
Geschlechtern geistiger Wesen unter wärmeren Klimaten anderswo, 
als eben in dem Klima, zu suchen? Ist es denn also etwas so 
Wunderliches, wenn wir gleichfalls bei den Vögeln etwas be- 
merken, was, wenn auch hier in erhöhtem Maafsstabe durchge- 
führt, doch an sich ganz eben dasselbe ist? — Indefs, wir wer- 
den später wieder noch hierauf zurückkommen müssen. 

Ferner hat schon längst namentlich Hr. Temminck oben- 
hin darauf aufmerksam gemacht: dafs hinsichtlich der Vögel die 

Einwirkung der südlichen Klimate eines Theils eine or- 
ganische sei, wie die so eben erwähnte; und dafs sie, anderen 
Theils, auch eine mittelbar-mechanische werde. Mittelbar 
und mechanisch erscheint sie insofern: als die gröfsere Hitze die 
Federbärte austrocknet, sie früher der Säfte beraubt, sie dadurch 
spröder und brüchiger macht, und somit bewirkt, dafs sie der 
Vogel bei seinen Bewegungen viel leichter und stärker an einan- 
der selbst und an anderen Gegenständen abreibt; wodurch dann 
ein Theil der Feder zum Vorscheine kommt, welcher im entge- 
gengesetzten Falle mehr oder weniger bedeckt bleibt, und welcher 
sehr häufig eine Farbe hat, wesentlich verschieden von der des 
£ndtheiles. Indefs hat Hr. T. damit nur zuerst auf einen ganz 
gewöhnlichen Vorgang aufmerksam gemacht, den wir allenthalben 
Wahrnehmen können. Nicht minder hat so Hr. Leisler und 
^ilfson (auch schon Hr. F. Boie) überhaupt, der zweite ins 













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Besondere aber beim Schneeammer, der erste beim Buchfinken 
und vielen anderen Vögeln, ganz dasselbe sogar blofs im Gegen" 
satze der kälteren Jahreszeit gegen die wärmere unter einerl# 
Himmelsstriche gezeigt. Es darf also wohl Niemanden fiiglich fr 
Verwunderung setzen, wenn diefs unter verschiedenen Himmeln 
strichen verschieden, unter den südlicheren aber weit auffallend^ 
ist: wenn so hier alle die tiefer sitzenden schöneren Farbe** 
mancher Vögel viel reiner hervortreten, und wenn dagegen na- 
mentlich das Jugendgefieder mancher Raubvögel, welche dieß 
besonders lange tragen, zum Theile eine ans Erstaunliche grän' 

zende Veränderung, eine wahre Zerstörung, erleidet, ehe def 
Wechsel des Ganzen vollendet wird. [So habe ich unter afl' 
dem junge Königsadler aus Südafrika gesehen, bei welchen di ß 
Schäfte am kleinen Gefieder zolllang, an den Hinterschwingen 
und an den hintersten grofsen Flügeldeckfedern aber auf 2 — 3 




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Länge, ganz von den Fahnen entblöfst, stachelartig dastanden 
so : dafs unter andern bei manchen die weifsen und weifsgefleck' 
ten Schulter federn bis nahe an die Wurzel recht eigentlich vef' 
nichtet waren, und dafs man die Überbleibsel dieser, ehedem da' 

gewesenen Zierde selbst durch genaues Suchen noch kaum auf' 
zufinden vermochte.] 

Aber auch das Ausbleichen der Farben durch die 

Sonne, im Süden gewöhnlich mit dem Austrocknen der Säftf 
durch eine an Feuchtigkeit arme Luft verbunden, trägt eben' 

falls wesentlich dazu bei, ein anderes Aussehen de* 
Gefieders hervorzubringen. Diefs ist ganz besonders kur^ 



vor der Mauser der Fall. 



fast gar nicht mehr (ja, vielleicht noch viel weniger, als etwa das 
Laub der nicht immer- grünen Bäume) in organischem Zusammen" 
hange mit dem Leibe des Vogels. Gleichsam eine Pflanze auf 
dem Thierkörper, ist sie nun, indem sie keinen Zuflufs von fär 
benden und erhaltenden Säften mehr geniefst, endlich zu einem 
Gebilde geworden, dessen vegetatives Leben langst gänzlich ge 
endet hat. Sie hält daher, abgesehen von aller der zuletzt er 



wähnten mechanischen Beschädigung, nunmehr bei starker Ein 
Wirkung des Lichtes die Farben auch chemisch nicht fester, als 
ein Kunstproduct , welchem dieselben nur technisch beigebracht» 



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organisch aber fremd geblieben sind. (*) Es erglebt sich aber 
°ei einigem Nachdenken über physikalische Gesetze von selbst: 
dafs das Ausbleichen unter südlichen und heifsen Himmels- 
strichen, wo die Sonnenlichtstrahlen unter einem viel senk- 
rechteren Einfallswinkel und bei 



einer nicht selten monatelang 
ununterbrochen heiteren Atmosphäre weit kräftiger wirken, eben- 
falls stärker sein müsse, als bei uns, wo sich der Fall umkehrt. 
Dort kann mit manchem Vogel kurz vor der Mauser blofs 
hierdurch eine so aufs er ordentliche Veränderung vorgehen dafs 
es selbst einem geübten Ornithologen gar nicht zu verdenken ist 

wenn er, in den Besitz blofs zweier oder weniger, zur Zeit nicht 
aß/ im Federwechsel begriffener Exemplare gesetzt, einen solchen 
dIe verbleichten Vogel für specifisch verschieden von einem anderen 

derselben Art hält, welcher sich eben gemausert hat; besonders, 
wenn etwa noch eine bedeutende geschlechtliche oder indivi- 
duelle Verschiedenheit hinzukömmt. [Als Beispiel hiervon ver- 

vielen der gemeine Mäusebussard aus Africa genannt 
zu werden. An ihm bleicht häufigst ein nur etwas mattes, nur 
wenig ins Bräunliche spielendes, also fast reines Schwarz zuletzt 
m ein ganz lichtes, fahles Hellbraun aus, so, dafs der Abstich 
beider Farben neben einander an einem gerade mausernden Exem- 
plare in der That wunderbar grofs ist: ohne Vergleich gröfser 

als je bei uns.] Ferner liefert das Jugendkleid sehr vieler, ja der 
meisten Vogelspecies nicht minder überzeugende Belege dafü 



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So kurz auch der Zeitraum zu sein pflegt, welcher für die Dauer 
und Beibehaltung desselben bestimmt ist, da sie (mit Ausnahme 
der jungen Raubvögel) beinahe alle das erste Jugendgewand schnell 



und S lafSt " S ' Ch erklÄr6n ' Warnm u ' e S anl s P»t "* Winter mausernden Schwalben 

im FruW ! 1' U ° S IUm HerbStB alle in Ciuem Kleide verlassen, welches sich, gegen .ein Ansehen 

fort "äh nge ' dUr ° h daS Ausbleichen nur unbedeutend verschlechtert hat , obgleich sie beinahe 

a ren der Sonne ausgesetzt sind. Ihr Gefieder steht, da es erst gegen den Februar ge- 

-mr , d le ganze wärmere J a l, resze i t hindurch noc i, f est . un( j som j t erhält es noch 

arbende und nährende Säfte genug , um ohne bemerkbaren Nachtheil dem Einflüsse des Lichtes 

Widerstehen zu können. Bei manchen Schwalben mufs allerdings auch zunächst der umstand 

nicht übersehen werden , dafs sie ein glänzendes Gefieder besitzen , bei welchem eben der Glanz 

selbst stets eine mittelbare Ursache seiner Dauerhaftigkeit ist : indem ein hoher Grad von D' ht- 

Wt „nd Festigkeit der Textur erfordert wird, um die zur Hervorhringung des JcTtreflexes 

n °tb lg e Glätte hervorzubringen. Aber diese Glätte und Festigkeit der Federn findet sich doch 

«.cht he. allen Sehwalben - Arten ; wohl aber besitzen alle, so lange sie bei uns verweilen. 

jene Dauerhaftigkeit der Farben ganz entschieden. 












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ablegen; so reicht derselbe, weil an ihm noch eine vorzüglich 
weiche und zarte Structur der Federn hinzukömmt, doch iö 
wärmeren und heifsen Gegenden schon hin, um einen unge- 
wohnlichen Grad des Verbleichens zuzulassen. [Mehrere lerchen- 
artige oder lerchenähnlich - gefärbte Vögel sehen dann nach ein 
Paar Wochen so licht aus, dafs man sich leicht versucht fühlen 
kann, sie so, in ihrer unter solchen Umständen ganz gewöhn- 
lichen Erscheinung als jugendliche Wesen, im Gegentheile für 
solche zu halten, welche, der Regel entgegen, ins Isabellfarbige 
ausgeartet seien. Offenbar verschwindet besonders hier ein Theu 

des dunklen bräunlichen Farbestoffes durch die ausziehende Kraft 
der Luft, während eine nach Verhältnifs weit gröfsere Menge 
des rötblichen Pigments, welches überhaupt meistens noch klima- 
tisch an Masse zugenommen hat, daran haften bleibt.] 




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§.4. 

Mittelbarer Einflufs der Gestalt und Textur der Federn. 

Anderer Seits verdient nun auch angemerkt zu werden, dafs 
die theilweise Farbenstätigkeit, sogar des vollendeten G e - 
fieders, ebenfalls mit von seiner theilweisen Bildung ab- 
hängig erscheint; ebenso, wie seine materielle Dauerhaftigkeit 
in vielen Fällen (*) damit zusammenhängt. [An der gemeinen 
Krähe sind diejenigen Federn, namentlich des Kopfes und Halses, 

welche immer schwarz, oder mindestens immer mit die dunkelsten 
bleiben, von sichtlich anderer Bildung, als die, welche bei der 
Färbung des Vogels als Nebelkrähe grau werden. Daher die, an 
ihr gewöhnlich so scharfe Abschneidung der Farben. Nicht min- j. 
der kann man an der Dohle in ihrer gewöhnlichen graulichen 
und grauschwarzen Färbung, welche sie bei uns trägt, dem Baue, * 
der Farbenniiange und dem Glänze nach diejenigen Gefiederstellen 
unterscheiden und nach ihrem Umfange bestimmen, welche bei 
der o stasiatis eben einer Seits weifslich oder glänzendweifs, ande- 
rer Seits schwarz werden.] 



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(*) Unter welchen so eben der mit den Schwalben und Seglern namhaft gemacht wurde. 



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oanaerungsweise der einzelnen, einer Abänderung durch das 

Klima unterworfenen Farben. 

Hiernach wollen wir zu der speclellen Betrachtung der Far- 

en, insofern sie klimatischen Veränderungen unterworfen sind, 

*m Einzelnen übergehen. - Jedoch soll hier nur eine ganz all- 

gememe Übersicht bezweckt werden. Das Genauere ist immer, 

u «ter der betreffenden Rubrik bei den als Beispiele genannten 

Arten, in dem versprochenen Handbuche der Nat. - Gesch. 
,j der Vögel Europa's nachzusehen: indem einer Seits, wegen 

des Inanderfliefsens der zu rubricirenden Farben selbst , ein ganz 
genaues Rubriciren entweder überhaupt nicht gut, oder doch nicht 
ohne zu grofse Weitläufigkeit möglich ist; anderer Seits aber, 
^eil mancher Vogel unter gar zu viele dieser verschiedenen Farben- 
Rubriken zugleich gesetzt werden müfste. 

a) Das Schwarze und Braunschwarze. 

Die erstere Farbe ist in ihrer vollendeten Ausbildung zum 
^men Dunkelschwarz, also als äufserster Gegensatz des Hellen, 
a Is stärkstes Absorbens der Lichtstrahlen, natürlich einer intensi- 
y en Steigerung nicht mehr fähig. 

Bei fast allen Graden minderer Intensität aber, die übrigens 
auch in die verwandten Nuancen von Grau, Schieferfarbe und 

Braun hinüberspielen können, pflegt es unter wärmeren Him- 
melsstrichen einer Seits tiefer zu werden; und anderer Seits 
Pflegt es, bei unbestimmter Abgränzung von helleren Farben, na- 
mentlich neben Weifsgrau, Grauweifs u. dergl., sich mit bestimm- 
ten Gränzen von diesen abzuschneiden und in schärferen Gegen- 
satz gegen sie zu treten. [So bei der Dohle, dem schwarzkeh- 



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eiiseu Bachstehe. Entfernter scheint auch die Blaumeise hier- 



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In vielen Fällen dehnt es sich aus gleicher Ursache zugleich 
f etter aus; und zwar, je dunkler schon ursprünglich, desto wei- 

^ (*) Wenn Bin und wieder in dieser Beziehung ein Zweifel ausgedrückt erscheint so lie t 

*« XJrsache in der Unzulänglichkeit der bisherigen Erfahrungen : die noch nicht < ' * "^ 

^ , um in allen berührten Fällen zu unterscheiden , ob eine hier besprochene Erscheinung 

<W ^ einCV WirU ' Uimatiscl,en 6 e,taUen ™&, oder ob sie mehr in Eigenheiten der Indivi- 
na ihren Grund habe. 










































































12 












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ter strebt es m seinem neu - gewonnenen Räume. [Z. B. atf 
Kopfe des Geieradlers, Hühnerhabichts und Nufshähers, bei de* 
gemeinen und Dohlenkrähe, zuweilen auf dem Rücken des Oh' 
ren - Steinschmätzers, bei den Röthlingen, am Kopfe der Mönchs 
grasmücke, der gelben und bei der weifsen Bachstelze, auf detf 
Rücken des männlichen Rohrammers und Haussperlings, an d# 
Kehle des letzteren, auf den Flügeln des ersteren, am Kopfe d# 
Erlenzeisigs, der Sumpfmeise.] (*) 

Es mufs jedoch theilweise auch weichen : in mancherlei Fäl' 
len, wo es am Ende der Federn steht und hier von einer sie' 1 






ausbreitenden 



Wur 



oder dergl. verdrängt wir 



Diese kann übrigens für gewöhnlich sogar in sehr beschränkte* 



Ausdehnung, oder in einer blofsen £pur, vorhanden gewesen sei* 1 
Doch wird das Schwarze hierbei zugleich immer dunkler, so lang** 
es einer solchen Veränderung noch fähig, oder wenn es über 
haupt noch nicht ursprünglich reines Schwarz ist. [Beispiel 






Würge 

"Wiesen« 



gel der Röthlinge und der weifsen Bachstelze, der Schwanz de* 
Erlenzeisigs, mehrerer Grasmücken, Lerchen, anscheinend der de* 
Wiedehopfes und der Felstaube.] 

Umgekehrt nimmt es, ebenfalls gleich den nächst folgende** 
verwandten Nuancen, Schwarzbraun, Schwarzgrau und Brauft 




unter kalten, nördlichen oder hoch-östlichen Klima' 

ten an solchen Geschöpfen, welche der Regel nach Standvögß' 
bleiben, theils im Umfange, theils in der Intensität, theils in bei' 
den zugleich ab. Diese Neigung zeigt sich vornehmlich dann, wen* 1 
helle oder gar weifsliche Farben unmittelbar anstofsen. [Derg' 1 
widerfährt dem Jagdfalken, dem Hübnerhabichte, dem MäusebuS' 
sarde, der Schneeeule, dem Uhu, (dem Kolkraben?), der gerne*' 
nen Krähe am obischen Meerbusen, und in gewissen Gegenden 
dem Wasserschwätzer.l 



(*) Diefs Alles kann jedoch, wie bereits oben im Allgemeinen erwähnt wurde und W* 
nochmals in Bezug auf fast sämtliche sogenannte südliche Klimas-Varietäten ausdrücklich W ,g ' 
derholt wird, — im höheren Alter auch bei uns schon an denselben Vogelarten, wie dort, S tflt 
finden; und bereits reichen die bisherigen Erfahrungen so weit, um schon jetzt diese Behaup" 
tung bei fast allen ohne Ausnahme mit besonderen Beispielen belegen zu können. 



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Nur im Süden verringert zuweilen eine entgegengesetzte 
Ursache seine Erstreckung; dann nämlich, wenn eine ungewöhn- 
lich wuchernde benachbarte Farbe, mit Gewalt sich ausbreitend, 



es zu verdrängen sucht. [Diefs gelingt dem Rostroth bei dem 
dem ßalsseitenstreife des rothköpfigen Würgers, am Bauche des Was- 



serschwätzers.] 









b) Das Grau und Graubraun etc. 



Das Graue erscheint weniger veränderlich, 



so 



lange 



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einer anscheinend remen Mischung, aus gleich -gemengten Theilen 
Von höchstens gleichviel Schwarz und Weifs, auftritt. Desto mehr 

j r J. aber finden Veränderungen Statt, sobald es entweder mit anderen 
akter Farben, namentlich mit Rostroth und Graublau oder Schieferfarbe, 
sei* 1 ' 



r, wenn jenes Mischungsverhältnifs auf 



in Verbindung tritt; ode 
emer anderen Grad- Einteilung beruht, so dafs eine von beiden 
Grundfarben zu stark vorherrscht; oder endlich, wenn die Mi- 
schung eine so unvollkommene geblieben ist, dafs sie mehr ein 
blofser Aggregatszustand, als der Zustand wahrer und inniger, 



/ 



Flü-i gegenseitiger chemischer Durchdringung, zu sein scheint. [Es 
den lst hierunter ein solches Verbindungsverhältnifs zu verstehen, wie 
de* etwa bei der gemeinen Krähe in ihrer aschgrauen Hauptfärbung, 

Und bei den blaugrauen Theilen der Röthlinge, auf dem Kopfe 
der gelben und bei der weifsen Bachstelze, beim Wasserschwät- 
zer: wo das schwarze Ingrediens so ungleich vertheilt erscheint, 
dafs man, besonders an manchen Exemplaren, ein innerlich un- 
vollkommen amalgamirtes Residuum gleichsam äufserlich, schon 
ttnt blofsen Augen, als einen schwärzlichen Staub aufgestreut lie- 
gen zu sehen glaubt.] (*) Solche Mischungsverhältnisse nun sind 



( ) Um sich die Ungleichheit von dergleichen Mischungen selbst an solchen 
rten recht augenscheinlich zu machen , an denen sie noch am wenigsten auffüllt , weil sie 
gerade so deutlich ist, wie an vielen anderen ; so halte man Vögel von einer jener Arten 
neben Individuen solcher Species , die ähnlich zusammengesetzte Farben von gleichartiger, fei- 
ner Mischung tragen , z. B. neben ein Männchen der Kornweihe , neben den Kchlfleck eines 
»othhälsigen Steifsfufscs. Der Unterschied wird dann sehr bemerklich werden. Es verdient 
ausdrückliche Erwähnung, dafs solche gleichartig-gemischte Farben, wenn sie zu- 
*&al recht hell sind, sich entweder gar nicht auffallend zu verdunkeln pflegen, und 
kei vielen Arten nie einen Hang zum eigentlichen Verschwärzen zu haben scheinen; oder, dafs 
Sl e ihn bei solchen Arten, wo er ihnen nicht fehlt, nur hauptsächlich in dem dunkleren Ju- 
gendkleide, und weit minder oder seltener im ausgefärbten, besitzen müssen. Beispiele sind, 
fiir das Eine oder für das Andere : der Zwergfalke , der Sperber , der grofse Würger , die 
-^önchsgrasmücke, die Grasmücken überhaupt etc. 






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tischen Einwirkungen noch lichter, ja mitunter reinweifs: in defl 

Fällen nämlich, wenn eine ähnliche, aber dunklere oder gar grau- 



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(*) Wie viel hierbei von dem Einflüsse eines erhöhten Temperatur Verhältnisse« 
abhängt, diefs zeigen manche unserer doppelt mausernden Zugvögel : vor andern besonders diß 
vv e i f s e, minder die gelbe Bachstelze. Bekanntlich mausern sie einmal das ganze Gefieder, 
im Herbstesanfange, bei uns ; und einmal das Meine, gegen das Ende des Winters, in wärmeren 
Ländern. Doch gehen ihnen auch fast immer, entweder mit hierbei, oder durch Zufall einTheil 
der grofsen Flu gel deck federn und eine oder einige der hintersten Schwungfedern verloren und 
müssen demnach ebenfalls durch neue ersetzt werden. Diese neuen nun zeigen bei der we i f s e o 
besonders ganz den Character der südlichen Abänderung, der um so bemerkbarer wird weil 
das noch ganz frische, eben hervorgekommene Weifs an ihnen bereits viel heller ist, als das 
unterdefs schon wieder verblichene Weifsgrau oder Grauweifs der ein halbes Jahr älteren ste- 
hen gebliebenen Federn, welche inzwischen durch Sonnenschein und Abnutzen gelitten haben, 
ausgezogen und berieben sind. Bei ihrer gelben Verwandten ist dasselbe nicht so deutlich» 
Aber diese hat in manchen Ländern während der heifseren Jahreszeit sehr häufig, während 
der kühleren nie, einen schwarz- gefleckten oder gar schwarzen Oberkopf $ obgleich der Unter- 
schied in der Färbung des Kopfes bei uns nach der Jahreszeit gar nicht auffallend verschieden 



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es, welche sich an wärmeren Orten vorzugsweise zum Ver- 
dunkeln hinneigen, his sie bei manchen Vögeln endlich fast, oder 
ganz, ins Schwarze übergehen. Diese letztere Veränderung ntf* 
tritt um so gewisser ein, wenn irgendwo an dem Vogel bereit* 
ein reines Schwarz vorhanden ist, wäre es auch nur an den Fe* 
derschäften; auch geht sie zu Anfange immer von diesen schofl 
ursprünglich schwarzen Stellen des Gefieders 
lange sie noch keine vollkommene geworden ist, an seinen Gran" 
zen immer am stärksten, bis sie zuletzt alle Mittelstufen zutf 
vollendeten Schwarz durchlaufen hat. [Als Belege hierzu die* 
nen, aufser den bereits genannten, mehr oder minder entschieden als 
der Hühnerhabicht, der Sperber, Zwergfalke, die Dohle, die (alte?) roth 

liolderdrossel.] Bracll 

Das mäfsig helle Graubraun verdunkelt sich [z. B. beim ttianc 
Baumläufer, an dem es auch schon für gewöhnlich zunächst um 
die helle Federmitte herum immer dunkler ist, recht sichtlich.] 



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nun tiefer: indem sie bald die meisten, bald alle diejenigen schwärz- g era( 



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weifse des Endtheiles der Feder mit hinüberschwimmen und die- Und 

sen färben, an sich zu ziehen scheint; wodurch letzterer natür- sarde 



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15 



mdet die Erscheinung schwach an dem grauen Kopfe des mann- 



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Würgers, entschieden an mehreren Theilen 

Dohle, an der Stirn und den hinteren Schwungfedern der 

'inge, (vielleicht beim Gartenlaubvogel?), an den Flügeln der 



w eif sen Bachstelze, an den Seitenschwanzfedern mehrerer Gras- 



Lücken, am Schwänze der Felstaube.] 



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°gen u. dergl., welche auf weifsen oder hell gefärbten Theilen 
st ehen, die Neigung haben, im höheren Alter abzunehmen, und 
ai » Ende ganz verschwinden; so geschieht dasselbe unter heifse- 



r en Himmelsregionen 



als hier bei uns; [z.B. beim Fischadler, 



schon früher, und folglich viel häufiger, 



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We 



Wiesen-, Was 



Brachpieper gehören unter diese Categorie, und vielleicht noch 
Mancher andere Vogel.] 

Im Norden wird dagegen das Grau und Graubraun in ge- 
wissen Fällen defswegen heller, weil die strengere Kälte durch 
mehrfache Einwirkung die Kraft der farbenerzeugenden Organe 
schwächt; oder es wird vermindert, und ein, dasselbe verdrän- 
gendes Weifs tritt an seine Stelle : letzteres aus demselben Grunde, 

a ber beides nur bei solchen Vögeln, welche entweder überhaupt, 
Oder im höheren Alter, wann sie diese Veränderung erleiden, oder 

gerade in der Region, sämmtlich oder mit nur einzelnen Ausnahmen 

Standvögel sind. [So bei der gemeinen Krähe am nördlichen Laufe 
und Busen des Obi, beim Hühnerhabichte, Jagdfalken, Mäusebus- 
sarde, m gewissem Grade beim Uhu, bei der Schneeeule.] 

Selten, aber doch mitunter, kommt das Überzogenwerden ei- 
**er ähnlichen dunklen Farbe durch benachbartes Weifs von oben 
er vor, zumal, wenn dieses schon In kleinen Federspitzchen da- 



susein pflegte; 
gesetzten Falle, und 



Wasserschwätzer 



Im entgegen- 



aus entgegengesetzter Ursache, kann das 
leben; [bei ebendemselben.] 



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• - Der Wiesenpieper bekömmt die rothe Kehle überall nur im Sommer. Ein Gleiches 
* f ' ica yon der (freilieb nur in mäfsiger ZaM so yorkommenden) Wachtel annehmen, welche 

*L* ie ^ HcrbStC mU r ° thcr UDd rothb ™«ner Kehle gefunden und auch dieses Frühjahr 
*** unter den zuerst angekommenen, sondern erst unter den später eingetroffenen und spä 
'gefangenen, die offenbar unter einem tiefer - südlichen Klima überwintert hatten, gesehen, 

* ei <* ich über hundert verglichen habe. Darüber noch Einiges weiter unten. 






























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(Über die Veränderung des mäfsig gesättigten, mit ein 61 
Mischung von Rostgelb und Rostroth versehenen Grau s.d. R u ' 



) 



) Das W 



wird also, wie die vorhergehenden Rubriken zeigen, unter wä*' 
meren Himmelsstrichen oft, und zwar entweder aus Grau- 
weifs, Weifsgrau oder Hellgrau u. dergl. neben verwandten dunk- 
leren Farben, erst erzeugt; oder es breitet sich, wenn es scho* 1 
vorhanden war, in dem Falle gern weiter aus, wenn es die Wu*' 
zeln der Federn an den vorderen Extremitäten und am hintere* 1 
Ende des Leibes einnimmt. [Eine Anzahl der zum Beweisen die' 

nenden Arten ist dabei genannt.] — Ist aber ein solches Weifs eifl' 
mal vorhanden, sei es auch immerhin erst durch eine dergl. Veräfl' 
derung erzeugt; so verdrängt es oft auf einen ganz ansehnliche 11 
Raum die dunkleren Nachbarfarben; [wie meist dieselben \ö' 



gel zeigen. Nirgends kann diefs vollendeter sein, 



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Röthlingen und der weifsen Bachstelze an den Flügeln.] 
Doch kann es sich dort mitunter auch gleichsam aus anderen afl' 
gränzenden Farben reiner und extensiver entwickeln; [z.B. ne' 
ben dem Roth- und Rostbraunen am Kopfe des Haussperling 

und rothköpfigen Würgers.] 

Unter kälteren Himmelsstrichen nimmt es, (wie eben 

gezeigt wurde,) oft an allen Federn zu, wenn es an der Wurfcd 
dieser als Regelfarbe vorhanden ist; und es entsteht, nicht ohö^ 
zurückbleibende Beimengung von Grau, wenn es aus diesem $ 

allgemeiner Farbe hervorgeht. [Ebenfalls schon mit Beispiele 11 

belegt.] 

von oben her, von den Federenden und von benachbarten The*' 

len aus, usurpatorisch verbreiten kann. 



Doch haben wir gesehen, dafs es sich zuweilen aue* 1 






d) Die verschiedenartigen Rosttarben 
nun, diefs sind diejenigen: welche in wärmeren Klimatetf< 
mit oder nächst den zum Verschwärzen geeigneten, in höhere** 



.) 



I 



nach allen Richtungen hin abändern, und welche hierdurch ebe 11 
so sehr an Intensität, wie an Extensität gewinnen. 

Eine hohe und mäfsig gesättigte, bräunliche, ganz allgeme' 1 
(d.h. bei allen Exemplaren der Species) vorhandene, aber in b e ' 



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ranzen verwiesene Rostfarbe wird dann stufenweise 



zum wirklichen, oft recht tiefen Rost- oder Rothbraun; [: 



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des Garten- 



r othlings, des Gartenammers, beim Baumläufer, auf den hinteren Flü- 
gelfedern der Turteltaube.] — Schon bei einer, im Ganzen nicht 
e »imal so dunklen Beschaffenheit derselben widerfährt das nämliche 
Manchen sehr im Freien lebenden, daher vor andern einer bestän- 



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[wie der Rauchschwalbe.] 



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ehr 

rau- 
che* tu nden werden. Sie überziehen dann, bald mehr, bald 

yg, verdunkelt, einen gröfseren; und hierbei verdrängen sie denn 
fct Manche andre Farben sehr merklich, ja nicht selten ganz. Ihre 

entschiedene Kraft und Neigung, so ungewöhnlich stark um sich 
air Zxx g rei fen, zeigt sich besonders darin: dafs sie mehr, als alle an- 

är c 7 von der Spitze her, nicht blofs vom Grunde (also der Quelle 
fle r Färbungsorgane) aus, zu wuchern und ihre Gränzen auf Kos- 



Etwas Ähnliches wird nach mannichfachen, gewöhnlich aber 
lr * minderen Graden bei solchen Vögeln bemerkt, wo diese Far- 
ben entweder nicht immer stark ausgeprägt, sondern mehr ange- 
deutet erscheinen; oder wo sie doch nicht auf einem so grofsen, 
oder auf einem nicht so bestimmt abgezeichneten Räume vorge- 

weniger 



t ^n der benachbarten zu erweitern vermögen; während diefs von 
den übrigen Farben nur gerade diejenigen am besten zu thun im 

Stande sind, welche die Wurzel, nicht die Endgegend, der Fe- 
dern einnehmen. [Unter diese Categorie gehören, was nament- 
1$ hch das Verdrängen anderer Farben durch jene betrifft, besonders 
j e ] e U er männliche Sperber, der Mäusebussard, der rothköpfige und der 



Würger, der Wasserschwätzer 



1* l 
iche Haussperling, ganz besonders der einjährige oder überhaupt 



Oft 



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Junge Jagdfalke.] 

Bisweilen kann, an einer oder der andren Stelle, ein ziem- 

uch sattes Rostbraun aus blofsem Rostgelb, aus blofsem rostgel- 

(I beni Federgrunde bei silberweifser Hauptfarbe, oder, wenn ein sich 

Verdunkelndes Rostbraun in der Nähe steht, sogar aus fast reinem 

Schwefelgelb entstehen. [So jenes beim Wiesenpieper im Som- 

e Iii ^er, das zweite beim blaukehligen Erdsänger, und dieses beim 







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Immer noch merklich, jedoch schon minder auffallend, blci" 
die Erscheinung dann: wenn nur an einzelnen Theilen, wo ^ 
roströthlicher oder rostgelblicher Anflug und Schimmer, (der vie*' 
leicht öfters selbst erst ein nachgekommenes, klimatisches Erzeug' 
nifs sein kann,) die Grundfarbe blofs trübt, 
wärmeren Gegenden mehr, als in kalt 



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wird; oder, wenn rostgelbliche Farben sich nur verdunkeln; wefl 11 
acht lerchenähnliche Colorite, die nie ohne Beimischung V * 1 



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Färbungen, 



Stoffen und nach ähnlichen summarischen Verhältnissen vora^' 
setzen, wie die lerchenartigen, dabei aber auf einer ganz andere* 1 ' 
gleichmäfsigen Grundeintheilung beruhen, lassen unter wärmer^ 
Klimaten eine Vermehrung der ihnen innewohnenden Rostfar^ 

t 

zu. [So zeigt das Steinkaüzchen hierin eine gar nicht unwesefl'' 
liehe Übereinstimmung mit der, als Lerche nur wenig bunte* 

eintönig genug gefärbten Haubenlerche, vorzüglich im Jugefl^ 
kleide.] 



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Rostgelb sind, nur etwas gelber werden; und wenn endlich $ 
Rostfarbe ursprünglich zwar nicht schwach gegeben, aber entw^ 
der mit anderen, minder zum Variiren geneigten Farben gleicha*" 

ti°*- gemischt erscheint, oder, wenn das Vaterland des Vogels 1^ S e 
eine sehr mäfsige Ausdehnung nach der geographischen Breite h^ ne 

(was auch wohl beides neben einander Statt finden kann.) 



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[Der ersten von diesen sehr in einander fliefsenden, o*' de 



vereinigten, daher schwer unter sich zu sondernden Bestimmt*' r o 

gen gehören einzelne solche Fälle an: wie beim Kopfe des Thurtf 1 ' *> 

falken, des Gartenammers, beim Seggen -Rohrsänger. Zur zw#" 8^- 

ten sind wieder die nämlichen Vögel zu rechnen; ferner the J '' ■*-• 
überhaupt, theils in manchen Kleidern (namentl. im jugendliche*^ 

noch viele andre, z.B. wahrscheinlich die kleine Ohreule, vie'' v o 

leicht alle unsere Würger, vielleicht schon die Wachholder- ufl" ^i 
Weindrossel, manche Steinschmätzer, der Brachpieper, die Ttff 

teltaube ,und Wachtel. Die dritte findet Statt bei mehret M 

Lerchen, bei lerchenartig - gefärbten Ammern oder Ammer- u^ ^a: 

Finkenweibchen; so auch beim Birkenzeisige und gemeinen Repf atl 

huhne. Die vierte ist z. B. vom gemeinen Eisvogel entnommen 

und vielleicht auf den Zipammer anwendbar.] ' <ü e 

die eine Mischung aus ähnlich^ Au 



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Selbst Stellen, welche rein- oder fast rein-weifs zu sein 
Pflegen, werden nicht ganz selten von einem solchen ungewöhn- 
*ch überhand nehmenden rostgelben oder roströthlichen Anfluge 

dergl. bald auffallend stark , bald weniger sichtlich , überzo- 



und 



Von 



gen; [mit am stärksten der Bauch des Sperbermännchens.] 
ei «er schwächeren Einwirkung der Art bleibt gleichfalls ein neu 
entstandenes Weifs, oder Trüb- und Gelblichweifs , nicht frei; 
am öftesten erleidet ein solches sie an Jugendkleidern (*). [Man 
vergleiche hierzu den rothköpfigen 'Würger und den schwarzkeh- 

1 * 

**gen Wiesensclimätzer.] 

Von den eigentlich so zu nennenden Lerchenfarben roufs noch 
gesagt werden: dafs sie sich vorzugsweise dazu zu eignen schei- 
nt nen, um ein klareres Hervortreten roströthlicher Grundfärb 

auf einzelnen Stellen, z.B. am Kopfe, oben auf den Schwanz- 

00 deckfedern, am Flügelrande und Vorderhalse, zu begünstigen. [So 

null' rothen sich einer oder der andere dieser Theile unter südlicheren 

rifl' Breiten öfter und stärker, als bei uns, bald in mäfsigem, bald so- 



ung 



wer gar i n hohem Grade 



, bei der Feld - , Isabel! - und Kalander - 



hei'' Lerche, und bei dem Grauammer. 1 

i Dabei schliefst denn übrigens das stärkere allgemeine Her- 

yiel' Vortreten des rostfarbigen Anfluges auf gewissen Totalfärbungen, 

nw wie solches unter wärmeren Klimaten nach der Mauser so häufig 

uf vorkömmt, doch keineswegs ein in gleichem Maafse erhöhtes Aus- - 

V e t& bleichen kurz vor derselben aus. Diefs hat die Folge, dafs als- 

ufl 11 dann so manche Vögel aus unseren und aus jenen Gegenden ein- 

epf ander doch meistens gleich sehen. , 
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( ) Ein Umstand, welcher sich, sammt manchen analogen, sehr gut dadurch erklärt : dafs 

Erzeugung der Jungen in die wärmere, zum Theil fast in die wärmste Zeit des Jahres fällt. 

c Jtann wohl die höhere individuelle Prädisposition eines Vogels zum klimatischen Yariiren, 

Verhaltnisse gegen den andern von einerlei Art, dadurch entstehen: dafs in keinem Jahre 

gel einer Art in gleicher und gleich warmer Zeit zur Welt kommen und erzogen werden. 

Einmal vorhanden, entwickelt sich eine solche Farbe dann später unter günstigen äufseren Ver- 

Wtnitoes immer kräftiger, und kann so eine auffallende Stufe erreichen, z. B : 

Unsere jungen Mäusebussarde haben im Nestkleide am ganzen Vorderleibe gewöhnlich 
**nen so starken rostgelben Anflug auf dem Weifsen , Bänder. der Art an der Schwanzwurzel, 
"^e die älteren nur selten ; und im Süden noch weit mehr. Während bei den unsrigen später 
^ kalten Winter etc. diese Eigenschaft in der Regel wieder verwischen, und sie sich erst bei 



er* 



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dachen recht alten mit den höheren Jahren , entweder in gleicher Art , oder selbst in lichter 
^ 0s tfarbe, wieder erneuert ; so vermag es in Afrika die weit gröfsere Hitze recht bald, sie ohne 

^erbrechun; 



g immerfort zn steigern , 



und so das Rostgelbe durch Rostroth hindurch bis auf , 



a un, zuweilen sogar bis auf Rothbraun, hinaufzutreiben. 



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20 



















Hingegen scheint gerade eine gesättigte Rost- oder rost' 
braune Farbe weniger, als die mehrsten übrigen, dem Verbleich^ 
unterworfen. Diefs kann indefs leicht davon herrühren: dafs & e 
sich sehr oft entweder allein, oder doch hauptsächlich, an 
von dem Leibe beschatteten Bauchseite befindet. 



der 



In wenigen Fällen, da nämlich, wo ein klares Schwarz theil* 
unter gleicher Eintheilung des Raumes auf einer Federseite odef 
Fahne mit Roströthlich auf der andern zusammentrifft, theils )*' 
nes in lichteren Nuancen den Grund einnimmt, in manchen solche 



Fälle scheint, wenigstens dann, wenn bei ebendenselben Yögel» 









auch das höhere Alter allgemein ebendasselbe zu bewirken pflegt 
auch ein bedeutender Theil des rostrothen Farbestoffes von defl 1 
Schwarzen gleichsam mit angezogen und verschlungen zu werdet 
Auf diese Weise findet denn nun bei einigen Yogelarten einmal de' 
umgekehrte Fall gegen sonst, aber ganz der nämliche wie b cl 
ihnen im höheren Alter, d. h. ein Blässerwerden der Rostfarb* 
Statt. [So bei dem männlichen Rohrammer und Haussperling e ' 
Dafür zieht sie sich aber an letzterem oft noch mit in die schwärt 
Kehl- und Oberbrustfarbe hinüber, und zwar gleichfalls ebe* 1 

so gut im hohen Alter (*), wie in südlichen Gegenden.] 

So bemerkbar denn nun auch übrigens das in- und extensiv 
Zunehmen der Rostfarben im Süden, (im Gegensatze zu unsere^ 1 
Vaterlande genommen,) immerhin sein mag; so scheint doch ebß 11 

ihre schon erwähnte, fast durchgängige Kräftigkeit sie im AUg^ 

meinen häufig gegen eine Abnahme im höheren Norden zietf 1 ' 
lieh zu schützen. Doch gilt diese Regel nicht ohne Ausnahm^ 
[z. B. nicht vom jüngeren Kuckuke und Hühnerhabichte, nid ){ 
von der grofsen Ohreule, auch offenbar nicht überall von de* 1 

Waldkauze. 

len, welche wieder die ungewöhnliche Kräftigkeit dieser Farb^ 1 
Süden beweisen. Einmal vorhanden, pflegen sie nämli^ 



Dafür mangelt es indefs nicht ganz an anderen Y$ 



im 



doch, auch wenn sie sonst höher nordwärts mit dem Alter v& 
schwinden, dort (im Süden) nicht ab- , sondern noch zuzunehm^ 1 ' 



* 



(*) Gerade so, "wie ja im boten Alter mit einem deutlichen Anstriche sogar das Brustro 
unserer G i m p e 1 mannchen auf den Rücken, das Karmoisin der Flügel des Mauerläuf e 
auf den Scheitel, das brennende, scharlachähnliche Karminroth am Vorderkopfe des Sti*" 
litt es auf die nächste trübweifsc Stelle hinter den schwanen Kopfseiten und an der IJo t6 
kehle, und das Blan am Vorderhalse des Blaukehlc&ens auf den Flügelrand übergeht* 



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[Hierher gehört der blaukehlige Sänger hinsichtl. seines bereits er- 
mähnten lichteren Kehlflecks, der rothbraun werdende Kuckuk. (*)] 7< 

e) Die Rosen- und verwandten Farben. (**) 
t>ie neigen sich ganz ausnehmend viel weniger zu klimati- 
en Veränderungen hin, als die Farben der vorigen Rubrik: 
11 * meisten noch dann, wenn sie mit jenen amalgamirt erschei- 
nen; am allerwenigsten, wenn sie rein hervortreten. 

[So ist es nicht besonders der Rede werth, dafs die ganz 
*em- und zart- hellrosenrothe Brust des männlichen schwarzstir- 
ttigen Würgers im Alter und unter einem wärmeren Klima et- 

dunkler und schöner wird. Deutlicher geschieht diefs bei 



Mas 



dem Männchen der rothrückigen Art.] 

Sobald sich aber das Rosenrotbe mit Pvostfarbe mischt, wäre 

7 

es auch nur mit einem leisen Anhauche derselben, und wäre auch 
beides sogar in dieser Vereinigung noch schwach; so beginnt in 
Heilseren Gegenden auch sogleich wieder die wuchernde Zu- 
nahme der letzteren, (obwohl nicht stets allgemein, — nämlich 
nicht bei allen Individuen:) und sie reifst nun die erstere eben- 
es mit fort. Ein Fall, wobei denn öfters ein tiefes, meist düs- 



teres Rostweinroth oder etwas Ähnliches zum Vorscheine kommt. 



[Beispiele liefern manche Exemplare des grofsen Würgers, und 
Viele Zaun- und fahle Grasmücken. (***)] — Es scheint sogar hin- 
länglich; dafs Rostroth oder Rothbraun anderswo an dem Vogel 
vorhanden seien, um die Erscheinung sogleich zu verstärken ; [denn 
eben bei dem männlichen rothrückieen Würger ist sie schon siebt- 



el barer, als bei dem Mannchen des schwarzstirnigen.] 



Manche der hellen und hohen unter den in diese Abtheilung 
gehörigen Farben : — die, welche namentlich an Karminroth grän- 



ct? TJnter den Wasservögeln der gemeine Reiher hinsichtlich des Flueelrandes und der 

ochienbcinfe/l«,.« .••,-,, , 

uern, m geringerem Grade sonst auch wohl die Turteltaube. S. unten. 

I ) nmerlc. Ich bin der Meinung , dafs man, der bequemen Kürze wegen, unter den 
allgemeinen Benennungen der Rostfarben und der Rosenfarben (pTuraliter) wohl die« 
Jenigen Farben einander entgegensetzen könnte, welche die Römer in gleich getrenntem Sinne 
unter ruf US und ruber verstanden. Man mufs ja unter : Rose — nicht immer ausschliefslich 
Serade nur die gemeine Gartenrose verstehen ; ins Besondere mufs diefs der Naturforscher nicht. 
** giebt ja der Rosenarten so viele, dafs unter ihnen, summarisch, fast alle in die allgemeine 
Kategorie von ruber fallenden Farbennüancen gefunden werden I 

(***) Diefs sind aber auch schon alle Landvögel unseres Vaterlandes von dieser Farbenmi« 
c nung, welche eine ausgedehntere Verbreitung von Süden nach Norden zu haben. 




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22 





















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zen, und welche anerkannt die besondere Eigentümlichkeit bß' 
sitzen, erst in dem wärmsten Theile der wärmeren Jährest 
durch den (sonst die Farben der einmal ausgebildeten Feder zet" 
störenden) Einflufs des Sonnenlichtes entweder schöner, oder g ar 






überhaupt erst dann recht schön, rein und glänzend zu werden, •*' 
solche Farben nun scheinen sich in wärmeren Gegenden nod 1 
herrlicher und weiter, als bei uns, zu entwickeln, ohne dafs frei' 
lieh der Unterschied gerade ein grofser wäre. [So beim gemei' 
nen Hänflinge.] 

Diesen nun ähneln ihrem Verhalten nach am meisten, un^ 

wenn nicht immer, -wenigstens oft 

y) die blauen Farben, 
in soweit sie ebenfalls Glanz besitzen, [z. B. beim Blaukehlchen' 

* 

Sänger. An Männchen von diesem geht das schöne Blau de* 
Halses im höheren Alter schon bei uns, im Süden und Oste*> 
aber wahrscheinlich häufiger, auf die kleinsten Deckfedern an 1 
Flügelrande über; und die südlicheren, östlicheren und nördlich^ 
ren Weibchen haben im Allgemeinen öfter und gröfsere Spure* 1 
von diesem Blau, als die unserigen.] 

[Der Nufshäher scheint unter wärmeren Himmelsstrichen eben' 
so, im Ganzen genommen, das Blaue, welches in schwach angß' 
deuteten Flecken meistens auf den fünf letzten Schwingen de? 
ersten Ordnung steht, in gröfserer Menge und mit intensiver Er' 

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höhung zu erhalten.] 

Das oft beigemischte Grün mufs man für minder dauerhaft 
halten, als das Blaue: da aus einer Mischung von beiden unter 
der Einwirkung eines wärmeren Klimas ersteres sich weit meltf 

* 

verliert, und letzteres den Platz behauptet; [z. B. beim Eisvogel] 

Wo ein ziemlich hohes Blau sich mit Schwarz zu einef 
gleichmäfsigen, feinen Mischung verbunden hat, da beginnt letz' 
teres doch (ebenso, wie Rostroth bei der Mischung mit Rosenroth) 
leicht vorzuwalten und so die gemengte Farbe zu verdunkeln* 
bis sie sich dem Blauschwarzen nähert. [Den Beleg dafür liefert 



die Blaumeise.] — Unter 

g) den grünen Farben 
scheint das helle, etwas grauliche oder ins Olivenartige hinüber' 
spielende Grün, wie es unter andern bei den meisten Laubvögel 11 



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un« Rohrsängern, bei mehreren Drosseln etc. vorkömmt, nur sel- 
ten einer geringen Verschönerung durch erhöhte Wärme fä- 
1] g: [z.B. beim Sumpfrohrsänger;] wofür es dabei auch wieder 
Parker abbleicht. 

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Eher gilt Ersteres von einem schönen und hohen Hellgrün, 

[ Wle das > welches bei der mannlichen gelben Bachstelze den Bük- 
en einnimmt.] 

Dort, wo Grün als schwacher Anflug auf Grau und dergl. 
^scheint, dort verschwindet es wegen seiner geringen Haltbar- 
keit leicht entweder ganz, oder doch zum gröfseren Theile; [z.B. 
beim Gartenammer.] 

h) Die rein- und grüngelben Farben 
scheinen schon mehr Haltbarkeit, aber auch nur geringe Neigung 



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e „ sitzen. [In mäfsigem Grade beweist sich dieser Hang 

männlichen, oft auch an der weiblichen gelben Bachstelze.] 



der 



Im Alter, und vielleicht auch immer nach Verschiedenheit 
«es Klimas, ziehen die sonst heller- und reiner - gelben Farben 



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ms Grüngelbe; oder sie kommen durch Einwirkung des 
letzteren mehr zum Vorscheine ; [z.B. am Erlen - Zeisige und Grün- 



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Die nackten Theile, 









der Schnabel und die F ü fs e nämlich, welche im Freien nach 
Verschiedenheit der Arten mit dem Alter bald heller und hö- 
her gefärbt, bald verdunkelt, im eingeschränkten, von dem Zu- 
gange der Luft abgeschlossenen Zustande aber heller und mifs- 



iärbiger werden 



ändern in wärmeren Gegenden auf 



(*) Berufenen Forschern auf dem Felde organischer und anorganischer Physik mag es über- 
essen bleiben , zu entscheiden , ob und wie vielleicht ins Besondere der Umstand zu würdigen 
sei: dafs es gerade die vorzugsweise so genannten reinen, bei Zerlegung des weifsen Licht- 

u r c h d a s achromatische Glas - oder Krystall prisraa im optischen Spectrum ent- 
e len en, und die im Pflanzenreiche am häufigsten vorkommenden Farben sind, welche 
der modificirenden Einwirkung des Klimas vor allen noch am meisten w id er ste- 
hen. [Leider fehlen in der Reihe der europäischen Vögel, an welchen allein ich die Beob- 
achtungen mit solcher Genauigkeit angestellt , und von welchen ich sogar nur die Landvögel 
^genwärtig hierin Betracht gezogen habe, ein Paar von jenen Farben überhaupt ganz: Vio- 
et * und reines Orange.] Die bei Vogelfedern (Gewächsen auf warmem , organischem Boden) 
am meisten der Veränderung unterworfenen Farben fehlen auch wenigstens den zarteren wei- 
ere « und wechselnden Gebilden der höher organisirten Pflanzen gewöhnlich oder ganz oder 

ch m der strengeren Basirung auf ihre ungemischte , offenbar schwerere und erdicere Grund- 
lage. & 



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jenem entsprechende, diesem entgegengesetzte Weise $' 
Entwickelt sich mehr Färbestoff im Gefieder, so nimmt er auch 
in ihnen zu, wo ja die Berührung mit der atmosphärischen Umg e " 
bung eine unmittelbare ist. Sogar von den Augen gilt in gewis* 
sen Fällen dasselbe. [Die schwarzbraunen Mäusebussarde habe** 






schon bei uns fast orangegelbe Fiifse und Schnabelwachs, vS& 
braune Iris; die helleren beides heller; die weifslichen oder w&' 

» 

fsen, die uns der Norden im Winter zuschickt, hellgelbe Füß e 
und lichte, zuweilen gelbliche Augensterne. In gleichem Maafs^ 
wie der Unterleib, röthen sich am südlichen Ortolane Schnabe' 
und Füfse. (*) Auch die Füfse des südlichen Staars, sollen höhe' 

gefärbt sein. — Wem würden hier nicht die rötheren Wang^ 
der Landbewohner einfallen: auf denen selbst die feinen Endche* 1 

der Adergeflechte sichtbarer werden, als gewöhnlich ? "Wer würd e 
nicht der allbekannten Wirkung des Sonnenbrandes, zumal auf ein e 
des Sonnenscheins ungewohnte Stelle der menschlichen Haut, geden- 
ken: welcher dann eine sehr intensive, allgemeine Röthung durd 1 
verstärkten peripherischen Andrang des Blutes bewirkt? W c * 
müfste nicht denken an die hellweifse, durchsichtige Haut und di e 
bläulicheren oder blauen Augen blonder Personen : denen ebenso* 
wie ihren Haaren, das braune Pigment fehlt, oder doch nu r 
schwach gegeben ist?] (**) 



S- 6. 



Grade des klimatischen Yariirens je nach Verschiedenheit der 

einzelnen Theile des Körpers. 

Noch mufs eine genauere Betrachtung der Art und Weisft 
wie klimatische Veränderungen vor sich gehen, uns zu einem eigen" 
thümlichen, nicht zu übersehenden Schlufsresultate führen, und ufl$ 






(*) Häufigere Erscheinung bei Wasservögeln, wo rothe Beine viel häufiger sind. 

(**) Habe ich doch selbst an blonden Jugendbekannten mit der, im minnbaren Alter eiö' 
tretenden Verdunkelung der Haare auch die schönsten blauen Augen sich zuerst trüben , dafl ö 
bräunen gesehen , so zwar , dafs sie heut keine Ansprüche mehr auf jenes Prädicat zu mach 60 I 
haben. Ja, ich glaube, die Annahme : dafs bei Weitem mehr die allmählige Milderung des KU' 
mas durch Bodenkultur jeder Art, als die Vermischung des deutschen Blutes mitfremdem * a 
Folge der Völkerwanderungen , die Ursache sei , warum wir die ehemals so bestimmten CW 
ractere der Bewohner Germaniens »coeruleis oculis fulvisque capillis « jetzt erst in Sk aIJ ' 
dinavien ziemlich allgemein bewahrt wiederfinden, — diese Annahme dürfte nicht weit von & c< 
Wahrheit abweichen. 



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auf bestimmtere Vermuthungen über die, bald gewissen, bald mög- 
ichen oder wahrscheinlichen, Ursachen desselben hinleiten ; welche 
selbst wieder dazu dienen, die Richtigkeit unserer Ansicht zu zei- 
gen und unser Verfahren neuerdings zu rechtfertigen. 

Es zeigt sich nämlich, wenn wir die hier dargelegten spe- 
ejellen und allgemeinen Erfahrungen abermals unter einen noch 
gemeineren Gesichtspunkt fassen: dafs unter wärmeren Kli- 
nkten im Ganzen mehr die Farben des Unterleibes, unter 
kälteren die des Oberleibes, jene zur Erhöhung, diese _ 
Verschwächung abändern; wobei jedoch der Kopf im ersteren 

Falle nicht nachzustehen pflegt. Sollte nicht die Ursache dieser 
Erscheinung i„ dem größeren Reichthume an Säften liegen, wel- 
chen die unteren, mehr fleischigen, weichen und häutigen Theile 
«nd der Kopf vor den oberen voraus haben ? - Es leuchtet so- 
gleich ohne weitere Auseinandersetzung ein, warum eben dieser 
Erklärungsgrund für beide entgegengesetzte Fälle, d. h. im Süden 
und im Norden, ganz gleiche Gültigkeit behält. Ja, noch mehr: 
er scheint mir sogar recht anwendbar auf die Beobachtungen über 



zur 



da 



s Variiren der Schwanz-, und besonders der Flügelfedern. 
Am Schwänze und an den Flügeln scheinen nämlich _, 
da sie ohnehin gewöhnlich entweder dunkler als der ganze Kör- 
per, oder doch wenigstens so dunkel wie die dunkelsten Theile 

desselben, selten heller gefärbt sind, und da überdlefs der eine am 
Ende des Leibes steht, die andern aber ein Paar verhältnlfsmäfsig 

" ne, saftarme , und mit einer unverhältnifsmäfslgen Federmasse 
besetzte Organe bilden, - entweder alle färbenden Kräfte des thie- 
rischen Organismus bereits durch die gewöhnliche Färbung spe- 
eieU erschöpft; oder sie sind doch wenigstens schon so angestrengt, 

"s nur selten noch Etwas übrig zu sein scheint, um gleichsam 

isposition klimatischer, modificirender Einflüsse gestellt zu 






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bleiben. 



viel weniger 



Unter solcher Voraussetzung kann es nicht unerklärlich, 



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widersprechend er- 



scheinen : wenn an den dunklen Schwänzen mancher Vögel [ z . ß. 
der Grasmücken, mancher Pieper und Lerchen etc.] gerade in 

Weifs, als gewöhnlich, zum Vorscheine 



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ommt; oder wenn es an Reinheit gewinnt, so wie der Schwanz 
a « Dunkelheit der Hauptfarbe zunimmt. Es würden demnach hier, 



































































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durch den im Süden und im höheren Alter allgemein sich z&- 
genden Trieb der Natur, gewisse nicht streng von einander ^ 
schiedene Farben mehr unter sich abzusondern, diesen eine be- 
stimmtere Gränze angewiesen ; und die verringerte Extensität der 
tieferen wäre durch ihre vermehrte Intensität ersetzt, indem es 
der Natur an Farbestoff zu mangeln scheint, um beides zugleich 
zu vermehren (*). Ja, es giebt Vögel, deren Schwänze au " 
bei einer hellen Färbung, die sich noch dazu sonst ganz allge- 
mein, und beinahe vor allen andren, zum Verdunkeln hinneigt? 
doch unter fast allen Umständen sich auf einer fast immer glei- 
chen Intensitäts - Stufe erhalten; [z.B. die Röthlinge.] 

"Wo möglich beinahe noch mehr, reden der so eben aus- 
gesprochenen Ansicht die Erscheinungen an den Flügeln 

)vt. (**) Diese besitzen der Säfte überhaupt entschieden eine 

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(*) Es scheint eine ganz fest bestimmte Regel: dafs das Zunehmen der hellen odcf 
W ei fsen Farbe auf den Flügeln immer gleichen Schrittes mit dem Grade de* 
Verdunkelung der tieferen an ih n en f o r t g e h e , mag sonst an den Theilen de« 
Leibes die Veränderung Grade erreicht haben, "welche sie nur immer will. 

Die Röthlinge, und besonders die weifse Bachstelze, beweisen diefs auf da* 
Klarste. Je mehr Weifs diese nach Süden und Osten hin auf den Flügeln erhalten haben, desto 
d kl r ist stets das Übrig gebliebene Schwärzliche geworden. Man sieht dieses bereits höchst 
deutlich an denjenigen Federn unserer Exemplare im Sommer , die im Anbeginn des Frühling* 



das 



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ee"en die eigentliche Regel mit ausgefallen sind ; wie oben erwähnt wurde. (Überhaupt ist fo 
Bezug hierauf die Rubrik über die dunklen Farben zu vergleichen.) 

(**) Allem Anscheine zufolge noch mehr: dafür spricht folgender Erfahrungsgrund. Ge- 
wöhnliche Körperfedern kann ein Vogel öfter zufällig verlieren, und sie wachsen ihm doch fa$* 
immer ebenso wieder, wie sie vordem waren. Die Schwanzfedern werden bei wiederholteil» 
Ausziehen schon oft anders in der Farbe. Aber bei grofsen Flügel-, und namentl. bei Schwan*' 
federn reicht bekanntlich sehr häufig schon ein einmaliges, und mit wenigen Ausnahmen (dar" 
unter gehört die Haubenlerche) ein zweimaliges Ausreifsen , vorzüglich wenn es nicht lang« 
nach der Mauser geschieht, schon hin, um zu bewirken, dafs die neu hervorkeimenden schnei 
weifs, also farblos werden ; und Jedermann weifs schon längst , durch Bechstein und au* 
eigner Erfahrung , dafs man sich auf diese Weise so genannte Varietäten (d. h. Ausartungen) 
selbst niaclien kann. — - 

Ja, ich möchte in der That zugleich in der Schwäche, von welcher wir hier rede* 
und nicht so einzig und allein in ihrer dringenden Notwendigkeit zum Fluge des Vogels, 
eine mitbestimmende Ursache erkennen : warum doch kein einziger doppelt mausernder Yo%v 
iemals die grofsen und gröfseren Flügel - und die Schwanzfedern auch zweimal wechselt, soß' 






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dem sie unverändert vom Winterkleide in das Sommergewand mit hinüber nimmt. (Ab & 
rechnet die 2—3 hintersten Schwingen jedes Flügels und die 2 mittelsten Schwanzfedern, 
als welche unter allen am meisten der Abnutzung ausgesetzt, daher einer Erneuerung vor an' 
dem bedürftig sind; und abgerechnet diejenigen, deren der Vogel durch Zufall verlustig wird.) 

Ferner wissen wir, dafs unter den Ausartungen solche mit weifsen oder weifslicheP» 
sehr oft einem Spiegelüecke ähnlichen, und meistens an den Federwurzeln sitzenden Flügelpa 1 " 
thieen unter allen bei Weitem am häufigsten vorkommen, und nächst ihnen die mit zum TheJ^ 
weifsem Schwänze. — 

Alles Beweise von der comparativen Schwächlichkeit dieser Parthieen ! 








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noch geringere Menge, und sie haben der färbenden Ins Beson- 
dre noch weniger übrig, als die Gegend, aus welcher der Schwanz 
entspringt. Daher mag es auch wohl eines Theils rühren: dafs 
gerade unter den nordischen und Alpenvögeln (also bei solchen, 
Welche beider Seits in einem der Farbenerzeugung nicht günsti- 
gen Klima wohnen,) die gröfste Zahl solcher befiederten 
gefunden wird, die vor andern mehr oder weniger farblose, d. h. 
r emweifse Federn auf den Flügeln tragen, und an denen nament- 
**ch oft die grofsen Schwingen ungefärbt /erscheinen. Anderen 
«Theils wird es, glaube ich, somit erklärlich: warum unter war- 
frieren Zonen bei einer bestimmteren Sonderung mancher vermeng 

TT' 

ten t arben, und vorzüglich durch eine Scheidung des graulichen 
Weifs vom matten Schwarz, von Schiefer- oder Schwarzgrau, so 
oft grofse hellweifse Spiegel und dergl. auf den Flügeln entste- 
hen, die sonst für gewöhnlich nur matt oder gar nur unklar an- 
gedeutet vorkommen; [so, wie auf den Schwungfedern bei den 
Röthlingen und der weifsen Bachstelze.] Und nur einen kleinen 
Schritt weiter vorwärts ist es zu dem Falle: wo, durch örtliche 
Concentration des Farbestoffs, aus einer hellen theilweisen Fär- 

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ung nicht selten an derselben Stelle eine, der höchsten Concen- 
tration entgegengesetzte, absolute Farblosigkeit , d.i. Weifs ent- 

steht. Bei dieser Erklärungsweise liegt dann der andere Fall: 

wo eine blofs helle Farbe aus demselben Grunde (nämlich, weil 
eine dunkle sich neben ihr, und aus der Vermengung mit ihr, 
mehr concentrirt,) sich ungewöhnlich weit ausdehnt, und wo so- 
mit ebenfalls eine Änderung der Zeichnung bewirkt wird, — dann 
l egt dieser Fall, gegen den nächst vorigen, sogar schon um einen 



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S- 7. 



n scheinen jedoch selbst solche oder ähnliche Ausartungen 



zu klimatischen Abänderungen werden zu können. 

Der Gegenstand dieser Auseinandersetzung führt uns so von 
öhngef ähr sehr passend auf eine bis jetzt noch dunkle Ausartungs- 

^i\X N ° Ch liefSC ' kh SarVldes mit Bezug hierauf ganz im Allgemeinen , ohne Rücksicht 
limatische Varietäten, sagen ; es würde aber eben deswegen hier nicht an seinem Orte sein, 
§ daher für jetzt unterbleiben. 



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und Abänderungsweise; auf Erfahrungen, deren Deutung für den 
Augenblick allerdings noch um so problematischer sein mufs 9 f 
unbestimmter heut noch ein Theil der geringen Anzahl beobach* 
teter Erscheinungen selbst konstatirt ist. 

Es scheint nämlich fast: als könnten sogar gewiss 6 
Ausartungen, die mehr oder minder ins Weifse fallen, doc& 
wirklich hin und wieder zu klimatischen Abänderung^ 
werden; und als besäfse demnach doch eine oder die andere G* 
gend die Eigenschaft, die Vermehrung einer solchen Ausartung 
zu begünstigen. Eine Ansicht, welche um so mehr Grund & 
sich erhält, wenn man, nächst älteren, die in neuerer Zeit be' 
sonders von Nilfson mitgetheilten Erfahrungen berücksichtigt 
dafs der hohe Norden diese, sonst wohl unter allen Zonen vof 
kommenden Ausartungen doch häufiger hervorbringt, als der tie- 
fere Süden; und wenn man dann sieht, dafs die defshalb hief 
anzuführenden Gegenden Europa's ebenfalls entweder nördliche? 
oder meistens gebirgige sind, deren Klima also dem nordische* 1 

zunächst entspricht. 

[Zuerst sind die Färöer zu erwähnen. Auf dieser Inselgruppe 

wird der weifsbunte Kolkrabe unter den Land-, und die weift 
ringelige Lumme unter den Wasserv 
wo sonst, gefunden: so zwar, 



öfter , als irgend' 
*) so ziemlich bc- 



stimmt, und ersterer auch wohl ohngefähr, immer etwa den fiint' 

m & 



Wesen ihrer Art (species) 




machen; und dafs sie sich zwar nicht unter sich selbst, sonder* 1 

(soviel man bis jetzt genau hat beobachten können) gerade ö* 

Gegentheile immer mit nicht ausgearteten paaren (**), aber dod* 

fortpflanzen, da'* 

Indefs, warum soll# 

1 



gleichwohl ihre Eigentümlichkeiten stets so 
sie nicht aufhören, überhaupt zu existiren.] 



denn eine Gegend, welche sich vor andern dazu eignet, einntf 
etwas ganz Ungewöhnliches, Regelwidriges häufiger zu erzeuge**» 



sich nicht am Ende auch dazu eignen, sein Fortbestehen zu be' 




(*) _ von der man freilich noch nicht gerade bestimmt behaupten kann, dafs sie W 
blofse Abänderung, sondern wirklich und unbedingt den Ausartungen beizuzählen sei. 

(**) Was Hr. Graba, anf die sorgfältigsten, wiederholten Beobachtungen gestützt, in * tV 
ner Reise nach Färö mit dem entscheidendsten Nachdrucke wiederholt behauptet , und s e f f 
einen nie xu belehrenden, die Aussagen Anderer so gern verstümmelnden egoistischen Zwe»> 
nötbigen Falls gewifs bu vertreten wissen würde ! — 



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Hieraus dürfte sich folgern lassen: dafs sich unter kälteren 
°der doch kühleren Himmelsstrichen dem Anscheine nach 
auch manche Gattungen (**) vorzugsweise zu bestimmten und ei- 
gentümlichen Ausartungen hinneigen, die also in gewissem Grade 
als klimatisch zu betrachten sein möchten. Von künftigen, zahl- 

* 

reicheren Erfahrungen müssen wir bestimmtere Erläuterungen da- 
rüber hoffen. 

Offenbar treten aber, in Folge von Umständen, welche jetzt 
noch unenträthselt sind, ganz ähnliche Erscheinungen auch un- 

ein. [Die Schleiereule von Cuba 



ter wärmeren Klimaten 



*st bestimmt speeifisch dieselbe mit der unserigen; und doch artet 



) oux bildet sie in seiner Ornithologie provencale ab, erzählt ibr besonderes Vor- 
kommen, und n»n n + • j • 11« i .. .. 

5 " nennt sie ausdrücklich une variett constante Sebr auffallend und wunderlich 

\yurde diese Wirkung des Klimas der Seealpen und ibrer Ausläufer allerdings bleiben. Würde 

r sein können, und kann es überhaupt irgend eine mehr sein, als die bekannte 
Eigenheit des Klimas von Angora : welches von zahmen Hausthicren entweder allein, oder min- 
destens vor allen übrigen Gegenden, solche Geschöpfe mit langen seidenartigen Haaren hervor- 
gebracht hat: Ziegen, Kaninchen, Katzen und Hunde? — 

(**) In Betreff der Gattung Corvus liegt es tfufser Zweifel , dafs ganz vorzugsweise die 
s cnwarz- oder schwärzlich -gefärbte Familie der eigentlichen Krähen, Raben und Dohlen sebr 
** u ng in der Ausartung erscheinen, welche überhaupt die gewöhnlichste von allen ist: mit 
e *l weise weifsen Flügeln, besonders mit weifsem Grunde der Schwingen. 







• 1 







sonstigen und zu erwirken? Ersteres setzt ja wohl eigentlich 
mehr voraus, als Letzteres. 1 ^^^^^^^^ ^^^^^^_ 

[Ferner soll es im westlichsten Ober- Italien, m den Gebirgen 
Nizza, eine beständige Ausartung der Schwarzdrossel (Amsel) 
en, welche, was sonderbar ist, in der Jugend stets ein breites 
^eifses Band über den Schwanz besitzt, dasselbe aber, was noch *1 
sonderbarer ist, mit der ersten Mauser für immer verliert. (*) Eine 
alte Weindrossel (also einen nordischen Vogel) mit einer der- 
gleichen ganz ähnlichen Binde, vor ein Paar Jahren auf dem 
Herbstzuge in der Gegend von Berlin gefangen, besitzt das Ber- 
liner Museum. Ich habe eine Misteldrossel in den Händen gehabt, 
deren Schwanz auf der rechten Hälfte vor dem Ende eine kleine 
hellere, und hinter dieser noch eine breitere dunkle Binde zeigte. 
Auf einem der höchsten Berge unserer Sudeten schofs ich eine 
junge Ringdrossel, und ebenda eine junge Heckenbraunelle, beide 
noch im ersten Federkleide, und beide mit einigen schmalen licht- 












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sie gerade dort sehr oft mehr oder minder mit weifsem, häufc$ 
mit reinweifsem Schwänze aus, obgleich Cuba ein tropisches t* x " 
land ist, seiner ganzen Ausdehnung nach nahe am Wendäkretf* 
hingestreckt. (*) Sie mag indefs auf den übrigen grofsen Antd* 
len auch nicht mangeln.] 

S- 8. 
Entgegengesetzte (nördliche und südliche) Hauptrichtunge* 

des klimatischen Abänderns. Ein dem entsprechender Unter" 
schied der entgegengesetzten Jahreszeiten unter einem un* 

demselben Klima. 

Obgleich es, wie bereits oben gesagt, unmöglich bleibt 
die Gränzen der klimatischen Varietäten streng geO' 

* 

graphisch zu bestimmen; so bleibt es doch allenthalben nich* 
minder ersichtlich, wie dieselben sich im Ganzen nach zwe» 
Hauptrichtungen divergirend in nördliche und südlich^ 
theilen lassen. (**) Suchen wir aber nach einem Gegenstande de 5 

(*) Diese Thatsache läfst sich blofs durch die geographische Lage auf die gewöhnlich 
Weise nicht erklären ; denn, wiewohl schon als Insel gemäfsigter, und abermals gemässigt dur<# 
einen längshin streichenden Gebirgszug, ist das Land doch ein allzu südliches. Indefs steht diese« 
Factum schon nicht mehr einzeln da , sobald wir einen Blick auf die Säugcthiere werfe* 
Alex. v. Humboldt sagt in seinen Ansichten der Natur I, S.152, Erlaut. 28 : 

»In den Steppen von Caracas <c (also noch südlicher, als Cuba, mitten zwischen de^ 
Wendekreise und dem Erdgleicher) »schwärmen ganze Heerden des sogenannten Ceb" 
»y.us mexicanus umher. Wir haben, was für eine so heifse Zone auffallend ist, viele gafl' 
»weifse Spielarten darunter gefunden. Der Cervus mexicanus steigt an der AndesketW 
»nahe am Äquator, nicht über 700 oder 800 Toisen am Gebirgsabhange aufwärts. Aber \> li 
»2000Toisen Höhe findet sich ein grofser, ebenfalls oft weif s er Hirsch, den ich vom eurO' 
»päischen kaum zu unterscheiden wufstc. « — Sonach müssen wir schon hier uns jener Stell* 
CS. 65.) erinnern, wo es heifst : »In der Naturbeschreibung, wie in historischen Untersucbufl' 
»gen stehen die Thatsachen lange einzeln da, bis es gelingt, durch mühsames Nachforsche 
»sie in Verbindung zu setzen.« 












Leider hat uns in der Zoologie vordem fast die Mehrzahl der Naturforforscher W I 
Letztere gerade in Bezug auf unseren Gegenstand hier so sehr verkümmert , erschwert , ud 
nun in conventioneller Hinsicht so häufig verleidet : indem sie gewöhnlich das Erstere sei* 
übereilt mifsdeutete, statt ruhig zu warten, bis man es recht deuten könnte — , und selte" 
Jemand eine frühere Deutung, wenn auch mifslungen, bereitwillig aufgiebt! 

(**} Dafs die Begriffe nördlich und südlich relativ sind, und zwar insubjeetiver HinsicM 
relativ indem sich diese Relativität nach den örtlichen Verhältnissen des Sprechenden oä^ 
Schreibenden richtet, darf uns nicht irre machen. Wir sind ja daran in der Geographie d* I 
für alle Mal gewöhnt ; denn noch hat kein Geograph Bedenken getragen, Asien den östliche*» 
Amerika den westlichen, und Afrika den südlichen Welttheil zn nennen, hat damit auch tf' 
wifs noch keine Dunkelheit erregt. Und in der That müfste man, wenn man hierin zu kriÜ* 
verfahren wollte, in der Hinsicht unsere ganze geographische Sprache ändern: da ja, strew 
genommen, nur der Bewohner der innersten Äquatorial - Gegenden ohne Relativität von Sn 
lieh und Nördlich , Niemand aber auf irgend einem Punkte der Erde von einem (absolute*' 
Osten und Westen reden könnte ! 



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rgleichs für beide in unserer eignen Zone, so wird die Ant- 
wort dahin ausfallen: dafs die hoch-nördlichen klimatischen 
Verschiedenheiten sich oft den regelwidrigen lichteren Aus- 
artungen nähern, die südlichen immer den regelmäfsigen 
Auszeichnungen eines recht hohen Alters entsprechen. 

"ene* entspringen aus einer offenbaren Schwächung 



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e n dienen: 



derjenigen Haütorgane, welche zur Erzeugung der 

indem die Kälte eines Theils überhaupt 
durch Depression der Sensibilität auch auf die Bildungsthätiokeit 
ableitend wirkt, und nun, nachdem das Leben selbst in seinen 



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stimmt, die peripherische Thätigkeit aber nach den inneren Organen 
zurückgewiesen ist, andern Theils ins Besondere die Haut 



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e zusammenzieht; wodurch manche, sonst meh 



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strebende Säfte tiefer nach innen zurückgedrängt werden 
Und, mit der retardirten Clrculation des Blutes überhaupt, jetzt 
auch ins Besondre ihre Verbreitung und selbst ihre Absonderung 
vermindert wird. Eine, den Folgen einer erhöhten at- 
mosphärischen Temperatur und der somit auch gesteiger- 



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Uns auch namentlich manche der doppelt mausernden Zugvögel 

neue Gelegenheit geben ; [z. B. die Bachstelzen. Es steht & erfah- 
rungsmäfsig fest: dafs diejenigen weifsen und Gebirgs -Bach- 
weiche ausnahmsweise bei uns überwintern, entweder 

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gar keine, oder doch bei Weitem keine vollständige, Frühlings- 



«lauser bestehen; obwohl sie sich sehr häufi 



g so erträglich zu 



«ahren wissen, dafs man ihnen einen etwa erlittenen Mangel gar 
Uicht ansiebt, dafs folglich eine, aus ihm entsprungene Kränklich- 



oder Schwäche nicht als Ursache des Nichtma 



nommen werden kann. 



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sasse des nördlichen deutschen und des südlichen skandinavischen 
Strandes, welcher auch noch dpn 



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^ohnbar bleibt, seinen Aufenthalt nur wenig, das Gefieder aber 
**n Friihlinge spät und oft nur theilweise, in noch höher nor- 
^schen Küstengegenden vielleicht gar nicht. Di 



lejenigen seiner 



rt hingegen , welche auf den südlicheren Gebirgen wohnen, die 



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32 

er zum Spätherbste des Schnees wegen verlassen mufs und dam 1 
bis zum Frühlinge mit wärmeren Gegenden vertauscht, jene wech" 
sein das Gefieder regelmäfsig alle: und zwar die ältesten zuerst? 
die Weibchen später als die Männchen. (*) Noch will ich mi^ 
für jetzt nur bedingungsweise auf eine hierher gehörige Behaup' 
tung Niifsons berufen, welcher sagt: dafs sogar die beide* 1 
in Scandinavien einheimischen Steinschmätzerarten, die noch 
als deutsche Vögel stets einem doppelten Federwechsel unterli^ 
gen, auf seiner heimathlichen Halbinsel nur einfach mausern- (**) 
Die Sache könnte ganz zwanglos damit erklärt werden: dafs na- 
türlich die, welche im Sommer Schweden und Norwegen bc 

wohnen, im Winter auch nicht so tief nach Süden hineinwafl' 
dem wie die, welche bei uns gebrütet haben, und dafs sie dan* 1 

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gleicher Wärme ausgesetzt sind wie letztere.] Wi e 
sehr so viele der (uns für jetzt noch nicht angehenden) doppelt 
mausernden Wasservögel, und namentlich viele Strandvö' 
o-el durch ungünstige, rauhe Witterung in der Frühlingsmausef 
aufgehalten werden , diefs darf, als allgemein bekannt, kaum erst 
erwähnt werden. Zufällig aber kann die Sache nicht sein, da 

sie sich immer unter einerlei Umständen auf einerlei Wei$ e 



also nicht 



(*) Einige ausführlichere Bemerkungen über den Wasser- und sogenannten Uferpiepe* 

siehe am Ende, unter den Zusätzen.] 

(**) Ich will diefs blofs darum nicht unbedingt als Beweis mit aufführen, weil ich weiß» 
und mit aller herzlichen , wissenschaftlichen und persönlichen Achtung von dem ersten jet** 
lebenden Ornithologen des Nordens es sagen mnfs : dafs gerade in diesem Punkte bei Zugvö' 
geln (wie die Steinschmätzer sind) eine Feststellung der Wahrheit oft gar schwer hält , u0<* 
dafs namentlich gerade für den Nordländer leicht Umstände eintreten können, welche au<^ 
den besten Beobachter einmal zu täuschen vermögen. Doch bin ich gleichwohl noch viel eflt 
fernter davon gewesen, die Sache eigentlich zu bezweifeln; auch noch, ehe mir folgend 
Factum bekannt wurde, welches, wenn nicht absolut für Niifsons Behauptung, doch für &* 
Erfahrung über den Einflufs spricht, welchen ein lange anhaltendes rauhes FrÜhlingswett<* 

auf Gefiederbildung ausübt : 

Es sind im diefsjährigen Frühlinge, welcher so lange kalt blieb, und hierdurch d«* 
Zue der meisten Vögel sehr verspätete, nicht blofs überhaupt mehrere der doppelt mausern' 
den noch unvermausert, oder erst in der Mauser begriffen, zurückgekehrt; sondern es scheid 
diefs auch ins Besondere eben bei Steinschmätzern der Fall gewesen zu sein. Ein grauer» 
den ein Freund von mir beim Nistplatze am 7. Mai erlegte, (der einzige, welchen ich setf 5 * 
untersuchen konnte,) hatte kaum erst einige neue Federn, während sonst alle schon ei** 
Monat früher mit dem Fedcrwechsel fertig zu sein pflegen. — Ja, noch mehr: von den WacU' 
teln, welche gewöhnlich am Ende des Winters mausern sollen, kamen zur Mitte des $* 
die ersten im ganz abgetragenen Gefieder an , und erst am Ende des Monats wurden J»* a ' 
sernde, nach dem Anfange Juni's die ersten mit wirklich erneuertem Kleide gefangen; #*' 
zelne waren aber noch um die Mitte dieses Monats kaum zur Hälfte fertig. 



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w *ederholt; vielmehr mufs sie, unmittelbar oder mittelbar 9 von 
fliesen abhängen. Auch begreift sich die Ursache sehr leicht. Die 

-^Natur rnnfc in Fnlo-p Aar ^S^^U^r^nA^r^r^i- Kai lön/vo^or AnrtanPr 



Wetters 



8 e n, jedes andre Bedürfnifs, welches sonst eine doppelte (d. h. 
**ach den Jahreszeiten im Aussehen verschiedene) Kleidung als 
tur den Vogel erspriefslich erscheinen laufst, einstweilen dem Be- 
dürfnisse eines Schutzes gegen den Frost nachsetzen: weil die 
* ögel eine theilweise Entblöfsung von ihrem Gefieder, auch wenn 

s ie immerhin allmählig erfolgte, nicht leicht ertragen würden. 
s sonach bei uns ausnahmsweise, als Folge einer ungewöhn- 



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in einer anderen, rauheren Zone der Erde regelmäfsig, in Folge , 
ihrer gewöhnlichen Luftbeschaffenheit, wenn diese jener gleicht 
I oder ihr nahe kommt. 



S-9. . 
Eigentliches, innerstes Wesen der südlichen klimatischen 

"Varietät. 

Um eben so viel also, wie es mit dem Federwechsel 

**nd mit der Farbenentwickelung in unseren Gegenden bes- 
ser geht, als in kälteren: um eben so viel geht es natürlich, 
Umgekehrt, in wärmeren Ländern* wieder noch rascher und 

glücklicher damit, als bei uns. So entgegengesetzt die Ursachen, 
eben so entgegengesetzt sind auch die Wirkungen. Was dort 
gehemmt war, wird hier mächtig gefördert. Daher sehen wir 
die Vögel hier bereits nach wenigen Jahren in einer Schönheit 
Erscheinen, welche sie bei uns erst nach weit mehreren Jahren 
2 u erlangen fähig werden. Sie erhalten in heifseren Län- 
dern früher die Anzeichen eines höheren Alters, ohne 
delshalb früher Greise zu werden, (die wir eigentlich ja überhaupt 
im Bereiche befiederter Wesen nicht vorfinden,) und ohne die 
Last der, gleichsam schneller verlebten Zeit zu fühlen. Ihr 
zunehmendes Alter erscheint nur als eine erhöhte und dem aufse- 
hen Ansehen nach verschönerte Pubertät, die noch von der Masse 
*fer Kräfte strotzt, nicht aber bereits deren Lähmung erfahren 

3 







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34 

hat; (*) wogegen der Mensch dort nur schneller reift, um rasche' 
die Generationen zu erneuern , nicht aber zugleich um eben s" 
viel länger blühend dasteht und stark bleibt, als er früher aufz"' 
blühen angefangen hat, sondern auch selbst früher altert. ^ 
allerdings diese Einflüsse noch stärker auf Vögel und Säugethier«i 
als gerade auf den meistens bereits sehr verkünstelten Mensch^ 
einwirken, und dafs sich darum eine völlige, ganz absolute P a 
rallele zwischen diesem und jenen nicht ziehen läfst, ist sehr wal> f 
Aber liegt nicht auch die Ursache davon ungemein nahe ? 
nicht der Landbewohner Italiens, und vollends der Calabrese od«' 
Sicilianer, noch viel bräuner, und würde nicht sein Haar v^' 
leicht, wo möglich, noch schwärzer sein: wenn er sich auch & 
hohen Mittage noch, wo er zur Erholung wenigstens im Scha*' 

oder gewöhnlich unter dem Dache seiner Hütte ruht, vö' 

den glühenden Strahlen] der Sonne versengen lassen müfste? ' 
statt dafs er alsdann nicht blofs sie meidet, sondern auch selb« 1 
denen des Lichts den Zugang zu seinem Gemache zu verschliefst 
bemüht ist. Was aber schützt je den Vo ff el vor «Hp» T,»« T,a<' 
und Hitze?« Wer überhebt i 



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je den Vogel vor « des Tages La« 1 



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sich, und besonders für seine zarteren, immer so efslustigen Jüfl' 
gen, nach Nahrung zu suchen, und sich dabei allem mittelbar^ 
oder unmittelbaren Einflüsse jener blofszustellen? (**) _ Sind eJ 



(*) Ich erkenne daner auch selbst in dem Variiren der Vögel etc. nach dem Klima »*' 
einen vereinzelten Beweis des so wahren, allgemeinen, von der gesammten organischen V* 
entnommenen Sat.es : , Wer demnach die Natnr mit Einem Blicke zu umfassen und von Lok» 1 ' 
.Phänomenen zu abstrahiren weifs, der sieht, wie mit Zunahme der belebenden Wärme *«' 
»den Polen zum Äquator hin, sich auch allmählig organische Kraft und Lebenswille vermehre».' 
Humboldt Ans. d. N. II, S. 15. 

(**) Bleibt es in Erwägung dieses Umstandes nicht eben so natürlich, als merkwiir* 
dafs gerade die nächtlichen Vögel, welche sich am Tage tief in Höhlen „nd in ** 
dichtesten, kühlsten Schatten der Bäume etc. verbergen, wirklich auch im Süden weit vT«' 
n.ger, als die meisten in ähnliehe Farben gekleideten Ta-vöeel ia z«< 
Theile gar nicht, klimatisch abändern? _ ' ' ' '* ' 

So ändernder St e i nkauz und die kl ei n e Ohreule unter den Arten ihrer Gatt^l 
zwar noch am meisten ab , da sie beide nicht mehr so ganz unbedingt Nachtvögel sind die*' 
sterc besonders ; aber doch ändert namentlich die letztere noch gar nicht wesentlich ab. Die J 
kanisehe W a 1 d - und üh„-Ohreule, (welche ich nicht selbst gesehen habe,) giebt L«' 

vaillant als nicht verschieden von den europäischen an. Ja , die Schlei e reu 1 e, ^ 
fast auf dcr ganzen bewohnten Erde Ws 2nm 550 n Br geme . a ^^ ^^ ^ ^p 

SchJereuleT" T^^ ^^ '° ""' " ^^ten Gegenden Menschen Wohnen, - * 
Schleiereule, die m den Gebauden am Tag£ ^ ^ ^ ^ _^ fa ^.^^ „ 

angenehmsten für ,„., g Ut gescMt2t ^ umJ die ^ ^^ der ^ ^^ mcUe p 




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«J* nicht überhaupt allenthalben die Vornehmen viel weifser, als 
die Leute gemeinen Standes? Sehen wir nicht alle im Winter 
^eifse r aus, als im Sommer; und ist nicht Jeder an bedeckten Thei- 

en viel weifser, als an unbedeckt gehaltenen ? (*) Wie viele Köpfe 
Weihen von allen den vielen, die blond in der Jugend waren, auch 
noch blond zur Zeit der Mannbarkeit? — Wie viel weniger Blond- 
haarige giebt es nicht auf dem Lande, im Verhältnisse zur Stadt ? 
Und wie wird es mit ihrer Zahl erst im südlichen Europa ? 

Südliche klimatische Varietät und Verschiedenheit 
des höheren Alters unter unserem Klima fallen daher 

wie bereits oben erwähnt worden ist, beide an Thieren eigent- 
lich in den bei Weitem meisten Fällen so entschieden in Eins 
zusammen, dafs sich Alles auf den Satz reduciren Hefse: jene ist 



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Ausdruck dieser! 



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(**) Daher die Erscheinung: dafs dort die 



erfsere Klima südlicher Erdstriche wenig empfindet, sie bleibt sich unter allen Zonen fast oder 
ganz gleich: sie verdunkelt sich vielleicht nnr zufällig (ausartend?), und zwar höchst selten; 
u cn auf nicht gewöhnliche Weise, sondern ins Schwärzliche. — 

I 

(Eine anderweitige Bemerkung über diese Eulenart siehe unter den Zusätzen.) 
(*) Hierbei will ich noch auf zwei Punkte aufmerksam machen. 

Der erste ist : dafs die am häufigsten im Süden vorkommende Abänderung der Hautbe- 
deckungen warmblütiger Thiere, die merkliche V er m eh run g des trüb -r o s t g elb 1 ic hen 
oder auch roströthlichen Pigments in Federn und Haaren, unstreitig zunächst, und 
zwar sehr treffend, dem so eben erwähnten Yariiren und Röthen der Haut bei den 
Menschen entspricht ; und dafs auch ältere Menschen schon der dunklere Teint von jüngeren un- 
terscheidet. — Der zweite : dafs b e i s ü d 1 i c h e n V ö g e 1 n , besonders im Laufe der beifseren Jah- 
reszeit, vermöge der Verringerung des Gefieders durch das dort stärkere Abrei- 
ßen, der modificirenden Wirkung der aufseren Wärme ein leichterer Zucanc Geöff- 
net wird. b b 

(**) Wahre Ausnahmen von dieser festen, höchst bestimmt und unverkennbar ausge- 
sprochenen, allgemeinen Regel kommen nirgends, halbe schon so selten vor, dafs sie 

muff* 8e§en diC " VÖlHsSten übereinstim mungen mit der Regel selbst dann ganz verschwinden 
mu sten , wenn auch nicht ein anderer , ganz allgemein gültiger Erfahrungssatz sie zureichend 

T Tä* W ^ rechne itnen die Turtel taube bei: welche bei uns im Alter immer reiner 

er gefärbt wird, im Süden hingegen, da an ihrem Kleide auch Rostroth vorhanden ist, 
se r a lgemein werdenden rostgelben Überflug erhält, wie ihn wärmeres Klima bekanntlich 
CO vielen Thieren zu bringen pflegt 5 den Kuck uk, das Blau kehl chen. - 

Hiergegen xnufs ich, nach diesem einzigen mir bekannten Ausnahms - Falle, noch- 
mals wieder auf jene schon berührten Fälle zurückverweisen : wo das Yariiren unter 
tödlicheren Breiten auch dann, wenn es einmal den sonst von Farbenabände- 
lungen geltenden Regeln widerstreitet, doch stets auf das Genaueste mit 
de n bei uns Statt findenden Auszeichnungen des höheren Alters harmonirf 
* Uf die Erfahrungen beim männlichen Haussperlinge und Rohrammer, beim Fischadler und Weib- 
chen rothrückigen Würger (mit Abrechnung der ersten Jahre desselben), und bei mehreren 

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jüngeren Individuen variirender Arten, und namentlich die einp' ] ' 
rigen Vögel, den unsrigen im Ganzen völlig ähneln ; und dafs » ur 
einzelne der ältesten unter diesen so werden, wie jene bereits i* 11 
gewöhnlichen mittleren Alter, oder doch längst vor Eintritt ^ 
eigentlich hohen, erscheinen. Und ich wage defshalb die Behau]?' 
tung, welche eigentlich indirect schon in dieser eben wiederhol 
ten Bemerkung liegt: unsere hiesigen Vögel werden n^ f 
in der Regel nicht alt genug, um sich vollständig ^ 
Demjenigen ausbilden zu können, was wir unter süd' 
licheren Himmelsregionen, wegen seines dort entwed* 
gewöhnlichen oder doch regelmäfsig viel häufigeren Vorkommet 
im Allgemeinen mit dem Namen klimatischer Ab 'an de 
rungen bezeichnen; und darum gleichen diesen jene selW' 

nen, einzelnen Individuen bei uns, welche das hierzu erfordef 

liehe, mehr als gewöhnlich hohe Alter doch ausnahmsweise et' 

- reichen. 

[So hat, um nur Einiges als Beispiel hiervon anzuführen 
Hr. Bruch den Haussperling in der Färbung des italienisch^ 

(der Fringilla cisalpina Temm.) in Mainz gesehen. Breslau lieg* 
noch nördlicher, östlicher und höher, als Mainz; dennoch hab e 
ich ein Paar solcher (männlichen) Vögel, wovon einer im zoö' 

logischen Museum zu Berlin, auch hier gefunden : und zwar w#* 
schöner, als viele italienische, schöner noch, als solche, welche 

_ 

Herr Temminck selbst als seine Fb.. cisalpina versandt hat; f 
sogar schöner, als viele ägyptische und syrische. 

Die Wiesenbachstelze mit schwarzem Kopfe (MotacilI^ 

melanocephald) habe ich ebenfalls mitten im Sommer am BrüW 

platze unter ganz gewöhnlichen hier geschossen, denen sie x# 



ganzen Wesen auf das Genauste glich. 






Das Berliner Museum besitzt den männlichen Sperber & 
einem Kleide, wo er schon beinahe völlig der Falco exilis Temtf' 
geworden ist, mit beinahe einfarbig rostrothem Bauche, aus A& 
Gegend von Colin; und die schönsten Übergänge zu diesem 2$ 



Piepern. - — Denn in Syrien und Arabien hat selbst der Wasserpieper, obgleich er unter st ei 
kühleren Regionen lebt, als seine Gattungsverwandten, sogar ein unterhalb nur wenig gefte c * 
tes Herbstkleid. 



Die Erörterung über das Abändern des Stahrs siehe unter den Zusät 



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Welt. Auch hat es ihn im 



n iif lloc hsten Grade der Röthung eben daher erhalten, wo Hr.Tem- 

1 10 *& i n c k ihn allein einheimisch glaubt : aus Südafrika. 

de* I 

•hol' 



Durch einen hiesigen Freund von mir besitzt es jetzt einen 

grofsen, in der Nähe«erlegten, sehr alten Hühnerhabicht mit einem 
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ls zu Schwarz verdunkelten Ober - und Hinterkopfe : so, wie er 

dem Namen Falco atricapillus , und von 



von Wilson unte 
•Temminck unter 



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ei gne Art beschrieben und abgebildet wurde. 

Derselbe Freund der Ornithologie überliefs vor einiger Zeit 
dem Berliner Museum einen Wasserschwätzer, welcher, obgleich 

aus Schlesien stammend, wo er im Sommer getödtet worden war, 



Schreibung zu 
gleich sieht. 



,US syriacus Ehre nb.), und (nach der Be- 
len) den italienischen ganz ähnlich oder 



Ich habe recht alte Exemplare der Rauchschwalbe hier ge- 
sehen, welche so dunkel gefärbte Bäuche hatten, dafs sie den 
Jüngeren ägyptischen (Hirundo Riocourii Audn., H. Savignyi 
kteph., und H. cahirica Licht.) und den gewöhnlichen ameri- 
kanischen (H. rufa Gm., H. americana Wils.) theils gleich, theils 
hoch 
meinem erwähnten Bekannten erlegtes, auf welches wir, weil es 

sich schon von Weitem unter mehreren Dutzenden aus demsel- 

ben Dorfe auszeichnete, bereits seit 2 Sommern mehrmals Jagd 
gemacht hatten. (*). 



st ähnlich waren; unter andern ein, diesen Frühlings von 



ren.] 



Dergleichen Beispiele liefsen sich noch eine Menge anfüh- 
Hiergegen will ich denn aber auch im Allgemeinen wie- 
derholentlich an die, immer und immer wiederkehrende Erschei- 
uung erinnern: dafs in südlicheren Gegenden jüngere Vö- 
gel einer Art den gewöhnlichen (noch nicht alten) derselben 
Art bei uns entweder geradezu gleichen, oder ihnen minde- 
stens im höchsten Grade ähnlich sehen. 

[Unter den von Hemprich und Ehrenberg aus Ägypten 
Und Syrien geschickten Hunderten von Haussperlingen, (die also 
alle nur Fr. hispaniolensis Temm. hätten sein sollen,) waren eine 

, V 

(*) Mau sieht hieraus, dafs sich nicht etwa ein blofses Verirren klimatischer 
ar *etätcn von anderswo zu uns her ereignet. 













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Menge, O die den tmsrigen im ersten Herbste ihres Lebens >" 
jeder Hinsicht vollständig gleichen; wie man noch im Berlin* 
Museum sehen kann. 



§. 10. 



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Vergleich milden, nach Verhähnifs ganz entsprechenden Wahrnehmungen, w 
Variiren der Sänge thiere Bemerken lafst. — Beweis, dafs die Neigung, e'in weif*«' 
Winterkleid anzunehmen, welche mehrere Arten im Norden besitzen', bei densd*» 

Arten tiefer im Süden endlich ganz verschwindet. 

Nicht ohne wechselsweises Interesse wird es sein , dafs wir hie 1 ' 
gelegentlich noch des unverkennbaren Parallelismus gedenken» 
welcher auch in dieser Hinsicht zwischen den beiden war!»' 
blutigen Wirbelthierklassen herrscht. 

Wir sehen bei den Säugthieren dieselben Farben (fr 
sofern sie ihnen überhaupt eigen sind) im Ganzen immer auf die- 
selbe Weise klimatisch variiren, wie bei den Yögeln; ja, sie 
ändern unter gleich excessiven Extremen bei jenen in der Regel noch 
weit auffallender ab, als bei diesen. Warum letzteres? — Diese Frag 6 
beantwortet sich sehr leicht. Offenbar defshalb : weil sie ihren Stand- 
ort gewöhnlich gar nicht, oder doch nur zu unbedeutend, verändern 
können, um den durchgreifenden äufseren Einflüssen der Temperat« r 
ihres Heimathlandes zu widerstehen. Wer einmal Gelegenheit gehal»* 
hat, Untersuchungen in den Waar „ m mmim 

zustellen (**), der wird, wenn er da namentlich Raubthierbälge Einer 
Art zu Hunderten, und oft vielleicht zu Tausenden, vergleiche» 

konnte, gar häufig eben so sehr über die weite Entfernung der Fär- 
bungsextreme von einander erstaunt, und über den ununterbrochenen) 
durch alle nur denkbare Mittelgrade stufenmäfsig fortlaufenden Zu' 

sammenhang derselben unter einander erfreut gewesen sein: wie er 
hierdurch am Ende über alle Zweifel , die vielleicht jener erste An- 
blick in ihm aufsteigen machte, belehrt worden sein mufs. 

( ) Vielleicht in kühleren Berggegenden, oder zu Ende der wärmeren Jahreszeit erzengte? 
(**) Und jeder Zoolog, welcher noch keine Gelegenheit dazu gehabt hat, dem ist ernst* 
liehst zu rathen, dafs er sie suche. Er wird sie gewifs bald als die beste aller Schulen üb* 
die wahre Theorie thierischer Farben, und als einziges untrügliches Belehrungsmittel über de- 
ren Zuverlässigkeit oder Veränderlichkeit, erkennen und preisen lernen. Hier zeigt es sich deut- 
lich, auf wie höchst schwachen Füfsen so manche neuere Unterscheidungen stehen, nament- 
lich die der südlicheren Zoologen. Diefs trifft aber die nordischen Naturforscher in' der Reg** 
mcht. Man frage einmal Nilfson, wo er hierüber mehr Belehrung gefunden habe- ob* 
zoolog lsc hen Museen und Prachtwerken , oder bei den Kürschnern in ihren Pelzläden ? 









und er w.rd ohne Zweifel und Bedenken, gleich mir, antworten: immer bei den letzteren! * 
Leider findet ma „ bei ihnen verbältnifsmäfsig nur so höchst selten einen, etwa als Curiosit* 1 
aufbewahrten Sommerbalg ; „ n d doch waren dergleichen, vorzüglich aus dem östlichen Sibirien 
so wichtig : aus Gründen, die wir bald näher betrachten werden. 



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Auch bei den Säugthieren treten, im Verhältnifse zu unsern 
gemäfsigten Gegenden, unter südlicheren Himmelsstrichen 
le dunklen und hellen Farben in grellerem und schönerem Abstiche 
§ e gen einander hervor: indem sie reiner und intensiver werden;* und 
2u gleich blicken die tiefer sitzenden Grundfarben , wegen der kürze- 
n Haare und wegen der spröderen Brüchigkeit derselben, vermöge 
Reicher leichter die Spitzen verloren gehen, meist sichtbarer durch, 
icht minder bleiben auch bei ihnen z.B. die verschiedenen schwärz- 
ten und Rostfarben diejenigen, welche sich unter wärmeren Zonen 
ganz vorzugsweise entwickeln und weiter als sonst ausbilden. Es 
r ijr herrscht in diesem Betrachte ein wirklich auffallender Unterschied- 

der übrigens gewifs schon längst besser bemerkt und erwogen wor- 
(fr den sein würde, wenn nicht die Thierpelze aus jenen Gegenden (we- 
lir gen der geringen Dichtheit und Länge der Haare) vom Gebrauche im 

Handelsverkehre fast ganz, und die Sommerbälge gänzlich ausgeschlos- 
o& Sei *, daher für die Museen nicht so selten zum Vergleiche mit den 
| ra ge gleichartigen Thieren bei uns zu haben wären. 

nd' Eben so auffallend, wie das Verdunkeln der Farben mit dem 

Abnehmen der Haarmasse im Süden, tritt das winterliche Verbleichen 
aUtf er ersteren mit Zunahme der letzteren im Norden hervor; und es 

ei gt sich , ebenfalls völlig entsprechend, ganz besonders im hochge- 
legenen, kalten Nordosten. [So fallen unter andern die Wölfe und 
Iltisse mancher sibirischen Landstriche (im Winter) so stark ins Helle 



We 



urtheilend, geneigt gewesen sind, letztere für eine eigene Art, und 
erstere für Ausartungen der gewöhnlichen, zu halten. Beides in solchem 
Falle sehr verzeihlich!] Weifse Ausartungen sind aber auch bei Säu- 
gethieren im Allgemeinen wirklich ebenfalls häufiger im hohen Nor- 

1 N-/ 



^n, als anderswo; und bei alten Sau gethieren sind unter allen üm- 



siänden die Folgen der Einwirkung klimatischer Verhältnisse ausge- 
prägter, als an jüngeren, und in einem recht zusagenden Klima ihre 
Farben dunkler. [So läugnet Niifson mit den besten Gründen 
ie specifische Existenz eines braunen und schwarzen Bären, wenig- 
stens für Scandinavien , durchaus ab. Die schwarzen sind, wie ich 

gleichfalls längst vermuthet habe, immer sehr alte, und gewöhnlich 
sehr grofs.] 



Ohne einiges Bedenken glaube ich, die röthere Färbung der 
Sommer be haarung bei den (wie bekannt, durchgängig Z wei Mal 
Slc h haarenden) Säugthieren unter ganz einerlei Himmels- 
striche hinsichtlich ihrer Entstehung ebenfalls in relative Über- 
einstimmung mit dem klimatischen Variiren im Süden bringen 










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zu dürfen ; so , dafs eines das andere erklären hilft. Alle Säugt^ 



nämlich, welche irgend rostgelbe, roströthliche oder rothbraune F$ 
bung besitzen : sei es im Allgemeinen an gewissen Theilen des K^ 1 " 
pers überhaupt, sei es blofs eingesprengt m der oder jener Geg eI1 
der einzelnen Haare, oder sei es als genau vermengte Beimischun 



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einer anderen Farbe; alle diese werden im Sommer röther, als $ 
Winter, ja gewöhnlich auffallend röther. Ein ganz allgemeiner S^ : 

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unser 



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Hirschen und Rehen, von Hasen und Eichhörnchen, von den rW 



Wald 



der Wanderratte , der Feldwühlmaus , 

Wiesel, (sobald sie beide im Winter 







Wolfe etc; mit Einem Worte 



ser Gategorie angehörigen Säugern.] Kann man eine so durch^äug 1 ! 
vorwaltende Erscheinung wohl füglich als zufällig ansehen? 0$ 
mufs man ihr vielmehr eine allgemeine Grundursache unterlegen ? U^ 
wenn nun die Annahme einer solchen als nothwendige Folge erschein • 
welche liegt dann näher, als die höhere, nach allen Erfahrungen ^ 



Wärme 



d* 



Sommer mit sich bringt? Ja, liegt überhaupt irgend eine TJrsacb 6 
nahe aufser dieser? Gewifs : es giebt sonst keine. — Eine grofse physiol^ 
gische Kurzsichtigkeit aber würde es verrathen, einwenden zu wollet 
dafs das Hervorbrechen des Sommerhaars ja in eine Zeit falle, wo ^ 
Wärme der Luft noch lange nicht aufs Höchste gestiegen ist. T)e$ 
jeder Wechsel wird ja nur durch die anhaltende Gewöhnung an d#*' 

ihm vorausgegangenen Gegensatz um so empfindlicher. So viel ste^ 



ein für alle Mal fest: 



Winter 




eben so wenig, wie je ein Mensch im Sommer weifser wird. 

Es war, soviel ich weifs, der verstorbene Faber, welcher 1$ 
erst mit auf die Parallele hinwies, die sich in Betreff des klimatisch^ 
Variirens zwischen den Säugthieren und Yögeln ziehen läfst. 
Aufserung seiner Ansicht in diesem Punkte fafst überhaupt jn Kür* 1 
die wesentlichsten Nachtheile und Inconvenienzen der entgegengesetf 
ten Ansicht so treffend zusammen , dafs ich es nicht für unnütz &' 
achte, seine Worte hierüber (**) zu wiederholen; obwohl ich, dui^ 
weit ausgedehntere Erfahrungen belehrt, heut mich allerdings bed^' 
ten würde , seine Meinung auch gerade in allen Einzelheiten zu tf* 1 ' 
terschreiben. 



( ) Roströthliche Farben ausgenommen ; denn solche werden dann bräuner, somit tiefet 
(**) In seinem Werke über das Leben der nochnordischen Vögel, Heft I, S. 117-llS- 



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w Die Natur bildete vom Anfange an die verschiedenen Arts- 
formen, indem sie einem oder mehreren Vogelpaaren jeder Art 
die Kennzeichen mittheilte, welche sie als Art characterisiren 
sollten, und setzte darauf diese primären, die Grundtype bilden- 
den Individuen an einen oder mehrere Plätze der Erde, von 
Welchen ursprünglichen Plätzen sie, als von einem Centrum, 
sich bei Zunahme der Individuen über eine gewisse Strecke ver- 
breiteten. Wenn die Nachkommen jener ersten Individuen der 
Art sich mehr und mehr von diesem Centrum entfernten, so erlit- 
ten sie, besonders wenn sie Standvögel an diesen Plätzen wurden 

nach und nach einzelne Abänderungen in der Form (*) und Farbe, 
| welche sich auf die sie umgebenden lokalen Gegenstände gründeten; 
>d. h. sie arteten klimatisch aus, und theilten ihren Nachkommen 
'diese Ausartung (!) mit, welche, durch mehrere Generationen 
'verpflanzt, zuletzt einen constanten Character annahmen. (**) So 
' entstanden klimatische Ragen vieler Arten. Diese Ragen sind es, 
'welche mehrere Ornithologen jetzt als eigene Arten aufzustellen 
'geneigt sind; doch, meiner Meinung nach, ohne Grund: denn, 
^ obgleich ausgeartet (!), sind sie doch ächte Abkömmlinge der 
^ ersten Individuen der Art, und gehören daher absolut der Ur- 
iform der Art an. Das Kriterium, nach welchem man diese Idi- 
omatischen Abarten als etwas veränderte Nachkömmlinge der Ur- 

'form erkennen kann, ist die in die Augen fallende Übereinstim- 
'mung in der äufseren und inneren Bildung, in den Sitten und 
^der Historie mit der Grundtype, wie auch der Umstand, dafs 
'sie, ungezwungen durch menschliche Mitwirkung, und ohne 
'Mangel an Umgebung von Individuen derselben Abart, zu welcher 
sie selbst gehören, freiwillig und ohne Unterschied sich eben 
tso wohl mit den zur Grundtype, wie mit den zur Abänderung 
^ gehörigen Individuen paaren: indem sie im ersteren Falle im 



( ) Die klimatischen Abänderungen in der Form, welche damals von der entgegengesetzten 
Partbei zum Beweise der vermeinten Notwendigkeit, sie als Arten aufzustellen, mit so vieler 
Zuversicht immer nach einigen wenigen Exemplaren angeführt wurden, könnten immer nur in 
sofern in Betracht kommen, als ihnen eine gewisse Standhaftigkeit eigen wäre. Neuere und 
ausgedehntere Erfahrungen haben jedoch die ganze Sache, besonders bei den Landvö^eln in die- 
Se * Hinsicht meist so auf Nichts gebracht, dafs man davon meistens ganz abstrahiren mufs. 

(**) Die Beständigkeit auch dieser Charactere hat sich nirgends streng, häufig gar nicht be- 
walnrfcj die Gegenpartei also auch diese Stutze vollends ganz verloren. 












































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42 



?i Stande sind, Nachkommen zu erzeugen, welche theils die ächte 
„theils der abgeänderten Grundtype Form und Farbe erhalten." 

"Wir haben nicht wenige Beispiele, dafs die zu derselbe^ 
"Art gehörigen Individuen sehr geneigt sind, gewisse constan^ 
"klimatische Abänderungen in der Form und Farbe anzunehmen? 
" sogar unter nicht sehr divergirenden Graden der Länge und 
"Breite. Unter andern etc.... Wollten wir indessen alle diesß 



"localen Abänderungen als eben so viele ächte Arten aufnehmet 







Wir kennen doch Vögel, welche 
n äußerlich eben so sehr in der Farbe differiren, wie diese beiden 
r> Krähen, und welche einstimmig für dieselbe Art angesehen wer' 
"den, z. B. LESTRIS parasilica mit der weifsen und mit der 
"braunen Brust; so unter den Säugthieren der blaue und weifse 
"Fuchs, das schwarze und rothe Eichhorn u. s. w." 

Um wie viel mehr Gewicht würde Faber auf diesen Parallel' 
Beweis gelegt haben, und um wie viel weiter würde er ihn haben 
ausführen können , wenn er damals schon die Ergebnisse der neueren 
Forschungen mancher Zoologen, und namentlich die Resultate vofl 
Nilfsons höchst braven Arbeiten über die Säugthiere des scandina* - 
vischen Reichs , gekannt hätte ! (*) — Da mir nun die Aufführung 
paralleler Beweismittel über das Variiren der beiden warmblütigen 
Thierklassen hier schon an und für sich ganz an ihrem Orte zu ste* 
hen scheint, um, bei der durchgängigen Ähnlichkeit von der einen 
Wesenklasse mit Schlüsse auf die andere ziehen zu können ; so nehm ß I 
ich um so weniger Anstand, selbst mit einiger Ausführlichkeit darauf 
einzugehen, je gewisser ich weifs: dafs Mangel an Kenntnifs de* 



( ) Denn in der That, gerade was die Säugthierfauna betrifft, so erscheint wenigstens m lf 
Nilfsons Werk: Skandinavisk Fauna, womöglich, noch weit interessanter, noch viel vrich* 
tiger, als hinsichtlich der Vögel. , 






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" so würde zuletzt kein Natursystem alle diese Arten mehr fassen* 
"kein Ornitholog sie ordnen, und kein Gedächtnifs sie behalten 
«können; die Lehre von den Gesetzen für die geographische Vef 
"breitung der Vögel würde in ihrer Quelle verstopft, und dfc vo 
"Wissenschaft selbst in ihrer Grundlage erschüttert werden. «. 

" CorvüS cornix und C. corone sich in Deutsch 

"land oft paaren, und Junge von dem Ansehen beider hervor- 

"bringen. Einige Ornithologen sehen aus diesem Grunde diese 
"beiden Yögel für Eine Art an; und ich bin nicht ungeneigt? 
"dieser Meinung beizutreten, j 



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schwedischen Sprache die deutschen, und noch mehr die übrigen, 

südlicheren Naturforscher bis jetzt fast alle in Unbekanntschaft damit 
gehalten hat. 

Von unserem gemeinen Eichhörnchen (Sciürus vulgaris L.) 

e mt es schwarze, oder vielmehr braunschwarze und schwarzbraune, 

entweder höchst selten oder gar nicht mehr in Skandinavien zu geben; 

n dem N. nur ganz unbestimmt sagt: es solle davon manches Mal eins 

Pfunden werden. In Deutschland sind dieselben gewöhnlich; und es 

Sc heint sich unter andern in Oberschlesien ihr numerisches Yerhältnifs 



schei 



2u den rothen durch 1:6 



Wald 



Sondern 



1 : 4 ausdrücken zu lassen. Sie kommen 
rn mit den gewöhnlichen rothen vor 



tung begriffen angetroffen; ja, man findet rothe und schwarze Junge, 
von Einer Mutter in einer und derselben Niederkunft geworfen, in Ei- 



fcem Neste. (*) Dabei bemerkt man, so gemein sie auch immer sei 




mö- 



§ en , durchgängig das Eigne: dafs, gerade wie bei den (an sich weit 
Binder in der Farbe unterschiedenen) Varietäten der gemeinen Krähe, 
ie Mittelfärbungen ungleich seltener bleiben, als die Extreme; ob- 
gleich auch sie einzeln alle hier vorkommen. (**) Es giebt braun- und 
grauschwarze , schwarzbraune und röthlich- dunkelbraune: letztere, 
* ls die hellsten unter den dunkelfarbigen, am öftesten in der kalten 
reszeit; alle bald mit, bald ohne den helleren, gewöhnlich viel 
*°thlicheren , selten im 



Jah 



Winter 



zuweilen sehr abstechenden 



(*) Wefshalb denn auch natürlich an eine Möglichkeit von speeifischer Trennung hier nicht 
*u denken ist, und, weil glücklicherweise diese unwiderlegbaren Umstände früh genug bekannt 
geworden sind, in der That Niemand daran gedacht hat. 

( *) Man sieht hieraus, dafs bei diesen beiden Thierarten (dem gemeinen Eichhörnchen 

^dder gemeinen Krähe) sich die Natur einmal weit mehr in dem Auseinander- 

a lten der äufs ersten Endpunkte, als in dem Verbinden derselben, zu gefal- 

e * scheint. Ein Streben, wodurch sie in Betreff der Krähe den Scharfsinn der Naturforscher 

ange irre geführt hat ! — Doch mag hierbei zugleich noch daran erinnert sein, dafs Herr 

r e h m [m seinen rühmens werthen Beiträgen zur Vögelkunde] aus eigner Erfahrung ei 

j vze excht das einzige bisher gekannte, vom geraden Gegentheile anführt. Er fand, dafs 

n junge, ln der Mi 1 1 el f ärb un g erscheinende Krähe von einem ächten, 

beiderseits «ranz scWir,„- t> t, i • i ■, . * i 

o '-"warzen ftabenkrahenpaare erzeugt worden war: indem es, nach 

feiner ausdrücklichen Versicherung und genauen Untersuchung, in der ganzen Umgegend gar 
«eine jrraue oder Nebellci-äi,« „„i. ^:* . i_i_„ _i' • i • ' u.*.. ;£,* xi~~~++ j._ 



ein Bei- 



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e gab, mit welcher etwa einmal eine ausnahmsweise Begattung der 



utter hätte geschehen sein kö 



onnen. 



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Ich bin geneigt , zu vermuthen : dafs dieses lichtere Exemplar das zuletzt aus dem 

£ le gekommene , vielleicht in Betreff der Erwärmung zugleich von der Mutter etwas vernach- 

H Sl gte, schwächlichere Junge einer Brut war, deren erste Erziehung in eine kühle Zeit traf- 

er auch beide Zeitumstände umgekehrt. [Es ist bekannt, dafs die Vögel bei anhaltend kalter 

r *hlvng S \vi tterun g auch länger als sonst brüten müssen, ehe die Jungen ausschlüpfen.! Hier- 

Einiges weiter unten* 





































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44 



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rothbraunen Seitenstreif. (*) Bei uns nun sind die sogenannten ? ' 
then im Sommer braunroth, oft hochbraunrolh; im südlichen Sch^ e " 
den erscheint das rothe ähnlich, oder rothbraun, im nördlichen ab ßI 
vielleicht noch bräuner. Im 



Winter 



zumal an den Seiten des Leibes und an den Kanten der Beine; l ^ 
südlichen Skandinavien erscheint es dann schon graubraun, brau* 1 ' 
grau, endlich noch weiter hinauf hellgrau oder gar graubläulich, st$ 
ohne alles Roth, und giebt so das Grauwerk. (**) 



Hier sehen $ li 







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denn also, wie sogar im gröfsten Theile der Landstriche, welche $ 
Species bewohnt, aufser den klimatischen Abänderungen aud 1 
zugleich zwei Racen (Leien) neben einander existiren, d^ 
ren keine eigentlich nördlich, keine eigentlich südlich genannt wei" 
den kann, obwohl die eine entschieden weiter nördlich hinaufgeht 
als die andere; und die, trotz ihrer häufigen Vermischung unter ein' 
ander bei der Begattung, dennoch meist eine gewisse Selbständig" 
keit bewahren, nur weit seltener dagegen in einander fliefsen. E# 

, im letzteren Punkte ung e ' 

mein viel Ähnlichkeit mit dem bei der schwarzen und grauet 
«remeinen Krähe hat, nur dafs er in jeder Hinsicht noch viel auf" 
fallender und seltsamer bleibt. 

t 

Der nordische Hase (LepüS borealis Pall. und Nilfs.) Eu- 
ropas und Asiens: von welchem sich N. durch die genauesten, viel" 
fach angestellten Vergleiche überzeugt hat, dafs er mit dem Eishasei* 
(L. glacialis Leach) Grönlands specifisch einerlei ist, von welchen 1 
er aber noch bezweifelt, dafs er mit dem, bis dahin nicht von ihtf 
verglichenen schweizer und tyroler Alpenhasen (Jj.variabilis Bechst.) 

der nordische veränderliche Hase zeigt schon noch merV 
lichere klimatische und Jahres-, wiewohl keine Racen -Verschieden' 
heit. Oberhalb hat er während des Sommers im südlichsten Skaö' 
dinav ien eine graubraune, im Winter eine weifsgraue, nur selten 
eine grauweifse Farbe. Doch bemerkt man, was das Weifswerde# 
betrifft, sogar schon einigen Unterschied zwischen seinem Verhalte» 



eins sei ; 



Wälder 



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seinem Aussehen in der nur etwas mittäglicher gelegenen südlichste* 

(*) Da im Sommer die Haare der Ohrbüschel für geraume Zeit ganz ausfallen, so bin » c I 
schon lan^e sehr geneigt gewesen, den Sciürus alpinus Fr. Cuv.'s nicht für eine besondere A r 

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zu halten. — 

(**) Petit gris, (welches nicht von dem grofsen amerikanischen Sc. einer eus kömmt.) ^ u 

fällig hat in den letzten Jahren die Mode der Damen zur Vermehrung der Gelegenheit bei£ c 

vi 

tragen, bei Kürschnern die Menge der allmähligen Abstufungen in dem Colorite des GrauW er 
zu sehen. - — SJcandinavisk Fauna, en handbok för Jagare och Zoologer, I. delen. V™ 
ganda djuren, S. 16S, n, 29 — S. 173. 



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v°n allen, dem milderen, waldarmen, gut kultivhten Schonen näm- 

lc n; obwoM übrigens dieser Unterschied daselbst natürlich noch in 
«linderem Grade Statt findet, als weiter nach den eigentlich nörd- 



lich 



en und nördlichsten Strichen hinauf. Dort und auf den Al- 



pen w i r( j er n ä m li c h bereits im Sommer heller, oder gar weifsgrau, 



Winter 



mzela eingestreuten schwärzlichen Haaren. In Grönland endlich 
teibt er bekanntlich gar das ganze Jahr hindurch weifs, (abgerechnet 
öl e stets und an allen Orten schwarz gefärbten Ohrspitzen.) (*) 



Wi 



*tiein bekannt, dafs es im ebenen südlichen Europa die Farbe nicht 
mehr ändert, sondern nur da, wo es Alpen bewohnt. Bei uns blei- 
ben im Ganzen noch eben so viele im Winter braun, als ihrer dann 
in' 'Weifs werden ; und viele scheinen die Farbenveränderung nur halb zu 

^leiden. Ganz Skandinavien hat sie aber nicht allein stets im 



W 



Li- feibar 



inter weifs, sondern einzelne bleiben es hin und wieder sogar auch 
den Sommer durch. (**) 

Das kleine Wiesel endlich (M. minor Nilfs., M. vulgaris 

rxl., M. nivalis lt.) liefert den aller entschiedensten Beweis: dafs 

eine gänzliche Farbenveränderung nach der Jahreszeit 

0c h blofs da erfolgt, wo einer Seits vielleicht eben so sehr ein mit- 



Wesens 



■kinflüfse auf sein Inneres, sie bedingen; dafs daher jene ganz, und 
2War sogar recht plötzlich, da aufhören kann, wo beide nicht 

l 

mehr eintreten. So gemein das Thierchen in den meisten Gegenden 



(*) Stand. Faun. S. 211, n. 37, — S. 224. 



Faber hat auch den Eisfuchs (Canis 



a SQpus L.) mit angeführt. Und in der That möchte es, besonders nach den früheren Unter- 
teilungen Stellers, nicht bezweifelt werden können: dafs einzelne Exemplare seiner Art in 
Me n Gegenden währenddes Sommers weifs, andre im Winter grau bleiben ; obgleich Nilf- 
11 jene eher für Albinos - Ausartungen hält. Indefs sind doch dieser Ausnahmen entweder zu 
»ige, oder man weifs noch zu Wenig von den geographischen Verhältnissen, unter welchen 
eintreten, als dafs man diese Fälle zum Beweise für unseren Zweck neben so viel sicherer 
bekannten in Erwägung zu ziehen hätte. — 

Wohl aber verdient das R e n t h i e r erwähnt zu werden. Es erscheint nach der Som- 
*erhaarung dunkel - oder schwarzbraun, wird im Herbste grau, und im Winter weifslich. Nie 
Susbts in Skandinavien fleckige Ausartungen ; aber in gewissen Gegenden, z. B. um Jockmock, 
Un der Gränze des Polarkreises, um den mittleren Lauf der Tornea-Elve,) findet sich eine Än- 
derung, welche unter allen Jahrszeiten schneeweifs bleibt. Stand. F. S. 2S6 und S. 292. 

(**) Skand. Faun. S. 29, rc.6, — - S.34 — Es wird hiernach durch das Hermelin ebenfalls 

^eder klar : dafs sich bei den meisten Thierarten, sie mögen sich auf die eine oder auf die 

ete Weise klimatisch verändern, die einzelne Individualität nicht immer ganz verläu^net. Bei- 

* a **e stets bleiben, in Folge individueller Abweichung ihrer Organisation, einzelne auch da 



an- 



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von 



6111 Unterwerfen unter die allgemeine Regel ausgenommen, wo sich doch sonst alle ihr fügen 
^sseu. 










































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Deutschlands, und bis nach Südeuropa hinab, gefunden wird» s ° 
haben wir es doch schon hier mitten in Deutschland entweder # e 
anders, als braun: oder es kommt wenigstens (wenn überhaupt) 6 ) 
gewifs so höchst selten in weifsem Winterpelze bei uns vor, dafs && 
die wenigen, bisher etwa so gesehenen Exemplare nur für Ausarte 
gen gehalten hat. (*) . Ganz anders verhält es sich damit auf ^ 
skandinavischen Halbinsel. Dort, wo es übrigens die südli^ 
sten Theile nur selten besitzen, kennt man es zur Winterszeit durd*' 
aus nicht anders, als in rein weifser Tracht; an welcher höchste^ 
und zwar auch nur selten, das Schwanzende einige wenige duflk' 
Haare behält. 



S- 11. 



Auch ein nordischer Vogel scheint, nach Art mehrerer Säug 6 ' 
thiere, in einem südlicheren, viel milderen K] ima sein weifst 

Winterkleid ablegen zu können. 

Diefs nun in Betreff der Säugthiere vorausgeschickt, wtf 



Wahrsche 



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äufserst wahrscheinlich vorkommen. Denn es wäre doch geW 
logisch lächerlich, unter gleichen Umständen bei einer Thiera^ 
etwas für unmöglich anzusehen, was wir von mehreren ande^ 
mit der positivsten Bestimmtheit wissen ! [Dieser Grund nun ^ 
terstützt, mit mehreren andern, als erstes Hauptmoment die M' 

( ) Erst kürzlich, in diesem Sommer, erhielt doch das hiesige zoolog. Museum ein soI'' ' 



aus dem GebirS e > 



bereits ausgestopft und -vor einigen Jahren geschossen; aber es war — 

der Nähe von Warmbrunn, vro sich das Riesengebirge bekanntlich am höchsten erhebt. 



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auch ein solcher Vogel, welcher als Standvogel beständig an ein^ 
Ort, oder doch an dessen nächsten Umkreis, gebunden erschein' 
und zum Wegwandern entweder nicht geeignet, oder wenigste^ 
nicht geneigt ist; oder welcher endlich auch durch äufsere U#' 
stände anderer Art ganz absolut verhindert wird, einer etwa mo% j» 



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derlust zu folgen: dafs auch ein solcher Vogel, wenn er in ein^ Yer 
für seinen Aufenthalt jetzt eigentlich zu warmen Lande mit geli^ 

dem Klima festgehalten wird, nach und nach immer mehr, vir 
durch mehrhundertjährige Generationen hindurch wohl auch & 

* 

immer, jenen organischen Trieb, die Farbe nach der Jahres^ 1 
zu ändern, gänzlich verlieren könne. Ohne gerade zur absolut^ 
Gewifsheit zu werden, mufs uns diefs ohne Zweifel wenigste^ 



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Worten 



^ überlegten, aber doch nur zu leicht möglichen Einwurfe begegnen : 
a s alsdann ia, analog zu folgern, auch das Felsen- oder Alpen - 



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t*«d noch viel weiter südlich als dieses und das vermeinte schottisch 



inüfste. 



Winte 



Mit nichten! Jenes lebt stets zunächst des ewigen Schneees- 
der Unterschied des Klimas an der Schneegrenze aber ist ein gerade 
umgekehrter: und zwar ein ungeheuer grofser, wenn man die beiden 
Extreme von Zonen, die heifse und die kalte, mit einander vergleicht. («) 
ast um das Sechsfache wärmer ist dieser Strich in der Polarzone, 
as unter dem Äquator; und darum reichen im Norden die Bäume 
^ehr m dessen Nähe hinauf. In der Äquatorialzone ist da selten 



int "ch, der Seh 



ter 



; lag und IN acht sind gleich, das Wetter ist veränder- 
te schmilzt wenig. Auch in der Schweiz ist das Wet- 
K an der Schneegränze (im Durchschnitte bei 1350 Toisen Seehöhe) 
Veränderlich, und schon bei 1000 Toisen schneit es in jedem Monate; 
aber die Tage sind länger, thauen den Schnee auf, und bewässern 
fruchtbare Viehweiden. Aber jenseits des 68° d. Br., in Lappland, 

dort ist an der Schneegränze ein heilerer Himmel: und diefs so un- 



tie" 1 veränderlicl 
liO' 



wie in den Ebenen der heifsen Zone vor der Regen- 



zeit ; hiervon zeugen dann die zahlreichen Mücken und Fliegen. Der 
Niedrige Stand der Sonne wird durch ihr längeres Verweilen am 
«mimel vergütet. Das Schneewasser bildet dort Sümpfe, und er- 
äugt üppige Sumpfpflanzen in gröfster Menge unter den übrigen Al- 
penpflanzen. Die lappländische Bergluft ist im Ganzen viel trocke- 
ner, als die i n der Schweiz : Regen im Sommer selten ; Schnee nie 
vor dem September. (Hiergegen vergleiche man, in der hinten ste- 
llenden Zusatz-Note über das schottische Schneehuhn, die Angabe 



ioer den ungemein gelinden Winter in Britannien und über den ~ Uil - 
len Sommer daselbst.) Es erhellt sonach : dafs ein Alpenvogel, wel- 
ker der Region zunächst unterhalb der Schneegränze angehört, wie 

■ 

(*) Eine ausführlichere Begründung dieser Meinung siehe unter den specielleren Auseinan- 
ers etzu n g en? -welche am Ende als Zusätze beigefügt sind. 



( 



** 



) Alex. v. Humboldt Nov. gen. et spec. plant, aequinoct. 1, p. 140 -42. 




































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48 






das Felsen -Schneehuhn, gerade noch eher in der Schweiz, als in Läpp 
land, den sonst nordischen Farbencharacter behalten mufs; und da 
er selben eher hier, als dort, verlieren, also in südlicher Tracht &" 
scheinen könnte. 



S- 12. 



Manche Gegenden verbinden in der Excessivität ihres Klimas & 6 
Elemente zur Hervorbringung der entgegengesetzten Yarie 
täten (bei unter sich verschiedenen Vogelarten) zugleich. So Not* 

europa, und noch mehr Sibirien, Nordamerika. 



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Winter 



mehr als sechs Monate die extremste Kälte erduldet, währen 



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diese in 



derselben Zeit 



Wärme 



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eines u 



nd dasselbe Land für verschiedene Vögel, 'f 



Worte 



*****-* — - / 

für acht - nördliche Varietäten zugleich sein könne. (*) 



(*) Dieser Erfahrungssatz macht, streng genommen, allerdings die Benennung »» uaI ^ t 
Varietäten « etwas unlogisch, aber -wenigstens nicht undeutlich der Sache nach ; — auch «* 
ganx unlogisch : denn sie treten im hohen Norden doch nur darum ein, •weil sich der So»» 



sch 
sei 



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Gleich zu Anfange, und auch sonst öfter, wurde der h°' ^ei 



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ein Vogel in einer Zone, entweder überhaupt oder doch fr d 

die meisten Fälle, ein Standvogel, oder ob er ein Zugvö' Jjj 

gel sei. Schon Faber hat angedeutet, wie ungemein viel hiet' ^ 

auf ankömmt. Natürlich mufs der Einflufs der LandesbeschaffeH' Sc ^ 

heit um sehr viel stärker wirken auf einen Standvogel, welche* ^ 



spä 



ein Land, oder gar einerlei Gegend in demselben, das ganze 

hindurch bewohnt, als auf einen wandernden, welcher nur selt^ n ie 

mehr, und vielleicht oft weit weniger, als die Hälfte des Jahr s^ 

daselbst zubringt. Mögen immerhin der Hühnerhabicht auf d& ^ 



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dem Seite, den Sommer hindurch den Aufenthalt am und im atf' w a 
tischen Kreise miteinander theilen; es wird doch stets einen g* r die 



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genden geniefsen ! Solche Umstände müssen denn wohl machen» Jjj 

ch die Extreme sich örtlich berühren können: d.h., da» i^ 



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nachdem die einen wegziehen, die andern aber Stand haltet") l; c 
die Bedingungen zum klimatischen Variiren nach bei' ^ 
den entgegengesetzten Richtungen hin in sich vereinig«' 






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iese, sonst für den ersten Augenblick so widerstreitend 
einenden Bedingungen nun erfüllt, so viel man bisher mit 
^ewifsheit weifs, zuerst besonders das nördlichste europäis- 
che Festland. 



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[Dafs manche Standvögel, wie der alte Hühnerhabicht, der 

^ wahrscheinlich der Mäusebussard, (welcher häufig blofs 



**ach Umständen wandert,) und vielleicht noch mehrere andere, 
(J °rt überhaupt oder häufiger ins Weifse oder Hellere übergehen, 
3lso der tief- nördlichen Breite gemäfs variiren, diefs kann nicht 
Leiter unerwartet sein. Dafs jedoch auch die gelbe Bachstelze 
*>och in Lappland öfters, das Blaukehlchen sogar regelmäfsig, in 

derselben Färbung gefunden werden, wie unter tief- südlicheren 
Himmelsstrichen, diefs ist ein Umstand, welchen man anfänglich 
1 eben so befremdlich finden kann, wie man ihn umgekehrt bei 
| e Sc härferem Nachdenken natürlich finden mufs. Beide wandern 

dämlich, gehören auch zu den leicht abändernden Arten.] (*) Je 



s pater nun aber ein Vogel ein hoch -nördliches Land als Som- 
^erheimath aufsucht, je früher er dasselbe wieder verläfst, je 



schneller er dabei zieht, und je tiefer er in der Zwischenzeit nach 
•Mittag zu hinabrückt: um so mehr wird er, mit geringen Unter- 
brechungen, in einer theils periodisch -warmen, theils beständig - 
Carmen Temperatur bleiben; defshalb, weil bekanntlich gerade 
die Sommertage hoch -nordischer Gegenden, für welche alsdann 

die Sonne zum Theile mehr als wochenlang gar nicht untergeht, 

die unsrigen zuerst an Länge und dann (zumal in dem Falle, 

^enn hohe Küstengebirge die kühlende Seeluft abhalten) auch an 

1 blitze eben so weit übertreffen: wie der Sommer, als Jahreszeit 



izi * Ganzen, dem unsrigen an Dauer nachsteht. Es wird also 
Eigentlich nur ganz in der Ordnung sein, dafs ein dafür empfäng- 
licher Zugvogel dem beinahe fortwährenden Einflufse einer sehr 
I Carmen Atmosphäre nicht widerstehe, gleich viel, unter welchen 

J Selben dazu eignet, die Entwicklung einer Erscheinung zu begünstigen, zu welcher stets 
* e * Süden den Grund gelegt hat und gewifs legen mufs. Indefs, wer einen besser passenden, 
dabei gleich allgemein verständlichen und gleich kurzen Ausdruck zu ersinnen weifs, der gebe 

^n an. Si quid novistis rectius istis — - — - — 

(*) Es steht mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dafs die Zukunft und eine erhöhte 
u frnerksamkeit wohl, aufser diesen, noch andere so genannte südliche Abänderungen von 
**§«* leicht abändernden Arten dort werden auffinden lassen, wenn auch vielleicht 

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Breitengraden er sie empfinde: ob in der Nähe des Erdaquatortj 
oder am Rande des arctischen Polarzirkels. 

Noch viel bemerkbarer, als in Europa, tritt dies« 
selbe Erscheinung in Asien hervor: bemerkbarer hier ^ 
leicht eben so sehr zufällig aus historischen, wie aus örtlich^ 
Gründen. (*) Die letzteren liegen in der universellen B es ch^" 
fenheit dieses Continents: als welcher sich eben seÖ^ 

se, und in weit höhere* 11 
Grade als der unsrige, dazu eignet, um, je nach Verseht 
denheit der Jahreszeit, klimatische Extreme auf einem u^ 
demselben Punkte hervorzurufen. Ich werde hier ni<* I 

auf allbekannte vergleichende Angaben eingehen, wie man &P 



auf eine so 



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Dem weniger Kundigen mag es überlassen bleiben, sie dort sd' 
zusuchen, um sich nach Erfordernifs darüber zu belehren. — MS' 

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gen übrigens die neuesten Untersuchungen und mathematische^ 

Messungen im Punkte dessen, was die vermeinte so ganz übel" 
mäfsig hohe Lage so vieler dortigen Ebenen etc. betrifft, immel" 
hin ganz geeignet sein, die bisherigen, etwas zu ausgedehnte** 
Ansichten hierüber zu beschränken, und den Werth dieses bisher 
einzigen Erklärungsgrundes bedeutend herabzustimmen und zu &' 
mäfsigen; die erfahrungsmäfsigen Beobachtungen über das Klintf 
an sich haben dadurch natürlich immer nicht verändert werdet 
können: sondern sie werden nur jetzt auch solchen Einflüsse** 
mit zugeschrieben werden müssen, die bisher theils minder '& 
Betracht gezogen, theils auch gar nicht erkannt worden wäre* 
Ich will daher im Folgenden auf die Ergebnisse hinweisen, welche 
so in ihrer Gesammtheit, erst eine Frucht der neuesten Unter' 
suchungen und ausgedehnten Betrachtungen von Alexander 
von Humboldt sind. (**) 



(*) Unter ersteren wird man den günstigen Umstand verstehen : dafs das ungeheuere Nor* 
asien ungleich früher und ungleich öfter, als das hohe Nordeuropa, überhaupt in naturges chieb*' 
licher und auch in ornithologischer Hinsicht untersucht wurde ; dafs daher ins Besondere die *#" 
matischen Varietäten der Säugethiere und Vögel hierbei schon von Pallas berücksichtigt «^ 
viele derselben geographisch bestimmt wurden, wenn er sie auch nicht gerade immer ah sol<* e 

richtig erkannte. 

; Niedergelegt in seinem neuesten Werke: Fragmens de giologie et de cliM-ä' 
iologie Asiatiques, Parisl831, 2. Tom. 8vo ; besonders zu Anfange des 2ten Tb**' 
unter der Rubrik : über die Temperaturverhaltni.se Asiens und Europas. 



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Nachdem er als Mitursachen dieser Klima -Verschiedenheit be- 
Zl ehungsweise allerdings auch die vertiefte Lage und die besondere 
gliche Einschliefsung mehrerer einzelner weiter Districte durch hohe 



gsmauern (*) ebenfalls hat gelten lassen, geht er auf die eigent- 



Gebir 

lc hen und wahren Hauptursachen über. Als solche sind, dem heu- 

x g e n Standpunkte physikalisch -geographischer Wissenschaft gemäfs, 

0, gende angegeben: Die abgerundete Ländergestalt überhaupt, bei 

Un geheuerer Anhäufung der Massen ; die Gestaltung des Bodens nach 

seiner horizontalen Erstreckung, und die Unebenheit oder Krümmung 

e Uier Oberfläche; die relative Stellung der undurchsichtigen, festen 

kontinentalen) und der durchsichtigen, flüssigen (pelagischen) Massen 

des Erdkörpers; die Richtung und Stellung der grofsen Gebirgssys- 
teme sowohl in zusammenhängenden Ketten, als auch in getrennten, 
*m und wieder zerstreuten Gruppen; die so bedeutende Zunahme 

erhöhter Ebenen, im Verhältnisse gegen sie; und das relative Über- 
glicht gewisser Winde, welche von den Wärme erzeugenden (absor- 
Wnden und ausströmenden) Kräften der Erdhülle abhängen ; ferner 
le ununterbrochene Breitenzunahme des alten Continents nach Osten 
***> die Entfernung von den Westküsten, d. h. von einem westlichen 
e eresbeeken, welches eine nur wenig veränderliche Temperatur auf- 
bahrt; und endlich die Westwinde, welche natürlich (wegen der 
^sehnlichen, in dieser Richtung vorliegenden Ländermassen) für Ost- 
europa und Asien schon Landwinde sind, für diesen Theil der alten 

lfft * -«AT 1 * • * -* Mite* * — m. _ 






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im Norden diesseits des Wendekreises vorherrschen, und durch 



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die, verhältnifsmäfsig nur wenig hohe Gebirgsmauer des Ural kaum 

einen geringen Aufhalt erleiden. Herr v. H. schliefst alsdann die 

hypsometrischen Betrachtungen über Asien, im besonderen Vergleiche 

^ Europa, mit der Bemerkung: «Wir haben hieraus ersehen, dafs 

ien, in grofse Bassins getheilt durch Gebirgszüge verschiedener 

I ^Richtung und verschiedenen Alters, eine Entwicklung des organi- 

j s chen Lebens uud Ansiedelung für Völker -Vereine, für Jäger (Si- 

Hier) } Hirten (Kirgisen und Kalmücken) , ackerbautreibende Völ- 

er (Chinesen) und Mönchsvölker (Tibetaner), und eine Mannigfal- 

*gkeit von Ebenen, Terrassen und Hochgründen im Luftozeane dar- 



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Weise 



^Urid Klimate modifizirt . . . .« , Und den Schlufs macht Folgendes: 
^öie Kontraste zwischen Europa und Asien, welche ich hier eben 



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(*) Solche Districte liegen zum Theile, wie die Ufergegenden des kaspischen Meeres und 



fceees Aral , in Folge eines ganz eigentümlichen, wahrscheinlich vulkanischen Depressions- 
^o m ens keineswegs über, sondern um 200-300' unter der gewöhnlichen Seehöhe. 



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«dargethan habe, bilden den Verein der Ursachen, die ins Gesan^ 



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« denen Jahrszeiten einwirken; Phänomene, welche vorzugsweise i* n 
«Osten des Meridians von St. Petersburg bemerkbar werden: da näfl 1- 
«lieh, wo der Continent von Europa auf eine Länge von 20 Biei* 






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tengraden an das nördliche Asien sich anschliefst. Osteuropa ufl 



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«ganz Asien (das letztere vom 35° d. Br. an nördlich) haben ein aus* 
«gezeichnet continentales Klima, wenn man diesen Ausdruck 
« im Gegensatze zu dem des Insel- und Westküsten -Klimas an" 



« wendet ; 



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«Verhältnisse zu den West- und Südwestwinden, ein excessire* 
«Klima, dem der Vereinigten Staaten von Amerika analog, d. h' 



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«gends, selbst nicht in Italien und auf den kanarischen Inseln, hab^ 

«ich so schöne Trauben gesehen, wie in Astrachan, an der Küstf 
«des kaspischen Meeres; und gleichwohl sieht man oft in eben die" 
«ser Gegend, und sogar noch weiter südlich, in Kislar an der MuH" 
v> düng des Terek (unter der Breite von Avignon und Rimini) da3 

r» hunderltheilige Thermometer im 

«Nullpunkt sinken. In Astrachan, wo während der Sommer, die 
«heifser sind, als in der Provence und Lombardei, die Kraft der 
«Vegetation durch künstliche Bewässerung des salzhaltigen Bodens 
«erregt wird, mufs sogar die Rebe in bedeutende Tiefe vergrabe* 1 
«werden. Eben diese so ungleiche Vertheilung der Jahreswärme ufl" 
«ter die so verschiedenen Jahreszeiten ist es, welche die Kultur de* 
«Weinstockes , oder, besser gesagt, die Erzeugung eines trinkbaren 
«Weines, bisher in den Vereinigten Staaten Amerika^, im Norde** 
«des 40° d. Br., so sehr erschwert hat. Nach dem Systeme euro* 
«päischer Klimate bedarf es zur Erzeugung eines trinkbaren Weine* 
«im Grofsen nicht allein einer mittleren Jahrestemperatur, die bi* 
«8,7° oder 9° steigt, sondern auch eines Winters, der nicht unte^ 
*•+• 1°, und eines Sommers, der mindestens 4 8,5° habe. Dieses [est e 
«Verhältnifs der Wärmevertheilung bestimmt den Vegetalionscyclu* 
«sowohl derjenigen Pflanzen, welche gewissem) afsen in winterlich 6 
«Lethargie versinken und während dieser Zeit nur auf ihre Axe be" 
«schränkt leben, wie auch derjenigen, welche (wie der Ölbaum) vräb' 
«rend des Winters ihr appendiculäres System, die Blätter, behalten/ 1 

So viel im Allgemeinen als Resume aus den Betrachtungen 
des berühmtesten Reisenden und Physikers unserer Zeit, der v* er 






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^elttheile und die Erzeugnisse aller Zonen gesehen, und fast 



ai, e Klimate empfunden hat. — Nun noch einige speciellere Be- 
merkungen von anderer Hand: (*) 

'•»Noch mufs, wenn von der Strenge des Klimas die Rede ist, 

^uer auffallenden Erscheinung gedacht werden, dafs die Kälte in Rufs- 

*and gegen Osten hin immer zunimmt, und dafs sie selbst in einem 

A höheren Grade zunimmt, als wenn man eben so viel von Süden ge- 



igen Norden geht. Moskau und Kasan liegen z.B. sehr nahe unter 
^demselben Breitengrade; aber Kasan, das etwa 100 deutsche Meilen 
^östlicher liegt, ist viel, sehr viel kälter als Moskau. Kasan liegt 

* nahezu unter derselben Entfernung vom Äquator, wie Kopenhagen 
'•»oder Edinburg; aber wie ungemein verschieden ist das Klima die- 
ser Städte! Petersburg liegt gegen 5 Grade nördlicher als Kasan, 
r und doch ist das Klima von Petersburg bei aller Strenge viel mil- 
der, als das der letzteren Stadt. In Kasan tritt der Winter mit der 
11 Mitte des Octobers ein, und dauert ununterbrochen bis zu Ende des 

* Aprils, und erst gegen das Ende des Mai werden die Felder be- 
stellt, während man in Drontheim in Norwegen im November grüne 
rt Wiesen hat und eines angenehmen Spazierganges im Freien genies- 



Se *i kann, obschon Drontheim eine Breite von 64° hat, also 9 volle 
^ Gi ade nördlicher liegt als Kasan. Noch auffallender werden diese 
^Unterschiede, wenn man in Rufsland noch weiter gegen Osten vor- 
* dringt. Ochotzk z. B. lie^t mit Petersburg und Stockholm beinahe 
^ unter derselben Breite ; aber der Russe selbst schaudert vor der AI- 

*les erstarrenden Kälte in Ochotzk, und alle Beamte dieser Stadt, 
^ die aus westlicheren Gegenden hingeschickt werden, erhalten dop- 
pelten Sold, einen höheren Rang und die Erlaubnifs, nach drei Jah- 
"rcn wieder zurückzukehren, weil sich ohne diese Yerefütung Niemand 



( ) Obwohl es bei wissenschaftlichen Verbandlungen zu einer bestimmten und sebr wohl 

V 

e S ri mdeten Regel geworden ist, sieb nur auf solche Nachrichten zu berufen, deren Sicherheit 

Urcn den Namen des Verfassers verbürgt wird ; so kann ich mich doch einmal nicht entbrechen, 

n diesem allgemeinen Gebrauche in einem besonderen Falle abzugehen, in welchem eine gc- 

an S t e und lebendige Darstellung von Thatsacheri ebenso anzieht, wie innere Gründe für die 

UVei *lässigkeit des Gesagten zeugen. Ich meine eine Reihe von Aufsätzen im Morgcnblaite von 

l8 30, n. 252 -257, unter dem Titel: »Bilder ans Rufsland, « von einem Deutschen, welcher 

lan ge in Rufsland gelebt hat. Auch wenn nicht eine spatere, ähnliche Folge von interessanten 

**d mit dem Namen ihres Verfassers unterzeichneten Bemerkungen unter der Überschrift : » Bil - 

^ er vom kaspischen Meere« — , im Jahrgange 1832, ebenfalls auf den Ursprung der ersteren 

* Ur db den bekannten Naturforscher Eichwald (Collegienrath, Prof. an d. Univ. zuWilna) ver- 

m "thcn liefsen; so würde schon die acht wissenschaftliche Gründlichkeit, welche jede Zeile der 

* n * und auszuziehenden Stellen verräth, und ihre Übereinstimmung mit den bewährtesten Er- 

fa Wngen Anderer, namentlich mit den Angaben des Hrn. A. v. Humboldt, für ihren Wertb 

°^äbr leisten, 

























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■■' finden würde, der sich diesem unwirklichen und beinahe unbewoh 11 * 
« baren Klima aussetzen möchte. Der blofse Name Kamtschatka er- 
«regt schon Kälte und Schauder, und doch ist der Peter- Pauls -Hafen 
«in Kamtschatka nur 51° vom Äquator entfernt also ziemlich in 
«derselben geographischen Breite, wie Dresden, Amsterdam und hör 

. Als Ursachen werden auch da angegeben: die weile Entfe** 
nung vom Meere, («es giebt keinen so grofsen, von allen Meeren 
«ringsum so weit entlegenen Erdstrich, als das mittlere Asien, u) z u ' 
nehmende Erhöhung des Landes nach Osten hin zu einem un^eheu^ 
ren Bergplateau von beispiellosem Umfange, und vielleicht mit di ß 
vielen Salzlager, welche zur Erkältung des Bodens beitragen und ctf e 
Vegetation ungemein verkümmern". 

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Rufsland hat keinen Frühling und keinen Herbst, schon utf 
Kasan. Ein drückender, ermattender Sommer folgt auf den schnei' 



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klafterhohe Schnee liegt zwar 



z. B. in Peru* 



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(*) _ aus Ursachen, die man durch A. v. Hu mb ol d t in seinen Nova gen. et spec. pW lty 



aequinoct. I, p. 136. erklärt findet. 



und Simbirsk um Nischnei- Nowgorod (unter einer Breite, die ohfl' 
gefähr oder beinahe der von Gothenburg in Schweden und von Edifl* 
bürg in Schottland gleicht) von der Mitte, oft sogar vom Anfange 
Octobers fast immer bis in die Mitte des Mai; er schmilzt aber fr 
wenigen Tagen bis auf die letzte Spur hinweg, und mit einem Mate [ 
strebt die Vegetation mit aller Macht (*), wie in einem künstlich ge- 
heizten Treibhause, empor. « Diese, wenn gleich nur kurze, doch prä' 



"chen förmlich zu einem tropischen Lande zu machen. Nach zehn I 
"Uhr des Morgens werden alle Arbeiten, selbst die bei der gernei' 
"nen Klasse, eingestellt, und alle Fensterläden geschlossen; und bi* 
"3 Uhr scheinen Dörfer und Städte leer und einsam, u Die Hit2# 
T^ird unerträglich, und geistig wie körperlich höchst ermattend. Von* 
Ende Mais bis Anfang Septembers fällt gewöhnlich kein Re^en, und 
Gewitter sind aufserst selten ; daher die Luft durch nichts abgekühlt 
wird etc. 

Hiernach wird sich also so manches, sonst dunkle und un- 
erklärlich scheinende Phänomen der geographischen Ornithologie 
erläutern lassen. Es wird kein Räthsel mehr sein warum sich* 
je nach Maafsgabe ihrer Lebensweise, so manches bei der Wände- 
rungsgeschichte, der Verbreitung und dem Abändern unserer Vö- 
gel geltende Gesetz in Asien unter gleichen geographischen Brei" 



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en niit unserem Vaterlande und mit unseren Nachbarländern etc. 

Ur die nämlichen Vogelarten sehr modificirt und modificiren mufe ; 

^rum sich besonders manche bei uns nicht wandernde Vögel 



0f t zum Fortziehen entschliefsen müssen, und warum mancher, 
er auch hier wandert, dort doch eine sehr viel weitere und eili- 



5 re Reise, als auf dem westlicheren Continente, unternehmen 
uls: um so über alle die zum Theil ungemein ausgedehnten 
er gplateaus hinüber, und oft über die höchsten Bergketten der 



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weg, endlich nahe am südlichen Continentalrande Asiens 



****t einem Male hinter dem steilen Abfalle der Gebirgszüge in 

e Ui Klima zu gelangen, welches ihn für den Winter beherbergen 
Wn, und welches nun wieder ein unverhäitnifsmafsig warmes 

ist (*). 

[Es erklärt sich daher auf der einen Seite, wefshalb z.B. die 
o^meine Krähe an dem stets eisfreien obischen Meerbu- 














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C ) So hätte es schon lange für die Ornitbologen im Allgemeinen weiter Nichts, als einer 

Sicheren Kenntnifs der Klimate und einer durchdachten Nutzanwendung der Erfahrung 

r * t J dafs in Europa die Klimate unter gleichen geographischen Breiten mit dem 

r tschreiten nach Westen immer gemäfs igt er, namentlich die Winter immer 

* * n d e r werden, — um sogleich die Hauptantwort auf die, noch immer ungelöste 

ra ge zu finden: "warum besonders im mittleren die Zugvögel im Herbste nicht ge- 

* a dezu nach Süden, sondern nach West und Südwest ziehen, und im Frühlinge eben 

^er zurückkehren? — 

Gewifs kommen defshalb im Herbste viele hier durch, oder zu uns über Winter, die 

Mr für nordische halten , die aber östliche sind. [Somit glaube ich die beiden Erscheinungen 

^klären zu können: dafs nach Nilfson manche Vögel (über Dänemark nicht allein, sondern 

°chst wahrscheinlich sogar über Britannien) regclmäfsig nach Norwegen und in das nördliche 

c «Weden gelangen, ohne das südliche Skandinavien zu berühren; und dafs F. Boie in Nor- 

S^n bei Weitem nicht so viele nordische Vogelarten brütend traf, w r ie er deren nach ihrem 

Verliehen Erscheinen bei uns vermuthet hatte.] • 

Wenn man ferner erwägt : dafs vorzüglich im Osten auf den kurzen, heißen Sommer 

ru h ein regelmäfsig heftiger, schneereicher Winter folgt ; so ergiebt es sich auch : warum 
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e > zum Theile gar nicht weichlich organisirte Vögel, und unter ihnen vorzugsweise sol- 
le man im Norden unter unseren Meridianen wenic oder kaum vorgefunden hat, verhält- 
aisig bereits so zeitig bei uns oder an unseren Küsten eintreffen mögen. Früher, tiefer 
ee und Kälte vertreiben sie dort. 



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wenn 



einst wirklich mit Evidenz erwiesen würde : dafs von den grönländischen 



8<5 * n » namentlich aber von den dortigen Wasservögeln , solche, die ihrer Natur nach weit 
^dern müssen, mehrere bis nach Deutschland, als nach den Vereinigten Staaten zögen; so läge 
. ieri ^ schon wegen der Art der Ländervertheilung , und noch mehr wegen der klimatologischen 
b u ^hkeit Nordamerika^ mit Asien, gar nichts Wunderbares (s. S. 59.). Denn, wenn Niemand den 

Vögeln ein sicheres Vorgefühl bevorstehender Wärme oder Kälte absprechen kann ; so wird 



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, * innen doch schon längst ein blofses (Wahrnehmungs -) Gefühl für Ab - oder Zunahme von 

^U« wirklich existirender Wärme in der Luft, welche sie durchziehen, zugestehen müssen ! 



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well sie hier zu allen Zeiten des Jahres sich von dem Auswurf 

des fluthenden Meeres bequem nähren kann. Und wiederum aUS 

dort 



warum sie 



diesem beständigen Ausharren daselbst erhellt 
einen matteren, acht nordischen Färbungscharacter annimmt: ^ 
in dem kurzen Sommer das Land, welches gerade hier noch übe*' 
diefs halbinselförmig zerschnitten ist, wegen der Ungeheuern A uS " 
dehnung jener ganz offenen, aller Gebirge ermangelnden, und au* 
selbst niedriger Hügelreihen fast entbehrenden Uferflächen ^ 
nördlichen Seewinden völlig blofs gestellt ist, 



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macht, ohne jedoch defshalb das, bekanntlich stets viel w'arm^ 
Meer mit Eise überziehen zu können, — Auf der anderen Se$ 
wird es indefs auch umgekehrt wieder klar: warum in der cofl' 
tinentaler gelegnen Nordhälfte des europäischen Rufslafl^ 
vorzüglich aber in dem höheren und an Gebirgen imm^ 
reicher werdenden Theile Asiens jenseits des Jenis^' 
nicht blofs diese Erscheinung wegfallen mufs; sondern dafs nufl' 
mehr hier, namentlich in den erhöhten und vertieften Gegend^ 
des gemäfsigten Erdstriches, auch die nämliche Vogelart ein wah'[ 



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ein Strich- oder gar Stand-, als Zugvogel bleibt: — defshalb 
weil dort ein sehr tiefer Schnee mehrere Monate lang, oder g 
die Hälfte des Jahres hindurch, den Nahrung spendenden Bode* 1 
weiter Landstriche bedeckt, die bald nachher unter der Hitze ein* 5 
dörrenden Sommers verschmachten; eines Sommers, welcher de* 1 
Organismus des Vogels eben so sehr zur Annahme dessen, was ^ 
im Allgemeinen einen südlichen Färbungscharacter zu nennen pß e ' 
gen, stimmen mufs, wie ihn gewifs schon sein eben beendigtet 



(*) Hr. v.Humboldt sagt ausdrücklich : dafs im Osten die Wintergränze des Polareise* 

d. h. die Linie , unter welcher sich das Eis am meisten dem Festlande nähert blofs bis t^ 
75°, zwischen Nowaja - Zembla, der Lena und der Knochen - Meerenge bis zu dem Archipel^ 
von Neusibirien vorrückt ; während es, wegen der weiter i m Westen herrschenden Meeresst^ 
mungen, gegen Europa noch lange nicht so tief herabkömmt. 

( p Denn die Süd- und Ostwinde kommen da nun aus Gegenden, welche jetzt fast d* 

wirklich, un d die Nordwinde aus solchen, welche stets kalter, als der erwähnte Landstr^ 
selbst, sind. — 



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liieren Zonen dafür empfänglich gemacht hat.] 



[Im Gegensatze hierzu findet der Wasserschwätzer doch 
n °ch in vielen dieser zwar kalten, aber meist sehr steilen Ge- 
lr ge immer, auch während des tiefsten Winters, wenigstens um 
d,e eigentlichen Quellen herum, so viel offene Stellen an Bächen, 
^ sein Lehen fristen zu können. Er darf also in vielen nicht 
auswandern ; doch nimmt er in Folge der Kälte, welcher er hier- 
bei in manchen Gegenden so lange ausgesetzt bleibt, am Unter- 
kibe und Seitenhalse eine mehr weifse Färbung, als gewöhnlich, 

an. — In Dauurien aber, und jenseits des Baikal, ist diefs 
wieder anders. Hier erhebt sich nicht allein das Land überhaupt 
für Nord - und Mittelasien am höchsten, sondern es wird bekannt- 
hch auch von den höchsten Gebirgsrücken jener Breiten dicht 
durchzogen; und die Temperatur ist da im Winter so kalt, dafs (*) 
selbst die raschesten Bergflüsse, die reifsende Angara, die Schilka, 
der Argun, regelmäfsig zufrieren und mehrere Monate lang durch- 



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gangig mit einer Eisrinde bedeckt stehen. Diefs zwingt denn, 
Zusammengenommen mit einer Kälte, welche hier alsdann gewöhn- 
lich auf 24 - 27° R. steht, in manchen Jahren aber auf 38° steigt, 
Und weiter nach Nordosten hin abermals noch zunimmt, natürlich 
Wohl am Ende auch ihn zum Auswandern nach südlicheren und 

westlicheren Regionen; und hieraus kann man wohl jene dunk- 
lere Färbung erklären, in welcher er (**) auf Kamtschatka und 
den angränzenden Inselreihen erscheint, von wo er sich über 
Winter bisweilen für einige Zeit an den Baikal hin begiebt etc.] 

Als Belege für das Variiren der Vögel durch Übergehen 
1X1 vollendetere Farben, also nach den Gesetzen erhöhter 
^ärme, mit dem Fortschreiten ihrer Verbreitung nach 
^ s ten zu können, mit mehr oder minderer Bestimmtheit (***)* 
^°ch angeführt werden: [vielleicht der Sperber; der grofse und 



> 







(*) Nach ausdrücklicher Versicherung der Reisenden und Geographen. 

(**) Als die vermeinte (keineswegs in dieRrimm gehörige) Species Cikclus Pallasii Temm. 

(***) Wenn ich hierbei nicht immer mit voller Bestimmtheit, sondern öfters nur von 

Wahrscheinlichkeit rede und reden kann 5 so liegt diefs an dem geringeren Reichtbume 

* e lh«t - benutzter Hülfsmittel : indem ich hier nicht Alles selbst sehen, daher Manches nur nach 

Cn Angaben des braven Pallas anführen konnte; was, wie man einsieht, mit grofser Vorsicht 

beheben ist; Auch das Selbst -Gesehene reichte nicht immer zur Gewifsheit hin. 

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der rothrückige Würger, die Dohlen -Krähe; wahrscheinlich & e 
Wachholderdrossel ; der Gartenröthling, das Blaukehlchen , ^ 



Wiesen - Bachstelze, der W 



cheinlich 



die Kalanderlerche; der Rohrammer; wahrscheinlich der Bergfi^ 



und Erlenzeisig, vielleicht der Birkenzeisig; ganz besonders # e 
Rauchschwalbe; vielleicht der Mauersegler und gemeine Kuckuki 
die Steintaube, die Wachtel, und noch andere. 

[Unter ihnen geht in vorzüglich ebenmäfsigem Schritte m 1 * 
der östlich hervortretenden Landeserhöhung die klimatische Ab' 
änderung der Rauchschwalbe. Gleich jenseits der Kama, als° 
da, wo so eben dieses terrestrische Phänomen beginnt, fängt auc* 1 
bereits die Verdunkelung ihres röthlichen Bauchgefieders an, und 
steigt, je weiter östlich, immer höher. — Aber kein Vogel erin* 
nert, schon eines zufälligen Umstandes wegen, so lebhaft an diese 
relativ -gleiche Wirkung eines nördlichen und südlichen Klima's? 

der grofse Würger. Bei ihm hat von Ohngefähr ein 6 

und dieselbe Varietät durch zwei verschiedene Naturforscher, wel' 



wie 



che sie beide für eine besondere Species hielten, ganz entgegen- 
gesetzte Benennungen erhalten ; die aber, jede in ihrer Art, gleich 
richtig sind. Dieselbe, welche Hr. Temminck als südlichen Vo- 
gel Lanius meridionalis nannte, weil er sie aus dem südlichen 
Europa und den oberen Strichen Afrika' s erhielt, hatte bereits 



Wese 



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er sie aus Nordamerika und aus dem alleröstlichsten hohen Nord- 
asien erhalten (*). Beide hatten hinsichtlich ihrer, so ganz ver- 
schiedenen Benennungen doch jeder Recht. Offenbar macht die Ex- 
cessivität des Klima's, welche viele Gegenden Nordamerika^ vor- 
züglich mit dem östlichsten und höchsten Nordasien theilen, und 
der daselbst fallende und lange liegende ungemein hohe Schnee' 
dafs dieser Vogel , welcher bei uns und in dem westlichen Sibi' 
rien ein überwinternder Stand-, oJer doch höchstens ein Strich- 
vogel bleibt, dort nach Süden zieht. — Ebenso kömmt, den ähn- 
lichen klimatischen Verhältnissen ganz entsprechend, die gemein^ 
Krähe in Nordamerika nur als Rabenkrähe vor, und erschein* 
eben so wenig je hier als Nebelkrähe, wie Kamtschatka sie j e 

als solche besitzt.] 

(*) Hr. Vieillot erklärt sich nämlicb auch selbst ganz bestimmt für die Identität beid^' 









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An merk. In Nordamerika von Savannali in Georgien bis nach 
°ston ist die mittlere Jahrestemperatur fast durchgängig so, wie sie 

w- Europa erst 6 " 7 ° d * Br ' weiter nördlich g etroffen wird > und die 

% m tertemperatur meist noch niedriger. Denn, obwohl die mittlere 

>* niche Temperatur in der alten und neuen Welt vom Äquator bis 

^ 20° n. Br. übereinstimmt ; so nimmt sie doch im östlichen Nord- 

er ika im Vergleiche zu Europa durchschnittsmäfsig vom 20 - 30° 

Um 2°, vom 30-40° um 4,8°, vom 40-50° um 7°, vom 50° an 

*** 9,4° ab. (*) — (Daher rührt es, dafs in Amerika viele nor- 

s che, und namentlich Zug-Yögel, weit tiefer nach Süden 



<ii 

^ e ^abgehen, als in Europa, und fast ebenso wie in Asien; 
besonders Landvögel.) 



§*e: 



Welttheile - 
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gelmäfsiger Ackerbau getrieben; in Enontekis unter 68° 30' Gerste 

(und Rüben) gesät. In Asien dagegen hört aller Ackerbau etwas 

oberhalb Tobolsk (60°) auf. In Canada kann schon unter 51° 

I Un * Fort Nelson her nichts mehr gesät werden, u (**) 

"New -York hat einen Sommer wie Rom, einen 
Kopenhagen ; Pecking einen Sommer wie Cairo , einen Winter wie 
Psala. w (***) Das will so viel sagen, als : die Einwohner der Haupt- 
amt von China könnten sich, nach dem Systeme unserer europäi- 



Winter 



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Winter 



d. Br. weiter nach Norden 



^setzt glauben, als sie es im Sommer gewesen, und um mehr denn 

20° weiter, als sie wirklich liegen. Welch eine ungeheuere Diffe- 
renz! 

Hiernach wird es nun in Bezug auf klimatische Varietäten 
*War gewifs noch überhaupt recht viel zu untersuchen geben, und 
^s werden der kommenden Zeit gewifs noch eine Menge von in- 
essanten Thatsachen aufzufinden und festzustellen geblieben sein; 






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e **och entdeckt werden möchte, doch nach ihrem Entstehungs- 



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Wesentl 



Urc b mit erklärt, oder durch das noch Folgende leicht erklärbar 



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Schlössen * d. h. ihr Erscheinen wird schon im Voraus hier- 



Stacht 



sein. Es dürfte einstweilen genug geschehen sein , um 



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p (*) Veigl. Humboldt Nov. gen. et spec. plant, aequinoct. 8vo. p.70; Schou 
**Zeng eo g r> g 375 . Beilschmied Pflanzengeogr. S. 47. 

'**) üeilschmied (nach Ehrenheim) S. 93, Anmerfc. 
*) Humboldt sur les lignes isothermes , p.522; Schouw Pflanzengeographie, S.416, 
















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anderen Gebieten der Naturkunde umsehen müssen, um für itA& 
essante, schwierigere Erscheinungen auf dem unsrigen die Erk' a ' 
rung zu suchen. Denn gewifs, wenn irgend etwas unabweisl l{; J 

zeigt, wie wesentlich gerade in der Naturwissenschaft, nach iht$ 

weitesten Sinne genommen, alle einzelnen Theile, auch die && 
ferntesten, einander durchgängig mittel- oder unmittelbar un tef 
stützen und unterstützen müssen, so zeigt es unser Gegensta* 1 



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hier. 



An merk. Nur auf Ein (nicht eben unter die Überschrift, a 



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wohl an den Ort hier passendes) Beispiel möge noch eine fluche 
Hinweisung erlaubt sein, um an ihm zu zeigen: wie genau der d&> 
kende Ornitholog durch die klimatischen Einflüsse auf lebende v \ 
genstände seiner Wissenschaft die allgemeinen physikalischen Gese^ 
bewährt findet. . N i 

Wir kennen die Gründe: warum das Gefieder der Schwalb e 
und Segler weniger ausbleicht, als das vieler anderen Vögel ; vfi 
wir wissen, dafs Oberägyptien und Nubien einer Seits, und die rxö& 
lichsten Striche der Kafferei anderer Seits, sich in der geographisch 61 * 
Lage nach den Parallelkreisen nicht sehr unterscheiden. Gleicht 



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(*) Bewahrt uns ja sogar die ethnographische Anthropologie ähnliche Züge von e ™ 



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nachbarlicher Berührung klimatischer Extreme auf. 

» Die nomadischen Tibbos und Tuaryks. Diese beiden Nationen bewohnen die W" 5 . 
»»wischen Bornou, Fezzan und Niederägypten .... Die Tuaryks .... bieten eine merkw° ffl 
» physiologische Erscheinung dar. Einzelne Stämme derselben sind nach Beschaffenheit 
»Klima'« weifs, gelblich, ja fast schwarz, (doch ohne Wollhaar und ohn« p 
»gerartige Gesichtszüge.)« — Humboldt Ansichten d. N. I, S. 87. 



Mei 



bei einigem gründlichen Nachdenken die einzelnen sich neuer 
noch ergehenden Phänomene nicht mehr befremdlich, sondern 
zwanglos in das Ganze einpassend erscheinen zu lassen. Nur && 
könnte es vielleicht noch einige Schwierigkeit geben, wenn es & c 
wieder ereignete: dafs extreme Erscheinungen, aus vorherrsch 611 ' ^ 
der Neigung, zugleich auch Ragen (Leien) zu bilden, einander 



Hör 

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sich 



lieh so nahe lägen, wie in vielen Landstrichen Europa's bei d geki 

gemeinen Nebel- und Rabenkrähe; und wenn es daher, bei ^ die 

Mangel an Übergängen, auch noch an Beobachtungen über dl f eb 
Verpaarung der Extreme unter einander fehlte , wie ehedem * eit 
ihr, als man sie zuerst in zwei Arten spaltete. (*) 

Doch werden somit auch wir Ornithologen uns künftig $ 

oft etwas mehr und weiter, als bisher gebräuchlich war, auf g 



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e *chen die genannten Vögel , in so fern sie abändern (*) , in dem 
Radieren, fast nur von trocknen Sandwüsten und heifsen stei- 



ge Ebenen (gegen welche die geringen Dünste des schmalen ro- 

e & Meeres kaum in Anschlag kommen) rings umgebenen, von einer 

s gedörrten Atmosphäre erfüllten Nubien bedeutend aus; 

11 dagegen den unsrigen oder den südeuropäischen in dieser Hin- 

*** im Osten des südlichen Afrika's, dessen Luft von Seewinden 



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nullit und feucht erhalten wird. 



sie glei- 



(W 



le südliche Erdhalbkugel feuchter ist, wo nicht wieder dürre Sand- 
°onea durch ihre nächtliche Wärmestrahlung auch diese Sache für 
W *^eite Landstriche umkehren. (Hier wirken also gewifs sogar hy- 

§ r o metrische, nicht blofs thermometrische Verhältnisse des um- 
jf übenden Luftkreises mit! 



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(bei Erinnerung an § 



e n Grund zu kommen: warum im Norden, und namentlich 
r jjr * l m Nordosten, so wie auch in Nordamerika, die Stand- 



°gel immer wieder blafs gefärbt, die Zugvögel hingegen 



le der dunkel werden mögen? 



Wärme 



Uten er dort notorisch noch lange nicht im Stande, den Kälte erregen- 



cri Momenten des Winters das Gegengewicht zu halten, sondern 
etztere bleiben ihnen weit überlegen. So heifs also, wenn man 
^e Lage nach der geographischen Breite betrachtet, nach Verhalt- 
es die Sommer auch sein mögen, die Winter sind verhältnifs- 
AeV ^ SI 'g ™mer noch weit kälter, (**) müssen folglich schon defshaib 
($ **uen sehr starken Einllufs direct bewirken, mehr noch als jene. 



Zweitens findet, in weiterem Bezüge hierauf, auch noch ein 
r wesentlicher indirecter Statt. Der Grad von Abnutzung des 
Flieders nämlich, welcher im Laufe der kalten Jahreszeit ge- 
dieht, ist (gewifs zum grofsen Nutzen der befiederten Geschöpfe!) 



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V ) Dieses Abändern durch Vcrschiefsen beschrankt lieb nämlich (unter den europäischen) 

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le Ufer- und Felsenschwalbe, und auf beide Segler, 

(fr j 
j Darüber s. Alex. v. Humboldt Fragmente, übers, v. J. Löwenberg, I. Theil. 

gleicht man einen Theil der britischen Inseln mit dem Continental -Mittelpunkte von Rufs- 

a ^ > t. B. Edinburg mit Kasan, die gleich weit vom Äquator entfernt sind ; so bemerkt man, 

^ lc die Differenzen im Winter (von -f-3°,7 Cent, und — 16°, 6) weit bedeutender sind, als di 

. lff erenien im Sommer (von 14°, 6 und 18°, 8 Cent.)« Seite 210. — In der That ergiebt sich 

^Verhältnif* dieser Unterschiede fast genau wie 5:1; wobei zu bemerken, dafs 

l *W g allerdings nahe an , (Moskau jedoch auch nur 76 , und) Ka*an 45 Toisen über dem 



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schon bei uns, im Verhältnisse gegen die starke Abreibung ***' 

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rend der wärmeren Periode, ein höchst geringer; er mu 
dort, vollends bei der viel längeren Dauer und gröfseren Streng 
derselben, ohne Zweifel ein noch weit unbedeutenderer wer^ 
kann aber in dieser Unbedeutendheit natürlich nur bei Standvög e ' a 
eintreten. Zugvögel, welche die langen Winter in warme* 60 
Ländern, und zwar in fernen, unverhältnifsmäfsig viel wärmet 
zugebracht haben, müssen gewifs, abgesehen davon, dafs sie $'\ 
gleich ein minder festes Gefieder besitzen, zum späten Früblfafj 
in einem schon bedeutend abgenutzten Kleide dort anlangen : ^' 



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frische, allenthalben noch unversehrte Kleid um so dichter u* 1 
wärmer, folglich für die Kälte um so undurchdringlicher ist. W^ 
bei wir gar nicht einmal die Möglichkeit in Anschlag bringet 
dafs selbst schon das Dasein beginnender oder das Vorgefühl ko#' 
mender Kälte, eben so gut bei den Vögeln, wie bekanntlich W 
den Säugthieren in gleichem Falle, die Erzeugung einer stärker^ 
Bedeckung (schon bei einfacher Mauser) bewirken kann. 



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rend sich das Gewand der dort gebliebenen Standvögel fl° c 
beinahe in der ganzen Frische eines neu angelegten erhalten b* 
Nun steht aber, wie bekannt, keineswegs ein streng -allgemein 
Gesetz über den Zeitpunkt fest, in welchem bei allen Individtf 611 
Einer Art die Mauser angefangen haben oder zu Ende geh$ 
müfste: eben so wenig, wie der Grad des Abreibens überhaup 
bei sämtlichen Individuen der Art in gleicher Zeit ein gleich 
ist; sondern es fallen immer Unterschiede von ein Paar häuft» 
von mehr Wochen vor, und es kömmt hierbei mit auf das b e '| t> 
sondere Bediirfnifs des Einzelwesens an: denn diejenigen mit a" 1 ! p 
meisten abgeriebenem Gefieder wechseln dasselbe zeitiger, als ^ 



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mit weniger verstofsenem. Demnach müssen sich, einer sehr $ v >> 
cheren analogen Folgerung gemäfs, unter so bewandten Umstand^ *, 
die Zugvögel dort gewifs viel eher mausern, als die Standvög e '' 
und während so die Mauser der letzteren vielleicht sehr bald na^ 
der Mitte der warmen Jahrszeit erfolgt, wird sie bei erster^ 

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bis gegen den Eintritt der kälteren verschoben bleiben könn^ 1 ' 
Ein Ereignifs, welches sogar vielleicht auch so nothwendig, $ 
bestimmt nützlich ist; denn es wird ihnen vermöge desselben atf^ 

wieder der Umstand sehr glücklich zu Statten kommen* dafs $ 

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Endlich ist eben der sonst ungewöhnlich späte Eintritts- 
Punkt der Mauser bei manchen Vögeln, welche, im gelinden We- 
s ^n der alten Welt Standvögel, dort, in dem strengen Hochasien, 

u gvogel werden müssen, gerade der Haupt- Begünstigungspunkt 

" r das klimatische Abändern. [Wir sehen diefs an der Stein - 

° <* Felstaube, dem Urstamme der gemeinen Haustaube. Sie än- 

J rt ()) im Übrigen den europäischen in jeder Hinsicht gleich 

eibend, erst in dem fernen, transalpinischen Dauurien ihre Farbe 
nac h dem sonst südlichen Character dahin ab: dafs sie, bei anschei- 



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Querbinde 



er den Schwanz bekömmt, welche bei den europäischen nur auf 
<W äufseren Fahne der äufsersten Seitenfedern klar angedeutet ist. 
^un mausern aber die Tauben überhaupt erst zu Anfange, oder 






Winters : also 



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*°»er Zeit, wo die dauurischen, nachdem sie dort im Sommer eine 

^ftwärme gefunden haben, wie sie dieselbe kaum irgendwo in 

>z Südeuropa (als wo sie nicht wandern) zu finden pflegen, 

on lange tief nach Süden zu ziehen gezwungen gewesen sind; 

a «h dem aber, was wir oben, namentlich bei den Bachstel 

ezug auf die Unterschiede gesehen haben, welche die unter süd- 

Jicheren Himmelsstrichen gewechselten Federn gegen die unter 

Nördlicheren vermauserten leicht annehmen, werden wir diesen 

timstand zu würdigen vermögen.] — Somit darf es uns gar nicht 
überraschen, wenn einmal ein Vogel im fernen Osten von 
Mittelasien nach der sogenannten südlichen Richtung ab- 



tere" * n dert, der sich in Südeuropa gar nicht ändert. 

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Weise mag das Mausern im W. „ 

e m Variiren solcher Vögel zu Statten kommen, welch e auch bei 

,ns wandern, hier aber nicht so früh davon zu eilen brauchen, 

eu die Sommer länger sind; [z.B. dem Kuckuke, den Schwal- 

en > unter welchen wir die Rauchschwalbe besonders haben her- 



V °rheb 



en müssen.] 



An merk. Mangel an Gelegenheit, selbst zu sehen, läfst mich 
s er Stande, eine bestimmtere Meinung darüber abzugeben: ob 
c ^on durch einen unter jenen Klimaten möglichen Zustand besondrer 



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(*) Pallas Zoogr* rosso-asiat. n, 172. 

















































































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04 



Erregtheit der, später 



Wege 



werden könne : dafs selbst ein überall wandernder Yogel daseid 

mit Farbenerhöhung und Verdunklung variiren könne, der im » e1 ' 

fsen Afrika nicht so variirt? [Pallas (*) führt nämlich mit vollste 1 * 

Bestimmtheit eine solche Varietät von unserem Mauersegler a u * 
(Siehe d. Verzeichnifs der variirenden Arten.)] 












S- 13. 



* 

In wie fern Verschiedenheiten der Gröfse, der Form und etf* 
zelner Verhältnisse ebenfalls blofs klimatisch sein, d.h. milt el 
bar durch klimatische Momente hervorgerufen werden können. 

Bis hierher hätten wir die klimatischen Abänderungen haup 






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meisten vorwaltende ist: d.h. wir hätten sie von Seite 11 



der Färbung betrachtet; 



wobei wir denn gesehen: dafs al* e 



diese neuen Farben-Erscheinungen nur Modifikationen ( lJl 
dem einen Falle durch Verstärkung, in dem andern durch Schv^' 

chung entstehende Modificationen) schon vorhandener Fa*' 
ben sind: dafs sich immer nur Gleichartiges aus Gleich" 
artigem, schon bestehendem, und zwar unter sonst gleich^ 
Umständen auch an ganz ungleichen Orten, aber a* 



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sich klarer aus Ähnlichem und Gemischtem hervorhebt, ode f 
umgekehrt undeutlicher darin verliert, hingegen niemal 5 






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wohnliche Veränderungen eintreten, diese immer wieder nie» 1 I 
blofs durch allgemeine Grundursachen, sondern auc" 



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diese verändernden Momente auf alle diejenigen Thiere ausüben» 

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auf welche sie ihrer Natur nach Anwendung finden können. Dan ß ' 
ben fielen, durch die Erläuterungen hierzu, natürlich schon v° il 
selbst die Gründe in die Augen, welche auch im Haushalte ^ 
lebenden Wesen Veränderungen hervorbringen und Manches i* r 
ter anderen äufseren Verhältnissen ganz anders gestalten müssen. 






(*) Pallas ibid. n. 160. — Es giebt indefs ähnlicher Beispiele noch mehr : selbst « n 
den nickt wandernden; z.B. das graue und Stein-Rebhuhn y den geraeinen Fasan« 



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sächlich nach der Richtung verfolgt, welche die stets a# , 



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Es bliebe folglich noch übrig, nachholend anzuführen : ob und 
111 wiefern auch ein Variiren nach Form und Gröfse, nach 
^ l **z einen Verhältnissen der erster en etc., durch Einflufs des 
^imas vorkommen könne; ob es wirklich vorkommen möge ; und 
es sich ebenfalls entweder durch allgemeine physikalische Ge- 
tz e erklären, oder mit analogen Erscheinungen in Verbindung 
fingen lasse? — ; 



ob 



Uch 



Die Gröfse ändert gewöhnlich schon bei den recht eigent- 
in einem Lande einheimischen Vögeln einer Art merklich ab : 
) a > sie ist häufig bei solchen Jungen, welche in Einer Brut 
Von einerlei Geschlecht sind, und noch öfter zwischen sol- 
chen von verschiedenen Brüten, recht wesentlich verschieden, 
öefswegen mufs man bei solchen, welche zwar Einer Art ange- 
hören, aber nicht eine und dieselbe klimatische Varietät bilden, 

7 

s ehr behutsam verfahren, und darf nur erst auf eine gröfsere Zahl 
v °u Exemplaren ein Urtheil begründen: um sich nicht sogleich 

■ 

*^ch einzelnen, eben vor der Hand liegenden Fällen, welche im 
gemeinen gerade zu den seltneren gehören können, zu einer all- 



All 



b^nieinen Bestimmung verleiten zu lassen, die sich nachher im 



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anzen als falsch erweisen kann. Ich habe mich daher auch in 



deinem Handbuche d. N. G. d.V. E. nur bei sehr wenigen Ar- 
ten gedrungen gefühlt, eine auf die Gröfse bezügliche Angabe 

| Über die klimatischen Abänderungen einzustreuen. 

Wenn denn auch übrigens solche Verschiedenheiten wirklich 
Statt finden, so liegt doch immer das, hin und wieder von Einem 
°der dem Andern in Anspruch genommene Recht, neue , selbstän- 
dige Arten darauf basiren zu dürfen, noch unendlich weit entfernt; 
selbst dann, wenn die Unterschiede ziemlich beständig wären. Man 
sieht doch wahrlich nicht ein, warum nicht z.B. eine Vogelart 
an l hrem nördlichsten Wohnplatze gewöhnlich so klein, und am 
südlichsten gewöhnlich so grofs solle vorkommen können, wie sie 
au ch mitten zwischen den Endpunkten ihres Vaterlandes noch öf- 

Warum soll 

**icht unter verschiedenen, oft sehr, sehr verschiedenen Klimaten 

^ Mehrzahl der Exemplare eben derselbe Einflufs treffen, der, 

^ie wir ja Alle wissen und im Frühlinge fast täglich aufs Neue 

en, _ in jeder der mitten inne liegenden Regionen doch ein- 






* e rs, d.h. mit einzelneren Individuen, vorkömmt! 



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66 







modificlrt, wie diese; und bei keiner Gelegenheit mufs man sie' 1 

■ 

sorgfältiger vor dem höchst wesentlichen, nur leider so gewöhn 
liehen Fehler hüten: die geographische Lage unter Wissenschaft' 
lieh imaginirten Parallel - Kreisen mit dem wirklichen, realen Kli^ 

die meisten warmblütig 6 * 1 






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mit dem Fortrücken nach Norden an derselben verlieren ist ei$ c 

7 

schon längst bekannte und nicht etwa blofs von Hausthieren eu*' 
nommene Erfahrung: für welche jetzt besonders Hr. Nilfson vflF 
der so viel neue Belege geliefert hat, dafs es zu weit führen wür^ 
auch nur die wichtigsten namhaft zu machen. Es gilt aber wied^ 



( ) Wenigstens für Denjenigen, welcher iha suchen will J 



(**) Mit exaeter Ausführlichkeit und Gründlichkeit 
des pigeons et des gallinace's. 






an mehreren Stellen der Hist. 



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zelne Individuen trifft ? — Ich habe selbst die bestimmtesten Ver- 

Sicherungen über solche Abweichungen, ganz besonders, wie $ lt 
so häufig und immer so zuversichtlich aus wohlbekannter Q« e " e 
kamen, in der Regel nicht blofs durchaus nicht allgemein bew'äh rt 
gefunden, sondern öfters das gerade Entgegengesetzte geseh eni 
und Anderen ist es bekanntlich ebenso damit gegangen. In ^ 
höchst wenigen Fällen übrigens, wo sie sich ziemlich zu bestätigt 
scheinen, pflegt auch der Erklärungsgrund sehr nahe zu liegen 
Es findet diefs nämlich hauptsächlich nur bei weit verbr^ 1 ' 
teten Arten, und zwar nur in der Weise Statt: dafs dieselbe 
sich desto mehr zu Gröfsenveränderungen hinneigen, je weiter # e 

sich von dem Centrum ihrer Gesamt -Verbreitung entfernen; da^ 
bei solchen, deren Nahrung von der Art ist, dafs A** 
Klima, und oft schon eine beschränkte Örtlichkeit, ein^ 
namhaft merklichen Ein flu fs auf Zu- oder Abnahme dersv' 
ben auszuüben vermag. Eine Menge von Beispielen hat i ot 
Andern Hr. Temminck (**) aufgestellt. Es bedarf daher hier m* r 
höchstens einer beiläufigen Erinnerung daran. Doch hat wie b e ' 
reits erwähnt wurde, vielleicht keine naturhistorische Erschein" 1 ^ 
so wenig Anspruch auf den Namen einer Regel, keine Regel effl 
so wenig allgemeine, durch Ausnahmen so schwankend gemach 4 * 
Gültigkeit; keine wird, aus meistens leicht ersichtlichen örtlich^ 
Gründen, schon durch enge Landstreifchen in so hohem Gra^ es 



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zu verwechseln. — Dafs bei Weitem die meisten warmblütig 6 * 1 e 
Thiere, dafern sie, von uns aus gerechnet, in der Gröfse variirei'» i ^M 



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lch t ohne Einschränkung. Einzelne geradezu entgegengesetzte 
^nahmen kommen auch bei Vögeln vor. Ab 






er wenn eine vor- 



tir th ei Isvolle, nur an mechanisches Betasten und geistlos - arithme- 
' sc nes Abmessen gewöhnte, recht eigentlich unwissenschaftliche 
Ul> zsichtigkeit dieselben gleich wieder nach ihrer gewohnten aben- 
^«erlichen Manier auffafst und benutzt, statt sie umsichtig auf 

so liegt die Schuld 

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e nigstens nicht an der Sach 



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enn es z. B. ausgemacht bleibt: dafs das Rennthier immer 



Sc Mechter gedeiht, je mehr man es von seiner nunmehrigen eigent- 
lichen Heimath, dem hohen Norden, entfernt und nach Süden hin- 
gingt: und wenn es endlich bald gar an den Folgen eines zu mil- 
en Klima's zu Grunde geht, während man doch so manche an- 
e re Thierart ganz ohne Nachtheil unter recht merklich verschie- 
Temperaturverhältnisse versetzen kann (**), und der Organis- 
von nicht wenigen eine Biegsamkeit besitzt, die ihn fast allen 



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**nis 

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°**en sich anschmiegen läfst; — warum soll denn da unter andern 
er weifsschwänzige Seeadler nicht ebenfalls nach Norden 



|miflg| u schon allein defshalb immer besser gedeihen, und so stufenweise 
eifltf ^fshalb schon immer an Gröfse zunehmen können : weil vielleicht 
L c h# auc h ihm das dasige Klima schon in rein -atmosphärischer Hin- 






w 






von 



Je besser zusagt?! Und warum soll diesem einen Umstände 
s ; c li unmittelbarem Einflüsse nicht zugleich der andere, indirect wir- 
kende zu Hülfe kommen: dafs die Fische, und mit ihnen die See- 
igel, welche sich meistens von ihnen nähren, während der See- 



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er von beiden lebt, beide nach Norden 



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den. 



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zu immer häufiger 



Nicht zu gedenken der, zwischen dem westlichen 
en der alten und dem östlichen der neuen Welt herrschen- 
Varmeren und heftigen Meeresströmungen: welche, eben so 
§Ut, w j e s [ e j en en Strichen des Oceans eine höhere Temperatur 
o e ben, mit den Treibholzmassen auch eine Menge Seethiere, zahl- 



en 



(*) Freilich liegen solche Dinge immer noch ein Stückchen über das Ende des Zollstabec 



l ^Us } gewöhnlich in einem Gesichtskreise , in welchen allerdings der Blick Desjenigen nicht 
eic W kann , welcher nicht doch wenigstens einige, einige wenige, allgemeine Renntnifse und 
ei1 von Naturwissenschaften ins Gesamt Besitzt ! — 



(**) Was jedoch bei solchen Thieren unmöglich scheint, die sich ursprünglich nur i 
01 e *tremen (Polar- oder Äquatorial-) Klima vorfinden. — Sehr begreiflich! 

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68 



reicher als in vielen mittäglicheren Regionen, ans Ufer schwel* 1 
men etc., und dadurch den Fleischfressern die Ernährung an de 
einen Strandseite erleichtern, wie es das Treibeis auf einer an> 
deren thut; u. dergl. mehr. — ] 

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Es darf aber nicht unerwähnt bleiben: dafs 



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Arten von uns aus nach Mittag hin an Gröfse zun e 

ie nach Beschaffenheit ihrer NahruflB 1 



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Feist erfüllt ist? Gerade die allerdürresten (unter den natürlich nicht f 
radezu unfruchtbaren) Asiens und Afrika's : die Tartarei nebst den üß' 



anderes darbt ; und so umgekehrt. 



in ganz Deutschland so aufserordentlich grofs, (und zwar auch s 



Es kann etwas im Allgemeinen s$ 
richtig bleiben, ohne doch auf alle besondere Fälle anwendbar zu seifl' / 
Ein Seitenstück hierzu liefern die zahmen Gänse. Sie werden nirgetf d 

ohne Verbastardirung mit Anas cjgnoides L., der so genannten chi** e ' 
sischen Schwanengans,) wie in den Küstengegenden: die doch, wie $' 
bekannt, durchaus nicht zu den fruchtbarsten gehören, und obgl^ 
auch viele andere Wasser genug haben. Ein Punkt, an •welchem a 
lein es gar nicht liegt. (*) 



(*) Wer überhaupt sieht , wonach die Verbreitung der Gattnng eigentlicher Gänse 
die Erde sich richtet, wird sieh auch erklären können : warum ? 



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vielleicht auch schon allein vermöge der Eigentümlichkeit i& r 
Leibes - Constitution, sogar abnehmen: wenn sie Gegenden ^ 
wohnen, wo ihnen zu gewissen Zeiten des Jahres die, aus Kli# a | gro 
und Lokal -Eigenheiten entspringende Dürre oder sonstige 



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Sachen die Subsistenzmittel schmälern. — So bewährt sich de* 11 au c 
nach vielleicht nirgends in der Welt häufiger, als hier, der & 



*nit 



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Satz: dafs einzelne Ausnahmen die Regel nicht umstofsen, s * 1 ' all 
dern sie im Gegentheile, genau betrachtet, gerade sehr oft fl 

noch unterstützen und befestigen! 

Anmerk. Bei Säugthieren haben wir vielleicht öfter, als bei ."V ' 
geln, den abermals in andrer Hinsicht umgekehrten Fall: dafs WeS el1 

einer Art besser in einer dürftigen Gegend gedeihen, ^ 
in einer ergiebigen. [Um wie viel fetter werden z. B. die Schaa^ 
in der dürren, sandigen und sonst unfruchtbaren, aber an trocknen a 1 ' " 
matischen Kräutern reicheren Mark, als in dem fruchtbaren, meiste* 1 

■ 

durch trefflichen , und überall durch besseren Boden ausgezei 
Schlesien! — während es beim Rindviehe gerade umgekehrt ist. U* 1 I g^n 
welche Landstriche bringen die fettesten Schaafe in der Welt hervor, <* 
ren Zellgewebe theilweise mit einer wahrhaft erstaunlichen Masse 1° 



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meiste «es< 

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liegenden Gegenden, und die inneren Theile der Kapkolonie.] Also k^ 1 e * 
ein Wesen nach seiner Art im Überflusse schwelgen, wo ein bestirnt ! *^r 



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einzelne, meistens nur geringe, Form-Abweichun 



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§ e « hat man ebenfalls Nichts zu geben. Sie kommen mit noch 

gröfserer Unbeständigkeit unter denselben Verhältnissen, in 

perlet Gegend vor, wie die Gröfsenabweichungen ; und sie 



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men noch seltener, als diese, einen auch nur einiger 

Isen bestimmten klimatischen Character an. Die immer 

immer wiederkehrende Erfahrung: dafs unbefangene Unter- 

ungen, von wahrheitsliebenden Forschern und mit reicherem 

a teriale dazu angestellt, nur zur nothwendigen Widerlegung des 

Srofsen darüber erhobnen Lärms führen, — zeigt hinlänglich den 



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(aber 



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erth solcher beschränkten, 

ihm) 

"W nicht minder anmaafsendem Absprechen über die Ansichten 



er übrigen Ornithologen als Gegenpartei, stets als einzig rich- 



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mehr 



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8 und heilbringend angepriesenen Ansichten und ihrer Resul- 
tate. (*f) 

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vorläufig, als aus wahrer und entschiedener Ansicht, 

[Ein sehr schlagen- 



r zu, als wir jetzt angemessen finden. 



es Beispiel von Veränderung der Varietät durch Fort- 
an z u n g verdient unter den von Bruch( 






argeiegten 







Sonders hervorgehoben zu werden. Er setzte aus der grofsen 
^ahl wilder Zug-Enten^ welche zum Winter in Menge die Ge- 
gend von Mainz zu besuchen pflegen, (und unter denen sich In- 



l viduen Einer Art von so verschiedener Gröfse vorfinden, dafs 

Slc h das Verhältnifs zuweilen wie 1 : 2 stellt,) ein Paar von den 

nif'! S ° nst gewöhnlich hoch im Norden brütenden Pfeifenten, unter 



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XlVfl )t k reU UIX( ^ dunkleren vorkommen, auf den dortigen Festungsgra- 



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{ ) Man vergleiche hierüber einige ausführliche Aufsätze von Hrn. Notar Bruch, Isis von 



ch° ]] \ *5tV S '^ 18 ~ 73 4> 0™ besonders S. 720 - 25 die neue ornithologische Schadellehre widerlegt 



5t,) **d Isis 1829, S. 629 -632; von dem verstorbenen Faber, Isis von 1826, S. 317-326; und 

u *ir, Isis v. 1827, S. 590-609, und S. 688-704. 













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Hr. Temminck hat daher dieses Ver- 
en schon längst ausdrücklich durch die Benennung »mariie« bezeichnen zu müssen geglaubt: 






, *lr. Nilfson sagt mit Beziehung darauf bei der Beschreibung des Tetrao saliceti Tem. 



an <2. JJ* m B. II, S. 103.) : » Doch ist unter 30 Stücken, welche ich vor mir ha 




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^ 0r m kaum bei 2 vollkommen gieich. Derjenige , welcher blofs nach solchen Kleinigkeiten 
^ * tei * bilden will, narrt sich selbst und Andere. [Den, som endast efter sadana minuti 
bilda artesy narrar sig sj elf och andra.]« — 
( **) In der Isis v. Jahre 182$, S. 730. / 




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vertilgt; doch kamen einige davon auf: hierunter ein Weibe* 16 \ 
welches schon im ersten Jahre gröfser und von hell 



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Farbe war, als seine Mutter, die ihr dunkles Kleid 10 
8 Jahren noch nicht geändert hatte.] — Wie höchst oft sind J^S 
aus Einem Neste einander sehr bemerkbar ungleich! 

Ich habe (*) noch mehr Belege geliefert zu dem, auch v ° 
ruch mehrfach bewiesenen Erfahrungssatze : dafs besofl" e 
manche kurzschwänzige Vögel bei einer sehr mäfsigen A 
zahl von Schwanzfedern entweder schon von Geburt aus eJ 
Paar mehr, als gewöhnlich, haben oder gar erst sp' 
ter noch bekommen können. Bei einer grofsen Anzahl d e 
selben können gewisse Wasser vögel zuweilen, ja manche # lC I 
eben selten, gar zwei Paare mehr, als sonst gewöhnlich, besitz 1 ' 

Bei manchen Vogelarten nun ist das Erstere selbst etwas Gewö» 1 

und es kömmt dabei mitunter , wahrscheinlich aber 0* l 

[So t fai4 ich im So» 1 ' 



wovon 






liches ; 

eine Zeit lang, sogar Asymmetrie vor. L _ 
mer 1828 unter 12 damals erhaltenen Eisvögefn, 
Ausnahme eines einzigen eben kürzlich ausgestopften) je eins 
Alten, die übrigen dessen Brut aus Einem Gehecke, und alle ^j 
bend waren — * nicht weniger als 3 mit 14 oder 13 Schwab 

getangenen Sa*'' 

gänsen und 1 Reiherente die Schwanzfedern durch Nachwach^ 

Es soll Fälle geben, wo A^ 









Federn, statt mit 12. Und Hr. Bruch sah an 




von immer Einer zunehmen. 



] 



weichungen dieser Art klimatisch werden. (Doch bedarf es h* e 
fürs Erste nur einer beiläufigen Erwähnung, indem die ihnen $ 
geblich unterworfenen Vögel keine Landvögel sind.) 

Dafs manche Gestalt- und Verhältnifs-Abweichi 1 * 1 
gen klimatisch, und doch eigentlich nur scheinbare $ 
weichungen sein können, mag, so geradehin ausgesprochen, d$\ 
so paradox klingen, wie es nichtsdestoweniger wahr ist. An $ 
len südlichen Vögeln scheint z.B. der Schnabel darum e/ ' 
fser in allen Dimensionen, weil sich die Kopffedern nicht all ßl1 
zunächst um ihn her, sondern auch überhaupt, so bemerklich d^ 
das stärkere Abreiben verkürzt haben: dafs der Umfang des Kop'^ 
allenthalben nicht unwesentlich ab-, daher die Gröfse des Scl& r 

(*) In meiner letzten Abhandlung in der Isis, welche einige vorläufige Andeutungen " u 
das Variiren der Vögel,« besonders nach dem Klima, aufstellte, — Jahrgang 1829, S. 763 -^ ' 



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Dergl. mehr. 



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tals anscheinend, und seine Entblöfsung nach der Stirn zu wirk- 
,lc » 9 zugenommen hat. Dasselbe geschieht natürlich auch bei uns, 
Wiewohl in geringerem Grade, während des Sommers im Ver- 
hältnisse zum Herbste, wo das Gefieder noch frisch ist. — Aus glei- 
C W Ursache scheinen oft Raubvögel mit befiederten Tar- 
Sei ** besonders die jungen, im Süden dünnere Beine zu haben, 
die alsdann, eben der gröfseren Schlankheit wegen, auch länger 

aussehen, ohne es wirklich zu sein. | 

Eine jede besondere Formabweichung setzt natürlich, streng- 
genommen, auch schon von selbst eine Abweichung in den 
Gesamt -Verhältnissen fast immer voraus. Sind also nicht 
bis zu einem gewissen Grade letztere schon darum zuzugeben, 
weil doch jene ein für alle Mal nicht abzuläugnen sind? Und kann 
man, sobald man diefs weifs, auf kleine Unterschiede in der Länge, 
s>B. des Schwanzes, gleich Wunder was bauen? — Läfst sich 
fcicht durch einen Überflute von Beispielen mit höchster Evidenz 
Nachweisen: dafs der Schwanz offenbar nicht blofs beider 
^ogelart, unter andern minder klaren Umständen, sondern sogar 

*m Individuum, je nach Verschiedenheit einer Mauser 

Ailer- 



(und zwar im Freien) 



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dings lassen sich Beobachtungen hierüber nur aufser der Zeit der 
gewöhnlichen Mauser, in Folge von ungewöhnlichen und ver- 

hältnifsmäfsig seltenen Veranlassungen, machen: da in einer eigent- 
lichen oder Hauptmauser in der Regel, und mit wahrscheinlich 
nur höchst seltenen Ausnahmen, alle gewechselte Federn nach 
dem Verhältnisse unter sich gerade die richtige Länge erreichen (*). 



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elbst nun ist es an den unvollständigen 



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selten mit Sicherheit, nach derselben 



natürlich nie 



möglich, zu erforschen: ob eine Änderung des Gesamtlängen- 
Verhältnisses derselben erfolgt sei, oder nicht. Aber ich habe ( ) 
gezeigt: dafs die hier besprochene Unregelmäfsigkeit oft so- 

nicht unbedeutenden Grade eintritt, und 



gar 



in einem 



(*) Da™ nämlich, wenn (wie meistens) der Wechsel rasch vor sich geht. - Hingegen 
*»ddie Ausnahme viel häufiger hei den, besonders in der Jugend sehr langsam mausernden 
Tagraub vögeln : als hei welchen gegen das Ende eine bedeutend andre P r ä d i t p o » i t i o n des 
OfganisnuJ eingetreten sein lann, als in Anfange derselben. 

'(**) Ebendort, S. 764 - 65. 



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72 



zwar eben so wohl durch Zunahme, wie durch Abnahme- 
[Als merkwürdiges Beispiel für letztere ist eine Sperber- Gras- 
mücke angeführt, welcher auf einer Seite des Schwanzes 4 Fe- 
dern im Frühlinge ausgefallen, oder durch einen Feind ausgeris- 
sen worden, und nun beim Wiederwachsen um fast •*- der Ge- 
samtlänge zu kurz geblieben waren. Als noch deutlicher bewei- 
weisendes Beispiel für die Zunahme diente vor andern ein roth- 

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dern der einen Seite um mehr als ± , ja fast um 
worden waren.] Da wir jedoch erfahrungsmäfsig annehmenmüs 
sen : dafs bei einer und der nämlichen Art nach Umständen Bei- 
des geschehen könne; so ergiebt sich hieraus: wie erstens zW& 

vor der Mauser gleich lang 



Individuen Einer Art, welche 



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als 



Schwänze besafsen, sich nach der nächsten Mauser einander ui» 

, in der Länge desselben ungleich werden können! 
und wie zweitens späterhin, nach einem abermaligen neuen Fe- 
derwechsel, dieselben zwei Individuen ins umgekehrte Verhält- 
hältnifs treten können: dafs also, nach Umständen 
schiedenen Mausern sehr wohl 



in Ver- 



eines und dasselbe In- 



dividuum die zwei entferntesten Extreme durchlaufen 
kann. Je weniger es aber hiernach Jemanden einfallen würde, 
behaupten zu wollen, dafs dadurch zwei, einander früher gleiche 
Individuen jetzt auch zu verschiedenen Arten geworden seien; 
desto einleuchtender erhellt die wissenschaftliche Unzulässigkeit 



des Verfahrens, auf einzelne solcher 







lieh bedeutenden Fälle, 



oder gar auf weit unbedeutendere , häufig in der That nur ein- 
gebildete Kleinigkeiten, unbedenklich speeifische Unterschiede zu 
bauen. Immer wird es und kann es einer solchen Methode nur 
für einige Zeit, nur bei einer geringen Zahl untersuchter Ge- 
genstände, anscheinend gelingen, die Natur nach derlei subjectl- 

ven An- und Absichten in so enge Gränzen einzuzwängen; de- 
nen sie, weil sie ihr ewig fremd bleiben, stets spottend wider- 
streben, nie sich fügen wird. 

Selten kann das gegenseitige Längenverhältnifs der, 
Schwungfedern unter einander ein stets sicheres Kenn- 
zeichen für eine Vogelart abgeben: am allerwenigsten, wie es 
scheint, bei Raub- und manchen anderen, sehr viel fliegenden 



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73 

°geln. ( ) Ja, nach Hrn. Bruch's Erfahrungen mufs man be- 
stimmt annehmen: dafs die Unterschiede bei manchen gewöhn- 
lc »aber doch auch wieder keineswegs immer, vom Alter ab- 
gig sind, und Vögel von gleichen Jahren einander meistens 
ari 'n gleichen ; [z. B. bei der Rohrweihe.] 

Stimme, Gesang, Farben und mancherlei Lebensverhältnisse, 
•^»enthalt etc. alles kann sich modificiren; und alles modificirt 
ich wirklich, wie wir zum Theile bereits gesehen haben, mehr 
er minder, nach allerhand Umständen und nach gar mancherlei 
Zufälligkeiten, die bald klimatisch und lokal sein, werden oder 

scheinen können, bald aber auch nicht. Aller Orten erleidet bald 
4s eine, bald das andere einige Abänderungen, welche machen, 
dafs auch an einerlei Orte zwei Individuen unter vielen 
«inander nur selten so absolut gleichen: dafs es nicht 
Möglich sein sollte, immer noch einige, wenn auch viel- 

eicht sehr feine, doch für unsere Sinne, und namentlich für die 
^rch anhaltende Übung geschärften Sinne des Naturforschers, 

e * genauem Vergleiche bemerkbare Verschiedenheiten zwi- 
en ihnen wahrzunehmen. Nie wird daher einer der 
er Wähnten Punkte allein hinreichen, um nach wenigen Exemplaren 
^der vielleicht gar nach einem einzigen, gleich neue Arten auf 
*un zu stützen, wenn die Unterschiede nicht sehr wesentlich und 

sie indefs zu dem Einen sein müssen, zu 
dem Andern nicht blofs sein dürfen, diefs ist, insofern die allge- 
mein geltenden und ganz einseitig angegriffenen Grund - Princi- 
P*en nicht ausreichten, von Hrn. Bruch und besonders von mir 
<Wh mehrere Abhandlungen (**) so ausführlich angegeben, und 
urch practische Beispiele aus dem Bereiche unserer eigenen und 
r emder Erfahrung so erläutert worden, dafs es Dem, welcher 



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Constant sind. Wie 



dadurch 



(***) nur an Lust und gutem 



\ ) Hierbei will ich nur anführen, ohne es natürlich erklären xu wollen : dafs mir voniig- 
°S C 1 von nicht schnellem, sondern schlaffem, leichtem, aber nicht kräftigem, zum Theile 



üch 

Uerndem, aber nicht reifsendem und angestrengtem Fluge solchen Abweichungen unterwor- 
^ Zu sein scheinen; z.B. Bussarde, Weihen, Milane mehr, als Edelfalken ; Eulen; besonders die 

en familie; — nicht leicht schwalben- und hühnerartige» Mögen andre Ornithologen deich 
^ ' diese Wahrnehmung fernerweitig prüfen. Vergl. auch das Verz. d. var. Arten n 9 2 

ulj er Corvüs spermologus Vieill. 

* 

( **) In dem Jahrgänge 1827 - 1829 der Isis. 

) Und ich thue gewifs sehr recht, mit Anwendung des Singulars xu reden. 












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Willen dazu, nicht an Gelegenheit gemangelt haben kann. 
w iU daher blofs auf jene Stellen verweisen, um mich hier fli 
wieder ohne Noth noch ausführlicher darüber verbreiten zu m nS ' 
sen, und blofs Eines doppelten Falls noch erwähnen, ^ et 
leicht ein klimatischer werden, und als solcher einig 
Befremden erregen kann: 

Ich meine die Länge der Flügel und des Schwanzes» 
Es ist ein bekannter physiologischer Erfahrungsatz: dafs dI j 
Organe sich durch den Gebrauch ausbilden und in ihrer Entwich 
lung vervollkommnen, durch Verminderung oder gar Aufhören 
Gebrauchs aber nach und nach verkümmern. Wir sehen diel 



Je* 



der Regel an 



') [Zahme Gänse flieg«* 




nur an manchen Orten oft, an den meisten sehr selten, an vic* c 
nie. Sie verlernen daher in diesem Falle das Fliegen so gänzli^ 
dafs es, um sie an einem bestimmten Orte in eingeschränkte** 1 
Räume zu erhalten, schon hinreicht, sie mit einem ziemlich väP 
drigen Zaune einzupferchen. Und sie bekommen dann auch &' 
was kürzere Flügel. Ahnliches findet oft bei den Truthühner^ 



weniger bei den HausTiühnern Statt. Ja, in gewissem, freilich wß l1 
geringerem Grade erfolgt eben dasselbe bei fast allen denjenig^ 
zahmen Tauben, welche man, weil sie, nicht häufig und nur & 
kurze Strecken von Dach zu Dach fliegend, des Besitzers Ba l1 
und Hof nicht zu verlassen pflegen, im Gegensatze zu allen w 
Feld besuchenden, vorzugsweise Haus- und Hoftauben nen^I 
Kein anderer Yogel aber zeigt diese Umgestaltung so deutlich 
wie die zahmen Stock- und Bisam- (die so genannten türkische** 
Enten. Die ersteren sind des Fliegens, welches ihnen im Frei 6 
so gut und anhaltend von Statten geht, in dem Grade unkun^ 

:n, dafs die meisten gar nicht vermögen, sich (**) von & 
platten Erde zu heben; und ihre, so aufser Thätigkeit gesetz 
Flugwerkzeuge haben eine so merkliche Verkleinern^ 



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erlitten, dafs die Flügelspitze oft kaum bis an di 
Schwanzes langt, während sie am wilde 



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desselben erreicht. Hingegen sind, da die Ente gezähmt 



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(*) Daher brauchen wir gar nicht -von dem Zunehmen der crista occipitalis bei 
wachsenden Säugthieren und andern dergleichen Erfahrungen zu sprechen. 

(**) aufser durch Weine, nur vermöge der Kraft der Beine gethane Sprünge. — 



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a *e Schwimmhäute und Zehen aber, weil sie nun weniger 
schwimmt, kleiner geworden; und der Leib sogar, welcher jetzt 
**ie mit knapp angeprefstem Gefieder die Luft zu durchschneiden 
"raucht, nie in schneller Bewegung den widerstrebenden Druck 
ei nes so elastischen Fluidums zu überwinden nöthig hat, hat ei- 
ne » plumperen Umrifs erhalten. — Hier treten also die, 



* 

gegen die sonstige Regel im Gebrauche zurückgesetzten Organe 
*** dem Grade ihrer Entwicklung eben so sehr zurück, wie sich 
andere, sonst weniger angewendete in Folge der vermehrten Be- 
nutzung hervorheben.] — Demnach l'afst es sich gar sehr wohl 
denken: dafs eine südliche klimatische, zum Standvogel gewor- 
dene Varietät von einer im Norden wandernden Art dort (im 
Süden) aus ähnlichen Ursachen etwas Ahnliches erfahren könne, 
wie zahme Vögel in anhaltender Gefangenschaft, ohne defswegen, 
so wenig wie diese, zur distincten Species zu werden; darum, 
Weil die Notwendigkeit, welche dieselbe Art unter nördlicheren 
Legionen zwei Mal des Jahres zu einer, durch ihre Ausdauer 
ttieist wahrhaft erstaunlichen Anstrengung im Fliegen zwingt , 
Unter einem wärmeren Himmel für sie gar nicht Statt findet. (*) 
Denn es begründet diefs begreiflicher Weise einen sehr beträcht- 
lichen Unterschied, welcher, bei hundert- und vielleicht schon 
tausendfach oder noch öfter wiederholter Vervielfältigung der 
Generation, doch endlich wohl im Stande sein mag, einen be- 
merkbar und standhaft werdenden körperlichen Einflufs durch 
eine sichtliche Differenz zwischen Vögeln Einer Art auszuüben, 
die an sehr verschiedenen, oft vielleicht um die halbe Breite ei- 

* - 

**er ganzen Erdhälfte aus einander liegenden Standorten zugleich 
v °rkömmt. Man wird daher, ohne es bis heut gerade als un- 
bedingte Thatsache durchaus zugeben zu dürfen, jedenfalls nicht 
blofs die einleuchtendste Möglichkeit, sondern sogar die 
höchste Wahrscheinlichkeit einräumen müssen: dafs, 



(*) Übrigens hat sich, historischer Wahrscheinlichkeit gemafs , gewifs noch öfter das Ge- 
Sentheil erei-net : indem Standvögel durch immer weiteres Hinaufrücken nach Norden hin Zug- 
Vögel geworden sind. Zoologen werden daher, nach der Verbreitungsgeschichte der Thierspecies 
a *theilend wenig geneigt sein , die Ansicht der meisten neueren Physiker zu unterschreiben t 
*k*en Einige den lokalen Einflufs der Landeskultur auf die Milderung des Rlima's doch wohl 
§ar zu niedrig anzuschlagen scheinen. 







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immerhin nur etwas) kürzere Flügel besitzen können* 



als nordische und östliche, oh 



ne darum auch spe 



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abzuweichen. [Und in der That hat es mir z.B. bei den %yP' 
tischen (freilich nur in trockenen, meist gestopften und au% e ' 
stellten Bälgen untersuchten) Turteltauben, als Standvögeln oder 
• mindestens Heckvögeln, ganz so geschienen, wenn ich sie mit unser» 
deutschen verglich, die im Herbste bis zu ihnen hinabziehen.] 

Eben das nämliche möchte dann wohl ohne Zweifel, wen» 

7 

auch in geringerem Grade, von dem Schwänze, als dem zweiten 
Flugorgane, gelten können. [Und wer weifs, ob nicht sonach die 
angeblich stets etwas zunehmende Schwanzlänge bei den weiß' 
schwänzigen Seeadlern mit ihrem Hi 



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frück 



en nach Norden* 



besonders in Grönland, schon hiermit zusammenhängt; voraus- 
gesetzt, dafs die hierüber angeblich gemachten Bemerkungen all- 
gemein zutreffen sollten.] 

Kaum ist es nöthig, zu bemerken: dafs natürlich auch in die- 



sem 



Falle, ( 



wie hinsichtlich des 



Schwanzes) gleichwie es bei den Klimaten selbst der Fall ist die 

/ 

Abstufungen zwischen den, hier überhaupt gewifs niemals 



sehr verschiedenen, Extremen ebenfalls wieder ganz all mäh Hg 
in einander verlaufen müssen; und dafs ferner auf dem 
Zuge irgendwo leicht Vögel aus verschiedenen Klimaten zusam- 
menkommen können. [Wie denn unter andern Hr. Bruch an 
einerlei Orte Saatgänse mit längeren und kürzeren Flügeln er- 
halten hat.] (Nach seiner Meinung kann sogar das Alter einen 
Einflufs auf gröfsere Extension der Schwingen ausüben. (*) — ) 

Notwendiger dürfte es sein, gleich wieder im Voraus eines 
Theils daran zu erinnern: dafs, ebenso, wie nach Umständen zwei 
verschiedene Klimate sich einander umgekehrt (gegen die gewöhn- 









gel) 



d.h. wie manche nördlichere Orte 



weit milder als viele südlichere sein können, (**) 



(*) Eine, nach praktischen Erfahrungen sehr begründet scheinende, auch mit dem eben 

Gesagten völlig harmonirende Ansicht ! — 

(**) Findet man ja doch am nördlichen Abhänge der H imalaya - Kette noch 
Weideplätze und bebautes Ackerland in einer Höhe von 2330 Toisen über der Meeresfläche: 
indem hier die Gränze des ewigen Schneees bis auf vielleicht 2500 Toisen gehoben ist 5 wäh- 
rend dieselbe an dem nach Süden schauenden Gesenke des nämlichen Gebirges bis 1900 Toi- 



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mi tunter der Fall sich aus dem Grunde umkehren kann: 
We *l ein Vogel im höheren Norden am gelinderen Strande, oder 
ub erhaupt wegen einer gleichmäfsigeren Vertheilung der Jahres- 
w arme unter die entgegengesetzten Jahreszeiten, zu überwintern 
v ermöchte, der im Süden auf Gebirgen oder in rauheren Gebirgs- 
a ndern wandern müfste. [(Eine Voraussetzung, deren Richtig- 
keit wir bei der Betrachtung des Klimas von Asien durch die 
gemeine Krähe am Obi höchst wahrscheinlich gemacht, durch die 
Steintaube der F'aröer, der britischen und norwegischen Inseln 
aber schon factisch bewährt sehen.)] 

Andern Theils brauchen wir uns nur die zahlreichen, über 
die klimatische Constitution von Asien beigebrachten Facta ins 
Gedächtnifs zurückzurufen, um nichts weiter, als eine neue Be- 
stätigung unserer Ansicht, zu finden : wenn der Osten, sonst in 
seinen organisch -verändernden Wirkungen so oft dem Süden ähn- 
lich, sich hierin dem hohen Norden zur Seite stellte. 

An merk. Nur beiläufig mag eines Falles gedacht sein, über 
Welchen, bei der sehr geringen Zahl geeigneter Species, alle positive 
Erfahrungen noch mangeln. Es würde mit dem, was wir oben (§. 9.) 
überhaupt als das Wesen südlicher klimatischer Yarietät bezeichnet 
haben, sogar auch der Umstand harmoniren : dafs Vögel mit beson- 
ders langen Schwänzen im Süden gewöhnlich noch etwas längere er- 
hielten, als bei uns. Denn es ist bekannt, dafs solche, z.B. die El- 
stern, die Fasane, und namentl. die Männchen, auch schon bei uns 
mit dem höheren Alter die Vögel von mittleren Jahren hierin etwas 

I 

Übertreffen; und da hinsichtl. der Farbenänderung ein recht hohes 
Alter in gemäfsigten, und die gewöhnliche Regel in wärmeren Län- 
dern einander so vollkommen entsprechen, so wäre auch hierbei eine 
ähnliche Übereinstimmung beider wohl leicht zu erwarten. 







S- 14. 



A-Uch in Beziehung auf die Stimme sind gewisse klimatische 
Abweichungen nicht blofs möglich, sondern bereits erwiesen. 

Eine von den vielleicht am wenigsten wahrscheinlichen und 
^nnoch leicht darzuthuenden Abweichungen, welche das Klima 






* e * herabrücKt. Ein wunderbares Phänomen ! Allen unbegreiflich und Vielen unglaublich, be- 
Vor eine umfassende Physik und Atmosphärologie es so bündig durch die Gesetze der, in den 
Nördlich angränzenden, hoch -ebenen Landstrichen so mächtigen Wärmestrahlung erläuterte. S. 
Al ex, v. Humboldt Ansichtend. N. B. I, S. 95-96. 


















































• 






























78 


















































hervorzurufen vermag, dürfte die klimatische Gesangs-Ver* 
schiedenheit bei Singvögeln sein. 

Es darf hierbei eines Theils als bekannt vorausgesetzt v*&' 
den, dafs häufigst nicht blofs der Gesang einer und derselbe* 1 
Vogelart nach Verschiedenheit der Individuen überhaupt, s° ' 
dem auch der Gesang eines und desselben Individuums nacfc 



den Jahren, merklich verschieden ist: indem er, als tf° ß 
theils mechanische, theils auch int.ellectuelle Fertigkeit, von ^ 
einzelnen Vogel mit dem zunehmenden Alter durch vermeid 
Übung vervollkommnet und immer mehr ausgebildet wir* 
(Eine Erfahrung, die um so leichter zu machen ist, je schönt 

der A rt 



ausgezeichneter und mannigfaltiger gerade der G 



esang 



überhaupt ist; daher am deutlichsten bei Nachtigallen und && 
übrigen vorzugsweise reichbegabten Sängern; und überhaupt g e ' 
nommen, deutlicher bei Vögeln in der Gefangenschaft (*), ufld 

hier leichter bemerkbar, als im Freien: weil man dort einen V°' 

- 

gel beständig unter Beobachtung haben kann.) — Ferner wisse* 1 
wir, dafs der Gesang einer Art sich im Allgemeinen öfters 
sehr wesentlich nach den Gegenden zum Besseren oder Ge' 
ringeren modificiren kann: je nachdem nämlich zuvörderst Aei 
Individuen viele oder wenige da vorhanden sind. Denn unte? 
vielen erlangen doch immer leicht allenthalben wenigstens einig 6 
ein höheres Alter, als gewöhnlich, und mit demselben kömmt ib" 
nen progressive eine höhere Kehlfertigkeit; von ihnen aber \&' 
nen dann die jüngeren am liebsten, und die nächsten Nachbar* 1 
überhaupt sehr oft. [Daher giebt es, wie bekannt, wahrscheinlich 
schon defshalb ganze Gegenden, die sich durch vorzugsweise g^ 
singende Nachtigallen, schön schlagende Buchfinken etc. auszeich' 
nen; und bei den ersteren sind es besonders solche Landstriche 
wo diese Vögel einen obrigkeitlichen Schutz geniefsen: denn j e 
umfassender und ausschliefslicher derselbe irgendwo ist, und je we- 
niger er von der Gewinnsucht umgangen werden darf, desto meltf 
Ruhm pflegen die daselbst einheimischen Sänger zu verdienen.] 

Indefs mufs man hierbei vor Allem auch anderen Theils d* 5 
nicht vergessen: daß die Singvögel, vermöge ihres im Ganze* 1 

(*) Bevor nämlich hier die Vögel zu alt und des vergeblichen Singens, welches ihnen » ,ßf 
doch keine liebende Gefährtin zuführt, endlich müde werden. 

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r sanguinischen Temperaments, zugleich auch in hö- 
erem Grade, als alle andere, eemüthlich-sensihle 



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°« stimmen deUmgebung in ähnlicher Weise, wie auf den 
e »schen, einen höchst wesentlichen, bisher noch zu we- 

§ gewürdigten Eindruck macht. (*) Man braucht gar nicht 

r nxtholog 7 sondern nur mit einem nicht ganz unachtsamen Sinne 

Ur Naturgegenstände begabt und oft ins Freie gekommen, oder 

a Ucli gar nur auf eingesperrte Singvögel aufmerksam gewesen zu 

Se *n, um mit Überzeugung bemerkt zu haben: dafs angenehmes 



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V ö g e 1 kaum weniger, — ja, man könnte wohl dreist sagen: noch 
^eh 

^n trüb 



beherrscht, als die Gemüthsstimmung der Menschen- 

en, rauhen und veränderlichen, mit Regenschauern ab- 
wechselnden Frühlingstagen bedarf es nur eines Sonnenblicks, um 
dle ganze befiederte Sängerwelt zu electrisiren und mit einem 
lale die verstummten Kehlen alle zu lustigen Melodieen zu öff- 
eri ; alle musiciren an heiteren, nur wenige, die sehr fleifsige 
a nger sind, auch einzeln noch an trüben Regentagen; sie hören 
^t dem Aufhören der atmosphärischen Heiterkeit wieder auf, 
u nd beginnen wieder, sobald es sich wieder aufklärt; ja, ist es 



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es Morgens, wo 



sie sonst immer am anhaltendsten 



zu singen 



pflegen, trüb oder regnerisch gewesen, und es hellt sich um Mut- 
tag auf, wo sie sonst wenig oder gar nicht zu singen gewohnt 
s md, so fangen sie jetzt damit an. (**) Diefs zeigt, dafs ihnen, 

*^ ^ ^ r^ ^ „ , 

(*) Es würde, läge es nicht unserem gegenwärtig nächsten Zwecke zu fern, äufserst leicht 
ln > ausgedehnt den Beweis von der Richtigkeit der Bemerkung zu führen: dafs der Charac- 
* der Vogelgesänge im Allgemeinen schon auf eine merkwürdige und höchst in- 
es sante Weise mit dem heiteren, ernsten, erhabnen, düsteren, öden oder melancholischen 
aic haracter der Orte zusammenstimmt, welche die Arten , oder nach Ums tän- 
le Galtungen, entweder ausschliesslich oder doch hauptsächlich, bewohnen] — Und ganz 
S s "Weisc entschieden drängt sich diese Bemerkung bei denjenigen Gattungen auf, deren ver- 
eine Species einen wesentlich verschiedenen Aufenthalt haben ; z. B. bei den Drosseln, San- 
n > Lerchen, Piepern, Ammern. 

Hierin m! .»r wohl eine tiefere Bedeutung liegen! — Gewifs wird man einst erkennen 

■ 



, ** e *i: dafs die tiefe Harmonie der Natur auch von ihrer (dafs ich so sage) moralischen Seite, 

^m. » geheimnifs vollen Ineinanderwirken des Sinnlichen und Aufsersinnlichen « , der unbeleb- 

Aufserrweit auf die geistig - lebendige Innenwelt, — überall, selbst bei den geistig untergeord- 

eten der beseelten Wesen, in einem viel ausgebreiteteren Wirkungskreise herrsche und mitbe- 

lQl **iend walte, als man heut im Allgemeinen ahnt. 

) Dafs nicht etwa blofs das Gefühl behaglicher Wärme, welche ihnen der Sonnenschein 
l i die alleinige Ursache hiervon sein könne, scheint hinlänglich aus dem Verhalten aller ge- 




















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die hinsichtlich der gemiithlichen Seite unstreitig unter allen In 1 
ren am höchsten stehen und den Säugthieren weit überlegen si* 1 » 
eine besondre Seelen - Empfänglichkeit (wahre Empfindsamkeit/ 
yohnt: welche sie gewifs auch sonst eben so wenig gl elCl1 ' 
gültig gegen alles dasjenige in ihrer Umgebung werden läfst, ^ a 
zur Erhöhung oder Herabstimmung solcher sanften, aber leb eJ1 
digen Gemüthsaffectionen beiträgt. [So könnte man, da, wie g e " 
sagt, auch bei Vögeln "die Übung den Meister macht", th# 



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weise wohl schon mit einer hieraus gezogenen Antwort das P f ^ 
blem lösen : warum , wie neuere Vergleiche gezeigt haben , 
Nachtigallen in unsern deutschen, wenig anziehenden Küstetig e ' 
genden, (z- B. am Strande Pommerns,) denen im übrigen Beutst 
land so weit nachstehen; warum andere in fruchtbareren La* 10 ' 
strichen besser singen, solchen aber, welche so herrliche, freufl*' 
lieh - lachende Gegenden bewohnen, (wie z. B. hin und wieder ^ 
im Dessauischen etc.,) nach dem Ausspruche geübter Kenner 
unbedingter Vorzug gebührt? — Hierbei haben wir nur die & 
der weitige Landesbeschaffenheit berücksichtigt, und für den A 1 *' 
genblick von der feuchten, oft nebelhaften Seeluft abstrahirt, wer 
che die Atmosphäre jener Küstenstriche trüber, als die über de^ 
Innern des Landes schwebende, macht.] 

Obwohl nun Gewohnheit überall, die Vögel nicht ausg 
schlössen, in gewissem Grade ihre Macht bewährt und der Draö# 

ihren zarteren Gefühlen nach ihrer Art Worte zu leihen, b e 

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den befiederten Tonkünstlern stark genug ist, um endlich atf c 
bei anhaltend trübem Wetter nicht ganz zu verschwinden; s 
bleibt es doch beständig ein sehr viel vermögender Unterschied 
ob in einem Lande, dem Orte nach, oder in einer Woo^ 
einem Monate, der Zeit nach, eine düster bewölkte, oder ° 



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eine 



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heitere Atmosphäre die vorherrschende ist. 



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de daher von vorn herein schon die gröfste Wahrscheinlich 
kelt für sich gehabt haben: dafs, da die Anregung zur Übu4 



fangenen Singvögel abzunehmen. Wenn diese auch bereits mehrere Jahre lang (wo also ^ 
Erinnerungsvermögen hieran schwerlich noch viel mitwirken kann) in einem Kerker einge5p e ^ 
leben, der an einer Stelle des Zimmers hängt, wo sie nie ein Sonnenstrahl treffen, mitbio 
der Eindruck durch den Gesichtssinn allein noch erfolgen kann: so behalten sie doch stets 
nämliche Erregbarkeit, und fangen überhaupt zu singen, oder stärker zu singen an, sobald 
nur den Blick durchs Fenster frei behalten, und so den Sonnenschein aufserhalb wahrnehme* 1 ' 



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lr *i Singen so sehr von jenen aufseren Einflüssen herkömmt, die 
nach den Klimaten der Länder so wesentlich verschieden her- 
vortreten, die Fertigkeit aher so sehr von der Häufigkeit der 
Uhung abhängt, — Vögel in Landstrichen mit trübem 
"immel im Ganzen schlechter singen werden, als unter 
heiterem: weil sie es dort viel seltener thun. Ebenso umgekehrt. 
•Denn, möchte auch immerhin eine und dieselbe Generation dergl. 
Verhältnisse noch nicht sonderlich empfinden; so mufs man doch 
nie vergessen, wie stark die Wirkung allmählig in der Folge der 
Zeiten wird: wenn nicht blofs mehrere Hunderte, sondern oft 
Tausende auf einander folgender Generationen immer einerlei 
Einflüsse erleiden, deren Erfolg sich somit immer bestimmter und 
bestimmter auf die nachkommenden vererbt. [Darum habe ich es 
nicht als etwas überraschendes, sondern nur als eine Sache, die 
zu erwarten stand, angesehen, als ich in Pallas Zoographia 
rosso-asialica besondere Lobsprüche über die Gesangsfertigkeit 
mancher Singvögel las: welche unter dem klaren, monatelang 
fast wolkenlosen Sommer -Himmel Sibirien^ (*) den unsrigen 
sonst ähnlich, jedoch öfters durchaus schöner und stärker singen, 



oder doch ausdrücklich als besonders schön 



end 



singend ange 



führt 



Werden; darunter selbst solche, welche nicht -wie der Stieglitz 
zu den guten oder besten, sondern, wie die Rauchschwalbe, zu 
den keineswegs eleganten Musikern gehören. Es fällt gleichzeitig 

alle Verwunderung darüber hinweg: dafs englische Ornitholo- 
gen in ihren Schriften den befiederten Sängern ihrer, stets von 
Nebeln erfüllten, selten eines heiteren Tages sich erfreuenden In- 
sel durchgängig nicht das Lob zu spenden scheinen, welches 
deutsche Schriftsteller denselben Arten, und mit Recht, in Bezug 
auf unser Vaterland beizulegen gewohnt sind. Und nicht min- 
der erklärlich ist es: wenn so Hr. Grab a die Staare, welche 
die nicht minder nebelhaften, mit einem triefenden Wolkenhim- 
mel überzogenen F a r ö e r bewohnen, gegen ihre Brüder in dem 
freundliehen Holstein als weit schlechtere, des Namens kaum wür- 
dige Sänger mit geringer, viel eintönigerer Stimmenmodulation 
schildert- und wenn Faber nicht ohne Verwunderung den Schnee- 

9 



(*) Wo Überdiefs fast nie Jemand deren wegfängt , 
ttn * so mehr in Menge da sein müssen. 



folglich auch alte, geüble Virtuosen 



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82 



durchaus weder so anhaltend, noch so mannichfaltig; und so 



ammer auf dem, noch lange nicht atmosphärisch -klaren Island 

hübsch 

singend fand, wie F. Boie ihn auf den heiteren Alpen von Nor- 
wegen und Lappland gefunden hatte.] 

Diefs als Beispiele für die Regel. Wobei sich übrigens ein- 
zelne entgegengesetzte Fälle natürlich darum schon im Voraus 
ausnehmen lassen möchten: weil ja auch umgekehrt ein so un- 
freundliches Klima, doch einem, z. B. für den Aufenthalt in feu<^ 
ter, mit Wasserdünsten erfüllten Sumpf- oder Seeluft geschafft 
neu Singvogel gerade mehr, als ein heiteres, zusagen könnte; 
oder, weil er vielleicht, abgesehen hiervon, blofs nach seinen sp^ 
ciellen und rein extensiven Verbreitungs - Gesetzen, zufällig häu- 
figer ist in einem Lande, wo dieses, als in einem Erdstriche, ^° 
jenes herrscht. Denn, wie wichtig eine gröfsere Anzahl vorhan- 

in Bezug auf die Beschaffenheit des Gesänge 5 



dener Individuen 

werden kann, haben wir oben gesehen. 

oft 



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Da man sehr oft einige Verschiedenheit der Stimme nac 
Höhe und Tiefe, Stärke oder Schwäche bei Vögeln gleicher 
Gröfse, gleichen Geschlechtes und gleichen Alters aus oder in 
Einem Neste, noch häufiger aber im entgegengesetzten Falle, 



jedoch an Einem Orte, bemerkt: und da sogar öfters die Stärke 



der Stimme bei zwei verglichenen Individuen sich um 
wie die Gröfse verhält; so bedarf es keines Wortes wei 



gekehrt 



es einleuchtend zu machen: dafs besonders dann, wenn wirkliche, 
und zwar ziemlich beständige, klimatische Gröfsenverschiedenhei- 
Statt finden, auch wohl einige, für ein geübtes, an feines Hören 
gewöhntes Ohr wahrnehmbare Verschiedenheit etwa in der Höhe 
oder Stärke des Tones zwischen klimatisch verschiedenen Vögeln 
von Einerlei Art eintreten und zur Regel werden könne. Eine 
Sache, bei welcher jedoch der Beobachter die höchste Vorsicht 
anwenden, nicht zu schnell urtheilen, und nie seinem Tongedächt- 

Sonst möchte es hierbei 



nisse zu leicht trauen dürfen wird! 



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nehmlich Hr. B r u c h gezeigt hat) die individuelle Tonbeschaffen- 
heit der Stimme überhaupt und die der einzelnen Stimmlaute sich 
mit nach der Gröfse des Schnabels, als mithelfenden Schallorgans, 
zu richten pflegt: daher schon von Vögeln Einer Brut diejenigen 



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einere und meist höhere Laute von sich zu geben pflegen, welche 

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(körperlich) 



sein ; dafs jedoch zweitens die mit zunehmendem Lebensalter 
^ eigende Übung diese, wie andre, Organe stärkt und kräftig macht: 
* er die Stimme eines älteren, kleineren Vogels stärker, wiewohl 
* rauher klingen kann, als die eines jüngeren gröfseren. 

Indefs nicht blofs auf den Gesang an sich selbst, sondern 
ay chauf das Benehmen dabei, können die gedachten äufse- 



■ 



bedeutend einwirken. 



[So steigt (was auch mehrere andre Vogel thun) der Was- 
"er piep er auf unsern Gebirgen bei heiterem Wetter stets sin- 
gend in die Luft, um sich so, regelmäfsig, nur schwebend hören 
211 lassen; thut es jedoch an trüben, nebeligen Tagen nicht. Hier- 

I I T\ ___ 1 1 K K i"fc A. U 



Wahrscheinlichke 



dafs es 



a * f den Färöern und in England auch wohl in der Regel, wenn 

|J lc U immer, unterbleiben, oder mindestens nicht in gleichem Grade 

tttt finden werde. (*)— Den Schneeammer hat Faber auf Is- 

an <l m der That beim Singen nicht in die Luft steigen gesehen: 

Va s doch von dem norwegischen schon früher erzählt und in neue-, 
te r Zeit, wenn auch nicht als Regel, bestätigt wurde.] 

Indem ich mich, was die Erklärung wunderlicher einzelner 
Naturwissenschaftlicher Erfahrungen in allen Fächern betrifft, hier 
*&t auf das seltsame, (dem sonst gewöhnlichen völlig entgegen- 
setzte) Klimaverhältnifs im Himaleh und auf die Erklärung des- 
selben beziehe; sei es mir erlaubt, durch die zunächst folgenden 



Jeüen hier 



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Zoologisches mit rein 



ysikalischem zu vergleichen, um zu zeigen: wie auch bei man- 
eQ im Anfange auffallenden Thatsachen zoologischer Art der 



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üicht fand, weil man ihn zu fern suchte: 

An merk. Man hat sich z. B. von jeher viel darüber gewun- 

i ( » "Warum die Hunde in manchen Gegenden der Erde, in 

. Se n sowohl, wie in kalten, nicht bellen, oder, wie man gewöhn- 
ich l.i, ... . , ° 



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unrichtig sagt, stumm sind. 



<*) Hr. 
t be selbst nichts angemerkt. Die ganze Stelle scheint aber viel mehr 



5 



Graba (Reise nach Färö, S. 59.) hat über das Benehmen des Vogels beim Ge 

auf das Niehtstei 



andeuten, als umgekehrt. 



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Erstens haben jedoch (He Erzählungen mancher schnell vor 



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um gesa 



^ uw « uwu «~. — Wahrheit übertrieben, und schon dar 

i ( / 
st: die Hunde bellten nie, weil sie es blofs selten thun- v 

Zweitens hat man übersehen, dafs auch bei uns eine ganze Race 8 

fW Hunde fast nie, ia die meisten von ihr unter allen Umstäo 

*Wt nie. und noch seltener als andere in andern Welttheilen, zu v 

so 



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len pflegen: weil sie — nie als Wächter dienen; die 
lieh. Man vergafs ferner , dafs auch fast alle andere sich nur u^ 1 
mehr individuell zum Bellen, ja zum wenig unterbrochenen BeH c ' 
o-ewöhnen, und sich wieder davon entwöhnen, je mehr man sie 
ersteren Falle zum Wachen gewöhnt und anhält ; auch je mehr * j 
wenn sie jung, klein oder schwach sind, im Gefühle ihrer Unm aC 
bei iedem Anscheine von Gefahr ihren Herrn oder ihre nächsten A 



] 



gehörigen durch Bellen zur Hülfe aufrufen zu müssen glauben; 

und je mehr man sie im letzteren Falle von der Wächterpflicht ^ 

bindet; oder, je selbständiger sie auf sich selbst vertrauen lernen. 

Was könnte jedoch der Hund des Kamtschadaien und Tung 
der im Sommer als freies Raubthier , von Jagd und Fischt 3 
auf ei^ne Rechnung lebend, beliebig umherstreift und erst im ^ l 
ter zur Hülte seines Herrn, welche oft in Jahren kaum Ein eigen' 
licher Fremder besucht, wieder zurückkehrt, um hier eine bestimm 1 



sen 



Zeit als Zugthier zu dienen; was könnte er viel Veranlassung z 



Bellen haben? Noch weniger hat sie der des Bewohners von Coth 
und Otaheite, welcher die Hunde geradezu nur als Schlachtvieh %W 

ch & 

§ 

Europäerin Südamerika (als bellende) jetzt in Menge kolonieen^ eI 



und sie mit Seinen Schweinen einsperrt, um sie zu mästen. 

Hingen haben die, welche nach ihrer Einführung dui 



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verwildert leben , die 



Wacl 



aber hier aus rein egoistischer, beibehalten: weil nämlicl 



auch el 

Hund den andern durch Bellen zu schrecken sucht, und weil ö ^ 
natürliche, ihnen sämtlich angeborne Neid sie nur als zusammen^ 
Wohnte Gesellschafts- oder Familienglieder verträglich sein läfst, * tf 
fserdem aber sie antreibt, fremde vom eignen Heerde oder Geb* e 
abzuhalten. (**) — Man kann also das Nichtbellen der Hunde n* c 



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(*) So -wird selbst Giesecke's Nachricht bei Humboldt, Ansichten I, S. 113» ^ 
die grönlandischen Hunde durch des lange dort gewesenen O. Fabriciu« treffliche/^ 
groenland.) p. 18, widerlegt. 

(**) So vreifs man ja längst, dafs in Constantinopel , in Smyrna , Alexandrien , Ca»' 
anderen Städten des mahomedanischen Orients die, dort völlig freien Hunde regelmäf*»S ^ 
bestimmten Viertel bewohnen und jeden Geschlechts - Fremdling , welcher sich aus einen* a 
ren Bezirke in dem ihrigen blicken läfst , nicht blofs gemeinschaftlich anfallen , sondern &* 



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K1 iniatisch nennen: indem nur unter allerdings von dem unsrigen 

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jene, dem Klima selbst ganz fremden Um- 



Vei 'schiedenen Klimaten 

st ande eintreten, welche die blofs sehr mittelbar wirkenden Ursachen 

»ind, warum das Bellen mehr und mehr aufhört. 

Obwohl schnell in Betreff des Nichtbellens der Hunde aufs 
*eme gekommen, hatte ich doch selbst länger zu thun, ehe ich 
*uf Gründe kam, um zu erklären: warum im östlichsten Si- 
birien die Wachteln, wie man so sagt, stumm sind; da sie 
doch unbedenklich zu derselben Species gehören, wie unsere schla- 
genden. Folgendes scheint mir den vermifsten Aufschlufs zu geben. 

[Auch hier wurde erstens die Sache zu weit getrieben, indem 

es hiefs: sie schlügen in ganz Sibirien nicht. (*) Man sieht vielmehr: 
das Verstummen geschieht in Abstufungen nach den Landstrichen. 
Es beginnt mit der ansehnlicheren Erhöhung des Bodens, wo die 
Sommer immer kürzer werden, und erscheint da am vollständig- 
sten, wo das Land am höchsten, die Lage ganz östlich, und der 
Sommer ein sehr später ist. — Nun schlagen aber ferner die Mann- 
ten nur höchstens so lange, ja oft kaum so lange, bis die Weib- 
chen, welche (aus theilweise noch dunklen Ursachen) auch bei uns 
sehr spät, nämlich frühestens um die Mitte des Juni, gewöhnlich 
erst im Juli, und nicht selten noch im August, Eier legen, zu brü- 
ten angefangen haben; wobei jedoch die Kämpfe der Männchen 
um die Weibchen schon bald nach ihrem Eintreffen Statt finden : 

welches bei uns meistens auf den Anfang des Mai fällt, oft aber 

auch (wie im zuletzt verflossenen Frühlinge) bis zur Mitte des 
Monats verschoben bleibt. Manche wiederholt gestörte Weib- 
ehen haben indefs sogar noch zu Anfange des September, wo längst 
kein Männchen mehr schlägt, einige frische Eier, können sie dann 
a W kaum noch ausbrüten, viel weniger die Jungen daraus erzie- 
hen. Es findet also gewifs entweder noch im Stillen eine Begat- 
tung Statt, wenn bereits der Paarungsruf verstummt ist: da sich 



&* oft tödten. Und wer würde läugnen, dafs ein grofser Theil des ausgedehnten Nutzens, ml- 
<**n der kultivirtere Mensch von dem Hunde zu ziehen weifs , nur auf der Benutzung dieses ho- 
**» Grades einer angeborneu moralischen Untugend, des Neides, beruht ? — 

(*) Pallas (Zoogr.My n. 228) sagt ausdrücklich: » Ad Jeniseam non minus vocales 
ei *ropaeis sed nunquam post solstitium exaudiendae. In Dauuria denique, licet /re- 
zentes, plane mutae sunt, solum voci praerium apud nostras rhonchum edentes* Ad 
%Ca n tarnen fluvium citra Jautiam j am canoras exaudXvi. * 



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doch eine für so lange Zelt hinreichende Folge der Befruchtung 



(was das Wah 



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t>rten sind die abgetriebenen* 
unbeweibt gebliebenen Hähne ; und die Vögel sind auch gar nich* 
eigentlich polygamer Natur- (*) 

Das aber bleibt auf jeden Fall gewifs : dafs , des spät eintre- 

1 in Sibirien allenthalben nicW 
so früh eintreffen kann, wie bei uns, und, je weiter östlich, fl* 
mer erst desto später kommen mufs; und dafs sie daher namentlich 



Wacht 



Woche 



als in Deutschland. Sie kömmt also bereits gepaart, d. h. in eine* 
Verhältnisse dahin, welches das Männchen längst der Mühe über' 
hebt, sein Geschrei hören zu lassen: dessen einziger Zweck & 5 
Herbeilocken einer Gattin ist, welche es nun schon seinen Neben- 
buhlern abgestritten, an sich gewöhnt, und gegen anderweitige B& 
werber gleichgültig gemacht hat, und welche es demnach in Frie- 
den besitzen kann, bei augenblicklichem Verirren aber leicht mi* 
den gewöhnlichen leiseren, quarrenden Lauten wieder herbeizu- 
ziehen vermag.] 

Diefs scheint mir die einfache Lösung der beiden grofsen Rätb- 
sel thierischer, relativer Stummheit ! 



§. 15. 



Klimatisch begründete Verschiedenheiten des Aufenthalts, 

und zum Theile selbst der Sitten. 

Notwendig wird es nunmehr auch, mit Beibringung eini 



es Aufenthalts 



ger Beispiele jener Verschiedenheiten d 

zu gedenken, welche die, oft so wesentlich verschiedenen 

Lokalumstände unter gleichen und verschiedenen KU' 

maten bei Yögeln herbeiführen, die häufig nicht blofs Eine 



(*) Eine Annahme der neuesten deutschen Ornithologie, welcher schon ganz der laute Ant' 
wortruf widerstreitet, mit welchem das Weibchen dem Mannchen so oft den seinigen erwidert; 
und gegen welche noch mehr das, zum jedesmaligen Herbeirufen des erstem zur Begattung soflS* 
wohl keineswegs hinreichende, auch keineswegs regelmäfsige Rufen des letztern spricht, &' 
sich noch lange nicht mit dem Balzgeschreie der wirklich polygamen grofsen Waldhühner u*<* 
der Fasane, sondern etwa mit dem der monogamen Hasel- und Schneehühner in seiner A ft 
vergleichen läfst. — Auch bei diesen rufen und balzen, ähnlich wie bei den Wachteln, die ab- 
getriebenen Hähne viel längere Zeit : beim Auerwilde zuweilen fast so viele Monate,' wie ib* 
Verdränger nur Wochen. 






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Peeies, sondern sogar einerlei Varietät bilden. Abweichungen, 
Jj»t welchen oft noch Unterschiede der Sitten in untrennbarem 



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ü $ammenhange stehen. 

Wie bekannt, sind bei sehr vielen Arten die Umgebungs- 
erhältnisse, mit welchen allen das örtliche Dasein (der Aufent- 
alt) der Thierspecies und die erforderlichen Mittel zu ihrer phy- 
sichen Existenz vereinbar sind, sehr mannichfach und verschie- 
den: also sehr ausgedehnter, bei manchen hingegen sehr bestimm- 
ter Natur. D. h., mancher Vogel kömmt in einem Lande, in ei- 
üem engen Umkreise, zu einerlei Zeit, einzeln auch an solchen 
Orten vor, die wesentlich von denjenigen abweichen, wo in dem- 
selben Umkreise die sehr entschiedne Mehrzahl seiner Art wohnt; 



Mancher lebt, 
Verhältnissen. 



übere 



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Anmerk. So beträchtlich auch die Zahl solcher Vögel ist, 
Welche sich, ihrer Natur gemäfs, an sehr verschiedenartigen Stand- 
en häuslich niederlassen und sie zur Fortpflanzungszeit bewohnen: 
e * keinem möchten diese Gegensätze leichter wahrnehmbar sein, als 
e *m Wasser pieper; weil sich die Gelegenheit hierzu bei den auf 
Gebirgen wohnenden mit dem Ansteigen und der Bildung der ein- 
fcelnen Bergparthieen sehr bequem und nahe darbietet. 

■ 

Er findet sich erst weit oben auf den rauhen Hochgebirgen, 
Wo die Baumwälder schon aufhören und fast nur noch Knieholz (Pi- 
*us pumilio und P. mughus) wächst; jedoch auch noch weit höher. 
Er kömmt unbedingt überall vor, wo diese Holzarten irgend gedei- 
hen, und geht so weit gegen die Schneeregion aufwärts, bis sie gänz- 
lich verschwinden; steigt aber nichts destoweni^er auch noch hoch 

1 V .. 

trüber hinaus: auf ganz unbewachsene, fels- und meist wasserreiche 

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^en, wo kalte Bäche unter den Gletschern und aus den schmel- 



zend 



en Schneemassen hervorrinnen. So wohnt er auf dem Riesen- 



8 e birge auf den dürres ten, kahlen Berggipfeln, wie in den tiefsumpfi- 
8 e n, moorartigen, von unzähligen Bächen durchschnittenen Knieholz- 
^ a «Iern; auf den höchsten, fleckweise begrünten Felsen und an thurm- 
°W zerklüfteten Steinwänden eben so gut, wie an solchen Orten, 
^° Gestein beinahe ganz (dann aber nicht auch das Zwergkieferge- 

ferner an den steilsten Thaleinschnitten und tief- 



st^ 



au ch) mangelt; 



Steii Abgründen, wie an ganz flachen Stellen der Bergfluren: also 
u *Uer höchst verschiedener Lokalität, am liebsten jedoch allerdings 



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•> vro er diese Verhältnisse gemischt findet, im Ganzen zu vielen 



















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Tausenden, und oft in nicht grofsem Umkrei 
funken der Plätze. 



nach allen Abs tu- 



Hieraus leuchtet ein: dafs es Landstriche gehen 



kann» 

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und es ist factisch gewifs, dafs es deren giebt: wo in Betre 
des Vorhandenseins so verschieden geeigneter Plätze, folg* 10 
auch in Betreff des Vorkommens derselben Vogelart, dasjen'g 

• j. # 

zur Regel wird, was anderswo nur seltene Ausnahme i s ' 
und ebenso umgekehrt. (*) Indessen läfst dieser Fall doch, » e 
einiger Vorsicht, gewöhnlich so leicht ein richtiges Urtheil ^ 
dafs es genügen wird, ihn angedeutet zu haben. Auch kann ef 
unter so wechselnder, und doch immer so kennbarer Gestalt au ' 

eben s ° 

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genstafl 



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treten, dafs hier der Raum nicht gestatten würde, 
wenig, wie die Notwendigkeit es erfordert 

in seiner Allgemeinheit zu erschöpfen. 

Auf ein breiteres und ferner liegendes Untersuchungsgebi^ 
wird die Sache versetzt, wenn zuweilen universelle kliifl a " 
tische Verhältnisse überhaupt die speciellen LokalverhaH" 

nisse, unter welchen ein bestimmter Vogel sich vorfinde 1 
und vorfinden kann, in gewisser Hinsicht völlig umkehre* 1 ' 
Ein Fall, der allerdings öfters nicht von dem vorhergehenden ^ 



gt 



Die- 






sen Satz sollen einige Beispiele erläutern. 

[Es konnte (**) als scheinbarer Nebenbeweis für die, dama' 5 
mehrseitig angenommene, specifische Verschiedenheit des italiefl 1 ' 
sehen und spanischen Haussperlings von dem unsrigen geltet 
wenn man fand : dafs jene oft, zum Theiie mehr, auf Feldern l ß ' 
ben, als in Dörfern, und besonders mehr, als in Städten. Ab#* 
man bedachte hierbei nicht: dafs (***) weit mehr Notwendigkeit 
als freie Wahl, es ist, was den Vogel an Menschenwohnung eI1 
bindet; dafs es daher wohl gar so wunderbar nicht sei, wenn et 
jene enge, auch in so mancher Hinsicht lästige, Gefahr bringen 



fc 



(*) Es heifst also, mit Einem Worte, unkritisch und allzu materiell verfahren : wenn ) e 
Rücksicht auf dergleichen modificirende Umstände systematisch ausgeschlossen , und wen» u 
bedingt ein dietatorisches Kriterium für vermeinte neue Arten auf Dinge gebaut wird , d» e » 
"Wohnlich kaum eine nur einiger Maafsen constante Varietät begründen können und oft ih r ° 
keine Charactere aufdrückten , welche sie , auch von ihrem Platze entfernt , noch kenntlich 
machen vermöchten. 

(**) Vergl. Mcver Taschenbuch der deutschen Vogelkunde, Th. 111. 



(***) 



wie wir vorzüglich in unserem letzten §. sehen werden. 



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änglgtelt gern aufglebt, wo es ohne anderweitigen Schaden 



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Ur ihn selbst geschehen kenn: indem er in sehr gesegneten oder 
n warmen Ländern, dort, wo kein harter Winter ihm ein behag- 

1 1 

c hes Auskommen auf den Fruchtfeldern gänzlich schmälern kann, 
lti auch einsame Gegenden, fern von Menschen bezieht und da 

en und Ruinen (*) wohnt, an welche Getreideäcker an- 
Ferner wufste man nicht (**) : dafs er auch in Deutsch- 
a **d, (wie namentlich hier in Schlesien,) recht oft den ganzen 
Sommer über zwischen Feldern zwar, aber doch halbe und ganze 
^iertelmeilen weit von Menschen entfernt, an Ruinen von alten, 
*5ngst verfallenen Ziegeleien, an gröfseren Feldkapellen, auf gro- 
ßen Denkmälern und unter Brücken wohnt; von wo er freilich 
**** harten Winter sich nach dem nächsten Dorfe oder einer nahen 
ktadt ziehen mufs, wenn nicht eine belebte Landstrafse ihn durch 
^e hinreichende Menge verloren gehender Körner dieser Noth- 
^endigkeit überhebt. — Endlich war es unbekannt (***): dafs um- 



rt (aber ganz entsprechend) der Feldsperling, welcher, im 
Gegensätze ZU m Haussperlinge, nur auf Feldern, an Waldrändern 
^d auf Viehweiden mit hohlen Bäumen zu wohnen pflegt, und 
Sc uon bei uns ohne Noth nicht gern auf Landhöfe, höchst selten 
aber in die eigentlichen Städte hereinkömmt, sich im Norden, in 

Skandinavien, nicht blofs sehr zahlreich und oft bei und in diesen 
Vorfindet ; sondern dafs er im Winter zuweilen sogar in gröfserer 
Anzahl, als jener, daselbst vorkommt. Ohne Zweifel aus keinem 
äderen Grunde, als, weil er dort, indem ein weit tieferer Schnee 
^e Felder bedeckt, im Freien nicht die nöthigen Körner findet; 
^fshalb er sie also bei den Menschenwohnungen selbst aufsuchen, 
Un d somit in jener Scheu vor Häusern auch einen Zug seiner Sitten 
Ver läugnen mufs, welcher ihm anderwärts eigen bleibt.] 



[Während der Goldammer aus völlig 



gleicher Ursache 



w ohl bei uns, sobald Schnee liegt, immer, ohne Schnee nie, auf 



(*) Die er zudem beide dort überhaupt in viel gröfserer Zabl vorfindet, als es in Deutscb- 
aiul und Holland etc. der Fall zu sein pflegt. 

(**) Und icb wundere mich sebr, der Erste sein zu müssen, weleber es sagt. — 
( ***) Denn erst NiKson bat es bekannt gemaebt, S/cand. Faunall, (Foglarnal,) S. 32S : 
*P~id byarne och städerna förelcommer han isynnerhet om vintren talrikt, stundom tal- 
* H kare 5 an denföregaende^Y (HusfinJcen.) »(*) Er* Temminch's uppgift i Man. 
"^Ornith.i^ p.355, att Trädspinlccn aldrig förelcommer i städer eller byar, inträffar 
"Liedes icke med des* lefnadssätt hos OSS.« 




























































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Höfen der Dörfer gesehen wird, bei recht hohem aber, in s 
strengen Wintern, sogar in die grofsen Städte kömmt, fallt & 



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Italien Beides weg. Dagegen scheint er höher nordwärts hina" 
aus einem Standvogel schon ein entschiedener, weit umherstreife* 1 ' 
der Strichvogel zu werden ; und in Sibirien, wo er blofs die ^ t$i ' 



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lichsten Theile noch bewohnt, hat man ihn, allem Anscheine n aC 
als wirklichen Zugvogel, im Frühlinge mit dem Fichtenar»# er 
durch die isetische Steppe nach oben hin wandern gesehen.] (*) 



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bei uns itf* 



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höchst scheuen und listigen Raben ganz gewöhnlich an und aü 
die Häuser; in Deutschland nie auch nur in die unmittelbare N'^ 
von Dörfern. Seltene Anwendung von Schiefsgewehr macht ^ 
dort zugleich ganz ungewöhnlich dreist; und wenn zuweilen n° r ' 
dische herabkommen, so behalten sie die nämliche Kühnheit & 
Unvorsicht eine Zeit lang auch hier bei.] 



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Wintern 



nicht von uns fortgezogen, oder erst von Norden her angelang 1 
sind, in die Strafsen der Städte herab oder herein ; sonst nie.] 

[Ja, aufser Furcht gesetzt wegen der höchst selten ihm drö' 
henden Verfolgung mit Pulver und Blei, setzt sich der edle Jagd' 
falke in Island etc. im Herbste und Winter häufig auf Wohrn^ 
gen und auf die Flaggenstangen der Schiffsmasten. Bis zu uns h#" 

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gewandert aber, wie es zuweilen geschieht, und selbst bereits & 
südlichen Skandinavien, sind schon die jungen Falken aufserordeflt' 



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Also auch hierbei sehen wir jenes beständige, allseitig 6 



Ineinanderfliefsen dessen, was hier örtlich od 



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den 






besonderen Zeit- und Jahresverhältnissen angemessen dort ^ 

(*) Nilfson Slcand. Fauna II, S. 301 ; P alias Zoogr. n. 202. ^ 

Die Abneigung vieler Vögel , ihren Standort -weit zu verlassen , oder ihr physis<^' 
Kraftmangcl zum Unternehmen weiter Züge, ist wahrscheinlich der Hauptgrund : warum sl 
manche Vögel Europa's nicht weit nach Sibirien hinein verbreiten, sondern kaum, oder nicht, ^ 
an seine westliche Gränze vorreichen. Denn in der That, die meisten von diesen sind für £ u " 
ropa Stand-, oder lediglich Strichvögel; obgleich allerdings manche selbst dort Standvögel b JdI * 
ben, weil sie in ihrer Nahrungs weise von Schnee und Kälte unabhängig sind $ und obwohl **' 
dere leicht Zugvögel werden, weil sie, mit leicht tragenden Flugorganen begabt, ohne $ e ' 

»chwerde weite Keisen zu machen vermögen , s. B. die Familie der Krähen etc. So viel b' ef 

als Hinweisung. — (Nur der Stieglitz scheint dort noch mehr Standvogel zu werden.) 
(**) Wie merklich anders, als bei uns, gestaltet sich das Balzen der Waldhühner im Noi^' 



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Anmerk. 



^estunmt klimatischer, direct oder indirect herbeigeführter Uii- 
ers chied erscheint. 

•ten v" ^. aUpt . UmStan ^ welcher manche der wesentlich- 

t er VerhaItniss e im Vorkommen mehrerer Vogelarten un- 

rad f. emäfsI ^ ten Himmelsstrichen für die nördlichen ge- 

ehm umkehrt, ist unter andern die mehrseitige, grofse Ver- 

»edenheit der Gebirge m beiden Regionen: sowohl, was Klima 

sich, als, was die hiermit zusammenhängende Production des 

^ e wächsreiches betrifft, an die sich, fester oder lockerer, das Vor- 

°Qimen von Geschöpfen aus der thierischen Mitwelt knüpft. 

(Vergl. hierzu auch die Anmerk. von §. 11.) Die 
* höchsten ansteigenden Bäume und Sträucher auf Gebirgen 

ZV™*/ 51 ? 1 ™ Regi ° n ' Z - B * der Schweiz und Deutschlands, 
«d Zapfenbäume [Nadelhölzer (Coniferae)], Pi NüS , Lakix.Ta- 

> Aeies, Junipektjs: welche dem von den Hochalpen Herabkom- 

Ged r m diChtCn Wäldern ent S e gentreten ; denn sie verlangen zum 
Reihen viel mehr lange, als heifse Sommer. Hinter ihnen erst 

gen katzchentragende Laubhölzer [Jmentaceae], wie Sa- 

• AlnüS, Betüla. - Umgekehrt verhält es sich in Skandina- 

n Und im 8 r öfsten Theile des übrigen Nordens. Die Iappländi- 

en Alpen und die meisten norwegischen haben lange Tage und 

Ul "ze Nächte, daher schon defshalb einen warmen und heiteren Som- 

Jer; und sie bringen überall bereits zunächst dem ewigen Schnee 

SJüla nana hervor, welche die Schweiz erst in niedrigen Sümpfen 



«sitzt, 



meistens mit Salix glauca, bieten aucl 



Weiden 



ll *) einen nach Verhältnifs gröfseren Ausbreitungsraum dar." (*) 



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«m besten kann man die Alpenstriche des Nordens nach der Ve- 
getation in folgende Regionen eintheilen: lt«. Die Schneeregion 
^egio nivalis) oder die eigentliche Alpe, vom Gipfel bis zum er- 
^ Gebüsche : a) die Gegend oberhalb alles Pflanzenwuchses ; b) vom 
Q iang e der Flechten bis zum ersten Gebüsche. 2»«» Die 



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region (Regio betuletorum) : 



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M" . Alpenbirken (Salices et Betüla nana); b) die Gegend für 
^ e Birke (Betüla alba). 3*«vDie Nadelwaldregion {Regio pi- 
°rum)\ a) die Region der Kiefer; b) die der Fichle. 4 tens Die 
s^^ e rlandregion {Regio agrorum).* (**) 

*V )Beil8 chmicd Pflanzengeographie, S. 83 - 85. W a h 1 e n b e r g Flora lapponica und 

Njj f ' N *lfson Stand. Fauna unter dei\ Rubrik von Tetra o lagopus auett (T a//?z 
'•0 B. III, S. 117-18. " P 



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ein Alpenbewohner, 



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welcher nur bis zur allerobersten Baumgränze herabgeht, aut 
Alpen des Nordens blofs Laubgebüsch, welches er scheut; * 
Nadelgesträuch, welches er, wenn überhaupt, allein verlangt; u 
einen zu warmen Sommer, zu anhaltend heitere Tage, deren n 
Lufttemperatur ihm nicht zusagt. (*) Auf dem kahlen, queH e 
reichen Fielde der nebelhaften Färöer ist es ihm kühl gefl a ö' 
und das hier fehlende Holz kann er entbehren, wie er selbes ) 
auch durchgängig auf den eigentlichen, felsigen Hochalpen 
Schweiz etc. entbehrt: (obwohl er sonst eigentlich am häufig* 16 
und liebsten die Krummholzkieferstrecken bewohnt, welche d° r 
und auf dem Riesengebirge den Schi ufs des Holzwuchses bil^' 
An den Küsten der ganzen Ost- und Nordsee findet er eine g 
mäfsigtere, durch die Meeresdünste oft getrübte Seeluft, und ^ 
und wieder Felsen, wie auf den Alpen. Er fehlt daher hier W 
Wenigen schmalen Strichen, und zeigt sich namentlich in M^8 
am Strande von Britannien, häufig an dem des norwegischen ** 
bothnischen Meeres etc. Aber nirgends findet er im Innern <* 

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Landes, weder in Ebenen, noch auf niederen Gebirgen, das] 



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was er wünscht: kühle Temperatur und niedriges, suwf 



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ges Strauchwerk von Nadel-, namentlich von Kiefergehölz, * 



Wasser 



er sich blofs am Strande und auf Gebirgen; nie zwischen inne, 
fser höchstens als rasch vorübereilender Streifling. Ferner brau c 






er an 



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dem, stets winterlich wärmeren Strande, am Rande 
auch zugänglichen, offen bleibenden Meeresfläche, nicht Zugvog 
zu werden; mufs hingegen die, schon zeitig mit Schnee bede c 
ten Alpen des Südens verlassen, bis jener wegschmilzt, und Bä<* 
Bergseeen, Teiche und Quellen wieder eisfrei werden.] 

[Der Rohrammer, im Gegentheile das Schwarzholz ^ 
meidend, ist gezwungen, defshalb auch die Sümpfe unserer 



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heren Gebirge zu meiden. Dafür steigt er in Norwegen 
Oberschweden, bis fast am Polarkreise, zahlreich über die # 



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(*) An recht heiteren, warmen Sommertagen begiebt er sieb , selbst mit seinen fea« * ^ 
ordentlich flugfähigen Jungen, In den Hochsudeten auf die obersten, luftigeren und du***- 
Windzug doch stets etwas kühleren Berggipfel; besonders um die heifse Mittagszeit- . 



Auf den nordischen Alpen grunzen ihm auch Schnee- und Laubholz zu enge an 8 



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**en, wo er gleichfalls lebt, an die Seiten der Alpen empor: wo 
Slc h ihm Sumpfstellen mit Rohr, Weiden- und Birkengebüschen 
8 e nug darbieten.] £ 

[Vollkommen gleicher Ursache wegen kann das Blaukehl- 
c hen, gleichfalls entschiedener Laubholzvogel und blofs Freund 
^ er Sümpfe, von unsern Gebirgen nichts weiter, als tiefe Th'a- 
er > gewöhnlich blofs Flufsufer und Teichränder der Ebenen be- 
lohnen; während es in Norwegen und Lappland so weit an 
den Alpenhängen hinaufgeht, als Birken wachsen.] 

Auch noch andere Beispiele zeigen, auf nicht weniger 

wenn an einem bestimmten Orte die 
klimatischen Verhältnisse auf unkörperliche Dinge einwir- 
ken, indem sie einzelne Züge der Art im Leben und in den 
Sitten der Geschöpfe ändern; dafs alsdann die Art und 
Weise dieser Änderung bei ganz verschiedenen, der Gat- 
tung und Ordnung nach unter sich abweichenden Vögeln, die 

oder sehr ähnlichen Aufenthalt mit 



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er einen gleichen 



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^nander gemein haben, eine gleiche oder sehr ähnliche ist. 

^O beim Schneeammer und Felsen -Schneehuhne auf Island: des- 

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s en Insularklima bekanntlich um ein so Bedeutendes gemäfsigter 
ist, als das Klima des benachbarten, continentaleren Grönland und 

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des continentalen Europa' s unter gleicher Nordbreite. 






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und das Alpen- 



(oder Felsen-) Schneehuhn im Norden Amerika's, Asiens und 
Europa's, wo beide vorkommen (*), den Sommer über stets un- 
mittelbar bei einander auf den Hochalpen an der Schneeregion (**) 
Ur *d neben den Gletschern wohnen, und sich erst für den Herbst 
ütid Winter von x den Bergspitzen herabbegeben und trennen: 
l e ner, um sich nunmehr, weil Schnee sein Futter -Gesäme be- 
lekt, so weit nach Süden zu ziehen, bis er zum Theile schnee- 
fre ies Land findet; dieses, um den allzutiefen Schneelagen auszu- 



(*) Auf den Alpen von Mittel- und einem Theile von Süd -Europa etc., wo das Schneehuhn 
*OcH vorkommt, wird bekanntlich der Schneeammer (Emberiza. nivalis Linn.) nicht mehr gefun- 
d % sondern ist hier allgemein durch den Schneefinken (Fkingilla nivalis L.) ersetzt, welcher, 
*** ßemäfsigten Zone eigen, in Skandinavien nur höchst selten neben ihm lebt. 

(**) _ j m „ an2 . tiefen, rauhen Norden freilich auch nahe an der Ebene : weil sich hier die 
c Welinie sehr tief herabsenkt ; zumal an dem äufseren (nach dem Strande hingekehrten) Ab- 
l * n $e der Gebirge. [Dieses (Schnee-) Verhält nifs in der Schweiz umgekehrt; s. w. unten.] 









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welchen und in eine Region zu gelangen, in welcher es entwe- 
der geradezu, oder durch mäfsiges Scharren, die Knospen A& 
Sträucher und die Blätter des Beerengestrüppes die Beeren des 



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Sommer kühler, 



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so machen es auf Island, dessen 



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reren Vögeln nämlich, denen unsere Winter um Etwas, jedoch 
nicht gerade sehr viel, zu kalt sind, mehreren solchen sagt der 
mildere von England noch so hinlänglich zu: dafs sie ihn ohfl e 
Beschwerde vertragen und, bei dem meist gänzlichen Mangel & 
allem liegenden oder auch nur tagelang bleibenden Schnee siel* 
ohne besondre Noth ernähren können. Solehe wandern daher 



(*) Vcrgl. Faber Prodromus der isländischen Ornithologie, S. 16-17, und S. 10 und 13- 



( ) Diefs wird ihnen, wie ich vermuthe, ganz vorzugsweise durch die beispiellos zerriss^ 
Formation der islandischen, durchaus vulkanischen Gebirge möglich, deren Beschaffenheit V ^ 
nirgends wieder so deutlich hervortritt , und welche macht : dafs bei einem nicht ganz nW 
mäfsigen Schneefalle ein sehr mäfsiger Wind schon im Stande ist, die Häupter der Berge «^ 
die Oberflächen der Felsen blofszuwehen ; wodurch die Vögel zum Futter gelangen können. 

(-***) Vergl. hierzu hinsichtlich einiger Landvögel die betreffende Bemerkung in dem ^ 
satze über Tetrao scoticus Gm. — Der Wasser- (Sumpf- und Schwimm-) Vögel, wel<* e 
dasselbe thun, sind viele; ja e$ giebt deren sogar auf Irland einiee. 



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besonderer Art sind, sehr viele Vögel beider Arten schon fa 
Sommer, und im Herbste und Winter gewöhnlich alle, gera^ 
umgekehrt. Von beiden Arten hecken viele auf den niedere» 
Bergebenen, weit unterhalb der Schneeregion, viele freilich aud 1 
noch hoch oben; im Herbste aber rücken sie sämtlich weit berg' 
auf: die Ammern, um sich von den jetzt reif gewordenen Sä- 
mereien zu nähren, die Schneehühner, um von Beeren und dergl' 
daselbst zu leben. (*). Jene wandern also in der Regel nicht a« s 
dem Lande aus, und diese streichen in der Regel nicht in die Th'ä' 
ler nieder, sondern beide bleiben nun meistens den ganzen W» 1 ' 
ter über da. (**) Nur in solchen Jahren, wo ausnahmsweise ein 
ungewöhnlich harter und schneereicher Winter die Verhältnisse 

ihrer Umgebung ebenso, wie anderswo regelmäfsig, gestaltet, n« f ** 
in solchen tritt auch bei ihnen beiden als Ausnahme das ein, w* 5 ^ 
in continentalen Erdstrichen als Regel für sie gilt: dafs jener ein 
fremdes, südlicheres Land, dieses die Thäler und Flächen sucht.] 

Mit einem sehr ähnlichen Umstände geht es unter ähnliche» 
Verhältnissen in Britannien, und zum Theile selbst noch a^ 
den Färöern, bei mehreren Arten ganz ähnlich zu. (***) Meb 



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gar nicht aus, ungeachtet sie es bei 



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uns immer zu thun 



gen ,1 Und d ° Ch 1St ' Wie sIch denken lärst ' das Überflie-, 

V h60hst S erIn S en BreIt e des Meeres nach dem mittägii- 

r en Continente, besonders am südöstlichsten Ende des Landes, 



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e befiederte Wanderer ohne Ausnahme nur Spiel » 



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% , InIt „ aHen werden ' nach Sa vi 's Beobachtungen (**), mehrere 

Strich-, oder nach Umständen beinahe für Zugvö- 



uns für 



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Arten schon 



gewöhnlich Standvögel ,' manche Zug- 

S« zu blofsen Strichvögeln. Noch weit verschiedner aber tritt 

J e Erscheinung hervor: dafs, gleichwie dort bereits ein nicht 

^sehnlicher Theil der bei uns den Ebenen eigenen Vegetation 



ebenso auch eine bedeutende Zahl 
er Vögel, welche Gebirge lieben, jedoch unser Flachland 
mit bevölkern helfen, und welche entweder durch ihre son- 



H über den Fufs der Gebirge, zum Theile ziemlich weit auf- 
*b hebt, und eine andere, von Süden heraufstreifende, unter- 
^ts an ihre Stelle tritt, 

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^en Lebensverhältnisse an jene Gewächsgruppen gebunden er- 

C mea ' ° der aUCJl ZUfälll ' § ähnlIche Tem Peraturverhältnisse lie •■ 
j. ' ^ie die erwähnten Pflanzen, dort schon nicht mehr in den 

«Gerungen hecken, sondern dieselben blofs auf ihren Zügen be- 
j^en; dafs andere dort merklich höher hinaufgehen, als sie es 
^ Uns zu thun pflegen; und dafs einige dort die Gebirge mit 
^ bewohnen anfangen, welche wir hier vergebens in solchen 
Hen würden. (*) 



8 



Bedenkt man nun, dafs auch den Thieren (verschiedent- 
je nach dem Grade ihrer Entwicklung) ein Theil von jener 
^enfähigkelt verliehen Ist, welche wir unter dem Namen des 
Randes begreifen, und dafs sie diesen Verstand doch ohne 
^ ei el dazu haben, um ihn anzuwenden und aus seiner Verwen- 
§ jeden, ihrer Natur nach möglichen Nutzen zu ziehen; so 



\^H Wen " ™ an alIe der S le,cl,en una vielerlei ähnliche Thatsachen sammelt und in 

Vi : ^ zn «etzen sucht , um allmählig auf den Grund der Erscheinungen zu Kommen und 
Stl Rren Zusammenhang aufzufinden, schafft man der Wissenschaft wahre und gedeihliche 



»i 






Reibende Resultate: 



nicht indem man die einzelnen Facta mit Absicht media- 



le **** Un d so ihre gemeinschaftliche Beziehung vernichtet, um sie bei einem geistlosen 
Vm* Ufstellen mit dem Tone der Unfehlbarkeit als schlagende Argumente anpreisen xu 






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n «einer mehrfach verdienstlichen, sehr tüchtig gearbeiteten OrniMogia Toscana. 






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mufs man es wohl nicht anders als natürlich finden, wenn^ 
durch Erfahrung dazu hingeleitet, an einem Orte zu Ihrem ^ 
theile Dinge thun, welche sie am andern ohne Nachtheu m 
lassen dürfen: und wenn sie hierdurch, hei noth wendig wer 
häufiger Übung, am Ende eine gewisse Fertigkeit in Yer ?^ 
tungen erlangen, zu denen sie sonst ungeschickt sind oder schei« i 
Diefs glebt ebenfalls ein Augenmerk, welches man nicht uberS ^ )f 
sollte bei Beurtheilung solcher Seiten klimatischer Abweichung 
wie die, welche wir soeben hier nach einander zusammenge 






haben. Noch auf Ein belehrendes Beispiel wollen wir so 
Augenblicke unsere Aufmerksamkeit richten, an de 



m wir 







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sehen werden: dafs dasselbe, was anderswo klimatisch sein» 
derswo auch durch theils örtliche und theils zufällige 

mente bewirkt werden kann. 

Von den beiden Abtheilungen der Enten taucht keine in ^ 
fahr, aufser, wenn sie des Vermögens zu fliegen zufällig ber>* 






(in der Jueend) noch nicht mächtig sl 



und nur die eine, die defshalb so genannten Tauchenten, pö 6 ". 
bald mehr, bald weniger oft, doch im Ganzen häufig, nach $ 
Nahrung (Schaalthieren, Fischen, Insecten und Larven) u" 



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dern, die eigentlichen Enten, thun diefs nicht, sondern n» 
sich gewöhnlich zum Theile von andern, obenauf schwimme^ 
oder durch blofses Untertauchen des Halses erreichbaren, mehr 
getabilischen Gegenständen. Unter sie gehört die Stock- "„ 
gemeine wilde Ente, der Urstamm der zahmen. Nichts desto 
niger haben es die Vögel dieser Art, welche auf dem hie« 1 » 



(ehemal 



Graben unterhalten werde» 



welche zum gröfseren Theile von zahmen, zum kleineren vo» 
den abstammen, zum Theile gemischter Abkunft sind, zu 



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ausgezeichneten Fertigkeit im Tauchen nach Nahrung get^ 
Denn, natürlich beim Füttern weniger berücksichtigt, a' 5 
Schwäne und auf den schwimmenden Futterbrettern von rf 
abgetrieben, müssen sie sich an das zu halten suchen, was 




aus dem 



sinkt ; oder sie müssen sehen, das zu erlangen, was den Sch^ jj 
mit der Absicht , dafs die Enten es nicht erreichen solle« t 






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*Wr langen Hälse leicht hinabfatiren. Die Stockenten haben diefs 
aber bemerkt und sich so gut darnach richten gelernt, dafs 
J e ner sie beeinträchtigende Zweck des Fütterers gröfsten Theils 
Vereitelt wird: indem sie nicht viel schlechter danach untertauchen, 
a ^s eine in ihrer Gesellschaft lebende Tafel- (eine wirkliche Tauch-) 
■^nte. Sie thun es indefs gewöhnlich blofs im Winter, da sie im 
Sommer auch ohne das keine Noth haben. Die wilden hingegen 



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(nicht blofs in Grönland, sondern auch hier 



) 



gerade vorzugsweise im Sommer; und zwar m wasserarmen 
Sommern, wo (wie besonders im diefsjährigen) eine Menge klei- 

X * 

Her, zum Theile sogar recht ansehnliche Teiche, Gräben etc. 
gänzlich, andere meistens, trocken liegen: wo also die Zahl der 
Wasserspiegel, auf denen sie sonst Futter suchen, aufserordent- 

■ 

Uch verringert wird, hingegen aber die Menge kleiner Fische 
und Schnecken, nach welchen sie sich sonst weniger umsehen, um 
eben so viel mehr in einen ungewöhnlich engen Raum zusam- 
mengedrängt wird, sie also für Ersteres bequem, aber gewöhn- 
lich nicht ohne Untertauchen, entschädigt. Hier tauchen denn 
ganze Schwärme lange Zeit beständig auf und ab; gewifs eben 
so gut, und vielleicht noch mehr, als in Grönland, (*) wenn man 
es auch bis jetzt noch nicht allgemein gewufst hat. 



S- 16. 
Einflufs der Jahreszeiten und einzelner, selbst kurzer Zeit- 

i 

Die Klimate mufs Erfahrung kennen lehren, nicht Prä- 



räume. 



sumption sie supponiren 



ter oder 



Nach dem, was wir überhaupt von der Wirksamkeit erhöh- 

Wärme auf Farbenentwickelung gesehen 



en, kann 



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Um 



keinem Zweifel unterliegen: dafs, wenn es sich 

die Erklärung individueller Prädisposition dazu (**) handelt, 

die Witterung derjenigen Zeit im Jahre in Betracht 

m Es war diefs nämlich hier ebenfalls nieder ein , mit grofser Freude verkündigter 
Anhalt des Urhebers der »ganz neuen« Zersplitterungs - »Ansicht . , um die grönländische 
Lockente als Species jetzt wenigstens als Subspecies l !) von den übrigen zu trennen. 

(**) Wobei Wir hier von dem zufälligen, ungünstiger, Umstände abstrahiren, dafs wir beim 
^mpf an ge z.B. südlicherer Vögel, welche den unsrigen sehr ähneln, bis jetzt allzu selten mit 
^fahteiT: ob sie vielleicht in bergigen oder sonst kühleren Gegenden gesammelt sind, und wie 
Bberfcwmt das Klima ihrer Geburtsgegend beschaffen sei, u. dergl. m. 

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gezogen werden müsse, in welcher die Jungen zur 



Welt 



kommen und ihre Befiederung erhalten: in welcher s* e 



zum ersten Male, oder überhaupt, sich mausern, oder, & 1 
welcher auch die Alten ihr Gefieder erneuern. Einzelne Erfah- 
rungen lassen uns bereits Schlüsse darauf machen, wie wichtige 
Erfolge einst eine genauere Aufmerksamkeit auf diese Umstände 
uns zu liefern vermögen wird. 

[So möchte die Erscheinung, dafs gewöhnlich (*) alle in E*" 
nem Jahre, wenigstens in einerlei Gegend, auch von ganz verseht 



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ich 



jene Raupenart vorzugsweise 



häufig 



(nach der hierüber gebräuchlich geworde- 
nen Meinung) durch den allgemeinen Genufs dieser oder jen ef 
Art von Nahrung im Laufe des einen oder des andern Jahre 5 
erklären lassen: da in den meisten Sommern gerade diese oder 

in einer Gegend zu sei* 1 
pflegt, und demnach allen Kuckuken vorliegt. Für die Erfahrung 
hingegen: dafs es in manchem Sommer mehr, in einem an- 
dern wenigere, rothbraune oder rothbraun gefleckte jung e 

Kuckuke giebt, — für diese dürfte der Grund wohl i n der, all- 
gemeinen oder periodischen, atmosphärischen Constitution 
des betreffenden Jahrgangs zu suchen sein: deren grofse, ent- 
schiedene Wirksamkeit ja schon der anorganischen, noch weit meh r 
aber der organischen Physik (Physiologie) und ihrer practischen 
Anwendung auf das physische Leben (der Heilkunde), so oft Ver- 
anlassung zu den anziehendsten Betrachtungen, Untersuchungen 
und Schlüssen liefert. (**) Spätere, genauere Beobachtungen möch- 
ten daher wohl das Resultat geben: dafs ungewöhnlich warme 
Sommer auch bei uns eine, durch temporär -klimatische Abände- 

(*) Gewöhnlich — , aber, wie eigne Erfahrung mich gelehrt hat, keineswegs immer} 
denn ich habe gleichzeitig die äufsersten Verschiedenheiten gefunden. — • 

(**) Es kann keinem Bedenken unterliegen: dafs die Nahrung in gewissem Grade im Stand* 
sein möge, eine Veränderung in den Saften hervorzubringen, welche die Hülle eines Embryo 
(die Eierschaale) färben, dessen erstes Entstehen so sehr in die Nähe der Verdauun r -sorfra ß6 
fällt ; ganz vorzüglich beim Kuckuke, dessen sonderbare Zeugungseinrichtung so nahe (ja, * cD 
glaube : gänzlich — ) von seiner eigenthümlichf n Nahrungsweise abhängt. Aber es läfst sick 
nicht denken, dafs ein Einfiufs dieser Art sich je auf die Beschaffenheit des werdendem 
eigentlichen Keims zum Embryo (denn der Embryo selbst entwickelt sich ja erst nach de& 
Austritte aus dem Leibe der Mutter) erstrecken könne oder dürfte. In der That kommen b e * 
allen Vögeln, mögen sie noch so sehr variirende Eier legen, Junge von ganz gleichem Aussehe 
aus Eiern der entgegengesetztesten Färbungen hervor. 



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ru ogen denen der Sommer in südlicheren Gegenden nach Ver- 

«altmfs entsprechende Erscheinung hervorrufen.] 

Bedenke man nun : in wie vielen, mannichfachen Richtungen 
s °lche miteinwirkende Zeit- und Lokal - Umstände sich, uns unbe- 
an *it, mit einander verbinden und sich unter einander durch- 



k 



^euzen mögen, und wie sie somit die Erscheinungen verwickeln 
°der oft geradehin umkehren können; dafs sie hiermit aber doch 
a "e die Regel durchaus nicht umstofsen, sondern dieselbe in der 
Juat nur befestigen; dafs sie uns dieselbe eigentlich auch nur um- 



zukehren 



Wahrnel 



im Einzelnen, oder in ihrem Zusammenhange, noch häufigst so 
gut wie gar nicht da sind; — und gewifs, man wird in Zukunft 
etwas vorsichtiger urtheilen über Fälle, bei welchen man viel- 



leicht nicht seit 



en selbst und allein, nicht das Princip, sondern 



üur seine mangelhafte Anwendung, oder der Mangel hinreichen- 
der Erfahrungen zur unbemängelten Anwendung desselben, die 
Schuld trägt, wenn man sie befremdlich findet* 

Anmerk. Überhaupt haben mehreren, selbst der sonst umsich- 
hgern Ornithologen, einige der einleuchtendsten unter den einzelnen 
Erscheinungen der Art nur defswegen befremdend geschienen: weil 
man in der Zoologie bisher so oft auf die wunderlichste Weise Klima 
Und absolute (mathematisch-bestimmte) Lage verwechselt oder beide 



Jas et nef t 



Man hat die Klimate nicht so 



genommen, wie sie wirklich sind, sondern so, wie sie nach der 
Lage unter den geographischen Parallelkreisen sein sollten. Man hat 
sich dieselben also nach einer, durch unendlich viele Ausnahmen un- 
sicher gemachten Regel selbst eonstniirt (*) ; und diefs ist es, womit 
^an sich schon öfters Schwierigkeiten selbst erregt hat, wo in der Wirk- 
lichkeit gar keine sind. Man hat Klima und geographische Lage ver- 
wechselt: des Klima zweier Orte oder Gegenden verhält sich 
aber oft gerade umgekehrt wie ihre Lage; d.h., hauptsächlich 
^gekehrt wie ihre relative Stellung zu den Parallelkreisen: und 

ei * südlichei 



:er Landstreifen kann bald ein für alle Mal, bald zu ö 



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^issen Zeiten des Jahres kälter, nicht wärmer, als ein nördlicherer, 



da 



(*) Es begreift sich bald, dafs diese ^mä« - approximative Constrnction der Klimate nur 

Un richtig sein könnte , wenn — das Land auf der ganzen Erde überall gleichmäfsig eben, 

* e,ne Atmosphäre unbeweglich oder von der oes Meeres durch eine durchsichtige, aber luftdichte 

^d mindestens einige Meilen hohe Scheidewand unbedingt getrennt, nnd wenn endlich der Bo- 

fn selbst und seine Bedeckung überall völlig gleich beschaffen waren ! — - 




















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100 



und zwei nahe gelegene können wegen Verschiedenheit der Umg e " 

nicht unbedeutend verschieden sein. Man mufs sich also nicht so 



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leicht irre machen lassen durch Kreuzungen der Klimate, mit welche 
sich dann nach Umständen gewöhnlich auch die klimatischen Vari^" 
täten der Thiere kreuzen und kreuzen müssen. 

So haben wir bereits von jenem Unterschiede der Klimate u n 



Welttheile 



Gan- 



zen zeigen. Dabei giebt es jedoch (wie schon durch Beispiele gezeigt 



je nach der besonderen Beschaffenheit einzelner, bald kleiner, 



bald 



grofser Erdstriche, namentlich je nach ihrer Lage gegen benachbart 6 
Meere und Gebirge und nach ihrer Erhebung in den Luftocean, n aC 
dem leichten Entstehen und häufigen Vorherrschen partieller Wifld ß 
etc., eine Menge von Modifikationen, die sich dann räumlich ba™ 
mehr, bald weniger weit ausdehnen. Modifikationen, deren genaue^ 
Bestimmung nicht hierher gehört, deren Dasein aber erwähnt werde* 1 
mufs, und die wir zum Theile schon in Anwendung auf unsern Zwec* 
bringen können und in Zukunft häufig werden bringen müssen : der#* 
Bekanntschaft folglich auch der Ornitholog zu suchen hat, wenn e( 
Dinge genau nach ihrem Ursprünge erforschen und erklären will, fc u 
deren Wahrnehmung und systematisch -richtiger Feststelluno- es nun* 
mehr blofs einer genauen Beobachtung der dargelegten Erfahrung^ 
regeln bedürfen wird. — Hier nur wenige einzelne Beispiele hinsiebt* 

lieh Europas : 

Die Differenz zwischen Sommer und Winter ist in der Näh 6 
des Meeres geringer, als entfernt davon': daher die Sommer dort 
kühler. So ist z. B. die Sommerwärme in den Gebirgsthälern ^ 
Osten Frankreichs und in den deutschen Rheinlanden im Allgemeine* 1 
der Sommerwärme solcher Orte im westlichen Frankreich deich? 



welche 3° südlicher liefen. 



Im Westen der scandinavischen Gebirg e 



ist die mittlere jährliche Temperatur um 2° höher, als im Osten der 
selben; auch herrscht da ein kleinerer Unterschied zwischen der Sofl 1 ' 
mer- und Winter -Temperatur. Im Süden der Alpen und im Westefl 

Scandinaviens fällt mehr Regen. Im nordwestlichen Frankreich i# 
dem Weine die Meeresnähe nachtheilig durch das Herabdrücken d#* 
ihm nöthigen Sommerwärme: obgleich auch der Winter durch & e 
gemildert wird; östlich hingegen geht der Weinbau, ebenso wie di^ 



selbe Sommerwärme, weiter nach Norden. 



Wir haben bereits g e 



dagegen in 



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sehen, dafs die Birken im Norden, die Nadelhölzer 
Schweiz, höher aufs Gebirge hinaufgehen; auf dem Kaukasus aber» 
noch südlicher als die Schweiz, kehrt die Sache sich dennoch um 
Die Schneelinie sinkt in der östlichen Schweiz um 400' tiefer hinab 






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Die Gegend von Triest zeichnet sich 
nach Verhältnifs seiner geographischen Breite besonders 



Darmes Klima aus, welches noch wärmer ist, als das Klima des, ein 
^enig südlicheren, mehr westlich gelegenen Mailand ; dennoch "gedeiht 
der Ölbaum nicht wohl in dem Thale östlich von Triest : weil dieses 



Winde 



bedeutender Kälte, 



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ausgesetzt ist.« (**) 

Ebenso wird auch den Abweichungen eines Vogels in einem 
Lande gegen ein anderes in Bezug auf seine Färbung und auf 
die Einrichtung seines Haushaltes nicht blofs die durchschnittsmä- 
fsige Jahrestemperatur desselben, sondern auch die Mitteltempe- 
ratur des Sommers und Winters, ja die Temperatur einzelner 
(in Bezug auf seine Erziehung oder Mauser wichtiger) Monate, 
die relative Zeit und Menge fallenden Schnees und Regens etc. 
bald günstig, bald störend entgegentreten. 

[Wenn also z.B. die Haussperlinge Dalmatiens, nur ein- 
fach mausernd und Standvögel, dem gröfseren Theile nach weni- 
ger entwickelte Farben zeigen, als die von Süd-, Mittel- und 

Ostitalien ; so ist dabei zu bedenken, dafs Dalmatien vermöge sei- 



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bat, minder warm zu sein, als das gegenüberliegende Italien in 

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gleicher Entfernung vom Erdgleicher. — "Wenn dagegen umge- 
kehrt schwarzköpfige Bachstelzen oft, vielleicht in der 
That öfter als auf der italienischen Halbinsel, dort vorkommen; 
so ist hierbei der Umstand in Anschlag zu bringen: dafs, wenn 
beide in gleicher, und zwar in gerader Richtung, nacb Süden zie- 



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der klimatischen Beschaffenheit ihrer winterlichen Bestimmungs- 



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müssen, als die italienischen: wo dann beide ihre Frühlingsmauser 

en, in welcher bei den älteren Männchen der graue Kopf 

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Auch müs- 



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schwarzgefleckt, grauschwärzlich oder schwarz wird. 

sen sie zuverlässig aus einem so gebirgigen und von einer so 

(*) -TJ^ekehrt in Norwegen ! S. 75. B e i 1 ■ c h m i e d PHgeogr. S. 88 - 89, 60 und 70, 68. 
(**) S c h o u W Pflanzengeographie S. 82. 
(***) Denn noch fehlt es an beinahe allen daselbst angestellten physil* aliseben Beobachtungen. 
Üas vyeifs man jedoch gewifs, dafs es von kalten Wintern heimgesucht wird. ~ 
(****) Denn am Mittelmeere hören die Ursachen zur Abbeugung des Zuges nach Westen auf. 



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102 



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höchst gebirgigen Nachbarschaft umgebenen Lande, wie Dlyricn 
und besonders Dalmatien ist, eher fort, und können erst spät zurück-' 



anders, als früher eintreten 



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dauern kann, als in dem, doch merklich ebneren Italien. Endlich 
können sie hier, ohne den Cours wesentlich zu verändern, meist 
und lange zu Lande fortgehen ; während sich den dalmatinischen, 
einmal aufgebrochen, keine Gelegenheit zum Verweilen unterwegs, 
ja kaum ein Ruhepunkt, darbietet.] 



Solche, weit verzweigte Verhältnisse, nicht blofs die Grade 
der Breite, hat man zu berücksichtigen, sobald man über das 
Sammeln der Thatsachen hinausgehen, und sie auch erklären 
will. Ein Streben, zu welchem es leider selbst bei aller Umsicht 
oft noch gar sehr an denjenigen Hülfsmitteln fehlt, welche andere 
Zweige der Naturkunde uns dafür liefern müssen! — Und die 



Zoologie hat es sehr nöthig, sich näher, als bisher, mit diesen 



zu befreunden. 



$. 17. 



Mit der immer gröfser werdenden Ausdehnung des Vaterlan- 
des bei manchen Species sind auch manche, früher nicht vorhan- 
dene, klimatische Abänderungen erst entstanden. — (Wie- 
derholter Beweis: dafs solche also, schon defshalb, nicht als Species 

aufgestellt werden dürfen.) Ilückgehen derselben. 

Wirft man uns nun zum Ende noch yon historischer Seite 
die, schon früher mehrfach berührte Frage auf: ob wohl alle 
diese hier behandelten Abänderungen auch schon gleich an- 
fänglich entstanden sein, oder ob sie sich zum Theile erst 
später als solche entwickelt haben mögen; so beantworten 

eben 



(mit dem Beifüg 



so gut, wie sich klimatische Racen von Hausthieren gleichfalls 
erst nach und nach, wiewohl aus einleuchtenden Gründen fes- 
ter, gebildet haben.) W 



auf die oben angeführte und in sehr vielen Fällen gewifs stets 
richtig bleibende Äußerung' von Faber zurück, die ich nur im 
mathematisch - buchstäblichen Sinne nicht unterschreiben möchte; 
auf dre Ansicht : dafs die weitere Verbreitung der Vogelarten all- 
rnählig, von einer centralen Region ausgehend, in immer weite- 



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re ni Umkreise erfolgt sei ; dafs sie also wenigstens nicht bei allen 
Vox * jeher so gewesen sein könne, wie sie heute ist. Sobald 



öle ser, leicht darzuthuende Satz erwiesen ist, so folgt auch mittel- 
er aus demselben: dafs solche weit verbreitete Arten, wenn sie 
überhaupt klimatisch variiren, summarisch genommen, in der Vor- 
ort nicht immer schon alle die verschiedenen Charactere an sich 
getragen haben können, welche sie, ins Gesamt gerechnet, (d. h. 
^lle jetzt unter den verschiedensten Klimaten obwaltende Verschie- 



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**rir vorbehalte, mich späterhin, vielleicht in einigen Vorbemer- 
kungen zum 2 ten Theile des ornithologischen Handbuchs, ausführ- 
licher über die historischen Data zu verbreiten, welche die all- 
ttiahlig geschehene und noch fortwährend geschehende Erweite- 
rung des Vaterlandes so mancher Vogelarten (**) beweisen; so 
^ill ich nunmehr hier nur die, für die meisten Leser noch neuen 
Erfahrungen über einen einzigen Landvogel aufnehmen, der in 
dieser Hinsicht noch darum ein erhöhtes Interesse gewährt, weil 
^r bei seiner Gemeinheit gerade unter diejenigen gehört, welche 

sehr bedeutend nach dem Klima abändern und defshalb zum Theile 
in mehrere Arten zerspalten worden sind. [Es ist der Haus- 



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Bei ihm läfst sich die Zunahme seiner Verbreitung im asia- 
tischen Rufsland chronologisch genau nachweisen. (***) E 
geht hier so weit nördlich und östlich, als es noch Saatfelder 
giebt, erschien aber auch nirgends früher, als bis es deren gab; 
*B. am Irtisch in Tobolsk, nachdem die Russen das erste Acker- 
Wd gepflügt hatten. Nim kam er 1735 sogar am Obi hinauf 
kis nach Beresow, im Jahre 1739 nach Naryn, etwa 15° L. wei- 

(*) Je mehr sich , bei -weiterem Forschen und Vergleichen, je die Richtigkeit dieser An- 
8jc **t durch Zunahme der einzelnen Bcweisfälle als allgemein gültig bewahren sollte; umso 
^r müfsten auch die (im Folgenden) für Einen Fall in Betreff der Selbständigkeit der Arten 
S e *ogenen Folgerungen immer mehr allgemein anwendbar werden. Und wie grofs möchte sich 
Äic ^t die Zahl solcher Fälle bereits gegenwärtig machen lassen! — Doch, diefs gehört mehr in 
Cil * besondere Geschichte der Vögel und ihrer Verbreitung , die man hiervon eben so gut tren- 
^^ kann und soll, wie man die Geschichte der Pflanzen und ihrer Verbreitung \on der allge- 
meinen Pflanzengeographie getrennt hat. Vergl. Schouw, Einleitung. 

(**) In Europa, namentlich in Deutschland, das Heraufrücken südlicherer Spe- 
*ie S; vrofür schon Hr. Bruch (Isis 1831, S. 409) einige Belege geliefert hat, die sich noch 
* e **r beträchtlich vermehren liefsen. , "■ 

.(***) Pallas bat diefs gethan in der Zoographia rosso -asiatica Tb. II, n. 197. 



















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104 



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ter östlich (*). An der Lena in ihrem oberen Laufe, im Gouver- 
nement Irkutzk, war er, wahrscheinlich von Süden her, schon i* 11 
Jahre 1710 erschienen; aber an allen diesen Orten ist er j ei% 
gemein, zum Theile sehr häufig, und er fehlt dem unbebaute» 
Kamtschatka immer noch. Ebenso ist er nicht blofs nicht imfl* er 
so weit nach dem Norden Europas hinauf gegangen, wie g 
genwärtig; sondern es läfst sich, mit Zuziehung der eben g e " 
nannten und anderer historischen Facta, auch darthun: dals ^ 
der Zeit, als noch Auerochsen und Rennthiere ganz Deutsch 
land bewohnten, sich gewifs noch kein Haussperling bei uns 6 " 
ren Vorältern angesiedelt hatte: da er in den damaligen, fast W 
unterbrochenen Wäldern seiner Natur nach begreiflicher We lS 
gar nicht leben konnte, und die ältesten TJrbewohner unsere r 
Heimath anfänglich nichts von Getreide, dann kaum ein Wenig 
Hafer bauten, Weizen und Gerste aber, die Lieblingsfrüchte de 5 
Yogels, erst durch die römischen Kolonien kennen lernten, ufl* 
den Roggen noch später erhielten. "Wenn er nun aber in de# 
damals schon ziemlich ebenso fleifsig und allgemein wie heut kul" 
tivirten, also (**) wohl klimatisch ebenso wie heut beschaffene** 
Italien gewifs so oder fast so aussah, wie heut, dagegen jedoch 
bei uns jetzt, nach seiner von dorther erfolgten Verbreitung i lX 
uns, anders aussieht, als dort; so ist die vermeinte specifische Ver- 
schiedenheit der italienischen, spanischen und griechischen Stamm" 
rage (Fringilla cisalpina Temm. und Fr. hispaniolensis £/•/ 
von unseren deutschen, von den holländischen und von allen noch 
nördlicheren Abkömmlingen derselben ja schon historisch umge* 



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(*) Welch' bedeutendes Fortrücken binnen einem so kurzen Zeitraum 0, 
Hier zeigt sich wohl sehr deutlich jener, ihm besonders von Nilfson erfahrungsmäfsig zug e ' 
schriebene, -wunderbar feine lnstinct, neu - angelegte Wohnungen und neu -bebaute Felder $0" 
gar in der Entfernung aufzufinden. Derselbe scheint indefs zugleich auf die Möglichkeit hu 1 * 
zuweisen, dafs auch er unter den eigentümlichen Klimaverhältnissen von Asien in manche« 1 
Gegenden desselbeu Zugvogel werden könne 5 und vielleicht stehen hiermit die beiden U*»' 
stände im Zusammenhange, dafs er das weit entfernte, wüste Felsenland Dauurien bewohn 1 » 
und dafs er bereits in der Bucharei (nur zuweilen?) mit ausgezeichneter Erhöhung der F» 1 " 
ben variirt. Ferner läfst sich die Ausübung jenes besonderen Spür - Instincts , den er nov* 
jetzt in Nordländern zeigt, füglich nur mit den Eigenschaften und Sitten eines Strichvogel 
nicht mit der Gewohnheit eines Standvogels vergleichen , für welchen wir den HaussperÜ » 
bei uns allgemein, aber wahrscheinlich schon häufig mit Unrecht (in Städten gewifs mit Recbv 
ansehen. Also auch hierbei Verschiedenheit unter verschiednen Klimaten. — 

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(**) m~ da das mitbestimmende Hauptmoment der Klimate, die so genannte relative vVel 1 " 
Stellung (in Hinsicht auf umgebende Länder oder Meere), so unveränderlich ist, wie die Lage, ■"*" 






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stofsen: (*) (ganz abgesehen also von den Gegenbeweisen, welche 
n °ch die Continuität der endlosen Abstufungen, nicht allein unter 
Ve rschicdenen Klimaten, sondern sogar unter einerlei Himmels- 
re gion, uns liefert.)] 

Anmerk. Denn sie fernerhin noch als Arten trennen zu wol- 
fea, statt sie als blofse Abänderungen wieder unter Einem Namen zu 
Ve reini<ren, w äre die völligste petitio principii in Bezug auf einen vor 
Aller Augen liegenden Grundsatz der Natur, der eben so allge- 
mein anerkannt, als erwiesen ist, und der sich sogar Jedem von 
Anfano- her aufdrängt: dafs der Zweck der Fortpflanzung die 
Erhaltung der Species ist. I 

anderer Species halten wollen, als die Individuen des Urstammes, das 
Wfse doch der Fortpflanzung nicht die Erhaltung der vorhandenen, 
andern auch die Hervorbringimg neuer Species zuschreiben. Es hiefse 
der Natur das Gestatten eines regellos -willkürlichen Phänomens zu- 
bauen, dessen unausbleibliche Folge eine unabsehbare Verwirrung 
s eiu müfste, eben so grofs, wie seine Unbeschränkheit. Würde ja 
doch selbst eine Bildung neuer Arten durch Verbastardiren von je 



Wesen 



schl 



*Wei anderen Arten schon in weit, weit minder laxe Gränzen einge- 
ossen sein, als deren Entstehen aus der Begattung von Individuen 
Einer Art, möchte dasselbe auch immerhin so allmählig geschehen, 
als es irgend wollte! Und gleichwohl findet schon sie nicht Statt. 
Jedermann kennt vielmehr das, allen Anzeigen nach unbedingte In- 
terdict, mit welchem die Natur in dieser Hinsicht die Zeugungskraft 
der Bastarde belegt hat: (**) dafs sie sich nicht als selbständige We- 
sen für die Dauer erhalten dürfen, sondern dafs sie (ohne ein beson- 
deres mühsames und künstliches, noch dazu höchst selten durch Er- 
folg gekröntes Zuthun des Menschen) stets individuell wieder unter- 



gehen müssen, 



so wie sie nur individuell entstehen dürfen; dafs sie 



a lso nie Rechte auf ein fortbestehendes Dasein, auf ein Dasein als 
Species, erwerben können, 

(*) Defshalb -würde man, vom streng- geschieh tlichen Gesichtspunkte aus, allerdings rich- 
tiger nicht sowohl den italienischen, spanischen und ägyptischen Sperling als die südliche 
Wanderung des unsrigen, sondern diesen vielmehr als, nö r d liehe V ar ie t ä t von jenem, 
*»d jenen \ls TJrstamm , anzusprechen haben. Indefs bleibt diefs eine blofse, für die Sache 
** sich -leichgültige Formalität , sobald der Umstand , dafs man doch immer zunächst für das 
Irland schreibt , die billige Rücksicht erheischt : beständig von dem Vaterländischen , als 
*W Nächsten und Wichtigsten, auszugehen. 

insofern sie sich nicht etwa, -wie zuweilen , mit einem der beiden Urstämrae ver- 
gehen : in welchem Falle ihre Nachkommen in diesen zurückschlagen. — Doch scheint ja 
**<* dieses Ereignifs schon ein solches, welches nie im Freien vorkommt ; wie besonders in 
Skandinavien die Erfahrungen Über den Bastard der Auerhenne mit dem Birkhähne zeigen. 



(**) 


















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106 



(*) D.h. z.B., um bei dem vorliegenden Falle zu Heiben: es ist, wo möglieb, mebr a* s 
verkehrt, wenn Jemand einen siid - oder mitteldeutschen, der Fringilh cisalpina gleichend«^ 
Haussperling doch nicht zu dieser Quasi -Species zählen will, — darum: weil der Vogel deut- 
schen Ursprungs, und nicht jenseits der Alpen geboren ist J 



Überdiefs haben wir ja auch gerade beim Haussperlinge, W e 
bei anderen Vögeln, gesehen, dafs an einem Orte das höhere Att er 
ganz das Nämliche bewirkt, was an einem andern das Klima th ut# 
Es wird aber doch wohl einer Seits Niemand die lächerliche Behaup* 
tung wagen wollen: auch das Alter mache Species aus Individuen 5 
und anderer Seits kann, wer irgend nur einigermaafsen conseq« en 
verfährt und folgerichtig denkt, doch unmöglich blofs darum {& xr ' 
gnostisch) gleiche Dinge für (speeifisch) ungleich halten, weil sie & c » 
nicht auch an ganz gleichen Orten befinden (*) ; -— zu geschwelg 60 ' 
dafs auch wieder jedes bestimmte Abgränzen dieser verschiedn^ 
Orte rein unmöglich ist. Wenn es also keine Alters-Art e ° 
giebt, so kann es auch keine klimatische Arten, sonde^ 
blofs Abänderungen geben! — Tertium non clatur ! 

Weder die logische Definition, noch die naturhistorisch -sys^" 
matische Feststellung und Werthbestimmung dessen, was wir Abän* 
derung nennen, (sei es nun klimatische oder Alters- Abänderung lU 
bestimmter Absonderung beider von einander, sei es in ihrem gewöhn 
liehen Ineinanderfliefsen — ) keines von beiden kann uns je verhindern» 
eine Abänderung erst dann, aber dann auch überall, als solche zu b^ 
trachten, wenn und wo sie als solche erscheint. Denn ein Voeel kan# 
nicht blofs einen jungen erzengen, welcher fürers t, und nach Umstäfl* 
den vielleicht für immer, zu einer anderen Abänderung gehört, als & 
selbst: sondern der junge mufs sogar, wenn der alte ja eine entschi 6 " 
dene Altersabänderung (Varietät des höheren Alters) bildet, natürlich 
eo ipso, als junger, zuerst einer andern Varietät angehören; und d# J 
wir wissen, dafs klimatische und Altersvarietät untrennbar in einafl" 
der fliefsen, so wird, was für die letztere gilt, auch für die ersteh 
gelten. Dafs hingegen ein Vogel einen Nachkommen zeugen sollte, d& 
eine andere Art ausmachte, als er selbst, diefs giebt weder die Logik» 

/ 

noch die Systematik zu, noch könnte es je die Natur gestatten. 

Sobald man weifs, wie klimatische (namentlich Farben-) 
Varietäten entstehen, so kann es keinen Zweifel unterliegen* 
dafs sie wieder zurückschlagen, d.h. sich dem Urstamm^ 
nach und nach wieder nähern können, nach Umständen sogar n*ä' 
hern müssen, wenn sie wieder unter den entgegengesetzten YoS" 
mischen Einwirkungen zu leben anfangen. Sehen wir diefs schoo 



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107 

ei Hausthierra^en, auf deren Erziehung der Mensch so vie- 

eu Einflufs ausübt, und die er mit Mühe rem zu erhalten sucht, 

ei ' hlofs bestimmte Racen ihm zu bestimmten Zwecken so vor- 

geeignet erscheinen; so mufs dieses um so mehr bei 

cr-Varietäten der Fall sein, welche ihrer vollen nä- 
mlichen Freiheit geniefsen und somit die ungeschwächte 
Ortung des Klimas fühlen, dessen Macht keine menschliche Sorg- 
a 't und Kunst von ihnen abhält. Und doch beruht, wie Jeder 

i 

^fs, der Character der Hausthierra^en gewöhnlich auf ganz an- 
er n, unendlich viel fester stehenden Dingen, als auf — der Farbe; 
^mjenigen Punkte, welcher, unter allen der am leichtesten verän- 
derliche, in seiner Veränderung fast allein das sehr bedeutend 

I [Ganz 

stimmt werden italienische und spanische Haussperlinge, zu uns 

bracht, den deutschen, besonders aber deutsche (*), nach jenseits 

er Alpen und Pyrenäen an den Fufs der spanischen Hochebenen 



^'laracteristische der klimatischen Varietäten ausmacht. 



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^d den Strand des Mittelmeeres versetzt, den dortigen nacl 
^gen Jahren entweder schon selbst ähnlich sehen; oder es wer- 
qe U wpmVstpns ihre dort gezeugten Nachkommen im zweiten, 



'wenigstens 



bitten Gliede jenen gleichen. Tetrao scolicus, nach Lappland 
^bracht, "wird gewifs, und vielleicht bald, zum gewöhnlichen 
*• sallceti werden, und umgekehrt; d.h. die winterliche Farben- 

Wanderung wird beim ersten dann wieder eintreten, beim zwei- 



sogar 



ter * aufhören. (**)] Wenn es bekannt und gewifs ist, dafs 

^% schwarz gebornen, Neger zu bleichen fähig sind und beson- 

^ r s dann etwas heller werden, wenn sie noch jung bereits gegen 



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rden gebracht wurden; so darf man wohl billig wiederum gar 



** lc hts Wunderbares darin finden, wenn die frei lebenden Thiere 
Ur ch abwechselndes Versetzen hier lichter, nach Umständen zum 



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eile weifs, und nach Süden hin dunkler werden. (***) Aber 



^ durch die dabei obwaltenden Umstände besonders verbürgter 
**H «nll ln'pr angeführt werden, weil derselbe zeiVt: dafs manche 



soll hier angeführt werden, weil derselbe zeigt: dafs ma 



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diese natürlich defshalb um so eher und gewisser, weil sie im höheren Alter viel- 



^t auch schon hier bei uns so geworden sein würden — 

(**) So könnte man gewifs unbedenklich darauf rechnen, dafs Exemplare von Lepus borealis, 
* U * Skandinavien nach Britannien geschafft, hier die Neigung, einen weifsen Winterpclz auzule- 
^ n » nach einigen Generationen nicht mehr besitzen würden. 

(***) Verjrl, hierneben auch die Note zu S. 14-15. 






















































































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108 






klimatische Varietäten, wenigstens solcher Species, die vo 
zugsweise vor vielen andern zum Variiren geneigt sind, sl 
sogar recht schnell ändern können. 

[Das zoologische Museum zu Berlin erhielt vor mehr ere 



Jahren im Winter einen lebenden sehr weifsen Mäusebussa 



rd 



mit so verstofsenem Gefieder an Flügeln und Schwanz, 
er so nicht ausgestopft werden konnte. Doch war, da so 



lebe 



Vögel nicht zu den gewöhnlichen Erscheinungen gehören, v 
denen nicht jeden Winter viele aus Norden zu uns kommen v. " 
sein Besitz für die Sammlung erwünscht. Defshalb wurde er * 
Pflege in die Königliche Menagerie auf der Pfaueninsel bei ¥° 
dam gegeben, um ihn zuvor dort mausern zu lassen, dann 
tödten und zuzubereiten. Als er jedoch nach erfolgtem Fed e 
Wechsel abgefordert werden sollte, war er zu einem so gewÖ* 1 



liehen braunen geworden, dafs man ihn in seinem 



damalig 



Zustande für das Museum gar nicht wiedernahm, indem er 
ganz entbehrlich war; wefshalb er nunmehr dort blieb. (**)] 

* — ■ 

(*) Obwohl in manchen Sommern, -wahrscheinlich nach lange anhaltenden Wintern, 
zelne hier zurückbleiben; wo sie sich alsdann mit gewöhnlichen braunen \erpaaren. 

(**) Die mir genau mitgetheilten Umstände hierbei waren von der Art, dafs sie einer 
wechselung des Vogels mit einem andern durchaus keinen Raum gelassen haben * ? besonders? 
auch damals gar kein Bussard weiter in der Menagerie gehalten wurde. 



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ausführlichere Erörterungen 



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Zu §. 1., S. 3. 



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ie hellen Farben -Ausartungen entstehen also durch eine gewisse 
ingelhaftigkeit. Bei Ausartungen der Form, welche endlich 
^ sogenannten Monstrositäten werden können, und selbst bei Aus- 
^tungen in regelwidrig dunkle Farben, kömmt mifsleiteter Bil- 
^ngstrieb hinzu. 



Zu g. 3., S. 7. 



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" Durch chemische oder dynamische, Zersetzungs- oder Stimu- 
a tions-Processe, oder durch beide zugleich, u 

Für die Entwicklung erhöhter Zersetzungs - Processe 
"Urch erhöhte Wärme unter südlicherem Himmel, und überhaupt 
^Hter gewissen relativen Klimaten in oft ziemlich beschränkten Di- 
s tricten, möchten selbst schon mit die Erfahrungen der Botanik unter 
ähnlichen Umständen ein sehr lautes und verständliches Wort sprechen. 
Vergleichen wir hierzu die bekannten Erfahrungen blofs über eins der 

ibauten Gewächse, den Weinstock: 

An merk. (*) »Die geographische Breite wirkt auch auf die Beschaffenheit und Güte 
*der Trauben und des Weins. Im nördlichen Europa hat der Wein eine grofsere Neigung zur 
*Säufc als im südlichen. Blan vergleiche den Rheinwein mit den sicilianischen oder gnechi- 
4s chen (**) Weinsorten. Auch die Stärke des Weins nimmt in der Regel gegen die Wendekreise 
* Zu * Eine Ver°leichunsr der eben genannten südeuropäischen Weine, so wie des Madeira -Weins, 
^it den nordeuropäischen wird diesen Satz beweisen ; doch erhalten letztere durch Alter eine 
*gröf Sere Stärke. (***) Übrigens scheinen specielle Lokalitäts-Verhältnisse von bedeutendem 
^influfse zu sein. So zeichnen sich verschiedene ungarische Weine (z. B. der Tokayer) bekannt- 
*^h durch Stärke aus, deren Ursache Wahlenberg (****) in den vorherrschenden trockenen 



■ 



Glichen Winden sucht, (f) Oft trifft man in einer gewissen Gegend, oder auf einem ein- 
zeln, 



eu Berge, Wein von eigentümlichem Geschmacke (Constantia, Hochheimer u. s. w.) <c (tt)' 



(*) S. Schouw Pflanzengeographie, S. 211-12. 



(**) 



und spanischen — (die herben spanischen werden aus unreifen Trauben gekeltert.) 



(***) Wem müfste hier nicht auch der Erfahrungsatz einfallen, dafs sogar die Vögel bei 
***** im. Alter den südlicheren ähnlich werden?! ~ 

(****) Flora Carpathorum prineipalium pag. CIL und CHI. 

(t) Sind doch auch die Haussäugethier- Ragen Ungarns zum grofsen Theile von eigenthüm- 
* 1Cß em ebenfalls dem mancher südlichen ähnlichem Character ! — Siehe weiter unten. 

(tt) Hierzu würde der Inhalt fast de* ganzen §. 7. gegenüber zu halten sein. 






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Auch bei den Tliieren, namentlich bei Säusthieren, werden W 1 
später (*) den Einflufs kennen lernen, welchen zum grofsen Th eli 
gerade die nämlichen klimatischen Verhältnisse, wiewohl bei iho el1 
vielleicht mehr durch stimulirende Wirkung, ausüben. 

Das Dasein verstärkter Erregungs-Processe ist, insoW# 
solche sich auf Erhöhung der animalischen Temperatur beziehen, ltl 
neuerer Zeit schon durch Untersuchungen der Physiker und Phy sl °" 
logen auch materiell dargethan. J. Davy (**) hat durch eine U&$ e 
von Versuchen in sehr verschiedenen Weltgegenden gefunden: ^ a 
die Einwohner wärmerer Klimate wärmer sind; dafs M eir 
sehen, welche aus einem kälteren Klima in ein wärm el ' e 
kommen, wärmer werden; dafs ferner namentlich die Yög e 
unter allen Tliieren am wärmsten sind. 

Mögen immerhin dergleichen beobachtete, für künstliche M e ' s ' 

# 

Instrumente empfindbare Unterschiede nominell nicht bedeutend sei*' 

* 

so müssen wir doch nicht vergessen : dafs auch bei andern Steigerung 8 " 

tfer^ 

dem organisch -Empfindbaren entspricht. Bekanntlich wird z. B. aU^ 



und aufgeregten Zuständen das mechanisch -Mefsbare nur sehr en 



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Transpiration das Thermometer eine gegen die gewöhnliche erst v& 
wenige Grade, d. h. in einem für das organische Gefühl durchs 5 
aufser Vergleich stehenden Verhaltnisse, gesteigerte Temperatur er> 
geben. Das Leben läfst sich nicht greifen, noch messen. — 

Das Licht, unter heitrerem Himmel in reinerer, viel wenig cr 
mit sichtbaren Dünsten, welche die Sonnenstrahlen schwerer durch' 
lassen, erfüllter Atmosphäre viel stärker wirkend, kann sich eb^ 1 
sowohl als chemisches (zersetzendes), wie als dynamisches (s*** 
mulirendes), hier vorzüglich als Wärme erzeugendes Moment, & 
seiner Kraft zeigen. 

Es ist bekannt, dafs Licht sowohl auf anorganische, wie auc* 1 
auf organische Körper, und in beiden Richtungen, namhaften zu** 1 
Theil ausserordentlichen, Einflufs äufsert. Nach den neuesten un^ 
ausgedehntesten Untersuchungen (***) erstrecken sich die Verändernd 
gen, welche es hervorzubringen vermag, auf alle Arten chemisch** 
Processe; und vorzugsweise sind die säurehaltigen Stoffe seiner Ei*** 



Wirkung unterworfen. — Der höchst wesentliche Einflufs des Licb t5 



(*) Gegen das Ende dieser Zusätze. 

■ 

(**) The Edinburgh philos. journ. T. XIII (1S25), p. 300-312; T. XIV (1826), V 3$ " 
47 : über die Temperatur der Menschen und Thiere. 



(***) Die chemischen Wirkungen des Lichts; dargestellt 
1832; besonders S. 119 ff 



von 



Prof. Dr. Gast. Sack«*' 









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nd Säugthierhaare aber sind Pflanzen auf Thierkörpern. Licht ist 
Ur eigentümlichen Entwickelung des Colorits den meisten 

Uli 1 • 

r chaus nöthig. So kann z.B. hitziges, aufregendes Futter in 
r Gefangenschaft, besonders in dunklen Zimmern, durch Stimulation 
ar die Vermehrung des Colorits bewirken; aber der Mangel am 
ni gen Lichte fuhrt, dann den gereizten und dabei nicht auf rechte 
**n geleiteten Bildungstrieb auf Abwege. Dann werden bekanntlich 
P e ninae, Gimpel, Lerchen, Meisen, Wachteln und viele andere Vö^el 
llr ch den Genufs des, in jeder Hinsicht reizenden Hanfsaamens leicht 
ci Hvarz: und zwar diejenigen um so eher, denen diese Nahrung sel- 
ber im Freien zu Theile wird. — Hier tritt unverkennbar die zer- 



Wirk 



Zu §. 5, S. 16 ff. d, und §. 6, S. 25. 



I 

Ein gar merkwürdiger Umstand, welcher abermals für die aus- 
sende Kraft der rostrothen Farben zeugt, bleibt das Röthen 
er Kehle bei mehreren Vögeln, entweder unter südlicheren 
er sonst relativ -warmen Himmelsstrichen, oder im Friihlinge, und 
^ar ganz vornehmlich bei Männchen. Sollte es vielleicht (aufser mit 
1X1 Zustande allgemeiner Reizung, welchen wärmere Atmosphäre, 
ander- und Begattungs trieb herbeiführen) auch mit dem hohen 
^ade örtlicher Aufregung, welchen das viel häufigere Schreien beider 
^schlechter, oder der Männchen, im Frühlinge wohl hervorbringen 
^nn, in Verbindung stehen? (*) 

Wir bemerken es beim männlichen Wiesenpieper, einem 
e tfsigen Sänger, doch allenthalben nur im Frühlinge, und weit min- 
er und seltener an Weibchen; beim Ortolane im Süden, sehr 
^en in Deutschland: er ist aber auch ein fleifsiger Sänger, ja das 
e *behen gegen andere Vogelweibchen, besonders im Käfige ein 
gemein emsiger (**) ; beim Blaukehlchen, auch einem fleifsigen 
^ger, an wärmern Orten, hinsichtlich des lichtem Brustflecks (***) ; 



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v ) So wie das Anschwellen des Halses und Schwarzwerden seiner Haut bei den männlichen 



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und Dammhirschen (Cervus elaphus und C. dama) und grofsen Rohrdommeln (Ardea 
ar is) zur Begattungszeit mit ihrem gleichzeitigen Brüllen. 

) a ^ ) AnraerL Eins, welches ich noch vor Vollendimg der ersten Mauser hier Kaufte und 

5 bC Verhielt, sang, obgleich leise, doch ganz angenehm, aber (wie es auch bei andern Strauch- 

„ *Ä der Fall ist) auf eine vom Männchen in Ton, Modulation, Reiehthurn und Schönheit 

Qurch ungemein anhaltende Sätze gänzlich verschiedene Weise : theils so, wie eine leise 

lr etide Feldlerche, theils wie ein Rothkehlchen im Herbste. Auch ein bei Wien "efan«p„„ 
Uil i . ö ö^ncSj 

H ehlig es Weibchen des Grafen Gourcy v. Droitaumont sang. 

k ) Hier um so eher möglich, da, wie Hr. Brehm sehr richtig behauptet die iun«en 
^ ^«Hen während des Winters das Kehlgefieder, und nur dieses, nochmals mausern. Ob das 
^»cht bei alten auch, wenigstens mit den blauen Federn, geschehen mag ? — ? 



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112 

bei den Wachtelmännchen im Frühlinge, wo sie, sonst stum ^ ? 
durch ihr Schlagen die Weibchen herbeirufen; beim Haussperlmg ' 
welcher es zum Frühlinge am Schreien wahrlich nicht fehlen * a | 
im höheren Alter und in wärmeren Erdstrichen; dort auch $ e 
zuweilen beim Grauammer und der Kalanderlerche. 



Ein für alle Mal 



i auch hierbei noch wiederholt: dais 
klimatisch gesteigerte Entwicklung der Farben nur ^ 
ten allenthalben (d.h. an allen Theilen des Thiers) in g ^ 
ehern Grade fortgeht; dafs vielmehr, umgekehrt, ein Vogel ^ 
Art in Einer Gegend sehr häufig den Bauch schon dunkler hat, 



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ein anderer, welcher im Gegentheile wieder einen mit mehr ver 
tem Colorite begabten Rücken hat, als jener: eben so gut, W^ 
das Nämliche häufig genug bei uns finden. 

So treten auch in diesem Punkte, wie in anderen, die bunte* 

Kreuzungen hervor. . f 

Obwohl es übrigens in den Bemerkungen über das Variiren 
einzelnen Farben aus den hierzu namhaft gemachten Beispielen d eü ^ 
lieh zu entnehmen ist, so möge es doch hier ebenfalls noch W* e 
holt ausgesprochen sein : dafs, wo die beiden Geschlechter ei 11 
Art sehr oder ganz verschiedene Farben tragen, nur das] 
n ige von beiden überhaupt oder in merklichem Grade eine F*' 
benänderung erleidet, welches allein, oder dasjenige in ^ 
geringerem, welches weniger dazu geneigte Farben besit* ' 
(sonst beide in gleichem Grade). Belege liefern der HaussperfoW 
der Rohrammer, der Sperber, die gelbe Bachstelze, die Röthlinge et* 



Zu §. S, S. 32, Note (*). 

Den Wasserpieper (Anthus aquaticus) betreffend. 
Ich finde es nöthig, hier, nachdem von diesem Vogel s° 



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beziehungsweise die Rede gewesen ist, einige Zeilen beizufügen, v? el § 
ihn allein für sich und ins Besondre betreffen. Denn, wenn es 



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ereignet, dafs Jemand, welcher, durch einen scharfen, richtigen 
nicht von egoistischen Vorurtheilen bestrickten Beobachtungsgeist o 
leitet, dem nutzlos verwirrenden Aufstellen neuer, unbegründeter A rt 
entschieden abhold ist, und welcher so oft am rechten Orte die # jp 
satyrische Geifsel darüber zu schwingen weifs, wie Hr. Grab* 1 ' . 

♦ "Tl/T . -J!a#«*-**i nmonlicficphon ■ h«Mif\r»lnrP ^■■/-»l-* Hnnh Pill* 



wenn ein 



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Mann dieses scientistischen Characters sich doch ei& 
für eine dieser Neuigkeiten erklärt; so ist es der Mühe wertb, 
es -wird der Ursachen wegen in der Regel auch für die Wissens^ 






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interessant sein, dafs man hierauf Rücksicht nehme. (*) 

(*) Den unkritischen eitlen Schreier, welcher, auch der ganzen wissenschaftlichen ^ 
gegenüber, doch immer noch allein Recht zu haben vrähnt, kann mau dagegen um so unb eS 



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Hr. Graba hat (*) die specifische Unabhängigkeit des söge- 



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Hierbei stellt er zwar eine Behauptung auf, aber ohne 



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er hat im Gegentheile den schönsten 



" e Weise dafür zu liefern; } „, _ ____ _- ___ 

^ s dahin noch zu fuhren übrig gebliebenen Beweis dagegen nachge- 
dacht, den allein noch fehlenden, wiewohl schon nicht mehr nöthigen, 
för die Identität beider aufgestellt. Derselbe besteht in seiner be- 



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Pieper auch noch im Norden, nämlich auf den Färöern, hin und 
v einzeln die kahlen Berge (das Field) bewohnt, völlig 



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Wasserpieper 



Ins Besondere sagt Hr. G. von den Sitten : sie seien verschie- 
den. Diese Behauptung blieb jedoch ohne Unterstützung durch nähere 
Angaben und Gründe; denn hierbei darf man doch wohl, wie üblich, 
auch überhaupt fragen: welches sind diese Unterschiede? Und end- 
lich denke ich noch besonders die Frage stellen zu dürfen: wo ist 
denn das Kriterium, dem zufolge von Verschiedenheit die Rede sein 
könnte? Wo hätte Hr. Graba bis jetzt etwas wahrhaft Genügendes 



• . 



Was 



darnach die des Uferpiepers vergleichen und hinlänglich beurtheilen 
2 u können? Er ist nicht in dem Falle, beide selbst beobachtet zu 
haben ; so wenig, wie ich beide im Freien gesehen habe. Ich habe 
aber den Wasserpieper mit aller Sorgfalt und Vollständigkeit in zahi- 

Menge beobachtet, und meine Erfahrungen Hrn. Naumann 



Werk 



wo sie bereits seit fast 



loser 

für den 6 te 

3 Jahren gedruckt (wiewohl vielleicht noch in diesem Augenblicke 

nicht durch den Verleger publicirt) sind. Sollte dort Hr. G. einst 

Dinge finden, welche mit seinen Erfahrungen über den Uferpieper 

Unvereinbar wären, dann möchte er das Recht behalten, in seinem 

Glauben zu beharren, wo nicht, ihn am Ende doch aufgeben. Bis 

dahin aber kann ich eine competente Auctorität für meine Ansicht 

i 

anführen . 

Dieser Bürge ist Hr. Temminck; competent hierin vor allen 

jetzigen Ornithologen , defshalb, weil allein er Gelegenheit gehabt 
hat, beide, den Wasser- wie den Uferpieper, hinlänglich im Freien 
ZU beobachten: jenen auf seinen beiden Alpenreisen, diesen gar Jahr 
aus, Jahr ein am Strande seines Vaterlandes, seines eigenen Wohn- 
ortes selbst. Je näher und bequemer ihm nun der letztere bekannt 

^ Belieben gewähren lassen, wenn man überall die erfreuliche Erfahrung macht: dafs, j« 
**ger mit tobenden Persönlichkeiten der Lärm, um so geringer der Erfolg wird. 

(*) In seiner, besonders omithologisch interessanten Reise nach Farö, S. 56-59. — 

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geworden war, um so entschiedener hätten ihm doch sicher 

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Abweichungen des ersteren auffallen müssen, sobald er ihn ai» 



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Er aber ist nie der Ansicht gewesen, 



diese 



Vögel specifisch oder auch nur als Racen oder der^l. zu trennend 
ist auch bei der entgegengesetzten geblieben, nachdem ich ihm z ulU 
Überflufse, und mit ausdrücklicher Hinweisung auf den damalig^ 
Streit hierüber, noch eine schöne Auswahl von Exemplaren, aüf 
unsern Hochsudeten gesammelt, übersendet hatte. Da nun Hrn. ^ ' 
wohl um so mehr zuzutrauen ist, dafs er wahrhafte speeifische Üö' 
terschiede aufzufinden wissen werde, wo sie wirklich vorhanden sin^ ; 
' da er ja bekanntlich früher geneigt war, oder bei nicht zureichend^ 
Anzahl von Übergangsstücken auch noch jetzt öfters geneigt i st ' 
manche blofs klimatische Differenzen für speeifische Unterschied 
anzusehen; so glaube ich, man würde sich auch über den Ufe 1 * 
pieper hiermit beruhigen können, da er seine Specifität verwirft. *" 
(Überdiefs kennt man keinen Singvogel, vielleicht sogar keinen Land* 
vogel, der ein ausschliefslicher Strandbewohner wäre. — ) 



Nochmals sei es wiederholt 



nur die besondere Achtung: $& 



Hrn. G.s gesunde, selbstständige Ansichten und sein ausgezeichnete* 
Beobachtungstalent, nicht aber eine ganz überflüssige Rücksicht auf 
irgend einen Anderen, der mit in den Streit hierüber verwickelt war 
hat mich zu gegenwärtigem Excurse in einer Sache bewegen können 
in welcher ich früher selbst eine Parthei war. 



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Zu g. 9, S. 35, Note von S. 34.- 

An merk. Beiläufig will ich liier anführen: dafs keineswegs alle, sondern nur maoe^ 
der Schleiereulen aus Brasilien ein wenig höhere Füfse besitzen, ebenso, wie es dergl» 
unter den unserigen giebt ; und dafs nicht Lichtenstein, sondern schon II liger, sie & 
Berliner Museum als Species aufstellte, wo erstercr sie nur einstweilen provisorisch als sold* 
bestehen liefs , bis eine gröfsere Zahl von Exemplaren in allen Verschiedenheiten einlief. ** 
Eine Erklärung, welche Hr. Geheime Rath Lichtenstein mir unter dem ausdrücklichen B^ , 
merken mittheilte : dafs er sich ein für alle Mal eben so wenig, wie er sich fremde Verdienst 6 
zugeschrieben zu sehen wünsche, zur Vertretung fremder Fehler und irriger Ansichten Andere 1 * 
geneigt fühle; da er vielmehr in diesem und allen ähnlichen Punkten ganz die hier vor^etrage* 
nen Ansichten theilt. 

i 

Zu S. 36, Note von S. 35. 

Über das klimatische Variiren des Stahrs 
ist oben (die Bemerkung über das Färben der Füfse abgerechnet) j 
einstweilen jede Äufserung bis hierher verspart worden. Denn der 
einzige Landvogel Europas mit einem Gefieder von solcher 
Form, Färbung und Textur, ändert er auch nur allein insofern 
auf eigentümliche Weise ab, als dieselbe unter den übrigen Land- 






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Vo geln nicht ihres Gleichen hat hinsichtlich des ungewöhnlichen Ver- 
eiri s zusammenwirkender Ursachen. 




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Die Gestalt der Federn, sonst abgerundet, ist im mannbaren 
er (d. h. bereits nach der ersten Mauser) bei ihm zugespitzt und 
an g gezogen. Die Farbe, sonst mit wenigerem Glänze, meist ohne 
"en lebhaften Schimmer, findet sich bei ihm mit starkem, metal- 
* ls chem Glänze gepaart: welcher, wie bekannt, nur durch eine be- 
s <>ndere Glätte des Gefüges oder der einzelnen, kleinsten, dem unbe- 
waffneten Auge als solche nicht unterscheidbaren Federtheilchen ent- 
gehen kann. Hiermit verbindet sich eine nicht minder eigenthiim- 
*iche sanfte Härte des Gefieders, aus der Beschaffenheit der kleinen, 

■ 

Zerbrechlichen Partikelchen entspringend. 

In der Jugend, wo das Gefieder eine rundliche, auch bei an- 
dern Yögeln gewöhnliche Gestalt und die gewöhnliche Weichheit zeigt, 
ändert er (so lange natürlich, als er dasselbe noch frisch besitzt) im 
^üden hinsichtlich der Farbe so ab: dafs er etwas dunkler wird, 



fü 



bei uns; also auf die gewöhnliche Weise. 

Im männlichen Alter kehrt sich die Sache, namentlich 
r Sardinien, auch bereits für Ungarn, um. Das ganze Gefieder 

Wird meistens viel heller, als es bei den unserigen zu sein pflegt, 
^Uch weit ärmer an Glanz: und diefs, je näher der Mauser, stets um 
So bemerklicher. (Sturnus unicolor Marm.) Diese Veränderung 
erfolgt auf die Weise: dafs die kleinsten (dunkelsten und glänzend- 
sten) Fäserchen der Federn (die tertiären Fähnchen oder Fibrillen) 
oberhalb vermöge der wärmeren Trockenheit der Luft, welcher sie 
sumal in jenen sonnigeu, oft weithin sehr baumarmen Gegenden aus- 
gesetzt sind, abbrechen und ganz verloren gehen: wodurch die weifsen 
tertiären) Schäftchen und unteren Theilchen der kleinsten Fähnchen 
* u f eine Weise zum Vorscheine kommen, welche zwar nur bei star- 
ker Vergröfserung (*) ganz deutlich wahrnehmbar ist, natürlich aber 



*** ihrer Totalwirkung darum sehr sichtbar wird, weil diese kleinsten 



^ a rtikelchen des Gefieders zusammen doch einen grofsen Theil des 

*ederraumes einnehmen. . 



(Auch hier zeigt sich wieder 



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Wirkung 



^üserer Sommer mit den Folgen des dortigen Klimas über- 
haupt. Alle (alte) Staare verlieren nämlich dann bei uns dieselben 



(*) Es -war, bei sehr günstigem Lichte, eine etwas über hundertfache Vergröfserung, auf 
^cbe Hr. Prof. Purkinje sein treffliches, einer mehr als tausendfachen fähiges, Wiener Mi- 
Cr ° s ^op stellte als er die Güte hatte, das Gefieder der Staare mit mir zu untersuchen ; wovon 

51 die untersuchten Proben in seiner eben angelegten, höchst einfach und sinnreich eingerichteten 

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aß >mlung microscopischer Gegenstände aufbewahrt. 



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116 

Fäserchen in einem, freilich geringeren Grade, und werden somit den 
sardinischen viel ähnlicher, als sie ihnen im Herbste im neu an- 
gelegten Kleide waren. Doch, wie gesagt, schon in Ungarn komm 
der Stahr in ähnlicher, nur noch nicht so auffallender Abänderung 
vor; es ist also wieder auch hier die hinreichendste, beweisendste 
Stufenfolge vorhanden.) 

Was hingegen denjenigen Theil des Gefieders betritt » 
welcher jederzeit von gewöhnlicher Textur und Ansehen #*» 
so tritt bei ihm wieder die allgemein geltende Regel der Y er " 
dunkelung ein, so weit diese, dem Gesetze der Farbensättigung g e ' 



mäfs, irgen 



d noch erfolgen kann. 



Die grofsen Flügel- un 



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Schwanzfedern nämlich, welche ein schwarzgrauliches, mit dem Al tel 
auch an deutschen tiefer werdendes Colorit tragen und nur einen et * 
was glänzenden schwärzlichen Yorsaum haben, werden dort viel &" 

tensiver gefärbt. 

Dafs die sardinischen wirklich, wenn nicht immer, doch g e " 



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wohnlich, nach Verhältnifs auch etwas längere und noch schm a ' 
lere Federn zu haben scheinen, als die deutschen, entspric 
ebenfalls vollkommen der Regel von Übereinstimmung der Vög e 
höheren Alters unter acht gemäfsigten mit der klimatischen Varietät 
unter wärmeren Klimaten, erklärt sich also hierdurch. Je älter närfl' 
lieh der Staar, um so länger und schmäler wird sein Gefieder schon 
bei uns: und ein einjähriger Vogel, besonders ein weiblicher, unter" 
scheidet sich in der Hinsicht noch dreimal mehr von einem alten* 
etwa fünf- bis sechsjährigen, als dieser von dem sardinischen und z ü " 
mal vom ungarischen. 

Dafs und warum diese südlicheren ein reineres Gefieder erhalten» 
an welchem die hellen, bräunlichen, glanzlosen Federspitzchen uns 6 ' 
rer jüngeren, namentlich der Herbstvögel, theils in Folge verändert 
organischer Bildungsthätigkeit überhaupt, theils durch mechanisch 
Ursachen, früher verschwinden, braucht kaum erwähnt zu werden. 

Anmerk. Wie man die Verschiedenheiten zu -würdigen habe, welche in den Sitten &■ 
sardinischen herrschen sollen, zeigen schon die Widersprüche, in welchen die Schriftsteller, **' 
sammengenomraen, hierin gegen einander erscheinen. Schon Wagler -war, ohne dafs damals (*) 
einer von uns an microscopische Untersuchungen dachte, der Übergange wegen hierüber g a °* 
gleicher Meinung mit mir. Auch er verwarf den Sturnus unicolor als Species. 

Es dürfte leicht zu tieferer Einsicht über Manches führen, W^ 






ausgebreitete Untersuchungen mit dein Microscope über das Gefied el 
klimatisch verschiedener Yögel einer Art angestellt würden. Vi e *' 
leicht entschliefst sich Hr. Prof. Purkinje dazu, wenn sich Gel e ' 






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(*) Als ich im J. 1828 ihn einige Zeit hindurch täglich sprach. 








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§ e uheit zum bequemen und sichern Herbeischaffen des hierzu nöthi 



& e ü Materials ereignet. 



Zu $. 11, S. 47. 



®%$ so genannte schottische Schneehuhn nur eine Varietät 



des Weiden- Schneehuhns. 



Entsprungen ist diese Ansicht eigentlich hauptsächlich und zu- 
*»t aus der aufserordentlich engen, sowohl unter den Vögeln, wie 
auch so^ar unter den Säugethieren bis heut ganz beispiellosen 
Beschränktheit des Vaterlandes, welches diese vermeinte 
Vogelart inne hat. Und es sprechen ferner für sie: die gänzliche 
Übereinstimmung aller Verhältnisse des Vogels mit denen 



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des Aufenthalts, der Lebensart und der Sitten, so 
"Weit dieselben bisher bekannt geworden sind. — Dazu kommt noch 
auf der einen Seile die apodictische Gewifsheit: dafs überhaupt viele 
jetzt nordische Thiere ehedem auch viel weiter südlich gewohnt ha- 
ben, als jetzt; und dafs dieselben erst in neueren Zeiten (nicht blofs 
einzig darum, weil sie durch die von Menschen erlittenen Verfolgun- 
gen gedrängt wurden, sondern theils zugleich um der allmähligen, 
durch immer weiter verbreilete Landescultur fortwährend steigenden 
Milderung des Klimas willen, theils sogar vielleicht schon wegen die- 
ser allein) sich so hoch nach dem Pole hinauf zurückgezogen haben; 
ebenso, wie andere sich ihm aus dem letzteren Grunde vom tieferen 
Süden her immer mehr nähern konnten, und wirklich genähert ha- 

Auf der andern Seite aber steht noch gar die Möglichkeit, wo 



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Wahrscheinlichkeit: dafs das schottische Waldl 



der Jagdlust der Landesbewohner an seinen jetzigen Heimathsort ein- 
geführt worden sein könne. — Die Ansicht ist zu neu, und zu ent- 
schieden der gewohnten Meinung widerstrebend, als dafs es nicht 
erforderlich werden könnte, sie ausführlicher zu begründen. 

Es scheint an einem wunderlichen Zufalle gelegen zu haben, 
dafs bisher noch Niemand auf den auffallenden Umstand aufmerksam 
geworden ist, welcher in der überaus engen Verbreitung des 
schottischen Huhns liegt; sonst hätte man daraus längst Verdacht 

schöpfen müssen. 

Nehmen wir von Vögeln, und selbst von Säugethieren, solche, 

die anerkannt unter allen das beschränkteste Vaterland haben, zum 
Vergleiche; so bleibt deren Verbreitung doch immer noch eine un- 
endlich weit ausgedehnte gegen die Verbreitung des in Rede stehen- 
den Vogels. [Angenommen z. B., der Mouflon (Ovis musimon) wäre 





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wirklich nur auf Korsika, Sardinien und Kreta (nicht einmal mehr 
auf Cypern, nicht in Nordafrika und nicht auf dem Festlande v° n 
Asien) zu Hause, wie es nicht der Fall ist; so würde seine Verbrei- 
tung doch immer noch über etwa 18 geographische Längen- unC * 
über 8 Breitengrade reichen. Beim schottischen Schneehuhne beirüg 6 
dieselbe schon so noch lange, lange nicht die Hälfte. In der That 
erreicht sie aber noch lange nicht den vierten Theil: indem (*) der M^* 
Ion noch die Serra de Gerez, das höchste Gebirge des nördlichste* 
Portugals, bewohnt. — ] 

[Wieviel höher wird nun der Abstand erst beim Vergleiche ifli* 

Unter ihnen besitzen allerdings die Hühner, weil sie (&** 



Vögeln ! 



Wachtel 



eine besonders geringe Ausdehnung nach der geographischen Breite 
wiewohl manche doch eine recht weite nach der geographischen Läng 6 
einnehmen. Gleichwohl übertriöt das rothe Rebhuhn, eine der 
eingeschränktesten Hühnerspecies , das schottische Schneehuhn noch 
mindestens um das Zwanzigfache; ja, bei dem letzteren ist die Er- 
streckung nach beiden Richtungen fast gleich: — ein, bei geringe^ 
Dimensionen nicht minder ohne Beispiel dastehender Umstand! "* 
Einer der seltensten und der am spätesten entdeckten unter den klei- 
nen Vögeln, dabei zugleich ganz ungemein schwer aufzufinden, und 
nie von Jägern, nur von Ornithologen gesucht, auch ein äufserst 
schlechter Flieger, ist der Flufs-Rohrsänger; aber doch würde 
der Flächenraum seines Vaterlandes, so weit man dasselbe bis heute 
schon kennt, im Sommer bereits zehn bis zwölf Mal das Vaterland 
des schottischen Schneehuhns in sich einschliefsen können: indem es 
Frankreich, ganz Deutschland, Ungarn, Litthauen (nach Eichwald)* 
also gewifs auch Polen umfafst; (und im 
das ganze Südeuropa hinausreichen.)] 

In den Verhältnissen dieses sogenannten schottischen Schnee 



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durchaus kein Unter- 



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der 



schied Statt. Sie stimmen namentlich in der relativen Län 
Schwingen gegen einander, - also in einem Punkte, in welchem sieb 
sonst die beiden europäischen Schneehühner bestimmt von einander 
unterscheiden, genau mit einander überein. 

[Das kleine Wiesel hat nur in Folge unseres wärmeren, das Her- 
melin in Folge eines noch südlicheren Klimas alle Neigung verloren? 
eine ganz weifse Winterfärb unsr anzunehmpn • <\\<> \^*\A* \™ l^haii 



(*) Nach der Versicherung H. F. Link's, (dessen Phys. Erdbescbr. I., S. 239.) der selbst 
in Portugal war. — Nach manchen Anzeigen scheint jedoch das Thier noch sonst weiter ver- 
breitet. 



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forden immer besitzen, und die vielleicht beide auch bei uns damals 

es afsen, als Deutschland noch rauh genug für Rennthiere und manche 

ander 

ls clien Hasen schwächt sich diese Neigung an seinem jetzigen Süd- 
osten Wohnorte in Skandinavien.] Warum soll dasselbe nicht auch 

ei dem, sonst nördlicheren Weidenschneehuhne in Schottland der 
* a 'l gewesen sein? Schottland hat, als der gebirgige Endtheil 



e, jetzt rein - nordische Thierarten war; und selbst beim nor- 



e *nes auffallend milden, von dem nächsten nordischen Festlande 
^ u rch einen breiten Meeresarm von mehr als 5 Längengraden ge- 
tr ennten, und von demselben klimatisch sehr wesentlich verschiedenen 
^selraumes, offenbar das Entweichen desselben Vogels nach Nor- 
den zu unbedingt gehindert ; vorausgesetzt nämlich, dafs er ursprüng- 
lich dort wrhanden gewesen sei. Inseln aber sind überhaupt kli- 
matisch viel gelinder, als benachbarte Festländer; und namentlich 

* 

Sl nd in Europa die westlichen Theile gar ungemein viel milder, als 
^e östlicheren; gerade Britannien aber ist vor allen durch sein 
^nverhältnifsmäfsig mildes, zumal im Winter höchst gemä- 
ßigtes, und durchs ganze Jahr ungewöhnlich gleichmäßiges 
•Nebel -Klima bekannt. (*) Ist es wohl also ein Wunder, wenn 
Qas Weiden - Schneehuhn seine Neigung zur Annahme einer weifsen 
Winterbefiederung in Schottland verloren hat: da ja die nördlichste 
opitze dieses Landes immer noch um einige Breitengrade weiter nach 
Süden liegt, als der südlichste Punkt seiner Verbreitung auf der, 
s chon überhaupt weit kälteren scandinavischen Halbinsel, — nämlich 
*ls der See Siljan? Spricht nicht ferner auch wieder der Umstand 
dafür: dafs es noch in England, dicht an der Gränze mit dem süd- 
0s Uichsten Schottland, einzelne Fälle giebt, wo das schotti- 
sche Huhn zwar nicht regelmäfsig weifs wird, aber doch bald so, 
bald in einer hellen, weifslichen Färbung an Einem Orte und 
a * s Race, d. h. in mehreren sich so fortpflanzenden Familien, vor- 



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uimt? (**) Spricht nicht ebenso auch die Erfahrung: dafs im 



0r nmer, den neueren und neuesten Erfahrungen zufolge, die ältesten 



(*) Daher ja auch gewöhnlich noch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Vögeln öfter 
er Weiter in England, als in Deutschland, hinaufgehen, oder manche dort überwintern, während 
le oier auswandern. Man denke an die Steinkrähen, den Zip- und Zaun - Ammer, den Staar, 
le Hecken - Braunelle, den Buchfinken, das rothe Rebhuhn etc. 

(**) Nach einer von Selby (Illustrations qf british Ornith., I.) herrührenden, freilich 
*°kt sehr verständlichen Mittheilung durch Hrn. F. Boie in der Isis v. 1831, S. 540, wo diese 
Änderung »rahmfarbig« (also gelblich- oder milch weifs?) genannt wird. »...Die 
lQ teressante Mittheilung : dafs sich in Durham aus dem, sich auch durch seine Hinneicun«» iura 
v *riiren in Weifs als wahres Schneehuhn beurkundenden Tetkao scoticus eine rahmfarbise 
Aa £e gebildet hatte, ...» Sie waren aber wohl nur im Winter so? — ? 






















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Weiden -Schneehühner Norwegens ebenso den weifsen Bauch und <Ji 
•weifse Fufsbefiederung nicht haben, wie die schottischen sie z^ a 
gewöhnlich nicht, aber doch sehr oft, sehr oft noch haben? R eIjn 
hiernach hört dieses, selbst noch von Temminck angeführte Un ter " 
Scheidungszeichen ganz auf, ein solches zu sein: und es wird (^ 
fast immer und bei fast allen Arten) dasjenige bei der südlichen &° 
änderung allgemein, oder doch gewöhnlich, was unter einem etW a 



nördlicheren Klima nur eine Eigenheit des höheren Lebensalters aU 

1 * n 

macht. Endlich könnten die beim Weidenschneehuhne gewöhn^ 



vorkommende weifse Farbe des Bauches, auch im Sommer, un 



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beständige Weifse der Schwungfedern, beide schon überhaupt nie 
nen gültigen Einwurf gegen die specifische Identität desselben * 
dem schottischen bilden. Denn, da bekanntlich alle junge Scbn e 
hühner bis zur ersten Herbstmauser, wo sie eben das erste Mal el 
weifses Gewand anlegen, ohne Ausnahme braungraue, einzeln r° s 
gelblich gefleckte vordere Schwingen samt gewellten Fufs- und Baue* 1 
federn besitzen; so versteht es sich ja eigentlich schon von selb* » 
dafs doch wohl diese Theile nicht erst eine weifse Färbung annehfli ß 
werden, wenn sich der Trieb zum Weifs weiden nunmehr überhatfp 

verloren hat. 

sind aber die vermeinten beiden Huhnarten einander so absolut ab 11 ' 
lieh, dafs früher sogar Hr. Temminck das Sommergefieder ( ilJ 
welchem bei ausgestopften Exemplaren dieses Kennzeichen des W cl ' 
denhuhns leicht übersehen werden kann) von beiden verwechselt 



Die weifsen vordersten Schwingen nun abgerechn et 



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oder dafs er vielmehr den Tetiuo scoticus als Sommervogel von 



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saliceti beschrieben, und beide für identisch gehalten hat. Ein z^ a 
von ihm selbst später als grofser Mifs griff bezeichnetes Verfahren, 
welchem ich jedoch im Gegentheile ungemein viel mehr Richtig 65 ' 
als Irriges, zu finden vermeine. 

Dafs sich das schottische Schneehuhn nur einfach mausere, lS 
wohl von Einem oder dem Andern vorausgesetzt, in Folge der w 

dafs es die Farbe nicht. wechselt ; es bliebe aber fürers t V° c 
durch wirkliche Beobachtungen zu erweisen: denn noch wüfste ^ 
wenigstens nicht, dafs ein dort einheimischer practischer Ornithol^ 
irgend etwas hierüber geäufsert, viel weniger, dafs er es dargeth al1 
hätte. Und selbst, wenn es sich als richtig erwiese, so könnte & e 
ebenfalls eine leicht mögliche Folge des Klimas sein. Denn, & 
mag nun eines Theils teleologisch den dann liegenden Schnee und d e 
Wunsch der Natur, den Vogel durch Ähnlichkeit seiner Färbung lXil 
seiner Umgebung vor den zu übermäfsigen Nachstellungen sci# e 
Feinde zu schützen, als Grund der Veränderung ins Weifse i&» 



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hinter und ins Rothbraune zum Sommer durch doppeltes Mausern 
an nehm e n ; oder man mag andern Theils, physiologisch, die "Wir- 
kung der Kälte als Ursache davon ansehen : in der Gestalt der Frage 
^rd dadurch Nichts geändert. Die Lage der Sache bleibt immer 
" ,e : dafs beides in Schottland, besonders aber in England und Irland, 
§ a nz anders als in Scandinavien, und noch verschiedener als in dem 
Co *itinenlalen Nordeuropa, erscheint. 






An merk. Hierüber geben die folgenden kurzen Data der mittleren Temperatur -Verhält- 
nisse schnellen Aufschlufs. Ich will dabei blofs erinnern, dafs einer Seits Edinbnrg, Kopen- 
^ a ö<m und Moskau so nahe am 56° d. Br. liegen, dafs sie nach ihrer Stellung unter den geogra- 
phischen Parallelkreisen geradezu als gleich angenommen werden können; und dafs Edinburg 
^ ei H Centrum der Verbreitung von Tetrao scoticus angehört, Christiania aber schon um 1 Q 
8 üdlicher liegt, als der bereits erwähnte Siljansee, und um mehr denn 1° nördlicher, als die 
Nördlichste Spitze von Schottland. 



Ort. 



Jahres- 
Temp. 



Sommer- 
Temp. 



Edinburg . 
Kopenhagen . 
Moskau . . . 



. . 



• . 



(Christiania • . . 
Wie ungewöhnlich mild 

T *>H Dänemark ! 



6,5' 

7,0 
2,8 
4,1 



11,3' 

13,5 

14,7 
12,1 





t 


Unterschied 


Winter- 




der kältesten 


Temp. 


Differenz. 


und wärmsten 
Monate 


-H 2,9° 


8,4 Q 


8,7°R. 


-0,3 


13,8 


15,5 


-9,5 


24,2 


28,3 


-3,2 


15,3 


16,9) 



und gleichmäfsig ist 



also das Klima von Schottland schon gegen das 



Schwerlich läfst sich glauben, dafs Britannien die wahre, 
eigentliche Heimath des schottischen Huhns sein möge; oder we- 
nigstens bestimmt nicht, dafs es auch jetzt seine ihm wahrhaft 
angemessene sein könne. Diefs scheint bereits aus der Erfahrung 
hervorzugehen: dafs es, obgleich jetzt nur auf dieses Insel- 
reich allein beschränkt, obgleich überall gehegt, und bei einer 
s chon überhaupt höchst strengen, ganz aristokratischen Jagdgesetz- 
gebung noch durch eine ausdrückliche Verordnung in iseiner Fort- 
pflanzung geschützt, sich doch durchaus nicht über das Ganze 
der Länder verbreiten mag, sondern sich vielmehr durchgängig 
hlofs in den nördlicheren und gebirgigen Theilen hält; in denen also, 
die wenigstens ihrer La^e und Bodenbeschaffenheit nach bei Weitem 
üoeh die kältesten sind , und die noch lange nicht die Hälfte von 
Gesamt- Britannien ausmachen. Dabei darf man nicht vergessen, dafs 
die jn der Ja^dlust unübertroffenen reichen Engländer gar nicht un- 
terlassen haben, seine allgemeine Verbreitung über ihre Ei* 
l&nde zu versuchen; jedoch ohne Erfolg. 

Dafs aber einst das Weidenschneehuhn, besonders in Westeu- 
r °pa, auch viel weiter südlich einheimisch gewesen sein möge, als 



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e ut, darauf lassen einer Seits mehrere Säugethiere schliefsen, die 











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früher entschieden viel weiter südlich gewohnt haben, als jetzt; * n * 
derer Seits zeigen es auch manche Vögel, die ehedem nicht so ^ elt 
nördlich gingen und gehen konnten, wie sie heut <*ehen. TEs l&& ei 
gar keinen Zweifel, dafs den Renthieren das südlichste Scandinavietf* 
wo sie jetzt durchaus nicht mehr gedeihen und kaum einige 3^ e 
auszudauern pflegen, wo aber ihre Geweihe so oft aus den Toi*' 
sümpfen von Schonen aufgegraben werden (*), nicht zu gelinde ^ 
und es scheint den Nachrichten der alten Schriftsteller zufolge, &' 
mentlich nach römischen Classikern, hinlänglich entschieden, dafs sl 
einst sogar in Deutschland gewesen seien.] Als später die immer 
nehmende Landescultur, das Ausroden kühlender, feuchter "Wä^ 
und das Austrocknen kalter, bewachsener Sümpfe, die hierdurch &&* 
stehende stärkere Erwärmung des Bodens, besonders aber die erhök tß 
Temperatur der Luft, und ähnliche Ereignisse das Klima manch er 
Länder so milderten: dafs sich mehrere Thierarten auch defsha^' 
nicht blofs darum, weil die Menschen sie vertrieben, tiefer nach N° r " 



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den zogen ; 



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falls die 



Fähigkeit, von Britannien aus ein höher gelegenes Land zu erreichet 
da jedes, auch das nächste, doch immer noch zu ferne lao-. Es mufs tß 
sich also zum Bleiben bequemen; und Nichts konnte von ihm d& 
Einflufs des milder gewordenen Klimas abhalten. — Dafs es unt# 
gleicher Breite mit Schottland auch schon in Liefland und Kurland 
lebt, ohne da sein weifses Winterkleid abgelegt zu haben, macht w^* 
derum keinen Einwurf. Diese Landstriche sind, vermöge ihrer r&& 
continentalen und noch östlicheren Lage, noch um mindestens ebefl' 
soviel kälter, als Scandinavien, wie dieses rauher ist, als Schottland 
und blofs hiermit kann und mufs man schon den Umstand erklären» 
dafs es da überhaupt so tief südlich noch gefunden wird. (**) 

Sollte sich endlich vielleicht geschichtlich der Beweis führet 
lassen: dafs die jagdlustigen, schifFahrtskundigen und kriegerische* 1 
Skandinavier, welche namentlich vom Ende des 8 le » bis zum Aus - * 
gange des Uten Jahrhunderts ihre Zwingherrschaft auf allen nordische** 
Meeren, ja bis aufs mittelländische hinab, ausübten und dabei oft 

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nicht minder Eroberer zu Lande waren, — dafs diese damals, bei ihre** 
wiederholten Einfällen in England und nach der, eine geraume Ze# 
währenden Unterjochung desselben, mit der Falkenbaize in dem Wei' 
denschneehuhne auch einen hier fehlenden leicht aufzuscheuchende* 1 
Gegenstand für dieselbe aus ihrer Heimath eingeführt hätten ; so vr'^ e 

(*) I de Skanslca torfmossarne ßnnas ofta Renhorn etc. Nilfs. Sk. F.l, S. 2S9- 

(**) Ebenso, wie auch mehrere andere Vögel und Säugthiere des Nordens im russisch^ 
Reiche aus gleichem Grunde tiefer herunterreichen, unter letzteren Lepus horealis etc. 



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n > ^u sich allein schon genügender Grund für die hier zoologisch 



^Wickelte Ansicht gefunden. 

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^ird ins Besondere von den englischen Ornithologen Nichts ange- 
q »en, was sich nicht vollkommen mit derselben vertrüge. 



Zu §. 12, S.4S, 49, 55-58. 

Wir mögen nun auch wohl einige Augenblicke bei den Folgen 
er Weilen, welche für die Thiere selbst aus dem klimatischen 
^ändern der Farben entspringen müssen. 

Es macht einen bekannten, durch alle Erfahrungen der Physik 
es tgestellten Satz aus: dafs, zumal bei gleicher Beschaffenheit der 
Stoffe, dunkle Farben gu te, hellere dagegen schlechtere Wär- 
meleiter sind: indem jene, durch Verschlucken der Lichtstrahlen, 
^ e tt mehr äufsere Wärme anziehen, aber auch die angenommene oder 



* 0t *st in de 



m Körper, welchem sie angehören, schon vorhandene 
arme geschwinder und stärker ausstrahlen und verschwinden las- 

sobald jenes Aufsaugen von Licht- und Wärmestrahlen auf- 
bort. (* 



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(*) Dieser Umstand kann natürlich nicht ohne Wichtigkeit für 



le ]enigen Thiere sein, welche nach Verschiedenheit des Klimas hel- 

** e oder dunklere Farben annehmen. 

Vielmehr werden (das haben wir bereits oben gesehen) Säug- 
*uiere und Stand- oder blofse Strichvögel in kälteren Ge- 
Senden überhaupt oder im Winter heller, weil sie Standthiere 
Sl *id oder es werden: indem die Kälte der Farbenerzeugung hinder- 
lc h wird. Und sie können (**) eher Standthiere sein oder 
^den, eben weil sie heller werden, d, h. eine Farbe bekom- 
^ e &> welche das Entweichen der natürlichen, durch den thierischen 



Üb 

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ensprocefs in ihnen entwickelten Wärme verhüten hilft zu einer 
eit > in welcher schon ohnediefs auch eine dunkle Farbe, bei dem 



adrigen Stande der Sonne, bei der seltener heiteren Atmosphäre, und 



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er sehr kurzen Dauer der Tage, nur sehr wenig aüfserlichen 

Es findet also, 



* c ht- und Wärmestoff anzuziehen haben würde. 

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wie in tausend andern Fällen, gleichsam auch eine Rück wir- 



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^g des Erfolges auf die Ursache Statt. 

An merk. Sogar in Bezug auf die überhaupt bestehende Farbengcbung im 
0t <3en l£f st s j cn diese Ansicht ganz allgemein durchführen. Bekanntlich würde ja selbst 
** Schnee welcher sich im Winter dem stärkeren Entweichen der Erdwärme in die kältere 



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(*) Daher wie Jedermann weifs, dunkle oder gar schwarze Kleider im Sonnenscheine so 



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sind. 



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*) Insoweit diefs lediglich von ihrer Organisation, nicht zugleich von dem Vorhandensein 
amerer oder reichlicherer Nahrung abhängt. — , 



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Luft entgegenstellt, diesen Zweck viel schlechter erfüllen, wenn er nicht die reinste 



besäfse oder gar schwarz wäre. Dafs mehrere Säugthiere, und unter 



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den Vögel» * iC 



zum Wandern ungeeigneten Schneehühner, regelmäfsig im Winter weifswe 



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ihnen um so erspriefslichcr sein : weil sie entweder immer, oder doch gewöhnlich, au 



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demSchneee, also in der mehr durchkälteten Atmosphäre leben, oder weil sie m" 1 



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allen 

ihrer Nahrung hier nachgehen müssen. Die kleinsten aller Säuger aber, welchen, Wi 
Körpern von geringem Umfange, ihre Wärme um so schneller entweichen würde, wefl° , $ 

oberhalb befänden, gerade die kleinsten, die Mäuse, werden nicht blofs m r 8 



yveifs zum Winter, sondern es giebt sogar nirgends in der Welt Mäusespecies von 
Farbe. Sie halten sich aber auch sorgfältig unter dem Schnee, welcher auch f" r ' 
der wärmeren und im Winter wärmer bleibenden Erde Angehörige, eine feste Scheidet 
gen die, selbst kältere und erkältende Luft oberhalb bildet. (*) Im recht hohen I*° ^ 
endlich, wo der, fast stets dort liegende Schnee die thierische Existenz unter demselben C , 
der allzu sehr unterdrückten Vegetation) fast durchaus unmöglich macht, sind zuletzt die 
gen noch vorhandenen Säugthiere, ja sogar die Mehrzahl derSeevögcl, . 

oder gelblich -weifs; auch wenn sie grofs, folglich (vermöge der Gröfse) der Wärme verfl u . 
gung minder ausgesetzt sind. So die Eisbären und Walrosse, (selbst das Seeeinhorn,) Ha se ' 
Elfenbein- und Eismöve, die Schneegans etc.; die andern wenigstens zum gröfsten Theile« 



An denjenigen nordischen Thieren, welche nicht g 
(klimatisch oder überhaupt) weifs werden, wird es vor Allem 
Wurzelt heil der Haare und Federn: an welchem, weil er 
Heerde der inneren Wärme -Entwickelung am nächsten lie^t, eine 






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leitende dunkle Farbe in der Kälte am nachtheiligsten wirken iö"^ 
in der hohen und unbewohnten Sommerwärme aber auch, umgeke* 11 ' 
durch Fortleiten der äufseren Licht- und Wärmestrahlen wieder a 
unbequemsten werden würde. (**) So behalten im Norden der # ü 
nerhabicht, der Jagdfalke, der Mäusebussard und der Uhu, wd c 
entweder überhaupt, oder besonders im Alter, gewöhnlich Stande 
sind und nur seltener oder ausnahmsweise weit fortziehen, ( sl 



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gleichsam aus der Heimath verirren.) die dunkle Farbe zuletzt $ t 

in der Mitte und am Ende der einzelnen Federn ^ 



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nicht an dem Seitenrande; also nur da, wo die Ausstrahl u ü 
geringer ist, als an dem zackigen, in kleine Endf äserchen %z 

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theilten, und somit mehr Fläche darbietenden Ende der kleinen • , 
eundären Fähnchen. (***) Gewifs würde diesen, da sie dasselbe K le 
auch für den Sommer behalten, alsdann, nachdem sie der hefoo 



und anhaltenden Winterkälte gewohnt geworden sind, die hohe 
merwärme vermöge der langen Einwirkung des Lichts in den laflß 



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Tagen um so empfindlicher werden, wenn nicht jetzt diese 



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(*) Daher die Saaten, wie die Mäuse, in den kältesten Wintern mit Schnee nicht J cJ 
wohl aher beide in sehr gemäfsigten ohne Schnee. 



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) Nicht anders, als höchst angemessen, kann hiernach die Einrichtung erscheinen : 



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ganze vorzugsweise in den nördlicheren, weniger schon in den gemässigten G e S 
ear nicht mehr aber in den tropischen Ebenen, solche (warmblütige) Thiere* uij 
scheint, an welchen sich diese helle Wu rzelfärbung der Körper bedeck ung vorn 



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(***) Die noch nördlicher aufsteigende Schneeeule verliert zuletzt das Dunkle ganz 



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Hdern (abgesehen von der nun erfolgenden Abreibung) auch die 

a ^fsere Wärme minder anzögen und minder auf den Körper 

Gleiteten: welcher als thierisch -lebendiges Wesen, stets eine sehr 

S^ichmäfsige Temperatur entwickelt, deren Unterschiede selbst in 

ihr 



e n Extremen noch gegen die Temperatur -Extreme der umgeben- 
etl Atmosphäre bei einem nordischen Klima höchst unbedeutend 
kiben. Wogegen die Schneehühner, als doppelt mausernde, und die 
^gthiere, als zweimal haarende Geschöpfe, im Sommer ein anderes, 
^ar dunkleres, aber auch weit dünneres oder kürzeres, und defs- 
^lb viel minder warmes Kleid erhalten. Und wenn im Norden vor 
^dern Theilen meist die Schwungfedern, oder überhaupt die Flügel, 
*Uerst oder am meisten weifs sind oder werden; so kann es uns, 
^ei der gröfseren Isolirung derselben vom Körper, nicht schwer wer- 
ben, den Yortheil auch hiervon einzusehen. 

AnmerL Vögel mit einem nur einfach zu wechselnden Gefieder, 
Elches sehr fein zerschlissene, also wegen der Vergrößerung der Oberfläche zu 
älterer Wärmeausstrahlung geneigte Federbärte hat, werden im Norden 
* u m Winter (wo die Kälte einer Seits, durch Aufregung der centralen Vitalität, den Appe- 
i tl1 reizt und die Verdauung befördert, anderer Seits aber, durch Herabstimmen der periphe- 
* 1Sc nen, dj e Ausdünstung verringert) leicht fett, und erhalten in der Fettlage einen zwei- 
eii Schutz, wie die Raubvögel; o der sie hab en, bei noch getheilteren Federn, auch wohl 
* u fserdem noch dazu eine dicke, sehr dicht gewebte Haut, wie [die Schwimmvögel. 
*°0 letzteren giebt es indefs wenige, die nicht ein besonderes Winterkleid bekämen; und 
^eses zeigt bei solchen, welche nur streichen oder nicht weit wandern, regelmässig hellere 
Farben: entweder überhaupt, oder an einzelnen Theilen, besonders an minder geschützten 
bellen des Körpers. Ja, an mehreren, welche, wie die Taucherartigen, fast die ganze Zeit 
a, *f dem Wasser zubringen, wird am Halse zum Herbste oder Wintersanfange Schwarz 
°äer sonst dunkle Farben geradehin mit Weifs vertauscht. 

Südliche Thiere mit verdunkelten Farben würden daher, 
**** Vergleiche mit nördlichen helleren derselben Art, offenbar unter 
*u grofser Hitze schmachten: wenn nicht erstens jenes stärkere 
^ärmeausstrahlen, und zweitens nicht die Eigenschaft der 



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abzunutzen und daher überhaupt die Eigenschaft einer wärmezurück- 
^ltenden und wärmeanziehenden Körperhülle mehr zu verlieren, Statt 
^üden; und wenn nicht drittens mit der Zunahme der erwärmen- 
^ e *i Sonnenwirkung auch das Abnehmen der Farbenintensität (das 
Erbleichen) Hand in Hand ginge. Doch können diese Umstände 
^e Gesamtwirkung des Klimas zwar schwächen, vermögen aber durch- 
^s nicht, sie zu brechen. (*) Es ist sonach nicht füglich anders 
Möglich, als dafs dort die schon begonnene Verdunkelung (na- 
l ^lich unter sonst gleich bleibenden Umständen) an dem Individuum 




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(*) Auch ein sehr abgetragener schwarzer Rock bleibt (in der Sonne) immer noch viel 
Bender, als ein neuer von lichter Farbe. 






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• immer wieder so lange die Ursache zu neuer und stärker 
Verdunkelung werden, sich also so lange schon mittelbar durc 
sich selbst steigern mufs, als überhaupt eine Verdunkelung, der Grün - 
Beschaffenheit der Farben und der färbenden Säfte gemäfs, noch fliög - 
lieh bleibt: ebenso, wie umgekehrt im Norden das einmal aflg 

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fangene Blässerwerden aus gleichem Grunde schon aus $ lC 
selbst wieder Stoff zu fernerem Wachsthume schöpfe 
es den Umständen nach ebenfalls nicht weiter steigen kann. So>& n 
das Zunehmen des Varietäts-Characters mit dem Alter nur ab elI} 
physiologische, durch physikalische Gesetze erzeugte Nothwendig* ' 
erscheinen. 

Soll überhaupt ein Thier, ins Besondere ein Vogel, wahr* 59 
klimatisch abändern, (insofern er nämlich überhaupt dazu $ e 
neigt sein kann,) so wird erfordert: dafs seine Verbreitung elti 
weite Ausdehnung einnehme, und unter wesentlich verseht 
dene Temperaturverhältnisse überhaupt falle; besonders ab er ' 
dafs sie auch höhere Gegensätze in Bezug auf den Unterscb ie 

der Jahreszeiten in sich fasse. 

Je mehr sich ein Wesen blofs auf die wärmere Zone beschränk 

(und je einfacher vollends sein Aussehen ist,) um so weniger seb * 1 
erleidet es jene, von der Aufsenwelt abhängigen Veränderungen ; u* 1 
dafs endlich gar eine rein tropische Vogelart irgend merklich klif*^' 
tisch variirte, welche sich beständig nur in den heifsen Ebenen i^ 
sehen den Wendekreisen hält, wo die wärmere und kühlere Jahr ß *' 
zeit gleichmäfsiger temperirt sind, als irgendwo sonst, — davon 



ist 

mir, so grofs auch die Anzahl jener Wesen, kein Beispiel bekannt. ( ' 
Darumsind die Grade und Richtungen des Variirens so ungeifl e ^ 
viel höher und schärfer ausgeprägt in Asien, wo die peri^' 
dischen Gegensätze des Klimas unter gleichen Breitengraden $0 
sehr viel entschiedener, gröfser und standhafter sind, als l ^ 

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Europa. 

Ein anderer der Berücksichtigung würdiger Gegenstand ^ 
Beurtheilung der Grundursachen hiervon scheint für einen sehr g rö> 
fsen Theil Asiens, aufser den schon angeführten, noch in & 
Verdünnung der Luft über Hochebenen und in jener bekannt 
stärkeren Anströmung der organischen Säfte von Innen n& c 

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Aufsen (durch Verringerung des Luftdrucks) zu such^' 
welche sie, wie überhaupt, ganz besonders im heifsen Sommer v#" 
Ursachen mufs, wo noch die Wärmeerhöhung ihrer Seits die l« u * 

(*) Kann auch, wenigstens im Centralstriche der Tropen, gar nicht als denkbar angenomö* 
werden, sobald das Thier nicht zugleich auf Gebirge oder hohes Tafelland hinaufgeht. — 



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besten Sommermonate in Continental gelegenen hoch nördlichen 

* d m jenen östlichen Gegenden an sich fast der Wärme der Wende- 

eisgegenden nahe kömmt, aber wegen der Länge der dortigen 

,°^mertage offenbar eine um Vieles verstärkte Wirkung erhält 

Vergleiche mit den Gegenden ewiger Tag- und Nachtgleiche; so 

rden wir uns sogar mit Recht wundern können, wenn namentlich 

a üche ächte Sommervögel, besonders solche, deren Mauser in die 

eit der höchsten Wärme trifft und die sich über Winter weit süd- 

c ^er aufhalten, dort nicht eben so gut, oder nicht zum Theile fast 

öe r vielleicht noch stärker abänderten, als sie es in dem heifsen 

°Wen Afrika thun. 

(Diese stärkere und beständige Verdünnung des lunge- 
rnden Mediums durch die Wärme, und die physiologischen Wir- 
ken jener, müssen natürlich allenthalben unter wärmeren 
l ftimelsstrichen mit in Betracht kommen, wenn wir nach dem 
a *izen der ursächlichen Momente fragen, welche dem Variiren der 
^ere durch natürliches Klima zum Grunde liefen. -0 

Endlich möchte wohl in Asien die bedeutende, durch die neue- 
e *V Messungen der Herren Alex. v. Humboldt, Gust. Rose und 
r ttian d.j. erwiesene Trockenheit der dortigen Luft imSomraer, 
*ch demjenigen, was wir oben (S- 3.) gesehen haben, mit in An- 
schlag gebracht zu werden verdienen. 



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Zu §. 12, 13 nnd 16? 

Es stellt sich also von selbst der Satz fest: 
Die Natur nimmt bei biegsamen Constitutionen, (d. h. 
wichen Wesen, die, wie so viele, einer weiten eigenwilligen Ver- 
jüng oder auch unfreiwilligen Versetzung unter merklich verschie- 



be Temperaturverhältnisse fähig sind,) überhaupt nach Maafs- 
be des Klimas das unnütz Gewordene, und giebt Nö- 

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§es. Oder — jenes geheimnifsvolle, bis heut weder durch Beob- 
üiig, noch von der Philosophie erfafste, dunkle und stets über- 
fJ Mächtige Walten, welches die Wissenschaft mit der Benennung 
, ^ Lebens u oder "ewigen Lebensprincipsu bezeichnet, hat gemacht: 

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Wesen 



^ach Erfordernifs der Umstände aus sich zu entwickeln, was noth- 
^dig, und sich dessen zu entledigen, was überflüfsig wird. 

^ An merk. Die Botanik sogar tat Erfahrungen die Menge gesammelt, welche darlegen 

Slc k dieser Satz häufigst auch auf die Pflanzen ausdehnt. 
^ ^Jnter den, in einer verdünnten Atmosphäre vegetirenden Alpenpflanzen giebt es 

! te i welchen die Wirksamkeit der analogen Athmungsorgane , der Blätter die so viel 













































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128 

nöthige Stoffe aus der Luft anziehen, verbrauchen, und entbehrliche wieder ausstehen, ^^ 
durch eine mehr oder minder grofse Zahl feiner Haare an diesen und dem Stengel u c 

•wird. (Doch sehr behaarte sind da seltener.) Von ihrem natürlichen Standorte in die 
«rebracht, verlieren die meisten jene B e h a aru n g nicht blofs dann , wenn sie 
Saamen gezogen werden, ganz ; sondern eines und dasselbe Individuum sogar 
von den Alpen herunter versetzt, neue Blätter und Stengel, welche jetzt, statt wollig? 
glatt und haarlos werden. [So vor andern besonders Achillea nana; vergl. Neue Alp ina,J 

Alpenpflanzen haben im Allgemeinen merklich gröfsere Blüthen, aber g ^ 
eere Gröfse überhaupt, als Gewächse der Ebenen; und selche Species, welche bie , 
auf hohen Gebirgen zugleich wachsen, treiben auf letzteren nicht blofs kleinere, festere ^ 
und Blätter, und gröfsere Blumen, und umgekehrt; sondern auch eines und dasselbe In dlVl ^ 
wird durch Versetzung demselben We c h s c 1 unterworfen : indem hierdurch die ent 
gesetzten Beziehungen jener zartesten, und festeren oder festesten Theile der Pflanze zu 



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umfliefsenden Medium umgekehrt werden. 

An den Pflanzen in Sibirien, China etc. erhärtet durch die dortige So* ^ 
hitze und das Übermaafs des Lichtes das Holz früher und mehr, als an den näml> c e ^ 
Europa. Diefs macht aber, dafs sie auch der Überstrengen Winterkälte besser zu •*&&#* ^ 
und manche der nach sogar weiter nach Norden zu gehen vermögen. (S. Mirbel in M e ' f 
Mus. d'hist. nat. XIV, 350 f.) — Daher ist hier den Gewächsen, deren passive Krat te ^ 
Sommer gereift und gestärkt hat, der längere und härtere Winter, dessen zerstörende ^ 
der Sommer im Voraus gebrochen hat, nur ein längerer und tieferer Schlaf : der so n«' ^ 
um in verlängerter Ruhe noch mehr thälige Kraft zu sammeln für das Gedeihen im bele e 
und zu hoher Reizung erweckenden Sommer. 



So erblicken wir in Allem, was die Natur schaffet und wirkt, den wun 



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nen, still geschäftigen Einklang ihrer Kräfte, die sich alle zu Einem Zwecke gegW . 
und abwechselnd entfesseln und binden: so, dafs selbst scheinbar Felder strebend^ 
Einem harmonischen Ganzen sich eint, und dafs, auch anscheinend zufällig undf^ . 
menschlichen Geist zuerst außer aller Berechnung liegend, sogar das Unverm eX 
liehe nützlich, das von unumgänglicher Notwendigkeit E r zw ung ene nur» 
t heilhaft wird, 

[Von Säugthieren sind Beispiele der Art schon lange gek^/ 







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wiewohl noch nicht systematisch- verbunden zusammengestellt. 

genüge die Erwähnung nur einiger: 

Je näher gegen den Äquator, um so kürzer wird das Haar,, 
so feiner die Haut des Pferdes. Auch bei uns bleibt seine B elia 
rung noch kurz: da hier warme Ställe es im Zustande der H u 
Anstrengung seiner physischen Kräfte es während der Dauer s& 
Benutzung durch den Menschen im Freien, gegen die Wintert ^ 
schützen. In den Steppen Südsibiriens seit ein Paar Jahrhunde 1 ' 
verwildert , hat es weit längeres Winterhaar. Länger ist auch s cil 
die Behaarung der Pferde aus den sogenannten wilden Stuten 1 
verschiedener russischen Provinzen; und wie wahrhaft zottig S e ® , 
o-eo-en die schön glatten, wolilgepflegten, warm gehaltenen und tf 
gebrauchten Thiere an unseren Staatskarossen betrachtet, jene be° 
rungswerthen Halbeselsgestalten aus, welche, einzeln in schlecht 
wahrten Ställen nur unbedeutend gegen die Rauhigkeit der k a 
Jahreszeit geschützt und selbst dann meist im Freien benutzt, b&- 



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u «serer Landesnachbaren , ziehen sehen. Selbst höher im Norden, 

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*-B. in Scandinavien, wo sie auch meistens gut gewartet werden, 
Se hen die Pferde den unsrigen weit ähnlicher, als jenen eben ge- 
inten. Nur auf Rost , Värö und Moskö , Inseln im Eismeere un- 
ter n des bekannten warmen Malstroms, giebt es (*) kleine, bei dem 
Vei hältnifsmäfsig gelinden Winter dort beständig im Freien bleibende 
Pferde mit langen, dichten, struppigen Haaren.] 

[Die Schaafe verlieren in den heifsen Ebenen Africa's die 
dicht stehende Wolle, um sie mit viel dünnerem, straffem 



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'me, dicht stehende 

Haare zu vertauschen; in Guinea werden sie sogar halbnackt. 
Island dagegen sollen sie zum Theile, zu einer, freilich schlechten 
Wolle, noch rauches Oberhaar hinzubekommen. Spanien, welches 

iwar weit südlich gelegen, aber auch sehr gebirgig ist und in seinem 



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Welt 



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Üieils besitzt, wodurch es hier ein eigentümliches Klima, namentlich 
***it schroffen Gegensätzen von Tageswärme und nächtlicher Kühle, 
e rfiält; Spanien bringt Schaafe mit der feinsten, dichtesten und zu- 

,n Wolle hervor: die aber gewifs in jeder Hinsicht weit 
herunterkommen würden, wenn man die Heerden in Stallungen ein- 
decken müfste, statt sie beständig, im Freien weidend, das Land 
durchziehen zu lassen. England verdankt ohne Zweifel nur seinen 
kühlen Sommern und den gelinden Wintern, welche beinahe durch 
alle Tage des Jahres das Hüten der Heerden im Freien gestatten, 
den Vorzug: zunächst mit Spanien in der Zucht dicht- und fein- 
wolliger Schaafe wetteifern/ zu können. Ungarn, weit nördlicher, als 
Spanien, aber gleichsam fast alle Klimate vereinigend, glühend und 
kühl zugleich (**) , indem mit bedeutendem Wärmeunterschiede Tag 
^d Nacht einander folgen, (so, däfs sich selbst der eingeborne 
Mensch durch eine, stets nach Verhältnifs recht warme Sommerklei- 
<Wg vor Erkältung schützen, der Ausländer aber um so mehr dem 
^spiele folgen mufs,) und weit trockener dabei, als England; Un- 
garn zieht vorzugsweise Schaafe mit einer, wenn auch nicht guten, 
doch ungemein reichen, durch auf ser ordentliche Länge bei schwacher 
Kräuselung ausgezeichneten Wolle, und mit den gewaltigsten Hör- 
ern. Man weifs ferner: dafs das, wie man sagt, in manchem Be- 
dachte ähnlich beschaffene, strichweise (namentlich in seinem süd- 
lichsten und südöstlichsten Theile) durch ähnliche, noch schärfere 
Temperatur - Gegensätze merkwürdige Australien den aus England 
lJ üd Spanien eingeführten Schaafen in jeder Hinsicht ein noch ge- 

« 

(*) Nach Nilfson, Skand. Faun. I, S. 324. 
(**) Ver«*l. Csaplowics Gemälde von Ungarn ; Wah 1 e nb e r g Flora Carpath. princ. 






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deihlicheres Fortkommen gewährt; so, dafs sie sich von selber nocn 
verbessert haben, und dafs Neuholland, wäre es am Centrum der ci" 
vilisirten Handelswelt gelegen, sicher Spanien selbst bald in der reich- 
liehen Production der feinsten Wolle überflügeln würde. (*)] 

[Gleichwie Ungarn, umgeben von Gebirgen, deren natürlich 
Klima und Lage einen so merkwürdigen Wechsel meteorischer Co^ 
traste bedingt, und warme Ebenen in seinem Innern einschliefsen^ 
die langhörnigsten Schaafe, so bringt es auch Rinder mit den ff^** 
ten Hörnern in Europa hervor; Rinder, welche in diesem Puiik te 
kaum von den abyssinischen über troffen werden, die ein in mehret 
Hinsicht ähnliches Land bewohnen. So grofs und hochbeinig $ eliiG 



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Schaafe , eben so hoch und schlank (**) sind auch Ungarns Rind er 
gleichwie die von Abyssinien ; flüchtig und leicht gebaut seine Pferde« 
Wie fein und von leichtem Baue sind fast alle, wie wunderbar schlaf 
darunter besonders einige — , Säugthiere (zahme wie wilde, und ni^ 1 
blofs dort einheimische, sondern auch bei uns vorkommende) in ^ 
unermefslichen wüsten Ebenen von Afrika; auf jenen Flächen, wel^ e 
schon eine ungewöhnlich freie und weite Beweglichkeit aller ni<^ 
flugfähigen Wesen nicht blofs leicht thunlich, sondern (um NaC^ 
Stellungen zu entgehen in Regionen, wo nichts sie vor dem Auge d er 
Verfolger deckt,) sogar zur Notwendigkeit machen, ohne jedoch hie r > 
in so heifsen Gegenden, auch eine solche Anstrengung erfordern ^ 
dürfen, wie in kälteren! (***) — Wie flüchtig, schlank, feingeba^ 
und wahrhaft schön sind die wilden Esel Persiens und Südsibiri^ 5 



Wüstenfl 



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plump und schlecht gestaltet gegen sie schon die, sonst doch woW' 
haltenen und gut gepflegten Lastträger in den engen Gebirgen S'^' 
europa's; um wieviel mehr erst die im nördlicheren? — 1 



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weichliche Stuben- und Schooft" 



hunde zu sein; wie viel raucher der kräftige, abgehärtete, bei all^ 
Unwetter Haus, Hof und 



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Welch' einen gewallig dicken Haarpelz bei ansehnlicher Län<*e hab^ 1 
erst die sibirischen und grönländischen (meist weifsen oder weif 5 ' 
grundirt # en) Hunde, das Schlitten zu gvieh der Kamtschadalen, TungH* 
sen und Esquimaux, bekommen: die, fast nie künstlich bereitet^ 

(*) Wir werden uns in der physiologischen Erklärung kaum täuschen, wenn wir hier, ^ 
Spanien und Ungarn mit in der sonst ungewöhnlichen, hier durch die stete Abwechselung br 
"wirkten , und doch auch ebendadurch zugleich von Erschlaffung fern gehaltenen Erregtheit * e 
Ursache dieser besonderen Reproductions - Thätigkeit zu finden meinen. 






( *) Hirschartig schlank, nach Wablenberg, gegen die untersetzten der Schweiz. 

(***) Man vergleiche hierzu, was oben (§.13, S. 74.) über die Schlankheit der wil<* c ° 
Stockenten gegen die zahmen gesagt worden. — 



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Wärme geniefsend, sich des Winters vor der Hütte ihres Herrn zur 
Erwärmung in den Schnee eingraben. Was für schwache Behaarung 
besitzen hiergegen die Hunde in den heifsen Gegenden Afrikas: die 
endlich gar grofsen Theils haarlos geworden sind, bei uns aber, wenn 
Sle nicht aufserordentlich warm gehalten und gepflegt werden, gleich 
dickhäutiger werden, auch dann wieder einiges Haar zu bekommen 



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selbst wenn sie rein fortgepflanzt werden. (*) 



Doch 



such noch in ganz anderer Hinsicht können und müssen sich Thiere 
erst aeclimatisiren. So haben die aus Europa nach Mexico einge- 
führten Windhunde im Übrigen keine Schwierigkeit gefunden, auf 
den dortigen Hochebenen zu leben und für gewöhnlich zu athmen; 
aber zum Hasenfangen dort waren sie nicht zu gebrauchen, indem sie 
längst vor dem Einholen der Beute ermüdet und athemlos nieder- 
stürzten: weil ihre, an das Athmen einer viel dickeren Luft gewöhn- 
ten Lungen beim anhaltenden Laufen nicht vermochten, den stärkeren, 
durch einen nothwendig beschleunigten Athmungsprocefs erregten 
Blutandrang bei dem um so Viel verringerten äufseren Luftdrucke 
auszuhaken, welcher nun keinen hinreichenden Gegendruck mehr ab- 
gab. Die von ihnen dort gezeugten Jungen hingegen, vom ersten 

Augenblicke an des Einathmens so verdünnter Luft gewohnt, lernten 
Sogleich eben so gut Hasen in Mexico fangen, wie ihre Eltern es nur 
in Europa konnten. (**)] — [Auf Newfoundland, welches bei seiner 

* 

Entdeckung gar keinen Hund besafs, hat sich nach Einführung der- 
selben eine eigene, grofse, schöne und merkwürdige, neue Race ge- 
bildet; welche sich nun, durch viele Generationen fest in ihren Cha- 
racteren geworden, auch bei uns lange rein erhalten läfst.] 



Zu §. 13 nnd 17. 

Solche Unterschiede klimatischer Racen der Hausthiere nun sind 
bleibend, sind bedeutend, sind in der Regel allgemein, und treten, 
^ie man sieht, gar häufig eben in den Fällen am stärksten hervor, 
Wo der Mensch, welchem sie dienen, sie gerade noch am meisten ih- 



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'er natürlichen Freiheit wiedergiebt: wo also nicht sein Übergewicht 
Über sie das Modifications - Moment sein kann, welches hierbei den 
leisten Einflufs auf sie ausübt. Diese Racen sind ferner oft weit 
auffallender characterisirt, als andere Wesen, die wirkliche, entschie- 
den selbständige Arten bilden. Und doch, würde nicht Jedermann 



(*) Ebenda (i. B. in Nubicn, Kordofan etc.) wird sogar ein frei lebendes Thier der Hunde- 
Ga Uung, der Scheck fuebs, Canis variegatus 9 nacb Rüppell's Erfahrungen im Alter 
Carlos; fast wie alte Geier minder wollige Köpfe und kürzeres Gefieder haben, als junge. 

(**) S. Froriep Notiien aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde» Jahrg. 1832, Juni, 

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den Gedanken: sie darum, weil sie an ihrem Entstehungsorte blei- 
bend sind, als Arten aufstellen zu wollen, — unter die monströsesten 
Ideen zählen, aufweiche je wissenschaftliche Verirrung geführt hat. 
Gleichwohl ist es doch nur ein, zur Werthbestimmung der Sache 
sich ganz gleichgültiger Zufall: dafs wir hier schon ohne alle weitet 
Mühe und schwierigeres Forschen historisch wissen, wie sie entstan- 
den, woher sie entsprungen sind. Abgesehen aber hiervon, blofs ab- 
solut nach ihiem Bestehen, ihren Unterschieden und ihrem Orte g e ~ 
nommen, verdienten sie unendlich weit mehr für Arten an gesell 
zu werden, als iene frei lebenden klimatischen Thiervarietäten 1 , * 
" hier als unseren nächsten Gegenstand in Untersuchung gezog eU 



wir 



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haben, und deren Verschiedenheit sich in den bei weitem meiste 11 
Fällen auf das Vorhandensein eines höheren oder geringeren Grad# 
von diesem oder jenem färbenden Pigmente in der Hautbedeckung 
beschränkt. — Um hierin consequent zu sein, müfste, wer nicht z 11 ' 
fällig aus dem verzeihlichen Grunde mangelhafter Erfahrung, sondert 1 
in Verfolgung eines Systems, klimatische Varietäten (und darunter 
auch so unbedeutende Verschiedenheiten, wie wir kaum der Erwäh- 
nung werth finden konnten) als Arten hinstellte, und sich durchaus 
r> gegen die Unterordnung von Wesen, die sich durch constante, durcb 
"Generationen hindurch verfolgte Merkmale unterscheiden lassen, un" 
"ter andere Arten «. erklärt, (*) — der müfste offenbar damit begin- 
nen: die Hausthierarten zu Gattungen oder Sippen zu erheben, und 
ihre Racen, deren sich nach so verjüngtem Maafsstabe bei manchen 
wohl mehr als hundert auf der Erde vorfinden möchten , zu Specie* 

zu stempeln!! 

Doch wir wollen abbrechen, um nicht hier mehr, als nöthig 
noch gar über ein, im Verlaufe unserer Abhandlung mehrfach ang e * 

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deutetes Verfahren zu sagen, welches bereits seine verdiente allg e " 
meine Würdigung gefunden hat. (**) 



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Zu §. 17, S. 115-116, und §. 1. 









Im Eingange wurde der Begriff von Abänderung (Varietät) d* 
finirt, und in der Verhandlung selbst durch die beigebrachten Er 
fahrungen festgestellt, was ins Besondere unter klimatischer Abän 
derung zu verstehen sei. 

(*) s. Isis 1831, S. 539 -40. -M 

(**) Nur, um nicht durch egoistische Auslegung der Unbekannt schaft mit diesem neue $te0 
»Fortschritte der Wissenschaft « und der »neuesten, allein haltbaren Ansicht <c (-wie man das PC 
ginnen, vermöge der naivsten Anwendung der Jigura antiphraseos, so gern nennt, — ) geziebe* 1 » 
oder gar der absichtlichen Vernachlässigung (! ?) derselben verdächtigt zu werden , war die W 
wähnung davon nicht füglich zu umgehen. 




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Neben dieser würden wir denn nun auch die mehrerwähnle, 
toit derselben oft zusammenfliefsende, zufällige oder individuelle 
Abänderung, in soweit es dieser Lage der Sache gemäfs möglich 
^vird, zu bezeichnen haben. Als zufällige Abänderungen er- 
scheinen nun solche Wesen: welche defshalb, weil der Bildungs- 
**ieb bereits bei werdenden Geschöpfen (*) nicht immer und 
lr * allen auf ganz gleiche Weise in Thätiglceit treten kann, 
sondern oft eine veränderte Leitung seiner Wirksamkeit erfahren mufs, 
auch' wieder manche individuelle Unterschiede zeigen müssen 
gegen andere Wesen von derselben Art, ja häufig von dersel- 
ben Brut, auf welche jene Einwirkungen nicht Statt fanden. 

[So zeigen sehr viele Vögel mit gefleckten, gestreiften oder ge- 
bänderten Schwänzen, die meisten ganz besonders in der Jugend, 
und zwar dann auch wieder solche, welche in Einem Neste von Ei- 
nem Geschlechte sind, sehr oft jedoch auch noch späterhin, gar be- 
deutende Unterschiede in Betreff der Zahl, Stellung und Form der 
Zeichnung; z. B. unter andern besonders Falken, Buntspechte, 
Erst ganz kürzlich noch, in diesem Spätherbste, habe ich einen Roth- 
Buntspecht frisch untersucht, bei welchem ein Paar der gröfseren 
Seitenschwanzfedern jeder Seite vcn den entsprechenden der andern 
Seite in der Menge, Richtung und Gestalt des Streif- Desseins höchst 
Verschieden, man könnte sagen, einander völlig entgegengesetzt waren; 
und zwar so, dafs die beiden einander nächsten jeder Seite im um- 
gekehrten Yerhältnifse zu einander standen. Ausgerissen und für 
sich hingelegt, würden sie vielleicht jedem Ornithologen dafür er- 
schienen sein: sie gehörten zwei ganz verschiedenen Buntspecht -Arten 
an, — Bei Vögeln besonders mit keilförmigen oder ähnlichen weifsen 

(*) Aus Ursachen, zu deren genügender Erkenntnifs und Würdigung es bis jetzt noch 
a « hinreichenden materiellen Mitteln gebricht, die aber einst mit schon bekannten, hier 
entwickelten Gründen zum klimatischen Variiren im Wesentlichen, wo nicht völlig, 

a ^sammenfallen dürften. 

Die Ursachen von Beide m im Ganzen als sehr eng verbundene anzusehen, 
berechtigt namentlich eine Menge von ornithologischen und selbst botanischen Erscheinungen: 

Bei den Vögeln, -wo nie alle Eier zugleich gelegt werden können , sondern längere 
^eit, sehr häufig über eine Woche, damit hingeht, und wo nie alle Junge einer Brut zugleich 
^sschlüpfen, u. dergl. mehr, — bei Vögeln kommen solche zufällige, individuelle Abweichun- 
gen weil öfter vor, als bei den Säugthieren. (Vergl. oben S. 43 u.) 

Bei Pflanzen gar, welche für alle atmosphärische Einflüfse noch weit empfindlicher 
^nd als Thiere, wachsen sehr häufig Exemplare einer Species in fast allen bei dieser über- 
haupt vorkommenden Varietäten auf Einem Haufen, aber zu verschiedenen Zeiten emporgekom- 
men neben einander. Von gröfseren, höher werdenden Stengelpflanzen zeigt dann nicht selten 
s °gar ein einziges Individuum unterhalb die Charactere der einen, mehr oberhalb die der ent- 
gegengesetzten Varietät: offenbar mit defshalb, weil es, durch etwas Zufällig - Günsti 
s einem Plätzchen rascher getrieben, andere seines Gleichen überholt hat und so den früher 
^orangeeiltcn jetzt nachgekommen ist. 



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Flecken an den Ruderfedern herrscht nicht blofs im Ganzen ei» e 



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gnostischen Kleinigkeiten über den Haufen wirft; sondern es ist au 
gar nichts Seltenes, nicht unwesentliche Yerschiedenheiten an einer 
Seite gegen die andere bei Einem Individuum zu finden. Z. B. bei 



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mehreren Finken u. m. a.] 

Solche Verschiedenheiten pflegen sich, wie begreiflich, sobald 
man ihrer mehrere neben einander hält, gleichfalls in den mannich' 
faltigsten Richtungen zu berühren und zu durchkreuzen. 

Nachdem wir die mehrfachen, im Umfange dessen, was Sp e " 
cies (Art) genannt wird, vorkommenden Modificatiouen : Ausaf* 
tung, klimatische und zufällige Abänderung, 
dert und näher bestimmt haben; so wäre jetzt nur noch die, ibr er 
Sachbedeutung nach bereits entwickelte Antwort auf die, gewifs Matt - 
chem im Munde schwebende, in neuerer Zeit in deutschen Journale* 1 
so vielfach kritisch aufgeworfene und von zwei Ornithologen so w»»' 



unter einander geson* 



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ist sonach Species selbst? was umfafst der Begriff von Art i» 1 

Ganzen, und nach seiner weitesten, aber festen, haltbaren Be- 



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Die Benennung Art (species) wird als Abstractum den con- 
creten Gesamt-Inbegriff einer Summe von Eigenschafte» 
bezeichnen, welche sich je nach Verschiedenheit des Geschlechts, 
des Alters, der Jahreszeit und zum Theile des Ortes mehr oder 
minder klar ausgeprägt an solchen Thieren vorfinden, die 
von freien Stücken, und ohne Zwang von Seiten des Mensche» 
oder der mittelbar durch ihn herbeigeführten Umstände, sieb 
unter einander zu dem Zwecke vereinigen: um durch Be- 
gattung und Zeugung die nämlichen Charactere in de» 
wieder von Geschlecht, Alter, Jahreszeit und localen Einflüsse» 

bedingten Modificationen auf ihre Nachkommen überzutra- 
gen, und so das Fortbestehen von Wesen zu sichern* 
welche unter gleichen (äufseren und inneren) Verhältnissen voll' 

kragen oder annehme»? 

und welche im grofsen Haushalte der Natur dieselbe Stelle ein- 
nehmen, dieselben Bestimmungen erfüllen und die nämlichen Le- 
bensäufserungen entfalten werden, wie diejenigen, 
sie zunächst und bis aus der Urzeit her abstammen. 



kommen gleiche Eigenschaften an sich 



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Zum Schlüsse des Ganzen möge denn noch eine kurze Hinwei- 
g zeigen: dafs auch selbst in dem übrigen organischen Reiche 






^ Erdkörper sich, 



hervorgerufen durch ausgebreitete, weder von 



geistiger Befangenheit, noch von materieller Armuth beschränkte Er- 
Ehrungen, — jetzt immer weiter und allgemeiner ganz entsprechende 

^sichten geltend machen ; indem wir uns zu diesem Behufe der 
**orte eines geistreichen, geübten Botanikers (*) erinnern, welche, ob- 

S^ich zu einem specielleren Zwecke ausgesprochen, doch eine sehr 

ausgedehnte Bedeutung haben : 

» Nirgends kömmt es so sehr, als in der Pflanzengeographie, darauf an: nur von der 
*Natur umgränite Species zu Laben, nicht nach Ansichten so oder anders aufgestellte, 
*Wie in der ganzen Pflanzenkunde die unvergängliche Integrität der Species das 
»einzige Feste (**) ist, um welches sich sowohl die Lebenswechsel der einzelnen 
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», d. i. ihre Metamorphose, als auch die Formalabweichungen derselben Species, 
*d. i. ihre Varietäten, und endlich die Ähnlichkeitsbeziehungen derselben zu anderen Ge- 

* Sachsen, d.i. ihre Verwandtschaften, in fortwährendem Schwünge und Schwanken 
^drehen, bei dessen Fahrenlassen selbst dem Zuschauer schwindelt; so besonders hier, wo 

* a uf die verglichene Anzahl so viel ankommt. Hier vorzüglich müssen wir uns hüten , zu 

* Rechnen wie die Kinder : welche einen Finger, einen Arm und einen Menschen zusammen für 
*drei Menschen zählen. Die Schwierigkeit mufs zwar oft entschuldigen, welche da um so 

* gröfser ist , wo (wie in manchen der natürlichsten Gattungen , z. B. Myosotis , Aconitum, 
*«*ica) die Species nach Einiger Meinung einander von Natur näher zu stehen scheinen, (***) 
ü nd wo es sich eben um die ursprüngliche Geschiedenheit mancher nunmehr gut schei- 
nenden Arten noch handelt, und vielleicht noch lange handeln wird. (Auch diese Untersehei- 

* düngen haben anderweitig ihren Nutzen.) Aber ohne festen Grund ist kein Heil.« 

Diesen festen Grund kann nur Verbinden der Wahr- 
nehmungen und der besonderen Wissenschaftszweige, nur 
allseitiges Forschen und Auffassen, nicht einseitiges Tren- 






**en und Isoliren, uns sichern. 



Der Buchstabe tödtet; nur 



der Geist giebt Leben. Ebenso kann auch nur Verknüpfung von 
Tatsachen ie nach Rücksicht der Umstände, nicht das Trennen der- 



Wissensch 



Denn 



n ^r jenes kann auf die allgemeinen Gesetze der Erscheinun- 
gen führen; nicht aber das Spalten und Zerstückeln: welches Gleich- 
öliges oder Entsprechendes trennt, und vereinzelt unter den ungeord- 
** e ten, ungleichartigen Haufen wirft, um es hier, bedeutungslos für 
^s Ganze und in falsches Licht gestellt für sich, für den wahren 
Zusammenhang verschwinden zu lassen und dem übersichtlichen Blicke 



S^diegener Forschung zu entziehen! 




(*) Er n. Meyer de planus Labradoricis^ librilll* Lips. 1830, p.V-VIII. 

(**} Ver<d. auch meine, schon früher gethane Äufserung hierüber in Isis, 1827, S. 689 - SO. 

(***\ od er -wo (kann man hinzusetzen) in manchen, zum Abändern besonders geneigten Gat- 

lun gen eine oder die andre Art, gleichsam ein vegetabilischer Proteus, endlos schwierig für den Anfän- 

***> interessant für den Geübten, in unendlich verschiedenartigen Gestalten auftritt ; wie z.B. Ciie- 

^^öium a/kw, wie Brassica oleracea als Grün-, Braun-, Kopf-, Wälschkohl, Kohlrabi etc. 



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klimatischen Varietäten der europäischen Landvög 



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auf sie gegründeten Nominal -Species. 



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rbe merkungen. Das hier folgende Verzeichnifs setzt natüf 



lieh die Kenntnifs von dem gewöhnlichen Aussehen des Vogels eifl ef 
Seits, und die Bekanntschaft mit dem Umfange seiner Verbreitung? 

seinem Wandern oder Nichtwandern, seinem einfachen oder dop' 
pelten Mausern und der Zeit desselben anderer Seits, stets seh * 1 
voraus. (Denn geringe Ausdehnung der Verbreitung, besonders v * 1 
Süden gegen Norden, ist sehr häufig als Grund zu betrachten, wen 11 
ein mit sonst leicht variirenden Farben versehener Vogel kaum od# 
gar nicht klimatisch abändert.) Freilich bleibt gerade in Betre" 
der Verbreitung noch ungewöhnlich viel zu den bisherigen, allg e ' 
meiner bekannten Erfahrungen zuzusetzen; so, dafs diefs eben eio ßJ 
der Hauptpunkte ist, auf deren Vervollständigung ich in meinet 

| 

in seiner ersten Hälfte beinahe druckfertigen Werke über die Vög 6 



unseres Welttheiles erst ganz besonders mit hinarbeiten zu müss#* 
geglaubt habe : da ich durch Gelegenheit zur Erlangung eines r#" 
chen Materials hierzu vorzugsweise begünstigt worden bin. Au c '* 
wird schon aus dem bereits Gesagten, wie aus dem Verzeichnis^ 
selbst, manches Neue oder noch Wenigbekannte hervorgehen. 

Es war natürlich hier nur möglich, die von mir gesehen 01 
oder zum Theile von Anderen gut beschriebenen Abänderungen ** 
gedrängter Kürze nach ihren Extremen zu characterisiren. Bl°* 
hin und wieder konnte auch die allmählige Entwickelung dies e * 
letzteren aus den gewöhnlichen Characteren der Species bei der hi^ r 
gegebenen kurzen Darstellung und Beschreibung schon genauer b^ 
rücksichtigt werden. Dafür ist aber die allgemeine Darstellung de ] 



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Veränderung der einzelnen Farben, nach Intensität und Ausdehnung, 
diesen speciellen Beschreibungen der Varietäts - Charactere als ge- 
netische Gesamt - Entwickelung dei'selben in unserer Verhandlung 



gleich 



zu Anfange vorausgeschickt worden. 



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reits jetzt beläuft, zeigt die Zählung derselben. Sie macht schon 
»«ehr als ein Drittheil aller Species überhaupt aus (*): ob- 
gleich diejenigen, bei welchen es noch nicht völlig entschieden war, 
ob ihr Variiren mehr klimatisch, oder mehr individuell sei, und 
die, bei denen es nicht bedeutender Art ist, hierbei gar nicht mit- 
gerechnet, sondern ohne solche Bezeichnungszahl (öfters noch mit 
einem vorstehenden ?) aufgeführt sind. 

Gleichwie wir die Eigenschaft, das Variiren zu begünstigen, 
dem Klima Sibiriens in vorzüglich hohem Grade schon ander- 
Weitig haben zugestehen müssen; so müssen wir Ahnliches auch 
in besonderen Punkten, und zwar zum Theile ganz ausschliefslich, 
neuerdings anerkennen. 

Betrachtet man die unter n. 22, 27, 35, 44, 63, 68, 70 und 74 

angeführten Fälle genauer, so scheint es factisch : dafs im südlichen 
und östlichen Theile nicht blofs jene schon bekannte Neigung zum 
Variiren mit bald klarer hervortretenden, bald verdunkelten Far- 
ben nach Umständen herrschend wird; sondern dafs sich daneben 
auch ein besonderes Streben zum Erzeugen oder Ausdehnen 
einzelner weifsiicher oder weifser Feder-Parthieen geltend 
macht. [So namentlich bei der Dohle (Unterleib, Halsseiten), dem 
Gartenröthlinge (Flügel), der weifsen Bachstelze (Flügel), der Ka- 
Wderlerche (Augengegend), dem Mauersegler (Steifs), der Fels- 
taube (Schwanz), dem gemeinen Fasane (Unterhalsseiten), dem ge- 
meinen Rebhuhne (Augengegend). — Vergl. hierzu auch S. 28-30.] 
fehlten dort nicht so manche Species unseres Welttheiles und Afri- 
ka's, so würden wir diese Bemerkung gewifs noch an einer gröfse- 
*en Zahl machen; wozu übrigens auch schon weitere Nachfor- 



s 



ehungen in der Folge möchten führen können. 

Somit wird die Thatsache feststehen, auch wenn fürs erste 



^eder die Erklärung dieser Erregtheit genügend abzugeben 



(*) Die Zahl der Arten deutscher Landvögel beträgt 210; die Anzahl der, als klimatisch 
kürend gezählten unter ihnen macht schon 75 aus. , 








































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wäre, noch die einer ähnlichen, welche macht, dafs dort eimg c 
Vögel (zum Theile dieselben), bei welchen man nicht so leicht ein 
Auswandern zum Winter vermuthen darf (*), nach dem südlichen 
Character variiren. [Z.B. der Haussperling, das graue und Stein- 
Rebhuhn, der Fasan.] Entweder mag hier der Aufenthalt in ein- 



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zelnen wärmeren Strichen, ihr Streichen nach solchen im Winter 

S4- 



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die relative Zeit der Mauser, eine besondere Stimulation, oder vie 
leicht Alles diefs gemeinschaftlich, als Ursache wirken. Diefs $ in 
Verhältnisse, über welche erst die Zukunft durch erweiterte Erfen- 
rungen Aufklärung geben mufs. 

Anmerk. Auf ähnliche Art lehrt die phys. Anthropologe : 
dafs bei manchen unzweifelhaften Erscheinungen zwar die Gründer" 
sache im Allgemeinen zu errathen, aber noch gar nicht auf bestimm* 
tere Weise nach dem Wie und Warum ihres Wirkens zu erkennen ist« 






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Man weifs durch ärztlich -amtliche Untersuchungen (**): 



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jene bejammernswürdigen, unter dem Namen der Cretinen bekann- 
ten, nur dem Körper nach menschlichen, und fast immer noch tnü 
Sinnen -Unvollkommenheit behafteten (taubstummen) Wesen in de* 

Schweiz nur entweder in engen, blofs nach Norden zu geöffneten? 
daher den Sonnenstrahlen am wenigsten zugänglichen und Vorzugs* 
weise mit Lerchenbaumwäldern erfüllten Thälern, oder an solchen 
einzelnen Orten vorkommen , deren besondere Lage in sonst anders 
beschaffenen Gegenden eine ähnliche ist; nicht in offenen, freien oder 
mit Eichenwald versehenen Districten. — Diesen Beobachtungen ent- 
sprechen die amtlichen statistischen Zählungen der Taubstummen 
im preufsischen Staate, je nach den einzelnen Provinzen und Kreisen 
dieser. In Schlesien namentlich, dessen einzelne Kreise die grofsttf 
Verschiedenheit nach der physischen Beschaffenheit darbieten, zeig* 

sich auch die gröfste Verschiedenheit der relativen Verhältnisse. Die* s 
geht so weit: dafs z. B. der wald- und thälerreichste, mit einer Meng 6 
Nadelholz versehene, an Laubholz ganz arme Gebirgskreis, der Wal" 
denburger, den unglücklichen Vorzug eines Plus von fast genau iOOO 
pr. Cent, besitzt gegen den, noch nicht um 1° d. L. u. Br. von ihn 1 
entlegenen freies ten, ebenen, am meisten waldarmen, fast blofs Laub' 
holz enthaltenden, trockneren, etwas sandigen Strehlener: indetf 1 



(*) Was man freilich defsbalb auch noch nicht im Voraus abstreiten darf. Glaubt ä° c * 
Sa vi eben gerade für das gemeine Rebhuhn (Perdix cinerea) selbst in Italien ein theilTfci seJ 
Wandern annehmen zu müssen ; gewifs auch ganz gegen unser Erwarten. 

(**) Aus dem Berichte der medicinischen , ausdrücklich damit beauftragten Commission & 
die Gesellsch. für Vaterland. Cultur zu Aarau. Magazin der neuesten Weltkunde, März 1S13- 
[Vgl. ferner Troxler: derCretinismus* in den Denkschriften der schweizerischen Gesell- 
schaft für die Naturwissenschaften, I.Band, 2. Abth. Zürch 1S33, S. 175. — L ic htens t ei« 1 «] 



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jener schon unter 6k6, dieser erst unter 6371 Bewohnern einen Taub- 
Gummen hat. (*) 

Hier möchte das Bezweifeln des Daseins einer höchst feinen, 
a ber mächtigen, mittelbaren und verwickelten Einwirkung des Kli- 
^a's wohl ebenso unmöglich, als ihre specielle Erklärung für jetzt 
^ niedicinischen Ätiologie schwierig sein. 



1. Raubvögel. AVES rapaces. 







1. Der bärtige Geieradler. Gypaetüs barhaius Cuv. 

Die afrikanischen scheinen kleiner: ihre Länge oft unter 4% 
Unterseite des Leibes oft in der Färbung tiefer, Vorderhals dem Roth- 
braunen sich nähernd ; Zügel breiter schwarz. (**) S. 12 oben, Yergl. 
8. 17 unten. 



2. Der Thurm -Falke. Falco tinnunculus L. 

L 

In Nubien die Männchen durchgängig röther, mehr ins rei- 
** e re Rost-, als in Röthelrothe spielend; das Graue mit Roth über- 
wogen; Rücken zuweilen ohne Flecken (***). In Ostindien gleich- 



We 



S. 18 mitten. 



3, Der Zwerg -Falke. Falco aesalon Gmel. 

Man hat zuweilen sehr dunkle, wahrscheinlich erst von mittle- 
fem Alter, aus dem mittleren Nordamerika erhalten; ähnliche, 
offenbar noch jüngere und doch etwas bläulichere, aus Schottland. 
S.13u., l4o. 

4. Der Jagd -Falke. Falco candicans Gm. 

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Die alten weifsen (****) auf Island am seltensten; häufiger 

f c W im übrigen Norden Europa's; weit öfter in Grönland; 

**nmer zahlreicher werdend (nach Pallas) gegen Nordosten in 

^sien; und endlich, auf Kamtschatka die weifsen überhaupt ent- 

c hieden häufiger, als die braunen. S. 12 u., 15 u., 90 u. 

Grofs, dunkel und stark ins Rostrothbräunliche ziehend an dem 
Sc hön- und klar -gefleckten Schwänze, auch mit mehr rostbräunlichen 




C*) Schlesische Provinxial - Blatter. November 1532, S. (425-) 434 und 435. 
(**) Der Bart ist eben so gut vorbanden, wie bei europäischen und asiatischen! — - 

(***) Also dann ähnlich wie beim Röthelfalken, Falco cenchris Na um. Aucb unsere alten 
^ Ur mfalken haben weniger Rückenflecken, als jüngere. Vergl. S. 15 mitten und S. 35 unten, 

\ ***) Die Jungen und jüngeren sind bekanntlich in allen Landern braun gefärbt, noch nicht 
11 ^veifscr Hauptfarbe. 























































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Kanten des Oberleibes versehen, als nordische, sind jüngere \og 
auf einsamen Gebirgen des Südens, z.B. Arabiens, getödte • 
(Falco lanarius Hempr.) S. 17 u. 



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5. Der Hühner -Habicht. Falco palumbarius L. 

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In den (wärmeren Theilen? der) nordamerikanischen F rel 
Staaten, aber auch schon zuweilen in Deutschland, mit sehr v e 
dunkeltem, ganz schwärzlichem Oberkopfe und Wangenstreife. (rAt 
atricapillus Wils., Falco regalis Te mm.) Die unsrigen, überhaup i 
sehr oft eben so grofs. S. 12 o., l4o., 37 o. 

Schon nach Ostdeutschland wandern öfters bedeutend b** 
tere jüngere Vögel ein. In Scandinavien (n. Nilfson) und a 
dem u rauschen Gebirge kommen sehr weifse auch noch selten, ^ e " 
ter nach dem Osten Sibiriens häufiger (n. Pallas), und in Karfl " 
schatka ganz gemein solche vor, welche den weifsen alten dortig e 
Jagdfalken ähnlich gefärbt sind. S. 12 u., 15 u., 20 u., 48 m., 49 o. 



6. Der Sperber -Habicht. 



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Die rostrothen Streifen der, zuweilen auch etwas dunkle 11 
Männchen immer breiter und schöner nach Süden: in Afrika ^ 
weilen den ganzen Unterleib fast gleichmäfsig überziehend. (FAt c ° 
exilis Temm.) Alle Abstufungen in gemäfsigten, und besonder 
in wärmeren Gegenden, vorzüglich bei älteren; und anscheinet* 
auch in Asien. S. 17 u., 19 o., 36 u., 57 u., 112 m. 

Unter gleichen Umständen auch das weibliche Geschlecht °* 
etwas dunkler, allenthalben mit röthlicherem Anstriche, und mit stäi' 
kerem Hervortreten des Rostbräunlichen in den (braunen) Baucbbi* 1 ' 
den. S. 14 o., 112 m. 



7- Der gemeine Fischadler. Falco haliaetus L. 

Braune Flecken der Brust nehmen im Alter und im Süden $ 
und verschwinden am afrikanischen gewöhnlich sehr bald. S.15 1 * 1 ' 

35 u. 

[Anmerfc. Der weifsscnw änzige Seeadler, Falco aJbicilla L., soll von & 
deutschen Ostseekiisten an nach Norden iu immer gröfser, sein Schwanz nach Verhältnis e 
was länger werden: am meisten in Grönland.] S. 67 m., 76 o. 



8. Der Königs - Adler. Falco imperialis Bechst. 

Obgleich sonst (wohl defshalb, w r eil er hauptsächlich Gebü'g 5 ' 
vogel ist) nicht sonderlich abweichend, bleicht er im Jugendgeß^ 
doch unter wärmeren Himmelsstrichen zuweilen ungemein si^ r 

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aus: wird daher in Mittel- und Südafrika dann am ganzen L elP 



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* e U lehmgelblich, mit etwas röthlicheren Hosen und Bauche. (?Faico 
boletus Licht.) Alle Abstufungen. S.8m. ■ 

9, Der Mäuse -Bussard. Falco buteo L. 

Im Norden sehr oft ins Weifsliche fallend, mit nicht vielem 
^aun gefleckt; S.12u., 15 m., 2Ao.,&9o., 108; — aber nie so im 

Süden. Hier vielmehr immer dunkler schwarzbraun, und bei- 
nahe schwarz; die rostgelben und roströthlichen Kanten der Federn im- 
^er dunkler und breiter; der, bei unseren schon öfters rostroth ange- 
flogene oder gebänderte Schwanz an der Wurzel, der Bauch, und die 
Öosen, bei den afrikanischen häufig rost- und bisweilen rothbraun, 
Schwarzbraun gemischt. (Faico tachardus Daud., ?Falco vulpinus 

Licht., Buteo tachardus Dumont.) S.9m., 17 u., 19 u., 24 o. 






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10. Die Schnee -Tageule. Strix nwea Thunbg. (*) 

Wird, je weiter nach Mitternacht zu, immer weifser (Pal- 
as), d.h. die braunen Flecken der Federn immer einzelner: die Mann- 
ten p.ndlir.h ffanz weifs, wenn nicht auch die Weibchen. S.12 u.. 15 u. 















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11. Der Stein-Kauz. Strix noclua Retz. 



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Im Süden, schon im mittäglichen Europa, ist seine Gründ- 
end die Zeichnungsfarbe gelblicher; erstere dadurch dem Chocolade- 
Wunen sich nähernd. Das abgetragene Jugendkleid ans Isabellfar- 
bene angränzend. S. 18 u., 34 u. 



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12. Der Wald-Kauz. Strix aluco L. 



Verliert (n. Pallas) in Rufsland, seinem östlichsten Va- 
^dande, nach und nach vollends alle Neigung, ins Rostrothe abzu- 
^dern, und kömmt dort immer nur in der grauen Färbung vor. 

S.20u. 

13. Der Schleier -Kauz. Strix flammea L. 

Ändert sonst unter keinerlei Verhältnissen bestimmt klimatisch, 
s °ndern blofs individuell ab; aufser, dafs er auf Guba, und wahr- 
peinlich auch sonst am Centrum des tropischen Amerika, oft in 

% 

e Uier klimatisch scheinenden Ausartung mit weifsem und weifs-bun- 
ter *i Schwänze vorkömmt. Daher Strix perlata Illig. jetzt gar 
***cht mehr zu characterisiren ist. S.2<?u., 34 u., S. 114 m. 

14, Die Zwerg - Ohreule. Strix scops L. 

In Afrika und dem südlichen Asien etwas verdunkelt, auch 
^eh r i ns Gelbliche und Röthliche spielend ; ähnlich schon die meisten 
* Us der Buchara. S.18m., 34u. 



(*) Der Name Strix vyctea, obwohl bisher immer gebraucht, bedeutet eine Nachteule 
r leiht also dem Thiere einen anerkannt ungehörigen Character. 









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15. Die Uhu- Ohreule. STRIX bubo L. 



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Im Norden (*) Sibiriens nimmt das Schwarze in seinem 
jfieder an Umfange sehr, an Intensität jedoch etwas weniger ab; 

che wird ganz weifs, das Rostgelb zu blassem Ochergelb; 
Ganze seines Colorits sehr, sehr viel heller. (?Strix öibirica Lic* 1 '' 
In Lappland kömmt der Uhu (n. Nilfson) zuweilen ebenso 
(Strix scandiaca L.) S.12u., 15 u., 20 u., (34 u.) 49 o. 



vor 



IL Sperlingsvögel. AVES passerinae 

a. Sperlingsvögel mit Singmuskelapparat. AYES PASSERlNA$ 



MEL OD USAE. 



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Lanius excubilor L. 



Selbst im Süden Europa' s und im Norden Afrika's nur sc" 
(und vielleicht nur im Sommer (**)) mit dunkler grauem, viel 8K 
mit gelblich überflogenem, Ober- und dunkler rosen- oder v? eltl 
röthlichem Unterleibe. (Lanius meridionalis Temm.) Jedoch ehew 

im fernsten Nordosten von Asien und im Norden Amerik a 
(Lanius borealis Vieillot.) S. 13 u., 18 m., 21m.,u., 57 u., 5$V X ' 

Vergl. auch S. 14-15 u. 

Der schwarzstirnige Würger. Lanius minor Gmel. 

Die rosenröthliche Brust wird nur unmerklich dunkler ^ 
hübscher in südlicheren Ländern. 



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(2) Der rothköpfige Würger. Lanius rufi\ 



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Yon dem "wenigen, aber doch bei allen (auch den unsrig 
vorhandenen Weifsen an der innersten Schwanzwurzel ausgehend, eV 
scheint an südlichen nicht selten die Hälfte des Schwanzes rein'' 



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an Jungen weniger und nur rostgelblich -weifs. Das Weifse der 
senflecke und Zügel, und das Rostbraun des Kopfes, verdrängen 
schwarzen Stirn- und Halsseitenstreif immer mehr, zuletzt fast g^ ' 
(Lahius superciliosus Lath.) Alle nur denkbare Abstufungen ^ 
Kreuzungen. S. 12 m., 13 o., 16m., 17 u., 18 m., 19o. 

■ 

18. (3) Der rothrückige Würger. Lanius collurio L. 

Männchen im Süden, z.B. in der Kafferei und den Fl u ' ( 
gebieten des Senegal und Nil, oft mit besonders schönem, ** 

(*) Ob auch im höheren Osten, darüber sagt Pallas nichts, — der sie im Win ttf ' 
doch auch im mittleren Sibirien so fand und beschrieb, aber hier als eingewandert betraebt 
Daher kamen auch die Berliner Exemplare. 

(**) Denn gewifs schreibt HrBrehm den Würgern , wie den Gras mucken , mit R cC 
eine doppelte Mauser zu. Ich möchte sie bei keiner Species bezweifeln. 



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r °thbraunem Rücken, und mit lebhaft rosen- oder bleich weinrothem 
Ünterleibe. Das Grau des Kopfes etwas dunkler ; Stirn und Augen- 
Wune weifser. S.15o., 18 m., 21 o., u., (72 o.) 

Sehr alte Weibchen beginnen hahnenfedrig (den Männchen ahn- 
ich) zu werden. In jüngeren und mittleren Jahren ist dagegen ihr 
Wroth sehr lebhaft; die schwärzlichen Striche um die Ränder der 
Schwanzfedern und die braunen Brustbogen verschwinden: letztere 
** lc ht seilen ganz plötzlich; dann bekömmt die ganze Bauchseite einen 
*°stgelben Teint. So, aufser dort in Afrika, nicht blofs in Ben- 
S*len, sondern auch schon, in Dauurien. (Lanius phoenicurus 

J*all.) S.l5m., 17 u., 35 u., 58 o. 



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19. (4) Der Eichel -Häher. Corvus glandarius L. 

Schon bei uns haben recht alte, und wahrscheinlich besonders 
die von Osten hergekommenen, die KopfFedern oft schwarz bis auf 
^nen ganz schmalen weifsen Rand. Indem letzterer tiefer gegen Sü- 
^n. hin, z. B. in Syrien, vollends verschwindet, bildet sich eine 
§*nz schwarze Platte auf dem Mittel- und Hinterkopfe. (Corvus 
tyeeti Licht.) S.12o. 

Nicht selten nähern sich unsere durch Zunehmen des Blauen auf 
e n Vorderschwingen denen vom Himalaya, an welchen es eine 

Art von zweitem blauem Spiegel bildet. (Garrülüs bispecularis 
Gould.) S.22m. — Beides kommt bald verbunden, bald getrennt 
Vor. 



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20. (5) Der Kolk -Rabe. Corvus corax L. 

Stark, aber unregelmäfsig-weifsbunte klimatische Abänderung 
°der Ausartung; häufig blofs auf den Fär -Inseln. (Corvus varius 
^rünn., Corvus leucophaeus Yieill., Corvus leucomelas Wagler.) 
S -12u., 28m., - S.90o. 

* 

21. (6) Die gemeine Krähe. Corvus cornix L. 

Im Norden nur als Nebelkrähe, ja am Obi noch viel lichter, 
ps Graue ganz hell, unten fast weifs; (n. Messerschmidt bei Pal- 
as Im Süden und im fernen Nordosten, so wie in Nord- 
amerika, blofs als Rabenkrähe (Corvus corone auctt., nicht Li an.); 
111 den Zwischengegenden in Europa beide häufigst als Race 
S^trennt, aber diese doch oft als Gatten vereinigt, hingegen in den 
^ischenstrichen Asien's durchaus mehr in der Mittelfärbung 
Wso nicht mehr als Racen) erscheinend, und allmählig je mit dem 
Ostreichen der Landstriche immer mehr in je eine jener Haupt- 
* r Wigen übergehend. S.lOm., 12 o., u., 13 m., 15 o., 43 m., u., 
55 *., 58 u., 60 o., 77 o. 






























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Corvus monedula L. 



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Schon im südlicheren Europa, selbst bereits in der Schwel , 
n die helleren und dunklen Färbunesnüancen in klarerem &■»' 
Stiche gegen einander hervor , als bei uns ; und überall klarer fl 11 
dem Alter (*). Im östlichen Sibirien dagegen sind nur wenige 
und diefs ausschliefslich jüngere, den unserigen ähnlich; die ält ere 
sehen in bunten Abstufungen immer schöner aus: zuletzt Wangen url 
Hinterkopf dunkler ; Nacken und Seitenhals "weifs ; tirust und Ba uC 
ebenso; After und untere Schwanzdeckfedern bläulich - grausclw? al 
lieh: Rücken noch dunkler. Manche erst graulich -perlfarben od e 
blofs grauweifs, statt weifs. Am schönsten in den Gegenden von de 
Uda bis zur Selenga, um und über dem Baikal, in Dauun eP ' 



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23. (s) Der gemeine Staar. Stürnus vulgaris L. 

In einigen südlichen Gegenden heller und ärmer an SchiH el ' 
S. 114, Zusätze zu S- 9, S.24o., (81 u.) 



























? Die Wein -Drossel. TüRBüS iliacus L. 

Es sind vielleicht östliche, (wo nicht, jedenfalls ungewohnt 
alte,) welche oberhalb ungewöhnlich dunkel und auf Mittelrücketf> 
Schultern, Mittelschwingen und Flügeldecken roströthlich gekan^ 
aussehen, auch zuweilen eine bis völlig zu Trüborangengelb gest#' 
gerte und bis auf den Bauch hinabreichende Grundfarbe am Vord#' 



halse zeigen. 



S. 18 m., 29 m. 



Von 



? der Wachholder - Drossel, Turdus pilaris L., 

scheinen ebenfalls die schönsten, mit stark schwarz -gefleckt^ 
Kopfe, grofs schwarz -bunten Seiten des Leibes, und überhaupt üb^ r 
all mit stark verdunkelten Farben, vorzüglich aus Asien (vielleid 1 



(*) Corvus spermologus Vicill., (auch von Wagler angenommen) überhaupt erst & 
ein Paar Stücken gekannt, ist gewifs nichts weiter, als die jüngere Dohle. Diese siebt * 
Weilen auch bei uns so aus, bis ins zweite Jahr; und die angegebenen Unterschiede im V^* 1 
nisse der Schwingen unter einander sind so wandelbar, so unsicher, dafs wir, mit Wag 1 
Angabe {Syst. avium I.) verglichen, hiernach in Schlesien und der Mark viel mehrere 
Corvus spermologus, als von C. monedula, haben müfsten. — Am öftesten aber pafst l* e 
Eins , noch das Andere ; denn Mitteldinge sind am zahlreichsten , und die Färbunff bei W eJ 



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am häufigsten die der letzteren, (C. monedula). 

Aber diefs und Ähnliches sind die betrübenden und ärgerlichen Folgen des voreu o 
Aufstellens solcher Arten nach einem oder zwei Stücken. 






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auch aus dem ganz hohen Norden Europa's?) zu uns zu kommen. 
s - 14 o., 18 m., 5S o. Vergl. auch unten die zweite Note zu n. 50. (*) 

? Die Schwarz -Drossel, Turdus merula L., 

soll auf den Gebirgen bei Nizza in der Jugend mit einer wei- 



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r en I Isen Schwanzbinde klimatisch ausarten. S. 29 

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Die ächten Steinschmätzer, Saxicola Bechst., 

erhalten in südlicheren: Gegenden mehr Weifs am Schwänze 
oft sogar an den Wurzeln beider Mittelfedern ; bleichen dort auch 
sehr aus, zumal im Jugendgefieder, und reiben sich auffallend ab. 
Einzelne schwarzohrige, Saxicola aurita, bekommen einen schmalen 
schwarzen Streif quer über den Oberrücken. S. 12 o M m M 18 m. — 
Siehe auch S.32 m., u. 



24. (9) Der graue Steinschmätzer, SAXICOLA oenantke B., 

nimmt dort unterwärts eine intensivere, und am Oberleibe be- 
sonders im weiblichen Geschlechte eine röthlichere Färbung an. 
(Saxicola libanotica Hempr.) S.32u. 

■ 

25.(10) Der schwarzkehlige Wiesenschmätzer. Saxicola rubicolaB. 

■ 

In den heifsen Gegenden Afrika's wird besonders das Männ- 
chen oben schon rein schwarz, der Unterleib rostbraun; der Bürzel 
sehr oft mit rostgelbem Spitzenanfluge. Viele, nicht alle, bekommen 
am Schwänze oben etwas, nicht wenige schon die Hälfte, ja manche 
über drei Viertheile Weifs, (aber mit schwarz bleibendem Paare Mit- 
telfedern) welches an Jungen Gelbweifs ist. (Motacilla sibilla 



Linn.?, 



Sylvia sibylla Stephens.) S.llu., 12m., 17 o., 19o. 



26. (11) Der Haus- Röthling. Sylvia tithys Lath. 

Altere Männchen schon bei uns mit matt- oder ganz schwar- 
zem Rücken, und mit von Weitem auffallenden weifsen Flügel-Spie- 



§ 



ein. Beides im Süden häufiger, und noch entwickelter. (**) (Mo- 
tacilla atrata Gmel., Sylvia atrata Lath.) Weibchen meist nur 

. - ■ . 

(*) An merk. Da (nach Nilfson, Fauna II, S. 232.) die Wälder des südlichen Schwe- 
dens häufig noch im Winter förmlich von ihnen -wimmeln; so müssen nothwendig unter der 
grofsen bei uvs erscheinenden Menge viele östliche sein. — 

* 

Auch möchten wohl, da der Winter weiter im Norden früher endigt, als Weitei? 
öaeh Osten , überhaupt unter denjenigen Vö g ein, welche nach ungewöhnlich 
strengen, lange anhaltenden Wintern bei uns bleiben, um sich hier fortzu- 
pflanzen, im Ganzen leicht viel mehr östliche, als nördliche, sein. 

■(**) Es würde gewifs noch auffallender sein, wenn er nicht so vorzugsweise dort nur Ge- 
orge bewohnte ; und es scheint auch bei uns schon häufiger iu Ebenen, als auf jenen. 






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unbedeutend dunkler, 
m., 27m., 412m. 



146 



S.llu., 12 o., m., 13 m., 15 o., l6m., 26 o.» 






27. (12) Der Garten - Röthling. Sylvia phoenicurus Lath. 

Im Süden und Osten schon die Weibchen oft merklich, die 
Männchen gewöhnlich in ganz auffallendem Grade verdunkelt. (*) 
Diese im Spätsommer oben grauschwärzlich ; Yorderkopf (nach dem 
Bereiben) weifsgrau, dieser Streif über den Augen und Ohren weg-? 
zuweilen bis auf den Oberrücken fortlaufend; Bauch bräunlich rost- 



roth. 



Die hellen Ränder der Hinterschwingen immer gröfser und 



weifser werdend, endlich zu einem grofsen, oft weit nach der Wur- 
zel reichenden weifsen Spiegelflecke erweitert. In Südeuropa Beides 
noch nicht zum Extreme kommend: Ersteres aber vorzüglich in Nu - 
bien, Syrien und Arabien (Motacilla alpina Hempr., PhoenI- 
cüra atrata Selby); Letzteres vornemlieh in Asien, vom Kauka- 
sus beginnend, undsteigend am Baikal, der Selenga, dem Onoö- 
(Motacilla erythrogastra Güldst., Motacilla aurorea Pallo 
Sylvia aurorea Lath. und Sylvia erythrogastra ejd.) Endlose 

Abstufungen und Kreuzungen der Mittelstufen, ja zuweilen selbst 
Kreuzungen der Extreme. S.5u., 11 u., 12o., m., 13 m., 15 o., l6m.> 

17 o., 26o.,m., 27m., 58 o., 112 m. 

28. (13) Der blaukehlige Erdsänger. Sylvia cyanecula M.e*W. 

Im Norden, Osten und Süden etwas schöner: in Lappland, 
Südeuropa (?), Ägypten, Sibirien das Weibchen mit röthlicherem, 
das Männchen mit trüb rostrothem oder zimmtbraunem Mittelfelde 
(Sterne) am Vorderhalse (Motacilla coerulecula Pall. (**), ? Sylvia 
coerulecula Licht.), welches bei unseren weifser, silberweifs, im 
Alter häufig verschwunden ist. (Sylvia azuricollis Rafinesque, 



Wolfi 



Jenes rothsternige doch zuweilen auch bei 



uns als Heckvogel; also wohl so recht alt? S. 17 u., 21 o., 22, 35 u., 

48 m., 49 o., 58 o., 93 o., 111 u. 

? Der Garten - Laub vogel, Sylvia hypolais Na um., 

■ 

soll in Italien und Piemont kleiner, dunkler gefärbt, aber in 
Sitten, Wohnort, Gesang, Nestbau, Farbe der Eier dem deutschen 



(*) Schon Pallas bemerkt (Zoogr, rosso-asiatica, n. 115.) zu seiner var. ß von Mo" 
tacilla phoenicurus, und mit Beziehung auf die Gattung Motacilla (bei ihm Motacilla, 
Stlvia , Saxicola, Anthüs, Regulus und Tboglodytes umfassend) überhaupt: »Variete" 
»tem pulcherrimis et maxime intensis coloribus insignem ad Volgam et ad JeniseaT^ 
»observavi rarius. JStiam in plerisque M ot aci Ilarum speciebus vel aetate vel vi* 
»göre praestantia individua subinde observantur, quae coloribus vulgaria longe antecel" 
>i lunt. « Leider ist darüber noch Vieles unbekannt geblteben und nicht von ihm benannt. 
(**) Von ihm aber nur so benannt, nicht als verschieden von Mot. suecica L. angesehen. ■*" 













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gleich sein. (*) Zuweilen mit auffallenderen und breiteren lichten 
«intersch wingenrändern . Ob so nur alt? S. 15 o., - Vergl. S. 22 u. 

* 

29. (14) Der Sumpf- Rohrsänger. Sylvia palustris Bechst. 

Im ganzen Afrika zum Herbste etwas dunkler; zur Heckezeit 
aber noch mehr verblichen. S. 23 o. 

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30. (15) Der Seggen -Rohrsänger. Sylvia cariceti Na um. 

Die im Ganzen südlichere, aber auch bei uns zuweilen zahl- 
reich vorkommende, manchen Sommer sehr gewöhnliche, kein Jahi 
fehlende Varietät mit gelblicherer und röthlicherer Färbung ist Syl- 
via aquatica Lath. , der Biesen -Rohrsänger. Beide wurden, ob- 
gleich es in den Sümpfen Südeuropa's zum Herbste meist von ihnen 
Wimmelt, doch von Seiten der südlicheren Zoologen nie specifisch, 
kaum als Varietäten oder Racen, getrennt. S. 18 

31.(16) Die Zaun - Grasmücke. Sylvia curruca Lath. 

Süden Europa's, auf Sicilien besonders, in Arabien, 
oft an der Brust hell rostwein farbig ; recht alte weinrostbräunlich ; 
indefs wahrscheinlich meistens nur zum Sommer. (Sylvia subalpina 
Temm. , Bonelli??, und Sylvia leueopogon Heckel.) 
oben mehr bräunlich angeflogen. (**) S. 12 m., 13 u., 15 o., 21 m., u°. 



Im 



25 u. Vergl. auch S.l4-15u. 



(17) 



Sylvia cinerea Lath. 



■ 

Unten ebenso, wie vorige; oben, besonders am Kopfe, nicht 
selten verdunkelt: jedoch die ältesten bei uns den nicht sehr alten 
dortigen ganz und gar gleich. (Sylvia conspicillata Marm. ; Syl- 
via passerina Temm. , Motacilla passerina Gm.?, Curruca passe- 
rtna Risso, Sylvia subalpina Bon.?, Sylvia leueopogon Savi.) ( 
S.12m., 13 u., 15 o., 21m., u., 25 u. Vergl. auch S. l4-15u. 



(18) 



4 

Sylvia airicapilla Lath 



Auf Madeira sollen die ältesten, ohngefähr der zehnte Theil 
a Uer, die Scheitelplatte so ausgedehnt erhalten, dafs auch Seiten- und 
Vorderhals schwarz erscheinen. (Von dem Beobachter, Hrn. Hei- 

(*) Nachricht von einem ausgezeichneten Beobachter, Hauptmann Conradi von Bai- 
denstein bei Chur in der Schweiz. 

(**) Es ist ein seltsamer, aber bei den Bearbeitern der europäischen Ornitholo^ieen fblofs 
**h Abrechnung Naumann' s und zum Theile Savi's) ganz allgemein herrschender Irr- 
t hum: dafs die, hier als klimatische Varietäten genannten Nominal -Arten unserer und meh- 
^ere andere, südliche, Grasmücken unbefiederte Augenlider haben sollten. Schon das 
unbewaffnete Auge, noch mehr aber die Loupe, überzeugt vom Gegenthcile. 

10* 





















i 










148 



necken, wurden sie aus zahlreichen, genau erwogenen und wichti- 
gen Gründen ausdrücklich nur als Varietät betrachtet; von einem 
blofsen Untersucher der todten Bälge erst als vermeinte Art [SylVI* 
Heinecken Jardine] aufgestellt.) S. 12 o., 13 u. ' 






34. (19) Der welfckehlige Wasserschwätzer. Cinclus aquaticus 

Bechst. 

* * 

In Syrien, gewöhnlich in Italien, zuweilen jedoch schon ifl 
Mitteldeutschland, mit ungewöhnlich ausgedehntem Rostbraun 
am Bauche. (Cinclus syriacus Ehrenb.) S.13o., 17 u., 37 o. 

Im westlichen Sibirien dem unsrigen meistens noch ziemlich 

dehnterem Weifs am Halse, 

welches weit an dessen Seiten, und am Bauche immer mehr nach 
unten geht, bis es fast zum After reicht. S. 12 u., 15 u., 57 o. 

Umgekehrt im östlichsten oberhalb und am Vorderhalse im- 
mehr hellbraun überflogen, zuletzt mit hellbrauner Kehle und 
ganz verwischten Rückenkanten; (aber noch eben nicht eigentlich 

einfarbig chocoladenbraun ! Cinclus Pallasii Temm. (*)) Soll eben- 
so auf dem Himalaya vorkommen. S.13 m., 57 m.,u. 

An merk. Dagegen ist der (ganz anders aussehende) Cinclus Pallasii? Carl Bona' 
parte 's (durchgängig von gleicbmäfsiger Schieferfarbe mit schwarzen Federkanten) höchst 
wahrscheinlich , und der mexicanische vielleicht ebenfalls , speeifisch von dem in der alten Welt 
lebenden verschieden. 



mer 














































(20 



Motacilla alba L. 



In südlichen und östlichen Gegenden alles Graue zuerst 
schwarzgefleckt , dann schwarz ; breite Ränder der Flügeldeckfedern 



W 



Selten so im süd- 



lichen Europa, noch seltener in Frankreich, Ungarn; (Mo- 
tacilla lugubris Temm. (**)) n. Pallas im Nordosten Asiens 
immer häufiger werdend, auf Kamtschatka endlich und auf den 
Kurilen höchst gewöhnlich. (Motacilla lugens Illig.) S.ltu.» 
12o.,m M 13m., l4u., d5o., 16m., 26m., 27m., 31m., 58o. 



(*) Hr. T. hatte es biofs als Vermuthung hingestellt : dafs seine Species Cinclus Pal- 
lasii aus der Krimm stamme. Er hatte auch , um sich keine unverdiente Verantwortlichkeit 
beimessen xu lassen, wenn es sich einst als falsch erwiese , (wie es wirklich ist,) den Grund der " 
Vermuthung angegeben und das Wort conjeeturer ganz allein in dem ganzen Artikel (Manuela 
p. 177.) mit auszeichnender Schrift (cursiv) drucken lassen. Gleichwohl schreiben ihm spätere 
Ornithologen jene blofse (unrichtige) Vermuthung als eine unbedingte Gewifsheit nach ! — Das 
zur Norm genommene Exemplar kam aus dem östlichsten Sibirien. 

(**) Nicht M. lugubris des Pallas, welcher diesen Namen nirgends hat, sondern sie an 
der von Hrn. Temminck citirten Stelle der Zoogr. rosso -asiatica im Gegentheile als Varie- 
tät der Mot. alba beschreibt. (S. daselbst I, n. 139.) 












tf? 












I 






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149 



36.(21) Die Wiesen - Bachstelze. Motacilla ßava L. 

Männchen in wahrscheinlich allen südlichen Gegenden oft, 
bei uns zuweilen, im Norden ziemlich selten, im Osten wieder 
öfter — zur Zeit des Sommers mit schwarzem Oberkopfe, ganz ohne 
oder fast ohne die weifse Augenbraune; öfter mit nur undeutlicher, 
und mit schwarzgrauem, schwarzgeflecktem Kopfe und Nacken: letz- 
terer im Anfange (wie bei uns überhaupt) bald noch mit grauen, 
bald mit grünen , später verschwindenden Kanten , wie bei unseren 
grauköpfigen sehr oft. (? Motacilla melanocephala Licht.) Weib- 
chen nur etwas hübscher. S. 12 o., 13 m., 14 u., 23 o., m., 36 u., 
48 m,, 49 o., 58 o., 101 u., 112 m. 



37.(22) Der Wasser -Pieper. Anthü s aquaticus Bechst. 

Im Norden wegen der späteren Sommer erst später, oft viel- 
leicht gar nicht, im Sommerkleide zu finden, welches auch minder 
rein, nämlich an der Brust mehr gefleckt ist; und dergl. m. (Anthus 
littoralis Brehm, Anthus rupestris aliqq. (*)) S.15m., 25 u., 31u., 
36 u., 83m., 67m., 92 o., 112-14. 

Im tieferen Süden, z.B. in Syrien, Arabien, öfters selbst im 
Herbste minder gefleckt. (Anthus Coutellii Audouin.) 

■ 

38. (23) Der Wiesen - Pieper. Anthus pratensis Bechst. 

Im Süden und Osten, wie in Ägypten, Nubien, Syrien 
und Kamtschatka etc. regelmäfsig, im gemäfsigten Europa sel- 
tener, in Deutschland selten und durchaus nur im Sommer, mit 
rostrothem, bei recht alten tief herunterreichendem und dann die 
benachbarten schwärzlichen Längsstriche verdrängendem Kehlflecke ; 
oft auch mit ähnlichem Augenbraunstreife. Bei uns wahrscheinlicl 
blofs Männchen so ; die Weibchen allenthalben nicht so aus^ez 



[Motacilla. cervina des Pallas.] S. 15 i 
58 o. Vergl. auch S. 13 o., 17 m., 111 u. 



'if°g< 



39. (24) Der Brach - Pieper. ANTHUS campest ris Bechst. 

Südlich, besonders in Afrika, etwas dunkler, röthlicher, und 
an der Brust häufiger ohne den Fleckengürtel. S. 15 m., 18 m., 25 

*., 36 u. 

40.(25) Die Alpen - Lerche. Alauda alpestris L. 

Soll auf den (rauheren) Alpen des mittleren Sibiriens (nach 
Pallas) minder hübsch, mit weniger ausgebreitetem Schwarz am 

— i --, — 

(*) Unter diesem Namen zwar, aber keineswegs als seyn sollende Species bei Nilfson 







- 














150 



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1 1 



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Kopfe versehen, und zugleich kleiner sein, als in den nördlichsten 
(natürlich im Sommer wärmeren) Ebenen. Am hübschesten wohl auf 
den Gebirgen des, durch seine Hochebenen besonders im Sommer 
warmen Mexico's. Vergl. S. 12o.,u. 



(26) Die Hauben -Lerche. Alauda 



chen in Afrika fast isabellfarbig, verblichen. S. 18 m., u. 



Wo 



(27) 



Alauda arvensis L. 



Ebenda mehr gelblich, röthlichgelb angeflogen. Zuweilen mit 
stark roströthlichem Scheitel. Indefs zuweilen auch so bei uns , auf 
dem Zuge: ob hoch von Norden her? S, 19m. 

43. (28) Die Isabell -Lerche. Alauda lestacea Gm. (*) 

In Dongola am gröfsten. Allenthalben viele mit sanft rost- 

! an Unterrücken , Weichen, Schwanzdecken; 
liefer südlich am öftesten. Allenthalben nicht selten mit sehr ins 
Rostrothe fallendem, selten mit fast ungefleckt hell rostbraunem Schei- 
tel. S. 19 m. 

44. (29) Die Kalander - Lerche. Alauda calandra L. 

In Südsibirien und Ostafrika öfters beinahe ohne die 
(Schaft-) Flecken der Brust, aber mit grofsen, fast zusammenlaufen- 
den Ringflecken. Ebenda, jedoch selten, allenthalben mit rothlichem, 
am Kopfe und Vorderhalse besonders starkem, rostfarbenem Anfluge. 
S.19'm., 58 o., 112 o. 

Die sibirischen zeichnen sich vorzüglich oft durch einen lan- 
gen weifsen Augenstrich , ganz weifse Kehle , einen dergl. Wanden- 
fleck und solche Augenkreise aus. Vergl. n. 74, auch n. 73. 

Anmeri. Lerchen, Pieper, Grasmücken im Süden meist immer mit deut- 
licheren und oft gröfseren Reilfiecfcen etc. am Schwänze. S. 12 m., i& m., 58 o. 

45. (30) Der Grau -Ammer. Emberiza miliaria L. 
Einzelne südliche zuweilen schon in der Jugend mit röthe- 
rem, rostfarbigem, an Stirn und Wangen besonders auffallendem An- 
fluge. S. 19 m., 112 o. 






46 (31) Der Gold -Ammer. Emberiza citrinella L. 

4 

Ebenda mitunter die Weibchen mit rötherem Anfluge im 
Allgemeinen , aber die roströthlichen Flecke des Oberrückens und 

( ) Rurzzehige Lerche, Alauda brachydactyla Leisl. Es giebt aber mehrere noch weit 
*urzzehigerc Arten; der ältere Name iit daher der besser passende. 









, 








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151 



der Oberbrust gerade heller. S. 18 m., vergl. S. 20 m. und n. 49, 
50; S.89. 

47. (32) Der Garten - Ammer. Emberiza hortulana L. 

An südlichen, namentlich an den abyssinischen, nubi- 
schen, syrischen, selten an südfranzösischen, sehr selten an 
deutschen, ist der Kopf dunkler grau, anfänglich mit Rostfarbe 
überflogen; Unterleib fast rothbraun; untere Kopfseiten und Kehle 
blofs roströthlich ; Schnabel und Füfse merklich röther. (Emberiza 
caesia Mus. Francof., TE.rufibarba Licht., E.ciTz varietas Roux.) 
S.l7o.,u., 18m., 23o., 24o., 11t u. 



a 

48. (33) Der Zip -Ammer. Emberiza cia L. 

In Syrien und Arabien oben etwas gelblicher, die schwar- 
zen Kopfstreifen (durch stärkeres Abreiben) breiter. • Die ins Rosen- 
farbene spielende, roströthliche Unterseite scheint nur zuweilen etwas 
dunkler zu werden. S.18m.,u. 



I 

49. (34) Der Rohr- Ammer. Emberiza schoeniclus L. 

Zum Theile im Süden Europa's, besonders jedoch im Osten, 
über dem Baikal, an der Selenga, in Dauurien, die Männchen 
oft mit hellerem Rostroth oder fast blofsem Rostgelb auf dem Rük- 
ken, jedoch zugleich mehr schwarz: beides besonders auf allen Flu- 
geldeckfedern ; daher die Flügel im Sommer schwarz, mit gelblich - 
hellen Rändern. Alte deutsche bereits ähnlich. (Emberiza arundi- 
nacea Gmel.) S.12o., 20m., 35 u., 58o., (92 u.,) 112m. 

Anmerk. Scandinavische sollen kleiner sein; sie sind es jedoch, genau betrach- 
tet, und nach Nilfson's Fauna zu urtheilen, weder allgemein, noch so auffallend: ja häufig 

gar kaum. [Hiermit ist nicht zu vermengen Embebiza aquatica oder palustris Sa vi 

Dach allem Anscheine eine wahre Species , nicht blofse Race.] (*) — 



Der Berg -Fink. FRINGILLA montifringilla L. 

Manche besonders hübsche mit verdunkelten Farben sind viel- 
leicht östlichere, oder die südlichsten; denn sie pflegen sich, ob- 
wohl nicht häufig, bei uns unter den ersten Herbstankömmlingen zu 
befinden. S.58o. 



(*) Eigentliche Racen oder Leien, (d.h. Varietäten von beständigerem , nicht so leicht 
veränderlichem Character,) und namentlich Farben - Racen , scheinen sich dann zu bilden: 
"Wenn bei einer Art, vermöge der, einmal in ihr liegenden Neigung zur Vermeidung von Mit- 
telgraden, die Extreme organischer Bildung einander genetisch so nahe liegen, 
dafs ein sonst geringfügiger Unterschied in den einwirkenden Verhältnissen hiei 
schon für eines oder das andere Extrem den Ausschlag giebt. Vergl. S. 43, 60, 133 
157 Anmerk. 






















i 




, 









152 



(35) 












alpina Temm.) — Noch weiter südlich, namentlich in Spanien, 
Ägypten, Nubien, Syrien, jedoch auch bereits (in der Umgegend 
der heifsen Quellen von Kara-ata) zuweilen in Buchara, wird der 
Rücken häufigst schwarz mit roslweifslichen , schmalen, gegen die 
Mauser verschwindenden Kanten ; der Kehlfleck hebt sich noch mehr 
hervor; und der dunkle, jetzt wieder noch verdunkelte Federgrund 
in den Leibesseiten steigt so , von der Brust anfangend , so weit in 
die Höhe, dafs in den Seiten schwarze, im Alter recht ansehnliche 
Flecke zum Vorscheine kommen. (**) (Fringilla cisalpina Au- 
douin (***), Fringilla hispaniolensis (!) Temm.) - Alle nur denk- 
bare Übergänge in einander, nicht blofs aus verschiedenen, sondern 

häufig aus einerlei Orten. S.12o., 16m,, I7u., 20m., 35 u., 36m., 
37 u., (58 o.,) 88 u., 101m., (103-5), 112o.,m. ' 

Weibchen werden nur unbedeutend dunkler und gelber, durch 
Ausbleichen jedoch noch heller; Junge in diesem Falle beinahe isa- 



bellfarbig. 



S.lSm. 



mer 



klicb 



Der Stein -Sperling. Fringilla petronia L. 

Verbleicht in Afrika und Arabien, Syrien etc 
starker; besonders im Jugendkleide. 

51. (36) Der Grün -Hänfling. Fringilla chlorls Meyer. 

In Syrien häufig etwas kleiner, aber mit schönerer, mehr grün- 
gelber Farbe. S.23m. 

52. (37) Der gemeine Hänfling. Fringilla cannabina L. 

Ebenda die Männchen fast noch schöner; die Weibchen etwas 
mehr rostgelb übertüncht. S.18 



m., 22 o. 



(*) Oder sie haben dieselbe, historisch richtiger zu reden, gegen Norden, der Regel nach 
selbst schon in gemäfsigten Gegenden , abgelegt und mit einer minder intensiven vertauscht. 
Vergl. §.17, S. 104— 105 u. 

( ) Etwas ganz Entsprechendes geschieht an den alteren, und zugleich wahrscheinlich an 
den östlicheren, Wac hholder drosseln. 




(, ) Schon in der Description d*Egypte unter diesem Namen, welchen aber Hr. Tera 
minck der minder ausgebildeten ersten Varietät beigelegt hat. 





Männchen pflegen im Süden eine, zum Theile ungewöhnlich 
erhöhte Farbe zu erhalten (*). Zuerst wird der ganze Oberkopf dort, 
selten bei uns , rothbraun , fast oder völlig ohne Grau ; der Rücken 
lichter oder rostroth , mit grofsen schwarzen Flecken ; der schwarze 
Kehlfleck gröfser, dabei nicht selten braunroth übertüncht; das weifte 
Augenfleckchen oder Streifchen meist gröfser. So schon oft in der 



Provence, in Italien. (Fringilla Italiae Vieill., Fringilla eis- 



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153 














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53. (38) Der Birken - Zeisig. Fringilla linaria L. 

Die dunkleren mit röthlicherem Rücken und überhaupt slärke- 



*f< 



Cardüelis 



njescens Risso, Fringilla ßavirostris Br eh m) scheinen die süd- 
lichsten: denn sie gelangen noch am häufigsten nach dem südliche- 
ren Europa; — oder vielleicht mit östliche. S.18 



*n., 58 o. 




54. (39) Der Distel -Zeisig. Fringilla cardüelis L. 

Verliert nach Pallas in der barabinskischeii Steppe das 
Schwarze des Kopfes allmählig in blofse Punkte; und am Jenisei 
soll somit der Kopf immer dem Rücken gleich gefärbt werden. (Fkin- 
Cilla subulata Illig.) Diese sollen übrigens den unsrigen aucl 



i in 



allen Lebens- und Siltenverhältnissen durchaus gleichen, (*) und die 
reinsten , vollkommensten Übergänge bilden. (Das Rothe bleibt.) 
Vergl. S. 12 u. 



.• 



(40) 



Winter 



rer Schönheit, mit viel Schwarz am Kopfe, viel Gelb am Schwänze; 



Weibchen 



und weiter ins Warme ziehen, als die Männchen (wie auch bei an 
dern Vögeln). Wahrscheinlich sind es sonst östlicher wohnende. (** 
S.12o., m., 23 m,, 58 o. 

56. (41) Die Sumpf- Meise. Parus palustris L. 

In Nordamerika gewöhnlich mit etwas schwärzerer Kehle 

(Parus atricapillus L.) S. 12 o. 

57. (42) Die Kohl - Meise. Parus major L. 

Arabische oft schwärzer am Bauche. 



mit 



Wenig 



Die vom Himalaya, 
weifsem Endsaume der Schwanzfe- 



J 

( ) Pallas läfst sie daher durchaus nur für Varietät gelten. Erst II liger wollte sie 
n ach dem Exemplare im Berliner Museum , welches auch etwas gröfser ist , als Art aufstellen. 
<* habe nur dieses, nicht die Übergänge, welche Pallas ausdrücklich nennt, gesehen; doch 
Themen in der That unsere jüngeren (nicht die Jungen) wirklich sehr nahe darauf hinzudeuten : 
z «mal da die Stieglitze meistens sehr spät und langsam, also wohl vielleicht im dortigen Win- 
ter 9 xu mausern scheinen, ihre Nahrung aber dort häufig und hoch wächst, sie also höchst wahr- 
scheinlich der Kälte ungeachtet nicht wandern. Denn gerade an manchen Gewächsen aus der 
Fa milie der Compositae, welche vor andern diesen Vögeln durch ihre Saamen Nahrung geben 
v orzügÜch an hoch wachsenden, (also den Schnee überragenden,) und namentlich an Cynaroce- 
Phalis (D i s t e 1 a r t i g e n), ist Sibiriens Flora überwiegend reich. [S. B e i 1 s c h m i e d S. 17 
*°1 etc.] Überdiefs giebt es auch dort einzelne Gegenden, wo nur wenig Schnee fällt 

(**) Ob nicht vorzüglich in solchen Wintern, wo starke Rauhreife und Glatteis oft die 
Eaunuweige, also auch den Saamen der Erlen und Birken, überziehen und die Vö«el zum Fort- 
Tandem zwingen ? (Abgesehen von dem Gerathen oder Mifsrathen des Saaraens selbst.) Mir 

fa at es i m Laufe der letzten Winter hier so geschienen. Vielleicht wäre es nicht blofs Schein. — 



S 












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* 
















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154 



dem (Parus monticolus Gould), scheinen durchaus nicht spec 



ifiscb 



verschieden. Vergl. S. 12m. 



(43) 



Parus coeruleus L. 






Auf Teneriffa und den übrigen kanarischen Inseln oft nnt 
dunklerer, am Halse dem Schwarzen sich nähernder blauer Färbung« 
Ein Anfang dazu schon bei uns sichtbar. S. Hu., 12 u. 

An merk. In der Gattung der Kleiber oder Spechtmeisen scheint sich nicht blofs t» 
syrische (Sitta syriaca Hempr.) mit der dalmatinischen (Sitta Neumayer Michahell eS /» 
die "wahrscheinlich mit der griechischen einerlei ist, sondern anfserdem auch die uralisc 
(Sitta uralensis Licht.), und zwar beide sehr bestimmt, durch Farbe, Zeichnung, Gtofc* 
und Verhältnisse, als 2te und 3te europäische Species zu characterisiren ; obgleich Pallas a* e 
letztere für blofse Varietät hielt. — 

























59. (44) Der gemeine Baumläufer. Cerikia familiaris L. 

Ist in Mexico (wo er also tiefer südwärts geht, als andersW°) 
viel dunkler: schwärzlichbraun mit weifslichen, schmal rothbräunlich 
eingefafsten Tropfen; am Steifse braunroth. (? Certhia mexicanA 
Licht.) Scheint jedoch am Himaleh - Gebirge ebenso vorzukommen. -" 
In Nordamerika sieht sie schon meist so dunkel aus, wie bei uns 

selten. S. l4o., 17 o. 




1 









































HlRUNDO 



60. (45) Die Felsen - Schwalbe. I 

In Nordafrika durch Yerbleichen im Sommer hell mäuse- 
grau; auch meist etwas kleiner. In Südafrika im frischen Gefie- 
der oben fast dunkler, unten etwas röther. (? Hiründo fuliguU 
Licht.) S.61 o., u. 






•) 



HmuiMBO riparia L. 



Ebenso variirend; besonders Junge beim Ausfliegen, selbst 
bereits in Südeuropa röthlicher. (Hiründo litoralis Hemprich) 
S. 61 o., u. 



* 

62. (47) Die Rauch -Schwalbe. HlRUNDO rustica L. 
In absolut- und relativ-wärmeren Gegenden (des Südens 

und Ostens) mit immer dunklerem Bauche: mit hell bräunlichrost- 
farbigem, an recht alten zuweilen braunrothem oder rostbrauner* 1 
Unterleibe; auch mit hell roströthlichen Schwanzspiegeln, und häufig 
mit mehr roströthlichen Federrändern auf dem schwärzlichen ^of 
derhalse. Selten im Alter schon stark rölhlich bei uns ; gewöhnlich 
aber so in Amerika (Hiründo rufa Gm., Hirundo americana Wils.» 
? Hirundo fumaria Licht.); am schönsten jedoch in Nubicn* 



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155 






Ägypten und 

»chatka. 
Ph 



(nach der Beschreibung 



von Pallas) in Kamt- 
(Hirundo Riocourii Audouin, Hirundo Savignyi Ste- 

ens, ?Hihündo cahirica Licht.) S. 17 o., 37 m., 58 o., 63 <*., 
öl m. 




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6 - Sperlings -Vögel ohne Singmuskelapparat. AVES passerin AE 



ANOMAEAE. 



(0 



Wcifs 





etwas weiter reichend. Südafrikanische meist ganz wie unsere. 
S.6lo., u. 

Ein dauurischer, mit dem gewöhnlichen (dort so jüngeren) 
und in gleicher Menge zusammenwohnender soll einen weifsen Vor- 
derhals und Unterrücken haben, aber nach Pallas durchaus nicht 
specifisch verschieden, und in Geschrei, Wohnort und Sitten ihm 
höchst übereinstimmend sein. Yergl. besonders n. 22., 27., auch 35 
und 70; S.58o., 64 o. 



(2) 



Cypselus melba Illig. 



Weifs 



M » AAAC « ««, »^ui » » t-iw au. uci jvcnie, zuweilen am 

Bauche ebenfalls; auch verbleichend. In Südafrika wie in Europa. 



S.61 o., u. 



? Der europäische Tagschläfer. Caprimulgus europaeus h. 
Einzelne solche Exemplare, wie man sie, recht alt, bereits mit 
in Schlesien findet, müssen gegen die unbedingte Annahme eines 
Caprimulgus ruficollis Natterer (C. rußtorquatus Vieill.) mit rost- 
röthlichem Halsbande aus Südspanien, Südfrankreich und Nordafrika 
als Species noch sehr warnen. 



























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(3) 



Alced 



Wenige 



Alte scheinen in wärmeren Ländern etwas röther und blauer, 



r grün. S. 18 m., 22 u., (70 m.) 



0) 



* 

Cuculus canorus L. 



i 

Bei uns die Jungen in manchen Sommern mit häufigeren 
rothbraunen , oft selbst zur Grundfarbe gewordenen Flecken und 
Querbinden. In Südeuropa besonders wieder die einjährigen, und 
Namentlich am öftesten die weiblichen, entweder so, oder noch mehr 
lt *s Rostbraune fallend; seltener diese in Deutschland (Cücuius 



























: 



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■ 



















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156 



*fi 



welche auch nach dem zweiten Federwechsel wieder so (statt einfach 
aschgrau) werden. Nach dem Äquator hin die rothen noch zuneh- 
mend, anscheinend selbst im Alter von mehreren Jahren so; g e g erI 
die Pole zu ganz abnehmend: daher nur selten noch in Scandm 3- 
vien; auch die grauen gegen das Cap der g. H. wieder häufig er- 
S.l7u., 20 u., 21 o., 35 u., 58 o., 63 u., 98. 

Nach Versicherung des Hrn. Gouvernements - Arzt Dr. Job- 
Lichtenstein, zu Mitau, giebt es in Curland (dann ohne Zweite 
wohl auch anderswo) nicht selten alte ungewöhnlich weit graue fr*- 
kuke: an denen das herabrückende Grau des Halses sogar die mei- 
sten schwärzlichen Bauchbinden vollends verdrängt. 



CO 



Picus canus Gm. 



In Ostindien mit etwas schwärzlicherem Streife längs dem 
Hinterhalse, wo unsere nicht selten merklich stark schwärzlich ge- 
mischt erscheinen. Kann gar nicht einmal eine bestimmte Varietät, 
viel weniger eine besondere Art sein. (PicüS barbatus Gray.) 



W 



Upupa epops L. 



Zeigt schon in Deutschland hin und wieder alle Abstufungen 
zu einer zweiten, mehr nach oben stehenden weifsen Schwanzbinde: 
und zwar in Schlesien bereits die da nistenden. Vielleicht ist hö- 
here Ausbildung derselben eine Eigenheit der östlicheren. (Nordischen 
scheint sie nicht eigen zu sein.) S. 12 m. 

Die Wiedehopfe in der Krimm sollen einige Abweichung in den 
Flügelbinden zeigen; was jedoch noch ganz unsicher ist. 



r 

III. Taubenartige Vögel. AVES PERISTEROIDES. 



(0 



Golumba livia auctt. 



de 



Im jenseitigen Dauurien mit einer breiten weifsen Querbin 
auf der Mitte des Schwanzes. S. 12 m., 15 o., 58 o., 63 o., 77 o. 

An merk. Es wäre leicht möglich, dafs diejenigen, welche in Afrika nach allen G*** 
den mit einem kleineren oder gröfseren schwärzlichen Flecke auf den Spitzen aller Rücken 
und Flügeldeckfedern versehen erscheinen , nicht blofs wegen ihrer Abstammung von verwilde 1 " 
tcn, (denn unter den zahmen kommen dergleichen Färbungen , die so genannten hammerschlag 1 ' 
gen, zunächst mit vor,) sondern auch ohne diese, in Folge des wärmeren Aufenthaltes, so verdun- 
kelt 6ein könnten. — 



69. (2) Die Turtel - Taube. Columba /wrtor L. 

An afrikanischen herrscht überall ein rostgelblicher un 
röthlicher Anflug. Daher ist die Brust mehr rein- oder rost-rosen- 



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r öthlich, als graulich-rosenfarb; Kopf oft beinahe ros t gelbgrau ; Rücken 
u fcd mittlere Schwanzfedern fast hell rostfarben, Ränder der Flügel- 
tedern noch röther; beinahe alles Schieferfarbene unsichtbar gewor- 
den. S.l7o., 18m., 21u., 35u., 76o. 



IV. Hühnerartige Vögel. AVES GAllinaceAE. 

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70. (l) Der gemeine Fasan. PHASIAKUS colchicus L. 

Die Männchen kommen schon um den kaspischen See, ganz 
besonders jedoch in der Mongolei, und zwar in den wärmeren 

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jener Gegenden am meisten, besonders um die chinesische Mauer, 
auch am Dalai-Nor und in den wärmeren Thälern am Argun um 
Abigaitu, vorzüglich am Flufse Chara-Murim, aber (nach dem 
Berichte der zoologischen Reisenden) doch wahrscheinlich erst oder 
meistens erst im Alter, als so genannte Halsband- Fasane (Phasianüs 
torquatus Temm.) vor: mit einem glänzend weifsen, halbmondähn- 
lichen Flecke am Grunde der Halsseiten; mit weifser Mischung vorn 
auf den Flügeln; und mit einer Nüancirung im übrigen Gefieder, 
auf welchem die kupferartig -rostrothe Hauptfarbe über die schwarz - 
blaue Randmischung siegt. Nach Südosten hin am öftesten und 
ausgezeichnetsten. Auch die Weibchen mit dunkleren und schärfer 
gezeichneten Farben; (aber nie mit dem Halsbande.) S.64u. 

Ab merk. Wenn auch nicht die vielfachen Erfahrungen von Pallas (*) es zeigten 
*o würden nach dem, was uns jetzt über klimatische Abänderungen überhaupt bekannt wird 
und geworden ist, gerade schon allein Hrn. Temm in ck's eigene, für ihre Verschiedenheit 
Vorgebrachte Ansichten (**) hinreichen , um die speeifische Identität beider Abänderungen als 
bestimmt wahrscheinlich darzustellen. So namentlich Hrn. T.'s Erfahrungen über die unbe- 
denklich erfolgende Begattung beider mit einander; die ungeschmälerte Fruchtbarkeit der ge- 
mischten Nachkommen unter sich, in der Gefangenschaft , (wo man sie in Frankreich und Hol- 
land oft als Racen zieht;) und die Neigung der letzteren, späterhin wieder in eine von beiden 
Haupt -Racen überzugehen, oder auch sogleich nur die Charactere der einen (nicht die gemisch- 
ten Eigenschaften beider, wie es alle wirklichen Bastarde thun! 
" e n Racen der gemeinen Krähe,) anzunehmen. 



also vielmehr wie die bei- 



71. (2) Das YVeiden- Schneehuhn. Tetrao saliceii L. 

Auf den gelinden britischen Inseln ohne weifses Winterkleid, 
^scheinend oft auch mit verdunkeltem Sommerkleide ; letzteres wahr- 
scheinlich wegen der viel höheren allgemeinen Jahreswärme und des 
Viel früheren, viel längeren Sommers, (Tetrao scoticus Gm.) S. 
§• 11 und Zusätze: SA6, 47 o., und S. 117-23. 



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(*) Mit welchem auch Sonnerat und in neuester Zeit Prof. Eversmann zu Kasan, 
^ach den seinigen jeder, übereinstimmen. 

(**) Bist, natur. des pigeons et des gallinac6s> T. II, p. 326-35. 










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72. (3) Das Alpen- Schneehuhn. Tetraü alpinus Nilfs. 

Auf Island wegen der kühleren Sommer in lichterer Sommer- 
tracht, besonders mit lichterer, heller rostbräunlicher Grundfarbe 
als z.B. in Scandinavien. Dagegen ebendort in dem gelinderen 
Winter dunkler, insoweit diefs möglich ist: nämlich der Schwab 
Streif vom N asenloche durchs Auge an den Nacken hin beim Männ- 
chen bemerklich breiter; beim Weibchen aber, an welchem er an- 
derswo überall kaum bemerkbar ist, sondern, näher am Grunde dei* 
Federn, versteckt liegt, auch deutlich hervortretend: wiewohl bei jün- 
geren am Zügel erst gegen den Ausgang des ersten Winters ihres 
Lebens erscheinend, und überhaupt stets schmäler, als am Männchen« 
(Tetrao islandicus Brehm. , ? Tetrao Islandorum Faber. (*)) 
Vergl. S. 11 u., 16 u., 17 o.; S.93u. 

In der Schweiz anscheinend die Sommertracht meist heller, 
als in Scandinavien; oder dort so, wie bei den jüngeren hier. 
Vergl. S.47 Anmerk., und S.91. 

An merk. Da (nach den glaubwürdigsten Nachrichten) auch diese Art auf den Alp eD 
von ganz Sibirien bestimmt und zahlreich vorkömmt, Pallas aber dort niemals Schneehüh- 
ner mit schwarzen Zügeln gesehen zu haben versichert (**); so drängt sich die Vermuthung auf: 
dafs diese in Folge der ungeheueren Winterkälte dort vollends verschwinden müssen. Ein ß 
Veränderung, welche den zuerst angegebenen Erfahrungen entspricht: so, dafs hiernach voO 



Island bis dahin eine ganz erklärliche Reihenfolge von Veränderungen Statt fände. 

S. 12 u. (Pallas Zoogr. n. 220.) 



Vergl 



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Perdix 



Scheint bereits im mittäglichsten Deutschland den Übergang 
zu jenen der Bucharei und des Sinai zu machen: an welchen die 
Kehle etwas mehr röthlich-weifs, der helle Kopfstreif über den Au- 
gen weifser, die helle Zeichnung der Weichenfedern durch ros Igelb- 
lichen Anflug getrübt, und die Rosenfarbe aus dem, auf Rosengrau 
aufgesetzten Olivengrau des Rückens hervorgehoben ist, der Schnabel 
oft etwas länger scheint. Von diesen ist Perdix Chukar Gray? 
aus Ostindien, kaum verschieden. S.64u. 

74. (5) Das graue Rebhuhn. Perdix cinerea Lath. 

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Im felsigen Dauurien nach Pallas das Roströthliche im Ge- 
sichte ausgedehnt, und von der Kehle in einem daumbreiten Streife 

(*) Man mufs anerkennen, dafs der umsichtige, vielseitig durch und für die Wissenschaft 
ausgebildete, jeder Belehrung zugängliche Faber nicht lange Zeit gebraucht hat, um seine 11 
anfänglichen Irrthum hierin nicht blofs einzusehen, sondern auch mit edlem, des wahren Manne* 
so würdigem Freimuthe zu bekennen. Nur schaale Flachheit und Eitelkeit kann Ehre und 
Gröfse im trotzigen Beharren auf erwiesenem Unrechte suchen wollen. 

(**) Was ihn auch auf den Gedanken gebracht hat : alle Schneehühner für einerlei zu bal' 
ten, die Verschiedenheit der alpinischen (Tetrao alpinus s. lagopus) von den in den Sümpfe* 1 
lebenden (T. saliceti s. albus) ganz zu bestreiten, und beide unter einander gemischt zu be* 
schreiben und zu schildern. 









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ls auf die Brust herunter laufend. Der Mondfleek am Anfange der 
ö wn und ein zweiter unter dem weifsen unteren Augenlide schwarz, 
(Wie auch schon bei uns häufig; aber hier wohl meistens bei junge» 



re u Thieren? -) 



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^gezeichnet und schwärzlich. (Letzteres auch zuweilen bei uns.) 
Perdix damascena Lath.? — S.64u. T 

Schon etwas tiefer nach dem europäischen Süden hin, z.B. 
Selbst in der Schweiz, nimmt der Vogel eine gelbere Grundirung 
a *n ganzen Leibe, besonders oberhalb, und mehr und lebhafter rothe 
Flecke auf den Flügeln an. S. 18 m. 

75. (6) Die gemeine Wachtel. Perdix coturnix Lath. 

Wird durch erhöhte Wärme röther gefärbt; so schon für Si- 
birien von Pallas beschrieben. S.58o. (Hier auch Abweichungen 
m Betreff des Schiagens. S. 85 f.) 

Sehr bemerklich wird jenes in Afrika: in dessen Süden sogar 
schon die Jungen von beiderlei Geschlecht röther aussehen, die alte- 
rn Männchen aber an der Brust trüb gelblichrostfarben, an den 
Flügeln röthlichbraun, am Hinterhalse rostbräunlich, und die Zeich- 
nung überall schöner und klarer, die dunkle breiter ist; jedoch nach 
allen Abstufungen. Die Kehle ebenfalls in der Regel viel röther, 
jedoch mit klareren Halsbändchen, als gewöhnlich an den einzelne- 
ren rothkehligen Frühlings vögeln bei uns. S 15 u., 18 m., 112 o. 






























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