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Full text of "Grosses und allgemeines Wappenbuch"

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Grosses und allgemeines 

WAPPENBUCH 



erlegt 



von 



jhnwr & 2Np* in JJürnberg. 

Besitzer: Emil Käster. 



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J. x £IEBMACHERjS 
grosses und allgemeines 

WAPPENBUCIL 

% 

in einer neuen, vollständig geordneten 

und 

reich vermehrten Auflage 

mit teraldiatten mi, \i\pmt\i-%tm\Q%wtfan &r\Msm$m. 



^EINLEITÜNGSBAND, ABTEILUNG- B.y 

Handbuch der heraldischen Terminologie 

nebst den 

Haupt - Grundsätzen der Wappenkunst 

Bearbeitet 

von 

Maximilian Oritzner, 

Kgl. Preuss. Kanzleirath, Preraierlieutenant a. D. 



NÜRNBERG. 

VERLAG VON BAUER UND RASPE. 

(E. Küster.) 
1890, 



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Handbuch 



der 



fter af(f isdften Terminologie 

in zwölf (germanischen und romanischen) Zungen, 



enthaltend zugleich die 




aupfc-wuiwfsätzc *fep Wa 




Systematisch, kritisch, historisch zusammengestellt 



durch 



Maximilian (JritziHMV 

Kgl. Preuss. Kanzleirath, Premierlieutenant a. D. 



NÜRNBERG. 

VERLAG VON BAXTER tt aj d RASPE. 
(E. Küster.) 

,0 1890- . 



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Grundsätze 



der 



Wappenkunst 



verbunden mit einem 

Handbuch 



der 



ho^alclisoheTi Torminologio. 



Zusam rn engestellt 



von 



Maximilian Gritzner, 

Xgl. Preuss. Premierlieutenant a. D., Comthur und Bitter etc 



NÜRNBERG, 1888. 

VERLAG VON BAUER UND RASPE. 

(E. Küster). 



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Gr^/t, \ i 5" 5 O . 2. . 3 



Oift ut \. c.riioJi.i^j 



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Vorwort. 

Die d. d. Nürnberg 11. August 1855 von 0. T. v. Hefner geschriebenen und als Lieferung 17. 
dieses Werkes herausgegebenen „Grundsätze der Wappenkunst" bedurften , der Neuzeit entsprechend, 
einer Umgestaltung und die Verlagsbuchhandlung forderte den Unterzeichneten auf, sich der Arbeit zu 
unterziehen. 

Derselbe kam dieser ihm gestellten Aufgabe um so lieber nach, als einmal der Stand der heutigen 
Wissenschaft sich mit den Aufstellungen und Behauptungen des Herrn von Hefner nicht mehr ganz im 
Einklänge befindet, anderntheils, weil durch diese Publikation zugleich die vom Verfasser ausgearbeitete 
und vom Verein „Herold u angenommene „heraldische Terminologie" in weitere Kreise getragen werden 
dürfte und endlich, weil die Jahrgänge 1879 uhd 1880 der Vierteljahrsscbrift genannten Vereins, worin 
der erste Abdruck derselben erschienen war, gänzlich Vorgriffen sind. 

Es ist ein Vorurtheil, dass Franzosen und Engländer bessere und kürzere Blasonirungen zu geben 
im Stande seien, als wir Deutsche; der Leser dürfte sich tiberzeugen, dass die vom Verein „Herold* 
gewählten, auf langjährige Erfahrung und praktische Uebung basirten terminologischen Ausdrücke, wie 
sie vom Unterzeichneten und vielen seiner Freunde seit Jahren bei allen Publikationen -angewandt und 
sowohl im Königlichen Preußischen Herolds-Amt, wie auch im Königlich Bayerischen Reichsherolden* 
Amt in Gebrauch sind, an Kürze und Deutlichkeit den fremdländischen durchaus nicht nachstehen. 

Längere Deductionen über Schild , Helm und Wapponsymbolik etc. an dieser Stelle zu geben, 
wäre überflüssig; hat doch der K. Bibliothekar Herr Gustav Seyler in seiner „ Geschichte der Heraldik u 
welche gleichfalls eine Abtheilung des „Neuen Siebmacher * bildet, hierin bereits Mustergültiges geleistet. 

Der Verfasser schliesst mit dem Wunsche, es möchte der Wust der Zopfheraldiker über Bord 
geworfen werden und die alten Wappengrundsätze wie unsere terminologischen Ausdrücke in Bälde bei 
ßämmtlichen Heraldikern Deutschlands sich einbürgern. 

Bemerkt wird zum Schlüsse noch, dass sowol die veralteten heraldischen Ausdrücke, wie auch 
diejenigen, welche der Verein „Adler" in Wien s. Z # auf Grundlage der v. Retberg'schen Vorschläge 
gefasst hatte, in dem alphabetischen Generalregister unter Verweisung auf die vom Herold" gewählten 
termini technici Aufnahme gefunden haben. 

Steglitz, im Juni 1887. 

M. Oritzner. 



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I. Ursprung und Wesen der Wappen. 



Wappen und Waffen sind in ihrer ursprünglichen Bedeutung gleich, wie uns denn auch das heute 
noch gangbare Wort „gewappnet" für gewaffnet zeigt. Gleichermassen ist in den Sprachen aller Länder, 
die zur Zeit der Entstehung und Ausbildung der Wappen von dem grossen Sturm der occidentalisch- 
christlichen Begeisterung erfasst und mitgerissen wurden, eine Identität dieser Bedeutungen nachzuweisen, 
wahrend die weniger oder gar nicht dabei betheiligten Nationen des fernen Ostens und Westens 
nicht nur der gemeinschaftlichen Bezeichnung, sondern nicht selten selbst des Begriffes von Wappen, 
entbehren. 

Neben dieser Uebereinstimmung in den Bezeichnungen zeigt uns aber auch die Erfahrung, das*, 
wenn auch nicht alle Waffen Wappen, doch in der That die Wappen immer Waffen waren und des- 
halb noch als solche betrachtet werden müssen. Schild und Helm, diese beiden Hauptbestandteile eines 
vollständigen Wappens , waren besonders geeignet, diejenigen bezeichnenden und unterscheidenden Bilder 
und Figuren , welche wir wappenmässig nennen , darauf anzubringen , und ist auch der Gebrauch der 
Helme, wenigstens der heraldischen, um ein gutes Theil jünger, als der der Schilde, so hat doch di* 
Blüthezeit der Wappenkunst immer beide Waffenstücke gleich hoch geschätzt und geehrt. — -• 

Unserer sicheren Ueberzengung nach haben die Kriegs- oder Kreuzzöge nach dem Morgenland 
(XI — XIII. Jahrhundert) die entferntere Ursache zur Entstehung eigentlicher Wappen gegeben, doch 
mochten wohl die beiden ersten dieser Züge noch wenig heraldische Produkte geliefert haben; um die 
Mitte des XII. Jahrhunderts aber glauben wir mit Gewissheit das Vorhandensein von Wappen behaupten 
zu können. 

Dass unsere Wappen orientalischem fiinfluss ihren Ursprung verdanken, das kann uns, mit Ueber* 
gehung der Zeugnisse der ältesten Schriftsteller, schon eines unserer am häufigsten vorkommenden wap- 
penmässigen Bilder, der Löwe, beweisen. Schon 1062 führte Robert Graf von Flandern einen Löwen 
im Schilde und wenn wir dieses Beispiel (wegen seines vereinzelten Vorkommens, vorzüglich aber, weit 
gerade noch hundert Jahre lang nach diesem Datum in den Flandrischen Siegeln der Löwe nicht mehr 
erscheint) auch nicht gerade als Wappen gelten lassen möchten, so ist es doch Beweis genug dafür, dass 
dieses Thior damals schon bei uns als Schildeszierde gebraucht und bekannt war. Dagegen ist der 
Löwe im Schild des Grafen Philipp von Flandern 1163, gewiss schon Wappen, denn nicht nur, dass er 
von nun an bestimmt beibehalten wird, sondern es erscheinen um dieselbe Zeit in Deutschland Löwen in so 
vielen Siegeln, z. B. Thüringen, Nassau, Pfalz etc., dass man ihnen die Anerkennung als Wappenbilder 
nicht mehr verweigern darf. Fast gleichzeitig mit dem Löwen, doch, wie wir glauben, etwas nach dem 
ersten Auftreten desselben, begegnet uns das nächstverbreitete Wappenthier : der Adler. Diesem folgten 
im Gebrauche andere Thiere wie die Ure, Hirsche, Eber, oder Gegenstände aus dem Reiche der Natur 
z. B. Blumen, wie Lilien, Rosen. Die jüngsten Wappenbilder aber sind die durch Linien, Theilungen ent- 
standenen, die eigentlichen HeroldVStücke. 

Es ist diess, wenn man den Gang der Wappenkunst verfolgt, leicht erklärlich. Der Umstand, 
dass die beiden ältesten Wappen bilder , der Löwe und der Adler, so oft und so häufig auch von den 
verschiedensten Herren auf ihren Schilden geführt wurden, veranlasste zunächst, dass man auf Hülfsmittel 
denken musste, ähnliche Schilde zu unterscheiden. Wenn man einerseits allmälig dazu gekommen war, 
die Wappenbilder oder Wappen als äussere Kennzeichen bestimmter Rechte und Ansprüche zu betrachten 
und anzuwenden , so musste natürlich andrerseits, falls man nicht geneigt war, sein bisheriges Wappen-- 
B, 1 



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bild ganz aufzugeben und gegen ein anderes umzutauschen (wie diess in ältesten Zeiten bei Naebgebornen 
und Bastarden eingeführt war) sich diese Notwendigkeit von selbst ergeben. 

Das einfachste Mittel zur Unterscheidung ähnlicher Bilder bot die Aenderung der Farben. Da 
aber diese nicht mehr ausreichen wollte, so dachte man auf weitere Wege, und die Thcilung, Ueber- 
legung oder Begleitung mit anderen Figuren ergab sich dann von selbst. 

So wurde der flandrische Löwe schwarz in Gold, der brabantische gold in Schwarz, der böhmische 
silbern in Roth, so wurde der thüringische Löwe mit den roth und silbernen Streifen bezeichnet, der 
nassauische mit Schindeln, der lüneburgische mit Lindenblättern begleitet. Auf dieselbe Weise ent- 
stand die silberne ßichel auf dem schlesischen Adler und so wurde auch der mährische Adler geschacht ; 
so entstanden auch die jetzigen Unterscheidungszeichen für Nachgeborne und Bastarde, sowie die ver- 
schönernden Beizeichen der Hauptkronen. 

Diess waren die Grundanfänge der Wappen&utt*/. Ihre Ausbildung aber Mit in die Zeit 
der Turniere. 

Wann die Turniere ihren Anfang genommen, ist noch nicht mit Gewissheit bestimmt 
worden. Dass Rixner, der das erste dieser Ritterspiele nach Magdeburg und in das Jahr 938 setzt, hierin 
gefabelt bat, ist bestimmt; ob aber diejenigen Kampfspiele, die Papst Innozenz IL (1190—1148) verboten 
und verpönt hat, schon wirkliche Turniere nach unsern Begriffen waren, das lassen wir dahingestellt 
sein. Unseres Erachtens waren in jenen Jahren die das Zustandekommen solcher Spiele bedingenden Er- 
fordernisse, namentlich die Korporation des Adels, noch nicht vorhanden. 

Wie dem auch sein mag, so ist doch vor der Mitte des XIII. Jahrhunderts ein Einflnss der Tur- 
niere auf die Wappenkunst nicht ersichtlich. Erst in der zweiten Hälfte dieses Säkulums bemerken wir 
eine Feststellung gewisser Aeusserlichkeiten, eine bestimmte Fixirung von Regeln, die sich aus der Herolds- 
und Wappenpraxis selbst hervorgebildet hatten. Von dieser Zeit an geht die Ausbildung der Wappenkunst 
und so auch der Wappen mit Riesenschritten vorwärts, so dass schliesslich Wappen und Edelmann, 
Turnierfähigkeit und adeliches Wesen so identisch war, dass mit der Prüfung und Zulassung eines 
.adelichen Wappens zugleich auch die Untersuchung und Bestätigung adelicher Ehren vor sich ging. 

In jener Zeit war der Wappen-Schild noch der wirkliche Kampfscbild zu Schimpf und Ernst, 
der Helm war der wirkliche, wie ihn der Edelmann auch in der Feldschlacht trug; die Herolde waren 
damals noch wirkliche Wappen- und Geschlechtskundige, noch wirkliche „Ernholde* und selbst das zarte 
Geschlecht der Frauen verstand sich auf Kenntniss der adelichen Wappen und Kleinode. 

Mit dem Aufhören der Turniere aber gingen der Adel und die Wappenkunst, mit ihnen auch die 
Herolde abwärts, und von der Zeit an, da man Schild und Helm nicht mehr wirklich gebrauchte, ver- 
lor sich auch das praktische Verständniss dieser Stocke, und so auch der Wappen im Allgemeinen. 



II. Tom Schild. 



Drei Merkmale sind es, unter denen wir irgend ein Bild als Wappen gelten lassen können, nämlich : 

1) dass jedes solche Bild in einem Schilde stehe, 

2) dass dieser Schild mit seinem Bilde als äusseres Kennzeichen irgend eines Rechtstitels, sei 
•es Besitz, Vorrecht oder Körperschaft — Länder, Adel, geistliche und weltliche Gemeinden — an- 
erkannt werde, 

3) dass ein solcher Schild mit seinen Rechten und seinem ganzen Wesen, sei es durch Erbschaft, 
Lehen, oder Kauf an einen Dritten übergehen könne. 



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Die eigentlich toappenmässigen Schilde lassen sich in wenigen geben : 

Die ältest gebräuchliche Schildform, auf welcher Wappenbilder erscheinen, ist die dreieckige, mehr 
lang als breit, an den Ecken etwas abgerundet nnd entweder in einem flachen Bogen nach Auswärts 
(Tafel I. Nr. 1) oder mit einer Kante in der Mitte nach Innen gekrümmt (Tafel I. Nr. 2). Wegen ihrer 
Länge waren diese Schilde grösstenteils nur von Fussgängern gebraucht. 

Wenn wir sagen, dass die ebengenannten Schilde die ältesten wappenmässigen seien, so folgt daraus 
auch umgekehrt die Behauptung, dass kein Wappen älter sei als diese Schildesform. 

Sehr bald veränderte das Bedürfnis leichterer Handhabung der Schilde zu Pferde, deren Form in 
eine um Merkliches kleinere zweite Gattung, die fast ausschliesslich nunmehr sogenannten Dreieckschilde, 
deren äussere Linien ein gleichschenk lichtes Dreieck bald mit ganz geraden, bald mit etwas ausgebogenen 
Seiten bilden (Tafel I. Nr. 8). Glücklicherweise sind uns von dieser Art Wappenschilde noch einige Exem- 
plare erhalten worden, so dass wir deren Form, Grösse etc. genau bestimmen können. Wir nennen hier 
beispielshalber die Kampfschilde in der Elisabeth-Kirche zu Marburg, Aber welche Herr F. Warnecke eine 
eigene gediegene Monographie verfasst hat. Die Dreiecksohilde waren fast zweihundert Jahre, von circa 
1200 bis 1390, fast ausschliesslich in Gebrauch, aber in ihren Ausgenlinien sowie der Krümmung mit- 
unter verschieden. Erst im Anfange des XV. Jahrhunderts macht sich eine neue Schildesform, die 
halbrunde, geltend. 

Diese halbrunden Schilde (Tafel I. Nr. 4), so genannt, weil sie unten in einem förmlichen Halb- 
kreis Bchliessenmag dass Bedürfhiss wie die Mode zu gleichen Theilen hervorgebracht haben, denn einerseits 
mussten sie für zusammengesetztere namentlich geviertete Wappen bequemer sein, andererseits war die 
Dreieckform schon zu lange im Gebrauch gewesen, als dass sie nicht wie alles Uebrige hätte der Neu- 
erungssucht zum Opfer fallen müssen. 

Auf diese halbrunden Schilde folgten bald die sogenannten Stechschilde oder Tartschen, doch 
hielten sich neben diesen die halbrunden Schilde noch längere Zeit wappenmässig. 

Die Stechschilde verdanken ihre Form einzig und allein dem Gebrauch des Bennspieses, und es 
erscheint daher als charakteristisches Merkmal derselben der Ausschnitt an der rechten Seite (Tafel I. Nr. 5), 
der zuletzt eine fast kreisrunde Form annahm. Alle Tartschen sind stark nach Innen gekrümmt, am meisten 
aber die eisernen derselben, von denen einige sogar einen vollen Halbkreis bildeten (Tafel I. Nr. 6). 

Diese Tartschen oder Stechschilde waren die letzten von den wirklichen Waffenschilden. Die 
Bildsamkeit ihrer Form bot dem Waffenschmied wie dem Künstler reichliche Gelegenheit zur Abwechs- 
lung, und die Letzteren waren es, die, nachdem der Gebrauch der Schilde in der Wirklichkeit aufgehört 
hatte, eine Zeit lang noch immer an der Grundidee dieser Stechschilde festhielten. Erst als die Erin- 
nerung an die Letzten wirklichen Schilde allmälig sich zu verwischen begann, kamen nach und nach 
jene, wenn auch nicht unschönen, doch gewiss missverstandenen Schildesformen zur Welt, die wir mit 
dem Namen Renaissance-Schilde bezeichnen. 

Anfangs nur durch häufige Aus- und Einschnitte zu allen Seiten des Schildes von den wirklichen 
Tartschen unterschieden, erhielten sie bald durch Einfluss der damals herrschenden Sucht nach antiken 
Mustern, auch die runde und ovale Form. Da aber bei diesen unheraldischen Schildesformen die 
Tartschenaus8chnitte nicht mehr anwendbar waren, so umgab man allmälig die ganze Form mit einem 
Bahmen von Schnörkeln, die sich nach und nach bis zu wirklichen Schnitzereien mit Engelsköpfen, 
Blumen-Guirlanden u. s. w. ausbildeten, wie wir derartige Muster noch im vorigen und unseren Jahr- 
hundert häufig finden. 

Man war und ist es theilweise noch nicht zufrieden, diese phantastischen nichtsbedeutenden Bah- 
men als blosse Launen der Künstler zu dulden, sondern man verirrte und verirrt sich nicht selten so weit, 
sie als zum Schild gehörig zu betrachten und in Adelsbriefen und heraldischen Werken haarklein 
zu beschreiben oder nachzumalen 1 



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Von modernen Schildesformen können nur zweierlei gebilligt werden: die eine in Gestalt eines 
Vierecks, unten etwas abgerundet und in eine kleine Spitze auslaufend (Tafel I. Nr. 7), die andere in 
Form eines gestürzten Eisenhutes (Tafel I. Nr. 8). Beide sind in ihren äusseren Konturen verständlich 
und einfach, und beide lassen wenigstens die denkbare Möglichkeit zu, dass sie einst als wirkliche 
heraldische Schildform enkönnten angewendet worden sein. 

Man liest in früheren und auch noch in neueren Heraldiken in der Regel eine Eintheilung der 
verschiedenen Schildformen nach Nationen , und beliebt die Tartschensohilde (Tafel I. Nr. 5 u. 6) als 
deutsche, die runden und ovalen als italienische, die unten zugespizten (Tafel I. Nr. 1) französische, 
die eisenhutförmigen (Tafel I. Nr. 8) englische Schilde zu nennen. Die Nichtigkeit und Verkehrtheit 
solcher Aufstellung liegt auf der Hand; Zeit, Bedürfnm und Mode, nicht Land oder Nationen haben 
die Schildformen hervorgebracht; aus allen ßiegeln und Denkmälern ist ersichtlich, dass in diesen 
Dingen die Mode immer von oben, nicht wie heutzutage von unten, von Schneidern und Hutkünstlern 
auszugehen pflegte. 



IIL Von den Farben. 



Die Farben sind nicht nur, wie schon oben bemerkt,- die erste und einfachste Art von Unter- 
seheidungsmitteln in der Heraldik, sondern sie sind auch dasjenige, was den Wappen ihr eigentliches 
Leben gibt. Ein in ächter und verstandener Weise gemaltes Wappen ist in der That wie ein alter 
Herold sagt „ain lustig Ding 
zue aller Frist 
mit hochem Sinn und wesen." 

Es bat in den ältesten Zeiten der Wappenkunst als erster Grundsatz gegolten , dass nur soge- 
nannte ganze Farben in Wappen angewendet werden können; erst der schlechtesten Periode 
der Heraldik blieb es vorbehalten, Zwischenfarben einzuschmuggeln, unter welchen lezteren die sogenannte 
Naturfarbe obenan steht, auf welche wir weiter unten zurückkommen. 

Man kennt also in der ächten Wappenkunst nnr vier Farben : 

Roth, Blau, Grün, Schwarz, 
zn denen noch die zwei Metalle: 

Gold nnd Silber (Tafel II, 1-6) 
kommen. Dieser erste Grundsatz der Wappenfarbenlehre fand seinen Ursprung und seine Feststellung ausser 
dem allgemeinen Schönheitssinn noch in der Notwendigkeit, denn dieselbe erforderte dass die Figur des 
Schildes Schon auf weitere Entfernung hin sichtbar war, sich von der Grundfarbe möglichst scharf ab- 
hob und wenn wir diesem so einfachen ah praktichen Satze einigermassen nachgehen, so werden wir die 
Ueberzeugung gewinnen, dass orange und gelb oder gold, purpnr und roth, aschgrau und weiss oder 
silber, eisenfarb und schwarz, stahlfarb und blau, und wie die unheraldischen Farben alle heissen, auf 
einige Entfernung unmöglich hätten von einander unterschieden werden können; die Herolde der alten 
Zeit besassen eben ausser der Theorie auch Präzis, und wussten sehr wohl, warum sie den obgenannten 
Grundsatz aufstellten und befolgten. 

Die sogenannte natürliche Farbe, das heisst diejenige, welche jedem Gegenstand in der Natur zu- 
kommt, in der Heraldik anzuwenden, wäre den alten Wappenkundigen und Wappenkünstlern nie 
in den Sinn gekommen. Sie wählten vielmehr, wollten sie irgend ein Thier, einen Baum etc. in 



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seiner natürlichen Farbe vorstellen, immer die nächstgelegene ganze heraldische Farbe oder das nächst- 
liegende Metall, darum finden wir in keinem gemalten Wappen der guten Zeit braune Wölfe, rosenrothe 
Blnmen, falbe Pferde etc., sondern rothe oder schwarze Wölfe, rothe Hirsche, weisse oder silberne 
Elephanten, rothe oder weisse Bösen, schwarze Baumstämme, rothe Blätter, (z. B. bei Darstellung herbst- 
licher Linden), blaue, schwarze, goldene Dächer u. 8. w. Ich habe die feste Ueberzeugung gewonnen, 
das« dasjenige, was unsere Heraldiker unter „natürlicher Farbe" verstehen , in der bessern Periode des 
Wappenwesens nicht nur nicht bestanden hat, sondern dass es auch heutzutage noch nicht nothwendig 
ist, wenn man nicht lieber die „natürliche Farbe" ganz verbannen sollte. 

Von den vier heraldischen Farben zu sprechen, so verstehen wir unter: 
Roth, ein stechendes, grelles Roth, Zinnober oder Mennige, und zwar lehrt die Erfahrung, dass die An- 
wendung des letzteren (minium) älter ist, als die des Zinnobers, und dass man daher in 
Wappen aus dem XII. und XI II. Jahrhundert richtiger Mennige als Zinnober gebrauchen soll. 
Zum Schattiren nimmt man Purpur, zum Aufhellen orangegelb. 
Blau, ein klares Himmelblau (lazur graecum). Dunklere Sohattirungen gehen zu leicht in Schwarz über 
und stechen wenigstens nicht feurig genug ab. Heutzutage nimmt man gewöhnlich Berg- oder 
Kobaltblau, zum Schattiren Preussisch Blau, und Schwarz, zum Aufhellen Deckweiss. 
Grün*), war in den ältesten Zeiten Grünspan, jetzt nimmt man in der Regel Schweinfurtergrün , zum 

Schattiren braucht man Preuss. Blau oder Russ. Grün, zum Aufhellen Chromgelb. 
Schwarz, war immer das Russschwarz (niger color qui sumitur de caldariis); zum Aufhellen nimmt man 
Gold oder Silber. 
Die beiden heraldischen Metalle wurden in der Regel, besonders bei den Schilden der höheren 
und reicheren Wappenherrn, von den edlen Metallen Gold und Silber selbst hergestellt. Da wir aber 
schon in den ältesten Zeiten statt der wirklichen Metalle die nächstliegenden Farben schwefelgelb (auri- 
pigmentum) und kreideweiss (cerosa cretacea) zuweilen angewendet finden, so kann man auch heutzutage; 
noch nicht darauf bestehen, dass die Anwendung von wirklichen Metallen in den Wappen geradezu statt- 
haben müsse; dagegen sind wir der Ansicht, dass man bei Beschreibung der Wappen im gegebenen Falle 
immer das betreffende Metall, nicht die Farbe, nennen solle. Hiefür spricht auoh die Notwendigkeit 
der Aufrechthaltung des zweiten Satzes der heraldischen Farbenlehre: 

Metall soll nicht auf Metall und Farbe nicht auf Farbe zu stehen kommen, der ausser- 
dem sinnlos werden müsste. 

An der Befolgung dieses Satzes wurde in den bessern Zeiten der Wappenkunst so strenge gehalten, 
dass wir behaupten dürfen, es gebe aus jener Periode kein gegenteiliges Beispiel, selbst nicht für den 
Fall, dass eine heraldische Naturfarbe dabei im Spiele wäre. Nicht selten aber hat die Unkenntniss 
späterer Jahrhunderte es dahin gebracht, alte richtige Wappen dadurch zu Ausnahmen zu stempeln, dasa 
sie Silber und Gold, welches auf alten Originalien häufig bis zur Unkenntlichkeit abgenützt, auf den 
ersten Anblick hiedurch eine etwas unklare ins Blaue und Rothe spielende Färbung erhielt, sogleich für. 
Blau oder Roth nahm und so malte. Solcher Unaufmerksamkeit, respective Unwissenheit haben wir 
es zu verdanken, dass jetzt im Wappen der Stadt München der Mönch im blauen statt silbernen Felde 
steht, dass der Scbrägbalken im Wappen der Mautner blau statt silber und das Kreuz im O^scben 
Schilde roth statt gold erscheint. Wir könnten hier noch gar viele Beispiele anführen, doch wer alte 
gemalte Schilde einmal aufmerksam betrachtet hat, wird sich aus Erfahrung schon von der Richtigkeit 
unseres Ausspruches überzeugt haben oder noch täglich überzeugen können. 

Die neueren Stuben-Heraldiker haben aber, indem sie einerseits von dergleichen Dingen keine 
Ahnung hatten, andrerseits auch dem oben genannten Lehrsatze von Farbe und Metall seine Geltung 
erbalten wollten, für solche in neuerer Zeit verunstaltete und missverstandene Wappen, den Ausdruck 
Räthsel- Wappen erfunden, der wirklich bezeichnend genug gelungen ist, wenn man bedenkt, dass es 
uns ein Räthsel bleiben muss, wie man dazu kommen konnte, solche Wappen überhaupt zu malen. 



*) Als Feldtiahe in deutschen Wappen äusserst selten. 
B. 



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Technik. 

Es empfiehlt sich, das gewöhnlich in Muscheln auf den Markt kommende Silber beim oder vor dem 
Gebrauch mit Deckweiss (das Gold mit Chromgelb) zu mischen, oder das reine Metallpulver sich selbst mit 
wenigen Tropfen Gnmmi arabicum nach und nach anzureiben* Will man sehr glänzende Flächen haben, 
so trägt man das Silber (Gold) rein auf und reibt die Fläche dann mit dem FaUbein ab ; zum Schattiren 
nimmt man beim Silber Blau, zum Aufhellen Deckweiss. — Beim Gold legt man gewöhnlich Chromgelb 
oder Sepia unter, mit welcher letzteren Farbe man auch schattirt; zum Aufhellen wird helles Chromgelb 
gebraucht. 

Wir kommen nun zu einer eigenen Art Stoffe, die, weil sie zum Ueberzieben der Felder und Figuren, 
wiewohl in Deutschland sehr selten, gebraucht wurden, von den Heraldikern zu den Farben gerechnet 
werden, wir meinen die: 

Pelzwerke (Tafei n. Fig. 12—41.) 

Ueber* deren Entstehung und Anwendung hat das leider zu früh verstorbene Ehrenmitglied 
•des „Herold" F. K. (Fürst Hohenlohe) eine so erschöpfende, in jeder Beziehung epochemachende , und 
aufklärende Monographie (bereits in H. Auflage erschienen) veröffentlicht, dass wir uns unter wärmster 
Empfehlung derselben an alle Interessenten, darauf beschränken können, die gebräuchlicheren Formen der 
in der Heraldik vorkommenden Pelzarten hier nur anzuführen. Es sind dies: Hermeifa, Gegenhermelin^ 
Goldhermelin , Fehwammen oder gemeines Kürsch, Hermelinkürsch , V ehern und das Feh mit seinen 
verschiedenen Abarten, worüber näheres unter der betreffenden Spitzmarke zu finden ist. 

Die Benutzung dieser Pelzarten war in der alten Heraldik eine sehr allgemeine; man bezog den 
Kampfschild entweder ganz und gar mit dem Fell, oder aber man brachte dadurch, dass man einzelne 
Streifen oder ausgeschnittene Figuren aus Pelz auf den vorher mit einer Grundfarbe (gewöhnlich roth) 
bemalten Schild nagelte, viele Abwechslung hervor. 

Hermelin (Tafel II. Fig. 12.) 

ist eine Art des Kürsch (s dies) und wird bezeichnet durch schwarze Hermelinschwänzchen , mit denen 
man das weisse Feld (resp. den Gegenstand) besäte. Die Hermelinschwänzchen kommen nicht in ihrer 
natürlicher Form (in dieser höchstens als Futter von Fürstenminteln und hier unter dem Namen: V ehern 
s. dies) vor, sondern ornamentirt dargestellt, gewöhnlich in Form von unten drei- oder mehrfach zuge- 
spitzten Kreuzchen, deren Arme abgerundet sind. Bedingung ist, dass die äusseren theil weise in die 
4 Bänder des Schildes verschwinden (cfr. auch Gold- und Gegen-Rermelin, sowie Hermelinkürsch). 

Hermcllnschw&nzchen (Tafel n. Fig. 13.) 

(cfr. Hermelin) kommen einzeln wohl nicht, aber zu zweien (z. B. im Wappen des Freiherrn v. Verschuer) 
dreien etc. vor, indem man sie dann als Figuren betrachtet und zählt; das Wappen der Grafen Gorcey- 
Louguyon ist z. B. als: „9 Hermelinschwänzchen (4. 3 2.)" anzusprechen, da die Hauptbedingung des 
„Hermelin 11 das Verschwinden einzelner Figuren in die 4 Ränder des Schildes hier nicht der Fall ist, (cfr. 
auch die Artikel „besät" und „bestreut"), 

Gegen her melln (Tafel H. Fig. 14.) 
ist Hermelin in verwechselter Färbung (also die Schwänzchen silbern auf Schwarz). 

Goldhermelln (Tafel IL Fig. 15.) 

ist Hermelin, aber auf goldenem Grunde. In der englischen Heraldik giebt es noch andere Arten des 
Hermelins, die je besonders zu benennen wären. 

Feliwamuien oder gemeines Kürsch (Tafel il. Fig. 16. 17. 18.) 

d. h. der untere Theil des Fehbalges, weiss mit brauner Einfassung, war eine Pelzart, deren sich, ihrer 
damaligen Allgemeinheit und Billigkeit wegen, die alte Heraldik mit grosser Vorliebe bediente. Da 
der Fehwamm nur halb so breit als der Fehrücken war, so wurde er, um auf dem Schilde, mit dem 



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- 7. - 

man ihn Aberzog, ein Muster darzustellen, zusammengestoßen , so dass dadurch eine Art Schuppenfell 
entstand. Er kommt allein für sich Tafel IL Fig. 17, oder in der Art wie Tafel II. Fig. 16. 18 
und 19 (mit aufgesetzten Schwänzchen) vor und heisst dann: 

Hcrmellnkürsch. 

Veliem (natürlicher Hermelin) (Tafel II. Fig. 20.) 

nennt man den Winterpelz des Hermelinthierchens , auf den die schwarzen Schwanzspitzen aufgenäht 
sind, dieses Pelzwerk, durchweg jetzt im gewöhnlichen Leben als „Hermelin" bezeichnet und zur Deco- 
rirung der Kleidungsstücke fürstl. Personen im grossen Ornat gebräuchlich, findet seine Anwendung 
auch als Futter und als Verbrämung der in Heraldik vorkommenden Fürstenmäntel, Fürstenhüte und fürst- 
lichen Pavillons. Es kommt indess auch vor, dass man dieses Futter resp. Verbrämung statt der natür- 
lichen, mit den heraldischen Hermelinschwänzchen bestreut, was besonders zu melden ist. Dass man nicht 
immer den ganzen theueren Hermelinbalg zum Ueberzug des Schildes benutzte, sondern das Hermelinfell 
auch nachahmte, dürfte das Wappen der t Volkersdorf beweisen. Hier hat man andere Thier- 
sehwänzchen vermittelst metallener Haftspangen (Nägel) einfach auf den weissbemalten Schild 
geheftet* 

Fell (Tafel IL Fig. 21-41.) 

ist trotz seiner Mannigfaltigkeiten lediglich aus den Ueberzügen des Kampf-Schildes mit diversem Bauch- 
werk (Pelz, Kürsch), oft in Abwechslung mit einer beliebigen Farbe entstanden, indem man in diesem 
Falle den Schild zunächst durch gerade Linien in mehrere Abtheilungen t heilte und innerhalb der letzteren 
alsdann Kürsch und Farbe (also die blauen Pelzstreifen und den weissen Schildgrund) durch eine der ver- 
schiedenen heraldischen (Feh-) Tbeilungen schied. So entstanden das gemeine oder Hut-Feh (Eisenhütlein) 
das Spicket-, Krücken-,Sturzkrücken-, Wechselkrücken-, das Zinnen- und Schindel-, das Wolken-, Dop- 
pelwolken-, Dornen^, Wellen-, Wechsel-, Gegenwechsel-, Spickel- und Gegenspickel-Feh, über welche unter 
diesen Namen das Nähere zu finden ist. Das gemeine (Hut-) Feh theilt sich wieder in gemeines, Sturz-, 
Gegen-, Pfal-, Sturzpfal, Sturz^enpfal und gewelltes Hutfeh, (s. unten) auch rechnet man hierher die 
besonders in England beliebten Arten des Buntfehs (vgl. dort). 

Fell, gemeines (Tafel II. Fig. 21.) 

oder Hutfeh, oft auch: Eisenhütlein genannt, wird gebildet, indem man zunächst den Schild durch 
mehrere Linien in gleich grosse Querreihen theilt und letztere durch Figuren, bestehend aus je 4 schrägen 
und 2 senkrechten Linien, welche zusammen die Gestalt eines Eisenhutes (Sturmhaube) bilden, derartig 
in von Blau und Weiss abwechselnde congruente Figuren theilt, dass die Spitzen der blauen Eisenhütlein 
nach oben, die der dazwischen, resp. daneben liegenden weissen nach abwärts zeigen. Selbstredend muss, 
dem Gesetz der Theilung zufolge, je an beiden Seiten des Schildes immer in den Reihen abwechselnd 
ein blaues oder ein weisses Eisenhütlein halb in den Rand verschwinden. Werden wie bei Fig. 27. 31. 
andere Tincturen als Blauund weiss gewählt, so ist dies als nicht regulär zu melden und die betr. Fär- 
bung anzugeben 

gtlirztell (Tafel IL Fig. 22.) 

auch „gestürzte Eisenhütlein,* 4 nennt man das Hutfeh dann, wenn die blauen Hütlein gestürzt sind 
und die weissen steigen. 

Gegenteil (Tafel U. Fig. 23.) 

nennt man dasjenige Hutfeh, wo die obere Reibe steigende, die zweite Reihe gestürzte, die dritte Reihe 
wieder steigende blaue Hütlein zeigt, demgemäss also von 2 untereinanderstehenden Reihen die Grund- 
flächen je zweier blauer, resp. der dazwischenliegenden weissen aneinanderstossen. 

Pfaltell (Tafel IL Fig. 24.) 
nennt man dasjenige Hutfeh, wo die blauen EiBenhütlein (und demgemäss gestürzt auch die weissen) — 



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- 8 - 

gewöhnlich zu dreien iu der Querreihe — so untereinandersteben, dass die Mitte der Basis der Hütlein 
der ersten Reihe von der Spitze der Hütlein der zweiten Reihe berührt wird. Auch Fig. 28 ist „Pfei- 
fen" und zwar hier als s. in ff zu melden. 

Sturzpfalfeli (Tafel II. Fig. 25.) 

ist Pfalfeh, wo die blauen Hütlein gestürzt, die weissen steigend dargestellt sind. 

Sturzgegenfelt (Tafel n. Fig. 26.) 

ist Gegenfeh, aber es sind hier die weissen Hütlein in der Mehrheit, so dass man rechts oben, statt mit 
einem halben gestürzten weissen und darauf folgendem blauen Hütlein die Fftrbnng umgekehrt 
beginnt. 

Wogenfeli (Tafel IL Fig. 27.) 

oder (Weohselpfahlfeh) ist wie Pfalfeh construirt, aber es folgen in einer und derselben Pfalreihe nicht 
lauter blaue (aufrechte) reep. weisse gestürzte Hütlein, sondern die Reihen wechseln in blauen und 
weissen steigenden resp. (in der 2. Pfalreihe) weissen und blauen gestürzten Hütlein. 8o entsteht 
eine, den Meereswogen nicht unähnliche Zeichnung. Hierbei ist noch zu bemerken, dass man die Linien, 
welche die Basen der diversen Hütlein resp. die Trennung der Fehreihen bilden, hier nicht mitzeichnen 
darf, entsprechend der altheraldischen Regel, Plätze von gleicher Färbung durch Tbeilungsstriche nicht 
zu trennen (s. z. B. Hauptpfal, Flankenbalken u. dgl. mehr). 

Blllltfell (Tafel H. Fig. 30.) 

nennt man jedes Feh, welches (in der Form des Hutfehs) nicht blau und weiss, sondern in 2. 8 oder 4 
anderen Färbungen abwechselt. Das Buntfeh findet sich vorzugsweise in der Englischen Heraldik und 
ist natürlich in jedem einzelnen Falle zu melden, welche Färbungen im Feh abwechseln. 

El*eilllütletll (Tafel IL Fig. 31.) 

einzelne (6. zu 3. 2. 1 gestellt) s. in B. aneinanderhängend führen z. B. irrtbümlich die Grafen Pappenheim, 
(ursprünglich gewöhnliches Hutfeh). Als wirkliche, natürliche Biguren erscheinen Eigenhüte im Wappen 
der Freiherren v. Wendt, v. Ketelhodt n. A. ; vermutblich sind die Figuren im Wappen der von 
Elitzing, v. Karate dt u. A. ursprünglich auch Eisenhüte und nicht „ Heidenmützen, u wie man sie gegen- 
wärtig anspricht; hier könnten jedoch nur mittelalterliche Siegel das Wahre ergeben. 

Gewelltes Hut feit (Tafel IL Fig. 32.) 

nennt man Hutfeh, wo die seitlichen Begrenzungslinien der Eisen hutfiguren nicht aus 4 schrägen und 
2 geraden, sondern aus 2 wellenförmigen , in der Form der Eisenhütlein gezogenen Linien gebildet sind. 

Slilckelfeh (Tafel II. Fig. 33.) 

(Dreieckfeh) kommt verschieden vor. entweder nur so, dass die einzelnen Febreihen in sich je durch eine 
(oben und unten anstossendej Zickzacklinie in gestürzte silberne und steigende blaue Dreiecke getheilt 
sind, oder, wie in Figur 33, dass immer eine derart hergestellte Fehreihe abwechselt mit irgend einer 
heraldischen Färbung (hier also roth), Fig. 33 würde also anzusprechen »ein als: Von Roth und Spickel- 
feh fünf mal getheilt. Steigen die weissen Dreiecke, so würde es Sturzspickelfeh heissen. 

Zinnen feit (Tafel II. Fig. 34.) 

nennt man dasjenige Feh, bei welchem die Theilungslin*e jeder der (4) Fehreihen von Silber über Blau 
vermittelst eines Zinnenschnitts gebildet wird. Wäre das Blau je in den Reihen zu oberst, so würde 
man dies Feh als Sturzzinnenfeh bezeichnen. 

Kiückenfeli (Tafel II. Fig. 38.) 

nennt man dasjenige Feh, bei dem die Tbeilung in den einzelnen Fehreihen vermittelst des Krücken- 
schnitts von Silber über Blau bewirkt ist (cfr. auch Sturzkrücken- und Wechselkrückenfeh). 



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- 9 - 

Sturzkrttcbenfeli (Tafel II. Fig. 35.) 
nennt man dasjenige Krücken/eh, bei welchem (wie beim Sturz- (Pfal-) Feh) die oberen Flächen der 
Hauen Krücken sich nach abwärts kehren, die weissen Krücken daher steigen. 

Wecltselkrückenfeli (Tafel ü. Fig. 36.) 
heisst Krtickenfeh dann, wenn (wie beim Wogenfeh) in den Pfalreihen untereinander je eine steigende 
blaue und Wisse Krücke abwechseln und alsdann in der Nebenreihe selbstverständlich ebenso eine 
gestürzte weisse nnd blaue vu s. w. — Fig. 36 heist Sturzwechselkrückenfeh, weil hier die obere Reihe 
gestürzte blaue Krücken ceigt. v 

Wolkenfeh (Tafel II. Fig. 37.) 
Hier müssen wir unterscheiden das einfache W^Ucenfek wie Tafel II. Fig. 37 nnd das Doppelwolkenfeh 
je nachdem die Theilung zwischen Weiss und Blau innerhalb der einzelnen Fehreihen vermittelst de» 
einfachen oder des doppelte* Wolkenschnits bewirkt ist. Steigen' die weissen Wolken, so heisst das 
Feh (wie in obigen ähnlichen Fällen;)^ Sturzwelkenfeh. 

ScIlftndelJfell (Tafel II. Fig. 39.) 
Hier ist die Theilnng innerhalb der einzelnen Fehreihen „' durch den Schindelschnitt bewirkt. Fig. 39» 
würde übrigens, da das Blau je in den Reihen oben iet, Sturzschindelfeh heissen, 

Dornfeli (Tafel II. Fig. 40.) 

ist Feh, bei dem die theilung zwischen Weiss und Blstu in den einzelnen Fehreihen durch den Dorn- 
schnitt bewirkt ist. Fig. 40 würde ftbrigene, -da das Blau überall oben : Sturzdornfeh heissen müssen. 

Welleilfell (Tafel II. Fig. 41.) 
ist Feh, bei den die Theilung zwischen Weiss und Bla« in den einzelnen Fehreihen durch den Wellen* 
Schmitt, bewirkt ist. F\g. 41 würde 'tfbrigens, «la Blan überall oben ist» als: Sturzwellenfeh anzuspr*- 
4nen sein. •~~' 

Die sogenannte 

Daanasctming 
ist eine Erfindung 4er Wa|>penkin3tler aand exietirte in -der Form wie wir sie jetzt kennen , bereits im 
XV. Jahrhundert. Bie ist unstreitig blos eine Medernisimng der schon in den ältestesten Zeiten ein- 
geführten Ansfüllung leerer Plätze in -den Schilden , durch gekreuzte Linien , Rosetten , Punkte etc. 
wie man sie namentlich als eine Art Bezeichnung für Unterschied von Farbe und Metall schon im 
XIII. Jahrhundert auf Siegeln und als Dekoration in den Biegelfeldern findet. 

Die Damnscirung in jetziger Farm aber finde* nach den besten Mastern nur da An» 
Wendung, wo grössere leere, d. h. mit keiner Figur belegte, Plätze oder Fliehen erscheinen, 
deren Einförmigkeit nun durch die Ausfüllung etwa« zu verschönern sucht. Da solche leer» 
PlÄtze sowohl in Farbe als auch in Metall vorkommen, so hat man zu jeder Zeit beide Arten damascirt, 
nnd tbut es auch jetst noch mit demselben Recht. Wir können somit auch dem Satz der neuereh 
Heraldiker nicht zustimmen, die, indem sie bei Damaseirung immer aü türkische Säbel und Gewehre zu 
denken scheinen, behaupten, man dürfe nur Metalle damasciren, stellen aber wiederholt unsere Ansieht 
dahin auf, dass man Plätze, in denen schon eine Figur steht, vernünftigerweise nicht damasziren 
aolle. 



Der dritte Grundsatz in der Wappenfarbenlehre endlich ist der: 

Es ist keine Farbe oder Metall in der Heraldik höher oder geringer zu achten 
als die übrigen. 

Es scheint diese zwar an und für sieh sonnenklar zu sein, aber wir müssen zur Rechtfertigung 
dessen, dass Wir diesen Satz hier noch aufnehmen, anfahren, dass es schon vor zweihundert Jahren wie 
noch heutzutage Halbmenschen in der Heraldik gegeben hat und noch gibt, die, sei es aus eigener 
Sentimentalität, oder ans missvetstandenef Schmeichelei, jedenfalls aber ohne den mindesten historischen 

B. 3 



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- 10 - 

BOokhalt, lange und breite Erklärungen und romantische Ergiessungen über Bang and Wertb der heral- 
dischen Farben und Metalle geschrieben, nnd mit ihrem aussuchen Patchouli so Manchen schon ganz 
betäubt haben, abgesehen von der Schande, die sie mit solchen Schwätzereien dem Ernst und der Würde 
unserer Wappenkanst anthun. 

Bezeichnung der Farben. 

Man hat bei Vervielfältigung von Wappen durch den Druck schon frühzeitig auf Mittel gesonnen 
die Farben in den Wappen ohne wirkliche Kolorirung und ohne beigefügte Beschreibung, bezeichnen zu 
können. 

So hat man anfänglich, und zwar schon im XVI. Jahrhundert, die Zeichen der Planeten zu den 
betreffenden Feldern oder Figuren gesetzt, nämlich © Gold, (J Silber, cf Roth, Z|> Blau ? Grün, t) Schwarz, 
wozu später noch für Purpur das Zeichen $ kam. 

Nach dieser Bezeichnungsweise kam die mittels der Anfangsbuchstaben der betreffenden Farben, 
entweder lateinisch oder deutsch, wie z. B. bei Siebmacher g. Gold, w. Weiss (Silber), bl. Blau r. roth, 
8. Schwarz und für Grün das Zeichen q> (ein Blatt). 

Zwischen 1620 und 1640 erfand, man — ob Petra sancta oder Colombiere oder irgend ein anderer 
ist wohl gleichgültig — die sogenannten Schraffirungen, von denen sich bis jetzt folgende geltend gemacht 
haben: Gold (Tafel H. Fig. 1), Silber (2), Roth (3), Blau (4), Grün (5), Schwarz (6) und Purpur (7). 
— Ausserdem finden wir neuerdings noch: 

Schatten färbe (Tafel II. Fig. 8.) 
kommt höchst selten vor; man versteht darunter ein nur mit den Umrissen auf ein ein- oder mehrfar- 
biges Feld gezeichnetes Thier (oder Figur), so dass die Färbung des Feldes durch dasselbe (dieselbe) 
hindurch sichtbar sind. 

Braun (Tafel II. Fig. 9.) 

abbrev. : br. oder Br., eine Mischfarbe, welche die alte heraldische Kunst nicht kannte und die erst die 
neuere Heraldik „erfunden" hat. Die Bezeichnung dafür in nicht bunten Wappen sind senkrechte Striche, 
durchkreuzt von Strichen in der (heraldisch) rechten Diagonale. Man muss natürlich hier verschiedene 
Arten von Braun, also für Baumstämme, Hirsche, Wölfe, Bären etc. unterscheiden. 
Elsen- oder Stahl färbe (Tafel II. Fig.' 10). 

wäre auch überflüssig, wenn man, wie in der guten alten Heraldik, die Panzerstücke schwarz, weis oder 
blau tingirte. Die moderne Stahlfarbe (bezeichnet bei nicht bunten Wappen durch gekreuzte Striche 
in der linken und rechten Diagonale) ist himmelblau; sie wird aufgehellt mit Deckweiss, scbattirt mit 
ultramarin. Diese Farbe ist auch diejenige des in der neueren Heraldik mehr wie zu viel erscheinenden 
natürlichen ^Wassers*, der Fische (sobald sie im silbernen oder goldenen Felde erscheinen) und der 
Wappenhelme. 

Naturfarbe (Tafel II. Fig. ll). 

abbrev. : nat. F., eine erst in neuerer Zeit aufgetauchte heraldische Curiositat. Um den Gegenstand , so- 
fern er nicht bunt gezeichnet wird, als in seiner natürlichen Farbe dargestellt zu bezeichnen, ver(un)ziert 
man denselben mit Zickzack-Linien in der (heraldisch) rechten Diagonale. 

Hasser färbe. 

Diese ebenso überflüssige Farbe, mit der Erfindung einer besonderen Schraffirung (kleine abgesetzte 
wagerechte Striche) wie es Professor Bernd gethan, zu beehren, war höchst unnöthig. In der alten 
Heraldik wurde Wasser, Strom, Meer wo^es vorkam, einfach als blau dargestellt. 

Flelaclifarbe. 

Eine ganz unnöthige Farbe, bezeichnet Professor Bernd durch abgesetzte kleine senkrechte Striche. 

Blutfarbe 

ist als Farbe vollständig überflüssig, da Both oder eventuell Purpur sie jedenfalls ersetzt. Professor 



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- 11 - 

Bernd hat auch hierfür unnöthiger Weise eine Schraffirung erfanden, nämlich senkrechte and schräglinke 
Striche durch einander. 

Orange 

als Farbe -kommt in einzelnen Wappen zwar wohl vor, aber doch nur aus Irrthum (Verwechselung mit 
Mennige). Professor Bernd hat dafür als Schraffirung eine Abwechslung senkrechter abgesetzter Striche 
und Punkte erfunden. 

Aschfarbe 

kommt in vereinzelten Fällen (auch in Diplomen) allerdings mehrmals vor, dürfte aber doch ursprünglich 
auf Schwarz zurüchgeführt werden können. Die heraldische Bezeichnung dafür sind kurze, abgesetzte 
senkrechte und Querstriche abwechselnd; schlieslich noch die: 

Er d färbe 

welche Professor Bernd wie Schwarz (s. dies) aber noch mit durchgezogenen schrägrechten Linien be- 
zeichnet. Da statt der Farbe der Erde in alten Wappen stets Schwarz vorkommt, oder aber der grüne 
Boden (Rasen) so ist diese „Erfindung" für die Naturfarbe des „humus" ebenso überflüssig. 

Wir führen hier weiter an, dass wir im Contexte der Wappenbeschreibungen die Farben folgender 
Weise bezeichnen: Gold mit ö. and g., Silber mit S., s., Roth mit R. , r. , Blau mit B., b., Grün mit 
Gr., gr., Purpur mit Pp., pp., Naturfarbe mit nat. F. und Schwarz mit dem Zeichen #, und dass wir 
diese Bezeichnungsart, da wir sie brauchbar gefunden, auch weiter beibehalten werden. 

Bei den Schraffirungen der Wappeil muss immer der Grundsatz aufrechterhalten werden, dass: 
die Richtung der Striche im Schilde sich immer nach der Stellang des Schildes zu fügen 
habe z. B. Roth immer nach der Längenachse, Blau immer nach der Breitenachse des Schildes, nicht nach 
der Längen- oder Breitenachse des Papiers, da man ausserdem in den argen Widerspruch gerathen müsste, 
dass, wenn der nämliche Schild einmal gerade und daneben schräg gestellt erschiene k die nämliche 
Schraffirung das einemal Blau, das andremal Grün bedeuten müsste. Dahingegen SoUen Helm- 
Ueinode, Helmdecken, Überhaupt Alles, was ausserhalb des Schildes steht, nach der 
Längen- resp. Breiteuaxe des Papiers schraffirt werden. — 



IV, Von den Herolds-Stttcken. 



Wir haben schon oben angedeutet, dass zwar die ältesten Wappenbilder der Erfahrung gemäss 
natürliche Figuren, Thiere, Pflanzen etc. waren, dass aber der Anfang der eigentlichen Wappenkunst 
-erat in der Zeit zu suchen sei, in der die Herolde begannen, durch Striche oder Linien eine künstliche Ver- 
keilung der Farben in Schildern hervorzurufen, und hierdurch mehr Abwechslung, Mannigfaltigkeit und 
Beichthum in die Wappen zu bringen. Diesem mehr durch Bedürfniss als Zufall entstandenen Umstände 
▼erdanken wir nicht bloss eine eigene Klasse von heraldischen Zeichen und Bildern, die sogenannten 
Heroldsstücke , sondern auch wesentlich die umfassendere Ausbildung der ganzen Wappenkunst selbst. 

Ein Heroldsstück ist also die Zerlegung eines Schildes in verschiedene Farben durch Abgren- 
zung derselben mittels gerader oder krummliniger Striche. 

Alle unsere neueren Heraldiker (mit .Ausnahme des Schmeizel , der hierin abweicht) machen aus 
den Heroldsstücken zweierlei: die Theilungen oder Sectionen und die Heroldsfiguren. 

Wir können uns aber mit dieser Theorie um so weniger einverstanden erklären, als einerseits die 
Definition, die sie vpn denselben geben, ziemlich unhaltbar ist, von manchen sogar für „Sektionen" wie 



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- 12 - 

„Heroldsfiguren* die Begriffe gänzlich verwirrt worden, anderseits unsere Forschungen uns lehrten, date 
man in der alten, Wappenkunst eine einfache Spaltung oder Theilung ebenso gut für ein Herolds- öde* 
Ehrenstück hielt und betrachtete, als einen Pfal oder Balken, ja dass in vielen Fällen zwischen einer 
„Sektion", und „Heroldsfigur" gar kein Unterschied gemacht wurde. Dies beweisen u. A. die alten säch- 
sischen und schwarzenbergischen Siegel, die Wappen und Siegel von Hennegau, Ungarn u. s. w., sowie 
von vielen Adelsgeschlechtern z. B. der Stupf, Marschalken etc. in denen Spaltungen, Theilungen, 
Sparrungen bald in ungerader bald in gerader Anzahl, erscheinen, so das man sie nach der früheren Theorie 
bald als t Sektionen" bald als „Heroldefiguren" ansprechen müsste. 

Darum ist obige Eintheilung hinfällig und genügt ein Ausdruck für Beide vollkommen ; wir sind 
deshalb bei der Ordnung der Tafeln genau empirisch vorgegangen , indem wir uns einfach , an die An- 
zahl der den Schild theilenden Linien gehalten haben. 

Denn wir behaupten, dass es richtiger und logischer ist, die theilenden Linien (Theilungsstriche) 
ohne welche doch eben weder Plätze, noch Balken, noch Pfähle, noch Schrägbalken entstehen können, 
zu zählen, nicht aber die erst durch jene entstandenen obengenannten Schildestheilungen (Heroldstücke). 

Auch dürfte es bei Gelegenheit einer Wappenbeschreibung kaum etwas einfacheres geben als die 
Theilungstriche zu zählen und, unter Hinzurechnung eines mehr, von selbst die Zahl der dadurch ent- 
standenen Plütee zu erfahren. Es ist also zwei mal gespalten: gleich drei Plätzen, sieben mal 
gethält gleich oc/tt Plätzen u. s. f. 

Wollte man indess trotzdem auf die Anzahl der entstehenden Plätze den Hauptnachdruck legen, 
so konnte dies, will man verständlish bleiben, nur dadurch geschehen, indem man sagt z. B. anstatt 
zwei mal gespalten: drei fach gepfählt; statt sieben mal getheilt: achtfach gebalkt. 

Das sind aber keineswegs schöne Ausdrücke, die in der ßc/tri/faprache sich zwar wohl einbürgern 
Hessen, im Wortlaut aber dem Laien zu mancher, der Wissenschaft durchaus nicht entsprechenden Ver- 
wechselung mit den gleichlautenden Worten „gepfählt* und v yebalgt u An lass geben könnten, daher nicht 
empfehlen8werth erscheinen. Besser wäre in diesem Falle noch statt: zwei mal getheilt: dreifach getheilt 
anzuwenden, obwol auch hierbei Missverständnisse entstehen können. 

Jedes Heroldsstück kann wieder mit einer oder mehrerer der geineinen Figuren belegt, oder 
piit einem andern Heroldsstück überzogen oder zusammengestellt werden. 

Nach diesen Erklärungen werden wir nun die Heroldsstücke hier nach einander folgen lassen in 
in der Art, wie sie organisch aus einander hervorgegangen sein mögen. 

A. Schildes-Thellung*en durch gerade Linien. 

L Van oben nach unten* 
Gespalten (Tafel IL Fig. 42—77.) 

(abbrev. : „gesp ") heisst der von oben nach unten durch eine oder mehrere durchgehende Linien perpen- 
dikular, oder senkrecht getheilte Schild ; den Schnitt selbst nennt man: die Spaltung oder den Spalt schnitt. 
Eine präcisere Bezeichnung für diese Art der Theilung, welche dem Begriff des Holz- oder Kopf-Spaltens 
entlehnt ist» dürfte es nicht geben, da das „Spalten" bekanntlich stets durch einen senkrechten Hieb 
ausgeführt und gedacht wird, man auch z. B. beim Schädelspalten sich immer den Hieb der „Prim" 
denkt. Die dafür im Gebrauch befindlichen Ausdrückte: getheilt, hochgeteilt, von oben herabgetheilt etc. 
lassen an Deutlichkeit entschieden zu wünschen übrig, besonders AocAgeteilt, wobei Jeder an eine Theilung 
hoch über der sonstigen Theilungslinie, also etwa Abtheilung eines Schildhauptes denkt. Die verschiedenen 
Arten der Spaltung vermittels gebogener oder krummer Linien sind besonders zu melden : Die einfache 
zweimalige Spaltung (Tafel II. Fig. 91.), , die dreimalige (Tafel III. Fig. 29. 30.), die fünfmalige 
(Tafel III. Fig. 37, die siebenmalige (Tafel HL Fig. 43). • Es folgen hier die gebräuchlichen Schnitte,, 
vermittelst deren die Spaltung ausgeführt zu werden pflegt: 



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- 1* - 

Zinneiiförmis fe§palten (Tafel IL Fig. 43.) 
heieet 6er Schild , wenn die Spaltungslinie im Zinnenschnitt senkrecht von oben nach unten geführt ist« 
Der Schnitt heisst: „Zinnenspaltung." 

Breltzlnncnföriiilff gespalten ^ (Tafel II. Fig. 44.) 
Set wie zinnenförmig gespalten (s. dies), die Zinnen aber oben breiter wie unten, die seitlichen Begren- 
xungslinien derselben demzufolge schräg. Der Schnitt heist Breitzinnenspaltung. 

Astlinks gespalten (Tafel II. Fig. 45.) 

nennt man den Schild, dessen (senkrechte) Spaltungslinie nach links oben hin sogenannte senkrecht 
verstutzte Aeste abzweigt. Würden dieselben nach links unten geben, so würde es ein astlinks-gestürzt- 
gespaltener Schild sein. 

Der Schnitt würde Astlinksspaltung resp. gestürzte Astlinksspaltung heissen. 

Astreclits gespalten (Tafel II. Fig. 46.) 
wie Astlinksgespalten, nur gehen die Aeste nach rechts oben, resp. (bei einem astrecht s gestürzt gespal- 
tenen Schilde) nach rechts unten. Der Schnitt würde: Astrechtsspaltung resp. gestürzte Astrechtsspal- 
tnng heissen. 

Eisenhutförmig gespalten (Tafel IL Fjg. 47.) 
heisst der Schild, wenn die Spaltungslinie von oben nach unten abwechselnd in das rechte oder linke 
Feld in Form von Eisenhütlein hineingeht. Der Schnitt würde Eisenhutspaltung heisen. 

Pallisadenfftrmig gespalten «(Tafel II. Fig. 48.) 

heisst der Schild, wenn die Spaltungslinie abwechselnd in das rechte und linke Feld in Form von langen 
schmalen Eisenhütlein oder Palisaden eintritt. Der Schnitt heisst Pallimdenspaltung. 

Hrikckenförmig gespalten (Tafel II. Fig. 49.) 
heisst der Schild, wenn die Spaltungslinie krückenförmig abwechselnd in das rechte und linke Feld sich 
erstreckt. Der Schnitt würde Krückenspaltung heissen. 

Mit Sichel scltnitt gespalten (Tafel II. Fig. 50. 51.) 

heisst der Schild, wenn der obere Theil der Spaltungslinie sich in Form eines Sicheleisens (nach rechts 
(Fig. 51) resp. links (Fig. 50.) — übrigens höchst selten — herausbiegt. Der Schnitt würde (links 
oder rechts) Sichelspaltung heissen. 

mit Spitzen gespalten (Tafel IL Fig. 52—72.) 
heisst der Schild , wenn die Spaltungslinie in Form von Spitzen in das rechte und linke Feld bis zum 
Rande des Schildes abwechselnd gezogen ist. Der Schnitt heisst: Spitzenspaltung. In der alten 
Heraldik zählte man die einzelnen halben und ganzen Spitzen nicht, auch war es vollkommen gleichgültig 
ob vorn Roth, hinten Silber oder umgekehrt, ob die Spitzen ganz durch, bis nur zur Flanke, oder bis 
zur Mitte gingen. Heut zählen wir die vollen Spitzen und unterscheiden: 1., Spitzen, dieselben berühren 
stets den gegenüberliegenden Seitenrand (Tafel H. Fig. 52 — 62.), 2., Flankenspitzen, deren Spitzen reichen 
nur . bis zur gegenüberliegende Flanke (Tafel IL 63—67), 3., Spicket (Tafel IL Fig. 68—69.) deren 
Spitze reicht nur bis zur Mitte oder 6ehr wenig darüber hinaus. Man sehe unter diesen 3 Rubriken 
das übrige. 

Man zählt die Spitzen stets von dem Obereck , aus welchem , oder aus dessen Nähe die 
obere derselben geführt ist. Beginnt daher die obere Begrenzungslinie der obersten Spitze im 
rechten Obereck oder in dessen unmittelbarer Nähe, (dann gewöhnlich in */* oder */a der Schildhöhe) , so 
entstehen linke Spitzen, wogegen rechte Spitzen entstehen, wenn die oberste Linie von oder bei dem 
jinken Obereck herausgeführt ist. Demgemäes heissen diejenigen Spitzen, deren Gipfel der rechten 
Schildseite zugekehrt ist: rechte, wenn umgekehrt: linke Spitzen. Es kann hier niemals ein Zweifel 
obwalten, sobald man sich daran gewöhnt, von vornherein zu beobachten, aus welcher Richtung die 
obere Begrenzungslinie hergeführt ist. Die oberste Spitze mnss stets eine ganze (volle) sein; enthält 

B. 4 



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die Anzahl der spaltenden Spitzen Z?r«cAtheile, dann werden letztere zuletzt gezählt so z. B. „mit 2 1 / a , 
3 1 / a Spitzen gespalten 6 und es darf alsdann die unterste Spitze nur die Hälfte der Basis der vollen haben. 

Mit Flankenspltxen gespalten (Tafel n. Fig. 63—67.) 
heisst ein Schild, wenn die Spaltungslinie sich in Form von Spitzen zickzackförmig hin und her zieht, 
doch gehen diese Spitzen beiderseits nicht bis zu dem gegenüberliegenden Schildrande, sondern nur 
zwischen 2[Flanken (s. dort das Nähere) hin und her. Diese Spitzen werden daher „Flanken" oder 
„mittelmässige" Spitzen genannt werden. Der Schnitt heisst : Flankenspitzenspaltung. 

Man zählt auch hier die Zahl der Spitzen, wie bei der Spitzenspaltung (vergl. den vorigen Artikel). 

mit Spickein gespalten (Tafel n. Fig. 68. 69.) 
heisst der gespaltene Schild dann, wenn die spaltenden Spitzen noch kleiner wie die Flankenspitzen 
sind, und entweder am Rande anliegend (Fig. 68) nur bis zur Mitte reichen (in Blau 2 silberne (rechts-) 
Spicket am linken Bande) oder wie in Fig. 69. die Spaltung gewissermassen als vergrösserter Zahn- 
schnitt (s. d.) direkt in der Senkrechten vollführen (mit Spickein s. v. gespalten). 

Zabnfttrinlg gespalten (Tafel n. Fig. 70.) 
heisst ein gespaltener Schild, sobald die Spaltungslinie in Form von ganz kleinen Spitzen (Zähnen) 
gebrochen ist. Der Schnitt heisst: Zahnspaltung. 

mit Flammen gespalten (Tafel II. Fig. 71.) 

Hier gilt das, was bei dem Artikel wie „mit Spitzen gespalten," gesagt ist, die Spitzen haben hier nicht 
gradlinige Begrenzungen, sondern letztere sind aus Wellenlinien gebildet und die Spitzen ähneln demzu- 
folge Flammen. Gezählt wird wie bei den Spitzen. Der Schnitt heisst: Flammenspaltung. (Das Wappen 
der Familie v. Rohr in Schweden zeigt z. B. diesen Schnitt). 

mit Flankenflammen gespalten (Tafel IL Fig. 72.) 
cfr. vorigen Artikel „mit Flammen gespalten, u hier reichen die Spitzen der Flammen je nur bis zur 
gegenüberliegenden Flanke. Gezählt wird wie bei den Spitzen. Der Schnitt heisst: Flankenflammen- 
Spaltung. 

mit Bogen (bogenförmig) gespalten (Tafel II. Fig. 73.) 

heisst eine Spaltung, bei welcher der Spaltschnitt durch eine aus mehreren aneinandergelegten Kreis- 
bogen gebildete Linie vollführt ist. Je nachdem, ob die Köpfe der Bogen nach rechts oder nach links 
weisen, heisst es mit (3) rechten resp. linken Bogen gespalten oder: rechte oder linke Bogenspaltung. 

Lappen förmig gespalten (Tafel IL Fig. 74.) 

Der Lappenschnitt (s. dort) bildet hier die Spaltungslinie , er hat ähnliche , aber mehr und kleinere 
Bogen wie der Bogenschnitt, (die Köpfe des Bogen oder Lappen weisen nach rechts). — 

Wellenförmig ges alten (Tafel II. Fig. 75.) 
d. h. gespalten durch eine Wellenlinie — daher der Schnitt: Wellenspaltung ; er kommt auch in der 
Mehrzahl vor cfr. Tafel III. Fig. 30. (3 mal wellenförmig gespalten). 

Wolkenfitrmig gespalten (Tafel n. Fig. 76.) 
heisst die Spaltung vermittelst einfachen Wolkenschnitts. Sind Doppelwolken (cfr. Tafel IL Fig. 76.) 
dazu verwandt, so würde dies vermerkt werden müssen, also heisst der Schnitt: Wolkenspaltung oder 
Doppelwolkenspaltung. Sind die, die Spaltungslinie bildenden einfachen Wolken sehr gross, erstrecken 
sie sich insbesondere sehr weit nach den Flanken zu, so würde man auch Wogenspaltung sagen können, 
weil alsdann wiederum die den Meereswogen ähnlichen Figuren entstehen (Tafel H. Fig. 77.) 

Flanke (Tafel II. Fig. 78. 79.) 

(abbrev.: Flk.) kann hinsichtlich ihrer Begrenzungslinien sehr verschiedene Namen führen, darf aber nie- 
mals die Breite von 3 / 7 der Schildbreite überschreiten. Je nachdem , ob sie an der rechten oder linken 
Schildseite anliegt, unterscheiden wir eine rechte und eine linke Flanke. Oft hat dieselbe die Tinctur 



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- 15 - 

eines in dem daneben befindlichen Sohildtheile befindlichen Heroldsstückes, dann entstehen Figuren wie 
Spiokelflanke und Breitbalken-, Haupt-, und Fussflanke (s. dort). 

Splekelflanke (Tafel IL Fig. 80.) 
nennt man eine durch den Spickelschnitt abgetheilte Flanke. Wenn, wie hier, der dem Schilde zuge- 
kehrte Theil der Flanke dieselbe Färbung mit dem Schilde hat, also eigentlich nur 3 innerhalb der 
Flankenbreite zusammenhängende rothe Spitzen sichtbar sind und die Begrenzungslinie der Flanke nach 
dem Schilde zu — wie dies bei gleicher Färbung heraldisch richtig — fehlt, so könnte man sehr wohl 
diesen Schild auch ansprechen als: in Silber 3 rothe rechte Flankenspickel und würde die Figur dem- 
nach bei den Spickein (s. diese) einzurangiren sein. 

Wlnkeülanke (Tafel IL Fig. 81.) 

nennt man eine Flanke, welche gebildet wird durch 2 aus Ober- und üntereck einer Seite hervorgehende, 
gleichlange, sich im stumpfen Winkel vereinigende Schräglinien, sobald deren Vereinigungspunkt noch 
innerhalb der Flankenbreite liegt. 

Balkenflanke (Tafel IL Fig. 83.) 
heisst eine Flanke, welche in der gewöhnlichen Balkenbreite ( 2 / 7 der Schildbreite) ein Balken durchzieht, 
der die Färbung des daneben liegenden Feldes hat und von letzterem durch keinen Trennungsstrich ge- 
schieden ist. 

Das Wappenschild der Driberg ist auch nichts anderes, als eine Balkenflanke, belegt mit Greifen- 
klaue, ebenso Tafel IL Fig. 86. „in S. linke r. Balkenflanke belegt mit 3 r. Rosen". Dass in diesem Falle 
die Belegung mit natürlichen Figuren lediglich in der Richtung des Balkens erfolgen kann, ist selbstredend. 

Bogenflanke (Tafel IL Fig. 84.) 
heisst die Flanke, sobald ihre Begrenzung durch einen Kreisbogen, der aus dem betr. Ober- und Unter- 
eck hervorgeht, gebildet wird. 

Tafel IL Fig. 88. zeigt zwei solcher Bogenflanken (etwas zu breit gezeichnet) je noch belegt mit 
r. Löwenrumpf und begleitet von 5. (2. 1. 2.) g. Spornrädern. Hierbei möge man wohl beachten, dass 
die Bogen wirklich in die Schildecken verschwinden, nicht daneben, denn sonst entsteht naturgemäss 
ein ganz anderes Bild. 

Gezahnte (Zahn-) Flanke (Tafel IL Fig. 85.) 
Flanke, deren Begrenzungslinie durch den Zahnschnitt bewirkt ist. 

Breitbalkenflanke (Tafel. IL Fig. 87.) 
heisst eine Balkenflanke (s. diese) wenn der aus dem Schilde in sie hineinragende Balken nicht die bestim- 
mungsmässige Balkenbreite ( 2 / 7 der Schildbreite) innehält, sondern x / 2 der Schildhöhe einnimmt, so dass 
die Flanke im oberen und im Untereck nur je V* der Schildhöhe behält. Man könnte diese Figur auch 
(allerdings umständlicher) blasoniren: in S. ein linkes Ober- und Untereck (was aber auch noch nicht 
einmal hinsichtlich der Grösse derselben genau ausgedrückt wäre). 

Fussflanke (Tafel IL Fig. 89.) 
heisst eine Flanke, welche in einem Schilde steht, welches einen Schildfuss von der Färbung der Ersteren 
hat und von Letzteren durch eine Theilungslinie nicht getrennt ist. 

Haupt flanke (Tafel IL Fig. 90.) 
(vergl. Fussflanke, wo mut. dieselben Verhältnisse stattfinden. 

Pfal (Tafel IL Fig. 91—110, III. 1-26.) 

(absichtlich ohne „h u geschrieben, zur Unterscheidung von dem Baum- „Pfahl") steht stets (wenn nicht 
anders gemeldet) in der senkrechten Mittellinie des Schildes und hat eine Breite von 2 / 7 der Schildes- 
breite (also nicht */s derselben wie Tafel II. Fig. 91.). Er wird durch zwei senkrechte (8paltungs-) 
Linien gebildet. Auf die Hälfte seiner natürlichen Breite nämlich 1 / 7 der Schildbreite reduzirt, 



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- 16 - 

(Tafel IL Fig. 94) heisst er: Staab; auf l / u redudrt: Pfal-Leiste. Stehen mehrere Pfäle (Tafel III^ 
31. 88. 44. etc.) in einem Schilde, so reduzirt sich ihre Breite Ton selbst der ßchildbreite entt 
sprechend. 

Pßle (s. Pfal.) 
zwei Pfäle: Tafel HI. Fig. 31., drei Pfäle: Tafel III. Fig. 38., Tier Pfäle: Tafel III. Fig. 44. 

Vlankenpfal (Tafel IL Fig. 93.) 
rechter oder linker, heiset ein Pfal, dessen Mittellinie die Begrenzungslinie der rechten oder linken 
Flanke bildet (cfr. im Uebrigen sub „Pfal") Fig. 93. ist ein rechter Flankenpfal. 

Staab (Tafel IL Fig. 94.) 
(absichtlich mit 2 a geschrieben, zur Unterscheidung vom Stabe) ist ein auf die Hälfte seiner natürlichen 
Breite reduzirter Pfal (s. diesen). 

Aneinandergescliobeiie PlUle (Tafel II. Fig. 95.) 

nennt man zwei in ihrer Breite verringerte Pfäle von verschiedener Färbung, welche mit ihren inneren 
Begrenzungsflächen hart aneinandergeschoben sind, so dass die Schildfärbung zwischen ihnen nicht 
sichtbar ist. Sie nehmen dann zusammen die Hälfte der Schildbreite ein. Wohl zu unterscheiden ist 
diese Figur von dem „gespaltenen" Pfal, der niemals die gebräuchliche Pfalbreite tiberschreitet. 

Gescltachter Pfal (Tafel IL Fig. 96.) 

gewöhnlich in 2 senkrechten Reihen (zu 6 Plätzen) geschaebt (s. d.). 

Gestückter Pfal (Tafel II. Fig. 97.) 

heisst ein Pfal, wenn er aus mehreren Stücken wechselnder Färbung (von oben nach unten) zusammen- 
gesetzt ist. Wohl zu unterscheiden ist er von dem „mit 2 Balken belegten Pfal * denn bei letzterem 
nehmen die beiden Balken zusammen 4 / 7 der Hühe ein wogegen beim „gestückten Pfal" alle fünf Theile 
gleich sind. 

Ausgebrocliener Pfal (Tafel II. Fig. 98.) 

heisst ein Pfal, wenn parallel zu seinen Begrenzungslinien, (also in Form des Rechtecks oder der 
Längsschindel) ein Stück aus ihm herausgebrochen ist, so dass die Grundfarbe des Schildes durchscheint., 

Jflit Sparren belegter Pfal (Tafel II. Fig. 99.) 
Die Breite der Sparren ergibt sich von selbst, nach dem beim „Balken" und „Sparren" Gesagten. 

Mit Wolkensclinltt gespaltener Pfal (Tafel II. Fig. 100.) 

Die Spaltung könnte auch durch jeden andern beliebigen Schnitt erfolgen ; die Pfalbreite darf sich aber 
dadurch nicht verändern. 

Geschuppter Pfal (Tafel IL Fig. 101.) 

sieht aus, als wäre er mit Schuppenfell überzogen ; wird wohl ursprünglich nur eine Damascirung oder 
ein Pelzüberzug gewesen sein (im Wappen der Tattenbach erscheint diese Figur). 

Hanten-Pral (Tafel II. Fig. 102. 103.) 

Hier ist zu unterscheiden der rechte (Fig. 102) und der linke (Fig. 103) Kantenpfal. Der Kanten-Pfal 
entsteht dadurch , dass man sich einen Pfal in der Mitte zunächst quer durchschnitten und alsdann die 
beiden Hälften soweit auseinandergerückt denkt, dass sie sich nur noch mit den inneren Kanten (Ecken) 
berühren und (beim rechten Kantenpfal) die senkrechte Mittellinie des Schildes zugleich die linke Be- 
grenzung des oberen und die rechte Begrenzung des unteren bildet, (beim linken Kantenpfal umgekehrt). 
Einen (rechten) Kantenpfal führt zum Beispiel die schlesische Familie v. Czirn. Da sich , wenn Nichts 
weiteres gesagt, das „rechts" von selbst versteht, so ist nur beim linken Kantenpfal die Bezeichnung 
n link u hinzuzusetzen. 

Kantenwürfel-Pfal (Tafel n. Fig. 104. 105.) 
ist ein Pfäl, welcher in mehr als zwei Theile (cfr. Kantenpfal) zerschnitten ist, die alsdann abwechselnd 



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- 17 - 

nach rechts und links von der senkrechten Mittellinie des Schildes hinausgerückt, mit den inneren 
Spitzen (Kanten) sich berühren ; ein rechter K.-W.-P. ist es, wenn der oberste Würfel der rechten Reihe 
am Oberrand ruht (Fig. 104), sonst ist es ein linker (Fig. 105.) 

Gegenzinnen-Pfal (Tafel IL Fig. 106.) 
ist ein Pfal, dessen Begrenzangslinien in beiderseits sich gegenüberstehende Zinnen auslaufen, ohne dass 
deshalb die gebräuchliche Pfalbreite überschritten wird; es hat daher 1 / 3 der Breite desselben der 
eigentliche Pfal und je 1 / 3 haben die Zinnen einzunehmen. 

Weckselzimien-Pfal (Tafel II. Fig. 107.) 
ist ein Pfal, dessen Begrenzungslinien in Zinnen auslaufen, welche sich nieht gegenüberstehen, sondern 
abwechseln, so dass einer Zinne rechts eine Scharte links gegenübersteht. Die Gesammtbreite des Pfals 
darf die gewöhnliche Pfalbreite nicht überschreiten (s. Gegenzinnenpfal). 

Ast-Pfal (Tafel IL Fig. 108. 109.) 
ist ein Pfal; dessen Begrenzungslinien in nach oben weisende senkrecht verstutzte Schräg-Aeste (Ast- 
stummel), welche sich nicht gegenüberstehen, auslaufen. Sind die Aeste abwärts gekehrt, so ist es ein 
Sturz-Ast-Pfal (Fig. 109). 

• CSegenast-Pfal (Tafel IL Fig. 110.) 
ist ein Astpfal, wo nicht wie beim Astpfal (s. d.) die Aeste alterniren, sondern sich diametral gegen- 
überstehen. 

Angehackter Pfal (Tafel in. Fig. 1.) 
sieht aus wie ein Stück Holz, was man mit einem Bpil beiderseits abwechselnd angehackt hat. Selbst- 
verständlich ist diese Figur sehr selten. 

Sclir&gkanten-Pral (Tafel IU. Fig. 2-5.) 
ist in ähnlicher Weisse entstanden, wie der Kantenpfal (s. diesen) nur ist der Pfal nicht in der Mitte 
quer, sondern schräg durchschnitten. Ist die Schrägtheilung eine rechte^ (Fig. 2. 3.) so heisst er einfach: 
Schrägkantenpfal und zwar (je nachdem der obere Theil rechts und der untere links (Fig. 2) oder umge- 
(Fig. 3) ausgerückt sind) oberer oder unterer Sehrägkantenpfal. Ist die Schrägtheilung schräglinks 
bewirkt, so heiBst der Pfal: linker Schrägkanten-Ffal (Fig. 4. 5.) und zwar (je nachdem der obere 
Theil links, der untere rechts (Fig. 4.), oder umgekehrt (Fig. ,5.) ausgerückt sind) unterer resp. oberer 
linker Schrägkantenpfal. 

Gezahnter Pfal (Tafel IU. Fig. 6.) 
ist ein Pfal, dessen Begrenzungslinien durch den Zahnschnitt gebildet sind. Die Gesammtbreite des 
' Pfals ist die des gemeinen Pfals. 

Zlckzack-Pfal (Tafel m. Fig. 7.) 
heisst der Pfal, wenn derselbe im Zickzack mehrfach gebrochen, dennoch stets in der bekannten Breite 
blieb. Ist der Pfal nur in der Mitte je einmal zickzackförmig links und rechts gezogen (Tafel III. Fig. 8), 
so heisst er : in der Mitte zickzackförmig geschobener (oder gezogener) Pfal. 

Wttrrel-Pral (Tafel m. Fig. 9.) 
ist ein Pfal , welcher gebildet wird aus einer senkrechten Reihe auf die Spitzen gestellter aneinander- 
hängender (quadratischer) Würfel. 

Raut^nr-Pfal (Tafel in. Fig. 10.) 
gebildet aus einer senkrechten Reihe auf die Spitzen gestellter und mit letzterem zusammenhängender 
Rauten (Rhomben). 

Wecken-Pfal (Tafel IU. Fig. 11.) 
gebildet ans einer senkrechten Reihe querliegender, mit den stumpfwinklichen Spitzen aneinanderhängender 
Wecken (länglicher Rauten). 

B. 5 



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- 18 - 

Eingebogener Pfal (Tafel HL Fig. 120 
Ist ein Pfal , dessen Begrenzungslinien nach innen zn kreisbogenförmig eingebogen sind (könnte auch 
9 Tatzmpfal a heissen.) — wol zu unterscheiden von Bogenflanken, (Tafel II. Fig. 88). 

Propf-Pfal (Tafel III. Fig. 13.j 
ist ein in der Mitte (auf ca. 2 / 7 seiner Höhe) beiderseits kreisbogenförmig nach aussen, zu gebogener PfaL 

• Lappen-Pfal (Tafel III. Fig. 14.) 
ist ein Pfal, dessen Begrenzungslinien kleine Kreisbogen bilden, deren Köpfe nach aussen, die Spitzen 
nach innen gekehrt sind. 

Dornen-Pfal (Tafel III. Fig. 15.) 

ist das umgekehrte von: Lappen-Pfal, nämlich mit (nach aussen gekehrten) Dornen (Spitzen). 

Wellen-Pfal (Tafel III. Fig. 16.) 
ist ein Pfal, dessen Begrenzung Welfenlinien bilden (cfr. Tafel III. Fig. 32. „zwei Wellenpfäle"). 

Ftissgespitztei» Pfal oder gestürzte Pallisade (Tafel III. Fig. 17.) 
dessen Fussende angespitzt ist. Eine gestürzte Pallisade (Tafel III. Fig. 18.) „drei auf den Unter- 
rand gestürzte Pallisaden* cfr. Tafel III. Fig. 42. 

Pallisade (Tafel UI. Fig. 19.) 
ist ein oben zugespitzter Pfal, dessen oberes Ende den oberen Schildrand nicht erreicht (entweder bis 
zum Schildhaupt, ins Schildhaupt, oder bis zur Schildmitte reicht). „Drei Pallisaden,* 4 cfr. Tafel III. Fig. 41. 

Verstntzter Pfal (Tafel UI. Fig. 20. 21.) 
ist ein Pfal, von dem oben, resp. unten ein Stück quer abgeschnitten ist und welcher daher nur bis 
zum Schildhaupt, resp. Schildfuss, oder zur Schildmitte reicht.; (s. Schildhaupt- Schildfuss-Pfal). 

LängSSChindel (schwebender Pfal) (Tafel 111. Fig. 22.) 

ißt ein oben und unten verstutzter (schwebender^ Pfal. Oft wird diese Figar in der Mehrzahl und 
selbstverständlich verkleinert benutzt zum Ausfüllen voä leeren Wappenfeldern z> B. Nassau, Limburg 
Solms u. a* m. 

Ausgekrochene Iiftngsseliindel (Tafel III. Fig. 23.) 

ist eine Längsschindel aus welcher parallel* ihren Begrenzungslinien in der Mitte ein Stück herausgebrochen 
ist, so dass die Feldfärbung hindurchscheint. 

Endgespitzter Pfal (Tafel III. Fig. 24.) 

ist ein schwebender, ausserdem aber oben und unten zugespitzter Pfal. 

Doppeltgehrochener Pfal (Tafel III. Fig. 25.) 

ist ein Pfal, der auf 1 / 3 seiner Höhe je oben und unten quer durchschnitten und dessen T heile ein 
wenig auseinandergerückt sind. 

Belegter Ptal. 

Selbstverständlich kann jeder Pfal mit natürlichen Figuren, Sternen, Rosen etc. belegt sein, so 
führen z. B. die Ritterj der Ehrenlegion, falls sie sonst nicht wappenberechtigt sind, das Wappen wie 
Tafel III. Fig. 26. (r., mit dem Kreuz der Legion bei. Pfal in S.) nach der Kaiserlich Französichen Heraldik. 

Schrftgversttitzte Längsschindel (Tafel in. Fig. 27. 28.) 

ist eine Längsschindel, welche oben und unten schräg (rechts) resp. schräglinks verstutzt (abgeschnitten) 
ist und hiernach bezeichnet wird. 

Bogen-Pf&le (Tafel HI. Fig. 33.) 

(oft auch als „Regenbogen* angesprochen) heissen zwei in Form von Kreisbogen nach innen gegeneinander 
.gebogene, aus den vier Schildesecken hervorgehende Pfale. 



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- 19 - 

Mit Staab belegter Pfal (Tafel IU. Fig. 34) 
ist ein Pfal, in der Mitte mit Staab belegt. 

Bordlrter Pfal (Tafel III. Fig. 35). 
ist ein auf beiden Seiten mit schmalem Bord versehener Pfal. 

Zwillings-Pfa! (Tafel III. Fig. 36.) 

nennt man eine pfalartige Figur, bestehend ans 2 Stääben (s. diese) welche derart nebeneinander an der < 
Pfalstelle zusammengeschoben sind, dass der zwischen ihnen hindurchscheinende Theil des Schildes gleich 
der Breite eines von ihnen ist. 

»rillififfg-Pfal Tafel III. Fig. 39.) 

(s. Zwillingspfal ;) hier sind drei Stääbe so zusammengeschoben , dass jeder der zwischen zwei derselben 
sichtbaren Theile des Schildes gleich der Breite eines derselben ist. 

Von « Stiföben begleiteter Pfal (Tafel IU. Figur 40.) 

ist ein Pfal, zwischen 2 Stääben, welche so nahe an ihn herangerückt sind, dass jeder der zwischen ihnen 
und jenem durchscheinenden Theile des Schildes gleich ist der Breite eines der Stääbe. Der Pfal kann 
ausserdem auch noch von einer Staableiste bordirt sein (cfr. Tafel III. Fig. 45.). Diese Figur findet 
sich häufig in Niederrheinischen Wappen (s. auch die Schrägtheilungen). 

II. Von Hechts nach links. 
Gethellt (oder durchschnitten) (Tafel III. Fig. 46—77). 

nennt man eine Theilung des Schildes durch eine, oder mehrere gerade, gebogene, oder gebrochene Linien 
in der horizontalen Richtung. Die Bezeichnung quergetheilt ist überflussig, da alle anderen Theilungen 
ihre besonderen Bezeichnungen haben, ein Irrthum also ausgeschlossen ist. Hier gilt dasselbe, was bei 
gespalten und Pfal (s. diese) im Allgemeinen gesagt ist; es entstehen also durch Theilungslinien mit 
geraden Ziffern : Balken, durch Theilungslinien mit ungeraden Ziffern: Theilungen. 

Mit Zinnen (zlnnenweis) getlieilt (Tafel HL 51-56.) 

heisst der Schild, wenn die Theilungslinie nach oben und unten senkrecht und quer mehrfach gebrochen, 
Zinnen, resp. Scharten bildet. Die neuere Heraldik zählt die entstandenen Zinnen, bei der alten Heraldik 
war dies gleichgültig. Die Zinnen sind entweder flache (Fig. 47.) gewöhnliche (Fig. 49), Kreuzzinnen 
(Fig. 53.), wälsche Zinnen (Fig. 54.) d. h. oben eingekerbt, wälsche Doppelzinnen, wenn die zwischen 
2 Zinnen liegende Scharte auch eingekerbt ist (Fig. 55) oder Propfzinnen (Fig. 56). Meistenteils findet 
man heutigen Tages diese Zinnentheilung als gezinnte Mauer dargestellt, gekennzeichnet durch die 
sogenannten Mauerstriche, d. h. parallel dem oberen Bande in drei, vier oder mehr Reihen geführten 
gewöhnlich anders als die Mauer gefärbten, schmalen Streifen mit den dazugehörigen, die Mauersteine an- 
deutenden StfnÄrtfcAten Verbindungsstrichen, stets in Form des Kleeblatts vertheilt ; man spricht dann von 
einer „gesteinten* oder ^gefugten" Mauer. Bei diesen Mauern zählt man dann nicht allein die Zinnen, sondern 
meldet auch, ob letztere sich an die Aussen-Ränder lehnen, oder frei auf der Mauer angebracht sind, 
also: weissgerugte rothe Mauer mit drei Freizinnen in Silber (v. Reventlow) oder Mauer mit 2> Scharten. 
Die Scharte (Tafel III. Fig. 48. 50.) entsteht, wetin die Theilungslinie in der Mitte zweimal senk- 
recht gebrochen und abwärts geführt und alsdann die kurzen senkrechten Linien unten durch eine Querlinie 
verbunden sind, und zwar haben wir Flachscharten (Fig. 48) und gewöhnliche Scharten (Fig. 50). 

Mit Stufe gethellt (Tafel UI. Fig. 57. 58.) 

heisst ein Schild, dessen Theilungslinie zwischen dem (oberen) ersten und zweiten Drittel der einen 
Bchildesseite wagrecht beginnt, sich bis zur Schildesmitte zieht, dann senkrecht nach unten abbricht und 
zwischen dem zweiten und dritten {unteren) Drittel der gegenüberliegenden Schildesseite wiederum quer 
gebrochen, sich dorthin wendet, so dass der Schnitt in der That der Stufe einer Treppe gleicht. Beginnt 



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- 20 - . 

die Stufe an der richten Schildseite (Fig. 67.) so heisst sie: rechte Stufe, beginnt eie an der linken 
(Fig. 58): linke Stufe. 

(mit) Stufenglebel (getheilt) (Tafel III. Fig. 59.) 
heisst der Schild, wenn die Theilnngslinie sich vom unteren Drittel der beiden Schildseiten ans zunächst 
quer, dann senkrecht u. s. f. stufenförmig bis zur Höhe zwischen dem ersten und zweiten oberen Drittel 
der Schildseite auftreppt. Beginnt die Theilungsliniezwischen dem ersten und zweiten Drittel der Schild- 
seiten von oben und treppt sich nach unten ab, bo ist dies ein gestürzter Stufengiebel (Tafel III Fig. 60.). 
Wiederholt sich innerhalb einer Theilnngslinie die Form des Stufengiebels mehrfach nebeneinander, so sagt 
man: „stufengiebelförmig getheilt* (Tafel III. Fig. 61). 

MrttckenfSrmlg getheilt (Tafel HI. Fig. 62.) 
beißet ein Schild, dessen Theilnngslinie im Krückenschnitt quer geführt ist. Bei der halbkrückenförmigen 
Theilung (Figur 63) haben die Krücken nur einen Arm. 

]$isenhutf9rmig getheilt (Tafel HI. Fig. 64.) 
ist die Quertheilung vermittelst des Eisenhatschnitts (s. d.). 

Pallisaden förmig sethellt (Tafel in. Fig. 65.) 

nennt man den Schild, wenn er durch längere und schmälere Eisenhüte, also durch den Pallisadenschnitt 
(s. d.) quer getheilt ist. 

Mit Spitzen getheilt (Tafel III. Fig. 66.) 

Bier sind, ebenso wie bei der Spaltung mit Spitzen, verschiedene Arten der Theilung zu unterscheiden. 
Gehen die Spitzen aus dem Unterrande hervor und reichen bis an den Öberrand, so sind es eben Spitzen 
(keine Quertheilung) und ist das Weitere darüber bei diesen zu lesen; gehen sie indess oberhalb der 
beiden Unterecken und zwar aus den Seidenrändern des Schildes hervor, ohne den Oberrand zu berühren, 
dann bilden sie eine Art der Quertheilung: die Spitzentheilung und zwar unterscheidet man: ,1) mit 
aufsteigenden und 2) mit absteigenden Spitzen getheilt." Ob man ersteren oder letzteren Ausdruck zu 
brauchen hat, richtet sich nach der Anzahl der vorhandenen auf- oder absteigenden ganzen Spitzen 
d. h. es werden eben nur diese (nicht die an den Rändern anliegenden) gezählt, also (Tafel III. Fig. 66.) 
mit fünf (ansteigenden) , Fig. 67. mit drei (aufsteigenden) Spitzen B. S. getheilt. Hierbei versteht 
sich von selbst, dass die aufsteigenden Spitzen bis zum Schildhaupt , die absteigenden bis zum Schild- 
fuss geführt sind. Andernfalls würde z. B. Tafel III. Fig. 68. als mit drei absteigenden mittelmässigen 
Spitzen (oder Spickein) B. S. getheilt anzusprechen sein ; hierbei versteht sich wiederum, dass die Spitzen 
sich sowohl nach oben wie unten nicht sehr viel über die horizontale Mittellinie des Schildes hinaus 
erstrecken. Werden die Spitzen noch zahlreicher und kleiner, so entsteht der Zahnschnitt. 

Mit Flammen getheilt (Tafel III. Fig. 69.) 

(cfr. die Spitzentheilung), .hier müsste man allerdings blasoniren : mit je 3 l j 2 Flamme von S. über R. 
geth. (oder auch: in S. 3 1 / 2 aufsteigende r. Flammen). 

Mit Propfselinltt sethellt (Tafel III. Fig. 70.) 

nennt man einen Schild, dessen Theilnngslinie in der Mitte nach oben einen kugelförmigen Ansatz bildet 
der dann natürlich die Färbung des unteren Feldes hat; finden sich zwei dergleichen nebeneinander 
(Fig. 71.) so heisst es: Doppel- Propf schnitt 

Mit flochsehnltt getheilt (Tafel III. Fig. 72.) 

heisst die Theilung, sobald die Theilnngslinie sich in den unteren Schildestheil hinein in Form einer 
Engel zieht. Dieselbe ist also das Gegentheil von Propfschnitt (s. diesen). Doppeljochschnitt . nennt 
man es, wenn zwei dergleichen (Fig. 73) neben einander stehen. 

Wellenförmig getheilt Tafel' III. Fig. 74.) 

nennt man den durch eine Wellenlinie quergetheilten Schild. 



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- 81 - 

wulkenfermig getheilt (Tafel in. Fig. 84) 
wenn die Theilnngslinie in einfachen Wolkensehnitt gezogen ist. 

doppelwolkenfSrmlg sethellt (Tafel III. Fig. 76.) 
heisst der Schild, wenn die Theilnngslinie im Doppelwolkenschnitt geführt ist. 

bJeeblattf&rmlg getheilt (Tafel UI. Fig. 77.) 
beuet die Theilung, wenn die Theilnngslinie (ähnlich wie beim Kreuzrinnenschnitt) ans abwechselnd 
auf- und absteigenden Kleeblättern besteht. 

Schildhanpt (Tafel UI. Fig. 78.) 

(abbrev. : ^Schn.") ist eine Querteilung des Schildes über der Mittellinie nnd zwar soll die Theilnngs- 
linie Tom Oberrand des Schildes abgerechnet in a / 7 (also nicht 1 / s ) der Schild höhe geeogen sein. Ein 
schii^ileres Schildhanpt, welches in ausserdentschen Wappen häufiger vorkommt, hebst : Giebel. Letzterer 
ist dann oft auch noch durch einen Balken vom Schildhaupt abgetrennt. Das Schildhanpt kommt vor:, 
(ober und unten) bordirt (Tafel HI. Fig. 80.), gestückt (Fig. 82.) geschacht (Fig. 83.) mit Wolken- 
schnitt (in sich) getheilt (Fig. 84.) (gewöhnlich) getheilt etc. (Fig. 85.) , nnd belegtetc. etc., oft ist auch 
das Schildhanpt nicht vermittelst gerader, sondern krummer oder gebrochener Linien abgetheilt (s. unten). 
Wenn das Schildhaupt mit vierfössigen Thieren belegt ist, so können dieselben naturgemäss nicht anders 
als schreitend dargestellt sein, wächst ein Thier im Schildbaupt, so wird es gewöhnlich nur als hervor- 
brechend (s. dies) dargestellt. Kleinere Gegenstände, mit denen ein Schildhanpt belegt ist, können 
selbstredend auch nur balkenweis gestellt sein. Es erübrigt noch, der Bolle zu erwähnen, welche da» 
Schildhaupt in der Napoleonischen Heraldik als Würdezeichen spielt. Ein rothes Schildhanpt mit & 
steigenden goldenen Bienen (Tafel III. Fig. 96.) ist das Beizeichen der sogenannten bonne» villes; roth, 
"besät mit fünfstrahlichen silbernen Sternen ist Beizeichen der neucreirten Herzöge des Kaiserreiches 
(Tafel EI. Fig. 97.) und blau, besät mit steigenden goldenen Bienen das der neucreirten Prinzen- 
Grosswürdenträger des Kaiserreiches Frankreich (Tafel III. Fig. 98.) Toque, Arabesken und Mantel sind 
gleichfalls genau vorgeschrieben. Auch in der Preussischen Heraldik, z. B. in dem bei Gelegenheit der 
Krönung König Wilhelms L von Prenssen verliehenen Wappen spielt das Schildhaupt eine Bolle, in*' 
dem allen denjenigen Personen, welche an diesem Tage 18./10 1861 nobilitirt worden waren, zur Er- 
innerung an diesen denkwürdigen Tag über ihr eigentliches Wappen ein purpurnes (reep. — bei ohne« 
hin schon rothen Feldern — schwarzes) Schildhaupt mit der Preus. Königskrone verliehen wurde. Ferner 
ist allen wegen des Krieges gegen Dänemark 1864 geadelten Offizieren der Preussischen Armee ein 
rothes Schildhaupt, darin 2 gekreuzte Schwerter, ferner den Bittern des eisernen Kreuzes I. Klasse, welche 
in Folge des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 nobilitirt wurden, ein dgl. silbernes Schildhaupt 
belegt mit dem Ordens-Zeichen des eisernen Kreuzes I. Klasse verliehen worden. 

Schlldhaiipt-Zlnne (Tafel I1L Fig. 79.) 

nennt man diejenige Theilung (ähnlich wie beim IlankenbaXken), bei welchen der Schild gewissermassen 
eine Zinne seiner Farbe (in der gewöhnlichen Pfalbreite) in dos .anders gefärbte Schildhaupt hineinragen 
lässt. Das Gegentheil sind: 

*cblldbailpt*cbarten (Tafel UI. Fig. 81.) 

bei denen das Schildhaupt überhaupt nur gebildet wird durch 2 am Schildoberrande anliegende Vierecke 
von je 1 / 7 der Schildbreite und gleich der Höhe des 8childhanptes. 

berdlrtes Schlldhaiipt (Tafel HI. Fig. 80.) 

würde ein Schildhanpt sein^was oben und unten einen schmalen Bord hat. 

gestückte» Schlldhaiipt (Tafel IU. Fig. 82.) 

heisst das Schildhaupt , wenn es durch senkrechte Linien in mehrere verschiedenfarbige gleich grosse - 
Theile getheilt ist. 

B. 6 



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- 28 - 

gescliachtes Scliildhaupt (Tafel III. Fig. 83.). 

Dies bezeichnet schon der Name ; ein Schildhaupt wird selten in mehr als 2 Reihen geschacht vor- 
kommen. 

getlielltes Scblldliaupt (Tafel III. Fig. 85.) 

nennt man ein durch Qnerlinie in zwei gleiche Theile getheiltes S. Dasselbe kommt sehr selten vor; 
hauptsächlich bei Italienischen Familien, doch ist hierbei darauf zu achten, dass auch ein Balken 
das Schildhaupt vom Schilde abtheilen kann, dieses dann natnrgemäss breiter als Ersterer sein muss. 
(cfr. Tafel III. Fig. 95.). 

Winkel-Schildliaupt (Tafel III. Fig. 86.) 

ist ein Schildhaupt, dessen Begrenzungslinie sich zusammensetzt aus zwei in der Mitte zusammenstossen- 
den, aus^den Oberecken hervorgehenden im Winkel aneinanderhängenden gleich langen Schräglinien. 
Der Winkelpunkt derselben darf indess über die gebräuchliche Breite des Schildhauptes nicht hinaus 
ragen. 

gezahntes Scliildliaupt (Tafel III. Fig. 87.) 
ist ein Schildhaupt, welches vom Schilde vermittelst des Zahnschnitts abgetrennt ist. Hierbei, wie bei 
allen anderen Arten des Schild hauptes und seiner Begrenzung durch gebogene oder gebrochene Linien ist 
zu bemerken, dass die Theilungslinie niemals über die bestimmte Breite des Schildhauptes hinausgehen darf. 

gezinntes Schildliaupt oder Scklldhaupt mit Zinnen (Tafel III. Fig. 88.) 
ist ein Schildhaupt, welches vom Schild vermittelst des Zinnenschnitts abgetrennt ist; man zählt hier 
wie bei der Theilung (s. diese) die wirklichen Zinnen , vom Schilde aus gerechnet also : „Schildhaupt, 
darin 2 Flachzinnen (Fig. 88.) oder „Schildhaupt, darin 3 Zinnen", oder aber man zählt vom Schildhaupt 
aus die Scharten und sagt: „Schildhaupt mit 4 w. Scharten* u. dgl. 

gesplekeltes Scliildliatipt (Tafel III. Fig. 89.) 

beisst ein Schildhaupt, von dem nur halbe und ganze Spickel zu sehen sind. Würden die aus dem Felde 
in das Schildhaupt hineinreichenden Spitzen (Spickel) nicht bis an den Oberrand des Schildes gehen, so 
würde man das Bild : Spitzen-Schildhaupt nennen. Wieviel Spitzen hierbei angewandt sind ist ziemlich 
gleichgültig, doch zählt man dieselben nach neuerer Praxis. 

eingebogenes Sclilldhaupt (Tafel III. Fig. 90.) 

nennt man dasselbe, sobald die Abgrenzung desselben vom Schilde vermittelst eines (nach oben gebogenen) 
Kreisbogens gebildet wird. Der Kreisbogen kommt auch derart vor, dass er in der Mitte in eine Spitze 
ausgezogen ist, welche dann wiederum kleeblattförmig (cfr. Fig. 90) oder anders ornamentirt sein kann, 
(siehe bei Schildfuss mehrere Beispiele.) 

»ornen-McItildliaupt (Tafel in. Fig. 92.); 

nennt man es, sobald seine Abgrenzungslinie vermittelst anein anderhängender kleiner Kreisbogen gebildet 
ist , deren Vertiefungen (Köpfe) nach dem Schildhaupt hinein , die Dornen also nach dem Schilde 
gekehrt sind. Wären die Bogen (Lappen) dem Schilde die Dornen dem Schildhaupt zugekehrt, so würde 
man es n Lappenschildhaupt u nennen. 

Wolken- (gewölktes) »chtldliaupt (Tafel HL Fig. 93.) 

nennt man das Seh., sobald seine Abgrenzungslinie vom Schilde im Wolkenschnitt geführt ist. 

Sckildhauptbalken (Tafel III. Fig. 94.) 

heisst ein auf die Hälfte seiner natürlichen Breite verringerter erhöhter Balken, dessen Mittellinie die 
Abgrenzungslinie des Schildhauptes ist. 



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- 28 - 

Schildfuss (Tafel in. Fig. 99.) 
(abbrev. : (Schf. a ), ist der Gegensatz vom Schildhaupt und steht im unteren Theil des Schildes, */ 7 der 
Schildhöhe einnehmend, ist also eigentlich eine Quertheilung unterhalb der eigentlichen Theilungsstelle; 
Fig. 99 zeigt den einfachen Schildfuss, Fig. 100. dgl., darüber ein Pfal, in Fig. 101. darüber ein Balken ; der 
letztere darf natürlich hier nur noch 1 j 1 der Schildhöhe haben; bei Fig. 102 ist der Schild über dem 
Schildfuss quergetheilt, bei Fig. 103 geviert, bei Fig. 105 schräglinks get heilt. 

Boden (Rasen). Ein auf die Hälfte seiner natürlichen Breite (Vt der Schildhöhe) verringerter Schildfuss 
kann als n Boden u blasonirt werden, und wenn er grün ist, als' „Rasen" Die alte Heraldik kennt 
letzteren nicht, sondern statt dessen den Dreiberg (s. dort) in der neuen Heraldik ist der „grüne Rasen" 
leider — sehr gebräuchlich. 

getreppter Schildfuss (Tafel III. Fig. 104.) 

heisst ein Schildfuss, sobald seine Abgrenzungslinie in Stuf eng iebelform (s. unter „getheilt") geführt ist. 
(Hier ist ausserdem auch noch ein Schildhaupt vorhanden) daher könnte man dies Wappen auch an- 
sprechen als: in S. mit r, Schildhaupt ein # Mauergiebel im Schildfuss. 

gesinnter Schildfuss (Tafel III. Fig. 105.) 
heisst der Schildfuss, dessen Abgrenzungslinie vom Schilde im Zinnenschnitt geführt ist. 

gezahnter Schildfuss (Tafel in. Fig. 106.) 
heisst der Schildfuss, sobald seine Abgrenzungslinie vom Schilde im Zahnschnitt geführt ist. 

gewellter Schildfuss (Tafel III. Fig. 107.) 

nennt man denselben, wenn seine Abgrenzungslinie vom Schilde im Wellenschnitt geführt ist. Man kann 
hier auch blasonieren : „in S. über b. Wasser im Schildfuss (wobei sich von selbst versteht , dass das 
Wasser in Wellenlinien läuft und die bestimmungsmässige Breite des Schildfusses nicht überschreitet) 
2 Büffelbörner." Sind die Wellen mehr nach Art des Dornschnitts gezogen, so kann man dieselben wegen 
Aehnlichkeit mit denselben, als „Meereswellen im Schildfuss a ansprechen. Es kommt indess gerade diese 
Theilung mehr als Quertheilung vor , ausgenommen in denjenigen Wappen, wo auf diesen Meeresweilen 
Fahrzeuge schwimmen; erstere überschreiten aus praktischen Gründen dann meist den Schildfuss nicht. 

»reibers (Tafel III. Fig. 108.) 

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass, wenn nicht anders gemeldet, Basen, Boden, Hügel, Dreiberg 
etc. stets innerhalb der Qrenzenbreite des Schildfusses bleiben. Da es aber auch hohe Dreiberge, Felsen, 
schwebende Berge etc. in Wappen giebt, so ist, falls der Berg die Breite des Schildfusses nicht über- 
schreitet, immer besser dazuzusetzen „im Schildfuss". Der Dreiberg füllt übrigens in der älteren Heral- 
dik den Schildfuss fast niemals aus, besonders dann nicht, wenn auf der Erster en ein Thier oder eine 
natürliche Figur als Unterlage dient, vielmehr wird er dann fast immer als im Schildfuss schwebend 
dargestellt, wofür im Codex Grünenberg und der Züricher Wappenrolle zahlreiche Beispiele vorhanden sind. 

Wolken- (gewölkter) Schildfuss (Tafel III. Fig. 109.) 
heisst derselbe, sobald seine Abgrenzungslinie in einfachem Wolkenschnitt geführt ist. 

in eine Spitze ausgezogener Schildfuss (Tafel III. Fig. HO.) 

Diese Figur kommt, besonders in süddeutschen Wappen, ziemlich häufig vor, dann ist die Spitze gewöhnlich 
auch noch in Kreuz-, Blatt-, oder anderer Form ornamental ausgezogen (Tafel IV. Fig. 1. 2. 3. 4.) ja 
wir finden (Figur 4.) dieselbe sogar im Kleeblattschnitt nochmals abgetheilt; die Ornamente der Spitze 
dürfen die Schildfuss-Breite überschreiten, die Spitze selbst nicht. 

(In Flammen ausgehender) geflammter (Flammen)-Schlldfuss (Tafel IV. Fig. 5.) 

Hier dürfen (s. oben) auch die Flammen über die Grenze der gewöhnlichen Schildfuss-Breite hervorragen, 



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weil dies Wappen eigentlich ein „Feuermeer" (die Hölle ?) darstellen soll , als welches der Schild auch 
ganz wohl blasonnirt werden könnte. 

zwei mal getliellt (Tafel IV. Fig. 6.) 
Von B. 8. n. B. Hier gilt alles das, was unter „zwei mal gespalten* gesagt ist; es wird also, sobald 
der obere Theil des Schildes dieselbe Farbe wie der untere hat nnd jeder der durch die zwei Linien 
abgetheilten drei Plätze gleich Vs der Schildhöhe hat, als „Zweimalige Theilung" angesprochen (s. da- 
gegen „Balken"). ^ 

Leiste (Stabbalken) (Tafel IV. Fig. 7.) 
heisst ein auf die Hälfte seiner gewöhnlichen Breite (also gleich l \ n der Schildhöhe) rerringerter Balken ? 
wird er auf J /u der Schildhöhe verringert, so heisst er: Leistenstaab. 

Balken (Tafel IV. Fig. 8.) 
(abbrev. : „Bk."), entsteht durch Quertheilung des Schildes vermittelst einer geraden Anzahl gerader, 
gebrochener oder krummer wagerechter Theilungslinien. Ein Balken beträgt gleich */? der Sehüdhöhe, 
ist also schon dadnreh von der „zweimaligen Theilung" zu unterscheiden. 

getliellter Balken (Tafel IV. Fig. 9.) 

nennt man den Balken, wenn er durch eine horizontale Theilungslinie in 2 gleich grosse Theile ver- 
schiedener Färbung abgeteilt ist. Dass die Theilung auch durch krumme Linien geschehen kann, sehe» 
wir aas Tafel IV. Fig. 19. wo ein Wolkenschnitt und ans Fig. 20., wo der Doppeltoolkenschnitt ange- 
wandt ist. 

gespaltener Balken (Tafel IV. Fig. 10.) 

heisst der Balken, wenn er durch eine Linie senkrecht in 2 Theile verschiedener Färbung abgetheilt ist. 

belegter Balken 

Der Balken kann selbstredend mit jeder beliebigen 1 Figur oder Heroldstück belegt sein (s. B. 
Tafel IV. Fig. 11 mit Steg y Tafel IV. Fig. 13 mit Leiste). Thiere können im Balkon natürlich nur 
schreitend, einzelne längere oder mehrere kleinere runde Figuren nur in der Balkenrichtung (balkenweis} 
liegen. Das Wappen der von Knobeisdorf zeigt z. B. einen mit 3 Schrägbalken, das der v. d. Beck 
einen mit 3 Pfälen, ferner Tafel IV. Fig. 22. einen mit Krückenleiste (Mäander-) Fig. 12 einen mit 
einer Burg belegten Balken. 

gestückter Balken (Tafel IV. Fig. 14.) 

So nennt man einen senkrecht aus mehreren Würfeln verschiedener Färbung zusammengesetzten Balken» 

gevierter Balken (Tafel IV. Fig. 15.) 

heisst ein vermittelst einer senkrechten und einer wagrechten Linie in 4 gleiche Theile verschiedener 
Färbung getheilter Balken. 

gescbacliter Balken (Tafel IV. Fig. 16.) 

gewöhnlich in 2 Reihen geschacht, obwohl Ausnahmen auch vorkommen (z. B. Orfsch. Mark). 

sclirftggerauteter Balken (Tafel IV. Fig. 17.). 

Hier ist die ßautung des Balkens in 3 Reihen mit Querlinien ausgeführt, dies könnte selbstredend auch 
auf jede andere Manier stattfinden (cfr. bei den Schrägtheilungen das Nähere). Zu melden ist sowohl 
bei geschachtem wie bei gerauteten Balken m wieviel Reihen dies geschah. 

gespi ekelt er Balken (Tafel IV. Fig. 21.) 

ist ein durch Dreieck- (Spickel-) Schnitt in 2 Farben (quer) abgetheilter Balken (hier s. b. gespickelter 
Bk. in R.) die Spickel zählt m&n hier nicht. 



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- 25 - 

(oben) gesinnter Balken (Tafel IV. Fig. 23.) 
ist ein Balken, dessen obere Begrenzangslinie im Zinnenschnitt gezogen ist, daher zu unterscheiden von 
Zinnenbalken (s. diesen unten). Fig. 23 könnte man anch : Balken mit Zinne nennen, Tafel IV. Fig. 24 
ist dagegen schon mehr eine wirkliche durchgehende Mauer mit 4 Zinnen, welche, weil die Zinnen ein" 
gekerbt sind und der Balken Mauerstriche zeigt, als Wälschzinnen-Mauerbalken bezeichnet werden muss. 

Gewöhnlich nimmt man (was bereits oben bei „mit Zinnen getbeilt* erwähnt ist) als selbstredend 
an, dass die beiden äusseren Zinnen an den seitlichen Schildrändern anliegen; ist dies, wie Tafel IV. 
Fig. 32, wo der Balken ausserdem unten „eingebogen" ist, nicht der Fall, so muss man es melden. 
Dergleichen nicht an die Seitenränder stossende Zinnen heissen alsdann /m(e), also: in B. ein 8. Balken 
(oben) mit 8 Frei-Zinnen. 

Schwebt der gezinnte Balken (ist er abgeledigt\ so dürfte er am Besten als „schwebende Mauer* 
angesprochen werden, wie im Wappen der v. Heyden in Pommern, v. Wrangel u. A. 

Hierher gehört auch der „Steg" (s. unten). 

(oben) gezahnter Balken (Tafel IV. Fig. 25.) 

ist ein Balken, welcher statt der gewöhnlichen geraden, oben eine gezahnte Begrenzungslinie hat. Ist 
der Balken auch unten gezahnt, so nennt man ihn: Zahnbalken. 

(oben) gekrackter Balken (Tafel IV. Fig. 26.) 

Dessen obere Begrenzungslinie ist im Krückenschnitt gezogen. Die Krücken dürfen aber eigentlich nicht die 
vorgeschriebene Balkenbreite überschreiten. Ist der Balken auch nach unten gekrückt , so nennt man 
ihn: Krückenbalken. 

Zinnen-Balken (Tafel IV. Fig. 27. 61.) 

ist ein Balken, dessen beide Begrenzungslinien im Zinnenschnitt geführt sind, und zwar heisst ein Balken, 
bei welchem die Zinnen der oberen Begrenzungs-Linie den Scharten den unteren gegenüberstehen 
(Tafel IV. Fig. 27.): Wechsel- Zinnen- Balken , dagegen der, wo die Zinnen beider mit einander corre- 
epondiren (Tafel IV, Fig. 48) Gegen-Zinnen-Balken oder einfach: Zinnen-Balken. Beim Wechsel- 
Zinnen-Balken liegt gewöhnlich die rechte Zinne der oberen Linie an dem Schildes-Seitenrande an. 

Ast-Balken (Tafel IV. Fig. 28.) 

nennt man den Balken, dessen Begrenzungslinien sich gleich einem geknorrten Baumstamm im Astschnitt 
dahinziehen. Sind die Knorren rechts gekehrt, bo bleibt dies ungemeldet, stehen sie nach links, so giebt 
man es (z. B. als „linker Astbalken u ) an. 

Zlekxaek-Balken (Tafel IV. Fig. 29-81.) 

(abbrev. : Zzbk.) In Tafel IV. Figur 30 ist er ^fascettirt ü : , d. h. gleichsam in Form einer perspectivisch 
gesehenen Treppe geschoben. Aeltere Heraldiker nennen den Zickzack-Balken: „eckig gezogen* oder 
„eckig geschoben." In Tafel IV. Fig. 81 ist er mit Zickzack-Leiste belegt. Tafel IV. Fig. 29, wenn 
an den beiden äusseren Ecken senkrecht verstutzt (also schwebend) würde das polnische Wappen Abdank 
sein, von welchem zahlreiche Varianten vorkommen. 

eingebogener Bulben (Tafel IV. Fig. 32. 33.) 
nennt man den Balken, dessen untere oder obere Begrenzungslinie nach oben resp. nach unten in 
ihn hineingebogen ist. In Tafel IV. Fig. 32 ist es ein unten eingebogener (ausserdem oben noch ge- 
sinnter) Balken, in Fig. 33 ein (unten und oben) flach eingebogener Balken, den man übrigens ebenso- 
gut (analog dem Tatzenkreuz (s. dies) als Tatzen- Balken ansprechen könnte. 

Wolken-Balken (Tafel IV. Fig. 35. 36.) 
haben, statt der geraden Begrenzungslinien, solche von einfachen (Tafel IV. Fig. 35.) oder Doppelwolken 
(Fig. 86) gehen dadurch selbstredend ihres Charakters als Balken mehr oder weniger verlustig. 

Fig. 84 hat nur oben Wolkenschnitt-Begrenzung, ist also ein (ausserdem unten gelappter) Wolken- 
B. 7 



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- 36 - 

Balken oder Wolken-Leiste. Ein Wolken-Balken, wo die Wolkenköpfe oben und unten nicht abge- 
wechselt dargestellt gewesen wären, ist als Gegenwogenbalken (cfr. Fig. 64 zwei dgl.) anzusprechen. 

gebogener Balken (Tafel IV. Fig. 37. 38.) 

Fig. 88.: aufwärtsgebogen, könnte auch als „ Regenbogen " bezeichnet werden, wie im Wappen der 
t. Pfuhl, die deren 8 (ausserdem noch in 8 Farben) Übereinander schwebend führen, ebenso Fig. 65. 

Fig. 37. ist abwärts gebogen es ist dies das Wappen der v. Cohausen; der Balken überdeckt einen 
aufrechten Doppelhaken. 

erhöhter und erniedrigter Balken 

In Figur 38. ist der die Weintraube überdeckende aufwärtsgebogene Balken noch „erhofft". Der 
Ausdruck erhöhter Balken wird gebraucht, sobald die Mittellinie des Balkens die des Schildes nach auf- 
wärts zu überschreitet, wie z. B. in Tafel IV. Fig. 56, wogegen beim erniedrigten Balken (Tafel IV. 
Fig. 54. 55.) dasselbe Verhältniss nach unten zu stattfindet. 

Wellen-Balken (Tafel IV. Fig. 39.) 
(abbrev. Wellenbk.) oder auch : Querstrom, heiest der Balken mit wellenförmig gezogenen Begrenzungs- 
linien, cfr. auch Fig. 55, wo er zugleich „erniedrigt" (s. oben) ist. 

Lappen- und Bornen-Balken (Tafel IV. Fig. 40. 41.) 
heisst der durch Lappen- oder Dornschnitt begrenzte Balken, und zwar Fig. 40, wo die Bogenköpfe nach 
Aussen gehen: Lappen-Balken; Fig. 41, wo die Dornen nach Aussen gehen: Dornen- Balken. 

Kanten-Balken (Tafel IV. Fig. 42. 43.) 
Denkt man sich einen Balken in der Mitte gespalten jnnd die beiden Theile so nach oben oder unten 
über die Mittellinie hinaus verschoben, dass sie nur noch mit je einen der innern Kanten zusammen- 
hangen, so nennt man denselben: „Kanten-Balken". Ist das rechte Stück nach oben, das linke nach 
unten geschoben (Tafel IV. Fig. 42.) so ist es ein rechter, andernfalls ein linker Kantenbalken (Fig. 43.). 

gekanteter Balken (Tafel IV. Fig. 45. 46.) 

ist ein zwei mal gespaltener Balken, dessen Mittelstück nach unten resp. oben verschoben, mit 
den übrigen Theilen nur noch durch die inneren Kanten zusammenhängt. Entsteht, wie in ersterem 
Falle, hierdurch eine Scharte (Tafel IV. Fig. 44) so sagt man: gekanteter Balken mit Scharte, entsteht 
im Qegentheil (Tafel IV. Fig. 45.) eine Zinne, so nennt man ihn: gekanteter Balken mit Zinne. 

gebrochener Balken oder Bruch-Balken (Tafel IV. Fig. 46.) 

nennt man den Balken, aus welchem in der Mitte senkrecht ein Stück herausgeschnitten ist. Ein 
Doppelbruchbalken ist demgemäss Fig. 50. 

durchbrochener Balken (Tafel IV. Fig. 51.) 
nennt man einen Balken, aus dem, parallel seinen Begrenzungslinien , in der Mitte ein Stück so heraus- 
gebrochen ist, dass man die Feldfarbe durchscheinen sieht. 

schwebender Balken (Tafel IV. Fig. 47. 48. 49.) 
(denselben könnte man auch „Freibalken" nennen). Er berührt die Seitenränder nicht. In Tafel IV. 
Fig. 48 ist er auch noch ausserdem: gegenzinnig, in Fig. 49 durchbrochen. 

Turnierkragen (Tafel IV. Fig. 51. 52.) 
wird gewöhnlich als Beizeichen (worüber dort Näheres) jüngerer Linien angewandt und dann meistens im 
Schildhaupt oder auf den Schultern von Thieren angebracht, oft schwebend, oft auch durchgehend, kommt 
aber auth, besonders am Rhein, als gemeines Wappenbild vor. Die zinnenförmigen Ansätze sind stets 
nach unten gerichtet, deren Anzahl beträgt drei, vier oder mehr, sie laufen theils senkrecht herab, theila 
gehen sie breitendig zu und heissen Lätze. Man belegt sie, besonders in der englischen Heraldik, noch 
mit weiteren Beizeichen, behufs Unterscheidung der Wappen von Geschwistern. 



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- 27 - 

Steg (Tafel IV. Fig. 53.) 

ist im Grande genommen aaoh ein Tarnierkragen , wird aber stets in der horizontalen Mittellinie des 
Schildes (Baikenstelle) oder, wenn in der Mehrzahl, an der Steile der Balken geführt. Nicht unwahr- 
scheinlich ist die Behauptung Fürst Hohenlohes, es sei die Mehrzahl des Steges eine (verkannte) Art 
ursprünglichen Feh's (s. dies) gewesen, wie es wol auch mit den Gegenwogenbalken (Fig. 64) der Fall 
■ein wird. 

dreimal getkellter Schild (Tafel IV. Fig. 57—59.) 

entsteht durch drei horizontale, den Schild theilende Linien. 

In Fig. 57 sind 4 verschiedene Farben vertreten, die man der Reihe nach (von oben gezählt)' nennt. 

Sind, wie in Fig. 58. 59. nur zwei Farben abwechselnd für die vier Plätze angewandt, so ge- 
nügt es, die beiden oberen zu nennen, also (Fig. 58): von S. u. tt drei mal getheilt; Fig. 59.: von G. 
u. tt domenförmig 3 mal getheilt. 

mit leiste belegter Balken (Tafel IV. Fig. 13. 22.) 

spricht für sich selbst. Ofr. auch „belegter Balken" 

bordlrter Balken (Tafel IV. Fig. 60. 67. 89.) 

ist ein, an seiner oberen und unteren Begrenzungslinie mit Bordleiste versehener Balken (Fig. 63) Fig. 60 
ausserdem ein Zickzackbalken Fig. 89 von 2 Leisten begleiteter, Fig. 67. geschachter Balken). Ist (wie 
%. B. im Wappen der v. Berg) der Balken auch seitwärts bordirt, so kann man ihn ringsbordirt nennen. 

Zwillingsbalken (Tafel IV. Fig. 68.) 

nennt man 2 Leisten (s. d.), welche so zusammengeschoben sind, dass der zwischen ihnen bleibende 
Baum gleich der Breite einer von ihnen und die Gesammtbreite die des Balkens nicht überschreitet. 
Der Zwillingsbalken kann zu gleicher Zeit mehrfach in einen Schilde vorkommen, Tafel IV. Fig. 90.; 
auch führen z. B. die v. Vangenheim im hinteren Schildestheile deren drei, (cfr. auch Fig. 92 wo 2 
dgl. im tt b. gesp. Felde). 

Tiermal gethellter Schild (Tafel IV. Fig. 69.) 
ein durch vier Linien in fünf gleiche Theile horizontal getheilter Schild. 

zwei Balken (Tafel IV. Fig. 70—74.) 
werden gebildet durch vier wagrechte Linien ; jeder derselben ist breiter wie der zwischen, über, respec- 
üve unter denselben befindlichen Theil des Schildes. 

Die beiden Balken in Tafel IV. Fig. 71 sind geschuppte, die in Fig. 72. oben mit Dornen ver- 
sehene, die in Fig. 78 unten gezahnte, in Fig. 74. gezinnte Balken, in Fig. 61. zwei Wechselzinnen- 
balken, in Fig. 62. zwei Tropf-, in Fig. 63. Wellen-, in Fig. 64. Gegenwogenbalken, in Fig. 65. 
aufwärtsgebogene („nat. Regenbogen*). 

fünfmal gethellter Schild (Tafel IV. Fig. 66. 75. 76. 77.) 
ein durch fünf Linien in sechs gleiche Theile horizontal abgetheilter Schild und zwar Fig. 66. durch 
glatte Linien, Fig. 75. zichzachförmig, Fig. 76. lappenförmig, Fig. 77. wellenförmig. 

Drillinge-Balken (Tafel IV. Fig. 78.) 
besteht aus drei Leisten, zwischen denen sich Zwischenräume gleich ihrer eigenen Breite befinden. 
Drillingsbalken kommen auch mehrfach in einem Schilde vor. 

Von zwei Leisten begleiteter Balken (Tafel IV. Fig. 79. 89). 
kommt besonders in Niederrheinischen und einigen Französischen Familienwappen vor. Der Zwischen- 
raum zwischen Balken und Leisten muss gleich der Leistenbreite sein. In Fig. 89 ist der Balken 
ausserdem bordirt. 



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- 88 - 

drei Balken (Tafel IV. Fig. 80-88.) 

werden gebildet durch sechs horizontale Linien; die Breite ergibt sich ans dem bei „zwei Balken* 
Gesagten. In Fig. 81. sind die Balken oben 3. 2. 1. mal gesinnt, in Fig. 82. unten gezahnt, in Fig. 89. 
oben gelappt, unten bordirt, in Fig. 84. gebogen und unten zweimal in Dornen ausgezogen („Radr 
feigen") in Fig. 85. Wellenbalken. 

drei schwebende Balken (Tafel IV. Fig. 86.) 
drei schwebende nach unten verjüngte Balken (Tafel IV. Fig. 87.) 

drei schwebende, nach unten und In sich verjüngte Balken 

(Tafel IV. Fig. 88.). 
Dieses Wappenbild, welches das Polnische 8tammwappen „Korczak" bildet, wird bei Franzosen und 
Engländern mit dem Namen^Les Hamaydes" bezeichnet, wahrscheinlich weil die Familie „v. Hamayde" 
das Wappen führt. 

Vier Balken (Tafel IV. Fig. 91.) 
gebildet durch acht horizontale Linien. 

siebenmal, achtmal gethellter Schild (Tafel IV. Fig. 93. 94.) 

Hierüber ist das Nöthige analog bei »zweimal getheilt" gesagt 

Fünf Balken (Tafel IV. Fig. 95.) 

ergeben sich, wie bei „zwei, drei, vier Balken* bereits gezeigt, ans der durch reep. 4. 6. 8. 10^ 
Theilangslinien bewirkten Quertheilung des Schildes. 

jQT. TheUungen durch Verbindung van senkrechten und wagrechten Linien* 
gespalten und halbgethellt (Tafel IV. «Fig. 96). 

(abbrev.: gesp. u. 1 / 2 geth.) ist ein gespaltener Schild, dessen hintere Hälfte wiederum quer getheilt ist 
Sethellt und halbgespalten (Tafel IV. Fig. 97.) 

(abbrev.: geth. u. V2 gesp.) ist ein Schild, welcher qner getheilt nnd dessen nntere Hälfte wiederum 

gespalten ist. 

halbgespalten und setheilt (Tafel IV. Fig. 98.) 
(abbrev.: 1 / 2 gesp. n. geth.) heisst ein Schild, welcher quergetheilt und dessen obere Hälfte wiederum 
gespalten ist. 

halbgethellt und gespalten (Tafel IV. Fig. 99.) 

(abbrev.: 1 / 2 geth. u. gesp.), heisst ein Schild, welcher gespalten nnd dessen vordere Hälfte wiederum 
quergetheilt ist. Bei diesen Theilungen nennt man, wenn die Felder leer sind, zunächst hinter der 
Bezeichnung der Theilnng die drei Feldfarben (wobei, wie immer, das obere dem unteren, das rechte 
dem linken Feld voranzustellen ist). 

gevlert (Tafel IV. Fig. 100.) 
abbrev.: („gev.") oder : quadrirt (abbrev.: qu. oder quadr.) sagt man, wenn ein Schild durch eine senk- 
rechte und eine wagerechte Linie in vier gleiche Theile getheilt also: gevier(e)t (nicht: ge vierte/) ist. 
Man benennt bei der Beschreibung die Theile, indem man mit dem oberen rechten Viertel beginnt, dann 
das obere linke, dann das untere rechte, schliesslich . das untere linke, oder wenn es nur zwei larben 
sind, die obere rechte, dann die obere linke, wobei sieh von selbst versteht, dass das untere rechter 
Feld die Färbung des oberen linken, das untere linke Feld die des oberen rechten hat, also: (Tafel rW 
Fig. 100) gev. von S. und tt. 



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- 2» - 

Ist dem gevierten Schilde ein Herzsehild auferlegt, so ist dies vor der Meldung der in Feld I — IV. ev. 
vorhandenen Figuren zu sagen« Also z. B.; geviert mit (r.) Herzsehild, worin ein (u. s. w.) dann erst: 
iml# Felde ein (?) u. s. f. 

geviert mit Zinne (Tafel V. Fig. l.) 

Der Schild ist geviert von E. u. S. ; die Querlinie in eine Zinne (s. bei getheilf) aufwärts gezogen. 

geviert durch Winkelmaassgchnitt (Tafel V. Fig. 2.) 

Theilungs- und Spaltungslinie sind auf der Hälfte unterbrochen und recht winklieb, parallel dem Rande, 
nach Art eines Winkelmaasses fortgeführt. 

zahnförmig geviert (Tafel V. Fig. 3.) 
Hier geht die Spaltungs- und die Theilungslinie im Zahnschnitt. 

spitzenformlff geviert (Tafel V. Fig. 4.) 
ebenso Fig. 4. im Spitzenschnitt, also: mit kleinen Spitzen geviert. 

Vierung (Tafel .V. Fig. 1—43.) 
entsteht aus der Viertheilung (Quadrirung) des Schildes (s. dort). 
Wir unterscheiden demgemftss: 

die rechte Vierung (Tafel V. Fig. 5-23 und 
die linke Vierung (Tafel V. Fig. 24—40.) 
8owohl die rechte Obere , wie die linke obere Vierung hat sich die Napoleonische Heraldik dadurch nutz- 
bar gemacht, dass sie, erstere (blau) för den Grafenstand, letztere (roth) für den Freiherrenstand als 
besonderes äusseres Kennzeichen bestimmte. Und zwar ist hier, abweichend von der alten heraldischen 
Begel die Vierung je nach Bedürfnis vergrössert oder verkleinert. Gewöhnlich nimmt sie hier: 

1) bei gevierten und quergetheilten Schilden 1 / A des Schildes, ein, 

2) bei Schilden, welche durch einen Balken quergotheilt sind, reicht sie bis zu diesen, 

3) bei Schilden mit Schildeshaupt ragt sie noch in den Schild hinein, 

4) bei Schilden mit Schrägbaiken fällt ihre Diagonale mit dem des Letzteren zusammen, 

5) bei Schilden, in denen ein gemeines Kreuz steht, nimmt sie nicht das ganze Obereck ein, lässt 
-vielmehr noch einen Theil des Oberecks sehen. 

Bei Schilden, in denen eine oder mehrere natürliche Figuren stehen, ist die Breite und Höhe = 
2 / 5 der Schildbrette. Um die einzelnen Stände zu bezeichnen, hat jeder derselben ein ganz bestimmtes 
Abzeichen und zwar: 

4»raf ohne besonderen Stand oder Grosskreuz der Ehrenlegion 

(Tafel V. Fig. 8.) 
einfache rechte blaue Vierung. 

Auf dem Schilde die Grafen-,, Toque;* eine Art Barett, & mit Eisenhutfeh -Stülp, welcher g.- 
bordirt ist. 

Um die Mütze der Toque ein goldener Keif, an welchem vorn eine Agraffe mit 5 silberneu 
Straussfedern befestigt ist. 

Aus der Toque gehen nach unten helmdeckenartige goldene Arabesken hervor. Um das Ganze 
ein gelbgefütterter blauer Mantel. 

CSraf-Senator (Tafel V. Fig. 9.) 
blaue rechte Vierung, darin ein ovaler , aufrechter , goldengefasster Handspiegel , dessen Griff von einer 
nach rechts züngelnden Schlange umwunden wird. 

Graf-Minister (Tafel V. Fig. 10.) 
blaue rechte Vierung, darin ein rothbezungter goldener Löwenrumpf, rechts gewendet. 

Graf-Staatsrath (Tafel V. Fig. IL) 
tod Gold und Blau gewürfelte rechte Vierung. 



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- 80 - 

Graf-Präsident des gesetzgebenden Körpers (Tafel V. Fig. 12.) 

blaue rechte Vierang, darin die goldenen Gesetztafeln Moses. 

Oraf-Erzbischef (Tafel V. Fig. 13.) 

blaue rechte Vierung, darin ein goldenes durchgehendes Tatzenkreuz. 

Graf-Milltalr (Tafel V. Fig. 14) 

blaue rechte Vierung, darin ein aufrechtes, goldbegrifftes, silbernes Sehwert. 

Graf-Hausofflzier des Kaisers (Tafel V. Fig. 15.) 

blaue rechte Vierung , darin ein auf zwei auf Postament stehenden goldenen Säulen ruhendes Spitzdach, 
rechts von den Säulen ein goldenes D, links ein goldenes A. 

Graf-Hausofflzier der Kaiserlichen Prinzen . (Tafel V. Fig. 17.) 
ebenso, aber statt D. A. die Buchstaben D. J. innerhalb der Säulen. 

Graf-Minister Im auswärtigen Dienst (Tafel V. Fig. 16.) 
blaue rechte Vierung mit silbernen Löwen-Rumpf. 

Graf-Pr&fekt (Tafel v. Fig. 18.) 
goldene Mauer, überhöht von liegenden dgl. Eichzweig. 

Graf-lflalre (Tafel V. Fig. 19.) 
ebenso, ohne Letzteren. 

Craf-Frftsident des Wahl-Collegiums (Tafel V. Fig. 20.) 
3 seitlich aneinanderh&ngende goldene aufrechte Wecken (Wahlzettel). 

^rai-ITIitglied des \t ah I- Coli e ginnt s (Tafel V. Fig. 21.) 
schrägrechts gestellter goldener Eichzweig. 

Graf-Grundbesitzer (Tafel V. Fig. 22.) 
eine aufrechte goldene Aehre — alles in Blau. — 

St&dte zweiter Ordnung (Tafel V. Fig. 23.) 
blaue rechte Vierung, darin ein von fünfstrahligem goldenen Stern überhöhtes goldenes N. 

Städte dritter Ordnung (Tafel V. Fig. 24) 
dasselbe Bild aber silbern in rother linker Vierung. 

* Baron ahne besonderes Amt 

führt eine linke (obere) Vierung rother Farbe. Ueber dem Schilde eine schwarze Toque, mit dgl. Silber- 
bordirtem Stülp, welcher mit 5 (1—4) silbernen kleinen Sternen belegt ist und vorn an silberner Agraffe 
drei silberne Straussfedern trägt. Aus der Toque gehen unten, den Schild umrahmend, silberne Ara- 
besken hervor. Die Abzeichen der Würden der Freiherrn sind folgende: 

Baron-Blseliof (Tafel V. Fig. 25.) 
rothe linke Vierung; darin ein schwebendes gemeines silbernes Kreuz. 

Baron-Militair (Tafel V. Fig. 26.) 
linke rothe Vierung, darin ein aufrechtes goldbegrifftes silbernes Schwert. 

Baron-Offlzler des Kaiserlichen Hauses (Tafel V. Fig. 27.) 

rothe linke Vierung, darin das Bild wie bei den Grafen-Hausoffizieren, aber silbern. 



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- 81 - 

Baron-Minister Im ausw&rtifpen Dienst (Tafel V. Fig. 28.) 
rothe linke Vierung, darin silberner Löwenrumpf. 

Baron-HausofTizler der Kaiserlichen Prinzen (Tafel V. Fig. 29.) 
wie bei den Grafen-Hausoffieren nur in linker rother Vierung. 

Baron-Mitglied des Staatsratlis (Tafel V. Fig. 30.) 
Ton Gold und rotb geschaobte linke Vierung. 

Baron-Pr&sident und Baron-Generalprolturator des Cassatlons- 

hauses (Tafel V. Fig. 31.) 
silberne Waage in rotber linker Vierung. 

Baron-Pr&sldent und Baron-CSeneralprokurator des Kaiserlichen 

Hofes (Tafel V. Fig. 32.) 
eine hermelinbesetzte schwarze Procuratoren-Toque in rother linker Vierung. 

Baron-Sanitätsoffizier der Armee (Tafel V. Fig. 32.) 
«in schräglinksgestürztes Schwert in rotber linker Vierung. 

Baron-Prftsldent des Wahlcollegl (Tafel V. Fig. 34.) 
rothe linke Vierung, darin pfalweis nebeneinander 3 silberne zusammengefaltete Wahlzettel in Form 
Ton Rhomben (sechseckig). 

Baron-Pr&rekt (Tafel V. Fig. 36.) 
wie Graf-Präfekt, aber alles Gold hier Silber, alles Blau hier roth, desgl.: 

Baron-Vnterprftfeet (Tafel V. flg. 36.) 
wie Graf-Präfekt jedoch der Eichzweig reich befruchtet, gebogen, alles Gold hier Silber. 

Ebenso findet letzteres statt bei dem 

Baron-Malre (Tafel V. Fig. 37.) und 

Baron-Mitglied des Wahlcolleglums (Tafel V. Fig. 38.) 
welche im übrigen die Zeichen wie die Grafen haben. 

Baron-MItglled des Sanlt&tseorps (Tafel V. Fig. 38.) 
ein schrftgrechter silberner Palmzweig in rother linker Vierung. 

Baron-Grundbesitzer (Tafel V. Fig. 40.) 
wie Graf-Grundbesitzer, jedoch silbern in rother linker Vierung. 

Die Vierung erscheint Übrigens auch in deutschen Wappen, besonders Rheinischen ziemlich häufig, 
bald als ledige Vierung (Tafel V. Fig. 5.) bald mit einem Heroldsstuck (Tafel V. Fig. 6) oder einer 
natürlichen Figur belegt Die bordirte Vierung (Tafel V. Fig. 7) ist jedenfalls sehr selten. Als Wtirde- 
abzeicben (Ehrenstück) ist sie in Preussischen Wappen 1701 dem Staatsminister von Ilgen (mit der 
preu8si8chen Königskrone) der Familie v. Decker und Freiherrn v. d. Heydt (mit dem preussischen 
Adler) verliehen worden. 

die rechte untere Vierung (Tafel V. Fig. 41.) und 
die Unke untere Vierung (Tafel V. Fig. 42.) 
beide selten; auch jeder dieser Theile ist genau gleich einem Viertel des (gevierten) Schildes. 

Manche Heraldiker wollen die Vierung zwar durch die Spaltungslinie, nicht aber durch die 
Tbeilungslinie des Schiides begrenzt wissen. Es ist diese Ansicht jedoch eine irrige, wie die alte 
Heraldik unzweifelhaft ergibt; es dürfte auch schwer sein, die horizontale Begrenzung anders als durch 
die Mittelllinie des Schildes festzustellen. 



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- 32 - 
die ausgel»r#eliene Vierung (Tafel V. Fig. 43.) 



sehr ßolten. 



das Orth (Tafel V. Fig. 44) 

ist ein am oberen Sehildrande mit einer Seite angeheftetes Quadrat, dessen 4 Seiten je 2 / 7 der Schild- 
breite haben. Es kommt indess auch vor, dass dasselbe bis zur Schildmitte reicht, würde dann indess 
besser als unten gekürzter Pfal (s. dort) anzusprechen sein. 

mittelvtermig oder Herz (Tafel V. Fig. 45.) 

ist eine quadratische, in der Mitte des Schildes befindliche Figur, welche entsteht, wenn man einen 
Balken und einen Pfal kreuzt und das durch die Kreuzungen in der Mitte entstandene Quadrat heraus 
nimmt. 

Obereck (Tafel V. Fig. 46—48.) 

Das Obereck entsteht dadurch, dass man ein Schildhaupt (s. dieses) — gerechnet bekanntlich = 2 / 7 der 
Schildbreite — in 3 gleiche Theile spaltet (senkrecht theilt). 

Der rechte Theil heisst: das rechte (Tafel V. Fig. 46. 47.) der linke: das linke übereck, dies hier 
ausserdem bordirt (Tafel V. Fig. 48.). Ebenso, wie die Vierung, kann das Obereck mit allerlei Figuren 
belegt vorkommen. (Der Ausdruck „Freiviertel" für Obereck scheint uns nicht zutreffend, weil dasselbe 
sehr oft nicht frei, sondern belegt ist!) 

Uclitech (Tafel V. Fig. 49.) 
Ein Obereck, dessen Inhalt weniger als Va der Breite des Schildhaupts beträgt, heisst ein ge- 
schmälertes Obereck oder ein: Lichteck. 

Untereck (Tafel V. Fig. 50. 51.). 
Hier gilt alles, was beim Obereck gesagt ist. Es bildet also 1 / 8 der Breite des Schildfusses. 

gelllndelling (Tafel V. Fig. 52-57. 59-63.) 
entsteht durch Längs- und Quertheilnngen und zwar die Längsschindelung sobald die senkrechten f die 
Querschindelung 9 sobald die wagerechten Linien in der Mehrzahl sind. Bei der Beschreibung zählt man 
die Felder, sofern deren nicht zu viele sind, also Tafel V. Fig. 52): „Quergeschindelt von tt und S. in 
6 Plätzen. u Es braucht, weil selbstverständlich , weder hier, noch bei den anderen Arten etc. gemeldet 
zu werden, dass die Tinctur der entstandenen nebeneinanderliegeuden Felder stets abwechselt. Wenn man 
Tafel V. Fig. 53 z. B. blasonirt als: Von R. u. S. quergeschindelt in 8 Plätzen, so ist es selbstredend, 
dass das obere rechte Feld (von welchem man zu zählen beginnt) roth ist, auf das Roth : Silber und anf 
letztere eben wieder: Roth folgt. Ebenso Fig. 55. u. 56.: von R. u. G. in zwölf Plätzen quergeschindelt, 
reep. von R. u. G. in 15 Plätzen quer geschindelt; bei Fig. 54. u. 57. wo die Zahl der Theilungen die der 
Spaltungen überragt sagt man nur : von S. u. R. in zwei Pfalreihen k 8 (sc. : Plätzen) oder (Fig. 57.) in 3 
Pfalreihen ä 15 (so;: Plätzen) quer geschindelt, ferner Fig. 61. 62. u 63 anzusprechen als: in 2 Querreihen 
ä 6 (Plätzen) resp. in 3 Querreihen ä 6., resp. 3 Querreihen ä 15 (Plätzen) längs geschindelt Zu 
bemerken ist, dass, wie schon mehrfach bemerkt, es der alten Heraldik auf ein Paar Spaltungen oder 
Theilungen mehr oder weniger durchaus nicht ankam und dass erst die neuere Heraldik sich an Zählung 
oder Plätze nnd Linien zubinden genöthigt sah. Fig. 58: von R. u. S. geschindelt in 6., Fig. 60. dgL 
von O. u. B. in 8 Plätzen. 

Schindeln (Tafel Y. Fig. 58. 64) 
entstehen ans der Schindelung. Da die Lage der Schindeln in der Ruhe der im gewöhnlichen Leben 
entspricht, so ist diese Stellung nicht besonders zu melden ; Figur 64 entsteht ans der Längsschindelung, 
daher: „b (3. 2.) r. Längsschindeln". Durch dies Wort wird der längere Ausdruck „aufgegerichtet* 
Schindel* kurz nnd deutlich ersetzt. 



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J>aa Sehach (Tafel V. Fig. 65. 66.) 
entsteht durch eine gleiche Anzahl Ton Theilungs- and Spaltungslinien. 

Die einfachste Form des Schachs ist die auf Fig. 65, nämlioh durch 2 Theilungs- und 2 Spal- 
tungslinien; man sagt hier von G. u. B. nennfach geschacht % Fig. 66. von B. u. S. zechzehnfach 
gescbacht. 

gewürfelt (Tafel V. Fig. 67. 68.) 

Wenn, wie bei Fig. 67 u. 68 die Anzahl der entstehenden Schachfelder eine sehr grosse, so 
ist es nicht mehr noth wendig, dieselbe zu nennen; man sagt' dann einfach (Fig. 67 von B. u. S. 
(Fig. 68 von 0. B. u. R. gewürfelt). Der Mährische Adler ist z. B. von R. u. S. gewürfelt. — 

Hat eine Würfelung wie bei Fig. 6 eine dreifach verschiedene Färbung so beginnt in der 
II. Querreihe die zweite Farbe der ersten Reihe von rechts ab gerechnet, in der III. Querreihe die 
dritte und dann wieder von vorn, so dass also die 8 Färbungen sowohl nach links, wie nach unten hin, 
stets dieselbe Reihenfolge innehalten. 

Scliildliaiiptpfal (Tafel V. Fig. 69. 70.) 

(abbrev.: Sehn. -Pf al) ist gleichfalls eine Zusammensetzung aus der senkrechten und der Quertheilung 
und entsteht durch einen in das Schildhaupt verschwindenden Pfal y sobald er dieselbe Färbung wie 
jenes hat. Wie Fig. TO zeigt, kommt der Schildhauptpfal auch „belegt" vor, also hier: in R. ein mit 
5 (3. 1. 1.) r. Ringen belegter s. Schildhauptpfal« Die Figur ist selten. 

Mchlldrussplal (Tafel V. Fig. 71.) 

(abbrev.: Schf.-Pfal) ist mut. mut. dasselbe wie der Schildhauptpfal (s. diesen). Die Figur ist selten. 

Krücke (Tafel V. Fig. 72—78.) 

Denkt man sich einen Schildhauptpfal (s. diesen) heruntergerückt, d. h. Schildhaupt und Pfal in den 
Schild , so entsteht die Krücke. Der Querbalken derselben steht entweder, wie bei Fig. 78. 74. in 
der Mittelquerlinie des Schildes, dann ist nur zu melden : Fig. 73 io R. eine. g. Krücke, begleitet von 
3 (1. 2.) s. Kreuzchen, oder (Fig. 74.): „Von B. tt n « R« getheilt und halbgespalten, überdeckt durch 
g. Krücke", oder noch einfacher und doch verständlich (weil es garnicht anders sein kann): „Von B. ££ 
u. R. durch g. Krücke quergetheilt.* Ist dagegen der Querbalken der Krücke über der Mittelquer li nie 
des Schildes (Kg. 72), so* ist dies eine erhöhte Krücke, wogegen, wenn derselbe unter ihr (Fig. 75), 
ist, man sie eine erniedrigte Krücke nennt. Ist (Fig. 76) der senkrechte Balken der Krücke nach oben 
gekehrt, sie ako verkehrt, so heisst sie Sturzkrücke; ist die Krücke mit dem, gleichsam den Stock vor- 
stellenden senkrechten Balken nach rechts gekehrt (s. Fig 77) so heisst sie „Bechtkrücke" 9 geht der 
Stock nach linkö (Fig. 74): ^Linkkrücke" (dieses Wappen würde beschrieben werden wie folgt: gespal- 
ten von B. u. S. durch eine von 2 (aufgerichteten) r. Löwen begleitete b. Linkkrücke, belegt pfal weis 
mit 5 s. Schildchen und auf dem Seitenarm mit 2 dgl. (die Rundung nach links); vorn (i. e. rechts 
der Krücke) 4 8. Bk. , überdeckt durch g. Schrägleiste. Eine Krücke, deren Stock nach dem rechten 
Untereck geht, würde man rechte Schrägkrücke, eine, deren Stock nach dem linken Untereck geht, 
linke Schrägkrücke nennen. 

Vlankenbalken (Tafel Y. Fig. 79. 80.) 

(abbrev.: Fl.-Bk.) ist gerade das umgekehrte wie die Balkenflanke (s. diese) d. h. ein in die Flanke 
verschwindender Balken, welcher mit Ersterer gleiche Färbung hat, also ähnlich wie beim Schildhaupt- 
pfal (8. diesen). Tafel V. Fig. 79, wo der Balken in die rechte Flanke verschwindet, heisst ein rechter 
P., sonst (Fig. 80) ein linker Fl.-Bk. 

das Hreuz (Tafel V. Fig. 81). 

ist gleichfalls eine Combi nation von 2 senkrechen und 2 Querlinien, oder 'zweier gekreuzten Balken und 
sind seine Begrenzungen in alle möglichen Formen gebracht worden. Freiherr v. Biedermann hat im 
Jahrgang 1875 der Wiener genealogisch-heraldischen Zeitschrift „ Adler* alle wol überhaupt vorkomme»- 
B. 9 



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- 34 - 

den Kreuze in einer gediegenen Abhandlung. veröffentlicht, an? welcher, im Uebrigen auf dieselbe ver- 
weisend, diejenigen Kreuze, welche nicht gerade Unica bilden, hier wiedergegeben worden sind. 

das semeine Kreuz (Tafel V. Fig. 81.) 
nimmt a / 7 der Schildbreite ein. Jedes Kreuz hat einen. Längs- und einen Querbalken, oder einen Ober-, 
einen Unter- und einen reefUen und linken Seiten- Ann. Wenn es nicht anders gemeldet wird, stossen 
die Enden der 4 Arme des Kreuzes an die 4 Schildränder an, anderfalls wird es als griechisches oder 
Freikreuz bezeichnet cfr. (Tafel VI. Fig. 11.) 

Die Plätze, wo die Färbung des Schildes sichtbar ist, heissen die Winkel; stehen in denselben 
Figuren, so heisst das Kreuz: „bewinkelt von*. 

geschliffenes Kreuz (Tafel V. Fig. 82.) 
nennt man ein Kreuz, welches aus 4 gewissermassen auf eine Kante gestellten oder nach Art der Edel* 
steine geschliffenen Balken besteht. Der Ausdruck fascettirt ist veraltet. 

Leisten- (oder Staab-) Kreuz (Tafel V. Fig. 83.) 
Kreuz zur Hälfte seiner natürlichen Breite, also = 1 j 1 der Schildbreite vermindert» Fadenkreuz, sobald 
es nur x /u der Schildbreite einnimmt. 

gethelltes Kreuz (Tafel V. Fig. 84.) 
nennt man ein Kreuz, dessen Querbalken von einer horizontalen Linie durchzogen ist, welches das Kreuz 
in 2 verschiedene Färbungen abtheilt. 

gespaltenes Kreuz (Tafel V. Fig. 85.)1 
heisst das Kreuz, sobald seinen Längsbalken eine senkrechte Linie durchzieht und es in 2 verschiedene 
Färbungen abtheilt. 

geviertes Kreuz (Tafel V. Fig. 86.) 
heisst das Kreuz, welches durch eine senkrechte und eine Querlinie in 4 Färbungen, von denen je zwei 
gleich sind, abgetheilt ist. 

schräg; geziertes Kreuz (Tafel V. Fig. 87.) 
wird* durch 2 seine Winkel schneidende Diagonallinien in 4 Färbungen, von denen 2 gleich, abgetheilt ist. 

geändertes Kreuz (Tafel V. Fig. 88.) 
heisst ein Kreuz, welches durch 1 senkrechte, 1 horizontale und 2 diagonal^ Linien in 8 Theile weck* 
selnder Färbung abgetheilt ist. 

durchbrochenes Kreuz (Tafel V. Fig. 89.) 
ist ein Kreuz, welches mit einem zweiten, */ 3 seiner Breite betragenden Kreuz, von der Schildfarbe be» 
legt, oder aus dem gleichsam in Kreuzform ein kleineres herausgebrochen ist 

mlttendurelibroelienes oder Kanten -Kreuz (Tafel V. Fig. 90.) 
ist ein Kreuz, aus dem in der Mitte ein die Schildfarbe tragender Würfel herausgebrochen scheint, so 
dass die vier Kreuzarme' nur noch mit den Kanten aneinander hängen. Wohl zu unterscheiden ist diese 
Figur von Tafel V. Fig. 65, wo alle neun Plätze gleich gross, was hier nicht der Fall. 

gestücktes Kreuz (Tafel V. Fig. 91.) 
nennt man ein Kreuz, welches aus 9 gleich grossen Stücken verschiedener Färbung zusammengesetzt U 

gesehaelites oder Seliaeh-Kreuz (Tafel V. Fig. 92.) 
gewöhnlich zweireihig geschacht. 

gerautetes Kreuz (Tafel V. Fig. 93.) 
4iierbei versteht sich von selbst, dass die Rautung eine senkrechte ist. 



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- 35 - 

Fellkreuz (Tafel V. Fig. 94.) 
«in aus Eisenhutfeh bestehendes Kreuz, 

sehrfeffgeglttertes Kreuz (Tafel V. Fig. 95.) 

Innenbordlrtrs Kreuz (Tafel Y. Fig. 96.) 

Kreuz mit JDornenbord (Tafel Y. Fig. 97.) 

bedürfen einer Erklärung nicht. 

Tatzen-Krenz (Tafel V. Fig. 98. 99.) 

ist ein Krouz, dessen Arme sich nach dem Sohildrand zu verbreitern. 

Das gewöhnliche Tatzenkreuz hat ausserdem (Fig. 99.) krumme Begrenzungslinien, das gerad- 
armige (Fig. 98.) biegt seine durch gerade Linien begrenzten Arme erst kurz vor dem Eintreffen am 
Schildesrand schräg nach Aussen, ist aber sehr selten. Dieses Kreuz als Hochkreuz (s. dies unten) ist 
die Dekoration des Christus-Ordens. 

Krücken-Kreuz (Tafel V. Fig. 100. Tafel VI. Fig. 19.) 
dessen Arme in Form von Krücken (s. diese), an den Schildrändern anliegen Eine Abart davon ist das 
Jerusalems-Kreuz , (Tafel VI. Fig. 20.) welches im Schilde schwebt und in jedem Winkel von gewöhn- 
lichen kleinen Kreuz bewinkelt ist. Es wird im Wappen jetzt Gold auf Silber (ehedem Roth) darge- 
stellt. Als Ordenszeichen des katholischen Ordens vom heiligen Grabe und des protestantischen Kgl, 
Preussischen Damenstifts Heiligengrabe ist es ponceanroth mit goldenen Borden emaillirt. 

Ciegen-Zlnnen-Kreuz (Tafel Y. Fig. 101.) 
ist ein Kreuz, dessen Arm - Begrenzungslinien beiderseits in sich gegenüberstehende Zinnen verlaufen; 
wohingegen beim 

Weehselzin neu -Kreuz (Tafel Y. Fig. 102.) 
die Zinnen rechts und links abwechseln. 

Ast-Kreuz (Tafel Y. Fig. 103). 
ist ein Kreuz, dessen Armbegrenzungslinien beiderseits in Astknorren, deren Spitzen nach den 4 Schild- 
ecken gerichtet sind, verlaufen; beim 

Zahn-Kreuz (Tafel Y. Fig. 104.) 
sind die Begrenzungslinien im Zahnschnitt, beim 

eingehaekten Kreuz (Tafel V. Fig. 105.) 
Ähnlich wie beim Astkreuz, in nach den Aussenrändern gerichteten Spitzen; beim 

Dornen- Kreuz (Tafel Y. Fig. 106.) 
in nach aussen offenen; beim 

Lappen-Kreuz (Tafel v. Fig. 107.) 
in nach innen offenen Bogen; beim 

Weilen-Kreuz (Tafel V. Fig. 108.) 
in Wellenlinien; beim 

Wolken-Kreuz (Tafel Y. Fig. 109.) 
in Wolkenlinien geführt. (Hier sind ausnahmsweise die Wolkenköpfe nicht alternirend). 

auf (drei) Stufen erhöhtes Kreuz (Tafel Y. Fig. 110.) 
Treppen-Kreuz (Tafel VI. Fig l.) 
bedürfen der Erklärung nicht. 

Fensterrauten-Kreuz (Tafel YI. Fig. 2). 
gebildet aus mit den Spitzen aneinandergehftngten, durchbrochenen (sogenannten Fenster*) Bauten. 



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- 3« - 

Kugel-Kreuz (Tafel VI. Fig. 3.) 
gebildet aus aneinandergereihten Kugeln. 

Antonius-Kreuz (Tafel VI. Fig. 4. 5. 6. 7.) 
ist ein Kreuz, dem der Ober- Arm fehlt. Es bat seinen Namen von dem Heiligen, welcher an einem 
solchen gekreuzigt sein soll. Wir hätten die Figur sehr wohl bei den Krücken (s. diese) unterbringen 
können, wahren aber den Charakter des Kreuzes, obwohl z. B. Fig. 4. mehr eine Krücke wie ein Kreuz 
sein dürfte. Dass daher das Antoniuskreuz, zum Unterschied von der Krücke, stets schwebend sein 
muss (Fig. 5.) (was also nicht besonders gemeldet zu werden braucht) erhellt von selbst. Fig. 6. ist 
ein schrftggestelltes, Fig. 4 ein wachsendes, Fig. 7: 8 nebeneinandergestellte Antoniuskreuze. 

Schacher- oder CSabel-Krenz (Tafel VI. Fig. 8.) 

hat seinen Namen von den Schachern, die mit Christus zusammen gekreuzigt und deren Kreuzen obige 
Form irrig zugeschrieben wird , es gleicht dem Buchstaben T. Das Schacherkreuz kommt nur schwebend 
vor, andernfalls heisst es Deichsel (s. diese). Tafel VI. Fig. 9 ist ein endgespitztes Schächerkreuz. 

ftissgespitztes Kreuz (Tafel VI. Fig. 10.) 

ist ein gemeines Kreuz, dessen Unterarm zugespitzt ist, aber doch den unteren Schildrand berührt (vgl. 
Nagelspitzkreuz. Es folgen nun die seh webenden Kreuze (Frei- Kreuze). 

schwebendes Kreuz (Tafel VI. Fig. 11.) 

(auch griechisches oder Frtikreuz) ist ein Kreuz, dessen Arme die Schildränder nicht berühren. 

Das Schweizer Kreuz (s. in R.) , das Genfer Kreuz (r. in S.), das Hellenische Kreuz (s. in B.) 
haben die Form wie hier gegeben. 

schwebendes mitten durchbrochenes Kreuz (Tafel VI. Fig. 12.) 

Hier gilt, was bei (Tafel V. Fig. 90.) gesagt ist. Dies Kreuz hier ist noch in der Mitte mit Bösen 
belegt, oder man könnte auch einfacher sagen: im s. mit 5 r. Rosen (2. 1. 2.) bei. Felde ein mitten 
durchbrochenes schwebendes grünes Kreuz, denn die mittlere von 5 Rosen zu 2. 1. 2. muss im Herz des 
Schildes, folglich an der Ausbruchstelle des Kreuzes stehen. Fig. 13 heisst: schwebendes runddurch- 
brochenes oder durchbohrtes Kreuz. 

lateinisches, Hoch-, oder Passions-Kreuz (Tafel VI. Fig. 14.) 

hat nach der Form, respective weil Christus an einen solchen gekreuzigt dargestellt wird , obigen 
Namen. Dass es schwebend ist und wie fast alle schwebenden Kreuze nicht ganz die übliche Kreuz- 
breite hat, ist selbstredend; andern Falls wird es gemeldet. 

fussges^altenes Kreuz (Tafel VI. Fig. 15.) 

heisst letzteres, wenn sein Unterarm sich in Form eines Sparrens fortsetzt; selbstredend ist, dass ea 
schwebt Diese Figur findet sich vielfach in schweizerischen Wappen. 

Wleder-Kreuz (Tafel VI. Fig. 17.) 

ist ein Kreuz, dessen 4 Arme gewissermassen wieder (noch einmal) gekreuzt sind, resp. in Je ein Kreuz 
enden. 

Halb-Krttckcn- Kreuz (Tafel VI. Fig. 18 ) 
ist das Kreuz, dessen Arme in eine halbe Krücke seitwärts verlaufen ; es wird auch Klammerkreuz genannt. 

JDoppel-Krtteken-Kreuz (Tafel VI. Fig. 21.) 
ist ein Krückenkreuz, dessen Arme nochmals gekrückt (mit Querstaab versehen) sind. Fig. 21. würde 
es als wachsendes oder Passions- D.-K.-K. bezeichnet wercten müssen, weil dem unteren Arme die 
Krücken fehlen r 



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Iielter (oder Vielkrttcken)-Kreuz (Tafel VL Fig. 22.) 
ist ein Krfickenkreuz, an dessen Arme mit 2 oder mehr Querstääben versehen sind nnd demgemäss 
einzeln den Eindruck von Leiterb&umen machen. 

Wleder-Kritcfeen-Kreuz (Tafel VI. Fig. 23.) 
ist ein Krückenkreuz, an dessen 4 Armkrücken beiderseits wiedernm Krücken angesetzt sind und dem- 
zufolge den früheren optischen Telegraphen sehr ähnelt. 

Haken-Mreiiz (Tafel VI. Fig. 24.) 
hat die Gestalt zweier in Kreuzform gelegter Doppelhaken (s. diese). 

Wlnkelmass-Kreuz (Tafel VI. Fig. 25.) 
Ähnelt dem Hakenkreuz, nur sind die Arme rechtwinklig gebogen und haben d. ob. u. d. untere noch 
einen Ansatz nach der Mitte zu. 

Pfeilspitz- oder Nagelkopf-Kreuz (Tafel VL Fig. 26). 
ist ein schwebendes Kreuz,, dessen Arme in dreieckige Nagelköpfe ausgehen, das Nagelfussspitzkreuz 
dagegen, ist ein Kreuz, dessen Unterarm auf einer Nagelspitze ruht, reep. in eine solche verläuft (s. 
oben fassgespitztes Kreuz). (Wappen der Grafsch. Delmenhorst im Oldenburg'schen Wappen). 

Endspltz-Kreuz (Tafel VI. Fig. 27.) 
hat an den Enden der 4 Arme je eine auswärtsgekehrte Nagelspitze. 

Kndrauten-Kreuz (Tafel VI. Fig. 28.) 
ist ein Kreuz, dessen 4 Arme in Bauten endigen. 

Kleeblatt- oder Lazarus-Kreuz (Tafel VI. Fig. 29.) 
ist ein in Kleeblätter ausgehendes Kreuz. 

Gleven-Kreuz (Tafel VI. Fig. 30.) 
ist ein in Gleven (halben Lilien) endendes Kreuz. 

Eleliblatt-Kreuz (Tafel VI. Fig. 31.) 
kt ein in Eichbl&tter endendes Kreuz. 

Kolben-Kreuz (Tafel VI. Fig. 32.) 
ist ein Kreuz, dessen 4 Arme am Ende kolbenförmig ausgebaucht sind. 

St. Jacobs-Kreuz (Tafel VI. Fig. 33.) 
endet in Gleven, deren Mittelblatt kugelartig geformt ist. 

Anker-Kreuz (Tafel VI. Fig. 34. 35.) 

kommt in älterer Zeit wie Fig. 34, neuerdings mehr wie Fig. 35 vor; die Haken an den Enden sollen 
Ankerhaken vorstellen. 

Alttlilelsen-Kreuz (Tafel VI. Fig. 36.) 
ist ein in der Mitte quadratisch durchbrochenes Ankerkreuz. 

Astgabel-Kreuz (Tafel VL Fig. 37). 

ist ein in vier Astgabeln endendes Kreuz. 

(schwebendes) Ast-Kreuz (Tafel VL Fig. 38.) 

bestehend aus 2 gekreuzten Aesten, deren jeder viermal nach ausen hin geknorrt ist. — cfr. auch 
Tafel V. Fig. 108. — 

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«abel-Kreuz (Tafel VI. Fig. 39.) 
ist ein Kreuz mit 4 gabelartigen Enden. 

Schlangen-Kreuz (Tafel VI. Fig. 40.) 
dessen Arme in Schlangenköpfen und 

JDoppel-Sehlangen-Kreuz (Tafel VI. Fig. 41.) 
dessen Arme in je 2 Schlangenköpfe ausgehen. 

kugelbesetztes Kreuz (Tafel VI. Fig. 42.) 

mondbesetztes Kreuz (Tafel VI. Fig. 43.) 

sternbesetztes Kreuz (Tafel VI. Fig. 44.) 

glevenbesetztes Kreuz (Tafel VI. Fig. 45.) 

dessen 4 Arme am Ende mit resp. Kugeln, Monden, Sternen oder Gleven besetzt sind. 

gekerbtes Kreuz (Tafel VI. Fig. 46.) 

ist ein Kreuz, welches an den Enden der 4 Arme einen triangelförmigen Kerbschnitt hat. Bei Fig. 47. 
ist dasselbe ausserdem breitendiges und ein fussgespitztes Kreuz. Fig. 48. hat an jedem Armende 
2 Kerben, heisst also doppeltgekerbtes und ist breitendig. Nehmen die Kerbe zu, so heisst es endge- 
zahntes Kreuz gleichfalls (Tafel VI. Fig. 49). Man kann ein Kreuz, welches in Gestalt wie Fig. 46, aber 
nur einen Kerb hat, als Johanniterkreuz ansprechen, obwohl das eigentliche Johanniter- (oder Malteser-) 
Kreuz in der Mitte ganz spitz zuläuft (Fig. 50). Dasselbe wird gewöhnlich im rothen Schilde ange- 
bracht. Ein wieFig. 51. (z. B. im Graf Lehndorf sehen Wappen) vorkommendes Kreuz mit Preussischen 
Adlern in den Ecken müssen wir dagegen als Johanniter-Ordenkreuz aussprechen. 

«rab-Kreuz (Tafel VI. Fig. 52.) 

hat breite Enden und Ausrundung wie das Tatzenkreuz, schwebt aber und hat, statt der geraden Arm- 
enden, nach aussen gebogene Abgrenzungslinien. 

Eisernes Kreuz (Tafel VI. Fig. 53.) 

vielfach in den vom Kgr. Preussen verliehenen Wappen angebracht, vorzugsweise in den Wappen der 
wegen des Krieges mit Frankreich 1813/14/15 in den Fürsten- und GrafenstanM erhobenen Familien 
Blücher, Gneisenau, Bülow, v. Dennewitz, York etc. Ferner erhielten alle diejenigen Bitter des eisernen 
Kreuzes I. Klasse, welche wegen des Krieges gegen Frankreich 1870/71 geadelt wurden, dasselbe in ein 
silb. Schildhaupt, die Bitter zweiter Klasse in das Helmkleinod angebracht. GrafBoon führt es in einer 
eingepfropften s. Spitze , Graf Moltke in dem goldenen Bückschild seines Wappens mit einer silbernen 
Inschrift und belegt mit Mittelschild, worin sein Stammwappen. 

Graf Nostitz, der ehemalige Adjutant Blüchers, erhielt es 1865 als besonderes Gnadenzeichen 
hinter den Schild verliehen. Es ist schwarz mit silbernem Bande breitendig, ausgebogt und mit ent- 
sprechender Inschrift (die aber, weil zu klein, in Wappen gewöhnlich nicht darzustellen ist). 

lilllenzepter-Kreuz (Tafel VI. Fig. 54.) 
besteht aus 4 mit den Handgriffen kreuzförmig zusammengestellten Lilienzeptern. 

Rauten-Kreuz (Tafel VI. Fig. 55.) 
besteht aus 4 kreuzförmig mit den Spitzen aneinandergesetzten Bauten; hier ist dasselbe B. S. geviert. 

Stern-Kreuz (Tafel VI. Fig. 56.) 

ist eigentlich ein Stern mit 4 Strahlen. Der Orden d«s Sternkreuzes in Oesterreich hat übrigens eine 
ganz andere Form. 



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Die Ordenskreuze von Calatrava, Alcantara kommen im Wappen nicht vor, sondern nur hinter 
oder unter dem Schilde« 

Pfeilbogen-Kreiiz (Tafel VI. Fig. 57.) 

besteht aus 4 krenzweie mit den unteren Enden zusammengestellten Pfeileisen, an die je ein sehnenloser 
Bogen befestigt ist. (ünicnm?!). 

JDomlnicus-Kreuz (Tafel VI. Fig. 58.) 
hat eine nicht weiter definirbare Form, hier von # n. S. (achtfach) geständert. 

JBogen-Kreuz (Tafel VI. Fig. 59.) 
besteht ans 8 mit den Spitzen zusammengestellten Halbbogen, die hier ausserdem fascettirt sind (ünicnm? !). 

Schwalbenschwanz-Kreuz (Tafel VI. Fig. 60.) 
ist ein Malteserkreuz mit sehr geschweiften und aasgebogenen Armen, in Form eines Schwalbenschwanzes 
(hier in der Mitte mit Rose belegt). 

Schlüsselring- oder Tolosaner-Kreuz (Tafel VI. Fig. 61.) 
soll aus den Handgriffen von 4 Schlüsseln gebildet sein; die Stadt Toulouse führt ein dgl. 

Stufcnglebel-Kreuz (Tafel VI. Fig. 62.) 
hat die Form wie das Sternkreuz, ist aber in Form eines Schweizerkreuzes durchbrochen und die Seiten 
abgestuft; es besteht sonach aus 4 durchbrochenen gemauerten Stufengiebeln. 

Seil-Kreuz (Tafel VI. Fig. 63.) 
besteht aus 4 geflochtenen Seilen, die je 2 und 2 zusammengedreht, in der Mitte verflochten, sich in die 
Schildränder verlieren. » 

Patriarchen- (Lothringisches oder Spanisches) Kreuz (Tafel VI. Fig. 64.) 
ist ein Kreuz mit 2 Querarmen übereinander; kommen letztere breitendig vor (Fig. 65) so ist dies zu 
melden, ebenso wenn, wie bei Fig. 66, der untere Arm nach oben verschoben ist und dadurch ein 
Hochkreuz entsteht. 

Dreifaches Kreuz (Tafel VI. Fig. 68.) 
hat 3 Querarme wenn dasselbe an den Enden kleeblattendig geformt ist (ähnlich wie Fig. 67). welches 
päpstliches (Pontifical-) Kreuz bezeichnet wird, in Wappen indess sehr selten (eine Linie der Potocki) 
vorkommt. 

russisches Kreuz (Tafel VI. Fig. 69.) 
heisst das dreifache Kreuz, dessen unterer Arm schräg steht, wie z. B. im F. Bulgarischen Wappen. 
Vier Wlnkelmaasse in Kreuzform (Tafel VI. Fig. 70.) 

Catt er- Kreuz (Tafel VI. Fig. 71.) 
besteht aus 4 schmalen Stäben, von denen je 2 ttbereinandergelegt sind, so dass sie die Form eines 
gemeinen Kreuzes bilden. 

Cutter (Tafel VI. Fig. 72.) 
heisst ein aus mehr wie 4 Stäben bestehendes Kreuz. 

»er Bord (Tafel VI). Fig. 73.) 
nimmt gewöhnlich 3 / 7 des gesammten Flächenraumes des Schildes ein. 

Er bildet in vielen Fällen das Beizeichen einer jüngeren Linie und kommt in mancherlei äusseren 
Veränderungen vor, von denen die hauptsächlichsten hier folgen: 

mit Inschrift (Tafel VI. Fig. 74) 
i. B. im Mittelschild der Grafen Neidthardt v. Oneisenau und BtÜow v. Dennewitz, sowie im Wappen 
der russischen Familie v. Nowosiltzoff, der russischen Grafen v. Sayn- Wittgenstein etc. 



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belegter Bord (Tafel VL Fig. 75.) 
(mit Engeln, Blumen, Kreuzchen etc.) besonders häufig in Französischen nnd Englischen Wappen. Auch 
das Wappen des Königreichs Portugal gehört hierher. 

schr&s gevierter Bord (Tafel VI. Fig. 76.) 
Selbstredend sieht man bei dieser nnd den nachfolgenden Theilungen nur die äusseren Enden der den 
Bord theilenden Linien, da letztere selbst durch den Hauptschild verdeckt sind. 

(achtfach) gest&nderter Bord (Tafel VI. Fig. 77.) 
s. bei Ständerung weiter unten. 

1*- und f 4f»ch gestückter Bord (Tafel VI. Fig. 78. 79.) 
s. bei „gestttekter Balken* oder »Pfal". 

durch gemeines nnd Andreas-Kreuz gestftnderter Bord 

(Tafel VI. Fig. 80.) 

Feh-Bord (Tafel VI. Fig. 81.) 

von Rechtswegen müssen bei diesem Bord sämmtliche Eisenhutfehstücke des Bordes ihre Basis oder 

Spitzen nach dem Schilde zu haben; ein Schild wie hier (Fig. 81.) wäre besser als „Feh mit Schildchen 

darin Schrägbalken" anzusprechen. 

doppelreihig geschaehter Bord (Tafel VI. Fig. 82.) 
wie im Wappen der von Preusser in Dänemark. 

Leisten-Bord (Tafel VI. Fig. 83.) 
Hier wechseln die Färbungen des Bordes, der nur die Hälfte seiner natürlichen Breite hat ausserdem 
mit denen des gevierten Feldes ab, d. h. der Bord ist von Blau und Gold geviert, der Schild von Gold 
u. Blau, ferner ist die Begrenzungslinie zwischen beiden im Zinnenschnitt geführt. 

gespickeiter Bord (Tafel VI. Fig. 84.) 
d. h. dreieckförmig gestückt, so dass der Bord wie ineinandergreifende Sägezähne aussieht und 4 Keile 
von den Schildesecken nach denen des Bordes gehen. Einen derartigen Bord, nur in 4 Farben inein- 
andergehend, haben die k. k. österreichischen Fahnen. 

gespitzter Bord (Tafel VI. Fig. 85.) 
Hier ist die Grenzlinie zwischen Schild und Bord keine gerade, sondern in Spitzenform nach aussen gezogen. 

Dornen-Bord (Tafel VI. Fig. 86.) 
heißt der Bord, wenn die Grenzlinie zwischen ihm und dem Schilde in Form kleiner Bogen gezogen ist, 
deren Köpfe nach dem Bord, die Zacken nach dem Innern des Schildes gerichtet sind. 

Wolken- oder Doppelwolken-Bord (Tafel VI. Fig. 87. 88.) 
nennt man den Bord, welcher vermittelst des Wolken- (Doppelwolken-) Schnittes vom Schilde abgetrennt ist. 
Ist dagegen der Bord in sich vermittelst genannten Schnittss in zwei verschiedene Färbungen 
abgetheilt, dann sagt man ein durch Wolken- (Doppel- Wolken) von G. u. B. (Fig. 88) oder R f u. S. 
(Fig. 89) abgetheilter Bord, wobei also die äussere Färbung vor der innern genannt wird. 

gesinnter Bord (Tafel VI. Fig. 90.) 
hier ist die Grenzlinie zwischen Schild und Bord in Form des Zinnenschnittes geführt. 

gesäumter Bord (Tafel VI. Fig. 91.) 
d. h. mit ganz schmaler Leiste bordirt wird der Bord, wenn sowohl er, wie* der Schild von Farbe, resp. 
von Metall sind, zu dem Zwecke, um die Färbungen besser von einander abzuheben; also bei Farbe: 
Metall, bei Metall: Farbe. 

Boppelbord (Tafel VI. Fig. 92.) 
wird der Bord genannt, sobald durch eine oder mehrere parallel seiner Begrenzung laufende Linien er 
in sich in zwei oder mehrere Färbungen abgetheilt ist; letztere sind dann meistentheils sowohl unter 
sieh, als nach dem Schilde zu durch schmale Sänme begrenzt. — Fig. 92 ein von B. u. B. (durch g* 
Säume abgetheilter) Doppelbord. 



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Innenbord (Tafel VI. Fig. 95.) 
nennt man einen auf die Hälfte seiner natürlichen Breite verminderten Bord, welcher gewi^sermassen 
von den Schildrändern abgeltest, in verkleinertem Maassstabe nach der Schildesmitte hineingerückt ist und 
zwar so, dass der Raum, welcher ihn von den Schildrändern trennt, gleich seiner eigenen Stärke ist. 

Jedoch kommen auch breite Innenborde vor. 

Auch mit dem Doppelbord, können Veränderungen vorgehen, so z. B. kann er belegt] oder wie in 
Eig. 96., nach aussen gezahnt etc. vorkommen — 

doppelter Innenbord (Tafel VI. Fig. 97—99.) 
auch kann der Innenbord ein doppelter sein (z. ß. Schottland : in G. innerhalb glevenbesetzten doppelten 
r. Innenbordes ein r» Löwe). 

Ebenso kann er, wo die Farben des eigentlichen Schildes nicht überall die gleichen sind, gesäumt 
vorkommen , wie in Fig. 99 , wo man den Bord auch allenfalls als einen g. r. fönffach wechselnden 
ansprechen könnte. 

Mit der Verbreiterung des Bordes muss selbstredend der eigentliche Schild schlieslich den Charakter 
eines Schildchens annehmen! 

dreifacher Bord (Tafel VI. Fig. 100.) 
nennt man den Bord dann, wenn der auf Kosten des Bordes bis zu einem Schildchen zusammenge- 
schrumpfte eigentliche Schild nur ungefähr noch die Hälfte des eigentlichen Wappenschildes ausmacht. 
Fig. 100 könnte man füglich als einen g. tf sechsfach wechselnden ansprechen, wenn es eben nicht 
ein Unicum wäre. 



IV. Theilungen durch Verbindung von senkrechten oder wagerechten mit 

Schrüglinietcr 

Deichsel-, Gabel- oder Drelpasssehnltt (Tafel VI. Fig. 102—104.) 
nennt man den Schnitt, welcher entsteht, wenn man von der Schildmitte aus drei Linien, und zwar 
nach den beiden oberen Schildecken und senkrecht abwärts bis zur Schildesmitte führt. Beim Blasoniren 
nennt man zuerst die obere, dann die rechte, dann die linke Färbung also Tafel VI Fig. 102: durch 
Deichsel- oder Dreipassschnitt (oder einfacher: „deichselförniig" oder „im Dreipass 6 ) # s. r. getheilt. 

die Deichsel (Tafel VI. Fig. 103.) 
entsteht, wenn man parallel dem Deichselschnitt beiderseits Linien zieht, also Fig. 108: in B. eine g. 
Deichsel, begleitet von 3 s. Lilien (wobei selbstverständlich die letzteren nur zu 1. 2. gestellt sein können). 
Man sehe auch unter den Kreuzen das sogenannte Schächerkreuz. Die drei Arme der Deichsel werden, 
wenn nöthig, bezeichnet als: rechter (1.) und linker (2.) Arm und Fuss (3.) der Deichsel. Letztere 
hat, wie die übrigen Heroldsstücke 2 / 7 der Schildbreite. 

gefüllte oder Voll-Delelisel (Tafel VI. Fig. 104.) 
nennt man die Deichsel, wenn der zwischen ihren Armen befindliche Schildestheil von anderer Färbung 
ist, als die beiden unteren Theile, also Fig. 104: ^-gefüllte s. Deichsel in R. 

Deleliselstifcck (Tafel VI. Fig. 105.) 
nennt man die Deichsel, wenn ihre Arme nicht mehr als solche erkennbar, vielmehr von gleicher Fär- 
bung mit dem zwischen ihn befindlichen Schildestheil sind. 

«ttppelselinlt« (Tafel VI. Fig. 106.) 
ist das Qegentheil vom Deichsel- oder Dreipassschnitt und entsteht, sobald von der Schildmitte aus 
2 Linien nach den unteren Ecken und eine senkrecht nach der Mitte des Oberrandes geführt wird, also 
(Fig. 106) von S. G. u. B. im Goppel (durch Göppelschnitt) getheilt. 

Es ist dies jedenfalls viel einfacher, als die langweilige Beschreibung „gespalten von S. u. G. 
mit einer eingepfropften, bis zur Mitte aufsteigenden b. Spitze/ 



B. 11 



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Goppel (Tafel VI. Fig. 107.) 
heisst die Figur, welche aus zwei dem Göbelschnitt parallel geführten Linien entsteht. Die drei Anna 
des Goppels werden, wenn erforderlich, als Arm (1.), rechter (2.) und linker (3.) Schenkel bezeichnet. 
Der Goppel hat wie die übrigen Heroldsstücke 2 / 7 der 8childbreite. 

Scliildliauptgttppel (Tafel VI. Fig. 108.) 
(analog dem Schildhaaptpfal, s. d.) nennt man den Goppel, sobald er mit dem Schildhanpt von einerlei 
Färbung ist, also gewissenmassen in denselben verläuft. 

gefüllter oder Voll-Cittppel (Tafel VL Fig. 109.) 
heisst ein Goppel, sobald der zwischen seinen Sckenkeln befindliche Theil eine andere Färbung hat als 
der übrige Theil des Schildes. 

Cittppelstück (Tafel VI. Fig. 110.) 
heisst (analog dem Deichselstück), der Goppel, wenn seine Schenkel nicht mehr erkennbar, vielmehr von 
derselben Färbung sind, wie das zwischen ihnen befindliche Feld. 

Als „Göppelstück mit quer ausgezogenen Schenkeln*, s. in # könnte auch Tafel VII. Fig. U 
angesprochen werden. 

Z- förmig gethellt (Tafel VII. Fig. 2.) 
und 

mit doppeltem Z gethellt (Tafel VII. Fig. 8.) 
bedürfen keiner Erklärung, sind auch wohl Unicum. 

mit verkehrtem Z gethellt (Tafel VII. Fig. 4.) 
umgekehrt wie Fig. 2 (s. dort). 

schräg gethellt, senkrecht-, resp. quergebrochcn (Tafel VII. Fig. 5.) 

schräglinks gethellt, senkrecht- resp. quergebrochen (Tafel VII. 

Fig. 5. 6. 7.) 
sind alle 4 für sich selbstredend. 

Wir kommen nun zu der hieher gehörigen Art von geweckten oder gerauteten Schilden. War der 
Begriff beider und die Manier, vermittelst welcher diese Linienarten dieser Theilung vollzogen wurde, 
der alten Heraldik zwar ganz gleichgültig, so müssen wir doch in heutiger Zeit diese Begriffe etwas 
mehr präzisieren. Erstens müssen wir, da je nachdem mehr oder weniger Linien bei der Theilung 
tbfttig sind, also entweder mehr kleine, weniger spitze oder mehr grosse und längliche Figuren ent- 
stehen: „gemutet" und „geweckt" unterscheiden. Ferner muss gemeldet werden, welcher Art bei dieser 
Theilung, bei welcher mindestens eine Art Schräglinien stets benutzt werden muss (was also selbst- 
redend ist) die zweiten Linien sind, ob also Spaltungs- oder Quertheilungslinien angewandt sind* 
Selbstredend kann dies nur bei schräggeweckten oder -gerauteten Schilden der Fall sein, da der senk- 
recht, resp. quergerautete (geweckte) Schild stets zwei Arten Schräglinien erfordert, mithin unten bei 
der Combi nation der rechten und linken Schrägtheilung besprochen werden wird. Dass es ausserdem 
noch möglich ist, eine Schrägrautung des Schildes durch nach einer Richtung gehende mehr und minder 
steile Schräglinien zu bewirken, zeigt das Wappen des Königreichs Bayern und das der Grafen Königs- 
eck etc. ^Wir werden unten bei der Combi nation zweier Schräglinien darüber Näheres bringen. Hier 
unterscheiden wir: 

schräglinks mit Spaltungen gerautet (geweht) (Tafel VII. Fig. 9. 10.) 
(abbrev. : schräglk. mit Sp. gewt.). Die bei der Beschreibung zuerst zu nennende der beiden Färbungen 
igt stets diejenige, welche das betreffende entgegengesetzte (bei schräglinks also das rechte, bei schräg- 
rechts das linke) Obereck hat, also: Fig. 9. von B. u. S. schräglinks (mit Sp.) geweckt, Fig. 10 vou 
G. u. B. desgl. mit rechtem Hermelin-Lichteck. 



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sehrftgllnks mit QuQrtlieiliMgen (Tafel VII. Fig. 8.) 
(abbrev.: schräglk. mit Quth. gerautet) bier also: von S. u. R. scbräglks. mit Quertheilungen geweckt 
Ebenso : 

selir&g(reelits) mit Quertliellungen (Tafel VII. Fig 12.) 
und 

selirftg(reelits) mit Spaltungen gerautet ((Tafel VII. Fig. 13). 
Die heraus sieb ergebenden Plätze, wenn sie einzeln im Schilde erscheinen, oder wenn, wie dies 
häufig vorkommt, der Schild damit besäet (bestreut) ist, beissen: 

schräg verstutzte Querselilndel (Tafel VII. Fig. 14.) 
ans Fig. 12 entstanden. • 

aufrechte Selirägsehlndel (Tafel VIL Fig. 15.) 
ans Fig. 13 entstanden und 

sehrftgllnks-verstutzte Quersclilndel (Tafel VII. Fig. 16.) 
aus Fig. 8 entstanden nnd 

aufrechte Sehrftgllnk-Seklndel (Tafel VII. Fig. 17.) 
aus Fig. 9 entstanden. 

gesplefcelt (Tafel VU. Fig. 18—24.) 

nennt man einen dnreb mehrere Quertheilungen und rechte und linke Scbrägtheilungen in dreieckförmige 
Platze (Spickel) getheilten Schild. 

Man benennt hierbei zuerst die am Oberrand anliegende Farbe und zählt die Reihen der Spickel, 
wenn deren nicht, wie bei Fig. 21. 22, zu viele sind. Es würde daher blosonirt werden Fig. 18: von 
B. u. 6., Fig. 19.: von # und 6. dreireihig gespickelt, Fig. 20: von R. u. S. vierreihig gespickelt. 

* Pfalrelhen-Splckel (Tafel VU. Fig. 23.) 

Hier sehen wir keine normale Theilung wie oben, vielmehr 2 mit den Spitzen sich seitlich resp. den 
Schildrand berührende Reihen von Spickein (Dreiecken) übereinander, so dass die oberen Spitzen der 
unteren Reihe die Grundfläche der oberen, resp. den oberen Schildrand berühren ; im Wappen der Grafen 
Trauttmannsdorff findet sieb u. A. diese Figur in ein/acher Reihe und sind die Spickel, weil an den oberen 
Seiten etwas eingebogen, wunderbarer Weise als „Hüte" angesprochen. 

schräg gesplekeit (Tafel VU. Fig. 24.) 

beisst der Schild, wenn die Spickel nicht durch zwei Arten von Schräglinien, sondern durch Spaltungen 
in Verbindung mit Theilungen und einer Sorte SchrägthQilungen entstanden sind, also die Grundlinie 
der einzelnen Spickel nicht parallel, sondern schräg zu der des Schildes steht. (Seh wer fall ige Heraldiker 
blasonieren obigen Schild: 16 fach geschacht, jeder Platz # über S. schräg getheilt!). 

Spieltet oder Dreiecke (Tafel VU. Fig. 25. 27.) 
entstehen aus der Spickeltheilung, ebenso die gestürzten Spickel (Fig. 26) die „Schildchen" in Fig. 28. 
sowie, mit längeren Seitenflächen (Fig. 30) die „Keile , a den durchbrochenen Spickel, wie ihn z. B. die 
Livfondischen v. Schulmann führen (Fig. 29) nennt man Triangel. 

Ständer tttänderung (Tafel VII. Fig. 31-43.) 

Theilt man «inen Schild durch eine linke rechte nnd eine Schrägtheilung sowie eine Quer- und eine 
senkrechte Theilung (Fig. 41) in 8 Theile , (congmente Dreiecke) , so nennt man diese Tbeilung die 
Ständerung, spricht von „geständertem Schilde" und benennt die 8 einzelnen Theile „Ständer . u Je 
nachdem an welcher Stelle des Schildes sie liegen, haben die einzelnen Theile der Ständerung, die Ständer 
ihre besondere» Beinamen und zwar: 



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rechter und linker Ober-Ständer (Tafel V1L Fig. 31. 32.) 

gebildet durch die senkrechte obere und die aus dem oberen rechten resp. linken Schildeseck bis zur 
Schildesmitte reichende Linie, mit der sie natnrgemäss einen halben rechten Winkel bildet 

ober und unterer linker Flanken-Ständer (Tafel VII. Fig. 33. 34.) 
gebildet durch die linke halbe Querlinie und eine aus dem linken Ober- resp Untereck kommende Schräg- 
linie bis zur Mitte des Schildes. 

rechter und linker Unterst&nder (Tafel VII. Fig. 35. u, 36.) 

gebildet aus der senkrechten unteren und einer aus dem linken resp. rechten Untereck hervorgehenden 
Linie bis zur Schildesmitte und schliesslich: 

unterer und oberer rechter Flanken-titUndCr (Tafel VII. Fig. 37. 38.) 

gebildet durch die rechte halbe Querlinie und eine aus dem rechten Unter- resp. Obereck hervorgehende 
Schräglinie bis zur Schildesmitte. 

Gegenständer (Tafel VII. Fig. 39.) 

nennt man die Figur welche entsteht; wenn z. B. ein rechter Ober- und der entgegengesetzte correspon- 
dirende Unterstander zugleich im Schilde erscheinen, also hier z. B. : durch #s. — geschachten rechten 
oberen und Gegenständer von G. und B. gespalten u. s. w. 

die achtfache Ständeruns (Tafel VII. Fig. 41—43.) 
ist bereits oben berührt und da sie die gewöhliche ist, eigentlich der Zusatz achtfach unnütz. 

seelis-, zehn-, zwölf- und seehszelinfaeli geständert 

Die sechsfache*) Ständerung (Tafel VII. Fig. 40.) wird durch eine Querlinie und eine rechte und eine 
linke Schräglinie, welche aber nic/U die Ecken berühren, sondern steil gehalten sind, bewirkt. Bei Be- 
nennung der Anzahl der Ständer ist abweichend von der sonstigen Regel, am Besten der Beisatz: „fach" 
zu gebrauchen, da eine Zählung der Linien, deren je 2 sich in der Mitte treffen, leicht zu Verwechselungen 
führen kann. Bei der zehnfachen Ständerung (Tafel VII. Fig. 44.) wirkt eine Querlinie und 4 Schräg- 
linien mit, die ebenfalls die Ecken nicht berühren. Die zwölffache Ständerung (Tafel VII. Fig. 45.) 
wird durch 1 senkrechte, 1 „Querlinie und 4 (die Ecken nicht berührende) Schräglinien, die sechzehn- 
fache Ständerung (Tafel VII. Fig. 46.) durch 1 senkrechte, 1 Querlinie und 6 schräge Linien bewirkt 
Die ac/tffache, zwölf- und sechszehnf&ohe Ständerung gehören zu den regulairen, die sechs- und 
zehnfache zu den irregulairen Ständerungen Fig. 47. 48 heisst: Bogen ständerung, Fig. 49: Winkel- 
massständerung, „das Ständerkreuz* (r. in S.) (Tafel VII. Fig. 50.) Diese Figur führen z. B. die alten 
v. Mudersbach im Wappen. (Diese Figur als „4 Windmühlenflügel u zu blasoniren, wie es durch einen 
unserer Heraldiker geschehen ist, scheint uns etwas gewagt). Es gibt übrigens noch eine andere Art 
von Ständerung, nämlich die, welche nur von Schräglinien gebildet wird und welche wir weiter unten 
bei den Theilungen durch zwei Schräglinien besprechen werden. 

Haupt- Selirftff- und Sehrftgllnk-JBalken (Tafel VII. Fig. 51. 52.) 
Analog dem Hauptpfal, Hauptgöppel und der Hauptdeichsel wird auch der Schrägbalken und Schräglink- 
balken unter einem Schildhaupt, sobald er von gleicher Färbung mit letzteren ist, Haupt-Scbräg(link) 
balken genannt, desgleichen 

der Fuss-Sekräghalken (Tafel VII. Fig. 53. 54.) 
wenn er mit dem Schildfuss gleicher Färbung sowie 

der Flanken-Selträgbalken (Tafel VII. Fig. 55.) 
wenn er mit der rechten Flanke und 

des Flanken-Schräglinkbalkeii 

wenn er mit der rechten Flanke — und 



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der Unkflankcn-Schrägbalken (Tafel VII. Fig. 56.) 
wenn er mit der rechten und der 

lilnkflanken-Sehr&gllnkbalken (Tafel VII. Fig. 57.) 
wenn er mit der linken Flanke von einer Färbung ist. 



V. Theilungen in Maganaler Richtung. 

Die verschiedenen Heraldiker der letzten beiden Jahrhunderte sind über die Art, die Schrägtheilnng 
1) von rechts oben nach links unten und 2) von links oben nach reclUs unten anzusprechen, leider sehr 
verschiedener Ansicht gewesen und das schrägrechts und schräglinks , was in der alten Heraldik gar 
keine Bolle spielte, ist von den Zopfheraldikern zu einem Casus belli ohne Gleichen aufgebauscht worden, 
obwohl man, bei ruhiger Betrachtung der Sache, unwillkürlich an das „Ei des Columbus" zu denken 
genöthigt wird. 

Denn, da nach alter heraldischer Regel das Rechte dem Linken und das Obere dem Unteren 
voranzugehen pflegt, so liegt es auf der Hand, dass für die Schrägtheilnng von rechts oben nach links 
unten es keinen logischeren Ausdruck geben kann, als: schrägrechts oder kurzweg schräg , dagegen 
für die vom linken Ober' nach dem rechten Untereck den Ausdruck schräglinks. 

Alle die neuerfundenen Ausdrücke (z. B. das „Gehren* Bernds u. A.) fallen somit in sich selbst 
zusammen und glauben wir auch , dass 9 /io der heutigen Heraldiker sich bereits für die obigen kurzen 
und logisch -verständlichen Ausdrücke entschieden haben dürften. 

a) Theilungen durch eine Linie. 

geschrägt (schräggethcilt) von rechts oben nach links unten 

Wie immer, so geht auch hier der oben entstandene Platz dem unteren vor ; man beschreibt also 
z. B. (Tafel VH. Fig. 58.) von R. und (oder „über") G. schräggetheilt (oder geschrägt), 

geschrägt mit Gegensplckcl (Tafel VH. Fig. 59.) 
heisst der Schild, wenn aus der Mitte der Schrägtheilungslinie sich ein nach dem entgegengesetzten (nicht 
durchschnittenen) Obereck gerichteter Spickel (oder eine bis zur diagonalen Mitte des oberen Feldes 
reichende Spitze) erhebt, der mit dem unteren Felde von gleicher Färbung ißt, ebenso: 

geschrägt mit Gegenspitze (Tafel VH. Hg. 60.) 
wenn die Spitze bis zum Obereck durchreicht, und 

geschrägt mit Gegenkell (Tafel VH. Fig. 61.) 
wenn die Spitze keilförmig von dem oberen in das untere Feld hinein bis zum Untereck gezogen ist. 

stufenförmig geschrägt (mit Treppe gethellt) (Tafel VII. Fig. 62.) 
wenn die Schrägtheilungslinie im Stufenschnitt (s. d.) abwärts gezogen ist. 

zinnenffttrmlg geschrägt (Tafel VII. Fig. 63.) 
wenn sie im Zinnen-, 

sckrägzlnnen förmig geschrägt (Tafel VII. Fig. 64.) 
wenn sie im Schrägzinnen-Schnitt gezogen ist. 

Dagegen muss Tafel VII. Fig. 73 als eine 8. Schrägmauer mit 3 Freizinnen, mit Schiessscharten 
und schwarzen Mauerstrichen angesprochen werden. 

Dass die Zinnen und Mauerstriche parallel der Mauerkrone abgesohrägt und nicht wie bei Fig. 83. 
wagerecht geführt sind (z. B. im Wappen der neuerdings geadelten preußischen Familie v. Zingler) 
braucht nicht besonders gemeldet zu werden. 

spltzenfttrmlg geschrägt (Tafel VII. Fig. 65.) 
sagt man, wenn die Schrägtheilungslinie im Spitzenschnitt, 

zahn förmig geschrägt (Tafel VII. Fig. 66.) 
Trenn sie im Zahnschnitt, 

B. 12 



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_ 4« - 

bogenförmig geschrägt (Tafel VII. Fig. 67.) 
wenn sie im Bogenschnitt, 

rundzlnnenförmig geschrägt (Tafel VII. Fig. 68.) 
wenn sie im Rundzinnenschnitt geführt ist* 

wolfszahn förmig geschrägt (Tafel VII. Fig. 69.) 
wenn die Spitzen wolfszahnförmig nach oben gebogen sind. 

wogen förmig geschrägt (Tafel VII. Fig. 70.) 
wenn die Theilangslinie grosse Wolken (Wogen) bildet. 

doppel wölken förmig geschrägt (Tafel VII. Fig. 71.) 

wenn sie im Doppel- Wo) kenschnitt gezogen ist. 

mit Undensehnltt geschrägt (Tafel VII. Fig. 72.) 
ist, soviel wir wissen, ein Unicum. 

Verschiebt man die gewöhnliche Schrägtheilungslinie von der mittleren Diagonalrichtnng nach 
oben oder nach unten, so erhält man das Schräg- (Schild-) Haupt, oder den Schräg- (Schild-) Fuss 
oder das (rechte oder linke) Schräg- Ober- oder Unter eck (s. diese). 

ftchräghfliipt (Tafel VII. Fig. 74. 92.) 

Dasselbe wird gebildet durch eine von einem der Oberecke nach der Mitte der gegenüberliegenden Seite 
gezogene Linie. Zu unterscheiden vom Schräg-Eck (s. dies). 

das $chräg-Kek (Tafel VII. Fig. 75. 76. 79. 93. 94) 

unterscheidet sich vom Schräghaupt und Schrägfuss dadurch, dass, während bei diesen; die Begrenzungs- 
linie von einer Ecke des Schildes bis zur Mitte der gegenüberliegenden Schildseite geführt ist, hier durch 
eine (gerade oder gebrochene Linie) von der Mitte des Ober- resp. Unterrandes bis zur Mitte einer 
der daranst088enden Schildesseiten, lediglich die betreffende dazwischenliegende Ecke (der Winkel) abge- 
grenzt wird. Fig. 75. 76: heissen linkes Schräg - Obereck — bei Fig. 75. noch mit Lindenblattspitze, 
Fig. 79. (rechtes) Fig. 93. linkes Schräguntereck, Fig. 94. (hier noch mit Olevenspitze), kürzer könnten 
daher diese Schilde noch angesprochen werden als: „ Linden blatt- resp. Olevenspitze im 1k. Ober- resp. 
rechten oder linken Untereck. tt 

der Schrägfuss (Tafel VII. Fig. 77. 78.) 
wird gebildet durch eine aus einem der Unterecke nach der Mitte der gegenüberliegenden Seite ge- 
zogene Linie, (zu unterscheiden vom Schräg-Eck — s. dies). 

die Sehrägthellung von links oben nach rechts unten heisst: 
linke Schrägthellung (Tafel VII. Fig. 80.) 
daher von R. über S. linkgeschrägt (sohräglinkgetheilt). 
Hinsichtlich der Theilung sind auch hier folgende zu verzeichnen: 

mit Stufen (oder stufen förmig) linkgeschrägt (Tafel VII. Fig. 81.) 
Zu bemerken ist, dass (bei drei Stufen wie hier) die obere Stufe zwischen dem ersten und zweiten Sechs- 
theil der Schildhöhe beginnt, die untere zwischen dem ersten und zweiten Drittheil der Höhe der 
gegenüberliegenden Seite von unten gerechnet endet; man sich demnach zar Construktion von Schräg* 
stufen den Schild horizontal in doppelt so viel Plätze theilen mnss, als man 8tufen hat. 

mit Zinnen (oder zinnenformig) linkgeschrägt (Tafel VII. Fig. 82.) 

durch Mauer linkgeschrägt (Tafel VII. Fig. 83.) 

diese Theilung ist deshalb eine häufiger vorkommende, weil man aus dieser Art von Mauer Thiere oder 



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- 47 - 

menschliche Körpertheile (Rümpfe, schwertbewaffnete Arme) leicht wachsen lassen kann. Es ist hier 
darauf zu achten, ob, wie in Fig. 83 während die eigentliche Mauerlinie schräglink geführt ist, die Zinnen 
oben wagereckt geführt und die Mauer ebenso gefugt ist, oder ob, wie z. B. im Wappen der Bitter 
v. Goldegg und Lindenburg auch die Zinnen und die Mauerstriche schräg geführt sind. (Tafel VII. 
Fig. 86.) also ähnlich wie bei Figur 64. 

stufenglebelffftrmlg llnkgeschrägt (Tafel VII. Fig. 84.) 
mit Scliraggegenzlnne linkgeschrägt (Tafel VIL Fig. 85.) 
deshalb „ScArä^-Gegenzinne" y weil die Tbeilung auch durch eine Gegen-Zinne mit zur Schrägtheiiung 
parallel resp. senkrechten Linien erfolgen kann. 

schrägzinnen förmig linkgeschr&gt (Tafel VII. Fig. 86.) 

palllsadenfiirniig linkgeschrägt (Tafel VIL Fig. 87.) 

mit CSegenspitze llnkgeschrägt (Tafel VIL Fig. 88.) 

spitzenförmlg llnkgeschrägt (Tafel VIL Fig. 89.) 

Es wird hier gewöhnlich (cfr. auch Fig. 65.) nur die mittelmässige Spitze zur Anwendung gebracht. 

wolkenf'örnilg linkgeschrägt (Tafel VIL Fig. 90.) 
mit Stufe llnkgeschr&gt (Tafel VIL Fig. 91.) 
(und Andere). 

b. Theilungen durch mehr als eine Linie. 
Durch die Schrägtheiiung eines Schildes vermittelst zweier Linien entsteht entweder eine Theilung 
desselben in drei gleich breiteTheile, wovon oben gesprochen, oder „der Schrägbalken* ; letzterer 2 | 7 der 
Schildbreite betragend. — Tafel VIL Fig. 95. wird aho angesprochen als: von R. G. und B. schräg 
getheilt oder geschrägt (notabene: das Wort „zwei Mal" hinzuzusetzen ist hier überflüssig, da die 
drei genannten Färbungen bereits die Theilung in ebensoviel Plätze bedingen). 

der Schräghalken (Tafel VII. Fig. 99.) 
(abrev.: Schrb.) und zwar der rechte wird, entgegengesetzt dem linken, einfach als „Schrägbcdken" 
angesprochen, ohne das Prädikat „recht", was hier als selbstverständlich angenommen wird. 

Fig. 100. ist ein mit 3 goldenen Sternen belegter blauer Schrägbalken im G. R. schräg- 
getheilten Felde. 

erhöhter Schräghalken (Tafel VII. Fig. 96.) 
ist ein Schrb., dessen Mittellinie nicht in der betreffenden Diagonale liegt, sondern parallel zu und 
über ihr läuft. Erhöhte Schrb. sind auch meist etwas schmaler, weil sie sonst bis ins Obereck reichen 
würden. % 

Schrägleiste 

ist ein auf die Hälfte seiner natürlichen Breite verminderter Schrägbalken ; in der Breite wie Tafel VIL 
Fig. 98. würde er nur die Hälfte derselben betragen und als Schrägfaden angesprochen werden können; 

erniedrigte Schr&gleiste (Tafel VIL Fig. 97.) 
ist ein auf die Hälfte seiner natürlichen Breite verminderter Schrägbalken, dessen Mittellinie sich unter- 
halb der betreffenden Diagonale befindet. 

gespaltener Schräghalken (Tafel VII. Fig. 101.) 

ist ein Schrb., welcher senkrecht in 2 Färbungen (hier Xt u. R.) abgetheilt ist. 

geschrägter Schrftghalken (Tafel VII. Fig. 102.) 

ist ein der Länge nach in 2 Färbungen durch eine seinen seitlichen Begrenzungslinien parallele Linie 
abgetheilter Schrb. und zwar (Tafel VH. Fig. 102 von S. überB. im R. G. geschrägten Schilde, Fig. 103. 



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- 48 - 

von R. über tt in g. Schilde und Fig. 104. von R. S. U G. im von 6. 6. u. R. halbgeepaltenen und 
•chräggetheilten Schilde. 

gestückter Scbr&gbalken (Tafel VII. Fig. 105.) 
ist ein Schrb. , weloher nach der ihm entgegengesetzten Schräge in mehrere gleich grosse Platze (Stücke) 
abgetheilt ist (und zwar hier sechsfach gestückt von 6. n. R). 

gescliacliter Sclirftgbalken (Tafel VII. Fig. 106.) 
nnd zwar wenn nicht anders gemeldet , stets in zwei Reihen nnd so viel Plätzen , das jeder derselben 
ein Quadrat bildet. 

mit Spaltungen geweckter Sckr&gbalken (Tafel VII. Fig. 107.) 
lind 

mit (Quer-) Tbellungen geweckter Scbr&gbalken (Tafel VII. Fig. 108.) 
Hier wolle man vergleichen, was oben bei der Schrägrantnng bereits gesagt ist. Beides ist lediglich 
ein verschobenes Schach. 

spickelweis gestückter Schr&gbalken (Tafel VII. Fig. 109.) 
ist ein wie Fig. 106, aber ans Dreiecken (Spickein) 6tatt ans Vierecken zusammengesetzter Schrägbalken, 
den man hier anch als: ein mit 3 aneinanderbängenden Gegenspickeln belegter Schrbk. bezeichnen könnte. 

sparrenweis gestückter Sclirftgbalken (Tafel VII. Fig. HO., VIII. Fig. 1.) 

ist gleichfalls nur so zn bezeichnen; und zwar Tafel VII. Fig. HO als mit Sturzsparren gestückt und 
Tafel VIII. Fig. 1. sparrenweis gestückt. — Dass die Sparren mit ihrer senkrechten Mittellinie in der 
Richtung des Schrb. also nicht in der senkrechten des Schildes liegen müssen, ist selbstredend. Deshalb 
anch kann man Tafel VIII. Fig. 1 nicht wohl als „einen mit 3 s. Sparren belegten Schrägbalken" 
bezeichnen, denn einmal dürften dann nicht alle 7 Theile gleich gross sein, sondern die 3 Sparren un- 
gleich breiter wie die rothen Theile, dann aber müssten sie nicht schrägbalken weis , sondern als senk- 
recht im Schrb. aufrecht stehend gedacht werden. 

mit Zickzack - Scbräglelste belegter Schrägbalken (Tafel VIII. Fig. 2.) 

gegitterter Sclir&gbalken (Tafel VIII. Fig. 3. 4.) 
Hier scheint es fast, als ob man auch blasoniren dürfe: „mit 3 rothen gemeinen Kreuzen belegt", das 
ist aber ein Trugschluss, denn dann dürften nicht, wie hier, sich die entgegenstehenden (inneren) Kreuz- 
armenden berühren ; dass sie es thun, ja sich sogar kreuzen, zeigt eben, dass wir ein Gitter vor uns haben. 
Dass die Gitterstäbe zu den seitlichen Begrenzungslinien des Schrägbalken im spitzen Winkel stehen, 
untereinander und zu den Seitenlinien des Schildes im rechten Winkel, ergiebt sich aus der Construktion 
ganz von selbst; ^dagegen ist Tafel VIJI. Fig. 4. als bordirter und schräggegitterter Schrägbalken zu 
bezeichnen. 

mit Welken geschrägter Sclirüghalken (Tafel VIII. Fig. 5.) 
die Theilungslinie ist im Wolkenschnitt geführt. 

Zinnen und Weclisel-Zlnnen-Sclirägbalken (Tafel VIII. Fig. 6—7.) 
Bei beiden darf die Gesammtbreite (inclusive der Zinnen) nicht die Schrägbalkenbreite ( 2 / 7 ) übersteigen, 
woraus wieder folgt, dass der eigentliche Schb. hier nur 1 / 8 der eigentlichen Breite und je x /s die/ 
Zinnen haben müssen. 

JLstschriigbalken (Tafel VIII. Fig. 8.) 
mut. mut. wie beim Zinnen-Schrb. ; statt der Zinnen hier nur schrägansteigende, parallel dem Balken 
verstutzte Aeste oder Knorren. 

Zickzack- (eckig geschobener oder -gezogener) Schrägbalken 

(Tafel VIII. Fig. 9.) 



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- 4» - 

Schräg-Steg (Tafel .vm. Fig. 10.) 
Hier verweisen wir auf den Steg (3. d ) ; da man sich den Steg gewissermassen als eine Brücke denkt, 
so stehen die Lätze desselben naturgemäss senkrecht zur Schildachse und repräsentieren, da ihre Grund- 
flächen parallel dem Stege abgeschrägt sind, gewissermassen perspectivisch eine Brücke zwischen rechtem 
Ober- nnd linkem Untereck. 

Eine Figur wie Tafel VIII. Fig. 72, bei der die oberen Zinnen fehlen, und die unteren senkrecht 
zur Achse des Schrägbalkens stehen, würde man dagegen als einen unten gezinnten Schrägbalken 
bezeichnen müssen. 

gezahnter Sclirägr-Balken (Tafel VIII. Fig. 11.) 
Die Begrenzungslinien sind im Zahnschnitt gezogen. 

■»ornen-Schrftghalken (Tafel VIII. Fig. 12.) 
Die Begrenzungslinien sind im Dornenschnitt (d. h. die Spitzen nach aussen) gezogen. 

Rauten-Kranz (Tafel VIII. Fig. 13.) 
Diese Bezeichnung hat man, herrührend von dem sächsischen Wappen, für diese Figur, gleichviel, ob 
dnrch gerade oder krumme Linien begrenzt, eingeführt. 

Dass der Rauten-Kranz nur ein ornamentirter Schrägbalken ist, sehen wir am Besten aus dem 
Wappen der Stadt Strassburg, wo der Rautenkranz beiderseits mit Kronen verziert ist. Die v. Eiben 
und die von Elbe-Kamitz (1861 von Preussen geadelt) führen ihn z. B. mit Lilien ornamentirt und 
bei Tafel VÜL Fig. 88. (s. unten) finden wir ihn auch links und gebogen. 

Der Bauten-Kranz im Kgl. und dem Grossh. und Herzogl. sächsischen Wappen wird jetzt gerade 
geführt (im preußischen Wappen für die Provinz Sachsen aber krumm) und mit 9 Zinken, von denen 
4 Perlen, die übrigen 5 Eichenblätter tragen und zwar im 9 mal (oder lOfach) von # und G. getheiltem 
Felde. In dem 1873 neu entworfenen grossen und mittleren Kgl. preussisohen Wappen für das 
Herzogthum Sachsen (cfr. Gesetzsammlung de 1873 §. 403 und 409) fängt der von jeher oben mit 
schwarz beginnende alte Sachsenschild plötzlich mit Gold an, vermutblich um dies Wappen des preus* 
suchen Herzogthnms Sachsen von dem der regierenden Häusser Sachsen auch hierdurch zu unterscheiden. 

Wecken-, Kauten-, Witt- fei- und Kantenwürfel-SelirftghaJken 

(Tafel VIII. Fig. 14-17.) 
Weeken-Schrb. und Bauten-Schrb. ist wesentlich dasselbe, nur mit dem Unterschiede, dass die den 
Schrb. bildenden Wecken oder Rauten bei Ersterem mit den seitlichen Spitzen aneinanderhängen , bei 
Letzterem in der Längsrichtung des Schrägbalkens mit den oberen und unteren. Der Würfelschräg- 
balken ist ähnlich dem Bauten-Schrägbalken ; bei Ersteren bilden aber den Schrb. regulaire Quadrate 
oder Würfel. , Der Kantenwürfel-Schrb. wird gebildet aus Würfeln, deren innere Kanten zusammenstossen. 

Kanten-Sehrägbalken (Tafel YUI. Fig. 18-21.) 
ist ein in der Mitte senkrecht oder wagrecht zertheHter Schrb., dessen beide entstandenen gleich grossen 
Theile nach oben und unten, resp. nach rechts und links von einander gerückt sind, so dass sich nur 
die beiden inneren Kanten berühren. Ist bei gespaltenen Kantenschrägbalken der rechte Theil nach 
oben (der linke nach unten) verschoben (Tafel VIII. Fig. 18.), so heisst er: aufwärts verschobener 
K.-Schrb., ist der rechte Theil nach unten (und der linke nach oben) verschoben (Tafel VIII. Fig. 19.) 
so heisst die Figur : abwärts verschobener Kanten-Schrb. Der getheilte Kanten-Scbrb. heisst wenn der obere 
Theil nach links (der untere nach rechts) verschoben ist (Tafel VIII. Fig. 20.) linksverschobener, 
umgekehrt (Tafel VIII Fig. 21.) rechtsverschobener Kanten-Schrägbk. 

gebogener Scliräghalken 
heisst ein Schrb., wenn seine Begrenzungslinien eine brumme Linie bilden, wie Tafel VIII. Fig. 22. 

Fig. 28. ist ein gebogener Rautenkranz (s. d. oben). 

Würde, wovon uns indess kein Beispiel bekannt, die Biegung nach abwärts gehen, so müsste der 
Schrägbalken „abwärts gebogen u heissen. 

B. 13 



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-- so - 

Schr&gstrom (Wellen-Schr&shalkeii) (Tafel VIII. Fig. 24. und 25.) 
(Der in Fig. 25 ist von R. S. G. and # Schräggeviert). 

(Wechsel-) Wolken-Schr&ghalken (Tafel VIII. Fig. 26). 
und zwar im von S. n. B. gespaltenen Schild verwechselter Tincturen. 

Es wechseln hier die einzelnen Wolken, welche die Begrenzung bilden, auf beiden Seiten ab, wes- 
halb man präziser: Wechsel+Wolken-Schrb. sagt, zum Unterschiede der (Gegen-) Wolken , wobei deren 
zwei sich direkt gegenüberstehen. 

Schwebender Selirftgbalken 

(oder abgeledigt) heisst der Schrftgbalken, wenn (Tafel VIII. Fig. 27. 28.) seine Enden nicht die Schild- 
ecken berühren; der in Fig. 27. ist ausserdem ein Gegenzinnen-Schrb. , in Fig. 28. ein Schrägstrom, 
oben nnit g. Kreuzchen besetzt und bildet so im r. Felde das polnische Stammwappen Sreniawa mit 
dem Kreuz. 

Durch zwei oder mehrere Linien geschrägt. 
Tafel VII. Fig. 95 von R. G. und B. geschrägt, Tafel VIII. Fig. 29 von S. und R. 3 mal, Tafel VIII. 
Fig. 40 von R. G. B. R. S. 4 mal, Tafel VIII. Fig. 41 von G. und # 5 mal geschrägt, Tafel VIII. 
Fig. 42. desgl. von R. und S. wechselweiss Lappen- und dornenförmig, Tafel VIII. Fig. 45 von R. und 
S. 7 mal geschrägt (oder schräg getheilt). 

bordlrter oder gesäumter Sclir&ghalken (Tafel VIII. Fig. 30. 31.) 
nennt man den durch schmale Leiste von anderer Farbe oben und unten eingefassten Schrb. ; Tafel VIII. 
Fig. 32 zeigt uns einen nicht von Leiste, sondern von (s.) Wolken (alternirend) bordirten, ausserdem 
mit 3 g. Adlern hintereinander bei. b. Schrb. 

I»oppelwürfel-Sciiräghalkeii (Tafel VIII. Fig. 33.) 
hier vergleiche das bei Fig. 15. 16. Gesagte; hier und bei dem 

»oppelwecken-Scliräghalkeii (Tafel VIII. Fig. 34) 
nur mit dem Unterschiede, dass hier zwei Reihen Würfel, resp. Wecken neben einander parallel laufen 
und die innern Spitzen der beiden Würfel — resp. Weckenreihen sich gleichfalls berühren. Eine ähnliche 
Figur, nur statt der Wecken : Rauten (in dreifacher Reihe) und abgeledigt, fuhren z. B. die v. Budden- 
brock, deren Wappen als: in S. ein G. B. wechselnder dreifach schwebender Rauten-Schrb. anzu- 
sprechen wäre. 

»oppelwolken-ZwlIltngg-Scliräghalkeii (Tafel VIII. Fig. 35.) 
sind zwei in Form der Doppelwolke schräggefuhrte parallele Schrägbalken von l /t deren natürlichen 
Breite. Sie sind hier, wahrscheinlich um den Schild besser zu füllen, auf mehr als Schrägbalkenbreite 
auseinandergerückt, was von Rechtswegen auch gemeldet werden muss. 

Zwtlllngs-Scliräghalken (Tafel Via Fig. 36.) 
kann diese Figur eigentlich nicht angesprochen werden und zwar deshalb nicht, weil der zwischen ihnen 
- liegende Theil andersfarbig ist; da er aber sonst den Bestimmungen entspricht, wonach er gleich der 
Breite eines von ihnen sein muss, so müs9te man ihn als „rothgefüllten Zw.-Schrb. ansprechen. 
Fig. 39. dagegen muss als rother, mit silberner Schrägleiste belegter Schrägbalken angesprochen werden, 
da ersterer schmaler wie die seitlichen Theile ist. 

Einen Drllllngssclir&gbalken zeigt Tafel VIII. Fig. 47. 
zwei Seliragbalken 

entstehen durch eine viermalige Schrägtheilung des Schildes, wobei jedoch nicht alle 5 Theile gleich breit 
sein dürfen (denn das hiesse eben: viermal schräggetheilt) , vielmehr müssen die beiden Schrägbalken 
etwas schmäler als der' von ihnen eingeschlossene Platz sein. 

zwei Schuppen- Sehr äghalken (Tafel VIII. Fig. 37.) 



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- 51 — 

zwei (aufwärts) gebogene Schrägbalken (Tafel VIII. Fig. 38.) 
drei Schr&gbalken (Tafel VUI. Fig. 43.) 
hier Hutfeh — entstehen durch sechsmalige Schrägtheilung des Schildes. 

vier Schrägbalken (Tafel vui.Fig. 46.) 

durch achtmalige Schrägtheilung, wobei ähnlich dasselbe gilt, was oben gesagt ist. 

von * Schräglelsten begleiteter Schrb. (Tafel VIII. Fig. 44.) 
ist ein Scbrb., dem parallel beiderseits je ein (gewöhnlich gleichfarbiger) Schrb. von der Hälfte der 
feststehenden Schrb.-Breite gezogen ist. 

3 unten quer verstutzte Schrftgbalken Im Schildhaupt 

(Tafel VIU. Fig. 48.) 

sind, wie der Wortlaut lehrt, unten abgeschnittene Schrb., oder gewissermassen ein Schild mit Schild- 
haupt, in welch letzteren jene 3 Schrb. erscheinen; ähnlich ist Fig. 49, wo die bei 48 nur im Schild- 
haupt befindlichen 3 Schrb. bis herunter in den an der Balkenstelle gezogenen Querbalken reichen und 
sich mit demselben vereinigen, also: „in B. ein unten von s. Malteserkreuz begleiteter g. Bk., anstossend 
an 3 über ihm stehende g. Schrb. 

die Schrägschlndel (Tafel VUI. Fig. 50—52.) 
entsteht aus der Abledigung und starken Verkürzung des Schrägbalkens, und zwar haben wir zu unter 
scheiden ; 

die querverstuzte (Tafel VUI. Fig. 50.) 

die senkrecht verstutzte (Tafel VUI. Fig. 51.) 

die schrägverstutzte (Tafel VIII. Fig. 52.) 

die schrägt Inksver stutzte Sckrägschlndel aber: schwebender 

Schräglinkbalken (Tafel VIU. Fig. 97.) 

hier kann, weil letztere Form die am Meisten gebräuchliche ist, das Beiwort wegfallen. 

Selbstredend kommen die ersteren drei Schindelarten zu mehreren, jedenfalls nie einzeln und in 
der hier gezeichneten Grösse vor, da man sie in diesem Falle als abgelediyte Schrägbalken ansprechen 
müßfite. 

Im Rheinischen und Französischen Wappen werden die Schindeln vielfach gebraucht, um einen 
Schild, in dem dann aber immer noch eine andere Figur steht, damit zu besäen cfr. auch Tafel VII. 
Fig. 14-17. 

die linke Schrägtheilung (Tafel VIU. Fig. 53.) 
zweimal links r. 8. & geschrägt; hier vergleiche man das bei der rechten Schrägtheilung Gesagte; 
jeder Theil ist dem anderen gleich. 

linker Schrägbalken (Schräglinkbalken) (Tafel VIU. Fig. 54.) 
abbrev: lk. Schrb. Auch hier vergleiche man was oben beim (rechten) Schrägbalken im Allgemeinen 
gesagt ist. Der linke Schrägbalken beginnt im linken Obereck und geht nach dem rechten unteren, 
in 2 / 7 Schildbreite. Schräglinker Balken und zweimalige linke Schrägtheilung ist, wie bereits mehrfach 
erwähnt, nicht einerlei. 

geschrägter linker Schrägbalken (Tafel VIU. Fig. 55.) 
nennt man den lk. Schrb., wenn eine seinen Begrenzungslinien parallele Linie ihn in 2 Färbungen theilt. 
(Tafel VUI. Fig 69.) ist ebenso, mit Doppelwolkenschnitt getheilt. 

gegenschräg-gethellter linker Schrägbalken (Tafel VUI. Fig. 56). 
heisst ein lk. Schrb., wenn eine rechtsschräge, zu seinen Begrenzungslinien senkrechte Linie ihn in 2 gleiche 
Theile verschiedener Tinctur abtheilt. 



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- 58 - 

gestückter Scbr&gbalken (Tafel VUL Fig. 57.) 
ist der (lk.) Schrb. , wenn er durch mehrere Gegenschrtglinien in Quadrate von verschiedener Färbung 
abgetheilt ist. 

schr&g gevierter Schr&gbalken (Tafel VIU. Fig. 58.) 
heisst ein lk. Schrb., wenn er durch eine schräglinke und eine schrägrechte Linie in 4 Theile ron zwei 
schiedenen Färbungen abgetheilt ist. 

gesebacliter Schr&gllnkbalken (Tafel VIII. Fig. 59. 60.) 
entweder dreireihig (Fig. 59) oder (Fig. 60) zweireihig, spricht für sich selbst, ist auch bereits beim 
rt. Schrb. abgehandelt. 

geweckter Scbr&gllnkbalken (Tafel VIU. Fig. 61.) 
und zwar doppelreihig mit Spaltungen Fig. 62: dreireihig mit Theiluugen. 

gegitterter Schr&gllnkbalken (Tafel VKI. Fig. 63. 64.) 
und zwar schräg- (Fig. 68.) und senkrecht- (Fig. 64) gegitterter lk. Schrb. 
Hier ist er in beiden Fällen ausserdem „bordirt:" 

Unke Mcbräglelste (Tafel VIU. Fig. 65.) 
ist ein auf die Hälfte seiner Breite reduzirter lk. Schrb. der (Fig. 66) als w unten mit Zähnen versehen" 
(Fig. 85) als „wogenförmig" zu bezeichnen ist. Fig. 67, ist ein mit Wellenleisten belegter linker 
Schrägbalken. 

gespickelter linker Scbrägbalken (Tafel VUL Fig. 68.) 
ißt gegenschräg mit Spickein verschiedener Färbung abgetheilt. 

(der Iiftnge nach) gesparrter Sckr&gbalken (Tafel VIII. Fig. 70.) 
würde auch als linker Sparren-Schrb. angesprochen werden können, da die Anzahl der Sparren ziemlich 
gleichgültig ist. 

Dass die Sparren hintereinander, also in der Richtung des Schrb. stehen, ist selbstverständlich, 
sonst müsste es beissen: mit 3 Sparren belegter Schrägbalken und dürften dann die Sparren nicht die 
gleiche Breite mit den Zwischenräumen haben. 

linker Hutfeh-Schrägbalken (Tafel VUL Fig. 71.) 
Die Anzahl der Eisenhüte ist gleichgültig, dieselben müssen aber in der Richtung des Schrägbalkens 
(hintereinander) stehen und mit den Kanten an ihrer Grundfläche die Begrenzungslinien desselben 
seitlich berühren. 

scbr&gllnker Steg (Tafel VIU. Fig. 72.) 
Ueber diese Figur cfr. oben beim rechten Schrägbalken. Ist der Steg verkehrt, so heisst er (wie beim 
Querbalken) lk. Freizinnen-(Mauer)Schrägbalken (Tafel VUL Fig. 73). 

linker «Segen- und Wechselzlnnen-Sckr&gbalken (Tafel VUL Fig. 74 75.) 
sind beide bereits beim (rechten) Schrägbalken und (Quer) Balken abgehandelt. 

linker Zlckzack-Sclir&gbalken (Tafel VIII. Fig. 76.) 
ist ein treppen form ig (im Zickzack) gezogener Schrb., es ist hierbei die Schrägbalkenbreite stets inne 
zu halten. 

gezahnter linker Sehrftgbalken (Tafel VIII. Fig. 77.) 
dessen Begrenzungslinien im Zahnschnitt gezogen sind ; hier ist er ausserdem „der Länge nach getheiltr 
tt s. und von 2 Rosen begleitet u 

Ast-Llnk-Schr&gbalken (Tafel VIU. Fig. 78.) 
Hierüber ist bereits beim Pfal und Schrb. die Rede gewesen, ebenso über den 



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- 58 - 
angehackter Schr&gllnkhalken (Tafel VUI. Fig. 79.) 

hier ist der Artikel »Pfal Ä zu vergleichen. 

Eine wunderbare Figur, jedenfalls Unicum, ist der oben nnd unten mit je 4 Rechenzinken ver- 
sehene lk. Schrb. (Tafel VIII. Fig. 80.) obwohl auch bei den Sparren (cfr. dort) etwas AehnUehes vorkommt. 

I»ornen-Schr&gllnkbalken (Tafel VUI. Fig. 81.) 
dessen Begrenznngalinien im Dornenschnitt geführt sind, üeber diesen Schnitt war bereits mehrfach 
die Bede. 

gebogener Schr&gllnkhalken (Tafel VIU. Fig. 82.) 
selten vorkommend, hier im s. b. getheilten Felde. 

gebogener linker Kauten-Hranz (Tafel VIII. Fig. 83.) 
worüber bereits beim rechten Schrägbaiken gesprochen worden ist; ebenfalls eine seltene Figur, hier 
sehr wahrscheinlich ein Bastardzeichen. 

linker Schrftggtrem (Wellen-Linkstrom, Schräglinkstrom) (Tafel VIII. Fig. 84.) 
dessen Begrenzungen Wellenlinien bilden. 

linke \tegenleiste (Tafel VIII. Fig. 58.) 
ein wogenförmiger linker Schrägstrom auf 1 / i seiner natürlichen Breite. 

In der mitte stufenförmig abgesetzter linker SchrQtghalken 

(Tafel VUI. Fig. 86.) 
auch wohl Unicum. 

durchschnittener linker Kanten -Schr&gbalken (Tafel VIII. Fig. 87. 88.) 
und zwar Fig. 87, wo der obere Theil nach rechts ausgerückt ist: „oberer" , Fig. 88, wo der untere 
Theil nach der rechten Seite gerückt ist: „unterer." 

Der Ausdruck „durchschnitten" ist gewählt, um den vielseitigen Ausdruck „getheilt* zu ver- 
meiden und dennoch den Quer-Durchschnitt zu bezeichnen. Das Weitere ist schon beim |Kanten- 
Schrägbalken, -Balken und -Pfal gesagt. 

zerspaltener linker Kanten-Schr&gbalken (Tafel VIII. Fig. 89. 90.) 
und zwar Figur 89, wo der rechte Theil nach oben ausgerückt; „oberer" 9 und Fig. 90, wo derselbe nach 
unten ausgerückt ist: „unterer." Auch hier ist -mit Absicht statt „gespalten* der Ausdruck „zer- 
spalten* gewählt. 

linker (Kanten-) Wikrl'el-Schr&gbalken (Tafel VIU. Fig. 91.) 

Der Zusatz „Kanten" könnte wegbleiben, denn da der Würfel, wenn nicht als aufrecht gemeldet, stets 
auf einer seiner Flächen ruht, die Kanten der schräg aneinandergereihten Würfel sich daher berühren 
müssen, so ist jeder Irrthum ausgeschlossen. 

querverstlltzte linke Sdir&gbalken (aus dem Unterrand bis zur Mitte) 

(Tafel VIII. Fig. 92.) 

sprechen für sich selbst. — cfr. oben Tafel VUI. Fig. 48. 

Schrftgllnkschindel und zwar (Tafel VUI. Fig. 93. 94): 

quer und (Tafel VIII. Fig. 95.): 
senkrecht verstutzt 

ist so klar, dass eine weitere Erklärung überflüssig erscheint, zumal schon bei der rechten Schrägtheilnng 
Mehreres zu finden. 

dreimal links geschrägt (Tafel VUI. Fig. 96.) 

fünfmal (Tafel VITI. Fig. 104.) 
B. 14 



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- 54 - 

neunmal „astförmig* (Tafel VIII. Fig. 106.) 
Dass wie überall auch hier die theilenden Linien gezählt werden, ist bereits mehrfach ausgesprochen, 
ebenso dass die Anzahl der Platze dann immer einen mehr beträgt. 

schwebender linker Schrftgbalken (Tafel VIII. Fig. 97.) 
ist ein nirgends anstoßender lk. Schrb. 

bordiiter linker Wolken-Feb-$chr&gbalken (Tafel VIII. Fig. 97.) 
Bier ist dasselbe wie beim Eisenhut-Schrb. (Tafel VIII. Fig. 98.) zu erwähnen, d. h. die Wolken stehen 
hintereinander, berühren sich gegenseitig nnd mit den äusseren Enden der Grundfläche die Begrenzungs- 
linien des Schrägbalkens. 

linker »oppelwikrfel-Sclir&gbalken (Tafel VUI. Fig. 99.) 
d. h. ein Würfel-Schrb. wie Tafel VI1L Fig. 16. und 91., nur dass hier sich zwei Reihen von Würfeln 
mit den inneren Kanten berühren. 

Zwllllngs-Sclir&gllnkbalken Tafel VIII. Fig. 100.) 
Zwei linke Schrägleisten so zusammengerückt, dass der Raum zwischen ihnen gleich der Breite eines 
von ihnen ist. 

zwei auselnandergescliobene linke Scliräglelsten 

(Tafel VIII. Fig. 101. 102.) 
sind gewissermassen das Gegen theil von Fig. 100, d. h. der Zwischenraum zwischen ihnen ist so gross, 
dass sie beinahe nur die gegenüberliegenden Schildecken „abschneiden"; in Fig. 102 haben sie noch nach 
aussen je 3 Freizinnen und zwischen sich schräg-balkenweis 3 r. Kugeln. 

zwei anselnandergescbobene Unke Schrägbalken (Tafel VUI. Fig. 103.) 
ähnlich wie Fig. 101. 102, aber die Schrb. in der üblichen Breite. 

drei Unke Schrftgbalken (Tafel VIII. Fig. 105.) 
entstehen, wie bereits mehrfach gezeigt, durch sechs theilende Linien. Die Schrägbalken sind dann 
breiter wie die sie einschliessenden Plätze. 



VI. Theilungen durch zwei und mehrere aneinanderstossende Schräglinien. 

die Spitze (Tafel VUI. Fig. 107—110.) 
wird gebildet durch 2 von der Mitte des Oberrandes ausgehende nach den beiden Unterecken gezogene 
Linien. In dieser Form wird die 8pitze steigend oder aufsteigend genannt , was zum Unterschiede von 
der gestürzten (s. d.) etc. dienen soll, im Grunde genommen aber, weil selbstredend, nicht gemeldet zu 
werden braucht. Der Scheitelpunkt der Spitze heisst wie beim Sparren: Oipfel, die begrenzenden 
Seitenlinien: Schenkel. 

Spitze bis zum Sclilldhaupt (Tafel IX. Fig. 1.) 

nennt man die Spitze, wenn ihr Gipfel nicht bis zum Schildoberrand, vielmehr nur bis zur Mitte der 
das Schildhaupt in Wirklichkeit abgrenzenden (oder dort gedachten) Linie reicht. Auch der Stufen- 
giebel (Tafel VUI. Fig. 2) ist eine Spitze bis zum Schildhaupt. 

eingeschoben (Tafel IX. Fig. 3. 4.) 

nennt man die Spitze, wenn sie keilartig sich (ron unten auf) zwischen zwei andere Felder von ver- 
schiedener Färbung drängt und dieselben trennt; sie ist dann gewöhnlich auch „eingebogen," d. h. ihre 
seitlichen Begrenzungslinien sind in mehr oder weniger flacher Krümmung in sie hineingeführt. Dies 
muss übrigens stets gemeidet werden. 



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- 56 - 

eingepfropft (Tafel IX. Fig. 9.) 
heisst dieselbe Spitze, wenn sie (beim gevierten Schilde zwischen Feld III. und IV.) mit dem Gipfel 
nur bis zur Schildmitte oder bis an den unteren Band eines dem Hauptschilde auferlegten Mittel- oder 
Herz-Schild reicht. 

Es kommt indess auch vor, dass bei gevierten Schilden eingeschobene Spitzen bis zum oberen 
Schildrand geführt sind; dann sagt man: „geviert, mit eingeschobener (nicht eingepfropfter) Spitze." 

Die kürzeste Weise, Spitzen anzusprechen ist, wenn sie in einem einfarbigen Schiide stehen und 
derselben] Färbung sind z. B. (Tafel IX. Fig. 6.): „in Blau eine (von 2 s. Spornrädern begl. hier 
„wellenförmige*) g. Spitze, (belegt mit tt Adlerrumpf"). Dagegen würde man Tafel IX. Fig. 5. als : 
„Von # u. B. gespalten durch (hier birnförmige) s. Spitze 9 ; ferner Tafel IX. Fig. 3. : „gespalten durch 
eingeschobene eingebogene aschfarbene Spitze, darin g. Dreiberg im Schildfuss ; vorn s. Mauer mit 2 Frei- 
zinnen in B., hinten geth. S. B., unten 8 (2. 1.) goldene Sterne. * 

eingebogene Spitze (Tafel IX. Fig. 3. 4. 7.) 
Hierüber ist das Nöthige bereits bei „eingeschobene Spitze* gesagt. 

birnförmige Spitze (Tafel IX. Fig. 5.) 
sehr selten vorkommend, hat Birnengestalt. 

wellenförmige Spitze (Tafel IX. Fig. 6.) 
ist eine Spitze deren seitliche Begrenzungslinien im Wellenschnitt gezogen sind. 

Sehr häufig findet sich, wie bei Tafel IX. Fig. 6, die Spitze „belegt* (hier mit Adlerkopf) und 
„begleitet* (hier Ton 2 Spornrädern). 

erhöhte, flache und erniedrigte Spitzen 

sind Ausnahmen von der Regel; die erhöhte (Tafel IX. Fig. 9.) berührt mit dem Gipfel die Mitte des 
Oberrandes, während die seitlichen Begrenzungslinien nicht von den Unterecken, sondern von der 
Mitte der Schildesseiten ausgehen; sie kommt auch „eingebogen* vor. Die flache Spitze (Tafel IX. 
Fig. 10.) berührt mit ihrem Gipfel die das Schildhaupt abtheilende (wirkliche oder gedachte) Linie und 
geht in die Schildränder da, wo die den Schildfuss abtheilende Linie die letzteren trifft. Die erniedrigte 
Spitze dagegen (Tafel IX. Fig. 11.) kommt mit ihren seitlichen Begrenzungslinien aus den unteren Schild- 
ecken und reicht mit ihrem Gipfel bis zur Schildmitte. Auch Tafel IX. Fig. 12. ist eine erniedrigte, 
mit rothem Leopardenkopf belegte, von 2 dgl. silbernen oben begleitete Spitze, deren Begrenzungslinien 
im Wolkenschnitt gezogen sind (daher: erniedrigte wolkenförmige Spitze). Die erniedrigte Spitze 
ist übrigens nicht mit dem „Fuss-Ständer (Tafel IX. Fig. 61), dessen Begrenzungslinien, wie unten ge- 
zeigt werden wird, nicht aus den Ecken kommen, zu verwechseln. 

gestürzt 

heisst die Spitze, wenn sie verkehrt d. h. mit dem Gipfel nach unten gestellt ist, auch hier kommt sie 
„eingebogen* (Tafel IX. Fig. 14.) und als: „bis zum Schildfuss (Tafel IX. Fig. 15. 16.) und als „bis zur 
Schildmitte reichend^ (Tafel IX. Fig. 17.) vor. — Endlich können Spitzen mit dem Gipfel auch nach 
einer der Flanken, oder nach einem der Ober- oder Unterecke gerichtet sein, (cfr. die folgenden Nummern) 
man lasse sich aber nicht täuschen durch die Aehnlicbkeit mit den Keilen (s. diese), denn leztere haben 
stets nur die halbe Breite der Grundfläche, wie die Spitze. 

Dornenspltze (Tafel IX. Fig. 15.) 

hier ausserdem nur bis zum Schildfuss-, dagegen ist Tafel IX. Fig. 16 nicht, wie man vielleicht beim 
ersten Anblick denken könnte, eine „Lappenspitze* , vielmehr ist dieselbe als „geschuppt*, die [15. 
(5. 4. S. 2. 1.)] Schuppen je s. b. „gespalten (Feh?) anzusprechen. Dass auch die gestürzten Spitzen 
.»belegt* vorkommen, zeigt Tafel IX. Fig. 15. 17. 



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- 56 - 

linke Spitze (Tafel IX. Fig. 18.) 
berührt mit dem Gipfel die Mitte de» linken Sebildrandet so, das* ihre Schenkel das rechte Ober- nnd 
das rechte Untereck schneiden. 

Tafel IX. Fig. 19. ist eine linke Flanken-Spitze, d. h. es reicht ihr Gipfel nur bis zur 
linken Flanke. • 

rechte Spitze (Tafel IX. Fig. 20.) 
ist eine mit dem Oipfel nach der rechten Seite gekehrte, den rechten Schild-Band in der Mitte berührende 
Spitze, deron Schenkel in den linken Ober- und linken Unterrand rerlaufen. 

Tafel IX. Fig. 21. und Fig. 22 sind „rechte Stufengiebel", der in Fig. 22 nnr „bis zur Mitte*. 

die schr&gllnke Spitze (Tafel IX. Fig. 23.) 

ist in der Richtung des linken Schrägbalkens geführt, dessen (gedachte) Mittellinie auch sie halbiren 
würde. Der Oipfel rnht im linken Obereck, die 8chenkei gehen bis zur Mitte des Unter- und rechten 
Seitenrandes. 

Ist sie schräglinks gestürzt (Tafel IX. Fig. 24), so ruht der Oipfel selbstredend im rechten 
Untereck und die Schenkel gehen znr Mitte der entgegengesetzten Schildseiten. 

die (rechte) Mclir&gspltze (Tafel IX. Fig. 25.) 
wird dnrch die Mittellinie des (rechten) Schrägbalkens balbirt, ihr Oipfel rnht im rechten Ober- resp^ 
bei der gestürzten (Tafel IX. Fig. 26.) im linken Untereck, die Schenkel gehen bis znr Mitte der gegen- 
überliegenden Schildseite. 

Auch Tafel IX. Fig. 27 ist eine gestürzte Schrägspitze, aber xvolfszahnfdnnig (nach unten gebogen). 

linker Sclir&gstufenglehel (Tafel IX. Fig. 28.) 
ist, obwohl im rechten Untereck stehend, doch in der Richtung der linken Schrägspitze geführt; dass er 
nicht bis ins linke Obereck reichen kann, liegt in seiner Form. 

zwei mlttelinässlge Spitzen (Tafel IX. Fig. 29.) 

nennt man, wie schon bei der Quertheilung des Schildes gesagt ist, steigende Spitzen, deren Oipfel aber 
nur bis zum Schildhaupt reichen ; zwischen zwei dergleichen steigenden muss naturgemäss eine gestürzte 
Spitze und beiderseits je eine halbe dgl. liegen, deren Oipfel ihrerseits nur bis zum Schildfuss reichen dürfen. 

zwei Spitzen (Tafel IX. Fig. 30.) 

Wenn diese in einem Schilde nebeneinander stehen, so sind dieselben selbstverständlich anf die Hälft* 
der natürlichen Grundlinie vermindert. Bei 

drei Spitzen (Tafel IX. Fig. 33.) 
beträgt ihre Grundlinie nnr 1 / 3 der Schildbreite, ebenso bei den 

drei gestürzten Spitzen vom Sclilldliaupt (Tafel IX. Fig. 34.) 
zwei Ntiktz-CSleven-SpItzen (Tafel IX. Fig. 31.) 
und 

zwei Sttttz-Bogen-Kleeblattspttzen (Tafel IX. Fig. 32.) 
sind Unica. 

drei (rechte) Sclirftg-Flauimen (Tafel IX. Fig. 35.) (s. drei Spitzen). 
Dieselben nehmen zusammen die Basis einer Schrägspitze ein; dass sie aus dem linken Untereck hervor» 
kommen, ist selbstredend, ebenso, dass sie mit ihren Gipfeln nicht ganz bis in die gegenüberliegende 
Schildecke hineinreichen können. 

Wir nähern uns durch die Vermehrung der Spitzen allmählig wieder der Ständerung, (s. diese) 
nicht aber der von der Schildmitte ausgehenden, sondern derjenigen, welche nach den Ober-, Unter- und 
Seitenrändern, sowie den Ecken geführt, daher von nur schrägen Linien begrenzt ist. 



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- 57 - 

Tafel IX. Fig. 36 ist die Ständerung zum Haupt (achtfach von B. u. S.) 

Tafel IX. Fig. 87. ist: „sechsfach von G. u. R. zum Fng« geständert." 

Tafel IX. Fig. 38 spricht man an als (hieraus entstanden) „drei Keile zum Fum 9 " hier 

noch: „überdeckt durch doppelten g. Innenbord (wol Unicum). 
Tafel IX. Fig. 89 : drei Keile zur Nabelstelle 

Tafel IX. Fig. 40. heisst: von Roth and Silber sechsfach zum rechten Obereck 
Tafel IX. Fig. 41: achtfach von 8. n. R. zur Unken (i. e. Seite). 
Fig. 42: achtfach von B. u. G. zur Rechten (i. e. Seite) gestäudert. 
Beim Ansprechen der Tincturen der Ständerung ist diejenige Färbung zuerst zu nennen, welche 

rechts, resp. oben liegt, mit alleiniger Ausnahme von Fig. 41, wo wider die Regel und da weder 

rechts noch oben eine Färbung anliegt, die obere der am linken Rand anliegenden Färbungen als die 

erste genannt werden muss. 

Nimmt man einen der aus einer der letztgenannten Ständerungen entstandenen einzelnen Theile 

heraus und setzt ihn allein in ein Feld, so heisst ein solcher Theil, welcher stets von 2 schrägen Linien 

(deren eine vom Ober- resp. Unter-Eck, die andere von der Mitte einer der Seitenlinien des Schildes 

ausgeht) begrenzt wird: 

ein Schoss 

Dieser Schoss hat nur die Hälfte der Basis einer Schrägspitze, von welcher er sich auch durch 
die Richtung unterscheidet, nach der sein Gipfel zeigt, denn letzterer geht niemals in eine der Schild" 
ecken, sondern in den Winkel, welche die den Schildfuss resp. das Schildhaupt abtheilende (gedachte) 
Linie mit einer der Schildseiten bildet. 

Wir unterscheiden: 

rechter Unter- und Oher-Schoss (Tafel IX. Fig. 43. 44.) 
Der rechte Schoss (mit dem Gipfel nach rechts gerichtet) heisst in dem Falle rechter Unterschoss 
(Fig. 48), wenn sein Gipfel abwärts gestellt und den Winkel am Schildfuss berührt, rechter Oberschoss, 
wenn der Gipfel den Winkel am Schildhaupt trifft (Tafel IX. Fig. 44). 

linker Ober- und Unter-Schoss (Tafel IX. Fig. 45. 46.) 
Derselbe ist mit dem Gipfel nach links gekehrt; hinsichtlich der Bezeichnung Ober- und Unterschoss 
gilt das Nämliche, was eben beim rechten Schoss gesagt worden ist. Tafel IX. Fig. 47. würde eine 
Ausnahme bilden, da hier die von der Mitte der rechten Schildesseite ausgehende Begrenzungslinie des 
Schosses nicht schrägabwärts, sondern wagrecht zur anderen Seite geht. Man würde ihn hier als 
„einen zur Mitte der linken Seite reichenden Schoss u ansprechen müssen. 

Wir kommen nun 1) zu den „Keilen* und %) zu den bei der Combination gerader, mit schrägen 
Linien bisher nicht erwähnten Arten von Ständern, welche nicht aus der achtfachen Ständerung, 
sondern aus dem Ständer-Kreuz (Tafel VII. Fig. 50) entstehen, also zwar auch von 2 schrägen Linien 
begrenzt sind, mit ihren Gipfeln aber die Schildesmitte treffen, und sich dadurch vom Schoss unter- 
scheiden. Wir haben hier wiederum acht Formen, nämlich: 

1) Keil (Tafel IX. Fig. 48-56.) 
hat dieselbe Grundflächenbreite, wie der ebengenannte Schoss und der durch 2 schräge Linien gebildete 
Ständer, reicht aber mit seinem Gipfel stets bis in die Mitte der gegenüberliegenden Ecke, resp. der 
Schildseite. Die Keile werden wie folgt benannt: (Tafel IX. Fig. 47): Keil; ^gestürzt", ist hier nicht 
nöthig, weil der Keil im gewöhnlichen Leben stets abwärts getrieben wird). 

Fig. 49. schräglinker Keil. Fig. 50. rechter Keil. Fig. 51. schrägsteigender Keil. Fig. 52. 
steigender Keil. Fig. 53. schräglinkssteigender Keil. Fig. 54. Schräg-Keil. Fig. 55. linker Keil. 
Fig. 56. wäre als: „silbern bordirter, schwarzer Schrägkeil u in B. anzusprechen, kannte aber auch zu 
den ^Spitzen" gerechnet werden. 

Tafel IX. Fig. 68 würden „zwei Schrägkeile gegeneinander" im oberen Felde des B. S. geth. 
B. 15 



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- 58 - 

Schildes sein (dass sie beide gestürzt, der eine nach rechts, der andere nach links sind, ergiebt sich aus 
Obigem von selbst) Fig. 70: 2 gegeneinander steigende Keile (das .schräg ist selbstredend) Fig. 65: 
würde: ein # Keil zwischen zwei steigenden g. im 8. Felde sein, Tafel IX. Fig. 66: 2 gegeneinander 
gelehnte tcolfszahnförmige Keile bis zur Schildmitte. Fig. 69: ein schräger Flammenkeil . Tafel IX. 
Fig. 67: 3 Keile (2. 1.) — Dass sie aldann „schwebend* sind, versteht sich von selbst. Fig. 71. sind 
zwei zum Oberrand steigende wol&zahnförmige Schrägkeile. 

S) Ständer 

welche aus 2 Schräglinien gebildet sind. Sie heissen wie folgt: 

der am Oberrand anliegende (Tafel IX. Fig. 57): „gestürzter Ständer." (Fig. 58) schräglinksgestürztser 
Ständer. (Fig. 59.) rechter Ständer. (Fig. 60.) schrägsteigender Ständer. (Fig. 61.) steigender Ständer. 
(Fig. 62.) schräglinkssteigender Ständer. (Fig. 63.) linker Ständer. (Fig. 64) schräggestürster Ständer. 



Oben (Tafel IV. Fig. 105 — 108.) haben wir gesehen, dass die Combination der Theilungs- mit der 
halben Spaltungs- oder der Spaltungs- mit der halben Theilungslinie zu 4 verschiedenen Variationen der 
Theilung fahren kann; ebenso verhält es sich bei der Combination der sehrägrechten Theilungs-Linie mit 
der halben schräglinken nnd umgekehrt. 

Es wird, wie bereits oben bei der Schrägtheilung gezeigt, stets die Färbung des am oberen Bande 
anliegenden Feldes als erste genannt, dann die des rechten resp. oberen, zuletzt die des unteren resp. 
linken, daher: 

halblinks- und gegengeschrägt (Tafel IX. Fig. 72.) 
von S. B. u. B. (hier noch in der Mitte mit sechs bl. 8. Böse belegt). 

geschrägt und hall» gegengeschrägt (Tafel IX. Fig. 73.) 
von B. S. u. B. 

halbrechts und gegengeschrägt (Tafel IX. Fig. 74.) 
von tf S. n. B. 

links und halb gegengeschrägt (Tafel IX. Fig. 75.) 
von S. B. u. #. 



Ferner ergeben sich aus der Combination zweier ganzer gekreuzter (oder vier von bis zur Mitte 
reichender) Schräglinien folgende Schildestheilungen: 

schräggevlert (Tafel IX. Fig. 76. 77.) 
(oder schräg quadrirt) und zwar Fig. 76 von B. u. G., Fig. 77 von S.u. B. (oben ein gemeines #Kreaz). 

doppeltschräg gegiert (Tafel IX. Fig. 78.) 
d. h. durch zwei parallele rechte und dgl. linke Schräglinien von G. u. B. (hier noch die Mittelweck« 
#, darin linksgek. schwimm, g. Fisch). 

schräggewürfelt (Tafel IX. Fig. 79.) 
Die entstandenen Plätze müssen quadratisch sein, zum Unterschied von 

(senkrecht) gerautet (Tafel IX. Fig. 80.) 
und 

quer gerautet (Tafel IX. Fig. 81.) 
schräggewürfelt (Tafel IX. Fig 82.) 
von B. u. S. durchbrochen mit verwechselten Färbungen, oder r fenstergerautet von B. u. 8." f da sich 
cfr. Tafel IX. Fig. 90. die Durchbrechung dann" von selbst versteht — übrigens woi ünicum! 



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- 5» - 

senkrecht In % Quer-Rellien gerautet (Tafel IX. Fig. 83.) 
senkrecht In 8 Querreihen gerantet (Tafel IX. Fig. 84.) 

schr&gllnks gerantet (Tafel IX. Fig. 85. u. 86.) 
Sind die 2 einzelnen Rauten sehr lang, so kann man auch „gespindelt" sagen. 

v Eine Zählung der einzelnen Rauten oder Reihen kannte die alte Heraldik nicht, doch hat man 
in der neueren Heraldik sich dazu entschliesen müssen, weil z. B. durch Diplome die Anzahl oft fest- 
gestellt ist. Beispielsweise soll das Königlich Bayerische Wappen laut Allerhöchster Verordnung 21 
sichtbare Wecken, von denen 11 weiss und 10 blau sind, enthalten. 

In Betreff der Frage, welche der Färbungen bei gerauteten und geweckten Feldern zuerst genannt 
werden müsse, existiren Meinungsverschiedenheiten. Es kann indess kein Zweifel darüber obwalten, dass 
diejenige Färbung den Vorrang haben muss, welche an dem (überall in der alten Heraldik jedem anderen 
Band voranstehenden) Oberande die meiste Fläche anliegend hat. 

Also Fig. 79. von Blau und Gold, Fig. 80 von Silber und Blau (hier auch: in Silber 6 anein- 
anderfügende anstossende b. Wecken), Fig. 81 von Oold und Blau, Fig. 83 und 84 von Silber und 
Roth und Silber senkrecht gerautet 

Schwieriger gestaltet sich die Sache bei den schräggerauteten Schilden, weil hier am Oberrande 
sehr leicht beide Färbungen in gleicher Breite und Rautenanzahl anliegen können, wie z. B. bei Fig. 85. 
Es empfiehlt sich daher das rechte Obereck entscheiden zu lassen und diejenige Färbung zuerst zu 
nennen, welche dieses Eck einnimmt, daher: Fig. 85 Gold und Roth, Fig. 86 von Blau und Silber 
schräglinks geweckt. 

Dahingegen ist der Königlich Bayerische Schild, welcher, wenn er der Königlichen Vorschrift 
gemäss, 21 Wecken enthalten soll, deren 4 weisse und 3 blaue am Oberrand und 1 weisse im rechten 
Obereck haben muss, unfehlbar als: von Silber (weiss) und Blau schräggerautet anzusprechen. 

Aus vorstehenden Theilungen resultiren folgende Figuren: 

die Raute (Tafel IX. Fig. 88.) 
(entstanden aus Fig. 80) und 

der Würfel (Tafel IX. Fig. 89.) 
entstanden aus Fig. 79 (die Stellung des Würfels auf einer Kante ist nicht zu melden nöthig) — 
Letzterer ist quadratisch, Erstere hat 2 spitze und 2 stumpfe Winkel und soll, wenn einzeln im Schilde 
vorkommend, die 4 Schildränder berühren, wie z. B. im Wappen der v. Schwerin. Würfel kommen auch 
mit den Zahlen-Punkten 1—6 vor, worüber unter den „natürlichen Figuren" das Weitere. 

die Quer-Ilautc 

ist entstanden aus Fig. 78. Fig. 90 eine durchbrochene oder Fenster*Raute % Fig. 91. eine durchbohrte 
Raute, Fig. 92 eine fascettirte Raute oft auch als „ Edelstein u angesprochen. 

Wir haben bei Obigem den Ausdruck „Wecke* oder „ge weckt a wegen der möglichen Ver- 
wechselungen z. B. mit dem Gebäck d. N. vermieden; soviel uds bekannt, war derselbe auch bei den 
alten Heraldikern nicht in Gebranch. 



VII 9 Theilungen durch zwei und mehr schräge JDoppellinien. 
der Sparren (Tafel IX. Fig. 96.) 
Der Sparren entsteht dadurch, dass man zu den beiden, eine Spitze begrenzenden Linien je eine paralelle 
Linie unter- resp. oberhalb zieht; die dadurch entstehenden „Schenkel* treffen sich mit ihrem äussern 
Giebelpunkt, beim gewöhnlichen Sparren, wenn er richtig konstruirt ist und die übliche Breite (von */t 
der Schildbreite) hat genau in der Mitte des Schild-Oberrandes. Der Punkt, wo die beiden oberen Be- 
grenzungslslinien sich treffen, heistt der Gipfel; der Platz zwischen diesem und der Berührung der 
unteren beiden Begrenzungslinien: der Giebel und die beiden Enden des Sparrens, vom Gipfel ab bis 
nach unten gerechnet: die Schenkel] welche in die beiden Unterecke verschwinden müssen; der zwischen 
letzteren liegende Platz heisst: der Winkel. 



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- eo - 

Aach hier gilt, was bereits bei den diversen Theilnngen mehrfach getagt ist, nämlich, dass durch 
Theilung vermittelst einer geraden Anzahl von Linien: Figuren (Sparren), dagegen durch Theilung 
mittelst einer ungeraden Anzahl von Linien Schildestheilungen (Sparrungen) entstehen. 

Tafel IX. Fig. 94 z. B. ist nicht als „von B. 0. u. B. gesparrt" anzusprechen, sondern als „von 
B. v. B. geth. durch einen g. Sparren. 

Der Sparren kann in folgenden abweichenden Formen vorkommen: 

gesperrter oder gethellter Sparren (Tafel IX. Fig. 96.) 
hier von 4t über G. durch eine (selbstverständlich sparrenförmig gebrochene) parallel den Schenkeln 
geführte Mittel-Linie. 

gespaltener Sparren (Tafel IX. Fig. 97.) 
d. h. durch einen den Giebel spaltenden Strich senkrecht in 2 Färbungen abgetheilt. 

belegt mit »rllllngsbalken (Tafel IX. Fig. 101.) 
Der Sparren kommt übrigens auch mit allen möglichen anderen Figuren etc. belegt vor, z. B. Tafel X. 
Fig. 11 mit 5 Rosen, Fig. 19 mit 3 Pfälen, Fig. 15 mit 2 Rosen und einem Ordenskreuz und ebensa 
häufig lässt man ihn begleitet sein von allerhand natürlichen Figuren meist in der Dreizahl, wobei es 
sich alsdann von selbst versteht, (wenn es nicht anders gemeldet ist) wie Tafel X Fig. 12. 14. 15, dass 
je eine derselben in den oberen Ecken und eine zwischen den Schenkeln (im Winkel) steht. 

mit Sparrenleiste belegter Sparren (Tafel IX. Fig. 98.) 
konnte auch als sparrenweis durchbrochen angesprochen werden. Wären die goldenen Theile hier so 
breit wie der zwischen ihnen stehende schwarze Theil, so wäre es ein Zwillingssparren. 

nach der Figur zweimal gethellter Sparren (Tafel IX. Fig. 99). 
kannte auch als blaugefüllter angesprochen, werden Hier ist der Sparren duroh 2 parallele Linien von 
R. B. und R. abgetheilt und zwar „nach der Figur* d. h. parallel den Begrenzungslinien. 

mit Sparrenleiste belegter Sparren (Tafel IX. Fig. 100.) 
eingebogener Sparren (Tafel IX. Fig. 102.) 

Die Begrenzungslinien sind im Bogen nach unten eingedrückt, man nennt einen solchen Sparren auch 
wol eine „Schleife* (von der ähnlich aussehenden Pflugschleife — s. d.) wir möchten aber vor diesem 
im bürgerlichen Leben sehr leicht zu Verwechselungen mit der Bandschleife führenden Ausdruok warnen 
der unseres Wissens auch verschwindend wenig im Gebrauch ist. 

am Giebel dreimal gesinnter Sparren (Tafel IX. Fig. 103.) 
Der Gipfel ändert in einer Zinne und jeder Schenkel in der Höhe des Giebels ebenso. 

Wechselxlnnensparren (Tafel DL Fig. 104.) 
die Begrenzungslinien sind hier in abwechselnder Weise im Zinnenschnitt gezogen. Die Schenkel müssen, 
einscblieslich der Zinnen in der üblichen (*/ 7 8chi\d-)Brcite bleiben. Hier ist ausserdem zu melden, dass 
er nur „bis zum Schildhaupt* reicht. 

oben siebenfach gespitzter Sparren (Tafel IX. Fig. 105.) 
ist ähnlich wie Tafel X. Fig. 6 (oben neunfach gespitzt) wo er schwebt, wohl ünicum; die Fürsten 
Liechtenstein fahrten einen solchen Sparren 1623 ff. (wegen der von ihnen beerbten Familie v. Czernahora) 
in einem Felde ihres Wappens. 

oben gesinnter Sparren (Tafel IX. Fig. 106.1 
d. h. es ist hier nur die obere Begrenzung gezürnt (z. B. im Wappen der v. Buxhoewden in den Ost- 
seeprovinzen. 



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- 61 - 

gewellter (Wellen-) Sparren (Tafel IX. Fig. 107.) , 
l»eide Begrenzungslinien sind im Wellenschnitt gezogen. 

eingeholter Sparren (Tafel IX. Fig. 108.) 
wo beide Begrenzungslinien durch mehrere grosse Bogen Ähnlich abgetheilt sind, wie dies beim 

Dornensparren (Tafel IX. Fig. 109.) 
im Kleinen der Fall ist. 

giebelloser (oben verstutzter) Sparren (Tafel IX. Fig. 110.) 
wo der ganze Giebel fehlt. 

Sparren mit ausgekrochenem Giebel (Tafel X. Fig. 1.) 
Der Giebel ist hier schräg herausgeschnitten und in die Höhe zwischen die den Sparren begleitenden 
Sterne gerückt. 

Sparren mit zerspaltenem Giebel (Tafel X. Fig. 2.) 
ein Stück des Giebels ist vermittelst zweier Spaltungslinien herausgeschnitten. 

Kanten-Sparren (Tafel X. Fig. 3.) 
heist ein Sparren, dessen Giebel quadratisch ausgebrochen ist, so dass die Schenkel mit den Kanten* 
der unteren Begrenzungslinien sich noch berühren. 

Ebenso wie der Giebel ausgebrochen und gespalten sein kann, kommt dies auch bei den 
Schenkeln vor, z. B. 

links aufgebrochener Sparren (Tafel X. Fig. 4) 
Sparren mit €2 e gen ästen am linken Schenkel (Tafel X. Fig. 5.) 
(oder: am linken Schenkel gegengegreuzt) spricht für sich selbst. 

oben Je zweimal geasteter (schwebender) Sparren (Tafel X. Fig. 6.) 
Aehnlich wie Tafel IX. Fig. 106. 

oben gespitzter sehwebender Sparren (Tafel X. Fig. 7.) 
(cfr. Tafel IX Fig. 105). 

schwebender Sparren (Tafel X. Fig. 8.) 
heisst jeder Sparren, dessen Gipfel weder den Oberrand noch die Schenkelenden, die Unterecken berühren. 

erhöhter Sparren (Tafel X. Fig. 9.) 
heisst der Sparren, wenn seine Schenkel nicht von den Unterecken, sondern von der Mitte der Seiten- 
ränder aus gehen. Tafel X. Fig. 10 würde ebenfalls ein erhöhter Sparren sein, der zugleich etwas ge- 
schmälert ist und eine schräglinke Oegenstütze hat. 

Haupt-Sparren (Tafel X. Fig. 11.) 
ist, analog dem Hauptpfal etc., ein Sparren, dessen Giebel um deshalb nicht sichtbar ist, weil er mit 
dem Schildhaupt eine Färbung Jiat 9 und daher die entsprechenden Begrenzungslinien nicht gezogen werden. 

Sparren bis zum Schlldhaupt (Tafel X. Fig. 12. 13. 14 20. 21. 26. 27.) 
heisst jeder Sparren, dessen Gipfel bis zu der das Schildhaupt abtrennenden (gedachten) Linie, also 
nicht bis zum Oberrand, reicht. 

Mittel- oder Flach-Sparren (Tafel X. Fig. 15. 16. 17. 18.) 
heisst diejenige Art von Sparren, deren Schenkel nicht von den Unterecken, sondern von der Mitte der 
Seitenränder ausgehen, und deren Gipfel nur bis zum Schildhaupt reicht, welche also sehr flach verlaufen. 
Hierbei kommen Sparren in der üblichen Breite Tafel X. Fig. 15. 18 und in der verminderten Breite 
Tafel X. Fig. 16. 17. (letzterer über einem Hügel) vor. 

B. 16 



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- 62 - 

flacher Stnfenglebel (Tafel X. Fig. 19.) 
ist im Grunde auch nur ein (zickzackförmig gezogener) Flach- (oder Mittel-) Sparren, dessen Spitze 
verstutzt ist. 

bordlrter Sparren (Tafel X. Fig. 21.) 
ist ein mit schmalem Bord versehener, speciell hier augenscheinlich nur, um das Zusammentreffen 
zweier Färbungen zu vermeiden. 

Wie Pfäle, Balken, Erenze (s. d.) kommt auch der Sparren verschiedenartig bezeichnet vor, so z. B. : 

gespaltener Sparren (Tafel X. Fig. 15.) 
gesparrter oder sparrenweis getliellter Sparren (Tafel X. Fig. 14) 
ferner : 

belegter Sparren (Tafel X. Fig. 12. 16.) 
mit 5 Rosen respective mit Kreuzchen zwischen 2 Bösen. 

gegitterter Sparren (Tafel X. Fig. 18.) 
hierbei versteht sich, dass, weil eben die Figur an sich aus schrägen Linien zusammengesetzt ist, das 
Gitter, wie im Schrägbalken und Schrägkreuz, senkrecht im derselben stehen muss. 

gestückter Sparren (Tafel X. Fig. 20.) 
gerauteter (gewürfelter) Sparren (Tafel X. Fig. 22.) 
Dass sich, wenn ein Sparren geschacht oder gerautet vorkommt, die eine der diese Theilung bildenden 
Arten von Linien parallel den Schenkeln verlaufen muss, liegt auf der Hand. Hinsichtlich der zweiten, 
zur Vollbringung des Schachs oder der Rautung erforderlichen Art, kommt es darauf an, ob sie 1) die 
ersteren Linien im rechten Winkel schneiden, also senkrecht auf die ScAinfeel-Begrenzungslinien stossen, 
oder 2) ob sie parallel zu den Schildseiten oder 3) dem Oberrand parallel gezogen sind. Im ersten 
Falle entsteht der gerautete (gewürfelte) Sparren (Tafel X. Fig. 22.) im zweiten der {senkrecht) gerautete 
(Tafel X. Fig. 47) im dritten der quergerautete Sparren (Tafel X. Fig. 13 u. 25). Letzteren führen 
z. B. die Freiherrn Heeremann v. Zuydtwick. 

Stufenglebel (Tafel X. Fig. 23.) 
ist ein mit Stufen, nach Art einer Treppe geführter Sparren. 

oben gestufter Sparren (Tafel X. Fig. 24.) 
dagegen ist ein Sparren, von dem nur die obere Begrenzungslinie im Stufen - (Treppen -) Schnitt 
geführt ist. 

gefüllter Sparren (Tafel X. Fig. 26-28.) 
nennt man den Sparren, bei welchem die zwischen den Schenkeln befindliche Färbung eine andere ist, 
als die des Feldes, worin er steht. 

Fig. 26 in R. ein b.-gefüllter g. Sparren bis zum Schildhaupt, Fig. 27 in B. ein ^-gefüllter dgl. 
Fig. 28 in R. ein b.-geftillter , g. erniedrigter, oder wie Fig. 32 in # ein r.-gefüllter geschmälerter 
gestürzter g., oder Fig. 89 in R. ein tt-gefüllter geschmälerter s. schräggestürzter Sparren. 

Dass, wie beim Schildfuss, Schräghaupt etc., auch der Sparren in ornamentale Spitzen ausgezogen 
vorkommt, sehen wir aus Tafel X. Fig. 29 — 31, wo diese Spitzen resp. in Lindenblatt, Leopardenkopf 
und Gleve endigen. 

gestürzte (Sturz-) Sparren (Tafel X. Fig. 32—36.) 
sind solche, deren Gipfel dem Schildfuss zugekehrt sind. Tafel X. Fig. 32 u. 33 sind regulaire (nur 
ersterer „geschmälert" und „gefüllt", der zweite r. g. gesp. im s. tt gesp. Felde). Tafel X. Fig. 33. 34. 
„bis zum Schildfuss. u Tafel X. Fig. 34. ist erniedrigter Sturz-Sparren, weil seine Schenkel nicht von 
dem Obereck ausgehen, Tafel X. Fig. 35. ein schwebender Sparren (Spitze bis zum Schildfuss). 



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Iilnksparren (Tafel X. Fig. 37.) 
heisst der Sparren, dessen Gipfel dem linken Bande sich zukehrt, resp. hier (regulair) ihn berührt 
s. auch bei Spitze) wogegen beim 

Reclitsparren (Tafel X. Fig. 38.) 
der Gipfel sich dem rechten Bande zuwendet, resp. ihn, wie hier, berührt. 
Ferner kommen noch vor: 

sclmrägffestttrzter (Sturzschräg-) Sparren (Tafel X. Fig. 39.) 
(hier anch noch gefüllt) welcher den Gipfel im linken Untereck, 

Schrftgsparren (Tafel X. Fig. 40.) 
welcher den Gipfel im rechten Obereck, 

sclir&gllnker Sturzsparren (Tafel X. Fig. 41.) 
welcher den Gipfel im rechten Untereck, und 

Schr&gllnkgparren (Tafel X. Fig. 42.) 
welcher den Gipfel im linken Obereck hat. Hier muss noch hinzugefügt werden: Spitze bis zum (ge- 
dachten) Freiviertel. 

dreimal (vierfach) gesparrt 

ist der Schild, wenn die Theilungen durch drei sparrenfttrmig gezogene Linien in 4 Theile vollzogen ist. 
Tafel X. Fig. 43. heisst: dreimal gesparrt, Tafel X. Fig. 44. heisst: dreimal geschweift gespart* f 
Tafel X. Fig. 58. heisst: dreimal links gesparrt, Tafel X. Fig. 60 heisst : dreimal gestürzt gesparrt, Tafel X. 
Fig. 61. heisst: dreimal gestürzt und geschweift gesparrt. Selbstredend beginnt stets die am Ober- resp. 
rechten Seiten-Eand liegende Färbung zu zählen, also z. B. Tafel X. Fig. 76 von Roth und Gold neun- 
mal (zehnfach) gesparrt. 

zwei Sparren (Tafel X. Fig. 45. 46.) 
entstehen durch vier Sparrenlinien; es sollen hier die Sparren etwas breiter sein, wie der zwischen 
liegende Tbeil, Fig. 46 sind sie ausserdem gesp. 8. # im R. G. gesp. Felde. 

Fig. 46. sind zwei doppelreihig senkrecht gemutete Fig. 48. bordirte Sparren (der obere Bord 
dornförmig). 

Sparren leisten 

haben nur die Hälfte der natürlichen Sparrenbreite, so z. B. Tafel X. Fig. 49. hier auch noch als 
„ausgebrochen am rt. resp. lk. Schenkel," zu bezeichnen; Fig. 49 ist eine erhöhte Sparrenleiste, von dito 
glockenförmiger gestützt. 

Fig. 54. zwei Gegensparrenleisten, Fig. 59 sind zwei seitliche Gegensparrenleisten. 

zwei Stiifengiebel (Tafel X. Fig. 51.) 
hierbei gilt was oben bei Tafel X. Fig. 23 gesagt ist. 

»oppelsparren (Tafel X. Fig. 52. 53.) 
»ind 2 nebeneinander gestellte Sparren, deren innere Schenkel- Enden im spitzen Winkel aneinander- 
stoesen, daher ein verschobenes lateinisches M bilden; bei Tafel X. Fig. 58 ist der Doppelsparren flach 
und „mit Gleven besteckt*. Wenn die Sparren umgekehrt sind, wie in Form eines lateinischen W 
(Tafel X. Fig. 62) so heisst die Figur Doppelsturzsparren, hieher gehört anch die Figur des polnischen 
Wappens Abdank (Tafel X. Fig. 68) unrichtiger Weise gewöhnlich als „schwebendes „W ö angesprochen. 

Gegen sparren (Tafel X. Fig. 55.) 
heissen 2 Sparren, von denen die Gipfel sich in der Schildesmitte berühren, der obere ist gestürzt, der 
untere aufrecht. 

In Fig. 54. sind es auf die Hälfte ihrer natttrl. Breite verminderte, also Qegen-Sparren-Leisten* 



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- 64 - 

zwei Vleeht-CSegenspariren (Tafel X. Fig. 56.) 
sind Sparren, welche mit ihren Schenkeln sieh kreuten und vom denen dar obere gestowt, der unter* 
aufrecht steht; ausserdem muss der rechte Schenkel des gestürzten den des aufrechten fifeerdeeken und 
umgekehrt, sie gewissermassen verflochten sein; Fig. 57. sind zwei flache Fleckt-Gegensparren. 

Zwtlllngaparren (Tafel X. Fig. 64) 
sind 2 geschmälerte Sparren, so eng zusammen gertickt, dass der Raum zwischen ihnen gleich der 
Breite eines von ihnen ist (cfr. Zwillingsbalken, Zwillingspfal). 

(9 , lacli)-^parreii 9 ven zwei Sparren leisten begleitet (Tafel X. Fig. 64») 
Der zwischen dem Sparren und den Sparrenleisten befindliche Theil des Feldes ist breiter, wie die 
letzteren, welche hier auch, weil sehr schmal, als „Sparrenfäden" angesprochen werden könnten. 

drei Sparren 

entstehen durch sechsmalige sparrenförmige Theilung des Schildes, und es sollen die Sparren breiter, 
sein, als die zwischen ihnen liegenden Theile. Hier (Fig. 67) sind die Sparren flach und alle drei 
gespalten, 1 tu 3: von B. u. R., 2: von R. u. B.; man könnte in diesem Falle: übereck gespalten" sagen 
(cfr. unten bei den Kleinoden , „Hörner und Flüge*) Fig. 66 sind 3 Sparrenleisten , Fig. 68. drei am 
Giebel ausgebrochene Sparren, (selbstredend muss hier das ausgebrochene Stück des oberen grösser sein, 
wie dos der beiden anderen). 

Fig. 69. sind drei Sparren 9 im Dreipass gestellt" , Fig. 70 sind drei Flechtsparren ; die Schenkel 
sind verflochten, die inneren des rechten und linken bilden einen Doppelsparren (s. Fig. 52). — Tafel X. 
Fig. 71 sind 2 flache Sparrenleisten, verflochten mit gestürztem desgl. (u. begL von 8 (2. 1.) steigenden 
Monden) Fig. 72 ist ein von zwei Doppelsparren (der ob. gestürzt) begleit. Balken. 

vier Sparren (Tafel X. Fig. 73.) 
hier von Staab überdeckt. 

fünf Sparren (Tafel X. Fig. 74.) 
anstehen durch zehnmalige sparrenförmige Theilung des Schildes. Dass mit der Vermehrung der Sparren 
die letzteren immer schmaler und flacher werden, liegt in der Konstruktion der Figur; andernfalls 
entsteht der 

gesparrte Schild (Tafel X. Fig. 76.) 
hier neunmal oder zehnfach getheilt. 

Sparrenschräg-Ciitter (Tafel X. Fig. 75.) 
ist ein Unicum, im Wappen führen diese Figur nur die v. Merveldt. 



Der Schrägen (Tafel x. Fig. 77-79.) 

Dies ist der altheraldische Ausdruck für das „Andreaskreuz". Der Schrägen ist, wenn es nicht aus- 
drücklich anders gemeldet wird, stets durchgehend, d. h. seine vier Arme („rechter und linker Ober-" 
und „rechter und linker Unterarm ) berühren stets die 4 Ecken des Schildes, welches er auch oft in 
Felder verschiedener Färbung (Tafel X. Fig. 80) theili Seine Breite ist überall gleich 2 / 7 der Schildbreite* 

Ijelstenseliragen (Tafel X. Fig. 77.) 
ist ein auf die Hälfte dieser Breite also 1 / 7 verminderter Schrägen. 

Hauptsehragen (Tafel X. Fig. 79.) 
ist ein Schrägen, der mit dem Schildhaupt, unter dem er steht, gleiche Färbung hat. (cfr. Hauptpfal, 
Hauptsparren). 

Wie Pfal, Balken, Kreuz und Sparren ist auch der Schrägen nicht immer einfarbig z. B. : 
bordirter Schrägen (Tafel X-. Fig. 83.) 
ein an den BegreMungslinien seiner Arme mit schmalem Bord versehener Schrägen. 



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- 65 - 

ringsum bordirter Schrägen (Tafel X. Fig. 81.) 
hat den Bord auch noch bis in die Schildecken ausgedehnt. 

gestückter Schrägen (Tafel X. Fig. 82.) 

ist ein durch senkrecht zu seinen Begrenzuogslinien stehende Linien in mehrere Theile von zwei ver- 
schiedenen Färbungen abgetheilter Schrägen. 

Der Natur der Sache nach muss hier in der Mitte des Schragens zunächst die Figur eines auf 
einer Karfte stehenden Würfels entstehen, an welchen sich alsdann die weiteren Quadrate anschliessen. 

gethellter Schrägen (Tafel X. Fig. 84.) 

ist durch eine wagrechte die seitlichen Winkel schneidende Linie in 2 gleiche Theile verschiedener 
Färbung abgetheilt. 

gerauteter (geworfelter) Schrägen (Tafel X. Fig. 85.) 

ist durch 2 Mittellinien und entsprechende Anzahl von zu den Armen stehender senkrechter Linien in 
eine Anzahl Quadrate abgetheilt. 

geständerter Schrägen 

und zwar Fig. 86 achtfach und Fig. 87 sechzehnfach, worüber oben bei dem Artikel Ständerung das 
Weitere ersichtlich. 

(Ciegen-) Zlnnen-Schragen (Tafel X. Fig. 88.) 
ist ein Schrägen, dessen Begrenzungslinien im (Gegen-)Zinnenschnitt gezogen sind. 

(Es ist hier nicht möglich, um die Mitte des Schragens 8 Gegenzinnen zu vereinigen, ohne dass 
sie sich decken, deshalb ist der Kern des Schragens treppenttrmig dargestellt). 

Ast-Schragen (Tafel X. Fig. 89.) 
ist ein Schrägen, dessen Arme (Begrenzungslinien) in nach den 4 Ecken hinzeigenden Aesten auslaufen. 

gezahnter Schrägen (Tafel X. Fig. 90.) 
dessen Begrenzungslinien im Zahnschnitt nnd 

gezahnt-bordirter Schrägen (Tafel X. Fig. 91.) 
dessen Bord nach Aussen zu im Zahnschnitt verläuft 

Wellenschragen (Tafel X. Fig. 92.) 
dessen Begrenzungslinien im Wellenschnitt gezogen sind. 

Dornenschragen (Tafel X. Fig. 93.) 
dessen Begrenzungslinien im Dornen- nnd 

Lappen schrägen (Tafel X. Fig. 94.) 
wo sie im Lappenschnitt geführt sind. 

eingebogter Schrägen (Tafel X. Fig. 95.) 
Aehnlich wie Dornenschragen, aber grosse Bogen. 

Sellschragen (Tafel X. Fig. 96.) 
ist ein durch 2 seilartig geformte gekreuzte Schrägfäden gebildeter Schrägen (Unicum). 

mittendurchbrochener Schrägen (Tafel X. Fig. 97.) 
hier ist in der Mitte, senkrecht zu den 4 Armen, ein würfelförmiges Stück herausgebrochen (hier noch 
einen g. Stern einschliesend). 



B. 17 



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- 66 - 
Schrägen m |t gchrägverstutztem liinkarm (Tafel X. Fig. 98.) 

Der Linkarm ist hier durch eine parallel dem Rechtarm gedachte laufende Linie halbirt. 

schwebender querverstutzter Schrägen (Tafel X. Fig. 99.) 
Seine vier Arme sind hier quer abgeschnitten; er schwebt;, daher bildet er so die Form des Andreas* 
kreuzes, wie dasselbe im Ordenszeichen des Kaiserlich Russischen St. Andreasordens vorkommt. 
Dagegen ist der 

schwebende Schrägen (Tafel X. Fig. 100). 
da sich hier die Schrägverstutzung der Arme von selbst versteht, nur als solcher zu melden. 



Aus dem Schrägen sind hervorgegangen: 

das Drillingsgitter (Tafel X. Fig. 101.) 
d. h. drei in Form des Schragens (s. d.) gekreuzte rechte und linke Drillings-Schrägf&den. 

das Fadengitter (Tafel X. Fig. 102.) 
d. h. eine ungezählte Anzahl gitterförmig gekreuzter Schrägfäden. 

das Flechtgitter (Tafel X. Fig. 103.) 
bestehend aus gekreuzten und mit einander verflochtenen Schrägbalken. 

Für gewöhnlich werden die einzelnen Stäbe des Gitters nicht gezählt, ausgenommen da, wo es 
nur wenige und ausnahmsweis breite sind, so z. B. bei Fig. 104, wo man das Gitter als „breites" oder 
„aus 3 Paar Stäben bestehend* ansprechen kann. Ausserdem ist es hier auch noch, wie bei den 
Schiffsplanken, „genagelt". — Tafel X. Fig. 104. ist ein geschmälerter, mit Fensterraute verflochtener 
Schrägen (Leistenschragen), aber hinsichtlich seiner Zusammensetzung lediglich als Gitter zu betrachten. 
Aehnlich, nur das Ganze aus Fäden bestehend und der Schrägen abgekürzt und in Bogen ausgezogen, 
ist das eigentümliche Wappenbild der Familie v. Enopäus in der Rheinprovinz (Tafel X. Fig. 106). 
Diese Figur dürfte vielleicht als schwebendes Fadengitter mit 4 bogenförmigen Enden bezeichnet wer- 
den können, ist aber jedenfalls Unicum. 



B. Theilungeii durch krumme Linien (Bogentheiiung-en) 

sind Schildestheilungen im Bogen, d. h. vermittelst lediglich krummer Linien. Wir unterscheiden hier 

1. die Schnecke. 

2. den Wolfzahnschnitt 

Von der Schnecke kommen, allerdings sehr selten, vor: 

rechte halbe ITnterschnecke (Tafel X. Fig. 107.) 
<i. h. eine vom rechten Untereck schneckenförmig nach links unten gebogene Figur. 

rechte Schnecke (Tafel X. Fig. 108.) 
g. in B. ebenso aber bis in den Oberrand reichend und von dort herabgebogen. 

Sckneckendeichsel (Tafel X. Fig. 109.) 
d. h. ein von r. s. tt vermittelst der Schnecke getheilter Schild. 

Schneckeudreipass (Tafel X. Fig. 110) 
Ton r. s. tt vermittelst Schneckenschnitts getheilt. 

$chnecken-gevlert (Tafel XI. Fig. 1.) 
<L h. — von S. n. E. vermittelst Schneckenschnitts quadrirt oder geviert. 



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- 67 - 

drei Wolfszähne (Tafel XL Fig. 2.) 
bald am hintern, bald am vorderen Schildrand ist das Wappenbild der Kinsky, der Amade, der Bathory 
und noch einiger anderer Geschlechter. 

Balken mit drei Gegenwolfszäliiieii (Tafel XI. Fig. 3.) 

ist nicht näher zu definiren , es kommt im Wappen der v. Weiher in Pommern und Westpreussen vor. 



V. Heraldische Kurzausdrücke, 



Wir haben absichtlich diese Art heraldischer Ausdrücke, wie die darauf folgenden Capitel, zwar 
auf den Tafeln in die gehörige Reihenfolge, im Text aber hinteoan gesetzt, weil einmal über dieselben 
nicht vieWza sagen ist und hier lediglich die eigene Anschauung zum Verständniss und zur Erlernung 
des Gebrauches dient, anderntheils, weil viele in den Nummern vorkommende natürliche Figuren bereits 
an anderen Orten die nöthige Besprechung gefunden haben. 

Einer der vorzüglichsten heraldischen Kurzausdrücke, durch deren Anwendung der Heraldiker sich 
eine Unmasse von Zeit erspart und endlos lange, trotzdem nicht immer deutliche Blasonirungen ver- 
meidet, ist der Ausdruck: 

mit verwechselten Färbungen 

oder verwechselter Färbung (Tinktur) (abbrev. vw. Tct). 
Derselbe wird auf dreierlei Art angewendet, 

1) wenn in einem vermittelst einer Schildestheilung in zwei oder mehrere Theile getheilten Schilde 
ein Heroldstück erscheint, welches durch dieselbe Art der Theilung in ebensoviele Theile getheilt ist, 
demgemäss selbstredend seine Färbungen mit denen des Schildes wechseln muss. 

2) wenn in jedem Theile eines derartig abgetheilien Schildes ein Heroldsstück oder eine natürliche 
Figur erscheint, von denen die obere, resp. linke mit dem unteren resp. rechten Schildestheile und um- 
gekehrt gleiche Färbung hat. 

3) wenn zwei verschiedene Tbeilungsarten, also Spaltung und Schrägtheilung , Quertheilung und 
Schach, Sparrung und Spaltung, Schach und Ständerung etc. etc. zugleich in einem Schilde vorkommen. 

Wir haben versucht, Tafel XI. Fig. 4 — 68 möglichst alle vorkommenden Arten dieser drei 
Kategorien vor Augen zu führen, um den Laien über die Art und Weise der Anwendung des Ausdrucks 
möglichst ins Klare zu bringen, bemerken aber noch zweierlei: 

Einmal kann es vorkommen , dass auf einen Heroldsstück von ( bereits mit dem ursprünglichen 
Felde) verwechselter Färbung noch eine oder mebrero Figuren von wiederum verwechselter Färbung 
erscheinen, so z. B. Figur 20 und 58; in diesem Falle sagt man am Schluss: „alles mit verwechselten 
Färbungen.* 

Zweitens ist es rathsam, dass der Anfänger oder Zweifelnde bei diesen oder ähnlichen Fällen 
sich des folgenden, durchaus praktischen, von uns als stets bewährt befundenen Hdlfsmittels bediene: 
Man zeichne sich, nachdem man sich einen Schild auf dem Papier entworfen, denselben mittelst Paus- 
papier durch, so dass aufeinandergelegt, beide sich decken. Hierauf male man in den Originalschild, 
wenn es sich beispielsweise um die Häufung zweier verschiedener Theilungsarten in einem Schilde bandelt 
(welche Fälle immer zu den schwierigeren gehören), sich die eine, in den durchgepausten Schild, die 
andere Theilung. (welche man ja unschwer erkennen kann) in den anderen und lege sodann die 8childe 
auf einander. Dann wird man sogleich sehen, ob man sich geirrt, oder ob man die Blasonirung, die 
man gewählt hatte, beibehalten darf. Sehr oft täuscht selbst den erfahrenen Heraldiker eine solche 



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- «8 - 

Vermischung verschiedener Schildestheilungen und doch ist klar und bündig die Beschreibung gewöhn- 
lich nur auf eine einzige Art möglich. Beispiele dieser schwierigen, leicht zu Irrthtimern Veranlassung 
gebenden Schilde sind u. a. Tafel XI Fig. 68—68. deren richtige Beschreibung wir unter den einzelnen 
Zeichnungen vermerkt haben. 

Wir bemerken schliesslich, dass auch bei den Helmkleinoden, sowie bei den einzelnen natürlichen 
Figuren die zu jeder derselben gebrauchlichen auf Stellang, Bewegung, Bewaffnung, Kleidung etc. bezüg- 
lichen Ausdrücke, soweit sie hier nicht erwähnt sind, noch besonders angeführt und gleich den Letzteren, 
auch in das alphabetische Register eingereiht sind. 

Es folgen nun die Kurzausdrticke , betreffend die Stellung oder Richtung einer oder mehrerer 
Figuren im Schilde. Es sind dies folgende : 

a) Von Figuren ohne grosse Längenausdehnung. 
sinkend 

Dieser Ausdruck wird gebraucht wenn eins der Blätter von ungleichblättrigen Blumen (Rosen), abwärts 
gekehrt sind (Tafel XL Fig. 72.) ferner, wenn Aepfel, Weintrauben u. A. , am nach oben gerichteten 
Stiel zu hängen scheinen, (Tafel XI. Fig. 73. 74.), die Pilgermuschel, wenn sie das Gelenk m aufwärts 
kehrt (Tafel XL Fig. 75.) u. s. w.; ebenso braucht man den Ausdruck aber auch für die Sonne, sobald 
sie in das Meer (Tafel XI. Fig. 76.) oder in das rechte oder linke üntereck verschwindet, im Gegensatz 
von ^hervorbrechend , a wo sie aus einem der Oberecken, oder hinter einem Berge, Balken oder dem 
Oberrand des Schildes (Tafel XII. Fig. 109. 110.) hervorkommt, ebenso für den die Hörner abwärts 
kehrenden (auch als gestürzt bezeichneten) Halbmond (Tafel XI. Fig. 77). 

balbenwels (Tafel XL Fig. 78—81.) 
(abbrev. : bkw.) von 3 oder mehreren Figuren, wenn sie in der Richtung des (Quer-)Balkens nebeneinander 
stehen (bei nur zwei Figuren sagt man besser ^nebeneinander"). Bei Tafel XI. .Fig. 80 ist selbstver- 
ständlich anzugeben, dass die Sterne im Schildhaupt, bei Tafel XL Fig. 81 dass sie im Schildfuss stehen. 

pfalwels (gestellt) (Tafel XI. Fig. 82. 83.) 
(abbrev.: pfws.) heissen Figuren, welche in der Richtung des Pfals, also senkrecht untereinander gestellt 
sind; folgen dieselben wie gewöhnlich der mittleren Senkrechten, so ist dies nicht weiter zu melden; 
dagegen wenn sie wie z. B (Tafel XII. Fig. 83 in der rechten Flanke (pfalweis) gestellt sind. 

keilförmig (nach recht*) (Tafel XL Fig. 84.) 
sagt man von 3 Figuren, von denen eine rechts, die anderen links stehen (Tafel XL Fig. 84); umgekehrt 
keilförmig nach links (Tafel XL Fig. 85) so dass dadurch annähernd die Form des Keils erreicht wird. 

In beiden Fällen ist natürlich noch zu melden, dass die Monde zugewendet sind. 

Die gewöhnliche Stellang dreier Figuren (Tafel XL Fig. 86) ist „2. 1.*, (im »Kleeblatt* 
oder „Dreieck") d. h. es stehen oben zwei nebeneinander (bkw.) und unten eine; umgekehrt heisst e* 
im verkehrten Dreieck oder: 1. 2. (Tafel XL Fig. 87). 

zugewendet (Tafel XL Fig. 88 - 92.) 
heissen Figuren, welche einander mit hervorragenden Theilen (also beim Monde die Hörner, (Fig. 89.), 
bei länglichen Figuren die Spitzen, bei Armen die Hände, bei Gesichtern die Nasen (bei Menschen and 
Tbieren überhaupt die Köpfe) zugeneigt sind. 

Da die 8 Monde in Fig. 88 sich die Hörner zukehren und „2. 1." stehen, so ist es selbstredend, 
dass die Oberen die Spitzen nach einwärts, der untere sie auf- (also auch einwärts-) kehrt. Fig. 89. ist 
dagegen als: „4 zugewendete Monde 1. 2. 1." zu blasoniren. Ständen bei Fig. 88. die oberen Monde mit 
den Spitzen abwärts, so würde man diese Stellung blasoniren als: 3 (2. 1.) Monde, die oberen gestürzt, und 
wäre dann das „zugewendet" nicht besonders mehr zu erwähnen. Ständen sie C J so dann müsste man 
blasoniren: „8 (2. 1) zugewendete Monde, im Dreipass gestellt* (es versteht sich in diesem Falle toa, 



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- 69 - 

selbst, dass erstens die oberen eine Schrftgrichtnng nach den Oberecken haben and dass der untere die- 
Hörner rechtskehrt), ebenso bei den Helmen in Tafel XL Fig. 93, wo der untere, wie es regulair ist, 
das Visir vorwärts kehrt. 

abgewendet 

(abbrev. : abgew.) beissen Figuren , deren Bücken sich gegeneinanderkehren. Die drei Adlerköpfe auf 
Tafel XI. Fig. 92 sind nur als „abgew.* zu blasoniren, da der untere die gewöhnliche Rechtswendung hat. 

Die 4 Monde in Fig. 94 sind als: „4 abgewendete, 1. 2. 1. gestellte, je in der Höhlung von 
0. Stern begleitete g. Blonde in B." anzusprechen. 

Obige beiden Ausdrücke werden von Thieren überhaupt, aber auch von Schlüsseln, Klammern, 
halben Ringen, etc. gebraucht (Tafel XH. Fig. 24—32.) 

hintereinander (Tafel XL Fig. 95—99.) 
(abbrev.: htd.) sagt man von in der Scbragbalkenrichtung liegenden Figuren, sobald ihre Längsachse 
mit der der betreffenden Diagonale zusammenfallt. 

Bei den Hämmern (Tafel XI. Fig. 95) muss freilich ausserdem gemeldet werden: „die Spitze 
rechts" bei den Monden (Tafel XL Fig. 99) (schräglinks) „gestürzt." 

gegenscliräs (Tafel XI. Fig. 101. 102.) 
nennt man Figuren, welche in einem, durch eine oder mehrere Schrägtheilungen derselben Richtung 
abgetheilten Schilde stehend, nicht parallel dieser Schrägrichtung, sondern nach der anderen Schräge 
gestellt sind. 

Die Stellung von vier kleinen Figuren ist für gewöhnlich: 1. 2. 1. (Tafel XL Fig. 89. 94.; aus- 
nahmsweise sind die Würfel in Tafel XL ,Fig. 103. schrägrautenweis gestellt. 

Die Stellung von fünf Figuren ist gewöhnlich: 1. 8. 1. (Tafel XL Fig. 104.) oder 2. 1. 2. 
(Fig. 105), im ersteren Falle werden dieselben als: kreuzweis (Fig. 104), im letzteren als: schragenweis 
(Fig. 105) gestellt bezeichnet. Stehen sie wie Tafel XL Fig. 106, so heissen sie: hochkreuzweis gestellt- 

Die Stellung von sechs Figuren ist gewöhnlich: 8. 2. 1. (Tafel XL Fig. 107), ebenso folgen alle 
weiteren Vermehrungen stets, sobald es nicht anders gemeldet, der Form des alten Dreieckschildes, also 
oben die Meisten, unten die wenigsten. Out ist es indess, die Anzahl in den diversen Reihen z. B. bei 
den vielen Kugeln der ßülow, Bentheim, Closen u. A. näher zu bezeichnen, also z. B. „5. 4. 8. 2. 1. 
oder 8. 4. 8. 2. 1/ 

bordweis gestellt 
nennt man Figuren dicht am Bande, wie in Tafel XL Fig. 108. 

der Ij&ii$e nach (Tafel XI. Fig. 109. 110.) 
sagt man von Figuren , welohe auf einem Schrägbalken liegen , und die Front, bzw. das Obertheil dem 
freien Obereck zukehren, also das Gegen theil von Figur 95—97 bilden. 

trlangelffirmlff gestellt (Tafel XU. Fig. 1.) 
sagt man von vielen kleineren Figuren in einem 8childe, deren Mehrzahl nicht wie in Tafel XL Fig. 107 
in der oberen, «sondern in der unteren Reihe steht. Oans überflüssig wird der Ausdruck, sobald man die 
Zahlen der Figuren in den einzelnen Reihen angiebt, hier also: „10 Sterne (triangelförmig) 1. 2. 
8. 4. gestellt. 

besftt (Tafel XII. Fig. 2.) 
nennt man den Schild, wemt* ohne besondere Ordnung viele kleine Figuren den Schild ganz ausfüllen, 
von denen die äusseren halb in die Ober- und Seitenr&nder verschwinden. 

Zu bemerken ist noch, dass in letzterem Falle gewöhnlich die einzelnen Figuren in den ver- 
schiedenen Reiben nicht pfalweis untereinandersteben, sondern dass je zwei nnd zwei Reihen abwechseln. 

bestreut (Tafel XU. Fig. 3.) 
ist dasselbe, wie besftt, jedoch sind sämmtliche Figuren ganz zu sehen. 

B. 13 



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- 70 - 

b) Figuren mit Längenatisdehnung. 
pfalweis gestellt Tafel XU. Fig. 4—11.) 
heissen diejenigen Figuren, deren Längsachse der Richtung des Pfals folgt, wobei, wenn nichts anderes 
gemeldet ist, vorausgesetzt wird, dass ihre Spitze, ihr Kopf (z. B. Fisch und Krebs) etc. nach oben 
zeigen, was man ausserdem noch durch „steigend" melden kann, wodurch allerdings der Begriff pfalweis 
hier unnöthig wird, also: Fig. 4—8 steigender Krebs. Bei Figuren, welche auch noch eine gewisse 
Queraxe haben, ist zu melden, wie z. B. beim Pflugeisen (Fig. 10), beim Beil (Fig. 11), ob sie die 
Scharfe, beim Schlüssel (Fig. 7) ob den Bart rechts oder links kehrend. Der Anker in der Stellung wie 
Fig. 9 wird gewöhnlich als (in die Tiefe) „gesenkt" angesprochen. 

querreclitshln (Tafel XII. Fig. 12—15.) 
heissen wie bei 

flberzwerch (Tafel XIL Fig. 16.) 
und 

querllnksliln Tafel XII. Fig. 17—21.) 
längliche Figuren, sodald ihre Längenachse der Querachse des 8childes folgt; bei querrechtshin ist zu- 
gleich ausgedrückt, dass ihre Spitzen, Köpfe, überhaupt ihr oberer Theil nach rechts, bei querlinkshini 
nach links weist. 

Zu melden ist ausserdem > ebenso wie bei sehr äggest eilten Figuren, ob z. B. der Bart des Schlüssels 
{Fig. 19), die Schneide des Pflugeisens (Fig. 14) und der Sichel (Fig. 15) nach oben oder nach unten 
gekehrt ist. 

Bei Figuren, welche ausser einer Hauptlängsachse auch eine gewisse Breite haben, wie z. B. 
Adler, Lilien, Sterne bedeutet der Ausdruck, dass die Längsachse des Adlers (Fig. 16), der Lilie 
(Fig. 17), des Sternes (Fig. 19) (bei diesem müssen dann natürlich je zwei Strahlen nach oben und nach 
unten stehen) der Querachse des Schildes folgen. 

pfalweis nebeneinander 

sagt man von länglichen Figuren, deren Spitze oder Obertheil nach oben gerichtet ist und welche parallel 
nebeneinandersfahen, wie Tafel Xu. Fig. 24 — 28, von denen man zugleich „abgewendet" gebrauchen muss. 

zugewendet (Talel XII. Fig. 29-32.) 
sagt man von Figuren (mit Längsausdehnung), sobald sie ihre Vordertbeile einander zukehren, oder, 
sofern sie gebögen und zusammengestellt, gewissermassen die Figur eines Kreises bilden. 

anspringend (Tafel XII. Fig. 33-35.) 
sagt man von Thieren, wenn rechts oder links vor ihrem Bachen oder Maul ein Gegenstand: Baum, 
Fels, Burg, etc. steht, welchem sie zugewendet sind und an oder gegen welchen sie gewissermassen 
heranspringen, oder ihm mit zwei oder drei Füssen halten, was dann ebenso zu melden ist, als wenn 
sie an dem Gegenstand in die Höhe klettern, was mit „klimmend* bezeichnet wird. 

gegengewendet (Tafel XII. Fig. 36—39.) 

(i. e. : entgegengesetzt gewendet) heissen Figuren oder Thiere, welche übereinander gestellt , nicht beide 

querrechts- resp. querlinkshin gekehrt sind, sondern nach verschiedenen Richtungen sich wenden und 

zwar kehrt, wenn nichts Anderes gemeldet, der obere Gegenstand etc. sich nach rechts, der zweite unter 

hm, nach links, der dritte wiederum nach rechts u. s. f. 

verkehrt gegengewendet (Tafel XIL Fig. 40—44.) 
ist das Gegentheil von gegengewendet, indem hier die obere Figur nach links, die zweite nach rechts 
u. s. f. gekehrt ist. 

r&clierfttrmig (Tafel XII. Fig. 45.) 
stehen drei oder mehrere längliche Figuren, wenn sie die Gestalt eines Fächers bilden; sind sie (wie im 
Tafel XIL Fig. 46) dazu noch gestürzt, so ist das zu melden als ^fächerförmig gestürzt" 



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- n - 

Im »reipass (gestellt) (Tafel XU. Fig. 47. 48.) 
nennt man 3 Figuren, welche mit den Spitzen oder Köpfen zusammengestellt, die Figur eines Drei- 
passes oder einer heraldischen Gabel (Deichsel) bilden. Stossen die Enden in der Mitte gänzlich anein- 
ander, oder sind nicht die Spitzen, sondern wie z. B. in Fig. 47 die Knäufe gegeneinandergewendet, so 
ist dies besonders zu melden. 

Die polnische und schlesische Heraldik liebt diese Art der Stellung sehr. 

übereinander (Tafel XII. Fig. 49—52.) 
nennt man längliche Figuren, welche in Balken- oder Schrägbalken-Richtung gestellt sind und deren Längs- 
achsen parallel stehen. Zu erwähnen ist natürlich, ob querrechts- oder -querlinks, schräg oder schräglinks. 
Das8 die Fische in Tafel XII. Fig. 52. die Köpfe schräg abwärts kehren, ist zu melden als: 
schräg „übereinandergestürzt." 

gekreuzt (oder verschränkt) (Tafel XII. Fig. 53—55.) 
gebraucht man von 2 oder mehreren langen Gegenständen, welche schrägkreuzyoeis übereioandergelegt 
sind, ist, wie in Fig. 54. Ist einer der Gegenstände zugleich gestürzt > so muss dies gemeldet werden, 
ebenso wenn, wie das in schwedischen Wappen mehrfach vorkommt, die einzelnen gekreuzten Gegen- 
stände mehrere Kreuzpunkte haben, (h. z. B. 9fach-gekreuzt). 

c) Bei Verbindungen von verschiedenartigen Figuren 
finden sich folgende Ausdrücke: 

durchsteckt (Tafel XU. Fig. 56. 57. 63.) 
sagt man, wenn durch einen Kranz, Krone ein oder mehrere Gegenstände so gesteckt sind, dass ihre 
beiden Enden aus Ersteren hervorragen. Bei zwei gekreuzten Gegenständen ist dies zu melden als 
„durchkreuzt durchs 

durchbohrt (Tafel XU. Fig. 58. 59.) 
heissen Herzen, wie auch Thiere oder Menschen und deren Theile, sobald sie von einer Waffe (Pfeil, 
Schwert, Dolch, Lanze) durchstochen sind, deren Spitze sichtbar ist. 

durchstochen (Tafel XU. Fig. 60.) 
heissen, Gegenstände, wenn dieselben von zwei anderen so durchbohrt sind, dass Erstere die letzteren 
grösstenteils verdecken. 

gesplesst auf (Tafel XU. Fig. 61.) 
heissen runde Gegenstände, Köpfe, Kugeln etc., wenn sie auf die Spitze einer Waffe gesteckt sind, so 
dass Erstere, in jenen Gegenstand eingedrungen, nicht mehr sichtbar ist. 

durchspielst von (Tafel XU. Fig. 62.) 
heissen Gegenstände, welche von einer Waffe vollständig durchbohrt, auf sie aufgespiesst sind, so dass die 
Spitze der Letzteren sichtbar ist. 

besteckt (Tafel XII. Fig. 64-71.) 
sagt man, wenn an einen grösseren Gegenstande kleinere Gegenstände befestigt sind, so dass letztere 
den ersteren nur mit den Spitzen oder sonst hervorstehenden Theilen berühren. 

Zu benennen ist selbstredend der Ort, wo, resp. wie diese Bestückung stattfindet, also „an den 
3pitzen," „aussen," Ä oben a , „im Dreipass," „innen" etc. 

Gänzlich falsch ist es, von einem Adlerflügel zu sagen, er sei mit Kleestängeln „besteckt;" hier 
darf höchstens der Ausdruck „belegt" angewendet werden , aber anch dieser ist unnötbig (cfr. 
Tafel XII. Fig. 78.) 

beheftet (Tafel XII. Fig. 72.) 
sagt man von einer Figur, von welcher ein Theil dergestalt mit einer anderen belegt ist, dass letztere 
jenen Theil theilweis verdeckt, und überragt, also (Tafel XII. Fig. 72.) der Stamm des Baumes beheftet 
mit Sonne. 



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- 72 - 

Ragt die beheftende Figur nicht über die Begrenzungslinien der anderen hinaus, so darf lediglich 
nur der Ausdruk „belegt" angewandt werden. 

besetzt mit (Tafel XII. Fig. 73—77.) 
sagt man von Figuren (auch Balken), welche oben eine oder mehrere andere Figuren trägt. 

belegt (Tafel XII. Fig. 78.) 
sagt man, wie bei allen Heroldstücken, auch von natürlichen Figuren, auf denen ein, ihre Begrenzungs- 
linien nicht überragender Gegenstand liegt , also z. B. hier der Flügel „belegt mit Kleestängel," obwol 
dieser Ausdruck hier überflüssig ist. 

zwischen (Tafel XII. Fig. 79—83.) 
ist, wenn es sich um zwei oder mehrere gleichartige kleinere Gegenstände handelt, der 'bessere Ausdruck 
für „beseitet,* da letzterer immer noch die Frage offen lässt: auf welcher SeiteP Die Bezeichnungen: „das 
gestürzte Schwert zwischen zwei (pfalweis gestellten (abgewendeten) Klammern/ (Tafel Xu. Fig. 79.) 
„der aufgerichtete Hammer (Spitze links) zwischen zwei balkenweis gestellten 8ternen," (Tafel XIL 
Fig. 80) „die Rose zwischen zwei pfalweis gestellten abgewendeten Beilen/ (Tafel XII. Fig. 81.) „der 
schwimmde Fisch zwischen zwei pfalweis gestellten Sternen* (Tafel XEI. Fig. 82) sind jedenfalls viel 
deutlicher, als das „beseitet von/ wofür die Franzosen allerdings ihr „adextrö" etc. haben. 
Dagegen gebraucht man den Ausdruck 

begleitet (Tafel XII. Fig. 83—85.) 
da, wo entweder mehr als zwei kleinere Gegenstände etc. um einen grösseren herumstehen, oder letztere 
verschiedener Art sind; andernfalls können auch hier Missverständnisse entstehen. Das wie und wo der 
Begleitung ist natürlich zu erwähnen. 

eingeschlossen von (Tafel XII. Fig. 86—92.) 
gebraucht man von kleinen Gegenständen, um welche ein oder mehrere grössere Gegenstände derartig 
herumstehen, dass sie fast ganz % wenigstens auf zwei Seiten von ihnen umgeben sind. Bei Fig. 92. 
z. B. würde man: „Winkelmass, links einen Stern einsch liessend, a bei Fig. 93 aber wol besser: zu- 
nehmender Mond mit Stern „in der Höhlung" sagen. Für die Figur 89 brauchen die Franzosen den 
Ausdruck „in der Tiefe*. 

ttberkölit von (Tafel XU. Fig. 94-98.) 
sagt man von jedem Gegenstande, über welchem ein oder mehrere andere Gegenstände stehen ; anstatt . 
dessen kann man auch 1l darüber u gebrauchen. 

d) Verbindung von ganzen und halben Figuren mit Schildestheilungen oder Heroldsstücken. 
an der Tliellung, oder: an die Theiluug geschlossen 

(Tafel XU. Fig. 99. 100.) 
(abbrev.: an d. Th.) nennt man halbe Figuren, d. h. eine Hälfte einer senkrecht zerschnittenen Figur y „ 
welche mit der Schnittfläche an eine Quer- oder SchrägtheilungsHnie geheftet ist. 

am Spalt (Tafel XII. Fig. 101.) 
{abbrev.: a. Sp.) nennt man dgl. Figurenhälften, wenn sie mit der Schnittfläche an eine SptÜtungslinie 
angeschlossen sind. 

am Schildrand (Tafel XII. Fig. 108.) 
heissen dgl. Figurenhälften, deren Schnittfläche an den vorderen oder hinteren Schildrand angeheftet sind. 
In allen diesen drei Fällen ist natürlich zu melden, ob die rechte oder linke Hälfte gemeint ist. 
bei „an der (Quer-)Theilung" ausserdem auch noch, ob die Figur querrechtshin oder querlinkshin gewendet ist*. 

in den Aussewrand verschwindend (Tafel XII. Fig. 103.) 
(cfr. „am 8childrande") heissen Figuren besonders dann, wenn an beide Anssenseiten halbe Figuren an- 
geschlossen sind , wie Tafel XII. Fig. 103. , oder, wenn mehr oder weniger als die Hälfte der Figuren^ 
im Schilde sichtbar ist. 



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- 73 - 

zerspalten (Tafel XII. Fig. 104. 105.) 
nennt man Figuren, welche gespalten sind und deren beide Hälften dann mit der Schnittfläche wieder 
an die äusseren Ränder eines Heroldsstücks, gleichsam als habe dies die Spaltung vollführt, angeheftet 
sind, also Fig. 104: in # ein g. Doppeladler, zerspalten durch gestürzte, eingebogene, mit 3 je auf aufg. 
g. Baute sitz. Vögel belegte b. Spitze. 

die Hftlfte (Tafel XII. Fig. 106.) 
Erscheinen in einem Schilde von nur einer Färbung derartige halbe (gespaltene, getheilte) 
Figuren so, dass ihre Spalt- oder Theilfläche mit der Mittellinie des Schildes in senkrechter oder wage- 
rechter Richtung zusammenfällt, so spricht man, indem man letztere Stellung als die normale annimmt, 
von der Hälfte ( 1 / 2 ) also z. B. (Tafel XÜ. Fig. 106.) einfach : in S. die linke Hälfte einer zerspaltenen 
rothen, Fig. 107 in B. die obere Hälfte einer quergetheilten g. Lilie (querrechtshin) ; Tafel XU. Fig. 108 : 
in Blan die linke Hälfte eines gespaltenen g. Ordenskreuzes u. s. w. — Stehen derartige halbe Figuren 
aber nicht wie angegeben, vielmehr so, dass die Spalt- oder Theilungsfiäche nicht in die Mittellinie 
des Schildes fällt, dann ist dies besonders zu melden. 

hervorbrechend (Tafel XII. Fig. 109. 110., Tafel XIH. Fig. 1—4.) 
dieser Ausdruck wird nur dann angewendet, wenn der Ausdruck „wachsend" nicht angezeigt erscheint, 
vornehmlich also in dem Falle, wenn ein Thier nicht bis zur Hüfte, andere Gegenstände nicht bis zur 
Hälfte ihres Obertheils, vielmehr nur bis ungefähr */« desselben (Adler bis zur Hälfte der Flügel, 
(Tafel XIH.jFig. 3.) Löwe bis zur Schulter (Tafel Xni. Fig. 4.) sichtbar sind. 

Falsch ist es indessen, diesen Ausdruck anzuwenden für Thiere, die aus einem Busch, einem 
Gesträuch, Wolke und dgl. am Seitenrande hervorspringen, weil es leicht zu Verwechslungen führt 
(hier sagt man besser „hervorspringend, schreitend 11 etc). 

Die Sonne in Tafel XII. Fig. 109 bricht aus dem rechten Obereck, die in Tafel XII. Fig. 110 
aus dem Oberrand, der Kometenstrahl in Tafel XIII. Fig. 2 aus dem linken Obereck, was selbstredend 
besonders zu melden ist. 

Wenn, wie in Tafel XIII. Fig. 1. eine Sonne hinter einem Dreiberg hervorbricht, so kann die- 
selbe auch als 

aufgehend 
angesprochen werden. 

hervorgehend 
diesen Ausdruck kann man anwenden: 

1. von Armen oder Thierpranken , welche aus einem der Seitenränder oder Ecken, erstere 
meist aus Wolken (Tafel XIII. Fig. 5) hervorgehen; 

2. von Thieren, wenn sie in schreitender Stellang aus einem Seitenrande, Gebüsch, Wolke 
oder Wald herauskommen. 

hervorspringend 

sagt man dagegen wenn sie (wagrecht) heraus springen : Kommen sie dagegen in aufrechter Stellung halb 
daraus hervor, so ist wachsend immer der passende Ausdruck. 

belegt mit (Tafel XII. Fig. 104., Tafel XIII. Fig. 6—11.) 
(abbrev. : bei.) sagt man von jedem Platz eines Schildes oder von einem Heroldsstück t innerhalb dessen 
sich Figuren irgend welcher Art befinden, deren Extremitäten die Begrenzungslinien ersterer nicht 
berühren ; ferner wird der Ausdruck auch dann angewandt, wenn auf irgend einer Art Theilungslinie 
eines Schildes Figuren liegen, welche durch dieselbe gleichfalls getheilt und verwechselter Färbung sind, 
was dann, wie dort das Nähere gelehrt, zu melden ist. 

bewinkelt von (Tafel XIII. Fig. 12.) 
(abbrev.: bew. v.) sagt man nur von Kreuzen, Halbkreuzen oder Schrägen , wenn eine gewisse Anzahl 
B. * 19 



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- 74 - 

kleiner Figuren gleichmässig in ihre 4 Winkel* vertheilt ist. Die Art wie diese Figuren in den 4 Winkeln 
gestellt sind und wieviel, ist in jedem Falle besonders zu melden; also Tafel XIII. Fig. 12, „bew. von 
20, je zu 2. 1. 2. gestellten Kreuzchen"; Fig. 13: bew. von 4 gestürzten Pfeilspitzen 1. 1. 1. 1, Fig. 14: 
bew. „von 12, je „im verkehrten Triangel" (dessen Spitze gegen die 4 Winkel des Sehragens gerichtet 
ist) gestellten Kreuzchen," Fig. 15: bew. „von 16 (k 1. 2. 1.) gestellten aufg. Rauten*, Fig. 16: bew. 
„von 12 2. 1.) aufg. Kleeblättern. 

begleitet von (Tafel XIII. Fig. 17—29.) 
(abbrev. : begl.) sagt man von allen anderen Heroldsstücken, wenn sie von kleinen Gegenständen um- 
geben sind. 

Im Allgemeinen dürfte hier kein Zweifel obwalten, nur bei zwei Stellungen mag ein Weiteres 
zur Erklärung gesagt sein. Wenn nämlich, wie in Tafel XIII. Fig. 19, die 6 den Schrb. begleitenden 
Sterne, oder, wie Fig. 26, die den Bk. begleitenden Kugeln derartig gestellt sind, dass sie um denselben 
gewisserma8sen je oben und unten einen Halbkreis (zusammen also einen zum Theil durch den Balken 
oder Schrägbalken verdeckten Kreis) bilden, dann sagt man der Kürze halber: „kreisförmig begleitet 
von" u. s. w. 

begleitet nach der Figur 

Wenn Figuren, wie Tafel XIII. Fig. 22—25, 27—29, dergestalt gestellt sind, dass sie parallel 
dem Heroldsstück stehen, so ist dies als „begleitet nach der Figur" zu melden, denn die Sterne und 
Bauten in Fig. 22, die Monde in Fig. 28 müssten, wenn dieser Ausdruck fehlte, „je zu 2. 1.," das 
Pferd und der Hund in Fig. 23 u. 24 „ querlaufend, u die Krone in Fig. 25 „mit den Zacken nach oben," 
die Pfeile in Fig. 27 als „steigend", bezeichnet werden. 

begleitet im Triangel 

Wenn ein Schrägbalken oder ein anderes Heroldsstück beiderseits von mehr als je 2 kleineren 
Gegenständen, welche 9 nach der Figur gestellt" sind, begleitet wird und diese Figuren nicht in einer 9 
sondern in mehreren, demselben parallelen Beihen gestellt sind, wie Tafel XIII. Fig. 29, so müsste 
selbstredend gemeldet werden , in wieviel Reihen und wieviel in jeder Reihe stehen. Um diese Um- 
ständlichkeit zu vermeiden, bedient man sich des Ausdrucks: „im Triangel" ; es würde also Fig. 29 zu 
blasoniren sein als: „lk. Schrb., begl. von je 6 (1. 2. 3 ) senkrecht verstutzten lk. Schrägschindeln im Triangel." 

nach der Theilung (Tafel XIII. Fig. 30. 34.) 
(abbrev. : n. d. Th.) wird ähnlich angewandt wie v nach der Figur" (s. d.) und zwar dann, wenn Figuren 
mit ihrer Längsachse parallel einer Schildes-Theilungslinie stehen, wie z. B. der Windhund in Fig. 30. 
die Löwen in Fig. 31. Bei der Gabeltheilung in Fig. 34. müssen die Monde indess nicht nur als „nach 
der Theilung" stehend, sondern auch als „abgewendet 6 angesprochen werden, also Fig. 34.: „Gabel- 
schnitt, von R. S. und tt* darin 3 abgewendete Monde nach der Theilung, der obere s., die unteren 
verwechselter Färbung/ 

eingeschaltet, einschaltend (Tafel XIII. Fig. 35. 36.) 
braucht man, ähnlich wie „eingeschlossen" (cfr. Tafel XII. Fig. J36 — 92) indess nur bei Heroldsstücken, 
wenn z. B. (Tafel XIII. Fig. -36.) zwischen zwei Sparrenschenkeln eine kleine Figur oder in einem der 
Kreuzwinkel (Tafel XIII. Fig. 35) eine solche steht; man würde also Fig. 35 blasoniren: in E. ein 
gemeines 8. Kreuz mit unten links eingeschalt, zunehm. g. Monde und Fig. 36 : „ein einen s. Stern ein- 
schaltender s. Sparren in B. a 

überdeckt durch (Tafel XIII. Fig. 37—50.) 
sagt man 1) von einer Figur oder einem Heroldsstück, sobald sie mit einer anderen Figur oder einem, 
anderen Heroldsstück belegt sind, so, dass erstere theilweis von letzterem verdeckt ist (Tafel XIII. 
Fig. 37—43., 46. 47. 50. 51.) und 2) von einem mehrfeldrigen mit einer Figur bei. Felde (Tafel XIII. 
Fig. 44. 45. 48. 49). 



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Natürliche Figuren. 



Ehe wir zu diesem zweiten Hauptkapitel übergehen, erscheint es uns angebracht, zunächst die all- 
gemeinen heraldische Grundsätzen anzugeben, welche hinsichtlich derselben gelten. 

Zunächst bemerken wir, dass als die ältesten in der Heraldik vorkommenden sogenannten natür- 
lichen Figuren die Tbiere, und von diesem wiederum Löwe und Adler — die beiden Königsthiere — 
erscheinen ; erst später, als der Adel sich vermehrte, resp. die Führung der Wappen allgemeiner wurde, 
griff man zu anderen Thieren bezw. in das Reich der Fabelthiere, wozu die Erinnerung an die Kreuz- 
züge nicht wenig beigetragen haben mag. 

Wir finden daher im Wappen schlieslich fast jedes Thier „was da fleucht und kreucht" vertreten, 
jedoch in der guten Heraldik gewöhnlich nicht in jener Gestalt , welche dasselbe in der Natur hat, 
sondern gemodelt nach jeder Art, vorzugsweis mit entschieden vergrösserten Extremitäten. 

Es hat dies zweifelsohne seinen Grund darin gehabt, dass die alten Wappenmaler, resp. Schilderer 
sehr wohl wussten, wie es nöthig sei, dies und jenes Wappenthier auch schon auf eine weite Entfernung 
an seinen betreffenden charakteristischen Merkzeichen zu erkennen und dass sie die letzteren daher nicht 
allein sehr gross im Verhältniss zum Thiere machten, sondern ihnen auch noch gewöhnlich eine von der 
sonstigen Färbung des Thieres und des Schildes abstechende Farbe gaben. 

Daher finden wir in den Wappen den Löwen schlank mit weniger Mähne wie in der Natur 
und, wie alle anderen Baubthiere, mit gespreizten Pranken, grossen Krallen, Zähnen und aus dem ge- 
öffneten Bachen weit herausgeschlagener Zunge (was alles, auch dass die Zunge, wenn nicht anders 
gemeldet, stets roth ist, nicht besonders gemeldet zu werden braucht), den Hirsch und Steinbock mit 
riesigen Hörnern und weitgespaltenen Klauen, die Vögel mit sehr grossen und — wenn nicht anders 
gemeldet — ebenfalls auch stets offenem Schnabel und herausgeschlagener Zunge. 

Die jagdbaren Thiere, sowie die Haust hiere werden ebenfalls in möglichst „wildem" Zustande, die 
Hunde mit grossem fliegenden Behang, struppigem Leib und Buthe, der Eber mit riesigen Hauern und 
Rückenkamm, der Hahn mit grossen Kamm, Lappen, Sporen und Schweif, ferner Blumen und Bäume 
mit grossen Blüthen, Blättern und Wurzeln dargestellt, wie wir dies unten des Weiteren sehen werden. 

Die alte Heraldik liebte überhaupt das „Geleckte" gewisser moderner Heraldiker und Wappen- 
maler absolut nicht, — Alles wnrde rauh, borstig, behaart etc dargestellt. Ebensowenig aber benagte 
ihr die, besonders in der modernen französischen und englischen Heraldik eingerissene, naturalistische 
Darstellung von Menschen und Thieren. 

So sehr wir letzterer Darstellungsweise, wenn sie, wie uns vorliegende heraldische Blätter eines 
unserer besten Wappenstecher beweisen, mit feinem Kunstsinn und grosser technischer Fertigkeit aus- 
geführt sind, vom Standpunkt des künstlerischen Geschmacks unsere vollste Anerkennung nicht versagen 
können, so wenig entsprechen sie dem von uns einmal als richtig erkannten Prinzip der alten guten 
heraldischen Formen. 

Sollen Thiere, z. B. Löwen, durchaus in der natürlichen Form dargostellt werden, wie wir sie in 
zoologischen Gärten betrachten können, so können wir nur in einem einzigen Falle dieser Manier unsere 
heraldische Zustimmung geben , nämlich dann , wenn sie nicht im Schilde oder auf dem Helme, d. h» 
als Wappenthiere, sondern ausserhalb des Wappens, beispielsweise als Schildhalter, erscheinen. 
Dasselbe gilt für Abbildungen von wilden Männern etc. , von denen wir indess selbst als Schildhalter 
verlangen müssen und dürfen, dass sie keine frisirten Köpfe, glatte Leiber und verstutzten Barte haben, 
sondern in der That nicht nur Nackte, sondern wahrhaft Wilde vorstellen. 



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Nach dieser Abschweifung kommen wir zu der zweiten , die natürlichen Figuren betreffenden 
Hauptregel, gegen welche — leider — noch immer so vielfach Verstössen wird. 

Dieselbe lautet: Jede Figur soll bestrebt sein, den Sehlid re»p« den Platz, 
worin sie steht möglichst auszufüllen. 

Selbstredend beruht auch diese, in der guten Heraldik stets und immer befolgte Regel (ebenfalls 
wie die von Farbe und Metall, die Eingangs erwähnt ward) lediglich auf der Praxis. 

Denn es ist selbstredend, dass eine kleine Figur im grossen Schilde auf eine weitere Entfernung 
nicht gut erkannt werden konnte, wogegen grosse Figuren jene Möglichkeit sehr wohl zuliesen. Darum 
also sehen wir, dass die natürlichen Figuren manchmal in der wunderbarsten Weisse verschnörkelt und 
ornamentirt wurden, so dass in der Renaissancezeit die prächtigen, aber ebenso barocken Verzierungen 
an den Figuren, bis ins Kleinste hinein den Platz zu füllen bestrebt sind. 



Die in Wappen erscheinenden natürlichen Figuren lassen sich zunächst in 2 HauptklaBsen : lebende 
und leblose eintheilen. (Die von manchen Heraldiker beliebte Eintheilung, in gemeine und künstliche 
Figuren will uns nicht recht einleuchten). 

Von den lebenden Figuren erscheint der Mensch beiderlei Geschlechts in allen Hanthierungen 
sowohl in ganzer, wie in halber Figur und als Rumpf, seine Körpertheile, theils nackt, theils bekleidet 
sehr häufig in Wappen. 

Ferner kommen vor sämmtliche grossen und kleinen Raub-, Haus- und jagdbaren Thiere der alten 
Welttheile, die wir, dem allgemeinen System entsprechend, in Vierfüssler, Vögel, Amphibien und Fische, 
sodann Insecten, systematisch an einander gereiht, besprechen werden. Hieran reihen sich fabelhafte 
Thiere und Thiermenschen , Heilige, heidnische Götter und deren Attribute, fast sämmtliche bekannten 
Blumen und Bäume des Pflanzenreichs und Figuren aus dem Welt- und Erdreich. 

Schliesslich finden wir als Wappenbilder leblose Gegenstände aus der Bekleidung, dem Haushalt, 
dem Eriegsgeräth , dem Turf und Sport, aus dem Bauwesen, den Gewerben, sowie allerhand Schmuck 
und Würdezeichen, Hausmarken und Buchstaben. 

Alle diese Gegenstände sind nach dem Zweck, dem sie dienen, von uns geordnet und mit kritisch- 
historischen Anmerkungen versehen , welche , wie wir hoffen dürfen, manches neue Licht auf dieses oder 
jenes bisher verkannte Wappenbild werfen dürften. 

Vorher haben wir noch eine Bemerkung zu machen, welche die lebenden Gegenstände, also 
Menschen und Thiere, betrifft. 

Dieselben sind, wenn Nichts weiter gesagt wird, 6tets im Profil und zwar nach der reckten 
Schildseite gewandt, verändern aber, wie dies bereits im I. Abschnitt angedeutet ist, ihre Richtung, 
sobald die des Schildes eine andere wird; daher müssen sie beim links gewandten Schilde die Richtung 
nach links einnehmen. 

Von vierfüssigen Thieren gilt noch besonders, dass dieselben, wenn nicht besonders etwas anderes 
gemeldet wird, stets aufrecht d. h. auf den Hinterbeinen stehend, dargestellt werden. Alle die von 
den Heraldikern, des 17. und 18. Jahrhunderts neuerfundenen Ausdrücke wie „zum Raube*, zum Grimme-, 
zum Kampf geschickt," „raubend u t „uüthig," und wie sie alle heissen, sind vollständig überflüssig und 
lediglich die Blasonirung undeutlich und lang gestaltend. 

Ist ein Vierfüssler nicht aufrecht, so muss dies besonders gemeldet werden; derselbe ist dann 
entweder ^schreitend" d. h. es stehen die beiden Hinterbeine (das rechte ein wenig erhoben) ebenso 
das linke Vorderbein auf der Erde, wogegen das rechte Vorderbein wie zum Ausschreiten erhoben ist, 
oder aber sie sind als „liegend^ „sitzend" (d. h. dte Vorderpranken aufgestützt, die Hinterbeine in der 



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Sitz8tellung) oder 9 gekrüp/t a (wie z. B. das Eichhörnchen, also die Vorderbeine erhoben, die Hinterbeine 
im der Sitistellung) dargestellt. Alles dies wird bei den einzelnen Thieren besprochen , auch die jedem 
einzelnen besondere Eigentümlichkeit und Stellung, sowie die von ihm gebrauchten Eigenschaftswörter 
des Näheren beleuchtet werden« 

1) menschen und deren Körpertheile. 

Jüngling (Tafel XIII. Fig. 52.) 
d. h. unbärtiges Masculinnm, (in Fig. 52 breitspurig vorwärts gekehrt, nackt*) aui Dreiberg; in 
Fig. 63 in Fechterstellung, mit 2 verschlungenen Schlangen in der Rt., gleichfalls nackt die linke Faust 
in die Hüfte gestellt. 

Diese Stellung eines Armes dessen Hand Nichts hält, ist bei allen Menschenfiguren die natürliche, 
wenn also nichts anderes gemeldet ist, so stemmt die Figur beide Handrücken in die Hüfte und wenn 
von den zwei Armen nur die Hand des einen etwas hält, so versteht es sich von selbst, dass der 
Handrücken des anderen sieh an die Hüfte stemmt. 

Knabe (Tafel XIU. Fig. 53.) 
sagt man nur von wirklichen Kinderügxxreu , im Wappen , sonst wählt man , wie bereits oben gezeigt, 
für Unbärtige den Namen: Jüngling. 

In Tafel XIH. Fig. 56 erscheint der Knabe peitschenschwingend, auf Steckenpferd reitend. 

Mohr (Tafel XIII. Fig. 54.) 
eine in Wappen ziemlich häufige Figur; öfters indess noch kommen Mohrenköpfe (Tafel XIV. Fig. 5. 6.) 
oder: Mohrenrümpfe (Tafel XIV. Fig. 12) resp. wachsende Mohren (Tafel XIV. Fig. 15) vor. Zu melden 
ist selbstredend das Geschlecht, ferner ob die Figur Ringe in Nase oder Ohren, Krone auf dem Haupt 
(Tafel XIV. Fig. 6) oder Kopf-(8tira)binde (Tafel XIV. Fig. 5) trägt, ferner von letzterer, ob sie vndsU 
artig gewunden, wie in Tafel XIV. Fig. 12 oder glatt anliegend geformt, kurze oder lange Enden hat. 
Ebenso ist zu melden, ob die Mohrenfigur Armspangen (am Oberarm) oder Armbänder um die Hand* 
gelenke, resp. Fussspangen (um die Knöchelgelenke), eine Perlenhalskette um den Hals (oft auch um 
Oberarm und Hand- und Fussgelenke) einen Feder- oder Tuchschurz am die Hüften oder eine Fedir* 
kröne auf dem Haupte trägt und ob sie mit Keule, Spiess, Köcher, Bogen, Pfeilen oder sonstwie 
bewaffnet, ferner ob sie steht, oder wie z. B. in Tafel XIII. Fig. 54 rechtsschreitend (hier mit 3 Rosen 
in der Rechten) oder wie Tafel XIU. Fig. 57 als Mohrenknabe (auf Hirsch reitend) abgebildet ist. 

wilder mann (Tafel XIII Fig. 55.) 

Von demselben nimmt man, ohne dass es gemeldet wird, an, dass er nackt, behaart und mit grossem 
Vollbart versehen ist. 

Zu melden ist, ob er „laubbekränzt" (nur das Haupt) resp. „laubbeschürzt" (nin die Hüfte) ist, 
ob er eine Keule bei Fuss (kurz, nur bis zur Hüfte reichend) oder eine grosse Keule (bis zur Schulter 
reichend) hält, ob er sie # schultert, d. h. hochgehoben, an die Achsel lehnt, oder über der Schulter trägt; 
ferner, ob die Bekränzung vermittelst Eichenr, Fpheur, Wein- oder Schilf (in diesem Falle als „Meer- 
mann* anzusprechen) bewirkt ist, ob Haar und Bart von grauer, weisser, schwarzer, blonder odetf 
brauner Farbe sind. Es kommt übrigens auch vor, dass das Haupt ohne Kranz, oder aber mit einer 
Kap/binde versehen ist, was dann besonders gemeldet werden muss. 

Bei der wilden Frau, die seltener vorkommt, ist dasselbe, wie auch ra melden, ob sie Ohrringe, 
Halskette, Arm- uid Fussspangen trägt. 

Falls wilde Menschen als Schildhalter vorkommen und keinerlei Schurz haben, so werden wie 
s. B. beim F. Schwarzburgischen Wappen, die Helmdecken um Httften und Beine herumgeschlungen. 



*) Es ist bei nackten flanschen üblich, die Genitalien nicht anzudeuten; meistens wird die Hüfte übrigens 
Areh Schur* oder Laubwerk verdeckt. 

B. 20 



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Kaiser (Tafel XIII. Fig. 58.) 
im Wappen selten; hier zu Pferde, im Krönungsornat , ferner als Helmzeichen der von Prenssen 1868 
nobilitirte Familie von Keiser; auf dem Mittelhelm des Gräflich- Herbörsteins eben Wappens etc. — 
Ebenso erscheint nur selten 

der Pahst 

z. B. als Rumpf im Wappen der Papst v. Bolsenheim im Elsass (cfr. unten bei den Heiligen ein 
Papstbild — Tafel XXXI. Fig. 44.) 

Könige 

resp. deren Rümpfe erscheinen schon häufiger, z. B. im Wappen der „v. König" in Halle, n v. Königs* 
feld", „v. Königsfelder*, n v. Königsfeh a u. A. 

Ich will hier gleich bemerken, dass der König hier stets eine offene (also keine moderne Bügel-) 
Krone auf dem Haupte hat. 

Der in Diplomen häufig wiederkehrende Ausdruck „offene" oder „alte Königliche Krone" be- 
zeichnet die heutige Helmkrone, d. h. ein Reif mit 5 Zinken, davon drei mit Blättern besetzt, dazwischen 
2 Perlenzinken; es ist also eine auf Missverständniss beruhende Auffassung, Helme mit geschlossenen 
Königskronen heutiger Auffassung zu krönen. 

Ritter 

zu Pferd (Tafel XHI. Fig. 59) und zu Fuss (Tafel XIII. Fig. 60) kommen vielfach vor; zu melden ist, 
ob sie ganz oder nur theilweis geharnischt sind, ob den Kopf, Helm oder- Sturmhaube deckt, ob sie 
einen Waffenrock (unter dem Brustharnisch) tragen, ob der Helm Federn (wieviel und welcher Farbe) 
hat, oder nicht, ob sie ein umgürtetes Schwert, oder Dolch und Sporen tragen, einen Schild oder das 
blanke Schwert halten , schultern, oder zum Hieb schwingen. Beim Ritter zu Pferde muss gemeldet 
werden , ob das Pferd gesattelt , gezäumt etc. (s. Pferd) ist , (z. B. Wappen der Ritter v. Ougler in 
Bayern in tt g. b. getheilten Felde ein linksspreugender geharnischter Ritter (auf geharnischtem Pferde, 
mit eingelegter Turnierlanze), auch ob der Harnisch golden, silbern, ßtahl/arben oder schwarz , mit 
goldenen Buckeln und Reifen versehen, ob das Schwert goldbegrifft, das Visir des Helmes (beim Spangen- 
helm) offen oder geschlossen ist, ob sie Schärpen oder sonstige Abzeichen tragen. 

Vielfach finden Ritter Anwendung als Schildhalter und halten hier gewöhnlich mit der inneren 
Hand den Schild, mit der äusseren Standarten, Spiesse, Schwerter etc. 

Nonne (Tafel XIII. Fig. 61.) 
hier mit Spinnrad, aber auch sonst (z. B. im Wappen der Kyhm und Foris-Kyhm in Prenssen) in 
Wappen vorkommend. 

Fahnenträger, Fähnrich (Tafel XIII. Fig. 62.) 
selten vorkommend; hier in Landskoechtstracht , selbstredend ist Art und Farbe der Kleidung und 
Fahne genau zu beschreiben. 

Narren (Tafel XIII. Fig. 63—65.) 
finden sich in verschiedener Gestaltung vor, wie diese u. a. Beispiele lehren. 

Schäfer oder Hirten (Tafel XHI. Fig. 66.) 
Auch diese sind nicht selten; sie sind kenntlich an ihrem Schäferstabe, der oben eine Art Wurf- 
schaufel hat, welche dazu dient, einzelne Thiere der Heerde durch einen geschickten Wurf mit Erde von 
demjenigen Fleck zu verscheuchen, wo sie nicht hingehören. Gewöhnlich tragen die Hirten auch einen 
Ranzen, wie hier (Freiherr v. Herder). 

Iflttnch oder Pfaff (Tafel XIII Fig. 67. 68.) 
Deren kommen in Wappen von allen Orden vor und dürfte es gut sein sein, bei der Blaaonirung; 



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immer gleich den Orden zu benennen, wenn derselbe erkennbar ist, z. B. bei den v. Atünchhausen 
(Tafel XIII. Fig. 68.), den Benedictiner (weiss), bei den v. Rasswurm (Tafel XIII. Fig. 69) und Grafen 
v. Pfaffenhofen den Franziskaner (schwarz), bei den Grafen Münnich nnd v. Kotzebue den Kapuziner 
(braun) n. e. w. 

Auch Bisehöre erscheinen in Wappen zumeist, wo der Familienname so oder ähnlich lautet. 

Einsiedler (Tafel XIII. Fig. 69.) 
führen im W. nur die Grafen v. Einsiedel in Sachsen. Dasselbe trägt Kerst, Beil und Rosenkranz. 

Pilger 

im Wappen der v. Pilgram u. A. ziemlich häufig. 

Ferner finden sich Bettler, Böttcher, Bergleute, Schmiede allerhand andere Handwerker, Gelehrte, 
Künstler, Büsten Römischer Kaiser und Consuln, Riesen und Zwerge, Indianer, Chinesen, Tartaren, 
Heiden und Juden und deren Rümpfe (Tafel XIV. Fig. 11.) Engel (Tafel XIV. Fig. 1.) und Heilige 
(Tafel XIV. Fig. 2. 3.) wovon später noch die Rede sein wird. 

Mannskopf (Tafel XIV. Fig. 8.) 
d. h. der Kopf ohne sichtbaren Hals, weil hier vorwärts gekehrt und mit Glatze (Wappen der Freib. v. Barth). 
Ist der letztere sichtbar, wie z. B., sobald der Kopf im Profil dargestellt ist, so sagt man: ein 
Kopf mit Hals, doch sind diese Fälle sehr selten; viel häufiger erscheint der Rumpf, d. h. der Ober- 
körper bis über die Hüfte, entweder ganz ohne Arme, oder mit den Stummeln, was zwar wenig 
heraldisch, aber doch zu melden ist. Die englische Heraldik nennt den mit Stirnbinde versehenen 
Kopf eines Weissen, wenn er im Profil erscheint : Sarazenenhaupt, eine u. E. gar nicht üble Bezeichnung. 

Jünglingsrumpr (Tafel XIV. Fig. 10.) 
(hier barhaupt) mit Armstummeln, ist das Wappen der v. Mensch in Sachsen also eigentlich .redendes 
Wappen (Menschenrumpf). 

Heidenrumpf (Tafel XIV. Fig. 11.) 
d. h. bärtiger Rumpf mit heidnischer Mütze hier wachsend, oder 

Hlolireiirtimpr (Tafel XIV. Fig. 12.) 
worüber bereits oben gesprochen. Fig. 6. würde vielleicht noch als „Mohrenkönigrumpf" anzusprechen 
sein, Fig. 7 ist ein dreifaches Mohren haupt mit nur 2 Augen und Krone, stellt also wahrscheinlich den 
König vor. Derartige Köpfe führen (allerdings nicht als Mohr) die v. Dreihaupt und die Fürsten 
Trivulzio auf den Helmen; die Fürsten Collatto auf dem mittleren Helme eine derartig gestaltete grüne 
wachsende Jungfrau („Gfcryonshaupt"). 

Welbsriimpr (Tafel XIV. Fig. 13.) 
wenn nicht anders gemeldet, aiet&jtackt, mit langem wallendem Haar und sehr stark entwickelten Brüsten. 

Ist der Ausdruck: wachsend gebraucht, so ersieht man daraus dass der Oberkörper bis zur 
Hüfte aus dem Unterrande des Schildes oder der Theilung (Tafel XIV. Fig. 15.), oder einem Berge 
(Tafel XIV. Fig. 14.) Hügel, Basen, Krone etc. hervorragt und Arme hat. 

Erscheint ein sonst als wachsend angesprochenes Menschenbild dagegen freischwebend im Schilde, 
wie z. B. Tafel XIV. Fig. 16, dann nennt man dies: Brustbild oder: Büste, oder, was noch einfacher 
und verständlicher, man spricht von 9 1 / 2 (schwebenden) Mann" etc. 

die menschliche Hand 

erscheint, wenn nicht anders gemeldet, stets nackt und in Fleisohfarbe. Man unterscheidet hier die 
offene, die Verkehrt-Hand und die Faust. 

Bei der offenen Hand sieht man das Innere, bei der Verkehrthand den Rücken der Hand. 

Ferner ist bei der aufgerichteten Hand noch zu unterscheiden die offene Rechthand, bei welcher 
der Daumen nach links, nnd die offene Linkhand (Tafel XIV. Fig. 17»), wo der Daumen nach rechts 
gerichtet ist, ferner die rechte und die linke Verkehrthand, wo die Daumen umgekehrt stehen. 



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zwei »«gewendete Hände 

nennt man ein Paar Hände, welcke aufgerichtet und deren Daumen einander zugekehrt sind, „zwei 
abgewendete Hände*, wo das Gegentheü stattfindet, erstere müssen naturgemäss offene, letitere Ver- 
kehrtbände sein. 

eine Schwurhand 

ist eine offene Rechthand , deren Daumen, Mittel- und Zeigefinger ausgestreckt, die übrigen 
eingekniffen sind. 

die Fmst 

ist eine geballte Hand, deren eingekniffene Finger zu sehen sein müssen, wie in Tafel XIV. Fig. 20. 

zwei treue Hände (Tafel XIV. Fig. 18.) 
gewöhnlich wie hier „aus Wolken reichend* sind Hände, welche sich fassen, so dass man von der Recht- 
hand den Rücken und die Finger und den Ballen des Daumens, von der linken nur den Daumen nebst 
Ballen sieht. 

Der im Wappen vorkommende 

Reclitarm (Tafel XIV. Fig. 19, 20. 27.) 
ist, wenn nicht anders gemeldet, stehts ein Munns&Tm, im Ellenbogen meist rechtwinklig gebogen und die 
nach rechts gekehre Hand nackt und fleischfarbig (andernfalls (Tafel XIV. Fig. 26.) cL h. wenn die 
Hand links zeigt, ist es ein Linkarm). Trägt die Hand einen Handschuh, Stulphandschuh oder 
Panzerhandschuh, so kt dies zu melden, und vom Arm, ob er nackt (Fig. 27) bekleidet (Fig. 20. 26.) 
oder geharnischt (Fig. 19) ledig oder bewaffnet ist, oder etwas (tu was) hält. Ebenso ist zu melden 
ob der Arm im Schilde freischwebt, oder aus einem der Oberecke, Unterecke, Seitenränder oder aus einer 
"JTolke hervorgeht, oder wächst. Meistenteils halten Arme im Wappen Schwerter, Dolche oder Morgen- 
sterne in der Faust, oder Ringe, Sterne, Siegelringe etc. zwischen Daumen und Zeigefinger, resp. den 
anderen drei Fingern aufrecht. Ist ein Arm ohne hervorragende Muscalatur mit runden Formen, oder 
mit Weiberkleidung versehen dargestellt, so ist er als: „weiblicher Arm* anzusprechen.' 

Erscheint ein Arm auf dem Helme, so ist zu melden, ob er ruht, d. h. der Ellenbogen auf der 
Helmkrone aufsitzt, oder ob er wächst, d. h. das Schultergelenk aus der Krone hervorgeht. 

Im ersteren Falle zeigt selbstredend der Winkel des Ellenbogens nach oben und ein in der 
Faust befindliches Schwert etc. wird, wenn nicht ausdrücklich alB „senkrecht* gemeldet, parallel dem 
Oberarm gehalten. 

Beim wachsenden Arm ist wieder zu melden, ob er ein (offener) Rechtarm (Tafel XIV. Fig. 28. 30.) 
oder ein Linkarm (Fig. 29. 31.) ist. 

Der wachsende (offene) Rechtarm (Tafel XIV. Fig. 28) kehrt den Ellenbogen rechts, die Faust 
links und hält das Schwert etc. mit der Spitze schrägrechts abwärts (der Daumen ist ganz, von den 
übrigen 4 Fingern meist nur die beiden oberen Oelenke sichtbar). 

Der wachsende Linkarm (Tafel XIV. Fig. 29) kehrt den Eilenden links, die Faust rechts und 
hält das Schwert etc. mit der Spitze schräglinks abwärts. 

Der wachsende verkehrte Rechtarm (Tafel XIV. Fig. 30.) kehrt den Ellenbogen rechts, die Faust 
links, lässt aber von letzterer nur die Knöchel sehen (das Handgelenk ist herumgedreht, der Handrücken 
also sichtbar) und hält das Schwert etc. mit der Spitze schräglinks aufwärts. 

Der wachsende verkehrte Linkarm (Tafel XIV. Fig. 31.) kehrt den Ellenbogen links, die Faust 
rechts, hat letztere gleichfalls herumgedreht und kehrt die SchwertspHze nach rechts oben. (Hier ist 
ebenfalls der Handrücken sichtbar). 

Erscheinen zwei Arms gemeinsam einen Gegenstand haltend, s. B. den Ring im Wappen der 
v. Otrtzen (Tafel XIV. Fig. 21.), so kehren sie naturgemäß» die Ellenbogen nach aussen. Halten sie, 
wie s. B. im W. der t\ Hertlein in Bayern einen Stab gemeinsam abwärts (die Hände nach unten), so 
heissen siei »gestürzt*. 



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Kehrt ein einzelner Arm im Schilde den Ellenbogen nach oben, so ist er als „verkehrt" zn melden. 
Eine derartig gebogene Armschiene fahren z. B. die v. Ostau und v. Tiele-Winkler. 

Jflannsbeln (Tafel XIV. Fig. 22-23.) 
kommt nackt, bekleidet oder geharnischt vor nnd zwar, wenn nicht anders gemeldet, stets als Schenkel- 
bein 9 d. h. dicht am Spalt abgeschnitten, gewöhnlich im Knie gebogen. Selbstredend ist hier auch 
(erkennbar an den Zehen): 9 Recht~" nnd „Linkbein" zu trennen sowie ein Fuss. Dagegen wird ein 
Bein, dicht unter dem Knie dicht über dem Knöchel abgeschnitten, schlechtweg als „Wadenbein" oder 
„Fuss" angesprochen. 

Tafel XIV. Fig. 24 ist ein Dreipass von nackten Mohrenbeinen (Wappen von Sizilien) , ein dgl. 
Bild, geharnischt, ist das polnische Wappenbild Drogomir. 

Leichnam im «arge (Tafel XIV. Fig. 25.)' 

ist Unicnm. 



Ehe wir nnn zn den Thieren übergehen, sollen noch diejenigen wenigen Ausdrücke, die man von 
Menschen hinsichtlich ihrer Kleidnng nnd Bewaffnung anzuwenden pflegt, erwähnt werden: 

„Gestülpt" von Hut nnd Mütze (Farbe des Stulpes oder Umschlages) „Stulpen" heissen auch 
die Aufschläge des Kleides. „Gekrönt", wenn eine offene Krone den Kopf umfängt. „Geharnischt" , 
wenn die Person im gewöhnlichen mittelalterlichen Harnisch und „römisch-geharnischt" wenn sie im 
Römer- Harnisch erscheint. „Gespornt" von der Farbe der Sporen. „Bescheint" , von dem goldenen 
Heiligenscheine. Im Uebrigen klingt es besser, wenn man sich des Wörtchens „mit" bedient und die 
von Bernd beliebten zahllosen Adjectiva nicht anwendet. 

2) Thiere und deren Körpertheile. 

a) Säugethiere (Vier/üssler.) 
Wie schon oben bemerkt, nimmt unter den Vierflisslern unstreitig der Löwe, als „König der 
Thiere*, den ersten Platz ein und finden wir ihn in den Wappen des ältesten Adels sehr zahlreich vertreten. 
Die Gestalt des heraldischen Löwen ist eine von der gewöhnlichen natürlichen absolut abweichende. 

Sein Kopf ist dünner, die Hähne beginnt erst unterhalb der Ohren, wogegen Stirn und Hinter- 
kopf mehr kahl sind, der Leib ist gestreckt und schlank, der Schweif in Form eines S hochgeschwungen, 
oft auch verknotet, verschlungen oder doppelt, das Büschel am Ende des Schweifes meist dem Bücken 
zugewandt, manchmal und besonders in der alten guten Form auch der Schweif selbt vielfach mit 
Büscheln versehen, der Bachen steht weit auf, die Zähne sind sichtbar, die Zunge ist weit herausgestreckt, 
alle vier Pranken sind gespreizt, die Nägel an den 4 Ballen, welche ebenfalls gespreizt sind, lang und 

oft andersfarbig. Die Figur des . heraldischen Löwen lässt sich 
a am Besten mittelst der nebenstehenden Hülfslinien construiren, 

indem a b die Durchschnitts-Linie von der vorderen rechten 
bis zur linken Hinterpranke, e f die Linie von der linken 
Vorderpranke zum Ohr, c d. die Linie von der rechten Hin- 
terpranke zur Schweifwurzel bildet. 

Mit den Ausdrücken für die Gesichtswendung das Löwen 

ist von jeher ein grosser Missbrauch getrieben worden, der nur 

dahin geführt hat, dass überhaupt Niemand mehr genau weiss, 

was ein „gelöwter Leopard" und ein „leopardirter Löwe" ist. 

Ganz einfach nennen wir daher: 

1) den Löwen, welcher aufrecht steht und nach rechts, resp. 
links schaut : „Löwe" (Tafel XIV. Fig. 32—35). 

2) den Löwen, welcher aufrecht steht und den Beschauer 
ansieht: (aufgerichteten) „Leopard" (Tafel XV. Fig. 2.) 

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Wenn eins dieser Thiere schreitet, so liegt doch auf der Hand, dass es dadurch doch noch kein 
anderes, d. h. der Löwe kein Leopard wird, folglich bezeichnen wir die auf drei Pranken stehenden, eine 
der Vorderpranken in die Höhe hebenden, also „schreitenden a löwenartigen Thiere, sobald sie nach dem 
Seitenrande sehen, als: „schreitende Löwen" (Tafel XIV. Fig. 38) Tafel XV. 8. 4. 6. 7., sehen st* aber 
den Beschauer an, als: „schreitende Leoparden" (Tafel XV. Pig. 13). 

In der alten Heraldik kannte man überhaupt den Unterschied zwischen Leopard und Löwe nicht, 
resp. man handelte ganz nach dem Ermessen eines Jeden. So zeigen z. B. ältere Abdrücke des Wappens 
der Waldbarg bald Leoparden, bald Löwen, ebenso wurden in ältester Zeit die englischen und dänischen 
Leoparden, schleswigschen Löwen eben so häufig rechts- als vorwärts sehend dargestellt. (Nur die 
Wappenthiere der Hohenlohe kommen von jeher stets als Leoparden vor, merkwürdiger Weise immer 
mit untergeschlagenen Schweifen), so dass die Behauptung, die Wappenthiere sollten überhaupt Katzen 
vorstellen , sehr an Wahrscheinlichkeit gewinnt). Wir müssen jedoch jetzt den Unterschied thatsächlich 
festhalten und werfen den „gelöwten Leopard", ebenso den „leopardirten Löwen " zu anderen Ungeheuern 
hiermit feierlichst in die Wolfsschlucht. 

Im allgemeinen bemerken wir noch, dass man in der alten Heraldik nicht einmal zwischen 
schreitenden und aufrechten Thieren einen ängstlichen Unterschied machte, sondern dieselben so in den 
Schild hineinbrachte , wie es dessen Form gerade zuliess , so , dass die Thiere stets möglichst den Platz 
ausfüllten, es kommen daher in einem Schilde beide Arten oft vor. 

Nach Obigem sind also die Köpfe in Tafel XIV. Fig. 41 als „abgeschnittene" in Tafel XIV. 
Fig. 42 und Tafel XV. Fig. 2 als abgerissene „Löwenrümpfe," dagegen der in Tafel XV. Fig. 15 als 
Leopardenkopf anzusprechen. 

Erscheint von irgend einem Thiere nur der Kopf, mit einem längeren Stück des Halses, jedoch 
ohne Vorderpranken (bei Vögeln ohne Flügel X, so nennt man denselben überhaupt stets : Rumpf und 
wird er, wenn nicht „ abgerissen " dazu gesetzt ist stets als abgerissen betrachtet. 

Tafel XIV. Fig. 40 dagegen ist ein halber (\) gekrönter Löwe, d. h. abgeschnitten an der letzten 
Rippe, wobei es sich von selbst versteht, dass die Vorder-Pranken vorhanden sind und der halbe 
Uwe frei im Schilde schwebt. 

Tafel XV. Fig. 16. ist ein gekriipß sitzender Leopard (hierbei und bei dieser Stellung ist die 
vorwärts gekehrte Körperstellung selbstredend). 

Tafel XIV. Fig. 36 sind zwei abgewendete Tafel XIV. Fig. 37. zwei verschränkte Löwen (hierbei 
ist die Zeichnung so gemacht, dass die Löwen zusammen nur 2 Hinterpranken haben). 

Wenn ein Löwe (oder auch ein anderes Thier) seinen Kopf nach rückwärts wendet, so heisst es 
„widersehend" (Tafel XV. Fig. 5, Tafel XVI. ¥\g. 40.) Diese Art erscheint bei Thieren im Schilde 
weniger, ziemlich häufig jedoch, sobald dieselben Schildhalter sind. 

Der Löwe kommt auch gekrönt vor, es ruht jedoch der Kronenreif mehr auf seinem Oberhaupt 
zwischen den Ohren, als dass er den Kopf umschliesst ; die Krönung mit Königlicher Bügelkrone, wie nach 
Grünenberg Tafel 74 ihn die t Grafen v. Wunstorf führten, (Tafel XV. Fig. 35) dürfte ein ünicum 
sein, ebenso, dass wie Tafel XV. Fig. 6 — Grünenberg XIH. 6 — der Löwe ein unten mit Pfaufedern 
bestecktes Halsband hat. 

Steht ein Löwe oder Leopard (Tafel XV. Fig. 10) auf allen Vieren, so heisst er „stehend". 

Ist er nur (wie Tafel XV. Fig. 8) bis zur Hälfte sichtbar, so nennt man ihn „wachsend" . 

Zu melden ist ausserdem alles ungewöhnliche, so z. B. dass der Löwe einen Heiligenschein hat, 
dass er etwas (z. B. eine Burg) trägt (Tafel XV. Fig. 9) wenn er (wie der Leopard auf Tafel XV. 
Fig. 12) den Schweif durch die Hinterbeine geschlagen hat, was die Engländer und Franzosen nicht übel 
„beschämt" nennen, oder wenn er gefleckt ist, wie z. B. der im Wappen der Grafen v. Aham u. v. Pentz 
(Tafel XV. Fig. 14). Hat er die Zeichnung des Tigers, so wird man ihn als solchen (Tafel XV. Fig. 17.) 
anzusprechen haben. Die Krallen (Waffen) sind häufig anders tingirt. 

littwenpranken 

kommen im Schilde nicht sehr häufig vor; eine dergl., aus dem Obereck hervorgehend, zeigt Tafel XV. 



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Fig. 18, eine zweite erscheint auf Tafel XV. Fig. 19., hier eisen Schlüssel haltend (Wappen der v. Hutn* 
bracht (Schlesien) und v. Heimbrachts (Hessen). ?*arweis sind sie häufiger. 

Wildkatze (Tafel XV. Fig. 20.) 
führten, gekrönt miü durchgeschwungenem Schweif, :n den letzten Jahrhunderten die v. Westernhagen ; 
Ältere Siegel aber zeigen statt deren einen aufrechten Leopard und wird derselbe jetzt wieder gefuhrt. 
Dagegen kommen 

zalime Katzen (Tafel XV. Fig. 21. 22.) 
im Wappen vor (der Kater im Wappen der v. Pfetten soll na?.*h anderer Nachricht indessen ursprüng- 
lich auch ein Leopard sein) die Ungnai v. Suneck in Känitben führten eine natürlich graue Katze 
in Silber, die v. Katie in der Mark eine springende und in einer anderen Linie eine sitzende Katze 
mit Maus im Rachen. Die v. Katzenstein (Grünenberg 137 — Tafel XV. Fig. 23) führen eine gekrönte 
Katze, mit goldenem Leibring, stehend. Die Katzler führen einen von 2 Katzen gehaltenen gestümmelten 
Baumstamm. 

Iridis (Tafel XV. Fig. 24.) 
ist in Wappen selten; er soll stets vorwärts sehen und lange spitze Ohren und Stummelschweif haben; 
die Grafen Luxburg führen ihn ^sitzend*) rechtssebend im Herzschilde; das polnische Wappen Rys hat 
einen gekrönten Luchs, ebenfalls rechtssehend, im Schilde. 

der BÄr (Tafel XV. Fig. 25—28.) 
kommt schreitend, oder aufrecht (Tafel XV. Fig. 25. 26. 27.) mit und ohne Halsband, an letzteren 
auch oft eine Kette (Tafel XV. Fig. 28) auch klimmend (z. B. im Bernburgischen Wappen) vielfach in 
Wappen vor, besonders derjenigen Geschlechter, welche einen ähnlich klingenden Namen haben, wie 
Bahr, Bär, Bärenfels, Bärenthal, Behr, Behrens, Bernfels u. A. 

Die Pranken des Bären, wie auch beim Wolf, Fuchs, Biber, sowie bei den kleineren Raubvier- 
ftlsslern heissen: Tatzen (2 dgl. Tafel XV. Fig. 31). Der schreitende Bär soll nach alter Regel den Rachen 
geschlossen haben. Ein eigentümliches Bild giebt Grünenberg, nämlich £ Bären mit Halsband, durch 
dessen Rachen ein hinten geknotetes Tuch gezogen ist (Tafel XV. Fig. 29.) Ein Bärenrumpf ist 
Tafel XV. Fig. 30. zu sehen. 

Wolf 

kommt sowohl in aufrechter Stellung vor (Tafel XV. Fig. 32. 33.), aber auch, wie in Tafel XV. 
Fig. 85. (Wappen v. Borcke) schreitend. Die Stellung, wie er sie im Wappen der v. der Asseburg hat 
(Tafel XV. Fig. 36 dürfte viel eher auf einen Vielfrass, in der bekannten merkwürdigen Stellung (wie 
er z. B. auch auf dem Helme der v. Quitzow vorkommt, d. h. nach der Fabel im Begriff, sich nach 
der Uebersättigung zwischen 2 Bäumen durchzukommen, um den Ueberfluss los zu werden, hindeuten, 
als auf einen „zum Sprung geschickten" Wolf). 

Wölfin (Tafel XV. Fig. 34.) kommt stehend widersehend (Romulus und Remus säugend) im 
Wappen der Rummel und Rommel und schreitend, z. B. im Wappen der Bock von Wülfingen, vor. Hier 
sind die Zitzen deutlich gekennzeichnet. 

Der Unterschied zwischen Wolf und Fuchs ist sehr schwer zu finden; es geben dabei nur die 
Eltesten Siegel den Ausweis, welches Thier es ursprünglich war, denn dass der Wolf, wenn er hungrig 
ist, ebenso eine Gans raubt, ist klar. Im Allgemeinen wird der Wolf indess ohne Raub und struppiger, 
mit grosseren Tatzen und kürzeren Lauschern als der Fuchs abgebildet. Die Ruthe, welche nach einigen 
Heraldikern der Wolf aufrecht, der Fuchs gesenkt tragen soll, ist durchaus nicht massgebend, wie denn 
z. B. von Alters her eine Linie der Mecklenburgischen v. Voss, ihr Namenswappenbild, den Fuchs zur 
Unterscheidung von einer anderen Linie mit enthobener Ruthe führt, doch ist die des Wolfes struppiger. 

Fuchs (Tafel XV. Fig. 37-42.) 
Bestimmt sind Füchse die Wappenthiere der v. Voss } v. Reineck (Hessen-Nassau), v. ßobenhausen 
eine Gans raubend, (Tafel XV. Fig. 41.) v. Fuchs (Tirol und Franken) und überhaupt immer da, wo der 



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tfame Voss, Fuchs oder der „Reinecke* anklingt. Der Fuchs trägt manchmal eine Gugel, ein Mönch- 
oder (wie Tafel XV. Fig. 38) ein Rittergewand; u. E. nur als Beizeichen einer jüngeren Linie, obwohl 
die betr. Wappenherrn daran stets eine interessante Historie knüpfen -wollen ; eine Gans raubt auch der 
Fuchs oder Wolf im Wappen der v. Dresky\ ein Hirschgeweih trägt er im Rachen im Wappen der 
v. Brandenstein (Tafel XV. Fig. 87) einen abfliegenden Mantel auf Tafel XV. Fig. 40. 

Marder (Tafel XVI. Fig. 1.) 
soll u. A. die Wappenfigur der v. Äluggenthal sein, wenn es ursprünglich nicht ein Fuchs ( Ä Mucker?*) 
wai. Dagegen führen die schwedischen Freiherrn v. Mardeteld einen Marder, der sich von den übrigen 
ähnlichen Thieren dursch schlankeren Leib auszeichnet. 

Hermelin (Tafel XVI. Fig. 2.) 
i. e. Edelmarder, weiss mit schwarzer Schwanzspitze; uns nur im Wappenschild der Harm in Tirol, so- 
wie auf dem Helme der Freiherrn und Herrn v. Bösen (-Hochrosen, -Gross- Roop etc.) in Livland, 
Schleswig, Schlesien und dem Elsass bekannt. 

Biber (Tafel XVI. Fig. 3.) 
sehr selten, uns nur im Wappen der von Bibra y Beverförde, Quasser in Steiermark und Hübschmann 
v. Biberbach im Elsass, sowie im Wappen der Stadt Biberach bekannt. Der Schwanz wird gewöhnlich 
sehr stark ausgeprägt und bläulich gezeichnet, die Tatzen haben Schwimmhäute. Der Biber kommt 
auch wol gekrönt vor. 

Fischotter 
führen die v. Ott in Bayern und einige andere Familien ähnlichen Namens; er hat die natürliche Ge~ 
stalt und Farbe. 

Hunde 

Hier unterscheidet die Heraldik dreierlei: 

1. den Windhund, 

2. den Bracken (Leithund), 

3. den Rüden (Dogge). 

Der Windhund zeichnet sich von den andern durch langfliegenden oder umgelegten spitzen 
Behang, schlanken glatten Körper und Ruthe aus. Er kommt laufend (Tafel XVI. Fig. 6) aber auch 
aufrecht (Tafel XVI. Fig. 4. 5.) vor, zuweilen auch liegend, wie z. B. im Wappen der v. Poser. 

Der Bracke (Tafel XVI. Fig. 7—10.) ebenfalls in beiden Stellungen, auch stehend (Tafel XVI. 
Fig. 7.) sitzend und liegend vorkommend, hat langen runden Behang, gedrungenen Körper und zottige 
Ruthe, (3 Köpfe von ihm s. Tafel XVI. Fig. 11). Sowohl Windhund, wie Rüde tragen für gewöhnlich 
ein Halsband, theils einfach gelb, oder auch roth mit goldenen Borden, Ring und Buckeln. 

Der Rüde endlich (ein Rüdenrumpf Wappen der Rüdt v. Collenberg) cfr. Tafel XVI. Fig. 12 
hat die Struktur des Bracken, aber wie der Windhund spitzen jedoch nicht umgelegten Behang. 

Kons (Tafel XVI. Fig. 13—21.) 
kommt sehr häufig und zwar: schreitend (Fig. 13. 14.), aufrecht (Fig. 15— 18.) und laufend (Fig. 19.21.) 
in Wappen vor, entweder gezäumt, wie Tafel XVI. Fig. 13—15. oder ungezäumt, wie Tafel XVI. 
Fig. 16 — 21. sogar mit Sattel und Steigbügel, wie im Wappen der Grafen Ooetzen und v. Kaphengst. 

In letzterem Wappen soll, dem Namen entsprechend, das schreitende Ross ein „ Wallach*, ebenso 
wie das Ross im Wappen von Stuttgart eine Stute vorstellt; im Uebrigen dürfen die Kennzeichen des 
Hengstes bei der Zeichnung nicht vergessen werden. Die Rosse haben selten die Zunge ausgeschlagen 
aber stets das Maul etwas geöffnet. 

Man gebraucht vom Pferde den Ausdruck „gezäumt" , wenn ein Zaum vorhanden ist, ^beschlagen" 
wenn die Hufeisen von anderer Farbe, Jbehuft" , wenn die Hufe von anderer als schwarzer Farbe, 
„gemahnt" , wenn die Mähne von anderer Färbung als das Ross ist. Die Ausdrücke ^wild a für ein 



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angezäumt laufendes und ^bäumend" für ein «teil aufgerichtetes Ross scheinen uns überflüssig zu sein, 
da sie durch „laufend oder galoppirend" resp. „aufrecht' 1 ersetzt werden. 

Vom Pferde unterscheidet sich durch Ohren und Gestalt auch im Wappen der 

Esel (Tafel XVI. Fig. 22-26.) 
der, warum ist uns unklar, in den Wappen, wo er* vorkommt, z. B. Helldorf, Riedheim, Racknitz, Reichen- 
bach etc. gewöhnlich zum Maulthier degradirt wird. Da es in Wappen doch keine „Schand-Thiere" giebt, 
so gewöhne man sich doch daran, jedes Thier beim richtigen Namen zu nennen; unsere alten Heraldiker 
würden es nie gewagt und noch viel weniger die Altvorderen es gethan haben, ein Bastardthier ins 
Wappen zu geben oder zu nehmen. Den Eselskopf ganz vorwärts gekehrt, wie er im Polnischen Wappen 
Pötkozic vorkommt (Tafel XVI. Fig. 25) nennt man „im Visir u (gestellt). Pigur26. ist ein halber (£) Esel, 

Stier (Tafel XVI. Fig. 27—32.) 
Derselbe kommt schreitend (Tafel XVI. Fig. 27, Wappen der Niederlausitz) stehend (Tafel XVI. Fig. 32 
und aufgerichtet (Tafel XVI. Fig. 29. 33.) vor. Manche wollen den Stier vom Büffel dadurch unter- 
schieden wissen, dass das Gehörn (welches nebst den Hufen gewöhnlich anders wie er und das Feld 
gefärbt ist und zusammen mit „Waffen" bezeichnet wird) bei letzterem nur einmal (halbmondförmig), 
beim Stier (Ochsen) aber doppelt (S förmig) gebogen sei. Wir sind indess der festen Ueberzeugung, dass 
die alten Heraldiker überhaupt nur den Büffelstier (als jagdbares Thier) gemeint haben und nicht den 
Ochsenstier, unser Hausthier. 

Darum dürfte es geboten sein, auch dieses Thier, wo es ganz oder theilweise (als Stierrumpf 
Tafel XVI. Fig. 84, als £ Stier mit Nasenring (Tafel XVI. Fig. 28), als Stierkopf im Visir : Tafel XVI. Fig. 80) 
vorkommt, stets möglichst rauh, zottig und wild, also als wirklichen Büffelstier zu zeichnen und als 
solchen anzusprechen* 

Den besten Gegenbeweis gegen die oben angedeutete Theorie hinsichtlich der angeblichen Ver- 
schiedenheit des Gehörns des Stiers und Büffels in der Heraldik giebt uns die Entwicklung des Helm* 
Schmucks der sogenannten Büffelhörner. Dieselben kommen in der ältesten Zeit einfach halbmond- 
förmig gebogen vor, nehmen erst später die Gestalt wie in Tafel XVI. Fig. 31 an und werden erst seit 
der Renaissancezeit, unter Beibehalt dieser S-förmigen Form, mit Mündungen abgebildet, was späteren 
Zopfheraldikern die irrige Ansicht beibrachte, es seien das überhaupt nicht Büffelhörner, sondern ^Ele- 
fantenrüssel (/)" als welche, sogar mit den beiden Nüsterlöchern, sie abzubilden, man sich nicht entblödete* 

Wenn auf dem Helme, oder im Schilde, wie in Tafel XVI. Fig. 31 ein Paar solcher Hörner 
ohne Mündung erscheint, so ist dies zu melden, diese z. B. würde man als „geschlossene" bezeichnen; 
ist ausserdem, wie hier, das Gehörn unten verbunden, indem noch ein Stück Hirnschale daran sitzt, so- 
wie die Ohren, so meldet man solches, z. B. „ein (geschlossenes) Büffelgehörn mit Grind und Ohren* 

Ein Kopf wie in XVI. Fig. 80 heisst, wie wir bereits oben beim „Esel" sagten, „Büffelkopf im 
Visir* Ist, wie hier, unten noch ein Stück des abgerissenen Halsfells zu sehen, so ist dies zu melden, 
indem man das Wort „abgerissen 11 hinzusetzt, was bedeutet, dass der Kopf nicht vermittelst eines glatten 
Hiebes abgetrennt, sondern herabgerissen wurde. 

Hier und beim Stierrumpf ist die Zunge herausgeschlagen, beim ganzen Stier nur in ältester Zeit. 

Kühe (Tafel XVI. Fig. 35.) 
kennzeichnen sich als solche durch das Euter; gewöhnlich tragen sie auch ein Halsband mit Glocke oder 
Schelle und sehen den Beschauer an. Ein Kalb erscheint z. B. im Wappen der v. Kalb-Kalbsrieth aufrecht. 
Ein junger Stier soll das Wappenbild des polnischen Wappen Ciolek, welches u. A. die Ponia- 
towski führen, sein. . 

Lamm 
und zwar Tafel XVI. Fig. 36 ein „widersehendes Osterlamm u (agnusdei), d.h. mit goldenenem Heiligen- 
schein um den Kopf und mit dem einen Vorderfuss eine Osterfahne (w. mit gem. r. Kreuz haltend); 
Tafel XVI. Fig. 37 ist als: „schreitendes Lamm" anzusprechen. Alle Lämmer werden ohne Gehörn und 
sichtbare Geschlechtstheile abgebildet, wogegen der 

B. 22 



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Widder 

•ich durch starkes Gehörn und markirten Geschlechtstheil kennzeichnet. Sein Gehörn und seine Hufen 
„Waffen" sind meist andersfarbig als er und das Feld; die Zunge nur in älterer Zeit „ausgeschlagen.* 

Der Widder kommt sowohl (Tafel XVI. Fig. 38) aufgerichtet (und linksgekehrt), wie schreitend 
Tafel XVI. Fig. 39, endlich aber auch wie Tafel XVI. Fig. 40 (Wappen der v. Borwitz, Linie Hartten- 
stein in Schlesien) weil zugleich widersehend, als: „ wachsam u vor; der Gewohnheit der Widder bei 
wilden und zahmen Schafheerden, von Zeit zu Zeit mit einem der Vorderbeine scharf gegen die Erde 
zu stampfen entsprechend, hat er hier das eine Vorderbein erhoben, ohne deshalb zu „schreiten." 
Tafel XVI. Fig. 41 ist ein abgerissener „ Widderkopf im Visirf Tafel XVI. Fig. 42 ein (aus Dreiberg 
wachsendes) Widdergeftorn, welches, wiewohl selten auch als Helmschmuck (s. d.) erscheint; auf 
Tafel XVn. Fig. 1 liegen 2 Widderhörner „querlinkshin" 

Zu erwähnen ist noch, dass Widder- und Bockskopf (s. d.) in den letzten Jahrhunderten sehr viel- 
fach mit einander verwechselt worden sind , obwohl bei einiger Aufmerksamkeit dies hätte wohl ver- 
mieden werden können. 

CSemsbock (Tafel XVII. Fig. 2.) 
erscheint meist auf Felsen stehend. Ein Gemsgehörn weidmännisch: ^Gemsgewicht*, kommt aber, ausser 
im Wappen der Grafen Morawitzki, v. Lichtenberg (Sachsen) v. Oheimb (Hessen) und Freiherrn v. Rhein' 
haben kaum vor. Ein Gemsenrwm/?/* erscheint u. W. nur im Wappen derer v. Biarowsky (Bayern). 

Dass die v. Kamecke und Andere ihren ehrlichen Bocksrumpf zeitweis als einen „Gemsrumpf" 
ansahen, lag wohl mehr in der nunmehr glücklich abgestreiften unerwiesenen Tradition von der Ab- 
stammung -des Geschlechts aus den italienischen Alpenländern. 

Bock 

Hierunter ist immer der* Steinbock verstanden. Derselbe erscheint meistens aufgerichtet (Tafel XVII. 
Fig. 4. 7. 8.), aber auch laufend (Tafel XVn. Fig. 3) und stehend (v. Keller aus Bern). 

Der Bock wird mit sehr starkem Gehörn, Bart und Geschlechtstheilen dargestellt, seine Hörner 
und gespaltenen Hufen ^Waffen" sind meist andersfarbig als er und das Feld, entgegengesetzt von der 
Ziege , welche meist stehend, mit fast gradem Gehörn z. B. in einem Felde im Wappen der ehemaligen 
Bepublik Venedig und im Wappen der Capris in Italien vorkommt. In englischen Wappen wird meist 
so die „Gazelle", die aber mehr als Schildhalterin verwandt wird, abgebildet. 

Ein Bocksrumpf ist Tafel XVn. Fig. 7. 

Ein Bocksgehörn als Helmschmuck ist nicht ungewöhnlich (Stammhelm von Baden) ebenso er- 
scheinen einzelne Bockshörner dort und im Schilde; der Grind ist gewöhnlich ornamental kleeblattartig 
gestaltet, wie z. B. in Tafel XVII. Fig. 8. 

Hirsch 

erscheint sehr häufig sowohl stehend (Tafel XVn. Fig. 9. 10.) wie schreitend (Tafel XVH. Fig. 11. 12.) 
und aufrecht (Tafel XVH. Fig. 13. 15.), seltener in vollem Lauf und liegend in Wappen. Das Geweih 
und die Hufe (die „Waffen") sind meist abstechend von seiner Farbe und der des. Schildes tingirt. 
Neuerdings zählt man die Enden des Geweihes, so dass also die Zahl der einzelnen Zinken einer Stange 
angibt, ob er vier-, fünf-, sechs-, acht-, zehnendig etc. ist. 

£ Hirsch ist Tafel XVU. Fig. 16. 17.. Ein Hirschrumpf (abgeschnitten) Tafel XVII. Fig. 18. 
Ein „Dammhirschkopf im Visir u ist Tafel XVH. Fig. 19. 

Ein Paar unten zusammenstossende Hirschstangen, mit einem Stück der ornamental verzierten 
Hirschschaale („Grind" genannt) heisst ein Hirschgeweih (Tafel XVTI. Fig. 20), „eine Hirschstange* 
auf Dreiberg gebogen (der Grind links) ist Tafel XVH. Fig. 21; „drei Hirschstangen querlinkshin über- 
einander , a d. h. der Grind nach rechts, die obere Spitze nach links gekehrt, (Wappen von Württem- 
berg) ist auf Tafel XVII. Fig. 17 dargestellt). 

Wenn nicht anders gemeldet, zeigen bei querliegenden Hirschstangen die Zinken stets nach oben y 



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der Grind nach rechts bei einer einzeln im Schilde oder auf dem Helme vorkommenden au/rechten Hirsch- 
gtange ist zu melden, ob ea eine rechte ist (d. h. die Zinken nach rechts kehrt) oder eine linke (d. h. 
die Zinken links gekehrt). 

Eine Hindin (Hirschkuh), schreitend, führten die f *• Hindenburg in Ostpreussen (jetzt die 
y. Beneckendorff-Hin den bürg). 

Rebe 

kommen selten in Wappen vor. 

Einen Rehbock führten ursprünglich aufrecht über 8 Kleeblättern die Etzdorf in Bayern 
(Tafel XVn. Fig. 14). Das Wappenbild der Rhediger (Rehdiger) in Schlesien dürfte, dem Namen ent- 
sprechend, auch eher auf einen Rehbock, als auf einen Hirsch, wie jetzt geführt, hinweisen« 

Eine Rehhindin („Reh") schreitend führten die von Regemann in Bayern (Tafel XVH. Fig. 28.) 
und die v. Loser in 8achsen, aber sie kommt auch aufrecht (Tafel XVH. Fig. 24, 25.) vor. Tafel XVn. 
Fig. 26. ist ein Reh-Schlägel, sehr selten in Wappen. 

Hase 

ein in Wappen ebenfalls ziemlich seltenes Thier, es führen ihn z. B. aufreckt (Tafel XVII. Fig. 27.) 
die v. Stützlinger in Bayern, und v. Haza-Radlitz in Schlesien, sitzend: die Freiss und Raseier in 
Oeaterreich und laufend die v. Haasi in Bayern und v. Haas in Thüringen. 

2 Hasen köpfe, abgeschnitten übereinander zeigt das vordere Feld des Wappens der Familie 
Haltzan, als das anererbte der f v. Hasenkop. 

Eichhorn (Tafel XVII. Fig. 28.) 
kommt stets in der bekannten Stellung, d. h. auf den Hinterbeinen sitzend, gewöhnlich an Nuss oder 
Apfel, die es in der Vorderpfote hält, nagend vor (v. Aichinger f v. Förder u. A.). Auch in Wappen 
mehrerer ungarischer Familien erscheint es. 

Wachs (Taiel XII. Fig. 29. 30.) 
selten, sowol schreitend, im Wappen 4er de Taxis (Tafel XVII. Fig. 29.) wie auch aufrecht im Wappen 
der v. Dachsperg in Bayern (Tafel XVH. Fig. 30.) vorkommend. 

Letzteres Wappen erinnert sehr an der v. d. Berswordt in Westfalen und Schweinichen in 
Schlesien und kann bei schlechter oder undeutlicher Zeichnung leicht mit jenem verwechselt werden, 
obwohl, dem Namen entsprechend, das Thier dort sicherlich ein Eber („Bör tf ), resp. Schwein ist. 

I«el 

Nicht sehr häufig in Wappen (Igelshof er in Oesterreich , Staudigl in Salzburg) vorkommend , theils 
stehend (Tafel XVH. Fig. 31) theils liegend (in eine Kugel zusammengeballt) wie im polnischen 
Stammwappen Jez\ 

Eber (Tafel XVH. Fig. 32—35.) 
kenntlich durch die starken Hauer („Bewehrung oder Waffen"), den meist abstehend gemalten Rücken- 
kämm, Geschlechtstheil und aufgerissenen Rachen. Der Eber erscheint sowohl aufrecht (Tafel XVH. 
Fig. 32. 33.), wie schreitend (Tafel XVH. Fig. 34. 35.) ziemlich häufig in Wappen , fast immer schwarz 
oder silbern. Der Eber wird bekanntlich auch „Bör* (Borg) genannt, daher vorkommend in Wappen mit 
Hamen wie: v. d. Berswordt, Behrens, Behr, Bär etc., wo, wenn die Wappenbilder nicht Bären sind, 
es stets Eber, niemals Sauen sein müssen. 

Tafel XVH. Fig. 36. 38 sind „Eberrümpfef Fig. 37, degegen ein „Eberkopf \ u beide werden stets 
als „abgeschnitten" nicht als „abgerissen" dargestellt. 

Eberzähne sollen die beiden hörnerartigen Figuren zwischen denen der Eber wächst, auf dem Helme 
der v. Basteiwitz in Mecklenburg sein; n. E. sind es indess einfach Stierhörner ältester Form. 

Ob das Thier im Wappen der v. Schweinichen in Schlesien ursprünglich ein Eber oder eine San 
Torstellt, könnten nur alte Siegel nachweisen. Eine springende San führten aber bestimmt die t v. Sün- 



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ching in Bayern and jetzt, von diesen ererbt und gekrönt, die Grafen Seinsheim. Ebenso ist das Thier 
im Wappen der Sxdzemos und Kammerau in Bayern augenscheinlich eine Sau (Tafel XVII. Fig. 89). 

Ferkel und zwar 3 (2. 1.), führt die Familie v. Champorcin in Reuss (Tafel XVII. Fig. 40.) 
nach anderer Variation sind dies „ Meerschweinchen \ u 

Ein wirkliches Meerschwein führten die f 0. Mörschwein im Elsass. 

finden sich in Wappen der v. Meusel, v. Ritschamer etc. — sehr selten. 

Fledermaus (Tafel XVII. Fig. 24.) 
kommt vor im Wappen der Cor in Frankreich, Trippel in Schaffhausen und auf dem Helme der von 
der Howen in den Russischen Ostseeprovinzen. 

Wir schliessen die Vierfüssler mit den nichteuropäischen Thieren: 

Meerkatzen und Allen (Tafel XVII. Fig. 41.) 
Diese erscheinen viel in Wappen ; erstere unterscheiden sich von letzteren durch langen Schweif und da- 
durch, dass sie gewöhnlich einen Ring (mit oder ohne Kette daran) um den Leib tragen. Beide Arten 
sitzen stets gekrüpft, d. h. auf den Hinterbeinen, und halten entweder Früchte oder einen Spiegel in 
Vorderpfoten, wie z. B. auf dem Helme der Freiherrn v. Weichs in Westfalen. 

Dromedar (Tafel XVII. Fig. 42., Tafel XVIII. Fig. 1.) 
i. e. einhöckeriges Kameel, führen die Pübinger in Bayern, Seeau in Oesterreich, Schmoltze in Schlesien 
Pülacher in Bayern und Kröcher in der Altmark. Es kommt stets stehend vor. 

Elefant (Tafel XVIII. Fig. 2. 3.) 
oder altdeutsch: „Helf, mit sehr stark entwickelten Ohren und bald hängendem, bald aufrechtem Rüssel 
führen viele Familien mit ähnlich klingendem Namen z. B. Helfreich, Helfenstein, Oelffen, Höfner, 
sowie die Schauer und Freiherr v. Le Fort und zwar stets stehend, oder schreitend. In dänischen 
Wappen kommen Elefanten mehrfach als Schildhalter, sogar aufrecht vor. 

tf ashorn (Tafel XVHI. Fig. 4.) 
(das einhörnige) hommt unseres Wissens nur in 2 Wappen: z. Lorenz in Kurhessen und v. Fander in 
Livland vor, in beiden Fällen stehend. 

3) V5gel. 

Adler (Tafel XVIII. Fig. 5-16.) 
Der Adler erscheint in Wappen ausserordentlich häufig; seine Gestalt und Stellung weicht von der 
des natürlichen Adlers gänzlich ab und ist genau festgestellt, wenn allerdings auch Zeit und Styl wie 
an Allem, so auch hieran gemodelt haben. 

Auch für die Zeichnung des Adlers giebt es Hilfslinien, welche nebenan 
h gezeichnet sind. 

a f ist die Linie vom Kopf bis zum Schwanz; 
b g und c g die Flügel; 
d g und e g die Beine. 

Der Leib erscheint stet« schlank, gewissermassen „mit Taille u , die Schul- 
ter bilden zusammen einen herzförmigen Ausschnitt, aus dem der ^-förmig gebo- 
gene, mit nur einigen abfliegenden Büscheln versehene sonst glatte Hals hervor- 
ragt, der Kopf mit ausgeschlagener Zunge und hinten mit nach abwärts ge- 
spreizten Schopffedern hat , wenn nicht anders gemeldet , rechtsgekehrten offenen 
Schnabel; die Flügel mit gewöhnlich 7 nach abwärts gespreizten Federn kehren 
die knorplichen Theile („die Saxen u ) einwärts ; die Fänge sind schrägabwärts ge- 
streckt mit gänzlich auseinander gespreizten langen Erallen; der Schweif ist 
ornamentirt gestaltet, senkrecht nach abwärts gestreckt. 




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Der Adler in Tafel XVIIT. Fig. 6 ist gekrönt und linkssebend, die halbmondförmigen Spangexr 
mit kleeblattartigen Enden im Pittgel werden „Kleestängel" genannt („Flügel mit Kleest&ngel") und 
dienten ursprünglich dazu, den Adlern, sofern sie ak Helmachmuck erschienen, eine grössere Festigkeit. 
der Flügel zu verleihen. 

Aehnlichen Zweck hatte der Brustmond, d. h. eine vollständige halbmondförmige Spange, welche 
Über die Adlerbrust hinweg sich bis an die Flügelansätze (Saxen) hinzog (Tafel XVIIL Fig. 8. 20} 
Der Adler in ersterer Figur heisst „schräggestellt" 

Der Adler in Tafel XVIIL Fig. 9 heisst überzwerch, muss aber als „linkssehend" angesprochen 
werden. Würde der Schnabel abwärts gekehrt sein (Tafel XVIII. Fig. 16.) so würde dies die regtdair* 
Stellung sein. Falls der Adler in derselben Ueberzwerchstellung den Schweif nach rechts kehrte, würde 
er als „lirikshin überzwerch" blasonirt werden müssen und den Schnabel nach oben gewendet haben r 
andernfalls müssen er (wenn letzterer abwärts gekehrt wäre) noch als „linkssehend* angesprochen« 

Tafel XVIII. Fig. 13 heisst: „Adler mit Glorie" oder „hauptumscheinter Adler* ; der auf 
Tafel XVIII. Fig. 14 ist als Adler, „halbmondförmig auf Brust und Flügeln belegt mit 11 Schildchen" - r 
der auf Tafel XVIII. Fig. 15 als „ein halber gekrönter Adler am Spalt" und der auf Tafel XVIIL 
Fig. 16 als „flugbereiter Adler" anzusprechen. 

Wenn zwei Adler (Tafel XV1Ü. Fig. 10.) im Schilde erscheinen, so können dieselben nur über- 
einander % drei Adler (Tafel XVIIL Fig. 11.) nur zu 2. 1. stehen. Fünf Adler zeigt das Wappen des Erz- 
herzogthums unter der Eons (2. 2. 1. gestellt) g. in B. 

Tafel XVIII Fig. 12 ist ein halber (|) Adler. Das Ende des Leibes wird hier, wie auch bei hal- 
ben Menschenrümpfen, sobald sie im Schilde erscheinen, etwas glevenförmig ornamentirt dargestellt,. 
Torausgesetzt dass der Adler nicht etwa aus einer Krone oder dergleichen wächst 

Unheraldisch ist es, den wachsenden Adler so zu zeichnen, dass seine Schenkel sichtbar sind f 
wie wir es in modern-heraldischen Wappen vielfach sehen, er darf höchstens bis zur Mitte des Leibes 
sichtbar sein ! 

Tafel XVIIL Fig. 17. 18. zeigt einen, Tafel XVIIL Fig. 19 zwei (abgewendete) Adlersrümpfe, die 
wenn nicht anders gemeldet, stets als „abgerissen" (also ohne glatte Schnittfläche) gezeichnet werden. 

Von Theilen des Adlers kommen noch vor. 1) Adlerflügel, gewöhnlich nur als „Flügel 11 ange- 
sprochen. Die knorpliche Seite des Flügels nennt man „die Saxen* denen die Schwungfedern oder 
„Schwingen" gegenüberliegen. 

Wenn nicht anders gemeldet, sind die Saxen bei einem und drei Flügeln in einem Schilde 
(Tafel XVIII. Fig. 23.28.) stets: rechtsgekehrt, bei zweien (Tafel XVIIL Fig. 27) : gegeneinandergekehrt. 
Man würde also Tafel XVIII. Fig. 20—22 blasoniren müssen: „ein Flügel, die Saxen aufwärts 
n Fig. 20. 9 bdegt mit g. Mond," in Fig. 22 noch : „rechts als Adlerkopf ornamentirt." 

2) „Adlerfänge* oder „-Schenkelbeine," (Tafel XVIIL Fig. 29—81) und zwar Fig. 81. ein 
stehendes (d. h. die Krallen abwärts, das Gelenk links), Tafel XVIII. Fig. 29. liegend, Tafel XVIII. 
Fig. 30. „drei rechtsgekehrte ," (d. h. die Krallen), wobei selbstredend das Gelenk abwärts gekehrt 
sein muss ; Fig. 32. sind 2 -verschränkte Adlerbeine. 

Eine Verbindung eines Adlerflügels mit einem Adler -Fang wie auf Tafel XVIIL Fig. 25. heisst: 
Klauflügel". Hierbei steht die Kralle stets abwärts und der Flügel ist mit dem Gefieder des Fanges 
innig verbunden (poln. Stamm wappen Topacz). Die Verbindung eines Adlerflügels mit einer schwert- 
schwingenden Hand (cfr. Grtinenberg) ist Unicum (Tafel XVIIL Fig. 26). 

Geyer (Tafel XVIIL Fig. 33.) 
erscheinen nicht mit dem kahlen Kopfe des natürlichen Geyers, sondern in Gestalt des Adlers, stehen 
aber auf ihren Füssen, theils mit angeschlossenen Flügeln (Tafel XVIIL Fig. 33), theih flugbereit (Fig. 34.), 
immer aber auf Berg , Hügel , Ast oder Felsen gestellt , vornehmlich in Wappen, welche an den Namen 
anklingen, z. B. wie Geyer, Geyersberg etc. 

Falke (Tafel XVHL Fig. 35.) 
erscheint meist mit der federgeschmückten bunten Kappe, welche ihm über den Kopf gezogen ist, und 
B. 23 



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Schellen (d. h. Ringen, an denen hinten eine Schelle befestigt ist) welche ihm um die Ständer, dicht 
über den Erallen gelegt sind. Auch kommt er, statt der Kappe mit einer Binde um die Augen, ferner 
auch flugbereit vor; ohne Binde oder Kappe ist es eigentlich kein Falke, sondern ein anderer Raub- 
vogel niederer Gattung. 

Habicht 

auf dem Helme des polnischen Stammwappens Jastrzfbiec hat gleichfalls Schellen an den Füssen. Im 
Wappen der Freifrau v. Habitzheim (Hessen) erscheint ein fliegender Habicht, ebenso in einem Felde des 
Wappens der Fürsten v. Löwenstein, 

Sperber 

ein ähnlicher Raab-Vogel erscheint m. W. nur im Wappen der gleichnamigen neugeadelten Familie 
in Ostpreussen. 

Rabe (Tafel XVIII. Fig. 36-41.) 
sowohl „stehend" (Tafel XVIII. Fig. 37 38) wie „flugbereit" (Fig. 36.) „kampfbereit* (Tafel XVIII. 
Fig. 39. 40.) und „streitend" (Tafel XVIII. Fig. 41.) (Göler v. Ravensburg) vorkommend. In Grünen- 
bergs Wappenbuch, welches als massgebend angesehen werden muss, ist übrigens der Vogel im Wappen 
der letztgenannten Familie ursprünglich mehr als höherer Raubvogel, d. h. mit Adlersschnabel abgebildet. 
Gewöhnlich wird der Rabe mit Ring, Siegelring (Tafel XVHI. Fig. 38.) — v. Trotha — auch 
wohl mit einem Käse (v. Babenau) im Schnabel dargestellt. Drei schreiende hintereinander stehende 
Raben führten Tafel XVIIL Fig. 42. die f Burggrafen v. Stromberg. Den Wappen - Vogel dieser 
Familie als „ Dohle a anzusprechen, will uns nicht richtig scheinen, die Familie ist zu alt, um einen 
solchen gewöhnlichen Vogel als Wappenbild zu führen. Die „Dohle" kommt auch u. W. sonst nirgends 
in Wappen vor* 

Krähen (Tafel XIX. Fig. 1.) 
Als solche (2. 1. aufwärts fliegend) werden die 3 Vögel im Wappen der Freiherrn Tubeuf in Bayern 
erklärt; die Holzadel in Hessen führen 2 stehende Krähen, die Crayen in Preussen und Sachsen, sowie 
die Kray in Livland drei dergleichen im Wappen. 

Sittich (Tafel XIX. Fig. 2—4.) 
<L h. jene Art der grünen Papageien, welche zuerst in Europa verbreitet waren; sie kommen gewöhn- 
lich mit Halsband oder Haisring, auch gekrönt vor (v. Berlepsch, v. Buchenau). 

Eule (Tafel XIX. Fig. 5. 6.) 
{auch „Auff" genannt), kommt nicht sehr häufig vor (v. Auffenstein, v. Hörwarth); es ist hier stets 
•die dem Uhu am ähnlichsten sehende geohrte {Ohr-}Eule gemeint; sie erscheint immer halbrechts ge- 
wendet, aber vorwärts sehend, auch wohl gekrönt und mit Federbusch z. B. im Wappen der Ehevenhüller. 
Käuzlein führen die Keuzl in Augsburg, und als Stammwappen in ähnlicher Gestalt die Grafen 
Bethusy-Huc. 

Halm (Tafel XIX. Fig. 7—11.) 
— unser Haushahn — wird stets dargestellt mit grossem Kamm, Lappen (anter dem Schnabel), Sporen 
und gespreiztem Schweif, theils stehend (Fig. 11.), theils kämpfend (Fig. 7 — 9.) oder schreitend, 
d. h. den rechten Fuss ein wenig hebend. 

Zwei kämpfende Hähne cfr. Fig. 10. 

Zwei abgewendete HahntUmpfe erscheinen (Tafel XIX. Fig. 12.) im Wappen der v. Rarling. 

Der Truthahn kommt vor im Wappen der Hünerwadel in Bern, dürfte indess Unicum sein. 

Koppe i. e. gekappter Hahn (Kapaun), erscheint ohne Sporen im Wappen der v. Koppel und 
Koppelte in Bayern. 

Henne (Tafel XIX. Fig. 13.) 
*. ß. im Wappen der gef. Grafsch. Henneberg, stets in ihrer natürlichen Gestalt. 



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Das Thier im Wappen der Proih. v. Henneberg in Schlesien soll auch eine Henne sein, die aber 
jetzt stets als Hahn, wennigstens mit Hahnenschwanz (sie!) dargestellt wird. 

Birkhahn (Tafel XIX. Fig. 14. 15.) 
führen z. B. die Freiherren dieses Namens in Preussen ; 3 Birkhühner (Fig. 15.) die Familie v. Moltke. 
— Sehr Ähnlich dem Birkhahn wird übrigens (cfr. das W. der Auer v. Aufhausen in Bayern und Aurn- 
hammer in Schwaben), anch der Auerhahn abgebildet. 

Schwan (Tafel XIX. Fig. 16-20.) 
kommt gewöhnlich stehend'jmt etwas gelüfteten Flügeln vor. Auffallend ist der stark gebogene Hals, 
geöffnete Schnabel und herausgeschlagene Zunge, sowie die schwarze Färbung der Waffen. Er erscheint 
anch wohl gekrönt oder mit einem Hinge im Schnabel, auch flugbereit (Fig. 18. 19.), oder wie Fig. 21, 
mit Halsband und Kette. 

ITUenscltwalbe (Tafel XIX. Fig. 21.) 
ist der schwarze Schwan (Cormoran) # mit r. Brust, Schnabel und Füssen. Ihn führen z. B. die Freih. 
v. Closen in Bayern, wie die Uttendorffer in Ober-Oesterreich. 

«ans (Tafel XIX. Fig. 22. 23.) 
durch rothen Schnabel und Füsse, sowie kürzeren geraden Hals sehr wohl vom Schwan zu unterscheiden. 
Flugbereit und haupt- wie halsgekrönt erscheint sie im W. der Freiherrn Gans zu Putlitz. 

Auch Gansköpfe kommen mehrfach in Wappen vor (Fig. 24.), z. B. im Wappen der Grafen 
v. Przichowsky, hier im Dreipass gestellt. 

Ente 

führen u. A. die v. Endter in Bayern, ferner flugbereit (Tafel XIX. Fig. 25.) die v. Skal. Die v. Duck- 
witz in Sachsen haben 2 dgl. „tauchend" (!) „Duckenten" von denen nur das Hintertheil aus dem 
Wasser sieht! 

Jtlerletten oder Jflerlen (Tafel XIX. Fig. 26. 27.) 
nennt man Enten ohne Schnabel und Füsse, welche besonders häufig in Rheinischen, Französischen 
und Englischen Wappen vorkommen. Im letzteren ist die Merlette als Beizeichen jüngerer Linien 
sehr gebräuchlich. Zu unterscheiden von der gestümmelten Amsel, welche Schnabel und Bein-Rudera 
aufweist. 

Pelikan (Tafel XIX. Fig. 29.) 
erscheint sehr häufig in Wappen, stets in der Stellung wie hier abgebildet, mit ganz oder halb erhobenen 
Flügeln, sich mit dem Schnabel die Brust ritzend, um seine (3, 4, 5, 6, 7 — 9) Jungen mit seinem Blute 
ernährend. 

Gewöhnlich im Nest, kommt er indess auch ohne solches, auf Rasen vor. Auch wird, statt des 
Pelikans, manchmal der Schwan (wohl irrthümlich ?) in der Pelikanstellung dargestellt. 

Ob die „LöiFelgans* im Wappen der Löffler v. Tuxenhausen in Tirol und Lötfler v. Raunritz 
(Tafel XIX. Fig. 28.) nicht richtiger als „Schwan" zu blasonieren wäre, lassen wir dahingestellt. 

Reiher (Tafel XIX. Fig. 30.) 
erkennbar durch den Nackenschopf, theils mit halberhobenen, theils mit anliegenden Flügeln (v. Reyher 
in Preussen und v. Reiher in Kurland). 

3 Reiherrümpfe hintereinander zeigt Tafel XIX. Fig. 31. 

Kranich (Tafel XIX. Fig. 32.) 
erscheint, weil er nach der Sage, um nicht einzuschlafen, beim Wachehalten stets einen Gegenstand in der 
erhobenen Kralle des einen Fusses halten soll, in jener Stellung, mit Kugel, Ei oder Stein in der Kralle, 
auch wohl flugbereit; einen Kranich ohne derartiges Beiwerk mit rother Kopfplatte zeigt das Wappen 
der Kranich v. Kirchberg (Fig. 33.) einen Kasuar (?) (# mit b. Schnabel und Füssen und rother 
Kopfplatte (Fig. 34.) fanden wir bei Grünenberg Tafel- 144 (v. Willenbach). 



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Storch (Tafel XIX, Fig. 35—38.) 
erscheint zumeist stehend (selten Bugbereit, oder fliegend, x. B. v. Mühlenfels), mit geschlossenem oder offenem 
Schnabel. In letzterem hält er manchmal einen Frosch oder eine ßchlange oder auch einen Schlösse! 
(v. Strube). Er soll stets „in spinen Farben,* d. h. weiss mit schwarzen Flügeldecken, rothem Schnabel 
und Beuten dargestellt werden; auch kommt er halsgekrönt (Fig. 38.) vor. 

Strauss (Tafel XIX. Fig. 39.) 

fallt auf durch seinen nackten Hals und starken Federschweif, er h&lt als Abzeichen fast immer ein 

Hufeisen im Schnabel, gemäss der bekannten Sage, er könne Eisen und Stein verdauen. 

Einen Straussenrumpf führen z. B. die v. Heydeck in Ostpreussen und die v. Strauss in AHbayern» 
Straussenfedern, als Helmsehmuck sehr gebräuchlich (s. dort) kommen auch einzeln oder mehr» 

fach in Wappenschilden vor. (Poln. Stammwappen Piöra und Ko^czyc). 

Diese vier Vogelarten in Wappen zu unterscheiden, trotz der doch ziemlich deutlichen Attribute 

f&llt manchen Heraldikern noch immer entsetzlich schwer, weshalb wir die Kennzeichen jedes einzelnen 

Vogels möglichst deutlich zu geben bestrebt waren. 

Trappe (Tafel XIX. Fig. 40.) 
gekrönt, wird u. A. von der gleichnamigen Familie in Oesterreich geführt 

Pfau (Tafel XIX. Fig. 41. 42.) 
radschlagend (Fig. 41.) oder stehend (Fig. 42.) kommt nicht sehr hftufig in Wappen vor. Eine ganz 
aussergewöhnlicbe, nämlich die Stellung des heraldischen Adlers, hat der Pfau im Wappen der von Eyben 
(Holstein-Mecklenburg Tafel XX. Fig. 2.) Ein halber Pfau (Tafel XX. Fig. 1.) erscheint im Wappen 
der Oesterr. Gleynitz und Pfaunauer. 8 Pfauenrümpfe cfr. Tafel XX. Fig. 8. Pfaufedem als Ver- 
zierung und Pfauschweife als Helmkleinode sind ungemein häufig (cfr. dort). Die vor einigen Jahren in 
einer Zeitung aufgetauchte Idee, dieselben bedeuteten die Abstammung des betr. Wappenherrn vom hohen 
Adel, ist durchaus hinfällig. Die v. Chüden führen einen Pfauschweif im Schilde schräggestellt; die 
v. Pfau in Preussen und Anhalt die einzelnen Theile eines Pfaus vertheilt in die 5 Felder des Schildes 
(gev. mit Hz). 

Fasan (Tafel XX. Fig. 4) 
führen z. B. die v. Wrisberg in Mecklenburg, die Fasold in Franken, die Faschany in Salzburg. 

Paradiesvogel 

kommt u. W. nur im Wappen der v. Schweogelm (auf dem Helme) und Bitter v. Rokassowki beide m 
den Russ. Ostseeprovinzen vor, in beiden Fällen rechtsgekehrt als „fliegend" mit anliegenden Flügeln aber 
ohne Beine (weil der Paradiesvogel, der alten Sage nach, keine haben soll). Ausserdem stehend auf 
einer Kanone im Wappen mehrerer Russischer Fürstengeschlechter. 

Wiedehopf (Tafel XX. Fig. 5.) 
kommt uns. W. in den Wappen der Poppendorf (Oesterreich), Klauer in Hessen und Hopfnetz in 
Bayern vor. 

Hukiik 

in natürlicher Farbe im Wappen der Guggenberger in Franken. 

Wachtel 

im Wappen der Wächter in Bayern und Wachtl von Daun in Oesterreich. 

der Fink 

im Wappen mehrerer Familien dieses Namens. 

der Zeisig 

im Wappen der Zeyss in Oesterreich und Livland. Sämmtlich in natürlicher Gestalt und Farbe. 



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- to - 

Bachstelze (Tafel XX. Fig. 6.) 
«ad imx flugbtreit führen tu W. nur die Harker von Harkenstein in Bayern. 

Schnepfen (Tafel XX. Fig. 7.) 
führen 3 (2. 1.) die Lafdbrique in Bayern. 

Stieglitz 

wird ton 2 Familien d. N. Stieglitz geführt. 

Goldammer (Tafel XX. Fig. 8.) 

Goldamsel (Tafel XX. Fig. 9.) 

«Simpel (Tafel XX. Fig. 10.) 

Staar (Tafel XX Fig 11.) 
JEisvögel (Tafel XX. Fig. 14.) 
drei, je einen dreiblättrigen grünen Zweig im Schnabel im Herzschild der Grafen v. Nys in Bayern. 

Amseln (Tafel XX. Fig. 15.) 
Sperlinge (Tafel XX. Fig. 16.) 
im Wappen der v. Sperling, v. Lüning nnd v. Spatzenreither. 

Alle die vorbenannten Vögel erscheinen in bekannter natürlicher Figur nnd Farbe, die Amseln- 
Tielfach stehend auf Balken , Schrägbalken , in Obereck etc. , speziell in Wappen Rheinischer Adelsge- 
schlechter, auch wohl gestümmelt (▼. Velen), wenn dies nicht Merletten sein sollen. 

Zaunkönig 

anf dem Bücken einer Krähe sitzend, dürfte Unicum, im Wappen den v. Zaunschließer sein. 

Pirol (Vogel Bülow) 
führen die v. Bülow, ähnlich wie Tafel XX. Fig. 8, aber blau, mit goldener Brust. 

Taube (Tafel XX. Fig. 12.) 
sehr häufig in Wappen, theils stehend, theiis flugbereit, theite fliegend, oft mit Oelzweig im Schnabel, 
auch in Verbindung mit der Arche Noah und Schlangen (Biblische Symbolik: klug wie die Schlangen 
und ohne Falsch wie die Tauben), 

Sehr oft werden in Ermangelung anderer Bezeichnung, Vögel in Wappen ab Tauben blasonirt; 
hier muss bei Zweifeln der Name das Richtige ergeben, welchem ja das Wappenthier in den meisten 
Fällen entspricht 

Die „natürliche" Farbe der Taube in Wappen soll schwarz (oder dunkelgrau) und mit rothem 
Schnabel und Beinen sein. 

Schwalbe (Tafel XX. Fig. 13.) 
selten vorkommend, in natürlicher Figur und Farbe dargestellt, hier stehend auf Stern im Lippe'schen Wappen. 

4) Amphibien. 

Von diesen kommt am seitesten vor: 

Schildkröte 

sowohl kriechend (Tafel XX. Fig. 17), wie auch steigend, d. h. den Kopf dem Schildoberrand zukehrend. 
(Tafel XX. Fig. 18.) Noch seltener ist die 

JEideehse (Tafel XX. Fig. 19. 20.) 
i. B. im Wappen der Staudacher in Eämthen; ferner: Molche im Wappen der von Mobl in Baden. 
Die grösste Eidechse: 

B. 24 



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das Krokodil 

ist uns nur aus dem Wappen der Stadt Nismes in Frankreich erinnerlich, wo ein solches an einem 
Palmbaum mit einer Kette befestigt erscheint. 
Häufiger schon ist der 

Frosch (Tafel XX. Fig. 21—23.) * 
2. B. im Wappen der Fröschl in Wasserburg, der Grafen Loss (jetzigen Kleist von Loss), Frösckl von 
Marzoll u. A. 

die Krftte 

oder wohl richtiger Unke, erscheint im Wappen der von Mohl in Kurland ; doch könnten nur ältere Siegel 
nachweisen, ob die Wappenthiere ursprünglich* nicht etwa „Maulwürfe* sein sollen! 

Schlangen (Tafel XX. Fig. 24—2 9) 
kommen dagegen sehr häufig im Wappen vor. Bekannt ist die das Kind (nach älteren Darstellungen 
aber einen bärtigen ganz rothen Mann) verschlingende Mailänder Schlange (Tafel XIX. Fig. 28 — 29.), die 
geflügelte, kriechende im Wappen der Famile v. Cranach, sowie die im polnischen Stammwappen Waz , wo 
sie gleichfalls aufrecht steht, gekrönt ist und einen Reichsapfel, resp. Apfel am Stiel im Bachen hält. Die 
Zunge der Schlange, wie bekannt, gespalten, wird in der Heraldik mit einer Pfeilspitze versehen dargestellt, 
auch hat die heraldische Schlange einen schnabelartigen Rachen, grosse Ohren und oft einen Haarschopf. 

Erscheint die Schlange wie in Tafel XX. Fig. 24. 25. aufrecht , den Körper in mehrere Bogen 
gezogen, so heisst sie: „pfalweis gestellt oder steigend , sonst „kriechend", in Fig. 26 „einmal geringelt. a 
Die Biegungen des Körpers nach rechts und links resp. oben und unten sind selbstverständlich und sollen 
nicht klein, sondern gross sein, dagegen ist es zu melden, wie oft der Körper in Ringel gelegt ist. Die 
Farbe der Schlangen ist # b., 8. oder gr. Die „natürliche Farbe" ist: grün mit gelblichen Bauche. 

An besonderen Schlangenarten kommen vor: Die Natter im Wappen der Oberndorffer von 
Stefanskirchen in Bayern, die Blindschleiche im Wappen der Pommerschen Familie von Wussow und 
mehrerer stammverwandten Geschlechter daselbst. Die lernäische Hydra erscheint im Wappen der 
neueren Orloff in Russland. 

Zwei Schlangen pfalweis verschlungen zugewendet, zeigt Tafel XX. Fig. 27. 

5) Fische. 

Hinsichtlich der Abbildung und Beschreibung der in der Heraldik vorkommenden Fischarten wird 
sehr oft und viel gesündigt und selten bedacht, dass jede Fisch-Spezies gewisse sie kennzeichnende Eigen- 
tümlichkeiten besitzt, welche wohl zu beachten sind, will man einen Fisch im Wappen darstellen oder 
einen dargestellten beschreiben. 

Folgende Fische erscheinen als Wappenthiere: 

Aal (Tafel XX. Fig. 30.) 
im Wappen der Ruepp in Bayern. 

Forellen (provinziell: CSrutten) (Tafel XX. Fig. 31.) 
z. B. im Wappen der von der Tann } kenntlich durch die rothen Flecken und Beflossung. Es werden 
aber auch die Fische im Wappen der Stolberg (für Wernigerode) und viele andere als „ Forellen u an- 
gesprochen. 

Karpfen (Tafel XX. Fig. 32. 33.) 

ist erkennbar durch seine breite Form und die vollständige (Kiemen-, Bauch- und Rücken-) Beflossung. 
Die Wappenthiere der Seidlitz, Glaubitz, Rechter, Spesshardt u. a. sind bestimmt Karpfen. Vielleicht 
ist auch der halbe gekrönte Fisch der Bönninghausen (Tafel XX. Fig. 34.) , welcher allerdings meist 
hechtartig abgebildet wird, ein Karpfen. 



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Stockfische (Kabeljau) . (Tafel XX. Fig. 35.) 
sind 'die beiden abgewendeten Fische im Wappen der Cabilliau de Triponsau in Bayern, ebenso der 
zerschnittene Fisch im Wappen der Bayerischen Thumer ; ferner ist das Wappen von Island (Tafel XX. 
Fig. 86) im dänischen Staatswappen die gekrönte Hant eines getrockneten (gescheitelten) Stockfisches. 

Barben (Tafel XX. Fig. 37.) 
erscheinen im Wappen der Grafschaft Barby, in vielen französischen, n. A. auch im Wappen der Graf- 
schaft Bar (Lothring. Wappen) und (wegen Mömpelgardt) im Wtirttembergischen Wappen. 

Die Barbe kommt anscheinend nur zu zweien, and zwar immer pfalweis gestellt, gekrümmt und 
„abgewendet" (d. h. Kopf und Schwanz von einanderkehrend) vor. 

Die Barbe ist kenntlich durch starken Kopf, dreifache Flossen und aus dem Maule heraushängenden 
„Sprossen". 

Die Köpfe im Wappen der de Bary sind daher Barbenköpfe (Tafel XX. Fig. 88.). 

Malme (Lachse) (Tafel XX. Fig. 39.) 

gewöhnlich in Barbenstellnng, kommen vor im Wappen des Hauses Salm und nicht selten in anderen 
Rheinischen Wappen; sie unterscheiden sich von der Barbe nur dadurch, dass sie etwas hechtartigeren 
Kopf haben; die „Sprossen* hängen auch ihnen aus dem Maule. Ein solcher Fisch soll auch (Tafel XXI. 
Fig. 8.) — nach Grünenberg — sein. 

Hecht (Tafel XX. Fig. 40. 41. 42.) 
kenntlich an schlanker Bauart und dem sehr spitzen Kopfe. Hechte führen im Wappen z. B. die v. Hecht 
in Bayern, die v. Bieben und v. Oadow in Mecklenburg, die v. Hartitzsch in Sachsen (2 dgl. abgewendet) 
v. Kreckmtz in Schlesien (alias diese: Häringe!) u< A.; ein Hechtkopf soll Tafel XX. Fig. 41. (aus 
Grünenberg) sein. 

■Barsche (Tafel XXI. Fig. 1.) 

kenntlich an den stachelichen Flossen und karpfenartiger Bauart und daran, dass sie gewöhnlich etwas 
krümmt sind (v. Proff im Rheinlande). 

H&rlng (Tafel XXI. Fig. 2.) 
führen alle Familien dieses oder ähnlichen Namens. — Der Häring wird oft mit dem Hecht verwechselt; 
wir möchten aber glauben, dass alle die im Dreipass gestellten Fische: Hechte sind. 

Delphin (Tafel XXI. Fig. 4 5.) 
soll in der Heraldik nur in der Form dargestellt werden, wie ihn der Französische Dauphin (das 
Delßnat — Dauphinä) führte, also mit einer Art Rüssel, der in älterer Zeit vollständig dem des Ele- 
phanten ähnelt, gewaltiger Beflossung und starkem Kopf, sowie stets senkrecht und gekrümmt. Es 
werden jedoch derzeit auch die Fische wie Tafel XXI. Fig. 6., sogar wasserspeiend^ also augenscheinliche 
natürliche Delphine, oder 

Walfische (Tafel XXI. Fig. 6.) 
wie im Wappen Niebecker, Brigido, Alberti (Preussen) fälschlich als „Delphine" angesprochen. 

Flschschweir und Gräte (Tafel XXI. Fig. 7. 8. 9.) 

kommen vor, Ersterer aus Krone wachsend, im W. der Hainzel in Schwaben, letztere im Wappen der 
Qradel und Gradner. Aus letzterem ist sie in das Wappen der Fürsten Windischgrätz gekommen. 

Fischhaut 

Vom Qebrauch dieser, gewissermassen als Ueberzug von Heroldsstücken, spricht v. Hefner in seinem 
herald. Handbuch z. B. beim Pfal im W. der Stürck, beim Schrägbalken in dem der Tattenbach u. A. 
Es dürfte jedoch zunächst festzustellen sein, ob dieser sogenannte „Fischhaut-Ueberzug" sich ursprünglich 
nicht als eine einfache Damaszierung entpuppt. Im Uebrigen ist nötigenfalls der Ausdruck ^geschuppter 
Pfal" oder „Schuppenschrägbalken" (Tafel VIII. Fig. 37.), wesentlich kürzer und ebenso präcis. 



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6) Schaalthiere, (Welchthlere) und Insekten. 

Hiervon erscheinen in Wappen: 

Blutegel (Tafel XXI. Fig. 10.) 
im Wappen der Igloff in Bayern; dieses Wappen hat sehr bedeutende Aehnlicbkeit mit dem Stamm- 
wappen der Igelström in Livland: nämlich fünf dgl. Thiere, ebenfalls im Schrägbalken gestellt, 2. 1. 2. 

Schneckenhaus (Tafel XXI. Fig. 11.) 
erscheint im Wappen der Schneckenhauser in Schlesien; die 

Schnecke (Tafel XXI. Fig. 12.) 
mit Haus im Wappen der Schneck in Franken, Schnegg und Moser am Weyer in Bayern, ferner im 
Wappen der v. Stedman in Schottland und Barton gen. v. Stedman am Rhein. 

Der BOgenante „Meerschneck" (Tafel XXL Fig. 18.) im W. der alten und der neuen v. Bach in 
Bayern ist ursprünglich vielleicht ein Widderborn oder aucb Trinkborn gewesen ; auf letzteres deutet 
der goldene Beschlag. 

Muscheln (Tafel XXI. Fig. 14. 15.) 

Hierunter werden, wenn nichts Anderes gemeldet ist, stets die Jacobs- oder Pilgermuscheln verstanden. 
Die Muschel erscheint sehr häufig im Wappen und zeigt für gewöhnlich die äussere (gerippte) Seite, was 
nicht zu melden ist, ebensowenig wenn das Gelenk, nach oben steht, weil solches die natürliche Lage ist. 
Dagegen muss gesagt werden, wenn sie das Gelenk nach unten kehrt, oder etwa, wovon uns allerdings 
nur ein Beispiele bekannt, die Innenseite darin eine Perle zeigt. 

Auch Austern (!) kommen (Tafel XXI. Fig. 16.) wol als Unicum, in Wappen vor! 

Krebs (Tafel XXI. Fig. 17.) 

erscheint immer in gekochter Form, also roth, entweder steigend oder schräg, u. A. im Wappen der 
v. Bitten in Meklenburg, v. Raczeck in Schlesien (poln. Stammw. Warnia) v. Krebs y aber auch quer- 
rechtshin im Wappen der Grafen v. Kankrin in Russland und Herrn v. Cancrin in Baden. 

Auch Krebs-Scheeren kommen mehrfach vor, so z. B. im W. der von Pawel (Tafel XXI. Fig. 18.) 

Scorplon (Tafel XXI. Fig. 19.) 
z. B. im Wappen der Skorp von Freudenberg (Schweiz) Schorup in Strassburg und einiger anderer. 

Käfer (Tafel XXI. Fig. 20. 21.) 

Von diesen erscheint ausser dem Schröter, (Fig. 21.) unseres W. nur einmal ein hervorbrechender JJ 
Käfer (Fig. 20) im Wappen einer Linie der v. Rehlingen in Bayern, dagegen drei Käfer (sogenannte 
„Reuter*) im Scbrägbalken der Familie v. Reutern in Bussland (Esthland, Livland). 

Schröterkärer (Tafel XXL Fig. 21.) 

kürzer: „Schröter", kommt vor in vielen Wappen von Familien dieses oder ähnlich klingenden Namens, 
theils aufrecht, theils schräg, auch wie hier mit geöffneten Flügeln. 

Das Geweih des Schröters erscheint z. B im Wappen der v. Nicolai in Oesterreich und 
t>. Holling am Rhein. 

Da88 die als „Schröterhörner blasonirten Wappenfiguren von Engern und Brehna nicht solche, 
sondern „ausgebrochene Seeblätter* sind, davon wird unten bei diesen des Weiteren die Rede sein. 

Werre (Tafel XXI. Fig. 23.) 
die ist Maulwurfsgrille und kommt (wol als Unicum) vor im W. der Wernberger in Oesterreich. 

jtlfmerögseln 

nur im W. der le Masson (Bretagne) vorkommend. 



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Heusehrecke (Tafel XXI. Fig. 24. 25.) 
selten, u. W. nur im Wappen der Schreckinger v. Haslach, Nolde (in Kurland) und Schröck t>. Schröcken» 
stein (in Österreich), sowie v. Schaubert (in Preussen 1858 geadelt) vorkommend. 

Grille oder Heimelten 

z, B, im W. der Chili in Bayern und Grillen von Altdorf in Oesterreich; ähnlich dargestellt. 

Schmetterlinge (Tafel XXI. Fig. 26.) 
nur zweimal, und zwar in Französ. Wappen vorkommend, ebenso erscheinen 

Mücke (Tafel XXI. Fig. 29.) 
u. W. nur im Wappen der v. Moschkon in Krain und v. Muck in Bayern und in Holstein. 

Bienen (Tafel XXI. Fig. 27.) 
nicht gerade selten, stets in natürlicher Form, z. B. im W. der Barberini (Born), Thal in Sehwarzburg, 
Wagner von Frommenhausen und vielen anderen, auch oft einen Bienenstock umschwärmend z. B. im 
Wappen der Kurländisehen Bienemann von Bienenstamm. 

eine Fliege oder Bremse, provinziell : „Breme" (Tafel XXI. Fig. 28.) 
soll das Schild des Bitters im W. der Württemb. v. Broem enthalten. 



Wir kommen nun zu den Fabelthieren y deren Anzahl in der Heraldik eine ziemlich grosse ist. 
Wir unterscheiden hier: 

1) Menschenthiere, d. h. halb Mensch halb Thier, 

2) Ungeheuer, d. h. Fabelthiere, welche aus Theilen zweier verschiedener Thiere zu- 
sammengesetzt sind und 

3) Fabelthiere, wie Einhorn, Greif, Drache, Salamander, Phönix etc. 

der Adlermann (Tafel XXI. Fig. 30.) 
eine ähnliche Figur war das alte Wappen der Elterlein in Sachsen, welches unten einen Bergmann, oben 
einen ein Schwert quer vor sich haltenden gekrönten Löwen vorstellt. 

Ein eigentümliches TJngeheuerbild — Unicum — führten nach Grünenberg 115 die Herrn v. Pera 
in Kärnthen (Tafel XXI. Fig. 31.) bärtiger Mannskopf zwischen 2 schreitenden Klauflügeln. 

Hlppoeentaur (Tafel XXI. Fig. 32.) 
männlicher, obern Mann unten Pferd z. B. im Feld U. der W. der Freih. v. Roschütz, kommt auch 
toidersehend, gleichfalls einen Pfeil vom Bogen und zwar rückwärts schiessend, im polnisches Stammw. 
Bippocentaurus (z. B. im W. der F. Sapicka) vor; statt des Pferdeechwetfe ringelt sich hier eine 
Schlange dem Gesieht zugewendet empor. 

Hyppocentaurin (Tafel XXI. Fig. 33.) kommt auch ohne Arme und mit Zopf vor. 

Spliln* (Tafel XXL Fig. 34.); 
oben widersehender Mädchenkopf mit Busen, unten liegender Löwe. 

Es kommt aber auch die gewöhnliche egyptische Sphinx z. B. im W. der Grafen Prokesch 
t>. Osten vor, wo sogar als Schildhalter verwendet. 

Welbslöwe (Tafel XXL Fig. 35. 36.) 
oben Weibskopf mit Busen, unten Löwe, das Gesicht theils vorwärts, theils rechtssehend, mit Schlangen- 
oder Löwenschweif. 

B. 25 



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— »8 - 

Mannslöwe (Tafel X£I. Fig. 37.) 
Löwe mit rechtssehendem bärtigen Mannskopf. 

Adlerlöwe (Tafel XXI. Fig 38.) 
Löwe mit (hier gekröntem) Adlerkopf, unterscheidet sich vom 

ungeflugelten Greifen (Tafel XXI. Fig. 39.) 
nur dadurch, dass Letzterer Vogelkrallen, jener Lowenkrallen an den Vorderpranken hat; hier noch der 
Kopf gekrönt und anders gefärbt. Ein solches Thier wie Fig. 38 führen, als „Panther* bezeichnet, u. A. 
die von Natzmer. 

4 geflügelter Löwe (Tafel XXI. Fig. 40.) 
selten im Schilde, dagegen mehrfach als Helmkleinod z. B. bei den Grafen Eulenburg vorkommend. 
Eine Abart desselben ist der 

Markuslftwe (Tafel XXL Fig. 41.) 
d. h. ein geflügelter (gewöhnlich auf grünem Rasen) liegender vorwärtssehender goldener Löwe mit 
dgl. Heiligenschein und Flügeln, tbeils mit untergeschlagenem, theils mit emporgerecktem Schweif. 
Er hält in seinen Pranken ein aufgeschlagenes silbernes Buch mit rothem Schnitt, dessen Seiten mit den 
Buchstaben P (ax) T (ibi) [oder S (alve)], M (arce) E (vangelista) , M (eus) oder auch mit dem ganzen 
Spruch beschrieben sind. 

Auch der geflügelte Kopf dieses Löwen erscheint in Wappen (hier ohne Glorie) z. B. als Kleinod 
des Wappens v. Savoyen. 

Die Flügel beim geflügelten Löwen sollen wie beim Greifen, nicht am' Rücken, sondern an der 
Wurzel der Vorderpranken beginnen. 

Einhorn (Tafel XXI. Fig. 42, Tafel XXH. Fig. 1-6.) 
kommt sehr häufig theils aufrecht (Tafel XXI. Fig. 42, Tafel XXÜ. Fig. 1. 2.), theils schreitend (Fig. 8.) 
theils springend (Fig. 4.) , aber auch in vollem Lauf (z. B. im Wappen der Freih. v. Hörn in Bayern) 
vor. Das Hörn soll, der Heraldik gemäss , nicht gerade, sondern in Form eines "oq nach oben gebogen 
sein und an der Stirnmitte sitzen. Die Hufe sind gespalten, der Schweif soll nur büschelförmig, also 
nicht wie bei dem des Grossbritt. Wappens (ein Pferdeschweif) sein. — Fig. 5 zeigt l /a Einhorn, Fig. 
6: zwei „abgewendete" Einhornrümpfe. 

Fucli» mit Halinenschwanz (Tafel XXII. Fig. 7.) 

* führen die v. Leipziger in Sachsen. 

Panther (Tafel XXII. Fig. 8—14.) 
altdeutsch: Pantier oder Pantel. Als solcher werden von manchen neueren Heraldikern alle möglichen 
Thiere angesprochen z. B. der Löwe im Wappen der Natzmer, v. Raven u. A., wogegen es doch feststeht, 
dass der ächte heraldische Panther fast nur in süddeutschen; speziell Steyrischen Wappen vorkommt, wie 
denn das der Steyermark einen Panther enthält. 

Der heraldische Panther hat lange Ohren, theils Stier-, theils Pferde -Kopf und Schnauze, 
Stier-Hörner, einen schwanenartig gebogenen Hals, die Vorderfüsse des Greifen, die Hinterfüsse eine» 
Stieres oder Pferdes und speit immer aus dem Rachen, seltener auch aus den Ohren, Feuer. Oft hat die 
Nüster einen hakenförmigen Ansatz Der Schwanz ist theils nur ein Stummelschwanz, theils der eines 
Löwen. Wir haben sämmtliche im Grünenberg vorkommende Panther zur Vergleichung hier abgebildet, 
indem wir bemerken, dass der von Herrn v. Dachenhausen in seinen Musterblättern gemalte Steyerische 
Greif von den Grünenbergschen besonders dadurch abweicht, dass Erste rer Löwen-Hinterpranken hat, 
was wir nach der citirten Quelle für nicht ganz correkt ansehen müssen. 



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- 99 - 

Greif (Tafel XXII. Fig. 15—21,) 
hat den Oberkörper eines Adlers, d. h. Vogelkrallen, Schnabel, (daran in älterer Zeit hakenförmiger Ansatz 
und Flügeln and den Unterteil eines Löwen; seine Ohren sind aber meist lang und spitz, oder auch 
wie die des Bracken ; der Schwanz ist , wenn nicht anders gemeldet, stets zwischen die Hinterbeine ge- 
schlungen, in älterer Zeit aber nur als rückwärts abfliegender Stummelschweif dargestellt. Die Flügel 
sitzen nicht am Bücken, sondern an der Wurzel der Vorderbeine (den Schaltergelenken); in älteren 
Abbildungen kommen sie vielfach wie in Fig. 15, 17, d. h. beiderseits des Kopfes sichtbar vor; nur 
bei schreitenden Oreifen (Tafel XXII. Fig. 19.) nie. Die Schwingen der Flügel sollen in die Höhe ge- 
sträubt sein, doch werden sie auch wie in Fig. 18. niedergeschlagen abgebildet. 

Greifenköpfe zeigt Tafel XXU. Fig. 20. 21. Die Köpfe im W. der Grafen v. Oppersdorf und 
v. Pückler sind, alten Siegeln zufolge, auch Oreifen- (nicht Adlers-) Köpfe, ebenso der im Wappen 
der Stadt Stettin. 

Drache (Tafel XXU. Fig. 22-28.) 
Derselbe wird dargestellt in eigenartiger Gestalt, mit Schuppenpanzer, offenem Greifen-, oder krokodil- 
ftrmigen Rachen (oft mit hakenförmigen Ansatz daran) daraus entweder Feuer speiend oder die Zunge 
mit PfeiBpitze ausschlagend, ferner mit 2 starken adlerfÖrmigen Klauen, Fledermausflügeln und geringel- 
tem, theils nach oben, theils nach unten schlagenden, gewöhnlich in eine Pfeilspitze ausgehenden Schlangen- 
schwanz, auch wol mit zackigem Nackenkamm. 

Der Drache wird entweder „stehend* dargestellt d. h. er steht auf seinen Beinen und hält seinen 
Körper wagerecht (Tafel XXH. Fig. 23—25.) oder aufgerichtet (Tafel XXU. Fig. 26.), dann steht der 
Körper senkrecht, die Klauen nach der Seite gekehrt, oder liegend, (d. h. auf dem Rücken) wenn er in 
Begleitung St. Georgs erscheint, oder aber streitend, wie in Tafel XXH. Fig. 22. 

Der Drache unterscheidet sich vom Lindwurm dadurch, dass er nur zwei, der Lindwurm vier 
Beine hat etc. (cfr. sub Lindwurm). Wie in Fig. 27 kommt er (ohne Füsse) auf dem Helme der Jörg 
und St. George vor, als ^gestürzt" 

Die Familien v. Trach und v. Rothkirch-Trach in Schlesien, v. Drach in Kurhessen, v. Breid- 
bach am Rhein, v. Drachenfels am Rhein und in Kurland und andere ähnlichen Namens führen Drachen, 
Auch das Wappenbild der von Wurmb, wenn auch an Wurm (Lindwurm) erinnernd, ist ein Drache, den 
man ja auch als „ böser Wurm 6 zu bezeichnen pflegt. Oft ersticht ihn Ritter St. Georg zu Fuss oder 
zu Pferd mit der Lanze (cfr. bei den Heiligen). Tafel XXH. Fig. 28. ist ein Drache mit Kuhfttssen, 
wie er (nach Grünenberg) auch einmal vorkommt. Eine Abart des Drachen ist der 

■Basilisk (Tafel XXII. Fig. 29.) 
altdeutsch : Unk , ein Drache mit Hahnenkopf wie z. B. im Wappen der Edlen v. Kuepach in Bayern. 
Unseres Erachtens muss das Wappenthier der v. Wurmbrand ebenfalls als Basilisk bezeichnet werden. 

Hydra 

ist die gewöhnlich in Drachehform mit sieben Köpfen abgebildete lernäische Schlange, wie sie z. B. 
im Wappen des Grafen und Fürsten Orlow (neuerer Erhebung) vorkommt. 

Lindwurm (Tafel XXIL Fig. 30—32.) 
nennt man den Drachen, sobald er vier Füsse hat. Der Lindwurm erscheint in vielen Wappen, welche an 
seinen Namen anklingen, z. B. Linde, Lindtquist, Lindheim. Bei Grünenberg sind die Vorderpranken 
KuhfÜsse, in neueren Darstellungen hat er indess Löwenpranken; im Uebrigen ähnelt er dem Drachen 
in Allem, kommt aber vielfach widersehend, selten feuerspeiend, anscheinend immer auf allen Vieren 
stehend vor, auch in Verbindung mit dem Lindenbaum. 

Salamander (Tafel XXU. Fig. 33.) 
erscheint so wol wie hier abgebildet, aber auch in Flammen liegend, z. B. im polnischen Wappen Sala- 
tnandra, gemäss der Fabel, wonach dieses Thier, ohne zu verbrennen, ins Feuer geworfen werden kann. 

Phönix (Tafel XXU. Fig. 34.) 
ist freilich in Wappen sehr selten, kommt aber doch vor, z. B. wie hier Grünenberg 89 b, ferner in dem 



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der Freiherrn v. Tenoagne in Hessen. Er wird dargestellt als ein ans Flammen (mit oder ohne da- 
runter befindlichem Scheiterhaufen) hervorwachsender pfau- oder adlerartiger Vogel. Das Helmkleinod 
der Hohenloke ist gegenwärtig (seit etwa 300 Jahren) ein aus Flammen hervorbrechender silberner Phönix 
(mit „vom Brande gerötbeten a Flögelscbwungfedern). 

Hesse luunii (Tafel XXII. Fig. 35.) 
ist ein eigenthümliches Fabelthier, was u. W. nur als Unicum und zwar im Stammwappen der Frei* 
herren v. Ginsheim in Bayern vorkommt. 

der Teufel (Tafel XXII. Fig. 36.) 
erscheint sowohl in der Form wie hier, aber auch ohne Kopf, denselben an der Schamstelle tragend, wie 
im Wappen der Schwedisch-Dänischen Troll(e). öfters wie im Schilde kommen Teufelsrümpfe als 
Helmkleinode vor, beispielsweise auf dem Helme der Kress v. Kressenstein, der Schenk von Winterstetten 
(nach Grünenberg) u. A.; als 

Eberbär (Tafel XXII. Fig. 37.) 
so kann das polnische Stammwappen Sokola, d. h. vorn Eber, hinten Bär, schreitend bezeichnet werden. 

Pegasus (Tafel XXIL Fig. 38.) 
das bekannte dichterische Flügelross, erscheint sowohl — wie hier — aufgerichtet, als auch laufend. 
Die v. Bartholomaei auf Oesel und in Schlesien, v. Benning in Waldeck, Edlen v. Münsterer in 
Bayern und Andere führen es, theils im Schilde, theils auf dem Helme. 

der doppelköpfige Hund (Tafel XXII. Fig. 39.) 

der doppelkftpfige Reiher (Tafel XXH. Fig. 40.) 

und 

die dreiköpfige Gans (Tafel XXH. Fig. 41.) 

sind Unica. 

Häufiger dagegen kommt der sogenannte 

Jungfrauenadler (Tafel XXH. Fig. 42.) 
a uch Harpye, alt: Arpia oder Arpe genannt, vor, ein Adler, dem statt des Kopfes ein gekrönter Jung- 
frauen-Kopf in natürlichen Farben mit entblössten Brüsten aufgesetzt ist, so z. B. im Wappen von 
Ostfriesland und zwar golden und gekrönt, begleitet von 4 goldenen Sternen (richtiger Spornrädern) in 
Schwarz. Auch eins der 3 Wappen der Stadt Nürnberg zeigt einen solchen. 

der Doppeladler (Tafel XXUI. Fig. l. 2.) 
erscheint in Wappen zwar nicht so häufig wie der einköpfige Aar, immerhin aber doch oft genug. Be- 
kannt ist, dass der Adler des heiligen Römischen Reichs etwa seit Kaiser Sigismunds Zeit doppelköpfig, 
vorher einköpfig war, in Grünenberg giebt es sogar einen dreiköpfigen Adler (Fig. 8). 

Der doppelköpfige Adler wurde später dargestellt mit der deutschen Kaiserkrone (Rudolphs von 
Habsburg), von der weiter unten bei den „Kronen 11 das Nähere gesagt werden wird, schwebend zwischen 
den Köpfen, ferner mit goldenen Waffen und je einem um die Köpfe gelegten goldenen Heiligenschein. 
Dieser, auch Glorie oder Nimbus genannt,! wird theils als Scheibe, theils aber nur als Ring abgebildet. 
Sehr vielfach wurde dieser Reichsadler von den Kaisern als „Ghnadenzeichen* mit oder ohne Krone und 
Heiligenschein, sowohl in dem ihm eigentümlichen goldenen, aber auoh im silbernen Felde, oder als 
Träger des Wappens, so dass das Wappen ihm auf die Brust gelegt wurde, verliehen. Bei Auflösung 
des deutschen Reiches nahm Kaiser Franz II. den Reichsadler als Wappenbild für das Oesterreichische 
Kaiserreich mit hinüber und setzte ihm auf jeden Kopf eine Königs- dazwischen die Oesterreichische 
Kaiserkrone, gab ihm in die rechte Klaue Zepter und Schwert, in die linke den Reichsapfel und 
belegte seine Brust mit dem von Habsburg, Oesterreich und Lothringen gespaltenem Schilde. In dieser 



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Form iflt das Wappen das kleinere, das mittlere ist auch nocb auf Flügeln und Schwanz mit dem 
Wappen der Österreichischen Kronländer belegt, wogegen das grosse Landeswappen die sftmmtlichen 
Lftnler in einem grossen Brnstschilde enthält. Der Russische Doppeladler , in ältester Zeit golden, ist 
jetzt schwarz mit goldenen (früher rofhen) Waffen im goldenen Felde. Er hält in der rechten Kralle 
das Reichszepter , in der linken den Reichsapfel und auf und zwischen seinen Köpfen befindet sich je 
eine russische Kaiserkrone (wovon Weiteres unten). Auf Brust und Flügeln ist er mit den Wappen- 
schilden der Russischen Provinzen belegt. 

Ein merkwürdiges Bild ist der Doppeladler der v. Pritzbuer in Mecklenburg, dessen Köpfe ab- 
gehauen sind, so dass das Blut hoch herausspritzt. Doppeladler führen ferner die Meklenburgisch- 
Vorpommerschen v. Below, die Hinterpommerschen v. Mitzlaff und v. Zitzewitz etc. etc. 

Wolfsadler (Tafel XXHI. Fig. 4.) 
d. h. ein Adler mit einem Wolfskopf statt des Adlerkopfes; solchen führt — wohl als Unicum — die 
Märkische Familie von Flans. Ein "~ 

kopfloser Adler (Tafel XXVI. Fig. 5.) 
statt des Kopfes mit einem goldenen Stern, ist das polnische Stamm wappen Saszor und wird auch 
z. B. von den Familien Koch von Lund und Kellermeister von der Lund geführt. 

Zlegenadler (Tafel XXHI. Fig. 6^ 
d. h. ein Adler, der statt seines Kopfes einen Ziegenkopf trägt, kommt im Wappen der Qrafen Reichen- 
bach-Lessonitz (wegen der Stadt Ziegenhayn) vor. 

Mannshahn (Tafel XXIIL Fig. 7.) 
d. h. Hahn mit Mannskopf, 

Zlegenhalm (Tafel XXIIL Fig. 8.) 
p. h. Hahn mit Ziegenkopf, und 

Hahn ml« Flschschwelf (Tafel XXHI. Fig. 9.) 
sind Wappen-Unica in England. 

Fisch mit einem Hirschhorn (Tafel XXIIL Fig. 10.) 
ist ein Unicum der Schlesischen Familie v. Radok (Badecke). 

geflügelte X r| sehe (Tafel xx^ ^ lla 12 .) 

d. h. Fische mit Drachenflügeln zeigen die Wappen der Holsteinschen Grafen Brockdorjf der Pommerisch- 
Schwedischen v. Versen, v. Hechthausen u. A. 

Ob, wie man sagt, diese geflügelten Fische einen gewissen Zusammenhang mit den schnellsegeln- 
den Seekönigen des Nordens (Warägern) sinnbildlich darstellen sollen, lassen wir dahingestellt ; der mittel- 
alterlichen Symbolik würde dies übrigens sehr entsprechen. 

geepferd (Tafel XXVI. Fig. 13.) 
d. h. ein Pferd mit Schwimmflossen statt der Hufen und emporgeringeltem Fischschweif ist selten. 

Sirene (Tafel XXVI. Fig. 14.) 
d. h. ein Meerungehener mit Mädchenkopf kommt nur einmal bei Grünenberg im alt-schwedischen 
Wappen vor. 

Meejungfer (Meerweib) (Tafel XXIII. Fig. 15-16.) 
erscheint theils ohne Arme wie Tafel XXIII. Fig. 15., theils mit einem , tbeils mit zwei Schweifen, 
welche sie mit den Händen hochhält. In letzterem Falle heisst sie Melusine (Tafel XXIII.Fig. 17. 18.). 

Ist sie einschweißg, so hält sie entweder mit der einen Hand den Schweif, mit der andern einen 
Kamm zum Haarstriegeln, oder mit der einen Hand einen Spiegel, mit der andern einen Kamm. Im 
Wappen der Anhaltischen v. Maries erscheint im Schilde eine Seejungfrau mit Spiegel, auf dem Helm 
ein Meermann, einen Dreizack stossbereit haltend. Es soll hierdurch sinnbildlich die Ebbe (Spiegel) und 
die Fluth (Dreizack) des Meeres (mare = Maries) dargestellt werden. Auch das Wappen der v. Rhein 
in der Mark zeigt im Schilde und auf dem Helme einen dreizackhaltenden Meermann, wie solche u. A. 
auch als Helmschmuck der Freiherrn v. Rummel (Bayern) erscheinen. 

B. 26 



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- 102 - 

Seelöwe (Tafel XXIII. Fig. 19.) 
d. b. ein Löwe, dessen Hintertheil in einen Fischschweif, den er über den Rücken gebogen trägt, endet; 
einen Seelöwen führt z. B« die altberühmte Familie der v. Imhof in Nürnberg. 

JEinliornfiscIi (Tafel XXIII. Fig. 20.) 
d. h. ein Einhorn, dessen Körper in einen nach unten gebogenen Fischschweif endet, ist das Wappen 
der Schlesischen v. Nimptsch. 

Eberfiscli (Tafel XXIII. Fig. 21.) 
d. h. ein Eber, dessen Körper in einen abwärtsgebogenen Fischschweif endet, ist wol Unicum. 

HlrschkopfHscIi (Tafel XXIII. Fig. 22.) 
d. h. ein gebogener Fisch mit einem Hirschkopf statt des seinigen, gleichfalls Unicum. 

11 irsclifisch (Tafel XXIII. Fig. 23.) 
ist ein Hirsch, dessen Körper in einen (nach oben gebogenen) Fischschweif endet, ebenfalls Unicom. 

CSreifHscli (Tafel XXIII. Fig. 24.) 
ist ein Greif, dessen Körper in einen abwärtsgebogenen Fischweif endet. Dieses Fabelthier führen n. A. 
die Pommerßchen v. Puttkamer und die ihnen wohl stammverwandten v. Paulsdorjf, v. Öori, v. Rexin 
und andere Pommersche Geschlechter, sowie LandeBtheile. 

7) Figuren aus dem Pflanzenreich. 

Diese Figuren, nämlich: Bäume, Pflanzen, Blüthen, Früchte und Blumen erscheinen in älteren 
Wappen stets in einer, der natürlichen Gestalt ähnelnden, aber ornamentirten Form. Dies mag wol 
darin seinen Grund haben, dass anderen Falls es kaum möglich gewesen wäre, die verschiedenen Baum- 
und Pflanzen- Gattungen auf weite Entfernungen oder auf Siegeln zu erkennen, worauf (speziell bei 
letzteren) zu jener Zeit, als man die Urkunden meistens nur mehr besiegelte, nicht, oder nur schlecht 
unterschrieb, ein grösserer Werth ah heut gelegt wurde. So finden wir denn beispielsweise die Bäume 
mit nur wenigen, gleichförmig vertheilten Blättern resp. Früchten, deren Gattung stete deutlich erkenn- 
bar sind, weil sie im Verhältniss zu Stamm und Aesten sehr gross dargestellt sind. 

Ferner wurden die Blätter, Blüthen und Früchte in der der Naturfarbe näclistliegenden heral- 
dischen Färbung dargestellt, also die Stämme und Aeste etc. nicht braun, sondern schwarz oder roth, 
(Birken : silbern) die Blätter im heraldischen Grün oder (herbstlich) roth, die Aepfel golden oder roth etc. 

Den modernen „grünen Boden, Hügel oder Rasen u , kannte die alte Heraldik nicht; sollte der 
Baum nioht ausgerissen (d. h. entwurzelt) dargestellt werden, so wuchs er stets aus einem (manchmal 
auch schwebendem) Dreiberg im Schildfuss. 

Wir geben nun zu den verschiedenen, in der Heraldik toi kommenden Pflanzenarten über: 

Eichstaude (Tafel XXIII. Fig. 25.) 
Diese Figur würde man, da man sie heutigen Tages in sehr vielen modernen Wappen findet, wogegen 
der Eichbaum in hoher natürlicher Form, gewöhnlich mit starkem Stamm', breitem Wipfel, oder auch 
mit mehreren Wipfeln übereinander dargestellt wird, heraldisch korrekt als: „Eichstaude* ansprechen 
und zwar, da mit Eicheln versehen; befruchtete Eichstaude. 

JElchstubben (Tafel XXIII. Fig. 26.) 
Binen Stubben nennt man einen oben und gewöhnlich auch beiderseits abgehauenen Baumstumpf, der 
oft neue Zweige, wie hier, treibt, oder aber, wie in Tafel XXIH. Fig. 64., trocken ist, was man zu melden 
hat. Der Stubben ist entweder, wie hier, aus Dreiberg washsend, oder ausgerissen, (d. h. entwurzelt). 

Elcliast (Tafel XXIII. Fig. 27.) 
Der Aßt, welcher hier schräg liegt, aber auch balkenweis oder pfalweis-geütettt vorkommt, trabt ge- 



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- 103 — 

wohnlich einige Blätter oder Früchte; er ist oben und unten abgehackt und hat meistenteils einige 
Knorren, herrührend von abgehackten Zweigen und würde man, um genau zu sein, zu melden haben, 
wieviel derartige Knorren sich daran befinden, also z. B. hier: 2 mal oben, 1 mal unten, oder noch 
kürzer: „(2. 1.) „geknarrt" mit 3 (2. 1.) Blättern. 

Zweig 

(hier als: „schneckenförmig gebogener" anzusprechen) kommt besonders von Eichen (Tafel XXIII. Pig. 28.) 
und Linden-, aber auch von Kirsch-, Apfel- und besonders häufig von Oel- Palmen- und Lorbeerbäumon 
yor. Letztere werden auch zur äusseren Umrahmung von Wappen vielfach gebraucht, was hier gleich 
erwähnt werden soll. Der Oelzweig, das Attribut des Friedens, kommt auch oft vor im Schnabel der 
Taube; der Palmzweig, das Attribut der Engel, in deren Händen, das Lorbeerreis der Siegesgöttin; 
von dieser gehalten. Der Eichzweig ist, speziell in Preussischen Diploms- Wappen, als Zeichen für treue 
Civilstaatsdienste sehr gebräuchlich. 

Eicheln (Tafel XXIII. Fig. 29—31.) 

gewöhnlich dargestellt mit grüner Kapsel und goldener Frucht, kommen aber auch ganz grün, einzeln 
und mehrfach in Wappen vor; die Eichel in Fig. 29. heisst hängend, in Fig. 31. aufrecht. Die Figur 
80. würde man als: „Eichzweig auf Dreiberg mit 2 hängenden Eicheln*, ansprechen können. 

drei Elclistauden (Tafel XXIII. Fig. 32.) 

führen „ausgerissen" — entwurzelt — mit einem Stern zwischen sieb, die Freiherren Du Jarrys von 
la Roche in Bayern. 

Lindenstaude (Tafel XXIII. Fig. 33.) 

hier „ausgerissen", führen z. B. die Freiherren v. Rettersdorf in Bayern ; die Gestalt der Blätter ist hier 
unverkennbar. Der moderne Lindenbanm der heutigen Wappen dagegen kann ebensogut eine Buche, 
Eiche oder ein anderer Baum sein, da man gewöhnlich keine Spur von Blättern, sondern nur „Baum- 
schlag" entdeckt. 

Undena*t (Tafel XXIII. Fig. 34.) 

Der Ast verschwindet hier in die Schildecken, die Blätter sitzen an laugen gebogenen Stielen oben und 
hängen unter dem Aste, was alles zu melden ist. 

Lindenzweig (Tafel XXIII. Fig. 35.) 
Hier ist zu melden, dass derselbe „achtförmig" gelegt ist. Diese Figur führen z. B. die v. Seckendorff 
im Schilde. 

Undenhlatt (Tafel XXIII. Fig. 36.) 

hier als „entwurzelt" dargestellt — ein Unicum. Im Uebrigen kommt das Lindenblatt ausserordentlich 
häufig einzeln, zu mehreren, mit und ohne Stiel, durchbrochen, auch angewandt zur Damascirung oder 
zur Bestreuung von Plätzen, zum Schmuck von Flügeln, Hörnern und Helmdecken etc. vor, dann meist 
gestürzt d. h. den Stiel nach oben kehrend, andernfalls als „steigend" zu melden. Bei dem notorischen 
Alter der Linde in Deutschland, welche (nicht die Eiche) bekanntlich der eigentliche urdeutsche Baum 
ist, zweifeln wir kaum daran, dass alle die als „Seeblätter" und „Seepflanzen" angesprochenen linden- 
blattartig gestalteten Figuren (cfr. Tafel XXIV. Fig. 2—6.) lediglich Zweige und Blätter des Linden- 
bawnes, aber nickt die einer Wasserpflanze sind. Wir werden übrigens über die „ Seeblätter" weiter 
outen unsere Ansicht niederlegen. 

Weide (Tafel XXIH. Fig. 37.) 

erkennbar durch die langen Blätter, daher auch die Figur im Wappen der v. Weidenbach in Sachsen 
•(Fig. 38.) sprechend, d. h. ein Weidenzweig ist und ebenso der Weidenbaum (saliz) in dem der v. ScUis 
(Schweiz) ; eine hohle Weide führen (Tafel XXIII. Fig. 60) als redendes Wappen die v. Holwede. 



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- 104 - 

JEsche (Tafel XX1U. Fig. 39.) 
gleichfalls rodend, „ ausgerissen ' im Wappen der v. Asch in Bayern. Dass der Stamm yon einer Krone 
umfasst wird, ist zn melden. Dasselbe Wappen führen ancb die v. Hagens; vielleicht ist anch hier der 
Banm eine Esche und die Krone um den Stamm bat dann möglicher Weise eine symbolische Bedeutung. 

Tanne (Tafel XXIII. Fig. 40.) 
kommt in dieser Form, d. h. entwurzelt und mit drei Früchten im Wappen der v. Tschudi (Schweiz) vor, 
erscheint aber anch in der gewöhnlichen Form in Wappen von Familien, deren Namen ahnlich klingen, 
z. B. Tanner. Die Tannenzapfen (Tafel XXÜI. Fig. 41.) führen n. A. die Waldburg-Truchsess, 
Stadion, Schenk v. Winterstetten u. A. Ob das Wappen der 8tadt Augsburg die „Zirbelnuss" (Tafel 
XXIII. Fig. 42.) ursprünglich nicht anch ein Tannzapfen war, lassen wir dahingestellt. 

der Fichtenbaum 

erscheint, der Tanne sehr ähnlich, im Wappen der Fichtl, Forchtl und anderer Geschlechter ähnlichen 
Namens, der Wortlaut muss hierbei anzeigen, welcher Art de* Nadelholzes der Baum angehört. 

der Lftrehenbaum (Tafel XXIII. Fig. 48.) 

kommt u. W. nur im Wappen der Grafen Spreti in Bayern yor. 

drei JErlenb&ume 

führten , einen Sparren begleitend , die jetzt f Freiherren v. Erlenkamp in Mecklenburg und noch hent 
die Freiheren v. Langermann und Erlenkamp. 

Birke (Tafel XXIII. Fig. 44.) 
führten z. B. die Pirkhaimer in Nürnberg, da der Stamm der Birke auch hier als weiss dargestellt 
wird, ist der Baum als Birke leicht erkennbar. 

Buche (Tafel XXIII. Fig. 45.) 
selten, gewöhnlich mit fast runder Blätterkrone dargestellt. 

Biiclienblatt (Tafel XXÜI. Fig. 46.) 

erkennbar an dem zackigen Rande. 

Zwei Buchblätter, auf gr. Dreiberg gekreuzt, führten z. B. die Pucher v. Walkersaich in Bayern, 
einen Buchenzweig die v. Buchwald in Schwarzburg. 

Pappeln oder * eiber (Tafel XXITI. Fig. 47.) 

kommen einzeln, meist aber zu mehreren nebeneinander, in älteren Wappen selten, in neueren mehrfach 
vor, z. B. im Wappen der Felber in Biberach, Bäumler (Bayern) und Heufler v. Reisen (Tirol) Hügel in 
Württemberg u. A. Eine Linie der Hörwarth v. Hochenburg führt einen mit fünf Pappeln belegten 
Balken (Wappen der f v. Hochenburg). 

Palme (Tafel XXIII. Fig. 48.) 

in nichtdeutschen Wappen häufiger, in älteren deutschen Wappen selten vorkommend; dagegen liebt die 
moderne Heraldik diesen Baum sehr. — Palmzweige kommen sowohl einzeln, wie paarweise, anch in 
Verbindung mit Waffen (Krieg und Frieden) vor; speziell oft in Wappen Romanischen Ursprungs er- 
scheinen sie, mit einem Bande zusammengebunden, als Einfassung (Umrahmung) des Schildes. 

Oelbaum (Tafel XXIII. Fig. 49.) 

führen z. B. die Olivier in Frankreich. 

Oel- oder Olivenzweige werden in Wappen ziemlich häufig geführt, auch z. B. zur Bekrftnsnng 
von Schwertern oder anderen Waffen ; auch werden die Oelzweige gleich den Palmzweigen (s. dort) um 
den Schild vielfach angewandt. 



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- 105 - 

Oelblatt (Tafel XXIII. Fig. 50.) 
wird, wie der Oelzweig, der Taube als Symbol in den Schnabel gegeben, die längliche Form dasselben 
ist bekannt. 

Kastanien- und Feigenbäume 

sollen speziell in italienischen Wappen häufig vorkommen , in deutschen sind uns dieselben bisher nicht 
aufgestossen, dagegen, wenn auch vereinzelt: 

das Kastanienblatt (Tafel XXIII. Fig. 52.) 
und das 

Feigenblatt (Tafel XXIII. Fig. 53.) 
in ihren charakteristischen und bekannten Formen. 

der Apfelbaum (Tafel XXIII. Fig. 54.) 
und 

der Birnbaum (Tafel XXIII. Fig. 58.) 
kennzeichnen sich, ebenso wie der Kirschbaum, durch die hekannte Form ihrer Früchte, ohne welche 
sie niemals vorkommen, ebenso sind daran ihre Zweige (Tafel XXIII. Fig. 55.) und ihre Früchte selbst 
(Fig. 56. 57. 59.) leicht zu erkennen. 

Kirschbaum, wilder, alias blühender (Tafel XXIII. Fig. 51.) 
(Crequier) ist die Wappenfigur der alten französischen Crequi, auoh führten ihn die v. Waffenau in 
Deutschland. 

dürrer Baum (Tafel XXIII. Fig. 61.) 
wird ein Baum genannt f wenn er so, wie zur Winterzeit , also ohne Blätter dargestellt wird, seine 
Farbe ist dann die schwarze. 

Dornswelg (Tafel XXIII. Fig. 62.) 
führen mehrere Geschlechter mit ähnlich klingendem Namen, z. B. Dorner, Dornmayr, Dornsperg und 
(in der Form der Spalierbäume) die f Malaspina in Italien, welche übrigens in der Branche „spino 
fiorito u den Dornstrauch als mit kleinen Blättchen „blühend" versehen darstellten. 

Die spätere Zeit machte hieraus einen mit fünf Bosenblüthen versehenen grünen Dornzweig. 

Die gewöhnliche Farbe der Dornzweige ist die schwarze. 

Brand (Tafel XXIH Fig. 68.) 
heisst ein tX Baumast ohne Blätter; er kommt entweder so wie hier, oder „brennend" d. h. mit heraus- 
schlagenden Flammen vor. Es will uns scheinen, als ob: „trockener Ast u für den nicht brennen- 
den „Brand u zu sagen richtiger wäre, „Brand" dagegen für denselben passend ist, wenn er wirklich 
Flammen schlägt, z. B. im Wappen diverser Familien v. Brand, der v. Schierbrand und anderer. 

Stubben (Tafel XXIII. Fig. 64.) 
Hierüber ist bereits oben Näheres gesagt. Die hier angegebene Figur würde als drei „trockene Stubben* 
anzusprechen sein. 

Welnstock (Tafel XXIII. Fig. 65.) 
kommt mit Trauben, Reben und Blättern versehen, gewöhnlich auf Hügel, Boden oder Dreiberg 
wachsend vor und wird in[ modernen Wappen immer als an einem Stock emporgerankt dargestellt. 
Das alte Geschlecht v. MaltzaQi)n in Mecklenburg führt einen Weinstock, jetzt an der Spaltungslinie 
ihres zweifeldrigen Wappens. Das alte Wappen zeigt denselben im Schilde in ganzer Figur. Die adeligen 
Linien der v. Blumenthal führen einen Weinstock scbräggestellt , die älteren gräflichen Linien den- 
selben aus Berg wachsend. 

B. 27 



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- IM - 

Weinrebe (Tafel XXtfl. Fig. 66.) 
oder zwei dergl. (Fig. 67.) finden sich mehrfach in Wappen, vor allem aber sehr häufig die 

Weintraube (Tafel XXIII. Fig. 68. 69.) 
meistenteils am Stiel mit einem 1 , oder mehreren» Blattern hangend, aber auch an kurzem blätterlosem 
Stiel, wie z. B. im Wappen der v. Vignau in Preussen. 

Epheu (Tafel XXIII. Fig. 70.) 
sowohl in Ranken, wie auch nor in einzelnen Blättern vorkommend, z. B. im Wappen der v. Boslar 
in Bayern. 

Granatapfel oder Jflarggramaprel (Tafel XXIII. Fig. 71. 72.) 
kommt gewöhnlich grfln oder golden, an beblättertem, kurzen Stiele aufgerichtet vor; zu melden ist 
nur, wenn er, entgegen der Regel, wonach er vorn aufgeschnitten ist, so dass man die rothen Kerne 
sieht, abgebildet ist. 

Mohn (Tafel XXIH. Fig. 73.) 
sieht 8e hr ähnlich aus wie der Granatapfel, ist aber nie geöffnet; ist auch da wo er vorkomt, meist an 
Stielen wachsend dargestellt. 

Zuekerselioten (Tafel XXIII. Fig. 74.) 
und 

Nüsse (Tafel XXIV. Fig. 1.) 
sind selten, ebenso die Trauben der Hopfenranke, welche, wo sie vorkommen, oft mit Weintrauben 
verwechselt werden. So ist z. B. die Ranke im Wappen der v. Mellenthin eine Hopfenranke; dgl. führen 
z. B. die 1840 in Preussen geadelten v. Freier auf Hoppenrade, ferner die v. Höpfner in Preussen 
(geadelt 1840) und die t »• Hoppenrade in der Mark Brandenburg. 

Nec pflanze (Tafel XXIV. Fig. 2.) 
Unter diese Abtheilung werden gewöhnlich die Lindenzweige gebracht, weil deren Blätter mit den soge- 
nannten „Seeblättern u Aehnlichkeit haben Unseres Erachtens gehören indess unter die Bezeichnung 
1l Seeblätter a nicht jene in eine Spitze ausgehenden, Tafel XXIV. Fig. 8—5. abgebildeten Figuren, welche 
besser wohl als Lindenblätter (Fig. 6 als „ausgebrochene Lindenblätter*) — allerdings führen solche 
auch die v. Seebach — angesprochen werden , sondern lediglich Blätter in der Form wie Tafel XXTV. 
Fig. 8., wie sie beispielsweise im Wappen der Freiherren o. Bourscheid am Rhein und in Bayern und 
Freih. v. Seefeld in Kurland vorkommen. Vielleicht sollten auch die Figuren im Wappen der Stosch, 
Kaunitz, Martinitz, Seckendorf etc. besser als Lindenzweige blasonirt werden. Hinsichtlich der Figuren 
in Tafel XXIV. Fig. 6. , welche das Wappen des Herz. Engem, der Grafschaft Brehna und der Grafen 
und Freih. v. Seebach bilden, bemerken wir, dass dieselben lange irrthümlich als 7) Schröterhörner u (L. 
e. Geweihe des Schröterkäfers) angesprochen worden sind, wogegen es klar ist, dass sie eben nur oma- 
mentirte (ausgebrochene) Lindenblätter vorstellen sollen ; sie kommen ausserdem u. A. auch im Wappen 
der Freiherren v. Oumppenberg in Bayern und Kochen v. Grünblatt in Livland vor. Ueber die See- 
blätter wolle man die Vierteljahrsschrift des „Herold* vergleichen, wo noch andere Meinungen dar- 
gelegt sind. 

Bnchenzweig (Tafel XXIV. Fig. 7.) 
selten; öfter kommt vor der 

Steehpalmzwelg (Tafel XXIV. Fig. 9.) 
sowie dessen einzelne Blätter, z. B. im Wappen der v. Hülsen in Preussen, v. Mörner u. A. 

Sehllfkolben (Tafel XXIV. Fig. 10. 110 
auch Mooskolben genannt, aus Wasser oder Dreiberg wachsend, erscheinen im Wappen diverser Qe- 



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- 107 - 

sohlechter v. Moser und ähnlich klingenden Namens ziemlich häufig, die Stengel und Blätter' werden 
stets grün, die Kolben schwarz dargestellt; auch kommt (Tafel XXIV. Fig. 12) eine ganze Schilf garbe 
mit Mooekolben vor. Das Schilf ohne Mooskolben erscheint gleichfalls, theils ans Wasser wachsend, theils 
als Garbe in Wappen. 

Walzen (Tafel XXIV. Fig. 13.) 
Roggen und Gerste^ auch wohl Hafer finden sich, theils in einzelnen Aehren, theils in Garben (Fig. 14. 
15.) recht häufig in Wappen. Die Aehren werden naturlich , d. h. die der Gerste mit langen, des 
Korns mit kürzeren, des Waizens ganz ohne die sogenannten „Gracheln" (hervorstehende Spitzen) dar- 
gestellt. Der Stiel, an welchem die Aehre sitzt, heisst wie gewöhnlich: der Halm. 

Hanf (Tafel XXIV. Fig. 16.) 
d. h. dessen Blätter führen z. B. die Ziegesar. Der Flachs kommt mit b. Blüthen in einzelnen Stengeln 
ebenfalls vor, z. B. im Wappen der v. Linnenfeld (Lausitz) und Petrick v. Linnenfeld. 

Farrenkraut (Tafel XXIV. Fig. 17.) 
erscheint z. B. im Wappen der t t>. Watzmannstorff in Bayern. 

Distel (Tafel XXIV. Fig. 18.) 
fuhren z. B. die Distl in Bayern (blühend). Distelblätter (al. Stechpalmenblätter) die v. Irtvtng und 
v. Barton gen. v. Stedmann, einen Distelstrauch mit Distelfink die v. Stieglitz in Sachsen, drei Distel- 
blätter hat der Eselskopf im Wappen der Freih. v. Riedesel im Manie. 

Kleeblatt (Tafel XXIV. Fig. 19.) 
gewöhnlich in dieser Form, stets, wenn nicht anders gemeidet, mit kurzem, theils mit geradem, theils in 
8-förmiger Gestalt (Tafel XXIV. Fig. 21.) theils nur hakenförmig gebogenem Stiel (Fig. 19). Eine Kleestaude 
(Fig. 20.) führen die v. Calatin in Bayern ; drei Kleeblättter die v. Conring und viele andere, drei dgl. im Drei- 
pass die v. Carlowitz in Sachsen (Tafel XXIV. Fig. 24.) eine Kleeblume mit und ohne Blüthen (Tafel 
XXIV. Fig. 22. 25.) kommt ebenfalls vor. Figuren, wie Tafel XXIV. Fig. 26. unter Anderen in den 
Wappen der Nordeck v. Rabenau, Oleen am Rhein, Dernbach und v. Müchling, wird man gut thun, 
als „ Waldkleeblätter u zu bezeichnen, da die Blasonirung als „Kleeblatt ohne Stiel", oder „drei Herzen im 
Dreipa88 M etc. leicht zu Missverständnissen oder falscher Zeichnung führen kann. Auch Tafel XXIV. 
Fig. 23. ist eine vorkommende Form derselben. 

Wesselblatt (Tafel XXIV. Fig. 27.) 
Ganz abgesehen von der schon im 15. saeculo als „Nesselblatt" bezeichneten Wappenfigur von Schaum- 
burg und Holstein, welches ursprünglich ein einfacher ft Schildbeschlag u war, giebt es wirkliche Nessel- 
blätter in der Heraldik, d. h. die wohlbekannten Blätter der Brenn-Nessel; deren drei, aus Dreiberg 
wachsend, z. B. die v. Nettelbladt in Mecklenburg führen. Die sogenannte Nessel-Blume wird weiter unten 
bei den -„Rosen* abgehandelt werden. 

Kohlköpfe (Tafel XXIV. Fig. 28.) 
zeigt das Wappen der v. Kumsthof am Rhein und Choux in Frankreich. 

Erdbeeren 

einzeln als Früchte vorkommend, sind selten; einen völligen Erdbeeren-Strauch (Tafel XXIV. Fig. 29.) 
führten die t Weiler v. Garalshausen in Bayern. 

Erdbeerblüthen (im Diplom „Röslein" oder „Plümelein" genannt) sollen wol die die beiden Fische 
im Schilde der Gritzner (ehedem Grüttner) begleitenden vier Blumen vorstellen. 

Rübe (Tafel XXIV. Fig. 30.) 
kommt mehrfach vor, z. B. im Wappen der Grafen Rueber, der v. Rueb in Steyermark, der Keutschach 
in Oesterreich und der Freiherren v. Neubeck in Bayern und Elsass, theils mehr rundlich, theils lang- 
gestreckt; auch der 



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- 108 — 

Rettich (Tafel XXIV. Fig. 31.) 
behauptet seinen Platz im Wappen einer gleichnamigen Familie, ebenso die ähnlich geformten Knob- 
lauch-Zwiebeln im Wappen von Familien dieses Namens. 
Ein Unicnm dürfte sein 

der Hollunderbiiscli 

im Wappen des Rothenburger . Geschlechts Holderbusch, ferner 

da* Dillkraut 

im Wappen der Württembergischen v. Dillen, 

ein Reis 

im Wappen der v. Reisach, 

der Pfefferstraueli 

im Wappen der v. Pfeffert in Oesterreich und noch manche andere Pflanzen, welche alle einsein aufzu- 
führen weder nöthig, noch möglich ist. 

8) Blumen. 

ein ganzer niumentopf (Tafel XXIV. Fig. 32.) 
erscheint im Wappen der Herbst heimer , ferner gefüllt mit Rosen, im polnischen Stammwappen Rawa 
(z. B. v. Tluck)^ dann ein Orangenbaum im Kübel im Herzschild der v. Renthe und v. Albert, in 
Anhalt geadelt, eine Vase mit Blumen im Wappen der v. Blumröder n. A. 

Rose (Tafel XXIV. Fig. 38—40.) 
Wenn weiter Nichts gesagt ist, so ist hierunter stets die heraldische (Hecken-) Rose verstanden. 

Dieselbe kommt in allen heraldischen Färbungen vor, hat für gewöhnlich fünf (1. 2. 2.) Blatter, 
welche um einen Mittelpunkt anderer Färbung sitzen und zwischen den Blättern die Kelchblättern 
welche die anderen meist überragen und stets grün sind. Das Mittelrund nennt man die „Butzen" und 
spricht von der Rose sie ist „besaamt" oder „bebutzt" und (von den Kelchblättern) sie ist grün „ge- 
bartet*. Da Letzteres das gewöhnliche ist, so muss nur gemeldet werden, wenn die Rose „ungehärtet" ist. 

Sehr viele, als „Rosen" angesprochene Figuren klären sich bei genauerer Forschung als ganz 
andere Blumen auf; die Rosen in Tafel XXIV. Figur 34. 35. 86. 37. 38. 39. 40. sind von Rechts wegen 
eigentliche Rosen nicht mehr, sondern Fig. 34. 36. 37. gefüllte Rosen, die Figur 35. (W. der v. Äsche- 
berg) „Windrosetten". Rosen, welche zwei Blätter nach oben kehren (2. 2. 1.) sind (Fig. 37. 39. 40.) 
als „gestürzte" anzusprechen. Fig. 38 ist als eine vierblättrige , die Rosen in Fig. 39. 40. kommen so 
im Codex Grtinenberg vor. ^ 

Die Rose erscheint sowohl einzeln, als zu 2. 3. und mehr (Fig. 44.), auch vielfach als Begleitung 
grösserer Figuren zur Ausfüllung leerer Flächen und wurde schon in der ältesten Heraldik zur Damas- 
cirung mit werwendet. 

Stielrose (Tafel XXIV. Fig. 42. 43.) 
muss stets gesagt werden, wenn die Rose am Stiel (mit oder ohne Blätter) sitzt. Die Anzahl der 
Stielblätter zählt man, will man genau sein, obwohl die alte Heraldik darin einem Jeden die vollste 
Freiheit verstattete. 

Rosenkranz (Tafel XXIV. Fig. 45. 46.) 
d. h. ein Kranz von grünen Blättern mit einzelnen eingeflochtenen Rosen , fahren z. B. die Freiherren 
und Fürsten Wrede und die v. Biedersee in Anhalt; zu melden ist hierbei die Anzahl der Rosen. 
Auch die Freih. v. Reichmeister werden ursprünglich wohl einen Rosenkranz geführt haben, jetzt 
jedoch fuhren sie statt der Bösen eingeflochtene s. Ringe. 



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- 109 - 

Jfllspelblüthen (Tafel XXIY. Fig. 47.) 

heisseii die Blumen, wie sie z. B. in einem Felde des Wappens der Grafen und Fürsten Hatzftld 7 
erscheinen; es sind dies rosenähnliche Blumen, aber mit spitzen und etwas herzförmigen Blättern und. 
versehen mit Kelchblättern wie die Rosen, zum Unterschied von den 

Wesselblumen (Tafel XXIV. Fig. 48.) 
welche z. B. die Herzöge v. Arenberg führen und welche keine Kelchblätter haben. Trotzdem sind diese 
Blumen jedenfalls eine Abart der Bösen und ist diese Form speziell in den Niederlanden sehr beliebt,, 
wird auch oft irrthtimlich als „Seestern" (sie!) blasonirt. 

liilie (Tafel XXIV. Fig. 49-56.) 
Die heraldische Lilie hat lediglich die Fig. 50—56 gegebene Gestalt und soll, wie es h eiset, ihre Form 
der Schwertlilie verdanken. Bekannt ist, dass sie das altbourbonische Wappenbild ist und bis zum 
Jahre 1830 noch im Französischen Staatswappen vorkam. Eine senkrecht durchschnittene quergelegte 
Lilie findet sich im Wappen der Mecklenburgischen v. Rabe (Tafel XXIV. Fig. 51.) Der obere Theii 
einer quer durchschnittenen Lilie heisst Gleve; ein mit dergi. besetzter Stab, Zepter etc. daher: Gleven- 
Stab oder -Zepter, das Wappen von Cleve (acht dgl. Stäbe um ein Schildchen strahlenförmig) heisst 
Olevenrad und ist auf Tafel XXVI. Fig. 68. abgebildet und des Weiteren unten erwähnt. 

Dagegen sind die in modernen Wappen vorkommenden sogenannten Gartenlilieri f entweder 
gestielte heraldische Lilien (Tafel XXIV. Fig. 57.) oder sternförmige Lilien (Tafel XXIV. Fig. 58.) 
oder Kaiserlilien (Fig. 59.) oder die eigentliche Gartenlilie (Fig. 60.), welche Letztere der Tulpe am 
Aehnlich8ten sieht (worüber das Nähere zu melden ist). Gewöhnlich hat der Stiel der Gartenlilie, wie 
auch der Rose und anderer Blumen zwei und mebrBlätter. Die Lilie kommt auch ausgerissen, d. h- 
mit bewurzeltem Stiel (Tafel XXIV. Fig. 49.) im übrigen aber in allen Farben, einzeln und in der 
Mehrzahl vor. 

Tulpen (Tafel XXIV. Fig. 61. 62.) 
in der bekannten Form, entweder entfaltet (Fig. 61.) oder als Knospe (Fig. 62.). 

Sonnenblume (Tafel XXIV. Fig. 63.) 
kommt sowohl als Blüthe, wie unseres Wissens auch einmal am Stiel vor. 

Warzisse (Tafel XXIV. Fig. 64.) 
weiss mit gelben Butzen in der bekannten natürlichen Gestalt und das 

Edelwelss (Tafel XXTV. Fig. 65.) 
ganz weiss, sind wol Unica, beide fünf blättrig. 

Vielfach erscheinen indess noch andere „Sternblumen" in Wappen, welche dann entweder näher 
zu bezeichnen, oder unter „Sternlilie" (s. oben) rangirt werden müssen. 

Kornblume 

kommt als Biüthe (Tafel XXIV. Fig. 66.) schon im Codex Grünenberg vor, erscheint aber auch neuer- 
dings an Stengeln, z. B. in mehreren neupreussischen Wappen als die Lieblingsblume Sr. M. des- 
verewigten Kaisers Wilhelm (Tafeln XXIV. Fig. 67.). 

Nelken 

erscheinen entweder gefüllt oder in der gewöhnlichen bekannten Form. 

das Stiefmütterchen (Tafel XXIV. Fig. 68.) 
ist wo! Unicum, ebenso das 

Teilchen (Tafel XXIV. Fig. 69.) 
Dagegen erscheint häufiger, in der bekannten Form und Farbe das 



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- 110 - 

Verglssineinnicht 

theils wie Tafel XXIV. Fig. 71. theils wie Fig. 72. nach vorn gekehrt, ferner die Blüthen des 

(Safran (Tafel XXIV. Fig. 70.) 
im Wappen der Regensburger Familie Saffran, desgleichen das 

Maiglöckchen (Tafel XXIV. Fig. 73.) 
speziell vielfach in Wappen von Familien mit ähnlich wie Mai klingenden Namens, z. B. Mayer 
von Mayerfeld, Mayersbach, Mayr etc. 

die Kaiserkrone (Tafel XXIV. Fig. 74.) 
und 

die Kaiserglocke (Tafel XXIV. Fig. 75.) 
dürften ebenso wie der 

Lotos (Tafel XXIV. Fig. 76.) 
Unica sein, desgl. der in einem Wappen vorkommende 

Rühling (Tafel XXIV. Fig. 77.) 
eine Pilzart. 

Nachdem wir die Gewächse besprochen haben, wenden wir uns zu den 

9) Naturerscheinungen. 

Unter diesen nimmt das alles belebende Element 

die (Sonne (Tafel XXIV. Fig. 78.) 
den ersten Platz ein. Sie wird gewöhnlich dargestellt mit runder Scheibe, Augen, Nase und Mund 
und 16 Strahlen, von denen 8 gerade, 8 geflammt geformt sind. Sie erscheint sehr häufig in Wappen, 
theils ganz, theils hinter Bergen, theils in Wellen auf- oder untergehend, theils aus den Oberecken her- 
vorbrechend, meistens golden, aber auch roth, sowohl einzeln, wie zu zwei, drei und fünf vorkommend. 

ungebildete (Sonne (Tafel XXIV. Fig. 79.) 

heisst eine Sonne ohne das Menschengesicht, überhaupt ohne Rund in der Mitte und wird dann, wie- 
wol mit Unrecht, als „strahlender" oder „sechzehnstrahliger Stern" angesprochen. Eine solche Sonne 
führen z. B. die Herzöge v. Biocos im Wappen. 

Mond (Tafel XXIV. Fig. 80-88.) 

kommt vor, theils (wenn auch selten) als 

Vollmond (Tafel XXIV. Fig. 80.) 

%. B. im Wappen der v. Gontard oder (z. B. Fig. 81.) „in Wolken" oder, was meistens und wenn nicht 
anders gemeldet stets, der Fall, als Sichel, wobei zu bemerken, dass die richtige Form derselben stets 
die des völligen Kreises innehält. Hat der Mond ein menschliches Profil (Tafel XXEV. Fig. 83. 85.) 
so heisst er „gebildet" und ist dies besonders zu melden. 

zunehmenden Mond (Tafel XXIV. Fig. 88.) 
nennt nmn den in Gestalt eines verkehrten C. 

abnehmenden Mond 

den in Gestalt eines regulairen Buchstaben C abgebildeten Mond. 

gestürzter Mond (Tafel XXIV. Fig. 84.) 
heisst einer, welcher die Hörner abwärts kehrt, (z. B. im Wappen der. v. d. Pforten). 



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— 111 — 

steigender Mond (Tafel XXIV. Fig. 82. 87.) 
einer, der dieselben aufwärts kehrt. 

» abgewendete HVonde (Tafel XXIV. Fig. 85.) 
kehren sich den* Bücken zu, wogegen zwei zugewendete Monde sich die Höhlung zukehren würden. 

8 (». f.) abgewendete Jflonde (Tafel XXIV. Fig. 86.) 
Von diesen sind die zwei oberen mit den Hörnern abgewendet und ebenso wendet der darunter stehende 
die Hörner von beiden ab, also abwärts. Wir haben bereits oben bei den heraldischen Kurzansdrücken 
davon gesprochen. 

Sonnenfinsternis^ 

Mit diesem Namen blasonirte v. Hefner Graf Uetterodts Stammwappen, mit welchem Rechte lassen wir 
dahingestellt. Viel eher dürfte Tafel XXV. Fig. 16 als solche zu bezeichnen sein. 

Stern (Tafel XXIV. Fig. 90—100.) 

Derselbe kommt in Deutschland, wenn nicht anders gemeldet, stets sechsstrahlig (Fig. 90.) dagegen in 
Frankreich meist fünfstrahlig (Fig. 95.) vor und ist in Wappen ungemein häufig. Einen achtstrahligen 
Stern zeigt Fig. 96. Kehrt ein sechs- oder achtstrahliger Stern zwei seiner Spitzen zugleich nach oben, 
also die beiden übrig bleibenden nach der Quere, so heisst er überzwerch (Tafel XXIV. Fig. 91). Kehrt 
ein fünf- oder siebenstr ahliger Stern dagegen zwei seiner Spitzen nach oben, die einzelne also abwärts 
so nennt man ihn gestürzt (Tafel XXIV. Fig. 92.). Auch „gebildete" Sterne giebt es, und zwar Fig.* 93. 
„mit Mondgesicht," Fig. 94. „gebildet". Fig. 97. wird als ^Seestern" angesprochen, ist aber wol 
Unicum. 

In Fig. 98. idt ein Mond und l / 2 Stern aneinandergeschoben. 

Komet (Tafel XXIV. Fig. 99.) 

(meist fünfstrahliger Stern mit Flammenschweif) kommt nur mehr in italienischen oder französischen 
Wappen vor; die in deutschen Wappen dafür gehaltenen Figur sollen gewöhnlich Sporen alter Form 
(z. B. im Wappen der Stadt Colmar in Elsass) vorstellen. Beim Kometen ist zu melden, wohin der 
Schweif zeigt. 

strahlender Stern (Tafel XXIV. Fig 100.) 

heisst ein gewöhnlicher Stern, zwischen dessen Strahlen eine Menge Lichtstrahlen hervorgehen, z. B. 
auf dem Helm des 1871 von Preossen geadelten Herrn v. Preinitzer u. A. Die als sechszehn- und 
mehrstrahliger Stern blasonirten Figuren sind besser als „ungebildete Sonne u (s. oben) anzusprechen. 

Donnerkeil (Tafel XXIV. Fig. 101.) 

bekannt aus dem Napoleonischen Wappen Frankreichs als Buheplatz des Adlers, wird dargestellt als eine 
vxdgo cigarrenförmige, mehr oder weniger ornamentirte Figur, aus deren Mitte, oft auch aus den Enden, 
Flammen oder gezackte Blitze oder beide zugleich hervorzucken. Auch kommt er, wie hier, geflügelt vor. 
Zu melden ist, ob er, wie Fig. 101. aufrecht steht, oder querliegt. Die v. Blixen in Dänemark führen 
u. A. diese Figur. 

nütze (Tafel XXIV. Fig. 102. 103.) 
kommen schon in der alten Heraldik vor wie in Fig. 103. (Wappen der Donnersberg) dargestellt als aus 
Wolken herabzüngelnde einfache Flammen. 

Die moderne Heraldik hat dagegen den zickzackförmigen, mit Pfeilspitze versehenen Blitz, wie ihn 
^lie Telegraphie führt, angenommen, z. B. im Wappen der preuss. v. Brandt (Tafel XXIV. Fig. 102) und 
<ler in Preussen neugeadelten v. Donner» 

Flammen (Tafel XXIV. Fig. 104.) 
zacken (Fig. 104.) meist aus dem Untferrande hervor, kommen aber auch (Fig. 105.) frei im 



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- 112 - 

Schilde schwebend vor, oder, am damit leere Felder, ßchrägbalken etc. zu belegen; sie werden gelb 
oder roth dargestellt. Sind sie weiss, so Bollen sie wol mehr Thränen oder Wassertropfen, sind sie roth: 
Blutstropfen vorstellen; es sind dies leider auch Gegenstände, die die schlechte moderne Heraldik mit 
Vorliebe anbringt. 

Regenbogen (Tafel XXIV. Fig. 106. 107.) 
kommen mehrfach, theils zu zwei and drei, in Wappen vor, z. B. Freih. v. Hacke, v. P/uel (Phnll, Pfuhl) 
v. Fischern etc.; sie haben indess immer nur drei Tinctnren: Roth, Gold und Blau. 

Dreiberg (Tafel XXIV. Fig. 108—110.) 
Erscheint derselbe frei im Schilde wie Fig. 108. und 110. , so ist dies zu melden , die gewöhnliche 
Art ist aber die, wie in Fig. 109., wo der Dreiberg den Schüdfuss einnimmt und meist anderen Figuren 
als Untersatz dient. Der grüne Rasenhügel oder „Boden" ersetzt leider in den modernen Wappen den 
alten guten Dreiberg, welcher viel besser, als jene aussieht. 

Spitzberg (Tafel XXV« Fig. 1.) 
nennt man einen Dreiberg, dessen mittlere Kuppe in eine Spitze angezogen ist. * 

Flammenberg (Tafel XXV. Fig. 2. 3.) 
ist ein Dreiberg, aus dessen drei Kuppen Flammen hervorbrechen. Schwebt er (Fig. 8.) so ist dies zu melden. 

Sechsberg, (Tafel XXV. Fig. 4.) und Funlberg (Tafel XXV. Fig. 5.) 
kommen meistens nur in süddeutschen, schweizerischen oder italienischen Wappen vor, und zwar 
hier fast immer schwebend. Die italienische Form der Bergeskuppen ist übrigens nicht kugelrund 
wie die der deutschen, sondern mehr ellipsenförmig. 

Scliollenberg (Tafel XXV. Fig. 6.) 
d. h. einen aus Felsschollen bestehenden Berg, führt im Wappen unseres Wissens nur die t Familie 
v. Schollenstern in der Lausitz. Dagegen kommt häufiger vor der sogenannte: 

Schroffen (Tafel XXV. Fig. 7.) 
ein Berg (oder auch Fels) mit sehr vielen kleinen Zacken, der ebenso wie Erzstücke auch oft einem 
Löwen in die Pranken gegeben wird. 

Felsen 

Zumeist kommt vor der Dreifels (Tafel XXV. Fig. 8.). Derselbe erscheint oft anstatt des Dreiberges, 
zumal in Wappen, in denen Gemsen, Steinbocke und andere Bergthiere dargestellt sind. Die Felsen 
werden für gewöhnlich in grauer Steinfarbe gemalt. 

Die v. Orabet g (1861 in Preussen geadelt) fuhren einen von Wolken umgebenen Fels, zu dessen 
Spitze (sie!) eine Treppe (!) führt. Auch Felsboden kommt vor und im Wappen der Freiherren v. Butz 
in Württemberg sogar ein Dornen-Pfad (siel). 

Einzelne Steine erscheinen (abgesehen von den Ziegelsteinen, weiche besser als Schindeln anzu- 
sprechen sind) gleichfalls in Wappen. Wie bereits oben gezeigt, hält der Kranich stets einen solchen 
in der erhobenen Kralle. 

die Lawine (Tafel XXV. Fig. 9.) 
ist selten, kommt zumeist in südtiroler Wappen vor; ebenso selten und ebenda erscheint heraldisch der 

Bergstroiii (Tafel XXV. Fig. 10.) 
der Wasserfall 

und der 

Vulkanaiisbruclt (Tafel XXV. Fig. 11.) 
(feuerspeiender Berg). Dieselben gehören — Gottlob — zu den noch seltenen modernen heraldischen 
Auswüchsen. 

Wasser 

oder auch Wellen kommen im Sobildfuss oft vor und sind nicht unheraldisch; dass aber, wie ea 



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- 11$ - 

Tafel XXV. Fig. 12. den Anschein bat, der ganze Ocean, vom Ufer aus gesehen, dargestellt wird, ist recht 
wenig heraldisch. Man giebt übrigens den Wellenschlag des ruhigen Wassers in der Regel -— - so 
an und bezeichnet diesen Wellenschlag: v^www als „Meer". 

Ein Sie inmitten einer Aue kommt vor als redendes Bild in einem Felde der Grafen Seeau ; eine 

Insel 
im Meer, darauf ein Thurm, führen z. B. die 1864 von Prenssen geadelten Familien v. Wichmann und 
v. Hoffmüller in Erinnerung an den Uebergang nach Alsen. 

ein Thal (Tafel XXV. Fig. 13.) 
erscheint in W. nur einmal im Wappen der v. Lilienthal, wo in einem Thale, gebildet von zwei in den 
Schildrand verschwindenden Abhängen, 3 Lilien wachsen 

Wolken (Tafel XXV. Fig. 14. 15.) 
kommen sowohl als Wolken/eh wie hier, als auch in der natürlichen Form, in grauer oder weisser 
Färbung sehr häufig vor, zumeist am Rande oder im Obereck eines Schildes und reichen dann ans ihnen 
gewöhnlich menschliche Arme, welche irgend etwas in der Hand halten, hervor. 



Wir kommen nun zn den uns im täglichen Leben aufstoßenden Gegenständen, und unterscheiden 
auch hier mehrere Unterabtheilungen. — Es giebt wol kein Stück Geräth, keine Waffe, keinen Zierrath, 
kein Kleidungsstück des Mittelalters, welches uns nicht in irgend einem Wappen begegnet, entweder in 
ganzer Figur, oder in einem Theile. Wir betrachten, vom kriegerischen Leben ausgehend, zunächst die 
Torkommenden : 

9) Oebäude-, Verschanzungs-, Belagerungs-, and Iiager- 
Oegenstände and deren Theile. 

Mauern 

finden sich sowohl schwebend, als auch durchgehend, d. h. an beiden Schildrändern anstossend (Tafel XXV. 
Fig. 17.) in Wappen. Zur Bezeichnung Mauer gehört übrigens (wenn sie nicht schwebend und kein 
Mauerbalken — s. diesen bei den Balken — ist) dass sie vom Unterrande des Schildes bis zur Mitte desselben 
reicht (d. h. wenn sie nicht ausdrücklich als „bis zum Schildhaupt*, oder „im Schildfuss" angesprochen 
ist) dass sie ferner deutlich erkennbare Mauerstriche zeigt. Zu melden ist, ob sie und wieviel, ob freie 
oder an den Schildrand stossende Zinnen, oder ein TTior hat und ob sie mit etwas besetzt ist. Im 
Herzoglich Anhaltinischen Wappen kommt z. B. zweimal eine schräge Mauer mit Thor und klimmendem 
Bär vor. Sind keinerlei Mauerstrichß vorhanden, so kann man blasoniren: „von g. und r. (z. B.) 
zinnentoeis getheilt, u (s. oben bei den Schrägtheilungen und Quertheilungen). Ein 

Thor (Tafel XXV. Fig. 18.) 

• • • 

oder Pforte führt z. B. die Grafschaft Portenau im grossen Oesterreichischen Wappen. 

ein byzantinisches Thor (Tafel XXV. Fig. 19.) 
führten die Gruber v. Hülstet. 

ein Burgthor (Tafel XXV. Fig. 20.) 
war das Bild der f Thorberg. 

Zu melden ist jedenfalls, wie überhaupt bei allen Gebäuden, stets, ob das Thor Thorflügel hat, oder 
nicht, und ob dieselben verschlossen, oder wie hier geöffnet sind. 

Festungsthor (Tafel XXV. Fig. 21.) 
d. h. ein Thor, über welchem sich die Zinne wölbt und zu dessen beiden Seiten Thorthürme stehen, ist 
z. B. das Wappenbild d«*r v. Arnsberg. 

B. 29 



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- 114 - 

Tluinii (Tafel XXV. Fig. 22—26.) 
Hier muss man zunächst unterscheiden, ob der Thurm ein Zinnenthurm, also in der Gestalt wie Fig. 24. 
ist, dann also kein Dach hat, oder ob der Thnnn „bedacht* ist, was stets besonders zu melden ist. 

Wenn nichts anders gesagt ist, hat das Dach, welches spitz ist, keinen Knopf; ist dies aber der 
Fall, oder trägt der Knopf noch Windfahne oder Kreuz, so ist es zu melden. 

Thürme mit Kuppeldach wie Fig. 22. sind besonders zu beschreiben. 

Fin Thurm, wie Fig. 23. 24., welcher ein offenes Thor, Zinne und Fenster hat, ist als Thorthurm 
anzusprechen, (in Fig. 24 noch beiderseits als: „mit Mauerstück versehen") , dagegen Thürme wie 
Fig. 25. 26., welche besondere Erker zum Ausschanen haben, als: Wartthürme. 

Burg (Tafel XXV. Fig. 27—31.) 
nennt man eine Mauer, weiche entweder von zwei Thürmen flankirt, oder mit solchen besetzt ist. Gut 
ist es, bei der Beschreibung sogenannter Burgen diese Angabe etwas genau zu stellen, damit da, wo 
die Abbildung fehlt, der nach Beschreibung Zeichnende ein klares Bild erhält. 

Besonders ist zu melden, ob nur die Mauer, oder auch und wieviel die Thürme Zinnen, Dächer^ 
Fenster und Thore haben, ob letztere rundbogig, spitzbogig oder viereckig sind, ob die Thorflügel ver- 
schlossen oder geöffnet, oder ganz fehlen, in welchem letzteren Falle man (wo die Schildfarbe sichtbar) 
„offenes Thor u sagt, endlich ob das Thor ein Fallgatter hat, ob dies emporgezogen, oder niedergelassen 
ist, etc. etc. 

Castell (Tafel XXV. Fig. 32. 83.) 
So nennt man vielthürmige Burgen, mit Warten etc. versehen; es wird aber auch der einfache Zinnen- 
thurm , sobald er mit gezinnten Warten versehen und etwas stark ist, als „Kastell" angesprochen, wie 
z. B. im Wappen des Königreichs Castilien (g. Castell in Roth). 

Festung und Festiingshaiis (Tafel XXV. Fig. 34. 85.) 
sind moderne Bilder, welche bei der Beschreibung noch genauer zu beschreiben sind (im Wappen der 
Grafen Götzen erscheint z. B. ein modernes Fort). 

Kl reiten und Kapellen 

kommen einzeln vor, erstere gewöhnlich mit einem Thurm, letztere entweder in der Form wie Tafel XXV. 
Fig. 36, oder ähnlich einer Kirche, in der Mitte mit einem Dachreiter (kleiner Thurm). Die v. Capellen 
und v. Capeller haben z. B. Kapellen im Wappen. Fünf brennende Kirchen führt die Stadt Fünfkirchen. 

ein Kloster 

ist z. B. Tafel XXV. Fig. 37. (Wappen der v. Klösterlein), kommt aber auch in anderer Form in 
Wappen vor. 

Giebelhaus (Tafel XXV. Fig. 38.) 
selten. 

H&USei* (moderne) 
erscheinen z. B. im Wappen der in Preussen nobilit. v. Neuhaus. E9 ist (s. oben bei Burg) bei der Be- 
schreibung anzugeben, ob sie ebenfalls Thüren (und wieviel) Fenster, Schornsteine, Wetterfahnen etc. haben. 

Stadel 

oder Kemenate (Tafel XXV. Fig. 39.) ist ein kleines Häuschen, etwa in dargestellter Form, aber auch 
mit spitzem Dach (z. B. im W. der v. Staedel). Auch die v. Weyhe in Hannover, die f Freiherren 
v. Spiering (deren Bilder als „Bienenhäuser" — sie! — angesprochen werden) u. A. führen dieses Bild. 

Ziegel und Dachziegel (Tafel XXV. Fig. 40. 41.) 
Erstere führen n. A. die v. Frankenberg in Schlesien; die Figuren können aber ebenso als Längs- 
schindeln angesprochen werden. 

ein Daelistlllll (Schuppen) 
wie in dieser Form AA, soll die Wappenfigur der Freih. op. dem Hamme gen. Schoeppingk sein. 



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- 115 - 

Fenster (Tafel XXV. Fig. 42.) 

führen z. B. die v. Fensterer in Oesterreich, dagegen die v. Stuben in der Schweiz ein kleines viereckiges, 
dgl. welches auch „Gucker* genannt wird. 

Fallgatter (Tafel XXV. Fig. 43.) 

war das (an Ketten hängende) Verschlussmittel von Burg-Thoren innerhalb der Thorflügel. Solche Gatter 
fahren z. B. die Gattermayer in Oesterreich, die Freih. v, Grainger in Bayern, die Hess v. Wichdorf 
ferner die v. Schwarzkoppen u. A., theils mit, theils ohne Ringe and Ketten, was zu melden ist. 

Nicht ein Fallgatter, natürlich auch kein „Notenpult" sondern ein altertümlicher Leuchter ist 
die Figur im Wappen der Mecklenburgischen v. Levetzow. 

eine Wetterfahne 

endlich>eigt Tafel XXV. Fig. 56. 

Wegsperren (Tafel XXV. Fig. 44—46.) 

und Spanische Reiter (Tafel XXV. Fig. 47.) 

Erstere sindjhauptsächlich in Englischen Wappen häufig. Letztere Figur (bekannt als Verschanzungsmittel) 
ist das Wappenschild der v. Seelstrang in Preussen; auch der „Kamm" im Wappen der v. Neindorf 
dürfte eine solche Figur sein. 

Gatter (Tafel XXV. Fig. 48.) 
eigentlich eine Gatterthüre, führen z. B. die v. Haxthausen. Man sieht hier ganz deutlich die Köpfe 
der Nägel, vermittelst deren die einzelnen Latten verbunden sind. 

Pallisadenzaun (Tafel XXV. Fig. 49.) 
oder Plankenzaun kommt vor (auch einzelne Planken) im Wappen verschiedener Familien, deren Namen an 
Planke oder Zaun anklingen. 

Feldgatter (Tafel XXV. Fig. 50.) 
d. h. ein auf dem Felde angebrachtes primitives Gatterthürchen zwischen den einen Acker einzäumenden 
Hecken führen die v. Formberger in Bayern. 

Fleehtgatter (Tafel XXV. Fig. 51.) 
ist eine Art Hecke, welche durch in die Erde eingerammte Pfähle mit dazwischen geflochtenen Weiden 
hergestellt sind, ähnlich wie der 

Sehanzkorb (Tafel XXV. Fig. 52.) 
nur dass Letzterer rund ist. Eine Verschanzung (hinter der ein Wolf wächst) zeigt Fig. 53. Dies Bild 
ist in Wappen Schleswig-Holsteinischer Familien sehr beliebt, die v. Pogwisch und v. d. Wisch und 
andere Familien führten einen Wolf aus Schanzkorb, die v. Ahrenstorff einen Bären aus dgl. (jetzt 
Pallisaden) wachsend auf dem Helme. 

Schanze (Tafel XXV. Fig. 54. 55.) 
ist modern; sie kommt vor als viereckige, sechseckige und achteckige, oder auch als Sternschanze, diese 
speziell häufig in Wappen schwedischer Familien mit dem Namens-Endwort schanz, z. B. „Stjernschanz". 

Fussangeln (Tafel XXV. Fig. 57-60.) 
ein bekanntes Mittel, den Boden vor Schanzen für Fussvolk unsicher zu machen; die Fussangel wurde 
vielfach mit Gleven etc. ornamentirt, so dass in manchen Wappen die eigentliche Form kaum mehr 
erkennbar ist. Ursprünglich (und so kommt sie noch oft in Wappen vor) hatte die Fussangel eine 
sternförmige Gestalt, deren eine oder zwei Spitzen in der Erde steckten, die anderen mit loser Erde 
verdeckt, in die Höhe ragten und den darauf Tretenden schwer verletzten. Die Wappenbilder der 
Eberstein, Geuder (Fig. 59. 60.), ja vielleicht auch der Warkotsch in Schlesien (jetzt als „zwei gekreuzte 
Lilienstäbe" angesprochen) f v. Bortfeld u. A., sind vielleicht ursprünglich auch nur ornamentirte 
Fussangeln gewesen. 



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- 116 - 

Zelt (Tafel XXV. Fig. 61.) 

und Zeltnilgel (Tafel XXV. Fig. 62.) 

Ersteres kommt in dieser, aber auch in anderer Form z. B. im polnischen Stamm wappen Kiesiei etc. 

vor, ist aber doch eine seltene Wappenfigur. Im Wappen der Grafen Toll erscheint im unteren Felde 

ein ganzes Zeltlager. 

Die zur Befestigung der das Zelt haltenden Zeltleinen dienenden, in die Erde gesteckten Zeltnägel 
erscheinen sowohl wie Fig. 62. (y. Preen), aber auch in anderer Gestalt beispielsweise im Wappen der 
v. Kropff in Preussen ; hier sind die Figuren merkwürdiger Weise aus Unverst&ndniss in alles andere 
Mögliche, sogar in moderne Degen* (sie!) verballhornisirt worden. 

Speerschuli (Tafel XXV. Fig. 63.) 

diente, neben das Zeit in die Erde gesteckt, zur Aufnahme des Schaftes der Turnierlanze. Auch dies 
Wappenbild ist schliesslich als: „gestürzte Lanzenspitze" und alles Mögliche gedeutet worden. 

Das Wappenbild der Weissmann v. Weissemtein in Bayern und Livland dürfte ebenfalls ein 
Speerschuh sein (?!). 

Sturmbock (Widder) (Tafel XXV. Fig. 64.) 

ist eine in deutschen Wappen seltene, wiewohl doch schon zur Römerzeit bekannte Figur; ein Zweig 
der Märkischen v. Bornstedt führt diesen Widder über einer Mauer im Schilde. 

Sturmleiter (Tafel XXV. Fig. 65.) 
Diese Form ist u. A. das Wappenbild der v. Liitzow, wogegen den 

Steigbaum (Tafel XXV. Fig. 66. 67.) 
u. A. die v. Bredow und v. Ramin führen. 

Die Form in Fig. 67 ist die Gestalt, wie ihn die v. Donop führen; neueren ' Forschungen zufolge 
war deren Wappenbild indess in früherer Zeit einfach ein Gegenzinnen-Schrügbtdken. Gewöhnliche 

lieitern 

kommen auch in Wappen vor, so beispielsweise die pfalweis gestellte im Wappen der Grafen und Frei- 
herren v. Oeynhausen, die von zwei Bracken gehaltene mit etwas schrägen Leiterbäumen in dem der 
Scaliger und der Grafen und Fürsten v. Lamberg u. A. , die Fassleiter im Wappen der Freiherren 
y. Horneck in Baden, u. A. (s. unten). 

lO) Kleidungsstücke und Schutzwaffen. 

A. Kopfbedeckungen. 
der niedere Hut 

auch Turnierhut genannt (Tafel XXV. Fig. 70 — 73.) und vielfach angewandt; aus ihm ist durch Un- 
kenntniss und falsche, oder zu hohe Vorstellungen von der ehemaligen Stellung des Geschlechts sehr oft t 

der Kurliut 
oder Fürstenliut 
gemacht worden (v. Witzleben, v. Wangenkeim). 

Abarten: Barett (Tafel XXV. Fig. 76.) 
und Toque (Tafel XXV. Fig. 77.) 
moderner Federhut (Tafel XXV. Fig. 78.) 
Doctorlrat (Tafel XXV. Fig. 69.) 

ohne Stülp. 

Edelniannsliut (Tafel XXV. Fig. 68.) 
mit Schnur und Quaste, so z. B. im Schilde der Mayer v. Knonow. 



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— 117 — 

Den tnittelhohen, meist oben abgerundeten sogenannten 

böhmischen Hut (Tafel XXV. Fig. 74. 75.) 

Den (Spitzhut 

als auch Tartarenhut bezeichnet (Tafel XXV. Fig. 85—87.) gewöhnlich oben mit Knopf und Hahnfedern» 
auch wie in Fig; 87. oft mit kleineren Gegenständen seitlich besteckt oder belegt. 

Den Judenhut (Tafel XXV. Fig. 84.) 
stete ohne Spitze, vielmehr oben rund oder abgeflacht. 

Den Schwelzerhut (Tafel XXV. Fig. 82. 88.) 
so z. B. im Wappen der v. Moser. 

Den Kremphut 

entweder niedrig (Tafel XXV. Fig. 80.), dann aus ihm entstanden: 

der geistliche Hut (Tafel XXV. Fig. 79.) 

der bei den Cardinölen roth, bei Bischöfen grün, beim Abt und Protonotar schwarz, mit Quasten von 
verschiedener Anzahl. 

Abart: der moderne Cy linder (Tafel XXV. Fig. 81.) 
und 

die Mütze (Tafel XXV. Fig. 89.) 
dann Heidenhut oder heidnischer Hut genannt (Fig. 88.) wenn etwas höher und gerader, mit 
Krampe, mit mehr oder weniger abhängender Spitze, die stets mit Knöpfen, Quaste, resp. Federn geziert ist. 
In Bayern sind die heidnischen Hüte statt der Spitzhüte bei alten Geschlechtern sehr verbreitet. 

den Beutelstand (Tafel XXV. Fig. 90.) 
wie ihn auch die Narren älterer und neuerer Zeit als Kopfbedeckung tragen. 

die «ugel (Kaputze) (Tafel XXV. Fig. 91.) 
eine für Bitter und Bürger bei Regenwetter und bei Nacht sehr gebräuchlich gewesene Kopfbedeckung, 
welche durchaus nicht bloss den Hofnarren zukam (z. B. im W. der Gugler). 

Turban (Tafel XXV. Fig. 92. 93.) 
der persische (hohe) Turban (Tafel XXV. Fig. 94,) 
und endlich 

der eigentliche Türkenbund 

mit Federn geschmückt (Tafel XXV. Fig. 95.). 

die Kopfbinde (Tafel XXV. Fig. 96. 97.) 

Ferner von Schutzwaffen: 

Kesselhut (Tafel XXV. Fig. 98. 99.) 
oder in der mehr geraden Form wie Fig. 100: 

Elsenhut 

genannt. 

den Helm (Tafel XXV. Fig. 101.) 

aus dem in Fig. 102. die Jungfrau wächst. 

Ueber den Helm selbst das Nähere bei dem Helme als Theii des Wappens. 

B. 30 



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- 118 - 

Klngkrügen (Tafel XXV. Fig. 103.) 

kommt in einigen Preussischen Wappen des vorigen Jahrhunderts vor; er schützte die Gurgel, war ans 
Stahl, versehen mit dem Preusi&chen Adler (resp. mit sonstigem Staatswappen) und wurde von den 
Offizieren gleich der Schärpe als Abzeichen bis znm Jahre 1806 getragen. 

Turnierhalskragen (Tafel XXV. Fig. 104.) 
auch als Turnierring bezeichnet; er war aus Leder, ausgezattelt und schützte Hals- und Brostpanzer 
gegen die Sonnenstrahlen. Dieses Bild tragt der Wolf im Flemmingschen Wappen in den Pranken, 
(es ist nicht ein Mühlrad ohne Speichen). Ueber den Turnierkragen, welcher jedenfalls ans Obigem ent- 
standen ist, sprachen wir bereits oben bei den Balken. 

Brustliarniscli (Tafel XXV. Fig. 105.) 

kommt in einzelnen modernen Wappen vor (v. Harnier in Hessen). Die in Preussen geadelte Familie 
v. Bockelberg führt sogar einen ganzen Cürassier-Rock mit Brustharnisch (Tafel XXV. Fig. 106). 

Schild (Tafel XXV. Fig. 107.) 

d. h. der Wappenschild, erscheint als Schildchen in vielen Wappen , theils einzeln , theils mehrfach 
Fig. 108—110). Die v. Helden in Preussen führten einen Ovalschild innerhalb Gartouchebordes, durch- 
bohrt von Schwert (Tafel XXVI. Fig. 1.). 

Den Stechschild (die Tartsche) Tafel XXVI. Fig. 2. führen die Freiherrn v. Rothschild und die 
Schlesischen v. Herford oval, die Fürsten Poniatowski viereckig, hier als Abart des polnischen Stamm- 
wappens Janina). 

die Armscltiene (Tafel XXV. Fig. 3.) 

d. h. der Theil des Panzers, welcher den Arm schützte, kommt in Deutschland unseres Wissens nur zweimal 
vor, einmal im Wappen der v. Ostau in Ost-Preussen, das zweite Mal in dem der v. Tiele-Winkler in 
Schlesien ; die Ellenbogenkachel (so heisst der den Ellenbogen deckende Theil) ist hier nach oben gekehrt. 
Man findet bei Arm- und Beinschienen diese Ellenbogen- (resp. Enie-)kachel vielfach vergoldet, oder aber 
doch, wie auch den Harnisch mit goldenen Reifen versehen und „bebuckelt", d. h. mit vergoldeten 
Nägeln beschlagen. 

Aermel (Tafel XXVI. Fig. 4.) 
d. h. der eines Frauengewandes erscheint nur mehr in Englischen und einigen Rheinisch-Lothringischen 
Wappen. 

Wetschser (Tafel XXVI. Fig. 6.) 
ist die eigenartig geformte Umhängetasche unserer Altvordern; sie ist von Laien leicht zu missdeuten, 
kommt indess sehr selten vor ; drei wirkliche Geldtaschen führt, die von Waldburg-Zeil geadelte Familie 
v. Deschler als redendes Wappen im Sohrägbalken ihres Herzschildes. 

Schwertgurt (Tafel XXVI. Fig. 6.) 
Als ein solcher wurde bis vor Kurzem die Figur im Wappen der Freiherren v. Bellersheim, genannt 
Stürzelheim gehalten. Grünenberg's Wappenbuch belehrt uns indess, dass diese Auffassung unrichtig 
und die Figur vielmehr einen Riemen, daran oben ein Ring, unten ein Steigbügel, das Ganze daher 
einen Steigbügel an seinem Riemen darstellt. Eine andere Linie derselben Familie führte zwei in)s Kreus 
gelegte Sattelgurte. 

Sporn- oder gchwertgurt&clinalleii (Tafel XXVI. Fig. 7—11.) 
erscheinen vielfach in Wappen, theils quadratisch, (Schmid — Fig. 8. — ) theils rund mit gradem 
Dorn (Boos v. Waldeck — Fig. 9. — ) theils, oval mit S-förmigen Dorn (v. Kranitz, cfr. Siebmacher 
II. 56. — Fig. 11. — ). Die kleeblattförmige Ornamentirung bei der ersteren, wie bei der Schnalle im 
Zedlitz'schen Wappen — Fig. 7. — ist ursprünglich nur als ornamentirter Zierrath anzusehen, jetzt ist 
dasselbe als feststehend anzunehmen. 



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- 119 - 

Panzerbein (Tafel XXVI. Fig. 12. 13.) 
d. h. ein am Oberschenkel abgeschnittenes geharnischtes Mannsbein, entweder im silbernen Panzer, oder 
Blau (stahlfarben) führen u. A. die von Preussen 1864 geadelten v. Bescherer, drei dergleichen die 
v. Geuder, sowie auch die zum polnischen Wappenstamm Drogomir zählenden Familien. Auch kommt es als 
Helmkleinod Polnischer Familien z. B. der Wappengenossenschaften Pruss III, Nowina u. A. vor. Es ist 
stets im Knie gebogen, mit goldenem Sporn versehen und am oberen Drittheil abgeschnitten, der Schnitt 
gewöhlieh „blutig* oder gar „blutspritzend" wie beim Helmkleinod von Nowina. Drei dergi. schwarze 
nackte Beine bilden bekanntlich das alte Wappen der Insel Sizilien. 

Fäustlinge (Tafel XXVI. Fig 14. 15.) 
und zwar Fig. 14. geharnischt und 

Handschuhe (Tafel XXVI. Fig. 16. 17. 18. 19.) 
sind nicht allzuhäufig. Erstere sind Handschuhe, von denen nur der Daum Gelenke hatte, die übrigen 
Finger waren garnicht oder nur theil weise erkennbar; beim Eisenfaustling bestand der Aussenbeiag aus 
Eisen, der lederne Fäustling dagegen (Fig. 15.) ganz aus Leder, die Eisenhandschuhe (Fig. 18. — 
t. Bohde — und 19.) wie sie z. B. die Bitter trugen, waren künstlicher gearbeitet und hatte jeder 
Finger sein eigenes Gelenk; inwendig waren die Schienen durch starkes Hirschleder verbunden. Einen 
Lederhandschuh führten u. A. die v. Handschuchsheim Fig. 16. 17. als redendes Wappen. 

Schuh (Tafel XXVI. Fig. 20.) 
Derselbe kommt mehrfach vor; besonders als sprechendes Wappenbild im Wappen der Schuhmacher, 
Sutor, Schuster und ähnlich klingender Familien. 

Holzschuh (Tafel XXVI. Fig. 22.) 
in dieser besonderen Form nur im Wappen der Nürnbergischen Familie v. Holzschuher als redendes 
Wappenbild vorkommend. 
Ebenso erscheint der 

Stiefel 

einige Male in Wappen, wenngleich selten, (z. B. auf dem"; IH. Helme der Reussischen Freiherren 
v. Bursian ein „Polnischer Reiterstiefel mit Sporn" zwischen 2 Flügeln). 

(Strumpf (Tafel XXVI. Fig. 21.) 
ist ein vorzugsweise Englisches Wappenbild. In der deutschen Heraldik kommt nur im Wappen der 
Grafen und Freiherrn v. Hallberg (in Bayern und am Rhein) im IV. Felde ein Strumpf vor; wenn es 
nicht etwa ein menschliches Wadenbein (s. dieses) sein soll, wie es ähnlich auch die Famiiie v. Bezdan- 
Hosius führt. 

Sporn and Spornrad (Tafel XXVI. Fig. 23—25 resp. 26.) , 
Der eigentliche altheraldische Sporn, d. h. lediglich ein spitzzulaufendes Stahlstück mit Rad daran, er- 
scheint (wenn die Wappenfigur nicht etwa redend einen Streitkolben (Morgenstern) hat vorstellen 
sollen) im Wappen der Stadt Colmar im Elsass (hier von der Französisch-Napoleonischen Besserungs- 
sucht später in einem „Kometen", mit dem er allerdings viel Aehnlichkeit hat, umgemodelt) sowie im 
Wappen der Rädlkofer (Siebm. n. 62). Den modernen Sporn finden wir u. A. im Klingspornschen, 
drei Spornschäfte im W. der v. Ritter (Bayern), Freih. v. Bitterstein (Schlesien) und im Wappen der 
v. Kryger (geadelt vom König von Sachsen als Herzog von Warschau) querliegend. 

Das eigentliche Spornrad soll fünfstrahlig sein, kommt aber (Fig. 26.) auch sechsstrahlig — so 
dreifach in Schrägbalken der v. Redern als redendes Bild — vor; vom Stern unterscheidet es sich 
durch die Durchbohrung in der Mitte. 

Wir kommen nun zu den 



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- 120 - 
11) Trutzwaffen. 



Von diesen sind zu nennen: 



die Kanone (Tafel XXVI. Fig. 77.) 
Diese glücklicher Weise in deutschen Wappen noch selten (v. Clerambault Bayern etc.), dagegen häufig 
in Rassischen and Schwedischen. — Kanonenrohre, sogar Hinterlader, liebt speziell die moderae 
Preussische Heraldik für geadelte Artilleristen (v. Neumann 1863, v. Colomier 1864, v. Schwartz 1871, 
v. Stumpf 1886. Wir meinen, es könnten doch wol hierfür ebensogut altheraldische Geschütze — Arm- 
brust, Bailiste — verliehen werden. 

Gegclitttz-mttrger (Tafel XXVI. Fig. 29—30.) 
deren drei führt jetzt die alte Brandenburgische Familie v. Brösigke. Selbstredend dürften diese Figuren 
ursprünglich ganz andere Gegenstände, wahrscheinlich Stampfmörser gewesen sein, worüber natürlich nur 
alte Siegel Auskunft geben könnten, denn die Familie besass den Adel lange vor Erfindung des Schiesspulvers. 

Granate (Tafel XXVI. Fig. 31—35.) 
Mit diesem Wurfgeschoss treibt die moderne Heraldik einen entschiedenen Missbrauch, denn sie verleiht 
dasselbe wo nur irgendwo sich die Gelegenheit dazu bietet. Bereits im Wappen der Grafen v. Schmettow 
(de 1744) erscheint die Granate thronend auf einem Kugelhaufen in einer eingepfropften Spitze des sonst 
garnicht so üblen gevierten Schildes. 

Von der Granate (Fig. 31. 32.), die natürlich immer „brennend" dargestellt wird, unterscheidet 
sich die 

Zikndgranate (Tafel XXVI. Fig. 33.) 
welche, statt wie jene nur oben, auch beiderseits brennt. In Schwedischen und Bussischen Wappen 
sind beiderlei Arten sehr beliebt; in dem Wappen der von Schweden geadelten Familie v. Buden in 
Livland erscheint sogar eine an allen vier Seiten brennende Granate als „platzend" bezeichnet, ein für- 
wahr sehr geeigneter Augenblick zur Darstellung! 

die Bombe (Tafel XXVI. Fig. 34.) 
gleicht der Granate, sie brennt wie jene nur oben, hat aber beiderseits einen viereckigen Henkel (zum 
Anfassen). 

Noch sinnreicher als diese, immerhin noch keine unschöne Form zeigenden Wurfgeschosse sind 
die in einem Wappen der neuesten Preussischen Heraldik — auf Wunsch des Geadelten (v. Himpe 1871) 
verliehenen 

„gezogenen Granaten" (Tafel XXI. Fig. 31.) 

d. h. die zuckerhutförmigen des gezogenen Geschützes und zwar im gespaltenen Schilde vorn eine steigende 
„Preussische" hinten eine fallende (einschlagende) „Französische" Granate. Wenn die alte schöne Herolds- 
kunst auf diesen Bahnen fort modernisirt und den Wünschen der Laien weiter gewillfahrt wird, haben 
wir bestimmt in einem Jahrzehnt Luftballons, Telephone, Monitors, Dampf Schnellpressen, Geldsäcke 
Thorarollen und Velocipeds in den neu zu creirenden Wappen zu erwarten, doch ist glücklicher Weise 
in neuerer Zeit eine derartigen Bestrebungen entschieden gegenübertretende Richtung auch innerhalb 
der massgebenden Behörden zu vermelden. 

üttcltsen, Flinten, Gewehre 

erscheinen ebenfalls in modernen Wappen nicht selten; zwei Flinten z. B. im Wappen der 1804 geadelten 
v. Schulz und hinter dem Schilde der v. Mackrodt (Ostpreussen), Zündnadelgewehre mit Bajonnet im 
Wappen der 1864 in Preussen geadelten v. Priem und v. Dreyse (Erfinder dieses Gewehrs). Letzterer 
führt auf dem Helme auch eine „Nadel mit Spiralfeder 11 (aus den Schlosstheilen des Gewehrs (!)) 
und im Schilde ausserdem nach eine Wallbüchse. Um die Sammlung von Handfeuerwaffen zu vervoll- 
ständigen , fehlen hier nur noch die Pistolen , welche auch (z. B. im Wappen der v. Bockelberg u. A.) 
vorkommen. 



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- in - 

Die Armbrust (Tafel XXVI. Fig. 36.) 
ersoheint ». B. im Wappen der v. Waenker; gespannt in diversen Wappen von Familien Süddeutsch- 
lands und der Schweiz. 

Armbruatachaft (Tafel XXVI. Fig. 37. 38.) 
fuhren n. A. die v. Bennigsen, deren Wappenfigur irrthümlich als Wagenwinde blasonirt ist (Fig. 87), 
die v. Young (drei nebeneinander) die Nenfchateller v. Merveilleux (zwei gekreuzt). 
Fast ebenso häufig erscheinen in verschiedenen Formen: 

Armbrustjoche (Tafel XXVI. Fig. 39.) 
d. h. die Bügel der mittelalterlichen Armbrust. Dieselben sind von unverständigen Heraldikern der 
Zopfzeit meist als Ochsenjoche angesprochen worden. 

Der Boyeii 

cL h. der zum Schiessen, richtiger als Pfeilbogen bezeichnet, kommt gespannt, dann stets belegt mit 
Pfeil (Fig. 40.) (z. B. im poln. Stammwappen Luk) — oder Bolz (Fig. 43.) — so im Wappen der 
v. Schütz in Sachsen — oder ungespannt (im Wappen der Grafen Arco in Bayern Fig. 41. 42.) sehr 
vielfach in Wappen vor. Das polnische Wappen Odrowp£ (Fig. 44.) ist lediglich ein gespannter 
Bogen ohne Sehne mit aufgelegtem oder wachsendem Pfeil. 
Die zum Bogen gehörigen Geschosse theilt man ein in: 

Bolzen (Tafel XXVI. Fig. 45.) 
Toselbolzen (Tafel XXVI. Fig. 46.) 

und 

Pfeile (Tafel XXVI. Fig. 50-52.) 

welche sämmtlich auch ohne Bogen, sehr häufig in Wappen erscheinen. Das Gefieder des Pfeils oder 
Bolzens nennt man den Flitsch und spricht vom Pfeil etc. er ist „beflitscht*. Für gewöhnlich ist der 
Futsch bunt, das Eisen (die Spitze) stahlfarb, der Schaft (das Holz) roth, schwarz, golden, silbern oder 
(neuerdings) braun. 

Pfeilelsen (Tafel XXVI. Fig. 47—49.) 
ist das (etwas verlängerte) Eisen oder die Stahlspitze des Pfeils, mit Widerhaken versehen und kommt 
z. B. vor als Wappenbild der v. Waldow (Fig. 47), zwei dgl. im polnischen Stammwappen Bialynia 
(Fig. 49.). 

Die eigentliche Pfeilspitze d. h. dap Eisen mit zwei langen Widerhaken heisst in der Heraldik der 

Stral (Tafel XXVI. Fig. 48.) 
und bildet z. B. das redende Wappenbild der Stadt Stralsund, der dorther stammenden v. Hagemeister 
in Esthland und der Familie Strahlborn (Straelborn) in Livland. Auch die Pfeile im Wappen der 
Mecklenburgischen v. Stralendorf sind ursprünglich wol redend, also 9 Strale u gewesen. 

Vftsclierhaken (Tafel XXVI. Fig. 53. 54.) 
unterscheiden sich von den Enter- oder Schiffshaken^ indem erstere mehr zum Stechen der Fische und 
zum Aufholen der Netze, letztere, über welche weiter unten die Rede, zumEntern der Schiffe dienen. 
Sehr ähnlich dem Fischhaken ist die 

Saufeder (Tafel XXVI. Fig. 55.) 
ein bekanntes Jagd-Instrument, besonders zur Saujagd und Bärenhatz gebraucht und zum „Abfangen" 
benutzt. Ausser diesem Instrument dienten zur Jagd, theilweis aber auch als Waffe noch folgende 
beschaftete Hand-Wehren: Die 

Hellparte (Tafel XXVL Fig. 59.) 

(volksthümli eher, aber unrichtig: Hellebarde genannt) bestehend aus einem Spiess, dessen Eisen auf der 
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einen Seite in ein Beil, auf der anderen in einen theils gerade, theils hakenförmig, theils gleichfalls 
beilartigen Ansatz verläuft; die Form der Hellparten wechselt, wie jede grössere Waffensammlung lehrt, 
unendlich, die hier gegebene ist indesa, mit geringen Abweichungen, die in der Heraldik abliebe« 

Der Spiess und der Speer (Tafel XXVI. Fig. 56. 60.) 
unterscheiden sich nur dadurch, dass letzterer oben unterhalb der Spitze eine Quaste hat. 

Auch das Spiesseisen kommt (wie das Pfeileisen) ohne Schaft vor, theils wie hier, mit Querstab 
(Fig. 56.) und theils (Poln. Stammw. Qroti) ohne dasselbe. 

Lanze 

(richtiger Turnierlanze) (Tafel XXVI. Fig. 61.) gleich dem Spiess geformt, manchmal aber auch mit 
Quaste versehen, am Fassende den bekannten, zum Hineinlegen und Schutz der Hand bestimmten Aus- 
schnitt hat. Die Krone der Turnierlanze (Erönl-Lanze) zeigt Tafel XXVI. Fig. 67. 
Wiederum nur wenig vom Speer unterschieden ist die 

Partisane (Tafel XXVI. Fig. 62.) 
welche hauptsächlich von den, die Schlösser bewachenden Trabanten geführt wurde und der Hellparte 
ähnelt. Auch in. ihrer Form brachte Zeit und Geschmack sehr wesentliche Veränderungen an. — Eine 
bekannte Jagdwaffe war dagegen der sogenannte 

Knebelspieg (Tafel XXVI. Fig. 64.) 
d. h. ein Spiess mit Querstab unterhalb der Spitze, um das zu weite Eindringen der letzteren zu ver- 
hindern. Drei dgl. führen z. B. die v. Kleist als Helmzier. 
Eine modernere Form desselben ist der 

JTagdspless (Tafel XXVI. Fig. 66.) 
mit S-fÖrmigem Ansatz, noch jetzt die Waffe Fürstlicher Jagdpikeurs. Aus beiden entwickelte sich das 

Sponton (Tafel XXVI. Fig. 63.) 
eine, besonders im vorigen Jahrhundert beliebte Waffe, ehedem, zugleich nebst Schärpe und Ringkragen 
zur feldmässigen Adjustirung der Offiziere und der Cornets gehörig; in der Spitze des Preussischen 
Spontons ist gewöhnlich der Preussische Adler angebracht. 

Endlich ist noch eine Form der Lanze zu erwähnen, welche wir, wegen der Aehnlichkeit mit 
der Glefe (halbe Lilie) und weil die Lanze auch als Glefe bezeichnet wird, am besten als 

Glefenspitze (Tafel XXVI. Fig. 65.) 
blasoniren. Sie ist z. B. das Wappenbild der Anich v. Cartätsch (Siebm. II. 41), der v. Pranck in 
Bayern u. A. 

Von Figur 65. der Glefenspitze ausgehend, würde Fig. 68, ein aus acht Glefen (Glefenzeptern) 
bestehendes Bad, Glefenrad benannt werden. 

Wurfeiseii (Tafel XXVI. Fig. 57.) 
ob diese wirklich als Waffe am Seil wie v. Retberg meint, gebränehlich gewesen, ist bisher unerwiesen. 
Von ferneren scharfen Waffen erwähnen wir: 

das Bnjonnet (Tafel XXVI. Fig. 69.) 
so vorkommend z. B. im Wappen der 1816 in Preussen geadelten v. Brandt. 

Streitgabel (Heugabel) (Tafel XXVI. Fig. 70.) 
ist die zweizinkige Gabel mit geraden Spitzen, wie sie z. B. die v. Gablern (in der Lausitz) führen, 
wogegen der 

«er (Dreizack) (Tafel XXV. Fig. 71.) 
hauptsächlich zum Fischstechen benutzt, das Wappenbild der Hopf garten, v. d. Gabelentz, sowie anderer 
Familien bildet. Auch das Ger-Eisen kommt (Fig. 72.) vor. 



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Streitbeil (Tafel XXVI. Fig. 74.) 
war die, der Zimmermannsaxt am meisten ähnelnde Waffe, welche mit gerader Schneide und das Eisen 
oben geradelaufend, an geradem unten wenig gebogenem Stiel vom Bitter im Kampfe zum Hiebe ge- 
braucht wurde. Das polnische Stammwappen Oksza hat diese Form. 
In ähnlicher Weise wurde gebraucht die 

Parte (Tafel XXVI. Fig. 75. 76.) 

welche sich vom Streitbeil durch gekrümmte Schneide und dadurch, dass auch der Obertheil des Eisens 
abgeschrägt und eingebogen ist, unterscheidet. Auch hier ist indess der Stiel gerade, wogegen das 

Wurfbeil (Tafel XXVI. Fig. 74.) 

in der Form mit der Parte zwar Aehnlichkeit , aber einen ganz kurzen gekrümten Stiel hat, weil es 
im Kampfe geworfen wurde (solche Beile fuhren z. B. die v. Stetteri). 

Eine ähnliche Wurf- Waffe welche , weil ihre Bedeutung längst verloren gegangen , sehr vielfach 
von der modernen Heraldik als „Anker" blasonirt wird, ist die 

Wurfparte (Tafel XXVI. Fig. 77.) 
Dieselbe ähnelt, wie man sich durch Vergleichung Überzeugen kann, sehr dem Eisen der Parte, hat aber 
einen Bing und zwei Widerhaken. Ersterer diente zum Durchziehen eines Stricks, vermittelst dessen 
man, war der Wurf geschehen, dieselbe wieder zu sich zurückzog. Die Widerhaken konnten auch wol 
bei kräftigem Wurf, wenn sie in eine nicht gepanzerte Stelle einschlugen, schwer verwunden, respective 
es dem Werfenden ermöglichen, seinen Gegner vom Pferde oder zu Boden zu reissen, in der Art, wie 
dies durch den Lasso zu geschehen pflegt. 

Solche Wurfparten sind beispielsweise ohne Zweifel die Wappenbiider der Grafen Stubenberg, 
der Märkischen v. Lüderitz, wahrscheinlich auch der Mecklenburg-Kurländischen v. Tornoto (Polnisch 
t. Turno) des Polnischen Stamm wappens Junczyk, möglicherweise sogar die der Statu v. Rechtenstein, 
Pflummem etc., obwohl die Bilder in deren Wappen bisher als Wolfsangeln (cfr. Tafel XXVI. 
Fig. 105. 106.) angesprochen wurden. Das Kennzeichen der Wurfparte ist, dass sie nicht bloss einen 
Bing, sondern auch einen kurzen Schaft, vermittelst dessen man sie werfen konnte, hat. Sie unter- 
scheidet sich vom Anker dadurch, dass sie oben kein Schwammholz hat, ohne welchen Theil ein Anker 
überhaupt undenkbar ist, da ohne dasselbe die Widerhaken nicht in die zum Verankern nothwendige 
Schräglage gebracht werden könnten. Wenn daher in Wappen alter Familien ein Anker erscheint , so 
wird es wol stets richtig sein, denselben, wenn er auf Siegeln vor dem Jahre 1600 und ohne Schwamm- 
holz vorkommt, als: „Wurfparte" anzusprechen. 

Dass der Unverstand der modernen Heraldiker seit dieser Zeit aus Wurfparten durch willkür- 
liche Hinzusetzung eines Schwammholzes mehrfach Anker, und die Familie v. Stubenberg, folgend einer 
Wappensage, aus dem Tau einen Zopf (!) fabrizirt hat, dürfte unsere Ansicht wenig erschüttern, da 
in den letzten Jahrhunderten noch manch grösserer Unfug mit alten Wappen getrieben und so manches 
alte schöne Wappen bis zur Unkenntlichkeit verbal lhornisirt worden ist. 

Eine in neueren Wappen auoh vielfach vorkommende Figur ist das Attribut der Römischen 
Lictoren, die 

Fasces (Tafel XXVI. Fig. 78.) 
nämlich ein durch Bänder zusammengehaltenes Bündel Stäbe, in deren Mitte ein besonders geformtes 
Beil steckt. 

Schwerter (Tafel XXVI. Fig. 80. 81.) 

in Wappen ausserordentlich häufig. Welches die zumeist vorkommende Form des Griffs, des Knopfes 
and der Parirstange ist , lässt sich schwer entscheiden. Will man genau sein , 60 wird man bei einer 
Beschreibung sich zu äussern haben, ob der Knopf und die Enden der Parirstange rund oder klee- 
blattartig oder die letzteren wie auf der Abbildung zweizinkig sind. Wenn nicht anders gemeldet, ist 
Knopf, Griff und Parirstange stets golden. 



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Auch Scheiden von Schwertern kommen in Wappen vor, z. B. in dem der Scheidlin. 
Der obere Metallbeschlag der Schwertscheide , das sogen. Ortband erscheint auch einmal vm 
Wappen (cfr. Tafel XXVI. Fig. 79.). 

Pallasche (Tafel XXVI. Fig. 82.) 
d. h. Kürassier-Degen, kommen nur einige Male als Wappenbilder bei Prenssisehen Familien vor, 
dagegen erscheinen 

Degen, Nabel und Stossdegen (Tafel XXVI. Fig. 83—85.) 
natürlich nur in modernen Wappen; die ersteren mit Vorliebe in denen Prenssischer Nobilitationen, 
theils einzeln, theils zn zweien gekreuzt, theils in der Hand eines geharnischten oder mit einem alt- 
prenssisehen Uniforms-Aermel angethanen gebogenen Armes. Sehr oft ist am Säbel und Degen auch 
das silberne Offiziers-Portäpee befestigt, was zu melden ist. 

Bei allen, (ausgenommen den Stossdegen) ist der Griff mit der Parirstange durch den sogen* 
Parirbügel verbunden. Die Parirstange ist beim Degen in ein Oval, bei dem Stossdegen in eine 
Kreisrundung erweitert. 

Der ungarische g&bel (Tafel XXVI. Fig. 86.) 

ist wie der 

Türkensäbel (Tafel XXVI. Fig 87.) 

geformt, mit dem Unterschiede, dass die Klinge des ersteren nach der Spitze zu spitz, die des letzteren 
breit verläuft. Eine ganz besondere Form hat der wenig vorkommende 

Tartarens&bel (Tafel XXVL Fig. 88.) 

Ebenso ist der türkische Handschar, wie der Yatagan nur in Ungarischen und Moldau- Wallachischen 
Wappen zu finden. 

Dem Yatagan am ähnlichsten ist das 

Jagd- oder Waldmesser (Tafel XXVI. Fig. 89.) 
welches wol zu unterscheiden ist von dem sogenannten Hartschirmesser, Tafelmesser, Hackmesser sowie 
der Heppe und dem Winzer- oder Weinmesser, über die weiter unten Näheres. 
Von keulenartigen Waffen kommen in der Heraldik vor: 

Der Morgenstern 

entweder wie Tafel XXVI. Fig. 90., oder als wirkliche Keule, deren Eopf mit Nägeln beschlagen, oder 
endlich als Dreschflegel, dessen Flegel benagelt ist — das Nähere ist zu melden« 

Der Streltkolben (Tafel XXVI. Fig. 91—98.) 
die eigentliche Streitwaffe, welche, aus einem Stück Eisen verfertigt, einen geraden, mit Knöpfen ver- 
sehenen Schaft und in den Abbildungen einen prismatisch, gewöhnlich achteckig geformten, oft oben 
und an den Ecken mit Kugeln besetzten Kopf hatte. 

Keulen (Tafel XXVI. Fig. 94.) 
in bekannter Form (z. B. im Wappen der v. Kolb). 

Heerkolben (Tafel XXVI. Fig. 95.) 
uns nur aus dem Wappen der Grafen v. Limpurg als kurzgestielte achteckige Kolben bekannt; ferner 
als Abzeichen von Heerführern hier gleich zu nennen: 

Die Turnlerkolben 

oder Kolbenstab Tafel XXVI. Fig. 96. und 

der altpolnlsche Commando- oder JUarscliallsstab (Tafel XXVI. Fig. 97.) 
wogegen der 



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moderne IVIarsehallsstab (Tafel XXVI. Fig. 98.) 
wie er jetzt in den Armeen der deutschen Grossmächte üblich ist, gewöhnlich ans Holz bestehend, oben 
und unten mit Metallbeschlag versehen und mit dem Wappenbild des betr. Staates (in Prenssen mit 
blauem Sammetüberzug, besät abwechselnd mit goldenen Kronen und Adlern) in Frankreich blau, besät 
mit goldenen Lilien resp. (den Napoleonischen) Bienen etc. versehen ist. 

12) Feldzeichen. 

Banner (grosse Fahnen) 

Falliten (moderner Art) 

Standarten (quadratische Fahnen der Cavallerie) s. bei den Helmzeichen. 

Der JRosssehweif (Tafel XXVI. Fig. 99.) 

ist die türkische Heeresfahne und besteht aus einer vom Halbmond gekrönten Stange, an der ein Ross- 
schweif hängt. Er ist in Ungarischen, Bussischen und Schwedischen Wappen vorzugsweise beliebt. 

CornetfiMinlein (Tafel XXVI. Fig. 100.) 
Fähnlein 

a) dreieckig (Tafel XXVI. Fig. 101.) 

b) quadratisch 

c) quadratisch mit Spitze (Tafel XXVI. Fig. 102.) 

d) zwei- und dreizipflig. 

Flaggen 
Wimpel 

letztere vorzüglich auf Schiffsmasten. Näheres bei den Helmkleinoden. . 

13) Jag-d- und Fischereigeräthe. 

Der Angelhaken (Tafel XXVI. Fig. 103. 104. Tafel XXVH. Fig. 19.) 
in verschiedener Form. Die Form wie Fig. 103, jedoch der Widerhaken nach innen, der Schaft innen 
mit drei oder fünf kleinen Haken (zum Umwinden der Angelschnur) führen die Barone v. Minnigerode 
(ehem. Reichsedlengeschlecht, genannt Riemen), jedoch ist auch die Form Fig. 104., wie sie die Märkischen 
erloschenen v. Coelln, sowie die Tratz (Siebm. II, 64) geführt haben, zu erwähnen. 

Ob die Figur in den Wappen der vom Hagen , v. Mosch (gewöhnlich als Schlittenkufen) und 
Baet v. Boegelskamp (gewöhnlich als Schlittschuhe blasonirt) Tafel XXIX. Fig. 6. als Angelhaken oder 
Haken anzusprechen, ist fraglich; jedenfalls aber verdient dieselbe es eher, als die der v. Hake 
Tafel XXIX. Fig. 7. u. 8.) als ersterer bezeichnet zu werden. 

Die Wolfgangel (Tafel XXVI. Fig. 105. 106.) 
eine der Wurfparte (s. oben) wie bereits dort erwähnt, sehr ähnelnde Fignr. 

Diese allein verdient obigen Namen, (nicht aber die Tafel XXIX. Fig. 2—5. abgebildeten, sehr 
oft fälschlich als „Wolfsangel" bezeichnenden Doppelhaken) } denn der Gebrauch dieses Fangeisens ist den 
heutigen Jägern noch ebenso bekannt, Vie zur Zeit des Mittelalters. 

Ebenso ist das 

Wolfseisen (Tafel XXVI. Fig. 107.) 
welches, warum ist unklar, oft als „Doppelwolfsangel tt angesprochen wird, behannt genug, um es nicht 
weiter zu erwähnen. Jedoch bemerken wir, dass dieses Wappenbild, obwol es das gemeinschaftliche 
Wappenbild der Hessischen v. breidenbach und. der dieser stammverwandten Familie v. Hatzfeli ist, 
von letzterer stets als „Mat<eranker a (cfr. Tafel XXIX. Fig. 12-17) angesprochen wird. 

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Die Fischreuse (Tafel XXVI. flg. 108.) 
kommt, ebenso wie das Fischnetz im Wappen der Seutter, und, mit offener Klappe, als Vogelbauer 
blasonirt, auf dem Helme der Freih. Hof er v. Lobenstein vor, beispielsweise im Wappen der Grafen 
Wrschowetz-Sekerka. 

14) Oeräthe für Musik, Spiel, Tafel, Küche und Keller. 

Kesselpauke (Tafel XXVI. Fig. 109.) 
kommt ebenso wie 

die Trommel (Tafel XXVI. Fig. 110.) 

— in dieser Form im Wappen der Grafen v. Bubna — gewöhnlich bei den die Wappen umrahmenden 
geschmacklosen „Armaturen" vor, ferner: 

Das Heer-, Hlef- oder Hlft- (fälschlich Hüft-) hörn (Tafel XXVII. Fig. 1-4.) 

entweder mit oder ohne Band (Schnur). Es ist sowohl die Färbung des letzteren, wie auch der Beschläge 
sowie die Anzahl derselben zu melden. Das Gewöhnliche ist, dass, wie in Figur 1. 8. 4. das Mundstück 
nach rechts , die Mündung (Schallöffhung) nach links gekehrt ist. Anderen Falls ist es zu melden, 
speciell wenn, wie in Fig. 2., die Hörner gestürzt, überhaupt abgewendet etc. erscheinen. 

Das Posthorn 

unterscheidet sich vom 

Waid- oder Jagdhorn (Tafel XXVII. Fig. 5.) 

dadurch, dass Ersteres eine doppelte Windung sowie Mündung und Mundstück in gleicher Höhe hat, wo- 
gegen beim Jagdhorn letzteres in die Höhe ragt. Auch ist das Po3thorn gewöhnlich mit Schnur und 
zwei Quasten versehen, was aber zu melden ist. 

Die Trompete (Tafel XXVIL Fig. 6.) 

Ist dieselbe, wie häufig, mit Schnur und Quasten versehen, so ist dies zu melden, ebenso wenn sich an 
ihr ein Fahnentuch befindet, in welchem Falle sie Heroldstrompete heisst. 

Auch die Posaune, allerdings nur in der antiken Römischen Form, womit z. B. die Engel abge- 
bildet zu werden pflegen, erscheint einige Male in Wappen, ferner die altdeutschen 

Zinken (Tafel XXVIL Fig. 7—10.) 

In einem englischen Wappen kommt sogar das sehr primitive Instrument der 

Jtlaultrommel (Tafel XXVII. Fig. 11.) 

vor, wogegen die sehr ähnliche Figur im Schrägbalken des Wappens der italienischen Erizzo ein alt- 
gothisches E vorstellen soll. 

Von Saiteninstrumenten finden wir: 

Die Harfe (Tafel XXVII. Fig. 12.) 
welche, wenn sie, wie im Irländischen Wappen, vorn einen geflügelten Weibsrumpf hat, „Davidsharfe" 
genannt wird. Sie erscheint z. B. auch im Wappen des Dichters Matthis&on. 

Die Laute und der Ijautenhals (Tafel XXVII. Fig. 13. 14.) 
kommt unseres Wissens nur vor im Wappen der v. Holleben^ resp. v. Flatow, wie hier dargestellt. 

Geige (Violine) (Tafel XXVII. Fig. 15. 16.) 

selten; Letztere (die drei Geigen) erscheinen im Wappen des bekannten Freih. v. der Smeten. 
Auch die Guitarre findet (Tafel XXVII. Fig. 17.) sich. 



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Die Iiyra (I<eier) (Tafel XXVII. Fig. 18.) 

ist ein in Wappen sehr beliebtes Instrument. Ausser den v. Saenger (1840 in Prenssen nobil.) 
v. Klinguth (Lausitz) wird sie mehrfach von geadelten Dichtern and Damen geführt, auch wohl um- 
wunden oder durchflochten mit Lorbeerzweig oder innerhalb eines Lorbeerkranzes. 

Schildstechscliild (Tafel XXVII. Fig. 20.) 

d. h. ein hölzernes, auch wohl drehbares Schild nach welchem bei Scherz-Turnieren mit der Lanze ge- 
stochen oder mit dem Bogen vom Pferd herab geschossen wurde. Ferner von Spielen: 

der Kreisel (Tafel XXVU. Fig. 21.) 

sowohl der mit der Peitsche zu bewegende, wie auch der „Mönch", „Quinte", oder „Brummer* genannt. 
Letzterer z. B. im Wappen der Pidoll von Quintenbach (Rheinprovinz). (Tafel XXVII. Fig. 22.) 

der Globus (Tafel XXVII. Fig. 23.) 
im Wappen der polnischen Familie v. Dangel, mehr als Scheibe erscheinend, ferner im Wappen v. Brasilien. 

Kugeln oder Bälle (Tafel XXVII. Fig. 24—27.) 

diese werden, wenn sie nicht deutlich als kugelrund gezeichnet sind, vielmehr glatt aussehen, auch als 
Scheiben oder „Pfennige" blasonirt. Pfennige aber sollte man sie richtiger Weise nur dann nennen, 
wenn wirklich^, wie es allerdings vorkommt, (z. B. im Wappen der v. Alopaeus Bussland u. v. A.) 
irgend welche Prägung sichtbar ist. 

Kegel (Tafel XXVII. Fig. 28-30.) 
in verschiedenen Formen vorkommend. Endlich das 

Schachbrett (Tafel XXVU. Fig. 31.) 
hier so anzusprechen. Wenn dagegen der Schild geschacht, gerautet oder geweckt ist, oder ein Mensch 
eder Thier aus einem so abgetheilten Felde hervorgeht, so soll man letzteres nicht , (wie dies vielfach 
fälschlich geschieht) als Schachbrett ansprechen, höchstens darf dann der Ausdruck : „Schach* gebraucht 
werden ; andernfalls können sehr leicht Irrthümer entstehen. Ueber die Schachfiguren, welche in Wappen 
vorkommen, ist bereits (cfr. Vierteljahrsschrift des deutschen Herold 1873, S. 47 — 80, S. 245 — 73, nebst 
Nachtrag und Entgegnung, 1875 S. 17 — 25) durch die vielberufeneren Herren Archivarrath v. Mül- 
verstedt, Dr. van der Linde, Chr. Chi, Freiherr v. Beitzenstein und Graf Rover den so Vieles theilweis 
diametral sich Gegenüberstehendes geschrieben worden, dass wir, unter Verweisung dorthin, uns darauf 
beschränken können , zu rekapitnliren , dass uns bisher in Wappen drei Figuren des Schachspiels auf- 
stossen, nämlich: der Bauer (Pion oder Vende), der Roch (oder Thurm) und der Läufer. Nach den, 
von Graf Hoverden seiner a. a. 0. angegebenen Abhandlung beigefügten Abbildungen alter Schachfiguren 
möchten wir unsere unmassgebliche Meinung dahin abgeben, dass Fig. 32. und (cfr. Hoverdens Abhandlung) 
auch die von uns oben als „Kegel" blasonirten Figuren (Tafel XXVII. Fig. 28 — 30.) wegen der grossen 
Aehnlichkeit mit Fig. 32. Bauern (Venden oder Pions) Fig. 33. und vielleicht auch 37. und 38. : Läufer, 
dagegen Fig. 84. 85. 36. 38 — 44. Schachrochen (Thürme) darstellen sollen, wogegen der Springer (das 
Bössei) bis dato in Wappen nicht aufzufinden war. v. Mülverstedt stellt die Theorie auf, der angebliche 
Boche im Wappen sei ein Springer, speciell wegen der Pferdeköpfe in der Form wie 44., wir möchten 
uns indess doch der Ansicht des Dr. van der Linde anschliessen, dass diese. Figuren sämmtlich Rochen 
seien, auch die lilienartig gestalteten 84 — 36. Eine solche lilienartige Figur (halbe Lilie oder „Gleve") 
wachsend aus dem oberen dreier schwebender Balken ist z. B das der v. Bochow, das der Stadt Boch- 
litz und auch das polnische Stammwappen Boch IH. also auch die Polen erkannten jenes Wappenbild 
för einen Boch (wahrscheinlich waren jene 8 Balken ursprünglich das abgetreppte Fussgestell der Lilie 
und bildet mit letzterer eine Figur). 

Würfel (Tafel XXVH. Fig. 45. 46.) 
erscheinen in mehreren Wappen, sowohl zu zweien (Doppler in Nürnberg) wie zu Dritt — Billerbeck, 



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Zamory in Fig. 45. zu 2. 1. gestellt, in Fig. 46. ebenso, aber gekantet. Die Würfel sollen stets etwa» 
perspectivisch gezeichnet sein und Augen zeigen. 

Becher 

und zwar Fig. 48. als Trinkbecher, Fig. 47. auch als „Würfelbecher" anzusprechen, ferner: 

Glas (Tafel XXVU. Fig. 49.) 
in dieser Form selten, z. B. im Wappen der Schweizerischen Eckher. 

Kelch oder Pokal (Tafel XXVU. Fig. 50.) 
vielfach in geistlichen Wappen vorkommend, in sehr verschiedener Form. 

Wein- (Keleh-)Glas (Tafel XXVU. Fig. 51.) 
Seetglas (Tafel XXVH. Fig. 52.) 
z. B. im Wappen der wieder f v. Hieronymi in Meklenburg« 

Die (einfache) Scheuer (Tafel XXVII. Fig. 53.) 
zum Unterschied der Doppelscheuer (s. diese) Dann der 

Römer (Tafel XXVII. Fig. 54.) 
und in etwas kleinerer Gestalt, derselben Form, das 

Kelchglas (Tafel XXVII. Fig. 55.) 
oder vielleicht auch als „Schenk-Pokal" zu blasoniren. 

»oppelseheuer (Tafel XXVU. Fig. 56. 57.) 
ist ein metallenes DoppelgefUss für Wein und wurde meist bei Tafeln zum sogenannten „Umtrunk* 
gebraucht, es hat die Form zweier mit den Bändern aufeinander gestellter bauchiger Becher. Die 
Freiherren v. Besserer-Thalfingen in Bayern führten beispielsweise (auf alten Siegeln) diese Doppel- 
scheuer als Wappenbild (ihr jetziges ist ein ganz wunderbarer Deckelpokal) und auf dem gevierten 
Wappen der Schenken v. Limburg ist sie in der Mitte wie ein Herzschild aufgelegt. 

Seheukkannen oder Krüge (Tafel XXVH. Fig. 58 bis 66.) 
zum Mischen und Schenken des Weins. Ihre Form ist sehr verschieden, oft wird sie geführt vonFamilien 
mit dem Namen Krüger, Schenk, oder Truchsess aber auch von den (Siebm. IL 54. Nr. 12) Fuchs 
v. Kandenberg, Schilling v. Canstadt u. A. 

Trlnkhorn (Tafel XXVII. Fig. 59.) 
wie u. A. bekannt als im Wappen der Grafen v. Krolcow v. d. Wickerau vorkommend. 
Ferner kommen an sonstigen Geräthen für Flüssigkeiten vor: 

Der Hafen (Höllhufen) (Tafel XXVIL Fig. 67.) 
i. e. einfache Wasserkrtige, redend im Wappen der v. Hefner in Bayern. 
Einfache Gleskaillien sind Tafel XXVU. Fig. 68. und 69. 

Das Fasg (Tafel XXVH. Fig. 70.) 

Der Lägel (Tafel XXVU. Fig. 71.) 

Die Bittsehe oder der Kübel (Tafel XXVU. Flg. 72.) 

Der (ärapen 

id. est: Kessel mit Füssen, der ins Feuer gestellt wird. (Tafel XXVH. Fig. 73. 74.) redend im Wappen 
der v. Orape in Pommern. 

Der Kumpf 

(Oefftss zum Aufbewahren des Wetzsteins im Wasser für Mäher) — Tafel XXVH. Fig. 75. — 



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Der Kessel (Tafel XXVII. Fig. 76-78.) 
welcher keine Fttsee hat, weil er Ober dem Feuer aufgehängt wird. Die Form wie Fig. 78 ist diejenige, 
welche vorzugsweise oft in spanischen Wappen vorkommt. 
Hier sei auch gleich der 

Kesselhaken (Tafel XXVII. Fig. 79—81.) 
Erwähnung gethan, welche dazu dienen, an einer Kette im Schornstein aufgehangen, vermittelst ihrer 
verstellbaren Zahne die Hoch- oder Niedrigstellung des Kessels, welcher an dem unteren Haken angehängt 
wird, zu bewirken. Die Form, wie Fig. 79. heisst die westfälische, weil sie dort üblich und von lauter 
dortigen Geschlechtern; v. Kettler , v. Tmckel u. A. gefürt wird, die wie Fig. 80. 81. aus ahnlichem 
Grunde die . Nieders&chsisch-Märkische ; solche Kesselhaken fühzen z. B. die v. d. Decken, t. Gruben, 
v. Badein, v. Zieten u. A. 

Kesselsange (Tafel XXVIL Flg. 62.) 
ist ein Instrument, vermittelst dessen man den glühend gewordenen Kessel aus dem Feuer tobt. 

KesseLrinfcen (Tafel XXVIl. Fig. 88.) 
ist der Bing oder Griff des Kessels und kommt u. a. im poln. Stammwappen Nowina wie hier darge* 
stellt» mit einem dazwischen gestürzten Schwert (rectitis Kreuz) vor. 

Kreuel (Tafel XXVIL Fig. 84.) 
ist ein eisernes Instrument mit Haken, vermittelet dessen das Fleiseh aus dem Kessel geholt wird, ohne 
letzteren vom Feuer zu nehmen. 

Ferner sind noch an hölzernen, zum Schöpfen, Tragen oder Aufbewahren von Flüssigkeiten 
bestimmten Geftasen zu nennen: 

Die Bütte (Tafel XXVH. Fig. 85.) 
gewöhnlich mit Riemen zum Hängen über die Schultern, so von den v. Buttlar und v.ButÜer in Hessen, 
Kurland und Schlesien geführt, wogegen die Linie Treusch von Buttlar zum Unterschiede jetzt die 
Riemen nach rechts kehrt, eine Differenz, die freilieh vor dem Forum mittelalterlicher Heraldik nicht 
bestehen könnte. • • ,< 

Die Form Fig. 86. welche nur eine Art Haken zum Tragen hat, wird von den Freiherren 
von Stotzingen in Baden gfefohrl Dum weiter? 

Das Was&erfa»* fTafel XXVII, Flg. 87.) 
mit zwei kurzen Henkeln und unten einetn Spundloch; desgleichen der 

Stabich ' (Tafel XXVIl. Fig. 88.) 
(geführt als redendes Wappen z. B. von der Familie v. Stibich, Siebm. II. 43. Nr. 13) mit gerundeten 
Dauben, ohne das Spundloch. 

Der Wasser- resp. Feuerelmer (Tafel XXVIL Fig. 89—91.) 
in dreifacher Gestalt. 

Die Tinne (Tafel AVIL Fig. ».) 

ein offenes Wasserfass, geführt von der Familit 0. Tkien in lfaoktarimrg als redendes Wappen. 

Die ettiftpfkailae (Tafel XXVH. Fig. 93.) 
n«ü In gfcderer törta (BtMM$Bch-(>rbvinzl^)t 

Die Gelte (Tafel XXVU. Fig. 94.) 
Ein ahnliebes Fass wie Fig. 87. dient auch zum Aufbewahren von Salz, heisst daher: 

Srfiktfclieitte (Tafel XXVIL Fig. 95.) 
IKt wi fei meisten 8altpfHtiner^milien «>. Mellin > t\ ßeltaer u. A. gefthrte, zum Schöpfen des 3alzet 
dienende sogenannte 

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Salzpfanne (Tafel XXVII. Fig. 96.) 
Tiereckig, mit, aber auch ohne kurzen Handgriff bringen wir an dieser Stelle gleich mit zur Abhandlung» 

Von Gef&ssen zum Tischgebrauch endlich kommen in Wappen vor: 

Die Schaale (Tafel XXVII. Fig. 97.) 
in Fig. 97. mit Handgriff und ebenso wie 99. von oben gesehen, mit ornamentirtem Boden, oder wie 
Fig. 98. von der Seite gesehen, dann: 

Teller (Tafel XXVII. Fig. 100.) 
mit Löffeln; im Wappen der t Sohlesischen v. Falkenberg kommt sogar ein gedeckter Tisch mit 
Tellern darauf vor, dann 

Gabeln (Tafel XXVII. Fig. 101.) 
Diese Form, ausschlieslich zum Tafelgebrauch bestimmt, ist Öfters gekreuzt mit einem Messer, u. A. 
als. Attribut des Erblandvorschneideramts in den k. k. Oesterreichischen Kronlandern. 

Tafel-Messer . (Tafel XXVII. Fig. 102.) 
von der Art, wie sie beispielsweise im Wappen der Abtei Quedlinburg erscheinen. Als Vorschneide« 
(oder Tranchir-) Messer kommt aber auch die Form wie Fig. 103. vor, welche unter dem Namen: 
„Hartschiennesser a bekannt ist. 

Hackmesser (Tafel XXVII. Fig. 104. 106.) 
in zwei verschiedenen Formen; das 

Schabmesger (Tafel XXVII. Fig. 106.) 
oder Wiegemesser, zum Zerkleinern des Fleisches, auch als das Instrument der Gerber. 

Hackbeil mit Klotz (Tafel XXVH. Fig. 107.) 
Ferner: das 

Butterfass (Bolltrommel) (Tafel XXVII. Fig. 108.) 
aber auch in der gewöhnlichen Form erscheinend. Endlich zum Gebrauch am Heerde: 

Der Feuerstahl (Tafel XXVH. Fig. 109. 110.) 
in der bekannten Gestalt, wie er in der Kette des goldenen Vliesses vorkommt, sowie vier dgl., ein 
Kreuz bewinkelnd, im Wappen der alten Palaeologen, des heutigen Fttrstenthums Serbien und, als Sinn- 
bild des griechischen Kaiserthums. (Im Wappen der F. Gonzaga sind hieraus im vor. saeculo vier Buch- 
staben „B.* gemacht worden, i. e. Bvzantium, was natürlich eine ganz irrige Deutung ist). 

Blasebalg (Tafel XXVIII. Fig. 1.) 
Dann: 

Arm-Iieuchter (Tafel XXVIII. Fig. 2.) 
z. B. im Wappen der v. Möüendorf und f v. Krusemark, sowie: 

Leuchter (Tafel XXVffl. Fig. 3.) 
in einfacher Form, wie sie z, B. die v. Quast fuhren; sehr möglich ist indess die von einigen Autoren 
gebrachte Nachricht, wonach diese Figuren goldene Quasten sein sollen, wodurch das Wappen redend- 
wäre. Dann auch 

Wlndllehter (Tafel XXVHI. Fig. 4.) . . 

Lampen (Tafel XXVIIL Fig. 5.) 

geführt von der gleichnamigen Familie und in antiker Form von der in Preussen geadelten Fwnilkf 
v. Lamprecht, wie von den in Bayern vorkommenden Freiherrn v. Kleudgen. 



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- 1S1 - 

Ein JR&ucherfass (Tafel XXVIII. Fig. 6.) 
führen die v. Bauch in Bayern und eine Bänchersohale die v. Rauch in Preussen. 
Einen brennenden 

Feuer- oder Pechkorb (Tafel XXVIII. Fig. 7.) 
führen die v. Proeck in Ostpreussen und einen dgl. tragbaren mit Stiel die f v - Winkelhausen und jetzt 
die Fürsten Hatzfeld-Wildenburg (im 2. Felde). Ob diese Figur nicht indess ehedem ein Streitkolben 
war, bleibt zu untersuchen. Auch ein 

Holzspan (Tafel XXVIII. Fig. 8.) 
kommt einmal im Wappen vor. Zum Anfachen des Feuers am Kamin dienten ausser dem Blasebalg 

der Feuer wedel (Tafel XXVIII. Fig. 9.) 
Aus dieser, Niedersachsen eigenen, in verschiedenen dortigen Wappen vorkommenden Figur hat Unkennt- 
nis oder Missverständniss im Wappen der v. Levetzow eine Figur gemacht , welche theils wie ein Fall- 
gatter, theils wie ein Notenpult aussieht und diplomgemäss auch in die Wappen der Bohr-Lewetzow, 
Grafen Blücher-Finken, Grafen Ijevetzow und Bassewitz-Lewetzow übergegangen ist (!). 

Fliegenwedel (Tafel XXVIII. Fig. 10. 11.) ' 
besonders als Helmkleinod unter dem Namen „mit Pfauschweif besteckte Zepter oder Schäfte" ziemlich 
häufig vorkommend. — Die das Wappen der v. Heydebreck zum redenden stempelnden beiden sogen* 
„Haidequäste oder Haidewedel k sind ganz bestimmt ursprünglich nichts anderes gewesen als 2 gekreuzte 
Teuer* oder Fliegenwedel. 

ft eiierhock (Tafel XXVHI. Fig. 12-17.) 

Unter diesem Namen bringen wir, wohl wissend, dass wir damit anstossen werden, die Figuren, welche 
z. B. die Ratzfeld und die v. Dürkheim führen und wunderbarer Weise als „Maueranker" blasoniren. 
Nun ergiebt aber die Vergleichung der Figur mit den uralten Grabdenkmälern der den Hatzfeld stamm- 
Terwandten hessischen v. Breidenbach in der Elisabethkirche zu Marburg, dass das Wappenbild ganz 
anders aussah und ein Wolfseisen (s. diese) war. Erst spätere Jahrhunderte machten die Form 
unkenntlich. Wirkliche Maueranker sind dagegen Tafel XXVIII. Fig. 44—50. und haben ganz andere 
Form. Nun kommen aber ähnliche Figuren in anderen Wappen auch vor und da bleibt nichts übrig, 
als für „Maueranker" — falls wir nicht jene Figuren alle als Wolfseisen ansprechen wollen — einen 
anderen Ursprung zu suchen, welcher nicht gar sehr weit liegt, indem wir jene Instrumente als % Feuer- 
bpcke" d. h. eiserne Ständer, auf denen die Schürinstrumente des Kamins oder Heerdes gelagert waren, 
ansehen; v. Betberg nennt, ob mit Recht oder Unrecht lassen wir dahingestellt, dieselben: Haften 
oder Spangen. 

Tisch- und Stulilwangen (Tafel XXVIU. Fig. 18—25.) 
oder Tisch- und Stuhlgestelle d. h. die Stirnseite einer langen Tafel oder eines Stuhls, kommen in den 
verschiedensten Formen in Wappen vor und wird es daher nöthig sein, bei der ßlasonirung diese Formen 
ein wenig genauer zu kennzeichnen. Ob Fig. 22. und 24. (letztere das polnische Stammwappen Kotxcic 
als Tischgestell oder als Hausmarken zu blasoniren sein dürften, muss Jedem anheimgestellt werden. 

Tisch (Tafel XXVIH. Fig. 26.) 
und zwar ein gedeckter, mit Tellern, kommt vor im Wappen der f Schlesischen v. Falkenberg. 

Lelmstuhl (Tafel XXVIH. Fig. 27.) 
im Wappen der v. Amboten in Kurland, soll ursprünglich als redendes Wappenbild ein Amboss 
gewesen sein. 

Stuhl (Tafel XXVHI. Fig. 28. 29.) 
selten im Wappen. 



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- ISS - 

0rU«l*#l (Tafel XXVIII. Fig. SO.) 
d. h. der dreibeinige, heutzutage vulgttir „Schusterschemel" genannte. 

Von weiteren Hausgerätben auch noch die 

Truhe (Tafel XXVttl. Fig. 81.) 
nnd die 

Umlege (Tafel XXVItl. Fig. 32.) 
hier darauf ein Sittich. 

Von Eastoaren erscheinen: 

Die Bredel (Tafel XXVIII. Fig. 33.) 
im Wappen des t R.-Ftirsten t>. Bretzenkeim und 

Der BtittefWeek (Tafel XXVIII. Fi£. 34.) 
(3 in einem Schrägbalken). 

Von Geräfchen zur Blumemultur kommen vor : 

Der Henkelkorb (Tafel XXVIII. Fig. 35.) 
in runder Form ähnlich dem 

Handk«r1> r (Tafel XXVIII. Fig. W.) 
und dem Kessel und kommt in dies* Form sehr hftuig in Spaniftoken OrAfcdea- Wappen v6r; 
die ursprünglich einfach, dann mohrfach ornamentirt umgebogenen Henkelenden haben wehl später tfi 
den Irrthum Veranlassung gegeben, dass aus dem Korbe Schlangenköpfe bervorztingelten und so finden 
wir die Körbe z. B. im Wappen der Guzmann und Bueno; ferner der 

Korb (Tafel XXVÜL Fig. 87.) 
der eigentliche, vasenförmig, mit Henkeln, bestimmt zur Aufbewahrung Ton Blumen; 

BHrt*<"iflL*rtt (Täfcl 'XXVlfl. Fig. 88.) 
ftröef auch die 

BiuMenvage 

z* B. im Wappen der Sohwarztargitdheti v> Bltmrödm-, sowie 

das FA*tfl#*f* (TäfiftXXVHI.Hg. 8*. 40.) 

sehr häufig in modernen Wappen, gefallt mit Btnmeti, Früchten, wohl auch mit Geld, als Attribut der 

tflö'ra, Fortuna oder eines Genius. Zu melden ist, ob es wife liier aüfrtäkf steht, oder ob es j/SÜUfÜf 

ist, ferner womit das Füllhorn gefüllt ist und nach welcher Seite es den Knopf (die Windung) kehrt. 

Endlich da* 

gtöfc * (Tafel XfcVHI. Fig. 41) 
dicht gär Mufig, doch z. S. im Wappen der Gräfeh AAäf* in diettr Form ersfcheiheid. 
fcuin Hause gehören schliesslich noftht 



15) i «ottfeffge HÄHsgterÄf he. 

Die Säule (Tafel XXVHL Fig. 41 43.^ I 

gewöhnlich wie hier mit Capital und Fuss abgebildet, gekrönt öder ungekrönt. 

Die auf Helmen vielfach vorkommenden federbesteckten Säulen sind entweder verballhornisirte 
Spitzhflte oder Schafte (Fliegenwedel). Niemals soll man auf dem Helme von einer Säule sprechen;^ 
höchstens von einer Spitzsinle, wem* die Idee de* Sjritzbuttganz teflbren gegangen und kein Hutstulp 
mehr aufzufinden ist. Docnmentirt sich die Säule im Wappen durch ihr Capital als bestimm^ftdhVkfAtlKftt,"* 



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- 133 - 

dorische etc., so ist dies natürlich zu melden, sonst wird angenommen , dass sie wie Fig. 43. gestaltet 
ist. Die Wappenfiguren der Freiherrn Zuylen von Nijeldt blos um ein Namenswappen herauszuklügeln, 
als „Säulen" anzusprechen, finden wir etwas sehr gewagt. 

Iflaueranker (Tafel XXVIII. Fig. 44—50.) 
Dies sind die eigentlichen, zur Befestigung von Mauern dienenden eisernen Klammern, wie sie in 
Rheinischen Wappen Münch v. Bellinghausen, Grafen Spiegel etc. erscheinen. Die Figuren, 4£. und 47. 
sind zwar Hausanker > welche aber sehr sehr wohl als Maueranker gedient haben können. 

Thftrhagpen (Tafel XXVffl. Fig. 51-54.) 
d. h. Eisenbeschl&ge für die Thfiren und Thore, erscheinen in mannigfacher Gestalt, die jedesmal be- 
sonders gekennzeichnet werden muss. Auch das Wappenbild der v. Spörken in Hannover ist eine solche 
Haspe, ebenso die jetzt gewöhnlich als „Bajonnet" blasonirte Figur im Wappen der v. Gontard. 

Thurriegel (Tafel XXVm. Fig. 55.) 
erscheint u. W. nur einmal im Wappen der Württembergischen Freiherren v. Maucler % ebenso der 

Dem eiaes Thurschlossea (Tafel XXVIII. Fig. se.) 
oder auch vielleicht einer Schnalle im Wappen der Freiherr» Binck i>. Baldenetein in Baden. Diese Figur 
ist bisher wunderbarerweise stets als „gestürzter Tnurm" bksenirt und abgebildet. 

Thürchen, oder auch „tSuckfe»»ter" (Tafel XXVIII. Fig. 57.) 
Thikr-Sclil«*« (Tafel XXVDI. Fig. 58.) 
(ornamemtrrt). Auch einige Male das 

Vorhängescliloss. 

Dagegen kommen häufiger 

Dietriche (Tafel XXVm. Fig. 59. 60.) 
vnd aoch viel öfter 

Schlüssel (Tafel XXVm. Fig. 61-64.) 
vor. Bei Letzteren, ist hinsichtlich der Stellung stets die Sichtung dea Bartes massgebend also: 
Tafel XXVHI. Fig. 61. s. Schlüssel in B., Bart rechts und oben, woraus von selbst hervorgeht, dass 
der Griff oder das Schliessblatt unten, also der Schlüssel aufrecht stehen muss. 

Bei 2 gekreuzten Schlüsseln (Fig. 62.) ist, wenn nicht Anderes gemeldet wird, der Bart stets oben, 
aber nach abwärts gekehrt , bei querliegenden Schlüsseln (Fig. 68.) ist das Letztere ebenfalls selbst- 
redend. Fig. 64. bezeichnet man als 2 abgewendete aufrechte Schlüssel, wobei es rieh wiederum von 
selbst versteht, dast die Borte nach oben und auswärts gekehrt sind. Zu melden ist vom Schliessblatt 
noch, ob es rund (Fig. 62. 64.) oder viereckig (Fig. 61. 63.) ist, resp. ob mit gothischem Vierpa«s Ter- 
«eben. Der Bart des Schlüssels hat meistentheiis oben und unten einen Einschnitt und auf der freien 
Seite einen Kreuzeinschnitt; andernfalls wird man gut thun, m melden, wie derselbe ist. 
Ausser dem einfachen Schlüssel giebt es noch sogenannte 

»•ppelschlttssel (Tafel XXVIIL Fig. 65.) 
wie ihn z. B. das Wappen des Cantons Unterwaiden, sowie das Wappen der im Sftcbs. Reichsvieariafc 
geadelten Starke aufweist. Er hat statt eines Bartes deren zwei. 
Endlich ist noch der sogenannte 

gchlttsselklots (Tafel XXVIII. Fig. 66. 67.) 
wie ihn z. B. die Abeckhoven (Siebm. IL 66) führen, zu erwähnen. Dieses Instrument, welches in ähn- 
licher Weise noch heute ezistirt, diente einfach dasu, mehrere vom Hausherrn nOthig und viel gebrauchte 
SeUttasel an einem leicht tragbaren Körper zu vereinen. Fig. 67., dureh v. Retberg in seinen Vor- 
schlägen zu einer heraldischen Terminologie sub. Nr. 360 abgebildete Figur, die er als „zwei Steigen* 



B. 34 



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- 134 - 

abgewendet" blaaonirt, halten wir lediglich für einen Schlüsselklotz älterer Form, wie es denn überhaupt 
feststeht, dass die Bftrte der Schlüssel in älterer Zeit mehr lang wie breit waren und meistens nur aus 
mehreren parallelen Ansätzen bestanden. 

Ringe (Tafel XXVIIL Fig. 68-69.) 
kommen sowohl einzeln, wie zu mehreren, sowohl ohne, als mit Edel-Stein vielfach in Wappen vor. 
Diejenigen Ringe, welche einen Edelstein in Fassung tragen, werden in der Heraldik „Siegelringe" 
genannt, was, da die Ringedelsteine stets spitz hervortreten, zwar nicht ganz präzis ist, aber sich 
eingebürgert hat. Ringe werden vielfach von geharnischten oder weiblichen Armen hochgehalten. 
Im I. und IY. Felde des Gräflich Beind sehen Wappens erscheint ein goldener Ehering. Auch ver- 
schlungene Ringe kommen in Wappen vor, so z. B. 3 (2. 1.) im Wappen der v. Engelke (Ostpreussen) 
8 dgl. balkenweis verschlungen im unteren Felde des Wappens der v. Beider am Rhein und in Bayern. 

Spiegel (Tafel XXVUI. Fig. 70-71.) 
kommen entweder rund,- ohne Stiel (Fig. 70.) oder länglich viereckig ohne Stiel (cfr. das Wappen der 
Rheinischen v. Weise) oder rund mit Stiel vor. Es erscheint aber auch häufig der Spiegel in der 
Hand einer Meerjungfer als ovaler Spiegel ; auch kommt es vor, dass Affen oder Meerkatzen ihn halten, 
im er8teren Falle deutet er symbolisch die Ebbe des Meeres, im letzteren die Eitelkeit des Affen an. 
Den Spiegel mit Stiel nennt man zum Unterschied 

Handspiegel 

und hat natürlich anzugeben, von welcher Färbung der Rahmen (den jeder Spiegel haben muss) und der 
Stiel ist. Ein ovaler Spiegel, um dessen Griff sich eine Schlange windet, im rechten blauen Obereck ist 
das Kennzeichen der Comtes-se'nateurs der Napoleonischen Heraldik (Tafel V. Fig. 9.). 

An Werkzeugen, oder deren Theilen zur Bezeichnung der Tagesstunden kommen vor: 

Uhrzeiger 

d. h. der der grossen Thurmuhren redend im Wappen der Bayerischen v. Zaiger (Tafel XXVUI. Fig. 72.) 
und der der Sonnenuhr (Fig. 78). Eine Sonnenuhr selbst, oder vielmehr ein Thurm mit Zeiger ist uns 
nur einmal als in einem Englischen Wappen vorkommend, erinnerlich (Fig. 75). Ferner als ältestes 
einfachstes Instrument zur Zeitbestimmung die 

Sanduhr (Tafel XXVUI. Fig. 74.) 
welche beispielsweise als Attribut des Todes („Freund Hein") im Wappen der Schlesischen v. Heyne, 
die den Sensenmann selbst in ganzer Figur auf dem Helme führen, vorkommt. Die Figuren im II. und 
III. Felde des Wappens der v. Qörtz-Wrisberg dürfen indess nicht als Sanduhren angesprochen werden; 
die — sogar im Diplom— beliebte Bezeichnung als „Billets" — (gesiegelte Briefe) — ist natürlich, 
noch unheraldischer« 

' Wir kommen nun zu den eigentlichen häuslichen Instrumenten, welche ungefähr systematisch 
zusammenzustellen wir bemüht waren. Hier erscheint zunächst : - 

die Leiter (Tafel XXVUI. Fig. 76.) 
und zwar sowohl die einfache Leiter, deren Leiterbäume theils parallel f>. Oeynhausen, theils divergirend 
wie liier, je nach der Zeitmode dargestellt wurden, als auch die 

Fasslelter (Tafel XXVIII. Fig. 77.) 
im Wappen der Freiherrn Horneck v. Weinheim in Bayern und die 

Schrotleiter (Tafel XXVIIL Fig. 78.) 

beide zum Herabschroten der Fässer in. den Keller gestimmt.. ■'.'■•,! 

Die Figur 79. (das polnische Stammwappen Kornic) richtig zu blaeoniren, ist schon mehrfach 

mjsslungen. i . . j 



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- 185 - 

Bald wird es als 9 auf 3 Stufen erhöhtes Antoniuskreuz, an den freien Enden je mit Kugel 
besetzte bald als „Galgen* \ bald als „ Kleiderständer a angesprochen. JaOkolski u. a. polnische Schrift- 
steller wollen die Kugeln als daraufgespiesste „ Weizenbrode" angesehen wissen. 

Wir möchten, wenn der „Galgen" als für ein Wappen zu inopportun angesehen wird, dafür 
halten, dass die Figur am besten als das „Gestell einer # Tküre" , zu welcher Stufen hinaufführen, 
bezeichnet würde. 

Das Bell (Tafel XXVUL Fig. 80.) 
d. h. das des Fleischers, ferner 

Die Axt (Tafel XXVIII. Fig. 81.) 
cL h. des Holzfällers und Zimmermanns, dann 

. , die Spltzhaue (Tafel XXVIII. Fig. 82.) 

Wie sie die Bergleute gebrauchen, 

der Hammer (Tafel XXVHI. Fig. 83. 84.) 
in dieser Form noch heute vom Schuster, resp. Bergmann geführt und als Attribut des Bergbaues sehr 
häufig gekreuzt mit dem 

Schlägel (Tafel XXVIII. Fig. 85.) 
ferner der 

Bftttcherhaniiner (Tafel XXVIII. Fig. 86.) 

die Zange (Tafel XXVUL Fig. 87.) 
s. B. im Wappen der Grafen Törring-Seefeld, v. Zangen u. A. 

die Kalkreuten (Tafel XXVHI. Fig. 88.) 
d. h. Instrumente zum Brechen und Durchrühren des Kalkes, wie sie beispielsweise redend die v. Kalk- 
rtuth (die irrthümlich vielfach Gabeln daraus gemacht haben) führen. 

gcheere (Tafel XXVUI. Fig. 89.) . 
sowohl die einfache Schneiderscheere, als die zur Schafschur gebrauchte - 

gchafscheere (Tafel XXVUI. Fig. 90. 91.) 
geöffnet und geschlossen und die zum Tuchschneiden gebrauchte sogenannte 

Tucltseheere (Tafel XXVUL Fig. 92.) 

kommen vor. 

t : Die Sehafscheere führen u. a. die Marschall th Burgholzhausen und Altengottern, sowie andere 

thüringische ihnen stammverwandte Geschlechter, wie die v. Hagen. 

Die Tuchscheere kommt z# B. vor im Wappen für die Herrschaft Batenburg im Gräfl. ßronk- 
Äorsfechen Wappen. 

V 8Ä«e (Tafel XXVIIL Fig. 93.) 

$* r .h. die des Zimmermanns, ferner die - • . - • 

Baumsäge (Tafer XXVUI. Fig. 94.) 
dann die alte 

Holzs&ge (Tafel XXVUI. Fig. 95. 96.) 
für iwei und eine Person. 

~. Das Iiedei-nesser (Schabeisen) (Tafel XXVUI. Fig. 97.) 

•im Instrument des Gerbers, desgleichen das sehr ahnliche 



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- 1S6 - 

Bandmesser (Tafel XXVIII. Fig. 98.) 
Die Wappenfigur der Lo2 am Rhein wird als ein Bttteherinstrument, sogenanntes 

Fasselsen (Tafel XXVIU. Fig. 99.) 
angesprochen ; andere nennen es „Theerkranzeisen". Eber aber mochten wir dasselbe für eine Aalangel 
halten (?!) siehe das oben bei den Angeln Gesagte. 
Ferner erscheinen im Wappen 

die Stampfe (Tafel XXVIII. Fig. 100.) 
welche ebenso wie die 

Ramme (Tafel XXVIII. Fig. 101. 102.) 
in verschiedener Form, Fig. 101. als Pflasterramme, Fig. 102. technisch als Bammbär, d. h. eine durch 
Seile in die Höhe zu ziehende schwere Ramme, für das Einrammen von Pfthlen bestimmt, bezeichnet wird. 
Fig. 108. ist eine sogenannte Handramme, uns nur einmal in einem englischen Wappen erinneat? 
lieh« Ferner 

der Schraubstock (Tafel XXVIDL Fig. 104.) 
auch wol ein Unicum. 

Der Zirkel (Tafel XXVHI. Fig. 105.) 
entweder, wie hier, mit Gradmesser, oder ohne diesen, was zu melden, ebenso, ob er wie hier den Kopf 
nach unten, oder wie im Wappen der v. Jtzstein ihn nacb oben kehrt 

Der Pfriem (Tafel XXVEQ. Fig. 106.) 

Der Bohrer (Tafel XXVHI. Fig. 107.) 

Beide dürften nur selten vorkommen, häufiger dagegen das 

Winkelmass (Tafel XXVUL Fig. 108. 109.) 

besonders in vielen Wappen des Namens Winkel , Winkler, Winkelmann. Zu melden ist hier, wohin 
der Winkel gekehrt ist, also Fig. 108. : „g. Winkelmass, den Winkel rechts und abwärts kehrend, in tt. a 
Die Figuren in Tafel XXVIII. Fig. 110. werden theils als 

KlemmfeelB (Tiscblerwerineiig) 
theils als Klippel (bei der Möble gebraucht) bezeichnet, daher an beiden Stellen aufgeführt. 

Klammern (Tafel XXIX. Fig. 1.) 

d. h. die eisernen Instrumente des Zimmermanns (um 2 Balken miteinander fttr einige Zeit rag bu ▼«• 
binden) haben beide Haken auf einer Seite, und unterscheiden sich hierdurch von dem oft irrthümlich als 
^Wolfsangel" angesprochenen 

Doppelhaken (Tafel XXIX. Fig. fc— 5.) 
welcher einen Haken rechts, den andern links hat Der Doppelhaken kommt sehr häufig und in ver- 
schiedener Gestalt vor, meistenteils gestellt wie Fig. 2. und Fig. 4., was dann nicht zu melden ist, 
wohl aber, wenn, wie in Fig. 5. der Doppelhaken eine Spitze a£- die andere aufwärts kehrt; daim 
heisst er N-fÖrmig. Ferner, wenn er» wie in Fig. 3. 9 an jeder Spitz* loch einen Widerhaken hat und 
in der Mitte des Schaftes wie eine durchbrochene Baute gestaltet ist. 
Ausser dem Doppelhaken kommen auch einfache 

Haken (Tafel XXIX. Flg. 6—8.) 

vor. Fig. 6. im Wappen der vom Hagen scheint mehr ein Angelhaken, die beiden anderen Formen 
Fig. 7. u. 8. im Wappen der v. Hake (Mark Brandenburg) und v. Hoeke (Hannover) sind die eigent- 
lichen Haken, von denen in der Blasonirung zu melden ist, wohin die Hakenspitse gekehrt ist. 



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- tu - 

Kissen (Tafel XXIX. Fig 9. 10.) 

erscheinen in Wappen selten, mehr auf Helmen ah Unterlage eines Thiers oder eines Gegenstandes, 
äwm „lüjpnä*. In der Art wie Fig. 9. abgebildet heissgn sie „ausgespreizt", in der Form wie Fig. 10. 
„auf einer Kante" stehend (z. B. so auf dem Helme der Freiheim v. Graüs/hsim in Bayern). Kissen 
sind meist an den 4 Ecken mit Knöpfen und Troddeln (Quasten) versehen, auch mitunter mit goldenen 
Eckborden, was zu melden ist. 

Der Borstenpinsel (Tafel XXIX. Fig, 41.) 

wie er heutigen Tages von den Maurern .gebraucht wird, ist die alte Form der Bürste und erscheint 
z. B. zu Dritt im Schrägbalken des redenden Wappens der f Jdttrkisdien v. BörstdL 

W*y*e (Tafel XXIX, Fig. tt.) 

Diese Figur ist 'ftrriht, wie vielfach angenommen wird, eine 'Sattie (cfr. -das oben bei -fliesen Gesagte) 
sondern eine sogemfenfttie „Weyfe," d. h. «in Instrument, was Hoch jetzt auf dem Lande -vielfach 
gebräuchlich ist, um den gesponnenen Flachs vom Spinnrad abzuwickeln. Auch die Figur im Wappen 
der alten Berliner Patrizierfamilie v. Bhnhenfelde wiU uns als eine Aolufaft W$yfe erscheinen ; obwohl 
sie bisher immer als „Pferdegebiss* angesprochen wird. 

Die Spindel Cflafel XXIX. Fig. IS.) 

erscheint ebenso im Wappen wie das Spinnrad und zwar letzteres mit einer daran spinnenden Frau im 
Herzschild des Wappens des Grafen Obervdwff. Auch 

Kprttle* (Tafel XXIX. Fig. lt.) 
kommen in Wappen vor, ebtonso einmal ein 

Knäuel v»n «MH (Tafel XXfX. Fig. 15.) 
Ferner häufig auch 

Die Wa«e 

meist mit gleichstehenden Schalen, theils ledig, aber auch wie in Figur 16 (rat Wfcppat dertSfetieistheit 
t*. Amber) mit Abwart und Ooetztaefc der Jnstitm tetegt. Eu «ekken ist die {gswtitakcfc goldene) 
EfcrbMg «br 8uhnnfti% des ¥fagetelkens und der Sotafrfe, «uoh, 4b die eine der W*ggcb*k*i «4 wtteh* 
höher steht wie die andere. 

W&gel (Tafel XXIX. Fig. 17.) 
kommen immer in dieser Torrn Vor, mit möglichst spitzem , beinahe einer Pfeilspitze ähnelndem Kopfe. 

Ketten (Tafel XXIX. Fig. 18-ÄM 

erscheinen dreierlei Arten in Wagpen, enforactar 

1. mit ovalen oder 

2. mit runden oder 

3. mit abwechselnd runden und viereckigen Gliedern, in letzterem Falle 

Molzketten 

genannt. 

Von weiteren Fesselungsinstrumenten sei hier gleich die 

Hundekoppel (Tafel XXIX. Fig. 21.) 
ein für Fesselung von Hunden bestimmtes Instrument und die 

HantUchelie (Tafel XXIX. Fig. 22.) 

bekanntes Verbrecher-Fessellungsmittel, deren Ringe un einem fiisenstah drehbar sind, genannt. 
B. 35 



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- 188 - 

Ueber den 

Kieseirin« (Tafel XXIX. Fig. 23.) 
haben wir bereits oben bei den Bingen (s. diese) gesprochen $ zu melden ist hier jedenfalls, von welcher 
Farbe der Stein im Ringe nnd wohin Ersterer gerichtet ist. 

Ofen (Tafel XXIX. Fig. 24.) 
kommt u. W. nur einmal im Wapptfn der v. Oven in Frankfurt a. M., dagegen auf dem Helme der 
dortigen v. Rauch sogar 2 rauchende Schlote (!) vor. 

Das einfachste Haus: 
ein Strohdach auf 4 Pf&hlen von Blrkenst&mmen (Tafel XXIX. Fig. 25.) 
ist, wie uns Okolski meldet, die erste Behausung des Gründers def Polnischen Dynastie und der Stadt 
Gnesen: Lech gewesen, weshalb derselbe und seine Nachkommen diesen „Brog* , später — von Lech 
abgeleitet — (Leazcyc) ins Wappen nahm. Noch heute führt es so die polnische Stammgenossenschaft 
dieses Namens. 

ein Wachtliaus (Warte) (Tafel XXIX. Fig. 26.) 
nennen die Schad v. Mittelbiberach die in Feld II. und III. ihres Wappens vorkommende Figur. Die- 
selbe kann indess ebensogut ein Taubenhaus vorstellen. 
Ein brennender 

(Kohlen) Meiler (Tafel XXIX. Fig. 27.) 
eines Köhlers kommt auch einmal als Unicum vor. Ferner von Brunnen: 

ein CSalgenbrunnen (Tafel XXIX. Fig. 28.) 

wie er auf dem Lande zum Wasserschöpfen gebräuchlich, ist das Wappen der Bayerischen Schönprunn, 
auch finden sich 

nfthrbrunnen (Tafel XXIX. Fig. 29. 30. 31.) 
in theils einfacher, theils complicirter Gestalt häufig in Wappen, besonders der Familien, deren Namen 
an Brunnen (Born) anklingt. 

Ein überlaufender Brunnenkessel, über den ein Hirsch schreitet, ist das Wappen der v. Charpentier 
in Schweden und Sachsen. Die einfachste, u. A. von den v. Auer in Bayern geführte Form ist die 
auf dem Lande am häufigsten vorkommende heisst daher 

Sauerbrunnen (Tafel XXIX. Fig. 30.) 

der Ziehbrunnen („Pütz«) (Tafel XXIX. Fig. 32.) 
mit Bolle und Eimer, auch Piltz, von der Familie d. N. in Co In a. Rh., die ihn so fühlt, genannt, ist 
eine andere Form des Röhrbrunnens. 

Fontaliien (Tafel XXIX. Fig 33.) 
von der einfachen Form, bis zu den verziertesten Arten, wie sie z, B. in den Wappen der Fürsten 
v. Löwenstein, der v. Fontaine u. A. vorkommen. 

Eine Waschschüssel (Tafel XXIX. Fig. 34.) 

ältester Form nämlich einen Sturmhut mit angebundenem Tuch lernen wir aus Grünen berg kennen. — 
Wir kommen nun zu den verschiedenen 

16) Verkehrs- und Reisemitteln sowie deren Theilen. 

Hier sind zuerst zu nennen: 

der Steg (Tafel XXIX. Fig. 35.) 
d. h. die einfache Brücke, deren Durchlässe quadratisch sind. Derselbe ist nicht mit dem Turnierkragen 
zu verwechseln, der stets nur einzeln und im Schildbaupt erscheint. 



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- 18» - 

Die Boffenbrifccke (Tafel XXIX. Fig. 36.) 
gewöhnlich mit gewölbtem, aber auch glattem Brückenjoch, was ebenso, wie die Anzahl der Bogen, 
ferner ob die Brücke ein Geländer hat, mit einem Thurm etc. besetzt ist, oder nicht, ob sie schwebend 
oder durchgehend (an die Sehildrftnder stossend) zu melden ist. 

Die Wappen der. vielen süddeutschen Familien, weiche an Brücke anklingen: Prugglach, Pruckner, 
Bruckmayr, Prugger n. A. enthalten sftmmtlich Brücken. 

gedeckte Brücke (Tafel XXIX. Fig. 37.) 
nennt man eine solche, welche, ohne Bogenbrücke zu sein, eine gewöhnlich durch 8chrftgstreifen gestützte 
Bohlenbedeckung hat (auf welcher wie hier noch ein Zollhaus steht). 
Eine andere Art der Brücken ist die Ponton- oder 

Schiffbrftcke (Tafel XXIX. Fig. 38.) 
deren eine (von oben gesehen) u. A. das Wappen der Stadt Innsbruck bildet. 
Ferner 

die Schlagbritcke (Tafel XXIX. Fig. 39.) 

d. h. eine alterthümliche Aufzugsbrücke, uns nur fm Wappen der f schlesischen Familie v. Brück er- 
innerlich. 

Die Figuren in Tafel XXIX. Fig. 40. werden als 

Schleusen 

erklärt, eine Definition, welche zwar eine Möglichkeit, aber doch ihre Bedenken hat. Von 

Schiffen 

erscheinen alle Arten u. A. : Dreimaster (im W. der Grafen Sivers, v. Struensee, v. Prenzet) Zweimaster 
nnd Einmaster (Tafel XXIX. Fig. 41.) auch deren Masten (Fig. 42), dann von kleineren Schiffen das 
sogenannte 

Flussschiff (Tafel XXIX. Fig. 43.) 
und in älterer Form (Fig. 44.). Dann von Ruderschiffen zunächst die antike 

Galeere (Tafel XXIX. Fig. 44. 45.) 
im Wappen der v. Werner (Preussen), Freiherrn v. Bonseri (Coburg) und im grossen Wappen der 
Bepublik Venedig vorkommend. Dann 

Boote und Kähne (Tafel XXIX. Fig. 46-51.) 
in verschiedenster Form, u. A. im Wappen der v.Both, v.Bothmer in Fig. 50 mit Ruder. Fig. 46—48. 
ist die Form des Flussschiffes oder Bootes, wie sie die polnische Wappengenossenschaft Lodzia führt. 

Dagegen wird Fig. 49. von der polnischen Wappengenossenschaft Korab geführt; es ist ein Boot 
mit Löwenkopf am Bug und Heck, statt des Mastes eine gekrönte Säule (auch oft als Zinnenthurm 
abgebildet). 

Der Anker (Tafel XXIX. Fig. 52-54.) 

entweder gesenkt (Fig. 52. 53.) oder gestürzt (Fig. 54.) ist gleichfalls ein sehr beliebtes Wäppenbild. Für 
gewöhnlich hat er oben unterhalb des Ringes das sogenannte Schwammholz. Fehlt dieser integrirende Theil, 
so ist es zu melden. Dass dann, besonders in Wappen alter Geschlechter, der Anker nicht als solcher, 
sondern als Wolfsangel oder Wurf parte anzusprechen sein möchte, haben wir schon a. a. 0. erwähnt. 
Der Bing am Haken des Ankers in Tafel XXIX Fig. 52. ist für gewöhnlich nicht vorhanden, musa 
daher gemeldet werden. 



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- tt* - 

BcMflfeltfekeA (Tafel XXIX. Fig. 55.) 
dies iöt der eigentlich* Enterhaken; und wird in dieser Form z. B. von den «*► Ofträf u. Btvm&mmki 
und 0. Bisctofswerder geführt. 

Ruder (Tafel XXIX. Fig. 56.) 
kommen einige Male; in anderer (spitzer, sogenannter „ Nordischer* Form) im Wappen der v. Rüdtnger 
in Esthland vor. 

nt«nren <l*re«tiise) (Tafel XXIX. Fig. St.) ^ 
unentbehrlich anf Reisen, sollen stete fhtth dargestellt Sein und Irgend «ine Prtgtng zeigen, fctffcftt fcind 
sie als „Kugeln" (s. dort) anzusprechen. 

Meilenstein (Tafel XXIX. Fig. 58.) 
mit angelehntem Pilgerstab, ist «in Unicum. 

W*ftger*rhHuwH {Tafefl XXIX. Fig. *9. 60.) 
für grössere Reisen, und 

Brteeliteke (Tafel XXIX. flg. 6L) 

für Wanderer, kommen selten vor, -ebenso der zum Setzen not h wendige 

Geldbeutel (Tafel XXIX. Fig. 62.) 
z. B. im Wappen der Grafen v. Bolza. 

Der Pllgerstafe (TafeJ XXIX. Fig. 63—67.) 
in verschiedener form, in hg. <3. Bömmtob fewm*t y weil er so ven 4er fclWto ü^mffle 9. Rmmr 
in Sachsen geführt wird, ferner die von den Pilgern am Hnt und Kleide getragenen sogenannten: 

**l**lfe»mset'MHi9tdtehi (Tafci XKIX, Flg. 68-V1.) 
Dieselben kommen Vorzugsweise in der Form Fig. 69. hantig vor. !Sa melden ist, wohin äas Gelenk 
der Muschel gekehrt ist. 



I) > il «I illilt I t ■■*■■- H ■■ 



Von Fahrzeugen und deren Theilen erscheinen in Wappen: 

Der Schlitten (Tafel XXIX. Fig. 72.) 

und die Balken, auf denen er gleitet, die sogenannten: 

gclilittenltulTen (Tafel XXIX. Fig. 78.) 

hier viel wahrscheinlicher, weil in wagerechter als der natürlichen Stellung, als solche anzusprechen, 
wogegen die Figur im Wappen der v. Mosch und v. Raet wol wife bereits a. a. Ö. gesagt, Steigbäume 
sein dürften. 

Ein Wasenjpefttell 

von oben gesehen (Tafel XXIX. Fig. 74.), ist das Wappen v. Carrara % ferner kommt vor 

Ein Wagten 

die Deichsel hoch (Tafel XXIX. Fig. 75.); eine alterthttmliche Kutsche mit Insassen (1) ist ein Theil des 
redenden Wappens der sächsischen v. Kotsch. 

Ein Sclu&ferfcarren (Tafel XXIX. Fig. 7«.) 
erscheint im Wapp« der Rfceitaseben «. Cmbmmes. 

Wagen-Rungen (Tafel XXIX. Fig. 77.) 
d. h. die das Wagenobergestell festhaltenden Schrägstützen im Wappen der v. Runge. Ferner kommt vor: 



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- 141 - 

Das LenlLgeheit (Tafel XXIX. Fig. 78.) 

d. h. der bewegliche Theil an der Deichsel des Wagens, an welchen die Pferde gespannt sind ; der obere 
grteere Theil beiint die Bracke. 

Felsen (Tafel XXIX. Fig. 79.) 

d. h. Stücke des Badkranzes erscheinen im Wappen der v. Felgenhauer und (mit 3 Speichen) auf dem 
HI. Helme der Grafen Bernstorf. Ferner 

Räder (Tafel XXIX. Fig. 81-r86.) 
verschiedener Art; das in Fig. 83. das eines Lastwagens. Die Speiehen «recheinen, wenn nicht ändert 
gemeldet, stets als gedrechselt (altdeutsch) Fig. 82. 85., sonst sind sie als glatte (Fig. 84«) sn bUsooiren. 
Jedenfalls ist immer sn melden, wie viel Speichen das Bad hat 

Stücke des Bades, und »war zunächst ein volles Bad, ans dem mir oben eine Speiche mit Felge* 
stück fehlte in welcher Lücke ein Passionskreuz steht, ist das polnische Stammwappen Osorya. 

Radnabe (Tafel XXIX. Fig. 87.) 
oder Bock (mit Achse) von vorm gesehen und dieselbe (Fig. 88.) mit dem Achsloch von oben gesehen im 
W. der Heydenab(er). Sodann ein halbes Bad: Wappen der v. Stuckrad, ein viertel Bad (Fig. 90.) 
Wappen der v. Stentzsch, Grafen v. Bukuwka , ferner der v. Blankenstein und Truchsess von Bieneck 
(Siebmacher IL 72) ein Bad mit Speichen, aber ohne Felgen — Fig. 89., Wappen der v. Pranthoch 
(Siebm. IL 86.). 

Zu melden ist von Bädern wenn sie mehr oder weniger als 6 Speichen haben; bei Bädertheilen, 
welches Viertel, oder welche Hälfte abgebildet ist, also Fig. 90 : „das linke obere Viertel eines zerbrochenen 
Rades,* bei Fig. 80. als: „zwei Hälften eines zerspaltenen Bades abgewendet". 

Wasenklpr (Tafel XXIX. Fig. 92.) 
(anch Wappen» Eppel) und in etwas anderer Form auch Fig. 93 ist dasjenige Stflck des Wagen-Ober- 
banes, welches auf der Vorderachse sitst und die Drehung der Deichsel ermöglicht. 
Eise sehr oft verkannte Fignr ist das 

Waffensprlt (Tafel XXDL Fig. 94.) 
d. h. der die beiden Leiterbaume verbindende, oben mit Einschnitt für die W ag en k et te (zum Znsnmmefl* 
halten der Enteren) bestimmte, über der Hinterachse befindliche Wagenp bertheil. Gewöhnlich ist das 
Wagensprit durch einen oder mehrere Ringe zusammengehalten, so im Wappen der Märkischen v. der Hagen. 

Zum Hemmen des Wagens dienen 

die Bremse (Tafel XXIX. Fig. 95.) 
und * 

die Radsperre (Tafel XXIX. Fig. 96.) 
letztere auch als „Kerbholz" angesprochen, was aber wol nicht richtig sein dürfte, weil die Kerben 
glicht in dieser runden Form vorkommen. 

IV) Utensilien gebräuchlich bei Viehzucht und Ackerbau. 

Di» Schelle (Tafel XXDL Fig. 97.) 
-wie sie an Halsbändern von Schafen, Kühen, an den Kummten der Pferde ete. vielfach in Gebrauch ist; 
nie kommt fast nur in dieser Form, manchmal aber auch unten mit knepfthnlichen Ansätzen in der 
Form vor, wie sie vielleicht s.Z. an den Kleidern zur Periode der sogenannten Schellentracht gedient haben mag. 

Dw gtetffbttgel (Tafel XXIX. Fig. 98-101.) 
a) die moderne Fig. 99. y b) die dreieckige oder sarazenische (Polnische) Fig, 99. Form, so beispielsweise 
B. 36 



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- 148 - 

im Poln. Stammwappen Strzemie vorkommend, and c) die altdeutsche Form (Fig. 100.). Mit Riemen 
erscheinen Steigbügel im Wappen der pommerschen Familie v. Steinwehr (2 gekreuzte) sowie einer in 
dem der v. Bellersheim gen. Stürzelkeim (Fig. 101.) dieser neuerdings in einem modern-englischen Gurt 
mit Agraffe verballhornisirt (!). 

Die Bremse (Tafel XXIX. Fig. 102—110.) 
d. h. ein Instrument, welches beim Beschlagen der Pferde, oder wenn dieselben sich sonst wild und 
unbändig benehmen, dieselben in die Nase eingequetscht und vermittelst des daran befindlichen Riemens 
resp. der Kette zusammengespannt wird. Derartige Bremsen kommen in den verschiedensten Formen, 
bald mit, bald ohne Riemen oder Kette (was zu melden ist) vor. Die Form Fig. 104. 105. ist die 
speciell in Westfalen und am Rhein Übliche (v. Holtey), Fig. 102. die in Pommern übliche (v. Weltzien) 
doch wechselt die Form, dem Geschmack der Jahrhunderte entsprechend, sehr vielfach. Die 8ymbolik 
der geflügelten Bremse ist bisher noch nicht aufgeklärt. Ein ähnliches Instrument wie die Bremse ist die 

r Schafzange (Tafel XXX. Fig. 1. 2.) 
welche von jener sich dadurch unterscheidet, dass sie stets hufeisenförmig und ohne Riemen erscheint. 
In alten Siegeln werden diese beiden Instrumente besser auseinanderzuhalten sein, als jetzt. 

Der Sch&ferstab (Tafel XXX. Fig. 3. 4.) 
kommt einige Male vor; es ist dies das Instrument, welches theils als kleine Schaufel (Fig. 3.), theils 
in Becherform (Fig. 4.) dargestellt wird und dem Hirten (Schäfer) dazu dient, von der Herde abirrende 
Schafe etc. durch einen Erdwurf vermittelst des Stabes wieder zur Heerde zurückzuschrecken. 

Der Schäferstab ist das Attribut aller Hirten (z. B. im Wappen der v. Herder , v. Jacobi, 
v. Schäfer). 

Die Schafscheere (Tafel XXX. Fig. 5.) 
von welcher bereits oben bei den häuslichen Utensilien die Rede war. 

Der Rosskamm (Tafel XXX. Fig. .6—8.) 
entweder wie Fig. 6. in gerader Form (Schildfuss des Wappens der Fürsten Schtoarzburg) oder wie Fig. 7. 
(W. der Freiherren v. Anrep und f. Ayx.) mit gebogenem Handgriff. Ob der Kamm in Fig. 8. ein 
Kamm für die Damen zum Hineinstecken ins Haar, oder auch ein Rosskamm sein soll, wagen wir nicht 
zu entscheiden. Ersteres dürfte wahrscheinlicher sein. 

Der Striegel (Tafel XXX. Fig. 9.) 
uns nur einmal als in Wappen vorkommend erinnerlich. 

Hufeisen (Tafel XXX. Fig. 10—12.) 
kommen fast immer in dieser Form vor und haben bald viereckige, bald runde Nagellöcher, durch 
welche das Feld gewöhnlich durchscheint. Die unteren Ansätze heissen die Stollen und ist zu melden, 
ob dieselben nach unten (wie hier) oder nach oben gekehrt sind. 

Die Celssel (Tafel XXX. Fig. 13. 14) 
selten in der Heraldik, dreisträhnig, resp. einsträhnig. 

Der Sattel (Tafel XXX. Fig. 15.) 
uns nur als im Wappen der v. Sättelin vorkommend, erinnerlich. 

Dass das Wappenbild der v. Sydow kein Sattel, sondern ein einfacher Scbildbeschlag, haben 
neuere Forschungen zur Gentige bewiesen. 

Pferdegeblss (Tafel XXX. Fig. 16.) 
selten ; das Wappenbild der Berliner v. Blankenfelde ist indess kein P. , sondern eine Weyfe (s. oben). 

Ochsenjocli (Joch) (Tafel XXX. Fig. 17-19.) 
und zwar Fig. 17. an den Hörnern und Fig. 18. über den Nacken zu tragen. Joche wie Fig. 19* 



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- 143 - 

kommen in Süddeutschland öfters vor und zwar Helmthieren durch den Leib gestossen, die Enden auf- 
wärts gekehrt, gekrönt und mit Pfauwedeln besteckt, (f Grafen v. Haag, Kleinod; Pferd mit dgl., auch. 
Schwanenrümpfe, ebenso behandelt, finden sich im Helmkleinod mehrerer süddeutscher Dynasten). 

Kummet (Tafel XXX. Fig. 20. 21.) 
für Lastpferde kommt im W. nur einmal in einem Felde des Wappens des Grafen v. Herberstein (Fig. 20.) 
hier irrthümlich als „Mutze" blasonirt, aber auch in anderer Form (Fig. 21.) vor. 

Der Pflug (Tafel XXX. Fig. 22.) 
selten in Wappen. Die ans Ungarn stammende schlesische Familie v. Beöczy führt einen Pflug in der 
gewöhnlichen Stellung umrahmt yon 2 Zweigen, auf deren Kreuzung ein Vogel sitzt. 

Pflugschaar (Tafel XXX. Fig. 23—26.) 
ist leicht zu unterscheiden yora 

Pllugelsen (Tafel XXX. Fig. 27—30.) 
welches am Pfluge vor Ersterer steht und zwar dadurch, dass letzteres immer mehr einer Messer- oder 
Sensenklinge Ähnelt und schmal ist, wogegen die Füugschaar breit, oft an den Enden (Fig. 25. 26.) 
aufgerollt ist, überhaupt mehr den Charakter des Spatens hat. 

Pflugsclileire (Tafel XXX. Fig. 31.) 
ist das Holz des Pfluges, innerhalb dessen die Pflugscbaar befestigt ist. 
Ein anderes Ackerinstrument, 

die Egge (Tafel XXX. Fig. 32.) 
kommt in der Form wie hier, aber auch dreieckig vor und ist stets mit sichtbaren Zinken versehen. 

Rechen (Tafel XXX. Fig. 33—35.) 
ziemlich häufig, in der bekannten Form. Fig. 35., drei Rechen im Dreipass um einen Ring gestellt, ist 
das polnische Stammwappen Grabie III, Fig. 33. : Grabie I. 

Spaten (Tafel XXX. Fig. 36—40.) 
ziemlich häufig in Wappen, meist wie hier, in Dreieckform mit einer Spitze, aber auch unten abgerundet 
(t>. GraBa, de Oraaff) vorkommend, was zu melden ist, ebenso wenn der Stiel andersfarbig (•bestielt) 
oder ohne Krücke ist. 

Schaufel (Tafel XXX. Fig. 41. 42.) 
in den Formen Fig. 41. Hand- Schaufel oder Fig. 42.: langgestielte Schaufel vorkommend. 

Herst (Tafel XXX. Fig. 43.) 
ist das Instrument, welches in Weinbergen zum Auflockern des Bodens, aber auch zum Kartoffelhacken 
benutzt wird. Zwei dgl. führen u. A» die Grafen Kreith. 

Seesen und Sensenelsen (Tafel XXX. Fig. 44—49.) 
kommen in Wappen vielfach vor; von dem Pflugeisen sind Senseneisen durch den Ansatz am unteren 
Eisenende, wodurch sie im Stiel befestigt sind, leicht zu unterscheiden. 

Wenn, wie gewöhnlich, der Stiel anders wie das Eisen gefärbt ist, so ist dies zu melden; (also z. B.: 
n r.*gestielt u ). Die Böse mit den drei Senseneisen im Dreipass (Fig. 49.) ist das poln. Stammwappen Rola. 

Sicheln (Tafel XXX. Fig. 50-53.) 
gleichfalls sehr häufig in Wappen. Im Wappen der v. Buri Fig. 53. erscheint eine Sichel verschränkt 
mit gestz. schräglk. Rechen. Zu melden ist, ob die Farbe des Griffes eine andere wie die des Eisens 
ist (fcfco z. B.: „g-begrifft u ) und wohin die Schneide des Letzteren gekehrt ist, welche übrigens (z. B. 
im W. der Grafen Lüttichau n. A.) auch manchmal schartig (gezahnt) vorkommt. 



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- 144 - 

Heppe (Tafel XXX. Fig. 54) . . i 

4, k. ein krumme» Messer tun Abschneiden ron Zweigen, 8ch*esüngea ei*, sieht der Siehe! »Ar Umliefe* 
hat abetf andern öriff und grossem Biegung. - : 

Das Wappenbild der Reichharting bei Siebm. dürfte auch eher Heppe wie Sichel Bein. 

Aehnlichen Zwecke dienende Instrumente sind : 

DarUtanermemr (Tafel XXX. Kg* 55.) 
Torzngsweise in Weinbergen gebraucht, und 

da» Weinmesfter (Tafel XXX. Fig. 56) 
von letzterem nur dadurch au unterscheiden , da»» jenes noch eine Spittt hat. Auch die Formen Rg. 
56. u. 57. kommen yor. 

Heugabel (Tafel XXX. Fig. 59.) 
zum Aufladen yon Heu nnd Korngarben, leicht Yon der bereits oben erwähnten Streitgabel durch ihre 
längeren und rnnden Zinken zu unterscheiden; hier sogar mit 2 Korngarben besteckt. 

Flegel (Tafel XXX. Fi» 60.) 

ist der Dreschflegel, in Süddeutschland mehrihch in Wappen vorkommend, wogegen 

die * lachsbrecke (Tafel XXX. Fig. «1.) und 
die Heeltel (Tafel XXX. Fig. 62,) 
Unica sein dürften. Erster», leicht mit der Schafzange Fig. 1. zu verwechseln, ist nur dadu?eh zu unter- 
scheiden, dase sie keine Zähne hat. 

Kne Weia-Presne (Tafel XXX. Fig. 68.) 
d. h. Weinkelter, soll nach Einigen da» Wappenschild der polnischen v. Olinski »ein. 

Mafcdaiftltle (Tafel XXX. Frg. 64.) 

unseres Wissens nur einmal vorkommend. •'.'••' 

Wl»4ai*l»le (Tafel XXX. Fig. 65.) 

rieh» gerade kantig* aber doch einige Male im Wappen ereehetneud, & B» im W. der von den Greian 
-Zeil geadelte* Du Mwlin in Lüttieb. Yen Thnilen der Mühle erscheinen dagegen (faat alle) sehr 
häufig in Wappen : , 

Der Attthlfttela (Tafel XXX. Fig. 66.) 
yon welchem sn melde* fet> ob er da» Eisen (wie hier) in der Höhlung hat, oder letztere, frei iet. . . 

Der Klippel (Tafel XXX. Fig. 67.) 
(cfr.auchTafeiyXVIILFig.llO.). v 

Das Mühlrad (Haramrad) (Tafel XXX. Fig. 68. 69.) 
gewöhnlich mit 4 Speichen und 8 viereckigen Zähnen; sind letzten breitendig (konisch) A, oder ist 
ihre Anzahl oder die der Speichen eine andere wie oben, so ist dies zu melden. 
Vom Mühlrad ist das in modernen Wappen häufige 

Ulaecltinenrad (Tafel XXX. Fig. 76.) 
d. h. ein dein Unteren zwar ähnelndes, aber mehr Zähne und andere Speichen aufweisende* ganz eiserne» 
Bad zu unterscheiden welches meist schwarze oder stahlblaue Färbung hat. 
Ein Theil des Mühlrades, 

die Mtthlradnabe (Tafel XXX. Fig. 71.) .J ; 

kemmt auch einige Male vor, d. h. der Botk desselben mit 4 Speichenstflcken <Freih. .v. ReUrtty 
v. Bopertz in Bayern). ..,;;. 



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- 145 - 

Das Mtthlelsen (Tafel XXX. Fig. 72-74., 76—82.) 
erscheint in je nach dem Lande sehr abweichenden Formen, von welchen, nm genau zu sein, gemeldet 
werden taute, wie sie ansehen. 

Der Sack (Tafel XXX. Fig. 83.) 
kommt einzeln kaum, dagegen, wie hier, 4 im Schrägen gestellte, im W. der schlesischen v. Sack vor. 
Endlich 

der Bienenkorb. (Tafel XXX. Fig. 84. 85.) 
wird von Hefner: „Badekappe" genannt, eine Bezeichnung, deren Richtigkeit uns etwas zweifelhaft ist. 
Dass er oft auch von Bienen umschwärmt dargestellt wird, lehren zahlreiche Beispiele (Bienemann 
v. Bienenstamm, Wagner v. Frommenhauaen u. A.). 

18) Attribute der Fürsten und der Kirche. 

Das (nicht „der u ) Zepter (Tafel XXX. Fig. 86.) 
in bekannter Form; im Wapßen der t?. König in Württemberg Pig. 87. durch g. Krone gesteckt. 
Die Älteste Form des Zepters war ein Stab mit Handgriff und oben mit einer lilien- oder glevenartigen 
Verzierung Fig. 89, später wurde das Zepter immer kürzer und die Form des Knopfes mehr die der 
gothischen Knäufe auf Kirchtürmen, Tafel XXXI. Fig. 1. 

Auch kommt das Zepter wol oben mit Reichsapfel besetzt vor. Das KgL Preussisebe Zepter 
trägt einen kleinen goldenen Adler, welcher Zepter und Schwert hält. 

Die Form des Zepters, besetzt oben mit einer Schwurhand heisst : 

Itlttnu* justltlae (Tafel XXX. Fig. 88.) 
und kommt z. B. im französischen Kaiser- und belgischen Königs- Wappen, hinter den 8child gestellt, 
Tor. Ausserdem führte der Kaiser Napoleon hinter dem Schilde ein zweites Zepter mit der sitzenden 
Figur Kaiser Karls des Grossen. 

Clevenrad (Tafel XXX. Fig. 90.) 
ein aus 8 Glevenstäben gebildetes Bad (ohne Felgen), in der Mitte mit grünen Smaragdstein führt da* 
Herzogthum Cleve als redendes Wappen. 

Gieren stäbe (Tafel XXX. Fig. 91,) 
sind Stäbe, oben mit halben Lilien (Gleven) besetzt. 
Hierher gehört auch die sogenannte: 

IWavarrakette (Tafel XXX. Fig. 92.) 
ursprünglich jedenfalls ein Schildbeschlag, später als diejenige Kette erklärt, welche ein König von 
Navarra als Gefangener getragen habe und zur Erinnerung hieran in das Landeswappen tibergegangen sei. 
Ein sehr ähnliches Bild führen die v. Lucadou in Preussen. 

Krone (Tafel XXX. Fig. 93.) 
Ueber die Kronen werden wir noch weiter unten uns des Näheren auslassen, wir erwähnen nur hier 
gleich, dass die in alten Diplomen öfters als „alte Königskrone" oder „Königliche Krone" bezeichnete 
Krone, wie sie in Schilden und als Helmkrone vorkommt, nicht die heutige Königliche Krone mit den 
(oben durch Reichsapfel geschlossenen) 7 — 9 Bügeln, sondern vielmehr die auf Tafel XXX. Fig. 87. 
93. 94. abgebildete Krone mit 8 Zinken, worauf Blätter (oder 5 Zinken, davon drei mit Blättern und 
die anderen beiden mit 1 Perle. Drei Kronen erscheinen im Schildhaupt des Wappens der Stadt Köln 
a/Rh. (Fig. 96.). 

B. 37 



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- 146 - 

Zackenkrone (Tafel XXX. Fig. 95.) 
heisst die hier abgebildete; dieselbe kommt auch oft vor anter dem Namen „heidnische Krone" t ver- 
muthlich weil die bekannten Weisen aus dem Morgenlande gewöhnlieh als mit solchen gekrönt abge- 
bildet werden. 

Ungarische Krone (Tafel XXX. Fig. 97.) 
i. e. die St. Stephans, davon weiter unten. 

Reichsapfel (Tafel XXX. Fig. 98.) 
entweder wie hier, was zu melden, mit Kleeblattkreuz, öder wie gewöhnlich mit Ordenskreuzehen (s. dort) 
versehen. Meist ist der Reichsapfel blau mit goldenem Reifen und Kreuz. Andernfalls ist das Nöthige 
zu melden. 

Inftil (Tafel XXX. Fig. 99.) 
oder Mitra ist die hohe, aus Seidenstoff bestehende, mit goldenen Reifen und Edelsteinen verzierte, auf 
jeder Spitze entweder mit kleinem Reichsapfel oder Edelsteinkreuz versehene spitze Mütze der Bischöfe 
und Erzbischöfe. Das Nähere cfr. sub „Kronen" weiter unten. 

Bischofsstab oder Krummstab (Tafel XXX. Fig. 100.) 
Zu melden ist, wenn wie hier eine Stola daran befestigt ist. 

Hirchenfahne (Tafel XXX. Fig. 101.) 
stets dreizipflig, aber mit 3 Ringen, unten mit Fransen, der Form des Schildes entsprechend, auch öfters 
das mittlere Ende länger, oder die Seitenenden abgeschrägt, und das mittlere spitz zulaufend. Abstechende 
Färbung der Ringe, Fransen, Besätze oder Stickereien sind zu melden. 

Monstranz (Tafel XXX. Fig. 102.) 
i. e. das Gefäss, worin in der katholischen Kirche das Allerheiligste (der Leib Christi) aufbewahrt wird» 
unseres Wissens nur einmal vorkommend. 

Altar (Tafel XXX. Fig. 103.) 
zum Opfern, in verschiedener Form meist, wie hier, mit aufsteigender Flamme oder Rauch, im Wappen 
der v. Abel in Württemberg. 

Rauchtest» (Tafel XXX. Fig. 104.) 
worin der brennende Weihrauch sich befindet, wogegen eine Art 

Opferscliale 

mit Henkein ohne Rauch die v. Bauch in Preussen führen. 

Klingelbeutel (Tafel XXX. Fig. 105.) 
ist Unicum; der Cisterzienser im W. der v. Münchhausen trägt einen dgl. in der Linken. 

Glocken (Tafel XXX. Fig. 106. 107.) 
hier ausdrücklich als Kirchthurmgiocken durch den Glocken-Stuhl bezeichnet. 

19) Attribute der Erzämter 

Sclienkenhecher (Tafel XXX. Fig. 108.) 

eine Doppelscheuer wie bereits oben erwähnt, ist das Attribut des Erzschenken hl. Römischen Reichs. 
So z. B. in Mitten des Schildes und auf dem Heime der Schenken v. Limpurg geführt 

Truclisessscliale (Tafel XXX. Fig. 109.) 

d. h. eine verdeckte in ein ornamentirtes Tuch (Serviette) eingewickelte Schüssel ist Attribut des Erz* 
truchsessen hl. Rom. Reichs. 



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- 147 - 

Marschallsschwert (Tafel XXX. Fig. 110.) 

Emblem des Erzmarschalls, hl. Rom. Reichs auch (z. B. bei Kursachsen) doppelt: 2 gekreuzte Schwerter 
Yorkommend. 

Kftmmereriepter (Tafel XXXI. Fig. l.) 
Zeichen des Erzkämmerers hl. Rom. Reichs (Kurbrandenburg). 

Die Attribute der Erbämter 8. weiter unten bei den „Ehrenstücken." 

HO) Christliche Attribute, Heilige und deren Zeichen. 

«ottes-Auge (Tafel XXXI. Fig. 11.) 
z. B. auf dem Helm der v. Chammier; im Dreieck auch statt des Auges das Wort Jehovah in hebrä- 
ischer Schrift. 

die Jungfrau JMaria, bald mit bald ohne Jesuskindlein 

(Tafel XXXI. Fig. 17-28.) 

das Monogramm Jesu Christi (Tafel XXXL Fig. 3.) 

Flttgelherz und pfeildurchbohrtes Herz (Tafel XXXL Fig. 4. 6. 7.) 
— symbolische Darstellungen des Leidens Christi und Maria. 

Die Päpstliche Standarte (Tafel XXXL Fig. 2.) 
mehr in Form eines Schirms, oben mit Reichsapfel und Kreuz, wird von mehreren Römischen Familien 
(tu A. Herzog v. Modena) im Papstwappen aber während der päpstlichen Sedisvaoanz geführt. Die 
Farben gewöhnlich weis und blau gestreift, aber auch ganz roth, Lanze golden. 

das Schwelsstuch der Veronlca (Tafel XXXI. Fig. 12.) 
z. B. im Wappen der Fürsten v. Löwenstein. 

die Arche Woft und Taube mit Oelzwelg (Tafel XXXI. Fig. 13.) 
im Wappen der v. Gülich und v. Natalis, sowie der Abtei Gutenzell. 

der Kopf Johannes des T&ufers auf der Schüssel (Tafel XXXI. Fig. 14.) 
im Wappen der Stadt Breslau und (im Profil) im W. des Klosters Steingaden. 

das Sinnbild des Todes (Tafel XXXL Fig. 15.) 
x. B. der in Preussen geadelten v. Treu. 

die Priesterstola oder das Pallium (Tafel XXXI. Fig. 16.) 

im Wappen des Erzbisthums Canterbury und endlich 

der Rost des hl. I^aurentlus (Tafel XXXI. Fig. 5.) 
das Sehwert St. Michaels (Tafel XXXL Fig. 8.) 

Engel (Tafel XIVL Fig. 1.) 
erscheinen im Wappen häufig, ganz oder wachsend, entweder männlichen Geschlechts, dann nackt, oder 
nur in kurze, oder weiblichen Geschlechts, dann in lange Gewänder gekleidet. Ihre Flügel reichen ge- 
wöhnlich bis zum Knie, ihre Häupter sind entweder von einer Glorie, oft aber auch von einem Reif, an 
dem über der Stirn ein Kreuzchen sitzt, umgeben; über der Brust des Gewandes kreuzt sich vielfach 
«in b. oder r. Band (Stola) auch halten sie oft Palmzweige, falten auch wohl die Hände zum Gebet. 
Einen fliegenden Engel zeigt das redende W. der v. Nothhel/er inLivland, einen betenden Engel 
4as des von Preussen geadelten Polizeiprässidenten von Potsdam: v. Engelcken. 



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- 148 - 

Insbesondere kommt auch vor: 

der Erzengel Michael (Tafel XXXL Fig. 86. 88.) 
theils mit Schwert, tbeils mit Lanze den, auch oft mit Teufelskopf abgebildeten, Drachen besiegend, nicht 
zn verwechseln mit St. Georg (s. unten) theils mit Schwert und Wage (St. Engelthal). 

der Erzengel Gabriel 

im W. der Abtei Engelberg, ferner als Schildhalter beim neuen K. Russischen Staatswappen 

Ferner kommen vor 

Engelsktfpl'e (Tafel XXXI. Fig. 9. 10.) 
von denen man die mit sechs kurzen Flügeln: 

SeraphskSpfe, 

die mit zwei Flügeln: 

Clterubsktfpre 

nennt. 

Bei den Seraphsköpfen ist das obere Paar hinter and über dem Kopfe, das untere unter dem- 
selben gekreuzt, das dritte Paar sitzt an den Seiten des Kopfes wie beim Cherubskopf. 

St. Stephan (Tafel XXXL Fig. 29.) 
im Wappen mehrerer ihm geweihte Klöster. 

St. Laurentlus (Tafel XXXI. Fig. 80.) 
im Wappen des Bisthnms Oulm. 

St. Petrus (Tafel XIV. Fig. 2.) 
mit dem Himmelsschlüssel, sehr oft in geistlichen Wappen, 

St. CSeorg (Tafel XXXL Fig. 81-85., Tafel XIV. Fig. 8.) 
zn Fuss, oder auch zn Pferd, stets mit seiner Lanze den Drachen (in Bachen oder Leib) stechend« Lage, 
Form und Farbe des Drachen und Stellung des Heiligen etc. ist natürlich genau zn beschreiben. 

St. Martin (Tafel XXXL Fig. 89.) 
zu Pferd, dem Bettler den halben Mantel schenkend, im Wappen der v. Beider und Baron Latnp&ins^ 

St. Magnus (Tafel XXXL Fig. 40.) 
im Wappen des Bisthnms Orkney. 

St. Fridolin (Tafel XXXL Fig. 41.) 
als Wappen des OantonB Olarus. 

Saneta Hildegard (Tafel XXXL Fig. 42.) 
im Wappen des Fürstabts zn Kempten. 

St. Sebaldus (Tafel XXXL Fig. 43.) 
im Wappen des Klosters gl. N. 

St. Benedict als Pabst (Tafel XXXL Fig. 44.) und viele andere*). 



•) Wir verweisen auf das vortreffliche Werk Jconographie der Heiligen" wo dieselben sämmUich mit 
ihren betr. Attributen zu finden sind. Auch Seyler's „Wappen der Bisthtimer und Klöster* bietet eine reiche 
Fülle von Wappen worin Heilige erscheinen, was wir hier erwähnen. 



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~ 14» - 

21) Heidnische Cäötter, Halbgötter und deren Attribute. 

Von. Gottheiten und Halbgöttern heidnischer Vorzeit und deren Attributen finden wir als selbst- 
stftndige Figuren 

Jupiters (Tafel XXXI. Fig. 45.) 
Donnerkeil (cur. auch „Naturerscheinungen* im Wappen der Meygendorf y v. Blixen tf. A. ferner sein 

Planetenzelchen (Tafel XXXI. Fig. 460 

die Artemis (Tafel XXXI. Fig. 56.) 
mit Speer und Mondsiöhel am Kopf, im Wappen der in Preussen geadelten w. Lam. 

dte Itttafelrvft (Tafel XXXI. Fig. 54.) 
in Brustpanzer, mit ihren Schild mit Medusenhaupt , Speer und Helm, worauf eine Eule, letztere auch 
noch zu ihren Füssen ab Helmkleinod der v. Murati> tiann als Sehildhalterin der Grata *. Lamedwf 
gen. Wenge; ferner 

fSeryonliaupt 

mit drei Gesichtern. Sehr häufig ferner 

Merkur (Tafel XXXI. Fig. 52.) 
seinen Hut: 

petasus (Tafel XXXL Fig! 51.) 
und Stab : 

caduceus (Tafel XXXI. Fig. 53.) 
u. A. im Wappen der Bayerischen v. Tengg; ferner die 

Viktoria 

mit Kran« 

die JDaphae 

im Wappen der Eurländische'n Eamilie v. Lysander. 

Aet&otai 

das Haupt des 

Mfdas 

(mit Eselsohren), z. B. im Wappen der v. Öerda, 

Centauren 

(halb Mensch halb Pferd) gewöhnlieh Pfeile vom Bogen schießend, polnisches Wappen Hypocentaurus 
(cfr. Ungeheuer oben). 

die Tliemls 

(Jtistitia), gewöhnlich in langem Gewände, mit verbundenen Augen, in der Bechten das gesenkte Schwert 
in der Linken die Wage haltend (die letztere mit Gesetzbuch und Wage im Wappen der v. Zschinsky 
in Sachsen cfr. Tafel XXXI. Fig. 59. 

Bellona 

blasend in Trompete, in der anderen Hand einen Lorbeerzweig haltend., als Helmkleinod der Freiherrn 
f. Fritsch (Rheinprovinz). 

Mars 

wachsend auf dem Helm der Freiherrn v. Lentulus und als Schildhalter. 



B. 38 



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- 150 - 

Aesculap 

einige Male als Schildhalter. Sein (Aeacnlaps) 

Stab 

dagegen (Tafel XXXI. Fig. 57.) mehrfach ; 

die Hygleftascltale (Tafel XXXL Fig. 60.) 
eine von Schlange umwundene Schale hat der f Generalarzt, Leibarzt Sr. Maj. Kaiser Wilhelm I.: 
v. Lauer ins Wappen erhalten. 

Fortuna (Tafel XXXL Fig. 78.) 
oft vorkommend, gewöhnlich ganz nackt*, stehend auf Engel oder geflügelter Engel f schwingend mit 
beiden Armen, über sich ein Segel, dessen eines Ende meist ihre Hüften umfliegt. 

■Baclius 

kommt u. W. nicht vor, wohl aber häufig sein Attribut: 

der Thyrusstab (Tafel XXXI. Fig. 58.) 

Neptun 

erscheint einige Male als Helmkleinod, auch als Schildhalter mit Schilf umkränzt, desgleichen 

Sirenen (Meerweiber), Trltonen etc. 
auf Muscheln blasend. 

Janus 

nur sein Kopf, rechts bärtig, links als Jünglingskopf dargestellt (Tafel XXXL Fig. 49.) im Wappen der 
v. Jan in Bayern. 

Herkules^ 

nackt mit Eeule und über die Schulter oder die Hüfte gehängtem Löwenfell mehrere Male in Wappen, 
auch ähnlich wie im Polnischen Wappen Samson der Simson einen Löwen den Bachen aufreissend, 

Pan 

einige Male als Schildhalter vorkommend; seine Flöte Tafel XXXL Fig. 46. 

Aeolus 

kommt vor als „blasender" Enabenkopf in mehreren südtiroler Wappen. Endlich 

Arlon 
mit Harfe auf Delphin im Wappen der f Sächsischen v, Reiffenstein. 

Das Planetenzeichen desj 

Stiers (Tafel XXXI. Fig. 48.) 
kommt u. W. nur einmal im Wappen der bayrischen v. Hagn vor. 

Wir schliessen hiermit die Sammlung über die in Wappen erscheinenden natürlichen Figurän, 
indem wir ausdrücklich bemerken, dass es nicht möglich ist, alle Abarten der vorkommenden Gegenstände 
zu erwähnen, besonders aber abzubilden. 



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- 151 - 



TL Der Helm. 



Es sei vorausgeschickt, dass hier der Ort nicht ist, um über Grösse, Form, Art and Vorkommen 
des Helms, eines integrirenden Theils des Wappens, eine weitläufige Abhandlang zu schreiben, wir 
begnügen uns daher, unter Abbildung der gebräuchlichsten Helmformen Tafel XXXIII. auf das von Herrn 
Geheimen Bath F. Warnecke herausgegebene „heraldische Musterbuch", sowie Seyler's vortreffliche 
„Geschichte der Heraldik" zu verweisen, in welchen Werken diesem Artikel eine besondere eingehende 
Beachtung geschenkt ist. 

Der Helm mit seinem Kleinod ist der zweite Hauptbestandteil eines vollständigen Wappens. 
Wir wissen nicht, was Gatterer & Comp, veranlasst haben mag, den Helm zu den „Neben stücken* eines 
Wappens zu rechnen. Wenn es auch wahr ist, dass bis zu Anfang des XIV. Jahrhunderts der Gebrauch 
der Schilde allein in Siegeln vorherrschend war, so war dies eben blosser Gebrauch, eine Mode, ebenso 
wie die etwas spätere, den Helm mit Kleinod allein in Siegeln zu führen*); es beweisst aber darum nicht, 
dass der Helm Nebensache gewesen sei. Er war im Gegentheil gerade und ebensoviel werth, als der 
Schild, und schon der Gebrauch der Helmschau bei Turnieren, sowie das altadelige Losungswort „zu 
Schild und Helm geboren" kann uns dafür hinlängliche Beweise liefern. 

Da derselbe Helm, der von jedem einzelnen Edelmann zum Schutz des Hauptes getragen wurde, 
auch zugleich der Wappenhelm war , so kann auch nur ein solcher Schild , der ein persönliches oder 
Geschlechts- Wappen enthält, auf einen Helm Anspruch machen, Körperschaften und Gemeindet* aber 
als solche sollten vernünftigerweise einen Helm über ihrem Schild nicht führen, weil man dem alten 
Spricbworte gemäss nie alle Köpfe unter einen Hut, vielweniger also alle in Eiuen Helm stecken konnte ; 
nichts desto weniger aber wurden in späteren Jahrhunderten manchen Gewerken, Städten, u. a. Körper- 
schaften von Kaisern und Königen Helme aus besonderer Gnade verliehen. 

Wie nicht alle Schilde, so sind auch nicht alle Helme wappenmässig. 

Von heraldischen oder wappenmässigen Helmen, d. h. von solchen, auf denen Kleinode getragen 
iu werden pflegten, haben wir (obwohl in einzelnen seltenen Fällen auch die Salade gebraucht wurde) 
lediglich drei Gattungen zu erwähnen: 

Die Kübelhelme, Stechhelme und Spangenhelme. 

Wir können uns hier nicht so weit einlassen, eine Kunstgeschichte der Helme zu schreiben, oder 
auch nur die Unterarten dieser drei Gattungen alle aufzuführen; müssen uns vielmehr darauf beschränken, 
von jeder derselben ein Beispiel zu geben, aus dem sich der Hauptcharakter leicht ergeben wird, und ver- 
weisen nebenbei auf das Kapital von den Kleinoden, wo mehrere und verschiedenere Formen von wappen- 
mässigen Helmen zu finden sein werden. 

1) Die Kübelhelme sind die ältesten heraldischen Helme. Ihrer Gestalt nach ziemlich plump, 
waren sie, Anfangs ohne den Boden, aus zwei, später, wie das abgebildete Beispiel (Tafel XXIII. obere 
Reihe) lehrt, aus vier Theilen zusammengenietet. Der Boden kommt entweder gerade oder gewölbt vor. 
Die Oeffnung für die Augen ist entweder in Form zweier Schlitze oder Schnitte, in jeder Seite einer, 
oder als Baum zwischen dem Ober- und Untertheil (der Kappe und dem Kübel) freigelassen und vorne 
mit einer 8pange übernietet. Zur bessern Zirkulation der Luft sind vorne mehrere kleine Löcher an- 
gebracht, und zum Befestigen des Helms am Brustpanzer dient der kreuzförmige Ausschnitt, durch den die 
Kette gezogen zu werden pflegte. ; — 

Die Stechhelme und die Spangenhelme sind (Tafel XXIII. 2. und 3. Reihe) ziemlich gleichzeitig, 



*) Es läset sich sogar nachweisen, dass eine Zeit lang der Gebranch herrschte, dass sich Vater und Sohn oder 
Brüder, um Irrnngen zu vermeiden, dahin verständigten, hei Siegelfertigungen sich des Schildes allein oder des Helms 
allein zu bedienen, ohne dass darum ein Siegel weniger werth gewesen wäre, als das andere. 



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- 153 =* 

und die nächstjüngeren wappenmässigen Helme. Beideverdanken ihre eigentliche Ausbildung aber den 
Turnieren. 

2) Die Stechhelme erhielten nach und nach durch Schweifung eine gegen die Kübelhelme elegantere 
Form. Zwischen dem weit vorstehenden, spitzig auslaufenden Unter- oder Yordertheil und der Kappe ist 
der Schlitz zum Durchsehen, der jedoch hier schon in der Konstruktion so eingerichtet ist, dass man auch 
ohne Spange den Stoss des Speeres pariren konnte. Die Befestigung dieser Helme am Brustblech geschab 
durch Schnallen mit Riemen oder durch Scharniere, die Em unteren Ende des Vordertheils angebracht 
waren. Diese Stechhelme waren in Schlachten sowohl, als hauptsächlich bei Turnieren zum gewöhnfceheA 
Stechen und zum Krönlstechen im Gebrauch. 

8) Die Spangenhelme kommen in Form der Kübel-, sowie der Stechhelme vor, und unterscheiden 
sich von beiden blos. dadurch , dass sie vorn eine weite mit einem Roste von Spangen versehene Oeflhung 
hatten, durch die man ungehinderter sehen konnte*, als durch die Schlitze der vorgenannten Gattungen. 
Wir haben schon auf einem Sieget v„ J. 1234 einen Kübelhelm mit Spangen gefunden. Ihr Gebrauch bti 
Turnieren war der zum sogenannten Kolbenturnier oder zu dem Kampf um die Kleinode. Es finde* 
sich unter den Spangenhelmen die malerischten Formen, und man bat auf ihre Ausschmückung «kfc 
Meiste verwendet. 

Aus der Natur der Sache selbst ergiebt sich, dass der Helm in einem bestimmten Grösset W erkältnito 
zum Schilde stehen mus* 

Die Helme der obengenannten drei heraldischen Gattungen sind in Wirklichkeit 16 bis 18 2SoB 
hoch> die heraldischen Schilde der Dreieekform wie schon bemerkt 24 bis 80 Zoll, die Tartschtin sogar 
nur 18 Zoll hoch. Hieraus erhellt, dass der Helm im höchsten Falle dieselbe Höhe wie der 8AM, tan 
mindesten aber zwei Drittheil derselben haben müsse. 

Betrachten wir nun die modernen Wappen bis vor etwa 20 Jahren, so wird sich in dieefer B6» 
ziehung die grösste Inkonsequenz sogleich von selbst vor Augen stellen« 

Stehen mehr als ein Helm auf einem Schilde, so mnss der Schild auch so viele Wappen (nickt 
Felder) enthalten als er Helme trägt. Solche 8childe mögen z'war als wirkliche wenig mehr ge* 
braucht worden sein, allein auch, gesetzt es tfri vorgekommen, so konnte der Edelmann doch niemals 
mehr als einen Helm tragen. Es können daher Wappen mit zwei und mehr Helmen nur auf dem Papier 
existiren ; man ist aber berechtigt anzunehmen, dass deshalb im Grössenverhältniss der Helme zum Schilde 
auch eine Modifikation in der Art eintreten dürfe, dass man jeden einzelnen Helm in der Grösse nach dem 
Verhältniss richte, in dem er zu seinem betreffenden Wappenschiide oder Felde stehen würde. Deshalb 
ist es nur billig und ebenso auch praktisch, wenn auf Schilden mit zwei oder mehreren Wappen die 
Helme beziehungsweise kleiner gezeichnet werden, so dass sie möglichst alle, auf dem oberen Schildratode 
ihren Platz finden. 

Ist das nicht möglich, so ist es gestattet , den Schildhaltern die äussersten über die Köpfe ztt 
stülpen, oder sie beiderseits des Schildes, gewöhnlich am Fuss desselben zu plaziren. 

Die Farbe der Helme ist die des polirten Eisens. Es gibt aber auch ganz goldene und ganz 
silberne Helme, oder solche, an denen Verzierungen in einem dieser Metalle angebracht sind. Der 
Rost oder die Spangen werden gewöhnlich vergoldet abgebildet, es ist dies aber nicht noth wendig*, und 
besonders finden sich die älteren Spangenhelme fast durchgehende ganz eisern. Es gab bekanntlich auch 
Kübel- und Spangenhelme von gesottenem Leder und nur theilweise mit Eisen verstärkt. Solche 
Materialien werden aber in der Heraldik nicht besonders kenntlich gemacht, sondern man nimmt all» 
Helme als metallene an. „Stahlblau angelaufene u Helme sind eine Erfindung der Zopfhoraldik. Da» 
Futter der Helme ist gewöhnlich roth, doch kommt es auch blau und schwarz, ja sogar vereinzelt 
grün vor. 

Es lässt sich nicht genau feststellen, wann und aus welcher Ursache sich die Ansicht geltend 
machte, dasB nur die Spangenhelme eigentlich adelige Helme, dagegen die geschlossenen, d. h. die Stech- 
und Kübel-Helme, bürgerliche Helme seien. Die Unrichtigkeit einer solchen Aufstellung geht aus der 
Geschichte der Helme selbst hervor. Sie möchte aber vielleicht darin eine plausible Grundlage finden, 



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- 158 - 

<lass schon zu Anfang des XVI. Jahrhunderts, vielleicht fünfzig Jahre nach dem Aufhören der eigentlichen 
Turniere, der Adel anfing, die Kolbenturnierhelme , weil sie diejenigen waren , die rar Helmscbau auf- 
getragen wurden, als die dem Adel vorzugsweise gebührenden zu achten und zu betrachten. Um sie nun 
vor Missbrauch durch Nicht- Edelleute, denen in jener Zeit schon Wappenbriefe zu Hunderten verliehen 
waren , zu schützen , bezeichneten die Adeligen die Rosthelme als ausschliesslich adeliche , dagegen 
die geschlossenen Helme als bürgerliche. Schon 1506 gab es jedoch desshalb unter dem bayerischen 
Adel eine Remonstration und 1552 verwahrten sich auch die Ulmer Patrizier bei Kaiser Karl V. gegen 
einen Unterschied zwischen „Torniers- und anderen beschlossenen Helmen." 

Lässt sich daher auch eine diplomatische Richtigkeit des Rangunterschiedes offener und geschlossener 
Helme nicht nachweisen, so hat sich doch gewiss seit mehr als dreihundertfünfzig Jahren diese Meinung 
praktisch geltend gemacht, daher sind wir gezwungen, dieselbe beizubehalten und zu respektiren, und 
ein wappenführender Herr, der dem Adel nicht angehört, wird schon aus Vernunftgründen sich des 
Bostbelms enthalten, soferne ihm nicht irgend woher eine Berechtigung zur Führung eines solchen zusteht. 
Aueh haben sich unsere bessern Siegelstecher und Wappenmaler bereits in praxi dahin entschieden, 
auf ein bürgerliches Wappen nie einen offenen Helm zu setzen, dagegen muss es wohl dem Edelmann 
freigestellt bleiben, sich nach Outdünken auch eines Stech- oder Ktibelhelms auf seinem Schilde zu 
bedienen. — 

Es erübrigt noch, von den sogenannten Halskleinoden zu sprechen, jenen münzen-, rauten-, oder 
rosettenförmigen Goldstücken, die wir häufig an Ketten, Schnüren, oder Bändern um den Hals der Helme 
gehängt finden. Man glaubt heutigen Tages kaum, dass es möglich sei, einen Wappenhelm ohne dieses 
Anhängsei zu malen, und weiss doch selten, warum. 

Noch im XV. Jahrhundert findet man an den wenigsten Helmen diese Halskleinode (monilia), 
und mit Grund, denn sie waren ursprünglich und damals lediglich noch Zeichen der Turniergesellschaften, 
und wurden von den jeweiligen Vögten dieser Gesellschaften als Ehrenkleinode um den Hals, später 
auch um den Helm getragen. Es ist also mindestens unhistorisch, heutzutage Geschlechtern, deren Vor- 
fahren nie Turnierer, vielweniger Gesellschaftsvögte gewesen sind, dergleichen Kleinode zu gestatten, 
und wenn auch in allen Adelsbriefen dieser Kleinode jedesmal ausdrücklich erwähnt wird , so geschieht 
dies doch nur aus Unwissenheit und hat keinen haltbaren* Grand hinter sich. — 



Tu. Die Helmdecken* 



Unter Helmdecken oder kurzweg „Decken* versteht man in der Wappenkunst ein bandförmiges 
oder grosseres eckiges Stück Zeug, das, zwischen Helm und Kleinod auf die Helmkappe gebreitet, auf 
einer oder beiden Seiten des Helms bis ungefähr zur Hälfte des Schildes, diesen gewissermaßen um» 
rahmend, herabhängt. 

Die Decken sind mit den Kleinoden nicht zu gleicher Zeit entstanden, wir finden im XUL Jahr- 
hundert noch Wappenheime ohne Decken und sind hierdurch um so mehr überzeugt worden, dass ihr 
Zweck nicht der war, zur Befestigung der Kleinode zu dienen, noch weniger aber der, den Gatterer & Comp, 
angeben, 9 den Helm für Staub, Hitze, Regenwetter und 8pinneweben zu schützen", höchstens wollen wir 
zugeben, dass sie dazu gedient haben mögen, die allzuheftigen Sonnenstrahlen abzuhalten. 

Unserer sicheren Ueberzeugung nach verdanken die Decken ihren Ursprung und Namen dem 
Schönheitssinn, der Noth wendigkeit und der Prunksucht zugleich. Man legte sie, nachdem die Kleinode 
B. 89 



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- K4 - 

kt Gebrauch kamen und kempliairtst geworden, über disjenigs BUH«, an Amt die msehnniaehe 
Verbmduug zwischen Helm «ad Ekmii statt hatte, am die «nsehtaan Schraube», Niete» et*, ver- 
decken s» hetfsn; der Ssh&mWtsainn aber Ben es nicht aa>, derartige Stücke leug oder Tuch aar auf 
diaMsUe s» beschränken, auf der sie aotlfwendig waren oder schienen, so n d e r» mm lieee sie noch weher 
abhängen und verband so das Schöne mit dem Fatsiiohae* 

Dia Ursache», warum die Deeben schon in äftsaten Zeichnungen ansgebreitet «der fliagaad orscwrinca,, 
findet hlos in. dar künstlerische» Auffamrog ihre» Grund. 

Die ältesten Decken finden rieh m Fem abfliegender Bänder, spater ersehemea die „Tücher oder 
Mä*Ulckm u % m baaautt, ja nachdem gie aal einer oder beide» Seiten des Helmes ahUtegc», ein Umstand, 
der wieder durch die Stauung das Helmes selbst hervorgerufen ward. AUmlbHg fing man an, die 
Aaseenlinisn dar Decken za zetteln, d. k. Ualt- oder spitsenftrmig aussascbneede», bis sie immer mebr 
verschönert aad durch sckwungreichere Grundlinien gefälliger gemacht, endlich m jene Art Deckes 
übergingen, die wir die altdeutsche» oder „gutmachen* an acsmcn pdegea. Die Künstler den XV. a. XVI 
Jahrhunderts brachten, unter dem Bmflome ihrer Zeit aad Umgebung, bierin jene grotesken Farmen 
hervor, die iwar dam eige nt l ich en Wesen nnd der Bestimmung von Decken gioalieb entfremdet, doch 
ata dm sohOastan Produkte künstlerischer Behandlung «nee Bandes oder Tuches anerkannt werden 
müssen; die Erfahrung, dass von den Decken jener Periode keine der andern vollkommen ähnlich ist, 
giebt ans zugleich einen pausenden Beweis für den Reicbthum an Phantasie und Forme», de» die da- 
maligen Wappenkttnatler besassaa. 

Da ea von jeher üblich war, die Decken ia den Farben des Sehüdes an malen, und da 
bekanntlich jeder Schild wenigstens eine Farbe und ein Metall hat, so ergab sieh daraus von settat die 
Anwendung von zweierlei Farben, beziehungsweise einer Farbe nnd eines Metalls in den Decken. Die 
Prasis zeigt uns ferner, dass das Metall an der Innenseite der Decken, die Farbe aber aussen stehe» seile. 

Ausnahmen finden sich hier, sowie auch in Bezug der Abwechslung von Farbe und Metall z. B. 
bei dem pfälzischen Wappen, wo man von den drei Farben dee 8childes G. tt nnd Jt., die letsten beiden 
Ar die Decken wühlte. 

Wappenfiguren auf den Decken zu wiederholen, war in Deutschland nie sehr gebräuchlich, da- 
gegen fand dies bei den sogenannten Wappenmänteln häufiger statt. Damascirte Decken kommen ans 
erklärlichen Gründen nicht vor, dagegen findet man solche von Hermelin und Kttrsoh, sogar von Thier- 
haaren und förmlichen Häuten und die Decken oft auch besät mit Lindenbl&ttchen, etc., die wahrschein* 
lieh beim Reiten lustig aneinanderklingelten. Aus ähnlichen Gründen erscheinen im XV. Jahrhundert 
ungefähr um die Zeit, in der die sogenannte Schellentracht im Gebrauch war, an' Helmdecken nicht 
selten eine Reihe von s. oder g. Schellen. 

Die Wappenmäntel sind eine Erfindung der neueren Heraldik. Sie haben die Form eines 
hinter dem Wappen aufgeschlagenen Zeltes, sind innen Hermelin und aussen purpur, reich mit Gold- 
fransen verziert und entweder mit oder ohne Wiederholung von Wappenfiguren, die in der Regel darauf 
gesät erscheinen (z. B. Preussen, Baden). Manchmal findet sich auch das ganze Wappen auf der Auesen- 
seite des Mantels wiederholt (z. B. Lothringen, Savoyen). Diese Sitte ist hauptsächlich in Frankreich 
su Hause. 

Stehen mehrere Helme auf einem Wappenschilde, so bat jeder die Decken in den Farben seinen 
betreffenden Wappenplatzes und der darin befindlichen Figur. 

Bei einem Helm und zwei Schilden setzt man zur rechten Seite die im Bang voran* 
stehenden Decken, z. B. die des Manneswappens, links die andern. In älteren Zeiten wurde aber hievon 
gänzlich Abstand genommen und nur der Haupthelm mit seinen Decken angewendet. Die schlechtere 
Periode der Heraldik hat es nicht verschmäht, alle Farben des Schildes in eine Decke zu vereinigen. 
Diese Praxis gibt wieder einen hinlänglichen Beweis für die heraldische Unkeantutss jener Zeiten. 

Hinsichtlich der Stellung und Zählung mehrerer Helme auf einem Schilde gilt als Regel, daas 2 
Helme die Visire gegen einander kehren, von 3 Helmen der mittlere das Visir vorwärts, die Äusseren 
«s einwärts kehren, die Stellung von 4 nnd 6 Helmen der paarweisen, die von 6 und 7 der DrüteteUumg 



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- IM « 

«entspricht. Bei zwei Holmen ist der erste der rechte, der *&*£* der linke, bei dm Helmen der erste 
der mittlere, der stmte der rw?A<#, der dröte'der toffo» bei vier Helmen der mnere des rechten Paares 
Ar erafe, der ihm*** des AMfant Paar« der aww'fe, der dttf&o* dee iwAfrw Paares der dritte, der 
äussern des ****** Paares der vwrfr, also so, dass ein fortwährendes Alterniren der beiden Seiten 
stattfindet, ebenso wie dies bei yielfeldrigen Wappen binsiebtliob der Felder mit Recht als altheral- 
4iseh gut (* B. beim grossen Prosaischen Wappen). Falsch ist es indess nieht, and hat sieh besonders 
in neuerer MI fast überall eingebürgert, die Helme der Reihe nach von rechts nach links zu zählen, 
van nun» dann, um MiseverstOndnissen vorzubeugen, natürlich sagen: Helm I. (rechts) n. s. f. 



Vni. Da» Kleinod. 



Lfas Kleinod ist diejenige charakteristische Zierde eines Helmes, die ihn »am Wappenhelm 
stempelt. Ohne Kleinod kein Wappenhelm und ohne Helm kein Kleinod/ Dieser SaU wird von 
unheraldischen Herolden und dilettantischen Heraldikern nur tu oft vergessen ; die Ersteren setzen Helme, 
die nie ein Kleinod gesehen , viel weniger noch getragen haben , auf Wappenschilde , oder lassen , wie 
dies dfoe die geradeso schauderhafte Englische Sitto zeigt, das Kleinod mit dem Wulst („crest") ohne 
Helme Aber dem Schilde schweben, ja legen auch wol gar das Kleinod unmittelbar auf den Schild*). 
Ebenso wenig schön vermögen wir es zu finden, wenn, atatt des Wappens oder wenigtens statt des Helmes 
mit dem Kleinod, blos das letztere schwebend auf dem Kutschenschlage oder sonst irgend wo äuge» 
bracht wird. 

Wenn wir in der Heraldik von „Kleinoden" sprechen, ao meinen wir dabei jene Art erblicher 
Geechlecbtekleinode, die in ihrer charakteristischen Gestalt sngleich mit dem Schilde vom Vater auf den 
8ohn übergingen, und an denen bei der Helmschau die einzelnen Geschlechter unterschieden wurden. Es 
gab aber ausserdem noch Kleinode auf Helmen, die nicht unter obige gerechnet werden können, wir 
meinen die Kleinode, welche Edelleute bei den sogenannten Schimpf- und Fastnachtsrennen zn gebrauchen 
pflegten, und die der Laune eines jeden Einzelnen, einem Tageswitze oder dergl. vorübergehenden Ur- 
sachen ihre Entstehung verdankten. Wir haben bei solchen Gelegenheiten z. B. Kochlöffel, Bierbanzen, 
Steckenpferde, gebratene Gänse u. a. auf den Helmen der ältesten Geschlechter als Kleinode gefunden. 

Wir wollen nicht in Abrede stellen, dass auch von den Geschlechtskleinoden manche einer be- 
sonderen Begebenheit ernsten und fröhlichen Wesens ihren Ursprung verdanken, aber derlei Beispiele 
mögen selten genug sein* 41 ) ; in der Regel muss man annehmen, dass das Kleinod entweder in Farbe oder 
Gestalt in irgend einem Zusammenhange mit dem dazugehörigen Schilde stehe, und man darf sich auch 
nicht täuschen lassen, wenn man Verschiedenheiten in den Kleinoden ein und desselben Geschlechtes findet, 
da sich mit wenigen Ausnahmen diese Verschiedenheit meistens nur auf die Form der Hülfsfignr zurück- 
führen htost. Beispiele hiervon finden sich in den Kleinoden der Isenburg, Müllenheim und Zorn (Elsass) 
welche, obwohl in ihrer Aussen form sehr verschieden, dennoch einen organischen Zusammenhang sofort in 
die Augen springen lassen. Dass es auch Kleinode gab, die mit irgend einem Amte, einem besonderen 



*) Das Diplom eines Geschlechts mit diesem heraldischen Unsinn ist datirt Berlin 19. Januar 1804 Anf dem 
an sich schon schauderhaften Wappenschild findet sich kein Helm , dagegen liegt anf demselben ein Stück grünen 
Rasens und auf diesem wieder ein g. Hireeh l -~ 

*+) Die Spechten von Buoben fahrten als Kleined über dem Helm rittlings sitzend einen Bettethuben mit ser- 
Klsidenk Mag Sshejz oder Bmst die Batsfaehnng «ad Anaahme dieses Kleinods veranlasst haben? 



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~ 156 - 

Vorrechte «sammenbingen und als solche auch verkaufbar waren, ist bekannt, und wir kennen aw 
der Geschichte der Grafen v. Hohenzollern ein Beispiel mit dem Brackenhaupte. 

Wie beim Schilde so findet sich beim Kleinode eine fortschreitende Ausbildung, und es wird der 
Begriff und das Wesen von Kleinoden uns um so klarer vor Augen treten, je aufmerksamer wir die 
Entstehung und Ausbildung derselben verfolgen. 

Die Uranfänge der Kleinode finden sich in der Bemalung der Helme. Auf dem Siegel des Grafen 
Philipp v. Flandern v. J. 1164 findet sich der Helm desselben mit dem flandrischen Löwen zu beiden 
Seiten bezeichnet. Obwohl nun Kesselhauben wie sie damals gebräuchlich, nicht zu den eigentlich heral- 
dischen Helmen gerechnet werden können, so ist doch dieses Beispiel für die Entstehung der Kleinode 
ein vollkommen gültiges. Im XIII. Jahrhundert, als schon der Anfang mit dem sogenannten freien, d. h. 
den in körperlicher Gestalt auf dem Helm angebrachten Kleinoden gemacht worden war, hat sich die 
Sitte der Bemalung noch allein und neben freien Kleinoden erhalten, wie wir aus einem Beispiel an dem 
Helm des Grafen Ludwig v. Savoyen aus dem Jahre 1294 sehen. In sinniger Weise ist dabei der Balken 
des Turniekragens auf dem Adler zugleich zum Schliz für die Augen benutzt. 

Weitere Beispiele dieser Art Vereinigung von gemalten und freien Kleinoden könnten wir noch 
in dem Wappen eines Heinrich Fröschl v. J. 1350, eines Amplius Olockner v. J. 1362 nnd des Herzogs 
Christoph v. Bayern aus dem J. 1485 anführen. 

Die Helmkleinode werden eingetheilt in: 
Federn, Flüge, Homer, Köcher, menschliche und Thier- Gestalten (Puppen, Rümpfe) Hüte, Schirm- 
bretter, Fähnlein etc. und Varia. 

Wir geben dieselben, abweichend von der Ordnung auf den Tafeln, nach der mehr oder weniger 
häufiger Art ihres Vorkommens: 

Hörner (Tafel XXXII. Fig. 1—81.) 
hier unterscheiden wir: 

Büffelhörner (abbrev.: Bffh.) (Tafel XXXII. Fig. 1—21.), Antilopengeweihe (Tafel XXXII. Fig. 22.), 
Steinbockshörner (Tafel XXXII. Fig. 28.), Hirschhörner und -Geweihe (Tafel XXXII. Fig. 24. 25.), 
Gemshörner und -Gewichte (Tafel XXXII. Fig. 26.). 

1) die Büffelliörner 

Sie zeigen sich immer zu. zweien, in älteren Zeiten oben geschlossen, d. h. mit ihrer natürlichen Spitze, 
später entweder halbrund gebogen oder geschweift, je nachdem man sie als die Hörner eines Büffel-Stiere* 
oder als die eines Büffel-Ochsen (Büffels) betrachtete. Wenn manche Heraldiker hier von „Hauern der 
Eber und Elefanten u sprechen, so scheinen sie uns, abgesehen davon, dass erweislich gar kein Kleinod 
existirt, von dem je gültig behauptet worden wäre, es stelle eines dieser beiden Gegenstande vor, keinen 
klaren Begriff von den Grössenverhältnissen noch von den wahren Konturen eines Eberzahns oder Elefan- 
tenhauers zu haben. Wir wüssten auch nicht, wie je ein deutscher Edelmann dazu gekommen sein sollte» 
Elefantenzähne auf seinen Helm zu setzen nnd man bat schon in den ältesten Zeiten der Wappen* 
kunst nur immer von „Hörnern" gesprochen, dass man diese Hörner aber insgemein „Büffelhörner" nennt, 
ist eine alte Praxis, die wenigstens der Möglichkeit nicht entbehrt. 

Wir wissen nicht, seit wann die durchaus unsinnige Bezeichnung „Füllhörner", ja sogar „Fühl* 
hörner" aufkam. Jedenfalls würde bei Adoptirung dieses und obigen Namens die Erklärung derjenigen 
Art von Hörnern schwer fallen, welche sich an manchen Helmen schon im XIV. Jahrhundert finden, und 
die am untern Ende ein Stück Haut mit natürlichen „ Ochsen-Ohren u zn beiden Seiten zeigen, wir 
wenigstens wüssten keinen triftigen Grund anzuführen , weshalb an Eberzähnen Ochsen-Ohren gewachsen 
sein könnten. 

Die oben abgesägten Hörner, wie sie zu Ende des XIV. Jahrhunderts auftreten, bilden den An- 
fang der sogenannten offenen Hörner, die im XV. Jahrhundert häufiger' werden, nnd sich durch 
einen förmlichen, sich aussen erweiternden Ring kenntlich machen. Es scheint, als ob man in jener Zeit 



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der Meinung gewesen sei, diese Hörner hätten ,Blashörner" vorzustellen, und man müsse ihnen desahalb 
einen „Mund* oder ein „Mundstück* geben. Dass man diese Oeffnung häufig benutzte, um sie mit Federn 
Blumen , Kugeln zu füllen und dass man die Hörner an den Außenseiten mit einzelnen dgl. r oft auch 
dnrch Vermittlung eines sogenannten „Kammes", wie bei den Thierkleinoden , d. h. einem mit Spitzen 
versehenem Metallstück besteckte (Tafel XXXII. Fig. 29.), lehren zahlreiche Beispiele (Tafel XXXIL 
Fig. 9. 10.). 

Ausserdem, kommen zur Verschönerung der Büffelhörner noch vor eine Art mit Blattchen verzierter 
Stftbchen, welche man gewöhnlich „Kleestängel" nennt; wir vermögen uns indess mit dieser Bezeichnung 
nicht ein verstanden zu erklären, einmal, weil dieselbe Anlass zu Verwechslangen mit dem Kleestängeln 
in den Hügeln (s. d.) giebt, anderntheils weil das eigentliche Blatt an der Spitze derselben gewöhnlich 
die Form der Lindenblätter weist, die angehängten Metallbleche oder Schellen aber in der Regel 
entweder diese oder überhaupt keine Blätterform zeigen. Wir würden also vorschlagen, diese Art 
heraldischer Verzierung bloss einfach „Blätterstengel" zu nennen. Aus alten Schriften wissen wir, dass 
die angehängten Metallstückchen beweglich waren und bei jeder Erschütterung einen klingenden Ton 
von sich gaben. Dasselbe mag auch anfänglich bei den Pfauenspiegeln der Fall gewesen sein, die man 
in älteren Beispielen ebenfalls mit solchen Schellen geziert findet. 

Ebenso boten die Hörner von jeher Gelegenheit, ausser der Besteckung mit kleineren Gegen- 
ständen an der Außenseite (Tafel XXXIL Fig. 10. 17. 18. 20. 27. 31.) auch noch Schildesfiguren auf 
ihnen anzubringen, wie z. B. die Rauten des bayerischen Wappens. Wenn im Schilde Balken sich zeigten, 
so wiederholte man diese Figur an den Hörnern als Spangen (Tafel XXXII. Fig. 7. 8. 9.) oder auch als 
Schrägspangen (Fig. 6.) oderschräg sich erweiternden Spangen, wenn z. B. der Schild schräggeviert 
war (Fig. 21). 

Dass solche Figuren an den Hörnern wirkliche Spangen waren und im gegebenen Falle auch 
noch vorstellen sollen, das beweisen uns alle plastischen Denkmäler, und es mnss sich daher die Bezeich- 
nung der neueren Heraldiker, welche sie „Balken" nennen, von selbst als unrichtig darstellen. 

Auch zwischen den Büffelhörnern werden, wie zwischen den Flügeln (s. u.) oft allerhand Gegenstände 
angebracht; sowie erstere häufig in des Schildes Färbungen abgetheilt; hier gilt in beiden Fällen das 
unten bei den Flügeln Gesagte. Büffelhörner in S.-Form ohne Mündung bezeichnet man als „geschlossene" . 

Fehlerhaft ist es jedenfalls, auf Helmen die Büffelhörner (wie in Fig. 9. 14. 15. etc.), unten 
ausammenBtoßsen zu lassen; dies darf höchstens in dem Falle geschehen, wenn, wie im Wappen der 
Grafen Sandizell u. A. die Büffelhörner noch mit einem Stück Grind (Hirnschale) und Ohren erscheinen. 

Einzelne Hörner treten selten auf, vorzugsweis in der alten Heraldik, wovon uns die Grünenberg 
entnommenen Beispiele Fig. 27—81. Beweise liefern. 

Die Steinbockshörner (Fig. 28. 27 — 29.) sind selten, in Fig. 29. noch mit „Kamm". 

Die Hirschgeweihe (Fig. 24.) sind dagegen häufiger, Fig. 25. sogar das eines Dammhirsches, 
Fig. 22. ein „Antilopengeweih" (!) Fig. 26. ein Gemsgewicht. 

2) Flüge und Flügel (Tafel XXXI. Fig. 77—108.) 
Sie boten wegen ihrer grösseren Fläche mehr noch als die Hörner Gelegenheit, Farben und Schildesbilder 
darauf anzubringen, sind also nebenbei auch unter die Hülfskleinode zu rechnen. Man findet schon in 
den ältesten Zeiten sowohl einzelne Flügel, wie auch dieselben paarweis, sogenannte offene Flüge, auf 
den Helmen. 

Unter Flügeln versteht man stets die des Adlers ; erst die moderne Heraldik hat (meist entsprechend 
dem Namen), hieraus Geyer-, Falken-, Habichts-, ja sogar Gänse- und Schwanenüügel herausmeta- 
morphosirt. 

Die Stellung des einzelnen Flügels auf dem Helme glich natürlich der des Schirmbretts (s.u.), welchem 
der Flügel auch insofern ähnelt, als sein fester (Haupt)bestandtheil entweder in der Farbe des Schildes 
bemalt wurde, oder aber die Schildfigur wiederholte. Die vordere scharfe Kante (Hirnfläche) des Holzes 
oder Leders, aus welchem der Helmflügel gefertigt war, wurde, ähnlich den scharfkantigen Flugsehnen 
des wirklichen Flügels ausgeschnitzt; man nennt diese, stets nach vorn, d. h. in derselben Richtung 
B. 40 



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- 158 - 

wie das Helmvisir gekehrten scharfen Kanten: die Saxen*) f im Gegentat« zu den Schwungfedern auf 
der anderen Seite, weiche Schwingen heissen und oft anders gefltrbt sind, wie der Flügel, was man 
knrs durch „beschwingt" ausdrückt, also: „ein r.-beschwingter g. Flügel". 

Wenn, wie in Fig. 83. 84. und Fig. 71., der Flügel, reep. der Pfauschweif, mit einem Wulst mit 
abfliegenden Enden (in Fig. 83. auch noch mit daranhängenden Lindenblättcben) nmbunden ist, so bat 
man dies zu melden. 

Die Stellung zweier Flügel auf dem Helme ist so, dass, ron der Seite gesehen, sie sich decken; 
toh vorn gesehen, treten die Sazen beider etwas oonvergireud zusammen, was wiederum den praktisches 
Zweck hatte, gewissermassen als Keil die Wucht des Windes beim Reiten zu brechen. 

Stellt man also heutzutage einen Helm mit dem Visir nach vorn gekehrt dar, so ist es gerade 
kein Fehler, wenn man die Saxen gegen einander kehrt, so, dass die Flügel gleichsam von der Seite zu 
sehen sind. Stellt man dagegen den Helm seitwärts, so darf das Flügelpaar nur so, dargestellt werden, 
dass die Sazen der Visirrichtung folgen, die Flügel halb hintereinander stehen, und man daher den 
•inen ganz, den anderen nur (in der Sazengegend) zum Theil sieht. 

Zur Befestigung der Flügel am Helm, aber auch zur grösseren Haltbarkeit derselben brachte maa 
halbmondförmige metallene Spangen in ihnen an (Tafel XXXI. Fig. 81.) und diese sind es, welche man mit 
Recht n Kleestängel u nennt, wol deshalb, weil das ornamentirte obere Ende derselben, welches in der Saze 
fastgenietet war, gewöhnlich die Form eines Kleeblattes hatte. Dass dies Kleeblatt bis dicht an den 
oberen Theil der Saxen herangeführt werden muss, daher nicht in der Mitte des Flügels liegen darf^ 
ist nach dem oben angegebenen Zwecke, selbstredend. Dass man ferner nicht sagen darf, der Flügel 
sei mit Kleestängeln „besteckt*, sondern dass hierfür der Ansdrach n belegt u der einzig richtige ist, 
haben wir bereits oben bei den Kurzausdrücken gesehen. 

Man unterscheidet wie bereits erwähnt, einzelne Flügel (auch Halbflug genannt) und den Flug> 
welcher, wenn der Helm von vom gesehen wird: offener , wenn er im Profil gesehen wird: ge- 
schlossener Flug genannt wird, eine Bezeichnung, die in der alten Heraldik natürlich überflüssig 
in der neueren Praxis aber durchaus geboten erscheint. 

Ein bemalter offener Flug kann nun entweder in beiden Flügeln dieselbe Farbe haben (Fig. 91. 94.) 
oder jeder Flügel ist in zwei Färbungen abgetheilt (Fig. 85.) : „von R. und 8., oder r. s.-geth. off. Flug* 
— oder aber (Fig. 88.) der rechte Flügel ist von R. über S., der linke von S. über R., der ganze Flug also 
„über die Ecke mit verwechselten Färbungen* getheilt; dies nennt man kurz „einen von B. und S. 
oder r. *. übereckgetheiltm (abbrev.: üb.-geth.) offenen Flug.* Oder endlich der rechte Flügel hat eine 
ganz andere Färbung wie der linke, dann sagt man z. B. (Fig. 89): „offener s. — b. Flug,* d. h. der 
rechte Flügel ist silb., der linke blau. Auch kann jeder Flügel in sich geteert (d. h. in 4 Tbeile ge- 
theilt) sein, dann heisst der Flug (Fig. 87.) geviert. Als selbstredend sollte hier eigentlich einleuchten, 
dass, geht man von der allein richtigen Vorausetzung aus, dass die Saxen stets den Vordertheil des Flügels 
bilden, die Färbungsbezeichnung daher, gleichwie beim Schilde, stets von der vorderen, resp. oberen Ecke 
derselben gerechnet werden muss, man beim rechten Flügel, welcher linksgekehrt erscheint, ebenfalls 
an der oberen Saxenecke die Zählung der Färbungen, (hier mit Silber) beginnen müsse. Da aber es 
noch immer zu viel Zweifler giebt, denen diese, auf einfachster heraldischer Regel beruhende Voraus- 
setzung nicht ganz einleuchtend sein möchte, so würden wir denjenigen offenen Flug, dessen rechter Flügel 
(die Färbung beginnend von den Schwingen), der linke (die Färbung beginnend von den Saxen) je von B» 
und S. geviert ist: (Fig. 86.) einen „abwechselnd gevierten off. Flug a nennen. 

Aehnlich ist es beim gespaltenen offenen Fluge, (Fig. 88.) wo -die vordere Seite naturgemte 
stets die an den Saxen liegende sein muss. 

Auch beim einzelnen Flügel gilt diese fiegel. 

Einzelne Fälle in der ausländischen Heraldik zeigen (Fig. 96.) 2 offene Flügel halb hintereinander, 



*) Die Ableitung dieses Wortes von dem althochdeutschen Worte sah* (angelsächsisch seaz) d. h. Messer, 
Schwert, dürfte wol die richtige sein. Die Schreibart wechselt zwischen Saxen und Sachsen; wir wählten die En- 
tere, um die mögliche Verwechselung mit dem Volksstamm gleichen Namens zu vermeiden. 



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in Fig. 95. das vordere Flügelpaar ^erniedrigt* , dies ist aber ebensowenig heraldisch, wie die Abäufunng 
mehrerer Kleinode auf einem Helme, wie z. B. bei denen v* Bülow (Fig. 97.). 

Wie bereits oben bei den Hörnern erwähnt, dienten die Flügel vielfach zur Wiederholung der 
Farben oder der Fignr des Schildes. 

Die einfachste Art, die» zu erreichen, bestand darin, dass man die Flügel bemalte. Ausser der 
Bemalung des Flügels mittelst einer oder mehrerer Farben, dient derselbe auch vielfach dazu, ihn mit 
Figuren des Schildes, Sternen, Bingen, Balken, Schrägbalken zu belegen, wie z. B. mit Schildchen in 
Fig. 89., mit Sternen in Fig. 90. 92., oder aber zwischen den Sazen anzubringen, welche entweder, wie 
z. B. Thiere, Puppen etc. aus dem Helme selbst hervorgehen, indem sie auf dem Helme, der Helmkrone, 
dem Helmwulste aufruhen, aus diesen hervorwachsen, oder endlich direkt an den Saxen beider Flügel 
befestigt sind (cfr. Fig. 91. 93. 94. 99. 100. 101. 102.). 

Balken, Schrägen, Sparren, Schrägbalken etc., in letzterer Art angebracht, (Fig. 94. 101. 102.) 
nennt man angestemmt. 

Aber auch zwischen den Schwingen der Flügel findet man häufig Federn, Kugeln und Schellen- 
stäbe etc. zur Verzierung angewendet. 

Ganz unheraldisch ist es, kleine Gegenstands freischwebend zwischen den Flügeln, also weder 
auf dem Helme, noch zwischen den Sazen befestigt darzustellen, (Fig. 108.) eine Unsitte, welche die 
moderne Heraldik leider aus der Welt zu schaffen noch immer nicht ernstlich den Beruf in sich fühlt. 

Ebenso unheraldisch ist es, auf dem Helme wachsende Thiere vor einem einzelnen Flügel abzubilden ; 
es müssen dieselben, wenn sie überhaupt so dargestellt werden, stets zwischen einem F\l\ge)paare hervor- 
gehen and zwar so, dass, von der Seite gesehen, das Thier durch den vorderen Flügel halb verdeckt ist, 
also nur Kopf, Brust und Vorderbeine sichtbar sind. 

Eine ganz wunderbare Stellung der Flügel ist die, wie sie im Wappen einiger niederländischer 
Familien vorkommt, nämlich (Fig. 104.) „ein die Saxen auswärtskehrender Flug" (sie!). 

Auch giebt es (wohl kaum zwar auf dem Helme) gestürzte Flüge (Fig. 106.); ferner erniedrigte 
Flüge (Fig. 105.) was aber ganz unheraldisch, endlich noch Engels- (Fig. 107.) und Teufels-, oder 
Drachen-Flügel (Fig. 108). 

Dass, wie die Hörner, so auch die Flüge bei derjenigen ältesten Form der Kübelhelme, welche 
ganz gerade 8eitenwände und keine Kappe hatten, als Kleinod an der Seite angebracht waren, lehren 
zahlreiche Beispiele. Erst später fing man an, die Kleinode mehr oben aas dem Helm hervorkommen 
ct lassen. 

8) die Mitte 

Ihre Form ging von dem sogenannten Sturmhut allmälig in den niedern und hohen Stniphut 
über, welch letzteren wir im XIV. Jahrhundert am öftesten „altfränkischen" Hut genannt finden, eine 
Bezeichnung, mit der man bekanntlich damals nichts anderes als „altmodisch" ausdrücken wollte. Dass 
man in der That noch im XV. Jahrhundert dergleichen Hüte wirklich getragen, lässt sich aus vielen 
Denkmälern und Gemälden entnehmen. 

Die Hüte waren zur Anbringung von Schildesfiguren auch einigermassen geeignet, und wir finden 
nicht nur den Stülp, z. B. mit Bösen, Wecken (Törring, Precbt) etc. belegt, sondern sogar am Hut- 
kopf oben oder seitlich selbst derlei Dinge angebracht, wie z. B. auf dem Helme der Helfendorfer, 
Eisenhof er, Mässenhausser, Langenmantel n. A. ' 

Wir kennen folgende Hutarten, welche wir bereits zum grössten Theile namentlich aufgeführt und 
bei den Kopfbedeckungen abgebildet haben: 

der Turnierhut (niedere oder Edelmanns-Hut) (Tafel XXXII. Fig. 94.), der böhmische Hut, das Barett, 
«der Toque, der geistliche Hut, der Judenhut, der Spitzhut, der tartarische Hut, die Mütze, der Beutel" 
Mond, der Bauernhut (Tafel XXXII. Fig. 90. 91.) und der Narrenhut (Tafel XXXII. Fig. 92. 98.). 

Der Turnlerhut 

9 Kappe, a „Edelmanns- oder, „niederer Hut* gqnanni, diente als selbetstämiigesEümrKleinoA «ehr 



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leiten; wir finden ihn Tielmehr ähnlich zweckentsprechend wie die Helmdecken angebracht, d. h. theils 
zum Schutze des Helms gegen die Sonnenstrahlen, theils um die Dornen und Nieten, vermittelst deren die 
Helmkleinode anf dem Helm befestigt waren, zn maskiren. Der Tnrnierhut war, wie eigentlich jeder 
heraldische Hut, unten umgeschlagen, n umgestülpt" , weshalb man diese nach oben gebogene Krampe 
den „Stülp* nennt. 

Büffelhörner, Adlerfiügel, Federbüsche, Fliegenwedel stecken gewöhnlich beiderseits des Hutkopfes 
im Stülp. Letzterer war, von der Seite gesehen, nach hinten aufgeschlitzt und in 2 Spitzen verlaufend, 
oder aber diese wie bei der Mütze, zusammengenäht. Die Höhe des Stulpes war vorn die grosseste und 
flachte sich nach hinten ab; auch war er häufig vorn aufgeschlitzt, sein Oberrand oft in Form von 
Bogen oder Zinnen geformt und vielfach mit Rosen, Monden, Sternen, Pfeilen, Bauten u.a. kleinen 
Figuren belegt, selten aber von gleicher Färbung wie der Turnierhut selbst. Stulpe aus Pelz oder 
Hermelin sind nicht selten; daraus eine „dynastische oder fürstliche Abstammung* herzuleiten, dazu ist 
durchaus kein Grund vorhanden. Unheraldisch und unberechtigt ist es ferner, den Turnierhut als einen 
modernen Fürstenhut mit Bügeln, oder gar mit Reichsapfel abzubilden, wie dies neuere Siegel beispiels- 
weise der v. Wangenheim, v. Witzleben u. A. zeigen. Oft wachsen aus dem Turnierhut auch Thiere, in 
welchem Falle es richtig ist, den Schlitz, durch welchen der Körper derselben hin durchgesteckt ist, an« 
zudeuten. Auch kommt der Turnierhut oben besetzt mit Kugeln oder Knöpfen, worauf Pfauschweife, oder 
aber direkt mit anderen Federbüschen besteckt vor. 

der böhmische Hut 

hält die Mitte zwischen Turnierhut und Spitzhut; auch er hat einen Stülp und ist gewöhnlich oben auf 
der Kuppe, die (wie hier) manchmal abgerundet, manchmal auch zugespitzt ist, eine Kugel (Knopf) mit 
Hahn* oder Straussfedern. Bin besonderes Merkzeichen ist die ausgerundete Form des Hutkopfes , im 
Gegensatz zu den meist glatten Seiten des hohen Hutes. Einen solchen „böhmischen Hut* führen u. A. 
die v. Gersdorf als Helmkleinod. 

das Barett, oder die Toque 
bildet statt des Helmes das unschöne Oberwappen in der modernen französischen Heraldik und zwar 
unterscheidet sich die Toque des Chevalier, Baron, Comte und duc de Pempire sowohl durch die Farbe 
des Stulpes, wie auch durch die der Agraffe, die Farbe und Anzahl der Straussfedern ; auch ist die Färb« 
der „Helmdecken", die, trotzdem der Helm fehlt, wenn auch mehr als Schnörkel, vorhanden sind, eine 
verschiedene, wie das Weitere bei den Kronen verzeichnet ist. 

der geistliche Hut 

als Helmkleinod ist uns nur in einigen Wappen (Dieskau, Dobeneck, Dachsberg } v. d. Oroeben) bekannt, 
theils mit, theils ohne herabhängende Quastenschnüre , immer aber mit den ihn kennzeichnenden beide» 
Quasten auf der Krampe beiderseits des Hutkopfes. 

Häufig dagegen erscheint, besonders in rheinischen Wappen: 

der JFudenhut 

welcher die Form des böhmischen Huts hat, aber bedeutend höher und mit meist abwärts gebogener 
Krampe (ohne Stülp) abgebildet wird; es ist übrigens nicht immer möglich, ihn genau zu unterscheiden 
von dem 

hohen oder Spitzhut 
Das Hauptmerkmai dieses Hutes ist die Spitze, und die ganze, 8. v. ungefähr dem Filzhut unserer modernen 
Clowns ähnelnde Form ; der Stülp ist, wie beim Turnierhut, vorn theils geschlitzt, theils voll, theils auf- 
gebogen, hinten in 2 Zipfel ausgehend, vielfach auch belegt mit kleinen Figuren, die Spitze Hast aus- 
nahmlos mit Knopf, worauf Hahn-, Pfau- oder Straussfedern, oder letztere (auch ohne Knopf) hervor- 
gehend aus einer die Spitze nmschliessenden Krone« Diese Form ist besonders in Süddeutschland sehr be» 



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liebt. Es erscheint, wenn man den Hut tob der Seite siebt, -die Spitze mit Krone und Federbnsch 
gewöhnlich etwas nach vorn übergeneigt. 

der tartarlscke Hut 

bildet schon mehr den XTebergang zur Mütze f indem die Vorderfläche des Hutkopfes tob der Seite ge- 
sehen, nach hinten zu schräg gelehnt steht; auch ist die Spitze mehr abgestumpft. 

die JMtttze, 

auch ^heidnischer Hut" genannt , hat den Stülp wie die Hüte, der Hutkopf aber ist hornftormig ge- 
staltet und gänzlich nach hinten übergebogen , die Spitze oft gleichfalls mit Knopf und Federn besetzt 
derartige „Mützen" führen die Freiherrn* t>. Falkenstein , v. Bodungen, v..Klitzing, v. Bornstedt u. A. 

der Beutel stand 

ein in der Neuzeit fast ganz unbekannte Figur, welche früher aber, z. B. in der Züricher Wappenrolle 
sehr häufig zu sehen ist; es war dies eine Art Mütze mit zwei Kopfstücken, s.v. täuschend ähnlich einer 
gewissen Art von Narrenkappen. So ist z. B. das Helmkleinod der alten schlesischen Familie v. K09- 
poth ursprünglich sehr wahrscheinlich ein solcher Beutelstand gewesen. 

der Bauernhut 

in Tafel XXXII. Fig. 90. mit Kugel belegt und von abfliegendem Band, in Fig. 91. mit Strohseil umwunden. 

der nrarrenhut 

(Tafel XXXII. Fig. 92. 93.) spitz, ohne Stülp, kommt sowohl oben wie seitwärts mit Gegenständen be- 
steckt vor. 

eine Indianer-Federkrone 

scheint, nach Grünenberg, Tafel XXXII. Fig. 95. darzustellen, üeber Jnful (Fig. 97.) und Dogenmütze 
fFig? 98.) näheres bei den 9 Kr<men. u 

4) Schlrmbretter (Tafel XXXII. Fig. 99—108.) 

waren entweder kreisrund (Fig. 99. 100.) , oval (schildförmig) (Fig. 101.), sechseckig (Fig. 104. 106.), 
achteckig (Fig. 105.), kolbenförmig (Fig. 102. 103.) oder dreieckig (Fig. 108.) alle sind dazu bestimmt, 
die Figur oder Zeichnung des Schildes oder einzelner Theile desselben zu wiederholen; sie waren daher 
meistenteils aus Holz oder Leder, beiderseits bemalt, an den freien Spitzen oder ringsum mit Blättchen 
mit Knöpfen, Kugeln oder Federn, auch wol mit einem „Kamm" Fig. 102. (s. oben) besteckt und 
standen selbstredend so auf dem Helme, dass, wenn der Bitter im Profil sichtbar war , man von beiden 
Seiten auch die Zeichnung des Schirmbretts sah, die SWrnseiten desselben sich also nach vorn und hinten 
kehrten, was auch schon deshalb unbedingt nöthig war, weil andernfalls der Wind, wenn ihm die Breit- 
seite Widerstand geboten hätte, in sehr kurzer Zeit das Schirmbrett abgebrochen haben würde. Fig. 85. 
und 107. rechnen wir mit zu den Schirm brettern, wiewol sie auf einem Schaft ruhen; der obere Theil 
desselben war mit einer Achse versehen und drehte sich, in der Art wie die bekannten Fenster- Venti- 
lations-Blechräder , durch den beim Reiten entstehenden Luftzug, daher diese Art Schirmbretter auch 
den Namen Windrosetten führen. Eine andere Art dieser drehbaren Kleinode, war ursprünglich die sich 
im Winde um ihre senkrechte Achse bewegende Lilie auf dem Helme der Bourbons (Fig. 86.). Derartig 
drehbare Kleinode, wie überhaupt das ganze Kapitel der Helmkleinode behandelt Seylers „Geschichte 
der Heraldik" sehr ausführlich, weshalb wie hier nochmals auf diese vortreffliche Arbeit hinweisen. 

5) Federn 

waren und sind auf Helmen ein sehr beliebtes Kleinod, und zwar sind die am häufigsten vorkommenden 
Arten: 

die Hahnfedern (Tafel XXXI. Fig. 66—68.) 
B. 41 



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die Ff*M*enfedera (Tafel XXXL Fig. 70. 7U 

und 

die StraiiftsAMUvn (Tafrt XXXL Fig. 72—76.) 
tber welche Wifcere* weder unten; ftiiw erscheinen 

Reiher federn (Tafel XXXI. Fig. 64.) 
ja sogar 

Jteftherhüa^he 

oft in Verbindung mit Straussfederböschenj endjicb auch die sogenannten 

FederfeAscbe (Tafel XXXI. Fig. 65.) 

ein specifisch Rheinisches Helmkieinod , welches ebenso , wie Pfau- und Straussfedern zur Beseitnng 
wachsende« Thiere, aber aucfc ohne diese, stets paarweis und gelehnt, oft hervorgehend aus dem Stülp 
eioas Turttierhat8, erscheinen ujidapa einer Masse ein-, oder zweifarbiger^ zu einem dicken kolbepftrmigen 
Bosch zusammengelegter Federn bestehen. Diese Federbtjsche hat man (wegen ihrer oft breiten und spitzen 
Form) in der Zopfzeit ganz irrthttmlich, für Berg* (siel) gehalten und als solche dargestellt, so im. 
Wappen derer v. Cronberg, v. Flachslanden u. A. 

Pasanfedern (Tafel XXXL Fig. 69.) 

letztere besonders bei Helmkleinoden Westfälischer Geschlechter, v. Kettler, v. Ledebur, v. Fürstenberg, 
v. Wrisberg n. A. vorkommend ; vielleicht sind fodess diese Fasanfedern ursprünglich eine Art Kolben, oder 
Sehwmbretter gewesen, welche Annahm* besonders durch den Umstand noch wahvscbeinlieker erscheint, 
wenn die Schildeszeichnung (bei den Ledebnrs der Sparren, bei den Fttrstenbergs die beiden Balken) 
auf denselben wiederholt ist, was bei Federn in Folge ihrer leichten Substanz in praxi kaum möglich 
gewesen sein möchte. 

Ausser diesen genannten Federn sind uns, allerdings nur ala Union, ans nicht besonnen guter 
heraldischer Periode: 

Adlerfefleri», 

wie Beiherfedern dargestellt» 

rapageifedern, 

wie Fasanfedern, aber mit abgerundeten Spitzen, und 

Schwan* nnd GS&n»efedeni 

in bekannter Form, als in Wappen vorkommend, bekannt geworden, 

die Haiin federn (Tafel XXXl. Fig. 66—68.) 
kommen verhältnismässig seltener als Helmkleinod vor, dann meistens als Busch, entweder in gleicher 
oder in ungleicher Anzahl, entweder, wie in Fig. 68. gekreuzt, oder in Fig. 67. so, dass die eine Hälfte 
die Spitzen rechts, die andere links abhängt. — Auch hier markirt man bei der Beschreibung die Stellung 
und Färbung der Kürze halber durch einen wagerechten Strich, also Fig. 67: n 7 (4 — 8) 8. — r. 
Hahn federn" (hier ist ausserdem noch zu melden, dass die 3 linken an den Spitzen verstutzt sind, wa& 
ziemlich häufig vorkommt). 

Auch die Hahnfedern werden, wie die Pfau- und Straussfedern, einzeln, (Tafel XXXI. Fig, §1.) 
und büschelweise (Tafel XXXII. Fig. 1. 2. 3. 27. 31. 92.) oft gebraucht, um andere Helmkleinode aus- 
zuschmücken, sind auch wol (Fig. 66) an ihren Spitzen mit Blättern oder Schellen besetzt». 

die fctrawsefederÄ (abbrev. ßtrf.) (Tafel XXXI. Fig. 78—76.) 
kommen einzeln fast nie, öfter schon paarweise, am häufigsten zu einem Busche von drei bis neun, oder neek 
mehreren zusammengestellt auf Helmen vor. Bis zu 9 Straussfedern stehen gewöhnlich so nebeneinander, 



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dass sie eine einzige undurchsichtige Reibq, obn^ siebtbare Zwischenräume, bilden, also in der Art eines 
Pfauschweifes. Mehr wie 9 Straossfedern stellt man gewöhnlich (Fig, 75.) in Z oder 3 Reihen übereinander, 
so, dass die Färbung der oberen Reihe mit denen der unteren alternirt, also entweder die obere Reihe 
s. B. nur rothe, die zweite nur weisse, die dritte wieder röthe Federn enthält, oder, wenn in den 
einzelnen Reihen die Färbung der» einzelnen Federn bereits alternirt, so, dass z. B. über einer rothen 
4iity weiftet tUwr d*r darauf folgerte» weiwn eine rotfce u. e- w. atebt Die Kuppe der Steawefator 
Jjtoyft J9 »Mi fa* $tetynng, entweder n%eb vorn, oder nacb der Seite ttber, wird aueb maiahmal mit 
^inen Fignm (R«Wi Stemeu, Kugeln) belegt« obwol d*e ein Jffoose&a irt. 

Dm Au&ählung dar Feder-Färbungen geschieht immer von rechts naeh links , also Fig. 72 : 
„7 Strf. b. 8. r. g. r. s. b." — Bei Fig. 76., wo die 6 Straussfedern gewissermassen in 2 Theile getheilt 
sind, von denen die Kuppen der ersten 3 sich nach rechte, die der anderen 3 nach links neigen, deutet 
man dies, wie bei den Hahnfedern bereits gezeigt, durch einen wagrechten Strich an, blasonirt also 
Kg. 76: „5 Strf., 2— 3, b. r. s. r. b." — Bei Fig. 76. sagt man: „7 Strf. in 2 Reiben r. s. wechselnd*. 

Wenn, wie in Fig. 73., 2 Strf. gelehnt, also nicht senkrecht nebeneinander stehen, so ist dies zu 
melden; wenn wie hier die Strf. mit Balken bemalt sind, so folgen dieselben selbstredend der Form 
d#r Feder, nicht der dm Schildes (Papieraje); die Balken sehen aleo hier wie ßohrägbalke* aus, dies 
ist aber, weil selbstredend, nicht weiter anzugeben. 

Straussfedern kommen übrigens ebenfalls zur Verzierung anderer Helmkleinode, so z. B. von Büffel« 
hörnern (aussen und in der Mündung), an den Spitzen von Sternen und Monden, von Kolben, ja sogar 
zwischen den Schwingen oder an den Saxen der Flüge vor, sind dann natürlich entsprechend kleiner, als 
wenn sie für sich allein ein Helmkleinod bilden. 

Pfapenfedern (Pfauspiegel % *\>\>rw,:?f[.) u. Pf»iieawerteI(^aw«cÄ^^i,abbrev.:Pfw,) 

(Tafel XXXI. Fig. 70. 71.) 

sind als Helmkleinode recht häufig und wenn auch nicht in ganzem Umfange, müssen wir nach den Er- 
fahrungen, welche wir gemacht, dennoch der von einem Heraldiker aufgestellten Meinung beipflichten, 
dass in ältester Zeit der Pfauschweif entschieden nur von hervorragenden Geschlechtem geführt wurde, 
resp. geführt werden durfte. Der Helmschmuck des Hauses Habsburg ist ein solcher Pfauschweif. 
Pfauschweife finden wir ferner bei allen uralten, dem freien Herrenstande entstammenden Geschlechtern, 
endlich bei Familien, welche seit ältester Zeit hohe Landes- Erbämter besassen, also z. B. bei den 
Maltzahn, den Levetzow m. A., kurzum wir möchten glauben, dass in der Thai Geschlechter des niederen 
Adels zur Führung desselben nicht berechtigt waren, doch können hierüber nur eingehende sphragistische 
und kulturhistorische Forschungen weiteres Licht schaffen. 

Der Pfauschweif kommt in früherer Zeit nicht, wie jetzt gewöhnlich dargestellt, als entfaltet, 
sondern als zusammengelegtes dichtes Bündel von Pfaufedern vor und in dieser Form müsste er gleich 
dem Straussfederbusch und, bildet man einen Helm im Profil ab, mit einer leichten Rückwärtsneigung, 
auch jetzt neck heraldisch von Rechtswegen dargestellt werden. 

Für gewöhnlich zeichnet man heutigen Tages Helme mit Pfauschweifkleinoden en face, um den- 
selben entfalten zu können um so mehr, als man die Pfw. (Tafel XXXI. Fig. 70.) ebenso auch die 
Straussfederbüsche vielfach als Unterlage für allerlei Figuren, (meist den Schildbildern entlehnt), so Mond 
und Stern des polnischen Stammwappens Leliwa y die Burg des Stammwappen Grzymc&a u. A. anwendet. 

Kommen , was besonders in rheinischen Wappen häufig genug ist , zwei Pfauschweife auf dem 
Hehne vor, zwischen denen eine menschliche oder Thierfigur aus dem Helme wächst, so thut man, auch 
schon wegen der hübschen Profllstellung der letzteren, gut, den Helm seitwärts zu kehren. Dasselbe 
gilt von Straussfedern, wenn sie in dieser Weise angewandt werden, wie auch von den Pfaufedern welche 
sebr häufig (Tafel XXXI Fi* 6SU Tafel XXXTL Fig. 44. 45. 51. 97. 96. 104. 105.), zur Bestach»« 
von allerhand Q^genstäncdeu gebraucht werden« 



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- 164 - 

6) Feldzeichen 

d. h. : Fahnen, Fähnlein, Flaggen, Standarten^ Bannern, Wimpeln. 
' Diese Feldzeichen unterscheiden sich wie folgt: 

das Banner (Tafel XXXIL Fig. 109.) 
hat grossere Längen- als Höhenausdehnung, ist befestigt an einer Stange mit Speerspitze und geht viel- 
fach in einen Zipfel ans, der um den Fahnenstock sich schlingt. Im Mittelalter war das Banner qua- 
dratisch und darüber noch der Schwenket, der wenn roth, den Blntbann bedeutete, angebracht; das 
Banner war am Stock nicht festgenagelt, sondern drehte sich vermittelst Ringen ähnlich den Wetter- 
fahnen, um denselben. 

die Fahne 

ist quadratisch oder zweizipflig, befestigt an einem Stabe mit Speerspitze, gewöhnlich ohne, manchmal 
aber auch mit Franzen und Troddeln an Schnüren. 

die Standarte (Cornettf&hnleln) (Tafel XXXII. Fig. lio.) 
hat quadratische Form, Fransen und Troddeln an Schnüren and ist kleiner wie die Fahne, befestigt 
gewöhnlich an einer Turnierlanze. 

die Flagge (Tafel XXXIL Fig 111. 112.) 

hat gleichfalls grössere Längen- wie Höhenausdehnung und ist stets an einem Flaggenstock (oben mit 
Enopf) befestigt. 

das Fähnlein 

hat ebenfalls grössere Längen- wie Höhenausdehnung, ist aber meist ganz klein, theils ohne Spitzen 
(Fig. 118.), theils zweizipflig (Fig. 117.) theils einzipflig (Fig. 119.), dann auch 3 Windfähnlein* genannt. 

der Wimpel (Tafel XXXIL Fig. 114.) 
hat stets ganz bedeutend grössere Längen- wie Höhenausdehnung und ist stets einzipflig. 

An Kreuzstab kommt auch die Standarte vor, die dann Kreuzstabstandarte genannt wird. An 
ebensolchem Stabe hängt die Kirchenfahne, von der a. a. 0. die Rede war. Besondere Feldzeichen sind noch 

der römische Ijeglonsadler 

das persische Banner (Tafel XXXIL Fig. 115.) 
und 

der türkische Rossschweif (Tafel XXXIL Fig. 116.) 

Mit Fahnen, Fähnlein und Standarten, Kanonenrohren und Marschallsstäben sind besonders die schwedischen 
Helmkleinode massenhaft ausstaffirt. Von 

7) Blumen Pflanzen etc. 
erscheinen fast alle diejenigen Bilder auf Helmen, welche im Schilde vorkommen, alse Bösen, Nelken r 
Tulpen, Lilien an Stielen, ferner von Zweigen, besonders Oel-, Lorbeer-, Eichen-, Linden- und Palm- 
zweige, dann Lorbeer- und Eichenkränze. Bei alten Geschlechtern dürften sich die Blumen bei Ver- 
gleichung älterer Siegel wol meistenteils als etwas ganz anderes (Federn etc.) herausstellen, indem wol 
nicht gut anzuehmen ist, dass man diese rasch verwelkbaren Kinder Floras auf dem ritterlichen Helme 
als Kleinod getragen hat 

Als Hilfskleinode für Federn und Fähnlein, Blumen etc. finden sich ausser den Schäften (Kolben* 
Stäben), welche theils oben, theils seitlich damit besteckt wurden, auch noch die 

8) Hdeher 

Man füllte sie in der Regel mit Federn , die oben vorstehend sich zeigten , während ringsum auf der 
Fläche des Köchers sich das Wappenbild zu wiederholen pflegte; vielfach werden sie übrigens irrig ab 
-Hüte* blasonirt. 



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- 165 - 

Wir kommen nun zu derjenigen Art freier Kleinode,' die nicht blos in Verbindung mit den vor- 
hergehenden, sondern auch für sich allein auf Helmen erscheinen, und nennen vor allem: 

9) Tliiere und Menschen und Köri»ci-tlieile derselben. 

(Tafel XXXII. Fig. 35—84.) 

Von beiden finden sich in ältesten Zeiten insgemein nur einzelne Theile, z. B. Köpfe, Hände, Ftisse. 
Die wachsenden Menschen und Thiere, d. h. solche, an denen man die Hände oder die Vorderfüsse sieht, 
sind jünger als die Köpfe, zwischen beiden im Alter aber stehen die Rümpfe, d. h. menschliche Ober- 
körper ohne Arme, und thieriscbe Oberkörper ohne Vorderfüsse, d. h. bloss mit verlängertem Halse. 
Ganze Thiere, ausgenommen Vögel, kommen, wenigstens in aufrechter Stellung, erst in der neueren Heral- 
dik vor. Bei menschlichen Rümpfen findet man schon im XV. Jahrhundert zuweilen weit abstehende 
steife Zöpfe, und zwar sowohl bei männlichen, als bei weiblichen Figuren. Bei letzteren ist in der 
besseren Wappenkunst der Busen immer sehr stark entwickelt dargestellt, wahrscheinlich um das 
Femininum deutlich zu kennzeicben. Im Allgemeinen war man darauf bedacht, die Aussenlinie der 
Rümpfe mit solchem Schwünge zu zeichnen, dass es klar erscheint, man wollte damit ein Vorwerfen der 
Brust und ein Zurückziehen der Schultern anzeigen ; dieser Charakter findet sich auch in den wachsenden 
und ganzen menschlichen Figuren noch bis ins XVII. Jahrhundert. 

Auch hier war es uns, wie bei den Schilden , unmöglich , alles vorkommende der Erwähnung zu 
unterziehen, wir beschränken uns auf die Abbildung der vorzugsweis interessanten Kleinode aus 
Grünenberg etc. 

Unter „Puppen" versteht man lediglich Obertbeile von Menseben, denen die Arme fehlen 
gleichviel, ob sie männlichen oder weiblichen Geschlechts sind. Das letztere ist, wie bereits erwähnt, 
durch starke Brüste, sowie meist durch einen gedrehten Zopf (Tafel XXXII. Fig. 59. 68.) oder lange 
„zu Felde geschlagene 11 (l) wallende Ha$re (Tafel XXXII. Fig. 80. 81.) gekennzeichnet. Statt der Arme 
sind den Puppen oftmals Büffelhörner (Fig. 73. 74.), Hirschstangen (Fig. 75.), Flügel (Fig. 76. 77.), 
Fische (Fig. 78.) oder andere Gegenstände (Fig. 79.) angesetzt. Die Puppen sind barhaupt (Fig. 58. 
59. 72. 75—77. 79.) oder theils gekrönt, theils mit Hüten, Mützen, Kränzen etc. (Fig. 72.) versehen, 
auch kommen (Fig. 60—65. 67. 68. 70. 73. 74. 78.) Mohrenrümpfe, Teufelsrümpfe (mit langen Ohren) 
oder wie bei denen v. d. Mahburg und v. Kressenstein wirklich gehörnte Teufel (Fig. 71. 72.) , ferner 
Narrenrümpfe (Fig. 69.) etc. vor. Es dürfte angezeigt sein, diese Puppen aU männliche oder weibliche, 
so und so gestaltete, bekleidete etc. Rümpfe anzusprechen. 

Rümpfe mit Armen (Fig. 80 — 82), nennt man stets „wachsende Figuren". 

Hinsichtlich der Tbier-, besonders der Adler- und Löwenrümpfe ist das Nöthige bereits bei den 
Schildfiguren gesagt. 

Schwanenriimpfe sind hier Fig. 43 — 46. abgebildet; häufig findet sich bei diesen, wie bei anderen 
Thierrümpfen oder wachsenden Thieren das sogenannte Joch (Fig. 44.): eine mit den gewöhnlich ge- 
krönten und mit Pfauschweifen besteckten Enden nach oben gekehrte Figur. 

Eine besondere Eigenthümlicbkeit von Rümpfen und wachsenden Thieren, besonders in süddeutschen 
Wappen ist der bereits oben bei den „ Büffel hörnern u genannte Kamm, ein aus Holz oder Leder besteh- 
ender Ansatz, entweder wie Fig. 50. in Wolkenform, oder wie Fig. 45.49.51. ausgezackt, auch wobl an 
den Spitzen mit Knöpfen oder Federn (Fig. 47.) oder andern Gegenständen (Fig. 43.) besteckt. 

Thiere in der Stellung wie Fig. 62 — 55. heissen, wie bereits schon früher erwähnt, sitzend und 
haben als Unterlage oft ein Kissen. 

Körpertheile von Thieren und Menschen kommen mannigfach vor, so z. B. Löwen- oder Bären- 
tatzen, die Krallen entweder auswärts kehrend, oder damit gemeinsam, oder je für sich, einen 
Gegenstand (Kugeln, Schwerter etc ) haltend, Adlerklauen (in Fig. 33. nur die Kralle mit federngefüllter 
Krone), Krebsscheeren (Fig. 34.), Biberschwänze (Fig. 35.) Schlangenrümpfe (Fig. 50.), der Kopf eines 
Stiers wie im Wappen von Cleve, über den Helmkopf gezogen (Fig. 36.) ja sogar menschliche Sohlen 

(t v. Sul). 

B. 42 



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- 166 - 

Wie aus allen Beispielen hervorgeht, waren die ältesten Kleinode unmittelbar auf dem Helm 
befestigt, und die Decke, wo sie vorhanden, entweder zwischen Helm und Kleinod angebracht oder zu- 
gleich über einen Theil des letzteren gezogen, besonders bei Thierfellen, deren Enden vielfach zugleich 
als Decken verwendet wurden. 

Zu Ende des XIV. Jahrhunderts erst findet man den Anfang einer Vermittlung zwischen Helm 
und Kleinod durch Kronen (Fig. 46. 58. 88. 103.), Kissen (Fig. 87. 99.), Pausche oder Wulste (Tafel 
XXXI. Fig. 105., XXXII. Fig. 23. 25.). Der Pansch oder Wulst, der auch oft menschliche Figuren um 
die Stirn gelegt vorkommt, besteht aus zwei zur Form einer Korde miteinander gewundenen Tüchern von 
zweierlei Farbe. Die oft beiderseits, resp. rückwärts herabhängenden Enden heissen Zindelbinde. Immer 
aber sind diese Dinge so mit Helm und Kleinod verbunden, dass man ihren Zweck und ihre Bestimmung 
deutlich erkennen kann. 

Ueber die Art der Befestigung der Kleinode auf den Helmen dnrch Ringe, Bänder, Schrauben 
n. dgl. ist schon vielseitig geschrieben worden, ohne dass man zu einem bestimmten Resultate gelangen 
konnte, wahrscheinlich deshalb, weil uns aus der Zeit der wirklichen Wappen nur äusserst wenige 
Exemplare von Helmen mit Kleinoden übrig geblieben sind. Es steht aber schon soviel fest, dass Puppen 
(Rümpfe) und hohe Hüte wol immer über einen auf dem Helme eingenieteten eisernen Dorn, oder 
hölzernen Träger ausgestopft und die- Thierformen mit dem wirklichen Fell tiberzogen werden. Wahr- 
scheinlich dienten die „Kämme" wol auch zur Befestigung des Ganzen. Fähnlein und Federn steckten 
meist auf einen rings um dem Helmkopf befestigten oder in Bogenform von vorn nach hinten darüber 
gezogenen Reifen; Federbüsche waren in den Reif der Krone eingezwängt und letztere alsdann 
angenietet. 



IX. Kronenu 

(Tafel XXXIV. und Tafel XXXV. Fig. 1—65.) 



Bevor wir zur eigentlichen Beschreibung der Kronen schreiten, müssen wir uns erlauben, ausser 
wenigen einleitenden Worten auch einiges über den Werth und die Anwendung der Kronen, Hüte und 
Mützen vom heraldischen Standpunkte aus hervorzuheben. 

Um sich von der allgemein herrschenden Unklarheit über die Rangkronen zu überzeugen, bedarf 
es nur, die Klagen eines unserer besten Heraldiker hierüber zu hören. Dieser, der Regenerator unserer 
Wissenschaft Dr. Karl Ritter v. Mayerfels schreibt in seinem heraldischen ABC-Buch: „Da jedoch in keinem 
Lande die Adelsgrade vollkommen correspondiren, also auch die entsprechenden Bezeichnungen unmöglich 
conform , d. h. ganz übereinstimmend und gleich sein können , so herrschte hierin, trotz aller Anstreng- 
ungen der Livree-Heraldiker von jeher die grösste Willkür. — Sämmtliche Lehrbücher der Wappenkunde 
aber, statt die Sache gehörig zu regeln, lassen uns gewöhnlich nur ein wüstes Durcheinander von Hüten, 
Kronen und Mützen zurück, wodurch das ohnehin verworrene Chaos in ein förmliches Labyrinth ver- 
wandelt wird, aus dem man sich kaum mehr zurecht finden dürfte. a 

Ausserdem dokumentirt sich diese Unklarheit täglich durch die Wiedergabe von Kronen mit voll- 
ständig unrichtiger Zeichnung oder durch die so oft verfehlte Anwendung derselben in Bezug auf Rang- 
unterschiede sowie durch deren Anordnung und Stellung zum Wappen, Helm oder Kleinod. Selbst auf 
Geldstücken, Staatsnoten und Staatsdokumenten sehen wir Formen von Kronen, welche der Wirklichkeit 
nicht halbwegs entsprechen. 



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- 167 — 

Die Kronen, vor zweihundert Jahren noch eine Seltenheit, haben eich seit dieser Zeit ins Un- 
endliche vermehrt, und noch immer schiessen Kronen gleich den Pilzen zu Hunderten in einer Nacht auf. 

Fassen wir den Sinn und die Bedeutung der Kronen überhaupt ins Auge, so waren und sind sie 
die äusserlichen Zeichen unbeschränkter Macht und Gewalt in dem neueren Begriffe von Souveränetät ; 
daher finden wir sie schon im Alterthum und noch jetzt als Attribute der Könige und Fürsten, daher 
auch im christlichen Kultus auf dem Haupte Gottes oder Maria, daher auch tragen die Oberhäupter 
der Republiken keine Kronen. 

Der französische Heraldiker Palliot schreibt darüber: 

„Niemand, ausser den erstgeborenen Söhnen der Kaiser, Könige und regierenden Fürsten, ist 
durch seine Abstammung befugt, sein Wappen mit einer Krone geschmückt zu führen, so dass allein 
Güter- und Staatenbesitz dieses nicht persönliche, aber reelle Ehrenrecht begründet, da es von dem Besitz- 
tbnm und nicht von dem Geschlechte herrührt. Marquis oder Grafen sind z. B. nicht berechtigt, eine 
Krone aufzusetzen, weil sie von altem Adel herkommen, sondern weil sie Marquis, Grafen u. s. w. sind." 

Dr. Otto Titan von Hefner, der in seinem Handbuch der theor. und prakt. Heraldik ebenfalls 
diese Stelle aus Palliot citirt, macht die sehr treffende Bemerkung dazu: „Der Fürstenhut sollte also 
nur wegen des Fürstenthums und nicht wegen der Fürstenschaft geführt werden." 

Nachdem aber, ungeachtet dieser Thatsachen, in neuerer Zeit auch nicht souveräne Fürsten und 
selbst der niedere Adel sich eigener Bangkronen bedienen, so kann man dieselben eintheilen in solche, 
mit denen Souveränetätsrechte verbunden sind oder doch waren — diese Kronen sind grösstenteils 
in natura vorbanden — und in solche, welche blos den Bang des Wappenherrn bezeichnen. Jeden- 
falls sind aber auch die letzteren Kronen, welche weder getragen werden, noch in Wirklichkeit ex i stiren 
und nur Bangabzeichen Bind, bei ihrer Anwendung auf Wappen in der Bedeutung als eigentliche Kopf- 
bedeckungen zu berücksichtigen. Es scheint uns nothwendig, solches besonders betonen zu müssen, weil 
gerade dadurch so oft gesündigt wird, dass man die verschiedene Bedeutung der Kronen, Hüte und 
Mützen, je nachdem dieselben als Schildesfiguren, als Bekrönungen für Schildes- und Kleinodfiguren oder 
als Helm- nnd endlich als Rangkronen vorkommen , entweder nicht kennt oder ganz ausser Acht Jässt, 
während ihre richtige Anwendung, die genaue Kenntniss dieser heraldischen Attribute unbedingt voraus- 
setzt. 

Bekannt ist, dass die höchste derselben, die Kaiserkrone, als „geschlossene," schon frühzeitig 
erschien, während noch im XV. Jahrhunderte „königliche Kronen , mit wenigen Ausnahmen , nichts 
Anderes als blose mit Edelsteinen verzierte, oben mit Blättern und Perlen besetzte goldene Reife waren. 
Mit der allmählichen Erhöhung und dem Fortschreiten der Prunksucht erhielten auch die letzteren die 
oben geschlossene Form, und es entstanden nach und nach die jetzt sogenannten königlichen, die 
Spangenkronen. Bestimmte Länder oder Reiche behaupteten und behaupten in ihren Kronen besondere 
Formen, wie wir weiter unten des Näheren darlegen werden. , 

Die Adelskronen stellen einen goldenen Reif vor, der mit Edelsteinen besetzt und oben mit Spitzen, 
auf denen Perlen stehen, versehen ist. Durch den Gebrauch hat sich die Regel festgestellt , dass man 
die Rangklasse der Krone nach den Perlen abzählen kann, und zwar so, dass eine gräfliche Krone neun, 
eine frtiherrliche sieben, und eine Edelmanns-Krone fünf sichtbare Perlen zeigt. Für den Fall , dass 
sich einer dieser Kronen-Inhaber eine solche in Wirklichkeit anschaffen wollte, erwähnen wir, dass dann 
die gräfliche Krone, wenn rund oder als vollkommener Reif dargestellt, 16, die freiherrliche 12, und 
die der Edelleute 8 Perlen zeigen müsste. 

Yon der Zeit an, da die Fürsten anfingen, Bangkronen in Wappen zu gebrauchen, räumten sie 
diesen oft die Stelle des Helmes ein. So der allgemeine Gebrauch in der alten guten Heraldik, und mit 
Reeht, wenn man die klare Thatsache betrachtet, dass die Krone, ebenso wie der Helm, eine Kopf - 
bedeckung war und vorstellte. Der rechtsmässige Platz einer Krone ist also der des Helmes auf dem 
Oberrand des Schildes, wenn man nicht, wie das auch üblich ist, die Krone von den Schildhaltern frei 
halten lassen will ; eine Ausnahme bilden die stets über dem Schilde schwebenden geistlichen Hüten, wegen 
ihrer Schnüre und Quasten, welche zu beiden Seiten des Schildes herabhängen und deren Farbe und 
Anzahl den Träger kennzeichnet. 



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- 1«8 - 

Bezüglich des Gebrauchs der Kronen hat sich namentlich unter dem niedern Adel viel Missbrauch 
«ingenistet, der theils in Unkenntniss der Heraldik und ihrer Begriffe, theils in falsch aufgefaßter Vers 
schönerungssucht seinen Ursprung fand. 

Wir nennen von Missbräuchen, die mit heraldischen Kronen heutzutage getrieben werden, haupt- 
sächlich vier Arten und zwar: 

1., Den Missbrauch, Rangkronen als Helmkronen oder zur Krönung von Thieren zu verwenden. 
Ueber letzteres haben wir schon oben bei den Thieren einiges vorgebracht, und darf also nur noch 
einmal erwähnt werden, dass es ganz gegen alle alte und gute Heraldik ist, ein Thier anders als mit 
einer Helmkrone zu krönen. 

Hinsichtlich des Missbranchs der Rangkronen als Helmkronen lehrt uns der Begriff einer Helmkrone 
(siehe oben bei den Kleinoden), dass sie lediglich das vermittelnde Glied zwischen Helm und Kleinod 
war und darstelle, und in ihrer ornamental-heraldischen Form drei oder fünf Blätter haben soll. Es 
war und konnte aber damit ein Rangunterschied nie angedeutet werden; wollte man dies, so gebrauchte 
man die Krone als Kleinod, wie z. B. Erzherzog Maximilian, später Kaiser Max I., als Kleinod seines 
Helmes manchmal den österreichischen Erzberzogsbut für sich allein führte. Nie aber findet man in der 
ächten Wappenkünst eine Helmkrone für sich allein auf dem Helm, oder eine Rangkrone als Verbin- 
dungsglied. 

Aus dieser Bangkrone nun das Kleinod hervorkommen zu lassen , ist absolut zu verwerfen , weil 
hier nur eine Helmkrone am richtigen Platze ist. Dennoch kommen solche Darstellungsweisen vor, so z. B» 
findet sich sehr oft bei dem Wappen des Königreichs Polen auf der königlichen Krone statt des Reichs- 
apfels als Kleinod der polnische Adler; ebenso steht bei dem königlich grossbritannischen Wappen 
auf der englischen Königskrone über dem Reichsapfel auf den Kronenbügeln der mit dergleichen gekrönte 
goldene Leopard. 

Wenn nun anch diese Verbindung der Rangkrone mit dem Kleinod überhaupt bei englischen 
Wappen allgemein gebräm blieb, ja officiell genannt weiden kann, so bleibt sie doch unheraldisch, denn 
nicht alles, was gebräuchlich und officiell ist, muss auch gut sein. Z. B. sind in den officiellen Wappen 
von Oesterreich und Preussen etc. die Adler mit königlichen Spangenkronen gekrönt, der Doppel- 
adler des Majestätswappens von Russland mit geschlossenen kaiserlichen Kronen, trotzdem zur Bekrönung 
von Wappenthieren blos Helmkronen angewendet werden sollen, als Schild halter könnte es ebenfalls 
gestattet sein. 

Ueber die geistlichen Kopfbedeckungen schreibt z. B. Dr. Carl Ritter von Mayer im heraldischen 
ABC-Buch : „Ebenso wenig wie Helmkronen mit Rangkronen dürfen auch Kleinod-Bischofsmützen mit 
den frei (ohne Helm) auf dem Schild stehenden, nur die höheren geistlichen Würden bezeichnenden» 
verwechselt werden. Dennoch sollen auch erstere in alter Zeit als Symbol der Schirmvogtei über geist- 
liche Stifte und Klöster gegolten haben, während umgekehrt letztere hie und da auf einem Helme 
vorkommen, also eigentlich manchmal als Kleinod angewendet wurden. Zweifelohne sind daher Kleinod- 
und Würde-Bischofsmützen oft miteinander verwechselt worden , ja vielleicht sogar erstere bisweilen 
wirklich aus letzteren entstanden. Aus diesem Citat geht klar hervor, dass die als Kleinod ange- 
wendeten Rangattribute doch nicht in allen Fällen rangbezeichnend sind. 

2., Findet sich die auffallende Manier, auf Flaggen , Porträten oder Kutschenschlägen etc. das 
Kleinod des Wappens allein ohne Helm (was, wie bereits oben erörtert, an und für sich schon wider- 
sinnig genug), über diesem Kleinod aber die betreffende Rangkrone schwebend darzustellen. 

3., Ein weiterer Missbrauch der modernen Heraldik ist die höchst unsinnige Mode, Kleinode aus 
den Rangkronen hervorkommend auf denselben stehend (wie z. B. in England) oder über denselben 
schwebend darzustellen. Da, wie vorhin bemerkt, eine Helmkrone ohne Helm nicht bestehen, eine 
Rangkrone aber nie eine Helmkrone sein kann, so ist auch das Widersinnige dieser erwähnten Mode 
von selbst klar. 

4., Unsinnig ist ferner, einen Helm mit der Helmkrone allein zu bringen, denn diese ist weder 
rangbezeichnend, noch kann sie in diesem Falle, da kein Kleinod vorhanden ist, als Vermittelung dienen; 
sie ist daher zwecklos und wird heraldisch richtiger statt dessen nur eine Krone angewandt. 



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- 169 - 

5., Ist es ein Missbrauch, die Helme mit ihren Kleinoden auf oder über die Rangkronen zu setzen. 
Wer über den Begriff nnd den Zweck des Helmes und der Krone nur halb ins Klare mit sich gekommen 
ist, wird nicht begreifen können, wie man darauf kommen konnte, zwei sichtbare Kopfbedeckungen 
übereinander zu tragen. 

Es giebt Über dennoch eine Art, Helme nnd Rangkronen zugleich auf dem Schild anzubringen, 
wovon sich Beispiele, aber erst im XVI. Jahrhundert , finden , wir meinen die Art , die Krone in Mitte 
des Oberrandes, den Helm oder die Helme zu den Seiten derselben gleichfalls auf den Schild zu stellen, 
wie dies z. B. bei fast allen schwedischen freiherrlichen Wappen diplomgemäss ist. Diese Praxis ist 
auch heute noch zulässig — ausserdem aber: entweder Krone allein, oder Helme allein! 

Im Alterthume trugen Könige und Fürsten als Zeichen ihrer Würde blos ein einfaches Stirn- 
band (Diadem) aus Seide oder Wolle. Die ersten römischen Kaiser unterliessen auch dieses, um 
nicht beim Volke, welchem die alte Königswürde verhasst war, in Unguust zu fallen nnd erst Diocletian 
führte dasselbe wieder ein. Konstantin der Grosse zierte sein Stirnband mit Perlen ; später wurde es nach 
und nach erst mit einer einfachen, dann mit einer doppelten Perlenreihe geschmückt; dann setzte man 
die Perlenreihen an den oberen und unteren Rand des Stirnbandes und zierte den Zwischenraum mit Edel- 
steinen , bis endlich aus dem seidenen Stirnbande ein metallenes wurde. So mögen die ersten Kronen- 
reife, welche mit denen unserer heutigen Kronen noch viele Aehnlichkeiten haben, entstanden sein. Eine 
weitere Ausschmückung dieser Diademe war das Anbringen von nach oben spitzig auslaufenden Zacken, so- 
genannten Strahlen. Es sollten die damit gekrönten Herrscher symbolisch unter ihren Völkern, wie 
die Sonne unter den übrigen Himmelskörpern, voll Licht und Glanz erscheinen. Der Strahlen waren 
12 in der Rundung (sichtbar 7), weil man mit Bezug auf» die 12 Monate annahm, die Sonne habe 
eine gleiche Anzahl. 

Diese Zacken- oder Strahlenkrone , auch „alte kaiserliche Krone" genannt, gehört zu den 
ältesten Kronen der römischen Kaiser und Könige und wird noch heute in der Heraldik angewendet. 
Eine Abbildung davon, jedoch in der Form und Ausstattung moderner gehalten, findet sich auf 
Tafel XXXIV. Fig.l. unter dem Namen : „Heiden-, Davids-, oder Antique- (Zacken-) Krone". Später wurden 
statt der Zacken oder Zinken auch Blätter angewendet, deren Zahl nicht immer gleich war und 
zwischen 4, 6 und 8 variirte, gleichwie man den Kronenreifen theils mit Blättern allein, theils auch 
mit zwischen den Blättern stehenden Perlen oder Zinken mit Perlen geschmückt findet. Diese 
Kronen, meist von Königen geführt und auch in der Heraldik unter dem Namen „alte königliche 
Kronen u bekannt, treffen wir in der Blüthezeit der Heraldik als Helm krönen. Schon im XU. Jahr- 
hundert, wo es noch keine plastischen Kleinode gab, und dieselben auf die Helme gemalt wurden, 
kommen Helme mit diesen Kronen geschmückt vor, doch waren sie in dieser früheren Zeit lediglich Rang- 
abzeichen für Könige. Erst mit dem Erscheinen der oben flachen Topfhelme und der plastischen Kleinode 
zu Anfang des XIII. Jahrhunderts, verlor die alte Königskrone ihren rangbezeichnenden Werth, diente von 
da ab als Helmkrone, zur Verbindung des Kleinodes mit dem Helm und durfte von jedem Wappen- 
herrn ohne Unterschied des Ranges in dieser Anwendung geführt werden*). Eine solche Helm- oder alte 
Königskrone bringen wir auf Tafel XXXIV. Fig. 2. unter dem Namen „Alte Königskrone". 

Jedenfalls waren die ältesten Königskronen oben offene Kronen , mehr oder weniger in der Form 
unserer Abbildung ähnlich, und es ist sehr wahscheinlich , dass aus diesen alten, offenen Königskronen 
nach und nach die geschlossene Spangenkronen entstanden sind , indem man zuerst eine farbige Mütze 



•) Ausführlicheres über die Geschichte der Kronen findet sich in dem Werk : „Amoenitates historico-juridicae 
etc. oder allerhand Historien des deutschen Reichs" von Wilhelm v. Pistorius. Nürnberg 1753, und zwar im VII. Theil, 
Kapitel „Von den Kronen der Könige in Frankreich des 1., IL nnd III. Stammes u. s. w." — Ferner in Martin 
Scbmeitzel: „Commentatio hist. de coronis tarn antiqnis quam modernis etc. - Jena 1712. In der Neuzeit sind der 
von Martin Gerlach herausgegebene „Kronenatlas", dem wir einen grossen Theil unseres Materials entnahmen, sowie 
J. Schwerdtners Werk: „die Rangskronen" (Wien 1877;, welches wir gleichfalls benutzten, sehr gediegene und 
empfehlenswerthe Publikationen, auf die wir umsomehr verweisen, als der Raum uns nicht gestattet, alle die feinen 
Details der hinsichtlich der Form, im Grossen und Ganzen indess richtig, dargestellten Kronen wiederzugeben. 
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unter der Krone trug, oder selbst in ihr befestigte und die&e Mütze dann mit Stickerei und darauf an- 
gebrachten Borten und Edelsteinen ausschmückte, bis man sie schließlich mit metallenen Spangen oder 
Bügeln überwölbte. So z. B. ist die sogenannte „eiserne Krone ü , aus dem Ende des VI. Jahrhunderts 
stammend, noch eine solche offene Krone, ebenso die auf Tafel XXXIV. Fig. 4. abgebildete „ Krone des Heiligen 
röm. Reiches", gewöhnlich irrig „Krone Karls des Grossen" genannt, mit welcher zuletzt Kaiser Franz II. 
gekrönt worden ist; sie soll von Konrad IL, Anfangs des XI. Jahrhunderts herstammen; der von ihrem 
Kreuze nach rückwärts laufende Bogen wurde erst später, wahrscheinlich unter Konrad III. im XII. Jahr- 
hundert aufgesetzt. Ebenso war die alte französische Königskrone Tafel XXXIV. Fig. 19. .ein bioser 
Reifen mit 8 Lilien (5 sichtbar) besteckt, ohne Bogen, also eine offene Krone, so wie dieselbe später Ton 
den königlichen Prinzen der Bourbonen (Fig. 21.) geführt wurde. Auf die gleiche Weise entstanden aus 
den einfachen Mützen und Hüten der Kurfürsten, Fürsten, Herzöge etc., durch allmähliche Ausschmückung 
und Verbindung mit Kronen, unsere modernen Kronen und Hüte für Kurfürsten, Fürsten, Herzöge, ebenso 
auch wol der „Dogenbut" Ton Venedig, Tafel XXXV. Fig. 56. . Dieser, in der Form der italienischen 
Fischermütze, wurde reich gestickt, am Kopfende mit einer mit Edelsteinen und Perlen ge- 
schmückten Borte besetzt, mitunter auch in eine offene Zacken- oder Blätterkrone gesetzt und mit 
einem Bande, ebenfalls mit Steinen oder Perlen geziert, schräg umwunden. Desgleichen waren die 
Kurfürsten- und Fürstenhüte anfangs blos hermelingestülpte purpurne Mützen, oben mit einem natürlichen 
Hermelinschwänzchen, Tafel XXXIV. Fig. 3., oder versehen mit dem Reichsapfel oder einem Kreuz, letzteres 
besonders bei geistlichen Kurfürsten und Fürsten. Dr. Johann Wolfgang Trier in seiner „Einleitung 
zu der Wappenkunst" sagt über Kurfürsten- und Fürstenhüte, nachdem er dieselben im Allgemeinen 
beschrieben hat, Folgendes: 

„Diese Kur- und resp. Fürstenhtite werden oft ohne einigen Zierrath von Perlen gefunden, zu- 
weilen aber sind ein oder zwei Bögen von Perlen darauf gestickt. Man findet auch wol 4 Bögen , wie 
solches auf vielen kurpfälzischen, landgräflichen, hessischen und anderen Münzen gesehen werden kann. 
Der Kurfürst Friedrich Wilhelm zu Brandenburg ist der erste gewesen, welcher 4 Bögen von Perlen auf 
dem Kurhut geführt hat und soll er diesen den heutigen königlichen Kronen in etwas ähnlich kommen- 
den Zierrath in Ansehen der erlangten Souveränetät über Preussen angenommen haben, welches man 
an seinen Ort gestellt sein lässt. Uebrigens werden die Fürstenhüte von einigen Fürsten in die oben 
beschriebene offene Königskrone hineingesetzt u. s. w." Im gleichen Sinne schreibt Johann Christoph 
Gatterer in seinem „Abriss der Heraldik*. 

Hier muss bemerkt werden, dass mit den „2 oder 4 Bögen" ganze, sich kreuzende, von einer Seite 
immer zur entgegengesetzten laufende Bogen gemeint sind, auf deren Kreuzungspunkt gewöhnlich der 
Reichsapfel ruht, so dass z. B. hier bei Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, mit den „4 Bogen* 
8 aufsteigende Kronenbügel (8 halbe Bogen) verstanden sind, welche oben, mitten der Krone zusammen- 
laufen und auf ihrem Vereinigungspunkte den Reichsapfel tragen. Von diesen 8 in der Rundung liegen- 
den Bügeln werden jedoch in der Zeichnung natürlich nur 5 sichtbar. Siehe die „Kurfürsten- Krone* 
Tafel XXXIV. Fig. 41. 

Ganz deutlich zeigt sich ferner noch am österreichischen Erzherzogshut (Tafel XXXIV. Fig. 87.) 
dessen ursprüngliche Form als einfache Mütze mit einem Hermelinstulp ; so auch an den kgl. englischen 
und anderen Kronen. 

Mit der Entstehung der jetzt „modernen* 1 Königskronen, sowie überhaupt mit der Umbildung und 
Ausschmückung der offenen Kronen in Spangenkronen, tritt gleichzeitig die Anwendung des Reichsapfels 
auf denselben mehr und mehr hervor. Ob nun der Reichsapfel die Veranlassung war, die Kronen mit 
Spangen zu versehen, um denselben leiehter darauf befestigen und mehr Halt geben zu können oder ob 
die mit Spangen versehenen Kronen erst die Gelegenheit boten, den Reichsapfel darauf anzubringen, 
wollen wir dahingestellt sein lassen — vielleicht war beides der Fall; Thatsache ist, dass der Reichs- 
apfel älter ist, als die Spangenkronen. Derselbe besteht aus einer Kugel mit einem darauf befestigten 
Kreuze und Hess Papst Benedikt VHI. zu Anfang des XI. Jahrhunderts den ersten Reichsapfel anfertigen, 



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welchen er Hein rieb II. (der Heilige, auch der Lahme genannt) anlässlich seiner Krönung in Rom über- 
gab. Die Anwendung der Kugel ist schon sehr alt und findet sich oft auf den Münzen der römischen 
Kaiser, wo sie die Herrschaft über die Welt bedeutet. Die Kugel wurde dargestellt mit einem Steuer- 
ruder, einem Füllhorn oder der Siegesgöttin darauf und später mit dem Kreuze. 

Was die Bedeutung des Reichsapfels anbelangt, so schreibt hierüber Dr. Johann Wolfgang Trier: 
„Weil auf den verschiedenen Kronen und Hüten ein Reichsapfel oder eine Reichskugel steht, ßo muss 
allhier einige Nachricht gegeben werden. Der Papst Benediktus der VIII. hat zuerst diese Insigne ver- 
fertigen lassen und dem Kaiser Henri co Sancto zum Geschenk gegeben, die Kugel soll die Welt bedeuten 
und das oben aufstehende Kreuz soll bemerken, das9 Christus Herr über die ganze Welt und demselben 
alle weltliche Obrigkeit unterworfen sei. Das Beschläge, weiches ringsherum gehet, ist deswegen da, 
damit die Fugen der von dem Goldschmidt in die Runde getriebenen beiden Hälften nicht gesehen 
werden mögen. Das Beschläge aber, welches von oben bis an die Mitte herabgehet, ist der Halt des 
Kreuzes, welches sonst auf dem dünnen Goldblech nicht festhalten würde." 

„Vor Zeiten haben den Reichsapfel allein die römischen Kaiser geführt, als welchen derselbe zu- 
erst von dem Papst geschenkt worden. Die Kaiserlichen haben dieses vor ein Symbol um gehalten, dass 
der Kaiser Herr über die Welt sei , als welches in den barbarischen Zeiten von den Geistlichen frei 
gelehrt worden, welche denn hierbei die heimliche Absicht gehabt, dass daraus möge geschlossen werden, 
dass der Papst, welcher über dem Kaiser sei, sei noch viel mehr Herr über die Welt. Wann dannenbero 
Tormals die Reichsstände den Reichsapfel auf Ihre Münzen prägen lassen, so ißt es um derjenigen Ur- 
sache willen geschehen, um welcher Willen derselbe, wie auch der Reichsadler und der kaiserliche Name 
noch heutzutage von einigen geringeren Ständen darauf geprägt wird, nemlich ihre Dependenz *) vor dem 
Kaiser dadurch anzudeuten. Seitdem aber die auswärtigen gekrönten Häupter und Fürsten einen Reichs- 
apfel, als Zeichen der Christo unterworfenen weltlichen Gewalt zu führen angefangen, so kann es wohl 
Bein, da 88 viele Reichsstände mehr auf diese letztere Bedeutung als auf die erste re sehen. u 

Damit in Uebereinstimmung schreibt Dr. Otto Titan v. Hefner im Handbuch der theor. und pract. 
Heraldik: „Das Kreuz, später über der Weltkugel als sogenannter Reichsapfel, welches auf den meisten 
Spangenkronen gesehen wird, soll Souveränetät, „alias* Sieg des Christenthums anzeigend 

Wir glauben hiermit die notwendigsten heraldischen Begriffe und Grundsätze speciell über Rang- 
attribute gegeben zu haben und kommen nun zu der eigentlichen Beschreibung der Kronen. 

Deutschland und Oesterreich. 

Die Krone des heiligen römisch-deutschen Reichs (Tafel XXXIV. Fig. 4.) aus purem Golde, ist 
eine aus 8 oben abgerundeten Blechen, von welchen das vordere und hintere etwas höher als die übrigen 
6 sind, im Achteck construirte Krone, innen mit einer Purpurmütze. Die Felder sind dicht mit Edel- 
steinen in Filigranfassung und mit 4 allegorischen Emailbildern geschmückt. Das Stirnblech hat vorn 
ein Kreuz, daran einen Bügel der Länge nach bogenförmig über der Krone, rückwärts an dieser befestigt. 
Diese Krone, ausser Gebrauch, hat jetzt nur historischen Werth. 

Die österreichische Kaiserkrone auch „Hauskrone * genannt (Tafel XXXIV. Fig. 6.) aus feinem Gold 
und unter Kaiser Rudolf H. angefertigt, besteht aus dem Kronenreifen, auf welchen 4 grössere (3 sicht- 
bar) und 4 kleinere (2 sichtbar) Uli en förmige Ornamente angebracht sind, an der Spitze je mit einer 
Perle. Die Kronkappe , mitten geöffnet, besteht also aus 2 Thejlen, deren Rand Emailstreifen und 
Perlen schmücken. Jede der beiden Hälften der Kronkappe wird durch einen Emailstreifen, der von 
oben nach abwärts läuft, in 2 gleiche Dreieckfelder getheilt, auf welchen in Basreliefs die Hauptmomente 
der Erbländischen Krönungen dargestellt sind. Mitten über die Krone in eiuem Bogen zieht sich von 
vorne nach rückwärts der Kronenbügel^ oben mit einem Kreuze und auf diesem ein prachtvoller Saphir. 
Der Kronen-Reifen und -Bügel, sowie die lilien form igen Ornamente sind, wie die Abbildung zeigt, reich 
mit Steinen und Perlen geziert. Die Krone hat ein rothes Sammetfutter. Ursprünglich war der Kronen- 
reifen oben und unten je mit einer Reihe halbeingesenkter Perlen begrenzt, welche aber herausgenommen 

*) Abhängigkeit. 



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wurden, (die ältere Darstellung cfr. Fig. 5.). Ausser dieser kommen im grossen Staatswappen des 
Kaisertbums Oesterreich noch folgende Kronen auf den Schilden vor: 1) die Königskrone von Ungarn, 
2) die Königskrone von Böhmen, 3) die eiserne Krone des lombardisch - venetianischen Königreichs, 
4) eine moderne gefütterte Königskrone für Galizien und Lodomerien, 5) der österreichische Erzherzogs- 
hut, 6) die Krone von Siebenbürgen und 7) eine antique Zackenkrone für das Königreich Illyrien. 

Die ungarische Krone (Krone des heiligen Stefan) Tafel XXXIV. Fig. 10. Der Stirnreif ist 
mit Steinen und farbigen Emailbildern, Heilige darstellend, besetzt; auf demselben sind vorn 9, ab- 
wechselnd giebelförmige und halbrunde Schildcben mit ornamentaler Schmelzarbeit verziert, siebtbar. 
Der in der Mitte über dem Stirnreif angebrachte halbrunde Schild ist grösser als die übrigen und mit einem 
Emailbande geschmückt Von letzterem Schilde geht ein breiter, flacher, ebenfalls mit Email und Steinen 
ausgestatteter Bogen nach rückwärts und ein eben solcher von einer Seite zur andern quer über die mit 
einer dunkelviolttten Sammthaube versehenen Krone. Der Durchkreuzungspunkt dieser Bögen trägt 
auf einer grossen Perle (kein Reichsapfel) das Kreux. Ferner hängen rechts und links je 4 Kettchen 
herunter und an diesen in Kleeblattform gefasste Steine : ein ebensolches Ketteben hängt rücjcwärts. Im 
Original sind blos die auf der rechten Seite und das rückwärts hängende noch vollständig, während 
links nur zwei gut erhalten sind, eines ganz fehlt und das vierte ohne Steine ist. Den oberen Theil 
dieser Krone erhielt Stefan (später König Stefan der Heilige), der Sohn des Herzogs Gaysa um das 
Jahr 1000 vom Papst Sylvester II. nebst dem Titel eines apostolischen Königs, während der untere, das 
Diadem, erst dem König Gaysa I., einem späteren Nachfolger Stefans, von dem byzantinischen Kaiser 
Manuel Dukas (Michael VII) in den Jahren 1071 — 1078 zum Geschenk gemacht worden ist. 

Unsere Abbildung ist in der ursprünglichen natürlichen Gestalt gegeben, mit vollzählichen Kett- 
chen und Steinen in regelmässiger Form und Frontal- Ansicht. Die Meinung, das Kreuz der Krone müsse 
immer schief u. z. nach der linken Seite geneigt sein, t heilen wir nicht; denn erstens ist das Kreuz 
nicht verbogen, sondern nur lose, wacklich und kann nach Belieben rechts und links geneigt werden; 
zweitens nittsste man folgerichtig nicht blos diese, sondern auch alle übrigen Verletzungen und Mängel, 
welche die Krone dorch ihre Schicksale erlitten hat, in der Darstellung wiedergeben, also auch den 
Einbug der Kronenbügel oben links, das Fehlen der abhängenden Ketten und Steine etc.; dennoch 
zeigen sämmtliche officiellen Darstellungen das Kreuz schief (!) 

Die böhmische Königskrone (auch Krone des heiligen Wenzelaus) Tafel XXXIV. Fig. 11. besteht 
aus 4 gerundeten Blechen, welche nach oben unmittelbar in ornamentale Linien endigen, so dass ein 
eigentlicher abgeschlossener Kronenreifen daran nicht vorkommt. Die 4 Bleche sind dnreh eine gleiche 
Zahl aufrecht stehender Chamiere mit einander verbunden, deren Stifte oben durchbohrte Edelsteine 
tragen ; die Bleche selbst sind mit ziemlich grossen ungeschliffenen Edelsteinen in unregelmässiger Ver- 
keilung geschmückt. Zwei sich krouzende Bögen, welche an die rothe Sammthaube anliegen, tragen auf 
ihrem Durchkreuzungspunkt das Kreuz mit an den Enden aufgesteckten Steinen. 

Die eiserne Krone ist ein breiter Reifen von Gold, gebildet aus fast quadratischen Blechen in 
Kreisrundung zusammengefügt. Die durch diese Bleche gebildeten Felder sind aussen mit gleichen 
naturalistisch-ornamentalen Rosetten aus Gold mit Email und Steinen geschmückt und werden innen 
durch einen Eisenreif, welcher der Krone ihren Namen gab, zusammengehalten. Dieser Reif, welcher 
angeblich von Papst Gregor I., dem Grossen, im 6. Jahrhundert der lombardischen Prinzessin Theodolinde 
zum Geschenk gemacht wurde, soll aus einem Nagel des Kreuzes Christi geschmiedet sein. Mit dieser 
Krone sind die lombardischen Könige und die Mehrzahl der deutschen Könige und Kaiser bis auf Karl V., 
dann Napoleon 1805 und Ferdinand I. von Oesterreich als Regenten der Lombardei gekrönt worden. 
Durch die Abtretung des lombardisch -venetianischen Königreichs 1866 an Italien ging die eiserne Krone 
auch in den Besitz dieses Königreichs über und wurde alsdann nebst Lombardei- Venedig aus dem öster- 
reichischen Wappen fortgelassen, doch findet sie sich noch in dem K. Oesterreichischen gleichnamigen 
Orden. 

Die moderne Königskrone im österreichischen Wappen zur Bekrönung des Wappens der 
Königreiche Galizien und Lodomerien Tafel XXXIV. Fig. 12. kann mit Ausnahme des hier aus- 



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nahmsweise blauen'Mützenfntters über jedem Wappen eines Königreichs, wo keine specielle Krone existirt, 
angebracht werden. 

Das Wesentliche, welches im übrigen die Krone als allgemeine, moderne königliche Krone gelten 
l&sst, ist, dass sie einen Beifen mit Steinen geschmückt haben muss, über welchem sich 5 sichtbare 
Blätter, also 8 in Rundang, mit dazwischen stehenden Zinken nnd Perlen erheben. Von jedem der 
Blätter muss je ein mit Perlen besetzter Kronenbügel, also ebenfalls 5 sichtbare aufsteigen, die sich 
über der Krone vereinigen und auf diesem Vereinigungspunkt den Reichsapfel tragen (Tafel XXXIV. 
Fig. 39.). 

Der österreichische Erzherzogshut Tafel XXXIV. Fig. 37. wie er sich in Wirklichkeit in der 
Schatzkammer des Stiftes zu Klosterneuburg befindet nnd in natürlicher Grösse im I. Theil der „Monu- 
menta aug. dorn. Austriacae" von Hergott Marq abgebildet erscheint, ist ein hermelinverbrämter Hut 
mit kreuzweise über denselben laufenden Spangen, dicht mit Perlen und Steinen besetzt und obenauf 
einen Stein in ringförmiger Fassung, auf welchem das Kreuz steht; der Hermelin ist bogenförmig aus- 
geschnitten und zwischen diesen Ausschnitten befinden sich 5 sichtbare (8 in der Rundung) aufsteigende, 
mit Steinen, Perlen und reicher Verzierung geschmückte Zinken, oben je mit einer Perle. Die Erz- 
herzöge von Oesterreich, wie überhaupt die Prinzen von Geblüt, bedienen sich indess auch sehr häufig 
der gefütterten modernen Königskrone. 

Die antiyue (Zacken') Krone ein einfacher mit Steinen besetzter Reifen mit darüber hinaus* 
strebenden 7 sichtbaren Zinken Tafel XXXIV. Fig. 1. wie bereits oben erwähnt. 

Die Wappen der übrigen Provinzen von Oesterreich, wenn sie allein vorkommen, werden mit folgenden 
Kronen versehen: die der Königreiche, Grossherzogthflmer mit Ausnahme des GrossfOrstenthums Sieben- 
bürgen welches die auf Tafel XXXIV. Fig. 13. abgebildete (mit purpurner von goldenem Gitter überzogene 
Mütze und Kronbfigel) führt, mit modernen königlichen Kronen, Dalmatien aber auch mit einer speciellen 
Krone (Reif mit 5 Zinkenblättern strahlenförmig, dazwischen 4 Zinken ohne Perlen und 5 Bügel mit 
Reichsapfel, darauf ein eigenthümlich geformtes Kreuz), die der Herzogthümer, Markgrafschaften, Fürsten- 
thtimer, geforsteten Grafschaften und Grafschaften mit Fürstenhüten und zwar wie der auf Tafel XXXV. 
Fig. 7. mit Hermelinstulp gekrönt. Endlich die Herzogthümer Zara und Ragusa ebenfalls mit einer 
eigenen Krone und die Herrschaft Cattaro mit einer Blätterkrone, beide bei Heyer, Abth. Dalmatiner Adel 
dieses Werkes abgebildet. 

Die neue deutsche Reichskrone Tafel XXXTV. Fig. 7. im gothischen Style ist wie die alte Krone 
des deutschen Reichs, im Achteck aus 8 oben abgerundeten Schilden zusammengesetzt, wovon 4 höher 
als die übrigen so angeordnet sind, dass immer ein hohes und ein niederes Schild abwechseln. Die enteren 
haben jedes ein grosses Kreuz aus Brillanten, in den unteren Winkeln je ein kleines Kreuz, die letzteren 
jedes einen Reichsadler und über diesem einen kleinen Stern. Alle Schilde haben eine bandartige 
Einfassung aus Brillanten. Die aus goldgewirkten, mit eingewebten schwarzen Adlern versehenen Stoffe 
tastehende, über die Schilde sich erhebende runde Mütze wird von 4 Bügeln, welche reich verziert und 
dicht mit Brillanten besetzt sind und auf deren Gipfel der gleichfalls mit Edelsteinen besetzte Reichs- 
apfel mit dem (Brillant-) Kreuze ruht, überhöht. Aus dem hinteren Theile des Futters kommt das gold- 
gewirkte Stolaband mit goldenen Franzen hervor. Unsere Abbildung ist die, wie sie Sr. Maj. der deutsche 
Kaiser Wilhelm H. im Jahre 1889 nach E. Dooplers d. J. Zeichnung genehmigt hat, desgleichen: 

Die Krone der deutschen Kaiserin (Tafel XXXIV. Fig. 9.) in demselben Charakter, wie die 
neue deutsche Reichskrone. Sie hat einen schmalen Kronenreif und auf diesem 7 sichtbare, geschweifte 
gothische Bogen, nach unten ineinander verschlungen und auf den Spitzen Rossetten. Eine Haube aus 
Goldbrokat und 4 perlenbesetzte Bügel, oben mit dem Reichsapfel, schliesen die Krone ab, welche sehr 
reich ausgestattet und mit Rubinen und Brillanten besetzt ist. 

Die Krone des deutschen Kronprinzen Tafel XXXIV. Fig. 8. hat gleichen Charakter, wie die 
vorgehenden ; sie ist gebildet aus einem Reifen mit 4 sich daraus erhebenden Kreuzen (8 sichtbar) , so 
gestellt, dass eines vorn in der Mitte zu stehen kommt ; zwischen je 2 Kreuzen befindet sich der Reiohs- 
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adler. 4 Kranenbügel, *n den 4 Kreuzen befestigt, vereinigen aich oben, den BfltthBafrfel tragend. Db 
Krone ist reich mit Brillanten, Steinen und Perlen besetzt und hat ein rothes Sammetfhtter. 

Die Königskrone von Preusstn y Tafel XXXIV. IFig. 82. ist der gewöhnlidNb modernen Königs- 
kröne Ähnlich, vollständig mit Brillanten besetzt, durch weiche die Blätter gebildet, resp. ersetzt wertet 
und hat purpurnes Patter ; unsete Abbildung ist nach den soeben von Doepkr d. J. auf :Befehl Sr. tfsj. 
gezeichneten nnd hergestellten original wiedergegeben. 8eit einiger Zeit wird auch der Preuesisribte 
Adler mit dieser Krone, jedoch ofana 'Futter gekrönt, sowie man ihm auch Zepter und Reichsapfel in dar 
wirklichen Form in die Fänge giebt. Die Wappen-Kronen der Königin von Preuseen und der Preue- 
eischen Prinzen sollen ebenso, aber statt der Brillanten mit Perlen besetzt sein. 

Die Königskrone von Hannover war in ihren Hanptbeetandtheilen «eine gewöhnliche Königskroae, 
nur etwas höher gebaut, hatte statt des vordersten Blattes ein Kreuz und war outen am fieifen mit 
Hermelin besetzt. 

Die Bayerische Königskront (Tafel XXXIV. Fig. 37.) besteht ans einem breiten Beife, von 
welchem acht Hauptspaagen (die drei hintern sind nicht sickthnr) ausgehen, welofae gegen das KreuB nach 
oben zusammenlaufen (sodass die oberen Theile der beiden äusseren hinter und unter den beiden mittleren 
-sichtbar sind. Sie bilden zusammen die Unterlage für einen durchbrochen gearbeiteten Reichsapfel, Auf 
dem sich ein mit Brillanten besetztes goldenes Tatzen-Kreuz befindet. Der Reichsapfel ist durch zwei 
mit Rubinen und Smaragden besetzte Reifen zusammengehalten. Die ganz aus Oold gefertigte Krone ist 
mit Perlen, grossen und kleinen Diamanten, Rubinen und Smaragden reich besetzt. Auf den Spangen sieht 
man, von kleinen Kränzchen umgeben, abwechselnd Rubinen und Smaragde. Der Kronenreif hat 9 Spitzen von 
denen 4 mit Perlen, die anderen mit goldenen Blättern besteckt sind, in deren Mitte je ein von Brilantan 
umgebener Smaragd befestigt ist. Der Reif selbst ist durchaus aus Diamanten gebildet, der auf einem 
breiten goldenem Bande aufsitzt, das mit Brillanten Smaragden und Saphiren geziert und durch zwei 
Ringe von orientalischen Perlen eingefasst ist. Auch diese Krone ist jetzt auf den Wappen angebracht. 

Die Grossherzogliche und Herzogliche Krone ist die moderne Königskrone und zwar die 
Grossherzogliche mit ganzer, die Herzogliche mit halher purpurner Mütze. Graf Stillfried-Alcantara 
hat bei Herausgabe seines Wappenbuehs der Ritter des hohen Ordens vom schwarzen Adler ein System 
ftr die verschiedenen Rangkronen in Deutschland aufgestellt, doch glauben wir nicht, dass dasselbe all- 
gemeine Einführung erlangen wird, obwohl es praktisch und richtig ist. Hiernach sollten die Kron- 
prinzen aus Königlichen und Grossherzoglichen Hamm™ (Tafel XXXIV. Fig. 40.) die Königskrone mit 
halber, die Prinzen aus Königlichen Häusern mit ganzer purpurner Mütze führen; die Prinzen aus 
Grossherzoglichen Häussern, die Herzöge in Bayern und Württemberg sollen dieselbe Krone, aber anstatt 
mit 6, nur mit 4 Bügeln ohne Futter (Tafel XXXIV. Fig. 48.), die Erbprinzen aus Herzoglichen Häusern 
mit halber rother Mütze (Tafel XXXIV. Fig. 44.), die Prinzen aus Herzoglichen Häusern mit nur 
5 Blätterzinken, 4 Spangen und ganzer Mütze (Tafel XXXIV. Fig. 45.) führen. 

Im TJebrigen bedienen sich momentan: 

1) der Königskrone , Reif mit 4 Perlen und 5 Blättern, 5 sichtbare Spangen, ohne Mütze die 
Könige von Sachsen und Württemberg und die Grossherzöge von Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz 
sowie von Hessen und bei Rhein (Tafel XXXIV. Fig. 42.). 

2) derselben mit ganzer purpurner Mütze der Fürst zu Schaumburg-Lippe und Reuss ä. L. 

3) der Krone mit 5 Blätterzinken, 5 sichtbare Spangen ohne Mütze : die Grossherzoge von Baden, 
Oldenburg und Weimar. 

4) derselben Krone mit halber Mütze die sämmtlichen Herzöge von Sachsen (der Ernestinisehen 
Linie) und der Herzog von Anhalt 

5) der Krone wie Schaumburg-Lippe, die Mütze aber nur halb: das Herzogthum Braunechwmff\ 
ebenso wird dieselbe im Preussischen Wappen für die Grossherzogthümer Posen und Niederhein 
angewendet. 

6) die Krone der Herzogtümer Pommern, Schlesien, Sachsen, Westfalen und Hannover im ] 
stachen Wappen hat 5 Blätterzinken, 3 sichtbare Spangen und keine Mütze. 



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— ISS — 

7) der 5k3rtQ&hnt wn Wtstprewmi im K. Pireoesisofaen Wappen hat ekien HermeUmetulp tm 
dem 5 sichtbare Spangen (ohne Mütze) hervorgehen. 

Der Ifarßfrstenhut ßrfiri XXKIV. Fig. 41. ist ei« hermelingcstfilpter rotber Sammethut mit 5 
teiobtbaren Spangen, oben mit Reichsapfel nnd Kreuz, wahrend 

Der Fürstenhm Tafel XXXV. (Fig. 7. ihm hn Uebrigen gleich, aar 8 solche (sichtbare) Spangen 
hat Er wird auch dargestellt mit einem Kronenreifen statt des Hermeline and so von Fürsten seht hanfig 
jgrfBUn&, obwohl, wie Jschon oben /erwähnt, «rar Herzoge dazu beieohtigt waren; ältere Formen cfr. die 
.Fig. -8. 9., d. h. mit nwr einem oder ohne Bügel 

Die Erlauchtkrone der ehemals souveränen Grafen, welchen nach dem deutschen Bundesreohte 
'•Am* Titel „ E*lau<ibt a zakmflmt. 'Diese Krone wird theils als Perlen-, theils als Blätterkrone (Tafel XXXV. 
"Kg. 18.)> dargestellt, mit einer darüber vorstehenden rothen "Mütze und einem natürlichen Hermelin- 
schwänzchen darauf. Die eine aus der Grafenkrone mit 9 Perlen entstandene findet sich bei Dr. Otto 
*THan von Hefner in der Abbildung und bei Dr. Ed. Freiherr von Sacken „Katechismus der Heraldik* 
"beschrieben, wird jedoch nicht mehr oder doch selten angewendet werden; die zweite, aus der alten 
^Graferikrone esstandene,-mit 5 Blättern und Zinken mit Perlen, ist fast anschliesslich in Gebrauch; die 
SKrone von deren Nachgeborenen cfr. Tafel XXXV. Fig. 19. 

Bit Grofenkrone und zwar die alte Grafenkrone (Tafel XXXV. Fig. 21.) kommt seltener vor, 

Träufiger dagegen die (Tafel XXXV. Fig. 23.) mit 9 Perlen (16 in der Rundung). Dasselbe gilt von der 

Freiherren' oder Baronökrone, (Tafel XXXV. Fig. 86.) von welchen jetzt bloss die mit 7 

Perlen (12 in der Rundung) Anwendung findet, wogegen die sogenannte alte Baronskrone, mit 5 Perlen 

nmd der Perlenschnur umwunden (Fig. 38.) sich überlebt hat. 

Die Krone der deutschen Reichsfreiherren vor dem Jahre 1700 (Tafel XXXV. Fig. 34.) hat 5 
Blätterzinken, dazwischen ruhend je eine Perle ohne Zinken. 

Ritter und Edelleute, überhaupt der niedere Adel, haben zwar keine officiellen Kronen, be- 
bedienen sich aber doch einer solchen mit 5 Perlen (7 in der Rundung) Tafel XXXV. Fig. 52. wol 
weh mitunter der AdeUkrone (Tafel XXX. Fig. 51.). Bei den adeligen Wappen ist es nicht selten, dass 
*«uf dem Wappenschilde kein Helm, sondern bloss die Adelskrone darauf angebracht ist; z. B. findet sich 
*fiese Darstelhingswelse auffallend häufig beim lothringischen Adel. Diese Krone um zwei weitere Zinken 
verringert, Bürgerkrone zu nennen oder gar dafür zu verwenden, hat nicht die geringste Begründung; 
"es wird der bürgerliche Wappenherr ohnehin , wenn er verständig ist , sich der Krone auf dem Helm 
enthalten, . falls ihm nicht durch einen seinem Vorfahren etwa verliehenen Wappenbrief mit gekröntem 
"Höhne ein Reöht hierauf zusteht. 

Frankreich. 

Frankreich hatte 3 Dynastien und jede dieser ihre eigenen Kronen. 

Die Napoleonische Kaiserkrone (Tafel XXXIV. Fig. 26.) bestand aus einem goldenen, mit Edel- 
steinen geschmückten Reife, auf demselben sitzend 5 Adler und zwischen denselben Ornamental gehaltene 
Tedern, welche aufsteigend nebst den Adlerfiügeln sich oben zur Aufnahme des Reichsapfels mit dem 
"Kreuze vereinigten. 

Hinter dem Schilde des napoleonischen Wappens kreuzten sich zwei goldene lange Scepter, das 
"eine rechts zeigt eine zum Schwur erhobene Hand, die Hand der Gerechtigkeit, von Silber; das andere 
Seine sitzende, goldene Figur, welche den gekrönten Kaiser Carl den Grossen mit Scepter und Reichsapfel 
Vorstellen soll. 

Die Körtigshrone der Beuriom hatte, abweichend von der Form der gewöhnliehen Königskrone, 
riatt der Blätter Lilien und aufch an Stelle des Seichsapfels eine DoppeHilie. König Ludwig XIV. im 
XVE. Jährhundert soll in Frankreich der Erste gewesen sein, welcher ein grosses Staatswappen einführte, 
«ich des Wappenzeltes bediente und die Königskrone, welche früher eine gewöhnliche war, durch die 
JUlienbone (Tafel XXXIV. Fig. 18.) ersetzte. Sie wurde im 18. Jahrhundert angefertigt und hatte ausser 
^SA-farbigen -Steinen 278 Diamanten nnd eine halbe purpurne Mütze. 

Wie bei den Mpeleomsefeen, to (kommen amh bei dem Wappen der Bourbons 2 Soepter hinter 



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4em Schilde gekreuzt vor, nur mit dem Unterschiede, dass rieh die Hand der Gerechtigkeit links, und 

rechts ein Scepter mit einer Doppellinie, wie auf der Königskrone, zeigt. 

• Die Krone des Dauphin, oder die Krone des Kronprinzen der Bonrbons*) (Tafel XXXIV. Fig. 19.) 

hatte wie die königlich bourbon'sche Krone 8 Lilien (5 sichtbar), aber die Kronenbügel wurden von 4 

mit den Schwänzen gegeneinander gekehrten Delphinen, wovon 8 sichtbar sind, gebildet und waren 

ebenfalls von einer Lilie überhöht. 

Die Krone der königlichen Prinzen, der nachgeborenen, wirklichen Geschwister des Dauphin 

(Kronprinzen), war ein Reifen mit 5 Lilien (8 in der Rundung) ohne Bügel und Haube (Tafel XXXIV« 

Fig. 20.). 

Die Krone der Prinzen von Geblüt (d. h. aller übrigen Prinzen, die zwar dem königlichen Hause 

entstammen, aber keine legitimen Kinder des Hauses sind) war, eine offene, abwechselnd mit Lilien und 

Blattern gezierte Krone (Tafel XXXIV. Fig. 21.). 

Die Königskrone Louis Philipps (a. d. H. Orleans) (Tafel XXXIV. Fig. 22). Als Louis Philipp 1880 
zum König der Eranzosen proklamirt wurde, führte er den Schild Orleans mit der französischen Lilien- 
krone. Den Franzosen war jedoch jede Erinnerung an die bourbon'sche Regierung verhasst, weshalb 
1831 Philipp ein neues Wappen annahm und auch Krone und Soepter änderte. Wie in der Abbildung 
zu sehen, führte er statt der Lilienkrone eine gewöhnliche gefütterte Königskrone mit einem Eichen- 
kranz, aus dem die Blätterzinken hervorgingen und oben die Weltkugel, sohräglinks mit einem perlen- 
verzierten Reifen umgürtet. Dieselbe Kugel führte er an Stelle der Lilie am Scepter rechts, die Hand 
der Gerechtigkeit links hinter dem Schilde. 

Die Krone des Kronprinzen, genannt „Herzog von Orleans", war genau wie die Königskrone, 
doch mit nur 8 sichtbaren Bügeln; ib. Fig. 28., ebenso 

Die Krone der Prinzen von Geblüt mit 2 sichtbaren Kronenbügeln; ib. Fig. 24. 

Die französische Herzogskrone, ähnlich der alten Orafenkrone in Deutschland, hat 5 sichtbare 
Blätter (8 in Rundung) (Tafel XXXV. Fig. 5.) 

Die Krone der Herzöge, welche zugleich Pairs von Frankreich sind, hat 5 Blätter, rothe Mütze 
und oben eine Art Knopf mit Büschel, also ähnlich wie die deutsche Erlauchtkrone T (Tafel XXXV. Fig. 2.). 

Die Krone der ehemaligen souverbinen Fürsten in Frankreich (Tafel XXXV. Fig. 1.) gleicht der 
deutschen Hersogskrone, d. h. 5 Blätterzinken, 2 Bügel, volle Mütze. 

Die Marquiskrone**) Tafel XXXV. Fig. 15. hat 4 Blätter (8 sichtbar) und zwischen je 2 Blättern 
8 neben einanderstehende Zinken, wovon der mittlere der höchste ist, und worauf 2 Perlen von einer 
dritten begipfelt werden, während die 2 nebenstehenden Zinken entweder nur spitz auslaufen oder sehr 
kleine Perlen tragen. 

Die alte Marquiskrone ist wie die vorige, nur sind die drei nebeneinanderstehenden Zinken gleich 
hoch und jeder mit einer grossen Perle besetzt. 

Die Grafenkrone ist der in Deutschland gebräuchlichen gleich. Die alte Grafenkrone (Tafel 
XXXV. Fig. 22.) ähnelt der Marquiskrone. 

Die Krone der Vida/ne (Tafel XXXV. Fig. 29.) d. h. jener Grafen, welche zugleich Schutzherm 
von Bisthümern sind, bat 8 sichtbare Kreuze Und dazwischenstehende Zinken, welche mitunter mit 
Perlen geziert sind. 

Die Krone des Vicomte oder Vicegrafen, Stellvertreters der Grafen (Tafel XXXV. Fig. 28.) hat 3 
sichtbare hohe Zinken und grosse Perlen darauf, zwischen diesen niedere Zinken oft mit kleinen Perlen besetzt« 

Die Freiherren- oder Baronskrone (Tafel XXXV. Fig. 86.) ist ein Reifen mit einer Perlenschnur 

*) In manchen Staaten werden den Kronprinzen eigene Titel gegeben, s. B, hiess der Kronprinz der Bour- 
bon'schen Dynastie immer: „Dauphin", der Orleans: „Herzog von Orleans", in England heisst er: „Prinz Ten Wales" 
in Spanien: „Prinz von Aatnrien", in Portugal: „Prinz von Algarbien", in Italien: „Prinz von Neapel, 11 in Belgien: 
„Herzog von Brabanf, in den Niederlanden : „Prinz von Oranien", in Griechenland: „Herzog von Sparta* und in 
Rnssland: „Czare witsch". 

**) Der Marquis in Frankreich, England, Belgien und Holland, der Marqnes in 8panien und der Marchese 
in Italien sind im Range ziemlich gleich und stehen zwischen dem Herzog und dem Grafen , den Uebergang rem 
hohem zum niederen Adel bildend, eine Rangklasse die mit keiner in Deutschland zn vergleichen ist. 



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- 177 - 

(umwunden, wovon 3 Windungen sichtbar sind. Diese Krone ist echt französisch und kommt häufig auf 
alten Freiherrenwappen, auch wie Fig. 37 (mit 4 Perlen) vor, doch bei neueren Wappen ist mehr die in 
Deutschland gebräuchliche, mit 7 Perlen, üblich und für deutsche Freiherren die auf Tafel XXXV. 
Fig. 39. 

Der adelige Bannerherr führt einen Reifen (Tafel XXXV. Fig. 31.). 

Der Bitter und Cavalier einen zweifarbig gewundenen Wulst mit abfliegenden Bändern. 
(Tafel XXXV. Fig. 48.). 

Die Adelskrone (Tafel XXXV. Fig. 49.) ist ähnlich der deutschen. 

Hier sind ferner die von Kaiser Napoleon I. eingeführten Würdezeichen für die von ihm creirien 
Herzoge, Grafen, Barone etc. zu erwähnen. Es erhielten, statt der bisher üblichen Bangkronen, Grafen- 
Erzbischöfe und Baron-Bischöfe, nebst den Prinzen-Grosswürdeträgern, den Herzogen, Grafen-Senatoren, 
Kriegs-Grafen, Kriegs-Baronen etc. und Rittern als ein Rang- und Würdezeichen eine niedrige Mütze mit 
einem Bräm anderer Farbe (toque) mit Unterscheidungszeichen, die beamteten Grafen, Barone aber 
und die Ritter der Ehrenlegion besondere Zeichen und Bilder im Schilde in oiner grossen Vierung 
(franc quartier) , wobei überall bei höherem Stande zum Felde blau, zum Bilde Gold (die Farben des 
alten Frankreich) bei den geringeren roth und Silber angewendet ist. 

In dieser Stufenfolge: die Oberwappen (ornemens exterieurs nach Simon I, V. ff.) der Prinzen- 
Grosswürdetrüger (princes grands-dignitaires) (Tafel XXXV. Fig. 84.) schwarze Sammtmütze mit einem 
Stülp von gold und rothem Eisenhut-Feh, aufgeschlagen (retrousse) goldenem Federhalter (porte-aigrette), 
darauf sieben fächerartig gestellte weisse Schwungfedern, daneben sechs gekrausete Zipfel wie von einer 
Helm decke (bei mangelndem Helme ohne Bedeutung und Zweck, liegen sie zum Theil auf dem Schilde 
unter der Mütze, zum Theil an den Schildseiten wie Henkel oder Griffe angeklebt, bloss um etwas 
Aehnlichee von einer gekrauseten Helmdecke zu haben 41 ), das Ganze umgeben von einem mit Hermelin 
gefütterten blauen, mit goldenen Bienen besäeten Mantel, hervorgehend aus einer hermelingestülpten 
blauen (einem kurfürstlichen Hute ähnlicher) Ehren mutze (bonnet d'bonneur); dazu noch ein blaues 
mit goldenen Bienen besätes Schildhaupt Herzoge (Tafel XXXV. Fig. 85.), Mütze wie die vorige, 
aber mit Aufschlag von Hermelin, mit derselben Begleitung von sechs Zipfeln, mit blau und weissem 
Feh gefütterter Wappenmantel und rothes mit silbernen Sternen besätes Schildhaupt. Grafen- 
Senatoren (comtes senateurs) (Tafel XXXV. Fig. 86.), schwarze Sammtkappe mit Aufschlag von 
Hermelin, goldenem und silbernem Federhalter und fünf Federn, nebst vier der obigen Zipfel, 
die obern golden, die unteren silbern; grosse rechte blaue Vierung, worin ein goldener Hand- 
Spiegel, in dem sich eine um die Handhabe gewundene silberne Schlange spiegelt. Ghrafen-Erzbischöfe 
(comtes arche'veques) (Tafel XXXV. Fig. 87.), schwarze Sammtkappe mit Aufschlag von GegenhermeKn 
mit golden- und silbernem Federhalter und fünf Federn, nebst vier der obigen Zipfel , die beiden obern 
gottta, die beiden untern silbern; darüber rothen breitrandigen Hut, mit gleichen seidenen Schnüren, 
die verschlangen an jeder Seite des Schildes in zwei und von diesen in drei Quasten ausgehen; grosse 
rechte blaue Vierung, worin ein gemeines (anstessendes) breitendiges goldenes Kreuz. Kriegs-Grafen 
(comtes mttitairee) (Tafel XXXV. Fig. 89.), Mütze mit dem was darum und daran ist, wie die beiden 
vorhergehenden ; grosse rechte blaue Vierung, darin ein silbernes Schwert mit goldenem Griffe. Kriegs- 
Bmrone (barons-miütaires) (Tafel XXXV. Fig 90.), schwarze Sammtmütze mit Aufschlage von Gegenfeh, 
silbernem Federhalter und drei Federn, nebst zwei der obigen Zipfel von Silber, mit grosser linker rother 
Vierung, darin ein silbernes Schwert. Baron-Bischöfe (barons-öv^ques) (Tafel XXXV. Fig. 88.), Mütze 
ganz wie die Kriegsbarone nebst den zwei Zipfeln, über der Mütze ein grüner breitrandiger Hut mit 
gietobeo seidenen Schnüren, die verschlungen an jeder Seite des Schildes in vier Quasten ausgehen; grosse 
linke rotte Vierung, darin ein abgeledigtes gemeines goldenes Kreuz. Bitter (chevaliers), schwarze 
Satmutmütoe mit grftaem Aufschlage, weissem (silbernem) Federbusche; im Schilde rother Pfal, belegt 
mit dem Sterne der Ehrenlegion (Tafel XXXV. Fig. 91.), cfr. auch S. 18, 21, 29—31. Tafel III., Fig. 
26. 9?. 98; Tafel V., Fig. »— W. 

*) "Wir haben dieses heraldische Unding überall besser fortgelassen. 

B. 45 



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- 17* - 
Italien. 

Die Königskrone von Italien ist eine moderne königliche Krone ohne Futter, auf dem Reichsapfel 
ein Lazarus- (Kleeblatt-) Kreuz (Tafel XXXIV. Fig. 39.). 

Die Fürstenkrone eine Laubkrone mit 5 sichtbaren Blättern und einer darüberragenden rothen 
8ammtmfltze, darauf ein Knopf, besetzt mit aufrechtstehendem Büschchen (Tafel XXXV. Fig. 12.) 

Die Herzogskrone ist gleich der französischen und 

Die Krone des Marchese gleich der französischen Marquiskrone, kommt aber auch so vor, dass 
zwischen je 2 Blätterzinken je zwei oder drei gleich hohe Perlenzinken erscheinen. 

Die Grafenkrone ist wie die deutsche, nur dass sie kurze, giebelförmige Zinken hat. 

Die Krone der Visconte (Tafel XXXV. Fig. 80.) trägt drei grosse Perlen am Kronenreifen, mit 
je einer kleineren dazwischen. 

Die Freiherren- oder Barons- Krone ist gleich der französischen, jedoch die Perlenschnur 
acbräg-links (Tafel XXXV, Fig. 43.). 

Die Krone der Erbritter, ein Adel der nur in Italien vorkommt, besteht aus einem Reifen mit 
B auf demselben sichtbaren Perlen. 

Die Krone der Edelleute ist gleich der Visconte-Krone, doch sind alle fünf Perlen gleich gross. 

Die Patricierkrone. Die Patricier waren ein eigener, seiner Zeit sehr einflussreicher, mit vielen 
Vorrechten ausgestatteter bürgerlicher Stand. Auch in deutschen Städten bildete sich ein solcher, je- 
doch kam er nur in Italien zu einer Bedeutung, die aber allmählich verloren ging. Die Patricier führten 
ihre eigenen Wappen und soll sich dies bis auf unsere Zeit erhalten haben. Diese Krone, mit welcher 
die Patricierwappen gekrönt zu werden pflegen, d. h. eine Helmkrone, welche durch den allgemeinen 
Gebrauch zur Krönung von Wappen sich eingebürgert hat, besteht aus einem Reifen mit drei spaten- 
förmigen Blättern, zwischen denen je eine Perlenzinke. 

England. 

Die königliche Krone (Tafel XXXIV. Fig. 14.), auch englische Staatskrone , wurde im Auftrage 
Ihrer Majestät der Königin Victoria bei Herrn Rundell in Brigde im Jahre 1838 angefertigt und 
hierzu auch aus anderen Kronen genommene Juwelen verwendet. Das Stirnband ist vorn mit einem 
grossen Saphir, im Uebrigen aber mit Steinen, Diamanten und Email reich verziert und oben wie unten 
mit je einer Perlenreihe bekränzt. Auf dem Stirnband rund herum sind 8 Sapbier, jeder oben mit einem 
Diamanten, in gleichen Entfernungen mit Gehängen dazwischen, angebracht. An der Vorderseite in der 
Mitte über dem Stirnband erhebt sich ein vollständig mit Diamanten gefasstes Malteserkreuz , inmitten 
ein grosser Rubin. Drei andere ebenfalls mit Diamanten gefasste und mitten mit Email versehene 
Malteserkreuze bilden den Rücken und die beiden Seiten der Krone und zwischen diesen Kreuzen er- 
heben sich aus Steinen und Rosendiamanten zusammengesetzte lilienartige Ornamente. Von den Malteser 
kreuzen steigen 4 Kopfbogen nach aufwärts und vereinigen sich oben in der Mitte der Krone. Diese 
Kopfbogen sind durch Zusammensetzung von Eichen blättern und Eicheln gebildet, erstere aus Diamanten, 
letztere aus Perlen. Auf dem Vereinigungspunkte der Kopfbogen ruht der vollständig mit Diamanten 
besetzte Reichsapfel mit dem ebenfalls diamantnen Kreuze, welches durch 4 grössere Brillanten und 
mitten einem grossen Saphir ausgezeichnet wird. Die Krone ist mit einer rothen faltenreichen Sammt- 
kappe gefüttert, deren Hermelinbesatz unter der Krone hervorsteht. 

Die Krone des Prinzen von Wales (Kronprinzen) (Tafel XXXIV. Fig. 14.) ist in dem unteren 
Theil im Wesentlichen der königlichen Krone gleich und wird im oberen Theil bloss von einem Bogen, 
am rechten und linken Kreuze befestigt, überwölbt, welcher in der Mitte eine Einsenkung hat, worin 
der Reichsapfel mit dem Kreuze ruht. 

Alle nachfolgenden englischen Kronen sind ganz ohne Bügel, haben eine vorstehende Faltenmfltee 
oben mit einer Bequastung und unten am Kronenreifen den vorstehenden Hermelinbeeatz. Es aind dies 



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- 17» - 

Kennzeichen, welche nur den englischen Kronen eigentümlich sind, wir wiederholen dieselben daher 
nicht weiter. 

Die Krone der Prinzen, d. h. der übrigen königlichen Kinder, resp. der Brüder des Kronprinzen, 
{Tafel XXXV. Fig. 16.) hat über dem Kronreifen die Kreuze und Lilien wie die königliche Krone. 

Die Ptinzessinnenkrone zeigt über dem Kronenreifen vorn das Kreuz, beiderseits die Lilien, doch 
statt der rechts und links sich wiederholenden Kreuze nur Blätter. % 

Die Krone der königlichen Neffen (Tafel XXXV. Fig. 17.) hat wieder die 8 sichtbaren Kreuze, 
doch an der Stelle der Lilien Blätter. 

Die Herzogskrone (Tafel XXXV. Fig. 3.) ist eine Blätterkrone mit 5 sichtbaren Blättern ohne 
Zwischenzinken. 

Die Marquiskrone mit 8 sichtbaren Blättern, dazwischen 2 Zinken mit Perlen (Tafel XXXV. 
Fig. 18.). 

Die Krone der Grafen oder Earls (Tafel XXXV. Fig. 20.) hat 5 hohe Zinken sichtbar, oben 
je mit Perle und zwischen den Zinken 4 kleine Blätter. 

Die Krone der Viscounts mit 7 direkt auf dem Kronenreif sitzenden Perlen (Tafel XXXV. 
Fig. 26.). 

Die Freiherren- oder Barons-Krone hat nur 4 grosse, direkt auf dem Reifen sitzende Perlen 
(Tafel XXXV. Fig. 32.). 

Schweden und Morwegen« 

Die Königskronen sind für beide Staaten moderne, gefütterte, königliche Kronen. 

Die Kronprinzen- und Prinzenkrone ist eine mit 7 hohen mit Perlen geschmückten Zinken be- 
setzte, innen mit einer Kappe versehene Krone, welche vorne in der Mitte am Stirnreifen zwischen 
2 Zinken, das Wappenbild der Wasa eine aufrechtstehende lilienartige Figur trägt. 

Die Prinzessinnenkrone hat 8 solche Zinken, davon 5 sichtbar and zwischen jeder die betr. Figur» 
Im Uebrigen ist sie der vorbeschriebenen gleich. 

Die alte Grrafenkrone, eine Blätterkrone wie in Deutschland, aber ohne Perlen auf den Zwischen- 
rinken (Tafel XXXV. Fig. 21.). 

Die Grafenkrone hat in der Rundung direkt am Kronenreifen 16 Perlen und auf diesen 4 Perlen 
00 vertheilt, dass eine auf die beiden vordersten Perlen pyramidal zu liegen kommt, desgleichen eine 
rückwärts und je eine links und rechts. 

Die FYeiherrenkrone, welche nur 11 Perlen am Kronenreifen hat, ist im Uebrigen mit der Grafen- 
krone gleich. (Tafel XXXV. Fig. 44.). 

Die Helmkrone (der Freiherren) hat lediglich einen Reif mit 6 Perlen (Tafel XXXV. Fig. 46.). 

Die Adelskrone ist insofern derjenigen von Deutschland gleich, als sie wie diese 3 Blätter sicht- 
bar mit dazwischenstehenden Zinken hat, auf welchen jedoch nicht wie bei der deutschen Adelskrone 
blos eine, sondern 3 Perlen in der Weise angebracht sind, dass immer 2 und darüber auf denselben 
eine erscheinen. 

Dänemark, 

Die Königskrone ist eine gefütterte moderne Bügelkrone. 

Die Fürsten- (Herzogs-)Krone ist ein Reif mit 5 Blatten, Mütze, 8 Bügeln und Reichsapfel. 

Die Marquiskrone (Tafel XXXV. Fig. 17.) ist ein Reif mit 8 Blätterzinken, dazwischen je 2 
Zinken, auf denen je 1. 2. Perlen pyramidal aufeinander stehen. 

Die Grafenkrone hat 3 Blätterzinken, dazwischen zwei Perlenzinken ; je 2 Zinken verschlingen sich 
unten in* Form eines x (Tafel XXXV. Fig. 25.). 

Die Freiherrenkrone hat auf dem Reif 7 oben ar-förmige Zinken, auf deren jedem eine ovale Perle 
xnht (Tafel XXXV. Fig. 45.). 

Die Adelskrone ist die Helmkrone wie in Deutschland. 



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- 1&* - 

Belgien ittid ATledertfetade. 

Ffir Belgien und die Niederlande eine Norm bezüglich der Rangklassen festzustellen, ist darum 
schwer, weil dort das Durcheinander von deutschen , französischen und englischen Kronen eine Seitab* 
etändigkeit kaum aufkommen läset, und die vorkommenden Kronen bald mehr, bald weniger einen dam- 
entsprechenden Charakter an sich tragen. 

Die Königskrone ist für beide Staaten, wenigstens in den neuesten Wappen nach Dr* 0. T. 
v. Hefner, gleich, nämlich eine moderne ungefütterte Königskrone. Bei den Niederlanden findet man faet 
nur diese, doch wird bei Belgien dieselbe sehr oft auch gefüttert angewendet. 

Die Prinzen beider Länder führen die königliche Krone. 

Die Fürstenkrone, sowohl für Belgien als die Niederlande, besteht aus einer 5bl&ttrigeu offenen 
Krone mit überragender Purpurmütze und entweder oben einer Quaste Tafel XXXV. Fig. 12. oder wie 
dies aus einem Siegel des Fürsten Chimay, Biquet Grafen von Caraman zu sehen ist, deni Reichsapfel 
mit dem Kreuze. 

Die Herzogskrone für beide Staaten (Tafel XXXV. Fig. 4.) ist von der eben beschriebenen nur 
dadurch verschieden, dass sie bloss 3 Blätter, dazwischen 2 Zinken mit Perlen hat. Gewöhnlich aber 
und iü neuerer Zeit führen 

die Fürsten und Herzöge eine Krone oder Hut mit 3 Spangen und Hermeünstulp wie in 
Deutschland. 

Die Marquiskrone der Niederlande (Tafel XXXV. Fig. 14.) hat genau den Beifen wie die 
Fürstenkrone, jedoch keine Mütze. In Belgien wird sowohl diese, als die französische Marquiskrone 
angewendet. 

Die Grafenkrone, officiell als belgisch-niederländische, wird in beiden Staaten geführt. Sie bat 
in der Bunde 16, unmittelbar auf dem Kronenreifen ruhende Perlen und vorn wie rückwärts, recht* 
und link 8 befindet sich immer auf 2 Perlen eine dritte. Eine andere Grafenkrone, welche in den Nieder- 
landen gar nicht, in Belgien auch selten angewendet wird, ist ein steifes Barett mit sanft gewölbtem 
Boden aus Goldstoff, ringsherum durch Borten in länglich ovale Schildchen aus rothem Sammt getheilt, 
welche mit Steinen oben oder mit 7 Perlen geziert sind und auf einem schmalen Goldreifen aufsitzen, 
(cfr. die Baronskrone). 

Die Freiherrenkrone ist dieselbe wie in Deutschland mit 7 Perlen, welche entweder auf dem 
Reifen direkt oder auf Zinken angebracht sind, und ist in Belgien wie in den Niederlanden offietoL 

Eine andere Freiherren- oder Baronskrone ist wie die oben beschriebene Grafen krotie barettähnlich- 
Sie besteht aus einem Goldreifen, darüber mit einer rothen Sammthaube^ welche durch Perlenschnur* 
zusammengezogen scheint, ist mit Steinen und oben mit 5 Perlen geziert. Diese Baronskroöe oder besser 
Mütze kommt in Belgien nicht selten vor (Tafel XXXV. Fig. 33.). 

Die Krone der Ritter und Edelleute in beiden Staaten ist die in Deutschland übliche 5-perlig* 
Krone, welche nach französischer Art auch mitunter von einer Perlenschnur umwunden wird. 

Die Adelskrone ist dieselbe wie in Deutschland und anderen Ländern. 

Die Vicomt- oder Burggrafen, deren Krone, wie unsere Abbildung zeigt, 3 Perlen und 2 Blätter 
hat und auf vielen Wappen gesehen wird, ist eigentlich bloss eine verschobene Adelskrone und wird 
kaum mehr verwendet, dafür aber ein einfacher mit Steinen gezierter Reifen ohne Perlen und Blätter. 

Ktussland. 

Die Krone des Kaisers, Zaren von Russland (Tafel XXXIV. Fig. 27.), besteht in ihren wesent- 
lichen Bestandteilen aus dem Kronenreifen, darauf eine mitten getbeilte Kronkappe und einem ^Wischen 
diesen im Bogen von vorne nach rückwärts laufenden Kronenbügol , auf welchem ein Sehr grosser in 
Diamanten gefasster Rubin mit einem Kreuze angebracht ist. Vorn, unten am Kronenbügel, ist ein 
Bund von Palm- und Lorbeerzweigen aus Brillanten, nach rechts und links aufstrebend und mit ibrWi 
Blättern sich an die Kronkappe anschmiegend. Die Krone , aus Feingold , hat ihnen eine rothe Sammt» 



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— 181 - 

fcaube und ist, ausser 2 Reihen Perlen auf jeder Seite der Kronkappe, dicht mit Diamanten besetzt, vor 
welchen einige eine sehr bedeutende Grösse haben; die abfliegenden Stolabänder sind blau mit goldener 
Einfassung. Sie wurde zur Zeit der Kaiserin Katharina II. gefertigt und zum erstenmale der Sohn der- 
selben Kaiser Paul L, 1796 damit gekrönt. 

Die Krone der Kaiserin, in der Form derjenigen des Kaisers gleich, hat einen diademartigen 
Kronenreifen, vorn mit einem Sterne. Auch diese Krone hat innen eine Haube, ist aus Feingold und 
ausschliesslich nur mit Diamanten dicht besetzt. 

Ausser der russischen Kaiserkrone, mit welcher das neue russische Reichswappen gekrönt erscheint, 
haben noch 9 dieses Wappen umgebende Schilde der Provinzen folgende Bekrönungen: 1) Die Krone 
(Mütze) von Kasan. 2) die Krone des Zaren Michel Feodorowitsch oder Mütze von Astrachan. 3) Die 
der Kaiserin Anna, tür Polen. 4) Die Krone oder Mütze von Taurien (Monomaqae), (Tafel XXXIV. Fig. 30.) 
4) Die Krone oder Mütze von Sibirien (ib. Fig. 31.). 6) Die Krone von Grusinien. 7) Die nach der 
Mütze von Monomaque zur Salbung des Zaren Peter des Grossen ausgeführte Krone für Kiew, Wladimir 
und Nowgorod (Tafel XXXIV. Fig. 28.). 8) Die Krone von Finnland. 9) Die Krone dos Hauses Romanow 
(nämlich des gegenwärtigen Regentenhauses), über dem Stammwappen des Zaren, welche alle in der Ab« 
theilung des Werkes „ Ausser deutsche Staatenwappen Snpplementband" zu sehen sind, endlich die Krone 
des Zaren Iwan Alexejewitsch (Tafel XXXIV. Fig. 29.). 

Die Krone der Fürsten, mit Prädikat Durchlaucht, hat einen Kronenreifen mit 3 Blättern, da- 
zwischen 2 Zinken mit Perlen (wie Tafel XXXV. Fig. 4.), darüber eine Purpurmütze mit 3 Spangen 
und Reichsapfel mit Kreuz. 

Die Krone der Erlauchten Fürsten ist gleich der ersteren, jedoch statt Kronenreif und Blättern 
eine breite Hermelin Verbrämung und der von vorn nach hinten gehende Bügel als Kronreif hinweggehend 
über einem zweiten die Mütze zusammenfassenden Bügel gedacht (Tafel XXXV. Fig. 10.). 

Die Grafen kröne ist eine 9perlige, hat aber immer eine höhere und eine niedere Zacke (ib. Fig. 24.). 

Die Freiherrenkrone eine 7perlige Krone wie in Deutschland und zwar für christliche Freiherren 
(Tafel XXXV. Fig. 40.) wogegen die jüdischen Freiherren einen mit Perlenschnur 5 mal umwundenen, oben 
mit 7 Perlen besetzten Reif führen. Ebenso, ohne Perlen war die ältere Russische Baronenkrone 
<ib. Fig. 42.). 

Der niedere Adel Busslands bedient sich ebenfalls der in Deutsehland üblichen Bekrönungen, 
nämlich der öperligen und der Adels- oder Helmkrone (Tafel XXXV. Fig. 50.). 

Spanien und Portugal. 

Die Königskrone von Spanien ist eine moderne gefütterte Königskrone. 

Die Königskrone von Portugal hat kein Futter. 

Die Fürstenkrone. Da es in Spanien und Portugal selbst keine Fürsten giebr, sondern dieselben 
immer aus anderen Ländern stammen, zumeist italienische und deutsche Fürsten, werden auch diese 
Kronen den betreffenden Ländern- entsprechend, bald deutsche, bald italienische oder andere sein, wie 
dieselben auf den Abbildungen Tafel XXXV. gegeben sind. Wenn nun auch diese Kronen dort geführt 
werden, so gehören sie doch nicht dem spanischen oder portugiesischen Adel an. 

Die Herzogskrone für beide Staaten ist eine 5 blättrige Krone mit Zwischenzinken und Perlen« 

Die alte Herzogskrone in Spanien, nach einem Siegel „Francisco Gaetano, Herzog von Sermoneta> 
Grand von Spanien" ist bloss über älteren Wappen zu finden. 

Die Marquiskrone, ebenfalls eine 5blättrige Krone, hat nur kurze Zinken ohne Perlen. 

Die Grafenkrone (Conde) ist die gewöhnliche mit 9 Perlen und in beiden Staaten officiell; eine 
andere Art, dieselbe Krone mit einer Mütze, kommt auch in Spanien, aber sehr selten, vor. 

Die Freiherren- oder Baronskrone für Spanien ist gegenwärtig die gewöhnliche 7perlige Krone. 
Dieselbe Krone, jedoch ohne Perlen auf den Zinken dafür aber mit einer Perlenschnur umwunden, findet 
B. 40 



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- 182 - 

sich auf vielen frei herrlichen Wappen. In Portugal ist die Freiherrenkrone nach französischer Art ei» 
Beilen mit einer Perlenschnur umwunden, der jedoch vier Perlen trägt. 

Alle Granden von Spanien haben noch eine rothe Mütze in der Krone. 

Die Krone des Viconde in Portugal hat wie in Frankreich (Vicomte) auf 3 hoben Zinkes grosse 
Perlen und zwischen diesen 2 kurze Zinken, jedoch ohne Perlen. 

Die Kronen der Ritter sind sehr reieh ausgestattete AdelskroDen, die in Spanien wie i» Portugal 
.auf adligen Wappen mit grosser Vorliebe gebraucht werden. 

CSeistliclikcit. 

Die päpstliche Krone (Tiara auch Triregnum, Stäche Krone genannt) ist eine hohe weisse Mütze 
mit 3 Kronen übereinander, oben den Reichsapfel mit dem Kreuze (Tafel XXXV. Fig. 53. J. 

Hinter dem Schilde, oder auch über demselben hinter der Krone sind beim päpstlichen Wappen 
immer 2 gekreuzte Schlüssel angebracht, wovon einer von Gold, der Bindeschlüssel, und der andere von 
Silber, der Löseschlüssel genannt werden, (Tafel XXXV. 68.). Die Tiara soll aus der Mitra, einer kegel- 
förmigen Mütze der Päpste, dadurch entstanden sein, dass zuerst Alezander III. im 12. Jahrhundert seine 
Mitra mit einer Krone schmückte, bis Bonifacius VIII. im 13 Jahrhundert eine zweite und Clemens V., 
Anfangs des 14. Jahrhunderts auch die dritte Krone hinzugab. Der Reichsapfel mit dem Kreuze kam 
noch später, erst im 16. Jahrhundert zur Krone. Ueber die Bedeutung der 3 Kronen sind die Ansichten 
sehr verschieden. Einige beziehen die drei Kronen auf die damals bekannten 3 Welttheile , andere auf 
die leidende, streitende und triumphirende Kirche und auf die Macht des Papstes im Himmel, auf 
Erden und in der Hölle, während die Krönungsformel die Worte enthält, dass die dreifache Krone das 
Zeichen dessen sei, durch welches der Gekrönte, der Vater der Fürsten und Könige, Statthalter über die 
Städte und Stellvertreter Christi ist. 

Die bildliche Anwendung der Schlüssel, besonders auf den Bullen der Päpste, als Sjmbol der 
ihnen von Gott verliehenen Gewalt, steht in innigem Zusammenhange mit der Entwicklungsgeschichte 
der Heraldik, denn schon im 18. Jahrhundert findet man diese gekreuzten Schlüssel. Damals noch ohne 
Schild, wurde bald auch dieser angewendet und die Schlüsßel in denselben gestellt, gekrönt von der 
Tiara, bis endlich die Familien wappen der Päpste in den Schild gesetzt wurden und die Schlüssel da- 
hinter, ein Beweis, dass die päpstlichen Wappen und Attribute zu den ältesten heraldischen Erscheinungen 
gehören. Ausser den Schlüsseln wird auch beim päpstlichen Wappen ein dreiarmiges Kreuz (Pontificalkreu) 
angewendet. So führt Innocenz XII. im 17. Jahrhundert nebst den Schlüsseln noch zu beiden Seiten von 
Engeln gehaltene Pontificalkreuze *) und Pius VI im 18. Jahrhundert, ohne Schlüssel rechts ein solches 
Kreuz und links einen Palmenzweig. 

Die Bezeichnung der übrigen geistlichen Würden geschieht durch geistliche Hüte , die Bischofs« 
mutzen und die Attribute. Die geistlichen Hüte sind breitkrämpig , mit bequasteten, willkürlich ver- 
schlungenen Schnüren. Der Rangunterschied wird durch die Anzahl der Quasten gekennzeichnet und 
zwar hat 

Der Cardinalshut, der seiner Farbe naoh immer roth sein muss, auf beiden Seiten je 15 Quasten, 
während (Tafel XXXV. Fig. 69.) 

Der Erzbischöfliche Hut von grüner Farbe zu jeder Seite 10 Quasten, (Tafel XXXV. Fig. 87.). 

Der Bischöfliche Hut, ebenfalls grün y 6 Quasten (Tafel XXXV. Fig. 70.) 

Der Abtshut ebenso von schwarzer Farbe, mit 6 Quasten (Tafel XXXV. Fig. 71.) und der 

Protonotariatshut,**) ebenfalls von schwarzer Farbe, jedoch mit nur 3 Quasten auf jeder Seite 
(Tafel XXXV. Fig. 72.). 



*) Pontifei mazimns der lat. Titel des Papstes und Bein priesterliches Ornat, seine Amtskleidung die 
Pontificalien, daher Pontificalkreuz ein päpstliches Amts- oder Würdezeichen. 

**) Protonotare heissen die päpstlichen Secretäre, wovon im Kirchenstaat 12 Protonotare ein Collegiom, das 
Protonotariat, bilden und alle kirchlichen Angelegenheiten zu besorgen haben. 



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- las - 

Ausser diesen Hüten werden auch die sogenannten Bischofsmützen (Tafel XXXV. Fig. ö4. 
JW.) fcr 

Erzbischöfe, Bischöfe and Aebte verwendet. Ein Unterscheidungsmerkmal, durch welches die 
XSnbiachöfe von den Bischöfen und die Aebte wieder von diesen zu erkennen wären , liegt absolut nicht 
in diesen Bischofsmützen and haben dieselben nur die Aufgabe, den infulirten*) Priesterstand anzu- 
zeigen (Tafel XXXV. Fig. 73.). 

Siebmacher {Weigel'sche Ausg. II. Theil) macht zwar zwischen den Infuln der Erzbischöfe und 
Bischöfe einen Unterschied und schreibt, dass die Erzbischöfe das Kreuz auf den geschlossenen Bischofs- 
mützen führen, während die Bischöfe oben offene Infuln haben; allein dieser Unterschied, wenn er auch 
vielleicht damals von Einigen gemacht worden ist, existirt heute in der Heraldik nicht. 

Dass die äusserliche Ausschmückung der Inful bei den Erzbischöfen eine reichere, als bei den 
Bischöfen und Aebten ist, oder wenigstens gewöhnlich so dargestellt wird, liegt in der Natur der Sache, 
kann aber nie als kennzeichnendes Merkmal für den Würdegrad gelten. 

Bezüglich der Attribute der Geistlichkeit, welche für alle Bekrönungen, Hüte und Bischofsmützen 
angewendet werden können, gilt Folgendes: Erzbischöfe, Bischöfe und Aebte, welche zugleich Landes- 
forsten sind, führen Schwert, Krummstab (Pastorale) gekreuzt hinter dem Schild (das Schwert gewöhn- 
lich heraldisch rechts) (Tafel XXXV. Fig. 73.), während Erzbischöfe, Bischöfe und Aebte ohne landes- 
fürstliche Hoheit den Krummstab allein führen (Tafel XXXV. Fig. 74. 88.). Auch die Anwendung von 
einlachen und doppelten Patriarchenkreuzen, aufrecht hinter dem Schilde, oder mit dem Krummstab ge- 
kreuzt, kommt nicht selten vor, wie aus der Abtheilung „Bisthümer und Klöster dieses Werkes sattsam 
zu ersehen ist. 

Aebtissinnen führen einen mit flatternder Binde hinter dem Schild aufrecht gestellten Krummstab 
(Tafel XXXV. Fig. 74.). 

Priore, Priorinnen und Prälaten, überhaupt der niedere Clerus, haben aufrecht hinter dem 
Schilde einen Pilgerstab und um den Schild einen grosskugeligen Paternoster; seltener ist, dass sie den 
Paternoster allein um den Schild, oder den Pilgerstab allein führen (Tafel XXXV. Fig. 75. 76). 

Diverse. 

Die Kaiserkrone von Brasilien (nunmehr durch die neuesten Ereignisse auch illusorisch geworden) 
trägt auf dem Kronenreifen 5 lihenartige Blätter, dazwischen Zinken mit Perlen ; aus den Blättern erheben 
sich 5 perlengezierte Kronenbügel, welche im Verlaufe nach oben sehr schmal werden und die Krone 
aussergewöhnlich hoch und kuppelartig abschliessen. Sie ist innen mit einer Faltenmütze, welche bis 
oben hinaufreicht, versehen und trägt einen Reichsapfel mit Kreuz. 

Die Krone des unglücklichen Kaisers Max I. von Mexiko (Tafel XXXIV. Fig. 26 ) war ähnlich 
wie die Napoleonische , hatte jedoch nur 3 Adler, dazwischen zwei Bügel , oben eine Ananas mit 
halber Lilie. 

Türkei. Obwohl die Türkei kein eigentliches Wappen hat, sondern bloss ein Siegel, den Namens- 
zug des Sultans in orientalischer Schrift (das Toughra genannt), so wird doch dieses Toughra in einen 
Schild gesetzt, welcher mit einer Löwenhaut in Form eines Wappenmantels umgeben ist und oben von 
einem weiss und grünen Turban bekrönt, der mit einem Reiherbusch und einer Perlenschnur geschmückt 
erscheint (Tafel XXXV. Fig. 57.). Hinter dem Wappenmantel werden zwei türkische Standarten mit 
roth und weiss getheiiten Rossschweifen und silbernem Halbmond an der Spitze, gekreuzt dargestellt. 
Dasselbe gilt auch für die Beys von Tunis, Tripolis, Marocco etc., bei welchen jedoch der Turban keine 
Perlenschnur hat. 

Dahingegen führt der Khedive eine moderne Königskrone, die jedoch nur 5.Blätter hat; oben statt 
des Reichsapfels ein von fünfstrahligem Mond überhöhter steigender Mond (Tafel XXX. Fig. 34.). 



•) Infuliren kommt von Inful, d. i. der Name der Bischofsmütze und die Infulirnng ist die vom Papste an 
Geistliche niederen Rangs ertheüte Erlaabniss zum Tragen derselben. 



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- 184 - 

Persien, gleichfalls ohne eigentliches Wappen, wird dargestellt mit Löwenhaut und Standarten 
wie die Türkei und. hat als Bekrönung die bei Tafel XXXV. Fig. 58. 59. abgebildete turbanartige 
Krone. 

China, Cochin-China , Birma, Siam und Japan haben keine Wappen, doch bringt man ihre 
symbolischen Zeichen und Siegel in Wappenschilde und krönt diese mit einer Zackenkrone. 

Der König von Hawaii führt eine der Englischen nachgebildete Krone, jedoch ohne Hermelinreif, 
mit 5 Bügeln und zwischen je zwei Zinken mit Kreuzen, je zwei mit einer Ananas besetzte Zinken 
(Tafel XXXV. Fig. 35.). 

Die Dogenmütze, auch venetianiscbe Herzogskrone (corno ducaie) (Tafel XXXV. Fig. 56.) war, 
wie schon oben erwähnt, eine Fischermütze, die mit einem Kronenreifen, oder wie die Abbildung zeigt, 
mit einem reich gezierten Stirnbande und einem schrägumwundenen Band, sowie mit Stickerei and 
Edelsteinen ausgeschmückt wurde. Diese Dogenmütze wird heute noch über den Wappen der Manin, 
Vendrami, Sagredo, Giustiniani u. a. Familien der Dogengeschlechter geführt. 

Die ehemalige florentinische Herzogskrone (Tafel XXXI V. Fig. 36.) war eine Krone mit 6 Zacken, 
in deren Mitte eine ornamentirte Lilie. 

Die Krone der Bepublik San Marino (sie!) ist ein Kronenreif mit 9 Zinken, 3 siebtbaren, oben 
mit Reichsapfel mit Kleeblattkreuz versehenen Bügeln und einer halben Purpurmütze. (Tafel XXXV. 
Fig. 38.). 

Mauerkronen für Städtewappen etc.; hier herrscht in Deutschland noch eine ungemeine Ver- 
wirrung; jede Stadt führt Mauerkronen ad libitum, wogegen in Frankreich dieselben in eine Art System 
gebracht sind, welches, je nach Grösse und Bedeutung der Stadt, die Form und Farbe wechselt. Dieses 
System haben wir in folgender Form verbessern zu sollen geglaubt, welches wir zur gefälligen Prüfung 
und ev. allgemeinen Annahme vorschlagen: 

1) für Residenzstädte: ganz goldener Reif, in der Mitte mit Mauerzinnen, oben darauf 5 
Thürme mit je 4 Zinnen, 2 Fenstern und je einem Thor, die Thürme durch kurze zweizinnige Mauern 
getrennt (Tafel XXXV. Fig. 60.); 

2) für Provinzialhauptstädte : ganz goldener Reif, in der Mitte mit Mauerzinnen und 2 Durch- 
lässen, oben eine mit vier dreizinnigen Thürmen je mit Durchlass und einem Fenster besetzte Zinnen- 
mauer (Tafel XXXV. Fig. 61.); 

3) für Städte über 100000 Einwohner: Reif mit Mauerstrichen und einem Durchlass; oben 5 
durch Zinnenmauer verbundene Zinnenthürme , je mit Durchlass und 2 Zinnen — alles silbern (Tafel 
XXXV. Fig. 62.); 

4) für Städte über 50000 Einwohner: Reif mit Mauerstrichen und einem Durchlass, oben 
eine mit 4 dreizinnigen Thürmen besetzte Zinnenmauer — alles silbern (Tafel XXXV. Fig. 63.); 

5) für Städte unter 50000 Einwohner: durchweg gemauerter Reif, oben eine Mauer mit 5 
Zinnen und einem Durchlass — silbern (Tafel XXXV. Fig. 64.); 

6) Jür Flecken und Dörfer: durchweg gemauerter Reif, oben eine Mauer mit 3 Zinnen — rofh 
(Tafel XXXV. Fig. 65.). 

Die Napoleonische Heraldik bestimmte für „bonnes villes" oder Städte L Ordnung 1) ein 
rolhes Schildhaupt, darin 3 steigende, goldene Bienen, 2) um den Schild, auf dem ein Merkursstab 
liegt, ein von rothen Bändern mit abfliegenden Enden umflochtener goldener Kranz, rechts Oel-, links 
Eichzweige, 3) auf dem Schilde eine hohe goldene Mauer, darauf eine siebenzinnige dgl. Mauerkröne, 
aus der der Napoleonische Adler wächst (Tafel XXXV. Fig. 92.). 

Die Städte IL Ordnung führen 1) ein rechtes blaues Obereck, darin ein goldenes N, von fünf- 
strahligem goldenem Stern überhöht ; die hohe den Schild deckende silberne Mauerkrone hat fünf Zinnen, 
Merkurstab und Kranz wie oben, letzterer aber hier silbern mit blauen Bändern (Tafel XXXV. Fig. 93.), 

Die Städte III. Ordnung haben das Obereck links, roth und N und Stern silbern. Auf dem ßchilde 
ein mit goldenen Aehren gefüllter goldener Korb, daranhängend rechts ein grüner Kranz von Oel-, links 
von Eich-Zweigen mit rothen abfliegenden Bändern (Tafel XXXV. Fig. 94.). 



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- 185 - 

Die Schiffs- und Paüisadenr (oder Lager-) Kronen (Tafel XXXV. Fig. 66. 67.) haben gar 
keinen heraldischen Werth nnd werden von Heraldikern verworfen. Doch zum Grossen und Ganzen ge- 
hörig und mitunter auch verlangt, erwähnen wir, dass die Schiffskrone ans Schiffsschnäbeln, auch Segeln 
oder beiden zugleich , für jene , welche zur See sich hervorthaten nnd die Pallisadenkrone für solche, 
welche sich bei Belagerungen auszeichneten, bestimmt war. 



X. Die Ehrenstücke (Schildhalter, Wappensprüche, Ordens- 
zeichen u. dgl.). 



Schildhalter und Wappensprüche verdankten in der alten Heraldik oder besser Sphragistik ihren 
Ursprung der blossen Laune eines Wappenherrn oder Wappenkünstlers und wurden nach Belieben ge- 
führt oder weggelassen, auch heutzutage ist es jedem Wappenführenden zweifellos gestattet, sich diese 
beiden Stücke nach eigenem Gutdünken zu wählen, natürlich unbeschadet der Rechte Dritter. In praxi 
werden Scbildhalter von amtlicher Seite jetzt gewöhnlich nur dem titulirten Adel bewilligt. 

Will ein Edelmann sich Schildhalter wählen, so möge er passende acht heraldische Figuren, wie 
Löwen, Bären, Greifen, Einhörner, Hunde, Hirsche oder auch gut stilisirte Menschen sieb beilegen ; unter 
den Thieren sind Vögel, vermöge ihrer kurzen Beine als Schildhalter wenig geeignet. 

Wir haben auf Tafel XXXVI. eine Uebersicht der häufigst vorkommenden Schildhalter gegeben* 

Richtig wird es immer sein, dieselben auf eine Arabeske (Fig. 6. 12« 13. 17.) oder auf ein 
Postament (Fig. 7. 8. 9. 10. 14. 19. 22.) zu stellen, anstatt sie wie in Fig. 2. 3. 20. 21. 23. in der 
Luft schweben zu lassen oder nur auf ein Devisenband (Fig. 4.) zu stellen. Weniger gut, wenn auch 
oft angewandt, wird der grüne Boden, ein schwebendes Basenstück (Fig. 1. 5. 11. 15. 16. 18.). 

Vom Postament ist zu melden, ob es aus Marmor, Holz oder Bronze besteht und in welchem 
Styl es gearbeitet ist (Fig. 9. 10. z. B. Barockstyl). 

Oft werden den Schildhaltern vorzugsweise Löwen, Greifen oder Menschen die äusseren von 
mehreren Helmen über die Köpfe gestülpt; es ist dann natürlich das Gesicht derselben durch das Visir 
sichtbar (Fig. 18.). 

Die Schildhalter sollen von Rechtswegen grösser sein als der Schild, so dass sie diesen überragen. 

Bei Vierfüsslern ist zu melden, ob sie den Schild nur mit den Vorderpranken (-Füssen) oder 
auch (was aber weder heraldisch noch schön) mit einer Hinterpranke, bei Vögeln, ob sie ihn nur mit 
einem Fuss (Fig. 2.) oder auch mit einem Flügel (Fig. 10. 12. 13. 14.) halten und ob sie die Flügel 
hoch (Fig. 13.) oder nieder (Fig. 10. 12. 14.) schlagen. 

Bei Menschen ist zu melden, ob sie sich ansehen, oder ob sie vorwärts (den Beschauer an-), oder 
rückwärts- (wider-) sehen; wenn Nichts gemeldet, ist die äussere Hand in die Hüfte gestemmt (Fig. 11.). 

Bei Thieren ist nur das Rückwärtssehen als „toidersehend ü (Fig. 7. 9. 10. 13. 15. 16. 17.) bei 
Lötcen, Leoparden etc. auch das Ansehen des Beschauers (Fig. 4.) zu melden. 

Oft halten die Schildhalter noch Fahnen und andere Gegenstände nnd ist zu melden, in welcher 
Weise dies geschieht (Fig. 1.). 

Schildhalter, wie Fig. 20. 21., welche hinter dem Schilde hervorgehen oder dahinter liegen 
(Fig. 19.), nennt man „en barroque." 

B. 47 



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Wenn Figuren (wu Fig. 22.) neben dem Schilde stehen, ahne ihn za halten* wie ea in Rassischen 
Wappen seh» häufig ist, se heiseea sie. „Garden" ; diese Art ist indes* im höebeten Grade unfeeraUUteh, 

Wapptnsprüche (Devisen) sollen keine Moralsprüche sein* wie: 

A vktnte et fide in honorem et constantiam 
oder keine in Wappen sinnlose Phrasen, wie: 

Dulce est meminisse laborum, 
sondern sie sollen kurz und bündig sein und speciell auf die Wappenfiguren anspielen. 

Die uralten berühmten Douglas z. B. führen als Wappenspruch, äusserst sinnreich and bedeu- 
tungsvoll, bloss die Worte: Douglas! Douglas! 

Man unterscheidet übrigens diese kurzen Sprüche, welche besser Schlachtruf (im französischen 
„Cri") genannt werden und gewöhnlich über dorn Wappen angebracht sind (Tafel XXXVI. Fig. 9. 10.), 
von den eigentlichen Devisen, mit denen das um den Schild geschlungene unter dem Schilde flatternde 
„Spruchband* (Tafel XXXVI. Fig. 4.) beschrieben ist» Von Letzterem ist zu melden, ob es den Sehild 
umschlingt oder über Arabeske oder ein Postament, das dann gewöhnlich die Schitdhalter (s. d.) trägt, 
gelegt ist, welche Färbung es hat, von welcher Farbe die Buchstaben der Devise sind und ob die 
Lettern lateinisch oder gothisch, Minuskeln oder Majuskeln {Lapidarschrift) darstellen. 

Ordenszeichen können nur von den Ordensmeistern selbst, oder von Dekorirten ins Wappen gesetzt 
werden. Man pflegt sie gewöhnlich au Ketten oder Bändern um die Schilde zu hängen, und sollen die 
Orden möglichst im Verhältnisse zu Schild und Helm stehen, besonders dürfen die hinter dem Schilde 
gestellten Ordenssterne nicht so überaus gross gezeichnet werden, wie man es oft findet. 

Bei Wappen, zu denen Helme geführt werden, sollte unseres unmassgeblichen Erachtens das 
Haupt-Ordenszeichen an Kette oder Band um den Hals des Helmes gelegt werden, wodurch statt der jetzt 
sinnlosen Halskleinode eine zeitgemässe Zierde des Helms hervorgebracht werden könnte, die weder dem 
Wappen noch dem Wappenherrn zur Unehre gereichen dürfte. 

Weibliche Standeszeichen. Zur Unterscheidung des Jungfrauen-, Ehe- und Wittwenstandes um- 
gab man die Damenschilde und zwar der Jungfrauen mit Bosenguirlanden , Blumenkränzen und dgl. } 
die der verheiratbeten Frauen mit verschlungenen Schnüren (Liebesseile) mit Schiebknoten (Tafel XXXV. 
Hg. 77.) und die der Witt wen mit bloss verschlungenen Schnüren ohne Knoten (ib. Fig. 78.). Uebar 
die Entstehung dieser Sitte, die fast nnr in Frankreich üblich ist, erzählt Dr. J. Wilhelm Trier, dass die. 
Königin Anna Britanica von Frankreich aus besonderer Verehrung zu dem H. Franciscus Assisi in ihrem 
Wittwenstande zuerst das Franotscaner-Seil um ihren Schild soll angebracht haben, welches ihr bald 
darauf die verheiratheten Frauen mit dem angeführten Unterschiede nachahmten. 

Amts- und Würdezeichen. Hierhin Bind zu rechnen: die Abzeichen der Erbkämmerer (Tafel 
XXXV. Fig. 80. 83.), der General-Feld-Marschälle (Tafel XXXV. Fig. 81. —'Frankreich), der Admirale 
in Frankreich (Tafel XXXV. Fig. 82.). Die Erbmarschälle führen gewöhnlich hinter dem Schilde die 
Marschallstäbe, ähnlich wie die Feldmarschälle (so z. B. die Grafen von Münster-Ledenburg , Erbland- 
■marscbälle im vorm» Kgr. Hannover), die Erblandsvorschneider Messer und Gabel gekreuzt u. dgl. m. 

Oft wird der Schild (Tafel XXXV. Fig. 79.) durch 2 unten gekreuzte Palm-, Oel-, Lorbeer- oder 
Sichzweige umrahmt. 

Die Anbringung sogenannter Armaturen um und hinter dem Sehilde ist als unheraldisch in 
verwerfen. 

Pavillons, Bürstenmäntel und Wappenmäntel. 

Die Pavillons werden nur von souveränen Fürstengeschlechtern, heut besonders von den Königen 
von Spanien und Dänemark, dem deutschen Kaiser, dem König von Preuasen, dem Kaiser von Bussland 
geführt. Dieselben unte rs che i den sich durch die gewölbte., gewöhnlich von einem Beif, auf dem der 
Wahlspruch, mit abhängenden- betroddelten Lätzen zusammengehaltene Kuppel, welche gewöhnlieh wie 
überhaupt der Mantel mit Wappenfiguren bestreut ist (Tafel XXXVI. Fig. 27.) 

Die Fürstenmäntel gehen direkt aus dem Fürstenhut, der Hersogekrone etc. hervor, sind wie auch 
meist die Pavillons an beiden Seiten hochgenommen und vermittelst goldener Schnüre mit 



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aufgewunden* oft mit gpM<W* ?WW$ wrzfort und mit natürlichem Hermelin (Vehiam) gefiltert 
£Wrt sxjjvj. Kg, 3«,). 

Dasa dieses Fell an aiah schon eine Unterlage fttr das innerhalb des Mantels angebrachte Wappen 
nebst Schildhaltern bildet, wie man dies häufig sieht, ist unbedingt unheraldisch] ein Postament oder 
Arabeske ist auch hier nicht zu entbehren, die letzteren dürfen dann aber nicht, wie man es auch sieht, 
ausserhalb deß fimtels sich befinden. 

Dass Wapp&mäntei auch anstatt der Helmdecken, d. h. letztere in Uanid/orm geführt werden 
dftrfen, ist heraldisch nicht zu verwerfen (Tafel XXXVI. Fig. 24.), wie bereits oben erwähnt ist. Dahin- 
gegen solltei sieh ans kocht begreiflieben Gründen nicht nur der untituürte Adel, sondern auch der titulirte 
Adel, soweit er nicht ftrtitkhm, Herkommens ist, der hermejkingefftttevten purpurnen Mäntel enthalten. 
Nichts aber ist unheraldischer, als wenn man diese Art Mäntel, aus einer Rangkrane hervorgehend 
xm den Schild schlingt und <Jami auf letztere «och, die Helme mit ihren Becken setzt (z. B. im Wappen 
der Grafen Matuschka nnd Stillfried) oder diesen Mantel gar als Helmde^e verwendet. Pagegen ist es 
eine bei Geschlechtern fürstlichen Standest heraldisch durchaus zu rechtfertigende Sitte, dass der Mantel 
entweder mit den Figuren des Hauptwappena, bestickt^ oder a,ber, dass überhaupt der Schild mit alletk 
Figuren als Stickerei sich auf dem Wappenmantel wiederholt (Tafel XXXVI. Fig. 25.). 

Bier sei schliesslich »och des „cobinet d'armes u einer alten französischen Sitte erw&bnt, bei welchem 
(cfr. Tafel XXXVI. Fig. 28.) Helm, Panzerhemd, Schwert mit Scheide, fland&chube nnd Sporen, umgeben 
Yojn den vier Ahnenwappen des. Verstorbenen innerhalb eines ausgespannten Tuches in dqn Kirchen auf« 
gehängt zu werden pflegten. 



XI« Die Beizeichen. 



Beizeiehen sind gesuchte Unterscheidungsmerkmale an sonst gleichen Wappen. Es kann daher 
die Aenderung der Farbe, die Auslassung oder Hinzusetzung einer Figur ebenso gut, als die Verschieden- 
heit 4er Kleinode zu den Beizeichen gerechnet werden. 

Es gab in Bayern ftlnf Geschlechter gleiche^ Ursprungs: Die Mässenhauser , Kammerberger, 
Hilgertshauser, Kammer nnd Partenecker, sie führten sämmtlich im Schild die Parte oder das Streitbeil, 
a>er jedes derselben in anderen Farben. Der Schild der Gratschaft Brabant ist derselbe wie der 
der Pfalz am Rhein, als unterscheidendes Merkmal trägt jedoch im letzteren Schilde der Löwe eine 
rotte Krone. Pie Wappen von Thüringen und flehen*) sind im Schilde gleich, und nur in den]Kleinoden. 
▼erschienen. 

Nach Beendigung des pfalzischen Erbfolgekrieges (1506) setzte Herzog Albrecht IV. von Bayern 
den eroberten Städten in ihre bisherigen Wappen ein Schildhaupt mit den bayerischen Wecken, als 
ehrendes Beizeiehen. 

Im engeren Sinne versteht man unter Beizeichen aber gewisse heraldische Figuren , durch weiche 
eich die Wappen Erstgeborener und Nachgeborener, oder Bastarde einee Geschlechts von dem gemein- 
schaftlichen Stamm wappen unterscheiden. 

Wir sind der Ansicht, dass wir die Erfindung der eigentlichen Beizeichen, wie sie unten aufge- 
rthlt werden, den Franzosen verdanken, weil dort die ersten und häufigsten Beispiele derselben vor- 
kommen. Von den Franzosen erhielten sie dann die Engländer und die Niederrheinländer, welche letztere 



*) Jetzt ist im grossen Preussiashen Staatewappen der Unterschied derartig getroffen, dass f&r die Provinz 
Hessen der Löwe oben mit Silber, für Thüringen mit Roth beginnt. 



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- 188 - 

in Deutschland so ziemlich die Einzigen sind, bei denen die heraldischen Beizeichen eine grössere Beden* 
tung und eine ausgedehntere Anwendung gefunden haben, während im Uebrigen besonders dem südlichen 
Deutschland die Aenderung der Farben und der Kleinode fast auschliesslich als Beizeichen eigentümlich 
waren und noch sind. 

Als heraldische Beizeichen im Schild sind anzufahren: 

1) Die Schrägbalken oder Fäden, über den ganzen Schild gezogen. Der nach der linken Seite 
absteigende Balken wird in der Regel für das Beizeichen Nachgeborener vom Blute, der nach der rechten 
Seite absteigende als Beizeichen der Bastarde angenommen. Wir konnten indes* durch zahlreiche Bei- 
spiele beweisen, dass man hierin auch nicht besonders ängstlich war, es finden sich Bastardfaden auch 
schräglinks und umgekehrt. Die Stellung des Schildes und die Laune des Wappenkünstlers trugen 
hieran nicht selten die Schuld. 

Wir haben 8iegel gesehen, in denen ein mit drei Ziegelsteinen belegter Schrägfaden als Beizeiohen 
eines Amtes (Castellania di Botodimonte 1458) erscheint. 

In neuerer Zeit zeichnet man sowohl die Beizeichenschrägbalken Nachgeborener, wie auch die 
Bastardbalken abgekürzt, d. h. recht klein, wahrscheinlich um sie unscheinbar zu machen, theils sogar 
senkrecht verstutet (Orleans — Grafen Holnstein aus Bayern). 

Die heraldische Farbe der Schrägfäden ist weiss, roth oder blau, jedenfalls immer sowohl ab- 
stechend yon den Schildes- wie von den Bilderfarben. 

2) Der Turnierkragen, in Form eines Balkens mit drei bis sieben abwärtsstehenden Orten (Lätzen). 
Er wird entweder aus dem Oberrande wachsend, oder in die Seitenränder verschwindend, aber auch ganz 
freischwebend dargestellt und zieht gleich dem Schrägfaden über Feld und Figur in der Höhe des Schild- 
hauptes oder der Schultern des Wappenthiers, das er überdeckt. In manchen, namentlich englischen 
Wappen sind die Lätze des Turnierkragens wieder mit verschiedenerlei Figuren, wie Lilien, Kronen, 
Kreuzen u. s. w. ab Beizeichen zweiten Ranges belegt. Der Turnierkragen ist weiss, blau oder roth, 
doch kommt er auch von Hermelin und Gegen-Hermelin vor. 

Wir wissen aus den künstlichen Figuren die eigentliche Gestalt eines Turnierkragens, wie er von 
nachgeborenen Söhnen bei Turnieren und in Schlachten um den Hals getragen zu werden pflegte. Die 
Form, wie er in die Schilde als Beizeichen gesetzt wurde, stammt aus dem Ende des XIII. Jahrhunderts. 

Ausser diesen beiden Hauptarten von Beizeichen findet man noch, besonders bei niederrheinischen 
Geschlechtern vielerlei andere Figuren, z. B. Glocken, Ringe, Sterne, Muscheln, Eisenhüte, Merlen etc. 
sowohl freischwebend im linken Oberecke, als in Vierungen und im Schildhaupt. Sie waren meistens 
willkürliche Unterscheidungsmerkmale oder Beizeichen verschiedener Söhne oder Linien eines und desselben 
Geschlechts. 

Dass Beizeichen dieser Art auch heutzutage noch in gegebenen Fällen von Edelleuten des TJr* 

adels gewählt und geführt werden können, soll aus heraldischen Grundsätzen nicht bestritten werden, 

doch müssen solche Beizeichen in jedem Falle dem vorgehabten Zwecke entsprechend gewählt werden - 

als geradezu den Spott herausfordernd müssen wir es indess ansehen, wenn Geschlechter, deren Ahnherr 

" kaum vor 100 Jahren geadelt ist, sich derselben bedienen. 

Wir können nicht umhin , hier anzuführen , dass manche unserer modernen Heraldiker es für ein 
„heraldisches Zeichen unehelicher Geburt a ausgeben und halten, wenn ein Schild oder Helm linksgekehrt 
sich zeigt*). Die Lächerlichkeit einer solchen Behauptung liegt auf platter Hand. Wer sich einmal da- 
mit befasst hat, alte Siegel und Grabsteine, Gemälde, Votdvtafeln u. s. w. aufmerksam zu betrachten, 
der wird unter den Wappen ebensoviele links- als rechtsgekehrte gefunden haben. Die Laune jedes 
einzelnen Wappenherrn war hierin unbedingt massgebend, ausserdem aber kam noch häufiger der Schön- 
heitssinn selbst mit in Betracht. Wurden z. B. auf Votivtafeln Personen abgebildet, so war ihre Richtung 



*) Im Wappen der Grafen Ingenheim ist der Fachs im Herzschilde und auf dem Mittelhelme nach links ge- 
kehrt; ist das Zufall oder wollte der Preussische Herold hierdurch die illegitime Abstammung andeuten? 



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- 18» - 

immer nach dem bezüglichen Heiligenbilde, und das zu den Füssen oder über den Häuptern der Bitten« 
den gemalte Wappen wurde gleichermaßen nach derselben Seite gewendet. Auf Grabsteinen, die in der 
Nähe des Stiftangsaltars aufgestellt worden , richtete, man die 8tellnng des ganzen Wappens so, dass es 
sich dem Altare zuwendete. Waren aber zwei Wappen, Mann und Frau, zu vertreten, so kehrte man 
beide Schilde, Sohildesfiguren, Helme und Kleinode gerade gegeneinander. Daher kommt es, dass wir 
auf Tartschenschilden den Ausschnitt sehr oft auf der linken Seite finden, nicht aber deshalb, weil der 
betreffende Edelmann „gewohnt gewesen, den Bennspiess mit der Linken zu führen.* Man hat sich in 
Bezog aof die Stellung des Schildes nie die geringste Gewissensskrupel gemacht, hat aber auch, wie schon 
bemerkt, Helm und Kleinod, sowie sämmtliche Schildesfiguren immer nach der Richtung des Schildes 
gekehrt. So lässt sich leicht erklären, warum dasselbe Geschlecht sein Wappenthier bald nach dieser, 
bald nach jener Seite gewendet führte, ja nicht bloss Thiere, sondern auch Schrägtheilungen und Schräg- 
balken finden wir willkürlich verändert. Wir müssen in Bezug der Schrägtheiiung und Schrägbalken 
also wiederholt unsere Ueberzeugnng dahin aassprechen, dass man in der alten Wappenkunst zwischen 
B schräglinks a und ^schrägrechts* keinen Unterschied machte , oder wenigstens aof diesen Unterschied 
gar nichts gab, dass jeder, je nach der Rieht ong des Schiides auch die Schrägen stellen — und dass 
es also auch heutzutage von gar keinem B 3 lang ist, wenn ein Wappenherr im gegebenen Falle einen 
Schrägbalken oder eine Schrägtheiiung nach der entgegengesetzten Seite wendet, ebenso gut als er jedes 
Wappenthier unter solchen Umständen drehen kann nach Belieben. Dies muss geschehen wenn man 
die Rückseite einer Fahne sieht, d. h. es muss auf dieser Rückseite das Wappen im Spiegelbild er- 
scheinen, mindestens aber müsste z. B. der Kopf eines Adlers, wie jedes Thier, unter allen Umständen 
der Fahnenstange zugekehrt sein. Authentische Beweise für die Richtigkeit unseres Ausspruchs könnten 
wir zu Hunderten beibringen. 

In Bezog der gevierten Schilde lehrt uns die Erfahrung, dass man bei der Neigung eines solchen 
Schildes nach links nicht dem l. und 3., sondern dem 2. und 4. Platze den Vorrang gab, dass mah 
also (ebenso mit gespaltenen Schilden) die linke Seite als den Hauptrand ansah und die Zählung der 
Plätze am linken Obereck begann. Ein Beweis hiefür ist u. a. das Wappen des bayerischen Herzogs 
Sigmund, das an der Frauenkirche zu München in Stein gehauen zu sehen ist. 

Wir müssen schliesslich noch erwähnen , dass es ein grober Verstoss gegen die ächte Heraldik 
ist, wenn in einem gevierten Schilde, wo 1. und 4. oder 2. und S. das nämliche Bild enthalten, die 
Thiere in den korrespondirenden Plätzen gegeneinander, d. h. beide einwärts gekehrt werden, denn wenn 
zwei solcher Felder dasselbe Wappen enthalten sollen, so darf das eine nicht anders gekehrt sein, ah 
das andere/ 

Wir schliessen hiermit unsere Abhandlung, sehr wohl wissend, dass dieselbe keineswegs erschöpfend 
ist, was sie nicht sein kann und soll. Wer sich über den Inhalt der einzelnen Abschnitte des Näheren 
zu unterrichten wünscht, wird in den umfangreichen Lehrbüchern der Heraldik von Bernd, >v. Hefner 
und Mayer v. Mayerfels des Wissenswerthen und Interessanten genug finden, während unser Bestreben 
lediglich dahin gegangen ist, eine gedrängte und doch möglichst vollständige Belehrung über das dem 
Heraldiker und Wappenzeichner Notwendigste zu geben. 

*) Dass diese Sitte noch bis in das 17. Jahrhundert sich verfolgen lässt, sehen wir aus Siebmacher (Fürst- 
Weigel- Köhlers) Wappenbuch. Hier hat der Zeichner, besonders in den ersten Theilen, wo immer fünf Wappen in 
einer Beine erscheinen das mittlere gewöhnlich mit vorwärts gekehrtem Helme, die beiden links mit rechtsgewendeten ^ 
die beiden rechts mit linksgewendeten Helmen, Schilden und Figuren gegeben, auch stets bei den linksgewendeten 
mehrfeldrigen Schilden die vorderen Felder nach links gestellt, somit das Wappen im Spiegelbild wiedergegeben, 
leider aber fnr die späteren Zeiten, denen das Verständnis* seiner Absicht verloren gegangen war, eine Quelle un- 
zähliger Irrthümer geschaffen. 



B. 48 



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Heraldiscli-teniiinologisclie Polyglotte. 



Anmerkung: 
,Herold u adoptirten, resp. 



Die in das Alphabet aufgenommenen Ausdrücke in fetter Schrift sind die vom Verein 
die im vorbenannten Werke vorkommenden. 



A = von der k. k. priv. heraldischen 
Gesellschaft „ Adler" gewählter 
Ausdruck. 

ahd. = althochdeutsch. 

d. = dänisch. 

engl. = englisch. 



AbkttrzungSKeicheii. 

frz. = französisch. 

it. == italienisch. 

lat. == lateinisch. 

mbd = mittelhochdeutsch. 

ndl. = niederländisch. 

v. Qu, = v. Querfurth, kritisches 



Wörterbuch (die Zahl dahinter 

bedeuten die Seite), 
v. R. = v. Retberg, Geschichte etc. 
sp. = spanisch. 



abaise (eng).) 
abaisse (frz.) 



A. 

aaben (d.) = offen. 

aaf ndl.) = Radnabe. 

aak (ndl.) = Boot, Nachen. 

aaks (ndM = die Axt. 

aakster (ndl.) = Elster. 

Aal g. 94. T»r. 20. 

aanbeeld (ndl.) = Amboss. 

aaneengehecht (ndl.) aneinanderge- 
heftet, verbunden. 

aap (ndl.) = Affe. 

aar (ndl.) = Aehre. 

aarde (ndl.) = Boden. 

aare (d.) = Ruder. 

aarhundred (d.) = Jahrhundert. 

1., erniedrigt 
(von Balken, 
wenn tiefer als 

fewöbnl. Lage). 
., niederge- 
schlagen (von 
_ Fitigeln, wenn die 
~~ Schwungfedern 
abwärts). 
3., ge 8 enk tage- 
st tirzt (von 
Degen und Stock 
mit der t>phze 
abwärts). 

abamita (lat.) = Schwester des Alt- 
vaters (Urgrossvatersj. 
abased (engl.) = abaise. 
abassato (it.) = niedergeschlagen 

(z. B. Adlerflügel), 
abatements (engl.) = Beizeichen, 
abavia dat.) = Uraltmutter (Mutter 

im 4 Gliede). 
abavunculus (lat.) 
mutter Bruder, 
abavus (lat.) = 

im 4. Gliede). 
abbas (lat.) = Abt. 
abberdaan (ndl.) = Kabeljau, 
abbore (sw) = Barschfisch. 
abboute (frz.) s. aboute, 
abbracciato (it.) = 8 p i t z e *z. B. d'ar- 
gento abb. a destra di rosso = in R. 
eine linke s. Spitze), 
abbrancato (it.) = gepackt (wenn 
Gegenstände von einer Pranke, 
Tatze, Kralle gehalten werden). 



= der Urgross- 
'Uraltvater (Vater 



abcissus (lat.) = schwebend. 

abeille (frz.) \ _ TC 

abelha (port.) J = Biene * 

abellana (lat.) = Haselnuss(strauch). 

aberölle (mbd.) = April. 

aberta (port.) = durchbrochen. 

abeta <it ) = Tanne. 

abeza (sp.) = Biene. 

abgehauen (oder abgeschnitten) 
sayt man 'von menschlichen und 
thieriscben Extremitäten, sobald 
sie durch einen glatten Schnitt 
vom Körper getrennt erscheinen. 
Taf. 14. Fig. 20. 22. 23., Taf. 16. 
Fig. 30. 31., Ta£ 16. Fig. 6. 14. 
26. 28. 34. 

abgeledigt (Schrägbalken i 

Balken ( s. schwe- 

Pfal ( bend. 

Kreuz etc.). " 

abgerissen (v. Büflelltopf) S. 85. 
Tafel 16. Fig. 30., s. auch Taf. 14. 
Fig. 42., Taf. 16. Fig. 41., Taf. 17. 
Fig. 87 

e geschnitten s. abgehauen. 

abgestanden (v. Q.) soll ein Fisch heis- 
sen, denidasMaul weit offensteht; wir 
haben in 'Wappen schwimmend 
noch niemals einen solchen Fisch 

SBsehen, dagegen kommen Delphine, 
arben u. a. grosse Fische stets 
mit halboffenem Maule vor. 

abgewendet S. 69. Tafel XI. 
Flg. 92. 

abierto (sp.) = offen (v. Thor). 

abies (lat.) = Tanne. 

abime (frz.) ) _ der Mittelpunkt des 

abiVso (it) J Schildes. 

abjectus in verticem (lat.) = ver- 
kehrt, gestürzt. 

abmatertera (lat.) = Schwester der 
Altmutter. 

abnepos (lat.) = Zweiturenkel (Sohn 
im 4. Oliede). 

abneptis (lat.) = Zweiturenkelin 
(Tochter im 4. Gliede). 

abore (d.) = Barschfisch. 

aboute (frz ) = anstossend (v. Bau- 
ten, Wecken etc die sich mit den 
8pitzen berühren). 

above • engl ) = über. 

abpatruus (lat ) = Bruder des Gross- 
ältervaters väterlicher öeits. 



abril (sp.) = April. 
Absatzkreuz s. Treppenkreuz, 
abscissus (lat.) = schwebend. 
Abtflhnt, 8. 117. Taf. S5, S. 182. 

T»f. £5. Fig. 71. 
abuela (sp.) = Grossmutter, 
abuelo (sp.) = Grossvater, 
abuelos (sp.) = Grosseltern, 
abnelos antepasados (sp.) = Ur- 

eltern. 

ÄÄÄ) = N °^- 

accantonato (it.) = bewinkelt. 
accartocciato(lt.)=Cartouche(-8child) 
accerchiellato (cruce) (it.) = (Kreuz) 
dessen Enden geankert und in sich 
selbst schneckenförmig gewunden 
sind, 
accessio (scuti) (lat.) = Helmkleinod, 
acchus (ahd.) = Axt. 
accioche (engl.) = aneinander ge- 
lehnt von zwei Figuren, 
accipiter (lat) = Habicht, Falke, 

Sperber, 
accinctus utroque latere (lat.) = 

begleitet von, zwischen, 
accisus (lat.) = schwebend. 
accolado(sp.) jMehalsbandet (v.Bär). 
lF ' j2., umwunden (von der 
Schlange), 
accole (frz.) 11. »zusammengestellt 
accolle (engl.)'"" (von 2 Schilden). 
„ 2 , anstossend i von Bauten etc. t 
die sich mit den seitlichen 
Spitzen berühren. 
„ d. f umwunden von Säule, Wein- 
stock, Degen), 
accollato (it.) 1., von 2 unter einer 
Krone vereinigten Schilden. 
2., von aneinanderhängenden Ge- 
genständen (Bauten). 
8., von Zweigen, die einen Gegen- 
stand umschlingen. 
4., von einem Thier, was durch 
einen Turnierkragen am Halse 
überdeckt ist 
6 , von halsgekrönten Thieren. 
6 , von einem auf der Brust des 
Adlers liegenden Schilde, 
accompagnato (it.) i 
aecompagne (frz.) L begleitet 
accompagnerade (sw.)j von. 
accompanado (sp.) ' 



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192 



accompafiado — ftnne. 



accompanado en Oefe (sp.) = (Bal- 
ken) oben begleitet von. 

accoppiato (it.) = gekoppelt (von 
einem Paar an eine Leine ge- 
bundener Jagdhunde). 

acco8tato (it.) = vom Balken, Pfal 
etc., wenn er von Parullel-Leisten 
begleitet wird. 

accostfc (frz.) \ zwischen, neben- 

accosted (engl.) ' einander. 

accorne (ftz.) = gehörnt. 

(sitzend (vonThie- 
ren , welche in 
sitzender Stellung 
die Vorderbeine 
«ccmpiao \ap.), aufstemmen), aber 
{ auch von Kanin- 
1 chen in der Boden- 
/ Stellung, 
accubans (lat.) = liegend. 

l.,gekrüpft sitzend 
(v. sitzenden T hie- 
ran, Pferd, Löwe, 
Eichhorn) mit er- 
hobenen Vorder- 
beinen). 

acculado (sp.) V 2. , abgewendet, 
accule (frz.) [ d. obere steigend, 
(von Monden x 
so gestellt). 
3.,dgl. von 2 Ka- 
nonen, die Mün- 
dungen nach aus- 
sen. 

acepbalus (lat.) = ohne Kopf, 
acheram (schweizerisch) = Eichel, 

Ecker, 
acheren (oberdeutsch) =Eichel,Ecker. 
Achseln, alter Ausdruck für Saxen 

(cfr. d. u. auch Schultern). 
Achtblatt = eine Blume mit 8 gleich 
grossen Blättern, welche gewöhn- 
lich zugespitzt abgebildet werden* 
achtfttrmlg (gelegt oder ge- 
bogen) &• 108. 
Achtspitz = eine Art Handels- oder 
Hausmarke nach Art des Druten- 
fusse8, aber in 8, statt in 5 Spitzen 
ausgehend, 
achttien (ndl.) =r achtzehn, 
acies (lat.) = Axt, Egge, 
acinax (lat.) = krummer Säbel, 
acipenser (lat.) = Stör (Fisch), 
ackeran (mhd.) = Eichel (Ecker), 
ackes (mhd.) = Axt. 
aclarado (sp.) = mit — Fenstern 

und Thor von anderer Färbung, 
acompanado ä cada lado de (sp.) = auf 
jeder Seite begleitet von (zwischen), 
acorn (engl.) = Eichel, 
acornado (sp.) = gehörnt, 
acorned (engl.) = gehörnt, 
acostado (sp.) = beseitet, seitlich 

begleitet, 
acosted (engl.) = accosted. 
achtes (sp) = Geissein, 
acredula (lat.) = Kalandra- Lerche, 
across the Shoulder (engl ) = über 

die Schulter (gekreuzt), 
aoroterium (lat!) = Helmkleinod, 
Helmschmuck. 



act of charging ; in the, (engD = im 

Angriff (vom Reiter im Galopp). 
Actaon S. 149. 
aculado (sp.) = acculado. 
aculeus (lat.) = Aehre. 
acus (lat.) = Spitze, Stift, Nadel, 
acutus (lat) = zugespitzt, 
adal (abd.) = der Adel, 
adamas (lat.) =r Diamant, 
adder (ndl., engl.) = Natter. 

addestrato <it)i J;i' ech 2 ^f 

addextrMfrz.) r-^ke. ' ™*** 

addogato (it.) = pfalweis getheilt. 

addogato a sghembo (it.) = ge- 
schrägt. 

addormentato (it.) = ruhend (schla- 
fend) — v. Löwen etc. 

iL, abgewendet 
(sich die Rücken 
_ kehrend), 2., ge- 
~gengewendet(dgl. 
bei Thieren über- 
einander). 

adebar (ndd. nicht mhd ) = Storch 
(cfr. odebar). 

adelaar (ndl.) = Adler. 

adelar (mhd.) = Adler'. 

adelarn (mhd.) = Adler. 

adelige rettigheder (d.) = Adelsbe- 
rechtiguug. 

adelsbref (sw.) = Adelsbrief, 

Adelskrone S. 167. 

Adelskrone , Belgisch-Nieder- 
ländische, ». 180. 

Adelskrone, dänische, S. 179. 

Adelskrone in Deutschland, 
». 175. Tafel S5. Flg. 51. 52. 

Adelskrone (in Frankreich) 
». 177. Tafel S5. Flg. 49. 

Adelskrone In Italien Ä. 179. 

Adelskrone in Rassland, S. 
181. Tafel S5. Flg. 90. 

Adelskrone in Schweden S. 
179. 

adelsrettighed (d.) = Adelsrecht, 
-Berechtigung. 

adelsslsegt (d.) = Adelsgeschlecht. 

adentellato (it.) = gezahnt. 

a deux faces (frz.) = mit zwei Ge- 
sichtern. 

adextre (frz.) • rechts beseitet 
9 1= von,rechte Flanke 

adiestrado (sp.)f (des Schildes). 

adjungens (lat.) = begleitet von. 

adjurado (sp.) = Schwurhand. 

adlad (sw.) = geadelt. 

adledes (d.) = wurde geadelt. 

Adler, doppelköpfiger, s. Doppeladler. 

Adler, dreiköpfiger, S. 100, 
Tafel SS. 

Adler, flngbereiter I 

— halber l S. 89. 

— halber am ( Taf. 18. 

Spalt ' 

Adler, geköpfter (v. Betberg) = 
Adler ohne Kopf. 

Adler, junge (Nachäffung des fran- 
zösischen aiglette) sollen unge- 
8tümmeite Adler heissen, wenn 
deren mehr als drei im selben 
Schilde vorkommen. 



Adler, kopfloser, S. 101. Taf. 



9. SIS. 

TatlS. 



Adler, hanptnntscheint 

— linkssehend 

— mit Glorie 

— schraggestellt 

— ttberswerch 
Adler, zweyköpfigter = Doppeladler. 
Adlerfedern als Helmkleinod« 

». 162. 
Adlerflügel s. Flügel. 
Adlerklanen I als Helmklelnod 
AdlerkraUen/91. 165. Tafel SS. 
Adlerldwe, ». 98. Tafel «1. 
Adlermann, 8. 97. Tafel Sl. 
Adlersfange t 

Adlersilagel } S. 89. Taf. 18. 
Adlersrumpf | 
Adlerweibchen = schlechter Ausdruck 

für Jnngfrauenadler. 
adlet (d.) == geadelt, 
adliga kronan (sw.) = Adels- (Helm-) 

Krone. 
Admlrale(ln Frankreich), Wap • 

penabseichen der — 8. 18C. 

TaT. S5. Fig. 8S. 
ad nodum duplicatus (lat.) = mit 

Knoten versehen, 
adoptered (d.) = adoptirt 
adorned with (engl.) = geschmückt 

mit. 
adorsed (engl.) = abgewendet, 
a dos cabecas (sp.) = zweiköpfig, 
adosse (frz.) = abgewendet, 
adossed (engl ) = abgewendet, 
adrepens (lat.) = raubend, aufge- 
richtet (v. Wolf etc.). 
adsutus (lat.) = angestückt, d. h, 

wenn ein Schildhaupt oder Balken 

beide mit dem Schilde von Farbe 

oder von Metall sind, 
adulterinus (lat.) = Sichel, 
adumbration (engl.) = Schatten, 
advancers (engl.) = die Spitzen 

(Enden) am Hirschgeweih oder 

-Hörn, 
adversus (lat.) = zugewendet, 
aeble (d.) = Aepfel. 
aedes (lat ) = Kirche, 
aedificium (lat.) = Hans, 
äfven 8&dan(a) (sw.) = ebensolcbe(r). 
äfven sä mSnga (sw.) = eben so viele, 
äfwen slik (sw.) = ebensolche, 
aegerst (schweizerisch) = die Elster. 
Ägg (sw.) = Kugel(n). 
aegteskav (d.) = Ehe. 
Aegypten, 8. Egypten. 
&her (mhd.) = Aehre. 
Aehren 8. 197. 
ährenprijs (sw.> 

(Veronica) Blume, 
äktenskap (sw.) = Ehe. 
aeldre (d.) = ältere(r. s). 
äldre (sw.) = äiterer(e, es), 
ftndalängs fördelt (sw.) = gespalten 

(der Länge nach), auch „pfalweis. * 
eendar (sw.) = die Enden, 
sender (d.) = Enten, 
ander (sw.) = die Enten, 
aeneum cymbalum (lat.) = Glocke, 
äng (sw.) = Wiese, grüner Boden, 
änne (sw.) = Stirn. 



= Ehrenpreis- 



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Aeolus — allanado. 



193 



Aeolus 9. ISO. 

äple (sw.) = Aepfel. 
aequ^ flat.) = Feld. 
Aerauel 9. 119. Taf. 2«. 

aes (lat.) = Erz. 
Aeseulap, 9. ISO. 
Aeftcolapsstafe, S. 150. Taf. Sl. 

aesculus (lat.) = die Wintereiche, 

Esche, 
äsend sagt man von Thieren wie 
Hirsch, Reh, Kuh, Schaf etc., wenn 
sie in stehender Stellung den Kopf 
zu Boden gesenkt haben, 
aestivate (lat.) = Stiefel, 
ätt (sw.) =s das Geschlecht, 
ättartaflor (sw.) = Stammbaum, 
af (sw.) = yon, aus. 
af hier (d.) s= von Bienen, 
afbruted (sw.) = abgebrochen, 
affaise' (frz.) = abwärtsgebogen (v.Bk., 

Schrb.) 
Aflte, ». 88. Taf. 17. 
afferante (it.)= raubend (von Raub- 
vögeln, welche eine Beute in den 
Fängen halten), 
affibiato (it) = bebnckelt (v. Hals- 
bändern), 
affibbiature (it.) = Helmgitter, 
affines (lat.) = Geschwägerte , Ge- 

sippte. 
affinifl (lat.) = Schwager, 
affo (ahd.) = Affe, 
affoltra (ahd.) = Apfelbaum (NB. die 
Vitzthum v. Apolda fahren einen 
Apfelzweig als redendes Wappen), 
affrontados (sp.) = zugewendet, 
affrontato (it.) = zngewendet. (v. 

Thieren etc.). 
affronte (frz.) * _ zn „ 9Wfmi \» t 
affrontee (engl.; i - 2U g ewen(let - 
affuit (ndl.) = Laffete. 
affnl (ahd.) = Apfel, 
affustato , = mit Laffete (von der 
affut6 (frz.) f Kanone), 
afhugget (sw.) = abgehauen (abge- 
brochen), 
aflingafyrkanter (sw.) = Schindeln, 
afmäled (sw.) = abgemalt, 
afkom (d.) = Nachkommen, 
afqnistade trädstammar (sw.) = 

Stubben mit Knorren, 
afskefergat (sw.) = ausgeschlagen 

(v. Baumstumpf), 
afskuren (sw.) = ausgeschlagene 

(Zweige), abgescheuert, 
afstött sparre (sw.) = Sparren, am 

Giebel ausgebrochen, 
aftackled (sw.) = abgetakelt, 
aftar (ahd.) = After. 
Afterheraldik, ein von dem heraldi- 
schen Schriftsteller v. Retberg 
mit Vorliebe gebrauchtes Wort 
zur Bezeichnung jeglicher Heral- 
dik nach der Zeit der Gothik. 
Nennt er doch sogar Grünenberg 
den „Vater der A.-H. a , obwol v. 
B. nicht ansteht, fast alle älteren 
Abbildungen aus diesem vortreff- 
lichen Werke zu entlehnen (!!) 
agace (frz.) = Holzkrähe, Elster, 
agalmoniche arme (it.) = redende 
Wappen. 
B. 



agedrez (sp.) = Schacb. 

agelster (mhd.) = Elster. 

ager (d.) =s Eichel, Ecker. 

aggruppato (it.) = sitzend (von 
Thieren, die, auf den 'Hinterbeinen 
sitzend, die Vorderbeine aufstützen). 

agitato (it.) > 

agitatus (lat.)} = bewegt (v. Meer) 

agitd (frz.) * 

S£ «88 \ = die E,9t - 
agnatus (lat.) = verwandt vom Vater 

her. 
agneau (frz.) = Lamm. 

- pascal (frz.) = Osterlamm. 
agnello (it.) = Lamm. 

agnello pasquale (it.) = Osterlamm. 

agnus paschalis (lat.) = Osterlamm. 

agosto (it.) = der AugUBtmonat. 

agonizante (sp.) = schmachtend (v. 
Delfin etc.) 

agrifolio (it.) = Stechpalme. 

aguia (port.) = Adler. 

aguila (sp.) = Adler. 

aguila esployada (sp.) = Doppel- Adler. 

aguila pasmoda (sp.) = Adler mit 
niedergeschlagenen Flügeln. 

aguileras (sp.) = kleine Adler. 

aguilones (sp.) = Adler ohne Schna- 
bel und Füsse. 

aguilucho (sp.) = Adlerchen. 

aguilucho mutilado (sp.) = kleiner 
gestümmelter Adler. 

agusto (ahd.) = Augustmonat. 

aguzado (sp.) ] =■ fnssgespitzt (vom 

aguzzato (it.) ' Pfal). 

ahenum (lat.) = Pfanne. 

ahir (ahd.) = Aelne. 

ahsa (ahd.) = die Achse. 

ahsala (ahd.) = die Achsel. 

ahse (mhd.) = die Achse. 

ahsel (mhd.) = die Achsel. 

Ä öffl = «* <«>• 

aigle (frz.) = Adler. 

aigle eployö (frz.) = Doppeladler. 

aigle, demi- (frz.)= V» Adler am Spalt. 

aiglette (engl., frz.) = kleiner Adler. 

aigrette (frz.) = weisser Beiher. 

aiguidre (frz.) = offener Krug in 
Vasenform mit Schnabel und Hen- 
kel. 

aiguisS (frz.) } = abgeschnitten und 

-aiguise (engl.)' zugespitzt. 

ail(frz.) = Knoblauch. 

aile (frz.) = geflügelt. 

ailes (frz.) = Flügel. 

ails (engl ) = Aehre. 

aißle (engl.) = geflügelt. 

ajedrezado (sp.) = geschacht. 

ajoure (frz.) = 1., mit erleuchteten 
Fenstern. 

— 2 , Ausschnitt am Schildober- 
rand (z B. das Orth.) 

ajustfc (frz.) = aufgelegt (v. Pfeil). 

aker (ndl.) = Eichel 

iker (sw.) = wörtlich: Acker (d. h. 

Boden), 
äker lillia (sw.) = Acker- (Garten-), 

Lilie (in Tulpenform), 
akram (Bayerisch) = Eichel, Ecker, 
aks (ndl.) = Axt. 



akter (sw.) =r Achter (Hintertheil). 
äl (mhd., nhd.) = der AaL 
aJa (lat ) = 1., der Adlerflügel. 

— 2., 8chlie88blatt des Schlüssels. 

— 3., Schulter. 

— 4., 8egel. 
alabarda (it.) * 

~ (sp.) \ = Hellparte. 

- (lat.)' 
ä la cuisse (frz.) = vom erhobenen 

Fuss des Adlers, 
alado (sp.) = geflügelt, 
alae gemjnae (tot.) = Flug (d. h. 

zwei Flügel), 
a la guise (engl.) 8. ä la cuisse. 
alaise (frz.) = schwebend, 
alalagmus gentili(tiu)s (lat.) = Fcld- 

geschrei. 
aland (engl.) . 

alauo (it.) I = die englische 

alant (engl.) } Dogge, Rüde, 

alanus (canis) (lat.)? 

alato (it.) i __ ^ nflllWÄU 
alatus (lat.) I ~ £ eflft S elt - 
alauda (lat.) = Lerche, 
albanische Mütze ist die M ü t z e (s.d.) 
albara (it.) | der (Weiss-) Pap- 
albäri (ah<U > = pelbaum — cfr. 
alber (mhd.) | auch Felber! — 
alberella (it.) = Erle, 
aibero (it.) = Baum, Mastbaum, 
albicans (lat.) = weiss(lich). 
albiz (mhd.) = Schwan 

S^n } <*■> = ^ihe, 

alces (lat.) = Elcb, Elennthier. 

alcyon (frz.) == fabelhafter schwan- 
ähnlicher Vogel auf einem vom 
Meer getragenen Nest, aber g e- 
wohnlich : der Eisvogel. 

alder (engl.) = Frle. 

alectriomaehia (lat.) = ^riegsruf. 

alembic (engl.) = Destillirkolben. 

alerion (engl.) = allerion. 

alörion (Tr'zN \ = k,einer Adler ohne 

aleriL ( S)J Schnabel und Füsse. 

alesfc (frz.) = schwebend (abgeledigt.) 

aleta (sp.) =. 1., Stülp (an Hut, 
Mütze, Kleid). 2., kleiner Flügel. 

alettato (it.) = beflosst (von Fischen, 
wenn die Flossen von anderer 
Färbung sind). 

aleze (frz.) s. ales6. 

Alheid = Beiname der Gans in der 
deutschen Thierfabel. 

ali (it.) = mehrere Flügel. 

aliece (engl.) = angestückt (vom 
Schildhaupt oderdgl., wenn sowol 
dies wie der Schild von Farbe ist.) 

alienissimus (lat.) = gar nicht ver- 
wandt. 

alize (frz.) = Erle. 

alizier (frz.) = Eisbeerbaum. 

allaciato in giro (serpente) (it.) = 
Ewigkeitsschlange (von d.Schlange, 
wenn sie sich in den Schwanz 
beisst). 

allaitant (frz.) = säugend. 

allanado (sp) = behauen (v. Baum- 
stamm). 

49 



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194 



allargato — angle. 



allargato (it.) = „verziert - (von der 
Lilie) wenn zwischen je zweien 
ihrer Blätter noch Verzierungen, 
Arabesken etc. hervorkommen). 

allegro (it.) = wild (vom Pferde ohne 
Sattel und Zeug, wenn es auf den 
Hinterbeinen steht). 

aUenast (sw.) = nur, allein. 

allerion (engl.)= Adler ohne Schnabel 
u. Füsse. 

alliancevapen (sw.) I = Allianzwap- 
allianzwappen ' pen. 

allikehoved (d.) = Dohlenkopi. 

all' ingiü (it.) = gestürzt (z. B. 
Lanseneisen, Spitze abwärts). 

all' insu (it.) = steigend, aufrecht. 

allium (lat.) = Knoblauch. 

äilon (sw.) = Eichel. 

alloro (it.) = lorbeerumrankt. 

i allt lika med (sw.) = in allem gleich 
mit. 

alluda (it.) = Fell. 

n 4 ,.. x . erleuchtet, fun- 
alumato (it.) kelnd bre ' Qnend 

a lum6 (frz.) I = (auch von rothen 

allumee(engL)} Thieraugen). 

almenado (sp.) = gezinnt. 

alrautia (lat.) = Mütze. 

al naturale (it.) = natürlich(er Farbe). 

alnus (lat.) = Zitterespe, Erle. 

al- öd (ahd.) = Allod, ganz oder 

theilweis freier Besitz, 
alouette (frz.) = die Lerche. 
Alpenkreuz = veralteter heraldischer 

Ausdruck für Drutenfuss (s.d.) 
als voreu (ndl.) = wie vorhin (dgl.) 
alta (sp.) = aufreeht (v. Schwert 

mit d. Spitze nach oben), 
alt-ano (ahd.) = Urahne. 
Altar S. 146. Tnf. 80. 
altar (engl.) = Altar (mit darauf 

brennender Flamme), 
altar-ano (ahd.) = Urahne, 
altare (lat.) = Altar, 
alter (d.) = Altar, 
alternately (engl.) = wechseiweis, 

abwechselnd, 
alter natim segmentatus j (lat.) = mit 
alternis scuti tincturis 'wechselnden 

Färbungen. 
Altmutter = Mutter im 8. Gliede. 
alto (port) = oben, das obere, 
altsammans (sw.) = alles zusammen. 
Altrater = Vater im 8. Gliede. 
aluta (lat.) = Fell 
alveolis alternatis descriptus (lat) = 

neunfach geschacht 
alveolus (lat.) s= das Feld, der Platz, 
erhöht (v. Figuren 
alzado (sp.) I _in einer Stellung 
alzato (it.) ( "~ höher wie die ge- 
bräuchliche) 
amaide (it.) = schwebende Balken, 
amandier (frz.) = Mandelbaum, 
amantado (sp.) = aufsteigende Spitze, 
amaranthus (lat*) =s amaranthfarben. 
amarellus (lat.) = Ammer, 
ambar (ahd.) = Eimer, 
ambolt (d.) = Amboss. 
Amboss = Instrument zum Schmie- 
den (s. auch Lehjntuhl). 
amboz (mhd.) = der Amboss. 



ambulans (lat.) = schreitend, 
ameia (port ) = Zinne, 
com ameias (port) = gezinnt. 
Ameise, sehr selten z. B. im Wappen 

z. B. Grafen Bigot de Saint Quen- 

tin. 
ameize (mhd.) = Ameise« 
amer.(mhd.) , ^ ld 

amennc (mhd., ahd.) } = mar 
amero (ahd.) » 

Amethyst = veralteter heraldischer 

Ausdruck für „Purpur - (s. d.). 
amita magna (lat.) = Grosstante von 

väterlicher Seite (Grossvaters- 
schwester). 
amita major (lat) = Schwester des 

Aeltervaters (vät. Seits). 
amita maxima (lat.) = Schwester des 

Grossälter vaters (vät. Seits). 
amitini (lat.) = Kinder von Bruder 

und Schwester (Vettern), 
amitiuus (lat.)= Vaterschwester- oder 

Mutterbruders-Kind. 
Ampel = Hängelampe* 
Amphibien ftk M. 
amphiptere (frz.) = geflügelte 

Schlange, 
amphisbäne (Qu. 8) = nennen alte 

Heraldiker den ungeflügelten 

Drachen, 
amphistera (sp.) = Amphistere (Fa- 

Fabelthier : schreitender Drache, 

dessen geringelter Schwanz in 

einen Drachenkopf endet, 
amphistere (frz.)=geflügelteSchlan^e, 

den Schwanz, der am Ende eine 

oder mehrere Schlangenköpfe hat, 

in Schnörkel gezogen. 
ampula(ndl) I G fö L 
arapulla (ahd.) } = ? A ™",\ Lampe 
ampulle(mhd.)| ( Ara P el >- 
amsala (ahd.) = Amsel. 
Amseln S. 9S. Taf. £0» au aneh 

Herle, Herleite. 
Amtsaelehen 8. 1S6. 
(figura) amygdalata (lat.) = Wecke, 
amygdalus (lat.) = Mandelbaum, 
ana (ahd.) = Grossmutter, 
anaboz (ahd.) = Amboss. 
anachoreta (lat.) = Einsiedler, 
anade (sp.)\ _ E t 
anas (lat.) ' ~ Jfinte * 
analüti (ahd.) = Antlitz, 
anaticula (lat.) = gestümmelte Ente, 
anatrella (it.) = kleine Ente, 
anbragt (d.) = angebracht, 
ancbe (frz.) = krumm, (v. Säbel 

oder anderen krummen Figuren), 
anchar (ahd) * 

anchor (engl.) V = der Anker, 
anchora (lat.) ' 

anchoratus (lat) i geankert (z. 
anchored (engl) i B. Kreuz), 
ancbors (engl.) = Anker, 
aneile (lat.) i 

, (it.) [ = Tartsche. 
anciles (frz.) \ 
anclado (sp.) = geankert, 
ancolie (frz) = Agley, schneeglöek- 

chenftrmige (hängende) Blume 

(Akeley). 
ancora (it.) = Anker. 



ancorato (it.) = geankert (v. Kreuz 
etc.). 

ancred (engl.) = geankert. 

and (plur: ander) (sw.) = Ente. 

andario (sp.) = Bachstelze. 

i det andet (d.) = das im anderen 
(sc : zweiten) Felde. 

an die Theilung geschlossen, s. am 
Spalt. 

andra (sw) =: zweite(s Feld). 

andreaskors (sw.) s. Andreaskreuz. 

AnAreMkreiui £• 44. Tnf. 10. 

ane (mhd.) = der Ahne, die Ahne 
(Grossvater, Grossmutter). 

ane (frz ) = Esel. 

aneinanderBtossend oder angefügt 
sagt man von Heroldsfiguren s. B. 
Rauten, Monden, Bösen, Kugeln, 
wenn ihre Spitzen resp. Aussen- 
ränder aneinander stossen. 

aneliato (it.) = beringt (v. Halsband, 
Stierkopf). 

anelietto (it.) = Bing. 

anellus (lat.) = kleiner Bing. 

anfitera (sp.) = amphistera. 

anfiterro (it.) = amphistera (s. d.) 

ange (mhd.) = die Angel (sowol 
Fisch-, wie Thttr- Angel). 

ange (frz.) = der Engel. 

angefügt, s. aneinanderstossend 

angekürzt, s. angestückt 

angel (engl.) = Engel (hier gewöhn- 
lich mit ausgebreiteten Flügela 
und erhobenen Händen, sich auf- 
schwingend. 

angel volant (engl.) = der Engel 
mit einer erhobenen Hand, die 
andere gesenkt, haltend im Munde 
einen Zettel mit den Buchstaben 
G. L. E. D. 

an angel (engl.) = der Engel knieend 
(betend) mit erhobenen Flügeln. 

Angelhaken ». 125. Taf. M« 

angelo (it.) = Engel. 

angelus (lat.) = Engel. 

angemnes (frz.) = vierblättrige (zur 
Decoration bestimmte) Rosetten. 

angenne (frz.) = eine rosenartige, 
I oder 5 blättrige Blume. 

angeschoben (Qu. 5) sagt man vom 
Turnierkragen , dessen Oberrand 
an dem des Schildes anstösst 

angesicht (mhd.) = das Gesicht, 
Antlitz. 

angestemmt (awieenen Flügeln 
etc.) 81. 159. 

angestückt (oder angekürzt Qu. 5) 
heisst eine Herolds-Figur z. B. 
ein Kreuz, an dessen Enden Stücke 
von anderer Färbung angesetzt 
sind (s auch gestückt). 

angestückt heisst ein Schüdhaupt 
oder Balken, wenn erstere und der 
Schild beide von Metall oder beide 
von Farbe sind; u.E. ein übrigens 
durchaus entbehrlicher Ausdruck. 

angil (ahd.} = Engel. 

angle (engl.) = Angelhaken. 

angle (frz.) = beeckt (wenn aus den 
Winkeln eines Kreuzes kleinere 
Gegenstände hervorgehen). 



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angled — aquilula. 



195 



angled (engl) = rechtwinklig, stufen- 
förmig gebrochen. 

angolato (it ) = bewinkelt (t. Kreuz). 

.«~ A _ /#»„\ t Wurftpiess, Parti- 

252L ( ^ = »ane mit gieven- 

****** <*> förmigem Elsen. 

angrelado (sp.) = Dornen- (Kreuz- 
Balken etc.). 

angrelnra (sp.) = Dornen- Faden- 
Saum. 

angster (mhd.) = Flasche. 

angne (it.) = Schlange. 

angnilla (lat, it.) = Aal. 

anguis (lat) = Schiauge. 

angnl (ahd.) = Angel (Fisch- und 
Thür-). 

1 beeckt (wenn 
ans den 3 Win- 
keln eines 
Kreuzes oder 
Schragens 
kleine Gegen- 
stände hervor- 
gehend)- 
angnlo diestro (sp.) = rechtes Ober- 
eck 
angnlos (sp.) = Vierungen im Schilde. 
anguJus (lat.) = Ecke, Winkel, Angel, 
aagulns cephalicus (lat.) = abstei- 
gende Spitze, 
angnlus dexter (lat) = rechtes Ober- 
eck. 

— inferior (lat.) = rechtes Un- 
tereck 

— sinister inferior (lat.) = linkes 
Obereck. 

— — snperior (lat.) =s linke 
Untereck. 

Ä ( ffiL)}= leisen. 

anille ä l 1 antique (frz.) = Mühl- 
eisen iu X-form. 

anillejo (sp.) = Bing. 

anillette (sp.) = kleiner Ring. 

animado (sp.) = belebt (schnaubend 
v. Pferde) sonst von Thierangen 
anderer Farbe. 

animal (frz.) 

Thier. 



- (engl)} = 



des 



animato (it.) , belebt (v. Thier- 
animatns (lat.) \ = äugen besonde 
anime (frz., engl.)' rei Farbe). 

ÄeUa)( it ) = kleiBeEn ^ 

ankar (sw.) = Anker. 

ankarsstock (sw.) = Schaft 
Ankers. 

Amker, gesenkt \ H. 1*9. 
— geatttnt J Taf. 29. 

Anker-Kreuz fei* S7. T»f. 6. 

ankerkruis (ndl.) = Ankerkreuz. 

Ankerrad = ähnlich wie das Oleven- 
rad, nur die 8 Spitzen wie die 
Arme des Ankerkreuzes geformt. 

Ankerschragen = ein liegendes 
Ankerkreuz (z. B. W. der Broglio). 

annars (sw) = sonst, anderenfalls. 

anneau (frz.) = Bing (grosser). 

annel encoberto (port.) = King mit 
Stein. 

annelet (frz.) = kleiner Bing. 



annodato (it.) = mit Knoten geknüpft, 

verschlungen, z. B. von Löwen - 

schweifen, Schlangen, 
annulet (engl.) = Bing, fünfte Art 

der dortigen Beizeichen, 
annniete (sp.) = Bing, 
annnlets (engl.) = verschlungene 

Binge. 
annnlns (lat.) = Bing, 
ano (ahd.) = Grossvater, 
ansa (lat.) = Heft, Griff (z. B. 

Schlüsselgriff), 
anoblissement (frz.) = Erhebung in 

den Adelsstand, 
anor (sw.) = Ahnen, 
ansa (iat.) = Oese. 
ansar (sp.) = Gans. 
anschauend (von Schildhal- 

tern, s. B* Aittwe n. Eieopar- 

den). — $. 185, Taf. S6. 

Fig. 4. 
anschauend (v. Thierköpfen) s. „im 

Visir gestellt«, 
anser (lat.) = Gans, 
anshent (engl.) = kleine Flagge. 
anspringend Ä. 70* Tai; 12s, 

Flg. SS— S5. 
anstossend, d. h. an den Band stos- 

send, von Bauten, Sternen, deren 

Spitzen die Seitenränder berühren 

(s. auch durchgehend), 
ansula (lat.) = Henkel, 
ant (mhd.) = Ente, 
ant (engl.) = Ameise, 
antafla (sw.) = Ahnentafel, 
antalet (sw.) = Anzahl, 
ante (engl.) = ineinander, 
antelope (engl.) = die heraldische 

Antilope (cfr. unten antilope heral- 

dique). 
antemurale (it.) = Vormauer, 
antenna (lat., it.) » _ q.^...^ 
antenne (frz.) I = »igelstaiig^ 
anterior pars (lat.) = vorn (vordere 

Hälfte). 
antiae (lat.) — Stirn, 
antiarmellinato (it.) = mit Gegen- 

hemielin. 
antico scudo = Dreieckschild, 
antigua (sp.) = alterthümlich (v. d. 

Krone: Zackenkrone), 
antihermionicus (lat.) = mit Gegen- 
hermelin, 
antilope heraldique (frz.) = die 

heraldische Antilope (Fabelthier 

nur in Englischen Wappen, die 

Hörner grad, Kopf wie Drache, 

Leib wie Hirsch, Schweif hoch). 
Antilopengeweih $• 157. Taf. 

S2. 
antique (engl.) = heidnische Krone 

(mit 7 Zacken), 
antiquo more (lat.) = alterthümlich, 

antik, 
antivajato (it.) = Gegenfeh. 
antlitze (mhd.) » 

Äi ( (Ä =AntUt,,Oe.icht. 
antiutti (ahd.) " 
Antonlna-Krena 8« S6. Taf. «. 

anndato (sp.) = mit Knoten, 
annlatus (lat.) = mit Nasenring. 



anulus (lat) = Bing. 

anus (lat) = Fussschelle. 

annt (ahd.) = Ente. 

anvil (engl) = Ambos mit zwei 

Spitzen, 
aoüt (frz.) = Augustmonat, 
apareados (sp.) = gekoppelt (von 

Hunden), 
ape (engl.) = Affe. 
ape(i) (it.) = Biene(n). 
apedes (lat.) = ohne Füsse. 
apelblad (sw.) = Apfelblatt, 
apeldoren (ndl.) = Apfelbaum, 
aper (lat.) = (wilder) Eber, 
aperto (it.) = offen, geöffnet (Thurm, 

Granatapfel), 
apex galaee (lat.) = Helmkleinod. 

- infestus 1 ( lat •) = Schildhannt, 

-sssjasj-*— «• 

— scutarius (lat) == Schildhanpt. 
Apfelbaum *. 10ö. Taf. 23. 

Apfelkreuz = kugelbesetztes Kreuz. 

a piombo (it) = senkrecht 

apis (lat.) =r Biene. 

aplani (frz.) = behauen (v. Baum- 
stamm). 

apodis (lat) = Amsel ohne Schna- 
bel und Füsse. 

apollinis lyra (sw.) = Leyer. 

apoyado (sp.) = gestüzt 

* = offen (von der 

appalmata (it.) I Hand,deren innere 

appaurae(frz M engl.)( Fläche sichtbar 
i ist). 

appel (ndl.) \ _ . f , 

apple (engl.) > " AeDteL 

appledore (engl.) = Apfelbaum. 

appoggiato (it.) = stützend auf (v. 
Löwenpranken, Händen). 

i ~ mit den Spitzen 

appointe (firz.)l zusammenstossend 

appuntato (it.)| (von Degen, Sparren 
I etc.). 

appuye (frz.) = anlehnend, stützend. 

apres (engl.) = „ein dem Bären 
ähnelndes Thier" (vielleicht aper ?). 

aprile (it.) = ApriL 

aprugnum caput (lat.) = Kopf des 
Ebers oder Delfins. 

apnldr (westgermanisch) = Apfel- 
baum (cfr. die Anm. bei affoltra). 

apnntados (sp.) = mit den Spitzen 
zusammen. 

aqnila (lat., it.) = Adler. 

— bicipite (it.) = Doppeladler. 

— deficiens (lat.) = Adler ohne 
Augen. 

— expansa (lat) = der Adler. 

— mutila (lat.) = ohne Schnabel 
nnd Füsse. 

aquileja (lat.) = Aglei. 
aqailini coloris (lat.) = Adlerfarben 
(braune). 

1= Nord- Wind darge- 
stellt in Form eines 
vomSchildoberrandber 
die Backen aufblasen- 
den Kinderkopfes, 
aquilotto (it.) = junger Adler, 
aquilula (lat) = Adler ohne Schwans 
nnd Füsse. 



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196 



aquor — arrow. 



aquor (lat.) = Feld des Schildes, 
ftr (mhd.) = Adler, 
ar (plur: aror) (sw) = Ruder, 
arabescado (sp) = damascirt. 
araignee (frz.)j = g inne 
aragno (it.) S * 
aram (ahd.) = der Arm. 
aranciato (it.) = orangefarben, 
arancio (it.) = Orangenbaum, 
araneus (lat.) = Spinne. 

ÄUto } = ** **» • 

arbalete (frz.) ■ Bailiste, Stein- 

arbalist (eiigl.)J = Schleuder, Arm- 

arbalista (lat.)f brüst. 

arbar (ahd.) = Pappelbaum. 

arbol (sp.) = Baum. 

arbor (lat.) = Baum. 

arbor consanguinitatis (lat.J= Stamm- 
baum. 

arbre (frz.) = Baum. 

arbrisseau (frz.) = Bäumchen, Staude. 

arbrost (mhd.) = Armbrust. 

arbuscello (it.) i = Bäumchen, 

arbuscula (lat.) i Strauch. 

arbuste (frz.) = Strauch, Baum. 

arc (frz.) = der Bogen (z. Schiessen). 

arc-en-ciel (frz.) = Regenbogen (g. 
r. gr.). — (wenn andere Farben, 
so ist es zu melden). 

arca di No& (it.) = Arche Noäh. 

arcato (it.) = gebogen. 

arche (frz. = Brückenbogen. 

arche de Koe (frz.) = die Arche 
Noäh. 

Arche NojÄh S. 147. TaT. Sl. 

arched (eng .) = (aufwärts-) gebogen. 

arches (engl) = Triumphbogen. 

archieres (frz.) = gemauerter Rund- 
gang (Gallerie) für die Bogen- 
schützen um Thürme u. Castelle. 

arcivescovo (it.) = Erzbischof. 

arco (sp.) = 1.; der Reifen (v.Fass), 
2., Pfeilbogen. 

arco (chi) (it.) = der (die) — Pfeil- 
bogen. 

arco (port.) = Pfeilbogen. 

arcobaleno (it.) = Regenbogen. 

arco iris (sp.) = Regenbogen. 

arcubalista (lat.) = Armbrust. 

arcui impositus (lat.) = Pfeil auf 
Bogen (gelegt). 

arcus (lat.) = der Bogen (zum 
Schiessen). 

ardea (lat.) = Reiher. 

ardens (lat.) \ 

ardent (frz.) f 

ardente (it.) > = glühend, brennend. 

ardiendo(sp.) I 

ardiente (sp.)] 

ardito (it.) = streitend (v. Hahn etc.) 

SL°$&)) = Feld des «*"-■ 

arend (ndl.) = Adler, 
arendsbeen (ndl.) = Adlerklaue, 
areola (lat.) = Schildchen. 
— inmeditullio (lat.) = Herzschild. 
argent (engl.) = Silber, 
argent (frz.) I 

argentum (lat.)/ = Silber, Weiss, 
argento (it.) > 
argola (port.) = Ohrgehänge (-Ring.) 



aries (lat). = 1., Widder, 2., Sturm- 

ariete (it.)) bock. 

aringe (it.) = Ring. 

Arion S. 150. 

ark (engl.) = Arche. 

arkader (sw.) = Arkaden (Bogen- 
gänge). 

arke (mhd.) = Truhe. 

arm (engl.) = abgeschnittener er- 
hobener Arm. 

Arm, ruhend S. SO. 

Arm, verkehrter, S. Sl. 

Arm, wachsender S. SO. 

Arm, weiblicher ». SO. 

arma (lat.) = Wappen. 

armado (sp.,port.) = l..bewehYt (v. 
Thieren, Pfeilspitzen) 2., ge- 
harnischt (v. Ritter) 3., mit 
Eisenspitze (v. d. Keule). 

armadura (span.) = Harnisch. 

armas (port.) = Wappen. 

armato (it.) = bewehrt. 

armato di tutto punto = bis an 
die Zähne bewaffnet (vollständig 
geharnischt mit allen Waffen). 

Armataren nennt man die be- 
sonders im vor. Jahrhundert 
gebräuchlichen, hinter dem 
Mchilde hervorkommenden 
und thellwels unter demsel- 
ben angebrachten Schuts- 
und Trutzwaflen aller Art, 
die noch heute bei polni- 
schen Mappen sehr beliebt 
sind. S. 1S6. 

armatu8 (lat.) = bewehrt. 

armbäge (sw.) = Ellenbogen. 

armborst-schaft (ndl.) = Schaft der 
Armbrust. 

Armbrust 0. IM. Taf. 26. 

ArmbrustJoehe s. jm. Taf. 86. 

Armbrnstochaft S. 121. TaT. 26. 

arme (it.) = Wappen. 

arme, der give hinandene handerne 
(d.) = zwei treue Hände. 

Arme, swel, S. SO Taf. 14. 
— — — gesinnt, S. SO. 

=1., bewenrt (von den 
Krallen der Raub- 
I thiere und Vögel). 

arme (frz.) J 2., mit — Eisen (von 

armed (engl.)] Pfeilen Speeren etc.) 
Ä , = geharnischt (v. 
! Menschen mit Kürass 
und dessen Theilen). 

arme de toutes pieces (frz.) = ganz 
geharnischt vom Kopf bis cum 
Fuss (nebst Helm !) 

armed can-a-pie (engl.) = vollständig 
geharnischt. 

arme dl padronanza (it.) = Herr- 
schaftswappen (d. h. Gnaden- 
zeichen der Souveraine, aus ihrem 
eigenen verliehen in Wappen von 
Aaelsgescblechtern) 

armeggiato (it.) = wie der Schild 
gezeichnet (v. Mänteln, Flügeln, 
Hörnern etc.). 

armellinato (it.) 
melin. 

armellino (it.) = 1., Hermelinthier. 
2., Hermelin (heraldisches). 



armenius (lat.) = Hermelin. 

armerista (it.) = Wappenbuch. 

armes de Feen, aux — (frz.) = wie im 
Schilde, wie der Schild (wenn die 
sämmtlichen Figuren in demselben 
sich auf dem Helmkleinod wieder- 
holen). 

armes pleines (frz.) = das Wappen 
ohne jedes Beizeichen. 

armillae (lat.) = »Armband* : drei 
concentrische Kreise. 

armillatus (lat.) = beschlagen und 
beringt (vom Jagdhorn). 

armille (it.) = armillae. 

armilo (ahd.) = Aermel. 

arminhos (port.)> _ «„,„.. 

arminios (sp.) \ - Hermelin. 

Armleuchter S. 180. Taf. SS. 

armorum scientia (lat.) = Heraldik. 

armour (engl.) = Rüstung, Harnisch. 

armour to the weist (engl.) = Ober- 
harnisch (bis zur Taille). 

arm8 (engl.) = Hörner (v. Ochse, 
Einhorn, Bock etc). 

Armsehlene 8. HS. Taf. 26. 

Armstuhl, s. Lehnstuhl (u. A. von 2 
Bären gehalten im Wappen 
v. Kiew). 

armus (lat.) = der Vorderbug eines 
Thieres; menschlicher Arm. 

armutia (lat) = Mütze. 

arnese (it.) = Harnisch. 

aro (mhd.) == Adler. 

arollado (sp.) = verschlungen. 

arondia (engl.) = ausgernndeter 
Spitzenschnitt. 

arons of Ulster (engl.) = abge- 
schnittene aufgerichte oifene linke 
menschliche („die Ulster 11 -) Hand, 
im silbernen Felde (gewöhnlich im 
Obereck oder Orth stehend (nur in 
Wappen Grossbrittannischer Fami- 
lien). 

aror (sw.) = Ruder (plural). 

arpa (it.) = Harfe. 

Ä (ep., it.) }= J«ngfra«enadler. 

arpione (it.) = Harpune, Haken, 
arque (frz.) = gebogen, 
arqueado (sp.) = mit Bogen (von der 
Brücke). 

1., ausgerissen, 
entwurzelt 



arrancado (Bp.) \~S^^ 
Thierköpfen). 



arrestado (sp.)i 
arrestato (it) }=r 
«.> I 



= mit Bunt-Her- 



auf allen Viere» 

arreste (frz.)' ' Gehend. 

arrSt de Jance (frz.) = Handschützer 
(an der Lanze) in Form wie ein 
Stechschild. 

errate (frz.) = stehend auf allen 
Vieren. 

arriciato (it.) = wild, borstig (von 
einer aufgerichteten Katze). 

andere „ main (frz.) = Verkehrt- 
hand (Hand, die den Rücken zeigt). 

SSÄi.)} = ■*«- * 

arrow (engl.) = Pfeil mit Spitze. 



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arruffato — ausgeschlagen. 



19T 



arruffato (it.) = struppig, 
arrows (engl) = PfeilbündeL 

Artemis 8. 14t. Taf. St. 

artificale fignre (it.) = künstliche 

Figuren, 
mrtiglio (it.) = Klaue, Eralle, Pranke, 
mrondo flat) = Schilf, 
rnrns (ahd.) \ 
aruzzi (ahd.)> = das Erz. 
arze (mhd.) ) 

arvum (lat.) = das Feld des Schildes. 
arx (lat.) = Borg, 
asc (ahd.) = der Eschenbaum, 
ascendens (lat) = 1., ein an den Spalt 

geschlossenes halbes Thier. 

§., kletternd (Ton Ziegen oder 

Gemsen), 
asch (mhd.) = der Eschenbaum. 
Nchfarb, keine heraldische 

Farbe 8. 4. 11* 
awia^acsia) (lat.)j = Axt> Beü 

— d'armi (it) = Streitaxt, 
asciato (it.) = angehackt, 
ascriptis (sc: figuris) = begleitet Ton. 
asellns (lat) = Schellfisch, 
asenhoved (d.) = Rehkopf, 
asino (it.) } __ E . 
asinus (lat)J ~ JwieL 
ash (engl.) = Eschenbaum, 
ash keyes (engl.) = die „Kätzchen" 

— Blüthen — des Eschenbaums. 
ask (engl.) = Wassereidechse, 
askeftrga (sw.) = aschfarben, 
asker (engl.) = die Wassereidechse, 
askeförgad (sw.) = aschfarben, 
askräd (sw.) = Esche(nbaum). 

as many (engl.) = ebensoviel(e). 

asna (port) = Sparren. 

asp (engl.) = Espe. 

aspa (port., span.) = (schwebender) 
Schrägen. 

aspa, em — (port.) = schragenweis 
gekreuzt (verschränkt). 

asperatus (lat.) = ruhend auf, 

aspersed (engl.) = besät mit. 

aspic (Ars.) \ _ N . 

aspide it.) } - Natter - 

aspin leaf (engl.) = Espenblatt 

aspis (lat) = Natter. 

aspo (it.) = Haspe. 

aspträd (sw.) = Espenbaum. 

ass (engl.) = Esel. 

asaemble or dove tail (engl.) = mit 
Zinnen (gesinnt). 

asserculus pedatus (lat) = Turnier- 
kragen. 

assicellato (it.) = senkrecht ge- 
schindelt 

assicellato in banda (it) = schräg- 
geschindelt 

assicellato in fascia (it.) = quer ge- 
schindelt. 

— — innestato = mauerstein- 
förmig geschindelt (in 2 Farben). 

— — in sbarra = schräglinks 
geschindelt 

^ de SÄ.)! = *— • 

B. 



assorti (in.) I = versehen mit 

assortito (it., sp.) j Helmdecken. 

assurjpnt (engl ) = aus dem Wasser 
steigend (wachsend). 

assyrian goat (engl.) = Angolaziege. 

asta (it.) = Lanze. 
— broccata (it.) = Krönl-Lanze. 

Ast-Balken 9. M. Taf. 4. 

Ast-Balken, linker 8. 25. 
Tai». 4. 

astend = (von einem Vogel auf 
Baum, Strauch oder Ast) — hier- 
für einfach: sitzend. 

aster (lat.) = Stern. 

asterias (lat.) = Riemen. 

asteriscus (lat.) = Spornrädchen. 

Astgabel-Krens S. »7, Taf. 6. 

Ast-Krens 8. 85. Taf. 5. 

Ast-Kreuz, schwebende» S. 87« 
Taf. 6. 

astlängs sagt Betberg für Spaltung 
mittelst Astschnitts. 

Ast Lfnk-Setaragbalken 8. 52. 
Taf. 8. 

Astllnksspaltnng H. 18. Taf. 2. 

astore (it) = Habicht. 

Ast-Pial S. 17. Tai. 2. 

Astraute nennt man eine Haute, 
welche auf einem schwebenden 
schräg verstutzten Schrägen, den 
sie fast gänzlich bedeckt, liegt, 
so dass es den Anschein hat, es 
wüchse aus jeder Seite ein Ast. 

Astrechtsspaltung H. 13. Taf. 2. 

Astschnitt nennt man den in Form 
eines geasteten (geknorrten) Baums 
gezogenen Schnitt. 

Ast-Schragbalken £.48. Taf. 8. 

Astschragen s. Burgundisches Kreuz. 

Sstskillig (sw.) = verschieden, 
mancherlei. 

St (sw.) = nach. 

atadas com un torcal (port.) = mit 
Band zusammengebunden. 

atamita (lat) = Schwester des Ur- 
altvaters. 

atavia (lat.) = Zweituraltmutter 
(Mutter im 5. Gliede). 

atavunculus (lat.) = der Uraltmutter 
Bruder. 

atavus (lat.) = Zweituraltvater 
(Vater im 5. Gliede). 

atchievement (engl.) = Wappenbe- 
rechtigung. 

ater (lat.) = schwarz. 

ätföjjd af (sw.) = begleitet von. 

po siderne (sw.) = beseitet 

von. 

atlantes (lat.) = Schildhalter. 

atmatertera (lat.) = Schwester der 
Uraltmutter. . 

atnepos (lat.) = Dritturenkel (8ohn 
im 5. Gliede). 

atneptis (lat.) = Dritturenkelin 
(Tochter im 5. Gliede). 

atpatruus (lat.) = Bruder des Ur- 
altvaters. 

= Aberzogen 
von, überdeckt 
durch. 



atraversado (sp.) I 
atravessado (port.)j 



atrus / (lat) = schwarz. 

Stskilljes frän (sw.) = abgetrennt 
von. 

med ätskillnad (sw.) = mit dem 

A Unterschiede. 

ätta (sw.) = acht. 

attaccato (it.) = verschlungen mit- 
einander (von Bingen, Sparren 
etc.). 

aufgelegt (v. Pfeil auf Bogen) 
H. 121. Taf. 26. Fig. 40. 

aufgerichtet = von Vierfüsslern. die 
auf den Hinterbeinen stehen, (beim 
Löwen ist es nicht nöthig, a. 
hinzuzusetzen). 

aufgethan = alterer überflüssiger 
Ausdruck von den Flügeln des 
Adlers, in seiner gewöhnlichen 
Stellung, also die Saxen gegen* 
einander. 

aufgewunden = gänzlich überflüs- 
siger Ausdruck vom Schwanz des 
Löwen. 

aufrechtes Gitter = ist ein aus senk- 
rechten und QuerfHden bestehendes 
Gitter. Der Ausdruck ist ganz 
überflüssig, denn jedes Gitter ist 
aufrecht, wenn es nicht ein liegen- 
des d. h. Schräggitter ist. 

aufreissen = Wappen entwerfen. 

Aufsatz (ad.) = Innenbord. 

aufsteigend, s. aufgerichtet 

Augenbinde des Falken S. 90. 

— der Menschen, s. Stirnbinde. 
Auge von wilden Thieren meist roth 

unterlaufen, gemalt. 

— Gottes, s. Gottesauge. 

— (drei „Finkenaugen 4 * — sie! 
führt die gleichnamige t Familie 
in Kurland). 

augusti mänads tecken (sw.) = 
Augustmonatszeichen (wie aber ist 
das?) 

augusto (ahd.) = Augustmonat 

aumuce (frz.) = Mütze. 

aunghiato (it.) = gebogen, gekrümmt. 

aunt (engl.) = Vatersschwester. 

aurarius (lat.) = golden. 

auritus (lat.) = geohrt 

aurum (lat.) = Gold, gelb. 

ausgebreitet = ganz selbstverständ- 
licher Ausdruck von den Flügeln 
des Adlers oder von einem Helm- 
Flug, dessen ßaxen gegeneinander 
gekehrt sind. 

ausgebrochen, s. durchbrochen. 

ausgeeckt (altd.) = für Zinnenschnitt. 

abwärts „ = pfalweiser „ 

quer „ = quer „ 

rechts v = schrägrechter , 

links „ = schräglinker „ 

ausgekerbt = ein zu vielen Zwei- 
feln veranlassender Ausdruck, der 
jetzt durch „Lappen 44 ersetzt ist 
(s. Lappen -Pfal, -Balken etc.) 

ausgerissen (v. Baum etc. des- 
sen Wurzeln sichtbar 0. 10S. 

ausgerundet (altdeutsch) = für im 
Dornenschnitt gezogene Figuren. 

ausgeschlagen = von der Zunge aller 
Thiere, sobald sie aus dem Maule 
hängt; da nun alle Thiere in der 
50 



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198 



ausgeschlagen — Baden. 



Heraldik dies für gewöhnlich thun, 
so ist der Ausdruck überflüssig n. 
nur das Gegentheil zu melden. 

ausgeschlagen = sagt man unnöthi- 
ger Weise auch für durchbohrt 
oder durchstochen (s. d.) — 
s. B. Raute. 

ausgeschuppt = (z. B. Pfal, Kreuz) 
brauchen manche Heraldiker für 

attaudig (bw.) = achtstrahlig. 

Attems, alter Ausdruck für den Bra- 
cken (Namenswappen der Grafen 
v. Attems!) 

atten (d.) = achtzehn. 

attere (engl) = einzelnes Hörn des 
Geweihes. 

attingens, scuti marginem non — (lat.) 
= schwebend. 

attired (engl.) = bekleidet; im wei- 
teren Sinne : geweiht (mit Geweih) 
(v. Hirsch, E eh bock etc.) und ge- 
hörnt (v. Bock). 

attires (engl.) = Bockshörner, Ge- 
weih des Hirsches. 

attkantig (sw.) = achtstrahlig. 

attonde (sw.) = achte. 

attorcigliato (it.) = aus Seilen ge- 
wunden 

attorniato (it.) = mit Stirnbinde 
(von Menschenköpfen). 

— = verschlungen (von Seilen). 

— = gekreuzt (von Zweigen), 
attraversante (it.) = überdeckt durch 

(wenn ein Balken, Schrägbalken 
andere Figuren überdeckt. 

attraversato (it.) = wenn ein Thier 
durch Balken etc. überdeckt wird. 

Attribute, christliche) 8. 147. 

— der Heilige / Taf. 81. 
Attribute der Fürsten und der 

Kirche. 8. 145 ff. 

— der Halbgötter S. 148. 
Taf. 81. 

— heidnischer Gotter ». 148. 
Taf. 81. 

attuddig (sw.) = achtstrahlig. 

atum (port.) = eine Fischart. 

atzel (ahd.) = Elster. 

aubepin (frz.) = Hage- (Weiss-) 
Dornstrauch. 

au chef parti (frz.) = zweiköpfig. 

auctor generis (lat.) = Ahnherr, 
Stammvater. 

Anerhahn 8. 90. 

Auf = Eule. 

auf der Hut (Qu. 7) = von einem 
stehenden, den Kopf „im Visir" 
zeigenden Hirsch. 

auf der Lauer (Qu. 7) = von der Gemse, 
welche alle 4 Läufe keilförmig 
zusammenstellt. 

Auff = alter Ausdruck für Eule. 

auffliegend sagt man = zum Unter- 
schiede von fing bereit (s. d.) 
von Vögeln, deren Flügel beide 
vollständig gelüftet sind, so dasa 
der Hals des Vogels zwischen den 
Flügelsaxen erscheint. 

aufgebäumt (altdeutsch) = vom bäu- 
menden Pferde. 

aufgebogen = von Fischen oder Bal- 



ken, welche so gebogen sind, das« 
der Bogen nach oben zeigt. 
aufgehend (ven der Sonne) 
». 73. Taf. 13. 

aufgehend (Gr. II. 196) = nannten 
aber die alten Heraldiker die aus 
demrechtenObereck hervor- 
brechende Sonne, was recht un- 
natürlich ist, da doch die Sonne 
von unten zu erscheinen pflegt, 
den Ausdruck Lappen (-Pfal, 
-Kreuz). 

ausgespält = alter Ausdruck für 
ausgebreitet, von den Flügeln 
der Vögel beim Adler; ganz un- 
nöthig. 

ausgespitzt (altd.) = für „gezahnt*. 

ausgezaddelt = überflüssiger Aus- 
druck für die Zacken der Helm- 
decken. 

Austern 0. MI. Taf« M. 

autour (frz.) = um, herum. 
— (frz.) = Habicht. 

autruche (frz.) = Vogel Strauss. 

avant-bras (frz.) = Unterarm. 

avant-mur (frz.) = Vormauer (Mauer- 
stück an Thurm oder Burg). 

aveine (frz.) = der Hafer. 

alanaSUH^elnuss, aber auch 
^lanajt.)j== 4 dgl ^ ' Kreuzfom# 

ÄV = a ( öt) 1 = der Hafer - 

aversi captibus obversis (lat.) = ab- 
gewendet, widersehend. 

aversus (lat.) = abgewendet. 

avia materna = Grossmutter müt- 
terlicherseits. 

avia paterna = Grossmutter väter- 
licherseits. 

aviron (frz.) = Ruder. 

avis (lat.) = der Vogel, 

avoine (frz.) = Hafer. 

avola (it.) = Grossmutter. 

avolo (it.) = Grossvater. 

avouä (frz.) = Vogt. 

avulso capite (lat.) = mit abgeris- 
senem Kopf. 

avunculus (lat.) = Mutterbruder, 
Oheim. 

avunculus magnus (lat.) = Bruder 
der Grossmutter (mütterl. Seits). 

avunculus major (lat.) = Bruder der 
Aeltermutter mütterl. Seits. 

avunculus matris (lat.) = der Mut- 
tersbruder der Mutter. 

avunculus maximus (lat.) = Bruder 
der Urgrossmutter oder Gross- 
ältermutterbruder mütterl. Seits. 

avunculus patris (lat.) = Mutter- 
bruder des Vaters. 

avus (lat.) = Grossvater (väterlicher 
Seits). 

awoitojo (it.) = Geyer. 

awns (engl.) = Ahne. 

ax (engL) — die Axt. 

ax brucklayers (engL) = Doppelaxt 
in Hammerform. 

ax, slaujfhtes (engl.) = Axt, hin* 
ten mit Dorn (Hellebarde). 

ax of lochabar (engl.) = Lochaber- 
axt (oben mit Haken). 



axe (engl.) = die Axt. 

axedresado (sp.) = geschacht. 

axis (Ut.) \ __ Achge 

axle (engl.) > - Acnse - 

Axt 9. IS*. Taf. M. 

ayeuls (frz.) = Grosseltern. 

aza (port.) = Flügel. 

azorado (sp.) = flugbereit stehend 

(v. Vogel), 
azul (port.) I 
azur (frz.) I 
azur(sp.) \ = w 
aiure (engl.) 1 
azureus (lat.)l 
azzurro (it.) ' 



B. 

baadshage (d.) = Bootshaken, 
baadshagejern (d.) = das Eisen des 

Bootshakens, 
baand (d.) = Band, Binde, 
baar (ndl.) = linker Schrägbalken, 
baard (ndl.) = Bart, 
baars (ndl.) = Barschfisch. 

bacar (lat.) = Becher. 

bacca (lat.)*= Beere. 

Bach; im Wappen der v. Bach (Kur- 
land) ist ein Bach, dargestellt als 
gewellter Schildfuss, als Namensan- 
spielung gewählt; eine ähnliche, 
im Wappen der von der Becke, zeigt 
8 Querstrüme, auf dem untersten 
ein Schwan, dgl. im W. v. Beck ein 
Querstrom (s. daher Quer ström). 

Bach über die Eck = nennt Rüxner 
den Schrägstrom. 

Bachstein (Qu. 10) = veralteter Aus- 
druck für die grössere Art der 
Schindeln (a. d.) 

Bachatelse S. #3. Tafc M. 

Bachas S. 150. 

ttsar<£H %£***** 

bacinetum (lat); 

back (engl) = der Bücken (das 
Kreuz des Pferdes). 

backgammon table (engl.) = Trick- 
tracktisch. 

backe (sw.) = Boden. 

£Äk) I = Bache « WM ~- 

baculo pastoral (sp.) = Krummstab, 
"baculus extinctus I (lat.) = schräg- 

— perpetuus f rechtsgestellter 
abgekürzter Balken (Bastardstab). 

— laevus (lat.) = dgl. schräglinks. 

— pastoralis (lat.) = Krummstab. 

— pergrinantium (lat) = Pilger- 
stab. 

bäda (sw.) = beide. 

bade— och (sw.) = sowohl — als auch«, 

Badekappe, s. Bienenkorb. 

Baden, Krone des «reftfther» 
sog« von — g. 174. 



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badge — banda di fusi coricati. 



199 



badge (engl.) = Helmzeichen. 

badger (engl.) = Dachs. 

häggfc (bw.) = beide. 

baek (d ) = Bach (Qaerstrom). 

Bälle, s. Kugeln. 

bänder (sw.) = Bänder auch Quer- 
streifen. 

Bftndlein (Wagenseil) = schmaler 
Schrägbalken. 

bftr (sw.) = Beere. 

Bar, aufreeht \ 

— mit Halsband S.8S. 

— klimmend i Taf. 15. 

— sehreitend ) 
bärand (sw.) I __ f-.«-^ 
baerend (d.) } = fcra ^ nd - 
Barenrumpf 8. 8*. Taf. 15. 
Bareatatsen 8. 83. Taf. 15. 
Bareatatsen als HelmhJelnod 

8. 165. 

baerer (d.) = der Träger. 

Bärtigen, (rectius wol Bärtchen) 
= (Qu. 10.) altfränkischer Aus- 
druck für die Kelch-Blätter der 
Böse (cfr. bebartet). 

Baume 8. 102. 

Mumead (v. Pferd) 8. 85. 

hag (d.) = hinter. 

bag oi" madder (engl.) = Sack, Bal- 
len. 

bagbenene (d.) = Hinterfusse (-Pran- 
ken). 

blge (sw.) = Bogen (cum Schiessen). 

bagerst (d.) = hinteres. 

bagfra (d) = von hinten. 

bagge ( 8W = Widder. 

baggehufwnd (sw.) = Widderkopf« 

bague (frz.) = Fingerring mit Stein. 

bah (ahd.) = Bach. 

bahho (ahd.) = Bache (Mutter- 
schwein). 

b&hl (sw.) = Baumstubben, trocke- 
ner Ast. 

bahnt (frz.) = Truhe. 

bailonato (it.) 1 = mit Knochen oder 

baillone* (engl.)> Stock im Maule (v. 

baillonne* (firz,)) Hunden iia.Thieren). 

baixa (port.) = Obereck (Würfel). 

bajada (sp.) = erniedrigter Balken. 

Bajonnet 8. ±22. Taf. 26. 

bakbene (sw.) = Hinterbeine. 

pi bakbenen rest(sw.) = aufgerich- 
tet auf den H. 

bakdel (sw.) = Hintertheil (Steiss). 

wSSST } <«* = ffinterfttMe - 

bakom (sw.) = nebenbei 

med bakvändt hnfrud (sw.) = wider- 
sehend. 

bal (mhd., frz.) = Ball. 

bal (sw.) = Stamm, Baumstumpf. 

fcalaena (lat.) = der Walfisch. 

balanca (sp.) = Wage. 

balcho (ahd.) = Balken. 

Balck; schieffliegender — , altdeutsch 
für 8chrägbalken. 

Balck; schien von Eck in Eck liegen- 
der — = desgl. 

Balcke = (Quer-)Balken. 
— ; aufigerich teter — f sagtSp euer 

ftr jetmi: 



balderich (mhd.) = Schwertgurt 
bale corded (engl.) = geschnür- 
ter Sack, Beutel, Ballen. 

w£r & = der Wamsch - 

balestra (k.) = Armbrust. 

* Steinschleuder, 
1 nur im englischen 

baiist. (engl.) _ Ȁ 

| Füllhornartiger 
Figur, 
balk (engl., ndl.) = der Balken, 
balk (sw.) = rechter Schräg- 
balken, 
balk pa tvären (sw.) = (Quer-)Bal- 

ken. 
Balken 8. 24. Taf. 4. 

— abwartsgebogener 8. 26. 
Taf. 4. 

— aufwartsgebogener 8. 26. 
Taf 4. 

— aufgerichteter, s. Pfal. 

— belegter 8. 24. Taf. 4. 

— begleiteter H. 27. Taf. 4. 

— bordirter 8. 24. Taf. 4. 

— drei 8. 28 Taf. 4 

— drei schwebende, 8. 28. 
Taf 4. 

— drei schwebende nach 
unten verjüngte 8.28. Taf. 4. 

— drei schwebende, nach 
nuten und In sich ver- 
jungte 8. 27. Taf 4. 

— durchbrochener 8. 26. 
Taf 4. 

— eckig geschobener \ s Zicksack- 

gezogener) balken. 

— eingebogener 8. 25. Taf. 4. 

— erhöhter 8. 26. Taf. 4. 

— erniedrigter 8. 26. Taf. 4. 

— fünf 8. 26 Taf. 4. 

— gebogener 8. 26. Taf. 4. 

— gebrochener 8. 26. Tat 4. 

— gekanteter 8. 26. Taf. 4. 

— gekerbte = veralteter Aus- 
druck für „Zinnenbalken - , 
wie auch fürTurnierk rag en(!) 

— gekrackter 8. 25. Taf. 4. 

— gelehnter nennt Micrälius den 
Schrägbalken. 

— geschachter 8. 24 Taf. 4. 

— gespaltener 8. 24. Taf. 4. 
* — gespickelter 8. 24. Taf. 4. 

— gestückter 8. 24. Taf. 4. 

— getheilter 8. 24. Taf. 4. 

— gevierter 8. 24. Taf. 4. 

— gesahnser 8. 25. Taf. 4. 

— gesinnter 8. 24. Taf. 4. 

— im besonderen Verstände)) alt- 
deutsch = (Quer)balken. 

— mit S Gegenwolfssah- 
nen 8. 67. Taf. 11. 

— mit Zinne 8. 25. Taf. 4. 

— rechter, altdeutsch für (rech- 
ter) Schrägbalken. 

— ringsbordirter 8. 27. 
Taf. 4. 



Balken, sehraggerauteter 8*4. 
Taf. 4. 

— sehwebender 8. 26. Taf 4. 

— vier 8. 27. Taf. 4. 

— zwei 8. 27. Taf. 4. 
Balkenflanke 8. 15. Taf. 2. 

Balkenreihe ) = d |? .T 01 * *yoWiw 

BalkensteUef SÄ i? ■•"IRrT 
7 mene Stelle im Schilde» 

balkenweis 8. 68. Taf. li. 

— im Sehildhaupt 8. 68. 
Taf. 11. 

— im Sehildfuss 8. 68. Taf. 
11. 

Balkenzinne (B. A.) = Balken mit 

Zinne, 
balketrepen (ndl.) = mehrfach quer« 

getheilt. 
balkvis stäld (sw.) = balkenweis 

gestellt. 

Ballen} = Ku * e1 ' Scheibe > Pfennig. 

Ballenkreuz s. Eugelkreuz. Rudolphi 
nennt hingegen so das undurch- 
brochene Tolosaner (Schlüsselring-) 
Kreuz. 

ballesta (it) * = Steinschieuder,Bal- 

ballista (lat.)) liste. 

ballo (ahd.) = der BaU. 

balmi (mhd.) = Palme. 

baistock (ndl.) = Ballschlegel, 
Scheibe mit Stiel. 

balteo (it.) = Wehrgehänge. 

balteus (lat.) = Schräg(rechts)balken. 

— sinister (lat.) = Schräglink- 
balken. 

balteus undulatus (lat.) = Schräg- 
strom. 

baltheatum duetibus dextris (lat) = 
mehrfach schrägrechts getheilt. 

baltheatum duetibus sinistris (lat.) = 
mehrfach schräglinks getheilt. 

baltheus (lat.) = Schräg- (oft aber 
auch Quer-)balken. 

baltheus angustior (lat.) = Schräg- 
leiste. 

baltheus sinister (Iat.)=linker Schräg- 
balken. 

balthica (divisio) (lat.) = Schräg- 
theilung. 

Äh ( »)l = «• Bw *- 

Band nennt Köhler den Querbalken« 

Band ; mit einem solchen zusammen- 
gebunden erscheinen häufig zwei 
im Schilde vorkommende, resp. 
denselben umrahmende Zweige, 
welche kranzförmig zusammenge- 
bogen sind; das Band hat dann 
gewöhnlich eine Schleife und zwei 
herabhängende Enden. 

Band (des Hifthorns) s. Hifthorn. ' 

band (engl.) = das Band. 

banda (it., lat., port., sp.)=r Schrägt 
(recht )balken, (spanisch auch: 
Schärpe). 

banda rusada # sp. = Weckea- 

— fuselada ( schrägbalken. 
banda di fuai (it) = Weckenschräf- 

balken. 
. — — — coricati (it.) = ga* 
weckter Schrägbalken. 



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200 



banda ondeada — barry wavy. 



banda ondeada (port) = Schräg- 

atrom. 
bandado (sp.) \ _ geschrägt (8, 5, 
bandato (it.) f ~~ 9 mal). 

— centrato (it.) = dgl. mittelst 
aufwärts gebogener Linien. 

— ondato (it.) = wellenförmig 
geschrägt. 

Bande; Bussing n. Gen. bezeichnen 
so ganz irrthumlich den linken 
Schrägbalken, wogegen, wollte man 
den Franzosen folgen, wenigstens 
der rechte Schrägbalken diesen 
Namen tragen mttsste! (Qn. 10). 

ba<nde (frz., sw.) = (rechter) Schräg- 
balken. 

bände; en — (frz.) = schrägbalken- 
weis (in der Richtung des Schräg- 
balkens). 

band6 (engl.) = vom Löwen in 
schräger Stellung schreitend. 

band* (frz.) = geschrägt (mehrfach 
schräg(recbts) getheilt). 

— = mit Kopfbinde (versehen), 
banded (engl.) = von Band oder 

Borte umgeben. 

bandelets (frz.) == schmale 8chräg- 
balken.j 

Bandelier (Qu. 11.) = veralteter 
Ausdruck des p. Jungendres für 
linker Schrägbalken (s. d.). 

banderole (frz.) = Wimpel. 

banderole (engl.) = das Band am 
Hirtenstabe. 

banderolles (sw.) = Bänder mit 
Quasten. 

banderuola (it.) = Wetterhahn. 

banderuolato (it.) = mit Wetterhahn 
versehen (von Thürmen etc.). 

bandes en devises (frz.) = schmale 
Schrägbalken. 

bandevis (sw.) = schrägbalkenweis. 

bände- vis stäld ström (sw.) = Schräg- 
(rechts)strom. 

Bandmesser 8. 136. Taf. 188. 

Bandreihe = Balkenreihe. 

bandschräff nennt Betberg die (rechte) 
Schrägtheilung. 

Tbandum (lat.) I __ Banner 

baner (mhd.) ] ~ * anner - 

banier (mhd.) = Korb, Banner. 

banier (ndl.) = Banner. 

Bank nennt v. Retberg den Turnier- 
kragen als Wappenbild (Steg) 

Bank oder Hacker kommt vor im 
W. der Grafen Auersperg, wo die- 
selbe mit einem Adler besetzt ist. 

btfnkosedlar (sw.) = Bankozettel, d. 
h. Schindel. 



■ner 8. 185. 

— als Helmlcleind 8. IM. 
Taf. 3*. 

banner (engl.) = das Banner. 

— disveloped (engl.) = entfaltetes 
Banner. 

-Bannerfähnlein = quadratische 

Fahne. 
Banner, persische« 8. IM. 

Taf. 3t. 
1>anner rolls (engl.) =^ Leichenbanner. 
Bannerherr, Krone de» ade- 



ligen — (in Frankreich) 9. 
117. Taf. 33. Fi«. 31. 

Bannerherrenkrone (Italien), goldener 
Keif, dreimal oben mit 5 (1. 2.) 
Perlen besetzt. 

Bannerschilde nennen Zopfheraldiker 
angeblich eine Art ganz quadra- 
tischer Schilde ; wahrscheinlich Ver- 
wechslung mit Bannerfähnlein 
(Qu. 11). 

banniere (frz.) = quadratische Fahne. 

Bannschild (Schild des (BIut-)Bannes) 
s. Regalienschild. 

banque (frz.) = Bank. 

bant (ahd., mhd.) = Schrägbalken 
(aber auch: Band zum Binden). 

baquet (frz.) = Weinkrug. 

bar (sw.) = blank. 

bar (frz.) = Barbe (Fisch). 

bar (mhd.) = (linker ?!)Schrägbalken. 
aber auch für Querbalken ge- 
braucht. 

bar (engl.) = linker Schrägbalken. 

bars (engl.) = mehrere dergl. 

bar shot (engl.) = Stangenkugel, 
schmaler eiserner Balken mit Ku- 
geln an den Enden. 

bara händer (sw.) = blosse Hände. 

barb (engl.) = Barbe. 

barba (lat.) = Bart, Barte. 

barbado (sp.) = bärtig. 

barbagianni (it.) = Nachteule. 

barbarin (frz.) = Heerbarbe. . 

barbato (it.) = gebartet (v. Hahn, 
Fisch, Mann). 

barbatus (lat.) = gebartet. 

Barbe 8. #5. Taf. SO. 

= 1 , bebartet, (von 
den äusseren 5 Kelch- 
blättern der Rose), 
2. , ,beflitscht a , (von 

barbä (frz.) VdemGefiederdesPfeils) 

barbed (engl.) [ 3., gerüstet, (von der 
Rüstung des Pferdes), 
4., (bekammt und) be- 
/lappt vom Hahn und 
Huhn. 

barbeau (frz.) = Barbe. 

barbel (engl.) = die Barbe (Fisch). 

barbelado sp. = bekammt, belappt 
(von Hahn), 

barbellus (lat.) = Barbe. 

barbetado (sp.) = bekammt, belappt 
(von Hahn). 

säiä }-*"■*•<"■*> 

barbone (it.) = Pudel, 
barbs (engl.) = Barte. 

barbuta } ?*•) = ein Ueiner Helm - 

barbuto = gebartet (v. Menschen- 
köpf). 

bare (mhd.} = der Barch (verschnit- 
tenes Schwein). 

barca (lat., it) = Kahn, Barke. 

bard (sw.) = Bord. 

bardado (sp.) = beschlagen. 

bardato (it.) = gerüstet, geharnischt. 

1>arde (frz.) = beschlagen (von der 
Farbe der Hufeisen des Pferdes). 

bardizan (sw.) = Partisane. 

bare fedder; med — (d.) = barfusa. 



baräl (mhd.) = Becher. 

barensteel (ndl.) = Steg, Turnier- 
kragen. 

Barett 8. 118. TaT tS 

Barett als HelnUtleined 8. 
180. *» *Hf 

barg berg (ndL) = verschnittenes 
Schwein. 

bärge (engl.) = Barke. 

barn (ahd.) = Barch, verschnittenes 
Schwein. 

barica (lat.) = Kahn« Barke. 

baril (frz.) \ 

barile (it.) f = Tünnchen, Fässchen, 

barület (frz.)( LägeL 

barillus(lat.)J 

barn (sw.) = Kinder. 

barnabain (sw.) = Kindeskinder, 
Enkel. 

bamacle (engl.) = Pferdebremse.J 

barnlös (sw.) = kinderlos. 

Barene-Bischo* fe ; — Abseiehen 
der Napoleonischen — 8. 117. 
Taf. 33. Fig. 88. 

Barone;-Kriegft-,Abseichen der 
Napoleon! sehen — 8. 177. Taf. 
33. Fig. 90. 

Baroaet»; Krone der engli- 
schen - 8. 17t. Taf. 33. Fig. 32. 

Baronskrone s. Freihermkrone. 

barque (frz.) = Kahn. 

barra (it., sp , port.) = Schräglink- 
balken. 

barrado (sp.) = linksgeschrägt (8, 5, 
7 mal). 

barre (sw., frz.) = linker Schräg- 
balken. 

en barre (frz.) = schräglinksgesteilt 
(in der Richtung des linken Schräg- 
balkens). 

in barre wis (mhd.) = mehrfach 
quergetheilt. 

in barre wis endriu (mhd.) = zwei- 
mal schräg(links) getheilt. 

barre (frz.) = linksgeschrägt (mehr- 
fach). 

barrelet (engl.) = bandet. 

Barren nennen Einige den linken 
Schrägbalken (Nachäffung der 
Franzosen). 

barrenschräg nennt Betberg die linke 
Schrägtheilung. 

barrevis styckad (sw.) = schräglink» 
getheilt 

barrette (frz.) =' Barrett. 

barriera (it.) \ _ Zaun, Pallisadi- 

barierre(frz.) f ~~ rung. 

en barronue (von 8ehildhal- 
tern) 8. 185. Taf. M. Fit> 
19-21. 

barrow (engl.) = der Barch (ver- 
schnittenes Schwein). 

barrulet (engl.) = schmaler Balken» 

barry (engl.) = Balken. 

barry bendv counterchanged (engl) 
= mehrfach quer- und einmal 
schräggetheilt 

barry indented (engl.) = zahnförmig, 
mehrfach quergetheilt. 

— lozengie (engt) = gespickelt. 

— nebule ) (eng I = wellenförmig, 

— wavy (mehrfach quergetheilt. 



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bars — begge. 



201 



bars (frz., mhd.) = der Barsch (Fisch). 

bars-gemel (engl.) = Zwillingsbalken. 

Barsch H. M. Taf. *L 

barse (engl.) = der Barsch. 

bart (sw.) = blank, entblösst. 

Bart (der Böse) H. 108. 

Bart (des Schlüssels) H. 133. 

Barte = älterer Ausdruck für ein 
Beileisen, wie wir es im Wappen 
der Barteneck, Cammerberg, Mäs- 
senhansen n. A. sehen (s. Parte). 

Bartolt, Name des Storchs in der 
deutschen Thierfabel. 

bartig (ahd.) = der Barch (ver- 
schnittenes Schwein). 

barula (lat.) = schmaler Balken. 

barun (mhd,) = Baron. 

basa (ahd.) j = Base, („Schwester 

base (mhd.) ' des Vaters"). 

Wo S) ) (= mit F ™ <*•*•»*»• 
base (engl.) = der untere Theil ; auch : 

Schildfuss. 
base (frz.) = Fuss der Säule, 
base (frz.) = mit Fuss (v. d. Säule). 

oasi c im.) I tnier Drache mit 
basihsc (engl.) f Hahn ' kopf . 

Basilisk S. M. Taf. «2. 

basinet (engl.) = Helm, Bassinet. 
basket (engl.) = Korb. 

— or shrutte (engl) = Korn- 
schwinge. 

— or loaves (engl.) = Eierkorb, 
basnet (engl.) = Helm, Bassinet. 
Bastardbalken 9. 188. 

Siglialw = Ba8tei ' M ^ 
bastillado (sp.) » _ . »Minnt 
bastilie (frz.) f - unten S ezumt - 
baston (sp.) = Schrägleiste, Ba- 
stard Schrägfaden, 
bastone (it.) = der Stock. 

— contrafiammegiante = der 
Brand (brennender Stock). 

— scorciato = der abgekürzte 
Bastard(schräg)balken. 

basüne (mhd.) = Posaune. 

bat (engl.) = Fledermaus. 

bat (sw.) = Boot. 

bataille (frz.) = beklöpfelt (v. der 

Glocke), 
batalhantes (port.)= kämpfend (von 
Löwen etc., die einem zwischen 
ihnen stehenden Gegenstande zu- 
gewendet sind), 
batallada (sp.) = beklöpfelt (v. d. 

Glocke), 
batillum (lat.) = Schaufel. 

i= 1., der Stock, 
|2., der verstutzte 
Schrägbalken (Ba- 
stardbalken), 
3., der Stab (sehr 
geschmälerter 
) Pfal,Schrägbalken 
' etc.). 
b&ton d'esculape (frz.) = Aeskulap- 

stab. * 
bätons fleurdelises (frz.) = Gleven- 
stäbe. 

B. 



baton (engl., frz.) 



batons fleurdelises arraches (frz.) = 

ausgerissene Lilienstauden, 
bat's wings (engl.) = rechter oder 

linker Fitigel, 
battagliata (it.) = beklöpfelt (v. d. 

Glocke), 
battering ram (engl.) = Stnrmbock. 
batterolle (engl.) = Ortband (der 

Schwertscheide), 
battle ax (engl.) = Streitaxt, 
battled (engl.) = gezinnt. 

— arrondie (engl.) = mit Rund- 
zinnenschnitt. 

— grady (engl.) = Stufengiebel- 
schnitt. 

battled-imbattled (engl.) = Zinnen- 
feh. 

battoir (frz.) = Ballschlegel. 

batton (engl.) s. baton. 

baudrick (engl.) = Schwertgurt, 
(Schärpe). 

Bauer (im Schachspiel) S. 127. 
Taf. 27. 

Bauer ; ganzer — im Wappen selten, 
u. A. im W. der livländischen v. 
Buhrmeister. 

Baaerbrannen S. 138. Taf 2%. 

Bauernhut, als Helmklelnod 
8. 161. Tat 32 

Baum, dürrer, S. 105. Taf. 23. 

Baumrumpf = Baumstubben. 

Baumrumpfschragen nennt von Ret- 
berg 2 gekreuzte trockene Aeste. 

Baumsäge, S. 135. Taf. 28. 

bauteroll (engl.) = Ortband an der 
Schweftscheite. 

baviera (it.) =r Visir. 

bay (engl.) = braun. 

Bayern; Krone der Herzoge 
in — 8. 174. 

Bayern; Konlgskrone von — 
8. 174. Tat 34. Fig. 37. 

baxado (sp.) = erniedrigt. 

— = niedergeschlagen (v. Fluge), 
baxo (sp.) = Schltis8elgriff. 

baxo; por lo — (sp.) = unten, 
bazement (ndl.) = Postament, 
bazuin (ndl.) = Posaune, 
beacon (engl) == Fanal, 
beaked (engl.) = bewehrt, 
beaker (engl.) = Becher, 
beam (engl.) = Baum; auch Bocks- 
horn und Deichsel, 
bear (engl.) = der Bär. 

— rampant muggled (engl.) = auf- 
gerichteter Bär mit Maulkorb. 

beard (engl.) = Bart. 

bearing (engl.) == Spruchband. 

bearded (engl ) = bärtig. 

bearing on their Shoulders (engl.) 
= mit — über den Schultern. 

bears head (engl.) = Bärenkopf (ab- 
gehauen). 

— paw (engl.) = Bärentatze (aus- 
gerissen). 

beat (engl.) = Amboss, Beutel, 
beau-iils (frz.) = Schwiegersohn, 
beau-frere (frz.) = Schwager, 
beau-pere (frz.) = Schwieger- 
vater, 
beaver (engl.) = Biber, 
beavers tau (engl.) = Biberschwanz. 



bebandet sagt Bernd vom Jagdhorn 
mit Band. 

bebartet 8. 198 von den hervor- 
stehenden Kelchblättchen der Hosen 
wenn anderer Färbung. 

bebindet sagt Bernd vom Menschen- 
kopf mit Stirnbinde. 

beb! and ad h (sw.) = vermischt (von 
den Helmdecken mit verschiedenen 
Farben). 

beblättert, überflüssiger Bernd'scher 
Ausdruck von Bäumen mit Blät- 
tern. 

beblümt sagt Bernd von Gegenstän- 
den mit Blumen an den Spitzen. 

bebuekelt, wenn Harnisch» 
stocke, Halsbänder und 
Lansenschafte mit Nagel- 
kappen besehlagen sind, 8. 
118. 

bebundet (sw.) = umbunden. 

bebutst (von Bösen and a. 
Blumen) 8. 108. 

becasse (frz.) I __ Schnepfe, Bekas- 

beccaccia (it.) f sine. 

Becher 8. 127 Tat 27. 

bechvar (mhd.) = schwarz. 

beck (engl.) = Bach. 

beckelhübe (mhd )fe A ^S^l!! 
beckenhübe (mhd .)f* JA 

becque (frz.) = — -geschnäbelt (v. 

Vogel). 
bedacht (v. Hause, v. Thnrm) 

8. 114. 

bedeckt sagt Bernd tiberflüssiger 
Weise von Thieren, die eine 
Rückendecke tragen. 

bee (engl) = Biene. 

— hive (engl.) = Bienenkorb. 

beech (engt.) = die Buche. 

beek (ndl.) = Bach. 

beeld (ndl.) = Bild. 

been (d) = Beine. 

beenklaeder (d.) = Beinkleider. 

beer (ndl.) = Bär. 

beerenklaauwen (ndl.) = Bärentatzen. 

beetle (engl.) = Beutel. 

beeichelt braucht Bernd von Eich- 
zweigen mit Früchten. 

befahnet braucht Bernd von Thurm- 
dächern mit Windfähnlein. 

beffroi (frz.) = grosses Feh (bei 
denen weniger Reiben und mehr 
Stücke sind). 

beflaggt braucht Bernd von Schiffen 
mit Flaggen. 

beflitscht von der Farbe des Ge- 
fieders des Pfeils und Bolzens 
(s. d.). 

beflosst von der Farbe der Flossen 
der Fische. 

befruchtet, von Bäumen und 
Stauden welche sichtbare 
Früchte tragen g. 102 fl! 

med begärliga ögon ser neder St 
(sw.) = mit begehrlichen Augen 
niederschauend auf. 

begattert braucht Bernd von der 
Farbe der Fallgatter in Burg- 
thoren. 

begge (sw., d.) = beide. 

51 



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202 



begleitet - beringt. 



begleitet im Triangel S. 74. 

Taf 13. 
begleitet nach der Figur H. 74. 

Taf. 13. 

begleitet nach der Theilung 

H 74 Taf. 13. 
begleitet von H. 72. 74. Taf. 12. 

beglocket braucht Bernd von Kühen, 
die eine Glocke um den Hals 
tragen. 

begriff* = von der Farbe des Grif- 
fes eines Schwerts, Messers, einer 
Sichel etc. 

begürteit = braucht Bernd vom 
Gürtel der menschlichen Kleidungs- 
stücke — 8. auch be-,um schürzt. 

begurtet = braucht Bernd vom Leib- 
gurt der Thiere. 

behalsbandet = von der Farbe 
der Halsbänder von Thieren. 

behalsringt = braucht Bernd von der 
Farbe der Halsringe bei Menschen 
und Thieren 

behaugen (Qu. 163.) = heisst ein 
Schildhaupt, wenn sich über 
demselben noch ein wagerechter 
Theil von anderer Färbung befin- 
det, dessen Begrenzungslinie krumm 
und nach unten gerundet ist. (cfr. 
auch tiberkappt). 

beharneskad (sw ) = geharnischt. 

beheftet mit H. 71. Taf. 12. 

behelmt = wenn Thiere oder Men- 
schen einen Helm über den Kopf 
gestülpt tragen. 

behhar (ahd.) ( _ . RftMlAll 

böhhari (ahd.) ) = der Becher - 

behörig (sw.) = vollständig. 

bähourdin (frz.) = Pike. 

behuft (v. Pferde) ». 84. 

Bell H. 135. Taf. 28. 

Bein = Todtengebein, Menschen- 
knochen. 

Bein, s. Schenkelbein. 

Bein, s. Todtenbein. 

Beinschiene, s. unter Harnisch. 

Beiseichen H. 187. 

bekammt (v. d. Farbe des 
Hahnkamm«; H. HO. 

bekappt = von der Farbe der 
Haube des Falken. 

beker (ndl.) = Becher. 

bekettet = braucht Bernd von der 
Farbe der Ketten an Maulkörben 
oder Halsbändern und Leibringen 
von Thieren. 

beklädd (sw.) = bekleidet. 

beklopfelt = von der Farbe des 
Klöpfels in der Glocke. 

bekraget = braucht Bernd von der 
(abstechenden) Färbung des Kra- 
gens eines Kleides. 

bekreust=von d. Farbe desKreuzes, 
auf dem Reichsapfel, 
auf Fahnenspitzen, 
auf Kirchenfahnen. 
aufThurmspitzen u. Kirchen. 

beladen met (ndl.) = belegt mit. 

beladen = altdeutscher Ausdruck 
für einen mit einem Zepter, 
Schwert, Reichsapfel bewaffneten 
Adler. 



beladen = belegt (v. Balken« Pfal, 
in dem andere Gegenstände sich 
befinden). 

beladen = braucht Bernd von Thie- 
ren, deren Schulter mit einem 
Gegenstand belegt ist. 

beladen mit = sagt Wagenseil von 
Bäumen u. Zweigen mit Früchten. 

Belagernngsgegenstande 
8. 113. fl. 

belagt (d.) = belegt. 

belagt med (sw.) = belegt mit. 

belappt (v. d. Farbe des Lap- 
pens des Hahns) &. 90. 

belastet = vom Elefanten, Esel oder 
Kamel mit Last auf d. Rücken. 

belebt = braucht Bernd vom Del- 
phin, wenn Augen* u. Zähne sicht- 
bar, Bart, Kamm und Ohren von 
anderer Färbung als der Körper 
und das Maul geschlossen ist. 

beled sagadt af (sw.) = begleitet von. 

beleget (mhd.) = belegt mit. 

belegt mit 5*. 72.73. Taf. 12.13. 

beleit (mhd.) = belegt mit. 

belette (frz.) = das Wiesel. 

Belgien, Konlgskrone ) 

— Prlnsenkrone > 8.180 

— Rangkrone j 
belier (frz.) = Widder. 

— militaire (frz.) = Sturmbock, 
belle (ndl.) = Schelle. 

belled (engl.) = beglockt. beschellt 
(vom Halsband). 

bellet (d.) = die Hüfte. 

belletje (ndl.) = Schelle. 

bellfrey (engl.) = Glockenthurm. 

bellico (it.) = Nabel (des Schildes). 

Bellona S. 149 

bellota (sp) = Eichel. 

bellows (engl.) == Blasebalg. 

bells (engl.) = Schellen (an Vogel- 
ftissen). 

bells (church-b.) = Kirchenglocken. 

Bellyn = Beiname des Widders in 
der deutschen Thierfabel. 

below (engl) = unter, unten. 

belt (engl ) = Gürtel. 

bemannt = von der abstechenden 
Mähne des Löwen und Pferdes. 

bemälde (sw.) = erwähnt, beschrie- 
ben. 

bemängt (sw.) = vermischt. 

bemaulkorbt = braucht Bernd von 
der Farbe des Maulkorbs eines 
Thiers. 

bemundet \ = braucht Bernd von 

bemundstückt } der Farbe des Mund- 
stücks eines Jagdhorns. 

ben (sw.) = Bein. 

benagelt = dasselbe wie bebuckelt. 

— = wird auch von Zäunen, Git- 
tern gebraucht, wenn die Nägel- 
köpfe sichtbar sind. 

bench (engl.) = Bank 

bend (engl.) = Schräg(recht)balken. 

— sinister (engl.) = Schräg(link)- 
balken. 

bend, in — (engl.)= schrägbalkenweis 

(schrägrechts). 
bend in sinister (engl.)= schräglinks. 



bend, in surmounted with (engl.) — 
(eigentlich: schräg überdeckt durch) 
aber schrägkreuiweis, verschränkt. 

bend. per— (engl.) = durch Schräg- 
balken getheilt. 

bend, per — crenellee (engl.) = durch 
Zinnenschrägbalken schräggetheilt. 

bendled (engl.) = Schrägfaden 
(schmaler Schrägbalken). 

bendula (lat.) = Schrägleiste. 

bendways (engl.) = schrägbalken- 
weis. 

bendy (engl.) = schraggestreift, ge- 
schrägt. 

bene ordinato (it.) = gutgeordnet 
d. h., wenn bei mehreren Figuren 
im Schilde mehr in d. oberen wie 
in den unteren Reihen stehen. 

beneden (ndl.) = oben. 

benedenwaarts (ndl.) = aufwärts. 

Benediktlnermoneh H. 79. 
Taf. IS. 

benestelt; so nennt v. Betberg ganz 
überflüssiger Weise die mehrfache 
Quertheilung (cfr. Qu. 19., wonach 
dieser Ausdruck schon von Anderen 
gebraucht). 

benet (sw.)== Schenkel (des Sparrens). 

bengel (mhd.) = der Knüppel, Knut» 
tel. 

bensei (mhd.) = Pinsel. 

SÄ«ft.>f = *"-*"■ 

beprydt med (sw.) = verziert (be- 
legt) mit. 

bequaetet = wenn Schnüre an Fah- 
nen, Wappenmänteln etc. Quasten 
tragen. 

— von der Farbe der Quasten an 
Kissen. 

— sagt man auch überflüssiger 
Weise von dem ganz selbstverständ- 
lichen stets vorhandenen Büschel 
am Ende des Löwenzügels. 

beque (frz.) = geschnäbelt. 

bequille de Saint- Antoine (frz.) = 
schwebendes , eingebogenes Anto- 
niuskreuz (Tatzenschragen). 

ber (mhd.) = Bär. 

ber (mhd.) = die Beere. 

ber (mhd., ahd.) = der (Zucht-) 
Eber). 

berc (mhd.) = Berg. 

bere tnihd.) = Beere. 

bereift = von der Farbe der Reifen 
am Reichsapfel. 

— an Fässern, Bütten etc. 

— am Globus. 

Berg, 8. Hügel und Dreiberg. 

Berg 9 fenerspei ender 8§. 112. 
Tar. 25. 

bergsfackla (sw.) = Bergmanns- 
fackel. 

berghall (sw.) = Berghalde. 

Bergstrom H. 112. Tar. 25. 

beriemt, braucht Bermd von der 
Farbe der Fussriemen, mit dem 
der Falke gefesselt ist. 

beringt = von der Farbe der Ringe 
1., im Schnabel von Vögeln (bes- 
ser: mit Ring im Schnabel). 



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berk — bifronte. 



203 



2., in den Nüstern von Löwen-, 
Stier-, Büffel- und Widder-köpfen 
(besser: nasberingt). 
3., an Halsbändern nnd Jagdhör- 
nern. 

berk (ndl.) = die Birke. 

berla (ahd.)l __ p . 

bSrle (mhd.)f ~ rerle * 

& SS* ! = - **• 

berretta (it.) = Barett. 

berretto frigio (it.) = phrvgische 
Mütze. 

berry (engl.) = Beere. 

bersalis (lat.) = (rechte) Schräg- 
leiste. 

bersich (mhd) = Barsch. 

berudelt = braucht Bernd von der 
(abstechenden) Farbe des Fisch- 
schweifs. 

berudert = braucht Bernd, wenn an 
Galeeren, Böten etc. Ruder sicht- 
bar sind. 

besaamt (v. Blumen) H. 108. 

besät S. 69. Tai*. 12. 

besäumt = schmal bordirt. 

besaitet = von der (abstechenden) 
Farbe der Saiten der Harfe, Lyra 
etc. 

besant (frz., port.) = Münze. 

besant figuree (frz.) = dgl. mit Ge- 
sicht. 

besant-tourteau (frz.) = Scheibe 
(stets getheilt oder geviert von 
Metall und Farbe in einem Schild 
v. Farbe). 

besant y torta = besant-tourteau. 

besante (frz.) = mit Münzen beät. 

besatt (8w.) = besetzt. 

beschattet = vom Stiel der Lanze, 
des Bpiesses, der Hellparte, 8. auch 
gestielt.- 

beschattet, s. Schattenfarbe. 

beseneint S. 81. . 

beschellt = braucht Bernd von der 
Farbe von Schellen am Halsband 
von Kühen, Schafen und am 
Fusse von Habicht, Sperber 
und Falk. 

Beschläge (des Hifthorns), s. dies. 

besehlagen (v. Pl'erde) ». 84. 
— (v. Lanzenschaft) siehe be- 
buckelt. 

besehnurt =von der (abstechenden) 
Farbe der Schnur des Jagdhorns. 
— = von den Schnüren am Un- 
garischen etc. Kleide, besser: ver- 
schnürt. 

beschösset = veralteter Ausdruck 
für geständert (s.d.— Qu. 11). 

beschornsteint = braucht Bernd von 
der abstechenden Färbung der 
Schornsteine auf Häusern etc. 

beschuhet = braucht Bernd von der 
Farbe der Schuhe des Menschen. 

beschuhet = auch von den Hufen 
der Pferde, Kühe etc. 

beschürzt = vom Feder-, Tuch- oder 
Laubschurz von Indianern, wilden 
Menschen etc. 

beschweift = von der (abstechenden) 



Färbung des Schweifes beim Löwen, 
Pferde fite 
beschwingt (v. Flügel) H. 158. 

besegelt = braucht Bernd von der 
Farbe den Schiffssegel. 

besehnt = braucht Bernd von der 
Farbe der Bogen-Sehne. 

beseitet von = besser: begleitet 
(s. d.) oder zwischen. 

besetst mit S. 72. Taf. 12. 

beskreven (d.) = beschrieben. 

bersich (ahd., mhd.) = Barsch 
(Fisch). 

beslaaende, med seil (d.) = mit ge- 
refften Segeln. 

besom (engl.) — der Besen. 

bestac (mhd.) = Gespänge, Be- 
schläge (als Heroldsstücke). 

bestSr af (sw.) = bestehend aus. 

besteekt H. 71. Taf. 12. 

besteint = braucht Bernd von der 
abstechenden Farbe der Steine in 
Fingerringen. 

bestreut S. 69. Taf. 12. 

bestrickt, ähnlich, wie „bekettet" (s.d.). 

beströdd med (sw ) = bestreut mit. 

betagleuchtert = scheusslicher Aus- 
druck älterer Heraldiker, gebraucht 
von Thürmen, Burgen etc., wenn 
durch Fenster und Thür die Schild 
färbe sichtbar ist. 

bethürmt \ br * ucht . Bernd ' J m 

wi!!™w = au f emer Mauer 
bethürmt Thilrme gtehen> 

between (engl.) = zwischen, 
beugel (ndl.) = Bügel. 

Srsje ' (ndl) = Sack ' Tasche ' Börse - 

beürtelings (ndl.) = wechselweis. 

beurtelings - gheanteeld (ndl.) = 
Wechselzinnenschnitt. 

Beutelstand H. 117. Taf. 25. 
— (HelmkJelnod) H. 161. 

Beutelzeug (altdeutsch) = für ge- 
stürzte eingebogene Spitze. 

bevaebnet (d.) = bewehrt. 

beväpnad med (sw.) = bewaffnet mit. 

beväring (sw.) = Bewehrung (Waf- 
fen) der Thiere. 

»ö [ = Bibe, 

bevile (engl.) = zerbrochen, offen. 

bevilled (engl.) = , schräggebrochen, 
zickzackförmig. 

bevilling at fore (d.j = Bewilligung 
zur Führung. 

bewaflnet (v. Mohren) H. 77. 

bewaflnet: vonThieren, die in den 
Pranken oder Erallen etwas hal- 
ten (Zepter, Schwert, Fahne, 
Reichsapfel). 

bewaffnet = auch für „bewehrt" 
(Wagenseil) gebraucht. - s. d. 

bewartet, gebräuchlich (für das 
Französische donjonne) wenn ein 
Thurm kleine Erker (Warten) 
hat, oder wenn von 3 Thürmen 
auf einer Burg der mittlere 
höher ist. 

bewehrt = sagt man von allen Ex- 
tremitäten der Vögel und mancher 
Raubthiere, s. Waffen. 



Bewehrung (der Thiere) s. Waffen. 

bewimpelt = braucht Bernd von der 
Farbe der Schiffswimpel. 

bewinkelt von, S. 73. Tat. 12. 

bewurzelt = von den Wurzeln der" 
Bäume, wenn abstechender Fär- 
bung, sonst: entwurzelt. 

bezaaid (ndl.) = besät, aber auch: 
besetzt. 

besannt = von der abstechenden 
(nicht weissen) Farbe der Thier- 
zähne. 

bezaüt feS)i = Pfeuni *' MÜMe - 

bezantö (engl.) , = mit Münzen be- 

bezanteado (sp.) f legt. 

bezantlier (engl.) = unterer Theil 
des Bockshornes. 

Bezeenung (Wagenseil) = ein oben 
gezahnter Schrägbalken. 

bezelt (ndl.) = besetzt. 

bezinkt = sagenManche von denEnden 
des Hirschhorns oder Geweihes — 
besser: so und so viel-endig. 

bezogen mit = tiberdeckt durch. 

bezwungen = heisst der Drache, 
wenn er Kopf und Flügel hängen 
lässt. 

bi (sw.) = die Biene. 

bia (ahd.) = die Biene. 

biaelk (d.) = Balken. 

biälka (sw.) = Balken. 

— langssz nedh ath skiöldehn 
(sw.) = Pfäle. 

bial (ahd.) = das Beil. 

bianco (it.) = weiss. 

Biber S. 84. 

Biberschwänze als Helmklei- 
nod S. 165. Tal 32. 

bibracte (lat.) = Biber. 

bica (port ) == Schnabel. 

bicarium (lat.)l _ B - 

bicchiere (it.) f - ■ becner - 

bieeps (lat.) = zweiköpfig (aber 
auch vom gespaltenen Schildhaupt). 

biche (frz.) = die Hindin, Hirsch- 
kuh. 

"bieipite (it.) = zweiköpfig. 

biddend (ndl.) = betend. 

bidsel (d.) = das Pferdegebiss (Zaum). 

bie (mhd ) = Biene. 

biekube (d ) = Bieuenkorb. 

bielkeviis (d.) = balkenweis. 

Biene S. »7. Taf. 21. 

Bienenkorb S. 145. Tal'. SO. 

bierg (d.) == Berg. 

Bierzeiger (sccl)nennt (nach v. Qu. 12). 
Siebmacher den Drutenfuss (s. d.) 

bies (ndl.) = die Binse. 

bievre <frz.) \ _ Bib 

bie wer (mhd.)f — ülDer - 

bifida et in decussim trajeeta cauda 
(lat.) = Doppel - Schwanz, gehu- 
schelt und schräg sich kreuzend. 

bifidus (lat.) = doppelschweifig. 

biforcata (sc croce) (it ) = 1., Mal- 
teserkreuz gabelförmig, 
2., doppelschweifig (vom Löwen- 
schweif, wenn die Enden sich 
trennen). 

bifronte (it., sp.) = mit zwei Ge- 
sichtern. 



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S04 



bigarrado — blfereau. 



biglietto (it.) = mit Schindeln besät, 
bigordo (it ) = Pike. 

Ä! (iSt!) = - *"■ 

bij (ndl.) = die Biene. 

"bijl (ndl.) = Beil. 

bijuga fasciola (lat.) = Zwillings- 
balken. 

biknbe (d.) = Bienenkorb. 

bil (mhd ) \ _ jy. } 

bila(sw.,J ~ Be,L 

bilancia (it.) = Wage. 

buche (schweizerisch) = Birke. 

Bild, dasselbe - in zwei corre- 
spondircnden Feldern eines 
Wappens muss dieselbeRtch- 
tung in beiden haben H. 180. 

bilegrim (mhd.) = Pilgrim. 

bilgernistap (mhd.) = Pilgerstab. 

bill (ahd., engl.) = die Bille (Hacke). 
Billen = Kugeln (Pillen), 
billetado (sp.) = mit Schindeln be- 
sät, 
billete (frz.J = Längs -Schindel. 

— de biais (frz.) = dgl. perspec- 
tivisch gesehen. 

— couchee (frz.) = Querschindel. 

— perce en rond (frz.) = durch- 
bohrte Schindel. 

— vide (frz.) = durchbrochene 
Schindel. 

billete (frz., engl.) = mit Längs- 

Schindeln besät, 
bille tes = Längsschindeln. 

— echados = Querschindeln, 
billets (engl.) = Längsschindeln, 
bin (nhd ) = Biene. 

bin (mhd., sw.) = die Bienen. 

Binde = (Quer)-Balken. 

binde (mhd.) = der (Quer-)Balken. 

Binde; zu beiden Seiten ausge- 
kerbte nennt Wagenseil den Gegen- 
Zinnenbalken. 

Binde; rechtsquere — nennt Wagen- 
seil den rechten Schrägbalken. 

Binde; rechtsquere — , ausgekerbt zu 
beiden Seiten = nennt Wagenseil 
den Gegen-Zinnen-Schrägbalken. 

Binde ; rechtsquere — geschindelt 
nennt Wagenseil den Schrägbalken, 
der nach der Figur mit Spaltungen 
geweckt ist. • 

n;.wi*. m*;«» i altdeutsch = für 

— \clZl\ Lei8te < schmftIer 
scnmale J Q ue rbalken.) 

bindel (sw.) = Binde, Verband. 

Bindenseite = nennt v. Retberg den 

Schild , worin vorn ein Balken 

(wenn letzterer mit dem leeren 

Felde gleicher Färbung) (cfr. auch 

Flankenbalken). 

Bindensparren == nennt v. Retberg 

den Sparren unter einem Balken 

gleicher Färbung, in den hinein 

sein Gipfel reicht. 

Bindenstreif = nennt v. Retberg den 

boQnerbalken unter dem ein Pfal 

V gleicher Färbung (s. Krücke). 



Blndeschlttssel, der goldene 
schragrechte im papstf. Wap- 
pen H. 18 (s. auch Löseschlussel). 

Bindlein nennt (Wagenseil) den 
schmalen Schrägbalkeu. 

bine (mhd.) = Biene. 

binez (mhd.)) 

binuz (ahd.)> = Binse. 

binz (mhd.) ) 

bini scyphi (lat.) = Doppelscheuer. 

Binsen = Schilf; s. auch Mooskolben, 
Rohrkolben. 

bfcrn (d.) = Bär. 

biornelab (il.) = Bärentatze. 

biondo (it.) = bloud. 

bipartito (it.) s. partito. 

bipartitus (lat.) =: senkrecht in zwei 
Theile getheilt (gespalten). 

bipenne (it.) \ _ Hellnarte 

bipennis <Jat.) f - aell P ftrte 

bipertitus (lat.) = in zwei Theile 
getheilt. 

bipertitus ex summo (lat.) = gespal- 
ten. 

SAß} = die Birae - 

birche (oberdeutsch , schweizerisch 

mhd.) = die Birke, 
bird (engl.) = Vogel (spez. Falke), 
bird-bold (engl.; = Vogelbolzen, 
bire (engl.) = Bauer, 
birihha iahd.) = die Birke. 

Birke H. 103. Taf. 23. 

birkelöf (sw.) = Birkenblatt (Laub). 
Birkhahn S. Ol. Tar. lt. 
Birnbaum H. 105. Taf. 23. 
Birnen S. 105. Taf. 23. 

birretta (lat.) = Barett. 

bisabuelo (sp.) = Urgrossvater. 

bisantato (it.) = mit Münzen besät. 

bisante (it.) = Pfennig, Byzantiner. 

bisante-torta (it.) = bezant-tour- 
teau (s. d.). 

bisantini (lat) = Byzantiner (Mün- 
zen) 

bisayeuls (frz.) = Urgrosseltern. 

Bischöfe 8. 70. 

Bischöflicher Hut S 117., 182. 
Tar. 25., 35. Flg. 70. 

bischofskröne (mhd.)= Inful, Bischofs- 
mütze. 

Bischofsmtttsen 8. 183. Tat 
35 Fig. 54. 55. 73. 

Bischofs - Motzen als Helm- 
klelnode 8. 168. 

Bischofsmützen als Bangab- 
seichen 8. 168. 

Bischofsstab 8. 145. Taf. 30. 

SKSStfÄJ = ****** 

biscia (it.) = Schlange. 

bischopshatt (sw.) = Bischofshut. 

bispehue fd.) = Bischofshut (Inful). 

bi8pestav(d.)= Bischofsstab (Krumm- 
stab;. 

bisse (frz.) = aufrechte 8chlange, 
deren Leib mehrere Wellenlinien 
macht. 

biute (mhd.) = Butte. 



biutel (mhd.) = Beutel, 
biznieto (sp.) = Urenkel, 
biszado (sp.) = mit Schlangen, 
bitt (manage-) = Pferdegebiss 

(Kandare). 
— -snaffle = Trensengebiss. 
biznietos (sp.) = Urenkel, 
bjelke (sw.) = Quer-Balken. 
bjelke krenelerad ofvan och nedan 

med framryckte tinnar (sw.) = 

Wechselzinnenbalken, 
bjelkvis (sw.) = balkenweis, 
bjerg (d.) = Berg, 
björn (sw.) = Bär. 
björnefötter (sw.) = Bärentatzen, 
björnklo (sw.) = Bärentatze. 

W?> I = "-• 



blau. 



weiss. 



blaat (d). \ 

blaauw (ndl.)? 

black (engl.) = schwarz. 

blad (ndl., sw.) = Blatt. 

blade (d.) = Blätter. 

blade (engl.) = Blatt. 

bladed (engl.) = beblättert (von den 

Blattei n am Stiel der Kornähre, 

wenn andersfarbig), 
bladen um wapnedt (sw.) = Helm- 

decken, 
pa bladet (d.) == auf dem Blatt, 
bladrik (sw.) = blattreich. 

Blatterstengel (an Bttflfelhftr- 
ncrn) 8. 157. 

bläklädd (sw.) = blangekleidet. 

blamanshufvud (sw.) = Kopf eines 
blauen Mannes. 

blanc (mhd.) \ 

blanc-wiz (mhd.) j "~ 

blanke (mhd.) = Planke. 

Blasebalg 8. 130. Taf. 28. 

blasenspil (mhd.) = Blashorn. 

blasniren (mhd.)' — blasoniren, an- 
sprechen. 

blasonering (sw.) = Wappenbe- 
schreibung. 

blasoniren (von Blas, die Brandfackel, 
Kerze) = ansprechen, ein Wappen 
beschreiben. 

blat (ahd , mhd ) = Blatt. 

blätt (sw ) = blau. 

Blatt, einzelnes im Wappen, 8. Lin- 
denblatt, Seeblatt, auch Eich- 
blatft Oelblatt etc. 

Blatteis (altdeutsch) = Butte (Fisch). 

blatteus (sc: color) (lat.) = roth. 

Blattkreuz nennt Rudolphi her. cur. 
das Schlüsselring-Kreuz. 

Blattschnitt, s.Kleeblatt- und Linden- 
blatt-Schnitt. 

Blau, heraldische Farbe S. 4. 
T*f. 2. 

bläw (mhd.) = blau. 

blazveneren (ndl.) = blasoniren. 

blaze (engl.) = die Blesse des Pferdes. 

blazing star (engl.) = Strahienstern, 
Komet. 

hU frz.) = Getreide. 

bleed (engl.) = Blut. 

blereau (frz.) = Dachs. 



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bleuer — bordoes de S. Thiago. 



205- 



Heuer (inhd.) Schlägel. 

blev adlet (d.) = wurde geadelt. 

blic (abd., mhd.) = Blitz. 

«Seil»**-) USSn 

bliksem(schicht)(ndl.)) t stram J- 
BUndsehlelehe S. 94. 
BliUe S. lti. Tat. 24. 

blitze (mhd.) = Blitz, 
bliuwel (mhd.) = Schlägel, 
blixtsträlar (sw.) = Blitzstrahlen. 

bfcÄ.) } = B,ütk > Klotz - 

block-brushes (engl.) = Fleischblock- 
Bürsten. 

bloed (ndl.) = Blut. 

bloem (ndl.) = Blume. 

bloh (ahd.) = Block, Klotz, Bohle. 

blokh (ncjl.) = Viereck. 

blokje (ndl.) = der Längsschindel. 

blouima (sw.) = Blume. 

blomständare (sw.) = Staubfäden. 

blomster (d.) = Blumen. 

blomsterstängel (sw.) = Blumen- 
stengel. 

blomstrede (d.) = blühend. 

blood (engl.) = Blut. 

bloom (engl.) = Blume, Blüthe. 

bloot-hound (engl.) = Bluthund 
(Spürhund). 

bioquer (frz.; = Block. 

blottadt (sw.) = bloss (v. Schwert). 

blottet (d.) = blank, bloss. 

blOz (mhd.) = nackt. 

— (ahd.) = stolz. 

blue bottle (engl.) = Kornblume. 

Bluthen S. 102. 

Blumen H. 102. 

Blumen als Heimkleinode 
S. 164. 

Blumenkorb S. 132. Taf. 28. 

Blumentopf N. 108. Taf. 24. 

Blumenvase S. 132. Tat. 28 

blundus (lat.)l _ ,, , 

blunt (mhd.) } = blon(L 

bluoma (ahd.) j _ BJ 

bluome (mhd.) > ~ amme ' 

bluost (mhd.) = Blüthe. 

bluot (ahd., mhd.) = Blut, aber auch 
Blüthe. 

Blutegel s. 96. Taf. 21. 

Blutfahne i3t nach v. Qu. 21. identisch 
mit Kegalien (s. d.). 

Bluttarbe tk 10. 

blutig, wenn die Schnittfläche abge- 
schnittener Glieder sichtbar und 
roth ist. 

\ — l., vom Pelikan, der 
f sich die Brust mit dem 

blut- > Schnabel aufreisst, 

spritzend i 2. , von abgeschnitte- 
] nen Gliedern, aus 
denen Blut spritzt. 

bluttriefend = von abgehauenen 
Gliedern,- an denen Blutstropfen 
hängen. (Gf. Csaky, v. Oheimb) 
selbstredend ist dies unheraldisch. 

Blutstropfen ist dasselbe wie Thräne 
(s. d.), nur roth. 

blylod (sw.) = Senkblei. 

boa (lat.) = Schlange. 

boar (engl.) = Eber. 
B. 



boars-heead (engl.) r= Eberkopf, 

board (engl.) = Bord. 

boat (engl.) = Boot. 

boc (frz.) = Pokal. 

boc (ahd., mhd) = Bock. 

boca (port.) = Beschlag (Mundstück 

und Mündung des Hornes). 
bocal (frz.) \ __ p , , 
boccale (it.) f ~ roKaL 
boccheggiante (it.) = schmachtend 

(vom Delphin mit offenem Maule). 
Bock 'am Rade) s. Rad. 
Bock, aufgerichtet, Ä aa 

— laufend l £f\ 7 

— stehend f iar ±J ' 
bock (sw.) = der Bock, 
bockhufvud (sw.) = Bockskopf. 
Bockert, Beiname des Bibers in der 

deutschen Thierfabel. 

Bockgesicht, s. Bockskopf im Visir. 

Boeksrumpf S. 86. Taf. 17. 

Bockskopf = entweder rechtsgekehrt 
(Kameke)ilann besser: „Bocksrumpf* 
oder „im Visir," d. h. vorwärts ge- 
stellt. 

Bocksgewicht =. Gewicht (Gehörn) 
des Steinbocks (s. Hörn er). 

bodam (ahd.) 1 t>,i aw 

bodem (mhd.) ' = Boden * 

Boden (Schildfuss) H 23. 

Boden, grüner 9. 102. 

— (Dreiberg) 8. 

112. 

body (engl.) = Bauch, Bottich. 

bpftelhorn (d.) 1 r>..«. IU 

Mflehorn (sw.) } = Buffelhorn. 

bögd (sw.) = gebogen. 

boei (ndl.) = die Boje. 

böjd (sw.) = gebogen, gekrümmt. 

boek mdl.) = Buch. 

beiger (d.) = Flüsse, Ströme. 

böliefeld (sw.) = Wellenfeld, d. h. 
ein „gewellter" Platz des Schildes 
(Meer). 

bölzeliu (mhd.) = Bolzen. 

Bor ist der verschnittene Eber (s. 
auch Barch). 

birn (d ) =z Kinder. 

Btttteherhammer ».135. Taf. 28. 

boeuf (frz.) = Ochse (stets schrei- 
tend mit hängendem Schweif 

— Gegensatz: taureau (Stier), 
boezen (ndl.) = Busen. 

böge (mhd.) = der Pfeilbogen. 

Bogen $. 121. Taf. 26. 

— (Bügel) der Kronen S. 
17071. 

Bogenbalken (R. A.) = aufwärts ge- 
botener Balken. 

Bogenbrucke £. 139. Taf. 29. 

Bogenflttnke 8. 15. Taf. 2. 

Bogen-Kreuz H. 39. Taf. 6. 

Bogenspaltung H. 14. Taf. 2. 

bogo (ahd.) = der Pfeilbogen. 

bohl (sw.) = Baumstumpf. 

Bohrer S. 136. Taf. 28. 

boie (mhd.) = die Kette. 

bois (frz.) = Wald. 

boisseau (frz.) = Scheffelmass. 

boja (sw.) = Kette. 

bok (ndl.) = der Bock. 

bokkenkop (ndl.) = Bokskopf. 



bokshoorn (ndl.) = Steinbockshorn. 

bockstäfer (sw.) = Buchstaben. 

bol (ndl.) = Ball, Bulle. 

bolando (sp.) = fliegend. 

bole (mhd.) = Bohle, Baumstubben. 

holet (frz.) = Pilz. 

boln (mhd.) = Bohle, Bolz. 

Boldewyn = Beiname des Esels in 

der deutschen Thierfabel. 
bolstar (ahd.) I = Polster, 

bolster (engl, mhd., ndl.)/ "~ Kissen, 
bolt and tun (engl.) = eine von 

einem Bolzen (Pfeil) durchbohrte 

Tonne, 
bolteando (sp.) = fliegend, schwebend, 
bolz (ahd., mhd.) = Bolzen. 
Bolzen S 121. Taf. 26. 
Bolzen, unrichtiger Ausdruck für 

„Butzen" (s. d.) — v. Qu. 21. — 
bolzone (it.) = Bolzen, 
böm (ndl.) = Baum, 
bomärken (sw.) = Hausmarken, 
bomb (sw.) \ 

bomba (it.) } = die Bombe, 
bombe (frz.) 

Bombe S. 120. Taf. 26. 
bonde (d., sw.) = Bauer, 
bone (engl.) = Bein (Knochen), 
bonete (sp.) = Mütze, 
bonfire (engl.) = Brand (brennendes 

Holz), 
bonnet albanais (frz.) — die Mütze, 
booehstap (mhd.) = Buchstabe, 
boom (ndl.) = Baum, 
boorstbeeld (ndl.) = Rumpf, Puppe, 

Brustbild. 
Boot N. 139. Taf. 29. 
Borck = der wendische Ausdruck für 

Wolf, daher die Familie v. Borcke 

2 gekrönte Wölfe führt. 
Bord, >S. 39. Taf. 6. 

— belegter S. 40. Taf. 6. 

— dreifacher H. 41. Taf. 6. 

— entier (engl.) = mit leblosen 
Dingen belegter Bord. 

— enaluron (engl.) = dgl. mit 
Vögeln. 

— enurny(engl.) = dgl. mit Löwen. 

— gesttumter H. 40. Taf. 6. 

— gesehaehter H, 40. Taf 6. 

— gespitzter S 40. Taf. 6. 

— gesplekelter S. 40. Taf. 6. 

— gestanderter S. 40. Taf. 6. 

— gezlnnter H. 40. Taf. 6. 

— purfleved (engl.) = Feh-Bord. 

— sebrttggevierter S. 40. 
Taf. 6. 

— verdoy (engl.) = mit Pflanzen 
(Blumen) belegter Bord. 

bordado (sp.) = bordirt, gebordet. 
bordado dantelado (sp.) = mit Dor- 

neubord. 
bordadura (port.) = Bord. 

ÖmÄI = bordirt > « ebordet 

tsrw = *>«• 

Bordirung, altdeutsch für Bord. 

bordtfes de S. Thiago (port.) = ^ 
Jakobsstäbe (Pilgerstäbe, mit obeu 
2 Knöpfen , links dazwischen an 



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206 



bordouada — brera. 



einem Haken hängend eine Muschel, 
unten ein Eisenschuh mit Stachel). 

bordonada (sc: cruz) (sp.) = kugel- 
besetztes Kreuz. 

bordonato (it.) = mit Kugeln be- 
steckt. 

Bordüre = der Schildrand, Bord. 

bordura (lat., spau., it.) = Bord. 

bordura interrotta (it.) = gestückter 
Bord. 

bordure (frz.) = Bord (*/, d. Schild- 

b reite). 
bordweil» (gestellt) H. 69. Taf. 11. 

borca (it.) I = Boreus, Nord -Wind, 
boree (frz.) f (cfr. aquilo). 

Borg = verschnittener Eber« 

borgo (it.) = Burg. 

Borgogna (croce di) üt ) = Burgun- 
derkreuz. 

born (engl.) I , 

borned (Zugl.) I = ^ eboren ' 

borough (engl.) = Burg. 

borr (sw.) -= der Bohrer 

borsa (it.) = Beutel. 
— aperta = offener Beutel. 

. — legata — zugebundener Beutel. 

borst 'ndl.) = Brost. 

borstel (ndl.) = Bürste. 

BorsteupiiiHel S. 137. Taf. 29. 

bort (mhd.) = Brett. 

borte <mhd.) = Bord. 

borzeguie (sp.) = Halbstiefel. 

bos (lat) = Ochse. 

bos (ndl.) = Busch. 

bosatte (d.) = angesessen. 

bosch (mhd., ndl.) = Busch. 

boss of a bit (engl.) = Rosette, 
bosom (engl.) = Busen, 
bossette (frz.) = Büchse, 
bosüne (mhd.) = Posaune, 
bot (ndl.) = die Butte (Fisch), 
botahha (ahd.) \ 

taffi = Bottich - Bütte - 

botege (mhd.) J 

boteroli (engl.) = Fleisch- Schabmes- 
ser laber auch Oberortband an der 
Schwertscheide ; s. bouterolle). 

botgörand (sw.) = büssend. 

both (engl.) = beide. 

botohado (sp.) = besaamt (von der 
Rose). 

botonny (engl.) = mit Kleeblatt-En- 
den. 

botte (frz.) = Bündel, Bütte. 

botte (it.) = Steinbutte (chabot). 

bottega (it ) = Bottich. 

bottine (frz.) = Schenkelbein. 

bottle (engl.) = Flasche. 
„ (leather) (engl.) = Lederflasche. 

bottom (engl.) = Boden. 

bottonato (it.) = mit 'Blüthen ver- 
sehen. 

bouc (frz.) = Bock. 
* J £nc (mhd.) = Hafte, auch Ring. 
W*ouc-coq (frz.) = Bockhahn (Fabel- 
thier). 



!= 1., bebuckelt (v. 
Halsband), 
denkopf). 
bouclier (frz.) = Rundschild,Tartsche. 
boudrier (frz.) = Wehrgehänge, 
bouee (frz.) = Boje, 
bouget (frz.) = Wassereimer, 
bougon (frz.) = Bolzen, 
bouies (frz.) = Kugeln, 
boum (ahd., mhd.) = der Baum. 

Bourbout», Königskrone der H. 
175. Taf. 34. 

Bourbons, Krone des Kronprinzen v. 
Frankreich a. d. H. der Dauphin. 

bourdon (de pelerin) (frz.) = Pilger- 
stab. 

bourdoune (frz.) = mit Kugeln be- 
steckt. 

bourg (frz ) = Burg. 

bourlet (frz) = Wulst. Pausch. 

bonrse (frz.) = Börse, Beutel. 

bouse (de cuir) (frz.) = Wasser- 
schlauch (in Englischen Wappen 
häufig, hat ungefähr die Form 
eines M mit durchgestecktem Quer- 
stabeu). 

bout «ndl.; = Bolzen, Klammer. 

bouterolle (frz.) = Ober - Ortband, 
oberer Beschlag der Degenscheide). 

boutoir (frz.) = 1., Wirkeisen (zum 
Auswirken des Pferdehufes beim 
Beschlagen (in der Form eines 

Würfels mit [" -förmigem Griff, da- 

o 
ran unten eine Kugel, 
2., die Nüsternspitze des Wild- 
schweins, 
boutonne (frz.) = besaamt (v. der 
Rose). 

— = mit Blüthen (v. Rosenstock). 

— = mit Knöpfen (v.d. Kleidung), 
bouwiand (ndl.) = Acker. 

boven (ndl.) = oben, über. 

boven elkander (ndl.) = übereinander. 

boven gekousd (ndl.) = bis zur 

Schildmitte absteigende Spitze, 
bovenhoek (holl.) = Obereck. 
bovenste (ndl.) = oberste (Feld), 
bow (engl.) = Bogen, 
bowed <engl.) = gewölbt, gebogen, 
bowl (engl.) = Kugel, Napf, Schale, 

Becher, Schüssel, 
box (engl.) = Büchse, 
bozen (mhd.) = Amboss. 
Brabanter Kreuz, = Bezeichnung für 

Lazarus- oder Kleeblattkreuz, 
bracatus (lat.) = gestürzte Spitze, 
bracca (lat.) = kurze Hose, 
braccho (ahd.j) = der Bracke, 
bracciatello (it.) = Brezel, 
bracciale (it.) = Armschiene, 
braccio (it.) = Arm. 
bracco (it.) = der Bracke, 
bracellum (lat.) = Brezel, 
braced (engl.) = interlaced. 

Sei (?g| = Bracke. Spürhund, 
brachium (lat.) = Arm. 



brack (engl.) = Bruch, Fehler. 
Bracke, aufrecht! 

— liegend l H. 84. 

— »Uzend | Taf. 16. 

— stehend ' 

— (an d. Wagendeichsel) 
H. 141. 

bra^os (sp.) ) _ Arme, auch die des 

— (port ) f Kreuzes). 

— armados (port.. sp.) — gehar- 
nischte Anne. 

— de leao (port.) = Löwenpran- 
ken. 

bracos uus (port., sp.) = mit nackten 

Armen, 
brädspelsrutor (sw.) = Schachfelder, 
braendend (d.) = brennend, 
bränder (sw.) = brennende Scheite 

(Brände), 
braezte (mhd.) = Brezel. * 
braged (engl.) = interlaced. 
brak indl.) = der Bracke, 
branca (it.) == Löwen- Pranke, 
brauche (frz.) = Zweig, 
brauched (engl.) = geastet, in Aeste 

auslaufend, 
branchete (it.) \ __ Zweig au der 
branchette (frz.) ] ~~~ Eichel. 
Brand N. 105. Taf. 23. 
branden (ndl.) = Brand, 
brandend (ndl.) = brennend, 
brandhaak (udl ) = Feuerhaken, 
brando (it.) = Zweihftnder-Schwert. 
brandoes acezos (port.) = brennende 

Lichter, 
brandon (frz.) = Brand, 
braqne (frz.) = Bracke. 
Brasilien , Kaiserkrone von 

H. 185. 

SPÄ} =E"enbo g en k aoheL 

brassica (lat.) = Kohlkopf. 

braun S. 10. 

Braun = Beiname des Bären in der 
deutschen Thierfabel. 

brazäo (port.) = Beschreibung. 

bread (engl.) = Brod. 

breast (engl.) = Brust. 

brebis (frz.) = Schaf. 

i bredd stäend (sw.) = nebenein- 
ander, balkenweis gestellt. 

bredskygget (d.) = breitkrämpig. 

bredvid hvarandrasatte (sw.) = bal- 
kenweis (gestellt). 

breedarmig kruis (ndl.) = Tatzen- 
kreuz. 

breeze (engl.) = Bremse, Wespe. 

bref (sw.) = Brief. 

bref med pätryckta röda Sigill (sw.) 
= roth gesiegelter Brief. 

brefadel (sw.) = Briefadel. 

Breitbalkeuflanke S. 15. Taf. «. 

Breite; nach der — des Schildes = 
balkenweis, quer. 

breitendig = von Kreuzen, Pfälen, 
Balken, cfr. 8 Tatzen- a . 

Breitständer (v. Qu. 22) = schlechter 
Ausdruck für eine rechte oder 
linke Spitze. 

Breitsinnenspaltung H. 13. 
Tar. 2. 

brem (mhd.) = Bord (mit Zacken). 



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brem — büten. 



207 



brein (inhd.K 

brlme — > = Bremse, Stechfliege. 

bremo (ahd.)' 

Bremse (HemmMchah des 
Wagen«) S. 141. Taf. 29. 

bremse (mhd.) = Bremse, Klemmer, 
Maulkorb. 

Bremse (Pferdebremse) H. 142. 
Tai: 20. 

Bremse(nfliege) S. 97. Taf. 21. 

brennend (v. Holzscheiten, Aesten, 
Scheiterhaufen) 8. auch Brand. 

bret (ahd., mhd.) = Brett. 

Bret (v. Qu. 22) = alter Ausdruck 
für den Lappen am Unterschna- 
bel der hühnerartigen Vögel. 

bretessado (sp.) ' ) =Sf 
MMtf (frz., engl.) f^™^. 

bretesse et contre bretesse (frz ) = 
wechselgezinnt ; mit Wechsel- 
zinnen. 

breuk (ndl.) = Bruch, Beizeichen. 

breust (engl.) = die Brust. 

breze (mhd.) = Brezel. 

Brezel 8. 132. Taf. 28. 

bricks (engl.) = Steine. 

bricklaycrsax (engl.) = der Hammer, 
der Steinsetzer. 



= (das Ganze) 
überdeckend. 



bridado (sp.)!.« 



gezäumt (v. Pferde). 



bride (frz.) 

bridge (engl.) = Bogenbrttcke. 

bridled (engl.) = mit Zügel, Zaum 
(wenn derselbe von anderer Färb- 
ung). 

brie d'huis (frz.)-= Thürhaspe. 

Brieflänge (v. Qu. 22) = schlechter 
Ausdruck für Schindel. 

Brieflein (v. Qu. 22) = veralteter 
Ausdruck für Schindel. 

briglia (it.) = Zaum, Zügel (des 

Pferdes), 
brimsey (engl.) =• Bremse, 
brinnant (sw.) = brennend. 
Brinnlöhr = alter Ausdruck für die 

Bänder des Wulstes: Zindelbinde. 
briquet (frz.) =. Feuerstahl. 



bris (frz.) 



bris d'huis (frz.) I 



J = Thürhaspe. 



briaado (sp.) 

— (sp.) 
brisato (it.) 
brise (engl.) 

— (frz.) 



= 1., vom Sparren, 
dem der Gipfel 
vierkantig ausge- 
brochen ist. 

2. , vom gekürzten 
(mit Bruch ver- 
sehenen)Wappen. 

S. , zerbrochen (v. 
Lanzen), 
mit Borsten 



bristled (engl.) = 
Hinterhaupt des Ebers, wenn 
selben von anderer Färbung). 

brisure (engl, frz.) = Bruch, Bei- 
zeichen (Unterscheidungszeichen in 
der Wappen verschiedener Linien 
oder Geschwister oder der Bar- 
starde. 

broad arrow (engl.) = Pfeilspitze. 

broad ax (engl.) = Brodbeil. 

brocchiere (it.) = Stechschild. 



brochant (sur le 

tout) (frz.) 
brochante sobre 

el todo (sp.) J 
broche (frz.) = Hecht, 
broche (engl.) = zweizinkige Gabel, 
broche de tonnean (frz.,) == Zapfen 

des Fasses, 
brochet (frz.) = Hecht, 
broder (d , sw.) = Brudor. 
brodo (it.) = Brod. 
broeder (ndl.) = Bruder, 
broek (ndl.) = Bruch, 
broeken (ndl.) — Brücke, 
bröstet; pä — (sw.) = auf der Brust. 
Brog, s. Strohdach (poln. Wappen 

Leszczyc). 
brogue (engl.) = der Schuh, 
broie (frz.) = Flachsbreche ( s. broyes). 
broken (engl.) = zerbrochen, 
bronnen (mhd.) = Brunnen, 
brood (ndl.) = Brod. 
broom (engl) = der Besen, 
broom plant \ , , . __ Ginster- 
broom sprig / * g } ~~ pflanze. 
— — teör^pn (sw.) = Bruderssohn, Neffe, 
hrofli eljrz 1 ^rTO?ste" "tltftm^rpi n sei ) t , 
broth (engl.) = Brod. 
brother (engl.) = Bruder, 
brother-rn-law (engl.) = Schwager. 
Brotweck = natürliches Brot, 
brouchier (frz.) = runde Tartsche 

mit Spitze (Stechschild), 
brow-antillier (engl.) = das unterste 

Ende (Zinke) eines Geweihes, 
brown (engl.) = braun, 
broyes (frz.) = glockenförmige Bremse 
für die Pferde (Hanfbreche) — nur 
geführt von den Broyes, Gay und 
Joinville. 
bruch (mhd.) == Beizeichen, 
brucka (ahd.) = Brücke. 
Bruch = Beizeichen (s. d.) 
Bruehbalken 8. 26. Taf. 4. 
Brück = altdeutsch für (Quer-)Bal- 

ken. 
Brücke (v. Qu. 22.) = alter Ausdruck 

für Turnierkragen (s. d.) 
Brücke gedeckte 8. 159. Taf. 29. 
Brünlöhr (v. Qu. 22) = altdeutsch 
für die vom Wulst abfliegenden 
Bänder (Zindelbinde). 
brug (ndl.) = Brücke, 
brünne (mhd.) = Brustharnisch, 
brüh (ahd.) = Bruch, Beizeichen, 
bruin (ndl.) = braun. 
Brummer (Kreiael) 8. 127. 

Taf. 27. 
brun(sw.,frz.)) 
brfin (mhd.) >= braun. 

- (ahd.) ) 
brunn (sw.) = Brunnen, 
brunna (ahd.) = Brünne, Brusthar- 
nisch. 
Brunnenke*»el 8. 138. 
bruno (it.) j 
brnnth (sw.)J 
bruoch (mhd.) \ __. 
bruoh (ahd.) 1 ~~ 
bruodar (ahd.) I _ Bruder 
bruoder (mhd.)f - * ruder - 



(am 
die- 



braun. 



Hose. 



brusande haf (sw.) = brausende» 
Meer. 

brush (engl.) = Bürste. 

brüsk (engl.) = Kastanienbaum. 

Brustbild H. 79 Tal*. 14. 

Hrustharniseh 8. 118. Taf. 25. 

Brustlatz = sagt (v. Qu. 23) Jugen- 
dres u. A. für einen mit der Spitze 
von Rechts oben bis zur Mitte 
des gegenüberstehenden Schild- 
randes gehenden (erhöhten linken 
Ober-) Schoss. 

Brustmond de» Adlers 8. 89, 
Tai: 18. Fig. 8. 

Bruststück = Brustbild. 

bruunt (d.) = braun. 

bryst (d.) = Brust. 

brystbilled (d.) = Brustbild, Rumpf. 

brystplade (d.) = Brust platte des 
Helmes. 

bnbalus (lat.) = Büffel. 

buccina (lat., it.) = Posaune. 

buccina veuatoria (lat.) = Jagdhorn 
(gleich dem französ. buchet). 

buch (mhd ) = Bauch. 

Buche S. 104. Taf. 23. 

Buchenblatt 8. 104. Tal*. 23. 
'^ittlMtnzweig 8. 106. Taf. 24. 

Buchstaben in Wappen z. B. Gf. 
Althann (A.), Belloni in Yened 
iB), Gf. Erizzo (E), Pier iuTene- 
dig (P), oft auch später Haus- 
marken. 

bucina (lat.) = Posaune. 

bück (engl.) = Rehbock. 

bücket (engl. = Korb mit Füssen 
(Grapen?) 

buckled (engl.) = mit — Schnalle 
(am Gürtel) , wenn dieselbe anderer 
Farbe ist. 

buckler (engl.) = der Buckler, Stech- 
schild (Schildart). 

buckles (engl.) = Schnallen. 

bucleado » sp.) = bebuckelt (v. Hals- 
band. 

— — - = mit Nasenring (v. Büf- 
felkopf im Visir). 

Büchel = alter Ausdruck für Drei- 
berg. 
Büchsen 8. 120. 
Büffel s. auch Stier. 
BüflTelgehttrn 8. 85. 
Büffelgesicht = Büffelkopf im Visir. 
BüflTelhttrner 8. 85. 

— — 8. 156. Taf. 32. 

— - geschlossene 8. 156. 
157. 

— oll'ene 8. 156. 
BttlTelkopf im Visir 8, 85. 
' bülez (mhd.) = Pilz, 
buelo (sp.) = Adlerflug. 
Bülow, Vogel — s. Pirol, 
buelto (sc: creciente) (sp.) = zu- 
nehmender Mond, 
btilz (mhd.) = Pilz, 
buer (d.) = (Pfeil-) Bogen. 
Bürgerkrone 8. 175. 
bürgt (ndl.) = Burg, Thurm. 
Büste 8. 70. Taf. 14. 
Btttache 8. 128. Taf. 27. 
büte 
bütenl 



1 (mhd.) = Bütte. 



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208 



Bütte — calvary. 



Butte S. 120. Taf. 27. 

buey (sp ) = Stier, Büffel. 

bufalo (it., port.) = Stierkopf. 

buff (engl.) = Büffel. 

büffle (frz.) = (nasberingtfer) Btiffei- 
hopf. 

bufle (frz.) = Büffel. 

bufo (lat.) = Kröte. 

bugle(-horn-) (.engl.) = Hifthorn, 
gewöhnlich an einem oben in 
Kleeblattfonn zusammen gelegten 
Bande hängend , Mundstück links. 

buhil (ahd.) = Bühel, Berg. 

buho (sp.) = Uhu. 

buhurd r= Kampfspiel, Turnier. 

g Ü ) = (ndl.) Beutel. 

buil (ahd.) = Bühel, Berg, 
buk (d.) = Bock, 
büke (mhd.) = Pauke, 
bul (ndl.) = Bulle; Stier, 
bulawa (sw.) = Streitkoiben. 



bulga (ahd.) ( _ 

" " " " )) - 



= die Buche. 



bulge (rohd.)f ~ lederner Sack ' 
bull (engl.) = der Stier. 

— ru9h (engl.) = der MöesEolben. 
bulls head eab achedj ^tessed) (engl.) 

opfinVisir. 

— - couped (engl.) = Stierkopf 
von der Seite. 

bündle of laths (engl.) = ein Bün- 
del Taue. 

bunt (mhd.) = Band, Fessel, Wulst. 

buoc (mhd.) = Busen, Bug. 

Buntleh H. 8. Taf. fc. 

buoche (mhd.)i 

buohha (ahd.)) 

buosem (mhd.) = Busen. 

buoy (engl.) = die Boje. 

bur (engl.) = breiter eiserner Ring 
am Speer. 

bür (mhd.) = Bauer. 

burc (mhd.) = Burg. 

burduz (mhd.) = Pilgerstab. 

burela (sp.) = Balken zu J /» der 
Breite. 

burelado (np.) = mehr wie 7 mal 
quergetheilt. 

burele (frz.) = Leiste (Balken = *| Ä 
s. Breite). 

burele (frz.) — mehrfach querge- 
theilter Schild. 

burella (it.) = Leiste (Balken von 
J / 8 seiner Breite). 

burette (frz.) = kleine Schenkkanne. 

Burg S. 114. Taf. 25. 

burganet J (engl.) = Sturmhaube, 

burgouet J Stahlkappe. 

Burggrafen, Krone der Bel- 
gisch - Xiederlandteehen — 
S. 180. 

bürgt (ndl.) = Burg. 

Burgunderkreuz = 2 schragenweis 
verschränkte geknorrte Aeste. 

burgus (lat ) = Burg. 

burissa (ahd.) = Tasche. 

burletto (it.) = Wulst, Pausch (auf 
dem Helm). 

burling-iron (engl.) = das Weber- 
schiffchen. 



burrow (engl.) = Burg, 
burse (mhd.) = Börse, Beutel, 
burug (ahd.) I __ ß 
bur}- (engl.)J - Burg ' 
buscus (lat) i ß h 
bush (engl,) f 
busine (hihd.) = Posaune, 
busk (ahd., d.) = Busch, 
buskins (engl.; = Hosen, 
bußke (sw.) = Strauch, 
but (engl.) = Butte (Fisch), 
butit (ahd.) = Beutel, 
butin (ahd.) = Bütte (Gefäss). 
bussei (ndl.) = Busch, 
bustard (engl.) = die Trappe, 
buste (frz.) -= Rumpf. 

buste auxbras mittuest ^"^f"!!* 

. nA J — Armstum- 

tronques' mdn 

busto (it.) = Rumpf. 

butchers ax (engl) = Fleischerbeil. 

but (engl.) = Butte (Fisch). 

bute (frz.) = Wirkeisen (s. oben 

boutoir). 
bütii (ahd) = Beutel. 

SAH* 

butor (frz.) = Rohrdommel. 

butt (engl.) — Butte. 

Butte, eine Fischart. 

Butte, siehe Bütte. 

butte (frz.) == Wirkeisen (s. oben 

boutoir). 
Butteria*s H. 130. Tai: 27. 
butterfly (engl.) = Schmetterling. 
Butterweck 8. 132. Tai*. 28. 
Blitzen (da» Innnere — der 

Kelch — der Rose) 8. 108. 
buwiere (mhd.) = der Bauer, 
buzina (port.) — Hiefhorn. 
by(en) (d.) = Stadt, 
bygel (sw.) = der Bügel (am Helm- 

visir). 
bygelhjelm (sw.) = Bügel- (Spangen-) 

Helm, 
byl (ndl.) = Beil. 
bysselodh (sw.) = Kugeln, 
byter fargor med falten (sw.) = von 

verwechselter Färbung, 
byxar (sw.) = Hosen. 
Byzantiner (Münzen) = ist ein alter 

Ausdruck für goldene Kugeln, 

besonders dann, wenn sie eine 

Prägung zeigen, 
byzantius (lat.) = Byzantiner(Münze). 



C. 



caballero (sp.) = der einfache Edel- 
mann, Ritter. 

caballete (sp.) = Sparren. 

cabeca (sp.) \ __ , K f 

cabeca (port.) 1 - aer AopL 

cabeca de moiro (port.) = Mauren- 
kopf. 

cabellos (sp.) = Haare. 

caberzada del freno (sp.) = Ross- 
stirn (aus Eisen). 



eabinet d' armes H. 187. Taf. 36. 
Fig. 28. 

cable (engl.) = Seil, Tau. 

c&ble (frz.) = v. Balken und Kreu- 
zen, wenn sie aus Seilen gefloch- 
ten sind. 

cabo (sp.) == Schiidhaupt. 

cabo (port.) = Griff, Stiel. 

caborsed* . t*. . 

cabra (port.) = Ziege. 

cabre (engl ) » steigend (vom auf- 

cabre (frz.) I = gerichteten oder 

cabräe (engl.',' bäumenden Pferde). 

cacciatore (it.) = Jäger. 

cache* (frz.) = behelmt. 

cachet (sw.) = Helm. 

cacio (it.) =- Käse. 

cadeleros (sp.) = Leuchter. 

caddow (engl.) = Dohle. 

cadena (lat.) z= Kette. 

cadente (it.) == gestürzt (v. Pfeil). 

cadenza (it.) = Schanze. 

caderna (sp.) = vier mit den Spitzen 

gegeneinandergestellte Monde. 

(1. 2. 1.) 
cado uno (sp.) = jeder, 
caduceator (lat.) == Herold, 
cadueäe (frz.U 

caduceo (it.) > = der Merkursstab, 
caduceus (lat.) 
Cadueeus (Stab des Merkur) 

8. 149. Taf. 31. 
cadus (lat.) = Fässchen, 
(uigro) opere caementario distinetus. 

(lat.) — (schwarz-) gefugt, 
caepulla (lat.) = Zwiebel, 
caerulens (lat.)) _ h}sm 
caesius (lat.) j ~ 01au * 
cage (engl.) = Käfig, 
caille (frz.) = Wachtel, 
caisse (frz.) = Kübel, 
calamajo <it.) = Dintenfäss. 
calamine-stone (engl.) = Galmeistein. 
calaums (Iat.)=Scbreibfeder ; Schalmei. 



Kalenderlerche. 



calandra (it.) l 

calandre (frz.)) 
calcar (lat.) = Sporn, 
caldeira (port.)i 

caldera (sp.) * 

cale^on (frz.) = Unterkleid (Fami- 
lien v. Abbenbrock in Holland u. 
Braga in Treviso). 

calf (engl.) = Kalb. 

cälice (it.) \ 

SMS = Keich, Beche, 
caliz (sp.) } 

caitro? ! ^S 1 -) = Fussan « el - 

calva (lat.) = Todtenkopf. 

calva bovis (lat.) = Stirngehörn mit 

Grind und Ohren, 
calva cervi (lat.) = Hirschstirn, 
calvary (engl.) = Calvarienkreuz 

(Hochkreuz). 



^itizecL by 



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calyptratus — capro. 



20? 



calyptratus (lat.) = dem französischen 

chaperonne. 
calzado; (de plata) — (de gules) = in 

(K.) eine gestürzte (s.) Spitze. 
calzareUo (it.) = HalbstiefeL 
caJzato (it.) = Spitze. 

— abbassato = gestürzte Spitze. 

— alzato = steigende Spitze, 
camaglio (it.) = mantelartige Helm- 
decke. 

camail (frz.) == Wappenmantel. 

camaleone (it.) = Chamäleon. 

eamei (engl.)) 

camello (sp.)J = Kameel. 

camello (it.) y 

eamelopard (engl.) = Girafe. 

camelopardel (engl.) = gehörnte 
Girafe. 

camelns (lat.) = Kameel. 

camicia (it.) = Hemd. 

cami lupis (lat.) = Wolfsangel. 

camisia (lat.)i R d 

camisa (sp.) ( 

cammams (lat.) = Meer-Krebs (Hum- 
mer). 

cammelo (it.) = Kamel. 

camminata (it.) = Kemenate. 

camoscio (it.) =, Gemsbock. 

camozza (it.) = Gemse., 

campagna (sp.)l _ Schi ' ld iu a<r . 

campagna (it.)f ~ öcüll(ira8S; 

campana 'sp.M __ Glockft 

campäna (it.)f — LrlocKe - 

campanölla (it.) I __ Glöckchen, 

campanello (it.) ( ~~ Schelle, 
•campanile (it.) = Glockenthurm. 

campanilla (sp.) = kleine Glocke. 

campanule (frz.) = Glockenblume. 

campato (it.) = leeres einfarbiges 
Feld (Schüd). 

campo (it., port.) = das Feld (im 
Wappen). 

campus (lat.) = Feld. 

can (engl.) = Kanne. 

canaliculatus (lat.) = mit Lappen- 
schnitt. . 

cänapa (it ) = Hanf. 

canario (it.) = Ente. 

cancel (sp.) = gegittert, Gitter. 

cancellato (z. B. d'oro) (it.) = ge- 
gittert (gold-)- 

cancellatus (lat.) . schräg ge- 

cancellirt (altdeutsch) )~" gittert. 

cancello (it.) = Gatter. 

cancer (lat.) = Krebs. 

candela (it.) \ v r . . 

candela (lat., it.) } = Kerze ' Llcht - 

candelabrum (lat) * 

candelabro (it.) 

candidus (lat.) = weiss. 

candle-stick (engl.) = Lichtstock, 
Leuchter. 

cane (it.) = Hund. 

canell (frz.), s. cannele. 

cannellato (it.) = zimmetfarbig. 

cane marino (it.) = Seehund 

caneta (sp.) i = kleine Ente; auch 
canette (frz.)f Kanne, 
caniculus (lat.) = Kaninchen, 
canis (lat.) = Hund, 
can na dat.) = Kanne, 
canna (it.) = Rohr, Schilf. 
B. 



i - 



Armleuch- 
ter, 



cannabis (lat.) = Hanf. 

cannele (frz.) = Lappen- (-gelappt). 

cannets (engl.) = Enten ohne 

Schnabel und Füsse. 
cannetta (lat.) — Kanne, 
canon (frz.) \ 

S£L ( Äl, =^^„oue. 

cannone (it.) ; 

canot (frz.) = Kahn. 

cantante (it.) = singend, krähend 
mit (y. Hahn offenem Schnabel). 

cant (engl.) = Kante. 

canteruto (it.) = zackig. 

cantharus (lat.) = Schenkbecher. 

cantheriatus (lat.) = gesparrt. 

canther(i)us (lat.) = Sparren. 

cantherys distinctus (lat.) = gesparrt. 

canting arms (engl.) = Namens- 
wappen (Wappen, wo das Wappen 
auf den Namen Bezug hat). 

canton (engl., frz., sp.) = Obereck 
(2 Theile der Breite des Schildes, 
2V a Theile der betragenden Höhe 
des Schildes. 

— sinister = linkes Obereck. 
cantonado (sp.) = bewinkelt (vom 

Kreuz), 
cantone (it.) = Schild-Eck. 

— del capo = Obereck. 
*^d^llapun>-s ££t$?eeir. 

~-ff$Ktfr= Frei viertel. 

cantonne (frz.) = 1., bewinkelt (vom 
Kreuz), 2., begleitet von (wenn eine 
in der Mitte des Schildes stehende 
Figur von vier (2. 2) anderen um- 
geben ist. 

cantonnee (engl.) = eisenfarbiges 
Schräggitter. 

cantons (frz.) = die vier-, resp. 
dreieckigen Felder, welche durch 
ein Kreuz oder Schrägen gebildet 
werden. 

ca'o (port.) = Haut. 

cap (engl.) = Kappe, Hut, Mütze. 

-ofdurnitv ) (engl) Herzogs- 
°* ai ?"" y l = hut (roth mit 

— State (engl.) = Mütze in Hutform 
mit Hermelinstulp. 

— turned (engl.) = Turnierhut 
(mit Krempe). 

capa (lat.) = Kappe. 

capado (sp.) = aufsteigende Spitze. 

caparison (engl.)= Ausrüstung eines 
Kriegspferdes (Pferdeharnisch). 

caparazonado (sp.) = gezäumt (v. 
Pferde). 

caparisoned (engl) — geharnischtes 
Pferd. 

cape (frz.) = Kappe. 

caper (lat.) = Bock. 

capillus (lat.) = Haupt. 

(lat.) = 

Haupt- 

pfal. 

capito (lat.) = Schellfisch. 

capitulum (lat.) = Gipfel (schmales 
Schildhaupt). 

capo (it.) = Scbildhaupt. 

capo (lat.) = Kapaun. 

capo d'Angiö = Anjou- Haupt d. h. 



capiti I ad glutinatum 
capitium ( palum 



ein blaues Schildhaupt mit 3 von 
vierlätzigen Turnierkragen über- 
höhten goldenen Lilien nebenein- 
ander (in Italienischen Wappen 
sehr häufiges Bourbon-Anjouisches 
Gnadenzeichen ; bedeutet ehe- 
malige Anhänger der Guelfen). 

capo d'Angiö-Sicilia (Napoli) = das- 
selbe, nur das Haupt mit goldenen 
Lilien besä t(SizilianischesGnaden» 
zeichen). 

capo d'Aragona = goldenes Schild- 
haupt mit 4 rothen Pfälen (Spani- 
sches Gnadenzeichen). 

capo di Firenze==silbernes Schildhaupt 
mit ornamentirter rother Lilie. 

capo di Francia = blaues Schild- 
haupt mit 3 goldenen Linien 
(2. 1.). 

capo di Francia antica = dgL, be- 
sät mit goldenen Lilien. 

capo di Geruzalemme = silberne» 
Schildhaupt mit goldenem Jerusa- 
lemskreuz. 

capo di Malta = rothes Schildhaupt 
mit silbernem Malteserkreuz. 

capo di San Stefano = umgekehrt 
wie capo di Malta. 
— üttpü ü SaVöiä - ^ G rötli ' PI ir gemei- 
nem silbernem Kreuz. 

capo di Sicilia (it.) = Schildhaupt 
schräggeviert; oben und unten: 
gekr. schwarzer Adler in Silber, 
rechts und links Arragon. 

capo di Svevia (it.) = Schildhaupt, 
silbern mit gekrönten schwarzem 
Adler. 

capo-palo (it.) = (Schild-)Hauptpfal. 

capo-sbarra (it.) = (Schild-)Haupt- 
sckräglinkbalken. 

capon (engl) = Kapaun. 

cappa Uat., it.) = Kappe. 

cappato (it.) = aufsteigende Spitze. 

cappato alzato (it.) = dgL einge- 
bogene. 

cappato merlato (it.) = aufsteigende 
gezinnte Spitze. 

cappelini di ferro (it.) = Eisen- 
hütlein. 

cappello (it.) = Hut. 

cappello da cimiero (it.) = der Hut 
als Helmkleinod. 

cappo (lat.) = Kapaun. 

cappuccio (it.) = Haube (des Fal- 
ken). 

capra (lat., it.) = Ziege. 

capreolns (lat.) = Rehbock. 

— (lat) = der Sparren, 
capricornus (lat) = Ziegenbock, 
capriolato (it.) = gesparrt. 

— riversato (it.) = gestürzt- ge- 
sparrt. 

capriolo (it.) = der Sparren. 

— in banda = Schrägsparren. 

— in sbarra = Schräglinkspar- 
ren. 

capriolo (it.) = der Rehbock. 

caprix (lat.) = Ziege. 

capro (it.) = der (Stein-) Bock. 

53 



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210 



capuce — cbamb. 



capuce (frz.) \ 

capuchon (frz.) J 

capuchonado (sp.) = mit Kaputze. 

capuchos, s. chaperous. 

captum pede (lat.) = ohne Fuss, 
fussgestümmelt. 

capulus (lat.) = Griff des Degens. 

capus (lat.) = Habicht. 

caput absutum (lat ) = wenn Schild 
und Schildhaupt beide von Farbe 
oder Metall sind. 

caput caninum (lat.) = Hundekopf. 

caput contectura (lat.) gleich dem 
französichen chef couvert (s.d.). 

caput nubiuin (lat.) = Wolken- (mit 
Wolkenschnitt abgetheiltes) Schild- 
haupt. 

caput (scutarium) (lat.) = Schild- 
haupt. 

caput sustentatum flat.) = durch 
Balken abgetheiltes Schildhaupt. 

car (engl) = Karren. 

cara (sp.) = Gesicht. 

caracole fsp.) = Schnecke. 

carassin (frz ) = Karausche. 

carbuncle (engl.) = Karfunke- 
( y childbeschlag) z. B. das Gleveni 
rad. 

.caruuneuMv3 .global (lat.) ~ StR&k~- 
radiatus (lat.) = Stachel 
des Stechschildes. 

cardelliuo (it.) = Stieglitz. 

Cardinalshut ». 117 Tat. 25. 
- H. 182. Tat. 35. Fi«. 69. 

c&rdo (it.) 

cardo (sp.) I = Distel. 

c.ardos (port.) ) 

carduelis (lat.) = Stieglitz. 

Carduus (lat.) == Distel. 

carello (it.) = Polster. 



belegt mit. 



cancato (it.) f 

carnacion (sp.) . 

carnagione (it.) I == fleischfarben. 

carnation (frz.) ) 

carnero (sp.) = Widder. 

ca~olor I ^ = «eischfarben 

carp (engl.) \ 

carpe (frz.) > = Karpfen. 

carpio (lat.) ) 

carpino (it) = Hagebuche. 

carpione (it.) = Karpfen. 

carquois (frz.) = der Köcher. 

carra (lat.) = Karren. 

carreau (frz.) = Würfel, Quadrat; 
Polster. 

carregada de duas lisonjas fusadas 
(port.) = in 2 Reihen gerautet. 

carregado (port.) = belegt mit. 

carro (it.) I vierrädriger Kar- 

carrus (lat.) f ~~ ren. 

cartouche (frz. , engl.) = Kartusche- 
Schild. 

cart wheel (engl.) = Wagenrad. 

caryophyllu8 (lat.) = Gewürznelke. 

casa (it.) = Haus. 

casado (sp.) = vermählt. 

caseus (lat.) = Käse. 



oasco (sp.) \ 

caso(a) (sp.) = vermählt. 

casque (frz.) \ 

casquet (engl.) ! _ „ , 

cassida (lat.) / ~ öelnu 

cassis (lat.) \ 

cassolette (frz., sw.) rr Rauchfass. 

caseus (latJ = Käse. 

castagna (it.) \ __ Kastanie, Kasta- 

castanea (lat.)J nienbaum. 

castel (engl.) = Schloss, Castell, ge- 
wöhnlich Zinnenmauer zwischen 
zwei Thürmen; andernfalls bildet 
der Dritte, der zu melden, den 
Thorthurm in der Mitte. 

Castell H. 114. Taf. 25. 

castellatus (lat.) = mit Thürmen 
belegt. 

caSÄt.)) = SM ™< Bu *' 
castillada fsp.) = mit Castellen 

(ThttrraeiH belegt (z. B. der Bord 

im W. von Portugal. 
Castles (engl ) ■= Thürnie, Burgen, 
castor (lat frz.) » = Rib 
castore (it.) ( 

cat (engl.) — Katze, 
cat-a-mountain (engl.) = Bergkatze; 

Luchs, abgebildet stets mit spitzen 
- „ &t Alumden Ohren und langem 

strnppigem .Schwanz, 
cataphractus (lat.) —Geharnischter; 

beschlagen (v. Pferde). 
Cataracta (lat.) = Fallgatter, 
catena (lat.) = Kette 
caterfoil (engl.) = Vierblatt, 
caterrattato (it.» = mit Fallgatter 

(v. Thurm). 
catharine-weel (engl.) = Katharinen- 

Rad (Marterinstrument der hl. 

Catarina) Rad mit krummen 

Haken statt der Zähnen, in dessen 

Nabe oft ein Dolch steckt, 
cathedral (engl.) = die Kathedrale 

(grosse Kirche). 
catillus (lat.) = Kessel, 
catinus .lat.) = Igel, 
catorce «sp ) = vierzehn. 
Cattaro« Krone der Herrschaft 

H. 17.1. 
cattus (lat.) = Katze. 
cauda (lat.) = Schweif, 
caulis (lat.) = Stiel, Schaft, Kohl- 
kopf, 
causia (lat) =. Hut. 
caude (frz.) = geschwänzt (von 

Cometen). 
Ca valier, Wulttt den — in 

Frankreich S. 177. 
cavalcatore (it ) = Reiter, 
cavaliere (it.) = Ritter, 
cavallo (port.) \ 
cavallo (sp.) > = Pferd, 
cavallo (it.) } 

— alato = Pegasus. 

— marino = Meerpferd, 
cavolo (it.) = Kohl, 
cavus (lat.) = Höhle. 

cayado (sp.) = Schäferstab, Krumm- 
stab (der Bischöfe etc.). 
cfcder (mhd.) = Zeder. 



cedre (frz) = Cedernbaum. 
cederträd (sw.) = Zedernzweig, 
cedola (it ) = Zettel 
Cedrenatäpfel (z. B. im Wappen der 
Bataglia) = wol Citronen. 

S£Ä) I = <*•»*■■■ 

cedule «frz.) = Zettel. 

cefalo (it.) = der Härder (ein See« 
fisch). 

ceintre (frz.) = der Reichsapfel. 

celado (sp.) I 

celata (it.) >= die Salade (Helmart). 

celate (it.) | 

celestial crown (engl.) = Himmels- 
krone (Reif mit 7 Zacken, je oben 
mit fünfstrahligem Stern besetzt). 

cencerro (sp) = Schelle 

cendalum tlat) = Zindelbinde. 

cenido (sp.) = hüftbegurtet. 

centaur (engl.) | = c 

centaure (frz.) f 

„ sagittaire (frz.) = bogen- 
schiesender Centaur. 

t'entauren H 149. 

centro, no — (port.) = inmitten. 

centrado (sp.) = bereift (v. Reichs- 
apfel) 

centrato (it.) = gebogen. 

cep de yigne (frz.) } = Weinstock . 

ceppo di vite (it.) ( 

cephaius (lat ) = Schildhaupt. 
„ (lat.) = Scholle (Fischart). 

ceps de poisonnier (frz ) = Hand- 
schellen) block. 

cera (lat.) = Licht, Kerze. 

ceraseus (lat.) = Kirsche. 

cerchiato (it.) = mit Reifen (vom 
Fass und Krug). 
— = umrahmt (v. Spiegel) 

cercelle (it.) = Kriekente. 

cercellee (engl.) = geankert (von 
einem an den Enden umgebogenen 
Kreuze). 

cerceta (it.) = Kriekente. 

cercle (fsz.) = bereift (v. Fass). 

cercueil (frz.) = Sarg. 

cerf (frz ) = Hirsch. 

cerise (frz.l = Kirsche. 

c£rva (it.) = Hindin. 

cervio (it.) = Hirsch. , 

cervatillo (sp.) = Hirschkalb. 

cervo dt) j = HimhB 

cervus (lat.) | 

C c e et r era} ^ = Zith - 

chabot (frz.) = Scholle (Fisch). 

chafer (engl.) = Käfer. 

chafteri (ahd .) = Bienenkorb. 

chain (engl.) = Kette. 

chain shot (engl.) = Würg-Kette 
(d. h. Kette zwischen 2 Kugeln) 
Kettenkugeln. 

chaine (frz.) = Kette. 

chalb (ahd.) = Kalb. 

chalice (engl.) = Kelch, Kelchglas. 

chalumeau (frz.) = Schalmei, Rohr- 
pfeife. 

chalupa ^sp.) = Boot. 

chalybs igniarius (lat J = Feuerstahl. 

chamb (ahd.) = Kamm. 



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Chamber pfoce — chevron fimbriated« 



2H 



Chamber piece (engl.) = der Ge- 
schützmörser. 

chameau (frz.) = Kameel. 

chamois (frz) = Gemse. 

champ (frz.) = Feld des Schildes. 

champ clos (frz.) = Turnierplatz, 
eine Barriere in Hufeisenform 
(nur im W. der Exa in Aragon). 

Champagne (frz.) = Feld — Schild- 
fuss in l /* Schildhöhe. 

champe (frz.) = leeres, einfarbiges 
Feld (Schild). 

cbance (frz.) = Schanze. 

chandelier (frz.) = Leuchter. 

— de Teglise (frz.) = dreiarmiger 
Leuchter. 

chandelle (frz.) = Licht. 

chanfrein (frz.) = Rossstirn (aus 

Eisen), 
channa (ahd.) = Kanne, 
chantant (frz.) = krähend (v. Hahn 

mit offenem Schnabel, 
chanvre (frz.) = Hanf, Flachs. 

Ä (e a = *•«•• 

chap£ (frz.) = aufsteigende Spitze. 

— -ploy§ (frz.) = dgl. eingebo- 
gene. 

chapeau (frz.) = Hut. 

— conique (frz.) = böhmischer 
Hut. 

— de fer (frz.) = Eisenhut. 

— de juif (frz.) = Judenhut. 

— piramidal (frz.) = Spitzhut. 

— de tournoi (frz.) = Turnier- 
hut. 

chapelet (frz.) = Blätterkrone, 
Kranz. 

chapelle (frz.) = Kapelle. 

chaperon (frz.) 

chaperonne (engl.) 

=1., bekappt (vom 
Falken. 

2., mit Gugel (v. 
Thieren). 

8., erhöhte Spitze 
(wenn die Linien 
nach der Mitte der 
Seitenränder 
gehen, also nur 
die beiden oberen 
Schildecken ab- 
schneiden). 

— ploye = Hauptspitze (wenn 
die Begrenzungsliuien der Spitze 
nur bis zu der das Schildhaupt 
abgrenzenden Linie reichen und 
ausserdem abwärts gebogen sind. 

chapfe-chausse (frz.) = durchgehende 

fetheilte Raute mit wechselnden 
ärbungen. 

chapital (frz.) = das Oapitäl der 
Säule. 

chaplet (engl.) = Kranz von Blumen 
und Blättern. 

chapournet (engl.) = aufsteigende 
eingebogene Spitze bis zum Schild- 
haupt (cfr.) chaperonne-ploy6). 

chappa (ahd.) = Mantel. 

chappe (frz.) = die Lederkappe am 
Sporn. 

chappS (sp., engl.)=(in R.) eine (stei- 



\ __ Kaputze, 
* ~~ Gugel. 



chaperonn^ (frz.) 



\ 



gende) (s.) Spitze (de plata eh. de 

gules). 
chapperonado (sp.) = mit Kapuze 

(Kappe) über dem Kopf (v. Falken 

und anderen Thieren). 
char (frz.) = Karren, 
charbon (frz.) ~ Kohle (brennend, 

nur im Wappen der Carbonnieres). 
chardon (frz.) = Distel, 
chardonneret (frz.) = Distelfink, 

Stieglitz. 
Charge engl.) = Figur wie im Schilde. 



chargS (frz.; ( 
' " 10f 



charged (engl.)f = bele ^ mit ' 

charged with the arms (engl.) = 
wie der Schild gezeichnet und 
gefärbt. 

chargerad af oder ned <sw.) = be- 
legt mit. 

charrue (frz.) = der Pflug. 

charpfo (ahd.) = Karpfen. 

charröh (ahd.) = der Karren. 

chastäle (frz.) s. chätelO. 

chasto (ahd.) = Kasten. 

chat (frz.) = Katze. 

chätaigne (frz.) = die Kastanie. 

chätaigner (frz.) = der Kastanien- 
baum. 

chäteau (frz.) = Burg, Schloss. 

chätel£ (frz.) = mit Thtirmen be- 
legt. 

ehaton de noyer (frz.) = das „Kätz- 
chen" der Haselnusssträucher. 

chätrfc (frz.) = Löwe ohne Geschlechts- 
theil. 

chaudiere (frz.) = Pfanne in Form 
eines Henkelkorbes (hauptsächlich 
in spanischen Wappen). 

chaudiere de saline (frz) = Salz- 
pfanne. 

chaudron (frz ) = Kessel. 

chausse (frz., engl.) = gestürzte 
Spitze. 

chausse-ployfc (frz.) = gestürzte, ein- 
gebogene Spitze. 

chaussetrape (frz.) = Fussangel. 

chauve-souris (frz.) = Fledermaus. 

chave (port.) = Schlüssel. 

chaveirao (port.) = Sparren. 

chazza (ahd.) = Katze. 

checky (engl.) = geschacht. 

cheese (engl.) = Käse. 

cheese slip <ongl.) = Kellerwurm. 

chef (frz., engl.) = Schildhaupt= 1 / 3 
der Schildhöhe. 

chef dextre (frz.) = rechtes Schräg- 
haupt. 

— eu forme de trefle (frz.) = in 
Kleeblatt ausgezogenes Schild- 
haupt. 

en chef (frz.) = gestellt in der Höhe 

(Richtung) des Schildhauptes, 
chef £treci (frz.) = Gipfel (schmales 
.Schiidhaupt). 

— sinistre (frz.) = linkes Schräg- 
haupt. 

— triangulaire (frz.) = in 8pitze 
gezogenes Schildhaupt. 

— vonte(frz.)=eingebogenes Schild- 
haupt. 

chef-pal (frz.) = Hauptpfal. 
chef-chevron (frz.) = Hauptsparren. 



chef de France (frz.) = blau^ 
Schildhaupt, besät mit goldenen 
Lilien. 

chefe (port.) = Schildhaupt. 

ch^gil (ahd.) = Pfahl, Pflock, Kegel. 

ch^lih (ahd.) = Kelch. 

chelidonius (lat.) = grün. 

chelys (lat.) = Harfe oder Violine. 

cheminfce (frz.) = Kemenate, Kamin. 

chemise (frz.) = Hemd. 

chene (lat.) = die Eiche. 

cheque \ 

cheque . > (engl.) = geschacht. 

chequy ) 

cherry branch (engl.) = Kirschzweig- 
cherub (engl.) \ = Cherubim (Kin- 

cherubins (frz.) ( köpf mit 2 Flügeln). 

Cherubskopf S. 148. Tat 31. 

chess-rook (engl.) = Schach-Roche 
(Thurm). 

ehest (engl) = Kiste. 

ehest mit, (engl.) = Kastanie. 

chestinna (ahd.) = Kastanie. 

chetin(n)a (ahd.) = Kette. 

cheval (frz.) = Pferd. 

— cabre (frz.) = Pferd aufrecht 
mit erhobenem Schweif. 

— caparaconn£ (frz.) = Pferd mit 
Zaum. 

— effraye (frz.) = Pferd aufrecht 
mit erhobenem Schweif. 

— gai (frz.) = Pferd ohne Sattel 
und Zaum. 

— housse (frz.) == Pferd mit Scha- 
bracke. 

— sangle (frz.) = Pferd mit Leib- 
cheval de frise (frz.) = Fussangel. 
Chevalier (frz.) = Ritter, stets in 

vollem Harnisch mit Helm (zu 
melden ob zu Pferd oder zu Fuas 
und ob mit geschlossenem oder 
offenem Visir). 

— (engl.) = geharnischter Ritter 
zu Pferde. 

chevaltrap (engl.) =, Fussangel. 

So [ <•"■> = "fcr. 

cheveiado (sp.) ) ___ behaart (von 
chevele (frz.) f Menschenkopf), 
chevelee (engl.) = Kometenschweif, 

Lichtstrahl. 
chevell£ (frz.) = 

Menschenkopf, 
cheville (frz.) = -endig fv. Geweih 

des Hirsches), 
chävre (frz ) = Ziege, 
chevron (frz., engl.) = 8parren. 

— arched (engl.) = eingebogener 
Sparren. 

— burst (engl.) = mit senkrecht 
ausgebrochenem Giebel. 

— contourufcl (frz.) = Quer- 

— couchä ( (Seiten-) Sparren. 

— couched (engl.) = Seiten- 
sparren (sinister = rechter, deiter 
= linker). 

— couped (engl.) = schwebender 
Sparren. 

— echado (sp.) = Linksparren 
mit Spitze links. 

— fimbriated (engl.) = bordirter 
Sparren. 



behaart (von 



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212 



chevron grady — cicindela. 



chevron grady on both sides (engl.) 
= Würfelsparren. 

— pattee at the point (engl.) = 
oben in Kreuz endender Sparren. 

- — potent and ringed at the 
point (engl.) = Sparren, oben mit 
Ring nnd Stäbchen. 

— removed (engl.) = Sparren 
mit (würfelförmig) ansgebrochenem 
Giebel. 

— reversed (engl) = gestürzter 
Sparren. 

— split on the top (engl.) = 
Sparren mit senkrecht ansgebro- 
chenem Giebel. 

— tourne (frz.) = Qner(Seiten)- 
Sparren. 

chevrons; two — in fred (engl.) = 
Flechtgegensparren. 

— — — brased (engl.) = 2 
sich durchkreuzend (nebeneinander). 

en chevron (frz.) = in Triangelfonn 
gestellt— von kleinenGegenständen, 
die in Richtung des 8parrens (Tri- 
angels) gestellt sind. 

divise en chevron (frz.) = ein bis zur 
Mitte reichende aufsteig. Spitze. 

pose en chevron (frz.) = in Sparren- 
form gestellt (von langen Gegen- 
ständen, die gemeinsam einen sol- 
chen bilden). 

per chevron (engl.) = mehrere ge- 
meinsam in Sparrenform gestellte 
Figuren. 

per chevron embattled (engl.) = durch 
Stufengiebel getheilt. 

per chevron engrailed (engl.) = 
durch lappenförmige Sparrenlinie 
(Mittelspitze) quergetheilt. 

chevronado (sp.) = gesparrt. 

— y contrachevronado (sp.) = 
gesparrt und einmal gespalten mit 
verwechselten Färbungen. 

chevronel (engl.) = 8parren in der 
Hälfte der gewöhnlichen Breite. 

chevrones apuntados (sp.) = Gegen- 
sparren. 

chevronets (engl ) = mehrere Spar- 
ren. 

chevronne (frz., engl.) = gesparrt. 

— -renverse (frz.) = gestürzt- 
gesparrt. 

chevron-ways (engl.) = sparrenför- 
mig gestellt (v. mehreren Thieren). 

chevronny (engl.) = gesparrt. 

chezzil (ahd.) = Kessel. 

chiavato (it ) = in Form eines Schlüs- 
selrings, oder Kleeblatte. 

chicot (frz.) = geknorrter Ast. 

chief (engl.) = Schildhaupt. 

' — angled (engl.) = Schildhaupt mit 
Stufe. 

— arched (engl.) = eingebogenes 
Schildhanpt. 

— bevelled (engl.) = Schildhaupt 
getheilt, auf der Mitte schrägge- 
brochen. 

— bevilcise (engl.) = Schild haupt 
mit Breitzinne. 

— couped (eugl.) = Schildhaupt 
mit breiter Scharte. 



chief crenell£ (engl. = gezinntes 
Schildhanpt. 

— double arched (engl.) = zwei- 
fach eingebogtes 8childhaupt (2 
Bogen nebeneinander). 

— dovetailed (engl.) = Breitzinnen- 
schildhaupt. 

— embattled (engl.) = gezinntes 
Schildhaupt. 

— engrailed (engl.) = Dornen- 
Schildhaupt. 

— escartelee (engl.) = Schildhaupt 
mit Zinne. 

— inclave (engl.) = Schildhaupt 
mit schmaler hoher Zinne. 

— indented (engl.) = gezahntes 
Schildhaupt. 

— invected (engl.) = Lappen -Schild- 
• haupt. 

— nebulee (engl.) = Wolkenschild- 
haupt. 

— of one indent (engl.) = einmal 
gezahntes Schildhaupt. 

— nowed (engl.) = 8childhaupt mit 
einer Rundscharte. 

-»-potent counter potent (engl.) = 
Krücken-Schildhaupt. 

— rayonnee (engl.) = Flammen- 
schildhaupt. 

— rempli (engl.) = breitbordirtes 
Schildhaupt. 

— urdee (engl.) = Eisenhutfeh- 
Schildhaupt. 

— wavy (engl.) = Wellenschild- 
haupt. 

— with one embattle-)= f^lt 
ment (engl.) ) gg«* 

— with one lambeon oder lambel 
(engl.). = Schildhaupt mit Breit- 
scharte. 

in chief (engl.) == im Schildhaupt, 
chien (frz.) = Hund. 

— barbet (frz.) = Pudelhund. 

— -braque (frz.) = Bracke, 
chiesa (it.) = Kirche. 

chil (ahd ) = Pflock, Keil. 
Childs head (engl.) = Kinderkop f . 
chilver (engl.) = Kalb. 

! = Chimäre, Fabel- 
thier, aufrecht, mit 
Weiberkopf, -Brü- 
sten u. Haaren, Lö- 
wenleib , -Pranken 
u. Schlangenschweif, 
chimney (engl.) = Kemenate, Ka- 
min, 
chin (engl.) = Kinn. 
China t». 184. 
chind (ahd.) = Kind. 
Chinese, selten; z. B. im Wappen 

der von Haupt vorkommend, 
chiodo (it.) = Nagel, 
chiol (ahd.) = grösseres Schiff. • 
chiostro (it.) = Kloster, 
chirihha (ahd.) = Kirche, 
chirotheca (lat.) = Handschuh. 

ehS ! (««» = **"*• 
chiusa (it.) = Klause, 
chitiso (it.) = 1., mit Verschanznng, 
mit Thüre (überhaupt: Verzäunung) 



ro } 

ba ) 



(and.)= Haken, Klam- 
mer. 



(von Thürmen etc.) 2., mit geschlos- 
senen Flügeln (v. Vogel) 

chnabo (ahd.) = Knabe. 

chnappo (ahd.) = Knappe. 

chn£ht (ahd.) = Knecht, Knabe, 
Knappe. 

chnonf (ahd.) = Knauf. 

chnutil (ahd.) = Knüppel, KnitteL' 

chobertewer (mhd.) = Helmdecke. 

choESri( (ahd -> = Köcher - 

cholbo (ahd.) = Kolbe. 

chollera (it.) =-. Koller. 

chomat (poln.) = Kummet. 

chonachla (ahd.) = Spinnrocken. 

choph (ahd.) = Becher. 

chorn (ahd.) = Korn (Getreide). 

chorp (ahd.) = Korb. 

chou (frz.) = Kohl. 

choucas (frz.) = die Stein -Dohle 

(Vogel), 
chouette (frz.) = Uhu, Schuhu. 
chough (engl.) = Dohle, 
chracho 
chrampfo 
chrampba 
chrampf (ahd.) = Haken, Klammer. 

SS^}<*l> = *-**. 

chrapfo (ahd.) = Haken, Klammer. 

£*b° v* m > = **•■ 

chrona (sw.) = Krone, 
chruccha (ahd.) = Krücke, 
chruog (ahd.) = Krug, 
chrusa (ahd.) = Krug, 
chruzi (ahd.) = Kreuz, 
chrysomallum (lat.) = das goldene 

Vliess 
chubil (ahd.) = Kübel, 
chunchala (ahd.) = Spinnrocken, 

Kunkel. 

SÄ } <**■> = Kön * 

\ = 1., Schnabel (des 
chuofa (ahd.)> Schlittens. 

) 2., Kufe (Gefäss). 
chuph (ahd.) = Becher, 
church (engl.) = Kirche. 

— bells (engl.) = Kirchenglocken, 
drossln (ahd.) = das Kissen, 
chläwa (ahd.) =r Klaue. 
chle(o)biatt (ahd.) = Kleeblatt 

at ( <-■> = Kiett - 

chliuwer ) 

chliuwelfn > (ahd.) = Kugel,Knänel. 
chliwa ) 
chlöa (ahd.) = Klaue, 
chlobolonh \ 

chlofolouh > (ahd.) = Knoblauch, 
chlovolouh ) 
cjilöz (ahd.) = Ball, 
chluft (ahd.) = Zange, Scheere. 
ciarpa (it.) = Schärpe, 
ciathas (lat.) = Spitz (Trinkbecher), 
ciboule (frz.) = Zwiebel, 
cicäla (it.) = Heuschrecke, 
cicada (lat.) = die Cicade. 
cicindela (lat.) = das Johannis- 
würmchen (Leuchtkäfer). 



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cicogna — codatremola. 



213 



cicogna (it.) ) 

cicogne (frz.) > = Storch. 

ciconia (iat.) ) 

ciervo (sp.1 == Hirsch. 

cigale (frz.) = die Oicade. 

eigne (frz.) \ 

cigno (it.) > = Schwan. 

ciguena (sp.)) . 

ciliegio (it.) = Kirschbaum. 

eima (it.) == Gipfel. 

eimera (sp.) = Helmschmuck, -Klei- 
nod. 

eimeterre (frz.) — gekrümmter breiter 
Säbel. 

eimier (frz., engl.)l __ Helmschmuck, 

eimiero (it.) f ~~ Kleinod. 

eimitarra de espalda (sp.) = Tür- 
kensäbel (s. eimetere). 

cinco (sp.) I _ fl. f 

«inco (port.)f ~ mnr ' 

cinetns disjnnctus (lat.) == Innen- 
bord. 

- duplarius ) < la £) = d °P" 

- medioxumus ) gg* Innen - 

cinericius ) „„. , , , . 

cineritius } (lat -> = «*fcrb«i. 
cinghiäle (it.) = Wildschwein (Eber), 
cinghiato (it.) ) = ***** 

cinUvinctns(lat.)j-*G-;^ 

txnnamomo (it.) = Zimmet. 

cinq (frz.) = fünf. 

cinquefoil (engl.) = Fünfblatt. 
— pierced (engl.) = Fünfblatt in 
der Mitte durchbohrt (die Nessel - 
blüthen ünArenbergschen Wappen). 

cinquefolia <it.) = Funfblatt. 

<inta (port.) = Gürtel. 

cinta (it.) = Innenbord. 

cinta doppia (it.) = Doppel-Innenbord. 

cintre (frz.) = bereift (von Reichs- 
apfel). 

ciovetta (it.) = Uhu. 

cipolla (it.) = Zwiebel. 

ci5retso fr 5t.)} = der Qypressenbaum. 

cippus (lat.) = Pfal- 

circinus (lat.) = der Compass, Zirkel. 

circo (it.) = Zirkel. 

circondato (it.) = umgeben von, 

innerhalb von. 
circnlado (sp.) = mit Reifen (Tonne), 
circnlar wreaths (engl.) = runder 

Kranz, 
circulus (lat.) = Ring, 
circumdatus (lat.) = umgeben von. 
(margioe) circumdatus (lat.) = bor- 

dirt ; bordweis begleitet von. 
ciriegia (it.) = Kirsche, 
ciseau (lat.) = die (Schaf-) Scheere. 
cista (lat.) = Kiste, 
citra iit i 1 = cith er, *t>er auch 
citara (sp.) } « er herzförmige Schild 
x * ' ' der maurischenReiterei. 
citreum malum (lat.) = Citrone. 
citrinus (lat.) = citrongelb. 
citron (frz.) = die Citrone. 
citronnier (frz.) = Citronenbaum. 
citrouille (frz.) = der Kürbis, 
citrus (lat.) = Citrone. 
cittä (it.) = Stadt. 
B. 



civetta (it.) = Käuzchen. 

civic crown (engl.) = Bürgerkrone 
(ein unten mit Band, dessen Enden 
abfliegen, zusammengebundener auf- 
rechter Eichenkranz). 

civic wreath (engl.) = Helmwulst. 

clabuia (lat.) = der Stab , Stock (s. 
d. französ. baton). 

clairevoies (frz.) = Name derjenigen 
Plätze des Schildes, welche durch 
eine senkrechte oder schräge Git- 
terung desselben entstehen. 

*-« eis o*> = aar 

clamp (engl.) = Klammer. 

clarencieux (clarence>(engi.) = W ap- 
penkänig, weil dieses Amt ehe- 
mals die Herzöge von Clarence 
besassen. 

claricorde (frz.) = Panflöte, lediglich 
in englischen Wappen, hat die 
ungefähre Form eines aufrechten 
Füllhorns mit rechtsgekehrter Win- 
dung, oben mit 5 hervorstehenden 
senkrechten Pfeifen -Enden. 

claxinado (sp.) = mit Glocke, Schelle 
(am Halsband). 

Ibeglockt (v. dem „Ge- 
läute- der Kühe etc.) 
aber auch: grosser 
Eisenhutfeh- (Palli- 
saden-)schnitt. 
clarion (engl.) = Pansflöte (s. clari- 
corde). 
clathratus (lat.) = gegittert, 
clathri (lat,) = Gatter, 
clathrum (lat.)= das (Schräg-) Gitter, 
claustrum (lat.) = Kloster, 
clava (lat., sp., it.) = Morgenstern 

(Keule), 
clava spinosa (lat.) = Morgenstern 

(Waffe), 
clavado (sp.) = beringt (v. Halsband), 
clavado (sp.) = geöffnet, durchschei- 
nend (von den Löchern des Huf- 
eisens), 
clavatus (lat.) = beklöpfelt (v. d. 

Glocke), 
clavele* (frz.) = Astschnitt, 
clavis (lat.) = Schlüssel. 

- ss^i = ««*•*. 

clavola (engl.) = Stock, Stab, 

in der Bedeutung des franz. bäton. 
clavus (lat.) = Nagel, 
cle* (frz.) = Schlüssel. 
— antique (frz.) = altertümlicher 

Schlüssel (Dietrich), 
cleat (engl.) = Keil. 

f z=z sagt man vom 
Kreuz oder einer 
anderen Fignr 
wenn, nach (Art 
des Tolosaner- 
Kreuzes) nnr die 
Umgränzung eine 
andere Farbe wie 
der Schild zeigt, 
der übrige Theil 
aber die des Schil- 
des hat (durch- 
\scheinen lässt.) 



clechada (sp.) 
cleche (engl., frz.) 



clef (frz.) = Schlüssel. 

clenched (engl.) = Handfessel, Hand- 
schelle. 

clericus (lat.) = Pfaffe. 

clew (engl.) = Knäuel. 

cliff (engl.) = Klippe. 

clinched (engl.) = Faust. 

clocca (lat.) ) 

cloche (frz.) > = Glocke. 

clock (engl.)) 

cloitre (frz.) =^ Kloster. 

close (eng 1 ,,) = l., niedergeschlagen 
(Vr klügeln). 2., vom Falken mit 
geschlossenen Flügeln. 

— girt (engl.) = Kleider (mit 
Gürtel; in der Mitte befestigt. 

closet (engl.) = Balken auf die 
Hälfte der uatürl. Breite zurück- 
geführt. 

closing tong (engl.) = Schmiede- 
zange. 

clot (engl.) = Klotz. 

clotbur (engl.) = Klette. 

cloth (engl.) = Kleid, Tuch. 

clou (frz.) = Nagel. 

— de la passion (frz.) = Nagel v. 
Kreuze Christi ; gross mit dreiecki- 
gem Kopf. 

cloue* (frz.) = Dietrich (s. cle anti- 
que). 

— (frz.) = bebuckelt, mit Nägeln 
beschlagen. 

cloverblade (engl.) = Kleeblatt, 
clove (engl.) = Beutel, Tasche (auch: 

Knoblauch), 
ciover (engl.) = Klee, 
club (engl.) = Keule, Kolben. 

— spiked (engl.) = Morgenstern, 
clubs reversed (engl.) = herunter- 
laufende Tropfen. 

clusus (lat.) = ge- oder verschlos- 
sen. 

clymant (engl.) = aufgerichteter 
Ziegenbock. 

clypeus (lat.) = Schild. 

coat of mail (engl.) = Panzerhemd. 

coberta (port.) = geöffnet (vom 
Thurmthor). 

coccine (nach v. Qu. 25.) = alter 
Ausdruck für r o t h („hahnfarben"). 

coccineus (lat.) = roth. 

cocciniatus (lat.) = purpurn. 

Cochinchina S. 184. 

cochlear (lat.) = Löffel. 

cochlearia (lat.) = St Michaels- 
Muscheln. 

cochleatim (lat.) = der Schnecken- 
schnitt (wohl irrig auch für Zick- 
zackschnitt.) 

cochleatus (lat.) = zickzackformig 
aber auch: mit Kopfbinde. 

cock (engl.) = Hahn. 

cockatrice (engl.; = Ungeheuer mit 
Kopf, Flügeln und Beinen eines 
Hahnes und einem Drachenschwanz 
mit Pfeilspitze. 

cocomero (it.) = die Melone. 

coda (it.) = Schweif. 

— di rudine (it.) = Schwalben- 
schwanz- (wälschzinnen-)förmig. 

codatremola (it.) = Bachstelze. 
54 



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214 



code d'araielliuo — coatrabastone. 



-code d'anneilino = Hermelinschwänz* 

chen. 
codion (lat.) = Molinkopf, 
coelestinus (lat)l __ • , 
coeruleus (lat.) f — Dlau ' 
coesius (lat.) = bläulichgrau, 
coeur «frz.) = Herz. 

— aile (frz.) = geflügeltes Herz. 

— enflamm6(frz.)= brennendes Herz 
(oben mit Flamme). 

— humain (frz.) = Herz an dem 
oben ein kleiner Ansatz (Abschnitt 
des Blutgefässes). 

en coeur (frz.) = in Mitten des 

Schildes, 
coeur party en coeur (engl.) = in 

Mitte des Schildes eine kurze 

Theilungslinie. 
cofea (lat.) = Kopf, 
cognassier (frz.) = wilder Quitten- 

baum. 
cognato (it.) = Schwager, 
cognatus (lat.) = verwandt von der 

Mutter her. 
cognisance (engl.) = Helmzier, 
cohujada (sp.) = Lerche, 
coin (frz.) = Quittenapfel, 
coing (frz.) = Quitte, 
cojin (sp.) = Polster, 
cole (engl.) = Kohl, 
coleira (port.) = Halsband, 
colemuse (engl.) = Kohlmeise, 
colina (sp.) = Hügel. 

- de tres alturasj = Dreiberg . 

cerros (sp.)J 6 

colis (laU = Kohl. 

collana (it.) ) 

collar (port.) > = Halsband. 

collare (sp.) ) 

collare deiTelmo (it.) = Helm-Hals- 
kleinod. 

collared (engl.) = behalsbandet. 

collared gemelle (engl.) = mit zwei 
Beifen um den Hals. 

collarinato (it.) = behalsbandet (mit 
Halsband). 

collarium (lat.) = Koller. 

collet (frz.) = der Spornschaft. 

colletado (sp.)l == behalsbandet (v. 

collete (frz.) f Thieren). 

— = gestielt, beschaftet (v. 
Spornrad). 

— gepackt (vom Eber, den ein Hund 
in Hals oder Ohren beisst.) 

colliculum tricipitum (lat.) = Drei- 
berg. 

collier (frz.) = das Halsband. 

colügatus (lat.)= zusammengebunden. 

colligiatio (lat.) = nennt man die Ver- 
einigung mehrerer Schilde durch 
Zusammenbinden. 

collis (lat.) = Hügel. 

SSfl dat.) = Hals. 

colmo (it.) = Gipfel (ganz schmales 
Schildhaupt über dem eigentlichen). 

colobaetos (sp.) = Adler ohne 
Schnabel und Füsse. 



color (lat.) = die Farbe. 

— (ad moduni sectionis) oppositis co- 
loribus (insignitus) Jat) = mit 
wechselnder (verwechsel- 
ter) Färbung. 

colour (engl.) = Farbe. 

coltella (it.) = Hirschfänger. 

coltra (it.) = Koller. 

SS3 < lat -> = 8chlan ^- 

colubrarius pupulus (lat) = wach- 
send. 

SU ««■> = T - be - 

column (engl.) = Säule. 

— broken (engl.) = zerbrochene 

Säule, Säulenstumppf. 

-— enveloped with (engl.) = Säule, 

umwunden von (Schlange, Kranz etc.). 

columna (lat.) = die Säule; aber 

auch tür Pfal gebräuchlich, 
colus (lat.) = Kunkel, Spinnrocken, 
coma demissa (lat.) = mit vorn über 

die Schulter hängendem Haar, 
comb (engD = der Kamm (auch der 

des Hahnes). 



combatant (engl, 
combattenti (it, 






colomba (it.) I _ T . 
colombe (frz.)f - lanDe * 
colonna(it.) I __ Qa • 
colonne(frz.)( - Säule * 



= kämpfend (von 
2 zugewendeten 
Thieren). 

combinered (d.) = vereinigt. 

comble (frz.) = Gipfel (Schildhaupt 
auf der Hälfte seiner Breite. 

comes (lat.) = Graf. 

comes stabuli (lat.) = Marschall. 

SW = " 

comiendo (sp.) = nagend. 

comignolato (it.) = treppenförmig. 

comitatus (lat.) = begleitet von. 

Commandostab S. 124 Taf. 26. 

compact us (lat.) = bereift (v. Reichs- 
apfel). 

compartiments (engl.) = Vereinig- 
ung von Familienwappen in einen 
Schild. 

compas(frz.H = Zirkel . 
compäs isp.)f 

compassess (engl.) = Zirkel, Compass. 
compes (lat.) = Fessel 
complement (engl.) = Vollmond, 
complexus (lat.) = linke Spitze, 
componado (sp.)i 
compone (frz.) i ge8tttckt (lllß4m . 

composta (port.)l * arDein - 
composto (it.) ' 
compuerta (it.) = Fallgatter, 
compuesto (sp.) = gestückt, 
compunctus (lat.) = gepunktet, 
conatum (lat.) = geständert. 

C0 - ha (lat:)l = Muschel. 

conchula St Michaelis = Michaels- 
muschel. 

conchylium (lat.) = grosse See- 
muschel. 

conchyliatus (lat.) = roth. 

conchiglia (it.) = Muschel. 

concombre (frz.) = Gurke. 

conconatus (lat.) = geständert. 



connexi 
connixi 



per lineas in margine conour* 

rentes (lat.) =s auf- oder abstä* 

gende Spitze, 
per lineas in medio oonourren^ 

t e s (lat) = Goppel-, oder Deichsel- 

schnitt, 
conde (sp., it.) = Graf. 
conde, Krone der spanteeHea 

S. 181. 

conflnante (it.) == „anstossend* 
eigentlich „grenzend*, angewandt 
bei Bauten, die an die Seitenrän- 
der stossen. 
confronte (engl.) = zugewendet 

conger eel (engl.) = Meer-Aal. 

con^lutinatio (lat.) nennt man 
die Zusammenschiebmng (Anein- 
anderlehnung) zweier Wappen« 
schilde. 

coniglio (it.) = Kaninchen. 

coniseratus (lat.) = geständert. 

conjoined (engl.) = vereinigt, ver- . 
bunden. 

conjoined in Iure (engl.) = zwei 
verbundene Flügel, deren Spitzen 
abwärts hängen. 

conjoined flexed in triangle (engl) 
— im Dreipass zusammengestellt 
(u. in d. Mitte verbunden). 

(pes alae) conjunctus (lat.) = Klan- 
flügel. 

Ä (lat.) = verflochten, ver- 
> schlungen (von 2 u. mehre- 
' ren Gegenständen.) 

connin (frz.) = Kaninchen. 

conocchia (it.) = Kunkel, Spinnrocken. 

conque marine (frz.) = Meermuschel 
in Form eines Füllhorns. 

consanguineus (L*t.) = der Bluts- 
verwandte, gewöhnlich Bruder. 

consitum (lat.) = besät 

consobrini (lat.) = Kinder zweier 
Schwestern. 

consocrus (lat.) = Gegenschwieger- 
(mütter) deren Kinder mit ein- 
ander verheirathet sind. 

consoceri (lat.) = Gegenschwieger- 
väter, deren Kinder mit einander 
verheirathet sind. 

contignis pedibus (lat) = gegenein- 
anderlehnend (von 2 mit den Vos- 
derfüssen zusammenstossenden(zah.- 
men) Thieren). 

contornado tep.) = linksgekehrt 

la cabeca contornado (sp.) := wider- 
sehend* 

contourne* (frz., engl.) = linksgekehrt 
(v. Thier). 

contra arminios (sp.) = Gegenherme- 
lin. 

contrabanda (sp.) \ linker Schrag- 

contrabanda (port.)f balken. 

contrabandato (it.) = mehrfach 
schrägrechts getheilt und einmal 
gespalten, getheilt, oder links- 
geschrägt, mit wechselnden Fär- 
bungen. 

contrabastone (it.) = schräglinker 
schwebender Schrägbalken in einem 



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eontraferisare* — conträVäJäto. 



215 



bereits andetweit mit Wappen- 
bildern bezeichneten Schilde (Ba- 
stardbalken). 

Gegenbord 
(wenn ein be- 

contra^risare I r - t v = reits bordirter 

coiitrabrisura f *- '' Schild noch 
einen weiteren 
Bord erhält. 

contra-cantheriatus (lat.) = mehr- 
fach gesparrt nnd einmal gespal- 
ten mit wechselnden Färbungen. 

contracappato (it.) = gestürzte Spitze. 

contracapriolato (it.) = gestürzt- ge* 
sparrt. 

contra capriolo (it.) = gestürzter 
Sparren. 

contraccambiato (it.) = mit ver- 
wechselten Färbungen. 

contra compositos (lat.)* = gegen* 

contracomposto (it.) j gestückt, 
(von einem mehrfach quergetheil- 
ten, mit Bord von wechselnden 
Färbungen umgebeuen Felde). 

contra conato (it.) 1 __ achtfach ge- 

contraconatus (lat.)( ständert. 

contracotissato (it.)= mehr als 6 fach 
sohräglinks getheilt. 

contracotissa (it.) = linker Schräg- 
balken auf J |, seiner natürlichen 
Breite. 

contra-doppio-intagliato (it.) =ausge- 
bogte (Lappen)Balken etc., die Lap- 
pen sind gross und einer Erhöhung 
des einen steht die Vertiefung 
der anderen Seite gegenüber. 

contra - doppio-merlato (it.) = Wech- 
selzinnen- (Balken, Pfal, Schräg- 
balken etc.) 

contra exiens (lat.) = zugewendet- 
wachsend (v. 2 Thieren, Menschen). 

in florem contra-exiens (lat.) — bei- 
derseits mitBlüthen besteckt. 

contra - exiliens (lat.) = aufrecht zu- 
gewendet (v. 2 Thieren, Menschen). 

contrafaeniatus (lat.) = mehrfach 
schrägrechts und einmal quer, 
senkrecht oder gegenschräg ge- 
theilt, alles mit wechselnden Fär- 
bungen. 

x = mehrfache Quer- 

contrafas- / th ^ un « u ' u einm r "iP 

ciato (it.) ( 8C Ä' 8chrä ? hl * e > 

^«*—f«l r schragkreuz weise etc. 

ÄaTianV TheilSng - alles mit 
c,atU8(,at - ) ) verwechselten Fär- 
' bungen. 

contrafaxado (sp.) = (einmal) gespal- 
ten und (mehrmal) getheilt, mit 
wechselnden Färbungen. 

contrafiammeggiante (it.) = beider- 
seits (abwechselnd) brennend(er) 
Ast (Brand). 

contrafiletto, contrafiio (it.) = schwe- 
bender linker Schrägbalken von 
V fl seiner Breite (Bastard balken). 

contraflammans (lat.) = mit geflamm- 
ten Gegenspitzen. 

«ontrafluttuoso» (it.) = erniedrigter 
Querstrom. 

contragigliato (it.) = beiderseits 



abwechselnd glevenbesteckt (von 
Schrägbalken etc.) 

contragradato (it.) = gegengestuft 
(i. e. ein gestürzter Stufengiebel 
der oben und unten anstösst — v. 
Rohr in Schlesien). 

contra gradientes* (lat.) = gegenge- 
wendet (übereinander, nach ver- 
schiedenen Seiten). 

contra-incedentes (lat.) = gegenein- 
ander schreitend. 

contra-infiorito (it.)= nach innen und 
aussen mit Gleven besteckt (vom 
doppelten Innenbord, z. B. Schott- 
land). 

contra-inquartato (it.) = wieder ge- 
viert (wenn ein Theil eines ge- 
vierten Schildes noch einmal ge viert 
ist.) 

contra-inquarto (it.) = das Viertheil 
teil eines wiedergevierten Feldes. 

contra-insittt8(lat.)=G6genwolkenfeb. 

contra-intagliato (it.) = unten mit 
Dornenschnitt (vom Balken). 

contra - in terzato (it.) sagt man 
von einem Theile eines dreige- 
theilten Schildes, der abermals in 
drei Theile getheilt ist. 

contralevato (it.) = aufrecht zuge- 
wendet (von 2 aufrechten, einander 
zugekehrten Thieren, speziell Bären 
gebraucht). 

contramerlato (it.) = unten gezinnt 
(von Balken). 

contramerlettato (it.) = unten ge- 
zahnt (vom Balken) innen gezahnt 
(vom Borde). 

contranaacente (it.) = wachsend zu- 
gewendet (v. Thieren). 

contraneb uloso (it.) = unten mit 
Wolkenschnitt (von Balken). 

i= mit (abwech- 
Aesten, Stubben 
etc. - 
contra-ondato (it.) = unten mit Wel- 
lenlinie (v. Balken.) 

S = mehrfach gespalten 
und einmal getheilt, 
schräg (-rechts oder 
-links), oder schrägge- 
viert, alles mit wech- 
selnden Färbungen, 
contra-palo (it.) = ein gespaltener 
Pfal von zwei, mit dem(gespaltenem) 
Schilde wechselnden Färbungen, 
contrapartito (it.) = sagt man, wenn 
der eine Platz eines bereits ge- 
spaltenen Schildes abermals gespal- 
ten ist. 

!= gegenge- 
wendet (von 
schreit. Thie- 
ren). 
contrapatibulatus (lat.) = wiederge- 

krtiokt. 
contrapeti8atus (lat.) = Gegenfeh. 
contrapiantato (it.) == gegengestellt 
von zwei pfalweis nebeneinander- 



gestellten Lanzenspitzen etc. deren 
eine gestürzt ist. 

contra ponticum villes (lat.) = Gegen- 
hermelin Schilde. 

contraposato (it.) = sagt man von 
zwei gegeneinander schreitenden 
(kämpfenden) Vögeln. 

contrapotenziato f dm fc^^ 

contrappalmata (it.) = verkehrt (von 
der den Bücken zeigenden Hand). 

contrapposto (it.) = mit den Spitzen 
zusammen8tos8end (zumeist von 

Hermelinschwänzchen, welche 
kreuzförmig gestellt, mit den 
Köpfen zusammenstossen). 

conjtraquartierej n^arto) 

contrarampante (it.) = zugewendet» 
an- oder gegenspringend (von zwei 
gegen einen zwischen ihnen be- 
findlichen Baum , Thurm etc. auf- 
gerichteten Thieren). 

contrarmellinato (it.) = Hermelin. 

contrarmellino (it.) = Gegenhermelin. 

contrasaltante (it.) = aufrecht zu- 
gewendet (von 2 gegeneinander 
springenden Thieren.) 

contrasbarrato (it.) = mehrfach 
Schräglinks und einmal quer, senk- 
recht, oder gegenschräg getheilt, 
mit verwechselten Färbungen. 

contrascaccato (it.) = »gegenge- 
schacht* von einem mehrfach quer- 
getheilten, mit einem geschachten 
Borde von verwechselten Fär- 
bungen. 

contrascanalato (it.) = unten im 
Lappenschnitt gezogen (v. Balken). 

contrasmaltato (it.) = Figuren in 
einem Schilde von verwechselten 
Färbungen. 

contraspaccato (it.) = wiedergetheilt 
sagt man, wenn der eine Platz 
eines bereits (quer)getheilten Schil- 
des nochmals (quer)getheilt ist. 

contrassegni d'onore (it.) = Ehren- 
stücke hinter u. unter dem Schilde. 

contrastrisciante (it.) = gegenge- 
wendet (dieser Ausdruck „c." nur 
von zwei übereinander nach ver- 
schiedenen Richtungen querliegen- 
den Schlangen gebraucht). 

contratagliato (it.) = sagt man von 
einem Platze eines schräglinksge- 
theilten Schildes, welcher wiederum 
so getheilt ist. 

contratrinciato (it.) = sagt man von 
dem Platze eines schräggetheilten 
Feldes, welcher wiederum so ge- 
theilt ist. 

contra-uscente (it.) = abgewendet 
sagt man in der ital. Heraldik von 
zwei aus dem Spalt oder aus den 
Schenkeln eines Sparrens, einem 
Pfal etc. hervorbrechenden, also 
ab gewendeten Thieren. 

contravajato (it.) = Feh, welches 
nicht in blau und weiss gefärbt 
ist. 



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216 



contravajato minuto — corvus. 



contre-bande 

— barre 

— chevronne 

— fasce 

— pale 



contravajato minuto (it.) = dasselbe, 
aber in sebr zahlreichen Reihen« 

contravajo (it.) = Sturzgegenfeh 
(wenn wie bei Crollalanza abge- 
bildet, die obere Reihe weisse 
steigende Hütlein zeigt), sonst: 
Gegenfeh. 

contravarium vellus = (lat.) Buntfeh. 

contra verghettato (it.)=dass. wie con- 
trapalato, nur mit bedeutend mehr 
senkrechten Theilungsstrichen. 

contra veros (it.) = Gegenfeh. 

contravittatus (lat.) = mehrfach 
schräglinks , einmal senkrecht, 
quer oder gegenschräg getheilt, 
mit wechselnden Färbungen. 

contre-appaume (frz) = verkehrt 
(von der den Rücken zeigenden 
Hand). 

(frz.)=nennt man 
die Schrägung, 
Linksschrägung, 
Sparrung, Que- 
rung u. Pfälung, 
sobald noch eine 
andere Art von 
Theilong hinzu- 
tritt u. somit eine 
Verwechselung 
der Färbung er- 
folgt. 

contre-compone(frz.)==gegengestückt 
— sehr selten — wenn ein mehr- 
fach getheilter oder gespaltener 
Schild einen % Bord von wechseln- 
den Färbungen hat. 

contre-ecartele (frz.) =±: wiedergeviert 
(wenn ein oder mehrere Felder 
eines gevierten Schildes nochmals 
geviert sind). 

contre-hermine (frz.) = Gegenher- 
melin. 

contre-vair (frz.) = Feh, bei dem 
die blauen Stücke mit den Basen 
sich an einander lehnen. 

contre-vaire* (frz.) = wenn vorbenann- 
tes Feh von anderen Färbungen als 
blan und weiss ist. 

contrermellina (it.) = contrarmellino. 

contrinchiavato (it.)= contra-inchia- 
vato 

contrinfiorito (it.) = contra-infiorito. 

contrinnestato (it.) = contra - inne- 
stato. 

contrinnesto it.) = contra -in nesto. 

contrinquartare (it.) = Theilung einer 
Vierung in abermals 4 Thefle. 

contrinquartato (it.) = contra- 
inquartato. 

contrinquarto (it.) = contra- inquarto. 

con tri ntagliato (it.) = contra-intag- 
liato. 

contro-appalmata (it.) = eontrappai- 
mata. 

contro-appuntato (it.) = contra- 
appuntato. 

contro-banda (it.) = der Länge nach 
getheilter Schrägbalken in einem 
schräggetheilten Felde wechselnder 
Färbungen. 

contro-capriolato (it.) =contra-caprio- 
lato. 



(it.) = contra. 



contro-capriolo (it.) = contra- capri- 

ola. 
controcomposto 
controcotissa 
controcotissato 
controfasciato 
controfiletto 
controfilo 
controfluttuoso 
controgigliatoi 

:ar °- «— «■«• 

etc. etc. ; 
contruscente (it.) = contrauscente. 
conucula (lat.) = Kunkel, 
conus (lat.) = 8tänder. 
convesso (it.) = gebogen, 
convestitus (lat.) = bekleidet, 
cuny (engl.) = Kaninchen, 
cook (engl.) =. Koch, 
coomb (engl.) = Kumpf. 
coop (engl.) = Kufe (Gefäss). 
cooriens (lat.) = wachsend, 
coote (engl.) = Wasserhuhn, 
cop (engl.) = Kopf, 
copa (lat.) = Kufe, 
cope (engl.) = Kappe, 
copej (sw.) = Lanze, 
coperto (it.) = bedeckt, bedacht, 

wird auch vom Schildhaupt mit 

Gipfel darüber gebraucht, 
coph (mhd.)l ___ K , , 
copon (sp.) f ~ Kelcü ' 
coppa (it.) = Kopf, 
copper (engl.) = Garnrolle, 
copula (lat.) = Koppel, 
coq (frz.) = Hahn, 
coq de bois (frz.) = Birkhahn, 
coq de bruyere ffrz.) = Auerhahn. 
coquerelles (frz.) = 3 Haselnüsse in 

ihren Hülsen in Kleeblattform J_ 

aneinanderhängend. 
coquille (de St. Jacques) (frz.) = 

(Jacobs-) Muschel. 

— vannet (frz.) = Muschel, die 

das Innere zeigt, 
cor (lat.) = Herz, 
cor; de sua- (port.) = naturfarben. 
cor (frz.) = Hörn, cfr. grelier, cor 

de chasse, huchet. 
cor de chasse (frz.) = Jagdborn, 

hat Beschläge und Band, 
coracino (it.) ) = Karausche 
coracinus (lat.) } (Fisch), 
coracon (sp.) = Herz, 
corazza (sp.) = Kürass. 
corb (engl.) = Korb, 
corbado (sp.) = gekrümmt (v. Del- 
phin etc.). 
corbeau (frz.) = Rabe, 
corbeille [frz.){ __ v * 
corbis (lat.) f - Korb ' 
corculum (lat.) = kleines Herz, 
cord (engl.) = Schnur. 

i= besaitet (v. Sai- 
teninstrumenten). 
= bespannt (v.Bogen 
mit Sehne). 
= geschnürt, gebun- 
den, 
cordelieres (frz.) = Schnüre um die 
Damenscbilde. 



orn. 



cordoSs (port.) = Bänder des Hief- 
horns. 

cordone (it.) = Strick. 

coricato (it.)= 1., liegend (v. Thieren), 
2., vom Sparren, der die Spitze nach 
der linken Schildflanke kehrt 3., vou 
quergestellten länglichen Figuren ? 
4., von der Säule, welche mehr breit 
als lang ist. 

corimbi (lat.) = Helmdecken. 

cormier (frz.) = der Sperber! v nm 
oder Speierlingsf ' 

cormoran (frz) \ Kormoran 

cormorant (engl.)> = (Seerabe, 

cormoron (frz.) ) Vogel).. 

cornäcchia (it.) = Krähe. 

cornato (it.) \ __ „^»m*. 

cornatus (lat.)} = * chörnt - 

Corneille (frz.) = Krähe. 

corneliantree (engl.) = Kornelte. 

cornemuse (frz.) = Blashorn. 

cornet (frz.)l Tä «ji. 

corneta (ap.)f = J ^ 

Cornetfifclmlein 8. 1S5. Taf.M. 

Cornetfähnlein als Helmkleinod, s. 
Standarte. 

corniere (frz.) = Kesselrinken. 

corniolo (it.) = Korneliuskirsche. 

cornish - shough (engl.) = Stein- 
Dohle. 

cornix (lat.) = Krähe, Rabe. 

corno (it.) = Büffelhorn. 

— da caccia (it.) = Jagdhorn. 

— d'amaltea (it) = Füfihorn. 

— ducale (it.) = (venetianische) 
Dosenmtttze. 

cornolium (lat.)| v „ 

cornouille (frz.)} = KorneIle ' 

cornoullier (frz.) = Korneliaskirsch- 
bäum. 

cornu (lat.) =.Horn. 

cornn bullatum (lat.) = Blashorn. 

cornu copia (engl.) = Füllhorn. 

cornu in modum poculi (lat.) = Trink* 
hörn. 

cornua (lat.) = Büffelhörner. 

cornudo (sp.) = gehörnt. 

cornnm venatorinm(lat.) = Jagdhorn. 

cornus (lat.) = Korneliuslrirsch- 
baum. 

corolla rutacea (lat.) = Rauten- 
kranz. 

corollis florum (lat." = Blumenkranz. 

Corona (lat.) = Krone. 

Corona condal (sp.) = Grafenkrone. 

coronado (sp.) = gekrönt 

coronaria (lat.) = Helmkleinod. 

coronatus (lat.)l __ ^b-««* 

coronato (it.) } - 8^ krönt - 

Coronet (engl.) = Rang-Krone der 
Grossbritannisch-Irländischen Prin- 
zen und Pairs. 

coronis (lat.) = Schildhaupt. 

corrente (it.) 1 j f d , 

cornendo (sp.) j 

cortado (sp.) = (quer) getheilt 

cortado por (cinco) lisonjas aponta- 
das (port.) = dgl. durch balken- 
weis aneinanderhängende Rauten. 

corulus (lat.) = Haselstrauch. 

™%mI = der Rabe, 
corvus (lat.) f 



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corylus — cradle. 



217 



coticfc (engLfrz.)) 
coticed (engl.) 



tsorylns (lat.) = Haselnussstraucb. 

corza (sp.) = Reh. 

eono (sp.) = Behbock. 

coscetto ^it.) = Schlägel. 

cosciale (it.) = Beinharnisch. 

coselete (it.) = Rüstung. 

cosido (sp.) = "abgetrennt (wenn 
Scbildhaupt nnd Schild beide von 
Metall oder Farbe sind.) 

cost (engl.) = Balken von halber 
Breite. 

costado (sp.) = acostado. 

costeggiato (it.) = begleitet (vom 
Schrägbalken). 

costicada (port.) = begleitet von 
schmalen 3treifen derselben Gat- 
tung und Richtung. 

cota (sp.) = Panzerhemd, Wappen- 
rock. 

cothurnatus (lat.) = gestürzte Spitze. 

cothurnus (lat.) = Jagdstiefel. 

cotice (frz.) = 8chrägleiste. 

— en barre (frz.) = linke Schräg- 
leiste. 

|= wenn ein Schild 
(zehn oder mehr- 
f mal schrägge- 

theilt ist. 

=^wenn ein Bal- 
' ken,Sohrägbalken, 

linker 8chrägbal- 
iken oder Sparren 
l parallel von 2 dgl. 
I geschmälerten be- 
' gleitet ist. 

— (doublement) = wenn die 
letzteren beiderseits doppelt ver- 
treten sind. 

cotissa (it.) = schmaler Schräg- 
balken. 

eotissato (it.) = oftmals schmal ge- 
schrägt. 

cotiza (sp.) = schmaler Schräg- 
balken. 

cotizado (sp.) = (mehr wie 7 mal 
rechts) geschrägt. 

cöto de aguia (port.) = Adlerklaue. 

cotonea g»t.)i = QuiUe 

eotogna (it.) f ^ 

cotogno (it.) = Qnittenbaum. 

cotornice (it.) = Wachtel, Bebhuhn. 

cotorra (sp.) = Sittich. 

•ottanum (lat.) = Quittenbaum. 

cötos de aguia (port.) = Adlerflttgel. 

cdtoyG (frz.) = begleitet nach der 
Figur (wenn Schrägbalken oder 
lange Figuren auf beiden Seiten 
von nach derselben Richtung ge- 
stellten anderen Figuren (parallel) 
begleitet sind). 

cotta d*anne (it.) = Waffenrock. 

«otonea (lat.) = Quitteubaum. 

cotte d'armes (frz.) = Waffenrock. 

cotte de maille (frz.) = Panzerhemd. 

cottice (frs.) = ootice. 

cottise (engl.) = Stabbalken. 

cottised (engt) = cotised. 

cotton bündle (engl.) = Garnsträhna 
(Docke). 

cotton-hank (engl.) = Knäuel. 

cottus (lat.) = Kutte. 

cotumlx (lat.) = Wachtel 
B. 



couchant (frz.) = untergehend (v. 
d. Bonne). 

\ = 1., liegend mit auf- 
1 gerichtetem Kopf 

couchant(engl.)f (v. Thieren). 

couche (frz.) \ 2., Sparren oder 

couched (engl.H Spitzen, die einer 
\ Seite zugekehrt 
' sind. 

coucou (frz.) = Kukuk. 

coudrier (frz.) = Haselstrauch. 

coulant (frz.) = fliessend. 

couleuvre (frz.) = senkrechte Schlange 
den Körper in Wellenlinien herab- 
gesenkt. 

coulisse (frz.) = mit Fallgatter. 

coulter of a plough (engl.) = Pflug- 
messer. 

counter bände (engl.) = mehrfach 
schrä^getheilt (und gespalten oder 
getheüt). 

counter cartel6 (engl.) = geschacht 
oder geviert, jeder Platz mit einem 
dgl. kleinerem wechselnder Fär- 
bung belegt. 

counterchanged (engl.) = mit ver- 
wechselten Färbungen. 

counter chevronne (engl) = gesparrt 
(und gespalten) mit wechselnden 
Färbungen. 

Ä ^««+ A *fl A « w ) = Balken mit Lilien 

2^Ä7 > wechselnder Färbung 

counterflory J besetzt> * 

counter embattled (engl.) = Zinnen- 
feh. 

counter ermined (engl.) = Gegen- 
hermelin. 

— escartetö (engl.) = countre 
carteU. 

— faced (engl.) = barrö per 
pale. 

— pale (engl.) = fünfmal ge- 
spalten (und getheilt) mit wech- 
selnden Färbungen. 

— potent (engl.) = Krückenfeh. 

— quartered (engl.) s. countre 
cartele. 

— salient (engl.) = zugewendet 
(v. Thieren) wenn aufrecht. 

— trippant (engl) s. countre 
passant. 

counter vair (engl.) = Gegenfeh (je 
2 Reihen nahen die Basen der 
gleichfarbigen Hütlein gegenein- 
ander gekehrt. 

countrebande (engl.) = mehrfach 
schräggetheilt (und gespalten oder 
getheilt mit wechselnden Färb- 
ungen etc). 

countre barre (engl.) = mehrfach 
schräglinks getheilt (und gespalten 
oder getheüt) mit wechselnden 
Färbungen. 

countrepassant (engl.) = linksgekehrt 
(v. Thier). 

counterly (engl.) = gespalten. 

coupe (frz.) = grosser Trinkbecher 
(Humpen). 

— couverte (frz.) = Deckelbecher, 
coupe (frz.) = quergetheilt. 

eoupe alternativement (frz.) = über- 
eckgetheilt. 



coupe de deux (frz.) = in drei 
gleiche Theile quergetheilt. 

— demi (frz.) = getheilt und 
halbgespalten. 

— miparti (frz.) = getheilt und 
halbgespalten. 

coupeau (frz.) = Dreiberg (3-Fels). 
couped (engl.) = abgeschnitten (ab- 
gehauen) y. Thierköpfen. 

— (fleur de lis) = Gleve (»/, Lilie), 
coupette (frz.) = die Hülse an der 

Eichel. 

couple (engl) = ein Paar, eine 
Koppel. 

couple-close (engl) = schmaler 
Sparren, wenn er einen breiteren 
begleitet. 

couple de chiens (frz.) = Hunde- 
koppel, ein Handgriff mit Eisen* 
beschlag an den Enden, an welchen 
zur Befestigung der Hundeleinen 
sich Haken } befinden. 

couple (frz.) = gekoppelt (v. Hunden)» 

courant (engl., frz.) = laufend (v. 
Thieren). 

courbe (frz.) = gekrümmt (v. auf- 
rechten gebogen Fischen : Delphin, 
Barsch etc.). 

oouronne (frz.) = Krone. 

— ä l'antique (frz.) = Zacken- 
krone. 

couronn6 (engl.) = kronenartig 

ornamentirt (Balken etc.). 
courtine (frz.) = Vorhang. 

I = 1., Kurtine (Mau- 
Jern, welche 2 oder 
mehrere Thürme zwi- 
schen sich haben). 
2., die die Wappen- 
i pavillons unterhalb 
I der Kuppel umgeben- 
'den Reifen, 
cousin (frz.) = Vetter, 
cousin germain (frz.) = Vaterbru- 
derssohn (v. Vaters Seite), 
coussin (frz.) = das Kissen, 
cousu (frz.) = sagt man von Gegen- 
ständen oder von einem Schild- 
haupte, wenn sie mit dem Felde 
von gleicher Farbe oder Metall sind, 
cousu (engl.) = bestreut mit. 
couteau (frz.) = Messer, 
coutelas (frz.) = kurzer breiter 

(Türken-)8äbel. 
coutrier (frz.) = Pflug, 
couvert (frz.) = offen, geöffnet (v. 

Thurmthoren). 
cova (it.) = Nest 
covert (engl.) = ein schmales Schild- 
haupt über dem eigentlichen, 
covo (it.) = Nest, 
covone (it.J = Garbe, 
cow (engl.) = Kuh. 
coward (engl.) = feig (vom Thier, 
welches den Schwanz zwischen die 
Beine schlägt), 
cowl (engl.) = Gugel, Zuber. 

Zl%%\ = *■** 
cradle (engt) = die Wieg« (d* 
Kinder). 



courtines(frz.)) 



55 



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»8 



crag — crooe di Tolosa* 



«lag (engl.) = Hals, Nacken, Kra- 
gen. 

eiamp (engl.) = Doppelhaken. 

Crampe, identisch mit Doppelhaken. 

crampe t (engl.) = Ortband (der 
Schwertscheide). 



■S3S1 ^ L > 



Sehwertkorb. 



crampon (fra.) = Doppelhaken, 

eramponado (sp.) = gekrückt (vom 

' Kreuz und anderen Stücken, deren 
Armenden einen wagrechten An- 
satz haben). 

cramponne (frz.) = mit Halbkrücke. 

.ciancelin (frz.) , Rautenkranz. 

eraneehno (it.) j 

crane (engl.) = Kranich. 

träne (frz.) = Todtenkopf. 

crane de boenf (frz.) = Stiergehörn 
nebst Grind und Ohren. 

eraneo (sp )) = Todtenkopf. 
cramo (it.) f * 

crapaud (frz.) = Kröte, 
-crapaudin (frz.) = Pfanne, 
craple (engl.) Klaue, Kralle, 
craquelin (frz.) = Brezel, 
crater (lat., sp.) = Wassereimer, 

Kessel, 
cratere (it.) = Mischkrug, 
craveau (frz.) = die Rübe, 
craw (engl.) = Kragen, 
creak (engl.) = Kriekente, 
«reated (engl.) = erhoben zum. 
crebol (sp.) = Stechpalme, 
crecca (lat.) = Kriekente. 

creciente (sp.) ) = JgJ 

creciente en abismo (sp.)j Mond. 

crecopulus (lat.) = Rohrdommel. 

evedenziere (it.) = Mundschenk. 

orafish (engl.) 3= Krebs. 

cretnaillere (frz.) = Kesselhaken. 

creneau (frz.) = die Zinne. 

creneaux (frz.) = Zinnen. 
— * entailes = Welschsinnen. 

creneiado (sp.) \ 

orenele (frz.) > = gezinnt. 

erenelle (engL) ) 

crequier (frz.) = Krieekenbaum (wil- 
der Kirschbaum). 

exescent (engl.) = steigender Mond, 
zweite Art des Beizeichens in 
Grossbrit. Wappen. 

— interlaced (engl.) = 2 ver- 
schlungene Halbmonde pfalweis 
gestellt. 

— reversed (engl.) = gestürzter 
Mond. 

crescente (it.) ) = m?nd5lr 

erescente de lüa (port.) C Mond 

crescione (it )j & 

cresson (frz.) \ 

crest (engl.) = JJelmzier. 

erestalit.) = Kamm b.Hahn undDelfin. 

esestado (sp.)l 

crestato (it.) f = bekammt (vom 

ereste (frz.) i Hahnenkamm. 

crested (engl.)! 

crlte (frz.) = Kamm (an Büffel- 

/ hörnern oder Rücken vonThieren). 

cre*te (frz.) = bekammt (y. Hahn). 



aretobulus (lat) = Rohrdommel, 
creutzweise übereinander gelegt = 

(schräg-) gekreuzt, verschränkt, 
creutz weiss, altdeutsch für kreuz- 

creux (frz.) = Höhle. 

crevera i lüften (sw.) = in der Luft 

krepirend (v. Bomben), 
crevette (frz ) i _ _. 
crevice (engl.) ] — ÄreD9 * 
cri (de guerre) (frz.) = Feldgeschrei 

gewöhnlich auf Band über dem 

Helme oder Schilde, 
criba (sp.) l 
crible (frz.) f __ g . , 
criblum (lat.U — öieD ' 
cribrum (lat.); 
cric (frz.) = Radsperre. 

SÄ SSJ^ = He,mW0,St - 
crine (frz.) I = behaart (v. Kopf- 
crined (engl.) f haar des Menschen). 

crinle™ (fri. )( = Mähne ' 

crinito (it.) i = behaart (v. Kopf- 

crinitus (lat.) f baar des Menschen). 

crispatus (lat.) = ziekzackförmig. 

crista draconis (lat.) = der Kamm 
des Drachen (oder an Büffelhörnern 
etc.) 

crista et paleie (rubris) (lat.) = mit 
trotte m> Kamm und Bart(v. Hahn). 

cristatus (lat.) = bekammt (v.Hahn). 

crivello (it.) = Sieb. 

croc (frz.) == Enterhaken, Krücke. 

aroca (lat.) I 

croccia (lat.)? = Krücke, Haken. 

eroeoo (it.) | 

croce (it.) = Kreuz (gemeines). 

croce aperta in ferro di mulino (it.) 
= Mühieisenkreuz. 

croce attorcigliata (it.) = Seilkreuz. 

croce avellana (it.) = Haselnuss- 
kreuz. 

croce biforcata (it.) = Gabelkreuz. 

croce bordonata (it.) = Apfelkreuz. 

croce cancellata (it.) = schrägge- 
gittertes gemeines aber auch aus 
je 3 senkrechten Gitterstäben be- 
stehendes Kreuz. 

croce-capriolo (it.)=Sparren, oben in 
Kreuz endend. 

croce col piede semipoteaziato (it.) 
= Kreuz mit Haibkrücke (links) 
am Unterarm. 

croce contradoppiomerlata (it.) as 

Gegenzinnenkreuz, 
croce cordata (it.) ( _ ^ .,, nB 
croce cordonata (it.) ( — öeUKr6UZ - 

croce costantiniana (it.) = Con- 
stantinskreuz (Ordenszeichen des 
Herzoglichen Parmesanischen Con- 
stantinisohen St. Georgsordens) 
ein Glevenkreuz, überdeckt von 
einem Grichischen X (ch) in Ge- 
stalt zweier gekreuzter, die Haken 
gegeneinander kehrender Doppel- 
haken. 

croce crodata (it.) = Wiederkreuz« 

oroce d?Alcantara (it) = Abantara- 

kreuz (Ordenskreuz des Akaotara- 



otdena) fussgespitztes grünes Gle- 
venkreuz. 

croce d'Aviz (it.) ss Aviz-Ordens- 
Kreuz. 

croce del Calvario (it.) = Passions- 
krenz. 

eroee della resurrezione (it.) = das 
lange rothe gemeine Kreuz auf 
der weissen Fahne des Osterlamms. 

croce dentata (it.) = Zahnkranz, 
gezahntes Kreuz. 

croce di bisanti (it.) = Münzen- 
(Kugel-) Kreuz. 

croce di Oalatrava (it.) = Calatrava- 
Ordens-Kreuz. 

croce di code d'armellino (it.) = 
Hermelinkreuz. 

croce di Cristo (it.) =. Chri3tus- 
(Passions)- Kreuz. 

croce di Danebrog (it.) = Danebrogs- 
Ordenskreuz (weisses rothbordirtes 
Tatzenkreuz). 

croce di dodici punte (it) = zwölf- 
zackiges (an jedem Armende mit 
4 Spitzen versehenes) Kreuz. 

croce di ferro (it) = das eiserne 
Kreuz. 

croce di fusi (it.) = aus Rauten zu- 
sammengesetztes Kreuz. 

croce di Gerusälemme (it.) = Jeru* 

. salemskreaa. 

croce di Lorena (it.) = Lothringi- 
sches (Patriarchen-) Kreuz. 

croce di losanghe vuote (it.) = ge- 
meines Kreuz, in Form eines Rau- 
tenkreuzes durchbrochen. 

croce di Malta (it.) = Malteser- 
kreuz. 

croce di otto punte (it.) == achtspit- 
ziges Kreuz. 

croce di Pisa (it.) = Piaanerkreu* 
(ist ein Kleeblatt- oder Lazarus- 
Kreuz). 

croce di Sant' Andrea (it.) = Andreas- 
kreuz, Schrägen (auch bei diesem 
kommen die für des einfache Kreuz 
croce — gebrauchten Eigenschafts- 
wörter vor, man wolle diese daher 
dort vergleichen). 

croce di San Giacomo (it.) = Jacobs- 
Ordens-Kreuz. 

croce di San Giorgio (it.) *» St. 
Georgakreuz (gemeines rothe« 
Kreuz in Silber). 

croce di San Giovanni Battista (it.) 
= Kreuz St. Johannis des Täufers 
(weisses gemeines Kreuz im rothen 
Felde). 

croce di San Maurizio (it) = St. 
Moritzkreuz: Kleeblatt- oder La- 
zaruskreuz. 

croce .di San Stefano (it.) = 8t 
.Stephanskreuz, Ordenazeiehen des 

. Toskanischen Stoghansordens : wie 
das Malteserkreuz, roth, gold- 
bordirt, in jedem Winkel schräg- 
auswärts eine goldene Lilie. 

croce di tedizi punte (it.) = sech* 
zehnendiges Kreuz(gemeines Kreuz, 
an jedem Atmende mk vier Spitzen)* 

croce di Tolosa (it) =. Totoaaner- 
oder Schiüsselringkreosv 



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crctee doppia -r -croix recroissettee an pied iche*. 



sie 



erooe doppia (it.) = Doppel- (Patri- 
archen-) Kreuz. 

croee doppia, colla tora versa inferiore 
semipotenziata a sinistra (it.) = 
Patriarchen- (lothringisches) Kreuz, 
dessen linker Unterarm eine ab- 
wärtsgehende Halbkrücke hat. 

.croce doppia col piede rifesso (it.) 
= Doppelkreuz mit zerspaltenem 
Fuss. 

croce falcata (it*) = mondbesetztes 

■ Kreuz. 

croce finestrata (it.) = in der Mitte 
rautenförmig durchbrochenesKreuz. 

"~ S^ata } S = Greven. 

— lioronata ) * re * z ' 

croce fitta (it.) = Fnssspitzkreuz. 
croce forcata l (it.) = Gabel- 

— forchettata f kreuz. 

croce fusellata (it.) = aus Bauten- 
(zusammengesetztes) Kreuz. 

croce gemellata (it.) = Zwillings- 
kreuz (aus 2 Zwillingsstreifen be- 
stehend). 

croce gigliata (it.) = Glevenkreuz. 

croce mcrespata (it.) = „Falten- 
kreuz" (wie es aussieht, weiss 
auch Crollalanza nicht). 

croce ingollata (it.) = ein Kreuz 
dessen Armenden von Drachen 
oder Löwen köpfen gehalten wer- 
den. 

eroce intrecciata (it.) = Seilkreuz. 

croce latina (it) = lateinisches 

• Kreuz. 

— — merlata (it.) = lateinisches 
Zinnenkreuz (s. d.). 

— — pomata (it.) = lateinisches 
Apfelkreuz (s. d.). 

— — trifogliata (it.) = lateini- 
sches Lazaruskreuz. 

— — vuota e trifogliata (it.) = 
desgl., ausgebrochen. 

croce lunga (it.) = Hoch- odeT Pas- 
sionskreuz. 

croce merlata (it.) = Gegen-Zinnen- 
(Leiter-)kreuz. 

croce merlettata (it.) = Zahn- (ge- 
zahntes) Kreuz. 

croce molinata I (it.) = Mühleisen- 

— mulinata f kreuz. 

croce nebulosa (it.) = Wolkenkreuz, 
croce noderosa (it.) = Astkreuz, 
croce ombrata a filetto (it.) = Wol- 

ken-Staab-Kreuz. 
croce ondata I (it.) = Weilen - 

— ondeggiataj kreuz. 

croce papale (it.) = päpstliches (drei- 
faches) Kreuz, 
croce patente (it) = Tatzenkreuz. 

— - gigliata (it.) = Tatzen- 
Gleven-Kreuz. 

— — ritrinciata (it.) = cfr. croce 
die Pisa. 

— — scorciata (it.) = schwe- 
bende* Tatzenkrenz (Ordenskreuz). 

croce patriareale (it.) sr Patriarchen- 
kreuz» 

crote pendente semipotenziata (it.) 
=2 Schrägt« in Form eine* rechten 
und eiftes verkehrten Z. 



croce perlata (it.) = ein an den 
Enden mit Kugeln oder Peden 

- besetztes Kreuz. 

croce piana (it ) = gemeines Kreuz. 

croce piana e semplice (it.) ^= ge- 
meines Kreuz. 

croce piena (it.) =z gemeines Kreuz. 

croce portata (it.) = schrägliegendes 
lateinisches Kreuz. 

croce potenziata (it.) = Krüeken- 
kreuz. 

croce raggiata (it.) = Strahlen-Kreuz 
(mit Strahlen aus den Winkeln). 

croce ricrocettatal (it.) = Wieder- 

— ricrociata ( kreuz. 

— — a doppio (it.) = Doppel- 
Wiederkreuz. 

— — patente (it.) = Tatzen- Wie- 
, derkreuz. 

croce ripiena (it.) = gefülltes kreuz 
(wenn ein Kreuz ringsum bordirt 
ist und die Füllung die Farbe des 
Schildes hat). 

croce ritirata (it.) = schwebendes 
Kreuz. 

croce ritrinciata (it.) cfr. croce di 
Pisa. 

croce sarchiata (it.) = ein von pa- 
rallelen Fäden begleitetes Kreuz. 

croce scalinata (it.) = Treppen- 
kreuz. 

crece scanalata (it.) = Lappenkreuz. 

croee scorciata (it.) = schwebendes 

. Kreuz. 

croce scorciata col piede aperto in 
capriolo (it.) = Sparren, oben in 
Kreuz endend. 

croce semipotenziata (it.) = Halb- 
kr ückenkreuz. 

croce semplice (it.) = gemeines 
Kreuz. 

croce serpentifera) (it.)= Schlangen- 

— serpentina ( kreuz. 

croce spinata (it.) = Dornenkreuz. 

eroce teutonica (it.) = Deutsch- 
Ordenskreuz. 

croce torta (it.) = gebogenes Kreuz 
(ist ein lateinisches Kreuz, dessen 
senkrechter Arm gebogen ist). 

corce traforata (it.) = durchbrochenes 
Kreuz. 

croce trifogliata (it.) = Kleeblatt- 
(Lazarus-) Kreuz. 

croce uncinata (it.) = Angelhaken- 
kreuz (Kreuz mit je 2 abgewen- 
deten Angelhaken am Ende jedes 
Armes). 

croce vuota (it.) = durchbrochenes 
Kreuz. 

— cfr. auch croix, cross. crux, croz. 
crocetta (it.) = Kreuzohen. 

— fitta (it) =r Fussspitzkreuz- 
chen (hierbei kommen auch meh- 
rere der beim croce gebrauchten 
Eigenschaftswörter vor; man wolle 

. daner dort vergleichen). 

crooeus (lat.) = gelb (orange). 

ereefced (engl.) = Muaiknote. 

«röchet (zw*) = Doppeihaken« 

•rechet (frz.) 9 Eiri*riaken, Dietrich, 
Schürhaken. 



1 = bekreuzt (v. Rauh* 
apfel worauf und von 
Fahnen, worin ein 
Kreuz), 
croisettes (frz) = Kreuzehen (mit 

graden Armen), 
croissant (frz.) = Mond, Halbmond. 

— contourne (frz., engl.) = ab- 
nehmender Halbmond. 

— montant (frz.) = steigender 
Halbmond. 

— tourne (frz) = zunehmender 
Halbmond. 

— verse (frz.) = gestürzter 
Halbmond. 

croix (frz.) = das gemeine (durch* 
gehende) Kreuz, icfr. auch croce, 
cross, crux, cruz). 

— ancree (frz.) sz Ankerkreuz. 

— de Calvaire (frz.) = auf 3 Stufen 
erhöhtes Hoch- oder Passionskreuz. 

— -chevron (frz) = Sparren, oben 
in Kreuz endend. 

— clech6e (frz.) = Schlüsselring- 
kreuz. 

— ecotee (frz.) = (Wechsel-) Ast- 
kreuz. 

— etoilee (frz.) = Sternkreuz. 

— de fer (frz.) = das eiserne 
Kreuz. 

. — fiche (frz.) = fussgespitztez 
(Fusspitz-) Kreuz. 

— fleurdelisee (frz) = glevenbe- 
setztes Kreuz. 

* — fourchetee (frz.) =z Gabelkreuz. 

— fuselle (frz.) = Bautenkreuz. 

— grecque (frz.) = Griechisches 
(schwebendes glattes) Kreuz. 

— gringolee (frz.) = Doppel- 
schlangenkreuz. 

— baussee (frz.) = auf 3 Stufen 
erhöhtes Hochkreuz. 

— de Jerusalem (frz.) = Jerusalems - 
kreuz (schwebendes goldenes, von 4 
schwebenden goldenen glatten 
Kreuzchen bewmkeltes Krücken- 
kreuz). 

— latme (frz.) =lateinisches, Hoch- 
oder Passionskreuz. 

— de Lorraine (frz.) = Lothringi- 
sches Patriarchenkreuz. 

— de Malte (frz.) = Malteserkreuz. 

— nillee (frz.) = mittendurch- 
brochenes Ankerkreuz, dem die 
Endbegrenzong der Arme fehlt 
und von dessen sonstigen Begren- 
zungen nur dünne Leisten sicht- 
bar sind. 

— patriarcale (frz.) = Patriarchen- 
kreuz. 

— pattee (frz.) = Tatzenkreuz. 

— pommetee (frz.) = Apfel- oder 
. Kugelkreuz. 

— petencee (frz.) = Krtckenkreuz. 

— recerceiee(lrz.)r=Schneckenlareuz 
(Ankerfcreuz mit zchneckenfönoig 
umgebogenen Buden). 

— recroissettee{ffz.)=:Wiederkteu8. 

— — an pied leite — Fezetpite- 
widerkreuz. 



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220 



croix resarcellee — cross pate*e thioughout double rebated« 



<nroix resarcellee (frz.) = Krens von 
einer seinen Armen parallelen Leiste 
begleitet. 

— retranchee (frz.) = gefülltes 
Schlüsselringkreuz. 

— de St. Andre (frz.) = Andreas- 
kreuz, Schrägen. 

— de Tonioase (frz.) = Tolosaner- 
oder Schlttsselringkrenz. 

— treflee (frz.) =r Kleeblatt- (La- 
zarus-) Kreuz. 

— tronconnle (frz.) = Baumstamm- 
krenz (gewöhnliches in mehrere 
Theile zerschnittenes Krenz (cfr. 
cross tronconnee). 

croix ; en— (frz.) = in Kreuzform (von 
kleinen Gegenständen). 

croix; passe* en — (frz.) = gekreuzt, 
verschränkt (von langen Gegenstän- 
den in Kreuzform). 

cronel (engl.) = Krönlein (das Eisen 
der Turnier (Krönl-) Lanze. 

cropped (engl.) = mit - Kruppe 
(kurzgescborne Mähne des Pferdes) 
falls dieselbe von anderer Fär- 
bung. 

crose (engl.) = Heber. 

crosier (engl.) = Krummstab der 
Prälaten. 

cross (engl.) = das gemeine Kreuz. 

— of St. Andrew (engl.) = Andre- 
askreuz, Schrägen. 

— cfr. auch croce, croix, crux, cruz. 

— aiguisee (engl.) = Endspitzkreuz, 

=asf|(«Hi)=A*ta*»«. 

— at each end en annulet (engl.) 
= an jedem Armende mit Bing 
bestecktes Kreuz. 

— avellane (engl.) = Haselnuss- 
kreuz (bestehend aus 4 mit dem 
Stielende um eine kleine Kugel 
kreuzförmig gestellten Haselnüssen 
in ihrer Blattumhüllung). 

— barbed (engl.) = Pfeilspitzkreuz. 

— bottonnee J (engl.) = Kleeblatt- 

— bottonny » krenz. 

— bourdonnee (engl.) = Doppel- 
apfelkrenz (jedes Ende mit einem 
Paar Kugeln oder Aepfeln besetzt). 

— buttonnee (engl.) = Kleeblatt- 
kreuz. 

— calvary (engl.) = Calvarien- 
kreuz (auf drei Stufen erhöhtes 
Hoch- oder Passionskreuz). 

— cereellee (engl.) = Schnecken- 
kreuz (cfr. croix recercellee). 

— clechee (engl.) = Scblüsselring- 
oder Tolosaner-Kreuz. 

— eorded (engl.) = Seilkreuz. 

— couped (engl.) = schwebendes 
Kreuz. 

— couped and voided (engl.) = 
durchbrochenes schwebendes Kreuz. 

— creßcented (engl.) = mondbesetz- 
tes Kreuz (an jedem Armende ein 
auswärtsgewendeter Halbmond). 

— eroslet % (engl.) = Wieder- 

— erosslet } kreuz. 

— «rosslet fitchee (engl.) = Fuss- 
spitz- Wiederkreuz. 



cross crosslet patee (engl.) = Tatzen- 
Wiederkreuz. 

— deched (engl.) = Tolosaner- 
(Schlüsselring-) Kreuz. 

— degraded and eonjoined (engl.) 
= Treppenkreuz (jedes Ende mit 
8 Treppenstufen versehen). 

— double anehored (engl.) = Dop- 
pelankerkreuz (jedes Arm - Ende 
s e i 1 1 i c h in einenAnker ausgehend. 

— double claved (engl.) = Doppel- 
schlüsselkreuz (in Gestalt eines 
doppelbärtigen aufgerichteten 
Schlüssels, von dessen Schaft rechts 
und links quer je ein doppelbärtiger 
Schlüssel ohne Bing ausgeht). 

— double fitchee (engl.) = Scbar- 
tenkreuz (jedes Arm-Ende mit einer 
rechtwinkligen Scharte versehen). 

— — at the four points (engl.) 
= Breitschartenkreuz (jedes Arm- 
ende mit einer schiefwinkligen 
Scharte versehen). 

— double parted (engl.) = Gitter- 
kreuz (aus 4 Stäben). 

— — — and frettee (engl.) = 
Flechtgitterkreuz (dgl ). 

— engrailed (engl.) = Dornenkreuz. 

— enhendee (engl.) = Krücken- 
kreuz. 

— ermine (engl.) = Hermelinkreuz 
(bestehend aus 4 kreuzförmig (mit 
den Köpfen) zusammengestellten 
heraldischenHermelinschwänzchen). 

— fer de fourchette (engl.) = 
Gabelkreuz. 

— fer de mouline (engl.) = trotz 
des Namens nicht das Mühleisen- 
kreuz, sondern ganz gleich in der 
Form dem cross millrine (s. d.). 

— fimbriated (engl.) = bordirtes 
Kreuz. 

— fitched in the foot (engl.) = 
Nagelspitz-Kreuz. 

— — at all poits (engl.) = End- 
spitzenkreuz (alle Armenden mit 
einer Nagelspitze). 

— fitchee (engl.) = Fussspitz- 
Kreuz. 

f(engl.) = Gleven- 
kreuz (mit Gle- 
ve — J /i Lüie 
je an den Arm- 
enden. 

— formte (engl.) = Tatzenkreuz. 

— formte fitchee at the food (engl.) 
= Tatzen-Fussspitz - Kreuz (Seiten 
nicht ausgerundet). 

— fourchee (engl.) = gegabeltes 
Kreuz (jedes Armende in ein den 
Winkel auswärts kehrendes Win- 
kelmass (Gabel) endend). 

— — of three points (engl.) = 
zwölfspitzige8(endgezahntes)Kreuz. 

— fusil at each end (engl.) = in 
Bauten endendes Kreuz. 

— — rebated (engl.) = dgl. die 
Bautenspitzen abgeschnitten. 

— fusilly (engl.) = Bautenkreuz 
aus (sich mit den Spitzen berüh- 
renden) senkrechten Bauten be- 
stehend. 



— milier 

— millrine 



cross furchee (engl.) s. cross fourchee. 

— gringollee T (engl.) = Doppel- 

— guivree I schlangenkreuz. 

— humettee (engl.) = schwebende« 
(Griechisches) Kreuz. 

— long (engl.) = Hoch- (Passions-) 
kreuz. 

cross of Lorrain (engl.) = Loth- 
ringisches (Patriarchen)- Krenz. 

— lozengee (engl) = (aus) Bauten 
(gebildetes) Kreuz. 

— of Malta (engl.) = Malteser- 
kreuz. 

v(engl.) = Müllerkreuz 
l(d. h. ein Mühleisen- 
f kreuz, dessen 4 Winkel 
schräg verstutzt sind 
}xmä das in der Mitte 
, rautenförmig durch- 
krochen ist; zu unter- 
ischeiden von cross 
'raoline). 

— moline (engl) = Mühleisenkreuz 
(8te Art der engl. Beizeichen). 

— — pierced lozengy (engl.) = 
dgl., in der Mitte rautenförmig 
durchbrochen. 

in pale and patee en fesse(engL) 

=rdgl., die Seitenarme tatzenförmiff. 

quaterly pierced (engl) = dgl, 

in der Mitte quadratisch durch- 
brochen. 

— mounted on (three) grieces (engl.) 
= (auf 3) Stufen erhöhtes Kreuz. 

— mousue (engl.) = Kolbenkreuz. 

— nowed grady , eonjoined (engL) 
= Stufenkreuz mit (2) Stufen au 
den Enden beiderseits anstossend. 

— nowed lozengy (engl.) = ge- 
meines Kreuz, dessen Arme in 
der Mitte je in eine Baute sich 
erweitern. 

— nowy (engl.) = Kreuz, dessen 
Winkel je in einen Halbzirkel 
ausgerundet sind. 

— of four lozenges (engl.) = aus 4 
Bauten bestehendes Kreuz. 

— of Lorraine (engl.) = lothringi- 
sches (Patriarchen) -Kreuz. 

— of the Union (engl.) = Unions- 
kreuz (das vereinigte (schottische) 
Andreas- u. irische (Jacobs-) Kreuz, 
wie es die englische Flagge zeigt). 

— of three endorses surmonted of 
three barrulets (engl.) = drei- 
faches Gitterkreuz. 

— paly (engl.) = Schächerkreuz. 

— paTted (engl.) = Gitter- oder 
Doppelstabkreuz (Gitter aus 4 
Stäben). 

— — and frettee (engl.) = Flecht- 
gitterkreuz (wie oben, die Stäbe 
miteinander verflochten). 

— -passion (engl.) = Passionskreuz, 
Hochkreuz. 

— patee (engl.) = Tatzenkreuz. 

— — throughout (engl.) = dgL 
mit ausgerundeten Armen. 

— double rebated (engl.) = 

nsines Kreuz, dessen (gerade) 
e an den Enden zuerst schräg-* 



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aroM patee concave — cruz potenzada. 



221 



auswärts und alsdann senkrecht 
ausgezogen sind, 
cross patee concave (engl.) = Tatzen- 
kreuz, dessen Arme beiderseits und 
an den Enden ebenfalls ansgebogt 
sind. 

— — conveied (engl.) = Grab- 
kreuz (das umgekehrte wie cross 
concaved). 

— — crenelWe (engl.) = grad- 
armiges Tatzenkreuz, die Arm- 
enden gezinnt. 

— patee fitched (engl.) = fass- 
gespitztes Tatzen-Hochkreuz. 

— — — at all point8 = Tatzen- 
kreuz je mit Nagelspitze an den 
Armenden. 

— — fleury (engl.) = ausge- 
rundetes Tatzenkreuz, an den En- 
den je mit Gleve besteckt. 

— — invecked (engl.) = schwe- 
bendes, eingebogenes, an den Arm- 
enden mit Lappenschnitt versehenes 
Tatzenkreuz. 

— — pierced (engl.) = durch- 
brochenes Tatzenkreuz (Form des 
eisernen Kreuzes). 

— — with en engroil on each 
point (engl.) = Tatzenkreuz, die 
Enden mit je einer Bundscharte 
Yersehen. 

— patonce (engl.)=Tatzen-Anker- 
kreuz, zwischen dessen Ankern 
noch je eine Spitze hervorragt. 

— — voided (engl.) = dgl. 
durchbrochen. 

— patriarchal (engl.) =Patriarchen- 
kreuz (der Unterarm länger, das 
Ganze als Hochkreuz gedacht). 

— pattee fitchee (engL) = Tatzen - 
Fussspitzkreuz (Seiten nicht aus- 
gerundet, schwebend). 

— pattee flory (engl.) = schwe- 
bendes Tatzenkreuz, aus dessen 
Arm enden je eine Gleve hervor- 
geht (die Seiten nicht ausgerundet). 

— pieTced (engl.) = durchbohrtes 
Kreuz. 

— piain (engl.) = schwebendes 
Kreuz. 

— platee (engl.) = Kugelkreuz. 

— pointed (engl.) = endgespitztes 
Kreuz. 

— pomei ] (engl.) = Apfel- oder 

— pomelle' Kugel-Kreuz. 

— pometee (engl.) = Doppelapfel- 
(in einen Doppelapfel endendes) 
Kreuz. 

— portrate (engl.) = ^getragenes" 
Schächerkreuz (schrägrechts ge- 
stellt, anstossend, so dass der Un- 
terarm in das linke Untereck ver- 
schwindet) (Schrägdeichsel}. 

— potence (engl.)= Kreuz in Figur 
eines grossen Komischen F (Anto- 
niuskreuz mit linker Seitenkrücke 
am Pfal und Halbkrücke rechts am 
Oberarm). 

— potent (engl.) = Krtickenkreuz. 

— — • rebated (engl.) = Halb- 
krückenkreuz. 

— — of all four points double 

B. 



fitched et rebated (engl.) =• 
Krückenkreuz, aus dessen Krücken 
nach aussen je 2 Frei-Zinnen her- 
vorgehen, 
cross potent crossed (engl.)=Krücken- 
kreuz, dessen Arme noch einmal 
gekrückt sind. 

— — quadrat (engl.) = Krücken- 
kreuz, dessen Arme aus einem 
Quadrat hervorgehen. 

|(engl.) = Krücken- 
kreuz; aus den 
Krücken geht je 
eine GJeve hervor. 

— quaterly pierced (engl.) = mitten 
durchbrochenes gemeines Kreuz. 

— — quartered (engl.) = fas- 
cettirtes (gemeines) Kreuz. 

— quarterpieced (engl.) = mitten- 
durchbrochenes Kreuz. 

— quarterly quarted (engl.) = ge- 
viertes Kreuz. 

- Ä d | <**&> = Astkreuz - 
z XZS i Winkeln * strabien 

y J schräg hervorgehen. 

— recercelläe (engl.) = Ankerkreuz, 
welches so durchbrochen ist, dass 
man nur einen die vier Winkel 
begrenzenden schmalen Bord sieht; 
auch die Armendenbegrenzung 
fehlt. 

— recoursfe (engl.) = verkürztes 
d. h. schwebendes jedoch fast bis 
an die Ränder reichendes (durch- 
brochenes) Kreuz. 

— staff (engl.) = Stabkreuz (Hoch- 
kreuz mit schmalen Balken). 

— tau (engl.) = Antoniuskreuz 
mit ausgerundeten Armen. 

— triparded fleury (engl.) = drei- 
faches, schwebendes, an den Enden 
Glevenbestecktes Gitterkreuz (so 
dass jeder Gitterstab in ein Blatt 
der 'I, Lilie endet). 

— tronconnäe (engl.) = zerstückel- 
tes Kreuz (Hochkreuz, bestehend 
aus kleinem Kreuzchen, dessen 
obere 3 Enden von je einem, der 
untere von je zwei (übereinander- 
stehenden) Würfeln begleitet wird. 

— trunked (engl.) = Astkreuz. 

— of the union (engl.) =s silberner 
Schrägen, von rothem gemeinen 
Kreuz überdeckt in Blau. 

— urdee (engl.) = Kreuz, dessen 
4 Armenden je mit einem Dreieck 
besteckt sind 

— voided (engl.) = in Mitten 
gänzlich ausgebrochenes 
Kreuz (also entweder der Mittel- 
würfel heraus, oder das Ganze 
Innere, so dass nur ein schmaler 
Bord bleibt). 

— ■ — of the field (engl.) = Win- 
kelmasskreuz (durchgehend). 

— — and couped (engl.) = dgl. 
(schwebend). 

— wavy (engl.) = Wellenkreuz. 

— bow (engL) = Armbrust. 



crossed (engl.) = gekreuzt. 

crosse (frz.) = Krücke, Bischofsstab. 

crossways (engl.) = kreuzweis. 

croup (engl.) = Kruppe. 

crow (engl.) = Krähe. 

crown (engl) = Krone. 

crowned (engl.) = kronartig orna- 
mentirt (Balken, Schrägbalken 
etc.). 

crown pallisado (engl.) = Pallisaden- 
krone (Keif mit 5 ganzen und 2 
halben Pallisaden oben benagelt). 

crown vallery (engl.) = Kronenreif 
mit 3 ganzen und 2 halben Eisen- 
hütlein. 

in crucem (lat.) = kreuzweis. 

— — effictus (lat.) = gekreuzt, 
wiedergekreuzt. 

cruche (frz.) = Krug. 

crucian (engl.) = Karausche. 

cruciatus (lat.) = gekreuzt, wieder- 
gekreuzt. 

crucibus sectum (lat.) = Kreuz- 
schnitt. 

SÄ* } o-.) = *«■*-. 

crumena (lat.) = Beutel, Börse, 

Sack, 
cruritus (lat.) = mit — Beinen, 
crus (lat.) = das menschliche Bein* 
crusily (engl.) = mit Kreuzchen ee- 

sät. 
crutch (engl.) = Krücke, 
dux (lat.) = das gemeine Kreuz. 

— cfr*. auch croce,. croix, cross, 
cruz. 

— anchorata (lat.) = Ankerkreuz. 

— Andreana (lat.) = Schrägen, 
Andreaskreuz. 

— brachiata (lat.) = Wiederkreuz. 

— circinnata (lat.) = Maueranker- 
kreuz. 

'— columnaris (lat.) = kugelbesetz- 
tes Kreuz. 

— decussata (lat.) = Schrägen. 

— florida (lat.) = an den Enden 
je mit Gleve besetztes Kreuz. 

— forcata (lat.) = Gabelkreuz 
(mit sparrenförmigen Armenden). 

— patibulatae (lat.) = Krticken- 
kreuz. 

— pedata (lat.) = Tatzenkreuz. 

— plana (lat.) = Vollkreuz (d. h» 
das gemeine Kreuz). 

— serpentinae (lat.) = Schlangen- 
kreuz. 

— spiculata (lat.) = Fussspitz- 
kreuz. 

cruz (port.) = Kreuz. 

— acompanada en cada hueco (sp.) 
= Kreuz bewinkelt (begleitet in 
jedem Winkel) von. 

— florida (port.) = Glevenkreuz. 
cruzfllete (sp.) = Fadenkreuz, 
cruz levantada (sp.) = Hochkreuz. 

— pate (sp.) = (Tatzen-) Ordens- 
kreuzehen. 

cruz potentea (port.) = Krücken- 
kreuz. 

— potenzada (sp.) = Krücken- 
kreuz. 

56 



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222 



crus quartelada — daL 



cruz quartelada (sp.) = geständertes 
Kreuz. 

— recortada (sp.) = schwebendes 
(Frei-) Kreuz. 

cruzado (sp.) = bekreuzt (v. Reichs- 
apfel). 

cruzeta (port.) = schwebendes (grie- 
chisches) Kreuz. 

cry d'armes (frz.) = Feldruf (ge- 
wöhnlich auf Band über dem 
Helme). 

crystatus (lat.) = bekammt (vom 
Hahn). 

cuadrado (sp.) = Viereck. 

cuadrinieto (sp.) = Urenkel. 

cuartado (sp.) = geviert. 
— per aspa (sp.) = schrägge- 
viert. 

cuartelado (sp.) = geviert. 

™.*,w«.>\— \ ein Viertel, 
cuarto(sp.)= } der vierte ; 

cuatro (sp.) == vier. 

ÄÄJ = »*• 

cubierto (sp.) = bedacht. 

cubit-arm (engl.) = Unterarm, bis 
zum Ellenbogen sichtbar. 

cuccuc (ndl.) = Kukuk. 

cuchilla (sp.) = Schlächterbeil, Hack- 
messer, Klinge. 

cuchillago (sp.) = grosses Messer. 

cuchillo (sp.) = Messer, plur.: 
Schwungfedern. 

cucito (it.) = abgetrennt (vom Schild- 
haupt, wenn es gleich dem Schilde 
auch von Farbe oder von Metall ist). 

cuckolds head (eogl.) = Hahnrei- 
kopf (vorwärtsgekehrter Mauns- 
kopf mit Hörnern). 

cuckoo (engl.) \ 

cuclülo (sp.) t _ Kukuk# 

cuculio (lt.) ( 

cuculus (lat.) J 

cuculla (it.) = Gugel. 

cucumba (engL) = Gurke. 

cucumero (it.) = Melone. 

cucumis (lat.) = Gurke. 

Cucurbita (lat., sp)) 

cucurbite (frz) \ = der Kürbis. 

cucucca (it.) ) 

cucurum (lat.) = Köcher. 

cudgel (engl.) = Keule, Kugel. 

cuello (sp.) = Hals. 

Curasaierroek S. 118. 

cuerda (sp.) = Schnur. 

cuerno (sp.) = Geweih, Hörn. 

cuerva (sp.) = Krähe. 

cuervo (sp.) = Eabe. 

cuff (engl.) = Stülp, Aufschlag. 

cuffia (it.) = Kopf. 

cugino (it.) = Vetter. 

ougulla (it.) = Gugel. 

cuillcre (frz.) = Löffel. 

cuirasses (engL) = Brustharnisch. 

cuisses (engl.) = die „Krebse" (Ober- 
schenkel- und Knieharnisch). 

culcitta (lat.) = Kissen. 

culebra (sp.) = Schlange. 

culmen (lat.) = Halm, Holm. 

•ulmus (lat.) = Halm. 

*ulotte de la hauche (frz.) = kurze 
Hose. 



culter (lat.) = Messer. 

— vinitoris (lat.) = Heppe, Reb- 
messer. 

cumatilis (lat.) = blau« 

Ans I <*■> = *-* 
cunado (sp.) = Schwager, 
cunctis et cunctis impositus (lat.) = 
Herzschild. 

— super stratus (lat.) = Mittel- 
schild. 

cuneatus (lat.) = geweckt, gerautet. 

cuneus (lat.) = Wecke, al.: gestürz- 
tes Dreieck, Keil. 

cuna (sp.) = Keil. 

cunado (sp.) = Schwager. 

cuuo (sp. > = Stempel, Siegel. 

cunha (port.) = Becher. 

cuniculus (lat.) = Kaninchen. 

cuoco (it.) = Koch. 

cuore (it.) = Herz (auch die Schild- 
mitte). 

cup (engl.) = Deckelbecher, Kopf. 

cupa (lat.) = Kübel, Kuppe, Kiepe. 

cupellus (lat.) = Kübel. 

cupla (lat.) = Koppel. 

cupola (it.) = Kuppel. 

cuppa (lat.) = Kopf. 

cupressus (lat.) = Cypressenbaum. 

cups (engl.) = kleine Schüssel. 

cureiia (sp.) = Laffete. 

currens (lat.) i __ laufend (v. Thie- 

current (engl.)f ~~ ren). 

curriers shaves (engl.) = Leder- 
Schabmesser. 

cursant (engl.) = laufend. 

curuca (sp.) = Uhu. 

curvado (sp.) = gekrümmt. 

curvatus introrsum (lat.) = eingebo- 
gen (von der Spitze). 

— extrorsum (lat.) = ausgebogen, 
curvo (it.) = gekrümmt (v. Fischen), 
cushion (engl.) » __ Ki 

cucilno (it.) f - A18sen ' 
cuspidatus (lat.) = beflitscht (von 

Pfeil), 
cuspidatum (lat.) = (senkrechter) 

Spitzenschnitt. 

— versus medium latus sinistrum 
(lat.) = linke Flankenspitze. 

in cuspidem tertiatus (lat.) = in 
eine Spitze ausgezogen (v.Schilde). 

cuspis (lat.) = (aufsteigende) Spitze, 
aber auch .Lanzenspitze. 

— in pede scutario (lat.) = bis 
zur Schildroitte aufsteigende ein- 
gepfropfte Spitze. 

— inverso sital (lat.) = gestürzte 

— jacens f Spitze. 

— p* i a tp r J<textra=linke Spitze, 
ex Jaterej sin . stra _ rech ^ e ^ 

per cuspes sectum (lat.) = mit Spit- 
zen quergetheilt. 

cussinus (lat.) = Kissen. 

cutis (lat.) = Haut. 

cutretta (it.) = Bachstelze. 

cutting-iron (engL) = Schnitzmesser. 

cuttle-fish (engl.) = Tintenfisch. 

cyaneus (lat.) = blau. 

cyathus (lat.) = Becher. 

cyclamor (frz.) = grosser, flacher 
Ring. 



cyclotretus (rhombus) (lat.) = durch« 

bohrte Raute, 
cygne (frz.) = Schwan, 
cygnet (engl.) = junger Schwan, 
cygneus (lat.) = Silber, 
cygnus (lat.) = Schwan. 
Cy linder, der moderne S. 117. 

Taf. 25. 
cymba (lat.) = Kahn, Barke, 
cymbalare (lat.) = Eisenhutfeh. 

cymbalatus ) ü**-) = **£*?«** 
cymbalite 



(Glocken-) 



Eisenhut- 
schnitt. 

cymbalites petasus = grosses Eisen- 
hutfeh. 

oymbalum (lat.) = Schelle. 

grandius cymbalum (lat.) = Glocke. 

Cymbelschnitt (altdeutsch) = Palli- 
sadenscbnitt. 

cypres (frz.) = Cypressenbaum. 

Cytrine, alter Ausdruck für Gold (v. 
Qu. 25). 



D. 



daa (d.) = Damthier. 
daadier (d.) = Damhirsch, 
daahind (d.) = Darakuh. 
daalder (ndl.) = Thaler. 
daarachter (ndl.) = dahinter, 
daarbeneden (ndl.) = darunter, 
daarbinnen (ndl) = darinnen, 
daarboven (ndl.) = darüber, 
daarin (ndl) = darin, 
daarnast (ndl.) = daneben, 
daaromstreecks (ndl.) = drum herum, 
daaronder (ndl.) == darunter, 
daarop (ndl.) = darau£ 
daaruit (ndl.) = daraus, 
dab (engl.) = kleiner Helm. 

Dachstuhl S. 114. 
Dachziegel S. 114. Taf. 25. 

dacre (engl.) = Seil mit „Liebes- 
knoten". 

dado (it., sp.) = Würfel. 
— crociato (it) = ein durch ge- 
meines Faden-Kreuz in 4 Quadrate 
getheilter Würfel. 

Dänemark, Kttnlgskrone) S. 
— Rangkronen f 179« 

däremellan (sw.) = dazwischen. 

dag (engl.) = Tau. 

daga (sp , it.) \ 

Ä ( Äo = **». »**■ 

dague (frz.) 7 

dah (ahd.) = Dach. 

dahs (ahd., mhd.) = Dachs. 

Äföl = *-»■*«*• 

dais (frz.) = Tisch. 

daisey (engl.) = Maassliebchen 

(Gänseblume), 
dak (ndl.) = Dach, 
dal (sw.) = das Thal. 



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dalk — dello stesso. 



223 



«kjM (ndL) = Zuber, Kübel. 

dallas (sp.) = Sensen. 

dam (engl) = Hürde von Weiden- 
geflecht. 

dama (lat.) = Gemse. 

— (it.) = eine Dame. 

damascering (sw.) = Damascumng. 

damaschinato (it.) = damascirt. 

Damascirang S. 9. 

damaskering (sw.) = damascirt. 

dambord (ndl.) = Dam(en)brett. 

Damenschild heisst der rautenför- 
mige Schild. 

damicella (it.) = Fräulein. 

dammare (sw.) = Schlägel. 

Dammaschen = alter Ausdruck (v. 
Qu. 28) für „damascirt" s. d. 

Dammhirsch aus dem Rande schrei- 
tend, Königlich gekrönt z. B. im 
Wappen von Semgallen. 

.damnia (it.) = Dammhirsch. 

dancette (engl.) = Spitzenschnitt, 
aber auch für „gezahnt" in Ge- 
brauch. 

danchado (sp.) = gezahnt. 

d'Angiö (it.) = Gnadenwappen, ver- 
liehen vom Hause Anjou (d. h.: 
blau, besät mit gold. Lilien, im 
Schildhaupt ein rother vierlätziger 
Turnierkragen). 

danish ax (engl ) = dänische Axt 
(Beil). 

danske (d.) = dänisch. 

dantelado (sp.) = gezahnt. 

Daphne S. 140. 

j j /#. \ ) == Pfeil, Wurfspiess, 

dard (frz.) (strahl, Unterortband 

dardo(it., sp.)( der s ^ b ei S cheide. 
— -capriolo (it.) = Pfeil mit spar- 
renförmig gespalt. Schaft. 

d'Arragonu (it.) = Guadenwappen 
Arragon: in Gold vier rothePfäle. 

dart (engl.) = Pfeil, Wurfspiess. 

dart (sw.) = Dolch. 

^ b TS| = « ckt *«*• 

darüber geschränkt sagt von Quer- 
furth Seite 48 von einem, ein be- 
reits durch irgend eine Schildes- 
theilung getheiltes Feld oder 
natürliche Figur theilweis ver- 
deckendem Heroldsstück (Balken, 
Pfal, Kranz (cfr. überdeckt 
durch). 

das (ndl ) = Dachs. 

date slipped (engl.) = Dattelzweig 
mit Frucht. 

datlero (it.) = Dattel. 

daughter (engl.) = Tochter. 

Dauphin, Krone des, S. 176. 
T»r. 34. Flg. 10. 

Dauphin (frz.) = Delphin. 
— nageant (frz.) = Delphin, wenn 
er in der gewöhnlichen Schwimm- 
stellung ist. 

d'Austria (it.) = österr. Gnaden- 
wappen : roth mit silbernem Balken. 

Davidsharfe H. 126. 

Davidskrone H. 160. Taf. 54. 

daw (engl.) = die Dohle. 



de a jouer (frz.) = der (Zahlen-) 
Würfel. 

deargentatus (lat.) = silbern. 

deartuatus (lat.) = ohneFüsse (von 

. Vögeln). 

deaths head (engl.) = Todtenkopf. 

deauratus (lat.) = golden. 

debout (frz.) = aufrecht, stehend. 

debruised bjr (engl.) = überdeckt 
durch (wird von Thieren gebraucht 
sowohl wenn sie einen Balken 
oder eine Balkentheilung über- 
decken, als auch wenn der Balken 
(Schrägbalken) über sie hinweg 
geht). 

decapitato (it.)l = enthauptet, kopf- 

decapitG (frz.) f los (v. Thieren). 

d6cede(e) (frz.) = gestorben. 

decem (lat) = zehn. 

dechauss^e (engl.) = enthauptet, 
kopflos. 

decisione, grido di- (it.) = Feldruf. 

decked (engl) = geschmückt (von 
den Federn eines Vogels, wenn 
dieselben an den Spitzen anderer 
Farbe resp. Metall oder mit einem 
dgl. Bord eingefasst sind. 

Decken S. 153. 

— altdeutsche S. 154. 

— altfränkische (JHantel- 
chen) S. 154. + 

— gothische S. 154. 

— s. auch Helmdecken, 
decollato (it.) = kopflos, enthauptet. 

= wenn Herolds- 
stücke (z. B. Balken, 
Schrägbalken) am 
Schildrande oder in 
den Ecken von 
Thierrachen gehal- 
ten werden. 

decoupe (frz.) = geschuppt. 

decoupe (frz.) = zerschnitten, zer- 
fetzt (überflüssiges Beiwort für 
Heiradecken). 

decouple (engl.) = getheilt. 

decours (engl.) \ abnehmend (v> 

£S HS" ' Monde) auch *- 

afnrü^L a& Y rekt: »abnehmen- 
decrescente (it.) i der M » on( ^ 

decurtatus (lat.) = verkürzt, abge- 
ledigt. 

(sectio) decussata I (lat.) = 

decussate quadrifidusf schrägge viert. 

in decussim (trajectus) (lat.) = 
schrägkreuzweiB. 

— quadrifidus (lat.) = schräg- 
ge viert. 

decussis (lat.) = Schrägen. 

dedale (frz.) = Darstellung des Laby- 
rinths (Cirkus von oben gesehen). 

a isfi = Thei »- 

deelt (d.) = getheilt. 

deelt 5 gange (d.) = getheilt in 5 
Theile. 

de el uno ä el otro (sp.) = mit ver- 
wechselten (wechselnden) Färbun- 
gen. 

deer (engl.) = Thier. 



decorato (it.) 
decoratus (lat.)/" 



defaillant a dextre) = i/ t linker 
— a sinistrel == y, rechter 
(z. B. aigle.) ) (Adler), 

defamed (engl.) = geschändet, d. h. 

Thier ohne Schwanz, 
defences (engl) = Waffen, i. e. Zähne 

— Hauer — der Elefanten u. Eber. 
deTendu (frz.) = bewehrt (v. Eber- 

u. Elefanten-Zähnen -Hauern), 
defendu (engl.) = von Bärentatzen 

anderer Färbung als der Körper, 
con defensas (sp.) = bewehrt (v. d. 

Eberhauern u. Elefantenzähnen), 
defense (frz.) = Hauer des Ebers u. 

Elefanten, 
deflexus (lat.) = geneigt, 
degarni (frz.) =s von einem Degen 

ohne Korb. 
Degen S. 124. Taf. 26. 
degouttant de sang (frz.) = blutig, 
degradato *(it.) = l y v. Löwen etc. 

ohne Schweif, 2., von Wappen mit 

Beizeichen, 3., treppen- (stufen-) 

förmig (von Heroldstücken), 
degradedl (engl.) = an den Enden mit 
degreed j Stufen (endgestuft), 
degradation of honour (engl.), s. 

abatement. 
degrfe (frz.) = Treppe, Stufe, Grad, 
degräs (frz.) = Ahnen, 
en degr£s (frz.) = mit einer Stufe 

getheilt. 
döhsala (ahd.)i _ kurzstieHge Axt, 
dehsel (mhd.) f ~~ Hacke, Beil. 
dei due smalti (it.) = zweifarbig. 
Deichsel S. 41. Taf. 6. 
Deichsel — auch für eine Art kurz- 
stielige Axt (Hacke). 
Deichsel gefüllte S. 41. Taf. 6. 
Deichselschnitt S. 41. Taf. 6. 
Deichselstück S. 41. Taf. 6. 
deives (engl.) = mehrere Querschin- 
deln in einem Schilde, 
dejunctus (lat.) = schwebend, 
dekleed (ndl.) = Helmdecke, 
delad (sw.) 1 = (quer) ge- 

delad (vägrätt) (sw.)( theilt. 
delad sköld, nedre delen klufveu (oder 

underkluven) (sw.)= getheilt und 

l A gespalten, 
delad, en — , och tva* gSnga klufven 

(sw.) = (einmal) getheilt und 2 mal 

gespalten, 
delad sköld, öfvre delen klufven (oder 

öfverklufven) (sw.) = i/ 2 gespalten 

und getheilt. 
delar (sw.) = Theile. 
del campo (it.) = gleich der Färbung 

des Feldes (Schildes) 
delf (engl.) ■= Querschindel. 

d d e et (s a = »*"■• 

del fu (it.) = weiland der, des. 

deling (d.) = Theilung. 

delingen, til — (d.)=an die Theilung 
gelehnt, am Spalt. 

dell 1 Impero (it.) = kais. Gnaden- 
wappen : der schwarze goldbewehrte, 
von Kaiserkrone überhöhte Dop- 
peladler im goldenen Felde. 

dello stesso (it.) = von derselben 
Färbung. 



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deir nao all 1 altro — Diana. 



fett' ano all' alt*ol (it.)= von Ter«- 
-— — nett 7 — ( wechs. Färbung. 

dal medesimo (it.) = toü deraelben 
Färbung. 

delningslinie (sw.) as Theilungslinie. 

BelpbiB 8. »5. Taf. ti. 

delphinus phecaenus (lat.) = Meer- 
schwein. 

del primo \ (it.) = von der erst-, 

del secondo > zweit- , dritt-genann« 

del terzo ) ten Färbung. 

d«lta (frz., it , ndl.) = Triangel. 

del nno en el otro (sp.) = mit wech- 
selnder Färbung. 

delve (engl.) = Querschindel 
■" (frz.) = 



ohne, 
in Ruinen zer- 



n.)i 



mit kleinen Spit- 
zen. 



demanche 

demantele (frz.) 
fallend. 

demembre (engl.) = zerstückt (von 
Thieren oder Gegenständen, welche 
in Stücke zerschnitten und diese 
dann mit Zwischenräumen wieder 
zusammengestellt sind (z. B. das 
Holsteinische „Nesselblatt 8 ). 

demembre (frz.) = ohne Füsse (von 
Vögeln). 

demi (engl., frz.) = »/* (die Hälfte 
von). 

demi-cercle trefle (frz.) = Kleestän- 
gel (in den Adlerflügeln). 

demi garter (engl.) = der Schnallen- 
theil des Hosenbandordens. 

demonio (it.) = der Teufel. 

den (ndl.) = Tanne. 

denche (frz.) = gezahnt. 

denchure (frz.) = gezahntes schma- 
les Schildhaupt (Gipfel). 

dens (lat.) = Zahn. 

dentado (span.) 

— (port, 
dentato (it.) 

— (it.) = bewehrt (v. d. Zähnen 
des Elefanten, Eber, Walfisch). 

— minore (it.) = mit ganz kleinen 
Zähnen (Zahnschnitt) gezahnt. 

dentatura (it.) = nach unten ge- 
zahntes schmales Schildhaupt 
(Gipfel). 

dentatus (lat.) = mit kleinen Spitzen. 

dente (it) = Wolfszahnschnitt. 

dente (frz.) =■ mit — Zähnen (der 
Thiere falls dieselben nicht weiss 
sind). 

dentellato (it.)l __ gezähnelt, mit 

denteJe (frz-) j "" kleinen Zähnen. 

denticolato (it.) \ Zahn- 

(sectioj denticulata (lat.)f~~ schnitt 
(auch wie das französ. denticule 
gebraucht). 

denticulatus (lat.) = gezahnt. 

denticule (frz.) = ein aus einzelnen 
an den Schildrand gelegten Wür- 
feln bestehender Schildbord. 

dentro de (port.) = umschlossen von, 
zwischen. 

deponille (frz.) = ThierfelL 

depressior (lat.) = erniedrigt (von 
einem Balken). 

(figura) depressior (lat.) = in Mit- 
ten (wenn zwischen 8 im Dreipaas 
stehenden Figuren eine vierte steht. 



depresse (it.) = erniedrigt (unter)« 

depressum (lat.) = erniedrigt (vom 
Schildhaupt). 

denressus (lat.) = abgekürzt, ver- 
stutzt (wenn ein Pfal, Balken etc. 
den anderen Schildrand nicht be- 
rührt). 

derde (ndL) = dritte(s) Feld. 

derecho (sp.) = recht(er). 

derefter (d.) = darauf, danach. 

deremot (sw.) = dagegen, in ent- 
gegengesetzter Richtung. 

den (d.) = wörtlich: darin, aber 
auch gebraucht für „belegt mit.* 

derigenom (sw.) = dadurch. 

der im eil em (d.) = dazwischen. 

derofvanfOr (sw.) = darüber. 

derover (d.) = darüber, auch ftr 
überdeckt durch. 

derpä (sw.) = darauf. 

der räch 6 (engl.) = demembre (engl.) 

deruppä (sw.) = darüber, oben dar- 
auf. 

deruti (sw.) = darin. 

dem tu r (sw.) = daraus (hervor- 
gehend). 

desarme (frz.) = ohne Krallen. . 

descabecado (sp.) = kopflos, ent- 
hauptet. 

descending (engl.) = vom Thierkopf, 
wenn .er gesenkt ist. 

descent (engl.) = herunterlaufend. 

desco (it.) = Tisch. 

desidens (lat.) = gekrüpft. 

desmembrada (sp.) = entgliedert 
(z. B. Adler ohne Schweif.) 

desnudo (sp.) = nackt. 

despectant (engl.) = von Thieren, 
welche abwärts schauen. 

desplumada (sp.) = v. Adler ohne 
Schwanz. 

despouille (engl.) = abgezogene Haut 
eines Thieres (Fell, Balg). 

despuntado (sp.) = ohne Spitze. 

desslikes (sw.) = desgleichen. 

destillatory (engl.) = ßestülirkolben. 

destra (it.) = rechts. 

destrocherio (it) = Rechtarm. 

detranche (engl.) = schräglinksge- 
theilt. 

deur (ndl.) = Thür. 

deürhengsel (ndl.) = Thürhaspe. 

deuvik (ndl.) = Pflock, Zepter. 

deux (frz.) = zwei. 

deux, un (frz.) = 2. 1. (von drei 
Gegenständen) im Schilde. 

deuxieme (frz.) = zweiter, zweitge- 
nannte Farbe. 

developed (engl.) = entwickelt (von 
fliegenden Verzierungen , Helm- 
decken etc.) 

devil (engl.) = Teufel. 

devis (sw.) I Wappen- oder Wahl- 
devise (frz.)f spruch. 

devise, en- (fasce,bande) (frz.) = (Bal- 
ken, Schrägbalken) von halber 
Breite, ersterer dann oft auch er- 
höht. 

Devisen, Wahl derselben 8. 
187. 



Devisen, s. auch Wappensprüche. 
Devisen*«»* mit Seht Wmllena 
8. 185. T*T. M. 

— s. auch Spruchband. 

(= verschlingend 
(von Fischen mit 
offenem Maule xl 
von allen Thie- 
ucvumut virz.; i ren, welche ein 
[ Thierodermensch- 
1 liehen Körper ver- 
/ schlingen.), 
dew (engl.) = Tau. 
dexiocherium (lat.) = Bechtarm 
(Faust nach links, Bücken zeigend), 
dexter (engl.) = rechte Schildseite. 

— base (engl.) = rechte untere 
Seite des Schildes. 

— chief (engl.) = rechte obere 
Seite des Schildes. 

dextratrochere (frz.), s. dextrochere. 

dextre (frz.) = rechts). 

dextrochere (frz.) = Bechtarm d. h. * 
Arm, welcher von rechts nach links 
liegt und stets den Handrücken 
zeigt, anderfalls heisst er: avant- 
bras. 

dea (port.) = zehn. 

diable (frz.) { _ „. # . 

diabolus (lat.)J = TeufeL 

diadema (it.) = Diadem; hier aber 
auch der Heiligenschein (Glorie) 
um die Köpfe der Heiligen, dea 
Beichsadlers, Markuslöwen etc. 

! = bescheint, d. h. 
mit Glorie (Hei- 
ligenschein um den 
Kopf), 
diademate (engl.) = gekrönt. 

diadematus (lat.) ) =}%tt^tän 
diademe (frz.) y l «Jt Gtone (Hedi- 
diademed (engl.) j |enschein)um den 

diagonale, croce (it.) = Schrägen, 
diagonales institae (lat.) = linke 
Schrägbalken. 

Ilat. = 
schrägge- 
theilt, ge- 
schrägt, 
lat. = 



(sectio) diagonalis sinistra 

diagonius sinister 

oder laevus ' 



schräg- 
linksge- 
theilt, 
linksge- 
schrägt, 
von älte- 
Schwarz 



Diamant (nach v. Qu. 29) 
rern Heraldikern für 
gebräuchlich. 

1 = Brillantstein stets 
fascettirt, bald drei- 
eckig, bald rauten- 
förmig, 
diamantato (it.) = mit Diamant in 

der Mitte versehen, 
diamante (it.) = der Diamant. 

\ = Brillantstein 
stets fascettirt, bald 
dreieckig, bald ran» 
I tenförmig. 
Diana, s. Artemis. 



diamond (engl.)) 



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diapering — divise (fasce en — ). 



225 



diapering (engl.) \ 

diapreado (sp.) J 

diarguero (it.) = Purpur. 

diaspro (it.) = der Jaspis. 

diavolo (it.) = der Teufel. 

di Borbone (it.) = Bourbonisches 
Gnadenwappen: blau mit einer 
schrägrechten schrägverstutzten 
rothen Schrägschindel zwischen 
drei (2. 1.) goldenen Lilien. 

di Borbone Spagna (it.) = Bourbo- 
nisch - Spanisches Gnadenzeichen : 
Innerhalb rothen Bordes 3 (2. 1.)* 
goldene Lilien in Blau. 

di Borgogna (it.) = Burgundisches 
Gnadenzeichen : innerhalb rothen 
Bordes von Gold und Blau fünfmal 
schräggetheilt. 

di Borgogna moderna (Nivernese), 
dgl. von Neuburgund (Nivernois): 
innerhalb Silber und roth gestück- 
tem Bordes blau, besät mit gol- 
denen Lilien. 

di Castiglia (it.) = kastilianisches 
Gnadenwappen : in Both ein golde- 
nes Castell mit 3 Thürmchen, 
blauem Thor u. Fenstern. 

dicasette (it.) = siebenzehn. 

dice (engl.) = Würfel. 

dicembre (it.) = Dezember. 

diciannove (it.) = neunzehn. 

diciembre (sp.) = Dezember. 

diciotto (it.) = achtzehn. 

di dietro (it.) = hinter (er e s.) 

dieci (it) = zehn. 

died (engl.) = gestorben. 

dier (ndl.) = Thier. 

diergelyke (ndl.) = dergleichen. 

Dietriehe H. 133. Taf. 28. 

dietro lo scudo (it.) = hinter dem 
Schilde. 

diez (sp.) = zehn. 

difamado (sp.) = geschändet, schweif- 
los (Adler, Löwe). 

difesa (it.) = die Hauer des Ebers 
oder Elefanten. 

difeso (it.) = bewehrt (von den 
Hauern etc., wenn abstechender 
Färbung i. 

diffamate arme (it.) = Wappen mit 
Beizeichen. 

diffamato (it.)l = geschändet (von 

diffame (frz.) f Thieren ohneSchwanz. 

por differenga (port.) = im Obereck. 
== als Unter- 

! scheidungszei- 
chen ein den 
schwister oder 
Linien.) 
di Firenze (it.) = Florentinisches 
Gnadenwappen: in Silber eine 
rothe florentinische (verzierte) Lilie. 
di Francia (it.) = französ. Gnaden- 
wappen: in Blau 3 (2. 1.) gold. 
Lilien. 
— — antica (it.) = dgl. von Alt- 
frankreich dgl.: blau, besät mit 
gold. Lilien. 

B. 



di fronte (it.) = im Visir gestellt 
(vorwärtsgekehrt). 

di funto (sp.) = gestorben. 

di Gerusalemme (it.) = Gnadenwap- 
pen von Jerusalem: in Silber ein 
von 4 gold. Kreuzchen bewinkei- 
tes goldenes E rückenkreuz. 

digitus (lat.) = Zeh, Finger. 

dihsala (ahd.)l ^ . , . 

di Leon (it.) = Gnadenwappen des 
Königreichs Leon: in Silber ein gol- 
dengekrönter rother Löwe. 

Dillkraut S. 108. 

dimandanti arme (it.) = „Räthsel- 
wappen", Wappen in denen Feld 
u. Bild beide von Farbe oder von 
Metall sind. 

di Medici (it.) = medizäisches Gna- 
denwappen: in Gold 6 (1. 2. 2. 1.) 
Kugeln, die obere blau mit 3 (2. 1.) 
goldenen Lilien, die anderen roth. 

dimezzato (it.) = 1., zerspalten (von 
in 2 getrennte Theile senkrecht 
getheilten Figuren), 2., Sparren- 
Leiste (Leistensparren). 

(aquila) dimidial (lat.) = (i/ t Adler) 
dimidiataf am Spalt. 

dimidiated (engl.) = zweigetheilt 
(von einem in 2 Theile getheilten 
Schilde etc.) 

diminue (frz.) = auf die Hälfte ver- 
mindert (in der Breite). 

diminuito(it.)=erniedrigt, unterhalb. 

diminution of arms (engl.) = Ver- 
minderung eines Wappens durch 
ein Beizeichen. 

d'Inghilterra = Gnadenwappen von 
England : in Roth 3 übereinander 
schreitende goldene Leoparden. 

dio (it.) = Gott. 

di Portogallo (it ) = Gnadenwappen 
von Portugal: das complete Wap- 
pen dieses Königreichs. 

di profilo (it.) = von der Seite ge- 

* sehen. 

di Prussia (it.) = Gnadenwappen 
von Preussen: der complete preuss. 
Adler. 

diptherae (lat.) = Grauwerk, Bauch- 
fell. 

diradicato (it.) = entwurzelt, aus- 
gerissen. 

diramato (it.) = verstutzt, mit Knor- 
ren (v. Baumstämmen). 

diremptus (lat.) = mit Beizeichen. 

dirk (d.) = Dietrich (Schlüssel). 

d' Irlanda (it.) = Gnadenwappen 
von Irrland: goldene Davidsharfe 
in Blau. 

diruto (it.) = in Buinen zerfallend. 

disarmato (it. = 1., vom Löwen ohne 
Krallen , 2., vom Adler ohne Kral- 
len , 3., vom Mastbaum des Schiffes 
ohne Segel u. Tauwerk. 

di Sassonia (it.) = Gnadenwappeu 
von Sachsen: der Sächsische Schild 
mit dem Rautenkranz. 

di Savoja (it.} = Gnadenwappen von 
Savoyen: m Roth ein gemeines 
weisses Kreuz. 



H. 107. 



disch (ndl.) = Tisch. 

disci (lat.) = Scheiben. 

disclosed (engl.) = vom Vogel mit 
ausgebreiteten Flügeln. 

di Scozia (it.) = Gnadenwappen von 
Schottland: Schottland, wie im 
Gros8brit. Wappen. 

discus (lat.) = Tisch. 

diseccato (it.) = entblättert. 

disfida, grido di — (it.) = Feldge- 
schrei. 

disgiunto (it.) = anseinandergezogen 
(v. Balken: Kantenbalken). 

dish (engl.) = Tisch. 

dishes (engl.) = Teller. 

dismembered (engl.)) = ohne . Fü88e 
tfsmembrato (it.f ^zugsweisvom 

dispiegato (it.) = „mit ausgebreite- 
ten Flügeln" überflüssiger Ausdruck 
vom heraldischen Adler. 

displayed (engl.) = vom Vogel mit 
ausgebreiteten Flügeln. 

disposto (it.) = gestellt (von mehre- 
ren Figuren in einer Richtung 
stehend). 

dissectum (scutum) = getheilt. 

dissel (ndl.) = Deichsel. 

disselbyl (ndl ) = die Wurrparte. 

Distel, blühende S. 107. Taf. 
24. 

Distelblatter \ 

Distel Strauch f 

di8te8o (it.) = wörtlich : „ausgedehnt" 
gebraucht 1., vom Holsteinschen 
Nesselblatt, 2., wie „coricato* 

(8. d.) 

distilling (engl.) = blutend. 

distinetions (engl.) = heraldische 
Unterscheidungszeichen der Fami- 
lienglieder. 

distinetus (lat.) = belegt mit. 

di Svevia-Sicilia (it.) = Gnadenwap- 
peu von Schwaben-Sizilien : in Sil- 
ber ein gekrönter schwarzer Adler. 

di token (mhd.) = Rumpf. 

disvelloped (engl.) = entfaltet. 

di Venezia (it) = Gnadenwappen 
von Venedig : der Markuslöwe, wie 
im Wappen von Venedig. 

divisa (sp.) = (quer)Leiste. 

divisa (ito = |S; 

— W - (uniform. 
divisa,banda in— ) (it.) = schräg 

— in banda } (rechts) getheilt. 

— fasciain-) <ty f n^ 

divisato (it.) = gefleckt (vom Schmet- 
terling). 

— (it.) = mitWappen geschmückt, 
di Visconti (it.) = Gnadenwappeu 

der Visconti: in Silber die gold- 
gekrönte aufrechte blaue Mailän- 
dische Schlange , ein rothes Kind 
verschlingend, 
divise (fasce en — ) = eine (imeSchild- 
haupt stehende) Leiste, odr über- 
haupt ein Balken, Schrägbalken 
etc. von halber Breite. 

57 



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226 



diviso — Dornenspitze. 



diviso (it.) = quergetheilt. 

— a dentelli (it.) = Zahnschnitt. 

— a lumaca (it.) = Schnecke(n- 
schnitt.) 

— a onde piegate (it.) = Wol- 
kenschnitt. 

— a quartier! (it.) = geviert. 

— a sega (it.) = Zahnschnitt. 

— a trifoglio (it.) = mit Klee- 
blattschnitt getheilt. 

-— in banda (it.) = fünfmal 
schräggetheilt, geschrägt. 

— in capriolo (it.) = fünfmal 
gesparrt 

— in fascia(it.) = fünfmal quer- 
getheilt. 

. — in lungo (it.) = gespalten. 

— in sbarra (it) = fünfmal 
8chräglinksgetheilt, linksgeschrägt. 

— per mezzo (it.) I __ querge- 

— per traverso (it.)f ~~ theilt. 

— verticale (it.) = gespalten, 
divorante (it.) = verschlingend, 
dix (frz.) = zehn 

djur (bw.) = Thier. 

/ klfl,iie 
djur V£\ (sw.)= Thier-j kralle. 

djurs (sw.) = Thiere. 

dobbelt (d.) = doppelt. 

dobbelt hale (d.) = Doppelschweif. 

dä!e ad 1 <*■> = d °PP elt - 

dobre cruz (port.) = Doppelkreuz. 

doce (sp.) = zwölf. 

dochter (ndl.) = Tochter. 

dock sä (sw.) = doch so. 

docked (engl.) = mit — Stummel- 
schwanz (v. Pferde) falls derselbe 
anderer Färbung. 

Doetorbut 8. 116. Tal*. 25. 

dodici (it.) = zwölf. 

Döbel, alddeutsches Wort für Pflock. 

safts?) (d °i = **•** 

doek (ndl.) = Tuch. 

dpr (d.) = Thür. 

döttrar (sw.) = Töchter. 

dog(ge) (ndl.) = der Rüde, die Dogge. 

dog-collar (engl.) = Hundehalsband. 

doga (it.-tosk.) = Pfal. 

— a sghembo (it.-tosk.) == Schräg- 
balken. 

— per traverso piano (it.-tosk.) = 
Balken. 

dogato (it.-tosk.) = fünfmal gespalten. 

— a sghembo (it.-tosk.) = fünf- 
mal schräggetheilt. 

— per traverso piano (it.-tosk.) = 
fünfmal quergetheilt. 

Dogenmütze (v. Venedig) 8. 170. 

184. Taf. 54. 35. Flg. 56. 
Dogge = Rüde. 

dogue (frz.) = derRüde (die Dogge.) 
Dohle 8. 90. 
dois (port.) = zwei, 
dolabra (lat.) = Wurfparte, 
doiabella (lat.) = Weinhacke, 
dolce (frz., it.) = springendes Thier, 

ähnlich dem Panther oder Fuchs, 

lediglich in italienischen Wappen 

vorkommend. 



doliolum (lat.) = kleine Tonne. 

dolk (d., ndl., sw.) = der Dolch. 

doloire (frz.) = Band- (Böttcher*) 
Messer (Parteneisen) in Form eines 
Halbmonds mit krückenförmigem 
Griff in der Höhlung. 

dolphin (engl.) = Delphin. 

domarchand (sw.) = Hand der Justiz. 

domato (it.) = Löwe ohne Zunge, 
Zähne, Krallen, Schwanz und Ge- 
schlechtszeichen. 

domicellus (lat.) = ein Edler, ehe 
er den Ritterschlag empfing. 

Domlnleus-Kreus 8. 39. Taf. 6. 

domina (lat.) = Frau. 

dominus (lat.) = H«rr. 

don (sp.) = Herr. 

dofia (sp.) = Frau, Fräulein. 

donjonnado (sp.» = it Wftrtthurm 

don^onne^rz.^ J verseheu 

donna (it) = Frau. 

donne; arme del- (it.) = Frauen- 
wappen. 

Donnerkeil 8. 1U. 149. Taf. 
24. 31. 

donnola (it.) = das Wiesel. 

doodsbeen (ndl.) = Todteugebein. 

doodshoofd (ndl.) == Todtenkopf. 

door (ndl.) = durch. 

doorboord (ndl.) = durchbohrt. 

door middel van (ndl.) = vermittelst 
von. 

doorn (ndl.) = Dorn. 

doorntak (ndl.) = Dornzweig. 

doorsneden (ndl.) = quergetheilt. 

Doppeladler 8. 100. Taf. 23. 
— kopfloser 8. 101. 

Doppelbändel = nach v. Qu. 29 alter 
Ausdruck für Zwillingsbalken (s. d.). 

Doppelberg = Berg mit 2 Kuppen 
nebeneinander. 

Doppelberg = nennt v. Retberg un- 
deutlich einen Berg mit mehreren 
Kuppen übereinander. 

Doppelbord 8. 40. Taf. 5. 

Doppel bruchbalken 8. 26. 
Taf. 4. 

Doppelhafte = alter Ausdruck für 
die Figur im Wappen der Eckbrecht 
v. Dürkheim. 

Doppelhahn = Hahn mit 2 Köpfen, 
der eine widersehend. 

Doppelhaken 8. 136 Taf. 29. 

Doppeljoehsehnltt 8. 19. Taf. 3. 

Doppelkreuz ist eine durch Ver- 
bindung des Schragens mit dem 
gemeinen Kreuz entstandene Figur. 

Doppel-Krüeken-Kreuz 8. 36. 
Taf. 6. 

Doppelmond nennt Retberg sehr 
unverständlich zwei abgewendete 
pfal weis gestellte Monde. 

Doppelpfropffeehnltt 8. 20. 
Taf. 3. 

Doppelseheuer 8. 128. Taf. 27. 

Doppel Schlangen-Kreuz S. 38. 
Tat 6. 

Doppelschlüssel 8. 133. Taf. 28. 

Doppel sparren 8. 63. 64. 
Taf. 10. 



Doppelsturssparren 8.63. Taf. 
10. Fig. 62. 

doppelt geschränkt braucht v. Quer- 
furth S. 48 und £. unnütz von 
einem Löwenschweif, dessen dop- 
pelte Enden, wie z. B. im Wappen, 
von Böhmen, der Grafen Lodron- 
Laterano, Rechberg etc. mehrfach 
mit einander kreuzweis verschlun- 
gen sind. Mit demselben Rechte 
müsste er das von jedem Löwen- 
schweif der mittelalterlichen Löwen 
mit ihren vielen Zotteln sagen. 

doppelt verschrankt von läng- 

* liehen Gegenständen, welche mehr 
als einen Kreuzungspunkt haben, 
z. B. eine Menge Fahnenstangen« 

doppelt sehraggevlert 8. 58* 
Taf. 9. Flg. 78. 

Doppe I weeken-8chragbalken 
8. 50. Taf. 8. 

Doppelwolfsangel, s Wolfseisen. 

Doppelwolkenbalken 8. 25. 
Taf. 4. 

Doppelwolkenbord 8. 40. Taf. 6. 

Doppelwolkenfeh 8. 9. 

Doppelwolkenspaltnng S. 14. 

Doppelwolkenmwll llngsschr ag- 
balken 8. 50. Taf. 8 

Doppelwttrfel - Schragbalken 
8. 50. Taf. 8. 

Doppelwttrfel - 8ehragbalken ; 
linker — 8. 54. Taf. 8. 

doppia (it) = doppelt(es) Kreuz. 

— capriolato (it.)=zickzackförmig. 

— capriolo (it.) = Stützsparren 
(Form eines M). 

— — rovesciato (it.) = dgl. 
gestürzt. 

doppio delta (it.) = Doppeltriangel 
(zwei mit den Basen aneinander- 
stossende Dreiecke). 

— gancio (it.) = in der Mitte 
quer gebrochener schwebender 
Schräglinksbalken. 

— m er lato (it.) == gegengezinnt 
(v. Heroldsstücken). 

— volo (it.) = zwei Flügelpaare 
vereint. 

dorado (,sp.) = golden. 

i= ( g } jaj*- «•- 

Dorn eines Thttrschlosses S. 

133. Taf. 28. 
Dornenbalken 8. 26. Taf. 4. 
Dornen-Bord 8. 40. Taf. 6. 
Dornenfeh 8. 9. Taf. 2. 
Dornenkrone 8. 35. Taf. 5. 
Dornenkrone, s. Dornkrone. 
Dornenpfad 8. 112. 
Dornen-Pfal 8. 18. Taf. 3. 
Dornen - 8chlldhanpt 8. 22. 

Taf. 3. 
Dornen - Schragbalken 8. 49. 

Taf. 8. 
Domen - 8chragllnkbalken g. 

53. Taf. 8. 
Dornensehragen 8. 65. Taft 10. 
Dornensparren 8. 61. Taf. •. 
Dornenspltse 8. 55. Taf. 6. 



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Dornkrone = kommt auf einzelnen 
Schilden und Helmen anstatt der 
Helmkrone vor (Gf. Thürheim). 

Dompfad, s. Dornenpfad. 

Dornstrauch, in Deutschland selten, 
aber z. £. im Wappen der Malas- 
pina, theils blühend, theils trocken. 

Dornenxweig 8. 105. Taf. 25. 

dorr (ndl.) = dürr. 

dorschvlegel (ndl.) = Dreschflegel. 

dorso I __ (lat) abge- 

in dorsum obversusf wendet. 

dorsualiatus (lat.) = mit Schabracke 
(▼. Pferde). 

dos (sp.) = zwei. 

dos y una (sp.) = 3 (2. 1) gestellte 
Figuren. 

dossers, s. waterbougets. 

dotter (sw.) = Tochter. 

dotterson (sw.) = Tochtersohn (En- 
kel). 

double coupe (frz.)= zweimal getheilt. 

double - headed (engl.) = doppel- 
köpfig. 

double orle, saltire and cross (engl.) 
= die Navarrakette. 

— plume of ostriches feathers 
(engl.) = neun Straussfedern 4. 5. 
gestellt. 

— qutrefoil (engl.) = achtblätt- 
rige Blume, achte Art der Beizei- 
chen in {Englischen Wappen. 

— queued (engl.) = doppelschwei- 

double taille (frz ) = zweimal schräg- 
Jinks getheilt. 

— tranche (frz.) = zweimal schräg- 
rechts getheilt. 

doublet (frz.) = Schmetterling, von 

der Seite gesehen, 
douloir (frz.) cfr. doloire. 
douVe.(engl) = Daube (am Fass). 
douv6 (frz.) = geschindelt. 
douze (frz.) = zwölf. 
dove (engl.) = Taube. 

dove house ( (^gl) = Taubenschlag. 

dove-tailed (engl.) = Breitzinnen- 
schnitt. 

dowel (engl.) = Pflock, Döbel. 

downwards (engl.) = abwärts. 

doze (sp.) = zwölf. 

draagbond (ndl.) = Schwertgurt. 

draak (ndl.) = Drache. 

draakkam (ndl.) = der Kamm des 
Drachen (an Büffelhörnern etc.). 

I aufgerichtet! 
liegend f S. 99. 

stehend ( Taf. 22. 

streitend J 

Drache (ungeflügelter) s. Amphis- 
bäne. 

Draehenfittgel H. 159. 

Drachenschwanzkreuz = Pfeilspitz- 
kreuz, 
draco (lat.) = Drache, 
draconatus (lat.) = mit Drachen - 

schweif, 
draged (sw.) \ .. . . , 

dra|en (sw.) I = «2* ttc * ( vom 
fraget (d.) ) Schwert ™<* Degen). 



Dornkrone — dürrer Baum. " 

dJalöe^Sort.)! = Drache - 
dragon (engl.) = der Lindwurm 
(nicht Drache). 

— (frz.) = Drache. 

dragon demi (engl.) = halber Drache. 

— monstrneux (frz.) = dgl. mit 
Mannskopf, dessen Bart aus Schlan- 
gen besteht. 

dragonado (sp.)) = mit Drachen- 
dragonato (it) \ « chw .?nz <^ öwen ' 
^ v ' ) Greif u. a.Thieren). 

dragone (it.) = Lindwurm, 
dragonfanor (sw.) = Dragoner- (Cor- 

net-)fähnlein. 
dragonne (engl., frz.) = mit Drachen- 
schwanz, 
dragons head and wings indorsed 

(engl.) = wachsender Drache, 
dragons head erased (engl.) = Dra- 
chenrumpf, 
dragon wings displayed (engl.) = 

Dracheuflug. 
drak (sw.) = Lindwurm (im Wappen 

des Drakenstjerna). 
drake (sw.) = Drache, 
drake (engl) = Ente, 
drake-fly (engl.) = Drache, 
drakhufvud (sw.) Drachenkopf, 
drakevingar (sw.) = Drachenflügel, 
drapeau (engl., frz.) = Flagge, 
drappi (it.) = Fell, Pelzwerk, 
drawing board) (engl.) = Heber, 
drawing-iron \ Drahtzieher. 
Drehschild = Schildstechschild. 
Dreiberg 8. 23. 102. 112. Taf. 

3. 24. 
Dreiblattkreuz, s. Kleeblattkreuz. 
Dreibusch nennt man einen Feder- 
busch mit 3 Reihen Federn über 
einander (besonders in süddeutschen 
Wappen). 
Dreieck fascettirtes = z. B. im 
Wappen der von Ciaer (s. auch 
Edelstein) 
Dreieck: Im verkehrten — 

(gestellt) 8. 68. Taf. 11. 
Dreiecke, s. Spickel. 
Dreleekfeh 8. 8. Taf. 2. 
Dreleckstchllde 8. 3. Taf. 1. 
Drellels 8. 112. 
dreigetheilt = nennt Bussing den 

Deichsel- u. Göppelschnitt. 
Im Drelpass gestellt s. 6$. 71. 

Taf. 12. 
Drelpassschultt 8. 41. Taf. 6. 
drei pühle nennt Wig. Hundt, den 
Dreiberg. 

Dreiring = nennt Betberg drei in- 
einander verschränkte Ringe. 
Dreistecher = nennt v. Retberg den 

Dreizack. 
Dreiung ; ledige — nennt Bussing den 
rechten oberen Flankenständer 

(8. d.) 

Dreizack, s. 6er. 

Dreschflegel, s. Flegel. 

Dreylingsstreife = Drillingsbalken. 

dri (ahd.) ( _ , . 

drie (ndl.)} = dre1 ' 

drieen; in — (ndl.) = dreifach. 

driehoek (ndl.) = Dreieck. 



227 

drietand (ndl.) = Dreizack. 

drietoppig bergje (ndl.) = Dreiberg. 

drievoudig (ndl.) = drei (2. 1.) an- 
einandergeschobene Gegenstände. 

drifves (sw.) = treibend. 

drikkehorn (d.) = Jagdhorn ohne 
Band ÖTrinkhorn). 

Driilgatter nennt Retberg den „spa- 
nischen Reiter" (s. d.). 

DrlUIngft-Balken 8. 27. Taf. 4. 

Drillingggftter 8. 66. Taf. 10. 
Flg. 101. 

Drlillngft-Pfal 8. 19. Taf. 3. 

Drllllngs-Schragbalken 8. 50. 
Tat. 7. 

Drillingsstreife = Drillingsbalken, 
drinkhoorn (ndl.) = Trinkhorn. 
drischel (mhd.) = Dreschflegel, 
drispiz (mhd.) =.- Dreieck. 
Dritturaltmutter = Mutter im 6. 

Gliede. 
Dritturaltvater = Vater im 6 

Gliede. 
Dritturenkel = Sohn im 5. Gliede. 
Dritturenkelin = Tochter im 5. 

Gliede. 

Dromedar 8. 88. Taf. 17. 18. 

dronning (d.) = Königin. 

droogscheerders scharen (ndl.) = 
Tachscheeren. 

drop (engl., ndl.) = Tropfen. 

drüba (ahd.)) 

drufva (sw.)J = Traube. 

druif (ndl.) ) 

druiventak (ndl.) = Weinrebe. 

Druytenfuss, s. Drutenfuss. 

dubbelder arend (ndl.) = Doppel- 
adler. 

dubbelkrans (sw.) = Doppelkranz 
(Form einer 8). 

dubbla (sw.) = doppelt. 

duc (frz.) = Horneule, Käuzlein. 

duc (frz.)l tt 

duca (it.)J = Herzo ^ 

duca d' armi (it.) = Wappenkönig. 

ducai Coronet (engl.) = Herzogs- 
krone. 

ducally-gorged (engl.) = um den 
Hals gekrönt. 

ducato (it.) 1 „ ., 

ducea (it.) f = Herzogthum. 

du champ (frz.) = gleich der Fär- 
bung des Schildes. 

duchea (it.) = Herzogthum. 

duciper (engl.) = Turnierhut. 

duck (engl.) = Ente; Tuch. 

Duckente, s. Ente. 

ductus (lat.) = Fadenstreif. 

— gemini (lat.) = Zwillingsbal- 
ken. 

— tergemini (lat.) = Drillings- 
balken. 

due (d.) = Taube. 

— (it.) = zwei. 

— et uno (it.) = 2. 1. gestellt, 
dübbele haan (ndl.) = Doppelhahn, 
dübbelnap (ndl.) = Doppelscheuer, 
düif (ndl.) = Taube. 

duelado (sp.) = geschindelt, 
dürkel (mhd.) = durchbohrt, 
dürrer Baum, z. B. im Herzschild 



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228 



dürrer Strauch — edanchado. 



der Fhr. Gärtner = Baum ohne 

Blätter, 
dürrer Strauch, s. Dornstrauch, 
duig (ndl ) = Daube (am Fass). 
duim (ndl ) = Daumen. 

j^WJ = Taube, 
duiv (ndl.if *»««*• # 

duivel (ndl.) = Teufel. 

duk (sw.) = Tuch. 

dün.e(H.hd.)J = der Danmen 



von derselben 



dümo (ahd.)J 

du meme (frz.) = 

Färbung, 
du premier \ (frz.) = von der erst-, 

— second > zweit-, dritt-genann- 

— troisieme ) ten Färbung, 
dundersträle (sw.) = Strahl, Pfeil- 
spitze. 

düng forks (engl ) = Mistgabel. 

d'Ungheria moderna (it.) = von Sil- 
ber und Both siebenmal quer ge- 
theilt. 

dupiaris limbus (lat.) = Doppel- 
innenbord. 

duplicatu8 ad noduin (lat.) — doppel- 
schweifig. 

duplice (sp.) = doppelt. 

duppel slangenkopkrnis (ndl.) = 
Doppelschlangenkopfkreuz. 

duque (sp.) = Herzog. 

durchbohrt N. 7f . Taf. 12. 

durchbrochenes Ankerkreuz == das 
Mühleisenkreuz. 

durchgehend (Hauer) 8. HS. 
Taf. 25. 

durehgeseh wuugen nennt man den 
zwischen dieHinterbeine gezogenen 
und an einer der Flanken wieder 
nach oben gezogenen Schwanz 
des Löwen oder Greifen. 

durchkreutzt (altd.)= geviert. 

dureh»ehnitten S. 19. Taf. 3. 

rechts-, links- durchschnitten = sagt 
Spener für schrägrechts, schräg- 
links getheilt. 

durchspiesftt von S 71. Taf. 12. 

durchsteckt 8. 71. Taf. 12. 

durchstochen H. 71« Taf. 12. 

durchzogen sagt Schumacher (nach v. 
Qu. 48) für schräglinksgetheilt 

Durchzüge nach v. Qu. 31 ein ver- 
alteter Ausdruck für die Arme 
des Kreuzes. 

duske (d.) = Quasten. 

duve (ndl.) = Taube. 

dwarf (engl.) = Zwerg. 

dwarshout (ndl.) = Querholz. 

dwerg (ndl.) = Zwerg. 

dwerhes (mhd.) = (quer-) getheilt. 

dwars (ndl.) = Querg, Zwerch. 

en dylik (sw.) = ein(e) dergleichen. 

dyrk (sw.) = Dietrich (Schlüssel). 

dykare (sw.) = Taucher (Vogel). 



E. 



each (engl.) = jeder (e, es), 
each other (engl.) = einander, 
ead (engl.) = Allod. 



eagle (engl.) = Adler. 

— perched (engl.) = auf 8tab 
sitzender Adler. 

— preying (engl.) = Adler auf 
der Beute stehend mit gesenktem 
Kopf 

— regardant (engl.) = widersehen- 
der Adler. 

— rising 1 (engl.) = flugbereiter 

— rowsantf Adler. 

— with wings expanded and in- 
verted (engJ.) = Adler mit ausge- 
breiteten, die Saxen gegenein- 
ander kehrenden Flügeln (also in 
gewöhnlicher Stellung. 

— with two heads (engl.) = 
Doppeladler. 

eagles head (engl.) = Adlerkopf, 
eagles leg conjoined at the thig to 
a wing (engl.) = Flügelklaue. 

— leg conjoined at the thig to a 
plume of three ostrich feathers 
= Adlerfnss, aus dem 3 Strauss- 
federn hervorgehen. 

— wings conjoined in base (engl.) 
= zwei unten verbundene Adler- 
flügel. 

— wings conjoined in Iure (engl.) 
= Adlerfltigel, Saxen aufwärts. 

eaglet (engl.) = kleiner Adler. 

ear (engl.) = Ohr. 

eared (engl.) = mit - Behang (von 
den Ohren des Jagdhundes, über- 
haupt: geöhrt von Thierohren, 
wenn dieselben anderer Färbung). 

Earlti, Krone der englischen 
S. 179. Taf. 85. Fig. 20. 

earth (engl) = Erde. 

eastern crown (engl.)= Heidenkrone 
(mit 7 Zacken). 

ebabewi (ahd. { ™ , 

ebehöu (rahd.)f "" ^ phe 

etÄffi} = ■*■*«■■ 

eher (mhd.) = der Eber. 

Eher, aufrecht) s fi7 - T 

— sehreiiendf *' * 7 ' ™' 17# 
Eherbar S. 100. Taf. *2. 
Eherflach S. 102. Taf. 25. 
Eberkopf \ 

EberrampfS S. 87. Taf. 17. 

Ebermabne ) 

eberspiez (mhd. = 8aufeder. 

eborus <lat.) = Elfenbein. 

ebrancado (sp.) I = geknorrt gestüm- 

ebranchfc (frz.) ( (vom Baumstumpf). 

ebur (ahd.) = der Eber. 

ecaille (frz.) = Schale; Schuppe. 

ecaille (frz.) = geschuppt.- 

ecart (frz.) = */♦ des gevierten 

Schildes, 
ecartele (frz.) = geviert. 

— en eqnerre (frz.) =r dgl. im 
Winkelmass. 

— en sautoir (frz.) = schräg- ge- 
viert. 

ecartelure (frz.) = Schildviertel, 

Vierung, 
ecclesia (lat) = Kirche, 
ecclesiasticus (lat.) = roth. 
echado (sp.) = liegend (ruhend), 
echandole (frz.) = Schindel. 



beu. 



echanson (frz.) = der Schenk. 

echancre ^frz.) = ansgebogt (mit 
Dornen grosser Art). 

echarpe (frz.) = Schärpe. 

Ichec (frz ) — Schach. 

echelle (frz.) = die Leiter. 

echelles d'escalade (frz.) = Steig- 
haken, Sturmleiter. 

echinus (lat) = Strahl. 

echiquete (frz.) = geschacht 

echiquier (engl.) == Schach. 

echt (ndl.) = Ehe. 

eeime (frz.) = entgipfelt (v. Sparren 
ohne Spitze. 

eeimedön (mhd.) = Schlange. 

Eck (nach v. Qu. 81.) = alter falscher 
Ausdruck für Spitze (s. d.). 

jcke (mhd.) = Spitze, Schwert- 
schneide. 

ecken (ahd.) = Egge. 

Ecken nennt Wagenseil die Winkel 
um ein Kreuz. 

eck er (mhd.) = Eichel. 

Eckerngabel nennt Betberg drei im 
Dreipass gestellte Eicheln (!). 

1=v.Pfal. Schräg- 
balken, Balken 
8. Zickzack- (Pfal, 
Schrb., Bk). 
eckiggezogen nennt Gatterer den 
gezahnten Schildbord (nach 
v. Qu. 31.. welchem G's Erklärung 
etwas dunkel geblieben zu sein 
scheint). 
Eckschnitt nennt Bussing u. A. die 

schräglinke Theilnng. 
eclate (frz.) = zersplittert (v. Lanzen 

Sparren etc.). 

eclissato (it.) = verdunkelt (von 

einem nur halb sichtbaren Stern). 

eclope (frz.) = wörtlich : sinkend (von 

Theilungen, deren eine Hälfte wie 

zerbrochen erscheint). 

ecorche (frz.) = geschunden (blutig). 

i = geknorrt, geastet 
(von Aesten unS Bau- 
men, aus denen die 
feinen Zweige heraus- 
geschnitten sind). 

ecrevisse (frz.) = Krebs. 

äcritoire (frz.) = Schreibzeug. 

ecu (frz.) = Schild. 

de Tecu (frz.) = wie der Schild ge- 
zeichnet (v. Helmkleinod). 

ecu en banniere (frz.)= Bannerschild 
(viereckig). 

ecu; faux- = kleines Gabelkreuz. 

ecueil (frz.) = Klippe, Fels. 

e*cuelle (frz.) = Schale, Napf (Becken). 

ecureuil (frz.) = Eichhörnchen. 

ecusson (frz., engl.) = Schildchen« 

ecusson en abime (frz.) = Schild- 
chen im Mittelpunkt des Schildes. 
— des armes (frz.) = der Schild 
verkleinert auf dem Helme wie- 
derholt. 

ecuyer (frz.) = Waffenträger, Schild- 
knappe, später Bitter. 

edanchado (sp.) = gezahnt. 



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edelgestende — Ellenbogenkachel. 



229 



edelgesteude (ndl.) = Edelstein. 
Edel kröne ist die Helmkrone. 
Edelleute, Krone der — In 

Italien 9. 178. 
Edelmännern 9. IM. Taf. *5. 
als Helmklelnod 

9. 159. Taf. 32. 
Edel mann skrone 9. 167. 
Edelmarder s. Hermelinthier. 
Edelstein 9 59. Taf. 9. 
Edelwelss 9. 109. Taf. 24. 
edentado (sp.) = gezahnt, 
edera (it.) = Epheu. 
edifici (it.) = Gebäude, 
eeger (d.) = Speichen (des Rades), 
eek (ndl.) = Eichbanm. 
eekhoorn (ndl.) = Eichhörnchen, 
eel (engl.) = Aal. 
e6n (ndl.) = einer, 
eend (ndl ) I _ F 
eende (ndl.)} - tjnte ' 
eenhiürning (d.)^ __ v;*\*~~~ 
eenhoorn (ndl.) ! = EinhonL 
eerste (ndl.) = (erstes (I.) Feld, 
efter (sw.) = indem, nämlich, 
effarä (frz.) = bäumend (v. Pferde), 
effarouchä (frz.) = wüthend (v. d. 

Katze, wenn aufgerichtet). 
efFeare' engl.) = bäumend, erschreckt. 

1 = vom aufg. Wolfe 
und d. Katze, sowie 
vom Adler über s. 
Beute. 

effeuille (frz.) = blätterlos, ent- 
blättert. 

in crucem effictus (lat.) = gekreuzt. 

effray (engl.) = aufgerichtet, bäu- 
mend. 

eUrayä (engl.) = steigend, kletternd. 

efterkommere (d.) = Nachkommen. 

egede (mhd,) = die Egge. 

egedebse (mhd.) = Eidechse. 

e*gala (ahd.) I 

egel (mhd.) > = Blutegel. 

Sgele (mhd.) " 

egel (ndl.) = der Igel. 

Egel, s. Blutegel. 

egelster (mhd.) = Elster. 

egeu (mhd.) = Egge. 

egentliga (sw.) = eigentliche. 

egenum (sw.) = durch. 

!£!vn! d m 1 = Eichhörnchen, 
egerne (d./ 

egg (engl) = Ei 

Egge 9. 143. Taf. 30. 

egida (ahd.) = Egge. 

egidehsa (ahd.) = Eidechse. 

eglantä (frz.) = eichelntragend. 

egrediens (lat.) = hervorbrechend 
(bis zur Schulter wachsendes Thier). 

Gguisfe (engl , frz.) = abgeschnitten 
und zugespitzt. 

Egypten, Krone des Khedlve 
von — 9. 198. Taf. 34. Flg. 34. 

eher (mhd.)) _ . . 

ehir (ahd.) ' ~ Aehre - 

Eliewappen, Gegenelnander- 
kehrung derselben. 9 188. 

Etarenreihe heisst bei einem viermal 
qnergetheilten Schilde die zweit- 
oberste Keihe. 

Ehrensttteke 9. 185 ff. 

B. 



eich (mhd.) = Eichbaum. 

SSSL.) s ™ ™ «■ 

Elrhblatt-Kreus 9. 37. Taf. 6. 
Eicheln 9. 103. Taf. 23. 
Eichhorn 9. 97. Taf. 17. 

£ e l( ffl hd.) = Eichhörnchen. 

Elehstande 9. 102 Taf. 28. 
Eiehstauden 9. 103. Taf. 28. 
Elehstubben 9. 102. Taf. 28. 
Elchswelg S. 103. Taf. 23. 
Eidechse 9. 93. Taf. 20. 
eidem imhd.)l = Schwiegersohn, 
eidum (ahd.)f Schwiegervater, 
eiden (mhd.) = die Egge, 
eight (engl.) = acht, 
eighteen (engl.) = achtzehn, 
eightfoil (engl.) = achtblättrige 

Orasblume. 
eih (ahd.) = Eichbaum, 
eihhila (ahd.) = Eichel, 
eihhorn (ahd.) = Eichhorn, 
eik (ndl.) = Eiche, 
eikel (ndl.) = Eichel, 
eikhoorn (ndl.) = das Eichhörnchen, 
eikenlof (ndl.) = Eichenlaub, 
eikentak (ndl.) = Eichenzweig, 
eilif (mhd.) = eilf (11). 
eiloof (ndl.) = Epheu. 
eils (engl.) = Aehre. 
eimbar (ahd.) \ __ p . a „ 
eimber (mhd.)/ ~ E,mer ' 
Eimer 9. 129. Taf. 27. 
ein- bar (ahd.) ) __ vi™»* 
ein-ber (mhd.) ' ~ Eimer * 
einfach = ledig. 

— doppelte ist gleich dem Dop- 
pelbord (s. d.). 

— innere sagt v. Querfnrth (S 68). 
für Innenbord (s. d.). 

Eingefäss ist (nach v. Qu. 36) ein 
Ausdruck für den Federköcher 
(Helmkleinod). 

eingefasst ist bordirt (dagegen 
nennt Gatterer eingeiasst eine am 
Rande mit Verzierung versehene 
Figur, z. B. den Schrägbalken im 
B. Strassburgischen Wappen). 

eingekeilt s. eingepfropft (Spitze 
zwischen III und IV eines gevier- 
ten Schildes). 

eingekerbt, dasselbe wie ein ge- 
schuppt (s. d. Bemerkung dort). 

eingeschuppt ist ein vielfach zu 
Mißverständnissen führender Aus- 
druck für den Dornen schnitt 
(s. d.). 

Einhorn, aufrecht] 

— , halbes f 8. 98. 
— , laufend ( Taf. 21. 22. 
— , sehreitend! 

Elnhornflsch 9. 102 Taf. 23. 

Elnhornrumpfe 9. 99. Taf. 21. 
22. 

einhürn(e) (mhd.) = Einhorn. 

eingeschaltet 9. 74. Taf. IS. 

eingeschlossen von 9. 7Ä. 
Taf. 19. 



einlif (ahd., mhd.) = eilf (11). 

einschaltend 9. 74. Taf. IS. 

Einsiedler 9. 79. Taf. IS. 

efsenfarb, keine heraldische 
Farbe 9. 4. 10. Taf. 2. 

Elsenhandschuhe 9. 119. 
Taf. 26. 

Eisenhütleln 9. 7. Taf. 2. 

— , einzelne 9. 8. Taf. 2. 

Elsenhut 8. 117. Taf. 25. 

Eisenhutfeh 9. 7. Taf. 2. 

Eisenhutspaltung 8. IS. Taf. 2. 

Eisvogel 9. 93. Taf. 20. 

ekicht (-gezogen, -geschoben) alt- 
deutsch für „zickzackförmig*. 

ek (sw.) z= Eichbaum. 

ekSllon (sw.) = Eichel. 

ekblad (sw.) \ „. U) . . 

ekequist (sw.) = EJichzweig. 
eketräd (sw.) = Eichbaum, 
ekka (ahd.) = Spitze, Schwert- 
schneide, 
eklöf (sw.) s= Eichenlaub, Eichblatt, 
ekorre (sw.) = Eichhorn, 
ekoxe (sw ) = Hirschkäfer, 
ekster (ndl.) = Elster, 
elan (frz.) = Elch, 
elaho (ahd.) = Elch, Elennthier. 

eS d (°frz!r ( = laufend ( vHi « ch )- 
elatus (lat.) = bäumend (v. Pferde), 
elbiz (mhd.) = Schwan, 
elbow (engl.) = Ellenbogen, 
elce (it.) = Steineiche, 
eich (mhd.) = Elch, Elennthier. 
eldbrand (sw.) = (Feuer-) Brand, 
eldflamma (sw.)( _ i? ÄMÄ% 4i am « 
eldslSga (sw.) ) = Feuerflamme. 

eldsprutand (sw.) = flammensprtth- 

end. 
eldstäl (sw.) = Feuerstahl. 
Elefant 9. 99. Taf. 19. 
elefante (it.) = Elephant. 
Elennthier selten in Wappen, 
elephant (engl.) = Elephant mit 

Thurm auf dem Kücken, 
elephants trunk couped (engl.) — 

Elephantenrüssel (ßttffelhörner). 
Elephanten-Rtissel, oder -Schnauzen, 

sind schlechte Ausdrücke för Büf- 

felhörner (s. d.). 
Elephantenzähne sind identisch mit 

der ältesten halbmondförmigen 

Form der Büffelhörner. 
elephant-suabeler (dj = Btlffel- 

hörner. 
elephantstand (sw.) = Elephanten- 

hauer. 
elephas (lat.) = Elephant. 
elevated (engl.) = erhoben (wenn 

die Flügel eines Vogels aufrecht 

stehen), 
eleven (engl.) = eilf. 
elfant (ahd., mhd.) = Elefant, 
elg (sw.) = Elennthier. 
elghufvud (sw.) = Elchkopf, 
elhe (mhd.) = Elch, Elennthier. 
eliotropio (it.) = Heliotrop, 
elk (engl.) = Elch. 
Ellenbogenfeachel (an der Arm» 

schiene) 9. 119. 

58 






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230 



eller — eiiflamniG. 



eller (sw.) = oder. 
ellera (it.) = Epheu. 

ÄiÄhd.)} = *"— 

elmetto (it.) = leichter Helm, 
elmo (it, port.) = Eelm. 
elmo affibiato (it.) = Rost- (Bügel)- 
Helm. 

— alato (it.) = geflügelter Helm. 

— aperto (it.) = offener Helm. 

— baronale (it.) = Helm mit 6 
Visirspaugen. 

— chiuso (it.) = geschlossener 
(Stech)- Helm. 

— comitale (it ) = Helm mit 9 
Visirspangen. 

— cornuto (it.) = Helm mit Büffel- 
hörnern. 

— di annobilito (it.) = Visir-Helm, 
seitwärts , mit halbaufgeschlage- 
nem Visir (für den Briefadel im 
Gebrauch). 

— di bastardo (it.) = Bastard- (der 
linksgekehrte Bügel-)Helm. 

— di cavaliere \ (it.) = Helm mit 

— gentiluomo I 3 Visirspangeu. 

— di patrizio (it.) = Helm silbern» 
goldverziert, halbgeöffnet, seitlich 
gestellt. 

— di sovrnno (it.) , = Helm der 
Souveraiue, (vorwärtsgestellt, gol- 
den, damascirt mit 14 Visirspan- 
geu. 

— marchionale = Marquishelm, vor- 
wärtsgestellt mit 11 Yisirspangen. 



elsa ] 



elso 



j (it.) = das Gefäss des Degens. 



eltes (mhd.) = Iltis. 

el uno sobre el otro (sp.) = über- 
einander. 

ema (port.) = Strauss(vogel). 

emanchado (sp.) = mit Spitzen ge- 
theilt. 

emanche (frz.) = Flanken- oder 
mittelmässige Spitzen. 

emanchö (engl., frz.) = mit mittel- 
mässigen Spitzen (gespalten , ge- 
theilt etc.). 

emanchure (frz.) = Schrägeok. 

emaux (frz.) = heraldische Fär- 
bungen. 

em banda (port.) = schrägbalken- 
weis. 

embattled (engl.) = Zinnenschnitt, 
gezinnt. 

emboidery (engl.) = Berg mit 
Schluchten (Einschnitten) 

embordered (engl.) = (gleichfarbig) 
bordirt. 

1= 1., beschlagen 
mer). 

embowed (engl.) = gebogen (vom 
Delphin (überhaupt Fisch), wenn 
er den Rttoken und Schwanz in die 
Höhe biegt, so, dass sein Körper 
die Gestalt eines lateinischen 
liegenden a* beschreibt). 

{d'argent) embrassö ä senestre (de 
gueules) (frz.)=linke silberne Spitze 
in Roth. 



embrasse a dextre (frz.)l = rechte 
embrazado (sp.) ] Spitze, 

embrazado ä la siniestra (sp.) = 

linke Spitze, 
embricato (it.) = gebogen (von 

Fischen), 
embrued (engl.) = blutig, 
emellan (sw.) = zwischen. 

— sammantryckta tummar (sw.) 

= zwischen zusammengedrückten 

Daumen, 
emerald (engl.) = Smaragd; Es- 

meraldablume. 
6merande (frz.) = Smaragd, 
emergens (lat.) = waehseud. 
emeze (mhd.) = Ameise. 

:ä:r i ^ = »-«• 

emitting Harnes (engl) = feuer- 
speiend, 
emmanche (frz.) J = begrifft, be- 
emmangado (sp.)J stielt, 
emmer (mhd., ndl.) = Eimer, 
emmet ant (engl.) = Ameise. 

SüHüüäÄ"^} = niit Maulkorb, 
einmusele (trz.) ' , 

emoussee (frz.)= mit sparrenförmiger 

Spitze (v. Pfeil): r Vogelbolzen a ). 

empennado (sp.)l = befiedert, be- 

erapenne' (frz.) ( lutscht (v. Pfeil). 

1= raubend (wenn 
Raubvögel andere 
Thiere in den 
Fängen haltend). 

empinante (sp.) = emporspringend. 

empoignant (frz.) = von Hand oder 
Tatze, welche irgend einen Gegen- 
stand in der Mitte gefasst hält. 

empoigne' (frz.) = 1 , im Bündel (von 
Pfeilen, die von einem Bande zu- 
zammengehalten werden) 2., gehal- 
ten, erfasst (von Gegenständen, 
welche eine Hand oder Tatze ge- 
fasst hält). 

empulgada (sp.) = aufliegend (vom 
Pfeil auf Bogen). 

empunado (sp.) = gepackt (von 
einer Raubthierpranke). 

empunados (sp.) = von 3 und mehr 
Pfeilen, welche in ein Bündel ver- 
eint, die äusseren schräg gekreuzt 
sind. 

emse (ahd.) = Ameise. 

emuselado (sp.) = mit Maulkorb. 

en (sw.) =r Wachholder. 

en (ndl.) = und. 

enaluron (engl.) = (acht) bordweis 
gestellte Vögel, im Italienischen 
bedeutet es überhaupt einen Bord. 

enarched (engl.) = aufwärts ge- 
bogen. 

enascens (lat.) = wachsend. 

en banda (sp.) = schrä^rechts. 

encabado (sp.) = bestieit, begrifft 
(V. Waffen). 

encajado «sp) = mit Spitzenschnitt 
getheilt. 

SÄ gti} = «• «NU«, 
encaxado (sp.) = mit Spitzen ge- 
theilt. 



encendido (sp.) = 1., geäugt (mit 
rothen Augen, v.Thieren), 2., bren- 
nend (v. Scheiterhaufen, Fackeln), 
encensoir (frz.) = Rauchfass (an 

Ketten hängend, 
encerrado (sp.) = innerhalb (Bordes), 
enchainä (frz.) = angekettet mit 

Kette (am Halsbande), 
enchanged (engl.) = von Figuren, 
die an der ihnen sonst nicht ge- 
wöhnlichen Stelle im Schilde stehen, 
enchaussö (frz ) = durch eine Stufe 

getheilt. 
enchaussure (frz.) = Schrägeck. 
encina (sp.) = Eichbaum, 
enclavado (sp.)= eineMauer)- Scharte, 
partido enclavado (sp.) = mit Zinnen- 
schnitt gespalten, 
enclave (frz.) = Theilung mit 

Zinnen, 
enclos (frz.) = innerhalb (v. kleinen 
Gegenständen, die ein grösserer 
rings umschliesstl. 
enclume (frz.) = der Ainboss. 
encoche (frz.) = belebt mit Pfeil, 
mit aufgelegtem Pfeil »vom ge- 
spannten Bogen), 
encoule (engl.) = ein von den 
Rachen zweier Thiere gehaltener 
Balken oder Schrägbalken, 
en defense (frz ) = kämpfend, vom 
Einhorn mit gesenktem Kopf und 
Hörn, 
endeute (frz.) = gespickelt, aber 

auch: Zahnschnitt, 
ender (d.) = endend, 
endorse (engl.) = Staab (Pfal in */* 

seiner Breite), 
endorsed (engl.) = abgewendet. 
Endruuten-Kreuz H. »7. faf. «. 
endriu (mhd.) = dreiget heilt, 
endriu gelich geteilt (mhd.) = 

zweimal gespalten. 
Kndspitm-Krenm H. 87. Taf. 6. 
enenkel (mhd.) = Enkel, 
enero (sp.t = Januar, 
enfants (frz.) = Kinder, 
en faxa (sp.) = balkenweis, 
enferme (frz.) = eingeschlossen (von 
kleinen Gegenständen, die ein 
grösseres rings umschliesst). 
enfleld (engl.) = Ungeheuer mit dem 
Kopf eines Fuchses, der Brust 
eines Elephanten, der Mähne eines 
Pferdes, den Vorderbeinen eines 
Adlers, Rumpf und Hinterbeinen 
eines Wolfes und Schwanz eines 
Löwen (Helmschmuck der O'Keily). 
= 1., aufgereiht 
(z. B. Kronen auf 
einem Schrägbalken) 
2 »durchgesteckt (von 
enfilado (sp.) ( langen durch Krone 
enfile (frz.) ) oder Ring gesteckten 
enfiled (engl.)[ Gegenständen) , 3., 
durehspiesst(vonKöp- 
fen. welche auf et- 
' was (Schwert) ge- 
steckt sind), 
enflammä (frz.) = brennend (von 
Herzen oben mit Flamme). 



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Engel — Erblandvorschneider. 



231 



(3 c8 



engoulant (frz.)^ 
engoule* (frz.) 
engotded (engl.)! 



Bngel S. 79. 147. Taf. 31. 

— betend H 147. Taf. 14. 
Bngelafltigel H. 159. 

engelak (d.) \ __ enffligch 
engelsk (bw.) f - en S ll8CÜ - 
Engeliiköple H. 148. Taf. 81. 
England, Konlgskrone S. 178. 
Taf. 34. Fig 14. 

— , Krone de» Prinzen von 
Wale» H. 178. Tal. 84. Flg. 15. 

— , Krone der Prinzen 
S. 179. Taf. 85 Fig 
16. <f > 

— , Kroue der Prinzes- !•§ *~ 
sinnen 8. 179. f S * ' 

— 9 Krone der Kgl. Neffen S. 
179. Tai: 85. Fig. 17. 

— , Rangkroneu H. 178/9. Tal*. 
35. Fig. 3. 13. 20. 26. 32. 

tSSSSM ■IsÄ-** 

englante (engl., frz.)) ^ ersenen - 
englaflychter (sw.) = Engelsfiügel. 
englishman's head (engl.) = Haapt 
eines Engländers (nur in einigen 
englischen Wappen: 3 begleitend 
einen Sparren), 
engolado (sp.) = encoule. 

= verschlingend, 
(wenn in den Schild- 
ecken oder an den 
Rändern befind- 
> liehen Löwen-, Grei- 
fen-, oderDrachen- 
I köpfe die Enden von 
I Schräg- oder Quer- 
balken halten), 
engrailed (engl.) = Dornenschnitt, 
engrele (frz.) = mit Dornen (Dornen-) 
engrelure (frz.) == Dornenschnitt, 
engrossing block (engl.) = Rolle zum 

Aufwickeln, 
engnichado (sp.) i = beschlagen 

enguiche (engL, frz.) i (v. Jagdhorn), 
engullido (sp.) = engolado. 
enhanced (engl.) = erhöht. 
An \*^AA (t-~ \l = mit zweifach ge- 

enhörning (sw.) = Einhorn. 

enhörnings-hufvud (sw.)= Einhorns- 
kopf. 

eninchili (ahd.) , = E kl 

emnkel (mhd). ) ^» ä <=*- 

enit (ahd.) = Ente. 

enjerido en punta (sp.) = mit einge- 
pfropfter Spitze. 

enka (sw.) = Wittwe. 

enkel (sw.) = Stufe. 

enkling (sw.) = Wittwer. 

enlevo (frz.) = ruhend auf. 

enmanche (engl.) = der AermeL 

enmarnado (sp.) = sträubend (von 
der Katze). 

ennobling (engl. )= Erhebung in den 
Adelstand. 

enough (engl.) = Gemse. 

en perla (sp.) = im Dreipass. 

Ä « n ; A f an \ ) = ( aui * den Hinter- 



& enquerre 
ä enquerir 



I = Wappen, in deuenMe- 

\ tall auf Metall oder 

Farbe auf Farbe steht. 



enroscado (sp ) = umwunden von. 

ensanglante (frz.) = blutig, blutend. 

ensangrentado (sp ) = blutspritzend, 
(vom Pelikan der sich die Brust 
öffnet). 

enseigne (frz.) = Fahne. 

ensigned (engl.) = übereinander, da- 
rüber; aber auch für „besetzt 
mit". 

entado (sp.) = mit Wolkenschnitt. 

entado en punta (sp.) = Schildfuss- 
spitze. 

entaille (frz.) = linksgeschrägt. 

Ente S. 91. Taf. 19 

ente (engl.) = ineinander. 

ente (frz.) = gewölkt, Wolken- 

— (engl.) = eingeschnitten, schraf- 
firt. 

— en rond (engl.) = mit runden 
Einschnitten 

Enterhaken, s. Schiffshaken, 
entgipfeit sagt Bernd für „gestutzt* 

oder „verstutzt", 
entlaubt (von Baum , Ast, Strauch), 

s. dürrer Baum, Dornstrauch, 
entoir j (engl.) = Bord, belegt mit 
entoye ' leblosen Figuren, 
entrambe (it.) = beide. 

1 = von einem mit dem 
Vordertheil in eine 
Theilung verschwin- 
dendem Thier. 
entravaille (frz.) = von einem Vogel 
mit ausgespannten Flügeln, welcher 
zwischen diesen und den Füssen 
einen Stock oder anderen Gegen- 
stand hat. 
entre (frz.) = entrant. 
entrecambado do mesmos emaltes 
(port.) = verwechselter Färbung, 
entredjel (sw.) = ein Drittheil. 

= 1., verflochten 
(Flecht-) "ineinan- 
d ergeschlungen 
(von Sparren, 
Kränzen, Ringen 
Monden). 2., zu- 
sammengebunden. 
» = verschlungen 
I (von Figuren, deren 
entretenido (sp.)i einzelne Theile ver- 
entretenu (frz.) / bunden sind) z. B. 
1 Ringe zweier 
' Schlüssel. 
Entsatzkrone soll eine aus Gras (sie!) 
geflochtene Krone für den Entsatz- 
bringer einer belagerten Stadt 
sein, 
entwäfft, schlechter Ausdruck für 
den selten vorkommenden Fall, 
dass ein Raubthier ohne Krallen 
und Zähne erscheint, 
entwined by (engl.) = umwunden 

von. 
entwurzelt (v. Baum, Stande etc.) 
8. 103. Taf. 23. Flg. 25. 33. 
36. 39. 40. 44. 54. 



entrelace (frz.) 
entrelazado (sp.)[ 



enurney (engl.) = achtThiere bord- 
weis gestellt (mitThieren belegter 
Bord) (cfr. enaluron). 
envelopped (engl.) = umschlingend 
(von der Schlange, die sich um ein 
Thier windet), 
environne (frz.) = umgeben von. 
(engl.) = Thier in einem 
mit Münzen oder Schei- 
ben bestreuten Schilde. 



environed 
environne 



enwarped (engl.) = envelopped. 
enwrapped (engl.) = ringsherum 
• gefaltet (gefalzt), umbunden. 
eole (frz.) = Aeolus, Wind, cfr. 

aquilo. 
epanoui (frz.) = verzierte (oruamen- 

tirte) Lilie (z. B die Florentinische). 
epauliee (engl.) = geschultert (von 

der Waffe), 
epee (frz.) = Schwert. 

— de ca valerie = Cavalleriesäbel 
(mit Korb). 

epeiche (frz.) = Specht, 
fcperlan (frz.) = Stint (Fisch), 
eperon (frz.) = Sporn, 
epervier (frz.) = der Sperber» 
epfili (ahd.) = die Aepfel. 
Fpben 8 lOO Taf. 23. 
ephippium (lat.) = Sattel, 
epi (frz.) = Aehre. 

— effeuille (frz.) = Aehre ohne 
Blätter am Stiel. 

epi de ble (frz.) = Kornähre, 
epieu (frz.) = Saufeder. 
Epigraphe (lat.) = Devise, 
epimaeus (engl.) = greifähnliche» 

Fabelthier. 
epiue (frz.) = der Dorn, 
episcopal staff (engl.) = Bischofsstab, 
epistomiolum (lat) = Zapfen am 

Fasse, 
eploye (engl., frz.) = ausgebreitet, 
equerre (frz.) = Winkelmaass. 
eques (lat.) = Ritter. 

1= betakelt (vom Schiff 
mit voller Takelage, 
Segeln etc.) , über- 
haupt: ausgerüstet. 

8Särt£f } I = r\r i 

equipollenti punti(it.)( ^schacht. 

equippe (engL, frz.) = ganz ge- 
harnischt, überhaupt: ausgerüstet. 

equipped (engl) = gesattelt und 
gezäumt (v. Pferd mit seinem 
Staatsgeschirr). 

equi solea (lat ) = Hufeisen 

equus (lat.) = Pferd. 

equus bipes (lat.) = Seepferd. 

er (ahd.) = Erz. 



eradicated (engl.)< 
eradicatns (lat ) & 



= ausgerissen 
(von Pflanze und 
Baum). 

erased (engl.) I . 

eraso (it.) > = . ab ^nssen, aus- 

erazed (engl.)| » en8sen - 
Krbkammerer , Wappensei- 

eben der — S. 1H6. Taf. 85. 

Fig ttO. HS. 
Rrblandvorsehnelder 9 Wap~ 

penabseleben der — H. 195. 



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232 



Erbmarschälle — etoile issuing. 



Erbmursclialle, Wappenabzel- 
cheu der - S. 186. 

erboso (it.) = grasbewachsen. 

Erbprinzen ans Hersogl. Häu- 
sern in Deutsehland, Krone 
der — ». 174. Taf. 31. Flg. 44. 

Erbritter, Krone der italieni- 
schen S 179. 

ercole (it ) = Herkules mit Keule 
und Löwenfell. 

Erdbeeren I «. 107. Taf. 

Erdbeerstrauch J 24. 

er delt (d.) = getheilt. 

Erdfarbe S. 11 

erect (engl.) = aufgerichtet. 

erectis ad volandum ali» (lat.) = 
flugbereit (v. Vogel). 

erectus (lat.) = aufgerichtet. 

erhalt (mhd.) = Herold. 

erinaceus (lat.) = Igel. 

erizzi (ahd.) = das Erz. 

Erker (am Thurm) S. 114. Taf. 
25 Flg. 25 26. 29. 

Eriauchtkrone (In Deutsch- 
land) H. 175. Taf. 65. Flg. 18. 

Erlenbaume H. 104. 

erma (it.) = Brustbild. 

ennel (mhd.) I __ Aeiw , 

ermilo (ahd) f - Ae,mel - 

ermellina(o) (it.) = Hermelin. 

ermellinato (it.) r= Hermelin von 
verschiedenen Farben. 

ermellino (it.) = das Hermelinthier. 

Ermelyn ; Frau— »Beiname der Füchsin 
in der deutschen Thierfabel. 

ermine ) <«"«M = HermeIin - 
ermine spots (engl.) = Hermelin- 
schwänzchen, 
ermines (engl.) = Gegenhermelin. 

!(engl.) = weisser Her- 
melin mit schwarzen 
Spitzen und einem (!) 
rothen Haar (sie!). 
erminois (engl.) = Goidhermelin. 
erpica (it., lat.)l _ ,. -. 
erpice (it.) f - rt,e *%%*' 
errect (engl.') = aufgerichtet, 
errect iu pale (engl.; = pfalweis 

gestellt, steinend. 
eruca 'lat.) = Ranke. 
Ersaniter, Attribute «ler — S. 

146:7 Tai*. 60. 
ErBbisehttflicher Hut H. 192. 

Taf. 65. Fig. 87. 
Erzherzogshut , Oesterreichi- 

scher S. 170. 173. Taf. 64. 

Fig. 37 
Erzkämmerer hl. Röni. Reichs 

S. 147. 
Erzmarschall hl. Rom. Reichs 

S. 147. 
Erzschenken hl. Rom. Reichs 

S. 146. 
Erztruchsess hl. Rom. Reichs 

S. 146. 
esbranche (frz.) r= ebranche. 
eseabeau (frz.) = Schemel, 
escaille (frz.) = ecaille. 
escallop (engl.) = Pilgermuschel, 
escallop-shell (engl.) = Pilgerstab. 



escamado (sp.) = beflosst. 
escaQueado (sp.) = geschacht. 
escarboucle (frz.) ) Glevenrad 

esoarre (frz.) = Freiviertel, wenn es 
mit dem Schilde von derselben 
Färbung ist. 

escartele (engl.) = geviert. 

esch (ndl.) = die Esche. 

Esche S. 104. Taf. 23. 

esclate (frz.) = eclatfe. 

esclatte (engl.) = mit Gewalt ab- 
gebrochen (zerbrochen). 

esclope (frz.) = eclope. 

escioppe (engl.) = „Einschnitt oben 
und unten an Schrägbalken mit 
gewechselten ineinander laufenden 
Farben" (sie !) = vielleicht ein 
rechter Kantenschrägbalken — s. 
d. ~ gemeint (?). 

\ = geschunden (v. 

escorchado (sp.)f ™ ere ^ . wen . n f 

escorch£ (frz ) f roth ' d ' h ' mit ab " 
escorene {uz.) / ge zogeuerHaut dar- 

* gestellt sind). 

escrol (engl.) = Spruchband. 

eseudero (it.)= Schildknappe, Waffen- 
träger. 

eseudete (port.) = Schildchen. 

eseudinho (port.) = Schildchen. 

eseudito (sp.) = Schildchen, Herz- 
schild. 

eseudo (port.) = Schild. 

eskulapiistav (sw.) = Aeskulapsstab. 

escuson (sp.) = Schild, Schildchen. 

escutcheon (engl.) = 1., der Wap- 
penschild. 2., das Schildchen (s. 
inesentcheon). 

n of pretence (engl.) = 
Frauenschild über dem des Mannes 
(Zeichen der Erbin). 

reversed (engl.) = ge- 
stürzter Schild. 

Esel ] 

— , ein halber j 

Eselakopi' im Ylsir j 

esil (ahd.) = Esel. 

esmalte (sp. ) = Farbe. 

espada (sp ) = Schwert. 

espada levantada (port.) = blankes 
Schwert. 

espadua (port.) = Schulter. 

espaldas (,sp.) = Schultern. 

de espaldas (sp.) = abgewendet. 

espanoui (frz.) = epanoui. 

espantado (sp.) = bäumend (v. Ross). 

espanuido (sp.) = verzierte (Floren- 
tiner) Lilie. 

espelho (port.) = Spiegel. 

espiga (port.) = die Aehre. 

esployado (sp.) = doppelhöpfig (von 
Adler). 

Esponton s. Sponton. 

esploye (frz ) = eploye. 

esposa (sp.) = Ehefrau. 

esquartelado (port.) = geviert. 

esquerda (parte) (port.) = hinten 
(im Schiide). 

esquif (frz.) = Boot. 

esquilo (sp.) = Eichhörnchen. 



H. 85. 
Tal*. 16. 



esquire (engl) = Waffenträger, 
Schildknappe, jetzt: Bitter. 

esquirol (sp.) = Eichhörnchen. 

esquirre (engl.) = der Schoss. Keil 
(Mortimer !). 

Ä - Q rv«; Ä - /<*„~i m = Innenbord von 
essonier (engl.)l d H lf d 

essonnier (frz.) / ^^ Breke ur " 

easorant (engl., frz.) == flugbereit 
(von Vögeln im Begriff sich vom 
Boden zu erheben, sobald die Flügel 
erst gelüftet aber noch nieder- 
geschlagen sind). 

essore (frz.) = bedacht (v. Hause 
etc , wenn das Dach von anderer 
Färbung). 

Esswaaren S. 162. 

establiched (engl.) = mit Fuss (von 
der Säule etc.). 

estacade (frz ) = Verscbanzungs- 
balken in Form eines Querbalkens 
mit 3 Gegenzinnen (spanischer 
Reiter). 

estaje (it.) = Leisten(Faden-)sparren. 

estandarte (sp.) = Standarte. 

estay (frz.) I = Fadensparren (8par- 

estaye (sp.)( renleiste). 

estera (alt-it.) = grün. 

estincellant (frz.) = ^tincellant. 

estoc (frz) = gestümmeiter Baum- 
stamm (Stubben). 

estoile (engl.) = Stern (mit 6 ge- 
flammten Strahlen). 

estonrgeon (frz.) = Stör (Fisch). 

estrecha (sp.) = Drillings-Sohragen. 

estrella (sp. port ) = Stern. 

estrella de cinco folhas(port.)=:fünf- 
strahliger Stern. 

estrez (it.) = Fadenkreuz. 

— decussato (it.) = Fadenschragen. 
esturgeon (frz.) = Stör (Fisch). 

et (d.) = eins (1;. 

ätage (frz.) = bewipfelt (Baum mit 

2, 3 etc. Wipfeln), 
etai (frz.) = Sparrenleiste, 
ötendard (frz.) = Standarte, 
eternita (it.) = Ewigkeits - Bing 

(Schlange, sich in den Schwanz 

beissend). 

etete" (engl.) i = enthauptet, kopf- 

etet^ (frz ) f los. 

dtincelant (frz) = glühend (von 
Kohlen). 

ätincele* (frz.) = mit Funken besät 
(vom Schilde). 

etoile (engl., frz.) = Stern; hat in 
Frankreich, Artois, der Picardie, 
französ. Flandern, Eugland, Schott- 
land, Irland , dem Elsass, Savoyen 
und Piemont stets fünf, sonst 
meist sechs Strahlen. 

— comete'e (frz.) = Stern mit 
Kometenschweif. 

— e clipsäe (frz.) = halbsichtbarer 
Stern. 

— he*riss^e (frz.) = strahlender 
Stern. 

— issuing out of a «rescent (engt) 
= Stern in der Höhlung eines 
steigenden Mondes. 



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etoile peuchee — Farben. 



m. 



ttoile penchee (frz.) = liegend, über- 
zwerch (wenn zwei Spitzen des 
se c h s strahligen Sterns nach oben 
gekehrt sind). 

— rayonnante (frz.) = Seestern. 

— renversee (frz.) = gestürzt, 
wenn 2 Spitzen des fünfstrahligen 
Sterns nach oben gekehrt sind. 

Itourneau (frz.) = der Staar. 
etrier (frz.) = Steigbügel, 
friere (frz.) = Steigbügelriemen, 
etrille (frz.) = der Rosskamm 

(Striegel), 
ett (sw.) = ein. 
Eole S. 90. Tal*. 19. 
e'veque (frz.) = Bischof, 
evett (engl.) = Eidechse. 
«inVa+o /;♦ \ ) = vom Löwen 

!R£ frz.) {ohneGescUechts- 

evolans (lat) = flugbereit. 

evulsus (lat.) = ausgerissen. 

ewa (abd.) 1 __ Eh 

ewe (mhd.) } - tjhe ' 

ewer (engl.) = Giesskanne, Hand- 
fass, aber auch: Waschbecken. 

ex altero ad (oder in) alterum (lat.) = 
mit wechselnder Färbung. 

exaratus (lat.) = verstutzt. 

exiens (lat.) = hervorgehend (wach- 
send). 

exiens in florem (lat.) = an den 
Enden mit Blumen besteckt. 

exiliens (lat.) = raubend (aufge- 
richtet). 

exoriens (lat.) = wachsend. 

expanded i (engl.) = vom Vogel 

expansed f mit ausgebr. Flügeln. 

expirans (lat) = blasend (v. Wind). 

exstirpatus (lat.) = ausgerissen. 

exsurgens (lat.) = wachsend. 

extendere (lat.) = Standarte. 

eye (engl.) = Auge. 

ezel (ndl.) = Esel. 

ezelsoor (ndl) = Eselsohr. 

ezoranto (sp.) = flugbereit, cfr. esso- 
rant. 



F. 



fabbricato (it.) = mit Mauerstrichen 

(gefugt;. 
Fabel th lere H. 97. Taf. 21—23. 

facchala (ahd.) { A . „ . . 
face (it.) ) = dle FackeJ - 

face (engl.) = das Gesicht, 
face' (engl.) = barry (s. d.). 
fackla (sw.)* 
facula (latof = Fackel. 

facing (engl.) = zugewendet. 

fadam (ahd.) = Faden. 

Faden, altdeutsch für Schrägleiste, 
aber auch für den Balken ge- 
bräuchlich. 

Fadengitter S. 66. Tai*. 10. 

Fadenkreuz H. 54. Taf. 5. 

lader (d., sw.) = Vater. 

B. 



fadum (ahd.) = Faden. 
fttefcerffrrmig H. 70. Tal*, lt. 

fäderne (sw.) = väterliche. 

Fähnlein ä. 1S5. TaT. 26. 

— als Helmklelaod H. 164. 
Taf. 32. 

Fahnrieh S. 78. Taf. 15. 

fäit (sw.) = Feld(er). 

fältstycke (sw.) = Kanone. 

fäittecken (sw.) = Feldzeichen, 
Schulter-Schärpe. 

Fänge des Adlers (Wallen) 
S. 88. 

fänghäl (sw.) = Zündloch. 

faenicens (lat.) = roth. 

fännikor (sw.) = Fähnlein (mehrere). 

Färbungen, mit verwechselten 
H. 67. Taf. 11. 

färg (sw.) = Farbe. 

färger (sw.) = Farben. 

faes (ndl.) = der (Quer-) Balken. 

fästad (sw.) = befestigt, beschlagen. 

fästad med naglar (sw.) = mit 
Nagelköpfen befestigt (Bord). 

faste (sw.) = Griff, Heft. 

fastet (sw.) = Gefäss, Griff (des 
Schwertes). 

faestet (d.) = befestigt. 

fästning (sw.) = Festung, Burg. 

Fäustlinge S. 119. Taf. 26. 

fSgel (sw.) Vogel (plur.: fäglar. 

faggio (it.) = Buchenbaum. 

faggot (engl.) = Reisichtbündel. 

fagiano (it.) = der Fasan. 

fagus (lat.) = die Buche. 

Fahne als Helmbleinod S. 164. 
Taf. 52. 

Fahnen S. 125. 

Fahnenträger S. 78. Tal*. 15. 

failli (frz.) ~ sagt man von Zick- 
zacklinien, welche von einer Seite 
des Schildrandes ausgehend, den 
entgegengesetzten nicht berühren, 
z. B. schräg- und gegengetheilt 
oder mit Spitze linksgeschrägt, 
z- förmig getheilt, mit doppeltem Z 
getheilt. 

— (frz.) = ausgebrochen (vom 
Sparren, dem aus dem Giebel ein 
Würfel fehlt. 

— en pointe (frz.) = ein unten 
verstutzter Pfal. 

faillis (engl.) = Bruch, Splitter. 

faina (it.) = der Marder. 

faisan (frz ) = Fasan. 

faja (sp.) = der Balken (cfr. faxa). 

fajado (sp ) = 5 mal balkenweis ge- 
theilt (cfr. auch das altspanische 
faxa, wo die übrigen Ausdrücke 
hierfür). 

fakkel (ndl.)» __ ., . , 

fakkel (d.) ) = FackeL 

fakler (d.) = die Fackeln. 

falaise (frz.) =• Fels. 

falcato (it.) = mit (Mond-)Sicheln 

an den Enden, 
falce (pl.': falci) (it.)l = Sichel; 
faices (sp.) f Sense, 

falchion (engl.) = breites Schwert 

(cfr. faulchion). 
falcho (ahd.) = Falke. 



falciato (it.) = sichelförmig gebogen* 
falco (it) l 

faTcon^gl.) =** Falke. 

falcone (it.) ) 

falcons leg, erased at the thighs jes- 
sed and belled (engl.) = Falken- 
bein mit Schelle am Gelenk. 

falcula (lat.) = Winzermesser (Heppe). 

falculae (lat.) = Krallen des Löwen. 

Falke S. 86. Taf. lg. 

Falkenflügel s. Flügel. 

fallend (v.Sternen u. dgl.) cfr. : „unter- 
gehend* und „gestürzt*. 

Fallgatter, emporge-) S. 114. 
sogen \ 115. 

— , niedergelassen ) Taf. 25. 

Fallhut = Wulst. 

fallido (sp.) = ausgebrochen (von 
Sparren, aus deren Schenkeln Stücke 
fehlen). 

falot (frz.) = Pech«fFeuer-)korb. 
* falso scudo (it.) = kleiner schmaler 
Innenbord, ungefähr gezogen ge- 
dacht um ein Schildchen in der 
Mitte eines Schildes. 

falx (lat.) = Sense; Sichel (auch: 
Falke). 

famulus (lat.) = einer, der noch 
nicht Ritter war, Knappe. 

fanal (frz.) = Fanal, d. h. Signal- 
feuer, Pechkorb auf Gerüst. 

fanciullo (it.) = Kind. 

fane (engl.) = Fahne. 

faner (d.) = Fahnen. 

faneri (ahd.) = Fähnerich, Fahnen- 
träger. 

Fang ; über seinem — (altdeutsch) vom 
Raubvogel mit Beute in den 
Krallen. 

fanon (frz.) = Manipel, geistliches 
Armtuch; auch Fahne. 

fanone (it.) = Kirchenfahne. 

fanor (sw.) = Fahnen. 

fanstäng (sw.) = Fahnenstange. 

fantastico (it.) = Ungeheuer, Faber- 
thier. 

fantoccio (it.) = Puppe, Kumpf. 

far (ahd., sw.) = Vater. 

rär (sw.) = Schaf. 

farawa (ahd.) = Farbe. 

Farbe auf Farbe soll nicht 
stellen heraldische Haupt- 
rege I, H. 5. 

— , keine heraldische ist höher 
wie die andere, 8. 9. 

Farbe, künstliche, nennt man im 
Gegensatz zu der natürlichen die 
heraldische schattenlose Färbung. 

Farbe, natürliche, ist die einemThier 
oder Gegenstand in der Natur 
eigene, muss also Schattirung er- 
halten. 

Farben H. 4. Taf. 2. 

Farben ; an solchen — abgewechselt = 
mit verwechselter (wechselnder) 
Färbung. 

Farben, deren Bezeichnung 
H. 10. 

Farben ; geschrenkter — , altdeutscher 
Ausdruck für: wechselnde (ver- 
wechselte) Färbung. 

59 



t 



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284 



Farben — Feldzeichen. 



Farben« heraldi&ehe S. 4. 

Farben; mit abgetheilten — = mit 
wechselnder (verwechselter) Fär- 
bung. 

Farben» nur gange — dürfen 
in Wappen angewendet wer- 
den - H. 4. 

— -Technik S. 6. 

Farben, verschränkte = wechselnder 
Färbung. 

Farben ; von wiedrigen — (Wagenseil) 
= von verwechselten Färbungen. 

farbror (sw.) = Vatersbruder, Oheim. 

faretra (it.) = Köcher. 

farfalla (it.) = Schmetterling. 

farfader (d.)) = Vatersvater, Gross- 

farfar (sw.) } vater (väterl. Seits). 

faro (ahd.) = farbig. 

Farrenkraut S. 107. Taf. 24. 

farro (&hd.) = junger Stier, Farre. 

farrow (engl.) = Ferkel. 

farve (d.) = Farbe. 

fasan iahd.) = Fasan. 

Fasan S. 92. Taf. 19. 

Faftaniedern als Helmkleinod 
H. 162. 

fasant (mhd.) = Fasan. 

fasce (frz.) = (Quer-) Balken. 

fasce nouee (frz.) = Propf- (ge- 
knoteter) Balken. 

en fasce (frz.) = balkenweis. 

fascä (frz.) = mehrfach quergetheilt 
(gewöhnlich sechsfach, andernfalls 
zu melden; über achtfach heisst 
,burele*, s. d.). 

— (engl.) cfr. barre. 
Fasee* S. 123. Tai*. 26. 
fascetta (it.) = Leiste (Balken = 

V, seiner Breite), 
fascettirt, s. Balken, Raute, Kreuz, 
fascia (it., lat.) = (Quer-) Balken. 

— abbassata (it.) = erniedrigter 
Balken. 

— alzata (it.) = erhöhter Balken. 

— angustior (lat.) = schmaler 
Balken. 

— annodata (it.) = Pfropfbalken. 

— -banda (it.) = Balken, unter 
dem ein Schrägbalken von der- 
selben Färbung. 

— bijuga (lat.) = Zwillingsbalken. 

1(it.) = Vierungs- 
balken, d. h. Balken 
und rechte Vierung 
von einer Färbung. 

— dejuncta inferius pinnata (lat.) 
z= Steg, Turnierkragen. 

— di sega(it.) = unten gezahnter 
Balken, Sägeblatt. 

— emblemata (lat.) = Theilung. 

— fluttuante a forma di fiume (it.) 

— Querstrom. 

— fusellata (it.) = Rauten 
Balken. 

— gemellata (it.) = Zwillings- 
balken. 

— in divisa (it.) = Balken über- 
deckend einen bereits anderweit 

fetheilten Schild oder eine 
igur. 



fascia in modum serrae (lat.) = unten 
gezahnter Balken (aber auch : Säge- 
blatt). 

-r innestata (it.) = Wogenbalken 
(Wechselwolkenbalken). 

— merlata nel* bordo superiore 
(it.) == Manerbalken. 

— minuta (lat.) = schmaler 
Balken. 

— nebnlosa (it.) = Wechselwol- 
ken- (Wogen)-Balken. 

— -palo (it.) = erniedrigte Krücke. 

— sbarra (it.) = Balken, unter 
dem ein Schräglinkbalken derselben 
Färbung. 

— striata (lat.) = Dornenbalken. 

— trijuga (lat ) = Drillingsbalken. 

— undulata (lat.) = Querstrom, 
fasciato (it.) = mehrfach quer ge- 

theilt. 
fascietta (it.) = Turnierkragen, 
fascio (it.) = Bündel. 

— consolare (it.) = Fasces. 

— di biade (it.) = Korngarbe. 
fasciola*(it., lat.) = schmaler Bal- 
ken. 

- gemellae) Da,Een ' 
fasciolato (it ) \ = mit schmalen 
fasciolatus (lat.)f Balken getheilt. 
fascibus sectum (lat.) = mehrfach 

quergetheilt. 

fasciculus florum (lat.) = Blumen- 
strauss. 

fasianus (lat.) = Fasan. 

faskin (sw.) = Schanzkorb. 

fasnittet (d.) = festgenietet. 

fason (sw.) = Art. 

Fas» S. 1*8. Taf. 27. 

Fasseinen ». 1S6. Tai*. 28. 

Fasshelm wird schlecht der Topf- 
helm (s. d.) genannt. 

Fassleiter H. 134. Taf 2g. 

fasthoudend (ndl.) = festhaltend. 

(sectio) fastigiata (lat.) = aufstei- 
gende Spitze. 

fastigiatns (lat.) = oben besetzt 
mit. 

fastigiuin (lat.) = Querbalken (ver- 
altet) aber auch: Sparren. 

— (lat.) = Giebel, Gipfel. 

- murale (lat.) = Mauergiebel, 
fater (ahd.) = Vater. 

faterro (ahd.) = Oheim, 
father (engl.) = Vater, 
father - in - law (engl.) = Schwie- 
gervater, 
fattandes met ramerne (sw.) = mit 

— in den Pranken, 
faturro (ahd.) = Oheim, 
faucille (frz.) = Sichel, 
faucon (frz.) = der Jagdfalke. 
Fäustling H. 119. Taf. 26. 
faulchion (engl.) = breites Schwert 

(falchion). 
faussecle (frz.) = Dietrich. 
Fanst H. 79. 80. Taf 14. 
Fausthandschuh s. Fäustling. 
Faustkolben s. Morgenstern, 
faux (frz.) = Sichel. 



faux (frz.) = falsch (von Wappen, In 
denen Farbe auf Farbe oder Me- 
tall auf Metall steht). 

fax torchia (lat.) = Fackel. 

faxa (sp., port.) = Balken. 

— cometada (sp.) == (linker) Flam- 
menkeil 

— nudada (sp.) = Pfropfbalken. 

— ondada (8p.) = Wellenbalken. 

— veirada (port.) =' Fehbalken, 
faxado dantelado (sp.) = gespickelt. 
faxado (sp.) = quergetheilt (3. 5. 7 

mal). 

faxado y contrafaxado (sp.)= längs- 
geschindelt (mehrmals getheüt, 
einmal gespalten, mit wechselnden 
Färbungen). 

faxas entadas (sp.) = Wolken bal- 
ken. 

faxillus = Würfel. 

faz (ahd) = Fass, Schrein, Kasten, 
Gefäss, 

feather (engl.) = Feder. 

feathered (engl) = befiedert, ge- 
flitscht (v. Pfeil). 

febbrajo (it.) = Februar. 

Fechfell, altdeutsch für Feh. 

facialis (lat.) = Herold. 

fedara (ahd) = Feder. 

fedarah (ahd.) = Flügel, Fittich. 

fede (it.) = treue Hände. 

Federbttsehe als Helmkleinod 
g. 162. Taf. 31. 

Federhut, moderner H. 116. 
Taf. 25. 

jsind Helm-Hülfsklei- 

Feder- f node, welche, mit Fe- 

kttcher >dern oder Blumen ge- 

FederkÄrbetfüllt, gewöhnlich wie 
Jder Schild bemalt sind« 

Federn als Helmkleinode 
H. Ml ff. 

fedrach (mhd.) = Flügel, Fittich. 

feet (engl.) = die Füsse. 

Feh H. 7. Taf. 2. 

Feh, gemeines H. 7. Taf. 2. 

Feh-Bord S. 40. Taf. 6. 

Fehestreif nennt v. Retberg den 
Fehpfal. 

Fehfell (altdeutsch) = Eisenhutfeh. 

Fehkreus H. 35 Taf. 5. 

Fehwanamen ». 6. Taf. 2. 

Feigenbaum H. 104. 

Feigenblatt £ 105. Tal'. 25. 

fei (ahd ) ±= FeU. 

felawa (ahd.j = Weidenbaum. 

Felber, altdeutsch, nicht Pappel- 
sondern: Weidenbaum (cfir. fe- 
lawa u. felwa). 

felce (it.) = Farrnkraut. 

Felder, 1'mkehrung der — findet 
statt in gespaltenen oder ge vier- 
ten Schilden, sobald der vorderste 
Theil nach hinten gekehrt wird 
S. 189. 

Feldgatter ». 115. Tat. 25. 

Feldgeschrei I Schlachtruf 
Feldruf f 8 ' ^ cniacnTim 

Feldselchen S. 125 ff 
Feldseiehen als Helmkleino*e, 
deren Arten H. 164. 



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felga — fierte. 



235 



felga (ahd.) = Radfelge, aber auch 

Egge und Walze. 
Felgen H. 141. Taf. M. 
felis (lat.) = Katze, 
felis (ahd.) = Fels, 
felwa (ahd.) = Weidenbaum. 
Felsboden H. 112. 
Felsen H. 112. Taf. 25. 
fem (d.) \ __ mf 
fem (sw.) ( - ItmI ' 
female figure (engl.) = weibliche 

Figur. 

femkantet troek (d.) = Drutenfuss. 
femminile (scudo) = Bautenschild 

(ftir Damen), 
femoddet (d.) = fünfstrahlig. 
femtakket (d.) = iunfzinnig. 
femte (sw.) = fünfte, 
femton (sw.) = fünfzehn, 
femuddig (sw.) = fünfzackig, 
fenestra (lat) = Fenster, 
fenestratus (lat.) = mit — Fenstern. 

fennicica (sw.) = phönizische (phry- 

gische Mütze, 
fenor (sw.) = Flossen. 
Fenster (an Thftrmen. Häusern, 

Burgen) S. 114. 
Fenster, als Wappenflgur, H. 

115. Taf. 25. 
fenstergerautet H. 58. Tai: 9. 
Fensterraute N. 59. Taf. 9. 
Fensterrauten- Krens H. S5. 

Taf. 9. 
feone (it.) = Pfeileisen mit gezack- 
ten Widerhaken (häufig in engl. 

Wappen), 
fer de cheval( frz ) = Hufeisen. 
fer de fleche (frz.) = Pfeileisen, 
fer de fourchette (engl., frz.) — 

Gabeleisen). 
fer de javelot (frz.) = Wurfspiess- 

eisen. 
fer de lance (frz.) = Lanzeneisen, 

Lanzenspitze, 
fer de moulin (engl., frz.)J = Mtthl- 

niouline (engl.) > eisen. 

fera iznivoma (lat.) = der heral- 
dische (feuerspeiende) Panther. 
Ferchfell, altdeutsch für Feh. 
ferens (lat.) = belegt mit. 
ferger (sw.) = Farben (s. färg). 
fento (it.) = verwundet (durch Pfeil 

etc.). 
fermaglio (it.) \ 

fermail (frz.) f _ öporn8chnalle . 
fermaille (engl.)j F 

fermeux (engl.) J 
fermo (it.) = befestigt ; von Thieren, 

die auf allen Vieren stehen (ohne 

einen Fuss zu heben), 
fern (engl.) = Farrenkraut. 
ferrado (sp.) = beschlagen (von der 

Thüre) 
ferradura (port.) = Hufeisen, 
ferro (it.) = Eisen. 
di ferro (it.) = eisenfarb. 
ferro de flecha (port.) =s Pfeileisen. 
— di cavallo (it.) = Hufeisen. 



ferro di dardo fit.) 1 _ p^a^™ 

— di freccia (it.) / ~ ^ eüei8en - 

— di giavelloto (it.) = Wurfspiess- 
eisen. 

— di lancia (it.) = Lanzeneisen. 

— di molino (it.) = Mühleisen. 
ferrugineu8 (lat.) = lila, violett, 
ferrum molendinare = Mühleisen. 

sw& } aa-» 

— en devise (engl.) ) ßalKe ». 

— bretassed (engl.) = (Gegen-) 
Zinnenbalken. 

— dancette\ fleury countes fleury on 
the points (engl.) = glevenbesetz- 
ter Zahnbalken. 

— double downsett (engl.) = 
mit Zinne gekanteter Balken. 

— embattled countes embattled 
(engl.) = Wechselzinnenbalkeu. 

— embattled on the top (engl.) = 
oben gezinnter (Mauer-)Balken. 

— ; en — (engt) = balkenweis, 
in der Balkenrichtung. 

— gobony (engl.) = fascetirter 
Zickzackbalken. 

— humette (engl). = schwebender 
Balken. 

— per fesse crenelle (engl.) = durch 
Zinnenschnitt getheilter Balken. 

— point (engl.) = Schildesmitte, 
fesseways (engl) = balkenweis, 

quer. 
fesso (it.) = unrichtig für: gespalten, 
festlig klaeclt (d.) = festlich ge- 
kleidet. 
Festung I H 

Festungshnusf 
Festungsthor H. 113. Tat: 25. 
fetiro (ahd.) = Vetter (Oheim), 

Vatersbruder, 
fettered (engl.) = gefesselt, an 
Hand und Fuss mit Ketten, aber 
auch vom Pferde, wenn es zwischen 
den Vorder- und Hinterbeinen einen 
Stab hat. 

(engl.) = Fessel - Schloss 
eine Art Vorhängeschloss, 
Wappenfigur, in Gestalt 
einer Walze, an der eine 
nach oben zu im Kalb- 
kreis gelegte Kette be- 
festigt ist (sehr selten), 
fetters (engl.) = Fesseln, Ketten, 
feudo (it.) = Lehm. 
Feuerbock H. 131. Taf. 28. 
Feuereimer H. 129. Taf 27. 
Feuerkorb **. 131. Taf. 2H. 
Feuerineer (Schild (um*) H. 23/4. 
feuerspeiend (v. Thieren) s. 

flammen8prtthend. 
Feuerstabl ». 130 Taf. 27. 

so werden auch die mit 
Flammen abwechselnden 
Glieder in der Kette des 
Feuer-Stahl^ goldenen Vliesses ge- 
nannt ; diese Figur wird 
auch wol als Scburf- 
e i s e n (8. d.) bezeichnet. 
Feuerwedel H. 131. Taf. 28. 
feuille de chataignier (frz.) = Ka- 
stanienblatt. 



114. Taf. 25. 



fetterlock 
fettlock 



feuille de chene (frz.) = Eichblatt- 

feuille de fougeres (frz.) = Farren- 
krautblatt. 

feuille de houx (frz.) = Stechpalmen- 
blatt. 

feuille de laurier (frz.) = Lorbeer- 
blatt. 

feuille de lierre (frz ) = Epheublatt. 

feuille de scie (frz.) = Sägeblatt 
(d. h. ein nur unten gezahnter 
Balken oder Schrägbalken). 

feuille de varech(frz.)=Meergrasblatt. 

feuille de vigne (frz.) = Weinblatt. 

feuille de violette (frz.) = Veilchen- 
blatt. 

feuille (frz.) = beblättert (v. Baum 
oder Pflanze). 

fezzil (ahd.) = Fessel, Schwertge- 
' henk. 

fiaccola (ital.) = Fackel, Flamme. 

fläderbuske (sw.) = Federbusch. 

fiamma (it.) = Flamme. 

fiammeggiante (it.) = strahlend. 

fiancato (it.) = mit - Flanke (ver- 
altet auch für: schräggeviert). 

fiancato rondato (it.) = mit — Rund- 
flanke. 

fiancheggiato (it.) = begleitet von 
(nur von Thttrmen, Bäumen etc., 
wenn sie zwischen zwei zugewen- 
deten aufrechten Thieren stehen) 
veraltet auch für: schräggeviert. 

fianchi dello scudo (it.) = Schildes- 
flanken. 

fiauco (it.) = veralteter Ausdruck 
für: Vierung. 

fianco destro I /:* \ _jrechte | «. lf , Ä 

fianco sinistro} (lt > "linke J Flanke - 

fiasco (it.) = Flasche. 

fibbia (it.) = Spornschnalle. 

über (lat.) = Biber. 

fibrato (it.) = geädert (von Blättern). 

fibula (lat.) = Buckel, Kropf, 
Spange, Schnalle. 

libulatus (lat.) = bebuckelt. 

SIÄI = fr-**«- 

Ficntenbauui H. 104. 

fico (it.) = Feigenbaum, 
ficulnea folia (lat.) = Feigenblätter, 
ficus (lat.) = Feigenbaum, 
fiddle (engl.) { v . , . n . 
fidula (lat*, ahd.)J = Fiedel > Gel * e - 
fieder-vifte (d.) = Feuerwedel, 
fiedre (sw.) = Feder, 
field ; on the — (engl.) = von der 
Farbe des Feldes. 

Ä ^ f Ä 0f } = *• Fläche des 
fiend's head couped at the neck 

fler (frz.) = stolz (vom Löwen mit 
gesträubten Haaren, speziell der 
Mähne/. 

i flerde (d.) = im vierten (sc. : Felde). 

flerezo (sp.) = beflosst 

fiero (sp.» = wild (von aufgerichte- 
ten Raubthieren niederer Gattung). 

fierte (frz.) = vom Walfisch, dessen 
Zähne sichtbar sind. 



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336 



fiery furnace — flagelium. 



fiery furnace (engl.) = Schinelztiegel 

(auf d. Eeerde). 
fifaltra (ahd.) = Schmetterling, 
fig (sw.) = Feige. 

— leaf (engl.) = Feigenblatt, 
figa (it.) = Feige. 

figlia (it.) = Tochter. 
figlio (it.) = Sohu. 
figue (frz) =s Feige. 

SäTI = *•*•*•»■ 

Figur, jede heraldische - »oll 
den Schild (Platz) möglichst 
ausfüllen (heraldische 
Hanptregel) 8. 76. 

\ = 1., gebildet (v. d. 

figurado (sp.)> Sonne), 2., mit Bildniss 
) vonMünzenmit Figuren. 

figurato (it.) * = gebildet (v. Monde 

figuratus (lat.)( mit Gesicht). 

figuratus ; in dentes - (iat.)=gezahnt. 

figure (frz.) = gebildet (v. Mond 
n. Stern mit Gesicht). 

Figuren an» dem Pflanzenreich 
H. 102. 

Figuren : gemeine — ; v. Retberg 
bezeichnet zwar alle Menschen, 
welche die nun einmal leider 
vorhandenen g. F., in „Menschen, 
Vierfüssler etc - eintheilen, als 
„Afterheraldiker", wir haben 
aber mit der Jetztzeit zu rechnen, 
dürfen uns daher nicht auf blosse 
Apostrophirungen einlassen ; wir 
nennen daher : „g. F. % im Gegensatz 
zu den Schildestheilungen u. He- 
roldsstücken, alle aus dem Thier-, 
Pflanzen- und Mineralreich stam- 
menden Bilder, sowie sämmtliche 
Waifen und Geräthe. 

Figuren, gewöhnliche Stellung 
von drei — H. 68. Taf. 11. 
Fig. 86. 

— 9 vier S. 86. Tal 11. Fig.89 - 94. 

— 9 fnnf„ „ „ „ „ 104. 
— »sechs,, „ ., „ „ 107. 

— , lehende und leblose 8. 76. 

- , natürliche 8. 75. 

— , wachsende — , als Helmklei- 

node 8 165. Tai* 32. 
fiirheeu (d.) = Eidechse, 
fiirdelt (d ) = geviert. 
fiirstraalend (d.) = feuerstrahlend, 
njado (sp.) = fussgespitzt (vom 

Kreuz), 
fil (frz.) = der wagerechte Balken 

beim Turnierkrageu. 

— (engl.) = auch für den Turnier- 
krageu selbst gebraucht. 

fila (ii.) = die Reihe. 

file (engl.) = Faden, i e. der Tur- 
nierkiageu, die erste Art der 
Unterscheidungszeichen der Fa- 
milienglieder in der engl. Heraldik. 

niete (sp. , port.) = Faden (Balken 
Schrägbalken, Bord etc.) auf */» 
ihrer natürl. Breite. 

filets (frz.) = Schrägrechtbalken von 
1 |» der gewöhnlichen Breite. 

filetto (it.) = Faden (ganz schmaler 
Balken) früher unrichtig auch 
für: schmaler Bord gebräuchlich. 



filetto di bastardiglia (it.) = Bastard* 
faden. 
— in croce (it.) = Fadeuschragen. 

1= Saum (d. h. 
ein Bord auf */* 
seinergewöhnlichen 
Breite), 
filius (lat.) = Sohn, 
filius fratris I (lat.)Bruder- I Sohn 
filius sororisj = Schwester-/ (Neffe), 
filix (lat.) = Farrenkraut. 
fillet (engl.) = Gipfel, d. h. Schild- 
haupt auf i/ 4 seiner Breite zurück- 
geführt, 
film (engl.) = Fell, 
filo (it.) = Faden, 
fimbria (latj = Fransen-Bord, 
fimbriated (engl.) = bordirt. 

sksä>i = **-*• 
stA }=<""*• 

finestrato (it.) = 1., mit — Fen- 
stern 2., durchbrochen (die Schild- 
farbe zeigend). 

Ungar (ahd.) = Finger. 

Fingerhandschuh H. 110. Taf. 26. 

finito (it.) = am Ende — beschlagen 
(vom Hammerstiel). 

Fink H 92. 

Unnas (sw.) = befinden sich. 

Finne, altdeutsches . Wort für Flosse 
(d. Fisches). 

Finnland, Krone von — 8. 181. 

fioccato (it.) = bequastet (v. Zelt). 

fiocchetto d'armellino (it.) = Her- 
melinschwänzchen. . 

fiohta (ahd.) = Fichte (Baum). 

fiole (frz.) = Fläschchen. 

fionda (it.) = die Schleuder. 

fior (ahd.) = vier. 

fioraliso 1 

fiorato f (it.) = am Ende, 

fiordaligi > aussen mit Gleven 

fiordalisatol besteckt. 

fiordalisu * 

fior di nespolo (it.) = Mispelblüthe. 

fiorente 1 (it.) = in Lilien (Gleven) 

fiorenzatoj endend. 

tiori (it.) = Blumen (meist Lilien). 

fiorito 1 (it.) = in Lilien (Gleven) 

fioronato { endend. 

fioroue (it.) = die Blätter an den 
Kronen. 

fir (engl.) = Föhre, Kiefer. 

firdelt (d.) = geviert. 

fire (d.) = vier. 

fire (engl.) = Feuer, (s. auch bonhre). 

— ball fired in four places (engl.) 
= Feuerball (Bombe, aus deren 4 
Oeffhungen Flammen sprühen). 

— beason (engl.) = Feuerbake, Fanal, 
firebrand inflamed proper (engl.) = 

brennendes Holz-Scheit, Fackel. 

firme (engl.) = das gemeine Kreuz. 

firelock (engl.) = Flinte. 

fireraded skaktavlet (d.) = yierreihig 
gesebacht. 

first ; of the — (engl.) = voir der erst- 
genannten Farbe. 

firth (engl.) = erstgenannte Farbe. 



Fisch mit Hirschhorn 8. 10L 

Taf. 23. 
Fische, geflügelte — 8. IM. 

Tan 25. 
Fiseherelgerathe 8 125. 
Flscherhafeen 8. 121. TaT, 2«. 
Fischgabel nennt v. Betberg 8 im 

Dreipass gestellte FLsche (!). 
fischgeschwänzt, von Thieren oder 

Menschen, welche in Fischschwänze 

auslaufen. 
Fischgräte, s. Gräte. 
Fischhaut 8. M. 
Fischotter 8. 84 
Fischreuse 8 126 TaT. 26. 
Flseaschweif 8. 95 Taf 21. 
Fischweiblein = identisch mit 

Meerweib, 
fish (engl.) = Fisch. 
— hookes (engl.) = Angelhaken, 
fisk '.ahd.i sw.) = Fisch, 
fiskehale (d.) = Fischschweif, 
fiskerkroge (d.) = Angelhaken. 
fi8kerase (d ) = Fischreuse, Aalkorb, 
fissure (engl.) = Staab (Schrägbalken 

auf ^ seiner Breite), 
fist (engl). == Faust, 
fistuca (lat.) = Pflasterramme, 
fita (port.) = Band. 

fitched[ («*S L >"= wgwpitet. 
— at all points (engl.) = ringsum 
zugespitzt. 

fitto (it.) = fussgespitzt. 

fiuhta (ahd.) = Fichte (Baum). 

fiume (it.) = Fluss. 

nur (ahd.) = Feuer. 

ä\e (engl.) = fünf. 

five fingers (engl.) = der Seestern. 

five leaved grass(engL) = fünfblät- 
trige Grasblume. 

fivetheen (engl.) = fünfzehn. 

fizado (sp.) = gespitzt. 
— , pie — (sp.) = lussgespitzt. 

fjäderbusk (sw.) = Federbusch. 

fifill (sw.) = Fell. 

ijällskura (sw.), s. Lappenschnitt. 

fjell (sw.) = das Feld im Wappen. 

fjer td.) r= Feder (Straussfeder). 

fjerde (d.) = vierter (e, es). 

fjerde (sw.) = vierte (Feld;. 

fjerdedel (sw ) = Viertel. 

fjere (d.) = Gefieder (v. Pfeü), 
Federn. 

fjorteu (d.) = vierzehn. 

flabellum (lat.) = Feuerwedel. 

flabellum pavonis (lat.) = Pfauwedel. 

Flachhut = Hut in Gestalt des Mer- 
kur shutes (petasus) ohne Flügel. 

Flachsbreche H. 144. Taf. 50. 

Flachscharte $. 19. Tai: 3. 

Flachsparren S. 61, 64. TaT.lO. 

Flachsinnen S. 19. Taf. 3. 

flacon [frz.) = Flasche. 

fladdrand (sw.; = flatternd. 

fläkt (sw.) = gefleckt. 

Flämmlein, s. Flammen. 

flag (engl.) = Flagge. 

flagegater (mhd.) = Fallgatter. 

fla^ello (it.) 1 _ ^ . , 

flageUum (lat.)f - ^ 189el - 



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Flaggen — florencä. 



287 



ftegfee* ». *». 
Ylftggen ntBHehnJkletniHi ». 194. 
Tnf. M. 

flaggman (gw.J = Flaggenmann, 
flagons (engl.) = Vase mit Deckel, 
flagge* (ew.) = Flaggen, 
flagrend (d») = flatternd, flackernd, 
flahs (ahd.) = Flachs, 
flakt *rn (d.) = Doppeladler. 
ftamfeftBt (frz.) 1 =brennend,flammen- 
flambante sp.)j apiUbend. 
flambantes- tres palos — ±= 3 ans dem 

Fussrand schlagende Flammen, 
fiambants (frz.) = geflammt (von 

Pfälen, welche in Form von 

Flammen gefuhrt sind), 
flambean (frz.) = Wachsfackel, 
fiambonw (ndl.) = Fackel, 
in flame (engl.) = brennend, in 

Flammen. 
flanted (engl.) = mit — Flamme, 

(wenn dieselbe anderer Färbung 

ist). 
flamma (lat.) = die Flamme. 

flammand (sw.)J = flam / men f *f 
üot«™o«a /iJI (> flammt (auch v. d. 
ilammans (lat.)j Schwenk v Iinge) . 

flamme (frz.) = Flamme, dargestellt 

oben mit 3 Spitzen. 
Flammen 9 111 Taf. 24. 
Flammenberg 9. 112. Taf. 95. 

flammend heisst nach v. Qu. 39 die 
Sonne mit abwechselnd geraden 
und geflammten Strahlen Unse- 
res Erachtens ist der Ausdruck 
tiberflüssig, da sie auch schon in 
ältester Zeit für gewöhnlich so 
und nicht anders dargestellt wur- 
de; andernfalls (wenn nur mit 
geraden Spitzen könnte man sie 
„strahlend 14 , wenn nur mit Flam- 
meuspitzen „flammend" nennen. 

Flammendoppelberg heisst der Doppel- 
berg, wenn er brennt. 

Flammenkeil. «chrager, 9. 59. 
Taf 9. 

Flammenschf Idftiss 9.23. Tal*. 4. 

Flammenspaltung 8. 14. Taf. 2. 

= heisseu 

\ Thiere, wie 

i Panther,Dra- 

«■. m «. A «»» A « An ^ r cne etc., aus 

£™"™* n?*-f\ derenRachen, 
flammensprttliend) auch wo { 

Ohren Flam- 
men hervor- 
schlagen. 

Flammenzu*, alter Ausdruck für den 
Spitzenschnitt; für diesen nur 
dann (s. Flammenspitzen) anwend- 
bar, wenn statt der geraden 
Spitzen Flammen angewandt sind. 

Hauche (engl.) = Bogenflanke (n.) 
(hier immer paarweis, rechts u. 
links, abgewendet) s. flaunch. 

flanco (sp^ == Flanke. 

flanchis (frz.) = kleiner Schrägen. 

flancs (frz.) = die Flanken (Seiten) 
des Schildes. 

Planke 9. 14. Taf. 2. 

Flanke, geaahnte, 9, 15. Taf. 2. 

B. 



flanked (engl.) = scbräggevfert. 

Flankenbalken 9. SS. Taf.. 5. 

Flanken«amnten»paltung 9.14. 
Tiif. 2. 

Flankennfal 9. IS. Taf. 2. 

Flanken-fltohragBalken 9. 44. 
xaf» T. 

Flanken - SehragllnkbalkeiH 
9. 44. 

Flanken«pattnng 9 14. Taf. 2. 

rienkenspickel 9. 15. Taf. 2. 

Flankenspitse, linke 9. 56. 
Taf. 9. 

mit Flankengpitzen gespalten 
9. 14. Taf. 2. 

i , lanften-9t«nder 9. 44. Taf. 7. 

flankirt = schräggeviert. 

flanque (engl.) = Bogenflanke, ge- 
wöhnlich paarweis (rechts u. links, 
abgewendet) s. flaunch. 

flanque (frz ) = seitlich begleitet 
von, zwischen. 

— en rond (frz.) = zwei ausge- 
bogene (Bogen-) Flanken. 

de oro flanqueado en sotuer de plata 
(8p.) = von Gold und 8ilber 
schräggeviert. 

flanqueado en ovalo sp.) = Tatzen- 
pfal oder zwei ausgebogene Flanken. 

flanqued (engl.) = schräggeviert. 

flasca (ahd.) \ 

flask (engl.) > = Flasche. 

flaska(o) (sw.,lat.y 

flasque (engl.) = Bogenflanke, (ge- 
wöhnlich zu zweien, cfr. flaunch). 

flat (sw.) = flach. 

flaunch (engl.) = 2 Bogen- (gegen 
einander gebogene) Flanken. 

flauto (iU = Flöte. 

flavus (lat) = gelb. 

flax-braker 'engl.) = Flachsbreche. 

fleam (engl.) = Kramme, Klammer, 
Doppel-Haken. 

fleau frz.) = Dreschflegel. 

flecha (sp.) \ __ pf n 

fleche (frz . f - ric "' 

fleche d'arbalete (frz.) = Bolzen. 

Fleehtgatter 9 115. Taf. 25. 

Flechtgegenspnrren 9 94. 
Taf. 10. 

Fleehtgitter 9. 66. Taf 10. 

Flechteporren 9. 64. Taf. 10. 

Flechtzauu, s. Flechtgatter. 

fledarmüs (ahd.) = Fledermaus. 

Fledermaus 9. 89. Taf. 17. 

fleece (engl.) = dasVliess (Fell des 
Schafes). 

Flegel 9. 144. Taf. 30. 

flegil (ahd.) = Dreschflegel. 

flegme (engl.) = Klammer, Doppel- 
baken. 

Flelsehfarbe 9. 10. 

flem (engl.) = die Lanzette zum 
Aderlassen. 

flesh-hook (engl.) = Fleischhaken. 

— pot (engl.) = Grapen. 

flesch (mhd., ndl.) = Flasche. 

fletted (d.) = geflochten. 

fleur de gesses (frz.) = (?) Blume. 

fleur-de-lis (engl.) = Lilie, sechste 
Art der Beizeichen in der Eng- 
lischen Heraldik. 



eur-delis (frz.) = Lilie. 

- -«iwJSBlS.)«*«- 

devided per pale (engl.) = 

die Hälfte einer zerspaltenen 
Lilie. 

— — epanoui = ornameniirte 
(Florentiner) Lilie. 

— — seeded (engl.) = Lilie, 
zwischen deren oberen Blättern 
Samenkapseln hervorgehen. 

semee (engl.) = besät mit 

Lilien. 

fleur de nfcflier (frz ) = Blume in 
Form eines fünfstrahl ipen See- 
sterns (z B. im F. Hatzfeldtschen 
Wappen). 

fleur de pensGe (frz.) = Dreifaltig- 
keitsblume. 

fleur de souci (frz.) = Ringelblume» 

fleurdelise(frz.)=mit|^j^ r J besetzt. 

fleure (frz.) = blumenartig orna- 

mentirt (Gleven, Kleeblätter etc.). 

fleurettö (engl.) = mit Gleven besetzt. 

fleuri (frz.) = besteckt mit Bltithen 

(Gleven). 

= von Kreuzen, die 
in Gleven enden, vori 
l Sparren u. Balken, 
fleuronn6 (frz.)f deren Begrenzungs- 
linien abwechselnd 
mit Gleven besetzt 
sind, 
fleury (engl.) = mit Gleven besetzt. 
Fliege 9. 97. Taf. 21. 
Fliegenwedel 9. 151. Taf. 28. 
Fliete = altdeutscher Ausdruck für 
ein scharfes Instrument z. Ader- 
lässen (Lanzette), 
flighted (engl.) = gefiedert, beflitscht 

(v. Pfeil), 
flint stone (engl.) = Flintenstein. 

— - chained(engl.)= B mitKetteund 
Stacheln umgebener Stein 8 (?). 

Flinten 9. 120. 
flioga (ahd.) = Fliege, 
flits (ndl.) = Wurfspiess. 
flitsboog (ndl.) = Pfeilbogen. 
Flitseli heissen die Schwungfedern 

des Pfeils oder Bolzens, daher 

„geflitscht". 
Flitschpfeil, s. Vogelbolzen. 
flittermou8e (engl.) = Fiedermaus. 
Flitzbogen nennt v. Retberg den 

Bogen mit aufgelegtem Pfeil. 

SS Ä1 = *** 

float (engl.) = Kratze („Bürste mit 

Griff für Bogenmacher"). 
flod (d.) = Fluss. 
flook (engl.) = die Butte (Fisch), 
flor de lis (sp.) = Lilie, 
florado (sp.) = glevenbesetzt. 
florado 1 (sp.1 = mit Blättern, 
üoronadoj Blüthen versehen, 
flordelisado (sp.) = glevenbesetzt. 
flore terminatus (lat.) = mit Gleven 

besetzt, 
florence (frz.) = mit Gleven besetzt, 

in Gleven endigend (v. Kreuz). 

60 



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238 



florens — forcuto. 



florens (lat.) = blühend. 

florenzada cruze (sp.) = glevenbe- 
setztes Kreuz. 

flores (lat.) = Blüthen. 

fldres de liz (port.) = Lilien. 

flöres de trevo (port.) = vierblättrige 
Kleepflanzen. 

floretty (engl. = mit Gleven besetzt. 

florido (sp.) = blühend, mit Blüthen. 

flory (engl.) = mit Gleven besetzt. 

flotant (engl = wehend (v. Fahnen). 

flotante (sp.) I = schwimmend (v. 

flottant (frz.)f Schiffen, Fischen). 

flouke (engl.) = der Haken des 
Ankers. 

flowing (engl.) = abfliegend, flatternd. 

flozza (ahd.) = Flosse. 

flüchtig wird (nach v. Qu. 39) ein 
in vollem Laufe befindlicher Hirsch 
mit angezogenen (eingebo- 
genen) Vorderläufen genannt. 
Da bekanntlich der Hirsch speziell 
diese Stellung nur annimmt, wenn 
er über einen Graben etc. springt, 
so würde der Ausdruck „springend" 
u. £. passender sein. 

Flttgel H. 157. Taf. 31. 
— , Belegung ) 
— , Bemaldng > S. 159. 
— , Beateck ung) 

Flttgel; Ntellnng der — »uf 
dein Helme S. 157. 

Flttgel, deren Th ei long, H. 158. 

Flügelgabel nennt v. Retberg 3 im 
Dreipass gestellte Flügel, wie sie 
z. 6. die Familie v. Diebitsch 
führt (!) 

Flttgelher* 8. 147. Taf. 51. 

Flügelklaue = Klauflügel. 

Flügel klauenschragen nennt Retberg 
2 gekreuzte Adlerbeine mit Flü- 
geln daran (!). 

fluens (lat.) = fliessend. 

Flug, abwechselnd gevierter 
H 158. 

— , erniedrigter, S. 159. 

— . gespaltener, 8. 158. 
— , gestürzter, 8. 159. 
— , getheilter) 

— , gevierter > 8. 158. 

- , offener ) 

— , gasen auswärts 8. 159. 

— , ttbereekgetheilter, 8. 158 

Flug, gefusster = Klauflügel. 

zum Fluge geschickt, s. auffliegend. 

fluit (ndl.) = Flöte. 

fluke (engl ) = der Haken des Ankers. 

flury (engl.) = mit Gleven besetzt. 

Fluss, s. Querstrom, Schrägstrom. 

FlusssehiflT 8. 199. Taf. 29. 

flute (frz.) \ _ Flöt 

flute (engl.)f - * löte ' 

fluttuante (it.) = schwimmend. 

fluttuoso (it.) = fliessend. 

fluz (ahd.) = Fluss. 

fly (engl.) == Fliege. 

flyder vand (d.) = fliessendes Wasser. 

flygand (sw.) = fliegend. 

flying (engl.) = geflügelt. 

flyta (sw.) = fliessend. 

flyvend (d.) = fliegend. 

flyver (d ) = fliegt. 



focaccia (it.) = Torte. 

fod (d.) = Fuss. 

fodangle (d.> = Fussangel. 

foderato (it.) = gefüttert. 

foderature (it.) = Pelz(rutter). 

foderverk (sw.) = Pelzwerk. 

f&dd (oft abbrevirt : f) (sw.) = ge- 
boren. 

f0dder (d.) = Füsse, Beine (v. Vögeln). 

följand (sw) = folgendes. 

följd öfverg&end af (sw.) = über- 
deckend. 

foene (frz.) = Fischerhaken, Har- 
pune, Aalgabel. 

förbättradt (sw.) = verbessert. 

förbytta färger (sw.) = verwechsel- 
ter Färbung. 

fördelt (sw.) = getheilt (auch ge- 
spalten); vertheilt. 

fördelt af ätta trekandiga delar 
(sw.) = achtfach gestände rt. 

— fönnedelst tvenne snedstreck, 
som under hjelmeu spetsigt sam- 
mangä, uti tre delar atskilde och 
delta blifva (sw.) = aufsteigende 
Spitze 

— i ätskillige delar och om- 
vridne (sw.) = getheilt in ver- 
schiedene Theile und umwunden. 

— igenom tvä äl venstra kanten 
spetsigt samang&ende streck (sw.) 
= linke Spitze. 

— igenom tvä streck i längden 
samt ett i tvären uti sex delar 
lysandes (sw.) = getheilt und 
zweimal gespalten (6 Felder). 

— igenom tvenne spitsigt utföre 
gäende streck i tvenne delor 
(sw.) = in — eine absteigende — 
Spitze (Familie Steuch). 

— i längden i tre lika fält, snedt 
öfrer hvilka löper ett taille-streck 
som Stskiljer delarne emot hva- 
rannan med blätt och guld (sw.) 
= zweimal gespalten und einmal 
links geschrägt von Blau u. Gold 
mit wechselnden Färbungen. 

— i längden met 2 mot hvarandra 
böjda sä ock met ett tvärstreck 
i 6 delar (sw.) = durch zwei 
Bogenflanken und eine Quertheiluug 
in 6 Felder getheilt. 

— i längden uti tvänne lika delar 
(sw.) = gespalten. 

— i tvären (sw.) = quergetheilt. 

— med ätto trekantiga delar (sw.) 
= achtfach geständen. 

— med ett bielkvis lagt brädspels- 
vark (sw.) = ein Schachbalken. 

— med i. i trvenne rader satter 
spetsar fyra i hvarje rad (sw.) = 
in drei Reihen (a 4) senkrecht ge- 
spickelt. 

— med sex spetsigt uppätgäende 
streck i sju feit (sw.) = sieben- 
fach nach dem Haupte geständert 
(siebenfache Hauptständerung). 

— med tvä streck i längden 
och tre i tvären är i tolf rutor 
med rödt och silver hvarom annan 
(sw.) = von Roth und Silber (in 
4 Reihen a 3) geschacht. 



fördelt tvärt öf wer(s w.)=quergetheilt. 

— ofvanifr&n tili bägge sidor 
utföre med 2 linier i tre delar 
(sw.) = aufsteigende Spitze. 

före (sw.) = vorn. 

föreställes (sw.) = dargestellt. 

förfader (sw.) = Voreltern. 

förgyld (sw.) = golden. 

ftrmedelst (sw.) = vermittelst. 

förra vapen (sw ) = das früher«, 
vorige Wappen. 

f&rsedd med (sw.) = versehen mit. 

fUrsedt med spjelwerk (sw.) = (durch 
Schräg-Gitter) damascirt. 

fttrselfrede (sw.)i 

försilfradt (sw.)> = silbern. 

försölifred (sw ) I 

fftrsta (sw.) = erstCes Feld). 

forste (d.) = erste (r. es.) 

i forst (d ) = im ersten (s) (sc. : Felde). 

i forste led (d.) = in erster Linie. 

förtäckt csw.) = verdeckt. 

förutnämnda (sw.) = vorherbeschrie- 
ben. 

fogal «ahd.) = Vogel. 

SSlo**-)-"**- 

fogel (sw.) = Vogel. 

fogelhufvud (sw.) = Vogelkopf. 

foglia di sega (it.) = Sägeblatt 
(d. h. ein nur unten gezahnter 
Balken, Schräg- oder Schräglink- 
balken). 

— d* ortica (it.) = Nesselblatt. 

— marina (it.) = Seeblatt, 
fogliami (it.) = Helmdecke, 
fogliato (lt.) = beblättert, 
foglie (it.) = Blätter. 

foi {frz.) = „treue Hände", 
folha (port.) = Blatt, 
folhas de trevo (port.) = Kleeblätter, 
folia (lat.) = Blätter, 
foliatus (lat.) = beblättert, 
folium (lat.) = Feld des Schildes, 
fondant (engl.) = auf Beute stürzend, 
fondb (it.) = Feld, Platz (im Schilde), 
fons (lat.) ) = Quelle, Spring- 
fontaine (frz.)f brunnen. 
Fontainen H. 138. Taf. 29. 

fönte"* } (it) ~ Fontaine » Brunnen. 

fontein (ndl.) = Brunnen. 

foot (engl.) = Fuss. 

for (d.) = vor. 

forandring (d.) = Veränderung. 

forato (it.) = durchbohrt. 

foratus (lat.) = astend (vom Vogel). 

forbeen (d.) = die Vorderpranken, 

Vorderbeine, 
forbici (it.) = Scheere. 

} gegabelt (bes. v. 
Kreuzen); gabelför- 
mig, 
force (frz.) = Schafscheere. 

1 = vom (tollen) 
Pferde , wenn es 
stutzt (auf den 
Hinterbeinen steht)* 
forceps {lat.) = Zange. 

— lebetis (lat.) = Kesselzange« 
forchettatoi (it.) = gegabelt (bes. 
forcuto / v. Kreuzen). 



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fordomdags bruklig — Freiherrenkrone. 



239 



fordomdags bruklig (sw.) = alter- 
thümlich. 

fore-feet (engl.) = Vorderbeine. 

forehead (engl.) = Stirn. 

forehead of a horse (engl.) = Ross- 
stirn ans Eisen. 

fore staff (engl.) = Jacobsstab in 
Kreuzform (auf Schiffen gebräuch- 
lich). 

Forelle S. 94 Taf. 20. 

forepaw (engD = Vorderpranke. 

fores (lat.) = Thür. 

fores clathratae (lat.) = Gatterthür. 

forest bill (engl ) = Haumesser zum 
Lichten d. Bäume. 

forfix Uat.) = Schascheere. 

forfod (d) =s Vorderpranke. 

forfadderne (d.) = die Vorderfusse, 
(Pranken etc.) 

forha (ahd.) = Föhre, Kiefer (Baum). 

forhana (ahd. ) ) 

forhe > (mhd.) >= Forelle. 

forhen ) ) 

fork (engl.) = Gabel. 

forked penon (engl.) = Eweizipfliges 
Banner. 

forlaenget kors (d.) = Passions- 
kreuz. 

forle (mhd.) = Forelle. 

formaggio (it.) = Käse. 

formica (it.) = Ameise. 

fornace (it.)) _ Schmelz- (Brenn-) 

fornax (lat.)' "~ Ofen. 

forneden (d.) = unten. 

— udvidet (skiold) (d.) = unten zu- 
gespitzt(er Schild). 

fornito (it.) = mit Segeln und Tau- 
werk (v. Schiffen). 

foroven (d.) = oben. 

forrado (sp.) = blutend. 

forradura8 (sp.) = Pelzwerk. 

forsennato (it.) = stutzend, bäumend 
(v. Pferde). 

forsvarsport (d.) = Vertheidigungs- 
thor, Fallgatter (z. B. die Figur 
des v. Levetzow'schen Stamm- 
wappens). 

forsynet (d.) = versehen. 

fortezza (it.) = Festung, Burg. 

fortificato (it.) = mit Thürmen be- 
legt (von einem Borde). 

Fortuna S. 150. Taf. 3i. 

fot (sw.) = Fuss. 

fotangel (sw.) = Fussangel. 

fotställning (sw.) = Fussgestell. 

foudre (frz.) = Donnerkeil (aber 
auch Strahl u. Pfeileisen). 

fouet (frz.) = Geissei. 

fougrere (frz.) = Farrnkraut. 

fouine (frz.) = Marder. 

fountain (engl.) = Fontaine, in 
Form einer Kugel, in der sich 
3 Wellenlinien befinden (also ein 
Brunnenbecken von oben gesehen). 

four (engl.) = vier. 

fourche (frz.) = gebüschelt, ver- 
zweigt (v. Schwanz des Löwen). 

fourchete (frz.) = gegabelt (Gabel*. 

fourmi (frz.) = Ameise. 

fourmilliere (frz.) = Ameisenhaufen. 

fournaise (frz.) = (Schme -^Oitn. 



fourrure (frz.) = Pelzwerk. 

fourth (engl.) = die viert (genannt)e 
Farbe. 

fonrtheen (engl.) = vierzehn. 

fowl (engl.) = Vogel. 

fox (engl.) = der Fuchs. 

foxes head (engl.) = Fuchskopf. 

foy (frz.) = Treuhand. 

fracted (engl.) = tiberdeckt durch 
(wörtlich: „gebrochen - ). 

fractura (lat.) = Bruch, Beizeichen. 

fractus (lat.) = gebrochen, mit Bei- 
zeichen. 

främsta (sw.) = vordere(r). 

främsta fingern e (sw.) = Vorder- 
fusse. , 

fraenatus (lat.) =, gezäumt. 

fraga (lat.) = Halskrause, aber auch 
Pfahl werk, Sturraptähle. 

fragola (it.) = Erdbeere. 

fraise (frz.) = Halskrause; aber 
auch: Pfahlwerk, Sturmpfähle. 

fraisier (frz.) = Erdbeerpflanze. 

framea (lat ) = Franse. 

framed saw (engl.) = Säge im 
Sägebock. 

framfbre sig (sw.) = vor sich. 

framfötterna (sw.) = Vorderbeine 
(Pranken). 

framkommand (sw.)= hervorbrechend. 

frampä (sw.i = oben auf. 

framrusand (sw.) = hervorstürzend 
(wachsend). 

framskjutne (sw.) = hervorschies- 
send, aber auch: Zinnenschräg- 
balken. 

framstäend (sw.) = vorstehend. 

framställning (sw.) = Darstellung. 

framvänd (sw.) = vorwärtsgekehrt. 

framvisar (sw.)=vorweisend, haltend. 

frän (sw.) = von. 

frän högra hörnet gSende blä balk 
(sw. =(rechter)blauerSchrägbalken. 

franc quartier (frz.) = Freiviertel, 
Obereck (nimmt, wenn man die 
Schildbreite in sieben Theile theilt, 
von diesen in der Höhe 3 1 | s> in 
der Breite 3 davon ein, ist daher 
nicht ganz quadratisch). 

francea (lat.) = Wurfparte. 

franchado (port.) = schräggeviert. 

franco (it.) ) 

^«•C:!r 8p - ) = 0berecL 

frange (frz.) \ 

frangiato (it.) > = befranst. 

franjado (sp.) ) 

frankise = Frankeisen, ursprüng- 
lich nur Lilie, später Speer mit 
lilienförmiger Spitze. 

Frankreich, Krone der ehem. 
sou vereinen Forsten in — 
S. 176. Taf. 55. Fig. 1. 

— , Kaiserkrone S. 175. Taf. 34. 
Fi«. 26. 

— , Königskrone, bourbonlsohe 
S. 175. Taf. 34. Fig. 18. 

— , — , orleanlstlsohe 

S. 176. Taf. 54. Fig. 22. 

— , Krone des Dauphin 9.17t. 
Taf. 54. Fig. 19. 



Frankreich, Kronprinzenkro- 
ne der Orleans 8. 176. Taf. 34» 
Fig. 25. 

— , Krone der königlichen 
Prinsen(HiiugBourbon)S.176» 
Taf. 54. Fig. 20. 

— , Kronen der Prinzen ▼. 
Geblüt (Bonrhon) S. 17«. 
Taf. 54. Fig. 21. 

~*» 99 »> »» (Or- 

leans) 8. 176. Taf. 54. Fig. 24, 

— , Rangabzeichen (napoleo- 
nische) 8. 175-179. 

— , Rangkronen 8. 176. 

fransar (sw.) = Fransen. 

franto (it.) = verstutzt, giehellos 
(v. Sparren). 

frantzar ; med — omkring (sw.) = De- 
franst 

franxado (sp.) = befranst (v. Fah- 
nen etc.). 
franze (mhd.) = Franse, Schmuck, 

Stirnband. 
Franziskanermonch 8. 79. 
Französische Lilie = Ausdruck für die 

(heraldische) Lilie, 
fräse (engl.) = Erdbeerblüthe (in 

Form einer Rose ohne Kelchblätter 

u. Samenkelch), 
frasier (engl.) = Erdbeerstaude (oder 

Blatt, auch: Fünffingerkraut), 
frassino (it.) = Esche(nbaum). 
frastagliato (it.) = zerfetzt, aber 

auch für „geschuppt" gebraucht, 
fratel germano (it.) = leiblicher 

Bruder, 
fratel-lastro (it.) = Halbbruder (v. 

einem Vater), 
fratello \ (it.) = leiblicher 

— germano • ' Bruder. 

— uterino (it-) = Halbbruder (rou 
einer Mutter). 

frater (lat.) = Bruder. 

— ex raatre (lat.) = Stief- oder 
Halbbruder (von einer Mutter). 

— germanus (lat.) = Stiefbruder. 

— patruelis (lat.) <= Vatersbrudere- 
sohn (Vetter). 

— uterinus (lat.) = Halbbruder (von 
einer Mutter). 

fratria (lat.) = Weib des Bruders. 

Frau, wilde 8. 77. 

Frauen, Wappenabseiehen der 

— 8. 186. Tai« 35. Fig. 77. 
Frauenärmel 8. 118. 
fraxinus (lat.) = Esche, 
freecia (it.) = Pfeil, 
frecciato (it.) = in Pfeilspitzen endend* 
fregio (it.) = Bord. 
Freibalken 8. 26. Taf. 4. 
Freiecke, identisch mit Lichteck, s. <L 
Freiherrenkrone, Belgisch» 

Niederländische, 8. 180. 
— , alte ~ 8. 180. Taf. 35. 

Fig. 33. 
— , danische 8. 179. Taf. 35. 

Fig. 45. 
— , alte — in Deutsehland 

8. 175. Taf. 35. Fig. 38. 
— , moderne — in Deutsehlaadl 

8. 175. Taf. 35. Fig. 38. 



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MO- 



Fre&emnfrroae — ftuuito ta sbam. 




m. m. Taf. m. Fig. 8t» 

— (in Frankreich) 9. «8. 
M. 38. Flg. 8* 

— (Ül«re) 3. fT7. Taft 35. 
Fi«. 57. 

Freiherren tK ronedoi fre wi soh « 

en — (In Frankreich} 8w 197. 

Taf. 35. Fig. 38. 
Freiherrenkrone, italienische, 

«. 178. Taf. 85. Flg. 48 
^ 9 nortnglcsiscnef 9. iw« 
— , ältere» in Howtontf 8w Mi. 

Taf. 38. Fi«. 4«. 
— 9 christliche, In Russtend 

8. tgl. Taf. 88. Fl«. 40. 
— , jüdische, in Ru»sland8.181. 

8. 
1179. 



Rangkrone jin 
Helmkrone< Schweden, 



— 9 spanisch - portugiesische, 
8. 181 

Vrelkreus 8. 38. Taf. 8. 

frem (lat) == Gebiss, Band, Zaum. 

Freistreif nennt v. Retberg den 
schwebenden Pfal. 

freie Zinnen) 8. 19. 25. 113. 

Freisinnen ( Taf. 4. 

— 8chragh»iken, linker 8. 58. 
Taf. 8. Flg. 73. 

fremadgaaend (d.) = hinter dem 
Schilde hervorgehend (en barroqme). 

frembrudt (d.) = aufgebrochen. 

frem kommend (d.) = berror kom- 
mend. 

fremraere (sw.) = vorderste. 

firemre dehlen (sw.) = der Vorder- 
theil. 

fremseend (d.) ) = vorwärtssehend 

fremskuend (d.»f (im Visir). 

fremspringend (d. )•= hervorspringend. 

fremstaar (d.) = hervorragend. 

fröne (frz.) = Esche. 

freno (it.* = Zanm, Gebiss. 

freute ; de — (sp.) = im Visir ge- 
stellt, von vorn. 

frennm (lat.) = Gebiss, Band, Zanm. 

frere (frz.) =r Bruder. 

fresta (port.) = Fenster. 

fret (engl.) = grosse Fensterraute 
mit der ein schmaler Schrägen 
verflochten ist. 

— couped (engl.) = dg!., der Schrä- 
gen abgeledigt. 

fretado de correas (port ) l =8cbr&g- 

— de coticas pretas f port.) \ gegittert, 
fretes (sp.) = frettes. 

frettado (sp.) = schrägfleebtgegitteit. 

frette (frz.) = Fensterraute mit 

Schrägen verflochten (cfr. flret). 

— (frz.) = gegittert (gewöhnlich 
je 3 Schrftg-Stäbe. 

— (frz.) = auch von Lanzen ge- 
braucht, wenn sie „g i 1 1 er f ö r m i g 
verschränkt** sind. 

fretty (engl.) = schräggegittart* 
friar (engl.) = Mönch. 



frfatag (ahd.) =s Freitag. 

ftrinerre (d.) ä Freiherr. 

friherrekronan (sw.) = Freiherrn- 
krone 

friherrelig (d.) at freiberrlich. 

fringed at the thigs with feaühers 
(engl.) ±t mit Federschurz um die 
Hüfte. 

ftinquilla (lat.) = Fink. 

fr^e (d.) =s Frosch. 

fffihus 'sw.) st Samenkapsel. 

frog («»gl ) = Frosch 

from behind 'engt) = von hinten. 

fromage (frz.) = Käse. 

frorobola (it.N __ q r>llpildpr 

fronde (frz ) J ~ Schleuder « i 

fronduto (it.) = beblättert. 

frontale (it.) = Stirnstttck des Pfer- 
deharnisches („Rossstirn"). 

fronte (it ) = Schildhaupt. 

— in fronte m versus (lat.) = zuge* 
wendet. 

— , en — stäldt (sw.)=ira Visir (ge* 

stellt). 
Frosch 8. 84» Taf. 30. 
frosk (ahd.) = Frosch. 
frouwa (ahd.) = Frau, 
fructed (engl.) = befruchtet (v. 

Bäumen etc.). 
frnctus (lat.) ss Frucht. 
Früchte 8. 103. 

Kö - *«**. 

fruite* (trz ) = befruchtet (v. Bäu- 
men und Zweigen. 

fruktbärand <sw.) = befruchtet 

frumentum (lat.) = Getreide (Korn). 

fruntimmersvapen (sw.) = Damen* 
wappen. 

firutado (sp.) = befruchtet <v. Obst- 
bäumen). 

frutex dat.) = Staude. 

frnttado (it.) = befruchtet. 

frutti (it.) = Früchte. 

fruttifero (it.) = befruchtet. 

fryndser (d.) = Fransen. 

Fnchs 8. 83 Taf. 15. 

— mit Hahnenschwans 8. 88. 
Taf. 33. 

fucile (it.) = Feuerstahl, aber auch: 

Flinte, 
fuego (sp.) = Feuer. 
Fühlhörner, s. BnüelhOrner 

8. 158. 
Füllhörner =■ ein schlechter Aus- 
druck für Btiffelhbmer (s. d.). 
Füllhorn ». 133. Taf. 38. 
Fünf berg 8. 113« 
Fürstenhttte, deren Geschichte 

8. 170. 
Fttrstenhnt 8. 118. 
— (in Deutschland) 8. 175. 

Taf. 35. Flg 7. 
Ftkrstenkrone, (belgisch - Wie- 

derlilndische) 8. 180. Taf. 35. 

Flg. 13. 
— , dänische, 8. 173. 
Fürsten, Krone der ebem. 

souv. — in Frankreich 8.178. 

Taft 35. Flg, 1. 
Fürstenkrone , italienische, 

8. 178. Taf 35. Flg. 13. 



rarsten mit fradffcat „*«*ta-> 
laucht", Krone der — • In 
RaWlan* 8.18t»'***. 35, Hg 4. 

— , Krone der Erfaaenten — 
In HassMad 8. 18L faf. 35. 
Fig. lO. 

Fürstenkrone» s|Mamlsch«^por- 
tagie*t*ehe 8. 181. 

Fttrstenmantel 8. 188. 187. 
Taf. 36\ Flg. 38 

Fugenschnitt, altdeutsch für Zin- 
nenschnitt. 

fusle (dj = Vögel. 

fuh8 (ahd.) = Fuchs. 

fuik(net) (ndl.) =z Fischreuse. 

füir (ahd.) = Feuer. 

tor fnlde seil (d.) = mit (vor) (ge- 
füllten) vollen Segeln. 

fulgur (lat ) = Blitz. 

fall (sw.) = völlig. 

— med, — kyrass (sw.) = vollständig 
geharnischt. 

i füllt cotirsie (sw.) = in vollen 

Lauf. 
lopp (sw.) = im vollen Lauf 

(galoppirend). 
sprang (sw.) = in vollem 

Sprunge, 
fulmen (lat.) = Donnerkeil (mit 

Blitzen), 
fulminante (it.) = blitzend, 
fulmine (it.) = Donnerkeil (mit 

Blitzen), 
fultus (lat.) = unterstützt durch, 
fulvus (lat.) = gelb, 
fumans (rat.)) 

furnant (frz )> = rauchend, 
fumante (it.); 
funcho (ahd.) = Funke, 
funda (lat.) = Boden, Tiefe, 
fünf (ahd.) = fünf, 
fungo (it.) = Pilz, 
fuoz (ahd.) = Fuss. 
für (engl.) = Pelzwerk, 
furca piagar um (lat.) = zweizink ige 

Jagdnetz-Stellgabel, 
furcba (ahd.) = Gabel, 
furia (it.) = Furie (Ungeheuer). 

! = wüthend (vom 
aufrechten nngeflü- 
gelten Greifen, vom 
aufg.Einhornu.Stier). 
furisto <ahd.) = Fürst, 
furke (mhd.) = Gabel, Forke, 
furnished (engl.) = vom gesattelten 

u gezäumten Pferde, 
furore inflammatus (lat.) = wüthend 

(v. aufgerichteten Stier), 
furustubbe (sw.) = Fichtenstamm. 
furuträd (sw.) = Fichtenbaum, 
furvus (lat.) = schwarz, 
fiiry's head couped at the neck 

<«■*'•> = tÄI *°#- 

Si ( -> } anaar 

— in banda (it.) = schräg gerautet. 

— in fascia (it.) = quer gemutet. 

— in palo (it.) = senkrecht geratrtet. 
■— in sbarra (it.) = schräglinks ge- 

rautet. 



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fusatus — Ganerbe. 



241 



fusatus (lat.) = (länglich) gerautet, 
geweckt 

faseau (frz ) = Spindel (zum Spinnen). 

fasee (frz.) = längliche Raute. 

fasele (frz.) = gerautet. 

faseggiatoj (it.) = länglich gerau- 

ftisellato | tet, geweckt 

feselio (it.) = längliche Baute 
(Wecke). 

fusil (frz.) = Feuerstahl, Theil der 
Kette des goldenen Vliesses z. B. 
in den Fahnen aus der Zeit Ma- 
ximilians I., vier dgl. abgewendet 
in den 4 Winkeln eines schweben- 
den Bnrgunderkreuzes aber auch, 
transponirt : die Flinte 

— (engl) = längliche Baute (ge- 
wöhnlich durchbrochen). 

fusily (engl.) = ein derart gemute- 
ter oder auch damit besäter Schild. 

fuso (it. sp ) = Baute (mehr läng- 
lich) Wecke. 

fasolato (it.) = läuglich gerautet 
(geweckt). 

Fnss, s. Schildfuss. 

Fuss; innerer — heisst bei rechtsge- 
kehrten Thieren etc. der rechte, 
bei linksgekehrten der linke Fuss. 

— , menschlicher; redend z. B. im 
Wappen der von Barfnss 

Fassangeln H. 115. Taf. *5. 

Fnssflanke H. 15. Tal*. 2. 

fussgespitzt, s. Fussspitz- 1 p/ a ^ ^Z, 

Fusskreuz nennt u. A. Bussing das 
Tatzenkreuz. 

Fnssreihe heisst bei einem viermal 
quergetheilten 8childe die unter- 
ste der fünf Beihen. 

Ins» - fikjhr agball&e n S. 144. 
Taf. 7. 

Fussspalt , altdeutscher Ausdruck 
für Schildfuss. 

Fassstück, Ausdruck, von älteren 
Beraldikern für den untersten 
Theil eines zweimal quergetheilten 
Feldes gebraucht. 

fftst (ahd.) = Faust. 

— d' armes (frz.) = Lanze. 

ibelanzt mit — Stamm, 
Schalt (1., vom Baum, 
dessen Stamm von an- 
derer Farbe 2., vom 
Spiessschaft). 
fusthammer (sw.) = Streithammer, 
ftwtis (lat.) = Keule, 
ftt d* arbalete (trz.) = Armbrust- 

schaft 
fute (frz.) = beschaftet (v. Pfeil, 

Lanze), 
rusus (lat.) = Spindel, Wecke. 
fyhr-Lampe heisst dm Dänischen der 
Feuerkorb der Familie v. Pro eck. 
fyr (sw.) = Feuer (im Wappen der 
schwed. von Willebrand ist es 
ein in einem am Thurme häng- 
enden Pechkorbe brennendes Feuer), 
fyra (sw.) = vier, 
fyradubbel fördelt (sw.) =r geviert. 
Jyra stycker (sw) = geviert (auch 
iür schräg- geviert). 

B. 



fyrbak (sw.) = cfr. die Anm. bei fyr. 

SS - } <-■> = •«»•*■ 

fy res ticket (sw.) = seh rägge viert, 

aber auch geviert. 
fyrkant (sw.) = Vierung, Würfel, 
fyrkantig (sw.) = viereckig, 
fyrkula (sw.)= Feuerkugel (Bombe ?!) 
fyrmössar (sw.) = Geschützmörser, 
fyvoddet (d.) = fünfeckig, 
fyrst (d.) = Fürst, 
fyrstelig (d.) = fürstlich (er, e es). 
fyrstyckad (sw.) = schräggeviert, 

aber auch geviert. 



G. 



gaand (ndl.) = gehend, schreitend, 

(v. Löwen), 
gaas (d.) = Gans. 

fabalaj (ahd "> = GabeI ' Deichsel. 

gabalus (lat.) =Scbächerkreuz, GabeL 

Gabel «. ISO. Taf. 27. 

Gabel, s. auch Schächerkreuz. 

Arm- ) 

Bein- f Gabel nennt v. Betberg drei 

Blatt- > dgl. im Dreipass gestellte 

Fisch- 1 Figuren, 
etc. y 

gabele (mhd.) = Gabel, Deichsel. 

gabeleht (mhd.)=deichselförmig Y ge- 
theilt. 

Gabelhafte nennt v. Betberg drei 
in Gabelstellung (Dreipass) ge- 
stellte, gabelförmige Haften. 

Ciabeikreuz H. 36. Taf. 6. 

GabelgehnUt S. 41. Taf. 6. 

Gabelstreif nennt v. Betberg die 
Deichsel. 

Gabelstück nennen Einige eine 
zwischen den oberen Armen mit 
einer von der des Schildes ab- 
weichenden Färbung gefüllte 
Gabel (cfr. Deichselsstück). 

gabilot (mhd.) = Speer. 

gabilnn (mhd.) = Seepferd. 

Gabriel, Erzengel, S. 148. 

gadam (ahd.) = kleines Haus, Ke- 
menate. 

gad bee (engl.) = Bremse, Wespe. 

gade (ndl.) = Gatte. 

gadem» (mhd.) = kleines Haus, 

gadenj Kammer, Kemenate. 

gad fly. (engl.) = Wespe, Bremse. 

gads (engl.) = Armplatten aus 
Metall. 

gadum (ahd.) = kleines Haus, Ke- 
menate. 

gäddhufvud (sw.) = Hechtkopf. 

g&end (sw.) = schreitend. 

— snedt öfver skölden fr&n höger 
upp tili vänster (sw.) = schräg- 
(rechts) gestellt. 

Gänsefedern als Helmklef ncnl 
H. 162. 



Gänseflügel, s. Flügel. 

gärdesgSrd (sw.) = eingezäunter 

Kornhof. 
gaffel (ndl.) = Gabel (zum Essen). 

— (ndl.) = Deichsel, Gabel (He- 
roldsstück). 

gaffelkors (d.) = Schächerkreuz Y 

(schwebend), 
gaffelkorset (sw.) = sowohl für 

Deichsel, wie für Goppel an- 
gewandt, 
gaffelsnit (d.) = Deichselschnitt (auch 

für Jm Dreipass** gebraucht), 
gaffelswijze (ndl.) = im Dreipass, 

deichselfönnig (gestellt), 
gaffel vorm ig gespleten (ndl.) = 

deichseiförmig getheilt. 
gafvel af en raur (sw.) = (Stufen-) 

Giebel. 

glhifärgat) < 8W -> = ^ olden - 
gai (frz.) = vom Pferde ohne Ge- 
schirr, 
galea (it.) = Gelte, 
galea (lat) = Helm. 

— aperta iclathrata(lat.) = offener^ 
(adliger) Tnrnier- (Visir-) Helm. 

galea spira tortilis 'lat.) = Wulst. 

galeae flabellum (lat ) = Schirmbrett. 

galeatum fastigium (lat.) = Helm- 
zier. 

galeatus (lat.) = behelmt. 

Galeere S. 139. Taf. 29. 

galei (ndl.) = Schiff (Galeere). 

galere (frz.) = alterthümliches Ru- 
derschiff, Galeere (stets mit ge- 
refften Segeln). 

galerita (lat.) = die Lerche. 

gaieta (lat.) = Gelte. 

Galgenbrunnen S. 138. Taf. 29. 

galiasse (frz.) = Gelte. 

galley (engl ) = Galeere. 

gallies (engl.) = Galiias oder Gal- 
liot-Schiff (Gallione). 

gallina (lar.) = die Henne. 

gallo (sp ) = Hahn. 

gallonato (it.) = mit Borten besetzt. 

gallus (lat.) = der Hahn. 

SS:ado ,i (s ) p.)} = '»^Borte n be S et Z t. 

galloppfrend (v. Pferde) S.85» 

galtrap (engl.) = Fussangel. 

galze (mhd.)= verschnittenesSchwein. 

iramb )(engl.) = Pranke, (v. Löwen, 

!L m it A /'auch v. a. Thieren, der ganze 

* ambe )Fuss). * 

game (engl.) = Gemse. 

gamillenvar (mhd.) = gelb. 

gamle (sw.) = alt. 

gammarus (lat.) = Seepferd. 

gammel (d.) = alt. 

gammeldags (d.) = alterthümlich 
(antik). 

gampilün (mhd.) = Seepferd. 

gamuz (ahd.) I __ Q 

gamz (ahd., mhd.) f "" uemse - 

gancho (sp.) = Ankerhaken. 

Ganerbe (mhd.) = Mitanerbe, Mit- 
erbe, neuerdings: Mitglied einer 
Ganerbschaft (z. B. Frauenstein 
u.Alten-Limpurg inFrankfurt a/M.). 
61 



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242 



g&og — gegen. 



gäng (sw.) = Tbeil, mal, (tvä 

ganger = zweimal). 
— bandevis (sw.) = Gang, Weg 

(Schrägbalken), 
gange, af 3 — omslynget (d.)=dreimal 

umwunden von. 
— , to — deelt (d.)=zweimal gespalten. 
Gange ; zum — geschickt = flehreitend 

(wenn das Thier einen Vorderfuss 

hebt) 
Gans S. 91. Tnf. 19. 
-, dreiköpfige S.iOO T»f. ZZ. 
«unskopfe H. 91. Tal'. 19. 
gantelet ifrz.) = Handschuh, 
gantlet (engl.) = Stahl- Handschuh. 

=sssy (^)™ssriHw. 

gap (sw.) = Rachen. 

gapand munnar ^sw.) = mit offenen 
Schnäbeln. 

garb (engl.)) = Q b 

garba(ahd.)i 

Garben S. 197. T«f. 24. 

garelant (engl) = voilansehendes 
Thier (en face). 

garde visure (engl.) = Visir, Helm- 
gitter. 

Garden (Schildhalter) S. 185/6. 
Taf. 36. Flg. ZZ. 

gardinerne (sw.) = Helmdecken. 

garf (ndl.) = Garbe. 

garland (engl.) = Kranz (v. Blät- 
tern). 

garni (frz.) = bordirt (v. Harnisch), 
begrifft (v. Schwert). 

garnished (engl.) = mit goldenen 
Krallen. 

garofano (it) = Nelke. 

garra (port.) = Klaue, Kralle. 

garras (sp.) = die Fänge des Raub- 
vogels. 

Gartenlflie H. 109. Taf. 24. 
Fig. 60. 

garter (engl.) = Hosenband-Orden, 
aber auch Schrägbalken in halber 
Breite. 

gartier (engl.) = Schrägbalken in 
halber Breite. 

garza (,sp.) = Fischreiher. 

gas (sw.) = Gans. 

g&apenna tsw.) = Gänsefeder. 

gata (sw.) = Gasse (Querbalken). 

gataro (ahd.) = Gatter. 

gate (mhd.) = Gatte. 

gate (engl ) = Thor, Gitterthtir. 

gater (mhd.) = Gatter. 

gato (sp.) = Katze. 

Gatter (R. A.) cfr. schwebender 
Pallisadenzaun. 

Gatter S. 115. Taf. 25. 

gatterverk (sw.) = Gitter. 

gatto (it.) = Katze. 

gatuling (ahd.) = Vetter, Stammes- 
genosse. 

gauntlet (engl.) = Stahihandschuh 
(cfr. gantlet). 

gausopinatus (lat.) = mit Fellen 
bekleidet. 

gautherot (frz.) = eine Vogeiart. 

gaviian (sp.) = der Sperber. 

gavl (d.) = der Giebel. 



gay (frz.) = v. Pferde ohne Ge- 
schirr (cfr. gai). 

gaze (engl.) = Hirsch- Bocks- Kopf 
etc. (en face). 

Gaselle S. 86. 

gazza (it.) = Elster. 

geädert (entsprechend dem frz. 
nerve) vom Blatt, dessen Rippen 
eine abstechende Färbung haben. 

geai (frz.) = Häher, Elster. 

geäugt = 1., vom Pfauschweif und 
der Pfaufeder, doch ist das hier 
selbstverständlich 2., von Augen 
von Thieren, wenn dieselben einen 
andere als die natürliche Färbung 
haben. 

gebaard (ndl.) = gebartet (vom 
Bart des Steinbocks und Hahnes). 

Gebäude S. 113 ff 

gebal (ahd.) = Schädel. 

geband (ndl.) = bebandet (v. Jagd- 
horn). 

gebandet, aus dem französischen 
bände gebildet, d. h. mehrfach 
schrägrechts getheilt. 

gebartet (v. d. Rose) S. 108. 

gebekt (ndl ) = geschnäbelt. 

gebel (mhd.) = Kopf, Schädel; 
aber auch: Giebel, d. h. Stufen- 
giebel. 

gebende (mhd.) = Stirnbinde, Haupt- 
Tuch. 

geblökt (ndl.) = geschindelt. 

geboord (ndl.) = bordirt. 

gebordet = bordirt oder gesäumt. 

Gebräme, altdeutsch für Innenbord. 

gebroken (ndl.) = gebrochen, d. h. 
wenn auf oder über dem Schildes- 
bild ein Beizeichen, z. B. Turnier- 
kragen ruht. 

gebunden braucht Bernd von Gegen- 
ständen, um die oder an denen ein 
Band befestigt ist. 

gebür (mhd.) = der Bauer. 

Gecken, alter Ausdruck lür mensch- 
liche Rümpfe auf Helmen. 

gedde (sw.} = Hecht. 

gedeckt = bedacht (v. Hausdächern). 

gedeeld (ndl.) = gespalten. 

gedeeld en (half-) gekapt van't eene 
in't andere (ndl.) = gespalten 
durch (aufsteig.) Spitze verwechs. 
Färbung. 

gedeeld en schnin gevierendeeld 
(ndl.) = gespalten u. schräg- ge- 
viert. 

— en tegengedwarsbalkt (ndl.) = 
quergeschindelt. 

— — tegengekeperd (ndl.) = ge- 
spalten u. mehrfach gesparrt, 

gedehoved (d.) = Ziegenkopf, 
gedekt (ndl.) = bedeckt (von dem 

Haupte eines Menschen, der Hut 

oder Mütze trägt), 
gedrichoekt (ndl.) = gespickelt. 
gedrückt, schlechter Ausdruck für 

erniedrigt (s. d.). 
gedwarsbalkt (ndl.) = mehrfach 

quergetheilt. 
geef (ndl.) = Sieb, 
geer (ndl.) = Ständer. 



geesel (ndl.) = Geissei. 

gefällt ; über einander — = gekreuzt, 
verschränkt. 

gefascht, schlechter Ausdruck (vom 
französ. fasc£) für mehrfach quer- 
getheilt (v. Qu. 41). 

gefaset, braucht Bernd von den 
mittleren Beschlägen der Hief- 
hörner, an denen das Band be- 
festigt ist. 

gefe (sp.) = Schildhanpt. 

— chevron (sp) = Hauptsparren. 

— de la Religion de San Iuan (sp.) 
= r. Schildhaupt mit gem. s. 
Kreuz. 

— ; el — en divisa (sp.) = Leiste 
die d. Schildhaupt abtrennt. 

— estrecho (sp.) = geschmälertes 
Schildhaupt. 

— palo (sp.) = Hauptpfal. 

— surmoutado (sp.) = erniedrigtes 
Schildhaupt (Schildhauptbalken). 

gefehet, alter Ausdruck für ein 
Schild mit Feh (s. d.) v. Qu. 41. 

gefenstert braucht Bernd von Ge- 
bäuden, in denen Fenster (besser: 
mit — Fenstern). 

gefiedert = beflitscht. 

gefischereckt, alter Ausdruck für 
Zickzack-Schrägbalken (der bei 
Qu. 42 vermisste Ausdruck wäre 
durch dies Wort — u. B. sehr 
einfach — gefunden. 

gefleckt = vom Leopard, Luchs n. 
a. Thieren mit abstechenden 
Hautflecken. 

geflutet (altdeutsch) für wellenweis. 

gefranst = befranst. 

gefüllt = von Rosen, die innen 
noch einen zweiten Blätterkrans 
zeigen 

gefügt (Mauer) S. 19. 

gefusster, halber Flug, so nennt 
Reinhard den Klauflügel (s.d.). 

gegate (mhd.) = Gatte. 

gegeerd (ndl ) = geständert. 

gegehrt, so nennt Bernd höchst 
überflüssiger Weise bald die rechte, 
bald die linke Schrägtheilung, 
nicht wissend, dass Ge(h)re alt- 
deutsch den Ständer bedeutet, 
(cfr. gere). 

gegen = entsprechend dem französ. 
contre, italienischen contra u. 
englischen conntre, brauchen auch 
— überflüssiger Weise — deutsche 
Autoren bei Beschreibung eines 
durch zwei verschiedene 
Theilungsarten getheilten 
Schildes, dessen Plätze alsdann 
verwechselte Färbungen 
zeigen ; diese Beschreibungsart 
macht den Laien vollends verwirrt 
ist überflüssig und nur Nach- 
äfferei des Ausländischen. 

«egenaat-Pfel 8. 17. Taf. 2. 

gegen die Theilung (Spaltung) ge- 
kehrt (v. Qu. 42) = ein sehr 
überflüssiger Ausdruck , wofür 
einwärts oder gegeneinan- 
der gekehrt (zugewendet) viel 
treffender ist. 



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gegen — gennajo. 



243 



gegen einander gesetzte Eisenhfitlein 
v. Qn. 43 u. 102 = etwas langer, 
wenn auch nicht gerade undeut- 
licher Ausdruck für Gegenfeh. 

gegengewendet &. 70. Taf. 12. 

Gegenfell S. 7. Taf. 2. 

Gegen her melln S. 6. Taf. 2. 

gegensehrag S «9. Taf. 11. 

Gegensparren S. 63. Taf. 10. 

Gegensparrenleisten H. 63. 
Taf. 10. 

Gegenständer H. 44. Taf. 7. 

Gegenwogenbalken S. 26. 

Gegenzackenbalken (B. A.) cfr. 
Zickzack balken. 

Gegenzinnenbalken S. 25. 
Taf. 7. 

Gegensinnen-Pfal S. 17. Taf. 2. 

Gegenslnnenkreuz S.35. Taf. 5. 

Gegenzinnen - Sehragbalken 
H 48 Taf 8. 

(schwebender) H. 50. Taf. 8. 

Gegenzinnen - Sehragbalken, 
linker, S. 52. Taf 8. 

Gegenzinnen-Sehragen S. 65. 
Taf. 10. 

gegürtet = v. Thier mit Leibgurt, 
(s. begurtet, was sprachlich 
richtiger ist). 

gehaart = behaart (von der Farbe 
des roensiichen Haupthaars). 

gehackt, s. angehackt, (Pfal, Balken, 
Schrägen etc.). 

Gehänge nennt Jngendres den rech- 
ten Schrägbalken (s. Gehenge). 

gehalbet von zweien sttikken (mhd.) 
= gespalten. 

gehalsband (ndl.) = behalsbandet. 

geharnast (ndl) = geharnischt. 

geharnischt S. 81. 

gehend, dasselbe wie schreitend. 

Gehenge nennt Bussing den (rechten) 
Schrägbalken (s. Gehänge). 

gehermelynd (ndl.) = Hermelin. 

sxehörnt = von der abstechenden 
Farbe der Hörner bei Stieren, 
Böcken, Einhorn, (cfr. bewehrt). 

gehoomd (ndl.) = gehörnt. 

Gehr nennt Bernd den schräg- 
linken, vod ihm irrig als schräg- 
rechten beschriebenen Schrägbalken 
(s. gegehrt). 

Gehre ist ein alter Ausdruck 
für den Ständer. 

Gehrkreuz nennt v. Retberg das 
Ständerkreuz. 

Gehrschnitt nennt Bernd die schräg- 
linke Theilung. 

ffehnfet = von der abstechenden 
Färbung der Hufe von Thieren. 

Geige S. 126. Taf. 27. 

Geissei d. h. : 
Stab mit Spitze. 

Geissei S. 142. Taf. 30. 

geizhorn (mhd.) = Steinbockshorn, 
gekamd (ndl.) = bekammt (vom 

Hahn), 
gekanteeld (ndl.) = gezinnt. 
— gevierendeld (ndl.) = mit Zinnen 

geviert. 



geisel (mhd.) ) öta 



gekapt (ndl.) = die aufsteigende 
Spitze. 

— (ndl.) = mit Haube (vom Falken), 
gekembt nennt Rüxner den Spitzen- 
schnitt. 

gekerbt, altdeutsch für Lappen-, 
resp. Dornenschnitt, aber auch 
für Zahnschnitt (Spener). 

geketend. «ndl) = gekettet, mit 
Kette versehen. 

gekepert (ndl.) = gesparrt. 

gekleed (ndl.) = bekleidet. 

geklaut = schlechter Ausdruck für 
bewehrt. 

geknoopt (ndl.) = mit . . . Knöpfen. 

geknorrt (von Aesten mit ab- 
geharkten Zweigen 9 Knorren) 
8. 103 

geknot (ndl.) = gestümmelt. 

gekoppelt nennen Manche eine He- 
roldsfigur (Pfal, Balken, Sparren), 
wenn sie durch eine den Begren- 
zungslinien parallele Linie in zwei 
Färbungen abgetheilt ist (v. 
Qu. 44) U. E. ist diese von einer 
Koppel Jagdhunde hergenommene 
Bezeichnung so absurd, wie über- 
flüssig. 

gekousd (ndl.) = die beiderseits 
einer absteigenden Spitze befind- 
lichen Schildestheile. 

gekraagd (ndl.) = mit . . .Kragen. 

gekrauset braucht Bernd von der 
abstechenden Färbung der Hals-, 
krause an der Kleidung. 

gekraust nennt Rudolphi u. A. den 
Dornenschnitt (s. d.). 

gekreuzt 8. 71. Taf. 12. 

— durch S. 71. Taf. 12. 
gekrönt S. 81. 
gekroond (ndl.) = gekrönt. 
gekürzt = von einem unten ver- 
stutzten Pfal. 

gekwartileerd (ndl ) = geviert. 

gel (mhd.) = gelb. 

gelängt = ein von Prof. Bernd ein- 
geführter, überflüssiger Ausdruck 
für mehrfach gespalten. 

Geldbeutel 8. 140. Taf 29. 

Geldtaschen S. 118 Taf. 26. 

geledigh (ndl.) = durchbrochen. 

gelehnt wird der Schild genannt, 
wenn eine der Oberecken in der 
senkrechten Papierachse, der Schild 
also schräg, steht. 

gelelied (ndl.) = mit Gleven 
versehen. 

— "kruis (ndl.) = Glevenkreuz. 
geleliede drietanden (ndl.) = drei 

Spitzen glevenbesetzt. 

gelenio (lat.) = grün. 

Gelenk (d. Muschel) H. 06. 

gelich geteilet (mhd.) = gespalten. 

gelich geteilet und daz ander teil 
stückkehte in barre wis (mhd.) = 
gespalten, hinten schräggetheilt. 

gellita (ahd.) = die Gelte. 

gelöwt(er Leopard), s. aufgerichte- 
ter Leopard. 

gelso (it.) = Maulbeerbaum. 

Gelte S. 129. Taf. 27. 



gelyk (ndl.) = gleich, wie. 

gelykvormig aan (ndl.) = wörtlich: 
gleichförmig wie; gebraucht von 
einem gleich dem Schilde gezeich- 
neten u. tingirten Helmkleinod. 

gelza (ahd.) I == verschnittenes 

geize (mhd.) f Schwein. 

gemahnt (v. Pferde) S. 84. 

gemahele (mhd.) = Gemahl, auch: 
Bräutigam. 

gemäl (sw.) = Gemahl. 

gemäl (sw.) = Gemahlin. 

gemanteld (ndl.) = bis zur Schild- 
mitte reichende , aufsteigende 
Spitze. 

gemantelt = schlechter Ausdruck 
für geschweift-gesparrt. 

gemauert = gesteint. 

gemel (engl.) i 

gemeladas (sp.)}== Zwillingsbalken. 

gemella (it ) | 

— decussata (it.) = Zwillings- 
sch ragen. 

— in banda (it.) = Zwillingsschräg- 
balken. 

— in capriolo (it.) = Zwillings- 
Sparren. 

— in croce (it.) == Zwillingskreuz. 
— di S. Andrea (it.) =■ 

Zwillingsschragen. 
fascia (it.) = gemella. 

— — palo (it.) = Zwillings-Pfal. 

— — sbarra (it.) = linker Zwill- 
ings- Schrägbalken. 

— — increspata (it.) = Zickzack- 
Zwillingsbalken. 

— ondata (it.), s. onda gemellata. 
gemellae (lat.) = Zwillingsbalken, 
gemerbein (mhd.) = Todtengebein. 
gemetseld (mhd.) = Mauer, 
gemeze (mhd.) = Gemse. 

gemini (lat ) = (eigentlich „Zwill- 
linge*) zwei. 

gemmata rosa (lat.) = besaamt (v. 
d. Kose). 

gemmed (engl.) = mit — Stein 
(von Ringen). 

gemring (engl.) = Diamantring. 

gems (ndl.) = Gemse. 

Gemsboek S. 86. Taf. 17. 

Gemsenrumpf S. 86. Taf. 17. 

Gemsgewicht S. 86. 157. 
Taf. 17. 32. 

Gemshörner N. 157. Taf. 32. 

Gemsrumpf S. 86. Taf. 17. 

gemuilband (ndl.) = bemaulkorbt. 

genagelt (ndl.) = von den Krallen 
des Löwen, wenn dieselben an- 
derer Färbung sind, also: „be- 
wehrt". 

gendre (frz.) = Schwiegersohn. 

geneigt = schrägliegend. 

gener (lat.) J=Tochtermann, Eidam, 

genero (it.) (Schwiegersohn. 

genestelt (mhd.) = mehrfach quer- 
getheilt. 

genet (engl.) = die Genotte (das 
Bisamthier). 

genet (frz.) = das Pfriemenkraut. 

geneVrier (frz.) = Wachholderbannu 

gennajo (it.) = Januar. 



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244 



genom — geständert. 



genom (sw.) = durch. 

genomhorrad (sw.) = durchbohrt. 

genomskärning (sw.)) = durch- 

genomskuren sw.) f schnitten. 

genomstnngenaf(sw.) = durchbohrt 
von. 

genomträdd af (sw.) = durchstochen 
von. 

genstyckadt (sw.) = gegengeschrägt. 

gentilis (lat.) = Geschlechtsretter 
(desselben Namens). 

gentilis (parmae) dat.) = Schild- 
haupt. 

gentry (engl.) = geringe Adelsklasse. 

geöffnet (v. Thor) S. 113. 

geopend (ndl.) = geöffnet, yon der 
Rose, Thor, etc. 

Georgenkreuz, s. schwebendes Krens. 

gepaald mdl.) = (mehrfach) ge- 
spalten. 

gepanzert = altdeutsch für ge- 
sattelt (v. Pferd). 

gepardelt(er Löwe; = schreitender 
Löwe. 

geplaatst (ndl.) = gestellt. 

geplatzt = ein von Bernd neu er- 
fundener, überflüssiger Ausdruck 
für geschacht. 

gepoot (ndl.) = mit .... Beinen. 

gequert = ein von Bernd für ge- 
theilt erfundener, überflüssiger 
Ausdruck. 

Cler H. 122. Taf. 26. 

geranio (it.) = Geranium. 

gemutet S. 58. Taf. 9. 

— sehragllnks mit Qnerthell- 
ungen S. 43. Taf. 7. 

— sehragreehts mit Spaltung- 
en H. 43. Taf. 7. 

— — — — Qaerthel- 
lnngen S. 43. Taf. 7. 

— senkrecht H. 58. 59. Taf. 9. 
gerbe ifrz.) = Garbe. 

gere (mhd.) = Keil, Schoss, Ständer. 

bereisen S. 122. Taf. 26. 

gerfaut (frz.) = Geyerfalke. 

Gerichtsstab = manus jnstitiae. 

germen (lat.) = Zweig. 

Gern nennt v. Sacken, wol in An- 
klang an gere — s. d. — die auf- 
steigende Spitze. 

Gern (von oben herab) nennt Wig. 
Hundt aus dems. Grunde die ab- 
steigende Spitze. 

gero (mhd.) = Keil, Schoss, Ständer. 

Gerste S. 107. 

Gertel, s. Heppe. 

geruit (ndl.) = gerautet. 

— paal (ndl.) = Rautenpfal. 
Geryonskopf S. 149. 
gesattelt, = von der Färbung des 

Rosssattels. 
geschacht S. 33. Taf. 5. 
geschaechet (mhd.) = geschacht. 
geschändet = alter Ausdruck für 

einen Hund, dem Schwanz und 

Behang verstutzt ist (v. Qu. 47). 
geschärpt = seltener u. veralteter 

Ausdruck für(r e c h t s)g e seh ragt 

(v. Qu. 47). 
geschakeerd (ndl.) \ ___ ffeschacb ± 
geschazavelt (mhd)j — & escnacllt - 



Geschlechtskleinod , erbliches, s. 

Helm- Kleinod, 
geschlungen = verschlungen, 
geschnitten sagt Schumacher (v. 

Qu. 48) für schräg(rechts) getheilt. 
gesehragt S. 45. Taf. 7. 

— bogenförmig 8. 46. Taf. 7. 

— doppelwolkenformlg S. 46. 
Taf. 7. 

— dreimal H. 50. Taf. 8. 

— fünfmal S 50 Taf. 8. 

— mit Gegenkell S 45. Taf. 7. 

Gegenspickel 8. 45 Taf 7. 

Gegenspfttse S. 45. Taf. 7. 

— kalb gegengeschragt S. 58. 
Taf. 9. 

— mit Lindenschnitt S. 40. 
Taf. 7. 

— rundsinnenformig 8. 46. 
Taf. 7. 

— schragslnnenformig 8. 45. 
Taf. 7. 

— siebenmal 8. 50. Tu f. 8. 

— spitsenformlg 8. 45. Taf. 7. 

— stufenförmig 8. 45. Taf. 7. 

— viermal 8. 50. Taf. 8. 

— wogenformig 8. 46. Taf. 7. 

— wolfszahnformlg 8.46. Taf.7. 

— sabnformlg 8. 45. Taf. 7. 

— sinnen formig 8. 34 Taf. 7. 

— (zwei Mal) 8. 47. Taf. 7. 
geschränkt nennt v. Querfurth 

(S. 48 zwei schragenweis über- 
einander gelegte Gegenstände x ; 
wir sagen hierfür einfach: ge- 
kreuzt, doch ist obiger Ausdruck, 
wie auch verschränkt, nicht 
zu verwerfen. 

geschränkte Farbe (v. Qu. 48) = 
alter Ausdruck für: mit verwech- 
selten oder wechselnden 
Färbungen, (s. auch Farbe, 
Farben). 

geschrenket in kriuze wis (mhd.) = 
wol schrftggeviert, nicht (wie 
v. Retberg meint) schwebender 
Schrägen. 

Geschttts-DIorser 8. 120. Taf. 26. 

geschuinbalkt (ndl.) = mehrfach 
schrätfgetheilt. 

geschuint (ndl.) = schräprgetheilt. 

geschunden = (v. Qu. 48/ ein zopf- 
heraldischer, dem Französischen 
nachgeäffter Ausdruck für einen 
rothtmgirten Wolf. 

geschuppt = undeutlich für Lappen- 
resp. Dornenschnitt, s. aus- und 
ein-geschuppt 

geschwänzt = vom Schwanz des 
Vogels falls abstechender Färbung. 

geschwei = Schwägerin (Schwester 
eines der Ehegatten) oder Weib 
des Bruders. 

geschweifte Spitze nennt v. Quer- 
furt S. 49 die eingebogene 
Spitze (s. d.). 

gesenkt (y. Anker) 8. 70. 
Taf. 12. 

gesierd (ndl.) = wörtlich : geziert, 
aber auch vom Beschläge des 
Jagdhornes gebraucht. 



gesjerpt (ndl.) = wörtlich geschärpt» 
d. h. mit .... Gürtel. 

geslingert om (ndl.) = gewunden 
nm — 

gesluyerd (ndl.) =mit . . . Schleier. 

gesotten nannten unnöthiger Weise 
die Zopfhera) diker den rothen 
Krebs. Wir kennen keinen ein- 
zigen Krebs in Wappen, der nicht 
diese der natürlichen am nächsten 
kommende Färbung hätte. 

gesp (ndl.) = Spange, Schnalle, 
Hafte. 

Gespänge = der erhöhte Schildrand 
(cfr Gespenge). 

gespalten 8. 12. Taf. 2. 

gespalten sagt S pener irrig für 
quergethei lt. 

— astllnks 8. 13. Taf. 2. 

— -gestürzt 8. 13. Taf 2. 

— astreehts 8. 13. Taf. 2. 

— mit Bogen — 8. 14. Taf. 2« 

— breitzinnenformigS.13.Taf.2. 

— elsenhutlorniig 8. 13. Taf. 2. 

— mit Flammen 8. 14. Taf. 2* 

— — Flankenflammen — 8. 14» 
Taf. 2. 

— — Flankenspitzen — 8. 14« 
Taf. 2. 

— (und) halhgetheilt 8. 27. 
Taf 4. 

— krnckenformig 8. 13. Taf. 2. 

— lappenfbrmig 8. 14. Taf. 2. 

— pallisadenfbrmif; 8. 13. 
Taf. 2. 

— mitSichelschnitt 8. 13 Taf. 2. 

— mit 8piekeln — 8. 14. Taf. 2. 

— dnrek Spitze 8. 55. Taf. 0. 

— mit Spitzen - 8. 13. Taf 2. 

— wellenförmig 8. 14. Taf. 2. 

— wolkenforml* 8. 14. Taf. fc. 

— sahnformig 8. 14. Taf. 2. 

— zinnenformig; 8. 13. Taf. 2. 
gesparter Schild) 8 64. Tai tO. 

— dreimal 8. 63. Taf. 10. 

— ; gesehweilt- - 8. 63. Taf. 10. 

— ; gestürzt- — 8. 63. Taf. 10. 
gespenge (mhd.) = Gespänge, Be- 
schläge (als Heroldsstücke). 

gesperre (mhd.) = Sparren. 
gespiekelt 8. 43. Taf. 7. 

— dreireihig 8. 43. Taf. 7. 

— vlerreihig 8. 43 Taf. 7. 

gespiessruthet = (v. Qu. 50) ver- 
alteter Ausdruck für einen Schild, 
worin mehrere Pfäle (Stäbe). 

gesplesst auf 8. 71. Taf. 12. 
gespindelt nennen einige Heraldiker 

den schräggerauteten (geweckten) 

Schild. 

— (Wagenseil) = senkrecht ge- 
weckt. 

gespitzt, s. fussgespitzt. 

— am Rande (altdeutsch) =: für 
Flankenspitzen (s. d ). 

— reihenweise = gespiekelt. 
gespornt 8. 81. 

gesprenkelt = zopfheraldischer Aus- 
druck für „damascirt" (v. Qu. 50). 
gestanden; tft. 43 Taf 7. 
— , zum Fuss — ü. 57. Taf. 9. 



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geständert — Gibel. 



245 



geständert, zum Haupt — 8.57. 
Tat 9. 

— , — Oberer k — gl, 57. Tat. 9. 

— , inr Unken 8. 57. Tal. 9. 

— , — Rechten 8. 57. Tat. 9. 

Gestänge (v. Qu. 50) = Hirschge- 
weih. 

gestäDgt (y. d. abstechenden Färbung 
des Hirschgeweihes; = bewehrt. 

gesteint (Mauer) 8. 19. 

gesteintes Feld) = altdeutsch für 
gerautet oder geweckt. 

gestielt = v. Rosen mit Stielen. 

gestreift nennt v. Ketberg den 
mehrfach gespaltenen Schild. 

— ; bandweise — , veralteter Ausdruck 
für mehrfach rechtsschrng ge- 
theilt (geschrägt). . 

gestückelt nennt v. Retberg den ge- 
spickelten Schild. 

gesttteltt, s. Bord, Schrägen, Kreuz, 
Balken, Pfal, Sparren. 

gesttkckt : mit Sturssparren 
— 8. 48. Tat. 7. 

gestülpt, 8. 81. 

gestammelt = von Vögeln ohne 
Schnabel und Füsse. 

geatürst heisst jeder Gegenstand, 
dessen oberes oder vorderes Ende 
nach unten gekehrt ist, der also 
umgekehrt erscheint (cfr. auch 
Sparren, Spitze, Mond etc.). 

gestürzt ; sebraglinka - 8. 69. 
Taf. 11 

gestufter (Mauergiebel) = tiberflüs- 
siger Ausdruck, da der M. ohne 
Stufen eben kein solcher wäre. 

gestutzt = von Bäumen und Aesten, 
besser: geknorrt. 

— braucht v. Querfurth S. 52 für 
den Sparren und ähnliche Figuren, 
denen die Spitze abgeschnitten 
ist, wofür wir giebellos resp. 
querverstutzt sagen. 

getheilt sagt Spener irrig für ge- 
spalten. 
getbeilt 8. 19. Tat. 3. 
— , ablang — s. gespalten. 

— abwärts — nennt Wagenseil die 
Spaltung. 

— , aus dem mittel in acht — (Wa- 
genseil) = achtfach geständert. 

— mit Buckeln = altdeutsch für 
Lappenschnitt. 

— doppelwolkentörmlg 8. 21. 
Tat. 3. 

— ; dreifach in die Ecke — sagt Spener 
für den Goppel- u. Deichsel- 
schnitt, 

— delebaelfttrmia; 8 41. Tat". 6. 

— dreimal 8. 27. Taf. 4. 

— dreimal dornenformla; 8.27. 
Taf. 4. 

— im Dreipass 8. 41. Taf. 6. 

— eiaenbutfttrmln; 8. 20.Taf.3. 

— mit Flammen -8.20. Taf. 3. 

— fünfmal 8. 27. Taf. 4. 

— (und) faalbgespalten 8. 27. 
Taf. 4. 

— balbbrüekenfOrmlg 8. 20. 
— ; ins gevierdte — sagt Bussing 

für: geviert. 

B. 



getbeilt mit Joebsebnltt — 8. 20. 
Taf. 3. 

— kleeblattf drmig 8. 21. Taf. 3. 

— krttekenlörmig 8. 20. Taf. 3. 

— pallisadenl«rmis;8.20.Taf.3. 

— mit Propfsebnitt — 8. 20. 
Taf. 3. 

— , rechtsquer — sagt Wagen- 
seil für geschrägt (schräggetheilt).« 

— siebenmal 8. 27. Taf. 4. 

— mit 8piekeln — 8. 20. Taf. 3. 

Spitzen - 8. 20. Taf. 3. 

8tufe 8. 19. Taf. 3. 

— stufengiebelförmia; 8. 20. 
Taf. 3. 

— dureb (mit) 8tnfengiebel 
8. 20. Tai. 3. 

— mit Treppe — 8. 45. Taf. 7. 
— ; in Triangel — sagt Spener 

für Goppel- und Deichsel- 
schnitt. 
— , mit 4 Linien nach der Länge, 
Breite nnd überzwerch — 
nennt Spener den' (8 fach) ge- 
stand er ten Schild (!) 

— viermal 8. 27. Taf. 4. 

— , von oben herab — sagt Spener 
für B gespalten u . 

— wellenlormig 8. 20. Taf. 3. 

— wolkenformi» 8. 21. Taf. 3. 

— Z-formig 8. 42. Taf. 7. 

— mit doppeltem Z 8. 42. Taf. 7. 

verkehrtem Z 8. 42. Taf. 7. 

— , mit langen Zähnen — 

nennt Wagenseil die Quertheilung 
mit mittelmässigen Spitzen 

— , zur Seiten -— (Wagenseil) = 
quer getheilt. 

getbeilt ; zweimal — H. 24. Taf 4. 

gethort braucht Bernd von der ab- 
stechenden Färbung von Thor- 
flttgeln. 

getongt (ndl.) = gezungt. 

getwörc (mhd.) = Zweig. 

gevacze (mhd.)l __ G f . 

gevaeze (mhd.)f - uelaS8 ' 

gevandt (d.) = Kleid. 

gevar (mhd.) = gefärbt, tingirt. 

gevederd (ndl.)) _ ~ efiedert 

geveerd (ndl.) ( — « efleden - 

gevestigd (ndl.) = befestigt. 

gevierendeeld (mhd.)» __ ^viert 

gevieret (mhd.) ( — S eviert 

geviert 8. 27. Taf. 4. 

— ; dnreb Winkelmaasschnitt 
— 8. 29. Taf. 5. 

— ; mit Zinnen — 8. 29 Taf. 5. 

— ; spitsenfllrmig — 8. 29. Taf. 5. 

— ; sabnfftrmlg — 8. 29. Taf. 5. 
Geviertbinde nennt v. Retberg den 

gevierten Balken, 
geviertelt (v. Qu. 53) = geviert. 
geviertet = falscher Ausdruck; da 

das Wort abgeleitet wird von 

„vier(theil)en a , so ist geviert das 

Richtige, 
gevleugelt (ndl.) = geflügelt. 

— arendsbeen (ndl.) = Klauflügel 
(Flügelklaue). 

gevoerd (ndl.) = gefüttert, 
gewaefen (mhd.) = Wappenbild. 



gewäfft = veralteter Ausdruck für 

„bewehrt", 
gewaete (mhd.) = Gewand, 
gewapend (ndl.) = bewaffnet. 
Gewehr (v. Qu. 64) = schlechter 

Ausdruck für bewehrt. 
Gewebre 8. 120. 
gewei (ndl.) = Hirschgeweih, 
gewend (maan) (ndl.) = zunehmender 

Mond, 
gewicht (ndl.) ) 
gewige (rahd.)> = Geweih, 
gewigt (ndl.) ) 
gewölbt = zopfheraldischer Ausdruck 

für in Lappe nform gezogene 

Begrenzungslinien,dagegen braucht 

ihn Rudolphi (v. Qu. 54) für den 

Wellenschnitt (s. d.). 
gewölckt = altdeutsch für eine in 

sich mittelst Wolkenschnitt ab- 

getheilte Figur z. B. gewölckte 

Brück, i. e. Balken. 
gewürfelt 8. 33. Taf. 5. 
Geyer 8. 89. Taf. 18. 
Geyerflügel, s. Flügel, 
gezackt = besser : „gezahnt 8 (Zahn- 

pfal, Zahnbalken etc.). 
gezaddelt = überflüssiger Ausdruck 

für die Zacken der Helmdecken. 
gezähnelt= identisch mit gezahnt 

(s. äx 
gesäumt (v. Pferde) 8. 84. 
gexabnt, s. Zahn-Balken, -Flanke, 

-Pfal, -Spaltung -Schnitt, 
gezahnt = schlechter Ausdruck für 

Z i c k z a c k-Schrägbalken. 
gezelt (mhd.) = Zelt, 
gezichts-maan (ndl.) = gebildeter 

Mond. 
— -zon (ndl.) = gebildete Sonne, 
geziegelt = alter Ausdruck für 

g eschindelt (s. d.) 
-— = wenn ein Feld wie z. B. im 

Wappen des Grafen Wurmbrand 

mit sechseckigen Ziegelsteinformen 

ausgefüllt ist. 
MA »; Am ;» A 4- 1 =: uralter deutscher Aus* 
f^Sf} druck für einen Helm 
gezimiret j m[t Helmschmuck> 

gezinde (mhd.) = Hirschgeweih. 

gezogen, d. h. seh langen förmig, da- 
für besser: Wellen -Pfal, Balken 
etc. 

gezoomd (ndl.) = bordirt, gesäumt. 

gezungt, besser: bezungt, wenn 
überhaupt nöthig, d. h. die Zunge 
nicht roth ist! 

gherone (it.) = gefüllte Deichsel. 

— rovesciato (it.) = gefüllter 
Goppel. 

ghiaggiuolo (it.) = Schwertlilie. 

ghianda (it.) = Eichel. 

ghighe (ndl.) = Geige. 

ghirlanda <it.) = Guirlande 

giacinto (it.) = Hyazinthe. 

giaco (it.) = Panzerhemd, Jacke. 

giavellotto (it.) = Wurfspiess. 

gibeciere (de pelerin) (frz.) = Geld- 
tasche, Wetschger. 

gibel (mhd.) = Stufengiebel. 

Gibel nennt Bussing den Spitzen- 
schnitt. 

62 



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246 



gibelins — goucb. 



gibelins (frz.) = Welschzinnen, 
gibil (ahd.» = Giebel, 
gibilla (ahd.) = Schädel, 
gibüro (ahd ) = der Bauer. 
Giebel = schmales Schidhaupt. 

— des Sparrens H. 59. 
Giebelhaus S. 114. Taf. 25. 
Giebelstufenschnitt, 8. Stufengiebel- 

schnitt. 
Gieremund = Beiname der Wölfin 

in der deutschen Thierfabel. 
giers (sw ) = Barsch. 
Giesskanne H. 128. Tat 27. 
gift med (sw.) = vermählt mit. 

giftermälf (sw) i = Ehe. 

giga (it.) ) 

gige (mhd.) = Geige. 

gigliato (it.) = mit (halben) Lilien 

(Gleven) besetzt, 
giglio (it.) j __ Lil . 
gü(i ge (mhd.) I — ljim ' 
gilly flower (engl.) = Nelke. 

|i-f ft a,a ( (ahd.) = Gattin. 

gimahalo (ahd.) = Gemahl, auch 

Bräutigam. 
Gimpel S. 95. Taf. 20. 

ginbalk (sw ) = linker Schrägbalken, 
ginepro (it.) = Wachholderbaum. 
ginpost (sw.) s. linke Flanke, 
ginstam (sw.) = Schildhaufit. 
ginstyckad (sw.) = schräglinksge- 

theilt. 
giogo (it.) = Joch, 
giove (it.) = Jupiter. 
Gipfel des Sparrens S. 59. 

— der Spitse 8*. 54. 
gir (ahd., mhd.) = Geier. 
giraBole (it.) = Sonnenblume, 
gird (engl.) = Gurt. 

8sy&} = «*««*• 

giron, (frz , sp.) = Ständer, 
gironado (sp.) = geständert. 

— en sotuer (sp.) = Ständerkreuz, 
gironerad = gironneradt. 
gironnants (frz.» = Schneckenstän- 

derung (mit krummen Linien), 
gironne (frz.) = geständert (8 fach). 
— courbe (frz.) = dgl. mit krummen 

Linien (Schneckenständerung). 

— de dix (frz.) = zehnfach gestän- 
dert. 

— ä Tantique (frz.) = Ständerkreuz. 
gironnerad(t) (tw.) = achtfach ge- 
ständert. 

gironny (engl.) = sechsfach ge- 
ständert. 

girouette (frz., engl.) = mit Wind- 
fähnlein (v. Thünnen etc.). 

girs (sw.) = Barsch. 

girt about the loins (engl.) = mit 
— Leibgurt. 

gissel (sw.) = Geissei. 

Gitter S. 39. Taf. 6. 

Gitter ; liegendes — = Schräggitter. 

Gitterhelm = Spangenhelm. 

Gitter-Krens 9. 89. Taf. 6. 

gitterport (d.) = Fallgatter. 

giugno (it.) = Juni. 



givazzi (ahd.) — Gefäss. 
giwati (ahd.) = Gewand, 
giziug (ahd.) = „Gezeug*, d. h. (Tur- 
nier*) Ausrüstung, Geräth. 
gizSlt (ahd.) = Zelt, 
gjedde (d.) = Hecht. 



gjeddekieft (d.) 
(mit Zähnen). 



gjennem (hvis) — . 



= Hechtkinnlade 

=durch- 
schos- 
skudt (d.) «en, 
stukket durch- 
bohrt 



gjerde (d.) = Hürde. 

— flettet (d.) = geflochtene Hürde, 
gjennemstikket (d.) = durchstochen, 
gjentaget (d.) = wiederholt, 
gladius (lat.) = 8chwert. * 

glaeve (frz.) = moderner Degen 
mit Griff, Parirbügel und Parir- 
stange. 

rrlaffvenl (8W > = Lanze oder 
SSw»? Schwert (Farn. 8tai- 
giaiven | handj . ka) Svartingstoop. 

gland (frz.) = Eichel. 

glandifer I lat.) = Eicheln tragend 

glandiferusj (Eichbaum). 

glans (lat.) = Eichel. 

Glas S. 128. Taf. 27. 

glastum (lat.) = blau. 

glaucus (lat.) = blau (-grünlich). 

glaziers nippers (engl.) = Zange 
der Glaser. 

Glefe, s. Gleve. 

gleich gespalten und gleich get heilt 
nennt Köhler (Weigels Wpb. 1784) 
den gevierten Schild. 

Gleve g. 109 (s. Lilie). 

GlevenUrens 9. 37. Taf. 6. 

Glerenrad 9. 122. 145. Taf. 26. 
30. 

Glevenspitse 9. 122. Taf. 29. 

Glevenstfcbe 9. 145. Taf. 30. 

gliding (engl.) = gleitend, (von 
Schlangen, die sich fortbewegen). 

glindrar (sw.) = erglänzt. 

glis (lat.) = Klette. 

glob (sw.) = Kugel. 

^iobatus (lat.) = mit Kugeln be- 
setzt. 

giobe (ndl.) = Globus, Kugel. 

— (frz.) = Reichsapfel. 

— in a franie (engl.) = Erdkugel 
auf Gesteil (Globus). 

— terresteriai (engl.) = Erdkugel, 
globosus (lat.) = besaamt (v. d. 

Rose, aber auch: mit Knöpfen be- 
setzt). 

globuli (lat.) = Kugeln. 

Globus 9. 127. Taf. 27. 

globus (lat.) = die Kugel, der 
Globus, auch Kolben u. Knäuel. 

— imperialis (lat.) = Reichsapfel. 

— tormentariu8 (lat.) = die Kugel 
an den Fesseln der Gefangenen. 

Glocke eines Vogels ist dasselbe 
wie der Bart desselben (cfr. be- 
lappt). 

Glocken 9. 149. Taf. 30. 

glöckeiin (mhd.) = Schelle. 



glomus (lat.) = Knäuel. 

glos (lat.) = 8chwester des Ehe- 
manns oder der Ehefrau (Schwä> 
gerin). 

glouteron (frz.) = Klette. 

gloye (engl) = Handschuh. 

— pendent proper (engl.) = Hand- 
schuh mit den Fingern nach unten. 

glufe = altdeutsch für Stecknadel, 
glutinatus (lat.) = gefugt, 
gnistrand (sw.) = glitzernd, 
goad (engl ) =? Ger, Gerte, 
goat (engl.) = Ziege, 
gobelet double (frz.) = Doppel- 
scheuer (Schenkbecher), 
gobone (engl.) = gestückt, 
goccia d'aqua (it.) = Wassertropfen. 

— di pece (it.) = Pech tropfen 

sangne (it.) = Blutstropfen. 

gocciato (it.) = mit Tropfen besät, 
goccie di pioggia (it.) = Regen- 
tropfen. 

Goppel 9. 42. Taf. 6. 

— ; gefüllter - 9. 42. Taf. 9. 

Goppelsehnitt 9. 41. Taf. 5. 

Goppelstttek H. 42 Taf. 9. 

gördel (sw.) = Gürtel. 

gola (it.) = Rachen. 

golato (it.) = mit — Kehle (wenn 

dieselbe anders gefärbt ist) — cfr. 

gorge — . 
Gold, heraldische» Metall 9. 4. 

Taf 2. 
Goldammer 9. 93. Taf. 20. 
Goldamsel ft. 93. Taf. 20. 
Goldhermelin S. 9. Taf. 2. 
golf&o ; folhas de (port.) =? Seeblätter, 
golondrina (sp ) = die Schwalbe, 
golpes (engl.) = purpurrothe Kugeln.- 
golvend (ndl.) = wellenförmig. 

— dwarsbalk (ndl.) = Querstrom. 

— schildovet (ndl.) = gewellter 
8childfuss (Wellenfuss). 

— schüinbalk (ndl.) = Schrägstrom, 
gomiz (port.) = Krug. 

gonfalon 'engl., frz.) = Kirchenfahne. 

gonfalone pontificio (it.) = päpst- 
liche Standarte. 

gonfalonier \engl.) = Bannerträger 
des Papstes. 

gonfannou (engl.) • = Kirchen- 

gonfanon (engl., sp.)f Fahne. 

goose (engl.) = Gans. 

gordel (ndl.) = 8chwertgurt 

gorden (ndl.) = Gurt. 

göre (engl.) = Keil, Schoss, (auch 
eingebogene, rechte Spitze). 

gorge (frz.) = mit — Gurgel (falls 
der Hals eines Pfauen, Schwanes 
etc. von anderer Farbe wie der 
Körper ist). 

gorged with (engl.) = der Hals um- 
geben von. 

gorgiera (it.) = Halskrause, Hals- 
berge, Ringkragen. 

gorgieretta (it.) = Halskleinod am 
Helm. 

Gottesauge 9. 147. Taf 31. 

Gotteslamm = identisch mit Oster- 
lamm (s. d.). 

gouch (mhd.) = Knkuk. 



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goud — grillon. 



247 



goud (ndl.) = Gold. 

goudvink (ndl.) = Goldfink. 

gouffre (frz.) = schmale, blane 
Wasserstrasse in Schneckenlinien 
gewunden (nur in Englischen 
Wappen) 

gouh (ahd.) = Knknk. 

gonrd (engl.) = Kürbis. 

gourde (frz.) = Kürbisflasche. 

gonsset (frz.) = gefüllte Deichsel. 

gontte (engl., frz.) = Thräne, Tropfen. 

SLWI = «~ 

graad (ndl) = Stufe. 

graauw (ndl.) = grau. 

grabbelen (ndl.)» _ GarDe 

grabble (engl.) ( - (iam ' 

Grab-Kreus 8. 38. Taf 6. 

Grabscheit, s. Spaten. 

gradatim fectum (lat.) = mit einer 

Stufe (schräg) getheilt. 
gradato (it.) = Stufengiebel. 
gradienB (lat.) = schreitend, 
gradient (engl.) = schreitend (von 

einer gehenden Schildkröte), 
gradilis (lat) = schreitend, 
gradns ; per — (lat.) = Stnfenschnitt. 

— ; per modern unius — (lat.) = mit 
einer Stufe (schräg) getheilt. 

gräshopper (sw.) = Heuschrecke. 
«rate 8. 95. Taf. 21* 

« M fen.i:r.bi^li6fet Ab ^* r lie11 
-, Krieg»- Wapoleo. 

-Senatoren (.^ 

8. 177. Taf. 3S. Flg. 87. 

89. «6. 

Graf enkrone, Belgiselp-Btteder- 

landi»ehe 8. 180. 
— , däniftche 8. 179. Taf. 35. 

Flg. 25. 
— , alte — In Deutschland 

S. 175. Taf. 35. Flg. 21. 
Grafen ;Kroneder — InDentoeb- 

land mit Prädikat „Er- 

lauebt" 8. 175. Taf. 35. Flg.18. 
von deren Naehgeboren 

8. 175. Taf. 35. Flg. 19. 
Grafenkrone, moderne — In 

Deutschland 8. 175. Taf. 34. 

Flg 23. 

— in England 8. 179. Taf. 35. 
Flg. 20. 

— (In Frankreich) alte 8. 179. 
Taf. 35. Flg. 22. 

— — — moderne 8. 179. 
— , Italienische 8. 178. 

— , russische 8. 181. Taf. 35. 

Flg. 24. 
— , alte lnSchweden8.179.Taf.35. 

Flg. 21. 
— , moderne In Schweden 8. 179. 
— , spanisch - portugiesische 

8. 181. 
grafminne (sw.) = Grabdenkmal, 

Epitaph, 
grauten (sw.) = Grabstein, 
grain (frz.) = Korn, Getreide. 

— tree (engl.) = Scharlachbaum, 
gramen (lat., frz.)l _ Q 
gramigne (Ars.) ( ~~ ura8# 



10) 



= Schnurrbart, auch 
Gräte. 



gramigna (it.) = Hundsgras, 
gramigno (it.) = Oelbaum. 
gramineus (lat.) = (gras-)gfün 
'gran (sw.) = Tannenbaum. 

— (mhd.) 
grana (ahd) 
grane (mhd 
granaatappel (ndl.) = Granatapfel. 
Granatapfel 8. 106 Taf. 23. 
granada «sp.i = Granatapfel, 
granadier (frz.) = Granatbaum, 
granatäpple (sw.) = Granatäpfel. 
Granate 8. 120. Taf 26. 
Granaten, gesogene 8. 120. 

Taf 26. 
granatkula (sw.) = Granatkugel, 
grande mere (frz.) = Grossmutter, 
gran d-fat her «engl.) = Grossvater. 
— -mother (engl.) = Grossmutter. 

— pere «frz.) = Grossvater, 
grando (latj = eigentlich: Hagel, 

hier aber gebräuchlich für Ku- 
geln. 

granduca (it.) = Grossherzog. 

grand-vair (frz.) = grosses Eisen- 
hutfeh. 

grankotter (sw.) = Tannenzapfen. 

granne ; (altdeutsch) = Rückenborste 
des Schweins; Aehrenstachel (efr. 
grana). 

— (d.) = Tanne. 

granqvist (sw.) = Tannenzweig. 

gran vajo = grosses Eisenhutfeh. 
Grapen 8. 128. Taf. 27. 

grappe de raisin (frz.) = Weintraube, 
(stets am Stiel mit 2 Blättern). 

grappin *frz ) = kleiner Anker mit 
4 Haken. 

grappino (it.) = Anker mit 5 Haken. 

grappling iron (engl.) = Enter- 
haken. 

grappolo (it.) = Traube. 

— d'uva (it.) = Weintraube, 
grase var (mhd.) = grün, 
gräshopper (engl) = Heuschrecke, 
grasping (engl.) = packend (von 

einer .Löwenpranke, wenn sie 

einen Gegenstand hält), 
grftt (mhd.) == Fischgräte, Aehren- 

granne, auch Stufe, 
grater (engl.) = Zange der Glaser, 

Drahtzange, 
gr&tt (sw.) =r grau, 
grave (mhd.)i 

SSflw-o} = Grat 

Grau,kleinesl (altdeutsch) = Eisen- 
Grauwerk i hutfeh. 
gray (engl.) = grau, 
great-grandfather (engl.) = Urgross- 

vater. 
— great-grandfather (engl.) = Ur- 

ältervater. 

— -uncle (engl.) = Grossonkel, 
greb (<L) = Griff, Heft. 
grGde (mhd.) = Stufe. 

green (d. f sw.) = Ast, Zweig. 

— (engl.) = grün, 
greep (ndl.) = Griff. 



grefliga kronan (sw.) = Grafen» 

kröne. 
Greif, nngeflttgelter — 8. 98. 

Taf. 21. 

£ re !L i * \ »• ••• *** SS- 
Greifenkopf f 

Greiflisen 8. 102. Taf. 23. 

grekisk (sw.) = griechisch. 

grekist kors (sw.) = griechisches 
Kreuz. 

gr§le (frz.) = eigentlich: Hagel, 
hier aber gebräuchlich für „ Ku- 
geln". 

greife (frz.) = von Kronen ohne 
Zinken, deren Perlen direkt auf 
dem Reif ruhen. 

grelier (frz.) = grosses, in sich ein- 
mal gebogenes Jagd- (Pikeur-) 
Hörn. 

grelot (frz.) = Schelle. 

grembiato (it.) = geständert. 

grembo (it.) = der Ständer, Schoss. 

— ritondato (it.) = wolfszahnför- 
miger Ständer. 

gren (sw.) = Ast. Zweig, Linie, 
grenades (pommes de — ) (frz.) = 
Granatäpfel. 

— de guerre (frz.) = Kriegs-Gra- 
naten. 

grenouville (frz.) = Frosch, 
grenskura (sw.) = Astschnitt, Pfal. 
grenskurad (sw.) = geknorrt, ver- 
stutzt (Stubben), 
greta (port.) = Querstreifen, 
greve (d.) = Graf, 
grevelig (d.) = gräflich, 
grey (engl.) = grau, 
greyhound (engl.) = Windhund, 
grices (engl.) = junge wilde Eber, 
gridiron (engl.) = Bratrost, 
grido di giojal (it.) = Schlachtruf 

— di guerra f Kriegsgeschrei, 
grieces (engl.) = Stufen, Treppen, 
grif (d.) = Greif. 

i = Greif (hiermit 
oft der heraldi- 
sche Panther, (g. 
d.) gemeint), 
grife-klä (mhd.) = Greifenklaue. 
Griff* (des Schlüssel») 8. 133. 

— (des 8ehwerts) 8. 123 

griffe (frz.) = Heppe (Winzermesser), 
griffin (engl.) I _ Q . f 
griffioen (ndl.)f - Ur6lL 
griffioenpoot (ndl.) = Greifenklaue. 

ÖKU fr2 .) 1 = *«■ 

— male (engl.) = Greif ohne FlügeL 
griffone (it.) . 

grifo (ahd.) I = Greif. 

grifo (it., sp.)f 

Grille 8 27. 

grill6 (frz.) = gegittert (v. Helm- 

visir). 
grilles (frz.) = Gitterstäbe des 

Helmvisirs. 

.,, Äfo- i rt ,- f x 1 = bescheilt (von den 

KffiS ?frl V Schellen an den Ftts- 
grülete (frz.) | gen YonBAüMg ^ )m 

grillets (frz.) = Schellen. 

SÄ.)! = GrilIe - Heu * ferd - 



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248 



grimaldello — guttatus. 



§rimaldello (it.) = Dietrich, 
rimbart = Beiname des Dachses 
in der deutscheu Thierfabel 

zum Grimmen geschickt = tiber- 
flüssiger Ausdruck lür deu auf- 
rech t e n Löwen, Leopard etc. 

grimmig (v. Qu. 57) = v. Wild- 
schwein, wenn aufgerichtet, 
(letzterer Ausdruck gentigt voll- 
kommen für alle Thiei e !). 

grimpanttfrz.) = aufrecht (v. Hirsch). 

Grind, an Geweihen n. Hör- 
nern S. 8«. 157. 

gringolado cruze (sp.) = Doppel- 
Schlangen-Kreuz. 

gringole (engl., frz.) = mit Schlan- 
genköpfen (an den Enden) ver- 
sehen. 

grip (sw.) = Greif. 

gripho (lat., port.) = Greif, aber 
als Drache dargestellt. 

griphon sans ailes (frz.) = Greif 
ohne Flügel, hiermit ist aber der 
heraldische Panther gewöhnlich 
gemeint 

griphufvud (sw.) = Greifenkopf. 

griphus (lat.) = Greif. 

gripklo (sw.) = Greifenklaue. 

grisens (lat.) = grau. 

grito di guerra (sp.) = Kriegsge- 
schrei. 

grittie (engl.) = von einer Figur 
wenn sie aus gleichen Theflen 
Metall und Farben zusammenge- 
setzt ist. 

grive (frz.) = die Drossel. 

52"| <-v> = **. 

grönskand (sw.) = grünend, 
grönt (sw.)i 
gr^nt (d.) f _ 
gröön (sw.)/ — gnin * 
gronne (d.)J 

grose (engl.) = Zange der Küfer. 

gross ausgespitzte, krumme Strasse 
nennt (nach v. Qu. 32) Rudolphi 
den Zickzack balken. 

Grosshersttge,Kronen der-,cfr. 
Baden, Hessen, Mecklenburg, 
Oldenburg, Sachsen- Weimar. 

Grossmuhme = Schwester des Gross- 
vaters oder der Grossmutter. 

Grossniftel = Bruders- oder Schwe- 
ster- Kindestochter. 

Grossschwiegersohn = Mann der 
Enkelin. 

ground (engl.) = Grund. 

£Ä.)I = *'-<*• 

grün, heraldische Farbe S. 4. 
Taf. 2. 

gruene (mhd.) = grün, 
grulla (sp.) = Kranich, 
grund (d.) = der Boden, 
gruone (mhd.)) __ ö 
gruoni (ahd.) f — grün - 
grus (!at.) = Kranieh. 
Grusinien, Krone von — 8.181. 
Grotten (-Fische) provinziell für 

Forellen, 
gry (engl.) = Kriegsgeschrei« 



gryde (d.) = Grapen. 

gryllus (lat.) = Grille, Heupferd. 

gryphus sine aus (lat.) = der he- 
raldische Panther. 

gryps (lat.) = Greif. 

gryta (sw.) = Grapen. 

gualdrappato (it. J = mit — Scha- 

guardajoyas (sp.)f bracke. 

guardant (engl.) = vorwärts (en 
face) sehendes Thier. 

guarnecido (port., sp.)* = begrifft 

guarnito (it.) ( (v. Schwert). 

Gueker (Fenster) S. 115. 

Guckfenster H. 133. Taf. ZS. 

»guelfes (frz.) = rechtwinklige Zinnen. 

gtimpel (mhd.) = Gimpel. Blutfink. 

guernito (it.) = beringt und bebandet 
(v. Jagdhörnern). 

Gtirtel = vom G. an der Kleidung. 

— = ein zopfheraldischer Ausdruck 
für den (Quer-) Balken. 

Gartelstelle oder Gttrtelrelhe 
beim fünffach getheilten Schilde die 
mittlere. 

gueules ffrz.) = roth. 

Guffe (altdeutsch) = 8tecknadel. 

Gugel H. 117. Taf. 25. 

guidon (frz.) = lange, grosse Fahne 
mit 2 flatternden Spitzen, an einer 
Turnierlanze. 

guil (udi ) = Gaul. 

guimpe (frz.) = Brustschleier der 
Nonnen, auch : Wimpel. 

guinzagliatö (it.) = gekoppelt (v. 
Hunden*. 

guinzaglio (it.) = Hundskoppel. 

guitarra (it.) = Zither. 

Gnitarre S. 12«. 

guivre (serpent) (frz.) = Schlange, 
(gewöhnlich für die aufgerichtete 
Mailänder (Visconti-) Schi, ge- 
braucht). 

guivre (frz.) = zickzackförmig. 

— (engl., frz.) = in Schlangenwin- 
dungen. 

güi (mhd.) = Eber, überhaupt 

männliches Thier. 
gula (lat ) = Kehle. 

öfii? «.)}=«•"«■ 

guldaare (d.) = goldenes Ruder. 

guidanker (d.) = goldener Anker. 

guldax (d.) = goldene Aehre. 

guldbaadshage (d.) = goldener Boots- 
haken. 

guldberg af tre spetsar (sw.) = 
goldener Dreiberg. 

guldbier (d ) = goldene Bienen. 

guldblomst (d.) = goldene Blume. 

guldbogstaver (d.) = Goldbuch- 
staben 

guldbonad (sw.) = goldbekleidet. 

guldegegreen (d.) = goldener Eich- 
zweig. 

guldengel (d.) = goldener Engel. 

guldfäste (sw.) = Goldgriff. 

guldfaestet (d.) = goldbegrifft (v. 
Schwert etc.). 

guldfjer (d.) = goldene Straussfeder 

guldfrynset (d.) = goldbefranst. 

guldgrif (d.) = goldener Greif. 



guldhalsbaand (d.) = goldenes Hals- 
band, 
guld-harpe (d.) = goldene Harfe, 
guldhjulskinner (d.) = goldene 

Badfelgen (Radschienen \ 
guldhovet (d.) = goldenes Haupt 

(v. Adler) hier woi nur der Schnabel 

gemeint), 
guldkant (d.) = goldener Saum. 
— - infattad (sw.) = goldbordirt. 
guldknappar (sw.) = goldene Knöpfe, 
guldkplle (d.) = goldene Keule, 
guldkors (d.) = goldenes Kreuz, 
guldlpwe (d.) = goldener Löwe, 
guldlysestage (d.) = goldener 

Leuchter, 
guldnaeb (d.) = goldener Schnabel« 
guldnogler (d.) = goldene Schlüssel, 
guldoliegreen (d.) = goldener Oel- 

zweig. 
guldrand (d.) = goldener Rand, Bord, 
guldring (sw.) = goldener Ring, 
guldskjaefted (d.> = goldbegrifft, 
guldskraabjelke (d ) = goldener 

Schrägbalken, 
guldslange (d ) = goldene Schlange, 
guldslot (d.j = goldenes Schloss 

(Burg), 
guldsölja (sw.) = goldene Schnalle, 
guldsparre (d.) = goldener 8parren. 
guldsprängd (sw.) = goldbesprengt, 
guldsten (sw.) = goldener Stein, 
guldstjern (d.) = goldener Stern, 
guldstok (d.) = goldener Stab. 

Ä) engL) ( =«*• 

gul&ra (sw.) = goldgrau, 
guliblandad (sw.) = goldvermischt, 
gult (sw.) t= golden, 
gumena (sp.)) = Anker Taiu 
gumene <frz.)f 

gumpe (mhd.) = Schneckenschnitt, 
gumpha dat.) = Radnabe, 
gumse (sw.) = Hammel. 
gum8ehorn (sw.) = Hammelhorn. 
gumsehufvud (sw.) = Hammelkopf, 
gunderebe (mhd.) = Gundelrebe, 
gundreba (ahd.) = Ahorn, 
gunstone (engl.) = Kugeln, 
gunsus (lat.) = Wecke. 

güpfe} (mh(L) = Kuppe ' GipfeL 

gurges (engl.) = Strudel, in Form 
eines Schneckenhauses , dessen 
äusseres Ende oben nach links 
gerichtet ist. 

gurgulio (lat.) = GurgeL 

Gurt = vom Leibgurt der Thiere 
(Pferd, Bock, Hirsch, Meerkatze). 

gusset (engl.) = eingebogene rechte 
Spitze. 

gussets (engl.) = angebliche he- 
raldische Kennzeichnung der Ehe- 
brecher oder Trunkenbolde, im 
Schilde in Form einer nach den 
oberen Ecken abgeschrägten 
Flanke, oder eines Deichselstücks. 

gutta (lat.) = (Wasser-JTropfen. 

— Bimbolica (lat.) = Latz (am 
Turnierkragen). 

guttatus (lat.) = gezähnelt (mit 
ganz kleinen Spitzen). 



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guttatus tigillus — halfbroder. 



guttatus tigillus (lat.) = der Tur- 
nierkragen. 

gutta (engl.) = mit Tropfen be- 
sprengt. 

— de larmes (engl.) = mitThränen 
bestreut. 

— — l'eau (engl.) = mit Wasser 
bespritzt. 

poix (engl.) = mit Pech oder 

Theer bespritzt. 

sang (engl.) = mit Blut be- 
spritzt. 

guttue (engl.) = mit Tropfen be- 
streut. 

guttes reversed (engl.) = hängende 
Tropfen. 

guzes (engl.) = blutrothe Kugeln. 

ffi n (ä!)} = *olden. 
gyrare (lat.) = Geyer, 
gyron (engl.) = Ständer, 
gyronne (engl.) = geständen. 

— of six (engl.) = sechsfach ge- 
ständen. 

gyronne^ of eight (engl.) = acht- 
gyronny/ fach geständen. 



H. 



hatf dis} < ndL ) = E^echse. 

haak (ndi) = Fischerhaken. 

haam (ndl.) = Kummet. 

haan (ndl.) = der Hahn* 

haand (d.) = Hand. 

haar (ndl.) = Haar. 

haardrjzer (ndl.) = Feuerbock 

(Kesselstand). 
ha # ardplate (ndl.) = Herdplatte. 
HÄmren; mit abhängenden — , 

wenn das Haar vorn über die Brust 

hängt. 
— ; mit bd Feld geschlagenen - , 

wenn das Haar hinten abfliegt 

(altdeutsch) 8. 1«. 
haas (ndl.) = Hase, 
habaro (ahd.) = der Hafer, 
habech (mhd.) = Habicht. 

habere) < mh<L ) = der Hafer - 
haberdine (engl) = Kabeljau, 
habergeon (engl.) = Brustharnisch, 
habich (mhd.) = Habicht. 
Habicht H. 90. 
Habichtsflügel, s. Flügel, 
habille (frz.) = l., mit -Segeln (v. 

Schiff; 2., bekleidet (v. Menschen), 
habick (engl.) = Werkzeug der 

Tuchmacher in Form einer! 

habited from the middle richly 
(engl.) =? in mittelalterlicher 
Kleidung. 

habuh (ahd.) = Habicht. 

hac (mhd.) = Haag, Einfriedigung, 
Dorngesträuch. 



hacha < 



/, n J _ die Fackel 
W-)\ - die Axt 

- de armas (sp.) = Streitaxt, 
hache d'armes (frz.) = Hellparte, 
hachements (frz.) = Helmdecken, 
hachet (frz.) = kleines Beil, Axt. 
hachures (frz.) = Schraffirung. 
Hackbeil mit Klotz S. 130. 

Taf. 27. 
Hacke, s. Kerst. 
Hackenkreuz, s. Hakenkreuz, 
hackle (engl.) = Hechel. 
Haekmesser S. 130. Tat. 27. 
häcko (ahd.) = Haken, 
haedus (lat.) = Ziege. 

Hände, ab « ewei, i e J e ) s. 80. 
'angewendete' w# 

— , treue S. 80. Taf. 14. 

häSrnal (»*•> = *• ****• 
Hängel nennt man (v. Qu. 57) an- 
statt „Lätze" die drei herabhän- 
genden Enden der Kirchenfahne 
(s. d.). 

hangend = von Früchten an Stielen, 
sobald letztere nach dem Ober- 
rand gerichtet sind. 

härf (sw ) = Rechen, Harke. 

Httrlng H. 95. Taf. 21. 

haerme (mhd.) = hermelin. 

härmästerligt kors (sw.) = Deutach- 
ordenskreuz. 

hast (sw.) = Hengst, überhaupt: 
Pferd. 

— ; tili — (sw.) = zu Pferde. 

hästeililior (sw.) = Pferde- (fran- 
zös.) Lilien. 

hästespödh (sw.) = Pferdebeine. 

hästhof (sw.) = Pferdehuf. 

hästhufvud (sw.) = P/erdsrumpf. 

hästsko(r) (sw.) = Hufeisen. 

Hafen (Uefass) H. 128. Taf. 27. 

Hafer 8. 107. 

Haferstrauch = z. B. im Wappen 
der niedersächsiachen f ▼• Brum- 
mer. 

hafsjungfru (sw.) = Meerweib. 

Hafte, cfr. Spange. 

hafvende i sig (sw.) = darin. 

iS (fthd) )= Haag, Dornge- 
hagesf (mh<L) )8träu.ch,Einfriedigung. 
hagedis (lat., ndi ) = Eidechse, 
hähel (mhd.) = Kesselhaken, 
hahhit (ahd.) = Hecht. 
Hahn, kämpfend) 

-, sehreitend! S.90.Taf.l9. 

— 9 stehend ) 

— mit Fisehsehweif 8. 101. 
Taf. 23. 

Hahnfederbusfh dgl. S. 162. 
Taf. 31. 

nahnfedern als Helmkleinod, 
deren Anzahl, Stellung, Zäh- 
lung S. 161/2. Taf. 31. 

gekreuste) H. 162. 

verstutstef Taf. 32. 

Hahnrttmpfe H. 90. Taf. 19. 

haie (frz.)» = Zaun, Hürde von 

— (engl.)j Weidengeflecht. 

hair (engl., (ndl.)l = Haar (des 
haire (frz.) f Kopfes). 



24* 

hak (ndl.) = Hacke. 

hake (mhd.) = Haken. 

— fish (engl.) = die Brasse 

(Fisch). 
Haken S. 136. Taf. 29. 
Haken, s. auch Angelhaken. 
Haken-Kreuz S. 37. Taf. 6. 
häjio (ahd.) = der Haken. 
halb = vom Oberthcil von Thieren 

u. Menschen, sobald im Schilde 

schwebend, 
halbbenestelt = nach v. Retberg 

der gespaltene, in einem der 

beiden Plätze mehrfach querge- 

theilte Schild. 
Halbbinde nennt v. Retberg den Bal- 
ken in einem der Felder eines 

gespaltenen Wappens, 
halbe Cirkel nennt (v. Qu. 14) 

Albinus die Seeblätter (s. d.). 
halber Adler ist stets der Adler am 

Spalt (s>. d.), wenn nicht anders 

gemeldet. 
Halbflug, s. Helmkleinod (Flügel). 
halbgespalten und getheilt 

H. ZI. Taf. 4. 
Haibgestänge nennt v. Querfurth 

S. 58 ziemlich unverständlich das 

Hirschhorn, (s. d.). 
halbieret unt dwerhes (mhd.) = 

halbgespalten und getheilt. 
halbrunder Schild = ein unten in 

einem Kreisbogen gezogener Schild 

mit im übrigen geradlinigen Be- 
grenzungslinien. 
halbgetheilt und gespalten 

S. 28. Taf. 4. 
Halbgötter u. deren Attribute 

S. 148. Taf. 31. 
Halbkrücken -Kreuz H. 30. 

Taf. «. 
halblinks- und gegengesehragt 
H. 58. Taf. 9. 

halbrechts- n. gegengesehragt 
S. 58. Taf. 9. 

Halbschrägbinde und gegenschräg 
(v. Retberg): = schräggetheiit, 
oben ein Schräglinkbalken. 

Halbschrägkappe nennt v. Retberg 
die gestürzte Schrägspitze. 

Halbschuh nennt v. Retberg den 
ünterschoss Taf. 9. Fig. 43. 46. 
dann, wenn er von der Mitte der 
Seitenränder ausgeht; eine u. E. 
selbst für den Nichtlaien zu un- 
endlichen Missverständnissen An- 
las« gebende Bezeichnung. 

Halb- und Gegenschrägbinde (v. 
Retberg) = die gestürzte Schräg- 
krücke. 

halcyon (lat.) = Eisvogel. 

hale (d.) = Schwanz. 

halec (lat.) = Hering. 

halecret (it.) = Brustharnisch. 

half; en — (sw.) = wachsend , wenn 
im oberen Theile eines qnerge- 
theilten Schildes eine Figur her- 
vorgeht. 

— ; one - (engl.) = die Hälfte (»/,). 

halfbroder (sw.) = Halbbruder. 

63 



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250 



halfgekapt — Hauptschnitt. 



halfgekapt (ndl.) = eine von der 
Mitte der Seitenränder aufstei- 
gende Spitze. 

— geschuint (ndl.) = gestürzte 
Schrägspitze. 

halfmane (sw.) = Halbmond. 

halfpart (sw.) = Hälfte. 

half spear (engl.) = kurzer Speer. 

halfverad (sw.) = halbirt. 

hälland(e) (sw.) = haltend. 

hälland med bader fötteraa (sw.) = 
haltend mit den beiden Pranken. 

hallebarde tfrz.) = Hellparte. 

haller upp (sw.) — hochhaltend. 

Halm (der Acoren) 8. 107. 

halme (mhd.) = Stiel, Glocken- 
schwengel. 

halp (mhd.) = halb. 

Halsberge, s. Turnierringkragen. 

halsgeltrönt = von Thieren mit 
Blätterkronen um den Hals. 

halster (ndl.) 1 _ HftlftpP 

halter (engl.)} ~ Hallter - 

Halskleinod (am Helm) 8. 153. 

halvdeel (d.) = Halbtheil, Hälfte. 

halve af ; det — (d.) = die Hälfte von. 

— os (ndl.) = Ochsenrumpf, 
halvmaan (d.) = Halbmond. 

— , som vender spidserne mod 
hoire (d.) = zunehmender Mond. 

halT opspringeiid (d.)J = wachsend . 

— opstaaend (d.) ) 

hamaide (frz.) = 3 schwebende 
Balken Hamen. 

hamar (ahd.) = der Hammer. 

harne (mhd.) = Hamen. 

hamecon (frz.) = Angelhaken. 

hamer (mhd., ndl.) = der Hammer. 

hämo (ahd.) = Hamen. 

hammar (sw.) = der Hammer. 

Hammer 8. 135. Taf. 28. 

hammer (engl.) = Hammer der Stein- 
setzer. 

— ducally crowned (engl.) = oben 
gekrönter Hammer. 

hamrar (sw.) = Hämmer (plural). 
hamus (lat.) = Angelhaken. 

— curvatus (lat.) = der Haken. 

— igniariu8 (lat.) = Schürhaken, 
han (mhd.) = der Hahn. 

hand (sw.) = die Hand. 

Hand; flache — = offene Hand. 

Hand der Gerechtigkeit, Zep- 
ter mit der — (im Kais. 
Französ. Wappen) 8. 175. 

Hand der Gerechtigkeit, Zep- 
ter im Mgl. Franzis. Wappen 
- 8. 176. 

Hand der Gerechtigkeit, Zep- 
ter im Wappen Louis Phi- 
lipps Ton Orleans, Königs 
v. Frankreich — 8. 176. 

hand in armour (engl.) = gepanzerte 
Hand. 

Hand in die Hüfte gesteUt 
8. 77. 

Hand issuing from a human heart 
(engl.) = Hand aus einem Herzen 
wachsend. 

— , menschliche 8. 79. 

— , oflene 8. 79, 



hand, waarvan de twee vingers op- 
gestoken zyn (ndl.) = Schwurhand. 

sstsa -*»«"*««- 

handcuffs (engl.) = Handhaben. 
Handjar 8. 124. 
Hand-Korb 8. 132. Taf. 28, 
Handmtthle 8. 144. Taf. 30. 
Handramme 8. 136. 
Handschar 8. 124. 
Handschaufel 8. 143. Taf. 30. 
Handschelle 8. 137. Taf. 29. 
handschoen (ndl.) = Handschuh. 
Handschnhe 8. 119. Tat. 26. 
Handspiegel 8. 134. Taf. 28. 
handtag (sw.) = Griff, Heft, 
hanefiädrer (sw.) = Hahnfedern. 
Hanf 8 107. Taf. 24. 
hank of cotton (engl.) = Seiden- 

knäul (in Gestalt einer in der 

Mitte verknoteten 8). 
hankekande (d.) = Henkelkrug (mit 

Deckel u. 2 Henkeln). 
Hannover, Krone des Hersogs- 

thnms — (im Prenss. Wappen) 

8. 174. 
— , Krone des ehem. Kdnlg- 
. reichs 8. 174. 
hano (ahd.) = Hahn, 
hans (sw.) = sein, 
hant (ahd., mhd.) = Hand, 
hantschuoch (mhd.) = Handschuh, 
happa (ahd.) I _ H 

happe (mhd., frz.) f - Meppe ' 
har (mhd.) = Flachs. 
h|r (ahd.. mh d.)j = Haa , 

hara (sw.) = Hase. 

harangue (frz.) = Ring. 

harap (frz.) = Deckeibecher, oben 

mit Handgriff, 
hardi (frz.) = streitend (v. Hahn, 

der einen Fuss hebt), 
hare (d., engl., sw.) = Hase, 
hareng (frz.) = Häring. 
Harfe 8. 126. Taf. 27. 
haring (ndl.) = Häring. 

KW dat.) = Garn, 
hark (ndL) = Rechen, Harke. 
Harke, s. Rechen. 

härm (mhd.) = Hermelin, aber 
auch: weiss. 

harmwiz (mhd.) = weiss. 

harnasch 

harnas i (mhd.) = Harnisch. 

harneschf 

harnesk anklädd ; med— (sw.) \ 

harneskklädd (sw.) f = ge- 

harneskprydd (sw.) > har- 

harniskedf , A >. I nischt. 

harnisketf w ) 

haro (ahd.) = Flachs. 

SMS" ^'l = Harfe, 
harpago (lat.) = Feuerhaken, 
harpe (frz.) 1 _ „ - 
harpfe (mhd.)J " ±lane# 
harpie (frz.) = Jungfrauenadler, 
Harpye. 



harpon (frz.) I = Fischerhaken, 

harpoon (engl.)J Harpune. 

harpy (lat., ndl.) = Harpye, Jung- 
frauenadler. 

— displayed sans legs (engl.) = 
Harpye ohne Füsse. 

harpy a (lat.) = Harpye (Jung- 
frauenadler). 

Harpye, s. Jungfrauenadler. 

harrow (engl.) = Egge, Harke. 

harrows, three triangulär conjoined 
— (engl.) = drei durch Ring ver- • 
bundene Eggen. 

hart (ndl.) = wörtlich: Herz; auch 
gebraucht von dem Samenkelch 
der Blumen. 

— - (engl.) = Hirsch. 

harts head (engl.) = Hirschkopf. 

Hartschiermesser S.lSO.Taf.27. 

harv (d.) = Harke, Rechen. 

harvest fly (engl.) = die Grille. 

Hase, aufrecht) 

i: 22- }■■•»•'"»• 

Hasenkopfe 1 

hasel sprig (engl.) = Haseizweig 

(Reis). 
hasp (engl.) = Riegel. 
Haspe, s. Ortband, Spange, Thür- 



hassel (sw.) = Hasel. 

hasta (lat.) = die Lanze, Gerte. 

hat (engl.) = Hut. 

hatband = Hutband, Hutschnur. 

hatchel (engl.) = Hechel. 

hatele (mhd.) = Ziege. 

hatt (d., sw.) = Hut. 

Haube wird auch die Kappe des 
Falken genannt. 

Haue, s. Kerst. 

Haupt, s. Schildhaupt. 

— menschliches, s. Kopf, Mohren- 
kopf etc. 

Hauptabianger Streif, so nennt 
Rudolphi denHauptpfal (s. d.). 

Hauptbalken nannt v. Querfurth 
S. 60 den Hauptschrägbal- 
ken. (Unter „Hauptbalken" 
könnte man nur einen im oder 
zur Begrenzung des Schildhauptes 
dienenden Balken verstehen). 

Hauptflanke 8. 15. Taf. 2. 

hauptgespitzten Pfahl nennt v. Quer- 
furth S. 60 die Pallisa de. 

Hauptkappe nennt v. Retberg die 
Spitze unter einem Schildhaupt, 
wenn gleicher Färbung mit er- 
steren. 

Hauptrand, Veränderung des- 
selben bei linksgekehrten 
Wappenschilden 8. 186. 

Hauptreihe = beim mehrfach quer- 
getheilten Schilde die Stelle des 
Schildhauptes. 

Hauptschild = (im Gegensatz zu 
den ihm aufgelegten Mittel- resp. 
Herzschilde) = der grosse Wappen- 
schild, der auch Rücken schild 
genannt wird. 

Hauptschnitt nennt Bussing die 
Spaltung. 



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Haupt- Schräg- u. Schräglink-Balken — hensson. 



251 



Haupt- Beitrag- n. Sehragllnk- 

Balken 8. 44. Taf. 7. 
Hauptsehragen 8. «4. Taf. 10. 
Haupt-Sparren 8. 61. Taf. 10. 

Hauptspalt (altdeutsch) für Schild- 
baupt. 

Hauptstelle = Hauptreihe. 

Hauptstreif nennt v. Retberg den 
(Schild)hauptpfaL 

Hauptstück = Ausdruck von älte- 
ren Heraldikern für den oberen 
Theü eines zweimal (quer) ge- 
seilten Feldes gebraucht, Böck- 
ler u. a. Zopfheraldiker gebrau- 
chen die Bezeichnung direkt für 
das Schildhaupt (v.Querf urthöO). 

hauptweis = besser: balkenweis im 
Schildhaupt. 

haurient (engl.) = steigend, vom 
aufrechten Fisch. 

Hau» (modernes) 8. 114. Taf. 2. 

Hausanker, doppelter, s. Feuerbock, 
Maueranker, Wolfsangel. 

Hausgerathe 8. 12« IT. 

Hauskrone (Rudolfs II.) 8. 171. 
Taf. 34. Fig. 6. 

Hausmarken; über diese ist 
eine besondere werthvolle Mono- 
graphie erschienen, worauf wir, 
da H. zu den eigentlichen 
Wappenbildern nicht gehören, 
hier wenigstens hinweisen wollen. 

1= erhöht (von Quer- 
balken und Sparren, 
wenn sie höher steh- 
en als gebräuchlich). 
Haussecol (frz.) = Halsberge, 
haut (frz.) = wörtlich: hoch (vom 
gezückten Degen, dessen Spitze 
• nach oben weist). 

&£ gffi} = ™". T ^- 

havfrue (d.) = Meerweib, 
havik (ndl.) = Habicht. 
Hawaii, Krone des Königs 
Ton — 8.184. Taf. 35. Flg S5. 

hawk (engl.) = Habicht, 
bäwks bell and jesses (engl.) = Fal- 
ken-Glocke an Lederriemen. 

— legerased belled jessed and var- 
velled (engl.) = Falken fu 9 s mit 
GFocke und Ring um blinden. 

— Iure (engl.) = Haube des Falken 
(hat die Gestalt einer an ** -förmig 
gebogenen Stengel hängenden 
Glockenblume). 

hay hook (engl.) = Heuhaken (die 

Form eines Angelhakens), 
hazel brauch (engl.) = Haselnnss- 

zweig. 
hazen wind hon (1 (ndl.) = wörtlich: 

Hasen windhnnd, i. e. Windhund 

(8olofänger). 
head (engl.) = Haupt, Kopf von 

Menschen u. Thieren, aber auch 

das Eisen von Aexten, Spiessen 

etc- 
headed (engl.) = mit — Eisen (vom 

Pfeil etc.). 
heames (engl.) = Kummet am 

Pferdegeschirr. 



heart (engl.) = Herz. 

— ease (engl.) = Vergissmeinnicht- 
blume. 

heath cock (engl.) = Birkhahn, 
heathen (engl) = Heide, Sarazene, 
heaume (frz.) = Helm, 
hebreiska (sw.) = hebräisch. 
Hechel 8. 144. Taf. 30. 
hechet (mhd.) = Hecht. 
Hecht 8. 95 Taf. 20. 
Hechtkopf 8. 95. Taf. 20. 
hed (sw.) = Heide, i. e. Boden, 

Basen, 
hedera (lat.) = Epheu. 
hedge (engl.) = Hecke. 

— hog (engl.) = Jgel. 
Heerhorn 8. 126. Taf. 27. 
Heerkolben 8. 124. Taf. 26. 
heestertak (ndl.) = Heisterzweig. 

hehhit (ahd.) = Hecht. 

Heldenhut, heidnischer Hnt 
8. 117. Taf. 25. 

Heidenkopf = Sarazenenhaupt. 

Heldenrumpf 8. 79. Taf. 14. 

heidequist (sw.) = Heidekraut-Zweig. 

heifer (engl.) = Farrnkraut, auch 
Klee. 

heiger (mhd.)l _ R e ih er 

heigir (ahd.) ) ~ Keiüer * 

mit Heiligenschein (Lowe) 8. 82. 
s. auch Engel, Heilige, Adler 
Doppeladler. 

Heimchen, s. Grille. 

heipaal (ndl.) = Pflasterramme. 

heister (mhd.) = Buche (Baum). 

hejre (d.) = Beiher. 

hejrefjer (d.) = Beiherfedern. 

hei (sw.) = ganz (er, e, es). 

helecho (sp.) = Farrnkraut. 

Hell*, altdeutsch für Elefant. 

helfant (ahd., mhd.) = Elefant. 

heliotropium (lat ) = Heliotrop. 

hellebaard (ndl.) = Hellparte. 

Hellebarde, richtiger Hell- 
parte 8 121. 

hellend (ndl.) = schräg. 

Hellparte 8. 121. Taf. 26. 

Helm, der — 8*. 151. 

— (als Wappenblld) 8. 117. 
T«f. 25. 

— , wappenmassiger; nichtjeder 

Helm 8. 151. 
Helm, herzoglichen, nennt Bnssing 

einen Helm, dessen Visir neun 

Bügelstangen hat. 
helmbarte (mhd.) = Hellparte. 
Helmdecken 8. 153. 

!)Arten 
f Darstellung 
deren)Entstehung 8. 
(Färbung 154. 
jZweek 
Helme, adelige 8. 152. 
— , Bemalnng der 8. 156. 
— , „beschlossene" 8. 153. 
— 9 bürgerliche 8. 153. 

— sollten niemals auf Rang- 
kronen stehen — 8. 166. 187. 



Helme, Farbe der — 8. 152. 
— , deren Formen 8.151. Taf. 33. 
— 9 Gebrauch der — auf Siegeln 

8. 151. 
— 9 geschlossene 8. 152. 
— , deren Grössenverhaltnlss 

cum Schilde 8. 152. 
- 9 mehrere 8. 152. 154/5. 
—9 offene 8. 152. 
— 9 Stellung mehrerer 8. 154/5. 
—9 Tornlers- 8. 153. 

— über die Kopie der Schlld- 
halter gestülpt 8. 185. Taf. 36. 
Flg. 18. 

—9 Turnier- 8. 153. 
—9 Zahlung mehrerer 8. 153/4. 
helmet (engl.) = Helm. 
Helmkleinod ohne Helm Über 

dem Wappenschild Ist un- 

heraldlsch 8. 168. 
— 9 dessen Stellen und Wachsen 

ans einer Rangkrone Ist 

unheraldisch — 8. 168. 
Helmkleinod, s. anch Kleinod. 
Helmkleinode, deren Elnthei- 

lnng 8. 156. 
Helmkrone darf nie eine 

Rangkrone sein 8. 168. 

— ist das Vermlttelungsglied 
zwischen Helm n. Kleinod 
8. 168. 

— kann nie einen Rangunter- 
schied andeuten 8. 168. 

— ohne Kleinod auf dem Helm 
ist unheraldisch 8. 168. 

hel m lin (m hdO = die|ä-;j ( ^e 

J Heim), 
helmloer (mhd.) = Wulst. 
Helmschan 8. 151. 

helmteeken (ndl.) = Helm- {ggȣ 

Helmwulst, s. Wulst 8. 166. 

Helmzier = Helmkleinod, Kleinod. 
Helmzier braucht Spener unrichtig 

für Helmdecke (sie!). 
helve (engl.) = Axtstiel, Halfter. 

hemp- | JjJk (engl.) = Hanfbreche. 

hen (engl., ndl.) = die Henne. 

hengest (mhd.) = Hengst. 

hengsei (ndl.) = Wolfsangel, das 

Wappenbild der Loe\ 
Henkelkorb 8. 132. Taf 28. 
Henne 8. 60. Taf. 19. 
Henning = Beiname des Hahns in 

der deutschen Thierfabel. 
heord (engl.) = Haar. 

tt gS!)i = "W Sichel. 
Heppe 8. 144. Taf. SO. 

hera (port.) = Epheu. 
heralt (mhd.) = Herold, 
herbaceus (color) (lat.) = grün. 

JA {Sil-"»!- 

herbeux (frz) = grasbewachsen, 
herisse (engl.) = mit langen schar* 

fen Spitzen besetzt. 
heViBson (frz.) = Jgel. 



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252 

herissone (frz.) = aufgeplatzt (v. 
Früchten). 

henssonne (frz.)f (yon der sprungbe- 
henzonado (sp.)j reiten Katze). 

fiXl <■"•> = Herzo ^ 

lf erkulea S. 149. 150. 

herma (lat.) = Rumpf, 
hermana (sp.) = Schwester, 
hermano (sp.) = Bruder. 

Mutter- 1 

— mudre (sp.) = broder f 0h d 

— del padre (sp.) Vaters-( 

bruder J 

— mayor (sp.) = ältester Bruder. 

— menor (sp.) = jüngerer Bruder, 
hermanos (sp.) = Geschwister. 
Hermelin(tnier) H. 84. Taf. 16. 
Hermelin 9. 6. Taf. 2. 

- , natürlicher H. 7. Taf. 2. 
hermelinfoeret(d.)=hermelingefuttert. 
Hermelinkttraeh S. 7. Taf. 2. 
HermelinsehwttnBeben H. 6. 7. 

Taf. 2. 
Hermelinatulp im Tnrnierhnt 

bedeutet nicht fürstliche 

Abstammung H. 160. 
hermen (nihd.) = Widder, daher 

das redende Wappen der Herman 

in Augsburg (jetzt „v. Wimpffen"). 
Hermen ist dagegen der Beiname 

des Bocks in der deutschen 

Thierfabel. 

— nennenEinige auch diemenschlichen 
Rümpfe auf denHelmen (v. Qu. 65). 

hermjn (mhd.) * _ herme iin. 

bermme (frz., sw.) ( 

herminer \ (sw.) = Hermekn- 

herminlika figurerf Schwänzchen. 

hermionicus (lat) = Hermelin. 

hermit (engl.) = Eremit. 

hermynstaart (ndl.) = (heraldisches) 
Hermelinschwänzchen. 

Heroldsflgnren cfr. Pfal, Bal- 
ken, Kreuz, Schrägen, Sparren 
Schrägbalken. 

heroldsstav (d) = Heroldsstab. 

Heroldsstueke S. 11. 

Heroldstrompete 8. 126. 

heron (engl., frz.) = Reiher. 

herradura (de cavallo) (sp.) = Huf- 
eisen (des Pferdes). 

herring (engl.) = Hering. 

herriz (mhd.) = der Igel. 

herse (frz.) = Egge. 

— sarasine (frz.) = Fallgatter. 

herse* (frz.) = mit — Fallgatter 
(von Burg- oder Thurmthor). 

hersenbeckeni ( dL) = SchftdeJ . 

hersenpan f x ' 

hert (ndl.) = Hirsch. 

hertenhoorn (ndl.) = Hirschstange. 

hertenhoornkring (ndl.) = dgl. 
ringförmig zusammengebogen. 

hertenschedel (ndl.) = Hirschkopf, 
HiTSchstirn. 

hertigliga kronan (sw.) = schwe- 
dische Herzogskrone (fünfzackige 
KTone, je oben mit Perle u. einer 
blauen, ^— **. gebogenen Mütze 
bis zu */ 8 der mittleren Spitze). 



herissone — hintereinander. 

hervorbrechend (Sonne) S. 68. 

Taf. 12. 
— (Thier) S. 73. Taf. 12. 18. 
hervorgehend S. 73. Taf. 13. 

hervorgehend nennt v. Retberg den 
' „Adler am Spalt" (s. d.). 
— , s. auch wachsend, 
hervorschauend = hervorbrechend, 
hervorschreitend = hervorgehend. 
hervorspringend S. 73. 
Hers, geflügeltes S. 147. Taf. 3L 
— , pfelldurcbbobrtes S. 147. 

Taf. 31. 
herze (mhd.) = Herz. 
Herzoge, Abselchen der Napo- 
leonischen — S.177. Taf. 35. 

Flg. 85. 
Herzöge, regierende in Deutschland, 

Krone der — cfr. Anhalt, Sachsen, 

Braunschweig. 
Hersogskrone, Belglscb - Äi ie- 

derlandlsche S. 180. Taf. 35. 

Flg. 4. 
— , danische S. 179. 
— , die der reglerenden In 

Deutschland S. 174. 
— (In England) S. 179. Taf. 35. 

Flg. 3. 
— , FlorentlnlscbeS.184.Taf.34. 

Flg. 36. 
-, fransoslscbe S. 176. Taf. 35. 

Flg. 5. 
— , Italienische S. 178. 
— , spanisch - portugiesische 

S. 181. 
Herzogskrone , venetianische , s. 

Dogenmütze. 
Herzogsmäntel, s. Fürstenmäntel. 
Hersreihe = die zweite Reihe von 
oben bei einem viermal quer ge- 
seilten Schilde. 
Hersschlld nennt man den, einem 
grösseren Schilde, dem Haupt- 
schilde genau in semer Mitte auf- 
gelegten kleinen Schild; oft findet 
sich zwischen beiden noch ein 
dritter, der dann Mittelschild heisst. 
ff erzstelle ist diejenige Stelle eines 
Schildes, auf der der Herzschild 
zu ruhen pflegt, also beim neun- 
fach geschachten Schilde der 
mittelste oder fünfte Platz, 
hespe (mhd.) = Thürangel, Haspe. 
Hessen und bei Rhein» Krone 
des Grossbersogs von — 
H. 174. 
best (d.) = Hengst, überhaupt: 

Pferd, 
hestehoved (d.) = Pferdekopf, 
hesteskoe (d.) ) 
hesteskool ,„ v > = Hufeisen. 
hestsko(r)f ^ 8W '' ) 
heteromaila (lat.) = Kleidungsstück 

ohne Naht. 
hÄtre (frz.) = Buche, Heister, 
hetzelfde (ndl.) = dasselbe. 
Heugabel 8. 144. Taf. 30. 
Heugabel, s. auch Streitgabel. 
Heuschrecke 8. 97. Taf. 21. 
heup (ndl.) = Hüfte, 
heurts (engl.) = blaue Kugeln. 



heuveltje (ndl.) = Dreiberg. _ 

hevillado (sp.) = bebuckelt (v. 

Halsband), 
hewi-skrökko (ahd.) = Heuschrecke. 
MäUm (sw.) = Helm, 
hiälm chrona (sw.) = Helmkrone, 
hians ; superius — (lat.) = oben aus- 
gebrochen (vom Sparren), 
hide (engl.) = Haus, Hütte, 
hie (d., sw.) cfr. hje. 
— (frz.) = Wegwalze, nur im 
Wappen der Damas-Jonancy be- 
kannt, hat die Form einer auf- 
rechten Spindel, an deren Seiten 
oben rechts und unten links ein 
Bing an kurzem Stiel sitzt. 
Hiebruhe, altdeutsch für Parirstange 

(des Schwertes). 
Hiebwehr, altdeutsch für Schwert- 
klinge. 
Mief d. h. Ruf- Moni, richtiger 
wie Hift- oder Hüft-Horn S. «•. 
Taf. 27. 
hiel (ndl.) = Hacke, 
hielmeth (sw.) = Helm, 
hieroglyphicus (lat.) = Schildhaupt, 
hieroteca (lat.) = der hl. Gral 
(Schale in der Christi Blut auf- 
gefangen ward), 
hierro (sp.) = Lanzeneisen. 
Hifthorn H. 126. Taf. 27. (cfr. 

Hiefhorn). 
higuera (sp.) = Feigenbaum. 
hiTos (sp.) = Kinder, 
hüera (sp.) = Reihe. 
Hilfst! ein odeheissen solche, welche 
das Bild des Schildes wiederholen; 
hiezu gehören Flügel, Flüge, 
Hörner, Köcher, 8chirmbretter u. a. 
hill (engl.) = Halle, Holm, 
hillebard (sw.) = Hellparte, 
hiller (sw.) = Htis. 
hilt (engl.) = Griff, Heft oder Ge- 

f&ss des Schwertes oder Degens, 
hilze (altdeutsch) = Heft (des 

Schwertes), 
himmeltegnet steenbukken (d.) = 
das Himmelszeichen des Steinbocks, 
hinanden; over — satte (d.)= über- 
einander (gestellt). 
— ; pa& — lagte omeflugter (d.) = ge- 
schlossener Flug. 
— ; uuder — (d.) = untereinander. 

hind (d.) \ = Hindin Hirschkuh. 

- (engi.)f 

- -feet (engl.) = Hinterbeine. 

- -foot (engl.) = Hinterfuss. 
Hindin S. 87. Taf. 17. Fi«. 2S. 
hinta (ahd.) = Hindin. 

hinten ist bei einem gespaltenen 
Schilde für gewöhnlich die (he- 
raldisch) linke Seite. Wird 
(z. B. bei Ehewappen) der Schild 
des Mannes linksgewendet dar- 

festellt, so verwechseln sich die 
eider, der bisherige vordere 
Theil wird hinterer u. umge- 
kehrt. 
hintereinander H. 69. Taf. 11. 
Flg. 95-99. 



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Hinterwappen — Hopfentrauben. 



25a 



Hinterwappen heissen die hinter 
dem Schilde stehenden, resp. 
dahinter oben, unten und zu beiden 
Seiten hervorragenden Attribute 
besonderer Stände und Würden. 
Hierzu gehören auch die wenig 
heraldischen „Armaturen" (s. d,). 

Hinze = Beiname des Katers in 
der deutschen Thierfabel. 

hio (d., sw.) cfr. hjo. 

Hftppocentaur h s fty T r 2f 

Hippoeentaurlnf »-w-™***- 

hirco-gallus (lat.) = Bockhahn 
(Fabelthier) (s. d.). 

hircuB (lat.) = Steinbock. 

hirnireba (ahd.) = Hirnschaale. 

hirondelle (frz.) = Schwalbe. 

Hirsch, aufrecht] 

— , halber f 

— , schreitend j 

— , stehend 

Hirschendenrin^ nennt v. Retberg 

eine ringförmig zusammengebogene 

Hirschstange. 
Hürsehfisch H. 102. Taf. 23. 
Hirschgesicht = Hirschkopf im 

Visir. 
Hirschgestänge = Hirschgeweih. 
Hirschgestehm = veralteter Aus- 
druck für Hirschgeweih. 
Hirschgeweih g. 86. Taf. 17. 
Hirschhörner und -Geweihe 

als Ilelmkleinode H. 157. 

Taf. 32. 
Hirschkäfer, s. Schröterkäfer. 
(Damm-) Hirsehltopf Im Visir 

8. 86. Taf. 17. 
Hirschkopfflsch S. 102. Taf. 28. 
Hirschkuh, s. Hindin. 
Hirschrumpf S. 80. Taf. 17. 
Hirschatange S. 80. Taf. 17. 
Hirt S. 78. Taf. 13. 
hirundo (lat.) = Schwalbe. 

STÄft = Hirech - 

hirzhorn (mjd.) = Hirschstange. 

hispe (mhd.) = Haspe, Schnalle, 

Spange, 
hjälmkrants (sw.) = Wulst, 
hjelm (d., sw.) = Helm, 
hjelmbusk (d.) = Heimbusch, 
hjelmfjerbusk (d.) = Helmfederbusch, 
hjelmkraads (d.) = Helmwulst 
hjelmkronan (sw.) = Helmkrone, 
hjelmkrans (sw.) = Wulst, 
hjeimprydnad (sw.) = Helmzier, 

-Kleinod, 
hjelmpude (d.) = Wulst, 
yelmtäcke (sw.) > Helmdecken, 
hjelmtäcket (sw.) ( "*«««* 
hjelmtegn (d.) = Helmseichen, 

-Kleinod, 
hjerta (d., sw.)\ _ „ 
hjerte (d.) ' - nm ' 
bjertedannet (d.) = herzförmig, 
hjerteskiold (d.) ) 
bjertsköld (sw.) > = Herzschild, 
hjertvappen (sw.)) 

B. 



hjprne (d.) = Eck, Winkel, 
hjort (d., sw.) = Hirsch. 
hjortehöTed (d.) = Hirschkopf (im 

Visir). 
hjort eh orn (sw.) = Hirschstange, 
hjortelaar (d.) = Hirsch-Hinterlauf, 
hjortevie (d.) = Hirschgeweih, 
hjorthufvud (sw.) = Hirschkopf (im 

Visir). 

— med hals (sw.) = Hirschrumpf, 
hjul (cL) = Bad. 

— (sw.) = Rad, aber auch um- 
schreibend für Laffete gebraucht. 

hnapf (ahd.) = Becher, Schale. 

hoche-queue (frz.) = Bachstelze. 

hochgetheilt ein u. E. gänzlich 
falscher und üb