Historische Berichte
über die Juden
der Stadt uri<l iles ehemaliü'en Fürstentunis
^SOH^FFENBURQ
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l[evy U5g"<? *^bi? n
vun
SALOMON BAMBERGER.
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STRASS B L^EG i. E.
V«r!ftg von Joscr Singer.
19 0.
üchdruekerei von M. Slobotzlcy, Frankfurt a. M. ^
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Dem äkdenkek
meines teuren Vaters und Lehrers
E. Simon Bamberger !^,
Distriktsrabbiner in Äaeliaffenbur^,
Vorwort.
Mit äer vnrliesenden Arbeit möchte ich einen Beitrag
dnerseits zur (rescliichte der Juden in Deutschland, andererseits
Zur Localge schichte der Stadt Ascbatfenburg liefern Wenn
auch das vorj^efundene Material zur Darstellung einer voUslän-,
digon Oeschichte der nTuden in A^chaffenburg nicht hinreichend
war, so dürften dennoch Berichte Über die Juden der Stadt
und des ehemaligen Fürstentums Aschaftenbura; (hezw. des
Obererzstifts Mainz) umsomehr von Interesse sein, als bisher
über die (Tescbichte der jüdischeTi Gemeinde zu Aschatfenburg
keinerlei Arbeit vorhanden ist.
Bei der Ausarbeitung meiner Berichte, stand mir das
reiche Aktenniaterial der hiesigen israelitischen Kiiltusge-
nieinde znr Verfügung, wof^ir icli dem verehrlichen Vorstande
derselben hiermit bestens danke. Gleichen Dank schulde ich
den hoch verehr liehen Vorständen der staatlichen und städtischen
Archive, die mir eine Benützung der letzteTcn ermöglichten,
an erster Stelle dem techtsk, Herrn Bürgermeister Hofrat v.
Medicns und Herrn Kegierungsral Scholz» Verstand des Stifls-
rentamta dahier, söwie Herrn Kreisarcbivar Göbel In Würzburg,
■ r
So übergebe ich diese Berichte der Otfentlichkeit mit
dem Wunsche, dass die Stadt Aschaftenburg und die jüdische
Gemeinde daselbst weitei hin unter der segensreichen Regierung
unseres allverehrten Landesvaters Sr. Kgl. Hoheit des Prinz-
regenten Luitpold blühe und gedeihe!
Aschaffenburg, November 1399-
nie erste arif die nTuden in Aschaffenburg bezüffliclie Mitr
teiluiig: li^^i aus dem 13. J;thr hundert vor- Epliraim b. J&cob
beliebtet, d^ss eine Fiau GntliiUla^J im Jabre 1147 in Ätcbaffen-
burg mi Flusse ertrllnkt wuide, weil sie sich nicht tauten lassen
wdlle Wiener, ECniek liabsieba und Ziinz, synagoE^ale Poesie»
lespn Atrg.^bnrg, andere nehmen jedoch mit Bestini mtbeit AsE^haf-
fenbnrg an (s. AiTi!iiu;i, lieg iüi Ueseh- der Juden in Ueutscbl.
Berlin 188S B lU). Jedenfalia ist aus dieser Mitteilung nicht
ersichtlicli, dass hier d:niials schon Juden ansässig waren.
Aus dem 1^1. Jahvlmndert wird uns von einem Gelehrten,
AbraliEim ans Ancbaffenbur^j bericbiet. Derselbe wird in der
Händstlivill SeJer heasufot^J erwähnt. H. Üross, in einem Auf-
sätze ,,dft& handschrifU- Werk Asnf'ot" teilt von ihio mitOlagaÄin
für die Wjssensclfaft des Judriilums I3S)5 S. 63j: „Abraham ans
AsebafFenburg (nis^ 17 c) Jutt Meier aus Kethenburg mündlich
darüber belehrt, d;iss man nach der Überlieferung Birkhühner,
ebenso wie Aiierhnbner essen dWe. Mit einem R^ Abraham
baben powuhl Meier aus Rotljenburj^ (Hga ed, Pra^ Nr. 131
D-"i^3H i'Tü 'V"'*t:>^ ^e'i^s} als de&ten Schüler Cbajm b. Isaak Or
Saiua (Ega. Nr. J 21,25) corrpsi^ondirt. Ob es derselbe ist, lässt
sich nicht hestimnieu'*. S. Sl sebreibt er: ,.Mose aus p^l3J0^^
liilleichl Laudenhiig in Baden; sowohl Meier ans Hoihenbnrg
als Abraham aus Asch^tiinburg, den er gelegentlich eines Be-
snches bei ihm letzteren traf, jjerRÖnlicb bekannt''.
Andians dem 14, Jahrbuinlert erltalten wir einige Nach-
richten Über Juden in Aschaffenburg-
Der Cantfir zu. U. L- F. bei den Graden zu Mainz be-
I) S. (fliiuh fllfir <äie Lesart Oull^i]d^ Salfeld, das Marljrulogiam
dea ^Lirubcrger Metnürbudies, Berlin 1893. '
^) Über das Stiar Asüfüt b, Rfibbinowita, Dikduke Sofriip, LiteratUJT-
augnbe am EutU dca ^. Teih uud Bemautb, Oi^ h^sefborinj No. ^^,
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flehl6 unterm 13 Mai 1320 den Tfarrerii au Ascimffenburg and
BabenbauseDi den Üann aD^zusp rechen gegen diu Juden
Moyses de Äaehaffenburge, Uaar, KaSmannni^ et Rechetina Jude!
de Brtbinhnaeii'J. Unterm 3, D^cember 133;s bekennen Konrad»
EnpeJhard und wieder Konrad, Brüder und Herren zu Weins-
berg, daae ihnen von dem Juden Sul;;l{ind von Aschalfenburg^
tansend Ffuüd Hällei' Namens Baldum, des Ffie^era des Sltfts
Mainz bezählt wurden ^)'
Von den Juden verfolgnngen^j der Jahre 1336 u. T343/49*)
wurden andi die Juden in Aachaffenburg und anderen Oiten des
Obererzatiftä Mainz betroifeni näinlieti BibchüfaJiüiiu (*o die Ver-
fülgun^Bn ihren Anfang nahmen am 10 TbanimuH 5097, 10.
Jujji 1336), Buchen, Käl^bfim^ Babenhau^en, Steinhelm^ Seligen-
Btailt,^) Wilienberg,^) Amüjbflcli, Walldürn. Eemeikenswcrt isl,
dasa 1349 Aschaffenburgzugehörigt Ojtfichaften [n-'^'C'-iJ erwähnt
werden, dass also damals schon in den umliegenden Dörfern
Juden gewohnt haben.
Ea beBlaüd damals schon in Asdialfenh arg eine Synagoge,
welcher in folgender Uikunde über ein Legat den Vskars Jordan
zur Bezeichnung der Lage des ge^pendeteu Hauses ErwiUinung
gethan wird:
I) Anzeiger filr Kunde der Deöteohen Voraeit Jahrgang lft79 S. ttfl,
^) Wieoer, B-eg. ear desüh. der Ju4?n ic DEulschtand wäljrenü iles
Vittelbtton S. 116,
3) Die ?. af^Tiricht*n über die VerfoltiOBRew des H. JuhrhamJeils cnl-
flehme ich dem in Anm. 1. erw, Werte .Salfelds B. ÖT. TU, S^
*) lu dem Sefer LelJut^ar (HandFöhiift, mitj^eteift in Oi^ar TdI? Ifl7ft
a. 16} wird ernMiDt, üäH la49 Senior hakadüBtti In p'p^E« eraciiiagen nor-
deo sei. Herr Dr. LÖwcnfitein, Mosb^ich— welchem ici ehenso wie Huifn Dr,
FreimanDp Frankfurt s. M, ftlr ihre AHeekdienMclieii Killeidiiigtn nu dieflfir
BleHe btttetis' danke — lüachTe mich >i.jrraiff nufmcrkBiiDi uud wH] Aaebaffen-
borg Jtsen, kfa maeu jedorli auf HalfälilA Mart^rnjügiiim und Fr^uiiflfi Alouät-
Hcbnfi (Bapd B4 S. JHS) verweiaen, wo Augaburg; angeuummen wirdi ob fflit
Ket^t, iflL immerhiü noob fmgUch.
fi) In Sflligenstadt waren bofeita IBUS Juden aiiftäHHi«. (Steiner Ge-
icbicbt« der »tadt SdiEennadt)
") Üb« difl Juden in UiltenliCrg icfeldel die Chronit der Stadt Mil-
tenberg von JoMph Wirth ^erecbieoen 1690) nuf Seile SäO: ^Unffhlbar wa-
ren im 13, {a. b. i*J Juhrhnndert bi^<jü Jaiieu in Hütenlferfc wnhfihaH> denu
Eubiiebcf fi«1flri(ili erteilln d^ Uareem iji Ujlt^nberg im Jabr lafl« einen
3
134.'). X. Kai. Haii Dbilt Domipos Jordanas yicariiii
huios ecclesiapT 1**^ legavit presentibos 4 lib. halleas. in büb
ftDöiversariü, quas solirt Cuno Liiitz et Alhetdis nior sua d6
düiDü „Za dera Scbilde" sita projiime apncl sjDagogam Jnde-
orum^) es uoa et dommu lapideam Hdurici Bofmann de OmeBtat
es altera parte, prius Hen. Beyer ot Anna einz eios legitima,
modo Wilbelm Nese- . » .
Unterm 2. Januar 1384 sichert Erzbischof Adolf von
Mainz den Joden derneun Städte des Erzatifts Mainz (Aßchaffen-
bürg, Miltenberg, Bucbheim Di*^bnrg, Seligenstadt^ Heppenbeim,
Bensheim, Anerbach, und Bischof sheim) zu, keine weiteren als
die üblichen Steuern ku erheben und nimmt dieselben in Schuti*):
,,Siv MbDtff efc. beremien atu. xoam unfer« 3uben in unfern
^übcrn min ©tekn un§ ^u unferer ^Ditborffl. unb un* unb be«
,©lif(i^ ed}i>It jn bqajeii, frnutlirfien nnb gntHf^en einf @i^fn!e
^flehen ^aben, Ju tinben mir ^n bie ©uabf gelan unb lun omft bie
^ummetltM) mit bif(em btrcffe, ba^ mir oon ben obgAniiit*« nn((ni
„3ubm bitffe iie(lE biii Qaljvi feint mibrt Sture ob« ©^ujunfle
- ^
Gnadenbfjef, wunach ii«ia Jude wegen Scbnldfilij ^<>Ti^f er »ar Zeät^ äl« nwii
dit Juden achiug, »erzichlet bftt, dieselben «oll vor Gericht fciHem kCDncD.'
Der den Jrdfii mchl sehr frcnndlicJi gesiuKle VetfaBserder Chronik bcCeC Hiae
Berichte Hber ilicBelben hie sum Jahre 1103 fort. Inter«rt&üt iaC folBenda
ßteHe über den Piiedhof: „Kmen eigenen Friedhof hatten sie nie, Dio
StHdt IjAt hiezn eiueii PJatz lieryegebeo, der nn der Stadtmaoer westlich
ffuü der WnlMüreiRT Slrflaae ßelegen ist, Sie erhebt daher von einem var-
sEurbpnen Erwacbseneit l fl, 20 Kt, nnd von einem Kinde 30 Kr- nni vor-
pachlet von Zeit zu Zeit die Nuraiin^ dee dpriü wachaenden Graaes'. Der
Ohrumst Rchein« eich diese Abgabe ha\ jedem Todesfall nicht zu erklären Ter-
mocht zu babcL und ecltlo^ infolgedessen ans dieser anf tia Eigentuuj »recht
der Stadt Es dürfte dies aber kaum aulreReiid sein. Die Stadt verlegte
vielmehr eine gewisse Sleuvr» wje dies ancta in anderen St&dfen £;eflchmh} dan
TctenzolJ, (der in ABchpffebbiirg IS35 aufgehoben wnrde), der natüriEefa mit
dem ßesitzrecUt am Friedhof uichtB zu thun hat. Dies g«ht auch aod den
Hirfeiliingeii eine* Mikeuberger Gemeioilebaches ana dem Jabre ISO* <&Ofte
B. m.) — Beitflge l. — denllicb hervor, Jn BeiJage 2. bringen wir eiaisB
Aufzeiehnungeu des BliJtenberger Ueineibucbea^ die vnn einigen Babbinan dem
ObererzBtjfteB berichten,
^) Tie lleeeichDung ,^an der JudenechnleV^^^^^t ■i'^li ^°^ ^^ Akten
rles Archive des K. SUfterentamts (St. Pet, u. Ak^ Aschäffenburg aua dea
Jabreu 13^4, lasft, IftST nnd iiSl. - * , .j ^-. .
^) GelgeTiZeiUcbriftfVrOeach. der Juden in DeatflcUandBd-T-0.IK^
„bdtin ire gemDitltfßc <Hture imb ©ürie nnu i^it nit 6cäf<fieii ober [or^
hbern (üQ^u mt föemftbt. 3]ud) fal Me üh^en. nnteit ^iibcii öe=
„meinfirfiE ober befunbev ^IpmiiS toben »od} 6fmne:i niil irnjeime
^geiftliiiieii ®md)Ie bicfe iiffteii brü Sar it^, bfluii ii:er iiii iitäu[prtdicn
„^alx'bfinc ioDen (ie uot im^, übet n'Eme luir &o^ kneleii, aüf^
„3?ei^feii ge^orfam [tu. ^Iiirfi Ijuthen mir ^u bifimber ©iiabe ijftüu,
„ha^ \xt bifi« ntfle» btü S^T^rc feine "JßiiiffeCn iiii uufern ^'jülleii ^u
„TtJüiler über ä" i?oiibe nit aelieii &üti[e]i, ^c3 ^n urf, etf, ^alum
»Wltfiibcrg bontiiuai piimit ;?ü!j fUfUiiEcifiouiS ^Eiiuiiii amED ^jii^bem
„miltefiino liecentflimo ochragefimo qiuitto."
1397 wird von einem Juden Meiner von Asdiolfeiibiir^
berichtet^) ^)ie übeii erwiUmte Synagojfe bestaud Düch UÜ2,
wie aus der folgeiädeti üi'kuudä ersichtlicti:
1402- XVI. Kai Jntiiobiit Nii^olaii^ Protons vicaiius
hüius eccl'esiej fijiua (pej dictoruni conjiigum, vids^Jäcet) Joaiiis
J^istüris et Kathaiiiie Pistrids duiiuDoriim, iu cuJus anniversa-
rio datür 1 libra ballensiuin dft domo lapid^it rctro synagogaiii
Judeoi'uiu et ex opi^usilu pi^toiie dDiiiiriuniEUT quam possidet
Cuno Lintz tt AU^aidis eürs legitima, pniis Henricüs
Beyer et Anna Hewin, modo dominum Coniadtis Alsenz. Die
beiden lateinischen Urkunden sind liandscliriftlich voilianden in
der Mainzer Ablesung des K. KieisaiohiVH Würzburf? (M. 69
unter Bücher verschiedenen inhaltsj Hr. K. Regier üngs-
rat Kittel in "Würzburg, dem wir die Abschrift beider Urkun-
den verdanken, bemerkt zu denselben: ,, Die Stelle, wo die alte
Synagoge geslanden, wird (nach den obigen Urkunden) hinter
dem Rathaus zu suchen sein, Meines Wissens wurde diese Syna-
goge zu dem Hiuterbau des Rathauses gezogen"
Einen Gelehrten aus A^cliaffeübuig im 15. Jahrhundert,
R. 3f ai er T bringt Josef Kohm in seinen Hei^htPgutacliten (Nr. !)■
Auch im lö. Jahrhundert weist A sc baffen bürg einen jüdi-
schen Gelehrten auf, Simon ben Isaac halevi Aschaffenhurg, den
Veifasserdes Debek tob und Masoiet hamikra. HoioviU, Frank-
furter Rabbinen (Heft I S- 34), der ihn irrlümlich als R. Simon
Unsburg^) bezeichnet, schreibt: „er war einer der Hervorragen-
") Schreiber, UrknndeEbuch der Stadt Freiburg Bd. U. f. 308,
^) Böi Steinsdmeidtr niid ebenso Beöjacob Ö, ti wie ihn lUö TittJ-
ftD(jaheder?erBeliiedan£n AnagabEj] bcaeichnetij-iijJB'lK ppS^ 1":! \\^Ui' '1,
den tler Frankfürtei- Gemeiiide/' In der Vorrede zom Debet
tob sagt er, er habe st-in Buch verfasst, um seiDem Namen ein
Andt^itJten au sichern, da er keinen Solm liinterlasse. Er starb
in J^entsaiem,
Ein Gelehrter^ Meier GradLwohl, der im 17. Jahrhundert
Idite, scheint eine Zeit langht AschafTeaburg als Ratibiner amtiert
zu Itaben. In Briills Jahrbücheni 17. Jahrg. S. 157) iß einer
Anmerkung ist unter BeKUgnalime auf Zemach David ungenaaer
Wei^e Main>^ ange^elien. Zeniacli David schreibt indes mnaa
ivbv^ ^'^33 sii:iü im Maiiiaer überer^stift, daher Aachaffea-
burg anzunehmen ist.
Von Judeiir die am Anfaäige dea 17, Jahrhunderts hier
gewohnt haheUj sind erwähnt in Löwenstein, Beiträge zur Ge-
schichte der Jnden in Deutschland I. Geschichte der Kurpfalz:
Balomon, i^amson, Sussan, Benedict nnd Sussmann, Diese wer-
den aufK^frdiit in einer „Spedficaiion^) der Juden» so von
Cathedra Beiri 1604 bis si^lhige Zeit ao. 1G05 Geleit bei der
Kelterei iu ümbstadt geholt,"
Die Ifatsprotokolle^l der Stadt Asr.hrtITenburg erwähnen
1627 die pTniien Jakob und Reiigmüurj, Hi2ö einen Juden Israel,
KiyO einen^ Namens Schmuhl.
Die t^'^imeu der iilirigeri im Antauge des 17, Jahrhun-
derts der AsGhaffeifburger Gemeinde aivgeJiühgen Mitglieder siuä,
Hn^ nicht übermittelt. '
Das Mainzer Tn^ossatur-Buch Nr. B2 (aufbewahrt in
dem K, Kreisarchiv ku Wlir^.bureJ entl.alt auf Blatt 127 eine
die .Tilden im VicedonjaEut Ascliaffenburg betreffende Entachlies-
') Ks Hml dort fluch ilJe .Jj^lm SjilurDon, Snm^iun aiid Uichel uta
MJlteaLerg fTwülmt.
^) Aatbewuhrt jii. dem stallt M<[Aeinn liiprHdbsf.— Ada dem 11. Jahr-
hiiniltrt sioii aiioli ciniEc Jn(ieii *rivftluLt in ikn „AachafFi^nbürgcr KiiHnr- und
üi'sclircMäUldein" von ßai?rkui, AsdiaffeuljuTg 1801, ili« auf ÜTund der „Rataa-
prytocutfe" UaiifiyfanEei' ^^» H l. ,billL An. Di. i5D!t") nuagearbaiUt hIüA.
E^ wirH iCort in {Icr eiBt^n Abl^ihiiig S. &b eine Kkge^oclie hus dem Jahre
1609 tr'A'äliiitf in welch&r Benedict Jod contm Ijans» Hofeckm kCagi, Auf
Seite 153 winl ein Uzi^ JmJ erw&bnf, der nm ein alteatTini hat, ,Weiln er
zuc Unilerscliiedliclieri malileiL (lem Unih iuk( geE^It ^ehDlffeo^ wie aach biBss-
wfiijen den buigurn, und dEtsa keine Klaff; dfreutwegeii Von deuaelbeu «hi-
tommen daaa Kr ni« mil dem Intpiesau übernonuneii ^lBbe^ was iliDa ancü
«fSwilligC wntda.
6
flbOJT Ans dem Jalire 1670, welche von der Kegfernng in MaiüJE
„ahn Vitzedombei^ an Afichaffertburg" ergiiiK and daa,, Wafffin-
trag*n von seilen der Juden" verbietet. Die Regierun? hatte in
Erfahrung gebracht, M^ ein mub mibfvn ^nb im SImbt ^ijdjnffrn'
Mt^ Öfffntlicö piftDlen, ^irit^fäiiaev luib oiibere SBaffen ^u tiraut^eu
^fit^uiilerfteSf, raaäübfr uiiiiilä&ia" und sie veriögt daher an den
VitKedombfn ^alg ^etlei 3^r bfnfflbeii tunb m| r^ejombl fit^ bf«
„gmföre inf Äm^tig, ki ^ermtlbung eincc o^nnufeblriMidicu ftraff
^ju cnlSttllfu, ernfldc^ BoTäU (lallen."
Zwei die Juden in AscLaffenbni-g betreffende üi-kunden
aas dem 17. Jabrhundert sind m Seliaab'a Geschichte der Ju-
den in Mainz veröffentlicht; die eine» vom 21. AuguHt 16Ü7,
ein EeKchlusa der Vorsteher dets ObPrerKStifts nnd des Mainzer
Kabbiners, die andeie, vom ifi. Juli 1660, eine Verordnunsr des
erzbiäcljöflichen Generalvicars afa t^räsident des geistlichen
Comi^eariats, welclies sich wegen der Kriegsunrnhen am Rbein
in Ai^diafT^nburg befand^ Wij' lassen hiei^ beidß fo^en:
J, Spiiaab Seite 334.
^^h i5[ibeaunterfc6ii*tner bfä obfrer^ftifts SSeri^fluget fcm&l
„SoftinerB jii ajloini ^obcn unä uulerreb unb bf^tfjToftf". iweiltn ti«:
Jitio a&n untcrfi^ifb[icE|?n otttu ein ^h beni anberfn hinter xad^
^M noc^teb unb Derfldnert, ba^ jeinifle ü^rarfilft, bflbiirc^ md
„^irt\[\^tei\ev Uf rüijorfit niorbcu, [olt^ea ober ^u uEfäilUen, bog &infiiro
„fpfera ein 3nb obfc eine 3übin in Slfdjaffeutuvfi bei bfr ObrigTcil
^Dber fünften einem ©ürflci' ober onbereiDO einen onberen ^ubtn ober
.^übui ober bafl itfiige ^rac^teii ober DEr![einern luürb, bi?{fS i^^Er
;,ber uernt^ter läugnen mügtc, 4£ln. folc^er läugenber ^b ober 3>i^m
^üOT beai, TOu bif SSccot^lung geif^eljcn, im ©cijem Öeä ucrarfiteten
«emen leiblii^en ^übifdien apbt t^iin fo]!G,ba| bu[?^, ^a ilfin nat^perebt,
„nit TDO^c fr^e unb btr o^b foQ beft^tien oljne urgllfl unb o^nr nu^-
^t(be unb TOel((ier fol^^u nqb ni^t gebii^rrirfi l^un raürbe, [oß 20
«iDutaten ^tinff, bie ^Ifte I^t l£^UTfiirf1lid|e @nabrn, bie anbere tietfi
,<in bie SubeMtmofen ftoHew erkgen, bamif bie ^odjtöbliifte oBrigfeil
,EU i^cn ^rdjtcn nic^t finsea^iffen unb beno^nien^ — ^a^ab €imDnO
^Slabin«t. SÖm Sorg fing er. ^fat SorflSnflet."
') tu dnem Anfgetre ^znr OfiflcLichU der R&trbiDer van HhFaz'^
[tBrt«Ut. HchDlbjbliütiiek, UaIqz; 16^59} HcLreibE Carmoly über Aicaea Räbbiaer:
1
2, Schaab Seite 253.
^Sir ^nfdm t^rau/i, ^rei^nv umi ^Dime^, bviS ^D^n (£rj unb
„^urabflifiS SKühij cic, ^iitf. niaiiiAtJt^er SüI& unb TöUunuS in (piri'
„tualil>u$ ^tii^rali^ üt. 9!ad}bcin 3d(i: ^u mtfi^iebenmülen ntisfätlig
öentdimcii müffeit, baS nun eine 3*'*&^r*> ^egcn ber Subcnjc^oft im
„Obcrtr^flift ^Uiain^ gcn)e[eiifu yiergeiniS unb ^iabrüu{& ertcü^^fcii,
„bag mir eiiblid) bemogen niorben, eine xtd^ie ^erotbnung ergeben
^(1602-166») ^lyDS- T:3 ^pV* '"1 Jacob Simon. Aach die Öftschichte
^Sksea Kabbiners iat veti\g beUjumt ; wir wiaseti nur, flass er 1&62 £am
„Oberrabbiner von Main« auf G Jahre ernä^iul wnrd«, Ifllta aber diese Stell«
Buiertergelegt nnii <\k Stadt verliesa,"
Va^ Hanautr MomorialÜDoh enthält folgende Anfieichnung^ti Aber
d^naelbfti:
^B^B3 n-fin:i i^Bio;i ^«in kidhi joid notPi D*pi*« iDr
-fD^pn cy 13*T o^DVB nu3 ''3 pii'r."! o^s^o *j&^ in3»<bo3 tt\o a^»
VCiTJ noD ^iDOi D.TD mj^iün ^331 3W"is p-pa D^D^^p i^inffm n"!''
,Dn*B nunosT o^ nun n^tPBJ i'^unb rin*Ti :to3 ^ü301 ,nia'np m^'nps
Vnnnn ^^^j3t -ji^W^t ^^Vj:3i yjyta p"p3 ^-3^e^■■ pns m^aii -in3J D'nw
isn^^npn ina pi w^in nj3"in ^3'p «^ ^3« ^wE^^tSTii p"p:i inaJ stwi
.nain Dn^ü?n i^a^fn-ii bJ'iiE"^ min v^mni ns^c'^ ddt i»31 ;«:tfn p'p no
»ni^cö 'K '^n D3 j"3nn^ Dotffrn j^iyn vjni i^niKima ^ir* ^jt/ i^ni
nmrro rO ^^iy '^ n^jmn ^nc» nnje- nuysi »»im q^o*3 los
nüi* .D"« v''i3 ü'Tom D^pHj; nwc*^ rme* r^» röip] oy o^^rt nniia
hu ^1a33 lapji tupwi "ns n-o '^ dio d^d* y^vi ipT mnD3 mocj
.»jyn p7 ni> p'nb y^T) riJP lia'»T IT» 3-Dn Di* ai iBcnsi
Sein Nnme war de^u&cb nii^ht, wJe Carmol; in der hebr, Üeuftu^
nang angibt, E. Jacob, Sohn lies Rr Sjrnon, aondero K. Jücob Simon, Soho Aea
R. MüBobeh Biinirnsrh. Er wirkte lange Zeit in Frag, woaelbaC er Oemäindfl-
oberbaupt wnr, hatte h&n£g Audienzen beim Kaiser, bewlrlite viele gtloatlge
Bestimmungen für die Jad?n Prnga. bezw. B^thmena nnil erreichte wjedeibott
die AuHiebnng von JndenausweiauiLgeji und ärückeuden Judeugtaeczen, Von
FraiC^ aus kam er als Ijandeerabbiuer für den Ober-und UnlererlKBtifC nach
Uninz. BorC erbreH er eine Berufung nach Worota, der er aber keine FoJge
gah. Er folgte indes einem Hnfe juacib Hanan, wo er eine jltdiBche Hoch-
schale (Jeeuhibah) errbhtete, die von yieltn Schülern beancht wurde. Seine
Frau, uAmenä Edi], war eine Tochter dee Rabhinera R- Aloscbeh üim& in
Pferae (Bajer. Schwaben), Er eiaib in hohem Alter in Hanau am SB. Adar
dee Jabrea ß4ST, alao S Jahre, nachdem er UbIbz ^eriaasen hatte.
^)a rollen; i^x beut <5nbe batm fDiöu^f bcr ^ubtiiidjfift Ijicfiflet Stubl
^Slfi^aJJentmg unli mif bem ^iitib, ntä flnc^ bciicn in bcä o&crn
„tiffe^Ifi!, bü5 tiffelbe, fdiifr mLBgfiiomiiicii, iiiif EontiMiiib ^fifr^
.täfltiT fifineii ^oiitifl mit 'l^iel) ujEb ^Jifcrb 5iiji[t')fn. lufi^reiib t^i-m
„©ßitfötuenit iinb Srdui^fii 'Jai] auf ü^eiilltdjen 3)?QrfL SJtqeii ober
^^öf]^'/ ßtjnfllDfl, Dfltui, ^^[iu^flcM, ,^ijiiirie3ia(}vtO£i t^ljiijti, gioiiTprdj^
„nain ii. ?(lIerI)Fi1:flc»laä gav S?f iiif jt ^nirtiil LjefUttcen, tii^Siii niib %u^-
^nitfjeu aü6^ liUmit qi^D^Ud) iifr^iflEjfir, iiudf üiibvf bcnjkid)?!] äirie=
„tii^e SGcflp^ fß Tciic bo^ ein i>i>rntfI)]nor §ftr, ubtv (iftiinlkr ein
„^fcit otift flivbei^, niF(djeJi ^n Eniiffii, ober fine?i ^i]bf\\ ^a ^e-
^bTQiid]en nöiCjig t}ät\f, Ivcibfii, &ie Un(eii!]Liircn liDii bi-in t^ulk^bieitft
„tiidjl flb^nlttn, miö lir.nec [.bic iii^ebc 5ii^f"Lld]uNfon"lfi)?r aiiS-i]Z'-
„üDnunfn) f^ |FS)e benn tor idufiii ^aitf, otier bu einer ,^u bem L^itbfni,
^bie nnrfjfolgf'i^f ^Lä^e nid^i deliflltaib, in Eifi 8li[Ee iiiu<iL', niif bcni
„^üx!, ed^tiifeiKdfi, ^djnnbl^iiiifioii. a)?el}lning, ^uijtjdK Jmb iinbr<^
„öeT(ifeid]fn üffeu [idje ^lii^c milfi iniiljvci^bfin ftJoiltibJiilt uuu niov-
^gtiiÄljaldtr atftt lii^ !0 mib i'Oti 12 biä ^ntbft btti Uhr ^Jfiidjjriit^
„tflgS nü4 ^If^in, üidiueiijfla' jel)cu hoffen io^Ifir, ^inijfiicn erEflii&en,
,,baft fit bfU 3:«!! biitd] «ti niib on^veiienH fliif bendimtf £Dtni imb
„^fictlÜ-tP iorao^l ^nfiinnf, nl* (Innung bfÄ ©ollc^biiift ^vioaritii
„^nbkti, il)v Sl^iclj in btr Stille i^iiv ^I^fibe tmkn, öiiM n&er !fi;
^iifji ^TiiUljiüiüi^iiuenib^n foEEen. ©eflcbcu ^(Sdiflffentnrii luifer bei'
„gebinrllen 6i>iinnif^tuint§ = 5nfipfn1 ßtii 16 i^inli I6feü- ?(ii|dnni3
„groii^i^cn^ ffiflton yu" §otit(f, V. ctti*".
Alis dem Jali^e Hi9l niid l<."!37 liegi^n nn^ y:\VfA di^ Ju-
den des OberüfUßtift berülireiide Orgfnal-Utltnndenn vor, die
mit Siegel 'veiaelien sind, die eine von dem Uinirfltrsten selbst,
die andere von der Cburfd^stl. Kammer.
ErÄtere hat foJgeiidön Wortlaut:
„SBir 3liifelni gvonj uon ^oMe5 ^iinbeii belä fei^iNdjcn
„Sln^lö ju *D/ai)n^ tSrl^bildrofi, ha^ \)n)iid}VA\ iöi\ü'\d)<^n W\dyl bnxii)
„©rrnifliiien ^ife lian^fei', nnb (iE)"'l"^ft ~ f^ö^" ^ieimif ^u 'JBif=^
K^en; ®fmnatf) ^T'ir fine ^eit 0^^ ^JÜa!jrtienflt|JMMien, baS eö mit
^tiUridjt' \n\b Öititreibung UiiKvev inlrntfn, W Un^ SötftUrfj DOii
') AschiffenlmTgErKaUn^geraeind-e Ar^Liv, (Wir gthicitjeii ivoilerliäu
„(idiifiii, JLiibi Iinliei] ßiiL Eitib niikic Lim iflili^If ilni üorflehufcii, ofti«
H.hnHfiL l;niiMSi itiiM i^ciueite niiS fiiicn nccorb über ein öemiffefa.
^UiLlEiJlf^iiinJlf i:ufiidiii:[g nfl^tiii; büß. n)ti: timii^ero ^h ^iitUnifftiaer
^itliflifi 11)1(1 1 öl 0(1111(1(1: miiidjiigtfiifii, i« »fi^jolijentFin mit Uiiyer^r
„i}iiff üaiitiitcr f;ii!md)k'iL ocroib ü^'^'^'aft diui^luillificE [|ii&cn, Scviiiög
<,&et Uii^ I)i?ifj:ro uict]fji fltfiihili'ii ^ciiiütry i(ub geiuerb^, i^frcidjEf«
„TLri>(]Ltjui>]i L]l^^t tiinob bf)>^iiEJeEk]i f^'lin oibiimii ciiilGgt^ii, |LJioT|tii
,,]iEit) iLi^ tiiiiflrJci« ;V'')i'i^ iuEiNctinbf li^ei Ui]]irt SjtiitiLft ^uif ©Lim*
„lud Yiiiti tili ^iLiiftiisi, ^EiEif (jELiibtiB ^Iniw iiiib brei)6ig ÖiElt^n,
„3ii»Liiit)i(i fiifiifjtc iiiib ^lUd^r Curiftalitet tmrari btii T^krtfEi t[(fi[
„mir ^rcl^ IjHitbci:! a.iiir lEJib Dd}^U] t)SiL[bfii, fiiEif^iti Jitfli^fv frlegfn
jTiib känl)(in, tiEiLii'aoEi uoH ollen CiiTo Dibimn miEns, aäe UfTpfft^
r,(miiL(5:iScniii:^^^fttn>croiElfi[ [uiu'flfic- SflTflqiieiiT ^tWcigfl^iiibebf^iniua^
„iiiibl oiL^cviiii (telbi^vn, [d iCjucn iHVfiE^ <iLiue[eE5[ luDibtcji, ühtx fückiÄ
^iiod] ferner üiuj^^filjr lufiMtii iKÖdjkd/ ßk Mm uDEjmfr 3&ie fie
jpdJIi;;i; iftiortj niift iieidsifliTi btf otbijmii eriiatiuiit i>d]i ifirfii eii^fy
„(t) [jniiitiii UiiH fLiiltaii t\i fie [ii Iocd filiintbiEJfl o ^lavlF ^u be^ii^ffn
„^fE6^]E^: nftiTbiiiiSj Ivfil}?! fiiii iliijJi lifeiber folln Uubt Slar^ÖciJi e^:
„?0(il ^f^iiljEniks bc5 iSdnilyjtdiä Eiif;f)eLO aad) etiudS hiiT(j(iim (jir^au*
,jlii, All nfi^di"!' ilfifij teil [liitfi: ^()fd bflmii fidi nn?^Fii Ofifbcn
„uiEbt iiit finfoninu'ii, Sifldje^ oOor itiS ÜinhiflE (jbiEilicITtH iniM
„^infeic iiUinbeu viditiijcv fin ^a bdoinnuw. So fuHfti Süifiiingfnt
„biEJci UiifiTti Dticr (irt\[lifLi. ^tibfjEJdiLiffl tyti}a:iiLie 8d]iE&!jelÖer »on
„nllfii in bliTcEii lliij^u'iiE obflv ßi^Jhfl iLfE)((iEfEili'H j>iLi liCiilir ^Jitif«
^a\k DLiai^n] isnd} ^'ibOirnniEl Dbvv nH;t4i|)l ridjiii] filrcdCEi uj^i^lUbe
.5U Uiiit^itft Ifüff 5(nrEmci fiifcni; ^o miiEi» ^filSfii fi(^ itudj fiin
„iiEibt äüictot^r ^nten liquitiu, Meie ein H)dJ, ob fic. gleid> lüf in
^Unfi'Vfin icdtulj, bf](n"Qd| in bitler "UtiTtvcr ^^ultjiEnfigftiJ mot^iie»,
,,ntiiJt bfr (nttifv Xöcil ^on fr^iEibie Ejrilten |]er firfi flcfleö^utfr SJÖeiS
^bartiicEi fudjdllfn; ^iBiEJtelft qli?id]n;i>l)lfn il)reii ^niitlel EiETb nwui
„bet ^Jvfibcn, £d fullfii ^JJoriiäi'jjen ieticn tmTj ©if liei; ftritf au%E>
„miifin ^n luaiileiE, inrE?il)dli ^iiliLC'>fn[t bi^Lj Uli^ il)t:ii Si^LE^brief
^) ^näJi^ater,
^
lÖ
,gu erlegunß beS polten €d|ugjirtliS na^trucF^f^ anhaften, ober \tax
,©or («Ifclt ffe^en. U«bl edjlirftlirfjcn ift mit bieiev Subenfc^aft ba^
ft^in uff ein 3^^"^ ^^"9 <^ bato bieje^ g«(rfTfof(en roorbleii, bnfe fic
„anftatt beä bififtf^ig eittnc^letfii 3»^^' "^ff j^ffoijbf (lilt^, ^ßür jolc^e
^I5in QäfjTJg« S^iifj ütifr Hiiei: ^niibeit KuTbeu, unb jTOo^r
„Ouartalikr beu 4 Im %\^t\l mit Sin |iunbert ©ulbteti immeti-
„obä ju Unferer Siammer liff^ri:!. ^iiijffiieii ;^u i^rtr fidrev^^it mit
^flebrurfteu ^äificH niibt jit^erem gefa^blöb riefe, umb \oiö)t ^or ^n
^jcigen, uetjebn loerbii ]oUit\}.
Jila&(btma\)U\[ Un3 bann hk QJotfte^ev bicfer gtfamfclen S'iben^
^[rfiaRt, im^mentiidj 5t'fl ^"^" ¥I|cI)nffen6uta, ^enifliiiin öon @teiu^eim&,
„Qt\tt tion äBatJlrünt, nnb S^ffPÖ ^o" ^iid)of^l)cimb, ge^o6cl nubl
^93evh>roi§eu. biejen accorb (teiiff mibt Dljn ^lorbrüc^Iirfi nljo ju ^Er
fen. Htib.mil btv 3f6^"Li3 i^>d)lis 6in ^u ifoinnien; 6ü oer(if^ern
pSOir 5f^^i*9ffl^" benielie ^«benfdjnfff l^iermit and), boS mir fic bfij
„|Dt^m^igfin accorb atlerbingS i^üiibl^okn, iinbl i^n^n boüuibcr iiit^l^
„^Öblidjcä luiberfa^reu JofSen mollen, S^bod) IjalMi ^ii Uni nur,
^biefe Uii[«rc gbft concelifio" nnfj öiiobigfieä üulbOefinbleii l)iere nüdjft
„^u minbtcten mibt ^n mcEiren.
^3n Slfifuiibt ft^nfcrer eigcnfjüitbiaer 6uHcripliüii nnbt n^nge:
„brudt^en IÄ^nrfiir(lL eecretS: tSebcn St, Söi^turgO i" Bi[mr
Jlabl aS^oRfufeHrg bni 30 ten 9 6rie 1(>9I."
Während in fliesem „Accord*' den Juden die Beft'elnng
von allen besonderen Abgaben gegen die EnLncliUing ber Ge-
sammtsteuer mit 1539 Gulden 20 Kr, jingesicUeit wui\, meldet
une die folgende Orgmalurkunde von einer „freiwilligen'' (?)
Reisesteaer :
„an( ber ober @r^ ©tiftS Subcnfi^ofi überma^lige unber^
„l^flnigfte remontlTatiDU, wld^n i^eftalt Sie bor biejeS loufenbe Ciuav=
„lal bie fifflmiltigc ©(ener Ji\i beneu 9eianbJä[<^nfES rei|gföflen ^u «^
^(jebfn, lüirb fjieniit bemillisc^ bofe in anjc^ung begen 33Dr [oldieS
„mit SeÄa^luufl bcrcn jüugtt oljngcfe^tfii l^ljmpfdl^f. nnb frönrilcfeen
^ffiinl^er Duartkr gelbef nocl) ni:69«(e^t, nnb mit bem baranf ^oU
„gcnbtn Dmarial crft ber obnfong gcmürf)t mctbe. ©iqnatum ^diuj
„ben 26 ten Slprilifi 1697.
') St JfihHntBbiif-g:.
Ob die in den obigen Uikuniien gemeldete Synagoge dieselbe
ist, die bis zum -Taliie 1698 biei' bestand oder ob inzwischen
eine andere erbant worden war, ist uns nicht bekannt. Urkand-
licb ist Ubenniti,e1t, dass in diesem Jnbi-e die Genebmigang zur
Erbauung der 1&87 niedergelegten Synagoge von Seiten des
Yj^edomamts Aschatfenbnrg erteilt wurde und lieiast es in dem
diebbeMglieheii AklensLück 0- »da die Juden aucb bisber
hi«r wie anderwärls eine Judeaischul gehabt'^ ,,biemit erlanbet,
und zu gelassen in gedachter scheuer nach answeis ihrer Jüdi-
sche rei'monien Vor Mann und Weiber eine schul aöfzurichteuT
und zu fermirfiii/' Demselben Akt liegt der Kaufbrief über
das von der jüdischen Gemeinde zur Krbauung der erw. Syna-
goge erworbene „an der Triphgass gelegenen" Haus vom,
November 1697 bei, den wir hier — so weit er noch leserlich
war — in Wortlaut folgen lasst-n:
„^iiubi uubt ^11 Sifieu flievmil ^tb^x Wl&\m([i\d), baft an
„^eubl Äiir tfubt flfle&len boio, ^uiifdjcu km ctir^rtuimen ^txtn Sß\^U
„lipä ©nifl ©to^clmauit aisi S^FthnJeru nu Hnem^ baim bem 3^Äifl*
^Snfaii UJiayer, unbt S)aDib ©ulomDu], a\^ aa ftoti nnbt im
.ua^itKU ber gaii^fu Subeufi^aft alliier geDoHmäd^t igten ^aiift^rn am
„aubetn %^t\l, ]iod)ft>I(i€]iber aufrichtiger, D^moiebernifÜ^ci Sauf
„ßDUtroct in bcgffijn beitn ju ciibf bennuben l)terju ft&eltnifu ^eiigen
^abgcrebet unb b^tdjlufeen luurben. Srftlic^ Serfouft erueuter f^trt
„©tnbdtnaun intt ^tomCliflung ftiitev - . - '. . Irif^flc Subeu^
„f(^aft p ?Ift^af{nibmQ, {ein in her Srie&gag gelegenes, a;ibt einet
„feif^S a^u 3^re S^d» luo^I ij&rmiiihen jeine^ ^erni Srubern ^^il^U
„lüH ©labftmami bcß Ibbl. ©lifts olöier nb. ©. $et; d ^iti:
^ganonici ^upilnLariS, gart^eii, nnbeier {fitt^s aber, an be^ magn»^
„^otjanueA Jpammel IjauS, a^nftogenbcS, atgent^ümtidieS, frei)e£, iiic^
„mont ^crjfgt'ober aSerpfanbleiS -^onS, Äefler, 0öfgeH, aorl^n unb
«SaEt^ouS bariitfu mll nlteu ret^t' unb flete^Itgffilen, mi€ folifttft
^l^err ISerrunfer pog^birt uitb geitügfu Igat, ^or unbt umb etilen
„oTbentlirfj gefcfelDficneu Saufic^iüin^ pr. 93i«TÖ ^unbert, unb
^fünfiifl ®nfbeti, (ronIfDrlJ)ci: nicljtUHfi, beu ©iilben jn 00 fir. geret^s
A, Kff.-Arob.
iä
„net Roberten, ^arlprerfieii iseiiidU brtij (jcuoffmai^tigte ab ^üufcre
„450 I- ouf i^uel) 3n§r, iinb Ämni alle 3n[jr üuf eiirfii ©eiuifJEii
^^ermint lüeldjes bcr 20 le ^a^ beg Koueui&ri^ ü l)al& bi<?^e^ 6on=
„trade (e^ii foÜc: l«]ibiä broiid) ritbt ßeiüöftiifteit nad) mr! 5. f. pr,
„^ontü SJcfiittcrcSncii/ und) biejeii jTutl) ^^eiflofeeiicii S^i^ivcii a&tr,
„ncm&lid^eii boö briite 5oH ^"if hi gttidjeu b^ 4 Je ituüt 5 tc 2Ei«Ü"
„borinif JEbeSmal)! auf flötic^f^en^ciiniii öinljinibtil imb füiifAi^
^gulbcii \\fl\t ber ^eifftlTertu 3tLiFre)(e ^fjiir ficiT]i 3ierfouffrii in
^gicUjcv goiigtnrcii wiiui^ !>cjQlj[eii n?DUtii. ^tnnilkJft über 51)"ie
"< , . - ihiLJeie . . . fdjrcäbetT , . , fefu mil bcr ^'inWinifl
^iiii^uerfiattEu iDicrbeii, bafi buiiu ^evv^öctfonfev cmj biMtkfiinifl be^
,!)Qi!6el iiue rcbeiiipJioiiie, ol)ne lukb'^i iprfdjiiiifl obei fiM^iiicj ejec(itionä
^Tet^tci[3j jiiijipiffii^ fltl^fit ßffuflt (ein fülle.
^S^ritten^ müfini uiibt (üUlm bie Sfaitfcie <ifti(t] (i ^uto bte^^
^fiS I^Diititt^ bie a\\\ beriT .^nu^ (jofkiitie E)cvi [d^iif Efirtjc iiL'lbjiiilJi'n,
^Hubt bütßfrUd)« Ouerfl Itie jie iu\l)mfil I)ote» müiicii, liid)l^ ini^t^
,jiiül)iLicn, auf firij ittljUK'ii, imEiI 3;iii>iii|ei' ovtl)i.'ii cntvid^len,
^^ietlens ijl nisf ititljen beä ^evf» l^cifaioetö imäbiiiiflidjen
„leferüirt, lUibJ ^ou 3f|iicn ÄüHfer» midj ^eiiüinäijl wer^eLT, bn^ fje
„Äänfere ba3 ffen^tev im hpdf^ou^, c\ec[ni bai gnril)<:ii ^{)va ^ludjiuüljt
„e^tTOiribcM §erru ßljriftiaii Stube] inouii, 31111^ ^u iiiLiiutii, luic üitd>
^b«ii fiii[ter Tuben ubfii iji: ^ü\\-j, nSiUü iminii oütn iu bk^eii guT^
^l^en ^iueiii feE)en fifliiii, mit ducm f,eirf]Iofinicii fenftet iivbl fi^ci-
„iKH gottet bei" l^iot mif Jfiic btr Atäujer iinfüj'teii ^Itrum^vfü folleu:
„üflea Iniilid] mibi Dfjne 9e[iil)r1e 3'^f lüa^)ieu LllirtuuM iiubt beftfl^
^ligu^ig begeu, jciubt iieteic bem iieriditrirf] flefift]elten Sinifbckf ]^du
„^rrn ©laitj^uiltjei^, luibl einem el}i^üinmen Stall Siottj, bi^eS
^^oh( <lDnfroc^ ä"^eij qlcidjlantenbe G^eniplinia aufijevid}tet, Bon
(rbeeberfeil^^ ßuutra^Eintfu, unbl Gibcu mib iSibiieljnicm i>l)ne iindj'
^tfieii imb (djflben : imbeiid^ritkii, ajidj jebcjri STtjeil cinc^, objjetnelien
^flerid)tUc6 itiiufbiief obvv ^^eifuufein bis ju ^ijlligcr utiituttung be^
„Änuffcr)iaiiiSi-3, iULiefeta liievben . . . n\d}a^ .... ücm . . 1697.
„$Miipp ®r# ftfibelnmm (C. ©.) 5>J. itie^^ ^^'ue
, SücenB Getier, . . Dlat^l. . .
13
„^oiieft ^kh in ^lldjLiffenburg im nu^inen kr gemtine Subcutc^ofL
.3d^, '^(inii, ed)u|jiLb nll)iei, in ^Jiaiifen bcr gemeine ^ukujdjn^f
„najiei"
DiPöe SyTiügose beslaiul Ijis 18S7, hat somit last 300
Jalue als GüLteshjuis gedient.
Als in deni eiw, Jatire — lGÖ8-die Woini^^er Synagoge
ubgetprannt war nnd Sendbulen hitirtnsgiii{reii, um fiii' den Wieder-
aufbau KU kollekiieni, kainen dithe auch nach AscbaffenbEiig.
Das Kullektenbudi eutijätt bieiiilic]- ((ilgenden Kintra^:
^np aijnü ^"jn c^ism ^"3 .yjyö b\ff n^v 1^;^^ f^nn p^y ^*^3 dv
p-ps "in^E- D'iJT tüüfi n"2 vvDi^ cn^icD '3!?^ iv^vn t'^J oy f^
n^iViT 'r''T ''.^r cn:ü iz zipv* -^t^'n vs* ^,ip rn^psn b»i^ i*im Vin^
■j-tDJE'i« p-pi pwj: v'K' V"y^
Das heisst iubalilicb : Heule^ DoimerJ^fag den 2. Ab 154581
spendete den t^endboten 25 (Julden flir die Synagoge und sonstige
Hedrirfni.ssp der CJtmeinde Wurms die Ascbaffenburg-er Gemein-
de mit den bbrigen des Obererzstift?*» Avahrend sie aUein weitere
27} Giildeu vor der Krankfurter Messe fiir diesen Zwek an 11,
HerK Wal üliergebuii wiid. Li Auftrage der Gemeinde: Jakob,
Sohn des jMenacktm haiewi WeKiaT^ z. Zt. Kultusbeaniter in
A?chaftei]bürg, *
1>ie näcbste MitteiUiiiK geben die Akten aus dem Jahre
17Ü0. Die nns vorliegende Verfiigting der Chnrf. Mains. Cam-
mev aus diesem Jahre betrifft nickt nur die Juden der
Stadt Aschaffenbarg. suuder» die des ganzen obere» FrtKslifis.
Es gehürten dazu naek den weiteren Aafz eich nun gen aus dem
Jahre 1770 {Talmud -■ Thora- An Ordnungen) folgemie jiddi-
sche Gemejudeti; Asckaffenburg; Hüsbach, GroKsoslheim, Klein-
ustheim/ Gresswallstadtj Klt^inwallsladtT Sulzbach, Kiingen-
berg, Eöllbach, Miltenberg, Worth a. M, öeligenstadi, Stein-
heim, Dieburg, Oberroden (t>ei Diebni-g) Orb, ^■ageIsbu^g,
Krautbeim, Buchen, Mllhlbeim^ Königshofen, Bischüfsteim.
Künii^heim, Tsetidenau, Hochkauseii, Külaheim, AValldüriij
Baienburg nnd Bielungen. Ks Laben sicher auch in anderen
14
Orten') des f^beterisslifies Jinlen pftwohnt^ das "betr. Verzeichnis
erwälint jedoch nur diejpnigen, in denea Synagogen beslftuden-
Wir IflSssPD nun hier rtie erw. V*:rfbßüng^) folgen;
^Seft^I luirb beneii ^orgminfni ncffliiTÖfer ober ©t^ €ufll. 3iibci^
,f(^aft ^Kmit ^ebeftttt, lüeijteii bie ^^urfüvftt. Uitbm^flnfii bi^ auf-
^nditmig ber Satibt Tiiü^ iinb bereu foftbari'n ^üiiliiuiig über bie
„&iä^tiL;e bojjpdle 6c^a^;iiig iiüfft ein grojeä bei^trtigett miifieii, luo*
„Suu bie ^ubnifdiaFL gla{:^n)o^T $U^er gefi^ijt geblieben, iiiillrin dIjil^
„biflia 6d)piitet beii ^aft auf crmtlteii 6^)riftl. Uiiberl^oiieH nHein
„erfi^cn ^u kffeiT, bo boc^ bie ^ubeji gteii^eu Bd)u^ nf'iffc"/ ""ti
„i(ive SfflftniiTg iiidfteuä im t^i^ ©fift ^reibeu, ta^ Sie in gegeii^
„Ijdtung Dbg. Sd^mltreii St't^Uv, ^\\ (urfii^vinig be^ iiBl^iflen ©tiij
^giefeiiö ineu ^rgtecflid^eu 3Jei)Uai\ Ifiuii, fo[gIi^ jeber im iSr^ Sflfi
„Stfeii^ ge(e|(ner 3iib Sßon iebem Bulben ©4<i^w^i9' 1"'^* (Glfiin
^iSon i^itfn im ^i^jimlar nntdflafl gnottülller ^e^aiflt loirb, ^ebeti
.Sifeupfimb afteS jeborfj gul^eä ol)u 5lerfQt(d)teö Tupfer ju ber jeiiige
i^Sefiere^ luorunier ^r im £d)ii{j gefefjen, o l^ato bie[e§ Mngftcn
^innfr^alb ^ier ^od^en o^LEfe^fäat unb bfij ^erm'.ibmig luinFtL^vfi^
,£^et &tra[ iiilifie» [offe, luelffeeu giii^bTflftcn Öefe^if baw,} obi^ebü^te
„3uben(c^Qft flcf]ot(aml)ft narfi ^i^^^"""^"* ^^^^ f^i^l Ijiertwdj jii riä^-
^t\i fja&e; giguatnm ^Q^iTg b- 28 t. Xee. 170G etjurfiirftt^
„9J?fliii^. (^oniHier. — ■^
1705 bffmchteie die Asehaffeiiburgev Öfli gerscbaft
eine atlzugrosi^e Ztmalinie der Jmlen gemein de ! ^te beraft gjcb
m einer dieeerhalb an den Kuriiirsten R'^nciiteren Bescliwerde
auf eine Verordnung vom Jahrij 1681, nach welcher nur 13
Sehul/jöden in Aschatfenburg aufgenommen werden (iiivleii,
während nunmehr ihre Zahl aut'^d angewachsen war- Es ergeht
hiei'fluf »,an den Stadtschiiltheiseu und ober Keller** ku Ahchaffen-
burg der Bescheid: (Oopiej^j
„i*Pt^ariH^ SfüLfÄ ^uu föolk^ ©nab^n ^r^bijdjof ju Wnin^,
„bfä Ireit iatm. dieiti^ buc«^ (^ermauien ^^ l^aii^kc unb ^^ur[itift,
^Siff^of ^u Bamberg.
') Wie in vetachiedeDf» Orten die Bezeichnimgeii JnJ^nLiixhhüf etc
äarsnf binwf jgrrii-
*J A. Ke. Arcb,
If
16
^S^rjfltne, oud) Ijöc&qete^rlcr, litU fleftcue. fßafi an unfi i6"^
,9?ü5nie"s bfifigen ©lobtralO* iiiEb ^^ilrgerftftoft in €a*^« be* 2&ro
,,3ubfn5 ^trlougfnbeji [dju^cS in ntiler Slobt afiioffnbuTci utitctltiä"
„uißit kvic^len uiib mit gtmclie fflilrgerft^aft lueflcn htx anno 1684
^üi 13 t^aü% gefäg bcftatibeEiei mib bl^ ^if^in ab jicaitjig berc^Iei-
„djfn tvTOQdjfenfr ^evmt^rnnji bei- 3iibeiifi^Qft (ic^ belcEjTOerfn, an^
.M] aber ge[|Dr(ninl)ft bilkn l&iit, if]iifii gegen bU anfimtimf Sot^
„gebfldjten Sbtu 3uben5 bic gnaH TOibftfotjren nnb ben bdeW erge^n
jii Icigeis, bau ^üiiftigOiu uit allfhi ^ein« S^b^^^ me^t:
„6ifi Selbige auf bk Siotgemette 13 \t Qa^t rebuciiet lUib
^iLbgant^fu ffpii TOuvbeu, crjejEt mcvbc" foUcn, bafl ift muS ab
,,nnfflnßö ^vh. i^utfreiii uiitciJ^ßniiifteii td;rtibui beä mf(jre«ii reftritet
.morben. Sffienn mir nun in fDififineS u;i(er«t SürgErft^afl ge^P^h^i*
,,fltS SitJfn unb ©ffinncn gu gcfetslen nid)l nngfiingt finb; ol(o ift
„aud| nnftr flHdbigfter ^iU iinb tefcfiUube Sllcrorbnunft^
^^iennitn btife Hüniligliin auger f^tmelten Söro ^nben« unb
vbi^ bal}in bie je^ige ^auB^cfäft nii^ber aii( 18 hi ber ^o^I
„abgnngn nnb rebncireL fe^f. deiner mtt»t anf^enommen
^nj c r b e n (oll«. ©cld)es ©xidj äui 9?ai^ri(^t o^uuer^alfen bjdb^t
,jUnb finb ©ui^ anbei) ^n flnabeii niöijl gfiUDgcn. SaniBcrg b- 6.
„SO-'Qmj 1705. ^Dli], S^aiii (Etjurfürfl, ^u jibm Ucpie: 3. 6,
„©lauft ^flil«id|rd&er.
Pie Steuern der Juden im ObererzBüfL belrifft wieder
die folgende Entscliliessung der Mainzer Hi»f Oanimer: ^
„31ad] beme 3&ie ß^nrfiiiftl. ©naben ju SKoi^n^' Uujer flnfi-
„bigjlet ^err ^Ötl^jf^igcn gefüljdii^cn nnb iiod) mcit auffeljiiben con-
^jnnglnien fid| gemiiffigcl ©efiiibfn nibcro t^r^ftift bie eiiie S^iJ^er
„iu ndit Onavlfllicu be(laiibfnc So^rf €d)oBung nm mieber onf ^möX^
^Ouaital ju er^öEjeit unb jn berrn ^r^ebnjig mit atjnfaug biefed
,,^r?:)nat€ E^^Umbri^ ben anfüng ^u madirir, audi bcvgeflalt big ^n
„fifü[gaibtu fiieblit^euu nnb befjfTen 3^^^^" tüntiiiniien ^u raffen;
,SI6 n.ürb (cldrf* benen ^ofgänüfren hrS ober (^i[i Sliill- ^n brm
,(inb ^ebriitil, nnb fi(^ liirrnad) 5U rld^un iinb ju €nb fincä 3tben
,,9Jfona[^S mil geb; ^aiiai^ Sr^Kmbet: D^iijiErangeii i^iu ©imfffed
,,QiiartaI tbreS St^aguugSiri'^uli o^ue aljn^lnnbt unb alfo filt biffefl
„3fl^r ü^n fotb aiS! ?, je^cn qartrtl jui; ^«fl§ 6aga ©in plitjntn;
„©ignaluni SJIayng facii 28 t, 7 bniS 1707. S^urffiiftl. SÄagn^;
^(Eamtr.
16
, Hn BÖeMein ans <Ieni Jabre 1710, das liandsehnfll.
Aöft eich nun gen emea Asehnffeubürgers, David leu R. Jacob,
entMlt (8- Stein&chiieider, Katalog der hebr. Handschr- der
Hamburger Stadtbibliotbek, No. 200) befindet sich in der Ham-
burger 8tadtbibliothek, deren Verwallnng die Güte halle, durch
die Kgl. Schlossbibliotheks- Veiwaltnng dahier piir eine EJn-
sichtnabme zu ermügUdien. Auf dem e^tilen Üfatt s^rhreibt er,
dass er bei Rabbi lienJit Scliwab in Hiinait geirnii habe, AVie
es sclieintf war der Sdireiber noch kein Gelehrter, ijon'tern hat-
te in diesem Büchlein ander k^eitig-gtihörtepuwiefigeneAuslegnngen
von Bibel'iitid Talmud steilen iiülierf, die immeiijjn Wissen ver-
raien, V'ogegpn die An^drueksweibe nnd ilie oft, fehlerhafte
Schreibweise i^eigen, dass er nuch^ Schiiier war. KäJjere.s Über
ihn ist nns nicht bekannt
Die Kmf- Main:5ische Regierung war damals den Jaden
gfinstig-' sesinnt und dokumenlizie denr?elhen wiedeihoR ilire
Oeneißtheit; so ancii in einer reifjigung'J vom 2B. Jannar 1711,
in weicher., alle ober ErUstiCLsbeiimpten" anfg^-iurdei t werden,
strikte darjinl 211 sehen, daps ,^zii VerhlUnng vieier l^rocftliseu
M^eiilänfiskeiten*' alle „Contracteii" v^w. Juden und Christen in
der IlShe von G fl an „von jedes oiths geriidiis untfTsncht u.
und Cöjjfliimiit werde"'
1713 erliess der „Churf- Maint/„ Kammer Rat Herr und
Oberkeller" Johann Reinhard Hörn zu As^ehaffunbinir an die
Jödenschdft daselbst folgieude EiftschUessnng^J: (Ci>|iial
„olterfiirnb! uu!fr)d](?if ntil Pem ^i^EfdjIcn ^^DVQfhcu, bdfi fotd}c ^u
„^üt fiinbcru Siflltrf) Äfciu gEeii:!) ^on bcuen biivfjdiafim in bk
^ftatt ocbroiidjt mcrbfu I0U, @^ö (aje beii \M}A Äimtn baun ^unfi^
i^meiftern b« fiicfigtn ä^^ejgvv^nnft oiii^pjfüflt, iinb bafe ^Irifd^ uoii
J}^im^ fetfidjligd morben, nnfeev tiic[cm bnfj ld)pd)kn nuf bcneu ^vi^
^djnfien uubl bie Gitifiit)Viinü tffi Slnfdj in bie ^fn\i iiönyiiri) vtrimU
J«i ffin fofi, mon aber jinnjkne in bei emtt ^^Wt^i luciben mill,
> loH (old}eS gleirfifaU in tcinni ^rimltjfiilEiM, Junberu luau Sf^
^ Mr bencn befngtfn inflmcifterii nnnr^ehnt motb^n, in.bem frf)lad)t^
■^ojil ftefffte^«», morimd; fid) nlfo bie 3nbenTd)fl!t jn gcmdbnitfm
1) A- Kg.-Arch.
1?
.fiitnbt j« ifiniT, nM fit (ümbtl. be^ föüiifiacotiDn befe 3**1(^1 unbt
^aiibfrer toiUfhtiTfgeji etvaf, b[e(em d[D natf) ju fommen ()abfn.
„?I(i^a|?nbin9, bfn 8. ^fbr. 1713. ;
„Johann lieibnhardt hörn"
Jm Jfthie 17J5 scheint in Aach&ffenbuig eine ansehnliche Ge-
meinde bestanden zq haben. Vom 12. März dici^s Jahres liegtuns
eine VerfllguiigH der Mainzer Regierung vur^ welche den Juden
rri Asi-JralTenbnrg gestattet, um den dortigen Begräbnisplatz eine
j^Jauer anzulegen. Wiewohl aucli liamals schon aii dem Fried-
liof noch andeie Gemeinden [GoldbachHGsbach. GrossoBtheim,
KleinwallsUdt, Mümmlingen, Hofstetten» Grosse allatadt, Niedem-
hayg, Haussen] Teil hatten, Rihlte ßich doch die Gemeinde
ZV Äschtfftenbnrg — vielleicht nach vorausgegangenem Einver-
ni'hmt^n w\t den anderen Gemeinden — berufen, um die Geneli-
niignng zur Errichtung der erwähnten Friedhofsmauer nach-
Kusücben und die Ausföhrung zu besorgen. Dasa diese Mauer
aufÄufiihren dringend rotwendig war und dass es sehr zu bedau-
ern ist, dass dieser Bezirksfriedhof (bei öchweinheim) bis da-
hin-und zeilweise wohl auch später-nicht besser geschützt war,
dttrfte j'^dem einleuchten, der den erwähnten Friedhof be^
sucht. Da sieht man vor allem sehr viele Gräber ohne Grab-
steine, andere mit zerbrochenen Grabsteinen j gleich in der
Kj^lie des Kinganires liegt ein Grahsteio, der mit der Auf-
st^hrift nach oben eingesunken ist. [Derselbe ist aus dem Jahre
17113]. Offenbar wurden wiederholt Grabsteine zerstört oder
entwendet, vielfaclj ans Bosheit (S. weiter St 32), vielfach viel-
leicht aüchj um sie anderweitig — wie dies auch in änderen
Gemeinden vorkam — als Bausleine zu verwenden. Das Alter
des Friedhofes lässt sich wohl kaum feststellen ; in dem
Kataster ißt derselbe eingetragen: „Friedhof, in der Gemarkang
Seh wein heim, seit unfl^rdenklichen Zeiten Eigentum der
D istr i klBjnden geraei n d e" .
El" dürfte aus der Zeit stammen, in welcher sich hier
zum ersten Male Juden niederliessen. Die dem Friedhofe zu-
gehörigen Gemeinden gründeten im Jahre 1719 (547ö) einen
*) KniBarch. zu Wurzlurf^j Uaipzer ALteÜQDg V- 1069,
Verein nnter flero Nflmen D^j^:jp oncn ^üu KtP*1p »nan (Wobl-
thätjgkeits- und Beerdigungs- Vereinigimg) mit dem Sitze zu
Aechaffenburtr. Das bei der Registratur des hiesigen Distrikis-
rabbinatE sich vorändende Vereinsbnch enthält auf Seite 2 die
Stiftungsurkunde*) in hebriiiscijer Sprache. Sie erörlert die
Notwendigkeit der Begründung eines pßlchen Vereins, enthält
des weiteren ein Übereinkommen der Gründer, demznfolge inner-
halb der ersten drei Jahre in keinem Falle eifier dei'seJben sich
Ton den dnreh den Beitritt übernommenen Verpflichtuli gen los-
sagen könne; nach dieser Zeit könne einea* Mitgliede der Ans-
tritt gestattet werden, weuu dasselbe eine der Vereinigung (der
Vereinsleitung wahrscheinlich) einleuchtende BegTimdung- vor-
zubringen irj der Lag« sei, vorÄUSgeselzt, dasa es nichts mehr
in die Vereinakasse schulde. Kann es jedoch keinen solchen
Grund angeben, so solle es auch dann nicbt auszutreten verhin-
dert sein, müsee aber als Loslösiingssuranie 6 Heichatiialer in die
Vereinskasse zahlen. Die Urkunde ist ausgefertigt am Don-
nerstag den 8. Kislew 5479 (17i9J und trägt 25 ünterschriftenT
denen aich folgende Bestätjguug des Mainzer Landesrabbiners
anschliesst :
»■yi ^jiaiai ^nr"i^:a ans:! nirjpj ^-jn iük-j j^rsü' na b^w n3in noK
^■ff DpJDu Q^mjfD "i^^s^ pii nijpnrt ^n na f\H'. ^"jt nuipn ^m ^n^a
TflZi y:vo p'pi n-3 niana di'.o' ii^'riyrf -ib^« /prn niHDT mann
p-pB ^"fh u"vn ^^03 i"" '"^ 0^' □'l\t ^dc nw Tonm ^nar^a "Wi^
'viD rn^cnni nmnD □□niso yiifjn i'csk:] trnv^ ^:^tt'B'* 'p.T "fjj'D
„©ä ift sutreff?nb< bii| nflfS, luaa in obiger Urfunbe bargelegt
„ift, mit meiuem ^\}\in niib Siiiucvftonbuiö flcjdje^fn ift uub uiebev^
^getdlTieben tuurbe; bie ^i:reiii3[(ttt.uugeu (inb ft^fl ULiQeiib^ beneu be^
^gltii^fn aSereinS im IjRcingnu cntTeljnt, für iueli^ Ifflfre bie beS
p^aiiTjvr- Vereins gtunblegenb n^areii; s^ii: ^efldtigung bcfffu ^ak
jt^ mein* Unteiji^Tift bflgeic^t, t>eu!e, ^Jlitlluod), ben U. ÄiSlero
.^i« in aKoiiij ^ijfl^'^nr Snirfj,^) eo^u bcS 3(, ©abtiel, ^u
.anainj."
1} Beilage B,
^) Berübiiril Gabriel. Von ihm acbreibt CArntülj in deu von ana oben
lö
Auf dem DficbBleu Blalle des eiw. BucbeB folgen die
Verein ssatzun gen, welelie 4i> Paragraphen amfasaen. Sie han-
deln Tou den Aufgaben des Vereins, von den Pflichten der
Mitglieder, von deren Verhältnis zu einander, von der Vereins-
leitnng, Rechnungsführung und Rechnungsablage- — Voü be-
sonderem Interes&e ist der Paragraph 46, welcher übb das Ver-
hältnis der Gemeinden und deren Vertreter za dem Laodes-
rabbiner erkennen Iftsst. Es wird darin betont, dass der
Landesrabbiner genehmigt habe, dass die Gemein-
devor.^teber dem Vereine angehören, fiie aber in dem
Vereine nicht mehr oder minder Rechte haben aU jedM andere
Mitglied.
Auf Blatt 7 a folgen noch einige weitere Bestimmungen,
- n. ft. i'iber den seitens des Vereins za bestellenden Öftentr-
liclien Lehrvortrag — bezw- die Klarstellung einiger Pnokte,
welche im KInl desselben Jahres eingeschrieben sind. Diese
Bestimmungen sind von besonderer Wichtigkeit, da sie mit der
Unterschrift des JiKchak Säckel Elhausen^ versehen sind, der,
allerdings unter dem Mainzer Landesrabbiner stehend, — den
er als Landesrabbiner (nyron T2H} erwähnt — sich als Rab-
biner des Bezirks Aschaffenburg bezeichnet Zu dem
oben erwähnten Landesrabbiner. R, Isas'char Berisch {Bern-
hard Oabriei). stand er in v e rwandschafU icher Beziehung^O- Et-
hausen lebte bis 1723 in Aschaffenburg und wurde in diesem Jahre
nach Mainz bernfen^ da der erwähnte Landesrabbiner sein Amt
niederlegte und ihn dem Kurfürsten als Nachfolger in Vor^hlog
brachte. Wir entnehmen das folgende Deeret seiner Ernennang
Schaabs Geschichte der Juden in Mainz CS. 290);
fnngieit Diese Angabe fet nach dar obigeo Urkunde fafseb, da er ihr mPol-
ge b&reJtB 1710 fimtierte^ Dfitmauh ist autih die dort voT^ngehejulä Angaba
ntier Sack«] tknaDnel, dato derselbe 1TI&--21 amtiatt habe, der Berichtigang
b«dQrftJ^,
1) S. Lvireneteifl, Gpsch, d«r Joden id der Kurpfal« S. 244 Anm, 3.
Zu den dort env^nten Orteji Scbqciitach. Uarbtbreit. Pteroe a, jUainzi in
welchen lizchak 8äeke] )ütaa<eti ala B^Lbbiner amtierte^ w&re demnach noch
Aaehaffenburg zu tFg&nzeu.
^} Er flcbreibt Ten ilim qdI-BD?! um TSK ^IKiT 3in ^Jnmo
^
„Slocttbfma^rcM ter gpJ^mfirbiflfie lil, tit. ini(cr gnabiflffer ^crr
^bcv iiDll^butftl ,^ii \ü)n aüd]kt btii umi betu|tlDni obn 3iabiner ber
^ft*u 6oiifeii3 [iitfiiliürlni Otei 3iobiiitr, iitiljuien^^ £Ü(C;( (^blljniißeii,
„mii eiiitm [;Mbiijfien bccitt betufftafJeu i?^rltl]cu \mb leijiliinkeii jii
;,tnj(eM, bntiiit irjiJK lüiuoljl tiüu jeill^ feiner 6ubflilniron, tutiii e^
irTiidit td)i)ii gefdjrlnii, bif ttJolbiMitj mib uii^fligi' fliliiil)i iiiiifiiit <ilfirf}
„feinem ^^orfüt]ri:n Dljumcigcrlidj gtvcldjtlr nub biumit cDidiuiicl, (iä&
„niid} 311 [)vi;ibE|^aIt 1111g c^i\\\)t\ orbmuiri aiidj ntfje itnb ^tiui^feit muev
^bei: flfliit<^u ^rbftifKfdjfu Subtnfdjnft ^rjme Sciftl ^bt&rtiifeeii bii»
„ Stiert ;el[j[(TJuf ei t luib piuiliuif, (ü iinki benen ^i'beii eine"! Ckr
„3Jflbinev ntbiifirel tnuieien uub tideiflet mcibc; €u ift btiiijdebii ^u
„(olrfjfm ^iibt geflfiiuuiHiQfS !£eüTt, luub fidj (muüljl bclj l;iefiL^<:v
^olfi ber Ofaer'^i^ftiffiiSdjen giibeiiSdjofft boimit tegetimimi jn fbimeii
^jiigcfleQl lüerbfit, roi'^em §üd}ft Srit>et}uta' £eii[cv tS^utfnvfUidjeii
„gnnben jnfetfügtev ^iibeiifi^flffr jellift tigeueii kft'^" ne"it^f"bcii flnä^
^bigfleii 6eftl]I Sie nf[o iiiun' SieTiJinjbiiiig übnfffftbuter 8dHue^]vec
^6Jroff lUTb ßfinifiiTfllr<^e Uiigiiobtc flcfiorfnmbft iiui^ä^f'^nnifcn ^at.
^Uvriinb ^ödjft eviüf^iiter Seiner föt|iiTfiirft(i^e;i gimben eigfuf)tiitbi-
^tjcH eub^crpiliou iinb auUS) gebiu![fit <ie5<iim5tcn i^an^leij ^njkgd-
„Bflini bell 25, Dtto6ci3 1723."
Dieser lUbbiiier Säckel rthaussen war ein weithin be-
rfihniter Gelehrter, wie die S^Tiiinlniig seiner religionsgesetzliclieii
Gutacblen Schaalotli utschnbnth Or Nekm (von seitiem Sohne
R. Lob- Heidelberg herausgegeben, Karlsrnhe 5525} zeigt, denen
sich eeine EiklKrnngen Or lo bezion zu den Talmudtrakfaten
Herachoth u. MenRcLofh ansthiie^sen. IJie Namtn der beiden
Werke wurden von Ethausen selbst gewählt und kata vor sei-
nem Tode von ihm dem Sohne, den er uuter Übergabe der
Drnckkoslen qid die Drucklegung bat, mitgeteilt, \.B* Vor-
rede dee Sohnes zu Or NeJam). In den erwähnten Gutach-
ten schreibt er einmal (Äsp. 7) „indem als diese Anfrage
kam, ich gerade reisef^ertig war zu dem Landtage U im
ObererBstift"^). '^"
Von dem oben erwähnten Verein ist noch zu berichten,
^) GewÜbDlicb iu AachHfTeDburg oder Miltenlierg od^r m b^iilen Orten^
91
dasa deiBt^lbe biä zum Jalive 1838 beaUnd, später in einen
Krankenverein (der G enieinde Ascliaffenlnirg"! verwandelt wur-
Je und seit Januar 18^(8 wieder als WobltliätigkeitJ^- und Beerdi-
gungsvereän miter dem N.imen Oiiebra liikkur Cttolini- Gemilus
t'liasodim be&telit, —
1722 wurde auf die Bi"Ue der sämmlliehen Vorgänger
(Vorsteher) der obererzsliftJidieu Juden [VerfiiijnngO der OJiarf-
Hofkammer von 9, Pebruar] genehmigt, „bnfi und? n^mmctjr be=
^idjQfftier ciuÜJiniig bfr pfanbicOofl DiO bie iu büiTiflcit ©lätleu mib
„im geridjt nHrirjeinil> motjucuie jcTju^ ^ubi^u mil i^rei- ©dju^unj^
„md^c äu[n:imin[ qimrtftlilcr: 5 (L 15 Ür. niifi mcifcu ^l)uet luib
„33i6l)fi^ bcnen Sicrtdjneufe l'Camte jit ort nub miillj^imb geliefert
„mcibeu, fiivoljiii al)ii bif jebe^mn[i[ie l'ov^üiiiserc bct otcv ©r^ftifrf.
,,gubeiildjiiff glcidj onbCnciO btiiiuen iicfffcinii fd)ut'0"beii ■i'^I|teu
^iiub lieioiii : bügoi^ru okr bo^ uljeieräjlittl- 3J/iivicitU(ä tjufliiUnu
„iimb tii? ^emdtfi 5 f(. 15 S?r. cil)ijlie^ uiib jum eijurfiirjtt, firiegS^
„j^pU fimbt ]cbv5 OiinrtaT (omd iitdjr fldiffv-il lueiben jorie"
Es scheint die Absicht gewesen /u £^eill, mit dies'^r Ver-
füj^nnf* fnst/uslellen, dass v^n da aO üie -luden ku Orb^} uiid
WeiUieiiTt deu obererzstiftl- Juden ^^jjjjiihijren.
1727 hatteu die Juden y.a Ascliaffciiburg um Befi'eiuug
von den j,>:ehendpui)fennjg'^ vyn dem lleiiatsi^nt iiirer in das
fJess- I^JumsTiidtTScIie veilieiraieien 'Hicl-tfir bei der Cuif. Itegie-
inng 11 acl Ige sucht. Die Vorsteriunir hatte jedncii keinen Erfolg;
unt*^r dem 29. Januar 1727 wurde vjelinelir verfüg t.^ } dasB zur
flezalilung des zeEmden Pfennigs auch von dem Flfiiatagut di?r
nach auswärts vcrli ei rateten Sübr>e und ^j\tchU^r ÄiigehaUen v/er-
den soll
Aus deu^ pTahre 1729 v^rwjllirt ttas isr. Gemein Jearchiv
Aschaffenbni'g einen mitChuini. Camnicr Siegel versehene» Geleit-
brief fiU' die bei[len Hchut/juden Lieiimaun Borheimer mul Low
Sulabach : " " ^'
„^lorjciiicr bic[eÄ i^idnnaini ®od^i"iniir unb ööm ^utjta^
„tfcbe Sdjn^ ^nben ^^ii ^IjrijoffciiOurt^, !udrf}f l^eij nlUjicfefg«
^Sf|urf. .^>ojfniinuei il)n':t €ri}uS ^^itc[ nnfgelogcJ ffljeuot a^u
i) A. Ka,-Aroli.
^) Hie llfsmduilf Orl] guiüirt auch ji?tzt aocli zu dem ßabbiiiats-
dialrikt AHcliaffciibuig.
aj A. Kg.'Arcb.
„(tc^ ju pagireii. ^aqn^ beii 22 ten Sulp 1729/'
(L. S.) Charf. Maiutz Hofkammer.
Es scheint, dass in geschäftlicher Bezieliutig damals die
Juden im Obererzslift mancherlei Behelligung ausgeaeUt waren.
Sie wandten sich deshalb an (!ie Chiirf. Regierung in Mainz,
welche in einer Kntschliessung von 16 Mai') und vom 17 Juli^)
1733 „Handell ond Wandell» deren waaren, auch Verkauffung
alter und neuer Kleidern, [je<3och das letztere von ein ge-
sessenen achneiderD Verferdiget Vndt Von denen geschworenen
gestempelt seyen]-" unter Hinweis auf eine diesbezügliiihe Ver-
ordnung vom SO Januar lü96 erlaubt.
Drei Jahre spater hatten sämmtliche Vorsteher der oher-
erscstiftl, Judeoschaft in einer „Bitt Vorstellung" um Krl eichtun gen
bei Ausstellungen von Schuidbridfen nachgesucht, worauf am
7teR Februar 171*5 „an den Vicedomben, stadtschul Iheisen^ auch
Oberkellem au AschafFenburg und Kellern im Uachgau^^ folgende
Verfügung*) erging r
,?öaö bie jam&tL ^Dtgäirger her Dkuiftiftt. SubenJ^ofl
jDFfien ^uäjerJipitg ber obliäfitioneu S&orgefteUcI. luib bi^fallö ^u
„äJetfügen gejiemenb getclttn flu loli^eS ^eigl bte iti l^cph'i (jterbnj
„Siema^Tle axi^ uub ntbintug in m^tirfreu, gleid^mie roiv um ffl[ttj
pÄcin er^eblii^cr üuflaub (eyu fußt« geft^ftjen lajeu mofteu, bag bie
„jroif^en ß^rififu mit 3ubeii jit frrrifiteu&eiT DbligalioneS eutruetier m
,,tocD bömicilii be@ bebilotä obcc ai\ bcm ort^, mo ber crebiior luofen:
.l)aft, ^Uöiojlen, TOüu" ^ciii Ifppoi^fc coiiftituirt mivb, ^etii^tlid) iu
pjlie^iein htrfaer cohtra^euJen beftäitiget, uub nu^ gefertigt mürben mög,
„atj &ätlfn ber ^eVT fi$ baiuot^ Sim'tig^iu ju tickten uuö luiv f."
1736 (54Pü) wurde in Äsehaffenburg ein Verein unter
dem Namen Chebra xMismore TliJllim gegrüudet. Die Vereins-
angehörjgen hatten die Pflicht, jeden Morgen gemeinschaftlich
ThiHim tPsalmen) äu recitireu und jeden Abend zum ,, Lernen eines
Schiui"*' fÄbhaltung eines Talmud- Vortrags) sich einaufiuden. Das
Vereinabuch befindet sich in dem Archiv der isr- Gemeinde Äsehaf-
fenburg. Leider sind die ersten zwölf Biätter stark beschädigt
■) A. Eg-Arch.
s) Dto. (Org. Ufk)
fi) KreiearchiT Wür^barg V, 2flfle.
r
Und die Urkunde über die Oründung des Vereins nicU metr
VoUs-tändig erhalten- In diesem Buche wird Anchaffenbarg Öfters
il'atf'p« ,3'Ti3j[iiw (Auscheburg-, Ausclmbur^) geschrieben. Es ist
dies von Bedeutung, da aacli in anderweitigen Urkunden ven
den .Tnden in m^tfis wnd niiJB'iw die Rede ist. S, Salfelda
Martyr. d. Mainzer Memurbuclis^ auch in dem Hanauer Memor^
buch wird iii^c^« erwähnt.
Das erw. VereJnsbucb enthält auf S. 13 eine Bekannt-
machung des Gemeinde Vorstandes hi'tb Östrich aus dem Jahre
1770 (5530)» in welcher er die mangelhafte Bethätigung der
Vereinspfl ich teil rügt und zu deren pünktlichen Erftlilüng
ermahnt. Diese „B*^kanntmachung'* (ti^^) wurde in der Syna-
goge verlesen und der gen, GemeindMorgteher liess sie durch
den Yorbeter in das Vereinsbuch eiutrageu. Da letztere»
ohne Genehmigung der Vereins] ei tun g geschehen war, erregte
es deren Unwillen, nnd nm« bescliloas, den Gemeindevorsteher
mit einer üeldslrafe» die riem Talmud-Thora-Pond^ Kufalleu
tolle^ SU belegen und das betr.' Vert^insbuch zu kassieren.
Ostrich stellte inde.^ vor, idass letzteres den BegriiiiderQ des
Vereins gegenüber pietätlos wäre, was auch eiUReseheu wurden
man behielt das Vereinsbtrch daraufhin bei (dasselbe, dem
wir diese Mitleilungen entnehmen) luid die Strafe wurde redu-
ciert. Gleichzeitig wurde als Bestimmung bekannt gegeben,
dass kein Vorstand-um soweniger ein anderer -selbständig
Einträge in des Vereinsbucb zu machen sich unterstehen solle.
Der letzte Eintrag in dem Buch ist aus deoi Jahre 1782
(5542), Spätere Mitteilungen über dem Verein md nicht
vorhanden- ' ^
MW
Ub^r die Geraeindectngeiegenheiten beschloas damals im-
mer dk Öesamtgemeinde in einer hieran einberufenen Versamm-
Inng. Protokolle über solche Versammlungsbeschlüsae finden
sowohl in den Gemeindebi'ic:]iern als auch in Einzelakten im
ArUlv der hiesigen isr, Knltusgemeinde sich vor; unter ersterea
folgendes aas dem Jahre 1738 (,5498J: Eür das Aufrafeu
am Sabbat wurde eine Gebühr in die Oemeindekasse entnch-
tet^ Da nun nach den HeligionsbestiDimungen» ein in der
1) S. weiter St. ao.
Il_&
u
„Synagoge sieb befindender ÄngehJ^i-iger des PriesterBtanunes^ Ko^
^lien, an erster Stelle (BisehQn) itur Tliora gerufen werden muss,
/so hatte der ein;eige Kohen, der damals in Asdiaffenbuv^ war,
(i^saac Kat;t, jflden Sahbat diese ftebülir m entrichten, Ha dessen
/»y^rmögens Verhältnisse nir.ht sehr günstig waren, bescliloss die
Jlemeinde, dass er künltigbin nur von 14 y.u U Tagen 7Air 'Hmra
gerufen werde, an dem z wischen liRgenden Sabbat aber während
des Anfrnfs des Ersten nicht in der Synag-oge verbleiben solle,
^ ,1 Am 14. August desi^elben Jahres <:v]Les-^ das Mainzer
. General- Vikariat auf Beschwerde des Mainzer Lsinde&irabbinera
Mos^ BrandeisO miii siimmtlicher Vorsteher der obererzstifli-
Echetf Juden se.hüft folgende Verliigung^):
bV@in)äie|i;mbllid;ifT3nb?ii{r^aft Idcd vriDttitioiiia jii kbfü1(}en.
„b(i& n|^ii ncn Idjtljeii eineS Sr^ bifc^oflidjcn ßleiwrnt Jßicflrtinö
„Jteiue&iu<gä gemeiuel \t^i ^ic fltb, 3'^bfii[dpfl iBou 3()i\" ^fyn=
„filvfU. fliiabcn uub bfrru ^fvrn iÖDifntiren flbflft. ^rifieiJlcii priuüoflicu
„IUI miuitjffi^ii in eubftii ober p Jlrtiiiff u ; nllfii^nlä ahcc Giu oöer
„anbpver ^^ai'jfv nuf bem £aiib, iu f^übifn, flfrEeii, ober ^IJrfcni
„banrndTfc ctimi Eingriff ;^n %fy\cn [\d) an?iiagrn [oZlc, ffi ^e\ie
^mffirflFb. 3ubcn[djaft foli^en ?tal)Hirjn(t n\ moc^tu, niurtiuf banu
„bicidbf in all^n uub ^fbou [lüden bem Liefunb imd) mil iiad;bnid
^munutenirl uti^, flE!)ü]ibtjiibct raerbcii \'>iUi\".
Die jiidische Gemeinde in Aschaffenbnrg zählte damals IS
Mitgliedei- ^llnter einem SitzüiitrsprotokolP) vou Kislew 550O
-1740 — finden sieb nftmlich 18 Unters ihrifleu und heissl es dort:
>) Kannoly envttlintiH dMa er uon 1733-07 LaHilesrabUiunCr fa
Vainft gcwFBen eei, aliü 84 Jdlam lanf?. Einer Eihgabe seiner Torlit^r Riicli-
mn Tmka an den Kurfürsten tiatnelimt it^}^ Jnaa Dr 36 Julirc^ Ihiii^ >n Mninx
virkre. HleHC KiiiRKle beünd^i aicli iu ilüm K. Krchnvluv kk Wrirzlutrg n.
eiilliältp wie Aiicb eine wtiE^re i1em Akte beiliegende Eiiigab« ilersetLi^-h^ iHa
Bitte, ihren Bruder ale^Nnüirulger ihr^a Vatträ £u eruemifii, iler bereits SQ
Jahre lang dIa Stwit^ nnd Lariilmhbiner in iMrmAtafU wirkte. Dir.q liea(JiEigt
ÄHtLb iler beuB Uegiernngernt iiml A tu ra Verwalter- You R. Moapa Rrjindem
Bind in ein^in biea. (lemcindebnd) 3 Kiit^cljeklutige» lu l^ieiicrju^elei^enlititen
und in dem VereiuBbut^li de» olieu e-nvHliiiteD Begrlbnis- und WülJihaiigJielffl-
Tercioi eine Eatflk^heidqng euLhaiten.
^} A. Kg.-Arcb,
^) FrütühaJlbucli der iArftelitiBObeu Gemeiade,
'r>
^'in^DnWD^p^noDinrn ^sSnp-n ^3i«3 :iT^v^„utiil liieserhalb unter-
zeichnet die ganze GeineindCj iiin alles obige zu bestätigen'*.
Wh" baben oben bereits piwabnt, dass 1732 die obererz-
Btiftisclien Juden siiib an itie Ghurfürstlicbe Regierung wandten,
dasß ihnen der Handel gestattet werde, welcher Bitte auch
stattgegeben wurzle. Die Konkurrenz der Juden scheint nun
bald <3en rhristliclien Hiin^lern imatigen^Jjra gewesen zu sein,
und sift Ruehleit eine Unterdriickutig dos Handels der Juden
herbei KU fühlen. Ein diezbezügJicher Versuch, bei der Reoiermig
in diesem Sinne zu wirkenj hatte j^och keinen Krfolg; die^e
verfügi.e^J vielmelir.
, Unfern &n\^ i- Wix m'öixtn bctn ^erru uub (£üd) nit^t
„Sifr^Libe«, Hjofe mag^u fouitItd)c i^rämcr btS ober Gv^H'f^ 'Ö^'^*
„über bcit In ^iinbel fidj fiufl)flItnLb<fn 3"ben, if|eif$ nbev nud} lucflcn
„htü fln(cv beiifii ^Jcfefu unb ^üfinH^i'u bcidjc^fnen Jpunjiieii^ nfcrr
„eilte ©efdjiuerbe gcfürjiet; 9öie nun neriiiög bei iniieriu h'^ tfu Scp^
„tem&EiS 1736; evftoiifinwu, bruffiliieu niib önc^ ^tiatfonniieuen,
^uuü l)ietey ahn fh\^ beijfleijfiiten ^frorbinniij Iicnrii ober ßi^flif«
^ti[^eu Qiibv]} bcniibtj iljvfä edjnlteneu ^^rimlcgii rtu^if^litglidj bcr
„©iiejeieieii bfi: eljucöiu gf^dnanfie $n:ibel mit Sonieii in nfle
^^eif) ednnbt, nudj tu anijeicglej' !ßciDbinmfl lueiicn ^nufiveu ^en
Je^ima 9fjd)et)ni; ^JU^ lätittcu bev ^crv iiub ^^v ^J^on^gLib jcü au^
„gcjogener ißevorbnuuf^ ^n erffl^reu, tnib bie djriftiidje ^liinier boljin
^,^11 üetücf djeiben ; mib ii>iv u^:blfiticii benr ^cnu nnb Girdj (tugene^me
H,frfü!ible. ^iei;ft f^n er^eiQcn fle)^ m[ih\ inib &fieit, nudj Mtit <^eMciiiEeu(
„SiUtfu mib alUm ßtiiru )BDi)t beii^fdjau. Mmjnjt ben 12. Sluguft
„1745/
Aus dem Jahre 1752 liegl uus folgende, interessant*
VerRigung in Kopie'^) vor:
„35et bcm öotjcn Slciiienutti^- Sejcl[ iiemäB^om I'9 leii X bnä
„an pX^fV ßrßf1i[tl- lUik'v fd]iilil]ci(cu, ni'b fleiidjt ^u fltciii^u^
„iDanflnb, (obnun nn tif eben Dilljcti; J^oi ftf I)er ju Sul;iüiid), uiib
„C&fvuflu n&^eiielicMCM ä^iteboiu Scniiitl. ^ceifli 2l>om 23 len X. büß
„ObüefagUu Ooljveö ^n^pfi] bf^, SSdih 19 ten biejes ^n önb fle»
„^fuben ^fonalfjj imb Ootfie^ nuljero auijelLinßleu ^oi}en DJvßieimiä^
A. Kg,^Areli. (lii K^pie)
*J A. Kg.-Arth-
^
„Befehls mirb oSer tf^ufl^eifecn ^ luegen benen hafiqen ©c^aB&eS^
,@DJeii, auf ifirem Sdjfi&&?ä, uiib fffttägen ^iertnil dnk[ol|k:i, bie
,®cla6en, mib biefctbe beg beiicn hitdj fö^ttfteii Mgbe, übet iTnec^te
„auf (otdjtn ©tfjuttcä, nab M^- 3:ä9 ä^errit^lcit Infleiibni ©ienft^
^iinb tianBQrbeilei^ im monlcniern biö ein anb^L^ 3?ui! ^ö^eten otl^
„befü^fen roetbeu mirb. 1J)cci:et. Si(^ü(|ni6uig, bcH 23 tcit X bris
J752."
Wip haben oben (8. 24.) aus einem in seiner Responaen-
aammlang enthaltenen OuUchten des R. Jizchak Seckel Etliau-
ssen angeführt, dass er schreibt, die Frage sei an ihn gekom-
men, als er eben im Begriffe war, zum Liindtage nach dem
Obererzsliff. zu iahren . Sololie JndtnlandUge fanden öfters
statt, so auch in dem Jahre 1753. Der von uns oben ebenfalls
bereits erwäbale R. Moses Brandeis richtete bei seinem Amts-
ftntritte in diesem Jahre behufs Abhaltung des Judenlandlags
zu Aachaffenburg und Miltenberg an die Churfiirsf.liehe Regif^-
rung die Bitte') um den notigfu Schatz gegen die Widerspen-
stigen bezw, um Erneuerung der in dieser Beziehunf? früher
ergangenen Entschliessiiog, worauf in diesem Sinne noterm 22. Juni
1753 ein churflirstJicher Bescheid^J erfolgte. Bei^ügiieh des
erw- Landtags in Miltenberg liegt ums eine weitere Entschlies-
suug^) der Mainzer Hof Cammer von 1 tea Juni desselben Jah-
re.ß vor:
„^enina^^ bE« Ober (5t^ etifä 3ubenfc%aft§ eviaubd, i^re
„©(^o^i^nU^'^cno^ftion mü ^u ^k^unfl bfS bol)iefigen ^iabiiifrä ju
^3?^il!enbeT9 ouf 3läcf]ft fof^fisbe bretj jo^r fibermaftt^n Sor ju
„nehmen, olj fepnbt bie(elbe in i^rer §in- unb 9iii^rei)6 an benen
„ß^urfiirttl. 3fiü?u&r. 3D[litaltni Sma^r bcä leibS ^dD^ frei) ju
„pagieteii, babe^ aber Reifeifl äu beobaditen, bamit ^em ^Qublüug
„ober uneTt((^nfI tjirunler ciej^^riebetv "nb na^ ^erflieSuug ber leno^
„UQtion^ ^dtf) biefer ©t^ein ßoeiret metbi-, niib Ijätie MUv im
„©üc^flou oaf ber J'^rbevuiig obgeba^lcn Slübinera unb Vorgängern
^bie giilflid}e §ßtib ^u biel^ciu"
1) Kreisftrhjv Wllr^burg, Mainz. Abt- V 2075.
2) Kreiaarhiv Würaburg, JLamz, ALt. V ^073.
«) jL Ei-Arfib.
«*
Wir haben oben sclion einmal Ton dem hieeigen T)is-
triktafriedliof gesprochen ^nA tlabei berühit, daas derselbe
wiederhol geschändet wurde. Eine solche Öcltändung des Friedhofa
kam auch im Jahre 1755 vor. Die jtidiHcJien Vorsteher hatten
sicli deswegen bei der churfüistl. Regierung beschwert. Ea
war die Maner besdiüdigt und eine Anzahl Grabsteine umge-
worfen Wüi'den- Die Untersuchung ei'gab, dass die Th&ter von
Aschaffenburg waren (Ludwig und Ignatz Schneidr und Mayr);
sie wurden zn 2 Tagen Turm und zum Tragen der Wieder-
her siel l nn gsk OS ten ver u rtei 1 1,
Aus dem Jahre 1756 wird uns in einem Prototollbuch
der israelitischen Gemeinde zu Aschaffetiburg berichtet, dasa
eine Fran» IS'amens Splint (ri^^WiCB-j, daselbst verstarb, die im-
mej ala arme Frau galt und während ihres 15 jährigen Aufent-
haltes keine Abgaben au die jüdische Gemeinde entrichtet hatte-
Nach ihrem Tode sltlite sis^h nun her^tus, dass sie vermögend
war und iljr Besilz fiel einem Verwandten, Lüb Joskah, za-
Dies^'m wurde nun -vorgestellt, da^s die Gemeinde eine Entschä-
digung bezw. IS'acijzahlung verlangen könne, die derselbe auch
anweigeriich sofrjrt entrichtete und zwar 23 Gulden 1. Kr,
Um diese Zeit bestand ein Konflikt zwischen den Vor-
stehern der hiesigeu Gemeinde und einem sich als UEterrabbiner
bezeichnenden Fei^t Baruch- Letzterer hatte be^insprucht, dass
er in Streitfällen als Richter anerkannt werde, welchem Ansin-
nen die Vorsteher entgegen traten- Denuoch bewirkte er fol-
gendes Decrel') v. 27. April 1757;
„Uufertn Cjtiifi ^ 9&ir V^cn ah Ui\z uou €ud) unterm
^25. SurrfntiS a\\{)?xo eiftollcn gt;(Qdjllirf](en) Sericftt mit nieljvcvfm
,,SJcrIo6en t]bvfn. lüQä e§ mit btr uon Jfifl Sarud) bo)elbiL|eu unter
p^TüfeiuEr 3f0eii ben noriiauger 3fa<ic Z&m fü^tcnben ^tf(ttfnjfne (äc
„eiiic iBeld}ofeiL^fit l^aU. im[er Seftfit ift t)irauf, ba& uod) jur 3?^^^
^nnb 616 ouf anbfr roette ncrorbnimg her unter vtibiner u;;b geuieiue
„Hiorgdngct fi?mü^I iu jufti^ aH ijoliif^ 0iitfiru (ioniiiuglim, MiftEjin
H,fieinet ofinc bem anbcrcn ©cij 1-0 3*llr, ©linfe ftNiuieH \oUt, iijie
^bflun und) bfm unter xabmi uor btm gemfincn ^ovgänflcr ber
„^sov^ufl ju bdo^en rodre, bie mir ®ii<fi mit geneigtem Siüen üü6)
^oEIem guten ®Dt)I Bei) getljQn üerbleibn".
^) A. £g.-Arcb. (K«pUJ
9S
Der Streit dauerte noch langer fort- Im Jahre 1721
wurde von dem „ober statt und Landi Rabiner" über Qiialifi-
kati(<ii QDd Ansprüche des U n t e r r a b b i n e r s zu A s c h a f-
fenburg ein Gutachten abgefordert. Es war damals nicht
Feist Baruch, sondern dessen Sühn Isaak Feist, über den sich
der Landesrabbiner R. David Michel Scheuer in folgendi-m
Gutachten äussert:
„ßcrr gof ^Sainern^Slat^ nnb Db^rfcUcrl
„^u( h\e üo» 3(floc Seiff üon 3tid)af{ciibnr0 tipi^ ßfjurfiirftf,
„prey^fidj« finnb^ö ^cflicniiiQ ^u ajini)iij mcfleii fiiten i« alten
,i3iibi|(^eii ©treittigfeikii prneienbirnibcn ©cijfij einreichten mib bem^
^liäc^ft mir ncm Sro. ^Bo^fflebofjRn ^nm Bmd)i gencigkjt ^"flefer^
„ligkii aui^ bolfin gcfiDifflmft jniiirffommenbcn 9?IemüTmtc (nmt
^^iilafleU/ iühf ^n fdjulbigficr giiTfleteihunQ biefcS ntiieridtdjf»
^3!)ecreti oijn S9at)alten, Juie ic^ inirfj betnm^leu (o(d)e Sfocc fjfif^'dlf
„SÖevmdnlUi^e ©elc^merbc uou fünften ^u ^flunften unb dfo befielGen
„Unfi[g ^u jdfleii lüegfu meinem $Infent()Q|t au frcnibeu Ortliett unb
„bolrero mir gfbtfd)enben 5)Dconienten ougev 6lfnib bc[iiibc. nnb
„le6e foiiodi bev trbfUidjen ^i'^f'f'"^!. ^^^^ J^D^IgefeDveii nierben mir
„^ierinfnnä eine Heine ^filfrift S^un pnjiefe^v 4 Sodjen bis ^n
^meiner D?arf|(]oufe!tmft narfiere ^Haiju^ jn einer fürmlitfien Biber^
„legunfl beS geiftifdjen ngeniiüfeigfu 91nfimienS jii ^etgöunen bt'trebcii,
^llm jcboc^ Gm. Mlotjlaeboljren einen fleineii S^orge^djumcf
„3[iün bem. Sjacifi^e oIjnftidj|nltenben anflribcu bcy^icfaiiiiiicii, Jü fonu
^idj gBot|tbeiw[elku uii^t bergen, mk in bem ®Dn 3t|Vö ßEjnvfnvftf.
„®noben mir päbigft edl)eilten 6onfivn;fltiDn§ Zccx^i £Gon einem
„Uiiter SSrtbiner uic^t bie minbefle ^lelbnng c^itt^an moiben, fonbern
„bog ic^ Höfelidjcn oüe SliciUigfeikn in ©odjeii ^ub a' 3ub miter-
„(ndjen nnb enti<Seiben ober eiiieiw nnberen CDunnilUven (otte; id)
JaXMR bnl)Pto gat nid)t nOjf^en, lui« gfbodjtei: 3foQc geift einen
„öe^flj bei) beueii Ober ©i^ftiflildjen 9?orgäugeni an Serlanget,
,,iiibem (elbigcr nic^t einumtit einen octnm mebcr iu ciüili norfi
^pötkeii^ Eßrfien SSor^uneljmen nnb ^u eulidjciben berec^figi finb,
„gteidi bann bieff^ bnä bou ©incr *Sl^iirfür[tL ,gDdjprev6lid]en §o&eit
^ San beSs SJeflie Hing fln eine SÖDljlöbiii^e 9lmtetenerey im ©adjgan
^unlerm 30 ten 8 bris 1769 eraangene Sotie SnScriptum ^um
m
„5!läTflpn Bfioeilet; jubem befrpmbtt miiii biefeS SfBort tlnt«r Wotinet
^um fo a^Hlmrlir, unsefefieii du \M)^i Vit Sübijrfie 9?frfHe JD gut^ bann
„id) itmg fhibieret imb {eine o^prcbüliün utib ^tomolion mug fttanßt
^(jflfcfiti iu ftiif luttt flbn- btr 3(ücn: geift ^ic rinnen gtfommen, ü^flft
„nnr an^ii $td an ^ffltnE Za%^, in km berfelbe nic^t anberft al@
,,ein flcmciuifr DbnjJubierttv §aiifaeB Sub tfttaifiltt iDftben lotin,
^iinb fj^mil ju biefev ^tiineiutlidjfn SJürbe gor nidjt flfnBenl(f]a(tet,
„iiodj Jöljia ift.
„ß^ gt^fl tütiarfj an @m. ^Buljtflebci^jrfii meine getjDrjamfU
„33iLt, 1IÜLj|}tbkiflbc bdieben jnöd)ten ^u ßän^lidjer äbfetligmig tf&
^ÖfflLiciidjen PÖ^i(taUf](if(eiT ^Hfudjeuö nnb ^n Sutrecfjllinltnng memcr
„mir ^uftr^enbfn t^evftf)fametien eine !leine ^rirt DOn 4 ^ij^en bi3
„;^u meiner midj ^aiije Ä^ntijJ jn ^erflotten, too bemnäi^fl idi nictft
„uadjfte^en meifae, 3i?ot)lt)erD üanerididicm beeret in be^bviger Drbs
„tiniig nadjÄ^^fbeu; ber id) in biefer o()uf|'^fienbeH giiüetfidjt mit
„Vielem üflefpcct oerbldbc. <äm, ^öo^löfbaren ! @ühj ©e^orfomftet
^3)aüiö ilfiid()ae[ ©tfjenei: oberftatt nnb Sanbt Mablner-
r^i^raiit^eim, beii 15 ten ilJe^eiTibct 1771".
Damit scheint die Sache erledigt gewesen zu sein. Beide,
sowolil Feist Barueh als Isaak Feist, werden in den Gemeinde-
büchern nicht als Rabbiner regjstnert. Ebenso sind die Proto-
kolle immer zuerst vom Vorstand unterschrieben und an zweiter,
oft flutli an späterer Stelle, von dem erwähnten Feist Baruch,
der also keinesweges innerhalb der Gemeinde ak ßabbioer an-
gesehen warde, wie auch das Gutachten dies aueführt. —
Religiöse Akte wnrden damals auch hier nur durch den
Mainzer Landesrabbiner vollzogen. So dnrfte keiner ohne seine
Genehmigung eine Trauung vornehmen. Damit letzteres ihm
erlaubt werden möge, sucht der hiesige Vorbeter 17Ö5 bei der
Gemeinde nach, sie m^ge diesbezügliche VorsteTlung an den
Landesrabbiner einreichen, was aach geschah; über deren Er-
folg liegt jedoch kein Bericht vor. —
Eine Abgabe der Juden zu Achaffenbnrg betrifft folgea-
de Verfugung^J der Churf. Regierung von 23 ten X bria 1767:
■ „S^ie üDH hix Subenfrfiüti ju ^(i^offenbutfl für bi* ÄurfürftC.
«ffall;3aTt§ie ab^ugebenben Rettungen betr«
1) A. Ke.-AT6li. (Kopia),
m
' " ^Sßf^critfalur bni oBevfelTpv jn 5lf<$offfiiEurc|, tvlt mann fS
,6^5 feiiiem fiflnftoi Serital Ifbiglid) bctnfie, er j^kic^TOoljlen fid]
^fnibfi((inifi für bie ^leltiinficn qmirt 20 o^fgeflctcner gelber ^ot*
Jf^tn 311 tafifii Ijäite, lüddjem ^orfloni^enr bie SoncutreiT^ (ouiHltc^er
,ü6ir ©Tgftif Hitzen ^iibeu imd) htm fi^o^iinij^fuS ^u aJeionftaUeii
„tt-dre."
1769 fand in Miltenberg ein .Tüdenlandta^ statt, welehen
der damalige Landesrabbiner l^avid Mlclla^■l Scheuer leitete.
Zu seiner Reise erliieJt er eiuen Geleilbrief', in welchem ein
Befehl an die Schnltheisen x ilim Sdmti und Hilfe zn leisten,
erwähnt wird.
Im darauffolgenden Juhre fand ein solcher Landtag in
ÄschafTenbiirp: statt, der'sii^h hauptsächlith mit der Organisierung
von Emnchlnngen znr Hebung des Thorastudiuras im Obererz-
Bti'ft, vornehmlich durch Schulen für Kiader und Lehrhfiuser
(Liüte Midrosdiau») frir Fortgesclirittenii besehäftiKte- Die von
dem Landtage dieserhalb festige setzten ISestimmungen &md in
Kqine') Vorhanden und werden angeleitet mit den Worten:
,,5Gir baiireu bem im Sfictjtr t^roncirbeii <3Diie. btni rair ht=
^fläubiß bicncii, bn tivt ©cfiumiufi iu \\\\9i i:u[ffftjeii lieg, bo^ ®e!«g
ju beffftrgfu, bie ^ftnJe tev %i)ova-y gen .^ijnmel rooHeji luir au*^
breiten unfere ^nube, bufe fr iiei^e ^ire Citbe unb ®imbt in ben
„SiuH uu[treä IiüniM:cu ^etrn, beö ^ilrfteu ©mnieiti^ ^i^t^PÖ ^"C''
„{iUft (feilte §Dffeit tYirfje bis ins Uimiülis^e), iu fau ^crj uuü in
r^bfl* |)erj feiner ©crolei unb J^iärften, nnS luofifnioQeub ;^u fein;
„ridjte mif 3iL*n, uub S^rufötfiu mbge ei&ciul mcvbeu, Seinen."
" Es wurden 18 Mftnner durdi Loos bestimmt» welche ge-
mein schaftiicb mit dem Laudesrabbiner bi) die Angelegenheiten
der ob ererzstif tischen Juden berifhrende Bestimmung trafen^ von
denen uns jedoch nur die Tbalmari 'ihora betreffenden vorliegen.
Die betr, Maimer werdet^ aufgezühlt;
David, Sohn fles Chkjlm — Aschaffenburg, Maier —
Na^elebur^j Jakob — ('ratitbeim, Elias — Buchen^ Herz» Sohn
des Moses — Grossostheimj'^osef — KönigshofenT Isaak —
Bischof &kejm , Maier — Öulzkiäb ^"^^^ ~ KÖÄigbeim, Wolf —
j>
w
V A. Kg'-^Kh. Beili^« i.
n
Sei den au, Geraon, Sobn dea Abraham ~ ÄschafFenbarg,
SQsa — Seligensladt, Isaak, Sohn des Moses - Aschaffejibnrg^
Moses — .Miltesber^ Samuel — But-.h^n, WoEf — Obem'oden,
Sanvil — Orb, Lasar — WaJldürn» In erster Linie wurde
fretgesetzt, zwei Lehriiäuser (l^ote MidrflScMm) in dem Ober-
erastift zu eröffnen, welchen man io zwei Kreise einteilte,
einen oberen Civtvn b'Vi), und einen unteren Oirnnn ^^^3);
ersJerer umfasste die Orte von Nagelaburg bis Miltenberg,
letzterer die von Millenberg abwärts- Über Miltenberg selbst
sollten die Vorsteher nach dem Landtage bestimmen, welchem
Kreise es zugeteilt werden solle, desgleichen an welchen Orten
die Lehrliäiiser eröffnet werden sollen.
An allen Orten, in welchen Synagogen bestanden, wnr-
den Oabüim (Kassiere) ernannt zur Erhebung der Beiträge fftr
den zu begründenden Fond und aussei' diesen in beiden Krei-
sen je zwei Obergaboim. Die Zahl der erwähnten Orte beträgt
39t f^s bestanden alsu damals 2^ Synagogen im Obererzstift.
Unter den Akten der isr. Gemeinde AsdialFenbürg findet
sSeh auch eine Äschaffenburger Polizei- Verordnung vom 4. Juni
1772 „Sonn- und Feyertage" betreffend, welche der Judenschaft
in Abschrift mitgeteiU wurde:
,tSs wdie bfjifii Jam&llidjeai ä""ftni utib ber 5'f(i3fn gemei.^
,,nen Subfujc^aft per cjttoclum prolocoQi j« bebeüten, .bog man
,,äeil&€ro fütüpf)! a5on feiten ber geiftlidi alfe aBeIHic(i«u Dfcrigfeit
„f*^r mr6[tiUi3 lüa^vgcnünim^n, auS mag fnr eine fre ©d^nfl mib
pftröpidie £!Bei^ 95 er [(^i ebene fjiefige Sinraoljnere entflegcn bic grmib
„fl«[e^f ber ^diüion unb ber ^eiligfu flirdieii orbnung bie ^u bem
„^infl flDflfS gcnjibraele €ünn: unb feiiettäge bur*^ etfic^en §anbel
„imb rooiibtcfl, bnrd) fciEe« urb foufeu eilige il igten, ba^ero n^erben
„aflc Ä'anfteiiltie, Äromer, SBirl^e unb ^onbnjerfflQen offen, nui^
„^iefifl« ©rfjüij Oiiben ijirnitt nlleä ernftfS ^nunruet, Äiiuftig ^i"»
„ouf Sonn 'Unb f^ifedage a?üH morflenä unb ?IbenbS fid) in Äeinem
^ÄQUf unb ^fr Äfluf einiufoffeii, njibftgen faflf bie SGertianbefte
pjtüaaren tSonfiöciret; unb ^nr einen .^elftf bewen ^ßnlice^ bieneru
„nnb auffe^etn, 5ur anbeten i^elfte aber benen in aU^iefigen l^lifa^
„b^t[)a ^afpitaf befinblic^en armen abgegeben luerbcn (olfen".
i773 kam wieder eine Schändung des Friedhofs Tor.
f^g
Es waren etwa 20 Grabsteine »mfieworfen, einjpe aersc}älaE:en,
t'Täbei' geöffnet iimi diu Maii*;T zerstört wonlen. Der Laiidea-
rabbiner David Micliel 8t:lieiier schreibt ^) darliber an lien
hiesigen Vorsteher Lüb Östi'ich: I>ie schlimme Nachricht, dass
der Friedhof in Ascbfiffenburg g^eßcljändel wurde, und dass der ans
der Grabesrnlie ge^lürle Leitlinnni, dem der Kopf abgerissen wur-
de, der des als Tiioritgefehrier bekifnnleii H. Jerachmiel sei,
dpr einen vorzüglichen Hnf hinterlassen, ha'(?e ihn so angegriffen,
^ass er tJiatsacii^ich zu Thränen genihrt wurde. Er wünsche,
dasä iliese Schraühnng des iJahingeschredenen diesem Veranlas-
sung sei, voi" (lülles Thron ein glückliches Leben fiir die <ie-
meinde, der er aii^eborle, zu cKflehen. PHichl sei es jedoch der
GemeinrienjiJ^iiedei, ihnen Lebenswandel ernstlich zu priifen
und am nächstfolgenden 1. ICIul das Oiab des ß. Jerachmiel
iu besuchen und in der vorgeschriebenen Form, ilen Toten der
ihm zugefügten Kritnkiuig Jialber um Verzeihung ^.u bittea. Um
dergleichen Vorkoinnini&se jedoch für die Znk+inftzn verhüten,
soll ein Kriedhofsschnt/e angestellt werden. Da? UtsLe wäre,
einen Itleiiifn Bun am Friedhuf nufzulbhren. um dort 3 Wohnun-
gen frtr zwei zu bestellende Schützen einzurichten. -
Die Untersuchung des Vorfalles ergabT dass die Tbät.er
AschciTfenbnrger Schüler waren. Der Vater des einen, Melchior
Bertba in Asühaffenbuvg biltet für seitieu Sohn, dass man ihn
von Seiten dei' .Schule hart besliafen, aber keiner üffeiillichen Be-
strafung aujiset/en müge, und erklärt sich bereit, den entspre-
chenden Teil der entstehenden Kosten ku übemehmeu. Die
Untersuchung wurde strenge geführt und endente mit der Krmitt-
lung aller Beteiligten, deren Eltern zur Deckung der Kosten und
ernstlichen ßt^strafuTlg ihrer Söhne angehalten wurden'^J.
Im Zusammenhang mit diesem Vorkommnisse st^^ht wohl
die folgende VerfügüTjfi; der churfürstl. Regierung vom 13,
August 1773:
.Sljurfitiftf. Cbeitcfli:ni 5» Sfdjoffcnfcuvct mow oiif [einea
^Stfiidjt ücm 10 tni t, fflj. pnuclu aektUitcc greylajuiifl öiiitä auf
ij A, Kg.-Arch.
') KrsjMrkiv WUrzbug, H. A, V. I^aH.
,,bagif|en ^ubcii JFird}fH^of luo^tar fi^ntwn Sdiügen o^n 511 »er<
.Ralfen:
„einüEtfiniikiT tnit be§fn ®ufnd|tfn, tuuSe man in Sltifi^te
„bfret ^üiiLifl^in kreU^ burd) bortigt iSlubentfn auä fleü&tfu, unb
„§i]i ^linfliq ^u MoEfk^ictibFn @^ceg«Li sparte &amet:a flfecta^
»rali^ bie befreijiini^ LSiiiea fofdjeit ^ticc^^f f^ii^^i^f Ql^it^ beme ju
„ÜJffii)»^ üüii oUeti §enfc^afU. ifl6giftei[ nl6 bonn gelc^e^en lfl|cn
^luami 0) ß^iirffitftf. Siegn ^inen nrnien Subeii bcji So!jnfi& bn^in
„üetfloltfic, 6 ) ^i« 3'^^E^^'S'Jft w^^ oUf butd] (dI^e pQen fa('6
,bc)(fjc^eiib? aj^rfe^ntiMiiJifleii fe^f'^"- cj ßi" folt^tr !<^ü^ liii^t üffdrt
„üDii gutfin Sei^miiiü^ iinb b) D^jne itin beä ober ÄeOer* Domiifen
„liiert flnucnommen, (onbern aud) e) leinen ö^nbel trei&en lüecbe,
„njeld)f3 Sn^plicanber 3ubfnf<^fifl onf i^r iifect ©ebenes ^emoriale
f,ptü tefülutiüite Sefama ^u marfjen uub biejdbe t)ierim^ jii üer^
^bfijcfjeibeM mart/
1775 wandte sich dei^ Vorsteher Lüb Ostrich dahier an
den ObeikeJIern wegen der wiederholt vorgekommenen Bestrafung
von Juden auf dem Lande, die wegen der Uebertretung von
Voracliriften in Strafe genommen wurden^ ohnp das3 man sie zu-
vor mit diesen Vorschriften bekannt gemacht hätte. Es ergiug
darauf am 12. Juni der Bescheid: *)
„3ubeii ^orffetier Cbm Sffric^ basier fteflet in nahmen b^r
„!amtlid)en 3iiben ou) bem Sanbe SBor, bog bietjero dniflc- mofjt
.^cf^eften, b(i| bieSubenuoii benen ißovftcfier^j ber ■Drtft^often toegen
^Übcthfiliing einiger \fy\tn uiibefannlen gemeinen ©erboiten olfo
^§CLtt geftroft iDorbeii, unb mit ^evmuleten^ ouS iJoflion, bat biefe^
^retnieflen, an ftie SSorflf^er ben SSefe^I ju erloffen, ba§
„1.) benen int ort roo^iienben "^ahrn aui^ bie gemeine ©ebott
„unb S^erbüft mofllcn Befmmt gemudit loeiben
„2.) bü6 bie ^orfteftct fidncn ^uben befiraffen, (onbern nur
„baä ^ertred}eu bereu [elbni bevo OterfeQerci jur Sefirofung ein-
„krii^teu loUen.
„refotulnm. fiot ein Sefetil nn bif ^orjte^cni beter OtU
„fi^üfJen, mo 5i"bcii TOül)neu: es feg« ailerbinga erforberlii^, baß
„Wenn bie 3uben raegen uidje iUeoborfitung beren ^"^[(^oflt. ob?f
i) A. Kg,-Arch,
34
„©ftncitibc öcbotten mh a?abotUn geftraft raerbeii (Dlten, qu(^ üjikii
fcbkfeffie 6e!aiTnl g^mac^t tcerheii iiaifttetf. mil^fn nolfiiuenbig, bog
,,ba b^nfTi Qubtn ^iir ^etlomleteu (Semeiiibe 511 Äommfii iiirffl er^
„lau&t, loenigfteii har^ ben ^^rbnger 6dmiul genrnt^t luerbe, moS
i;fle&ötteu über ^trbotten raetbe.
" r
„2) fciie bcnen BJotfte^er jraav crfnubt, bie fic^ uetfefileirbe
,,3uben ^u rügen über ^u beflra^en, berijtftoUeii jebDc^ bnl wan bev
<,3ub megen bei angefe^ten ftraf (td} auf ha^ ?Iiiit ober §erv 0&er=
„feUer berufet, bei: SpvM^ mit ber n)irEli{ft?n ^Sefnafuiifl iiii^t
^förffl^reti foUe*.
1776 hatte ÄFayer Moses in Buchen eine Forderung bei
der Landjudenschaft Aschaltenbuig. Jn dem Aiciäv der Jüd-
tiemeände befindet fiicli darüber folgender Akt:
,,'^im nad) düx mir ©vic^ieiieiv ber O^^b Wla\)e^ ^JiofieS in
^S5udf«ii, uiib mir beö gnöbige^ S&uvfjirftl, ^odj. 3J(. ^He^ietuii^ä^
„S)ecret be boto 31 ten ^u\n (?) 177fi \u%tn (einer an ber Inub
„Subenft^üft i)ü6eitD? güröerüTig 6i!ma fl. 225 ^robucirl^iiirjnlt
,,be§en, mon fulc^e nic^t in ber ptte mit benen S^organgeru ttrerffue
„fönnle, üdu mir SJabiner St Äönbt mib gefprüdje nj^rüen jofif,
,auc^i tjatl er SJia^er mir S^orflejeigl ein ^erflleid^ [0 iu ^Ijdjaffen^
^nrg b, 3 ten 7 bt. 1775 mit untafrfKift bereu lanb ^iibeiiirfjafi
^^orgänfleni uub ©emeiiien au^f^uö gcid)etien, jo ^ireteiitirt geboddter
^^aijer obige fl. 225 üapüai a[S aii^ bie bU balo aug gelofku
„Sntcreficn, bie bet)beu ^^orgöiigen ^bb Sjaoc Oftritfi uub 9lDrol|am
„:05b liabeu rocgeu bero 3nbenjd)nft iljreu ge^en 3(ed)nimg gemad)l,
„ma3 aKaper an ■juftanbige gübvrfif fdja^ung aU jonftigev gelber
,,f(^ulbig (e^e,
r
,,iiü(fi bem it§ laubt ^abiuer über, bie genaue i|mfi<$t Smi
„belfber [eitrigen ^ei^nung iinb gorbemmj geiioiuuieu, fiabe iint
„öeroilliflung be^benüjeilen bie fod} ba^in uerglid)eit, bafe bie übere
„förjjftifts 3iibenid)afi infialö 30 ^ageii bem ÜJia^er megeu ail feinet
„fjorberunfl fl, 109, 50 !r. ju be^otifen, nnb bieieS ©elb tiötte ber
^3übä[(^c einnel)mer nuf obigeii terniin an 3Jiir fanbl 3tabiner ein
„^u (enbeu, fünfiig ^in, ^abe et iffia^er alle befcftivet]rten gleitö
„anbete fiju^ Subeu fo üjolil [c^nguiifl dö nubetf gemeine ©Gibern
„ab ju tragn, Jinb ^at er Wa^it gar nic^t^ me^r an ber lanb ^uben»
„ft^flft ju ptclentiren.
^ift üon mir iiim a^ergleit^ ergoitflcu, ^Jlom^ b. 25, t Je&r. 1776
„(ge^.) ^Qüib aJfii^Gl et^cuer Dberfintt unb Icmb Siübiiier. ju befto
.SHe^rer ^roff ^aBen Ti^ obi^c ^or^öngaeit unb ber 3J?a^er Wo^t&
.felbften iintafd}k6en ut Supra (m'^. Sö6 ^l^ac bftri^; (gej.)
Mraijüm 2ö6 (af^.) *mai]er aJfo^eS ^iic^en,"
,61)ürfiiTfiI 9)ln^n^T. Dbcr Äpflm^amlSf ^reibet ©r. ÄIau|
^flf liebe Qeflcti bUSe assignation, bni (chicr ein iia^m 3übfd)e
^i^abuiTg^gdber», an ben c^urfiirftt §i)f factor ^ogee .^ombuig
„ mfjmcii^ ba^ fdju^ 3ubeu 3W(i^or ^o6e3 ju SÖurfien roegen feiner
,,geinod|te g^iberimg on bie pkr ßrjftjfll. gemeine Subciijc^aft,
^wtl6)i bü) 3iotiiie]r ntib einige S^ovgÜnf^fr mif fl. 109,50 fr, jt^teibe
,Sin i)nnbetl6 Mmn ©itlben fiinf^tg fr. Siergttidfen unb ju f- itanbt
„C?) j]i 6*jat|(en, imb bie[e assignation ftalt baares. bem bfliigcn
H.Siibfdjen Sin nptjmerir Jfteiftniinfl bringen. aWagng ben 26, t» Jebr,
.1776. to-) 2bb 3f£iac Deftrirff gemeiua ^itbenfrfiaftS SiorMer.
nij'p'iv ^a r^* rtj'^D *J3D "B'B *"v i'f J Tanjn ^'■dind td yn p«
T^' ^^iy^fi-i» -[HüD^N 3^^ inns 'pn i''bü n^o ir^ ^*it o 'm t?p
ir!M ^byü ib-i^u^i ,n^«i^ ii^rti<y*5t^irt int<a ^v^^^i ^npa ^rs -3«i isn
(Die Jjebr- ZeiUn enthalten die Quittung des Major
Moyses von Buchen über die pfr Absciilag von den ihm durch
Beschluss des Übe Hand esrabb. zuerkannten i09 fl- 50 Kr. diirrh
den Gemeinde vor stand erhaltenen 15 fl. Gnlden.)
„Kxtractus 9!f<$flS[enburgfr Dberfellerci amtä *|3tütocont bbo.
„26. gebr. 1776.
„Scineincr ^nbeujc^üft in Sper-ie bie JJorbftung beS ä^%ai
,,auf erftalIeJen Seriffet rescriMrl ^. ft- S. A- »om 3L
„S^iuiei, ba6 noe^bern Sie eS in 3tn{i<^t beren aon htm Suc^'-r
^^{^u^jnbcu ^aqei DJfüfeä B^n bemtt jubif^rn ^orfte^ern eilige«
„jogenfu 125 fl. bei bejn erftotteten Stridli bclafren, mithin in ©e^
.mdSt)eit be^fn aa ben Db^r^iabintr foiüO^l dö ^IRo^er anu^jeS mo-
„diante Deere to bnS etfotbedirffe erlogen fyibi, nunmehr p ben
„Bupplianten barnoc^ 5U ^evbfjd]eibcii, (ofort fdbiget an ben ^fiti-
^Huet fomo^t aEä pr ^or^unetjuienbeu ^iquibalion an bie jübiji!]e
„^orfltfljei an^umcifen (e^n,"
1777 suchte der Schutzjiide Liebmann ^tiUl ufli ('ie
S6
Aöftiahme seines Sohnes nach^ worauf dem Oberkdier dahier
^flucfürftl £0?aingi((^e ^oftal^S ^rdfibfiit ßan^tev ^Jirector^
^ge^eime ^of- unb SlcflietnngSväl^«. Unicten arufe juuor ^^rfonicr
,,6f(onbcr« pkr grfunbt. ^a S^rn Surfürftl. ©itaben unfcr Qllet=
^(eit* gbgflr. ^err, bie oSgleidj biöl)erü iiii^t 6tflimml gfiuejene Q<i\)\
„Ui borligen Si^uSfoffigcn 3ubtH luf^renb S^to Sfegierung md)t aiba
^berme^rct ^dfeen rooGen, al| geroötJiflfTi mir üoii Su(^ bni upvbfr-'
^lamften £9en(^t loie bie Qa^ bn €6}a^\ä\^\^en ^nbcii ju ^[(^Qffen=
^burg bcq bem ^öc^flcn Slcgiermigä an 2ritl 3&ro ^urfüffil. @im-
„ben giTDefcn? HHb tüie fidj btrnia^feii jolc^e uer^olten um baro&
„Bisbonn näler ermf((en jn Siinnen üb lüirllitö locus vacana ^ox-
„^nnben |e^€ unb bem um bie \d)v^ anfno^m ieiiieö ©o^neö Sappli-
pcanden Stetmaun gcip in feiiiem @efn<^ luiEIfn&ret luerbcu 3J?öge,
„uitb ffl?it DcrbEei&en ßuc^ mit aOem gnicn njt>l)i bti gelbanii, Mning
,b- 15. ©eplember 1777 (gcjO 5^^^' ^w J^auTcnftein."
Tom 11- Januar 1779 liegt uns von der Amtakellerei
Äacliaffenbnrg das folgende Anitsprotokoll vor:
h®ie StnffeUung tineS 6ctiii^en
^on bie Suben^Sfgräbiiil betr, „lSr[<^ien 33^11 bofttffigtu Subtn*
4^aft ßbm Dftri^ ol^ ^Jorgonget foboun geift Sqvui^, Savui^ £öit>,
^S^Qtiib ^o^um, Malier £bnf, ^Qüib Sfonc im nnljmen ber gefammten
.3ubenfd]üft in bet ©firbt mib otTf bem Ünnb, S^ArfteÖenbe, bnS na(%=
„bem foTOOfit ß^urfür(lL ^odjg. ^of^S'Qmmer p- Couelnaum S^om
^131en Sugufl atS c^utiürftl, fjolje üiaubf^'SJfgievung p Concluaum
^^om 31 tcn ¥Iugü{t 1773 ber ba ^icfigen äubenfi^afl gnäbfg ge^
^flottel, einen S^üjen i^reä ^gräbiuS'^fogeS mit ^omifftit ber
„Qber!«Tlerei annt^men ^n biirfm, bie gefamnile on ber S^egrobniö
„Xljeil ^ofcenbe Subenfc^ajl üii ber galj' 86 bot}iu ftd) fd)rif!lit^ tier=
^mbnret, eilten ((^on feil i^omt^iw batfier fic^ Qu(t)aflenben Öubfn
.na^rnrnS ©eeligmann i[^cn ©ul^badj an^ b^r oberen ^fal^
„auf^ue^mtm bamit betfelbe auf bem $egTäbut^4>Ia^ h^t $erE)iitung
„aller iSfCeffcn fleiflig ac^t ^abe, mobei fie i^m annDc^ be|DnbeeS auf^
„getragrny bog er in Unlerriditung itirer ^ugenb an
«Sanbcn ße^e; unb ouf 1}it ^in nnb mieber angefteHte Se^rcr bie
^S^ufjiEijt tjflbei ©leic^mie nun biefft geligmann Sßon einem guten Sfi^
'j A. K£.-Arcb.
SV
^jtiuf^ unb grölet gtfa^ren^eit ut jül>if(5en ^a^tn
^[e^e, feiner Sanbclirerk, unb niemanben ju Taft falle: olfo lüöQlen
r^Sif im^ ber l)ü^eu tjamcrd^ nnb 9iegieriingS^3öet[uug ^ieDon bei
„Dkrrellerd bie (diulbig« %n^^\q marf]€u, unb Jiuu befien ©eflQttipnflp
„in fo [ang er itc^ rooltl ^ori)alle, auftefien, utib bilten, büß ©»fern
,etu= ober onberer tu ©ejattEutig beSjeiitgen ©eljatts, roett^e bie fämmt^
..Jfubeiifdjofl btefem Sdjüien ouSgeTOorfen, (Öumig fegn TOetbe, mit
„91mt^t)iitfe nn §onben gegangen rocrbe. Resolatum, ^irb bie ¥ln-
„ftcßniig biejeö €(l)ü5en bcä Segrdbni^ $fa6^ö unter benen be? lä^ur*
,fürffl. Iiofißommft gemai^ten öcbingni&en kfidttrget. (L. S.J gej,
„Säumen,"
Allein der Landrabbißer war mit der Änatenung des R.
iS^tgmann SulzMch nicht einverstanden und infolge Kiogabe
seinerseits und seitens mehrerer Juden aus den Landgemeinden
Kleinwalistadt, SchöUkrippenj Mömmlingf.u, Hofstettea» Gross-
wallstadt^ Niedernberg und Hausen erliesa die kurf. Eegiemng
unterm 19. Februar 1779 Verfügung^) an den Oberkeller zu
A seil äffen bürg, daaa Seligmann Siib-bach sieh bei dem Mainzer
Oberabbiner einer Prüfung unterziehen müsse. Dieser Aaöage
scheint er jedoch nicht gerecht geworden äq sejp» wahrscheinlich,
weil eres als eine Herabwürdignng seiner Person auffasste, da er
bereits etn anerkannter Gelehrter war. Es erfolgte deshalb
unterm 4. Mai desselben Jahres eine kurf. Verfügung, in welcher
er aufgefordert wurde, sofort die Stadt zuTerlassen; er begab
sich, wie der diesbeÄÜgl- Amtsgericht sagt, nach Hanau, wo er
als Praecepter angenommen wurde. Seligmann Sulabach ver-
lebte also hier in Aschaffenburg etwa acht Monate. Aus der Zeit
seines Hierseins liegt uns ein ßrief^} seines Seh wieger vatera^ des
bekannten Pressburger Rabbiners, Meier Barbi^), vor, welcher an
den Vorstand der hiesjüd. Gemeinde gerichtet ist. In diesem Schrei-
ben druckt er seine Freude darüber aus^ dass sein Scbwieger-
aohn hier wirken SüIl und wüuscht, dass ihm eine segensreiche
Wirksamkeit beschieden sein möge. Ausserdem teilt er mit,
4. *) Kreisarch. Wiltzbnrg, M. A. V 1933.
^ Ana dem A. Kgr-A.rch, Beilag« fi.
") S. aber JhD I öweüeteiD. Beitr. »ur Gesch. der Juden in Dent^h-
laad 2. Teil S- 74, In den CbidQ^ehe Uahram Barbi Sndeu sich am SELbiosBe
einige Not. von Seligmanu Salzbavk , \
dass dem ge&uaterten Wunsche, seine Tochter, Seligmann Sulz-
bachs Fraa möge ihr Kommen nach A schaff enbnrg beschleunigen,
die kalte Jahreszeit im Wege sei nnri deren UebersiedeJung im
Frühjahr erfolgen werde. Wie bereits erwähnt, konnte jedoch
Seligmann Sulzbach in AschatFenburg nicht verbleiben und lebte
später wieder in Pressburg, von wo ana ein Brief an den hies.
Vorstand aU8 dem Jahre I7S3 vorliegt. Er war dort Schulvor-
stand und MitgHed de» ungar, Bet Diu (jud- Gerichtshof). In die-
sem Briefe teilt er u. A, mit, dass er und sein Schwiegervater in
der Pressbnrgftr Synagoge um den verstorbenen Sfainzer Landes-
rabbiner Scheuer Tranergottesdienst abhielten. —
Nachdem nun, wie erwähnt, Seligmann Suhbach hfer
nicht verblieb, so beruliigten sich dabei weder der LaiuJesrab-
biner noch die hiesigen GemeindeÄUsrehÖrigen, uijdals 1781 der
Landesr abbin er wieder hier anwesend war, wurde bestimmt ^},
dass ernstlich daran gegangen werde, einen Talmud- Thora-RabM
in Äschaffenburg anzustellen- Um dessen Gehalt und sonstige
Bezüge sicherer zu gestalten — da nach den oben S. 30 er-
wähnten Bestimmungen solche achwankend waren — sollte in
dieser Beziehung der hiesige Kreis von dem anderen vjllig
getrennt sein. Es wurde neben freier Wohnung ein Öehalt
von yOÜ Gulden festgesetzt. Zu dieser Wohnung sollten noch 2
Lehrzimmer kommen, in denen zwei Lehrer unterrichten könnten,
der eine in Bibel und Mischna, der andere in Talmud. In
einem öchieiben aus demselben Jahre macht der Laudesrab-
Mner den Vorschlag, die Stelle seinem Schwager David Eger
in Bamherg, den der dortige Rabbiner alä hiezu befähigt und
würdig empfehle, zu übertragen- Wie aus einem 3pTahre später
von David Eger an den hies. Vorstand gerichteten Brief
ersichtlichi halte sich die Aschaffenb, Gemeinde auch für seine
Anstellung erklärt, die aber dennoch — aus welchem Grunde
ist nicht erkenntlich — nitiht erfolgte, —
Ans dem Jahre 17B2 liegen uns zwei EntsthHessungen^)
der Oberkellerei Aschaffenburg übet die ,Jn dem hiesigen Amt
zn haltenden Hochzeiten" vor, beide vom 7. Januar:
„Seribator ben ©i^u(il)ei(cn ju ßtehimaUfiebt: Sr 1)ättt ben
^) 3. Beilage «
^) A. Kg^-Ard»,
m
^bafißcn Rubeii uiilec 10 3lttr, Strn^e ^u iititecfagcti, baß k^ bec
.nödjit bnle[t)l ßc^atlen raerbcnbe öocfi^cit Miter, meber ^n^cimifi^
„iwti} frtmber 3"^" ^»^"^ öoi^^eifEr ohir bEx öraut entgegen teilten
„jofle, unb btq 1 9iH)L Stcafc fiic jeben Strafe (omolil ben Suben,
„q[^ bcn v^a#ürn ba§ Schiefen ^u uiilerfageu, ßiiKm jebcn, roeii^er
^bag^gen ^aubelt, l)P»e för anf bcr SkHe ^uc ©rffgung ber ©Iroje
,,anju^atten, nber |ü lurig eiii^iitljiicineii, bis er (elbe erlanget, „©er^
„jenige, luddjct ben greucl anzeigt, (dU ein 5)nilel ber Strafe übäu^altcu,
„üha (d lang einiut^iitnien, b(a er felbige erlfliiget- ©etientge. icet^
^rfjcr ben ^teuel anzeigt, \qU ein Sciitel ber Strafe an&e!üminen.
„Sobaun ()ätte er ä^Dr[le!]cr olle jübifc^f ftembe Setller nbju^
.lueifeu, bamit nir^t burd) bergleii^ (Sefiubet eliua Äranf^eiten in baS
.Ort gebradjtj cfaer ^lebeteieu begangen Werben.
^^nl}ingcßcu fiötte ®r audj baljiii au forgen, bog bte gilben
„burdj bie ^ndibani, nudj multimiUigfä ©efinbel geftört ober ge^m*
^berl «yerben. t|^ märe benen gorfj^eit IjuttcnDen 3ubeti Sölo Defl^
„rtdj unb Solfi Sornjon, Sobauii bem £öm iiie6manit basier, unb
„ISeiet 3)tai)er nun üeugfelb äu ücbeiiten; bog Sie roegen bem (ogc"
„naniT^eit ()f(o()r n;ib 6iniiipituf;p nirfiLS aftgeften, fonbern biefc
.iiiinbllrige ISeremonien, niirfj ba^ SenjelgeEb qänjlic^ iinterlii[]en,
„über^nnpl atiei jottfje ^nftnlten trefen [yllenT bn^ fiJiüaÖI in bem
^^Dt^^til Jpflu^, üffl lonften h bem Soif bttrdj i^re öo^jeü ©äfte
„obfr Eiei ^ununenbe inljcimijc^e ^rrncn n^ein llnorbuung Dorge^e,
„mibrigeiifaU* mann fi^ an 3t)ue3T allein Ruften njerbe."
Tn diesem Jahve wurde die jüdische Gemeinde zu Aschaf-
fenburg vorstellig wegen der Anstellung j,dues Rabbiners'* für den
ObererKätift, dei- dem Mainzer Laudesrabbiner unterstehen solle
und wurde unterm U. Nov. desselben Jahres durch das EC, Stadt-
amt verfügt, dass die erforderlichen Zeugnisse Über die Perso-
nalien und die Wissenschaft] ich e BiiduDg der vorgeschlagenen
Kandidaten vorzulegen seien.
Am 30, September desselben Jahres — 33. Tiachri ^UB —
starb der Landesrabbiner David Michael Scheuer, von welchem
Ereignisse der hiea, liemeinde erst am 7. Oktober von Seiten
des Vorstandes zu Mainz Mitteilung gemacht wurde. Id seiner
Antwort bemerkt def hies. Vorstand, dass man die Trauer-
I) XiiB A. Kg.-Ärch, enthält die folgende Kopie dieiea Scüreibena;
46
künde bereits vernommeiiT alter nur durch unzuverlässige
Personen, denen oiaQ keinen Glaube» beimessen wollte und rügt
er, ddss man von Mainz aus niclit fröbev bieher berichtet habe^
um die entsprechenden Traueranüytlnungen zn erEassen. Oleith-
üeitig teilte er mit, dass mit kurf. Dekret die Anstellung eines
Rabbiners för den Obei'erzsiift eestaüet worden sei- Der Ascbaf-
fenbnrger Vorstand berichtete') nnn seinerseits den iihngen Vor-
stehern des Obererzstifts und macht ihnen die Anordnungen,
i*D Din .irB-w") m^v n^&j b"^^ o"n t^m ^nn ii^jn u^^n unvj
Dn*EO »^ ^3K pisi^ üi^D3n:N33 riipi fiiST '«"JW "T? n"i;»3 in: vw
p ybi as^i ^^'m uEKH^a 'isip^^ cKT 1«: run n;? pn uii* i"n i3w
BJi*cD*i3nn m^^K ^jn^iT noji« ^s jjiu'^^'ib -it; v'V ie^d ■ioe't ^npri
)vi i^'wr.z on'tp^ B'Btt'&^ nm&*fi^ '■ntl^r^-r oi« p^o iii ujwpa p^j
%tii dP^^iff *3n w^3 i^D p"!'n jnjD3 \^Qvyii "tJitf pnp '?iys' iioV^
D^Bon :ij^B^KnnD '3*d^b v^f( iJ"fyB TO uj^ u^sf p^Vi^ is ni-^^K
^^JT G'DJiE n^iin ^J3 lynvh B'D^m ^^^^jn^t i^ik pNn "I^ü Ej^u-iv^ii
^Tiij T^iJ*Bf:.T ,t::»o: ujNp2 DOP^a li^ft? HD^iLDn -»ij >:^ i'^n Tn^V^
^s ru 'pn 01B unnw^ -]'!» ojik itj'b "in> .n"iU" t^^v^i 1«J ^"-^^^
^^ypi3w y« INJ üBnptfVT ^'y Tn B''n e"p v^f* ^i x'^i vi'^ib' p^nsHJJ
<) A.Kg.-Arch,: .
^iB-ma nn ':i Di^a i?^v b'bio "O^itrh ansjc no an: K^pwp
ib: yjyöb ('j-an ntt'D 'i o°^d pTiD bJ>m t^i* iDun '« mo^
'^3ya i"ninD D''ii T-nw iran iimo ^ion« nn^ta w^d^p njjjn-'i n"3
i2"^pn i'K .in.n iiya rcn: p^ia '3 nwy^ D'a>inDtt' iodi y&tv ijk^
y»! i^^DD r:<i3n ^lonK n*o pt>y^i uns T^w n^'s i» "ü' non mk^
ii
welche otan hier z^ta Ausdruck der Trauer um den dahmgeschiede-
nflQ Laiidesrabbiner beschlossen, snwie anch die gottesdienst-
liehen Verrrichturigen für das Si^elenheil desselben bekannt.
Gleichzeitig ^^ibt er ihnen Mitteilung von der erlangten Reneh-
migung» einen besonderen Kabbiner für den Obererzstifl anstellen
za dürfen.
Bevor indessen an die Aihstellung eines Rabbiners (der mit
dem Titel More zedek, in den amtlichen Verfugangen Schullehrer
bezeichnet wird) gegangen werden konnte, nnisste das Mainzer
Landesrabbinat wieder besetzt &ein. Dies verzögerte die Sache,
indem man dort denSohn des verstorbenen LandesrabbinersT Michael
Scheuer in Mannheim ^)t gewählt hatte, der aber die Wahl nicht
annehmen konnte, da er bei seiner Anstelhmg m Mannbeim
sich verflichtet hatte, 10 Jahre dortselbst zu verbleiben. Es
wurde dann am 8. Siwan 5543 Hayum Hirsch Maier Ber-
"tpi^B' b^ :in^} ^^ -.:'\ mys ,p^^"f& la D-b^nn n'i'Owa m* -\^a^b^ c^rnp
aTTo"rn oy Dna^on dhü^« noiy n^sn on^i lion nmv v'rVBnD
m ni30 fiTjE-D p"iD Tiy inoi^ D'nw n*3iv ni^sri d^^^bhdt iiti'EWp a"'
■ION ir^ifj^ inoi
IDyrf 'M üi*n VtiiD m'I' s'n B-p ci k^ii nn nn^s^roip Di«.
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l^K -]>:□ sn n»T3 rvi' i«o e-t nvn^ ^:i^ ^^^la^D VßiV^ ^^ pyj "^^i«
a'Ji'i i^i^t« iJ'JO iJiün^ujitf 'j"it "iiyn K'iDyn nnyn lajuii i!£ vijm
(P3^n n^^yn ub^^iFi ">n«E ]X3i ^r;p^ *]^ik E-r^iiv ^ari ^n St i»' S'i^'J
yaosa ips^n din ui^üiyn nnyi 3^p3 i6j< io t» -i^de* iTS^JiD vi»
"iiPBw nu3 iKi ,v^ la 1313 ^finö CD*: ynn^iJuoipn .»srr w^ia *jo
3Jiuisi^ny V« l^^ns '^ i^J^^^ r« rinn nn^ tt^j^^s-a nnjno rmu
.on-iui' "?Drf 'jD pyT
^) Wir wollen aacb das dieab ezügliche Sclireibcii, (Seesen Original
in dem hic9. lär. l^enEdiidearchiv sieb üudet, anftihr^jx:
4ä
liner^i) bis dahin in Baiersdorf, gewählt, was der Mainzer Vor-
stand dem Äschaffen bnrger 2 Taj^e später mitteilte^). Beilage
No. 7^) eolhäit eine Entscheidung von ihm in einer Forderungs-
onip^ii QOiu^ .n HTun ,yjvo3 i'opn vs vü 'h ai^ n"^„
^Diffnp oy pnEfi rnv d^Si^di D'3tm D*i*njD^ "ojis ,d^eid3 o-ü^n
''31Ö1 ü^2M "Mtpn nK ii^r D^^SDi näJJiD n^^ü^ üb^öM' 1'ü'1Vi:ii«
noT KnsB-i «i'it'^T r inw^np ,nnp^i 3ira^ mna it nWa„
un'!? V'jnif ,!sy^p^ n^^i^ü[:'TBimp "[in ^ü&'l^^üJ3 ayr ^*ik kd^u
iDWJ ^mo:i p nuntf "tn ^n now la^i ,mpDDi imdu-i^V^t vd^w^t^
^\^wvb bh^2 i3^^y ^mo ni^ f^dijt n^si ^"ni ij^s DOTui^m n^iDta' n
^^3;fo in^Lno^ T'3« ^n:in ]iS3n ij*jn« mjön ^^D^n p^nitn rai a^pVi
inoß-i? nn nru i^ n.ß'v^ r^i* m ':anpn ^oo ij^ mitt? ^^i nN"^'
TJK ^K'^iff ^3^ü i'n^iüs Fjnnr^ i^wn a^,n iJ3 'c^^i^^'et^ bv^ i«d:> ^u D'^'^
p''pi3N by^ inina i^n:n ^iw^nir aian üy-)ti2 onoiNi n^jiu inKS q^id:
Dipo niMiio^i uiipsi m:;jjbi o"Ti T'zik^ nji-iDr"^! i:!' n\T «in D*^"»irj
V« nriKiiis ^:i« b"si nw^E' *^nyü "ininoa T'stsjn TC3nn yy)-r« r^«
,^"jn üinpn itscinp^j Q^b ,[iin DNn:i V"^^ i'^« lö^ iffi"!!?^ ^J1« o'i'K
^''iDi? o^njD p'p^ rjK ö-nrrD ^nin y-annb ^^pT^i aiMD t^h ii^k
D^D*m in« DV3 iJ^ '"HJ 1W1 nüin ^n^iwn ^y he^ji iiiwii üin'UJmp
UJain u^ nDV' non ^>ikd ie'k ''E-np.i niDt ^kiiui t^ib' alJ^K'«^,^
K^s nDi3 p^no ^^3 "[W nin ovnD nnw^fi "no u^ ^r*^ ,ins ie'k
iStt'l niff W»3^ K*'! .D^^U "If nü3^ I5p^^ .D^e* P"'^" nCfVt^ '*ni .Qi^ti'
TiVnb D^i^ion ,D3oi^E' '^in D^^nM t^ u^r^aE' nt< 'n mi? ny u^t^zin
D^j^pn mipEja ^ijJD p"pT psji y"c* i^fftt^^ T'3 pn**&f ppn aDnmüi>
.fJVQ p"p nDT ü';b
ddibV pn^^jmp l*"* nj'iD *jn ^^V ß'jVn 'öi^^i noin o^n^yo
.Ü1K&K iny^ inw njnon '^laici ß'^D o^j^apnb wibji i^in
1) Der bia IBOO m Hain?; lebte Q- TOn da nach üamLarg berufen wuiilü.
*) Ä. Kg,-Arch,
*) A. Kß-'Arch,
iä
Sache, Jh WeleJiev sich die Vorsteher als Vertreter der Gemeinde-
mitglieder, Feist lind David als Vertreter von Waisenkindern
gegenüberstehen. —
Im Jahre 1783 bei der „neuen Ämterei ntichtung" waren
die Juden an einigen Orten im Kurfürstentum zur Zahhng des
Leibzolles angehalten worden,'] Die hiesigen Gemeindevorsteher
bäten deshalb bei der Landesregierung um Befreiung davon
fi}r die Juden des ObererestifU. Diese forderte darüber ein
Gutachten vom Vieedomant Äsehaßenburg) welches sitih gegen
die Eeheiung ausrprach. woraufjjiii unterm 14. j^pril 1733 die
Abweisung der Bittsteller erfolgte, (Erst 1803 wurde der Leib-
zoll aufgehobßn ^ KreJsarcbiv V 19t6 — ),
Aus demselben Jahre liegt folgende gutachtliche Anfrage
des Amtsvogts zu Orb bei dem Jlidiachen Vor&teher der Stadt
Stadt Aschaffenburg vor;
..Xk ba ^itfige ^ubeuraeiber in bef obetjiib^nfi^ui ^aUii
„mei^fu bein Sliiub eiwtn ©Iieit. ^ergebrüif)* ift cä, bflfi ^te
^Siibinu, lücEdje am longft^n 9c(}eivo1l)et Ijat, beu cr[Un @tanb
^in her Sct)ute !)fl6c, luib (d Eine bei: aiiberen imrt) bcr gefi^enen
„§eütatf| uodjru^^. §ietbci fbiinen nun ^luei ©egenftÜnbe ^or^),
„oh nemlid) biefeeS .!p«r&nnLien feeibe^atten merben mufe, unb
pbifjenigc grau, roelrfic bie älJellf nad) ber §eiu[TtI), Borfle^?. ober
„üb aud) biejeuige, mefi^e einen ^Bittibeu ge^eiical^ct in ber Q^erftor^
^BeneiT ^\a^ tinrütfe, unb in ber etften J^raii Siebten fiulrftle? ©0=
„bann i[t bie onbcre JJroge, ob bcö SGorfiitgeiä gintt, me((^e Si^uj"
,,{dgi[;, baS nemtit^e 'ültö^t gfeic^ ein^r airberen fjrau im 8tanb
„tjabe, unb fo fortvatJc.
„Heber üorfteljenbc i^rogen getrfiicfit bol Srfu^en, bie ge-
^fötliüe Seunhüorjung ^u ge&fii unb lolEfte nn^er ^ietfdjlofeener ge^
„(ongen ^u tafien j onbere 'Eieuffen merben IjierSd er&oHen. Dr& b,
„7. ^iuiermooatl; 1783 (gej,) ^orn, ^ImlSucgt/
In einem B e werb u ngs seh reibe n^J um die Rabbiner (Schul-
lehrer)- Stelle, welches damals R. Hillel Wolf Sond heimer — bis
dahin Dayan (Rabbinatsassessor) in Fürth — an den Vorstand
I) Kreisarchiv V. 9&5-
B) Soll wobl beisaen; Torkonunen.
&) von itm H, KaltusvorstaDd mir gUl, QberlassBQ.
ü
Vorstand der AsthaffenVurger Gemeinde richtete, bezieht er sicli
auf den erwähnten Landesrabbiner Chajim Hirsch BerUn, der
ihn ohne Zweifel empfehlen werde- Dieses Bewerbnngsschreiben
blieb jedoch vorerst unberücksichtigt. Rlwa 4 Wochen bevor
dasselbe eintraf, hatte der Vorstand den anf der Durchreise
hier verweilenden Rabbiner von Eiben schütz (Mähren) ge-
beten, wenigstens den Winter über (bis Ijar) hier zu ver-
bleiben nnd enthält ein hies, Gemeindebuch hierüber folgenden
Eintrag -
miri iminj npsri tj'B'&j^ Wy^ y^if^^'M p"pi ü-t tsw ^id'k ^sw
nnann^i IDSxrn^ w«! la^ i*^-in la u^n^ssri 3i^i nc^yj ie'H "B^yani i^j
in« yi^EFi ynif ^d d^^po iidc i^ c^ic^i V^an -i"k n"T ly u^^i*«
nonj n3"i:o ^^ y*:' nt 'rs "ipin mu*^ ^sm yENp mis^ii 'an y;3tt^
«im i«o m*« laun^ff msia: o^ni n«ö'i r::' p7 hd "d>ioo "7^p
in'jr nsi caJ ^iki ^^3 ^ir^ ^^sn nrn: »n* s^ jf^j^c nsjan iKtr i»
b-^n ^D .^"3n riona rrjnE "^tr ^« ('"in nii^:sift: --n ^b yia* «^i iJ'V:^«
'iJ^i'yi «J0"»J« «ti3 Q^c 3^D ^itn ij*jisio n^isn WE122 irouy ^y ^J^^p
p"n:3 nt^fy^ dv:tdi vc:jyü Vv^^ sits ^nvn t^ i^y V^j.i ^3 d^^^t ii?«b
tFDC.H p^nn^ r«i d:; ^IKi oirnn bv i3K3 "«i^i n"n3^ D"pm n''^^ d"s:3'i
"fT P"B^ Tüpn HE-n 3"* '1 □^^ ij^j^^ ^:ino^ b^jn . . . . 'd^ ^:i i^e-
,D"B rin K-«'?3 pa^K 'pn nsi D^ann o^j^p 'pn mips3 omn ^ni^n
In diesem Eintrag ist mitgeteilt^ dass der EibenaehütKer
Rabbiner nur auf die dringlichste Bitte des Vorstandes sich hier
aufhielt und welche Bezüge er in der Zeit seines Aufenthalts
dahier haben solle. Aach übernahm es die Gemeinde^ für den
Unterhalt seines Schamesch (DienerJ während dieser Zeit auf-
kommen zü woileo. In den Mitteilunp^en an die Übrigen Ge-
meinden des Ob er er z Stifts schreibt der Vorstand, dass der Mainzer
Rabbiner dem Eibensch. Rabbiner gestattet habe, in religions-
gesetzlichen Fragen iu eutscheiden. Der Eibenschützer Rah-
biner^ Jisrael Jsserl ben Moses, blieb etwa 8 Monate hier und
ea findet sieh von ihm in dem Talmnd Thora-Bucb folgender
ßf die Asehaffenburger Gemeinde ehrenvolle Eiolraff;
noji D*Jm ,iy^i po^nc^ d^ddh ie*« ry ,^0'ü2 njinj .Tnvn
45
,n\f^\rb ans ,r^:oH: '^ip ris ,H^illp ^rn nii:3m ^nijiJD \ip höi ^riVVoi»
,m'.r! ^^ H-i^ivi .D'Dfc' ni:;^D ^iv ,Dn*^y i^inp ntp« ,nBiin^ cn^^pt
■jo^i ppnnb n-'^v f'-^^n^ d^^ ,""5in T-ab n^^D nuB'i /n 13^3 iw»
iV^ l^n nü« nse^a ,,T^iQt:'i Vd3 nanv ,miin ."leca laian -i-sn
r^3 Diporr 10:^ idioh"i toh ,njiDWi n^w "rcn *epjh^ ,niüNj rnpbi
,1T7 ^o*ar ^lE-si nTi ne-* aii^^ *2*i:i ,nQi?i^ "pöiy^ ,n&*npn Hii^ni
(L, S.) .yis*ts'3''K p^i^N Hdik bmip^ ^eiiptj b^^^ TUitri
In diesem Eintrag erwShnt er den a:rossen Kifer, mit
welchem man sich hier damals dem Tlioragtndkni hiogab and hebt
riihnifind die grossen materiellen Opfer hervor, welche die Ge-
meinde brachte, um ihn hier zu erhalten, wofür er dea Him-
mels reichlichen Segen fiw sie erfleht- — Ueler den liier a.h Eihea-
scMtzer Bahhiner sich bezeichQ enden ßabbiner habe ich nichts
ermitteln können, weder in Eilenschüta^ noch in Eiwanowitjs,
das früher Eibschütz bezeichnet wurde. —
Zji wiederholten Malen hatte die A schaffen burger jÖd.
Gemeinde Auseinandersetzungen, mit der Metzgerzunft über die
Anzahl des Viehes, weiches die Juden schlachten durften; so
richtete unterm 38- November 1784 die Jndenscliaft folgendes
Schreiben 1) an die Metzgerzunft;
n^iue ®cmchK aubenjdiaft bafiier njoto mit bk\tm bafiie^:
^|ige ^ie^flST: gun^t anfraß, beme benefelben ftefüiint \d\i rairb, bafe
„W Subenfc^oft mit bfnefdbetr uon uuerbeuKidjen SJi&ren ^r einen
„ESertrog ^al\tn, ajermög irtlt^en benc Sub^n er(«ubt ddm Martini
„bif ^e^nQc^len [re^ na^ eigenen Mieten, unb bann ba£ Qunje
„^atix ^inburi^ aßroö^ entließ ein ©tütf bnrdj föniinilii^et 3uben*
„tdjflft unb 6anpijac^Ii(^, mw mti mt §o^jeit übet be^
#
4rfi"cit>ung l}eitf, 6d!jfdjicn bcvfe, ofi geb. ^Re^ger ^m\\t uiiä 1)kUi)
ftbfloSf^ unb bencfiven lODÜe, lußrii&cr (Jrue S^ibeiijc^aft S^Jutfleit
^flt% Hniroort geraätligd, Stfc^offenbg. ben 2St. Sbr. 1784, %n
^9? meiner 3"^^i<ftiiben
p^&fjfT ^ifü HQ^menS bff Si'bpiitiftafl ^aruC^ Sc6 ua&iii^u^ bet 3"^«!'
„i^cift äRfiijer £bb. ^^ift SflnriK^. ?öm Skbmcnii.
„P. S. luaiiTi Teine oiitiüort erfor<ir, laiitbeii eine ^iibeiitd^oft aiibeve
M\ikl ergreifeti. äBoff Mai^tx. 3^auib §mju]n, ^flUiäM ^oiu, fiol^
„mflini £bm [d)i[^ S"b bn^iet, SJio^fe^ ©. STviet olbo."
Auf der Rückseite des Schreibens erwiderte liiersuf die
Metigerzunft:
„Siuf bnfine^ aiifrjnc^eiT ^imt WmiUfya Siibctiit^ofl in
„3llc()off^n6nr9 roei)i oiierfiidjU fflle|;ger^uuft hew luenigftcu juidjCag
„5U geben nmßeu biejelbige tienc fl.egelieiieu ©eftl}l Siner go^en
r,Soiib SKegiernng imdj^ufebeit geiun^igt, luib ficfi anberiuäntge yro;'
pjecleu Dergci&eii? Ijb^erer uite ©ctS^e ;^u tioll^ieljnt i)at ^kjfatS
„ouajiidlte ^^le^ger^imfl \\\ ^id^offenhirg,"
Die ebiirfürstliehe Kegierung verlangte daoials von den
diurf. EebÖrden gütftchtUclie Aeusserungen^ üb den Jaden der
Ankauf von Feliigütern zu gestatten sei- Das Oberanit Milten-
berg befürwortete die Erlaiibniserteilung, während das Vize-
domamt Aschaffenburg enipfabl. an jenen Orten, an welchen
die Güter „unter dem Wert'' den Ankauf von weiten der Juden
zu gestatten, abtr auch da nur bei gerisbilichen Veisteigerung&n.
Die Entacbeidirng hierüber bildet den 2. Punkt folgender —
auch in ihrem ersten Teile') interessanten — EntsdiUtiSSung^).
.Äurj, ajioiMjifc^e finnbeä^JUegicrunä. ^enma^ bie (ämml=
„lii^e üorgemefeneu finubtage Der|<iinmerte ^ubtnjdiflfl \\d} evfldrt fiot,
„bflg \k iuegen i^vev ;^erflreii!ni SGcfinOTlen, megeu iTjrer inicibec
^pf)lrei(^EiT, nnb miiiber bemittelleu Subennemcaieii, mib ^u ^Srfpa^
„tung ber UufofliH fine einigt flügemeine Siibenidjulen evri^lfn
^tbnue nnb mptle, unb foldjcr geftatteu bcr 10 § beä i^eiieroMref^
.,tti^t& com I9te gebruot bifJeS ^a^reä auf fid) betutjen möge: (o
„tafien ©e. Sturfütftt, @naben
') Dieser Teil der Eclschl, war in der Fiftr. Zeitung vora Ö, Febr,
ISaa unter der Übcrsrhrift „Tuleraiiz vor hnnflert Jahien"* ibgeiärucltt,
') Archiv des fltadlntBgJatrBts AschaffenbQrgj M»luK. Verf., Band IV-
!NfrS76 imd SreisftrckiT Wüiabnrg V 16Ta.
f
if
„bfife bie giibfi^ nadi biejer Srflnmrg hk (|&riften?cf|iilen befu(5fit,
„üiib liofe fic ficft bott ju tjidjtigen fiirfiitpTic^en Untevt^ontn tilben
,,ttjfrbcn. Sc, Äui:fnrftlTc6e ©iiabeii tjf(lät;afn bofiet gan^ Dorjüglic^
„bic §g 9, 11 iiiib 12, beö tejngtcTi ®«netafre|fTiplä, unb 6eff!)(en
„ßiiäbäöft, bafi bic Subfiifiiiber an €i)ulgdb in Ünem goQe mf^r
^beja!)Iei[ folleii, als bie t^riftlid^en fiitiber, imb bng bie £rfninff)rer
„]oxoü^i, nlS tiie d)nfllii^e ^Sd)iiljiigf]ib^ murauj bie Settr^r infonbfi;;
„()dt p ie^cii f]älleii, bcti jübildäfu gtftulfitibern jn iü(|l mit SSei^'
.oi^Iuiifi, [Diibfrii mit flleid)fr Siüdfidjt begegncit, unb baß hstbi, bit
„iiibild)e S"fleub Iforjiigltc^ liebvtld^ kJjmifadii idIIcit. ©Tdc^iuiE auf&
„§üd}f(flebüd!ie €f. i^uvfiirfiri^e (iSnobcii bie einiflf 3l&fidft tjofcpn,
,M^ bie Silben ^11 il)VEr eifleiieii ©nirffeliöfeit gc&ilbd tuerbcii (oKcn,
„(eiiificiufflS ö&et (etie ber ©fimfienSfrey^eit bcTfe[l)eii beu minbeften
,^Jlt>Di[f; fliiäulegen, a[fü gcTieE)niigciL ©mtbiefelliEit iiif^t mtiibtr, bog
jtaif) btm bittticffen ?Iiilrügc ber 3=iibenfc^tilt für bflä oBcvc ©T^ftifl
Jii 91 (d] 11 (feil bürg iiämli^, imb in Suffien iu 9lbf!d)t ber ^Wigion
„i^men 2nbeulel)ver mit einem jaftvlic^en 03eEjfl(te neu 200 fl. ang«^
„ftffit luerben, jcboä) nidjt ouberft, alä bafe a) biffe ßfTjrer nadi Dem
„angeführten ©enEratreffripte gepriifel. iinb nut^Drifiit mcrben, unb
„bog I>) bie SnbeHJt^flft in ^rDtcfDlI fid} nflore, nn^ luclc^em
„gunbii^ fie biefe jöljilic^f £00 fl. cririditen mode.
r,3nbem bie in ben Änvfonben befinblidit Ouben aitf bieje
.Sa^eife jiir bie Bpfititjoten, njdd)e ge. fiutfiirfllidje ©nob'fu ben^
„iflbcn g:)äbigft jnäuroenben, eTn^ifäiii^li^ tuerben : fo erfnnfeeu, ges
p^ftatUn unb evMien §bi^{lbieietb?ii ^ttm'it gndbigit: 2 do. faafi in
„pCen iemlern niib ©emoihingeir, rvc Suben bereite ongefeffen [inb,
..lebtgTii^ bie ©fnmrlimfl ber ©tobt Wtain^ über bem fna^ii, ^In^banm
„onägenomnien. bie ein^efejfenen gilben tie^eitbe ©riinbe, nub ^'"niDf
„bilien, mfe biejelben feigen mbgcn, onfaufeit, in bic^elbe» I}ei|en mÖ-^
^gen, tnifouSen, in bie(elben [it^ imimlEven loHen, nnb \k 6efi^n, unb
^Wei&au treiben biirftn, eben mie t^riftlif^e Unteritiauen, u^n«
,,irgenb einem lueiieren abtriebe, ote audj eben bie i^rift(idifn Untere
„Ifiaren miteriuovfen ^u jep, crndj büfe Suben, roeldje in anbeten
^.©eniarfunfiEn- wo bi^Ijer teine 3"ben ongeteffen moren, ^wimobinen
„anfoufen molleii, glcai einet befonberen ißfftötieung bebürfen, ba&
„iebod) ö^ne erlicblic^e llr[o(^e bieje ©eflälifliing ni^t üetwdsett
48
3tio, grneuctH <St. fliirförftt. ^rnhtn ßnübiflft baS i^tntxaU
^xt\hipi ttüffl 9icn Julina [einem flon^fn 3n6^Ite md^, abrogiten
„fluübinft QÜe ]tMx unb kv QfgfumärligfM a^erorbnung jumiber
„la^tenb« gef^Titbeu« ®e(eö«, ^J^otbaimiani, ^evfommcn unb Ob(er^
„üanj, nwb fcefeliffn gnobigfl: bnfi t>tc(c b^ybe aictorbnungeH, üuä^
„in bell aäogteliDrten, \o ükI nämlii^ iiidit ^leceffe in Contrarium
Mbefle^en, tcloiinl amot^t, iinb jur aioK^ie^itiig gc&rai^i nifrben,
,oudj 00« aQeu JUis^tem uiib 3uflijfleüfn bavnaöt gelpiDd&tn Tuerbeii,
„©ir unberSütten ^iemit bicfe ^ödjftf Sßiüeiiämegnung ©r,
,,Äiirfür[lL ©Haben, mib loeijeit hk futfürftl. 3lcmlef on, biefelbf ge:^
„t}bri9 &£!annt ju matten, uiib iir Ißonjie^img ju (cfeeit, DÄani^, btn
^27 ten eeptembfft 1784 (gq,) ^r^r. ü. fronte nftdn."
Am 1. Juli 1784 fand hier ein ,1 udcnlandtag statt, wie
in PuDkt 5 folgenden Reskriptes^? erwähnt wiriJ:
^fiurf. ^pfee fianbf^regicrung. @S ift ©r. ii. ©noben gefor^
,(amft üorgdrogfu loorben, lUft^er öeftatten bif 3uben((i}o(t niebrec
„Äutfürfir. armier nar^flcfin^t ^ot oon ^qui^ung beS fiaubtflgeä (n
„Slf^offeiibnrg (onjo^^ cU tioa bcni ißeilrage ^ur U Hierauf Jung btS
„^ahmtx^ gnäbigft fr*i gegeben ju tcerbm, immaSen bUfflbtn nie
„raeber ^u bem einen no^ ^u bem oiibeien gebogen Icotbcn, aa^
^bol ber £anbt[7g (pirfcr Pjinnuä bfrlegt loetben möge, toarauf §bt^ft^
.gebaC^le ^. Ä. ®noben gnäbigft befffilen:
„1. bo& eä eiufiir aGcmfll fein Sflempnben bobei Vbe bo|;nti(5
^3r?ü6gflbe ber üon fi. fionbea-aifgiening unterm 2d. Julius 1783
„unb 9. gebruar 17hA erkgenen general rescripte für bie ^ubfU:
«[diaft hex jompitÜtSeii Surknben nur ein einziger Sfübincr angejtfßt
^ttierbf nnb bog Stein fremb^enifc^er Kabiner in beii Äurlanbeit
„irgenb eine ^cnii^hing bornc^men bürfe, bo6 botier
„2, bit Subeni^^oft nßet unb jeber Änrf. iemttr otnic Utiterj
„fälieb o^ne SuSna^me unb Dl)ne fRüdfidU onf luicflid) geji^etieiie
^obet; Tünflige SorfteUung fc^nTbig unb gehalten fein foHe, anger b?m
„^ergebra^lcn Sditnge ju bem allen ftonbigen @e^ci[t be^ 9iabiner3
Mxt 320 fl., bem neu gnfibrgfl tiinjubefti minien ^t^aWt oon 680 :a.
„(als moburt^ ber auf 100 fl. jut ttnUrfialluiig b«# [ftabinerS be^
^ftimte noQ« ©e^alt Don 1000 fl. voTI^A^Iig toirb) nn^ bem in ben
„ODr^ttflC^enbcn Qugefii&tteu general Teacripten bfftimmtenö Älafetn
^je^in, bie Ätöfeen CommisBion, Prüfung« unb 0€rpfli<^lunfl4 ^ojlen
4d
,oBfr für bifSmot ttniS jener SOfflimmüiig nnb Srrna^ignwg, meft^e
„bt'ii kibni S^i^cti^ni aiiiit^biitflovvu ju aJi'aiiij imb Slfc^nfffuBurg a»
„^cufe iUÖf!)^^ i't eittiidjteir, faeiqeftiilt äiuafir
„3. bnfi ön bem (tönbigfii Seitrag Don 6i:0 fl. (oiüotit ot*
„OH km bifljdtfrig^u aiiRetorbeullicT)«" ®eiirag bfe unkr^rEftifUft^e
.^i^aifrijaft 3 gimneile, bif obacr^ftifliff^e 3ubni[d)iif[ abev ^/ß bfi^
^4, ju bfr itiitereT^ftifttjrf)?» Siibenftftafl bU in ben Sijebom*
„(iiirtern in iiub niijjei; IRaiti^, tu ben D6erofnikrn imb 'Semlern
„gfiufentiur^j, Aüiiifsfteiii, .^i?f[]oini, ^Jübc^j^fim, ©eruMjeiiu, fiüfjnfteiti,
„9?eiiliü]]ibfrq, ftüd)fl, C^liu, S[?fe(b niib ^llgerSfifini 6ffinblicf|fU
^Juben, IjiiiLici^^'u bie in bcr antfreii Ijier tiic^l cieiiflniiteu Jl. Semter
„bifiiiblidjeu ^ubtii ^u ter o&ere^fliftift^eii SnbenfdjDft gpiüljU, unb
phmifm in bcr nargf[djrit6ei[ni ä^flofie il^en iöeitrag liefeni, aut^ bafe
„5 Me ^u ber nitterei^fti{ii[d]-en 3ubeu[d]flft gr^üljtlen Ouben»
„icl;att bindj ^niflfijcr Dbir (uTifti^ie a3fUüI[mG[f}tig[c beu IGl ^nl),
„L'ber äiini Ini'ijftfu einige Xagt (piiler in loco SJifilin^, tie ^u ber
,oüeverÄftJflJM)ni foibPnlrfinft aber jinf'Ci)tbar beii 1 feii Julius blc(e*
^3^t)uö in loco ?Hdjflffeu&]itg ^u bcni l'miblaä 511 er[djeineu, respec.
„bei bem?!?i^tbiinu9ljjiläbirdtDr, oUwfldj^i eigen« bn^u eDininiJirt ift,
„fid) initben, nnb ifiveii gt^rt^nniiä ^v\a^ in gi'^örifjer gorm Dur-
ftjcigen [ülffii, büinit in ber fliiäbigfl beftiLitnilni SRoa^e ber gnübigft
„brfEiiKmte^eitrog realisirt lu^rbfu füiciie tuobei li) 6- fl, bie unterm
„2!^kn Siitiii^ I78:j ben 9U'm JJebr. a^ c. uun ber fl, SirQieruug er^
„Itifcine aififriple tjniibiaft UflÄIlir/n, unb nufßften, jene aierorb-
.mutficn i^MiiIllid} tu Slu^iitniig ^u erfinlten. SD?iitu| b. 29 len
„3lpül 1785 (gq.) 5vl3v. u. groiileufkiir"
„lüöre bufdj i3en ^ubeufuvfteba geijiirig befiintTt ju mnrfien
.re&olutnm iti curia b 11. 3Jfiil] 1784 (flej.) gieiuiiinn, ?fmti&ptQC**
^ticaut."
„public, aw] ber ©enii'iu 3iibtu[tJib b. IS.tlRa^ 1784 Cgej.}
.Öüb Dcflridj, ^-i^ürftdjer." "
Deu ei'w. LanfHag leitete der »eugewilljlte Landrabbiner
HayEmi Hiisfili MaiJ^i' Berliner, «kiH von der Churf. Landesre'
gierung ?,u diesem Belu^fe foli^einles UekretM tttisgestellt wonle:
„SJemuat^ tty ^iefiacr JlLirfüvfJiidjen JReäimma ber unföitgfl
^> »Scbfiftb, Geficb. der Jtideu iu Mainz 3. 411^ .. . r .
4
50
^Duf Untcrf^nigfte* Sitten uwh üorticr flegnngene Prüfung flnäbitift
„beßättigte 3labiner bcf fanimilid;eii in ben iluduubtn b£fiiiMid)fn
^Suben gaijum ^\t\^ gjJüier SecrUiiEr bie gp^ifmmbe «orftenimg
,gEl(|on ^ot, üon ^i« i» fate Stirfiit[tU(^c ^flefibeujftobt ^fL^affenbiivg
„(14 befltben ju rooHen, um beq ^ntmuiig femeä amieS bie n&ttjij^e
..Hnlerjuf^ung ber iiibijdjen lii;remünialfod|eii aud« bie i^nieuerunft
^bet ©^ofeuiiflen ourjundjinen uub in bicl« ab)ld)t aiid) um üubere
4ür bif (ammläic^e n\ ben fiurlanbeu hefiiiMiti)t Subei^Ji^aft ni>ll)^
^luenbige utib tiiiglii^e ^iu>rbmitigou 511 IrefftHi iiiiler ber 9fuf(id)t
„bciS Äur(i[r[lIi^ciT a^igeüomaml^^^irdtorä bafdbft unb uiiEfr anlfoi^
„fenbeT geiieljmiguna fot^tiner Sierfionbfimg in ^[djafftiiburq eiiifii
^^ubeit^Sanbtaö 511 Ijalkii, iiieö batjer betmiütigft siebttteu fi^it, bie
„iBerorbnHug bat^iu ergeben ^u l4iffeiT, baf i^tii nun beii Surfiirft liefen
„Beamten auf ©vfotbenmß bif iiblt)ige ö^i^ilfe gdeiftd loerbe. M^
^roirb ^ievmil bem ^aiiiiiid^eii ©tobt unb Ünubrobbiner ^aiiim
„§itfd) ÜKüier berliner bie ßilaubiiiö evl^eilt mit ^tnfflttfl b^ä gj^o^
„iiüta 3ul? ncii^ Sjd)nf(eitEiuta fidj ■\u begeben, mttet ?!tnffidjt ntib
„in ©egfmnrt bt^ fiurfütftlii^^n ^iicbüniiimUSivdlofS büfd&flcu
„mib unter Sor&e^ott ber gcite^mtflimg baftger jlmfürftlit^tu Öüiibe^'
^regiexuiig ber 95cT§anbluiigeu folt]oner SaiibtogeS bitjen £uubtag j"
„^aUeii; unb mt buri^ bas gegenmörttfle offene ^flleiU bie fämml^
^iit^eii ÄEuvfür fluiden 0&er= unb llnttihiamitM, ^anUn. ^eulgrafen
„unb ©i^ull^eifefn ein (üt üGtnmt befohlen bem uergemetteii 3uben
„^lobina in bkfem Sor^aben in feine tnege ^inbedic^, Diefmeör auf
„aHe lüege befövbedii^ ^u fep, wo iebod) beg ben luittr bem 29 ten
„3uEine 1783 unb unter bfm Gten gebruor 1784 erlaffeuen ^tegie^
„lungS ©cneral jHetfrtpten t& ein für aaemal jeiu ^tmeubtii ^qL Sig-
„natam unter &ler üorgebrurftem JffuifürftÜdien 3ie9ierunä3.ean§te5=
„Snpegd. Tla\n ben 4 3}iaij 1784,"
Am 23. Mära d. -T. bat die AachafFenburger jüd- Gemeinde
iks neben der Synagoge gelegere Haus des verstorbenen Brief-
trägers Peter Scbartmaiin bei tifFentlicLer Versteigerung um den
Preis von 317 Gulden erstanden» worüber in dem Qemeinde-
archiv sich folgende Urkunde findet;
^flunb uub i« roiffeii fe^e fiiemit, ba6 uac^bem aul crfofgteS
,9lbUben beiS flerocfeneu ßoiferrfli ^üftbvieftfägerS $eler editirtmann
^(eelp begen nü^^adöfeine »etjouSung bo^ief Sub Lit. D» No. 90
ßl^
„nebfH bei: gemdutn gnkiifc^iil, w^^tn üorfletuefener Verlogen ({£|flfWf
.fibcigni ^ermiiirtt geiid]ilidj ffi[ geiiiadft niDcben, in bfr untfrin
^26Ifi[ ÜJitri a, c. ol* bcn ©nblid)ci[ SicilfttimiS^^iEeinii». bieftmiegfn
„a.%ijrfliiio]|M]n[€iic ijfffnllidjcn Scrftctgeniug bif ©emeiite 3ubtfii[(^üft
,,bur[I] btit ii; iljvcm 9Ianitu babeij erfi^iencäi tiiefigen ©r^u^ 3uben
„^'n:y ^ifl^fv b« n.ei^ibifkiibe fiebücta, uiib biFfa boä efcs
„baiidbvte £d)Ovtmfiimifd|e ^inufj fomml Umijrif mit nUni borauf
,I]nfk-iibfii 3itd^t^ iiiib (^^ercdjligffitcn, aut^ jä&i[.eu .^etr0ificu unb
„iuiifligcii 9kfd)Tutrbai, fin" iiiib mn 3]7 ü. 6d}vciife ^reg §Hiibat
^3fl)" ^Sitbcn ÖJulbiiii iiüdj bem 24, f. Jus ö^ri*llii^ iugejditagen
jioibeii (iijc. 5^a uuii bre oböelo^lt Ifiefig flenieme ^tibeuf^aft bea
„kmelbdcH j^üuKdiifliiig beifii biep 0uiibert 3t^ti Siek» @n!bert,
„liffag bfr tKiiiiüe)- oimod) N(onberä mwgi'ftelll^ii i^cftfeeiniginig jur
^%ia ertjovMiiäui[t)ri)cn Ü>erlüftciifdja[lgiiiafic unter feentigem (tsto
„uunfiäubig eingelicffit utib t)C^a!](t i^at; %l^ wkh bkitflbe barliöfr
„lliemil E'tfti-i ntoficii qnitlivt, m:b in ben rcditmä^iaen Sffif ber er=
^fleuileu Sflifliititng fiiiijcroicfaT,"
-,^nl|it■ful Cn]in(lu[lltn -^lublldjuillfeiieimml mMtx k^gcbnidtem ge^
,H)pljnlf,i,L euibt ^ufifgt( on^gcfeitifli unb ^ugfftEUl njarbtn. ©o ge^
^fd^djcn SiidjnKt'uliiinj, üen G^L^ april 1784."
„(Li. S.) Sirb nfnfiLii'äitii^fv Kaufbrief bcr @rnitmeii Suben*
„(djn^t S" ^l]'^!^^ S^egitimoÜDn jebüc^ udl t>m a>orbe|^rtlf
„ju^efteHl, bflft Sit üou Ä, ß, ^Icflieruug ben Consens
„iTnb respee CütiÜrmation EjerTbmmlidjcn Mufeen iti ^i«^
,fii^t be^ yibltUb^ in moürdtn Ifat ^fd)g. bfn U SRny
JV84 fif^. ©itfeeiig, etriblldjidt^eiß."
178ü verlangte die GemeLnde wieder ernstlich- die An-
stellung fines Eabbiners flir den ObererzstiÜ und brachte dem
Landesiabbiner di-ei Kandidaten in Vorschlag, von denen der
bereits nleu von uns erwähnte Hillei Wolf Sondheimer^}, R&bbi-
naisasfssor jn Firrth, gewählt wurde. Der hiesige Vorsland
^J S. Laweustefn, Gc^cbrclite der laden Ja der KarptAlTi. S. \S9 Aam,
3b, wo erwftliDt wird« dosfl KilCeL ■Simdlreimers Matter. K^becka^ eioe TodiTer
den iu HanDheiia am H. Uhj ITBI TerBtorheueD R. Hi^et beit R. Josoa g«-
weaen; eeine Schwfeter Süaae war die Qattm dea HtPiaer BabbfDfrn Udb»«
Tobias Sojidhejm.
henacbrichtigle ihn von seiner Walil nnfl leille ihm mit, daas
er sich am H. Mai 17^7 ^znr Yorstdluiig und FriifüDg beim
VIzedomat einfinden nittsse"*. Er vei'ijfliclilefe sjcli in jeilttn
Falle, auch wenn er iDzwisclien eine besser dotierte Stelle sollte
bekommen können, vier Jahre hier zu verbleibeni nnd ^/nrde
unter dem Tite? Moreh ^edeki lezw. SduiUelirer, ange^lcllt. —
Die HoOtammer verlangte d^nmls von den JuAeii des
Obererzstifls die Lieferung von 24 Hiispel Federlapjien ins
^eughauS' DieBe Abgabe war vieJe Jjdire UindurclL nicht ent-
richtet worden, und die Vorstjtnde suchten nucb, die Juden
auch weiterhin davon zw befreien. Alle Vurjätellini^en blieben
indes erfolglos^ und es -ergten^ der Het^chdd» djtss eine Itefrei-
üDg nicht gewährt vverJe, solange keine OliservauÄ vorgelegt
werden könne.')
Hier in Äschaffenburg wurde in diesem Jahre vuu Ser
Gemeinde ein wichtiger Beschlnss'^) gefasst Wiihttnd nitmlich
bis d^hin alle wichtigeren Gemeindeangelec^enbeitou nur dorch
llescbiu3s von Oemeindovcr.*ianimluugen erledigt werden konuten,
wurde, jetzt eine Verwaltung von sieben Mitgliedern Osiß hvjb'
i^yn) gewäblt, von denen drei (die Depntirten) die laufenden
Geschäfte zu besorgen hatten, die anderen vier Mitglinder bei
allen wichtigen Fragen zuzuziehen waren. IJie sieben Mit-
Mitglieder waren damals: Lob Oestiich (DepOr Ilaruch Lüb
lDep.)i Wolf Meier (Dep-X David b^ Clisjim, Moses Trier,
David b, Leser und Sanwü (,Samuel) Bachrach,
Vom 15. Oktober 17t>2 liegt ein Miets vertragt) vor
zwischen den Vorstehern der jüdischen tiemeinde und dem
Bürger Johann Georg Seitferling, welcher ein von der jQd. Ge-
meinde im Lehrgraben erworbenes stjidlischea Anwesen mietete.
Dort befand sich auch, wie in einem Mielskontrakt von 1Ö2Ö
enväbnt wird, das rituelle Bad^ Das Hans wurde lS-f2 von der
jüd^ Gemeinde an Jerg<m i^roinsiiin verkauft.
Eioe Abgabe der hiesigen Juden an die Pfarreien be-
1) Ereiurchiv WürEbürg V a&6e.
s) A, Eg.-Anh,
«) A. Kff^-Arch-
ßs
stand in den Neujabrsgeideni, wie aus einem ÄkteO äuä dem
Jahre 1792 ersichtlich ist-
Aensserster Füisorge seitens der Gemeinde erfreute sich
damals der Jag eii da nter rieht; als raan 1793 erkannte, dasg
dem oben erwähntan S. Bacliaraclj, der hier Lehrer und Ge-
meinde seh reiber war, eine zn grosse Anf^abe obliege, beschloss
man, ihm einm Gehilfen zur Seite zu stellen.^) Die jüdische
Gemeinde dahier fühlte damals, wie ein Steuerverzeichoiss^)
vom ?. Oktober 1793 ausweist, mit dem zugehörigen Damm
30 Mitglieder. Es waren dies; Lob Lipraann, Lfib Oestrich,
David Hayuni, Barnch Lüh, Wulff Mayer, Mayer L*ib, Mosses
Lob, Lipmann Isaac» Kallmann Lob, Jossei Mayer, Lob Faist,
Bendikt Wolff, Abraham Lob, Mdfls. Trier, David Lazaras, S.
Bachradi, Li>b Isaac, Kallman Eapliael, Lasirus Lob, Isaac Ea-
ruch. Lob Hayum, Atiraham Hirsch, i^arueh Moss^ Witt. Beist
Eariich Witt,, I^aac Moss. Witt., David Jsaae Witt, Leser
Kifa Witt. (In Damm:) Lob Jonas, Jnicob Jsaae, Mendel David.
In dein Knegsjahre 17D3 fiiicbtete sich, von seiner Fa-
milift und seinen Srhülern begleitet» HerK Scheuer ^J, der weit-
hin berühiDte Leiter der Mainzer Jeschibab Uahb. Hochschuk),
nach Aschalfenburg und verblieb dort ein und ein halbes Jahr.
Er wird in einem hiesigen Gemeindebuch in folgender Ange-
legenheit erwähnt: Zur Herstellung des Hekdeseh (es war
dies ein Kranken - Hospital und gleichzeitig Quartier für
arme Dmch reisen de) wurde eine Kommission von drei Mit-
gliedern» an deren Spitze Herz Scheuer stand, gewälilt und
an ihn von der Gemeinde das Ersuchen gestellt, er mflchte die
hier sieb aufhaltenden der Mainzer eT. ei ndean gehörenden Mit-
glieder zum Beisteuern zu diesem WohUhätigkeitsunteruehnien
veranlassen.
In einer Ent^chliessang vom 22. August 1794 wird er-
i) Kreiöfli^li. Würzb, O. 12355.
') A. Kg.-Arch.
5) A, Kg.-Arcb.
*) Von 1800— leiO nnd löU— I8S2 Babtjner in Main«; « w« ein
Sühn dea frühcT ervk'ähnteD I^ndeerabbintrA D. M. Bdiener. NAbflr«) tt1>«r
ibn in der Vorrede za dem von Beinem EukeJ, Atta hoch gesell rten S. ßondi,
ans eeinein N^fhl^iia heraTiH^Bg:etieaeD Tnre Sahnb, wo aacb tob MÜiflm 1^
jflbiigen Aofenth^U jd ABcbaSenbarg berichtet wiriL
n
Wfthnt, da33 damals als Traun n^s gebühren fünf önlJen und 4h5
kr- Schreibgeh Öhren erhoben wurden. Der damals, wie erw&hnt,
noch unter dem Mainzer Landfs-lUbbmer stehende Hillel Wolf
Sondheimer — der auch in dieser Rntschliesaung als 8i^hul-
lehrer bezeichnet wird — hatte die Trauungs^ebühreii dem
Lftndesrabbiner au übermitteln, dem es überlassen war, ihn seiner-
seits für seine Mühewaltung ?,n ei^tschädigen^ In dieser Ent-
scbliessung wird bezüglich der Ausstellung der Traunngsnr-
kanden bemerkt: i)
„UebrigenS luiib bein 6(f|utret)tfi- bie grridjtuTrg bei' SIjc-
„V^cJcn I" fjcbräijdjer •Bpxddjs Ufnuicicii."
Von jeder jüdischen Hochmt massten ausserdem der ki^r-
filrstlichen Behörde hier in Ascbaffej^hurg fünf Gulden entrichtet
werden. Die jüdische Gemeinde hat sich I7\ib oline Erfolg
um Aufliebang dieser Gebühr bei der kurf. Regierung bemüht^)
Das oben erwähnte Spital (Hekdej^ch) kam 1737 zur
Ausführung, wie die in den Akten der hJesigea Gemeinde vor-
handenen Kechnungen and Quittungen ausweise». Auf eine
Beschwerde der hiesigen Schneider und ^trumpfweber cjfolgte
folgender Erlass^J des Kurfürstl. Mainz. Vizedomamta daliier
unterm 27. April 1797:
„Sd)nciber uub ©trumpfme&er öe)d)mcibe gcocu ble ^ubtn^
„fcfjnft pto, gtil^dten boii Sufni utib ueufu i^leiber.
ConclusDm^ ,3ii aM(eT)ua£) ber £Sefö}iyetbc bei ^rijudber mirb
^'btx ^eifouf bcr neuen S^kibnug^ftürfe nur aUbiuiu trtaubi, bafi
Ä> hie iKeibuii^ßflnrfc uüu lulrfUdj ljic(:gEn Si^tieiitenneifteru
„berferiiget uub
b> bor bfm ^nftinfe im ®ei)(ein beS üorgc[tyn; 9led]igucr-
HHmiibtert tcfirfjligd (ein mEi(eii, o& bie Arbeit gut ^ciiäljet, baS
„BoUeutudi öefiöiifl 311 ffliiifef gcnujiueiT, unb ü6 iiberi)flnpt bie 9Baar
„mitöenii[t^- nnb udu Selrufl enlfcrnet fc^e.
c) bn6 bit aöünven ^nr (ij^niö^eil ber flefc&e^euc Sern^tfguug
»geftempeft ubei gefiegelt fep mü[«n,
d) SJerOcu jid(&fiel)nibc ©e^iüfjieu für boö i^itgflu unb ^t=
'Jj^tiflen pufferet;
■) k. Eg-Arii.
aj A- SK-Aroh.
>) A. Eg.-Arch.
m
1
^
„1} bon einem gaitseu Sie ^bc befte^eiib in^^orf, ?QefU utib JpD|en für
beu 9?fi$t^üpnufli'bkiT i , * Kr.
^irnftmeifler fuiid]lieflt- bfS ©ifaefiiS 6 Kr.
,,3J ücm fineni Dicrf oDftn btm ^ioi^suermo übten . , . , 2 Kr.
^unftTii elfter . . .- , 4 Kr.
„3) Doti filier 9Sefte ober ^ojen 3=irtl^SbCflüaiibl«n . , . . 2 Kr.
^iTuJtmeifter i » ., » S Kr.
„4) vm einem Seifc^rDsEf gJat^SDcnuantten 3 Kr,
3ut[ftmetfter 4 Kr,
,5) tion einem ^hi^Qeu ober Seiten Sflat^Wcraanblen . . 2 Kr,
äunftmeifter , - . - ■ . , . - 3 Kr.
KesoLutum^
„Sft bie lueflcn ben ©(^neibern in |>tiifii|t ber neuen fffdbcr
.erfaßnte 3:Jeriüpnd ber ()iefiflf!i 3nbe]i)ri]aft jnr genauen SSefDlaung
„beTannl jn mfldjeji. at^offcnbiirg b. 5. äflai 1797, In fidem
'.(ü^äO lenipel 6tabt[iJ)teibev..'"
Die Gemeind^aklen enlhaUcn den Entwarf eines Gesn-
dies an die Kurf. Landesregierung (mit ilem Vermerk exfie-
dirt d. 20- July ll'äl), diese Entschüpssung autlieben m wollen.
Ob ein Bescheid erfolgte^ iät nk-ht ersiclitlicli.
Yom *>. Februar 1799 enthSlt das Gemeindebuch ein
VerKeicImiss der Mitglieder, nach welchem damals noch — wie
1793 — 27 jadi&che Familien liier wohnten, während in Daraa»
die Anzahl sich auf 7 erhöht hatle; es werden benannt: Lüb
Mendle, Samuel ben LÖb, Isaakj Jonas, David ben Mendie.
In einer Verfügung vom 4, Oktober dieses Jahres verlangte
das StadUmt ein Verzeir.hniss der seit, dem 26, Februar 1780
aufgenommenen Schutzjuden, um. sie, der damals seitens der
Kurmainzi sehen Regierung ergangenen Verfügung gemäss, zur
Einlieterüng der schuldigen Feuereimer anzuhalten. ^J
Ueber eine an Stelle des Militärdienstes den Juden auf-
erlegte Abgabe heriebtet folgende Ausfertigung einer Entschlie-
ssuiig durch das kurfürstliche Stadtamt vom 9. Oktober 1799:
^ßanbfturm in spee bie Slubeit betr,:"'
„Resc. Keg. nom Uten bicJeS, Ten:
1) Diese Abgabe Sailfu wir ia verscli Beeten en Bt^tlscben SatEdngea
aas aaiaaliger Zeiti 8. Löwensteiü, Öesch. der Juden iu der Korpfali S. Äl».
M
pnaiid]tT[et INi^dfidit goir^ niiMUQlidf. ifbixl) i^nlbigfiiLti, Aum tMcufl
*fürbne ?hi1n(ü*ib inifimui* ffii, fo verottiifriiuir, Uft, rtiifmii (le
.o^ue aQen ^7ii&rii 4tim l^iiiibftiiim ,^ü .^[c^m, iiiib fit iii blf (fampaii:
.nie ( i 11,(111 brjicii, ein ^(bf r ^djH^ ^ub jiro Jivers^ fliEc^nirirtVJi iui:Tbr.
.(in fjtitf« ffalibiRiL^biiK^ üNiiiiitioiia^nui-l^r mir ^IhijoiwH iimtibi^^(>
1,1« 2a^tn bfr) brm 5T. '^i);t^vm finil fiu^nli(f(rii, luib b^imlt ^r
.limf nit^t £11 frl)r ftfbiiidl iv<ib<, fo ^1 jfbc Jubfii <5fiiicitt&(
.bfn ^iTdj} itAd» (VciEi £(f)al,mn^t ICn^fflji univr fid) au iniar-
.fK^vii bflfjifr. "nb Ijdii^n biffflSf hmfiifl/ii S?omiciftfl,j b. 2( loi
.1, 9Z ^tir ivfiurru ifcLiscl)iulci[iinfi) niib ^iiiLrirnnii brffr« <ik140iir4
.ti4] ^TJOLiLldj Dii{ bfni 'ilfailiaiiA Ui;.bfui St. Slabt 91mt ciii^ufLubviL
Ja (Wem (flq/) Icmpel «lob([rfjtifi6fr'
Der er&lf- Akt, iler aus nnserem Jahrhnnilfft DInt die
VerhiUiif'<ic der AsrliÄlTeTib Otrinpimle MitLoiluiiK Wu\ki. b^triffl
die A[ifn3i1im4> einPü KapiUls vot? »ecJisImiulfi l (luld^n, wftJCD e»
der korf. GenGLtmigua^ bcJuifl-e, di'? iioo.ti im Ongiiuil'J vur-
banden ist:
„Ötu^t* £11 9}Iiiiiij CtAbifdjoff, bf^ ^iliam iümi[%»i ffiiirt^J biii*ft
v3crmmti<il (^r^riiMtL-r iinb nurfiirfl aud? ^ifrtnuF V' '^crdi^
„rlljfilfit Uiiirrrr <]rmriLifii ^^Mt)<;ii{d]d1i ju flfitjoffcubiivn. anr i^
^bfoifcrljiüllfi Äiifiidifii uiib KiS Dfjfdlli^c öiitflitcii Uiif^if* i^Mt'
.boniautKA bnIfEbft, bic Qnäbijifl« C^ilanbtiig, A^n ^ftixntutiq bcr
.^uftillfn ibnl Sptlaf« tnib bcr ^nflcn<Lib<ii ^citi^b'^ luib $alroM<n'
,1afi^ti f in fi4l>i(iil U[>u Ki^b"i^bcTU^j[1b(i] Icifjnviff fliifiiff)iiifEt jll
.bürffiv jfbod] tc[<iefLDl[, bit& bic Anfo.cnctnmrtic ^muttir ^n n\d}\^
^awttxfai a\i brui oÜOLigrtiib^lrii ;^imdc ncLiwubcf, ut;b brr<M ^ic'
,b<tflbrroft»iia \ii b*B mii b*iii flKinti[;ici ffiiiif^plfn i)ifUii iKb^''^
.beroiiU iwrbf, tx^Kti jur tm^«u Urfmibc l^bfii "^it \U'\\<t fiiir-
^filTf1[(d)<« ^(flicrmige üüaifö u\\\<^t^ bificm cffenfii %Uiffr wU
.Gcnblif^ aiifbrildrn (c&n, fo är{d^b<>i ^(dfcifftnbtire, b<n 20[cn
.JkbriiQr IStM) (Sicfld bf* flmf, Ett"*>»'- l^^ir 3o|fpb)'
1>CD bietigen JuiUii Miklj tirft^rn ta dtlMtfii, f^cbk nm
19. Janl 1801 Ab^rle Htrtic.h von hier bc^ui SUilicimt nacli, viti^
\tia &ach geoUtiet wurde.
I) A. K«.'AnL
Bf
Üeber die üntp.rslQtzung durchreiseoder IsmeUlen Vei*-
fögte ^) ddp Stadtjimt A a ol i äffen Im rg unterm 28- Dezember des-
Eelben Jahres; ^ ' '
„Resointum. Ser&cn bie ^»bcnöorftc^ft befehliget — (f[6(t
,uo« jeiieH Silben, bie cfma mid) bcm fiereiü Dcftel)ciibeu Sefe^l \^iit
„?[Lij^eIn!ffti luctbeii biiifcii, Uine anbere ati^u nehmen, af€ lodi^e anS
.,i}^n S^mlnubfu febft jincfe ^Sio^nb i^tcv ^ä©e ^ii §fiu5 fiiib, unb
'„bic ciiigc(a6ciicii Subcn n!öt)vcLit> bcm ®ab6öil) in einem feeflimmten
„0(111^ — fid) aiifljalleii, baftlbft uon bem ^if(et<^ii trüget DCipfTegt
^tueiben, unb nidjt mdjv iu beu ]jriDOt 3»beM öäufeni ^um BeltefH
pl^cnimfleljen biUfen "
Wir haben oben bereits, die Errichtung fles ffekdesch er-
wähnt^ in welchem für eine Unterkunft der Durch reisen den ge-
sorgt war und m weichern si*;h auch das Spital hef:iud. 2ur
Versorgung dieser beiden Einrichtungen wurde in diesem Jahre
ein HeTbeigvater aufgestellt. ^)
In die Walil der Vorsteher griff, mit Anfarrg' dieses Jahr-
hunderts die Stadtverwaltung za wiederholten Malen ein. So
verlugtC'^J das Stadtamt am U. Mai 1302, dass sÄmmtüche hie-
R/ge Schut^juden zu einer von den hi^herigen Vorstehern inner-
halb 8 Tagen — anziisetneuden Wah^ eischeinen m&ssflu, da der
Vorsteher Barach Lüb sein Amt nicht länger verseheu konnte and
um Enthebung davon nachgesucht hatte- Den Nichterscheintsnden
wird eine Strafe von 45 kr,, ev- 1 Tag Haft^in Aussicht gestellt
Es fand daraufhin am Sonntag den 23. Mai — naoh am Freitag
vorher in der Synagoge'erfolgter Bekanntmachung — die Wahl
statt, bei welcher der Hoffakt-or Abraham L5b gewählt wurde»
(der 1P05 um Dispensation von diesem Amte nacbsnchte, da es
zu bekleiden infolge der vielen von ihm zu besorgenden lierr-
schaftÜcliei) Geschäfte und seines eigenen ausgedehnten Hand^la
ihm unmöglich sei, was ihm am 6. ^'ov- 1806 auch gewährt
wurde).
1802 kam wieder eine Schändung des Distrikt^friedbofeB
Tor; es ir^t die lotzteT von der eine Mttteilang vorhanden ist
Ohne Zweifel hat die' damals an die Ortsgemeinilen Schweiobeim
ij A. Eg.-Arh.
*) A. Kg.-Ath,
>J A. Kff,-Arfc.
58
und Obei:naa ergangene Verft^'ung f) einen gönatigen nachhaltigen
Einflass geübt, nach welcher künftighin diese für allen 3chadeii
haftbar sein sollten, da dieser Frevel sicher von dort ausgegangen
sei, mindestens aber dort bekauat sein müssen wer ihn verübt habe.
' 1603 ergieng an die Jßdenvorsteher folgender Anftrag:^)
" ,rEstraetus Protoc^Ui beS Stübtomtä 9lid}üf[enbuta bbo- IS.
„9J?ob 1803. 3^0 bem ^. Slnblütnie bie ^oitäufige atnjdge ^t--
„(cfee^e», bßl bei ber neuen St^ugbriefcrllieilung mehrere üon SRain'j
„^ie^cr ijejiigfne Snben bfn Si^ii^ eT^alten ^aben, (d ivirb ben
,3ubent>otftel}etn aufgegeben binnen 8 ^agcn eilt namentliche? !ßer^
^^eit^niS UDii üüeu j^iien ^bfn in DC^ain^. Kfldje ben ^dfü^ basier
„ermatten ^afeen. qm baS Ä. ©tabtfltnt ju ü6er|(^tden, hfimil [otno^I
„bßS SJer^eic^nil jümmflic^er ©c§neJ3;ben in Drbnuug erfialien. flis
^niid) bfl6 biefel&e ju bejo^Inug be@ jd^didjen ^ubeiigeM an bie
^©tflbt §:h.\^ üngc^olten wahut Jönne."
Mit der in diesem Jahre erfolgten Aenderung des stjiatl-
Verhältnisses hörte itatiirg:emäss für die Juden des Fürstentums
ASchaffenburg ihre Abhängigkeit von Mainz auf- Sondheinier
wird von dieser Zeit an als Oberabbinei bezeichnet.
„Unferm 3. ^ngnfl ctgiei'g hon bem j?, 6tabtomt an bie
„^iefiflfn Subenborfköer^):
„3HbniId}Qfl im giitftent^um ^. §- ^. Snita Conclusum nom
„^j^flffffnbiiTfl in spee ©cf^o^uiigä IJ. 9Iug, Ä. c. Tenoria : ^a bie
„SIeiiDnatiou betr, ©i^n^ungS ©rneucniug ouf ben
^änpit Ac. c- ouSgffdjricDen i[t, uiab im ©ccembet 1801 erft bie
^©ffea^ungio Erncuetung füt bü§ bomnlt^e Oöereriftiji ntvanfttitfet
„njutbe, \a Eiabeu bie BtatU unb ^uglei äcmtet^fdjaffenburg, Scfeniciu^
„^elm, ffteinnJoUftabt unb Dbembnrg binnen 8 Xflgen eiuin&eti^ten,
.,6eq rodt^en ^aben" fid) bie ^etmügenS= ?c. SSevE^aUniÜe üerminbect
^obet üeruie^ct tiflbnj, (P baß kb ^*"?fl^^" ^ß^"f*i^® eiiie ^bfinberuiig
,hi b«m SBcrmbaenfi ^n[o5 notljmcnhia mexbe-
Ära 2- November dieses Jahres verlangte Hillel.Sond-
beimer» dass ihm von nun ab in der Synagoge der ihm als
amtierenden Rabbiner gebührende Titel beigelegt werde: Moreh
morenaO horaf. Wenn dieser ihrn bisher vorenthalten war. so
") KTfliflaTchi* V i»a5. ,
*} A. Kff.-Arb.
B) A, Kff.-Arh.
'1 Zur üutarecl^eidiibg von Hänn^ro, velcbe ddn Horenu-TiUl be-
■ ■
€9
kam dies infolge seiuea Yet'hältnisHea zu dem Mainzer Landes-
rftbbifier, dem er unterstand- — . - . '
Die Entscheidung- in CivilaacheuT die bisher in Sachen
^Jud cnntia Jud" dem Rabbiner überlassen war, wurde durch
Regierungs-EntscUliessung '} vom S. November 1803 diesem
entzogen und d^s SUdtamt für die Fälle als die zaständj|^e
Beliörde erklärt.
Im Fürstentum AscliafFenburg wohnten damals 137 j&JJBche
Familien^ weld^e sich auf folgende Orte veileilten : AschaffeU'
borg 35, Damm 7, Kleinwallstadt 8, Hausen 1, SulÄbach 6,
Oberaau 6, Ooldbach f, Hüsbacb 3, Kleinostlieim 5, Stockstadt
Ij GroFSnstlieim 15, Pflaumhdra 1, Mömmlingen 5, Grosawall-
Stadt 8j Niederiiberg ^, Grossheubach 2j Orb 9, Wertheim 3,
Klingenberg S, Mßnchberg 3, Rüllbach 5, Rollfeld 1. — ,
Ton diesem Jahre an wurde auch den darum nach-
suchenden Juden die Genehmigung erteilt, hier in Aachaffen-
burg ein offejies Ladengescläft zu betreiben und öfFentliclie
Firma zn iuhren. Es liegen verschiedene Bewilligungen aus
der Zeit von 1803-1808 vor^;»
Wir haben oben bereits erwähnt, dass iSOli von dem
hiesigen Vi/edomamt den hiesif^en Juden die Neujahragelder er-
lassen wurden und^ wie aus den Akten^) hervorgeht, hörte mit
diesem Jahre auch der Juden- Leibzoll auf (In einer Verfügung
ans dem Jahre 18U wurde auf Beschwerde der Juden der
Stadt Ohernbmg vei^boten, ihn weiter, zu erheben), ßin Proto-
kollsaus^ug des hiei?^ ^tadtamts^) vom 20. Januar 1804 enthält
darüber folgende Verfügung:
Eesc DirecL noiu Ukn Seuuer 1804 Ten, ^u €c, Äurf.
„©nabelt ftd) jinijbigft b^moäcu gtfunben ^nlien, ben 3"^"^" ^eil>^oÜ
„firr biejfiiigc ^ubni^ in benu ^nb^n \ol^tv uic^t mt^x ht\tt^t, nq^
stlzeD« flhue daBs iltnciL ünmit ilic £ercchrTgang wird, religiöse Eotjtcheidamitii
zu (refFcit und von audereii. wciclie di^se B^r^chtigong wohL zuerkannt or-
bielCeD, Rber uicht «imciercn [m G^i^ensalB zu iHesen» wpiche den Titgl
Uarenu huraf fahren, wird d^r anitrereiittc OrUrabbfaer alB Uoieh Uerean
horaf läEeicba&t. ^ >
ij A. Kg-Arcb.
*) Kreiaftrchif G, l£a6&.
ß) A, Kg-ArcT.
'J A. Eg.-Arc^.
6Ö
Jbtm Sorfiangt mef^Tfrer Staate^! oufju^eBe», \o mirb hk\ti bem
,Ä. Jßiifbom Hmte iinüer^alttu, um biefc SanbcS ^crrtii^e ^Borjltfiat
„ber i^m untergfteiteu 3ubtuflemcmbe flffjöT.ii; 6efonnt jh mai^en
^Miib bit Ä. SO^ex in b^S^ii ©euiä^fjcit nuunKtj^ iiad|ju!ucifen-
*Coetur bem Ober DJ ab isier bo^i er, um bo^ Ijo^e 3if[-
^TnT>l (ämmllicfeer 3uben(cE)nfl kfaiii^t gu mncfien.
„Das j&rlij^che Vi eh- Seh lachten und Fleisch-Veikatil" be-
trifft die folgende Entschliessung') vom 18. Jnni desselben Jrhres:
„Sir qenf^migcn bie @ntad)kn be$ ÜErfl. ^iicbomnmt^ üom
^61en gjla^ nnb &c§ iT. 6iQbt 9lmts ben glnjrfi Serfaiif au bie
,3ub?n belr. mit bem ä"!^^^:
„bog baS SluStioucu iiiib ©ertf)cifni be^ gld(c6e§ an bie
„Suben nie aiibwft, afö irt ©cflenmarf eitie^ 9inffeficr3 ber D&crpo^
„ligci fl«i(i)c^cn bürfe, raoburdj mir &eibe 3^eifc nii ein beflfreö geg^n^
„feiHgcS ^«tragen ju gemb^neu (|ofeii. ©muoijt bie aJie^flCr^uHft
,,üta bie 3Jibat linb t)iemaift Qleid) iiiib le^le ä^or auf i^ve cinge^
„gefcene ^efd)iüerbe ju 6e[<^eibcu.
„^fgcu M übfrpolijei Siific^J^^ erlßfEcn äßic au |nHC Se^
„tlbibe bie ordres "
Anf Grund dieses Rescnpls erfolgte dann unterm 21.
Juni die nähere Ausfuliruug durch das Vi^edomiimt,
In diesem Jalire erfolgte auch folgende flu- die Juden
günstige Verfögung:^)
,!nüdjftnict bec 3ubcn betr. Red, Direet nom 10 leu £epl.
,A, C. Ten; Sföiv T>nb mit ben atnfirfjUu beS Ä. ^[ÜiebDm^^nit*
„in Selref ber 9iadiftfUfit)eTpflidjtung ber 3nben im bie Seitigen
„gür[tent^uinc DDlUommen einüerflanbeu, unb glanbeu ba^er, bog
„bie|ertf mä} gfei^eu ®rnnb[ägeii. iok Vit iibriflen Senjofjn«
„ju be^mMn (ei)eu, mmi) luir Ä. 9Jijebonmmt auf bem ©erirfn
,Bom loten 3ul5 b. 3- ennift aniDcifeen, uiib bemeifeu, ba| mir bie
, übrigen 2 ^emler barnacfi nerbef trieben t)aben.''
Aas dem nämlichen Jahre berichten die Gemeindeakten
folgenden Faü : Ein Schiffer von Lohr liatte einen jungen Mann
hierher gebracht, der sich sehr unwohl fühlte und in das jiidiaehe
Spital aufgenommen wurde, woselbst er verschied. Nachdem
ij A. Kg Arcli,
^ A. Kg. Arob.
«1
man tou dem bei dem Veretörbeflen vorg:efanden*n Gelde die
Beerdigt! ngsk (töten bestritten Jiattis^ vccbliebön oocü 162 Gol-
den 3S kl". Ueber diese wurde Oberrabbiaer Sondhelmer an
verfügen ereudit- Di d^r Vfjjslorbeue aus Wämpfen war, b*t
dr^r Oberrabbiner den Dlirhbeitiier Habbiner, Abrabam Brandeis,
um Krmitteiung der Erben, worauf dieser feststeUte, daas
Ahrunt Sohn des Jsaak aus Eisstadl der berechtigte Erbe sei,
dem jedoch, da es nur durdi hinen Zeugen festgestellt war,
dass eiu weiterer ErbbKiecbigtftv, der nacb England ausaewan-
deit war, dort gesf^)rben sei, vorerst nur die BälfLe anerkannt
wurde. Die Akten behielt der Überiabiner als Ausweis zurück,
erklärte sich jedodi bereit, sobald die Gemeinde ihrer bedürfe,
sie sofort (Q-inJ aushändigen ku wollen. Der Brief des Dürk-
beimer RaUbineca an den hiesigen Oheriabbiner trügt folgende
ehrenvolEe Ueberschrift : e
,DSV^ *J^V '3101 *c*cy nn*i *j>:]n iD n"n ciiwii ty to^V p:J^^ o^nc*^
Er nnlerzeichuet als Bezirke rabbiner von Dftrkheim
(rtjneni q^t\ pivi ppenj. Kur seine Mühewaltung erhielt der
Oberrabbiner 7 Gnldeu 30 Kr,, der üemeinilescbreiber Bachrach
3 Gulden 1j, d<jr Gemeindediener 2 Gulden, worüber ^ie gfl-
meinschaftliehe üüittung dem Akt einverJeibt wurde,
Ji80& äusserte Kurfürst Karl iu einer Eutschiiessung '),
das,» er es fUr angebracht halte, die Anzahl der Juden iu Aschaf-
fenburg £11 beschränken' Er behielt sich die AuBJtihrung^ent-
sebliessung noch vor, und verlangte Gutachten, wie dies am
besten geschehen küone^
Vom 8. Juni d. J. findet sich in dem Archiv der jDdiscbeft
Gemeinde ein Kaufbrief (in Cfipie) über ein von der Gemeinde
erworbenes stiftisches Anwesen, das Varburgiscbe Haus. Es
war dies das Baus in der Treibgasse, welches bie an dem 1S97
erfolgten Ableben des Vaters des Herausgebers dieser Arbeit
als Kabbioatsbans besülzt wurde^ Es kostete mit Hof nnd
Garten 3155 Gulden, In dem Kaufbriefe beiast- eSf ea sei ai^:e-
>) KreiBucluv V. SOTl.
<^
k&ttft wordcD „zur Erbauung einer WohnUQfr für den Babiner,
des Hospitals für ilie kr^LDken Judt^B^ der Schu^stabe fiir die
Ki»der »üch womöglich zum Uade/ Zur l^^richtuu^ dea Bades
wurde die WasseHeitung ^;) des Wirtes Duka aiig*jkaHt\ worüber
sich der Bierbrauei- Ijojjrm^nn bcsübweite, da er ein uälieifts
Recht auf den Kitnf habe als die Judenscbaft. Seine Be-
schwerde fand jedoch keine Berück sichtigimüi und dU Benutzung
der Wasserleitung wurde der jüdischen Oemeinde gestatte^
welche drtfnr jahrlieb 15 Gulden vm ent.iicbten liaUe, wie
auch eine Eatschliessung der KrzkanzlerJ sehen Landesdirektion
Aschaffenburg vom 21. Februar ie(h>, gez. Graf zu Eltz, be-
dingtf ^daää sie Uens dafür st^tt zehn zehiLiÜiif GubleEi jähr-
^4ich an die ober Kelleiei eüttichten, 2tens dass sie das Bad
^würklich bauen, und das Wasser zu diesem Zweck verwenden,
„3ten? dass sulcihe ordentliüh unter halte u werde." Bis dahin be-
fand sich die Wohnjing läes Rabbinerä (und wohl auch das Bad i )
in dem LClir^raben, wie dies aus einem Briefe ^) lies Übcrrab-
binere an den Gemein de vorstand vom Jahre 1Ö32 ersichtlitrh ht
" An besonderen Abgaben hatten die Aschaffenbarger Juden
d an» als noch zu entiichttn ein „stadiisches JiidengeM" und
das sogeuairnle Synagogicum an «Ire Pfanei. Ueber Letzteres
finden sich in einem kleinem Büchlein, das Abrechnungen über
die Synagogen licht er von 1818- ^9 enth&Hi vier Quittungen des
Pfarrers zu St. Agatha vom 2, Januar lb>J6, 22. Januar 1607,
19. Februar 1806 und 22- Febrimr 1Ö0'.>, von denen wii hier die
erste widergeben: „Drey Gulden Sirnagogicum fUr das ianfende
^Jftbr von der hiesigen JudenseÜEift durch Wolf Samson em-
„pfangen za haben, beacjieinige ich hiermit, A'sehbaig, d. 2 teu
„Jaen. 1806. J, E. acbeidel, Pfarr. zu St. Agatha,
Am 6. November 180ß wählte die Gemeinde als Vor-
Steher; Benedikt Wolf, David Lazanis, Lob Isaac, deren Wahi
sowie die Ausscheidung ihrer Vorgänger mit folgender Ent-
schlieasung ^} des Vicedoioarats vom 1&. December 1S06 bestä-
tigt worde;
^ ^ Die Dflch aller Ciiüetiuöliüii geballt^ daher zum ßebraucte für cJilb
») A. Kg.'Ärch,
*} A, Kg--Aroh,
«3
,,(£s TDirb bie ^efiettene (InHaftung bei ^ie(is*ti 3übfit ffior*
„ftf^et Soeb Deftnc^, ©ofl 3ßaiei luib SlbtaBom Sot kmifiig^t unb
^bie aBat)f ber aiibetn SGorflctjer ©cnebtfl ®ul(, IloPib ßdjatu*
„unb 2m\} 3fanc gcntfiniigt. ^tbod) l)a6eu elftere in bev gemeinen
„3ubeHfm&e ben neuen y^orfte^eni bic 9ßaplet^?Herijimn9en ®e(ber
,,u- f. ro. unter ©tablümbiadjer ^uffiri^t ju übergeben, b'^burdj bie
^g^cuen in i&re ©tenfl oblieg enl] ei ten einUiciJ-^n. — Uefcriflenä l)al bo«
.©tabtanit Über bie befunbene föinri^tuiig, uiib üb« bic jutreffifnbe
„y^erbeljeriui«; bie uerfammette 3uben!<Saft ^a oernftjmeii, lofurl baä
^^rolücofl mit ©utndjltn uurjnlEqen."
18(16 waren die Juden von „Zunfl^e werben* noch
aasgeschlOÄsen. Abraham Hirsch batte in diesem Jahre um
die Erlaubnis, seinen 3ohn das 9 chu ei der band werk erlernen
lassen zu dürfen, nachgesucht. Die Landesdirektion Asdmffen-
burg erteilte untevm 25. August einen abschlägijj'en Bescheid.
Sein im folgenden Jabre jedoch erneatee Gesuch hatte einen
^essereu Erfolg und am 22. Juni 1807 wurde die erbetene Er-
laubnis erteilt. Dieselbe erhielt auch aof Ansuchen seitier Mutter,
Jsaac Liebmann Witlibj der Taubstumme Jsaac Liebmann.
Aus dem Jahre 1807 liegt ein Verzeiehni&s^} der Aschaf-
fenburger Juden vor. nach welchem hier 35 verheirathete, 1 le-
diger und JO Wittwen wohnten, während in Damm — wie 1799 —
7 Juden wolmteu- In dem Verzeichniss ist Josel W^stheJmer
von hier als „unter rabbiner" bezeichnet, es geschieht sonst
nirgends seiner als solcher Erwähnung- Bei Lob Hayum ist
augegeben „Landbott", bei Abraham Hirsch , Schul Klöper'*, bei
Joseph Jaaac „Krankenwärter/' bei David Gerson „Begräbnis
Schita*', bei Abraham Isaac „Fleisch Boreher", bei Hayum Abra-
ham, Bftbtdiener^' hei David Baruob ,, Spital Verwalter.*' -
Aus demselben Jahre liegt eine Verordnung *) über die
Aufstellung beim Loschen eines Brandes, Aufbewahrung der
Feuereimer und Verzeichnis der letaleren vor^ Von Zweien
ist bemerkt, dasa sie vom Tjöschen befreit sind, der eine wegen
seines hohen Alters, der andere (Bachrach) wegen seiuer dienst
liehen Verpflichtungen als Lelirer und Gemeindescbreiber-
' i) Krciflarehiv V 2004.
«> A. Kg,-Arch.
8) Ä. Kg,-Arch-
u
Am i7. Janiiw d, Jv9- hatte das Stadtamt verfö^t^n
dasa kttaftighin fiänrintliclitL KFchuimgääbla^eu, wie Geirieinde-
AliBüBfinrecliniiiig, Kur Kuviiäiej^iiig voj^uJisaen seien» was die
Oetneiiid« »b elnvn un beredt Lig;ten Eiiij^ritf »Lisah. Sk leiclite
AQ daa Stftdtaiüt eiue diesbeziigUolie Vorstetlung ein, die aber
erfülglüs blieb, und sie bfisckwertfl sich liesbatb bei der Fürst-
lich PrimatiBcUeQ Landijsdirektiü», wie Äclieini EbeuIftUs oime
EvioJg, da von dieser Zeit ab säwiiitlii^lie Kee!iü»Tij::sab]iigen
zur Geoehmigung vi^rgde^t wurden.
llEzügiiiiii der Ililitäi-Eini]iiartier:iri;5eii suditpn in diesem
Jahre die Vorsteher bei dem Stadtamte nach, man nti>f,'K es su
dumhteni dapa die Juden am Sabbat, vuii lüin^iuartieniTigeu frei
seien. Es ergien^ darauf unterio 4. Der^ymbei det' Deschnid'^J:
„5)ci[ 3^ttfii[djQft* aSoritft^Fin luirb nuf i^rf ^orfteHnna et*
pKiie&ect: ^^x t^!\adi luti ^c^cfiiiufl uoii t^inquaUtttinifi nuf ^m-
MQ luib äoinflnq ftömifii f&enii) lüetii^j Si.iM ((.iticii dö bti bec
„mifllfii^ftaifeini 9liija[ll bft t£[}iiflcn aut SifJ"«^ uiib g^JeiLog^ bflljtv
„tä W\ tfv fei^Ejeviijcii Oibmiiiu ötc GiniiunTlr^nüiü ttt^rbtif lutvöe/
1808 Buehte AroH Beiidort um Cijnsens nach, seiTi Haus
verkaufen zn di^ifen, was ihm bewilliet wiirde-
lfi09 beantragte^) der OberrEibbiner bei der UegieruDg
die Erbühuti^' seines Geballert von ÖSO aiif 700 Gulden, ferner,
dass Ihm bei aaswäriigen Kopulaitunen neb^fi den licbühren
vun 5 Gulden 45 Kr, aucb die Vei'^iitung lies l<'iihrweiks, su^vie
Schreibgebühfeii für die ^HeiralhsiiaktPn" (Sdietaro^} bewillißi-
wei-den mögen. Die Gehaltserhöliuiig w«rd*i abgeleünt, die
anderen Anträge jedodi ßenebuiiat. In einer Eingabe aus dm-
seIIwö Jahre ersucht die Gemtindej des Kabbinei-ä GehitU
bis höchstens COO Gtiäden ah erhüljen, welchem Antrage ent-
sprechend 1810 die Fealsetaung des Gelmltes auf tlÜO Gulden
erioJffte- Es wurde dabei bemerkt, da^s, wenn iicch aiideje
Provinzen au dem Fürsten liuu kommen Hier die Anzahl der Ju-
den in dsrasBlbeu sich veimehrsn wl^rde, 70Ü Unlden als GeliaJt
bestimmt werden solleD, Vum 17. Febrnar ISOU enlhalUm die
Akten dea Studtmagistrats AscJiaffeobnrg folgende Verurduang:
1) A. KK-atlL
") A. Kg.-Arh.
A) ErflEibclkiv T ISSl und ?93fi.
„®ie üon ©r. ^o^eie beS ^rrn gürten $rimoÄ ber r^fim^
^fdieti ^Dnfoberatiun fiir ba$ {pubcrainf 3üi[test|iim ftf^affcn&ucg
„ongeorfanete SQnbe8=^inTiiDn.
„S)ie am 9teii gt&ruai: 17Ö4 erfaffetie aierotbnunfl fut^te'
^mit bcn Segrifffn von ^eligbnäfirei^eit nnb ^ulbung, tuelc^e btx
„Stoat ben einmal tokrirteu 3ubt.' i^utbifl ift, bie ^Pt^l, boS
„feiner i^rec ®Ia]iben«^@enoff«n ouS IKigücrftaiib feiner StetigiouBf
^efe&c, iufnitie, ober gar Ie&«nb, teerbigl raerte, ju Wrbinben, fta-
^tuirte bemnai^r bog fein ^ube o^ire UnterfcEtieb befi ©eit^lft^t« ober
,TOer§ feegra&eu lunbe, o^ne baß, ^f^^» be^ ©eöräöniHeft, bec
„anits^©tabl^ ober Ovt^^^&^fifaä einen ^üblenf^ein auSgefiellt
4älte. 311 Eeiiiem ^aftt joüle ber ^^gfifuS für mtn (ül^en
„^Dbteni<^ein me^r afö 6 Kr. ju tejie^en ^aben. ©ine fo ft^piienbe
„^inlettang unb ^arü^ü^rung auf ben bti ber Subenf^aft ^efd^eiben
„UDit beii ©eifefteui^rer ^a(iou, bei Ötinti^^eH ä^^rorbnungen in otten
,,©taaten, ben gnben bereits an ba« ^er^ gelegien 5Hnbamea=
<,lülfa^, baS fehl ©efe^ ©lalt finbe, mobci £ebeiiSgeia§r obroolu,
JifS ^anf unb 4}ünMi<^eit ©e^Dclam ermartcn ; [tott beJIen erlifjientn
„^inrunr^e, gegrÜLibet anf jeue befann^en, oon eiaffc^t^DoUen ^uben
.,if[hft fi^Du UcrwurfeneH unb in i^rer gaujcn ©Ibfe bargeftellien
(f^erbre^nnfieji müfaifdjer unb talmubif^er ©efege; bie Scrorbnung
„blieb nnbefoTßt. ober mürbe \o uniDiilEü^rlic^/ jo abmeid^enb btfplgt,
„bo6 i^r Q\o^d gäuilic^ üereiteU loarb.
„^ie Hoffnung, baft Ueberlegung bei $e{{ern unb Sänge
„ber ä^it bie 3ubenfcE|afl fiemeaeu roürbe, eine ber Sorge um bafi
„Seben i^rer ©taubenSgenofleii angemeflenere 9lii|irfjt an^une^men,
„bemog bie gefi^ggebeiibe Senjirlt, bie Strenge in ber ©^eCution i^er
^^fe|te uiif)t e!|er aujummbctt, biä eine fflei^e üon Satiren biefelbc
«überjeugle, bag bie Hubert u nem;] fängt ti^ fite i^r ^effere»^ auf i^re
.unridittgen Meinungen be^airenb, foitfu^ren» fit^ gegen bie top^»
„i^dtige §anb ä" ftrüubeii, rocif^e biefetbcn burc^ aflmü^(ige Ue&*r»
^jeuguiig auf iene Stge führen iDoQte, auf »eli^e biejetben unter
„ber Sinmirfmig i§rei Dbrigfeü in anbereu Staaten ff^PH lonfle
„geleitet iporbeii, .
^9uf biefe ^etra^^tuiigen geßü^t, burc^bruugen oon ber Uebfr«
^jeuflung, bo^ ber Staat eben(o fröfiifl für bo« ßebeu her ii^i«
^ieinem ©ifiu&e fte^enben 3uben jütge, unb ebeu \\^o^\ bn ^pc
,niunb bei[el&en [e^, uab fi(^^ menu e$ bie ^i^tt^ctt. i^r«^ ^bftiiV
'« ' " ' """
66
„crtorbect. «Ben fo roeiiig an i^rc Spnirl^eirc ati an bif Sorurl^eiTe
,\tmr d^ii^iiid^tn ^innjD^iL^E rubren miLffe; DccarbuL!:i l^ixi an^t'
ptei|nt an Unfern gebmrfteii Sefc^t Dom 21, ©eplembu 1804:
1. 3n ben ©ömmetmonal^it burt, ber Jftegel irndj, feine
^jfibit^c £fi(^e teür 24 Öluiiben m ben ^fiB*flen 2:[iafii, uüv 30 ^ageu
^tn bell mmbei: fieifien, beerbigJ iBfrbeu.
3, 3n Sitttermonatfn biirf^u jeite, ludd)? cbite aÜe tiDtfier-
.gcgangcnt Äranffifi^ o!]Jif ernpjairgena ^öunbeii, ^Ib^lirtj fkrben.
^S^Iflflpffifle, ^ifttriftftf SÜeibec, fjriii*d)i>iibvi|d]e ^iifäflufr, imUr ber
,®e6nrt ©rbiaJlenbe, furj ^\imx notfj ftarf wnü getiinbe SrtiSenüe,
^bei bciKrt lerne ^tblnhtug Uv!ü(fte beS S^obe« toac. Dar 4B Slimbcn,
„im ©Dmiiiei nirfil ijur 36 6i3 40 0Uinbeu bearnfteTi merbeii.
3, pr 'Ski^e ber Sluänorjme ü^l^ijren olle jeiie, iDolrf^e mi
,b&6oTli9fn unb anftectenbfii SfinuftjeiUn jterben, feriicc jene, ^uefi^e
,ün ÄheÜÄgfji^tijilrcii unb ä^iitidjen UeMu ba^ 2fU\\ oetlieien,
^muffen früher, unb jnjac an jenen Orlen, löu fii) ein Si-^l befinde!,
„naifj bet Dan bemfelben ber 5^olijei (c^rifKirf) mitäet^citteu ©v-
„tennltiti befltabfii inrbcn. 3Iu[ bcm platten Saiibe nnb an Drlcu, luo
„fit^ fein SIv^l befi"bel, mufe bcrfefbe nat^ Unjeim miäbriifflif^ni ^tt
„feble ^erbeiaerufen roeiben, imb bie jiibiScfie ßtidje muß uor iftver
„Seerbigung uon bem Siriie BcfidjUgef fe^n. ^n bcn Orten, mu fein
„Srjt mob"^ "itfit yo cntlegeti fiitb oon bi:n ^D6"f'&trt be^ ^Imtä-
, .pbflfifna, bflg biefelben nic^t bie emätinle fdrrifllirfic i5ifi;nniuiS
M^ arjtefl (rn|e genug euitjofeii fönuten, um biefetbe tifn Drt^^
„Sotfiänben ju iftttr fieuUimation fiir bie ^n^nö^insiueife geftoHeU
«frühere iübi[c^e ES^erbiaung ^niuflelten. ®oMjcn Seid]en lüirb ^nr
H ^©eerbipng in ©amnierfagen eine 3eit oon 12 ©tiuiben. in dinier-
„tagen uon 24 Slnnbcn bfftimmt. l)aä ürjUifSe Sttte[f, für njeltfieS
„im aßp^norle bc* Sii'ileS 30 kr. ©efcü^v feefliiunit metben, mn6
*bie Stnnbe be^^obea, bie ©tun be bcr üDrjiinelimenben ajt:frbignug,
^bie Äcanf^eit be^ Setftürßeiieii mit ^ürffi^l auf gegeniuärügc ^\i>
.Dt&nung entbnllefT, mibviflenfafls fann bofjelk ni^t jm: Segilimatiun
„bi«nen.
A. 9BiQ bie ^ubcni^aft auf itirer Secrbignug^fidlte ein
.Skit^eu^auä nnb <me Unteifunft fftr einen ^äf^tet itflc^ einem von
^HnB iU gfncfimigenben 9Ji^ie erbauen; \o maflen Bir fleftiie^eu
^IflJien; bog ouc^ «in, jebec Dttä-^ßofiaei üotänieigenbeä ^Itteftal
Mtt W 3Iotur bct Ärartf^elt, unb, d6 biefelbe ten 3:ran(pürl
M
„beilvofle, öfyn ben ©c^etnUb in ein*« Wixtii^xt 311 wr-
ptunnbdiT, bcn ^itben geftatlet luetbc, i^re firitfien In bem Sclt^m'
„t}aii\e hi\^ü\i^tn, jebod^ nicfit e^et als wad^ htm SSerlauf brr flfffQ'
,,jnäSigEn 3eit, äu keibigen, ■ '^ '---!■- '^^
p5, 3etie Siib^ng^meinbc , roetrfie bUSe Snorbnung über«
„idjrdtet, iftl)U in Soliilum bflS ®rflemM 20 Ut^U. ©trofe, unb
„bie uiii^ilfn iu bem nomlit^cn §nu[f lüD^nenben HnoeriDQitbtEtt
«ber jübi[d]eii Peidj€ lommeii ouf Ü Xoge in bem X^UTm, auf
^^fm jtueiEeu gall luicb bie uümlicfie @fff1rofe iinb achttägige Sin^
„tfiiirmiciig liefert. ' ''
^6. 3u 3lirfjLif[^u&ucg barf hint [übifc^f ßeic^e auifer ber Sie*
^fibfii^ {Lekft^^u metben, it>eiiii bief^l&e nic^t auf ber Ijauptma^e (ittfn
„öou bei ipDlijei crtlffilten grlaubnife[d)m jur Seerbiflunfl b«
„Gcirfie ctbflibt.
,7, 6tf]fn roir ber Stiijfig entgegen, roie »lele ^Öfgtobmßftütten
„bev ^nbeii [idj in jcbem 9fnite befinbc", au(% ob bie)d6rn fle^örig
„einr;ffiigt feien, unb in ipiefcrn e$ tfiunli^ |d|eine, bü[elbcii ju »et-
„(ct^iegen. ^
,5)eä aievlrauen^, ba^ &ie fliigeT^f^fffir &f^ f^<^ ^tt bem gürp«n-
„t^nm 3l[d)affen6i(rg befiiibenben 3ubenfc^flft Mdj bem einffimmigen
„^fnefpiiidje bei ijclefitteflen unb evfofttcnften, (onjol)! djriftli^cn aU
,,iiibifd}fn ^k\^k, tm onbeve^ fleloiffeS fteunieiAen tinti irfotgUn
juirflid]en 5obeö, als bie ^oulnife ber ^eii)e, ünnfl]m«iir in \^x St*
,^mngu[iijH bii^ Md) ber eigenen Se^re beS ^otnmtiS bct 3ube ganj
„gmiffe ^inirf)vif!en bcä 6Je!e^t>!id)eS, menn eä leine Dbrigfeit
.bevlanc^t, nid}t ^u 6eobad|ten brant^e, um burifi biefe golgfamfril
.gegen obrigfeitlidien ^efeljl, ^eroeiä ber ZrtiJt nub ber Unter TOürfifli^
„Teit nb^iiJegcH, frujnrtfu SGir, bag bie 3ubenfcI]oft St. ^üf^tiir
„Unferm gnäbigftfu SüubcStietrn, bie[en in bem ^almwb grlefitten
„^tfiuei* ber 5mie nnb ber Uulemerfuna, buri^ lüiüige J&forgnng
„gegenioärliger S?froibnntig, um fo me^r teiftcn taerbe, bo bie(ftbe
^uon ber lanbeiätjerdic^en ©nnbe für i^r ^d^I bnr«^ \o man<^e un>
„njitiei(pred](iif)e Semeilt überzeugt je^n muß. "" ■
^t^egeniudvtige ^erurbnana ift aßmt^alben, unb inSbefonbn«
„ber 3üben)[^a|l jn pubUiiercn, jefeem ©^u^juben ift ein «Sjemptar
,,l)ieifDn [ininftcllen iiiib anf bw ^DÖiie^unfl mit bei flxengflfn auf*
„merfiamffit ju mt^en. 8t(c^af(en6iic5j btn 17ten geftrim 1609. @raf
4U eiS; ^Täfibenl,"
+
Das ^er hiesigen Gemeiufle gehörige Rabbi oataliaua hatte
damals eineD Wert von 3850 Gulden, wie dies Maurermeister
Gabriel Hospes und Zimmermeiater Rafmann in ein^r HP^rereh^
(Parere)0 vom 9. Jannar I&IO bekanden-
Am Ende dieses Jahres wurden als Vorsteher gewählt
Beiiedikl Wolf, Löblaaac und Liebmaon Maier Sohn, indes nur
flSr daa folgende Jahr 1811 bestätigt.^)
Traaangen durften in dem Rabbi natsbezirk nur von dem
OberrabbioeTf bezw. nur mit dessen Erlaubnis, vollzöge» wer-
den. 1810 erfoJgte in Orb eine ohne dessen Vorwissen, und
mnaaten die Get^hren an den Oberabbicer entrichtet werden^
der bei der Regierung eine Verfügung, welche dem fiir künf'tig:-
hia vorbeugen sollt«» erwirkte.')
Zur Bezafalang des Rabbi natsgehaUes war hier ein Fond
vorhandeui der 1810 in efnem Kapital von 1356 Üulden bestand.
1812 wurde er aufgelöst, und von da ab der Qehalt des Rab-
biners auf die Juden des ganzen Fürstentutns, dem Steuetfuss
entsprechend aasgeechlagen. Das obige Kapital wurde mit
Genehmigung der Bebürde von der hiesigen Gemeinde zur Til-
gnng ihrer Schulden verwendet 1810 wurde das Fürstentum
Äschaffenhurg mit Frankfurt, dem grösseren Teil des Fnrsten-
tams Fulda nnd Hanau vereinigt, welche zusammen das Gross-
Herzogtum Frankfurt bildeten, als dessen Departement von nun
an ÄBchaffenburg beze^chneti wird.
Die Bestimmungen für das Grossherzogtura FranlcfVirt
luiC dieser Zeit beziehen sic^ also auch auf Aschati'enburg. In
einem Gutacliton über die Fidesformeln vom 22. Dez- ISIO
(genehmigt durch Grossherzog Carl am 28. dess M.) erklärte
sieb der Staatsrat ffir die Beibehaltung des Judeneides. (Gross-
berzogl. Frankfurt! seh ea Regierungsblatt I. Bd, 8- 264). Aus
der Maine der Stadt Aschaffenburg erhielten die Judenschafta-
Torsteher unterm 25» Januar 1811 folgenden Beschluss*j wegen
Erhebung der KultusbeÄ träge ;
1) A: Kg.-Arch.
») Ä. Kg, Aroli-
•>. Kr«lUTT^T ^. SSSfi
f) A. Jt(, Arct
„SluSjug oüS bem Souptreflifler bei SRairic Wft^üjfen&utfl üM
^35. 3an, 1811. g?o. 72. ©«meine 3uben[^oft baji« pto. ttiuri^-
„limg iur iiiDnaiHc^nt M ber ja^rli^en enln(§mna bec Se^äfle.
„Selct|(u)V Sa Tüitb ben 3ul)mii^aftSuot(te^fni geftattet, bic näm-
„iiC&e lSiurid)lun3 mfgfn «Srtitbnng ber gemeinen ©dber beg b«
.3Hben[4üft ciii^ufü&ren, Jo raie folt^cr beq bcr ©tabt in ;&iiifi(^t
,bfr Sc^o&utiöS^Siitric^fung befielt, uub ^ttben btc|elben bie öcgcn
„bic ©cbeiiteii ju et(«imeiibe Snäpfänbung jfbeemnl tiDH ber aßaim
„iii tiTOirfiii. Ufbrigen^ more bie&e Sflotbnung ]ümo'^i basier otö
„ju ^rttnm bei ber 3"benf^o(l ju ^yMiiinu, Sin: Segloubigutig
^Sempd. ©ccRtaiie ber aßoirie/
Am 20- Febraar desselben Jabres liess die FQrat Prima-
lisclie Ober-Schul-undatudien- Inspektion darch den Bürgermeis-
ter der Stadt Ascliaffenbarg die Jaden darüber vei'nehmeD, ob sie
eine eigene Scbule emehten oder ihre Kinder in die öffentliche
Schule scliicken wollen, worüber Bc]iliessHch folgende Entscheid-
ung erging:
^gürft ^nmatifffie Dbcr^Scfju^ iinb ©lubiiim=3f"!pf'^ion. Hn
,beu §erri[ ^flire ber ©lobl fflft^affeHburg.
„^er UulfTiic^t btr fiiefigen 3Hbeii. ?l((^Qtfenbur9 om 8kn 3ufi ^Blh
„Sir finb in fflelreff beä 3iibii:&cn ©<0 "'«"*«" i*^** %<^H ^^
„bem ßerni 3J?aire ber ©tabt ^fc^affenburg einüerftanbcu, upb ift
.ber ^[«figeii 3uben(i§Qft befannt ftu madieu, ba6 i&>^« 3ufle«b üon
^uLin an tu bie ^iefigeji S^riftlit^en Stufen, jebDt!^ unter ber
„tjcrfonilii^eH ©ifiiilbiöiiplin utib Drbnnug bergeftalt eingeupie(en
.M'U bafe 1) i§re Äiuber bem (^riftlit^en 3Jeligii>uBuiiierti(^te nit^t
^beijumotinen fi^utbig maren unb 2) biejelben auf bie Sabbat^* uwb
, übrigen geietläfte uou ber ©t^ufe frei fetalen mürben; .Uebrigen«
.roerbe ber jübifr^e Sleligioit^^e^rei: auf bie ©Dtin^ unb moH^cttXHditn
^CpieCläge, \o ton auf jene Stjmbe mo bie S§n[Ui(^e SfcUgianMc^n
.flpgebcH werbe jdl genug finöeii ben jßbij^^en 9ieiigiDuätinleti(^lfttt
„erltjeileu. gej. mH."
In einer Beilage S biingen wir [Tekanoe| gottesdienit-
dienstUche Anordnungen der hiesigen Gemeinde Tom — * 6. Kis-
IflW SS'^S " 23. November 1811 zum Abdruck, die wir Mer
ihrem Inhalte nach kurz registrieren wollen: 1. U«ber dfta
Aitfrafen zur Thoravorleanng; ^, daa Warten beim Begfinn
m
„ ^ ,-m —xi'
aea Schemoneh Esreh G^ibetä nni! Krias Schemah, bis der Eab-
biner sein Gebet verrichtet hat; 3. Die Bekanntgabe der
GottesdieDatEeiten ; 4. der Friihvorgotteedienst (Hasclikamah)
an Sabbat- und Feiertagen bei d«m Rabbiner ; 5. Zulassung
von Öemeindetßitgliedern Eum Vorbeten; 6. die Kh len verrieb -
tongen (Mizwoli); 7. Mi achelerach (Segenswünsche a) ftir den
zar Thora Gerufenen oder b) für Andere mit der Bezeichnung
des von ihm fUr Wolilthätigkeitszwecke Ijestimmten Betrages;^
8. dofi Mitbringen von Kindern in die Sjnagoge-
Znr EinfhhrQQg der Oleichstellung der Juden') — Al>-
^Znr Aiiafiihrung des örnndgeset/fis dei" Gleichheit
der Rechte silinmtlicher Einwohner des GrosabeiKogtums Frank-
furt* war 1811 folgende VPiordnüng'} erfolgt:
,99tt Hart uou ©otteS' Ölimb?n güvft girima* beS rljfinU
Jdjen fflnnbcä, ©Tüfe^ev^oQ oon grfluEfuti, Sr^bifcfiof üou JReßCMä^
«bürg u.
„3n «nferem DcgümfntiünSpo teilt § II'*) fiakn üßii: müd)--
„ftflgefe^L ^Q^d^ mittermeife eingetretener gutäf^Uidier ^eviKdmmiji
„UnfereS Staßtävdl^eS ti"to ^f^ entfdfl offen, ju bei mirtlidjen ^olU
„ftnfEinifl biefeS ©rnubfa^eS toriiifi^ reiten, imb jtDQr üuf fotd^e
„^eiff, bag n>eber bem Staate, noc^ betr C^emeiu^eiton unb eintet-
„mn gitiJDo^nnn beä SrDS^eriDfltumB in nioftl^erflekfldjkii JRedrl«^
„ütib ©dbtinnotimcn ein Mac^teit baburi^ ucruTJarfü luerbe. tiefem
^noij rooBfn unb üerprbnen $ßii::
' «Irt. 1.
'^ . „3!DTbfrfanifl ^oßen aUa Ücften abflclbft merbeu, me^t bie
„ßeibeäfteneu, bie ©c^ujjüema übten niib bie SiTbeii bcni ©toalc unb
„ben ©emcintieiten n^tSmüßig imb IjerfDinmlid) jn te^ötilen ^okn,
p©it bejit^en UnB ^imu auf ben § 13 Uii|cre DrgQnifatfDnäpa^
^fent«. 3)q6 (liefifle a^cr^älfnifi i(t ^if^"" ^oi' Kiiem gronlreicEjiS
V *) Grceaheri^. fr. RegiernngebUtt I, Bd. S, £&3,
"^' ") Md'. S/ 14" .Das GroBsharzogthnm wird durch eme Conatitution
nertertf welche diu Gleichheit «Her UnCerfliAncn Tor dem Gesetze und die
frei« AuaboBg du GottudieDBteB ier TeTschiedenen verfasaangami^aalg äuf-
Usniig — frarde den liiesigen Vorstehern fotgender Äaszujjf
aus dem Hauptregister der Fürstlich Primmatische» Gross-
„ ei nißcr maßen uetjdjicbni. S^ütt ^al W gZationnloerfammtung aßt
^folc^e ßflfttn uncn^dttic^ fluffle&oliejr, mddje* in UnfFTen Sonben
„nti^t flffdjc^fn ifl.
,^i? ba|hi, bag &k[c ^t[5fuiig mivflic^ iinb botlftöiibig
,^ii ©fanbe gefonimen ift, bauert btr gcaenraärliflc 3"P**"b t"«»^
„5>tnge (ort,
3fn. 3.
„Um bieicä Sl&lpfungSgeft^äft bütbnibgtidift p ©tonbc ju
„Wuflen, ernennen 9Bir für jebe^ ^epiirtenifnl' eine fceJDnbere ßomif^
^fion, imidjt: befte&iin [oU mi3 betn bafrgen ^rnfeften, bem D6er=
„nnb (ücrf|äItiiiBnid|ig) bem ^}ioliieibi«ftür, uub bfm 3J(oite bet
^ ^a »IJ l^bepa r teni enta fiübt.
vrrt. i.
„^iefe Somilifoit fommt raö(f|eniridj breimaf aufummcu, unb
„(djirff Unö numiltcllinr i^re ^^reloMe ciir,' über beren ^nbatt ©ir
„tobnnn tire Derbere ite teil ©efjeiiftrfiibe mit Uii[ern SWinifieru erTOägen,
,iunb iSul|^{ie(iuiig balb mögric^fl fa(jen loerben.
9lrt. 5, '
„3it bem 9*eid]^Ecf|tu^ non 1303 finb a&tbjnnQert beffon&ig"
„Stellten niif 2'/= pSt. beftimml; boi^ (iiib Str geneigt, in Scsief)una
,,anf Souuerfliuetätsnfr^ältiiirfe, möglid^ft biüi^t ^bingni{fe lii bc
, min igen -
^ m. 6,
,,^a nod} bie ^ubenfi^aft in geiiicinjrfinfilidjem EGer^dtliiifie
^ftefii (wie Ä- S bie ©tätligfctt in gmnffiirO, fo ifl ba3 9IbIö[unflB^
„gef^ttft mit biejer ®fnfein^eit uoiberfam^ ^u ©tanbe ju ftringen,
SErt. 7.
„Süie SlHbjung beS St^n^gelbeä für einzelne abgefanberte
^Smbenfomiliffiv für jebe«, unb Jeine Ifla^fommen fann fpötet eingc*
„leitet njerben.
«tt. Ö. . ,
„^t\\\x bie *9fi(a(ien Snrgerce^t Lmb Mtbenngung fl*tntiit«r
^Silier etdalten loDtlen, muffen fie ^inldugfldje^ ®eineinbeei^t^ni
^cttoerben.
?2
herzogl- Fr&Dkf. Mairie der S-tadt AscbafTenburg rom 26. August
1812 mitgeteill:')
„«Betreff
„SitifüljtuTifl ber ©leid^^eil ber Siebte in spee älfel&iuiifl hix 5i.ubcH^
„(rfiußgetber.
^©(^teibett b. §etrn ^raeffcten tom TieuI. ^ttTorU; Eeiue^. ß. fioku in
,®emä*6cit ber ti. glnon^-^üiifltno^^iefcriple iiom Uten 3'*"^ """^
„12 tfjt 3uli f. 3. gnobiflft jit enifc^liffni flcru^ol, bafe mit beiicft
„gfraelttifc^ün ©emeiiiben be* ^fpattement^ Sff|nffeii6urg b^r ^Rf-
„ticliDnö^aJcrtrag ü6er ©c^u^gelb , ^ieuja^t^gclb, ©c^iigir^
^t^eiluHgögf bütiren, giimn^^tafe, Önnbnül^buj.[t^cafa^ uiibfiaiij-
„Idlfl^gdber eingekilft,
„2) l)ierbei bie jütjrfidjf ®ntri<$fmi3 in ein Änvltal ju 5 ]ftr
„Sent üemütibflt unb "^ - ^
^a) ben ßüpilalaufc^fag nnt^ harn ^ooSftnt &f^ jä^rl, Sr^
^iTOflnifcS flcfteüt merbe. ©ubtit^
„4) bef&nber* ouf feflc, (c^onenbf uiib annc^mbarf 3^^'"'^3^-
„tennine ber filtere ffiebnc^J get^ommeii roecbe.
©Eine ^D^üt ^abcii jur SBorna^nie biefcs ©tfi^üftts nebft
^mir, aui^ ben gerrn SJDmuinen 3nfpeTfot Söiitg gnäbift beoiiffrai^J.
„$)ie Bleien 11 IE a^üu^^iigf ftnb nun ii&cr ben (Sittog nnb ben ^apiia^
„onft^Iog S^fei'JiSt- " ■■
^3^ erfu^e @ie barere
,a) 3n jfbergubengemeinbeSeöoUmüditiate cmä^Ien ^u
„tnfen nnb bercn ajoÜina^t ^u kgofifiien bamit in ©emfififteit J^f^ften
„aufirofl* mit ben S^vaelilifdjen ©emdnbcu ber ^blöinngäuc! a6ge*
ftfi^loffen merben tonne.
b) finb bie ©euollmai^ligle für Slt^^offenburg nnb ^ainm
^cuf ben erffen ©eptember L 51 nai^mittagä 2 urjr in bnä ^lä^
^fecturaimmer ^u feefteßen!
art, 9.
' „SJie ^förbeiung unb ©cfc^leunigung ber miiffic^ GuSjufiifi^
.tenben ©feii^^eit b« ?fte(^te in bem ©rogtiür^ogtljum ^ranffirrt
^roitb nndi bem ©inn obiger ©funbfiieL' ben üier manntin ©omif*
pfiont» beflenB empfotjEen. ©eflcSen Slf^affenburg beu Tlen gedruar
;i81h 6ori, ßro^^erAoa.
1; A. Kg-Arh.
73
tn einem anderen Aaszage^O der als Betreff trOgt „die
Freiheiten der Juden"^ vom 13, Februar 1313 wird erw&hnt,
dasa nach Veror*3iimiß'^J von 1811 die alten Judennamen in
Berichten a, s- w- nicht mehr gebraucht werden dOrfen. Im
daraulfolgenden Jahr kam ÄschafFenbnrg an Bayeriif and liegt
vom £6> Janoar 1816 folgender Auszug*) des Spezial-Protokolla
vom haierischen Folizeieommissanat zu Äschaffenbürg Tor:
') A. Kg.-Areh.
^} Diese Vetordnung (ör. Fr. Regieinngshlatt 9. 561)
lautet;
^mix Sflrr öOTi ®Dlteä ®uobcn je,
„3u SmÜgung, tiQ§ bic S^fcorbHiinfl. luelc^e aSrc inbem§ 41
^ber ©iäuigfdieotbuutig bct J(iibeu([^aft in Unlerer §iiupt' unb
^^Jeiibfnjflübt grai^ffurl, in ^ttreff hex Sunftfimc ftänbiaer gumifien'
^über gunom^n bec 3ubeu, cdalfen ^abtv^ in bcn üferigen ^paxtt--
„menten Unfercö ©rog^rjoi^l^umS noä^ nidjt eingefiiöct ift ; &w Str^
^mirning unbUnoibnunfl ober, meiere au* bcu raißfü&Tlirfien a^(rän=
„beninflcn ber 9inmeu ddh Sat« uiib ©o^n, unb bei ffirmnnaduufl
„eiiieä ftäiibigen 3"- "^tier ^ömifionaiiifite bcr Siibrn eirtflc^f, eine
„aUgemeiiie ©cfolgung Unferer, in Änfe^ung ber 3uben Unferer
^©iabt Jcnnffiirt, (rfjoit öefte^eu&en ^iecorbnung auc^ in ben ütrigen
„ISepaitementen beS ©röS^eviogt^umS gebietetij^ forb«t; 5^ben anf
.bfu Söoctrag Un[er3 aJiinifierl beä 3nueru, uiib ndc^ äu^&rung
^b«9 6taal3rot§f*, oerorbnd unb nerorbnen;
Sri- 1, ''' t.
^3ebet in Unjcrm ©rofi^er^ogll^üin tüoVinetibc 3"b« mug finen
>eftimmteiv auf bie ^Inbft ^l&er^efifnben, beut|<^eu JJamiUennaintn
„annetimen.
«rt 2.
tit 3lamm: 'äbiaifam, aßojei!, ©iüS u, f. ni. !3nnen lunftifl
,nnr afs Sornamen g^bram^l roerbdi, uitb fiub beu !RtHfl(bo^tn€u
,nut in biejct Hrt unb jur nü^em llnterit^eiimuö, mit iebfämaligec
^©dbe^oUuna bfä gamilieu-' ober 8uuflniene, bciiutfgen.
mt 3. -
„SEBenu ber ^aUv t'tmi heu(fdjen gümifknnamcn toirffic^
„(cOop fü^rt, bcf(en S&dne übet luicter eine» anbtin, obgleich au
^fir6 iulülfigeu ämmmen anfleuDiiimen ^nbtnj fo ^abeu aJat« unb
,©&fine Eintn unb ben natulittjen *ftamen ju loä^lea unb oti3anr&inen.
a; A. Kg.-Aroh.
- u
„Se[4Ju§. 1. Ratten bie 3uben Sorfte^er Sctjdrfm^g
„Stlafeen, alfl rd(f|e, tninber rcittje imb arme, bann aJcr^dc^niS ber
^xt 4. ^
„^ic b«iil(4en ^miliemiomen Ibmteu, ber ^Regcf nat^, imi^
„äßillfütjr, BDii 3ebem geuiä^It, uiib out^ bicjciiigen SeiSe^atkn
^luerbeTi. mef^c uon ©tübUii unb Crtf^^affcn \i^ ^lericiten; mir
<,tnu& bie(eä leitete ou«brüi![t(^ crflärt, imb ein folt^er 5?ame als
^miTfliE^er ^amitifn* Dbcr ^uimme, aurfi fiir W Sufunft Don ^ater
^unb ftinbcnt totlgejü^rt loerben.
,3Jlit uub utikc bem einmal angcHünimeiten ober 6fi6et|alte^
„mn gamiliennamen mufieTi !iiii[Jifl§in oUe Unter[ct)ri(ten tu allen
^unb icben ©efi^üflen nber ^Ber^atibftinflen, itnier ber Sliofe ber
n^lii^liflfeil uub einer uDf^ befonbeveii nam^ften ©Irafe iioUjogen
^roerben.
3lTt. 6.
„XU Siina^me be€ neuen Familien namens, Vuel^ei Iidti nun an
„bei aßen Unterä^irfjnuHfleti jit gebtaaf^en tfl, mufe bei ^nTibefä^miiern
^bur^ %ii!(^[ag auf ber Bbrje unb bnr(^ D&Iatorien i^ffentlic^ befamit
„gemo^t merbeo,
" m. 1.
„®enn eine bereite 6e!tE5e^;be §anblung eine eigene, uon bent
„boriflfn eigeutSi^mer berfelben ^erffammenbe girma fii^ct; fo faun
„bieff, wenn %iti^ Bon bem g^omitiennamen be« je^iflen ^eftgerä
^Sefi^tä üerf^i?ben, boi^ beS ipanb^t* nnb Srebitä loegen toilfiin
„feeibe^atten nietbeii, unb ber (Sigeiüfiümer ber ^onblunfl tann fti%
^jolt^et in ^anblnngäfac^en ferner bebienen. '^tx\t\bt mng aber
^bennörfi für ft$ einen eigenen gamiliennamen onnelimen, ber Don
,$ater unb Si^E^nen in o,^tii ji&rigen Ser^äftniffcn unb Ufefr^aften,
^auffer ber ^anblun^, glei^fbTmift aebrauc^t unb beibehalten n>erbeit
arl. 8.
,.^\l y&m Elften 3)ecem^et biefe^ Sa^re^ mug jebe^ iti bem
.iSroti^eriOä*!""' ttofmeiibe iübijdie ©emembSeÜeb, mett^eB no:^
Jfmen bejtiramten beutfd^e« gomiften' ober 3i>ia"*f"r wie in Wti.
„1 Bfib 2 Oftorbiiel roorben, befiel, bei ber 55iflricf3moine, jn loel^ci^
.fein ÄÖognort fle^brt, unb in ben Stäbten, rao eigene ^^Dri^eicDmif-
■r
„[eit ber festen ^Tenoüation u^rflDukneti unb ma oufgenomm^ntn
„Swfeen, onljer tiimen üier -togcu tDTäu(eflcn- ■ •
„fionfn finb, &ei bicjen, bte Erfläntiig abgeben, niftt^er beiitfi^c ga-
^milKU: obn ^iniiime üDii i^m niigeiiümmeu ronljai Jüifl, 6«i ^ts
jncifauug niiec ©elbfirofc üoii 5 hi^ 20 ^(^Ir.
?(rt 9.
„Sie Crj^mairc (ülfen bi^ ^um Iteii ^^ccfmber bie üülipän*
„bigen ^^eväeidjniiie ben in irivdi Drifrfjoften iDoI)Tieiiben inbi^^en
„©emeiiibfiglifbet gh bie 3>iftnctöiiinirie cinfenbeii. aöeim bcni:.
,,itäd)!t Iiri bcn muciugniomtneueu gomlTiennömen üdh bcn ^iftridä^
„maimi, wad) bcn in ben uorftefsniben Slrliffln bicfct Sccürbniuig
„ticflinnulcii ^orfcljviftcM^ fein ^liiftanb [jefiinbcii loirb; fo fDÜen bU-
„iflben in bfii (itbnd)ieii 3^^pvjfidijü5ffH ubfv ^fgiftern jfb^e OrteB
^uon bcm Slml^; mib ^ogkiicEivfi&ci ber Sifiricl^raoide urfunMii§'
„Dorgemctft, foboim bieft SJfricit|nific on bie Drtömaire jur 9Iu(6e*
„mafirung juTüdgfgcbeiT, roie oüdj on ben Dtten, tuo eigene Siml'
flanb§b^<inEle finb, bicjcii y^mi beu ncunngenomiiieneit ganiitiemmmen
giad]ii£f)t mitjielffein reiben; um juld)c am^ m ben (iifljf[iflnbäie'
gifitni uDViiimetfen.
„eine ^Ibjdiriil btr DfamenlJtJcr^cic^Tiilfc berauben fämmtlid»er
„Orftdjnftcn, nicld)^! bie neu augenDinrnnmi gnmiliemmmen Beige-
„\ii{^i finb, ifl üon ben 5)iftricl^müircn bem ^J*^äfffteii be^ fin-
,,J(^tQgi;iiben 53eparieiiicnl^ einin(d)icfeir. *
att 11.
„Bemi bie ^iftritl^maire ans ber ^evgtfic^ung bet f^iwil
„Bon bell Oilmairen eingefeubft TUerbeirben Siümei'äUFrjeit^niffe mit
„bcn ki ifiiLen ielbf! abgegebenen «ärtlflrungcn bei- belcefftnbfn gn&ij
„nibiien finbcn fofllen, boS iSinet ober bev ?ltibete hitjei- ^eiorb:
„nnng binnen bei feftgckfUii ^tift feine ^oige ^elritlcl" ^obe; fo
„fiaben fie bie ©djnlbigen jnr ^eranliüDrluiig ju jie&en, unb in fSv
„mangctimg ^iuTcidjcnbcr Sntff^uIbigungSgTiinbe, bie im 9(rl. 8 üben
„beftimmfc gejegli^e ©träfe D^miac^fic^tliffi ju uoaflrerfen.
ant. 12.
„llnferm ajiiiiiffer ber ^uftij, beä Smiern unb ber ^poliid ift
^bi« fioiitifinbung biefec ^erorbnmig aufgetrngcn, luclc^e in baS Äc*
„gietungeblatt ei;igerudt mcrben ioß. gu(b beti 26. SEpifmbcr 18U-
Üatt ■
31
N
7«
2) 3Sdren ben 3ubennorfleT|crTi 48 Hjemplorien sur ^ers
„mböciiifogiDn mit bem SÖfbtulcii ^ii^ujteaenx einem jebcn (i^a^migS«
„pfli^tigcn ^uben basier unb ^u tiamm ein foldjcs %emplar mit
^ber ^Bornung jiiin[tefteii, bag ein jeber luiil^ fein 3Ro6ilinr itnb
^3niniobilmrlievm&öeu anaeOc, bamil iiirtit btc Strafe b« S^er-
„möQ^nS Sonfiäcotion über brt^ üerfdiiüiea^iie — luelcfic uiinn[f}fldj!?
„lic^ eintretten roerbe — öerfügt metbe» mii&te. 3" gftrdj^^ 3e't
„ift jebem 3u&eti p eröffnen, bofi im galle eines ainftnubeä über
^bo3 fatirte activ ober passiv fftmbgen nnr ber @ib döc ber
Müia bie Slugiiiie feegriinben fönne, öinneo a(f|I^äflen !}nfte jeber
„©(^ojunQSpflirfjliiie bem ^oti^ei^Somiffariate [eine gaffion entmebev
i^Herftfetofeen ju iiberjc^iden ober in ^erion ciiiäui^i^en, tgej.)
^§oümflnn."
Am 4. März IBIS bestätigten das K. ß. Polizei-Elom-
missariatAschaffenbureiflhKültiisiIepulirte: Lüblsaac Adäer, Bene-
dikt Wolf Lindheimer undHaynm Dandsburg mit dem Bemerken,
^baß fie in üottommenben göflen bie Subenjc^aft ^n Dcrtreten unb
„noi!§ befonbere in ifjre 3>ienftüerrii^tungen merbe dngclpiefcn merben,
„monnclj fic^ bie ^icfigen Suben (dmmtlii^ ^n atzten ^'i&en/'
Ueber die Verpflegung der jüdischen SoMaten darcb diß
Gemeindemitglieder enthalten die Akten der Kultiisgemeinde
folgende Vereinbarung vom 27. September 1E20:
„an iümmtJic^c ^ilgiiebet b^ir. 3nbem bnr(^ ber jegige
„ntaz Ä&nifllic^e Drbre, alle ^olbolen einflerucEt finb, luoruntet fi^ 8
,3uben befinben, melt^e nic^t in ber iTagenie egeit luolten, wenn fie nur
,ein aRittflgScfeen ef^alten tünneit- ®o man (olt^es nic^t buri^ bie
„Sitteten erärouigeu fonn, fn ujöre boß SÖefte, luenn man tnieber
^jar uorigen Sinnf^tung fi^reitcn mrb. nemli(^ jur freimiUigen
„?IuffDcbeTun{i üGcr (liefigeu ^Jtilglieber, bie uurige Sinrirfitunt^ roar,
,iebe SBüi^e, ro. folgt."
Es wird dann weiter aagegeben, für wie viele Tage
jedes Mitglied die Verpflegung eines Soldaten übernommen hatte»
und Bind folgende Hamen erwShut: Oberabb, Sondheimer, h*
W> Lindheimer, Moses Trier, Lazarus Lindheimer^ K- L. Keller-
DQAnD, David Lazarus, Hayum Dftvidsburg, Mendle Stern, Hayum
Hettinger, Barnch Wolfsthal, Lob DilBheimer, Joseph Strom-
berger, Salomon Goldner, Ema-nnel Trier, Moses Davidsburg,
Mayer Wolfethal, Samaon Golduer, J. L. Diapecker, Moses
77
Oeatrich, Liepraaun Jsaak Wittib. In dem neuen Veraeichuis
sind dann noch erwähnt; Benedikt Wolf und Westheimer.
1821 wurde, da der alte Vorbeter und Schächter Hirsch
Reichenberg seinen Dienst nicbt mehr veraehen konnte, dessen
Sühn Wolf aufgenommen, und ist die gntfichtlicba Aenaserung
des Oberrabbi n er a in einem ScbreibenO an den Vorstand hier-
Über von Interesse: 1. als Scbäehter sei derselbe vollkommen
befähigt; 2. das Tboralesen anlangend sei derselbe zwar im
Grammittikaliach- Lesen nicht sehr befähigt, doch immerbin
nicht weniger als andere deuts<:he Vorbeter, und man könne
daher auch in dieser Hinskht mit ihm zufrieden sein; 3)
bezüglich des Verstehens der Gebetstücke habe er ihn 2
DU>^p D^Bi^Kn ,z.'v-^p \v^ ^m nff^s' cn^nipo b'«i^ nbyn ^n:j'i3
\T\bD D^D^um 3Tön Q"n D5^ 'n p^^di^ ,D^3inK □ii:f ,"» Q^n n-^
p^tPM fiprf p '^ ri^nM '3 nnnn oanKJ f]1» oy"f ^yi»^ V" ^^^^
^nvB ^J^w ^"^^ l3n^^'^p2 tt'npn mo;? nn^ip^ ,nBö "c •'ibn wyr\ ry"^
n^ts^nifi ,nTnn nti^ipai n'^on ifn^^ Kin 73 ow ,1UD^t la 'jod lij**^
.HD«: i^B?«ni ,r3Bi» ^y "»st I3*i a^B^rr^ nT3 H13« ,nipi3T
,ffDD 13 w'V ii:i^üD v^r ^^D0^ ^wii »mn 1213 rya
HbiV'o*^ wüTV'Dii rj^n "inyi ijstf« nj^non nninj D*»^lpn ^30 13»
Kiuan nn^^EPT DOtn nuw y'ri'« k^ii ly ßr« n«J oyi .tum n:^pa
,1"! T^u la [3^o«T iwp IK0 a3W p:isiü3 m ßsnrn i^in r»
inns i>o la i3yn 'n a^^ p^ynyn yt< on ni^üri wn^B *J'':v3 'J
^-lyp T3 isj^^nyenK lyon^s OhT t« ,uvi onvi'iV niVan jfiTD ^Vpim
,lJnv^iV iTi Dii:vBi iimon p ni^an »n^B H^w wji« TVD'^fi3 ^s v""!^
pBO V« /^^" iy3«"iEc nys yuciyo"« oyn *iiw h^im iti nv dd^v^^
»üVT ,0:1*1* ß'ti »ar iKQ BrK ,^3Wt ia tum T>n ,rj3*T n» D"p*«' n^3
D3byn ,*Dni ^off nw nnv nyi wo v^s? uyoE' »b^ (ip'jn imi)
3T03 bbi>T\D D^Jtn ^Ktsyn» nrw i^p'^n inwp pn ly ^losT^a m pmöD
.n'D'i« y*in^ iw"n iwo wn ,-n»o nr Vip mon»J3i 1^^^" TumJ u^*
?8
Stunden geprüft und gefunden, dass er die Uebersetzung der
Gebete der Wochen- uad Sabbattage erlernt^ und er ihm auf-
getrageo habe, daa Versländnis der Piyutim (Eins cbal tun gen au
beatirumten Sabbaten und Feiertagen) sich anKueigilen. Es sei
daher gegen seine Aufnahme nichts ein zji wenden, da — wjlü die
Hauptsache sei — der Anzustellende sich emes gHten Eufes
erfreue und seiner Führung von Jugend auf keinerlei Makel
anhafte^
Von dieser Zeit ab findet die Wahl der Gemeinde-
vorstände regelmässig vin drei y.a drei Jahren statt.
Wichtige Aktenstücke aus der letzten Zeit der Amtsfuli-
rung Sondheimers liegeji uns nicht vor- Er slarb in der Nac[»t
vom 2. auf deo 3. Btära 1832 (Sabbat den l. Adar scheni
5593 uud wnrde am Sonntag den 4. MSrz auf dem Distrikts-
friedhüf beerdigt. An der Beerdigung nahmen ßämmtliche
hiesige Gemeindemitglieder uni deren Familien teil sowie
zahlreiche Vertreter der Bezirksgemeinden Damm, Goldbach,
Bosbach* Scholl krippen, Obernau, Salzbach, Kleinwall Stadt,
Hofötettea, Hausen, Eschau^ Sommerau, Hobbach, Grossost-
heim, Grossw all Stadt, Kiedernbt^rgj iMömmlingen, I^Öaumheim^
Kleinostheim^ Höröteiu» Wasserlos und Alzenau. Auf dem Fried-
hofe hielten Trauerreden : Das Vorätandsmitglied Hay um Hecht»
der Rahbinatseandidöt Gabriel Hirsch Lippmano aus Metnels-
dorfO, welcher Sondheimers Schüler war und Rabbi uatsdiplom
von ihm erhalten hatte; David Levi aus fc'arthj weicher hier
provisorisch als Keligionsl ehrer wirkte^ Die Gemeinde be-
schloss, flir den Sarg eine Decke aus schwai;iem Sammet
anfertigen zu lassen, die dauu als Vorhang (Poraucbes) vor
der Thoralade zum Zeielieji der Trauer BO Tage lang ver-
wendet werden und von da ab immer dem gleichen Zwecke an
^t Es iat ^iea der epäter fu Kidsiti^CD anjüereiidp Rikbbluer Dr.
Llppmami, dtr vordfin in Anrkti Prediger war. Ausser bei Oberrnbbiuer
^QQdlicjiDer hat er Bich im Talmud ischen Er Burgpreppacli und auf der
FQf^t UaehBebüLe — wo &t ein &lui1it>DgeDD£3e des ael. l>ietriktBrabbiner
..^QÜgniaiiD Bär S^niberger iu Wilruburg war^ — au&gäblideCr Tn Fürth hat er
den ZftchDft des Jlien Blara mit Aiimerkaugeiu heiaasE^gebeu (1631). Hier iu
ABöhnffeubnrg war er Hausiehrer bei Stern oiid Dilsheiiueir. iHrieflJclui
WltteJhuig dei Heim DibtiüLtefabbluer Adkr in Kitzingeo)«
7g
i
dem Traueraalrbat vor dem 9, Ab dienen solle. Auch wurde
währead der30 TrauerUge kein SynagogßQcbor abgehalten, und
musste das Begrüssungsiied des Sabbat (Lechoh dodi) in der
Trauer inelodie gesungen werden, tn der A schaff euburger Zei-
tung No- 57 vom 7. März 1832 wird ihm folgender Nachruf ge-
widmet:
^^a bei 9Iad)l uom 2leu auf hen 3tcn biei^iS 3RonalS üer*
,,f(^ieb ha&icr au l^utfräfluHg .gerc D&enafi&iuer ^illel ©onb-
.^fimer in einem Slltcr uon 83 Sauren, 4 SHonoteit unb 27 S^gen,
„un(l)berM berjelbe njöfirenb einer iöjfl^tigen ißenuaftuufl (eiiKB fjiefiflen
^^inleS fiiö bie nügemeine ^i^lunij unb fiiebe ermorteu ^aitt, 3n
„3^m ^Ql bie ncrmnifte gnmiüe beii liebenbfii £GQter, bie ®pmemben
„feines Sfjirfä ben frommen teiteuben ^ir(en, uiefe lluglücf^ii^e ben
„TOD^lt gütigen ^röfter uub bie tnofaifi^e S^eligiun einen iuuen
^9lit&QUger üerlureu. 3«ber, her ben Efßerl^ ber ^ngenb erfcnnt,
^mirb mit S^ifnrdit, ber nut in ifir nnb butc^ fie leble, uub in
,,tiiiileui 3ÄflQ6e ben ^^eiliifl füSl^rty ben burc^ baä ^inldjeiben beäs
,,(erben bie gauic ^elt bvr gromnien, befpuBträ aber (eine Mau^
„benlgenoffen unb bor aHem bie ©emeinbe ertitten, m bercfl Wiitt
„berfelbE feinen reineu «nb frommen SSanbel forife^te mib bcjt^tog.
„Sin 3^uae ber iimigeu Kere^niug nnb 5o(!^a{f|tung umt bie mal'-
.M%i Stif^enfeier, melt^e i^m bie Ijieftge tärneriliidje ©emeinbe tiielt,
„nnb ber bie übrigen ©faubeuMinbtr ffiiie^ ^e^id^ aumo^nien, um
„bucdi bie ©nufifnng ber legten S^re i^ve ^Ifieina^me an be« Xag
Wir bescbljeösen damit unsere aus fiihrli eben Berichte und
wulleu nur n^cL kurz die JlJachfolger Simdiieiniers regiätrjnin,
welche hier in Aschaffeuburg ihr Wirken und Leben beschlossen.
Als Verweser des Amte* wurde am 13. Apriel 1833 Gabriel
Low Neuburger verpflichtet und verblieb als solcher bis 1845
ini Amte- Später privatisierte derselbe und starb hier 1888. Ihm
folgte 1845 als Distrlktsrabhmer Abraham AdEer^}, der bis zu
Beinem 1880 erfolgten Ableben hier wirkte. Nach ihm wurde als
Verweser im Jahre 1881— 188S als Distriktsrabbiner — gewählt
der bis dahin in Fischach (Bayer. Reg. Bz- Schwaben) amtie-
rende Kabbiner Simon Bamberger^), welcher in der Nacht vom
8. auf den 9. Dezember 1897 rerscbied. —
^)' ') Biographitche« übei Beide. B. Bellte 9 und 10
Nach Vollen ä im g ^er vorlieg:enden Arbeit wui-de
icli dureil die Aufzeichnungen meines sei- Vaters ^"£^
Äüf Reßp. 27 der Bga. des Malmril aufmerksam, auf
die icb liienolt verweise.
BEILAGEN.
32
Bellas« 1 au Seite 3.
Die DachBtehend^T^ abcopiiien öesdiTl^SBC ifnii ge^roff'eifftn Ver-
embarungen über die Leitung und Fllhmn^ des Cuttus und dur mit
demselben in früheren lieiten, wie zum Thtjil auch noch jetut V(?r-
bundenen Institute aind in einem allen Werke unter dem Titi?] :
^Finkes Hakahnl*" au Deutsch: ^G*meini!eliucli,'^ das die hitsi^e
Cultuarepositur noch besitzt^ tn hebräischer Spruche und Schrift ab-
gelasst, enthalten. Die derrnslij^en (renieindeiiiitglieder, reap. deren
leitHehen ßeprttaentajiteo, liesaen diene Hamudung dei^ in hehräischef
SpracliB nifidergeadirichenen IJsschlÜBSe Überüetyncn uud dem Geiste
der Zeit anpassender in dieser Furni in dös vorliegende üucl] mög-
lichst treu uliertragen- Hieran sollen sich auch die neueren zu Tage
geförderten Anordnungen und üestiminuugen des hiesigen Cuitus re-
ichen.
Wir am £nde dieses mit be^efügteiu Siegel Ilnterschriebene
befichlieüBCn und verbinden unä teieriifhflt und krSl'tjgst nnd zwar ohne
Einwand und Gegenrede, dasa wir alle utiter deiii iieutigen *!;efasste
und Gegenrede, dase wir alle uater dem heutigen gefassi^te HeaclilHsse
unverbrUchlieb halten wollen. Aua*eidcm ermächtigen wir den zeit-
lichen Faraap (Synagogenverateher) — Chaini mit Kraft imd ITjiibe-
Bchränktheit, bei einem Ueiiertretung^falle nach UutdUnken einzu-
schreiten, von welcher Strafe die JlÄlfte an die glorreiche Obrigkeit nnd
die andere HaJfte an die LeJchenkasse unweree Hegrähuiapiafzew aHheim
fallen eoU uiAd kann geu»nntcr Pamus den Zuwiderhandelnden, auch mit
einet Synagogenntrate (Isser) und mit einer ütientJiehen Verkündigung
dieaea ExempEa (Hachraaa) belegen. Dieser kann so lange andauei7i
bie Bestrafter sick dahin ernsthaft alFe nachstehenden unter uns be-
sehioaaane Anordnungen und VeTfUgungen, «anntionirt unter Bereit-
willigkeit und unverbrHchlicher Vereinigungf aowie durch Strafen und
Geldbnesen bekrjlftigt gehörig zu halten.
So geflcheben Miltenberg bei Veraamminng der Mitglieder des
SjTXftgogen- und Leichenplatz- Vereinee^ am Montag 25 'Caf^e Jm
Mi>nate Sehebat 50^6 nach jQd. Aera. Tinter dem Schützte unseree
frommen Hegemon.
Forieetzung'
Wir EndeaunterschriBbene beurkunden und bekennen, dasS
wir ohne allen Zwang und 3>rang uns bewilligten Se. EhtwIU'den
den Rabbi Salomon, jQd, Richter, in unaere Gemeinde beriefen, um
für miH einige Anordnungen und Einriclitungen zu tretf^n und zwar
wUfln yoa QUB »m diew Einrichtungen fthnjirb dem Bituß aller an-
88
dersn TsraeliteDgeraeinden aufge^teUt werden und erklftrea wir xma
mit allem dies™ ganz zufrieden und unterzeichnen ujw eigenhändig,
daies unter Androhung des Isaur luid Cherem alles gebaiten werde,
JCiltenhürg, um J^tnDdtage, 2^. Sohebat 50S6.
Unter obrigkeitl. Schutee:
1. U.
Chaim von Miltejiberg Abraham von Groaaheubftch
GerSKon von Miltflnberg Löh von Grosaheiibftch
Mayer von Aliltenberg Eisik von EiehenbUW
Abröhyin von Miltenberg Wittwe Jondob
Moseheh von Evcbenbühl Wittwe Banne von Miltenberg
Jetel von J^ntenbacb Wittwe Golde von Miiteaherg
Sisäe von Heubacli höh vou EicbenbUhl
Mosoheb von Lautenbach Hercb von Groesheubaeh.
Jakob voTJ J.aiitenbach Josle von Grosahonbach. _
Jode von Lautanbach
r ^ ^-
TOrtsetaung.
1. Bleibt es bei una Anordnung, dass zur Erhaltung des
Begräbniasplatzös bei eineni Sterbefaüe, männlieheD oder weibtichen fUr
eineii Erwaoheeneii 1 fl^ hingegen, welfshea bis zum 13, Jahre als
JJichteiwöcbBener betrachtet wird '/a tt. sogenanntea Karkogeld ah-
gegeben werden niuss. Nacli zurllckgelegtem 13, Jahre soll jedoch daa
Kind gleich einem Erwachsenen betraciitet werden und nacli diesem
VerbHltnisse gieicbfiiHs 1 Ü. gezahlt werden. Diese Gebllhren mUasen
bei der Beer<:lignng an Elen betr. PHeger eotriohtet werden. Wir
sind ermäclitjgt so lange die Beerdigung zu verweigern bis die
Kosten gcaaldt sind; die Gebühren an die Obrigkeit aind nicht mit
^ingereebnet.
2) Die Eintrittsgelder, pogcnannte Hekdomab-Gelderr wie
auch wej:^en der flogenannten Schiffsgelder (cHb&mita) sowie betreffs
der Gebühren an die Obrigkeit, zwar eine unrechtmßBBige Observanz,
um ßo ifiebr als bei der kleinen Familienaabi diese Auagabeti kflum
zu bestreiten sindi doch hievon abgesehen verbleibt es eine An-
ordnung (G'aav), die obrigkeitliche Oberherrdchaft über den BegrlLhmH-
platz atetH fortzuerhalten und stnd wir Unterzeichneten, reap. ein Jader^
der am Begrähnia »platte Anteil erworben bat nnter Androhung des Jb-
HaJ und Cherejn gebalten und verbundea, ira Falle Jemand, zum Spren-
gel de« Leichenplataea gehörend, eeineat Sohn oder seine Tochter ver-
lobt, flö musa solcher vor Allem Eineu Gulden, lesp. i/* Gni^W TWi
jedem Hundert der Mit^ft entrichten. Diese GetUhren tnUepen rain-
deötena 30 Tage nach der Hochzeit erlegt werden, wenigatflna aber
mu&s die Anmeldung geniaeht werden. Yalle diesfia Anmelden nicht
gPHchieht und auch die Zuhlung unterbleiht, eo hat das betreffende
Individuum sein Eigen tnmsrecbt am Bcgiabnisaplatze verloren und
Lftt sonacb nicht mehr Recht als ein Fremder zu be&nspruclten.
3) Betreffs derer, ^ve!d^e hereits EigenthumErecbt am Begräb-
nieepl&tae erfanst haben und eine Heirath eingehen, uiuse ungeachtet
dieses (bei einer Verheirathung) Jeder, niäiinüdien oder welbliclien
Geschlechta 1 d. rasp, J5 Kr. von jedem Hundert der Mltgit't
bezuhtt werden. Dieses bleibt dahin bestimmt» wenn beide Ehe-
leute aufi dem Sprengel sind, und das Eigentnmsrecht am Begräbnis-
platae hereits erworben Imben, Sü aber ein Theil des Ehepsivrea
fremd ist, gleichviel ob Mann oder Frau, so mUssen zwei gute
Gutden, nebet 15 Kr, von jetlem Hundert des eingebiacliien Ver-
mögens an die LeichenkBKse eniichtet werden. So beide Eheleute,
die bisher noch kein Eigenthumsrtcht am BegräbniEse hatten, um
dasselbe anhalten, so ist es den betr. Pflegern üliertragen, die soge-
nannten HöJ^damahgclder (nQTpn) Gelder, nebst den üblichen 15 Kru.
von jedem Hundert des ausaiiimengebr&chteü haaren Vermögens nacli
Proportion au erheben.
, 4) aueh flisd von heute an alle zu dem Sprengel gehörigen
unter Androhung des Issur und Cherem verbimden, jede "Woche "1
Kreuzer an die Leicheukasse beizusleuem, damit wenn m ein Armer
stirbt, ans dessen HinteriaGaensohaft die Leiclienkosten Jiicht ^u
denken aind, mittelst dieses Rüserveftinds ehrbar und statidesgem^ss
bestattet werden kenn, Neehdeui daher Jemand nach 2- höc^ietena
3 Wochen diese (Jebuhren nicht entrichtet, so hat der Pfleger, als
deT zeitliche SyDagogenvoratehar Chaym dahier die Macht und Unhe-
Bchränktheit, mitteist der Strafe des Issur und Cherem einzuschreiten
und dem betreffenden Individuum da» Eigenthumsrecht zu versagen.
Auch wird angeordnet, daae in jeder Gemeinde der Pfleger jede
Woche dieses einzufordern bat um es an den hiesigen Prieger jeden
Monat zu berichten; nacli Abla^il' eines, jeden Jahres musa Lfitzterer
gewissenhaft Rechnung ablegen mit der Bemerkung, ob diesea Geld
gehörig eingegangen und wozu es verwendet worden ist.
5) DahJeF in Miltenberg ist Herr Ger^chon erw^tt worden,
Pfleger der lieichenkesse zu Bein. Genannter Gerscbon aoH au diesem
Zwecke sich eine Büchse, Ume anschaffen, in welcher des Geld, das
von den einaalnen Orten eingebt, aufbewahii werden soll. Den
SchlUaael dasu soll Abrabiun Miltenberg in Hunden haben, Ajü
m
Schlüsse eines jaden Jahres hoU wie g 2 sagt» Reehnung abgelegt wer-
■ äxtri' Auth soU zur ErhebuTig Jer tiefälle von den beiden Pflegern,
Gerschon imd Abraham dahicr zeitlitrh ein Zettel oder ein Heber&-
gister angefertigt iverden, Tiaa eingegangene (»eld darf auaschliess-
lich nur, nach g 4 KU jiem Zwecke verwendet werdeu, wenn ein
Armer stirbt) aus dessen Hinterlassenschaft die Leiubon kosten nicht
Hii dfi(!ken sind, verwendet werden, aDSHerdem noch zu ßepamturen
am BegrUhnis^platz,
G) Der zeilliche Pfleger Eisik in Eii^henbUhl inusn, wie bereits
gemeldut, von jeden^ Individuum dorlseibst 1 Kreuzer eiafordemj
ebenso Sislc in Heubach,
DeasgleicLcn lesel in T-autenbachj die 3 genannten anawür-
tigea PÜeger niUeaen das eingePJrderte Geld dem hiesigea Pfleger
Abraham aldiefera-
Für Miltenberg niiisH dieses Öeld der zeitliche Lehrer ein-
kassieren und solches dem Pfleger daselbst einhändigen.
7) Auch itft von hfule an nittteJst Angelobimg und feierUchen
Verajjreeluinf^ hppr'hlo^i^en woiden, dass wir in jedem Jahre zweimal
den Gottradlfnst Joni KiLur haton als Thamtb Zibur in der hi^
aigen Synai^oge abhalten woll^in ] hiprhd nil^BSPn allp Jonen Arwachsflnea
leraeliten oi-Ächeinen die zu dem ^meldeten Vereine gehi^rea^ auf das9
diese gotteedienstliche Pflicht erildlt werde, und noli dies sowohl lUr
uns als ihr unsere Hpötesten Xaehkommon Ijeltung haben. Wer mit-
hin eine Woche zuvor eine Reise unternimmt und vom Gotteadienste
abgehalten bliebe, niuss 15 Kr. Strafe geben, wer jedoch zu Hftuae
ist und diese Verbindlicbkeit verahsHumt oder ^ar vürsfit^Jich sich
vcrrciht, um diesem autzuweJehcn, mu£S ^/s fl. Strafe bezahlen. Die
Pfleger haben »beidies auch die Gewalt, den Ueb ertretenden dahin
zu bfätäüfm, da^s sie ihm den Anthpil an die Begräni?Gstätte vsr-
fagen. Jeder Pfleger mii^s daher den Feßllag 12 Tage zuvor vel^
kUnden, rlaniit keine Strafe ohne Waiuimg erfolge. IlerJEnige, der
dartbut, dasB er wirklich verbindeit war, nicht erEcheinen aiu künne^i
mufs dessen ungeachtet 3 lelenim Kahlen. Die gonEnnten beiden
Fasttage sind Ereb Roach Chodesch Ellul und Ereb Roöch ChödcHch
Adar eines jeden Jahres und Morgen Ereb Rosch Chodeteh Adar
soll J3um JRu^Jm und Ehre Gottes der Anfang gemacht werden.
Alle wir in Miltenberg wohnhaften, nowie alle ans dem hieher
gehörigen Kreise verpflichten uns öowohl ftlr uns als für unaere Nacb-
kommen, alle Anordnungen, wie selche in diflsera Buche niederge-
Hchrioben sind, sorgfältig zu halten nnd hahen uns daher unterschriefcea
und unser Siegel beigefügt.
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Unter dem Schutze unseres frorumen Hegemon, {L. S.) Sehln-
meh, ü. i, Salomon Waldürei], jUd, Saehwalter Jm Kurmaiii irischen.
Miltenberg, am Mondtage, 28 Tage im Monat Spfn^bat fj(JM6
nach jUd. Zeitrechnung,
Beilage S zu Seite S.
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Bellai:e 3. zu Seit« 13.
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Die hierauf fttlgexifJa Bestätigung dea Katmftiozer LftndeBrabb,
Gabriel Hiraeh ^'^ s. S. lÖ.
Beilage 4. zu Seite 80.
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*jBü i'kj pijn ^nvtfi :TWJtP töhg ti^J ^«:i3 n"n iis nr^^n dv 'i»ii
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,rrr\^ b"i n-^ti r^» imwa min^ -^lyn uu b^2i£r2 ^n^ .öth mno na
r\"r\'? ^'s *n -i^' iDniiüS' ^^y v« om mi<o '3 &bi< inv law ^w^i
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pn^s^B^TivrB' D'K^i fi-m^w i« ")ij*p sn "tv? t^iüD djie* iiv' r^
ij-iu T'ns 'i>n Tn« i'jpp v^^V^ kiöi ^^oy «^t vtjv '^^ «n iJ\m
nie'y vW i;iv 13K Q"H"in mjs ■;"** °i^ ^'^ °*"'^"' ^i^c^y "^bdd "[»n
■liJVij IM niipn yivb pii *TJiit
CB^ur ^üij; v** iJN^i^w V^ '«=1 n"n i2iw i^n ^>nt 't
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njif r";^n"i ^:j v^"^ ^'^^^ ^^i« '^^^ «'1 inyca^ i>nin -;-ivn n*m ^«3i
n"n^ D^^ipn .q^n53 iü.w kh ^b dioj^h i«!n m:nji Dmjb nVyj »n
□y ^^nnn is-i ,TnfäV. id«^if3 ^"^nu örn t*^w ,13Kp tti-m tsiTSsyiB
un ,ü^v^1 I^^Ji ts^^ r« *^'i ^'^ .'^«i T"^ "'"'i'^y t!)^j o'tt'nD -7\2 'JC
V»4 INO M ,"ipyiua'iy '■^l mwo r^s'E' ^y y^ i*üBi*p i^*« sn ."ijep b^
'JS" Q-tp zjrrt rwQ in« ^;^ Dn^u^ nnott' ^*=C3 D-no^o ^itP uküv
nano ■'jso i^U 'mnBO ont* yiinw n^nei' no^u -[ly* 71» ',11 niKD
»Vht ini^ niff^ rrinjni pw ^"n1 nTJi dtd!?^' v^w pini pyj lya^»
to^i« 'm n in^i" am 't* piDv ^ rmo ^t t37 ^i^h iib pi'n mpaö
lai ^:ji .am niKo niF» in' üT£'"no *n3 ^jffoi 'm msü 'j on^* vai»
p*BDD ^i^Da nDJ?n ct pptri nj njnon i-awa ßsi t^^k i"p ffi
IB^ptsa'a ms i^n k"i K"a nv'i^B' na "n* riDjan ^a v^i^ ^'^^ fiw=^ nir»^
niyöü ^^^1 ,\2i<r\ nrp «'03 n^t ^y^t ra ^ju^a -|nyo -ti^j« ^ayj )^ m
Ni a-a^ D^j law ^"loi^ ,11'^^^^ a^ssa mjito 'cn ni^p ^l'3^lrT tb n-n
IV nii-n:! M«anv '^vao v*^ ^*^"o "roi^Dn '^n Din ^innsE^ biii i"iV3
ia» li*!P^ k™ Dt^v Dirij *iJiK iDnjjj iit i« can^* nit^v "ibdü fiw^D
,pm ü^Haa m^iii m«3iy ^ja ^^2W2 nnn nons u^j ^ii nuno *üt v'P
li^BoynB ini^ "^^i^ l^^*n tD^uitv^ i^st IP^^ku'bkp iw^'t nnw ,i[3^it
fin^Dtfn Vnw'A XI pin isin *dVi v^vn ^wn 'bV n"« 'üiy^i V^vp is
B"^D^^VB "^Jl« tüinyoiB on^ nu'tD »oii ßin^ni icEorr ^^K »^k iö^oo
ni3ia»n 'üin^iiivi »'t i^ü^x "i'irt /unvii u"i"*Bi icrr; *b^ ^^n na
3]»DnjwD 1"! na \7\]}^ V'** cwa^ rr'n iüjik iVk naM< iKS SixnMi
naw V'^i''"' ^'^^ ^aa v*?«^ ^^V ^^ ^1V? l^^JJ^ Jjiüanj^'« n^^t^Vj ^:lf*
»n ,'["n*"ii in^j »«a^ ht r*K /i^u 3'n:3&" "inwi inw Vaa tss^cv fisiy
nm^ön cpjBa moirn ^i^taa'jn i^k ma-rji nm: ^hkv«! ^öbj^ 71« ^'r«
noßm nwiintj opjs öa^in v'« '^'^ "^^^^ ^^'-^ taw *Kai n-n idw lut^ni
BOip yn^p itt nn« nonß diw d*j n^^^n mi ns ,p«n i*Dva ^Jyi
Vawjn TQi»^ v^"^" ^l^ r.DJsn^ ntottrt n:vy na» ^a ^i'ii rjKip "in*i»i
-iioy^ in VöJ<no ^^k -;*t ^ini V'ij T-asan roix ,niyii ßp^ipai^ Vi:
nji« yen-yy n ^''^^'' '^*'^' V'^ ^'^ >*'"^ °'i^^^ ono^o ';(? njno.n ^aa^
Dy^ nni.1^ tsiy^T in ^awasp yM^ puM ,v'i no^o njicwa nn^^n oy
pVJi li^ifa ^io^VT IST "J^W 1'»^ Iva T-vyoT] n»i la ia^> nc» ^nn
oVn IFT ,BS*ia -iVt ll^T Ü*D ^KHU* ,l)pDB 'S in^Hi 1^D*K nup ^"n*ii
,iKU> VB ^yi wir VB bin v^*" p.injynyia la^Vij i''aK uod q*io^d
*on*» ^3llt Tnj T'awn Ttaiw on^ nv "lö'i* ^3^ Vkopi vd* ^ö* twi
n'rf? niD»^ poya ^^jy^ipyojip naw "pöi^ia ^p i^^jini v« ^■^- Ta«
na ,^wV pn^yna ««asT r,D*rT -la^^Bnic iim ;ib i:w .^TDwp i"»*
i»^ IS ß'j »T p*BWpvia er« i*i*iyo ^'BWt nTn D'«aj na^^oaovT
,1"! piD3 n^KMvi pmi T»iy> ,piyvi ib r^'n nivüia nma^i ,ni>oyj i«t
.1^«! pnun n'nn n^yinVi naia^ i^-'jn ^^^ n"fn etw^i nmn ^j» k*t
o^i;nyi ^^»t ,^" psta riD ytt ttt poya cj-^n n"m ^«33 v^w iwi
n'no n'o::m nuijn ^en'jonB iimi dnsi .mspy^ ;^d ri3 Dn*M v^Viw
iJrjnüj nTiii v^^« iw^a ^^k .V^^'V"' Tt^V^i es'ijv^^II'e os^nw Dp^: i»i
tt^^T v^ «'"« VBi^T °'JB' np^B- n!i3 IHK DK31 ^öD^üTf ^'cnv law
fJVp pip uwüc v*« ö'J ^^"^n yjn Q^B^iiD ^na ^Jtf c't myn iöu:i
n"nb üE'Jii ^üDva i» wni ,pi*n ujypiv v^i ^":l^«3,■^ rD*ii*a eim
*ijynj in üBTSE' ^D"fy "):nK rr^anüb wpni ,inp Tmi üiniv^nma
nunc a'j prn ^n^( 'pM loin iin ^^m '^n*c* "[^ '^^^ aiß i^i^ in^ii
^DiiE riD^^CJ^D^i pB c^B i^w TIS DJ? inn ^rij'iD 'sia iffffV nn«
ü*B'jK "i^Vjvd ^'ß Hl ,i^^T VI ivnV "jjy^J 1» rrm cwa^ ^^s i^w i»*t
n«^ DJ PIK) — n-^« VJ31 v^D ^1^3 luif" p^n^ nD ,i*3wd ■\t anJ^sn^K
^inyiri unj^iDü D*7ip^|?i Dmc^ rroDi nöD nj;! ny ntffwn vd
liT m ^i^ü yrt in ,p*3 i^yo in^» ij^'^k n^Dyc^ m^ir^i D^ir: i^"Ti
sn^nsT ncK B1B31 v^yp intaiPöjy n^*^n Q^Viff^a *V^ T*n«ii ,0Tt3
^™il WT rttPJf l"p ItJ^i^l 1K3D 'Sit IVTB^D TIDJ "IDKB? "13B pi ST* l^h'
nt'i >S'it nnwns njiw ).i'j i^yD 13*« loia^ pw lab ^n^in:! y\ifi 6»
-i3^y nhns m np« nj"« law owa ,inv:i in^w 11b nns yn Q'j iow
nity riB^S (S"^j *"n .e3Kiü "|ny Tti ni«D 'i ioj^k "iKii ,tw^K i"^
V'B ^-n ,ü3Kit5 iiv 1« 'ni niwo 'io im* na» ne*» ^^vn ,iavi fT'nb
TK ;iffK nm« nsai nnya ib^i aiai 'm ^'^wi i"??!«* nnS nry "ib^^
Q*JB nw'B'i ^S:l »ijSvi ,^oSn in»j i^jro la^K iöie' pk r^jc oyB n^ma
uw niDin K^ rr^Ka qjci »piyii lonit^iw nt^^m rti^nB ib ranaa bb^
iJKpa rii T'asin vtansS ö^^ne inis ^ ,dph rnioa löiy ikjht
ijw ,T]aipa v^^ lyaS n ^* '"^^^^ °'i"° ""^^^i* "i^ai^Vi ifi iV^kö
i»nDjy n^nv *ta nT^ myon sn i^^i y«oo n-ni vaaS ms ^a
ni'ijni w^j - - Tiyn
rrjinni oniBi nsun ^nw^w ,)*yi y\on niAm o^*^ü '^wi 11:
n^^^ovi -ivT ^^tiT iTj iiap*F >Di 't:j^ f^'jiD s-^t m^p^ pmtp *3 "ri^^
n'i:E IM p-ii?« T.n' pc^D ^epiie pnws yv «^i ^pn.i icim i^ ^.jiy
i^rw )^S-r^a la n-n^ DJiy mesV ^'in iqd j)m tjin cdi'^ oin^m^L-E-
ü^^E Kl — i*'^
nw^te-i Ditt» HM* rt^i j^uöSi ™ l^JKü v*w :ijinn i:3^a ,a"v im n^p
KT in« ^3 in^ ry i-i^vv 'oi pvdeti ^nj3 pps pi ,nn lain d^jp
B"I? -ir:> le&ny ^c ij"« \tiv. ^3^K n-n^ y^ ""n "ly ms^^ iT'iJ "swt
.*i^vt3 nnjft-n n-m »«33 iwn nj t^kjh rost b'v «i^r^ fi^y ut*h i:iu'
,im^ n*CNl i^DVo inrtK' DVT ü^D Q^iiniT ü^iiyj kiiieb' v« yiN 2"i
c^'.io ei'K iDijr i>inL, j^jp^^ L^ ^j^^^ |-n^ -jsQri -^ip,^ ttitpjD d:iv ^nji
l'B'H^ iTt po^rt3 1*1 i'Dyo i;:nc cyi eu'd ^'lPJ ^n *'iB p r-oii ns<V.Ti
n"n^ nap ojiy ms^^ *^it ^ni'ii fi T"y ^aiy ijiw 'jtPST Vp'ip ^ui
-^m n^pn in^o nr^ cmpn iiDp:iB3 iN'aDD ,v^ 1^^^ ^^ 5n'?iaf
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'[^ß ,i;i*n i"T iS "n^D □nB'^ D^TV3 Bf^^" e-xn ^i"m 3";i2pi3n ^ya '^«
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Itrp r^f* /l^y^i^ ^^^ ntspa cr^N i^jn ny-r m« n^ ffi ,cvs ü"i3^t3
1^ ^KJ ^■'j IHK piiyni üin nspta ü^i B-i .pv^ ^"f^ 3i(P* V?* '^^^ ^'^
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-Viffüiy a^^i^JO'^T irtiw lyT 1^0 H-;anj ^sno 1^17 ny; i3s in ^Nii ,rJ.i
l^K ^"js Tri ^''u /ttt^n ,"r:*Di^5 y\ d^itcd D^iy rii"p "tjin na^w^i ."[Vi
ypin uij law ]n\'\ ;{\H pns^ :ijin^ k^i ^a oy fin ,iiy^ u*2Miiny ^"33
,0'Jß nffft-j ^l^a ,^"::i tfjy tn;y yüjyp iiw ,^^^i y^ im
j*h lyi^ w'? itFx :i''D WJ'^N M*^i pip iJiinsD ly fw üi'h j"^
-\3W ,1"! IS n"D3 n*3D vTüPiunK y\ .onsiD ms^io lii D^ttf ij*t
'o '>n' ij"p rtN^m üvno ^i^w ,iMp pip a^bm omo'« f 'jf Q*DyB^
Dio^i^p n'^.ny^ iij i:w ,i"t is n*3o n-D3 rnj* nnpj l'^Viß ly y^ '^^'*
7» *^n ij\iy n-^to^ in' Ty nay^c *ot ^loy^ioai!* i^ 3'ß'npn nvnw by
IS TpD^u ej^'äiwB runon Y^wo n^ap u^j ivi.ibid i^p \b^'y\2 ,ri'rh
.l'Dynt3:i;( CBvtPUJ ofNi 3''3 v^P T^°*^^ 1*T ^^Vl .oiyrpj yno
^J3ü a-a ni»i no3 tpi ,pip 3jn,iKsiy i'n oyi "[mj ^J^K t^
1TV1U ün^i* iscD 1WJK1 ^irryDE' ^^y p*^3 ^k -|'^j V^^'^ ^'^^ iJnriD
Di ^w bnpn iina nmnen Dpjea fT'n ny^c^ nn« toiid dip 3in:iT3
oj^iv^"'3 lii^w i*jyii N^i ,B3jrV: ISIS 1« TJW )''JVp v^"^V3nvE U"'J o^ni'
o^i» ia*ij "HP« iJHJnö nwe* f"iK*n rüp ki ioji ^mirt lo; n"n p*tnnb
*ijiN öT33«iv üij Iß UPS )3a ,inarw is i"i>i m*j imb^d >v b*^» tp's
-|D5 rfr\^ VP'^DD Qn^nCK ,*B^n inJ'S *i3"p ijmnD2 ^'i Dw:i ,vo»i^<P3
]-m ^B v"?«i l^'i nonpn TQr\ ni'p n:o^yt ,n-fn opjE^ '"loo^ ,io
-IVB ß*J ""ii« ,npjn^ D^eff nß*^ w^itf on rrnjy nn^JD m^n ib^k irjy*
.nt«n D^ffjK?! AJ^T] ^D ,py[ -jKJ n-m opJB iin ön^^n :iiiüVJ 'n*^« «"^ i^w
Mop:'B ^s KapJiB IIP! B^VH^u -rr.K nn^u' w^n lip^ it ^^ tjT^
□'□neri 'pnT Q^DiVun yi ]in*n n^m ,";^^sbb ari'icn iöd pT^n v»^^*p^"^yB
.oiD^ »^1 n*M^ n:^ pnnpiy 7^ mu^o y*
.^h•\^ \-['\y^\ tiB^pi .-i^-^:) 'm 'x n^yo^i 'im ^^not /Biyi )nm us^ipj
.^öjion ^v -i^uKi ,nDii ^^v "ni^w^ ,iöik niim n3i? ^n«
niD-1 Vv ü'tf'JKn mute
nft^ü 'p.T — ii*iTO«n . , . .«"in 'b^n n — iiüE-i^awa
rrffts n 'p-i — '"rrDw^a , , , .npv is pns* — D'^na^ip
D^n 'prr — D'.upp «bdi^ 'P'"^ — PJ^^^
n^yat? — niDi'^p , ^bt<^^ 'p*i — n-n"J
iiia>^ 'pn — inrvB .... nipo '1 'pn — p*in[p:rp
n-'b» 'pn — ri2\2 . , . . . , ;nj 'pn — 3ii:3*t>K3
,V'i yi p'^nö ^"nya f^oyn «üoyn n^n^ d^k p-nt hu s^j? nnaji
yoNp K^T nrw njiP mii -rnw ^3":n ^mwm injj n"m D'«aJ "f3W 'Jff
•jjpi D""nDipf3 \ni n 'pn cü i"."n p^'nspi^pp nn -i 'n:i 'pn o"^e
nw DTO "inyii ,ü:wüi i*nj on^^a ru^ö T'jw 'jd3 pn ^in d^«3:
HJcn mi>: inm V'jn in n ^v Wir\ bti-\ ^^^n pn yoKp sn nnc'«!
?'yan Tyiin ov iy n^^^n "rnn '»n*
s»^ 'pr\ — -^KaD^■^ . - D"ß 'pn — nun . . »ivi n — nv^JO^^ß
tjo^i 'T -^ ßtrjii'vi . . ^3Vö 'pri — 3niH . . lya 'pn - 7Bii^i'Vi
ns'o 'pn — ^p^ii lap , , , dhjb 'pn — i)pi*^i t^nj
97
'pn n^n v-nnrri ^»VaD n^.-n üV2: ^lw »Jtt' tnu b''v nn3:i
yjn piti"! n:ncn n-a« ':e:]1 njn^^nis ^^i^i^ D^toi i::!» n'n ijipa ^js
.ly^.iiT ov ny nt'^n ^Tl^ «n-* nJiPT mbs mm ^jn ps*>* n ^y
P"B^y'pn rL^n '3 '3 DV 3"N HD ^ncm ;i^>n^,n* no^nnsi y -linan
.K~u' ^^^3.-11 ȀJiQ p'pa njin iK"p ^3yo 'pn
Die Ibhlendeii §§ lieben jedenfalls auf Tdinuii Tbara
keinen Bi^^iig und blieben desbalb aur^ diesem Buche, das ats
min TiD^n ^RJB — „Talmud 'l'boi-a-Bucli" bezeichuet ist, wegr-
■^7^ <
Beilage 5 :^u Seite 37.
ycj p"P^ B-^pn üiiE' «"* '2 D" n'yj Jin pi<[PsV
Dn*:ii i'jtnK'^ ^bV?« 'a'!«"i -"i'-ii' D^n'ni^i ü*Vbd doi o^oi^ä'
^B^ ini in ^3 *wrD f«^m ^voq^ D'Jioi Dnin D^rap o"Jiin
pa 7\:n-\ r-3^7\^ ^iu^ nD*nD r^ü^yj htd« dv^j nts» •?3T "^hts
n"'*i>T m^ 3T vBci diVk' nictp' 'i" lo^nj n3*in aib nj^ncw ")T3> Tinp^
paiaa 13J D^'^y D^pn^ PTD*n rn^y "idö'. in^ ncm .»i^m lyi naiD
d'dW D^c'iK n'E> Dvpa d"!! Di^ in23 niPK rii jiTiKon 3in ^jnn n'n
riJ ^"1 *Jnn ViP 'i^n^nff pED ^^2^ .Q^iy "lyi nnvts DDnK 'n 'i3i 'di-
iifN T'yi nis v^c'^ iKfn nn"[n D3^ mn^i nns^ m.n ^nni*i n^'?»'
-iDino i'ny nys .tf'uy ^n ru ann ^tt» iriiT ^ra n«'3 aip^ 'a iTSCi
'Dl .nait:^ n:n* ü'ü*i nsia^i nnio^ U'j' Totti ny njm vnnn ^ao löt
üDni'B' no^ 03^0^31 vD^ni D^^nuD'no ot!'»' D^t^a d"0«i ivpw nmö
a^Di^cF tff-w^T} '3.TIK T'!) on '^3 ^v riDiaa la: ^lu» pi
a'B p'p5n.*3i3 T«o 'pn
m
BHliiKe 6 Äü Seite 38,
iJir'D B*j^^ii 1J1« jjio^^B*Ojy rtj"! m tswj-t Town« ü^ini^s irLN
116 BET3B* }*Bnp i3"s Hin D"i HJ'ii rsiH nyi- ci inj ii ^3 e^t öid^nj
^iy laiH r::-nan io -|^« ^'iij riDi y-' ^np 71» e-^^yn rniü on^
-y« i^i^i iiE vi: T3H3n -.'m« ii» mt ^v^VpiV":« 7^-fj*3pjjiT üb-os'
rur n*D pj^t ^3Ba«p -\^\ y:iW, wn "p^s s^ii v^wn nei ^"^ tnpo
niiK Dill BJypiv p« ivwT t'ij "i'ahin tüihd kt ni*jy^ oyT tmvt^
KH yjyp 10'*^) inmy rrno 310 i3"t i^t la "t'Viny^öjy I'ik wi "iD^yi
IBpjiB "li^voa mapnn cpjoa w^t nn« n iow: n'^nn ;itp«T 't(
yniV V* r«*no '33 Ta na v* y^jbis i:"i Ba^tatt-a a^js' ti> ^y 1^:
Xf^T^ ^3D V^r^"'*' ^^^ 'VTi pDva nw^ni orno ^^ni xf\ ß*ü ^^^Din^ n*
OByci rrn v** n"'^" P»*^ V°*^ ^^ i'"iv^ ^rin^opyj^p ^3*'p p» lu v^
Tiü nypfti Dp:BJ Kn uk ppj^e v^« ^Vwi.r^ tai^iimD p^p^iD
m^ rfrai inno ^n"B^KB onan ^^sn myo "njp iipyon p i^yo
ns'^jyiß r" ^^'^ "'^^ rKii ^"Tüj^yüO'a »jjm»"j iin i^n njw p«n
jnn« -lai i^iD* Vk n'n ryi^o^ i:''i lopiiB
irt "fP TriTO rra i"H p a'rw ^np D"n iji»* i^'-i pj^aiye '3
UTwm ty i^yürnnyn lun mn in^a '33 cy i^ k."i*[P na ^ai n-n pjö^p
r»^ m i^^aiyciyB omn *jff -|«Jx ^3.1 -ii^i na^ö -lan pi ^m« ^^^
Totö nnw Tinni nj^p kioj oy "io^d mw inn im ihu ^"iT noa
■jiBD ny ^331 in:>n ot n"?! na 'Vw vJiy^ nj'p fi^jpm wtjin py
DTdTB^n 07 ruiwa tPi «n^» w^^ ai'^i? n^Jr^i^ üi*k Dn'i^^w .tniji
99
Vnp D*n unjK Kl 3-up ^i^ttn -rn "t5*^i n n:J»VD Q'v^V OJ'WI l'JiP^
^iafi?3 v^"P^ "fli ■'3^ f>''^^ ^iB'3 niv *TD riiraiD nioj loiwa yt y^
Ttf^mv u^nsM3 nj& ^^r ^^v 'S^ '■»'"in^ ■'i^o .iti y^ ^npa qnnajn
p u^.iT v^T^HiT i''^: ci^js "no mjpn op:D a^o^VB ^'n^ V^y'*'^
•pv ^a'\-\H a'i^vr, fiVT 1^ D^B i^if oow "is"^;"^^ ly iiu-'oV'o
omni H"nn t'd v'« üinTj^irsiK ii hei v'> Sip "i'^i^mx 'T
n^n '|N^i 12N -^KisT *^si w vDj'r iH i« anwBin ^v k^hb öno^öi'
pw n'T ^^y inyo rrn iö pBJ-'p yn ro^nnp kh p ^ 'f]
obn PS? t£^^5n ^ViT ^KT i>K ifii^^T i^iM nn>DtP '-*ii niKO ^j» ^tJir^'DajK
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^VBHtPiE IS nj*b DipD^ 1*3vVj v't ^-inB'ü n^T 2":: ^ik pt^Vv ^in*w
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ns ,'^w i'i «»^a WT ^at n^n yii'cyT'w "lyi pwa on^' nöno ^■:n
■y\ üntt:tw i3^' w"d '^t *:]i min nö^ n^oa 3k nyi i^J
V^wiw TTJ^p ni*m ris^^osoyi ni*jy' «n yiac^ iPi:]» na v'' ^^pö
^»4 ffoin wi ^^J'p ni^tTi .miw i^in 1^« T^-\vb D^eVa n-n ^^k ^^va
^^:*p ns^jyjii 71« 7^71 yjiy^ dhd^ü mJi* «":] kidj '.w nv;[i'ü
.ViymvE ^i p'ft'^ w p^rya p-iyn upE'J iw:iii ^^Vy^^ linnm t'Vja
,iwp v^^tt^^V ni^Tn H-ys n^ vt h^jpd cn^^y n^iyo rinjupn i]w
oy wno3 D^Di 'i w ':3 ■^:^p y^^» vi isay: t;^'^ yx Kn ^st r"n nyai
liVi pca^yT ':it n"n -nw a^ino n» iwp v^"*vV y^^r ^3 Q^iffieai 'oin
IKM 4Kp ni-^n O'j 71 -ü^M ,vi^y^ i« ny'ii^p i^^^vt ö'D mn-:» p^^3
13^» K*i 1BJ1W vJyp yi'iV^ mb^ vn li^ Tij^ '^*c ^Ji n'n Vh*i ;u
injüiB '31 fiT) mm ^i v^ ,iwp v""^ ^^''p' ^v ki ow crv "^nj^
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r"n iifi ^!?s" Kl ^oVkti irveipivB ^^ "i^"^ ny^^^ U'J 1^ nTi^ psia^
ov^ nn^m ito^tf mn^ 1201^:1 X'^^'> ^''iJ "i^Dwan i^oikd i:h^ *3T
l^nwa tt'''p -an n^Mff ib 110 -ii^a^yi pi ppoB im ojna n^wc v? P^Pi
•\yyn cyi T^inj.: F|-ivi ■['öiit;:!^ "jt ib ü^j ^m n"n "f3w-o^p3 tP^^jni
13» o'DH"! '►^n ^^:iyi3 Tia»n v*« ^f^^it lyn "nza r-n i^D^vßtt'^ iTwn
^*n pui c^F"'3 "iJ^K 1-?*^^ IM «*'3 nTi^ ei*K "uwec vw w rtriii^iyn
IN "t"3K v*i *^^'^ UTii^sDa pnj« D^j"s n'»*3 Qo Bin n^tt» t^« ikti
b^h V'ii T3s;n veno ii'^x nj d^'j 'sn^i wi ^tsVwii y^mb i^JpoB x*D
nn i*w ^tsiyn r"'Jii r"ivii L*;wnüJis cpJ^p^ y\mrT\ b^bi^ ^JnJ^^D ■'ja
^''"?j iin i:'nu^3CD M"!: in "[Tn "ii"i:k i"p d ni^>i v&'*^t2J J3TJ^*6nyB
n"n Di^T i*"3 ei'w ui^c^üi r^j-.i vn-jv" Ppcs h^he' 1"K D3"k iinnn-i
yis *^fit s^t *ht v=**^ p^i^aivB »'»iJDys \^^ ü^n*Ei rijpnn cpJBa
"insi^M 6?n ojj^tvcfi's c*ü*n ^p^aij* icpiyoj nypnn opio^ 't< viapjwa
10^' 'VK Yi'n oyn nnri^ üI'M y£y\ 'a^r n'n l*v 1-13 T'anjn vdi»
-ir*-i iiD^w mp pp: ^^^t^t t'k lo^U^ dv ^j^w v^s^' "^^^f* n^vom qa
':n TT i\r*i tf^ t'^r'n^airD P'!?p'in:c''.K out ü*c ^xij?* ^P^" ^*
Kia^i TiM^ i^B ^vi üin'Uiy:sfü la^ onn o^üo n^^' ics inj Tawno
■\T» n»K T1J Vanin rcn>i 1^ mv itpn >3^ ^Koit -.» yo* no' ^a^
mj3-in pDV^J ^'13 V'« pcnj'a irT .'Jn n-n *!nvi iJW ain D^D^a
*^*iT v^^ ün^B3 init: 1* iv-o y^^ ly ^3«^1 ^»*B lo^^'"'^ "i""^^** '^^^ 1^
o-\bvfr\ ^^^n^ i*ü:s")ü hkt n^cn 'Di r^n ^Jiynjw ^n'^ '^wt yM< y^x
m Tjwin TD1K ^a« üj^dt>i ü»j s'^ V^^p ö^^K^ nBi li"* ^np ^»
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Vn V^**'!^ V« T^ismiK rDj:5ni nnvin Dp)E fs ^r,w pvi n«J "rnw
Tiw. i'üBMn •j'tm tswn it3 h-n nipoJi Kl ^>tai -lyiv^ V'w ^^ü i^yj
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"ysH 110 ^Taeurt tbkt :inn»*j "ijik 3«n ü'ö ij^k ovw m^is' ^rityiiy
V^nMTtmi^w njKüv* nn» Möno 'bwr v"^ usus? *^» ty: -izb \^3i v*k
W ^"^ ^Jf^^^ trin'BJi ^jc '«3J 1^*1^ 'im ]ü'•^1 a^o ii-jjit nTs niyoD
mOisn ""v iipn ry"v 13« dk3 ,ithV p"^ 'S^P2 niyon -r^^^ ^»b imm
^Vyn X'* rrriD br^pb ^W D*j"p ^^[F;^t ^^it 6k injyp ^3yj3« nn^B
WK "irr'.i IS ^V Q'i^ViT n»<D^ 'n ^y )-:yp v^"^^^» ly^^Ki^^sMp ns«
^^^ ^^'^ '0 '^hI^ inw Dl» ta^»^ nTiü '»aj r» d«3i ,ni'^^ üie^^
^nK niiff ^y »i n'^V nv2i «n m»i "BT a** bnp p^n oi itO
ynmvB ,i"in*D on^w rwa:i .ii^b'^i ji^hj^ isii piKni inaa d*jb' i«
— ^^yoff nws: inn^n DaJ^^iv^l: ins s"j H^n i^s iiytitr n:ni" nrt'oyj
0^*1^^ *^'^ ly 3"! ppi p« «IIVI rVJCDT tffD^n ID^ÜH ^3"n-T D^TD^^n
mv DJi ,D^i»' rt-npy ly r^jotpc r^Vi p« in^J ^^y"^ ttioi ^D^Dnl
Vfi^KTio liw in^w pi^yi «n k"i i^üyin^D niyo ("p i^Ji^ liins-,« n^r
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iiiaJVEKipK r-.e ntpVJ Dinm ^y U'casw s'^ majDnip« ^np un»o tt»
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Beilage 7 su S^ii^ 42.
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D^fii^sn X'2^ ,^Np'tM4iE3 -iKno3 '»ain^n ^oty^ o^usn ^"ifN p-pa ti'*
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njs? o^iPDn iK D'yani* yv^ ni Hn rijprn nc^JC ■'ö ni ^y y:D toj
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Dimnvi l»y todhI^i b'jn rijppHi nutt-^ tj"' ^rp '^b^^w^ m^i nn^ b" da
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D*oin*n na vii^ V^is* oj'i* m'^-jD ma^ *i^Ef pi ^di o^in D^o^atc
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müipbrt nbnm : r!«^r;i n-^pn rntto \2iW no ^^ D*ö^r,*n'7 D'3**inD"i
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Dri pl&^ Tspn "i"« n'iya Mtpyjc njpn-i ^v Q^fi" id^V3 ^"j-i d"»
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Beilage 9 zu Seite ti9.
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d'hsh-^ö ni"*< ^J*i4 nif j u'''« uiv ^rai nav» *di pü» ^y ^lu i^ia* ,i**i
1) Über ^np ID"^ b- Ectatein, Geict. der ^oAev im fheioBlIgen
FQTBtbülum Hamburg P. Gi Aumtak.^ iv<ijificb darait(«r Clemejade'AifbDbRn
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DWip i'^a nh^ njtpnT ^33 3iTt i"P ötk ^ou iijcd ^b 4.
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V-T n^itFD nj^nn 'JB^ id^P^ M^^n^ ffctpn ^wi Fj^n^n ,üyis^i<n d^td
rvB'a in^En «"cn ^ttt^ nnaoai i^l3i v^'^p noK'r pv) P'o r« nJiw
-ij"x iPT ,D'n3 '^V3 ros -y\ ^i-yvca m tlVoi ^on^ft' d->ü3 «lu^it^
lniKi ttD^j Ni^ssT Knie vT^n 1^'« ivii ,JJ^i "[vb^w y\v^ i)Ti:» Trr im«
DB"iV"i m p*Di ,rüK^ v'iöfi? '\V s'ttfn v^^* ^"?^ -^^ pai^ii\-nj»
tPstyiT c^pnii TB *''n l^imd ,pyj ^^ m id'D i^yutfitajiK ';Wöukb*id
D'o^2 nyiiöT ^ö'' ^3 ^imtsiiK t^« ^r.pHi «'def wni^ ihdo b»\ -"nn njpr
.^^M n3>n ^jbV "loiy nnJDi rnne* sioia ona y««'
•^ini nntf 'siiDi ^''^^ natf lycn i^iip p|yiB3 y» '}
l^yv^ 3"3 i:5Jw» '?''ii o^^ nDBi ^ins ijwa "w^w ikb iü"ti nyi »D*ipM
iV^iff V« uDM inyr -ji4T ,Ti'ii iDifyj ivt^p pKtpa» pJJKJDOnyB'yj x^
1KJ Hl ,isi*« i&ivi:\"iV3 ,}'-^V\ i2Ki ■\yb^v lyn rnwc tuD^j ly t^-ii iJH3
^jB^ D^DyB nD3 E'i tt'"D3 inv^i ,ot*H pipy3 ö"vi natp iM^^n^ ,^00
^ly^ ob-'V \V-^ ^r^Jo P^^ °*">^" rn^^öi pTs iiy^? pyn ri ^ojKpa
tfnm cT^n ts ru -"aw r**in^ y^^Ki »i .loiwii ist p''n »pw fjnn üpw
p n^Ern {d)':did ,py: y^^«T yj^*« ^-"ipn trc» i» ^mn p^vwd
TS» Tn:n v^^'B .ö"'f^^ ^""^ ^'öi raff ^y i^i b^n^ nnjos p r^intra
,"lVp i"yiJ"rt ^yiy' ?'?= »*i -^J* ^"^i^ "fio ^v vVpk'i yi-i win^r (ptaic^Ti
lycsn T^ cn^B iiy^B'o 3:»b:w lyn vbbK'i npi^T fi^w n-i p-nn ^KJ^tll
.nVonn ^^nrni> b^i* üoip 3",i3^ (ffccn t^»3w 't:!» ^p
Dieae rupn sind zum Teifc aweimal in dem ans rorliegen-
den Akt enthAlt^n mit Datum nnd Unterschrift öes Gemetode-
.p'sh s-ypn vVd3 r^T p''wy v^ ot n»jfi >«*i 't
lod
Wir bricgen nachfolgend uur die in den obigen nicht ent-
bBltenden ntjpn«
»■^1 nsri T3» TiWin b^m in^S'^i Q'na "hv^ piy^ nnw tf^^w 1.
ny^iiteD3»i ^"« B*o tjs-'ipn yi"Jt niVTi tIV^^^^ min^ n^p i^sM "tJi«
i'ünvj BD^jNi -i^D :i'3 iJjn liyji oyin ^n snj'B i«o (^uaN^üGPD »ipnt'
^iyn lyiJiwoiy sra*^Bii y^ynvD iv^^dit: ,iiy^"iT 1^ n^w yBKiitte' y^n
13*^ p^^aj Dw^ssoD ii^ßD*» r-i2 -T'3s T'K:.i (?) tcip^ni fiaip^ lyiKc lyi
VB^VT w ^Venn^ orn na^n ':e^ ^^^^ un^np 'Jsö li^if* lyii 2,
t-ivV^H lyaw üü^NT ,'[^M c^^3o myi i^np vd3 Djynoyj^^p lys^uijyi ]st2
oyjV FT \piJWiiy ony y:iK ^k-iv ntp^n wi^^p i"« iyjy> ti^i« d^«b
»*nnfl DJ^B y3*tii*^it y:i^yTnyi yüxn «i ^ut^n ddiibü ö3*j «a'^a n^ip
n^ip ]"« iPT ,^vJNT IV p^K njm ivnxn vi ya^yi oyi ynn hk^ti* nns
«tf*5 w^ip D*JV' DI ,ü'l^bn^^py^ "|'i Ty ^i ,^^^ ^3JN3"^v v'^^« ^*i?* t*^*^
ynv^ tcimn ons p rwinn inw"? uy» lan ^i v^bai y^'i reu üs''^
IX T^vD ^npn cCBT n^ y^^ViüVi ,V*^ ^'^ ^^'" '^^^ 1"''^ IDyjiBJw
* -Tioü tF3"Hy üoayj ,p
^JD^ ni* Bo*3 irs* yMJws dsi ysnvT üT^'^p *jaa li^y^i ]"(« 3.
B^airt' pi u^n^np »j^d «vi ojf ^^'■^i n^^r ^itb Mv i^3« rje*j irTv"?
mi* eo^i D^*s^^^ i« tia» i^^on t*i3in yB^v^ hie-ö ij« "»ns i^'Bm
D*yji 31V tip iJnbnp 'wa ^jd 1"k tPT ^^y^Ji^Kiy lan ^i yatw
'Jt^ n^^ t^vff ,Dr» oi^'iiD'K -i^^ßjyDv p*« ^kej ixü tji« üKu^^ys
B^en n^va 3*ivö r^sr^ B'imrr djic mcT '"y v^'^V'^V'^ ^oiyr nr .la-n
rnoT;j ^ipo öi>b y-e-^ ^-s") v^^yv^y"t ß'"' .IVt V'i ^V r^ ^^sni^ D^^n
n'inr D'^in tp^vi .nDTPa ipiinn djib m»i '"y va^ynyi yBiv"t pii's'
TVi^^yn 2 1**B ^1" 'ö^:i B-in^Eyaj^'W y-nisn ,ijnp^'tc-iyB niiiü
ya^KTia ü*D nnjüai n'intPJ nj»" i« ,i^^yn u^ü iü^k öJ"ör 13^» i«
.™-ip 3 i&^a D^n ü^ p D-nna ^ai «np
■jr*K pijoi ^niüi nnn ^yan ^Bnyn- n^^o nna [nii^D ma vaD mi;D
1) Ea liegt ana ehie »eitere JieibeEQgliclie Anfaeicbnaiig — ohne
DMom — T6T, welche whiieist: D^KBoyi nasrn^ po öi*it nJ T^wrti
. ,p*n3J lim \vi^ a'"iy:\ omna ny D^i^i ^yp i:in öiii^nya c:'j
lOfi
eo -13« .iDvh PKD rnK ri^-in ^b^a innEtPOT m^ivi dv priJ« TVi
V^33 irnscQ ^J3 ^:i rjn^. ipb^k^» n-i^-^ nvn in";* *<^i TpW? i:i*ö «'"o
ODs^ p«Q tt^'o nnw nana
^Dm nm^ Kb^ in^om vom id«i vijsi rjni inr«^ s'-^di ü"*^
K^ii y"»n^ ü^^i'riy ors rnini» nt*^v^ 1«=^ »^^ ""iw ^3" 1^"** ^^""^^
.p»D "li iP"» BJW1Ö Ff^i» mw lyn p*«
psa «-"D nn« n^n^a irnrifD ^^"? pn '3K 'bivi niio nn
V^THii .nn» nD">33 Tr-EffD^i ici^i^i loni^ ,iDiiV o-s pb pT \ck'?
^2b nnvü c:>^J i' n^ro i« t^^n^i iwsd T'3w rw:n mn ^DpmKyaj«
,ü3KD r-ü ^Q^o Vv av"i n w n^^l^D n:n3 pnjii impts ^y ^mv 'isa Tn»
uni ij^« PK üD>j nwj D=>v^i 1J7 r» iVJ^7 venvT ^V J""'
n:^ p^^i'jiVi '&"'l'"[ -'^V= 1^'BW P^*^ ^^ 1^^^^^ ^'"^^^ T' "^Vl« ^lOH^
oiip 3^y r\V^ r\"^ 1« dub ^s \9?t^ nnao reünwJV^ VUJVi^«B
^piDE DV »'■'31 üViv liT* '»f y^^^V^ .P^yii ü-ii^^utfii?» D^n^aa anya
K^i nnia- nDiF n;? noE -in« nat' its -|nv ^:n 'z jb'^ naiFD mon
;^^M nv »"ri nawn n^c "ly noB "fn» na» lo n^B-o D^tnn ri^n 'n
'n ;nmDT naT KJr»*in V^" ^^"^'"^ ^^^ 1'^** ^"^"^^ "* '^^"'^ ^^""-^ "''^ '^
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BriUf^e^) 9 ^u ^oite 79.
Distriktsj^bhiner Ä^rallanl Adler war in KleiastcinacL (Unter-
franW) am U. August 18082) gehören, Seio Vater^ Selig, — der
in Hfliner Jngetfd die Tabiudschule in Fürth besucht hatt« — war
frlüier T.elirer, später Kaufmann ; seine Mutter Kelchen war die
Tüehter (lea TeiJheimer üabbinats-AsaeEsora Joael. Seinen ersten
1) yprschiecleBe iliUeäJnng an dieser biogr. ßkirce Terdflulis ich
Herrn Rabbiner S- Bamberger in Sennteim, dem fiehwiegerflohn Abr. Adler'i
und He/rn DistikfBrabliner J- AdJer in Kitzingen, einem Neffen dtMeiben,
wofür ich beiden hierraät beatens danke.
B).Nach eineffi GebnrtsieuRDiepe bai den Heim Btiflfct*n des bl«.
FraillmagiBtrata, itageeteJlt top Abraham Adlera Bruder und AnütHnacbfotger
^n farBpreppach Josff Üabriel AdJer-
110
talmurlischen Studi™ lag Adler bei dem OrtBrabbiner Abraham Mo-
Bfiheh M&jländer in Burgpreppach (Unterft&nken) Uüd in Adefadürf bei
Äbrahem Stom ob. Von dort au« kamer auf ilie rabb- llocbaclmle in,
Fürth, woBelbat er za Jen LiebliTiganchUlci-D dva LeJtera dsraelbeni
Wolf Hamburg, efthlte. Er gtiiairte dann 1^2 Jahre privalim In
Erlangen, trat hierauf in die Obertlasse dos üvmasiuras KU WUrii-
bufgf wOBclbRt fir nach der Reifeprüfung, eine Hauslciirerstelle be-
kleidend, au der "Llnivursität etuditri« und die falniurlj wehen Voi-
leaongea dee Oberrabinera AbFft}>ani Bing hürte- Er hatte t^ich
zuerst: dem medir.inischen Studium zngf^w^indt, cEann aber dueb aieli
dem Hahbinerberufo gewidmet, und erhielt von Abraham Bing Rab-
binatsijiptom. Nachdem er die hayer. Rabbiiiata|jrllfiiug heÄtaudeu
hatte, kam er nach Burgpreppath als Diatrikttirabbinerf wo w 7
JahrR lan^ blieb. Von da aus kam er 134j^ in dei' gleiehen Kigen-
9cbaft nach AErhafienburg: hier M^irMe er 'ÜTi Jahre lang. Diese
Berufung baita er seinem Kufe als henorragendei' (ielebitej'r der mit
seinem Wisaen die ausge^eifhnetflfen Oharsktereigensrliafteii i'erband,
sa danken. Weit über die Grenzen aeinea Bezirkt^ Jnnaui^ eritreokte
sieh sein Wirken, Eng befreundet mit dem ]>EfttJ'ikts['ahbiner S. B-
Bmüberger in WOrzburg — bei de&iseu Rabbinafapi^lfung er als theo-
logiai-hHH Mitglied fungierte — ftur er einer dev Mitbist ündet und
eifriger Förderer der dortigen jUrtiachcn hebrerbitduugHaju^ta}!, der er
mit überaus groi^sem Intereü^e zngethan war. Im. Vereine mit. dem
Würzburger Rabbiner und Rabbiner Dr. Lebfiiann in Mainz war er
an der Herausgabe des Pentateuch mit üeberset.ÄUug seitens der nrtbo-
tiiOÄen israelitiachcn Bibelanstalt beteüligt. Von seinen SehlÜern amtier-
ten und anftiereii mehrere ala Rabbiner, n. A. Ditttriklsrabbiner J*
Adler in Kitzingen. Zur Charakteristik des grossen JMannee sei nur
Heine letztwillige Bestimmung crwabnt, daas auf aeinem (Jrabdenkmal
kein Wort des Lobes tUr ihn erw^nt werde. Er starb am (10.
A^ 5040). 2ä, Februar löÖO.
Beilage 10- !r^u »eitti 79.
Mein Vater, Simon Bnmberger wnrde am 1&. Jnli 1832
(21, TammuB 5522) in Wieseivbronji bei Kitaingen geboren. Er ent-
stammte einer alten Rabbiuerfamilie, und seien hier diejenigen seiner
Ahnen vüler- nnd mUtteriieherspilg erwähnt, von denen una bekannt
ist, dafls Bie ala Eabbiner wirkten. Seine Mutter war die Toehter
des bekannten Fnldaer Rabbinera^ Seckel Wormaer, dessen Vater,
Saloioon Wormaer, abenfallB Fulda^r, früher fielnbauser Rabbiner
Vߣ. Die Fra<i Secifll Wonnserö ^»m der Familie de» Nathan
Hl
Adler in Frautfiirt) war mUtterlichcreeitfl aine Enieliii dea Fürther
fiabbinerH» Da^id Straiisa- Der Vster SimoD Bamhergers war der
rühmlichst bekannte fJeifihrte, Dlatriklsrnbbiner Sflligraann Bar Bara-
Lerger ia WUraburg, deaRöU Grossvater raOtt^liehcrEeitfl Moaes Low,
Landesrabbiner zu H^idxngsfeld war. Simon Bamberger war der
älteste der aeclis Söhae des Sei. Bot Bambarger» von denen fünf
sich dam EabbinerbftTiife widmeten. Zur Zeit der Geburt Simon
BambergfiTB war Bpin Vater noch mcH Babbinerf er kbt« Tielmebr
iD WiesenbroDn, von den ErtregniSHen einee unbedeutenden Spez-
reigesehäftes sich und seine Familie ©mährend- Schon frühe
wurde er nahen dem Untericht in den iJTgeifleinen Däeciplinen ia dna
TJuirastndiiirii eingeführt und sein ebenso als Lehrer wie auch damala
aahon als Gelehrter hervorragender Yatcr wöt ea, der ihn von frü-
heRter Kindheit an hierin unterrichtete. Im Jahre I84ri wurde
Sei. Bar Bamberger zum Rabbiner der Stadt und des Distrikts
"Wünabur^ erwablt, Keben dem weitaaagedehnten talmud. Unterricht
eoj-gte nun derselbe <iutch Privatlehrer für die allj^emeine Bildung
seineB Sohnes, der in allem, womit er nieh beachaftigte* mit grossem
Tleiss und Eifer arbeitete- Privatlehrer unterrichteten ihn in den
GymnasialfdrJiem, älit Vorliebe unterhielt er sich in franzosiächfir
Sprache, — die er voilkommen beberrpchte — inabesoiidpre naeh dem er
ttinlk 18B7 mit meiner Mutter Adefaide, geb. Tedeseo aua Paris* ver-
malt hatte- Nachdem er eine umfassende Anabildnng unter Leitung
eeiDes grossen Vaters genossen und Eabbinafsdiplom von DistriktH-
rabbinex Adler in Aschaffenburg erifalten hatte, wurde er, 22 Jflhre
alt, an die unter Leitung des K-onsiatorial«rabbxBera Salomon "Wolf
Klein in Kolaiar (KIsass) stehende Eabbinerecbule bamfen, wo *er
zwei Jahre lang verblieb. Dieeeri der ihn als Lehre* und Gelehrten
SU würdigen verstandi erteilte ihm auch seinerseitB das Eabbinata-
diplom. Er Übernahm von dort aus 1Ö56 das Amt eines Eabbiners
der Gemeinde Fisehach in Sehwaben, woselbst er 26 Jahre lang,
stets lehrend und lernend, wirkte.- Eine besondere B^fdedignug ge-
währte ihm die üebmig ftoramer Werke im Stillen. Von eeiaem un-
bedeutenden Einkommen unterstutzte er Bedürftige^ und, wenn er
von einen ' Bedürftigen wnaate, dasa er kein Gefichenk annehmen
wUrde» so ^b er ihm die UuteratUtaung in Form einea XJarlDbeDs.h
Sobon in der erster Zeit seines Wirkens wurde ytai d«n
damals auch in Deutsclüimd noch in grosser Zahl vorhandenen t^mii-
diacben Gelehrten sein groaseB Wiaaen anerkannt ; dennoch berichtete
er in der ihn zierenden B^cheidenheit von allen bedentendaran Fragen*
die an ihn henuiiraten, seinem ^>ossen Vater nud Jj&biWj nnd wÜnen
112
Kindern gegpntibet erwÄhntfl ftT wiederholt: Kach meknblani mibe*
ftbo (so wurde es mir Überliefert vom Vaterhuuse).
Dass er olle religiösen VoreahriflGn mit der gri^seten Gewis-
flenhaftigteit und Pünktlichkeit erfüUte, bedarf kaum der Erwalmung.
Aasaer den vorgeschriebeaen Fastt&geu hat er sieh oft fiolfhe aufer-
legt, von denen aueserhulb seiner Fo-niüie Niemand erfeliren durfte.
Zum eifrigen Studium genügten iliiri nicht die Tage, iinJ ausser na
Sabbat- und Feiert^^n wnr's nie lauge vor Tagesaubruph, wenn er
3om Lager au&uchi».
Von Fischuch aus hst er folgende Werke heraiiK^egebi'u :
Schaare Simehaj Chidnacbe It. Jinak Ihn Giolh, mit Anmerkungen von
seinem Vater und voB ihtn, welch' letztere mit Vrift" b^zpichnct aind;
Avodsa liate^iim, Erklärung dea R. Jonatan hakoben zum Alfaai
auf Trakt. ChoHn mit seinen Anmerkungen j Pektidna balevüm Kum
Trakt'- Beracböt, Erklärung des Ü. Avon halevi auf den Alfasi au
diee^m Traktakt, ebenfalls mit getnen Annierkungfin. Zahlreithe An-
raerkuflgcn von ihm, welflhe die Bezeicbnung V'nff tra^eUi finden flieh
auch in der von aeiueni l'ruder, Heirn. Hiatriktsrahb. Sath. BamberE^er
in "Würzburg, bearbeiteten Erklärung des Jt, Jonathan höki)heii /um
Alfiwi auf Trakt. Taanitli und in der von J. Stern heraust^egebenen
ErM&rnng dea R. Chananneä Kum Tiukt. FeKachim, sowie in den von
eeinen ^hnen herausgegebenen halacbisdien und midrasehischen W'?^'-
ken. Jn dritter Auflage eracliienen aind die von ihm fllr die Kchule
bearbeiteten Vorschriften über das Zi^iia- und l^philingebot unter
dfcm Titel Chinuch linesrin. Mehrere Ahandlungen wurden von ihm
in dem vom Ettlinger-Altona redigierten Schomer Zion und in
den jetzt noch erscheinenden Zeitecliriften Tauroh mi^ion und Tel
talpioth verüffentlicht. Ohne Namensnennung war er Mitarbeiter
venschiedener Zeitachriften, welehe seine in Spraehe und Tnhalt ge-
diegenen Arbeiten suehten. Von «eiiien Kau/eiredeji ist bis jetzt nur
die bei der SynagogencitiweihiiJjg in Asi^haffenbiir^ (im Scjktember
1893) gehaltene verbffentÜcb. Ausserdem hinterlieaa er haridschrift-
lieh etwa 50 JJrtnde, deren teilwoiae baldige Veröffentlichung in
Ausfliefat genommen iflt, ■
Ln Jahre I8ö2 wurde er, wie in der vorliegenden Arbeit
bereite erwftbnt, nanh ÄBChnifenbutg bemfen, wo er im 0*« Jahre seinCH
Lebens (am ,14. Kiftlew 6657) in der Nacht vom S, auf den 9, De-
^Binber 1397 von seiner iidiscbeiL L&ufbaiin abberufen wurde,^
' 1} NBheraa Aber sein Leben und Wirken let aua der von deiaein
SctbDBi Eibb, Lt. B. Bwoberger id BchTiicn). veröffentlichten TraHertede
(Fratklnn a H. h^lB' m euehen.
Njmc jkJck lf>
HtlDrlfchc Btrlchtc ühtrdrir Jidcndrr Stadiund dcf
chrnuld^n Kur^tcitnin^ Aschafrrnburg
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Esdcit pirpaiEJb^
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