(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Hunain ibn Ishaq, Uber die syrischen und arabischen Galen-Ubersetzungen"

HUNAIN IBN ISHAQ

ÜBER

DIE SYRISCHEN UND ARABISCHEN
GALEN-ÜBERSETZUNGEN

ZUM ERSTEN MAL HERAUSGEGEBEN UND ÜBERSETZT

von

G. BERGSTRÄSSER

LEIPZIG 1925

Printed in Germany
Lessing-Druckerei, Wiesbaden

HERRN Dr. med. M. MEYERHOF-KAIRO

ZUGEEIGNET

INHALT

Einleitung....................Seite I

Vergleichungstabelle................ „ XI

Text...................... , I

Berichtigungen.................. „ ot*

Nachträgliche Verbesserungen............. „ öS*

Ubersetzung................... „ 1

Schriftenverzeichnisse............Nummer 1. 2

Der alexandrinische Kanon..........„     3— 20

Anatomie.................„    21— 35

Physiologie................»    36— 49

Therapeutische Propädeutik..........,    50— 65

Prognostik................„    66— 69

Therapie................., 70-86

Hippokrates-Kornmentare...........„    87—102

Weiteres zu Hippokrates...........„  103—107

Zu Asklepiades..............., 108

Zu den Empirikern.............,  109—111

Im Ilivcc^ fehlende medizinische Schriften....., 112-—114

Logik.................., 115-117

Ethik.................., 118—121

Zu Piaton.................„ 122—124

Zu Aristoteles..............., 125—128

Grammatik und Rhetorik..........., 129

Register.....................Seite 44

A. Eigennamen................„ 44

B. Griechische Buchtitel.............„ 46

Abkürzungen und Zeichen..............„ 48

Die historische Bedeutung der hiermit zum ersten Mal vor-
gelegten bibliographisch-autobiographischen Schrift Hunain's1 liegt
darin, daß aus ihr fast das gesamte Wissen des Islam von den
Schriften nicht nur des Galen, sondern auch des Hippokrates, und
von den syrisch-arabischen Übersetzungen dieser Schriften stammt,
soweit nicht sie selbst auch später noch gelesen wurden. Mit
dieser Sachlage ist gegeben, daß der Inhalt der vorliegenden Schrift
etwa zur reichlichen Hälfte bereits bekannt ist. Diese Hälfte aber
ist die weniger interessante: sie umfaßt in der Hauptsache die An-
gaben über Einteilung, Inhalt usw. der Bücher Galen's (einschließ-
lich seiner Hippokrates-Kommentare), die über das uns direkt aus
dem Altertum Bekannte kaum hinausgehen, sowie eine nackte Liste
von Ubersetzernamen. Unbekannt sind bisher die eingehenden Mit-
teilungen über die Übersetzungstätigkeit, und vor allem über den
Stand der griechischen Galen-Überlieferung zu Hunain's Zeit: welche
Schriften noch vorhanden, wie zahlreich und wie gut die Hand-
schriften der vorhandenen waren.

Die Ausgabe beruht auf der einzigen bekannten Handschrift
Konstantinopel Aja Sofia 3631. Die Handschrift, 19,3 X 27,5 cm
,groß, ist auf starkem gelblichem, ziemlich ungleichmäßigem, um die
Schrift herum nachgedunkeltem Papier 19-zeilig in etwas steifem,
großem und deutlichem, älterem nashi vielfach ohne diakritische
Punkte, dafür aber mit gelegentlichen ihmäl-Zeichen und Vokalen
ohne Verwendung von Rot geschrieben. Die Lagen und in ihrer
ersten Hälfte die Blätter sind numeriert; dafür fehlen Kustoden.
Die Handschrift ist nicht datiert; sie wird dem 7./8. Jahrh. der
Hidschra angehören. Sie ist eine Sammlung verschiedener Schriften
(magmü'), deren Inhalt fol. 2r (das ehemalige erste Blatt fehlt) ver-
zeichnet ist; auf die Schrift Hunain's folgen 28r—66r Gawämi'
gama'ahä Täbtt ibn Qurra al-Harräni li-'idda min kutub Gältnüs
„Summarien einiger Bücher Galen's von Täbit ibn Qurra aus Harrän",
weiter 66v—76r Hunain's Übersetzung des Buches über die Diät
der akuten Krankheiten nach der Ansicht des Hippokrates (hier
Nr. 78), 76v—84r Hunain's (so!) Übersetzung des Buches über die
Verschiedenheit der in sich homogenen Körperteile (hier Nr. 33),
84v—95r 'Isä ibn Jahjä's nach Hunain's syrischer Übersetzung ge-
fertigte Übersetzung des Buches darüber, daß das Blut von Natur
in den Arterien eingeschlossen ist (fi anna d-dam muhtabas fi
l-'urüq ad-dawärib bi-t-tab', hier Nr. 43, mit etwas abweichendem

1 Vgl. z. B. C. Brockelmann, Gesch. d. arab. Litter. I 1898 S. 205;
A. Baumstark, Gesch. d. syr. Liter. 1922 S. 227—30.

Abhandl. d. DMG. XVII, 2. a

II

Titel), 95 v—111r Hunain's Übersetzung des Buches über die schwie-
rigen Bewegungen (hier Nr. 47), IIIv—116r Hunain's Summarien
des Buches über die abmagernde Diät (hier Nr. 75).

Als zweiter Textzeuge kommt zur Handschrift hinzu der Auszug
des ibn ab! Usaibi'a1 I, 90,23—101,15. Ibn abl Usaibi'a nennt
seine Quelle zunächst nicht; er gibt sich den Anschein, als beruhe
die von ihm gebotene Zusammenstellung der Schriften Galen's auf
eigenen Erkundungen (»dies ist eine Aufzählung derjenigen, die ich
in den Händen der Leute verbreitet gefunden habe" I, 90, 22). Schon
der Umstand, daß er auch gar nicht mehr vorhandene Schriften
mit aufführt, beweist, daß dies irreführend ist; die gelegentlichen
Nennungen Hunain's im Verlauf der Darstellung2 und die Hinweise
auf „sein Buch" (I, 102, 11), „das vorerwähnte Buch Hunain's* (ebda
Z. 14 f.) nach ihrem Abschluß8 zeigen die wahre Quelle. Der Vergleich
ergibt, daß ibn ab! Usaibi'a abgesehen von der fast durchgängigen
(und daher im Apparat nicht berücksichtigten) Vereinfachung der Ein-
führungsformel für die einzelnen Bücher (kitäb für kitäbuhit fi u. ä.)
wörtlich Hunain ausgeschrieben hat, und zwar hat er diejenigen Be-
standteile ausgewählt, die sich auf die Schriften Galen's selbst, nicht
ihre griechische Überlieferung und ihre Übersetzungen beziehen;
d. h. im wesentlichen jeweils den ersten Abschnitt jedes Paragraphen
bis zu dem Zeichen .\ (in der Übersetzung —), unter Weglassung
der Einleitung, der Zwischenbemerkungen zwischen den verschie-
denen Gruppen von Schriften (wie 23, 14-16) und des Schlusses.
Auslassungen und Zusätze ibn abl Usaibi'a's in geschlossen von ihm
übernommenen Stücken sind im Apparat angegeben; davon abgesehen
gilt Folgendes: Aus den bezeichneten Abschnitten fehlt 3, 18 j^jj
In -19 äüs.^ Teil; 10, 2-3; 10, 12 *$£i3 und dieser -14;
25, 10. 12-13. 16-17. 23 (dafür nur jedesmal vor dem Titel äJU/>
JÜin Teil); 36, 16 und 37, 16 von vJ&jc-} das Ziel an; *2, 10

und der -11; 45, 2 von jS>^ es ist an; 49, 21. 51, 14 (da-
für beide Male vor dem Titel xJUw).

Diese Auslassungen sind ebenso wie die im Apparat verzeich-
neten Auslassungen und Vereinfachungen ohne weiteres als weiter-
gehende Kürzungen verständlich. Dagegen ist die Weglassung des
zu dem von ibn abl Usaibi'a ausgehobenen Stoffes gehörigen Ab-
schnitts 33, 17-19 nur erklärlich aus mechanischer Abhängigkeit4

1 'Ujün aLanbä' fi tabaqät al-atibba1 hsg. v. A. Müller 1884.

2 Vgl. Anm. zu 23, 5. 11. 32, 22. 33, 5. 37, 19. 38, 2. 43,16. 45, 8. 10. 12.
46,9. 47,12. 48,13.18. 50,13. 51, 18. 52,3.

3 Dort auch zwei nicht gekennzeichnete Anspielungen: I, 102, 11 f. =
52, 9 f. unseres Textes, I, 103,5-7 vgl. 52, 5 f.

4 Dasselbe etwa mechanische Vorgehen zeigt sich z. B. darin, daß ibn
abl Usaibi'a 43,1 die 1. Pers. übernommen hat, ohne die Stelle als Zitat zu
kennzeichnen, und daß er 26, 13 ein L^a9 beibehalten hat, obgleich er das

III

von der äußeren Einteilung von Hunain's Schrift: dieser Abschnitt
ist erst nach der sonst den zweiten Teil des Paragraphen bildenden
Angabe über Überlieferung und Übersetzung nachgetragen.

Umgekehrt finden sich bei ibn abi Usaibi'a folgende nicht zu
den bezeichneten Abschnitten gehörige Stellen: 32, 21-23. 37, 19-20.
38, 2-4 Jas gekört hat. 43, 1-2. 16—44, 5. 45, 7-9. 10-11.
47, 12—48, 8. 48, 13 Anm. 51, 18-19. 52, 3 l^syü ^ Er
hat (so!) es nicht übersetzt. Auch hier ist z. T. ibn abi Usaibi'a
zu sklavisch der äußeren Einteilung seiner Vorlage gefolgt, ohne zu
berücksichtigen, daß sie anderen Stoff bot als an der betreffenden
Stelle zu erwarten; z. T. aber war der Stoff in der Tat aufzunehmen
und stand nur an abweichender Stelle.

Die kurzen Erwähnungen von Nr. 116 und 117 in einem von
ihm unberücksichtigt gelassenen Zusammenhang hat ibn abi Usaibi'a
zu besonderen Paragraphen umgestaltet, indem er zu 116 »«As»^ ^Lä*
ein einziger Teil und zu 117 die im Apparat angegebene aus
Hunain stammende, aber nicht eigentlich zu dem zu exzerpierenden
Stoff gehörige Bemerkung hinzufügte. Dem Paragraphen Nr. 124
hat er eine besondere Überschrift gegeben. Auf Mißverständnis be-
ruht das gleiche Vorgehen 36, 3 f.: ibn abi Usaibi'a hat das ^ er
fälschlich auf Galen bezogen und so aus einer Schrift Hunain's eine
Schrift Galen's gemacht. Kleinere redaktionelle Eingriffe verwandter
Art finden sich auch sonst.

Der Vergleich der beiden Texte bestätigt die bekannte Vorzüg-
lichkeit der Textgrundlage und Überlieferung von ibn abi Usaibi'a's
Werk vollkommen. Bei fast allen Differenzen, die überhaupt eine
Entscheidung zulassen, hat es den besseren Text1; nur an wenigen
Stellen2 hat unsere Handschrift das Richtigere erhalten. Dieser
Befund berechtigt, wo die Parallelüberlieferung bei ibn abi Usaibi'a
fehlt, zu allen notwendig erscheinenden Eingriffen in den Text. An
einer ganzen Anzahl von Stellen8 allerdings ist dieser so stark
entstellt, daß ohne einen weiteren Textzeugen die Heilung kaum
möglich ist. — Die belangloseren Abweichungen zwischen ibn ab!
Usaibi'a und unserer Handschrift bestehen zum großen Teil in ver-
schieden starker Auffüllung (durch wiederholte Substantive, durch

xSüüJt Z. 12, auf das es sich bezog, durch v-jLiXll ersetzt hatte (umgekehrt
das zweite &a2 29, 4, in der Var. korrigiert). Allerdings führt auch bei Hunain
selbst das ständige Nebeneinander dieser beiden Synonyme zu sorglosem Wechsel
von ä.- und Lg_ u. ä.

1 Auch 20,2 (y^AAOJtJl ^ nämlich). 22,1 (g^ijdb). 33,14. 41,9
wäre wohl besser ihm zu folgen gewesen.

2 13, 12. 15. 19, 7. 8. 10. 21, 19. 27, 19. 31, 10. 14. 34,10. 88, 19. 39,15.
41, 21. 42, 1. 43, 19; vgl. auch 8,18, wo die Handschrift zwar nicht das Richtige,
aber die beste Grundlage zu seiner Herstellung bietet.

3 Vor allem 38,4.

a*

IV

Pronomina und Partikeln); meist, aber nicht immer, ist das Plus
auf Seiten der Handschrift, entspi'echend der Tatsache, daß ibn ab!
Usaibi'a exzerpiert. Diese Tatsache erklärt auch die größeren Aus-
lassungen bei ihm; nur selten wird man die Möglichkeit sekundären
Ausfalls einer Stelle bei ihm oder umgekehrt eines sekundären Zu-
satzes in dem Text der Handschrift1 in Erwägung ziehen können.

Einer näheren Betrachtung bedarf der umgekehrte Fall eines
Plus bei ibn abl Usaibi'a. In wenigen Fällen2 gehören die be-
treffenden Worte der Schrift Hunain's an und sind nur zufällig in
der Handschrift ausgefallen; weit häufiger3 ist dies unmöglich oder
sehr unwahrscheinlich. Dabei war nur hie und da der Inhalt des
Zusatzes naheliegend oder aus dem Zusammenhang zu gewinnen;
meist muß der Urheber eine eigene Kenntnis des Stoffes besessen
haben4. Die Hand des gleichen kundigen Bearbeiters zeigt sich
darin, daß zu den von Hunain verwendeten Titelformen gelegentlich
die später üblichen5 hinzugefügt6 oder direkt für sie eingesetzt7
sind8; und in einigen wenigen Korrekturen9. — Eine besondere
Bewandtnis hat es mit dem Zusatz zu 43, 9: er steht nur in
den Handschriften der ersten Ausgabe von ibn abl Usaibi'a's Buch,
muß also wohl, da nicht abzusehen ist, warum der Autor ihn in

1 Ziemlich sicher 27, 5 (K^gj^V+Jl unbekannten eine möglicherweise
aus dem Fihrist oder der an ihn anknüpfenden Tradition stammende Glosse zu
dem schwer verständlichen jLoLää^J? schtvierigen)) vielleicht auch 15, 14.

2 6, 7 f. (dagegen nicht sicher bei den entsprechenden Angaben 45, 7. 21).
25, 9. 46, 9, und zweifellos auch 44, 14 (von mir nur deshalb nicht in den Text
aufgenommen, weil sich der zweite Teil, den auch dieser Paragraph gehabt haben
muß, doch nicht rekonstruieren läßt); möglicherweise auch 49,16.

3 4,11. 12 f. 5,10. 8,19. 19,7. 20,6.9.14. 32,7. 41,3. 47,6 (wo schon
der Ausdruck zeigt, daß der Autor nicht Hunain ist).

4 in die Untersuchung der von ihm herangezogenen Quellen kann hier
nicht eingetreten werden; in Frage kommen vor allem der Ilivcc^ nebst Hunain's
Ergänzung, und die betreffenden Schriften Galen's selbst (oder Auszüge und Zitate
aus ihnen).

5 Z. T. dem Griechischen näher kommenden, und z. T. möglicherweise
bereits vor-Hunain-ischen.

6 12, 11 (und ein entsprechender Zusatz im Text 12,15). 19,6. 30,20;

die Einführung der gleichartigen Bemerkung 37, 11 durch ^yi\ ich sage zeigt
deutlich, daß hier nicht Hunain spricht.

7 13,8 und entsprechend 33,4; 21,8.12. 48,17; vgl. auch 25,9.

8 Dazu einige erklärende Erweiterungen von Titeln: 21,1. 37,15. 44,15.

9 Einsetzung eines geläufigeren Terminus 30, 16; Korrektur einer von
Hunain selbst mit Vorbehalt gemachten Angabe 44, 6 f., einer irrigen Angabe
41, 21. 42, 1 (daß diese Angabe wirklich von Hunain stammt, zeigt das von ibn
abl Usaibi'a gestrichene LüjI ebenfalls 41,20). — 27, 18. 20 f. ist sachlich ibn

abi Usaibi'a im Recht gegen die Handschrift; doch könnte es hier allenfalls auch
so sein, daß die an der ersten Stelle in der Handschrift fehlenden Worte sekundär
ausgefallen und dann zum Ersatz — es fehlte nun der Inhalt eines Teils —
unrichtig die an der zweiten Stelle in der Handschrift überschießenden Worte
eingeschoben wären.

V

der zweiten Ausgabe gestrieben haben sollte, erst sekundär in den
Text dieser Rezension eingedrungen sein.1

Das zweite, im Fihrist"1 und bei ibn al-Qiftl8 vorliegende
Exzerpt aus Hunain's Schrift, das wir besitzen, ist, obwohl es seiner
Knappheit wegen als Textzeuge kaum mehr in Frage kommt, im
Apparat wenigstens für die Titel berücksichtigt worden, zur Er-
leichterung der vergleichenden Übersicht über die wichtigsten arabi-
schen Listen der Schriften des Hippokrates und Galen. Aus diesem
praktischen Grund sind auch die Varianten des ibn al-Qiftl mit
angeführt, obgleich dieser streng genommen Zeuge nur für den Text
des Fihrist, nicht den Hunain's selbst ist.

Ibn an-Nadim konnte in den Fihrist natürlich nur die arabisch
vorhandenen Schriften von Hippokrates und Galen aufnehmen; so
erklärt sich, daß er von den von Hunain angeführten alle nicht ins
Arabische übersetzten ausließ. Darüber hinaus fehlen bei ihm die
Nrr. 1 und 2 (s. unten S. VI Anm. 5). 43. 44. 55. 60. 90 (s. unten
S. VI). 114. 120. 124 (vgl. weiter S. VIII). Für jede Schrift
gibt er nach dem Titel den Autor der arabischen Übersetzung und
die Zahl der o^'Jw Teile; doch fehlt gelegentlich eine dieser
beiden Angaben, wie umgekehrt in einzelnen Fällen weitere Be-
merkungen, wie über die syrische Übersetzung oder über die Per-
sönlichkeit, für die eine Übersetzung gefertigt worden ist, hinzu-
kommen. Sein Prinzip der Auswahl ist also dem des ibn ab!
Usaibi'a gerade entgegengesetzt. — Die möglichst knapp gefaßten
Titel sind oft nicht Hunain, sondern einem bereits bestehenden,
z. T. von Hunain unabhängigen Usus bezw. den betreffenden Schriften
selbst entnommen.4 Die Angaben über die Übersetzer sind, auch
von einfachen Verwechselungen der in unpunktierter arabischer Schrift
so ähnlichen Namen Hunain und Hubais6 abgesehen,

die erst der handschriftlichen Überlieferung des Fihrist selbst an-

1 Wenn sich umgekehrt das von Hunain stammende Stück 7,18 ff bei
ibn abi Usaibi'a nur in den Handschriften der zweiten Ausgabe (z. T. am Rand
nachgetragen) findet, so beweist das, dafi ibn ab! Usaibra (oder weniger wahr-
scheinlich ein alter Benutzer seines Buchs) die Schrift Hunain's nachträglich
noch einmal eingesehen hat.

2 Hsg. v. G. flügel 1871, S. 289—91 und S. 288.

3 Ta'rih al-hukama1 hsg. v. J. Lippebt 1903, S. 129—32 und 94 f.

4 Ein auffä liger Fehler ist Ari8totele8 für den unbekannteren ErasÜtratOS
Kr. 28. — Bei Nrr. 69. 76 stimmt unsere Handschrift mit dem Fihrist in der
Auslassung einiger Worte überein; es ist also möglich, dafi die von ibn an-Nadim
benutzte Haudschritt der unseren nahegestanden hat. Daneben aber besteht für
Nr. 69 die Möglichkeit, daß die kürzere, genauer zum Griechischen stimmende
Titelform die ursprüngliche ist, für Nr. 76, daß zufällig eine Kürzung im Fihrist
mit einer Lücke in unserer Handschrift zusammentrifft.

5 Die Wichtigkeit von Hunain's eigener Schrift über die Übersetzungs-
tätigkeit liegt u. a. auch darin, daß in ihr solche Verwechselungen (bis auf die
letzten Nachträge) ausgeschlossen sind, weil Hunain von sich selbst in 1. Pers.
spricht.

VI

gehören können1, nicht immer genau2; von Bedeutung ist es, daß
ibn an-Nadim mehrmals eine syrische Übersetzung Hunain's fälschlich
als arabische auffaßt3 (s. unten S. VIII). — Die einzige Abweichung
in bezug auf die Anzahl der Teile4 einer Schrift (Nr. 89 vier statt
drei) erklärt sich vielleicht durch eine Lücke im Archetypus des
Fihrist, die zur Folge hatte, daß die auf Nr. 90 bezüglichen An-
gaben (Nr. 90 hat in der Tat vier Teile) unmittelbar auf den Titel
Nr. 89 folgten. — In der Reihenfolge der Schriften folgt der Fihrisl
streng Hunain. Die abweichende und in den Fihrist-Handschriften
schwankende Stellung der zudem in manchen Handschriften ganz
fehlenden Nr. 56 erklärt sich offenbar daraus, daß sie im Arche-
typus der i'YAr&J-Überlieferung am Rand nachgetragen war; ähnlich
wird es mit Nr. 89 und Nr. 125 bezw. 126 sein. Als einzige ab-
sichtliche Umstellung bleibt die Versetzung von Nr. 84 vor Nr. 20;
sie ist darin begründet, daß diese Schrift (über die Hygiene) zu
dem alexandrinischen Kanon5 der „sechzehn Bücher" gehörte, dessen
übrige fünfzehn Schriften . °reits Hunain selbst nach einander auf-
gezählt hatte. Eine größere Durchbrechung der ursprünglichen An-
ordnung besteht darin, daß ibn an-Nadim die ganze Reihe der Hip-
pokrates-Kommentare (Nrr. 87—102) ausgelöst und zu einer Liste
der Schriften des Hippokrates — es lag ihm also keine solche
vor — umgestaltet hat. — Ein irriger neuer Buchtitel ist im Fihrist
aus dem Titel Nr. 86 entstanden; ibn al-Qifti hat ihn nicht über-
nommen.

Wie ibn ab! Usaibi'a, so schöpft auch ibn an-Nadim nicht aus-
schließlich aus Hunain. Schon die Heraushebung der „sechzehn
Bücher" (Hunain nennt die Ziffer nicht und führt nur fünfzehn auf)
und viele Titelformen beweisen selbständige Kenntnis; dazu kommen
genauere Namensformen6 und weitere in unserem Hunain-Text nicht

1 Verschiedenfach  differieren die   i^VAri'sMIandschriften unter einander.

2 Vgl. Nrr. 7~10, für die als Ubersetzer nur Hunain angegeben wird;
etwas konfus Nrr. 20. 71 (hier  ^ji^. un(* qS&ixÄ K*^>0'

wohl Dubletten, deren zweite die erste korrigiert). Schwierigkeiten
macht auch Nr. 95, wofür als Übersetzer (das y*^ des Textes ist ungenauer
Ausdruck) 'Isä angegeben wird, der nach dem Wortlaut bei Hunain 42, 18-19
Übersetzer nur der Epitome Hunain's sein kann. Beseitigen ließe sich die Un-
stimmigkeit nur durch die Annahme, daß die Bemerkung bei Hunain ein nicht
von ihm stammender, sich auf das ganze Buch beziehender Zusatz wäre; dann
wäre das Verhältnis zu der Angabe des Fihrist dasselbe wie bei Nr. 125
(s. unten S. VIII).

3 Nr. 72. 104. Vielleicht erklaren sich auch andere Differenzen so;
ziemlich sicher z. B. die Nennung von „Hunain ibn Ishäq" in Nr. 77, da dafür
wahrscheinlich mit einem Teil der Handschriften IshRq ibn Hunain zu lesen ist.

4 Abgesehen von der olfensichtlichen Verderbnis zwanzig Teile in Nr. 122.

5 Der Wunsch, mit diesem Kanon zu beginnen, veranlaßte wohl auch die
Weglassung der beiden von Hunain ihm vorangestellten Schriften 1. 2.

6 Nr. 38 Muhammad ibn 'Abdalmalik az-Zaijät, Nr. 79 Hubais al-A'sara.

VII

vorhandene Mitteilungen über Übersetzungen ins Arabische1, die
nicht etwa alle irrig oder in unserem Text ausgefallen sein können:
dies geht schon daraus hervor, daß ibn an-Nadim bei Nr. 21 ausdrück-
lich feststellt, daß die betreffende Angabe bei Hunain fehlt2.

Die Liste des ibn al-Qiftl zeigt zahlreiche Umstellungen3 und
eine Anzahl von Auslassungen4; ein näheres Eingehen auf sie er-
übrigt sich aus dem oben S. V angegebenen Grunde. —

Die Foi-m, in der Hunain's Schrift auf uns gekommen ist, ist
das Ergebnis mehrfacher Erweiterung. Die Einleitungsformel Im
Namen Allah*s usw. ist bei einem christlichen Autor unmöglich;
ebenso die Doxologie 27, 14, deren Unursprünglichkeit zudem aus
der Verschiedenheit der Formel in den beiden Textzeugen hervorgeht.5
Die Bemerkungen nicht vorhanden 20, 13. 16. 22, 10. 14. 32, 11
und nicht übersetzt 25, 9. 32, 11 kennzeichnen sich als Zusätze schon
dadurch, daß sie in dem fast unveränderlichen Anordnungsschema
der einzelnen Paragraphen keine feste Stelle haben, außerdem da-
durch, daß sie vielfach fehlen, wo sie ebenso berechtigt wären; sie
stammen von einem Benutzer, der ähnliche Interessen hatte wie
ibn an-Nadim. All diese Bestandteile habe ich aus dem Text ent-
fernt und in den Apparat verwiesen.

Im Text belassen, aber in eckigen Klammern, habe ich die-
jenigen schon mit Hilfe äußerer Merkmale erkennbaren Zusätze, die
sachliche Ergänzungen enthalten. Hierher gehören vor allem die
Angaben, die Hunain in 3. Pers. nennen6; darunter 52, 16ff., durch
die Bemerkung 52, 21 ff. ausdrücklich als Zusatz bezeichnet, und
zwar aus einer anderen Quelle als die übrigen, die wir eben
auf grund dieser Bemerkung (vgl. auch ibn abi Usaibi'a zu 27, 5)
aus dem Exemplar des 'All ibn Jahjä herleiten dürfen.7 Ibn abi
Usaibi'a hat in seinem Exemplar diese Zusätze vorgefunden8; er

1 Nr. 21: Hubais; Nr. 89: Hunain für Muhammad ibn Müsä (hier liegt
die Annahme nahe, daß die in der Tat zu erwartende Angabe über die arabische
Ubersetzung erst sekundär in unserem Text ausgefallen ist); Nr. 102: Ubersetzung
des Textes von Hunain (wenn nicht Irrtum); Nr. 127: auch Stephanos ibn
Basileios, und als Adressat von Ishäq's Übersetzung 'All ibn Jahjä; Nr. 128:
Ishäq ibn Hunain.

2 Wenn nicht etwa ibn an NadTm eine der unseren verwandte Hand-
schrift von Hunain benützt hat; s. oben S. V Anm. 4.

3 Vgl.'zu Nrr. 18. 20. 38. 47. 50. 56. 71. 74. 78. 79. 83. 103. 125.

4 Nrr. 45. 77. 91. 126 128.

5 Ob auch die Formel SO Allah will 2,4. 52,13 auszuscheiden ist, ist
mir nicht sicher.

6 23,1-3. 25,14-5. 27,12. 28,7-8. 30,7-9. 32,1-3.17. 34,13-4. 36,3-4.
44, 4-5. 9-10 (oder 11, s. unten S. VIII Anm. 2). 45,4-5.48,6-8. 51,1-2.8-9.15-6.

7 Weiter habe ich hierher gerechnet die Bemerkung 31, 9, die ihrer
Formulierung nach kaum von Hunain stammen kann, und die Bemerkung 41, 10,
die ohne ersichtlichen Grund etwas vorher Gesagtes zu wiederholen scheint.

8 Es scheint, daß die von ihm benützte Handschrift auch bereits an der
Stelle 38, 4 verstümmelt war; sonst wäre kaum zu verstehen, daß er die mit dem
vorhergehenden von ihm aufgenommenen Satz eng zusammenhängende Stelle nicht
mit übernommen hat.

VIII

hat sie, so weit er überhaupt die Partien des Buchs, denen sie an-
gehören, berücksichtigt, gutgläubig mit übernommen (44, 4-5. 48,
6-8). Dagegen kennt der Fihrist diese Zusätze im allgemeinen
nicht: er übergeht die Schriften, für die erst in den Zusätzen Über-
setzungen ins Arabische erwähnt werden1. Eine sichere Ausnahme
bildet nur Nr. 1252; die einfachste Lösung des Widerspruchs ist
die Annahme, daß die Angabe des Fihrist zu den von ibn an-Nadim
aus eigener Kenntnis vorgenommenen Erweiterungen gehört — das Zu-
sammentreffen mit dem Nachtrag in Hunain's Schrift braucht nicht
zu befremden.

Diese Feststellung über das Verhältnis des Fihrist zu den seku-
dären Zusätzen in Hunain's Schrift liefert uns eine Handhabe, weitere
solche Zusätze auszuscheiden: daß wir nach solchen suchen müssen,
ist selbstverständlich, da nicht zu erwarten ist, daß alle bereits
an äußeren Momenten kenntlich sind. Wir dürfen nämlich jetzt
vermuten, daß die oben S. V verzeichneten anscheinend unmoti-
vierten Auslassungen von Schriften im Fihrist sich größtenteils8
so erklären, daß die Angaben über die arabische Übersetzung in
den betreffenden Paragraphen zu den nachträglichen Zusätzen ge-
hören (26, 3. 9. 30, 18-9. 31, 18. 47, 8. 49, 18-9). Weiter ist es
wenigstens möglich, daß die Weglassung der Übersetzernamen 'Isä
in Nrr. 72. 103 und Ishäq* in Nrr. 84. 113 den gleichen Grund hat
(so daß auch 35, 11. 39, 11. 44, 17-8. 47, 2-3 als Zusätze zu be-
trachten wären).

Ebenfalls der Fihrist ermöglicht die Ausscheidung einer Reihe
kleinster Zusätze, nämlich vermittelst der oben S. VI gemachten
Beobachtung, daß er gelegentlich syrische Übersetzungen fälschlich
als arabische betrachtet. Das setzt natürlich voraus, daß er das
jetzt vorhandene Wort syrisch in seinem Text noch nicht fand.
Die nachträgliche Zusetzung dieses Wortes ist historisch durchaus
verständlich. In der älteren Periode der Übersetzungstätigkeit über-
wogen bei weitem die Übersetzungen ins Syrische; war bei einer
Übersetzung die Sprache nicht besonders angegeben, so war selbst-

1 Nrr. 33. 48. 61. 101.

2 Bei Nr. 102 wäre die Annahme möglich, daß der Schluß des Paragraphen
Z. lOf. zum Bestand der Schrift selbst gehörte, der Zusatz also nicht an den
Schluß des Paragraphen gestellt, sondern in ihn eingeschoben wäre; doch liegt
es näher, den Fall ebenso zu beurteilen wie Nr. 125, zumal es sich beide Male
um denselben Übersetzer handelt.

3 Nur auf Nr 124 ist diese Erklärung nicht anwendbar (abgesehen von
den schon besprochenen Nrr. 1. 2. 90).

4 Verdacht erweckt schon die Verwendung des bloßen Namens Ishäq,
die allerdings 50, 7 durch den Fihrist als in der Schrift Hunain's möglich
bestätigt wird; in der Regel bezeichnet Hunain seinen Sohn ausdrücklich als
solchen (4,8. 15,20. 24,11. 28,18. 34, 6. 35,19. 44,17. 47,1), während das
bloße Ishäq sonst nur an Stellen vorkommt, die entweder sicher Zusätze sind
(47, 2. 51,15) oder sich unschwer als solche betrachten lassen (38, 14. 39, 23).
Daß die Formen Ishäq ibn Hunain oder sein Sohn Ishäq nicht von Hunain
selbst gebraucht worden sind, ist selbstverständlich.

IX

verständlich syrisch gemeint — noch in unserer Schrift ist das oft
genug so. Auch Hunain hat mit syrischen Übersetzungen begonnen;
gerade durch ihn aber ist allmählich das Arabische mehr in den
Vordergrund getreten. Während er in der ersten Ausgabe unserer
Schrift noch vorwiegend syrische Übersetzungen verzeichnete, be-
handeln die Nachträge der zweiten Ausgabe ganz überwiegend ara-
bische (s. unten S. X). So lag es ebenso nahe, daß er syrische
Übersetzungen ursprünglich unbezeichnet ließ, wie daß später das
Bedürfnis entstand, sie als solche zu kennzeichnen.

Un te r dieser Schicht der nicht von Hunain herrührenden Zu-
sätze liegt eine weitere, die abzutragen ist, wenn wir das Original-
werk freilegen wollen. Wie Hunain selbst uns 52, 13 ff. mitteilt,
hat er in Ausführung des unmittelbar vorher ausgesprochenen Planes
seine Schrift acht1 Jahre nach ihrer Abfassung einer Neubearbeitung
unterzogen, bei der er die Handschriftenfunde und Übersetzungen
der Zwischenzeit nachgetragen hat. Das wichtigste Hilfsmittel zur
Erkennung dieser Nachträge liefert uns die eben angeführte Stelle
52,14 selbst. Wie dort Hunain den Nachtrag zum Schluß seines Buches
durch »Jou . . ^» dann . . später einführt, so erregen auch
in den einzelnen Paragraphen die so oder ähnlich eingeführten Be-
merkungen den Verdacht, daß sie Nachträge sind2. Dazu kommen
als weitere Hilfsmittel Brüche im Aufbau der Paragraphen, und
als inhaltliches Moment chronologische Anhalte — die sich bei ge-
nauerer Kenntnis der Biographien und der Übersetzungen selbst
sicher vermehren würden —, z. B. daß die für den 225 d. H.
(839/40 n. Chr.) gestorbenen Salmawaih und die „kürzlich" für den
244 (858/9) verbannten BohtlSö'3 gefertigten Übersetzungen vor
der im Jahre 1167 der Seleukidenära = 855/6 n. Chr. = etwa
241 d. H. verfaßten ersten Ausgabe liegen müssen, und daß um-
gekehrt die Übersetzungen der Schüler Hunain's in der Hauptsache
in seinen späteren Jahren und nach seinem Tode entstanden sein

1 Die in der Handschrift stehende Jahreszahl der Neubearbeitung 1195
würde einen zeitlichen Abstand von 28 Jahren ergeben, sie ist aber unmöglich,
weil sie weit jenseits des Todes von Hunain — Dienstag 6. §afar 260 d. H. =
1. Känün I 1185 Alexanders {Fihrist 294, 19 u. a.), d. h. 1. Dez. 873 n. Chr. —
liegt; es sind die Zahlen jaJUm siebzig und j***d neunzig verwechselt,
ebenso wie 32,10 die Zahlen xAaaw sieben und \XwJ neun.

2 Öfter ist zusammen mit der Anfügung eines Nachtrags ein Perfekt des
vorhergehenden Satzes ins Plusquamperfekt verschoben worden: 25,23. 32,11.
34,12. 40,16. 41,4.12. 42,21. 43,4. 44,7. 47,6. 50,5; einmal wohl auch
eine Gegenwart in die Vergangenheit (27,1). Auch das Wort syrisch scheint
hier ebenso wie in den oben S. VIII behandelten Fällen bisweilen erst im
Zusammenhang mit der Nachtragung einer arabischen Übersetzung zugesetzt
zu sein.

3 Nrr. 56. 78. 109. 118; vgl. auch 64.

2

X

werden !, von ihm also, soweit überhaupt, wesentlich in den Nach-
trägen verzeichnet sein müssen.

Diese Gesichtspunkte führen etwa zu folgender Ansetzung der
Nachträge, die mit allem Vorbehalt als Möglichkeit gegeben sei:
9, 14 (c^Äil ich habe). 10, 6. 15. 11, 9 (j^j Sinen). 24, 3.
25, 20. 26, 2. 9 (js.^ ich habe). 27, 2. 8.11. 29, 7. 30,18. 31,17
(oO^j ich hatte). 32, 13. 17 (oder schon 16?). 21. 34, 12". 35, 3.
10(?). 23 (kaum schon 18). 36, 17. 38, 11. 39, 9. 40, 17. 41, 5
(Jöj ich habe). 12. 16. 42, 13. 21. 43, 6. 44, 8. 17. 45,3. 47, 7.

48, 1. 50, 5. 51, 6. 15, und zwar überall der Schluß des betreffen-
den Paragraphen von dann . . später u. ä. an (soweit nicht in den
Klammern anders angegeben). Dazu kommen als weniger sicher
die Stellen, an denen nur der Name des Übersetzers zusammen
mit der Stellung der Bemerkung am Schluß des Paragraphen (bezw.
vor einem sekundären Zusatz) ohne engen Zusammenhang mit dem
Vorhergehenden die Auffassung als Nachtrag nahelegt, nämlich für
Hubais in den Nrr. 8. 14. 15. 20. 24. 25. 26. 27. 28. 31. 38. 41. 45.

49. 51. 53. 76. 79. 85. 86. 87. 99. 110. 119. 121. 126, für 'Isä in
den Nrr. 82. 87. 91. 121.

Auf den Ertrag unsei'es Textes für die Geschichte der Galen-
Überlieferung und der syrisch-arabischen Übersetzungstätigkeit sowie
für die Biographie Hunain's kann hier nicht eingegangen werden.

Es bleibt noch übrig, einige Worte über die Anlage der Aus-
gabe und die Ziele der Übersetzung zu sagen. Die Ausgabe beruht
auf der Anfang 1918 von mir genommenen Abschrift der einzigen
Handschrift. Meine Abwesenheit von Konstantinopel während der
Monate Februar bis Mai 1918, die ich in Kleinasien, Syrien und
Palästina verbrachte, und dann von meiner Rückkehr nach Kon-
stantinopel bis zur Ausweisung aus Konstantinopel im Oktober 1918
immer sich erneuernde Störungen und Abhaltungen haben mich
leider nicht dazu kommen lassen, meine Abschrift zu kollationieren;
ich hoffe, daß das der Korrektheit der schließlichen Textherstellung
keinen wesentlichen Abbruch getan hat. Wo ich von der Hand-
schrift abweiche, gibt die Anmerkung deren Lesung (im Textteil ohne
besondere Bezeichnung). Punkte und Zeichen habe ich ergänzt; auf
Abweichungen von der Handschrift ist stets, auf Fehlen der Punkte
in der Handschrift in allen irgendwie wichtigeren Fällen hingewiesen.
Paragraphennumerierung mit arabischen Zahlbuchstabeu hat bereits
die Handschrift, wenn auch lückenhaft und nicht immer richtig:
bis 35 beginnt wie in meiner Ausgabe jeder Paragraph mit einer
neuen Zeile, an deren Anfang die Nummer steht, wobei jedoch die
Nrr. 8—35 um 1 zu hoch sind, da die Nr. 7 versehentlich ausge-
lassen ist; weiter bis 97 stehen sie am Rand, ohne daß die Para-

1 Dazu paßt, daß in dem zur ersten Ausgabe gehörenden Abschnitt 15,8 f.
Hubais noch ganz als Anfänger erscheint.

XI

graphen eine neue Zeile beginnen, und zwar sind sie von 86 an
wieder richtig, da Nr. 85 versehentlich ungezählt geblieben ist; für
den Rest fehlen die Nummern. Die Überstreichungen und die &
stammen zum großen Teil aus der Handschrift und sind von mir nur
konsequenter durchgeführt; die   stammen in der Hauptsache von mir.

Die Übersetzung soll möglichst weit für die des Arabischen
Unkundigen den Urtext ersetzen. Sie bemüht sich daher in erster
Linie um Treue, weniger um Lesbarkeit; das gleiche arabische
Wort ist, so weit Sinn und deutscher Ausdruck es irgend gestatteten,
durch das gleiche deutsche wiedergegeben, der pedantisch umständ-
liche und nicht immer geschickte Stil ist beibehalten, so weit seine
Eigenheiten nicht durch sprachlichen Zwang des Arabischen ver-
anlaßt waren. Auch in der Wiedergabe der Terminologie habe ich
mich möglichst an die arabischen Wortbedeutungen gehalten; die
Einsetzung griechischer oder moderner Termini, die dem Medizin-
historiker keine Schwierigkeit machen wird, würde, in der Über-
setzung vorweggenommen, ihm nur den Bestand des Arabischen
verdunkelt haben.

Vergleichungstabelle.

Die erste Spalte a enthält die Nummer bei Hunain, die zweite b
die Nummer Steinschneider's1, die dritte C Nummer und Seite in
meiner früheren Untersuchung2, die vierte d die Nummer des
griechischen Titels in dem (durchgezählten) Index8 S. 46—8, die
fünfte e die Seite bei Ilberg4, die sechste f Belege für die grie-
chischen Titel der nicht erhaltenen Bücher aus Galen's beiden biblio-
graphischen Schriften 5 oder, wenn sie dort fehlen, aus anderer Quelle.

Unter verschiedenen Varianten des gleichen griechischen Titels
ist die geläufigste oder die dem arabischen Titel am nächsten kom-
mende gewählt, ohne daß dadurch einer genaueren Untersuchung
der Titel vorgegriffen werden soll. Bei der Identifizierung der Titel
40. 70. 102 Anm. 116 durfte ich mich der freundlichen Hilfe meines
Kollegen Herrn Prof. Regenbogen erfreuen6, für die ihm auch
an dieser Stelle bestens gedankt sei.

1 M. Steinschneider, Die griechischen Arzte in arabischen Ubersetzungen,
YlRCHOW's Archiv f. pathol. Anatomie u. Physiol. Bd. 124 (1891) S. Hoff. 268 ff.
455 ff. (H.: Nummern der Schriften des Hippokrates).

2 G. Bergsträsser, Hunain ibn Ishäk und seine Schule 1913.

3 Ich wähle diese Form der Gegenüberstellung, um einen zweimaligen
Abdruck der griechischen Titel zu vermeiden.

4 J. Ilberg, Über die Schriftstellerei des Klaudios Galenos, Rhein. Mus.
Bd. 44 (1889) S. 207 ff., Bd. 47 (1892) S. 489ff., Bd. 51 (1896) S. 165 ff., Bd. 52
(1897) S. 591 ff.

5 Zitiert nach Seite und Zeile der Ausgabe von I. Müeller in den
Teubner'schen Galeni Scripta Minora II 1891.

6 Das griechische Äquivalent der Titel 34. 35. 47. 61. 105. 112. 121
schien mir auch mit Hilfe seiner freundlichen Mitteilungen zu ihnen nicht ohne
weiteres mit voller Sicherheit feststellbar zu sein.

XII

a
	b
	c
	d
	e
	

1
	
	IB4; S. 12. 60
	38
	44, 209
	

2
	
	V3; S. 26. 79
	117
	44, 208
	

3
	1
	
	18
	52,605
	

4
	2
	
	118
	51,178
	

5
	3
	IV 5,1; S. 25. 76
	116
	44, 220
	

6
	4
	
	76
	51,179
	

7
	1
	IB5; S. 12. 63
	93
	47,493
	

8
	J
 t
	
	30
	47,499
	

9
	> 0
	IV 5, 2; S. 25.76
	31
	47,498
	

10
	
	IB5; S. 12. 63
	33
	47, 498
	

11
	6
	
	107
	47,504
	

12
	7
	
	84
	47, 505
	

13
	8
	
	55
	47, 506
	

14
	9
	1V1B1-, S. 14. 70
	
	
	

14a
	
	
	46
	51,166
	

14b
	
	
	20
	51,166
	

14c
	
	
	48
	51,167
	

14d
	
	
	22
	51,167
	

15
	10
	IV1B2; S. 14. 70
	119
	44,226. 51,
	168

16
	11
	
	99
	44, 219
	

16a
	
	
	49
	44,219
	

16b
	
	
	43
	44, 219
	

16c
	
	
	24
	44,219
	

16d
	
	IV1B3; S. 15 71
	101
	44,219
	

17
	12
	IB6; S. 13. 61
	47
	51,175
	

18
	13
	IB7; S. 13. 61
	85
	51,171
	

19
	14
	IB8; S. 13. 61
	75
	51,171
	

20
	16
	IIB1; S. 13.69
	89
	44,223
	

21
	17
	IV1B5; S.15ff.28ff.
	59
	44,223
	

22
	
	
	70
	47,503
	104, 12

23
	
	
	69
	47, 503
	104, 14

24
	18
	
	51
	47, 497
	84, 21

25
	19
	
	32
	47, 496
	84, 18

26
	20
	
	27
	47,496
	84, 19

27
	21
	
	28
	47,496
	85, 6. 94, 21

28
	22
	
	26
	47,496
	94, 22. 114, 16

29
	
	
	17
	47, 503
	101,19

30
	
	
	
	
	

31
	23
	
	29
	47,489
	

32
	
	
	
	
	

33
	
	
	50
	
	V681 Kühn

34
	
	
	
	
	

35
	74
	
	
	
	

36
	24
	
	82
	47,491
	84, 22. 97, 23

37
	25
	
	19
	47, 494
	

XIII

a
	b
	c
	(1
	e
	f

38
	26
	
	126
	47,494
	84, 24. 94, 19

39
	27
	
	83
	47,499
	

40
	
	
	102
	51,183
	V 130 Kühn

41
	28
	
	130
	47,502
	

42
	29
	
	128
	47,502
	

43
	
	
	61
	47, 501
	

44
	75
	
	56
	51,182
	

45
	30
	
	60
	51,189
	

46
	31
	
	52
	44,217
	

47
	32
	
	
	
	

48
	76
	
	92
	47, 509
	

49
	34
	
	129
	44,218
	

50
	35
	
	81
	47, 508
	

51
	36
	
	71
	47,508
	

52
	37
	
	57
	51,165
	

53
	38
	IV 4; S. 25. 75
	124
	44, 222. 227
	

54
	77
	
	42
	51,169
	97,12

55
	78
	
	80
	51,177
	

56
	33
	
	98
	51,175
	

57
	39
	
	90
	51,175
	

58
	
	
	21
	51,174
	108,25

59
	
	
	23
	51,174
	108,25

60
	79
	
	120
	51,177
	

61
	
	
	
	
	

62
	40
	
	106
	47,509
	

63
	41
	
	39
	47,511
	

64
	42
	
	127
	
	

65
	80
	
	103
	5J,173
	

66
	81
	
	112
	44, 221
	

67
	
	
	68
	44,221
	111,6

68
 69
	43
 44
	
	58 100
	51,170 47,493
	

70
	
	
	114
	
	Schol. zu Oreibasios IV 528 Daremberg


	
	jIBIO; S. 13.63
	
	51,181
	

71
	45
	\ IV 7; S.25. 79
	125
		

72
	46
	
	88
	51,188
	

73
	47
	
	122
	51,183
	

74
	48
	
	54
	51,186
	

75
	49
	
	45
	51,186
	109,16

76
	50
	IV6; S.25.78
	73
	51,187
	

77
	51
	
	87
	
	109,19. 114,14

78
	52
	
	44
	
	

79
	53
	
	109
	44,226
	

79 a
	
	IV1B6; S.24.71
	110
	44,228
	

2*

XIV

a
	b
	c
	d
	e
	f

79 b
	
	IV1B7; S. 24.71
	111
	44, 228
	

80
	82
	
	72
	51,191
	

81
	54
	IIIB1; S. 14.72
	34
	51,192
	

82
	
	
	77
	51,194
	

83
	55 4
	
	78
	51,193
	

84
	15
	IV1B4; S. 15
	121
	44, 225. 51,185
	

85
	56
	
	79
	51,184
	

86
	57
	
	40
	51,188
	

87
	Hl
	IV 2; S. 24.73
	9
	
	

88
	H2
	IB1; S. 11. 28 ff.
	4
	44, 230
	

89
	H5
	
	1
	44, 229
	

90
	
	
	3
	44,230
	

91
	H3
	IB2; S. 12. 28ff.
	10
	44,231
	

92
	H4
	
	5
	44, 232
	

93
	
	
	6
	44, 230
	112,15. 113,5

94
	H6
	
	13
	44, 230
	

95
	H7
	IV 3,1; S. 25.75
	7
	44, 235 f.
	

96
	H8
	
	16
	44, 233
	

97
	
	
	11
	44, 235
	

98
	H9
	IV 3,2; S.25.75
	8
	44, 235
	

99
	H10
	
	2
	44,237
	

100
	H 18
	
	12
	44, 237
	

101
	H12
	
	15
	
	

102
	Hll
	
	14
	44,237
	

102
	Anm.
	
	95
	
	113,16

103
	59
	
	94
	52,621
	

104
	60
	
	108
	52, 620
	vgl. V 529. XVI3 Kühn

105
	83
	
	
	
	

106
	84
	
	86
	44, 236
	

107
	
	
	67
	52,618
	

108
	
	
	97
	
	115,3

109
	85
	
	66
	52, 613
	97,14. 115,9

110
	61
	
	105
	52,615
	

111
	
	
	123
	52,615
	115,9, vgl. 94,13

112
	62
	IB9; S. 13.61
	
	
	

113
	63
	
	53
	52, 622
	122,11

114
	86
	
	91
	52, 619
	85,11

115
	64
	
	35
	52, 600
	82,24. 117,19. 118,10

116
	
	
	37
	52,601
	119,18

117
	87
	
	115
	52,602
	120,17

118
	65
	
	41
	52,611
	

119
	66
	IIB 2; S. 14.69
	74
	52, 610
	121,10

120
	88
	
	25
	52, 610
	121,11

XV

a
	b
	c
	d
	e
	f

121
	67
	IV lß 8; S. 24.70
	
	
	

122
	68
	
	62
	47,511
	122,9

123
	69
	
	96
	47,510. 51,189
	

124
	89
	V4; S. 26.80
	113
	52, 598
	122,13

125
	71
	
	64
	52, 608
	123,4

126
	70
	
	65
	52, 608
	

127
	72
	
	36
	52, 601
	119,16

128
	73
	
	63
	52,594
	118,3. 122,21

129
	90
	
	104
	52, 619
	90,1. 124,14

(2v) a Hunain ibn Is^äq's Sendschreiben an 'Ali ibn Ja^jä S.
über die seines Wissens übersetzten Bücher Galen's und
einige der nicht übersetzten.»

Du hast — Allah gebe Dir Ehre! — von dem Bedürfnis nach
einem Buch gesprochen, in dem die Bücher der Alten über die •¦>
Medizin zusammengestellt würden, die man (heutzutage noch) braucht,
und in dem das in einem jeden von ihnen verfolgte Ziel dargelegt
würde und die Aufzählung der Teile jedes Buches und der in den
einzelnen Teilen enthaltenen Kapitel der Wissenschaft, damit es da-
durch dem bequem gemacht werde, der ein einzelnes von diesen
Kapiteln sucht, wenn das Bedürfnis auftritt, es einzusehen, und er
(daraus) feststellen könne, in welchem Buch es sich findet, in welchem
Teil davon und an welcher Stelle des Teils; und Du hast mich
gebeten, diese Aufgabe für Dich zu übernehmen. Da habe ich w
Dir — Allah helfe Dir! — mitgeteilt, daß mein Gedächtnis nicht
ausreicht, diese sämtlichen Bücher zu umfassen, nachdem ich sämt-
liche, die ich gesammelt hatte, verloren habe, und daß ein Mann
von den Syrern, nachdem1» ich meine Bücher verloren hatte, eine
dieser ähnliche Bitte an mich gerichtet hatte speziell die Bücher
Galen's betreffend, und mich gebeten hatte, ihm darzulegen, welche
von diesen Büchern ich und andere ins Syrische und in andere
Sprachen übersetzt haben, und daß ich ihm daraufhin auf syrisch is
ein Buch geschrieben hatte, in dem ich auf das ausging, worauf
er es bei seiner Bitte an mich, es zu verfassen, abgesehen hatte.
Da batest Du mich — Allah gebe Dir Ehre! —, Dir vorläufig dieses
Buch zu übersetzen, bis Allah das seiner Güte Entsprechende ge- S.
währe, nämlich die Bückerstattung dieser Bücher durch Deine Hilfe,
und (Du batest,) daß ich zu den in diesem Buch aufgeführten Büchern
Galen's hinzufügte, was mir von ihnen etwa entgangen war, sowie
die Aufführung der übrigen Bücher der Alten über die Medizin, die
wir aufgefunden haben. Ich wende mich nun, so Allah will, der
Ausführung dieser Deiner Bitte zu.

a baUs. I, 198, 26 eine Schrift über .., die er geschrieben hat an . .
al-Munaggim (den Astrologen); Fihr. 295, 3 ein Buch an ibn al-Munaggim
über die Feststellung der Anzahl der Bücher Galen's; b.-Q. 174, 4 das
Buch über die Feststellung . ., das er geschrieben hat an ibn al-Munaggim;
Fihr. 294, 30 ein Buch, in dem er die Bücher aufführt, welche übersetzt
sind, zwei Teile.  |  b zu ändern in bevor?

Abhandl. d. DM6. XVII, 2. 1

2

Einl. (Text S. 2,5—3,8)

5 Das erste — Allah gebe Dir Ruhm! —, womit ich dieses Buch
eröffnete, war, den Namen des Mannes zu nennen, seine Bitte zu
schildern (3r) und zu sagen: Du hast mich gebeten, Dir in betreff der
Bücher Galen's anzugeben, wie viele sie sind, worunter (unter welchen
Titeln) sie bekannt sind, welches das in einem jedem von ihnen ver-
folgte Ziel ist, wie viel Teile ein jedes umfaßt, und was er in den
einzelnen Teilen behandelt; da habe ich Dir mitgeteilt, daß Galen
ein Buch verfaßt hat, in dem er eben darauf ausgegangen ist und

io seine Bücher verzeichnet hat, und das er nivat, — das habe ich
al-fihrist (das Verzeichnis) übersetzt — genannt hat, sowie daß er
eine weitere Schrift verfaßt hat, in der er die Reihenfolge der Lektüre
seiner Bücher behandelt hat; und daß es angemessener ist, bei Galen
(selbst) Belehrung über Galen's Bücher zu suchen, als bei mir. Be-
lehrung darüber zu suchen. Darauf hast Du geantwortet, indem Du
sagtest, daß, selbst wenn die Sache liege, wie ich angegeben habe,
doch wir und die übrigen dieses Ziel verfolgenden Leser von Büchern

15 auf syrisch und arabisch das Bedürfnis haben zu erfahren, welche
von jenen Büchern in die syrische und arabische Sprache übersetzt
sind und welche nicht übersetzt sind, welche zu übersetzen ich
(Hunain) übernommen habe und kein anderer, und welche zu über-
setzen andere übernommen haben, welche andere vor mir übersetzt
haben und ich dann von neuem übersetzt oder verbessert habe, wer
die einzelnen Bücher, deren Übersetzung andere als ich übernommen
haben, übersetzt hat, und den Grad der Übersetzungsfähigkeit eines

20 jeden von diesen Übersetzern, und für wen sie (die Bücher) über-
setzt worden sind, wer die sind, für die ich ein jedes dieser Bücher
übersetzt habe, deren Übersetzung ich übernommen habe, und in
welchem Lebensalter ich sie übersetzt habe — denn dies sind zwei
Punkte, deren Kenntnis man braucht, da die Übersetzung je nach den
Fähigkeiten des Übersetzers des (betreffenden) Buches und dessen, fin-
den es übersetzt worden ist, verschieden ist —, von welchen von
diesen Büchern, so weit sie bis zu diesem Zeitpunkte noch nicht

25 übersetzt sind, eine Handschrift auf griechisch vorhanden ist, und
von welchen von ihnen keine Handschrift vorhanden ist oder nur ein
S. 3 Stück vorhanden ist — denn dies ist etwas, was man braucht, um
sich um die Übersetzung der Bücher, die vorhanden sind, zu bemühen,
und um die zu suchen, die nicht vorhanden sind. Als Du mir solche
Gründe vortrugst, erkannte ich, daß Du mit Deinen Worten recht
hattest, und daß Du mich zu einer Sache aufgefordert hattest, deren
Nutzen mir, Dir und vielen Leuten gemeinsam ist; trotzdem fuhr ich
lange Zeit fort, Dich mit Deiner Bitte abzuweisen und Dich auf später
5 zu vertrösten, weil ich (3V) meine sämtlichen Bücher verloren hatte,
die ich Buch für Buch während meines ganzen Lebens gesammelt
hatte, seit ich verständig geworden war, aus allen Ländern, die ich
bereist hatte, und die ich dann alle auf einmal verloren habe, so daß
ich nicht einmal das Buch behielt, von dem ich eben gesprochen
habe, das nämlich, in dem Galen seine Bücher verzeichnet hat. Als

Einl. 1—3 (Text S. 3,H— 4,12)

3

Du aber (weiter) mit Bitten in mich drangst, sah ich mich gezwungen,
Deine Bitte zu gewähren, obgleich mir die Hilfsmittel dazu fehlten,
die ich brauchte,' in Anbetracht dessen, daß ich sah, daß Du damit io
zufrieden warst und Dich darauf beschränktest, daß ich Dir mitteilte,
was ich von diesem Stoff auswendig weiß. Ich beginne nun damit,
vertrauend auf die himmlische Hilfe, die ich durch Deine Gebete für
mich erhoffe, indem ich mich darüber (über das ganze Thema), wie
Du gebeten hast, möglichst kurz fasse, und indem ich alles mit-
teile, was ich in betreff jener Bücher auswendig weiß. Ich eröffne
meine Worte mit der Behandlung dessen, was man in bezug auf
die eben erwähnten beiden Bücher zu wissen braucht. 15

la. Was das Buch anlangt, das Galen Tliva'S, genannt und in
dem er seine Bücher verzeichnet hat, so besteht es aus zwei Teilen;
im ersten Teil davon führt er seine Bücher über Medizin auf und
im zweiten Teil seine Bücher über Logik, Philosophie, Rhetorik und
Grammatik. In manchen griechischen Handschriften aber haben wir
diese beiden Teile verbunden gefunden, als wären sie ein einziger
Teil. Er verfolgt in diesem Buch das Ziel, die Bücher zu schildern, 20
die er verfaßt hat, und welches Ziel er in einem jedem von ihnen
verfolgt hat, was ihn zu seiner Abfassung veranlaßt hat, für wen er
es verfaßt hat, und in welchem Lebensalter. — Vor mir hat es ins
Syrische übersetzt Aijüb ar-RuhäwT, der bekannt ist als al-Abras
(der Gefleckte); dann habe ich es ins Syrische übersetzt für Dä'üd
al-Mutatabbib (den praktischen Arzt) und ins Arabische für abü
Ga'far Muhammad ibn Müsä. Weil aber Galen in diesem Buch nicht
dazu gelangt ist, seine sämtlichen Bücher aufzuführen, habe ich zu S. 4
den beiden Teilen in der syrischen Übersetzung einen dritten kleineren
hinzugefügt, in dem ich dargelegt habe, daß Galen in diesem Buch
die Aufführung eines Teils seiner Bücher unterlassen hat, und in dem
ich viele von ihnen, so weit ich sie gesehen und gelesen habe, auf-
gezählt (4r) und den Grund für die Unterlassung ihrer Aufführung
angegeben habe.

2b. Was nun das Buch anlangt, dessen Titel ist Über die 5
Reihenfolge der Lektüre seiner Bücher, so besteht es aus
einem einzigen Teil; er verfolgt darin das Ziel anzugeben, wie seine
Bücher bei ihrer Lektüre Buch für Buch vom ersten bis zum letzten
angeordnet werden müssen. — Ich hatte diese Schrift nicht ins Syri-
sche übersetzt, und mein Sohn Ishäq hat sie übersetzt für Bohtlsö';
aber ins Arabische habe ich sie übersetzt für abü 1-Hasan Ahmad ibn
Müsä.   Ich wüßte nicht, daß sie jemand vor mir übersetzt hätte. 10

3. Sein Buch Über die Schulen. — Dieses Buch besteht aus
einem einzigen Teil, cden er an die Anfänger geschrieben hat, und in
dem er das Ziel verfolgt0 darzulegen, was djede Gruppe von den

a f. Fihr. b.-Q. | b f. Fihr. b.-Q. | c baUs. dafür Galen sagt: es ist
das erste Buch, das der lesen soll, der die Hedkunst erlernen will. Er ver-
folgt darin das Ziel | d baüs. eine jede von den Schulen der Anhänger der
Erfahrung, der Anhänger der Analogie und der Anhänger der Verfahren

4

3. 4 (Text S. 4,12—5,20)

drei generell verschiedenen Schulend zur Festigung und Begründung
ihrer Behauptungen und zur Widerlegung ihrer Gegner vorbringt.
aIch sage einschränkend „generell verschieden", weil es innerhalb

15 einer jeden von diesen drei Schulen wieder andere, speziell ver-
schiedene Schulen gibt; die Schriften von deren Anhängern aber
lernt der in die Medizin Eintretende erst zuletzt kennen, nachdem
er sich gründlich mit ihr beschäftigt und so gelernt hat, was die
Lehre jeder Gruppe unter ihnen ist* und wie die richtige Art ist,
über Wahr und Nichtig in bezug auf sie zu entscheiden. Ver-
faßt hat Galen diese Schrift als jüngerer Mann, 30 Jahre alt oder
wenig älter, bei seinem ersten Aufenthalt in Rom. — Übersetzt

20 hatte es vor mir ins Syrische ein Mann namens ibn Sahdä von den
S. 5 Einwohnern von al-Karh, er war aber schwach im Übersetzen; dann
habe ich es übersetzt, als ich ein junger Mann war, 20 Jahre alt
oder wenig älter, für einen praktischen Arzt von den Einwohnern
von Gondesäpür namens SlrTsö' ibn Qutrub aus einer sehr mangel-
haften gi'iechischen Handschrift. Später dann, als ich ungefähr
40 Jahre alt war, bat mich mein Schüler Hubais, es zu verbessern,
5 nachdem sich bei mir eine Anzahl griechische Handschriften davon
zusammengefunden hatten. Da habe ich diese miteinander kollatio-
niert, so daß sich daraus eine einzige korrekte Handschrift ergab,
und habe dann diese Handschrift mit dem Syrischen kollationiert und
es korrigiert; so pflege ich zu verfahren bei allem, was ich über-
setze. Dann (4V) nach einigen Jahren habe ich es ins Arabische
übersetzt für abü Ga'far Muhammad ibn Müsä.

io 4. bSein Buch Über die Heilkunst. — Dieses Buch be-
steht ebenfalls aus einem Teil. Galen hat es nicht betitelt „an die
Anfänger", weil der Nutzen aus seiner Lektüre sich nicht auf die
Anfänger im Gegensatz zu den Fortgeschrittenen beschränkt. Galen
verfolgt nämlich darin das Ziel, sämtliche Hauptpunkte der Medizin
in knappen Worten zu behandeln, und dies ist nützlich für die
Anfänger und für die Fortgeschrittenen, für den Anfänger, damit
er sich zunächst andeutungsweise eine Vorstellung von der Gesamt-

15 heit der ganzen Medizin bilde und dann später noch einmal Stück
für Stück davon die ausführliche und präzise Darlegung davon und
die Beweise dafür aus den Büchern kennen lerne, in denen er (Galen)
möglichst ausführlich darstellt, und für den Fortgeschrittenen, da-
mit es (das Buch) ihm als Repetitorium diene für die Gesamtheit
dessen, was er in breiter Rede gelesen und kennen gelernt hat. Die
Lehrer aber, die in alter Zeit in Alexandria die Medizin lehrten,
haben dieses Buch hinter das Buch über die Schulen gestellt, und

so dahinter dann Über den Puls an die Anfänger, und dahinter das

a f. baUs. | b baUs. nur Das Buch Die kleine Kunst; ein einziger
Teil. Galen sagt zu Anfang davon, daß er darin die Hauptpunkte dessen
festgestellt hat, was er ausführlich und präzis in anderen (seiner) Bücher
dargelegt hat, und daß sein Inhalt die Ergebnisse des Inhalts jener dar-
stellt; Fihr. b.-Q. nur Das Buch über die Kunst.

4—6 (Text S. 5,20—7,6)

5

zweiteilige Buch Über die Behandlung der Krankheiten an Glaukon,
haben diesen Schriften die Gestalt eines einzigen fünfteiligen Buches
gegeben und haben ihnen einen einzigen gemeinsamen Titel „An die
Anfänger" beigelegt.13 — Übersetzt hatten diese Schrift, ich meine
die Heilkunst, eine Anzahl (von Leuten), darunter Sergios von Ra's S. ö
al-'Ain, bevor er im Übersetzen etwas leistete, ibn Sahdä und Aijüb
ar-RuhäwI. Ich habe es später für Dä'üd al-Mutatabbib übersetzt,
dieser Daüd al-Mutatabbib aber war ein intelligenter und lern-
begieriger Mann, und ich war in der Zeit, als ich es übersetzte, ein
jüngerer Mann von etwa 30 Jahren, bei mir hatte sich aber (bereits) 5
eine tüchtige wissenschaftliche Ausrüstung angesammelt, in mir selbst
und in den Büchern, die ich erworben hatte. Dann habe ich es ins
Arabische übersetzt für abü aGa'far Muhammad* ibn Müsä.

5. bSein Buch Über den Pulsb an Teuthras und an die
übrigen Anfänger. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen
Teil; er verfolgt darin das Ziel, das darzustellen, was der Anfänger
in betreff des Pulses zu wissen braucht. Er zählt darin zunächst die
Arten des Pulses auf, führt (5r) sie jedoch darin nicht sämtlich auf, 10
sondern (nur) die von ihnen, die die Anfänger zu verstehen vermögen;
dann schildert er weiter die Ursachen, die den Puls verändern, welche
von ihnen natürlich sind, welche von ihnen nicht natürlich und welche
von ihnen widernatürlich sind. Verfaßt hat Galen diese Schrift zu
der Zeit, zu der er sein Buch über die Schulen verfaßt hat. — Über-
setzt hatte diese Schrift ins Syrische ibn Sahdä. Dann habe ich sie
übersetzt für Salmawaih, nachdem ich das Buch über die Kunst über- 15
setzt hatte; und entsprechend der natürlichen Intelligenz, der Übung
in der Lektüre der Bücher und dem Fleiß darin, die Salmawaih besaß,
war es mein höchstes Bemühen, alles, was ich für ihn übersetzte, aufs
genaueste herzustellen. Später habe ich sie dann ins Arabische über-
setzt für abü Ga'far Muhammad ibn Musä zusammen mit dem Buch
über die Schulen und seinem (Galen's) Buch über die Kunst.

6. cSein Buch An Glaukon. — Dieses Buch besteht aus zwei 20
Teilen.  Galen hat sie betitelt „Über die Behandlung der Krankheiten S. 7
an Glaukon" , hat sie aber nicht betitelt „an die Anfänger"; die
Alexandriner aber haben, wie ich eben sagte, die beiden Teile unter

die Zahl der Bücher an die Anfänger eingefügt. Er verfolgt darin
das Ziel, die Behandlung der häufig vorkommenden Krankheiten in
knappen Worten zu schildern für einen Philosophen, der ihn, da er
unter seinen Werken (viel) fand, das ihm gefiel, gebeten hatte,0 für
ihn dieses- Buch zu schreiben. Da man nun aber nicht zur Behandlung 5
der Krankheiten gelangen kann, ohne sie zu erkennen, hat er ihrer

a Hs. umgestellt | b baUs. Das kleine Buch über den Puls; es besteht
ebenfalls aus einem einzigen Teil, den Galen betitelt hat; Fihr. b.-Q. ein Buch
an Teuthras über den Puls | C baUs. statt dessen Ein Buch an Glaukon
darüber, wie man zur Heilung der Krankheiten gelangt (so auch Fihr. b.-Q.).
„Glaukon" heißt im Griechischen „der Blauäugige"; er war ein Philosoph;
er bat ihn, der . . Werken über die Medizin . . .

6

6

6—8 (Text S. 7,6—8:13>

Behandlung ihre Merkmale vorausgeschickt, an denen man sie er-
kennt. Im ersten Teil schildert er die Merkmale und die Behand-
lung der Fieber, führt sie jedoch nicht alle auf, sondern beschränkt
sich auf die häufig vorkommenden von ihnen. Dieser Teil zerfällt
in zwei Unterteile; im ersten Unterteil dieses Teils behandelt er
die Fieber, die frei sind von fremden Symptomen, im zweiten Unter-
teil behandelt er die Fieber, bei denen sich fremde Symptome finden.

10 Im zweiten Teil schildert er die Merkmale und die Behandlung
der Geschwülste. Verfaßt hat Galen dieses Buch zu der Zeit, zu
der er das Buch über die Schulen verfaßt hat. — Vor mir (5V)
hatte dieses Buch übersetzt Sergios ins Syrische, als er einige Fähig-
keit im Übersetzen erlangt, aber noch nicht seine Höchstleistung

15 erreicht hatte; später habe ich es dann ins Syrische übersetzt für
Salmawaih, nachdem ich für ihn das Buch über den Puls übersetzt
hatte. Dann habe ich es in diesen Tagen ins Arabische übersetzt
für abü Ga'far Muhammad ibn Müsä.

7a. Sein Buch Über die Knochen. — Dieses Buch besteht
aus einem einzigen Teil. Galen hat es betitelt „Über die Knochen
für die Anfänger", bund hat es nicht betitelt „an die Anfänger";
bei ihm ist nämlich zwischen den Worten „an die Anfänger" und
den Worten „für die Anfänger" ein Unterschied.   Denn wenn er

20 sein Buch „an die Anfänger" betitelt, so weist das darauf hin, daß
er sich in seiner Lehre nach den Fähigkeiten der Anfänger richtet,
und daß er über diese Lehre hinaus in dem betreffenden Gebiet eine
S.8 Lehre für die Fortgeschrittenen hat; wenn er aber sein Buch „für
die Anfänger" betitelt, so weist dies darauf hin, daß dieses sein
Buch das gesamte Wissen über das betreffende Gebiet umfaßt, daß
aber die Lehre darüber (überhaupt) für die Anfänger bestimmt ist.b
Galen wünscht nämlich, daß der Anfänger in der Medizin die Er-
lernung der Wissenschaft der Anatomie sämtlichen Gebieten der
Medizin voranstelle, weil es seiner Meinung nach ohne Kenntnis der
5 Anatomie unmöglich ist, irgend etwas von der analogischen Medizin
zu erlernen. Galen verfolgt in diesem Buch das Ziel zu schildern,
wie jeder Knochen in sich selbst beschaffen ist und wie er beschaffen
ist in bezug auf seine Verbindung mit anderen. Verfaßt hat es
Galen zu der Zeit, zu der er die übrigen Bücher an die Anfänger
verfaßt hat. — Übersetzt hatte es ins Syrische Sergios, und zwar
schlecht. Dann habe ich es vor einigen Jahren übersetzt für Jühannä
ibn Mäsawaih, und ich habe mich bei seiner Übersetzung bestrebt,

io seine Gedanken möglichst ausführlich und klar darzustellen; denn
dieser Mann liebt die klare Rede und drängt beständig darauf.
Vorher (schon) habe ich es ins Ai-abische übersetzt für abü Ga'far
Muhammad ibn Müsä.

8. Sein Buch Über die Muskeln. — Dieses Buch besteht

a für Nr. 7—10 Fihr. b.-Q. nur Gesamttitel Die fünf Schriften über die
Anatomie   |   b f. baUs. in einem Teil der Hss.

8 — 11 (Text S. 8,13—9,18)

7

aus einem einzigen Teil. Galen hat es nicht betitelt „an die An-
fänger", (6r) sondern (erst) die Alexandriner haben es unter die
Zahl seiner Bücher an die Anfänger eingefügt; sie haben nämlich 15
mit diesen beiden Schriften (Nr. 7. 8) drei andere Schriften vereinigt,
die Galen an die Anfänger geschrieben hat, eine über die Anatomie
der Nerven, eine über die Anatomie der Venen und eine über die
Anatomie der Arterien, haben dem Ganzen die Gestalt eines fünf-
teiligen Buches gegeben und haben es betitelt „Über die Ana-
tomie ana die Anfänger". Galen verfolgt darinb das Ziel,
ganz genau die sämtlichen Muskeln zu behandeln, die in einem 20
jeden der Körperteile sind, wie viele sie sind, was für Muskeln es
sind, wo ein jeder von ihnen beginnt, und was ihre Tätigkeit ist.
— Alles, was ich Dir über das Buch über die Knochen dargelegt
habe, was Galen betrifft, was Sergios betrifft und was mich betrifft,
das betrachte als von mir auch über dieses Buch gesagt, mit Aus- S. 9
nähme davon, daß ich es bis zu diesem Zeitpunkte (noch) nicht ins
Arabische übersetzt habe. Hubais ibn al-Hasan hat es für Muhammad
ibn Müsä ins Arabische übersetzt.

9. Sein Buch Über die Nerven. — Dieses Buch besteht
auch aus einem einzigen Teil, den er an die Anfänger geschrieben
hat; er verfolgt darin das Ziel darzulegen, wie viele Nervenpaare
aus dem Gehirn und dem Rückenmark entspringen, was für Nerven 5
es sind, wie und wo ein jeder von ihnen sich teilt, und was seine
Tätigkeit ist. — Von diesem Buch gilt dasselbe wie von dem Buch
über die Muskeln.

10. Sein Buch Über die Adern. — Dieses Buch besteht
bei Galen (selbst) aus einem einzigen Teil, in dem er die Arterien
und die Venen behandelt; er hat es für die Anfänger geschrieben
und betitelt „an Antisthenes". Was aber die Alexandriner anlangt,
so haben sie es in zwei Teile geteilt, einen Teil über die Venen 10
und einen Teil über die Arterien. Er verfolgt darin das Ziel dar-
zulegen, wie viele Venen aus der Leber entspringen, was für Venen

es sind, und wie c und wo eine jede von ihnen sich teilt; sowie
wie viele Arterien aus dem Herzen entspringen, was für Arterien
es sind, und wie d und wo eine jede von ihnen sich teilt. — Es
gilt davon dasselbe wie von den vorher aufgeführten Schriften. Ich
habe daraus eine Zusammenfassung exzerpiert und es (6V) ins Ära- 15
bische übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

11. Sein Buch Über die 6zoi%sicc nach der Ansicht
des Hippokrates. — Dieses Buch besteht ebenfalls aus einem
einzigen Teil. Er verfolgt darin das Ziel dai-zulegen, daß sämtliche
für das Entstehen und Vergehen empfänglichen Körper, nämlich die
Leiber der Lebewesen, die Pflanzen und die Körper, die sich im

a so baUs.; Hs. für | b baUs. in diesem seinem Buch, ich meine sein
Buch über die Muskeln  |   c baUs. -f sie sind  |  d baUs. -f sie sind

8

11—13 (Text S. 9,18—11,2)

Innern der Erde bilden, zusammengesetzt sind aus avier Elementen,
20 nämlich der Erde, dem Wasser, der Luft und dem Feuer*, und daß
dies die primären, (der Erkenntnis) fernerliegenden Elemente des
menschlichen Körpers sind; was dagegen die sekundären, (der Er-
kenntnis) näherliegenden Elemente anlangt, aus denen der Körper des
S. 10 Menschen und der übrigen Blut besitzenden Lebewesen besteht, so
sind es die vier Säfte, ich meine das Blut, den Schleim und die
beiden Gallen. Dieses Buch gehört zu den Büchern, die man not-
wendig vor der Lektüre des Buchs über das Heilverfahren lesen
muß. — Übersetzt hatte dieses Buch vor mir Sergios, jedoch hat
er es nicht verstanden und es daher verdorben. Dann habe ich es
5 ins Syrische übersetzt für Bohtisö' ibn Gibrll mit Fleiß und Genauig-
keit; und zwar habe ich es und die Hauptmenge dessen, was ich für
diesen Mann übersetzt habe, zur Zeit des Endes meines ersten Mannes-
alters (gegen 40 Jahre) und auf dieselbe Weise übersetzt. Dann
habe ich es ins Arabische übersetzt für abü 1-Hasan 'Ali ibn Jahjä.

12. Sein Buch Über die Mischung. — Dieses Buch hat
Galen in drei Teilen abgefaßt. In den beiden ersten Teilen schildert
er die Arten der Mischung der Körper der Lebewesen und legt dar,

10 wie viele sie sind und was für Arten sie sind, und schildert die
Merkmale, die auf eine jede von ihnen hinweisen; im dritten Teil
davon aber führt er die Arten der Mischung der Heilmittel
auf "und legt dar, wie sie erkundet bund erkannt werdenb, und
dieser Teil hängt mit dem Buch über die Kräfte der Heilmittel
zusammen, das ich später aufführen werde. Dieses Buch gehört
auch zu den Büchern, die man notwendig vor dem Buch über das
Heilverfahren lesen muß. — Übersetzt hatte dieses Buch Sergios.

15 Ich habe es ins Syrische übersetzt zusammen mit dem Buch über
die Elemente; später habe ich es dann ins Arabische übersetzt für
Ishäq ibn Sulaimän.

13. Sein Buch Über die natürlichen Kräfte. — (7r)
Dieses Buch hat er auch in drei Teilen abgefaßt. Er verfolgt darin
das Ziel darzulegen, daß der Körper von drei natürlichen Kräften
gelenkt wird, nämlich der Empfängniskraft, der Wachstumskraft und

20 der Ernährungskraft, daß die Empfängniskraft aber aus zwei Kräften
zusammengesetzt ist, deren eine das Sperma umwandelt und seine
Empfängnis verursacht, so daß sich daraus die in sich homogenen
Körperteile bilden, und deren andere die in sich homogenen Körper-
teile in derjenigen Gestalt, Lage, Größe und Zahl zusammensetzt, die
bei einem jeden der zusammengesetzten Körperteile erforderlich
ist; und daß der Ernährungskraft vier Kräfte dienen, nämlich die
S. 11 anziehende Kraft, die festhaltende Kraft, die umwandelnde Kraft und
die ausstoßende Kraft. — Übersetzt hat dieses Buch ins Syrische

a baUs. den vier Elementen, welche sind das Feuer, die Luft, das
Wasser und die Erde \ b baUs. werden und wie es möglich ist, sie zu
erkennen

13. 14 (Text S. 11,2—12,7)

9

Sergios, und zwar schlecht. Dann habe ich es ins Syrische übersetzt,
als ich (noch) ein Jüngling war, etwa 17 Jahre alt, für Gibril ibn
Bohtlsö', und vorher hatte ich nur ein einziges Buch übersetzt, das
ich später aufführen werde; und zwar übersetzte ich es aus einer
mangelhaften griechischen Handschrift. Dann habe ich es revidiert,
indem ich, wenn es mir gelang, Mängel darin zu finden, sie verbesserte;
nach Erreichung des vollen (Mannes)alters habe ich es dann zum
zweiten Mal revidiert und habe dabei wieder weitere Mängel gefunden
und sie verbessert. Ich wollte Dir dies mitteilen, damit Du, wenn
Du von diesem Buch in meiner Übersetzung voneinander abweichende
Handschriften findest, den Grund dafür kennst. Einen Teil dieses
Buches habe ich ins Arabische übersetzt für Ishäq ibn Sulaimän. io

14. Sein Buch Über die Ursachen und Symptome. —
Dieses Buch besteht aus sechs a(nachträglich miteinander) vereinigten
Schriften (Teilen), und diese gehören zu den Schriften, die man
notwendig vor dem Buch über das Heilverfahren lesen muß. Galen
hat sie nicht in einem einzigen Buch zusammengestellt und ihnen
auch keinen einheitlichen Titel gegeben, sondern (erst) die Alexan-
driner haben sie vereinigt und ihnen einen einheitlichen Titel ge-
geben, nämlich Das Buch der Ursachen. Sie scheinen dabei so 15
verfahren zu sein, daß sie das Buch nach seinem Hauptinhalt be-
zeichnet haben. Was aber die Syrer anlangt, so haben sie diesem Buch
(7V) einen mehr als zulässig unzutreffenden und unvollständigen Titel
gegeben und es als „Buch der Ursachen und Symptome" bezeichnet;
wenn sie eine vollständige Benennung beabsichtigt hätten, hätten sie
neben den Ursachen und den Symptomen auch die Krankheiten er-
wähnen müssen. Was aber Galen anlangt, so hat era den ersten Teil
von diesen sechs Teilen betitelt Über die Arten der Krank- 20
h e i t e n; in dieser Schrift legt er dar, wie viele Gattungen der Krank-
heiten es gibt, und teilt eine jede von diesen Gattungen in ihre Arten,
bis er in der Teilung zu den letzten Unterarten gelangt. Den zweiten
Teil von ihnen hat er Über die Ursachen der Krankheiten
betitelt; er verfolgt darin das mit dem Titel übereinstimmende Ziel,
er legt nämlich in ihm dar, wie viele Ursachen einer jeden der Krank-
heiten es .gibt und was für Ursachen sie sind. Was den dritten Teil
von diesen sechs Teilen anlangt, so hat er ihn betitelt Über die
Arten der Symptome; er legt darin dar, wie viele Gattungen
und Arten der Symptome es gibt und was für Symptome sie sind.
Was aber die übrigen Teile anlangt, so hat er sie betitelt Über
die Ursachen der Symptome; darin legt er dar, wie viele 5
Ursachen es gibt, die ein jedes der Symptome herbeiführen, und
was für Ursachen sie sind. — Übersetzt hatte dieses Buch Sergios ins
Syrische, und zwar zweimal, einmal, ehe er in der Schule zu Alexandria

a baUs. Schriften (Teilen); und auch die Teile dieses Buches hat
Galen getrennt verfaßt, und erst die Alexandriner haben sie vereinigt und
daraus ein einziges Buch gemacht.   Galen hat

10

14—16 (Text S. 12,7—13,12)

studierte, und einmal, nachdem er darin studiert hatte.  Dann habe
ich es für Bohtlsö' ibn Gibril ins Syrische übersetzt zur Zeit des
Endes meines ersten Mannesalters.   Hubai& hat diese sechs Teile für
io abü 1-Hasan 'All ibn Jahjä ins Arabische übersetzt.

15. Sein Buch Uber das Erkennen der Erkrankungen
der inneren Körperteile a. — Dieses Buch hat Galen in sechs
Teilen abgefaßt; er verfolgt darin das Ziel, Merkmale zu schildern,
aus denen man auf die Zustände der inneren Körperteile schließen
kann, wenn an ihnen Krankheiten entstehen, und auf diese Krank-
heiten (selbst), die an ihnen entstehen, was für Krankheiten sie

15 sind. Im ersten Teil davon und einem Stück des zweiten behandelt
er die allgemeinen Verfahren, durch die man die Krankheiten b er-
kennen kann. Im zweiten Teil deckt er den Irrtum des Archigenes
auf in den Wegen, die er zur Erreichung dieses (8a) Ziels eingeschlagen
hat. Dann macht er sich im Rest des zweiten Teils und in den
vier ihm folgenden Teilen daran, die inneren Körperteile und ihre
Krankheiten Körperteil für Körperteil aufzuführen; er beginnt mit
dem Gehirn und so weiter der Reihe nach, indem er die Merkmale
20 schildert, aus denen man auf jeden einzelnen von ihnen, wenn er er-
krankt, schließen kann, wie (nämlich) seine Erkrankung erkannt
werden kann, bis er zum letzten von ihnen gelangt. — Sergios
hatte dieses Buch zweimal übersetzt, einmal für Theodoros, den
Bischof von al-Karh, und einmal für einen Mann namens al-Jasa'
S. 13 (Elisa). BohtiSö' ibn Gibril hatte mich gebeten, (diese Übersetzung)
zu revidieren und ihre Mängel zu verbessern; ich habe dies ge-
tan, nachdem ich ihn darauf hingewiesen hatte, daß es besser und
leichter wäre, es (neu) zu übersetzen. Da hat nun der Abschreiber
es nicht verstanden, die Stellen, die ich darin verbessert hatte,
herzustellen, und hat eine jede von diesen Stellen hergestellt, so
weit seine Fähigkeit reichte. Infolgedessen sind Klarheit und Kor-
rektheit des Buches unvollkommen geblieben bis auf diese unsere
5 Tage. Ich habe aber nicht aufgehört, seine erneute Übersetzung
zu planen, doch hat mich anderes davon abgehalten, bis mich
Isrä'll ibn Zakarljä, bekannt als at-Taifun, bat, es neu zu über-
setzen, und ich es daraufhin übersetzt habe. Ins Arabische hat es
Hubais übersetzt für Ahmad ibn Müsä.

16. 0Sein Buch Über den Pulsc. — Dieses Buch hat Galen
in sechzehn Teilen abgefaßt, und diese hat er auf vier Abteilungen
verteilt, so daß eine jede von diesen Abteilungen vier Teile umfaßt.

io Die erste von diesen Abteilungen hat er betitelt „Uber die Arten
des Pulses"; er verfolgt darin das Ziel darzulegen, wie viele primäre
Gattungen des Pulses es gibt, was für Gattungen sie sind, und wie
sich eine jede von ihnen in ihre Arten teilt, bis er zu den letzten

a baUs. + es ist auch bekannt als „Die schmerzenden Stellen" j
b baUs. + und ihre Stellen | C Fihr. b.Q. baUs. Das große Buch über
den Puls.

16 (Text S. 13,12—14,20)

11

von diesen gelangt. Im ersten Teil dieser Abteilung hat er die
Gesamtheit dessen im Auge, was man an Schilderung der Gattungen
und Arten des Pulses braucht, indem er es darin vollständig ver-
einigt. Die drei übrigen Teile dieser Abteilung aber hat er für sich
allein für die Argumentation und die Erörterung der Gattungen 15
und Arten des Pulses und der Definition des Pulses bestimmt. aDes-
halb braucht man notwendig (nur) diesen ersten Teil dieser Abteilung
zu lesen, (8V) was aber die drei übrigen Teile dieser Abteilung an-
langt, so braucht man sie nicht notwendig zu lesen, und daher steht
es dem Leser frei, wenn er den ersten Teil der ersten Abteilung
gelesen hat, sich aus der Gesamtheit dieser Abteilung darauf zu be-
schränken und sich darnach an die Lektüre der zweiten Abteilung 20
dieses Buches zu machen. Galen hat dies (selbst) dargelegt, und daß
er eben zu diesem von mir angegebenen Zweck es darauf abgesehen
hat, alles, was man über die Gattungen und Arten des Pulses zu
wissen braucht, in diesem ersten Teil zu vereinigen.1 Die zweite Ab-
teilung hat er betitelt „Über die Erkennung des Pulses"; er verfolgt S. 14
in ihr das Ziel, darzulegen, wie man eine jede von den Arten des
Pulses erkennt, wenn man die Adern befühlt, bich meine wie man
z. B. den großen und den kleinen Puls erkennt, und wie man den
raschen und den langsamen Puls erkennt, und ebenso nach diesem
Muster spricht er über die übrigen Artenb. Die dritte Abteilung
hat er betitelt „Über die Ursachen des Pulses"; er vei'folgt darin 5
das Ziel darzulegen, von welchen Ursachen eine jede von den Arten
des Pulses hei'rührt, cich meine von welchen Ursachen z.B. der
große Puls herrührt, von welchen der rasche Puls herrührt, und
von welchen Ursachen eine jede von den andern (noch) übrig bleiben-
den Arten des Pulses herrührt0. Die vierte Abteilung hat er be-
titelt „Über die Prognostik aus dem Puls"; er verfolgt darin das
Ziel darzulegen, wie aus einer jeden der Arten des Pulses, dich meine 10
aus dem großen, dem kleinen, dem raschen, dem langsamen und
den übrigen Arten des Pulsesd, Vorherwissen abgeleitet wird. —
Sergios hatte von diesem Buch sieben Teile ins Syrische übersetzt,
von einer jeden der drei ersten Abteilungen je einen Teil, nämlich
den ersten Teil einer jeden der drei Abteilungen, und die vier Teile
der letzten Abteilung; er hatte nämlich (dabei) dieselbe Meinung
wie die Alexandriner, deren Schüler er war, daß, wie es bei der 15
ersten Abteilung zu billigen ist, daß man (nur) den ersten Teil von ihr
liest und sich darauf beschränkt, wie Galen (selbst) sagt, weil er das
gesamte Wissen über das, worauf er es in dieser Abteilung abgesehen
hat, umfaßt, es ebenso auch mit den übrigen Abteilungen sei; aber
(9r) damit haben sie einen großen Irrtum begangen. Nur haben
sich die Alexandriner, wie sie sich bei einer jeden von den drei
ersten Abteilungen auf je einen Teil beschränkten, so auch bei der
vierten Abteilung auf den ersten Teil von ihr beschränkt; deshalb 20

a f. baUs.   |   b f. baUs.   |   C f. baUs.   |   d f. baUs.

12

16—18 (Text S. 14,20—16,2)

finden wir, daß viele griechische Handschriften nur diese vier Teile
enthalten, indem man je einen aus einer jeden von jenen vier Ab-
teilungen ausgewählt und diese hintereinander abgeschrieben hat.
Und wir finden auch, daß die Erklärer, die das Buch über den Puls
haben kommentieren wollen, von ihm nur diese vier Teile kommen-
tiert und dadurch sich selbst herabgesetzt haben. Was dagegen ar-Ra'sI
(d. h. Sergios) anlangt, so war er dem richtigen Verfahren näher
S. 15 als sie; er war nämlich sofort darauf aufmerksam geworden und
hatte gemerkt, daß man die übrigen Teile der vierten Abteilung
notwendig lesen muß, und hat sie deshalb vollständig übersetzt.
Dann hat Aijüb ar-Ruhäwi für Gibril ibn Bohtlsö' die sieben übrigen
Teile übersetzt. Ich habe dieses ganze Buch vor einigen Jahren
s ins Syrische übersetzt für Jühannä ibn Mäsawaih, und habe mich
aufs höchste um Präzision und schönen Ausdruck bemüht. Weiter
habe ich den ersten Teil dieses Buches ins Arabische übersetzt für
Muhammad ibn Müsä; was aber den Rest dieses Buches anlangt,
so hat Hubais es übernommen, ihn aus dem syrischen Exemplar
zu übersetzen, das ich übersetzt habe. Hubais aber ist ein Mann,
der Anlage zum Verständnis hat und sich meine Ubersetzungs-
methode zum Muster zu nehmen wünscht; nur daß ich seinen
io Fleiß nicht für seiner Begabung entsprechend halte. Dieses Buch
wird zum Vorherwissen gerechnet.

17. Sein Buch Über die aArten der* Fieber. — Dieses
Buch hat er in zwei Teilen abgefaßt. Er verfolgt darin das
Ziel, die Gattungen und Arten und die Merkmale der Fieber zu
schildern. Im ersten Teil davon schildert er zwei von ihren Gat-
tungen, deren eine im Pneuma und deren zweite in den ursprüng-
lichen Körperteilen entsteht, bdie als die festen bekannt sindb; im
15 zweiten Teil schildert er die dritte Gattung von ihnen, die in den
Säften entstellt, wenn sie faulen. — Sergios hatte dieses Buch
übersetzt, und zwar nicht gut. Ich habe es übersetzt zunächst (9V)
für Gibril ibn Bohtlsö', als ich (noch) ein Jüngling war, und dies
war das erste von den Büchern Galen's, das ich ins Syrische über-
setzt habe; später habe ich es dann, nachdem ich das volle (Mannes)-
alter erreicht hatte, revidiert und dabei eine Anzahl Mängel darin
20 gefunden und diese mit Fleiß verbessert und es korrigiert, da ich
für meinen Sohn ein Exemplar haben wollte. Ich habe es auch
ins Arabische übersetzt für abü 1-Hasan Ahmad ibn Müsä.

18°. Sein Buch Über die Krisis. — Dieses Buch hat Galen
in drei Teilen abgefaßt; er verfolgt darin das Ziel darzulegen, wie
der Mensch dazu gelangen kann vorauszuwissen, ob die Krisis ein-
treten wird oder nicht, und wenn sie eintritt, wann sie erfolgen
S. 16 wird und womit und wie sie auslaufen wird. — Übersetzt hatte
es Sergios, und ich habe es vor einigen Jahren verbessert und
möglichst gründlich korrigiert, und zwar für Jühannä ibn Mäsa-

a f. Fihr. b.-Q.   |   b f. baUs.   |   C b.-Q. Nr. 18 und 19 umgestellt.

18—20 (Text S. 16,2—17,10)

13

waih.   Ich habe es auch ins Arabische übersetzt für Muhammad
ibn Müsä.

19. Sein Buch Uber die Tage derKrisis. — Auch dieses
Buch hat Galen in drei Teilen abgefaßt. In den beiden ersten 5
Teilen verfolgt er das Ziel, die Verschiedenheit der (einzelnen) Tage
in. bezug auf ihren Einfluß darzulegen, und (darzulegen), an welchen
von ihnen die Krisis eintritt, an welchen von ihnen aber die Krisis
nicht eintritt, bei welchen von den Tagen , an denen die Krisis
eintritt, die an ihnen erfolgende Krisis günstig ist, bei welchen
aber die Krisis ungünstig ist, und was damit zusammenhängt. Im
dritten Teil schildert er die Ursachen, deretwegen sich die Tage
in bezug auf ihre Einflüsse in dieser Weise unterscheiden. — Über- 10
setzt hatte dieses Buch ins Syrische Sergios. Ich habe es verbessert
zugleich mit dem vorhergehenden Buch. Ich habe es auch ins
Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä. Dieses Buch und das
vorhergehende wird zum Vorherwissen gezählt.

20a. Sein Buch Über das Heilverfahren. — Dieses Buch
hat er in vierzehn Teilen abgefaßt. Er verfolgt in ihm das Ziel 15
darzulegen, wie eine jede von den Krankheiten bebandelt wird nach
der analogischen Methode; er beschränkt sich dabei auf die all-
gemeinen Symptome, auf die (10r) man dabei achten und aus denen
man ableiten muß, womit jede von den Krankheiten behandelt
werden muß; er verwendet als einfache Beispiele dafür spezielle
Fälle. Sechs Teile hatte er für einen Mann namens Hieron verfaßt;
in deren erstem und zweitem behandelt er die korrekten Grund- 20
lagen, auf denen in dieser Wissenschaft aufgebaut wird, und be-
seitigt die irrigen Grundlagen, die Erasistratosb und seine An-
hänger gelegt hatten; dann schildert er in den übrigen vier Teilen
die Behandlung der Aufhebung des Zusammenhangs bei einem jeden
von den Körperteilen. Dann starb Hieron, und so brach Galen S. 17
die Vollendung des Buches ab, bis ihn Eugenianos bat, es zu vervoll-
ständigen. Da verfaßte er für ihn die übrigen acht Teile. In den
sechs ersten Teilen davon schildert er die Behandlung der Krank-
heiten der in sich homogenen Körperteile, in den beiden übrigen
aber die Behandlung der Krankheiten der zusammengesetzten Körper-
teile. Er schildert in dem ersten der sechs ersten Teile die 5
Behandlung aller Arten von schlechter Mischung, so weit sie
in einem einzigen Körperteil vorliegt, und zwar geht er so vor, daß
er als Beispiel verwendet, was (in diesem Fall) im Magen erfolgt.
Dann schildert er im folgenden Teil, nämlich dem achten des ganzen
Buchs, die Behandlung der Arten des Fiebers, das im Pneuma ent-
steht, nämlich des täglichen Fiebers. Dann schildert er in dem ihm
folgenden Teil, nämlich dem neunten, die Behandlung des andauern-
den Fiebers.   Dann schildert er im zehnten Teil die Behandlung 10

a Fihr. vor, b.-Q. nach Nr. 20 + Das Buch über die Diät (Lenkung)
der Gesunden,  j  b so nach baUs.; Hg. Bäsäs o. ä.

14

20 (Text S. 17,10—18,17)

des Fiebers, das in den ursprünglichen Körperteilen entsteht, nämlich
des Rückfallfiebers, und er schildert darin alles, was man über die
Anwendung von Bädern zu wissen braucht. Dann schildert er im
elften und zwölften Teil die Behandlung der Fieber, die aus Fäulnis
der Säfte entstehen ; und zwar im elften d ejenigen von ihnen, die
von fremden Symptomen frei sind, im zwölften aber diejenigen von

15 ihnen, bei denen fremde Symptome auftreten. — Übersetzt hatte
dieses Buch ins Syrische Sergios, und zwar fand die Übersetzung
der ersten sechs Teile statt, als er noch schwach war und im Über-
setzen nichts leistete. Die übrigen acht Teile hat er dann über-
setzt, (10v) nachdem er Übung erlangt hatte, und so hat er sie besser
übersetzt, als er die sechs ersten übersetzt hat. Salmawaih hatte
mich angetriebenf?), für ihn diese zweite Hälfte zu verbessern, und

20 hatte sich (dabei) eingebildet, dies werde leichter und besser sein,
als sie (neu) zu übersetzen So kollationierte er mit mir ein Stück
des siebenten Teils, indem er das Syrische in der Hand hatte und
ich das Griechische und er mir das Syrische vorlas und ich jedes-
mal, wenn mir etwas vom Griechischen Abweichendes aufstieß, ihm
dies mitteilte und er dann zu verbessern begann. Schließlich aber
S. 18 wurde ihm die Sache zu viel und es wurde ihm klar, daß es be-
quemer und erfolgreicher sein würde, von vorn (neu) zu übersetzen,
und daß dabei das Ergebnis geordneter sein würde. So bat er
mich, diese Teile zu übersetzen, und ich habe sie daraufhin voll-
ständig übersetzt. Wir waren (damals) in Raqqa zur Zeit der Feld-
züge des Ma'mün; er übergab sie (die Übersetzung) dem ZakarTjä
ibn 'Abdallah, bekannt als at-Taifuri, als er nach der Stadt des
5 Friedens (Bagdad) hinabfahren wollte, damit sie dort für ihn ab-
gesehrieben würde, es brach aber in dem Fahrzeug, in dem sich
Zukarljä befand, ein Brand aus, und so verbrannte das Buch, und
es blieb kein Exemplar davon übrig. Nach Jahren habe ich dann
das Buch von Anfang an für Bohtisö' ibn Gibril übersetzt, wobei
ich von seinen acht letzten Teilen eine Anzahl Handschriften auf
griechisch hatte; so habe ich diese kollationiert, aus ihnen ein kor-
rektes Exemplar hergestellt und es mit der größten mir möglichen Ge-
nauigkeit und Eleganz übersetzt.  Was dagegen die sechs ersten Teile

10 anlangt, so war ich nur auf eine einzige Handschrift von ihnen ge-
stoßen . und dies war obendrein eine sehr fehlerhafte Handschrift.
Doshalb war es mir nicht möglich, diese Teile ganz so herzustellen,
wie erforderlich. Dann stieß ich auf eine weitere Handschrift, kol-
lationierte sie und verbesserte, was mir (mit ihrer Hilfe) zu ver-
bessern möglich war; i.;h würde (?) es (das Buch) aber gern(?) (noch)
ein drittes Mal kollationieren, wenn mir eine dritte Handschrift zu-
fallt.   Die Handschriften dieses Buches auf griechisch sind nämlich

11 wet'ix' 7.ibireich. und 7.war, weil es nicht zu denen gehörte, die in
(V- • •.•iox.-,.ndvuu3oh»?n Schule gelesen wurden. Übersetzt hat dieses
Buoh au-» dt-n syrischen Exemp'aren, die ich übersetzt hatte, Hubais
ibti o 1-ILtsat! für Muhammad ibn Müsä: nachdem er es übersetzt

20. 21 (Text S. 18,17—19,10)

15

hatte, bat er mich dann, für ihn die letzten acht Teile zu revidieren
und die Mängel, die ich darin fände, zu verbessern; diese Bitte (llr)
habe ich ihm erfüllt, und zwar mit Erfolg.

Dies also sind die Bücher, auf deren Lektüre man sich an der
Stätte der medizinischen Lehre in Alexandria zu beschränken pflegte; 20
und zwar pflegte man sie in dieser Anordnung zu lesen, in der ich
ihre Aufführung vorgenommen habe. Man pflegte sich jeden Tag
zur Lektüre und Interpretation eines Hauptwerkes von ihnen zu
versammeln, wie sich heutzutage unsere christlichen Freunde an den
Stätten der Lehre, die als 6%olri bekannt sind, jeden Tag zu einem
Hauptwerk avon den Büchern der Alten zu versammeln pflegen.
Was aber die übrigen Bücher anlangt, so pflegte man" sie nur
einzeln, ein jeder für sich allein, zu lesen, nachdem er sich durch
jene Bücher, die ich aufgeführt habe, gebildet hatte; wie unsere S. 10
Freunde heutzutage die Erklärungen der Bücher der Alten lesen.
Was aber Galen anlangt, so ist er nicht der Ansicht gewesen, daß
seine Bücher in dieser Ordnung gelesen werden sollten, sondern er
hat angeordnet, daß von seinen Büchern nach seinem Buch über
die Schulen seine Bücher über die Anatomie gelesen werden sollten.
Deshalb eröffne ich (jetzt) die Aufführung seiner (übrigen) Bücher
mit der Aufzählung seiner Bücher über die Anatomie und lasse ihnen
seine übrigen Bücher in der Reihe, in der Gruppierung und An- 5
Ordnung folgen, die er selbst aufgestellt bat.

21. Sein Buch Über die Ausübung der Anatomie
(Sektion) ,J. — Dieses Buch hat er in fünfzehn Teilen geschrieben. c
Im ersten Teil schildert er die Muskeln und Bänder, die an der
Hand sind, im zweiten Teil die Muskeln und Bänder, die am Fuß
sind, im dritten Teil die Nerven und Adern, die an den Händen
und Füßen sind, im vierten die Muskeln, die die Wangen. die 10
Lippen, den Unterkiefer, dden Kopf, den Hals und died Schultern
bewegen, im fünften die Muskeln der Brust, des Bauchfells, der
beiden Seiten des Rückens und der Lenden. Im sechsten schildert
er die Ernährungsorgane, nämlich den Magen, die Därme, die Leber,
die Milz, die Nieren, die Blase und was diesen ähnelt. Im siebenten
und achten schildert er die Anatomie der Atemorgane, und zwar
schildert er im siebenten, was sich bei der Sektion an dem Herzen,
der Lunge und den Arterien zeigt, (sowohl) nach dem Tod des 15
Lebewesens als, so lange es am Leben ist, und im achten schildert
er, was sich bei der Sektion in der ganzen Brust zeigt. Den ganzen
(llv) neunten Teil verwendet er für sich allein auf die Schilderung
der Anatomie des Gehirns und Rückenmarks.    Im zehnten Teil

a Hs. entweder von den Büchern der Alten oder von den übrigen
Büchern zu versammeln. Man pflegte | b baUs. -p und dies ist das-
jenige, das bekannt ist als „Die große Anatomie": Fihr. b.-Q. Ein Buch
Die große Anatomie | c baUs. -f- Er sagt, daß er darin alles vereinigt
habe, was man in betreff der Anatomie (zu wissen) braucht. | d lalls.
nach der Richtung des Kopfes und nach der Richtung des Halses und der

16

21—24 (Text S. 19,17—21,7)

schildert er die Anatomie der Augen, der Zunge, der Speiseröhre,
S. 20 und was mit diesen Teilen zusammenhängt. Im elften schildert er,
was sich am Kehlkopf befindet und an dem Knochen, aden die
Griechen mit dem l unter ihren Buchstaben — das ist dieses A —a
vergleichen, und was damit zusammenhängt, sowieb die Nerven, die
nach dieser Stelle laufen. Im zwölften schildert er die Anatomie der
5 Zeugungsteile, im dreizehnten die Anatomie der Arterien und Venen,
im vierzehnten die Anatomie der Nerven, die im Gehirn entspi'ingen,
und im fünfzehnten die Anatomie der Nerven, die im Rückenmark
entspi-ingen. c — Übersetzt hatte dieses Buch ins Syrische Aijüb
ar-Ruhäw! für GibrTl ibn Bohtisö'; ich habe es vor kurzem ver-
bessert für Jühannä ibn Mäsawaih und habe mich aufs höchste
darum bemüht, es zu korrigieren.

22d. Sein Buch Über die Abkürzung des Buches des
10 Marinos über die Anatomie. — eVon diesem Buch sagt er,
daß er es in vier Teilen abgefaßt habe.6 — Weder haben wir es
bis zu diesem Zeitpunkt gesehen, noch habe ich jemanden angeben
hören, daß er es gesehen habe oder wisse, wo es vorhanden sei.
Galen teilt in seinem als das Verzeichnis bekannten Buch die Zahl
der Teile (des Buchs) des Marinos mit, die er in diesem Buch ab-
gekürzt hat, und was in den einzelnen Teilen davon stand. f

23g. Sein Buch Über die Abkürzung des Buches des
isLykos über die Anatomie. — hVon diesem Buch sagt er,
daß er es in zwei Teile abgefaßt hat.h — Von diesem Buch gilt
dasselbe wie von dem vorhergehenden; ich habe es nicht gesehen
und kenne keine Spur davon. 1
S.21        24. Sein Buch Über die kin bezug auf die Anatomie
1 bestehenden Meinungsverschiedenheiten11. — Dieses
Buch hat er in zwei Teilen abgefaßt; er verfolgt darin das Ziel,
in betreff der Meinungsverschiedenheiten, die in den Büchern über
die Anatomie zwischen den Anatomen, die vor ihm lebten, bestanden,
darzulegen, was davon lediglich im-Ausdruck liegt und was davon
5 (12r) den Gedanken (selbst) betrifft, sowie was die Ursache davon
ist. — Übersetzt hatte dieses Buch Aijüb ar-Ruhäwi; es war mir
unmöglich, es (diese Übersetzung) zu verbessern (?), und so habe
ich es von neuem übersetzt für Jühannä ibn Mäsawaih ins Syrische

a baUs. der dem l unter den Buchstaben der Griechen ähnelt |
b baUs. nämlich | C baUs. + Galen sagt: Dieses Buch ist das unentbehr-
liche über die Wissenschaft der Anatomie; ich habe weitere Bücher über
die Wissenschaft der Anatomie verfaßt, die nicht unentbehrlich, toohl aber
nützlich sind. | d f. Fihr. b-Q. | e baUs. statt dessen Marinos hatte
dieses sjin Buch in zwanzig Teilen abgefaßt, Galen aber hat es in vier
Teilen abgekürzt. | f Hs. -f- nicht vorhanden | g f. Fihr. b.-Q. | h baL's.
dafür Dieses Buch hat ebenfalls sein Verfasser in siebzehn Teilen abgefaßt,
Galen aber hat es, wie er sagt, in zwei Teilen abgekürzt. \ i Hs. + nicht
vorhanden | k Fihr. b.-Q. Meinungsverschiedenheit in der Anatomie |
I baUs. -f zwischen den Alten

24—29 (Text S. 21,7—22,10)

17

und habe es sehr gut hergestellt.   Ins Arabische hat es Hubais
übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

25. Sein Buch Über die Sektion ades toten Lebe-
wesens*. — Dieses Buch hat er in einem einzigen Teil abgefaßt,
in dem er die Dinge schildert, die sich aus der Sektion des toten
Lebewesens erkennen lassen, was für Dinge es sind. — Aijüb hatte io
es übersetzt, ich aber habe es von neuem übersetzt zusammen mit
dem vorhergehenden Buch ins Syrische. Ins Arabische hat es Hubais
übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

26. Sein Buch Über die Sektion bdes lebenden Lebe-
wesens1". — Dieses Buch hat er in zwei Teilen abgefaßt; er ver-
folgt darin das Ziel, die Dinge darzulegen, die sich (nur) aus der
Sektion des lebenden Lebewesens erkennen lassen, was für Dinge
es sind. — Aijüb ar-Ruhäwi hat auch dieses Buch übersetzt, und ich
habe es (ebenfalls) von neuem übersetzt zusammen mit dem vorher- 15
gehenden Buch ins Syrische. Hubais hat es ins Arabische übersetzt
für Muhammad ibn Müsä.

27. Sein Buch Über das anatomische Wissen des
Hippokrates. — Dieses Buch hat er in fünf Teilen abgefaßt;
er hat es in seinem Jugendalter für Boethos geschrieben. Er ver-
folgt darin das Ziel darzulegen, daß Hippokrates mit der Wissen-
schaft der Anatomie vertraut war, und bringt Belege dafür aus allen
seinen Büchern bei. — Übersetzt hatte dieses Buch ins Syrische Aijüb; 20
dann habe ich es übersetzt zusammen mit den Büchern, die ich vorher
aufgeführt habe, und habe es möglichst präzis wiedergegeben. Ins
Arabische hat es übersetzt Hubais' für Muhammad ibn Müsä.

28. Sein Buch Über cdas anatomische Wissen des S.22
Erasistratosdc. — Dieses Buch hat er in drei Teilen abgefaßt;

er hat es ebenfalls an Boethos in seinem Jugendalter geschrieben.
Er verfolgt darin das Ziel zu kommentieren, was Erasistratos in
seinen sämtlichen Büchern über die Anatomie gesagt hat, und dann
darzulegen, daß er in manchem das Richtige getroffen und in
manchem geirrt hat. — Dieses Buch hat niemand vor mir über- 5
setzt; (12v) ich habe es ins Syrische übersetzt zusammen mit den
Büchern, die ich vor ihm übersetzt und aufgeführt habe, obgleich
ich nur auf eine einzige sehr mangelhafte und am Ende ein wenig
lückenhafte Handschrift gostoßen war. Ich habe es nur mit großer
Mühe hergestellt, es ist aber schließlich verständlich geworden; ich
habe dabei daraufhingearbeitet, nach Kräften nicht von den Ge-
danken Galen's abzuweichen. Ins Arabische hat es Hubais übersetzt
für Muhammad ibu Müsä.

29e. Sein Buch Über das, was Lykos in bezug auf 10
die Anatomie nicht gewußt hat. f — 8Von diesem Buch

a baUs. der Toten | b baUs. der Lebenden I c baUs. die Ansichten
des E. über die Anatomie j d Fihr. b.-Q. Aristoteles | e f. Fihr. b.-Q. |
f Hs. + nicht vorhanden  |  g baUs. nur vier Teile

Abhandl. d. DMG. XVII, 2. 2

18

29—35 (Text S. 22,11—23,15)

sagt er, daß er es in vier Teilen abgefaßt habe.» — Was aber
mich anlangt, so habe ich es nicht gesehen und habe nicht davon
gehört, daß jemand es gesehen hätte.

30a. Sein Buch Über das, worin er b von Lykos ab-
weicht. — cDieses Buch hat er, wie er sagt, in zwei Teilen ab-
gefaßt.0 — Ich habe es nicht gesehen und kenne niemanden, der
es gesehen hat.d

15 31. Sein Buch Über die Anatomie des Uterus. — Dieses
Buch besteht aus einem einzigen kleinen Teil. Er hat es in seinem
Jugendalter für eine Geburtshelferin geschrieben; es enthält alles,
was man über die Anatomie des Uterus und das, was sich in ihm
während der Schwangerschaft bildet, zu wissen braucht. — Über-
setzt hatte dieses Buch Aijüb; dann habe ich es übersetzt zusammen
mit den übrigen anatomischen Büchern, die ich übersetzt habe, ins
Syrische. Hubais hat es ins Arabische übersetzt für Muhammad
ibn Müsä.

20 32e. Sein Buch Über das Gelenk des ersten Wirbels
von den Wirbeln des Rückgrats. — Ein Teil.
S.23 33f. Und sein Buch Über die Verschiedenheit der in
sich homogenen Körperteile. — Ein Teil. — [Hunain hat
es nach diesem Buch (der Abfassung dieses Buches) übersetzt. Ins
Arabische hat es sein Schüler 'Isä ibn Jahjä übersetzt.]

34f. Ein Buch Über die Anatomie der Stimmorgane.

5 — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil. Es ist dem Galen
untei'geschoben und ist weder von Galen noch von einem anderen
der Alten, sondeim von einem der Neueren, der es aus den Büchern
Galen's zusammengestellt hat; und zwar war der, der es zusammen-
gestellt hat,8 schwach (in der Wissenschaft). — Trotzdem hat Jühannä
ibn Mäsawaih mich gebeten, es zu übersetzen, und ich habe ihm
diese Bitte erfüllt, entsinne mich aber nicht, ob ich es wirklich
(13r) übersetzt oder nur verbessert habe; doch weiß ich, daß ich
es hergestellt habe, so gut ich konnte.

10 35h. Ein Buch Über die Anatomie des Auges. — Dieses
Buch besteht auch aus einem einzigen Teil. Sein Titel ist eben-
falls nichtig, denn es wird (zwar) dem Galen zugeschrieben, es ist
aber1 wahrscheinlich, daß es von Rufos oder einem (noch) weniger
Bedeutenden stammt. — Aijüb hatte dieses Buch übersetzt; dann
habe ich ...(?) für Jühannä ibn Mäsawaih.

Dies also sind seine echten und die ihm zugeschriebenen Bücher

15 über die Anatomie. Es schließen sich ihnen an seine Bücher über
die Tätigkeiten und den Nutzen der Körperteile. Ich beginne jetzt,
sie aufzuführen, mit Ausnahme desjenigen von ihnen, das schon

a f. Fihr. b.-Q. | b baUs. + *» bezug auf die Anatomie | c baUs.
nur zwei Teile | d Hs. + nicht vorhanden | e f. Fihr. b.-Q. I f f. Fihr.
b.-Q. | g baUs. -f- noch obendrein, j h f. Fihr. b.-Q. | i baüs. + nicht
von Galen, sondern es ist

36-38 (Text S. 23,15—24,20)

früher aufgeführt worden ist; das aber, das bereits aufgeführt ist,
ist das Buch über die natürlichen Kräfte.

36. Sein Buch Über die Bewegung* der Brust und
der Lunge. — Dieses Buch hat er in drei Teilen abgefaßt, und
zwar hat er es verfaßt in seinem Jugendalter nach seiner ersten
Rückkehr von Rom. Er hielt sich damals in der Stadt Smyrna
auf, indem er bei Pelops lernte, und einer seiner Mitschüler hatte
ihn darum gebeten, (es abzufassen). Er stellt in den beiden ersten 20
Teilen davon und im Anfang des dritten dar, was er von seinem
Lehrer Pelops über dieses Gebiet übernommen hatte; dann stellt
er im Rest des dritten Teils dar, was er selbst herausgefunden
hatte. — Ich habe dieses Buch nicht ins Syrische übersetzt und S. 24
ebensowenig jemand vor mir. Stephanos ibn Basileios hat es ins
Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä. Dann bat mich
Muhammad ibn Müsä, es zu kollationieren und etwa darin vorhandene
Mängel zu verbessern; dies habe ich getan. Dann bat Jühannä ibn
Mäsawaih den Hubais, es für ihn aus dem Arabischen ins Syrische

zu übertragen, und er hat es für ihn übertragen.

37. Sein Buch Über bdie Ursachen der Atmungb. — 5
Dieses Buch hat er in zwei Teilen abgefaßt, auf seiner ersten Reise
nach Rom, für Boethos. Er verfolgt darin das Ziel darzulegen,
durch welche Organe die Atmung freiwillig erfolgt und durch welche
sie zwangsläufig erfolgt. — Aijüb hatte davon eine unverständliche
Übersetzung gefertigt. Außerdem hat es (13v) Stephanos ins Ara-
bische übersetzt für Muhammad ibn Müsä. Muhammad aber bat
mich in bezug darauf, ehe er mich in bezug auf das vorher-
gehende Buch bat, und befahl dem Stephanos, es mit mir zu 10
kollationieren. Dabei habe ich das Syrische verbessert in verständ-
licher und gerader Rede, so daß nichts davon mißverstanden werden
kann — ich wollte nämlich eine Abschrift nehmen für meinen
Sohn —, und ebenso auch das Arabische, wenn dieses auch von
vornherein viel besser war als das Syrische.

38c. Sein Buch Über die Stimme. — Dieses Buch hat er
in vier Teilen abgefaßt nach dem Buch, daß ich vor ihm aufgeführt
habe. Er verfolgt darin das Ziel darzulegen, wie die Stimme ent-
steht, was sie ist, was ihr Stoff ist, durch welche Organe sie her- 15
vorgebracht wird, welche Körperteile bei ihrer Hervorbringung be-
teiligt sind, und wie die (verschiedenen) Stimmen sich unterscheiden.
— Ich habe dieses Buch nicht ins Syrische übersetzt, noch auch
hat es jemand von meinen Vorgängern übersetzt: wohl aber habe
ich es ins Arabische übersetzt für den Wezir Muhammad ibn 'Abdal-
malik, vor etwa zwanzig Jahren, und zwar habe ich es möglichst
präzis wiedergegeben, entsprechend der Intelligenz, die dieser Mann
besaß.  Muhammad hatte es gelesen und darin viele Ausdrücke ge- 20

a Fihr. b.-Q. Bewegungen I b b.-Q. den Atem, Fihr. die Ursachen
des Atems    \    C b.-Q. Nr. 38 und 39 umgestellt

2*

20

38—43 (Text S. 24,20—25,23)

ändert, entsprechend dem, was er für besser hielt. Dann sah
Muhammad ibn Müsä dies und die erste Fassung ein und zog die
erste Fassung vor und ließ sie abschreiben. Ich wollte Dir dies
darlegen, damit Du den Grund der Verschiedenheit der beiden
Fassungen weißt, wenn sie (noch) vorbanden sind. Jühannä ibn
Mäsawaih hatte Hubais gebeten, dieses Buch aus dem Arabischen
ins Syrische zu übersetzen, und er hat es für ihn übersetzt.
S.25 39. Sein Buch Über die "Bewegung dera Muskeln. —
Dieses Buch hat er in zwei Teilen abgefaßt. Er verfolgt darin
das Ziel darzulegen, was die Bewegung der .Muskeln ist, b wie sie
erfolgt undb wie diese verschiedenen Bewegungen in den Muskeln
zustande kommen, obgleich ihre Bewegung nur eine einzige ist.
Er erörtert in ihm auch den Atem, ob er von den absichtlichen
Bewegungen oder von den natürlichen Bewegungen kommt, und
5 untersucht in ihm viele interessante zu diesem Gebiet gehörige
Dinge. — Dieses Buch habe ich ins Syrische übersetzt, (14r) ohne
daß sich jemand vor mir daran gemacht hatte. Stephanos hat es
ins Arabische übersetzt; Muhammad ibn Müsä bat mich, es mit
dem Griechischen zu kollationieren und zu verbessern, und ich habe
dies getan.

40°. Sein Buch Über den4 irrigen Glauben, den man
über die Unterscheidung des Urins6 gehabt hat. f —
10 Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil. — Ich war auf eine
Handschrift auf griechisch gestoßen, bin aber nicht dazu gekommen,
es zu lesen, geschweige denn, es zu übersetzen, und auch kein
anderer hat es übersetzt.

41. Sein Buch Über das Bedürfnis nach dem Puls8.

— Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil, in dem er dar-
legt, was der Nutzen des Pulses ist. — Ich habe es ins Syrische
übersetzt für Salmawaih ibn Bunan. Hubais hat es ins Arabische
übersetzt zusammen mit dem großen Buch über den Puls. [Ishäq

15 ibn Hunain hat es nach dem Tode seines Vaters übersetzt.]

42. Sein Buch Über das Bedürfnis nach hder Atmungh.

— Dieses Buch besteht auch aus einem einzigen Teil, doch ist er
umfangreich. Er untersucht darin, was der Nutzen der Atmung
ist. — Ich wüßte nicht, daß dieses Buch ins Syrische übersetzt
worden wäre; was aber das Arabische anlangt, so hat es Stephanos
übersetzt. Ich hatte auch ungefähr die Hälfte davon ins Arabische
übersetzt für Muhammad ibn Müsä, es trat aber ein Umstand ein,

20 der mich hinderte, es zu vollenden. Dann hat mich mein Schüler 'Isä
gebeten, es ins Syrische zu übersetzen, und ich habe ihm dies gewährt.

43*. Sein Buch Über die Arterien, ob in ihnen von
Natur k Blut fließt oder nicht. — Dieses Buch besteht auch

a f. Hs. | b f. Hs. | C f. Fihr. b.-Q. | d baUs. die Polemik gegen
den | e baUs. -f- vom Blut \ f Hs. + nicht übersetzt | g Hs. Atem | h Fihr.
und als Var. b.-Q. dem Atem  |   i f. Fihr. b.-Q.   |   k Hs. + das natürliche

43—46 (Text S. 25,23 — 27,3)

21

aus einem einzigen Teil; das Ziel, das er darin verfolgt, stimmt
mit seinem Titel überein. — Ich hatte es, als ich (noch) ein Jung- S. 26
ling war, ins Syrische übersetzt für Gibril, doch war ich von seiner
Korrektheit nicht überzeugt, weil die Handschrift davon eine einzige,
sehr fehlerhafte war. Dann habe ich es schließlich (noch einmal)
genau ins Syrische übersetzt. Ins Arabische hat es 'Isa ibn Jahjä
übersetzt.

44 a. Sein Buch Über die Kräfte der abführenden
Heilmittel. — (14v) Dieses Buch besteht auch aus einem ein-
zigen Teil, in dem er darlegt, daß die Heilmittel das, was sie ab- 5
führen, nicht dadurch abführen, daß ein jedes der Heilmittel das,
worauf es im Körper stößt, in seine (eigene) Natur verwandelt und
es dann ausgestoßen wird und so abgeht; vielmehr zieht ein jedes
von ihnen einen ihm entsprechenden und gleichartigen (Körper-)
Saft an sich. — Übersetzt hat diese Schrift ins Syrische Aijüb ar-
Ruhäwl; eine Handschrift davon auf griechisch befindet sich bei
mir. Ich habe sie ins Syrische übersetzt; 'Isä ibn Jahjä hat sie
ins Arabische übersetzt.

45b. Sein Buch Über die Gewohnheiten. — Dieses Buch io
besteht aus einem einzigen Teil; er verfolgt darin das Ziel dar-
zulegen, daß die Gewohnheit eins von den Symptomen ist, auf die
man blicken muß. — Ich habe diese Schrift ins Syrische übersetzt
für Salmawaih ibn Bunan. — cdAn diese Schrift schließt sich and
die Erklärung der Zeugnisse aus den Worten Platon's, die Galen
in ihr beigebracht hat, durch den Kommentar des Herophilos dazu,
und die Erklärung der Worte des Hippokrates, die er angeführt
hat, durch den Kommentar des Galen dazu.0 — Hubais hat sie ins 15
Arabische übersetzt für Ahmad ibn Müsä.

46. Sein Buch Über die Ansichten des Hippokrates
und des Piaton. — Dieses Buch hat er in zehn Teilen abgefaßt.
Er verfolgt darin das Ziel darzulegen, daß Piaton in den meisten
seiner Worte mit Hippokrates übereinstimmt, infolge davon, daß er
sie von ihm übernommen hat, und daß Aristoteles in dem, worin
er von ihnen beiden abweicht, irrt. Er legt (weiter) darin alles das
dar, was man in betreff der lenkenden Seelenkraft (zu wissen) braucht,
durch die das Denken, die Vorstellung und die Erinnerung erfolgen, 20
und in betreff der drei Wurzeln, aus denen die Kräfte hervorgehen,
durch die die Lenkung des Körpers erfolgt; und anderes aus ver-
schiedenen Gebieten. — Übersetzt hatte dieses Buch ins Syrische
Aijüb; bis zu diesem Zeitpunkt hat es keiner außer ihm übersetzt. S.27
Bei mir befand sich eine Anzahl griechische Handschriften davon,
von denen ich durch die Beschäftigung mit anderem abgehalten
worden bin. Dann habe ich es später ins Syrische übersetzt und
dazu eine Schrift hinzugefügt, die ich angefertigt habe, um Galen

a f. Fihr. b.-Q.    |    b f. b.-Q.    |    C f. Fihr. b.-Q.    |    d baUs. Mit

diesem Buch verbunden und mit ihm vereinigt findet sich

7

22

46—49 (Text S. 27,3—28,8)

wegen dessen zu entschuldigen, was er im siebenten Teil (15r)
dieses Buches sagt. Ins Arabische bat es Hubais übersetzt für
Muhammad ibn Müsä.
t> 47 a. Sein Buch Über die Schwierigen (schwer zu
beobachtenden) Bewegungenb. — c Dieses Buch besteht aus
einem einzigen Teil; er verfolgt darin das Ziel, Bewegungen zu be-
handeln, die er und seine Vorgänger nicht gekannt hatten und die
er dann später erkannt hat. — Übersetzt hat es Aijüb. Was mich an-
langt, so habe ich es in der Vergangenheit nicht übersetzt, obgleich
sich die Abschrift des Buchs bei mir befand; dann habe ich es später
ins Syrische übersetzt und dann ins Arabische für Muhammad ibn Müsä.

io 48d. Sein Buch Über das Geruchsorgan. — Dieses Buch
besteht auch aus einem einzigen Teil. — Eine Handschrift davon
auf griechisch befand sich bei mir, doch hatte ich keine Zeit, es
zu lesen. Dann habe ich es ins Syrische übersetzt. [Dann hat es
Ishäq ibn Hunain ins Arabische übersetzt.]

49. Sein Buch Über den Nutzen der Körperteile. —
Dieses Buch hat er in siebzehn Teilen abgefaßt. Im ersten und zweiten
Teil davon legt er die Weisheit des Schöpfers 6 in der Durchdacht-

10 heit der Bildung der Hand dar. Im dritten Teil legt er seine
Weisheit in der Durchdachtheit fder Bildungf des Fußes dar, im
vierten und fünften Teil seine Weisheit in bezug auf die Ernäh-
rungsorgane, im sechsten und siebenten behandelt er die Atmungs-
organe, im achten und neunten, was im Kopf ist, im zehnten Teil
die Augen, im elften Teil das Übrige, was im Gesicht ist, im
zwölften Teil 8 die Gegenden der Brusth und der Schultern. Dann

20 schildert er in den beiden darauffolgenden Teilen die Weisheit (des
S.28 Schöpfers) in bezug auf die Zeugungsteile, 'im' fünfzehnten eine
Argumentation, die sich auf das in ihnen und dem ihnen Folgen-
den Enthaltene (?) bezieht,1 dann im sechzehnten behandelt er die
dem ganzen Körper gemeinsamen Organe, nämlich die Arterien,
die Venen und die Nerven; dann schildert er im siebzehnten Teil
den Zustand und die Größenverhältnisse der sämtlichen Körperteile
und legt den Nutzen dieses ganzen Buches dar. — (15v) Übersetzt

5 hatte dieses Buch Sergios ins Syrische, und zwar schlecht. Ich
habe es ins Syrische übersetzt für Salmawaih. Hubais hat es ins
Arabische übersetzt für Muhammad; ich habe einige Teile revidiert
und ihre Mängel verbessert, und ich bin (jetzt) bei der Verbesserung
des Restes. [Hunain hat nach diesen Worten den siebzehnten Teil
dieses Buches ins Arabische übersetzt.]

a b.-Q. vor Nr. 42 | b Hs. schwierigen unbekannten Beicegungen, Fihr.
unbekannten Bewegungen, b.-Q. unbekannte Bewegung, baUs. schwierige
Bewegung | c baUs. -+- In der Handschrift des '¦All ibn Jahjä steht:
d f. Fihr. b.-Q. | e Hs. + er ist mächtig und gewaltig, baUs. -f er ist
gepriesen und erhaben | f f. baUs. | g baUs. -f- die Körperteile, die
mit dem Kopf und dem Hals gemeinsam sind, im dreizehnten
h baUs. Lenden   |    i f. baUs.

50—53 (Text S. 28,9—29,13)

23

Dann schließen sich an diese Bücher die Bücher an, die man
vor der Lektüre des Buches über das Heilverfahren lesen muß. 10
Einige dieser Bücher habe ich aufgeführt unter dem, was ich auf-
geführt habe, darunter das Buch über die Elemente, das Buch über
die Mischung, das Buch über die Ursachen und Symptome, das
Buch über das Erkennen der Erkrankungen der inneren Körperteile,
das Buch über die Arten der Fieber und das Buch über die Kunst;
sowie von den Büchern über die Prognostik das Buch über die
Krisis, das Buch über die Tage der Krisis und sein kleines und
großes Buch über den Puls. Jetzt nun behandle ich die von
jenen Büchern, die nach diesen (noch) übrig bleiben. 15

50a. Sein Buch Über die vortrefflichste der Ver-
fassungen bdes Kör per sb. — Dieses Buch besteht aus einem
einzigen Teil, der sich an die beiden ersten Teile des Buches über
die Mischung anschließt. Das Ziel, das er darin verfolgt, ist klar
aus seinem Titel. — Ich habe dieses Buch ins Syrische übersetzt
für meinen Sohn, und ich habe es auch für abü 1-Hasan 'All ibn
Jahjä ins Arabische übersetzt.

51. Sein Buch Über die Wohlbeleibtheit. — Dieses 20
Buch besteht aus einem einzigen kleinen Teil. Das Ziel, das er
darin verfolgt, ist klar aus seinem Titel. — Ich habe es ins Syrische
übersetzt zusammen mit der ihm vorangehenden Schrift. 'Ali ibn
Jahjä hatte mich gebeten, es ins Arabische zu übersetzen, ich glaube
aber nicht, daß ich dazu komme. Hubais hat es für abü 1-Hasan S. 29
Ahmad ibn Müsä ins Arabische übersetzt.

52. Sein Buch Über die ungleichmäßige schlechte
Mischung — Dieses Buch besteht auch aus einem einzigen Teil;
das Ziel, das er darin verfolgt, ist klar aus seinem Titel. Er spricht
darin davon, welche von den Arten (16r) der schlechten Mischung 5
im ganzen Körper gleichmäßig ist und wie dabei die Sachlage ist,
und welche von den Arten der schlechten Mischung es ist, die in
den (verschiedenen) Teilen des Körpers ungleichmäßig ist. — Über-
setzt hat es Aijüb. Eine Handschrift davon befand sich bei mir
auf griechisch, ich hatte aber bisher noch keine Zeit, es zu lesen.
Dann habe ich es ins Arabische übersetzt für abü 1-Hasan Ahmad
ibn Müsä.

53. Sein Buch Über die einfachen Heilmittel. —
Dieses Buch hat Galen in elf Teilen abgefaßt; cesd schließt sich, 10
wie ich dargelegt habe, edem dritten6 Teil des Buches über die
Mischung an.c Er deckt in den beiden ersten Teilen den Irrtum
derer auf, die auf den schlechten Wegen, die man in der Beurteilung
der Kräfte der Heilmittel eingeschlagen hat, geirrt haben. Dann
legt er im dritten Teil ein einwandfreies Fundament für das ge-
samte Wissen von der Beurteilung der primäi-en Kräfte der Heil-

a b.-Q. Nr. 50 und 51 umgestellt | b f. Fihr. b.-Q. | C f. baUs. |
d Hs. daran  |   e Hs. der dritte

24

53—56 (Text S. 29,13—30,21)

mittel. Dann behandelt er im vierten Teil die sekundären Kräfte,
nämlich die Geschmäcke und Gerüche, und gibt an, auf welche

15 primären Kräfte der Heilmittel man aus ihnen schließen kann. Im
fünften Teil schildert er die tertiären Kräfte der Heilmittel, nämlich
ihre Wirkungen im Körper, Erhitzen, Abkühlen, Trocknen und Be-
feuchten. Dann schildert er in den drei Teilen, die diesem folgen,
die Kraft jedes einzelnen Heilmittels von den Heilmitteln, die Teile
der Pflanzen sind.   Dann schildert er im neunten Teil die Kräfte

20 d e r Heilmittel, die Teile der Erde sind, ich meine Arten des Erd-
bodens, des Lehms, der Steine und der Metalle. Dann schildert er
im zehnten die Kräfte der Heilmittel, die zu dem gehören, was
sich in den Körpern der Lebewesen bildet. Dann schildert er im
elften die Kräfte der Heilmittel, die zu dem gehören, was sich
S. 30 im Meere und im Salzwasser bildet. — Übersetzt hatte die erste
Abteilung, nämlich fünf Teile, ins Syrische Jüsuf al Huri (der
Priester), und zwar jämmerlich und schlecht. Dann hat es später
Aijüb besser übersetzt, als es Jüsuf übersetzt hatte, hat es aber
auch nicht so hergestellt, wie erforderlich. Dann habe ich es ins
Syrische übersetzt für Salmawaih und habe es möglichst hergestellt.

5 Die zweite Abteilung dieses Buches hatte Sergios übersetzt; Jühannä
ibn Mäsawaih (16v) bat mich, die zweite Abteilung dieses Buches zu
kollationieren und zu verbessern, und ich habe dies getan, obgleich
das beste gewesen wäre, es (neu) zu übersetzen. Dieses Buch hat
ins Arabische Hubai& übersetzt für Ahmad ibn Müsä. [Hunain hat
nach diesen Worten das Buch auf syrisch abgekürzt und die ersten
fünf Teile für 'Ali ibn Jahjä übersetzt.]

10 54*. Sein Buch Über die Merkmale der Erkrankungen
des Auges. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil, den
er in seinem Jugendalter für einen jungen Augenarzt verfaßt hat;
er präzisiert darin die Erkrankungen, die in einer jeden der Schichten
des Auges auftreten, und schildert ihre Merkmale. — Übersetzt hat
dieses Buch ins Syrische Sergios. Eine Handschrift davon auf grie-
chisch befand sich bei mir, doch hatte ich keine Zeit, es zu übersetzen.

15 55b. Sein Buch Über die Zeiten der Krankheiten. —
Dieses Buch besteht auch aus einem einzigen Teil; er behandelt
darin die vier Zeiten der Krankheit, ich meine den Beginn, das
Zunehmen, das Stehenbleiben0 und das Absteigen. — Übersetzt hat
dieses Buch Aijüb. Eine Handschrift davon befand sich bei mir
auf griechisch, ich hatte aber keine Zeit, es zu übersetzen. Dann
habe ich es ins Syrische übersetzt. Ins Arabische hat es 'Isä ibn
Jahjäd übersetzt.

20 56". Sein Buch Über das Vollsein.f — Dieses Buch besteht
auch aus einem einzigen Teil.  Er behandelt darin das Vielsein der

a f. Fihr. b.-Q. | b f. Fihr. b.-Q. | C baUs. Erreichen des Höhe-
punkts | d Hs. *AR(?) | e Fihr. vor Nr. 49, b.-Q. vor Nr. 53 | f baUs. +
es ist auch bekannt als das Buch über die Menge.

56—61 (Text S. 30,21—31,20)

25

Säfte und schildert diese; dann schildert er die Merkmale einer
jeden von seinen Arten. — Ich habe es vor kurzem übersetzt für
Bohtlsö' nach Art der Ausdrucksweise, die bei der Übersetzung an-
zuwenden meine Gewohnheit ist, nämlich der nach meiner Meinung
elegantesten und kräftigsten (?) Ausdrucksweise und der, die dem
Griechischen am nächsten kommt, ohne die Gesetze des Syrischen S.
zu überschreiten. Dann bat mich Bohtlsö', seine (des Buches) Über-
setzung abzuändern mit einer leichteren, glatteren und breiteren
Ausdrucksweise als die erste Ausdrucksweise (gewesen war); und
so habe ich (dies) getan. Übersetzt hat dieses Buch ins Arabische
Stephanos; ich habe es nicht eingesehen.

57. Sein Buch Über die Geschwülste. — (17r) Dieses
Buch besteht auch aus einem einzigen Teil. Galen hat es bezeichnet 5
als Die Arten der widernatürlichen Dicke (Verdickung); er
schildert darin sämtliche Arten der Geschwülste und ihre Merk-
male. — Ich habe von diesem Buch eine Zusammenfassung her-
gestellt in (tabellarischer) Einteilung, zusammen mit zehn (anderen)
Schriften, aus denen ich eine Zusammenfassung ausgezogen hatte.
Ich glaube, Aijüb hatte es übersetzt. Ibrahim ibn as-Salt hat es
ins Arabische übersetzt für abü 1-Hasan Ahmad ibn Müsä. [Es ist
danach aufgefunden worden in der Übersetzung und Handschrift
des Hubais.]

58a. Sein Buch Über die beginnenden b— nämlich die io
primären — Ursachenb, die von außerhalb des Körpers
entstehen. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil, in
dem Galen darlegt, daß die beginnenden Ursachen Wirkung im
Körper besitzen, und die Lehrmeinung derer, die ihre Wirkung ab-
lehnen, widerlegt. — Übersetzt hat es Aijüb. Eine Handschrift
davon befand sich bei mir auf griechisch, doch hatte ich keine Zeit,
es zu übersetzen.

59c. Sein Buch Über die mit dder Krankheit4 zu-
sammenhängenden Ursachen. — Es besteht aus einem ein-
zigen Teil, in dem er die mit der Krankheit zusammenhängenden, 15
sie bewirkenden Ursachen aufführt. — Von dieser Schrift gilt das-
selbe wie von der ihr vorangehenden.

60e. Sein Buch ÜberdasZittern, den Fieberschauer,
das Zucken und den Krampf. — Von diesem Buch gilt das-
selbe wie von den ihm vorangehenden. Ich hatte ungefähr die
Hälfte davon übersetzt, dann habe ich es vollendet, ins Syrische.
Ins Arabische hat es Hubais übersetzt.

61f. Sein Buch Über die Teile der Medizin. — Dieses
Buch besteht auch aus einem einzigen Teil; er teilt darin die Medizin m
nach verschiedenen Methoden der 8 Einteilung ein. — Ich habe

a f. Fihr. b.-Q. | b baüs. Ursachen — nämlich die Geschwülste — |
C f. Fihr. b.-Q. | d baUs. den Krankheiten | 6 f. Fihr. b.-Q. | ff. Fihr.
b.-Q.  | g baUs. + Teilung und

26

61—65 (Text S. 31,20—33,3)

S. 32 dieses Buch ins Syrische übersetzt für einen Mann namens 'Aliar
b bekannt als al-Faijümb. [Hunain hat ungefähr zwei Monate vor
seinem Tod von diesem Buch mehr als die Hälfte übersetzt, voll-
endet hat es sein Sohn Ishäq, ins Arabische.]

62. Sein Buch Über das Sperma. — Dieses Buch besteht
5 aus zwei Teilen. Er verfolgt darin das Ziel darzulegen, daß das-
jenige, (17v) woraus sich die sämtlichen Teile des Körpers bilden,
nicht das Blut c ist, wie Aristoteles meint, sondern daß es das
Sperma ist, aus dem sich die sämtlichen ursprünglichen Körper-
teile, nämlich die weißen Körperteile, bilden; und daß das, was sich
aus dem Blute bildet, das rote Fleisch allein ist. — Ich habe dieses
Buch ins Syrische übersetzt für Salmawaih; ich habe es ins Ara-
bische übersetzt für Ahmad ibn Müsä.

10 63. Sein Buch Über ddas Geboren werden des Embryod,
der nach sieben8 Monaten geboren wird.— Dieses Buch
besteht aus einem einzigen Teil. — fBei mir befand sich eine Hand-
schrift , ich war aber nicht dazu gekommen, es so zu lesen, wie
erforderlich, geschweige denn, es zu übersetzen, obgleich es ein
schönes und geistvolles Buch von großem Nutzen ist. Dann habe
ich es später ins Syrische und Arabische übersetzt.

64. Sein Buch Über die schwarze Galle. — Dieses Buch

15 besteht auch aus einem einzigen Teil, in dem er die Arten und
Merkmale der schwarzen (Galle, der Melancholie) schildert. — Über-
setzt hatte es Aijüb vor kurzem für Bohtlsö' ibn Gibrll; dann hat
es Stephanos ins Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä;
dann habe ich es übersetzt. [Auch dieses gehört zu denen, die er
abgekürzt und die (d. h. den Auszug) 'Tsä übersetzt hat.]

65». Sein Buch Über die Perioden der Fieber und
ihre Zusammensetzungen. — Dieses Buch besteht aus einem
einzigen Teil, in dem er gegen Leute polemisiert, die Nichtiges in
betreff der Perioden der Fieber und ihrer Zusammensetzungen be-

20 haupteten. — Eine Handschrift davon befand sich bei mir auf
griechisch, doch bin ich nicht dazu gekommen, es ins Syrische zu
übersetzen. Dann habe ich es später übersetzt. — Der Titel dieses
Buches bei Galen lautet Polemik gegen die, die von den
Ordnungen reden; es ist eine zweite Schrift über dieses
Thema vorhanden, die dem Galen zugeschrieben wird, aber nicht
von ihm ist.

S. 33 Was aber seine Bücher anlangt, die man als das Vorherwissen
betreffend bezeichnet, so bleiben nach dem Buch über die Krisis,
dem Buch über die Tage der Krisis und den beiden Büchern über
den Puls, dem kleinen und dem großen, die beide bereits auf-

a f. Hs.; vgl. baUs. I, 206, 8   |   b vgl. baUs. a. a. O. der berühmt ist

unter dem Namen der Stadt, in der er Steuerbeamter war  j  c baUs. +

der Periode | d Fihr. b.-Q. den (Embryo) | e Hs. neun | f Hs. -f
nicht übersetzt   |   g f. Fihr. b.-Q.

66—69 (Text S. 33,3—34,8)

27

geführt sind, noch diejenigen seiner Bücher übrig, die aufzuführen
ich (jetzt) beginne.

66a. Die Zusammenfassung1" seines °großen Buches
über den Pulsc. — d(18r) Galen sagt, daß er 6sein großes
Buch über den Puls in einem einzigen Teil zusammengefaßt6 hat. 5
Was aber mich anlangt, so habe ich auf griechisch eine Schrift
gesehen, in der so vorgegangen wird, ich glaube aber nicht daran,
daß Galen es ist, der diese Schrift verfaßt hat, weil sie nicht alles
umfaßt, was man in betreff des Pulses (zu wissen) braucht, und
auch nicht schön f ist. Es ist möglich, daß Galen versprochen hat,
diese Schrift zu verfassen, aber nicht dazu gekommen ist, sie zu
verfassen, und daß dann irgend ein Betrüger, als er fand, daß er
(Galen) versprochen, (sein Versprechen) aber nicht erfüllt hatte, io
diese Schrift gefälscht und ihre Erwähnung in das Verzeichnis ein-
gesetzt hat, damit man ihm in bezug auf sie Glauben schenke. Es
ist aber auch möglich, daß Galen darüber eine andere Schrift ver-
faßt hat, die verschwunden ist, wie viele von seinen Büchern ver-
schwunden sind, und daß diese Schrift an ihrer Stelle untergeschoben
worden ist. — Übersetzt hat sie Sergios ins Syrische.

67«. Sein Buch Über den Puls gegen Archigenes. —
Von diesem Buch sagt Galen, daß er es in acht Teilen abgefaßt 15
hat. — Dieses Buch ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht übersetzt
worden, ich habe auch keine Handschrift davon auf griechisch ge-
sehen; doch haben Leute, auf deren Mitteilungen ich mich ver-
lasse, mir mitgeteilt, daß sie es in Aleppo gesehen haben. Ich habe
es dort mit Fleiß gesucht, habe es aber nicht entdeckt. — Er ver-
folgt in diesem Buch, wie er (selbst) angibt, das Ziel, die Aussagen
des Archigenes in seinem Buch über den Puls zu kommentieren
und darzulegen, was davon wahr, was nichtig ist. — Eine Hand-
schrift davon ist in die Hände des Muhammad ibn Müsä gekommen. 20

68. Sein Buch Über die Atemnot. — Dieses Buch hat S.34
er in drei Teilen abgefaßt.   Er verfolgt darin das Ziel, die Arten

der Atemnot, ihre Ursachen und worauf sie hinweisen, zu schildern.
Im ersten Teil davon führt er die Arten und Ursachen der Atmung
auf, im zweiten Teil die Arten der schlechten Atmung und worauf
jede Art von ihnen hinweist, und im dritten Teil bringt er Belege 5
aus den Worten des Hippokrates für die Korrektheit seiner Be-
hauptungen bei. — Übersetzt hatte es ins Syrische Aijüb. Ich habe
es mit dem Griechischen kollationiert und verbessert für meinen
Sohn. Ich habe es ins Arabische übersetzt (18v) für abü Ga'far
Muhammad ibn Müsä.

69. Sein Buch Über prognostische Merkwürdig-
keiten11. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil, in dem

a f. Fihr. b.-Q. | b baUs. Abkürzung | 0 baUs. als der große
Puls bekannten Buches | d baUs. -f ein einziger Teil | e baUs in
ihr den Puls vollkommen behandelt(t) | f baUs. -j- abgefaßt | g f. Fihr.
b.-Q.  |  h Hs. Fibr. b.-Q. die Prognostik

28

69—72 (Text S. 34,9—35,1!)

er zur Prognose auffordert, interessante Kunstgriffe lehrt, die dazu
io dienen, und neuartige Prognosen schildert, die er in abezug auf
die Krankheiten vona Kranken gestellt hat, und bei deren Mit-
teilung (d. h. der Erklärung, wie er zu ihnen gekommen ist) man
ihn (dann) bewundert hat. — Übersetzt hat es in Syrische Aijüb.
Eine Handschrift davon befand sich bei mir auf griechisch, ich
hatte aber keine Zeit gehabt, es zu übersetzen. Dann habe ich es
ins Syrische übersetzt. 'Isä ibn Jahjä hat davon für abü 1-Hasan
eine Übersetzung gefertigt, mit der ich zufrieden war. [Er (d. h.
Hunain) hatte es (das syrische Buch) mit dem Original kollationiert
bis auf ein weniges, und sein Sohn Ishäq hat später die Kollation
vollendet.]

15 Was seine Bücher über die Behandlung der Krankheiten an-
langt, so bleiben nach seinem Buch über das Heilverfahren und
seinem Buch an Glaukon, welche beide ich bereits aufgeführt habe,
noch diejenigen seiner Bücher übrig, die aufzuführen ich (jetzt)
beginne.

70b. 0Sein Buch, in dem er sein Buch über das Heil-
verfahren abgekürzt hat0. — Dieses Buch besteht aus zwei
Teilen. — Übersetzt hat es Ibrahim ibn as-Salt ins Syrische.

71d. Sein Buch Über den Aderlaß. — Dieses Buch hat
20 er in drei Teilen abgefaßt, in deren erstem er es darauf abgesehen
hat, gegen Erasistratos zu polemisieren, da dieser den Aderlaß zu
verbieten pflegte; im zweiten polemisiert er gegen die Anhänger
S. 35 des Erasistratos in Rom in bezug auf dieselben Gedanken; und
im dritten schildert er, was seine eigene Ansicht in bezug auf die
Behandlung durch den Aderlaß ist. — Übersetzt hat dieses Buch ins
Syrische Sergios. Ins Arabische hat davon den letzten Teil Stephanos
übersetzt. Eine Handschrift davon befand sich bei mir, ich habe
aber kein Zeit gehabt, es zu übersetzen. Dann habe ich den zweiten
Teil ins Syrische übersetzt für 'Isä; 'Isä hat ihn ins Arabische
übersetzt.

5 72. Sein Buch Über das Hinschwinden. — Dieses Buch
besteht aus einem einzigen Teil. Er verfolgt darin das Ziel, die
Natur und die Arten dieser Krankheit -darzulegen und die Diät,
die denen gemäß ist, denen sie droht. — Ich meine, daß Aijüb
(19r) es übersetzt hat. Was mich anlangt, so habe ich daraus
Summarien ausgezogen in (tabellarischer) Einteilungsweise, zusamnien
mit einer Anzahl weiterer Schriften, die (d. h. die Summarien) 'Isä
ins Arabische übersetzt hat. Übersetzt hat es ins Arabische Ste-
10 phanos; ich habe einige Stellen davon verbessert, auf die abü Ga'far
aufmerksam geworden war und nach denen er mich gefragt hatte,
habe seine Verbesserung aber nicht vollendet. Dann habe ich es
übersetzt ins Syrische.   'Isä hat es ins Arabische übersetzt.

a baUs. betreff der | b f. Fihr. b.-Q. | C baUs. Die Abkürzung
seines Buches über das Heilverfahren  |   d b.-Q. Nr. 71 und 72 umgestellt

73—77 (Text S. 35,12—36,13)

29

73. Sein Buch Über Rezepte für einen epileptischen
Knaben. — Dieses Buch besteht auch aus einem einzigen Teil.

— Eine Handschrift davon befand sich bei mir, ich bin aber nicht
dazu gekommen, es zu übersetzen. Ibrahim ibn as-Salt hat es ins
Syrische und Arabische übersetzt.

74a. Sein Buch Über die Kräfte der Nahrungsmittel. 15

— Dieses Buch hat er in drei Teilen abgefaßt, in denen er sämt-
liche Speisen und Getränke aufzählt, von denen man sich nährt,
und die Kräfte schildert, die einem jeden von ihnen innewohnen.

— Übersetzt hatte es Sergios, dann Aijüb. Ich habe es in früherer
Zeit für Salmawaih übersetzt aus einer Handschrift, die nicht korrekt
war. Dann habe ich später geplant, es für meinen Sohn abzuschreiben;
es hatten sich bei mir davon auf griechisch eine Anzahl von Hand- 20
Schriften zusammengefunden. So habe ich es kollationiert und kor-
rigiert. Ich habe daraus auf syrisch eine Zusammenfassung aus-
gezogen zusammen mit einer Anzahl von Schriften, die ich dazu
hinzugefügt habe, enthaltend, was viele von den Alten über dieses
Gebiet gesagt haben; ich habe es (das Ganze) in drei Teile ver-
einigt und habe diese ins Arabische übersetzt für Ishäq ibn Ibrahim
at-Tähirl. Darn .hat Hubais das Buch über die Nahrungsmittel
vollständig ins Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

75. Sein Buch Über die abmagernde Diät. — Dieses S.3C
Buch besteht aus einem einzigen Teil. Das Ziel, das er darin ver-
folgt, stimmt mit seinem Titel überein. — Ich habe es ins Syrische
übersetzt für Jühannä ibn Mäsawaih.   Ich habe es ins Arabische
übersetzt für Ishäq ibn Sulaimän. [bAuch dieses gehört zu denen,

die er (Hunain) abgekürztb und die (d. h. den Auszug) 'Isä ibn
Jahjä übersetzt hat.]

76. Sein Buch Über den cguten und schlechten0 jrvftdg. 5

— Dieses Buch besteht auch aus einem einzigen Teil, in dem er
die Nahrungsmittel schildert und darlegt, welche von ihnen einen
günstigen %vp,6q erzeugen, und welche von ihnen einen schlechten
Xvpög erzeugen. — Übersetzt hatte es Sergios; dann habe ich es
übersetzt zusammen mit dem Buch über die Speisen, (19v) und
ich habe es zusammen mit ihm korrigiert. Täbit ibn Qurra hat es
ins Arabische übersetzt. Hubais hat es übersetzt für abü 1-Hasan
Ahmad ibn Müsä; auch &amll(?) hat es übersetzt.

77d. °Sein Buch Über die Gedanken* des Erasistra- 10
tos über die Behandlung der Krankheiten. — Dieses
Buch hat er in acht Teilen abgefaßt, in denen er den Weg angibt,
den Erasistratos bei der Behandlung eingeschlagen hat, und darlegt,
was daran richtig, was irrig ist. — Dieses Buch hat bis zu diesem
Zeitpunkt niemand übersetzt. Eine Handschrift davon auf griechich

a b.-Q. Nr. 74 und 75 umgestellt | b vgl. baUs. Die Abkürzung
dieses Buches, das die abmagernde Diät behandelt, ein einziger Teil. |
C f. Hs. Fihr. b.-Q.  |  d f. b.-Q.  |  e Fihr. Das'Buch

30

77—80 (Text S. 36,13—37,18)

befindet sich unter meinen Büchern. Dann hat es Ishäq für BoljtTso'
ins Syrische übersetzt.

15 78a. Sein Buch Über die Diät bder akuten Krank-
heiten nach der Ansicht des Hippokratesb. — Dieses
Buch besteht aus einem einzigen Teil.; das Ziel, das er darin ver-
folgt, ist aus seinem Titel zu erkennen. — Ich habe es vor kurzem
ins Syrische übersetzt für Boh,tTsö'. Später habe ich es ins Ara-
bische übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

79c. Sein Buch Über die Zusammensetzung derHeil-

20 mittel. — Dieses Buch hat er in siebzehn Teilen abgefaßt. In
(den) sieben (ersten) von ihnen faßt er die Gattungen der zusammen-
gesetzten Heilmittel zusammen, und zwar zählt er die einzelnen
S. 37 Gattungen von ihnen auf, z. B. die Gattung der Heilmittel, die in
den Geschwüren das Fleisch aufbauen, für sich allein, die Gattung
der Heilmittel, die ddie Geschwüre aufbrechen lassen4, für sich
allein, und die Gattung der Heilmittel, die lösen6, für sich allein,
und die übrigen Gattungen der Heilmittel nach diesem Muster. Er
verfolgt dabei das Ziel, die Methode der Zusammensetzung der Heil-

5 mittel nach Hauptpunkten zu schildern. Deshalb hat er diesen
sieben Teilen den Titel gegeben Über die Zusammensetzung
der Heilmittel nach Hauptpunkten und Gattungen.
Was die zehn übrigen Teile anlangt, so hat er ihnen den Titel ge-
geben Über die Zusammensetzung der Heilmittel ent-
sprechend den Schmerzendenf Stellen; er meint damit,
daß er es mit seiner Schilderung der Zusammensetzung der Heil-
mittel in diesen zehn Teilen nicht darauf abgesehen hat anzugeben,
daß die einzelnen Arten von ihnen allgemein eine bestimmte Wirkung
auf irgend eine Krankheit ausüben, sondern (nur) entsprechend den

10 Stellen, ich meine dem Körperteil, in dem sich diese Krankheit be-
findet. Er beginnt dabei mit dem Kopf und so weiter der Reihe
nach (20r) über die sämtlichen Körperteile, bis er zu den letzten
von ihnen gelangt. 8 — Übersetzt hatte dieses Buch Sergios. Ich
habe es übersetzt unter dem Kalifat des Beherrschers der Gläubigen
al-Mutawakkil für Jahjä ibn Mäsawaih; aus meiner Übersetzung hat
es ins Arabische Hubais übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

15 80h. Sein Buch Über die Heilmittel, die leicht zu
finden sind. 1 — Dieses Buch besteht aus zwei Teilen; das Ziel,
das er darin verfolgt, ist klar aus seinem Titel. — Ich habe von
diesem Buch überhaupt keine Handschrift auf griechisch gefunden
und ebensowenig davon gehört, daß es sich bei irgend jemand be-
fände, obgleich ich es dauernd mit großem Fleiß gesucht habe.

a b.-Q. vor Nr. 76 | b Fihr. b.-Q. des H. für die akuten Krank-
heiten | C b.-Q. hinter Nr. 81 | d baUs. lösen | e baUs. aufbrechen
lassen | f f. baUs. | Q baUs. hier eine durch ich sage eingeführte Be-
merkung über die Teiltitel 1—7 xavcc yivog und 8 — 17 majämir | h f. Fihr.
b.-Q. | i baUs. + und das sind diejenigen, die man die an jedem Ort
vorhandenen nennt

«0—84 (Text S. 37,18—39,3)

31

Übersetzt hat es Sergios; doch ist das, was sich tatsächlich zu
dieser Zeit in den Händen der Syrer befindet, untauglich und schlecht.

— Zu ihm (diesem Buch) ist eine zweite Schrift über dieses Gebiet 20
hinzugefügt worden, die dem Galen zugeschrieben wird, aber nicht

von Galen, sondern von Phylagrios ist. — Ich habe diese a Schrift S. 38
gesehen, ja sie sogar übersetzt, zusammen mit (einigen) Schriften
von Phylagrios, für Bohtlsö' ins Syrische. — bDie Erklärer der
Bücher haben sich nicht darauf beschränkt, sondern haben inb dieses
Buch viel Geschwätz, neuartige und sonderbare Rezepte und Heil-
mittel hineingesetzt0, die Galen nie gesehen und von denen der nie
gehört hatd. . . .e Ich habe gefunden, daß Oreibasios erwähnt, daß 5
er von diesem Buch in seinen Tagen keine Handschrift gefunden
hat. Einige von meinen Freunden haben mich gebeten, das syrische
Buch zu lesen und zu korrigieren gemäß dem , was ich für über-
einstimmend mit der Ansicht Galen's hielte, und ich habe (dies)
getan.

81. Sein Buch Über die den Leiden entsprechenden
Heilmittel. — Dieses Buch hat er in zwei Teilen abgefaßt. Im
ersten Teil davon behandelt er den Theriak, im zweiten die übrigen
Latwergen. — Dieses Buch war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht 10
übersetzt; eine Handschrift davon auf griechisch ist vorhanden unter
meinen Büchern. Dann hat es später Jühannä ibn Bohtlsö' ins
Syrische übersetzt und sich dazu meiner Hilfe bedient; aus seiner
Übersetzung hat es 'Isä ibn Jahjä ins Arabische übersetzt für
Ahmad ibn Müsä.

(20v) 82f. Sein Buch Über den Theriak an Pamphylianos.

— Dieses Buch besteht aus einem kleinen Teil. — Ich habe es auf 15
syrisch gesehen und neige zu der Meinung, daß ich es in meiner
Jugend übersetzt habe; doch weiß ich, daß ich es in verderbtem
Zustand gesehen habe, und weiß nun nicht, ob die Abschreiber es
verdorben haben, oder jemand es zu verbessern beabsichtigt und es
dabei verdorben hat. Indessen befindet sich eine Handschrift davon
auf griechisch unter meinen Büchern. 'Isä hat es ins Arabische
übersetzt für abü Müsä ibn 'Isä al-Kätib (den Sekretär).

83g. Sein Buch Über den Theriak anPisonh. — Dieses
Buch besteht auch aus einem einzigen Teil. — Aijüb hat es ins S. 39
Syrische übersetzt; ich glaube, Jahjä ibn al-Bitrlq hat es ins Ara-
bische übersetzt. Eine Handschrift davon ist vorhanden unter meinen
Büchern.

841. Sein Buch Über das Verfahren zur Erhaltung

a Hs. -f- syrische | b baUs. Hunain sagt auch: er hat an | c baUs.
angeschlossen | d baUs. ich nie gehört habe | e Der nächste Satz in der
Hs. stark verstümmelt und zum großen Teil unverständlich: . . . (?) nachdem
v:ir(f) den Nutzen dieses Buches trotz seines . .(?) erprobt hatten (?) und
wir es nicht auf griechisch fanden, daß (?) dies, was auf syrisch vorliegt,
nicht genügtef?), da sein Schaden (ergänze größer?) als sein Nutzen war '
f f. Fihr. b.-Q. | g b.-Q. hinter Nr. 85 | h Fihr. Var., b.-Q. Kaisar
i f. Fihr. b.-Q., doch vgl. oben Anm. zu Nr. 20

32

84—88 (Text S. 39,3—40,7)

der Gesundheit. — Dieses Buch hat er in sechs Teilen ge-
schrieben. Er verfolgt darin das Ziel zu lehren, wie die Gesunden in
ihrer Gesundheit erhalten werden, sowohl diejenigen von ihnen, die
5 in äußerster Vollkommenheit der Gesundheit stehen, als diejenigen,
deren Gesundheit hinter der äußersten Vollkommenheit zurückbleibt;
sowohl diejenigen von ihnen, die das Leben der Freien führen, als
diejenigen von ihnen, die das Leben der Sklaven führen. — Über-
setzt hatte dieses Buch ins Syrische Theophilos ar-Kuhäw!, und
zwar jämmerlich und schlecht. Dann habe ich es übersetzt für
Bolitisö' ibn Gibrll, und zwar stand mir zu der Zeit, als ich es
übersetzte, nur eine einzige Handschrift zur Verfügung. Dann habe
10 ich später eine weitere griechische Handschrift gefunden und es
kollationiert und nach dem Griechischen korrigiert. Dann hat es
Hubaiis ins Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä. Später
hat es Ishäq übersetzt für 'All ibn Jahjä.

85. Sein Buch, adas benannt ista Thrasybulos. — Dieses
Buch besteht aus einem einzigen Teil. Er verfolgt darin das Ziel
zu untersuchen, ob die Gesunderhaltung der Gesunden zur Kunst
der Medizin gehört, oder ob sie zur Kunst der Vertreter der Gym-

15 nastik gehört. Das ist die Schrift, auf die er im Beginn des Buches
über die bDiät (Lenkung) derb Gesunden hinweist, wenn er sagt:
„Die Kunst, die ces übernimmt, für die Körper zu sorgen0, ist eine,
wie ich in einem anderen Buch dargelegt habe\ — Ich habe diese
Schrift ins (21r) Syrische übersetzt. Hubais hat sie ins Arabische
übersetzt für abü 1-Hasan Ahmad ibn Müsä.

86. Sein Buch Über die Gymnastik mit dem kleinen
20 Ball. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen kleinen Teil, in

dem er die Gymnastik durch das Spielen mit dem Schlagstock und
dem kleinen Ball empfiehlt und es sämtlichen Arten der Gymnastik
voranstellt. — Ich habe es übersetzt zusammen mit der ihm voran-
gehenden Schrift ins Syrische. Hubais hat es für abü 1-Hasan
Ahmad ibn Müsä ins Arabische übersetzt. Ishäq hat dieses Buch
kollationiert und verbessert. d
S. 40       Seine Bücher über die Erklärung der Bücher des Hippokrates.

87e. SeineErklärung desBuches DerEid desHip-
pokrates. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil. —
Ich habe es ins Syrische übersetzt und dazu einen Kommentar hin-
zugefügt, den ich für die schwierigeren Stellen davon angefertigt
habe. Hubais hat es ins Arabische übersetzt für abü 1-Hasan Ahmad
5 ibn Müsä.   Auch 'Isa ibn Jahjä hat es übersetzt.

88. Seine Erklärung des Buches derAphorismen f.
— Dieses Buch hat er in sieben Teilen abgefaßt. — Übersetzt

a Fihr. b.-Q. an | b f. Hs. | C baUs. der Fürsorge für die Körper
folgt | d Fihr. -f- Das Buch über die Gymnastik mit dem großen Ball. \
6 Nrr. 87—102 f. Fihr. b.-Q., vgl. aber die Listen der Schriften des Hippo-
krates Fihr. 288, 7 ff., b.-Q. 94, 9 ff. | f baüs. + von Hippokrates, und
so stets

88—92 (Text S. 40,7—41,10)

33

hatte es Aijüb, und zwar schlecht. Gibril ibn Bohtlsö' begehrte,
es zu verbessern, hat aber seine Verderbnis (nur) vermehrt. So
habe ich es mit dem Griechischen kollationiert und verbessert in
einer Weise, die einer (Neu)übersetzung glich, und habe den Text
der Worte des Hippokrates für sich allein hinzugefügt. Ahmad io
ibn Muhammad, bekannt als ibn al-Mudabbir, hatte mich gebeten,
es für ihn zu übersetzen. So habe ich davon einen einzigen Teil
ins Arabische übersetzt. Dann trat er an mich heran (mit der
Aufforderung), ich sollte die Übersetzung eines weiteren Teils nicht
beginnen, ehe er jenen Teil gelesen hätte, den ich übersetzt hatte;
aber der Mann wurde abgehalten, und so wurde die Übersetzung
des Buches abgebrochen. Als aber jenen Teil Muhammad ibn Müsä
sah, bat er mich, das Buch zu vervollständigen, und so habe ich
es vollständig übersetzt.

89a. Seine Erklärung des Buches über den Bruch. is
— Dieses Buch hat er in drei Teilen abgefaßt. — Ich war auf
eine Handschrift davon auf griechisch gestoßen, doch (21v) war
ich nicht dazu gekommen, es zu übersetzen; dann habe ich es später
ins Syrische übersetzt. Ich habe zusammen damit auch den Text
der Worte des Hippokrates übersetzt.

90b. Seine Erklärung des Buches über die Ver-
renkung. — Dieses Buch hat er in vier Teilen abgefaßt. — Es 20
gilt davon dasselbe wie von dem Buch,   das ich vor ihm aufge-
führt habe.

91c. Seine Erklärung des Buches über die Pro-
gnostik. — Dieses Buch hat er in drei Teilen abgefaßt. — Über-
setzt hatte dieses Buch Sergios ins Syrische. Dann habe ich es
für Salmawaih ins Syrische übersetzt. Ich habe den Text seiner
Worte ins Arabische übersetzt für Ibrahim ibn Muhammad ibn S. 41
Müsä; ddie Erklärung hatd 'Isä ibn Jahjä ins Arabische übersetzt.

92. Seine Erklärung des Buches über die eDiät
der6 akuten Krankheiten. — 'Dieses Buch hat er in fünf
Teilen abgefaßt.' — Eine Handschrift davon befindet sich unter
meinen Büchern, ich war aber nicht dazu gekommen, es zu über-
setzen. Ich habe gehört, daß Aijüb es übersetzt hat. Ich habe 5
dieses ganze Buch samt dem Text der Worte des Hippokrates über-
setzt und seinen Inhalt abgekürzt in der Form von Frage und Ant-
wort. Dann hat 'Isä ibn Jahjä drei Teile dieses Buches ins Ara-
bische übersetzt für abü 1-Hasan Ahmad ibn Müsä; diese drei 8 Teile
bilden die Erklärung des echten Stücks dieses Buches. Die beiden
übrigen Teile bilden die Erklärung des Zweifelhaften. ['Isä hat 10
auch die drei ersten Teile übersetzt.]

a Fihr. hinter Nr. 92, f. b.-Q. | b f. Fihr. b.-Q. | 0 f. b.-Q. I
d Hs. er hat die Erklärung für | e f. Fihr. b.-Q. | f baUs. dafür Was
wir von seiner Erklärung dieses Buches finden, sind drei Teile, Galen
aber sagt in dem Verzeichnis seiner Bücher, daß er es in fünf Teilen er-
klärt habe.   \   g baUs. + ersten

Abhandl. d. DMG. XVII, 2. 3

34

93—95 (Text S. 41,11—42,16)

93a. Seine Erklärung des Buches über die Ge-
schwüre. — Dieses Buch hat er in einem einzigen Teil abgefaßt.
— Es war bis zu diesem Zeitpunkt nicht übersetzt; eine Hand-
schrift davon befindet sich unter meinen Büchern. Dann habe ich
es später ins Syrische übersetzt b samt dem Text der Worte des
Hippokrates für 'Isä ibn Jahjä.

94°. Seine Erklärung des Buches über die Ver-
wundungen15 des Kopfes. — Dieses Buch besteht aus einem
15 einzigen Teil. — Ich glaube, Aijüb hat es übersetzt. Eine Hand-
schrift davon auf griechisch befindet sich unter meinen Büchern.
(22r) Ich habe es ins Syrische übersetzt, habe aber keine Hand-
schrift des Textes der Worte des Hippokrates gefunden. Später
habe ich eine Abkürzung seiner Summarien hergestellt.

95e. Seine Erklärung des Buches inidr)(itcci. —
Was den ersten Teil dieses Buches anlangt, so hat er ihn in drei
Teilen erklärt. — Übersetzt hat sie Aijüb ins Syrische. Ich habe
20 sie ins Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä. — Was den
zweiten Teil anlangt, so hat er ihn ebenfalls66 in dreif Teilen er-
klärt. — Übersetzt hat sie Aijüb ins Syrische. Ich habe sie ins
S.42Arabische übersetzt. — Was den dritten Teil anlangt, so hat er
ihn in 8Sechs Teilen8 erklärt. — Dieses Buch war in meine Hände
gekommen auf griechisch, es fehlte aber der fünfte Teil der Er-
klärung, und es war fehlerhaft, lückenhaft und verworren. Ich
habe es hergestellt, bis ich es auf griechisch abschreiben konnte,
und habe es dann ins Syrische übersetzt und ins Arabische für
5 Muhammad ibn Müsä; nur noch ein kleiner Rest davon war übrig.
Dann trat das (erwähnte) Ereignis in bezug auf meine Bücher ein
und hinderte mich an seiner Vollendung. — Was den sechsten Teil
anlangt, so hat er ihn in acht Teilen erklärt. — Übersetzt hat sie
Aijüb ins Syrische. Eine Handschrift dieses ganzen Teils des Buches
imöriuCai ist unter meinen Büchern vorhanden. — h Galen hat von
dem Buche €7tidrjuiai nur diese vier Teile erklärt11; was aber die
10 fehlenden1 drei Teile anlangt, nämlich den vierten, den fünften und
den siebenten, so hat er sie nicht erklärt, weil sie, wie er sagt,
dem Hippokrates untergeschoben sind und der, der sie untergeschoben
hat, nicht sachkundig ist. — Ich habe zu der Übersetzung der von
mir übersetzten Erklärung des Galen zum zweiten Teil des Buches
imSrifiiai die Übersetzung des Textes der Worte des Hippokrates
in diesem Teil ins Syrische und ins Arabische hinzugefügt, den
nackten Text für sich allein. Dann habe ich sj)äter die acht Teile,
15 in denen Galen den sechsten Teil des Buches ini8r\^iai erklärt, ins
Arabische übersetzt. Nachdem nun von der Erklärung Galen's zu
den vier Teilen des als iitiSrniiai bekannten Buches des Hippokrates,

a f. Fihr. b.-Q. | b Hs. + zum zweiten Mal | C f. Fihr. b.-Q. in
einem Teil der Hss. | d Hs. Bewegungen \ e f. b.-Q. (Schreiberversehen) j
ee f. baUs. | f baUs. sechs | g baUs. drei | h baUs. dafür Dies sind die,
die er erklärt hat  |   i baUs. übrigen

95—101 (Text S. 42,16—43,20)

35

nämlich dem ersten, zweiten, dritten und sechsten Teil, (22v) neun-
zehn Teile zusammengekommen waren, habe ich ihren Inhalt in
der Form von Frage und Antwort abgekürzt auf syrisch. 'Isä ibn
Jahjä hat es (den Auszug) ins Arabische übersetzt.

96. Seine Erklärung des Buches über die Säfte. 20
— Er sagt, daß er sie in drei Teilen abgefaßt hat. — Ich hatte
sie in der Vergangenheit auf griechisch nicht gesehen; dann habe
ich sie später gefunden und ins Syrische übersetzt zusammen mit
dem Text der Worte des Hippokrates. Ins Arabische hat sie für
abü 1-Hasan Ahmad ibn Müsä übersetzt 'Isä ibn Jahjä.

97a. Seine Erklärung des Buches über die Vorher-S.43
warnung. — Von diesem Buch habe ich bis zu diesem Zeitpunkt
keine Handschrift gefunden.

98. Seine Erklärung des Buches x«t' Irjt geiov. —
Dieses Buch hat Galen in drei Teilen erklärt. — Ich war auf eine
Handschrift davon auf griechisch gestoßen, war aber nicht dazu
gekommen, es so zu lesen, wie erforderlich, geschweige es zu über- 5
setzen; ich wüßte nicht, daß es jemand übersetzt hätte. Eine Hand-
schrift davon auf griechisch befindet sich unter meinen Büchern.
Dann habe ich es später ins Syrische übersetzt und davon Summarien
angefertigt. Dann hat es Hubais für Muhammad ibn Müsä ins
Arabische übersetzt.

99, Seine Erklärung des Buches über bdie Luft,
das Wasser und die Wohnorte15. — Dieses Buch hat er
auch in drei Teilen abgefaßt. c — Ich habe es ins Syrische über-
setzt für Salmawaih. Ich habe den Text der Worte des Hippokrates 10
übersetzt und dazu einen knappen Kommentar hinzugefügt, doch
habe ich ihn nicht vollendet. Ich habe den Text auch ins Arabische
übersetzt für Muhammad ibn Müsä. Hubais hat die Erklärung
Galen's ins Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä

100d. Seine Erklärung des Buches über die Nah-
rung. — Dieses Buch hat er in vier Teilen abgefaßt. — Ich habe
es ins Syrische übersetzt für Salmawaih.   Ich habe auch den Text
der Worte des Hippokrates in diesem Buch übersetzt und dazu einen 15
knappen Kommentar hinzugefügt.

101e. (23r) Seine Erklärung des Buches über die
Natur des Embryo. — Von diesem Buch haben wir keine von
Galen stammende Erklärung gefunden, wir finden auch, daß Galen
in der Liste seiner Bücher nicht davon spricht, daß er eine Er-
klärung davon angefertigt hätte. Doch finden wir, daß er dieses
Buch in seinem Buch, das er über das anatomische Wissen des Hippo-
krates angefertigt hat, in drei Abteilungen einteilt und sagt, daß
die erste und dritte Abteilung dieses Buches untergeschoben und 20

a f. Fihr. b.-Q.  |  b Fihr. b.-Q. das Wasser und die Luft  \  C einige
balls.-Hss. -f- Wir haben einige der Handschriften dieser Erklärung auch
in vier Teilen gefunden, doch ist das erste das, was anerkannt ist.
d f. Fihr. b.-Q.   |   e f. Fihr. b.-Q.

3*

36

101 — 105 (Text S. 43,20—45,6)

nicht von Hippokrates ist, und daß das Echte davon die zweite
Abteilung ist.  Diese Abteilung hat Gessios aus Alexandrien erklärt.

S. 44 Wir haben zu sämtlichen drei Abteilungen zwei Erklärungen ge-
funden. Die eine ist syrisch und trägt den Titel, daß sie von
Galen stamme — übersetzt hatte sie Sergios —, als wir sie aber
untersuchten, erkannten wir, daß sie von Pelops ist. Die andere
ist griechisch, und als wir sie untersuchten, fanden wir, daß sie
von Soranos ist, der zur Sekte der fie9oömoi gehört. — [Hunain
5 hat den Text dieses Buches außer etwas Wenigem davon ins Ara-
bische übersetzt unter dem Kalifat des Mu'täzza.]

102. Seine Erklärung des Buches über die Natur
des Menschen. — Dieses Buch hat er in bdrei Teilen abgefaßt,
so viel ich mich entsinnet — Eine Handschrift davon auf griechisch
befindet sich unter meinen Büchern, ich war aber nicht dazu ge-
kommen, es zu übersetzen; ich wüßte nicht, daß ein anderer es
übersetzt hätte. Ich habe es später ins Syrische übersetzt0. [Hunain
io hat den . . . dTeil der Erklärung Galen's zu diesem Buch abgekürzt
und (die Abkürzung) ins Arabische übersetzt. 'Isä ibn Jahjä hat
die Erklärung des Galen zu diesem Buch vollständig übersetzt.]

Galen hat weitere Schriften verfaßt, in denen er teils die Worte
des Hippokrates anführt und teils seine Ziele darlegt ohne6 An-
führung der Worte. Ich habe davon nur eine geringe Anzahl ge-
funden ; ich führe sie (nunmehr) auf. f
15 103«. Sein Buch Darüber, daß der treffliche Arzt
Philosoph isth. — (23v) Dieses Buch besteht aus einem einzigen
Teil. — Aijüb hat es ins Syrische übersetzt; dann habe ich es später
ins Syrische übersetzt für meinen Sohn, und ins Arabische für Ishäq ibn
Sulaimän.   Dann hat es 'Isä ibn Jahjä ins Arabische übersetzt.

S.45 104. Sein Buch Über die echten 'und die unechten'
Bücher des Hippokrates. — Dieses Buch besteht aus einem
einzigen Teil; es ist ein schönes, nützliches Buch. — Eine Hand-
schrift davon befindet sich unter meinen Büchern, ich habe aber
keine Zeit gehabt, es zu übersetzen; ich wüßte nicht, daß ein
anderer es übersetzt hätte. Dann habe ich es für 'Isä ibn Jahjä
ins Syrische übersetzt und davon Summarien angefertigt. [Ins
5 Arabische hat es Ishäq ibn Hunain übersetzt für 'All ibn Jahjä.]
105k. Sein Buch Über die Erörterung der Richtig-
keit der Vorwürfe, die Quintus gegen die Anhänger

a baUs. MuHazz-billäh | b baUs. zwei Teilen abgefaßt | C Hs. daneben
ein zweites, unverständliches Verb | d es fehlt die Nummer; Hs. kein leerer Kaum |
e ? Hs. mit | f baUs. -f Ein Buch Darüber, daß die Ansicht des
Hippokrates in dem Buch über die Natur des Menschen und
in seinen übrigen Büchern dieselbe ist. Er hat es in drei Teilen
abgefaßt. Galen sagt, daß er es nach seiner Erklärung des Buches über
die Natur des Menschen abgefaßt hat, und zwar, als er hörte, daß manche
Leute dieses Buch schmähten und in seinem (Galens) Namen darüber die
Behauptung aufstellten, daß es nicht von Hippokrates sei. — f. Fihr. b.-Q. |
g b.-Q. vor Nr. 86 | h baUs. sein muß  |   i f. Fihr. b.-Q.   |   k f. Fihr. b.-Q.

105—110 (Text S. 45,7—45,0)

37

des Hippokrates erhoben hat, welche die vier Quali-
täten lehren. a — Eine Handschrift davon auf griechisch be-
findet sich unter meinen Büchern, ich bin aber nicht dazu ge-
kommen, es zu lesen; ich weiß auch nicht sicher, ob es von Galen
ist oder nicht.   Ich glaube nicht, daß es übersetzt ist.

106b. Sein Buch Über die Lethargie nach der Ad - io
sieht des Hippokrates. — Von diesem Buch gilt dasselbe
wie von dem Buch, das ich vor ihm aufgeführt habe.

107°. Sein Buch Über die Wörter des Hipjiokrates.
— Dieses Buch besteht auch aus einem einzigen Teil. Er verfolgt
darin das Ziel, die ungewöhnlichen Wörter des Hippokrates in seinen
sämtlichen Büchern zu erklären. Es ist nützlich für die, die auf
griechisch lesen; was aber die anlangt, die nicht auf griechisch
lesen, so brauchen sie es nicht, und es ist überhauptd nicht mög- 15
lieh, es zu übersetzen. — Eine Handschrift davon befindet sich
unter meinen Büchern.

Was die übrigen Bücher anlangt, von denen er in dem Ver-
zeichnis sagt, daß er sich in ihnen nach der Ansicht des Hippokrates
richtet, so bin ich bis zu diesem Zeitpunkt auf keins davon auf
griechisch gestoßen, und ebenso auf keins der Bücher, von denen
er ygt, daß er sie abgefaßt hat, indem er sich in ihnen nach der
Ansicht des Aristoteles richtet, abgesehen von den bereits auf-
geführten. Was aber die Bücher anlangt, von denen er sagt, daß
er sich in ihnen nach der Ansicht des Asklepiades richtet, so habe 20
ich von ihnen nur eine einzige kleine Schrift gefunden; ich führe
sie (jetzt) auf, sie ist:

(24r) 108e. Sein Buch Über die Substanz der Seele,
was sie ist nach Ansicht des Asklepiades.f — Ich hatteS.46
diese Schrift ins Syrische übersetzt für Gibril, als ich ein junger
Mann war, bin aber von ihrer (der Übersetzung) Korrektheit nicht
überzeugt, da ich sie noch dazu aus einer einzigen nicht korrekten
Handschrift übersetzt habe.

Was die Bücher anlangt, in denen er sich nach den Anhängern
der Erfahrungen richtet, so habe ich von ihnen drei Schriften
gefunden.

109g. Sein Buch Über die medizinische Erfahrung. 5
— Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil, in dem er die
Argumente der Anhänger der Erfahrungen und der Anhänger der
Analogie gegen einander berichtet. — Ich habe es kürzlich ins
Syrische übersetzt für Boh,ti§ö'.

110. Zu ihnen gehört (weiter) sein Buch Über die Auf-
forderung zum Studium der Medizin. — Dieses Buch be-
steht auch aus einem einzigen Teil. aEr schreibt darin das Buch

a baUs. + Ein einziger Teil. | b f. Fihr. b.-Q. | C f. Fihr. b.-Q. |
d Hs. auch | e f. Fihr. b.-Q. | f baUs. + Ein einziger Teil | g f. Fihr.
b.-Q.

8

38

110—115 (Text S. 46,9—47,13)

io des Menodotos aba; es ist ein schönes, nützliches, geistvolles Buch.
— Ich habe es ins Syrische übersetzt für Gibrll. Ins Arabische
hat es Hubais übersetzt für Ahmad ibn Müsä.

111b. Zu ihnen gehört (weiter) sein Buch Über die Haupt-
punkte der Erfahrung. — Dieses Buch besteht auch aus
einem einzigen Teil. — Eine Handschrift davon befindet sich unter
meinen Büchern; ich habe es nicht übersetzt.

Was aber die Bücher anlangt, in denen er sich nach den An-
is hängern der dritten Schule in der Medizin richtet, so habe ich
keins von ihnen gefunden, mit Ausnahme einer einzigen Schrift,
von der ich, als ich sie kritisch betrachtet hatte, erkannte, daß sie
gefälscht ist; doch habe ich sie, obgleich ich in bezug auf sie dies
erkannt hatte, ins Syrische übersetzt für Bohtlsö'.

Ich habe von ihm weitere Bücher gefunden, die er in dem
Verzeichnis nicht aufgeführt hat; ich führe sie (jetzt) auf.

112. Sein Buch Über die Prüfung des ctrefflichsten
der Ärzte0. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil. —

20 Ich habe es ins Syrische übersetzt für Bohtlsö' und habe es ins
Arabische übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

113. Sein Buch Über das, woran er als (bloße) Ansicht
glaubt. — Dieses Buch besteht auch aus einem einzigen Teil, in
dem er beschreibt, was man weiß und was man nicht weiß. —

S. 47 Aijüb hat es ins Syrische übersetzt. Ich habe es ins Syrische über-
setzt für meinen Sohn Ishäq. Ins Arabische hat es Täbit ibn Qurra
übersetzt für Muhammad ihn Müsä. 'Isä ibn Jahjä hat es ins
Arabische übersetzt. Ishäq hat es mit dem Original kollationiert
und cc es verbessert für 'Abdallah ibn Ishäq.

114d. Sein Buch Über die medizinischen Namen. —
5 "Dieses Buch (24v) hat er in fünf Teilen abgefaßt.6 Er verfolgt
darin das Ziel, in bezug auf die Namenf, die die Arzte anwenden,
darzulegen, in welchen Bedeutungen sie sie anwenden. e — Eine
Handschrift davon auf griechisch befindet sich unter meinen Büchern,
doch hatte ich es nicht übersetzt, und auch kein anderer. Dann
habe ich später davon ins Syrische drei Teile übersetzt. Hubais
hat davon den ersten Teil ins Arabische übersetzt.

Was die Bücher von ihm über den Beweis anlangt, die ich
gefunden habe, so sind sie die, die ich (jetzt) aufführe,
io 115. Sein Buch Über den Beweis. — Dieses Buch hat er
in fünfzehn Teilen abgefaßt. Er verfolgt darin das Ziel darzulegen,
wie das Verfahren in bezug auf die Darlegung des Darzulegenden
notwendigerweise ist; dies war (auch) das Ziel des Aristoteles in
seinem vierten Buch der Logik. — Bis zu diesem Zeitpunkt ist

a f. Hs.; baUs. Hunain sagt: In diesem Buch Galen's schreibt er . . |
b f. Fihr. b.-Q. | C Fihr. b.-Q. Arztes | CC Hs. + ich habe | d f. Fihr.
b.-Q. | e f. baUs. | f Hs. Dinge | g baüs. + Er hat es in fünf Teilen
abgefaßt, was wir aber davon in die arabische Sprache übertragen gefunden
haben, ist nur der erste Teil, den Hubais al-A'sam übersetzt hat.

115—118 (Text S. 47,13—48,18)

39

keinem von unseren Zeitgenossen eine vollständige Handschrift des
Buches über den Beweis auf griechisch in die Hände gekommen,
obgleich Gibril sich sehr darum bemüht hatte, es zu suchen. Ich
habe es sehr gesucht und, um es zu suchen, die Länder von ganz i»
Mesopotamien und Syrien, Palästina und Ägypten bereist, bis ich
nach Alexandrien gelangte, habe aber nichts davon gefunden, außer
in Damaskus ungefähr die Hälfte davon, jedoch nicht-aufeinander-
folgende und unvollständige Teile. Gibril hatte auch einige Teile
davon gefunden, die nicht alle identisch waren mit den Teilen, die
ich gefunden habe; Aijüb hat ihm übersetzt, was er gefunden hatte.
Was aber mich anlangt, so konnte ich mich nicht entschließen,
etwas von ihnen (den Teilen) zu übersetzen, ohne ihre Lektüre zu 20
Ende geführt zu haben, wegen der Unvollständigkeit und Lücken-
haftigkeit, in der sie sich befanden, und der Begierde und Sehn-S.48
sucht der Seele danach, dieses Buch vollständig zu finden. Dann
habe ich, was ich gefunden hatte, ins Syrische übersetzt, nämlich
ein kleines Stück des zweiten Teils, das meiste des dritten Teils,
ungefähr die Hälfte des vierten Teils von seinem Anfang an und
den neunten Teil mit Ausnahme eines Stückes an seinem Anfang,
denn dies war verloren; was aber die übrigen Teile anlangt, so 5
hatte ich alle gefunden bis zum Ende des Buches, mit Ausnahme
des fünfzehnten Teils, denn an seinem Ende war eine Lücke. ['Isä
ibn Jahjä hat, was er (Hunain) gefunden hatte, (25r) vom zweiten*
bis zum elften Teil übersetzt, und Ishäq ibn Hunain hat vom
zwölften Teil bis zum fünfzehnten Teil übersetzt, ins Arabische.]

Was aber die anderen seiner Bücher über dieses Gebiet außer
diesem (dem genannten) anlangt, so bin ich trotz ihrer Menge —
darauf weist das Verzeichnis hin — auf überhaupt nichts davon 10
gestoßen abgesehen von einer Schrift

116b. Über die auf Setzung (Hypothese) beruhenden
Analogien (d. h. Schlüsse), die ich nicht so, wie erforderlich,
erkundet und deren Inhalt ich nicht festgestellt habe, und Bruch-
stücken seines Buches

117°. Über den (Zu)stand der Künste, d sowie einigen
Schriften, die ich aufführen werde, wenn ich die sich an die Philo-
sophie des Aristoteles anschließenden Bücher aufführen werde; des-
halb fühle ich mich nicht gezwungen, irgend eins von diesen Büchern 1»
aufzuführen, da es für jeden, der will, möglich ist, sie aus dem
Buche Das Verzeichnis kennen zu lernen.

Was wir gefunden haben von seinen Büchern überdie Charaktere.

118. eSein Buch Wie der Mensch seine Sünden und
Fehler erkennt6. — f Was Galen anlangt, so sagt er, daß er

a baUs. achten | b f. Fihr. b.-Q. | C f. Fihr. b.-Q. | d baUs. nach
dem Titel Hunain sagt, daß er von diesem Buch auf griechisch nur Bruch-
stücke davon gefunden hat. | e Fihr. Das Buch (darüber, wie) der Mann
seine eigenen Fehler bestimmt, b.-Q. ebenso ohne eigenen, baUs. Ein Buch
darüber, (wie) der Mensch seine eigenen Fehler erkennt.   \  f baUs. Zwei

8'

40

118 — 121 (Text S. 48,18—49,21)

dieses Buch in zwei Teilen geschrieben habe. Was aber mich an-
langt , so habe ich davon nur einen einzigen Teil gefunden, und
dieser ist lückenhafte — Ich hatte etwas davon ins Syrische über-
S.49 setzt vor längerer Zeit für Dä'üd al-Mutatabbib, mußte aber die
Übersetzung abbrechen (?), ohne, was ich auf griechisch gefunden
hatte, zu Ende geführt zu haben, wegen eines Umstands, der ein-
trat. Dann bat mich Bohtlsö' kürzlich, es für ihn zu vervollstän-
digen , und so habe ich es einem Mann aus Ruhä (Edessa) über-
geben namens Tümä (Thomas), und er hat übersetzt, was (noch)
übrig geblieben war; ich habe es revidiert und verbessert und zu
dem Vorhergehenden hinzugefügt.
5 119. Sein Buch Über die Charaktere. — Dieses Buch
hat er in vier Teilen abgefaßt. Er verfolgt darin das Ziel, die
a Charakter (eigen schaffen), ihre Ursachen und Merkmale und ihre
Behandlung* zu schildern. — Dieses Buch hatte ins Syrische über-
setzt ein Mann von den Sabiern namens Mansür ibn Atänäs; man
sagt, auch Aijüb ar-RuhäwI habe es übersetzt. Was das anlangt,
was Mansür übersetzt hat, so habe ich es gesehen, war aber nicht
damit zufrieden; was aber das anlangt, was, wie man sagt, Aijüb

io übersetzt hat, so habe ich es nicht gesehen, und ich weiß auch
nicht, ob er etwas übersetzt hat oder nicht. Was mich anlangt,
so habe ich dieses Buch ins Syrische nicht übersetzt, habe es aber
ins Arabische übersetzt; (25v) und zwar erfolgte die Übersetzung
für Muhammad ibn Müsä. Dann wurde ich durch das Zusammen-
sein mit Muhammad ibn 'Abdalmalik von der Angelegenheit des
Buches abgehalten; da bat mich Muhammad, was ich übersetzt hatte,
zu vervollständigen, und ich habe dies getan. Hubais hat es aus
meiner Übersetzung für Jühannä ibn Mäsawaih ins Syrische über-
setzt, ich bin aber nicht darauf gestoßen.

iö 120b. Sein Buch Über die Abwendung desKummers.
— Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil, den er geschrieben
hat für einen Mann, der ihn gefragt hatte, wie es komme, daß er
ihn niemals bekümmert gesehen habe, c und dem er daraufhin die
Ursache davon geschildert und dargelegt hatte, worüber Kummer
notwendig ist und worüber er nicht notwendig ist. — Aijüb hatte
dieses Buch ins Syrische übersetzt; ich habe es für Dä'üd al-
Mutatabbib ins Syrische übersetzt. Hubais hat es ins Arabische
übersetzt für Muhammad ibn Müsä.

20 121. dSein Buch Darüber, daß die Besten der Men-
schen11 von ihren Feinden Nutzen haben. — Dieses Buch
besteht auch aus einem einzigen Teil. — Ich habe es ins Syrische

Teile. Hunain sagt, daß er davon auf griechisch nur einen.einzigen lücken-
haften Teil gefunden hat.

a baUs. Arten, Ursachen, Merkmale und Behandlung der Charakter-
eigenschaften) | b f. Fihr. b.-Q. | C baUs. + als alles verloren ging,
was er in den großen Schatzhäusern zurückgelassen hatte, als sie abbrannten
in Rom  |   d Fihr. b.-Q. Das Buch (darüber, daß) die Besten

122—125 (Text S. 49,21—51,6)

41

übersetzt für Dä'üd.   Hubais hat es für Muhammad ibn Müsä ins
Arabische übersetzt.   Auch 'Isä hat es ins Arabische übersetzt.

Was aber die Bücher anlangt, in denen er sich nach der Phi-S.50
losophie Platon's richtet, so habe ich von ihnen nur zwei Bücher
gefunden, abgesehen von dem Buch über die Ansichten, das ich
früher aufgeführt habe.

122. Sein Buch Über das, was Piaton in seinem als
Tifiaiog bekannten Buch aus der Wissenschaft der
Medizin erwähnt. — Dieses Buch hat er in vier Teilen ab-
gefaßt. — Ich habe es gefunden, nur daß an seinem Anfang ein
wenig fehlte, war aber nicht dazu gekommen, es zu übersetzen. Dann 5
habe ich es später ins Syrische übersetzt und das an seinem Anfang
Fehlende ergänzt. Den ei'sten Teil davon habe ich ins Arabische
übersetzt.   Ishäq hat die übrigen Teile ins Arabische übersetzt.

123. Sein Buch Darüber, daß die Kräfte der Seele
der Mischung des Körpers folgen. — Dieses Buch besteht
aus einem einzigen Teil; das Ziel, das er darin verfolgt, ist klar
aus seinem Titel. — Übersetzt hatte es Aijüb (26r) ins Syrische; io
dann habe ich es ins Syrische übersetzt für Salmawaih, und aus
meiner Übersetzung hat es Hubais für Muhammad ibn Müsä übersetzt.
Ich habe gehört, daß Muhammad es zusammen mit Stephanos mit dem
Griechischen kollationiert und einige Stellen davon verbessert hat.

124». b Von Büchern aus diesem Gebiet habe ich weiter ein
Buch gefunden, das vier Teile enthält von den acht von Galen
stammenden Teilen, die die Summarien der Bücher Platon's
enthalten. Der erste Teil davon enthält die Summarien von fünf
Büchern von den Büchern Platon's, nämlich dem Buch KQaxvkogbh über
die Namen, dem Buch 2oq>iGv^g über die Einteilung, dem Buch
noforiHog0 über den Regenten, dem Buch nccQfievidrjg über ddie
Bilderd und dem Buch Ev&vdrjuog. Der zweite Teil enthält die
Summarien von vier Teilen des Buches Platon's über die Politik.
Der dritte Teil enthält die Summarien der sechs übrigen Teile des
Buches über die Politik und die Summarien des als Tcftaiog be- 20
kannten Buches über die Naturwissenschaft. Der vierte Teil ent-
hält die Zusammenfassung der zwölf Teile über Lebensweisen von
Piaton. — Ich habe die drei ersten Teile für abü Ga'far Muhammad S. 51
ibn Müsä ins Arabische übersetzt. ['Isä hat dies alles übersetzt, und
Hunain hat die Summarien des Buches über die Politik verbessert.]

Was die Bücher anlangt, in denen er sich nach der Philosophie
des Aristoteles richtet, so habe ich nur ein einziges Buch gefunden,
nämlich sein Buch

125e. Darüber, daß der erste Beweger sich nicht 5
bewegt. — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil. — Ich

a f. Fihr. b.-Q. | b baUs. -f Das Buch der Summarien der Bücher
Platon's. Hunain sagt: | bb Hs. Kgurris | C Hs. und Var. baUs. ävalvrixög J
d Hs. das Bild   |   e b.-Q. vor Nr. 123; Fihr. Nr. 125 und 126 umgestellt

42

125—129. Schluß (Text S. 51,6—52,.

habe es unter dem Kalifat des Wätiq ins Arabische übersetzt für
Muhammad ibn Müsä; später habe ich es ins Syrische übersetzt.
'Isä ibn Jahjä hat es ins Arabische übersetzt, weil die Handschrift,
die ich früher übersetzt hatte (d. h. die meine alte Übersetzung
enthielt), verloren gegangen war. [Dann hat es Ishäq ibn Hunain
ins Arabische übersetzt.]
io        126a. Sein Buch Über die Einführung in die Logik.

— Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil, in dem er die
Dinge darlegt, die die Anfänger brauchen und von denen sie Nutzen
haben in der Wissenschaft vom Beweis. — Ich habe es ins Syrische
übersetzt. Hubais hat es für Muhammad ibn Müsä ins Arabische
übersetzt. [Hunain hat es kollationiert und verbessert für 'All
ibn Jahjä.]

(26v) 127. Sein Buch Über die Zahl der Analogien
(d. h. Schlüsse). — Dieses Buch besteht aus einem einzigen Teil. —
15 Ich habe es noch nicht untersucht (?). Dann habe ich es ins Syrische
übersetzt. [Ishäq hat es ins Arabische übersetzt. Hunain hat es
kollationiert und verbessert für 'Ali ibn Jahjä.]

128b. Seine0 Erklärung des zweiten Buchesd von
den Büchern des Aristoteles, e fwelches IIsqI eQurjvsiag
genannt wirdf. — Dieses Buch hat er in drei Teilen abgefaßt.

— Wir haben davon eine lückenhafte Handschrift gefunden.

20 Was die Bücher anlangt, in denen er sich nach den Leuten
der Säulenhalle richtet, so bin ich auf nichts davon gestoßen, und
ebenso von den Büchern, in denen er sich nach den aocpiGzai richtet.
Was aber die Bücher anlangt, die den Grammatikern und Rheto-
rikern gemeinsam sind, so habe ich von ihnen trotz ihrer Menge
nur eine einzige Schrift gefunden, nämlich diese:
S.52 129*. Sein Buch Über das, was für den, der in seiner
Rede Sprachfehler macht, nötig ist. — hWir finden
dieses Buch im Verzeichnis in sieben Teilen, ich weiß aber nicht,
ob es nicht vielleicht ein Irrtum der Abschreiber ist; was das an-
langt, was ich gefunden habe, so ist es ein einziger Teil.h — Ich
habe es nicht übersetzt, weder syrisch noch arabisch, und auch
kein anderer hat es übersetzt.
5 Was die übrigen Bücher anlangt, die er im Verzeichnis be-
schreibt, so ist es denen, die es vorziehen sie zu kennen, möglich,
sie, wie ich gesagt habe, aus dem Verzeichnis seiner Bücher kennen
zu lernen.

So bleibt mir nichts übrig, als anzugeben, in welchem Lebens-
alter ich dieses Buch verfaßt habe, weil ich hoffe, daß ich in
Zukunft dazu kommen werde, Bücher zu übersetzen, die ich bis
zu diesem Zeitpunkt noch nicht übersetzt habe, wenn mir Frist

a f. b.-Q. | b f. b.-Q. | C Fihr. baUs. Die | d f. Fihr. | e baUs. +
nämlich (desjenigen) | f f. Fihr. | g f. Fihr. b.-Q. | h baUs. Sieben
Teile; Hunain sagt, daß das, was er von diesem Buch gefunden hat, ein
einziger Teil ist.

Schluß (Text S. 52,8—53,4)

43

gegeben wird in bezug auf meine Lebensdauer. Das Alter, das ich
erreicht habe zur Zeit, wo ich dieses Buch geschrieben habe, ist 10
48 Jahre; und dies ist das Jahr 1167 von den Jahren des Alexander.
Ich kann (will ?) in dieses Buch eintragen, wenn ich dazu kommen
werde, etwas zu übersetzen von dem, was ich (noch) nicht über-
setzt habe, und etwas zu finden von dem, was ich bis zu diesem
Zeitpunkt nicht gefunden habe, eins nach dem andern nebst dem
Jahr, in dem ich dazu kommen werde, so Gott will. — Dann habe
ich später im Jahre 1175 a von den Jahren des Alexander im Monat 15
Adar hinzugefügt, was ich seit jener (27v) Zeit bis zu diesem Zeit-
punkt übersetzt habe.

[Ich habe gefunden, daß ein Exzerptor von den Griechen, dessen
Name nicht bekannt ist, Summarien der sieben Bücher des Galen
exzerpiert bat, darunter Summarien des Buches über das Heilver-
fahren, Summarien der Ursachen und Symptome, Summarien des
großen Pulses, Summarien der fünf ersten Teile seines Buches über
die einfachen Heilmittel, Summarien der Fieber, Summarien des Buches
über die Tage der Krisis und Summarien der Merkmale, die Hunain 20
ins Arabische übersetzt hat für Ahmad ibn Müsä.]

[Der Besitzer der Handschrift, aus der ich es abgeschrieben
habe, sagt am Ende seiner Handschrift, indem er eine Angabe des
Eigentümers der Handschrift, aus der er seine Handschrift abge-S.53
schrieben hat, wiedergibt, daß er diese Exzerpte nicht in der Hand-
schrift des 'All ibn Jahjä gefunden hat, sondern in einer anderen
Handschrift.]

Zu Ende ist das Buch des abü Zaid Hunain ibn Ishäq über die
seines Wissens übersetzten Bücher Galen's; Preis Allah vielfältig!

a Hs. 1195

Registerx).

A. Eigennamen.

Anordnung nach dem deutschen Alphabet; diakritische Zeichen, der arabische
Artikel al- u. ä., abü und ibn bleiben unberücksichtigt.   Die Zahlen geben
Seite und Zeile des Textos.   Klammern bedeuten, daß der betreffende nur er-
wähnt, nicht mit Namen genannt ist.

'Abdallah ibn Ishäq 47, 3
Abraham s. Ibrahim
al-Abras = Aijüb ar-Ruhäwi
Ägypten 47,16

Ahmad ibn Muhammad ibn al-

Mudabbir 40, 10
Ahmad ibn Müsä, abü 1-Hasan

4,9. 13,7. 15,20. 26,15. 29,1.

8. 30,7. 31,8. 32,9. 34,13.

36,9. 38,13. 39, 17.22. 40,4.

41,7. 42.22. 46,11. 52,20
Aijüb    ar - RuhäwT    al - Abras

3,22. 6,2. 15,3. 20.7. 21,5.

10.14.20. 22,18. 23,12. 24,7.

26, 8. 22. 27, 7. 29, 6. 30, 2.
17. 31,7.12. 32,15. 34, 6.11.
35,7.17. 39,1. 40,7. 41,5.

15.19.21. 42,7.44,16. 46,23.
47,19. 49,8.9.17. 50,9

Aleppo 33, 17
Alexander 52, 11. 14
Alexandrien 5, 18. 8, 14. 9, 9.

11,14. 12,7. 14,14.18. 18,15.

20. 43,21. 47, 16
'AH al-Faijüm 32, 1
'All ibn Jahjä ibn al-Munaggim,

abü 1-Hasan 1, 1. 10, 7. 12,9.

27, 5 Änm. 28, 18. 22. 30, 9.
39, 11. 45,5. 51,13. 16. 53,2;
S. VII mit Anm. 1

Autisthenes 9, 9
Archigenes 12, 16. 33,14. 18

Aristoteles 22, 1 Anm. 26, 18.

32, 6. 45, 18. 47, 12. 48, 14.

51, 3. 17
Asklepiades 45, 20. 21

Bagdad 18,4

Boethos 21, 18. 22, 2. 24, 6
Bohtlsö' ibn Gibril 4, 8. 10, 4.

12,8.22. 18,7. 30,22. 31,1.

32.16. 36,14. 17. 38, 1. 39, 8.

46,7. 17.20. 49,2

Damaskus 47,16
Dä'üd al-Mutatabbib 3,23. 6,2.
49, 1. 18. 21

Edessa vgl. ar-Ruhäwi
Elisa 12,22

Erasistratos   16, 21.   22, 1. 3.

34, 20. 21. 36, 10. 12
Eugenianos 17, 2
Eutbydemos 50, 17

al-Faijüm 32,1

Gabriel s. Gibril

abü  Ga'far = Muhammad ibn

Müsä
al-Gazira 47, 15

Gessios aus Alexandrien 43, 21
Gibril ibn Bohtlsö' 11, 3. 15, 3.

17. 20,7. 26,1. 40,7. 46,1.

10. 47,14. 18
Glaukon 5, 20. 6, 20. 7,1. 34,16

1) Auf den Abdruck meines Registers der arabischen Titel und auf Bei-
gabe einer Wortliste, für die ich das Material zusammengestellt hatte, habe ich
im Hinblick auf die hohen Kosten verzichtet.

45

Gondesäpur 5, 2
Griechen 20, 1. 52, 16

Halab s. Aleppo

abü 1-Hasan = Ahmad ibn Müsä,

-= 'All ibn Jahjä
Herophilos 26,14
Hieron 16, 19. 17, 1
Hiob s. Aijüb

Hippokrates 9,16. 21, 17. 26,14.

16. 34, 5. 36,15. 40,1 ff.
Hubais  ibn  al-Hasan al-A'sam

5,4. 9, 2. 12,9. 13, 7. 15, 7.
18,16. 21,7.11.15.22. 22,9.
19. 24, 4. 24. 25,14. 26,15.
27, 4. 28, 6. 29,1. 30, 7. 31,9.
18. 35,23. 36,8.37,13.39,10.

17. 22. 40, 4. 43, 7.11. 46,10.

47, 6 Anm. 8. 49, 13. 19. 22.
50, 11. 51, 12; S. VII Anm. 1

Hunain ibn Ishäq, abü Zaid (in
3. Pers.) 1, 1. 23, 2. (25, 15).

28.7. 30,8. 32,2. (32,17).
(34,13). (36,4). 44, 4. 9. 51,2.
13.16. 52,20. 53,3

Ibrahim ibn Muhammad ibn Müsä
41,1

Ibrahim ibn as-Salt 31, 8. 34,18.

35, 14

'Isä ibn Jahjä 23, 2. 25, 20.
26,3. 9. 30,19. 32, 17. 34, 13.
35,4.8.11. 36,4. 38,12.18.
40,5. 41,1.7.10.13. 42,19.
23. 44, 10. 18. 45, 3.  47, 2.

48, 6. 49, 22. 51, 2. 7; S. X
Ishäq ibn Ibrahim at-Tähirl 35,22
Ishäq ibn Hunain 4,*8. (15, 20).

(24,11). 25,14. 27,12. (28,18).
32, 3. (34, 6). 34,14. (35, 19).

36, 14. 39, 11. 23. (44, 17).
45, 4. 47, 1. 2.  48, 7. 50, 7.

51.8. 15; S. VII Anm. 1
Ishäq ibn Sulaimän 10,16. 11,10.

36, 3L 44,17
Isö' s. 'Isä

Isrä'Il ibn Zakarljä at-Taifürl
13,6

Jahjä ibn al-Bitriq 39, 1

Jahjä ibn Mäsawaih  37, 13; s.

Jühannä
al-Jasa' 12, 22
Johannes s. Jahjä, Jühannä
Joseph s. Jüsuf
Jühannä ibn Bohtlsö' 38, 11
Jühannä ibn Mäsawaih 8,9. 15,5.

16, 2. 20, 8. 21, 6. 23, 7. 13.

24, 3. 23. 30, 5. 36, 2. 37, 13.

49,14
Jüsuf al-Hürl 30, 2. 3

Kaisar 38, 19 Anm.
al-Karh 4,20. 12,22
Krates 50, 16 Anm.
Kratylos 50, 16

Lykos 20, 14. 22,10. 13

al-Ma'mün 18, 3

Mansür ibn Atänäs as-Säbi' 49, 7. 8
Marinos 20, 9. 12
Menodotos 46, 9
Mesopotamien 47, 15
Methodikoi 44, 4
Misr 47,16

ibn al-Mudabbir 40, 10 = Ahmad

ibn Muhammad
Muhammad ibn 'Abdalmalik az-

Zaijät al-Wazir 24,17. 49,12
Muhammad ibn Müsä, abü Ga'far

3, 23. o, 8. 6, 6. 18. 7, 16.

8, 12. 9, 2. 15. 15, 6. 16, 3. 12.

18,16. 21, 7.11. 16. 22. 22,9.

19.  24, 2. 8. 21.   25, 7. 19.

27,4.9. 28,6. 32,16. 33,20.

34. 7. 35, 9. 24. 36, 18. 37, 14.

39^ 11. 40,13. 41,20. 42,4.

43, 7. 11. 12.  46, 21.  47, 1.

49,12. 19. 22. 50, 11. 51,1.6.

12; S. VII Anm. 1
ibn al-Munaggim 1,1 Anm. = 'Ali

ibn Jahjä
abü Müsä ibn 'Isä al-Kälib 38, 18
al-Mutawakkil 37, 12
al-Mu'tazz 44, 5

Oreibasios 38, 4

46

Palästina 47,15
Pamphylianos 38, 14
Parmenides 50, 17
Pelops 23,19. 21
Phylagrios 37,20. 38,1. 44,3
Pison 38, 19

PJaton 26,13.16. 50, 1 ff.
Quintus 45, 6
ar-Raqqa 18, 3

ar-Ra'sI  14, 24 = Sergios ar-

Ra's'ainT
Rom 4,19. 23,18. 24, 6. 34,21.

49, 16 Anm.
Rufos 23,12

ar-Ruhäwi (= aus Edessa) =
Aijüb, = Theopbilos, = Tümä

as-Säbi'ün 49, 7

ibn Sahdä al-Karhi 4, 20. 6, 2. 14
Salmawaih ibn Bunan 6, 14. 15.

7, 15. 17, 19. 25,13. 26,12.

28, 6.   30, 4.  32, 8.  35, 18.

40,23. 43,9.14. 50,10
avs-Sa'm 47,15
Samli 36, 9

Sergios ar-Ra's'ainf 6, 1. 7, 13.
8,8.22. 10, 3.14. 11,2. 12, 6.
21. 14,11. 24. 15, 15. 16, 1.
10. 17, 16. 28, 5. 30, 5. 13.

33,13. 35,2.17. 36, 7. 37,12.

18. 40,22. 44,2
Sirlsö' ibn Qutrub 5, 2
Smyrna 23,19*
Sophisten 51,21
Soranos 44, 3

Stephanos ibn Basileios 24,1.8.10.

25,6.18. 31,3. 32,16. 35,3.

9. 50, 12; S. VII Anm. 1
Stoiker 51,20
Syrer 1,12. 11,16. 37,18
Syrien 47,15

Täbit ibn Qurra 36, 8. 47,1
at-Taifun = 'Isä ibn Zakarijä, =

Zakarljä ibn 'Abdallah
Teuthras 6, 7

Theodoros, Bischof von al-Karlj
12,21

Theophilos ar-Ruhäwi 39, 7
Thomas s. Tümä
Thrasybulos 39,12
Timaios 50,3.20
Tümä ar-Ruhäwi 49, 3

al-Wätiq 51,6

az-Zaijät = Muhammad ibn 'Abd-
almalik

Zakarijä ibn 'Abdallah at-Taifüri
18,3

B. Griechisi
Anordnung nach dem übergeordneter
Substantiv; wo kein solches vorhand
geben die Nummern

1. Hippokrates.
7t. äyfi&v 89

7t. CCSQCOV VÖCCXCOV xortcov 99
Tl. anftpcov 90
a<poQi6(io£ 88
5 7C. 8iaixr\g d^imv 92
jt. Hkcöv 93
iiriötjuiai 95
x«t IrjTQetov 98
oQxog 87

10 TCQOyVGXjUXOV 91
TVQOOOrjTlKOV 97

3he Buchtitel.

i bzw. dem ersten von itsgi abhängenden
len, nach dem ersten Wort. Die Zahlen
des Textes,   it. = itsoi.

7t. Tnoqpijs 100

7t. x&v iv xstpakrj XQcaiidtGtv 94

7t. <pv6tog av&QWTtov 102

7t. cpvßiog TtaiSiov 101

7t. %VflG>V 96

2. Galen.

(Die Hippokrates Kommentare s. oben
unter Hippokrates.)

(n.y x&v &yvor\&tvxfov t<5 Avnm

xaxu xccg avarofuxg 29
7t. ccioiömv roig tißayouivotg 3

47

%. xav xfjg avaTtvoTjg alxioiv 37
20 n. x&v iv xotg voGrjfiaGcv aixi&v
14b

7t. x&v 7TQOXCCXCCQKXIK&v alxi&v 58

7t. aixi&v GvfjLTtxat^dxcov 14 d
?r. x&v gvvexxix&v aixi&v 59
je. x&v iv xolg Gcpvyuoiq aixi&v 16 c

25 Jt. aXvTtiag 120

7T. r^g 'JS^afftöT^arou avaro^tf/g 28
7t. £(üvx(üv avaxofii]g 26
?r. xijg 'Imtoxqdxovg dvaxofifjg 27
7t. {irjxoctg uvaxofirjg 31

30 te. fiv&v avaxofirjg 8
7t. vfujjcöi' dvaxofifjg 9
te. TE^-vfWTcov avato^g 25
7t. cpXsß&v xal aqxrjqi&v avaxoiirjg
10

7t. dvxiöoxav 81

35 7t. CC7tOÖ£l§£0)g 115

7t. xov x&v GvXXoyiG(i&v aqi&fiov
127

7t. <tcov> Ii- in;o^,£0'£(»5 (Prantl

für -v) dqx&v 116
te. x&v iöioav ßißXicov 1
7t. £7txafirjVG)v ßqscp&v 63
40 7t. xov diu xfjg 6(iixqäg ßcpaiqag

yv^ivaGiov 86
7t. x&v Idioav ixdöxco 7ta&&v xal

u(iaqxr)fidxa)v xrjg öiayvaGECog

118

x&v iv dq)&cck[ioig 7ta&&v Sidyto-
6ig 54

7t. SiayvaGsag 6q)vy(i&v 16 b
7t. xfjg xatf 'Imtoxqdxnv öialxrjg
inl x&v oije'wv voGrjfidxoav 78
45 7t. xrjg XsTtxvvovGrjg 8iaixr\g 75
7t. diaqjoqag voGrjfidxcov 14 a

7t.  ÖlCC<pOQäg TtVQEX&v 17

7t. Gv^iTtxcofidxcov ötacpOQ&g 14 c
7t. öiacpoqüg Gq>vy(i&v 16 a
50 7t. xijg ofioiofiEQ&v Gatfidxav öicc-

cpoqäg 33
7t. xtjg avaxofiixrjg diacpaviag 24
7t. x&v Imtoxqdxovg xai nXdxcavog

Soyfidxav 46
7t. x&v löicov öo£dvx(ov (xav iccvxa

öoxovvxav) 113

7t. xqocpöSv övvd^iEcav 74

7t. (pvGixäv ÖwdflECOV 13 55

7t. xfjg x&v xa&aiqovxav <paqfidxcov

dvvdfisag 44
7t. avcofidXov övGxqaGiag 52
7t. dvGTtvolccg 68
ccvaxofiixal iyxEiqrjGEig 21

7t. ift&V 45 CO

Et xccxcc cpvGiv iv <kqxr\qiaig alua

7t£Q(.£%£Xai 43

7t. x&v iv tg5 Ilkdxtovog Tifiaico

laxqix&g siqrjixEvcov 122
Eig xb Ttsol £Q(ir}V£iag 'AqiGxoxsXovg

128

Eig  XO  '7IQ&XOV xivovv axivt]xov

125

EiGayatyr] SiaXEXXixri 126 65
7t. tt/s laxqixfjg ifMtEiqiag 109
x&v 'iTtrtoxqdxovg yXcoxx&v i'§rj-

yrjGig 107
xrjg  'AqiiyEvovg  7t£ql Gcpvyp&v

Ttqay^iaxeiag i't-riyr}Gig 67
x&v  Aüxov ßißXicov <XVaXO[llX&V

iTtixofifj 23
x&v Maqlvov ßißXicov dvaxofiix&v 70

imxourj 22
7t. xfjg EVE^tag 51

7t.  EVTZOQlGXCOV 80

7t. Evxvfiiccg xal xaxoyy^iag 76

7t.  jfö&V 119

te. XQlÖLjlCOV 7I(ieq&V   19 75

7t^6g PAavxwva %tqa%Evxixd 6
te. &r\qiaxfjg Ttqbg IlafiQjvXiavov 82
7T^6g üiGcova tceqI xqgd"r)Qiaxrjg 83
©pacrvjSovAo? 85

te. töv iv xolg voGoig xaiq&v 55 80
n. xf\g aqiGxr\q xaxaGxevrjg xov

Gto(iaxog 50
?r. Oea^crxos xat nvEVfiovog xivi\-

Gtag 36
7t. {iveäv xivrjGEcog 39
7C. xpaö*£o>v 12

7t. xqiGEav 18 85
tc. xov naq ^htTtoxqdxEi xcopaxog
106

7t. xcöv ' EqaGiGxqdxov ftsqaTtEVXi-
xoüv XoyiGuöiv ,77

48

100

7t.   (ICCQCiG^LOV 72

QeQciTtsvxixr} jue'O'odo? 20
71. uov Ttuna (pvGiv byxcov 57
7t. rwi' uagixiov övofidzcov 114
tt. öGcpoi'jöeiog bqyavov 48
7t. ögto)v zoig elßayofiivoig 7
ort ö uQiGvog iazQog Kcd cpiXÖGocpog
10S"

:">'rt xcd xcaü <jc<^>AÄ.a 0vyy^>ajiiftaTa
t/;;' uvxrjv fi6Z,uv £%tov 6 ^Imto-
xqüct]g tpalvsxai <r»))> xara zb

(tT-EOI}   CpVGlOg   OCV&QCOTtOV 102

Anm.

ort tcag rov GcojttaTOg xqccGegiv al
Tfjg tyv/Tjg 8vväuEigE7tovxai\2&

7i. ovüiug x>]g tyv'/rjg xöt' 'AöxXrj-
%iüöi]v 108

¦n. nhföovg 56

7t. t6)i> Gq)vyjA,(i5v Ttqay^axsla 16

71.   TOÜ   TtQOyiVCOGXSLV   TtQOg !E7U-

yivi]v 69(?)
rt. 7t ooy vcocffcog Gq>vy(icov 16 d
rtjjög trjv xcavrjv1) dölav 7t£^i t^g

tcov ox^cov diaxoiGtcog 40
Tt^og tovg 7t£(h zvrtcov yqatyavzug

(?) 7t£^t 7t£^t6(Ja)^) 65
Ttobg zovg ETtizifiöävzag xoig Go-

Xoixi&vGi vtj cpcovfj 129
TtooxQETtxixog eti  laxqixrjv 110
7t. G7tEQ{iaxog 62

7t.    TCÖV    X«^   'iTtTtOXQCCXrjV Gxoi-
%£l(OV 11

7t    xäv   yvrjGicov iTtTtoxqdzovg

GvyyQccfi(xdrc3v 104
7t. Gvv&eGecog cpaqfjLccxcav 79
7t. Gvv&sGEcog cpaq^idcxcov tcöv xara no

yiin] 79 a
7t. cfm'ü'f'cffcög q)aq{idxcov xcöv xazd

xoTtovg 79 b
Gvvotyig TtEol Gcpvyuöiv idlag Ttqa-

yfiazeiag 66
ÜXcczcavixdov öiaXoycav Gvvoipig 124
TTjg -frfpajtfimxfjg övvoiptg 70
7t. TTJg tcov Tf^vcov övcftafffcog 117 115
7t. zäv Gcpvyfiäv zoig EiGccyofxivoig 5
7t. Tfjg ra^fcog tcöv iSCtov ßißXicov 2
t£^i^ iazQixri 4

7t.  TCOV 7r£7tOvO'ÖrCOV T07fCöV 15

7t. t^»ojhov xai TtaXiiov xal qiyovg 120

xcd GnaGfiov 60
tiyiEtvcc 84

VTto&rjxi] Ttaidlb) iTtiXrjTtzco 73

V7tOTÜ7tCö0£j£ i(l7t£lQVXai 111

7t. cbtAcöv cpccqadxoav 53

7t. (pXsßozoutag 71 125

7t.  gDCOVTJg 38

7t. ueXatvyg %oXfjg 64

7t. xqeCag dva7tvorjg 42

71. xqEiag uoqicov 49

7t. %9£t«g öcpv^ucov 41 130

1) Dem Arabischen liegt die Lesung XEvqv zu gründe.

LIDfavlY OF Abkürzungen und Zeichen:

MANCfcESMH = »bn ab! Usaibi'a, s. Einleitung S. II ff.

b.-Q. = ibn al-QiftT, s. Einleitung S. V. VII.
f. == fehlt

Fihr. = Fihrist, s. Einleitung S. Vff.

Hs. = Handschrift (ohne Zusatz: die einzige Handschrift des vor-
liegenden Textes, s. Einleitung S. I f.)
0. P. = ohne Punkte
Var. = Variante
-\- = fügt hinzu

[ ] offensichtlich nicht von Hunain herrührende Zusätze (vgl. Einleitung
S. VII ff.)

() erklärende Zusätze u. ä. in der Übersetzung

1!