(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "ModernGermanLiterature18801950"

RILKE                                        189

The angel is the revelation of the unspeakable God: and may the
poet question the angel concerning God ? -

Du Seliger, wann nennst du einmal Ihn,
aus dessen siebentem und let^tem Tage
noch Immer Glam^ auf deinem Flugelschlage
verloren liegt.
~E>efiehlst du, dass ichfrage?

In these varying pictures of the angel the base is of course the
imagery of the Christian church; but how vivid - and childlike! -
is the idea of the enamel on the angel's wings, forgotten but still as
bright as it was on the seventh day of Creation. The most mys-
terious of the angel poems is Verkundigung. The angel, coming
with his Annunciation to Mary, says:

Du bist nicht ndher an Gott als mr;

mr sind ihm alle weit.

Aber wunderbar sind dir

die Hande benedeit.

So reifen sle bei keiner Frau,

so schimmernd aus dem Saum:

Ich bin der Tag, ich bin der Tau,

du aber bist der J$aum.

Icb binjet^t matt, mein Weg war weit,

vergib mir, icb vergass,

was Er, der gross in Goldgeschmeid

me in der Sonne sass,

dir kunden Hess, du Sinnende,

(verwirrt bat micb der Rauftt).

Sieb: ich bin das ~B>eginnende,

du aber bist der 'Baum.

Ich spannte meine Scbmngen aus

und wurde seltsam weit;

iet^t uberfliesst dtin kleines Ha&s

von meinem grossen Kleid.

Und dennoch bist du so allein

me nie undschaust micb kaum;

das macht: ich bin ein Hauch im Hain,

du aber bist der J$aum.