(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Charles Darwin, ?ber die Entstehung der Arten im Thier- und Pflanzen-Reich durch nat?rliche Z?chtung, oder Erhaltung der vervollkommneten Rassen im Kampfe um's Daseyn. Nach der zweiten Auflage mit einer geschichtlichen Vorrede und andern Zus?tzen des Verfassers f?r diese deutsche Ausgabe aus dem Englischen *?bersetzt und mit Anmerkungen versehen / von Dr. H.G. Bronn"

*r 





m 



i^-r» 





m 







% 











i 

















in 







w 









V 



s 




















' ^sr 






» 



«* 




% 



^ 



»■• 



ff 




© 







«' 







* 












% 



Jk 




,»^* 
















'•'. « 














-r 













^ 



















;^ 1 





^ 



Zf)X^02- Z(^ol 



9 4 



Ih.rl 




Ha? » 



IN 







• 



Charles Darwin 



> 



über die 



EN 



m n rr 





EHllNG 



DER 



AR 



ri'y 



EN 



im Thier- niid Pflanzen-Reich 



durch 



natürliche Züchtung. 



i" 



t 



Charles Darwin 



? 



über die 



ENTSTEHUNG 



DER 



ARTEN 



im Ihier 



und Pflanzen-Reich 



durch 





oder 



Erhaltung der vervollkommneten Rassen im Kampfe 



um''s Daseyn. 



"Nach der zweiten Auflage mit einer 



ofeschichtlichen 



Vorrede und andern 



Zusätzen des Verfassers 



tuV diese deutsche Ausgabe 



aus dem Englischen 



AnmerkUDgcn 



von 



Dr. H. Gr. Bronn. 



^o^^^ed 






art 



* 



E. Schweizerhart'sche Verlagshandlung und Druckerei, 

1860. 



I 



I 



I 



i 



Inhalt 



Vorrede des Verfassers. Seile 1. 



Einleitung. S. 7. 



Erstes Kapitel 



Abänderung durch Domestizität. S. 13 



Ursachen der Veränderlichkeit. Wirkungen .'er Gewohnheit. Wechselbeziehim 



Erblichk 



Charakte 



Varietäteri 



gen der Bildung. 

rio-e Unterscheidung zwischen Varietäten und Arten. Entstehung 



hw 



V 



von einer 



d 



ineh 



Zahme Taub 



h 



Verschi 



denheiten und Entstehung 



Frühere Züchtung und ihre Folgen. PI 



ft 



Unbekannter Ursprung 



R 



nd unbewusste Züchtung. 

Günstige Umstände für das Züchtungs-Vermögen des M 



Zweites Kapitel 



Abänderung im Natur-Zustande 



S. 50 



V 



Verschiedenheiten 



Zweifelhafte Arten. Weit 



breitete, sehr zerstreute und gemeine Arten variircn am 



gro 



S 



• ■ 



einer Gegend beisammen vaniren 



ehr 



ten. Arten 
als die der 



kleinen Sippen. ' Viele Arten der grossen Sippen gleichen den Varietäte 
darin, dass sie sehr nahe aber ungleich mit einander verwandt sind un 



d 



b 



Verbreitunjis-B 



hab 



Drittes Kapitel. Der Kampf um's Daseyn. 



S. 65. 



Si 



h 



auf Natürliche Züchtung 



D 



Ausdru 



im weitern S 



bra 
zen 



G 



Zunahme. Rasche Vermehrung 



e ge- 
Pflan- 



d 1 



Natur der 



d 



d 



Zunahme 



Allgemeine M 



be\\.ibun«T. Wirknnsen des Klimas. Schutz durch die Zahl der Individuei 
Verwickelte Beziehungen aller Thicre und Pflanzen in der ganzen Natu 



KanH)f auf L 



d Tod 



Einzelwesen und Varietäten 



Art 



oft 



ch 



chen Arten einer Sippe. Bezieh 



von Organi 



zu 



Organismus die wichtigste aller Beziehungen. 



Viertes Kapitel. Natürliche Züchtung. S. 85. 



Natürliche Auswahl zur Züchtung; 



ihre Gewalt im Vergleich zu der des 



Menschen; — ihre Gewalt über Eigenschaften von geringer Wichtigkeit: 
ihre Gewalt in jedem Alter und über beide Geschlechter. — Sexuelle Zucht- 



VI 



wähl. 



Über 



die Allgemeinheit 



der Kreutzung 



der nämlichen Art. 



Umstände günstig oder 



ungünstig 



zwischen Individuen 

für die Natür- 



liche Züchtung, 



insbesondere Kreutzung, Isolation und Individuen-Zahl. 



Wirkung. 



Erlöschung 



durch Natürliche 



Züchtung 



verur- 



Divergenz des Charakters 



3 



in Bezug auf die Verscbiedenheit der 



Langsame 

sacht. 

Bewohner einer kleinen Fläche und auf Naturalisation. — AVirkunjr der 

Natürlichen Züchtung auf die Abkömmlinge gemeinsamer Altern durch Di- 



vergenz 



fc> 



des Charakters und durch Unterdrückung. 



Erklärt die Gruppi 



runjf aller organischen Wesen. 



Fünftes Kapitel. Gesetze der Abänderung. S. 142. 



Wirkungen äusserer Bedingungen. 



Gebrauch 



und Nichtgebrauch der 



gane 



in Verbindung mit Natürlicher Züchtung; 



Flieg 



Or 



und Seh-Organe. 



Akklimatisirung. 



Wechselbeziehungen des Wachsthums. 



• • 



sation und Ökonomie der Entwickelung. 



Kompen- 
Falsche Wechselbeziehungen. 
Vielfache, rudimentäre und wenig entwickelte Organisationen sind ver- 

In ungewöhnlicher Weise entwickelte Theile sind sehr ver- 



änderlich, 
änderlich; 
schlechts-Charaktere veränderlich. 



spezifische mehr als Sippen-Charaktere. 



Sekundäre Ge- 



Zu einer Sippe gehörige Arten 
variiren auf analoge Weise. — Rückkehr zu längst verlornen Charakteren. 
Summarium. 



Sechstes Kapitel. Schwierigkeiten der Theorie. S. 181. 

Schwierigkeiten der Theorie einer abändernden Nachkommenschaft. 



Über 



*« 



Abwesenheit oder Seltenheit der Zwischenabänderungen. 



gange. 

Übergänge in der Lebensweise. 



^-r 



DifFerenzirte Gewohnheiten in einerlei 



Art. 



Arten mit Sitten weit abweichend von denen ihrer Verwandten. 



Organe von äusserster Vollkommenheit. 



*• 



Mittel der Übergänge. 



Schwierige Fälle. 



Natura non facit saltum. 



Organe von geringer 



Organe nicht in allen Fällen absolut vollkommen. 



Das 



Wichtigkeit. 

Gesetz von der Einheit des Typus und den Existenz-Bedingungen enthalten 



in der Theorie der Natürlichen Züchtung. 



Siebentes Kapitel. Instinkt. S. 217. 



Instinkte 
fungeii 



gleichbar mit Gewohnh 



doch 



dem Ursp 



Abstu 



Blattl 



und A 



In 



derlich 



I 



» 



ezähmter Thiere und deren Entstehung 



Natürliche Instinkte des Kucku 



des Strau 



und der parasitischen B 



sen. 



Honigbienen und ihr Zellenbau-Instinkt 



Sklaven-machende Amei 

Schwierigkeiten de 



Theorie Natürlicher Züchtung in Bezug auf Inst 



Geschlechtlo 



oder unfruchtb 



Insekt 



Zusammenfassung 



Achtes Kapitel. Bastard-Bildung. S. 254. 

Unterschied zwischen der Unfruchtbarkeit bei der ersten Kreutzung und der 

Unfruchtbarkeit der Stufe nach veränderlich 



Unfruchtbarkeit der Bastarde. 



nicht allgemein; durch Inzucht vermehrt und durch Zähmung vermindert. 



Gesetze für die Unfruchtbarkeit der Bastarde. 



Unfruchtbarkeit keine 



VII 



/ 



beoundre EigenthümHchlieit 



dem mit and 



Verschiedenheiten zu- 



Ursachen' der Unfruchtbarkeit der ersten Kreutzung und 



Parallelismus zwische 

der Kreutzunff 



sammenfallend 

der Bastarde. 

Lebens-Bedingungen und „ . 

kreutzter Varietäten und ihrer Blendlinge nicht allgemein. 
Blendlinge unabhängig von ihrer Fruchtbarkeit verglichen 

fassung. 



den Wirkungen der veränderten 
Fruchtbarkeit miteinander ge- 
Bastarde und 



Zusammen 



Neuntes Kapitel 



Unvollkommenheit der Geologischen Über- 



lieferungen. 



S. 288. 



Mangel mittler Varietäten zwischen den heutigen Formen 



Natur der erlosch 



nen 



Millel-VarictUten und deren Zahl 



Läng 



der Zeit-Perioden 



ch 



Maasgabe der Ablagerungen und Entblössung 



frischen Samml 



Unterbrechung 



Abwesenheit der Mittel-Varietäten in allen Formationen 



Armuth unsrer paläon 
ogischer Formalionen. 

Plötzlich 



Erscheinung von Arten-Gruppen, 
sten Fossilien-führenden Schichten 



Ihr plötzliches Auftreten 



den 



Zehntes Kapitel. Geologische Aufeinanderfolge organischer 



Wesen, S. 318. 



Lano-same und allmähliche Erscheinung neuer Arten 



ihrer Veränderung 



Einmal untergegangene Arten 



zum 



Vorsch 



Arten-Gruppen folg 



denselben 



Ungleiches Maass 
men nicht wieder 
gemeinen Regeln 



des Auftretens und Verschwind 
der Arten. 



wie die einzelnen Arten 



Erlöschen 



Gleichzeitige Veränderungen der Lebenformen auf der gan 



Erd-Oberfläche 



Verwandtschaft erloschener Arten mit andern fos 



silen und mit lebenden Arten 



Entwickelungs-Stufe 



Formen 



Aufeinanderfolge derselb 



Typ 



im 



ämlichen Länder-Gebiete 



Zu 



sammenfassung des jetzigen mit früheren Abschnitten 



D 



Eilftes Kapitel. Geographische Verbreitung. S. 353. 

<^enwärtige Verbreitung der Organismen lässt sich nicht aus 



hen Lebens-Bedingungen erklären. 



den 



Wichtigkeit der Verbreitung 



Schrank 
tinentes. 



Verwandtschaft der 
Schöpfungs-Mittelpunkte 



Erzeug 



eines 



eben Kon 



Ursachen der Verbreitung sind 



Wechsel des Klimas, Schwankungen der Boden-Höhe und mitunter zufäl 



lige. 



Die Zerstreuung während 



der Eis-Periode über die ganze Erd 



Oberfluche 



Zwölftes Kapitel. Geographische Verbreitung (Fortsetzung). S. 387. 



Verbreitung 
Inseln. 



der Süsswasser-Bewohner 
Abwesenheit 



D 



Bewohner der 



von 



Batrachiern und Land-Säugthieren 



sehen 
Be- 



unge 



eben 



Bewol 



der Inseln und der nächsten Festl 



der 



t* 



Über Ansiedelung aus 



den 



ächsten Quell 



nd nachherige Ab 



änderung 

CT 



Zusammenfa&oung der Folgerungen aus dem letzten und dem 



gegenwärtigen Kapitel 



► - - ■ 



VIII 



Dreizehntes Kapitel. "Wechselseitige Verwandtschaft organischer 

Körper: Morphologie j Embryologie: Rudimentäre Organe. S. 415. 



Klassif 



Unterordnung der Grupp 



Natürliche 




lern. 



Regeln und Schwierigkeiten der Kl 



der Theo 



d 



Fortpflanzung mit Abänd 



o 



Klassifikat 



der Y 



Abs tarn 



mung 



raktere. 



bei der Klassifikation gebraucht 



Analoge oder Anpassungs-Ch 



förmig 



Verwandtschaften: allgemeine, verwickelte und 
Erlöschung trennt und begrenzt die Gruppen. 



h 



g 



zwisch 



Gliedern 



Klasse und zwis 



Theil 



E 



Wesens 



Embryologie: deren Gesetze daraus erklärt, dass Abänderung 



nicht in allen Lebens-Altern 

erbt wird, 
sammenfassung. 



aber in korrespondirendem Alter 



Rudimentäre Organe: ihre Entstehung 



Zu 



/ 



Vierzehntes Kapitel. Allgemeine Wiederholung und Schluss. S. 462 

Wiederholung der Schwierigkeiten der Theorie Natürlicher Züchtung. 



Wie- 



derholung der allgemeinen und besondern Umstände, zu deren Gunsten. 



Ursachen des allgemeinen Glaubens an 



die UnVeränderlichkeit der Arten. 



Wie weit die Theorie Natürlicher Züchtung auszudehnen. 



Folgen 



der Naturgeschichte. 



Schluss-Bemer 



ihrer Annahme für das Studium 
kungen. 

Fünfzehntes Kapitel. Schlusswort des Übersetzers. S. 495. 

Stellung des Übersetzers zu demselben 



Eindruck und Wesen des Buches. 



Zusammenfassung der Theorie des Verfassers. 



Einreden des über 



Setzers. 



Aussicht auf künftigen Erfolg. 



1 



\ 



Vorrede des Verfassers 



¥■ 



Ich will hier versuchen, eine kurze und sehr unvollkomm 



Skizz 



von 




EntWickelung der Meinungen über die Entstehung 




Sp 



zu geh 



Die grosse Mehrzahl 




Naturforscher 



hat 



geglaubt, Arten seyen 



unveränderliche Erzeugnisse und jed 



einzelne 



für 



sich 



erschaffen 




Ansicht ist von vielen 



Schriftstellern mit Geschick vertheidigt worden. Nur wenige 
Naturforscher und Andre, welche aus der Naturgeschichte nie 
ein besonderes Studium gemacht, glauben dagegen, dass Arten 



Veränderung unterlieg 



5 



und dass die jetzigen Lebenfor 



durch wirkliche Zeugung aus andern früher vorhandenen Formen 



hervorgegang 



sind 



Abgesehen von 




Schriftstellern 




Periode, so wie von Demaillet und Buffon, mit d 



Schriften ich nicht vertraut bin 



5 



Meinung 



? 



d 



war Lamarck der erste, dessen 

Dieser 



Arten sich verändern, Aufsehen erregte 



mit Recht gefeierte Naturforsch 



ffentlichte seine Zoolog 



philo sophiq 



im Jahre 1809 und seine Einleitung 



die Natur 



geschichte der Wirbel-losen Thiere 



im Jahre 1815, in welchen 



Schrift 



er 




ie Lehre von der Abstammung der Arten von ein- 
ander aufstellt. Er scheint hauptsächlich durch die Schwierigkeit 



Arl( 

f a s t 



und Varietäten von einander zu unterscheiden, dui 
umterbrochene Stufenreihe der Formen in 



die 



manchen Grupp 



und durch die Analogie mit unsren Züchtungs- Erzeugnissen zu 
dieser Apnahme geführt worden zu seyn. Was die Mittel betrifft, 
wodurch die Umwandlung der Arten in einander bewirkt werden, 



•{)■ 



Eine Zugabe des Verfa 



t« 



zur deutschen Übersetzung 



veranlasst 



durch die Bemerkungen des Übersetzers bei der ersten Anzeige dieser Schrift 



o 



N. Jahrbuch für Mineralogie t860, 112. S 



datirt von D 



B 



(ey. 



Feb 



1860 



1 




so 



chreibt er Einiges auf Rechnung der äusseren Lebe 




dingungen. Einiges auf die einer Kreulzung der Formen und 
leitet das Meiste von dem Gebrauche und Nichtgebrauche der 
Organe oder der Wirkung der Gewohnheit ab. Dieser letzten Kraft 
scheint er all' die schönen Anpassungen in der Natur zuzu- 
schreiben^ wie z. B. den langen Hals der Giraffe, der sie in den 



Stand setzt, die 



Zweige 



^ 



grosser Bäume abzuweiden. Doch nahm 
er zugleich ein Gesetz fortschreitender Entwickelung an, und da 
hiernach alle Lebenformen fortzuschreiten gestrebt, so war er, 
um von dem Daseyn sehr einfacher Natur -Erzeugnisse auch in 
unsren Tagen Rechenschaft zu geben, noch eine Generatio spon- 



tanea zu Hülfe zu rufen genöthigt 



* 



Geoffroy Saint-Hilaire vermuthete, wie sein Sohn in d 



Lebens-Beschreibung berichtet, schon ums Jahr 1795 




unsre 



sogenannten Sp 
Typus seyen. 



nur Ausartungen eines und 




.f 



mlichen 



** 



Doch erst im Jahre 1828 veröffentlichte er seine 
dass sich die Formen nicht in unveränderter 



Überzeugung 

Weise seit dem Anfang der Dinge fortgepflanzt haben. Geoffroy 
scheint die Ursache der Veränderungen hauptsächlich in dem 
üMonde amhianU gesucht zu haben 
dieser Beziehung, und sein Sohn sagt: ^^Cest donc un prohleme 

, que Vat>enir 



Doch war er vorsichtig in 



ä reserver entierement ä l 



doive avoir prise sur lui 



suppose meme 



ii 



In England erklärte 




Hochwürdige W. Herbert 



3 



ach 



heriger Dechant von Manchester 



3 



in seinem Werke über 




Amaryllid 



{1837 



3 




19, 339) 



3 




es seye durch Horticultur- 
;s Pflanzen-Arten nur eine 



Versuche unwiderlegbar dargethan, 

höhere und beständigere Stufe von Varietäten seyen 



Er dehnt 



die 



mliche Ansicht auch auf 




Th 



aus. 



Der Dechant ist 



der Meinung 



5 



dass 



fangs nur einzelne Arten jeder Sippe von 



I 



\ 



^ 



s 



% 



Es ist sonderbar zu sehen, wie vollständig mein Grossvater Dr 

)n in seiner Zoonomia (vol. I 



E RA SM US 



Darwin diese irrigen Ansichten sch 



Pg- 



500 



510), welch 



Jahre 1794 erschi 



• • 



pirt hatte 



D. Vf 



-JHJ 



Bekanntlich kam er in d 



Akademie mehrmals zu heftigen Auftritten 



CüViER, welcher die Beständigkeit der Species gegen ihn verlheidig 

D. Übers 




einer sehr bildsam 



Beschaffenheit geschaffen worden seyen 



und dass diese sodann durch Kreutzung und Abänderun 



3 



alle 



unsre jetzig 



Arten 



gt haben 



Im Jahre 1843 



M hat Professor Haldeman zu Boston in 




en Vereinten Staaten die Gründe für und gegen die Hypothese 
der Enlwickelung und Umgestaltung der Arten in angemessener 
Weise zusammengestellt (im Journal of Natural History, voL IV, 



p. 468) und scheint sich 



ehr zur Ansicht für die Veränderlich 



kcit zu neigen. 

Die V^stig 




Creation sind zuerst i8M 



rschienen 



In 



der letzten oder zehnten und sehr verbesserten Ausgabe {1853 



? 




155) 




der 



genannte Verfasser 



das auf reichlich 



Er 



wägung gestützte Ergebniss ist 



dass die verschied 



Reihen 



beseelter Wesen von den einfachste 



und ältesten an bis zu 




höchsten und neuesten 
Erzeugnisse sind: 





eines 




unter Gottes Vorsehung gebildeten 
en Lebenformen ertheilten Impulses, 

3 der Generation 



der sie in abgemessenen Zeiten auf dem Wege 

anderen Organisations- Stufe bis zu den höchsten 



welche Stufen nur 



von einer zur 

Dikotyledonen und Wirbelthieren erhebt , 

wenige an Zahl und gewöhnlich durch Lücken in der organischen 

Reihenfolge von einander geschieden sind, die eine praktische 



1 



Schwierigkeit bei Ermittelung der Verwandtschaften abgebe 



5 




eines andren Impuls 



3 



welcher mit den Lebenskräften zu- 

anischen 




sammenhängt und im Laufe der Generationen die or 
Gebilde in Übereinstimmung mit den äusseren Bedingunge 
Nahrung. Wohnort und meteorische Kräfte, abzuändern strebt 



, wie 
Diess 



nd die »Anpassungen 




Natural -Theolog 



D 



Verfasser 



ist 



ITi 



der Meinung, dass die Org 



sich durch plötz- 



liche Sprünge vervollkommne, die Wirkungen der äusseren Lebens- 
Bedingungen aber stufenweise seyen. Er folgert mit grossem 
Nachdruck aus allgemeinen Gründen, dass Arten keine unverän- 

vermag jedoch nicht zu ersehen. 



derlichen Produkte seyen 



Ich 



wie die unterstellten zwei ))Impuls 



einem wissenschaftlichen 



Sinne Rechenschaft geben können von den zahlreichen und schönen 
Anpassungen, welche wir allerwärts in 



blicken : 



") 



der ganzen Natur er- 
ich vermag nicht zu erkennen, dass wir dadurch zur 



1 







Einsicht gelangen, wie z. B. die Organisation des Spechtes seiner 
besondern Lebensweise angepasst worden ist. Das Buch hat sich 
durch seinen glänzenden und hinreissenden Styl sofort eine se 




weite Verbreitung errungen, obwohl 



früheren Auflag 



ungenaue Kenntnisse und einen grossen Mangel an wissenschaft- 
licher Vorsicht verrieth. Nach meiner Meinung hat es vortreffliche 
Dienste dadurch geleistet, dass es in unsrern Lande die Aufmerk- 
samkeit auf den Gegenstand lenkte und Vorurtheile beseitigte. 

Im Jahre 1846 veröffentlichte der Veterane unter den Geo- 



en. d'Ojiauus d'Halloy, in einem vortrefflichen kurzen Aufsätze 

V 7 



log 

(im Bulletin de l'Academie Roy. de Bruxelles, Tome XIII ^ p. 581) 

seine Meinung, dass es wahrscheinlicher seye, 



dass neue Arten 



durch Descendenz mit Abänderung des alten Charakters hervor- 
gebracht, als einzeln geschaffen worden seyen; er hatte diese 
Ansicht zuerst im Jahre 1831 aufgestellt. 

IsiDORE Geoffroy St.-Hilaire spricht in seinen im Jahre 1850 
gehaltenen Vorlesungen (von welchen ein Auszug in Revue et 
Magazin de Zoologie 1851^ Jan. erschien) seine Meinung über 
Arten -Charaktere kürzlich dahin aus, dass sie »für jede Art 



feststehen 



? 



so 



lange 



als 



sich dieselbe in Mitten 



der 



• « 



näm- 



lichen Verhältnisse fortpflanze, dass sie aber abändern, sobald 
die äusseren Lebens-Bedingungen wechseln«. Im Ganzen »zeigt 
die Beobachtung der wilden Thiere schon die beschränkte Ver- 
änderlichkeit der Arten. Die Versuche mit gezähmton wilden 
Thieren und mit verwilderten Hausthieren zeigen Diess noch 
deutlicher. Dieselben Versuche beweisen auch, dass die hervor- 
gebrachten Verschiedenheiten vom V^^erthe derjenigen seyn können, 



durch welche wir Sippen unterscheiden«. 

Herbert Spencer hat in einem Versuche (welcher zuerst im 
Leader vom März 1852 und später in Spencer's Essays 1858 er- 



schien) 




Th 



der 



Schöpfung 





der Entwickelung 



ganischer Vt 



in 



glich geschickter 



und 



wirk 



W 



der gegenüberg 



mit 




Züchtungs-Erzeugnissen 



3 



Er folgert aus der Analogie 
s den Veränderungen welchen 



I 



die Embry 



vieler Arten unterlieg 



3 



Arte 



d Varietät 



zu 



heid 



3 



aus der Schwierigkeit 

endlich aus denr 



so WK 







Prinzip einer al 
abgeändert word 
Wechsel der Umstand 



gemeinen Stufenfolg 



in der Natu 



? 



dass Arten 




5 



und schreibt diese Abänderung dem 

Verfasser hat 1855 die 



Derselbe 



Psycholog 



nach 




Prinzip 



einer 



othwendig 



stufenweisen 



Erwerbung jeder geist 



Kraft und Fähigkeit 



arbeitet 



Im Jah 



1852 hat Nauüin 



ein 



gezeichneter Botaniker 



(in 




Herne hör 







02) 



drücklich 




? 




seiner A 



Arten 



» 



Weise von der Natur 



nach 



wie Varie 



täten durch die Kultur, gebildet worden seyen 



Er zeifft aber nicht 




5 



wie die Züchtung in der Natur wirkt. 



Er nimmt wieDechant Herbert 



an 



5 



das 




Ar 



anfang 



bildsamer waren als jetzt 



legt Ge 



wicht auf se 
geheimnissv 

für die Ein 
deren unau 
Weltaltern 



derselb 



genanntes Prinzip der Finalitat, eine unbestimmte 



e hrau, gleichbedeutend mit blinder Vorbestimmung 



5 



Kraft^ ^ 

mit Wille der Vorsehung für die Andern, 



sgesetzten 
die Form 



Einfluss auf 




lebenden \^ 



m 



durch 
allen 




f 



wozu es gehört 
Glied mit 



j 




der Umfang und die Dauer eines jeden 

der Ordnung der Dinge, 

ese Kraft, welche jedes 

. indem sie dasselbe 



ch seiner Bestimmung 



bedingt wird 



Es ist d 



Ganzen in Harmonie bringt 




er Verrichtung an 
Natur zu übernehm 
Grund des Daseyns 



passt, welche es im Gesammt-Organismus der 
en hat, einer Verrichtung, welche für dasselbe 



ist 



Im Jahre 1853 hat ein berühmter Geologe , Graf Keyserling 



(im Btillelin de 




Societe geologique, tome 




5 




r 



nung 
durch 



gebracht, dass zu 



rschiedenen Zeiten 



357) die Mei 
ne Art Seuchi 



gend 



breitet und 



welches Miasma veranlasst, sich über die Erde ver 

Keime der bereits vorhandenen Arten che 




misch eingewirkt habe, indem sie dieselben 



mit 



Molccüle 



von 



irgend welchen 
besonderer Natur umgab und hiedurch die Ent- 



stehung neuer Formen 



Die 



Philosoph 




anlas ste ! 
Schöpfung 



ist 1855 in bewund 



würdiger W 



durch den Hochwürdigen Baden-Powell ( 



Essay 



on ih 



Uniiy 




Worlds) behandelt word 



Er 




f die triftigste Weise, dass die Einführung neuer Arten )>eine 



* Lfxoo- ein andrer fnm/ösischor Botaniker, hält, wie ich glaube, ähnliche 
Ansichten über die Fortpflanzung und Umänderung der Arten fest, D- ^U 



\ 



-' 




gelmässige und nicht eine zufallige Erscheinung« oder, wie S 



John Hers 



es ausdrückt, »eine Nat 



Wunder-Erscheinung 
nicht verfehlt haben 



(( 



ist 



Ich 



philosoj. 



3n kann einen 
Geist zu machen. 



- im Gegensatze einer 
iss das genannte Werk 
grossen Eindruck auf jeden 



glaube, d 



Aufsätze von Herrn Wallace und mir selbst im dritten Theile 



des Journal of ihe Linnean Society (August 1858) stellen zuerst. 



wie in der Einleitung zu diesem Band gesagt wird, die Theorie 
der Natürlichen Züchtung auf. 



Jahre 1859 hielt Professor Huxlev 




Royal Institutio 



über 




bleibend 



■I 



Typ 



len Vortrag vor 
des Thier- Lebens 



In Bezug auf derartige Fälle bemerkt er : »Es ist schwierig die Be 
deutung solcher Thatsachen zu 



begreifen, wenn wir voraussetzen. 



dass jede Pflanzen- und Thier- Art oder jeder grosse Organisations- 
Typus nach langen Zwischenzeiten durch je einen besondren Akt 
der Schöpfungs-Kraft gebildet und auf die Erd-Oberfläche versetzt 



worden seye; und man muss nicht verge 



5 



d 



eine solche 



Annahme weder in der Tradition noch in der Offenbarung eine 
Stütze findet, wie sie denn auch der allgemeinen Analogie in der 



Natur zuwid 



ist 



Betrachten wir anderseits die 



Typen« in Bezug auf die Hypotl 



persistenten 



wornach die zu irgend einer Zeit 



vorband 
früherei 



Wesen das Ergebniss allmählicher Abänderung schon 



Wesen 




eine Hypoth 



3 



welch 



wenn auch 



unerwiesen und auf klägliche We 



von 



gen ihrer Anhänge 



verkümmert, 
Halt verleiht 



doch 




einzige ist 



? 




so scheint 




Dasey 



d 



das 



die Physiolog 
ieser Typen 



der Betrag von Abänderung , welche lebende Wese 



3inigei 
zu zeigen 

1 wäh 



} 



sie 



rend der geologischen Zeit erfahren haben, sehr gering ist im 
Vergleich zu der ganzen 
ausgesetzt gewesen sind.« 

Im November 1859 ist 



5 

Reihe von Veränderungen, welchen 




erste Ausgabe d 



Werkes 



erschienen. Im Dezember 1859 veröffentlichte Dr. Hooker seine 
bewundernswürdige Einleitung in die Tasmanische Flora, in deren 
erstem Theile er die Entstehung der Arten durch Abkommenschaft 
und Umänderung von andern zugesteht und diese Lehre durch 
yiele schätzbare Original-Beobachtungen unterstützt. 



Einleitung. 



Als ich an Bord des Königlichen Schiffs 



Beagle" als Natur 



forscher Südamerika erreichte 



ward ich überrascht von der 



forscher buaamenm uuciuui^, "- 

Wahrnehmung gewisser Thatsachen in der Vertheilung der Be 



w oh n e 1 
jetzige] 




m 



zwischen 



und 




den geologischen Beziehung 
früheren Bevölkerung dieses Welttheils 



der 
Diese 



Thatsachen schienen mir einiges 



Licht über 




Entstehung der 



Arten zu verbreiten , diess Geheimniss der Geheimnisse 



? 



wie es 



einer unsrer grössten Philosophen genannt hat 
Heimkehr im Jahre 1837 schien es mir, 



Nach meiner 



dass sich etw 



über 



müsse ermitteln lassen durch 



geduldiges Sammeln 



diese Frage müsse ermiuem la^^ell uuivn ^t.. ^ 

und Erwägen aller Arten von Thatsachen, welche möglicher Weise 
etwas zu deren Aufklärung beitragen könnten 
fünf Jahre lang gethan, getraute ich mich erst 



d 



Sache 
derzuschreiben 



nachzusinnen und einige kurze Bemerkung 



Nachdem ich Diess 

gehender über 

darüber 



.' 



5 



welche ich im Jahre i8M weiter ausführt 



5 



nd 



ch 




Schlussfolgerungen hinzufügt 



5 



welche sich mir als 



wahrscheinlich 



gaben, und 



von di 



Verfolgung des Gegenstandes beschäftigt 



Zeit an war ich mit be 

Ich hoffe 



harrlicher 

dass man die Anführung dies 

Einzelnheiten entschuldigen wird: sie sollen zeigen 

nicht übereilt zu einem Entschlüsse gelangt bin. 



5 



auf meine Person bezüglichen 

dass ich 



5 



zwei 



Mein Werk ist nun nahezu vollendet; aber ich will mir noch 
oder drei weitre Jahre Zeit lassen um es zu ergänzen; 



und da meine Gesundheit keinesweges fest ist 



3 



so sah ich mich 



zur 



Veröffentlichung dieses Auszugs gedrängt. Ich sah mich noch 



um so mehr dazu veranlasst, 

die Naturgeschichte der Malayischen Inselwelt studirt 



als Herr Wallace, welcher jetzt 

zu fast 



3 



genau 



denselben allgemeinen Schlussfolgerungen über die Arten- 




Bildung gelangt ist. Letztes Jahr sandte er mir eine Abhandlung 
darüber mit der Bitte zu, sie Herrn Charles Lyell zuzustellen, 
welcher sie der LiNNEischen Gesellschaft übersandte, in deren 
Journal sie nun im dritten Bande abgedruckt worden ist. Herr Lyell 

3 welche beide meine Arbeit kennen (der 



sowohl als Dr. Hooker 

letzte hat meinen Entwurf von 1844 gelesen), beehrten mich 



m- 



dem 



sie 



den Wunsch ausdrückten 



5 



ich 



möge 



einen kurzen 



Auszug aus meinen Handschriften zugleich mit Wallace's Ab- 



handlung veröffentlichen. 

Dieser Auszug, welchen ich hiemit der Lesewelt vorlege, 
muss nothwendig unvollkommen seyn. Er kann keine Belege 
und Autoritäten für meine verschiedenen Feststellungen beibringen, 
und ich muss den Leser ansprechen einiges Vertrauen in meine 
Genauigkeit zu setzen. Zweifelsohne mögen Irrthümer mit unter- 
gelaufen seyn; doch glaube ich mich überall nur auf verlässige 
Autoritäten berufen zu haben. Ich kann hier überall nur die 
allgemeinen Schlussfolgerungen anführen, zu welchen ich gelangt 
bin 



3 



in Begleitung von nur wenigen erläuternden Thatsachen, 

in den meisten Fällen genügen werden. 



die aber, wie ich hoffe. 

Niemand kann mehr als ich selber die Nothwendigkeit fühlen, 



alle Thatsachen, aufweiche meine Schlussfolgerungen sich stützen 



3 



mit ihren Einzelnheiten bekannt zu machen 



3 




ich hoffe Diess 



in einem künftigen Werke zu thun. Denn ich weiss wohl, dass 
kaum ein Punkt in diesem Buche zur Sprache kommt, zu welchem 
man nicht Thatsachen anführen könnte, die oft zu gerade ent- 
gegengesetzten Folgerungen zu führen scheinen. Ein richtiges 
Ergebniss lässt sich aber nur dadurch erlangen, dass man alle 



und 



Gründe zusammenstellt, welche für und 



Erscheinungen 

gegen jede einzelne Frage sprechen, und sie dann sorgfältig 
gegen einander abwägt, und Diess kann nicht wohl hier geschehen. 

Ich muss bedauern nicht Raum zu finden, um so vielen Natur- 

r 

forschern meine Erkenntlichkeit für 
drücken, die 



die 



Unterstützung auszu- 



, ^.^ sie mir, mitunter ihnen persönlich ganz unbekannt, 
in uneigennützigster Weise zu Theil werden Hessen. Doch kann 
ich diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne wenigstens 
die grpsse Verbindlichkeit anzuerkennen, welche ich Dr. Hooker'n 



i 




5 



J 



5 



m 





jn. 



511- 




nii 





dafür schuld 

jeder möglichen Weise dm 



er mich in den letzten fünfzehn Jahr 



in 



seine 



reichen Kenntnisse und sein 



gezeichnetes Urtheil unterstützt hat 



Wenn ein Naturforsch 



über die Entstehung 




Arten 



? 



so ist es wohl begreiflich 



? 



dass er in Erwägung 



nachdenkt 

gegenseitig 

embryonalen Beziehungen, ihrer geographischen Verbreitung 




Verwandtschafts-Verhältnisse der Organismen, ihrer 



ihrer 



geolog 



Aufeinanderfolg 



und andrer solcher Thatsach 



zu 



de 



Schlüsse gelang 



könne, dass jede Art nicht unabhängig 



t 

von andern ei 
täten von and 



chaffen seye 



5 



sond 



nach 




Weise 




Varie 



Arten abstamme. Demungeachtet dürfte eine 



olche Schlussfolgerung 



? 



selbst 



Genüge leiste 



5 



so lang 



nicht 



wenn sie richtig wäre 
nachgewiesen werden 



kein 



kann 



5 



auf welche Weis^ 




zahllosen 



Arten, welche jetzt unsre 



Erd 



bewohnen 



? 



Vollkommenheit 




bgeändert worden seyen, dass sie die jetzig 

er Anpassung für ihre jedes 



B 





^^g 



Lebens -Verhältniss 



gten 



5 



welche mit Recht unsre 



Bewunderung 



g 



Die Naturforscher verweisen beständig 



auf 




äusseren Bedingung 



5 



wie Klima, Nahrung u. s. w 



als die einzig möglichen Ursachen ihrer Abänderung. In einem 



sehr beschränkten S 



kann 



5 



Wl 



WIl 



päter sehen werd 



3 




wahr seyn 



lediorlich äusseren 



Ursachen z. 





Aber es wäre verkehrt,. 
Organisation des Spechtes, die Bildung 



r 



1 



j 



seines Schwa 



j 



seines Schnabels 




seiner Zung 



zuschreiben zu wollen, welche ihn so 



glich 



Sekten unter der Rind 




Bäume hervorzuholen 



befähig 
Eben 



5 



In 



so wäre 



es 



kehrt 





Mistel - Pflanz 



5 




h 



Nahrung aus ge 



wissen B 



cht 



5 



und d 



Saamen von gewissen 



Vög 



o 



streut werden müssen, wie ihre Blüthen, welche getrennten 



Geschlechtes 



nd 



5 



*5 

• t 

die Thätigkeit gewisser Insekten zur Üb 



trao-uno- des Pollens von der männlichen auf die weibliche Blüthe 

, uii^ organische Einrichtung dieses Parasiten mit 
seinen Beziehungen zu jenen verschiedenerlei organischen Wesen 



voraussetz 



die 



als eine Wirkung 



Ursache 



od 



der Gewohnheit od 



des Willens der Pflanze selbst anzusehen. 



Es ist daher von der grössten Wichtigkeit eine klare Einsicht 



10 



in die Mittel zu gewinnen 



; 



durch 



welche solche Umänderungen 




Anpassungen bewirkt werd 



B 



Beg 



meiner 




obachtungen schien es mir wahrscheinlich, dass ein sorgfältig 
Studium der Hausthiere und Kultur -Pflan 
auf Lösung 



die beste Aussicht 



dieser schwierigen Aufgabe 



gewähren würde 



Und 



ich habe mich nicht getäuscht, sondern habe in diesem wie in 
allen andern verwickelten 



3 

Fällen immer gefunden. 



dass unsre 



Erfahrung 



über 




im gezähmten 




gebauten Zustand 



H 

erfolo-enden Veränderungen der Lebenwesen immer den besten 



und sichersten Aufschluss gewähren 
Überzeugung von dem hohen Wer 



Ich stehe nicht an meine 



solch 



von 




Natur 



forschem gewöhnlich sehr vernachlässigten Studien auszudrücken 



Au 



diesem Grunde wid 



ich 




auch 




erste Kapitel 
Wir wer- 



dieses Auszugs der Abänderung im Kultur-Zustande. 

den daraus ersehen, dass erbliche Abänderungen in grosser 



5 



und 



5 



was nicht minder 



Ausdehnung wenigstens möglich sind 
wichtig, dass das Vermögen des Menschen, geringe Abänderungen 
durch deren ausschliessliche Auswahl zur Nachzucht 
künstliche Züchtung* zu häufen 



5 





durch 



? 



sehr beträchtlich 



ist. 



Ich 



werde 



dann 



zur 



Veränderlichkeit der Lebenwesen 



im 



Natur - Zustande übergehen : 
genöthigt diesen Gegenstand viel 



doch bin ich unglücklicher Weise 



zu 



kurz 



abzulhun, 





da 



er 



durch Mittheilung langer Listen von 



angemessen eigentlich nur 
Thatsachen behandelt werden kann. Wir werden demungeachtet 
im Stande seyn zu erörtern, was für Umstände die Abänderung 
am meisten befördern. Im nächsten Abschnitte soll der Kampf 



m 



Daseyn unter den organischen Wes 




ganzen 



Welt 



bgehandelt werden, welcher unvermeidlich aus ihrem hoch geo 



metrischen Zunahme-Vermögen hervorgeht 



Es ist D 



die Lehre 



3* 



Durch „Zucht uns" werde ich den stets wiederkehrenden Englischen 



ö 



Ausd 



Selection^^ übertrage 



welcher in 



genwärtigem 



S 



h in 



England nicht gebräuchlich und desshalb dort angegriffen worden 



Richtig 



wäre wohl „Auswahl zur Zucht 



gewesen 



zumal bei der „Züchtung 



auch noch And 
kommen kann, doch 



als die Auswahl der Zucht-Th 



allein in Betracht 



1 



D 



wohl nur untergeordn 



Intere 



Zu 



weilen entspricht jedoch eine Übersetzung etwa durch das neu zu bildend 
Wort „Zuchtwahl" wirklich besser, insbesondre bei Übertragung des Auj 



drn 



» 



Sexual selecti 



« 



D, llbrs 



11 



'-\ 



\ 




l 




.in 




ff 



II 





von Mai 



auf das ganze Thier- und Pflanzen-Reich angewendet 



5 



fortleben 



Da viel mehr Einzelwesen jeder Art geboren werden 

können, und demzufolge das Ringen um Existenz beständig wied 



kehren muss 



5 



so 



folgt daraus, dass 



Wesen, welches in irgend 



einer 



für dasselbe vortheilhaften Weise von den übrigen auch nur 
etwas abweicht, unter manchfachen und oft veränderlichen Lebens- 
Bedingung 



mehr Aussicht auf Fortdauer hat und demnach 





Natürlichen Züchtung im Vortheil ist 



Eine 




Nachzucht ausgewählte Varietät strebt 
Erblichkeits - Gesetze jedesmal seine neue 

fortzupfl 



nach 




olche zur 
strengen 




hgeänderte Form 



\ 



Diese Natürliche Züchtung ist ein Hauptgegenstand, welcher 



5 



vierten Kapitel etwas weitläufiger abgehandelt werden soll: und 
wir werden dann finden, wie die Natürliche Züchtung gewöhnlich 
die unvermeidliche Veranlassung zum Erlöschen minder geeigneter 
Lebenformen wird und herbeiführt, was ich Diverg 




genannt hab 



Im 



C h a r a k t 

die zusaiT 

änderung und der Wechselbeziehung 



ächsten Abschnitte werden 



mengesetzten und wenig bekannten Gesetze 




Ab 




Entwickelung 




prochen 



In den vier folgenden Kapiteln sollen die auffälligsten und 



bedeutendsten Schwierigkeiten unsrer The 



gegeben werd 



3 



« • 



und zwar erstens 



CS zu begreifen ist 




Schwierigkeiten der Übergang 



? 



oder wie 



5 



dass ein einfaches Wesen oder Org 



ver- 



wandelt 




in ein höher 



twickeltes Wesen od 



em 



höh 



sgebildetes Organ umgestaltet werden kann; zweitens der In 



stinkt oder die geistigen Fähigkeiten der Thiere • 
Kreutzung oder die Unfruchtbarkeit der gekreutzten 



drittens 
Species 




nd 



die Fruchtbarkeit der gekreutzten Varietäten 



5 



und viertens die Un 



enheit der geologischen Urkunde 



Im nächsten Abschnitt 



werd 



ich 




geolo 



Aufeinanderfolge der Org 



m 



d 



Zeit 



betrachten; im eilften und zwölften deren geographische 



Verbreitung im Räume; 



im dreizehnten ihre Klassifikation und 



genscitigen Verwandtschaften 



1 



fen wie im Embryo-Zustand 



•» 



Analog mit derjenigen Erscheinung, welche in meinen Morphologischen 



Studien „Differenzirung der Organe" «renannt worden ist. 



D. Übrs, 



12 



Im letzten Abschnitte endlich werde ich eine kurze Zusammen- 



fassung 




Inhaltes des ganzen Werkes mit einigen Schluss 



Bemerkungen geben. 



Darüber, dass noch so Vieles 



über die Entstehunor der Arten 



und Varietäten unerklärt bleibe, wird sich niemand wundern 



i 



wenn er unsre 



tiefe 



Unwissenheit hinsichtlich der Wechsel- 



beziehung 



zieht 



W 



air 

ka 




um uns her lebenden \\ 



in Betracht 



man 



kl 



5 



dass 



eine 



Art in 



grosser 



Anzahl und weiter Verbreitunof vorkömmt/ während ihre nächste 



5 



Verwandte selten und auf engen Raum beschränkt ist? Und doch 
sind diese Beziehungen von der höchsten 
sie die gegenwärtige 



Wichtigkeit 



insoferne 



Wohlfahrt und, wie ich glaube das künftige 



Gedeihen 



und 



die Modifikation eines 



jeden 



Bewohners 



der 



Welt bedingen. 



Aber noch viel weniger Kenntniss haben wir 
von den Wechselbeziehungen der unzähligen Bewohner dieser 
Erde während der zahlreichen Perioden ihrer einstigen Bildungs- 
Geschichte. Wenn daher auch noch Vieles dunkel ist und noch 

lange 

Studien und dem unbefangensten Urtheile, deren ich fähig bin 



dunkel bleiben wird, so zweifle ich nach den sorgfaltigsten 



5 



doch nicht daran 
forscher hegen 
nämlich jede Spezies 



dass d 



Meinung, welche 




isten Natur 



und 



auch ich lange gehabt habe, 
unabhängig von den übrigen 



als 



*• 



wäre 



erschaffen 



worden, eine irrthümliche sey. Ich bin vollkommen überzeugt 



? 



da 




Arten nicht 



derlich sind 



: 





zu einer so- 



genannten Sippe* zusammengehörigen Arten in einer Linie von 
anderen gewöhnlich erloschenen Arten abstammen. 



liehen Weise, wie die 



in der näm- 



anerkannten Varietäten einer Art Abkömm- 

dass Natür- 



linge dieser Species sind. Endlich bin ich überzeugt 



5 



liehe 



Züchtung 



das 



hauptsächlichste wenn auch nicht einzige 



Mittel zu Abänderung der Lebenformen gewesen ist. 



» 



Ich wähle das OifErs'sche Wort „Sippe" für Genus, weil das Deutsche 



Wort „Geschlecht 



u 



seiner zweifachen 



Bedeutung wegen 



hier das Verständniss 



nicht selten erschweren würde. Leider besitzen wir keinen ähnlichen Aus- 
Wortes „Art" zu entgehen, 



weg, 



der Missdeutung des ebenfalls zweisinnigen 



welches bald für Species und bald für das Englische 



>) 



Kind'' 



werden niuss. 



angewendet 
D. Übers. 



% 



5s, 



^11 



Tö 



) 





ser 
iste 




rne 





wir 



ser 



locli 

sten 




itiir 



^äre 



a 




y 




' SO' 

von 

)0' 



0' 



jtS 



clif 



Tl 



re 



All«' 
hell' 







F 



Kr sles 




Abänderung durch Domestizität. 

Ursachen der Veränderlichkeit. > Wirkungen der Gewohnheit S Wechselbeziehun 



acn der Bildung 



Erblichkeit 



Charaktere kultivirter Varietäten 



Schw 



rigc 
Yarl 



Unterscheidung zwischen Varietäten und 



Arten 



Entstehung kultivirter 



von einer 



der 



Arten 



Zahme Tauben 



hre Verschie 



denheiten und Entstehung 



Frühere 



Züchtung 



und ihre Folg 



A* 



PI 



d unbewusste Züchtung.'^ Unbekannter Ursprung 



Rassen. '/ Günstige Umstände für das Züchtungs-Vermögen des Menschen 



/ 



Wenn wir die Einzelwesen 



Varietät oder Untervarie 



il iinsrcr 



allen Kullur-Pflanzen und -Thiere betrachten 



5 



SO ist 



einer der Punkte 



3 



die uns zuerst auffallen 



3 



dass sie im Allg 



meinen mehr von einander abweichen, als die Einzelwe 



Art 



der Varietät 



m Natur-Zustand 



Erwäg 



wir nun die 



Manchfaltigkeit der Kultur-Pflanzen und -Thiere, welche sich 



zu 



Zeiten unter 




gs-W 



schiedensten Klimaten und Behand- 
.abgeändert haben, so glaube ich sind wir zum 



gedrängt 



S 



Kultur Erzeug 

naliirlichen 
Bedingungen ist. 



5 



d 




gross 



Veränderlichkeit unsrer 



die Wirkung mind 



förmig 



und von d 




Stamm - Altern etwas abweichend 



Lebens 




Meinung, 
Nahrung zi 
scheint fer 



Auch hat, wie mir scheint, Andrew Knight 
diese Veränderlichkeit zum Theil mit überflüssig( 



mii)enhäng 



5 



O 



Wahrscheinlichkeit für 




ganz klar zu seyn 



5 



dass 




ganisch 



W 



einige Generalionen hindurch neuen Lebens-Bedingung 
gesetzt seyn müssen, ehe ein bemerkliches Maass von 



\ 



rung in ihnen hervortreten kann, und dass, 



wenn 



Org 



sation einmal abzuänd 



beg 



hat 



3 




orewöhnlich durch viele Generationen fortwährt 



nen F 



3 




ein 



derliches W 



aufoehört hätte veränderlich zu 



seyn 



»e Abänderung 
Man kennt kei- 



en im Kultur-Zustande 
Unsre ältesten Kultur- 



14 



Pflanzen 



5 



wie der Weitzen 



B 



5 



geben oft noch neue Varietä 



ten. und unsre ältesten Hausthiere sind noch immer rascher 



Umänderung oder Veredelung 

Man hat darüber gestritten 
Ursachen der Abänderungen, 




5 



in welchem Lebens-Alter die 



worin sie immer besteh 



wirksam zu seyn pflegen, ob in der 



ersten, oder 



m 




nögen, 
letzten 



Zeit der Entwickelung des Embryos, oder im Augenblicke der 



Empfängniss 



Geof 



St 



Hilaire's Versuch 



geb 



3 



dass 



eine unnatürliche Behandlung des Embryos Monstrositäten erzeuge, 
und Monstrositäten können durch keinerlei scharfe Grenzlinie 
von Varietäten unterschieden werden. Doch bin ich sehr zu 
vermuthen geneigt, dass die häufigste Ursache zur Abänderung 



in Einflüssen zu suchen seye 



? 



welche 




männlich 



od 



weib 



liehe 



produktiv 



Element schon vor dem Akte der Befruchtung 



erfahren hat. Ich habe verschiedene Gründe für diese Meinung 



"> 



doch liegt der Hauptgrund in 




bemerkenswe 



Folg 



3 



welche Einsperrung oder Anbau auf die Verrichtungen des repro- 
duktiven Systernes äussern, indem nämlich dieses System viel 
empfänglicher für die V\^irkung irgend eines Wechsels in den 



Lebens - Bedingungen 
tion zu seyn scheint. 



als 



jeder 



andere 



Theil 




Org 



Nichts ist leichter, als ein Thier zu zäh- 



men, und 



wenige Dinge sind schwierig 



? 



als es in 




Gefan 



genschaft zu einer freiwilligen Fortpflanzung zu veranlassen in 



den zahlreichen Fällen sogar 



3 



wo man Männchen 




Weibch 



bis 



Paarung bringt 



Wie 



Th 



wollen sich nicht fort- 



pflanzen, obwohl 



sie schon 



g 



nicht sehr enger Gefang 



Schaft in ihrer Heimath-Gegend leben! Man schreibt Diess gewöhn- 

3in wie viele Kultur-Pflan- 



lich verdorbenen Naturtrieben zu; all 

zen gedeihen in 

fast jemals Samen anzusetzen! In einigen wenigen solchen Fällen 




äussersten Kraft- Fülle, ohne jem 



od 



hat man herausgefund 



5 



dass sehr unbedeutende Verhältnisse 



3 



wie etwas mehr oder weniger Wasser zu einer gewissen Zeit 




Wachsthums fiir oder gegen die Samen-Bildung 



tscheidend 



wird 



Ich kann hier nicht eingehe 



in die zahlreichen Einzel 



heiten 



5 




ich über 




merkwürdig 



Frag 



gesammelt 



I 



um 



her zu zeigen, wie 



genthümlich die Gesetze sind, welche d 



I 



15 





! 




n 







iiiie 



z« 



•Uli 





ing; 



?en) 



pro- 





iisa 





niii 
clieii 
fort- 



eti- 




0' 
■flau- 

alle" 




deii' 





:# 



5 



Ji^ 



Fortpflanzung 

anführen 




Thiere in Gefangenschaft bedingen 



5 



will ich 



nur 
sich 
doch mit Ausnah 



dass Raubthiere selbst aus 




Tropen-Gegend 




uns auch in Gefangenschaft zi 

er Sohlengänger 



emlich gerne fortpfla 



5 






5 



Während Fleisch -fressende Vögel nur in 
oder fast niemals fruchtbare Eier legen 




r Bären- Familie 
seltensten Fällen 



^ 
/. 



Viele ausländische 



Pflanzen hab 



ganz 



werlhlosen Pollen 



genau 



m 



demselb 



Zustande wie die meist 



fruchtbaren Bastard - Pflanzen 



Wenn 



wir auf der einen 



Seite Hausth 



und Kultur -Pflanzen oft 



elbst 



m 



schwachem 



und 



krankem 



Gefangenschaft ganz freiwillig fortpfla 



Zustande 
ßn sehen 



sich 



der 




andern Seite jung eingefangene Individue 



3 



während auf 
vollkommen 



gezäh 
anfühl 



3 



Geschlechts-reif und kräftig (wovon ich viele Beispiele 

in ihrem Reproduktiv-Systeme durch nicht wahr- 



kann 



\ 

n 



nehmbareUrsachen so angegrifl'en erscheinen, dass sie sich 



ht 



zu 

üb 



befi 



vermögen, so 



dürfen wir uns um so weniger 




wund 



, wenn dieses System in der Gefangenschaft in 
nicht ganz regelmässiger Weise wirkt und eine Nachkommen- 
weiche den Altern nicht vollkommen ähnlich oder 



Schaft 



gt 



welche veränderlich ist. 

Man hat Unfruchtbarkeit als den Untergang des Gartenbaues 
bezeichnet^ aber Variabilität entsteht aus derselben Ursache wie 

ie Quelle all der ausgesuchtesten 



Stei 



und Variabilität ist 




das 



wenn 



Erzeugnisse unsrer Gärten. Ich möchte hinzufügen, 

einio-o Organismen (wie die in Kästen gehaltenen Kaninchen und 



Freltch 



sich unter 




atürlichsten Verhält 



fortpfla 



zen 



) 



Diess nur beweiset, dass ihr Reproduktions-System dadurch 



nicht angegrifl'en worden ist; und so widerstreben einige Thiere 
und Pflanzen der Veränderung durch Zähmung oder Kultur und 
erfahren nur sehr geringe Abänderung, vielleicht kaum eine 
stärkere als im Natur-Zustande. 

Man könnte eine lange Liste von Spielpflanzen (Sporting 
plants) aufstellen, mit welchem Namen die Gärtner einzelne 
Knospen oder Sprossen bezeichnen, welche plötzlich einen neuen 
und von der übrigen Pflanze oft sehr abweichenden Charakter 
annehmen. Solche Knospen kann man durch Propfen und oft 



• 



16 



mittelst Samen fortpflanz 



Diese Spielpfla 




in 




Natur 



dentlich selten, im Kultur- Zu stände aber nichts 



Ungewöhnliches, und 
chende Behandlung der 



3 

wir sehen in diesem Falle, dass die abwei 



Sp 



3 



cht aber 




Die meisten Physiolo 
einer Knospe un 



Mutterpflanze 
Ei'chen ode: 



sind aber 



die Knosp 



od 





Pollen berührt hat 




Meinung, d 



zwisch 




emem 



Ei'chen auf ihrer ersten Bildu^gs-Stufe 
kein wesentlicher Unterschied ist, so dass die Spielpflanzen in der 
That meiner Meinung zur Stütze gereichen, dass die Veränderlich- 



herzuleiten seyi 

chen od 



? 



welch 





Pollen 



keit grossentheils von Einflüssen 
Behandlung der Mutterpflanze auf das Ei 
oder auf beide schon vor dem Befruchtungs-Akte ausgeübt hat. 

dann auch, dass Abänderung nicht, wie einige 

nothwendig mit dem Generations-Akte 



Diese Fälle zeig 

f 

Autoren angeno 
zusammenhäng« 



3 



Sämlinge 
Wu r f e 



von derselben Frucht erzogen ode 
weichen oft weit von einander ab 



von 



3 



Junge 
obwohl die 



emem 

Jungen und die Alten, wie Müller bemerkt, offenbar genau de 



selben Lebens-Bedingung 



gesetzt gewesen 



und es 



gibt 



wie 



sich daraus, 
Lebens-Bedingung 



unerheblich die unmittelbaren Wirkung 




duktion 
lichkeit 



3 




m im Vergleich 
Wechselbeziehungen 



zu 




Gesetze 




Repro- 





wäre 




in dem Falle, wo nur ein Jung 



des VTachsthums und der Erb- 
Wirkung der Lebens-Bedingungen 
3S abändert, eine unmittelbare 



gewesen 



i 



so würden zweifelsohne all 



Jung 



dieselben Abänd 



g 



g 




5 



ist sehr schwer zu beurtheilen, wie viel be 
solchen Abänderung dem unmittelbaren Einflüsse der Wärme 

Nahrung im Einzelnen 

dass solche 



der Feuchtigkeit, 
zuzuschreiben seye; 



des Lichtes und 




ich halte mich aber überzeugt 



3 




Thieren nur sehr wenig unmittelbaren Erfolg haben 



Kräfte 

können, während derselbe 

dieser Beziehung sind Buckman 




Pfla 



ffenbar grosse 



ist 



In 



neuere Versuche mit 



Pflanzen 



von grossem 



Werthe 



W^enn alle oder fast alle Einzelnwe 



5 



welche den nämlichen Einflüssen ausgesetzt gewesen, auch auf die 



selbe W^eise abgeändert werd 



•> 



cheint diese Wirkung anfang 



J 



Einflü 



unmittelb 



geschrieben werd 



zu müssen; 



5 



I 



I 





s 







II 










iWt 



von 




Jen- 





pro- 




igen 



s 



bare 




i 




:lneii 



) 




al)^^ 







i 




$ 



5^1^' 



IT 



es lässt sich ab 



in 



nigen Fällen nachw 



5 



dass sfanz ent- 



ö 



gegengesetzte Bedingungen ähnlich 



Veränderung 




Baue 



bewirken kö 



Demungeachtet glaube ich 



5 



dass ein kl 



Betrag 
kung 




er stattfindenden Urnänderung 




mittelbar 



Einw 




in 




er Lebens-Bcding 
inigen Fällen die ver 
Färbung von besond^ 



geschrieb 



werden kann 



5 



Wie 



nderte Grösse von der Nahrungs-Menge 

er Nahrung und vorn Lichte 



Arten 




und 



cht die Dichte des Pelzes vom Klima ableitbar ist. 
Auch Gewöhnung hat einen entschiedenen Einfluss, wie die 
Versetzung von Pflanzen aus einem Klima ins andere deren Blüthe- 
Zeit ändert. Bei Thieren ist er bemerkbarer; ich habe bei der 
Haus-Ente gefunden, dass die Flügel-Knochen leichter und die 
Bein -Knochen schwerer im Verhältniss zum ganzen Skelette sind 

dass man diese Ver- 

. dass die 



als bei der wilden Ente; und ich glaube, 

änderung getrost dem Umstände zuschreiben kann 



zahme Ente weniger fliegt und mehr 



geht, als bei 



dieser Enten- 



Art in ihrem wilden Zustande der Fall ist. Die erbliche stärkere 

der Euter bei Kühen und Geisen in solchen Gegen- 



Entwickelung 

den, wo sie 
andern, wo 



Es 



regelmässig 
es nicht 



ö 



elkt werden . im Verhältniss 



5 



ZU 




Fall 



gibt 



, ist ein anderer Beleg dafür, 
keine Art von Haus - Säugethieren, welche nicht in 



dieser oder jener Gegend hängende Ohren hätte, und so ist 



die Meinung, die irgend ein Schriftsteller 



geäussert, dass dieses 



Häno^endwerden der Ohren vom Nichtofebrauch der Ohr-Muskeln 
herrühre, weil das Thier sich nicht mehr durch drohende Gefah- 
ren beunruhigt fühle, ganz wahrscheinlich. 



^ Es gibt nun viele Gesetze, welche die Veränderungen regeln, 
von welchen einige wenige sich dunkel erkennen lassen, und die 
nachher noch kürzlich erwähnt werden sollen. Hier will ich nur an- 
führen, was man Wechselbeziehung der Entwicklung nen- 
nen kann. Eine Veränderung in Embryo oder Larve wird sicherlich 
meistens auch Veränderunoen im reifen Thiere nach sich ziehen. 



Bei Monsti 



nd 



die Wechselbeziehungen zwischen 



ganz 



hied 



Gl 



an. 



nen Theilen des Körpers sehr sonderbar, und Isidore 
St.-Hilaire führt davon viele Belege in seinem grossen 
Viehzüchter glauben, dass verlängerte Beine gewöhn- 



9 



18 



lieh auch von einem verlängerten Kopfe begleitet sind. Einige 
Beispiele erscheinen ganz wunderlicher Art: so, dass Katzen mit 
blauen Augen allezeit taub sind. Farbe und Eigenthümlichkeiten 
der Konstitution sind mit einander in Verbindung, wovon sich 
viele merkwürdige Fälle bei Pflanzen und Thieren anführen lassen. 
Aus den von Heusinger gesammelten Thatsachen geht hervor, dass 
weisse Schaafe und Schweine von gewissen Pflanzen-Giften ganz 
anders als die dunkel-farbigen berührt werden. Unbehaarte Hunde 
haben unvollkommene Zähne ; lang- und grob-haarige Thiere sollen 
geneigter seyn, lange und viele Hörner zu bekommen ; Tauben mit 
FederRissen haben eine Haut zwischen ihren äusseren Zehen 5 kurz- 
schnäbelige Tauben haben kleine Füsse, und die mit langen Schnä- 
beln auch lange Füsse. Wenn man daher durch Auswahl geeigneter 
Individuen von Pflanzen und Thieren für die Nachzucht irgend eine 
Eigenthümlichkeit derselben zu steiger>$n gedenkt, so wird man ge- 
wiss meistens, ohne es zu wollen, diesen geheimnissvollen Wech- 
selbeziehungen der Entwickelung gemäss noch andre Theile der 
Struktur mit abändern. Das Ergebnlss der mancherlei entweder ganz 
unbekannten oder nur dunkel sichtbaren GesetzeVi der Variation ist 
ausserordentlich zusammengesetzt und vielfältig. Es ist wohl 
der Mühe werth die verschiedenen Abhandlungen über unsre 



alten 



Kultur-Pflanzen, wie Hyazinthe 



5 



Kartoffeln, Dahlien 



w 



gfältig zu stud 



und von 




dlos 



Meng 



von Ver 



schiedenheiten in Bau und Lebensäusserung Kenntniss 



5 



durch welche alle 
der abweichen. 




Varietäten und Subvarietäten von einan 



den zu 



eyn, um 



Ihre ganze 
bald in d 



Org 



scheint bildsa 



gewor 



und bald in jener Richtung sich 



etwas von dem älterlichen Typus zu entfernen. 



4 Nicht-erbliche Abänderungen sind für uns ohne Bedeutung 



( 



Aber schon 




hung 



in 



de 



Zahl und Manchfaltigkeit der erblichen Abwei 
Bau des Körpers, 



sey es von gering 



von beträchtlicher physiologischer Wichtigkeit 



ist 



dlos 



odei 
Dr 



Prosper Lucas' Abhandlung in zwei 

man dar üb 



tarken Bänden ist das Beste 




Vollständigste, was 



hat 



Ke 



Viehzüchter ist 



darüber in Zweifel, dass die Neigung zur Vererbung sehr g 



ist 



Gleich 



gt Gleiches ist sein Grund-Glaube 



? 



d nur 



19 







seil, 




s 



'M 





.mil 



iirz- 
hnä- 



eler 



eine 



Ige- 
ecli- 




ganz 

mist 

wolil 
msre 

Ver- 

itieii; 
inan 

Sit 












p^^ 



^r 




j 





11 



Df 



theoretische Schriftsteller haben dagegen Zweifel erhoben 
irgend eine Abweichung öfters zum Vorsehe 



\\ 



in kommt und wir 

sie in Vater und Kind sehen, so können wir nicht sagen, ob sie 

die auf beide 



einerlei Grundursache herrühre 



nicht etwa von 

gewirkt habe. 

offenbar denselben Bedingungen ausgesetzt sind 



5 



Wenn aber unter Einzelwesen einer Art, welch( 

eine sei 



? 



gend 



tene Abänderung in Folg 
treffens von Umständen 



an 



eines ausserordentlichen Zusammen- 
einem Vater zum Vorschein kommt 



an 



einem unter mehren Millionen 



und dann am Kind 



wieder erscheint, so nöthigt uns schon die Wahrscheinlichkeit 



diese Wiederkehr 



aus 




Erblichkeit zu erklären 



Jeder 



mann hat 



schon 



von Fällen gehört 



5 



WO so seltene Ersch 



nungen 



j 



wie Albinismus, Stachelhaut, ganz behaarter Körp 



dgl. bei mehren Glied 



einer und der nämlichen Familie 



Wenn aber so seltene 




fremdartige Abwei- 
rerben, so werden 



gekommen sind. 

chungen der Körper-Bildung sich wirklich 

minder fremdartige und ungewöhnliche Abänderungen um so mehr 

als erbliche zugestanden werden müssen 



Ja vielleicht wäre die rieh- 
tigste Art die Sache anzusehen die, dass man jedweden Charak- 
ter als erblich und die Nichterblichkeit als Ausnahme betrachtete 



Die Gesetze, welche die Erblichkeit 



5 

unbekannt, und niemand 
dieselbe Eigenthümlichkeit 



geln 



3 



sind gänzlich 



vermag zu sagen 



verschied 



, wie es komme, dass 
n Individuen einer Art 



und in Einzelwe 



verschied 



[?] Arten zuweilen erblich ist 



und zuweilen es nicht ist; wie es komme, dass das Kind zuwei- 
len zu gewissen Charakteren des Grossvaters oder der Gross- 
mutter oder noch früherer Vorfahren zurückkehre : wie es komme, 



dass eine Eigenthümlichkeit sich 



ft von einem Geschlechte auf 



beid 



Geschlechter Übertrag 



oder sich auf eines und zwar das 



selbe Geschlecht beschränke. Es ist eine Thatsache von nur geringer 

5 dass eigenthümliche Merkmale, welche an 



Wichtigkeit für 



uns 



den Männchen unsrer Hausthiere zum Vorschein kommen, aus- 



schliesslich 




doch 



g 



wied 



nur auf männlich 



Nachkommen tibergehen. Eine wichtigere und wie ich glaube 

, in welcher Periode des 



verlässige Erscheinung ist die, 



dass 



Lebens sich die abweichende Bildung zeigen möge, sie auch in 



9 



20 



der Nachkommenscbart immer in dem entsprechenden Alter, oder 
zuweilen wohl früher, zum Vorschein kommt. In vielen Fällen 
ist Diess nicht anders möglich, weil die erblichen Eigenthümlich- 
keiten z. B. in den Hörnern des Rindviehs an den Nachkommen 
sich erst im reifen Alter zeigen können; und eben so gibt es 
bekanntlich Eigenthümlichkeiten des Seidenwurms, die nur den 



Raupen- 



oder 



den Puppen-Zustand betreffen. 



Aber 



erbliche 



5 



Krankheiten u. e. a. Thatsachen veranlassen mich zu glauben 
dass die Regel eine weitere, Ausdehnung hat, und dass selbst da, 
wo kein offenbarer Grund für das Erscheinen einer Abänderung 
in einem bestimmten Alter vorliegt, doch das Streben vorherrscht, 
auch am Nachkommen in dem gleichen Lebens-Abschnittc sich zu 
zeigen, wo sie an dem Vorfahren erstmals eingetreten ist. 
glaube 



5 



Ich 
dass diese Regel von der grössten W^ichtigkeit für die 



Erklärung der Gesetze der Embryologie ist. Diese Bemerkungen 
beziehen sich übrigens auf das erste Sichtbarwerden der Eigen- 



thümlichkeit, und nicht auf ihre erste Veranlassung 



? 



die vielleicht 



schon in dem männlichen oder weiblichen Zeugungsstoff liegen 
kann, in der Weise etwa, wie der aus der Kreutzung einer kurz- 
hörnigen Kuh und eines langhörnigen Bullen hervorgegangene 
Sprössling die grössro Länge seiner Hörner erst spät im Leben 
zeigen kann, obwohl die erste Ursache dazu schon im Zeugungs- 
stoff des Vaters liegt. 

Ich habe des Falles der Rückkehr zur grossälterlichen Bil- 
düng erwähnt und in dieser Beziehung noch anzuführen, dass die 

oft behaupten, unsre Hausthier-Rassen nähmen, 



Naturforscher 



wenn sie verwilderten, zwar nur 



5 



allmählich, aber doch gewiss 
wieder den Charakter ihrer wilden Stammältern an, woraus man 



dann 



geschlossen 



hat 



: 



dass Folgerungen von zahmen Rassen 



auf die Arten in ihrem Natur-Zustande nicht zulässig seyen 



Ich 



habe jedoch vergeblich auszumitteln gestrebt, auf was für ent- 
scheidende Thatsachen sich jene so oft und so bestimmt wieder- 

r 

holte Behauptung stütze. Es möchte sehr schwer sein, ihre Rich- 
tigkeit nachzuweisen; denn wir können mit Sicherheit sagen 
dass sehr viele der ausgeprägtesten zahmen Varietäten im wilden 
Zustande gar nicht leben könnten. In vielen Fällen kennen wir 



; 



er 




II 





es 





3en 



) 




'un 




) 



bii 





Ige« 
Jen- 



jgen 
urz- 



reue 



? 



}ben 
ngs- 




) 














21 



cht einmal den Urstamni 




• • 



g 



uns daher noch weni 



ger zu vergewissei 



ist 




nicht. 



ob eine vollständige Rückkehr eingetreten 
Jedenfalls würde, um die Folgen der Kreutzung 



5 



zu vermeiden, nöthig seyn, 
die Freiheit zurückversetzt wer 




nur eine einzelne Varietät in 



Ungeachtet 



Varie 



täten gewiss in 
men zurückhehren 



einzelnen Merkmalen zuweilen zu ihren Urfor- 

scheint mir doch nicht unwahrscheinlich 

, einige 

aturali 



so 



dass, wenn man die verschiedenen Abarten des Kohls z. B 
Generationen hindurch in einem ganz armen Boden zu r 



siren fortführe (in welche 



Falle 




allerding 



ein Theil des 



Erfolg 




ittelbaren Wirkung 




Bodens zuzuschreiben 



> 



d 



ganz 



oder fast ganz wied 



ihre wild 



Urform 



annehmen 



den 



Ob der Versuch nun gelinge oder nicht, ist 



für 



Folgerungs-Reihe ohne grosse Erheblichkeit, weil durch 




Versuch selber die Lebens-Bedingungen geändert werd 



I 



sich beweisen 



5 



Neigung zur Rückkehr, 



Merkmale 
Bedingung 



an 




dass unsre kultivirten Rassen eine starke 

r 

. zur Ablegung der angenommenen 
n. wenn sie unter unveränderten 





Tag legt 



und in beträchtlichen Massen beisammen gehalten 



d 



so 




freie Kreutzung etwaig 





Abweichung 



d 



Struktur in Fofge ihrer Durcheinandermischung verhütete 



5 



in die 
Variet 
ist ni( 



Falle wollte ich zugeb 
nichts hinsichtlich 



5 



da 



sich aus den zahmen 




Arten folgern lasse 



Ab 



es 




ein Schatten von Beweis zu Gunsten dieser Meinung 



vorhanden. Die Behaupt 
Pferde, unsre lan 



65 





dass sich 



kurz-hörnig 



tiofcn Federvieh-Sorten und 



Nahrungs-Gewächs 



isere Wagen- und Rasse- 
Rinder, unsre manchfal- 

3 nicht eine fast 



endlose Zahl von Generationen hindurch fortpflanzen lassen, wäre 

aller Erfahrung entgegen. Ich will noch hinzufügen, dass, wenn 

. Abän- 



im 



Natur-Zustande die Lebens -Bedingungen wechseln 



derungen und Rückkehr des Charakters wahrscheinlich eintreten 
werden; aber die Natürliche Züchtung würde, wie nachher ge- 
zeigt werden soll, bestimmen, wie weit die hieraus hervor- 
gehenden neuen Charaktere erhalten bleiben. 

Wenn wir die erblichen Varietäten oder Rassen unsrer 
Haus-Thiere und Kultur-Gewächse betrachten und dieselben mit 



s 



99 



einander nahe verwandten Arten vergleichen, so finden wir in 
jeder zahmen Rasse, wie schon bemerkt worden, eine geringere 
Übereinstimmung des Charakters, als bei ächten Arten. Auch 
haben zahme Rassen von derselben Thier-Art oft einen etwas 
monströsen Charakter, womit ich sagen will, dass, wenn sie sich 
auch von einander und von den übrigen Arten derselben Sippe 
in mehren wichtigen Punkten unterscheiden, sie doch oft im 
äussersten Grade in irgend einem einzelnen Theile sowohl von 
den andern Varietäten als insbesondere von den übrioren nächst- 
verwandten Arten derselben Sippe zurückweichen. Diese Fälle 
(und die der vollkommenen Fruchtbarkeit gekreutzter Varietäten 
einer Art, wovon nachher die Rede seyn soll) ausgenommen 



3 



5 



m 



weichen die kultivirten Rassen einer und derselben Spezies 
gleicher Weise, nur gewöhnlich in geringerem Grade, von ein- 

■ 

ander ab, wie die einander nächst verwandten Arten derselben 



Sippe im Natur-Zustande. 
wenn man findet 



Ich 



glaube, man wird 



Diess zugeben, 
, dass es kaum irgend-welche gepflegte Rassen 
unter den Thieren wie unter den Pflanzen gibt, die nicht schon 



von einigen urtheilsfähigen Richtern als wirkliche Varietäten und 
von andern ebenfalls sachkundigen Reurtheilern als Abkömmlinge 
einer ursprünglich verschiedenen Art erklärt worden wären. 

es irgend einen bestimmten Unterschied zwischen kultivir- 



Gäbe 



ten Rassen und Arten, so könnten dergleichen Zweifel nicht so 

versichert, dass gepflegte Rassen 
nicht in Sippen-Charakteren von einander abweichen. Ich glaube 



oft wiederkehren. Oft hat man 



zwar, dass sich diese Rehauptung als 



irrig erweisen lässt; doch 



gehen die Meinungen der Naturforscher weit auseinander, wenn 
sie sagen sollen, worin Sippen-Charaktere bestehen , da alle solche 
Werthungen nur empirisch sind. Überdiess werden wir nach 



der Ansicht von der Entstehung de 
stellen will, kein Recht haben zur 



Sippen 



? 




Erwartung, bei 



ich jetzt auf- 
unseren Kul- 
tur-Erzeugnissen oft auf Sippen-Verschiedenheiten zu stossen. 

Wenn wir den Retrag der Struktur- Verschiedenheiten zwischen 
den gepflegten Rassen von einer Art zu schätzen versuchen, so 



werden wir bald dadurch in Zweifel versetzt 



5 




4 

wiesen, ob dieselben von einer od 



; 



von meh 



r 

wir nicht 
älterlichen 



% 



• 



23 



.n 



iii 






s 




1» 



l i 




von 
ctisl- 




e 



taten 



men 



) 



!S in 



ein- 
slben 



sben 



) 



issen 
5clioii 




i 



ilinje 

Itivir- 
htsö 

assen 

•laute 







n 







sc 




I 



nj 








Arten abstamme 
aufklären, wenn 



E 



* * 



w a I 



Intere 



? 



h diese Frag 



sich z. 





Schweisshiind 



? 




. nachweisen Hesse, ob das Windsp 

Dachshund , 




und 



BuUenbeisser 
Abkömmlinge 



5 



welche sich so 




m 



ihr 



Jagdhund 

r Form fortplla 



d 



? 



von 



Stamm-Art seyen 



Denn solche That 



Sachen würden sehr geeignet sey 



unsre Zweifel zu 



g 



über die Unveränderlichkeit d 



vielen einand 



nahesteh 



den natürlichen Arten der Füchse z. B., die so ganz verschi 




Weltgegend 



bewoh 



Ich glaub 



nicht 



? 




im Stand 



nd zu erkennen, ob alle unsre Hund 



wir jetzt 
von einer 



wild 



Stamm-Art herkommen 



5 



obwohl Die 



b 



Hausthier-Ra 



wahrscheinlich oder sog 




einigen andrer 
nachweisbar ist 



Es ist oft angenomm 



worden, der Mensch habe sich solche 



Pfl 



und Thier-Arten zur Zähmung 



gewählt 



? 



welch 



geboren 



verschiedenen Klimaten auszud 



ein ai 

und i 

nicht 

meisten Kullur-Erzeug 



serordentlich starkes Vermögen abzuänd 



besässen. Ich will 



bestreiten, dass diese Fähigkeiten viel zum Werthe unsrer 



beigetragen hab 



Ab 



wie ver- 



ochte ein Wilder zu wissen 



5 



als er ein Thier zu zähmen 



begann, 
geneigt 
werde ? 



ob 



dasselbe in folgenden Generationen zu variiren 



d in anderen Klimaten auszudauern 



gend 



yi^ 



Od 



hat 




g 



Veränderlichkeit des Esels und d 



Perlhuhns, d 



der 
dert 



W 



und 



geringe Ausdaurungs-Vermögen des Rennthiers in 

er Kälte ihre Zähmung gehin- 




Kam 



m 




Ich heg 



keinen Zweifel 



? 



da 



wenn man andre Pflanzen 



und Thier-Arten in g 



Anzahl wie unsre gepflegten Rassen 



d aus eb 



verschied 



Klass 




Gegend 



ihrem 



Natur-Zustande entnäh 



und 



eine gleich lange Reihe von Gene 



rationen hindurch im zahmen Zustande fortpflanzte, sie in glei- 
chem Umfange variiren würden, wie es unsre jetzt schon kiüti- 

virten Arten thun. 

In Bezug auf die meisten unsrer längst gepflegten Pflanzen- 

und Thier-Rassen halte ich es nicht für möglich zu einem 

ob sie von einer 



bestimmten Ergebniss darüber zu gelangen 
oder von mehren Arten abstammen. 



? 



Die Anhänger der Lehre 
von einem mehrfältigeii Ursprung unserer Rassen berufen sich 



24 



dass 



schon die ältesten 



eu 



hauptsachlich darauf, 

Nachrichten und insbesondere die Ägyptischen Denkmäler von 



geschichtlich 



I 



t 

> 



und 



einer grossen Verschiedenheit der Rassen Zeugniss geben, 
dass einige derselben mit unseren jetzigen bereits die grösste 

5 wenn nicht gänzlich übereinstimmen. Wäre 



Ähnlichkeit haben 



aber diese Thatsache auch besser begründet, als sie es zu seyn 
scheint, so würde sie doch nichts anderes beweisen, als dass 
eine oder die andre unsrer Rassen dort vor vier bis fünf Tau- 

i's Untersuchungen 



send Jahren entstand 



ist 



Doch 



iib 



es einiger 



wahrscheinlich 



HORNE 



gemacht, d 



Mensch 



> 



schon hinreichend zivilis 
Nil-Thal seit bereits 13 



dass 



t um Töpfer-Waaren 
14 Tausend Jahren b 



zu fertig 



? 



d 



5 



wei 



möchte behaupten, 

Wilde auf der Kultur-Stufe der jetzigen Feuerländer oder Austra- 



nicht schon sehr lange vor dieser Zeit 



Her, die ebenfalls einen halb-gezähmten Hund besitzen, in Ägyp- 
ten gelebt haben können? 



Obwohl ich glaube 



? 



dass die ganze Frage 



unentschieden 



bleiben muss, so 



hier erklären 



will ich doch, ohne in Einzelnheiten einzuoehcn, 



5 



dass es mir nach geographischen und anderen 
Betrachtungen sehr wahrscheinlich ist, dass unser Haushund von 



mehren wilden Arten abstamme. 



In Bezug auf Schaf und Ziege 



? 



vermag ich mir keine Meinung zu bilden. Nach den mir von 
Blyth über die Lebens-Weise, Stimme, Konstitution u. s. w. des 
Indischen Höckerochsen mitgetheilten Thatsachen sollte ich den- 
ken, dass er von einer anderen ^rt als unser Europäisches 

herstammen müsse, welches manche sachkundige Beurtheiler 
von mehrfachen Stamm-Arten ableiten wollen. Hinsichtlich des 
Pferdes bin ich aus Gründen, die ich hier nicht entwickeln kann, 
mit einigen Zweifeln gegen die Meinung einiger Schriftsteller 
anzunehmen geneigt, dass alle seine Rassen nur von einem wil- 



Rind 



den Stamme herrühren. 



chen 
höher 



Blyth, dessen Meinung ich seiner rei- 
und manchfaltigen Kenntnisse wegen in dieser Beziehung 



als fast eines jeden Andern anschlagen muss. 



glaubt dass 



alle 



unsre 



Hühner-Varietäten vom gemeinen Indischen Huhn 
(Gallus Bankiva) herkommen. In Bezug auf Enten und Stall- 
Hasen, deren Rassen in ihrem Körper-Bau beträchtlich von ein- 



25 





% 







l 




'> 

5 




unget 



5 




u:^ 



\ 



r Zeil 

Liistra- 



•« 




liede« 
idere 





Ziep 
ir von 



^v. 




1 den- 

iis* 

■theilef 





kaiiO; 



ts 




111 
er 



#• 





ie 





n 




ander abweichen, zweifle ich nicht, dass sie alle von der gemel- 



5 



5 



Ö 



nen Wild-Ente und 




Kaninchen stammen 



Die Lehre der Abstammung unsrer verschiedenen Hausthier- 



Ra 



von verschied 



wild 



Stamm-Arten ist von 



gen 



Schriftstell 



bis zu 



m 



abgeschmackten Extreme getrieb 



worden. Sie glauben n^ 

nio- verschiedene Rasse, welche 



mlich. dass jed 



wenn auch noch so we- 



unterscheidenden Charakter 



durch Inzucht bewahrt, auch ihre wilde Stamm-Form gehabt hab 



\ 



Dann müsste 



ganze Menge wilder Rind 



Seh 



ge Geisen-Arten in Europ 




mehre selbst schon inner- 



halb Grossb 



gegeb 



haben. Ein Autor 



int. es hat 



ten 



edem eilf wild 



und 




Arten dort gelebt. W 



wir nun erwäg 




Lande eigenthümliche Schaaf- 

dass Britannien jetzt 

. Frankreich nur 



aum eine ihm eigenthümliche Säugethier- Art , 
sehr wenige nicht auch in Deutschland vorkommend 



5 



und um 



gekehrt, besitz 
verhalte , 



5 



eben so mit Ung 



? 



Spanien u. s. w 




aber jedes d 



• 

Königreiche mehre 




eigene 



Rassen von Rind, Schaaf u. s. w. darbiel 
geben, dass in Europa viele Hausthier-St 



5 



so müssen wir zu- 



entstanden sind 



5 



denn von woher sollen alle gekomme 



seyn 



? 



d 



keines die 



scr Länder so viele eigenthümliche Art 



als abweichend 



Stamm-Rassen besitzt? Und so ist es auch in Ostindien. Selbst 
in Bezug auf die Haushunde der ganzen Welt kann ich, obwohl 
ich ihre Abstammung von mehren verschiedenen Arten ganz 
wahrscheinlich finde, nicht in Zweifel ziehen, dass da ein uner- 
messlicher Betrag vererblicher Abweichungen vorhanden gewesen 



ist. 



Denn 



wer kann glauben, 



dass Thiere nahezu übereinstim- 



mend mit dem Italienischen Windspiel, mit dem Schweisshund 



3 



mit 



dem 



Bullenbeisser 



m i t 



dem Blenheimer Jagdhund und 
so abweichend von allen wilden Caniden. jemals frei im Natur- 
zustände gelebt hatten. Es ist oft 



hinoreworfen worden 



alle 



unsre Hunde-Rassen seyen durch Kreutzung einiger weniger 
Statnm-Arten miteinander entstanden: aber Kreutzung kann nur 
solche Formen liefern, welche mehr oder weniger das Mittel zwi- 
sehen ihren Altern halten, und gingen wir von dieser Erfahrung 
bei unsern zahmen Rassen 



auSj so müssten wir annehmen, dass 



26 



einstens die äussersten Formen des Windspiels, des Schweiss- 
hundes, des Bullenbeissers u. s. w. im wilden Zustande gelebt 
hätten. Überdiess ist die Möglichkeit, durch Kreutzung verschie- 
dene Rassen zu bilden, sehr übertrieben worden. Wenn es auch 
keinem Zweifel unterliegt, dass eine Rasse durch gelegentliche 




ger Auswahl der Blendlinge , welche 



Kreutzung mittelst sor 

w 

irgend einen bezweckten Charakter darbieten 
modifiziren lässt, so kann 



5 



5 



sich bedeutend 



ich doch kaum glauben, dass man eine 



nahezu das Mittel zwischen zwei weit verschiedenen Rassen oder 



Arten haltende Rasse zu züchten im Stande ist. 



Sir 




Sebright 



hat absichtliche Versuche in dieser Beziehung angestellt und kei- 



nen Erfolg erlangt. 



Die Nachkommenschaft aus der ersten 



Kreutzung zwischen zwei reinen Rassen ist erträglich und zu- 
weilen, wie ich bei Tauben gefunden, ausserordentlich einförmig. 

Werden aber diese Blendlinge 



gepaart, so 



werden 



und Alles scheint einfach genug. 

einige Generationen hindurch unter einander 

kaum zwei ihrer Nachkommen mehr einander ähnlich ausfallen, 

und dann wird die äusserste Schwierigkeit oder vielmehr gänz- 



liche Hoffnungslosigkeit des Erfolges klar. Gewiss kann eine 
Mittel-Rasse zwischen zwei sehr verschiedenen reinen Rassen 



nicht ohne die 



äusserste Sorgfalt und eine lang fortgesetzte 



Wahl 



der Zuchtthiere gebildet werden 



5 



und ich finde nicht 



* 

fc 



einen Fall berichtet, wo dadurch eine bleibende Rasse erzielt 



worden wäre. 



t 



Züchtung 




Haus -Taub 



Von 




Ansicht aus 



gehend , 




ass es am zweckmässigsten seye , irgend eine be- 
sondere Thier-Gruppe zum Gegenstande der Forschung zu ma- 
chen, habe ich mir nach einiger Erwägung die 



Haus-Taub 




zu ausersehen. Ich habe alle ' Rassen gehalten 
verschaffen konnte, und bin auf 



5 




ich mir 




freundlichste W 



mit 



Exemplaren aus verschiedenen Welt-Gegenden bedacht word 




besondere durch 



ehrenv^erthen 



ehrenwerth 



W. Elliot aus Ostindien 






. Murray aus Persien, Es sind viele Ab- 
handlungen in verschiedenen Sprachen veröffentlicht worden und 
einige darunter durch ihr ansehnliches Alter von besonderer 

Ich habe mich mit einigen ausgezeichneten Tauben- 



Wichtigkeit. 



27 



^iSs. 




■4. 





i 




c 




M 




1 



ersten 
id zii- 



örniii 
idlingt 

V erdet 




II 



gam- 



n 




Rassei 
eselztf 



> 

/ 





hl aus 



ine 




zu 
befl 






1 






eiij 













Liebhabern verbünd 
aufnehmen lassen, 
staunlich gross. 



n und mich in zwei Londoner Tauben-Clubs 
Die Verschiedenheit der Rassen ist oft er- 





Man 



kurzstirnig 



gleich 



z. 




die Englische Botentaube 



Purzier und betrachte 




wunderbare 



Verschiedenheit- in ihren Schnäbeln 



5 



welche entsprechend 



Ver 



schiedenheitcn in ihren Schädeln bedingt 



Die Englische Boten- 



taube (Carrier) und insbesond 



das Männchen ist noch bemer- 



kenswerth durch die wundervolle Entwickelung von Fleischlap 



pen 



an 




Kopfhaut 



5 



die 



sehr weite äussere Nasenloch 



verlängerten Augenlider 
und einen weitklaffenden Mund 




Der kurzstirnige Purzier hat einen Schnabel, im Porfil fast wie 
beim Finken: und die gemeine Purzel-Taube hat die eigenthüm- 



liche und streng erblich 



Gewohnheit, sich in dichten Grupp 



zu 



nsehnlicher 




m 




Luft zu erheben und 




Kopf 



über herabzupurzel 



Die Runt-Taube ist von beträchtlicher Grösse 



mit 



gem massigem Schnabel und grossen Füssen 



? 



rassen derselben haben einen sehr 



gen Hals, andre 



ge Unter 
;ehr langi 



Schwing 



und Schw 



5 



kurzen Schwanz 



Der 



noch andre einen ganz eigenthümlich 

er Botentaube verwandt. 



Barb« ist mit 




hat aber, statt des sehr lang 



einen sehr kurzen und breiten 



Seh nah 
längert 



D 



Kröpfer hat Körp 



5 



Flüorel und B 

C5 



5 



und sein ungeheuer entwickelter Kropf, den 



sehr ver- 
sieh aufzu- 



blähen gefällt, mag wohl Verwunderung und selbst Lachen erre- 



gen 




Möventaube (Turbit) besitzt einen 



ehr 



kui 



kogelfürmigen Schnabel, mit einer Reihe umgewendeter Federn 



auf 




Brust 



5 




hat 




Sitte den oberen Theil des Schlun 



des beständig 



etwas 



auszubreiten. Der Jakobiner oder die 



5 



dass sie 



Perückentaube hat die Nacken-Federn so aufgerichtet 
eine Perücke bilden, und verhältnissmässig lange Schwung- und 
Schwanz-Federn. Der Trompeter und die Trommeltaube* rucksen, 
wie ihre Namen ausdrücken, auf eine ganz andre Weise als die 
andern Rassen. Die Pfauentaube hat 30—40 statt der normalen 



12 



14 Schwanz-Federn und trägt diese Federn in der Weise 



* the laugher, die Lachlaube: doch scheint nach dem Zusammenhange 
hier eher die Trommeltauhe als die Columba risoria gemeint zu seyn. D. Übs. 



28 



ausgebreitet und aufgerichtet, dass in guten Vögeln sicli Kopf 
und Schwanz berühren 



? 



5 

• « 

die Ol-Drüse ist gänzlich verküninicrl. 



Noch 



blieben einige minder ausgezeichnete Rassen aufzu- 



zählen übrig. 



Im Skelette der verschiedenen Rassen weicht die Entwicke- 



lung der Gesichtsknochen in 



Länge, Breite und 



Krümmung aus- 



serordentlich 



ab. 



Die Form sowohl als die Breite und Länge 



des Unterkiefer-Astes ändern in sehr merkwürdiger Weise. Die 
Zahl der Heiligenbein- und Schwanz-Wirbel und der Rippen, die 
verhältnissmässige Breite und Anwesenheit ihrer Queerfortsätze 
wechseln ebenfalls. Sehr veränderlich sind ferner die Grösse 
und Form der Lücken im Brustbein, so wie der Ötrnungs- Winkel 
und die bezügliche Grösse der zwei Schenkel des Gabelbeins. 



Die 



verglichene Weite des Mund Spaltes 



j 



die 



verhältnissmäs 



sige Länge der 



Augenlider 



? 




er 



äusseren Nasenlöcher 



und 



der Zunge 



? 



welche sich nicht immer nach der des Schnabels 



richtet, die Grösse des Kropfes und des obern Theils des Schlun- 



« « 



des 



5 



die Entwickelung oder Verkümmerung der Ol-Drüse 



? 



die 



Zahl 




ersten Schwung 




der Schwanz-Fed 



: 



d 



ver 



glichene Länge von Flügeln und Schwanz gegen einander und 
cregen die des Körpers, die des Laufs gegen die Zehen, die Zahl 
der Hornschuppen in der Zehen-Bekleidung sind Alles Abänderungs- 
fähige Punkte im Körper-Bau. Auch die Periode , wo sich das 
vollkommene Gefieder einstellt, ist ebenso veränderlich als die 
Beschaffenheit des Flaums, womit die Nestlinge beim Ausschlü- 
pfen aus dem Eie bekleidet sind. Form und Grösse der Eyer 
sind der Abänderung unterworfen. Die Art des Flugs ist eben so 
merkwürdig verschieden, wie es bei manchen Rassen mit Stimme 
und Gemüthsart der Fall ist. Endlich weichen bei gewissen Rassen 
die Männchen etwas von den Weibchen ab. 

So könnte man wenigstens eine ganze Menge von Tauben- 



Formen auswählen 



? 



die ein Ornithologe, wenn 



er überzeugt wäre 



5 



dass es wilde Vögel, unbedenklich für wohl-bezeichnete Arten er- 
klären würde. Ich glaube nicht einmal, dass irgend ein Ornitho- 
loge 
Runt 



den 



; 



die Englische Botentaube, den kurzstirnigen Purzier, 
den Barb, die Kropf- und die Pfriuen-Taube in dieselbe 



29 




H 



.1 




t! 





n 



U\ 




S' 



se. 



I 



)en. 



; 



ortsäti 





) 








r 






se 



5 



1 ie n 



der 

dieiä 

lern" 



;i! 




ussc 




er 



ebe" 




sc 




1 



P 







\^ 




i 




tt 



Ori» 




eh 






\ 



Sippe zusammenstellen würde 



5 



zumal eine jede dieser Rassen 



wieder mehre erbliche Unterrassen in sich enthält 



5 



die er für 



Arten nehmen könnte 



W 



gross nun aber auch 



Tauben-Rassen seyn mag 



? 



so b 



Verschiedenheit zwischen 
ich doch überzeugt. 





die 



gewöhnliche Meinung der Naturforscher 



5 




alle von der 




taub 



(Columb 



diesem Namen n 
Unterarten mit begreift 
Merkmalen von ( 
welche mich zu d 



livia) abstammen, richtig ist, 
imlich verschiedene geographisch 



wenn man unter 



Rass 



od 



5 



d 



welche nur in 
abweichen. 




D 



untergeordnetesten 

3 der Gründe 



g 



5 



mehr und we 



auch 



niger 
angeben. 

nicht von 



f 




W 



• Meinung bestimmt haben, 

Fälle anwendbar sind, so will ich sie kurz 

verschiedenen Rassen nicht Varietäten und 




Felstaube entsp 



so müssten sie von wenig 



stens 





Stammarten herrühren; denn es wäre unmöglich 
alle unsre zahmen Rassen durch Kreutzung einer geringeren Ar- 



ten-Zahl miteinand 
Kropftaube 



zu 



ge 



Wie wollte man z. 




die 



durch Paarung zweier Arten miteinander erzielen 



wovon nicht wenigste] 
ie unterstellten wild 



eyn 



eine 




geh 



Kropf b 




Stammarten müssten 



mtlich Fels 



rauben gewesen 



5 



die nämlich nicht freiwillig auf Bäumen 



brüten oder sich auch nur darauf setzen. Doch ausser der C. 
livia und ihren geographischen Unterarten kennt man nur noch 

Arten Fels-Tauben, welche aber nicht einen der Charak- 





tere unsrer zahmen Rassen besitzen. Daher müssten dann die 

noch in den Gegenden ihrer er- 



anseblichen Urslämme entweder 



sten Zähmung vorhanden und den Ornithologen unbekannt ge- 
blieben seyn, was wegen ihrer Grösse, Lebensweise und merk- 
würdigen Eigenschaften sehr unwahrscheinlich ist; oder sie müss- 
ten in wildem Zustande ausgestorben seyn. Aber Vögel, welche 
an Fels- Abhängen nisten und gut fliegen, sind nicht leicht aus- 
zurotten, und unsre gemeine Fels-Taube, welche mit unsren zah- 
men Rassen gleiche Lebens-Weise besitzt, hat noch nicht einmal 
auf einigen der kleineren Brüischen Inseln oder an den Küsten 
des Mittelmeeres ausgerottet werden können, 
angebliche Ausrottung so vieler Arten, 



Daher mir die 
die mit der Felstaube 



\ 



V 



30 



gleiche Lebens-Weise besitzen , eine sehr übereilte Annahme zu 
seyn scheint. Überdiess sind die oben genannten so abweichen- 
den Rassen nach allen Weltgegenden verpflanzt worden und 
müssten daher wohl einige derselben in ihre Heimath zurück- 
gelangt seyn. Und doch ist nicht eine derselben verwildert, ob- 



wohl die Feld-Taube, d. i. die Felstaube in ihrer am wenigsten ver- 
änderten Form, in einigen Gegenden wieder wild geworden ist. 
Da nun alle neueren Versuche zeigen . dass es sehr schwer ist 
ein wildes Thier zur Fortpflanzung im Zustande der Zähmung zu 
vermögen, so wäre man durch die Hypothese eines mehrfältigen 



genöthigt, es 



seyen 



Ursprungs unsrer Haus-Tauben zur Annahme 
schon in alten Zeiten und von halb-zivilisirten Menschen wenig- 

jetzt 



stens 





Arten so vollkommen 



gezähmt worden, dass sie 



in der Gefangenschaft ganz wohl gedeihen. 

Ein Beweisgrund, wie mir scheint, von grossem Werthe 
und auch anderweitiger Anwendbarkeit ist der, dass die oben 

r 

aufgezählten Rassen, obwohl sie im Allgemeinen in organischer Thä- 
tigkeit, Lebens-Weise, Stimme, Färbung und den meisten Theilen 
ihres Körper-Baues mit der Felstaube übereinkommen, doch in ande- 



ren Theilen dieses letzten gewiss sehr weit davon abweichen 
und wir würden uns in der ganzen gi'ossen 



") 



Familie der Colum 



biden vergeblich nach einem Schnabel, wie ihn die Englische 
Botentaube oder der kurzstirnige Purzier oder der Barb besitzen, 

+ 

oder nach umgedrehten Federn, wie sie die Perückentaube hat, 

oder nach einem Kropf wie beim Kröpfer, — oder nach einem 

Schwanz, wie bei der Pfaubentaube umsehen. Man müsste daher 



3 



annehme 



5 




der halb-zivilisirte Mensch nicht allein bereits 



mehre Arten vollständig gezähmt 



3 



sondern auch absichtlich oder 



zufällig ausserordentlich abweichende Arten dazu erkoren habe, 

ass diese Arten seitdem alle erloschen oder verschollen 
Das Zusammentreff"en so vieler seltsamer Zufälligkeiten 



und 




seyen 



scheint mir im höchsten Grade unwahrscheinlich. 

Noch möchten hier einige Thatsachen in Bezug auf die Fär- 
bung des Geüeders Berüchsichtigung verdienen. Die Felstaube 
ist Schiefer-blau mit weissem (bei der Ostindischen Subspecies, 
C. intermedia Strickl., blaulichem) Hinterrücken, hat am Schwänze 



31 





% 




ziiri 



t 



n 



)i 



h\ 



% 




I 



iwer 




s 





sie jet 




.le 




aer 





m 




r 



eiclei 




nglis* 



) 



esi» 
übe M 



/ 




le 







3n 

•sc 









e 






e 




c 





eine schw 



End-Binde und an 




Fed 



desselb 



en 



einen weissen äusseren Rand, und die Flügel haben zwei schwarze 
Binden; einige halb und andere anscheinend ganz wilde Unter- 
rassen haben 



auch noch schwarze Flecken auf den Flügeln 



D 



chiede 



Merkmale kommen bei keiner andern Art d 



ganzen 
jeder 



F 



gt vor. 



Nun treffen sich aber auch bei 



unsrer 



zahmen Rassen zuweilen und selbst unter den ganz 
ausgebildeten Vögeln derselben alle jene Merkmale gut entwickelt 
in Verbindung miteinander, selbst bis auf die weissen Ränder der 

äusseren Schwanz fedei 

verschiedenen Rassen, 

wähnten Merkmale besitzt, mit einander paart 

erzielten Blendlinge sehr 




sogar, wenn man zwei Vögel von 
wovon keiner blau ist noch eines der er- 



? 



sind die dadurch 



geneigt, diese Charaktere plötzlich an- 
zunehmen. So kreuzte ich z. B. einfarbig weisse Pfauentauben 
mit einfarbig schwarzen Barb-Tauben und erhielt eine braun und 



schwarz gefleckte 



Nachkommenschaft; und 



als ich diese durch 



Inzucht vermehrte, kam ein Enkel der rein weissen Pfauen- und 
der rein schwarzen Barb-Taube mit schön blauem Gefieder, weis- 
sem Unterrücken, doppelter schwarzer Flügelbinde, schwarzer 



Schwanzbinde und weissen Seitenrändern der Steuerfedern, Alles 
wie bei der wilden Fclstaube, zum Vorschein. Man kann diese 



Thatsach 



aus 




wohl bekannten Prinzip der Rückkehr zu 



vorälterlirhen Charakteren 



begreifen, wenn alle 



zahmen Rassen 



von der Felstaube abstammen. Wollten wir aber Dieses läugnen, 
so müsstcn wir eine von den zwei folgenden sehr unwahrschein- 

Entweder: dass all' die verschie- 



lichen Unterstellungen machen 



d 



gebildeten Stamm-Arten wie die Felstaube gefärbt und 



so 



gezeichnet gewesen (obwohl ke 
gefärbt und gezeichnet ist) 
allen Rassen 
Zeichnung z 




dre lebende Art mehr so 

in dessen Folge noch bei 

eine Neigung zu dieser anfänglichen Färbung und 

ass jede 



zuk 



d auch die reinste R 



banden wäre. Od 




seit etwa d 



letzten zwölf oder 



höchstens zwanzig Generationen einmal mit der Felstaube ge- 
kreutzt worden seye; ich sage: höchstens zwanzig, denn wir 

, dass 
einer noch längeren Reihe von Genera- 



kennen keine Thatsache zur Unterstützung der Meinung 



Abkömmling nach 



32 



tionen sogar zu den Charakteren seiner Vorfahren zurückkehren 



kön 



Wenn in einer Rasse nur einmal 



Kreutzung mit 



einer andern stattgefunden hat, so wird die Neigung zu einem 
Charakter dieser letzten zurückzukehren natürlich um so klei- 



ner 



und kl 



werden, je weniger Blut von derselb 



h in 



jeder späteren Generation übrig ist. Hat aber eine Kreutzung 
mit fremder Rasse nicht stattgefunden und ist gleichwohl in bei- 
den Altern die Neigung der Rückkehr zu einem Charakter vor- 
handen, der schon seit mehren Generationen verloren gegangen. 



so ist trotz Allem, was man Gegentheiligcs sehen mag, die An- 
nahme geboten , dass sich diese Neigung in ungeschwächtem 
Grade während einer unbestimmten Reihe von Generationen fort- 

Diese zwei verschiedenen Fälle werden in Ab- 



pflanzen könne. 

handlungen über Erblichkeit oft miteinander verwechselt. 

Endlich sind die Bastarde oder Blendlinge, welche durch die 

Kreutzung der verschiedenen Tauben-Rassen erzielt werden, alle 

vollkommen fruchtbar. Ich kann Diess mittelst meiner eigenen 

Versuche bestätigen, die ich absichtlich zwischen den aller-ver- 

schiedensten Rassen angestellt habe. Dagegen wird aber schwer 

und vielleicht unmöglich 

stard an zwei bestimmt verschiede 



seyn, emen 



Fall anzuführen, wo einBa 



Arten schon selbe 



voll- 



kommen fruchtbar gewesen wäre. Einige Schriftsteller nehmen 
an, ein lang-dauernder Zustand der Zähmung beseitige allmählich 
diese Neigung zur Unfruchtbarkeit, und aus der Geschichte des 
Hundes zu schliessen scheint mir diese Hypothese einige Wahr- 
scheinlichkeit zu haben, wenn sie auf einander sehr nahe ver- 
wandte Arten angewendet wird , obwohl sie noch durch keinen 
einzigen Versuch bestätigt worden ist. Aber eine Ausdehnung 
der Hypothese bis zu der Behauptung, dass Arten, die ursprünglich 
von einander eben so verschieden gewesen, wie es Botentaube 



5 



Purzier, Kröpfer und Pfauenschwanz jetzt 




3 



eine bei Inzucht 



y 



vollkommen 



fruchtbare Nachkommenschaft liefern, scheint mir 



äusserst voreilig zu seyn. 

Diese verschiedenen Gründe und zwar: die Unwahrscheinlich- 

keit, dass der Mensch schon in früher Zeit sieben bis acht wilde 
Tauben-Arten zur Fortpflanzung in der Gefangenschaft vermocht 



k 



33 




I 



[ 



\ 



in 




'Hl, 



ink 



er 




i' 



'f 




en fort. 
in 11 



ircli 



en 



5 






jer-w 

scliw 



ein i 



ler vi 

nelitnö 




ti 



:hte 



f! 



e 



ff* 



i 





,#8 









liein 





\vi 




/ 



/erii 




habe 



d 



wir 



wed 



im 



wilden noch im verwilderten Zustande 



kennen, ihre in manchen Beziehungen von der Bildung 
lumbiden mit Ausnahme der Felstaube 




Co 
Cha 



raktere 



5 




gelegentlich 



Wiederersch 



und charakteristischen Zeichnung 



anz abweichenden 
inen der blauen Farbe 
Rassen sowohl im Falle 



d 




Inzucht als 
Blendlinge: 




Kreutzung 



? 




Yollkomm 



Fruchtbarkeit 



alle diese Gründe zusammengenommmen 



ge- 



statten mir nicht zu zweifeln 



5 



das 



alle unsre zahmen Tauben 



Rassen von Columba livia und d 

■ 

abstammen. 



geographische 



Unterarten 




Zu Gunsten dieser Ansicht will ich noch ferner anftihren : 
dass die Felstaube, C. livia, in Europa wie in Indien zur 
Zähmung geeignet gefunden worden ist, und dass sie in ihren 
Gewohnheiten wie in vielen Struktur-Beziehungen mit allen un- 
sern zahmen Rassen übereinkommt. 2) Obwohl eine Englische 



Botentaube 



oder 



ein kurzstirniger Purzier sich in gewissen 
Charakteren weit von der Felstaube entfernen, so ist es doch 



j 



dadurch, dass man die verschiedenen Unterformen dieser Rassen 
mit Einschluss der z. Th. aus weit entfernten Gegenden abstam- 
menden, mit in Vergleich ziehet, möglich, fast Ununterbrochene 
Übergangs-Reihen zwischen den am weitesten auseinander-liegen- 



den Bildungen derselben herzustellen. 




Diejenigen Charaktere, 



die zahlreichen Schwanzfedern der Pfauentaube sind in 



welche die verschiedenen Rassen hauptsächlich von einander un- 
terscheiden , wie die Fleischvvarzen und der jlange Schnabel der 
englischen Botentaube, der kurze Schnabel ides Purzlers und 

jeder 

Rasse doch äusserst veränderlich, und die Erklärung dieser Er- 
scheinung wird uns erst möglich seyn , wenn von der Züchtung 
die Rede seyn wird. 4) Tauben sind bei vielen Völkern beob- 
achtet und mit äusserster Sorgfalt und Liebhaberei gepflegt wor- 



den. 



Man hat sie schon vor Tausenden von Jahren in meh- 



ren Wellgegendcn gezähmt ; die älteste Nachricht von ihnen 
stammt aus der Zeit der fünften Ägyptischen Dynastie, etwa 3000 
.1. v. Chr., wie mir Professor Lepsius milgetheilt; aber Birch be- 
nachrichtigt mich, dass Tauben S(;hon auf einem Küchenzettel der 
vorangehenden Dynastie vorkommen. Von Pi.inius vernehmen 

3 



34 



wir, dass zur Zeit der Römer ungeheures Geld für Tauben aus- 



gegeben worden ist; 




5 



es war dahin gekommen 



3 



dass 



man 



ihnen »Stammbaum und Rasse« nachrechnete. Gegen das Jahr 
1600 schätzte sie Akber Khan in Indien so sehr, dass ihrer 



nicht weniger als 20,000 zur Hof-Haltung gehörten. «Die Mo- 
narchen von Iran und Tiiran sandten einige sehr seltene Vögel 
heim und« , berichtet der Hof-Historiker weiter, »Ihre Majestjit 
hat durch Kreutzung der Rassen, welche Methode früher nie an- 
gewendet worden war, dieselben in erstaunlicher Weise verbes- 
sert«. Um diese nämliche Zeit waren die Holländer eben so sehr, 
wie früher die Römer, auf die Tauben erpicht. Die äussersle 
Wichtigkeit dieser Betrachtungen für die Erklärung der ausser- 
ordentlichen Veränderungen, welche die Tauben erfahren haben 
wird uns erst bei den späteren Erörterungen über die Züchtung 



? 



deutlich werden. Wir werden dann auch sehen woher es kommt, 

1 

dass die Rassen so oft ein etwas monströses Aussehen haben. 
Endlich ist es ein sehr günstiger Umstand für die Erzeugung ver- 
schiedener Rassen, dass bei den Tauben ein Männchen mit einem 
Weibchen leicht lebenslänglich zusammengepaart, und dass ver- 
schiedene Rassen in einem und dem nämlichen Vogel-Hause bei- 
sammen gehalten werden können. 

Ich habe die wahrscheinliche Entstehungs-Art der zahmen 
Tauben-Rassen mit einiger, wenn auch noch ganz ungenügender 



Ausführlichkeit besprochen 



? 



weil ich selbst zur Zeit, wo ich 



3 



\ 



erschiedenen Formen zu be- 



dass 



anfing Tauben zu halten und ihre 

obachten, es für ganz eben so schwer hielt zu glauben, 
alle ihre Rassen jemals einem gemeinsamen Stammvater ent- 

als es einem Naturforscher schwer fallen 



? 



sprossen seyn könnten 
würde, an die gemeinsame Abstammung aller Finken oder ir- 

andern grossen Vögel-Familie im Natur-Zustande zu 
glauben. Insbesondere machte mich der Umstand sehr betroffen 
dass alle Züchter von Haus-Thieren und Kultur-Pflanzen 



orend einer 



i 



5 



mit 



j 



welchen ich je gesprochen oder deren Schriften ich gelesei 
vollkommen überzeugt waren, dass die verschiedenen Rassen, 
-welche ein Jeder von ihnen erzogen, von eben so vielen ur- 
sprünglich verschiedenen Arten herstammten. Fragt man, wie ic 




t 



35 



Q 




s 




: I 




\\ 




C! 



'e \ 






iie ai, 



^ 




Sek 

ssersif 
aussei- 




icliluiij 
koiiil 




ng vei' 
t eiflfi 



SS vei'' 







wo 




zu 




1 



J 




er 



eil 



I 



r 




oJß^ 



an 



ir 






en? 





eleJ^^i 





^ler 





II 



t5 



fra(xl habe, irgend einen berühmten Veredler der Hereford'sch 



Rindvieh-Rasse 



5 



ob dieselbe nicht von 




abstam 



5 



so 



w^ird 



Taub 
den. 



Huhn 



er i 
Enten 



pöttisch lächel 



lang-hörnigen Rasse 
Ich habe nie einen 



od 



Kaninchen - Liebhaber gef 



der nicht vollkommen überzeugt gewesen wäre 



: 



dass jede 



Haupt-Rasse von einer and 



Stamm-Art herkomme. Van Mons 




m 



seinem Werke über die Apfel und Birnen, wie wenig 



er zu glauben geneigt seye 



3 



dass die verschiedenen Sorten, wie 



z. 



B. d 



des 



unzählige 



gr Ribston-pippin 
mlichen Baumes 



5 



der Codlin-Apfel u. a. 



? 



von Saamen 



tsprungen seyen 



Und so könnte ich 



andere Beispiele anführ 



Diess lässt sich 



? 



ich glaube, einfach erklären 



In Folge lang-jähriger Stud 



wie 
ha- 



ben diese Leute einen tiefen Eindruck von 




Unterschied 



zwischen den 



hied 



Ra 



in sich aufgenommen 



? 



und 



wohl wissen, dass jede 




obgleich sie 

eben durch 

Preise gewinnen 

Vernunftschlüssen aus und rechnen nicht 



Rasse etwas variire 



3 




Züchtung solcher geringen Abänderung 
, so- gehen sie doch nicht von allgen 



sie 
ihre 




ganzen Betrag zu- 



sammen. der sich durch Häufung kleiner Abänderungen 



während 
en muss. Werden 
weniger als diese 
Erblichkeits-Gesetzen bekannt und nicht besser 
als sie über die Zwischenglieder in der langen Reihe der Ab- 

dass viele von un- 

werden 



vieler aufeinander-Iblgender Generationen ergeb 
nicht jene Naturforscher, welche, obschon viel 
Züchter mit 




kommenschaft unterrichtet, doch annehmen. 



* • 



\ 



seren geliegten Rassen von gleichen Altern abstammen, 
sie nicht eine Lektion über Behutsamkeit zu gew^ärtigen habeU; 
wenn sie übel* den Gedanken lachen, dass eine Art im Natur- 
zustand in gerader Linie von einer andern Art abstammen könne? 

Züchtung.) Wir wollen jetzt kürzlich die Wege betrachten, 
auf welchen die gehegten Rassen jede von einer oder von meh- 
ren einander nahe verwandten Arten erzeugt worden sind. Ein 
kleiner Theil der Wirkung mag dabei vielleicht dem unmittelba- 
ren Einflüsse äussrer Lebensbedingungen und ein kleiner der 
Gewöhnung zuzuschreiben seyn : es wäre aber thöricht, solchen 
Kräften die Verschiedenheiten zwischen einem Karrengaul und 



einem Rasse-Pferd , zwischen einem Windspiele 



und 



einem 



36 



Schweisshiind 5 einer Boten- und einer Purzel-Taube zuschrei- 
ben zu wollen. Eine der merkwürdigsten Eigentliünilichkeiten, 




wir an unseren kultivi 



Ra 



wahrnehmen . ist 



Anpassung nicht an der Pflanze oder des Thieres eigenen Vor- 



theil 



5 



sondern 



an 



des 



Menschen Nutzen 



und 



Liebhaberei. 



Einige 



ihm 



nützliche Abänderungen sind zweifelsohne 



plötz- 



lich 
ker 



oder auf ein Mal entstanden, wie z. B. manche Botani- 
glauben , dass die Weber-Karde mit ihren Haken , welchen 
keine mechanische Vorrichtung an Brauchbarkeit gleichkommt, 
nur eine Varietät des wilden Dipsacus seye. und diese ganze 
Abänderung mag wohl plötzlich in irgend einem Sämlinge die- 
ses letzten zum Vorschein gekommen seyn. So ist es wahr- 
scheinlich auch mit der in England zum Drehen der Bratspiessc 
gebrauchten Hunde-Rasse der Fall, und es ist bekannt^ dass eben 
so das Amerikanische Ancon-Schaaf entstanden ist. Wenn wir aber 
das Rasse-Pferd mit dem Karrengaul, den Dromedar mit dem Kameel 



5 



die für Kulturland tauglichen mit den für Berg- Weide passenden 

I 

Schaafe-Rassen, deren Wollen sich zu ganz verschiedenen Zwecken 
eignen, wenn wir die manchfaltigen Hunde-Rassen vergleichen 



3 



deren jede dem Menschen in einer anderen Weise dient, — 
wenn wir den im Kampfe so ausdauernden Streit-Hahn mit an- 
dern friedfertigen und trägen Rassen, welche ))immer legen und 
niemals zu brüten verlangen«, 



oder mit dem so kleinen und zier- 



lichen Bantam-Huhne vergleichen 



? 



wenn wir endlich das Heer 



der Acker-, Obst-, Küchen- und Zier-Pflanzenrassen ins Auge fas- 
sen, welche dem Menschen jede zu anderem Zwecke und in andrer 
Jahreszeit so nützlich oder für seine Augen so angenehm sind, 

/ 

so müssen wir uns doch wohl weiter nach den Ursachen solcher 



Veränderlichkeit umsehen. 



Wir 



können nicht annehmen, dass 



alle diese Varietäten auf einmal so vollkommen und so nutzbar 
entstanden seyen, wie wir sie jetzt vor uns sehen, und kennen 
in der That von manchen ihre Geschichte genau genug um zu 
wissen, dass Diess nicht der Fall gewesen. Der Schlüssel liegt 
in des Menschen accumulativem Wahl- Vermögen, d. h. in 
seinem Vermögen, durch jedesmalige Auswahl derjenigen Indivi- 



duen zur Nachzucht, welche die ihn^ erwünschten Eigenschaften im 



37 




i 



'% 




i 




Plötz. 




ei 



oinini 




e 





seb 



,r h 
aiiied 
sende 

veclif! 



icliefl 



-^ 



nt. - 

nil an- 



3n 




J zier- 



ge 




aiidf^' 



fi 




50 





j 



lU 



{(^n 








j 








fli'^ 




höchsten Grade besitzen, diese Eigenschaften bei jeder Generatio 



um 



einen wenn auch noch so unscheinbaren Betrag zu steig 



Die Nalur liefert alhnählich 
befördert sie in gewissen 



mancherlei Abänderungen 
ihm nützlichen Richtunger 



? 



der Mensch 
In diesem 



Sinne 




man von 




sagen 



5 



haffe sich nützliche Ra 



Die Macht dieses Züchtungs-Princips ist nicht hypothetisch 
denn es ist gewiss, dass einige unsrer ausgezeichnetsten Viehzüchte 



5 



binn 



einem Menschen-Alt 



mehre Rind 



d Schaaf-Rassen 



in 




e 



htlichem Umfang 



modifizirt haben. Um das, was sie 



in 



nem g 



geleistet haben , 

man einige von den vielen diese 

lesen und die Thiere selber sehe 



muss 



Umfange zu würdigen, 
Zwecke gewidmeten Schrifte 
Züchter sprechen gewöhn 



h von eines Thieres Organisation wie von einer ganz bild 



men Sache, d 



ten. 



meistens völlig nach ihrem Gefallen modeln kö 



Wenn es der Raum gestattete 
von den sachkundigsten Gewahrsm 



? 



so würde ich viele Stellen 



als Beleg 



führe 



YOUAT 

mit d 



5 




wahrscheinlich b 



als fast irgend ein And 



landwirthschaftlichen Werken bekannt 



nd selbst ein sehr 



eines Thieres war, sagt 



von diesem Züchtungs- 
»was den Landwirth befähige den Charakter 
seiner Heerde nicht allein zu modifiziren, sondern gänzlich zu 



guter Beurtheiler 
Prinzip, es seye 



ändern. Es ist der Zauberstab, mit dessen Hülfe er jede Form 
in's Leben ruft, die ihm gefällt«. Lord Somerville sagt in Bezug 
auf das, was die Züchter hinsichtlich der Schaaf-Rassen ge- 
leistet: »Es ist, als hätten sie eine in sich vollkommene Form 
an die Wand gezeichnet und dann belebt«. Der erfahrenste 
Züchter, Sir John Sebhight, pflegte in Bezug auf die Tauben zu 



sagen : »er wolle eine ihm aufgegebene Feder in drei Jahren 



hervorbringen, bedürfe aber 



zu erlangen«. 



sechs Jahre, um Kopf und Schnabel 

« 

In Sachsen ist die Wichtigkeit jenes Prinzips 
für die Merino-Zucht so anerkannt, dass die Leute es gewerbs- 

Die Schaafe werden auf einen Tisch gelegt 
und sludirt, wie der Kenner ein Gemälde studirt. Diess wird 

nach Monat«^frist dreimal wiederholt, und die Schaafe werden 
jedesmal gezeichnet und klassifizirt. 



massig verfolgen. 



]'' 



so dass nur die allerbesten 



zuletzt für die Nachzucht übriff bleiben. 



38 



Was Englische Züchter bis jetzt schon geleistet haben, geht 
aus den ungeheuren Preisen hervor, die man für Thiere be- 
einen guten Stammbaum aufzuweisen haben, und diese 



zahlt, die 



hat man jetzt nach last allen Weltgegenden ausgeführt. 



Dies 



e 



Veredelung rührt im Allgemeinen keinesweg 



davon her. dass 



man 



chied 



Rass 



der gekreutzt. AU' d 



besten 



Züchter sprechen sich streng gegen dieses Verfahren aus, es 



5 



seye denn etwa zwischen einander nahe verwandten Unterrassen. 
Und hat eine solche Kreutzung stattgefunden, so ist die sorgfäl- 
tigste Auswahl weit nothwendiger, als selbst in gewöhnlichen 

5 irgend 



Fällen. Handelte es sich bei der Wahl nur darum 



welche 



sehr auffallende Abänderungen auszusondern und 



zur 



Nachzucht zu verwenden, so wäre das Prinzip so handgreiflich, 
dass es sich kaum der Mühe lohnte, davon zu sprechen. Ab 



IV 



ei 



seine Wichtigkeit besteht in dem grossen Erfolg von Geneiation 
zu Generation fortgesetzter Häufung von dem ungeübten Auo-e 
ganz unkenntlichen Abänderungen in einer Richtung hin: Abän- 



derungen 



? 



die 



ich, einfach 



genommen, vergebens wahrzunehmen 



gestrebt habe. Nicht ein Mensch unter Tausend hat ein hinrei- 
chend scharfes Auge und Urtheil, um ein ausgezeichneter Züch- 



5 



stu- 



ter zu werden. Ist er mit diesen Eigenschaften versehen 
dirt seinen Gegenstand Jahre lang und widmet ihm seine ganze 
Lebenszeit mit ungeschwächter Beharrlichkeit, so wird er Erfolg 
haben und grosse Verbesserungen bewirken. Ermangelt er aber 
jener Eigenschaften, so wird er sicher nichts ausrichten. Es 
haben wohl nur Wenige davon eine Vorstellung, was für ein Grad 
von natürlicher Befähigung und wie viele Jahre Übung dazu ge- 
hören, um nur ein geschickter Tauben-Züchter zu werden. 

Die nämlichen Grundsätze werden beim Garten-Bau befolgt, 
aber die Abänderungen erfolgen oft plötzlicher. Doch glaubt 
niemand, dass unsere edelsten Garten-Erzeugnisse durch eine 
einfache Abänderung unmittelbar aus der wilden Urform ent- 
standen seyen. In einigen Fällen können wir beweisen, dass Diess 
nicht geschehen ist, indem genaue Protokolle darüber geführt wor- 
den sind; um aber ein sehr treffendes Beispiel anzuführen, können 
wir uns auf die stetig zunehmende Grösse der Stachelbeeren be- 







\ . 




ip^ 



I 






Js 



) 






c, 





ZI 



ei 





eratii 





I 






. sti 





t 




^n. ^ 



in 




f 



11. 



bei 







m 




5 




.<S 



1 



•l # 





(!'■ 




39 



nehmen eine 



erstaunliche Veredlung in manchen 



ziehen. Wir nehmen eine erMuuiiiit.nc Tv.x^w,»»e "v 

Zierblumen wahr, wenn man die heuligen Blumen mit Abbildung 



gleicht 



j 




vor 20 



W 



so 



eine Pflanzen-Rass 
Iternt der Samen-Zücht 



30 Jahren davon gemacht word 
einmal wohl ausgebildet worde 




ist 



^ 



nicht die besten Pflanzen, sond 



diejenigen auj 
eigenthümlich 




Saamen-Beeten, welche am weitesten von ihrer 



Form abweiche 



Bei Thieren findet diese Art 



Auswahl 



benfalls statt 



denn kau 



dürfte Jemand so 



glos 



seyn 



5 



schlechtesten Thiere zur Nachzucht zu verwenden 
Bei den Pflanzen gibt es noch ein anderes Mittel das Ma 



seine 



der 



Wirkung 



der 



Zuchtwa 



zu 



beobachten 



5 



ämlich 




Verdeichung 



d 



Verschiedenheit 




BliUhen in den mancherl 



Varietäten einer Art im Blumen-Garten • der Verschiedenheit der 



Blatte 



? 



Hüls 



5 



kommen 



5 



im 



Knollen od 
hen-Garten 



was 



sonst für Theile in Betracht 



gegenüber 



d 



Blüthen der näm 



h 



Var 





ii* 



Varietäten eiuei 
tern und Blüth 



Blatte 



er Verschiedenheit der Früchte bei den 
Art im Obst- Garten, gegenüber den Blät- 



derselben Varietäten-Reihe 



W 




sind 
Blüthen 




Kohl- Sorten und wie ähnlich 



w 



unähnlich die Blüthen des Jelängerjelieb 



verschieden 
[lander ihre 
irs und wie 



ähnlich die Blätter! wie sehr weichen die Früchte der verschied( 
Stachelbeer-Sorten in Grosse, Farbe, Gestalt und Behaarung 



I 



d 



b 



3 



rend an den Blüthen nur ganz unbedeutend 



Verschiedenheiten zu bemerke 



nd 



Nicht als 



ob 




Va 



rietäten, die in 



Beziehung weit auseinand 



andern gai 



nicht vt' 
niemals 

Ihums , 



d 



wären 



Die 



ist schwer 



d 



Reicht 




ei 




Die Gesetze der Wechselbeziehungen des Wachs 

deren Wichtigkeit nie übersehen werden sollte, werdei 

im Allo^emeinen abe 



o 



Verschiedenheiten 



: 




ich 




Abänderungen 
solche Rassen 



/weifein, dass die fortgesetzte Auswahl geringer 

3r in der Frucht 



den Blättern, in den Blüthen od 



g 



5 



welche hauptsächlich 



diesen Th 



von einander abweichen. 



Man 



könnte einwenden, das Prinzip der Zuchtwahl seye 
erst seit kaum drei Vierteln eines Jahrhunderts zu planmässiger 
Anwendung gebracht worden : gewiss ist es erst seit den letzten 



40 



<-» ^ 



Jahren mehr in Übung und sind viele Schriften darüber erschie- 
nen: die Ergebnisse sind in einem entsprechenden Grade im- 



mer rascher und erheblicher geworde 



Es ist aber nicht ent- 



fernt wahr, dass dieses Prinzip eine neue Entdeckung seye. Ich 
kann mehre Beweise anführen, aus welchen sich die volle An- 
erkennung seiner Wichtigkeit schon in sehr alten Schriften ergibt. 
Selbst in den rohen und barbarischen Zeiten der Englischen 
Geschichte sind ausgesuchte Zucht-Thiere oft eingeführt und ist 
ihre Ausfuhr gesetzlich verboten worden; auch war die Zerstö- 
rung der Pferde unter einer gewissen Grösse angeordnet, was 
sich mit dem oben erwähnten Ausjäten der Pflanzen vergleichen 



lässt. 



Das Prinzip der Züchtung finde 



ich auch in einer alten 



Chinesischen Encyklopädie bestimmt angegeben. Bestimmte Regeln 
darüber sind bei einigen Römischen Klassikern niedergelegt. Aus 
einigen Stellen in der Genesis erhellt, dass man schon in jener 
frühen Zeit der Farbe der Hausthiere seine Aufmerksamkeit zu- 
gewendet hat. Wilde kreutzen noch jetzt zuweilen ihre Hunde 
mit wilden Hunde-Arten, um die Rasse zu verbessern, wie es 
nach Plinius' Zeugniss auch vormals geschehen ist. Die Wilden 
in Süd-Afrika spannen ihr6 Zug-Ochsen nach der Farbe zusam- 
men, wie einige Esquimaux ihre Zug-Hunde. Livingstone berichtet, 
wie hoch gute Hausthier-Rassen von den Negern im innern Afrika, 
welche nie mit Europäern in Berührung gewesen, geschätzt werden. 
Einige der angeführten Thatsachen sind zwar keine Belege für 
wirkliche Züchtung; aber sie zeigen, dass die Zucht der Haus- 
thiere schon in altern Zeiten ein Gegenstand der Bestrebung ge- 
wesen und es bei 
aber in 





en rohesten Wilden noch jetzt ist. Es würde 
That doch befremden müssen, wenn sich bei der 
Züchtung die Aufmerksamkeit nicht sofort auf die Erblichkeit der 
so auffälligen guten und schlechten Eigenschaften gelenkt hätte. 

In jetziger Zeit versuchen es ausgezeichnete Züchter durch 
planmässige Wahl, mit einem bestimmten Ziel im Auge, neue 

* 

Stämme oder Unterrassen zu bilden, die alles bis jetzt bei 
uns Vorhandene übertreffen sollen. Für unseren Zweck jedoch ist 

+ 

diejenige Art von Züchtung wichtiger, welche man die unbe- 
wu.sste nennen kann und welche ein Jeder in Anwendung bringt, der 











rstö. 




cliei 

alten 






jenei 
l zu- 



e 




1 




.sani' 
Atel 



) 




) 



rden- 



j 







I 





t*' 





ne* 



t 





) 



nr 



t; 




41 



von 



den besten Thieren zu besitzen und nachzuziehen strebt. 



So 



wird Jemand, der 



einen guten Hühnerhund zu haben wünscht, zu- 



erst möglich gute Hunde zu erhalten suchen und hernach von den 
besten seiner eignen Hunde Nachzucht zu bekommen streben, 
ohne die Absicht oder die Erwartung zu haben, die Rasse hie- 



durch 



bleibend zu ändern. Demungeachtet zweifle ich nicht daran 
dass, wenn er dieses Verfahren einige Jahrhunderte lang fortsetzte 



5 



5 



er seine Rasse ändern 



und 



veredeln würde, wie Bakewell 



5 



CoLLiNS u. A. durch ein gleiches und nur mehr planmässiges Ver- 
fahren schon während ihrer eigenen Lebens-Zeit die Formen und 
Eigenschaften ihrer Rinder-Heerden wesentlich verändert haben. 
Langsame und unmerkliche Veränderungen dieser Art lassen sich 
nicht erkennen, wenn nicht wirkliche Ausmessungen oder sorg- 
fältige Zeichnungen der fraglichen Rassen von Anfang her gemacht 
worden sind, welche zur Vergleichung dienen können; zuweilen 
kann man jedoch noch unveredelte oder wenig veränderte Indi- 

■ 

viduen in solchen Gegenden auffinden , 

selben ursprünglichen Rasse noch nicht oder nur wenig fortge- 



wo die Veredelung der- 



schritten ist. So hat man Grund zu 



glauben, dass König Karl's 



Jagdhund-Rasse 



* 



seit 



der Zeit dieses Monarchen unbewusster 



Weise beträchtlich verändert worden ist. Einige völlig sachkundige 



• 9 



Gewährsmänner hegen die Überzeugung, dass der Spürhund in ge- 
rader Linie vom Jagdhund abstammt und wahrscheinlich durch lang- 

r 

same Veränderung aus demselben hervorgegangen ist. Es ist 

* 

bekannt, dass der Vorstehehund im letzten Jahrhundert grosse 
Umänderung erfahren hat, und hier glaubt man seye die Umände- 
rung hauptsächlich durch Kreutzung mit dem Fuchs-Hunde bewirkt 
worden; aber was uns berührt, das ist, dass diese Umänderung 



-» 



Herr Darwin ertheilt mir über die hier genannten Englischen Hunde- 
Rassen folgende Auskunft: 

der Jagdhund (Spaniel) ist klein, rauhhaarig, mit hängenden Ohren und 



gibt auf der Fährte des Wildes Laut; 



der Spürhund (Setter) ist ebenfalls rauhhaarig, aber gross, und drückt 
sich, wenn er Wind vom Wilde hat, ohne Laut zu geben lange Zeit regungs- 



los auf den Boden [auf die Fährte??]: 



der Vorstehehund (Pointer) endlich entspricht dem Deutschen Hühner- 



hunde und ist in Endand gross und glatthaarisf. 

c* o ~ o 



D. Übs. 



^ P 



42 



imbewusster und langsamer Weise geschehen und dennoch so 



beträchtlich ist, dass, obwohl der alte Vorstehehund 



gewiss aus 



Spanien gekommen 



? 



Herr Borrow mich doch versichert hat 



j 



m 



ganz 
haben 



Spanien 



kein( 



einheimische Hunde -Rasse gesehen zu 



5 



die unserem Vorstehehund gliche. 



5 



Durch ein gleiches Wahl- Verfahren und sorgfältige Aufzucht 
ist die ganze Masse der Englischen Rasse-Pferde dahin gelangt in 
Schnelligkeit und Grösse ihren Arabischen Urstamm zu übertreffen 
so dass dieser letzte bei den Bestimmungen über die Goodwood- 
Rassen hinsichtlich des zu tragenden Gewichtes begünstigt werden 

in England das 



musste. Lord Spencer u. A. haben 



gezeigt, dass 



Rindvieh an Schwere und früher Reife gegen frühere Zeiten zu- 
genommen. Vergleicht man die Nachrichten, welche in alten 



Tauben-Büchern über die Boten- und Purzel-Tauben enthalten sind 



j 



mit 



diesen Rassen 



5 



wie sie jetzt in Britannien^ Indien und 



Persien vorkommen, so kann man, scheint mir, deutlich die Stufen 



3 



verfolgen, welche sie allmählich zu durchlaufen hatten, um end- 
lich so weit von der Felstaube abzuweichen. 

YouATT gibt eine vortreffliche Erläuterung von den Wirkungen 
einer fortdauernden Züchtung, welche man in so ferne als un- 
bewusste betrachten kann, als die Züchter nie das von ihnen 
erlangte Ergebniss selbst erwartet oder gewünscht haben können, 
nämlich die Erzielung zweier ganz verschiedener Stämme. Es sind 
die zweierlei Leicestrer Schaaf-Heerden, welche von Mr. Buckley 



nd Mr. Bürgess seit etwas über 50 Jahren lediglich 



dem B 



WELL'schen Urstamme gezüchtet worden. Unter Allen, welche mit 
der Sache bekannt sind, glaubt Niemand von Ferne daran, dass 
die beiden Eigner dieser Heerden dem reinen Bakewell'schen 
Stamme jemals fremdes Blut beigemischt hätten, und doch ist 



jetzt die Verschiedenheit zwischen deren Heerden so gross, dass 
man glaubt ganz verschiedene Rassen zu sehen. 

Gäbe es Wilde so barbarisch, dass sie keine Vermuthung 
von der Erblichkeit 




Charakters ihrer Hausthiere hätten 



so 



würden sie doch jedes ihnen zu einem besonderen Zwecke vor- 
nützliche Thier während Hungersnoth und anderen 



zugsweise 



Unglücks-Fällen sorgfältig zu erhalten bedacht seyn 



\ 



5 



und ein der- 



I 



I 




Cc 



at 



) 



% 









ei 




inii 
teil i 



n 




in 



:j 




"ft Bt 




]iii et 




als«i 



n 




köiinf" 





Btcü 




m 





n 



! 




^ 




doch i> 



5S 



) 






tei^' 





kf 



li 



43 



artig auserwähltes Thier würde mithin mehr Nachkommenschaft 
als ein andres von geringerem Werthe hinterlassen, so dass schon 
auf diese Weise eine Auswahl zur Züchtung stattfände. Welchen 
Werth selbst die Barbaren des Feuerlandes auf ihre Thiere legen, 
sehen wir, wenn sie in Zeiten der Noth lieber ihre alten Weiber 
als ihre Hunde verzehren, weil ihnen diese nützlicher sind als jene. 

Bei den Pflanzen kann man dasselbe stufenweise Veredlungs- 
Verfahren in der gelegentlichen Erhaltung der besten Individuen 
wahrnehmen, mögen sie nun hinreichend oder nicht genügend 
verschieden seyn, um bei ihrem ersten Erscheinen schon als 



eine eigene Varietät zu gelten; mögen sie ^us der Kreutzung 
von zwei oder mehr Rassen oder Arten hervorgegangen seyn. 



Wir erkennen Diess klar aus der zunehmenden Grösse 



und 



Schönheit der Blumen von Jelängerjelieber, Dahlien, Pelargonien, 
Rosen u. a. Pflanzen im Vergleich zu den älteren Varietäten 
von derselben Arten. Niemand wird erwarten eine Jelänger- 
jelieber oder Dahlie erster Qwalilät aus dem Samen einer wil- 
den Pflanze zu erhalten, oder eine Schmelzbirne erster Sorte 
aus dem Samen einer wilden Birne zu erziehen, obwohl es von 
einem wild-gewachsenen Sämlinge der Fall seyn könnte, welcher 
von einer im Garten gebildeten Varietät entstammte. Die schon 
in der klassischen Zeit kultivir.te Birne scheint nach Plinius' Bericht 
eine Frucht von sehr untergeordneter Qualität gewesen zu seyu. 
Ich habe in Gartenbau-Schriften den Ausdruck grossen Erstaunens 
über die wunderbare Geschicklichkeit von Gärtnern gelesen, die 
aus dürftigem Material so glänzende Erfolge geärndet; aber ihre 
Kunst war ohne Zweifel einfach und, wenigstens in Bezug auf das 
End-Ergebniss, eine unbewusste. Sie bestund nur darin, dass sie 
die jederzeit beste Varietät wieder aussäeten und, wenn dann 
zufällig eine neue etwas bessere Abänderung zum Vorschein kam, 
nun diese zur Nachzucht wählten u. s. w. Aber die Gärtner der 
klassischen Zeit, welche die beste Birne, die sie erhalten konnten 

für eine herrliche Frucht wir 



? 



nachzogen, dachten 



daran, was 



einst essen 



würden; und 



doch schulden wir dieses treffliche Obst 



m geringem Grade wenigstens dem Umstände, dass schon sie 
begonnen haben, die b(^sten Varietäten auszuwählen und zu erhalten. 



44 



^' Der grosse Umfang 



Veränderungen 



sich in unseren 



Kultur-Pflanzen langsamer und unbewusster Weise angehäuft haben, 
erklärt die wohl-bekannte Thatsache, dass wir in den meisten Fällen 
die wilde Mutterpflanze nicht wieder erkennen und daher nicht 
anzugeben vermögen , woher die am längsten in unseren Blumen- 



Wenn 



es 



und Küchen-Gärten angebauten Pflanzen abstammen. 

aber Hunderte oder Tausende von Jahren bedurft hat, um unsre 

Kultur-Pflanzen bis auf deren jetzige dem Menschen so nützliche 

Stufe zu veredeln, so wird es uns auch begreiflich, warum weder 

Australien^ noch das Kap der guten Hoffnung oder irgend eine 

andre von ganz unzivilisirten 

eine der Kultur werthe Pflanze geboten hat. 

an Pflanzen so reichen Gegenden in Folge eines eigenen Zufalles 

gar nicht mit Urformen nützlicher Pflanzen von der Natur versehen 

worden wären : sondern ihre einheimischen Pflanzen sind nur nicht 



Menschen bew^ohnte Gegend uns 

Nicht als ob diese 



durch unausgesetzte Züchtung bis zu einem Grade veredelt worden, 
welcher mit dem der Pflanzen in den schon längst kultivirten 
Ländern vergleichbar wäre. 

Was die Hausthiere nicht zivilisirter Völker 



betrifit, so 



darf 



nicht übersehen, dass d 



ese in der Regel, zu gewissen Jahres- 
zeiten wenigstens, um ihre eigene Nahrung zu kämpfen haben, 
zwei sehr verschieden beschaff'enen Gegenden können Indivi- 




duen 



von einerlei Organismen-Art 



aber zweierlei Bildung und 



Thätigkeit der Organe oft die einen in d 



sten und d 



an 




in 




zweiten Gegend besser fortkommen und 




durch 



eine Art natürlicher Züchtung, wie nachher weiter erklärt werdei 
soll, zwei Unterrassen bilden. Diess erklärt vielleicht zum Theile 



j 



w 



einige Gewährs 



von den Thier-Rassen der Wild 



be 



chten. dass dieselben mehr die Charaktere besonderer Sp 



ich trag 



5 



die bei zivilisirten Völkern ffehallenen Abänderungen 



Nach 




hier 



ufgestellten Ansicht von dem äusserst wich 



tig 



Einflüsse 



? 



den die Züchtung des Menschen geübt 



5 



erklärt 



es sich auch wie es komme, dass unsre veredelten Rassen sich 



die Bedürfnisse und Launen d 



Struktur und Lebensweise so an 

Menschen anpassen. 

der so oft abnorme Charakter unsrer veredelten Rassen und die 



Es lassen sich daraus ferner, wie ich glaube 



45 





'H 




'«fii 




im h: 



nütz 



'U 



"1 n 



K' 




ei 




I 




ft 




^^er 




lur 




wora 



1 




so 



1 




n 





11 



ung ^ 









[ ]0 



i 



i 



Tl 




■0 




ci 




leri 





er 




j 



,nSl^ 





e^ 






gewöhnlich äiisserlich so grossen 



} 



in inneren Theilen oder Or- 



ganen aber verhältnissmässig so unbedeutenden Verschiedenheiten 
derselben begreifen. Denn der Mensch kann kaum oder nur sehr 
schwer andre als äusserlich sichtbare Abweichungen der Struktur 
bei seiner Auswahl beachten. 



nur 



elten um das In 



Abänderungen verfallen 



5 



5 und er bekümmert sich in der Thal 
3. Er kann durch Wahl nur auf solche 
welche ihm von der Natur selbst in an- 

So würde nie- 



fänglich schwachem Grade dargeboten werden, 
mals Jemand versuchen eine Pfauentaube zu machen, wenn er 
nicht zuvor schon eine Taube mit einem in etwas unregelmässiger 
Weise entwickelten Schwanz gesehen hätte, oder einen Kröpfer 



zu züchten , ehe er eine Taube mit einem grösseren Kröpfe ge- 
funden. Je eigenthümlicher und ungewöhnlicher ein Charakter 
bei dessen erster Wahrnehmung erscheint. 



desto mehr wird der- 



selbe 



die Aufmerksamkeit in Anspruch 



nehmen. Doch wäre 



der Ausdruck »Versuchen eine Pfauentaube zu machen« in den 
meisten Fällen äusserst unangemessen. 



Denn der, welcher zuerst 



eine Taube mit einem etwas stärkeren Schwanz zur Nachzucht 
ausgewählt, hat sich gewiss nicht träumen lassen, was aus den 
Nachkommen dieser Taube durch theils unbewusste und theils 

f 

planiuässige Züchtung werden könne. Vielleicht hat der Stamm- 
vater aller Pfauentauben nur vierzehn etwas ausgebreitete Schwanz- 



Ö 



Federn gehabt, wie die jetzige Javanische Pfauenlaube oder wie 
Individuen von verschiedenen andren Rassen, an welchen man 
bis zu 17 Schwanz-Federn gezählt hat. Vielleicht hat 
Kropflaube ihren Kropf nicht stärker 




erste 



aufgeblähet, als 



es jetzt die 

Möventaube mit dem oberen Theile des Schlundes zu thun pflegt, 
eine Gewohnheit, welche bei allen Tauben-Liebhabern unbeachtet 
bleibt, weil sie keinen Gesichtspunkt für ihre Züchtung abgibt. 

Es lässt sich nicht annehmen, dass es erst einer grossen 
Abweichung in der Struktur bedürfe, um den Blick des Liebhabers 
auf sich zu ziehen; er nimmt äusserst kleine Verschiedenheiten 
wahr, und es ist in des Menschen Art begründet, auf eine wenn 
auch geringe Neuigkeit in seinem eignen Besitze Werth zu legen. 
Auch ist der anfangs auf geringe individuelle Abweichungen bei einer 
Art. gelegte Werth nicht mit demjenigen zu vergleichen, welcher 



46 



denselben Verschiedenheiten beigelegt wird, wenn einmal mehre 
reine Rassen dieser Art hergestellt sind. Manche geringe Abände- 
rungen mögen unter solchen Tauben vorgekommen seyn und noch 
vorkommen, welche als fehlerhafte Abweichungen vom vollkommenen 
Typus einer jeden Rasse zurückgeworfen worden. Die gemeine Gans 
hat keine auffallende Varietät geliefert, daher die Thoulouse- 
und die gewöhnliche Rasse, 



welche nur in der Farbe als 




em 



bei unseren Ge- 



biegsamsten aller Charaktere verschieden sind, 
flüo-el-Ausstellungen für verschiedene Arten ausgegeben wurden. 



Diese Ansichten mögen 
kung erklären, 



ferner eine zuweilen gemachte Be- 
dass wir nämlich nichts über die Entstehung 



oder Geschichte einer unsrer veredelten Rassen wissen 



Den 



n 



man kann von einer Rasse, so wie von einem Sprach -Dialekti 

, dass sie einen bestimmten 



3 



in Wirklichkeit schwerlich sagen, 

Anfang gehabt habe. Es pflegt jemand und gebraucht zu 

tung irgend ein Einzelwesen mit geringen Abweichung 



Züch- 
1 des 



Körper -Baues 



5 



od 



er verwendet mehr Sorgfalt als gewöhnlich 



darauf, seine besten Thiere mit einand 



paaren 



verbessert 



dadurch seine Zucht und die verbesserten Thiere verbreiten sich 
unmittelbar in der Nachbarschaft. Da sie aber bis jetzt noch 
schwerlich einen besonderen Namen haben und sie noch nicht 
sonderlich geschätzt sind, so achtet niemand auf ihre Geschichte. 



Wenn sie 




durch dasselbe 



ngsam 



und stufenweise Ver- 



fahren noch weiter veredelt worden, breiten sie sich immer 
weiter aus und werden jetzt als etwas Ausgezeichnetes und 



Werthvolles 



anerkannt 



und 



erhalten wahrscheinlich nun erst 



einen Provinzial-Namen. In halb-zivilisirten Gegenden mit wenig 



freiem Verkehr 
neuen Unterras 





Ausbreitung und Anerkennung einer 



ein langsamer Vorgang seyn 



Sobald aber d 



werthvoUeren Eigenschaften der neuen Unter 



vollständig anerkannt sind, wird das von mir 



genannte Prinzip 




unbewussten Züchtung langsam und unaufhörlich 



wenn 



auch mehr zu einer als zur andern Zeit, jenachdem eine Rasse 
in der Mode steigt und fällt, und vielleicht mehr in einer Gegend 



als in der and 



3 



nach der Zivilisations-Stufe ihrer Bewohner 



die Vervollkommnung der charakteristischen Eigenschaften 



i 



47 








^1 








ite 



;t 



it' 






1 




r 




en It! 





en 





} 




c 




11 



e 




1 




es 




m 





r eiiif 



I 













ei 



\v 




ff 



c 





der Rasse hinwirken, welcher Art sie nun seyn mögen. 



Aber 



es 



ist unendlich wenig Aussicht vorhanden, einen geschichtlichen 



Bericht von solchen langsam 
Veränderungen zu erhalten. 



wechselnden und unmerklichen 



i 



Ich habe nun einige Worte über die für die künstliche 



Ein 



Züchtung günstigen oder ungünstigen Umstände zu sagen, 
hoher Grad von Veränderlichkeit ist insoferne offenbar günstig 



5 



als er ein reicheres Material zur Auswahl 



für 




Züchtung 



ferl 



Doch 



ht. als ob bloss individuelle Verschiedenheit 



nicht vollko 



genügten 



5 



um mit äusserster Sorgfalt durch 



Häufung endlich eine bedeutende Umänderung in fast jed 
liebigen Richtung zu erwirken. 



be 



Da ab 



solche dem Mensc 



offenbar nützliche oder gefällige Variationen nur zufällig vor- 

ie Aussicht auf deren Erscheinen mit der 



kommen, so muss 



gepflegt 





Anzahl 
Vielzahl d 



Individ 



hm 



5 



und so wird eine 



eser letzten von höchster Wichtigkeit für den Er- 
Mit Rücksicht auf d-ieses Prinzip hat Marschall über die 



folg. 

Schaafe in einigen Theilen von Yorkshire gesagt 



5 



dass. weil 



sie 




meistens in kle 



gewöhnlich nur armen Leuten gehören un 

Loose vertheilt sind, sie nie veredelt werden können 



Auf 




d 



Seit 



haben Handelsgärtner, welche 



alle 



Pflanzen in 



grossen Massen erziehen, gewöhnlich mehr Erfolg als die blossen 
Liebhaber in Bildung neuer und werthvoller Varietäten. 



Die 



Haltung einer grossen Anzahl von Einzelwesen einer Art in einer 
Gegend verlangt, dass man diese Species in günstige Lebens-Bedin- 
gungen versetze, so dass sie sich in dieser Gegend freiwillig 
fortpflanze. Sind nur wenige Individuen einer Art vorhanden, 
so werden sie gewöhnlich alle, wie auch ihre Beschaffenheit 



seyn mag 



5 



zur Nachzucht verwendet, und Diess hindert ihre 



Auswahl. Aber wahrscheinlich der wichtigste Punkt von allen 
ist, dass das Thier oder die Pflanze für den Besitzer so nützlich 
oder so hoch gewerthet sey. dass er die genaueste Aufmerk- 
samkeit auf jedn auch die geringste Abänderung in den Eigen- 
Schäften und dem Korper-Baue eines jeden Individuums verwende. 



Ist D 



cht der F 



so ist auch nichts zu erwirke 




hab 



es als wesentlich hervorheben sehen, es seye ein sehr glücklicher 




48 



Zufall gewesen, dass die Erdbeere gerade zu variiren begann, als 
Gärtner diese Pflanze näher zu beobachten anfingen. 



Zw 



'ei- 



felsohne hatte die Erdbeere immer variirt, seitdem sie angepflanzt 
worden; aber man hatte die fferingfen Abänderuno^en vernach- 



? 



lässigt. Als jedoch Gärtner später die Pflanzen mit etwas grösseren, 
früheren oder besseren Früchten heraushoben, Sämlinge davon 
erzogen und 




wied 



die besten Säm 



ge 




d 



Ab- 



kommen zur Nachzucht verwendeten, da lieferte diese, unter- 
stützt durch die Kreutzung mit andern Arten, die vielen be- 
wundernswerthen Varietäten, welche in den letzten 30 — 40 Jahren 

erzielt worden sind. 

Was Thiere getrennten Geschlechtes betrifll, so hat die 



Kreutzung gehindert werden kann, einen 



Leichtigkeit, womit ihre 

wichtigen Anlheil an dem Erfolge in Bildung neuer Rassen 

einer Gegend wenigstens, 



3 



in 



welche bereits mit anderen Rassen 
besetzt ist. Dazu kann die Einschliessung des Landes in Betracht 
kommen. Wandernde Wilde oder' die Bewohner ofl'ner Ebenen 
besitzen selten mehr als eine Rasse derselben Art. Man kann 

r 

zwei Tauben lebenslänglich zusammen-paaren, und Diess ist eine 



grosse 



Bequemlichkeit für den Liebhaber, weil er viele Vollblut- 



Rassen im nämlichen Vogelhause beisammen erziehen kann. Die- 
ser Umstand hat gewiss die Bildung und Veredlung neuer Rassen 
sehr befördert. Ich will noch beifügen. 



dass man d 



Tauben 



sehr rasch und in grosser Anzahl vermehren und die schlechten 



Vögel leicht beseitigen kann, weil sie getödtet zur Speise d 



Auf der andern Seite lassen sich Katze 
derungen wegen nicht 



ihrer 



htlich 



Wan- 



zusammen-paaren, dah 



man auch, trotz 



dem dass Frauen und Kinder sie gerne haben, selten eine neue 
Rasse aufkommen sieht: solche Rassen, wenn wir dergleichen 




zum 



aus 



jemals sehen, sind immer aus anderen Gegenden un 

Inseln eingeführt. Obwohl ich nicht bezweifle, dass einige Haus 



thiere weniger als 



dre variiren, so wird doch die Seite 




od 



Perlhuhn 



chied 



5 



gänzliche Mangel verj 
Gans u. s. w. hauptsächlich davon herrühren 



j 



Rassen bei Katze, Esel 

. dass 



kei 



Züchtung bei ihnen in Anwendung gekommen 



st 



bei 



Katzen, wegen der Schwierigkeit sie zu paaren; bei Eseln, we 



3 



5 



3 



! 




^ 



!l 




rp 




5« 




t 



JSs^tf, 




\ 



reu 







1 



5 




sen. 



; 






' 



an 






n. 



I 



10 









n 




1 



j 




iie 





m 



-e 




j 





ß; 




ij 




ü 






49 



sie 



nur in geringer Anzahl von armen Leuten gehalten werden 



> 



welche 



auf ihre Züchtung wenig achten; 



bei 



Perlhühnern 



> 



i 



weil sie nicht leicht aufzuziehen und eine grosse Zahl nicht bei- 
sammen gehalten wird ; bei Gänsen, weil sie nur zu zwei Zwecken 
dienen mittelst ihrer Federn und ihres Fleisches, welche noch 



nicht 



zur Züchtung neuer Rassen gereitzt haben 



Versuchen wir das über die Entstehung unsrer Hausthier- 
und Kulturpflanzen-Rassen Gesagte zusammenzufassen. Ich glaube, 
dass die äusseren Lebens-Bedingungen wegen ihrer Einwirkung 
auf das Reproduktiv-System von der höchsten Wichtigkeit für die 



Entstehung von Abänderung 



sind 



Ich glaube aber nicht, dass 



Veränderlichkeit als eine inhärente und nothwendige Eigenschaft 



allen organischen Wesen unter allen Umständen zukomme 



5 



Wie 



einige 



Schriftsteller angenommen 



haben. Die Wirkungen der Ver- 



änderlichkeit werden in verschiedenem Grade modifizirt durch Ver- 



erblichkeit und Rückkehr. Sie 



wird 



durch 



viele 



unbekannte 



Gesetze geleitet, insbesondre aber durch das der Wechselbezie- 



hungen 



des Wachsthums. Einiges 



mag der direkten Einwirkung 



der äusseren Lebens-Bedingungen, Manches dem Gebrauche und 



Nichtgebrauche der Organe zugeschrieben werden 



Dadurch wird 



das End-Ergebniss ausserordentlich verwickelt, kh bezweifle 

, dass in einigen Fällen die Kreutzung ursprünglich ver- 



nicht , 

schiedener Arten einen wesentlichen Antheil an der Bildung 
unserer veredelten Erzeugnisse gehabt habe. Wenn in einer 
Gegend einmal mehre veredelte Rassen vorhanden gewesen sind, 
so hat ihre gelegentliche Kreutzung mit Hilfe der Wahl zweifels- 
ohne mächtig zur Bildung neuer Rassen mitwirken können; aber 
die Wichtigkeit der Varietäten-Mischung ist, wie ich glaube, sehr 
übertrieben worden sowohl in Bezug auf die Thiere wie auf die 
Pflanzen, die sich aus Saamen verjüngten. Bei solchen Pflanzen 
dagegen, welche zeitweise durch Stecklinge, Knospen u. s. w. 



fortgepflanzt werden, ist die Wichtigkeit der Kreutzung zwischen 



• 



i 



Arten wie Varietäten unermesslich, weil der Pflanzenzüchter 



3 



hier die ausserordentliche Veränderlichkeit sowohl der Bastarde 



als d 



Blendling 



ganz 



ausser Acht lässt; doch haben die Fälle 



> 



wo Pflanzen nicht aus Saamen fortgepflanzt werden 



> 



wenig 



4 



50 



Bedeutung für uns, weil ihre Dauer nur vorübergehend ist. Aber 
die über alle diese Änderungs-Ursachen bei weitem vorherrschende 



Kraft ist nach meiner Überzeugung d 



tdauernd 



fende 



Züchtung, mag sie nun planmässig und schnell, oder unbewusst 
und allmählicher aber wirksamer in Anwendung kommen. 





Abänderung im Natur -Zustande. 



/ Variabilität. / Individuelle Verschiedenhe 



Zweifelhafte Arten. , Weit 



breitete 



hr zerstreute und g 



■ * 



n • 



grossrer 



PP 



einer Gegend b 



Arten variiren am n 
nnen variiren mehr 



**Arten 



al 



s 



di 



d 



kleinen Sippen.^ Viele Arten der grossen Sippen gleichen den V 



d 
b 



dass sie 



eh 



ah 



aber ungleich mit einander verwandt sind und 



Verbreitungs-Bezirke hab 



Ehe wir von 




Prinzip 



5 



ZU welchen wir im vorigen 



Kapitel gelangten, Anwendung auf die organischen Wesen im Natur 



Zustand 



ach 



müssen wir kürzlich 



untersuchen, in wieferne 



dies 



letzten veränderlich sind oder nicht. Um diesen Gegenstand 



gemessen zu behandeln 



3 



Thatsachen aufstellen: doch will ich d 



ich ein langes Verzeichniss trock 

ese für mein künftige! 



Werk 



pSr 



Auch will ich nicht 




hied 



Defini 



tionen erörtern, welche man von dem Worte «Species« gegeben 
hat. Keine derselben hat bis jetzt alle Naturforscher befriedigt. 
Gewöhnlich schliesst die Definition ein unbekanntes Element von 
einem besondren Schöpfungs-Akte ein. Der Ausdruck «Varietät« 
ist eben so schwer zu defmiren: gemeinschaftliche 



Abstammung 



ist meistens mit cinbedunge 
hat man von Monstrositäten 
die Varietäten \ibergehen. 



5 



obwohl so selten erweislich 



Auch 



gesprochen, die 



aber stufenweise in 



Unter einer «Monstrosität 



versteht 



man 



nach meiner Meinung irgend eine beträchtlich 



der Struktur in einem 



nachtheilig od 



Abweichung 



Theile, welche der Art entweder 



5 



doch nicht nützlich isj; und sich gewöhnlich nicht 



bt 



Einig 



Schriftsteller gebrauchen 



noch 




Ausdruck 



Variation« in einem 



technischen Sinne, um 



die unmittelbare Einwirkung 



Lebens-Beding 



Abänderungen durch 

mo-en zu be- 



zeichnen, und die Variationen dieser Art gelten nicht für erblich 



r 






f 



I 



I 



•> 



5 t 



I 








1- ^% 



die 

ariftsi 



siod t 



YOrii 



11 




^'iefeii: 



reiis il 



5 



5 



s 




.ünftif 



i 





/ 




lent 11 



f 




a 




1. 




\v 




{ 



\ 



T 




H 






ich «'•' 





3n 




i 




ef 




Doch, wer kann behaupten, dass die zwergartige Beschaffenheit 
der Konchylien ' im Brackwasser des Baltischen Meeres, oder die 
verringerte Grösse der Pflanzen auf den Höhen der Alpen, oder 
der dichtere Pelz eines Thieres in höheren Breiten nicht auf 



wenigstens 



g 



Generationen 



erblich 



eye 



2 



und in d 



Falle würde ma 



5 



glaube ich, die Form eine »Varietät« nennen. 



Dageg 



gibt es 



nch 



m 
dj 



geringe 
n kann 



Verschiedenheiten, welche 



als individuelle bezeichnen 
sie oft unter den Abkönmiling 



3 



d 



man von ihnen weiss 



? 



■ • 



von 



Altern vor- 



komm 



od 



unter 



olchen die wenigstens dafür gelten 



? 



sie zur nämlichen Art gehören und auf beerenztem Bau 




weil 
fiahe 



beisam 



wohnen. Niemand 



terstellt, dass alle Individuen 

Diese 



? 



einer Art genau nach demselben Model gebildet seyen. 
individuellen Verschiedenheiten sind nun gerade sehr wichtig für 
uns, weil sie der natürlichen Zucht mg Stoff zur Häufung liefern 
wie der Mensch in seinen kultivirten Bässen individuelle Ver- 
schiedenheiten in gegebener Bichtung zusammenhäuft. Diese 
individuellen Verschiedenheiten betreffen in der Begel nur die in 
den Augen des Naturforschers unwesentlichen Theile; ich könnte 
jedoch aus einer langen Liste von Thatsachen nachweisen, dass 
auch Theile, die man aus dem physiologischen wie aus dem 



klassifikatorischen Gesichtspunkte als wesentliche bezeichnen muss, 
zuweilen bei den Individuen von einerlei Art variiren. Ich bin 
überzeugt, dass die erfahrensten Naturforscher erstaunt seyn wür- 
den über die Menge von Fällen möglicher Abänderungen sogar in 
wichtig^en Theilen des Körpers, die ich im Laufe der Jahre nach 



guten Gewährsmännern zusammengetragen habe. Man muss sich 



aber auch dabei noch erinnern, dass Systematiker nicht erfreut 
sind Veränderlichkeit in wichtigen Charakteren zu entdecken, und 
dass es nicht viele Leute gibt, die ein Vergnügen daran fänden 



5 

mnre wichtige Organe sorgfältig zu untersuchen und in vielen 




Exemplaren einer und der nämlichen Art mit einander zu ver- 
eichen. So hätte ich nimmer erwartet, dass die Verzweigungen 

* 

des Hauptnerven dicht am grossen Zentralnervenknoten eines 
Insektes in der nämlichen Species abändern könne, sondern hätte 
vielmehr gedacht, Veränderungen dieser Art könnten nur langsam 

4* 



* 



52 



und stufenweise eintreten. 



Und doch bat Mr. Lubbock kürzlich 



an 



Coccus einen Grad von Veränderlichkeit an d 



nerven nachgewies 



5 



welch 



Haupt- 
lässige 



zumeist an die unregelmäss 
erinnert. Ebenso hat dieser 

» dass die 



Verzweigung eines Baumstam 

ausgezeichnete Naturforscher ganz kürzlich gezeigt 

Muskeln in den Larven gewisser Insekten von Gleichförmigkeit 

weit entfernt sind 
Zirkelschluss , 




Schriftsteller beweg 



sich oft in einem 



wenn sie behaupten, dass wichtige Organe nicht 



variiren; denn dieselben Schriftsteller 



hlen praktisch diejenigen 



zu 



Organe 

sind zu gestehen) 



den wichtigen (wie 



einige wenige 



ehrlich 



genug 



welche nicht variiren, und unter dieser Vor 



aussetzung kann dann allerding 



mals ein Beispiel von einem 



variirenden wichtigen Organe angeführt werden; aber 
andern Gesichtspunkte aus lassen sich deren viele aufzählen 



-j 



Mit 



den individuellen Verschiedenheiten steht noch ein andrer 



scheint 



Punkt in Verbindung, der mir sehr verwirrend zu sey 

ich will nämlich von den Sippen reden, die man zuweilen «pro 

teische« oder »polymorphe« genannt hat, weil deren Arte 



? 



• 

geordnetes Maass 



Veränderlichkeit zeigen 



j 



Naturforscher darüber einig 



werden können, welche For 



dass kaum zwei 

men als 



Arten 



nd welche als Varietäten zu betrachten seyen 



Man kann 



Rubus, Rosa, Hieracium unter den Pflanzen, mehre Insekten- und 

elß anführen. 



Brachiopoden-Sipp 



unter den Thieren als Beisp 



In den meisten dieser polymorphe 



Sipp 



haben einige Art 



feste und bestimmte Charaktere 



Sippen, welche in einer Gegend 



polymorph sind 



scheinen es mit 



einigen wenigen 



Ausnahmt 



auch in andern Gegenden zu seyn und, 

zu urtheilen, in früheren Zeiten gewesen zu sey 

Sachen nun 



nach den Brachiopoden 

1. Diese That- 



scheinen 



als sie zeigen 



5 



dass 




soferne geeignet Verwirrung zu bewirken, 
ese Art von Veränderlichkeit unabhängig 



von den Lebens-Bedingungen ist 



Ich bin 



dass wir in diesen polymorphen Sipp 
solchen Struktur-Verhältnissen begegnen 



) 



zu vermuthen geneigt, 
Veränderlichkeit nur in 
welche der Art weder 



nützlich noch schädlich sind und daher bei der natürlichen Züch- 
tung nicht berücksichtigt und befestigt worden sind, wie nachher 
erläutert werden soll. 



I 



K 



\ 



53 



ku 








' diei 

ass 

ejenigsi 




;er 




D 




m 




hlen. 



[1 




s 




!n «fit 
lein 



um 




mep 




len 



,111 



nP 



e 





s 



nahi^' 



liop 




f 



5 



e 





1 






- #• 

^ 



.t^ß 




;n 






Diejenigen Formen 



? 



welch 



zwar einen schon etwas mehr 



entwickelten Art - Charakter besitzen 



aber andren Form 



so 



ähnlich oder durch Mittelstufen so enge verkettet sind 

nicht als besondre Arten aufführen ^ 



5 



dass 




sie 



Naturforsch 

in mehren Beziehung 

allen Grund zu 



sind 



die wichtigsten für uns. 



Wir haben 



glauben, dass viele von d 



zweifelhaften und 




eng-verwandten Formen ihre Charaktere in ihrer Heimath 



Gegend lang 



Zeit beharrlich behauptet haben, lang genug um 



sie 



für gute und ächte Species zu halten 



Praktisch genommen 



pflegt 



ein Naturforsch 



5 



welcher zwei Formen durch Zwisch 



glieder 



mit einander verbinden kann, die eine als eine Varietät 



anderen gewöhnlichem 



d 



handeln, 
hier nicht 



od 



zuerst beschriebenen zu be 



Zuweilen treten aber sehr schwierig 



Fälle 



? 



die ich 



fzählen will 



5 



bei 



Entscheidung der Frage ein, ob 



Form als Varietät 




and 



anzuseh 



seye 



od 



nicht 



5 



socrar wenn beide durch Zwischenglieder enge miteinander ver 



kettet 



nd: auch die gewöhnliche Annahme, dass diese Zwischen- 



glieder Bastarde seyen, 
Schwierigkeit zu beseitige 



will 



nicht immer genüg 



um 



die 



In sehr vielen Fällen jedoch wird 



eine 



Form als eine Varietät der andern erklärt 



? 



nicht weil die 



Zwischenglieder wirklich gefunden worden, sondern weil Analog 
den Beobachter verleitet anzunehmen. 



entwed 




sie 



noch 



irgendwo vorhanden sind, 



oder dass sie früher vorband 



ge 



we 



sind 



5 



und 



damit ist dann Zweifeln und Vermuthung 



eine weite Thüre geöffnet. 

Wenn es sich daher um die Frag 

als Art oder als 



handelt 



5 



ob eine Form 




berufen 



? 




als Varietät zu bestimmen seye, scheint die Meinung 
Naturforscher von gesundem Urtheil und reicher Erfahrung 
der einzige Führer zu bleiben. Gleichwohl können wir in vielen 
Fällen uns nur auf eine Majorität der Meinungen 
es lassen sich nur wenige wohl -bezeichnete und wohl -bekannte 
Varietäten namhaft machen, die nicht schon bei wenigstens einem 
oder dem anderen sachkundigen Richter als Spezies gegolten hätte. 

Dass Varietäten von so zweifelhafter Natur keinesweges 
selten seyen, kann nicht in Abrede gestellt werden. Man ver- 



gleiche die von verschiedenen Botanikern geschriebenen Floren 



54 



f 

von Grossbritannien. Frankreich oder den Vereinten Staaten mit 
einander und sehe, was für eine erstaunliche Anzahl von Formen 

Naturforscher als gute Arten und von dein andern 



3 



von dem einen 

als blosse Varietäten angesehen werden. Herr H. C. Watson 
welchem ich zur innigsten Erkenntlichkeit für Unterstützung aller 
Art verbunden bin, hat mir 182 Britische Pflanzen bezeichnet, 
welche o^ewöhnlich als Varietäten eingereiht werden, aber auch 



schon 



alle 



von 



Botanikern für Arten erklärt worden sind: 



dabei hat er noch manche leichtere aber auch schon von einem 



oder 



dem anderen Botaniker als Art aufgenommene Varietät 



übergangen und einige sehr polymorphe 



Sippen gt 




ausser 



Acht gelassen. Unter Sippen, welche die am meisten polymorphen 
Formen enthalten, führt Babington 251, Bentham dagegen nur 



112 Arten auf, ein Unterschied von 



139 zweifelhaften Formen! 



Unter den Thieren, welche sich zu jeder Paarung vereinigen und 
sehr ortwechselnd sind, können dergleichen zweifelhafte zwischen 
Art und Varietät schwankende Formen nicht so leicht in einer 
Gegend beisammen vorkommen, sind aber in getrennten Gebieten 
nicht selten. Wie viele dieser Nordamerikanischen und Euro- 
fälschen Insekten und Vögel sind von dem einen ausgezeichneten 
Naturforscher als unzweifelhafte Art und von dem anderen als 

j 

Varietät oder sogenannte klimatische Rasse bezeichnet worden! 
Als ich vor vielen Jahren die Vögel von den einzelnen Inseln 
der Galopagos-Grnippe mit einander verglich und Andre sii; 
vergleichen sah, war ich sehr darüber erstaunt, wie gänzlich 
schwankend und wilikührlich der Unterschied zwischen Art und 
Varietät ist. Auf den Inselchen der kleinen Madeira-Grui^j^e 
kommen viele Insekten vor, welche in Wollastons bewunderns- 
würdigem Werke als Varietäten charakterisirt sind, die aber ohne 



allen Zweifel von 



vielen Entomologen als 



besondre Arten auf- 



gestellt werd 



jetzt 



gemein 



i würden. Selbst Irland besitzt 
als Varietäten angesehene Thiere 



nige wenig 



? 



die 



b 



von 



einigen Naturforsch 



für Arten erklärt 



Einige sehr 



erfahrene Ornithologen betrachten unser Britisches Rothhuhn (Lago- 
pus) nur als eine scharf bezeichnete Rasse der Norwegischen Art 



5 



nd die meisten solch 



fü 



unzweifelhaft eigenth 



I 



55 





\ 




\ 



'A 



'^1, 



'2f s 



ti'li 



?r 




Q si 



Varie 




Sü 



fen 111 



' oriiiei 



gen 

wisiit 



in 



]e 






icliiitt; 



% 



reu 



VI 




^ 




idrt; 



(!! 



t'i 





Art «11= 



jn 







all 



\v 



;l,er 




fö 




j' 



j 








Art Grossbritannien 

der Heimath zweier 



erklären 



Eine weite Entfernung zwischen 



zweifelhatten Formen bestimmt viele Natur- 
für zwei Arten zu erklären; aber nun fragt 



forscher dieselben 

^s sich, welche Entfernung dazu genüg 



2 



Wenn die 



seh 



Europ 



und Amerika gross genug ist 



5 



kann dann auch 



zwischen erstem Kontinente 



nd 




A:zoren oder Madeira od 



den Canarischen Inseln oder Irland genüg 
geben. 



2 



Man muss zu- 



dass viele von hoch-befähigten Richtern als Varietäten 



betrachtet 
sitzen, da 
ächte Spe 
Frage 



I 



so 



ollko 



d 



Charakte 



Arten be 



sie 



von andern hoch-befähigten Beurtheilern Rir gute 



rklärt werd 



Aber es 



gebene Arb 



die 



zu 



rörtern. ob es Arten oder Varietäten seyen, so lang 



noch keine Defmition von dem Begriffe dies 



zwei Ausdrücke 



allgemein angenommen 



ist. 



Viele dieser stark ausgeprägten Varietäten oder zweifelhaften 



Arten verdienten wohl eine 



nähere Beachtung, weil 



man vielerlei 



interessante Beweis-Mittel aus ihrer geographischen Verbreitung, ' 



nalogen Variatio 



5 



Bastard-Bildungen u. s. w. herbeigeholt hat 



3 



um 




Rangstufe festzustellen 



Ich will h 




von 




zwei Formen der Schi 



zwei Pflanz 



ihnfen gebührende 

F 

nur ein Beispiel anführen, 
selblumen, Primula veris und Fr. elatior. D 
weichen bedeutend im Aussehen von einander ab ; jede hat einen 
anderen Geruch und Geschmack; sie blühen zu etwas verschie- 
dener Zeit und wachsen an etwas verschiedenen Standorten; sie 

bis in verschiedene Höheti hinauf und haben 

3 Verbreitung; endlich lassen sie 



gehen an Berg 
eine verschiede 



ographisch 



h nach d 



vielen in 




letzten Jahren von einem 



SS erst 



sorgij 




gen 



Beobachter 



, Gärtner, angestellten Versuchen nur 
sehr schwierig mit einander kreutzen. Man kann also schwerlich 
bessre Beweise dafür wünschen, dass beide Formen verschiedene 
Arten bilden. Auf der andern Seite aber werden sie durch 
zahlreiche Zwischenglieder mit einander verkettet, und es ist 
sehr zweifelhaft, dass Solches Bastarde sind 



; Diess ist, wie mir 
scheint, ein überwiegendes Maass von Experimental-Beweis dafür, 

als 



3 




dass sie von gemeinsamen Altern abstammen und mithin nur 



Varietäten zu betrachten sind. 



56 



Sorgfältige Forschung wird in den meisten Fällen die Natur- 
forscher zur Verständigung darüber bringen, wofür die zweifel- 



haften Form 



zu hallen sind 



Doch 



müssen wir bekenn 



3 



dass es gerade in den am besten bekannten Gegenden die 



meisten zweifelhaften Forme 



gibt 



Ich war über die Thatsache 



erstaunt, dass von solchen Thieren und Pflanzen, welche dem 
Menschen in ihrem Nalur-Zustande sehr nützlich sind oder aus 
irgend einer anderen Ursache seine besondre Aufmerksamkeit 

fast überall Varietäten angeführt werden. Diese Varie- 



erregen 



3 



täten werden jedoch oft von einem oder dem andern Autor als 



Arten bezeichnet 



Wie 



sorgfältig 



ist die gemeine Eiche studirt 



word 



Nun macht aber 



Deutscher Autor über 



Dutzend 



Arten aus den 



Formen, welche bis 



jetzt stets als Varietäten an- 



gesehen wurden; und in diesem Lande können unter den höchsten 
botanischen Gewährsmännern und vorzüglichsten Praktikern welche 
sowohl zu Gunsten der Meinung, dass die Trauben- und die 
Stiel-Eiche gut unterschiedene Arten seyen, wie auch andre für 
die gegentheilige Ansicht nachgewiesen werden. 

Wenn ein junger Naturforscher eine ihm ganz unbekannte 
Gruppe von Organismen zu studiren beginnt, so macht ihn an- 

was für Unterschiede die Arten be- 



3 



fangs die Frage verwirrt 

zeichnen, und welche von ihnen nur Varietäten angehören; denn 

er weiss noch nichts von der Art und der Grösse der Abän- 



derungen, d 



die Grupp 



fähig ist; und 



D 



beweiset 



wieder 



> 



wie 



llgemein wenigstens einige Variation ist 



eben 
Wenn 



er aber seine Aufmerksamkeit auf eine Klasse in einer Gegend 
beschränkt, so wird er bald darüber im Klaren seyn, wofür er 
diese zweifelhaften Formen anzuschlagen habe. Er wird im 



viele Arten zu machen, weil ihn, so 



5 



5 



3 



das 



Allgemeinen geneigt seyn, 

wie die vorhin erwähnten Tauben- oder Hühner -Freunde 
Maas der Abänderung in den seither von ihm studirten Formen 
betroffen macht, und weil er noch wenig allgemeine Kenntniss 
von analoger Abänderung in andern Gruppen und andern Gegen- 

zur Berichtigung jener zuerst empfangenen Eindrücke besitzt. 



den 



Dehnt er nun den Kreis seiner 



Beobachtung weiter aus, so 



wird 



ßr noch auf andre Schwierigkeiten stossen; er wird einer grossen 



f 




en 




.e 







eil 



j 




itor 



i 








und 




ekaii 




•ten f 



i; 




et 







r 



ofur 



(l 




\W 



«f 



a\ 




5 




^ 



iifl 





e^' 






a 






57 



Anzahl nahe verwandter Formen begegnen. Erweitern sich seine 
Erfahrungen noch mehr, so wird er endlich in seinem eignen 
Kopfe 



darüber einig werd 



was Varietät und was Sp 



zu 



nennen seye: aber er wird zu diesem Ziele nur gelangen, indem 



er viel Veränderlichkeit 



zugibt, und er wird die Richtigkeit seiner 



Annahme von andern Naturforschern oft in Zweifel 



gezogen 



seh 



Wenn er nun überdiess verwandte Formen aus and 



nicht unmittelbar angrenzenden Ländern zu studiren Gelegenheit 
erhält, in welchem Falle er kaum hoffen darf die Mittelglieder 
zwischen diesen zweifelhaften Formen zu finden, so wird er sich 
fast ganz auf Analogie verlassen müssen, und seine Schwierig- 

r 

keiten werden sich bedeutend steigern. 



Eine bestimmte Grenzlinie ist bis jetzt sicherlich nicht ge- 



zogen 



worden, weder 



zwischen Arten und Unterarten, 




i. sol- 



? 



chen Formen, welche nach der Meinung einiger Naturforscher 
den Rang einer Spezies nahezu aber doch nicht gänzlich erreichen 
noch zwischen Unterarten und ausgezeichneten Varietäten, noch 
endlich zwischen den geringeren Varietäten und individuellen 



Verschiedenheiten. 



Diese 



Verschiedenheiten 



greifen 



? 



m 



eine 



Reihe geordnet, unmerklich in einander, und die Reihe weckt 
die Vorstellung von einem wirklichen Übergang. 

Daher werden die individuellen Abweichungen, welche für 



den Systematiker nur wenig Werth haben, für uns von grosser 
Wichtigkeit, weil sie 

Varietäten 




bilden 



e erste Stufe zu denjenigen geringeren 
welche man in naturgeschichtlichen Werken 
der Erwähnung werth zu halten pflegt. Ich sehe ferner diejenigen 
Abänderungen, welche etwas erheblicher und beständiger s 



nd 



als d 



nächste Stufe an, welch 



uns zu den mehr auffällig 



und bleibenderen Varietäten führt, wie uns d 
Spezies und endlich Sp 
dieser Stufen 



leiten 




zu den Sub 



Übergang von einer 



lediglich 



in die andre nächst-höhere mag in einigen Fällen 
der lang-währenden Einwirkung verschiedener natür- 



licher Bedingungen in zwei verschied 



doch 



hab 



ich 



Gegenden herrühren 



^ 



nicht viel Vertrauen zu d 



Ansicht und 



schreibe den Übergang von einer leichten Abänderung zu einer 
wesentlicher verschiedenen Varietät der Wirkung der natürlichen 



58 



Züchtung 



mittelst Anhäufung individueller Abweichung 



Struktur in gewisser steter Richtung zu. 



w 



nachher 



der 
äher 



dergesetzt 



den 



oll 



Ich glaube daher. 



dass man 



gut 



eprägte Varietät mit Recht eine beginnende Sp 



nennen ka 



5 



ob sich aber d 



Glaube rechtfertig 



lasse 



5 



muss aus aem allgemeinen Gewichte der in diesem Werke bei 



dem 



gebrachten Thatsache 



und Ansichten ermessen 



rd 



Es ist nicht nöthicr zu unterstellen, dass alle Varietäten oder 



3 



beginnenden Spezi 
ie können in d 




ich wirklich zum Rang 
in Beginnungs-Zustand 



wied 



Art erheb 
r erlöschi 



•> 



oder sie können als solche Varietäten lange Zeiträume durchlau 
fen, wie Wollaston von den Varietäten gewisser Landschnecken 



Arten auf Madeira gezeigt 



* 



da 



sie 




Iterliche Sp 



Gedeihet eine Varietät derartig, 
in Zahl übertritft, so sieht man 



sie für die Art und die Art für die Varietät an; sie kann die 



älterliche Art aber 



ählich auch 




ersetzen 



d überleben 



") 



od 



dlich beide kö 



wie 



g^g 



Arten neben einan- 



der fortbestehen. Doch, wir werden nachher auf diesen Gegen 

stand zurückkommen. 

Aus diesen Bemerkungen geht hervor, dass ich den Kunst 



ausdruck »Sp 
lichkeit halbe 



als einen nur willkürlich 





Bequem- 



f 



Reihe von einand 



ehr ähnliche 



Indi- 



viduen angewendeten betrachte, und dass er von dem Kunstaus 

< nicht wesentlich, sondern nur insofern verschie 



drucke »Varietät« 

w 

den ist. als dieser 



ind 



bweichende und noch mehr 



schwankende Formen Anwendung findet 



Und eben so ist die 



Unterscheidung zwischen »Varietät« und .»individueller Abänderung 



nur eine Sache der Willkür 




Bequemlichkeit 



Durch theoretische Betrachtungen geleitet habe ich geglaubt 



5 



dass sich einige interessante Ergebnisse 
und die Beziehungen der am meisten \ 
ten würden, wenn man alle Varietäten 



Bezug 



die Natur 



ariirenden Arten darbie 

verschiedenen wohl 



aus 



Alb 



hat 



dieselbe Beobachtung auf Madeira 



ge 



dre Folgerung daraus gezogen 



dass 



unermesslicher Zeiträume immer dieselb 



geh 



und 



cht eine Sp 



bilden 



M, aber eine 
, die während 

geblieben, nicht in einander über- 

D. Ü. 



h diese Formen 




?r 








s 



'i 



es 








I 



r . 



«1*^11 ölt 

erkell 




s 




durci; 
linedi 

derari 



sielt 
kann 



beriet) 




D^ 



V- 



eil emi 



n 




in 





hen Id' 



ve 




)cli ^^ 








n 











\f 



i 



a 




ie 



59 



bearbeiteten Floren tabellarisch zusammenstellte. Anfangs schien 



mir Diess eine einfache Sache zu seyn 



Aber Herr H. C. 



Watson, dem ich für seine werthvollen Dienste und Hilfe in die 



ser Beziehung sehr dankbar bin, überzeugte mich bald 



Diess mit vielen Schwierigiieiten verknüpft seye 



? 



dass 



5 was späterhin 

Dr. Hooker in noch bestimmterer Weise bestätigte. Ich behalte 
mir daher für mein künftiges Werk die Erörterung dieser Schwie- 
rigkeiten ur 



d 



den Sp 



d 



Tabell 



ber d 



Zahlen-Verhältn 




vor. 



Dr 



Hooker erlaubt mir 



ch b 



lug 



en. dass. nachdem er meine handschriftlichen Aufzeichnung 



d Tab 



gfältig durchgelesen, er d 



e folgenden Feststel- 
lungen für vollkommen wohl begründet halte. Der ganze Gegen- 
stand aber, welcher hier nothwöndig nur sehr kurz abgehandelt 
werden muss, ist ziemlich verwickelt, zumal Bezugnahmen auf 
das „Ringen um Existenz«, auf die »Divergenz des Charakters« 



und 



andre erst später zu erörternde Fragen nicht vermieden 



werden können. 



7 



Alhions DeGandolle u. a. Botaniker haben gezeigt 



5 



dass 



solche Pflanzen, die sehr weit ausgedehnte Verbreitungs-Bezirke 
besitzen, 2fewöhnlich auch Varietäten darbieten, wie sich ohne- 



diess schon erwarten 



lässt 



? 



weil sie verschiedenen physika- 



lischen Einflüssen 



von Org 



ausgesetzt 



sind 



und 



mit 



anderen 



pen 
nachher 



in Mitbewerbung komm 



5 



was 



5 



Wie 



Grup- 
sich 



ergeben soll, von noch viel 



grösserer 



Wichtigkeit 



ist 



Meine Tabellen zeigen aber ferner, dass auch in einem beschränk- 



j 



ten Gebiete die gemeinsten, d. h. die in den zahlreichsten Indi- 
viduen vorkommenden Arten und jene, welche innerhalb ihrer eig- 
nen Gegend am meisten verbreitet sind (was von »weiter Ver- 
breitung« und in gewisser Weise von »Gemeinseyn« wohl zu unter- 

■ 

scheiden), oft zur Entstehung von hinreichend bezeichneten Varie- 
täten Veranlassung geben, um sie in botanischen Werken auf- 
gezählt zu finden. Es sind mithin die am üppigsten gedeihen- 



den 



oder 



5 wie man sie nennen kann, dominirenden Arten, 
nämlich die am weitesten über die Erd-Oberfläche ausgedehnten, 

■ 

die in ihrer eignen Gegend am allgemeist verbreiteten, es sind die 
an Individuen reichsten Arten, welche am öftesten wohl ausgeprägte 



60 



Varietäten oder, wie man sie nennen möchlej Beginnende Sp 



liefern. Und D 



ist vielleicht vorauszusehen gewesen 



? 



denn 



so 



wie Varietäten, um einigermaassen 



bleibend zu werden, noth 



3 



Bewohnern der Gegend zu kämpfe 



haben 



Arten an» 



wendig mit andern 

so werden auch die bereits herrschend geword 

meisten geeignet seyn Nachkommen zu liefern, welche, mit eini- 

gen leichten Veränderungen, diejenigen Vorzüge noch weiter zu 



vererb 



im Stand 



sind 



3 



wodurch ihre Altern über ihre Lan 



desgenossen das Übergewicht errungen haben. 

/ Wenn man die eine Gegend bewohnenden und in einer 
Flora derselben beschriebenen Pflanzen in zwei gleiche Haufen 



theilt 



5 



wovon der eine alle Arten aus 



grossen 



5 




der andi 



alle aus kleinen Sipp 



enthält, so wird man eine etwas grössere 



Anzahl sehr gemeiner und sehr verbreiteter oder herrschend 



Arten auf Seiten der grossen 
vorausgesehen werden können 



Sipp 



finden. Auch Diess hat 



denn schon die 



fach 



That 




viele Arten einer und 




Sache, 

Gegend bewohnen, zeigt 

nischen Beschaffenheit der Gegend für 

daher man erwarten durfte, in den gi 



nämlichen Sipp 



eme 



etwas in der organischen 

ie Sippe 




oder u 
Günstig 



an 



5 



* « 



od 



viele Arten 



j 



enthaltenden Sippen auch eine verhältnissmässig grosse Anzahl 
herrschender Arten zu finden. Aber es gibt so viele Ursachen 
welche dieses Ergebniss zu verhüllen streben, dass ich erstaunt 
bin in meinen Tabellen doch noch ein kleines Übergewicht auf Sei- 



ten der grossen Sippen 
Sachen dieser Verhüllung 



zu finden 



Ich will hier nur zwei Ur- 



m anführen. Süsswasser- und Salz- 
Pflanzen haben gewöhnlich weit ausgedehnte Bezirke und eine 

starke Verbreitung; 
orte zusammcnzuhäng 



Diess scheint aber mit der Natur ihrer Stand 

und hat wenig oder gar keine Bezie 



hung zu 



dem Arten-Reichthum der Sipp 



5 



wozu sie gehöre 



Ebenso sind Pflanzen von 



nvollkommenen Organisations-Stufen 



5 



gewöhnlich viel weiter als die hoch organisirten verbreitet, und 
auch hier besteht keine nahe- Beziehung zur Grösse der Sippen 



Die 



Ursache dieser letzten Erscheinung soll in unseren Kapiteln 



über die geographisch 



Verbreitung erörtert werden 



Indem ich die Arten nur als stark ausgeprägte und wohl 



I 
t 




^5de^ 





1 




i 




' eiler 



m 








er 




Srosseii 



3 



scknli 
)iess 








tiges I 





3 



'T 





erstai 




zwei 





er 




le 








jiiet 



) 



r 





ifi 




61 



umschriebene Varietäten betrachtete 



5 



war ich im Stande voraus- 



zusagen 
öfter, al 



> 



d 



dass die Arten der grösseren Sippen einer Gegend 
e der kleineren, Varietäten darbieten würden ; denn wo 



immer 



sich viele einander nahe verwandte Arten (die der grosse 



ren Sippen) gebildet haben 



5 



werden sich im Allgemeinen auch 



viele Varietäten derselben oder beginnende Arten zu bilden ge- 




seyn 



5 



Wie 



da, wo viele grosse 



5 



viele junge Bäumchen aufkommen zu sehen erwarten darf 



viele Arten einer Sipp 



durch Variation entstanden 



Bäume wachsen, man 



Wo 

sind 



sind, da 



nd möchte man 



Wenn 



die Umstände günstig für Variation gewesen 

mithin auch erwarten, sie noch jetzt günstig zu finden 

wir dagegen jede Art als einen besonderen Akt der Schöpfung 

betrachten, so ist kein Grund einzi 



einzusehen, weshalb verhältniss- 
hr Varietäten in einer Arten-reichen Gruppe als in 



massig m( 

einer solchen mit wenigen Arten vorkommen sollten. 

Um die Bichtigkeit dieser Voraussagung zu beweisen 



3 



habe 



ich die Pflanzen-Arten 



zwölf verschiedenen Ländern und die 



Käfer-Arten in zwei verschied 



Gebieten 



zwei einand 



fast gleiche Haufen getheilt, die Arten der grossen Sippen auf 
der einen und die der kleinen auf der andern Seite, und es hat 



sich 



beharrlich überall dasselbe Ergebniss gezeigt, dass eine 
verhältnissmässig grössre Anzahl von Arten bei den grossen 
Sippen Varietäten haben als bei den kleinen. Überdiess bieten 

grossen Sippen, welche überhaupt Varietäten 



die Arten 



der 



haben 



3 



eine verhältnissmässig grössere Varietäten-Zahl dar, 



als 



die der kleineren. Zu diesen beiden Ergebnissen gelangt man 

wenn man die Eintheilung anders macht und alle Sippen 

Arten ganz aus den Tabellen ausschliesst. Diese 



auch 



mit nur 




dass 



Thatsachen sind von klarer Bedeutung für die Ansicht, 
Arten nur streng ausgeprägte und bleibende Varietäten sind; 
3nn wo immer viele Arten in einerlei Sippe gebildet worden 



d 



d od 



wo 



3 



wenn der Ausdruck erlaubt ist, die Arten-Fabri 



kation thätig betrieben worden ist, müssen wir gewöhnlich diese 
Fabrikation noch in Thätigkeit finden, zumal wir alle Ursache 
haben 



zu 



glauben, dass das 



Fabrikations-Verfahren ein sehr lang- 
sames seye. Und Diess ist sicherlich der Fall, wenn Varietäten 



62 



als beginnende Arten zu betrachten: denn meine Tabellen zei- 



gen deutlich ganz 



allgemein, dass, wo immer 



viele Arten einer 



Sippe gebildet worden sind, diese Arten eine den Durchschnitt 
übersteigende Anzahl von Varietäten oder beginnenden neuen 
Arten enthalten. Damit soll nicht gesagt werden, dass alle 



grossen Sippen jetzt sehr variiren und in Vermehrung ihrer 
Arten-Zahl begriffen sind, oder dass keine kleine Sippe jetzt 
Varietäten bilde und wachse; denn dieser Fall wäre sehr ver- 
derblich für meine Theorie, zumal uns die Geologie klar bewei- 
set, dass kleine Sippen im Laufe der Zeit oft sehr 



gross gewor- 



den, und dass grosse Sippen 



5 



nachdem sie ihr Maximum erreicht 

Alles 



> 



wieder zurückgesunken und endlich verschwunden sind, 
was hier zu beweisen nöthig ist, beschränkt sich darauf 



j 



5 



dass 




a, wo viele Arten in einer Sippe gebildet word 
jetzt durchschnittlich viele in Bildung begriffen si 

■ 

ist nachgewiesen. 
Es gibt aber 



5 




: 



ch noch 



Diess 




noch 



dere beachtenswerthe Beziehung 



zwischen 




Arten grosser Sipp 





den Varietäten derselb 



Wir haben geseh 



ufgeführt werden- 
en. dass es kein 



untrügliches Unterscheidungs- Merkmal zwische 
ausgeprägten Varietäten gibt: und in jenen 



n Arten und stark 
Fällen, wo Mittel- 



glied 



zwischen zweifelhaften For 



noch nicht gefunden wer 




sind die Naturforscher genöthigt, ihre Bestimmungen von 
der Grösse der Verschiedenheiten zwischen zwei Formen abhängig 



zu machen, indem sie nach der Analogie urtheilen 



5 



Betrag genüge 



5 



um nur eine od 



alle beide zum 



ob der 



Bang 



von 



Arten zu erheben. Der Betrag der Verschiedenheit ist mithin 



ein 



ehr wichtiges Merk 



b 



der Bestimmung 



5 



ob zwei F 



men 



für 



i 



Vrten od 



Fries in Bezug auf 




für Varietäte 
3 Pflanzen ui 





Insekten 



Grad 




sollen. Nun haben 
Westwood hinsichtlich der 

^n der 




ie Bemerkung gemacht, dass in grossen Sipp 
Verschiedenheit zwischen den Arten oft ausser 



dent 



lieh klein ist. Ich habe D 



«* 



in Zahlen-Durchschnitten zu pru 



fen gesucht und 



5 



so weit meine noch unvollkomme 



Ergeb 



nisse reichen, bestätigt gefunden, 
bei einigen genauen und erfahren 



Ich hab 



mich desshalb auch 



Beobachtern befragt und 






I 



63 



f«,.: 



*', 



f^h 



'i 




h 




I 



n 




t: 




li; 



ielr 





ii 




r be-v' 



-1 

5 




erreii 





U' 




ucli 



nd Dif! 



iehunf 



weri 



0) 



es 






den 









» :f il 



5t ■«""• 



wei 




n 






en 




> 





!, 




1 




a 






I 

nach Auseinandersetzung der Sache gefund 



5 



dass sie in der 



selben übereinstimmen 




dieser Hinsicht gleichen demnach die 



Arten 




grossen Sippen 




d 



kleine 



Nun kann nian 




Varietäten 
ie Sache 



ehr 



? 



als d 



Arten 



ab 



auch anders aus- 



drücken 'und 




? 



d 



Durchschnitt übersteigend 



1 den grösseren 
Anzahl von 



Sippen, wo eine 
Varietäten oder begin 



den 



den Spezies noch jetz fabricirt worden, viele der bereits fertigei 
Arten doch bis zu einem gewissen Grade Varietäten gleichen 



? 



■ 

insofern sie durch ein^h weniger als gewöhnlich grosse 



Maass 



von 



Verschiedenheit von einander getrennt werden. 

Überdiess stehen die Arten grosser Sippen in derselben 



Beziehung, wie die Varietäten 



einer Art zn einander. 



Kein 



Naturforscher glaubt 



3 



dass alle Arten einer Sippe in gleichem 



Grade von 



einander verschieden sind ; sie werden daher gewöhn- 



lich 



h 



Subg 



? 



Sektionen oder noch untergeordnetere 



Gruppen getheilt. Wie Fries bemerkt, sind diese kleinen Arten- 
Gruppen gewöhnlich wie Satelliten um gewisse andere Arten 



geschaart. Und was 




Varietäten anders als Formen-Grupp 



gleicher wechselseitiger Verwandtschaft um gewisse Formen 

m nämlich? Unzweifelhaft ist ein 
Arten als zwischen Varietäten ; 

insbesondere ist der Betrag der Verschiedenheit der Varietäten 
von einander oder von ihren Stamm -Arten kleiner, als der 



versammelt, um die Stamm-Art 
grössrer Unterschied zwischen 



zwischen den Arten derselben Sippe. V\^enn wir aber zur Er- 
örterung des Princips, wie ich es nenne, der «Divergenz des 
Charakters« kommen, so werden wir sehen, wie Diess zu erklä- 



5 



3 



ren, und wie die geringeren Verschiedenheiten zwischen Varietä- 

erwachsen zu den grösseren Verschiedenheiten zwischen 



ten 



den Arten. 



Es 



gibt 



da noch einen 




ern 



Punkt, welch 



mir 



der 



Beachtung werth scheint. Varietäten haben gewöhnlich eine 
beschränktere Verbreitung, was schon aus dem Vorigen folgt ; 
d 



enn war 



eine Varietät weiter verbreitet 



ihre angebliche 



Stamm-Art, so niüsste deren Bezeichnung umgekehrt werden. 
Es ist aber auch Grund vorhanden zu glauben, dass diejenigen 
Arten, welche sehr nahe mit anderen Arten verwandt sind und 



64 



ferne Varietäten gleich 
3n. So hat mir z. 



? 



oft 



hab 



gesichteten Lond 




Herr H 



gre Verbreitungs-Grenzen 
. Watson in dem wohl- 




zen 



bemerkt, welch 



Pflanzen-Katalog (vierte Ausgabe) 63 Pflan- 

mn aufgeführt sind, die er aber 



als Arten d 



für so nahe mit anderen Arten verwandt hält, äass ihr Rang 
zweifelhaft wird. Diese 63 gering-werthigen Arten verbreiten 

in welche Watson Gross- 
m nämlichen Kataloge auch 



sich im Mittel 



ber 



6.« der Pi 



3 




diese erstreck 



sich 



hritannien eingetheilt hat. Nun sind im 

53 anerkannte Varietäten aufgezählt, un 

über 7,7 Provinzen, während die Arten, wozu diese Varietäten 

gehören, sich über 14,:^ Provinzen ausdehnen. Daher denn die 

anerkannten Varietäten eine beinahe eben so beschränkte mittle 

Verbreitung besitzen, als jene nahe verwandten Formen, welche 



Watson als zweifelhafte Arten bezeichnet hat, die aber von Bri- 
tischen Botanikern gewöhnlich für gute und ächte Arten genom- 

4 

men werden. Endlich haben dann Varietäten auch die nämlichen 



allgemeinen Charaktere 



? 



wie Species; denn 



sie können von Arien 



nicht unterschieden werden, ausser, erstens, durch die Ent- 



deckung von Mittelgliedern, und das Vorkommen solcher Glieder 
kann den wirklichen Charakter der Formen, welche sie verketten, 
nicht berühren. 



und ausser, zweitens, durch ein gewisses 
Maass von Verschiedenheit, indem zwei Formen, welche nur 



sehr .wenig von einander abweichen, allgemein nur als Varietä- 
ten angesehen werden, wenn auch verbindende Mittelglieder noch 
nicht entdeckt worden sind; aber dieser Betrag von Verschieden- 
heit 



3 



welcher zur Erhebung zweier Formen zum Arten -Rang 



nöthig 



? 



ist ganz unbestimmt. In Sippen 



3 



welche mehr als die 



mittle Arten-Zahl in einer Gegend haben, zeigen die Arten auch 
mehr als die Mittelzahl von Varietäten. In grossen Sippen lassen 
sich die Arten nahe, aber in ungleichem Grade, mit einander 
verbinden zu kleinen um gewisse Arten geordneten Gruppen. 
Sehr nahe miteinander verwandte Arten sind von offenbar be- 



schränkter Verbreitung. 



In all' diesen verschiedenen Beziehungen 



zeigen die Arten grosser Sippen eine strenge Analogie mit Va- 
rietäten. Und man kann diese Analogie n klar begreifen 
Arten einstens nur Varietäten gewesen und aus diesen 



wenn 



hervor 






\ 



I 





p 



Hl 




'f 




le 



erji 



K 




Ye 




ONß 






Jcten 

Yari 




denii 



i 




n, wed 



r \ 




!n 





von k 





er 



verkeil" 




eiche 





ieder 



rst 




ften- 

Iir* 








e 





. Hii^ 



jHj 




n 





65 



gegangen sind ; wogegen 




Analog 



ganz 



unverständlich 



seyn würd 



5 



wenn jede Sp 



von den andern unabhängig 



c- 



erschaffen worden wäre. 

Wir haben nun gesehen, dass es die am besten gedeihende 

und herrschende Spezies grösserer Sippen ist, die im Durchschnitte 
genommen am meisten variirt; und Varietäten haben, wie wir 
hernach finden werden, Neigung in neue und unterschiedene 
Arten überzugehen. 



Dadurch neigen auch die gi 



Sipp 



zur Vergrösserung, und in der ganzen Natur streben die Lebens- 

F 

Formen, welche jetzt herrschend sind, noch immer mehr herr- 

■ 

sehend zu werden durch Hinterlassung vieler abgeänderter und 
herrschender Abkömmlinge., Aber durch nachher zu erläuternde 
Abstufungen streben auch die grösseren Sippen immer mehr iii 
kleine auseinander zu treten. Und so werden die Lebens-For- 
men auf der ganzen Erde in Gruppen und Untergruppen weiter 
abgetheilt. 




Der Kampf um's Daseyu. 



'i 



/ 



Stützt sich auf 



rliche Züchtung 



D 



Ausdruck im weitern S 



ge 



braucht. Geometrische Zunahme. /Rasche Vermehrung naturalisirter Pfl 



zen 



d Thiere.i) Nat 



d 



Hindernis 



der Zunah 



Allgeme 



Mit 



bewerbung. Wiriamgen des Klimas. Schutz durch die Zahl der Individuen. 

■ 

,; Verwickelte Beziehungen aller Thiere und Pflanzen in der ganzen Natur. 
/^4{ampf auf Leben und Tod zwischen Einzelwesen und Varietäten einer Art. 



oft auch zwischen Arten 



einer Sippe. "Beziehung von Organismus zu 



Organismus die wichtigste aller Beziehungen. 



ich 



Ehe wir auf den Gegenstand dieses Kapitels eingehen, muss 



einige Bemerkungen voraussenden, um 



zu zeigen 



5 



wie das 



Ringen um das Daseyn sich auf natürliche Züchtung stütze, 
ist 



Es 



f 



im letzten Kapitel nachgewiesen worden, dass die Organismen 
im Natur-Zustande eine individuelle Variabilität besitzen, und ich 
wüsste in der That nicht, dass Diess je bestritten worden wäre. Es 
ist für uns unwesentlich, ob eine Menge von zweifelhaften Formen 

5 



66 



f 



Art, 



Unterart oder Varietät 



genannt 



wcrd 



e 



1 • 



z. 



B. 



die 



200 



300 



welchen Rano 



zweifelhaften Formen Britischer 



Pflan- 



zen einzunehmen berechtigt sind, wenn die Existenz ausgepräg- 
ter Varietäten zulässig ist. Aber das blosse Daseyn einer indi- 



5 



viduellen Veränderlichkeit und einiger wohl- bezeichneter Varietäten 
wenn auch nothwendig zur Begründung dieses Werkes, hilft uns 
nicht viel, um zu begreifen, wie Arten in der Natur entstehen. 
Wie sind alle diese vortrefflichen Anpassungen von einem Theile 
der Organisation an den andern und an die äusseren Lebensbedin- 
gungen, und von einem organischen Wesen an ein anderes be- 
wirkt worden ? Wir sehen diese schöne Anpassung am klarsten 
bei dem Specht und der Mistelpflanze und nur wenig minder 
deutlich am niedersten Parasiten, welcher sich an das Haar eines 
Säuo-thieres oder die Federn eines Vogels anklammert; am Bau 



des Käfers, welcher ins Wasser untertaucht; am befiederten 
Saamen, der vom leichtesten Lüftchen getragen wird: kurz wir 
sehen schöne Anpassungen überall und in jedem Theile der or- 
jranischen Welt. 



Dagegen kann man fragen, wie kommt es 



1 



dass die Varic- 
sich zuletzt in 



täten, die ich beginnende Spezies genannt habe, 
gute und abweichende Spezies verwandeln, welche mdsttens un- 
ter sich viel mehr, als die Varitäten der nämlichen Art verschie- 
den sind? Wie entstehen diese Gruppen von Arten, welche als 
verschiedene Genera bezeichnet werden und mehr als die Arten 
dieser Genera von einander abweichen? Alle diese Wirkungen 
erfolgen unvermeidlich, wie wir im nächsten Abschnitte sehen 
werden, aus dem Ringen um's üaseyn. In diesem Wettkampfe 
wird jede Abänderung, wie gering und auf welche Weise immer 



sie 



ntstand 



eyn 




5 



wenn sie nur einigermaassen vortheil 



haft für das Individuum einer Spezies ist 



in d 



dlich 



verwickelten Beziehungen zu 
Natur mehr 



d 



Wes 



und zur äusseren 



zur 



Erhaltung dieses Individuums mitwirken und 



h (xewöhnlich auf dessen Nachkommen übertragen. Ebe 



haben, d 



anderen 



wird der Nachkömmling mehr Aussicht 

Einzelwesen dieser Art, welche von Zeit zu Zeit geboren wer 

den, von denen aber nur eine kleinere Zahl am Leben bleibt 



J 



I 



t 



enj 



er 




is 




s 



'Her i. 



i| 



^m 



.ir 
k 




lii 



i 






e 




*eres 
iklar 



I 







aar 





am 




kurz 

e den 



Jie Wf 
zuletz!« 



ve 




V 



el* 






ilte 




a( 



e 





1 




I 




vö 



ufle«' 



oilSS^f' 



. all 





i' 



[1 





f 







re^ , 





67 



zu überdauern. Ich habe ^dieses Prinzip, wodurch jede solche 



geringe 



5 



wenn nützliche Abänderung erhalten wird, mit dem 



Namen «Natürliche Züchtung« 



belegt 



: 



um 



dessen Beziehung 



zur Züchtung des Menschen zu bezeichnen. Wir haben gesehen, 
dass der Mensch durch Auswahl zum Zwecke der Nachzucht 

Erfolge sicher zu erzielen und organische Wesen seinen 



grosse 



im Stande ist durch die Häufung 



eignen Bedürfnissen anzupassen 
kleiner aber nützlicher Abweichungen, die ihm durch die Hand 
der Natur dargeboten werden. Aber die Natürliche Auswahl ist, 
wie wir nachher sehen werden, unaufhörlich thätig und des 



Menschen schwachen Bemühungen so unvergleichbar überlegen 



y 



wie es die Werke 




Natur überhaupt de 




Kunst sind 



Wir wollen nun den Kampf um's Daseyn etwas mehr ins 
Einzelne erörtern. In meinem späteren Werke über diesen Ge- 
genstand soll er, wie er es verdient, in grösserem Umfang be- 
sprochen werden. Der ältere DeCandolle und Lyell haben reich- 
lieh und in philosophischer Weise nachgewiesen, dass alle orga- 
nischen Wesen im Verhältnisse der Mitbewerbung zu einander 
stehen. In Bezug auf die Pflanzen hat Niemand diesen Gegenstand 

mit mehr Geist und Geschicklichkeit behandelt als W. Herbert, 
der Dechant von Manchester, offenbar in Folge seiner ausge- 
zeichneten Gartenbau-Kenntnisse. Nichts ist leichter als in Wor- 



'. 



ten die Wahrheit des allgemeinen Wettkampfes um's Daseyn zu- 

— wie ich wenigstens ge- 



zugestehen, und 
funden habe 



nichts schwerer, als 



dieselbe im Sinne zu behalten. Und bevor wir 
solche nicht dem Geiste tief eingeprägt, bin ich überzeugt, dass 



wir den 



.5 

ganzen Haushalt der Natur, die Verlheilungs-Weise, 



die 



• « 



Seltenheit und den Uberfluss , das Erlöschen und Abändern in 
derselben nur dunkel oder ganz unrichtig begreifen werden. 
Wir sehen die Natur äusserlich in Heiterkeit strahlen, wir sehen 
blos Uberfluss an Nahrung; aber wir sehen nicht oder verges- 

dass die Vögel, welche um uns her sorglos ihren Gesang 



sen 



erschallen lassen 



5 



meistens von Insekten oder Saamen leben 



gen: oder 



wir vergessen 



wie 



und mithin beständig Leben verti 

viele dieser Sänger oder ihrer Eier oder ihrer Nestlinge unauf 



hör lieh 



von 



Raubvög 



u. 



a. Fei 



stört werd 



wir 



5 



♦ 



68 



i 



behalten nicht immer im Sinne, dass, wenn auch das Futter jetzt 
im Überfluss vorhanden, Diess doch nicht zu allen Zeiten im 
Umlaufe des Jahres der Fall ist. 

Ich will voraussenden, dass ich den Ausdruck »Ringen um's 
Daseyn« in einem weiten und metaphorischen Sinne gebrauche 
in sich begreifend die Abhängigkeit der Wesen von einander 
und, was wichtiger ist, nicht allein das Leben des Individuums, 

Man 



sondern auch die Sicherung seiner Nachkommenschaft, 
kann mit Recht sagen. 



dass zwei Hunde in Zeiten des Mangels 



um Nahrung und Leben miteinander kämpfen. 



Aber 



man kann 



auch sagen, eine Pflanze ringe am Rande der Wüste um ihr 
Daseyn mit der Trockniss, obwohl es angemessener wäre zu 



sagen, sie seye von Feuchtigkeit abhängig. Von einer Pflanze, 
welche alljährlich tausend Saamen erzeugt, unter welchen im 
Durchschnitte nur einer zur Entwicklung kommt, kann man noch 
richtiger sagen, sie ringe um's Daseyn mit andern Pflanzen der- 



selben oder anderer Arten, welche bereits den Boden bekleiden. 
Die Mistel ist abhängig vom Apfelbaum und einigen andern Baum- 
Arten; doch kann man nur in einem weit-ausholenden Sinne sa- 



gen. 



sie ringe mit diesen Bäumen ; denn wenn zu viele dieser 



Schmarotzer auf demselben Stamme wachsen, so wird er ver- 

r 

kümmern und sterben. Wachsen aber mehre Sämlinge dersel- 



ben dicht auf einem Aste beisammen, so kann man in 



Wahrheit 



sagen. 



sie ringen miteinander. Da die Samen der Mistel von 



so hängt ihr Daseyn mit von dem 



Vögeln ausgestreut werden, 
der Vögel ab, und man kann metaphorisch sagen, sie ringen mit 

die Vögel eher ihre 



damit 



andern Beeren-tragenden Pflanzen, 

Früchte verzehren und ihre Saamen ausstreuen, als die der an 



dem. 



In diesen mancherlei Bedeutungen 



5 



welche 



ineinander 



übergehen, gebrauche ich der Bequemlichkeit halber den Aus- 



druck 



Daseyn ringen 




Ein Kampf um's Daseyn folgt 



gung 

ren. 



aller Organismen, sich in starkem Verhältnisse zu 



dlich aus der Nei 

vermeh 



Jedes Wesen 



3 



das während seiner natürlichen Lebenszeit 



m 



Eier 



od 



Saame 



bringt 



3 



muss während einer 



Periode seines Lebens oder zu gewisser Jahreszeit oder in einem 



I 



» 



l 




> 



69 




ti i 



i| 









"gel 




11 




e 



anze, 



;n 







]m\ 



lesii- 
jiesei 

ersel- 
lirliei 



'\ 




I 




n 





3r 




i 





r 





n 







zufalligen Jahre Zerstörung erfahren j 



sonst würde seine Zahl 



in 



geometrischer Progression 



rasch zu so ausserordentlicher 



Grösse anwachsen, dass keine Gegend 



5 



ren im Stande wäre. Wenn dahei 



das Erzeugniss zu ernäh- 

Individuen erzeugt 



mehr 



werden 



5 



als möglicher Weise fortbestehen können, so muss je- 



denfalls ein Kampf um das Daseyn entstehen, entweder zwischen 
den Individuen einer Art oder zwischen denen verschiedener 
Arten, oder zwischen ihnen und den äusseren Lebens-Bedingungen. 




ist die I 



von Mal 



3 



in 



tärkte 



Kraft 



bertrag 



auf das gesammte Thier- und Pflanzen-Reich: denn in diesem 
Falle ist keine künstliche Vermehrung der Nahrungsmittel und 

■ 

keine vorsichtige Enthaltung vom Heirathen möglich. Obwohl 
daher einige Arten jetzt in mehr oder weniger rascher Zunahme 



begriffen seyn mögen: 



alle können es nicht 



zugleich, denn die 



Welt würde sie nicht fassen. 



Es gibt keine Ausnahme von der Regel, dass jedes orga- 



nische Wesen sich auf natürliche Weise in dem Grade vermehre 



3 



dass, wenn es nicht durch Zerstörung litte, die Erde bald von der 
Nackommenschaft eines einzigen Paares bedeckt seyn würde. 
Selbst der Mensch, welcher sich doch nur langsam vermehrt, 
verdoppelt seine Anzahl in fünfundzwanzig Jahren, und bei so 
fortschreitender Vervielfältigung würde die Welt schon nach eini- 
gen Tausend Jahren keinen Raum mehr für seine Nachkommen- 
schaft haben. Linne hat berechnet 



3 



n I 

dass, wenn eine einjährige 



Pflanze nur zwei Saamen erzeugte (und es gibt keine Pfla 



3 



die 



so wenig produktiv wäre) und ihre Sämlinge gäben im näch- 



sten Jahre wied 



zwei u. s. w., sie in zwanzig 



Jahren schon 



eine Million Pflanzen liefern würde. 



Man sieht den Elephanten 



als das sich am langsamsten vermehrende von allen bekann- 
ten Thieren an. Ich habe das wahrscheinliche Minimum seiner 
natürlichen Vermehrung zu berechnen gesucht, unter der Voraus- 
setzung, dass seine Fortpflanzung erst mit dreissig Jahren be- 
ginne und bis zum neunzigsten Jahre währe, und dass er in dieser 
Zeit nur drei Paar Junge zur Well bringe. In diesem Falle wür- 
den nach fünfhundert Jahren schon fünfzehn Millionen Elephanten 
von dem ersten Paare vorhanden seyn, 



i 








Doch wir haben bessre Belege für diese Sache, als blos 
theoretische Berechnungen, namentlich in den oft berichteten 
Fallen von erstaunlich rascher Vermehrung verschiedener Thier- 
Arten im Natur-Zustande, wenn die natürlichen Bedingungen zwei 
oder drei Jahre lang dafür günstig gewesen sind. Noch schla- 
gender sind die von unseren in verschiedenen Weltgegenden 
verwilderten Hausthier-Arten hergenommenen Beweise, so dass, 
wenn die Behauptungen von der Zunahme der sich doch nur 
langsam vermehrenden Rinder 



und 



Pferde 



in 



Süd-Amerika 



und neuerlich in Australien nicht sehr wohl bestätigt wären, sie 
ganz unglaublich erscheinen müssten. Eben so ist es mit den 
Pflanzen. Es lassen sich Fälle von eingeführten Pflanzen auf- 



zählen, welche auf ganzen Inseln gemein geworden sind in we- 
niger als zehn Jahren. 



Einige der Pflanzen, welche jetzt in 



h 



Zahl über 




weiten Eb 



von la Plata 



br 



sind, dass sie alle anderen Pflanzen daselbst ausschliessen. 



sind 



aus Europa eingebracht worden: und eben so gibt es, wie ich 
von Dr. Falconer gehört, in Ostindien Pflanzen, welche jetzt vom 
Cap Comorin bis zum Himalaya reichen und seit der Entdeck- 
ung von Amerika von dorther eingeführt worden sind. In Fäl- 
len dieser Art, von welchen endlose Beispiele angeführt werden 
könnten, wird Niemand unterstellen, dass die Fruchtbarkeit sol- 
cher Pflanzen und Thiere plötzlich und zeitweise in einem be- 
merklichen Grade zugenommen habe. Die handgreifliche Erklä- 



rung ist , dass die äussern Lebens-Bedingungen sehr günstig, 
dass in dessen Folge die Zerstörung von Jung nnd Alt geringer 
und mithin fast alle Abkömmlinge im Stande gewesen sind, sich 
fortzupflanzen. In solchen Fällen genügt schon das geome- 
trische Verhältniss der Zahlen-Vermehrung, dessen Resultat nie 
verfehlt Erstaunen zu erregen, um einfach das ausserordentliche 



Wachsthum und die weite Verbreitung eingeführter Natur-Pro- 
dukte in ihrer neuen Heimath zu erklären. Im Natur-Zustande 
bringen fast alle Pflanzen jährlich Saamen hervor, und unter den 
Thieren sind nur sehr wenige, die sich nicht jährlich paarten. 

dass alle Pflanzen 

. dass 



Wir können daher mit Sicherheit behaupten 



und Thiere sich in geometrischem Verhätnisse vermehren 



f 



I 



i 



71 





et 



i» 



r 




k 






I 



5 




sot 





^»leri 




mit 



zen 

I im 



jetzt i 
erbreii; 



3nj 




« I 



e 



wie 

tzt M 





Infi 
werii 



keit si 



nein 



e 





. .i( 





^ 



Sil 




u 



Itat « 





ii 



1 







a» 






lii 



^n 



jede zu ihrer Ansiedelung geeignete Gegend senr rasen zu 



eh 



seh 



bevölkern im Stande seyen 



5 




das 




Streben zur geo 



hen Vermehrung 



zu 



gend einer Zeit ihr 



Lebens be- 



schränkt werden muss. 



Unsr 



ge 



Bekanntschaft mit 




• f 



gro 



Hauslh 



könnte zwar 



Meinung 



dieser Be 



g irre leiten, da wir kein 



grosse Störung unter ihnen 



eintreten sehen: aber wir 



vergessen 



5 



dass Tausende jährlich 



Nahrung geschlachtet werden, und dass im Natur-Zustande 



wohl 



eb 
Der 



so viele irgendwie beseitigt werd 



würd 



nzig 



Unterschied zwischen 




Org 



? 



welche 



J 
J 



i Tausende von Ei 
welche deren nur i 



od 



Saamen hervorbring 



5 



eh 



wenige 



fer 



5 



besteht d 



5 



und 
dass 




unter 



\ 



stig 



Verhältnissen ein paa 



Jahre länger 



als 



J 



zur Bevölkerung eines Bezirk 



thig haben, seye dei'selbe 



h 



h so gr 



Der Condor legt zwei Eier 



d der Str 




eren zwanzig, und doch dürfte in einer 




derselben Gegend 



Condor leicht 



( 



ufig 



beiden werden. Der Eis-Sturm 



vogel (Procellaria glacialis) legt nur 



er seye 



der zahlreichste "Vogel in 



ein Ei, und doch glaubt man 
der Well. Die eine Fliege 



legt hundert Eier und die andre wie z. B. Hippobosca deren 
nur eines; Diess bedingt aber nicht die Menge der Individuen, 
die in einem Bezirk ihren Unterhalt finden können. Eine grosse 
Anzahl von Eiern ist von einiger Wichtigkeit für eine Art, deren 
Fuller-Vorrälhe raschen Schwankungen unterworfen sind; 



kurzer Frist bewirken. 



diese muss ihre Vermehrung in 

wesentliche Wichtigkeit erlangt eine grosse Zahl 



denn 
Aber 



von Eiern 



oder Samen der Grösse der Zerstörung 



gegenüber, w 



eiche 



zu 



irgend einer Lebens-Zeit erfolgt, und diese Zeit des Lebens ist 
in der grossen Mehrheit der Fälle eine sehr frühe. Kann ein 
Thier in irgend einer Weise seine eignen Eier und Junge schützen, 

und diese 



so wird es deren 



eine geringere 



Anzahl erzeuo^en 



ganze durchschnittliche Anzahl aufbringen; werden aber viele 



Eier oder Junge zerstört, so müssen deren viele erzeugt werden 



3 



wenn die Art nicht untergehen soll. Wird eine Baum-Art durch- 
schnittlich tausend Jahre alt, so würde es zur Erhaltung ihrer 



vollen Anzahl 



genügen j wenn 



sie in tausend Jahren nur einen 



y 



72 



Saamen hervorbrächte 



3 



sgesetzt dass dieser eine nie zer- 



stör 



würde und 



f einen sicheren für die Keimung geeigneten 
Platz gelangen könnte. So hängt in allen Fällen die mittle An- 
zahl von Individuen einer Pflanzen- oder Thier-Art nur indirekt 
von der Zahl der Saamen oder Eier ab, die sie liefert. 

diese Ergebnisse 



Bei Betrachtung der Natur ist es nöthig. 



5 



dass 



man 



immer im Sinne zu behalten und nie zu vergessen 

von jedem einzelnen Organismus unsrer Umgebung sagen kann 

dass 



3 



er strebe nach der äussersten Vermehrung seiner Anzahl 
aber jeder in irgend einem Zeit- Abschnitte seines Lebens in 
einem Kampfe mit feindlichen Bedingungen begriffen seye, und dass 
grosse Zerstörung unvermeidlich über Jung oder Alt ergehe in jeder 

Wird irgend 



Generation oder in wiederkehrenden Perioden, 



ein Hinderniss beseitigt oder die Zerstörung noch so wenig gemin- 
dert, so wird in der Regel augenblicklich die Zahl der Individuen 
stärker anwachsen. 

/ Was für Hindernisse es sind, welche das natürliche Streben 



jeder Art nach Vermehrung ihrer Anzahl beschränken 



j 



ist 



mei- 



stens unklar. Betrachtet man 




am kräftigsten gedeihend 



Arten^ so wird man 



finden dass, je grösser ihre Zahl wird. 



desto 



mehr ihr Streben nach weitrer Vermehrung zunimmt. Wir wissen 

einzelnen Falle genau, welches die Hinder- 



nicht 



al 



einem 



nisse der Vermehrung sind. Diess wird jedoch niemanden in 
Verwunderung setzen, der sich erinnert, wie unwissend wir in 



dieser Beziehung 



bei 



dem 



Menschen 



selbst 



sind, 



welcher 



doch ohne Vergleich besser bekannt ist als irgend eine andre 
Thier-Art. Doch ist dieser Gegenstand von mehren Schriftstellern 
vortrefflich erörtert worden; ich werde in meinem späteren 



Werke über mehre der Hind 



mit einige 



Ausführlichkeit 



handeln und insbesondre auf die Raubthiere Südamerikas etwas 
näher eingehen. Hier mögen nur einige wenige Bemerkungen 



Ge- 



am 



Raum finden, nur um dem Leser einige Hauptpunkte ins 
dächtniss zu rufen. Eier und ganz junge Thiere scheinen 
meisten zu leiden, doch ist Diess nicht ganz ohne Ausnahme. 
Den- Pflanzen wird zwar eine gewaltige Menge von Saamen zer- 
stört; aber nach einigen Beobachtungen scheint es mir, als litten 



t 



f 






t 



I 






\ 





1 




;ebiii,, 



SS 




n 




5 




tens 

injelc 



irgei 





üvidE 



Ül 




ist «IC 

lilienifi 



J. des 



wissf 







t .<! 



wif 



we 




v' 




;S 






.# 



> 




■liünS 



$ 







J 



na 




sn 




5 




73 



die Sämlinge am meisten, wenn sie auf einem schon mit andern 



Pflanzen dicht bestockten Boden wachs 



Auch 




Sämling 



werden noch in grosser Meng 



durch verschied 



Feind 



ver- 



nichtet. So beobachtete ich auf einer locker umgegrabenen Bod 



Fläche von 




/ 



Läng 



und 




/ 



Breite 357 Sämlinge unsrer ver- 



schiedenen Holz-Arten, wovon nicht weniger als 295 hauptsächlich 
durch Schnecken und Insekten zerstört wurden. Wenn man 
einen Rasen, der lang abgemähet wurde (und der Fall wird 
der nämliche bleiben, wenn er durch Säugthiere kurz abgeweidet 



worden), wach 
mählich 



lässt 



5 



SO werden die kräftig 




der kräftig 



auch voll 



Pflanzer 
gewachs 



all- 



tödten 



nur 




5 



einem solchen Falle hat man von zwanzig auf einem 



und in 

auf 4' grossen Fleck beisammen wachsenden Arten neun 
zwischen den anderen nun üppiger aufwachsenden zu Grunde 

gehen sehen. 

6 Die für eine jede Art vorhandene Nahrungs-Menge bestimmt 



d 



ste Grenze, bis 



zu welcher sie sich 



h 



kann 



5 



aber in vielen Fällen wird die Vermehrung einer Thier-Art schon 
weit unter dieser Grenze dadurch 



gehemmt, dass 



sie selbst wie- 




emer 



andern zur Beute wird. Es scheint daher wenig Zweifel 
unterworfen zu seyn, dass der Bestand an Feld- und Hasel- 
Hühnern, Hasen u. s. w. grossentheils hauptsächlich von der 
Zerstörung der kleinen Raubthiere abhängig ist. Wenn in Eng- 
land in den nächsten zwanzig Jahren kein Stück Wildpret ge- 
schossen, aber auch keine solche Raubthiere zerstört würden 



3 



J 



SO würde nach aller Wahrscheinlichkeit der Wild- Stand nachher 
geringer seyn als jetzt, obwohl jetzt Hunderte und Tausende 
von Stücken Wildes erlegt werden. Anderseits gibt es aber 



auch einiofe Fälle wo, wie b 



? 



Störung durch Raubth 



Elephant und Nashorn, eine Zer- 

selbst der 



gar nicht stattfindet 



5 




Indische Tiger wagt es nur sehr seilen einen 
Mutter geschützten Elephanten anzugreifen. 



jungen 



seiner 



/ 



Das Klima hat ferner einen wesentlichen Antheil an Be 



Stimmung der durchschnittlichen Individuen - Zahl einer Art 



ich glaub 



3 



und 




ein periodischer Eintritt 



\ 



äusserst kalter oder 



trockener Jahreszeit zu den wirksamsten aller Hemmnisse gehört 







¥ 



Ich schätze, dass der Winter 1854 



55 auf 



meinen eignen Jagd 



Gründen vier Fünftheile aller Vögel zerstört hat; und Diess ist eine 
furchtbare Zerstörung, wenn wir berücksichtigen, dass bei dem 
Menschen eine durch Seuchen verursachte Sterblichkeit von zehn 
Prozent schon ganz ausserordentlich stark ist. Die Wirkung des 
Klimas scheint beim ersten Anblick ganz unabhängig von dem 

aber das Klima haupt- 
veranlasst es den heftigsten 



seyn ; wenn 



Kampfe um die Existenz zu 

sächlich die Nahrung vermindert 

Kampf zwischen den Einzelwesen seye es nur einer oder scye 

es verschiedener Arten, welche von derselben Nahrung leben. 



Selbst wenn ein, z. B. äusserst kaltes, Klima unmittelbar wirkt, 

oder diejenigen Individuen, die 



5 



sind es die mindest kräftigen 

beim vorrückenden Winter am wenigsten Futter bekonniien haben 
welche am meisten leiden. Wenn wir von Süden nach Norden 
oder aus einer feuchten in eine trockne Gegend wandern, wer- 
den wir stets einige Arten immer seltener und seltener werden 
und zuletzt gänzlich verschwinden sehen; und da der Wechsel 
des Klima's zu Tage liegt, so werden wir am ehesten versuelil 
seyn den ganzen Erfolg seiner direkten Einwirkung zuzuschreiben. 
Und doch ist Diess eine falsche Ansicht; wir vergessen dabei, dass 
jede Art selbst da, wo sie am häufigsten ist, in irgend einer 
Zeit ihres Lebens durch Feinde oder durch Mitbewerber um ihre 
Nahrung oder ihre Wohnstelle ungeheure Zerstörung erfahrt; 
und wenn diese Feinde oder Mitbewerber nur im Mindesten durch 

* 

irgend einen Wechsel des Klima's begünstigt werden, so wachsen 
sie an Zahl, und da jede Fläche bereits vollständig mit Bewohnern 
besetzt ist. so muss die andre Art zurückweichen. Wenn wir 



auf dem Wege nach 
so fühlen wir gewiss 
stigten Arten liegt, 



Süd 



Art in Abnahme begrilfe 



j 



? 




d 



Ursache mehr 



anderen begün 



als in d 



einen benachtheiligt 



Eb 



so 



5 



wenn wir nordwärts ge 



5 



bgleich 



einem etwas ge- 



ringer 



Grade 



3 



weil 




bewerber gegen Norde 
wenn wir nach Norden 



Zahl aller Arten und somit aller Mit 
hin abnimmt. Daher kömmt 



es, dass 



j 



der einen Berg hinauf gehen, wir weil 



fters verkümmerten Formen begegnen, welche von unmittelb 



schädlichen Einflüsse 




Klima 



herrühren, als 



wenn wir 



nach 



I 



f 



I 



l 



p 



fl 




Sivt . 



•1 




ei 



von i^ 




l 



von 







8*.l 



St; 



'ar 





uen 



) 



en 




Ui 




rn, 1 



L' 



r wefi! 



versiE: 



c 




abei; 



1^^ 





um'« 




ten 





(f 



i^li" 



^ 



f 



\i 



Veofi 



eil 




jn 




Tl 




:tyvas 




J 



e5; 




' 




wif 



iltß 





» 



75 



Süden oder bergab gehen. 



Erreichen wir endlich die arktischen 



Regionen oder die Schnee-bedeckten Berg-Spitzen oder vollkom- 

findet das Ringen ums Daseyn hauptsächlich 



mene Wüsten 



so 



gegen 



die Elemente statt. 



Dass die Wirkung des Klimas vorzugsweise eine indirekte 



ergibt 



und durch Begünstigung andrer Arten vermittelt seye , 
sich klar aus der wunderbar grossen Menge solcher Pflanzen in 

Gärten, welche zwar vollkommen im Stande sind unser 



unseren 



Klima zu ertragen. 



aber niemals naturalisirt werden können 



3 



weil sie weder den Wettkampf mit anderen Pflanzen aushalten 
noch der Zerstörung durch unsre einheimischen Thiere wider- 
stehen können. 

Wenn sich eine Art durch sehr günstige Umstände auf 
einem kleinen Räume zu ausserordentlicher Anzahl vermehrt, 
so sind Seuchen (so ist es wenigstens bei unseren Hausthieren 
gewöhnlich der Fall) oft die Folge davon, und hier haben wir 



Heminniss. 



Doch 



ein vom Ringen ums Daseyn unabhängiges 

r 

scheint wenigstens ein Theil dieser sogenannten Epidemien von 
parasitischen Würmern herzurühren, welche durch irgend eine 
Ursache und vielleicht durch die Leichtigkeit der Verbreitung 
zwischen gekreutzten Rassen unverhältnissmässig begünstigt 
worden sind, und so fände hier gewissermaassen ein Ringen 
zwischen den Würmern und ihren Nährthieren statt. 

Andrerseits ist in vielen Fällen wieder ein grosser Bestand 
von Individuen derselben Art unumgänglich für ihre Erhaltung 



niUhig. 



M 



* cc: 



Vy 



Man kann daher leicht Getreide, Repssaat u. s. w. in 
auf unseren Feldern erziehen, weil hier deren Saamen 



in rrrocscm Übermaasse gegenüber den Vögeln vorhanden sind. 



w:.I hr 



davon leben; und doch können diese Vögel, wenn sie 
aucli mehr als nöthig Futter in der einen Jahreszeit haben, nicht 



im 



Verhallniss zur Menge dieses Futters zunehmen, weil die ganze 



■ 

Anzahl iin Winter nicht ihr Fortkommen fände. 



Dagegen weiss 



jeder 



j 



der 



es Vorsucht hat, Saamen aus Weitzen oder andern 



solchen Pflanzen im Garten zu erziehen, wie mühesam Diess ist. 



j 



Ich habe in solchen Fällen jedes Saamenkorn verloren. Diese 
Anschauungsweise von der Nothwendigkeit eines grossen Be- 



ll 



# 



76 



I 



i 



i 



> 

5 



S 



Standes einer Art für ih 
einige eigenthümliche 



Erhaltung erklärt, wie mir seh 




m 




Natur 



) 



5 Wie z. 




d 



sehr 



seltene Pflanzen zuweilen sehr zahlreich auf 



kleinen Fleck 



beisammen vorkommen; und dass manche gesellige Pflanzen ge 



seilig oder in grosser Zahl beisammen selbst auf 

Grenze ihres Verbreitungs-Bezirkes gefunden werd 
Verhältn 

da zu bt 



der äussersten 




olch 



ka 



man 



glauben, eine 



Pflanzen-Art 



steh 



% 



nur 



wo die Lebens-Bedingungen so günstig sind, d 



ihrer viele beisammen leben und so einander vor äusserster Z 



g bewahren können. Ich möchte hinzufügen, dass die guten Fol 



gen 



einer häufigen Kreutzung und die schli 



einer reinen 




zucht 



wahrscheinlich in einigen dieser Fälle mit in Betracht 
; doch will ich mich über diesen verwickelten Gegen- 



kommen 



stand hier nicht weiter verbreiten. 




■ 

ö 



•> 



Man berichtet 



Beispiele, aus denen sich 



gibt, wie zu- 



sammengesetzt und wie unerwartet die gegenseitigen Beschrän- 



kunoren und Beziehungen zwischen organischen Wesen sind, die in 



o 



einerlei Gegend mit einander zu ringen haben. Ich will nur 



ein solches 



Beispiel anführen, das, wenn auch einfach, mich 



5 

In Staffoj'dshire auf einem Gute, über dessen 
Verhältnisse nachzuforschen ich in günstiger Lage war, befand 



angesprochen hat. 



sserst unfruchtbare Haide, die nie von 



eines 



sich eine grosse äi 
Menschen Hand berührt worden. Doch waren einige Hundert 
Acker derselben von genau gleicher Beschaff'enheit mit dem 
Übrigen fünfundzwanzig Jahre zuvor eingezäunt und mit der 
Schottischen Kiefer bepflanzt worden. Die Veränderung in der 
ursprünglichen Vegetation des bepflanzten Theiles war äusserst 
merkwürdig, mehr als man gewöhnlich wahrnimmt, wenn man 
auf einen ganz verschiedenen Boden übergeht. Nicht allein er- 
schienen die Zahlen - Verhältnisse zwischen den Haide - Pflanzen 
gänzlich verändert, sondern es blüheten auch in der Pflanzung 



noch zwölf solche Arten 



5 



Ried 



u. 



a. Gräser ungerechnet, von 



welchen 





Haid 



nichts zu finden war. Die Wirkung 




die Kerbthiere muss noch viel g 



• • 



gewesen 



eyn, d 



m 



der 



Pflanzung sechs Sp 



Insekten -fressend 



Vög 



sehr gemein 



waren 



? 



von welchen in der Haide nichts zu sehen gewesen 



y 



I 



77 



r 




t! 




SS 



I 



k 



inen || 





'niüge 



« 




)i 



^er Zef 



(: 



i'einei 



1 




^n Ge|t 



l 



5 




Bescki 



!) 



V I 



ind, i 



will 1 



acli, 
3 er 




r 



3 




von 




e 







int' 



t* 



ra 




t 



en" 



I 



alle'" ^ 










f 



) 



r 



liiinS 





irf 




e 





welche dagegen von zwei bis drei andren Arten derselben be- 
sucht wurde. Wir bemerken hier, wie mächtig die Folgen 
der Einftihrung einer einzelnen Baum-Art gewesen, indem durch- 
aus nichts sonst geschehen war, ausser der Abhaltung des Wildes 
dunh die Einfriedigung. Was für ein wichtiges Element aber 
die Einfriedigung seye, habe ich deutlich zu Farnham in Surrey 
erkannt. Hier waren ausgedehnte Haiden mit ein paar Gruppen 

« 

alter Schottischer Kiefern auf den Rücken der entfernteren Hügel ; 

r 

in den letzten zehn Jahren waren ansehnliche Strecken einge- 

r 

friedigt worden, und innerhalb dieser Einfriedigungen schoss in 
Folge von Selbstbesaamung eine Menge junger Kiefern auf, so 
dicht beisammen, dass nicht alle fortleben können. Nachdem ich 
erfahren , dass diese jungen Stämmchen nicht absichtlich gesäet 
oder gepflanzt worden, war ich um so mehr erstaunt über deren 
Anzahl , als ich mich sofort nach mehren Seiten wandte um 

I 

Hunderte von Acres der nicht eingefriedigten Haide zu unter- 
suchen, wo ich jedoch ausser den gepflanzten alten Gruppen 
buchstäblich genommen auch nicht eine Kiefer zu finden ver- 

4 

mochte. Da ich mich jedoch genauer zwischen den Stämmen 
der freien Haide umsah, fand ich eine Menge Sämlinge und 
kleiner Bäumchen, welche aber fortwährend von den Rinder- 
Heerden abgeweidet worden waren. Auf einem eine Elle im 
Quadrat messenden Fleck mehre Hundert Schritte von den alten 



Baum - Gruppen entfernt zählte 

Bäumchen . 



ich 



32 



solcher abgeweideten 



, wovon eines nach der Zahl seiner Jahres -Ringe zu 
schliessen 26 Jahre lang gehindert worden war sich über die 



Haide -Pflanzen zu erheben und dann zu Grunde gegangen 
ist. Kein Wunder also, dass, sobald das Land eingefriedigt 
worden, es dicht von kräftigen jungen Kiefern überzogen wurde. 
Und doch war die Haide so äusserst unfruchtbar und so ausge- 
dehnt 



? 



dass niemand geglaubt hätte, dass das Rindvieh hier so 



dicht und so erfolgreich. nach Futter gesucht habe. 



Wir 



sehen hier das Vorkommen der Schottischen Kiefer 



in Abhängigkeit vom Rinde; in andern Weltgegenden ist es 

abhängig. Vielleicht bietet Para- 



von 



gewissen 



Insekten 



guay das merkwürdigste Beispiel dar; denn hier sind niemals 



X 



5 



t 

y 



V 






u 



r 



i 



• 



\ - 



' ' 



I • 



V: 



i 



■ 1 

t 
* 

i 

K 
•l 



.f 



^ 
'* 






I 

* 



78 



i 

i 



f 



* 



i 

I 

■5 

1 



K 

+ 

■ 1 



I 
t 



i' 



J 

:> 

F 

> 



f 



tf 



-i 






i 



■ * 






-J 



■ 



,4 






>' 



Rinder, Pferde oder Hunde verwildert, obwohl sie im Süden und 
Norden davon in verwildertem Zustande umherschwärmen. Azara 
und Rengger haben gezeigt, dass die Ursache dieser Erscheinung 
in Paraguay in dem häufigeren Vorkommen einer gewissen Fliege 
zu finden seye, welche ihre Eier in den Nabel der neu-geborenen 
Jungen dieser Thier- Arten legt. Die Vermehrung dieser Flieoe niuss 



gewöhnlich durch irgend 



ein 



Gegengewicht 



und 



vermuthlich 



durch Vögel gehindert werden. Wenn daher gewisse Insekten- 
fressende Vögel, deren Zahl wieder durch Raubvögel und Fleisch- 
Fresser geregelt werden mag, in Paraguay zunähme, so würden 
sich die Fliegen vermindern und Rind und Pferd verwildern, 
was dann wieder (wie ich in einigen Theilen Südamerikas wirk- 
lich beobachtet habe) eine bedeutende Veränderung in der 
Pflanzen -Welt veranlassen würde. Diess müsste nun in hohem 
Grade auf die Insekten und hiedurch. wie wir in Sfaffordshire 
gesehen, auf die Insekten-fressenden Vögel wirken, und so fort 
in immer weiteren und verwickeiteren Kreisen. Wir haben 
diese Relege mit Insekten-fressenden Vögeln begonnen und endi- 

Doch sind in der Natur di^ Verhältnisse nicht immer 



gen damit. 

so einfach, wie hier. Kampf um Kampf mit veränderlichem 



Er- 



folge muss immer wiederkehren 
Kräfte einander so genau das 



") 



aber in die Länge halten die 



Gleichgewicht, dass 



die Natur auf 



Aussehen behält, ob- 



weite Perioden hinaus immer ein gleiches 
wohl gewiss oft die unbedeutendste Kleinigkeit genügen würde 

en Sieg über das andre zu verleihen 



j 




d 



wir uns 



einem organischen Wesen 

Demungeachtet ist unsre Unwissenheit so gross, 
verwundern, wenn wir von dem Erlöschen eines organischen 
Wesens vernehmen ; und da wir die Ursache nicht sehen, so rufen 



wir Umwälzung 



zu Hilfe um die Welt zu verwüsten, od 



er- 



finden Gesetze über die Dauer der Lebenformen. 

Ich bin versucht durch ein weitres Reispiel nachzuweisen, 
wie solche Pflanzen und Thiere, welche auf der Stufenleiter der Na- 
tur am weitesten von einander entfernt stehen, durch ein Gewebe 



von verwic 



r 

Ekelten Beziehungen mit einander verkettet werd 



Ich werde nachher Gelegenheit haben zu zeigen 



j 





aus- 



ländische Lob 



fulg 



diesem Theile von England niemals 



I 



/ 



l 



» 



79 




n. 




ipin,, 




i 



V\ 



C\ 




'i 




lege 



Inselii 



iFlei 



IS 



3 Wort 
'nvilii 



lü) 



'\h 




m 



in liöl 




d so 



f. 




ir 



unde» 



:ht 
ehern 



1 



alten i 



Natur 
ihält) 




V 




^Yir 



ii 



jaiii 




5 



so 



r« 



ode^ 



?# 
,*f 




I 



1 







> 





von 



Insekten besuclil wird und daher nach ihrem eigenthümlichen 



BIüthen-Bau nie eine Frucht ansetzen kan 



Vi 



unsrer Or 



chideen-Pflanzen müssen unbedingt von Motten besucht werden, 
um ihre Pollen -Massen wegzunehmen und sie zu befruchten. 

Hummeln zur Befruch- 



Auch habe ich Ursache zu glauben, dass 

tung der Jelängerjelieber (Viola tricolor) nöthig 



sind 



5 



indem 



andre Insekten sich nie auf dieser Blume einfinden. Durch an- 
gestellte Versuche habe ich gefunden, dass der Besuch der Bienen 



zur Befruchtung von meh 



Klee-Arten nothwendig seye 



So lieferten mir hundert Stocke weissen Klee's (Trifolium repens) 
2290 Saamen, während 20 andre Pflanzen dieser Art, welche 
den Bienen unzugänglich gemacht waren ^ nicht einen Saamen 
zur Entwickelung brachten. Und eben so ergaben hundert Stöcke 
rothen Klee's (Trifolium pratense) 2700 Saamen, und die gleiche 



Anzahl gegen Bienen geschützter Stöcke nicht einen! Hummeln 
besuchen allein diesen rothen Klee, indem andre Bienen-Arten 
den Nektar dieser Blume nicht erreichen können. Daher zweifle 



ich wenig daran. 



dass 



? 



wenn die ganze Sippe der Hummeln in 



England sehr selten oder ganz vertilgt würde, auch Jelängerje- 
lieber und rother Klee selten werden oder ganz verschwinden 
müsslen. Die Zahl der Hummeln steht grossentheils in einem 
entg(^gengesetzten Verhältnisse zu der der Feldmäuse in dersel- 
ben Gegend, welche deren Nester und Waben aufsuchen. Herr 
H. Newman, welcher die Lebens-Weise der Hummeln lange beob- 



achtet, glaubt 




b 



zwei Drittel derselbe 



durch ganz Eng- 



land 



t werd 




findet ab 



wie Jed 



Zahl der Maus 



ein grosses Gegengewicht 




lann weiss 
der Katzen 



3 



? 



SO d 



Newman 




? 



in d 



Nähe von Dörfern und Flecken 



habe er die Zahl der Hummel-Nester am grössten gefunden, was 
er der reichlicheren Zerstörung der Mäuse durch die Katzen zu- 



schreib 



Daher ist es 




wohl 



ö 



laublich 





Anwesenheit eines Katzen-artigen Th 



m 



reichliche 



gend einem Be 



ke durch Yermittelung von Mäusen und Bienen auf die Meng 



gewisser Pfl 



daselbst von Einfluss seyn kann! 
3zies kommen wahrscheinlich verschiedene Arten 
Gegengewicht in Betracht, solche die in verschiedenen Perioden 



Bei jeder Sp 



f 



f 

I 



\ 



I : 



/r 



'\ 






1 



/.i 



i 



i 






I 









-• 



I 

i 



80 



des Leben 



und 



olche die während verschiedener Jahres-Zeiten 



wirken. Eines oder einige derselb 





seyn; 
Individ 



ab 



mögen mächtiger als die an- 



od 



Fällen lässt sich 



alle zusammen bedingen die Durchschnitts-Zahl 

In manchen 



selbst die Existenz 




Art 



hweis 



dass 



ehr verschiedene Geg 



b 



einwirken 



Wichte in verschiedenen Gegenden auf eine Spezies 

Wenn wir Büsche und Pflanzen betrachten, welche einen zerfal 



Wall überziehen, so sind wir 



ren Zahlen-Verhältnis 



geneigt, ihre Arten und 




de 



Zufalle zuzuschreib 



Doch 



wie 



falsch ist diese Ansicht! Jedermann hat gehört, dass, wenn in 
Amerika ein Wald niedergehauen wird, eine ganz verschiedene 
Pflanzenwelt zum Vorschein kommt, und doch ist beobachtet wor- 
den, dass die Bäume, welche jetzt auf den alten Indianer- Wällen 
im Süden der Vereinten Staaten wachsen, deren früherer Baum- 
Bestand abgetrieben worden, jetzt wieder eben dieselbe bunte 
Manchfaltigkeit und dasselbe Arten-Verhältniss wie die umge- 
benden jungfräulichen Haine darbieten. Welch ein Wettringen 
muss hier Jahrhunderte lang zwischen den verschiedenen Baum- 
Arten stattgefunden haben, deren jede ihre Samen jährlich zu 
Tausenden abwirft! Was für ein Kampf zwischen Insekten und 
Insekten u. a. Gewürm mit Vögeln und Raubthieren, welche alle 
sich zu vermehren strebten, alle sich von einander oder von den 
Bäumen und ihren Saamen und Sämlingen, oder von jenen andern 
Pflanzen nährten, welche anfänglich den Grund überzogen und hie- 
durch das Aufkommen der Bäume gehindert hatten. Wirft man eine 
Hand voll Federn in die Lüfte, so müssen alle nach bestimmten 
Gesetzen zu Boden fallen; aber wie einfach ist dieses Problem 
in Vergleich zu der Wirkung und Rückwirkung der zahUosen 
Pflanzen und Thiere, die im Laufe von Jahrhunderten Arten und 
Zahlen-Verhältniss der Bäume bestimmt haben, welche jetzt auf 
den alten Indianischen Ruinen wachsen! 



/^ Abhängigkeit eines organischen Wesens von einem 



andern 



j 



wie die des Parasiten von seinem Ernährer, findet in der Regel 



zwischen solchen Wesen statt 
Natur weit auseinander sind. 



, welche auf der Stufenleiter der 
Diess ist oft bei solchen der Fall, 



von denen man ganz richtig sagen kann, sie kämpfen mitein 



¥ 






( 



'fes,?., 




[ 




n 




{ 




^ 



len 




I 



n 





5 



J 




rsckie, 
achtel 



ner-I 
3rer ßr 



elbe 



die ü 





nen 




eklen i 
vel* 



er vöB 



[len 




jn 




)esti 




s 




1/ 








01 



all 






1 




n 




I* 





81 



and 



auch um ihr Dasey 



wie Gras-fressende Säugth 



und 



Heuschrecl 



Aber der meistens ununterbrochen-fortdauernde 



Kampf wird der heftigste seyn, der zwischen den Einzelwesen eine 
Art stattfindet, welche dieselben Bezirke bewohnen, dasselbe Fut 



ter verlang 



rietaten 



und denselben Gefahre 



gesetzt 



nd 



Bei Va 




• nämlichen Art wird der Kampf meistens eben so 
heftig seyn, und zuweilen sehen wir den Streit schon in kurzer 



Zeit entschied 



So werden z. 




5 



wenn 



wir verschied 



Weitzen-Varietäten durcheinander säen und ihren gemischten 
Saamen-Ertrag 



wieder säen, einige Varietäten 



welche dem Klima 



und Boden am besten entsprechen od 



sten 



nd 



5 



die andern überbieten und, inde 



Natur die fruchtbar 



hr Saamen 



sie 



liefern, schon nach wenigen Jahren gänzlich ersetzen. Um einen 
gemischten Stock von so äusserst nahe verwandten Varietäten 
aufzubringen, wie die verschieden - farbigen Zuckererbsen sind, 
muss man sie jedes Jahr gesondert ärndten und dann die Saamen 
im erforderlichen Verhältnisse jedesmal aufs Neue mengen, wenn 
nicht die schwächeren Sorten von Jahr zu Jahr abnehmen und 
endlich ganz ausgehen sollen. 

So verhält es sich auch mit den Schaaf-Rassen. Man hat ver- 

■ 

sichert, dass gewisse Gebirgs-Varietäten derselben unter andern Ge- 
birgs-Varietäten aussterben, so dass sie nicht durch einander ge- 
halten werden können. Zu demselbön Ergebnisse ist man gelangt, 
als man versuchte, verschiedene Abänderungen des medizinischen 
Blutegels durcheinander zu halten. Und ebenso ist zu bezwei- 
feln, dass die Varietäten von irgend einer unsrer Kultur-Pflanzen 
oder Hausthier- Arten so genau dieselbe Stärke, Gewohnheiten 
und Konstitution besitzen , dass sich die ursprünglichen Zahlen- 
Verhältnisse eines gemischten Bestandes derselben auch nur ein 
halbes Dutzend Generationen hindurch zu erhalten vermöchten 
wenn sie wie die organischen Wesen im Natur-Zustande mit ein- 
ander zu ringen veranlasst wären und der Saamen oder die Jungen 
nicht alljährlich sortirt würden. 

Da die Arten einer Sippe gewöhnlich, doch keineswegs 



5 



• • 




immer, einige Ähnlichkeit mit einander in Gewohnheiten un 
Künslituliou und immer in der Struktur besitzen, so wird dei 

6 



82 



Kampf zwischen Arten einer Sippe, welche in Mitbewerbung mit 
einander gerathen, gewöhnlich ein härterer sein, als zwischen 
Arten verschiedener Sippen. Wir sehen Diess an der neuerlichen 
Ausbreitung einer Schwalben- Art über einen Theil der Vereinten 



Staaten 



? 



wo sie die Abnahme einer andern Art veranlasst. 



Die 



Vermehrung der Misteldrossel in einigen Theilen von Schottland 
hat daselbst die Abnahme der Singdrossel zur Folge gehabt. 
Wie oft hören wir, dass eine Ratten-Art den Platz einer andern 



eingenommen 



3 



in den verschiedendsten Klimaten. In Russland 



hat die kleine asiatische Schabe (Blatta) ihren grösseren [?] Sip- 
pen-Genossen überall vor sich hergelrieben. Eine Art Ackersenf 
ist im Begriffe eine andre zu 



ersetzen, u. 



undeutlich zu 



erkennen, warum 



s. w. Wir vermögen 
die Mitbewerbung zwischen den 
verwandtesten Formen am heftigsten ist, welche nahezu denselben 
Platz im Haushalte der Natur ausfüllen; aber wahrscheinlich werden 
wir in keinem einzigen Falle genauer anzugeben im Stande seyn 



) 



wie es 
Daseyn 



g^'8' 



5 



dass in dem grossen Wettring 



die eine den Sieg über 




dre d 



getrag 



um d 
[1 hat. 



// Aus den 



gehenden Bemerkungen lässt sich als Folge- 



satz von grösster Wichtigkeit ableiten 



3 




die Struktur eines 



jede 
Wei 



organischen W 



f die 



gsle aber 



mit 




aller andern organischen Wesen 



ft verborgen! 
sammenhängt 



j 



mit welchen es in Mitbewerbung um Nahrung oder Wohnung in Be- 
ziehung steht, welche es zu vermeiden hat, und von welchen es 



lebt. 
Klauen 



Diess erhellt 



ben so deutlich im Baue der Zähne und der 




Tig 



wie in der Bildung der Bein 



und Kl 



des Parasiten 



5 



welcher an des Tigers Haaren hängt 



Zwar an 



erlich gefiederten Saamen de 



dem z 

abgeplatteten und gewimperte 

anfänglich die Beziehung nur 



Löwenzahns wie an 



den 



B 



d 



Wasserkäfers scheint 



auf das Luft- und Wasser-Element 



<^ 



beschränkt 



Ab 



der Yortheil 




Saamens steht ohne Zweift 



in d 



durch andre Pflanze 



in der Luft erst weit umhertreiben muss, um 



fiedergrannigen Löwenzahn- 
Beziehung zu dem 

so dass er 

fiinen noch 



gste 



bereits dicht besetzten Lande 



auf 



freie 



Boden 



fallen 



zu 



können 



befähigt die Bildung seiner B 



Den Wasserkäfer dagegen 
vortrefflich zum Untertauchen, 



I 



( 



» 



I 



I 






I 



r 





'^"«1 




r 




'M, 





ler 




, 








"Hl 

[ 

Acker» 



\ 



1 




sckeii 

densel 
ch weil 



n um 

Jen kl 

als Fölfi 



ilur 




xW 



11 




1 





elcliß« 
euii 



•5 




r- 









\ 



) 





r 




83 



wodurch er in 




Stand gesetzt wird 



3 



mit anderen Wasser 



Insekten in Mitbewerbung zu treten. 



indem er nach seiner 




und anderen Thieren zu entgehen, welche ihn 



nen Beute jagt, 

zu ihrer Ernährung verfolgen. 

Der Vorrath von Nahrungs-Stoff, 



welcher in den Saamen 



vieler Pflanzen niedergelegt ist, scheint anfänglich keine Art von 
Beziehung zu anderen Pflanzen zu haben. 



Ab 



aus dem lebhaf 



ten Wachsthum der jungen Pflanzen, welche aus solchen Saamen^ 



WH 



Erbsen, Bohnen 



u. s. w.) hervorgehen, wenn sie mitten in 



hohes Gras ausgestreut worden, vermuthe ich, dass j 



Nah 



rungs-Vorrath h auptsächlich 




bestimmt ist, das Wachsthum 




jufigen Sämling 



zu 



beschleunigen, welcher mit andern Pfla 



zen von kräftigem Gedeihen 




um ihn her zu kämpfe 



hat 



Warum verdoppelt oder vervierfacht eine Pflanze in der Mitte 
ihres Verbreitungs-Bezirkes nicht ihre Zahl? Wir wissen, dass 



sie 



recht 



gut etwas mehr oder weniger 



Hitze 



und 



Kälte 



j 



Trockne und Feuchtigkeit aushalten 



kann; denn anderwärts ver- 



breitet sie sich in etwas wärmere oder kältere, feuchtre oder 
trockenere Bezirke. Wir sehen wohl ein, dass, wenn wir in 
Gedanken wünschten, der Pflanze das Vermögen noch weiterer 
Zunahme zu verleihen, wir ihr irgend einen Vortheil über die 
andern mit ihr werbenden Pflanzen oder über die sich von ihr 
nährenden Thiere gewähren müssten. An den Grenzen ihrer 
geographischen Verbreitung würde eine Veränderung ihrer Kon- 
stitution in Bezug auf das Klima offenbar von wesentlichem Vor- 
theil für unsre Pflanze seyn. Wir haben jedoch Grund zu glau- 
ben, dass nur wenige Pflanzen- oder Thier- Arten sich so weit 
verbreiten, dass sie durch die Strenge des Klima's allein zerstört 
werden. Nur wo wir die äussersten Grenzen des Lebens über- 
haupt erreichen, in den arktischen Regionen oder am Rande 



der dürresten Wüste 



3 



da hört auch die Mitbewerbung auf. 



Mag 



um 



das Land noch so kalt oder trocken seyn, immer werden sich 

m 

noch einige Arten oder noch die Individuen derselben Art 
das wärmste oder feuchteste Fleckchen streiten. 

Daher sehen wir auch, dass, wenn eine Pflanzen- oder eine 



Thier- Art in 



eine neue Gegend zwischen neue Mitbewohner 



6 



« 



84 



versetzt wird, die äusseren Lebens-Bedindungen meistens wesent 



lieh 



andre sind, wenn auch das Klima 



genau dasselbe wie in der 



alten Heimath bliebe. Wünschten wir das durchschnittliche Zah- 
len- Verhältniss dieser Art in ihrer neuen Heimath zu steigern 



so müssten wir ihre Natur in einer and 



W 



odifizii 



i 



sie 



als es hätte in ihrer alten Heimath geschehen müssen; denn 
bedarf eines Vortheils über eine andre Reihe von Mitbewerbern 
oder Feinden, als sie dort gehabt hat. 

Versuchten wir in unsrer Einbildungskraft, dieser oder 



jener Form einen Vortheil über eine andre zu verleihen^ so 
wüssten wir wahrscheinlich in keinem einzigen Falle, was zu thun 
seye, um zu diesem Ziele zu gelangen. Wir würden die Über- 
zeugung von unsrer Unwissenheit über die Wechselbeziehungen 



• • 



zwischen allen organischen Wesen gewinnen : einer Überzeugung,« 
welche eben so nothwendig ist, als sie schwer zu erlangen 



scheint. Alles was wir thun 



können, ist: 



stets im Sinne behal- 



ten , dass jedes organische Wesen nach Zunahme in einem geo- 



metrischen Verhältnisse strebt 



? 



dass jedes zu irgend einer Zeit 



Leb 



od 



gewiss 



Jahreszeit, während seiner 



Fortpflanzung od 
Zerstörung 



nach 



gelmässigen Zwischenräumen gro 



zu 



rleid 



hat 



Vi 



wir 



bei 



d 



um 



Daseyn nachdenken, so mögen wir uns 



Ibst trö 



Kampf 
»n mit 



dem vollen Glauben, dass der Krieg der Natur nicht ununterbro 



chen ist, dass keine Furcht gefühlt wird 





Tod im All 



gemeinen schnell ist, und dass es 
und Geschicktere ist, welcher überlebt 



der Kräftigere, der Gesundere 




sich vermehrt 



r 



I 




I 



'^e 



'% 



'lei 



111 1 




\^ 






M 



ser 




s 




lief 
iehii! 




er 




ne 




nein i 



^ 



mer 





eil grt 



(i 



j 



n 




(isten I 




lU 



di«! 



Jes 





85 





x^atiirliche Züdituiig 



Natürliche Auswahl 



Nachzucht: — 2ihre Gewalt im Vergleich zu der de 



Mensch 



-Jihre Gewalt über Eigenschaften von geringer Wichtigkeit 



hre Gewalt in icdeni Alter und über beide Geschlechter 



Sexuelle Zucht 



wa 



/Über die Allgemeinh 



der Kreutzung zwischen 



Individ 



oder ungünstig für di 



der nämlichen Art. —^Umstände günstig 

liehe Züchtung, insbesonderetjKreutzuugJ Isolation undClndividuen-Zahl 



Natur 



Langsame W 



Erlöschung 



durch 



rliche Züchtung 



verur- 



Divereenz des Charakters, in. Bezug auf die Verschiedenheit der 



sacht. 

Bewohner einer kleinen Fläche 



d auf N 



Wirkung der 



Natürlichen Züchtung auf die Abkömmlinge gemeinsamer Altern durch D 



rg 



des Charakters und durch Unterdrückung 



Erklärt die Gruppi 



g aller organisch 



\A 



/. Wie mag wohl der Kampf 



das Dasevn, welcher im letz 



len Kapitel allzukurz abgehandelt worden, in Bezug auf Variation 

die Nachzucht, welche 



wirken 



m 



d 



Kann das Prinzip der Auswahl für 
Menschen Hand so viel leistet, in der Natur angewendet 



werden? Ich glaube, wir werden sehen, dass ihre Thätigkeit 



• » 



st wirksa 



ist 



Erwäg 



wir in Gedanke 



5 



mit welch 



endloser Anzahl neuer Eigenthümlichkeiten die Erzeugnisse uns- 
rer Züchtung und, in minderem Grade, die der Natur variiren, 
und wie stark die Neigung zur Vererbung ist. Durch Zähmung und 



Kulti 



g 



? 



kan 



wohl sagen, wird die ganze Organisation 



/ 



gew 
lieh 



Grade bild 



Erwäg 



wir ferner 



5 



Wie 



d 



kelt und wie genau anschliessend die gegenseitig 



Beziehungen aller organischen Wiesen zu einand 



und zu den 



natürlichen Lebens-Bedingunge 



d 



Kann man es denn bei 



Erwägung, 



wie viele für den Menschen nützliche Abänderungen 
unzweifelhaft vorkommen, für unwahrscheinlich halten, dass IlTch 
andre mehr und weniger einem jeden Wesen selbst in dem 



grossen 
Abändei 



d zusammengesetzten Kampfi 



um 



Leben diensame 



im Laufe 



Tausend 



Generationen zuwei 



len vorkommen werden ? Wenn solche aber vorkommen 



5 



bleibt 



dann 



no<'h zu bezweifeln, dass (da oiFenbar viel mehr Indi- 



86 



viduen geboren werden , als möglicher Weise fortleben kön- 
nen) diejenigen Einzelwesen, welche irgend einen wenn auch 
geringen Vortheil vor andern voraus besitzen, die meiste Wahr- 

zu überdauern und wieder ihres- 



scheinlichkeit haben, die andern 



gleichen hervorzubringen? Andrerseits werden wir gewiss fühlen 
dass eine im geringsten Grade nachtheilige Abänderung in glei- 
chem Verhältnisse mehr der Vertilgung ausgesetzt ist. Diese Erhal- 
tung vortheilhafter und Zurücksetzung nachtheiliger Abänderuncren 



r 

ist es, was ich «Natürliche Auswahl oder Züchtung« nenne 
änderungen, welche 



* 



Ab- 



weder vortheilhaft noch nachtheilig sind, wer- 



den von der Natürlichen 



Auswahl nicht berührt, und bleib 



cn ein 



schwankendes Element, wie wir es vielleicht in den sogenannten 



•<k 



polymorphen Arten sehen. 



Wir 



werden den wahrscheinlichen Verlauf der Natürlich 



en 



Zuchtwahl am besten verstehen, wenn wir den Fall annehmen 



eine Gegend 



) 



erfahre irorend eine 



physikalische Veränderung z. 




im Klima. Das Zahlen-Verhältniss seiner Bewohner wird dann 
unmittelbar ein andres werden, und ein oder die andre Art wird 
gänzlich erlöschen. Wir dürfen ferner aus dem innigen Abhängig- 
keits-Verhältnisse der Bewohner einer Gegend von einander schlies- 



dass 



dem 



sen, aass, ausser aem Klima Wechsel an sich, die Änderung im 
Zahlen-Verhältnisse eines Theiles ihrer Bewohner auch sehr 
wesentlich auf die andern wirke. Hat diese Gebend offene Gren- 

TD 

zen, so werden gewiss neue Formen einwandern und das Ver- 
hältniss eines Theiles der alten Bewohner zu einander ernstlich 



stören 



denn 



erinnern 



wir 



uns 



wie 



folgenreich die Ein- 
führung einer einzigen Baum- oder Säugthier-Art in den früher 
mitgetheilten Beispielen gewesen ist. Handelte es sich dagegen 



um eine Insel od 



um ein so umschränktes Land 



5 



d 



neue 



/ 



und besser angepasste Formen nicht eindringen können, so wer 



d^if sich Lücken im Hausstand 




Natur 



geben 



5 



welche 



sicherlich besser dadurch ausgefüllt werden, dass einige 



d 



sprünglichen Bewohner eine angemessene Abänderung erfah 

■ 

denn 



7 



5 



Wäre das Land der Einwanderung geöffnet gewesen 



j 



so 






I 



i 



^ 



# 



Vergl. die Anmerkung auf Seite 10. 



• * 



D. Vbs 



\iX 



"M 



W 



\ 



%, 



\ 



'M\ 



H^ 



'•[ 



n 



Wjx f, 



'Uli, 



'"Sil 







es» t. 



s. 



anj 



'nne 




* 



: sind, 
bleib 



\ 



tl 



'"^Sens! 







r' 



\W: 



?im 



eruiig 
wird 

reArt 



n 





der 



nderui 
aiicli i 
[fene Gf 
d das ^ 

1 




den 





4 



das« 



30; 



SO 



(i 



iij 



.li 





■ er 





87 



würd 



h wohl Eindringlii 



d 



St 



ächtigt haben 



In 



diesem F 



würde daher jede geringe Abänderung 



5 



die 



sich im Laufe 
duen einer od 





ntwickelt hat 




gendwie 




Ind 




andern Sp 



durch bessre Anpassung an 



geänderten Lebens-Bedingungen begünstigt, ihre Erhaltung zu 



gewärtig 



hab 



d 




N 



Auswahl 



ird freien Spiel 



räum 



für ihr Verbesserungs-Werk find 



in dem ersten Kapitel 



gt word 



? 



vorhanden, d 
^.n . welche 



eine solche Änderung 



ist Grund zur 
1 den Lebens- 



sbesond 



auf 




An nah 1 
Bedingung 

wirkte 

crehenden Falle ist eine Änderung der Lebens-Bedingungen unter 

stellt word 



5 



Variabilität verursacht 




as Reproductiv-System 
sie erhöhet. In dem voran- 



5 





wird gewiss für die Natürliche Züchtung 



sofei 



günstig gewesen 



eyn 



? 



als mit ihr 




Aussicht auf da 



Vorkommen nützlicher Abänderungen verbunden war; kommen 

j 

nützliche Abänderungen nichl vor, so kann die Natur keine Auswahl 



Züchtung treffe 



Nicht als ob 




ein 



Veränderlichkeit nöthig wäre 
Erfolge 



denn wenn 




:stes Maass von 
Mensch grosse 



durch Häufung bloss individueller Verschiedenheiten in 




einer und derselben Rücksicht erzielen kann, so vermag es 
Natur in noch weit höherm Grade, da ihr unvergleichlich längre 
Zeiträume für ihre Plane zu Gebot stehen. Auch glaube ich 

oder andre Veränderung 



ichl, dass eben eine g 



klimatische 



ein ungewöhnlicher Grad von Abschrankung geg 



od 



Einwanderung nöthig ist 



die 



5 



um neue und 




unaus 




füllte Stel- 



len zu 



haffen, damit 



die Natürliche Zuchtwahl sie durch Ab 



derung und Verbesserung 
Gegend ausfüllen könne. 



g 



d 



Bewohner der 



Denn 




alle Bewohner einer jeden 



Gegend mit gegenseitig genau abgewo 



Kräften in bestand 



gern Kampf 



mit 



d 



lieg 



so genügen oft 



chon äusserst 



geringe Modifikationen in der Bildung oder Lebensweise eines 



^ewohners 



5 



um ihm einen Vortheil über andre 



zu 



geben 



5 



und weitre Abänderungen in 



ilbergewicht noch 



vergrössern. 



gleicher Richtung werden sein 
Es lässt sich keine Gegend 



bezeichnen, in welcher alle natürlichen Bewohner bereits so 
vollkommen an einander 'und au die äusseren Bedingungen des 



])■ 




^f 



88 



Lebens angepasst waren, dass keine unter ihnen mehr einer 
Veredelung fähig wäre 5 denn in allen Gegenden sind die ein- 
gebornen Arten so weit von naturalisirten Erzeugnissen überwun- 
den worden, dass diese Fremdlinge im Stande gewesen sind festen 
Besitz vom Lande zu nehmen. Und da die Fremdlinge überall 



einige der Eingeborenen aus dem Felde geschlagen haben. 



so 



darf man wohl daraus schliessen dass, wenn diese mit mehr Vor- 
zügen ausgestattet gewesen wären, sie solchen Eindringlingen 
mehr Widerstand geleistet haben würden. 

j Da nun der Mensch durch methodisch oder unbewusst aus- 
geführte Wahl zum Zwecke der Nachzucht so grosse Erfolge 
erzielen kann und gewiss erzielt hat, was muss nicht die Natur 
leisten können? Der Mensch kann absichtlich nur auf äusserliche 

■ ^^ ^ 

und sichtbare Charaktere wirken; die Natur fragt nicht nach dem 
Aussehen, ausser wo es zu irgend einem Zwecke nützlich seyn 

. auf den geringsten 
Thätigkeit, auf die ganze Machi- 




rgan 



kann. Sie kann auf jedes innere 
Unterschied in der organischen 

\ 

nerie des Lebens wirken. Der Mensch wählt nur zu seinem eignen 
Nutzen; die Natur nur zum Nutzen des Wesens, das sie pflegt. 
Jeder von ihr ausgewählte Charakter wird daher in voller Thätig- 
keit erhalten und das Wesen in günstige Lebens-Bedingungen ver- 

I 

setzt. Der Mensch dagegen hält die Eingebornen aus vielerlei Kli- 
maten in derselben Gegend beisammen und entwickelt selten ir- 
gend einen Charakter in einer besonderen und ihm entsprechenden 

Weise fort. 

Taube auf dieselbe Weise; er beschäftigt einen lang-rückenigen 



Er füttert eine lang- und eine kurz-schnäbehge 



od 



einen lang-beinigen Vierfüsser nicht 



besondern Art 



^ 



er 



tzt das lang- und das kurz-wollige Schaaf demselben Klima 



aus. 



El 



veranlasst die kräftigeren Männchen nicht 



5 



um 



ihre 



Weibchen zu kämpfi 



Er zerstört nicht mit Beharrlichkeit alle 



alle 



unvollkommenen Thiere, sondern schützt vielmehr 
Zeugnisse, so viel in seiner Gewalt liegt, in jeder 
Jahreszeit. Oft beginnt er seine Auswahl mit einer halb-m 
Form oder mindestens mit einer schon hinreichend voi 
Abänderung, um sein Auge 




Er 



verschiedenen 



Nutzen zu versprechen 




ragenden 
fesseln oder ihm offenbaren 
der Natur dagegen kann schon die 



zu 



ti 







4 




* - 








'\ 



'iielrt, 



dies 



^1 



iÜööCf 



^ 




zlicli s« 



D D 




lem tu 



sie 



Her Tl 
elerlei 




) 



re*' 



.11' 






r 



11)611 

um 

5 

ic 



(t, 




41' 



f 



«c 




II 





«■ 



Ö 




ßi 











^ 



89 



Thätigkeit das bis 



f- 



d 



geringste Abweichung in Bau und organischer 
herige genaue Gleichgewicht zwischen den ringenden Form 
heben und hiedurch ihre Erhaltung bewirken. Wie flüchtig j 
Wünsche und die Anstrengungen des Menschen ! wie kurz ist seine 
Zeit! wie dürftig sind mithin seine Erzeugnisse denjenigen gegen- 
über, welche die Natur im Verlaufe ganzer geologischer Perioden 
anhäuft! Dürfen wir uns daher wundern, wenn die Natur-Produkte 
einen weit »achteren« Charakter als die des Menschen haben, 

den verwickeltesten Lebens-Bedingungen weit besser 
angepasst sind und das Gepräge einer weit höheren Meisterschaft 



wenn sie 



an 



h tragen 



Man kann sagen. 



di 



-> 



Natürliche Züchtung seye täglich und 



il 



h durch 




g 



geringste Abänderung 



Welt beschäftigt 
ndig zu machen 



ied 




sie 



h 



kzuwerfen 



wenn sie schlecht, und sie zu erhalten und zu verbessern wenn 



Stille und unmerkbar ist sie überall und allezeit 



5 



? 



mit der Vervollkommnung 



sie gut ist. 

wo sich die Gelegenheit darbietet 

eines jeden organischen Wesens in Bezug auf dessen organische 

und unorganische Lebens-Bedingungen beschäftigt. Wir sehen 

nichts von diesen langsam fortschreitenden Veränderungen 



5 



bis 



die Hand der Zeit auf eine abgelaufene Welt-Periode hindeutet, 
und dann ist unsre Einsicht in die längst verflossenen Zeiten so 
unvollkommen, dass wir nur noch das Eine wahrnehmen, dass die 
Lebensformen jetzt ganz 



andre sind, als sie 



> 



früher gewesen. 



Obwohl die Natürliche Züchtung nur durch und für das 



Gute eines jeden Wesens wirken kann 



5 



SO werden doch wohl 



auch Eigenschaften und Bildungen dadurch berührt, denen wir 
nur eine untergeordnete Wichtigkeit beilegen möchten. Wenn 
Blätter-fressende Insekten grün, Rinden-fressende grau-gefleckt, 
das Alpen-Schnöehuhn im Winter weiss, die Schottische Art 
Haiden-farbig, der Birkhahn mit der Farbe der Moorerde erschei- 

den 



nen, so haben wir zu 



vermuthen Grund, dass solche Farben 



V()geln 



und Insekten nützlich sind und sie vor Ge- 
Wald- und Schnee-Hühner würden sich, wenn 
sie nicht in irgend einer Zeit ihres Lebens der Zerstörung aus- 



genannten 
fahren schützen. 



gesetzt wären, in 



endloser Anzahl verm 



Man weiss 



5 



dass 



I 

I 



!% 






^■ 






^' 



i 



90 



sie sehr von Raubvögeln leiden, welche ihre Beute mit dem 
Auge entdecken ; daher man in manchen Gegenden von Europa 



¥ 



auch nicht gerne 



v^eisse Tauben hält, weil diese 



der Entdeckung 



Wirkung 



habe, sondern vielmehr 



und Zerstörung am meisten ausgesetzt sind. So finde ich keinen 
Grund zu zweifeln, dass es hauptsächlich die Natürliche Züchtung 
ist, welche jeder Art von Wald- und Schnee-Hühnern die ihr 
eigenthümliche Farbe verleiht und , wenn solche einmal herge- 
stellt ist, dieselbe fortwährend erhält. Auch müssen wir nicht 
glauben, dass die zufällige Zerstörung eines Thieres von abwei- 
chender Färbung nur wenig 
uns erinnern, wie wesentlich es ist aus einer weissen Schaaf- 
Heerde jedes Lämmchen zu beseitigen, das die geringste Spur 
von Schwarz an sich hat. Bei den Pflanzen rechnen die Bota- 
niker den flaumigen Überzug der Früchte und die Farbe ihres 
Fleisches mit zu den mindest wichtigen Merkmalen; und doch 
vernehmen wir von einem ausgezeichneten Garten-Freunde, Dow- 
NiNG, dass in den Vereinten Staaten nackthäutige Früchte viel mehr 



durch einen Rüsselkäfer leiden als die 



flaumigen, und dass 



die 



Purpur-farbene Pflaumen von einer gewissen Krankheit viel mehr 



leiden, als 



d 



gelb 



5 



während eine 



dre Krankheit 




gelb 



fleischigen Pfirsiche viel mehr angreift, als die andersfarbigen. 
Wenn bei aller Hilfe der Kunst diese geringen Unterschiede 
zwischen den Varietäten schon einen grossen Unterschied in de- 



ren Behandlung erheischen, so werden sich gewiss im 



Zustande 



der Natur, wo die Bäume mit andern Bäumen und mit einer 

Varietäten am 



haben, diejenigen 



Menge von Feinden zu kämpfen 

sichersten behaupten, deren Früchte, mögen sie nun nackt oder 

behaart seyn, ein gelbes oder ein purpurnes Fleisch haben, am 

r 

besten gedeihen. 

Was endlich eine Menge von kleinen Verschiedenheiten zwi- 

3zies betriff't, welche, so weit unsre Unkenntnis zu ur- 



schen Sp 



theilen gestattet, ganz unwesentlich zu seyn scheinen, so dürfen 



wir nicht vergessen 



5 




auch Klima, Nahrung u. s. w 



wohl 



inige 



mittelbaren Einfluss haben mögen. Weit nöthig 



es aber noch im Gedächtniss zu beh 




es viele noch 



unbekannte Wechselbeziehungen des Wachsthums gibt 



3 



welche 



? 



I 









« 





If 



'^i 



^ 






i 



Mi 
'3l k 



\vir 



3n 



I 




^i4 



'n 




t 





fL 



jrk il 
undl' 



ide. I 



V 






die f 




terscB 
edii' 




t 





f 



3 





f 





?ö 



< 



f.' 



so 




\^ 




t 




( 



i 




91 



wenn 



ein Theil 



der 



Organisation durch 



Variation modifizirt 



und wenn diese Modifikationen durch Natürliche Züchtung zum 



Besten 



des 



so ist auch die Züchtung im Natur- 



organischen Wesens gehäuft werden, dann wie- 
der andre Modifikationen oft voii der unerwartetsten Art ver- 
anlassen. 

; Wie die Abänderungen^ welche im Kultur-Zustande zu ir- 
gend einer Zeit des Lebens hervorgetreten sind, auch beim Nach- 
kömmling in der gleichen Lebens-Periode wieder zu erscheinen 
geneigt sind: in den Saamen vieler Küchen- und Acker-Gewächse, 
in den Raupen und Coccons der Seidenwurm-Varietäten, in den 
Eiern des Hof-Geflügels und in der Färbung des Dunenkleides 
seiner Jungen, in den Hörnern unsrcr Schaale und Rinder, wenn 
sie fast ausgewachsen , 
Zustande fähig, in einem besondern Alter auf die organischen 
Wesen zu ^wirken, für diese Lebenszeit nützliche Abänderung zu 
häufen und sie in einem entsprechenden Alter zu vererben. 
Wenn es für eine Pflanze von Nutzen ist, ihre Saamen immer 
weiter und weiter mit dem Winde umherzustreuen, so ist für die 
Natur die Schwierigkeit diess Vermögen durch Züchtung zu bewir- 
ken nicht grösser, als sie für den Baumwollen- Pflanzer ist durch 
Züchtung die Baumwolle in den Fruchtkapseln seiner Pflanzen zu 
vermehren und zu verbessern. Natürliche Züchtung kann die Larve 
eines Insektes modifiziren und zu zwanzigerlei Bedürfnissen ge- 
eignet anpassen, welche ganz verschieden sind von jenen, die 
das reife Thier betreffen. Diese Abänderungen in der Larve 
werden zweifelsohne nach den Gesetzen der Wechselbeziehungen 
auch auf die Struktur des reifen Insektes wirken, und wahr- 
scheinlich ist bei solchen Insekten, welche im reifen Zustande 
nur wenige Stunden zu leben und keine Nahrung zu sich zu 
nehmen haben, ein grosser Theil ihres Baues nur als ein kor- 
relatives Ergebniss allmählicher Veränderungen in der Struktur 
ihrer Larven zu betrachten. So können aber wahrscheinlich 
auch Jumgekehrt gewisse Veränderungen im reifen Insekte oft 
die Struktur der Larve berühren, in allen Fällen aber nur unter 

die 



der Bedingung, dass diejenige Modifikation, welche bloss 



Folge 



einer Modifikation auf einer anderen Lebensslufe 



ist. 



• 






I 



!^ 



92 



durchaus nicht nachtheiliger Art seye, weil sie dann das Erlö- 
sehen der Spezies zur Folge haben müsste. 

Natürliche Züchtung kann auch die Struktur des Jungen in 
Bezug zum Alten und die des Vaters derjenigen seiner Kinder 
gegenüber modifiziren. Bei Hausthieren passt sie die Struktur 
eines jeden Einzelwesens den Zwecken der Gemeinde an , 
ausgesetzt, dass auch ein jedes Einzelne bei dem so bewirkten 



vor 



Wechsel gewinne. 




Was die natürliche Züchtung nicht bewirken 



kann 



5 



das ist: Umänderung der Struktur einer Spezies 



5 



ohne 



ErsatZ; zu Gunsten einer anderen Spezies ; und obwohl in natur- 

* 

historischen Werken Beispiele dafür angeführt werden, so ist 



5 

doch keines darunter, das eine Prüfung aushielte. Selbst ein 



or- 



ganis 




büd 




nur einmal im Leb 



eines T 



braucht wird 



kann 



? 



wenn es ihm von grosser Wichtigkeit 



ist. 



durch die Natürliche Zuchtwahl bis zu jedem Betrage modifi- 



zirt werden 



? 



wie 



die 



welche 



* » 



nur 



zum 



Offnen 



grossen 
ihrer 



Kinnladen einiger 



Insekten 



5 



Coccons dienen 



? 



oder 



das 



zarte Spitzchen auf dem Ende des Schnabels junger Vögel, womit 
sie beim Ausschlüpfen die Ei-Schaale aufbrechen. Man hat ver- 
sichert, dass von den besten kurzschnäbeligen Purzel-Tauben 



mehr im Eie zu Grunde gehen, als auszuschlüpfen im Stande 

bei Durchbrechung der 



sind, was Liebhaber mitunter veranlasst 

Schaale mitzuwirken. Wenn demnach die Natur den Schnabel 

■f 

einer Taube zu deren eignem Nutzen im ausgewachsenen Zustande 
sehr zu verkürzen hätte, so würde dieser Prozess sehr langsam vor 
sich gehen, und müsste dabei zugleich eine sehr strenge Auswahl 
derjenigen jungen Vögeln im Eie stattfinden, welche den stärk- 
sten und härtesten Schnabel besitzen, weil alle mit weichem 



Schnabel unvermeidlich zu Grunde gehen würden; oder aber es 



müsste eine Auswahl der dünnsten und zerbrechlichsten Li- 
Schaalen erfolgen, deren Dicke bekanntlich so wie jedes andre 
Gebilde variirt. 

4 

/Sexuelle Zuchtwahl. Wie im Kultur-Zustande Eigenthüm- 
lichkeiten oft an einem Geschlechte zum Vorschein kommen und 



sich erblich an dieses Geschlecht heften 



5 



so wird es wohl auch 



9 

im Natur-Zustande geschehen, und, wenn Diess der Fall, so muss 



I 



» 






I 



A 



HO 




5^1 



Her i. 




l 




zies 



) 



II m '.' 



"iSi 






rfi 



ilijki 



,je 




I 




JCl 



oder 



an 




. zel- ii 







n 






i^C 



4B^ 




,;i 



it ^^'" 







ied^^ 





l!ll 





CO 



93 



die Natürliche Züchlnng fähig 



eyn 



? 



ein Geschlecht in seinen 



funktionellen Beziehung 



zum and 



modifizire 



3 



ode 




verschiedene Gewohnheiten des Lebens in beid 



Geschlechtern 



zu bewirke 



wie es b 



Insekten zuweilen der Fall ist 



5 



und Diess veranlasst mich, einige Worte 



über das 



gen, was 



ich Sexuelle Zuchtwahl nenn 
Kampfe um's Daseyn , sond 



will 



Sie hängt ab nicht 



von einem Kampfe 



seh 



den 



sond 



Männchen um den Besitz der Weibchen, dessen Folgen für den Be 
siegten nicht in Tod und erfolgloser Mitbewerbung 
spärlicheren oder ganz 
Diese 



sfallenden Nachkommenschaft bestehen 



Geschlechtliche Auswahl ist daher minder 



verhäng 



3 



die Natürliche. Im Allgemeinen werd 




kräftigsten, die ihre 



Stelle 



der Natur am besten 



füllenden Männch 




meiste 



Nachkommenschaft hinterlassen 



In manchen Fällen jedoch wird 



der 
sond 



■ 

Sieg nicht 



der Stärke im 



Allgemeinen, sond 



nur dem Männchen verlieh 



Waffen abhäng 



von be- 
;n. Ein 



Geweih-loser 

sieht Erben zu hinterlass 



Hirsch und ein Sporn-loser Hahn haben wenig Au 



Eine Sexuelle 



Züchtung, welch 



stets dem Sieger die Fortpflanzung ermöglichen sollte, müsste 



ihm unzähmbaren Muth 



3 



lang 



Sp 



und starke Flügel ver- 



leihen, um mit dem gespornten Laufe kämpfen zu können; 



wie 




enn der Kampfhahn-Züchter seine Zucht durch sorgfältige Aus- 
wahl in dieser Beziehung sehr zu veredeln versteht. Wie weit hinab 



in d 



Stufenleiter 




Natur dergleichen Kämpfe 




vorkom 



men weiss ich nicht. Doch hat man männliche Alligatoren be 



schrieb 



3 



Wie sie 



um den Besitz eines Weibchens kämpfen 



3 



brüllen und sich im Kreise drehen 

Tage 

ben oft Wunden* von den mächtigen Kiefer 

er Kampf am heftigsten zwischen 



nnliche Sal 



hat man 



lang miteinander streiten sehen; männliche Hirschkäfer ha 

n andrer Männchen 



Doch ist 





gamischer Thier 
mit besondern 
der Raub-Säugethie 



Männchen poly- 

uud diese scheinen auch am gewöhnlichsten 

Die Männchen 



Waffen dazu versehen zu seyn. 

'e sind schon an sich wohl bewehrt 



3 



doch 



pflegen ihnen u. e. a. durch sexuelle Züchtung noch besondere 
Waffen verliehen zu werden, wie dem Löwen seine Mähne, dem 

seine Haken- förmige 



Ebe 



sem 



Hauzahn, dem nuinnlichcn Salinen 



\ 



I 



94 



Kinnlade 



5 



und der Schild mag für 




yn, als das Schwert oder der 




Sieg eben so wichtig 

Vögeln hat 



Unter d 



der Bewerbungs-Kampf oft einen friedlicheren Charakter 



Alle 



5 



welche diesen Gegenstand behandelt haben, glauben, die eifrigsl 

Sing- Vögeln statt, wo die Männchen 
m anzuziehen suchen. Der Felshahn 



Rivalität finde unter 




durch Gesang 




Weibch 



in Guiana (Rupicola), die Paradiesvögel u. e. a. schaaren sich 
zusammen, und ein Männchen um das andere entfaltet sein präch- 
tiges Gefieder, um in theatralischen Stellungen vor den Weibchen 
zu paradiren, welche als Zuschauer dastehen und sich zuletzt den 



liebenswürdigsten Bewerber erkie 



a 

Sorgfältige Beobachter der 



in Gefangenschaft gehalt 



Vögel wissen sehr wohl 




ass oft 
individuelle Bevorzugungen und Abneigungen stattfinden: so hat 




R. Heron 



beschrieben, wie 



ein 



heckiger Perlhahn ausser- 



ord 



nziehend für alle seine Hennen gewesen 



kindisch 



ssehen , solch 



? 



Es 

anscheinend schwachen Mitteln 



mag 
ir- 



gend eine Wirkung zuzuschreiben 



5 



nd 




kann hier nicht in 



Einzelnheiten 



eingehen, um jene 



Ansicht zu unterstützen 



5 



wenn 



jedoch der Mensch im Stande ist seinen Bantam-Hühnern in kurzer 
Zeit eine elegante Haltung und Schönheit je nach seinen Begriffen 
von Schönheit zu geben, so kann ich keinen genügenden Grund 
zum Zweifel finden, dass weibliche Vögel, indem sie Tausende von 
Generationen hindurch den Melodie-reichsten 



oder 



schönsten 



Männchen, je nach ihren Begriffen von Schönheit, bei der Wahl 



den Vorzug geb 



nicht ebenfalls einen merklichen Effekt be 



wirken können. Ich habe starke 



Vermuthung, dass 



einige wohl- 



1 

bekannte Gesetze in Betreff' des Gefieders männlicher und weib- 
licher Vögel dem der jungen gegenüber sich aus der Ansicht 
erklären lassen, das Gefieder seye hauptsächlfch durch die Ge- 
schlechtliche Wahl modifizirt worden, welche im Geschlechts- 
reifen Alter während der Jahres-Zeit wirkt, welche der Fort- 
Pflanzung gewidmet ist. Die dadurch erfolgten Abänderungen 
sind dann auf entsprechende Alter und Jahres-Zeiten wieder 
vererbt worden entweder durch die Männchen allein, oder durch 

r 

Männchen und Weibchen ; ich habe aber hier nicht Raum weiter 
auf diesen Gegenstand einzugehen. 



I 



l 



i 



» 



I 



} 






r. 




e' 



;f. 



''s: 



1 . 



M5| 



^r 



e« 






"ü M 









r 




l: 



y 



n m 




1 





■n : 1 



m 





if 



en 




5 




s 





1(: 





I' 










95 



W 



daher Man 



en 



und Weibchen einer Thier-Art 




nämliche allgem 
oder Verzierung 



Lebens-\\ 



haben, aber in Bau 



Farbe 



der abweichen, so 



sind nach meiner 



Meinung 



diese Verschiedenheiten hauptsächlich durch die 




schlechtliche W^ahl bedingt 





männliche Individuen haben in 



feinander- folgend 



Generationen 



ge 



kleine Vortheile über 



andre Männchen gehabt in Waffen, Vertheidigungs-Mitteln oder 

Reitzen und haben diese Vortheile auf ihr 

übertragen. 



Doch 



e männlichen Nachkommen 
öchte ich nicht alle solche Geschlechts-Ver- 



chiedenheiten aus dieser Quelle ableiten 



5 




wir sehen Eig 



thümlichkeiten entstehen und beim männlichen Geschlechte unsrer 



Hausthi 
lischen 
Männch 
annehm 



re erblich werd 
Bolen- Tauben, 



5 



wie die Hautlapp 



bei 





ie Horn-artig 
ger Hühner-Vögel u. s. w 



Auswüchse 



bei 



Eng- 
den 



? 



k 



3 



dass sie 





od 



Analogt 
Büschel 



von welchen wir nicht 



Männchen im Kampfe nützlich 

ausüben *. 




eine Anziehungskraft auf die Weibchen 

sehen wir auch in der Natur, wo z. B. der Haar- 
der Brust des Puterhahns weder nützlich im Kampfe 



noch eine Zierde für den Brautwerber seyn kann 
lieh, hätte sich dieser Büschel erst im Zustande 



5 




und wirk 
Zähmung ge 



I 



bildet, wir würden ihn eine Monstrosität nennen ! 



/ 



Beleuchtung derWirkungsw 



der Natürlich 



■ 

Züchtung.) In der Absicht 




Art und V\ 



klar 



machen 



3 



Wie 




Wahl wirke, muss ich 



um 




meiner Meinung die Natürliche 
Erlaubniss bitten, ein oder zwei erdachte Beispiele zur 

Denken wir uns zunächst einen Wolf. 



Erläuterung vorzutragen 
der sich seine Beute an 



schied 



Thier 




durch List 



3 



theils durch Stärke und theils durch Schnelligkeit verschaffe, und 



nehmen wir an, seine 



3 



Schnelleste Beute, der 



Hirsch z. B. 



3 



hätte 



sich aus irgend einer Ursache in einer Gegend sehr vervielfältigt, 
oder andre zu seiner Nahrung dienende Thiere hätten in der 
Jahreszeit, wo sich der Wolf seine Beute am schwersten ver- 



haffe 



kann 



3 



sehr 



ermindert 



Unter 



olchen Umständen kann 



* Aber wie vermöchten wir zu ermessen, was einen Bewerber in den 

D. Übs. 



Augen einer Henne 



oder einer Taube liebenswürdig machen könne! 



I 



96 



ich keinen Grund zu zweifeln finden 



5 



schnellsten Wölfe 



dass die schlanksten und 



m meisten Aussicht auf Fortkommen und 



so- 



mit auf Erhaltung und Verwendung zur Nachzucht hätten, immerhin 



gesetzt 



3 




sie dabei Stärke 



genug behielten, um sich 



ihrer Beute auch zu einer andern Jahreszeit zu bemeistei 
sie veranlasst seyn könnten, 



3 



WO 



auf andre Thiere auszugchen 



finde um so 



wenig 



Ursache daran zu zweifeln 



5 



da 



m 

Mensch 



uch 



J 




er 




Schnelligkeit seines Windhundes durch 



gfäl 



und planmässige Auswahl oder durch jene unbewusste \\ 



5 



wenn nur 



tige 

zu erhöhen im Stande ist, welche schon stattfindet 
Jedermann den besten Hund zu haben strebt, ohne einen Gedan- 
ken an Veredelung der Rasse. 



So könnte auch ohne eine Veränderung in den Verhältniss- 

■ 

zahlen der Thiere, die dem Wolfe zur Beute dienen, ein jiinoer 
W^olf zur Welt kommen mit angeborner Neigung gewisse Arten 

_ # 

von Beutethieren zu verfolgen. Auch Diess ist nicht sehr un- 
wahrscheinlich ; denn wie oft nehmen wir grosse Unterschiede in 
den natürlichen Neigungen unsrer Hausthiere wahr! Eine Katze 
z. B. ist geneigt Ratten und die andre Mäuse zu fangen. Eine 
Katze bringt nach Hrn. St. John geflügelte Beute nach Hause, die 
andre Hasen und Kaninchen, und die dritte jagt auf Marschland 
und meistens nächtlicher Weile nach Waldhühnern und Schnepfen. 
Man weiss, dass die Neigung Ratten statt Mäuse zu fangen 



5 



ver- 



erblich ist. Wenn nun eine angeborne schwache Veränderung 
in Gewohnheit oder Körper-Bau einen einzelnen Wolf begünstigt, 
so hat er am meisten Aussicht auszudauern und Nackkommen zu 



hinterlassen. 



Einige 



seiner 



Jungen 



werden dann vermuthlich 



4 
1 



dieselbe Gewohnheit oder Körper -Eigenschaft erben 



3 



und so 



kann durch oftmalige Wiederholung dieses Vorgangs eine neue 



Varietät entstehen 



3 



welche 




alte Stamm-Form des Wolfes 



ersetzt oder zugleich mit ihr fortbesteht. 



Nun werden ferner 



Wölfe, welche 



Gebirgs-Gegenden bewohnen, und solche 



3 



die sich 



im Tieflande aufhalten, von Natur genöthigt 
Beute auszugehen 



, auf verschiedene 
und mithin bei fortdauernder Erhaltung der 
für jede der zwei Landstriche geeignetesten Individuen allmählich 
zwei Abänderungen bilden. Diese Varietäten müssen da, wo ihre 



f 



I 



I 



I 
I 

♦ 



P 



t 



i 






K. 



Njj. 




\ 



'S 



} 



• -ri 




l iii>, 



H 



*ei 






erli 



?iii 



.:j^ .1 





i» 



:-iiie 



ren. 




cn 



i 





r 




jejif 




eriii" 




j 




r 



^5 



,1 / 




) 




/ 






i 



^ 




nw 




j 



97 



Verbreitungs- Bezirke zusammenstosseh , sich vermischen und 

1 

r 

kreutzen^ doch werden wir auf die Frage von der Kreutzung 
später zurückkommen. Hier will ich noch beifügen, dass nach 
PiERCE im Ca/sÄi*//- Gebirge in den Vereinten Staaten zwei Varie- 



täten des Wolfes hausen 



5 



eine leichtere von Windspiel-Form 



5 



welche 



Hirsche verfolgt, und eine andre schwerfälligere und mit 



Ge- 



kurzen Beinen, welche häufiger die Schaaf-Heerden angreift. 

Nehmen wir nun einen zusammengesetzteren Fall an. 
wisse Pflanzen scheiden eine süsse Flüssigkeit aus, wie es scheint, 
um irgend etwas Nachtheiliges aus ihrem Safte zu entfernen. 



Diess 



wird 



bei 



manchen Schmetterlings-blüthigen Gewäch 



durch Drüs 



am Grund 




Lor 



beerbaum auf dem Rücken 



Stipulä und beim gemeinen 
er Blätter bewirkt. Diese Flüssig 



keit 



? 



wenn auch nur in geringer 



Meng 



zu finde 



wird von 



Insekten begierig aufgesucht. Nehmen wir nun an, es werde ein 

er inneren Basis 



wenig solc 




süssen Saftes oder Nektars an 




der Kronenblätter einer Blume ausgesondert. In diesem Falle 
werden die Insekten, welche den Nektar aufsuchen, mit Pollen 
bestäubt werden und denselben gewiss oft von einer Blume auf 
das Stigma der andern übertragen. Die Blumen 
schiedener Individuen einer Art werden dadurch gekreutzt. und 



zweier ver- 



'? 




die Kreutzung liefert (.wie nachher ausftihrlicher gezeigt werden 

vorzugsweise kräftige Sämlinge, welche mithin die beste 
Aussicht haben auszudauern und sich fortzupflanzen. Einige die- 
ser Sämlinge können wohl das Nektar-Absonderungs- Vermögen 



erben, und diejenigen Nektar-absondernden ßlüthen, 



welch 



die 



stärksten Dr 



b 



und 




meisten Nektar liefern 



werd 



am 



ftesten von Insekten besucht und am Öfteste 



5 



mit 



andern gekreutzt werden und so mit der Länge der Zeit allmäh 



lieh d 



Oberhand gewinnen. Eb 



werden diejenigen Blüth 



"5 

deren Staubfäden und Staubwege so gestellt sind, dass sie je 



hGi 



und 



Eigenthümlichkeiten d 



besuchen 



den Insekten 



einigermaassen die 



Übertragung ihres Samenstaubs 



von 



Blüthe zu Blüthe erleichtern 



5 



gleicherweise begünstigt 



und zur Nachzucht geeigneter seyn. Nehmen wir den Fall an, 
die zu den Blumen kommenden Insekten wollten Pollen 



statt 



7 



98 



I 



Nektar einsammeln, so wäre zwar die Entführung des Pol- 



lens 



? 



der allein zur Befruchtung der Pflanze erzeugt wird 



3 



ein 



Verlust für dieselbe \ wenn jedoch anfangs gelegentlich und nach- 
her gewöhnlich ein wenig Pollen von den ihn einsammelnden 
Insekten entführt und von Blume zu Blume getragen ythu, 
wird die hiedurch bewirkte Kreutzung zum grossen 



wird 



so 



Vor 



d 



Pflanzen seyn, mögen ihnen auch neun Zehntel der ganzen Pollen- 
Masse zerstört werden; denn diejenige Pflanze, welche mehr 
und mehr Pollen erzeugt und immer grössre Antheren bekommt 
wird für die Nachzucht das Übergewicht haben. 

welche auf diese Weise vor an- 



j 



5 



Wenn nun unsre Pflanze 
erhalten und durch Natürliche Wahl mit Blu 



dern ( 

worden, welche die Pollen 

anziehen, so kan 

zur andern endlich zur Reg 



versehe 



verschleppenden Insekten immer mehr 



die Überführung des Poll 



von 



Pflanz 







werden, wie Diess in vielen F 



len wirklich geschieht 



Ich will 



einen nicht 



sehr zu- 



treff'enden Fall als Beleg daftir anführen, welcher jedoch geeignet 



ist 



gleich als Beispiel eines ersten Schrittes 



Trennung d 



Geschlechter zu dienen, von welcher noch weiter die Red 



seyn 

nur männliche Blüthen 
zeugende Staubgefässe 

und ein verkümmertes Pistill enthalten; andre Stämme liefern 

nur weibliche Blüthen, die ein vollständig entwickeltes Pistill und 

in 



wird, 
hervor 



Einige Stechpalmen-Stämme bring 
welche vier nur wenig Pollen 



vier 



Staubfäden mit verschrumpften Anth 



welchen nicht ein Pollen-Körnch 



bemerkt werde 



chliess 
kann. 



5 



Nach 




einen weiblichen Stamm genau 60 Ellen von einem 



dem ic 

liehen entfernt gefunden 
Blüthen von verschiedenen Zweig 
entdecke an allen ohne Ausnahme 

eine übermässige 



nehme ich die Stigmata aus zwanzig 

m unter das Mikroskop und 



einigen 



ogar 



einige 
Menge 



Pollen-K 



und an 



\ 



esselb 



Da 



der 



Wind schon 



g 



Tage lang vom weiblichen geg 



den mann 



liehen Stamm hin gewehet hatte 



? 



so kann er es nicht gewesen 



seyn 



? 



der den Pollen dahin geftihrt 



geTag 




die Bienen gewesen 
tersuchte 



Das Wetter war schon 
daher nicht günstig für 
i gcwcou.x, und demungeachtet war jede von mir un- 
weibliche Blüthe durch den Pollen befruchtet worden 



lang kalt und stürmisch 



j 



I 



I 



I 



I 

I 



» 



\ 



I 
I 



99 



^ 



l^ 





U 



\ \ 



k\i 



t 




UIVl 




vor 



5 



Vpr;;' 



ler 



ij 




r 



eleu I 




k 



.eJe *' 





: 



. f. 



le 








r ,: 



" 



,i% 



C i 



}:> 




er 



111 




.ii!f 







iJ 



•vaf 



#'<: 



i«* 



^ 



in 




s\ 



i 



welchen die Bienen, von Blüthe zu Blüthe nach Nektar suchend, 
an ihren Haaren vom männlichen Stamme mit herüber gebracht 
hatten. Doch kehren wir nun zu unserem ersonnenen Falle zu- 



rück 



Sobald jene Pflanze in solchem Grad 



anziehend für die 



Insekten geworden 



? 




sie den Pollen regelmässig von einer 



Blüthe zur andern tragen, wird ein andrer Prozess beginnen 
Kein Naturforscher zweifelt an dem Vortheil der sogen, »physio- 
logischen Theilung der Arbeit« 5 daher man glauben darf. 



es 



seye nützlich für eine Pflanzen-Art in einer Blüthe oder an 
einem ganzen Stocke nur Staubgefässe und in der andern Blüthe 
oder auf dem andern Stocke nur Pistille hervorzubringen. Bei 
kultivirten oder in neue Existenz-Bedingungen versetzten Pflan- 
zen schlagen manchmal die männlichen und zuweilen die weib- 
lichen Organe mehr oder weniger fehl. Nehmen wir aber an, 
Diess geschehe auch in einem wenn noch so geringen Grade im 
Natur-Zustande derselben, so würden, da der Pollen schon re- 
gelmässig von einer Blume zur andern geführt wird und eine 
vollständige Trennung der Geschlechter unsrer Pflanze ihr nach 
dem Prinzipe der Arbeitstheilung vortheilhaft ist, Individuen mit 
einer mehr und mehr entwickelten Tendenz dazu fortwährend 
begünstigt und zur Nachzucht ausgewählt werden, bis endlich 
die Trennung der Geschlechter vollständig wäre. 

Kehren wir nun zu den von Nektar lebenden Insekten in 
unserem ersonnenen Falle zurück; nehmen wir an, die Pflanze 
mit durch andauernde 'Züchtung zunehmender Nektar-Bildung sey 



eine gemeine Art, und unterstell 



wir 



3 




gewisse Insekten 



hauptsächlich auf deren Nektar als ihre Nahrung angewiesen 

Ich könnte durch manche Beispiele nachweisen, wie sehr 



sind. 



die Bienen bestrebt sind, Zeit zu 

■ 

doch nur auf ihre 



? 



sp 



Ich will mich 



Gewohnheit berufen, in den Grund 



Blumen Offnungen zu mach 



? 



um durch d 



gewisser 
den Nektar zu 



saugen , 
Mündung 



welchen sie mit ein Bischen mehr Weile durch die 



heraus holen könnten. 



Dieser Thatsachen eingedenk 



halte ich es nicht für gewagt anzuneJmien, dass eine zufällige 
Abweichung in der Grösse und Form ihres Körpers oder in der 
Länge und Krümmung ihres Rüssels, wenn auch viel zu unbe- 



7 






100 



deutend für unsre Wahrnehmung, von solchem Nutzen fiir eine 



Biene ode 



ein 



d 



Insekt seyn kö 



? 



das sich mit 




Hülfe sein Futter leichter verschafft, dass es mehr Wahrschein- 
lichkeit der Fortdauer und der Fortpflanzung als andre Thiere 
seiner Art besitzt. Seine Nachkommen werden wahrscheinlich 
eine Neigung zu einer ähnlichen Abweichung des Organes er- 



ben. 



Die Röhren def Blumen-Kronen des rothen und des In- 



karnat -Klee's (Trifolium pralense und Tr. incarnatum) scheinen 
bei flüchtiger Betrachtung nicht sehr an Länge auseinander zu 
weichen; demungeachtet kann die Honig- oder Korb-Biene (Apis 
mellifica) den Nektar leicht aus der ersten aber nicht aus 




letzten 



g 



3 



welche daher nur von Humm 



besucht wird 



j 



so dass ganze Feld 



othen Klee 




Korb-Biene 



einen Überschuss von köstlichem Nektar darbieten 
daher für die Korb-Biene von grösstem Yortheil 
was längeren 



vergebens 
Es würde 



seyn, emen 



od 



abweichend gestalteten Rüssel zu habe 



et- 
Auf 



der 



deren Seite h^be ich durch Versuche gefunden 



3 



dass 




Fruchtbarkeit des rothen Klee's grossentheils durch den Besuch 
der Honig-suchenden Insekten bedingt ist, welche bei diesem 
Geschäfte die Theile der Blumenkrone verschieben und dabei den 
Pollen auf die Oberfläche der Narbe wischen. Sollten dagegen 



so mü 



eine 



die Hummeln in einer Gegend selten werden, 

kürzere oder tiefer getheilte Blumenkrone von grösstem Nutzen 



für den rothen Klee werden 



3 



damit 




Honig-B 



seine Blü 




besuchen könne. Auf diese W 



begreife ich, wie eine 



Blüthe und eine Biene nach und nach, seye es gleichzeitig oder 
eine nach der andern, abgeändert und auf die vollkommenste 



Weise einander angepasst werd 



könnten durch fortwährende 



Erhaltuno" von Einzelnwesen mit beiderseits nur ein wenig 
stigeren Abweichungen 

Ich weiss wohl , 



fl* 







er Struktur. 
5S die durch 

nenen Beispiele erläuterte Lehre von 

ausgesetzt ist 




5 



denselben Einwendungen au; 
gegen Cn. Lyells grossartige 
of the Earth^ as illustrative of Geology<< vorgebracht 



orangehenden erson- 

Natürlichen Auswahl 

welche man anfangs 



Ansichten in «fÄe Modern Changes 



hat 



1 



ndes 



sen 



hört 



man jetzt die Wirkung 



der 



Brandung 



z. 




in 



I 



¥ 



101 



^ 



> 



»< !..-- 



-* 



■t4 



^-^- 



i^ 



1^ 






Ü 






.■^ . 



* 



[ 



/ 



'=^- 



i-üm 



ihrer Anwendung auf die Aushöhlung riesiger Thäler oder auf die 
Bildung der längsten binnenländischen Klippen-Linien selten mehr 



als eine unbedeutende und 



herliche Ursache bezeichnen 



Natürliche Züchtung kann nur durch Häufung 



endlich kleiner 



bter Modifikationen wirken, deren jede für Erhaltung des 



Wesens, dem sie 



crehört 



5 



günstig ist 



und wie die 



Geo 



\ogu 
eine 



solche Ansichten, wie 




g 



Diluvial-Wog 




Natürliche Züchtung 



ie Aushöhlung grosser Thäler durch 
meistens verbannt hat, so wird auch 
wenn sie ein wahres Prinzip ist, den 



Glauben an eine fortgesetzte Schöpfi 



neuer Organismen oder 



an eine grosse 



nd plötzliche Modifikation ihrer Organisation 



bannen. 

Üb 



d 



Kreutzung 




Individuen.) Ich muss hier 



mit einem kleinen Absprung beg 



Es liegt vor Aug 



5 



dass bei Pflanzen und Thieren getrennten Geschlechtes jedesmal 

, um eine Geburt zu 
aber ist Diess keines- 



zwei Individuen sich vereinigen müssen 

m. Bei Hermaphroditen 



Demungeachtet bin ich stark geneigt zu glauben 



5 



Stande zu bring 

wegs klar. 

dass bei allen Hermaphroditen zwei Individuen gewöhnlich oder 

ausnahmsweise zu jed 
sammenwirken 




sonderb 



einzelnen Fortpflanzung ihrer Art zu 
iren und noch nicht recht begriff'enen 



Fälle von Parthenog 



ausgenommen) 



Diese Ansicht hat 



st Andreas Knight aufgestellt. Wir werden jetzt ihre Wich 



tigkeit 



kennen. Zwar kann ich die 



Frag 



nur in äusserster 



Kürze abhandeln; jedoch habe ich die Materialien für eine aus- 
führlichere Erörterung vorbereitet. 



Alle Wirbelthiere 



alle In 



Sekten und noch einige andre grosse Thier-Grupp 



paaren 



sich 




jede Geburt. Neuere Untersuchung 
früher angenommenen Hermaphroditen 
den wirklichen Hermaphroditen paaren sich viele 



haben die Anzahl der 



sehr 



vermindert, und 



von 



3 





zwei In 



dividuen vereinigen sich zur Reprodukt 



5 



Diess ist alles 



5 



was 



uns hier 



geht 



Doch gibt es noch viele andre zwitterliche 



Thiere 



? 



welche gewiss sich gewöhnlich nicht 



paaren 



Auch bei 



weitem die grösste Anzahl 




Pflanz 



nd Hermaphroditen 



Man kann nun fragen 



was ist in diesen Fällen für ein 



Grund 



.s 



zur Annahme vorhanden , dass jedesmal zwei Individuen zur 



I 



► 



102 • 



Reproduktion zusammenwirken? Da es hier nicht möglich ist in 
Einzelnheiten einzugehen, so muss ich mich auf einige allgemeine 
Betrachtungen beschränken. 



Für 



Erste hab 



ich eine grosse Masse von Thatsach 



gesammelt, welche übereinstimmend mit der fast allg 
Überzeugung der Viehzüchter beweisen, 




b 



Thie 



Wie 



bei Pflanzen 



emer 



eine Kreutzung zwischen Thieren verschiedener 
Varietäten, oder zwischen solchen verschiedener Stämme 
Varietät der Nachkommenschaft Stärke und Fruchtbarkeit verleiht 
während anderseits enge Inzucht Kraft und Fruchtbarkeit vermin. 



5 



dert. 



Diese Thatsachen allein machen mich glauben 



3 



dass 



es 



ein allgemeines Natur-Gesetz ist (wie unwissend wir auch über 



die 



Bedeutung des Gesetzes 



seyn mögen), dass kein organisches 
Wesen sich selbst für eine Ewigkeit von Generationen befruch- 
ten könne , dass daher eine Kreutzung mit- einem andern Indivi- 
duum von Zeit zu Zeit und vielleicht nach langen Zwischenräu- 
men einmal unentbehrlich ist. 

Von dem Glauben ausgehend, dass Diess ein Natur-Gesetz 
seye, werden wir verschiedene grosse Klassen von Thatsachen 
verstehen, welche auf andre Weise unerklärlich sind. Jeder 
Blendlingsgetreide-Züchter weiss, wie nachtheilig für die Befruch- 
tung einer Blüthe es ist, wenn sie während derselben der Feuch- 
tigkeit ausgesetzt wird. Und doch, was für eine Menge von 
Blumen haben Staubbeutel und Narben vollständig dem Wetter 
ausgesetzt! Wenn aber eine Kreutzung von Zeit zu Zeit 

jene Aussetzung aus der Noth- 
wendigkeit, dass die Blumen für den Eintritt fremden Pollens 



nun 



doch unerlässlich, so erklärt sich 



offen seyen, und zwar um so mehr, als die zusammengehörigen 
Staubgefässe und Pistille einer Blume gewöhnlich so nahe bei- 
sammen stehen, dass Selbstbefruchtung unvermeidlich scheint. 



Andrerseits aber haben viele Blumen ihre Befruchtungs-Werkzeuge 

umschlossen, wie die Schmetterlingsblüthigen z. B.; 



sehr 



enge 



aber in vielen und vielleicht in allen solchen Blumen ist eine 
sehr merkwürdige Anpassung zwischen dem Bau der Blume und 
der Art und Weise, wie die Bienen den Nektar daraus saugen, 



indem 3ie alsdann 



tweder 




eigne 



Polle 




Blume über 



I 



¥ 



» 









» 



103 



ihre 



Narbe wischen 



oder 



fremden 



Pollen 



tbring 



Zur 




Befruchtung 
so nothwendig 



Schmetlerlingsblüthen ist der Besuch der Bienen 



? 



dass 



? 



wie 




durch anderwärts 



fPentlichte 



Versuche gefunden , ihre Fruchtbarkeit sehr abnimmt, wenn die 



ser Besuch verhindert wird 



Nun ist es aber kaum möglich 



5 



dass Bienen von Blüthe zu Blüthe flieg 
einen zur andern zu 



? 



ohne den Pollen der 



bringen, wie ich 



überzeugt bin, zum gros 



sen Vortheil 




Pflanze. Die Bienen wirken dabei wie ein 



Kameolhaar-Pinsel. und 



es ist vollkommen 



Befruchtung genü 



gond 



we 



das Staubgef 



man mit einem und demselben Bürstchen zuerst 

einen Blume und dann die Narbe der andern 



der 



berührt 
Bastard 



Dabei ist aber nicht zu fürchten, dass die Bienen viele 



wischen verschiedenen Arten 



g 



5 



denn 



3 



wenn 



man 



den 



g 



Pollen 



und 




einer andren Pflanzen-Art 

. so hat 




gleich mit demselben Pinsel auf die Narbe streicht 
r erste eine so überwiegende Wirkung, 



dass er . wie schon 



Gärtner gezeigt, jeden Einfluss des andern gänzlich zerstört 



Wen 



d 



Staubgefässe einer Blume sich plötzlich geg 



das Pistill schnellen oder sich eines nach dem andern langsam 



gegen dasselb 



gen 



? 



so scheint diese Einrichtung nur auf 



Sicherung der Selbstbefruchtung berechnet, und ohne Zweifel ist 



sie 



auch dafür nützlich. Aber die Thätigkeit der Insekten ist 
ft nothwendig, um die Staubfäden aufschnellen zu machen, wie 



KöLREUTER beim Sauerdorn insbesond 



derbarer 
welche so 



We 



hat man 



gerad 



bei dies 



gezeigt hat 

3r Sippe 



? 



und son- 



(Berberis) 



? 



glich 



Selbstbefruchtung eingerichtet zu seyn 



heint 



3 



d 



Beobachtung gemacht 



? 




5 



wenn man nahe ver- 



wandte Formen oder Varietäten dicht neben einander pflanzt, es 



? 



in Folge der 



reichlichen Kreutzung kaum möglich ist noch eine 



reine Rasse zu erhalten. 



In vielen andern Fällen aber findet 



man, wie C. C. Sprengel's Schriften und meine eignen Erfahrun 
gen lehren, statt der Einrichtungen zu Begünstigung der Selbst 



3 

befruchtung vielmehr solche. 



welche das Stigma hindern. 



den 



Saamenstaub 



d 



nämlichen Blüthe aufzunehmen 



So ist bei 



Lobelia fulgens eine wirklich schöne und sorgfältig ausgearbeitete 

Einrichtung, wodurch jedes der unendlich zahlreichen Pollen- 



i 



104 



Körnche 



aus 




verwachs 



Antheren einer jed 



Bliith 



fortgeführt wird, ehe das Stigma derselben Blüthe bereit ist 



e 



selben aufzuneh 



die 




Blu 



Da nun, wenigstens in meinem Garten 



niem 



von Insekten besucht werd 



) 



5 



SO haben 



Poll 



auch niemals Saamen angesetzt, bis ich auf künstlichem Wege d 



Blüthe auf die Narb 



d 



and 



hiedurch auch in den Besitz 



ochte 



Ein 



zahlreicher Sämlinge zu 



übertrug und mich 



setzen 



dre daneben stehende Lobeiia-Art 



3 



die 



von 



Bienen besucht wird, bildet von freien Stücken Saamen. In seh 



vielen and 



Fä 



? 



wo ke 



besondre mechanisch 



Einrieb 



tung vorhanden ist, um das Stigma einer Blume an der Auf 
tiahme 




eignen Saamenstaubs zu bind 



wie sowohl C. C. Sprengel als ich selbst gefunden, 



platzen entweder 

die Staub 



beutel schon b 



d 



Narb 



zur 



Stig 



Befruchtung reif ist 



od 



d 



ist vor dem Pollen derselben Blüth 



reif, so dass diese 



Pflanzen in der That getrennte Geschlechter haben und sich fort- 
wundersam erscheinen diese Tbat- 
dass der Pollen und die Oberfläche 



während kreutzen. 



Wie 



Sachen! Wie wundersam 




Stig 



einer 




derselben Blüth 



rückt 




5 



als sollte dadurch 




lieh werden, und dass beide gerade in so vielen d 



so nahe zusammenge- 
Selbstbefruchtung unvermeid- 

eser Fälle 



völlig unnütz für 



d 



sind 



Thatsach 



zu erklären aus 




Wie einfach sind dagegen diese 
r Ansicht, dass von Zeit zu Zeit 
eine Kreutzung mit einem anderen Individuum vortheilhaft oder 
sogar unentbehrlich seye? 

* 

W^enn verschiedene Varietäten von Kohl, Radies'chen, Lauch 
u. e. a. Pflanzen dicht nebeneinander zur Saamen-Bildung gebracht 
werden, so liefern ihre Saamen, wie ich gefunden, grossentheils 
Blendlinge. So z. B. erzog ich 233 Kohl-Sämlinge aus dem 
Saamen einiger Stöcke von verschiedenen Varietäten, die nahe 
bei einander gewachsen, und von diesen entsprachen nur 78 
der Varietät des Stocks, von dem sie eingesammelt worden, und 
selbst diese nicht alle genau. Nun ist aber das Pistill einer 
jeden Kohl-Blüthe nicht allein von deren eignen sechs Staubge- 
fässen, sondern auch von denen aller übrigen Blüthen derselben 
Pflanze nahe umgeben. Wie kommt es denn, dass sich eine so 



» 



105 



grosse Anzahl von Sämlingen als Blendlinge erwiesen? Ich miiss 
verrnuthen, dass es davon herrührt, dass der Pollen einer frem- 
den Varietät einen überwiegenden Einfluss auf das eigne Stigma 
habe, und zwar eben in Folge des Natur-Gesetzes, dass die 
Kreutzung zwischen verschiedenen Individuen derselben Spezies 

F 

für diese nützlich ist. Werden dagegen verschiedene Arten mit 



einander gekreutzt, so ist 



der Erfolg gerade 



umgekehrt, indem 



der Pollen einer Art einen über den der andern überwiegenden 



Geg 



werde ich in einem 



Einfluss hat. Doch auf diesen 

* 

späteren Kapitel zurückkommen. 

Handelt es sich um mächtige mit zahllosen Blüthen bedeckte 
Bäume, so kann man einwenden, dass deren Pollen nur selten 
von einem Stamme auf den andern übertragen werden und mei- 
stens nur von einer Blütlie auf eine andre Blüthe desselben Stammes 
gelangen kann, dass aber verschiedene Blüthen eines Baumes 
nur in einem beschränkten Sinne als Individuen angesehen wer- 
den können. Ich halte diese Einrede für triftig: doch hat die 
Natur in dieser Hinsicht vorgesorgt, indem sie den Bäumen ein 
Streben zur Bildung von Blüthen getrennten Geschlechtes ver- 
liehen hat. Sind die Geschlechter getrennt, wenn gleich männ- 



so 



liehe und weibliche Blüthen auf einem Stamme vereinigt, 
muss der Pollen regelmässig von einer Blüthe zur andern geführt 



werden, was denn auch 



ehr Aussicht gewährt, dass er gelegent 



lieh von 



em Sta 



zum anderen ko 



Ich find 




m 



unsren Gegenden die Bäume aller Pflanzen-Ordnungen öfter als 
Sträucher und Kräuter getrennte Geschlechter haben, und tabel- 
larische Zusammenstellungen der Neuseeländischen Bäume, welche 
Dr. Hooker, und der Vereinten Staaten^ welche Asa Gray mir 
auf meine Bitte geliefert, haben 
liehen Ergebnisse geführt. Doch andrerseits hat mich Dr. Hookeb 
neuerlich benachrichtigt, dass diese Regel nicht für Australien 
gelte, und ich habe daher diese wenigen Bemerkungen über die 

die 



3 



wie vorauszusehen, zum näm 



Geschlechts-Verhältnisse der Bäume nur machen wollen 
Aufmerksamkeit darauf zu lenken. 



j 



um 



Was die Thiere betriffst 



? 



so gibt es unter den Landbewoh- 



nern nur wenige Zwitter, wie Schnecken und Regenwürmer 



5 



106 



und diese paaren sich alle. Ich habe noch kein Beispiel kennen 



gelernt 



5 



WO ein Landlhier sich selbst befruchtete. Man kann 



diese merkwürdige Thatsache, welche einen so schroffen Gegen- 



dass 



eine 



satz zu den Landpflanzen bildet, nach der Ansicht, 
Krcutzung von Zeit zu Zeit nölhig seye, erklären, indem man 
das Medium, worin die Landthiere leben, und die Beschaffenheit 
des befruchtenden Elementes berücksichtigt; denn wir kennen 

auf welchem, wie durch Insekten und Wind bei 
den Pflanzen, eine gelegentliche Kreutzung zwischen Landlhioren 



keinen Weg, 



anders bewirkt werden könnte, als durch die unmittelbare Zusain- 
menwirkung der beiderlei Individuen. Bei den Wasserthieren 
dagegen gibt es viele sich selbst befruchtende Hermaphroditen: 
hier liefern aber die Strömungen des Wassers ein handgreif- 



\ 



liches Mittel für gelegentliche Kreutzung 



Und 



5 



wie 



b 



den 



Pflanzen, so 



habe ich 



h b 



d 



Thieren, sogar 



chung mit einer der ersten Autoritäten, 



mit 



nach Bespre- 
fessor HuxLEY 



nämlich, vergebens gesucht, auch nur eine hermaphroditische 
Thier-Art zu finden, deren Geschlechts-Organe so vollständig im 



Körp 



g 



wären 



j 



dass dadurch der gelegentliche 



Einfluss eines andern Einzelwesens physisch 
würde. 



glich gemacht 



Die Cirripeden schienen mir zwar langezeit einen In 
Beziehung sehr schwierigen Fall darzubieten ; ich bin aber 



durch einen glücklichen Umstand in 
schon anderwärts zeigen 




Lag 



zu können, dass zwei 



auch in der Reg 
zuweilen kreutzer 



Es muss 



sich selbst befruchtend 



gesetzt gewesen, 
Individuen, wenn 
Zwitter, sich doch 




meisten Natur 



Ausnahme schon aufgefallen seyn, dass b 



und Thi 



olche Arten in 



Fa 



als eine sonderbare 
den meisten Pflanzen 



Sipp 



und oft in 



beisammen stehen, welche, obwohl im grösseren Theile ihrer übri 



gen Organisation unter sich nahe 



bereinstiinmend, doch zum 



Theile Zwitter 




zum Theile eingeschlechtig sind 



Wenn aber 
-rn Ein- 



auch alle Hermaphroditen sich von Zeit zu Zeit mit andern 
zelwesen kreutzen, so wird der Unterschied zwischen hermaphro- 

Geschlechts- 



Arte 



ditischen und eingeschlechtigen 
Funktionen betrifft, ein sehr kleiner. 



wa 



ihre 



I 



I 



107 



\ 



Nach diesen mancherlei Betrachlungen und den vielen ein- 



zelnen Fällen 



5 




ich gesammelt 



habe, jedoch 



hier nicht mit 




im 



theilen kann, bin ich sehr zur Vermuthung geneigt, 
Pflanzen- wie im Thier-Reiche die von Zeit zu Zeit erfolgende 
Kreutzung mit einem fremden Einzelwesen ein Natur-Gesetz ist. 
Ich weiss wohl, dass es in dieser Beziehung viele schwierige 
Fälle gibt, unter welchen einige sind, worüber ich mit Forschun- 
en beschäftigt bin. Als Endergebniss können wir folgern, dass 




in vielen organischen Wesen 

w 

eine offenbare Nothwendigkeil 



d 



Kreutzung zweier Individuen 



für jed 



Fortpflanzung ist 



bei 



Zeit zu Zeit wiederkehrt 



5 



für 



vielen andern genügt es, wenn sie von 

dagegen vermuthe ich, dass Selbstbefruchtung allein nirgend 

immer ausreichend seye. 

Für natürliche Züchtung günstige Verhältnisse.) 

Das ist ein sehr verwickelter Gegenstand. Eine grosse Summe 
von erblicher Veränderlichkeit ist dafür günstig; aber ich glaube, 
dass schon individuelle Verschiedenheiten genügen. Eine grosse 
Anzahl von Individuen bietet mehr Aussicht auch auf das Her- 



vortreten nutzbarer Abänderungen in einem gegebenen Zeitraum 



? 



selbst bei geringerem Betrag schon vorhandener Veränderlichkeit 
derselben, und ist eine äusserst wichtige Bedingung des Erfolges. 

Züchtung verwendet, 

denn da 



Obwohl die Natur lange Zeiträume auf die 



so braucht sie doch keine 



von unendlicher Länge ; 



alle organischen Wesen sozusagen streben eine Stelle im Haus- 
halte der Natur einzunehmen, so muss eine Art, welche nicht 
gleichen Schrittes mit ihren Mitbewerbern verändert und verbes- 

I 

sert wird, bald erlöschen. 

Bei planmässiger Züchtung wählt der Züchter stets bestimmte 
Objekte, und freie Kreutzung würde sein Werk gänzlich hemmen. 
Haben aber viele Menschen, ohne die Absicht ihre Rasse zu 



3 



veredeln, eine ungefähr gleiche Ansicht über Vollkommenheit 
und sind alle bestrebt, nur die besten und vollkommensten Thiere 
zur Nachzucht zu verwenden, so wird, wenn auch langsam, aus 
dieser unbewussten Züchtung gewiss schon viele Umänderung 

auch viele Kreutzung mit 



wenn 



und Veredlung hervorgehen , 

schlechteren Thieren zwischendurchläuft. So ist es auch in der 



108 



I 



Natur. Findet sich ein beschränktes Gebiet mit einer nicht ganz ange- 
messen ausgefüllten Stelle in ihrer geselligen Zusammensetzung 
so wird die Natürliche Züchtung bestrebt seyn, alle Individuen 



zu erhalten, die. 



wenn auch in verschiedenem Grade, doch in der 



5 



angemessenen Richtung so variiren, dass sie die Stelle allmäh- 
lich besser auszufüllen im Stande sind. Ist jenes Gebiet aber 

so werden seine verschiedenen Bezirke gewiss ungleiche 



gross 



5 



Lebens-Bedingungen darbieten; und wenn dann durch den Ein- 
fluss der Natürlichen Züchtung irgend eine Spezies auf eine 



andre Weise in jedem 



Bezirke abo^eändert worden 



5 



so wird an 



den Grenzen dieser Bezirke eine Kreutzung zwischen den Indi- 
viduen jener verschiedenen Abänderungen eintreten, und in die- 
sem Falle kann die Wirkung der Kreutzung durch die der Natür- 
lichen Züchtung, welche bestrebt ist alle Individuen eines jeden 
Bezirks genau in derselben Weise den Lebens-Bedingungen an- 
zupassen, kaum aufgewogen werden, weil in einer zusammen- 
hängenden Fläche die Lebens-Bedingungen des einen in die des 



anderen Bezirkes allmählich übergehen. 



Die 



Kreutzung wird 



hauptsächlich diejenigen Thiere berühren , welche sich zu jeder 



Fortpflanzung paaren 



j 



viel wandern und sich nicht rasch ver- 



vielfältigen. Daher bei Thieren dieser Art, Vögeln z. B. 



3 



die 



Abänderungen gewöhnlich auf getrennte Gegenden 
seyn müssen, wie es auch der Fall zu 



beschränkt 



Organismen , welche 



sich 



kreutz 



5 



sowie bei solchen Thieren 



5 



ihrer Art sich paaren 
vervielfältigen können , 



ab 



seyn scheint. Bei Zwitter- 
nur von Zeit zu Zeit mit andern 

jeder Verjüngung 
sich sehr rasch 



die 



wenig wand 



und 



dürfte sich eine neue und verbesserte 
Varietät an irgend einer Stelle rasch bilden und sich dort in 



Masse zusammenhalten, so dass 



alle Kreutzung, wie sie 



auch 



beschaffen seye, nur zwischen Einzelth 



derselben neuen 



Varietät erfolgt 



Ist eine örtliche Varietät auf solche Weise ein- 



mal gebildet 



3 



SO wird sie sich nachher nur langsam über andre 



Bezirke verbreiten. Nach dem obigen Prinzip ziehen Pflanzschu- 
len-Besitzer es immer vor, Saamen von einer grossen Pflanzen- 
Masse gleicher Varietät zu ziehen, weil hiedurch die Möglichkeit 
einer Kreutzung mit anderen Varietäten gemindert wird. 



I 






f 



109 



Selbst 




Thieren mit 



gsamer 



Vermehrung, die sich 



zu 



jeder Fortpflanzung paaren, dürfen wir 




Wirkung 



der Kreut- 




auf Verzögerung der Natürlichen Züchtung nicht üb 



schätzen 



? 




ich "kann eine lang 



Liste von Thatsachen bei 



bring 



? 



woraus sich 



gibt 



? 



dass in einem Gebiete Varietäten 




mlichen Thier-Art lang 



unterschieden bleib 



wenn sie verschied 



Stationen innehaben, in etwas 



können 
erschie 



? 



dener Jahreszeit sich fortpflanzen 
Varietät sich unter einander paart. 



5 



oder im Falle nur einerlei 



c^ Kreutzung spielt in der Natur insoferne eine grosse Rolle, 

die Individuen einer Art oder einer Varietät rein und 



als sie 



förmig in ihre 



Charakter erhält 




wird Diess ofl'enbar 



weit wirksamer zu thun 



« • 



mog 



für jed 
zeigen 



Fortpflanzung paaren 
rsucht, dass Ursache 



5 



ab 



bei solchen Thieren, die sich 
er ich habe schon vorher zu 



zur Vermuthung vorliegt, dass bei 



allen Pflanzen 
gen erfolgen; 




b 



und 



all 



Thi 



von Zeit zu Zeit Kreutzun 



Diess auch nur nach langen Zwischen 



« • 



räume 



wieder einmal erfolgt, so bin ich überzeugt 



? 



dass 




hiebei erzielten Abkömmlinge die durch lange Selbstbefruchtung 
erzielte Nachkommenschaft an Stärke und Fruchtbarkeit so sehr 
übertrefi'en, dass sie mehr Aussicht haben dieselben zu über- 

so wird in langen Zeiträumen 



leben und sich 



fortzupflanzen, und 



der Einfluss der wenn auch nur seltenen Kreutzungen doch gross 



seyn 



Bei Organismen 



5 



die sich niemals kreutzen , kann eine 



5 



als ihre äus- 



Gleichförmigkeit des Charakters so lange währen, 
seren Lebens-Bedingungen die nämlichen bleiben, theils in Folge 
der Vererbung und theils in Folge der Natürlichen Züchtung, 
welche jede zufällige Abweichung von dem eigenen Typus immer 

r 

wieder zerstört; wenn aber die Lebens-Bedingungen sich ändern 



entsprechende Abänderungen erleiden 



so 



und jene Wesen dem 
kann ihre hienach abgeänderte Nachkommenschaft nur dadurch 
Einförmigkeit des Charakters behaupten, dass Natürliche Züch- 
tung dieselbe vortheilhafte Varietät erhält. 

^ Abschliessung ist eine wichtige Bedingung im Prozesse der 
Natürlichen Zuchtwahl. In einem umgrenzten oder vereinzelten 
Gebiete werden, wenn es nicht sehr gross ist, die unorganischen 



V 



110 



wie die organischen Lebens -Bedingungen gewöhnlich in hohem 
Grade einförmig seyn; daher die Natürliche Zuchtwahl streben 
wird 5 alle Individuen einer veränderlichen Art in gleicher Weise 
mit Hinsicht auf die gleichen Lebens-Bedingtingen zu modifiziren. 

, welch 



c 



Auch Kreutzungen mit solchen Individuen derselben Art, 
die den Bezirk umgrenzenden und anders beschaffenen Gegenden 
bewohnen mögen, kommen da nicht vor. Isolirung wirkt aber 
vielleicht noch kräftiger, insoferne sie nach irgend einem phy- 



5 

sikalischen Wechsel im Klima, in der Höhe des Landes u. s. 



w. 



die Einwanderung hindert; und so bleiben die neuen Stellen im 
Natur -Haushalte der Gegend offen für die Bewerbung der alten 



Bewoh 



? 



bis d 



h durch geeignete Veränderunge 



or- 



ganischer Bildung und Thätigkeit derselben angepasst haben. 



Abschliessung wird endlich dadurch 



? 




Einwanderung und 



daher Mitbewerbung hemmt, Zeit geben zur Bildung neuer Varie- 
täten, und Diess kann mitunter von Wichtigkeit seyn für die 
Hervorbringung neuer Arten. Wenn dagegen ein isolirtes Land- 
Gebiet sehr klein ist, so wird nolhwendi^ auch, entweder der 
es umgebenden Schranken halber oder in Folge seiner ganz 
eigenthümlichen Lebens-Bedingungen, die Gesammtzahl der darin 
vorhandenen Individuen sehr klein seyn; und geringe Individuen- 
Zahl verzögert sehr die Bildung neuer Arten durch Natürliche 
Züchtung, weil sie die Möglichkeit des Auftretens neuer ange- 




Wahrheit dieser Be- 



messener Abänderungen vermindert. 

S Wenden wir uns zur Bestätigung 
merkungen an die Natur und sehen uns um nach irgend einem 
kleinen abgeschlossenen Gebiete, nach einer ozeanischen Insel 

so werden wir finden dass, obwohl die Gesammtzahl der 



z. B. 



? 



es bewohnenden Arten nur klein ist, wie sich in dem Kapitel 
über geographische Verbreitung ergeben wird, 

■ 

hältnissmässig grosse Zahl dieser 



doch eine ver- 



Arten endemisch ist, d. h. hier 



an 



Auf 



Ort und Stelle und nirgends anderwärts erzeugt worden ist. 
en ersten Anblick scheint' es demnach . es müsse eine 




ozeanische Insel sehr geeignet zur Hervorbringung neuer Art 



gewesen 



eyn 



um jedoch thatsächlich zu ermitteln 



? 



ob ein klei 



nes abgeschlossenes Gebiet od 



eine weite offene Fläch 



ftir 



I 

I 



\ 



I 



V 



I 



111 



die Erzeugung neuer organischer 



Formen mehr geeignet gewe- 



sen 



seye 



? 



müssten 



Wir 



auch 



gleich - lange 



Zeiträume 



dabei 



vergleichen können 
thun. 



3 



und Diess sind wir nicht im Stande zu 



Obwohl ich nun nicht zweifle, dass Isolirung bei Erzeugung 
neuer Arten ein sehr wichtiger Umstand ist, so möchte ich doch 



Ganzen genommen glaub 



5 



dass 



bictes noch wichtig 



eher Arten ist 



? 



d 



insbesond 
sich einer 



grosse Ausdehnung des Ge- 
für die Hervorbringung s 
en Dauer und weiten Ver 





und offen 



Fläche 



breitung fähig zeigen. Auf einer grossen 

wird nicht nur die Aussicht auf vortheilhafte Abänderungen we 

gen der grösseren Anzahl von Individuen einer Art günstiger 



5 



es werd 
Anzahl 



auch 




Lebens - Bedingungen wegen der g 



s 



chon vorhandener Arten unendlich zusammengesetzter 



seyn 



? 



uiid w 



einige 



von d 



zahlreichen Arten verändert 



oder verbessert werden, so müssen auch andre in entsprechen 
dem Grade verbessert werden oder untergehen. Eben so wird jede 
neue Form, sobald sie sich stark verbessert hat, fähig seyn, sich 
über die offene und zusammenhängende Fläche auszubreiten, und 
wird hiedurch in Mitbewerbung mit vielen andern treten. Es 
werden hiemit mehr neu zu besetzende Stellen entstehen, und die 

jr als auf 



Mitbewerbung um deren Ausfüllung wird viel heftig 



einem kleinen 




bgeschlo 



Gebiete werd 



Ausserdem 



aber mögen grosse Flächen, wenn sie jetzt auch zusammenh 



gend 




5 



in Folg 




Schwankungen ihrer Oberfläche 



5 



oft 



noch unlängst von unterbrochener Beschaffenheit gewesen seyn, 
so dass sie an den guten Wirkungen der Isolirung wenigstens 
bis zu einem gewissen Grade mit theilgenommen haben. Ich 
komme demnach zum Schlüsse, dass, wenn kleine abgeschlossene 
Gebiete auch in manchen Beziehungen wahrscheinlich sehr gün- 



stiof für 
orrossen 



die Erzeugung neuer Arten gewesen sind 



5 



doch auf 



Flächen die Abänderungen im Allgemeinen rascher er- 
folgt sind und, was noch wichtiger ist, die auf den grossen 
Flächen entstandenen neuen Formen, welche bereits den Sieg 



üb 



viele Mitbewerber davon getrag 



3 



solch 



sind 



? 



d 



sich 



am weitesten verbreiten 




■ 

die zahlreichsten neuen Varietäte 



k 



112 




Arten liefern, mithin 




wesentlichsten Antheil an de 



chichtlichen Veränderungen der organischen Welt nehmen 



ge 



Wir können von diesen Gesichtspunkten aus vielleicht einige 

5 welche in unserm Kapitel über die geo- 



Thatsachen verstehen 

graphische Verbreitung erörtert werden sollen 5 z. B. dass die 

Erzeugnisse des kleineren Australischen Kontinentes früher 

dene 



der grössern Europäisch-Asiatischen Fläche gewich 



vor 

und 
anscheinend noch jetzt im Weichen begriffen sind. Daher kommt 

es ferner, dass festländische Erzeugnisse allenthalben so reich- 

Auf einer kleinen Insel 

Erlöschung 

Daher 




lieh auf Inseln naturalisirt worden sin 

wird der Wettkampf ums Daseyn viel weniger heftig 

wird weniger und Abänderung geringer gewesen seyn 



r 

rührt es vielleicht auch , dass die Flora von Madeira nach Oswald 
Heer der erloschenen Tertiär-Flora Europas gleicht. Alle Süss- 
wasser-Becken zusammengenommen nehmen dem Meere wie dem 
trockenen Lande gegenüber nur eine kleine Fläche ein, und 
demgemäss wird die Mitbewerbung zwischen den Süsswasser-Er- 



neue 



I 



Zeugnissen minder heftig gewesen seyn als anderwärts ; 
Formen sind langsamer entstanden und alte langsamer erloschen. 

sieben Sippen ganoider oder 



Im süssen Wasser finden 



wir 



schmelzschuppiger Fische als übrig -gebliebene Vertreter einer 
einst vorherrschenden Ordnung dieser Klasse j und im süssen 
Wasser finden wir auch einige der anomalsten Wesen 



5 



welche 



auf der Erde bekannt sind, den Ornithorhynchus und den Lepi- 
dosiren, welche gleich fossilen Formen bis zu gewissem Grade 
solche Ordnungen miteinander verbinden , welche jetzt auf der 
natürlichen Stufenleiter weit von einander entfernt sind. Man 

i 

kann daher diese anomalen Formen immerhin »lebende Fossile« 

Sie haben ausgedauert bis auf den heutigen Tag, weil 

3n und in dessen Folge 



nennen. 



sie eine beschränkte Fläche bewohnt haben 

einer minder heftigen Mitbewerbung ausgesetzt gewesen sind. 

Fassen wir die der Natürlichen Züchtung günstigen und un- 
günstigen Umstände schliesslich zusammen, so weit die äusserst 
verwickelte Beschaffenheit Solches gestattet. Ich gelange mit 
Hinsicht auf die Zukunft zum Schlüsse: dass für Land-Erzeug- 

r 

nisse eine weite Festland-Fläche, welche wahrscheinlich noch viel- 



I 



I 






i 



113 



fältige 

räume 



Höhenwechsel zu erfahren hat und sich daher lang 
hindurch in einem unterbrochenen Zustande befindei 



Zeit 
wird 



3 



für Hervorbringung vieler neuen zu lang 



Dauer und weiter 



Verbreitung geeigneter Lebens-Form 



die günstigsten Beding 



gen darbieten wird 
land gewese 



Eine solche Fläche kann zuerst ein Fest 



seyn 



5 



dessen Bewoh 



in jener 



Zeit 



ahlreich an 



Arten und Individuen sehr lebhafter Mitbewerbung ausgesetzt 



gewesen sind 



Ist sodann der Kontinent durch Senkung 



m 



Word 



5 



SO werden noch viele Indi- 

welche sich an 



3 



grosse Inseln geschieden 

viduen einer Art auf jeder Insel übrig seyn 

den Grenzen ihrer Verbreitungs-Bezirke (der Inseln) mit einandei 

zu kreutzen gehindert sind. Eben so können nach irgend wel 

chen physikalischen Veränderungen keine Einwanderungen statt 



finden 



5 



daher die neu entstehenden Stellen in 




liehen Verbindung jeder Insel durch Abänderung 



gesellschaft- 
ihrer alten 



Bewohner 
jeden 



gefüllt werden müssen 



Um die Varietäten einer 



3n zu diesem Zwecke umzugestalten und zu vervollkommnen, 
wird lange Zeit nöthig seyn. Sollten durch eine neue Hebung 



die Inseln wieder in 



Festland zusammenfliessen 



3 



wird eine 



heftig 



Mitbewerbung erfolg 



Die am meisten begünstigt 



oder verbesserten Varietäten werden sich ausbreiten, viele min 



der 



oUkommene Formen erlöschen und die Verhältniss - Zahlen 



des erneuerten Kontinentes sich bedeutend ändern. Es wird 
daher der Natürlichen Züchtung ein reiches Feld zur ferneren 



Verbesserung der Bewohner und 
geboten 



Hervorbringung neuer Arten 



jn seyn. 

Ich gebe vollkommen zu 



3 



dass 




Natürliche Züchtung zu- 



weilen mit äusserster Langsamkeit wirke. Ihre Thätigkeit hängt 
davon ab, ob in deni gesellschaftlichen Verbände der Natur 



Stellen vorband 



sind 



welche dadurch b 



besetzt werden 



könnten 



3 



d 



einige Bewph 



der Gegend irgend welche Ab 



änderung erführen. Das Vorhandenseyn solcher Stellen wird oft 
von gewöhnlich langsamen physikalischen Veränderungen und 
davon abhängen, ob die Einwanderung besser anpassender For- 

Aber die Thätigkeit der Natürlichen Züchtung 



men gehindert ist. 



wird wahrscheinlich noch öfter davon bedingt seyn, dass einige 




8 



i 



i 

> 



114 



I 



4 

der Bewohner langsame Abänderungen 



erleiden, indem hiedurch 



die Wechselbeziehungen vieler alten Bewohner zu einander ge- 
stört werden. Nichts kann bewirkt werden, bevor nicht vortheil- 
hafte Abänderungen vorkommen, und Abänderung selbst ist offen- 
bar stets ein sehr langsamer Vorgang. 



Viele werden der Mei- 



nung 



seyn 



? 



das 



diese verschied 



Ursach 



ganz genü- 



gend seyen, 
ständig zu bind 



um die Thätiokeit der Natürlichen Züchtung voll 



and 



Seite glaub 



ich bin jedoch nicht dieser Ansicht. Auf der 

5 Natürliche Züchtung immer sehr 



ich 



das 



langsam wirke 



? 



oft erst wieder nach 




Zeitzwisch 



und gewöhnlich nur bei sehr wenigen Bewohnern einer Gegend 
zugleich. Ich glaube ferner, dass diese sehr langsame und aus- 
setzende Thätigkeit der Natürlichen Züchtung ganz gut demjeni- 



gen 



entspricht, was uns die Geologie in Bezug auf die Ordnung 




Erd 



Art der Veränderung lehrt 
allmählich erfahren haben. 



5 



welche die Bewohner d 



Wie lang 



aber auch der Prozess der Züchtung seyn mag: 

in kurzer Zeit schon so viel durch 



wenn der schwache Mensch in 

seine künstliche Züchtung thun kann, 

Grenze für den Umfang der Veränderung 



so 



g 



ich ke 



5 




heit un 

nischen 

Bedingung 



endlose Verflechtung der Anpassung 



für die Schön- 
in aller orga- 



W 



an 



and 



und an 



ihre natürlichen Lebens- 



zu erkenne 



? 



welche die Natürliche Züchtung 



Verlaufe unermesslicher Zeiträu 



zu bewirke 



\\\\ 



Stande 



Erlöschen.) 



schnitte über Geologie vollständig 



Dieser Gegenstand wird in unsrem 



Ab 



abzuhandeln seyn 



hier be 



rühren wir ihn nur 



? 



insoferne er mit der Züchtung zusammen- 



hängt 



Natürliche Züchtung wirkt nur 



durch Erhaltung vorlheil 



die andern zu überdauern vermögen 



hafter Abänderungen, welche 

Wenn jedoch in Folge des geometrischen Vervielfältigungs-Ver 



• • 



mog 



aller 



mit Bewohnern 



ganischen Wesen jede 

, so folgt. 



gt 



ist 




Bezirk schon genügend 
in demselben Grade, 



in welchem die ausgewählte und begünstigte Form 
nimmt, die minder begünstigte allmählich abnehmen 

werden müsse. 



zu- 



n Menge 
und seltener 



Seltenwerden ist 



5 



wie die Geolog 



uns 



lehrt 



5 



Anfang des Erlöschens 



Man erkennt auch 



? 



dass eine nur 



\ 






\ 



\ 



\ 



115 



durch wenige Individue 



tretene Form durch Schwankung 



in 



den Jahreszeilen oder in der Zahl ihrer Feinde grosse Gefahr 



gänzlicher Vertilgung läuft 



Doch können wir noch weiter gehen 



und 
werd 



g 



wenn 



neue Formen langsam aber beständig 



gt 



5 



SO mü 



dre 



dlich fortwährend erlöschen 



? 



we 



nicht 




Zahl der spezifischen Formen beständig 




unendlich anwachse 



soll. 



Die Geolog 




uns klärlich 



? 



fast 
dass 



die Zahl der Art -Formen nicht ins Unbegrenzte gewachsen ist, 
und es lässt sich nicht einmal die Möglichkeit dafür einsehen, 

r 

weil die Zahl der Stellen im Natur -Haushalte nicht unendlich 

m beab- 



wenn wir auch in keiner Weise zu behaupten 
ass irgend welche Gegend bereits das möglich 




gross ist, 
sichtigen, 
ximum ihrer Arten -Zahl besitze 

Gegend vollständig besetzt ; 

1 als 



Ma- 




Wahrscheinlich ist noch keine 

er guten 
Welt zu- 



in obwohl am Kap 
gendwo sonst in 





Hoffnung z. B. mehr Artei 

sammengedrängt sind, hat 

eingeführt, ohne, so viel bekannt, das Erlöschen irgend welcher 



man doch noch einige fremde Pflanzen 



eingeborenen Arten zu veranlassen. 

Ferner haben diejenigen Arten 



5 



welche die zahlreichsten 



Individuen zählen, die meiste Wahrscheinlichkeit für sich, inner- 



halb einer gegeb 
bringen. 



Zeit vortheilhafte Abänderungen hervorzu- 



Die im zweite 



Kapitel 



mitgetheilten Thatsachen kön- 
indem sie zeigen, dass gerade 
die gemeinsten Arten die grösste Anzahl ausgezeichneter Varietäten 



nen zum Beweise dafür d 



od 



fangender Sp 



liefern. Daher werd 



denn auch die 



selteneren Arten in einer gegebenen Periode weniger rasch um- 
geändert oder verbessert werden und demzufolge in dem Kampfe 



mit den umgeänderten Abkömmlingen 



der 



gemeineren Arten 



unterliegen. 



Aus diesen verschiedenen Betrachtungen scheint nun unver- 



meidlich zu folgen , dass in dem Masse, 



wie im Laufe der Zeit 



\ 



neue Arten durch Natürliche Züchtung entsteh 



5 



andre seltener 



und seltener werden und endlich erlöschen müssen. Diejenigen 
Formen werden natürlich am meisten leiden, welche den umgeän- 
derten und verbesserten am nächsten stehen. Und wir haben in 
dem Abschnitte vom Ringen um's Daseyn gesehen, dass es die 



f 



5 

8* 



I 



116 



miteinander am nädisten verwandten Formen 



Varietäten der 



nämlichen Art und Arten der nämlichen oder einander zunächst 
verwandten Sippen sind, die, weil sie nahezu gleichen Bau, Kon- 
stitution und Lebensweise haben, meistens auch in die heftigste 
Mitbewerbung miteinander gerathen. Wir sehen den nämlichen 
Prozess der Austilgung unter unseren Kultur -Erzeugnissen vor 
sich gehen, in Folge der Züchtung verbesserter Formen durch 
den Menschen. Ich konnte mit vielen merkwürdigen Belegen 
zeigen, wie schnell neue Rassen von Rindern, Schaafen und 
andern Thieren oder neue Varietäten von Blumen die Stelle der 
früheren und unvollkommeneren einnehmen. In Yorkshire ist es 

dass das alte schwarze Rindvieh durch die 

, nach dem Ausdruck 



geschichtlich bekannt 

Langhorn-Rasse verdrängt und dass diese 
eines landwirthschaftlichen Schriitstellers , wie durch eine mör- 
derische Seuche von den Kurzhörnern weggefegt worden ist. 

Divergenz des Charakters.) — Das Prinzip, welches 



ich mit diesem Ausdrucke bezeichne, ist von hoher Wichtigkeit 

4 

für meine Theorie und erklärt nach meiner Meinung verschiedene 



wichtig 



Thatsach 



Erstens gibt es manche sehr ausgeprägt 



Varietäten 



die 



? 



obwohl sie etwas vom Charakter der Sp 



sich haben, wie in vielen Fällen aus den hoffnungslosen Zwei- 
fein über ihrep Rang erhellet, doch gewiss viel weniger als 

der abweichen. Demungeachtet 
se Varietäten eben anfangende 



gute und ächte Art 



von 



ach meiner Anschauungsweise 
s. Auf welche Weise wächst nun 



sind I 

Spezie 

denheit zur grössern spezifischen Verschiedenheit 



klein 



i Verschie- 
Dass Diess 



allg 



geschehe 



3 



müssen wir aus den 




unzählig 



der 



ganzen Natur 



vorhandenen Arten mit wohl ausgeprägten Va 



rietäten schliessen, während Varietäten 
stellten Prototype und Altern künftiger 



5 



die von uns unter 



wohl 



Arten 
bieten 



5 



und schlecht-ausgeprägte Unterschied 



nur geringe 

Wenn es bloss der sogenannte Zufall wäre, d 



unterschiedener 

3 dar- 



die Ab- 



weichung einer Varietät von ihren Altern in einigen Beziehungen 

stärkere Abweichung des Nachkömmlings 



und dann die noch 



dieser Varietät von jenen Altern in gleicher Richtung 



veran- 



lasste, so würde dieser dock nicht genügen 



? 



ein so gewöhn 



i 



f 



f 



* 



* 



117 



n 



lieh 



und grosses Maa 



von Verschiedenheit zu erklären 



5 



als 



zwischen Varietäten einer Art und zwischen Arten einer Sipp 



vorhanden ist 



Wir wollen dah 



? 



wie 



ich es bis jetzt zu thun gewöhnt 



war, auch diesen Gegenstand mit Hilfe unsrer Kultur-Erzeug 



Wir werden dabei etwas Analog 



erläutern. 

haber wird durch eine Taub 



finden. Ein Lieb 



mit merklich kürzerem und ein 



andrer durch eine solch 



mit viel längerem Schnabel 



freut 



? 





)) 



Liebhaber Mittelmässigkeit 



cht bewundern 



? 



sondern 



Extreme lieben«, so 



machen sich beide daran (wie es mit Purzel 



tauben wirklich der Fall gewesen) 



zur Nachzucht Vögel mit 



immer 



kürzeren und kürzeren oder immer längeren und läng 



Schnäbeln zu wählen 



Ebenso können wir unterstellen, es habe 



Jem 



früherer Zeit schlankere und 



kere und schwerere Pferde vorgezogen 
werden nur sehr gering gewesen seyn 
er Zeit einige Züchter fortwährend 



)m andrer Jemand stär- 
Die ersten Unterschiede 



wenn nun aber 



Laufe 





schlankeren 



3 



und andre 



ebenso die 



hwereren Pferde zur Nachzucht auswählen 



? 



so 



werden die Verschiedenheiten immer grösser werden und Ver- 



anlassung geben 



? 



zwei Unterrassen zu unterscheiden, und nach 



V 



von Jahrhunderten können d 



Unterrassen sich end- 



lich zu zwei wohl-begründoten verschiedenen Rassen ausbilden. 
Da die Verschiedenheiten langsam zunehmen, so werden die 

Thiere von mittlem Charakter, die weder 



unvollkommeneren 



sehr leicht noch sehr schwer sind 



5 



zum Erlöschen nei 
künstlichen Erzeug 



g 



Daher 



hen wir 



hlässigt werden 
ann auch in d 






es Menschen, dass in Folge* des Di- 
man es nennen könnte, die anfangs kaum 
emerkbaren Verschiedenheiten immer zunehmen und die Rassen 
immer weiter unter sich wie von ihren gemeinsamen Stamm- 



genz-Prinzips, wie 




Altern abweichen. 

Aber wie, kann man fragen, lässt sich ein solches Prinzip auf 
die Natur anwenden? Ich glaube, dass es schon durch den einfachen 
Umstand eine erfolgreiche Anwendung findet, dass, je weiter die 
Abkömmlinge einer Spezies in Bau, organischen Verrichtungen und 
Lebensweise auseinandergehen , um so besser sie geeignet seyn 



I 



118 



werden , viele und sehr verschiedene Stellen im Haushalte der 
Natur einzunehmen und somit an Zahl zuzunehmen. 

Diess zeigt sich deutlich bei Thieren mit einlacher Lebens- 

vierfüssiges Raubthier zum Beispie! 



w^eise 
desse 



Neh 



wir em 



Zahl in einer Gegend schon längst zu dem vollen 




vermaor. 



trage angestiegen ist, welches die Gegend zu ernähren 
Hat das ihm innewohnende Vervielfältigungs - Vermögen Freies 
Spiel, so kann dieselbe Thier-Art (vorausgesetzt dass die Gegend 
keine Veränderung ihrer natürlichen Verhältnisse erfahre) nur 



dann noch weiter zuneh 



5 



wenn ihre Nachkommen in der 



\ 



Weise abändern, dass sie allmählich solche Stellen einnehmen 
können, welche jetzt andre Thiere schon innehaben, wenn z. B. 
einige derselben geschickt werden auf neue Arten von lebender 
oder todter Beute auszugehen, indem sie neue Standorte be- 



wohnen. Bäume erklimmen, ins Wasser gehen oder auch einen 
Theil ihrer Raubthier-Natur aufgeben. Je mehr nun diese Nach- 
kommen unsres Raubthieres in Organisation und Lebensweise 
auseinandergehen, desto mehr Stellen werden sie fähig seyn in 
der Natur einzunehmen. Und was von einem Thiere gilt 



j 



das 



_ . 

gilt durch alle Zeiten von allen Thieren, vorausgesetzt dass sie 
variiren ; denn ausserdem kann Natürliche Züchtung nichts aus- 
richten. Und Dasselbe gilt von den Pflanzen. Es ist durch Ver- 
suche dargethan worden, dass wenn man eine Strecke Landes 



mit Gräsern verschiedener Sippen besäet , man eine grössere 
Anzahl von Pflanzen erziehen und ein grösseres Gewicht von 
Heu einbringen kann, als wenn man eine gleiche Strecke nur 



mit einer Gras -Art ansäet. Zum nämlichen Ergebniss ist man 



gelangt , indem 



man zuerst eine Varietät und 




verschiedene 



gemischte Varietäten von Weitzen 



zwei gleich grosse Grund 



Stücke säete. Wenn daher eine Gras -Art in Varietäten ausein- 



andergeht und diese Varietäten 



3 



unter sich in derselben Weise 



verschieden wie die Arten und Sippen der Gräser verschieden 



sind 



? 



immer wieder zur Nachzucht gewählt werden 



3 



SO 



wird 



eine grössere Anzahl einzelner Stöcke dieser Gras-Art mit Ein- 
schluss ihrer Varietäten auf gleicher Fläche wachsen können, als 
zuvor. Bekanntlich streut jede Gras -Art und Varietät jährlich 



I 



I 



t 



l 
» 

t 



¥ 



I 



\ 



119 



* 



eine fast zahllose Meng 



von Saamen aus 



j 



so dass man fast 



gen 



ihr 



könnte 
Anzahl. 



5 



ihr hauptsächlichstes Streben seye Vermehrung 



Daher zweifle ich nicht daran 



? 



von 



Tausend Generationen gerade 



d 



dass im Verlaufe 
am weitesten aus- 



der gehend 



Varietäten einer Gras-Art immer am meisten 



Wahrscheinlichkeit des Erfolges durch Vermehrung ihrer Anzahl 

in für sich 



und durch Verdrängung der geringeren Abweichung 



5 



hab 



schieden 



und sind 




Varietäten nun weit V 



einand 



ver- 



so 



hmen sie den Charakter der Arten an. 



5, dass die grösste Summe von 

durch die grösste Differenzirung 

lässt sich unter vielerlei natürlichen Verhältnissen 



Die Wahrheit des Prinzip 
Leben vermittelt werden kann 

der Struktur, 

erkennen. Wir sehen auf ganz kleinen Räumen, zumal wenn sie 

sind und mithin das Ringen der Arten 
stets eine grosse Manchfaltigkeit von 



der Einwanderung offen 

einander heftig ist. 



mit einar 
Bewohnern. 
Stück Rasen 
gungen aus 



So fand ich z. B. auf einem 3 



/ 




und 




t 



breiten 



5 



welches viele Jahre lang genau denselben Bedin 



gesetzt gewesen 



5 



zwanzig Arten von Pflanzen aus 



achtzehn Sippen und acht Ordnungen beisammen 



? 



ergibt 



5 



wie verschieden von einand 



eb 



d 



woraus 
Pflanzen 




sind 



So ist es auch mit den Pflanzen und Insekten 



f kleinen ein- 



und ebenso in kleinen Süsswasser- Behältern 

II einer Rotation mit Pflanzen 



förmigen Inseln; 

Die Landwirthe wissen, dass sie b 

Arten aus den verschiedensten Ordnung 



am meisten Futter er 



? 



ziehen können'^ 
Rotation nennen könnte 
welche rino^s um ein kleines 



und die Natur bietet, was man eine simultane 



Die 



meisten Pflanzen und Thiere 



Grundstück wohnen, würden auch 



auf diesem Griinijstücke (wenn es nicht in irgend einer Be- 
Ziehung von sehr abweichender Beschaff'enheit ist) leben 



kön 



d streb 



so zu sagen 



in hohem Grade darnach da zu 



nen ur 

leben: wo sie aber in nächste Mitbewerbung mit einander kom 



men 




seh 



wu 



, dass ihre aus der Diff'erenzirung ihrer Or- 
Lebensweise und Konstitution sich ergebenden wech- 
selseitigen Vorzüge bedingen, dass die am unmittelbarsten mit 



ga 



Diess dürfte jedoch der Hauptsach 



h 



einen ganz verschied 



* # 



Gr 



h 



D. U 



120 



einander ringorulcn Bewohner im Allgemeinen verschiedenen Sin 
pen und Ordnungen angehören. 



Dasselbe Prinzip erkennt man 



wo 




Mensch Pflanzen in 



fremdem Lande zu naturalisiren strebt. Man hätte erwarten dür- 



fen 



5 



dass diejenigen Pflanzen 




mit Erfolg in einem Lande 



naturalisirt werden können, im Allgemeinen nahe verwandt mit 
den Eingeborenen seyen^ denn diese betrachtet mnn gewöhnlich 

r 

als besonders für ihre Heimath geschafften und angepasst. Eben 
so hätte man vielleicht erwartet, dass die naturalisirten Pflanzen 
zu einigen wenigen Gruppen gehörten, welche nur etwa gewis- 
sen Stationen entsprächen. Aber die Sache verhält sich ganz 
anders, und Alphons DeCandolle hat in seinem grossen und 



Yortretflichen 



Werke 



ganz 



wohl 



gezeigt 



5 



dass 



die Floren 



durch Naturalisirung, der Anzahl der eingeborenen Sippen und 



Arten gegenüber 



5 



weit 



mehr an neuen Sippen als an neuen 



Arten gewinnen. Um nur ein Beispiel zu geben, so sind in 

the northern United 



Dl 



A 



Gray 



Manual 




the Flor 




states^< 260 naturalisirte Pflanzen-Arten aus 162 Sippen aufge- 
zählt. Wir sehen ferner, dass diese naturalisirten Pflanzen von 
sehr verschiedener Natur sind, und auch von den eingebornen 
in so ferne weit abweichen, als aus jenen 162 Sippen nicht 
weniger als 100 ganz fremdländisch sind, daher die eingeborene 
Flora verhältnissmässig mehr an Sippen als an Arten bereichert 

worden ist. 

die Natur der Pflanzen und Thiere 



Berücksichtigt 



man 



5 



welche der Reihe nach erfolgreich mit den eingeborenen einer 
Gegend gerungen haben und in dessen Folge naturalisirt worden 
sind. 



so kann man eine rohe Vorstellung davon gewinnen 



wie 



etwa einige die eingeborenen hätten modificirt werden müssen 



j 



um einen Vortheil über die andern 



gebo 



zu erlang 



wir können, wie ich glaube 



wenigstens mit Sicherheit schliessen, 
dass eine Differenzirung ihrer Struktur bis zu einem zur Bildung 
neuer Sippen genügenden Betrage für sie erspriesslich gewe- 



sen wäre. 



Der Vortheil einer Diff'erenzirung der Eingebornen einer 



Gegend ist in der That derselbe, welcher für einen 



individuellen 



I 



» 



\ 



■ 



I 



* 



t 



I 



Zta* ffeJ^4i/ fZf. 



CL 



2^. 




\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



1 



\ 



\ 



£ 



J^ 



\ 



\ 



\ 



\ 



A—^ 



i 



I 

I 
1. 



/, 



^ 



J^ 



h'^ 



T 

\ 
\ 

\ 



\ 



1 



t 



\ 



I 
I 
t 



/ 



i 



I 
i 



I 

I 



t 



I 



/ 






Ji^ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



T 



\ 



\ 



\ 
\ 



e.'^ rrd^ 



\ 




\ 



\ 



T 

I 



l 



T 



/ 
/ 



/ 
/ 



i / 
4 /- 



I f 

I / 

I / 



\ I / 
\ I ' 



-^ 



f 



au 



J 



^li, r'^ ,^4 



T 
\ 



\ 
\ 



\ 
\ 



T 
I 

I 
I 



\ \ 



\ 1 






T 



I 

} 
i 
i 



I 1 



t 



\ I ! 



I 



A — 1-4- 



1 

I 



'Li 



I 




^4 ^^4 



\ 
\ 

\ 



\ 
\ 



I 



\ \- 



\ I 

\ \ 

\ I 

-\ 

\ \ 

\ 1 

\ I 

\ \ 



^:hav 



I 




t 
/ 
I 



i 

I 



LJlJ 



xm 



xir 



XI 



a 



lO 






(V 







<Z^ 



J8 ' ' ' ■' 



■ • • 






_Z 



xo 



-MfL 



.9 






* 
V - < 



<x 



^..l^•■ 



•■■;■ 






7 






O/ 



<?.;. 






t • 






W-^ 



■ ■ 



et 



- . ' ' * - 



^ 



c5" 



• 



, • . ■ 

- - - • 

• • - • 

* * k • 

» • * • 



er i- 



« 
• 

• 



■ 1 



€C 






^ 



77.^^ E^'^ 1^ '' 



\\:TTV 



S 



l 



& 



% ■ < 



<:AlTh 



S 



-r^-i- ^ r 



7 



* 



'•':}t 



S 



• ■ • 



77^ 



<^ 



« 

• 
• 



• 
• ■ 






■ ' ' < ■ 



• « 



B * 






4 



* 






: : ■ 






:i//-3 V;. /TZ 






3 






z' 



^-# 



* 
■ 






s 






im 



2 



• 



t • 



• t 
h ■ 

* * 



% ■ 






. I 



«^ 



2 ' •■ ; ■• 






■ 












'/' 



* 






« 
■ 






727 



2^? 









TZ? 



^•'. 



■ « 



2^^ 



J* 



W 



^ '*.:.■■ 



v.-- 



4 
■ 
■ 

■ 



■ 
I 



u 



/ ■ '■ 



TV 



■ 

7' 






IL 



&/■.■ 



.•» 



u: 



C ' ■ ■' 



t 



5 



4 



> • • 



^^W 






p > 






i:: 



• - t 

« 



;^ 



J.O 



> — — 



• 

■ 
• 






••::■■•• 



* 









• 



■ ■ ■ - 



••y-., ^r 



y^ 



*■■•■ ■ •■ (5" 



« , • • ■ < 






■.•::;.V -^ 






' I 



*-.:•;/ :^ 



J 



4 



_i: 



■ 
• 



• 






■■•^ 



X 



IX 



m\i 



\ii 



VT 



\^ 



^IV 



ur 



II 



I 



ABC 



D 



E F 



O H 



I R L 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 



\ 
\ 



\ 

\ 



\ 
\ 



\ 
\ 



\ \ 

\ \ 



I 
I 
! 

I 



I 
1 

\ \ . 

\ \ I 






/ 



/ 



[ 



i 



I 
I 



f 

/ 
I 



\ 
\ 

\ 



\ 
\ 



\ 
\ 



\ 
\ 
\ 



I 



I 
( 



/ 



r 



I 

I 



; 



f 



t 



I 



I 



I 



I 



I 
t 






/ 



; 



; 







(Tf 



\ 



eidß 




rte^ 




(feHj 



V 



r 



1 




li5C 





{ 





Irei^ 




1 




lilli* 





i 



\ 





Wi 




liedei 



sc 




Stan 



niingen 
dei 
unfollk' 




Ausdeh 
änderte 
Werder 



eeign 
genom 
wie d^ 
tele f 



ti 






kenj! 








( 





121 



Orcranisüius aus der physiologischen Theilung der Arbeit unter 



seine Org 



ntspringt, ein 



von MiLNE Edwards so trefflich er- 



läuterter Gegenstand. Kein Physiolog 



zweifelt 




5 




ein 



Magen, welch 



nur 



Verdauung von vegetabilischer od 



von 



alischer Materie allein 



geeignet ist, d 



meiste Nahrung aus 



diesen Stoff'en zieht 



So werden auch in dem grossen Haushalte 



eines Landes um so mehr Individue 
ihren Unterhalt zu finden im Stande 



von Pflanzen 




Th 



seyn 



5 



mehr dieselben hi 



sichtlich ihrer Lebensweise diff'erenzirt sind 



Ein 



Gesellschaft 



von Thieren 



mit 



nur 



schwerlich 
Baue werb 



mit 



einer 



So wird man 



wenig diff'erenzirter Organisation kann 

von vollständiger diff'erenzirtem 
. bezweifeln müssen, dass die 



and 




Australischen Beutelthiere , 
merkung , in weniger von 
schieden, unsre Raub-Thie 



welch 



ach Waterhouse 



u. 





inander abweichende Gruppen unter 
, Wiederkäuer und Nager vertreten 



5 



im Stand 



yn 



würden, mit diesen wohl ausgesprochenen Ord 



nungen zu werben 




den Australischen Säugethi 



erblicke 



wir 




Proz 



der Üiff'erenzirung 




einer noch frühen 




unvollkommenen Entwicklungs- Stufe 



Nach dieser vorangehenden Erörterung 




einer grösseren 



Ausdehnung bedürfte, dürfen wir wohl annehmen, dass die abg 



änderten Nachkommen einer Sp 



um so mehr Erfolg haben 



werd 



? 



mehr sie in ihrer Organisation diff'erenzirt und hiedurch 
werden, sich auf die bereits von andern Wesen ein- 



geeignet seyn 

genommenen Stellen einzudrängen 

wie dieses nützlich 



Wir wollen nun zusehen 



von 




Divergenz des Charakters abgele 



tete Princip in Verbindung mit den Prinzip 




Natürlichen 



Züchtung und 




Erlöschung zusammenwirke 



Das beigefügte Bild wird uns dienen, diese sehr verwickelte 




Frag 

ben 

Gegend 

fungen , 



besser zu begreifen 



Gesetzt es bezeichnen 




Buchsta 



bis 




die Arten einer grossen Sippe in ihrer Heimath- 
;e Arten gleichen einander in verschiedenen Abstu- 
wie es eben in der Natur der Fall zu seyn pflegt, und 




was durch verschi 



der 
weil 



Entfernung jener Buchstaben von einan- 



gedrückt werden soll 



Wir wählen eine grosse Sipp 



5 



Wir 



hon im zweiten Kapitel 



gesehen, da 



verhältnissmäs 



122 



r 



Slg 



mehr Arten grosser Sippen als 



kleiner variiren 



? 



und dass 



Wi 



dieselben eine grössere Anzahl von Varietäten darbieten, 
haben ferner gesehen, dass die gemeinsten und am weitesten 
verbreiteten Arten mehr als die seltenen mit kleinen Wobn-Be- 
zirken abändern. 



Es seye nun A eine gemeine weit verbreitete 



und 



abändernde 



Art 



einer grossen Sippe in ihrer Heimath- 



Gegend: der kleine Fächer divergirender Punkt-Linien von un- 
gleicher Länge, welche von A ausgehen, möge ihre variirende 
Nachkommenschaft darstellen. Es ist ferner angenommen, deren 



Abänderungen seyen 



ausserordentlich 



gering 



? 



aber von der 



getrennter Erscheinung, und 



end- 



manchfaltigsten Beschaffenheit, nicht von gleichzeitiger, sondern 
oft durch lange Zwischenzeiten 
lieh von ungleich langer Dauer. Nur jene Abänderungen, welche 
in irgend einer Beziehung nützlich sind, werden erhalten und 
zur Natürlichen Züchtung verwendet. Und hier ist es wichtig, 
dass das Prinzip der Nützlichkeit von der Divergenz des Cha- 
rakters abgeleitet ist; denn Diess wird meistens zu den am wei- 
testen auseinandergehenden Abänderungen führen (welche durch 

. wie sie durch Natür- 



Wenn nun in 



unsre punktirten Linien dargestellt sind), 
liehe Züchtung erhalten und gehäuft worden, 
unsrem Bilde eine der punktirten Linien eine der wagrechten 
Linien erreicht und dort mit einem kleinen numerirten Buchsta- 
ben bezeichnet erscheint, so ist angenommen, dass darin eine 



Summe von 



Abänderung ge 




seye 



? 



genügend zur Bildung 



einer ganz 



wohl-bezeichneten Varietät, wie wir 



sie der Aufnahme 



in ein systematisches Werk werth achten. 



Die Zwischenräume zwischen zvvei wagrechten Linien des 




1000 (b 



Nach 1000 Generation 



Bildes mög 

sprechen. 

wohl ausgeprägte Varietät 

zwei Varietäten sey 



wären 10,000) Generation 



ent- 



hätte 




Art A zwei ganz 



a 



1 



und m^ hervorgebracht 



Diese 



fortwährend denselben Bedingungen aus- 



gesetzt 



welche ihre Sta 



und das Streben nach Abänderung 



h weitrer Abänderung und gewöhnlich 



daher na( 

und Richtuno^ streben wie ihre Stammälterr 

diese zwei Varietäten, als nur erst wenig 



zur Abänderung veranlassten, 
in ihnen erblich. Sie werden 

in derselben Art 



Überd 



werden 



odificirte Formen 



5 



I 



I 



> 



I 









123 



I 



Streben diejenigen Vorzug 

gemeinsam 

meisten ar 



weiter zu 



werben, welche 




Altern 





numerische Übergewicht über 




dern Bewohner derselben Gegend 



schafft haben 



5 



sie werden gleicherwei 



theilnehmen an denjenig 



Vortheilen 



j 




welch 

Sippe 
Umstände 

Wen 

werd 



Sipp 



3 



WOZU ihre Stammältern gehört, zur grossen 



in ihrer Heimath erhob 



Und wir wissen, dass alle diese 



zur 



so 



nun 
di< 



Hervorbringung neuer Varietäten günstig sind 
iese zwei Varietäten ebenfalls veränderlich 





3 



divergenteste 



ihrer Abänderungen gewöhnlich 



in 



Zeit 




hsten 1000 Generatione 



fortbesteh 



Nach d 



ist in 



m 



Bilde 



genommen 



t 



habe Varietät a 



1 



die 



hervorgebracht, die nach dem Differenzirungs-Prin 



j 



Varietät a- 

zipe weiter als a^ von A verschieden ist. Varietät m^ hat zwei 



andre Varietäten m' und s^ ergeben, welch 
mehr von ihrer gemeinsamen Stamm-Fon 



unter sich und noch 



bweich 





können wir den Vorgang lang 



Zeit von Stufe zu Stufe verfol- 



gen und 



einige 




Varietäten von 



1000 zu 1000 Generatio- 



nen bald nur eine Abänderung von mehr und weniger abwei- 

derselben hervorbringen 




chender Beschaffenheit, bald auch 2 

sehen, während andre keine neuen Formen darbieten. 



Doch 



werden gewöhnlich diese Varietäten oder abgeänderten Nach- 



ko 



eines gemeinsamen Stamm-Vaters A im Ganz 



mmer 



zahlreicher werden und immer weiter 



nand 



laufen 



In 



dem Bilde ist der Vorgang bis zur zehntausendsten Generation 



3 



und in einer mehr verdichtet 



und 



fachten W 



bis 



zur vierzehntausendsten Generation dargestellt. 



Doch muss ich hier bemerken, dass ich nicht der Meinung 

. als 



3 

bin, dass der Prozess jemals so regelmässig vor sich gehe 
er im Bilde dargestellt ist, obwohl er auch da schon etwas 
unregelmässig erscheint. Ebenso bin ich entfernt nicht der Mei- 
nung, dass die am weitesten differirenden Varietäten unabänder- 
lich vorherrschen und sich vervielfältigen werden. Oft mag auch 
eine Mittelform von langer Dauer seyn und entweder keine oder 
mehr als eine in ungleichem Grade abgeänderte Varietät hervor- 
bringen ; die Natürliche Züchtung wird immer thätig seyn, je nach 
der Beschaffenheit der noch gar nicht oder nur unvollständig von 



» 



124 



anderen Wesen eingenommenen Stellen : und Diess wird von 
unendlich verwickelten Beziehungen abhängen. Doch werden 
der allgemeinen Regel zufolge die Abkömmlinge einer Art um 
so mehr geeignet seyn jene Stellen einzunehmen und ihre abcre- 
änderte Nachkommenschaft zu vermehren, je weiter sie in ihrer 
Organisation differenzirt sind. In unsrem Bilde ist die Succes- 
sions-Linie in regelmässigen Zwischenräumen unterbrochen durch 
kleine numerirte Buchstaben, 



zu 



Bezeichnung der succesiven 



Formen, welche genügend 



unterschieden sind, um als Varietäten 



aufgeführt zu werden. Aber diese Unterbrechungen sind nur 
eingebildete und hätten anderwärts eingeschoben werden können 
nach hinlänglich langen Zwischenräumen fiir die Häufung eines 
ansehnlichen Betrags divergenter Abänderung. 

Da alle diese verschiedenartigen Abkömmlinge von einer 
gemeinsamen und weit verbreiteten Art einer grossen Sippe an 
den gemeinsamen Verbesserungen theilzunehmen streben, welche 
den Erfolg ihrer Stamm-Ältern im Leben bedingt haben, so wer- 

■ 

den sie im Allgemeinen sowohl an Zahl als an Divergenz des 
Charakters zunehmen, und Diess ist im Bilde durch die verschie- 
denen von A ausgehenden Verzweigungen ausgedrückt. Die ab- 
geänderten Nachkommen von 
besserten Verzweigunge 
den wahrscheinlich oft 




letzt 



und am meisten Ver- 



den Nachkommenschafts-L 



w er- 




stelle 




altern und minder vervoll- 



kommneten 



Bild 



dadurch 



hmen und sie 
[gedrückt, dass 



dräng 



5 



und 




iess ist irn 



g 



der untern Zweig 



nicht 



bis zu 




oberen Horizontall 



hinauf reichen 



In einigen 



Fällen zweifle ich nicht, dass der Process der Abänderung auf 

und 

auch 



eine 



einfache Linie der Descendenz beschränkt bleiben 
die Zahl der Nachkommen nicht vermehren wird, wenn 



das Maass divergenter Modifikation in den aufeinanderfolgenden 



Generationen zugenommen hat 



dargestellt werden, wenn alle von A ausgehenden Linien bis 



Dieser Fall würde in dem Bilde 

auf 



die von a^ bis a^® beseitigt würd 



Auf diese Wei 



nd 




die Englischen Rasse-Pferde und Englischen Windspiele langsam 
vom Charakter ihrer Stammform abgewichen, 



ohne 



eine neue 



Abzweigung oder Nebenrasse abgegeben zu haben. 






I 






K 



I 



125 



iti 



Es wird der Fall gesetzt 



5 



dass die Art 




nach 10,000 Gene 



rationen drei Formen a^^ f^« und m^« hervorgebracht habe, welch 



3 



3 



in Folge ihrer Charakter-Diverg 



m 




inander-folgenden 



Generationen weit, doch in ungleichem Grade unter sich und 



t « 



ihren Stanmi-Alte 



verschied 



sind 



Nehmen wir nur einen 



* * 



rst kleinen Betrag von Veränderung zwischen 



zwei Hori 



zontalen unsres Bildes an, so werden unsre drei Formen nur bis 



zur 



Stufe wohl ausgeprägter Varietäten oder etwa zweifelhafter 



seyn: wii 



haben aber nur nöthig 



5 



die Ab 



Änderungs-Pr 



etwas grösser zu denken 



5 



um 



Unterarten gelangt 

stufung 

diese 

Bild die Stufen aus, auf welchen die kleinen nur Varietäten cha 

rakterisirenden Verschiedenheiten in grössere schon Arten unter 



Formen in gute Arten zu 



verwandeln 



: 



alsdann drückt das 



scheid 



Unterschiede übergehen 



Denkt man sich denselben 



Prozess in einer noch grösseren Anzahl von Generationen fort 



wahrend (wie es obe 



Bilde in zusammengezogener und ver- 



fachter Weise geschehen), so erhalten wir acht von A abstam- 



mende, Arten mit a*** bis m^'^ bezeichnet 
glaube, Arten vervielfältigt und Sippen gebildet. 



So werden, wie ich 



In einer grossen Sippe variirt 



wohl mehr als eine Art 



Im Bilde habe ich angenommen, 

logen Abstufungen nach 10,000 Generationen 

wohlbezeichnete Varietäten w^® und x^^ oder zwei Arten hervor 



dass eine zweite Art I in ana- 

entweder zwei 



gebracht habe, je nachdem man sich den Betrag der Verände- 



welcher zwischen zwei wagrechten Linien liegt 



kleiner 



Nach 14,000 Generationen werden nach 



14 



z 



rung, 

oder grösser denkt. 

unsrer Unterstellung sechs neue durch die Buchstaben n 
bezeichnete Arten entstanden seyn. In jeder Sippe werden die 
bereits am weitesten in ihrem Charakter aus einander gegange- 
nen Arten die grösste Anzahl modificirter Nachkommen hervor- 
zubringen streben, indem diese die beste Aussicht haben, neue 



und weit von einander verschiedene Stellen im Natur- Staate ein- 
zunehmen; daher ich im Bilde die extreme Art A und die fast 
gleich extreme Art I als die am weitesten auseinander gelaufe- 
nen bezeichnete, welche auch zur Bildung neuer Varietäten und 
Arten Veranlassung gegeben haben. Die andren neun mit gros- 



126 



scn Buchstaben 




H 



? 




? 




bezeichneten Arten unsrer Stamm- 



Sippe mögen sich noch lange Zeit ohne Veränderung fortpflanzen 
was im Bilde durch die punktirten Linien ausgedrückt ist, welche 
wegen mangelnden Raumes nicht weiter aufwärts verlängert sind. 

Inzwischen dürfte in dem auf unsrem Bilde 'dargestellten 
Umänderungs-Prozess noch ein andres unsrer Prinzipien, der der 



lieh, eine wichtige Rolle gespielt haben 



Da 



m 



Natürliche Züchtung noth- 



Erlöschung nän 

jeder vollständig bevölkerten Gegend 
wendig durch Auswahl der Formen wirkt, welche in dem Kampfe 
um's Daseyn irgend einen Vortheil vor den übrigen Formen vor- 
aus haben, so wird in den verbesserten Abkömmlingen einer Art 
ein beständiges Streben vorhanden seyn, auf jeder ferneren 
Stufe ihre Vorgänger und ihren Urstamm zu ersetzen und zu 



vertilgen. 



Denn 



man 



muss 



gewöhnlich am heftigsten zwischen 



sich erinnern, dass der Kampf 

solchen Formen ist, welche 



einander in Organisation 



3 



Konstitution und Lebensweise am 



nächsten stehen. Daher werden,, alle Zwischenformen zwischen 
den frühesten und spätesten, das ist zwischen den unvollkommen- 
sten und vollkommensten Stufen, sowie die Stamm- Art selbst 
zum Erlöschen geneigt seyn. Eben so wird es sich wahr- 



scheinlich mit vielen ganzen Seiten-Lin 



verhalten 



3 



wenn sie 



durch 



pätere und vollkommenere Linien bekämpft werden 



Wenn 



dagegen die abgeänderte Nachkommenschaft einer Art in einer 



besonderen Gegend aufkommt oder sich 



gend 



ganz 



Standorte rasch anpasst 



5 



WO Vater und Kind nicht in Mitbewer 



bung gerathen, dann mögen beid 



fortbestehen 



Nimmt man daher in unsrem Bilde an, dass es ein grosses 



Maass von Abänderung vorstelle, so werden die Art 
frühern Abänderungen 




und alle 



derselben erloschen und durch acht neue 



Arten a**— m^"^ ersetzt seyn 



3 



und an der Stelle von 



werden 



sich sechs neue Arten n 



14 



z'* befinden. 



Doch gehen wir noch weiter 



Wir haben angenommen, dass 



die ursprünglichen Arten unsrer Sippe einand 



m 



gleiche 



Grade ähnlich 



yen 



5 



wie Das in der Natur gewöhnlich 



d 



Fall 



ist ; dass die Art A näher mit Bj 



C, D 



mit den andern verwandt 



seye und I mehr Beziehungen mit G, H, K, L als zu den übrigen 



I 



I 



I 



t 



127 



!lll 



besitze 



7 




ferner 





weit verbreitet seyen 



3 



se zwei Arten A und I sehr gemein un 
indem sie schon anfangs einige Vorzüge 



vor den and 



Arten derselben Sipp 



voraus hatten. Ihre modi- 



fizirten Nachkommen 



3 



vierzehn an Zahl nach 14.000 Generatio 



5 



werden wahrscheinlich 



g 



derselben Vorzug 



geerbt 



nen^ 

haben ; auch sind sie auf jeder weiteren Stufe der Fortpflanzung 

in einer divercrenten Weise abgeändert und verbessert worden. 



sie 



h zur Besetzung vieler passenden Stellen im 



Es 



cheint mir daher äus- 



so dass 

Natur-Haushalte ihrer Gegend eig 

serst wahrscheinlich , dass sie nicht allein ihre Altern 

ersetzt und vertilgt haben, sondern auch einige andre diesen zu- 



• • 




und 



nächst 



wandte ursprüngliche Sp 



Es werd 



sehr wenige der ursprünglich 



Arten sich bis in 




daher nur 
vierzehn- 



tausendste Generation fortgepflanzt haben. V^ir nehmen an, dass 



nur eine von 




en zwei mit den übrigen neun weniger nahe 
verwandten Arten, nämlich F. ihre Nachkommen bis zu dieser 



späten Generation 



trecke 




neuen von den eilf ursprünglich 



Arten unsres Bildes 



bgeleiteten Spezies sind 



fünfzehn. Dem divergenten Streben 



der Natürlichen Züchtung gemäss, muss der äusserste Betrag von 

■ 

Charakter-Verschiedenheit zwischen den Arten a^^ und z'* viel grös- 
ser als zwischen den unter sich verschiedensten der ursprünglichen 
eilf Arten seyn. Überdiess werden die neuen Arten in sehr 



ungleichem Grade mit einander verwandt seyn 



Unter den acht 



Nachkommen von 




mögen die drei a^'*, q^"^ und p^* näher b 

10 



sammen stehen, weil sie sich erst spät von a^^ abgezweigt ha- 



ben, wogegen b 



u 



und 




4 



als alte Abzweigungen von a 



5 



etwas 



e 



mehr von jenen drei entfernt sind: und endlich mögen o^"^, 
und m^* zwar unter sich nahe verwandt seyn, aber als Seiten- 
zweige seit dem ersten Beginne des Abänderungs-Prozesses weit 
von den andern fünf Arten abstehen und eine besondere Unter- 



sippe oder sogar 



eine eigne Sippe bilden. 



Die sechs Nachkommen von I mögen zwei Subgenera oder 



selbst Genera bilden. Da aber die Stamm-Art 
entfernt 



weit von A 



5 fast am andern *Ende der Arten-Reihe der ursprüng- 
lichen Sippe steht, so werden diese sechs Nachkommen durch 



128 




ab 



Vererbung beträchtlich von den acht Nachkommen von 
weichen, indem überdiess angenommen worden, dass diese zwei 
Gruppen sich in auseinander Iweichenden Richtungen verändert 
haben. 



Auch sind die mittein Arten, welche A mit I verbunden 
(was sehr wichtig ist zu beachten) , mit Ausnahme von F erlo- 
schen, ohne Nachkommenschaft 



zu hinterlassen. Daher die sechs 



neuen von 




ntsprossenen und die acht von 




Sp 



sich zu zwei sehr verschiede 



Sipp 



abgeleiteten 
oder sogar Un- 



terfamilien erhoben haben dürften. 



So kommt es 



5 



wie ich meine, dass zwei oder mehr Sipp 



durch Abänderung aus zwei oder mehr Arten eines Genus ent- 

Und von den zwei oder mehr Stamm-Arten 



springen können 

ist angenommen 

Sippe herrühren. In unsrem Bilde ist Diess durch die gebroche- 



word 



dass sie von einer Art einer früheren 



nen Linien unter den grossen Buchstaben 

e einen Punkt konverg 





angedeutet, 
Dieser Punkt 



die 



unterstellte Stamm-Art aller 



welche abwärts gegen 

stellt eine einzelne Spezies, 

unsrer neuen Subgenera und Genera vor. 

Es ist der Mühe werth, einen Augenblick bei dem Charakter 

zu verweilen , von welcher angenommen wird 




Art 



„»4 



J 



dass sie ohne grosse Divergenz zu erfahren, die Form von F unver- 
ändert oder mit nur geringer Abänderung ererbt habe. Ihre Ver- 
wandtschaften zu den andern vierzehn neuen Arten werden ganz 

sonderbar seyn. 

und I stehenden Spezies abstammend, welche aber jetzt erloschen 

einigermassen das Mittel zwischen 



Von einer zwischen den zwei Stamm-Arten 




sind, wird sie 



und unbekannt 

den zwei davon abgeleiteten Arten-Grupp 



halten. Da aber 



beide Gruppen in ihren Charakteren vom Typ 



ihrer Stamm 



Altern auseinandergelaufen sind 



5 



SO wird die neue Art ^ 



14 



das 



Mittel nicht unmittelbar zwischen ihnen, sondern vielmehr zwi- 




sch 



scher dürft 



Typ 



beider Grupp 



halten 



•) 



und jeder Naturfor 



Stande seyn, sich ein Beispiel dieser Art 



Ge 



Annahme 



dächtniss zu rufen. 

In dem Bilde entspricht nach unsrer bisherigen 
jeder Abstand zwischen zwei Horizontalen tausend Generationen; 
lassen wir ihn jedoch für eine Million oder hundert Millionen 




» 



» 



I 



I 



■ 

I 



129 




von Generationen 




Schichtenfolg 



unsrer Erd-Rind 



gleich einem entsprechenden Theile der 

organischen Resten gelten! 



mit 



In 



Kapitel über Geolog 



werden wir wieder auf d 



Gegenstand zurückkommen und werd 



dann hoffentlich find 



5 



dass 



unser Bild geeignet 



ist Licht üb 




Verwandtschaft 



erloschener Wesen zu verbreiten 



5 



die, wenn auch im Allgemei 



nen zu 



denselben Ordnungen, 



Fami 



Theil der jetzt lebend 



gehörig, doch 



3n oder Sippen wie ein 
in ihrem Charakter oft in 



gewisj^em Grad 



das Mittel zwischen jetzigen Gruppen halten 



5 



und man wird diese Thatsache begreiflich finden, 



da 




erlo 



schenen Arten in sehr frühen Zeiten gelebt, wo die Verzweigunger 
der Nachkommenschaft noch wenig auseinander gegangen waren 



Ich finde keinen Grund, den Verlauf der Abänderung 



? 



er bisher 



nder gesetzt word 



blos auf die Bildun 



o 



wie 
der 



Sipp 
jede 



zu beschränken. Neh 
successiven Gruppe 



wir in unserem Bilde 




von 



einander- strahlender Punktlinien 



dargestellten Betrag von Abänderung sehr hoch an, so werd 



die mit a^"* bis 
zeichneten Foni 




14 



? 



dr 



mit b** bis f** und mit o^^ bis m^* be 
n sehr verschiedene Genera darstellen 



Wir werden dann zwei von I abgeleitete 



sehr 



verschiedene 



Sippen haben, und da diese zwei Sippen, in Folge sowohl einer 
fortdauernden Divergenz des Charakters als der Beerbung zweier 



verschiedener Stammväter, sehr weit von den von A hergelei- 



teten drei Sippen abweichen, so werden die zwei kleinen Sippen- 
Gruppen je nach dem Maasse der vom Bilde dargestellten di- 
vergenten Abänderung zwei verschiedene Familien oder selbst 

H 

Und diese zwei neuen Familien oder Ord- 

die 



Ordnungen bilden. 

nungen leiten sich von zwei Arten einer Stamm-Sippe her, 
selbst wieder einer Spezies eines viel älteren und noch unbe- 
kannten Genus entsprossen seyn dürfte. 

es in jeder Gegend die Arten der 



Wir haben 



gesehen, dass 



o-rössern Sippen sind, welche am öftesten Varietäten oder neue 



anfangende Arten bilden. Diess war in der That zu erwarten; 
denn, wenn die Natürliche Züchtung durch eine im Rassenkampf 
vor den andern bevorzugte Form wirkt, so wird sie hauptsächlich 



auf diejenigen wirken, welche bereits 



einige 



Vorlheile voraus 



9 



130 



k 



haben : und d'u^ Gr()sse einer Gruppe zeigt, dass ihre Arten von 
einem gemeinsamen Vorgänger einige Vorzüge gemeinschaftlich 

^ 

ererbt haben. Daher der Wettkampf in Erzeugung m'wv und 
abgeänderter Sprösslinge hauptsächlich zwischen den grösseren 



Gruppen 



stattfinden wird, welche sich 



alle an Zahl zu vergrös- 



sern streben. Eine grosse Gruppe wird nur langsam eine andre 

Zahl verringern und so deren 



grosse 



Gruppe überwinden, deren 



Aussicht auf künftige Abänderung und Verbesserung vermindern. 
Innerhalb einer und derselben grossen Gruppe werden die neui»- 
ren und höher vervollkommneten Untergruppen immer bestrebt 

durch Verzweigung und durch Besetzung von möglichst 



seyn 



vielen Stellen im Staate der Natur die früheren und minder ver- 
vollkommneten Untergruppen allmählich zu verdrängen. Kleine 
und unterbrochene Gruppen und Untergruppen neigen sich immer 
mehr dem gänzlichen Verschwinden zu. In Bezug auf die Zu- 
kunft kann man vorhersagen, dass diejenigen Gruppen organi- 



scher Wiesen , welche jetzt gross und siegreich und am wenig- 



sten durchbrochen sind 



? 




h. bis jetzt am wenigsten durch 



Erlöschung gelitten 



haben, noch auf lange Zeit hinaus zunehmen 



werde. Welche Gruppen aber zuletzt vorwalten werden, kann 



j 



and 



hersagen; denn wir wissen, dass viele Gruppen von 



d 



sehr 



usgedehnter Entwickelung h 



e 



erloschen 




Blick 



wir noch weitt 



in 




Zukunft hinaus, so lässt 



sich voraussehen, dass in Folge der fortdauernden und steten 



Zunahme der g 



Gruppen eine Menge kle 



lösch 



ird ohne abgeänderte Nachkommen 



iner gänzlich er- 
hinterlassen, und 




von 



nur 



demgemäss 
lusserst wenig 




zu 



o 



end einer Zeit lebend 



Ai 



ihre Nachkommenschaft bis in eine ferne 



Zukunft 



ck 



werd 



Ich will in 




Klassifikation auf d 
nur noch bemerken 



Gegenstand 



kko 



Kapitel über 
n und hier 



: 



dass nach der Ansicht, dass nur äusserst 



wenig 
hen 




und 



d 



ältesten Spei 

F 

e Abkömmli 



Abkömmling 



hinterlassen ha- 



o 



von 



einer und derselben Spe 



zies heutzutag 



wai 



es m 



) eine Klasse bilden, uns begreiflich 
jeder Hauptabtheilung des Pflanz 



r 

werden muss 
- und Thier 



Reiches 



nur 



hl 



wenig 



Klassen 



geb 



Obwohl 



indessen 



t 



I 



I 



I 



131 



/ 



der ältesten Arten noch jetzt lebende 



? 



so niaff doch die 



nur äusserst wenige 

veränderte Nachkommen hinterlassen haben 
Erde in den ältesten geologischen Zeit-Abschnittcni eben so be- 
völkert gewesen seyn 
gen Sippen, 
Tages. 



mit zahlreichen Arten 



aus 



nianchialli- 



Familien, Ordnungen und Klassen, wie heutigen 



Ein ausgezeichneter Naturforscher hat dagegen eingewendet, 
die fortwährende Thäligkeit der Züchtung, mit Divergenz des 
Charakters verbunden, müsse zu einer endlosen Menge von Ar- 
ten-Formen führen. Was die blos unorganischen Bedingungen be- 
trifft, so würde allerdings wahrscheinlich eine genügende Anzahl 
von Arten allen erheblicheren Verschiedenheiten von Wärme, 



Feuchtigkeit u. s. w. angepasst werden können; ich nehme 



an, dass die Wechselbeziehungen dei 



aber 



organischen Wesen zu 



\ 



einander bei weitem die wichtigsten sind, und wenn die Zahl der 
Arten in einer Gegend in Zunahme begriffen ist, so werden die 
organischen Lebens-Bedingungen immer verwickelter werden. 
Anfänglich scheint es daher wohl , als gebe es keine Grenze 
für den Betrag nützlicher Differenzirung der Organisation und 
daher keine Grenze für die Anzahl der möglicher Weise hervor- 
zubringenden Arten. Es ist uns nicht bekannt, dass selbst das 
Iruchtbarste Land-Gebiet mit organischen Formen vollständig be- 
setzt seye , da ja selbst am Cap der guten Hoffnung , das eine 



so erstaunliche Arten-Zahl hervorbringt, noch viele Europäische 
Pflanzen naturalisirt worden sind. Die Geologie lehrt uns jedoch, 
dass wenigstens innerhalb der unermesslichen Tertiär-Periode die 
Arten-Zahl der Konchylien und wahrscheinlich auch der Säug- 
thiere bis daher nicht vergrössert worden ist. Was hemmt nun 
dieses Wachsthum der Arten-Zahl ins Unendliche ? Erstens muss 
der Betrag des auf einem Gebiete unterhaltenen Lebens (ich 
meine damit nicht die Zahl der spezifischen Formen) eine Grenze 
haben, da es ja in so reichlichem Maasse von physikalischen Be- 



dingungen abhängt : wo daher viele Arten 



erhalten werden müs- 



bon, da werden sie alle oder meistens arm an Individuen seyn: 

in Gefahr seyn 



und eine Art mit 



v\enigen Individuen wird 



durch zufällige Schwankungen in der Beschaffenheit 



der Jahres- 



9 



* 



132 



I 



Zeiten und in der Zahl ihrer Feinde zu erlöschen. Die Aiislilgung 
wird in solchen Fällen 



rasch erfolgen, während 



neue Arten immer 



nur langsam nachkommen. Man denke sich den äussersten Fall, es 
gebe in England so viele Arten als Individuen, so wird der erste 
strenge Winter oder trockne Sommer Tausende und Tausende von 
Arten vertilgen, und Individuen von andern Arten werden ihre Stelle 



einnehmen. Zweitens vermuthe ich, dass, wenn 



einige Arten sehr 



X 



selten werden, es in der Regel nicht nahe Verwandte seyn werden, 
welche sie zu verdrängen streben; wenigstens haben einige Au- 
toren gemeint, dass Diess bei dem Rückgang 



des Auero( 



Lithauen 



? 



des Edelhirschs in Schottland und des Bären in No 



wegen in Betracht komme. 

dern betrifft, so sind einige Arten 



Drittens, was die Th 



im Besen 



ganz 



dazu 



gemacht, sich 



von 



gend einem andern Wesen zu nähren: wenn dieses aber 



? 



geworde 



so wird es nicht zum Vorth 



jener 



Thiere 




5 



dass sie in so 
und sie werden 



enger Beziehung zu einer Nahrung gestanden 
nicht mehr durch Natürliche Züchtung vermehr 

an Individuei 



werden. Viertens, wenn irgend welche Arten arm 



werden, so wird der Vorgang der Umbildung langsamer seyn, weil 
die Möo-lichkeit vortheilhafter Abänderung verringert ist. Wenn 
wir daher eine von i 



men, so müssen 

seyn und wird demnach 

düng neuer Formen vei 



sehr vielen Arten bewohnte Gegend anneh- 
alle oder die meisten Arten arm an Individuen 




Prozess der Umänderung und Eil 



« « 



gert werden 



Fünftens, und wie ich 



glaube ist Diess der wichtigste Punkt, wird eine herrschende 
Art, 



welche schon viele Mitbewerber in ihrer eignen Heimalh 



verdrängt hat 



sich auszubreiten und noch viele andre zu er- 



setzen streben. Alphons DeGandolle hat nachgewiesen, dass diej 



gen 



Arten, welche sich weit verbreiten, gewöhnlich streb 



sich 



sehr weit auszubreiten 



? 



sie werden folglich mehre andre 



verschiedenen Gegenden auszutilg 



streben 



und Diess hemmt 




Zunah 



Hooker hat neuerlich 



ie ungeordnete 
Erd-Oberfläche. 
östlichen Ecke Australiens 
Weltgegenden zu geben scheint 



von Arten-Formen auf der ganzen 



gezeigt, dass 



in 




Süd 



Arten an Meng 



wo es viele Einwandrer aus allerlei 

die eigenthümlich Australischen 

Ich wage nicht zu 



sehr abgenommen haben 



* 



I 



1 



133 



:ll 



hestiminen. wie viel Gewicht diesen 



anch 



Ursachen beizii 



legen seye; 

in jeder Gegend da 



aber ich glaube, dass sie alle zusammen genommen 



Streben nach 



dlicher Vermehrung der 



Arten-Formen beschränken müssen 



Natürliche Züchtung wirkt, wie wir gesehen hab 



j 



aus- 



sslich durch Erhaltung 



d Zusammensparung solcher leich 



* 

ten Abweichung 



? 



welch 




Geschöpfe 



? 



d 



sie betreffen 



unter den organischen und unorganischen Bedingungen des Lebens 



? 



von welchen es in aufeinanderfolgenden Perioden abhängiff ist 



rt'ö 



nützlich 



d 



Das Endergebni 



wird sevUj dass jedes Geschöpf 



einer immer grösseren Verbesserung den Lebens-Bedingung 
gegenüber entgegenstrebt. Diese Verbesserung dürfte unvermeid 

lieh zu 




stufenweisen Vervollkommnung der Organisation der 



Mehrzahl 
führen. 




b 




ganze Erd-Oberfläch 



verbreiteten Wesen 



Doch kommen wir hier auf einen s«hr schwierig 



nde 



noch 



gegebe 



Gegenstand 

befriedigende Definition d 

kommnung der Organisation zu versteh 

belthieren 



kein Naturforscher eine allg 



hat 



? 



1 

was unt^r Vervoll 



seye 




d 



Wir 



kommt deren geistige Befähigung und Annäherung an 



d 




mo 



Körper-B 



glauben, das 



Menschen offenbar mit in Betracht 



Man 



d 



Grösse der Veränderungen, welche die 



hied 



Th 



und Org 



während ihrer Entwickelung 



om Embryo-Zustand 



an bis zum reifen Alter zu durchlaufen 



hab 



als ein Anhalt bei 




Vergleichung dienen kön 



•j 



doch 



Krustern, wo 



kommen Fälle vor, wie bei gewissen parasitischen 
mehre Theile des Körper-Baues unvollkommner und sogar mon- 
strös werden, so dass man das reife Thier nicht vollkommener 



als seine Lai 



nennen kann. Von B 



Maasstab scheint noch 



der beste 



und allgemeinst anwendbare zu 



seyn 



? 



nämlich das 



Maass der Differenzirung der verschiedenen Theile (»im rei- 
fen Alter« dürfte wohl beizusetzen seyn) und ihre Anpassung 
zu verschiedenen Verrichtungen, oder die Vollständigkeit der 
Theilung in die physiologische Arbeit, wie Milne Edwards sagen 
würde. Wir werden aber leicht ersehen, wie schwierig die 
wirkliche Anwendung jenes Kriteriums ist, wenn wir wahrneh- 
men, dass bei den Fischen z. B. die Haie von einem Theile der 



,ü 



134 



"Naturforscher als die 



vollkommensten angesehen werden . 



weil 



sie den Reptilien am nächsten stehen , während andre den ge- 
wöhnlichen Knochen-Fischen (Teleosti) die erste Stelle anwei- 
sen, weil sie die ausgebildetste Fisch- Form haben und am mei- 
sten von allen andern Yertebraten abweichen*. Noch deutlicher 
erkennen wir die Schwierigkeit, wenn wir uns zu den Pflanzen 
wenden, wo der von geistiger Befähigung hergenommene Maas- 
stab ganz wegfällt: und hier stellen einige Botaniker diejenicron 
Pflanzen am höchsten, welche sämmtliche Organe, wie Kelch- und 
Kronen-Blätter. Staubfäden und Staubwege in jeder Blüthe voll- 
ständig entwickelt besitzen, während Andre wohl mit mehr Recht 



jene 



für 



die 



vollkommensten erachten , deren verschiedenen 



Organe stärker metamorphosirt und auf geringere Zahlen zurück- 
geführt sind. 

Nehmen wir die Differenzirung und Spezialisirung der ein- 
zelnen Organe als den besten Maasstab der organischen Voll- 
ko'mmenheit der Wesen im ausgewachsenen Zustande an (was 
mithin auch die fortschreitende Entwickelung des Gehirnes für 
die geistigen Zwecke mit in 



sich begreift) 



so muss die Natürliche 



j 



Züchtung offenbar zur Vervollkommnung führen; denn alle Phy 
siologen geben zu, dass die Spezialisirung seiner Organe, inso 
ferne sie in diesem Zustande ihre Aufgaben besser erfüllen 
für jeden Organismus von Vortheil ist : und daher liegt Häufung 
der zur Spezialisirung führenden Abänderungen im Zwecke der 
Natürlichen Züchtung. Auf der andern Seite ist es aber auch, 
unter Berücksichtigung, dass alle organischen Wesen sich in 
raschem Verhältnisse zu vervielfältigen und jeden schlecht besetz- 
ten Platz im Hausstande der Natur einzunehmen streben. 
Natürlichen Züchtung wohl möglich, ein organisches Wesen 




sol- 



chen Verhältnissen anzupassen, wo ihnen manche Organe nutzlos 



und überflüssig sind, und dann findet ein Rückschritt auf der 






I 



I 



* 



\ 









^ 



Hi 



M 



A 



d 



zwei zuletzt 



n 



G 



d( 
di 



könnten die Knochen-Fische d 



Fische." aber nicfit 



)> 



m 



Fisch 



u 



yn 



j 



d. h. d 



Typ 



ht die Vollkommenheit am besten reprä 



D 



der Fische 
Knochen-F 



her 



ßipd aber vollUommnere Fische aus andern Griind 



D. Übs 



k 



135 



Stufenleiter 

phose) statt 
geologische 



massiger in 



W 



der Orcranisation (eine riickschreitende Metamor 



Ol) die Organisation im Ganze 
Zeiten bis jetzt fortgeschrilt 



seit 




frühesten 



seye. wird zweck 



folg 




üageg 
alle 



unserem Kapitel über 
isen zu erörtern seyn 

1 man einwendei 




geologisch 



Aufeinand 



kan 



wie es denn kommt 



^? 



dass 



? 



ganisch 



Wesen von Anfang her fortwährend 




wenn ^ 

strebt ffcwosen sind, höher auf der Stufenleiter emporzusteigen, 

unvollkom- 



o 



auf der ganzen Erd-Oberfläche noch eine Meng 




menston We 
einige Form 



vorband 
viel höh 



sind, und dass in jeder grossen Kla 



e 



als 




e 



and 



ntwickelt sind 



Und 



wai 



hab 



berall 




die 
ind< 



viel höh 




an eine 



o 



bor 



mmenen 
und un 



gebildeten Formen nicht schon 
ersetzt und vertilgt? 
imgängliche Neigung 



Lam 



Ver- 



vollkommnung in allen 
rigkeit so sehr gefühlt zu 



Organismen glaubte, scheint diese Schwie- 



d 



st sah 5 
1 Gener 



fache Fol 
spontane 



haben, dass 
nen würden 



er 



ch zur Annah 



überall und fortwährend 



neu 



gt 



Ich habe kau 



nölhig 



zu sagen, dass die Wissenschaft auf ihrer jetzigen Stuie die 



Am 
seh 




lebende Geschöpfe jetzt irgendw 



aus unorffani- 



Materie erzeugt werden, keineswegs gestattet. Nach mei- 



ner Th 
niedrig 



dag 



bietet das gegenwärtig 



Vorhandensey 



C5 



ter 1 



k 



Schwierigkeit dar : 





Natürliche Züchtung schliesst denn doch k 



nothw endig 



allgemeines G 



nder Entwickelung ein^ 



sie 



und 

he- 



tzt 



nur sol( he Abänderungen , die für jedes Wesen in sei- 



nen verwickelten Lebens -Beziehungen vortheilhaft sind 



nun kann man fragen, welchen 

können) ein Infusorium, ein Eingeweidewurm 



Vortheil (so weit wir 

oder 



Und 
theilen 



? 



elbst ein 



Regenwu 
sie keine 
Züchtung 
mithin 
S tu f (^ 



d 



hab 



k 



hoch 



ganisirl zu seyn ? Hab 



Vortheil davon, so werden sie auch durch Natürlich 



g 




fü 



er gar 
dliche Zeit 



ht vervollkommnet 



erd 




ihr 



fen Organisations 



stehen bleiben. 



In 



der That lehrt uns die Geologie, 

Formen von Infusorien und Rhizopoden 

schon seil unermessUchen Zettpu nahezu auf ihrer jetzigen Stufe 



dass einiofc der tiefsten 



136 



stehen. 



Demungeachtet möchte es voreilig seyn anzunehmen 



dass einige der jetzt vorhandenen niedrigen Lebenformen 
den ersten Zeiten ihres Daseyns keinerlei Vervollkommnung 

hätten; denn jeder Naturforscher, der je welche 



seit 



er> 



fahren 



von 



diesen Organismen 



zergliedert hat, w^elche jetzt als die 



niedrig- 
sten auf der Stufenleiter der Natur gelten^ muss oft über deren 

wunderbare und herrliche Organisation erstaunt gewesen seyn. 

Nahezu dieselben Bemerkungen lassen sich hinsichtlich der 
grossen Verschiedenheiten zwischen den Graden der Organisations- 
Höhe innerhalb fast jeder grossen Klasse mit Ausnahme jedoch 
der Vögel machen; so hinsichtlich des Zusammenstehens von 
Säugthieren und Fischen bei den W^irbelthiercn, oder von Mensch 



und Ornithorhynchus bei den Säugethi^ren, von Hai und Aniphio- 
xus bei den Fischen, indem dieser letzte Fisch in der aussersten 

> 

Einfachheit seiner Organisation den Wirbel-losen Thieren ganz 
nahe kommt. Aber Säugthiere und Fische gerathen kaum in Mit- 
bewerbung miteinander: die hohe Stellung gewisser Säugthiere 
oder auch der ganzen Klasse auf der obersten Stufe der Orga- 
nisation treibt sie nicht die Stelle der Fische einzunehmen und 
diese zu unterdrücken. Die Physiologen glauben, das Gehirn müsse 
mit warmem Blute gebadet werden, um seine höchste Thätigkeit 
zu entfalten, und dazu ist Luft-Respiration nolhwendig, so dass 
warm-blütige Säugthiere, 
Fischen gegenüber sogar in gewissem Nachtheile sind. Eben so 
wird in dieser Klasse die Familie der Haie wahrscheinlich nicht 
geneigt seyn, den Amphioxus zu ersetzen : und dieser wird allem 



5 

wenn sie das Wasser bewohnen, den 



Anscheine nach seinen Kampf um's Daseyn mit Gliedern der 
Wirbel-losen Thier-Klassen auszumachen haben. Die drei unter- 
sten Säugthier-Ordnungen, 



, die Beutelthiere , die Zahnlosen und 
die Nager bestehen in Süd-Amerika in einerlei Gegend beisam- 
men mit zahlreichen Affen. Obwohl die Organisation im Ganzen 



kann, so 



bietet 



auf der ganzen Erde in Zunahme begriffen seyn 

die Stufenleiter der Vollkommenheit doch noch alle Abstufungen 

dar; denn die hohe Organisations- Stufe gewisser Klassen im 



Ganzen oder einzelner 




er dieser Klassen führen in keiner 



Weise nothwendig zum Erlöschen derjenigen Gruppen 



5 



mit wel- 



1 



> 



( 



I 



I 



137 



ch 



sie nicht in nahe Bewerbung 4reten 



In einigen Fällen 



scheine 



tief 



ganisirte Formen, wie wir 



sich bis auf 




heutigen Tag 



halten 



hernach sehen werden 
haben, weil sie eigen- 



Ihümliche abgesonderte Wohnorte ohne alle erhebliche Mitbewer 



bun 



o 



hatten 



3 




Organisation 



wo 



achten 





Bildung neuer 



auch sie selbst keine Fortschritte in 
weil ihre eigne geringe Individuen-Zahl 
theilhafter Abänd 



keinen Vorschub 



leistete 



Endlich glaube ich, dass das Vorkommen zahlreicher niedrig 

m über 



organisirter Form 



aus allen Thier 



Ptlanzen-Klass 



die cranze Erd-Oberfläche von verschiedenen Ursachen herrüh 
In e 



nigen Fällen mag es an vorlheilhaften Abänderungen gefehlt 



hab 



5 



mit d 



Hilfe die Natürliche Züchtung zu wirk 



und 



3rcdeln vermocht hätte, 
eit ausreichend gewesen 
volikommnung zu leisten. 



In 



keinem Falle 



lleicht ist die 




3 



um 



das Höchste in möglicher Vei 



In einigen wenigen 



Fällen kann auch 



genannte 



rückschreitende Organisation« eingetreten seyn. Aber 

in dem Umstände, dass unter sehr einfachen 



die Hauptsache liegt in 

Lebens-Bedingungen eine hohe Organisation ohne Nutzen 



j 



son- 



d 



lleicht sogar nachtheilig seyn kann 



weil sie zarter 



? 



empfindlicher und leichter zu beschädigen 



ist. 



Eine weitere Schwierigkeit, welche der so eben besproche- 



nen gerade entgegengesetzt ist, ergibt sich noch 



? 



wenn wir 



f 




Morgenröth 




Leb 



ckblicken, wo alle orga 



hen Wesen, nach unsrer Vorstellung 



j 



noch die 



fachste 



Struktur besassen: wie konnten da die ersten Fortschritte in 
der Vervollkommnung, in der Dilferenzirung und Spezialisirung 
der Organe beginnen ? Ich vermag darauf keine genügende Ant- 



wort zu geben, 



sondern nur zu 



gen 



> 



d 



wir 



cht 



m 




sitze leitender Thatsachen sind, wesshalb alle unsre Spekulatio- 
nen in dieser Beziehuncr ohne Boden und ohne Nutzen sind. 

Zusammenfassung des Kapitels.) Wenn während einer 
langen Reihe von Zeit-Perioden und unter veränderten äusseren 
Lebens-Bedingungen die organischen Wesen in allen Theilen ih- 



rer Organisation abändern, was 



3 



wie ich 



glaube, nicht 



bestritten 



werden kann; wenn ferner wegen ihres Vermögens geometrisch 



138 



schneller Vermehrung alle Arten in jedem Alter, zu jeder Jah- 
reszeit und in jedem Jahr einen ernsten Kampf um ihr Daseyu 



zu 



kämpfen haben 



5 



was 



sicher nicht zu läugnen ist: dann 



meine ich im Hinblick auf die unendliche Verwickelung der Be- 
ziehungen aller organischen Wesen zu einander und zu den 
äusseren Lebens-Bedingungen, welche eine endlose Verschiedenheil 
angemessener Organisationen. Konstitutionen und Lebensweisen er- 
heischen, dass es ein ganz ausserordentlicher Zufall seyn würde, 



wenn nicht jeweils auch eine zu eines jeden Wesens eigner Wohl- 
fahrt dienende Abänderung vorkäme, wie deren so viele vorgekom- 
men, die dem Menschen vortheilhaft waren. Wenn aber solche für 
ein organisches Wesen nützliche Abänderungen wirklich vorkom- 
men, so werden sicherlich die dadurch bezeichneten Individuen 
die meiste Aussicht haben, den Kampf um's Daseyn zu bestehen, 
und nach dem mächtigen Prinzip der Erblichkeit in ähnlicher 



Weise 
Prinzip 



ausgezeichnete Nachkommen 



zu bild 




Erhaltung hab 



ich der K 



i streben, 
wegen Nat 



Diess 



Züchtung genannt; es führt' zur Vervollkommnung eines jed 



Geschöpfes seinen organische 



nd 



norganischen Lebens-B 



dingungen gegenüber. Die Natürliche Züchtung kann nach d 
Prinzip der Vererbung einer Eigenschaft in entsprechenden Alli 




eben sowohl das Ei und 
Erwachsene abändern mach 



Saamen oder 
Bei vielen T 




Junge wie 




unterstützt 



geschlechtliche Auswahl noch die gewöhnliche Züchtung, indem 
sie den kräftigsten und geeignetesten Männchen die zahlreichste 



Nachkommenschaft sichert. 



/ 



Geschlechtliche Auswahl vermag auch 

welche den künftigen Männchen 



solche Charaktere zu verleihen, 

allein in ihren Kämpfen mit Männchen von gewöhnlicher Be- 



chatfenheit 




Sieg 



chafF* 



Ob 



nun ab 



die Natürliche Züchtung zur Abänderung und 



Anpassung d 



verschied 



Lebenform 



an d 



ncherlei 



äusseren Bedingungen und Stationei 

5 nach Erwägung des Werthes d 
liefernden Beweise beurtheilt werde 



wirklich mitgewirkt habe 



mus 



d 



folgend 



Kapiteln 



Doch erkennen wirb 



j 



dass dieselbe auch Austilgung verursache, und die Geolog 



macht 



uns klar, in welch' ausgedehntem Grade Austilgung bereits m 



I 



t 



s 



139 




Geschichte 




ganische 



Well 



griffen hab 




führt Natürliche Züchtung zur Divergenz des Charakters 



? 



de 



ehr Wesen auf 



desto meh 



d 



gegebenen Fläche ihren Unterhalt finden, 
Organisation, organischer Thätgkeit und 



Lebensweise ab, wovon man 



5 




Beweise bei Betrachtung d 



Bewohn 



eines kl 



Land-Fleck 



od 




aturalisirten Er 



Zeugnisse finden kann. 



Je mehr daher während der Umänderung 
der Nachkommen einer Art und während des beständigen Kampfes 
aller Arten um Vermehrung ihrer Individuen 



Nachko 



(Tcrenzirt werden, desto besser ist ihre Aussicht auf Erfolg 



Ring 



um's Daseyn 



Auf diese YV 



streb 




kleinen Ver 



schiedenheiten zwischen den Varietäten einer Sp 



ser zu 



werden, bis 



3zies stets grös- 
sie den o-rösseren Verschiedenheiten zwischen 
den Arten einer Sippe oder selbst zwischen verschiedenen Sip- 
pen deich kommen. 



ö 



Wir haben gesehen, dass es die gemeinen 



j 



die weit verbrei- 



Sippen sind 



die 



telen und allerwärts zerstreuten Arten grosser 

am meisten abändern , und diese streben auf ihre abgeänderten 

Nachkommen dieselbe Überlegenheit zu vererben, welche sie 

■ 

jetzt in ihrer Heimath-Gegend zur herrschenden machen. Natür- 



liche 



Züchtung führt, wie so eben bemerkt worden , zur 



Diver- 



genz des Charakters und zu starker Austilgung der minder voll- 
kommnen und der mittein Lebenformen. Aus diesen Prinzipien 
lassen sich nach meiner Meinung die Rang- Verschiedenheiten zahl- 
loser organischer Wesen in jeder Klasse auf der ganzen Erd- 
oberfläche sowohl als die in der Natur ihrer Verwandtschaften mit 
einander erklären. Es ist eine wirklich wunderbare Thatsache, ob- 
wohl wir das Wunder aus Vertrautheit damit zu übersehen pflegen, 
dass Thiere und Pflanzen zu allen Zeiten und überall so miteinander 
verwandt sind, dass sie in Untergruppen abgetheilte Gruppen bilden, 
so dass nämlich, wie wir allerwärts erkennen. Varietäten einer Art 
einander am nächsten stehen, dass Arten einer Sippe weniger und 
ungleiche Verwandtschaft zeigen und Untersippen und Sektionen 
bilden, dass Arten verschiedener Sippen einander noch weniger 
nahe stehen, und dass Sippen mit verschiedenen Verwandtschafts- 
Graden zu einander Unterfamilien, Familien. Ordnungen, Unter- 



140 



klassen 




Klas 



zusammensetzen 



Di 



d 



einer 



an- 



Klasse untergeordneten Gruppen können nicht in eine Linie 
einander gereihet werden, sondern scheinen viehnehr um ge- 
wisse Punkte geschaart und diese wieder um andre Mittelpunkte 
gesammelt zu seyn, und so weiter in fast endlosen Kreisen. 



ge- 



3 

Aus der Ansicht, dass jede Art unabhängig von der andern 
schaffen worden seye, kann ich keine Erklärung dieser wichtigen 
Thatsache in der Klassifikation aller organischen Wesen entneh- 
men; sie ist aber nach meiner vollkommensten Überzeugung er- 
klärlich aus der Erblichkeit und aus der zusammengesetzten 
Wirkungs-Weise der Natürlichen Züchtung, welche Austilgung 



der Formen und Divergenz der Charaktere verursacht 



wie mit 



Hilfe bildlicher Darstellung (zu Seite 121) gezeigt worden ist. 

Die Verwandtschaften aller Wesen einer Klasse zu einander 
sind manchmal in Form eines grossen Baumes dargestellt wor- 

Ich glaube, dieses Bild entspricht sehr der Wahrheit. Die 



den. 



grünen un 
die in jed 




knospend 



Zweig 



stellen 




jetzig 



gehenden Jahre entstandenen 




Arten 
lang! 



j 



und 
Anf- 



anderfolge erloschener Arten vor. 



In jed 



Wachsthums-Pe- 



riode haben alle wachsenden Zweige nach allen Seiten hinaus 
zu treiben und die umgebenden Zweige und Äste zu überwach- 
sen und zu unterdrücken gestrebt, ganz so wie Arten und Arten- 
Gruppen andre Arten in dem grossen Kampfe um's Daseyn zu 
überwältigen suchen, 



terabgetheilten 
selbst knospend 



3n, Die grossen in Zweige getheilten und un 
Äste waren zur Zeit, wo der Stamm noch jung 



Zweig 



gewesen 



und d 



Verbindung 




früh 



mit 




mag ganz wohl d 
Arten in Grupper 



jetzigen Knospen durch unterabgetheilte Zweige 
ie Klassifikation aller erloschenen und lebenden 

Untergruppen darstellen. 




Von 




vielen 



Zweigen 



? 




wesc 
Äste 



5 



sich entwickelten, als der Baum noch ein Busch ge 

e jetzt als mächtige 



leben nur noch zwei od 




d 



alle 



anderen Verzweigungen abgeb 



und 



so 



haben 



von den Arten , welche in längst 



gangenen 



geologischen 



Zeiten gelebt 



3 



nur sehr wenige noch lebende und abgeänderte 



Nachkommen. Von der ersten Entwicklung eines Stammes an 



ist mancher Ast 




ancher Zweig verd 



nd verschwunden 



? 



I 



141 




verlorenen Äste von verschiedener Grösse mögen 



und 

jene ganzen Ordnung 

uns nur im fossilen Zustand 



Familien und Sipp 



bekannt, keine 



mehr hab 



Wie wir hier und da einen 



vorstellen, welche, 
lebenden Vertreter 
ereinzelten dünnen 



Zweig aus einer Gabel tief unten am Stamme hervorkommen 
sehen, welcher durch Zufall begünstigt an seiner Spitze noch 
fortlebt, so sehen wir zuweilen ein Thier, wie Ornithorhyn- 



chus 



oder 



Lepidosi 



das 



gewissermaassen 



zwei 



grosse 



durch 
Zweig 



seme 




Verwandtschaften 
Lebenwelt , zwi- 



schen denen es in der Mitte steht, mit einander verbindet und 



vor emer 



rettet worden ist, 
wohnte. Wie Knosp 
vorbringen 



verderblichen Mitwerberschaft offenbar dadurch ge 

5 es irgend eine geschützte Station be 



das 



b 



ihrer Entwicklung 



Knosp 



her 



und, wie auch diese wied 



3 



wenn sie kräftig sind, nach 



allen Seiten ausragen und viele schwächre Zweig 



überwachs 



so 
ßa 



st es, wie ich glaube 



durch Generation mit dem grossen 



des Lebens ergangen 



3 



der mit seinen todten und herun 



tergebroche 



Ästen die Erd-Rinde erfüllt, und mit seinen 



herrlich 



und sich 



och 



weiter theilenden Verzweigungc 



ihre Oberfläche bekleidet. 



\ 



142 



\ 



I 





Gesetze der Abänderung. 



Wirkungen äusserer Bedlnsunor 



Gebrauch 



d Nichtgebrauch der 



gane in Verbindung mit Natürlicher Züchtung; - Flieo-- und Seh-0 



AkUlimatisirung 



Wechselb 



d 



• * 



Wachsth 



sation und Ökonomie der Entwickelune 



Ko 



Vielfache 
derlich. 
derlich: 



d 



Falsche Wechselbcziehun 



m p e n 



d 



wenig- entwickelte Orir 



o 



d ver- 



In ungewöhnlicher Weise entwickelte Theile sind sehr ver< 



pezifische 



hr 



hlechts-Charal 



ppen-Charakt 



Sei 



G 



f 



o 



Weise. 



ch 



Rückkehr 



e 



Z 



Su 



einer Sippe gehörige A 
längst verlornen Charakte 



C 




habe bish 



von d 



Abänderung 



die so gemein 



und inanchfaltig im Kultur-Stande der Organismen und 



was minderem Grade häufig 
weilen so gesprochen. 



d 



freien Natur sind 



m et- 
zü- 



als ob dieselb 



vom Zufall veranlasst 



■ * 



waren. 



Diess ist aber eine ganz unrichtige Ausdrucks-V^^eis 



e 



j 



unsr«* gänzliche Unwissenheit über die 



welche nur geeignet ist 

Ursache jeder besonderen Abweichung zu beurkunden. Einige 

mehr als die Aufgabe des Reproduktiv- 
Systemes an, individuelle Verschiedenheiten oder ganz leichte 

les hervorzubringen, als das Kind den 



Schriftstell 



seh 



es 



Abweichungen des B 
Altern gleich zu machen. Aber die viel grössere Veränderlich- 
keit sowohl als die viel häufigeren Monstrositäten der der Kul- 



3 



dass 



lur unterworfenen Organismen leiten mich zur Annahme 
Abweichungen der Struktur in irgend einer Weise von der Be- 

* 

schatFenheit der äusseren Lebens-Bedingungen, welchen die Al- 
tern und deren Vorfahren mehre Generationen lang ausgesetzt 
gewesen sind, abhängen. Ich habe im ersten Kapitel die Bemerkung 

doch würde ein langes Verzeichniss von Thatsachen, 



kann, dazu nöthig 



seyn. die 



5 



gemacht 

welches hier nicht gegeben werden 

W^ahrheit dieser Bemerkung zu beweisen 
duktiv-System für Veränderungen in den äussern Lebens-Be- 
dingungen äusserst 



5 



dass das Repro- 



empfindlich ist ; daher 



ich dessen funktionel- 



len Störungen in den Altern hauptsächlich die veränderliche oder 
bildsame Beschaffenheit ihrer Nachkommenschaft zuschreibe. Die 



I 






I 



143 



männlichen und weiblichen Elemente der Organisation scheinen 
davon schon berührt zu seyn vor deren Vereinigung zur Bildung 



Abkömmlinge der Sp 



Was die Spielpflanzen (S. 15) 



belangt, so wird die Knospe allein betroffen, die auf ihrer erste 



Entwickelung 
verschieden 



Stufe 



von 



m 



Ei'chen nicht sehr wesentlich 



st 



Dageg 




wir in gänzlich 



darüber 



j 



wie es komme, dass durch Störung 




Unwissenheit 
Reproduktiv- 



systems dieser oder j 



Theil mehr oder weniger als 



ein 



andi 



berührt werde. Demungeachtet gelingt es uns hier und 



da einen 
tiberzeug 



chwachen Lichtstrahl aufzufang 



? 



und wir halten 



5 



dass es für jede Abänderung irgend eine wenn auch 



geringe Ursache geben müsse. 

Wie viel unmittelbaren Einfluss Verschiedenheiten in Klima, 
Nahrung u. s. w. auf irgend ein Wesen auszuüben vermögen, 
ist äusserst zweifelfaft. Ich bin überzeugt, dass bei Thieren die 

bei Pflanzen vielleicht etwas grösser 



Wirkung äusserst 



gering. 




Ma 



kann wenigstens mit Sicherheit sagen 



3 




d 



nicht 




vielen treff'lichen und zusammengesetzten 




Organisation eines Wese 



ans and 



hervor 



Einflüsse 

Anpassuni 

gebracht haben können, welche wir in der Natur überall erblicken 

Einige kleine Wirkungen mag man dem Klima, 

u. s. w. zuschreiben, wie z. B. Edward Forbes sich mit Bestimmt 




Nahrung 



heit darüb 



pricht, dass eine Konchylien-Art in wärmeren 



Gegenden und seichtem Wasser glänzender 
kälteren Verbreitungs- Bezirken annehmen 



Farben als in ihre 



kann 



Gou 



/ 



glaubt 



? 



dass Vöoel derselben Art in einer stets heiteren Atmosphär 
Glänzender gefärbt sind, als auf einer Insel oder an der Küste^ 



d 



d 



Aufenthalt in d 



Nähe 




So glaubt auch Wollaston, 
Meeres die Farben der Insekten angreife. Moquin-Tandon gibt 
eine Liste von Pflanzen, welche an der See-Küste mehr und 
wenioer fleischige Blätter bekommen, wenn sie auch landeinwärts 



* Diese Abhängigkeit vom Klima ist denn doch in grosser Ausdehnung 
nachtJ-ewiesen worden von Gloger in seiner Schrift „über das Abändern der 



vielen 



d 



Abän 



Vogel durch das Klima", Breslau 183S, 8 H. Von 

deruno-en sind die äusseren Ursachen zusammengestellt in unserer „Geschichte 



der Natur" II, 68 



116. 



D. Üb 



144 



I 



nicht fleischig sind. Und so Hessen sich noch manche ähnliche 
Beispiele anführen. 

Die Thatsache, dass Varietäten einer Art, wenn sie in die 
Verbreitungs-Zone einer andern Art hinüberreichen, in geringem 
Grade etwas von deren Charakteren annehmen, stimmt mit unsrer 
Ansicht überein, dass Spezies aller Art nur ausgeprägtere blei- 
bende Varietäten sind. So haben die Konchylien- Arten seichter 
tropischer Meeres-Gegenden gewöhnlich glänzendere Farben als 



die in tiefen und kalten Gewässern wohnenden. 



So 



sind die 



Vögel -Arten der 
der Inseln gefärbt 



Binnenländer nach Gould lebhafter als die 
So sind die Insekten- Arten, welche auf die 



Küsten beschränkt sind, oft Bronze-artig und trüb von Aussehen 



welche nur längs dem 



wie jeder Sammler weiss. Pflanzen- Arten, 

4 

Meere fortkommen, sind sehr oft mit fleischigen Blättern versehen. 
Wer an die besondre Erschaffung einer jeden einzelnen Spezies 



glaubt 



? 



wird daher sagen müssen 



dass z. 




d 



Konchyl 



für ein wärmeres Meer mit glänzenderen Farben geschaffen wor- 

ene andern die lebhaftere Färbung erst durch 



den sind, während 



Abänderung angenommen haben, 
wärmeren Gewässer übersiedelten. 



als sie in die seichtere 



und 



Wenn eine Abänderung für ein Wesen von geringstem 

wie viel davon von der 



Nutzen ist, vermögen 



wir nicht zu 



gen 



häufenden Thätigkeit der Natürlichen Züchtung und wie viel von 
dem Einfluss äussrer Lebens -Bedingungen herzuleiten ist 
ist es den Pelz -Händlern wohl bekannt, dass Thiere 



So 



einer Art 



um so dichtere und bessere Pelze besitzen, in je kälterem Klima 



sie gelebt haben. Aber wer vermöchte zu sagen 



? 



wie viel von 



diesem Unterschied davon h 



5 




die am wärmsten 




kleideten Einzelwesen durch Natürliche Züchtung viele Genera 



tionen hindurch begünstigt und erhalten word 
viel von dem direkten Einflüsse des strengen 



en sind 
Klimas i 



? 



und wie 
Denn es 



scheint wohl, dass das Klima einige unmittelbare Wirkung auf 



die Beschaffenheit des Haares unsrer Hausth 



usübe 



Man kann Beispiele anführe 



5 



dass dieselbe Varietät unter 




aller - verschiedensten Lebens - Bedingungen 



tslande 



ist 



j 



während andrerseits verschiedene Varietäten einer Spezies unter 



• 



» 



k 



145 



gleichen Bedingung 



Vorschein kom 



Diese Thatsachen 



zeigen 



5 



wie mittelbar 




Lebens-Bedingungen wirken 



So sind 



jedem Naturforsch 



auch zahllose Beispiele von sich acht er- 



haltenden Arten ohne alle Varietäten bekannt 

en entgegengesetztesten Klimaten leben 
tungen veranlassen mich, nur ein 



5 



obwohl dieselben 



in 




Derartig 



Betrach 



sehr geringes Gewicht auf den 



direkten Einfluss 




Lebens -Bedingung 



zu 




Indirekt 



scheinen sie, wie schon gesagt word 



? 



einen wichtigen Antheil 



an 




Störung 




Reproduktiv-Systemes zu 



eh 




hie 



? 



durch Veränderlichkeit herbeizuführen, und Natürliche Züchtung 
spart dann alle nützliche wenn auch geringe Abänderung zusammen 
bis solche vollständig entwickelt und für uns wahrnehmbar wird. 

Wirkungen von Gebrauch und Nichtgebrauch.) 
Die im ersten Kapitel angeführten Thatsachen lassen wenig Zweifel 



bei unseren Hausthiere 



übrig 




Gebrauch gewisse Theile 



tärk 



d 



dehne und Nichtgebrauch sie schwäch 



5 



und dass 



solche Abänderung 



erblich 




In der freien Natur hat 



man keinen Maassstab zur Vergleichung der Wirkungen lang 



fortgesetzten Gebrauches oder Nichtgebrauches, weil wir die 
älterlichen Formen nicht kennen; doch tragen manche Thiere 
Bildungen an sich, die sich als Folge des Nichtgebrauchs erklären 
lassen. Professor R. Owen hat bemerkt, dass es eine grosse 

dass ein Vogel nicht fliegen könne. 

Die Südamerikanische 



Anomalie in der Natur ist, 

und doch sind mehre in dieser Lage. 

Dickkopf-Ente kann nur über der Oberfläche des Wassers hin- 



flaltern und hat Flügel von fast der 



nämlichen Beschaffenheit wie 



die Äylesburyer Hausenten-Rasse. Da die grossen Boden- Vögel 
selten zu andren Zwecken fliegen, als um einer Gefahr zu ent- 
gehen, so glaube ich, dass die fast ungeflügelte Beschaffenheit 
verschiedener Vögel-Arien, welche einige Inseln des Grossen 
Ozeans jetzt bewohnen oder einst bewohnt haben, wo sie keine 



Verfolgung von Raubthieren zu gewärtigen 



haben, vom 



Nichtge- 



brauche ihrer Flügel herrührt. Der Strauss bewohnt zwar Kon- 
tinente und ist von Gefahren bedroht, denen er nicht durch Flug 



•:j 



So lange man 



die wahre Ursache dieser Entstehuni' nicht kennt, hat 



Dicss nichts Befremdendes. 



D. Übrs. 



10 



\ 



146 



entgehen kann : aber er kann sich selbst durch Ausschlagen mit den 
Füssen gegen seine Feinde so gut vertheidigen wie einige der klei- 
neren Vierfüsser. Man kann sich vorstellen^ dass der Urvater des 
Strausses eine Lebens-Weise etwa wie der Trappe gehabt, und dass 
er in Folge Natürlicher Züchtung in einer langen Generationen-Reihe 
immer grösser und schwerer geworden { 



eye 



5 



seine B 



mehr 



und seine Flügel weniger gebraucht habe , bis er endlich ganz 
unfähig geworden sey zu fliegen. 

+ 

r 

KiRBY hat bemerkt (und ich habe dieselbe Thatsache be- 



obachtet) 



? 



dass die Vordertarsen 



vieler 



männlichen Kothkäfer 



oft abgebrochen sind: er untersuchte siebenzehn Musterstücko 
seiner Sammlung, und fand in keinem eine Spur mehr davon. 
Onites Apelles hat seine Tarsen so gewöhnlich verloren, dass 
man diess Insekt beschrieben, als fehlten sie ihm gänzlich. In 
einigen anderen Sippen sind sie nur in verkümmertem Zustande 
vorhanden. Dem Ateuchus oder heiligen Käfer der Ägyptier 



fehlen sie gänzlich. Doch ist kein genügender Nachweis vor- 



seyen 



? 



und ich 



banden, dass Verstümmelungen immer erblich 
möchte den gänzlichen Mangel der Vordertarsen des Atouchus 
und ihren verkümmerten Zustand in einigen andern Sippen lieber 
der lang-fortgesetzten Wirkung ihres Nichtgebrauches bei deren 
Stamm-Vätern zuschreiben ; denn da die Tarsen vieler Kothkäfcr 
meistens fehlen, so müssen sie schon früh im Leben verloren 




könn 



daher bei diesen Insekten nicht 



gebraucht 



gehen un 

werden. 

Fällen möchten wir leicht dem Nichtgebrauche 

gewisse Abänderungen der Organisation zuschreiben, welche je- 
doch gänzlich oder hauptsächlich von Natürlicher Züchtung her- 
rühren. WoLLASTON hat die merkwürdiöfe Thatsache entdeckt, dass 



In einigen 



von 




550 Käfer- Arten 5 welche Madeira bewohn 



5 



2Ü0 so 



unvollkommene Flug 



hab 



? 



dass sie nicht flieg 



können, und 




von 




29 der Insel ausschliesslich angehörig 



nicht wenig 



als 23 laut 



Thatsachen, wie unter andern. 



[)lche Arten enthalten, 
dass in vielen Theilen d 



Sippen 
Manche 

^r Welt 



fliegend 
Grunde 



Käfer beständig ins Meer gewehet werden und zu 



geh 



? 



dass die Käfer auf Madeira nach Wou 



) 



) 



f 



I 



» 



I 



147 



} 



Beobachtung meistens 



borg 



lieg 



? 



bis 




die Son 



scheint, dass 




Zahl 




Flügel 



Wind ruhet und 



Käfer an 




gesetzten kahlen Felsklippen verhältnissmässig grösser als in 



Madeira selbst ist 

worauf WoLLASTOi 

anderwärts sehr 



5 



und 



al die ausserordentliche Thatsache 



so beharrlich fusset, 
hlreiche Käfer -Grupp 




? 



s gewisse grosse 
welche durch ihre 



nd 



5 



die 



Grund 



machen 



ehlen, ~ diese mancherlei ürunae macneii imcn 
dass die ungeflügelte Beschaffenheit so vieler Käfer 



Lebens -Weise viel zu fliegen genöthigt 

gänzlich 

glauben, 

dieser Insel hauptsächlich von Natürlicher Züchtung 

scheinlich in Verbindung mit Nichtgebrauch herrühre 
während tausend 



w 

f Madeira 



mich 



5 



doch wahr 



derfolgender Generation 




Denn 
jeder 



einzelne Käfer, der am wenigste 



fliegt 



? 



ntweder weil seine 



Flügel am wenigsten entwickelt sind oder weil er der indolenteste 
ist, die meiste Aussicht haben alle andern zu überleben, weil er 



ht ins Meer gewehet wird 




f 




and 



Seite werd 



diejenigen Käfer, welche am liebsten fliegen, am öftesten in die 



See getrieben und 



ichtet werden 



Diej 



Insekten 



Madeira dagegen, welch 



sich nicht 



am Boden aufhalten und, wie die an Blumen lebenden Käfer und 
Schmetterlinge, von ihren Flügeln gewöhnlich Gebrauch machen 
müssen um ihren Unterhalt zu gewinnen, haben nach Wollaston's 
Vermuthung keinesweges verkümmerte, sondern vielmehr stärker 



tvvickelte Flug 



Diess ist 



der Natürlichen Züchtung 




? 



auf 



die Insel kommt, wird das Streben der Natürlich 



verträglich mit der Thätigkeit 
wenn ein neues Insekt zuerst 

3n Züchtung 



/ 



die Flu 



o 



zu 



I 

rkle 



Anzahl von Individ 



oder zu vergrössern davon abhäng 



3 



ob eine grössre 

kämpfen gegen die Winde, oder durch 



An 



gen Verzicht 



F 



f d 



wie 



b 



d 



durch erfolgreiches 
mehr und weniger häufi- 
Versuch sich rettet. Es ist derselbe 

• Nähe der Küste gestran- 



Matrosen eines in 




ist es 



detcn Schifles; für diejenigen, welche gut schwimmen, 

■-1. 

um so besser, je besser sie schwimmen könnten um ihr Heil 
im VVeiterschwinimen zu versuchen, während es fijr die schlechten 



Schwimmer am besten wäre, wenn sie gar nicht schwimmen 

könnten und sich daher auf dem Wrack Rettung suchten. 

10* 



148 



r 



Die Allgen der Maulwürfe und einiger wühlenden Na^rcr 
sind an Grösse verkümmert und in manchen Fallen ganz von Haut 
und Pelz bedeckt. Dieser Zustand der Augen rührt wahrschein- 
lich von fortwährendem Nichtgebrauche her, 
vielleicht durch Natürliche Züchtung unterstützt wird. Ein Süd^ 
Amerikanischer Nager, Ctenomys, hat eine noch mehr unter- 



dessen Wirkuntr 



irdische Lebensweise als 



3 

der Maulwurf, und ein Spanier 



j 



welcher 



oft dergleichen gefangen, versicherte mir, dass solcher oft ganz 
blind seye; einer, den ich lebend bekommen^ war es gewiss und 
zwar, wie die Sektion ergab, in P'olge einer Entzündung dor 



Nickhaut. 



Da 



häufige Augen-Entzündungen einem jeden Thioro 



nachtheilig werden -müssen, und da für unterirdische Tliierc die 



Augen gewiss 



nicht unentbehrlich 



sind 



5 



so wird eine Ver- 



minderung ihrer Grösse, die Verwachsung des Augenlides damit 



und die Überziehung derselben mit dem Felle für sie von Nutzen 
seyn; und wenn Diess der Fall, so wird Natürliche Züchtung 
die Wirkung des Nichtgebrauches beständig unterstützen. 

r 

Es ist wohl bekannt, dass mehre Thiere aus den verschie- 
densten Klassen, welche die Höhlen in Steyermark und Kentucky 
bewohnen, blind sind. 



5 



In einigen Krabben ist der Augen-Stiel 
noch vorhanden, obwohl das Ausfe verloren ist: das Teleskopen- 



? 



ö 



Gestell ist geblieben, obwohl das Teleskop mit seinem Glase fehlt. 



Da nicht wohl anzunehmen, dass Augen, wenn auch unnütz, den 
in Dunkelheit lebenden Thieren schädlich werden sollten. 



so 



schreibe ich ihren Verlust gänzlich auf Rechnung des Nichtge- 
brauchs. Bei einem der blinden Thiere insbesondre, bei der 



? 



haben die Augen eine ungeheure Grö 



Höhlen- Ratte ^ 

Professor Silliman war der Meinung, dass dasselbe, nachd 



und 



g 



der 



Tag 
angi 



im Licht gelebt, ein seh 



Sehe-Vermög 



W^ie auf Madeira die Flügel einiger Insekten durch 



Natürliche Züchtung, von Gebrauch und Nichtgebrauch unterstüzt 



? 



allmählich theil 



grössert 



und 



theil 



? 




; verkleinert wurden 
Höhlen -Ratte mit dem 



so scheint dieselbe Züchtung bei 
Mangel des Lichtes gekämpft und die Augen vergrössert zu 
haben, während bei allen anderen blinden Höhlen -Bewohnern 
Nichtgebrauch allein gewirkt haben mag. 



I 



f 



i 



I 



149 




ist schwer sich ähnlich 



Lebens -Bedincrungen vorzu- 



stellen, als tiefe Kalkstein-Höhlen in nahezu ähnlichem Klima, so 
dass, wenn man von der gewöhnlichen Ansicht ausgeht, dass die 



blinden Thier 



für 




Amerikanischen und für die Europäischen 



• « 



Höhlen besonders erschaffen worden seyen, auch eine grosse Ähn- 
lichkeit derselben in Organisation und Verwandtschaft zu erwarten 
stünde. Diese findet aber nach Schiödte s u. A.Beobachtung nicht statt; 



und d 



Höhlen-Insekten der zwei Kontinente 



nd 



icht näh 



mit einander verwandt, als sich schon 



ach der grossen Ahnlich 



zwischen den andern Bewolmern Nord-Amerikas und Europas 

Nach meiner Meinung muss man annehmen, dass 



erwarten lässt. 

Amerikanische Thiere mit gewöhnliche 



Sehe-Vermögen in nach 



einanderfolgenden Generationen immer tiefer und tiefer in die 
entfernteste'n Schlupfwinkel der Kentucktj sehen mh\e eingedrungen 
sind, wie es Europäische in den Höhlen von Steyermark gethan. 
Und 



wir haben einigen Beweis für diese stufenweise Veränderung 




Aufenthalts 



5 




ScHl 



bemerkt 



W' 



betrachten dem 




nach 



gedrung 



nterirdis 
Abzweig 




chsten Umgegend 



Faunen als kleine in die Erde ein- 
er geographisch - begrenzten Faunen 
welche in dem Grade, als sie sich 





ie Dunkelheit ausbreiteten, an die sie umgebenden 
i gewöhnt wurden ; Thiere, von gewöhnlichen Formen 
nicht sehr entfernt, bereiten den Übergang vom Tage zur Dunkel- 



weiter in 
Verhältnil 




voi 



% « 



? 



d 



folg 




ftirs Zwielicht gebildeten und endlich 



die fi 
welch 



cränzliche Dunkel bestimmten 



V^ährend der Zeit 



? 



in 



o 



ein 



Th 



nach zahllosen Generationen die hintersten 



Theile der H()hle erreicht, wird hiernach Nichtgebrauch die Augen 
mehr oder weniger vollständig unterdrückt und Natürliche Züch- 
tung oft andre Veränderungen erwirkt haben, die, wie verlängerte 



Fühler und Fressspitzen 



? 



germaassen das Gesicht ersetzen 



Ungeachtet d 
Verwandlscha 



Modifikation 



werd 



wir erwarten 



noch 



d 



Höhlen-Thiere Amerikas mit den ander 



Bewohnern dieses Kontinents, und der Höhlen-Bewohner Europas 



mit den übrigen Europäischen Thieren zu sehen. 



Und Diess ist 



bei einigen Amerikanischen Höhlen-Thieren der Fall, wie ich von 
Professor Dana höre: und einige Europäische Höhlen -Insekten 



• 






150 







stehen manchen in der Umgegend der Höhle wohnenden Arte 



n 



ganz 



nahe. 



Es dürfte sehr schwer seyn 



? 



eine vernünftige Er- 



klärung von der Verwandtschaft der blinden Höhlen -Thiere 



mit 



den andern Bewohnern der beiden Kontinente aus dem gewöhn- 



ö 



liehen Gesichtspunkte einer unabhängigen Erschaffung zu oreben. 



o 



Dass einige von den Höhlen-Bewohnern der Alten und der Neuen 
Welt in naher Beziehung zu einander stehen, lasst sich aus den 
wohl-bekannten Verwandtschafts-Verhältnissen ihrer meisten übri- 



Zwar 



gehören einige 



3 



dass einige der Höhlen-Thiere von sehr anomaler Be- 



gen Erzeugnisse zu einander erwarten. 

der den Höhlen beider Hemisphären gemeinsamen Insekten zu 

solchen Sippen, welche bis jetzt allerdings nur in Höhlen gefunden 

■ 

worden, aber früher wohl eine weite oberflächliche Verbreitung 
gehabt haben mögen. Blinde Arten der Sippe Adelops wohnen 
jetzt in Höhlen und werden ausser denselben an dunkeln Orten 
unter Moos u. s. w. gefunden. Ferne davon mich darüber zu 
wundern 

schaffenheit sind, wie Agassiz von dem blinden Fische Amblyopsis 
in Amerika bemerkt, und wie es mit dem blinden Reptile Proteus 
in Europa der Fall ist, bin ich vielmehr erstaunt, das^ sich darin 
nicht mehr W^racks der alten Lebenformen erhalten haben, da 
solche in diesen dunkeln Abgründen wohl einer minder strengen 
Mitbewerbung ausgesetzt gewesen seyn würden*. 

Akklimatisirung.) Gewohnheit ist bei Pflanzen erblieh 
in Bezug auf Blüthe-Zeit 



nöthige Regen-Menge für den Keimungs- 
Prozess, Schlaf u. s. w., und Diess veranlasst mich hier noch 
Einiges über Akklimatisirung zu sagen. Es ist sehr gewöhnlich 
dass Arten von einerlei Sippe sehr heisse 



) 



sowie sehr kalte 



glaube, dass alle 



Arten einer 



Gegenden bewohnen; und da ich 
Sippe von einem gemeinsamen Urvater abstammen, so muss, wenn 
Diess richtig, Akklimatisirung während einer langen Fortpflanzung 
leicht bewirkt werden können. Es ist bekannt, dass jede Art 
dem Klima ihrer eignen Heimath angepasst ist; Arten einer 
arktischen oder auch nur einer gemässigten Gegend können m 



* 



Ein vollständiges Verzeichniss der Bewohner dunkler Höhlen bat 

Berichten der Berliner AUa- 



Ehrenberg zusammengetragen in den Monats 

demie 1859, 758 ff. 



D. Übs. 



* 



I 



¥ 



I 



I 



151 



einem tropische 



Klima 



ht 



usda 



? 



u. u. 



he Fettpflanze 



nicht in feuchtem Klima fortkommen 



So liönnen auch 

Doch 



ist d 
leber 



Grad der Anpassung 



der Arten an das Klima, worin sie 



? 




unsrer 



berschätzt worden 
ftmaligen Unfähigkeit 



Wir könn 



gen, ob 



Pflanze unser Klima ausdauren werde oder nicht 



5 



Diess schon aus 
eine eingeführte 
wie aus der gros- 



Anzahl 



Pflanzen 




Thieren entnehmen, welche aus war 



irierem Klima zu uns verpflanzt 





wohl gedeihen 



W 



haben Grund anzunehmen 



dass im Natur- Stand 



Arten durch 



die Mitbewerbung andrer organischer Wesen eben so sehr oder 
noch stärker in ihrer Verbreitung beschränkt werden, als durch ihre 
Anpassung an besondre Klimate. Mag aber die Anpassung im AUge^ 

: wir haben bei einigen 



meinen eine sehr genau 
wenigen Pflanzen-Arten 
Natur in gewissem Grad 



eyn oder nicht 



Beweise 



? 



dass dieselben 



chon von der 



an 



r 

gleiche Temperature 



gewöhnt 



oder akklimatisirt werden. So zeigen die von Dr. Hooker aus Saamen 



von 



rschied 



Höh 




Himalaya 



g 



Pinus 




Rhododendron-Arten auch ein verschiedenes Vermögen der Kälte 



zu widerstehen 



Herr Twaites berichtet mir 



5 




er 



Thatsachen auf Ceylon beobachtet habe, und Herr H. C 
hat ähnliche Erfahrungen mit Pflanzen 



gemacht 




ähnliche 

Watson 

von den 



Ä 



England gebracht worden sind. In Bezug auf Thiere 



Hessen sich manche wohl beglaub 



Ö 



Fäll 



führ 



dass Arten 



derselben binnen geschichtlicher Zeit ihre Verbreitung weit aus 

dteren Zonen oder umgekehrt ausgedehnt haben; 



wärmeren 



hk 



jedoch wissen wir r 
ihrem heimathlichen 
Diess in allen gewöhnlich 



ht mit Bestimmtheit, ob diese Thiere einst 



Kli 



gepasst gewesen 



5 



Fällen voraussetzen 



5 



obwohl wir 
und ob dem- 



zufolge sie erst einer Akklimatisirung in ihrer neuen Heimath 

bedurft haben, oder nicht. 

Da ich glaube, dass unsre Hausthiere ursprünglich von noch 
unzivilisirten Menschen gezähmt worden sind, weil sie ihnen 

f 

nützlich und in der Gefangenschaft leicht fortzupflanzen waren, 
und nicht wegen ihrer erst später erkundeten Tauglichkeit zu 
weit ausgedehnter Verpflanzung, so kann nach meiner Meinung 
das gewöhnlich ausserordentliche Vermögen unsrer Hausthiere 



152 



die verschiedensten Klimate ausziihalten und sich darin (ein viel 
gewichtigeres Zeugniss) fortzupflanzen , 



zur 



Schlussfol 



ger 



ung 



dienen, dass auch eine verhältnissmässig grosse Anzahl andrer 
Thiere, die sich jetzt noch im Natur- Zustande befinden, leicht 



? 



5 



dazu gebracht werden könnte, sehr verschiedene Klimate zu 
tragen. Wir dürfen jedoch 



er- 



die vorangehende Folgerung nicht 
zu weit treiben, weil einige unsrer Hausthiere von verschiedenen 
wilden Stämmen herrühren können, wie z. B. in unsren Haus- 
hund-Rassen das Blut eines tropischen und eines arktischen 
Wolfes oder wilden Hundes gemischt seyn könnte. Ratten und 
Mäuse dürfen nicht als Hausthiere angesehen werden ; und doch 
sind sie vom Menschen in viele Theile der Welt überaeluhrl 
worden und besitzen jetzt eine 

ein andres Nagethier. indem sie frei unter dem kalten Hinunel 
der Faröer im Norden und 



b 

weitre Verbreitung als irgend 



der Falklands-Inseln im Süden, wie 



auf vielen Inseln der Tropen-Zone leben. Daher ich geneigt 

, die Anpassung an ein besondres Klima als eine leicht auf 



bin, 

eine angeborene weite Biegsamkeit der Konstitution, welche den 
meisten Thieren eigen ist, gepropfte Eigenschaft zu betrachten. 
Dieser Ansicht zu Folge hat man die Fähigkeit des Menschen 
und seiner meisten Hausthiere die verschiedensten Klimate zu 



wie das Vorkommen einstiger 



ertragen und solche Thatsachen 

Elephanten- und Rhinozeros- Arten in einem Eis-Klima, während 

deren jetzt lebenden Arten alle eine tropische oder subtropische 

Heimath 



haben, nicht 



als Gesetzwidrigkeiten zu betrachten, son- 



dern lediglich als Beispiele einer sehr gewöhnlichen Biegsamkeit 
der Konstitution anzusehen, welche nur unter besondern Umstän- 
den mehr zur Geltung gelangt ist. 

Wie viel von der Akklimatisirung der Arten an ein besondres 
Klima bloss Gewohnheits-Sache seye, wie viel von der Natürlichen 
Züchtung von Varietäten mit verschiedenen Körper-Verfassungen 



abhänge , 



oder wie weit beide Ursachen zusammenwirken 



5 



ist 



eine sehr schwierige Frage. Dass Gewohnheit und Übung einigen 
Einfluss habe, will ich sowohl nach der Analogie als nach den unun- 



terbrochenen Warnungen wohl glaub 



3 



welche in unsern landwirth- 



schaftlichen Werken und selbst in alten Chinesischen Encyclo- 



I 



I 



\ 



» 



I 



» 



i 






153 




enthalten sind, recht vorsichtig bei Versetzung von Thieren 



ans einer Gegend 



die 




zu seyn 



Denn 



es ist nicht 



wahrscheinlich, dass man 



ch Züchtung so viele Ra 




Unte 



mit eben so 



vielen 



schied 



Gegend 



ge 



passten Konstitutionen gebildet hab 



Ü 



da 



Ergeb 



meh 



von Gewöhnung her 



Andrerseits 



seh 



ich 



rührt viel- 
uch keinen 



Grund zu zweifeln 



5 



da 



Natürliche Züchtung beständig diejenige 



Individ 
Gegem 
sind. 



zu erhalten streb 



welche mit 




für ihre Heimath 



am 



besten geeigneten Körper -Verfassungen geboren 



In Schrift 



üb 



dene Sorten kultiv 



Pfla 



/ 



heisst es von gewissen Varietäten 



? 



dass sie dieses oder jenes 



Klima besser als andre vertragen. Diess ergibt sich sehr schla- 
gend aus den in den Vereinten Staaten erschienenen Werken 
über Obstbaum-Zucht, worin gewöhnlich diese Varietäten für die 
nördlichen und jene für die südlichen Staaten empfohlen werden; 
und da die meisten dieser Abarten noch neuen Ursprungs sind, 
so kann man die Verschiedenheit ihrer Konstitutionen in dieser 



» 



Beziehung 



nicht 



der 



Gewöhnung zuschreiben. 



Man 



hat 



die 



Jerusalem-Artischoke, welche sich nicht aus Saamen fortpflanzt 

■ 

und daher niemals neue Varietäten geliefert hat , 



angeführt als 



Beweis, dass es nicht möglich seye eine Akklimatisirung zu 



5 

bewirken, weil sie noch immer so empfindlich seye 



? 



wie sie 



jederzeit gewesen; zu gleichem Zwecke hat man sich oft auf 

* 

die Schminkbohne, und zwar mit viel grösserem Nachdrucke berufen. 
So lange aber, als nicht jemand einige Dutzend Generationen 



hindurch seine Schminkbohnen so frühzeitig aussäet, dass ein 
sehr grosser Theil derselben durch Frost zerstört wird , 



und 



dann 



, mit der gehörigen Vorsicht zur Vermeidung von Kreutzun- 

I 

gen, seine Saamen von den wenigen überlebenden Stöcken nimmt 
und von deren Sämlingen mit gleicher Vorsicht abermals seine 
Saamen erzieht, so lange wird man nicht sagen können, dass der 
Versuch angestellt worden seye. Auch kann man nicht unter- 



stellen 



? 



dass 



nicht 



zuweilen Verschiedenheiten in der Kon- 



stitution dieser verschiedenen Bohnen- Sämlinge zum Vorschein 
kommen ; denn es ist bereits ein Bericht darüber erschienen, wie 
viel härter ein Theil dieser Sämlinge gegenüber den andern seye. 



154 



Im Ganzen kann man, glaube ich, schliessen, dass Gewöh- 



nung 



•s 



Gebrauch 



und Nichtgebrauch 



m 



manchen Fällen einen 



beträchtlichen Einfluss auf die Änderung der Konstitution und 
den Bau verschiedener Organe ausgeübt haben 5 dass jedoch diese 
Wirkungen des Gebrauchs und Nichtgebrauchs oft in ansehn- 
lichem Grade vermehrt und mitunter noch überboten worden sind 
lurch Natürliche Züchtung mittelst angeborner Abänderungen. 



( 



Wechselbeziehungen der Bildung.) 



Ich will mit 



diesem Ausdrucke 



sagen 



3 



dass die ganze Organisation der natür- 



lichen Wesen so unter sich verkettet ist 



5 



dass 



5 



wenn während 



der Entwickelung und dem Wachsthum des einen Theiles eine 



o-eringe Abänderung erfolgt 



und von der Natürlichen Züchtung 





gehäuft wird, auch andre Theile geändert werden müssen. Diess 



ist ein sehr wichtiger Punkt, aber noch wenig begriffen, 
gewöhnlichste 



Der 



Fall ist der, dass 



Abänderungen, welche nur zum 



Nutzen 
ohne i 




er 



Larve oder des Jungen gehäuft werden, zweifels- 



h die Organisation 




Erwachs 



berühren; eb 



•i 



wie eine Missbildung 



? 



welch 



d 



frühesten Embryo betrifft 



j 



auch 




ganz 



Org 




Alt 



h berühren 



rd 



Die mehrzähligen homologen und in der frühesten Embryo-Zeit 

Mnen in ver- 



einander 



h ähnlichen Theile des Körp 



wandter Weise zu variiren geneigt 



dah 



di 



h 



rechte und link 



Seite des Körpers in gleicher Weise abzuändern pflegen, d 



d 



Glied 



in 



gleicher Weis 



wie 




hintern 



soo-ar in gleicher Weise wie die Kinnladen, aa man j 



Kinnlad 



da 



Unterkiefer Rir ein Homolog 

inen, wie ich 



der Glied 



hält. 



, und 
I den 
Diese 



kö 



Neigungen 
Züchtung mehr und 
eine Hirsch-Familie 
weihe gegeben. 



ht 



bezweitle , durch 



Natürliche 



g 



beherrscht werden; so hat es früh 



mit 



Augspi 



nur an einem Ge 



und wäre d 



grösserer 
Züchtung 



so 



wu 



Nutzen gewesen, 
ermuthlich bleibend geword 



Eigenheit von irgend einem 

durch Natürliche 



sie 



eyn 



Homolog 



Theile streben 



5 



wie 



einige 



Autore 



bemerkt 



ben , zusammenzuhäng 



5 



man sieht Diess 



ft in monströsen 



Pflanzen 
homolog 



und 



nichts 



st 



gewöhnlich 



als 



d 



Theile zu normalen 



Bildungen, wie z. 




Vereinig 

die Vert 



155 



Harte Theile scheinen 



gung- der Kronen-Blälter zu einer Röhre*. 

auf die Form anliegender weicher einzuwirken, .und einige Au- 



toren sind der Meinung 



? 



dass die Verschiedenheit in der Form 



des Beckens der Vögel den merkwürdigen Unterschied in der 
Form ihrer Nieren verursache. Andere glauben; 



dass beim Men- 



schen die Gestalt des Beckens der Mutter durch Druck auf die Schä- 
del-Form des Kindes wirke**. Bei Schlangen bedingen nach 
Schlegel die Form des Körpers und die Art des Schlinge ns die 
Lage einiger der wichtigsten Eingeweide. Die Beschaffenheit 



des Bandes 



der 



Wechselbeziehung ist sehr oft ganz dunkel. 
IsiDORE Geoffroy Saint-Hilaire hat auf nachdrückliche Weise her- 

dass gewisse Missbildungen sehr häufig und andre sehr 
selten zusammen vorkommen, ohne dass wir den Grund anzu- 



voro^ehoben 



geben vermöchten. 
Ziehung 



Was 



5 

kann eigenthümlichei* seyn 



? 



als die Be- 



3 



zwischen den blauen Augen und der Taubheit der Katzen 
oder die der Farbe des Panzers mit dem weiblichen Geschlechte 
der Schildkröten; die Beziehung zwischen den gefiederten Füssen 



5 



und der Spannhaut zwischen den äusseren Zehen der Tauben, 
oder die zwischen der Anwesenheit von mehr oder weniger 



Flaum an 



Farbe ihres 



den eben ausschlüpfenden Vögeln mit der künftigen 
Gefieders: oder endlich zwischen Behaarung und 



5 



obschon hier wohl 



Zahn-BilduntT des nackten Türkischen Hundes 
Homologie mit ins Spiel kommt. Mit Bezug auf diesen letzten 
Fall von Wechselbeziehung scheint es mir kaum zufällig zu seyn, 
dass diejenigen zwei Säugethier-Ordnungen, welche am abnorm- 
sten in ihrer Bekleidung, auch am abweichendsten in der Zahn- 
Bildung sind: nämlich die Cetaceen (Wale) und die Edentaten 
(Schuppenthiere, Gürtelthiere u. s. w.). 

Ich kenne keinen Fall, der besser geeignet wäre, die Wesen- 






Weit gewöhnlicher ist srevviss das Streben homologer Theile sich sowi 



nndre mit forts 



Entwi 



rt 



elbstständ 



zu 



din 



es 



denn, dass jenes Streben unter sich zusammenzuhängen eine Differer 

unen. D. Ubrs 



rung von heterologen Theilen bewirke, wie eben in Bl 



»* 



D 



bei solchen weichen Theilen denkb 



welche sich 



h 



den ihnen anliegenden harten bilden, die ihrerseits selbst aus weichen her- 

Der Schädel modelt nicht dai^ werdende Gehirn, sondern dieses 



vorgehen. 



den Schädel! 



P. Ubrs. 



156 



» 



heit der Gesetze der Wechselbeziehung bei Abändenmo; wich- 



& 



tiirer Gebilde unabhängig von 



deren Nützlichkeit und somit aiicli 
von der Natürlichen Züchtung darzuthun , als es die Verschie- 

Blüthenstande 



denheit 



der 



äussern 



und inncrn Blüthen 



im 



Jedermann kennt den 



einiger Compositiflorae und ümbellif'erae ist. 

Unterschied zwischen den mittcln und den Rand-Blüthen z. B. 



des Gänseblümchens cBellis) 



5 



und diese Verschiedenheit ist oft 



verbunden mit der Verkümmerung einzelner Blumen-Theile. Aber 
in einigen Compositifloren unterscheiden sich auch die Früchte 
der beiderlei Blüthen in Grösse und Skulptur, und selbst die 
Ovarien mit einigen Nebentheilen weichen ab, wie Cassini nach- 
gewiesen. 

Druck zugeschrieb 
Strahlen-Blu 
keineswegs 



D 



Unterschied 



worde 



e 



d von 



g 



Botanikern d 



5 



und 





ab 



r Compositiflo 
trifft es bei 



d 



ie Frucht-Formen in den 
unterstützen diese Ansicht: 



Umbellifc 



zu 



5 



d 



d 



Arten mit den dicht 



Umbell 




grösste Verschiedenh 



zwischen den inneren und äusseren Blüthen wahrnehmen Hessen. 
Man hätte denken können, dass die stärkere Entwickelung der 
im Rande des Blüthenstandes befindlichen Kronenblätter die Ver^ 



kümmerung 



andrer Blüthen-Theile veranlasst habe, ind 



sie 



ihnen Nahrung entzog 



5 



ber b 



g 



Compositifloren zeigt 



sich ein Unterschied in der Grö 




Früchte 




Innern 



und der Strahlen-Blüth 



3 



ohne 



« • 



gangig 



Verschiedenheit der 



dass.d 



Krone. Möglich , 
einem Unterschied 



den Rand-ständigen Blüthen 




mancherlei Unterschied 
Zufluss der Säfte zu dei 



mit 



irgend 
mittel- und 



menhängt^ wir wissen wenig 



stens 



dass bei unregelmässig geformten Blüthen die der Achse 



chst stehenden am öftesten 






gleich 



als 



slmässig 
treffendi 



3 r d e 

Fall 



er Peloria-Bildung un 
Ich will als Beispiel d 



terworfen 
icses und 



Wickelung anführen, wie ich kürzlich in 



nien beobachtet 




die mittein Blüthe 



von Wechselbeziehung der Ent 

r 

einigen Garten-Pelargo 
der Dolde oft die dank 



lere 
dass 



Flecken an den zwei ob 



Kronenblättern verlieren und 



3 



wenn Diess d 



Fall 



5 



das anhängend 



Nectarium 




änzlich 



verkümmert 



: 



fehlt 




Fleck nur an einem 




Kronenblätler, so wird 




Nectarium nur 



r 

tark 



zwei oberen 
^kürzt. 



► 



157 



Hinsichtlich 



der 



Verschiedenheiten der Blumenkronen 



der 



mittein und randlichen Blumen einer Dolde oder eines Blüthen- 
köpfchens, so halte ich C. C. Sprengel's Einfall, dass die Strah- 



Blumen zur Anziehung der Insekten bestimmt 



seyen 



3 



d 



Bewegung 



nunge 
beim 



en di 
beford 



Befruchtung der Pflanzen j 



zwei Ord 



? 



nicht 



für 



so 



weit 



hergeholt 



3 



als 



er 



ersten Blick sckeinen mag 



und wenn es wirklich von 



Nutzen, so kann Natürliche Züchtung mit in Betracht kommen. 
Dagegen scheint es kaum möglich, dass die Verschiedenheit zwi^ 
sehen dem Bau der äusseren und der inneren Früchte, welche 



in keiner Wechselbeziehung mit irgend einer verschiedenen Bil- 
dung der Blüthen steht, irgend wie den Pflanzen von Nutzen 



seyn 



kann. 



Jedoch erscheinen bei 



den 



Dolden-Pflpnzen 



die 



Unterschiede 



von 



so 



auffallender Wichtigkeit (da in mehren 



Fällen nach Tausch die Früchte der äusseren Blüthen orthosperm 
und die der mittelständigen cölosperm sind), dass der ältere 
DeCandolle seine Hauptabtheilungen in dieser Pflanzen-Ordnung 
auf analoge Verschiedenheiten gründete. Wir sehen daher, dass 
Abänderungen der Struktur von gänzlich unbekannten Gesetzen 
in den Wechselbeziehungen der Entwickelung bedingt seyn kön- 
nen, und zwar ohne selbst den geringsten erkennbaren Vortheil 
für die Spezies darzubieten. 

Wir mögen irriger Weise den Wechselbeziehungen der 



Et- 



solche Bildungen zuschreiben, welche 



wickeluntj oft 

Arten-Gruppen gemein sind , aber in W^ahrheit 

Erblichkeit abhängen. 



ganzen 



ganz 



einfach von 



Denn ein alter Stamm-Vater z. B. mag 
durch Natürhche Züchtung irgend eine Eigenthümlichkeit seiner 
Struktur und nach tausend Generationen irgend eine andre davon 
unabhängige Abänderung erlangt haben, und wenn dann beide 

r 

Modifikationen mit einander auf eine ganze Gruppe von Nachkom- 
men mit verschiedener Lebensweise übertragen worden sind, so 
wird man natürlich glauben, sie stünden in einer nothwendigen 
Wechselbeziehung mit einander. So zweifle ich auch nicht daran 



5 



dass einige anscheinende Wechselbeziehungen, welche in ganzen 



Ordnungen des Systemes vorkommen, lediglich nur von der mög- 

Züchtung bedingt sind. Wenn z. B. 



liehen Wirkungs-Weise der 



158 



Alphons DeCandolle bemerkt 



3 



dass 



geflügelte Saamen nie in 



Früchten vorkommen, die sich nicht öITnen, so möchte ich diese 
Regel durch die Thatsache erklären, dass Saamen nicht durch 
Natürliche Züchtung allmählich beflügelt werden können, ausser 
in Früchten, die sich öff'nen; so dass individuelle Pflanzen mit 
Saamen, welche etwas beflügelt und daher mehr zur weiten Fort- 
führung geeignet sind, vor andern schlecht-beflügelten hinsichtlich 
ihrer Aussicht auf Erhallung im Vortheil sind, und dieser Vor- 
gang kann nicht wohl ^lit solchen Früchten vorkommen, welche 
nicht aufspringen. 



Der ältre Geoffroy und Göthe haben ihr Gesetz von der 



Compensation 




Entwickelung 



gleichzeitig aufgestc 



j 



wor 



\ 



ch, wio'GöTiiE sich ausdrückt, die Natur genöthigt ist auf d 



einen Seite zu 



ersparen, was 



sie auf der andern mehr gibt 



Diess passt in gewisser Ausdehnung, wie mir 



heint 



? 




gut 



f unsre Kultur-Erzeug 




wenn einem Theile oder 



Org 



Nahrung 



Überfluss zuströmt, so kann sie nicht, od 



uch einem 



d 



zu Theil wer- 



wenitrstens nicht in Überfluss, i 

den, daher man eine Kuh z. B. nicht zwingen kann, viel Milch 



zu geb 



und 



gleich fett zu werd 




und dieselb 



Kohl- 



Varietät kann nicht eine reichliche Meng 



* ■ 



gleich einen guten Ertrag von 01-Saam 



nahrhafter Biälter und 
m liefern. Wenn in 



Obste die Saamen verkü 



5 



gewinnt die Frucht selbst 



an Grösse 
Federhaube 




Güte 



Bei unseren Hüh 



ist einer grossen 




Kopf 



Kam 



bei 



gesellt 



3 



und ist ein g 



gewöhnlich ein kleinerer 

r Feder-Bart mit kleinen Bartlapp 



verbunden. Dagegen ist kaum anzunehmen, 
auch auf Arten im Natur-Zustande allgemt 




SS dieses 
anwendba 



Gesetz 



seye 



j 



obwohl viele gute 
V^^ahrheit glauben. 



Beobachter 
Ich will i( 




entlich Botaniker an seme 



do 



hier 




e 




ich 



kan 



hwer 



ein 




find 



Beispiele anführen; 

unterscheiden 



zu 



einerseits zwisch 




durch Natürliche Züchtung bewii 



an- 



sehnlichen Vergrösserung eines Theiles und d 



durch gleiche 



Urs ach 



od 



durch Nichtgebrauch 



veranlassten Verminderun 



eines 



d 



nahe dabei befindlichen Org 



und 



nderseits 




Verkümmerung eines Org 



durch Nahrungs-Einbusse m 



I 



f 



I 



159 



'9 



Folge excessiver Enlwickelung einos anderen nahe dabei befind- 



lichen Theiles 



Ich 



muthe auch 



j 



da 



einige 



der Fälle, die man 



als Be 



gebracht, sich mit einigen anderen 



weise der Compensalion voi 

Thatsachen unter ein allgemeineres Prinzip zusammenfass 



3 




rmzip 



nlich, dass Natürl 



Züchtung fortwährend bestrebt 



ist 



in jedem Theile der Organisation zu sparen 



Wenn unter 



veränderten Lebens-Verhäitnisse 



eine bisher nützliche Vorrich 



lieh wird, so dürfte wohl eine wenn gleich 

Grösse durch die Natür- 



tung weniger nüt2 

nur unbedeutende Verminderung ihrer 



liehe Züchtung erstrebt 



werden, indem 



es für das Individuum 




vortheilhaft ist, wenn es seine Säfte nicht zur Ausbildung nutz- 
loser Organe verschwendet. Nur auf diese Weise kan.n ich eine 
Thatsache begreiflich finden, 



welche- mich, als ich mit der Unter- 



beschäftigt war, überraschte, nämlich 



suchung über die Cirripeden 

dass, wenn ein Cirripede in anderen Organismen als Schmarotzer 

lebt und daher geschützt ist. er mehr oder weniger seine eigene 



Kalk-Sch 



verliert. 



Di 



ist mit 




M 



Ibla und 



in ausserordentlich hohem Grade mit Proteolepas der Fall ; denn 
während der Panzer aller anderen Cirripeden aus den drei hoch- 
wichtigen Vordersegmenten des ungeheuer entwickelten Kopfes 



besteht 



und 



mit 



sttirken Nerven und Muskeln versehen ist 



5 



erscheint an dem parasitischen und geschützten Proteolepas der 
ganze Vordertheil des Kopfes als ein blosses an die Basen der 
Rankenfüsse befestigtes Rudiment. Nun dürfte die Ersparung 



emes grossen 



und zusammengesetzten 



Gebildes, wenn es 



5 



hier durch die parasitische Lebens-Weise des Proteolepas, 

obgleirh nur stufenweise voranschreitend 



wie 
über- 



flüssig wird , 



5 



ein 



entschiedener Vortheil für jedes spätere Individuum der Spezies 

, weil im Kampfe uin's Daseyn , welchen das Thier zu 



seyn 



kämpfen hat, jeder 



einzelne Proteolepas um so mehr Aussicht 
sich zu behaupten erlangt, je weniger Nährstoff zur Entwickelung 
eines nutzlos gewordenen Organes verloren geht. 

fr 

Darnach, glaube ich, wird es der Natürlichen Züchtung in 



d 



Läng 



gelingen, jeden Theil 




Organisation zu ver- 



ringern und zu ersparen, sobald er überflüssig geworden ist 



3 



• 



160 



V 



+ 

V 



ohne desshalb gerade einen anderen Theil in entsprechendem 
Grade stärker auszubilden. Und eben so dürfte sie , umgekehrt, 
vollkommen im Stande sein ein Organ stärker auszubilden, ohne 
die Verminderung eines anderen benachbarten Theiles als noth- 
wendige Compensation zu verlangen. 

Nach IsiDORE Geoffroy Saint-Hilaire's Wahrnehmung scheint 



dnss 



wenn ein 



es bei Varietäten wie bei Arten Regel zu seyn, 

Theil oder ein Organ oftmals im Baue eines Individuums vor- 



kommt 



5 



Wie 



der Wirbel in den Schlangen und die 



Staubge fasse 



in den polyandrischen Blüthen, dessen Zahl veränderlich wiid, 
während die Zahl desselben Organes oder Theiles bestäiulig 
bleibt, falls er sich weniger oft wiederholen muss. Derselbe 



Zoologe sowie einige Botaniker haben ferner die Bemerkung ge- 
macht 



5 



gen 



dass sehr vielzählige Theile auch grösseren Verändcrun- 

nun diese v*'^*^- 
ein Anzeioren nicd- 



im inneren Bau 



gesetzt sind. Z 



tativen Wiederholungen, wie R. Owen sie nennt. 



rigor Oro^anisation sind. 



sehr 



g 



? 



dass solche V\ 



mit dei 
zuhäng 

der 

stehe unter tiefer Org 

ferenzirung der Organ 



so scheint d 



Ansicht 



gehende Bemcrkun 



ö 




Naturforsch 



zusammcn- 



5 



Natur stehen, veränderlich 



we 
als 




tief auf der Stufenleiter 
höheren sind. Ich ver- 



diesem Falle eine geringe Dif- 



für verschied 



besond 



Verrichtun 



gen 




nge 



errichten hat 



ein und dasselbe Organ verschiedene Arbeiten 
zu verrichten hat, lässt sich ein Grund für seine Veränderlich- 
keit vielleicht darin finden, dass Natürliche Züchtung jede kleine 
Abweichung der Form weniger soi 



gfältig erhält oder unterdrückt 



5 



als wenn dasselb 
bestimmt wäre. 



Org 



nur zu einem 



besond 



Zweck allein 



So 



* « 



% 



Messer 



? 



welche allerlei Dinge zu 



schneiden bestimmt sind, im Ganzen so ziemlich von einerlei Form 



seyn 



? 



während ein nur zu 



einerlei Gebrauch bestimmtes Werk 



zeug für jed 



and 



Gebrauch auch eine and 



Form haben 



muss. 




Auch unvollkommen ausgebildete 



j 



rudimentäre Organe sind 



'"W^ der Bemerkung einiger Schriftsteller, die mir richtig 



ZU 



seyn scheint 



sehr zur Veränderlichkeit geneigt. 



Ich verweise 



in 



dieser Hinsicht auf die Erörterung der rudimentären und abor- 



I 



r 



\ 
\ 



161 



tiven Organe im Allgemeinen und will 




nur beifüg 



5 



dass 



ihre Veränderlichkeil durch ihre Gebrauchlosigkeit bedingt zu 
seyn scheint, indem in diesem Falle Natürliche Züchtung nichts 



vermag 



3 



um Abweichung 



ihres Baues zu verbind 



Daher 



j 



den Wirkungen lange fortgesetzten Nichtge 



rudimentäre Theile dem freien Einfluss der verschiedenen Wachs 

thums - Gesetze 

brauchs und dem Streben zur Rückkehr preisgegeben sind. 

Ein in ausserordentlicher Stärke oder Weise in 
irgend einerSpezies entwickelter Theil hat, inVer- 
gleich mit demselben Theile in anderen Arten, eine 
grosse Neigung zur Ver ä nderlichkeit.) — Vor einigen 
Jahren wurde ich durch eine ähnliche von Wateriiouse veröffent- 
lichte Äusserung überrascht. Auch schliesse ich aus einer Be- 



merkung des Professors R. Owen über 




Länge der Arm 



Orang-Utang, dass er zur nämlichen Ansicht gelangt seye 



des 
Es 



ist 



keine Hoffnung vorhanden, jemanden 



von 



der Wahrheit 



dieser Behauptung zu überzeugen , ohne die Aufzählung der 
langen Reihe von Thatsachen, die ich gesammelt, aber hier 



nicht mittheilen kann. Ich vermag nur 



prechen 



) 




es eine sehr allg 



ine Überzeugung aus 
Regel ist. Ich kenne 



zwar mehre Ursachen, welche zu Irrthum in dieser Hinsicht Ver- 
anlassung geben können, hoffe aber sie genügend berücksichtigt 



zu habe 



Vor All 



ist zu bemerken, dass d 



5 



kein 



wenn auch an sich noch so 



Regel 



uf 



gewöhnlich entwickelten 



Theil Anwendung finden soll, woferne er nicht auch demselben 
Theile bei nahe verwandten Arten gegenüber ungewöhnlich aus- 
gebildet ist. So abnorm daher auch die Flügel-Bildung der Fleder- 
mäuse in der Klasse der Säugethiere ist, so bezieht sich doch 
jene Regel nie 




darauf 



weil diese Bildung einer ganzen Ord- 

3 nur anwendbar seyn, wenn die Flügel 

einer Fledermaus - Art in merkwürdigem Verhältnisse gegen die 



nung zukommt; sie würd 



Flug 



d 



Arten derselb 



Sipp 



rgrössert wären. D 



Regel entspricht sehr gut den ungewöhnlich verwickelten »sekun 



d 



Sexual - Charakt 



diejenigen Merk 



3 



mit welch 



Ausdrucke Hunter 




bezeichnete, welch 



oder dem Weibchen allein zukom 



3 nur dem Männch 
ber mit dem Fortpfla 

11 



162 



1 



zungs Akte nicht in 



unmittelbarem Zusammenhang stehen. 



Die 



Reael findet sowohl aul' Männchen wie auf Weibchen Anwendung 




5 



doch mehr auf die ersten 



j 



weil auffallende Charakten 



\rt bei Weibchen überhaupt selten 



d 



Die vollkomm 



dieser 
e An- 



wendbarkeit 




Regel auf d 



letzten F 



dürfte mit d 



g 



und 



nicht zu bezweifelnd 



Veriinderlichk 



d 



Charaktere überhaupt, mögen 



sie viel oder wenig entwickelt 



yn 



3 



enhäng 



Dass 



ch 



aber 



unsrx3 Rege 



d 



That nicht auf d 



erhellt aus 



ekundciren Charaktere dieser Art allein b 




hermaphroditischen Cirripeden: und 



w 



h 



^t» 



(M 



gen 



? 



dass ich bei der Untersuchung d 



Ordnung H 



rn 



Waterhodse's Bemerkung besondre Beachtung zugewandt h 



und Yollkomm 
dieser Regel i 
teren Werke 
Fälle geben: hier 



von d 



t 



nd 




( 



ndbark 



die Cirripeden überzeugt bin 



In meinem 



P 



• • 



wei 




eine vollständiger 
ber will ich nur einen i 



Liste der einzelnen 



führen, welch 



Regel 



ihrßr ausgedehnteste 



Anwendbarkeit erläutert. 



die 
Die 



Deckelklfippen 




den Cirripeden (Balanid 



nd 



jed 




Sinne 



einer Sipp 



W 



hr wichtig 



Gebilde und variiren selbst von 



zur 



d 



g 



IN 



in 




Arten von Py 



t5 



allein bieten diese Klapp 



verschiedenen 
linen wunder- 



samen Grad von Differen/Jrung 
sind in verschiedenen Arten 




D 



homologen Klappen 



zuwei 



ganz 



h 



Form 



5 



und 




Betrag möglicher Abweichung zwische 



d 



Ind 



g 



Arten ist so 




? 



dass man ohne Übertreibung 



riup 



ten darf, ihre Varietäten weichen in den Merkmalen dieser wicht 
Klappen weiter ausei 



Da Vögel 



lander, als sonst 
halb einer und 



Arten verschiedener Sippe 



Ib 



Geg 



ausser 



ordentlich wenig variiren 
sieht näher geprüft ui 
gut bewährt gefunden. 



5 



so 




ich auch sie in di 





die Regel auch in di 



Klasse sehr 



Ich kann nicht nachw 



3 



d 



bei den Pflanzen so verhalte, und mein Vertrauen auf ihre 



All 



gemeinheit würd 



hiedurch sehr erschütt 



word 



yn 



j 



wenn 



cht eb 



d 



g 



Veränderlichkeit der Pfla 



überhaupt 



es sehr schwiertig 
Grade beider mitein 



chte 



3 




bezüglich 



Veränderlichkeils 



zu 



gleich 



p 



I 



163 



Wenn wir bei irgend einer Spezies einen Theil oder ein 



so 



Organ in merkwürdiger Höhe oder Weise entwickelt sehen, 
läge es am nächsten anzunehmen , dass dasselbe dieser Art 
von grosser Wichtigkeit seyn müsse, und doch ist der Theil in 
diesem Falle ausserordentlich veränderlich. Wie kommt Diess? 
Aus der Ansicht, dass jede Art mit allen ihren Theilen, wie 

, können 



wir sie jetzt sehen, unabhängig erschaffen worden seye, 
wir keine Erklärung schöpfen. Dagegen scheint mir die Annahme, 
dass Arten - Gruppen eine gemeinsame Abstammung von andern 
Arten haben und nur durch Natürliche Züchtung modifizirt wor- 

+ 

den sind, einiges Licht über die Frage zu verbreiten. Wenn 

einzelner Theil oder das ganze Thier 



b 



Hausthieren ein 



ernachlässigt 




1 

ohne Züchtung fortgepflanzt wird 



? 



wird ein 



solcher Theil (wie z. B. der Kamm bei den Dorking-Hühnern) oder 
die ganze Rasse aufhören einen einförmigen Charakter zu be- 

, sie seye ausgeartet. In rudi- 



wahre 



Man wird 




sagen 



mentären und solchen Organen, welche nur wenig für 



be 



sondern Zweck differenzirt word 



Gruppen, seh 



sind 



} 



sowie in polymorph 



m wir einen fast gleichlaufenden Fall in der Natur; 
denn hier kann die Natürliche Züchtung nicht oder nur wenig 
zur Geltung kommen und die Organisation bleibt in einem schwan- 
kenden Zustande. Was uns aber hier näher angeht, das ist. 



dass eben bei unseren Hausthieren 



diejenigen Charaktere, welche 



durch fortgesetzte Züchtung so rascher Abänderung unterliegen 
eben so rasch in hohem Grade zu variiren geneigt werden. 



5 



Man 



vergleiche einmal die Tauben- Rassen; was für ein wunderbar gros- 
ses Maass von Veränderung zeigt sich nur in den Schnäbeln 
der Purzeltauben, in den Schnäbeln und rothen Lappen der ver- 



schied 



Botentauben (Cyprianer), in Haltung 




Schwanz der 



Ptauentaube, weil die Englischen Liebhaber auf diese Punkte wenig 
achten. Schon die Unterrassen wie die kurzstirnigen Purzier sind 
bekanntlich schwer vollkommen zu finden, und oft kommen dabei 
einzelne Thiere zum Vorschein, welche weit von dem Musterbilde 



abweichen. 



Man kann daher mit Wahrheit sagen. 



es finde ein 



beständiger Kampf statt zwischen einerseits einem Streben zur 
Rückkehr in eine minder differenzirte Beschaffenheit und einer 



11 ♦ 



164 



angebore 
anderseits dem 
erhaltung der Rasse 

Sieg, 
weichen 



Neigung zu weiterer Veränderung aller Art 



> 



Vermögen fortwährender 



und 



Züchtung zur Rein 



Bei langer Dauer gewinnt Züchtung den 
und wir fürchten nicht mehr so weit vom Ziele abzu- 



dass wir von einem guten kurzstirnigen Sta 



nur 



einen gemeinen Purzl 



erhielten. 



So lange ab 



die Züchtung 



noch in raschem Fortschritt begritfen ist, wird immer eine grosse 



Unbeständigkeit in de 



zu erwarten seyn 



der V 



rung unterliegenden Gebilde 



Es verdient ferner bemerkt zu werden, dass 



diese durch künstliche Züchtung 



gt 



derliche 



raktere aus uns ganz unbekannten Ursachen sich zuwe 



an 




eine als an 




andre Geschlecht knüpf 



5 




gewöhnlich an 
lischen Botentaub 



ännlich 



> 



wie 




Fle 



1 Cha- 

ilen mehr 

und zwar 

der Eng- 



und der mächtige Kropf des Kröpf 



Doch kehren wir 



Natur zurück. Ist ein Theil in irgend 



einer Sp 



den andern Arten derselben Sippe gegenüb 



auf 



sergewöhnliche Weise 



rsrössert 



} 



so könn 



wir 



h- 



men 



? 



sainen 



derselbe 
Stamme 



habe seit ihrer Abzweigung von 




einen ungewöhnliche 



Betrag 



von 



gemei 
Abänd 



rung erfahren, 
ordentlich weit 



Dies 



Zeit der Abzweigung wird selten ausser 
kliegen , 



da Arten nur 



elte 



ger 



eine geologische Period 



dauern. Ein ungewöhnlich 



Betrag 



Verschiedenheit setzt ein ungewöhnlich 1 

von Veränderlichkeit voraus 



von 



dehntes Maass 




und ausge- 



3 



deren 



Produkt 



durch Züchtung zum Besten der Spezies fortwährend gehäuft 



Word 



ist 



Da aber die Veränderlichkeit 




ausserordentlich 



entwickelten Theiles oder Org 

r 

rückreichenden Zeit so 



in einer nicht sehr weit zu- 




und 



so 



Th 



möchten wir auch jetzt noch in 

in solchen als in and 

seit viel läng 

Und 




uidauernd gewesen ist, 
Regel mehr Veränderlichkeit 



der Organisation 



5 



welche schon 



Zeit beständig geword 



sind 



) 



anzutreffe 



warten 



aber 




iese findet nach meiner Überzeugung statt 
der Kampf zwischen Natürlicher Züchtung einerseits 



er- 

Dass 

und 



der Neigung zur Rückkehr und zur 



weiteren Abänderung ander 



seits mit 
bildeten Org 



der Zeit aufhören und auch die am abnormsten 




beständig werden können 



3 



ist kein Grund vor- 



) 



» 



I 



165 



banden zu bezweifeln. Wenn daher ein Organ, wie regelwidrig 



es auch seyn mag 



j 



in ungefähr gleicher 



Beschaffenheit auf viele 



bereits abändernde Nachkommen übertragen wird, wie Diess mit 
dem Flügel der Fledermaus der Fall ist, so muss es meiner 
Theorie zufolge schon eine unermessliche Zeit hindurch in dem 
gleichen Zustande vorhanden gewesen und in dessen Folge jetzt 
nicht mehr veränderlicher als irgend ein andres Organ seyn. 
Nur in denjenigen Fällen, wo die Modifikation noch verhältniss- 



? 



werden wir daher 



j 



massig jung und ausserordentlich gross ist 

r 

die ))generative Veränderlichkeit", wie wir sie nennen wollen 
noch in hohem Grade forldauernd finden. Denn in diesem Falle 
wird die Veränderlichkeit nur selten schon durch ununterbrochene 
Züchtung der in irgend einer beabsichtigten Weise und Stufe varii- 
renden und durch fortwährende Verdrängung der zur Rückkehr 
geneigten Individuen zu einem festen Ziele gelangt seyn. 

Das in diesen Bemerkungen enthaltene Prinzip ist noch einer 
Ausdehnung fähig. Es ist nämlich bekannt, dass die spezifischen 
mehr als die Sippen- Charaktere abzuändern geneigt sind. Ich 
will mit einem einfachen Beispiele erklären, was ich meine. 
Wenn in einer grossen Pflanzen-Sippe einige Arten blaue Blüthen 
haben und andere haben rothe. so wird die Farbe nur ein Art- 



Charakter 



seyn 



und 



daher auch niemand überrascht werden 



5 



wenn eine blau blühende Art zu Roth übergeht oder umgekehrt. 
Wenn aber alle Arten blaue Blumen haben, so wird die Farbe 



zum 



Sippen-Charaktere, und ihre 



Veränderung wird schon eine 
ungewöhnliche Erscheinung seyn. Ich habe gerade dieses Bei- 
spiel gewählt, weil eine Erklärung, welche die meisten Natur- 
forscher sonst beizubringen geneigt seyn würden , darauf nicht 
anwendbar ist. dass nämlich spezifische Charaktere desshalb weni- 
ger als generische veränderlich erscheinen, weil sie von Theilen 
entlehnt sind . die eine mindere physiologische Wichtigkeit be- 
sitzen , als diejenigen , welche gewöhnlich zur Klassifikation der 
Sippen dienen. Ich glaube zwar, dass diese Erklärung theilweise^ 



wenn auch nur 



indirekt, richtig ist, 



kann jedoch erst in dem 
Abschnitte über Klassifikation darauf zurückkommen. Es dürfte 

ganz überflüssig seyn, Beispiele zu Unterstützung der obigen 



/ 



166 



I 
I 



Behauptung änzufiibren , dass Arten - Charaktere veränderlicher 
als Sippen-Charaktere seyen^ ich habe aber aus naturhistorischen 
Werken wiederholt entnommen , 



dass 



wenn ein Schriftsteller 



durch die Wahrnehmung überrascht war 



5 



d 



gend ein 



ich 



tigeres Organ, welches sonst in ganzen grossen Arten- Gruppen 
beständig zu seyn pflegt, in nahe verwandten Arten ansehnlich ab- 
ändere, dasselbe dann auch in den Individuen einiger der ArUn 
variirte. Diese Thatsache zeigt, dass ein Charakter, der gewöhn- 
lich von generischem Werthe ist, wenn er zu spezifischem Wertho 

herabsinkt, c 

Wichtigkeit d 



ft veränderlich wird, wen 



(\ auch seine physiologische 
mliche bleibt. Etwas Ähnliches findet auch auf 



Monstrositäten Anwendung; wenigstens scheint Isidore Geof 



SAlNT-HlLAmE k 



Zweifel darüb 



zu 



hegen 



5 



d 



ein Org 



um 



so mehr individuellen Anomalien unterliege 



5 



je 



mehr 



CS in 



den verschiedenen Arten derselben Gruppe verschieden ist. 



Wie wäre es nach 




gewöhnlichen Meinung 



dass 




Art unabhängig erschaften worden seye , zu erklären. 




der- 



jenige 

in ande 



Theil 




Organisation 



5 



welcher von demselb 



Th 



abweicht, auch 



bhängig erschaffene 
veränderlicher 



Art 



ist, als j 



derselben Sippe mehr 
Theile, welche in den 



rschiedenen Arten 



Sippe 



übereinstimmen. Ich 



Möglichkeit ein Die 



zu erklären. W 



wir ab 




Arten nur wohl unterschied 



von 
und 



keine 

der Ansicht ausgehen, 
ständig gewordene Varietäten sind, so werden wir sicher auch er- 
warten dürfen zu sehen, dass dieselben noch jetzt oft fortfahren 
in denjenigen Theilen ihrer Organisation abzuändern, welche erst 



in verhältnissmässig neuer Zeit in Folge ih 



\ 



von der 



gewöhnlicheren Bildung 



kgewich 



d 



Od 



? 



um 



den 



Fall in einer andern Weise darzustellen: 
alle Arten einer Sippe einander gleichen 




Merk 



5 



worin 



5 



und worin dieselben 



nd 



allen Arten einer andern Sippe abweichen, heissen generisclie 
diese Merkmale zusammengenommen leite ich mittelst Ver 



bung von 



einem gemeinschaftlichen Stammvater ab 



5 



denn nur 



selten kann es der Zufall gewollt haben 



5 




tung verschied 



mehr oder weniger 



Natürliche Züch 
bweichenden Lebens 



weisen 



angepasste Arten genau auf dieselbe Weise modifizu 



t 



I 



I 



V 



I 



167 




hat 



d 





sogenannten generisch 



Charaktere sclion 



nämlich wo sie sich von ihre 



von sehr frühe her, seit der Zeit 

gemeinsamen Stamm-Art abgezweigt haben, vererbt 



ord 



nd 



5 



d sie sich später nicht mehr oder nur noch wenig verändert 



haben , so 
Tages 
sich Art 



ist es nicht wahrscheinlich, dass sie noch heutig 



abänd 



von 



And 
nder 



Art 



nnt man d 
derselben 



Punkte 



wodurch 



Sippe 



terscheid 



j 



spezifische Charaktere, und da diese seit der Zeit der Abzwei- 
guncr der Arten von der gemeinsamen Stamm -Art abgeändert 
haben, so ist es wahrscheinlich, dass dieselben nc 



ch jetzt 



einigermassen 
diejenigen Th 
lang 



derlich sind, veränd 



wenigst 



oft 
als 



d 



Organisation , welche während einer 




en Zeit-Dauer sich als beständig erwiesen haben. 
Im Zusammenhang mit diesem Gegenstande will ich noch 



zwei andre Bemerkungen machen. 



Ohne d 



h nöthig hab 



darüber auf Einzelheiten einzugehen, wird man mir zugeben, 
dass sekundäre Sexual-Charaktere sehr veränderlich sind; man 
wird mir wohl auch ferner zugeben, dass die zu einerlei Gruppe 
gehörigen Arten hinsichtlich dieser Charaktere weiter als in andern 
Theilen ihrer Oriranisation auseinander gehen können. Vergleicht 
man Beispiels-weise die Grösse der Verschiedenheit zwischen 
den Männchen der Hühner-artigen 



Vögel, bei welchen diese 



Art 



von Charakteren vorzugsweise stark entwickelt sind , mit der 
Grösse der Verschiedenheit zwischen ihren Weibchen, so wird 

j 

die Wahrheit jener Behauptung eingeräumt werden. Die Ursache 
der ursprünglichen Veränderlichkeit der sekundären Sexual-Cha- 
raktere ist nicht 



nachgewiesen; 



, doch lässt sich begreifen wie es 



komme, dass dieselben nicht eben so einförmig und beständig 
geworden sind als andre Theile der Organisation; denn die se- 
kundären Sexual-Charaktere sind durch geschlechtliche Züchtung 
gehäuft worden, welche weniger strenge in ihrer Thätigkeit als 
die gewöhnliche ist, indem sie die minder begünstigten Männ- 
chen nicht zerstört, sondern bloss mit weniger Nachkommen- 
schaft versieht. Welches aber immer die Ursache der Verän- 
derlichkeit dieser sekundären Sexual-Charaktere seyn mag; da 
sie nun einmal sehr veränderlich ^\\\\-> so hat die Natürliche 






168 



I 



Züchtung darin einen weiten Spielraum für ihre Thätigkeit gefun- 

en Arten einer Gruppe leicht einen grösseren 





somit 




Betrag von Verschiedenheit in ihren Sexual-Charakteren, als in 
andern Theilen ihrer Organisation verleihen können. 



Es ist eine merkwürdige Thatsache 



das 



die sekund 



Sexual-Verschiedenheiten zwischen beiden Geschlechtern einer 
Art sich gewöhnlich genau in denselben Theilen der Organisation 
entfalten, in denen auch die verschiedenen Arten einer Sippe 
von einander abweichen. Um Diess zu erläutern will ich nur 
zwei Beispiele anführen, welche zufällig die ersten auf meiner 
Liste stehen; und da die Verschiedenheiten in diesen Fällen von 
sehr ungewöhnlicher Art sind, so kann die Beziehung kaum zu- 
fällig seyn. Sehr grosse Gruppen von Käfern haben eine gleiche 
Anzahl von Tarsal-Gliedern mit einander gemein; nur in der Fa- 
milie der Engidae ändert nach Westwood's Beobachtung diese 
Zahl sehr ab, sogar in den zwei Geschlechtern einer Art. Ebenso 
ist bei den Grabenden Hymenopteren 



der Verlauf der Flügel- 



Adern ein Charakter von höchster 



Wichtigkeit, weil 



er sich in 



grossen Gruppen gleich bleibt; in einigen Sippen jedoch ändert 



er von Art zu Art und d 



gleicher Weise auch oft 



den 



zwei 



Geschlechtern der nämlichen Art ab. Diese Beziehung 
hat 'eine klare Bedeutung in meiner Anschauungs-Weise: ich be- 

^ als Ab- 



trachte nämlich mit Bestimmtheit alle Arten einer Sipp 
kömmlinge 



von demselben Stamm-Vater, wie die zwei Geschlech 



t 



in jeder Art. Folglich 



nisation des gemeinsa 



St 



kom 



veränderlich geword 



was immer für ein Theil der Orga- 
imm-Vaters oder seiner ersten Nach- 
tun, so werden höchst wahrscheinlich 
Theile durch Natürliche und Geschlechtliche 



seyn 



? 



um d 



rschied 



Arten 



Abänderungen dieser 

Züchtung begünstigt word 

verschiedenen Stellen im Haushalte der Natur anzupassen, und 

ebenso um die zwei Geschlechter einer nämlichen Spezies für 



einander geschickt zu mach 



? 



od 



auch um Männchen und 



Weibch 



zu verschied 



Lebensweisen zu eignen, oder end- 
lich die Männchen in den Stand zu setzen mit anderen Männ- 



che 



um die Weibchen zu kämpfi 



Endlich gelang 



ich also zu dem Schlus 



5 




die gl 



* 9 



I 






I 



169 



Veränderlichkeit der spezifischen Charaktere, wodurch sich Art 

den generischen Merkmalen, 



von 



Art unterscheidet, gegenüber 



welche die Arten einer Sippe, gemein haben, 



dass die oft 



äusserste Veränderlichkeit des in irgend einer einzelnen Art 

- 

ganz ungewöhnlich entwickelten Theiles gegenüber der geringen 
Veränderlichkeit eines wenn auch aussei-ordentlich entwickelten, 
aber einer ganzen Gruppe von Arten gemeinsamen Theiles 
dass die 



grosse Unbeständigkeit sekundärer Sexual-Charaktere 



und 




grosse Ma 



von Verschiedenheit in denselben Merk 






malen zwischen einander nahe verwandten Arten 



5 



dass die 



Entwickelung sekundärer Sexual- und gewöhnlicher Art-Charak- 
tere gewöhnlich in einerlei Theilen der Organisation — Alles 
eng unter-einander verkettete Prinzipien sind. Alle entspringen 
hauptsächlich daher, dass die zu einer Gruppe gehörigen Arten 
von einem gemeinsamen Stamm- Vater herrühren, von welchem 

; — dass Theile, welche erst 
neuerlich noch starke Umänderungen erlitten, leichter zu variiren 
geneigt sind als solche, welche sich schon seit langer Zeit ohne 



sie Vieles gemeinsam ererbt haben 



5 



alle Veränderung fortgeerbt haben 

weniger streng als die gewöhnliche ist; 

rungen in einerlei Organen durch natürliche und durch sexuelle 



dass die sexuelle Züchtung 

endlich, dass Abände- 



5 



Züchtung gehäuft und für sekundäre Sexual 
spezifische Zwecke angepasst worden sind. 



und gewöhnliche 



Verschiedene Arten 



zeigen analoge Abände- 



rungen; und die Varietät einer Spezies nimmt oft 
einige von den Charakteren einer verwandten Spe- 
zies an, oder sie kehrt zu einigen von den Merk- 
malen der Stamm-Art zurück.) Diese Behauptungen ver- 
steht man am leichtesten durch Betrachtung der Hausthier-Rassen. 
Die verschiedensten Tauben-Rassen bieten in weit auseinander- 
gelegenen Gegenden Unter-Varietäten mit umgewendeten Federn 
am Kopfe und mit Federn an den Füssen dar, Merkmale, welche 
die ursprüngliche Felstaube nicht besitzt : Diess sind also analoge 
Abänderungen in zwei oder mehren verschiedenen Rassen. Die 
häufige Anwesenheit von vierzehn bis sechszehn Schwanzfedern 
im Kröpfer kann man als eine die Normal-Bildung einer andern 



170 



I 



Abarl. der Ptauentaube nämlich 



5 



vertretende Abweichung be- 



leb unterstelle, dass Niemand daran zweifelrt wird, dass 

davon herrühren, dass die 



trachten. 

alle solche analoge Abänderungen 

verschiedenen Tauben-Rassen die gleiche Konstilution und dabei 



unter denselben unbekannten E 



die gleiche N 




Ö 



o 



zu 



variiren geerbt hab 



Pflanzen-Reiche 



ö 



t sich ein l 



von 



g 



Abänderung in dem verdickten Strünke ( 



ö 



wird er die Wu 



genannt) 




Schwedischen Turnip 



und 



der Rutabaga, 



Pflanzen, welche mehre Botanike 



nur als du 



die Kultur hervorgebracht 

Diess 
änden 



ab 



ht 




; Varietäten einer Art ai 
so hätten wir einen Fall 




ts 



Ab 



g in zwei sogenannten Arten, und diesen kann noch d 



geme 



lurnip 



als dritte beigezählt werd 



Nach d 




wohnlichen Ansicht, dass jede Art unabhängig geschaiFen woi 



eye, würd 



WU' 



dies 



Ähnlichkeit der drei Pfla 



verdickten Stengel nicht der wahren Ursach 



g 



Abstammung und einer d 



gcnden Neigung 



er 



Weise zu variiren zuzuschreiben haben, sondern drei verschi 



denen abei 
den Taube 
allen Rass 




nter sich verwandten Schöpfungs-Akt 



B 



hab 



wir 



h einen and 



Fall 




geleg 



Zumvorscheinko 



nämlich 
i von Seh 



in 



bl 



Vö 



ö 



it zwei schwarzen Flügelbinden, einem weisse 



Steiss, einer Queerbind 



auf 




Ende 




Schwan 



und 



einem weissen 



Rande am Grunde der äusseren Seh 



Federn 




alle diese Merkmale für d 



Stamm-Art bez 



d. so glaube ich wird Nien.and bezweifeln, dass es sieh hier 

analoge 



3 



•o 



um eine Rückkehr zum 

verschi 



Ur- Charakter und nicht um eine 



Rass 



Abänderung in 

ser Folgerung um so 

reits gesehen, diese Farben-Charaktei 



h 
k 



Wir werd 



d 



5 



als 



3 



wie wir 



b 



h 



g 



in 



Blond 



lingen zweier g 



den gefärbte 



R 



zum Vorseh 



kommen: und in diesem Falle ist auch in den äusseren Lebens-Be 



) 



dingungen nicht 
blauen Färb 



find 



5 



was das Wiedererscheinen der Schiefer 



it 




brigen Farben-Abzeichen 



klären k 



als 




Einfluss des Kreutzungs- Aktes auf die Erblichkeits-G 

eine Erstaunen-erregende Thatsach 



Es ist 



der That 



? 



d 



I 



I 



171 



seit vielen und vielleicht Hunderten von Generationen verlorene 
Merkmale wieder zum Vorschein kommen. Wenn jedoch eine 
Kasse nur einmal mit einer andern Rasse gekreutzt worden ist, 
so zeigt der Blendling die Neigung gelegentlich zum Charakter 
der fremden Rasse zurückzukehren noch einige, man sagt 12 — 20 

Generationen la 
der gewöhnliche 

Vorfahren nur r 




Nun ist zwar nach 12 Generationen, nach 



Ausdrucks-Weise, das Blut 



d 



einen fre 



och 





len 
all- 




emden 



in 2048, und doch genügt nach 
gemeinen Annahme dieser äusserst geringe Bruchtheil 
Blutes noch, um eine Neigung zur Rückkehr in jenen Urstamm zu 
unterhalten. In einer Rasse, welche nicht sfekreutzt worden. 



j 



nach einer grossen Anzahl von Generationen 



sondern worin beide Altern einige von den Charakteren ihrer 
gemeinsamen Stamm-Art eingebüsst, dürfte die stärkere oder 
schwächere Neigung den verlornen Charakter wieder herzustellen; 
wie schon früher bemerkt worden, trotz Allem was man Gegen- 
theiliges sehen mag, sich noch eine Reihe von Generationen 
hindurch erhalten. Wenn ein Charakter, der in einer Rasse ver- 
loren gegangen 

wiederkehrt, so ist die wahrscheinlichste Hypothese nicht die, 
dass der Abkömmling jetzt erst plötzlich nach einem mehre hun- 
dert Generationen älteren Vorgänger zurückstrebt, sondern die, 

r 

4 

dass in jeder der aufeinanderfolgenden Generationen noch ein 
Streben zur Wiederherstellung des fraglichen Charakters vorhan- 
den gewesen, welches nun endlich unter unbekannten günstigen 
Verhältnissen zum Durchbruch gelangt. So ist z. B. wahrschein- 
lieh, dass in jeder Generation der Barb-Taube iß, 27), welche nur 
sehr selten einen blauen Vogel mit schwarzen Binden hervor- 
bringt, das Streben diese Färbung anzunehmen vorhanden seye. 
Diese Ansicht ist hypothetisch, kann jedoch durch einige Thatsachen 
unterstützt werden; und ich kann an und für sich keine grössere 



UnWahrscheinlichkeit in 



der Unterstellung einer Neigung sehen, ei- 



nen durch eine endlose Zahl von Generationen fortgeerbt gewese- 
nen Charakter wieder anzunehmen, als in der Vererbung eines 
thatsächlich ganz unnützen oder rudimentären Organes. Und doch 



könn 



wir 



uweil 



ein solch 



hervorzubringen wahrnehmen 



? 



s Streben ein ererbtes Rudiment 
wie sich z, B. in dem gemeinen 



172 



Löwenmaul (Antirrhinum ) das Rudiment eines fünlen Staubgefässes 
so oft zeigt, dass dieser Pflanze eine Neigung es hervorzubringen 
angeerbt seyn muss. 

Da nach meiner Theorie alle Arten einer Sippe gemein- 
samer Abstammung sind, so ist zu erwarten, dass sie zuweilen in 
analoger Weise variiren, so dass eine Varietät der einen Art 
in einigen ihrer Charaktere einer andern Art gleicht, welche 
nach meiner Meinung selbst nur eine ausgebildete und bleibend 




gewordene Abart ist. 



Doch 



dürften 



die 



hiedurch erlangten 



Charaktere nur unwesentlicher Art seyn; denn die Anwesenheit 
aller wesentlichen Charaktere wird durch Natürliche Züchtung 

verschiedenen Lebensweisen der 



in Übereinstimmung mit den 



Art geleitet und bleibt nicht der wechselseitigen Thätigkeit der 
Lebens-Bedingungen und einer ähnlichen ererbten Konstitution 
überlassen. Es wird ferner zu erwarten seyn , dass die Arten 
einer nämlichen Sippe zuweilen eine Neigung zur Rückkehr zu 

4 

den Charakteren alter Vorfahren zeigen. Da wir jedoch nie- 
mals den genauen Charakter des gemeinsamen Stamm- Vaters einer 



Grupp 



kennen, so vermög 



wir d 



zwei Fälle nicht zu un- 



terscheid 



3n. Wenn wir z. B. nicht wüssten, dass die Felstaubo 
nicht mit Federfüssen oder mit umgewendeten Federn versehen 



ist. so hätten wir nicht sagen können 



3 



ob 



diese Charaktere 



in unsren Haustauben-Rassen Erscheinungen der Rückkehr zur 
Stamm-Form oder bloss analoge Abänderungen seyen : 



wohl 

aber hätten wir unterstellen dürfen, dass die blaue Färbung ein 
Beispiel von Rückkehr seye, wegen der Zahl der andern Zeich- 

wclche mit der blauen Färbung zugleich wieder zum 



nungen , 

Vorschein kommen und wahrscheinlich 



doch 



nicht bloss in 



zusammentreffen. Und noch 
würden wir darauf geschlossen haben, weil die blaue 



einfacher Abänderung damit 



Folge 

mehr 

Farbe und andren Zeichnungen so oft wiedererscheinen 

verschiedene Rassen von abweichender Färbung miteinander ge 



wenn 



Obwohl es daher in der freien Natur gewöhn- 



kreutzt werden. 

lieh zweifelhaft bleibt, welche Fälle als Rückkehr zu alten Stamm 



Charakteren und welche als neue 



trachten 



nd 



5 



SO müssen wir doch 



3ge Abänderungen zu be 
h meiner Theorie zuweilei 



I 



I 



I 



• 



173 



finden, dass die abändernden Nachkommen einer Art (seye es 



j 



I 



nun durch Rückkehr oder durch analoge Variation) Charaktere 
annehmen, welche schon in einigen andern Gliedern derselben 
Gruppe vorhanden sind. Das ist zweifelsohne in der Natur der Fall. 

Ein grosser Theil der Schwierigkeit eine veränderliche Art in 
unsren systematischen Werken wiederzuerkennen, rührt davon 



her, 



3 

dass ihre Varietäten gleichsam einige der andern Arten der 



nämlichen Sippe nachahmen. 



Auch könnte man ein ansehnliches 



ob 




Verzeichniss von Formen geben, welche das Mittel zwischen 
zwei andern Formen halten, von welchen es zweifelhaft ist, 
sie als Arten oder als Varietäten anzusehen seyen; und daraus 
ergibt sich, wenn man nicht alle diese Formen als unabhängig 
erschaffene Arten ansehen will, dass die eine durch Abänderung 
die Charaktere der andern so weit angenommen hat, um hie- 
durch eine Mittelform zu bilden. Aber der beste Beweis bietet sich 
dar, indem Theile oder Organe von wesentlicher und einförmiger 
Beschaffenheit zuweilen so abändern, dass sie einigermaassen den 
Charakter desselben Organes oder Theiles in einer verwandten 
Art annehmen. Ich habe ein langes Verzeichniss von solchen 
Fällen zusammengebracht, kann solches aber leider hier nicht 
mitlheilen, sondern bloss wiederholen, dass solche Fälle vor- 
kommen und mir sehr merkwürdig zu seyn scheinen. 

I(;h will jedoch einen eigenthümlichen und zusammenge- 
setzten Fall anführen, der zwar keinen wichtigen Charakter be- 



trifft 



aber in verschiedenen Arten einer Sippe theils im Natur- 
und theils im gezähmten Zustande vorkommt. Es ist offenbar 
ein Fall von Rückkehr. Der Esel hat manchmal sehr deutliche 
Oueerbinden auf seinen Beinen , wie das Zebra. Man hat ver- 
sichert, dass diese beim Füllen am deutlichsten zu sehen sind, 

bestätigen. 



zu 



seye zu- 



und meine Nachforschungen scheinen Solches 

Auch hat man versichert, der Streifen an der Schulter 

weilen doppelt. Der Schulter-Streifen ist jedenfalls sehr verän- 

derlich in Länge und Umriss. Man hat auch einen weissen Esel, 

der kein Albino ist, ohne Rücken- und Schulter -Streifen be- 



schrieben; und diese Streifen sind auch bei dunkel-farbigen Thie- 
ren zuweilen sehr undeutlich oder gar nicht zu sehen. Der Kulan 



174 



von Pallas soll mit einem doppelten Schulter- Streifen aesehen 



r? 



Word 



seyn 



Der H 



hat k 



Schulter-Streifen 



kommen nach Blyth 



A. Versicherung zuweilen Sp 



doch 
davon 



vor, 



und 



Colonel PooLE hat mich benachrichtigt, dass die Füllen 



dieser Art zuweilen an den Beinen und schwach an der Schulter 



gestreift sind. 



Das Quagga, obwohl am Körper eben so deutlich 



gestreift als das Zebra, ist ohne Binden an den Beinen; doch hat 



ad 



Dr. Gray ein Individuum mit sehr deutlichen denen des Zebi 
ähnlichen Binden an den Beinen abgebildet. 

Was das Pferd betrifft, so habe ich in England Fälle vom 

Rücken-Streifens bei den verschiedensten Rassen 



Vorkommen 




und allen Farben gesammelt. Beispiele von Queerbinden 



f d 





nicht selten 
einem Kastanienbrau 



Braun 



3 



Mäusebraunen und ein- 



gekommen 



Auch ein seh 



Beinei 

mal b 

eher 

Spur davon habe ich an einem Beerbraunen gefunden 

Sohn 



Schulter-Streifen tritt zuweilen b 



Braunen auf 



5 




eme 
Mein 



einem 



hat mir eine sorgfältige Untersuchung 
braunen Belgischen Karren-Pferde i 




ppelten Streifen 



f d 



Schulter und 



Zeichnung von 
litgetheilt mit einem 
mit Streifen an den 



B 



und ein Mann , auf welchen 



h vollkommen vertrauen 



kan 



hat für mich einen 



kleinen braunen Walliser Pony mit drei 



kurzen gleichlaufend 



Streifen auf jed 



Schulter untersucht 



Im nordwestlichen Theile Ostindiens ist die Kattywarer Pferde 



Rasse so allgemein gestreift, dass, wie ich von Colonel Poole ver- 
nehme, welcher dieselbe im Auftrag der Regierung untersuchte, ein 
Pferd ohne Streifen nicht für Vollblut angesehen wird. Der Rückgrat 
ist immer gestreift; die Streifen auf den Beinen sind wie der Schul 
ter- Streifen, welcher zuweilen doppelt 



wohnlich vorband 



7 



d selbst dreifach 



überdiess sind die Seiten des Gesichts 



3 



ge 



len gestreift 



Die Streifen 




beim Füll 



am 



deutlichsten und 



verschwinden zuweilen im Alter. Poole hat ganz junge sowohl graue 



beer-braune Füllen gestreift gefund 



Auch habe ich nach Mit 



theilung 
vermuth 



5 



welche ich Herrn W. W^ Edwards verdanke, Grund 



3 



dass 



Englischen Rennpferd 



der Rücken-Streifen 



häufiger an Füllen, 

in Einzelnheiten noch weiter 



als an alten Pferden vorkommt 



Ohne hier 



gehen, will 



h anführen, dass 






( 



175 



ich Fälle von Bein- und Schulter-Streifen bei Pferden von ganz 

r 

verschiedenen Rassen in verschiedenen Gegenden gesammelt habe 
von England bis Ost-China und von Norwegen im Norden bis 
zum Malayischen Archipel im Süden. In allen Theilen der Welt 
kommen diese Streifen weitaus am öftesten an Braunen und 
Mäusebraunen vor. Unter Braun schlechthin (»Dan«) begreife 
ich hier Pferde mit einer langen Reihe von Farben- Abstufungen, 
von Schwarzbraun an bis fast zum Rahmfarbigen*. 

Ich weiss, dass Colonel Hamilton SMnii, der über diesen 



Gegenstand geschrieben, annimmt, unsre verschiedenen Pferde- 
Rassen rührten von verschiedenen Stamm-Arten her, wovon eine, 
die des Braunen, gestreift gewesen, und alle oben-beschriebenen 

seyen Folge früherer Kreutzung mit dem Braunen- 
Stamme. .Jedoch fühle ich mich durch diese Theorie in kei- 

i 

ner Weise befriedigt und möchte sie nicht auf so verschiedene 



Streifungen 



Rassen in Anwendung 



bringen, wie 



das Belgische Karren- Pferd 



3 



der Walliser Pony, der Renner, die schlanke Kattywar-Rasse u. a. 
die in den verschiedensten Theilen der Welt zerstreut sind. 



} 



Wenden wir uns nun zu den Folgen der Kreutzung zwischen 



5 



den verschiedenen Arten der Pferde-Sippe: Rollin versichert 
dass der gemeine Maulesel, von Esel und Pferd , sehr oft 
Oueerstreifen auf den Beinen hat, und nach Gosse kommt 



Diess in den Vereinten Staaten in zehn 




n neunmal vor. 



Ich sah einst einen Maulesel 



m i t 



so stark gestreiften Beinen 



} 



dass jedermann geneigt gewesen seyn würde ihn vom Zebra ab- 
zuleiten ; und Herr W. C. Martin hat in seinem vorzüglichen 
Werke über das Pferd die Abbildung von einem ähnlichen Maul- 



esel mitgetheilt. In vier in Farben ausgeführten Bildern 



von 



Bastarden des Esels mit dem Zebra fand ich die Beine viel 



deutlicher gestreift als den übrigen Körper , und in einem der- 
selben war ein doppelter Schulter-Streifen vorhanden. An Lord 
Mohton's berühnitem Bastard von einem Quagga-Hengst und einer 
kastanienbraunen Stute sowie an einem nachher erzielten reinen 



* Wie sie nämlich als Grund-Farben der verschiedenen Eqiius-Arlen 
in der Natur vorkommen. Man könnte also etw^a saffen natürliche Pferde- 



F a r 1 



)cn. 



I» 



D. ührs. 



176 



Füllen von derselben Stute mit einem schwarzen Araber waren 
die Beine viel deutlicher queer-gestreift, als selbst beim reinen 
Quagga. Kürzlich, und Diess ist ein andrer sehr merkwürdiger 
Fall, hat Dr. Gray (dem noch ein zweites Beispiel dieser Art 
bekannt ist) einen Bastard von Esel und Hemionus abgebildet 



) 



an welchem Bastard, obwohl der Esel selten und der Hemionus 
niemals Streifen auf den Beinen und letzter nicht einmal einen 
Schulter-Streifen hat, alle vier Beine queer gestreift und auch 
die Schulter mit drei Streifen wie ein brauner Walliser Pony 
versehen ist, und sogar einige Streifen wie beim Zebra an den 

4 

Seiten des Gesichts vorhanden sind. Diese letzte Thatsache hat 

einmal ein Farben-Streifen durch so- 



mich 



überzeugt, dass nicht 



genannten Zufall entsteht, daher ich allein durch diese Erscheinung 
an einem Bastarde von Esel und Hemionus veranlasst wurde, 
Colonel PooLE zu fragen, ob solche Gesichts-Streifen jemals bei 
der stark gestreiften Kaltywarer Pferde -Rasse vorkommen, was 
er, wie wir oben gesehen, bejahete. 



j 



Was bleibt uns nun zu diesen verschied 



Thatsachen 



noch zu sagen? Wir sehen mehre wesentlich verschiedene Arten 
der Pferde -Sippe durch einfache Abänderung Streifen an den 
Beinen wie beim Zebra oder an der Schulter wie beim Esel er- 
langen. Beim Pferde sehen wir diese Neigung stark hervor- 
treten, so oft eine der natürlichen Pferde-Farben zum Vorschein 

er Streifen ist von keiner Veränderung 




kommt. Das Aussehen 
der Form und von keinem 



Charakter begleitet 



W 



sehen 



diese Neigung streifig zu werden sich am meisten bei Bastarden 
zwischen mehren der von einander verschiedensten Arten ent- 
wickeln. Vergleichen wir 



damit den vorhergehenden Fall von 




Tauben: sie rühren von einer Stamm-Art (mit 





geo 



graphischen Varietäten oder Unterarten) her, welche blaulich von 

1 versehen 

» einfacher 



Farbe und mit einigen bestimmten Band - Zeichnunge 
. und nehmen, wenn eine ihrer Rassen in Folg 



ist 



Abänderung wieder einmal 



blaue Brut liefert 



; 



Bänder der Stamm-Form wied 



an, doch ohne 



5 



fehlbar auch 
irgend 



eine 



andre Veränderung des Rasse-Charakters 



Wenn man die ältesten 



nd ächtesten Rassen von 



erschiedener Färbung mit 



nander 



I 



177 



kreutzt, so tritt in den Blendlingen eine starke Neigung hervor, 

m schwarzen und 



5 



die ursprüngliche schieferblaue Farbe mit d 
weissen Binden und Streifen wied 
hauptet , 



ehm 



Ich hab 



die 



wahrscheinlichste Hypothese zur Erklärung 



be- 

des 



Wiedererscheinens sehr alter Charaktere seye die Annahme einer 



Tendenz« in den Jungen einer jed 



neuen Generation den 



längst verlorenen Charakter wieder hervorzuholen, welche Tende 

r 

in Folge unbekannter Ursache 
Dann haben wir gesehen. 



zuweilen 



Durchbruch komme 



dass in verschiedenen Arte 



des 



Pferde-Geschlechts die Streifen bei den Jungen deutlicher od 



gewöhnlich 



als bei 




Tauben-Rassen, deren 



en Alten sind. Wollte man nun 
einige schon Jahrhunderte lang durch ] 




Inzucht fortgepflanzt worden, als Sp 



bezeichn 



• « 



3 



SO wäre 




Erscheinung g 



dieselbe, ,wie bei der Pferde-Sippe 



t • 



Über 



Tausend 



und Tausende von Generationen rückwärts schauend 



erkenne ich mit Zuversicht ein wie ein Zebra gestreiftes 



) 



aber 



sonst vielleicht sehr abweichend d 



gebaut 



Th 



als 




gemeinsamen Stamm-Vater 




(rühre es nun von einem ode 



von 



mehren wilden Stämmen her) Hauspferdes, des Esels 



? 



des 



Hemionus, des Quaggas und des Zebras 



W 



an die unabhängige Erschaffung der einzelnen Pferde- 



Sp 



glaubt, wird 



rmuthlich 



g 



5 




Neigung im freien wie im gezähmten Zustande 



jeden Art di 



f 




Ihüm 
folge 
und 



W 



zu variiren anerschaffen worden seye 



derzu 



oft wie andre Arten derselben Sippe gestreift erscheine 




einer jeden derselb 



starke Neigung anerschaffen 



seye 



b 



einer Kreutzung mit Arten 



aus 



den entferntesten 

Weltgegenden Bastarde zu liefern, welche in der Streifung 
nicht ihren eignen Altern,, sondern andern Arten derselben Sippe 



gleichen 



Sich zu dieser Ansicht bekennen heisst nach meiner 



« 



Nach der AGAssiz'schen Lehre von den embryonischen Charakteren würde 



man d 



Streifung. wie die weissen Flecken in der Hirsch-Sipp 



5 



als einen 



embryonischen Charakter ansehen und sagen. 



und 



da 



Zebra, Quagga etc. dem 



Pferde cresenüber auf tieferer Stufe zurückgeblieben seyen und embryonische 



Cl 



b 



hab 



w 



der Damhirsch gegenüber dem Edelhirsch 



D. übrs 



12 



178 



I 



Meinung eine thatsächliche lur eine nicht tbatsächliche oder 



Sie macht au 



s den 



wenigstens unbekannte Ursaclic aufgeben. 

Werken Gottes nur Täuschung und Nachäfferei 5 

fast eben so gerne mit den alten und unwissenden Kosmognis- 



und ich wollte 



ten annehmen 



5 



dass die fossilen Schaalen nie einem lebenden 



Thiere angehört, sondern im Gesteine erschaffen worden seyen. 



um die jetzt 
zuahmen. 



an der See-Küste lebenden Schaalthiere nach- 



Zusammenf 



» 




sind in 




über die Gesetze, wornach Abänderungen erfolg 



von hundert Fällen d 



wir behaupt 



d 



Unwisse 
Nicht in e 



Grund zu ken 



5 



warum 



dieser oder jener Theil eines Organismus von dem gleichen 



Theile bei seinen Altern mehr 



immer wir 



oder weniger abweiche. Doch, wo- 

, da 



die Mittel haben eine Yergleichung anzustellen, 
scheinen in Erzeugung geringerer Abweichungen zwischen Varie- 
täten derselben Art wie in Hervorbringung grössrer Unterschiede 

Gesetze gewirkt zu hii- 
Klima, Nahrung u. dgl. 

We- 



Arte 



Sipp 




ben. Die äusseren Lebens-Bedingung 



haben 



wohl nur 



g 



geringe Abänderungen bedingt 



sentlichere Folgen dürften Angewöhnung 



d 



Körp 



stitution, Gebrauch der Organe auf ihre Verstärkung, Nicht 
gebrauch auf ihre Schwächung und Verkleinerung gehabt hu 



ben 



Homolog 



Theil 




geneigt 



gleich 



W 



ab zu 



ändern und streben unter sich zusammenzuhäng 



Abänderung 



in den harte 



und in den äusseren Theilen berühren zuwc 



und innere Org 



W 



sich ein Theil stark ent- 



weichere 

wickelt, strebt er vielleicht andren benachbarten Theilen Nahrung 



zu entziehen; — 
ohne Nachtheil für 



und jeder Theil des organischen Baues 



j 




Individ 



fortbesteh 



kann 



5 



welcher 
wird er- 




halten 



rührt auch 




sich 



päte 



frühem Alter be 



entwickelnden Theile; d?nn gibt es 



Veränderung der Organisation 



ab 



noch viele Wechselbeziehung 



der Entwickelung 



5 



Natur wir durchaus nicht im Stande sind zu begreifen 



deren 
Viel- 



5 



hlige Theile sind veränderlicher in Zahl und Struktur vielleicht 
(sshalb, weil dieselben 



durch Natürliche Züchtung für einzelne 



Verrichtung 



noch nicht genug 



gepasst und differenzirt sind 



« 



I 



I 



I 



179 




US demselben Grunde werden wahrscheinlich auch die auf tiefer 
Organisations-Stufe stehenden Organismen veränderlicher seyn. 
als die höher entwickelten und in allen Beziehungen mehr diffe- 
renzirten. Rudimentäre Organe bleiben ihrer Nutzlosigkeit wegen 
von der Natürlichen Züchtung unbeachtet und sind wahrscheinlich 
desshalb veränderlich. Spezifische Charaktere, solche nämlich, 
welche erst seit der Abzweigung der verschiedenen Arten einer 
Sippe von einem gemeinsamen Stamm-Vater auseinander-gelaufen, 
sind veränderlicher als generische Merkmale , welche sich schon 
lange 



als solche vererbt 



haben 



? 



ohne in dieser Zeit eine 



zu erleiden. Wir haben hier nur auf die ein- 



3 



Abänderung 

zelnen noch veränderlichen Theile und Organe Bezug genommen 
weil sie erst neuerlich variirt haben und einander unähnlich ge- 
worden sind: wir haben jedoch schon im zweiten Kapitel ge- 
sehen, dass das nämliche Prinzip auch auf das ganze Thier an- 
Sippe 



wendbar ist: denn in einem 



5 



Bezirke, wo viele Arten einer 



gefunden werden 



3 




h. wo früher viele Abänderung und Diffe- 



renzirung stattgefunden und die Fabrizirung neuer Arten-Formen 
lebhaft betrieben worden ist, da finden wir jetzt durchschnittlich 
auch die meisten Varietäten oder anfangenden Arten. — Sekun- 
däre Geschlechts-Charaktere sind sehr veränderlich , und solche 
Charaktere weichen am meisten in den Arten einer nämlichen 
Gruppe ab. Veränderlichkeit in denselben Theilen der Organi- 
sation hat gewöhnlich die sekundären Sexual -Veischiedenheiten 
für die zwei Geschlechter einer Species wie die Arten- Verschie- 
denheiten für die mancherlei Arten der nämlichen Sippe geliefert. 
Ein in ausserordentlicher Grösse oder Weise entwickeltes Glied 



oder Organ 



nämlich vergleichungsweise mit der Entwickelung 



desselben Gliedes oder Organes in den nächst-verwandten Arten 

muss seit dem Auftreten der Sippe ein ausser- 



woraus 



genommen 

ordentliches Maass von Abänderung durchlaufen haben, 

wir dann auch begreiriich finden, warum dasselbe noch jetzt in 

höherem Grade als andre Theile Veränderungen unterliegt; denn 



ein langsamer und lang-währender Prozess 



5 



und 



Abänderunof ist 

die Natürliche Züchtung wird in solchen Fällen noch nicht die 
Zeit gehabt haben, das Streben nach fernerer Veränderung und 

12* 



180 



zu 



nach der Rückkehr zu einem weniger modifizirten Zustande 
überwinden. Wenn aber eine Art mit irgend einem ausser- 
ordentlich entwickelten Organe Stamm vieler abgeänderter Nach- 
kommen geworden 



was nach meiner Ansicht ein sehr lantx- 



sanier 



und 



daher viele Zeit erheischender Vorgang 



ist 



dann mag auch die Natürliche Züchtung im Stande gewesen 
seyn dem Organe, wie ausserordentlich es auch entwickelt seyn 



mag 



j 



schon ein festes Gepräge aufzudrücken. Haben 



Arten 



nahezu die nämliche Konstitution von einem Stamm-Vater geerbt 
und sind sie ähnlichen Einflüssen ausgesetzt gewesen, so werden 

■ 

sie natürlich auch geneigt seyn, analoge Abänderungen zu bilden 
und werden zuweilen zu einigen der Charaktere ihrer frühesten 
Ahnen zurückkehren. Obwohl neue und wichtige Modifikationen 
aus dieser Umkehr und jenen analogen Abänderungen nicht hervor- 
gehen werden, so tragen solche Modifikationen doch zur Schön- 
heit und harmonischen Manchfaltigkeit der Natur bei. 

Was aber auch die Ursache des ersten kleinen Unterschiedes 

r 

zwischen Altern und Nachkommen seyn mag, und eine Ursache 
muss dafür da seyn, so ist es doch nur die stete Häufung solcher 



lur 



das Individuum 



nützlichen Unterschiede durch die Natür- 



liche Züchtung, welche alle wichtigeren Abänderungen der Struktur 



hervorbringt 



? 



durch welche die zahllosen Wesen unsrer Erd- 



oberfläche in den Stand gesetzt werden 



mit einander um das 



Daseyn zu ringen 



> 



und wodurch das hiezu am besten ausgestat- 



4 

tele die andern überlebt. 



I 



I 



181 





Scliwieriffkeiteu der Theorie. 



t % 



Schwierigkeiten der Theorie einer ahändernden Nachkommenschaft 




-v 



Cher- 



änge 



Abwesenheit oder Seltenheit d 



Zwischenabänderungen 



• f 



A 



C bergan 

Art. 

Orga 
Schwierige F 

Wichtig 



d 



ebensweisc 



Differen 



Gewoh 



in einerlei 



•ten mit Sitten weit abweichend 
von äusserster Vollkommenheit. 



denen ihrer Verwandt 
Mittel der 



Übergang 



Natura non facit saltum. 



Organe 



von geringe 



Org 



Gesetz von der Einheit d 



cht in 
s Typi 



F 



ab 



vollkommen. 



D 



as 



und den Existenz-Bedingun 



in 



Theorie der Natürlichen Züchtung 



/ Schon lange 
Buches gelangt ist 
dargeboten haben. 



bevor der Leser zu diesem 



Theile m 



j 



mag 



sich ihm 



eine Menge von Schwierigkeitei 
Einige derselben sind von solchem Gewichte 



5 



dass 
aber 



ch 




icht an sie denken kann 
meinem besten Wissen 



5 



ohne 
id d 



wankend zu werd 



: 



nur scheinbar 



? 



nd 



dürften meiner Theoi 



[iiejenig 
nicht ' 



m 



welche 
erblich werden 



meisten von ihnen 
Wahrheit beruhen, 



Dies 



Schwierigkeiten und Einwendung 



lassen sich 



in 



folg 




Rubrik 



enfasse 



Erstens: wenn Arte 



aus 



dern Arten durch unmerkbar kleine Abstufung 



entstand 



nd. warum sehen wir nicht überall unzählige Übergangs-Fo 



? 



War 
statt 



bietet nicht d 




Natur 




wohl begrenzt scheinend 



ein Mi 
Arten 



Formen 




Zweitens: Ist es möglich, dass ein Thi 





ganisation 



d Lebensweise einer Fled 



. mit der 
durch Umbildung 



rgend eines andren Th 



entstand 



ist 



Ist es 




es mit ganz verschiedener Lebensweise 
üblich, dass Natürliche Züchtung einer- 



its Organe von so unbedeutender Wesenheit, wie z. B. d 



Schwanz einer Giraffe, welcher als Fliegenwedel dient 



? 



und 



derseits Organe von so wundervoller Struktur wie das Aug 



hervorbi 



o 



dessen. 



nachahmliche Vollkommenheit wir noch 



kaum ganz begreifen. 



Drittens : 



Können Instinkte durch Natürliche 



Züchtung er- 



langt und abgeändert werden. 



Was sollen wir z. B. zu einem 



so wunderbaren Instinkte sagen, wie der ist, welcher die Biene 



iP2 



veranlasst Zellen zu bilden, durch welche 



liefsinniger Mathematiker praktisch 



die Entdeckungon 



vornweg genommen sind. 



Viertens: Wie ist es zu begreifen, dass Spezies bei der 
Kreutzung miteinander unfruchtbar sind oder unfruchtbare Nach- 
kommen geben, während die Fruchtbarkeit gekreutzter Varietäten 
ungeschwächt bleibt. 

Die zwei ersten dieser Hauptfragen sollen hier und die 



letzten^, Instinkt und 
teln erörtert werden. 



Bastard-Bildung nämlich. 



in besondren Kapi- 



Mangel oder Seltenheit vermittelnder Varie- 
täten.) Da Natürliche Züchtung nur durch Erhaltung niitzlicl.or 
Abänderungen wirkt, so wird jede neue Form in einer schon 



eignen minder vi^- 



vollständig bevölkerten Gegend streben ihre 
vollkommneten Altern so wie alle andern minder vervollkomm- 
nete Formen, mit welchen sie in Bewerbung kommt, zu ersetzen 



Natürliche Züchtunof creht. 



wie wir 



und endlich zu vertilgen, 
gesehen, mit dieser Verrichtung Hand in Hand. Wenn wir daher 
jede Spezies als Abkömmling von irgend einer andern unbe 
kannten Form betrachten, so werden Urstamm und Übergangs- 
Formen gewöhnlich schon durch den Bildungs- und Vervollkomm- 



nungs-Prozess der neuen Form vertilgt seyn. 

Wenn nun aber dieser Theorie zufolge zahllose Übergangs- 
Formen existirt haben müssen, warum finden wir sie nicht in 
unendlicher Menge eingebettet in den Schichten der Erd-Rinde ? 



Es wird angemessener seyn 



? 



diese Fra^e 



in dem Kapitel von 



der UnVollständigkeit der geologischen Urkunden zu erörtern. 
Hier will ich nur anführen, dass ich die Antwort hauptsächlich 
darin zu finden glaube, dass jene Urkunden unvergleichlich min- 
der vollständig sind, als man gewöhnlich annimmt, und dass jene 
UnVollständigkeit der geologischen Urkunden hauptsächlich davon 
herrührt, dass organische Wesen keine sehr grosse Tiefen des 
Meeres bewohnen, daher ihre Reste nur von solchen Sediment- 
Massen umschlossen und für künftige Zeiten erhalten werden 



nten, welche hinreichend dick und ausgedehnt gewesen 



? 



um 



einem ungeheuren Maasse spätrer Zerstörung zu entgehen. Und 
solche Fossilien-führende Massen können sich nur da ansammeln, 



I 

I 



I 



I 



I 



183 



wo 



viele Niederschlag 



in seichten Meeren während langsamer 



Senkung d 
werden 



Bodens abgelagert werd 



D 



Zufälligkeite 



\ 



Iten 



d 



h ausserordentlich langen Zwisch 



iten 



zusammentrefTen. Während der Meeres Boden in Ruh 



in Hebung begrilTen ist 




nur schwache Niederschlag 



ode 
statt 



find 



? 



b 



d 



Blätter unsrer geologisch 



Geschichtsbücher 



beschrieben, 
turgeschichtl 



D 



chnitte 




e Erd-Rindi 
chen Sammlung 
bracht worden 



ist ein weites Museum 



? 



d 



nur in einzelnen Zeitab 



aber 
d. die unendlich 



weit auseinan- 



d 




Man kann zwar oinwend 



5 



dass 



? 



wenn einige 



nah 



dte Arten jetzt 



rlei Gegend beisammen 



ohnen , man 



? 



gewi 



Zwischenfor 



finden müsse. 



Nehmen wir einen 



einfachen Fall an. 
Süden durchreiset 



Wenn man einen Kontinent 
so trifft man gewöhnlich von 



Nord 



nach 



Zeit 



Zeit 



uf 



d 



d 



nahe 



verwandt 



welche offenbar ungefähr dieselb 



oder 
Stelle 



stellvertretende Arten 
in dem Natur-Haushalt( 



5 



neh 



des Landes 
oft an einar 
die einen seltener 



Diese stellvertretenden Arten g 



der oder greifen in ihr Gebiet gegenseitig ein, und wie 



nd seltener, so werd 




nd 




.rer, bis sie einander ersetzen. Vergleichen wir diese Arte 



da, wo sie sich mengen 



, miteinander, so sind sie in allen Th 



len ihres Baues gewöhnlich noch eben so vollkommen von em 
ander unterschieden, als wie die aus der Mitte des Verbreitungs 



Bezirks einer 



d 



entnommenen Muster 



Nun sind aber nach 



Theorie alle diese Arien von einem gemeinsamen Sta 



Vater ausgegang 




ist jede derselb 



rst durch den Mod 



fikations-Prozess den Lebens-Bedingungen ihrer Gegend angepasst 

hat dort ihren Urstamm sowohl als alle Mittelstufen 



worden , 
zwischen ih 



sten und jetzig 



Form 



etzt und 



drängt 



so d 



wir jetzt nicht mehr 



warten dürt 



: 



in jeder Gegend 



noch zahlreiche Übergangs-Formen zu finden, obwohl dieselb 



existirt 



b 



müsset und ihre Reste wohl auch in die Erd 



Schichten aufgenommen worden 
den wir in den Zwischengegendt 



seyn mögen. Aber warum 



fin 



5 



• « 



Bedingungen einen Uberg 



von de 



doch die äusseren Leben 
leii des einen in die 




184 



andren Bezirkes bilden, nicht auch nahe verwandte Übei 



'gangs- 



Varietäten? Diese Schwierigkeit hat mir lange Zeit viel Kopf, 
zerbrechen verursacht; indessen glaube ich jetzt, sie lasse sich 
grossentheils erklären. 



Vor Allem sollten wir sehr 



htig mit d 



Annah 



seyn 




weil 



ass eine Gegend, 
auch schon seit langer Zeit 
Geologie veranlasst uns zu glaubi 
noch in der letzten Tertiär-Zeit in 



nie 



jetzt 



enhängond 



j 



menhängend gewesen seyo. Die 

ISS fast jeder Kontinent 



d 



Vit 



Inseln geth 



gewesen 



nd auf solchen Inseln getrennt können 



seye; i 

Arten gebildet haben, ohne 



verschied 



Zwischengegenden 



zu 



liefern. 



die Möglichkeit Mittelformen in den 

der Veränderungen 



In Folge 



der Land-Form und des Klimas mögen auch die jetzt zusammen- 
hängenden Meeres-Gebiete 



noch in verhältnissmässig später Zeit 

Doch 



und einförmig gewesen seyn 



weniger zusammenhängend 
will ich von diesem Mittel der Schwierigkeit zu entkommen ab- 
sehen; denn ich glaube, dass viele vollkommen unterschiedene 
Arten auf ganz zusammenhängenden Gebieten entstanden sind, 

I 

wenn ich auch nicht daran zweifle, dass die früher unterbrochene 
Beschaffenheit jetzt zusammenhängender Gebiete einen wesent- 
lichen Antheil an der Bildung neuer Arten zumal frei wandern- 
der und sich kreutzender Thiere gehabt habe. 

Hinsichtlich der jetzigen Verbreitung der Arten über weile 



Flächen find 



wir 



5 



dass sie gewöhnlich ziemlich zahlr 



auf 



einem grossen Theile derselben vorkommen, dann aber ziemlich 
rasch gegen die Grenzen hin immer seltener werden und end- 
lich ganz verschwinden ; daher das neutrale Gebiet zwischen zwei 

« 

stellvertretenden Arten gewöhnlich nur schmal ist im Verhältniss 
zu demjenigen, welches eine jede von ihnen eigenthümlich be- 



wohnt. 



Wir 



machen dieselbe Bemerkung auch, wenn wir 



an 



Ge- 



r 

birgen emporsteigen, und zuweilen ist es sehr auflä 



lieh 



3 



wie plöiz- 
nach Alphons DeCandolle's Beobachtung, eine gemeine Art in 



den Alpen verschwindet» Edw. Forbes hat dieselbe Wahrneh- 
mung gemacht, als er die Bewohner des See-Grundes mit dem 

fischte. Diese Thatsache muss alle die- 



herauf 



Schleppnetze 

jenigen in Verlegenheit setzen, welche die äusseren Lebens- 



I 



I 



I 






185 



Bedingungen, wie Kl 
der Verbreitung 



nd Höh 



? 



als 




allmächtigen "llrsach 




Orcranismen-Formen betrachten 



1 



5 \ 



dem der 



Wechsel von Klima und Höhe oder Tiefe überall ein allmählicher 



ist 



Wenn wir uns aber 



erinnern, dass fast jede Art, mitten in 



ihrer Heimath 



ogar 



5 



ZU 



eher Zahl anwachsen würde 



} 



wenn sie 



i 



nicht in Mitbewerbung mit ander 
lass fast alle von andern Arten leben oder 



Arten stund 




dienen 



? 



kurz dass jedes organische Wesen 



zur Nahrung 
ittelbar oder 



mittelbar in 



gste 



Beziehung zu andern Organismen steht 



3 



so müssen wir erkennen 



? 



dass 




Verbreitung d 



Bewohn 



einer Gegend keinesweges allein von der unmerklichen Vei 



derung physikalischer Bedingung 



3 



d 



grossenth 



von 



/ 



? 



der Anwesenheit oder Abwesenheit andrer Arten abhängt 
welchen sie leben, durch welche sie zerstört werden, od( 
welchen sie in Mitbewerbung stehen; und da diese Arten bereits 



von 
mit 



eine bestimmte Begrenzung hab 



und nicht mehr 



erklich 



in einander übergehen, so muss die Verbreitung einer Spezies 
welche von der einen oder andern abhängt, scharf umgrenzt wer 




Überd 



tungs-Bezirk 
Schwankung 



muss jede Art 
wo ihre Anzahl 
i der Menge 



an den G 
)hnediess 



hres Verbrei 



hrer Feind 



od 



wird 



? 



durch 



ihrer Beute od 



m 




Jahreszeiten 



ehr 



setzt seyn 



d 



^g 



oft einer gänzlichen Zerstörung ausge- 
auch hiedurch die schärfere Umschreibung 



ihrer geographischen Verbreitung mit bedingt werd 



We 



Meinung 



htig ist, dass 



verwandte oder stell- 



nhängend 



Gebiet b 



vertretende Arten . welche ein zusam 
wohnen, gewöhnlich so vertheilt sind, 
weite Strecke einnimmt, und dass diese Strecken durch verhält- 



dass jede von ihnen eine 



issifi: enge neutrale Zwischenräume getrennt werd 



j 



in 



hen jode Art rasch an Menge abnimmt, 



d 



wird d 



Regel, da Varietäte 



nicht wesentlich 



Arten verschieden sind 



5 



wohl auf die einen wie auf die andern Anwendung finden : und 
wenn wir in Gedanken eine veränderliche Spezies einem sehr gros- 
sen Gebiete 



anpassen, so 



werden wir zwei Varietäten jenen zwei 
und eine dritte Varietät dem schmalen 
Zwischengebiete anzupassen haben. Diese Zwischen-Varietät wird. 



grossen 



Untergebieten 



/ 



186 



weil sie einen geringeren Raum 



bewohnt 



1 



auch 



in geringerer 



Anzahl vorhanden seyn; und in Wirklichkeit 



genoaiinen 



passt 



diese Regel, so viel ich ermitteln kann, ganz gut aul' Varietäten 
im Natur-Zustande. Ich habe triftige Belege für diese Regel in 



Varietäten von Balanus-Arten 



gefunden, welche zwischen 



auscrc- 



prägteren Varietäten derselben das Mittel halten. Und ebenso 
scheint es nach den Belehrunoren, die ich den Herren Watson. 
AsA Gray und Wollaston verdanke, dass gewöhnlich, wenn Mit- 

+ 

tel-Varietäten zwischen zwei andren Formen vorkommen, sieder 



Zahl 



nach weit hinter jenen zurückstehen, die sie verbinden. 
Wenn wir nun diese Thatsachen und Belege als richtig anneh- 
men und daraus folgern, dass Varietäten, welche zwei andre 



Varietäten mit einander verbinden, gewöhnlich in geringerer An- 
zahl als diese letzten vorhanden waren, so dürfte man daraus 
auch begreifen, warum Zwischenvarietäten keine lange Dauer 
haben und der allgemeinen Regel zufolge früher vertilgt werden 

diejenigen Formen, welche sie 



wird, wie 



und verschwinden müssen, als 
ursprünglich mit einander verketten. 

Denn eine in geringerer Anzahl vorhandene F'orm 
schon früher bemerkt worden, überhaupt mehr als die in reich- 
licher Menge verbreiteten in Gefahr seyn ausgetilgt zu werden; 
und in diesem besondren Falle dürfte 'die Zwischenform Vorzugs- 

er zwei nahe verwandten Formen zu ihren 



w 




Angriffe 




beid 



S 



gesetzt sey 



Aber eine weit wichtigere B 



trachtung scheint mir die zu seyn 



dass während 




1 



weitrer Umbildung, wodurch nach meiner Theorie zwei Varieta 



te 



zu zwei 




hied 



Sp 



hoben werden, d 



zwei Varietäten, soferne sie grössere Flächen bewohnen, auch 



5 



» 



in o-rösserer Anzahl vorhanden sind 



und daher in grossem Vor 



theile g^g 



die mittle Varietät steh 



5 



welch 



m 



kl 



An 



zahl nur einen schm 



Z wisch 



welch 



in grössrer 



Zahl bestehen, haben immer 



bewohnt. Denn Formen 

eine bessre Aus 



sieht, als die gering-zähligen, innerhalb einer 

noch andre nützliche Abänderungen zur Natürlich 



gegebenen Period 



Züchtung 



darzubieten 



Dah 



dem Kampfe um's Dasey 



g 



Fq 



streben werden 




Seite 



zu 



erdräng 



und zu 



I 



187 



Iz 



5 



wel 



gsaiii abziiänd 



d zu vervollko 



nen 



■ fl 



gen 



Es 



Arte 



heint mir dasselbe Prinzip zu seyn, wor- 

ge meinen 

Anzahl 



eh. wie im zweiten Kapitel gezeigt worden. 




einer Gegend durchschnittlich auch eine grössrt 



von Varietätt 



darbieten als die selteneren. Ich will nun 



? 



um 



meine Meinung besser zu erläutern, einmal 



annehmen, es 



handle 



sich um drei Schaaf- Varietäten, von 



gedehnte Gebirgs-Gegend 



massig 



? 




schmalen Hügel-Streifen 
deren Fusse geeignet seye 5 



welchen eine für eine aus- 
zweite nur für einen verhältniss- 

e dritte für weite Ebenen 
ich will ferner annehmen, die Be- 





/ 



wohner seyen alle mit 



o 



leichem Schick und Eifer bestrebt 



? 



Rassen durch Züchtung zu verbess 
die Wahrscheinlichkeit des Erfolge; 



so wird in d 



ihre 
Falle 




f Seite 



d 



g 



Heerden-Besitz 



ihre Rass 
Zwischen: 



seh 



Gebirg 
* als 




j 



dein 



5 



so 



ind i 
klein 
dass 



der Eb 



eyn 



? 




seh 



weil d 
hügeli 



d 



verbesserte R 




Gebirges oder der Ebene bald die Stelle der minder verbesser- 



ten 



Hücrelland-Rasse einnehmen wird; und so 



werden die zwei 



Rassen, welche anfänglich in grosser 



Anzahl existirt 



haben, in 



unmittelbare Berührung mit einander kommen ohne fernere Ein- 



In Summe: glaube ich, dass Arten 



Schaltung der Zwischen-Rasse. 

leidlich gut umschrieben 

seyn können, ohne zu irgend einer Zeit ein unentwirrtes Chaos 
veränderlicher und vermittelnder Formen darzubieten: l) weil sich 

Varietäten nur sehr langsam bilden, indem Abänderung 
ein äusserst träger Vorgang ist 



neue 



und Natürliche Züchtung so lange 



nichts auszurichten vermag, als nicht günstige Abweichungen 



vorkommen und nicht ein Platz im Natur-Haushalte der Gegend 
durch Modifikation eines oder des andern ihrer Bewohner besser 
auscreliillt werden kann. Und solche neue Stellen werden von 



langsamen Veränderungen des Klimas oder der zufälligen Ein- 
wanderung neuer Bewohner und, in wahrscheinlich viel höherem 
Grade, davon abhängen, dass einige von den alten Bewohnern 
langsam abgeändert 



3 
werden, während jene 



neu hervorgebrachten 
einigen allen in Wechselwir- 
kung gerathen; daher wir in jeder Gegend und zu jeder Zeit 



und ein2:ewanderten Formen mit 



188 



nur wenige Arten zu sehen 



bekommen, welch 



geringe einige 



massen bleibende Modifikationen der Organisation darbiet 



D 



hen wir auch sicherlich so. 



Und 



Zweitens : viele jetzt zusammenhängende Bezirke der Erd- 
oberfläche müssen noch in der jetzigen Efd-Periode in verschie- 
dene Theile getrennt gewesen seyn , worin viele Formen zumal 
sich paarender und wandernder Thiere ganz von einander geschie- 



den sich weit 



genug zu differenziren vermochten 



um 




als Spe. 

zies gelten zu können. Zwischen- Varietäten zwischen diesen 
ezies und ihrer gemeinsamen Stamm-Form müssen wohl vor- 
dem in jedem dieser Bruchtheile des Bezirkes gewesen seyn. 
sind aber später durch Natürliche 
tilgt 



Züchtung ersetzt und 



ausffe- 



worden, so dass sie lebend nicht mehr vorhanden sind. 
Drittens: Wenn zwei oder mehre Varietäten in den 



ver- 



schiedenen Theilen eines zusammenhängenden Bezirkes gebildet 
worden sind, so werden wahrscheinlich auch Zwischen- Varietäten 
in den schmalen Zwischenzonen entstanden seyn, aber nicht lange 
gewährt haben. Denn diese Zwischen- Varietäten werden aus 
schon entwickelten Gründen (und namentlich, was wir über die 
jetzige Verbreitung einander nahe-verwandter Arten und ausge- 
bildeter Varietäten wissen) in den Zwischenzonen in geringrer 
Anzahl, als die Haupt- Varietäten, die sie verbinden, in deren 
eigenen Bezirken vorhanden seyn. Schon aus diesem Grunde 
allein werden die Zwischen-Varietäten gelegentlicher Vertilgung 
ausgesetzt seyn , werden aber zuverlässig während des Prozesses 



weitrer Modifikation von den Formen, welche sie mit einander 



verketten, meistens desshalb verdrängt und ersetzt werden, weil 
diese ihrer grösseren Anzahl wegen mehr abändern und daher 
leichter durch Natürliche Züchtung noch weiter verbessert und 
dadurch gesichert werden können. 



Letzt 



müssen, nicht bloss zu einer 



? 



d 



zu 



allen 



Zeiten , wenn meine Th 



7 



htig 



5 



gewiss auch zahll 



Zwischen-Varietäten zu Verbindung der Arten einer nämlichen 
Gruppe mit einander existirt haben, aber auch gerade der Prozess 
der Natürlichen Züchtung fortwährend thälig gewesen seyn, so- 
wohl deren Stamiq-Foruien als die Mittelglieder selbst zu vertil- 



I 



t 



I 



I 



189 



gen 



Daher ein Bewe 



unter den Fossil-Reste 



welch 



aber 



s ihrer früheren Existenz höchstens noch 
1 der Erd-Rinde gefunden werden könnte, 
diese Urkunden früherer Zeiten, wie in einem spä- 



teren Abschnitte gezeigt werden soll, nur in sehr unvollkornme 



ner und unzusammenhängende 



We 



aufzubewahre 



geeig- 



net ist. 



Entstehung 




Übergänge von Organism 



t 



gen thümlicher Lebens-Weise und Organisation.) Geg 



ner 



meiner An 



haben mir d 



Frag 



tgegengehalte 



? 



wie d 



B. ein Land-Raubth 



Wasser-Raubth 



habe 



wandelt werden kö 



5 



d 



ein Th 



in einem Zwischenzu 



■ 

4 

Stande nicht wohl zu bestehe 



ht hätte? Es würd 



leicht 



sey 



zu 



gen 



j 



dass innerhalb derselben Raubthier-Gruppe Thiere 



vorhanden sind, welche jede Mittelstufe zwischen einfachen Land 



und ächten Wasser-Th 



neh 



und daher durch ihre 



hiedene Lebens-Weise 'wohl geeignet sind, in dem Kampfe mit 



d 



um's Dasey 



ihr 



Stell 



zu behaupt 



So hat z. 




die 



kanische Mustela vison 



Schwimmhaut zwischen 




Zehen und gleicht dem Fischotter in Pelz 



? 



kurzen Beinen und 



Form 




es Schwanzes. Den Sommer hindurch taucht dieses Thier 
ins Wasser und nährt sich von Fischen; während des langen 



Winters 



aber 



verlässt es die gefrorenen Gewässer und lebt 




e 



ich and 



Ilti 



von M 



und Landthieren. Hätte man 



einen andern Fall gewählt und mir die Frage gestellt, aufweiche 



Weise ein Insekten-fressender Vierfü 



d 



rwandelt word 



seye, so 



ser in eine fliegende Fle- 
wäre der Fall weit schwie- 



riger und würde ich eine Antwort nicht zu geben gewusst haben. 
Doch haben nach meiner Meinung solche einzelne Schwierigkei- 
ten kein allzugrosses Gewicht. 

Hier wie in anderen Fällen befinde ich mich in dem gros- 
sen Nachtheil, aus den vielen treffenden Belegen, die ich gesam- 
melt habe, nur ein oder zwei Beispiele von einem Übergang der 
Lebens-Weise und Organisation zwischen nahe verwandten Arten 
einer Sippe und von vorübergehend oder bleibend veränderten 

fr 

Gewohnheiten einer nämlichen Spezies anführen zu können. 



Und 



es scheint mir selbst, dass nichts weniger als ein langes Ver- 



190 



zeichniss solcher Beispiele genügend seye, 
der Erklärung eines so eigenthtimlichen Falles 
der von der Fledermaus ist. 



die Schwierigkeiten 
zu beseitigen, wie 



Sehen wir uns in der Familie der Eichhörnchen um. so fin 



wir 





de 



fliegenden Fled 



3 



ste schwach 



Ubergangs-St 



zu d 



soffen. 



g 



d 



Ö 



zweizeilig abgepl 



in de 



verbreiterten. Hinterth 



und der volleren Haut 



teten Schwänze der einen und, nach .1. Richardson's Bemerkung, 

an den 

Seiten des Körpers der andern Arten; denn bei Flughörnchon 
sind die Hintergliedmassen und selbst der Anfang des Schwan- 
zes durch eine ansehnliche Ausbreitung der Haut mit einander 
verbunden, welche als Fallschirm dient und diese Thiere 




auf erstaunliche Entfernungen von einem Baume zum andern 
durch die Luft zu gleiten. Es ist kein Zweifel, dass jeder Art 
von Eichhörnchen in deren Heimath jeder Theil dieser eigen- 
thtimlichen Organisation nützlich ist, indem er sie in den Stand 
setzt den Verfolgungen der Raubvögel oder andrer Raublliierc 



zu 

oh 



entgehen, reichlichere Nahrung einzusammeln 



und zweifels- 



auch die Gefahr jeweiligen Fallen 



zu 



nd 



Dar 



folgt aber noch nicht, dass die Organisation eines jeden Eich- 
hörnchens auch die bestmögliche für alle natürlichen Verhältnisse 

I- 

verändern sich, neue Nagc- 



seye. 



Gesetzt, Klima und Vegetation 



thiere treten als Mitwerber auf, und neue Raubthiere wandern 
ein oder alte erfahren eine Abänderung, so müssten wir aller 
Analogie nach auch vermuthen, dass wenigstens einige der Eich- 
oder ganz aussterben werden 



hörnchen sich an Zahl vermindern 



5 



wenn ihre Organisation nicht ebenfalls in entsprechender Weiso 

- 

abgeändert und verbessert wird. Daher ich , zumal bei einem 



Wechsel der äussern Lebens-Bedingungen, keine Schwierigkeit 
für die Annahme finde, dass Individuen mit immer vollerer Sei- 
dürften erhalten werden, weil dieser Cha- 
rakter erblich und jede Verstärkung desselben nützlich ist. 



ten-Haut vorzugsweise 



bis 



durch Häufung aller einzelnen Effekte dieses Prozesses natur- 

lieber Züchtung aus dem Eichhörnchen endlich ein Flughörnchen 

geworden ist. 

Sehen wir nun den (liegenden Lemur oder den Galeopithe- 



I 



f 



I 



I 



I 



191 



cus 



setzt word 



welcher vordem irriger Weise zu den Fledermäusen 



ist. 




von 



die B 




Hinterend 



und verlängerte 



Er hat eine sehr breite Seitenhaut 

er Kinnladen bis zum Schwänze 



5 



welche 
erstreckt 



Fing 



schliesst. auch mit einem 



Ausbreiter-Muskel versehen ist. Obwohl jetzt keine 
den Zwischenstufen zwischen den gewöhnliche 
dem durch die Luft gleitenden Galeopithecus v( 

doch keine Schwierigkeiten für 



mittein 



Lemuriden und 



hand( 



sind 



so 



seh 



) ich 

he Zwischenglieder einm 




Annahme 



5 




existirt und sich 



ähnliche 



Art von Stufe zu Stuf 



entwickelt haben, wie oben 




zwi 



sehen 




Eich 




Fkig-Hörnche 



5 



dem jed 



weitre Schritt 



zur Verbesserung der Organisation in d 



Richtung für 




Besitzer von Nutze 



war. Auch kann ich keine unüberwindliche 



Schwierigkeit erblicke 



weiter zu unterstell 



dass sowohl der 



Vorderari 
Galeopith 
lungert 



als 




durch die Flughaut verbünd 



Fing 



des 



sich in Folge Natürlicher Züchtung allmählich ver- 



hab 



5 



und Diess würde genügen denselben, was d 



Flugwerkzeuge betrifft, in eine Fledermaus zu verwandeln. B 



jenen 



Fled 



? 



deren Flughaut nur von der Schult 





? 



unter Einschluss der Hinterbeine, zum Schwänze geht 



5 



hen wir 



ielleicht noch die Sp 



Vorrichtung, welche ursprünglich 



mehr dazu gemacht war durch die Luft zu gleiten 



3 



flieg 



We 



twa ein Dutzend eigenthümlich gebildeter Vogel 
hen oder uns unbekannt geblieben wären, wie hat 



Sippen erlos( 

ten wir nur die Vermuthung wagen dürfen, dass es jem 



Vüg 



gegeb 



habe 



? 



lebe gleich der Dickkopf-Ente (M 



pterus Eyton 



ihr 



Flug 



nur wie Klapp 



zum Flattern über 



de 



V^asserspie 



hin 



5 



od 



gleich den Fettg 



wie Rud 



im Meere und wie Vorderbeinchen auf dem Lande, oder gleich 
dem Strausse wie Seegel zu Beförderung des Laufes gebrauch- 

oder endlich gleich dem Apteryx gar nicht benützten. Und 

unter den 



ten 



3 



3 



doch ist die Organisation eines jeden dieser Vögel 
Lebens-Bedingungen, worin er sich befindet und um sein Daseyn 

kämpft. 



j für ihn vortheilhaft, wenn auch nicht noth wendig die 
beste unter allen möglichen Einrichung^n. Aus diesen Bemer- 
kungen soll übrigens nicht gefolgert werden, dass irgend eine 



192 



der eben angeführten Abstufungen der Flügel-Bildungen 
vielleicht alle nur Folge des Nichtgebrauches sind. 



j 



die 



liehen Stufen-Reih 



geh 



? 



auf welcher 



einer nalur- 



porsteigend die 



Vögel das vollkommene Flug-Vermögen erlangt haben; 



aber 



sie 



können wenigstens zu zeigen dienen, was für mancherlei We-e 
des Übergangs möglich sind. 

Wenn man sieht, dass eine kleine Anzahl Thiere aus den 
Wasser-athmenden Klassen der Kruster und Mollusken zum Le- 



ben auf dem Lande geschickt sind , wenn man sieht. 



dass 



es 



fliegende Vögel 



5 



fliegende Säugthiere, fliegende Insekten von den 



verschiedenartigsten Typen 
Reptilien gegeben 



gibt 



und vordem auch fliegende 



hat, so wird es auch begreiflich, dass fliegend 



Fische, welche jetzt mit Hilfe ihrer flatternden Brustflossen sich 

■ 

in schiefer Richtung über den See-Spiegel erheben und in wei- 
tem Bogen durch die Luft gleiten, allmählich zu vollkommen be- 
flügelten Thieren umgewandelt werden können. Und wäre Diess 
einmal bewirkt, wer würde sich dann je einbilden, dass sie in 



einer früheren Zeit Bewohner des off*enen Meeres gewesen seyen 



und ihre beginnenden Flug-Organe 



3 



Wie 



uns jetzt bekannt 



) 



blos 



dazu gebraucht haben 



3 



de 



Rachen andrer Fische zu ent- 



geh 



Wenn wir ein Organ zu irgend 



besondren Zwecke hoch 



gebildet seh 



5 



Wie 



ben die Flügel des Vogels zum Flug 



so müssen wir bedenken, dass solche Thiere auf der ersten Anfangs- 
Stufe dieser Bildung stehend .selten die Aussicht hatten sich bis 



auf unsre Tag 



erhalten 



3 



eben weil sie durch den Vervoll 



kommnungs-Prozess der Natürlichen Züchtung immer wiede 
andren weiter fortgeschrittenen Formen ersetzt worden seyn 



von 



Wir werden ferner bedenken, dass Übergangs-Stufen zwischen 



zu ganz 



hiedenen Lebens- W 



dienenden Bildung 



in 



früherer Zeit selten in grosser Anzahl und mit mancherlei unter- 



geordneten F 



gebildet worden seyn mög 



Doch, um 



so scheint 



zu unsrem fliegenden Fische zurückzukehren 

sehr glaublich, dass zu wirklichem Fluge befähigte Fische 



nicht 



untergeordneten Formen zur Erhaschung 



mancherlei Beute auf 



mancherlei Weg 



3 



Wasser und Land entwickelt worden seyen 



? 



I 



193 



bis dieselben ein 

Kampf ums Daseyn erlangten 



entschiedenes Übergewicht über andre Th 



auf Übergangsstufen 




Daher die Wahrscheinlichkeit, Arte 
Organisation noch im fossilen Zustand 



zu 



ntdecken immer nur gering seyn wird, weil sie in gering 



Anzahl als die Arten mit völlig entwickelten Bildungen existirt haben. 

nun zwei oder drei Beispiele abgeänderter und aus- 



Ich will 



der-gelaufener Lebensweisen bei Individu 



nämlichen 



Art 



führen. Vorkommend 



Falles wird es der Natürlichen 



Züchtung leicht seyn, ein Thier durch irgend eine Abänderung 
seines Baues für seine veränderte Lebensweise c 



der ausschli 



lieh für nur eine seiner verschiedenen Gewohnheiten geschickt 



zu machen. Es ist ab 



schwer und für uns unwesentlich 



zu sagen 



9 



ob im Allg 



st 




Gewohnheitc- 



und 



dann die Organisation sich ändere 



5 



od 



ob geringe Modifi 



kationen 




Baues zu 



Änderung der Gewohnheiten führen 



5 



wahrscheinlich ändern beide gleichzeitig ab 



ys 



Änderung der 



Gewohnheiten betrifft, so würde es genügen auf die Menge 
Britischer Insekten-Arten zu verweisen, welche jetzt von auslän- 
dischen Pflanzen oder ganz ausschliesslich von Kunst-Erzeugnissen 

leben. 

zahllose Beispiele anführen 



Vom Auseinandergehen der Gewohnheiten Hessen sich 

Ich habe oft eine Südamerikanische 
sulphuratus) beobachtet, als sie wie 



Würger-Art (Saurophagus si 

ein Thurmfalke über einem Fleck und 

andern schwebte und ein andermal steif am Rande des Wassers 




wieder über einem 



stund 1 
stürzte 



nd 




plötzlich wie 



Eisvogel auf 



Fisch hinab 



In 



g 



Gegend sieht man die Kohlmeise (Parus 



major) bald fast wie einen Baumläufer an 




Zweig 



herum 



klimmen, bald nach Art des Würgers kleine Vögel durch Hiebe 



auf den Kopf tödten 



: 




habe ich sie 




Saa 




Eiben 



baumes auf einem Zweige aufhämmern und dann wieder sie wie 

Nusshacker aufbrechen sehen. In Nord-Amerika schwimmt 



em 



nach Hearne's Beobachtung der schwarze Bär bis vier Stunden 
lancr mit weit oreöffnetem Munde im Wasser umher, um fast nach 
Art der Wale Wasser-Insekten zu fangen. 






Diess Beispiel war in der ersten Auflage 



angeführt um zu zeigen 



5 



wie etwa ein Wal entstehen könne. 



• • 



D. übrs. 



13 



194 



Da wir zuweilen Individuen Gewohnheiten befolgen sehen 
welche von denen andrer Individuen ihrer Art und andrer Arten 
ihrer Sippe weil abweichen , so hätten wir nach meiner Theorie 
zu erwarten , dass solche Individuen mitunter zur Entstehuno- 
neuer Arten mit abweichenden Sitten und einer mehr odei 



• wenioer 



modifizirten Organisation Veranlassung geben. 



kommen 



in 



der 



Natur vor. Kann es 



ein 



Und solche Falle 
treffenderes Bei- 



spiel von Anpassung 
umh erklettert, um 



geben , als 



den Specht, welcher an Biiumen 
Insekten in den Rissen der Rinde aufzusuchen? 
Und doch gibt es in Amerika Spechte, welche grossentheils von 
Früchten leben, und andre mit verlängerten Flügeln , welche In- 
sekten im Fluge haschen; und auf den Ebenen von La Plata 
wo nicht ein Baum wächst, gibt es einen Specht, welcher in 
allen Theilen seiner Organisation und selbst in seiner Färbung, 
seiner harten Stimme und seinem Wellen-förmigen Fluge die nahe 

gewöhnlichen Arten verrälh 



> 



Blutsverwandtschaft 



mit 



unseren 



1 



aber es ist ein Specht, der in diesen Ebenen nie klettern kann. 



Sturmvögel sind unter allen Vögeln diejenigen, die am b 



flieg 



und a m 



isten an da 



höh 



e 



Me 



» 



bund 



sind 



und 



doch gibt 



den 



gen stillen Meereng 



des Feuerland 



eine 



Art, Puffinuria Berardi, dit 



h ihrer Lebensweise im Allg 



meinen, nach ihrer erstaunlichen Fähigkeit zu tauchen, nach 



Art zu 



hwi 



und zu fliegen 



WC 



gegen 



hl 



ihrer 
Wil- 



len zu fliegen genöthigt wird, von Jed 



für einen Alk od 



(Colyinbus) gehalte 



Lappen tauche 

ihrem Wesei 

dringenden 

Seite würde man ibei d 



wer 



würd 



sie 



nach ein Sturmvogel nur mit einige 



Änderungen 



( 



lei 



Organisation 



Auf d 



ist aber 

tief ein- 
andern 



g 



Untersuchung des Kör 





Wassera 



ihrer 
Stand 
Glied 



an's V^ 



sei (Ci 
gebund 




von 



nicht die mindeste 
Lebensweise zu entdecken im 



sey 



Und doch 



chafFt sich di 




Drossel-Fa 



seinen g 



ses so abweichende 
Unterhalt nur durch 

1 und 



Gerölles mit seinen Füsse 



Tauchen, durch Aufscharren des 

durch Anwendung seiner Flügel unter W^asser. 

Wer glaubt, dass jedes Wiesen so geschafl'en worden scyo, 



wie wir es jetzt erblicken 



m u s s 



h 



nch 



berrascht ge- 



» 



t 



I 



I 



I 
I 



t 



195 



wesen seyn, eir 
weise durchaus 



Thier zu find 



d 



Organisation und Lebe 



ka 



klarer 



eyn 



? 



cht miteinander in Einklang stund 
als dass die Füsse 




Ente 




Gän 



Was 

I mit 



der grossen Haut zwischen den Zehen zum Schwimmen gemacht 



sind 
selte 



und doch gibt 



Gänse mit solchen Schw 



3 



welche 



ode 



nie ins Wasser geh 




noch Niemand 




Fregattvog 



3 



d 



ausser Andubon hat 
vier Zehen durch eine 



Schwimmhaut verbünd 



sind 



sich 



auf 



den 



Spiegel 




M 



derlas 



sehen. Andrerseits sind Lappentaucher 



d 



Wasserhühner ausgezeichnete Wasser-Vögel, und doch sind ihr 



Zehen nur mit einer Schwimmhaut g 



W 



scheint kl 



zu seyn, 
gegeben 



als 




die langen Zehen der Sumpf- Vögel ihnen 




ind 



damit sie über Sumpf-Bode 



und schwimmende 



Wasser-Pflanzen hinwegschreiten könn 



und doch ist das Rohr 



huhn cOrtygometr 



fast eb 



hr Wasser-Vogel als das Wass 



huhn, und die Ralle fast eben so sehr Land-Vogel als die Wachtel 



od 



das Feldhuhn. Man kann sag 



5 



der Schwimmfuss seye ver- 



kümmert in 



Verrichtung^ aber nicht 



F r m 




Fregattvogel dagegen zeigt der tiefe Ausschnitt der Schwimm- 
haut zwischen den Zehen, dass eine Veränderung der Fuss-Bil- 

dung begonnen hat. 

Wer an zahllose getrennte Schöpfungs-Akte glaubt, wird 
dass es in diesen Fällen dem Schöpfer gefallen hat, ein 
Wesen von dem einen Typus für den Platz eines Wesens von 



sa- 



gen, 



dem andren 



Typus 



zu bestimmen. Diess scheint 



mir 



aber 



wieder dieselbe Sache, nur in einer Würde-volleren Fassung. 



Wer an den Kampf um's Daseyn 



und 



an 



das 



Prinzip der 



Natürlichen Züchtung glaubt, der wird anerkennen, dass jedes 



nach Vermehrung seiner 



Anzahl 



in Organisation oder Gewohnheiten auch 



organische Wesen beständig 

strebt und dass, wenn es 
noch so wenig variirt, aber hiedurch einen Vortheil über irgend 
einen andern Bewohner der Gegend erlangt, es dessen Stelle 
einnehmen kann, wie verschieden dieselbe auch von seiner eig- 
nen bisherigen Stelle seyn mag. Er wird desshalb nicht darüber 
erstaunt seyn, Gänse und Fregattvögel mit Schwimmfüssen zu 
sehen, wovon die einen auf dem trocknen Lande leben und 



die 



13 






196 



t 



andern sich nur sehr selten auf's Wasser niederlassen, oder 
langzehige Rohrhühner (Crex) zu finden, ^Yeiche auf Wiesen 
statt in Sümpfen wohnen; oder dass es Spechte giht, wo keine 
Bäume sind, dass Drosseln unters Wasser tauchen und Sturm- 
vögel wie Alke leben. 

Organe von äusserster Vollkommenheit und Zu- 
sammengesetztheit.) Die Annahme 5 dass sogar das Auge 
mit allen seinen der Nachahmung unerreichbaren Vorrichtungen, 
um den Focus den manchfaltigsten Entfernungen anzupassen, ver- 
schiedene Licht-Mengen zuzulassen und die sphärische und chro- 
matische Abweichung zu verbessern, nur durch Natürliche Züchtung 
zu dem geworden seye, was es ist, scheint-, ich will es offen 



? 



gesteh 



5 




höchsten möglichen Grade absurd zu seyn. Und doch 
Vernunft, dass, wenn zahlreiche Abstufungen von 



mir die 

1 vollkommenen und zusammengesetzten bis zu einem g 



5 



einem 

fachen und unvollkommenen Auge, alle nützlich für ihren Besitzer 
vorhanden sind, — wenn das Auge etwas zu variiren geneigt ist 
und seine Abänderungen erblich sind, was sicher der Fall ist 

beträchtliche Abänderung eines 

Organes immer nützlich ist tiir ein Thier, dessen äusseren Le- 
sich ändern: dann scheint der Annahme, dass 



) 



wenn eine mehr und weniger 



bens- Bedingungen 
ein vollkommenes 
Züchtung gebildet 



d zusammengesetztes Aug 



durch Natürl 



werden könne, doch keine wesentliche Schwie 




m e h 1 



ntgegenzustehen, wie schwierig auch die Vorstc 





Die 



rag 



wie 



davon für unsre Einbildungskraft seyn ma 
ein Nerv für Licht empfindlich werde, beunruhigt uns 
schwerlich mehr, als die, wie das Leben selbst ursprünglich ent- 
stehe. .Jedoch will ich bemerken, dass verschiedene Thatsachen 



ich zur Vermuthung bring 



? 



d 



d 



sensitive 




Licht und ebe 



für 



gröberen Schwingungen 




für 



Luft ein 



pfindlich gemacht werden könne, welche den Ton hervorbringen 

Was die Abstufungen betrifft, mittelst welcher ein Organ ir 



gend 



einer Sp 



ervollkommnet word 



ist 



; 



SO 



Wir 



dieselbe allerding 



nur 



in gerad 



Linie bei ihr 



sollten 
1 Vor- 



gänger 



aufsuchen. Diess ist aber 



hwerlich 



möglich 



j 



d wir sind jedenfalls genöthigt uns unter den Arten derselben 



I 



> 



f 



I 



I 



197 



\ 



Grupp 
rrmng 

stufung 



d. h. bei den Seitenverwandten von gleicher Abstam 



mit d 



rste 



? 



m 



glich sind 



? 




Iien um zu erkennen, 
ob es wahrscheinlich 



was 
dass 



welche Abstufung 



von 




rsten Stamm- Altern an oh 



•Ab- 
gend 

alle 



oder mit nur geringer Abänderung auf 




jetzigen Nachkomme 



Übertrag 
thieren 



Word 



eyen 



Unt 



d 



find 



wir nur eine gering 



jetzt lebend 
Abstufung in 




Wirbel- 
Bildung 



des Auges (obwohl der Fisch Amphioxus ein sehr einfach 



Aug 



ohne Linse besitzt), und an fossilen We 



lässt sich 



Untersuchun 



» 



ehr darüb 



teilen. Wir hätten wahrscheinli 



weit vor die unterst 



Fossilien -führend 



Schichten 



geh 



um die ersten Stufen 




Vervollkommnung 




ückzu 
Auge; 



in diesem Kr 




Thier-Reichs zu entdecke 



I 



Unterreich 



der 



Kerbth 



kann 



man 



von 



einem 



e 



fach mit Pigment überzog 



Seh 



geh 



5 




ft 



eine Art Pup 



bildet, aber ohne Krystall-Linse und sonstig 



ptische Vorrichtung ist 



Von diesem Augen-Rudimente 



etwa Licht von Dunkelheit 



5 



b 



ichts weiter zu 



welches 
scheiden 



im Stande ist, schreitet 



die Vervollkommnung 



welch 



J. Müller von Grund aus verschied 



fortj 

führt 

Au(Ten« mit Krystall-Linse und Hornhaut versehen, od 



Richtung 
glaubt ; 



mlich entwed 




zu Stemmata od 




sie 



fachen 



9 



) zu 



gesetzten Aug 



? 



welch 



allein 



der hauptsächlich 



nur dadurch wirken, dass sie alle Strahl 



5 



einem Punkte des geseh 



Gegenstand 



welch 
komn 



von 



gend 



bis 



f 



denjenigen Strahlen-Büschel ausschliessen, welcher senkrecht auf 



d 



Diesen zusammengesetzten Aug 



nun 



konvexe Netzhaut fällt. 

mit Verschiedenheiten ohne Ende in Form, Verhältniss, Zahl 



d Stellung der durchsieht 



Ö 



mit Pigment überzogenen Keg 



5 



welche nur durch Ausschliessung wirken, gesellt sich bald noch 

mehr oder weniger voUkommne Konzentrirungs-Vorrichtung 
indem in den Auoren der Meloe z. B. die Facetten der Cor- 



eine 
bei. 



nea 



aussen 




innen etwas konve 



? 



mithin Linsen -förmig 



werden. Viele Kruster haben (nne doppelte Cornea, eine äussre 

eine innre in Facetten getheilte. in deren Substanz 



glatte und 



nach ]\hLNE Edwards »renflemens lenticulaires paraissent s'etre 



198 



V 



zuweilen lassen sich diese Linsen als e\i\o bc- 



developpes«, und 

sondre Schicht von der Cornea ablösen. 



Die durchsichtigen mit 



Pigment überzogenen Kegel , von welchen Mülleu angenommen, 
dass sie nur durch Ausschliessung divergenter Licht-Strahlen- 
büschel wirken, hängen gewöhnlich an 
auch nicht selten 



der Cornea an, sind aber 



davon abo;esondert und 



zeigen eine konvexe 
äussre Fläche: sie müssen nach meiner Meinung in diesem Fall 



V 



wie konvergirende Linsen wirken. Dabei ist die Struktur der 



zusammengesetzten Augen so manchfaltig 



? 



dass Müller drei 



1 



Hauptklassen derselben mit nicht weniger als sieben Untcrab- 
theilungen nach ihrer Struktur annimmt. Er bildet eine vierte 
Hauptklasse aus den »zusammengehäuften Augen« oder Gruppen 



« « 



von Stemmata, welche nach seiner Erklärung den Übergang bil- 



? 



^ 



den von den Mosaik-artig »zusammengesetzten Augen« ohne Kon- 
zentrations-Vorrichtung zu den Gesichts-Organen mit einer solchen. 

Wenn ich diese hier nur allzukurz und unvollständig ange- 
deuteten Thatsachen, welche zeigen^ dass es schon unter den 
jetzt lebenden Kerbthieren viele stufenweise Verschiedenheiten 



der 



Augen -Bildung gibt 



4 « 



5 



erwäge 



und ferner bedenke , wie 



Arten im Vergleich zu den bereits 



klein die Anzahl lebender 
erloschenen ist, so kann ich (wenn auch mehr als in andern 
Bildungen) doch keine allzugrosse Schwierigkeit für die Annahme 
finden, dass der einfache Apparat eines von Pigment umgebenen 
und von durchsichtiger Haut bedeckten Sehnerven durch Natürliche 
Züchtung in ein so vollkommenes optisches Werkzeug umge- 



wandelt worden seye 

m wird. 



5 



wie es bei den vollkommensten Kerbthie- 



ren gefunden 

Wer nun weiter gehen will, wenn er beim Durchlesen dieses 
Buches findet, dass sich durch die Descendenz-Theorie eine" grosse 



Meng 



anderweitig unerklärbaren Thatsachen begreife 



lasse, 
dass 



braucht kein Bedenken gegen die weitre Annahme zu haben, 
durch Natürliche Züchtung zuletzt auch ein so vollkommenes Ge- 
bilde, als das Adler- Auge ist, hergestellt werden könne, wenn 
ihm auch die Zwischenstufen in diesem Falle gänzlich unbekannt 



nd 



Sein Verstand muss seine Einbildungs-Kraft 



berwind 



Doch habe ich selbst die Schwierigkeit viel zu gut geftihlt 



5 



dass 






t 

1 






199 



ch 



ich 



gennaassen darüber wund 



könnte, wenn Jemand 



es 



gewa 




findet 



5 




Theorie 



zu einer so 



staunlichen W 



der Natürlichen Züchtung 
auszudehner 




zu 



Man lainn k 
ergleichen. 



meid 



? 



das Aug 



mit einem Teleskop 



W 



wissen 



5 




dieses Werkzeug durch lang 



fortgesetzte Anstrengung 




höchsten 



nschlichen Intellig 



bessert word 



ist 



5 





atürlich d 



5 



dass da 



Aug 



seine 



Vollkommenheit durch einen etwas 



a t h a b e . 



Sollt 



aber diese Vorstellung 



hnlichen Prozess 
licht blos in der 



Einbildung beruh 
Schöpfer 



Hab 



wir 



ein Recht anzunehmen 



? 






wirke 



Mensche 



Wollt 



w 



ntellektueller Kräfte ähnlich denen des 




Aug 



einem optisch 



Instrument 



vergieicii^>»5 



h 



so müsste 



durchsichtigen Geweb 



mit einem 




Licht 



wir in Gedanken eine dicke Schicht eines 
annehmen, getränkt mit Flüssigkeit und 
p fänglichen 



stellen, dass jeder Th 



d 



Nerven 

r Schicht 



d 



und dann 



g 



gesetzt seine Dichte verändere, so dass verschied 



ber 
Lag 



unaus- 



versch 



Dichte übereinander und in ungleich 



m von 
Entfer- 



gen von einander entstehen, und d 



L 



o 



langsam ihre 



1- 



änd 



■ % 4 



c 



^^ 



terste 



d 



eine Kraft 




Natürliche Züchtung) 



die Oberflache einer 
müssten ferner un- 

> 

vorhanden 



seye, welche bestandig eine jede geringe zufällige Veränderung 



3 




durchsichtig 



I 



g 



in den (lurcnsicnugtMi i^c»- 



rung sorgfältig auswähle, die unter 



beobachte und jed 



Abänd 



änderte 



Umstand 



in 



I 



gend 



r Weise oder in irgend i 
zubringen geschickt wäre 



neue Zustand 



d 



Bild h 

jeder 

vervielfältigt, und jedei 

rer hervorgebracht sey 



jm 
W 



Instrumente 



werd 



so 




Grade ein deutlicheres 
r müssten unterstellen, 
werde mit einer Million 
erhalten, bis ein bess- 



? 




aber zerstört 



r 

Bei lebenden 



pern 



brinoft V 



neration 



1 fältigt sie 



Unendlich 



Verschiedenheiten hervor, Ge- 

^. und Natürliche Züchtung 



findet mit nie irrendem Takte jede Verbesserung zum 



Zwecke 



weiterer ^ 



ö 



heraus. Denkt man sich nun d 



Pro: 

Mill 



M 




Million 



Jahr 




d jed 



hr an 



dividiiender nmnchfaltigsten Art fortgesetzt: sollte man 




cht erwarten, dass das lebende opU 



Instrument 



dlich 



200 



5 



in demselben Grade vollkommener als das gläserne werden müsse 
wie des Schöpfers Werke überhaupt vollkommner sind, als die 
des Menschen? 

Liesse sich irgend ein zusammengesetztes Organ nachweisen 
dessen Vollendung nicht durch zahllose kleine aufeinander-folgende 
Modifikationen erfolgen könnte, so müsste meine Theorie unbe- 
dingt zusammenbrechen. Ich vermag jedoch keinen solchen Fall 
aufzufinden. Zweifelsohne bestehen viele Organe, deren Yer- 
vollkommnungs- Stufen wir nicht kennen, insbesondre bei sehr 
vereinzelt stehenden Arten , deren verwandten Formen nach 



5 



meiner Theorie in weitem Umkreise erloschen sind. 



So 



niuss 



auch , 



wo es sich um ein allen Gliedern eines Unterreichs 



gemeinsames Organ handelt , dieses 



Organ 



schon in einer 



sehr frühen Vorzeit gebildet worden seyn, weil sich nachher erst 



alle 



5 

Glieder dieses Unterreichs entwickelt haben; und wenn wir die 



frühesten Ubergangs-Stufen entdecken wollten, welche das Organ 

zu durchlaufen hatte, so müssten wir uns bei den frühesten 

Anfangs-Formen umsehen, 
loschen sind. 



welche jetzt schon längst wieder er 



Wir müssen uns wohl bedenken zu behaupten 



5 



ein 



Organ 



habe nicht durch stufenweise Veränderungen irgend einer Art 
gebildet werden können. 



Man 



könnte zahlreiche Fälle an- 



führen, wie bei den niederen Thieren ein und dasselbe Organ 



ganz 



verschiedene Verrichtungen besorgt: athmet doch und ver- 



daut und exzernirt der Nahrungskanal in. der Larve der Drachen- 
fliege wie in dem Fische Cobitis. Wendet man die Hydra wie 
einen Handschuh um, das Innere nach aussen, so verdaut die 
äussre Oberfläche und die innre athmet. In solchen Fällen hätte 
durch die Natürliche Züchtung ganz leicht ein Theil oder Organ, 
welches bisher zweierlei Verrichtungen gehabt hat, aussctiliesslich 
nur für einen der beiden Zwecke ausgebildet und die ganze 
Natur des Thieres allmählich umgeändert werden können, wenn 
Diess für dasselbe von Anfang an nützlich gewesen wäre. Gewisse 
Pflanzen, wie namentlich einige Hülsen-Gewächse, Violaceen u. a. 
bringen zwei Arten von Blüthen, 



zustehenden Bildung 



5 



die einen mit der ihrer Ordnung 
die andern verkümmert, aber zuweilen 



» 



I 



» 



9 



20 t 



fruchtbarer als die ersten, 
mehre Jahre lang Blüthen 



Unterliesse nun eine solche Pflanze 




ersten Art zu bringen, wie es 



ein 



in Frankreich eingeführtes Exemplar von Aspicarpa 



wirklich 



gethan, 
Wandlung 
Organe v 



so würd 



in d 



in de 
rricht 



Natu 



d 



That eine grosse und plötzliche l 

ize eintreten. Zwei verschiede 



ZUW( 



Pflanze 

miteinander einerlei Dienste 



selben Individuum, wie es z. B. Fische gibt mit Kiemen, 



dem- 
womit 



sie 



die im Wasser vertheilte Luft einathmen. während sie zu 



gleicher Zeit atmosphärische Luft mit ihrer Schwimmblase zu 
athmen im Stande sind, welche zu dem Ende durch einen Luft- 
gang mit dem Schlünde verbunden und innerlich von sehr Gefäss- 
reichen Zwischenwänden durchzogen ist (Lepidosiren). In diesem 
Falle kann leicht eines von beiden Organen verändert und so 
vervollkommnet werden, 
allein übernimmt, während das andre entweder zu einer neuen 



dass es immer mehr die ganze Arbeit 



Bestimmung übergeht oder gänzlich verkümmert. 

Diess Beispiel von der Schwimmblase der Fische ist sehr 
belehrend, weil es uns die hoch-wichtige Thatsache zeigt, 



wie 
ein ursprünglich zu einem besondren Zwecke, zum Schwimmen 



ganz andre Verrichtung um- 



nämlich, gebildetes Organ für eine 

geändert werden kann, und zwar für die Athmung. 



Auch ist 



r 

die Schwimmblase als ein Nebenbestandtheil für das Gehör-Organ 
mancher Fische mit verarbeitet worden, oder es ist (ich weiss 
nicht, welche Deutungs-Weise jetzt am allgemeinsten angenommen 
wird) ein Theil des Gehör-Organes zur Ergänzung der Schwimm- 
blase verwendet worden. Alle Physiologen geben zu, dass die 
Schwimmblase in Lage und Struktur »homolog« oder «ideal gleich« 
seye den Lungen höherer Wirbelthiere; daher die Annahme, 
Natürliche Züchtung habe eine Schwimmblase in eine Lunge oder 

Athem-Organ verwandelt, keinem grossen 



ein ausschliessliches 



Bedenken zu unterliegen scheint. 



Ich kann in der That kaum bezweifeln, dass alle Wirbel- 



thiei 



•e 



mit ächten Lungen auf dem gewöhnlichen Fortpflanzungs- 



Wege von einem alten unbekannten Urbilde mit ( 
Apparat oder einer Schwimmblase herstammen 



Schwimm- 



So 




man 



sich, wie ich aus Professor 



interessanter Beschreibung 



202 



dieser Theile entnehme, die sonderbare Tliatsache erklären 



j 



wie 



es komme, d 
zu uns nehm 



jed 



Theilch 



von 



Speise und Trank, die 



wir 



über die Mündung der Luftröhre vveggleiton 



mus 



it 



g 



Gelahr 



die Lun 



» 



fallen, der sinnreichi'n 



Einrichtung ungeachtet, wodurch der 

Bei den 
Schwund 



hld 



Ö 



d 



höh 



Wirbelthier 



d d 



Kiemen gänzlich ver- 



b 



d 



Spalte 




Seit 




H 



Schlingen- förmige Verlauf 



d 



Artei 



scheinen in d 



und de 
Embry 




Menschen noch ihre früh 



St 



es begreiflich gewesen, wenn d 
Kiemen durch Natürliche 



jetzt 



» 



udeu 
izlich 



Do 



Ware 



hwund 



Züchtung zu einem g 



deren Zwecke 



wie 



b der Ansi 



einig 




umgearbeitet worden wären ; 

forscher, dass die Kiemen und Rückenschuppen gewisser R 



ö 



Würmer 



it d 



Flüge 



Insekten homolog sind , 



es 



d Flügeldecken der sechsfüssigen 

dass Organe, 



heinlich wäre 




in 



sehr alter Zeit zur Athmung gedienl, jetzt zu Flug-Org 



gewandelt seyen. 
Was den Übergang der Orga 



zu andern Funktionen bctriffl 



3 



ist es so wichtig sich 



mit der Möglichkeit desselben vertraut zu 



mache 



5 



dass ich noch ein weitres Beispiel antiib 



will. 



Die 



kleine Hautfall 



3 



gestielten RankenCiisser (Cirripedes) haben zwei 

von mir Eier-Zügel genannt, welche bestimmt sind, mittelst emcr 



klebrig 



Absond 



g 



Eiersack ausgebrütet wen 



die Eier zurückzuhalten, so lange sie im 

^n keine 



Diese Rankenfüs 



hab 



Kiemen, indem die ganze Oberfläche des Körpers und Sackes 
mit Einschluss der kleinen Zügel zur Athmung dient. Die Baia- 




od 



sitzenden Cirripeden dageg 



haben keine solch 



Zug 



5 



ind 




Eier los 




Grunde des Sacke 



der 



wohl geschlossenen 



Sei 



e 



g 



ber sie haben grosse faltige 



Kiemen. 
Eier-Züg 



Nun denke ich 



wird Niemand bestreiten 



dass die 



der einen 



sind 



wie sie 




übergehen 



auch in 



Daher bezweifle 



Familie homolog mit den Kiemen der andern 

er That stufenweise in einander 




h 



ht 



5 



das 



kl 



Hautfalt 



3 



welche hier anfangs als Eier- Zügel gedient 



Grade schon bei der Athmung 



mitgewirkt 



? 



und in geringem 
durch 



Nat 



Züchtung stufenweis 



m 



Kiemen verwandelt word 



d bloss 



I 

I 



i 



I 



203 



/ 



durch Vermehrung ihrer Grösse bei orleichzeitiger Verkümmerung 



o 



der ih 



nhängenden Drü 



Wären alle gestielten Cirripeden 



erloschen (und sie haben bereits mehr Vertilgung 



fahre 



d 



) 



wi 



Athmun^s-Org 




hätten wir uns 
sr Balaniden ui 



denken können 



5 



d 



als 
die 



prünglich den Zweck gehabt 



hätten, die zu frühzeitige Ausführung d 
ZU verhindern? 




dem Eiersack 



sey 
lieh 



j 



Obwohl ich gemahnt habe vorsichtig b 

möglicher V^eise 




cht 



dass ein Organ n 
Übergänge gebildet word 



d u r ch 



Annahme zu 



allmäh 




seyn 



könne, so geb 



ich docl 



g 



zu. d 



? 



seh 



schwierige Fäll 



ge 



? 



d 



• • 



ge ich 



einem g 



« * 



Werke zu erört 



gedenke 



Einen der schwierigsten bild 



d 



Geschlecht 



th 



d 



oft sehr abweichend sowohl von d 



Männch 



Kerb- 
m als 



auf wei- 



den fruchtbaren Weibchen ihrc^r Spezies gebildet sind, 
chen Fall ich jedoch im nächsten Kapitel zurückkommen will. 
Die elektrischen Oro^ane der Fische bieten einen andren Fall von 
eigenthümlicher Schwierigkeit dar; es ist unbegreiflich, durch 
welche Abstufungen die Bildung dieser wundersamen Organe 
bewirkt worden seyn mag. Doch gleicht nach R. Owens u. A. 
Bemerkung ihre innerste Struktur ganz derjenigen gewöhnlicher 
Muskeln, und da unlängst gezeigt worden^ dass Rochen ein dem 
elektrischen Apparate ganz analoges Organ besitzen, aber nach 
Matteucci's Versicherung keine Elektricität entladen , so müssen 
wir gestehen, dass wir viel zu unwissend sind um behaupten 



zu dürfen, dass kein Übergang irgend einer Art möglich seye. 

Die elektrischen Organe bieten aber noch andre sehr ernst- 
liche Schwierigkeiten dar. Wenn ein und dasselbe Organ in 
verschiedenen Gliedern einer Klasse und zumal mit sehr aus- 



einander-gehenden Gewohnheiten auftritt, so 



mag 



man seine 



An- 



wesenheit in diesen Gliedern durch Erbschaft von einem gemein- 
Samen Stamm -Vater und seine Abwesenheit in andern durch 
Verlust in Folge von Nichtgebrauch oder Natürlicher Züchtung 
erklären. Hätte sich aber das elektrische Organ von einem alten 
damit versehen gewesenen Vorgänger auf jene Fische vererbt, 
so dürften wir erwarten, dass alle noch elektrischen Fische auch 



204 



sonst in näherer Weise mit einander verwandt seyen. Nun gibt 

durchaus keine Veranlassung zu glauben, 



aber die Paläontologie 
dass vordem die meisten Fische mit elektrischen Organen ver- 
sehen Seewesen seyen. 



irebüsst hätten. 

55 



w^elche fast alle ihre Nachkommen ein- 
Die Anwesenheit leuchtender Organe in einigen 



wenigen Insekten aus den manchfaltigsten Familien und Ordnungen 



bietet einen 



könnte deren noch mehr 



damit gleichlaufenden schwierigen Fall dar. 



Man 



anführen, wie 



denn z. B. im Pflanzen- 



Reiche die ganz eigenthümliche Entwickelung einer Masse von 
Pollen- Körnern auf einem Fussgestelle 
an dessen Ende bei Orchis und 



mit einer klebrigen Drüse 



bei Asclepias, zweien unter 



den 



Blüthen-Pflanzen möglich weit auseinanderstehenden Sippen, ganz 
die nämliche ist. Doch kann man bemerken , dass in solchen 

Fällen, wo zwei 

selben anomalen Organe versehen sind, 



sehr verschiedene Arten mit anscheinend dem- 

doch gewöhnlich einige 



Grund-Verschiedenheiten sich daran entdecken lassen. Ich möchte 



ö 



laub 



d 



fast in gleicher W 



5 



Wie zwei 



Mensch 



zu- 



wei 



unabhängig von einander auf genau di 



mliche Ent 



deckung 



er falle 



sind 



? 



so hab 



auch 




Natürliche Züchtun 



o 



zum Besten eines jed 
Abänderungen Vorlhe 



Wesens wirkend 



d 



log 



ziehend, zuweilen zwei Th 



auf fast 



ganz 



gleiche Weise in zwei organischen Wesen modifizirt, welch 



i 



ihrer Abstammung von einem nämlichen Stamm-Vater nur wenig 



Gem 



einsames'' in ihrer Organisation verdanker 
Obwohl es in vielen Fällen sehr schw 



ist zu 



th 



5 



durch welche Übergang 



die Organe zu ihrer jetzigen Beschaffe 



heit gelangt seyen 



so bin ich doch, in Betracht 




sehr ge- 



ringen Anzahl noch lebender und bekannter gegenüber den unter 
gegangenen und unbekannten Formen, sehr darüber erstaunt ge 
wesen zu finden, wie selten ein Organ vorkommt, zu welchen 



cht 



g 



Übergangs - Stufen 



führten 



Die Wahrheit die 



Bemerkung ist schon in 
naturgeschichtlichen Reg« 

Wir finden Diess in 
forscher angenommen 




alten obwohl etwas 



bertriebenen 



Natura non facit saltuni« anerkannt 




Schriften fast aller 



rfahrenen Natur 



gedrückt 



; MiLNE Edwards hat es mit den Worten 
Die Natur ist verschwenderisch in Abänderungen, 



205 



aber goitzig in Neuerungen. Wie sollte 



Theorie damit zugehen' 
und Organe so vieler 



es nach der Schöpfungs- 
woher sollte es kommen, dass alle Theile 



bhäng 



Wesen, wenn 



5 



4 

jedes 




selben für seinen eignen Platz in der Natur 



haffen word 



5 



« • 



doch durch ganz allmähliche Übergang 



miteinander verkettet 



\ 



Warum hätte die Natur nicht einen Sprung von d 



sind? 

Organisation zur andern gemacht? Nach der Theorie Natürlicher 

Züchtung dagegen können wir es klar begreifen, weil diese 

sich nur ganz kleine allmähliche Abänderungen zu Nutzen macht 5 

■ 

sie kann nie einen Sprung machen, sondern muss mit kürzesten 
und langsamsten Schritten voranschreiten. 

Organe von anscheinend geringer Wichtigkeit.) 
Da Natürliche Züchtung auf Leben und Tod arbeitet, indem sie 
nämlich Individuen mit vortheilhaften Abänderungen erhält und 
solche mit ungünstigen Abweichungen der Organisation unter- 
drückt, so schien mir manchmal die Entstehung einfacher Theile 
sehr schwer zu begreifen, deren Wichtigkeit nicht genügend er- 
scheint, um die Erhaltung immer weiter abändernder Individuen 
zu begründen. Diese Schwierigkeit, obwohl von ganz andrer 



gross zu seyn als die hin- 



Art, schien mir manchmal eben so 

sichtlich so vollkommner und zusammengesetzter Organe 

die Augen. 



3 



Wie 



Erstens aber wissen wir viel zu wenig von dem ganzen 



Haushalte eines orgar^'schen Wesens, 



um 



sagen 



zu können 



5 



welche geringe Modifikationen für dasselbe wichtig seyn können, 
und ich habe in einem früheren Kapitel Beispiele von sehr ge- 
ringen Charaktern, wie den Flaum der Früchte und die Farbe 
ihres Fleisches angeführt, welche in so ferne, als sie auf die 
Angriffe der Insekten von Einfluss sind oder mit der Empfind- 
lichkeit der Wesen für äussre Einflüsse in Zusammenhang stehen, 
bei der Natürlichen Züchtung gewiss mit in Betracht kommen. 
Der Schwanz der Giraffe sieht wie ein künstlich gemachter 
Fliegenwedel aus, und es scheint anfangs unglaublich, dass der- 
selbe durch kleine au Feinander folgende Verbesserungen allmählich 
zur unbedeutenden Bestimmung eines solchen Instrumentes her- 
gerichtet worden seyn solle. Doch hüten wir uns gerade in 



/ 



206 



diesem Falle uns allzu bestimmt auszusprechen, indem wir ja wis- 
sen, dass Daseyn und Verbreitungs-Weise des Rindes u.a. Thiere in 
Süd-Amerika unbedingt von deren Vermögen abhängt den Au- 
griffen der Insekten zu widerstehen; daher Individuen, welche 
einigermaassen mit Mitteln zur Verthcidigung gegen diese kleinen 
Feinde versehen sind, geschickt wären sich mit grossem Vorlhcil 



üb 



neue Weide-Plätze zu 



breiten 




als ob 



g^ 



Säugthiere (einige seltene Fälle ausgenommen) jetzt durch Fli 



Ö 



ort würd 



o 



aber sie werd 



von ihnen so 



g 



t und geschwächt 



5 



d 



sie K 



5 



gel 



Futter-Mangel und den Nachstellung 
grössrer Anzahl erlieg 




Raubthiere in weil 



Org 



von jetzt unwesentlicher Bedeutung künn 



erst 



Stamm-Ältern zuweilen von hohem. Werthe gewese 



den 
und 



ach früherer langsamer Vervollkommnung in ungelahr demselb 



o 



Zustande 
deren ni 



der 
hrig 



Nachkommen vererbt word 



sey 



5 



Nutzen nur noch unbedeutend ist 



? 



obwohl 
während 



hädliche Abweichungen von dem früheren Baue durch INalüi 



liehe Züchtung fortdauernd gehindert werd 



Wenn man b 



was für ein wichtiges Organ des Ortswech 



ist 



obachtet, 

Schwanz für die meisten Wasser-Thier 

allgemeine Anwesenheit und Verwendung zu 



der 




so vielen Land-Thieren 



j 



welch 



d urch 



so lässt sich seine 
lancherlei Zwecken 
odifizirte Schwimm- 



blase 



od 



Lung 



ihre 



verrathen, ganz wohl begreifen 



Abstammung 

Nachde 



aus 




\> 



ein Wasser-Thier 



einmal mit einem 



wohl-entwickelten Steuer-Schwänze ausg 



ist 



kann 



derselbe 



päter 



zu 




manchfaltigsten Zwecke 



mgearbeitet werd 



5 



Fliegenwed 



5 



zeug, oder zu einem Mittel schneller Wendung d 



n Greifwerk- 
Lautes, wie 



5 



es beim Hund 



der Fall ist, obwohl dieses Hilfsmittel nur schwach 



sey 



mag 



? 



ind 




Has 



5 



fast ganz ohne Schwanz 



sich 



rasch genug zu 

Zweitens : 



ist 



wenden im Stande 
dürften wir mitunter 



Charakter 



Wichtigkeit zutrauen, die ih 

welche von 
lieber Züchtung h 



Wahrheit 



ht 



eine grosse 
ukommt. und 



o-anz sekundären Ursachen unabhängig von 

?5 



Natur 



Erinn 



wir uns 



5 



dass Klima. Nah 



j 



I 
I 



207 



rung 



u. s. w 



wahrscheinlich 



gt^ 



kleinen Einfluss 



f 




Organisation hab 



i 



d 



ältere Charakter 



der Rückkehr wieder zum Vorschein kom 



hnng 




Entwicklung einen 




ach dem Gesetze 
dass Wechselbe- 



bedeutenden Einfluss 



") 



uf die Abänderung verschiedener Gebilde äussern, und endlich 




sexuelle Zuchtwahl oft wesentlich auf solch 



äussere Cha 



raktere einer Thier-Art eingewirkt hat, welche dem mit andren 



kämpT 



Männchen eine bessre Waffe oder einen besondre 




in d 



Aug 



d 



eine aus den ge 



Weibche 
Ursachen 



erliehen. Überdie 



mag 



gang 



Abänderung 



der Strukt 
späterhin 

setzten ui 



fangs 
bei d 




ohn 



Werth für die Art gewesen seyn 



5 



unter neue Lebens-Bedingungen ver- 




mit neuen Gewohnheiten 



sehenen Nachkomm 



an Bedeutung gewon 



haben 



will 



ge Beispiele zu Erläuterung die 



letzten 




g 



führe 



W 



es nur gru 



le Spechte gäbe und wir 
wüssten von schwarzen und bunten nichts, so würde ich mir zu 
sagen erlauben, dass die grüne Farbe eine schöne Anpassung 



und dazu bestimmt seye, diese an den Bäumen herumkletternden 
Vögel vor den Augen ihrer Feinde zu verbergen, dass es mit- 
hin ein für die Spezies wichtiger und durch Natürliche Züchtung 

die Sache verhält 



erlangter Charakter seye : 



so aber, wie sich 



5 



rührt die Färbung zweifelsohne von einer ganz andern Ursache 
und wahrscheinlich von geschlechtlicher Zuchtwahl her. Eine 
kletternde Bambus- Art im Malayischen Archipel steigt bis zu den 
höchsten Baum-Gipfeln empor mit Hilfe ausgezeichneter Ranken, 
welche Büchel-weise an den Enden der Zweige befestigt sind, und 
diese Einrichtung ist zweifelsohne für die Pflanze von grösstem 
Nutzen. Da wir jedoch fast ähnliche Ranken an vielen Pflanzen 
sehen, welche nicht klettern, so mögen dieselben auch beim 



Bambus von unbekannten Wachslhums-Gesetzen herrühren und 
von der Pflanze erst später, als sie noch sonstige Abänderung 
erfuhr und ein Kletterer wurde, zu ihrem Vortheile benützt und 
weiter entwickelt worden seyn. Die nackte Haut am Kopfe des 
Geyers wird gewöhnlich als eine unmittelbare Anbequemung des 
oft in faulen Kadavern damit wühlenden Thieres betrachtet: in- 



/ 



208 



zwischen müssen wir vorsichtig seyn mit dieser Deutung, da 
auch die Kopfhaut des ganz säuberlich fressenden Wälschhahns 



ja 



^ 



nackt ist. Die Nähte an den Schädeln 



junger Säugthiere 



sind 



als eine schöne Anpassung zur Erleichterung der Geburt dar 



ö 



L" 



»_ 



stellt worden 



5 



und ohne Zweifel begünstigen sie dieselbe oder 



sind 



sogar 



unentbehrlich , da aber auch solche Nähte an den 



Schädeln junger Vögel und Reptilien vorkommen, welche nur 
aus einem zerbrochenen Eie zu schlüpfen 



nöthig haben, so dür- 



fen wir schliessen, dass diese Bildungs-Weise von den Waclis- 
thums- Gesetzen herrühre und den höheren Wirbelthieren dann 
nur gelegentlich auf jene Weise nütze. 

Wir wissen ganz und gar nichts über die Ursachen, welche 

kleinen Abänderungen veranlassen. 



die 



und fühlen Diess am 



meisten, wenn wir über die Verschiedenheiten unsrer Hausthier- 



5 



Rass 



m 



and 



Gegenden und zumal b 



nder zivilisir- 



ten Völkern nai 
Züchtung befass 



hdenk 



5 



welche sich nicht mit pla 



o 



Sorgfältige Beobachter 



• • 



d der Uberz 



gung, dass ein feuchtes Klima den Haarwuchs befördre und dass 
Hörn mit Haar in gleicher Beziehung stehe. Gebirgs-Rassen sind 
überall von Niederungs-Rassen verschieden, und Gebirgs-Gegen- 



den werd 



wahrscheinlich 



f die ,Hinterbe 



und allenfalls 



das Becken wirken, sofern d 



daselbst mehr in Anspruch 



genommen werden ; nach dem Gesetze homologer Variation wer- 
den dann auch die vordren Gliedmaassen und wahrscheinlich der 



werd 



Kopf mit betroffen 

der Mutter durch Druck auf 



Auch dürfte die For 



de 




Kopf-Form des Jung 



Beckens 

n ihrem 



Leibe wirken 



Wahrscheinlich vermehrt auch die schwierigere 



Athmung in hohen Gebirgen die Weite des Brustkastens- und 



5 



D 



nicht ohne Einflus 



noch andre Theile 



In 



hiede 



nen Gegend 



haben 



h 




Wilden gehaltenen Hauslhicro 



um 



hr eignes Daseyn zu kämpfen und mögen 



daher bis zu 




wissem Grade noch Natürlicher Züchtung unterlieg 




Individuen mit abweichender Konstitution in 



and 



Daher 
Klima- 



ten besser fortkommen werd 



5 



nun 



dürften aber Konstitution 



tehen 



und Färbung in Wechselbeziehung mit einander i 

guter Beobachter versichert, dass der Grad, in welchem das R 



Ein 



» 



209 



von Flieg 



leidet 



5 



sowie 



der Gefahr seiner Vergiftung durch 



gewisse 
bung 



Pflanz 



von d 



Färbung abhäng 



daher denn Fär 




Einfluss Natürlicher Züchtung unterstützt 



Wir haben 



aber viel zu wenig Erfahrung 



5 



um über d 



gleichungsweise 



Wichtigkeit 




d 



nderungs-Gesetze Betrachtungen anzustellen 



d 



nur 



rwähnt um zu 



bekannten und unbekannten Ab- 

und ich habe hier 
wenn wir nicht im 



gen 



dass 



Stande sind, die charakteristischen Verschiedenheiten unsrer kul- 
tivirtern Rassen zu erklären, welche doch allgemeiner Annahme 



zu folg 



durch gewöhnliche Fortpflanzung entstand 



sind 



wu 



auch unsre Unwissenheit üb 



d 



genaue 



ürsach 



g 



ana- 



loger Verschiedenheite 



zwischen Arten nicht zu hoch anschlag 



dürfen. Ich möchte in dieser Beziehung 




so schart 



g 



prägten Unterschiede zwischen den Menschen- Rassen anführen, 
über deren Entstehung sich vielleicht einiges Licht verbreiten 
Hesse durch die Annahme einer sexuellen Züchtung eigener Art; 
doch würde es unnütz seyn dabei zu verweilen, indem ich mich 
hier nicht auf die zur Erläuterung nöthigen Einzelheiten ein- 
lassen kann. 




stehenden Bemerkung 



nla 



mich auch 



einige Worte über die neuerlich von mehren Naturforschern ein- 
gelegte Verwahrung gegen 



die Nützlichkeits-Lehre 



sagen 



nach welcher nämlich alle Einzelnheiten der Bildung zum Vortheil 
ihres Besitzers da seyn sollen. Dieselben sind der Meinung, 
dass sehr viele organische Gebilde nur der Manchfaltigkeit wegen 
vorhanden seyen oder um die Augen des Menschen zu ergötzen. 



Wäre diese Lehre richti 




; 



SO müsste sie meiner Theorie unbe- 



dingt verderblich werden. Doch gebe ich vollkommen zu 



5 



dass 



manche Bildunofen von keinem unmittelbaren Nutzen für deren 




Besitzer sind. Die natürlichen Lebens-Bedingungen haben wahr- 
scheinlich einigen geringen Einfluss auf die Organisation, 



möge 



diese zu irgend etwas nützen oder nicht. Wechselbeziehungen 
in der Entwickelung haben zweifelsohne ebenfalls einen sehr 



grossen Antheil, und die 



nützliche Abänderung eines Organes hat 



oft nutzlose Veränderungen auch in andern Theilen veranlasst. 



So können auch 



Charaktere, welche 



vordem nützlich gewesen. 



14 



210 



oder welche durch Wechselbeziehung in der früheren Entwicke- 



lung oder durch 



ganz 



unbekannte Ursache entstanden 



5 



nach 



gezwungenen 



den Gesetzen der Rückkehr wieder zum Vorschein kommen 
wenngleich sie keinen unmittelbaren Nutzen haben. Die Wir- 
kungen der geschlechtlichen Züchtung, soferne sie in das Weib- 
chen fesselnden Reitzen beruhen, können nur in einem mehr 

Sinne nützlich genannt werden. Aber bei weitem 
die wichtigste Erwägung ist die, dass der Haupttheil der Organi- 
sation eines jeden Wesens einfach durch Erbschaft erworben ist 
daher denn auch, obschon zweifelsohne jedes Wesen für seinen 
Platz im Haushalte der Natur ganz wohl gemacht seyn mag, viele 
Bildungen keine unmittelbaren Beziehungen mehr zur Lebensweise 
der gegenwärtigen Spezies haben. So können wir kaum glauben, 
dass der Schwimmfuss des Fregattvogels oder der Landgans (Chloer 
phaga Maghellanica) diesen Vögeln von speziellem Nutzen seye; 



) 



und wir können nicht annehmen, dass die nämlichen Knochen im 
Arme des Affen, imVorderfuss des Pferdes, im Flügel der Fleder- 
maus und im Ruder des Seehundes allen diesen Thieren einen 
speziellen Nutzen bringe. Wir mögen diese Bildungen getrost als 



Erbschaft ansehen 
Stammvater jener 



d 



zweifelsoh 




Schwi 



de 




und des Fregattvogels eben so nützlich 



gewesen, als sie den meisten jetzt 
So dürfen wir vermuthen , 





lebenden Wasservögeln sind, 
er Stammvater des Seehunds 



nicht einen Ruderfu 



5 



d 



einen fünfzehig 



Geh- oder 



Greif-Fuss besessen: wir dürfen ferner vermuthen, dass die 



zelnen von einem Stammvater 



rerbten Knochen in den Bei- 



nen des Affen, des Pferdes, der Fledermaus ihrem gemeinsamen 
Stammvater oder ihren Stammvätern vordem nützlicher gewesen 

esen in ihrer Lebensweise so weit ausein- 



sind, als sie jetzt d 
andergehenden Thiere 

verschiedenen 



nd 



Wir können daher anneh 



j 



diese 



Knochen seyen durch Natürliche Züchtung ent- 



standen, welche früher so wie jetzt den Gesetzen 
der Rückkehr, der Wechselbeziehung in der Entwickelun 

er Str 



der Erblichkeit 



? 



o 



g 



Daher man von jeder Einzelnheit 




in 



jed 



lebenden Geschöpfe ( 



g 



gering 



Zugestand 



nissen an den Einfl 



der 



türlich 



Bedingungen) 



l 



I 



I 



» 



211 



nehmen darf, sie 



seye einmal einem Vorfalu 



der Sp 



von 



besondrem Nutzen gewesen, oder sie seye jetzt, entweder direkt 

oder durch 



verwickelte Wachsthumsgesetze indirekt 



5 



em 




d 



Vortheil für die Abkömmling 



d 



Vorfahren 



Natürliche Züchtung kann 



cht wohl irgend eine Abänderung 



in 



einer Sp 



bewirken, welche nur einer 



anderen Ai 



zum ausschliesslichen Vortheil gereichte 



? 



obwohl in 




g 



Natur eine Sp 
andern Nutzen 



oh 



Unte 



von der Organisation einer 



zieht 



Aber Natürliche Züchtung kann auch 




inge 




bringt 



ft in 



vor 



5 



d 



einer and 



Art zum 



Wirklichkeit solche Gebilde 
unmittelbaren Nachtheil g 



her- 



chen, wie wir im Giftzahne der Otter und in der Legeröhre d 



lehne 
Körp 



seh 



? 



welcher mit d 



Hülfe seine Eier in d 



sen 



3r andrer lebender 
dass irgend ein 1 
sschliesslichen Besten 



Insekten 



führt. Lit 



heil 




Org 



sich bewei 



zum 



einer and 



Sp 



seye, so wäre 



meine 



Theorie vernichtet, weil 



einer Spezies 

s gebildet worden 

eine solche Bildung 



cht 



ka 



durch Natürliche Züchtung bewirkt werden 
turhistorischen Schriften vielerlei Behauptung 



Obwohl 



in d 



m m 

Hinsicht aufgestellt werden, so kann ich doch keine darunter 



g 



ge 



e Wichte find 
einen Giftz: 



So gesteht man zu, dass die Klapp 



zu 



ihrer 



eigne 



Vertheidigung und 



zur Tödtung ihrer Beute besitze; aber einige Autoren unter 



stellen auch, dass sie ihre Klapper zu ihrem eig 



Nachtheile 



halten habe, nämlich um ihre Beute zu warnen und zur Flucht 



zu veranlassen. 



Man könnte jedoch eben so gut behaupten, d 



Katze mache die Wellenkrümmung 



mit dem End 



Schwan 



zes , wenn 



d 



b 



zum Tode verurtheilte Maus zu warnen. 



sie im Begriffe einzuspringen ist, in der Absicht um 

Doch 5 ich 

habe hier nicht Raum auf diese und andre Fälle noch weiter 

einzugehen. 

Natürliche Züchtung kann in keiner Spezies irgend etwas für 

dieselbe Schädliches erzeugen, indem sie ausschliesslich nur durch 



und zu deren Vortheil wirkt. 



Kein Organ kann, wie Paley 



be- 



merkt, gebildet werden um seinem Besitzer Qual und Schaden zu 

bringen. Eine genaue Abwägung zwischen dem Nutzen und 

14 



212 



Schaden, welchen ein jeder Theil 



verursacht, wird immer 



zeigen 



5 



dass er im Ganzen genommen vortheilhaft ist. Wird etwa in 



spätrer Zeit 



bei 



wechselnden Lebens -Bedingungen ein Theil 



schädlich, so wird er entweder verändert, oder die Art 

ihrer Myriaden zu Grunde gegangen sind. 



geht zu 



Grunde, wie 



Natürliche Züchtung strebt jedes organische Wesen eben so 
vollkommen oder ein wenig vollkommener als die übrigen Bewoh- 



ner derselben Gegend zu machen 



5 



mit welchen dieselbe umsein 



Daseyn zu ringen hat. 



Und wir sehen dass Diess der Grad von 



Vollkommenheit ist. welchen die Natur 



5 



erstrebt. Die Neuseeland 



eigenthümlichen Natur-Erzeug 





ande 



glich 



ab 



sie weichen 



vollkc 
ietzt 



5 



ch 



eines niit 
urück vor 



de 



vordringenden Leg 



aus Europa eingeführter Pflanzen 



und Thiere. Natürliche Züchtung wird keine absolute Vollkommen 



it herst 



5 



auch beg 



wir 



3 



so 



lässt 



5 



einer so hob 



Stufe 



gends 



viel sich b 
der Natur. 




Ver 



g 



für 




Abweichung 




Lichtes ist, wie ein 



usge 



zeichneter Gewährsmann erklärt, selbst in 




em 



vollkomme 



aller Org 



5 



d 



Aug 



5 



noch nicht 



tändig 



W 



uns 



unsre Vernunft zu begeisterter Bewunderung einer Menge un- 



hahmlicher Einrichtung 



in der Natur 



ffordert, so lehrt 



uns auch diese ni 
Seiten irren könne 



mliche Vernunft 



5 



d 



wir. leicht 



h beiden 



5 



d 



kom 
Bien 



n sind, 
als vollko 



Wir könn 



andre Einrichtung 
nie den Stachel 




weniger voll- 
Wespe 



betracht 



5 




oder 



wenn er einmal gegen 



die Angriffe von 



ancherlei Thiere 



gewandt 



worden, den 



un- 



vermeidlichen Tod seines Besitz 



bewirke 



muss 



3 



weil er sei- 



ner Widerhaken wegen nicht mehr aus 




Wund 



3 



die er 



gemacht hat 
des Insekts 



? 




kgezog 
ich zu 



werd 

r 

hen. 



kann, ohn 




Eingeweide 



Nehmen wir an, der Stachel der Biene 



seye 




einer 



sehr 



frühen Stammform bereits als Boh 



Säge-Werkzeug 



b 




wie es häufig bei 
orkommt 



d 



Glied 




Hymenopteren-Ord 



sey 



gegenwärtig 



Bestimmung 



nung vorkommt, und seye ftir seine gegenwartige ßesiimmu..| 
mit dem ursprünglich zur Hervorbringung von Gallen-Auswuch 



sen bestimmten Gifte umgeändert ab 



nicht 



o 



leich verb 









I 



I 






213 



worden, so können wir vielleicht begreife«, warum der Gebrauch 



5 



dieses Stachels so 
wenn das Vermög 




des Insektes eig 



Tod veranlasst 



? 



d 



zu 



eben 




g 



so 



nützlich ist , 
Züchtung entsprech 



mag er allen Anforderung 



Bienen-Gemeinde 
der Natürlichen 



3 



obwohl seine Beschaffenheit den Tod 




Individuen veranlasst, die ihn anwenden. Wenn wir über 



manche Männch 



sind 



ihre Weibchen ausfindig zu 



dass wirklich wunderbar scharfe Witterungs-Vermögen erstaunen 

mit dessen Hilfe 
machen im Stande 
einen Zweck besti 



? 



können wir dann auch die für d 
Hervorbringung von Tausenden von 



Dro 



nen bewund 



j 




mein 




V 

gänzlich nutzlos 



? 



aber 



fruchtbar 



welche, 

bestimmt sind zuletzt von 
m Schwestern umgebracht 



jeden andern Zweck 




arbeitenden 
3n? Es mag 

hwer seyn. aber wir müssen den wilden Instinkt-massigen Hass 



zu 



werd 



drängt, d 



der Bienenkönigin bewundern, welcher sie beständig 

jungen Königinnen, ihre Töchter, augenblichlich nach ihrer Geburt 



zu tödte 



od 



selbst in dem Kampfe zu Grunde zu geh 




enn unzweifelhaft ist 
mütterliche Liebe od 




zum Besten der Gemeind 



5 




mütterlicher Hass 



? 



obwohl di 



glücklich 



zip 
doi 



W 



1 seltener ist, gilt dem unerbittlich 



Natürlicher Züchtung völlig gleich 



Wenn wir d 



sinnreichen Einrichtung 



gleichen 



• ■ 



5 



g 



d 



Blüth 



d 



Orchid 



und mancher andren Pfla 



r letzte 
in Prin- 
erschie- 
welcher 
vermit- 



telst Insekten-Thätigkcit befruchtet werden, wie können wir dann 



d 



Anordnung b 



ansehen 



5 



g 



unsren Nadelhölzern als gleich vollkommne 
welcher grosse und dichte Staubwolken von 



Pollen hervorgebracht werden müssen 



damit einige Körnchen 



d 



durch einen günstig 



Lufthauch dem Ei'chen zugeführt 



werden mögen 



? 



Zusammenfassung des Kapitels. Wir haben in diesem 



Kapitel 



gewisse 



Schwierigkeiten 



und Einwendungen 



erörtert 



5 



welche sich meiner Theorie entgegenstellen. Einige derselben sind 



sehr 



einiges Licht 



nster Art 

üb 



doch glaube ich , 




durch ihre Erörterung 



ehre Thatsachen verbreitet word 



welche 



geg 



nach 




Theorie der unabhängigen Schöpfungs - Akte 




dunkel bleiben würd 



W 



hab 



ges 



3 



dass Arten 



214 



I 



zu irgend welcher Zeil nicht ins Endlose abändern können und 

# • _ 

nicht durch zahllose Ubergangs-Formen unter einander zusammen- 
hängen , theils weil der Prozess Natürlicher Züchtung immer sehr 



langsam ist und jederzeit nur auf 



ehr 



wenige Formen wirkt 



d theils weil gerad 



d 



Pi 



j 



Natürlicher Züchtung auch 



meistens die fortwährende Ersetzung und Erlöschung vorhergehen- 
der und mittler Abstufungen schon in sich schliesst. 



Nah 



ver- 



wandte Arten, welche jetzt auf einer zusammenhängenden Fläch 



e 



woh 



5 



mögen oft gebildet worden 




j 



als die Fläche noch 



nicht zusammenhängend war und die Lebens-Bedingungen nicht 
unmerkbar von einer Stelle zur andern abänderten. Wenn zwei 
Varietäten an zwei Stellen eines zusammenhängenden Gebietes sich 
bildeten, so wird oft auch eine mittle Varietät für eine mittle Zone 
entstanden seyn ; aber aus angegebenen Gründen wird die mittle 
Varietät gewöhnlich in geringerer Anzahl als die zwei durch sie 
verbundenen Abänderungen vorhanden gewesen seyn, welche 
mithin im Verlaufe weitrer Umbildung sich durch ihre grööare 
Anzahl in entschiedenem Vortheil vor den andren befanden und 
mithin gewöhnlich auch im Stande waren sie zu ersetzen und zu 
vertilgen. 

Wir haben in diesem Kapitel gesehen, wie vorsichtig man 



seyn 



muss zu schliessen, dass die 



verschiedenartigsten Gewohn- 



heiten des Lebens nicht in einander übergehen können , dass eine 

H 

Fledermaus z. B. nicht etwa auf dem Wege Natürlicher Züchtung 
entstanden seyn könne von einem Thiere, welches bloss durch 
die Luft zu gleiten im Stande war. 

Wir haben gesehen, dass eine Art unter veränderten Lebens- 

F 

Bedingungen ihre Gewohnheiten ändern oder vermanchfaltigen und 
manche Sitten annehmen könne, die von denen ihrer nächsten 
Verwandten abweichen. Daraus können wir begreifen, wenn 



wir uns 



gleich erinnern, dass jed 



ganische Wesen ge- 



drängt wird zu leben wo es immer leben kann. 



wie es zuge 



gangen 



? 



dass es Land-Gänse mit Schwimmfüssen, an Boden le- 



bende Spechte, tauchende Drosseln und Sturmvögel mit den Sit 
ten der Alke gebe. 



Obwohl 



aie 



Meinung, dass 



ein so vollkommenes Organ, als 



I 



¥ 



I 



215 



das Aug 



durch Natürlich 
als genügt um jed 
doch keine logische Unmöglichkeit 



könne 



i ist 
mehi 



Züchtung hervorgebracht werd 



wankend zu machen, so ist 



hand 



5 




gend ein 




unter veränderlichen Lebens-Bedingungen durch eine lange 

deren jede 

m Grad von 



Organ 

Reihe von Abstufung 



seiner Zusammensetzung 



Besitzer nützlich ist, endlich 




begreiflich 



Vollkommenheit auf dem Wege Natürlicher Züchtung erlange. 
In Fällen, wo wir keine Zwischenzustände kennen, müssen wir 



uns wohl zu schl 



hüten 



j 



dass solche niemals bestand 



h 



'> 



denn die Homologien vieler Organe und ihre Zwischen 



stufen zeigen, 




wunderbare Veränderungen in ihren Verrich- 



tungen wenigstens mög 




So ist z. B. eine Schwi 



blase offenbar in eine Luft-athmende Lunge verwandelt worden. 
Übero-äncre müssen namentlich oft in hohem Grade erleichtert 



word 



yn 



d 



wo ein und dasselb 



Org 



mehre sehr ver- 



dene Verrichtungen zugleich zu besorgen hatte und d 



nur 



g 



für eine von beiden Verrichtungen allein noch b 

a wo gleichzeitig 



zu w 



brauchte 





her- 
sehr 



dene Org 



an 



derselben 



Funktion Iheilnahmen 




das 



mit Unterstützung des andern sich weite 



vervollkomm 



nen konnte. 



5 



Wir sind in Bezug auf die meisten Fälle viel zu unwissend 
um behaupten zu dürfen, dass ein Theil oder Organ für das Ge- 
deiiien einer Art unwesentlich seye, und dass Abänderungen sei- 



ttelst 



gsamer 



nor Bildung nicht durch Natürliche Züchtung m 

Häufung haben bewirkt werden können. Doch dürfen wir zuver- 



ch 



eh 



dass viele Abänderungen gänzlich nur von 
den Wachsthums-Gesetzen veranlasst und, anfänglich ohne allen 
Nutzen für die Art, später zum Vortheil weiter umgeänderter 
Nachkounnen dieser Art verwendet worden sind. Wir dürfen 
ferner glauben, dass ein für frühere Formen hochwichtiger Theil 
auch von späteren Formen (wie der Schwanz eines Wasser- 
Thieres von den davon abstammenden Land-Thieren) beibehalten 
worden ist, obwohl er für dieselben so unwichtig erscheint, dass 
er in seinem jetzigen Zustande nicht durch Natürliche Züchtung 

jse Kraft nur auf die Erhaltung 



b 



sey 



könnte, indem di 



tk 



I 



216 



I 



solcher Abänderungen gerichtet 



ist. welche 



seyn nützlich sind. 



im Kampfe um's Da- 



Natürliche Züchtung 



gt bei keiner Sp 



etwas, das 




zum 



chliesslichen Nutzen oder Schad 



obwohl sie Theile 



5 



Org 



einer andern wäre- 



wenn auch für andre sehr nützlich 



d Exkretionen herstellen kann, d 



5 




sogar unentbehrlich oder 



in hohem Grade verderblich; doch in allen Fällen zugleich nütz- 
lich für "den Besitzer sind. Natürliche Züchtung muss in jeder 
wohl-bcvölkertcn Gegend in Folge hauptsächlich der Mitbevver- 
bung der Bewohner unter einander nothwendig auf Verbesse- 



rung oder Kräftigung für den Kampf um's Daseyn hinwirken 
doch lediglich nach dem für diese Gegend giltigen Maassslab. 
Daher die Bewohner einer, und zwar gewöhnlich der kleineren, 



wird nicht nothwendig absolute Vollkommenheit hervor- 



Gegend oft vor denen einer andern und gemeiniglich grösseren 
zurückweichen müssen. Denn in der grösseren Gegend werden 
mehr Individuen und mehr differenzirte Formen existirt haben, 
wird die Mitbewerbung stärker gewesen und mithin das Ziel der 
Vervollkommnung höher gesteckt gewesen seyn. Natürliche Züch- 
tung 

bringen, und diese ist auch, so viel wir mit unsern beschränkten 
Fähigkeiten zu beurtheilen vermögen, nirgends zu finden. 

Nach der Theorie der Natürlichen Züchtung lässt sich die 
ganze Bedeutung des alten Glaubenssatzes in der Naturgeschichte 
^»Natura non facit saltum«^ verstehen. Dieser Satz ist 
wir nur die jetzigen Bewohner der Erde berücksichtigen 



? 



5 



wenn 
nicht 



ganz richtig, muss aber nach meiner Theorie vollkommen wahr 
seyn, wenn wir alle Wesen vergangener Zeiten mit einschliessen. 

Es ist allgemein anerkannt, dass alle organischen Wesen nach 
zwei grossen Gesetzen gebildet worden sind: Einheit des Typus 
und Anpassung an die Existenz-Bedingungen. Unter Einheit des 



j 



Typus begreift man die Übereinstimmung im Grundplane des Baues 
wie wir ihn bei den Wesen eines Unterreiches finden, und welcher 

Nach meiner Theorie 



aus 




Einheit 




Abstam 



ganz unabhängig von ihrer Lebensweise ist. 

erklärt sich die Einheit des Typus 

mung. Die Anpassung an die Lebens-Bedingungen, so oft von dem 

berühmten Cuvier in Anwendung gebracht, ist in meinem Prin- 



p 



I 



I 



I 



217 



i 



zipe 



der Natürlichen Züchtung vollständig mit inbegriffe 



De 




Natürliche Züchtung wirkt nur in soferne 



5 



als sie 




änderlichen Theile eines jeden W 
unorganischen Lebens-Bedingungei 



seinen organisch 



ver- 
und 



entweder jetzt anpasst od 



in längst vergangen 



Zeit-Perioden angepasst hat 



Diese An 



passungen 



k 



in 



nchen Fäll 



durch Gebrauch und Nicht- 



gebrauch unterstützt 



? 



durch direkte Einwirkung 



tebe 



ns- 



Bedingunge 



modifizirt werd 



nd 



d in 



hiedenen Entwicklungs-Gesetzen unterwerfe 



Fällen dei 
Daher ist 




ch d 



Gesetz der Anpassung 



d 



der That das 
Anpassungen 



höhere, indem es vermög 





E 




Typ 



Lebens-Bedingungen 
er Erblichkeit frühe 
mit in sich begreift. 






a. 






Instinkt. 



Instinkte vergleichbar mit Gewohnheiten , doch andern Ursprii 



Ab 



fun<5 



Bl 



und Am 



rt 



hmterThiere und deren Entstehung 



Instinkte veränderlich. — 
Natürliche Instinkte desK 



Inst 



des Stra 



B 



gbienen und ihr Zellenb 



Skla> 
Schw 



achende A 



Natürlicher Züchtung in Bezug auf Instinkt. 



Geschtechtl 



der Theorie 
56 oder un- 



fruchtbare Insekten. 



Zusammenfassung. 



D 



Instinkt hätte wohl noch in den vorigen Kapiteln mit 

: doch habe ich es für angemessener 



abgehandelt werden sollen 



zumal ein 



erachtet den Gegenstand abgesondert zu behandeln , 

so wunderbarer Instinkt, wie der der Zellen-bauenden Bienen 

ist, wohl manchem Leser eine genügende Schwierigkeit geschie- 



nen haben 



mag, um 



meine Theorie über den Haufen zu werfen. 



Ich muss vorausschicken, dass ich nichts mit dem Ursprung der 
geistigen Grundkräfte noch mit dem des Lebens selbst zu schaf- 
fen habe. Wir haben es nur mit der Verschiedenheit des In- 
stinktes und der übrigen geistigen Fähigk(5iten der Thiere in 
einer und der nämlichen Klasse zu thun. 

t 

Ich will keine Definition des Wortes zu geben versuchen. 



218 



Es würde leicht seyn zu zeigen, dass gewöhnlich ganz verschie- 
dene geistige Fähigkeiten unter diesem Namen begrifFen werden 
Doch weiss jeder, was damit s^emeint ist. wenn ich sao-e 



rs^ J 



der 



Instinkt veranlasse den Kuckuck zu wandern und seine Eier 



in 



fremde Nester 



zu 



legen. 



Ziehung selbst von unserer Seite Erfahrung 



Wenn eine Handlung, zu deren Voll- 
wird. 



vorausgesetzt 



■k 



von Seiten eines Thieres und besonders eines sehr jungen Thie- 
res noch ohne alle Erfahrung ausgeübt wird , und wenn sie auf 



gleiche Weise von vielen Thieren 



erfolgt, ohne 



dass diese ihren 



Zweck kennen, so wird sie gewöhnlich eine instinktive Handluncr 



? 



ö 



genannt. Ich könnte jedoch zeigen, dass keiner von diesen Cha- 
rakteren des Instinkts allgemein ist. Eine kleine Dosis von Ür- 
theil oder Verstand, wie Pierre Huber es ausdrückt, kommt oft 



• ^ 



mit m s 



Spiel, selbst 



bei Thieren, welche sehr tief auf der Stu 



fenleiter der Natur stehen. 

Friedrich Cuvier und verschiedene ältre Metaphysiker haben 
Instinkt mit Gewohnheit verglichen. Diese Vergleichung scheint 
mir eine sehr genaue Nachweisung von den Schranken des Gci- 

innerhalb welcher die Handlung vollzogen wird, 



stes zu geben, 



Wie unbewusst werden manche 
nicht selten in. geradem Gegen- 
satz mit unsrem bewussten Willen! Doch können sie durch den 



aber nicht von ihrem Ursprünge, 
unsrer Handlungen vollzogen, 




t 




ewohnheiten ver- 



h 

Willen oder Verstand abgeändert werden. 

binden sich leicht mit andern Ge;iVohnheiten oder mit gewissen 

Zeit-Abschnitten und Zuständen des Körpers. Einmal angenom- 



men erhalten sie sich oft lebenslänglich. 



Es Hessen sich noch 



manche andre Ähnlichkeiten zwischen Instinkten und Gewohnhei- 



te 



nachwei 




bei Wiederholung eines wohlbekannten 

Gesanges, so folgt auch beim Instinkte eine Handlung auf die 

Wenn Jemand beim Gesänge 

nterbrochen 

■; zurückzu- 



andre durch eine Art Rhythmus. 

oder bei Hersagung auswendig gelernter Worte 



worden, so ist er gewöhnlich 



genöthigt, wied 



etwa 



geh 



5 



um den Gedanken-Gang wied 



zu finden. So sah es 



I 




Huber auch bei einer Raupen- Art, wenn sie b 
sehr zusammengesetztes Gewebe zu fertig 




war 



nahm er sie 



heraus 



5 



nachdem dieselbe 



z. 




das letzte Sechstel vollendet 



I 



» 



I 



* 



219 



halte 



d setzte er sie 



vollendetes, so fertigte sie 



andres nur bis zum dritten Sechstel 

en dritten, vierten und fünf- 



fach 




ten Th 



ochmals mit dem sechsten an. 



Nahm er 



ab 



aus 



emem z. 




bis zum dritten Theil 



vollendeten Gewebe und 



\ 



setzte sie in ein bis zum 



echsten Theile fertig 



5 



so 




sie 



5 



ihre Arbeit schon grösstentheils gethan fand, so war sie sehr 
entfernt, diesen Vortheil zu fühlen und fing in grosser Befang 



V 



heit über di 
ten Stadium 
lassen hatte 



Stand d 



Sach 



die Arbeit nochmals vom drit- 



d 



wo sie solche in ihrem eig 



Geweb 



ver- 



und suchte von da aus das schon fertige Werk zu 



Ende zu führen. 

Wenn sich nun , wie ich in 



K 



g 



Fällen es zu kö 



glaube, nachweisen Hesse, dass eine durch Gewohnheit angenom- 
mene Handlungs- Weise auch auf die Nachkommen vererblich 

so würde das, was ursprünglich Gewohnheit war, von In- 



seye 



stinkt nicht mehr unterscheidbar seyn. Wenn Mozart statt in 
einem Alter von drei Jahren das Pianoforte mit wundervoller 
kleiner Fertigkeit zu spielen, ohne alle vorgängige Übung eine 
Melodie angestimmt hätte , 



so könnte man mit Wahrheit 



sagen 



er habe Diess Instinkt-massig gethan. 



Es würde aber ein sehr 



ernster Irrthum seyn anzunehmen, dass die Mehrzahl der In- 
stinkte durch Gewohnheit schon während einer Generation er- 
worben und dann auf die nachfolgenden Generationen vererbt 



eye 



worden 
barsten 



vieler Ameisen 
seyn können. 



Es lässt sich genau nachwe 



da 



Instinkte, die wir kennen, wie die der Korb-Bienen 



die wunder 



und 



3 



glich in solcher Frist erworben worden 



Man gibt allgemein zu, dass für das Gedeihen einer jeden 
Spezies in ihren jetzigen Existenz-Verhältnissen Instinkte eben 



so wichtig sind, 



als die Körper-Bildung. Ändern sich die Le- 
bens-Bedingungen einer Spezies, so ist es wenigstens möglich, 



■ « 



dass auch geringe Anderfingen in ihrem Instinkte für sie nütz- 
lich seyn würden. Wenn sich nun nachweisen lässt, dass In- 
stinkte wenn auch noch so wenig variiren, .dann kann ich keine 
Schwierigkeit für die Annahme sehen, dass Natürliche Züchtung 
auch geringe Abänderungen des Instinktes erhalte und durch 



220 



f 



beständige Häurung bis zu 



t? 



einem vorth eil haften Grade vermehre 
So dürften, wie ich glaube, alle und auch die zusammengesetz- 
testen und wunderbarsten Instinkte entstanden seyn. Wie Ah- 



ändernngen im Körper-Bau durch Gebrauch und Gewohnheit 



ver- 



anlasst und verstärkt, dagegen durch 



Nichtorebrauch 



verrinürert 



o 



und ganz 



eingebüsst 



werden können, so ist es zweifelsohne auch 



3 



dass die Wirkungen der 



mit den Instinkten. Ich glaube aber 

Gewohnheit von ganz untergeordneter Bedeutung sind gegenüber 
den Wirkungen Natürlicher Züchtung auf 



Abänderungen des Instinktes , 




sogenannte zufälljae 
h. auf Abänderungen in Feiere 



#• 



unbekannter Ursachen, welche geringe Abweichungen in der 
Körper-Bildung veranlassen. 

Kein zusammengesetzter Instinkt kann durch Natürliche Züch- 
tung anders als durch langsame und stufenweise Häufung vieler 
geringen und nutzbaren Abänderungen hervorgebracht vyerden. 
Hier müssten wir, wie bei der Körp; r-Bildung, in der Natur zwar 
nicht die wirklichen Übergangs-Stu.'en, die der zusammengesetzte 
Instinkt bis zu seiner jetzigen Vollkommenheit durchlaufen hat und 
welche bei jeder Art nur in ihrem Vorgänger gerader Linie zu 

- 

entdecken seyn würden, wohl aber einige Spuren solcher Ab- 



stufungen in den Seitenlinien von gleicher Abstammung finden, 
oder wenigstens nachweisen können , dass irgend welche Abstu- 
fungen möglich sind : und dazu sind wir gewiss im Stande. Ob- 

j 

wohl indessen die Instinkte fast nur in Europa und Nord-Ämerika 
lebender Thiere näher beobachtet worden und die der unterge- 
gangenen Thiere uns ganz 



unbekannt sind, so war 



ich doch er- 



staunt zu finden, wie ganz allgemein sich Abstufungen bis zu den 
Instinkten der zusammengesetztesten Art entdecken lassen. 



In- 



stinkl-Änderunoren 



4 

mögen zuweilen dadurch erleichtert werden, 
dass eine und dieselbe Species verschiedene Instinkte in verschie- 
denen Lebens-Perioden oder Jahreszeiten besitzt, oder dass sie 
unter andre äussre Lebens-Bedingungen versetzt wird, in welchen 
Fällen dann wohl entweder nur der eine oder nur der andre durch 
Natürliche Züchtung erhalten werden wird. Beispiele von solcher 
Verschiedenheit des Instinktes lassen sich in der Natur nachweisen. 



Nun ist, wie bei der 



Körper-Bildung 




meiner Theorie 



I 



221 



gemäss 




Instinkt einer jeden Art nützlich für diese 




? 



so 



viel wir wissen 



5 



niemals zum ausschliesslich 



Arten 



handen 



E 




triftigsten Beispiele 



5 



Nutzen andrer 

ich kenne 




? 



von Thieren. welch 



anscheinend zum blossen Besten and 



etwas thun, liefern die Blattlaus 
ihre süssen Exkretionen überla: 
geht aus folgenden Thatsachen 



? 



ndem sie freiwillig den Ameisen 
i. Dass sie Diess freiwillig thun, 
vor. Ich entfernte alle Ameisen 



von 



Gruppe von etwa zwölf Aphiden auf einer Ampfer-Pflanze 



und hinderte ihr Zusammenkomme 



g 



Stund 



lang 



Nach 



diese 
Exkr 



Zeit nahm ich wah 



dass die Blattläuse das Bedürfniss d 



hatten. Ich beobachtete sie 



Zeit lang durch eine 



Lupe: aber nicht eine gab eine Excretion von sich. Darauf streichelte 
und kitzelte ich sie mit einem Haare auf dieselbe Weise, wie 
es die Ameisen mit ihren Fühlern machen, aber keine Excretion 
erfolgte. Nun Hess ich eine Ameise zu, und aus ihrem Wider- 
streben sich von den Blattläusen zurücktreiben zu lassen , schien 
hervorzugehen, dass sie augenblicklich erkannt hatte, welch' ein 



icher G 



ihrer harre. Sie beg 



dann mit ihren Fühlern 



d 

b 



Hinterleib erst einer 




dann einer andren Blattlaus zu 



5 



deren jede, so wie sie die Berührung 




Fühlers 



pf; 



5 



sofort de 



Hinterleib in die Höhe richtete und einen 



klaren Tropfen süsser Flüssigkeit ausschied, der alsbald von der 



Ameise eingesogen wurde. Selbst ganz junge Blattlaus 



? 



fd 



W 





behandelt 
ie Folge 



? 



gte 



5 




ihr Verhalten ein instinktives und 



d 



Erfahrung war 




ab 




Aussonderung 



deutlich klebrig ist 



5 



ist es wahrscheinlich für die Aphid 



von Nutz 



5 




sie entfernt werde; und so ist es denn auch 



mit dieser Excretion 



ohl 



icht auf d 



hliesslichen Vortheil 



der Ameisen abgesehen. Obwohl ich nicht glaube 



ein Th 



der Welt etwas zum 



chliesslich 



5 dass irgend 
Nutzen einer 

andern Art thue, so sucht doch jede Art Vortheil von den In- 
stinkten anderer zu ziehen und hat Vortheil von der schwächeren 
Körper-Beschaffenheit andrer. So können dann auch in einigen 

Instinkte nicht als ganz vollkommen be- 

* 

trachtet werden; was ich aber bis ins Einzelne auseinanderzu- 



wenigen Fällen gewisse 



setzen hier unterlassen muss. 



222 



/ 



Es sollten wohl möglich viele Beispiele angeführt werden 
um zu zeigen, wie im Natur-Zustande ein gewisser Grad von Ab- 
änderung in den Instinkten und die Erblichkeit solcher Abände- 
rungen zur Thätigkeit der Natürlichen Züchtung unerlasslich ist* 
aber Mangel an Raum hindert mich es zu thun. Ich kann bloss 
versichern , 



da SS 



Instinkte gewiss variiren, wie z. B. der ^yande^- 



Instinkt nach Ausdehnung und Richtung variiren oder auch ganz 

So ist es mit den Nestern der Vögel, welche 



aufhören kann. 

theils je nach der dafür gewählten Stelle, nach den Natur- und 

Wärme-Verhältnissen der bewohnten Gegend, aber auch oft aus 



unbekannten Ursachen abändern. So hat Audubon einige sehr 

von Verschiedenheiten in den Nestern der- 



ganz 



merkwürdige Fälle 



selben Vogel-Arten, je nachdem sie im Norden oder im Süden 
der Vereinten Staaten leben, mitgetheilt. Furcht vor irgend einem 
besondren Feinde ist gewiss eine instinktive Eigenschaft, wie man 
bei den noch im Neste sitzenden Vögeln zu erkennen Gelegenheit 

durch die Wahrnehmung von 

Furcht vor demselben Feinde bei anderen Thieren noch verstärkt 



hat, obwoh sie durch Erfahrung und 



wird 



Thiere auf abgelegenen kleinen Eilanden fürchten sich nicht 
vor den Menschen und lernen, wie ich anderwärts gezeigt habe, ihn 
nur langsam fürchten; und so nehmen wir auch in England selbst 
wahr, dass die grossen Vögel, weil sie von Menschen mehr verfolgt 
werden, sich viel mehr vor ihm fürchten, als die kleinen. Wir 
können 




stärkere Scheuheit g 



ache 
nd d 



chreiben 



gross 



'osser Vögel getrost dieser Ur- 
Menschen unbewohnten Inseln 
nicht scheuer als die kleinen; und die Elster, 



d 



auf 



eben so 



zah 



die 



so furchtsam in England, ist in Norweg 
Krähe (Corvus cornix) in Ägypten, 

Dass die Gemüthsart der Individuen einer Spezies im All- 
gemeinen, auch wenn sie in der freien Natur geboren sind, äus- 



serst manch faltig seye 
Auch Hessen sich 
fremdartigen 



? 




mit vielen Thatsachen belegt werden 




einigen Arten Beispiele von 



fälligen und 



Gewohnheiten 



führen 




5 



wenn sie 




Art 



nützlich wären, durch Natürliche Züchtung zu g 



neuen 




stinkten Veranlassung werden könnten 



Ich weiss wohl 



5 



dass 



i 



diese 



gemeinen Behauptung 



5 



ohne einzelne Thatsach 



zum 



\ 



223 



Beleg 



3 



nur einen schwachen Eindruck auf 




Geist des Lesers 



machen werden, kann jedoch nur 



Versicherung wieder 



holen 



? 




ich nicht oh 




Beweise so Sprech 




Die Möglichkeit oder sogar Wahrscheinlichkeit Abänderungen 
Instinktes im Natur-Zustande zu vererben wird durch Betrach- 
tung einiger Fälle bei gezähmten Thieren noch stärker hervor- 

Wir werden dadurch auch zu sehen in den Stand gesetzt, 

ie Züch- 




treten. 

welchen 

tung sogenannter zufälliger Abweichungen auf die Abänderung d 



gleichungsweisen Einfluss Gewöhnung und 



Geistes-Fähigkeite 



unsrer Hausth 



geübt hab 



Es lässt 



sich eine Anzahl sonderbarer und verbürgter Beispiele anführen 
von der Vererblichkeit aller Abschattungen der Gemüthsart, des 
Geschmacks oder der Neigung zu den sonderbarsten Streichen in 
Verbindung mit Zeichen von Geist oder mit gewissen periodischen 
Bedingungen. Bekannte Belege dafür liefern uns die verschie- 
denen Hunde-Rassen. So unterliegt es keinem Zweifel (und ich 
habe selbst einen schlagenden Fall der Art gesehen), dass junge 
Vorstehehunde zuweilen vor andern Hunden 
das erstemal mit hinausgenommen werden. So ist das Aufstöbern 
der Feldhühner gewiss oft erblich bei Hunden der vorzugsweise 



anziehen, wenn sie 



dazu 



gebrauchten Rasse , wie junge 



Schäferhunde geneigt sind 
die Heerde zu umkreisen statt nebenher zu laufen. Ich kann 
nicht sehen, dass diese Handlungen wesentlich von denen des 

Instinktes verschieden sind; denn die jungen Hunde handeln ohne 

. und 



Erfahrung, einer fast wie der andre in derselben Rasse, 
ohne den Zweck des Handelns zu kennen. Denn der junge Vor- 
stehehund weiss noch eben so wenig, dass er durch sein Stehen 



den Absichten seines Herrn dient, als der Kohlschmetterling weiss, 
warum er seine Eier auf ein Kohl-Blatt legt. Wenn wir eine Art 
Wolf sähen , welcher noch jung und ohne Abrichtung bei Witte- 
rung seiner Beute bewegungslos wie eine Bildsäule stehen bliebe 
und dann mit eigenlhümlicher Haltung langsam auf sie hinschliche, 

statt auf einen Rudel Hirsche 



oder 



eine 



andre Art Wolf, welche, 



zuzuspringen, dasselbe umkreiste und so nach einem entfernten 
Punkte triebe, so würden wir dieses Verhalten gewiss dem In- 
stinkte zuschreiben. Zahme Instinkte , wie man sie nennen könnte 



3 



224 



» 



I 



\ 




lieh 



gewiss viel weniger fest und unveränderlich als die natür- 
i; denn sie sind durch viel minder strenge Züchtung aus- 



» 



minder 



geprägt und eine bei weitem kürzere Zeit hindurch unter 
steten Lebens-Bedingungen vererbt worden. 

Wie streng diese »zahmen Instinkte«, Gewohnheiten und 
Neigungen vererbt werden und wie wundersam sie sich zuweilen 

mischen, zeigt sich ganz wohl, .wenn verschiedene Hunde-Rassen 
miteinander gekreutzt werden. So ist eine Kreutzung mit Bull- 
beissern auf viele Generationen hinaus auf den Muth und die 
Beharrlichkeit des Windhundes von Einfluss gewesen; und eine 

• 

Kreutzung mit dem Windhunde hat auf eine ganze Familie von 
Schäferhunden die Neigung übertragen Hasen zu verfolgen. Diese 
zahmen Instinkte, auf solche Art durch Kreutzung erprobt, glei- 



5 



5 6 



chen natürlichen Instinkten, welche sich in ähnlicher Weise 
sonderbar mit einander verbinden, so dass sich auf lange Zeit 
hinaus Spuren des Instinktes beider Altern erhalten. So be- 
schreibt Le Roy einen Hund, dessen Grossvater ein Wolf war: 



dieser Hund verrieth die Spuren seiner wilden Abstammung nur 
auf eine Weise, indem er nämlich, wenn er von seinem Herrn 
gerufen wurde, nie in gerader Richtung auf ihn zukam. 



Zahme Instinkte werden zuweilen bezeichnet als Handlungen, 
welche bloss durch eine lang-fortgesetzte und erzwungene Ge- 
wohnheit erblich werden; ich glaube aber, dass Diess nicht 



richtig ist. Gewiss hat niemals jemand daran gedacht od 

sucht , 
Wissens 



ver- 




Purzeltaub 




Purzeln zu lehre 



was memes 



auch schon junge Taub 



thun 



welche nie andere 



purz 



gesehen hab 



Ma 



kann sich denken, dass einmal 



eine einzelne Taube Neigung zu dieser sonderbaren Bewegungs 



Weise gezeigt habe 






in Folg 



lang-fortgesetzter Züchtung aus ihr die Purzier 



nd 



nählich das 




geworden 



5 



was sie jetzt 



nd 



? 



und wie ich von Herrn Brent 



vernehme, gibt es bei Glasyow Haus-Purzler, welche nicht 18 Zolle 



weit fliegen könne 



5 



ohne 



ch 



mal kopfüber zu bewegen 



Eb 



so ist es sehr zu bezweiflen, ob jemals 



rgend 



inand 



daran gedacht hab 



5 



einen Hund zum Vorsteh 



bzurichten 



5 



hätte 



ht etwa ein Individuum von selbst eine Neigung ver 



I 



* 



f 



( 



225 



ralhen es zu thun 



5 



und man weiss 



5 



dass Diess zuweilen vor- 



kommt, wie ich selbst einmal an 



einem Dachshund beobachtete 



? 




Steh 



ist wohl 



? 



wie Manche gedacht haben 



3 



nur eine 




tärkte Pause eines Thieres 
seine Beute einzuspringen. 



3 



da 



5 sich in Bereitschaft setzt. 
Halte sich ein erster Anfang des 



Steh 



einmal gezeigt, so mögen 



thodische Züchtung und 



Abrichtung in jed 



die erbliche Wirkung zwangsweiser 

folo-enden Generation das Werk bald vollendet haben 5 



iY nach 
nd unbe 



wusste Züchtung ist immer 



Thätigkeit 



? 




jedermann, wenn 



uch ohne d 



Absicht eine verbesserte Rasse zu bild 



sich 



gerne 

jagen. 



die Hund 



verschafft 



5 



welche am besten vorstehen und 



Anderseits hat auch Gewohnheit in einigen Fällen genügt 




Thier ist schwerer zu zäh 



als 




Jung 



des wild 



Kaninchens, und kein Thier zahmer als das Junge des zahme 



Kaninch 



5 




doch glaube ich nicht, dass die Haus-Kaninch 



3 



dern vermuth 



jemals auf Zahmheit gezüchtet worden sind 

mehr, dass wir die gesammte erbliche Veränderung von äusserster 

Wildheit bis zur äussersten 



Zahmheit einzig 



Gewohnheit und 



lange fortgesetzten engen Gefangenschaft zuzuschreiben haben. 

Natürliche Instinkte gehen in der Gefangenschaft verloren; 
ein merkwürdiges Beispiel davon sieht man bei denjenigen 
Geflügel-Rassen, welche selten oder nie »brütig« werden*, d. h. 



nie auf ihren Eiern zu sitzen verlang 



Die tägliche Gewöhnung 



daran allein verhindert uns zu sehen, in wie hohem Grade und 
wie allgemein die geistigen Fähigkeiten unsrer Hausthiere durch 
Zähmung verändert worden sind. Man kann kaum daran zweifeln, 
dass die Liebe des Menschen als Instinkt auf den Hund über- 

r 

gegangen ist. Alle Wölfe, Füchse, Schakals und Katzen-Arten sind, 
wenn man sie gezähmt hält, sehr begierig Geflügel, Schaafe und 

s 

Schweine anzugreifen, und dieselbe Neigung hat sich unheilbar auch 
bei solchen Hunden gezeigt, welche man jung aus Gegenden zu uns 
crcbrachl hat. wo wie im Feuerlande und in Australien die Wilden 



jene Hausthiere nicht halten. Und wie selten ist es auf der andern 



Seite nöthig. 



unsren 



ten Hund 



selbst wenn sie noch 



•tt 



» 



gibt 



Brütig" für broody, das Wort ist im Deutschen nicht üblich: doch 
es in Nord-Deutschland dafür einen Provinzialismus „heckisch". D. Übs. 

15 



226 



a 



jung sind, die Angriffe auf jene Tiiiere abzugewöhnen. Allerdings 



11 



Das nicht hilft, endlich weggeschafft. 



machen sie manchmal einen solchen Angriff und werden dan 
geschlagen und, wenn 
so dass Gewohnheit und wahrscheinlich einige Züchtung zusam- 
mengewirkt haben, unsren Hunden ihre erbliche Zivilisation bei- 



zubringen. Andrerseits haben junge Hühnchen, ganz in Folge 
von Gewöhnung, die Furcht vor Hunden und Katzen verloren, 
welche sie zweifelsohne nach ihrem ursprünglichen Instinkte be- 
sessen, während sich dieser Instinkt noch so offenbar beijungon 

Hennen aus- 



Fasanen zeigt, selbst wenn 



sie von gewöhnlichen 



gebrütet sind. Und doch haben die Hühnchen keinesweges alle 
Furcht verloren, sondern nur die Furcht vor Hunden und Katzen; 
denn sobald die Henne ihnen durch Glucken eine Gefahr an- 
laufen alle (zumal junge Welschhühner), um sich unter 

oder um sich im Grase und Dickicht 



meldet 



5 



ihren Schutz zu begeben 



? 



umher zu verbergen 



sieht 



: 



Letztes offenbar in der instinktiven Ab- 



, wie wir bei wilden Boden - Vögeln sehen, um ihrer 
Mutter möglich zu machen davon zu fliegen. Freilich ist die- 



ser bei unseren jungen Hühnch 
gezähmten Zustande 



kgeblieb 



Instinkt im 



ganz 



nutzlos 



3 



weil 




Mutter-He 



d 



Flug- Vermögen durch Nichtgebrauch gewöhnlich eingebüsst hat. 



Daraus lässt sich schliessen 




zahme Instinkte erworb 

, theils dur 



worden und wilde Instinkte verloren gegangen sind 

eigne Gewohnheit und theils durch die Einwirkung des Menschen, 

welcher viele aufeinander-folgende 

thümliche geistige Neigungen un 



Generationen hindurch eigen- 




d 



uns in unsrer 



Unwissenheit anfangs nur ein s( 

durch Züchtung gehäuft und gesteigert hat 



Fähigkeiten, 

genannter Zufall geschienen 



j 



In 



ge 



Fäll 



hat erzwungene Gewöhnung genügt 
derung geistiger 



3 



um solche erbliche Verän 



Eigenschaften zu bewirken; in andern ist durch 



Zwangs-Zucht nichts 



gerichtet und Alles nur durch unbewussle 



* 

oder mt 
Fällen aber hab 



thodische Züchtung bewirkt word 



m 




meisten 



beid 



Näh 



Betrachtung 



wahrscheinlich zusammengewirkt, 
iiniger wenigen Beispiele wird vielleicht 
es begreiflich zu machen, wie Instinkte 



am besten geeignet seyn 

im Natur-Zustande durch Züchtung modifizirt word 




Ich 



I 



( 
I 



'^27 



WJ 



aus 



d 



gross 



Anzahl derjenigen 



j 



welche ich gesammelt 



und in meinem 



päteren Werke zu erörtern haben werd 



5 



nur 



drei 



Fälle hervorheben- nämlich den Instinkt, welcher den Kuckuck 



? 



j 



treibt seine Eie 
Ameisen Sklave 



in fremde Nester zu 





Instinkt 




zu 



ach 



5 



Bienen: die zwei zuletzt genann 



d den Zellenbau-Trieb der Honig 
en sind von den Naturforscher! 




wohl mit Recht als 
Instinkte bezeichnet word 



zwei wunderbarsten aller 



bekannten 



Ma 



nimmt jetzt gewöhnlich an 



5 



d 



nmittelbare und die 



Grund - Ursach 



für den Instinkt des Kuckucks seine Eier 



in 



fremde Nester zu legen beruhe darin, dass dieselben der Reihe 
nach nicht täglich, sondern erst jeden zweiten oder dritten Tag 



5 

zur Reife kommen, so dass, wenn ^er Kuckuck sein eignes Nest 



o 



d auf seinen eignen Eiern zu sitzen hätte, die ersten 



zu bauen ur 

Eier entweder eine Zeitlang unbebrütet bleib 

junge Vögel von verschiedenem Alter im nämlichen Neste zu- 



od 



Eier und 



sammen 



kommen müssten *. Wäre Diess 



so 



der Fall 



? 



so 



müssten allerdings die Prozesse des Legens und Ausschlüpfens 

zuerst ausgeschlüpften 



unangemessen 



lang 



währen 



und 



die 



jungen Vögel wahrscheinlich vom Männchen allein aufgefüttert 
werden. Allein der Amerikanische Kuckuck findet 



sich 



m 



5 

seine Eier nach-einander hinein, sund 



derselben Lage, und doch macht er sein eignes Nest und legt 

seine Jungen schlüpfen 
gleichzeitig aus. Man hat zwar versichert, auch der Amerika- 
nische Kuckuck lege zuweilen seine Eier in fremde Nester, aber 
nach Dr. Breweus verlässiger Gewährschaft in diesen Dingen 
ist es ein Irrthum. Demungeachtet könnte ich noch mehre andre 



Beispiele von Vögeln 



anführen, die ihre 



Eier zuweilen in fremde 



Nester legen. Nehmen wir nun an, der Stamm - Vater unsres 
Europäischen Kuckucks habe die Gewohnheiten des Amerikani- 
schen gehabt, doch zuweilen ein Ei in das Nest eines andren 
Vogels gelegt. Wenn der alte Vogel von diesem gelegentlichen 



■«■ 



D 



kann kein Grund 



V 

b 



welche 10 



denn das Alter der Eier polygamischer 



20 und mehr Eier legen und eben so viele Tage d 



vie 



1 



eher, und doch 



aus. Es f: 



auch die Fol 



n 



o 



o 



die Jungen gleichze 

D. Üb< 

15* 



O 



228 



f 



I 



Brauche Vortheil hatte, oder der junge durch den fehlgreifenden 
Instinkt einer fremden Mutter kräftiger wurde, als er unter der 
Sorge seiner eignen Mutter geworden seyn würde, weil diese 
mit der gleichzeitigen Sorge für Eier und Junge von verschiede- 
nem Alter überladen gewesen wäre: so gewann entweder der Alte 



oder das auf fremde Kosten gepflegte Junge dabei. Der Ana- 
logie nach möchte ich dann 



glauben, dass als Folge der Erblich- 



keit das so aufgeätzte Junge mehr geneigt seye, die zufällige und 
abweichende Handlungsweise seiner Mutter nachzuahmen, auch seine 



Eier in 



fremde Nester zu legen und so 




gere Nachkommen 



zu 



erlangen. 



Durch 



einen 



fortgesetzten Prozess dieser Art 



könnte nach meiner Meinung der wunderliche Instinkt des Kuckucks 
entstanden seyn. Ich will jedoch noch beifügen, dass nach 
Dr. Gray u. e. a. Beobachtern der Europäische Kuckuck doch 
keinesweges alle mütterliche Liebe und Sorge für seine eignen 

Sprösslinge verloren hat. 

Der Brauch, seine Eier gelegentlich in fremde Nester von 

. ist unter den 



\ 



legen 



und Diess er- 



derselben oder einer andern Spezies zu 
Hühner-artigen Vögeln nicht ganz ungewöhnlich 5 
klärt vielleicht die Entstehung eines eigenthümlichen Instinktes 

Denn 



in 



der benachbarten Gruppe der Strauss- artigen Vögel. 



mehre Strauss -Hennen wenigstens von der Amerikanischen Art 



g 



sich 



3 



um zuerst einige Eier in ein Nest und dann 



ein 



dres zu legen; und di 



werd 



von d 



Männch 



aus- 



gebrütet 



Man wird zu Erklärung dieser Gewohnheit wahrschein 



lieh die Thatsache mit in Betracht zieh 



? 



d 



die 



Hennen 



eine grosse Anzahl von Eiern 



d zwar in Zwischenräumen 



zwei bis 




Tag 




Jedoch ist 



Gewohnheit beim 



Amerikanischen Sti 



noch nicht sehr entwickelt 



5 




es 




dort auch noch eine so erstaunliche Menge von E 



üb 



die Ebene 



streut, dass ich 



weniger 

im Stand war. 



als 20 verlassener 



d 



der Jagd an 
verdorbener 



Eier 



Tage nicht 
fzunehmen 



Manche Bienen sehn 



und leg 



Eier in Nester 



drer Bienen - Arten. Diess ist noch merkwürdig 



als beim 



Kuckuck 



d 



diese Bienen hab 



icht allein ihren Instinkt 



5 



I 



I 



I 



> 



I 



t 



I 



» 



229 



der 



sehen 



n auch ihren Bau in Übereinstimmung mit ihrer parasit 
Lebens- Weise geändert, indem sie nämlich nicht 



richtung zur Einsammlung des Pollens besitzen 



dürften 

häufen 
Weise 



wenn sie Nahrung fü 



ihre 



gne 



Brut 



deren sie be- 

äthig auf 



ste 



1. Einig 
Sphegiden bi 



Insekten -Arte 



schmarotzen nach 




andern Artend und Herr Fabre hat 



lieh guten Grund nachgewiesen 



glauben, dass 



3 



bwohl Tachyt 



gra 



gewöhnlich ihre 



gne Höhle macht und darin noch lebend 



ab 



gelähmte Beute zur Nahrung ihrer 



gnen Lar 



Vorrath 



d erlegt 



5 



dieselb 



doch 



5 



wenn sie eine schon fertige und mit 



Vorräth 
Besitz ( 



rsehene Höhle einer and 



Sph 



findet 



5 



davon 



rgreift 




in Folge d 



Gelegenheit Parasit wird 



In 



diesem Falle wie in dem angenommene 



Beispiele von 




Kuckuck liegt kein Hind 



für die Natürliche Züchtung vor 



5 



aus dem gelegentlichen Brauche einen beständig 



zu mach 



W( 



er fi 



die Art nützlich ist, und wenn nicht in Folge dessen 




ndi 
the 



Insekten-Art, d 



Nest und F 



Weise aneignet, dadurch 




Vorräthe sie sich 



wird 



Instinkt Sk 



laven zu machen). Dieser Naturtrieb wurde 
zuerst bei Formica (Poliergus) rufescens von Peter Huber beob- 



achtet, einem 



g 



D 



h besseren Beobachter, als sein berühmter Vater 
Ameise ist unbedingt von ihren Sklaven ab- 



hängig, ohn 



d 



Hüll 




Art 



ho 



zu Grund gehen müsste 



ch 



beiten nicht 



D 



1 in einem Jahre gänzlich 
Die Männchen und fruchtbaren Weib- 
arbeitenden oder unfruchtbaren Weib- 
chen dagegen, obgleich sehr muthig und thatkräftig beim Sklaven- 
Fangen, Ihun nichts andres. Sie sind unfähig ihre eignen Nester 
zu machen oder ihre eignen Jungen zu füttern. Wenn das alte 
Nest unpassend befunden und eine Auswanderung nöthig wird, 
entscheiden die Sklaven darüber und schleppen dann, ihre Mei- 
ster zwischen 
serst hülfelos 




Kinnlad 



fort 



Diese letzten sind so äus- 



3 




3 



als Huber deren dreissig ohne Skia 



aber mit einer reichlichen Menge des besten Futters und zugleich 
mit ihren Larven und Puppen, um sie zur Thätigkeit anzuspornen, 
zusauunen-sperrle, sie nicht einmal sich selbst fütterten und 
grossenlheils Hungers starben. Huber brachte dann einen ein- 



230 



zigen Sklaven (Formica fusca) dazu, der sich unverzüglich ans 
Werk begab und die noch überlebenden fütterte und rettete 
einige Zellen machte , die Larven pflegte und Alles in Ord- 



nung 



brachte. 



Was kann es Ausserordentlicheres geben 



5 



als 



diese wohl verbürgten Thatsachen? Hätte man nicht noch von 
einigen andern Sklaven-machenden Ameisen Kenntniss, so würde 



^ 






%: 



4 



\ 



\. 



^ 






i 

-I 



■f^ 



'^^ fr 



*^ 



r ' 



> '■■ »Ä 






\ 






1 . 



IV- 



4 



<'■• 



4^ 



y»i 



pp 



■ 
.1 



I' 



^ « 



es ein Hoffnungs 



Versuch gewesen seyn sich eine Vor 



Stellung davon zu machen, wie ein so wunderbarer Instinkt zu 
solcher Vollkommenheit gedeihen könne. 

Eine andre Ameisen-Art, Formica sanguinea , wurde gleich- 



falls zuerst von Huber als Sklavenmacherin erkannt. Sie könnnt 
im südlichen Theile von England vor, wo ihre Gewohnheilen 
von H. F. Smith vom Britischen Museum beobachtet worden sind, 
dem ich für seine Mittheilungen über diesen und andre Gegen- 

■ 

stände sehr verbunden bin. Wenn auch volles VertraueiUn die 



fif 



Versicherungen der zwei genannten Naturforscher setzend, ver- 
mochte ich doch nicht ohne einigen Zweifel an die Sache zu 



gehen 



9 



und es mag wohl zu entschuldigen seyn, wenn jemand 



an einen so ausserordentlichen und hässlichen Instinkt, wie der 



V-'- 



\'^ 



V 



»!_.■ 




^ 



ist Sklaven zu machen, nicht unmittelbar glauben kann. Ich will 



-»»40»»'» 



daher dasjenige, was ich selbst beobachtet habe 



5 



mit 



emiffcn 



Einzelnheiten erzählen. Ich ölfnete vierzehn Nest -Haufen der 
's Formica sanguinea und fand in allen einige Sklaven. Männchen 
und fruchtbare Weibchen der Sklaven-Art (F. fusca) kommen 
nur in ihrer eignen Gemeinde vor und sind nie in den Haufen 
der F. sanguinea gefunden worden. Die Sklaven sind schwarz 
und von nicht mehr als der halben Grösse ihrer Herrn, so dass 
der Gegensatz in ihrer Erscheinung sogleich auffällt. Wird der 



Haufe nur leicht wenig 



gestört, so kommen die 



Sklaven zuweilen 



heraus und zeigen sich gleich ihren Meistern sehr beunruhigt 

r 

und zur Vertheidigung bereit. Wird aber der Haufe so zerrüttet, 
dass Larven und Puppen frei zu liegen kommen , 



so sind die 



Sklaven mit ihren Meistern zugleich lebhaft bemüht, dieselben 



? 



nach einem sichern Platze zu schleppen. Daraus ist klar, dass 

Während der Monate 



sich die Sklaven ganz heimisch fühlen. 

r 

Juni und Juli habe ich in drei aufeinander-folgenden 



Jahren in 



I 



I 



> 



t 



I 



I 



I 



231 




Grafschal'leu Surrey und Snssex mehre solch 

beobachtet und nie einen Skla> 



Ameisen 



Haufen Slunden-lang 



oder 



geh 



sehen 



D 



während dieser Monate 




wenig 




so dachte 



ich sie würden sich 



d 



Sklaven 
; beneh 



nur 



5 



* > 



wenn sie in gros 

mit. dass er 



Anzahl wäre 



? 



aber auch Hr. Smith theilt 



mir 
der 

beob 




N 



zu 



schied 



Stunden während 



Mon 



Mö 

und 



5 



Juni und August 



Surrey wie in Hampsh 



5 



obwohl die Sklaven im August zahlreich 




3 



nie einen 



selb 



od 



gehen gesehen hat 



Er b 



trachtet sie dah 



glich als Haus -Sklave 



Dagegen 



ht 



man 




Herrn beständig Nestb 



Stoffe und Futter aller Art 



herbei schlepp 



Im jetzig 



und 



ah 



m Jahre jedoch kam ich im Juli zu 
ungewöhnlich starken Sklaven-Stande 
einige wenige Sklaven unter ihre Meister gemengt das 



einer Gemeinde mit 



m 



Nest verlassen und mit 



h 




nämlichen Weg zu einer 



Schollischen Kiefer, 25 Ellen entfernt, einschlagen und am 
Stamme hinauflaufen, wahrscheinlich um nach Blatt- oder Schild- 
Läusen zu suchen. Nach Huber, welcher reichliche Gelegenheit 
zur Beobachtung gehabt, arbeiten in der Schweitz die Sklaven 
gewöhnlich mit ihren Herrn an der Aufführung des Nestes, und 
sie allein ölFncn und schliessen die Thore in den Morgen- und 
Abend-Stunden; jedoch ist, wie Hdber ausdrücklich versichert. 



ihr Hauptgeschäft ^nach Blattläusen zu suchen. Dieser Unterschied 
in den herrschenden Gewohnheiten von Herrn und Sklaven in 
zweierhu Gegenden mag lediglich davon abhängen, dass in der 
Scliwritz^ die Sklaven zahlreicher einzufangen sind als in England. 

Eines Tages bemerkte ich glücklicher Weise eine Wande- 
runor der F. santruinea von einem Haufen zum andern, und es 
war ein sehr interessanter Anblick, wie die Herrn ihre Sklaven 



anstatt 



sorgfältig zwischen ihren Kinnladen davon schleppten, 
selbst von ihnen getragen zu werden, wie es bei F. rufescens 
der Fall ist. Eines andern Tages wurde meine Aufmerksamkeit 
von etwa zwei Dutzend Ameisen der Sklaven-machenden Art in 

■ 

Anspruch genommen, welche dieselbe Stelle besuchten 



5 



doch 



4 

oflenbnr nicht de< Futters wegen. Bei ihrer Annäherung wurden 
sie von einer unabhängigen Kolonie der Sklaven-gebendeu Art, 



232 



F. fusca, zurückgetrieben, so dass zuweilen bis drei dieser 



letzten an den Beinen einer 




sanguinea hingen. Diese letzte 



tödtete ihre kleineren Gegner ohne Erbarmen und schleppte 
deren Leichen als Nahrung in ihr 29 Ellen entferntes Nest: aber 

r, 

sie wurde verhindert Puppen wegzunehmen, um sie zu Sklaven 
aufzuziehen. Ich entnahm dann aus einem andern Haufen der 
F. fusca eine geringe Anzahl Puppen und legte sie auf eine kahle 
Stelle nächst dem Kampfplatze nieder. Diese wurden begierig 
von den Tyrannen ergriffen und 



fortgetragen , die 



sich vielleicht 



einbildeten, doch» endlich Sieger in dem letzten Kampfe gewesen 

zu seyn. 

Gleichzeitig legte ich an derselben Stelle eine Parthie Puppen 



der Formica flava mit 



einigen wenigen 



reifen Ameisen dieser 



gelben Art nieder, welche noch an Bruchstücken ihres Nestes 
hingen. Auch diese Art wird zuweilen, doch selten zu Sklaven 
gemacht, wie 



Hr. Smith beschrieben hat. Obwohl klein ist diese 



Art sehr 



muthig, und ich 



habe sie mit wildem Ungestüm andre 



Ameisen angreifen sehen. Einmal fand ich zu meinem Erstaunen 
unter einem Steine eine unabhängige Kolonie der Formica flava 
noch unterhalb einem Neste der Sklaven-machenden F. sanguinea; 
und da ich zufällig beide Nester gestört hatte, so griff die kleine 
Art ihre grosse Nachbarin mit erstaunlichem Muthe an. Ich war 



nun neugierig zu erfahren, ob F. sanguinea im Stande seye, die 
Puppen der F. fusca, welche sie gewöhnlich zur Sklaven-Zucht 
verwendet, von denen der kleinen wüthenden F. flava zu unter- 
scheiden, welche sie nur selten in Gefangenschaft führt, und es 
ergab sich bald, dass sie dieses Unterscheidungs- Vermögen be- 



sass; 



denn ich sah sie begierig und augenblicklich über die 



Puppen der F. fusca herfallen 



5 



während sie sehr erschrocken 



schien, wenn sie auf die Puppen 



oder auch nur auf die Erde 
aus dem Neste der F. flava stiess, und rasch davonrannte. Aber 
nach einer Viertel-Stunde 



etwa, kurz nachdem alle kleinen gelbe 



A 




Stelle verlassen hatten, bekamen sie Muth und griffen 



uch dies 



Pupp 



auf. 



Eines Abends besuchte ich 



andre Gemeinde der F 



guinea und fand eine Anzahl derselben auf dem Heimwege und 



\ 



* 



I 



t 
( 



». 






233 



beim Eingang in ihr Nest 



Leich 




viele Pupp 



der 




fus 



mit 




schleppend, ^Is 



cht 



f blosser Wanderung 




Ich verfolg 



eine 40 Elle 



lang 



Reih 



mit Beute be 



griffen. 

ladener 

das letzte Individuum der F. sanguinea mit einer Puppe bela 



Am 



bis zu einem dichte 



Haide-Gebüsch, wo ich 



tet herauskommen sah 
er dichten Haide nie 



kann 



aber das zerstörte Nest konnte ich in 





find 



; 



obwohl es nicht mehr 




gewesen 




indem zwei oder 




Individ 





fusca in der grö'^sten Aufregung 
gungslos an dei 



mherrannten und eines bewe 



Spitze eines Haide-Zweiges hing: alle mit ihren 
eignen Puppen im Maul, ein Bild der Verzweiflung über ihre 

zerstörte Heimath. 

Diess sind die Thatsachen, welche ich, obwohl sie meiner 

Bestätigung nicht erst bedurft hätten, über den wundersamen 
Sklavenmacher-Inslinkt berichten kann. Zuerst ist der grosse 
Gegensatz zwischen den instinktiven Gewohnheiten der F. san- 
guinea und der kontinentalen F. rufescens zu bemerken. Diese 
letzte baut nicht selbst ihr Nest, bestimmt nicht ihre eignen 
Wanderungen, sammelt nicht das Futter für sich und ihre Brut 
und kann nicht einmal allein fressen; sie ist absolut abhängig 
von ihren zahlreichen Sklaven. Die F. sanguinea dagegen hält 
viel weniger und zumal im ersten Theile des Sommers sehr 
wenige Sklaven; die Herrn bestimmen^ wann und wo ein neues 
Nest gebaut werden soll ; und wann sie wandern, schleppen die 
Herrn die Sklaven. In der Schweitz wie in England scheinen 
die Sklaven ausschliesslich mit der Sorge für die Brut beauftragt 

Sklaven-Fang aus. 



zu seyn, und di( 



Herrn allein gehen auf den 



In der Schweitz arbeiten Herrn und Sklaven miteinander um 
Nestbau-Materialien herbeizuschaffen ; beide und doch vorzugs- 



weise die Sklaven besuchen und melken 



3 



Wie man es nennen 



könnte 



5 



ih 



Aphid 



und 




sam 



Nahrunor für d 



Ge 



meinschaft ein. 



In England verlassen die Herrn gewöhnlich 



allein das Nest, um Bau-Stoffe und Futter für sich, 



ih 



Larve 



und Sklaven einzusammeln 



Sklave 



5 



so 




dieselb 



hier von ihren 



viel weniger Die 



Ich will 




nicht 



pfangen, als in der Sehweite. 

1, auf welche 



vermessen zu errathe 



234 



I 



Wege der Instinkt der F. sangiiineii sich entwickelt hat. 
jedoch 



Da 



Ameisen, welche 



keine Sklavenmacher sind, wie 



wir 



ge- 



sehen haben, zufällig um ihr Nest zerstreute Puppen andrer 
.Arten heimschleppen, vielleicht um sie als Nahrung zu verwen- 
den, so können sich solche Puppen dort auch noch zuweilen 
entwickeln, und die auf solche Weise absichtslos im Haus erzog- 

dann ihren eignen Instinkten folgen und 



nen Fremdlinge 



mögen 



arbeiten, was sie können. Erweiset sich ihre Anwesenheit nütz- 

aufgenommen hat, und sagt es die- 



lieh für die Art, welche sie 



ser letzten mehr zu Arbeiter zu fangen als zu erziehen, so 



5 



kan 



der ursprünglich zufällige Brauch fremde Pupp 



rung einzusammeln durch Natürliche Züchtung 



Ml zur Nah- 
kt und end- 



lich zu d 
bleibend 



3m ganz vei 
befestioft wei 



h 



Zwecke Ski 



zu 



ziehen 



W 



seines Ursprung 



unsrer l 
Sklaven 



einem 
ntwich 




i d; 
viel 



Naturtrieb zur Z 



nd 



Grad 



. sanguinea ( 

weniger Hülfe in England 



we 



hj 



als b 

m ihr( 



5 



so 



eh k 



Bed 



ils in der Schweüz empfängt 
ehmen. Natürliche Züclilung 
und, immer vorausgesetzt 



) 



habe dann diesen Instinkt verstärkt 

dass jede Abänderung der Spezies nützlich gewesen, allmählicli 



so 



weit abgeändert, dass endlich eine Ameisen- Art entstund in 



Sklaven, wie es 



Ich 



so verächtlicher Abhängigkeit von ihren eignen 

F. rufescens ist. 

Zellen-bauender Instinkt der Korb-Bienen.) 
beabsichtige nicht über diesen Gegenstand in kleine Einzelnhei- 
ten einzugehen, sondern will mich beschränken, eine Skizze von 
den Ergebnissen zu liefern, zu welchen ich gelangt bin. Es 
müsste ein beschränkter Mensch seyn, welcher bei Untersuchung 




usgezeichneten B 



einer Bienen- Wabe, die ihrem Zwecke 



so wunder 

geriethe. 

tisch ein schwierige 



gepasst ist 



W 



hör 



von i 



Problem gelöst 



nicht in begeisterte Verwunderung 

1 prak- 



Mathematikern, dass die Biene 




ihre Zellen in den 




Form, welche die grösst-möglich 



Meng 



Honig 



fneh 



men kann, mit dem geringst-möglichen Aufwände des kostspieli 



gen 



Bau-Materiales 



? 



des Wach 



nämlich . herg 



hab 



Man hat bemerkt, dass es einem geschickten Arbeiter mit passen 



I 



I 



I-. *' 



235 




Maa 




Werkzeugen sehr schwer falle 



würd 



5 



mässrg 



chseckig 



Wachs-Zellen zu 



machen, obwohl D 



igel- 
eine 



wimmelnde Menge von Bienen in dunkle 



Korbe mit grösster 



Genauigkeit 



oll führt 



Wa 



für einen Instinkt man auch 



nneh 



men 




? 



so scheint es doch anfangs ganz unbegreiflich, wie 



derselbe solle alle 



nöthigen Winkel und Flächen berechn 



od 
In 



h nur bcurlh 
^n ist doch 



können 



b sie 



chtig gemacht sind 




Schwierigkeit 



ht so 



gross, wie 



sie 



Anfangs scheint; denn all' diess schöne Werk lässt sich von 



gen 



gen 



ehr 



fachen Naturtrieben herleiten 




war d 



Gegenstand 



rfolgen durch Herrn Wat 



HOUSE veranlasst worden, welcher gezeigt hat, dass die F 



der Zellen in 
z<^llcn steht 
Modifikation 



? 



[iger 
d d 



Beziehung zur Anwesenheit von Nachbar 



gende Ansicht ist 



lleicht nur eine 



seiner Th 



Wenden wir uns zu dem g 



Abstufungs-Prinzipe und sehen wir zu 



5 



ob uns die Natur nicht 



ihre Methode zu wirken enthülle. Am einen Ende der kurzen 
Stufen-Reihe sehen wir die Hummel-Bienen, welche ihre alten 
Coccons zur Aufnahme von Honig verwendet, indem sie ihnen 
zuweilen kurze Wachs-Röhren anfügt und ebenso auch einzeln 



abgesonderte und sehr 



gelmässig abgerundete 



Zelle 



von 



W 

Zc 



d 



^rtigt. 
Korbb 




d 



End 



der Reihe haben wir d 



? 



doppelte Schicht bildend; jede Zell 



ist bekanntlich ein sechsseitiges Prisma, deren Grundfläche 



durch 



eine stumpf-dreiseitige Pyramide aus drei Rautenflächen mit festen 



Wink 



ein ersetzt ist. Dieselben drei Rautenflächen, welche 



die 



pyramidale Basis einer Zelle in der einen Zelfen-Schicht der 

einer Rautenfläche in drei anein- 



Scheibe bilden, entsprechen je 



anderstossenden Zellen der entgegengesetzten Schicht. Als Zwi- 
schenstufe zwischen der äussersten Vervollkommnung im Zellen-Bau 
der Korb-Biene und der äussersten Einfachheit in dem der Hum- 
mel-Biene haben wir dann die Zellen der Mexikanischen Melipona 



doinestica, welche P. 



5 



Huber gleichfalls sorgtj 




beschrieben und 

abgebildet hat. Diese Biene selbst steht in ihrer Körper-Bildung 
zwischen unsrer Honig-Biene und der Hummel in der Mitte 
doch der letzten näher, bildet einen fast regelmässigen wach 



3 



236 



sernen Zellen-Kuchen mit walzigen Zellen, worin die Jungen 
gepflegt werden, und überdiess mit einigen grossen Zellen zur 
Aufnahme von Honig. Diese letzten sind von ihrer freien 
Seite gesehen fast kreisförmig und von nahezu gleicher Grösse, 
in eine unregelmässige Masse zusammengefügt; am wichtigsten 
aber ist daran zu bemerken, dass sie so' nahe aneinander gerückt 



sind, dass alle kreisförmigen Wände, wenn sie auch da. wo die 



5 



b 



5 



Zellen aneinander stossen , ihre Kreise fortsetzten , einander 
schneiden oder durchsetzen müssten; daher die Wände an den 
aneinander-liegenden Stellen eben abgeplattet sind. . Jede dieser 
im Ganzen genommen kreisrunden Zellen hat mithin doch 2 
oder mehr vollkommen ebene Seitenflächen , je nachdem sie an 





* 

3 oder mehr andre Zellen seitlich angrenzt. 



Zelle in Berührung mit drei andern Zellen 



? 



was 



j 



Kommt eine 
da alle von 



fast gleicher Grösse 



sind, nothwendig 



sehr oft geschieht, so ver- 



einigen sich die drei ebenen Flächen zu einer dreiseitigen Py- 
rainide, welche, nach Huber's Bemerkung, 



ofl'enbar der drei- 



seitigen Pyramide an der Basis der Zellen unsrer Korb-Biene zu 
vergleichen ist. 



Wie in den Zellen der 



Honigbiene, so nehmen 



auch hier die drei ebenen Flächen einer Zelle an der Zusammen- 
setzung dreier andren anstossenden Zellen Theil. Es ist offen- 
bar, dass die Melipona bei dieser Bildungs-Weise Wachs erspart; 



denn die Wände sind da, wo mehre solche Zellen aneinander- 
grenzen, nicht doppelt und nur von der Dicke wie die kreisför- 



mig 



Theile, und jed 



flache Stück Zwischenwand nimmt an 



der Zusammensetzung zweier aneinanderstossend 



Zellen Anthcil 



Indem ich über diesen Fall nachdachte, kam es mir vor, als 
ob, wenn die Melipona ihre walzigen Zellen von gleicher Grösse 
in einer gegebenen gleichen Entfernung von einander gefertigt 
und symmetrisch in eine doppelte Schicht geordnet hätte, der da- 
durch erzielte Bau so vollkommen als der der Korb-Biene gewor- 
en seyn würde. Demzufolge schrieb ich an Professor Miller 
in Cambridge, und dieser Geometer bezeichnet die folgende sei- 




5 



ner Belehrung entnommene Darstellung als richtig 

eine Anzahl unter sich gleicher Kreise 



Wenn 



so beschrieb 



wird 



> 



dass ihre Mittelpunkte in zwei p 



Eb 



lieg 



; 



I 

i 

I 



I 

I 



I 



I 



* 



237 



d 



das Centrum eines jed 



Kreises um Radius .XV 2 oder 



Radius X 
umgebend 



1.41421 (oder weniger) von den Mittelpunkten 



der sechs 



Kre 



m 



derselben Schicht 




Centren der angrenzend 



Krei 



in 



und 




Schicht entfernt ist 



t- 



? 



und w 



zwisc 
werd 



d 



verschieden 



so muss 



ben so weit von 
dren parallelen 
mn aisdann Durchscheidungsilächen 
Kreisen beider Schichten gebildet 




eine doppelte Lag 



sechsseitiger Pris 



men ergeb 



welche mit aus drei Rauten gebildeten dreiseitig 



pyra 



Base 



aufeinanderstehen , und d 




Seiten-Fläch 



d 



sechsseitig 



Pris 



Wink 




Genaueste üb 



ese Rauten- sowie 
1 werden in allen 
wie sie an den Wachs- 



iben der B 



men. 



W 



kö 



we 



wir 



d 



jetzig 



nach d 

daher 

(i noch 



gfältigsten Messung 



vorko 



mit Verlässigkeit 



chliess 



5 



dass 



5 



ht sehr ausgezeichnete 



Instinkte 




M 



einen ß 



etwas zu verbessern im Stande wären 



? 



diese 



ebe 



so 



wunderb 



vollkommen 



zu 



liefern ver- 



po 



hte, als die Korb-Biene. Stellen wir uns also vor, die Meli- 

was 



ht 



mache ihre Z 
zum Verwunde 



ganz kreisrund und gleich-gross 



5 



seyn würde, da sie es schon in gewissem 



Grad 



thut 




viele I 



Zellen in Holz 



aushöhlen, indem 



sich vollkommen walzenförmige 
sie anscheinend sich um einen 



festen Punkt drehen. Stellen wir uns ferner vor, die Melipona ordne 
ihre Zellen in ebnen Lagen, wie sie es bereits mit ihren Wal- 
zen-Zellen thut. Nehmen wir ferner an (und Diess ist die grösste 



Schwierigkeit), sie vermöge 



irgend-wie genau zu 



beurtheilen, in 



^ Ich glaube die Aufgabe der Bienen ist eine einfachre. als d 



mathematischen Fo 



zu 



Eine Einzelbiene macht eine zylindrisch 



Z 



Sto 



wir ihre Z 



möglichst dicht 



Zvvischenräu 
cRkige seyn 



} 



bleib 
dem 



so können die Z 



nand 
echs- 



so dass keine 
er- oder drei- 



sie 



h 



an den Aneinanderlagerungs-Seiten abpl 



Nun weichen sechseckige am wenigsten, dreieckige Zellen am meisten von d 



runden ab 



jene 



D 



f a c h 



bilden mithin die einfachste der möglichen Modifikati 



Modifikation erheischt 



Verh 



dings am wenigsten AVachs *, 



ihrem Inhalte aller- 



beengt aber auch, da ihre verschied 



Queermesser 
sten in ihrer 
meisten Festi 



gen nur ni 



wenigsten ungleich sind, die d 



Made am weni 



Entwickelung und B 



o 



e< 



ö ; 



weil die Zwischenwände 



Richtungen kreutzen. 



idlich gibt sie der Wabe am 
ch in drei und bei vierecki- 

D. Übrs. 



238 



welchem Abstände von ihren gleichzeitig beschäftigten Mitarbei- 
terinnen sie ihre kreisrunden Zellen beginnen müsse ; wir sahen 
sie ja bereits Entfernungen hinreichend bemessen, um alle ihre 
Kreise so zu beschreiben, dass sie einander stark schneiden, 
und sahen sie dann die Schneidungs-Punkte durch vollkommen 
ebene Wände mit einander verbinden. Unterstellen wir endhch, 
was keiner Schwierigkeit unterliegt, dass. wenn die sechsseitigen 
Prismen durch Schneidung in der nämlichen Schicht aneinander- 
liegender Kreise gebildet sind, sie deren Sechsecke bis zu genügen- 
der Ausdehnung verlängern könne, um den Honig-Vorrath auf- 
zunehmen, wie die Hummel den runden Mündungen ihrer alten 
Coccons noch Wachs-Zylinder ansetzt. Diess sind die nicht sehr 
wunderbaren Modifikationen dieses Instinktes (wenigstens nicht 
wunderbarer als jene , die den Vogel bei seinem Nestbau loi- 



5 

ten). durch welche, wie ich glaube 



, die Korb-Biene auf dem Wege 

Natürlicher Züchtung zu ihrer unnachahmlichen architektonischen 

Geschicklichkeit gelangt ist. 

Doch diese Theorie lässt sich durch Versuche bewähren. 
Nach Herrn Tegetmeier s Vorgange trennte ich zwei Bienen-Waben 
und fügte einen langen dicken viereckigen Streifen Wachs da- 
zwischen. Die Bienen begannen sogleich kleine kreisrunde 
Grübchen darin auszuhöhlen, die sie immer mehr erweiterten je 



tiefer sie wurden 



? 



b 



flache Becken d 



genau kreisrund und vom 



Durch 




s entstund 
gewöhnhch 



? 



die 
Zel- 



len waren 



Es war sehr 



prechend für 



ten 



5 



da 



überall, wo mehre Bienen zugleich 



h zu beobach 
neben einande 



olche Aushöhlungen zu machen begannen, sie genau 




rich- 



tigen Entfernungen einhielten, dass jene 



Becken mit der Zeit 



kommen die erwähnte Weite einer gewöhnlich 

sie den sechsten Theil des Durchn 



Zelle 



rlangt 



5 



SO 



dass, als 



des Kreises 



3 



wovon sie einen Theil bildeten, erreicht hatten, sie einand 




mussten 



Sobald diess der Fall war, hielten die Bienen mit 



weiteren Austiefung ein und begannen auf den Schneidung 



der 

Linien zwischen den Becken ebene Wand 



W 



senkrecht 



aufzuführen 
Rand eines 



j 



so dass jede sechsseitig 




Becke 



statt 



e Zelle auf den unebenen 
die geraden Ränder einer 



t 



} 



* 



239 



dreiseitigen Pyramide zu 
Bienen- Zellen. 



stehen kam, wie bei den 



gewöhnlichen 



Ich 



brachte dann statt eines 



licken 



ckig 



Stückes 



fei 



mit Goch 



en und 
gefärbt 



Messerrücken-dicken Wachs-Strei 




Korb 



Die Bienen begannen 



gleich von zwei S 



h 



kl 



Becke 



nali 



beieinand 



darin 



uhöhl 



j 



wie 



b 



d 



Wachs-Streifen war so 



dünn . dass die Böden der Becken bei gleich-tiefer Aushöhlung 

J 

wie vorhin von zwei entgegengesetzten 



Seiten her hätten 



d 



brechen uiiissen. 



D 



Hessen es ab 



d 



B 



nicht 



kommen . sondern hörten bei 
da^s die Becken, so bald sie 
bekamen; und diese ebenen 



Zeiten mit der Vertiefung auf, so 
etwas vertieft waren, ebene Böden 
Böden, aus dünnen Plättchen des 



rothgcfarblen Wachses bestehend, die nicht weiter ausgenagt 
wurden, kamen, so weit das Auge unterscheiden konnte, genau 
läntrs den eingebildeten Schneidunors-Ebenen zwischen den Becken 
der zwei entgegengesetzten Seiten des Wachs- Streifens zu lie- 
gen. Stellenweise waren kleine Anfänge, an anderen Stellen 
grössre Tlieile rhombischer Tafeln zwischen den einander ent- 



gegenstehenden Becken übrig geblieben : aber das Werk wurde 
in Folge der unnatürlichen Lage der Dinge nicht zierlich ausge- 
führt. Die Bienen müssen in ungefähr gleichem Verhältniss auf 
beiden Seiten des rothen Wachs-Streifens gearbeitet haben, als 



\ 



sie die kreisrunden Verliefungen von beiden Seiten her 



ausnag- 
ten, um bei Einstellung der Arbeit die ebenen Boden-Plättchen 
auf der Zwischenwand übrig lassen zu können. • 

Berücksichtigt man, wie biegsam dieses Wachs ist, so sehe 
ich keine Schwierigkeit für die Biimen 



ein, es von beiden Seiten 



her wahrzunehmen, wenn sie das Wachs bis zur angemessenen 



Dünne weggenagt haben 



? 



um dann ihre Arbeit einzustellen. 



In 



gewöhnlichen Bienenwaben schien 



mir, dass 



es den Bienen nicht 



immer freliniie 



o 



O" 5 



genau gleichen Schrittes von beiden Seiten her 
zu arbeiten. Denn ich habe halb-vollendete Rauten am Grunde 
einer eben begonnenen Zelle bemerkt, die an einer Seite etwas 

meiner Vernmthung die Bienen ein we- 

auf der anderen Seite kon- 



konkav 



waren, wo nach 



mg zu rasch vorgedrungen waren, und 



240 



vex erschienen, wo sie träger in der Arbeit 



sehr 



gewesen. In einem 
usgezeichneten Falle der Art brachte ich die Wabe in den 



Korb zurück, liess die B 



: 



kurze Zeit d 



arbeiten 



5 



und 



nahm sie darauf wieder heraus, um die Z 



j 



fsNeu 



zu un- 



tersuchen. 



Ich fand dann die Rauten-förmigen Platten ergänzt 
und von beiden Seiten vollkommen eben. Es war aber bei der 
ausserordentlichen Dünne der rhombischen Plattchen unmöo-lich 
gewesen , Diess durch ein weitres Benagen von der konvexen 
Seite her zu bewirken, und ich vermuthe , dass die Bienen in 
solchen Fällen von den entgegengesetzten Zellen aus das bieg- 
same und warme Wachs (was nach einem Versuche leicht ge- 
schehen kann) in die zukömmliche mittle Ebene gedrückt und 
gebogen haben, bis es flach wurde. 

Aus dem Versuche mit dem roth-gefärbten Streifen ist klar 
zu ersehen, dass, wenn die Bienen eine dünne Wachs-Wand zur 
Bearbeitung vor sich haben, sie ihre Zellen von angemessener 



Form machen können, indem sie sich in richtigen Entfernungen 
von einander halten, gleichen Schritts mit der Austiefung vor- 
rücken, und gleiche runde Höhlen machen, ohne jedoch deren 



Zwischenwände zu durchbrechen. Nun machen die Bienen 



3 



Wie 



man 



bei Untersuchung des Randes einer in umfänglicher Zu- 
nahme begriffenen Honigwabe deutlich erkennt, eine rauhe Ein- 
fassung oder Wand rund um die Wabe, und nagen darin von 



Seiten her ihre Zellen aus, indem sie 



mit 
Sie 



den entgegengesetzten 

deren Vertiefung auch den kreisrunden Umfang erweitern. 

machen nie die ganze dreiseitige Pyramide des Bodens einer 

Zelle auf einmal, sondern nur die eine der drei rhombischen 

Platten, welche dem äussersten in 

entspricht, oder auch die zwei Platten, wie es die Lage mit sich 

bringt. Auch ergänzen sie 



Zunahme begriffenen Rande 



nie die oberen Ränder der rhombi- 
schen Platten, als bis die sechsseitige Zellenwand angefangen 

wird. Einige dieser Angaben weichen von denen des mit Recht 

dass sie 



5 



berühmten älteren Hüber ab, aber ich bin überzeugt 

richtig sind ; und wenn es der Raum gestattete, so würde ich 

zeigen, dass sie so mit meiner Theorie in Einklang stehen. 

Hüber's Behauptung, dass die allererste Zelle in einer nicht 



* 



I 



I 



! 



241 



vollkommen parallel-seitigen Wachs-Wand 



ist 



so viel ich gesehen 



5 



nicht ganz richtig 



immer eine kleine Haub 



von Wach 



: 



sgehöhlt worden, 
er erste Anfang war 
doch will ich in diese 




Einzelnheiten hier nicht eingeh 



Wir sehen 



3 



w 



für einen 



wichtigen Antheil 




Aushöhlung an der Zellen-Bildung hat 



? 



doch wäre 



es 



ein 



grosse 



Fehler anzuneh 



5 



die Bienen 



könnten 



eine 



d 



h 



gs 



d 



rauhe Wachs-Wand nicht in geeigneter Lage 
Durchschnitts-Ebene zwischen zwei j 



? 



neinander 



grenzenden Kreisen, bauen 



welche beweisen 




sie 




Ich habe verschiedene Musterstücke, 
iess können. Selbst in dem rohen 

I 

rund um eine in Zunahme begriffene 
Wabe beobachtet man zuweilen Krümmungen, welche ihrer Lage 
nach den Ebenen der rautenförmigen Grund-Platten künftiger 



fänglichen Wachs-Rand 



Zellen entsprechen. 



Aber in allen Fällen muss die rauhe Wachs- 



Wand durch Wegnagung ansehnlicher Theile derselben von bei- 
den Seiten her ausgearbeitet werden. 



Die Art, wie die Bienen 



bauen 



3 



ist sonderbar. Sie machen immer die erste rohe Wand 



zehn bis zwanzig mal dicker, als die äusserst feine Scheidewand, 
die zuletzt zwischen den Zellen übrig bleiben soll. Wir werden 
besser verstehen, wie sie zu Werke gehen, wenn wir uns 




ken 



> 



Maurer 



häuften zuerst einen breiten Zäment-Wall auf 



? 



begännen dann am Boden denselben von zwei Seiten her glei- 
chen Schrittes, bis noch eine dünne Wand in der Mitte, wegzu- 
hauen und häuften das Weggehauene mit neuem Zäment immer 
wieder auf dem Rücken des Walles an. Wir haben dann eine 
dünne stetig in die Höhe wachsende Wand, die aber stets noch 



überragt ist von einem dicken rohen W^all. 



Da alle Zellen 



3 



die 



erst 



gelang 



sowohl als die schon fertigen, auf diese Weis 



von einer starken Wachs-Masse gekrönt sind, so können sich die 
Bienen auf der Wabe zusammenhäufen und herumtummeln, ohne 



d 



zarten sechseckigen Zellen- Wände zu beschädigen, welche 



nur 



v 



400 



Zoll dick sind ; die Platten an der Grund-Pyramid 



sind 



doppelt so dick. Durch d 



genthümliche W 



zu bauen 



ilt 




W a b e 



twährend die erforderliche Stärke mit 




grössl-möglichen Ersparung von Wachs. 

Anfangs scheint die Schwierigkeit 



die Anfertigungs -Weise 



16 



242 



I 



der Zellen zu 



begreifen, noch 



dadurch vermehrt zu werden, dass 



eine Menge von Bienen gemeinsam arbeiten, indem jede, wenn 



sie eine Zeit lang an einer Zelle gearbeitet hat 



Ö 



5 



an eine 



d 



geht 



? 



so dass, wie Huber bemerkt, ein oder zwei Dutzend Indi- 



viduen sogar am Anfang der ersten Zelle sich betheiligen. Es 
ist mir möglich gewesen , diese Thatsache zu bestätigen , indem 
ich die Ränder der sechsseitigen Wand einer einzelnen Zolle 
oder den äussersten Rand der Umfassungs-Wand einer im Wachs- 
thum begritFenen Wabe mit einer äusserst dünnen Schicht flüssi- 
gen roth-gefärbten Wachses überzog und dann jedesmal fand, 
dass 



die Bienen diese Farbe auf die zarteste Weise, wie es 



kein Maler zarter mit seinem Pinsel vermocht hätte, vertheilten. 



indem sie Atome des gefärbten Wachses von 
nahmen und ringsum in die 



ihrer Stelle ent- 



zunehmenden Zellen-Ränder verar- 



beiteten. Diese Art zu bauen kömmt mir vor, wie ein Welt- 
eifer zwischen vielen Bienen einander das Gleichgewicht zu hal- 



ten 



? 



indem alle Instinkt-gemäss in gleichen Entfernungen von 



einander stehen, und alle gleiche Kreise um sich zu beschreiben 
suchen, dann aber die Durchschnitts-Ebenen zwischen diesen l\r(M- 



sen 



entweder aufzubauen oder unbenagt zu lassen. 



Es war in der 



That eigenthümlich 



Fällen , wenn 



5 



z. 



B. 



anzusehen, wie manchmal in schwierigen 

Stücke einer Wabe unter irgend 



zwei 



einem Winkel aneinanderstiessen 



? 



die 



Bienen dieselbe 



Zelle 



wieder niederrissen und in andrer Art herstellten, mitunter auch 
zu einer F'orm zurückkehrten 



5 



die sie schon einmal verwor- 



fen hatten 



Wenn B 



einen Platz habe 



? 



wo sie in zur Arbeit an- 



Haltung 



geinesse 
Stückchen gerad 

Wabe, 
werden 



h 



kö 



? 



z. 




f einem 



Holz 



so 




muss 



? 



unter 
die Wab 
so könni 




Mitte einer abwärts wachsend 



b 



eine Seite 




sie den Grund zu 



Holzes gebaut 
Rr Wand eines 



Sechsecks leg 



so dass es genau am gehörigen l 



ter den 



5 




nen im 



andern fertigen Zellen vorragt. Es genügt 
Stande sind in zukömmlicher Entfernung von 



und von d 



d 




k 



Wänden der zuletzt voll 
len sie, nach Maassgabe 



deten Z 



zu 



die Bie- 
iinander 



stehen 



5 



der 



gebildeten Kreis 



j 



I 



I 



t 



I 



I 






243 



Zwischenwand zwischen zwei benachbarten Zellen auffüh 



: 



aber, so 



viel ich gesehen , arbeiten sie niemals die Ecken einer 



Z 



h 



d 



aus 
Z 



5 



als bis ein grosser Theil sowohl die 



als d 



fertig ist 



Dieses Vermögen der B 



unter gewissen 



Verhältni 



an 



g 



Stelle zwisch 



zwei soeben angefang 



Zellen eine rauhe Wand zu bilden ist 




wei 



gehende 



es 



eine Thatsache erklärt 



? 



welch 



glich die 



T h c r i e 



gänzlich 



lieh d 



die Z 



auf der 



Umstur 
i Kante 



bedrohete 



3 



näm- 



Bienen-Wabe 



zuweilen genau 



chseckig sind ^ inzwischen 



habe ich hier 



icht 



R 



auf diesen Gegenstand einzugehen. Dann scheint es 



mir 



auch kc 



gl 



Schwierig 



ehr 



darzubieten, d 



em ein- 



zelnes Insekt (wie es bei der Bienenkönig 



B. der Fall ist) 



skantige Zellen baut, wenn es 



nämlich abwechselnd an der 



Au 



der Innen-Seite von zwei od 



gleichzeitig 



an- 



gefangenen Zellen arbeitet und dabei immer in der angemesse- 
nen Entfernung von den Theilen der eben begonnenen Zellen 

den Schneidungs- 
es zu begreifen. 



steht 5 Kreise 



sich beschreibt und 



Ebenen Zwischenwände aufführt. Auch ist 
dass ein Insekt, indem es seinen Platz am Anfangs - Punkte 
einer Zelle einnimmt und sich von da auswärts zuerst nach 
einem und dann nach fünf andern Punkten in angemessenen Ent- 
fernungen von einander und vom Mittelpunkte wendet, der Rich- 
tung der Schneidungs-Ebenen folgt und 



so ein einzelnes Sechs- 



eck zuwegebringt; doch ist mir nicht bekannt, dass ein Fall die- 
ser Art beobachtet worden wäre, wie denn auch aus der Erbauung 
einer einzeln-stehenden sechseckigen Zelle dem Insekt kein Vor- 
theil entspränge, indem dieselbe mehr Bau-Material als ein Zylin- 
der erheischen würde. 

Da Natürliche Züchtung nur durch Häufung geringer Abwei- 
chungen des Baues oder Instinktes wirkt, welche alle dem Indi- 



sind , so mag 



viduum in seinen Lebens-Verhältnissen nützlich 
man vernünftiger \Yeise fragen, welchen Nutzen eine lange und 
stufenweise Reihenfolge von Abänderungen des Bau-Triebes in 

seiner jetzigen Vollkommenheit führenden Richtung der 



d e r 



zu 



Stamm-Form unsrer Honigbienen 



habi; 



bringen können ? 



Ich 



16 



* 



244 



(xlaube, die Antwort ist nicht schwer. Es ist bekannt, dass Bio- 



m 



3 



5 



nen oft in grosser Noth sind, genügenden Nektar aufzutreiben- 
und ich habe von Herrn Tegetmeier erfahren, dass er durch Ver- 
suche ermittelt habe, dass nicht weniger als 12 



trockn 



Zuck 



15 Pfund 
zur Sekretion von jedem Pfund Wachs in 
einem Bienen-Korbe verbraucht werden, daher eine überschwäng- 
liche Menge flüssigen Honigs eingesammelt und von den Bienen 
eines Stockes verzehrt vv^erden muss, um das zur Erbauung ihrer 
Waben nöthige Wachs zu erhalten. Uberdiess muss eine grosse 
Anzahl Bienen während des Sekretions-Prozesses viele Tage lang 



unbeschäftigt bleiben. 



Ein 



grosser Honig • Vorrath ist ferner 



nöthig für den Unterhalt eines 
es ist bekannt, dass 



starken Stockes über Winter, und 



die Sicherheit desselben hauptsächlich gerade 
von seiner Stärke abhängt. Daher Ersparniss von Wachs eino 



Erspar 



von Honig veranlasst 




dincrniss des Gedeihens einer Bienen-Familie ist. 



eine wesentliche Be- 

Für gewöhn- 



lich mag d 



Erfolg 



siten 




nd 



Feind 




Bienen-Art von der Zahl ihrer Para- 
;r von ganz andern Ursachen bedin 




und in soferne von der Menge des Honigs unabhängig seyn 
welche die Bienen einsammeln können. Nehmen wir aber an 
diess Letzte seye doch wirklich 



j 



5 



der Fall, wie in 



der That oft die 



Menge der Hummel-Bienen in einer Gegend davon bedingt ist, 
und nehmen wir ferner an (was in Wirklichkeit nicht so ist), 
ihre Gemeinde durchlebe den Winter und verlange mithin einen 
Honig-Vorrath , 



so wäre es in d 



Falle für unsre Hu 



Bi 

ih 



gewiss ein Vortheil, wenn eine geringe Veränderung 



Instinktes sie veranlasste, ihre Wachs-Z 



twas 



an 



nd 



zu 



machen, so d 



h d 



kreisrund 



näher 
Wände 



etwas schnitten: denn eine jede zweien aneinander-stossend 



Zellen gemeinsam dienend 



Zwischenwand 



ste etwas Wachs 



Es würde daher ein zunehmender Vortheil für unsre 
Hummeln seyn, wenn sie ihre Zellen immer regelmässiger mach- 



paren 



ten 



5 



immer näh 



zusammenrückten 



d 



mehr zu einer 



• 



Mass 




eine jed 



gten, 
Zelle 



Begrenzung dien 



wie Melipona, weil alsdann ein grosser Theil 
beo-renzenden Wand auch andern Zellen zur 
und viel Wachs erspart werden würde. Aus 



I 






I 



I 



245 



(rleichern Grunde würde es für die Melipona vortlieilhaft se> 



sie 



ihre walzenförmigen Zelle 



noch regelmässiger als jetzt machte, weil d 



noch näh 

weil 




enrückte 



wie wir gesehen 



hab 



? 



d 



kreisförmigen Wände gänzlich 



hwind 



und 



durch ebene Zwischen-Wände ersetzt werden müssten , wo d 



d 



Melip 




e 



r 



würd 



eine so 
Aber 



ollkommene Wabe als die Honig-B 



b 



d 



Stufe hinaus kann Natürliche 



Wabe der Honig-Biene 



5 



Züchtung den Bau-Trieb nicht mehr vervollkommnen, weil die 

so viel wir einsehen können, hinsichtlich 
der Wachs-Ersparniss unbedingt vollkommen ist. 

So kann nach meiner Meinung der wunderbarste aller be- 
kannten Instinkte, der der Honigbiene, durch die Annahme er- 



5 



habe 



klart werden. Natürliche Züchtung habe allmählich eine Menge 
kleiner Abänderungen einfachrer Naturtriebe benützt; sie 
auf langsamen Stufen die Bienen geleitet, in einer doppelten 
Schicht gleiche Kreise in gegebenen Entfernungen von einander 
zu ziehen und das Wachs längs ihrer Durchschnitts-Ebenen auf- 
zuschichten und auszuhöhlen, wenn auch die Bienen selbst von den 
bestimmten Abständen ihrer Kreise von einander eben so wenig als 
von den Winkeln ihrer Sechsecke und den Rautenflächen am Boden 
ein Bewusstseyn haben. Die treibende Ursache des Prozesses der 
Natürlichen Züchtung war Ersparniss an Wachs. Der einzelne 
Schwärm, welcher am wenigsten Honig zur Sekretion von Wachs 
bedurfte, gedieh am besten und vererbte seinen neu-erworbenen 
Ersparniss-Trieb auf spätre Schwärme, welche dann ihrerseits 

wieder die meiste Wahrscheinlichkeit des Erfolges in dem Kampfe 
um's Daseyn hatten. 

Ohne Zweifel Hessen sich noch viele schwer erklärbare In- 
stinkte meiner Theorie Natürlicher Züchtung entgegenhalten: Fäll 



) 



sehen 



die Veranlassung zur Entstehung eines Instinktes nicht 



t: F 



wo keine Zwischenstufen bekannt 



F 



von anscheinend so unwichtigen Instinkten, dass kaum abzu 



sehen. 



könn 



wi 



sich 



A • 



e 



"i 



die Natürliche Züchtung an ihnen betheiligt habe 
Falle von fast gleichen Instinkten bei Thieren, welch 



auf der Stuf 



d 



N 



so weit auseinand 



stehe 




h 



deren Übereinstimmung nicht durch Ererbuno- von einer 




» 



9 



246 



ineinsamen 



Starnin-Form erklären lässt. 



sondern voneinander 



unabhängigen Züchtungs-Tliäiigkeiten zugesehrieben werden muss. 



Ich will hier nicht auf diese mancherlei Fälle einofehen, son- 



dern 



nur bei 



einer besondern Schwierigkeit stehen bleib 



en 



5 



welche mir anfangs unübersteiglich und meiner ganzen Thcori 



( 



verderblich zu seyn schien. Ich will von den gehuhlechtloson 
Individuen oder unfruchtbaren Weibchen der Insekten-Kolonien 

* 

sprechen; denn diese Geschlechtlosen weichen sowohl von den 
Männchen als den fruchtbaren Weibchen in Bau und Instinkt oit 
sehr weit ab und können doch, weil sie steril sind, ihre eig^a- 
thümliche Beschaffenheit nicht selbst durch Fortpflanzung weiter 



übertragen. 



Dieser Gegenstand würde sich zu einer we 




gen Kr 



örterung eignen: doch will ich hier nur einen einzelnen Fall 
herausheben, die Arbeits- Ameisen. Anzugeben wie diese Arbei- 
ter steril geworden sind, ist eine grosse Schwierigkeit, doch nicht 
crrösser als bei andren auffälligen Abänderungen in der Organisn- 



ti 



auch. 



D 



sich nachweisen, d 



» 



Sechsfü 



u. a. Kerbthiere im Natur-Zustande zuweilen unfruchtbar werd 



und falls 




nun bei gesellig lebenden Arte 



gekom 



und es der Gemeinde vortheilhaft gewesen ist, dass jährlich ei 
Anzahl zur Arbeit geschickter aber zur Fortpflanzung untauglich 



gro 



Individuen unter ihnen geboren werde, so dürfte keine 
Schwierigkeit für die Natürliche Züchtung mehr stattgefundin 

TjuM zur weitern Entwickelung dieser Anlage zu 

iu hin- 



hab 



? 



J 



benützen. Doch rnuss ich über d 



läufige Bedenk 



weggehen. 



Die Grösse der Schwierigkeit liegt darin, dass die'^e 



Arbeiter sowohl von den männlichen wie von den weiblichen 



Ameisen auch in ihrem übrigen Bau 



5 



in der Form des Brust- 



stückes, in dem Mangel der Flügel und zuweilen der Augen, so 



1 

wie in ihren Instinkten weit abweich 



Was den Instinkt allein 



betrifft, so hätte sich die wunderbare Verschiedenheit, welch 



5 



? 



dieser Hinsicht 



ch 



den Arbeiterinnen 



d den 



htbaren 



Weibchen ergibt, noch weit besser bei' den Honig-Bienen 



* 



h 



i-i- 



VON 



SiEBOLD hat bekanntlich im vorigen Jahre nachgewiesen, dass bei 

Geschlecht der Eier von der Belruch- 



iler Honigbiene (u. a. Insekten) das 



I 



» 



I 

r 



247 



weisen lassen. 
Geschlechl-losei 



eine Arbeits-Ameise od 



Stande, so 



wiird 



seine Charakter 



yen 



? 



und dass 



Wäre 

Insekt ein Thier in seinem 
I ich unbedenklich angenomm 

durch Natürliche 
namentlich . wen 



ein 



d 




wohnlich 



Zu 



haben, dass all 



? 



Züchtun 




ntwickelt word 



ein 



Individ 



mit 



einer kleim 
worden wäi 
erbt habe, 




Baues 



5 



Nulz-bringenden Abweichung 

sich diese Abweichung auf dessen Nachkommen 



irgend 
eboren 



dann ebenfalls variirten und bei weitrer Züch- 



f 



tung voraus tun den. 



In 




Arbeits-A 



aber haben wir ein 



von 



seinen 



Alter 



weit abweichend 



Insekt 



bedingt un- 



fruchtbar, welches daher zufallige Abänderungen des Baues nie 



5 



bt haben noch 



uf eine Nachkommensch 



weiter* vererben 



k 



Ma 



muss dah 



fragen 



? 



wie es möglich seye 



5 



d 




der Theorie Natürlicher Züchtung in Einklang zu bring 



<i 



Erstens kön 



unsern kult 



n wir mit u 
als unter d 



hligen Beispielen sowohl unter 
natürlichen Erzeugnissen bele- 





ass Struktur-Verschiedenheiten aller Artei 
Altern oder mit nur einem der zwei Geschlecht 



it gewissen 
n eine feste 



Wechselbeziehung getreten sind. Wir haben Abänderungen, d 



in 
Gl 



solcher Wechselbeziehung nicht allein mit nur dem einen 



j 



d 



sog 



mit bloss der ku 



stehen, wo das Reproduktiv-System thätig ist 



5 



Wie 



d 



Jahreszeit 
hochzeit- 



liehe Kleid vieler Vögel und der Haken-förmig 



Unterkiefer 




Salinen. Wir haben auch geringe Unterschiede in den Hörnern 
einioer Rinds-Rassen, welche mit einem künstlich unvollkomme- 



c? 



? 



nen Zustande 



des 



männlichen Geschlechtes stehen: denn die 



Ochsen haben in manchen Rassen längre Hörner als in andern, 
in Veroloich zu denen ihrer Bullen oder Kühe. Ich finde da- 
her keine wesentliche Schwierigkeit dann, dass ein Charakter 
mit dem unfruchtbaren Zustande gewisser Mitglieder von Insekten- 
Gemeinden in Correlation steht; die Schwierigkeit liegt nur darin 
zu begreifen, wie solche in Wechselbeziehung stehende Abän- 
derungen des Baues durch Natürliche Züchtung langsam gehäuft 
werden konnten. 



tung abhängig ist, \> eiche im Willen der Bienenkönigin steht und nur in 



gewissen Zellen crlolgt, in andern unterbleibt. 



D. Übs. 



248 



Diese anscheinend unüberwindliche Schwierigkeit wird aber 



bedeutend geringer oder 



verschwindet, wie ich 



glaube, gänzlich. 



wenn wir bedenken, dass Züchtung ebensowohl bei der Fa- 
milie als bei den Individuen anwendbar ist und daher zum er- 
wünschten Ziele führen kann. So wird eine wohl-schmeckende 
Gemüse-Sorte gekocht, und diess Individuum ist zerstört; aber 
der Gärtner säet Saamen vom nämlichen Stock und erwartet mit 
Zuversicht wieder nahezu dieselbe Varietät zu ärndten. Rindvieh- 
Züchter wünschen das Fleisch vom Fett gut durchwachsen. Das 
Thier ist geschlachtet worden, aber der Züchter wendet sich mit 
Vertrauen wieder zur nämlichen Familie. Ich h^abe solchen Glau- 
ben an die Macht der Züchtung, dass ich nicht bezweifle, dass 
eine Rinder-Rasse, weiche stets Ochsen mit ausserordentlich 
langen Hörnern liefert, langsam gezüchtet werden könne durch 
sorgfältige Anwendung von solchen Bullen und Kühen, die, mit- 
einander gepaart, Ochsen mit den längsten Hörnern geben, ob- 
wohl nie ein Ochse selbst diese Eigenschaft auf Nachkommen 



zu übertragen im 



Stande 



ist. 



So mag es wohl auch mit gc- 
seyn ; eine kleine Abänderung im 
Bau oder Instinkt, welche mit der unfruchtbaren Beschaffenheit 



selligen Insekten gewesen 



Gemeinde in Zusammenhang steht 



5 



hat 



? 



in Folffe dessen d 



gewisser Mitglieder der 
sich für die Gemeinde nützlich erwiesen 
fruchtbaren Männchen und Weibchen derselben besser gediehen 
und auf ihre fruchtbaren Nachkommen eine Neigung übertrugen 
unfruchtbare Glieder mit gleicher Abänderung hervorzubringen. 

genug wiederholt wor- 



Und ich glaube, dass dieser Vorgang 




den 



ist 



3 



bis diese Verschiedenheit zwisch 




und unfruchtbaren Weibchen einer Sp 



zu d 



Höhe gedieh, wie wir sie jetzt bei vielen gesellig lebend 



fruchtbaren 
wunderbaren 



In 



Sekten wahrnehmen. 



Aber die Schwierigkeit hat noch eine höhere Stufe, die wir 



j 



haben, ind 



noch nicht berührt 
Ameisen-Arten nicht allein von 



die Geschlechtlosen bei mehren 




fruchtbaren Männch 



und 



Weibch 



5 



ondern auch noch untereinand 



glaublichem Grad 



abweichen und danach in 



selbst in oft un- 
Kasten ge- 





theilt werden. Diese Kasten gehen in der Regel nicht in eman 






ii 



i 



I 



249 



der über, sondern sind vollkommen getrennt, so verschied 



d 



? 



wie es 



onst zwei Arten 



Sipp 



od 



zwei Sippen 



Familie zu seyn pfleg 



und kämpfend 
Kinnladen un 




Individuen 
Instinkten v 



mit 



So kommen bei Eciton arbeitende 
ausserordentlich verschie 



bei Crypt 



ch verschieden 
tragen die Arb 



ter 
ihre 



d 



einen 



Kopfi 



d 



kanisclien Myrmccocystu 



m 




Kasten allein eine wunderbare Art von Schild an 

unbekannt ist. Bei den Mexi- 

r einen Kaste 
einer andern 



Zweck 




verlassen die Arbeiter 




Nest 



5 



sie werden durch die Arbeiter 



Kaste gefüttert und hab 



ein 



geh 



entwickeltes Abdom 



5 




eine Art Honig absondert 



5 




die Stelle desjenigen 



tritt 



welchen unsre A 



durch das Melken 




Blattläuse erlan- 



gen : die Mexikanischen gewinnen ihn von Individuen ihrer eig- 
nen Art, die sie als »Kühe« im Hause eingestellt halten. 

Man mag in der That denken, dass ich ein übermässiges 
Vertrauen in das Prinzip der Natürlichen Züchtung setze, wenn 
ich nicht zugebe, dass so wunderbare und wohl-begründete That- 
Sachen meine Theorie auf einmal gänzlich vernichten. In dem 

* 

einfacheren Falle, wo Geschlecht-lose Ameisen nur von einer 
Kaste vorkommen , die nach meiner Meinung durch Natürliche 
Züchtung ganz leicht von den fruchtbaren Männchen und Weib- 

w 

chen abgetrennt worden seyn können, in diesem Falle dürfen 
wir aus der Analogie mit gewöhnlichen Abänderungen zu- 
versichtlich schliessen, dass jede geringe nützliche spätre Ab- 
weichung nicht alsbald an allen Geschlecht-losen Individuen eines 
Nestes zugleich, sondern 
kam 



j 



nur an einigen wenigen zum Vorschein 
und dass erst in Folge lang-fortgesetzter Züchtung frucht- 



• • 



barer Allern, welche die meisten Geschlechtlosen mit der nutz- 
baren Abänderung erzeugen konnten, die Geschlechtlosen end- 
lich alle diesen gewünschten Charakter erlangten. Nach dieser 



Ansicht müssle man auch im 



mlich 



Neste zuwei 



noch 



Geschlecht-lose Individuen derselben Insekten-Art finden, welch 



Zwischen^ 
man in d 



Europ 



der Körper-Bildung darstell 



d d 



findet 



That 



d 



zw 



wenn 



in 



d 



Geschlechtlosen näh 



berücksichtigt, wie 



selte 



untersucht werden 



ft 



g 



o 



Herr 




Smith hat 



gezeigt, wie erstaunlich 



dieselben bei 



\{ 







250 



den verschiedenen Englischen Ameisen-Arten in der Grösse 
und mitunter in der Form variiren. und dass selbst die ausser- 
sten Formen zuweilen vollständig durch aus demselben Neste 
entnommene Individuen untereinander verkettet werden können. 
Ich selbst habe vollkommene Stutenreihen dieser Art miteinander 



vergleichen können. Oft geschieht es/ dass die grösseren oder 
die kleineren Arbeiter die zahlreicheren sind, oft auch sind beide 
gleich zahlreich mit einer mittein Abstufung. Formica flava hat 
grössre und kleinere Arbeiter mit 
und bei dieser Art haben nach Herrn Smith's Beobachtung die 



einigen von mittler Grösse ; 




grosseren 



Arbeiter einlache Augen 



(Ocelli), welche, wenn auch 



klein, doch deutlich zu beobachten sind, während die Ocellen der 



5 



kleineren nur rudimentär erscheinen. Nachdem ich verschiedene 



Individuen dieser Arbeiter sorgfältig zerlegt habe, kann ich 



ver- 



sichern, dass die Ocellen der letzten weit rudimentärer sind, als 



? 



nach ihrer Grösse allein zu erwarten gewesen wäre 



? 



und ich 



glaube fest, wenn ich es auch nicht für gewiss zu behaupten 
wage, dass die Arbeiter von mittler Grösse auch Ocellen von 
mittlem Vollkommenheits-Grade besitzen. Es gibt daher zwei 



Grupp 



steriler Arbeiter in einem 



Neste, welche 



der Grösse, sondern auch in den Gesichts-Org 



bweichen und durch 



g 



wenige Glieder von 



icht allein in 
von einander 
ttler Beschaf- 



fenheit miteinander verbunden werd 



Ich könnte nun noch 



weiter gehen und Si 
ren für den Haushalt 



gen 



5 




dass wenn die kleineren die nützl 



Gemeinde gewesen wären 




dem 



folge immer diejenigen Männchen und Weibchen, welche die 



klei 



Arbeiter 



fern 



j 



bei der Züchtung das Übergewicht 



gewonnen hätten, bis alle Arbeiter einerlei Beschaffenheit erlang 



ten 



wir eine Ameisen-Art haben müssten, d 



losen fast wie bei My 



beschaffen wären 




Geschlecht 



Arbei 




ter von Myrmic 
deren Männchen 



haben nicht einmal Augen-Rudimente 



obwohl 




Weibchen wohl entwickelte Ocellen besitzen 



Ich will noch ein andres Beispiel 



führen 



Ich 



wartete 



so zuversichtlich, Abstufungen in wesentlichen Theilen des Kör 



per-Baues zwis 
losen in einer 



chen 




schied 



Kasten d 



mlichen Art zu find 



5 



d 



3r Geschlecht- 
ich mir gerne 



» 

I 

» 



I 



251 



Hrn. F. Smiths Anerbieten zahlreicher Exemplare der Treibcr- 
Arneise (Anomma) aus West-Afrika zu Nutz' machte. 



Der Leser 



wird vielleiht die Grösse des Unterschiedes zwischen deren Ar- 
beitern am besten bemessen, wenn ich ihm nicht die wirklichen 
Ausmessungen, sondern eine streng genaue Vergleichung mit- 
theile. Die Verschiedenheit ist eben so gross, als ob wir eine 



Reihe von Arbeitsleuten ein Haus bauen sähen, von welchen 

j- 

viele nur fünf Fuss vier Zoll hoch und viele andre bis sechs- 



ohn Fuss 




wären (1:3): dann müsste 



wir 



b 



noch un- 



terstellen, dass die grösseren vier- statt drei-mal so grosse Köpfe 
als die kleineren und fast fünfmal so grosse Kinnladen hätten. 
Überdiess ändern die Kinnladen dieser Arbeiter wunderbar in 
Form, in Grösse und in der Zahl der Zähne ab. Aber die für 
uns wichtigste Thatsache ist, dass, obwohl man diese Arbeiter in 



Kaste 



von 



hied 



Grösse 



heid 



kan 



5 



sie doch 



unmerklich in einander übergehen, wie es auch mit der so weit 
auseinander weichenden Bildunor ihrer Kinnladen der Fall ist. 
Ich kann mit Zuversicht über diesen letzten Punkt sprechen ; 
da Hr. Lubbock Zeichnungen dieser Kinnladen mit der Camera 
lucida für mich angefertigt hat, w^elche ich von den Arbeitern 
verschiedener Grösse abgelöst hatte. 



Mit diesen Thatsachen vor mir glaube ich , 



dass Natürliche 



« ■ 

Züchtung auf die fruchtbaren Altern wirkend Arten zu bilden im 

auch ungeschlechtliche Individuen 



Stande ist, welche regelmässig 
hervorbringen, die entweder alle eine ansehnliche Grösse und 
gleich-beschaffene Kinnladen haben, oder welche alle klein und 
mit Kinnladen von sehr veränderlicher Bildung versehen sind, 
oder welche endlich (und Diess ist die Hauptschwierigkeit) 
zwei Gruppen von verschiedener Beschaffenheit darstellen, wo- 
von die eine von gleicher Grösse und Bildung und die andre 
in beiderlei Hinsicht veränderlich ist, beide aus einer anfäng- 
lichen Stufenreihe 



wie 



bei Anomma hervorgegangen , 



wovon 



aber die zwei äussersten 



Formen, soferne 



sie für die Gemeinde 



die nützlichsten sind, durch Natürliche Züchtung der sie erzeu- 
genden Altern immer zahlreicher überwiegend werden, bis die 
Zwischenstufen gänzlich, verschwinden. 



>' 



* 



\ 



252 



\ 



So ist nach 



meiner Meinung- die wunderbare ErscheinimLT 



er m 



von zwei streng begrenzten Kasten unfruchtbarer Arbeit 
einerlei Nest zu erklären , welche beide weit voneinander und 
von ihren Altern verschieden sind. Es lässt sich annehmen, dass 
ihre Hervorbringung für eine soziale Insekten-Gemeinde 



nach 



5 

sirten Menschen, nützlich 



gleichem Prinzipe, wie die Theilung der Arbeit für die zivili- 

gewesen seye. Da die Ameisen mit 
ererbten Instinkten und mit ererbten Organen und Werkzcu- 

nicht mit erworbenen Kenntnissen und fabrizirlem 



gen 



und 



Geräthe arbeiten, so liess sich eine vollständige Theilung der 
Arbeit unter denselben nur mittelst steriler Arbeiter erzielen 



5 



denn wären sie fruchtbar gewesen, so würden sie durch Kreut- 
zung ihre Instinkte und Werkzeuge mit denen der andern ge- 
mischt und verdorben haben. Und die Natur hat, wie ich glaube, 
diese bewundernswürdige Arbeits-Theilung in den Ameisen-Ge- 
meinden durch Züchtung bewirkt. Aber ich bin zu bekennen 



genöthigt 



5 



dass 



ich 



bei allem Vertrauen 



in 



dieses Prinzip 



5 



ohne die vorliegenden Thatsachen zu kennen 



nie ge- 



doch 

ahnt haben würde, dass Natürliche Züchtung sich in so hohem 

Grade wirksam erweisen könne. Ich habe desshalb auch diesen 



+ 

Gegenstand mit etwas grössrer, obwohl 



ganz ungenügendei 




Ausftihrlichkeit abgehandelt, um daran die Macht Natürlicher Züch 

tung zu zeigen i 
Schwierigkeit für 

darum 
als bei 



weil er in der That die ernsteste spezie 
meine Theorie darbietet. Auch ist der F 



sehr 



interessant, weil 



er 




? 



dass sowohl bei Th 



Pflanze 



jed 



Betrag von Abänderung in 




Struktur 



durch Häufung vieler kleinen 




heinend 



fällig 



Ab 



von 




weichungen 

Stützung durch Übung 

Denn keinerlei Grad von Übung 



welcher Nützlichkeit 



? 



ohn 



alle Unter 



d Gewohnheit, bewirkt werden kann 



? 



Gewohnheit und W 




gänzlich unfruchtbaren Gliedern einer Gemeind 



in 
hte 



die Bildung oder Instinkte der fruchtbaren Glieder, welche allein 
die Nachkommenschaft liefern, zu beeinflussen. Ich bin er- 
staunt, dass noch Niemand den lehrreichen Fall der Geschlecht- 



? 



losen Insekten 
gesetzt hat. 




wohl-bekannten Th 



Lamakck 



tgegen 



I 






I 



\ 



253 



sucht 



Ich habe in diesem Kapitel ver- 
dass die Geistes-Fähigkeiten unsrer 
Hausthiere abändern, und dass diese Abänderungen vererblich 

Und in noch kürzrer Weise habe ich darzuthun gestrebt 



Zusammenfassung 

, kürzlich zu zeigen. 



sind. 



5 



dass Instinkte im Natur-Zustande etwas abändern. Niemand wird 
bestreiten, dass Instinkte von der höchsten Wichtigkeit für jedes 
Thier sind. Ich sehe daher keine Schwierigkeit, warum unter 
veränderten Lebens-Bedingungen Natürliche Züchtung nicht auch 
im Stande gewesen seyn sollte, kleine Abänderungen des In- 
stinktes in einer nützlichen Richtung bis zu jedem Betrag zu 
häufen. In einigen Fällen haben Gewohnheit, Gebrauch und 



Nichtgebrauch wahrs cheinlich mitgewirkt. 



Ich 



glaube 



nicht 



durch die in diesem Abschnitte mitgetheilten Thatsachen meine 
Theorie in irgend einer Weise zu stützen; doch ist nach meiner 
besten Überzeugung auch keine dieser Schwierigkeiten im Stande 
sie umzustossen. Auf der andern Seite aber eignen sich die 
Thatsachen , dass Instinkte nicht immer vollkommen und noch 
Missdeutungen unterworfen 



sind 



? 



dass kein Instinkt zum 



ausscliliesslichen Vortheil eines andern Thieres vorhanden ist 
wenn auch jedes Thier von Instinkten andrer Nutzen zieht, 
dass der naturhistorische Glaubenssatz ^^Natura non facit sal- 

auf körperliche Bildungen 
nen Ansichten eben so er- 



tum « 



ebensowohl auf Instinkte als 



imwendb 




aus 




trag 




als auf andre Weise unerklärbar ist: alle diese That- 
sachen eignen sich die Theorie der Natürlichen Züchtung zu be- 
festigen. 

a 

Diese Theorie wird noch durch einige andre Erscheinungen 

So durch die gemeine Beob- 



hinsichtlich der Instinkte bestärkt. 



achtung , 



dass einander 



nahe 



verwandte aber sicherlich ver- 



schiedene Spezies, wenn sie von einander entfernte Welttheile 



bewohnen 



und 



unter beträchtlich verschiedenen Existenz- Be- 



dingungen leben, doch oft fast dieselben Instinkte beibehalten. 
So z. B. lässt sich aus dem Erblichkeits-Prinzip erklären, wie 
es kommt, dass die Süd-Amerikanische Drossel ihr Nest mit 
Schlamm auskleidet ganz in derselben Weise, wie es unsre Euro- 
päische Drossel thut: 



> 



wie 



es kommt, dass die Männchen des 



I 

I 



254 



Ostindischen und des Afrikanische Nashorn-Vogels , welche zu 
zwei verschiedenen üntersippen von Buceros gehören, beide die- 
selben eigenlhümlichen Instinkte besitzen, ihre in Baumhöhlen brü- 
tenden Weibchen mit Sand so einzumauern , dass nur noch ein 
kleines Loch offen bleibt, durch welches sie das Weibchen und 

: — wie es kommt. 



mit Nahrung versehen 



später auch die Jungen 

dass das Männchen des Amerikanischen Zaunkönigs (Troglodyles) 

ein besondres Nest für sich baut, ganz wie das Männchen uns- 



rer 



einheimischen Art: Alles Sitten, die bei andern Vögeln gar 



nicht vorkommen. Endlich mag es wohl keine logisch richtige 
Folgerung seyn, es entspricht aber meiner Vorstellungs-Art weit 
besser, solche Instinkte wie die des jungen Kuckucks, der seine 



5 



5 



Nährbrüder aus dem Neste stösst 
welche Sklaven machen, 



5 



wie die der Ameisen, 



oder die der Ichneumoniden, welche 



ihre Eier 



in lebende Raupen legen: nicht als eigenthümlich 
anerschaffne Instinkte, sondern nur als geringe Ausflüsse eines 
allgemeinen Gesetzes zu betrachten, welches allen organischen 
Wesen zum Vortheil gereicht, nämlich : Vermehrung und Abände- 
runo- macht die stärksten siegen und die schwächsten erliegen. 

^7 t 



» 



I 



I 



AM 





Capitel 



Bastard-Bildung. 



Unterschied zwischen der Unfruchtbarkeit b 



der ersten Kreutzung und der 



Unfruchtbarkeit der Bastarde. -^Unfruchtbarkeit der Stufe nach veränderl 

llgemein-, durch Inzucht vermehrt und durch Zähmung vermindert 



cht 



G 



für die Unfruchthark 



der Bastard 



Unfruchtbarkeit keine 



besondre Eigenthümlichk 



sond 



mit andern Verschiedenheiten zu- 



sammenfallend. 

der Bastarde. 
Lebens-Bedingun 



Ursachen der Unfruchtbarkeit d 



Kreutzung imd 



Parall 



zwisch 



den Wirkungen der 



und der Kreutzung 



Fruchtbarkeit miteinander 



Varietäten und ihrer Blendlinge nicht allg 



Blendlinge unabhängig von 
menfassung. 



h 



Fruchtbarkeit 



slichen 



Bastarde und 

Zusam- 



,4' 



j 



Arten im 



Die allgemeine Meinung der Naturforscher geht dahin, dass 

Falle der Kreutzung von sich aus unfruchtbar sind, mn 



die 



Verschmelzung- aller organischen Formen mit einander zu 



» 



f. 



255 




verbind 



Diese Meinung hat anfangs gewiss grosse Wahr 



heinlichkeit für sich; denn in derselben Gegend beisa 



eh. wen 



freie Kreutzung möglich wäre, 



lebende Arten würden s 

kaum getrennt erhalten können 

dass Bastarde sehr allgemein steril sind, ist nach meiner Ansicht 



Die Wichtigkeit d 



Thatsache 



5 



von einigen 
Nach der Th 



neueren Schriftstelle 



sehr 



terschätzt word 



d 



Natur 



mehr 



von 



spezieller Wichtigkeit 



5 



Züchtung ist der Fall um so 
als die Unfruchtbarkeit der 



Bastarde nicht wohl vortheilhaft lur sie seyn und auch desshalb 
nicht durch fortgesetzte Erhaltung aufeinander-folgender nützlicher 
Abstufungen der Sterilität erworben seyn kann. Ich hoffe jedoch 

nicht eine speziell erwor- 

, sondern mit an- 



zu können, dass Untruchtbarkeit 



zergen 

bene oder für sich angeborene Eigenschaft ist 

deren erworbenen Verschiedenheiten zusammenhängt. 

Bei Behandlung dieses Gegenstandes hat man zwei Klassen 
von Thatsachen, welche von Grund aus weit verschieden sind, 
gewöhnlich irut einander verwechselt, nämlich die Unfruchtbar- 
keit zweier Arten bei ihrer ersten Kreutzung und die Unfrucht- 
barkeit der von ihnen erhaltenen Bastarde. 

Reine Arten haben regelmässig Fortpflanzungs-Organe von 
vollkommener Beschaffenheit, liefern aber, wenn sie mit einan- 
der gekreutzt werden, nur wenige 
Bastarde dagegen haben Reproduktions - Organe , 
Dienstleistung unfähig sind, wie man aus dem Zustande des 
männlichen Elementes bei Pflanzen und Thieren erkennt, wäh- 
rend die Organe selbst ihrer Bildung nach vollkommen sind, 
wie die mikr'oskopische Untersuchung ergibt. Im ersten Falle 
sind die zweierlei geschlechtlichen Elemente, welche den Embryo 
liefern sollen, vollkommen; im andern sind sie entweder gar 
nicht oder nur sehr unvollständig entwickelt. Diese Unterschei- 
dung ist wesentlich, wenn die Ursache der in beiden Fällen statt- 



oder gar keine Nachkommen. 

welche zur 



findenden Sterilität in Betracht 



gezogen 



werden 



soll. 



Der 



Unterschied ist wahrscheinlich übersehen worden, weil man die 
Unfruchtbarkeit in beiden Fällen als eine besondre Eigenthüm- 
lichkeit beti'achtet hat, deren Beurtheilung ausser dem Bereiche 
unsrer Kräfte liege. 



* 



\ 

I 




256 



Die Fruchtbarkeit der Varietäten oder derjenigen Formen 



• • 



3 



welche von gemeinsamen Altern abstammen oder doch so ange- 
sehen werden, bei deren Kreutzung, und ebenso die ihrer Blend- 



nge 



ist nach meiner Theori 



3 

von gleicher Wichtigkeit mit der 



Unfruchtbarkeit der Spezies unter einander; denn es scheint 
sich daraus ein klarer und weiter Unterschied zwischen Arten 
und Varietäten zu ergeben. 

Erstens: Die Unfruchtbarkeit miteinander gekreutzter Arten 
und ihrer Bastarde. Man kann unmöglich die verschiedenen 
VTerke und Abhandlungen der zwei gewissenhaften und bewun- 
dernswerthen Beobachter Kölreuter und Gärtner, welche fast ihr 
ganzes Leben diesem Gegenstande gewidmet haben, durchlesen, 
ohne einen tiefen Eindruck von der Allgemeinheit eines höheren 
oder geringeren Grades der Unfruchtbarkeit gekreutzter Arten 
in sich aufzunehmen. Kölreutfr macht es zur allgemeinen Re- 



gel: aber er durchhaut den Knoten. 



ind 



er in zehn F 



j 



wo zwei fast 



g 



ganz 
bloss 
allge 



fruchtbar mit 



für ^ 
ndei 



hied 



Art 



o 



de For 



sind 



? 



selb 



unbedenklich für 



Varietäten erklärt. Auch Gärtner macht 




Regel zur 



und bestreitet d 



zeh 



Fälle gänzlicher Fruchtb 



d 



keit bei Kölreuter. Doch ist Gärtner in diesen wie in vielen 
andern Fällen genöthigt, die erzielten Saamen sorgfältig zu zäh- 

doch einige Verminderung der Frucht- 
gleicht immer die höchste Anzahl der 

erzielten Saa- 

Iterlichen 

noch 



Er 



len um zu beweisen 

barkeit stattfindet. 

von zwei gekreutzten Arten oder ihren Bastard 

men mit deren Durchschnittszahl bei 




zwei reinen 



Arten in ihrem Natur-Stande. Doch scheint mir dabe 



eine 



Ursache ernsten Irrthums mit unterzulaufen. 



Eine Pflanze 



5 



deren Unfruchtbarkeit bewiesen werden soll, 

was oft noch wichtiger ist, eingeschlossen werden 

kein Pollen von andren Pflanzen durch Insekten zugeführt wer- 



muss kastrirt und, 

. damit ihr 




kan 



Fast alle Pflanzen, die zu Gär 



Versuchen 




waren in Töpfe gepflanzt 



dient, 

Zimmer seines Hauses untergebracht 

ren die Fruchtbarkeit 

lässt sich nicht in Abrede stellen 




3 



wie es scheint, in einem 
Dass aber solches Verfah- 



Pflanzen oft beeinträchtigt haben müsse, 

Denn Gärtner selbst führt 



t 



» 



l 
I 



r 

i 



I 



» 



257 



7 



in seiner Tabelle etwa zwanzig Fälle an, wo er die Pflanze) 
kastrirte und dann mit ihrem eignen Pollen künstlich befruchtete 
aber die Leguminosen und andre solche Fälle, wo die Manipula- 
tion anerkannter Maassen schwierig ist, ganz bei Seite gesetzt 
zeigte die Hälfte jener zwanzig Pflanzen eine mehr und weniger 

i einige 

elatior 



nderte Fruchtbarkeit 



Da nun überd 



Jahre 



hintereinander die Primula off'icinalis 



Gä 
und 



Pr. 



3 



welche wir mit gutem Grunde nur für Varietäten einer Art 
halten, mit einander kreutzte und doch nur ein oder zwei-mal 

, — da er Anagallis arvensis und A. 



fruchtbaren Saamen erhielt 



coerulea, welche die besten Botaniker nur als Varietäten betrach 



ten 



5 



ren 



durchaus unfruchtbar mit einander fand und noch in meh- 
analogen Fällen zu gleichem Ergebniss gelangte : so scheint 
mir wohl zu zweifeln erlaubt, ob viele andre Spezies wirklich so 
steril bei der Kreiitzung seyen, als Gärtner behauptet. 

^Einerseits ist es gewiss, dass die Unfruchtbarkeit mancher 
Arten bei gegenseitiger Kreutzung so ungleich an Stärke ist 
und so manchfallige Abstufungen darbietet, — und dass ander- 
seits die Fruchtbarkeit ächter Spezies so leicht durch mancherlei 
Umstände berührt wird, dass es für die meisten praktischen 
Zwecke schwierig ist zu sagen , wo die vollkommene Fruchtbar- 
keit aufhöre und wo die Unfruchtbarkeit beginne ? Ich glaube 
man kann keinen bessern Beweis dafür verlangen, als der ist 
dass die erfahrensten zwei Beobachter, die es je gegeben, nämlich 

KÖLREUTER und GÄRTNER 



5 



5 



J 



hinsichtlich einerlei Spezies zu schnur- 



stracks entgegengesetzten Ergebn 



gelangt 




Au 



ist es 



sehr belehrend, die von unseren besten Botanikern vorgebrachten 
Argumente über die Frage, ob diese oder jene zweifelhafte Form 



als Art od 



als Varietät zu betrachten sey 



5 



zu 



de 



aus d 



gleich 



Fruchtb 



od 



Unfruchtbarkeit nach 




mit 
Be- 



richten verschiedener Bastard- Züchter oder 



den mehrjährigen 



Versuchen der Verfasser selbst entnommenen Beweise. Es lässt 
sich daraus darthun, dass weder Fruchtbarkeit noch Unfrucht- 
barkeit einen klaren Unterschied zwischen Arten und Varietäten 



liefert, indem 



der 



darauf gestützte Beweis 



stufenweise ver- 



schwindet und mithin 



so, wie die übrigen von der organischen 



» 



17 



258 



und 



Thätigkeil hergenommenen Beweise , zweifelhaft 



Bildung 

bleibt. 

Was die Unfruchtbarkeit der Bastarde auf dem Wege der 

Inzucht betriff't, so hat Gärtner zwar einige Versuche angestellt 
und die Inzucht während 6 — 7 und in einem Falle sogar 10 
Generationen vor aller Kreutzuno- mit einer der zwei Stammarien 
geschützt, versichert aber 



ausdrücklich, dass ihre Fruchtbarkeit 



nie zugenommen, sondern vielmehr stark abgenommen habe. Ich 
zweifle nicht daran, dass Diess gewöhnlich der Fall ist und 



die Fruchtbarkeit in den ersten Generalionen oft plötzlich ab- 
nimmt. Demungeachtet aber glaube ich, dass bei allen diesen 
Versuchen die Fruchtbarkeit durch eine unabhängige Ursache 

durch die allzu strenge Inzucht. 

welche 




5 



vermindert worden ist, nä 

Ich habe eine grosse iMenge von Thatsachen gesammelt 
zeigen, dass eine allzu strenge Inzucht die Fruchtbarkeit vermin- 
dert, während dagegen die jeweilige Krejjtzung mit einem andern 
Individuum 



oder einer andern Varietät die Fruchtbarkeit vcr- 



hrt 



daher ich an der Bichtigkeit d 



d 



fast 



g 



erbreiteten Meinung nicht zweifeln kann 



Züchtern 
Bastarde 



werden seit 



in g 



» t 



Anzahl zu Versuch 



erzogen 



o 



J 



und 



da die älterlichen Arten oder andre nahe verwandte Arten ge- 
wöhnlich im nämlichen Garten wachsen, so müssen die Besuche 



der Insekten während der Blüthe-Zeit 




hütet werd 



j 



daher Bastard 



für jed 



Generation gewöhnlich durch ihren 




nen Pollen befruchtet werd 



müssen: und ich bin überzeugt 



5 



d 



Diess ihre Fruchtbarkeit 



beeinträchtigt , welch 



h 



Bastard-Natur schon ohned 



geschwächt ist 



In di 



* t 



Üb 



gung 



bestärkt mich noch eine 



Gärtner mehrmals wied 



holte Versicherung 



d 



ch 




mind 



htbaren Bastard 




5 



wenn sie mit gleichartig 



fruchtet werden, ungeachtet 



des 



ti Bastard-Pollen künstlich b 
ft schlechten Erfolg 



d 



B 



handlung, doch zuweilen entschieden an Fruchtbarkeit 



weiter und 



weiter zuneh 



Nun wird 





Poll 



von Anther 



fällig (w 



ei künstlicher Befruchtung der 
ich aus meinen eignen Versuchen weiss) 



einer 



andern als der zu befruchtenden Blume 




nommen 



5 



so 



dass hiedurch eine Kreutzung zwische 



zwei Blu 



I 
I 



♦ 



t 



\ 



) 



* 



4 
f 



259 



^ doch gewöhnlich derselben Pflanze, 
nun ferner ein so sorgfältiger Beobachter 



men 



bewirkt wird. W 



als Gärtner ist 



5 



iin 



Verlaufe 



seiner zusammengesetzt 



Versuche seine Bastard 



kastrirt hätte, so würde Diess bei jeder Generation eine Kreutzung 



mit d 



Pollen einer andern Blume entwed 



derselben od 



von 



einer 



andern Pflanze von gleicher Bastard-Beschaff'enheit 



thig 



gemacht 



haben 



Und 



so 



kan 




befremdende Er 



scheinung 
rationen 



5 



dass die Fruchtbarkeit in aufeinander folgenden Gene 



von 



künstlich befruchteten Bastard 



genommen 



5 



wie ich glaube 



? 



hat 

Inzucht vermieden worden ist. 



dadurch erklärt werden, dass allzu enge 



V^enden wir uns jetzt zu den Ergeb 



welche sich durch 



die Versuch 




dritten 




erfahrensten Bastard-Züchter 



? 



des 



Ehrenwerthen und Hochwürdigen W. Herbert, herausgestellt haben. 
Er versichert ebenso ausdrücklich, dass manche Bastarde voll- 
kommen fruchtbar und nicht minder züchtbar als jede der Stamm- 

F 

wie KöLREUTER uud Gärtner einen gewissen 



Arten für 



seyen 



Grad von Sterilität bei Kreutzung verschiedener Spezies mit einan- 

ein allgemeines Natur-Gesetz erklären. Seine Versuche be- 



der für 



zogen 



ch 



f 



g 



derselben Arten, welche auch zu den Ex- 



perimenten Gärt 



gedient hatten 



Die Verschiedenheit d 



Ergeb 



5 



zu w^elchen beide gelangt 



nd 



3 



lässt 



ch 



wie 



ich 



glaube, ableiten 



zum Theile aus Herbert 



g 



Erfahrung 



der Blumen-Zucht und zum Theile davon 




er Warmh 



zu seiner Verfügung hatte. Von seinen vielen wichtigen Ergeb- 
nissen will ich hier nur eines beispielsweise hervorheben, 



nämlich 



>,jedes 



dass 
mit Crinum revolutum befruchtete Ei'chen an 



eine Pflanze lieferte, was 



einem Stocke von Crinum capense auch 

ich (sagt er) bei natürlicher Befruchtung nie wahrgenommen 



habe.« 



Wir 



haben mithin hier den Fall vollkommener und 



selbst mehr als vollkommener Fruchtbarkeit bei der Kreutzung 
zweier verschiedener Arten. 

Dieser Fall mit Crinum führt mich zu einer ganz eigen- 
thümlichen Thatsache, dass es nämlich bei einigen Arten von 
Lobelia und mehren andern Sippen einzelne Pflanzen gibt, welche 
viel leichter mit dem Pollen einer verschiednen andern Art als 



17 



iJ- 



260 



ihrer 



eignen 



befruchtet 



werden können ; 



und 



gleicherweise 



scheint es sich auch mit allen Individuen fast aller Hippeastrum- 



Arten zu verhalten. Denn uian hat 



gefunden, dass 



diese Pflan- 



zen 



5 mit dem Pollen einer andern Spezies befruchtet , Saamon 
ansetzen , aber mit ihrem eignen Pollen ganz unfruchtbar sind, 
obwohl derselbe vollkommen gut und wieder andre Arten zu 
befruchten im Stande ist. So können mithin gewisse einzelne 
Pflanzen und alle Individuen gewisser Spezies viel leichter zur 
Bastard-Zucht dienen, als durch sich selbst befruchtet werden. 
Eine Zwiebel von Hippeastrum aulicum z. B. brachte vier Blu- 
men ; drei davon wurden mit ihrem eignen Pollen befruchtet und 
die vierte hierauf mit dem Pollen eines aus drei andern ver- 
schiednen Arten gezüchteten 



tat war 



5 



Bastards versehen , und das Resul- 
dass ))die Ovarien der drei ersten Blumen bald zu 
wachsen aufhörten und nach einigen Tagen gänzlich verdarben, 
während das Ovarium der mit dem Bastard-Pollen versehenen 
Blume rasch zunahm und reifte und gute Saamen lieferte, welche 



kräftig gediehen«. Im Jahr 1839 schrieb mir Herbert, 



i". 




Versuch fünf Jahre 
gleichem Erfolge. 
Beobachter bei Hippeastrui 




fortgesetzt 



b 



und jed 



mit 



Denselb 



Erfolg 



hatten 




dass er 

3S Jahr 

andre 



g 



nd 



1 und. dessen Untersippen so wie 
Geschlechtern, nämlich Lobelia, Passiflora 



b 




Verbascum 
gesund erj 



Obwohl diese Pfl 





Vei 



ganz 



chie 



und sowohl Ei'chen als Saamenstaub 




ämlichen Blu 



ich bei 




Befruchtung mit 



Arten 



vollkommen gut erwiesen 



7 



SO waren sie doch zur g 



m unnatürlichen Zustande 



Selbstbefruchtung funktionell ungenügend, und wir müssen dah 
schliessen, dass sich die Pflanzen in eint 
befanden. Jedenfalls zeigen diese Erscheinungen, von was für g 

'össre oder geringe 



ringen und geheimnissvollen Ursach 




o 



Fruchtbarkeit der Arten 




d 



Kreutzung, gegenüb 



d 



Selbstbefruchtung, zuweilen abhänge. 



nicht mit 



Die praktischen Versuche der Gartenfreunde, 

wissenschaftlicher Genauigkeit ausgeführt 



wenn 



auch 



5 



verdienen 



gleichfalls einige Beachtung. Es ist bekannt, in welch' verwickel- 
ter Weise die Arten von 



Pelargonium, Fuchsia, Calceolaria 



5 



I 



i 






l 



I 



* 



261 



tunia. Rhododendron u. a. gekreutzt worden sind, und doch setzen 



viele dieser Bastarde Saamen an. 



So versichert Herbert, dass 



ein 



Bastard von Calceolaria integrifolia und C. plumbaginea, zweier 



in ihrer allgemeinen Beschaffenheit 
selbst so vollkommen aus Saamen 



ehr unähnlicher Arten 



5 



sich 



• * * 



•jung 



? 



als ob er einer 



türlichen Sp 



aus d 



Berg 



Chile's angehört hätt 



Ich 



hab 



mir 




einige Mühe gegeb 
gen durch mehrseitige 



d 



Grund 




Kreutzung 



Fruchtbarkeit 
Rhododendren 



kennen zu lernen, und die Gewissheit erlang 



j 




ehre 




selben vollkomm 



fruchtbar sind 



Herr 




Noble 




berich 



tet mir, dass er zur Gewinnung von Propfreisern Stöcke eines Ba- 
stardes von Rhododendron Ponticum und Rh. Catawbiense erzieht, 

reichlichen Saamen ansetzt, als man 



Bastard „so 



m 



und dass dieser 

sich nur denken kann«. Nähme bei richtiger Behandlung die 
Fruchtbarkeit der Bastarde in aufeinander-folgenden Generationen 
der Weise ab, wie Gärtner versichert, so müsste diese That- 
sache unseren Plantage-Besitzern bekannt seyn. Garten-Freunde 
erziehen grosse Beete voll der nämlichen Bastarde: und diese 
allein erfreuen sich einer richtigen Behandlung; denn hier allein 
können die verschiedenen Individuen einer nämlichen Bastard- 



sich 



untereinander 



Form durch die Thätigkeit der Insekten 
kreutzen und den schädlichen Einflüssen zu enger Inzucht ent- 

Von der Wirkung der Insekten-Thätigkeit kann jeder 



überzeugen 



wenn er die Blumen der sterileren Rho- 



gehen. 

sich selbst 

dodendron-Formen, welche keine Pollen bilden, untersucht; denn 

er wird ihre Narben ganz mit Saamenstaub bedeckt finden, der 
von andern Blumen hergetragen worden ist. 



Was die Thiere betrifft, so sind d 



g 



Versuche viel 



weniger mit ihnen veranstaltet worden. Wenn unsre systema- 

verdienen, d. h. wenn die Sip- 



tischen Anordnungen Vertrauen 



pen der Thiere eben so verschieden von einander als die der 
Pflanzen sind, dann können wir behaupten, dass viel weiter auf 
der Stufenleiter der Natur auseinander-stehende Thiere noch 

* 

gekreutzt w^erdcn können, als es bei den Pflanzen der Fall ist; 
dagegen scheinen die Bastarde unfruchtbarer zu seyn. Ich be- 
zweifle, ob auch nur eine Angabe von einem ganz fruchtbaren 



262 



Thier-Bastard als vollkommen 



beglaubigt angesehen werden 



darf. 



Man muss jedoch nicht vergessen 



3 



dasj 



j> 



sich nur wenige Thie 



re 



in der Gefangenschaft reichlich fortpflanzen und daher nur we- 
nige richtige Versuche mit ihnen angestellt werden können. 



So 



hat 



man z. 




den Kanarienvogel mit neun andern Fink 



en- 



er- 



Arten gekreutzt, da sich aber keine dieser neun Arten in der 
Gefangenschaft gut fortpflanzt, so haben wir kein Recht zu 
warten, dass die ersten Bastarde von ihnen und dem Kanarien- 
vogel vollkommen fruchtbar seyn sollen. Ebenso, was die Frucht- 
barkeit der vergleichungsweise fruchtbaren Bastarde in späteren 
Generationen betrifft, so kenne ich wohl kaum ein Beispiel, dass 
zwei Familien gleicher Bastarde gleichzeitig von verschiedenen 
Altern erzogen worden wären, um die üblen Folgen allzustrenger 
Inzucht vermeiden zu können. Im Gegentheil hat man in jeder 
nachfolgenden Generation, die beständig wiederholten Mahnungen 
aller Züchter nicht beachtend , gewöhnlich Brüder und Schwe- 
stern miteinander gepaart. Und so ist es durchaus nicht über- 
raschend, dass die vererbliche Sterilität der Bastarde mit jeder 
Generation zunahm. Wenn wir in der Absicht darauf hinzu- 
wirken immer Brüder und Schwestern reiner Spezies miteinander 
paarten, in welchen aus irgend einer Ursache bereits eine noch 



so 



geringe Neigung zur Unfruchtbarkeit vorhanden wäre, so 



die 



Rasse 



gewiss 



nach 



wenigen 



Generationen aus- 



würde 

sterben. 

Obwohl ich keinen irgend wohl-beglaubigten Fall vollkommen 

fruchtbarer Thier-Bastarde kenne, so habe ich doch einige Ur- 
sache anzunehmen, dass die Bastarde von Cervulus vaginalis und 
C. Reevesi, von Phasianus Colchicus und Ph. torquatus oder auch 
Ph. versicolor vollkommen fruchtbar sind. Es unterliegt insbe- 



d 




er gt 

Walde 
liefern 



keinem Zweifel, dass diese drei Fasanen-Arten, näinhch 

ghalsige und der Japanesische sich in 

und Nachkomme 





niger Theile von England kreutzen 



Die Bastarde d 



gemeinen 




d 



Schwanen-Gans 



(Anser cygnoides), zweier so verschiedener Arten, dass man sie 



?n pflegt, haben hierzulande 
oft Nachkommen mit einer der reinen Stamm-Arten und in einem 



in zwei verschiedene Sippen zu stell 



l 



I 



I 



/ 






' . 



263 



/ 



■ 

Falle sogar unter sich geliefert 



Diess ist durch Hrn. Eyton be 



wirkt worden, der zwei Bastarde von gleichen Altern aber ver- 



schiednen Brüten erzog 



und dann von beid 



weniger als acht Nachkommen aus einem 



m 



zusammen nicht 
erhielt. In In- 



gegen müssen d 



fruchtb 



seyn 



? 



dien 
weit 



Beurtheiler 

sichert haben, dass dort in 



durch Kreutzung gewönne 



G 



ndem zwei ausgezeichnet befähigte 



nämlich Hr. Blyth und Capt. Hutton, mir ver- 



d 



Landes- Geg 



ganze Heerd 

Diess 
Arten 



d 



Bastardg 



geh 



werd 



nd 





Nutze 



wegen geschieht 



j 



wo 




gar 



nicht existiren, so müssen 



ie reinen Stamm- 
thwendig sehr frucht 



bar seyn 



Neuere Naturforscher haben grossenth 



eine von Pat 



ausgegangene Lehre angenommen, dass nämlich die meiste 



uns- 



Hausth 



von 



zwei oder mehr wilden Arten abstammte 



welche sich seither durch Kreutzung 



seht hätten. Hiernach 



ssten also entweder die Stamm-Arten gleich anfangs ganz 



htbare Bastarde geliefert hab 



d 



die Bastai 



erst in 




G 



in zahmem Zustande ganz truchinar g 



htbar 



Word 



seyn 



D 



letzte Alternativ 



cheint mir d 



wa 



scheinlichere, und ich bin geneigt an deren Richtigkeit zu glau- 
ben, obwohl sie auf keinem direkten Beweise beruhet. Ich nehme 
z. B. an, dass unsre Hunde von mehren wilden Arten herrühren. 



und do 



d 



cht mit A 



gewis 



Süd- Amerika 



o-chaltenen Haushunde alle vollkommen fruchtbar miteinander 
aber die Analogie erweckt grosse Zweifel in mir, dass die ver 



d 



Stamm-Arten derselb 



h anfang 



ander gepaart 



nd 



hab 



sollen. 



S 



Europ 



sogleich ganz fruchtbare 

liegt auch Grund zur Annah 

ind der Indische Büffel-Ochse 



freiwillig mit-ein- 
Bastarde geliefert 



vor 



5 



d 



un- 



fruchtbar mitein- 



ander 



y 



ten Thatsach 



obwohl ich sie nach den von Blytu mir mitgetheil 

Be 



für zwei verschi 



Arten halten muss. 



dieser Ansicht von der Entstehung vieler unsrer Hausthiere müs 



sen wir entweder den Glauben an 



die fast allgemeine Unfrucht 



bavkeit einer Paarung verschiedener Thier- Arten miteinander auf- 
geben oder aber die Sterilität nicht als eine unzerstörbare, son^ 



\ 



264 



dern als eine durch Zähmung zu beseitigende Folge einer solchen 
Kreutzung betrachten. 

Überblicken wir endlich alle über die Kreutzung von Pflan- 
zen- und Thier- Arten festgestellten Thatsachen, so gelangen wir 
zum Schlüsse , dass ein gewisser Grad von Unfruchtbarkeit bei 
der ersten Kreutzung und den daraus entspringenden Bastarden 
zwar eine äusserst gewöhnliche Erscheinung ist; aber nach dem 
gegenwärtigen Stand unsrer Kenntnisse nicht als unbedingt all- 
gemein betrachtet werden darf. 

Gesetze, welche die Unfruchtbarkeit der ersten 
Kreutzung und der Bastarde regeln.) Wir wollen nun 
die Umstände und die Regeln etwas näher betrachten, welche 
die vergleichungsweise Unfruchtbarkeit dej" ersten Kreutzung und 
der Bastarde bestimmen. Unsre Hauptaufgabe wird seyn zu er- 
fahren, ob sich nach diesen Regeln Unfruchtbarkeit der Arten 
miteinander als eine denselben inhärente Eigenschaft ergibt, de- 
ren Bestimmung es wäre eine Kreutzung der Arten bis zur äus- 
sersten Verschmelzung der Formen zu verhüten, oder ob sich 
Diess nicht herausstellt. Die nachstehenden Regeln und Folge- 
rungen sind hauptsächlich aus Gärtners bewundernswerthem Werke 



über die Bastard-Erzeugung bei den Pflanzen entnommen 



* 



Ich 



habe mir viele Mühe gegeben zu erfahren. 
Regeln auch auf Thiere Anwendung finden , 



in wie ferne diese 
und obwohl unsre 



Erfahrungen über Bastard-Thiere sehr dürftig sind, so war ich 
doch erstaunt zu sehen, in wie ausgedehntem Grade die näm- 
liehen Regeln für beide Reiche gelten. 

Es ist bereits bemerkt worden, dass sich die Fruchtbarkeit 
sowohl der ersten Kreutzung als der daraus entspringenden Ba- 



starde von Z 



bis zur Vollkommenheit abstuft. Es ist erstaun 



h 



? 



auf wie mancherlei eigenthümliche Weise sich d 



Ab 



I 






\ 



I 






C. F. 



V. 



tungs- 
künstliche 



Organe 



Gärtner: Versuche und Beobachtungen über die Befruch- 
der vollkommenen Gewächse und über die natürliche u 



nd 



Befruchtung 



durch den 



eigenen 



Pollen. Stuttgart 1844. 



Versuche und Beobachtungen über die Bastarderzeugung im Pflanzen- 
reich. Mit Hinweisung auf die ähnlichen Erscheinungen im Thierreiche. 
Stuttgart 1849. ^' ^^s. 



ft 



265 



stufung darthun lässt 



? 



doch liönnen 



hier 



nur 




nacktesten 



Umrisse der Thatsachen geliefert werden 



Wenn Pollen einer 



Pflanze von 




einen Familie auf die Narbe einer Pfla 



von 



andrer Familie gebracht wird, so hat er nicht mehr Wirkung 



5 



als eb 



so viel 



Wen 



man 



morganischer Staub 
ber Saamenstaub vo 



Arten einer Sipp 



d 



Stigma einer Spezies derselben Sippe bringt, so wird der Erfolg 
ein günstigerer. 



gleich 



5 




, aber bei ^ 
sich mittelst 



rschied 



Arten doch wied 



so 




Anzahl der jedesmal 



gt 



alle Abstufungen von jenem 




an b 



zur vollstän 



Fruchtbarkeit 




, wie wir gesehen haben, in einigen ab 



Saame 

digen 

normen Fällen sogar über das gewöhnlich bei Selbstbefruchtung 

gewöhnliche Maass hinaus ergeben. So gibt es auch unter den 



Bastarden selber einige, welche sogar mit dem Pollen von einer 
der zwei reinen Stamm-Arten nie auch nur einen fruchtbaren 



J^ 



mals hervor- 



Saamen hervorgebracht haben noch wahrscheinlich 
bringen werden. Doch hat sich in einigen dieser Fälle eine erste 
Spur von der Wirkung eines solchen Pollens insoferne gezeigt, 
als er ein frühzeitigeres Abwelken der Blume der Bastard-Pflanze 



wa 



: 



und rasch 



Ab 



veranlasste, worauf er gebracht worden 
welken einer Blüthe ist bekanntlich ein Zeichen beginnender Be- 
fruchtung. An diesen äussersten Grad der Unfruchtbarkeit reihen 
sich dann Bastarde an, die durch Selbstbefruchtung eine immer 
grössre Anzahl von Saamen bis zur vollständigen Fruchtbarkeit 
hervorbringen. 

Bastarde von solchen zwei Arten erzielt, welche sehr schwer 



zu kreutzen sind und nur selten einen Nachkommen liefern, pfle- 



5 



gen selber sehr unfruchtbar zu 



seyn. 



Aber 



der Parallelismus 



zwischen der Schwierigkeit eine erste Kreutzung zu Stande zu 

und der einen daraus entsprungenen ^astard zu be- 
gewöhnlich miteinander verwechselte 
ist keineswegs strenge. Denn es 



bringen , 
fruchten 



zwei 



sehr 



Klassen von Thalsachen 
gibt viele Fälle, wo zwei reine Arten mit unürewöhnlicher Leich- 
tigkeit miteinander gepaart werden und zahlreiche Bastarde lie- 
fern können, welche aber äusserst unfruchtbar sind. Anderseits 
gibt es Arten, welche nur selten oder äusserst schwierig zu 



f 



266 



kreutzen gelingt, aber ihre Bastarde, wenn sie einmal vorliandon 
sind sehr, fruchtbar. Und diese zwei so entgegengesetzten Falle 
können innerhalb der nämlichen Sippe vorkommen, wie z, B. bei 
Dianthus. 

Die Fruchtbarkeit sowohl der ersten Kreutzungen als der 
Bastarde wird leichter als die der reinen Arten durch 
stige Bedingungen gefährdet. Aber der Grad der Fruchtbarkeit 

veränderlich: denn der Erfolg ist 
der nämliche, wenn man dieselben zwei Arten 



ungmi- 



ist gleicher Weise an sich 

nicht 

unter 



immer 



denselben äusseren Umständen kreutzt, sondern 



hängt 



zum Theile von der Verfassung der zwei zufällig für den Ver- 



such 



ausgewählten Individuen 



ab. 



So 



ist 



es 



auch 



mit den 



Bastarden, indem sich der Grad der Fruchtbarkeil in verschie- 



denen 



? 



aus 



Saamen einer Kapsel erzogenen 



und 



den 



» 4 



näm- 



lichen Bedingungen ausgesetzten Individuen oft ganz verschie- 
den erweist. 

Mit dem Ausdruck systematische Affinität soll die Ähn- 
lichkeit verschiedener Arten in organischer Bildung und Thätig- 
keit zumal solcher Theile bezeichnet werden, welche eine grosse 



physiologische Bedeutung haben und 



in 



dte 



Ar 



nur 



wenig von 



nand 



abweich 



Nun ist 




Fruchtbarkeit der 



ersten Kreutzung zweier Spezies und der daraus hervorgehend 



Bastarde in reichem Maasse abhängig von d 
Verwandtschaft«. Diess geht deutlich schor 
man noch niemals Bastarde von zwei Arter 
die Systematiker in vei 



dar 



yste 
hei 



3 



das 



schied 



Fam 



stelle 



It hat . welche 
1 . während es 



dagegen gewöhnlich leicht ist, nahe verwandte Arten miteinand 



zu paaren 



Doch 



ist die Beziehung 



seh 



Verwandtschaft 
eine strenee. 



und 



% 



D 



he 



verwandten Art 



Leichtigkeit 

es Hesse s 
en anführen 



d 



m systematischer 
Kreutzung keinesweges 



ch 



eine Meng 



Fäll 



von 



3 





grösster Mühe zur Paarung gebracht werd 



icht od 
können 



nur 



sehr 
mit 



während 



itunte 



auch 



ehr verschiedene Arten sich mit grösster Leich 



tigkeit kreutz 



lassen. 



In einer nämlichen F'am 



kö 



Sipp 



beisammen steh 



olche Arten enthält 




wovon die 
ehr leicht zu 



zwei 
viele 



eine wie Dianthus 
kreutzen sind, während 



t 






267 



die der andern, z. B. Silene, den beharrlichsten Versuchen eine 



Kreulzung zu bewirk 



in 




Grade widerstehen, dass man 



auch noch 



cht einen Bastard zwischen den einand 



am 



ch 



stt 



verwandten Arte 



derselben zu erzielen 



ochte. Ja 



selbst innerhalb der G 



einer und der nämlichen Sipp 




h ein solcher Unterschied. So sind 




Nicotiana-Arten mehr unter einander gekreutzt word 



die zahlreich 



als 



? 




der meisten übrig 



Sippen 



? 




G 



hat g 



das 



N. acujninata, die keinesweges eine besonders abweichende Art 
ist, beharrlich' allen Befruchtungs-Versuchen wi^^^rstand 



5 



SO dass 



von 



acht and 



Nicotiana-Arten k 



wed 



sie befruchten 



noch von ihr befruchtet werden konnte. Und analoge Thatsachen 
Hessen sich noch viele anführen. 

Noch niemand hat auszumitteln vermocht, welche Art oder 
welcher Grad von Verschiedenheit in irgend einem erkennbaren 
Charakter genüge, um die Kreutzung zweier Spezies zu hindern. 
Es iässt sich nachweisen, dass Pflanzen, welche in Lebens-V^eise 
und allgemeiner Tracht am weitesten auseinandergehen, welche 
in allen Theilen ihrer Blüthen sogar bis zum Pollen oder in der 
Frucht oder in den Kotyledonen sehr scharfe Unterschiede zei- 

mit einander gekrcutzt werden können. Einjährige und 

und immergrüne Bäume, 



gen, 

ausdauernde Gewächs-Arten, winterkahle 



Pflanzen für die abweichendsten Standorte und die entgegenge- 
setztesten Klimate gemacht, können oft leicht mit einander ge- 
kreutzt werden. 

Unter wechselseitiger Kreutzung zweier Arten ver- 

z. B. ein Pferde-Hengst mit einer 



stehe 



ich 



den Fall 



wo 



Eselin und dann ein Esel-Hengst mit einer Pferde-Stute gepaart 
wird; man kann dann sagen, diese zwei Arten seyen wechsel- 



seitig gekreuzt worden. In der Leichtigkeit einer wechselseiti- 
gen Kreutzung ^findet oft der möglich grösste Unterschied statt. 
Solche Fülle sind höchst wichtig, weil sie beweisen, dass die 
Empfänglichkeit für die Kreutzung zwischen irgend zwei Arten 
von ihrer systematischen Verwandtschaft oder von irgend welchem 
kennbaren Unterschied in ihrer ganzen Organisation oft ganz 
unabhängig ist. Dagegen zeigen diese Fälle auch deutlich, dass 



♦ 



268 



/ 



jene Empfänglichkeit mil Unterschieden in der Verfassung des 
Körpers zusammenhängt, welche für uns nicht wahrnehmbar sind 
und sich auf das Reproduktiv-System beschränken. Diese Ver- 
schiedenheit der Ergebnisse aus wechselseitigen Kreutzungen zwi- 
schen je zwei Arten war schon längst von Kölreiter beobachtet 
worden. So kann, um ein Beispiel anzuführeUj Mirabilis Jalapa 
leicht durch den Saamenstaub der M. longiflora befruchtet wer- 
den^ und die daraus entspringenden Bastarde sind genügend 
fruchtbar ; aber mehr als zweihundert Male versuchte es Kölrei- 



ter im Verlaufe von acht Jahr 



g 



d 



M 



nun auch mit Pollen der M. Jalapa zu befruchten 



longiflora 
Und so 



Hessen sich noch einige andre Beispiele geben, 
selbe Bemerkung an einigen Seepflanzen 



Thuret hat die- 



noch überdiess gefunden. 



geringeren Grade ausserordentlich gemein ist. 
zwischen Formen wahrgenommen. 



gemacht, und Gärtner 
dass diese Erscheinung in einem 

Er hat sie selbst 



welche viele Botaniker nur 



als Varietäten einer nämlichen Art betrachten 



3 



wie Matthiolia 



annua und 




glabra 



Eb 



so ist es eine bemerkenswerlhe 



Thatsache, dass die beiderlei aus wechselseitiger Kreutzung her 



vorgegangenen Bastarde, wenn auch von denselben zwei Slam 
arten herrührend, hinsichtlich ihrer Fruchtbarkeit gewöhnlich 



einem geringen , 
ander abweichen 



zuweilen aber 




in höh 



Grade von ein- 



Es lassen sich noch manche andre eigenthümliche Reg 



aus 



Gärtner entnehme 



? 



wie z. 




dass manche Ar 



berhaupt sehr leicht 



Kreutzung mit and 



verwend 



sich 
las- 



sen, während 



andren Arten derselben Sippe das Vermögen 



wohnt 



3 




Bastarden eine g 



Ähnlichkeit mit ihnen aufzu- 



stehen beiderlei Fähigkeiten nicht in 



thwendig 



& 



prägen; doch 

Beziehung zu einand 

gewöhnlich das Mittel zwisch 

halten, stets nur einer derselben sehr ähnlich sind; und gerade 



Es gibt Bastarde, welche, statt wie 

m ihren zwei älteflichen Arten zu 



h der 



Stammart so ähnlichen Bastarde sind mit 



seltener Ausnahme äusserst 



fruchtbar. Dagegen kommen ab 



* • 



auch unter denjenigen Bastarden, welche zwischen ihren 



Altern 




Mittel zu halten pfleg 



3 



zuweilen abnorme Individuen vor 



) 



\ 



I 



269 



I 



die 



einer der reinen 



Stammarten ausserordentlich gleichen : 



und diese Bastarde sind dann gewöhnlich auch äusserst steril 



5 



obwohl 
Mittelfor 




mit ihnen aus gleicher Frucht-Kap 
sehr fruchtbar zu seyn pflegen. 



tsprung 



Aus d 



Er 



scheinungen geht hervor, wie ganz 



der Bastarde vom Grade 
Stammältern ist. 



unabhängig die Fruchtbarkeit 
ihrer Ähnlichkeit mit ihren beiden 



Aus den. bis daher gegebenen Regeln übe 




keit der ersten Kreutzung 



und der dadurch 



Fruchtba 
1 Bastard 



? 



ergibt sich, dass, wenn man Formen, die als gute und verschi 



ö 



5 



5 



d 



Art 



gesehen werden müssen, mit einander paart, ihre 




Fruchtbarkeit in allen Abstufungen von Zero an bis selbst ü 
das unter gewöhnlichen Bedingungen stattfindende Maass voll- 
kommener Fruchtbarkeit hinaus wechseln kann. Ferner ist ihre 

nur äusserst empfindlich für günstige und 



Fruchtbarkeit 



nicht 



ungünstige Bedingungen 



? 



sondern auch an und für sich verän- 



derlich. Die Fruchtbarkeit verhält sich nicht immer an Stärke 
gleich bei der ersten Kreutzung und bei den daraus erzielten 
Bastarden. Die Fruchtbarkeit dieser letzten steht in keinem 



Verhältniss 



zu 



deren äusserer Ähnlichkeit mit ihren beiden 



• « 



Altern. Die Leichtigkeit einer ersten Kreutzung zwischen zwei 
Arten ist nicht von deren systematischer Affinität noch von ihrer 

* 

Ähnlichkeit mit einander abhängig. Dieses letzte Ergebniss ist 

Wechselkreutzungen zweier nämlichen 

mitunter 



aus 



den 



hauptsächlich 

Arten erweisbar, wo die Paarung gewöhnlich etwas, 
aber auch viel leichter oder schwerer erfolgt, je nachdem man 
den Vater von der einen oder von der andern der zwei ge- 
kreutzten Arten nimmt. Endlich sind die zweierlei durch Wech- 
selkreutzung erzielten Bastarde oft in ihrer Fruchtbarkeit ver- 
schieden. 

Nun fragt es sich, ob aus diesen eigenthümlich verwickel- 



ten Reoreln 



hervorgehe, dass 



die vergleichungsweise Unfruchtbar- 
keit der Arten bei deren Kreutzung den Zweck habe, ihre Ver- 
mischung im Natur-Zustande zu verhüten? Ich glaube nicht. 
Denn warum wäre in diesem Falle der Grad der Unfruchtbarkeit 
so ausserordentlich verschieden, da wir doch annehmen müssen 



270 



diese Verhütung seye 



gleich wichtig bei allen? Warum 



wäre 



sogar 



schon eine angeborene Verschiedenheit zwischen 



Indivi- 



duen einer nämlichen Art vorhanden? Zu welchem Ende solllen 
manche Arten so leicht zu kreutzen seyn und doch sehr sterile 



Bastarde erzeugen 



? 



während 



andre 



sich 



nur 



sehr 



schwierig 



paaren lassen und vollkommen fruchtbare Bastarde liefern? Wozu 
sollte es dienen, dass die zweierlei Produkte einer Wechsel- 
kreutzunff zwischen den nämlichen Arten sich oft so sehr abwei- 



chend verhalten? Wozu, kann man 



sogar fragen 



soll überhaupt 

die Möglichkeit Bastarde zu liefern dienen? Es scheint doch 
eine wunderliche Anordnung zu seyn. 



dass die Arten das Ver- 



mögen haben Bastarde zu bilden, deren weitre Fortpflanzung 
aber durch verschiedene Grade von Sterilität gehemmt ist, welche 
in keiner Beziehung zur Leichtigkeit der ersten Kreutzung 
zweier Altern verschiedener Spezies miteinander stehen. 

voranstehenden Regeln und Thatsachen scheinen mir 



Die 



3 



dass die Unfruchtbarkeit sowohl 



dagegen deutlich zu beweisen 
der ersten Kreutzungen als der Bastarde von unbekannten Ver- 
hältnissen hauptsächlich im Fortpflanzungs-Systeme der gekreutz- 
ten Arten abhänge. Die Verschiedenheiten sind von so eigen- 
beschränkter Natur, dass bei wechselseitigen 



thümlicher 



und 



Kreutzungen zwischen zwei Arten olt das männliche El 
der 



ist 



? 



einen von upp 
während bei 



Wirkung auf das weibliche 




and 



d 



Kreutzung in 




and 



Richtung das 



Geo-entheil eintritt 



Es wird 



g 



seyn durch ein B 




etwas vollständiger 



nd 



zu setze 



was ich unter 



der Bemerkung 



steh 



3 



dass St 




mit and 



Ursachen 



sich bild 



nhänge und nicht eine spe2 
3. Die Fähigkeit einer Pfl 



Eigenthümlichkeit für 



sich auf eine 



ndre 



zweigen oder nicht zweigen und okuliren zu lassen, ist für 



Gedeihen im Natur-Zustande so gänzlich gleichgiltig 



deren 

wohl niemand diese Fähigkeit für eine spezii 

Natur halten, sondern jedermann anzunehmen 



d 



sie falle mit Verschiedenheit 



in 



d 



zwei Pfl 



nd 




1 zusammen, 
etwa nicht 



Den Grund davon 



Anordnung der 

neigt seyn wird, 

Wachsthums-Gesetzen der 

ISS eine Art auf 




5 



d 



g 



will 



3 



kann man zuw 



i 



* 



t 



271 



abweichender Waclislhums-Weise 



5 



Härte des Holzes 



5 



Natur des 



Saftes 



? 



Zeit der Blülhe u. dgl. finden; in sehr vielen Fällen aber 



Denn selbst sehr 



lässt sich gar keine Ursache dafür ergeben. 

bedeutende Verschiedenheiten in der Grösse der zwei Pflanzen 



y 



od 



holzig 



d krautartiger, immerg 



und sommerg 



ner Beschalfenheit und selbst ihre Anpassung an ganz 



hie- 



dene Klimate bild 



nicht immer ein 



Hind 



ihrer Auf- 



derpropfung 



W 



bei der Bastard-Bildung so ist auch beim 



Propf 
denn 




es 



; Fähigkeit durch systematisch 
ist noch nie gelungen, 



Affinität beschränkt 



5 



Holzarten 



aus 




d 



Fa 



aut'einanderzusetzen. während dageg 



ver- 
nahe 



verwandle Arten einer Sippe und Varietäten einer Art gewöhn- 
lich , aber nicht immer, leicht aufeinander gepropft werden kön- 



nen. 



Doch ist auch dieses Vermögen eben so wenig als das 
der Bastard-Bildung durch systematische Verwandtschaft in abso- 



luter 



Weise bedingt. 



Denn 



3 



wenn 



auch 



viele 



verschiedene 



so 



Sippen einer Familie aufeinander zu propfen gelungen ist, 
nehmen doch wieder in andern Fällen sogar Arten einer näm- 

Der Birnbaum kann viel leich- 



lichen Sippe einander, nicht an. 



ter auf den 



Quittenbaum, den 



man zu einem eignen Genus er- 



hoben, als auf den Apfelbaum gezweigt werden, der mit ihm zur 
nämlichen Sippe gehört. Selbst verschiedene Varietäten der 
Birne schlagen nicht mit gleicher Leichtigkeit auf dem O^üten- 
baum an, und eben so verhalten sich verschiedene Aprikosen- 
und Pfirsich-Varietäten dem Pflaumen-Baume gegenüber. 

Wie nach Gärtner zuweilen eine angeborene Verschieden- 
heit im Verhalten der Individuen zweier zu kreutzenden Arten 
vorhanden ist, so glaubt Sagaret auch an eine angeborene Ver- 



schiedenheit im Verhallen der Individuen zweier aufeinander zu 
propfender Arten. Wie bei Wechselkreutzungen die Leichtigkeit 
der zweierlei Paarungen oft sehr ungleich ist, so verhält es sich 
oft auch bei dem wechselseitigen Verpropfen. So kann die ge- 
meine Stachelbeere z. B. auf den Johannisbeer-Strauch gezweigt 
werden , dieser wird aber nur schwer auf dem Stachelbeer- 
Strauch anschlagen. 

Wir haben gesehen, dass die Unfruchtbarkeit der Bastarde, 



f 



272 



d 




Reproduktions-Org 
eine ganz andere 



reine Arten 



il 



tänd 



von unvollkommener Beschaffenheit 

e Schwierigkeit zwei 



Sache ist 



als d 



ö 



Orff 



ö 



mit einand 



doch laufen beide Fälle b 



zu paaren 



zu gewissem Grade mit einand 



parallel. Etwas Ahnliches kommt 
TiiouiN hat gefund 
eigner Wurzel reic 



h b 



3im Propfen vor; denn 

die drei Robinia- Arten, welche auf 

blichen Saamen gebildet hatten und sich leicht 




auf einander 



zweigen Hessen, durch die Aufeinanderimpfung 



un- 



fruchtbar gemacht wurden; während dagegen gewisse Sorbus- 
Arten, eine auf die andre gesetzt, doppelt so viel Früchte als 



auf 



g 



Wurzel lieferte 



Diess 



t uns an die ob 



erwähnten ausserordentlichen Fälle bei Hippeastrum, Lobelia u. dgl., 
welche viel reichlicher fruktifiziren , wenn sie mit Pollen einer 



andern Art 
werden. 



als 



wenn sie mit ihrem eignen Pollen versehen 



Wir sehen daher 



5 



dass 



? 



wenn auch ein klarer und gründ- 



V 

/ 



lieber Unterschied zwischen der blossen Adhäsion auf einander 
gepropfter Stöcke und der Zusammenwirkung männlicher und 
weiblicher Urstoffe zum Zwecke der Fortpflanzung stattfindet; sich 
doch ein gewisser Parallelismus zwischen den Wirkungen der 
Impfung und der Befruchtung verschiedener Arten mit einander 
kundgibt. Wenn wir die sonderbaren und verwickelten Regeln, 
welche die Leichtigkeit der Propfung bedingen, als mit unbe- 
kannten Verschiedenheiten in den vegetativen Organen zusammen- 
hängend betrachten, so müssen wir nach meiner Meinung auch 
die viel zusammengesetzteren für die Leichtigkeit der ersten 
Kreutzungen mit unbekannten Verschiedenheiten in ihrem Repro- 
duktiv-Systeme im Zusammenhang stehend ansehen. Diese Ver- 
schiedenheiten folgen, wie sich erwarten lässt, bis zu einem ge- 
wissen Grade der systematischen Affinität, durch welche Bezeich- 
nung jede Art von Ähnlichkeit und Unähnlichkeit zwischen orga- 
nischen Wesen ausgedrückt werden soll. Die Thatsachen schei- 
nen mir in keiner Weise anzuzeigen, dass die grössre oder ge- 
ringere Schwierigkeit verschiedene Arten auf und mit einander 
zu propfen und zu kreutzen eine besondre Eigenthümlichkeit 
ist, obwohl dieselbe beim Kreutzen für die Dauer und Stetigkeit 



I 



^ 



273 



der Art-Fo! 



eb 



so wichtig als 




Propfen unwesentlich 



für deren Gedeihen ist. 



Ursachen der Unfruchtbarkeit der erstenKreut- 



zungen und der Bastarde/ 



Sehen wir uns nun etwas näher 



um nach den wahrscheinlichen Ursachen der Sterilität der ersten 



Kreulzungen 



und 



der Bastarde. Diese zwei Fälle sind von 



Grund 



aus verschieden 



? 



da 



5 



wie oben bemerkt worden 



5 



die 



männlichen und 



die 



weiblichen Geschlechtstheile bei Paarung 
zweier reiner Arten vollkommen, bei Bastarden aber unvollkom- 



men 



sind. 



Selbst bei ersten Kreutzungen hängt die grössre 
oder geringere Schwierigkeit, eine Paarung zu bewirken, anschei- 
nend von mehren verschiedenen Ursachen ab. Oft liegt sie in 

physischen Unmöglichkeit für das männliche Element bis 

bei solchen Pflanzen der Fall, 



der 



zum Eichen zu 



gelangen, wie es 



deren Pistill so lang ist, dass die Pollen-Schläuche nicht bis ins 
Ovarium hinabreichen können. So ist auch beobachtet worden, 
dass wenn der Pollen einer Art auf das Stigma einer nur ent- 
fernt damit verwandten Art gebracht wird, die Pollen-Schläuche 

hervortreten, aber nicht in die Oberfläche des Stigmas 



zwar 



eindringen. 



In andern Fällen kann das männliche Element zwar 
das weibliche erreichen, aber unfähig seyn die Entwickelung des 



Embryos zu bewirken, wie Das aus 



einigen 



Versuchen Thurets 



mit Seetangen hervorzugehen scheint. Wir können diese That- 
sachen eben so wenig erklären, als warum gewisse Holzarten 
nicht auf andre gepropft werden können. Endlich kann es auch 



vorkommen, dass ein Embryo sich zwar zu entwickeln beginnt, 

* 

aber schon in der nächsten Zeit zu Grunde geht. Diese letzte 
Möglichkeit ist nicht genügend aufgeklärt worden; doch glaube 
ich nach den von Hrn. Hewitt erhaltenen Mittheilungen, welcher 
grosse Erfahrung in der Bastard-Züchtung der Hühner-artigen 



Vögel 



besessen, dass der frühzeitige Tod 



des Embryos eine sehr 
häufige Ursache des Fehlschiagens der ersten Kreutzungen ist. 



Ich war anfauffs sehr 



daran 



^^ ..... wenig aaran zu glauben geneigt, weil 
Bastarde, wenn sie einmal geboren sind, sehr kräftig und lang- 



5 



» 



lebend zu seyn pflegen, wie Maullhier und Maulesel zeigen. 
Uberdiess befinden sich Bastarde vor und nach der Geburt unter 

18 



274 



( 



ganz verschiedenen Verhältnissen. In einer Gegend geboren 
und lebend, wo auch ihre beiden Altern leben, mögen ihnen die 



Lebens-Bedingungen wohl zusagen. Aber ein Bastard hat nur 
halb an der organischen Bildung und Thätigkeit seiner Muller 
Antheil und mag mithin vor der Geburt, so lange als er sich 
noch im Mutterleibe oder in den von der Mutter hervorgebrach- 



ten Eiern und Saamen 



befindet 



5 



einigermassen ungünstigeren 



Bedingungen ausgesetzt und demzufolge in der ersten Zeit leich- 
ter zu Grunde zu gehen geneigt seyn, zumal alle sehr jungen 
Wesen gegen schädliche und unnatürliche Lebens-Verhältnissp 
ausserordentlich empfindlich sind. 

Hinsichtlich der Sterilität der Bastarde, deren 'Sexual-Organe 
unvollkommen entwickelt sind, verhält sich die Sache ganz an- 

Ich habe schon mehrmals angeführt, dass ich eine grosse 



ders. 



Mencre von Thatsachen 



wenn 



öfesammelt habe, welche zeigen 



? 



dass, 



Pflanzen und Thiere aus ihren natürlichen Verhältnissen 
gerissen werden, es vorzugsweise die Fortpflanzungs - Organe 



sind 



welche dabei angegriffen werden. 



üiess ist in der Thal 



die ffrosse Schranke für die Zähmung der 



Thiere. Zwischen 



der dadurch veranlassten Unfruchtbarkeit derselben und der der 

In beiden Fällen ist die 



Bastarde sind manche Ähnlichkeiten. 

Sterilität unabhängig von der Gesundheit im Allgemei 



begleitet von 



rmehrter Grösse und Üppigkeit 



In beid 



und ofl 
en Fäl- 



len kommt die Unfruchtbarkeit in vielerlei Abstufungen vor; in 
beiden leidet das männliche Element am meisten, zuweilen aber 



das Weibchen doch noch mehr 



da 



Männch 



1 



beid 



geht die Fruchtbarkeit bis zu gewisser Stufe gleichen Schritts 



ystematischen Verwandtschaft: denn g 



zen und Th 



werde 



dm 



dieselb 



gungen in 
vorbringung 



potent, und gleiche Gruppen 



Gruppen von Fflan- 
unnatürlichen 
Arten neigen zur Her 




unfruchtbarer Bastarde. Dagegen widersteht zuwei- 
len eine einzelne Art in einer Gruppe grossen Veränderungen 



in den äusseren Bedingunge 



mit 



gewisse Arten einer Grupp 
Bastarde. Niemand kann, 



geschwächter Fruchtbarkeit 
lefern ungewöhnlich frucht 



und 

bare 

sagen, ob dieses oder jenes Thier in der Gefangenschaft und ob 



ehe er es versucht hat, voraus- 



I 



I 



275 



diese oder jene ausländische Pflanze während ihres Anb 



sich 



gut fortpflanzen wird, noch ob irgend 



he zwei Art 



einer 



Sippe mehr oder wenige 



sterile Bastard 



1 n i t 



d 



h 



bring 



rd 



Endlich, wenn organisch 



Wesen während 



ehrer Generatione 



für sie unnatürliche Verhältniss 



setzt 



werden, so sind sie ausserordentlich zu variiren geneigt 



? 



was 



wie ich glaube, davon herrührt, dass ihre Reproduktiv-System 



vorzugswe 



ngegrifl'e 



sind 



3 



obwohl in niindrem Grad 



als 



wenn gänzliche Unfruchtbarkeit folgt. Eben so ist es mit Bastar 




; 




Bastarde sind in 



sehr zu variiren 



geneigt, wie es 



inander-folgenden Generatio 
jeder Züchter erfahren hat. 



So sehen wir denn, dass, wenn organische Wesen in neue 
und unnatürliche Verhältnisse versetzt, und wenn Bastarde durch 
unnatürliche Kreutzung zweier Arten erzeugt werden, das Repro- 
duktiv-System ganz unabhängig von der 'allgemeinen Gesundheit, 

eigenthümlicher Weise von Unfruchtbarkeit betroff'en 



m 



ganz 



wird. In dem einen F'alle sind die Lebens-Bedingungen gestört 
worden, obwohl oft nur in einem für uns nicht wahrnehmbaren 
Grade; in dem andern, bei den 
Verhältnisse 



dadurch 



Bastarden nämlich, sind jene 
unverändert geblieben, aber die Organisation ist 
gestört worden , dass zweierlei Bau und Verfassung 
des Körpers mit einander vermischt worden ist. Denn es ist 
kaum möglich, dass zwei Organisationen in eine verbunden wer- 
den, ohne einige Störung in der Entwickelung oder in der perio- 



dischen Thätigkeit oder in den Wechselbeziehungen der ver- 
schiedenen Theile und Organe zu einander oder endlich in den 
Lebens-ßedingungen zu veranlassen. Wenn Bastarde fähig sind 



sich unter sich fortzupflanzen, so übertraoen sie von Generation 




zu Generation auf ihre Abkommen dieselbe Vereinigung zweier 



Organisationen , und 
Unfruchtbarkeit. 



wir 



dürfen daher nicht erstaunen, ihre 



wenn 



a u c h 



selten abnehmen zu sehen. 



einigem Schwanken unterworfen 



j 



Wir müssen jedoch bekennen, dass wir. von haltlosen Hypo- 



thesen abgesehen, nicht im Stande sind 



Bezu 



g auf die l^nfruc 



? 



gewisse Thatsachen in 



htbarkeit der 



Bastarde zu begreifen 



wie 



^ • i^lilJlHl V1V> tj\A IM. Ml C11V,H , »TIV. 

z. B. die ungleiche Fruchtbarkeit der zweierlei Bastarde aus dei 



18 






276 



Wechselkreiitzung, oder die zunehmende Unfruchtbarkeit derjeni- 



aen Bastarde 
beiden Altern 



5 welche zufällig oder ausnahmsweise einem ihrer 



sehr 



F 

ähnlich sind. Auch bilde ich mir nicht 



ein 



5 



durch die vorangehenden Bemerkungen der Sache auf d 



cn 



Grund 



zu kommen 



? 




warum 



ein Ororanismus unter 



unfruchtbar wird. 



Alles, was 



wir haben keine Erklärung dafür, 
unnatürlichen Lebens-Bedingungen 
ich habe zeigen wollen, ist, dass 



in zwei in mancher Beziehung einander ähnlichen Fällen ün- 
Fruchtbarkeit das gleiche Resultat ist, in dem einen Falle, weil 
die äussren Lebens-Bedingungen, und in dem andern weil durch 



Verbindung zweier Bildungen in eine die Organisation selbst 
gestört worden i 



ind 




mag wunderlich 
Parallelismus n 

sich s( 



scheinen, aber ich 
h in einer anderi 



uthe, da 



5 



em 



zwar verwandt 



hr 



chied 



Reih 



von Thatsachen b 



gleicher 

doch an 

Es ist ein alter und fast allgemeiner Glaube, welcher meines 

Wissens auf einer Masse von 



m 



Veränderungen 

Lebenwesen wohlthätig sind. 



Erfahrungen beruhet, dass leichte 
den äusseren Lebens-Bedingungen für alle 



Wir sehen daher Landwirthe und 
Gärtner beständig ihre Saamen, Knollen u. s. w. austauschen, sie 
aus einem Boden und Klima ins andre und endlich wohl auch 



wied 



urück versetzen. Während der Wiedergenesung von 



Thieren sehen wir sit 




g 



Vortheil aus diesem oder 



J 



W 



in ihrer Lebensweise zieh 



So sind auch 




Pfla 



und Thie 



he Beweise vorhanden 



5 



d 



emc 



Kreutzung zwischen sehr verschiedenen Individuen einer Art 



h zwischen solch 



von 



chiedenen Stäm 



rassen 



3 




Nachzucht Kraft und Fruchtbarkeil 



oder l 
ilie. 



Ich 



fflaube in 




That 



nach den im vierten Kapitel angeführten 



5 



dass ein gewisses 



Maass von Kreutzung selbst 



für 



Thatsache 

Hermaphroditen 

ien nächsten Verwandten einige Generationen lang fortgesetzt 



hrlich ist, und dass enge Inzucht zwisch 



{ 



) 



al wenn dieselben unter gleichen Lebens-Bedingungen gehal 

3 und unfruchtbare Sprössling 



ten werd 
liefert. 



endlich schwach 



So scheint es mir denn, dass einerseits geringe 



Wechsel 



I 



I 



• 



I 



t 



277 



der Lebens-Bedingungen allen organischen Wesen vortheilhaft sind, 
und dass anderseits schwache Kreulzungen. nämlich zwischen 
verschiedenen Stämmen und geringen 
Nachkommenschaft Kraft und Stärke verleihen. Dagegen haben 

dass stärkere Wechsel der Verhältnisse 



Varietäten einer Art, der 



wissem 



wir aber auch gesehen, 
und zumal solche von gewisser Art die Organismen oft in ge- 
Grade unfruchtbar machen können, wie auch stärkere 
Kreulzungen, nämlich zwischen sehr verschiedenen oder in ge- 
wissen Beziehungen von einander abweichenden Männchen und 
Weibchen Bastarde hervorbringen, die gewöhnlich einigermaassen 
unfruchtbar sind. Ich vermag mich nicht zu überreden, dass 
dieser Parallelismus auf einem blossen Zufalle oder einer Täu- 
schung beruhen solle. Beide Reihen von Thatsachen scheinen 
durch ein gemeinsames aber unbekanntes Band mit einander ver- 
kettet, welches mit dem Lebens- Prinzipe wesentlich zusammen- 

hängt. 

Fruchtbarkeit gekreutzter Varietäten und ihrer 



Blendlinge.) Man mag uns als einen sehr kräftigen Beweis- 



:^t^ 



Grund entgegenhalten, es müsse irgend ein wesi 



ntlicher ünter- 



5 



schied zwischen Arten und Varietäten seyn und sich irgend ein 
Irrthum durch alle vorangehenden Bemerkungen hindurch ziehen 
da ja Varietäten, wenn sie in ihrer äusseren Erscheinung auch 
noch so sehr auseinandergehen, sich doch leicht kreutzen und 



vollkommene fruchtbare Nachkommen liefern. Ich gebe vollkom- 

, dass Diess meistens unabänderlich so ist, dass die- 



men zu , 

ser Fall eine grosse Schwierigkeit darbiete und hier vermuth- 



lich irgend etwas unerklärt bleibe. 



Wenn wir aber die in der 



Natur vorkommenden Varietäten betrachten, so werden wir un- 
mittelbar in hoffnungslose Schwierigkeiten eingehüllt ; denn sobald 
zwei bisher als Varietäten angesehene Formen sich einigermaassen 



steril mit einander 



zeigen 



; 



SO werden sie von den meisten 



Naturforschern zu Arten erhoben. So sind z. B. die rothe und 

die hell- und die dunkel-gelbe Schlüssel- 



die blaue Anagallis, 



blume, weh^he die meisten unsrer besten Botaniker für blosse 
Varietäten halten, nach Gärtner bei der Kreutzung nicht voll- 
kommen fruchtbar und werden desshalb von ihm als unzweifel- 



278 



I 



linfte Arten bezeichnet. Wenn wir dnraus im Zirkel schliessen, 
so uiuss die Fruchtbarkeit aller natürlich entstandenen Varietäten 
als erwiesen angesehen werden. 

Auch wenn wir uns zu den erwiesener oder verniuthet 



er 



Maassen im Kultur-Zustande erzeugten Varietäten wenden, sehen 
wir uns noch in Zweifel verwickelt. Denn wenn es z. B. fest- 
steht, dass der Deutsche Spitz-Hund sich leichter als andre Hunde- 
Rassen mit dem Fuchse paart, oder dass gewisse in Südamerika 
einheimische Haushunde sich nicht wirklich mit Europäischen 
Hunden kreiitzen. so ist die Erklärung, welche jedem einfallen 



wird und wahrscheinlich auch die richtige ist. 
Hunde von verschiedenen wilden Arten abstammen. 



die, dass 

Dem 



diesf 



ungo- 
die vollkommene Fruchtbarkeit so vieler gepflegter 
Varietäten, die in ihrem äusseren Ansehen so weit von einander 



achtet 



ist 



verschieden 



sind . 



wie die der Tauben und des Kohles, eine 



erwägen, wie 



zahl- 



merkwürdige Thatsache, besonders wenn wir 

reiche Arten es gibt, die äusserlich einander sehr ähnlich, düch 



bei der Kreutzung 



cranz unfruchtbar 



mit einander 



sind. 



Ver- 



schiedene Betrachtimgen jedoch lassen die Fruchtbarkeit der ge- 

als es an- 



/fdlegten Varietäten wenig 



kwürd 



c? 



; 



glich der Fall ist 



wie 



wenig wir 



üb 



Denn er; 
die wah 



tc 



ür 




sowohl der miteinander gekr 



Bedingungen 



mdete 



nmssen wir uns erinnern, 

r Unfruchtbarkeit 

ihren natürlichen 

^n. Hinsichtlich 



als d 



Art( 



wiss 



dieses letzten Punktes hat mir der Ra 




gestattet, d 



len merkwürdigen Thatsachen aufzuzählen, die ich gesammelt 
habe; was die Unfruchtbarkeit betritTt, so spiegelt sie sich in der 
Verschiedenheit der beiderlei Bastarde der Wechselkreutzung 
sowie in den eigenthümlichen Fällen ab, wo eine Pflanze leichter 
durch IVemden als durch ihren eignen Saamenstaub befruchtet 
werden kann. Wenn wir über diese und andre Fälle, wie über 

berichtenden von den verschieden gefärbten 



den 



nachher 



zu 



Varietäte 




Verb 



th 



psus nachdenken, so müssen wir 



fühlen, wie gross unsre Unwissenheit und wie klein für uns d 



Wahrscheinlichkeit ist zu begr 



? 



woher es ko 




bei 



der Kreutzung gewi 



F 



fruchtbar und andre unfruchtbar 



) 



\ 



I 



I 
I 



r 



I 



I 



I 



\ 



279 



sind 



Es lässt 



h zweitens 




nachweisen 



? 



da 



d 



äussre Unähnlichkeit zwischen zwei 
geringere Unfruchtbarkeit im 



Ar 



der 



* « 



grossre 



blosse 
oder 



Falle einer Kreutzung nicht bedingt 



und dieselb 
zuwenden i 



Reg 



l wird auch s 
Drittens glaub 



f 




gepflegten Varietäten an- 



g 



forscher, dass ein lang-dauernder Zah 



gezeichnete Natur- 
der Kultur-Zustand 



geeignet s 
nur wenig 



lionen 



eh 



eye. die Unfruchtbarkeit 

steril 
' und 




gewesen sind, in i 

zu verwisch 



Bastarde, welche anfang 
nander-folgenden Genera 




nd wenn Diess 




Fall 



3 



SO werden wir gewiss nicht erwarten 



dem 

ersehe 

schein 
bringt 



Einfl 



von 



und verschwind 



dürfen. Sterilität unter 
naliezu den nämlichen Lebens-Bedingungen 

zu sehen. Endlich, und Diess 



mir 



bei 



weitem die wichtigste Betrachtung zu seyn 



? 




Mensch neue Pflanz 



und Thier-R 



im Kultur 



Zustande durch die Kraft planmässiger od 



unbewusster Z 



tung zu eign 



Nutzen und Vergnügen hervor: er 



wi 



nicht 



und kann nicht die kleinen Verschiedenheiten im Reprodukt 
Systeme o 




nd 



beziehung stehend 



mit 




em Reproduktiv-System 
Unterschiede zum Gegenstand 



\ V e c h s ( 



Z 



tung 



rächen. Die Erzeug 



d 



Kultur und Zähmung 



nd 



dem Klima 



vollko 



sieht die 



nd 



dern physischen Lebens-Bedingungen viel min- 




als 
hied 





Natur angepasst 



Der Mensch ver- 



Abänderunge 



it 




lieh 



Nah- 



ung, behandelt sie fast auf dieselbe Weise und will ihre allg 



meine Lebens-VV 



ht änd 



Die Natur wirkt 



mig 




und 



g 



während 



slicher Zeit-Perioden auf die ge- 



eign 



Organisation 
Besten dien 



Geschöpfe in einer W 



die 



und so 




sie unmittelbar od 



deren 
wahr- 



heinlicher mittelb 



durch Correlation. auch das Reproduktiv- 



Systei 

ab ä n d 



den 

Wei 



herlei Abkömmlingen einer 



man 




Verschiedenheit 



nämlichen 
Züchtungs-\ 



Art 



fahren von Seiten des Menschen und der Natur berücksichtigt, 
wird man sich nicht mehr wundern können, dass sich einiger 
Unterschied auch in den Ergebnissen zeigt. 



Ich habe bis jetzt so gesproch 



als seyen die Varietäten 



einer nämlichen Art bei der Kreutzung alle stets fruchtbar. 



Es 



280 




scheint mir aber unmöglich, sich dem Beweise von dem Daseyn 
eines gewissen Maasses von Unfruchtbarkeit in einigen wenigen 
Fällen zu verschliessen, von denen ich kürzlich berichten will. 



Der Beweis ist wenigstens eben so gut als derjenige, welcher 



uns an die Unfruchtbarkeit 



einer Menge von Arten 



[bei der 



Zeugen 



Kreutzung?] glauben macht, und ist von gegnerischen 
entlehnt, die in allen anderen Fällen Fruchtbarkeit und Unfrucht- 
harkeit als gute Art-Hriterien betrachten. Gärtner hielt einige 
Jahre lang eine Sorte Zwerg-Mais mit gelbem und eine grosse 
Varietät mit rothem Saamen. welche nahe beisammen in seinem 
Garten wuchsen : und obwohl diese Pflanzen getrennten Geschlech- 
tes sind, so kreutzen sie sich doch nie von selbst mit einander. 
Er befruchtete dann dreizehn Blüthen-Ähren * des einen mit dem 



Pollen 



des 



andern: 



aber 



nur ein einziger Stock gab einige 



Saamen und zwar nur fünf Körner. 

Die Behandlungs-Weise kann in diesem Falle nicht schädlich 
gewesen seyn, indem die Pflanzen getrennte Geschlechter haben. 
Noch Niemand hat meines Wissens diese zwei Mais-Sorten für 
verschiedene Arten angesehen; und es ist wesentlich zu bemer- 
ken, dass die aus ihnen erzogenen Blendlinge vollkommen frucht- 
bar waren, so dass auch Gärtner selbst nicht wagte, jene Sorten 
fijr zwei verschiedene Arten zu erklären. 

Girou de Buzareingues kreutzte drei Varietäten von Gurken 
miteinander, welche wie der Mais getrennten Geschlechtes sind. 



u n d 



versicherte 



? 



ihre 



gegenseitige Befruchtung seye um so 



schwieriger, je grösser ihre Verschiedenheit. 




wie weit dieser 



Versuch Vertrauen verdient, weiss ich nicht: aber die drei zu 
denselben benützten Formen sind von SagareTj welcher sich bei 
seiner Unterscheidung der Arten hauptsächlich auf ihre Unfrucht- 
barkeit stützt, als Varietäten aufgestellt worden. 



d 



Weit merkwürdiger 
folgende Fall: jedoch 




fang 



fast 



er d 



unglaublich erscheint 
Resultat einer Menge viele 



Jahre 



ng an neun Verbascum- Arten fortgesetzt 



Versuch 



welche hier noch um so höher 



Anschlag zu bring 



? 



als sie 



• • 



* „fYöW'er*" doch wohl Blüthen-Ähren? 



D. Übers. 



K 



281 



von Gärtnern herrühren, der ein eben so vortrefflicher Beobach- 
ter als entschiedener Gegner der Meinung ist, dass die gel- 



ben 



und 



die 



weissen Varietäten 



der 



nämlichen Verbascum- 



Arten bei der Kreutzung miteinander weniger Saamen geben, 
als jede derselben liefert, wenn sie mit Pollen aus Blüthen von 
ihrer eignen Farbe befruchtet worden. Er erklärt nun, dass wenn 
gelbe und weisse Varietäten einer Art mit gelben und weissen Va- 
rietäten einer andern Art gekreutzt werden, man mehr Saamen 
erhält, indem man die gleichfarbigen als wenn man die ungleich- 



farbigen Varietäten miteinander 



paart. 



Und doch ist zwischen 



diesen Varietäten von Verbascum kein andrer Unterschied als in 
der Farbe ihrer Blüthen, und die eine Farbe entspringt zuwei- 
len aus Saamen der andersfarbigen Varietät. 

Nach Versuchen, die ich mit gewissen Varietäten der Rosen- 

möchte ich vermuthen , dass sie ähnliche Er- 



^r 



Malve 



angestellt 



? 



scheinungen darbieten. 

KöLREUTER, dessen Genauigkeit durch jeden späteren Beob- 
achter bestätigt worden ist, hat die merkwürdige Thatsache be- 
wiesen, dass eine Varietät des Tabaks, wenn sie mit einer ganz 
andern ihr weit entfernt stehenden Art gekreutzt wird, frucht- 
barer ist als mit Varietäten der nämlichen Art. Er machte mit 



\ 



Versuche, die allgemein für Varietäten gelten 



3 



nämlich durch Wechsel- 



fünf Formen 

was er auch durch die strengste Probe, 

kreutzungen bewies, welche lauter ganz fruchtbare Blendlinge 

lieferten. Doch gab eine dieser fünf Varietäten, mochte sie nun 

als Vater oder Mutter mit ins Spiel kommen, bei der Kreutzung 

mit Nicotiana glulinosa stets minder unfruchtbare Bastarde, als 

die vier andern Varietäten. Es muss daher das Reproduktiv- 

System dieser einen Varietät in irgend einer Weise weniger 

modifizirt worden seyn. 

Unfruchtbarkeit der Va- 
rietäten im Natur-Zustande zu bestätigen, weil jede bei der Kreut- 
zung etwas unfruchtbare Varietät alsbald allgemein für eine Spezies 
erklärt werden würde, so wie in Folge des Umstandes. dass der 
Mensch bei seinen künstlichen Züchtungen nur auf die äusseren 
Charaktere sieht und nicht verborgene und funktionelle Verschie- 



Bei der grossen Schwierigkeit die 



\ 



282 



• 
• • _ 

denheiten im Reproduktiv-System 



hervorzubrinoen 



beabsichtigt 



glaube ich mich aus der Zusammenstellung aller Thatsachen zu 
folgern berechtigt, dass die Fruchtbarkeit der Varietäten unter 



einander 



keinesweges eine allgemeine Regel und mithin 



auch 



I 



nicht geeignet seye, eine Grundlage zur Unterscheidung von Va- 

gewöhnlich stattfindend 



t 



e 



mir nicht ijo- 



rietäten und Arten abzugeben. Die 
Fruchtbarkeit der Varietäten untereinander scheint 
nügend, um meine Ansicht über die sehr allgemeine aber nicht 
beständige Unfruchtbarkeit der ersten Kreutzungen und der Ba- 
starde umzustossen. dass dieselbe nämlich keine besondre Eigen- 
schaft für sich darstelle, sondern mit andern langsam entwickel- 
ten Modifikationen zuinal im Reproduktiv- Systeme der mitein- 
ander gekreutzten Formen zusammenhänge. 

Bastarde und Blendlinge unabhängig von ihrer 
Fruchtbarkeit verglichen.) Die Nachkommenschalt der 
untereinander gekreutzten Arten und die der Varietäten lassen 
sich unabhängig von der Frage dev Fruchtbarkeil noch in meh- 
ren Beziehungen miteinander vergleichen. Gäiviner, dessen be- 
harrlicher Wunsch es war, eine scharfe Unterscheidungs-Linie zwi- 
schen Arten und Varietäten zu ziehen, konnte nur sehr wenige 
und wie es scheint nur ganz unwesentliche Unterschiede zwischen 
den sogenannten Bastarden der Arten und den Blendlingen der 
Varietäten entdecken, wogegen sie sich in vielen andern wesent- 
liehen Beziehungen vollkommen gleichen. Hier kann ich diesen 
Gegenstand nur ganz kurz erörtern. Als wichtigster Unterschied 
hat sich ergeben, dass in der ersten Generation Blendlinge ver- 
änderlicher als Bastarde sind: doch gibt Gärtner zu, dass Ba- 
starde von bereits lange kultivirten Arten oft schon in erster Ge- 
neration sehr veränderlich sind, und ich selbst habe sehr treffende 
Belege für diese Thatsache. Gärtner gibt ferner zu , dass Ba- 



starde zwischen 



sehr 



nahe 



nd, als die von weit auseinander-stehend 



verwandten Arten veränderlicher 

3n: und daraus ergibt 




5 



dass 




im Grad 




Veränderlichkeil gesuchte ünte 



d 



enweise abnimmt. Wenn Blendling 



oder 



htbai 



Bastarde einige Generation 
so nimmt anerkannter MaaJ 



lang 



in 



h fortgepflanzt werd 



j 



die Veränderlichkeit ihrer Nach 



283 



r 

kommen bis zu einem ausserordentlichen Maasse zu : dagegen 



sich ( 
linge 
Doch ist 



inige wenige Fälle anführen, wo Bastarde 



sowohl 



Blend- 




einförmig 



Charakter lange Zeit behauptet haben 




Veränderlichkeit in 




feinander-folgend 



Ge- 



nerationen der Blendlinge vielleicht grösser als bei den Bastarde 



Die 



^J 



* * 



Veränderlichkeit der Blendlinge, denBastar 



den ges^enüber. scheint mir 
die Altern der Blendlinge 
und kultivirte Varietäten 



keiner Weise überraschend 



D 



• 

nd Varietäten und meistens zahme 




nur 



ehr wenig 



\ 



mit wil 



den Varietäten angestellt worden sind), wesshalb als Regel anzu- 



nehmen. 



dass ihre Veränderlichkeit noch eine neue ist, daher 



denn auch zu erwarten steht, dass dieselbe oft noch fortdaure 
und die schon aus der Kreutzung entspringende Veränderlichkeit 
verstärke. Der geringere Grad von Variabilität bei Bastarden 



aus erster Kreutzung oder aus erster 



Generation im Gegensatze 
zu ihrer ausserordentlichen Veränderlichkeit in späteren Generatio- 
nen ist eine eigenthümliche und Beachtung verdienende Thatsache: 
denn sie führt zu der Ansicht, die ich mir über die Ursache der ge- 

und unterstützt dieselbe, dass diese 



wohnlichen Variabilität gebildet 



letzte nämlich aus dem Reproduktions-Sysleme herrühre, welches 
für jede Veränderung in den Lebens-Bedingungen so empfindlich 
ist. dass es hiedurch oft ganz unvermögend oder wenigstens für 
seine eigentliche Funktion, mit der älterlichen Form übereinstim- 
mende Nachkommen zu erzeugen, unfähig gemacht wird. Nun 
rühren die in erster Generation gebildeten Bastarde alle von 
Arten her, deren Reproduktiv-Systeme ausser bei schon lange 
kultivirten Arten in keiner W^eise leidend gewesen, und sind 
nicht veränderlich : aber Bastarde selber haben ein ernstlich an- 

y 

gegriffenes Reproduktiv-System, und ihre Nachkommen sind sehr 
veränderlich. 

Doch kehren wir zur Vergleichung zwischen Blendlingen und 
Bastarden zurück. Gärtner behauptet, dass Blendlinge mehr als 
Bastarde geneigt seyen , wieder in eine der älterlichen Formen 
zurückzuschlagen; doch ist dieser Unterschied, wenn er richtig, 
gewiss nur ein stufenweiser. Gärtner legt ferner Nachdruck 
darauf, dass . wenn zwei obgleich nahe mit einander verwandte 



284 



Arten mit einer dritten gekreutzt werden, deren Bastarde doch 
weit auseinander weichen, während wenn zwei sehr verschiedene 
Varietäten einer Art mit einer andern Art gekreutzt werden, de- 
ren Blendlinge unter sich nicht sehr verschieden sind. Dieses Er- 
gebniss ist jedoch . so viel ich zu ersehen im Stande bin . nur 
auf einen einzigen Versuch gegründet und scheint den Erfah- 
rungen geradezu entgegengesetzt zu seyn, welche Kölredter bei 
mehren Versuchen gemacht hat. 

Diess sind allein die an sich unwesentlichen Verschieden- 
heiteUj welche Gärtner zwischen Bastarden und Blendlingen der 
Pflanzen auszumitteln im Stande gewesen ist. Aber auch die 
Ähnlichkeit der Bastarde und Blendlinge , und insbesondere die 
von nahe verwandten Arten entsprungenen Bastarde mit ihren 
Altern folgt nach Gärtner den nämlichen Gesetzen. Wenn zwei 



t 



> 



Arten gekreutzt werden, so zeigt zuweilen eine? derselben ein 
überwiegendes Vermögen 



eine Ähnlichkeit mit ihr dem Bastarde 






aufzuprägen, und so ist es, wie ich glaube, auch mit Pflanzen- 
Varietäten. Bei Thieren besitzt gewiss oft eine Varietät dieses 
überwiegende Vermögen über eine andre. Die beiderlei Bastard- 
Pflanzen aus einer Wechselkreutzung gleichen einander gewöhn 
lieh sehr, und so ist es auch mit den zweierlei Blendlingen aus 
Wechselkreutzungen. Bastarde sowohl als Blendlinge können 
wieder in jede der zwei älterlichen Formen zurückgeführt wer- 

ineralioncn wie- 




en, wenn man sie in aufeinander-folgenden Generalionen 
derholt mit der einen ihrer Stamm-Formen kreutzt. 

Diese verschiedenen Bemerkungen lassen sich offenbar auch 
auf Thiere anwenden : doch wird hier der Gegenstand äusserer- 



deutlich verwickelt 
Sexual-Charaktere 



5 



theils 



in 



Folge 



vorhandener secundärer 



und 



theils insbesondere in Folge des ge- 



wöhnlich bei einem von beiden Geschlechtern überwiegenden 
Vermögens sein Bild dem Nachkommen aufzuprägen, 



eben so- 



wohl wo es sich um die Kreutzung von Arten, als dort wo es 
sich um die von Varietäten unter einander handelt. So glaube 
ich z. B., dass diejenigen Schriftsteller Recht haben, welche be- 



haupten 



5 



der 



Esel besitze ein solches Übergewicht über das 



Pferd, in dessen Folge sowohl Maulesel als Maulthier mehr dem 




285 



Esel als dem Pferde glich 



: 



dass jedoch dieses Übergewicht 



noch mehr bei de 



nnlichen als 




weiblichen Esel hervor 



trete 



? 



dah 




Maulesel als der Bastard von Esel-Hengst und 



Pferde-Stute dem Esel mehr als 




Maulthier gleiche 



? 



welches 



da 



es 



Pterd zum Vater und eine Eselin zur Mutter hat. 

Einige Schriftsteller haben viel Gewicht darauf gelegt, 

nter den Thieren nur bei Blendlingen vorkomme, dass solche 



dass 



einem 

sich r 
selten 



hrer Altern 



deutlich ähnlich seyen 



doch 



ässt 



hweisen 



5 



dass Solches auch bei Bastarden, wenn gleich 



als bei Blendling 



de 



Fall ist 



Was 




von mir ge 



melt 



Fäll 



von 



ein(?r Kreutzung entsprungenen Th 



betrifft 



? 




einem 



der 



zwei Altern sehr ähnlich gewesen 



so 



heim sich 




Ähnlichkeit vorzugsweise 



auf in ihrer 



Art monströse 



und 



/ 



plötzlich aufgetretene Charaktere zu be 



hränken. wie Albinismus, Melanismus, Mangel der Hörner, 



F 



d 



Schwanzes und Überzahl 



der Finger und Zehen, daher 



sie keinen Zusammenhang 

wickelten Merkmalen haben. Demzufolge 



mit den durch Züchtung langsam ent- 



werden auch Fälle 



plötzlich 



Rückkehr zu einem 




zwei älterlichen Typ 



bei 



Blendlingen vorkommen, welche von oft plötzlich entstandenen 

ihrem Charakter nach halb-monströsen Varietäten abstammei 
als bei Bastarden, die von langsam und auf natürliche V^eis 




? 



gebild 



Ar 



rrühre 



Ganzen aber bin 





Mei 



nung von Dr. Prosper Lucas, welcher nach der Musterung einer 



geheuren Menge von 



Thatsache 



bei 




Th 



zu dem 



Schli 
Kind 



gelangt 



5 




d 



Gesetze der Ähnlichkeit zwisch 



* • 



nd Alt 



die nämlichen 



d 



5 




beid 



Alt 



abweichen, ob 



sie einer 



mehr 
oder 



oder ob sie weniger von einander 

ob sie verschiedenen Varietäten oder ganz verschiedenen Arten 

angehören. 

Von der Frage über Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit ab- 
gesehen, scheint sich in allen andern Beziehungen eine grosse 
Ähnlichkeit des Verhaltens zwischen Bastarden und Blendlingen 
zu ergeben. Bei der Annahme, dass die Arten einzeln erschaf- 
fen und die Varietäten erst durch sekundäre Gesetze entwickelt 
worden seyen, müsste ein solches ähnliches Verhalten als eine 



286 



äusserst befremdende Thatsache erscheinen. Geht man aber von 
der Ansicht aus, dass ein wesentlicher Unterschied zwischen Ar- 
ten und Varietäten gar nicht vorhanden seye , so steht es voll- 
kommen mit derselben in Einklang. 

Z u s a m m e n fa s s u n g d e s Ka p i t e 1 s.) Erste kreutzungeu 



owohl zwisch 



genügend unterschiedenen Foi 



rietäten zu gelten, wie zwischen ihren Bastarden sind 



um für V 
öhr oft, ab 



nicht imm 



fruchtbar 



Diese Unfruchtbarkeit findet in allen 



Abstufungen statt und ist oft 
fahrensten Experimentisten, welche 
schnurstracks 



so unbedeutend, dass die zwei 



er- 



lern 



gelebt 



5 



ZU mitunter 



entgegengesetzten Folgerungen gelangt 



als 



sie 



die Formen darnach ord 



len wollten. Die Unfruchtbarkeit ist von 
angeborener Veränderlichkeit bei Individuen einer nämlichen Art 



5 



em- 



und für günstige und ungünstige Einflüsse ausserordentlich 
pfänglich. Der Grad der Unfruchtbarkeit richtet sich nicht genau 
nach systematischer Affinität, sondern ist von einigen eigenthüm- 
lichen und verwickelten Gesetzen abhängig. Er ist gewöhnlich 
ungleich und oft sehr ungleich bei Wechselkreutzung der niim- 
lichen zwei Arten. Er ist nicht immer von gleicher Stärke bei 

r 

einer ersten Kreutzung und den daraus entspringenden Nach- 



kommen. 



In derselben W 



keit einer Art oder Varietät bei 



wie beim Zweigen der Bäume die Fähig- 

3rn anzuschlagen mit mei- 



d 



stens 



g« 



unbekannten Verschiedenh 



in ihren 



getat 



Systemen zusammenhängt, so ist bei Kreutzungen die grüssre 
oder geringre Leichtigkeit einer Art sich mit der andern zu be- 
fruchten von unbekannten Verschiedenheiten in ihren Reproduk- 
tions-Systemen veranlasst. Es ist daher nicht mehr Grund an- 



zunehmen, dass von der Natur einer jeden Art ein verschiedener 
Grad von Sterilität in der Absicht ihr gegenseitiges Durchkreutzen 
und Ineinanderlaufen zu verhüten besonders eingebunden worden 
seye, 

Holzart ein verschiedener und etwas analoorer Grad von Schwie- 



als Ursache vorhanden ist anzunehmen, dass jeder 



rigkeit beim Verpropfen auf andern Arten anzuschlagen einge- 



bunden worden seye um zu verhüten, dass sich nicht alh 
unsern Wäldern aufeinander-propfen. 



m 



\ 



287 



D 



Sterilität der ersten Kreutzung 



zwischen reinen A 



mit 



vollkommnen Reproduktiv-Systemen scheint von verschiedenen 



Ursachen abzuhängen : in einigen Fällen meistens 



Verderben des Embryos 



Die Unfruchtbarkeit d 



frühzeitig 
Bastard 



mit 



unvollkommenem Reproduktions-Systeme und derjenigen wo d 



System so wie 



die ganze Organisatio 



zweier Arten in eine gestört wordi 
zukommen mit derjenigen Sterilität 



ist 



durch Verschmelzung 
scheint nahe überein- 



weiche so 




uch reine 



Sp 



befällt 



wenn ihre natürlichen Lebens-Bedingungen ge 



stört Word 



sind 



Diese Betrachtungs-Weise 




indem 



einen Parallelismus andrer Art unterstützt, 
Kreutzung nur wenig von einander ab>yeichend 



noch durch 



mlich 



Formen die 




Kraft und Fruchtbarkeit d 



Nachkommenschaft befördert 



3 



Wie 



geringe Veränderungen 



den äusseren Lebens-Bedingungen für 



Gesundh 



d Fruchtbarkeit aller organischen Wesen vortheil 



h a f t 



ind 



E 



ist 



ht überraschend . dass der Grad der Schwie 



gkeit 



Arten mit 



der zu befruchten und der Grad der 



Unfruchtbarkeit ihrer Bastarde einander im Allgemeinen entsprecl 
obwohl sie von verschiedenen Ursachen herrühren; 



j 



; denn beide 
häno-en von dem Maasse irgend welcher Verschiedenheit zwischen 




gek 



Arten ab. Ebenso ist es nicht überraschend 



dass die Leichtigkeit eine erste Kreutzung zu bewirken, die Frucht- 

1 Bastarde und die Fähigkeit 



barkeit 




d 



entsprungene 



wechselseitig 



b 



weit 



Aufeinanderpropfung, obwohl d 

3nen Ursachen abhängt, 



schied 



ese letzte offen- 
alle bis zu einem 



Grade parallel gehen mit 




systematisch 



Verwandt 



Versuchen in Anwendung 



gewissen 

Schaft der Formen, welche bei d 

o-ekommen: denn »systematische Affinität« bezweckt alle Sorten 

von Ähnlichkeiten zwischen den Species auszudrücken. 

Erste Kreutzungen zwischen Formen, die als Varietäten gelten 
oder doch senüo-end von einander verschieden sind um dafür zu 



gel 



5 



d ihre Blendling 



nd 



gewöhnlich 



j 



aber 



nicht 



ohne Ausnahme fruchtbar. Doch ist diese gewöhnlich 



und voll- 



kommene Fruchtbarkeil nicht befremdend , wenn wir uns erinnern, 
wie leicht wir hinsichtlich der Varietäten im Natur-Zustande in 
einen Zirkelschluss gerathen, und wenn wir uns ins Gedächtniss 



288 



fen 



5 



dass die grössre Anzahl der Varietäten durch Kultur m 



Züchtung bloss nach 



Verschiedenheiten und nicht 



solch 
allen 



Reproduktiv-Systeme 




gebracht 



Word 




d 



Beziehung 




5 



ausser der ' Fruchtbarkeit 



5 



ist 



eine 



allgemein sehr grosse Ähnlichkeit zwischen Bastard 



und Elend 



lingen. 



Endlich seh 



mir die in d 



Kapitel kürzlich 



nicht 



aufgezählten Thatsachen 

im Einklang zu stehen 

liehen Unterschied zwischen Arten und Varietäten gibt 



mit 



im Widerspruch, sondern vielmehr 
der Ansicht^ dass es keinen orründ- 








[Involikommeiilieit der Geologischen IJberlieferuiigen. 



/ 



Mangel mittler Varietäten zwischen den heutigen Formen, ^ir Natur der erlosche- 



nen Mittel- Varietäten und deren Zahl. — iLänge der Zeit-Perioden nach Maas- 

^Armuth unsrer paläonlolo- 



gabe der Ablagerungen und Entblössungen. 



gischen Sammlungen. — «TUnterbrechung geologischer Formationen. —^Abwe- 
senheit der Mittel- Varietäten in allen Formationen. — ^ZPlötzliche Erschei- 

^ Ihr plötzliches Auftreten in den ältesten Fos- 



nung von Arten-Gruppen, 
silien-führenden Schichten. 



/, Im sechsten Kapitel habe ich die Haupteinreden aufgezählt, 
welche man gegen die in diesem Bande aufgestellten Ansichten 
erheben konnte. Die meisten derselben sind jetzt bereits erörtert 
worden. Darunter ist eine allerdings von handgreiflicher Schwie- 
rigkeit : die der Verschiedenheit der Art-Formen ohne wesentliche 
Verkettung durch zahllose Übergangs-Formen. Ich habe die Ur- 
sachen nachgewiesen, warum solche Glieder heutzutage unter 
den anscheinend für ihr Daseyn günstigsten Umständen, nament- 
lich auf ausgedehnten und zusammenhängenden Flächen mit all- 
mählich abgestuften physikalischen Bedingungen nicht gewöhnlich 



zu finden sind. Ich versuchte zu zeigen 



5 



dass das Leben einer 



jeden Art 



noch 



wesentlicher abhängt von 



der Anwesenheit 



als vom Klima, und dass 



gewisser andrer organischer Formen, 

daher die wesentlich leitenden Lebens-Bedingungen sich nicht so 

allmählich abstufen, wie Wärme und Feuchtigkeit. Ich versuchte 






289 



ferner zu zeigen 



j 



dass mittle Varietäten desswegen 



5 



weil sie in 



geringrer Anzahl als die von ihnen verketteten Formen vorkommen, 
im Verlaufe weitrer Veränderung und Vervollkommnung dieser 



Die Hauptursache jedoch, warum 



letzten bald verdrängt werden, 
nicht in der ganzen Natur jetzt noch zahllose solche Zwischenglie 

ozesse der Natürlichen Züchtung, wo 



der vorkommen, liegt im Prozesse 
durch neue Varietäten fortwährend d 



Stelle 




Stamm-Form 



einnehmen und dieselben vertilgen. Aber gerade in dem Verhält- 



nisse, wie dieser Proz 



5 




Vertilgung 



geheurem Maasse 



thätig gewesen ist 



so muss auch die Anzahl der Zwischen 



täten, welche vordem auf der Erde vorhanden waren, eine wahr- 

Doch woher kömmt es dann, dass 



haft 



geh 



nicht jede Formation 
Zwischenformen 



gewesen seyn 

und jed 



Gesteins-Schicht voll von solchen 



ist 



Die Geolog 



enthüllt uns sicherlich nicht 



? 



eine solche fein abgestufte Organismen-Reihe; und Diess ist viel- 
leicht die handgreiflichste und gewichtigste Einrede, die man 
meiner Theorie entgegenhalten kann. Die Erklärung liegt aber 

r 

wie ich glaube , in der äussersten Unvollständigkeit der geologi- 
schen Überlieferungen. 

-^Zuerst muss man sich erinnern. 



w 



für Zwischenfoi 



Ich 



meiner Theorie zufolge vordem bestanden haben müssten. 

w 

habe es schwierig gefunden, wenn ich irgend welche zwei Arten 
betrachtete, unmittelbare Zwischenformen zwischen denselben mir 
in Gedanken auszumalen. Es ist Diess aber auch eine ganz falsche 
Ansicht; denn man hat sich vielmehr nach Formen umzusehen, 
welche zwischen jeder der zwei Spezies und einem gemeinsamen 
aber unbekannten Stammvater das Mittel halten: und dieser Stamm- 

i 

vater wird gewöhnlich von allen seinen Nachkommen einiger- 



maassen 



schied 



gewesen seyn 



Ich will Dies 



mit 



m 



einfachen Beispiele erläutern. Die Pfauen-Taube urfd der Kröpfer 
leiten beide ihren Ursprung von der Felstaube (C. livia) her; 
aber eine unmittelbare Zwischen- Varietät zwischen Pfauen-Taube 

+ 

und Kropf-Taube wird es nicht geben, keine z. B., die einen et- 



wa 



> ausgebreiteteren Schwanz mit einem nur massig erweiterten 
Kröpfe verbände, worin doch eben die bezeichnenden Merkmale 
jener zwei Rassen liegen. Diese beiden Rassen sind überdiess 

19 



290 



so sehr modifizirl worden, dass, wenn wir keinen historischen 
oder indirekten Beweis über ihren Ursprung hätten , wir unmög. 
lieh im Stande gewesen seyn würden durch blosse Vergleichuno- 
ihrer Struktur zu bestimmen, ob sie aus der Felstaube oder 
einer andern ihr verwandten Art, wie z. B. Columba oenas, ent« 
standen seven. 



So verhält es sich auch mit den natürlichen Arten. 



Wenn 



wir uns 



nach sehr verschiedenen Formen umsehen, wie z. B. 



Pferd und Tapir, so finden wir keinen Grund zu unterstellen, 
dass es jemals unmittelbare Zwischenglieder zwischen denselben 
gegeben habe, wohl aber zwischen jedem von beiden und irgend 
einem unbekannten Stamm -Vater. -Dieser gemeinsame Stamm- 



• * 



Vater wird in seiner ganzen Organisation viele allgemeine Ähn- 
lichkeit mit dem Tapir so wie mit dem Pferde besessen haben: 
doch in einer und der andern Hinsicht auch von beiden beträchtlicli 
verschieden gewesen seyn , vielleicht in noch höherem Grade , als 
beide jetzt unter sich sind. Daher wir in allen solchen Fällen 
nicht im Stande seyn würden, die älterliche Form für irgend 
welche zwei oder drei sich nahe-stehende Arten auszumitteln, selbst 
dann nicht, wenn wir den Bau des Stamm-Vaters genau mit dem 
seiner abgeänderten Nachkommen vergleichen/ es seye denn, dass 
wir eine nahezu vollständiore Kette von Zwischengliedern dabei hätten. 



Es wäre nach meiner Theorie allerdings möglich, dass von 
zwei noch lebenden Formen die eine von der andern abstammle. 



zwischen denselben gegeben haben. 



wie z. B. das Pferd von Tapir, und in diesem Falle müsste es 
unmittelbare Zwischenglieder 
Ein solcher Fall würde jedoch voraussetzen , dass die eine der 
zwei Arten (der Tapir) sich eine sehr lange Zeit hindurch un- 



dert erhalt 



habe 



: 



während ein Theil ihrer Nachkomm 



sehr ansehnliche Veränderunofen erfuhren 
Mitbewerbung zwischen Organismus und 



Aber das 
Organismus 



Vater und Sohn, wird d 



? 



Fall nur sehr selten 



Prinzip der 
zwischen 

aufkommen 



lassen : denn in allen Fällen streben die neuen und verbesserten 
Lebens-Formen die alten und unpassendem zu ersetzen. 

Nach der Theorie der Natürlichen Züchtung stehen alle leben- 
den Arten mit einer Stamm-Art ihrer Sippe in Verbindung durch 



I 

I 
I 



2 9 1 



? 



deren Unterschiede nicht grösser sind 



Charaktere 

heutzutage zwischen Varietäten einer 



5 



als wir sie 



Art sehen; diese jetzt ge- 



rn 



wohnlich erloschenen Stamm-Arten waren ihrerseits wieder 
ähnlicher Weise mit älteren Arten verkettet; und so immer weiter 



rückwärts 



? 



bis endlich alle in einem gemeinsamen Vorgänger 



einer ganzen 



Ordnung 



oder Klasse zusammentreffen. So muss 



daher die Anzahl der Zwischen- und Übergangs-Glieder zwischen 
allen lebenden und erloschenen Arten ganz unbegreiflich gross 

diese Theorie richtig ist, haben 



gewesen seyn 



Aber 



wenn 



sie gewiss auf dieser Erde gelebt. 



• » 



die 



Zeitdauer.) Unabhängig von der aus dem 



J.Uber 

Mangel jene 

menen Einrede, könnte man mir ferner entgegenhalten, dass die 



endlosen Anzahl von Zwischenglied 



berge 



Zeit 



ht hingereicht habe 



? 



ung 



Maass organisch 



Veränderungen durchzuführen, weil alle Abänderungen nur sehr 



langsam 
würde mir 



durch Natürliche Züchtung bewirkt worden 



seyen 




glich seyn , demj(migen Leser 



welch 



Es 

kein 



orzuführen, welche uns 



praktischer Geologe ist. alle Thatsachen > 

einigermaassen die unermessliche Länge der verflossenen Zeit- 



räume zu erfassen in den Stand setzen. 



Wer Sir Charles Lyell s 



grosse^ Werk ,,the Principles of Geology". welchem spätre Histo- 



riker die Anerkennung eine grosse 



Umwälzung in 



den Natur- 



lesen 



Wissenschaften bewirkt zu haben nicht versagen werden, 
kann und nicht sofort die unbegreifliche Länge der verflossenen 
Erd-Perioden zugesteht, der mag dieses Buch nur schliessen. 



Nicht als ob es genüge die Principles of Geology zu studiren 



'9 

oder die Special-Abhandlungen verschiednor Beobachter über ein- 
zelne Formationen zu lesen, deren jeder bestrebt ist einen un- 



genügenden Begriff 



von der Entstehungs-Dauer einer jeden 



For- 



Jeder muss 



mation oder sogar jeder einzelnen Schicht zu geben, 
vielmehr erst Jahre lang für sich selbst diese ungeheuren Stösse 
übereinander gelagerter Schichten untersuchen und die See bei 
der Arbeit, wie sie alle Gesteins- Schichten unterwühlt und zer- 
trümmert und neue Ablagerungen daraus bildet, beobachtet haben, 
ehe er hoffen kann, nur einigermaassen die Länge der Zeit zu 
beffreifen. deren Denkmäler wir um uns her erblicken. 

1 9 - 



292 



I 



Es ist gut den See-Küsten entlang zu wandern, welche 



aus 



und den Zerstörunos- 



sie nur aus, wenn sie mit Sand 



5 — — "-Ö^^M 

und Geschieben beladen 



massig harten Fels-Schichten autgebaut sind 

Prozess zu beobachten. Die Gezeiten erreichen diese Fels-Wiinde 
gewöhnlich nur auf kurze Zeit zweimal im Tage, und die Wog 
nagen 

sind; denn es ist leicht zu beweisen, dass reines Wasser Gesteine 
jeder Art nicht oder nur wenig angreift. Zuletzt wird der Fuss 
der Fels-Wände unterwaschen, mächtige Massen brechen zusanuneuj 
und die nun fest liegen bleiben, werden. Atom um Atom zerrieben, 
bis sie klein genug geworden, dass die Wellen sie zu rollen 
und vollends in Geschiebe und Sand und Schlamm zu verarbeiten 
vermögen. Aber wie oft sehen wir längs dem Fusse sich zurück- 
alle dick überzogen 

wenig sie durch 



# * 



ziehender Klippen gerundete Blöcke liegen 
mit Meeres-Erzeugnissen, welche 



? 



beweisen, wie 



Abreibung leiden und wie selten sie umhergerollt werden! IJber- 

wenn wir einige Meilen weit eine derartige Küsten-Wund 



diess 



so finden wir , dass 



verfolgen , welche der Zerstörung unterliegt , 

es nur hier und da, auf kurze Strecken oder etwa um ein Vor- 



gebirge her der Fall 



ist, dass die 



Klippen jetzt leiden. Die Be- 



schaffenheit ihrer Oberfläche und der auf ihnen erscheinende 
Pflanzen- Wuchs beweisen, dass allenthalben Jahre verflossen sind, 
seitdem die Wasser deren Fuss gewaschen haben. 

Wer die Thätigkeit des Meeres an unsren Küsten näher 
studirt hat, der muss einen tiefen Eindruck in sich aufgenommen 



haben von der Langsamkeit ihrer Zerstör 



Dit 



trelTl 



von HuGu Miller und von Säutu von Jordanhill 



Beobachtungen 

sind vorzugsweise geeignet diese Überzeugung zu gewähr 

ihr durchdrungc 



Von 



möge 



Jed 



dii 



Tausend I 



gen 



Konglomerat-Schichten untersuchen, welche, obschon wahrschein- 
lich in rascherem Verhältnisse als so viele andre Ablagerungen 
gebildet, doch nun an jedem der zahllosen abgeriebenen und ge- 
rundeten Geschiebe, woraus sie bestehen, den Stempel einer 

r 

langen Zeit tragen und vortreff'lich zu zeigen geeignet sind, wie 
langsam diese Massen zusammengehäuft worden seyn müssen. 
In den Cordilleren habe ich einen Stoss solcher Konglomerat- 
Schichten zu zehntausend Fuss Mächtigkeit geschätzt. Nun mag 



293 



sich der 
erinnern . 



Beobachter der wohl begründeten Bemerkung Lye,: 




die Dicke und Ausdehnung 




Sediinenl-Form 



tionen Ergebniss 




Maasstab der Abtragungen sind 



welche di 



an 



andern Stellen erlitten hat 



Und was für ungeheui 



Erd-Rinde 

Abtra<rungen werden diuch die Sediment-Ablagerungen m 



f 



^ 



Gegenden vorausgesetzt 
wirklichen Messungen 



Professor Ramsay hat 



stens nach 



nd geringenth 



h Schätzungen 



? 



die 



Maasse der grössten unsrer Formationen aus verschiedenen Theilen 



Gt 



Britonnicns in folgende 

Tertiäre Schichten 
Sekundär-Schichte 



W 



gegeb 



? 



240 



i 



3.190 



i 



) 



72,584 



Paläolilhische Schichten öTjlöd'l 




beinahe I3V4 Englische 



Meilen 



Einig 



tionen , 



we 



in England nur durch d 



di. 

Lag 



sind, haben auf dem Kontin 



Forma- 
^ertreten 

Mächtig- 



ke 



« • 



üb 



nach 




te Tausende von Füssen 
er Meinung der meisten Geolog 
hen je zwei aufeinander-folgenden Formationen immer 
ermessliche leere Perioden fallen. Wenn somit selbst jener unge 



zwisc 



un- 



Sto 



von Sediment-Schichten in B 



nur eine un- 



voUko 

diese 

Ablag 



Vorstellung von d 



Zeit 



gewährt, wie lang 



muss 



Zeit 



gewesen seyn 



des 



! Gute Beobachter hab 
n Mississippi-Stromes n 




Sediment 
600' Mäch 



tigkeit in 100,000 Jahren berechnet. Diese Berechnung macht 
keinen Anspruch auf grosse Genauigkeit. Wenn wir- aber nun 



berücksichtigen 



wie 



rordentlich weit ganz f 



Sedimente 



von den See-Strömungen fortgetragen werden, so muss der Prozess 
ihrer Anhäufuncr über irgend welche Erstreckung des See-Bodens 



jrst langsam so 

Doch scheint da 

;her Geo-enden erlitten, unabhängig von dem Verhältnisse 



Maass der Entblössung, welche die Schichten 



d 



Anh 



» 



der zertrümmerten Mas 



d 



besten Beweise 



für die Läng 



der Zeiten zu liefei 



Ich 



mich 



j 



von 




Beweise 




zu 
W 



Entblössungen in hohem Grade betroffen gewesen 
yn, als ich vulkanische Inseln sah, welche rundum von den 



so 



bgewasch 



waren, dass sie in 1000—2000' höh 



Fels-Wänden senkrecht empoi 



o 



während 




aus 




294 



sclnvachen Fall- Winkel, mit welchem sich die Lava-Strömt 



einsl 



in ihrem flüssigen Zustand herabgesenkt, auf den ersten Blick 



ermessen Hess, wie weit einstens die harten Fels-Lagen in den 



ffn 




ean hinausgereicht hab 



müssen. Dieselbe Geschi 



ergibt sich oft noch deutlicher durch die mächtigen Rück 



g 



Gebirgs-Spalten 



d 



läng 



d 



d 



von F 



'n, jene 
Schichten bis zu Tau- 



an einer Seit 



and 



3rn Seite hinabgesunken 
Verschiebung ist die Obeiflä 



d 




porgestjc 
n seit d 



od 



d 



^v 



ei 




Bod 



d 



des Meer 



wie 



so vollkommen ausjreeb 



die Thätigkc 



Word 



keine Spur von dieser ungeheuren Verwerfuncr mehr 
zu erkennen ist 



j 




o 



So ers 
Meilen weit 



treckt 
. und 



h d 
f di 



Craven-liück 




ganz 




Seiten her 



menstoss 



Streck 
Schichte 



30 Englische 
d die von bei- 



um 600 



senkrechter Höhe verworfen 



3000 



/ 



Professor 



Ram 



lU eine S 



kung von 2300' in Anglesea beschrieben und benachricfiticri 
mich, dass er sich überzeugt halte, dass in Merionetshire eine 
von 12,000' vorhanden seye. Und doch verräth in diesen Fällen 
die Oberfläche des Bodens nichts von solchen wunderbaren Be- 
wegungen, indem die ganze anfangs auf der einen Seite höher 

s zur Abebnung der Oberfläche 



emporragende Schichten-Reihe bis zur 

weggespült worden ist. Die Betrachtung dieser Thatsach 



macht 



auf 



ich denselben Eindruck, wie d 



Geistes um den 

Ich habe d 



vergebliche Ring 




Gedanke 



d 



Ewigkeit zu erfass 



wenigen Bemerkungen gemacht, weil es füi 



t, eine wenn auch unvollkommei 
flossener Erd-Perioden zu habe 



uns von höchster Wichtigkeit is 
Vorstellung von der Länge vei 
Und jedes Jahr während der ganzen Dauer dieser Perioden war 
die Erd-Oberfläche, waren Land und Wasser von Schaaren leben- 
der Formen bevölkert. Was für eine endlose, dem Geiste un- 
erfassliche Anzahl von Generationen muss, seitdem die Erde be- 
wohnt ist, schon aufeinander gefolgt seyn! Und sieht man nun 

welche arm- 



unsre reichsten geologischen Sammlungen an 
seelige Schaustellung davon! 



5 



H Arniuth paläontologischer Sammlungen.) Jedermann 






29 1 



gibt d 



rordentliclie Unvollständigkeit 



sehen Sammlung 



zu. 



Über 



fflichen Paläontolog 




sollte man 
verstorbnen 



nicht 



g 



5 



dass eine Menge unsrer 



nsrer paläonlologi 
die Bemerkung de 

Edward Forbei 
5silen Arien 



nur 



nach einem 

wenigen auf einem 

duen bekannt und benannt 



einzigen oft zerbrochene 



Exemplare 



odei 



n u r 



kleinen Fleck beisammen gefundenen Ind 



ind 



Nu 



em 



st 



geologisch untersucht 
Genauigkeit ei 




forscht 



feinanderfolgenden wichtig 



wie 



kleiner Theil der Erd- 

noch keiner mit er- 

ie noch jährlich in 




Oberfläche 
schöpfende 

Europa ai _ 

Kein ganz weicher Organismus ist Erhaltungs-tähig 



Entdeckung 



beweisen 



Selbst 



Schaa 
Bodei 
glaub 



und 



Knochen 



fallen 



und verschwind 



auf 





M 



? 



wo 



ich keine Sedimente anhäufe 



Ich 



dass wir beständig 



einem g 



Irrthum bes^ritfe 




j 



wenn wir uns 



der stillen Ansicht überl 



dass sich 



Niederschläge fortwährend 

is in genügende 



f fast der g 



Erstreckung 




See-Grund 
sinkenden 



Maa 



bild 



um die zu Boden 



ganisch 



Stoffe zu umhüll 




zu 



halten 



Auf 



eine 



uneeh 




Ausdeh 





Farbe seines Wass 



für d 



Ozeans 
Reinheit 



pricht 




klar blaut 



:* 



[vn in gleichförmig 



von m 



Formationen, deren 



Die vielen Berichte 
Lagerung aufeinander- folgenden 



keine auch nur Spuren aufrichtender, zerreis- 



nder oder abwaschender Thätigkeit an sich 



trägt, scheinf 



nur 




d 



oft eine 



1 



\nsicht erklärbar zu seyn 



5 





Boden des M 



he Zeit 



lg 



änd 



Lag 



bleibt 



L) 



liest 



? 



welch 



Sand und Kies eingebettet worden, werd 



crewöhnlich von Kohiensäure-halligen Tage-Wassern wieder auf- 



gelöst. 



well 



he 



den Boden nach seiner Emporhebung 




d 



Meeres-Spieg 



Einig 



von d 



durchsinken beginnen 
n vielen Thier- Arten. 



welche zwischen Ebb 



u n d 



Fluth-Stand des Meeres am Strande leben, scheinen sich 



nur selten fossil zu erhalten 



So 



zahllose Chtl 



( 



F 




e dor 



gelegenen Klipp 



Alle 



B. überziehen in aller Welt 
er sitzenden Cirripeden) 
im strengen Sinne litoral. 





mit 



Ausnahme einer einzigen mittelmeerischen Art, welche d 



tiefen A\ 



o 



eh ort 




Sicilien fossil gefunden woi 



296 





Sipp 



ist, während man fast noch k 

Kreide-Zeit noch keine 

e Chiton bietet ein theilweise 

Hinsichtlich der Land-Bewohnt 



tiäi 




k 




da 



d 



d sekundären Zeit g-elebt. 



? 



on vorliegt. Die Molluske 
aloges Beispiel dar*, 
welche in der paläoliihisch 



unsre Kennt 



ist es überflüssig d 



höchst fragmentarisch 



j 




So ist z. 




e 



Landschnecke aus einer dieser langen Perioden bei 



Ausnahme der von Sir Ch. Lyei 




D 



len-Schichten Nord-Amerika 
Exemplare gesammelt sind. 



Dawso 



ni 




dass 
nicht 
; mit 
Koh- 



so 



gibt ein Blick auf die Tabelle im 



entdeckten Art, wovon jetzt meh 

Säugthier-Reste belr 
Supplement zu Lyei 



Was d 



m 



s 



Handbuch weit bt^sser, wie zufällig und selten ihre 
seye, als Seiten-lange Einzelnheiten, und doch kann ihre S 



Erhaltung 



it 



keine Verwunderung 



für ein grosser T 



d 



Qgm, wenn wir uns erinnern, was 



tiären R 



Höhk 



elben aus Knocl 



len- 



Süsswasser- Ablagerungen herrühren, währ 



nicht 



ei 



Knochen-Höhle 



rer paläolith 



und 



d ächte Süsswasser-Schicht 
sekundären Formationen 



vom All 



bekannt 



j" Aber die ünvollständigkeit der geologischen Nachricht 



hrt hauptsächlich von einer andren und weit 



che her 



5 



als 



wichtig 



Ur 



gend eine der vorhin angegebenen 



mlich die verschied 



3 



d 



Formation 




r»ii 



t 




lange Zeiti 



von 



der getrennt sind. Wenn wir die Formationen in wi 



»n. 



haftlich 



en 



Werken i^i Tabellen geordnet find 



od 



wenn 



wir sie in der Natur verfolg 



? 



so können 



WI 



uns nicht wohl 



■ * 



Überzeugung verschlie 



5 



d 



sie 



cht unmittelba 



auf 




aus Sir 




Ml 



einander gefolgt sind. So wissen wir z. 

SONS grossem Werke über Russland, dass daselbst weite Lücken 



und 



zwischen den aufeinanderliegenden Formationen bestehen; 
so ist es auch in Nord-Amerika und vielen andern Weltgegen- 

ünd doch würde der beste Geologe, wenn er sich nur mit 



den. 



einem dieser weiten Länder-Gebiete 

mer vermuthet haben, dass während dieser 



allein beschäftigt hätte, nini- 



langen Perioden, 






3f. 



Doch kennt man über zwei Dutzend fossile Arten von der Kolilen- 



Furmation an bis in die obersten Tertiär-Schichten. 



D. Übs. 



I 



29 



-^ 
I 



aus welch 

sicli gross 
benformen 



man 



von 




Läng 



i in seiner eignen Gegend kein Denkmal übrig ist, 

Schichlen-Stösse voll neuer und eigenthümlicher Le- 

anderweilig aufeinander gehäuft haben. Und wenn 

31' einzelnen Gegend kaum eine Vorstellung 
T Zwischenzeiten zu machen im Stande 



sich in jed 



d 



so wird man glaub 
häufigen und g 



3 



dass Di 



Veränderung 



gends möglich seye 
a der mineralogisch 



ist. 
Die 
Zu- 



sammensetzung aufeinander-folgender Formationen, welche gewöhn- 
lich auch grosse Veränderungen in der geographischen 



nheit 




gebenden Land 



unterstelle 



Beschaf- 
welchem 



das Material zu diesen Niederschlägen entnommen ist, stimmt mit 
der Annahme langer zwischen den einzelnen Formationen ver- 
flossener Zeiträume überein. 



Doch kann man, wie 



ich glaube, leicht einsehen, warum die 



geologischen Formationen jeder Gegend fast unabänderlich über- 
all unterbrochen sind, d. h. sich nicht ohne Zwischenpausen ab- 
o-elatrert haben. Kaum hat eine Thatsache bei Untersuchung 
viele Hundert Meilen langer Strecken der Süd- Amerikanischen 
Küsten, die in der jetzigen Periode einige Hundert Fuss hoch em- 

worden sind, einen lebhafteren Eindruck auf mich ge- 
macht, als diejAbwesenheit aller neueren Ablagerungen von hin- 
reichender Entwickelunff, um auch nur für eine kurze geologische 



5 



porgehoben 



6? 



Periode zu 



gelten. 



Längs 



der ganzen West-Küste, die von einer 



eigenthümlichen Meeres-Fauna bewohnt wird, sind die Tertiär- 
Schichten so spärlich entwickelt, dass wahrscheinlich kein Denk- 
mal von verschiedenen aufeinander-folgenden Meeres-Faunen für 
spätre Zeiten erhalten bleiben wird. Ein wenig Nachdenken 
erklärt es uns, warum längs der fortw^ährend höher steigenden 
West-Küste Süd-Amerikas keine ausgedehnten Formationen mit 
neuen oder mit tertiären Resten irgendwo zu finden sind 



5 



ob- 



wohl nach den Ungeheuern Abtragungen der Küsten-Wände und 



den Schlamm-reichen Flüssen zu urtheil(;n 



? 




( 



sich dort in das 



Meer ergiessen, die Zuführung von Scdlincriten lange Perioden 
hindurch eine sehr grosse gewesen sr^n muss. Die Erklärung 
liegt ohne Zweifel darin, dass die litoralen und sublitoralen Ab- 
lagerungen beständig wieder weggewaschen werden, sobald sie 



298 



durch die langsame oder stufenweise Hebung des Landes in den 
Bereich der zerstörenden Brandung gelangen. 

Wir dürfen wohl mit Sicherheit schliessen, dass Sediment 
in ungeheuer dicken harten und ausgedehnten Massen angehäuft 
worden seyn müsse, um wahrend der ersten Emporhebung und 
der späteren Schwankungen des Niveaus der ununterbrochnen 
Thätigkeit der Wogen zu widerstehen. Solche dicke und aus- 
gedehnte Sediment-Ablagerungen können auf zweierlei Weise 
gebildet werden; entweder in grossen Tiefen des Meeres, in 
welchem Falle wir nach den Untersuchungen von E. Forbes an- 
nehmen müssen, dass der See-Grund nur von sehr wenigen Thie- 
ren bewohnt gewesen seye und die Massen nach ihrer Empor- 
hebung folglich nur eine sehr unvollkommene Vorstellung von 
den einstens dort vorhandenen Lebenformen gewähren können 
— oder die Sedimente werden über einen seichten Grund zu 



1 



einiger Dicke und Ausdehnung 



angehäuft, wenn er 



in langsamer 



Senkung begriffen isL 



In diesem letzten Falle bleibt das Meer 



so lange seicht und dem Thier-Lebcn günstig, als Senkung des 



Bodens 



und 



Zufuhr 



der 



Niederschläge 



einander nahezu das 



so dass auf diese Weise eine hinreichend 



Gleichgewicht halten ; 

dicke Fossilien-reiche Formation entstehen kann, um bei ihrer 

spätren Emporhebung jedem Grad 



Ich bin demgemäss überzeugt 



5 



Zerstörung zu widersteh 
dass alle unsre alten F 



mationen. welch 



reich an fossilen Resten sind, bei andau 



Senkung abgelagert worden sind 



Seitd 



ich 



m 



Jahr 1845 



meine Ansichten in d 




Fortschritte 



wahrgenommen , 
Beschreibung dies 

gelangt ist. 



wie 



Beziehung bekannt gemacht, habe ich 

mit Überraschung 
em andern bei 



der Geologie verfolgt und 



ein Schriftsteller 




od 



jener gr 



nach 
Formation zum Schlüsse 



dass sie sich während der Senkung des Bod 



gebildet habe. Ich will hinzufüg 



dass 




tiär-Formation an 




West-Küste Süd- Amerikas 



; 



d 



alle 




genug 
aber 



war um der bisherigen Zerstörung noch zu 



wohl 



schwerlich bis zu fernen geologisch( 
dauern im Stande ist, sich gewiss während d 
Bodens £ 



e mächtig 
widerstehen, 

Zeiten auszu- 
Senkung des 



ebildet und so eine ansehnliche Mächtigkeit 



langt 



hat 



I 






299 



All 



g 



gischen Thatsachen zeig 



biet 




Erd-Oberfläch 



viele 



duichzumachen hatte, und 



Ml uns deutlich, dass jede; 

ame INiveau-Schwankungei 
diese Schwankungen sind zweifeis 



g 



ohne von 



weiter Erstreckung gewesen 



Fossilien-reiche und genügend entwickelte Bildung 
Abtragungen zu widerstehen, 
über weit-ausgedehnte Flächen 



während 
tstand 




Demzufolge müssen 

3n5 um späteren 
Senkungs-Perioden 



seyn 



doch nur so 



lang 



als 




See seicht zu 



Zufuhr von Materialu 
erhalten und die fossil 



stark genug war, um die 
Reste schnell genug ein- 



5 



schichten und zu schützen 
>,cron konnten sich mächtig 



eh 



sie Zeit hattt 



zu 



fallen 



Dagegen 

Leben günstigem 

stet blieb. Viel weniger konnte 



Schichten auf 



Grunde so lange nicht bild 




ichtem und dem 
1 . als derselbe 



während wechselnder P 



den von Hebung 




Senkung 



t3 



schehen, od 



u m 



mich 




5 



nauor auszudrücken, die Schichten, welche während solcher Sen 
kungen abgelagert wurden, 



wieder 
worden 



in 



müssen bei nachfolgender Hebung 
den Bereich der Brandung versetzt und so zerstört 



eyn 



So muss 




nothwendig 




Bericht überall unterbrochen ersch 



Geologische 
Ich setze um 



Schöpfung 



gl 



■ t 



Verti 




Ch 



sliirunen 



L\ 



die Wahrheit 



eindri 



o 



dieser Ansichten, als 
gelehrten Prinzipien ge 



sie mit den von 



überein 



5 



und auch Eüw. l 



davon 



bhängig zu einem 



ähnlichen Ergeb 



gelangt ist 



Eine Bemerkung ist hier noch der Erwähnung werth 



W 



rend 
u n d 




Erhebungs-Zeiten 



wi 




der 



[\ngr 



S( 



ie Ausdehnung des Landef 
hten Meeres-Slrecken vergrössert 




den oft neue Arten von Wohnorten gebildet. Alles für 



d 



Bildung neuer Arten und Varietäten, 



wie früher hemerkt 



Word 



5 



ünstig 



Umstand 



5 



ab 



» 



riöden bleiben Lücken im g 



de während diesen 
Berichte. Während 



Pe 




nimmt die bewohnb 



Fläche und 




Anzahl 



ab 




d 



Küsten-Bewoh 



etw 



in dem Falle 



Senkung dagrg 

der Bewohner 

ausgenommen, dass ein Kontinent in Insel- Gruppen zerRillt wird), 

daher während der Senkung nicht nur mehr Arten erlöschen, 

sondern auch wenige Varietäten und Arten entstehen; und ge- 



I 



300 



« 



rade während solcher Senkungs-Zeiten sind unsre grossen Fos- 
silien-reichen Schichten-Massen abgelagert worden. Man möchte 
sagen, die Natur habe die häufige Entdeckung der Übergangs- 
und verkettenden Formen erschweren wollen. 

^Nach den vorangehenden Betrachtungen ist es nicht zu be- 
zweifeln, dass der geologische Schöpfungs-Bericht im Ganzen 



genommen ausserordentlich unvollständig ist; wenn wir aber 
dann unsre Aufmerksamkeit auf irgend eine einzelne Formation 
beschränken . so ist es noch schwerer zu begreifen , warum 
wir nicht enge aneinander-gereihete Abstufungen zwischen den- 
jenigen Arten finden, welche am Anfang und am Ende ihrer 
Bildung gelebt haben. Es wird zwar von einigen Fällen be- 
richtet, wo eine Art in andern Varietäten in den obern als in 



5 



den untern Theilen derselben Formation auftritt 



: 



doch 



• • 



mögen sie 



hier übergangen werden, da ihrer nur wenige sind. Obwohl nun 
jede Formation ohne allen Zweifel eine lange Reihe von Jahren 

ihrer Ablagerung bedurft hat, so glaube ich doch verschie- 



zu 



dene Gründe zu erkennen, warum sich solche Stufen-Reihen 
zwischen den zuerst und den zuletzt lebenden Arten nicht darin 
vorfinden; doch kann ich kaum hoffen den folgenden Betrach- 
tungen die ihnen gebührende Berücksichtigung zuzuwenden. 

Obwohl jede Formation einer sehr langen Reihe von Jahren 
entspricht, so ist doch jede kurz im Vergleiche mit der zur Um- 
änderung einer Art in die andre erforderlichen Zeit. Nun weiss 

fr 

ich wohl, dass zwei Paläontologen, deren Meinungen wohl der 

und W^ooDWARD, zum 



Beachtung werth sind 



lieh Bronn 



,.T* 



Schi 



gelangt sind, dass die 



tion zwei- bis drei-mal so 



n'g 



littl 
als 



Dauer 



jeden For 




mittle Dauer einer 




Form ist. Indessen hindern uns. wie mir scheint unübersteig 



liehe Schwierigkeiten 
Schlüsse zu gelangen. 

r 

Formation zum ersten 
serst übereilt seyn 



in dieser Hinsicht zu einem richtigen 

Wenn wir eine Art in der Mitte einer 

Male auftreten sehen, so würde es äus- 

sie nicht irgendwo anders 



zu schliessen, dass 



dass nur wenige Arten eine unsrer angenom- 
menen Perioden überdauern, viele aber schon in 0,1— 0,2—0,5 dieser Zeil 7,u 



Meine Meinung ist die, 



Grunde gehen 



Bk. 






I 



I 




301 



schon länger 
Art schon vor 



existirt haben k 



Eben so, wenn wir eine 




letzten Schichten einer Formation verschwin 



den sehen, würde es 
völlig erloschen sey 

Europa s ii 
schiedenen 



übereilt seyn 



neh 



5 



dass sie schon 



Wir vergessen, wie klein die Ausdehnung 



Vergleich zur übrigen, Welt ist 



auch 




-« 



ry 



Stock 



Europa mit 




einzelnen F 



noch 



die ver- 
ht durch 



vollkommener Genauigkeit parallelisirt word 



B 



men 



? 




allen Sort 
is in Folg 



von 



von 



Seethieren können wir getrost anneh- 
klimatischen u. a. Veränderungen mas- 



enhalte. und ausgedehnte Wanderungen stattgefunden 



haben 



"> 



und wenn wir eine Art zum 



sten 



auftreten sehen, so liegt die Wahrscheinlichkeit vor 



Male in einer Formation 

. dass sie 



eben d 



st von einer andern Gegend her eingewandert seye 



S 



ist es 




wohl bekannt 



dass 



g 



rhier-Arten 




paläolithischen Bildungen Nord-Amerika 
Europäischen auftreten, indem 



sie 



etwas früher als in den 



zweifelsohne Zeit nöthig hatten, 



um 



Wanderung von Amerika nach Europa zu 



hen 



Bei 



Untersuchungen 
Weltgegenden 




neuesten Abla 




gen 



in 



chiedenen 



ist 



b 





• • 



^^ 



noch 



bendo A 





d 



d 



Wahrnehmung gemacht worden, 

diesen Ablagerungen 

ren verschwun- 
m benachbarten 



nmittelbar umgebender 
umgekehrt einige jetzt 



Me 



d 



haufigj abi 

Meeren häufige Arten und jener Ablagerungen noch selten oder 
gar nicht zu finden sind. Es ist sehr lehrreich über den erwie- 
senen Umfang der Wanderungen Europäischer Thiere während 
der Eis-Zeil nachzudenken, welche doch nur einen kleinen Theil 




ganzen geologischen Zeitdauer ausuiacht 



? 



so wie die g 



Niveau-Veränderungen, 




gewöhnlich g 



Klima 



Wechsel, die unermessliche Länge der Zeiträume in Erwägung 



zu ziehen, welche alle mit di 



D 



fp 



dürfte zu bezw 




? 



Eis-Periode zusammen fallen. 
\ss sich in irgend einem 



d 



fh 




W 



Sediment-Abi 



welche f 



Reste enthalten, auf dem gleichen Gebiete während der g 



zen D 



die 



Periode abgelagert haben 



So ist es 




nicht wahrscheinlich , 
Periode Sediment-Sch 



d 



w 



g 



Dau 



d 



Eis- 



an der Mündung 





ssippi itt 



302 



nerhalb derjenigen Tiefe, worin Thiere noch reichlich leben kön- 



nen 



5 



bgelagert worden seyen 



5 




wir wissen, was für aus- 



gedehnte geographische Veränderungen während dieser Zeit in 
andern Theilen von Amerika erColgt sind. Würden solche wäh- 
rend der Eis-Periode in seichtem Wasser an der Mississippi- Mün- 
dung abgelagerte Schichten einmal über den S.ee-Spiegel gehoben 
werden, so würden organische Reste wahrscheinlich in verschiede- 
nen Niveaus derselben zuerst erscheinen und wieder verschwin- 



den 



5 



je 



m 

nach den stattgefundenen Wanderungen der Arten und 

Und wenn in 



? 



so 



den geographischen Veränderungen des Landes, 
ferner Zukunft ein Geologe diese Schichten untersuchte 
möchte er zu schliessen geneigt seyn, dass die mittle Lebens- 
Dauer der dort eingebetteten Organismen-Arten kürzer als die Eis- 
Periode gewesen seye, obwohl sie in der That viel länger war, in- 
dem sie vor dieser begonnen und bis in ünsre Tage gewährt hat. 

Um nun eine vollständige Stufen-Reihe zwischen zwei For- 
men in den untern und obern Tiieilen einer Formation darbieten 
zu können, müsste deren Ablagerung sehr lange Zeit fortge- 
dauert haben, um dem langsamen Prozess der Variation Zeit zu 
lassen: die Schichten-Masse müsste daher von sehr ansehnücher 



Mächtigkeit seyn ; die in Abänderung begriffenen Spezies 



• # 



niuss- 



Zeit da gelebt 



ten während der ganzen 

doch gesehen, dass die organische Reste 

sich nur Während einer Periode der Senkung ansammeln 



haben. Wir haben jo- 
enthaltenden Schichten 



5 



damit 



nun die Tiefe sich nahezu gleich bleibe und dieselben Thiere fort- 
dauernd an derselben Stelle wohnen können, wäre ferner noth- 
wendig, dass die Zufuhr von Sedimenten die Senkung fortwäh- 
rend wieder ausgleiche. Aber eben diese senkende Bewegung 

■ 

wird oft auch die Nachbargegend mit berühren, aus welcher 



? 



jene 



Zufuhr 



erfolgt 



5 



und eben dadurch die Zufuhr selbst ver- 



mindern. Eine solche nahezu genaue Ausgleichung zwischen der 
Stärke der stattfindenden Senkung und dem Betrag der zuge- 
führten Sedimente mag in der That nur selten vorkommen: denn 
mehr als ein Paläontologe hat beobachtet, dass sehr dicke Abla- 
gerungen ausser an ihren oberen und unteren Grenzen gewöhn- 
lich leer an Versteinerungen sind. 






303 



Wahrscheinlich ist die Bildung einer jeden einzelnen Fo. 



rnalion gewöhnlich 



be 



so wie 





g 



Formation 



Reih 
Wen 

len 

sehe 



einer Gegend mit Unterbrechung 



wir 



von 



wie es 
schiede 



ft d 



m vor sich gegangen. 
Formation aus Schich- 
Mineral-Beschaffenheit zusammengesetzt 



Fall 



eine 



so müssen wir 



ftig 



Weis 



ermuth 



? 



dass der 



See-Strömung 



und 



Ablagerungs-Prozess sehr unterbrochen gewesen seye 

eine Veränderung in 
er Beschaffenheit d 
geographischen Bewegung 



3 



inde 




geführten Sediment 



Änderung m 
crewöhnlich von 



welch 



Zeit kosten, veranlasst 



Word 




ag 



Nun wird auch die genaueste Untersuchung 



einer 



Formation keinen Maassstab liefern 



? 



um 




Läng 



der 



Zeit zu messen 



5 



welch 



h 




gc 



k 
1 



viele Beisp 



ihrer Ablagerung vergangen ist 

1. wo eine einzelne nur we 



führe 



dick 



andren Gege 



Schicht eine gai 
Tausende von F 



Formation 



rtritt 



5 




in 



eine ungeheure Läng 



d 



Zeit zu 



ächtig .ist und mithin 
Bildung bedurft hat; 



und doch würd 



Niemand, der Diess nicht weiss, auch nur 




ahnt haben, welch 



eine 



he Zeit üb 




Entstehung 



jener dünnen Schicht 



floss 



So Hessen sich auch viele 



Fälle anführen, wo die untern Schichten einer Formation empor 



3 



gehoben , entblösst 



wied 



rsenkt und dann von den ober 



Schichten der nämlichen Formation bedeckt worden sind, That 



Sachen, welche beweisen, d 



weite leicht zu übersehende Zwi 



schcnräume wäl 



Ablagerung vorhanden gewesen sind 



In 



9nde 
noch 



Fäll 
f ih 



fert uns eine An 



g 



fossilisirter und 



hen Boden aufrecht stehender Bäum 



den 



langen Pausen und wiederholten Höhen 



klaren Beweis von mehren 

Wechseln während des Ablagerungs- Prozesses 



5 



wie man sie 



ausserdem nie hätte vermulhen können. 



So fanden Lyell und 



Dawson in einem 



1400' mächtigen Kohlen-Gebirge Neii-Schott- 



lands noch alle von Bauin- Wurzeln durchzogenen Boden-Schichten 



3 



eine über der andern in nicht weniger 
Höhen. 



als 68 verschiedenen 



in 



Wenn daher die nämliche Art unten, mitten und oben 
der Formation vorkommt, so ist ^Yahrscheinlichkeit vorhanden, 



dass sie niclil während der 



ganzen Ablagerungs-Zeit immer an 



304 



dieser Stelle gelebt hat, sond 



während derselb 



mehrmals, dort verschwunden und wied 



j 



vielleicht 



daher eine solche Sp 



erschienen ist. M 



im Verlaufe einer 



iode 
chnitt 



beträchtliche Umändei'ungen erfahren, so würd 



olog 



h jene Schichten-Reih 



en Fe 
Durch 



wahrscheinlich nicht alle die 



leinen Abstufungen zu Tage fördern, welche nach meiner Th 



rie die Anfang 



mit 




End-Form 



Art 



müssen: man würd 



ehr 



sprungweise, wenn 



kettet haben 
ch vielleicht 



nur kleine, Veränderungen zu sehen bekom 



Es ist nun äusserst 



htig sich zu erinnern 



5 



d 



die Na 



turforscher keine goldene Regel haben, 
Arten von Varietäten zu unterscheiden. 



um mit deren Hilfe 
Sie gestehen jeder Art 
einige Veränderlichkeit zu; wenn sie aber etwas grössre Unter- 
schiede zwischen zwei Formen wahrnehmen, so machen sie Ar- 
ten daraus, wofern sie nicht etwa im Stande sind dieselben durch 



Zwischenstufen miteinand 



zu 



ketten. Und d 



dürfe 



wir 



nach den zuletzt angegebenen Gründen selten hoffen, in einem 
geologischen Durchschnitte zu finden. Nehmen 



wir an, B und C 



seyen zwei Arten, und eine dritte A werde in einer tiefer- 



liegeriden Schicht gefunden. Hielte nun 
zwischen 





genau das Mittel 
und C, so würde man sie wohl einfach als eine 
weitere dritte Art ansehen, wenn nicht ihre Verkettung mit einer 

+ 

von beiden oder mit beiden andern durch Zwischenglieder nach- 
gewiesen werden kann. Nun muss man nicht vergessen, dass 
wie vorhin erläutert worden, wenn A auch der wirkliche Stamm 
Vater von B und C 



5 



ist, derselbe 



durch Umwandlung abgeleiteten Formen 



aus 



doch nicht in allen Punkten der 
Organisation nothwendig das Mittel zwischen beiden halten muss. 
So könnten wir denn sowohl die Stammart als auch die von ihr 

den untern und 

obern Schichten einer Formation erhalten und doch vielleicht in 
Ermangelung zahlreicher Übergangs-Stufen ihre Beziehungen zu 
einander nicht erkennen, sondern alle für eigenthümliche Arten 
ansehen. 

Es ist eine bekannte Sache, auf was für äusserst kleine 
Unterschiede manche Paläontologen ihre Arten gründen, und sie 
können Diess auch um so leichter thun, wenn ihre wenig ver- 









305 



schieden 
herrühre 



Exemplare aus verschiedenen Stöcken einer Formation 
Einio-e erfahrene Paläontologen setzen jetzt viele 



von 




schönen Arten d'Orbigny 



II. 




m 



Rang blosse 



Varietäten herunter, und darin finden wir eine Art von Bewei 



für die Abänderungs-Weise 



welch 



ch m 



find 



muss 



Wenn wir 



überd 



grö 



iner Theorie statt 
Zeit -Unterschiede 



? 



wie 




aufeinander folgenden Stöcke einer 



lieh 



grossen 



P'ormation berücksichtig 



so finden wir, dass die ih 




hörigen Fossil-Reste 



3 



schied 



Arten betrachtet 



wenn auch gewöhnlich allgemein als ver- 

doch immerhin näher mit einander 
s die in weit getrennten Formationen 

esen Gegenstand 



ich 



f d 



im 



verwandt zu seyn pflegen, als 
enthaltenen Arten; doch werd 
folgenden Abschnitte zurückkommen. 

So ist auch noch eine andre schon früher gemachte Bemer- 
kung zu berücksichtigen, dass nämlich die Varietäten von Pflanzen 
wie von Thieren, welche sich rasch vervielfältigen, aber ihre 



Stelle nicht viel ändern können, anfangs gewöhnlich lokal seyn 
werden, und dass solche örtliche Varietäten sich nicht weit ver- 
breiten und ihre Stamm-Formen erst ersetzen, wena sie sich 
in einem etwas grösseren Maasse verändert und vervollkommnet 
haben. Nach dieser Annahme ist die Aussicht, die früheren Uber- 
gangs-Stufen zwischen irgend welchen zwei Arten einer Forma- 
tion auf einer Stelle in übereinander-folgenden Schichten zu fin- 



d 



nur klein, we 



auszusetzen ist 




• • 



die einzelnen Üb 



gangs-Stufen als Lokalformen je eine andre örtliche Verbreitung 



gehabt hab 



D 



sten Seethiere besitzen eine weite Ver 



breitung; und da wir gesehen, dass diejenigen Arten unter den 
Pflanzen, welche am weitesten verbreitet sind, auch am öftesten 
Varietäten darbieten, so wird es sich mit Mollusken u. a. See- 



Thieren wohl ähnlich verhalten, und es werden diejenigen unter 

, welche sich vordem am weitesten bis über die Grenzen 



ihnen , 

Europas hinaus erstreckten, auch am öftesten die Bildung neuer 
anfangs lokaler Varietäten und später Arten veranlasst haben. 
Auch dadurch muss die Wahrscheinlichkeit in irgend welcher 
Formation die Reihenfolge 



der 



• • 



Übergangs - Stufen aufzufinden 



ausserordentlich vermindert werden. 



20 



/ 



I 



1 



306 



1 

Man niuss nicht vergessen, dass man heuligen Tages, selbst 

vor sich hat. selten z^Yei 



wenn man 



vollständige Exemplare 



Varietäten durch Zwischenstufen verbinden und so deren Zusam- 
mengehörigkeit zu einer Art beweisen kann, bis man viele 



* « 



Exemplare von mancherlei Ortlichkeiten zusammengebracht hat: 
und bei fossilen Arten ist der Paläontologe selten im vStande 
Diess zu thun. Man wird vielleicht am besten begreifen, wie 
wenig wir in der Lage seyn können, Arten durch zahllose leine 
fossil-gefundene Zwischenglieder zu 
selbst fragen, ob z. B. Paläontologen 



verketten . wenn wir uns 



päti 



Zeiten im Stand 



würd 



zu beweisen 



d 



unsi 



chiedn 



R 



de- und Hunde Ra 



von einem oder von mehren 



seyn 

wSchaa 

Stämn 

Nord-Amerikanischen Ktisten, welche von einigen Konchyliologen 

als von ihren Europäischen Vertretern abweichende Arten und 



herko 



5 



od 



ob 



r 

wisse See-Konchyl 



der 



von 



andern Konchyliologen als blosse Varietäten angesehen wer- 
den, nur wirkliche Varietäten oder sogenannte eigne Arten sind. 



Dies 



s 



könnte künftigen Geologen nur gelingen 



? 



wenn sie viele 



fossile Zwischenstufen entdeckten, was jedoch im h()chsten Grade 



unwahrscheinlich ist. 

Wenn geologische Forschungen 



auch eine Menge von Arten 

unsrer Kenntniss ge- 



aus lebenden und erloschenen Sippen zu 
bracht und manche Lücken zwischen einigen Lebenformen kleiner 

Ulm etwas dazu beigetragen, Unler- 



gemacht, so haben 



sie 



hiede zwisch 



d 



doch k 



Arten durch Einschiebung 



hh 



und 



fein 



bg 



Zwischenglieder zu 



g 



Diess nicht bewirkt haben, ist zwt 



: und dass sie 
einer der ersten 



nd gewichtigste 
orbringen ma 



Einwä 



e 



5 



d 



man geg 



meine Ans 




Daher wird es angemessen 



seyn 



5 



d 



voran- 



gehenden Bemerkungen zur Erläuterung ein 
zusammenzufassen. Der Malayische Archip 



F 



st etwa von 



der 



( 



Europas vom Nord-Kap bis zum Mittelmeer 



und von 



Britannie 



bi 



Russlandj entspricht mith 




Ausdehnung des 



jenig 



Theiles der Erd-Oberfläche, auf welchem, Nord-Amerika 



genom 



? 



alle geologisch 



F 



u n d 



menhängendste 



untersucht word 



am 
sind 



rgfältigsten 
Ich stimme 






307 



mit Hrn. Godwin-Austen in der Meinung vollkommen überein, 
dass der jetzige Zustand des Malayischen Archipels mit seinen 
zahlreichen durch breite und seichte Meeres-Arme getrennten 
Inseln wahrscheinlich der früheren Beschaffenheit Europas, wäh- 
rend noch die meisten unsrer Formationen in Ablagerung be- 



griffe 



waren, entspricht 



D 



Malayische Archipel ist eine 




an Organismen reichsten Gegenden der ganzen Erd-Oberfläche : 
aber wenn man auch alle Arten sammelte, welche jemals da 
gelebt haben, wie unvollständig würden sie die Naturgeschichte 
der 



ganzen Erd-Oberfläche vertreten! 
Indessen haben wir alle Ursache 



glauben, dass d 



Über 



reste der Landbewohner dieses Archipels nur äusserst unvoll- 

ie unsrer An- 
Ich vermuthe 




ständig in die Formationen übergehen dürften, 
nähme gemäss sich dort noch ablagern werden, 
selbst, dass nicht viele der eigentlichen Küsten -Bewohner und 
der auf kahlen untermeerischen Felsen wohnenden Thiere in die 
neuen Schichten eingeschlossen werden würden ; und die etwa 
in Kies und Sand eingeschlossenen dürften keiner späten Nach- 
weit überliefert werden, üa wo sich aber keine Niederschläge 
auf dem Meeres-Boden bildeten oder sich nicht in genügender 
Masse anhäuften, um organische Einflüsse gegen Zerstörung zu 
schützen, da würden auch gar keine organischen Überreste er- 
halten werden können. 

Ich glaube, dass Fossilien- führende Formationen, hinreichend 
mächtig um bis zu einer eben so weit in der Zukunft entfernten 
Zeit zu reichen, als die Sekundär-Formationen bereits hinter uns 

> 

liegen, nur während Perioden der Senkung in dem Archipel ent- 
stehen könnten. Diese Perioden würden dann durch unermess- 

r 

liehe Zwischenzeiten der Hebung oder Ruhe von einander getrennt 
werden ; denn während der Hebung würden alle Fossilien-führen- 
den Formationen in dem Maasse, als sie entstünden, durch die 
ununterbrochene Thätigkcit der Brandung wieder zerstört werden, 
wie wir es jetzt an den Küsten Süd-Amerikas gesehen haben. 
Während der Senkungs - Zeiten würden viele Lebenformen zu 
Grunde gehen, während der Hebungs-Perioden dagegen sich die 
Formen am meisten durch Abänderung entfalten, aber die geo- 

20^' 



i 



» 



308 



b 

^ 



logischen Denkmäler würden der Folgezeit wenig Nachricht davon 
überliefern. 

Es wäre zu bezweifeln, dass die Dauer irgend einer grossen 
Periode über den ganzen Archipel sich erstreckender Senkui]. 
und entsprechender gleichzeitiger Sediment-Ablagerung die mittle 
Dauer der alsdann vorhandnen spezifischen Formen übertreften 
würde; und doch würde diese Bedingung unerliisslich nothwendig 



für die Erhaltung aller Ubergangs-Stufen zwischen 



irgend 



seyn 

welchen zwei oder mehr von einander abstammenden Arien. 
Wo diese Zwischenstufen aber nicht vollständig erhalten sind, 
da werden die durch sie verkettet gewesenen Varietäten als 
eben so viele verschiedene Spezies erscheinen. Es ist jedoch 
wahrscheinlich, dass während so langer Senkungs-Perioden auch 



wieder Höhen -Schwankungen eintreten und kleine klimatische 



Veränderung 



folg 



werden , welch 



9 



d 



Bewoh 




A 



chipeis zu Wanderungen veranlassen, so dass kein 




zu- 



enhängend 



Bericht über d 



Abänderungs-Gang 



der dortigen Formation 



dergelegt werden kann 



Sehr viele der jetzigen Meeres-Bewohner jenes Archipels weh 



gegenwärtig noch Tausend 



Englischen Meilen weit üb 



seine G 



hi 



und die Analog 



sst mich zu 



g 



5 



das 



diese weit-verbreiteten Arten hauptsächli 



Erzeugung neuer Varietäten geeignet seyn würd 



Diese Vai 




n dürften anfangs gewöhnlich nur eine örtliche Verbreitung 



besitzen, jedoch, wenn sie als solche irgend einen Vor 



hab 



d 



wenn sie erst noch weiter abgeänd 



und ver- 



bessert sind 



5 



sich allmählich ausbreit 



■ • 



ersetzen. Kehrte 




eine 



he Varietät 



d ihre Stamm-Altern 
in ihre alte Heimath 



zurück, so 
förmig von 



würde sie, vielleicht zwar nur wenig, aber doch ein- 



ihrer früheren Beschaffenheit abweichend, nach den 
Grundsätzen der meisten Paläontologen als eine neue und ver- 



schied 



Art 



W 




sind 



5 



3nn daher 
so sind wii 



unseren geologischer 
feinen Übergangs - F 



fgeführt werden müssen. 
lese Bemerkungen ein 
nicht berechtigt zu 
!n Formationen 



find 



eine 
werd 



ger Maassen begründet 
erwarten, dass wir in 
endlose Anzahl solcher 
1, welche nach meiner 






309 



% 



Betrachtungs-Weise sicher einmal alle früheren und jetzig 

einer Gruppe zu einer langen 



Arien 



und verzweigten Kette 



Leb 



formen verbunden haben 



Wir werden 



warten dürfen einige 



wenige 



Zwischenglied 



zu 



h 



von 



we 



fester und d 



andren loser mit 



gt 



die 
sind 



einen 
und 



j 



diese Glieder, grenzten sie auch noch so nahe an einand 



J 



werd 



von 




i u I 



irt werd 



j 



i meisten Paläontologen 

sobald sie in verschiedene Stock 



chied 



ne Arten 
Formation 



vertheilt 



Jedoch gestehe ich 



dass ich nie geglaubt haben 



würde, welch' dürftige Nachricht von der Veränd 
stitren Lebenformen uns auch das beste g 



e 




d 



ein- 



währe, hätte nicht die Schwierigkeit 




yologische Profil g 

hllosen Mittelglied 



zwisch 

denen 
gebracht. 

Plöt 




zu Anfang und am Ende 



rty 



Arten aufzufinden, meine Th 



ler Fori 
so sehr 



n vorhan- 
Ged ränge 



Auftr et 




% 



(i r u p 



ve r- 



w a n d t e r Arten.) 



Das plötzliche Erscheinen ganzer Grupp 



neuer Arten 



g 



Formationen ist von meh 



Paläonto 



logen, wie Agassiz, Pictet und am 



zur Widerlegung 




Glaub 




Art 



hervorgehob 



Word 



W 



dringlich sten von Sedgwick 
3 allmähliche Umgestaltung 
ären wirklich viele Arten 



Familie auf einmal plötzlich 



von einerlei Sippe od 

getreten, so müsste 

Samen Abänderung durch Natürliche Züchtung 



Leb 



D 



freilich meiner Th 



g 



V 



• 

d erblich werd 



De 



die EntWickelung 



Grupp 



von F 




alle von 



einem Stamm- V 



her 



muss nicht nur selbst ein sehr 
sondern auch die Stamm-Form 



langsamer Prozess gewesen seyn. 

ihren abgeänderten Nachkommen 



muss schon sehr lange vor 



existirt haben. Aber wir 



überschätzen fortwährend die Voll- 



ständigkeit der geologischen Berichte und unterstellen irrthümlich 
dass 



5 



weil gewisse Sippen oder Familien noch nicht unterhalb 



Gesichtsebene orefunden worden 



einer gewissen geologischen 
sie auch tiefer noch nicht existirt haben. Wir vergessen fort- 
während, wie gross die Welt der kleinen Fläche gegenüber ist, 
über die sich unsre genauere Untersuchung geologischer Forma- 
tionen erstreckt j wir vergessen, dass Arten-Gruppen anderwärts 



F B 



310 



I 



chon lange vortreten gewesen sey 



d sich langsam v 



b 



kö 



5 





Vereinten Staaten 



d 



Zeiträume 



nicht 



crvielfaltigi 

alten Archipele Europas und 

gedrungen. Wir bringen die Länge 



sie in d 



genug in Anschlag, welch 



ahi 



zwischen der Ablagerung unsrer unmittelbar aufeinander-gelag 



Formationen verflossen und vermuthlich meiste 




als d 



nigen gewese 



sind 



5 



d 



zur Ablag 



einer Formation 



er- 



forderlich waren. Diese Zwischenräume waren lange genuo- für 
die Vervielfältigung der Arten von einer oder von einigen weni- 
gen Stamm - Formen aus , so dass dann solche Arten in dur 
jedesmal nachfolgenden Formation auftreten konnten, als ob sie 
erst plötzlich und gleichzeitig geschaffen worden 



seyen. 



Ich will hier an eine schon früher gemachte Bemerkung 



erinnern, dass nämlich wohl eine ganze Reihe von Welt-Period 



en 



dazu gehören dürfte, bis 



ein Organismus sich einer 



ganz neuen 



Lebens-Weise anpasse, wie z. B. durch die Luft zu fliegen; dass 

, wenn Diess einmal geschehen ist und nur einmal eine 



aber, 

geringe Anzahl hiedurch einen grossen Vortheil vor andern 
Organismen erworben hat. nur noch eine verhältnissmässig kurze 
Zeit dazu erforderlich ist, um viele auseinander-weichende Formen 
hervorzubringen, welche dann geeignet sind sich schnell und 
weit über die Erd-Oberfläche zu verbreiten. 

Ich will nun einige wenige Beispiele zur Erläuterung dieser 
Bemerkungen und insbesondre zum Nachweis darüber miltheilen, 
wie leicht wir uns in der Meinung, dass ganze Arten-Gruppen 
auf einmal geschaffen worden seyen, irren können. Ich will 
zuerst an die wohl-bekannte Thatsache erinnern, dass nach den 
noch vor wenigen Jahren erschienenen Lehrbüchern der Geologie 
die grosse Klasse der Säugthiere ganz plötzlich am Anfange der 
Tertiär Periode aufgetreten seyn sollte. Und nun zeigt sich eine 



der 



5 



im Verhältniss ihrer Dicke, reichsten Lagerstätten fossiler 



Säugthier- Reste mitten in der Sekundär -Reihe, und ein achtes 
Säugthier ist in den ältesten Schichten des New red Sandstone 
entdeckt worden. Cuvier pflegte Nachdruck darauf zu legen, 
dass noch kein Affe in irgend einer Tertiär-Schicht gefunden wor- 
den seye: jetzt f^ber kennt man fossile Arten von Vierhändern in 



311 



Ostindien , in Süd- Amerika und selbst in Eurova, sogar schon «„s 

^ . , Tl.»». „nc niVlii ein seltener Ziitall die 



der eocänen Period 
zahlreichen Fährten 



Hatte uns nicht ein 



New red Sandston 



der Vereinten Staaten 



(bewahrt 



5 



Wie 



d 



wn 



h 



gewagt 



hab 



'j 



dass 



ausser Reptil 



ch 



schon nicht weniger als dreissig \ 



ö 



von 




Arten 

mal ni 
funden word 
und verschie 



g 



Grösse 



so früher Zeit 



ht ein Stückcl 



Knoch 



•n J 



stirt hätten 
i\\ Schichte 



? 



zu- 




d 



Obwohl nun die Anzahl 
Zehen -Glieder in jenen 




F 



'j 



Z 



fossilen F^indrücken 



^ 



ollkon 



mit denen 



jetzigen Vögel üb 



5 



SO 



fei 



( 



loch noch einige Schriftsteller daran, ob jene F 



wirklich von Vög 



herrühren 



So konnten also bis vor ganz 



k 



Zeit dieselben Autoren behaupt 



und hab 



inige 



d 



selben wirklich behaupt 



d 



die ganze 



Klas 



d 



Vögel 




tzlich erst im Anfang der Tertiär - l'eriode aulgetreten sey 



/ 



doch können wir uns jetzt auf die Versicherung 



Owen 



\ 



Manunh) berufen, d 



Vog 



schon zur Zeit 



gelebt habe, als der obre Grünsand sich ablagerte. 

Ich will als ein andres Beispiel anführen, was mir in einer 



Abhandlung üb 
Nachdem ich n 



h 



fossile 
gewiese 
nen terl 



sitzende Cirrip 



selber passirt ist 



d 



es eine Menije von lebend 



Art 




rord 



Reichthum 



vieler 



so sc'iiloss ich aus 
Balaniden- Arten an 



und von c 

dem auss( 

Individuen, aus ihrer Verbreitung über d 

arktischen Regionen an bis zum Äquator und von der ob 



ganze 



Erd 



von den 



Fluth-( 



an 




s 



zu 50 Fad 



menen F:rhallungs - \> eise ihrer 



i Tiel 
Reste 



hinab 
in de 



aus d 



ollko 



ältesten Tertiär 



Schicht 



? 



der Leichtigkeit selbst einzelne Klapj 



k 




zu b 



allen d 



Umständen schlo 



h d 



wenn es in 



der sekundären Periode sitzende Cirriped 



gegeb 




sey 



in Sc 



Hte, solche gewiss ( 
^vürden: da jedoch 
Ml dieses Alters gefund 



rhalte 



d wied 



noch keine Seh 



word 



sey 



5 



entdeckt wor- 
einer Spezies 
so müsse sich 
Mt plötzlich 



diese orosse Gruppe erst im Beginne der Tertiär-Zeit 
entwickelt haben. F:s war eine grosse Verlegenheit für mich, selbst 

noch ein weitres Beispiel vom plötzlichen Auftreten einer grossen 



312 



Alton -Gruppe bestätigen zu müssen. 
Werk erschienen, als ein bewahrter 



K 



Avar jed 



mein 



Paläontologe, Hr. Boso 



mir eine Zeichnung von einem vollständ 



ö 



Exempl 



5 



emes 



kennbaren Balaniden sandte, welchen er selbst aus de 



Belgischen Kreide-Gebirge entnomm 



hatte. 



Und um d 



Fall 



so treffend als möglich zu machen, so ist der entdeckte Bala- 
nide ein Chthamalus, eine sehr gemeine und überall weit-ver- 

fr 

breitete Sippe, wovon sogar in tertiären Schichten bis jetzt noch 
keine Spur gefunden worden war. Wir wissen daher jetzt mit 
Sicherheit, dass es auch in der Sekundär -Zeit schon sitzende 
Cirripeden gegeben, welche möglicher Weise die Stamm-Ältern 
unsrer vielen tertiären und noch lebenden Arten gewesen seyn 
können. 

Der Fall von plötzlichem Auftreten einer ganzen Arten- 
Gruppe, worauf sich die Paläontologen am öftesten berufen, ist 



die Erscheinung der ächten Knochenfische oder Teleostier 



erst 



in den unteren Schichten der Kreide -Periode. 



Diese Gruppe 



enthält bei weitem die grösste Anzahl der jetzigen Fische. 
Inzwischen hat Professor Pictet neuerlich ihre erste Erscheinung 
schon wieder um einen Stock tiefer nachgewiesen und glauben 
andre Paläontologen, dass viele ältre Fische, deren Verwandt- 
Schäften bis jetzt noch nicht 



genau bekannt, wirkliche Teleostier 



seyen. 



Nähme man mit 



Agassiz an, dass deren 



ganze Gruppe 



so 



wirklich erst zu Anfang der Kreide -Zeit erschienen seye 
wäre diese Thatsache freilich höchst merkwürdig; aber auch in 
ihr vermöchte ich noch keine unübersteigliche Schwierigkeit für 
meine Theorie zu erkennen , bis auch erwiesen wäre , 



dass 



in der That die Arten dieser Gruppe auf der ganzen Erde gleich- 
zeitig in jener Frist aufgetreten seyen. Es ist fast überflüssig 
zu bemerken, dass ja noch kaum ein fossiler Fisch von der Süd- 



Seite des Äquators bekannt ist und nach Pictet's Paläontologie 
selbst in einigen Gegenden Europas erst sehr wenige Arten ge- 
funden worden sind. Einige wenige Fisch- Familien haben jetzt 
enge Verbreitungs- Grenzen, und so könnte es auch mit den 
Teleostiern der Fall gewesen seyn, dass sie erst dann. 



nach- 



dcüi sie sich in diesem oder jenem Meere sehr vervielfältigt 



5 



H 



H 



f 



313 



♦ 




weit 



rbreitet hätten 



Au 




wir 



cht 



berechtigt 



3 





Welt-M 



von 



Nord 



ch 



nehmen 
Süden 



eit so offen wie jetzt gewesen seyen. Selbst heutigen Tag 



nte der tropisch 



Theil des Indischen Ozeans durch eine 



Hebung 




Malayischen Archipels über 




Meeres- Spiegel 



in ein grosses 



» 



hlQ 



sich 



rgend 



welch 



gros 



Becken verwandelt werd 
Seethier- Gruppen 



? 



woi 



zu 



entwick 



d vervi 




vermöchten; und da würd 



sie 




einge 



schlössen bleiben, bis 



einige der Arten für ein kühleres Klima 
geeignet und in Stand gesetzt worden wären, die Süd-Cap's in 
Afrika und Australien zu umwandern und so in andre ferne 

Meere zu gelangen. 

Aus diesen und ähnlichen Betrachtungen, aber hauptsächlich 
in Berücksichtigung unsrer ünkunde über die geologischen Verhält- 
nisse andrer Welt-Gegenden ausserhalb JGwroj^a und Nord- Amerika 



5 



endlich 



n a c h 



dem 



Umschwung 



3 



welchen 



unsre paläontologi- 



schen Vorstellungen durch die Entdeckungen während des letzten 
Jahrzehenten erlitten, glaube ich folgern zu dürfen, dass wir 
eben so übereilt handeln würden, die bei uns bekannt gewordene 
Art der Aufeinanderfolge der Organismen auf die ganze Erd- 
oberfläche zu übertragen, als ein Naturforscher thäte, welcher 
nach einer Landung von fünf Minuten an irgend einer 

Küste Australiens auf die Zahl und Verbreitung seiner Organis 
men schliessen wollte. 

Plötzliches Erscheinen 



armen 



ganzer Gruppen 



ver- 



3 



wandter Arten in den untersten Fossilien-führenden 
Schichten.) Grösser ist eine andre Schwierigkeit; ich meine 
das plötzliche Auftreten vieler Arten einer Gruppe in den unter- 
sten Fossilien -führenden Gebirgen. Die meisten der Gründe 
welche mich zur Überzeugung geführt, dass alle lebenden Arten 
einer Gruppe von einem gemeinsamen Urvater herrühren, sind 
mit fast gleicher Stärke auch auf die ältesten fossilen Arten an- 
wendbar. So kann ich z.B. nicht daran zweifeln, dass alle 

irgend einem Kruster herkommen. 



silurischen Trilobilen 



von 



welcher von allen 



jetzt lebenden Krustern sehr verschieden 



war 



Einig 



d 



ältesten 



Ischen Thiere sind zwar 



cht 



Ö\ l 



sehr von noch jetzt lebenden Arien verschieden; wie Lingula, 



ISaulilus u. a.5 und man kann nach meiner Theorie nicht anneh- 



men 



j 



dass diese alten Arten die Erzeuger aller Arten der 



Ordnungen gewiesen seyen, wozu 



sie gehören . indem sie in 

Und 



keiner Weise Mittelformen zwischen denselben darbieten, 
wären sie deren Stamm -Altern gewesen, .so würden sie jetzt 

durch ihre vervollkommneten Nachfolger ersetzt 



gewiss 



längst 



und ausgetilgt seyn. 



Wenn meine Theorie richtig, so müssten unbestreitbar schon 

silurischen Schichten eben so lange 



wie nachher, verflossen 



und 



vor Ablagerung der ältesten 

oder noch längere Zeiträume, 

müsste die Erd-Oberfläche während dieser ganz unbekannten Zcit- 

Täume von lebenden Geschöpfen bewohnt gewesen seyn. 



Was nun die Frage betrifft, warum wir aus diesen w 



Primordial-Perioden keine D 



mehr find 



5 



so ka 



ich 



keine genügende Antwort geben 



d 



netesten Geolog 



Mehre der auscjezeich- 



it Sir R. MuRCii 



an d 



Spitz 



gt, in 



diesen untersten Silur-Schichten die Wiege des Leb 



auf unsrem Planete 



zu 



rblicken. Andre hoch-bewäh 



Benr 



Iheiler, wie Cii. Lyell und der verstorbene Edw. F 




Behauptung 



Und wir müssen nicht 



gessen 



5 




nur 



ein geringer 



Theil unsrer Erd-Oberfläche mit einiger Genauigk 



forscht ist. Erst unlängst hat Hr. Barrandi 



d 



Systeme noch einen anderen älteren Stock angefügt, 
ist an neuen un 




er 




genthümlichen Arten. Sp 



sind auch noch in den Longmynd- Schicht 



e 



sehen 

reich 

stigen 

tdeckt 



Lebens 

worden unterhalb Barrandes sogenannter Primordial- Zone. D 



Anwesenheit Phosphate-haltig 



Ni 



nd bituminöser Mal 



in 



g 



der untersten 



hen Schichte 



deutet wahrschei 




auf ein ehemalig 




h 



Leb 



hin. 



Ab 




ist die Schwierigkeit noch grösser, 



das o-anzliche Fehlen dei 



htig 



Stösse Fossilien-führender Schichten zu begreifen, die 



meiner Theorie zufolge sich gewiss irgendwo aufgehäuft 



atte 



W 



diese ältesten Schichte 




ggewasch 



oder dui 



unkenntlich gemacht worden, so würden wir 



durch Entblössungen ganz und 
Metamorphismus ganz und gar 

wohl auch nur noch 



a 



315 



ganz kleine Überreste der nächst-jüngeren Formationen entdecken, 
und diese mtissten sich meistens in einem metamorphischen Zu- 
stande befinden. Aber die Beschreibungen, weiche wir jetzt 

den silurischen Ablagerungen in den unermesslichen Länder- 
Gebieten in Russland und Nord- Amerika besitzen, sind nicht 
zu Gunsten der Meinung dass 



von 



? 



älter 



eine Formation 



desto 



meh 



sie durch Entblössung 




Metamorphismus gelitten haben 



müsse. 



Diese Thatsache muss fürerst unerklärt bleiben und wird 
mit Recht als eine wesentliche Einrede gegen die hier ent- 

Ich will jedoch 
dass doch vielleicht 



werden. 



wickelten Ansichten hervorgehoben 
folgende Hypothese aulstellen, um zu zeigen 



5 



einige Erklärung möglich ist. Aus 



der Natur der in den ver- 



schiedenen Formationen Europa's und der Vereinten Staaten 



Tiefen 



vertretenen organischen Wesen, welche keine grossen 
bewohnt zu haben scheinen, und aus der ungeheuren Masse der 
Meilen-dicken Niederschläge, woraus diese Formationen bestehen, 
können wir zwar schliessen, dass von Anfang bis zu Ende grosse 
Inseln oder Landstriche, aus welchen die Sedimente herbeigeführt 
worden, in der Nähe der jetzigen Kontinente von Europa und 



Nord-Amerika existirt haben müssen. 



Aber 



vom Zustande der 



Dinge in den langen Perioden, welche zwischen der Bildung dieser 
Formationen verflossen sind , wissen wir nichts ; wir vermögen 
nicht zu sagen, ob während derselben Europa und die Vereinten 
Staaten als trockne Länder-Strecken oder als unlermeerische 
Küsten-Flächen, auf welchen inzwischen keine Ablagerungen er- 
folgten, oder endlich als unergründlicher Meeres -Boden eines 
offnen und unergründlichen Ozeans vorhanden waren. 

Betrachten wir die jetzigen Weltmeere, welche dreimal so 
viel Fläche als das trockne Land einnehmen, so finden wir sie 
mit zahlreichen Inseln besäet, von welchen aber auch nicht eine 
bis jetzt einen Überrest von paläolithischen und sekundären For- 
mationen geliefert hat. Man kann daraus vielleicht schliessen, 
dass während der paläolithischen und Sekundär-Zeit weder Kon- 
tinente noch kontinentale Inseln da existirt haben, wo sich jetzt 



der Ozean ausdehnt 



denn 



5 

wäi-en solche vorhanden gewesen, so 



316 



würden sich nach aller Wahrscheinlichkeit aus dem von ihnen 
herbei-geführten Schutte auch paläolithische und sekundäre Schich- 
ten gebildet haben , und es würden dann in Folge der Niveau- 



Schwankungen , welche während dieser ungeheuer langen Zeit- 
räume jedenfalls stattgefunden haben 



müssen, wenigstens 



theil- 



trocknen Landes haben erfolgen können. 



weise Emporhebungen 

Wenn wir also aus diesen Thatsachen irgend einen Sei 

ziehen wollen , 



5 so können wir sagen, dass da, wo sich jetzt 
unsre Weltmeere ausdehnen, solche schon seit den ältesten 
Zeiten, von denen wir Kunde besitzen , bestanden haben, und 
dass da wo jetzt Kontinente sind 
haben, welche von 



? 



grosse Landstrecken existirt 



der frühesten Silur-Zeit an zweifelsohne gros- 



Niveau-Wechsel unterworfen gewesen sind. 



Die kolorirte 



sem 

Karte, welche meinem Werke über die Korallen-Riife beigegeb 



ist, führte mich zum S 



3 



dass die orrossen Weltmeere noch 



m 

jetzt hauptsächlich 
jetzt schwankende 
bung begriffen seyen 



Senkungs-Feld 



? 





Gebiete und 

Aber hab 



e gross 
Kontinente 



Archip 



noch 



h jetzt in H 



wir ein Recht 



h 



j 





Ding 



sich seit dem Beginne dieser Welt gleich 



ge 



blieben 



nd 



Unsre Festländer scheinen hauptsächlich durch vor- 



herrschende Hebung während 



ielfacher Höhen -Schwankung 



tstand 



zu seyn 



Aber kön 



nicht die Fei 



vorwaltend 



Hebungen und Senkung 



ihre Rolle 



vor 



h läng 




umgetauscht haben 



In einer unermesslich früheren Zeit vor 



der silurischen Periode können Kontinente da existirt haben, wo 



die Weltmeere ausbreiten, und 



sich jetzt 

gewesen seyn , wo jetzt 

würde man nocii nicht anzuneh 



können otfne Weltmeer 




e Festländer 



porrag 



Und doch 



berechtigt seyn 



? 



dass 



B 



das Bette des Stillen Ozeans, wenn es jetzt in ein Festland ver- 



wandelt würd 
vorausgesetzt 



, uns ältre als silurische Schichten darbieten r 
selbst dass sich solche einstens dort gebild 



? 



ha- 



ben: denn es wäre möglich, dass Schichten, welche dem Mittel 



: 



3 



punkt der Erd 



um 



g 



Meilen näher gerückt und von dem 



geheuren Gewichte darüber stehend 



Wass 



zusammenge 



drückt gewes 
habe als 



'5 



stärkere metamorphische Einwirkung 



rfahren 



5 



welche näher an 




Oberflä 



verweilten 



Die 



« 



317 



in einigen Welt-Gegende 



wie 



B. in Snd'Amerika vorhand 



unermesslichen Strecken blos metamorphischen Gebirg 



5 



welche 



hohen Graden von Druck und Hitze 



müssen, haben 
schienen ; und 



mir einer 



besond 



ausgesetzt gewesen seyi 
Erklärung zu bedürfen ge 



cht darf man anneh 



? 




sie uns die 



zahlreichen schon lang 
Formationen in einem \ 



vor 





Die mancherlei hier erörterten Schwierigkeiten 



silurischen Zeit abgesetzten 
metamorphischen Zustande darbieten. 

, welche na- 



mentlich daraus entspringen 



5 



dass wir in der Reihe der aufein- 



ander-folgenden Formationen die unzähligen Zwischenglieder 
sehen den vielen früheren und jetzigen Arten nicht finden, 



zwi- 



dass ganze Grupp 



verwandter Arten in unsren Europäischen 



dass 



Formationen oft plötzlich zum Vorschein kommen, - 
viel bis jetzt bekannt, ältre Fossilien-führende Formationen 



so 
och 



unter den si 
Schwierigkeitt 
ersehen Diess 



chen Schichten gänzlich fehl 



3 



alle diese 



d zweifelsohne von grösstem Gewichte 



Wi 



am deutlichsten aus der Thatsache, dass die aus- 



Paläontolog 



wie CuviER, Agas 



Barrande 



gezeicnneiesien i tunuiiiuiu^irii, wie v^uvi^u, i^u/vDoi^i, A^/viw.r^i.x^^, 

Falconer, Edw. Forbes und andere, sowie unsre grössten Geo 




5 



Lyell 



) 



MuRciiisoN, Sedgwick etc. die Unveränderlichkeit 



? 



d 



A 



nstimmig 



d 



ft mit grosser Heftigkeit vertheidigt 



haben. Inzwischen habe ich Grund anzunehmen, dass eine grosse 
Autorität, Sir Cn. Lyell, in Folge fernerer Erwägungen sehr 
zweifelhaft in dieser Beziehung geworden ist. Ich fühle wohl, 
wie bedenklich es ist, von diesen Gewährsmännern, denen wir 
mit Andern alle unsre Kenntnisse verdanken, abzuweichen. Alle, 
die den geologischen Schöpfungs-Bericht für einigermaassen voll- 
ständig halten und nicht viel Gewicht auf andre in diesem Bande 



legen 



5 



mitgetheilten Thatsachen und Schlussfolgerungen 
zweifelsohne meine ganze Theorie auf einmal verwerfen. 



werden 



Ich 



f ü 1 



meinen Theil betrachte (um Lyell's bildlichen Ausdruck 



durchzuführen) den Natürlichen Schöpfungs-Bericht als eine Ge- 
schichte der Erde, unvollständig erhalten und in wechselnden Dia- 

^ 

lekten geschrieben, — wovon aber nur der letzte bloss auf einige 
Theile der Erd-Oberfläche sich beziehende Band bis auf uns ge- 



ko 



ist. 



Doch 



uch von diesem Bande ist nun hier 



und 



318 



da ein kurzes Kapitel erhalten, und voir jeder Seite sind nur da 
und dort einige Zeilen übrig. Jedes Wort der langsam wechseln- 
den Sprache dieser Beschreibung, mehr und weniger verschieden 
in der unterbrochenen Reihenfolge der einzelnen Abschnitte, mag 
den anscheinend plötzlich wechselnden Lebentbrmen entsprechen 
welche in den unmittelbar aufeinander-liegenden Schichten unsrer 
weit von einander getrennten Formationen begraben liegen. 





Geologische Aufeiiiaiiderfolge organischer Wesen. 



/i 



gsam 



h 



j und alhn; 

Veränderunff 



he Erscheinung 



Arten 



-l Ungleiches M 



T- 



E 



nlergegangeue Arten kommen 



ed 



zum Vorsch 



Arten-Grupp 



folg 



denselb 



allgemeinen Regel 



des Auftrelens.yund Verschwindens, wie die einzelnen Arten 



^trl 



d 



Arten 



> 



Gleichzeitige Veränderungen der Lebenformen auf der g 



zen Erdoberfläche 



s 



ilen 



d mit lebe 



/ 



Verwandtschaft erloschener Arten mit ande 



fos 



A 



vjEntwi 



m^ 



Stufe 



Form 



Aufeinanderfolge derselben Typ 



im 



eben Länder-Gebiete 



fassung des jetzigen mit früheren Abschnitten 



7 
/ 



z 



Sehen wir nun zu, ob die verschiedenen Thatsachen und 
Regeln hinsichtlich der geologischen Aufeinanderfolge der orga- 
nischen Wesen besser mit der gewöhnlichen Ansicht von der 
Unabänderlichkeit der Arten, oder mit der Theorie einer lang- 
stufenweisen Abänderung der Nachkommenschaft 



Samen 



und 



durch Natürliche Züchtung übereinstimmen. 



/ 



Neue Arten sind im Wasser wie auf dem Lande nur sehr 



gsam, eine nach 



der 



nd 



3rn zum Vorschein gekommen. Lyel 
hat gezeigt, dass es kaum möglich ist, sich den in den verschie 



denen Tertiär-Schichte 



edergelegte 



Beweisen in d 



Hin- 



ht zu 



- 

rschliessen, und jedes .Jahr strebt 




nen Lücken 



hr 



ufüllen 



d d 



ch vorhande- 



Prozent-Verhältniss der 



noch lebend vorhandenen zu den ganz ausgestorbenen Arten mehr 



und mehr abzustufen. 



In einigen der neuesten, wenn auch, in 



Jahren ausgedrückt, gewiss sehr alten Schichten kommen nur 
noch 1—2 ausgestorbene Arten vor, und nur je eine oder zwei 



319 



berhaupt 




für die Örtlichkeit neue Formen gesell 



sich 



den 

Sizi 
früh 



äusserst 



frühere 



b 



Wenn wir 




Beobachtung 



Philippi 



in 



vertrauen dürfen 



5 



SO 



ist die stufenweise Ersetzung 




Meeres-Bewohner bei dieser Insel d 



dre Arten ein 



gsamer gewesen 



leh 



nterbroch 



/ 



aber in 



Bronn bemerkt hat. weder das Auftreten 



Die Sekundär -Formationen sind 

einzelnen Formation hat, wie 

noch das Verschwinden 




h 



vielen jetzt erloschene 



Arten gleichzeitig stattgefunden 



Schritte 



Arten verschiedener Sippen und Klassen haben weder gleichen 
s noch in gleichem Verhältnisse gewechselt. In den ältesten 
Schichten liegen die wenigen lebenden Arten mitten zwisch 



einer Menge erloschener F 



Falconer 




schlagend 




Beispiel 

lebender 
gangen er Säugth 



Art berichtet 



5 




von einem Krokodil 



noch 



Art 



we 



mit einer Meng 



fremd 



und 



interg 



nd Beptil 



Schichten des Subhimalay 



ö 



Die silurischen Lingula-Arten weichen nur sehr 



wenicT von den lebenden Spezies dieser Sippe ab, während d 



meisten 



übrig 



Mollusken und alle Kruster g 



Veränderungen unterlegen sind 



D 



Land-Bewoh 



scheinen 



hnelleren Schrittes als die Meeres-Bewohner zu wechseln, wov 



ein trelfend 



Beleg 



ch aus der Schweitz berichtet word 



ist. Es scheint einiger Grund zur Annahme vorhanden, dass solche 
Organismen, welche auf höherer Organisations-Stufe stehen, rascher 
als die unvollkommen entwickelten wechseln : doch gibt es Aus- 
nahmen von dieser Regel. Das Maass organischer Veränderung 
entspricht nach Pictkt's Bemerkung nicht genau der Aufeinander- 
folo-e unsrer geologischen Formationen , so dass zwischen je zwei 
aufeinander- folgenden Bildungen die Lebens-Formen genau in 
gleichem Grade sich änderten. Wenn wir aber irgend welche, 



seyen 



es auch nur zwei einander zunächst verwandte Forma- 



lionen miteinander vergleichen, so finden wir, dass alle Arten 

erfahren haben. Ist eine Art einmal von 



einige Veränderungen 



der Erd-Oberlläche 



verschwunden, so haben 



wir einigen Grund 



zu vermuthen. dass dieselbe Art nie wieder zum Vorschein kommen 
werde. Die anscheinend auffallendsten Ausnahmen von dieser Regel 
bilden Barhande's sogenannte »Kolonien« von Arten, welche sich eine 



320 



Zeit lang mitten in ältere Formationen einschieben und dann 
später wieder erscheinen; doch halte ich Lyells Erklänincr 



sie seyen 
in die and 



durch Wanderungen aus einer geographischen I 
bedingt, für vollkommen genügend. 




Diese verschiedenen Thatsa 



meiner Th 



vertragen sich wohl mit 



welches alle Bewohn 



Ich glaube an kein festes Entwickelungs-Gesetz 



einer Gegend veranlasste 



? 



h pl 



oder gleichzeitig oder gleichmässig zu ändern. Der Abändoruna 



Prozess 



sehr langsamer seyn. Die Veränderlichkeit jed 



Art ist ganz unabhäng 



von 





nd 



Arten. Ob sich 



die Natürliche Züchtung solche Veränderlichkeit zu Nutzen macht, 

die in grösserem oder geringerem Maasse gehäuften 



und 



ob 



Abänderungen stärkere oder schwächre Modifikationen in den sich 



ändernden Arten veranlassen 



5 



Diess hängt von vielen verwickelten 



) 



Bedingungen ab: von der Nützlichkeit der Veränderung, von der 
Wirkung der Kreutzung, von dem Maass der Züchtung, vom all- 
mählichen Wechsel in der natürlichen Beschaffenheit der Gegend 
und zumal von der Beschaffenheit der übrigen Organismen, welche 
mit den sich ändernden Arten in Mitbewerbung kommen; daher 
es keineswegs überraschend ist, wenn eine Art ihre Form un- 
verändert bewahrt, während gndre sie wechseln, oder wenn sie 
solche in geringerem Grade wechselt als diese. Wir beobachten 



Verbreitung, z. 



B. auf Madeira 



? 



Dasselbe in der geographischen 
wo die Landschnecken und Käfer in beträchtlichem Maasse von 
ihren nächsten Verwandten in Europa abgewichen, während 
Vögel und See-Mollusken die nämlichen geblieben sind. Man kann 

F 

vielleicht die anscheinend raschere Veränderung in den Land- 
Bewohnern und den höher organisirten Formen gegenüber derjenigen 
der meerischen und der tiefer-stehenden Arten aus den zusammen- 
gesetzteren Beziehungen der vollkommenem Wesen zu ihren or- 
ganischen und unorganischen Lebens-Bedingungen , wie sie in 
einem früheren Abschnitte auseinander gesetzt worden sind, her- 

w 

leiten. Wenn viele von den Bewohnern einer Gegend abge- 
ändert und vervollkommnet worden sind, so begreift man aus 
dem Prinzip der Mitbewerbung und aus den höchst-wichtigen 
'Beziehungen von Organismus zu Organismus, dass eine Form, 



I 






321 



welche gar 



F 

keine Änderung und Vervollkommnung erfährt 



? 



der 



Daraus 



gibt 



sich dann, da 



wenn wir nämlich hinreichend lang 



Austilgung preisgegeben ist. 
Arten einer Gegend zuletzt, 
Zeiträume dafür zugestehen, entweder abändern oder zu Grunde 

gehen müssen. 

ei Gliedern einer Klasse mag das Maass der Änderung 
während langer und gleicher Zeit-Perioden im Mittel vielleicht 

nahezu gleich seyn. 

Fossilreste -führender Formationen davon bedingt ist, ob grosse 




Da jedoch die Anhäufung lange dauernder 



Sediment-Massen während einer Senkungs-Periode abgesetzt wer- 
den, so müssen sich unsre Formationen nothwendig meistens mit 
langen und unregelmässigen Zwischenpausen gebildet haben; daher 
denn auch der Grad organischer Veränderung, welchen die in den 
Erd-Schichten abgelagerten organischen Reste an sich tragen, in 
aufeinander-folgenden Formationen nicht gleich ist. Jede For- 
mation bezeichnet nach dieser Anschauungs-Weise nicht einen 
neuen und vollständigen Akt der Schöpfung, sondern nur eine 



meistens ganz nach Zufall herausgerissene Szene aus einem lang- 
sam vor sich gehenden Drama. 

3 Man begreift leicht, dass eine einmal zu Grunde gegangene 

T 

Art nicht wieder zum Vorschein kommen kann, selbst wenn die 
nämlichen unorganischen und organischen Lebens -Bedingungen 
nochmals eintreten. Denn obwohl die Nachkommenschaft einer 
Art so hergerichtet werden kann (und gewiss in unzähligen Fällen 
hergerichtet worden ist), dass sie den Platz einer andern Art 
im Haushalle der INatur genau ausfüllt und sie ersetzt, so können 
doch beide Formen, die alte und die neue, nicht identisch die 



nämlichen seyn 



? 



weil 



beide 



gewiss von ihren verschiedenen 



Stamm-Vätern auch verschiedene Charaktere mit-geerbt haben. 
So könnten z. B., wenn unsre Pfauentauben ausstürben, Tauben- 

+ 

Liebhaber durch lange Zeit fortgesetzte und auf denselben 



Punkt gerichtete Bemühun 
Pfauentaube 



ö 



wohl eine 



W 



ab 



kaum 
auch d 



rscheidb 
Urform 



5 



neue von unsrer jetzigei 
se zu Stande bringen 
unsre Felstaube im Natur-Zu 




Stande, wo die Stamm-Form gewöhnlich durch ihre vervollkomm- 
nete Nachkonnnenschart ersetzt und vertilgt wird, zerstört worden, 



21 



322 



4 

SO müsste es doch ganz unglaubhaft ersch 



? 



dass ein Pfauen 



schwänz, mit unsrer jetzigen Rasse identisch, von irgend einer 
andern Tauben-Art oder einer andern guten Varietät unsrer Haus- 
Tauben gezogen werden könne, weil die neu-gebildete Pfauen- 
taube von ihrem neuen Stamm-Vater fast gewiss einige wenn 
auch nur leichte Unterscheidungs-Merkmale beibehalten würde. 



V 



Arten-Gruppen, wie Sippen und Familien sind 



? 



folgen 



m 



ihrem Auftreten und Verschwinden denselben allgemeinen Regeln, 
wie die einzelnen Arten selbst, indem sie mehr oder weniger 

schnell , 
Gruppe ( 



m grossrem ( 
rscheint nicht wied 



der geringerem Grade wechseln 



Ein 



wenn sie einmal untergegang 



ist 



ihr Dasey 



ist 



bgeschnitten 



Ich weiss wohl 



5 




es 



Ausnah 



einige anscheinende 

es sind deren so erstaunlich wenig 



von di 



Reg 



gibt 



•) 




Edw 



FORBE 



allein 

PlCTET 



und Woodward (obwohl dieselben alle diese von mir vertheidig 



Ansichten sonst bestreiten) d 



Richtigkeit zugest 



und 




all 



Regel entspricht vollkommen meiner Theorie. Denn, w( 
Arten einer 



dann ist es 
Gruppe in 




? 



Grupp 
dass 



von nur einer Stamm-Art herkommen, 

e als noch irgend eine Art der 



so 




der langen Reihenfolge der geologischen Pcriod 



Vorsch 



k m m t 



5 



SO 




auch noch Glied 



selben Grupp 



in ununterbrochner Reihenfolg 



existirt haben müssen 



5 



um all- 



mählich 



nder 



und neue oder noch die alten und unverän- 



derten Formen hervorbring 



zu können 



So 



Ar 



der Sippe Lingula seit deren Erscheinen in den untersten Schiclitei 
bis zum heutigen Tage ununterbrochen vorhanden gewesen seyn 



Wi 
ussieht 



getreten , 



haben im letzten Kapitel gesehei 

ie Arten einer Grupp 



: 



d 



als 



yen 




ganz 



und ich habe versucht 




Thatsache zu 



es zuweilen 

loh auf- 
rklären, 




welche, wenn sie sich richtig verhielte 



5 



Theorie verderb 




seyn würde. Aber derartig 



Fälle sind gewiss nur als Aus 



nahmen zu betrachten; 
Arten-Zahl jeder Grupp 



nach der allgemeinen Regel wächst 




blich bis 



ihrem Maximum an und 



nimmt dann früher oder später wieder lang 



ab 



M 



man 



d 



Arten-Zahl einer Sipp 



od 



h eine Vertikal-Linie ausdrückt 



die Sippen-Zahl einer Familie 
welche die übereinander-fol- 



V 



323 



gendi 
selbe 



Formationen mit einer 
enthaltenen Arten -Zahl 



so kann es 



anchmal scheinen, als beg 



h Maassgabe der in jeder der- 
Tänderlichen Dicke durchsetzt 

nne dieselbe unten breit 



statt mit scharfer Spitze 



sie nimmt d 



aufwärts noch weite 



an Breite zu 



5 



hält darauf zuweilen eine Zeit 



ng 



ein 



d läuft dann in den obren Schichten 



5 



d 



gleiche Stärke 
Abnahme und 



dem Erlöschen der Arten entsprechend , allmählich spitz 



alhnähliche Zunahme 
kommen im Einklang 



Grupp 



teht mit meiner Th 



5 




d 



Arten einer Sipp 



nd 




Diese 

e voU- 
Sippen 



langsam und allmählich an Zahl wachsen können 




Umwandlung und 




Entwickelung einer 



einer Familie nur 

weil der Vorgang 

Anzahl verwandter Formen nur ein langsamer seyn kann, da eine 

Art anHlnglich nur eine oder zwei Varietäten liefert, welche sich 
allmählich in Arten verwandeln, die ihrerseits mit gleicher Lang- 
samkeit wieder andre Arten hervorbringen und so weiter (wie ein 
grosser Baum sich allmählich verzweigt), bis die Gruppe gross wird. 
^''Erlöschen.) Wir haben bis jetzt nur gelegentlich von 
dem Verschwinden der Arten und Arten- Gruppen gesprochen. 
Nach der Theorie der Natürlichen Züchtung sind jedoch das Er- 



lösch 



alter und 




ie Bildung neuer verbesserter Formen aufs 
Innigste mit einander verbunden. Die alte Meinung, dass von 



U m - 



_ 5 

Zeit zu Zeit sämmtliche Bewohner der Erde durch grosse 
wälzungen von der Oberfläche weggefegt worden seyen, ist jetzt 
ziemlich allgemein und selbst von solchen Geologen, wie 
DE Beaumont, MuRCHisoN, Barrande u. a. aufgegeben, deren all- 



Elie 



5 



3 



? 



gemeinere Anschauungs-W 



sie auf dieselbe hinlenken müsste 



Wir haben vielmehr nach den über die Tertiär-Formationen an- 
gestellten Studien allen Grund zur Annahme, dass Arten und 
Arten-Gruppen ganz allmählich eine nach der andern verschwinden, 
zuerst an einer Stelle , dann an einer andern und endlich überall. 
Einzelne Arten sowohl als Arten- Gruppen haben sehr ungleich lange 



Zeiten gedauert, einige Gruppen 



5 wie wir gesehen , von der ersten 
Wiegen-Zeit des Lebens an bis zum heutigen Tage, während 
andre nicht einmal den Schluss der paläolithischen Zeit erreicht 
haben. Es scheint kein bestimmtes Gesetz zu geben, welches 
die Länge der Dauer einer Art oder Sippe bestimmte. Doch 

21" 



324 



scheint Grund zur Annahme 



vorhanden , dass das 



gänzliche Er- 



löschen der Arten einer Gruppe gewöhnlich ein langsamerer Vor- 
gang als selbst ihre Entstehung ist. Wenn man das Erscheinen 
und Verschwinden der Arten einer Gruppe ebenso wie im vorigen 
Falle durch eine Vertikallinie von veränderlicher Dicke ausdrückt 
so pflegt sich dieselbe weit allmählicher an ihrem obren dem 
Erlöschen entsprechenden, als am untern die Entwickelung dar- 



j 



stellenden Ende zuzuspitzen. Doch ist in einigen Fällen das Er- 
löschen ganzer Gruppen von Wesen, wie das der Ammoniten am 
Ende der Sekundär-Zeit, wunderbar rasch vor sich gegangen. 

Die ganze Frage vom Erlöschen der Arten ist in das go- 
heimnissvollste Dunkel gehüllt gewesen. Einige Schriftsteller haben 

- 

j^Ofijar angenommen, dass Arten gerade so wie Individuen eine 
regelmässige Lebensdauer haben. Durch das Verschwinden der 
Arten ist wohl Niemand mehr in Verwunderung gesetzt worden. 



als es mit mir der Fall gewesen 



Als ich im La-Ptata-Simie 



o 



lebenden Konchylien- Arten zusammen gelebt haben , war 



ich 



einen Pferde-Zahn in einerlei Schicht mit Resten von Mastodon. 

r 

Megatherium, Toxodon u. a. Ungeheuern zusammenliegend fand, 
welche sämmtlich noch in später geologischer Zeit mit noch 

jetzt 

mit Erstaunen erfüllt. Denn da die von den Spaniern in Süd- 
Amerika eingeführten Pferde sich wild über das ganze Land 
verbreitet und zu unermesslicher Anzahl vermehrt haben, so 
musste ich mich bei jener Entdeckung selber fragen, was in 



hältnissmässig noch so neuer Zeit das frühere 



Leb 



Bedingung 



tilg 



ocht^ welche sich der Vervi 



ligung des Spanisch 



Pferd 



so 



ordentlich g 




wiesen haben? Aber wie ganz ungegründet war 



Er 



er- 



Professor 



kannte bald, dass der Zahn, wenn 



h denen 
anderen 



der lebenden Arten sehr ähnlich, doch von einer ganz 
nun erloschenen Art herrühre. V^äre diese Art noch jetzt, wenn 
auch schon etwas selten, vorhanden, so würde sich kein Natur- 
forscher im mindesten über deren Seltenheit wundern, da es viele 
seltene Arten aller Klassen in allen Gegenden gibt. Fragen wir uns 



selbst, warum diese oder jene 



Art selten ist. so antworten wü', 



es müsse irgend etwas in den vorhandenen Lebens-Bedingungen 



I 



I 



325 



günstig seyn 



5 



obwohl wir diese 



Elwa'S nicht leicht näh 



zu 



bezeich 



wissen. 



Existirte das fossile Pferd noch jetzt 



seltene Art, so würde 



wir 



in Berücksichtigung 



d 



mit allen andern Säugthier-Arte 



und selbst mit 



em 



Analogie 
sich nur 



langsam fortpflanzenden Elophanten und der Vermehrungs-Geschichte 



des in Süd- Amerika 
fossile Art 
im Stande 
wir könnt 



wilderten Hauspfer 



dass j 



günstigeren Verhältnissen binnen wenigen Jahre 



sey 



d 



ht sag 



5 



ganze; 
welch 



Kontinent 



sey 



5 




d 



Vermehrung bind 



j 



ob ihrer mehre seyen 



? 



und in w 



bevölkern. Ab 
Bedingungen es 

ob deren nur eine oder 
Lebens-Periode und in 



günstig 



welchem Grade jed 



derselb 



günstig wirk 



Verschli 



ten sich aber jene Bedingungen 



h. so würden wir die 



Thatsache 
Art gewi 



sicher 




bemerken, obschon jene (fossile) Pferd 



immer 



elte 




seh 



wüi 



") 



d 



selte 



hr Platz ist b 



wer 



und 



letzt er- 



von einem andern 



siegreichen Mitbewerber eingenoii 

viele Schwierigkeit 



Ma 



hat 



die Zunahme eines jed 



bend 



ch 
W 



erinnern 



? 



dass 



durch 



schädliche Agentien fortwährend 



Qfchalten wird 



5 



unbemerkbare 
und dass die- 



Ib 



unbemerkb 



Agentii 



vollk 



« t 



genügt 



könn 



3 



um eine fortdauernde Verminderung 




dliche Vertilgung 



bewirke 



Wi 



h 



in d 



neueren 



Tertiär-Bildung 



viele 



Beispiele, dass Seltenwerden dem gänzlich 



g 



5 



und wir wissen . d 



es derselb 




fhier-Arten g 



st 



welch 



h den Einfl 



seh 



oder 



b 



von der Ei 



r 

Verschwinden vor- 

denjenigen 

Men- 
Ich 



d 



hwunden sind 



will hier wiederholen, was 



ich im Jahr 1845 drucken Hess : Zu- 



geben, dass Arten gewöhnlich selten werden, ehe sie erlöschen, 
und sich über das Sellnerwerden einer Art nicht wundern, aber 
dann doch hoch erstaunen, wenn sie endlich zu Grunde geht, 
hci&öt Dat^selbe , wie: Zugeben, dass bei Individuen Krankheit 



Indivi- 



3 

dein Tode vorangeht, und sich über das Erkranken eines 
duunis nicht befremdet lühlen , aber sich wundern , wenn der 
kranke Mensch stirbt, und seinen Tod irgend einer unbekannten 
Gewalt zuschreiben. 



326 



/ 



Di 



Theorie 
dass jcd 



der Natürlichen Züchtung b 



f 



A 



Varietal und zuleUl jede neue Art dadur 



gebildet und erhalten worden seye 
zug 

desst 



5 




vor den mitbewerbend 



gend einen Vor 



Ar 



an sich hab 



d 



? 



in Fob 



icht bevortheilten Arten meistens unvermeidlich 
löschen. Es verhält sich eben so mit unsren Kultur-Erzeiio 



cr- 



Ist eine neue etwas vervollkommnete Vari 



gebild 



den, so ersetzt sie anfangs die minder vollkommenen \ 



j 



in 




Nachbarschaft: ist sie mehr verb 



so br 



SIC 



sich in Nähe und Ferne aus 



3 



wie unsre kurz-hörnigen Rind 



er 



gethan, und 



nimmt die Stelle der andern Rassen in and 



crn 



Gegenden ein. So sind die Erscheinungen neuer und das Ver- 
schwinden alter Formen, natürlicher wie künstlicher, enge mil- 



nder verknüpft 
e Anzahl dei 



In 



nche 



wohl 



t d 



Art- Formen 



3 



gedeihenden Grupp 



in einer gegebenen Zeit gebild 



neuen 



* 9 



gross 



al 



s 



d 



W1SS( 



3 



d 



gleichwohl 




alten erloschenen 5 da wir aber 
Arten-Zahl wenigstens in den letz- 



ten geologischen Perioden nicht unbeschränkt zugenoimnen hat 



3 



so dürfen 



wir annehmen, dass eben die Hervorbringung 



neuer 



Formen das Erlöschen einer ungefähr gleichen Anzahl alter ver- 



anlasst habe. 



Die Mitbewerbung wird 



gewöhnlich, wie schon 



früher er- 



klärt und durch Beispiele erläutert worden ist, zwischen deyjeni- 
gen Formen am ernstesten seyn, welche sich in allen Beziehun- 
gen am ähnlichsten sind. Daher die abgeänderten und verbesser- 
ten Nachkommen gewöhnlich die Austilgung ihrer Stamm-Art 

irgend 



veranlassen werden: und wenn viele 



neue l 



von 



einer einzelnen Art entstanden sind, so werden die nächsten 



3 



Verwandten dieser Art, das heisst die mit ihr zu einer Sippe 
gehörenden, der Vertilgung am meisten ausgesetzt seyn. Und so 



nuiss. wie ich mir 



5 



vorstelle, eine Anzahl 



Stamm 



Art 



entsprossener Spezies, d. 



li. eine neue Sippe, eine alte Sippe 
der nämlichen Familie ersetzen. Aber es muss sich auch oft zutra- 
gen, dass eine neue Art aus dieser oder jener Gruppe den Platz 
einer Art aus einer andern Gruppe einnimmt und somit deren 
Erlöschen veranlasst; wenn sich dann von dem siegreichen Ein- 






327 



dringling 



viel 



( 



J 



erwandte Formen 



twickeln 



so werd 



auch 



viele diesen ihre l 



bei 



müssen, und es 



werd 



%^ 



wohnlich 



wa 



Arie 



rerbt 



Nachlh 



jedoch die unterliegenden Arten zu einer oder zu ver- 



lieh t 

Mögen 

schiedenen Klassen gehön 

andre von ihnen in Folg 



seyn 
d e n 



5 




in Folg 



and 



gegen üb 



genieinschaft 
unterlieger 



so kann doch 

Befähigung 



weichend 



Lebenswt 



5 



oder seines abgeleg 



tter einer oder der 
zu einer etwas ab- 
Wohnortes 



wege 



5 




eine 
h so 



inder strenge Mitbewerbung 



zu 



befahr 



hab 



h 



%^ 



Zeit erhalten. 



So überlebt z. 




nur 



h eine einzige Trig 



de 



Australisch 



Meere die in 




Sekundär-Zeit zahlreich gewesenen Arten d 



Sipp 



? 



eine geringe Zahl von Arten der 



nst 



ichen Grupp 




und 
Ga- 



noiden-Fisch 



ist dann 




kommt noch 
gänzliche 



unsren Süsswassern vor. 



Und so 



Erlöschen einer Gruppe gewöhnlich 



gsamerer Vorgang als ihre Entwicklung 



W 



d 



heinend plötzlich 



Ausste 



g 



F 



und Ordnungen betrifn, wie das der Trilobiten am Ende der 



pa- 



läolilhischen und d 



Annuoniten am End 



der 



solith 



Zeit-Periode, so nmssen 



wir 



uns zunächst dessen erinnern, was 



schon oben üb 



die 



lang 



Zwisch 



zwischen uns- 



ren verschiedenen Formationen gesagt worden ist, während we 



eher 
<lurc 




pi 



Formen langsam erloscht 
zliche Einwanderung od 



seyn 




können, 
wohnlich 



W 



h 



Ent 



Wickelung viele A 



einer neuen Grupp 



von einem neuen 



Gebiete B 



sie 



W 



nehmen, so können 
viele der alten Bewohner 



h in 
rdräng 



7 



)rechend 
und die 



1 



? 



it 



we 
ide: 



ih 



ihre Stelle überla 



erden gewöhnlich 



>-r 



meinsainen Nachth 



So scheint mir die \N 



Arten-Gruppen erlösch 
Züchtung i 



ber 



dte Theilnehmer an irgend einem ihnen ge 

e der Organisation seyn. 

wie einzelne Arten und ganze 

Natürlichen 

nicht 



3 



3 



gut mit der Theori 
1. Das Erlöschen 




kann 



uns 



wunder-nehmen : was uns eher wund 



sste 



5 



ist vielmehr 



unsre einen 



Augenblick lang genährte Anmassung 



5 



die vie- 



i 



len 



kelten Bedingungen zu begreifen 



? 



von welchen das 



328 




Daseyn je 
vergessen . 
strebt und 



r Sp 
dass 



J 



bhangig 



auf 



W 




gereg 



genvvirkung 



gend eine wenn auch ganz selten 



Thätigkeit ist. so 



wir einen Augenblick 

^nse zuzunehmen 
wahrgenommene 



W 



muss uns der 



Haushalt der Natur allerdings sehr dunkel erschein 



g 



Nur 



m 



wir g 
dividu 



nzugeben wüssten 
jene ist, warum 



war 




m diese Art reich 
d nicht eine andr 



enn 



angedeuteten Gegend natur 



werd 



kann 



i 



lann 




n wir Urs ach 



5 



d 



an In- 
i einer 
d nur 



I 



wundern, waru 



Erlöschen d 



oder j 



wir uns von d 



keine Rechenschaft zu geben im Stande sind 



Spezies oder Arten-Grupp 



e 



/üb 



er d 



fa 



gleichzeitige Wech 



d 



Leb 



f 



d 



g 



Erd-Oberriäch 



K 



irgend eine andre paläontologische Entdeckung so überrasch 



als 




Thatsach 



' 5. 





Leben! 



em 



f 




d 



ganzen Erd-Oberfläche gleichzeiti 



Wech 



kan 



unsre Europäische Kreide-F 



unterlieg 



So 




in vielen entfernlen 



cr- 



Weltgegenden und in den verschiedensten Klimaten wieder 
kannt worden, wo nicht ein Stückchen Kreide selbst zu ent- 



decken ist. So namentlich in 
Amerika^ im Feuerlande. 




ord' und im tropischen 5'w(/ 



, am Kap der guten Hoffnung und auf 
der Ostindischen Halbinsel, weil an diesen entfernten Punkten 
der Erd-Oberfläche die organischen Reste gewisser Schichten 



« ■ 



eine unverkennbare Ähnlichkeit mit denen unsrer Kreide besitzen. 



Nicht 



als 



ob 



es 



überall 



die 



nämlichen Arten wären : 



denn 



t • 



manche dieser Ortlichkeiten haben nicht eine Art mit einander 



gemein : 



aber 



sie gehören zu "einerlei Familie , Sippe, Unter- 



sippe und ähneln sich oft bis auf die gleichgiltigen Skulpturen 



der Oberfläche. Ferner fehlen 



andre Formen, welche in Europa 



nicht in, sondern über oder unter der Kreide-Formation vorkom- 



men 



, der genannten Formation auch in jenen fernen Gegenden. 
In den aufeinander-folgenden paläozoischen Formationen Russlands. 
West-Europas und N or d- Amerikas ist ein ähnlicher Parallelis- 



mus im Auftreten der Lebenfor 



von mehren Autoren wa 



genommen worden , 



und 



eben so in dem Europäischen und 
I^ ord- Amerikanischen Tertiär-Gebirge nach Lyell. Selbst wenn 



329 



wir 



d 



nigen Arte 



ganz 



Alle und 
der all gel 

« 

lorrnen in 
gelegenen 




Neue Welt mit 



aus de 
einand 



Aug 



lassen, welch 




gemein 



haben, so steht 



Parallelismus der aufeinander folgenden Leben 




\ 



7 



Med 



Stöcken der so weit 



nd 



paläolithische 



diese Form 
lassen. 




und tertiären Gebilde so fest, dass sich 
Glied um Glied miteinander vergleichen 



Diese Beobachtungen jedoch beziehen 



sich 



nur 



uf d 



Meeres-Bewoh 




schied 



Weltgegend 



nd 



haben nicht genügende Nachweisung 



um zu beurtheilen 



? 



wir 
ob 



die Erzeug 




Land 



und der Süsswasser an so entfern- 
eise ablösen. 



ten Punkten einander gleichfalls in paralleler Weise 

Man möchte daran zweifeln, ob es der Fall: denn wenn d 



Megalh 



5 




Mylodon und Toxodon 



nd die Macrauch 



war 



so 



aus dem La- Plat a-Gehieio nach Europa gebracht worden 
ohne alle Nachweisung über ihre geologische Lagerstätte 
würde wohl niemand vermuthet haben, dass sie mit noch jetzt 
lebend vorkommenden See-Mollusken gleichzeitig existirten ; da 
jedoch diese monströsen Wesen mit Maslodon und Pferd zusam- 



mengelagert sind, so lässt sich daraus wenigstens schliessen, 
dass sie in einem d^* letzten Stadien der Tertiär-Periode gelebt 

haben müssen. 

Wenn vorhin von dem gleichzeitigen Wechsel der Meeres- 
Bewohner auf der ganzen Erd-Oberfläche gesprochen worden, 
so handelt es sich dabei nicht um die nämlichen tausend oder 
hunderttausend Jahre oder auch nur um eine strenge Gleichzei- 
tigkeit im geologischen Sinne des Wortes. Denn, wenn alle 
Meeres-Thiere, welche jetzt in Europa leben, und alle, welche 



in der pleistocänen Periode 



(eine , in 



Jahren ausgedrückt, unge- 



heuer entfernt-liegende Periode , indem sie die Eis-Zeit mit in 
sich begreift) da gelebt haben, mit den jetzt in Süd-Amerika 



oder in Australien lebenden 



verglichen würden, so dürfte 



der 



erfahrenste Naturforscher schwerlich zu sagen im Stande seyn, 
ob die jetzt lebenden oder die pleistocänen Bewohner Europas 
mit denen der südlichen Halbkugel näher übereinstimmen. Eben 



so 



glauben mehre 



der 



sachkundigsten Beobachter, dass die 



^ 



330 



jetzige Lebenwelt in den Vereinten Staaten mit derjenigen Be- 
völkerung näher verwandt seye, welche 



während einiger der 



letzten Stadien der Tertiär-Zeit in Europa existirt hat, als mit 



der noch jetzt da wohnenden ; und wenn Diess 



so ist, so würde 



man offenbar die Fossilien-führenden Schichten, welche jetzt an 
den Nord- Amerikanischen Küsten abgelagert werden, in einer 
späteren Zeit eher mit etwas älteren Europäischen Schichten 
zusammenstellen. Demungeachtet kann. 



wie ich glaube , 



kau 



ein Zweifel seyn, dass man in einer sehr fernen Zukunft doch 

neueren meerischen Bildungen, namentlich die obern 



alle 

pliocänen, die pleistocänen und die jetzt-zeitigen Schichten Ewropa^' 



> 



Nord 



und Süd-Amerikas und Australiens^ weil sie Reste in 



ge- 



wissem Grade mit einander verwandter Organismen und nicht 



auch diejenigen Arten, welche allein den tiefer-liegenden älteren 
Ablagerungen angehören, in sich einschliessen, ganz richtig als 
gleich-alt in geologischem Sinne bezeichnen würde. 

Die Thatsache, dass die Lebenformen gleichzeitig miteinan- 
der, in dem obigen weiten Sinne des Wortes, selbst in entfern- 
ten Theilen der Welt wechseln, hat die vortrefflichen Beobachter 
DE Verneuil und d'Archiac sehr betroffen gemacht. Nachdem sie 
über den Parallelismus der paläolithischen^^ebenformen in ver- 



sagen 



sie weiter: 



schiedenen Theilen von Europa berichtet , 

»Wenden wir unsre Aufmerksamkeit nun nach Nord-Amerika 



5 



so 



entdecken wir dort eine Reihe analoger Thatsachen 



5 



und 



4 

scheint es gewiss zu seyn, dass alle diese Abänderungen der 



Arten 




Erlöschen und das Auftreten neuer nicht blossen V 



änderungen in 




Meeres-Strömungen oder andern 



hr und 



w^enigei 
werden 
welche 



tlichen und vorübergehenden Ursachen zugeschrieben 



könne 



5 



sondern von 



g 



Gesetzen 



abhäng 



? 



i das o-anze Thier-Reich betreffen.« Auch Barrande hat ahn- 
liehe Wahrnehmungen gemacht und nachdrücklich hervorgehoben 



Es ist in 




That ganz ohne Nutzen 




Ursache dieser 




s^w Veränderungen in den Lebenformen 




ganzen 



Erd-Ober 



fläche und in den 



rschiedensten Klim 



See-Strömungen 



4 

des Klimas oder and 



n im Wechsel der 
türlicher Lebens-Be- 



dingungen aufsuchen zu wollen 



5 



wir müssen uns, wie schon 



331 



X 



Barrande bemerkt, nach einem besondren Gesetze dafii 



W 



werd 



l) 



deutlieh 



rk 



5 



wenn von der gegen 



wärtig 



Vertheilung der organisch 



VV 



die Red 



seyn 



wird; wir werden dann finden, wie gering die Beziehungen 



zwische 
Länder 




atürlichen 



Lebens -Bedingung 



dener 





Natur ihrer Bewohner ist 



Di 



gross 



rhatsache von 




parall 



Aufeinanderfolg 



d 



Lebenlor 



auf der ganzen Erd 



Natürlichen Züchtung erklärbar 



Neue Ar 



ist aus der Theorie der 
ten entstehen aus neuen 



Varietäten - we 



3 



g 



Vorzug 



von älteren Foi 



an sich 



g 



3 



und diejenig 



h 



oder 



;n F( 
gend 



einen 



welche bereits der Zahl nach 



Vorth 



vor and 



Formen 



voraus-haben, werden natürlich am öftesten die Entstehung 

enn dies( 



Varietäten oder beginnender Arten veranlassen; 

ten werd 
stehen un 




letz 



in noch höh 



Grade sieg 



gegt 



andre 





sie 



1 e b e 



Wir fmden einen bestimmt 



Beweis 



dafür in den herrschenden, d. h. in ihrer Heimath gemeinsten 



utul am weitesten 



verbreiteten Pflanzen- Arten, indem 



dies 



die 



Ebenso ist es 



grösste Anzahl neuer Varietäten gebildet haben, 
natürlich, dass die herrschenden veränderlichen und weit ver- 
breiteten Arten, die bis zu einem gewissen Grade bereits in die 
Gebiete andrer Arten eingedrungen sind, auch bessere Aussicht 
als andre zu noch weitrer Ausbreitung und zur Bildung fernerer 
Varietäten und Arten in den neuen Gegenden haben. Dieser 
Vorcrang der Verbreitung mag oft ein sehr langsamer seyn 
dem er von klimatischen und geographischen Veränderungen und 

doch mit der Zeit wird die Ver- 



in- 



z 




gen 



Ereignissen abhängt; 



Sie 



breitung der herrschenden Formen gewöhnlich durchgreifen, 
wird bei Land-Bewohne*rn geschiedener Kontinente wahrschein- 



lich 



g 



vor sich gehe 



5 



als b 



häncrender Meere. Wir werden dah 



den Organismen 
r einen minder g 



zusam- 



Grad paralleler Aufeinanderfolg 



den Land 



als 



den Meeres 



Erzeugnissen zu finden erwarten dürfen, wie es auch in der 

That der Fall ist. 

Wenn herrschende Arten sich von einer Gegend aus ver- 
breiten, so werden sie mitunter auf noch herrschendere Arten 



•• 



332 



stossen 

aufhöre 



5 





w 



hr Siegeslauf und selbst ihre F 



wissen dui 



nieht 



günstigsten Beding 



gen 



Ich 



für d 



alle d 



hend 



k 



5 



Art 

da' 



nd 



Vermehrung neuer und h 



doch Das kön 



wir, glaube ich 



5 



klar 



er- 



eine grosse Anzahl von Individ 



sie mehr Aussicht 



ge 



hat 



? 



d 



f die Hervorbringung vortheilhafl 




dass eine streng 



schon bestehender F 



Miibewerbung milleist viel 



^1« 



ei 



im höchst 



Grad 



vortheilhafl scyn 



müsse, sowie das Vermögen sich in neue Gebiete zu verbr 



Ei 



gewisser Grad von Isol 



nach 



ge 



Zwis 



weilen wiederkehrend, dürfte, wie früher erläutert worden wohl 



gleichfalls förderlich seyn. Ein Theil der Erd-Oberfl 
für die Hervorbringung neuer und herrschender Arten 



d 



mag 
Lan- 



des 



und 



ein 



andrer 



für solche des Meeres günstiger seyn. 



lange Zeiten hindurch 



zur 



Wenn zwei grosse Gegenden sehr 

Hervorbringung herrschender Arten in gleichem Grade gceicr- 



net gewesen, so wird der Kampf ihrer Einwohner mitein- 
ander-, wann immer sie zusammentreffen mögen, ein langer und 
harter werden, und werden einige von der einen und einige von 
der andern Geburts-Stätte aus siegreich vordringen. Aber im 
Laufe der Zeit werden die im höchsten Grade herrschenden 
Formen, auf welcher von beiden Seiten sie auch entstanden seyn 
mögen, überall das Übergewicht erlangen. In dem Maasse, als 
sie überwiegen , werden sie das Erlöschen andrer unvollkomme- 
nerer Formen bedingen ; und da oft ganze unter sich verwandk 



^ 



Gruppen die gleiche Unvollkommenheit gemeinsam ererbt haben, 
so werden solche Gruppen sich allmählich ganz zum Erlöschen 
neigen, wenn auch da und dort ein einzelnes Glied sich noch 
eine Zeit lang durchbringen mag. 



So 



heint mir, stimmt 




para 



d 



} 



in einem weiten 



Sinne genommen , gleichzeitige Aufeinanderfolge der nämlichen 
Lebenformen auf der ganzen Erde wohl mit dem Prinzip überein, 
dass neue Arten durch sich weit verbreilende und sehr veränder- 
liche herrschende Spezies gebildet werden : die so erzeugten 
neuen Arten werden in Folge von Vererbung und, weil sie bereits 
einige Vortheile über ihre Altern und über andre Arten besitzen, 



I 



I 



» 




333 



selber herrschend 
und bilden wiede 



auch 




breiten sich nun aus, variiren 



Spezies. Diejenigen For 



? 



welch 



ver 



drängt werd 
überlassen , 



und ihre Stellen den neuen si( 
erden gewöhnlich gruppenweise 



greichen Formen 
verwandt seyn, 



weil sie irgend eine Unvollkommenheit gern 



bt hab 




Ma 



daher in 
Gruppen 



schwinden müssen 



als 





über d 



Erd 



neuen und voUkommneren 

vor ihnen ver- 



breiten , alte Gruppen 



Diese Aufeinanderfolg 



d 



Form 



f bei 




Weg 
Nocli 



wird sich überall zu entsprechen geneigt seyn. 
bleibt eine Bemerkung über diesen Gegenstand zn 



übrig 



Ich habe die Grund 



ge führt 



3 



weshalb ich 



? 




jed 



unsrer gr 



Fossilreste-führenden For 



machen 

glaubt; , 

tionen in Perioden fortdauernder Senkung abgesetzt worden sind, 

dass aber diese Ablagerungen durch lange Zwischenräume getrennt 

gewesen, wo der Meeres -Boden stet oder in Hebung begriffen 



5 



war 



3 



oder wo 




Anschüttun 



ö 



um die organisch 



Reste 



nzuhüllen 



bewahr 



Während dieser lang 



ht rasch genug erfolgten, 

gegen Zerstörung zu 
leeren Zwischenzeiten nun 




haben, nach meiner Annahme, die Bewohner jeder Gegend' viele 

und 



Abänderungen 



fahren und viel durch Erlösche 



gelitt 



5 



haben grosse Wanderungen von einem Theile der Erde zum 



andern stattgefund 

dass weite Felder 

so haben gewiss auch oft g 



Da nun Grund 



Annahme vorhanden ist 




gleichen Bewegungen durchgemacht haben 



5 



gleichzeitig 



Formatione 



sehr we 



R 



Weltgegend abgesetzt werd 



über 
kön- 



nen; doch sind wir hieraus nicht zu schliessen berechtigt, dass 
Diess unabänderlich der Fall gewesen, 



od 




weite Feld 



betroffen worden seyen. 
Sind zwei Formationen in zwei Gegenden zu beinahe, aber nicht 



unabänderlich von gleichen Bewegungen 



oenau, gleicher Zeit entstanaen. 



entstand 



so werden wir in beiden aus 



schon oben auseinandergesetzten Gründen im Allgemeinen die 



nämliche Aufeinanderfolge der Lebenformen erkennen : aber 



Arten werden sich nicht genau 



entsprechen , weil 



sie in 



die 
der 



einen Gegend etwas mehr und in der andern etwas weniger Zeit 
gehabt haben abzuändern, zu wandern und zu erlöschen. 

Ich vermuthe, dass Fälle dieser Art in Europa selbst vor- 



334 



kommen 



Prestwich ist in seiner vortretnichen Abhandlunö über 



die Eocän-Schichten in England und Frankreich 



^ 



Sta 



im Allgem 



genauen Pa 



einen 



zwischen 
jchzuweis 



d 



folgenden Stöcken beider Gegenden nai 

nun bei Vergleichung gewisser Stöcke in England mit 



aufeinander- 
Obwohl sich 



d 



\ 

1 



Frankreich eine merkwürdige Übereinstimmung beider in de 



zu einerlei Sippen gehörigen Arten ero-ibt. 



so 



hen do 



diese Arten selber in einer bei de 
Gebiete schwer zu erklärenden W 



geringen 



Entfernung beid 



von einand 



ab 



5 



wenn 



man nicht annehmen will, dass eine Landenge zwei benachbarte 



Meere getrennt 



habe 



5 



welch 



von gleichzeitig verschied 



und 



Faunen bewohnt gewesen seyen. Lyell hat ähnliche Beob 
tiingen über einige der späteren Tertiär-Formationen gemacht, 
ebenso hat Barrande gezeigt, dass zwischen den aufeinanderfol- 
genden Silur-Schichten Böhmens und Skandinaviens im Allgemei- 
nen ein genauer Parallelismus herrsche, demungeachtet aber 
erstaunliche Verschiedenheit zwischen den Arten bestehe. Wären 



eme 



aber 



genau 



nun die verschiedenen Formationen dieser Gegenden nicht 
während der gleichen Periode abgesetzt worden , indem 
etwa die Ablagerung in der einen Gegend mit einer Pause in 
der andern zusammenfiele , — und hätten in beiden Gegenden 
die Arten sowohl während der Anhäufung der Schichten als 
während der langen Pausen dazwischen langsame Veränderungen 
erfahren: so würden die verschiedenen Formationen beider Ge- 



* • 



genden auf gleiche Weise und in Übereinstimmung mit der all- 
gemeinen Aufeinanderfolge der Lebenformen geordnet erscheinen, 
und ihre Ordnung sogar genau parallel scheinen (ohne es zu 
seyn)5 demungeachtet würden in den einzelnen einander anschei- 
nend entsprechenden Stöcken beider Gegenden nicht alle Arten 
übereinstimmen. 

Verwandtschaft erloschener Arten unter sich 

en Formen.) Werfen wir nun einen 



un d 



t den 



be nd 



Blick auf die gegenseitigen Verwandtschaften erloschener und le- 



bender Formen. 



Alle 



J 



fallen in ein grosses 



Natur-System 5 was 



sich aus dem Prinzip gemeinsamer Abstammung erklärt. .Te älter 
eine Form, desto mehr weicht sie der allgemeinen Regel zufolge 



335 



von d 



lebenden Formen ab 



Doch können, wie Buckland schon 



längst bemerkt 
eingetheilt oder 



5 



alle fossilen Formen in noch lebende Grupp 



zwisch 



sie 



geschoben werd 



Es ist nicht 



zu bestreiten 



5 



dass die erloschenen Formen weite Lücken zwi 



sehen den jetzt noch bestehenden Sipp 
nungen ausfüllen helfen. 



m, Familien und Ord- 
Denn wenn wir unsre Aufmerksamkeit 



ntweder 



f 




lebenden od 



auf 




erloschenen Formen 



allein richten, so ist die Reih 



viel 



minder vollkommen, als wenn 



wu 



beide in ein ge 



System zusammenfassen 



htlich 



der Wirbelthiere Hessen sich viele Seiten mit d 



Hin 
tretf- 



liehen Erläuterung 



unsres grossen Paläontolog 



Owen üb 



Verbindung lebender Thier-Grupp 



durch fossile Formen an- 



füllen. Nachde 



CuviER die Wiederkäue 



und 



die Pachyd 



hat Ow 



der aller-verschiedensten Säugthier-Ordnung 
s so viele fossile Zwischenglieder ( 



betrachtet 



5 



ntdeckt, dass er 




ganze Klassifikation dieser zwei Ordnungen zu ändern genöthigt 
war und crewisse Pachydermen in gleiche Unterordnung mit Ru- 



minanten versetzte 



So 




fülll er die weite Lücke zwisch 



Kameel 
Wirbel 



d Schwein mit klein 



Zwischenstufen aus. Was d 



betrifft 



5 



SO 



rsichert B 



gewiss 




erste 



Autorität in 



Beziehung, wie er 



jed 



Tag deutlicher er- 



kenne, dass die paläolithischen Thiere 



wenn auch in einerlei 



? 



5 



Familien und Sippen mit den jetzt lebenden gehörig 
doch noch nicht in so bestimmte Gruppen geschieden waren, wie 



Ordnungen 



diese 



tzte 



Einig 



Schriftsteller haben sich gegen die Meinung erklärt 



? 



dass eine erloschene Art oder Arten-Grupp 



zwische 



benden 



Arten oder Grupp 



in 




Mitte stehe 



W 



damit gesagt 



werden sollte, dass die erloschene Form in allen ihren Charak 




teren genau 
so wäre die 




Mittel zwischen zwei lebenden Foi 



halte 



? 



Einwendung vermuthlich begründet. Aber ich 



er- 



keni 
foss 



dass in einer vollkommt 



türlichen Klassifikation viele 



Art 



zwisc 



benden Arten , und manche erloschene 



Sippen zwischen lebenden Sippen oder sogar zwischen Sippen 



verschiedener Familien ihre Stellen einzunehmen haben, 
trewöhnlichsle Fall zumal bei sehr ausgezeichneten Gruppen, 



Der 



wie 



336 



Fische und Reptilien sind 



dieselben heutig 



Tag 



scheint mir der zu seyn, dass da, wo 



z. 




von einander abweich 



3 




Gruppen 
schieden 



. durch ein Dutzend Chan 
alten Glieder der nämlichen 



etwas geringeren Anzahl 



z vv e i 



waren 



j 



so 




beid 



Merkmalen unter- 



Gruppen vord 



schon völlig verschieden, doch einand 



5 



wenn auch 



jetzt. 
Es ist eine gewöhnliche Meinung, dass eine F 



etwas naher stund 



en 



J 



älter 



um so mehr geeignet seye, mittelst einiger ihrer Charaktere 
jetzt weit getrennte Gruppen zu verknüpfen. Diese Bemerkung 
muss ohne Zweifel auf solche 



Gruppen beschränkt werd 



5 




im Verlaufe geologischer Zeiten grosse Veränderungen erfahre 

r seyn, die Wahrheit zu beweisen 
noch ein lebendes Thier 



hab 



5 



und es möchte schw 



denn hier und da wird 




Lepid 



wie d 



entdeckt 



5 



das mit sehr 



chied 





verwandt ist. V^en 



Grupp 



zu- 
jnd 



Batrachier 



3 



d 



eocänen Säugth 
vergleichen, so 
zugestehen. 



alten Fisch 



mit 



wir jedoch die altern Reptilien i 
, die alten Cephalopoden und die 




neueren Glied 



derselben Klassen 



müssen wir emige Wahrheit in der Bemerkung 



Wir wollen nun 



zusehen, in 



wie ferne diese verschiedenen 



Thatsachen und Schlüsse mit der Theorie abändernder Nachkom- 



menschaft übereinstimmen. 



Da der Gegenstand etwas verwickelt 



ist. so muss ich den Leser bitten, sich nochmals nach dem Bilde 



3 



5 




121 umzusehen. Nehmen wir an, die numerirten Buchsta- 



ben stellen Sippen und die von ihn 



trahlenden Punkt-Reih 




dazu gehörigen Arten vor. Das Bild ist insoferne zu ein- 

wenige Sippen und Arten darauf angenommen sind; 

Die wagrechten Linien inö- 



fach, als zu 



doch ist Das unwesentlich für uns. 
gen die aufeinander-folgenden geologischen Formationen vorstel- 
len und alle Formen unter der obersten dieser Linien als er- 



loschene gelten. Die drei lebenden Sippen a^"^, 

eine kleine Familie bilden: b*-* und f^-^ eine nahe verwandte 




P 



mögen 



oder eine Unter-Familie 



3 



und 0^*5 e^* 



? 



m'"* eine dritte Familie 



vertreten. Diese drei Familien mit den vielen erloschenen Sip- 
pen auf den verschiedenen von der Stamm-Form A auslaufenden 



I 



I 

I 



f 



337 



Verzweigungs-Linien bilden eine Ordnung; denn alle werden von 
ihrem alten und gemeinschaftlichen Stammvater auch etwas Ge- 
meinsames ererbt haben. Nach dem Prinzip fortdauernder Diver- 

dessen Erläuterung jenes Bild bestimmt 

um so stärker von ihrem ersten 



genz 



des 



Charakters, zu 



war, muss jede Form je neuer 



Stammvater abweichen. 



Daraus erklärt sich eben auch die Re- 



gel, dass die ältesten fossilen am meisten von den jetzt lebende 



Formen verschied 



sind 



Doch dürfen wir nicht glauben 



? 




Diverg 




Charakters eine nothwend 



to 




sind 



allein d 
viele un 



ab 



5 



ob 




Nachko 



Eigenschaft ist; sie 
einer Art befähigt 



d verschiedenartig 



einzunehmen. Dah 



ist es 




inige 



ilurischen F 



Plätze im Haushalt 
ganz wohl möglich 
gesehen, dass 





Natur 




? 



wie wir 



eine Art bei nur 



geringe 



5 



nur wenig 



veränderten Lebens - Bedingungen 



ent 



sprechender Modifikation fortbestehen und während langer Perioden 



stets dieselb 



iig 



Charaktere beibehalten kann 



Diess 



wird in dem Bilde durch den Buchstaben F^-^ ausgedrückt 



Air die vielerlei von 




abstammenden Formen, erloschene 



j 



wie noch lebende, bilden nach unsrer Annahme zusammen eine 

, und diese Ordnung* ist in Folge fortwährenden Erlö- 



Ordnung, 

Sehens der Formen und Divergenz der Charaktere allmählich in 
Familien und Unterfamilien getheilt worden, von welchen einige 

3ren Perioden zu Grunde gegangen sind und andre bis 



in früh 



auf den heutigen Tag währen. 



Das Bild 




uns ferner 



5 



dass 



3 



wenn eine Anzahl der 



schon früher erloschenen und in die aufeinander-folgenden For- 
mationen eingeschlossenen Formen an verschiedenen Stellen tief 



unten in der Reihe wieder entdeckt würden 



5 



d 




noch le 



benden Familien auf der obersten Linie mehr unter sich ver- 
kettet scheinen müssten. Wären z. B. die Sippen a^. 



a 



5 



a 



10 



3 



f^, m*"^ m , 



6 



9 



m ' wieder ausgegraben worden, so würden die drei 



FamiUen so eng mit einander verkettet erscheinen, dass man sie 



wahrscheinlich in eine grosse Familie vereinigen würde, etwa 



so 



wie es mit den Wiederkäuern und Dickhäutern geschehen ist. Wer 
nun gegen die Bezeichnung jener die drei lebenden Familien ver- 

bindenden Sippen als «intermediäre dem Charakter nach« Verwah- 

22 



338 



rung einlegen wollte, würde in der That in so ferne Recht ha- 
benj als sie nicht direkt, sondern nur auf einem durch viele sehr 
abweichende Formen hergestellten Umwege sich zwischen jene an- 
dern einschieben. Wären viele erloschene Formen über einer der 
mittein Horizontal-Linien oder Formationen, wie z. B. Nr. VI 



5 



aber keine unterhalb dieser Linie gefunden worden , so würde 
man nur die zwei auf der linken Seite stehenden Familien 



nämlich a*"^ etc. und b^"^ etc. 

gen, und die zwei andern a^'^ 

drei Sippen würden dann davon getrennt bleiben. Doch würden 



in eine grosse Familie vereini- 
fi^ mit fünf und o^*— m^* 



mit 



diese 




wei Familien weniger 



voneinander verschieden erscheinen 



5 



als vor Entdeckung der fossilen Reste. 



Wenn wir z. 




anneh- 



men 



einem 



m 



die qoch bestehenden Sippen der zwei Familien wichen in 
Dutzend Merkmale von einander ab, so müssen dieselben 

■ 

der früheren mit VI bezeichneten Periode weniger Unterschiede 
gezeigt haben, weil sie auf jener Fortbildungs- Stufe von dem 
gemeinsamen Stammvater der Ordnung im Charakter noch nicht 
so stark wie späterhin divergirten. So geschieht es 



dann, d 



alte und erlosch 



Sipp 



oft einigermassen zwischen ihren 



abgeänderten Nachkommen oder zwischen ihren Seiten- Verwandten 

das Mittel halten. 

In der Natur wird 
als ihn unser Bild darstellt 




Fall weit zusammengesetzter seyn 




die Grupp 



sind viel zahl 



? 



reicher, ihre Dauer ist von ausserordentlich ungleicher Läng 
und die Abänderungen haben manchfaltige Abstufungen erreicht. 
Da wir nur den letzten Band des Geologischen Bericlitei 
vielfältig unterbrochnem Zusammenhange besitzen, so haben wir, 



mit 



g 



sehr 



eltene Fälle ausgenommen 



? 



kei 



Recht 




Aus 



füllung grosser Lücken im Natur - Syste 



und die Verbindung 



getrennter F 



d Ordnungen zu erwarten 



Alles 



5 



was 



wir hoffen dürfen, ist diejenigen Grupp 



? 



welche erst in der 



bekannten geologisch 



Zeit 



grosse Veränderung 



j 



m 



den frühesten Formationen etwas näh 



nand 



erfahren 



gerückt 



5 



SO dass die älteren Glieder in einigen ihrer Charak 



zu finden 



tere etwas weniger weit 



o 



Glieder derselben Grupp 



nand 
d Di 



gehen 



als 




heint 



ie jetzigen 
ach dem ein- 



\ 



\ 



I 



I 



% 



ä39 



stimmigen Zeugnisse unserer besten Paläontologen oft der Fall 



zu seyn 



So scheinen 



slammung mit fortschreitend 



Sachen 

loschen! 

den Formen in genügende 

andern Betrachtungs-Weis 



ch mir, nach der Theorie gemeinsamer Ab- 
Modifikation die wichtigsten That- 

F 

3n Verwandtschaft der er- 



hinsichtlich der wechselseitigen 
!n Lebenformen zu einander und zu 




noch bestehen- 



Weise zu erklären. Nach jede 



sind sie 



Aus der nämlichen Theorie erhellt 




klärbar 



5 



dass 




Fauna einer 



grossen 



Periode in der Erd - Geschichte in ihrem allgemeinen 



Charakter das Mittel halten müsse zwisch 




ächst voran- 



So sind die Arten, welche im 



gehenden und nachfolgenden. 

sechsten grossen Schichten* Stocke unsres Bildes vorkommen 

die abgeänderten Nachkommen derjenigen 



3 



welche 



schon im 



fünften vorhanden gewesen, und sind die Altern der noch weiter 
abgeänderten im siebenten: sie können daher nicht wohl anders 
als nahezu das Mittel zwischen beiden halten. Wir müssen je- 



doch hiebei im Aug 



behaltei? 




gänzliche 



Erlöschen 



einiger 



früheren Formen, die Einwanderung neuer Formen aus andern 
Gegenden und die beträchtliche Umänderung der Formen während 




lang 



Lücke zwisch 



zwei 



tionen 



Diese Zugeständnisse berücksichtigt, muss 



der grossen geologischen Periode zweifelsoh 



feinander-folgenden Forma- 
ie Fauna 
u das Mittel 




g 



ehmen zwisolien der vorhergehenden und der folgenden 



Ich 



brauche nur als Beispiel 



h 



5 



Wie 




Fossil -Reste des 



■ 

Devon-Systems die Paläontologen zu dessen Aufstellung veran- 
lasst haben, als sie deren mitsein Charakter zwischen denen des 
darunter-liegenden Silur- und des darauf- folgenden Steinkohlen- 
Systems erkannten. Aber nicht jede Fauna muss dieses Mittel 
genau einhalten, weil die zwischen aufeinander-folgenden Forma- 
tionen verflossenen Zeiträume ungleich lang seyn können. 



Es ist kein weseullicher Einwand gegen 




Wahrheit der 



Behauptung, dass 



ungelj 




die Fauna jeder Periode im Ganzen genommen 
das Mittel zwischen der vorigen und der folgenden 



Fauna halten müsse, darin zu finden. 



dass manche Sippen Aus- 
nahmen von dieser Regel bilden. So stimmen z. B., wenn man 

22* 



340 



Mastodonten und Elephanten nach Dr. Falconer zuerst nach ihrer 
gegenseitigen Verwandtschaft und dann nach ihrer geologischen 
Aufeinanderfolge in zwei Reihen ordnet, beide Reihen nicht mit 



der überein 



D 



in ihren Charaktere 



am 



\h 



weichenden Arten sind weder die ältesten noch die jüngsten 
noch sind die von mittlem Charakter auch von mittlem 



5 



Alter 



Nehmen wir aber für einen Augenblick an. unsre Kenntniss von 
den Zeitpunkten des Erscheinens und Verschwindens der Arten 
seye in diesem und ähnlichen Fällen vollkommen genau, so habc.i 
wir doch noch kein Recht zu glauben , dass die nacheinander 
auftretenden Formen nothwendig auch gleich-lang bestehen müssen; 
eine sehr alte Form kann zufällig eine längre Dauer als eine 



was insbesond 



von 



irgendwo später entwickelte Form haben, 

solchen Landbewohnern gilt, welche in ganz getrennten Bezirken 

zu Hause sind. Kleines mit Grossem vergleichend wollen wir 




Tauben als Beispiel wählen. W 



man die lebenden und 



erloschenen Haupt-Rassen unsrer Haus-Tauben so gut als möglich 
nach ihren Verwandtschaften in Reihen ordnete, so würde diese 



wed 



mit 




Anordnungs-Weise nicht genau übereinstimmen 
Zeitfolge ihrer Entstehung und noch weniger mit der ihres Unter- 
gangs. Denn die stammälterliche Felstaube lebt noch, und viele 
Zwischenvarietäten zwischen ihr und der Botentaube sind er- 



? 



und Botentauben, welche in der Läng 



loschei ^ 

das Äusserste bieten, sind früher entstand 

beiigen Purzier, welche das entgegengesetzte End 



d 



Schnab 



5 



als die kurzschnä 



d 



auf d 



Schnabel-Länge gegründeten Reihenfolg 



bild 



Mit der Behauptung, dass die organisch 



Reste 



Formation auch einen nah 



mittein Charakter besitzen 



3 



steht 



? 



die Thatsach 



Zusammenhang 



worauf alle Paiäontolog 



bestehen 



? 



in 



nahe 



? 



dass nämlich 




fossil 



aus 



wei 



feinander 



gend 



Formationen viel näher als 




aus 



ntfer 



mit 



ander verwandt sind, l 



führt als ein wohl -bekannte 




g 



% 



Beispiel 

den verschied 



Arten in allen Stöcken 



1 

Ähnlichkeit d 



Stöcke 



d 



Kreide-Formation an, 



ganischen Reste aus 

obwohl die 



Med 




Diese Thatsache 



scheint ihrer Allgemeinheit wegen Professor Pic 



in seinem 



f 



I 

* 






« < 



341 



« 



festen Glauben an 
gemacht zu haben, 
der jetzt lebenden Arten 
nicht eine Erklärung über 



die Unveränderlichkeil der 



Arten wankend 



Wohl bekannt mit 




Vertheilungs - Weise 



b 



d 



Erd-Oberfläche. wagt er doch 




grosse Ähnlichkeit 



erschied 



Sp 



ahe 



der-folgend 



F 



aus 




An 



nähme herzuleiten, dass die physikalischen Bedingungen der alten 



Länder-Gebiete 



h fast 




uns. dass die Lebenformen wenigstens d 



Er 



und mithin unter 




geblieben seyen 

3S Meeres 

liedenslei 



Bedingung 



fast gleichzeitig gewechselt habe 



7 



Erinnern wir 

auf der ganzen 

Klimaten u. a. 

und bedenken 



wir welchen unbedeutenden Einfluss die wunderbarsten klimati 



sehe 



Veränderungen während 




d 



Pleistocän - Period 



auf 




ganze Eis-Zeil umschlies 
spezifischen 



Formen 




Meeres-Bewohner ausgeübt haben 



Nach 




Th 



d 



gemeinsamen Abstammung ist die 



Bedeutung 




Thatsache klar 



? 



d 



fossile Reste aus un- 



feinander-folgenden Formationen, wenn auch 



3lbar ai 

chieden. nahe mit einander verwandt sind 



D 




Is Arten 
Ablage- 



} 



rung jed 



Formation oft 



terbrochen worden ist und lang 



Paus 



zwischen der Absetzung verschiedener Formatione 



tatt 



so dürfen wir 



wie ich im letzten Kapitel zu 



gefunden haben, su uuncu wü , 

zeigen versucht, nicht erwarten in irgend einer od 



zwei F 



'? 



mationen alle Zwischenvarietätc 



zwisch 




Arten zu finden 



Anfang und 



Ende dieser Formationen gelebt haben 



1 



üssten wir nach mehr oder weniger gros 



Zwi 



welche am 

wohl aber 

schenräumen (sehr lang, in Jahren ausgedrückt, aber massig lang 

wie manche 



in o-eologischem Sinne) nahe verwandte Formen oder 



? 



Schriftsteller sie genannt 



haben, »stellvertretend 



Arten 



finden 



? 




d 



Beweise 



find 



wir 



der That. Kurz wir entdecken diejenigen 



g 



d fast 



baren Umänderung 



spezifischer Formen, wie wir sie zu erwarten berechtigt sind. 

Über die Entwickelun gs- Stuf e alter gegenüb 



d 



noch 



Kapitel 



geseh 



5 



b e n d 
dass 




Formen.) Wir haben im 
Grad der Ditferenzirung un 



ierten 




Speziali 



sinnig der Theile aller organischen Wesen in ihrem reifen Alter 

den besten bis jetzt versuchten Maasstab zur Bemessung der 



% 



342 



VoUkommenheits- oder Höhen-Stufe derselben abgibt. Wir haben 
auch gesehen, dass, insoferne Spezialisirung der Theile und Or- 
gane ein Vortheil für jedes Wesen ist. 



beständig streben wird 



5 



die 



, die Natürliche Züchtung 
Organisation eines jeden Wesens 



I 



immer 



mehr 



zu 



spezialisiren 



und 



somit 



3 



in 



diesem 



Sinne 



genommen 
schliesst. 



: 



vollkommener zu machen ; was jedoch nicht aus- 



» 



dass 



noch 



immer 



viele 



Geschöpfe , 



für 



einfachro 



Lebens-Bedingungen bestimmt, auch ihre Organisation einfach 
und unverbessert behalten. Auch in einem anderen und allge- 
meineren Sinne ergibt sich , dass nach der Theorie der Natür- 



lichen Züchtung die neueren Formen höher als ihre Vorfahren 

neue Art hat sich allmählich entwickelt, weil 



streben; denn jede 
sie im Kampfe umj 



Daseyn stets einen Vorzug vor and 



und 



älteren Formen besass. Wenn in einem nahezu ähnlichen Klima 

■ n 

die eocänen Bewohner einer Weltgegend zur Bewerbung mit 
den jetzigen Bewohnern derselben oder einer andern Weltgegend 
berufen würden, so müsste die eocäne Fauna oder Flora gewiss 
unterliegen und vertilgt werden, wie eine sekundäre Fauna von 
der eocänen und eine paläolithische von der sekundären über- 



wunden werden würde, 
tung gemäss müssten ( 



Der Theorie der Natürlichen Züch 



ach die neuen For 



F 

ihre höh 



Stellung den alten gegenüber nicht nur durch ihren Sieg im 
Kampfe ums Daseyn, sondern auch durch eine weiter gediehene 
Spezialisirung der Organe 



aber wirklich 
würde Diess 



bewähren. Ist Die 

der Fall? Eine grosse Mehrzahl der Geolog 

zweifelsohne bejahen. 

mag ihnen, nachdem 
Beziehung gelesen und Hooker's Meinung in Bezug auf d 

nur bis zu einem beschränkt( 



Aber mein unvollkommenes Urtheil ver- 
ich die Erörterungen von Lyell in dieser 



Pflanzen kennen gelernt hab 



5 



Grade beizupflichten. Demungeachtet dürfte der 
Beweis erst noch durch spätre geologische Forschung 
fern seyn. 



entscheidende 



lie- 



zu 



Die Aufgabe ist in vieler Hinsicht ausserordentlich verwickelt. 

. schon zu> allen Zeiten un- 



Der geologische Schöpfungs-Bericht, 

vollständig, reicht nach meiner Meinung nicht weit genug 



zu- 



Y 




mn mit unverkennbarer Klarheit zu zeigen, dass innerhalb 



; ,^ 



343 



• 



der bekannten 



Geschichte der Erd 




Organis 



Fortschritte gemacht hat 



Sind doch selbst heutzAitag 



grosse 
och die 



Naturforscher oft nicht einstimmig 



welche Thiere einer Klass 



die höheren 




So seh 



Einig 





wegen 



g 



wichtigen Beziehungen ihrer Organisation zu der der Reptilien 



• 



als die 



höchsten Fisch 



an 



5 



w 



andre 



die 



Knoch 



fisc 



als solche betrachte 



Die Ganoiden steh 



m 




zwischen den Haien und Knochenfisch 



Heutzutag 



Mitte 



sind diese 



Zahl weit vorwaltend 



letzten an 

und Ganoiden gegebe 

die Fische seyen in ihrer 



während es 



dem nur Hait 



hat 




in diesem Falle wird man sage 

/ 

Organisation vorwärts geschritten od 



Stab 



kgegang 
misst. 



5 



achdem man sie mit einem 



and 



Maas 



Ab 



es ist ein hofFnungslo 



Versuch die Höh 



Gliedern ganz verschiedner Typen gegeneinander abzu 



Wer vermocht 
Biene stehe: 



te ^u .«g.», ob ein Tintenfisch (Sepia) höher als die 
als dieses Insekt, von dem der grosse Naturforscher 



V. 



Baer 




5 



dass es in 




That höh 



Fisch organisirt 



seye. wenn auch nach einem andern Typus. In dem verwickelten 



5 



Kampf 



ums Daseyn ist es 




glaublich 



dass solch 



Kruster 



z. B.. welche in ihrer eignen Klasse nicht sehr hoch stehen, die 



? 



Cephalopod 



od 



vollkommensten Weichthiere 



berwinden wür 



den 



t 



und diese Kruster 



? 



obwohl nicht hoch entwickelt 



5 



müssen 



doch sehr hoch auf der Stufenleiter 



der Wirbel-losen Thiere 



steh 
d e in 



wenn man nach dem 



tscheidendste 



aller Kriterien 



? 



Gesetze 




Wettkampfes ums Dasey 



urtheilt 



Abgesehen von der Schwierigkeit, die es an und für 



sich 



o 



hat zu entscheiden 



5 



welche F 





höchsten 




haben wir nicht allein 




Organisation nach 
höchsten Glieder einer 



Kl 



in zwei 



schiederien Perioden (obwohl Diess gewiss 



eines der wichtigsten oder 
der Abwägung ist), 



lleicht das wichtigste Element bei 



sond 



wir 



haben alle Glied 



5 



hoch und 



der, mit einander zu vergleichen. In alter Zeit wimmelte es 



von 
th i e r 



vollkommensten 



ohl 



als 



nvollkommensten 



Weich 



5 



von Cephalopoden und Brachiopod 



mlich: während 



utzutag 




beiden 'Ordnungen sehr zurückgegang 




d 



eben ihne 



in 




Mitte stehenden Klassen mächtig an- 



344 



gewachsen sind. Demge 



hl 



i 



dass die Mölln 



sind als jetzt; während and 
trächtliche Verminderung der 



haben 
vordem 
3 sich 



• • 



ge Naturfors 



ge 



höher entwickelt gewesen 
auf die gesfenwärticre bc- 



» b 



mehr beriefen , 
obgleich wenige 
organisirt seyen 
obren und der 

zwei verschiedei 



auch 




noch 




d 



Mollusken um so 
en Cephalopoden. 



W 



Zahl, doch höher als ihre alten Stel 

e Proportional-Z 



müssen dah 




d 



unteren Kla 
en Perioden 



d 



Bevölkeruno; d 



mit einander 



gleich 



Erd 



e m 



B. jetzt 50000 Arten Wirbelthiere gäbe und wir dürften 



d 



Anzahl 



irgen 



einer 



h 



Periode nur auf 



0000 



wir diese Zunahme der obersten Klas'^cn 



grosse Verdrängung tieferer Formen aus 



schätzen 5 so müssten 
welche zugleich eine 

ihrer Stelle bedingte, als einen entschiedenen Fortschritt in der 
organischen Bildung betrachten, gleichviel ob es die höheren 
oder die tieferen Wirbelthiere 



wären, welche dabei sehr zuge- 



nommen hätten* 



Man 



ersieht hieraus, wie 



gering allem An- 



scheine nach die Hoffnung ist, unter so äusserst verwickelten 
Beziehungen jemals in vollkommen richtiger Weise die relative 
Organisations-Stufe unvollkommen bekannter Faunen nach-einan- 
der folgender Perioden in der Erd-Geschichte zu beurtheilen. 

Von einem andern wichtigen Gesichtspunkte aus werden 
wir diese Schwierigkeit um so richtiger würdigen, wenn wir 
gewisse jetzt vorhandene Faunen und Floren ins Auge fassen. 
Nach der ganz aussergewöhnlichen Art zu schliessen, wie sich 
in neuerer Zeit aus Europa eingeführte Erzeugnisse über Neu- 

eingenommen haben, welche doch 

würde sich wohl, wenn man 
Thiere Grossbritaniens dort frei aussetzte, eine 



Seeland verbreitet und Plätze 
schon vorher besetzt gewesen 
alle Pflanzen un 



5 




Menge Britischer Formen mit 



der Zeit vollständig daselbst natura- 
lisiren und viele der eingebornen vertilgen. Dagegen dürfte 



Das, 



was wir jetzt in Neuseeland sich zutragen sehen 



5 



und 



die ThatsachCj dass noch kaum ein Bewohner der südlichen 



Sä 



aujr- 



Doch kaum! Wenn es sonst 10000 Fische und Reptilien ohne 
gegeben hätte, und gäbe jetzt deren nur 5000 mit 1000 Säugthier 
Arten; diess organische Leben wäre dennoch höher gestiegen! D. Übs. 



thiere 



> 



I 



345 



in irgend einem 



Theile Europas verwildert ist, uns 



Hemisphäre 

zu zweifeln veranlassen, ob, wenn alle Natur-Erzeugnisse Neu- 

Seelands in Grosshritannien frei ausgesetzt würden, eine etwas 
grössre Anzahl derselben vermögend wäre, sich jetzt von einge- 
borenen Pflanzen und Thieren schon besetzte Stellen zu erobern. 
Von diesem Gesichtspunkte aus kann 
dukte Grossbritanniens höher als dit 



man s 



agen 



? 



dass die Pro 



Neuseeländischen stehen. 
Und doch hätte der tüchtigste Naturforscher nach der sorgfältig- 
sten Untersuchung der Arten beider Gegenden dieses Resultat 
nicht voraussehen können. 



Agassiz hebt h 



? 



dass die alten Thiere in g^ewiss 



Beziehung 



d 



Embry 



neuer 



Thiere 



elb 




asse 



gleichen, oder dass die geologische Aufeinanderfolge erlosch 



F 

F 



gewisser 
parallel 



d 



mbryonischen Entwickelung neuer 



läuft 



Ich muss jedoch Pici 




Huxi 



Meinung beipflichten, dass diese Lehre von Ferne nicht erwie 
ist. 



Doch bin ich ganz der Erwartung, sie sich später wenigstens 



hinsichtlich solcher untergeordneter Gruppen bestätigen zu sehen, 
die sich erst in neuerer Zeit von einander abgezweigt haben. 



Denn diese Lehre von 



Agassiz stimmt wohl mit der Theorie der 



Natürlichen Züchtung überein. In einem spätem Kapitel werde 



ich zu zeigen versuchen 



3 



dass die Alten von ihren Embryonen 



in F'olge von Abänderungen 



abweichen . welche nicht in 



d e 1 



frühesten Jugend erfolgen und auch erst auf ein entsprechendes 
späteres Alter vererbt werden. 
Embryo fast unverändert lässt. 



Während dieser Prozess den 



häuft 



Iblorender Generationen immer mehr Verschiedenheit im 



er im Laufe aufeinander- 



Alten 



zusammen. 



So erscheint der Embryo gleichsam wie ein von 



der Natur 



aufbewahrtes Portrait des frühern und noch nicht sehr modifizirten 



Zustandes eines jeden Thieres. Diese Ansicht mag wahr seyn, 
ist jedoch nie eines vollkommenen Beweises fähig. Denn fänden 
wir auch, dass z. B. die ältesten bekannten Formen der Säug- 
thiere, der Reptilien und der Fische zwar genau diesen Klassen 
entsprächen, aber doch einander etwas näher stünden als die 



jetzigen typischen Vertreter dieser Klassen, so würden wir uns 



346 



doch so lange vergebens nach Thieren umsehen 



3 



welche noch 



den gemeinsamen Embryo - Chanakler der Verlebraten an sich 



trügen, als wir nicht Fossilien-führende Schichten noch tief 



That sehr wenig: 



unter 
Aus- 



den silurischen entdeckten, wozu in der 
sieht vorhanden ist. 

Aufeinanderfolge derselben Ty pe n inn e rhalb 
gleicher Gebiete während der späteren Tertiär- 
Perioden.) Clift hat vor vielen Jahren gezeigt, dass die 
fossilen Säugthiere aus den Knochen -Höhlen NeuhoUa?ids S'^hr 
nahe mit den noch jetzt dort lebenden Beutelthi'eren verwandt 
gewesen sind. In Süd-Amerika hat sich eine ähnliche Beziehuno* 
selbsf für das ungeübte Auge ergeben in den Armadill-ähnlichen 
Panzer-Stücken von riesiger Grösse, welche in verschiedenen 
Theilen von la Plata gefunden worden sind; und Professor Owen 
hat aufs Triftigste bewiesen, dass die meisten der dort so zahl- 
reich fossil gefundenen Thiere Südamerikanischen Typen angc- 

Diese Beziehung ist noch deutlicher in den wundervollen 



hören. 



Sammlungen fossiler Knochen zu erkennen, welche Lund und 

r 

Claisen aus den Brasilischen Höhlen mitgebracht haben. Diese 
Thatsachen machten einen solchen Eindruck auf mich, dass ich 



in den Jahren 1839 und 1845 dieses «Gesetz der Succession 
gleicher Typen«, diese »wunderbare Beziehung zwischen dem 
Todten und Lebenden in einerlei Kontinent« sehr riachdrücklich 

r 

hervorhob. Professor Owen hat später dieselbe Verallgemeinerung 
auch auf die Säugthiere der allen Welt ausgedehnt. V\^ir finden 
dasselbe Gesetz wieder in den von ihm restaurirten Riesenvögeln 
Neuseelands, Wir sehen es auch in den Vögeln der Brasilischen 
Höhlen. Woodward hat gezeigt, dass dasselbe Gesetz auch auf 
die See-Konchylien anwendbar ist, obwohl er es der weiten 
Verbreitung der meisten Mollusken-Sippen wegen nicht gut ent- 
wickelt hat. Es Hessen sich noch andre Beispiele anführen, wie 
die Beziehungen zwischen den erloschenen und lebenden Land- 
Schnecken auf Madeira und zwischen den alten und jetzigen 
Brackwasser-Konchylien des Ar al-K aspischen Meeres. 



Doch 



? 



was 



einanderfolge gleicher Typen 



bedeutet dieses merkwürdige Gesetz der Auf- 
weichen Länder - Gebieten ? 



in 



347 



Vergleicht man 




jetzig 



K 1 i in 



Neuhollands und der unter 



gleicher Breite damit gelegenen •Theile Süd-Amerikas mit 



d 



so würd 

eits aus 



es 



als ein thörichtes Unternehm 



rscheinen 



3 




er Unähnlichkeit 
Unähnlichkeit der Bewohner d 




seits aus der Ähnlichkeit d 



natürlichen Bedingungen die 

zwei Kontinente und ander- 

1 der 



Verhältnisse das Gleichbleibe 



Typ 



in 



jedem derselben während der späteren Tertiär-Period 



klären zu wollen 



Auch lässt sich nicht behaupten, dass 



derlichen Gesetze zufolg 



allein nur in Neuholland 



Amerikanischen Typ 



nur 



3 ßeutelthiere hauptsächlich od 
r Edentaten u. a. der jetzig 
in Amerika hervorgebracht wert! 



od 



könn 



Denn es ist bekannt 




Europa 



zahlreichen Beutelthie 



bevölkert war 



? 




alten Zeiten von 
ich habe in den 



ob 



an 




führten Schriften gezeigt 



5 



d 



in Amerika 




Ver 



breitungs- Gesetz für die Land-Säugthiere früher 



ein 



w 



eh 



• 5 

an 



als es jetzt ist 



Nord-Amerika betheiligt 



andres ge- 
sich früher 




jetzig 



Charakter der südlichen Hälfte des Kon 



tinentes und die südliche Hälfte war früher mehr als jetzt mit 




dlichen verwandt. Durch F 



und Gau 



Ent 



f 



dass Nord-Indien hinsichtlich seiner 
SäucTthiere früher in näherer Beziehung als jetzt mit Afrika stund. 



deckungen wissen wir. 



Analoge Thatsachen Hessen sich auch von d 



Verbreitung 





Th 



ttheilen 



Nach der Theorie gemeinsamer Abstammung mit fortschrei- 
tender Abänderung erklärt sich das grosse Gesetz langwährender 



aber nicht 



derlicher Aufeinanderfolge gleicher Typ 



auf 



einem und demselben Feld 



mittelb 



D 




Bewoh 



eines jeden Theil 



der Welt werden offenbar streben in diese 



Th 



während 




nächsten Zeit-Period 



nahe 



erwandt 



doch 



etwas abgeänderte Nachkom 



zu hinterlas 



Sind die Bewoh 



Kontinents früher von denen eines andern Festland 



sehr 



verschieden gewesen, so werden ihre abgeänderten Nachkommen 
auch jetzt noch in fast gleicher Art und Stufe von einander ab- 
weichen. Aber nach sehr langen Zeiträumen und sehr grosse 
Wechselwanderungen gestattenden geographischen Veränderungen 



werden die schwächeren den herrschenden Formen weichen^ und 



348 



so ist 



chts 



d 



und jetzig 



Zeit 



in Verbreitungs- Gesetzen fi 



T 




Vielleicht 



gt 



ch 



Spott, ob ich glaube, dass das 



Megatherium und die andern ihm verwandten 
Amerika das Faulthier. das Armadil und die 



I 



LIng 

Ann 



s 



geänderte Nachkommen hinterlassen haben, f) 



keinen Augenblick zugeben 



J 



gros 



Th 



losch 



SS kann man 
3 sind Yülliü 



5 



ohne eine Nachkommenschaft zu hinterlassen. 



Aber 



in den Höhlen Brasiliens sind viele 



ausgestorbene Arten, 



m 



Grösse u. a. Merkmalen nahe verwandt mit den noch jetzt in 
Süd-Amerika lebenden Spezies , 



und einige der fossilen 



mögen 
Man 



wirklich die Erzeuger noch jetzt dort lebender Arten seyn. 
darf nicht vergessen, dass nach meiner Theorie alle Arten einer 
Sippe von einer und der nämlichen Spezies abstammen, so dass, 
wenn von sechs Sippen jede acht Arten in einerlei geologischer 
Formation enthält und in der nächst- folgenden Formation wieder 
sechs andre verwandte oder stellvertretende Sippen mit gleicher 



Arten-Zahl vorkommen, wir dann schliessen dürfen 



5 



5 



dass nur 



.ff 



eine Art von jeder der sechs älteren Sippen modifizirte Nach- 
kommen hinterlassen habe, welche die sechs neueren Sippen 
bildeten. Die andren sieben Arten der alten Genera sind alle 



ausgestorben, ohne Erben 



zu hinterlassen. Doch möchte es wohl 



weit öfter vorkommen, dass zwei oder 



drei Arten von nur zwei 



• • 



oder drei der alten Sippen die Altern der sechs neuen Genera 
gewesen und die andern alten Arten und sämmtliche übrigen 
alten Sippen gänzlich erloschen sind. In untergehenden Ord- 
nungen mit abnehmender Sippen- und Arten-Zahl, wie es offen- 
bar die EAenldien Süd- Amerikas sind, werden weniger Genera und 
Spezies abgeänderte Nachkommen in gerader Linie hinterlassen. 



Zusammenstellung 



des 



vorigen 



und 



jetzigen 



Kapitels.) Ich habe zu zeigen gesucht, dass die geologische 
Schöpfungs-Ürkunde äusserst unvollkommen ist; dass erst nur 
ein kleiner Theil der Erd-Oberfläche sorgfältig untersucht worden 
ist; dass nur gewisse Klassen organischer Wesen zahlreich in 
fossilem Zustande erhalten sind ; dass die Anzahl der in unsren 
Museen aufbewahrten Individuen und Arten gar nichts bedeutet 



/ 



349 



im 



Vergleich 



mit der unberechenb 



Zahl von Generationen 



5 




nur während einer Formations-Zeit aufeinander-gefolgt seyn 
müssen; dass 



folgend 



geheure Zeiträume zwischen je zwei aufeinander 
Generationen verflossen seyn müssen, weil Fossilien 

ir Zerstö 



führende Formationen hinreichend mächtig, um künftig 




zu 



dersteh 



5 



sich nur während Senkungs-Perioden ab 



lag 



können 



: 



dass mithin wahrscheinlich während der 




kuno-s-Zeiten mehr Aussterben und während der Hebungs-Zeite 



mehr Abändern organischer 
der Schöpfungs-Bericht aus d 



F 



stattgefunden hat 



? 



dass 



letzten Feriod 



am unvoll- 



kommensten erhalten ist; dass jede einzelne Formation nicht in 



worden 




die 



ununterbrochnem Zusammenhang abgelagert 
Dauer jeder Formation vielleicht kurz ist im Vergleiche zur mit- 
tein Dauer der Arten-Formen; dass Einwanderungen einen grossen 



Antheil 



m 



ersten Auftreten 



Formen 



der Formation 



Gegend gehabt haben 



5 




die am weitesten 



breiteten Arten 



•* 



auch am meisten 

stehung iT^uer Arten gegeb 



variirt und am öftesten Veranlassung zur Ent 



haben 



1 



und 




Varietäten an- 



gs oft nur örtlich gewesen sind 



Alle diese Ursachen 



genomme 



müssen 



die geologische Urkunde äusserst unvollständig 
machen und können es grossentheils erklären, warum wir keine 



endlosen Varietäten-Reihen 

en feinsten Abstufung 



in 




die erlösche 
n mite in and 



iind lebenden Form 
rketten sehen. 



Wer diese Ansichten von 




sehen Berichte 
verwerfen. 



werfen 'wilL muss auch meine 




gebens wird er 



Beschaffenheit des geologi- 

anze Theorie 



wo die zahl 





frag 



Übcrgangs-Glieder geblieb 



welche die nächst verwandte 



od 



stellvertretenden Arten einst mit 



müssen 



5 



d 



man in den 



d 



Formation übereinand 



findet 



liehen Zwischenzeiten glauben, welche zwisch 



lander verkettet haben 

r 

Stöcken einer grossen 
Er wird nicht an die unermess- 

}n unseren aufein- 



li er- folg 



d 



Formation 



welchen wesentlichen Antheil die Wanderung 



flössen sind : er wird übersehen, 

3n seit dem ersten 



Erscheinen der Organismen in 



den Formationen einer gros 



sen Weltgegend wie Europa 



für sich allein betrachtet 




ehabt 



haben; er wird sich auf das anscheinend 



5 



aber oft nur an- 



350 



scheinend 



? 



plötzliche Auftreten ganzer Arten-Gruppen berufen 



reichen Organisme 



J 



unendlich zahl- 



Wenn er fragen sollte, wo denn die Reste 

geblieben, welche lang 
ältesten Silur-Schichten abgelagert worden seyn müssen, so kann 



vor der Bildung d 



? 



ich nur hypothetisch darauf antworten 



3 



dass 



5 



so viel noch zu 



eben, unsre Ozeane sich schon seit unermesslichen Zeitr 



j 



ihren jetzigen Stellen befunden hat 



5 



Kontinente jetzt steh 



? 



sie sich 



seit 




und dass dj 
dv Silur-Zeit 



5 wo unsre 
gestanden 



sind ; dass aber die Erd-Oberfläche lange vor dieser Periode ein 
ganz andres Aussehen gehabt haben dürfte, und dass die allen 
Kontinente aus Formationen noch viel älter als die silurische be- 



stehend sich bereits alle 



in metamorphischem Zustande befinden 



oder tief unter den Ozean versenkt liegen. 

Doch sehen wir von diesen Schwierigkeiten ab, so scheinen 
mir alle andern grossen und leitenden Thatsaphen in der Paläon- 
tologie einfach aus der Theorie der Abstammung von gemein- 
sam'en Uraltem mit fortschreitender Abänderung durch Natürliche 



Züchtung zu folg 



Es 



rklärt sich daraus, warum a^ue Arten 



nur 



» 



g 



nach 



d 



auftreten 



: 



warum Arten verschied 



« 

ner Klassen nicht nothwendig in gleichem Verhältnisse oder glei- 
chem Grade miteinander wechseln, sondern alle nur im Verlauf 
langer Perioden Veränderungen unterliegen. Das Erlöschen alter 
Formen ist die unvermeidlichste Folge vom Entstehen neuer. 



Es erklärt sich warum eine 



Spezies, wenn einmal 



verschwunden 



3 



nie wieder erscheint. Arten-Gruppen' (Sippen u. s. w.) wachsen 
nur langsam an Zahl und dauern ungleich lange Perioden aus ; 
denn der Prozess der Abänderung ist nothwendig ein langsamer 
und von vielerlei verwickelten Zufällen abhängig. Die herrschen- 
den Arten der grösseren herrschenden Gruppen streben viele 
abgeänderte Nachkommen zu hinterlassen , und so werden wie- 
der neue Untergruppen und Gruppen gebildet. Im Verhältnisse 
als diese entstehen, neigen sich die Arten minder 




Gruppen in Folge ihrer gemeinsam ererbten Unvollkommenheit 
dem gemeinsamen Erlöschen zu, ohne irgendwo auf der Erd- 
Oberfläche eine abgeänderte Nachkommenschaft zu hinterlassen. 



Aber 



das gänzliche Erlöschen einer ganzen 



Arten-Gruppe mag 



I 
I 



351 




9 

3SS seyn, wenn einzelne Arten in ge- 
aen Standorten kümmernd noch eine 
Ist eine Gruppe einmal' unterge- 
gangen, so kann sie nie wieder erscheinen, weil ein Glied aus 
der Generationen-Reihe zerbrochen ist 



ein sehr langsamer Proz 
schützten oder abgeschlosse 
Zeit lang fortleben können 



So ist es begreiflich 



j 



dass die Ausbreitung herrschender 



Lebenforme 



welche eben am öftesten variiren, mit der Läng 



der Zeit die Erde mit nahe verwandten jedoch modifizirten F 



men bevölkern 



3 



denen es sodann gewöhnlich gelingt die Plätze 



Arten-Gruppen einzunehmen, welche ihnen im Kampfe ums 



Daseyn unterlieg 



ten 



aussehen, als 



1. Daher wird es denn nach langen Zwischenzei- 
hätten die Bewohner der Erd-Oberfläche überall 



gleRh-zeitig gewechselt 





ist es ferner begreiflich 



} 



woher es kommt, dass die 



alten und neuen Lebenformen ein grosses System mit einander 
bilden, da sie alle durch Zeugung« mit einander verbunden sind. 



Es ist aus der fortgesetzten Neigung 



Diverg 



des Charak- 



ters begreiflich, warum 
jetzt lebenden abweich( 
loschene Form( 
eignet sind un 



ft Luc 



die fossilen Formen um so mehr von den 

älter sie sind; warum alte und er- 
zwischen lebenden auszufüllen ge- 






f 



we 



ist 



3 



um so 



zuweilen zwei Gruppen mit einander vereinigen, 

obwohl sie solche in 

ine Form 
, welche 
as Mittel 



che zuvor getrennt aufgestellt worden 
der Regel nur etwas näher einander rücke 



Je älter 



öfter scheint sie Charaktere zu entwickeln 



zwischen jetzt getrennten Gruppen mehr und wenig 




t* 



7 



denn 



halten 
mithin 
Grupp 



Erloschene^ 




eine F 



ist 



3 



desto naher verwandt und 



sie 





m- oremeinsamen Stamm-Vater solcher 

m sind. 



? 



benden. son 




welche seither weit auseinander gegang 



haltet selten genau das Mittel zwischen le 

Folge einer weit 



ni stehen in dere 



Mitte 



läufigen Verkettung dui 



viele erloschene 



und 



bweichend 



F 



W 



ersehen deutlich, warum die organische 



Reste 



dicht aufeinander- folgender Formationen 



einander ähnlicher als 



die weit von einander entfernter seyn müssen 5 denn jene For- 

stehen in 'näherer Bluts-Verwandtschaft als diese mit ein- 



men 
ander 



W 



vermögen endlich einzusehen, warum 




gani 




35^ 



seh 



Rest 



rakteren halten. 



mittler Formationen auch das Mittel in ihren Cha- 



Die Erd-Bewüh 



fr 



einer jeden späteren Period 



iben die 



im Kampfe um's Daseyn besiegt und müssen insofe 



auf einer höher 



es mag 



sich aus 



Vollkommenheits - StuI 
em unbestimmten u 



d 



stehen, und 





deutete 



d 



erklär 



Gefühl 



Organisation 



dass viele Paläontologen an einen Fortschritt 



d 



Ga 



er 



glaub 



Sollte sich 



dass 



alte Thier-For 



in 



gewissem 



Grad 



sp 

de 



ben 



neuer aus 




nämlichen 



Klasse gleichen ^ 



Embrpneu 



so würd 



Dies 



zu begreifen seyn. Die Aufeinanderfolg 



Ö 



Typen 
Period 



auf gleichem Gebiete während der 



her Organisi 
izten geolog 



hört auf geheimnissvoll zu seyn und ist eine 



Folge der Vererbung 





\^ 





ist 



daher die geologische Schöpfungs-Urkund 
als ich es glauBe (und es lässt sich 



behaupten, d 



jss das Gegentheil nicht 
Haupteinwände gegen die Theoi 



so unvoll- 
wenigstens 



weisbar), so werd 



sich 



in hohem Grad 



Natürlich 
vermindern oder gänzlich verschwind 



i Züchtung 

^ 3n. Dage- 

gen scheinen mir die Haupt- Gesetzter Paläontologie deutlich 



ZU beweisen, dass die Arte 



durch 



standen 
während 



sind 



t 





wohnlich 



Zeugung ent- 



Frühere Lebenformen sind durch die noch foi 



um uns her thätigen Variations - Gesetze entstandene 
und durch Natürliche Züchtung erhaltene vollkommenere Formen 
ersetzt worden. 



\ 










353 





Geographische Yerbreituiig. 



/D 



gegenwärtig 



Verbreitung der 



Organismen lässt sich nicht aus d 



hen Lebens -Beding 



erklären. 



Wichtigkeit drr Verbre 



tungs - Schrank 



,rt. 



Verwandtschaft 



Kontinentes. -^ Schöpfungs-Mittelpunkte 



der Erzeugnisse eines nämlichen 
Airsachen der Verbreitung sind 



Wechsel des Kl 



Schwankung 



d 



Boden-Höhe und mitunter zu- 



fällig 



> j 



D 



Zerstreuung während der Eis -Periode über die ganze 



Erd-Oberfläche 



/Bei Betrachtung der Verbreitungs- Weise der organischen 
Wesen über die Erd-Oberfläche besteht die erste wichtige That- 
Sache, welche uns in die Augen fallt, darin, dass weder die Ahn- 

Unähnlichkeit der Bewohner verschiedener 



lichkeit noch 



Gegenden 



die 



aus 



klimatischen u. a. physikalischen Bedingungen 
erklärbar ist. Alle, welche diesen Gegenstand studirt haben, sind 
endlich zu dem nämlichen Ergebniss gelangt. Das Beispiel Arne 
rikas würde schon allein genügen, Diess zu beweissen. Denn 



alle Autoren stimmen darin überein 



? 



dass 



3 



mit Ausschluss des 



nördlichen um den Pol her ziemlich zusammenhängenden Thei- 

Trennung der alten von der neuen Welt eine der 



les 



die 



ersten Grundlagen der geographischen Vertheilung der Orga- 



nismen bilde. W 



wir aber 




weiten Amerikanischen Kon- 



tinent von den mittein Theilen der Vereinten Staaten an bis zu 
seinem südlichsten Punkte durchwandern, so begegnen wir den 
alier-verschiedenartigsten Lebens-Bedingungen, den feuchtesten 
Strichen und den trockensten Wüsten, hohen Gebirgen und gra- 
sigen Ebenen, Wäldern und Marschen, Seen und Strömen mit 



fast jeder Temperatur. Es gibt kaum ein KU 



od 



eine 




dingung 



der alt 671 



Welt 



5 



WOZU sich nicht eine Pai 



in 



der neuen fände, so ähnlich wenigstens, als Diess zum Fort- 
kommen der nämlichen Arten erforderlich wäre.; denn es ist ein 
äusserst seltener Fall, irgend eine Organismen-Gruppe auf einen 

etwas eigenthümlichen Lebens-Bedingungen 



kleinen Fleck 



mit 



beschränkt zu finden. 



So 



z. 




gibt es -in der alten 



Welt 



wohl einige kleine Stellen, heisser als irgend welche in der 

neuen] und doch haben diese keine eigenthümliche Fauna oder 

23 



354 






Flora. Aber ungeachtet dieses Parallelismus in den Lebens-Be- 

der alten und der neuen Welt^ wie weit sind ihre 



dingungen 

lebenden Bewohner verschieden! 



Wenn wir in der südlichen Halbkugel grosse Landstriche 



in 



25 



^0 



Australien , Süd- Afrika 
35^ S. Br. mit einander 



und 



West-Südamerika zwische n 



vergleichen, so werden wir manche 



ia allen ihren natürlichen Verhaltnissen einander äusserst ähn- 



liche Theile finden, und doch würde es nicht 



m(')glich 



seyn, drei 



einander unähnlichere Faunen und Floren ausfindig zu macheu. 



wenn wir die Natur- Produkte Süd- Amerikas im Süd 



vom 



Oder 

35" Br. und im Norden vom 25^ Br. mit einander vergleichen, 

die mithin ein sehr verschiedenes Klima bewohnen, so zeigen 



sich dieselben einander weit näher verwandt, als die in Aiislra- 
lien und Afrika in fast einerlei Klima lebenden sind. 



Und ana- 



loge Thatsachen lassen sich auch in Bezug auf die Meeres- 



Thiere nachweisen. 




Als zweite allgemeine 



Thatsache fällt uns auf, dass Schran- 
ken verschiedener Art oder Hindernisse freier Wanderung mit 
den Verschiedenheiten zwischen Bevölkerungen verschiedener 



Gegend 



g 



und 



ntlichem Zusammenhange steh 



So 



d 



grosse Verschiedenheit fast aller Land-Bewoh 



d 



alten und 




neuen Welt mit Ausnahm 




nördlichen Theile 



5 



wo 



h beid 




berühren 



Klima die Wand 



d 



b 



einem nur we- 



nig abweichenden 
nördlich-gemässigten Zone in ähnlich 




W 



■en der Bewohner 
iise möglich gewe 




seyn dürften, wie sie noch jetzt 
völkerung stattfinden. Wir erker 
grossen Verschiedenheit zwischen den Be 



von Seiten der arktisch 
nen dieselbe Thatsache 




d 



Afrika und Süd-Amerika wied 



'-^ # 



•> 



den 



diese Gegend 



Australien^^ 

n sind fast 



■ ■ 



so vollständig von einander geschieden , als es nur immer mög- 



lich ist. 
scheinung 



Auch 



• 

f iedem Festland 




auf 




sehen wir die nämliche Er- 
entgegengesetzten Seiten hoher und 



nhängender Gebirgs-Ketten, grosser Wüsten und mitunter 



sogar nur grosser Ströme find 



wir 



erschied 



Erzeugnisse 



Da jedoch Gebirgs-Ketten 
schreitbar sind oder 



? 



noch 



Wüsten u. s. w. nicht ganz unüber- 
nicht so lange als die zwischen den 






I 



I 



355 



Festländern gelegenen Weltmeere bestehen, so sind diese Ver- 
schiedenheiten dem Grade nach viel kleiner als die in verschie- 

denen Kontinenten. 

Wenden wir uns nach dem Meere, so finden wir das nämliche 



Gesetz. Keine andern zwei Meeres-Faunen sind so verschieden von 
einander als die an den östlichen und den westlichen Küsten Süd- 
un{\ Mittel- Amerikas. Da ist fast kein Fisch, keine Schnecke, kein 
Krabbe gemeinsam. Und doch sind diese grossen Faunen nur 
durch die schmale Landenge von Panama von einander getrennt. 
Westwärts von den Amerikanischen Gestaden erstreckt sich ein 
weiter und offener Ozean mit nicht einer Insel zum Ruheplatz 
für Auswanderer ; hier haben wir eine Schranke andrer Art, und 



sobald diese überschritten ist, treffen 



wir auf den östlichen In- 



seln des stillen Meeres auf eine neue und ganz verschiedene 
Fauna. Es erstrecken sich also drei Meeres-Faunen nicht weit 
von einander in parallekn Linien weit nach Norden und Süden in 
sich entsprechenden Klimaten. Da sie aber durch unübersteigliche 
Schranken von Land oder offenem Meer von einander getrennt 
sind, so bleiben sie völlig von einander verschieden. Gehen wir 



• 



aber von den östlichen Inseln im tropischen Theile des stillen 
Meeres noch weiter nach Westen, so finden wir keine unüber- 
schreitbaren Schranken mehr; unzählige Inseln oder zusammen- 
hängende Küsten bieten sich als Ruheplätze dar, bis wir nach 
Umwanderung einer Hemisphäre zu den Küsten Afrikas gelangen; 
aber in diese weiten Flächen theilen sich keine wohl-charakteri- 
sirten verschiedenen Meeres-Faunen mehr. Obwohl kaum eine 
Schnecke, ein Krabbe oder ein Fisch jenen drei Faunen an der 
Ost- und der West-Küste Amerikas und im östlichen Theile des 
stillen Ozeans gemeinsam ist, so reichen doch viele Fisch-Arten 
vom stillen bis zum Indischen Ozean und sind viele AYeichthiere 



den 



östlichen Inseln 



der 



Südsee und 



den 



östlichen Küsten 



Afrikas unter 



sich 



fast genau ent^ejjenstehenden Meridianen 



gemein. 



& 



J Eine dritte grosse Thatsache, schon zum Theil in den vori- 
gen mitbegriffen, ist die Verwandtschaft zwischen den Erzeug- 
nissen eines nämlichen Festlandes oder Weltmeeres, obwohl die 

23 



356 



Arten verschiedener Tlieile und Standorte desselben verschieden 
sind. 



Demunofe. 



Es ist Diess ein Gesetz von der grössten Allgemeinheit 
und jeder Kontinent bietet unzalilige Belege dafür, 
achtet fühlt sich der Naturforscher auf seinem Wege von Norden 
nach Süden unfehlbar betroffen von der Art und Weise wie 
Gruppen von Organismen der Reihe nach einander ersetzen, 



die in den Arten verschieden aber offenbar verwandt sind. 



Er 



hört von nahe verwandten aber doch verschiedenen Vögeln ähn- 
sieht ihre ähnlich gebauten Nester mit ahnlich 



liehe Gesänge , 



« 



* 

gefärbten Eiern. Die Ebenen der Magellans-Strasse sind von 
einem Nandu (Rhea Americana) bewohnt, und im Norden der 
Laj^/rtto-Ebene wohnt eine andre Art derselben Sippe, doch 
kein ächter Strauss (Struthio) oder Emu (Dromains), welche in 
Afrika und beziehungsweise in Neuholland unter gleichen Brei- 
ten vorkommen. In denselben La/)/a/a-Ebenen finden wir das 
Aguti (Dasyprocta) und die Hasenmaus (Lagostomus), zwei Nago- 
Ihiere von der Lebensweise unsrer Hasen und Kaninchen und 



Ordnung gehörig, aber einen 



mit ihnen in gleiche 

nischen Organisations- Typus bildend. Steig 



Amerika- 



wir zu de 



Hoch- 



Gebirge der Cordiller 




5 



so treffen wir die Berg-H 



maus (Lagidium): sehen wir uns am Wasser um, so finden wir 



\ 



zwei andre Südamerikanische Typ 
und Capybara (Hydrochoerus) 




Coyp 



(Myopotam 



statt 




Bib 




d 



B 



ratte. So Hessen sich zahllos 



dre Beispi 



anfüh 



V\ 



sehr auch 




e 



Inseln an den Amerikanischen Küsten in ihrem 



ge 



Bau abweiche 



« * 



g 



5 



ihre Bewoh 



Amerikanisch, wenn auch von eigenthümlichen Ar 



sind wescnt- 
ten. Schauen 



wir zurück nach nächst-früheren Zeit-Period 



wie sie un 



letz- 



ten Kapitel erörtert word 
kanische Typen voi 



so find 



wir 



auch 




noch Ameri 



auf dem Amerikanischen Festhinde 
1. Wir erkennen in diesen That- 
sachen ein tief-liegendes organisches Band, in Zeit und Raum 



herrschend 



wie in Amerikanischen Meere 



vorherrschend über gegeb 



Land 



und Wasser-Flächen, unab 



hängig von ihrer natürlichen Beschaffenheit 




• • 



sste nicht sehr wissbegierig seyn 



5 




sich 



Naturforscher 
icht versucht 



fühlte, näher nach diesem Bande zu 



forschen. 



i 

I 






357 



Diess Band besteht nach meiner Theorie lediglich in der 
Vererbung, derjenigen Ursache, welche allein, soweit wir Siehe- 
res wissen, gleiche oder ähnliche Organismen, wie die Varietäten 



sind 



? 



hervorbringt. Die Unähnlichkeit der Bewohner verschie- 



dener Gegenden wird der Umgestaltung durch Natürliche Züch- 
tung und, in einem ganz untergeordneten Grade, dem unmittel- 
baren Einflüsse äussrer Lebens-Bedingungen zuzuschreiben seyn. 
Der Grad -der Unähnlichkeit hängt davon ab, ob die Wanderung 
der herrschenderen Lebenformen aus der einen Gegend in die 



andre raschei 



oder langsamer in 



pätre 



od 



früherer Zeit vor 



sich gegangen; er 



hängt von der Natur und Zahl der früheren 
Einwanderer, von deren Wirkung und Rückwirkung im gegen- 
seitigen Kampfe ums Daseyn ab, indem, wie ich schon oft be- 



merkt habe 



j 



die Beziehung von Organismus zu Organismus 



die 



wichtigste aller Beziehungen 



ist. 



Bei den Wanderungen kommen 
die oben erwähnten Schranken wesentlich in Betracht, wie die 
Zeit bei dem lanorsamen Prozess der Natürlichen Züchtung. Weit- 
verbreitete und an Individuen reiche Arten, welche schon über 



Mitbewerber in ih 



5 

gnen ausgedehnten Heimath g 



werden beim Vordringen in neuen Gegenden die beste Aussicht 



hab 



neue Plätze zu gewinnen 



Unter den neuen Lebens-B 



dingungen ihrer späteren Heimath werd 



häufig neue Abänd 



rungen und Verbesserungen erfahren: sie werden den and 



noch überleg 



erzeug 



Au 



werden und Gruppen abändernder Nachkommen 
diesem Prinzip fortschreitender Vererbung mit 



Abänderung ergibt sich, wie es 
und selbst ganze Familien, wie 



geht 



? 



Untersipp 



es so gewohnter und 



ter Maassen der Fall, auf gewisse Fläch 



beschränkt 



W 



seh 



)n im letzten Kapitel bemerkt wordei 
ich an kein Gesetz nothwendiger Vervollkommnung 



? 



^n, Sippen 
anerkann- 
erscheinen, 
so glaube 
so wie die 



Veränderlichkeit der Arten eine unabhängige Eigenschaft ist und 



von 




Natürlichen Züchtung nur so weit ausgebeutet wird 



j 



als 



es den Individuen in ihrem vielseitigen Kampfe ums Daseyn 
zum Vortheile gereicht, so besteht auch für die Modifikation der 
verschiedenen Spezies kein gleiches Maass. Wenn z. B. eine 
Anzahl von Arten, die miteinander in unmittelbarer Mitbewerbung 



358 



stehen . in Masse 



nach 



einer neuen 



und 



Gegend auswandern, so werden 



nachher isolirton 



sie wenior Modifikation erfahren 



ö 



die Isolirung an sich 



etwas 



indem weder die Wanderung noch 
dabei thun. Jene Prinzipien kommen hauptsächlich nur in Be- 
tracht, wenn man Organismen in neue Bezieliungen unter ein- 
ander, weniger wenn man sie in Berührung mit neuen Lehens- 
Bedingungen bringt. Wie wir im letzten Kapitel gesehen, dass 
einige 



Formen ihren Charakter seit uncreheucr 



weit zuriickgele- 

genen geologischen Perioden last unverändert behauptet haben, 
so sind auch manche Arten über weite Räume gewandert, ohne 
grosse Veränderungen zu erleiden. 



Nach diesen Ansichten liegt es 



auf der Hand, dass verschie- 



dene Arten einer Sippe, wenn sie auch die entferntesten Theile 
der Welt bewohnen, doch ursprünglich aus gleicher Quelle ent- 



sprungen, vom 



nämlichen Stammvater entstanden seyn müssen. 
Was diese Arten betrifft, welche im Verlaufe ganzer geologischer 
Perioden sich 



nur 



wenig verändert haben , so hat es keine 
Schwierigkeit anzunehmen, dass sie aus einerlei Gegend hor- 



gewandert 



sind : 



denn 



während 



der 



grossen geographischen 



und klimatischen Veränderungen, welche seit alten Zeiten vor 
sich gegangen, sind Wanderungen auf jede Entfernung möglich 

In vielen andern Fällen aber, wo wir Grund haben 



gewesen 



zu glauben, dass die Arten einer Sippe erst in vergleichung'^- 

neuer Zeit entstanden sind, ist die Schwierigkeit weit 
. Ebenso ist es einleuchtend, dass Individuen einer Art, 



weise 



grosser 



wenn sie jetzt auch weit auseinander und abgesondert gelegene 
Gegenden bewohnen, von einer Stelle ausgegangen seyn müssen, 
wo ihre Altern zuerst erstanden sind; denn, so wie es im letzten 
Abschnitte erläutert worden, ist es unglaublich, dass spezitisch gleiche 
Individuen von verschiedenen Stamm-Arten abstammen können. 




So wären wir 




bei der neuerlich oft von Naturforschern 



örterten Frage angelangt, ob Arten je an einer oder an 



meh 



ren Stellen der Erd-Oberfläche ei 
ohne m'äcr es da sehr viele Fälle 
zu begreifen ist. 



gt worden seyen 



Zweifels 



geb 



5 



WO es äusserst schwer 



wie 




gleich 



Art von einem Punkte aus 




den 



hied 



entfernten und abgesonderten Gegenden 



I 



I 



359 



gewandert seyn solle, wo sie nun gefunden wird. Demungeach- 

^ Art nur von einem 



tet drängt sich die Vorstellung 



? 




jed 



ursprünglichen Geburtsorte ausgegangen seyn müsse, durch ihre 
Einfachheit dem Geiste auf. Und wer sie verwirft, verwirft die 
vera causa, die gewöhnliche Zeugung mit nachfolgender Wande- 
rung, um zu einem Wunder seine Zuflucht zu nehmen. Es wird 



llgemein 



gestanden, d 



die von einer Art bewohnte Gegend 



in der Regel zusammenhängend ist; und wenn eine Pflanze 



od 



Thier-Art zwei von 



inand 



so 



it entfernte oder durch 



bewohnt 



d 



solche Schranken getrennte Punkte 

leicht von einem zum andern gewandert seyn kann 




sie 



so betrach- 



tet man Diess 
Die Fähigkeit üb 



als etwas Merkwürdiges 



* 

Meer zu wand 



st 




lleicht mehr als bei irgend einem 



d 



d Ausnahmswei 
n Land-Säugthie 
organischen We 



hränkt 



und wir finden damit übereinstimmend auch kein 



rklärbaren F 



wo 



dieselbe Säugthier-Art sehi 



nkle d 



Erd 



b 



Ke 



Geolosje findet 



entfernte 
Schwierig- 



eit darin anzunehmen, dass Grosshvitamiien ehedem mit d 



Europäischen Kontinente zusi 
nämlichen Säugelhiere besess 
an zwei entfernten Punkten 



hang 



hab 



We 



sey 
1 ab 




ithi 
elb 




Art 




Welt 



gt 



rd 



kann 



j 



w 



find 



wir 



ht eine einzige Enrop 



und Australien 



ode 



Süd- Amerika ge 



geh 



Säugethier-Art 



D 



Lebens-Bedingung 



sind nah 




mlichen 



? 



so 




eine 



Menge Europäischer Pfl 
lien naluralisirt werde 
sehen Pflanzen Arten 



entfernten Punkt 



Antwort lieg 



und Thiere in Amerika ui\& Aus tra 



n sind 
sind g 



5 



d 



ogar 



g 



d 



ureinh 



dieselben an d 



zwe 





wie 



rdlichen 
h glaube 



d 



üdlichen Heinisph 



so 



? 



5 



fähig sind die Wanderung zu maeher 
ihren manchfaltigen Verbreitungs-Mitteln d 



darin, dass Säugthiere nicht 
während einige Pflanzen mit 

esen weiten und unter- 



brochnen Zwischenraum zu überschreiten vermochten. Der mächtige 

geographische Schranken aller Art auf die Ver- 



Einfluss, welchen 



breitungs-Weise geübt, wird nur unter der Voraussetzung begreif- 

5 dass w^eilaus der grösste Theil der Spezies nur auf einer 



lieh 



Seite derselben erzeugt worden ist und Mittel zur Wanderung 



360 



nach 



der 



andern Seite 



nicht 



besessen hat. 



Einige 



wenige 



Familien, viele Unterfamilien, sehr viele Sippen und eine noch 
grössre Anzahl von Untersippen sind nur auf je eine einzelne 
Gegend beschränkt, und mehre Naturforscher haben die Be 



mer- 




kung gemacht, dass die meisten natürlichen Sippen, aiejenigen 
nämlich, deren Arten alle am nächsten mit einander verwandt 
sind, örtlich oder auf eine Gegend angewiesen zu seyn pflegen. 
Was für eine wunderliche Anomalie würde es nun seyn, wenn 
eine Stufe tiefer unten in der Reihe die Individuen einer Art 
sich geradezu entgegengesetzt verhielten und die Arten nicht 
örtlich, sondern in zwei oder mehr ganz verschiedenen Gegen- 
den erzeugt worden wären! 

Daher scheint mir, wie so vielen andern Naturforschern 
die Ansicht die wahrscheinlichere zu seyn, dass jede Art nur in 



j 



einer einzigen 



Gegend entstanden, aber 



achher von da aus so 



weit gewandert seye, als Mittel und Subsistenz unter früheren 

gegenwärtigen Bedingungen gestatteten. Es kommen un- 



/ 



und 



zweifelhaft auch jetzt 



och 



F 



vor, wo sich nicht erkl 



lässt, auf welche Weise diese oder jene Art von einer Stelle zur 
andern gelangt ist. Aber geographische und klimatische Verände- 
rungen, welche sich in den neuen geologischen Zeiten zuverlässig 
ereignet, müssen den früher bestanduen Zusammenhang der Ver- 
breitungs-Flächen vieler Arten unterbrochen haben. So gelangen 
wir zur Erwägung, ob diese Ausnahmen von der Ununterbrochen- 



heit 



der 



Verbreitungs-Bezirke 



so 



zahlreich und 



o 



Natur sind, dass wir d 



5 



durch 




so gewich- 
gehenden Betrach- 
tungen wahrscheinlich gemachte Meinung, dass jede Art nur auf 
einem Felde entstanden und von da so weit als möglich gewan- 
dert seye, aufzugeben genöthigt werden ? Es würde zum Verzwei- 



feln 



d 



weit 



langweilig seyn, alle Ausnahms-Fälle aufzuzählen ur 
örtern, wo eine und dieselbe Art jetzt an verschiede 
von einander entfernten Orten lebt; auch will ich keinen Augen- 
blick behaupten, für viele dieser Fälle eine genügende Erklärung 
wirklich geben zu können. Doch möchte ich nach einigen vorläufi- 
gen Bemerkungen die wichtigsten Klassen solcher Thatsachen 
erüriern, wie insbesondere das Vorkommen von einerlei Art auf 



361 



den Spitzen weit von einander gelegener Bergketten, 



oder 



im 



arktischen und antarktischen Kreise zugleich; dann, zweitens 
folgenden Kapitel) die weite Verbreitung 




Süsswass 



Bewohner, und drittens, das Vorkommen von einerlei Landth 



Arten 



Festland und 



Inseln, welch 



durch Hunderte von 




len offnen Meeres von einander getrennt sind. 



W^enn das Vor- 



kom 



von emei" 




d 



nämlich 



Art an entfernten und 



vereinzelten Fundstätten der Erd -Oberfläche sich in vielen Fällen 
durch die Voraussetzung erklären lässt, dass diese Art von ihrer 
Geburts-Stätte aus dahin gewandert seye, dann scheint mir in An- 
betracht unsrer gänzlichen Unbekanntschaft mit den früheren geo- 
graphischen und klimatischen Veränderungen so wie mit manchen 
zufälligen Transport-Mitteln die Annahme, dass Diess die allge- 
meine B*egel gewesen seye, bei V^eitem die richtigste zu seyn. 

Bei Erörterung dieses Gegenstandes werden wir Gelegen- 
heit haben noch einen andern für uns gleich-wichtigen Punkt in 
Betracht zu ziehen, ob nämlich die mancherlei verschiedenen 



5 



oremem- 



Arten einer Sippe, welche meiner Theorie zufolge einen 

samen Stammvater hatten, von der V\^ohnstätte ihres Stammvaters 

ausgegangen seyn (und unterwegs sich etwa noch weiter ange- 

r 

messen entwickelt haben) können. Kann gezeigt werden, dass 
eine Gegend, deren meisten Bewohner enge verwandt oder aus 



m 



gleichen Sippen mit den Arten einer zweiten Gegend sind , 
früherer Zeit wahrscheinlich einmal Einwanderer aus dieser letz- 
ten erhalten hat, so wird Diess zur Bestätigung meiner Theorie 
beitragen ; denn wir begreifen dann aus dem Modifikalions-Prin- 
zipe deutlich, warum die ^Bewohner der einen Gegend denen 
der andern verwandt sind, da sie aus ihr stammen. Eine vul- 
kanische Insel z. B., welche einige Hundert Meilen von einem Konti- 
nente entfent emporstiege, würde wahrscheinlich im Laufe der Zeit 
einige Kolonisten erhalten, deren Nachkommen, wenn auch etwas 
abändernd, doch ihre Verwandtschaft mit den Bewohnern des 
Kontinents auf ihre Nachkommen vererben würden. Fälle dieser 
Art sind gewöhnlich und, wie wir nachher ersehen werden, 
nach der Theorie unabhängiger Schöpfung unerklärlich. Diese 
Ansicht über die Verwandtschaft der Arten einer Gegend zu 



s 



362 




enen einer andern ist (wenn wir nun das Wort Varietät statt 
Art anwenden) nicht sehr von der durch Hrn. Wallace aufgestell- 
ten verschieden , wonach »jede Art entstanden ist in Zeit und 
»Raum zusammentreffend mit einer früher vorhandenen nah 



e 



verwandte 



Art 



Ich weiss nun aus 



Korrespond 



5 



dass er dieses »Zusammentreffen« der Generation mit Abänd 



erung 




zuschreibt und dafür eine lange geologische Zeit-Periode zugesteht. 

Die vorangehenden Bemerkungen über ein- oder inehr- 
e Schöpfungs-Mittelpunkte führen nicht unmittelbar zu einer 
andern verwandten Frage, ob nämlich alle Individuen einer Art 
von einem einzigen Paare oder einem Hermaphroditen abstammen, 

Autoren annehmen , von vielen gleichzeitig 



oder ob , wie einige 
entstandenen Individuen einer 



Art ? 



Bei solchen Organismen, 



welche sich niemals kreutzen (wenn dergleichen überhaupt exi- 
stiren), muss nach meiner Theorie die Art von einer Reihen- 
folge vervollkommneter Varietäten herrühren, die sich nie mit 
andern Individuen oder Varietäten gckreutzt, sondern einfach ein- 
ander ersetzt haben, so dass auf jeder der aufeinanderfolgenden 
Umänderungs- oder Verbesserungs - Stufen alle Individuen von 
einerlei Varietät auch von einerlei Stammvater herrühren müssen. 
In der Mehrzahl der Fälle jedoch und namentlich bei allen Orga- 



nismen 



5 welche sich zu jeder einzelnen Fortpflanzung paaren 
oder sich oft mit andern kreutzen, glaube ich, dass während des 
langsamen Modifikations-Prozesses die Individuen der Spezies bei 
der Kreutzung sich nahezu gleichförmig erhalten haben, so 
dass viele derselben sich gleichzeitig abänderten und der ganze 
Betrag der Abänderung auf jeder Sjufe nicht von der Abstam- 



mung von einem gemeinsamen 



Stammvater herrührt. Um zu 



erläutern, was ich meine, will ich anführen, dass unsre Eng- 
lischen Rasse-Pferde nur wenig von den Pferden jeder andern 
Züchtung abweichen, aber ihre Verschiedenheit und Vollkommenheit 



nicht davon haben, dass sie von einem einzigen Paare abstammen, 
sondern dieselbe der während vieler Generationen angewendeten 

vieler Individuen verdanken. 
Ehe ich auf nähere Erörterung über diejenigen drei Klassen 



Sorgfalt bei Auswahl und Erziehung 



von Thatsachen 



eingehe, welche der 



Theorie von den »einzigen 



363 



Schöpfiings-Mittelpunkten« die meisten Schwierigkeiten darbieten, 
miiss ich den Verbreitungs-Mitteln noch einige Worte widmen. 

j' Verbreitungs-Mittel.) Sir Ch. Lyell u. a. Autoren 
haben diesen Gegenstand sehr angemessen erörtert. Ich kann 
hier nur einen kurzen Auszug von den wichtigsten Thatsachen 
liefern. Klima-Wechsel mag auf Wanderung der Organismen 
vom grössteh Einflüsse gewesen seyn. Eine Gegend mit ändern- 
dem Klima kann eine Hochstrasse der Auswanderung^ gewesen 



c? 



und jetzt ungangbar seyn: ich muss daher diesen Gegenstand 
zunächst mit einigem Detail behandeln. Höhen-Wechsel 



des 



Landes kommt dabei wesentlich in Betracht. Eine schmale Land- 
enge trennt jetzt zwei Meeres-Faunen; taucht sie unter oder ist 
sie früher untergetaucht, so werden beide Faunen zusammen- 
fliessen oder vordem untergeflossen seyn. Wo dagegen sich jetzt 

mag vormals trocknes Land Inseln oder 




I 



die See ausbreitet, < 
selbst Kontinente mit einander verbunden und so Landbewohner 
in den Stand gesetzt haben von einer Seite zur andern zu wan- 
dern. Kein Geologe bestreitet, dass grosse Veränderungen der 
Boden-Höhen während der Periode der jetzt lebenden Organis- 
men-Arten stattgefunden haben, und Edw. Foubes behauptet, alle 
Inseln des Atlantischen Meeres müssten noch unlängst mit Afrika 
oder Europa^ wie gleicherweise Europa mit Amerika zusammen- 
gehangen haben. Andre Schriftsteller haben hypothetisch der 
Beihe nach jeden Ozean überbrückt und fast jede Insel mit dem 
nächsten Festlande verbunden. Und wenn sich die Argumente 
von FoRBES bestätigen Hessen, so müsste man gestehen, dass es 
kaum irgend eine Insel gebe, welche nicht noch neuerlich mit 
einem Kontinente zusammenhing. Diese Ansicht zerhaut den 
gordischen Knoten der Verbreitung einer Art bis zu den ent- 
legensten Punkten und beseitigt eine Menge von Schwierigkeiten. 
Aber nach meiner besten Überzeugung sind wir nicht berechtigt. 



so 



ungeheure Veränderungen innerhalb der Periode der noch 
jetzt lebenden Arten anzunehmen. Es scheint mir, dass wir 
genug Beweise von grossen Schwankungen des Bodens in uns- 
rem Kontinente besitzen, doch nicht von Bewegungen so ausge- 
dehnt und in solcher Bichtung, dass sich mittelst derselben eine 



364 



Verbindun^r Europas mit Amerika und den dazwischen gelocre- 
nen Atlantischen Inseln noch in der jetzigen Erd-Periode ergäbe. 
Dagegen gestehe ich gerne die vormalige Existenz mancher jetzt 

w 

im Meere begrabener Inseln zu, welche vielen Pflanzen- und 
Thier- Arten bei ihren Wanderungen als Ruhepunkte dienen konn- 
ten. In den Korallen-Meeren erkennt man, nach meiner Meinung, 
solche versunkene Inseln noch jetzt mittelst der auf ihnen stehenden 

Wenn es einmal vollständig einge- 
räumt seyn wird, wie es eines Tages vermuthlich noch geschehen 



Korallen-Ringe oder Atolls. 



wird 



3 



dass jede Art nur eine Geburts-Stätte gehabt, und wenn 

die Verbreilungs- 




wir im Laufe der Zeit etwas Bestimmteres 

Mittel erkennen, so werden wir im Stande seyn die frühere 

Ausdehnung des Landes mit einiger Sicherheit zu berechnen. 



Dagegen 
wird. 



glaube 



ich 



nicht 



j 



dass 



es je 



zu 



beweisen seyn 



, dass jetzt vollständig getrennte Kontinente noch in neue- 
rer Zeit wirklich oder nahezu miteinander und mit den vielen 
noch vorhandenen ozeanischen Inseln zusammenhingen. Manche 
Thatsachen in der Vertheilung, wie die grosse Verschiedenheit 

Meeres-Faunen an den entgegengesetzten Seiten fast jedes 
grossen Kontinentes und ein gewisser Grad von Beziehungen 
(wovon nachher die Rede seyn wird) zwischen der Verbreitung 
der Säugthiere und der Tiefe 




des Meeres 




und noch manch 



d 



seh 



mir sich der Annahme solcher ungeh 



^^ 



graphischen Umwälzungen in der neuesten Periode zu wider- 
setzen, wie sie durch die von E. Fobbes aufgestellten und von 
vielen Nachfolgern angenommenen Ansichten nöthig werden. Die 
Natur und Zahlen-Verhältnisse der Bewohner ozeanischer Inseln 



seh 



mir gleicherwe 



d 



Annah 



eines frühere 



Zu 



sammenhang 



mit d 



Festland 



zu widerstreb 



Eb 



so 



rsunkener Kontinente sey 



wenig ist ihre meist vulkanische Zusammensetzung der Annah 

günstig, dass sie blosse Trümmer 

denn 

landeg 

gleich 



wären es Ursprung 



Spitzen von Bergkett 




gewesen 
andern 



so würden doch wenigsten 



einige 



Fest 



derselben 



Schiefern 



3 



alt 



Gebirgs-Höh 
i organische 



aus Graniten, melamorphischen 



Reste führenden Schichte 



u 



dgl 



statt 



mer nur aus Kegeln vulkanisch 



Ma 



b 




365 



Ich habe nun noch einige Worte von 




sogenannten »zu- 



fälligen« Verbreitungs-Mittel 



zu 



prechen, die 



man besser 



genheitlich 



nennen würd 



Doch will ich mich hier 



»ge- 
f die 



Pflanz 



beschränken 



In boten 



Werken findet man be 




merkt, dass 



geeignet ist. Ab 
betriin 



od 



jene Pflanze für weite Aussaat nicht gut 



was 



d 



Transport derselb 



durch das Meer 



5 



lässt sich behaupt 



5 



noch ganz unbekannt ist 



j 



dass es bei den meisten derselbei 
mit der Möglichkeit desselben steht 




Zeit, wo ich mit Hrn. Berkeley's Hilfe einige wenige Vei 



suche d 



gestellt, war nicht 



einmal bekannt, in wie weit 



Saamen dem schädlichen Einfluss 




Salz-Wass 



zu wider 



stehen 



rmöge 



1. Zu meiner Verwunderung fand ich, dass von 
87 Arten 64 noch keimten, nachdem sie 28 Tage lang in See- 
Wasser gelegeiu und einige wenige thaten es sogar nach 137 
Tagen noch. Es ist beachtenswerth, dass gewisse Ordnungen 



So 



viel stärker als andre vom Salz-Wasser angegriff'en werden. 

1 von neun Leguminosen acht zu Grunde, und sieben Arten 
unter einander verwandten Ordnungen der Hydrophyllaceae 
und Polemoniaceae waren nach einem Monate todt. Der Bequem- 



ginge 




lichkeit wegen wählte ich 



eistens nur kleine Saamen ohne Frucht 



hülle 
könn 



und 




alle schon 



sie natürlich ke 



nach wenig 
weiten Räui 



Tag 



untersänke 



3 



SO 



fen, mögen sie nun ihre Keim-Kraft im 



le des Meeres durchschif- 
Salzwasser bewahren oder 
nicht. Nachher wählte ich grössre Früchte mit Kapseln u. s. w., 
und von diesen blieben einige lange Zeit schwimmend. Es ist 
wohl bekannt, wie verschieden die Schwimm-Fähigkeit einer Holz- 
art im grünen und im trocknen Zustande ist. Ich dachte mir 
daher, dass Flulhen wohl Pflanzen oder deren Zweige forttragen 
und dann ans Ufer werfen könnten, wo der Strom, wenn sie erst 
ausgetrocknet wären, sie aufs Neue ergreifen und dem Meere 
zuführen könnte; daher nahm ich von 94 Pflanzen-Arten trockne 



Stengel und Zweige mit reifen Früchten daran und legte 



Wasser. Die Mehrzahl 



versank sogleich; doch 



einige 



? 



sie ms 
welche 
hielten 



grün nur sehr kurze Zeit an der Oberfläche geblieben, 

sich nun länger. So sanken reife Haselnüsse unmittelbar unter 



5 



schwammen aber 



5 



wenn sie vorher ausgetrocknet worden. 90 



? 



« 



\ 



366 



Tag 



lang und keimten dann noch 



3 



Eine Spargel-Pflanze mit reifen Bee 



wenn sie gepflanzt vviird 



warn 



vorherigem Austrocknen 



b 



85 Ta 



23 Tag 



nach 



o 



und ihre Saamen keimt 



noch 



Die reifen Früchte von Helosciad 



anken in zwei T 



gen, schwammen aber nach vorgängigem Trocknen 90 Tage und 



keimten hierauf. 



Im Ganzen schwammen von den 94 getrock- 



neten Pflanzen 18 Arten 28 



ö 



Tage lang und 



ö 



einige davon 



0,74 der Saam 



ogar 



en- 



noch viel länger. Es keimten also ^'\'^^ 

Arten nach einer Eintauchung von 28 Tagen, und schwammen 



18 



94 



0,19 



der getrockneten Pflanzen-Arten mit reifen Saa- 
men (doch z. Th. andre Arten als die vorigen) noch über 23 
Tage; und würden daher, so viel man aus diesen Thatsachen 
schliessen darf, die Saamen von 0,14 der Pflanzen-Arten einer 



Gegend ohne Nachtheil für ihre Keim-Kraft 



2^Tag 



e 



lang 



von 



wenn sie 



See-Strömungen fortgetragen werden können. In Johnstons 
physikalischem Atlas ist die mittle Geschwindigkeit der Atlantik 
sehen Ströme auf 33 See-Meilen im Tag (manche laufen 60 M. 
weit) angegeben ; und somit könnten jene Saamen bei diesem 
Mittel 924 See-Meilen weit fortgeführt werden und , 
dann strandeten und vom Winde sofort auf eine passende Stelle 
weiter landeinwärts getrieben würden, noch keimen. 

Nach mir stellte Martins* ähnliche Versuche, doch in bess- 
rer Weise an , indem er Kistchen mit Saamen ins wirkliche 
Meer versenkte, so dass sie abwechselnd feucht und wieder der 



Luft ausgesetzt wurden, wie wirklich schwimmende Pflanzen 



El 



versuchte es mit 98 Saamen-Arten, meistens verschieden von 



j 



den meinigen, und darunter manche grosse Früchte und auch 
Saamen von solchen Pflanzen, welche in der Nähe des Meeres 
wachsen, was wohl dazu beitrug die mittle Länge der Zeit, wäh- 
rend welcher sie sich schwimmend zu halten und der schädlichen 
Wirkung des Salz-Wassers zu widerstehen vermochten, etwas zu 
vermehren. Anderseits aber trocknete er nicht vorher die Früchte 

mit den Zweigen oder Stengeln, was einige derselben befähigt 

. dass 



haben würde, länger 



zu schwimmen. 



Das Ergebniss war 



* Diese neueren Versuche von Martins vgl. in Bibliotheq. univers. de 



\ 



Geneve, 1858, I, 89 



92 



Neu. Jahrb. f. Mineral. 1868, 877 



878. D.Übs 



367 



H. 



98 



dann 

die mit den Wog 



0,185 Saanien- Arten 42 Tage lang schwammen und 

ass Pflanzen. 



noch keimten. Ich bezweifle jedoch nicht 



5 




treib 



? 



sich läng 



schwimmend erhalten 



als 



5 



welch 



so 



wie in unseren Versuche 



gegen jede Be- 



wegung geschützt 
nehmen. 




Daher 



es vielleicht sicherer anzu- 




d 



de 



Austrockn 



Saamen von etwa 0,10 Arten einer 
noch eine 900 Meilen weite Strecke 



Flora nach 




Me 



res durchschwimm 



und 




keimen k 



Die Thatsache 



j 



dass die grösseren Früchte länger als die kleinen schwimmen, 
ist interessant, weil grosse Saamen oder Früchte nicht 'wohl an- 
ders als schwimmend aus einer Gegend in die andere versetzt 

gezeigt hat, solche 



rd 



können 



daher, wie Alph. DeCandolle 



Pflanzen beschränkte Verbreitungs-Bezirke besitzen. 



Doch können Saamen gelegenheitlich auch 



f 



fortgeführt werd 




ndre VV^eise 
meisten In- 



3n. So gelangt Treibholz zu 

sein in der Mitte des weitesten Ozeans; und die Eingebornen 

der Korallen-Inseln des Stillen Meeres verschafl'en sich härtere 



Steine für ihr Geräthe fast nur von den \^ 



d 



Treibholz 



Stämme: die Taxen für diese Steine bilden ein erhebliches Ein- 
kommen ihrer Könige. Wenn nun unregelmässig geformte Steine 



zwischen die Wurzeln der Bäume fest eingewachsen sind, so 



sind 



auch 



uweil 



h kleine Parthien Erde 



A 



dahinter eingeschlossen 



? 



mitunter so genau , 



dass 



cht das Geringste 



d 



während 




g 



Transportes weggewasch 



werd 



könnte 



Und 



nun kenne ich einen Fall genau, wo aus einer solchen vollständig 



eing 



hlossenen Parthie Erde zwischen 




Wurzeln einer öOjäh 



gen Eiche drei Dikotyledonen-S 



gekeimt haben. So kann 



fernei 



iich 



d 



zuweilen todte Vög 



lange 



Ö 



f dem 
ihrem 



Meere treiben ohne verschlungen zu werden, und dass in 
Kröpfe enthaltene Saamen lange ihre Keim-Kraft behalten: Erb- 
sen und Wicken z. B., welche sonst schon zu Grunde gehen, wenn 
sie nur wenige Tage im Wasser liegen, zeigten sich zu mei- 

als ich sie aus dem 



nem grossen Erstaunen noch keimfähig, 
Kröpfe einer Taube naiun. welche schon 30 Tage lang auf künst- 
lich bereitetem Salzwasser geschwommen. 

Lebende Vögel haben unfehlbar einen grossen Antheil am 



I 



368 



Transport lebender Saam 



Ich könnte viele Fälle anführen 



um 



zu beweisen, wie oft Vögel von mancherlei Art durch Stürme 



weit über den Ozean 



gewiss annehm 



5 



das 



rschlagen werden. Wi 
unter solchen Umstand 



keit oft 




Eng 



Meilen in d 



dürfen wohl als 
ihre Schnellig. 



Stunde betrag 



mag 



5 



manche Schriftsteller haben sie viel 
habe 




geschlag 



und 
Ich 



3 nie eine nahrhafte Saamen-Art durch die Eingeweide eines 
Vogels passiren sehen, wogegen harte Saamen und Früchte un- 
angegrifFen selbst durch die Gedärme des Wälschhuhns gehen. 
Im Laufe von zwei Monaten sammelte ich in meinem Garten aus 
den Exkrementen kleiner Vögel 12 Arten Saamen, welche alle 
noch gut zu seyn schienen, und einige von 
birte 



ihnen, die ich 



pro- 



5 



haben wirklich gekeimt. Wichtiger ist jedoch folgende 
Thatsache. Der Kropf der Vögel sondert keinen Magensaft aus 
und benachtheiligt nach meinen Versuchen die Keimkraft der 
Saamen nicht im mindesten. Nun sagt man, dass, wenn ein Vo- 
gel eine grosse Menge Saamen gefunden und gefressen hat, die 
Körner nicht vor 12 — 18 Stunden in den Magen gelangen. In 
dieser Zeit aber kann ein Vogel leicht 500 Meilen weit forlge- 
trieben werden; und wenn Falken, wie sie gerne thun, auf den 
ermüdeten Vogel Jagd machen, so kann dann der Inhalt seines 



Kropfes 
mich. 



bald 



umhergestreut 



seyn. 



Hr. Brent benachrichtigt 



^ dass ein Freund von ihm es aufgegeben hat, Botentauben 
von Frankreich nach England fliegen zu lassen, weil die Falken 
deren zu viele bei ihrer Ankunft an der Englischen Küste ver- 



tilgten. 



Nun verschlingen einige P'alken und Eulen ihre Beute 



ganz 
dern 



und brechen nach 12 — 20 Stunden Ballen unverdauter Fe- 
wieder aus, die, 



wie ich aus Versuchen in den Zoological 



Gardens weiss , oft noch keimfähige Saamen enthalten. Einige 
Saamen von Hafer, Weitzen, Hirse, Kanariengras, Hanf, Klee und 
Mangold keimten noch, nachdem sie 12 



20 Stunden in den 



Mag 



rschied 



Raubvögel verweilt hatt 



und zwei Man 



gold-Saamen wuchsen sogar, nachd 



zwei Tage und vierzehn 



Stunden dort gewesen waren. Süsswasser-Fische verschlingen 
Saamen verschiedener Land- und Wasser-Pflanzen : Fische wer- 



den oft von Vögeln verzehrt, und so können jene Saamen 



von 






t 




369 



Ich brachte mancherlei Saamen- 



Ort zu Ort ausgestreut werden. 
Arten in den Magen todter Fische und gab diese sodann Peli- 
kanen, Störchen und Fischadlern zu fressen: diese Vögel gaben 
einige Stunden später die Saamen in ihren Exkrementen wieder 
von sich oder brachen sie in GewöU-Ballen aus. Mehre dieser 
Saamen besassen alsdann noch ihre Keim-Kraft; andre dagegen 
verloren sie jederzeit durch diesen Prozess. 

Obwohl Schnäbel und Füsse der Vögel gewöhnlich ganz rein 

Erd-Theile daran. In einem Falle 



sind, so hängen doch oft auch 



trennte ich 22 Gran thoniger Erde von dem Fusse eines Feld- 

und in dieser Erde befand sich ein Steinchen so gross 



huhns 



wie ein Wicken-S 



Daher 



g 



auf 



selb 



Art 



ch 



Saamen zuweilen auf grosse Entfernungen fortgeführt werden, 
indem sich nachweisen lässt. dass der Ackerboden überall voll 

J 

von Sämereien steckt. Erwägt man, wie viele Millionen Wach- 
teln jährlich das Mittelmeer überfliegen, so wird man die Mög- 
lichkeit nicht bezweifeln, dass wohl auch einmal ein paar kleine 



Saamen an ihren Füssen mit herüber oder hinüber gelangen. 
Doch werde ich auf diesen Gegenstand noch zurückkommen. 

Bekanntlich sind Eisberge oft mit Steinen und Erde bela- 
den : auch Buschholz, Knochen und selbst einmal ein Vogel-Nest 



hat man 



darauf gefunden 



^ 



daher wohl nicht zu zweifeln ist, dass 



sie mitunter auch, wie L\ell bereits angenommen, Saamen von 
einem zum andern Theile der arktischen oder antarktischen Zone, 



und in 




Glacial-Zeil 




von einem Theile der jetzig 



g<^ 



mässigten Zonen zum andern geführt haben. Da auf den Azoren 
eine im Verhältniss zu den übrigen zum Theile dem Festlande näher 
gelegenen Inseln des Atlantischen Meeres grosse Anzahl Euro- 
päische!' Pflanzen und (wie Hr. H. C. Watson bemerkt) insbe- 



sond 



solcher Arten vorkommt, die einen etwas nördlicheren 



Charakter haben, als der Lage entspricht, so vermuthete ich, 
dass ein Theil derselben mit Eisbergen in der Glacial-Zeit dahin 
gelangt seye. Auf meine Bitte fragte Sir Ch. Lyell Hrn. Här- 



tung 



, ob er erratische Blöcke auf diesen Inseln gefunden habe, 
und erhielt zur Antwort, dass grosse Blöcke von Granit u. a. 
nicht auf den Inseln anstehenden Gesteinen dort vorkommen. 

24 



t 
1 



370 



■ 

Wir dürfen daher getrost folgern, dass Eisberge vordem ihre 
Bürden an der Küste dieser mittel-ozeanischen Inseln abgesetzt 
haben, und so ist es wenigstens möglich, dass auch e 
Saamen nordischer Pflanzen mit dahin gelangt sind. 



mige 



In Berücksichtigung, dass manche der oben erwähnten und 



andre 



wohl 



später 



zu 



entdeckende Transport - Mittel 



ganze 



Jahrhunderte und Jahrtausende alljährlich in Thätigkeit gewesen, 
würde es nach meiner Ansicht eine wunderbare Thatsache 

, wenn nicht auf diesen Wegen viele Pflanzen mitunter in 
weite Fernen versetzt worden wären. Diese Transport-Mittel 



seyn 



werden zuweilen zufällige genannt 



5 



nicht 



was nicni ganz richtig ist, 



noch die vorwaltende Richtung 
Indessen ist von diesen Mitteln wohl 



indem weder die See- Strömungen 
der Stürme zufällig sind, 
keines im Stande, keimfähige Saamen in sehr grosse Fernen zu 
versetzen, indem die Saamen weder ihre Keimfähigkeit im See- 

und Eingeweiden der Vö- 
gel weit transportirt werden können. Wohl aber genügen sie 
um dieselben gelegenheitlich über einige Hundert Meil 
See-Striche hinwegzuführen 



3 

Wasser lange behalten, noch in Kropf 



? 



breite 



und so von Kontinent zu Insel, oder 
von Insel zu Insel, aber nicht von einem Kontinente zum andern 



zu fördern. Die Flor 



ntfernter Kontinente werden auf 




W 



mithin nicht in hohem Grade gemengt werd 



niem 



so weit getrennt bleiben, als wir 
würden ihrer Richtung nach 
nach Britannien bringe 
aus an unsre Küsten j 



jetzt finde 



D 



ondern 
Ströme 



Saa 



können, wie sie d 



5 



von Nord- Amerika 
en von Westindien 



pülen 



3 



wo sie aber, selbst wenn sie auf 



diesem langen Wege noch ihre Lebenskraft bewahrt haben- nicht 



5 



das Klima zu ertragen vermögen. Fast jed 

Land-Vögel 

Atlantischen 



Jahr werden 





Stürme von Nord-Amerika über 




g 




an d 



Irischen und Englischen Küsten 



getrieben; Saamen aber könnten dies 



Wanderer nur auf 



Weise mit sich bring 



; 



nämlich in dem zufällig an ihren Füs 



sen hängenden Schmutz, was doch immer an sich schon ein sel- 



5 



teuer Zufall ist. Und wie g 



wäre 




Wahrscheinlichkeit 



3 



da 



selbst in diesem Falle 
ein solcher Saame in einen günsti- 



gen Boden gelang 



; 



keime und zur Reife kom 



Doch wäre 



i 




371 



grosser Irrthum zu folg 



? 



da 



3 



weil 



schon vvohl-bevöl- 



kerte Insel, wie Grossbritannien ist, in den paar letzten Jahrhun 



derten (was übrig 



doch 



chwer zu beweisen steht) durch d 



gelegenheitlichen Transport-Mittel keine Einwand 



od 



einem 



and 



Kontinente aufg 



; 



er er aus Europ 
uch sparsam bc 



Yölkerte Inseln selbst in 




grössren Entfernung 



vom Fest 



land 



keine Kolonisten auf solchen Weg 



rhalt 



könnten 



Ich 



zweifle 



nicht. • d 



aus 20 zu einer Insel verschlag 



Sa amen 



oder Thier-Arten, auch wenn sie viel weniger bevölkert wäre 
als Britannien, kaum mehr als eine so für diese neue Heimath 
geeignet seyn 



würde, um nun dort 



ist Diess, wie mir scheint, kein 



naturalisirt zu werden. Doch 
bedeutender Einwand hinsichtlich 
dessen, was durch solche gelegenheitliche Transport-Mittel im 
langen Verlaufe der geologischen Zeiten geschehen konnte, wäh- 
rend der Hebung und Bildung einer Insel und bevor sie mit An- 
siedlern vollständig besetzt war. Auf einem fast noch öden Lande, 
wo noch keine oder nur wenige Insekten und Vögel jedem neu 
ankommden Saamen-Korne nachstellen, wird dasselbe leicht zum 



Keimen und Fortleben gelangen, wenn es anders für dieses 
Klima passt. 



auf Berges-Höhen 



/Zerstreuung während der Eis-Zeit.) Die Überein- 
stimmung so vieler Pflanzen- und Thier-Arten 
welche Hunderte von Meilen weit durch Tiefländer von einander 
getrennt sind, wo die Alpen-Bewohner nicht fortkommen können, 
ist eines der schlagendsten Beispiele des Vorkommens gleicher 



Arten auf von einander entlegenen Punkten, ohne anscheinende 



einem 



elb 



zum 



nd 



Möglichkeit einer Wanderung von 
Es ist in der That merkwürdig, so viele Pflanzen-Arten in den 
Schnee-Gegenden der Alpen oder Pyrenäen und wieder in den 
nördlichsten Theilen Europas zu sehen; aber noch merkwürdi- 
ger ist es, dass die Pflanzen- Arten der Weissen Berge in den 
Vereinten Staaten Amerika s alle die nämlichen wie in Labrador 



und ferner nach Asa Gray's Versicherung d 
den höchsten Bergen Europa*s sind. 



mlich 



f 



Schon vor langer Zeit, im 
Jahre 1747, veranlassten ähnliche Thatsachen Gmelin zu schlies- 



sen 



5 



dass einerlei Spezies an verschiedenen Orten unabhängig 



24* 



372 



I 



von einander geschaffen worden seyn müssen, und wir würden 
dieser Meinung vielleicht noch zugethan geblieben seyn , hatten 
nicht Agassiz u. A. unsre Aufmerksamkeit auf die 



lenkt, die. wie 



5 



5 



einfach erklärt. 



organische und unorganische , 



e Eis-Zeit sp- 
wir sofort sehen werden, diese Thatsachen sehr 
Wir haben Beweise fast jeder möglichen Art, 

dass in einer sehr jungen geolo- 



/ 



gischen Periode Zentral- Europa und Nord- Amerika unter einem 
arktischen Klima litten. Die Ruinen eines abgebrannten Hauses 
erzählen ihre Geschichte nicht so verständlich, wie die Schotf^-- 
schen und Wales'schen Gebirge mit ihren geschrammten Seiten 
polirten Flächen, schwebenden Blöcken von 



5 



den Eis-Strömen be- 



richten, womit ihre Thäler noch in später Zeit ausgefüllt gewe- 



sen. 



So sehr war das Klima in Europa 



verschieden, dass in 



Nord-Italien riesige Moränen von einstigen Gletschern herrüh- 
rend jetzt mit Mays und Wein bepflanzt sind. 



sen T 




Vereinten Staaten 



bezeug 



Durch einen gros- 
erratische Blik'ke 



und 



von treibenden Eisbergen und Küsten-Eis o-eschramtnte Fei- 



et 



sen 



mit Bestimmtheit eine frühere Periode grosser Kälte. 
Der frühere Einfluss des Eis-Klima's auf die Vertheilimg d 



Bewohner Europa 
ist im Wesentlich! 



wie ihn Edw. Forbes so klar dargestellt 



gend 



Doch wir werd 




Verand 



gen 



s c h er 



folg 



kö 



? 



wenn wir annehmen, eine 



neue Eis-Zeit rücke lang 



und 



rlaufe dann 




ver- 



schwinde so, wie es früher geschehen ist 



In de 



Grad 



hmender Kälte jede weiter südlich geleg 



Z 



d 



wie b( 

r Reih 




nach für arkti 
Bewohnern nie 
die Stelle 
auch ihrerseit; 
wärts wandei 
welchem Falle 
sich mit Sehr 



^che Wes 
ht mehr : 
bisherige 



geeigneter wird und ihren bisherig 



g 



kann, werden arktische Ansiedl 



eh 




gleiche 



Zeit werd 



dies 



Bewoh 




? 



sie 



wenn ih 



d 



' gen 
Weg 



ht 



Gegend 
r sperrt 



Süd 



ist 



? 



in 



Grunde gehen müssten 



und Eis bedeck 



5 



und die früh 



Die Berge werden 

3ren Alpen-Be- 



w 



werden in 



die Ebene herabsteigen 



Erreicht mit der 



Zeit die Kälte ihr Maximum 
tische Flora und Fauna 
der Alpen und Pyrenäer^ 



? 



so bedeckt eine einförmig 



ark 




mittein Theil Europ 



bis 



Süd 



und bis 



hSp 



hinein. Auch die 



( 



373 



o 



genwärtig gemässigt 



Gegend 



der Vereinigten Staaten 



be- 



völkern 
mit den 



ch 



mit arktischen Pflanzen und Thieren und zwar 



nlichen Arten wie Europa 



d 




ner der Polar-Länd 



5 



von welchen so eb 



den dass sie überall nach Süden gewandert 



5 



merkwürdiö- einförmig. Nimmt man an, d 



jetzigen Bewoh- 
genommen Wor- 
ld rund um den 
5 die Eis-Zeit in 



Amerika etwas früher oder später als in Europa ange- 



Pol 

Nord 

fangen, so wird auch die Auswanderung nach Süden etwas Hihe 

jedoch im End-Ergebnisse keinen ün 



beginnen, was 



( 



oder später 
terschied macht. 

Wenn nun die W 



sehen Forme 



wied 



ziehen sich die ark 
nach Norden zurück und die Bewohne 



zurückkehrt, so 



der 

We: 

den 



gemässi 



Gegenden rück 





r Sehn 
arktisch 



am 



Fuss 



der 



ihnen 
Gebirg 



ittelb 



ir nach, 
t , wer- 



Formen von 




ntblössten 





thauten Bod 



Besitz nehm 



sie 



werd 



immer 



her und 



höher hinansteigen, wie die Wärme zunimmt 



d ihre Brüder 



d 



Ebene den Rückzug 



h Nord 



hin for 



daher die Wärme vollständig wieder hergestellt, so werden d 



Ist 



nämlichen arktischen Arte 



welche bish 



Masse beis 



in 



den Tiefländern der alten und der neuen Welt gelebt 



5 



nur 



noch auf abgesonderten Berg-Höhen und in der arktischen Zone 
beider Hemisphären übrig seyn. 



Auf diese Weise begreift 




Üb er einstimmun 



ö 



Ptlanzen-Arten an so unerm.esslich weit von einander entlegenen 
Stellen, als die Gebirge der Vereinten Staaten und Europas 
sind. So begreift sich ferner die Thatsache, dass die Alpen-Pflan- 
zen jeder Gebirgs-Kette mit den gerade oder fast gerade nördlich 



von 



h 



lebend 



A 



in 



Wehster Beziehung 



h 



d 



Wanderung bei Eintritt der Kälte und die Rückwanderung be 



Wiederkehr der ^\ 



wird 



Allg 



gerad 



üd 



lieh 



und 



dlich 



gewe 



seyn 



Denn 



Alpen-Pflanz 



B. sind nach H. C. Watson's Bemerkung und 




Schottlands z. 

der Pyrenäen nach Ramond spezieller mit denen Skandinaviens 

die der Vereinten Staaten und die Sibirischen 



wie 



verwandt , 

mehr mit den im Norden dieser Länder lebenden Arten über 



I 



374 



nstim 



D 



Ansicht 



5 



gcgründ 



f 




bestätigten Verlauf einer früheren Eis-Z 



3 



scheint mir in 



genügender W 



so 



die gegenwärtige Vertheilung 




alp 



und 



arktischen Arten in Europa und Nord-Amerika zu erklären 



d 



5 



wenn wir m 



och andern Regionen gleiche Sp 



3 



auf 



entfernten Gebirgs-Höhen zerstreut find 



3 



wir auch ohne einen 



weiteren Beweis schliessen dürfen, dass ein kälteres Klima ihnen 



vordem durch zwischen-gelegene Tiefländer zu wand 



gestat 



tet habe, welche seitd 



zu warm für dieselben geworden sind. 



Wenn das Kli 



seit 



Eis-Zeit je einigermaassen w 



• t 



als 



jetzt gewesen wäre (wie einige Geologen aus 



d 



Verbrei 



tung der fossilen Gnathodon-Musch 



in den Vereinten Staaten 



geschlossen), dann würden die Bewohner der gemässigten und 
der kalten Zone noch in sehr später Zeit etwas nach Norden 

■ 

seyn. um sich noch später wieder in ihre jetzige Hei- 



vorgerückt 

math zurückzuziehen • doch habe ich keinen genügenden Beweis 

für eine solche wärmere Periode, die nach der Eis Zeit 



emge- 



schaltet gewesen wäre. 



Die 



r 

arktischen Formen werden während ihrer südlichen 



s 



Wanderung und Rückkehr nach Norden nahezu dem nämlichen 



Klima 



ausgesetzt gewesen und, was 



gleichfalls zu bemerken, in 



Masse beisammen geblieben 



seyn; daher 



sie denn auch in ihren 



gegenseitigen Beziehungen nicht sonderlich gestört und mithin, 
nach den in diesem Bande vertheidigten Prinzipien, nicht allzugros- 
ser Umänderung ausgesetzt worden wären. Etwas anders würde 
es sich jedoch mit unsern Alpen-Bewohnern verhalten, welche 
bei rückkehrender Wärme sich vom Fusse der Gebirge immer 
höher an deren Seiten bis zu den Gipfeln hinan geflüchtet haben. 
Denn es ist nicht wahrscheinl|jch , dass alle dieselben arktischen 
Arten auf weit getrennten Gebirgs-Ketten zurückgeblieben 
und dort seither fortgelebt haben. Auch werden die zurückge- 
bliebenen aller Wahrscheinlichkeit nach sich mit alten Alpen- 



sind 



Pflanzen gemengt haben, welche schon vor der Eis-Zeit die 



Ge- 



birge bewohnten und für die Dauer der kältesten Periode in die 
Ebene herabgetrieben wurden; sie werden ferner einem etwas 
abweichenden klimatischen Einflüsse ausgesetzt gewesen seyn. 







375 




gegenseitigen Beziehung 



können hiedurch etwas gestört 



und sie selbst mithin zur Abänderung geneigt geworden seyn 
und so ist es wirklich der Fall. Denn, wenn wir die gegen 

3nen grossei 



Thiere 
rlich 




wenn wir 

erschiedei 




en. 



so finden wir zwar im 



wärtigen Alpen-Pflanzen und 

Europäischen Gebirgs-Ketten 

Ganzen viele identische Arten, von welchen aber manche als 

rietäten auftreten, andre als zweifelhafte Formen schwanken, und 



Va 



einige wenige als verschied 
vertretende Arten erscheine 



doch nahe verwandte od 



stell- 



Bei Edäuterung dessen, was nach meiner Meinung während 



der Eis-Periode si 
bei deren Beginn 



h wirklich zugetrag 
ie arktischen Org{ 



? 




unterstellte ich 



rund um 



? 



da 




Pol 



so einförmig wie heutigen Tages g 



seyen 



Aber 




gehend 



Bemerkungen beziehen sich nicht allein auf die 



streng 



arktisch 



For 



? 



ond 



auch auf viele subarktische 



und auf einige Formen 




nördlich-gemässigten Zone 



7 



denn 



anch 



von 



diesen Arten sind ebenfalls übereinstimmend auf dei 
drio-eren Bergen und in den Ebenen N or d- Amerika: s und Euro 



« • 



pa 



5 



und man kann mit Grund frag 



5 



wie ich denn die Üb 



Stimmung der Formen, welche in der subarktischen und der nörd 



lich-gemässigt 



Zo 



nd um 




Erd 



am An 




nge 





Periode stattgefunden haben muss,- erkläre? Heutzutage sind die 
Formen der subarktischen und nördlich-gemässigten Gegenden der 



sehen 



und d 
und 




uen Welt von einander getrennt durch den atlanti- 
nördlichsten Theil des stillen Ozeans. Als wäh- 



rend der Eis-Zeit die Bewohner der alten und der neuen Welt 



weiter südwärts als jetzt lebten 



? 



müssen sie auch durch weitere 



Räume des Ozeans vollständiger von einander geschieden gewe- 



sen seyn. Ich glaub 



5 



d 




oben erwähnte Schwierigkeit zu 



gehen ist, wenn man sich nach noch früheren Klima-Wechseln 



in einem 



gengesetzten Sinne 



msieht. Wir haben nämlich 



ffuten Grund zu erlauben, dass während der neuern Pliocän-Pe- 
riode vor der Eis-Zeit, wo schon die Mehrzahl der Erd-Bewohner 
mit den jetzigen von gleichen Arten gewesen, das Klima wärmer 
war als jetzt. Wir dürfen daher annehmen, dass Organismen 



5 



welche jetzt unter 




60. Breite-Grad leb 



? 



m 




Pliocän 



376 



Periode weiter nördlich 



Polar-K 



woh 



3 



und 




die 



gentl 



kti 



unter d 
:lien W 



66 













terbrochenen Land-Strich 



auf die un- 



näher bei den Polen beschränkt waren 



Wenn wir nun einen Globus ansehen 



so werd 



wir finden 



dass unter dem Polar Kreise meist zusammen-hängendes Land 



von West-Europa an durch Sibir 



ist 



bis Ost-Amerika vorhanden 



und 



Und diesem Zusammenhange des Circumpolar-Landes 
• ihm entsprechenden freien Wanderung in einem schon gün- 
stigeren Klima schreibe ich den nothwendigen Grad von Ein- 




förmigkeit in 




Bewoh 



der subarktischen und nördlich- 



zu. 



gemässigten Zone der alten und neuen Welt vor der Eis-Zeit 

Von dem Glauben ausgehend, dass, wie schon oben gesagt, 
unsre Kontinente langezeit in fast nahezu der nämlichen Lage gegen 
einander geblieben . wenn 



sie 



auch 



theilweise beträchtlichen 



Höhen-Schwankungen unterworfen gewesen^ habe ich grosse Nei- 
gung 
terstellen^ dass 



die erwähnte Ansicht noch weiter auszudehnen und zu un- 



in einer noch früheren und wärmeren Zeit, in der 
altern Pliocän-Zeit nämlich, eine grosse Anzahl der nämlichen Pilan- 
zen- und Thier-Arten das fast zusammenhängende Circumpolar-Land 
bewohnt habe, und dass diese Pflanzen und Thiere sowohl in der 
alten als in der neuen Welt langsam südwärts zu wandern an- 



fingen, wie das Klima 



kühler wurde, lange 



vor Anfang der Eis- 



Periode. Wir sehen nun ihre Nachkommen, wie ich glaube, 
meistens in einem abgeänderten Zustande die Zenlral-Tlieile von 
Europa und den Vereinten Staaten bewohnen. Von dieser An- 
nahme ausgehend begreift man dann die Verwandtschaft , bei 
sehr geringer Gleichheit, der Arten von Nord-Amerika und 
Europa^ eine Verwandtschaft, welche bei der grossen Entfernung 
beider Gegenden und ihrer Trennung durch das Atlantische Meer 



äusserst merkwürdig ist. 



Man 



begreift ferner die von eini- 

dass 



gen Beobachtern wahrgenommene sonderbare Thatsache, 

die Natur-Erzeugnisse Europa's und Nord- Amerika' s während 



d 



letzten Abschnitte der Tertiär-Zeit näh 



mit 



d 



ver 



wandt sind, als sie es in der vorangehenden Zeit waren; denn 
in dieser wärmeren Zeit sind die nördlichen Theile der alten 
und der neuen Welt durch Zwischenländer in zusammen-hängen- 






377 



/ 



derer Weise mit einander verbunden gewesen 



} 



die aber seither 



ren, wurden sie vollständig von 



durch Kälte zur Auswanderung unbrauchbar gemacht worden sind. 

Sobald während der langsamen Temperatur-Abnahme in der 
Pliocän-Periode die gemeinsam ausgewanderten Bewohner der 
alten und neuen Welt südwärts vom Polar-Kreise angelangt wa- 

einander abgeschnitten. Diese 

Trennung trug sich, was die Bewohner der gemässigteren Ge- 
genden betrifft, vor langen langen Zeiten zu. Und als damals 
die Pflanzen- und Thier- Arten südwärts wanderten, werden sie 
sich mit den Eingebornen der niedrigeren Breiten gemengt und 
in der einen Gegend Amerikanische und in der andern Euro- 
päische Arten zu neuen Mitbewerbern bekommen haben. Hier 
ist demnach Alles zu reichlicher Abänderung der Arten ange- 
than, weit mehr als es hinsichtlich der auf südlichen Alpen- 
Höhen abgeschnitten zurückgelassenen Polar - Bewohner beider 



Welttheile der Fall gewesen ist. Davon rührt es her, dass. 



wenn 



(obwohl AsA Gray kürzlich 



wir die jetzt lebenden Erzeugnisse gemässigterer Gegenden der 
alten und der neuen Welt mit einander vergleichen, wir nur 
sehr wenige identische Arten finden 
gezeigt, dass deren Anzahl grösser ist, als man bisher angenom- 
men hatte) i aber wir finden in jeder grossen Klasse viele For- 
men, welche ein Theil der Naturforscher als geographische Rassen 
und ein andrer als unterschiedene Arten betrachten, zusammen 



mit einem Heere nahe verwandter oder stellvertretender Formen 
die Bei allen Naturforschern für eigene Arten gelten. 



? 



Wie auf dem Lande , so 



kann auch in der See eine lang 



same südliche Wanderung der Fauna, welche während oder etwas 
vor der Pliocän-Periode längs 



der zusammen-hängenden Küsten 



des Polar-Kreises sehr einförmig gewesen 



? 



nach 



der Abände- 



rungs-Theorie zur Erklärung der vielen nahe verwandten Formen 



dienen, welche jetzt in 



ganz gesonderten Gebieten leben. 



Mit 



ihrer Hilfe lässt sich, wie ich glaube, das Daseyn einer Menge 
noch lebender und tertiärer stellvertretender Arten an den öst- 

westlichen Küsten des gemässigteren Theiles von 



liehen 



und 



Nord-Amerika erklären , so wie die bei weitem 



5 



ffallend 



Erscheinung vieler nahe verwandter Kruster (in Dana's ausge- 



I 



378 



zeichnetem Werke beschrieben), einiger Fische und andrer See- 
thiere im Japanischen und im Mittelmeere zugleich, in Gegenden 
mithin, welche jetzt durch 



einen grossen Kontinent und fast 



eine ganze Hemisphäre von Äquatorial-Meeren von einander ge- 
trennt sind. 

r 

Diese Fälle von Verwandtschaft, ohne Identität, zwischen den 
Bewohnern jetzt getrennter Meere wie zwischen den früheren 
und jetzigen Bewohnern der gemässigten Länder Nord-Amerikas 
und Europa' s sind aus der Schöpfungs-Theorie unerklärbar. Wir 
können nicht sagen, sie seyen ähnlich geschaffen zur Anpassung 
an die ähnlichen Natur-Bedingungen der beiderlei Gegenden; 




wenn wir z. 




gewis 



Theile Süd-Amerikas mit d 



südlichen Kontinenten der alten Welt 



vergleichen, so 



fmd 



en wir 



sich 



g 



Striche in beiden, die sich hinsichtlich ihrer Natur-Beschaffenheit 
einander genau entsprechen, aber in ihren Bewohn 

unähnlich sind. 

Wir müssen jedoch zu unsrer 



I 



I 



unmittelbaren Aufgabe zurück 



kehren 



? 



mlich zur Eis-Zeit 



Ich 




überzeugt, dass Edw 



FoRBEs' Theorie einer grossen Erweiterung fähig ist. In Europ 



haben wir die deutlichsten Beweise einer Kälte-Period 



von d 



West-Küsten Britanniens ostwärts bis zur Ural-Keüe und süd- 
wärts bis zu den Pyrenäen. Aus den im Eise eingefrorenen 
Säugthieren und der Beschaffenheit der Gebirgs-Vegetation zu 
schliessen, war Sibirien auf ähnliche Weise betroffen gewesen. 

Längs 



dem Himalaya habet) Gletscher an 900 Engl. Meile 



von 



einand 



ntleg 



Punkten Sp 



ihrer ehemalig 



weilen 



Erstreckung nach der 
Hooker Mays wachsen ai 
Äquators haben wir eir 
Thätigkeit in Neuseeland 



Tiefe hinterlassen; und in Sikkim sah Dr 



f alte 



Riesen-M 



Süd 



des 



g 



unmittelb 



Beweise früherer Eis 



und das Wiederersche 



Pflanzen-Arten auf weit von einander getrennten Berg 



derselben 
m dieser 



t 



Insel 



pricht für die gleich 



Geschichte. Wenn sich ein bereits 



veröffentlichter Bericht bestätig 
solcher Thätigkeit auch in 
lands vor. 



? 



so lieofen direkte 



Beweise 




Süd-östlichen Spitze Neu-Hol 



Sehen wir uns in Amerika um 



In der nördlichen Hälfte 



379 




von Eis transportirt 



Fels-Trümmer beobachtet word 



der Ost-Seite abwärts bis zum 36 








an der Küste 




3n an 

s tillen 



Meeres 



? 



wo das Klima jetzt so verschieden ist 



? 



bis zum 46^ 



nördlicher Breite; auch in den Rocky Mountains sind erratische 



Blöcke gesehe 
Süd' Amerika' s 



word 
haben 



In den Cordilleren des äquatorialen 



sich 



Gletscher ehed 



■ 

weit über ihre 



jetzig 



Gre 



herabbewegt 



In Zentral-CMli war ich betroffen 



800 



/ 



hoch 



von der Struktur eines Detritus-Haufwerks , welche 
ein Andes-Thal queer durchsetzt. 



überzeugt bin, eine riesi« Moräne tief unter jedem noch jetzt 



und Diess war , wie ich jetzt 




dort vorkommenden Gletscher. Weiter südwärts an beiden Sei- 



ten des Kontinents, von 



41 







Br. bis zur südlichsten Spitze, fin- 



den wir die klarsten Beweise früherer Gletscher-Thätigkeit in 
mächtigen von ihrer Geburtsstätte weit entführten Blöcken. 

Wir wissen nicht, ob die Eis-Zeit an allen diesen Punkten 
auf ganz entgegengesetzten Seiten der Erde genau gleichzeitig 

doch fiel sie, in fast allen Fällen wohl erweislich 

Eben so haben wir vortreff- 



j 



sie überall, in .Jahren ausgedrückt 



3 



von un- 



gewesen seye; 

in die letzte geologische Periode, 
liehe Beweise, dass 
geheurer Dauer gewesen. Sie kann an einer Stelle der Erde 
früher begonnen oder früher aufgehört haben, als an der an- 

da sie aber überall lange gewährt hat und wenigstens in 

mir wahr- 



dern 



!) 



geologischem Sinne überall gleichzeitig war, so ist es mir 
scheinlich, dass jedenfalls ein Theil der Glacial-Ereignisse an 
allen diesen Orten über die ganze Erde hin der Zeit nach ge- 
nau zusammenfiel. So lange wir nicht irgend einen bestimmten 
Beweis für das Geofentheil haben, dürfen wir daher unterstellen, 



dass die Glacial-Thätigkeit eine gleichzeitige gewesen ist an der 
Ost- und West-Seite Nord-Amerika's , in den Cordilleren des 



• • 



Äquators und der wärmer-gemässigten Zone wie zu beiden Sei- 
ten der südlichen Spitze dieses Welttheiles. Ist Diess anzuneh- 
men erlaubt, so wird man auch annehmen müssen, dass die 
Temperatur der ganzen Erde in dieser Periode gleichzeitig küh- 
ler gewesen ist; doch wird es für meinen Zweck genügen, wenn 
die Temperatur nur auf gewissen breiten von Norden nach 
Süden ziehenden Strecken der Erde gleichzeitig niedriger war. 



> ' 



•* 



I 



380 



Von dieser Voraussetzimg ausgehend, dass die Erde oder we- 
nigstens breite Meridianal-Streifen derselben von einem Pol zum 
andern gleichzeitig kälter geworden sind, lässt sich viel Licht über 
die jetzige Vertheilung identischer und verwandter Arten verbreiten. 
Dr. Hooker hat gezeigt, dass in Amerika 40 — 50 Blüthen-Pflanzen des 
Feuerlandes, welche keinen unbeträchtlichen Thcil der dortigen klei- 



nen Flora bilden, trotz der ungeheuren Entternung beider Punkte 



5 



mit Europäischen Arten übereinstimmen *, ausserdem gibt es viele 
nahe verwandte Arten. Auf den hoch-ragenden Gebirgen des 
tropischen Ämerika*s kommt eine ||enge besondrer Arten aus 
Europäischen Sippen vor. 



Auf den höchsten Bergen Brasiliens 
Europäische Sippen von Gardener gefunden 



sind einige wenige 

worden, welche in den weit-gedehnten warmen Zwischenländern 



? 



nicht fortkommen. 



An 



Humboldt schon vor langer Zeit Sippen 



der Silla von Caraccas fand Al. von 

, welche für die Cor- 



dilleren bezeichnend 



sind. 



Auf den Abyssinischen Gebirgen 



emige wenige 



kommen verschiedene Europäische Formen und 
stellvertretende Arten der eigenthümlichen Flora des Caps der 

Am Cap sind einige wenige Europäische 
Arten, die man nicht für eingeführt hält, und auf den Bergen 
einicre wenige stellvertretende Formen Europäischer Artt 

en tropischen L 



guten Hoffnung vor. 





funden worden, dergleichen man in 

Afrika's noch nicht entdeckt hat. Am Himalay 



d 



f 



einzelten Berg-Ketten der Indischen Halbinsel, auf den Höh 



von Ceylon und den vulkanischen Kegeln Javas 



treten viele 



Pflanzen auf, welche entweder der Art nach mit einander über 



einstimmen 



od 




wechselseitig vertreten und zugleich für 



Europäische Formen vikari 



5 



ab 



in den dazwisch 



gelege- 



nen warmen Tiefländern nicht gefunden werd 



niss der auf 




luftigen Berg- Spitz 



Jav 



g 



Ein Verzeich- 
:^mmelten Sip- 



pen liefert ein Bild wie von einer auf Europäischen Gebirg 
gemachten Sammlung. Noch viel schlagender ist 



d 



Thatsache 



5 





Süd- Australischen Form 



offenbar durch Pflanz 



re- 



präsentirt werd 



welche 



f 



sen. 



Einig 



trecken sich nach Dr 



Berg-Höhen von Borneo wach- 
dieser Australischen {Neuholländischen) Formen 

^r Höhen der Halbinsel 



HoOKER 




d 



I 

i 







381 



Malakk 



und 




dünne zerstreut 



erseits über Indien und 



andrerseits nordwärts bis Jap 



Auf den südlichen Gebirgen Neuhollands hat Dr. F. Müller 



mehre Europäische Arten entdeckt 
eingeführte Spezies 



") 




kommen in 



gt, könnte noch 



andre nicht von Menschen 

. und. wie 



vor 



mir Dr. Hooker sj 

sehen Sippen aufgestellt werd 

nicht in den hei 
liehen Einleitung 



Niederungen 
eine lange Liste 
die sich in Neuholland 



Europäi 

, aber 



Zwischenländ 



find 



zur 



Flora 



Neuseelands 



n. In 
liefert 




Dr 



vortreff- 

HOOKER 



noch andre analog 




schlagende Beispiele hinsichtlich 




Pflanz 



d 



grosse 



Ins 



Wir sehen daher 



5 



das 



üb 



der ganzen Erd- Oberfläch 



stheils 




auf 




höheren 





wachsenden Pflanzen, wie 



derntheils die in d 



■ * 



gemassig 



ten 



riefländ 



der nördlichen und der südlichen Hemisph 



verbreiteten zuweilen von gleicher 
erscheinen sie spezifisch verschied 
Weise mit einander verwandt. 



Art sind 



5 



noch 



fter aber 



5 



obwohl in merkwürdig 



Diesi 
aber gen 




)V kurze Umriss bezieht sie 
lu analoge Thatsachen lassen 
theilung der Landthiere anführen. Auch 



nur 



Pflanz 



allein 



: 




auch über die Ver 
den Seethieren kom 



men ähnliche Fälle vor. Ich will als Beleg die Bemerkung eines 
der besten Gewährsmänner, nämlich des Professors Dana anführen, 
»dass es oewiss eine wunderbare Thatsache ist, dass Neuseeland 



hinsichtlich seiner Kruster eine g 



Verwandtschaft mit sei- 



Antipoden Grossbritannien als mit irgend 



andern Th 




der Welt zei 
dererscheine 
Seeland, Tasmanii 
land 25 Algen-Ai 



Eb 



nordischer P'isch-Foi 



u. s. w 



pricht Sir J. Richardson von dem Wie- 

an den Küsten von Neu- 

Neusee- 

en tropi- 



Dr. HooKER 




mir. d 



mit Europa ge 



hat 




in 




seh 



Zwische 



och 



ht gefund 



f 



d 



sind 



Es ist zu bemerken, dass die in den südlichen Theilen d 



dlichen Halbkugel und auf d 



tropischen Hochgebirg 



gefun 



denen nördlichen Arten und Formen keine arktischen sind, son- 
dern dem nördlichen Theile der gemässigten Zone entsprechen. 
Hr. H. G. Watson hat neulich bemerkt, «je weiter man von den 
polaren gegen die tropischen Breiten voranschreitet, desto wem- 



382 



ger arktisch werden die alpinen oder gebirglichen Formen der 
Organismen.« Viele der auf den Gebirgen wärmerer Gegenden 



der Erde und in der 



südlichen Hemisphäre lebenden Arten 



sind von so zweifelhaftem Werthe, dass sie \on einigen Natur- 



e 



forschem als wesentlich verschieden und von andern als bloss 
Varietäten bezeichnet werden. 

Wir wollen nun zusehen, welche Aufschlüsse die vorangehen- 
den Thatsachen über die durch eine Menge geologischer Beweise 
unterstützte Annahme gewähren können, dass die ganze Erd- 



oberfläche oder wenigstens ein grosser Theil derselben während 
der Eis-Periode gleichzeitig viel kälter als jetzt gewesen seye. 
Die Eis-Periode muss, in Jahren ausgedrückt, sehr lang gewesen 
seyn 5 und wenn wir berücksichtigen , über welch' weite Flächen 
einige naturalisirte Pflanzen und Thiere in wenigen Jahrhunder- 



ten 
noch 



sich 



ausgebreitet haben, so hat diese Periode für jede 
so weite Wanderung ausreichen können. Da die Kälte 
nur langsam zunahm, so werden alle tropischen Pflanzen und 

• ■ 

Thiere sich von beiden Seiten her gegen den Äquator zu- 

, gefolgt von den Bewohnern gemässigter 



rückgezogen haben 
Gegenden, welchen 



die der Polar-Zonen nachrückten ; doch haben 



? 



WH' 

Viele 



es mit den letzten in diesem Augenblicke nicht zu thun. 
der Tropen-Pflanzen erloschen dabei ohne Zweifel; 



Wie 



viele, kann niemand sagen. Vielleicht waren vordem die Tropen- 



Gegend 



ben so reich an Ai 



wie jetzt 




Kap der guten 

Da wir 



Hoffnung und einige gemässigte Theile Neuhollands. 
wissen, dass viele tropische Pflanzen und Thiere einen ziemlichen 
Grad von Kälte aushalten können, so mögen inanche derselben 
der Zerstörung durch eine massige Temperatur-Abnahme ent- 
gangen seyn, zumal wenn sie in die tiefsten geschütztesten und 
wärmsten Bezirke zu entkommen vermochten. Aber was man 



hauptsächlich nicht vergessen darf. 



das ist, dass doch alle Tro- 



pen-Erzeugnisse mehr oder weniger gelitten haben müssen. 



Die 



« • 



Bewohner gemässigter Gegenden, welche näher an den Äquator 
heranrücken konnten, wurden in einigermaassen neue Verhält- 



nisse versetzt, litten aber weniger 
viele Pflanzen gemässigter 



Au 



c 




ist es gewiss 



? 



dass 



Gegenden, wenn 



sie gegen Mitbewcr- 



I 






i 

L 



383 



bung geschützt sind 



5 



Wärmeres als ihr eigentliches Klim 



tragen könne 
pen-Erzeug 



Daher scheint es mir möglich dass, da die Tro- 

leidendem Zustande waren und den Eindring- 



lingen keinen ernsten Widerstand zu leisten vermochten, eine 
gewisse Anzahl der kräftigsten und herrschendsten Formen 




gemässigt 
sind und 



Zone in 




Reih 




Eingebor 



eingedrung 




Äquator erreicht und 



haben 



Der Einfall wurde 



m 




und vielleicht ein trocknes -Kli 



selbst noch überschritten 
Regel durch Hochländer 

enn Dr. 



noch begünstigt 




Falconer 




mir 




es 




ie mit der Hitze der Tropenländer 
verbundene Feuchtigkeit ist, welche den perennirenden Gewäch- 
sen aus gemässigteren 
werden die feuchtesten und wärmsten Rezirke 



Gegenden so verd*erblich wird. Dageg 





en Eingebornen 

Tropen als Zufluchtsstätte gedient haben. Die Gebirgs-Ket- 

Himalaya und die lange Cordilleren- 



ten im Nordwest 




Reih 



scheinen zwei grosse Invasions-Linien gebildet zu haben 



? 



und^s ist 



chlagende Thatsach 



5 



dass nach Dr. Hooker s letzter 



Mittheilung die 46 Rlüthen-Pflanzen, welche Feuerland mit Europ 



gemein hat 



? 



alle 




in N or d- Amerika vorkommen, das auf 



ihrer Marsch-Route geleg 



haben muss. Doch zweifle ich nicht 



daran, dass 



in di 



ch einige Rewohner der gemässigten Zonen sogar 



Tiefländer der Tropen eingedrung 



sind und dies 



über- 



hritten hab 



? 



als zur Zeit 




grössten Kälte 



ktische For- 



men von ihrer Heimath aus 25 Rreiten-Grade südwärts 



dran- 




und 




Zeit 
tor 




as Land am Fusse der Pyrenäen 
grössten Kälte dürfte dann das Kli 



bedeckten. In dies 



unter de 



* « 



Aq 



Niveau des Meeres-Spiegels ungefähr das nämliche gewesen 



seyn 
dies( 
Räur 



wie es jetzt dort in 6000' 

Zeit der grössten Kälte waren 

in den tropischen Tiefländei 



7000' Seehöhe herrscht 



In 



Meinung 



ch weite 



mit 



Vegetation b 



deckt aus Formen tropischer und gemässigter Gegenden zusam- 
mengesetzt und derjenigen vergleichbar, welche sich nach Hooker's 
lebendiger Beschreibung in wunderbarer Üppigkeit am Fusse des 
Himalaya entfaltet. 



So sind 



3 



glaube ich , 



während der Eis-Periode beträchtlich 



viele 



Pflanzen, 



einige 



Landthiere 



und 



verschiedene Meeres- 



384 



Bewohner von beiden gemässigten Zonen aus in die Tropen-Gegen 

manche sogar den Äquator über 



gedrungen und haben 



schritten. Als die Wärme zurückkehrt 



stiegen die den 



gern 



* ■ 



gten Klimaten entstammten Formen natürlich an den Berten 

aus den Tiefebenen; diejenigen welch 



hinan und verschwanden 



e 



d 



Äquator nicht erreicht hatten, kehrten nord- und süd 



in 



ihre 



frühere Heimath zurück 



5 



jene 



hauptsächlich nordi- 



schen Formen aber 



, welche den Äquator schon überschritten, 
wanderten weiter in die gemässigten Breiten der entgegengesetz- 
ten Hemisphäre. Obwohl sich aus geologischen Forschungen 
ergibt, dass die ganze Masse der arktischen Konchylien auf ihrer 
langen Wanderung nach Süden und ihrer Rückwanderung nach 
Norden kaum irgend eine wesentliche Modifikation erfahren habe 
so ist das Verhältniss doch ein ganz andres hinsichtlich der ein- 
gedrungenen Formen, welche sich auf den tropischen Gebirgen 
und in der südlichen Hemisphäre festsetzten. Von Fremdlingen 
umgeben geriethen sie mit vielen neuen Lebenformen in Älitbe- 
werbung; und es ist wahrscheinlich, dass Abänderungen in vStruk- 
tur organischer Thätigkeit und Lebensweise davon die Folge waren 
und durch Natürliche Züchtung fortgebildet wurden. So leben 
nun viele von diesen Wanderern, wenn auch offenbar noch ver- 
wandt mit ihren Brüdern in der andern Hemisphäre , in ihrer 
neuen Heimath als ausgezeichnete Varietäten oder eigene Spe- 
zies fort. 

Es ist eine merkwürdige Thatsache, worauf Hooker hinsieht- 
lieh Amerikas und Alphons DeCandolle hinsichtlich Australiens 
bestehen, dass offenbar viel mehr identische und verwandte Pflan- 
zen von Norden nach Süden als in umgekehrter Richtung gewan- 
dert sind. Wir sehen daher nur wenige südlichen Pflanzen For- 



men auf den Bergen von Borneo und Ahyssinien. Ich vermuthe 



5 



dass diese überwiegende Wanderung von Norden nach Süden 
der grösseren Ausdehnung des Landes im Norden und der zahl- 
reicheren Existenz der nordischen Formen in ihrer Heimath zu- 
zuschreiben ist, in deren Folge sie durch Natürliche Züchtung 



und manchfaltigere Mitbewerbung bereits zu höherer Vollkommen- 
heit und Herrschafts-Fähigkeit als die südlicheren Formen gelangt 



I 









> 




385 



waren 



Und 



nun beide während 




Eis-Periode sich durch 



der mengten, waren die nördlichen Formen besser geeig 



net die südlich 



tiberwind 



so wie wir heutzutag 



noch 
40 



> 



Europäische Einwandrer den Boden von La-Plata und seit 30 
Jahren auch von Neuholland bedecken sehen. Etwas ähnliche; 
muss sich auch in den tropischen Gebirgen zugetragen haben 
welche zweifelsohne schon vor der Eiszeit mit ihren eigenthüm- 
lichen Alpen-Bewohnern bevölkert gewesen sind. Auf vielen Inseln 
sind die eingebornen Erzeug 
an Menge 



durch 




naturalisirten bereits 



erreicht oder überboten: und wenn 




ersten jetzt 



r 

auch noch nicht verdrängt sind 



5 



SO hat ihre Anzahl doch seh 



sehr abgenommen 



3 



und Diess ist der erste Schritt zum Unter- 



gang. Ein Gebirge ist eine Insel auf dem Lande, und die tropischen 
Gebirge vor der Eis-Zeit müssen vollständig isolirt gewesen seyn. 
Ich glaube, dass die Erzeugnisse dieser Inseln auf dem Lande 



vor denen der grösseren nordischen Länder-Strecken ganz in 
derselben Weise zurückgewichen sind, wie die Erzeugnisse der 
Inseln im Meer zuletzt überall von den durch den Menschen da- 



selbst naturalisirten verdrängt wurden. 



Ich bin ferne davon zu 



glauben, dass durch 



die hier aufge 



stellte Ansicht über die Ausbreitung und die Beziehungen der 
verwandten Arten, welche in der nördlichen und der südlichen 
gemässigten Zone und auf den Gebirgen der Tropen-Gegenden 



wohnen 



3 



bereits alle Schwierigkeiten ausgeglichen sind. 



Sehr 



viele bleiben noch zu 



überwinden. Ich behaupte nicht, die Rieh 



tungen 
nachwe 



und Mittel der Wanderungen oder die Ursachen 



zu könn 



warum die einen und nicht d 



genau 
andern 
gewisse Spezies Abänderung 
erfahren haben und zur Bildung neuer Formen-Gruppen verwen- 



Arten gewandert 



sind, oder warum 



det worden 



3 



wahrend andre unverändert geblieben sind. 



Wir 



können nicht hoffen solche Verhältnisse zu erklären 



3 



SO lange 



wir 



ht zu sagen vermögen, warum eine Art und nicht 




andre durch menschliche Thätigkeit in fremden Landen naturali- 



sirt werd 



kann 



oder warum die eine zwei oder drei m 



so 



weit verbreitet, zwei oder drei mal so 

in der gemeinsamen Heimath ist. 



gemein als die andre Art 



25 



386 



Ich habe gesagt, dass viele Schwierigkeiten noch zu über- 

4 

winden bleiben. Einige der merkwürdigsten hat Dr. Hooker in 

botanischen Werken über die antarktischen Regionen mit 



seinen 



bewundernswerther Klarheit auseinandergesetzt. 



Diese können 



hier nicht erörtert werden 



Nur Das will ich bemerken 



5 



dass 



wenn 



es sich um das Vorkommen einer Sp 



an so unge 



heuer von einander entfernten Punkten handelt, wie Kerguelen 



Land 



Neuseeland und Feuerland sind, nach meiner Meinung (wie 



auch Lyell annimmt) Eisberge gegen das Ende der Eis-Z 
hin sich reichlich an deren Verbreitung betheiligt hab 
Aber das Vorkommen einiger völlig verschiedenen 



ganz südlichen Sipp 



an diesem oder jenem entleg 



m dürften. 
Arten aus 

len Punkte 



der südlichen Halbkugel ist nach meiner Theorie der Forlpflan 
zung mit Abänderung ein weit merkwürdigeres schwieriges Beispiel 



Denn einige dieser Arten sind so 



abweichend, dass sich nicht 



annehmen lässt, die Zeit von Anbeginn der Eis-Periode bis jetzt 



könne zu ihrer Wanderung und 



hherigen Abänderung bis 



zur 



erforderlichen Stufe hingereicht haben. 

dass sehr verschied 



scheinen mir anzuzeigen, 
Arten in |strahlen förmige 
Samen Zentrum ausgegangen; 



Diese Thatsachcn 
ne eigenthümliche 



Richtung von irgend einem gemein- 

und ich bin geneigt mich auch in 



der südlichen so wie in der nördlichen Halbkugel um eine war 



friere Periode vor der Eis-Zeit umzusehen, 
bedeckten antarktischen Länder eine ganz 



wo die jetzt mit Eis 
genthümliche und 



abgesonderte Flora besessen haben 



Ich vermuthe 



3 



dass schon 



vor 



der Vertilgung dieser Flora durch die Eis-Periode sich emige 

derselben durch gelegentliche Transport-Mittel 



Formen 

verschiedenen weit entleg 



wenige 

bis zu 

Halbkugel verbreitet hatten 
weder noch vorhandene oder 

Un^d 



Punkten 



der 



dlichen 



Dabei mögen ihnen einige 



ent 



bereits 



versunkene Inseln als 



Ruheplätze gedient haben 



so 



glaube ich 



5 



haben die süd 



liehen Küsten von Amerika, 
ähnliche Färbung durch gleiche 
zen-Lebens erhalten. 



Neuholland und Neuseeland eine 
eigenthümliche Formen des Pflan- 



Sir Ch. Lyell hat sich in einer der meinen 



fast 



ihnlichen 



Weise in Vermuthung 



ergangen 



über die Einflüsse grosser 









' 






387 



Schwankungen des Klimas auf die geographische Verbreitung der 



Lebenformen. 



längst 



Ich glaube also, dass die Erd- Oberfläche noch un- 

und 



einen von diesen grossen Kreisläufen erfahren hat 



? 



dass durch diese Unterstellung in Verbindung mit der Annahme 
der Abänderung durch Natürliche Züchtung eine Menge von That- 
sachen in der gegenwärtigen Vertheilung von identischen sowohl 
als verwandten Lebenformen sich erklären lässt. Man könnte 
sagen, die Ströme des Lebens seyen eine kurze Zeit von Norden 
und von Süden her geflossen und hätten den Äquator gekreutzt; 

i 

aber die von Norden her seyen so viel stärker gewesen, dass 
sie den Süden überschwemmt hätten. Wie die Gezeiten ihren Bei- 
trieb in wagrechten Linien abgesetzt am Strande zurücklassen, jedoch 
an verschiedenen Küsten zu verschiedenen Höhen ansteigen, so 
haben auch jene Lebens-Ströme ihr lebendiges Drift auf unsern Berg- 
Höhen hinterlassen in einer von den arktischen Tiefländern bis zu 
grossen Äquatorial-Höhen langsam ansteigenden Linie. Die ver- 
schiedenen auf dem Strande zurückgelassenen Lebenwesen kann 
man mit wilden Menschen-Rassen vergleichen^ die fast allerwärts 
zurückgedrängt sich noch in Bergfesten erhalten als interes- 
sante Überreste der ehemaligen Bevölkerung umgebender Flach- 
länder. 





Geographische Verbreitung. 



(Fortsetzung.) 



Verbreitung der Süsswasser-Bewohner 



Die Bewohn 



d 



sehen 



In 



Ab 



von 



B 



und Land-Säugth 



B 



ehung 



zwischen den Bewohnern der Inseln und der nächsten Festl 



d 



L'ber Ansiedelung aus d 



chsten Q 



und nachherige Ab 



d 



ffesfenwärti 



e^ö 



Ö 



Zusammenfassung der Fol 
i Kapitel. 



o 



o 



aus dem 



und d 



/ 



Da See'n und Fluss- Systeme durch Schranken 



Trocken 



land 



von 



nander getrennt werden, so möchte man glauben 



3 



dass Süsswasser-Bewohner nicht im Stande seyen sich aus einer 
Gegend in weite Ferne zu verbreiten. Und doch verhält sich 

25 =•' 



388 



die Sache 



gerade 



entgegengesetzt. Nicht allein haben viele 



Süsswasser-Bewohner aus ganz verschiedenen Klassen selbst eine 
ungeheure Verbreitung, sondern einander nahe verwandte For- 
men herrschen auch in auffallender Weise 
Oberfläche vor. 



ber 




ganze Erd- 



ich besinne mich noch wohl der Uberraschuncr, 



die ich fühlte, als ich 



Erzeugnisse 
thiere mitten 



zum ersten Male in Brasilien Süsswasser- 
sammelte und die Süsswasser-Schaaler und -Kerb- 



in 



einer ganz 



chied 



Bevölkerung d 



.Trockenlandes den Britischen so ähnlich fand. 

Doch kann dieses Vermögen weiter Verbreitung bei d 
Süsswasser-Bewohnern, wie unerwartet es auch seyn mag. 



in 



den meisten Fällen, wie ich glaube, daraus erklärt werden, dass 

nützlichen Weise von Sumpf zu 



sie 



m 



einer 



für 



sie 



sehr 



Sumpf und von Strom zu Strom zu wand 



fähig 




5 



woraus 



sich denn 




dig 



Folg 



Neigung zu weiter Verbreitung als eine nothwon- 
geben dürfte. Doch können wir hier nur wenige 



Fälle in Betracht ziehen. Was die Fische betrifft, so glaube ich 



j 



dass eine und dieselbe Sp 



niemals in den Süsswassern weit 



von einand 



entfernter Kontinente vorkommt: wohl ab 



ver- 



breitet sie sich in einem nämliche 



Festlande oft weit und in 



anscheinend launischer W 



so dass zwei Fluss-Systeme einen 



Theil ihrer Fische miteinander gemein 



hab 



5 



während andr 



Arten 



jedem 



derselben 



eigenthümlich sind 



Einig 



wenige 



Thatsachen scheinen ihre gelegenheitliche Versetzung aus einem 
Fluss in den andern zu erläutern, wie deren in Ostindien schon 

ie Luft, 



öfters von Wirbelwinden bewirkte EntRihrung durch 
wonach sie als Fisch-Regen wieder zur 




Erd 



gelangten, und 



wie 



die Zählebigkeit ihrer aus dem Wasser entnommenen Eier 
bin ich geneigt, die Verbreitung der Süsswasser-Fische v 



Doch 



weise gering 



Höhenwechseln des Landes während 




)rzugs 
gegen 



wärtig 
lasst V 
den. 



n Periode 
orden sind 



zuschreiben, wodurch manche Flüsse veran 



sich in andrer Weise miteinande 



zu verbin- 



Auch lassen sich Beispiele 



änderurfgen 
worden ist 



in 




wechselseitig 



Der LÖSS des Rheines bietet uns Beleg 



führen, dass Diess ohne Ver- 
Höhen durch Fluthen bewirkt 

i für an- 



sehnliche Veränderung 



der Boden-Höhe in einer ganz neuen 






\ 



389 



geologischen Zeit, dar 



? 



wo die Oberfläche schon mit ihren jetzi- 



gen 



Arten von Binnenmollusken bevölkert war. Die grosse 



Verschiedenheit zwischen den Fischen auf den entgegengesetzten 



Seiten von Gebirgs-Ketten 



5 



die schon seit früher Zeit die Was- 



serscheide der Gegend gebildet und die Ineinandermündung. der 
beiderseitigen Fluss- Systeme gehindert haben müssen. 



mir zum nämlichen Schlüsse zu führen, 
verwandter Arten von Süsswasser-Fischen an 



scheint 



Was das Vorkommen 



ehr entfernten 



Punkten der Erd-Oberfläche 



betrifft, so 



gibt es zweifelsohne viele 



Fälle, welche zur Zeit nicht erklärt werden können 



Inzwisch 



? 



stammen einige 



Süsswasser-Fische von sehr alten Formen ab 



5 



welche mithin während grosser geographischer Veränderungen 



Zeit und Mittel gefund 



haben 



ch durch weite Wanderung 



zu verbreiten. Zweitens können Salzwasser-Fische bei sorgfäl 



tigem 
werden 

Süsswa 



Verfahren lang 



ans Leben im Süsswasser gewöhnt 



und 



ach Valenciennes gibt es kaum eine gänzlich aufs 



beschränkte Fisch-Gruppe, so dass wir uns 



stel 



len können, ein Meeres-Bewohner aus einer übrig 





Wasser angehörigen Grupp 



wandre der See-Küste entlang und 



werde demzufolge abgeändert und endlich in Süsswassern eines 



tleg 



Landes zu leben befähigt 



Einige Arten von Süsswasser-Konchyl 



haben eine sehr 



weite Verbreitung 



? 



nd verwandte Arten, die nach meiner Theo 



rie von gemeinsamen Altern abstammen und mithin aus 



einer 



einzigen Quelle hervorgegangen sind 



? 



walten über die ganze 



Erd-Oberfläche vor. Ihre Verbreitung setzte mich anfangs in 



Verlegenheit 



? 



da ihre Eier nicht zur Fortführung durch Vögel 



geeignet sind und wie die Thiere selbst durch Seewasser ge 
tödtet werden. Ich konnte daher nicht begreifen, wie es komme, 



dass 



einige 



naturalisirte 



ArtÄ 



sich rasch durch 



Gegend verbreitet haben. Doch haben zwei von mir 



eine ganze 
beobachtete 



Thatsachen 



und viele andre bleiben zweifelsohne noch ferne- 



- 

rer Beobachtung anheim gegeben -r- einiges Licht über diesen 



Gegenstand verbreitet. Wenn eine Ente 



sich 



plötzlich aus 



einem mit Wasserlinsen bedeckten Teiche erhebt, so bleiben oft, 

von diesen kleinen Pflan- 



wie ich zweimal 



gesehen habe, welche 



390 



3 



dass 



3 



zen an ihrem Rücken hängen, und es ist mir geschehen 
wenn ich einige Wasserlinsen aus einem Aquarium ins andre 
versetzte, ich ganz absichtlos das letzte mit Süsswasser-Mollus- 
ken des ersten bevölkerte. Doch ist ein andrer Umstand viel- 
leicht noch wirksamer. 



in Sümpfi 



schlafen 



In Betracht, dass Wasser- Vögel 



mitunter 



3 



hängt 




einen Enten-Fuss in einem 



Aquarium auf, wo viele Eier von Süsswasser-Schnecken auszu- 
kriechen im Begriffe waren, und fand, dass bald eine grosse 
Menge der äusserst kleinen eben ausgeschlüpften Schnecken an 
dem Fuss umherkrochen und sich so fest anklebten, dass sie von 
dem heraus-genommenen Fusse nicht abgeschabt werden konnten 
obwohl sie in einem etwas mehr vorgeschrittenen Alter freivvil 

ausgeschlüpften Weichthiere 



) 




davon abli 



Dies 



frisch 



i 



) 



obschon zum Wohnen im Wasser bestimmt, lebten an dem En- 
ten-Fusse in feuchter Luft wohl 12— 20 Stunden lang, und wäh- 
rend dieser Zeit kann eine Ente oder ein Reiher wenigstens 
600 — 700 Englische (140 Deutsche) Meilen weit fliegen und sich 

, viel- 



I 



• 



dann wieder in einem Sumpfe oder Bache niederlassen, 
leicht auf einer ozeanischen Insel, wenn ein Sturm denselben 
erfasst und über's Meer hin verschlagen hatte. Auch hat mich 

man einen Wasserkäfer (Dyti- 



Sir Ch. Lyell 



benachrichtigt, dass 



cus) 



mit einer ihm fest ansitzenden Süsswasser - Napfschnecke 



(Ancylus) gefangen hat; und ein andrer Wasserkäfer aus der 
Sippe Colymbetes kam einst an Bord des Beagle geflogen, 



als 



d 



45 Englische Meilen vom nächsteji Lande entfernt war 

einem günstigen Winde noch gekom 



5 



wie viel weiter er aber mit 



würde, Das 



vermag niemand zu sagen 




men seyn 

Was die Pflanzen betriff't, so ist es längst bekannt, was für 
eine ungeheure Ausbreitung manche Süsswasser- und selbst 
Sumpf-Gewächse auf den FestläiWern und bis zu den entfernte 
sten Inseln des Weltmeeres besitzen. Diess ist nach Alph. 
DeCandolle's Wahrnehmung am deutlichsten in solchen grossen 
Gruppen von Landpfl 
Glieder an Süsswasse 



zu erseh 



j 



aus welchen nur einige 



leb 



) 



denn 




letzten pfleg 



eine viel gr 



* * 



Verbreitung als die übrigen zu erlang 



sofort 
. Ich 



glaube 



3 




die günstig 



Verbreitungs-Mittel diese Erschei 



I 



391 



nung erklären können 



Ich habe vorhin der Erd - Theilchen 



erwähnt, welche, wenn auch nur selten und zufällig einmal, an 

bleiben. Sumpfvögel 

werdei 



Schnäbeln und Füssen der Vögel hängen 

welche die schlammigen Ränder der Sümpfe aufsuch 



3 



5 



meistens schmutzig 



Füsse haben, wenn sie plötzlich aufg 



scheucht werden. Nun lässt sich nachweisen, dass gerade Vögel 
dieser Ordnung die grössten Wanderer sind und zuweilen auf 
den entferntesten und ödesten Inseln des offenen Weltmeeres 
angetroffen werden. Sie können sich nicht auf der Oberfläche 
des Meeres niederlassen, wo der noch an ihren Füssen^ängende 



Schlamm abgewaschen werden könnte 



5 



und wenn sie ans Land 



kommen 



5 



werden sie gewiss alsbald ihre gewöhnlichen Aufent- 
halts-Orte an den Süsswassern aufsuchen. Ich glaube kaum dass 
die Botaniker wissen, wie beladen der Schlamm der Sümpfe mit 
Pflanzen-S^men ist ; ich habe jedoch einige kleine Beobachtun- 
deren zutreffendsten Ergebnisse ich hier 



gen darüber gemacht, 

mittheilen will. Ich nah 

von drei verschiedenen Stellen unter Wasser 



Febi 



drei Esslöffel 



Schlamm 



? 



am Rande eines 



kleinen Sumpfe 



Dieser Schlamm getrocknet wog 6^/4 Unzen 



Ich bewahrte ihn sodann in meinem Arbeitszim 



bedeckt 6 



Monate lang auf und zählte und riss jede 



fkeimende Pflanz 



chen aus. 
im Ganzen 



Diese Pflänzchen waren von mancherlei Art und 



37 



5 



und doch war all' dieser zähe Schlamm in einer 



einzigen Untertasse 



enthalten. Diesen Thatsachen gegenübe 



würde es nun geradezu unerklärbar seyn 



? 



wenn es nicht mitun 



ter vorkäme, dass Wasser-Vögel die Saamen von Süsswasser 



Pflanzen in weite Fernen versc 
Ausbreitung derselben beitrüg 



hleppt 



und 



immer weitern 



sichtlich der Eier 
kommen. 



g 



m. Und derselbe Zufall mag hin- 
kleiner Süsswasser-Thiere in Betracht 



Auch noch andre und mitunter unbekannte Kräfte mögen 



dabei ihren Theil haben. Ich habe oben gesagt 



3 



dass Süsswas 



Fische manche Arten Sä 



fressen, obwohl sie andre 



Arten, nachdem sie solche verschlungen haben, wieder auswer- 



fen 



; selbst kleine Fische verschlingen Saamen von massiger 

■ 

Grösse, wie die der gelben Wasserlilie » und des Potamogeton, 



392 



Hunderic imc! abermals Hunderte 

täglich auf den Fischfang aus 5 wenn sie sich erheben, suchen 



von Reihern u. a. Vögeln gehen 



sie 



oft andre Wasser auf oder werden auch zufällig übers Meer 



Keim- 
Gewölle, in Exkrementen u. dgl. 



getrieben; und wir haben gesehen, dass Saamen oft ihre 
kraft noch besitzen, wenn sie in 
einige Stunden später wieder ausgeworfen werden. Als ich 
die grossen Saamen der herrlichen Wasserlilie, Nelumbium, sah 
und mich dessen erinnerte, was Alphons DeCandolle über diese 

meinte ich ihre Verbreitung müsse ganz uner- 
klärbar seyn. Doch Audubon versichert, Saamen der grossen 
südlichen Wasserlilie (nach Dr. Hooker wahrscheinlich das Ne- 



Pflanze 



gesagt, so 



j 



lumbium speciosum) im Magen eines Reihers gefunden zu haben 
und, obwohl es mir als Thatsache nicht bekannt ist, so schliesse 



ich doch aus der Analogie 



? 



dass 



? 



wenn ein Reiher in solchem 



Falle nach einem andern Sumpfe flöge und dort eii^ herzhafte 
Fisch-Mahlzeit zu sich nähme, er wahrscheinlich aus seinem 
Magen wieder einen Ballen mit noch unverdautem Nelumbium- 
Saamen auswerfen würde; oder der Vogel kann diese Saamen 
verlieren, wenn er seine Jungen füttert, wie er bekanntlich zu- 

weilen einen Fisch fallen lässt*. 

Bei Betrachtung dieser verschiedenen Verbreitungs - Mittel 
muss man sich noch erinnern, dass, wenn ein Sumpf oder Fluss 
z. B. auf einer neuen Insel eben erst entsteht, er noch nicht bevöl- 
kert ist und ein einzelnes Sämchen oder Ei'chen gute Aussicht 
auf Fortkommen hat. Auch wenn ein Kampf ums Daseyn zwi- 
schen den Individuen der wenigen Arten, die in einem Sumpfe 
beisammen leben 



/ 



5 



bereits begonnen hat, so wird in Betracht, dass 




Zahl 




Arten gegen 




auf dem Lande doch geringer ist 



? 




er Wettkampf auch wohl minder heftig als der zwischen den 

JIM 

Landbewohnern seye; ein neuer Eindringling, aus der Fremde 



gelangt 



3 



Würde mithin auch mehr Aussicht haben eine Stelle 



I 

4 
I 



In di 



Fall 



wäre vielleicht 



hrscheinlicher anzunehmen 



der 



Reiher habe einen Fisch verschlungen gehabt, welcher jene Saamen gefres- 



sen hatte: und die Saamen würden keimfähig wieder zu Boden gelangt seyn 
wenn nun ein Raubvogel den Reiher zerrissen hätte. 



j 



D. Übs. 



393 



zu erobern 
Auch dürfe 



als ein neuer Kolonist auf dem trocknen Land 



wir 



nicht 



g 



? 



dass 



mg 



Süsswasser-Bewohner tief 




Stufenleiter 



und vielleicht 



Natur steh 




und wir mit Grund annehmen können, dass solche tief organisirte 



Wei 
folg 



lang 



als 




band 



demzu 



dann ein und 




höher ausgebildeten i 
ämliche Art Wasser-bewohnender Org 



nismen längre Zeit wandern kann, als die Arten des trocknen 



Land 
viele 



Endlich müssen wir 




Möglichkeit gedenken 



5 




Süsswasser-bewohnende Spezies, nachdem sie sich über un- 
geheure Flächen verbreitet, in den mittein Gegenden derselben 
wieder erloschen seyn können. Aber die weite Verbreitung der 
Pflanzen und niederen Thiere des Süsswassers, mögen sie nun 
ihre ursprüngliche Form unverändert bewahren oder in gewissem 



Grad 



d 



5 



hängt nach meiner Meinung hauptsächlich von 




Leichtigkeit ab 



womit ihre Saamen 



d Eier durch 



d 



Thiere 



und 



zumal höchst flugfertige Süsswasser - Vögel 



von 



einem Gewäss 
schleppt werd 



zum andern oft sehr entfernt geleg 
können. Die Natur hat wie ein S( 



ver- 



g fältig 



Gärtner ihre Saamen von einem Beete von besondrer Beschaflen- 
heit genommen und sie in ein andres gleichfalls angemessen zu- 

bereitetes verpflanzt. 

Bewohner der ozeanischen Inseln.) Wir kommen 
nun zur letzten der drei Klassen von Thatsachen, welche ich 
als diejenigen bezeichnet habe, welche die grössten Schwierig- 
keiten für die Ansicht darbieten, dass, weil alle Individuen so- 
wohl der nämlichen Art als auch nahe-verwandter Arten von 
einem gemeinsamen Stammvater herkommen, auch alle von ge- 



meinsamer Geburtsstätte aus 



ich 




d 



entferntesten Theile 



der Erd- Oberfläche, deren Bewohner sie jetzt sind, verbreitet 
haben müssen. Ich habe bereits erklärt, dass ich nicht wohl mit 
der FoRBEs'schen Ansicht übereinstimmen kann, wonach alle In- 
seln des Atlantischen Ozeans noch in der gegenwärtigen neue- 
sten Periode mit einem der zwei Kontinente ganz oder fast ganz 
zusammengehangen haben sollen. Diese Ansicht würde zwar 

dürfte aber keines- 



: 



allerdings einige Schwierigkeiten beseitigen 

Wegs alle Erscheinungen hinsichtlich der Insel-Bevölkerung er- 



394 



klären. . In 
nicht au 



chränken 




nachfolgenden Bemerkiin 



o 



rde ich mich 




blosse Frage von der Verlheilung der Arten b 



5 



dern 



auch einige andre Thatsachen erläutern 



welche sich auf die zwei Theorien 



5 



die 




selbstständigen 



Schöpfung der Arten und die ihrer Abstammung von einander 
mit fortwährender Abänderung beziehen. 

aller Klassen bewohnen ozeanische Inseln 



Nur wenige Arten 



im Vergleich 



zu 



gleich 



grossen Flächen festen Landes 



5 



J 



Wie 



Alphons DeCandolle in Bezug auf die Pflanzen und Wollaston 
hinsichtlich der Insekten behaupten. Betrachten wir die erheb- 



liche Gr 



und 




anch faltigen Standorte Neuseelands 



3 




Über 780 Englische Meilen Breite hat, und vergleichen die Arten 
seiner Blüthen-Pflanzen, nur 750 an der Zahl, mit denen einer 



3 



3 



gleich grossen Fläche am Kap der guten Hoffnung oder in Neu- 



holland, so müssen wir, glaube ich 



; 



3 



5 



zugestehen, dass 



etwas von 



den physikalischen Bedingungen ganz Unabhängiges die grosse 
Verschiedenheit der Arten-Zahlen veranlasst hat. Selbst die ein- 
förmige Umgegend von Cambridge zählt 847 und das kleine Ei- 
land Änglesea 764 Pflanzen- Arten: doch sind auch einige Farne 
und einige eingeführte Arten in diesen Zahlen mitbegriffen und 
ist die Vergleichung auch in einigen andern Beziehungen nicht 
ganz richtig. Wir haben Beweise, dass das kahle Eiland Ascen- 
sion bei seiner Entdeckung nicht ein halbes Dutzend Blüthen- 

wie es eben 



3 



sehen In 



Pflanzen besass; jetzt sind viele dort naturalisirt 

auch auf Neuseeland und auf allen andern oze^ 

der Fall ist. Auf SL Helena nimmt man mit Grund an 

die naturalisirten Pflanzen und Thiere schon viele einheimische 



3 



dass 



Natur-Erzeugnisse gänzlich 



oder 



fast gänzlich vertilgt haben. 



Wer also der Lehre von der selbstständigen Erschaffung aller 
einzelnen Arten beipflichtet, der wird zugestehen müssen, 



, dass 

auf den ozeanischen Inseln keine hinreichende Anzahl bestens 

indem 



angepasster Pflanzen und Thiere geschaffen worden seye 

der Mensch diese Inseln ganz absichtlos aus verschiedenen Quellen 

viel besser und vollständiger als die Natur bevölkert hat. 

Obwohl auf ozeanischen Inseln die Arten-Zahl der Bewohner 
im Ganzen dürftig, so ist doch das Verhältniss der ( 



ndemischen 



I 

I 



I 




395 





sonst 



gends vorkomm 



Arten oft ausserordentlich 



Diess ergibt sich, wenn man z. B. die Anzahl 



gross. 

mischen Landschnecken auf Madeira 




ende 



? 



oder 




endemischen 



Vögel 



im 



Galapagos-Archipel mit der auf irgend einem Kontinente 



ge 



fundene 



Zahl 



gleicht und dann auch die beiderseitig 



Flä 



chen-Ausdehnung gegeneinande 



hält 



Dieses war nach meiner 



Theo 



zu erwarten 



5 



denn 



5 



wie bereits erklärt word 



3 



sind 



Bezirk ko 



und dort mit neuen 



Arten, welche nach langen Zwischenzeiten gelegenheitlich 
neuen und abgeschlos 
Genossen zu kämpfen haben, in 

dern 



gezeichneter 



geneigt und bringen oft Grupp 



modifizir 



hervor. Daraus folgt aber 



keineswegs, dass, weil 



Grade abzuän- 

r Nachkommen 

auf einer In- 



sel fast alle Arten einer Klasse eigenthümlich sind, auch die d 



übrig 



Klassen oder auch nur einer besondren Sektion dersel 



be 



Klass 



genthümlich seyn müsse; und dieser Unterschied 

welche 



scheint theils davon herzurühren, dass diejenigen Arte 



5 



nicht abänderten, leicht und ge 
ihre 



gewandert sind, so dass 

theils 



gegenseitigen Beziehungen nicht viel gestört wurden, 
kann er aber auch von der häufigen Ankunft unveränderter Ein- 
wandrer aus dem Mutterlande und der nachherigen Kreutzung mit 
vorigen bedingt seyn. Hinsichtlich der Wirkung einer solchen 
Kreutzung ist zu bemerken, dass die aus derselben entspringen- 

. indem 



als 



den Nachkommen gewiss sehr kräftig werden müssen 
selbst eine zufällige Kreutzung wirksamer zu seyn pflegt, 
man voraus erwarten möchte. Ich will einige Beispiele anführen. 
Auf den Galapagos-Eihnden gibt es 26 Landvögel, wovon 21 
(oder vielleicht 23) endemisch sind, während von den 11 See- 
vögeln ihnen nur zwei eigenthümlich angehören, und es liegt 
auf der Hand, dass Seevögel leichter als Landvögel nach diesen 
Eilanden gelangen können. Bermuda dagegen, welches ungefähr 
eben so weit von Nord- Amerika^ wie die Galapagos von Süd- 
Amerika^ entfernt liegt und 



5 

einen eigenthümlichen Boden besitzt 



5 



hat nicht eine endemische Art von Landvögeln, und wir wissen 

. M. Jones' trefflichem Berichte über Bermuda. 



aus 



Herrn 




dass sehr viele Nord- Amerikanische Vögel auf ihren grossen 



jähi 



Zug 



diese Insel theils regelmässig und theils auch 



396 



m 



zufällig berühren. Madeira besitzt nicht eine eio-enthüm- 



liehe Vogel-Sp 



d viele Europäische und Afrikanische Vö- 



gel werden, wie mir Hr. E. V. Harcourt gesagt, alljährlich dah 



hlag 



So sind d 



beiden Inseln Bermuda und Madei 



mit Vögel-Arten besetzt worden, welche schon seit langen Zeiten 
in ihrer früheren Heimath mit einander gekämpft haben und ein- 
ander angepasst worden sind. Nachdem sie sich nun in ihrer 
neuen Heimath angesiedelt, hat jede Art den andern gegenüber 
ihre alte Stelle und Lebensweise behauptet und mithin keine 
neuen Modifikationen erfahren. Auch ist jede Neigung zur Ab- 
änderung durch die Kreutzung mit den fortwährend aus dem 
Mutterlande unverändert nachkommenden neuen Einwanderern 
gehemmt worden. Madeira ist ferner von einer wundersamen 
Anzahl' eigenthümlicher Landschnecken- Arten bewohnt , während 
nicht eine 
schränkt i 



5 



g 



Art von Weichth 



f seine Küsten b 




. Obwohl wir nun nicht wissen, auf welche W^eise die 
meerischen Schaalthiere sich verbreiten, so lässt sich doch ein- 
sehen , dass ihre Eier oder Larven vielleicht an Seetang und 

i 

Treibholz ansitzend oder an den Füssen der VS^advögel hängend 
weit leichter als Land-Mollusken 300 — 400 Meilen weit über die 
offne See fortgeführt werden können. 



Die 



chied 



Insek 



h-' 



ten-Klassen auf Madeira scheinen analoge Thatsachen darzubieten. 

Ozeanische Inseln sind zuweilen unvollständig in gewissen 
Klassen, deren Stellen anscheinend durch andere Einwohner der- 
selben eingenommen werden. So vertreten auf den Galapagos 



Reptilien und auf Neuseeland Flügel-lose Riesen -Vögel 



die 



Stelle der Säugthiere. Was die Pflanzen der Galapagos betrifft, 
so hat Dr. Hooker gezeigt, dass das Zahlen-Verhältniss zwischen 




verschiedenen Ordnungen ein ganz anderes als sonst aller- 
wärts ist. Solche Erscheinungen setzt man gewöhnlich auf Rech- 
nung der physikalischen Bedingungen der Inseln ; aber diese Er- 
klärung dünkt mir etwas zweifelhaft zu seyn. Leichtigkeit der 

eben so wichtig 



Einwanderung ist, wie mir scheint 



5 



wenigstens 



als d 



Natur 




Lebens-Bedingungen gewesen 



Rücksichtlich 




Bewohner 



bgeleg 



Inseln lassen sich 



viele merkwürdige kleine Erscheinungen anführen 



So habe 



4 



I 

i 

1 

I 
I 



I 
I 



\ 



/ 



397 



z. B. auf gewissen nicht mit Säugthieren besetzten Eilanden einige 
endemische Pflanzen prächtig mit Häkchen versehene Saamen^ 



und doch gibt es nicht viele Beziehungen, die augenfälliger wä- 
ren, als die Eignung mit Haken besetzter Saamen für den Trans- 
port durch die Haare und Wolle der Säugthiere. Dieser Fall bietet 

Schwierigkeit dar, indem Haken-reiche 



nach meiner Meinung keine 



Saamen leicht noch durch andere Mittel von Insel zu Insel ge- 



führt werden können, wo dann die Pflanze etwas verändert 



5 



aber 



bilden, wie es rudimentäre Organe, z. B. die runzeligen 



ihre widerhakenigen Saamen behaltend eine endemische Form bil- 
det, für welche diese Haken nun einen eben so unnützen An- 
hang 
Flügel unter den zusammen-gewachsenen Flügeldecken mancher 

insularen Käfer sind. Auch besitzen Inseln oft Bäume oder 
Büsche aus Ordnungen, welche anderwärts nur Kräuter darbieten; 
nun aber haben Bäume, wie Alph. deCandolle gezeigt hat, ge- 
wöhnlich nur beschränkte Verbreitungs-Gebiete, was immer die 
Ursache dieser Erscheinung seyn mag. Daher ergibt sich dann 
ferner 



3 



dass Baum-Arten wenig geeignet sind 



3 



tleg 




yrrn — 



nische Inseln zu erreichen; und eine Kraut-artige Pflanze, wenn 
sie auch keine Aussicht auf Erfolg im Wettkampfe mit einem 



schon vollständig entwickelten Baum 



hat 



5 



kann 



3 



wenn sie bei 



ihre 



ersten Ansiedelung auf einer Insel nur mit and 



Kraut 



artigen Pflanzen allein in Mitbewerbung tritt, leicht durch immer 
höher strebenden Wuchs ein Übergewicht über dieselben erlangen. 
Ist Diess der Fall, so niag Natürliche Züchtung der Wuchs Kraut- 



artig 



Pflanze 



3 



die auf einer ozeanischen Insel wachsen 



3 



aus 



welcher Ordnung sie immer seyn mögen 



5 



ft etwas zu verstär- 



ken 




dieselben erst 



Busch 



und 



ndlich 



Bäume zu ver- 



wandeln geneigt seyn 



Was die Abwesenheit ganzer Organismen- Ordnungen 



auf 



nischen Inseln betrifft 



3 



SO hat BoRY DE St.-Vincent schon längst 



bemerkt 



3 



das 



Batrachier (Frösche, Kröten und Molge) nie auf 



einer der vielen Inseln gefunden worden sind, womit der g 



Ozean besäet ist 



Ich habe mich bemühet diese Behauptung 



prüfen und habe sie genau richtig befunden. Wohl hat man mich 
versichert, dass ein Frosch auf den Bergen der grossen 



Insel 



398 



Neuseeland lebe; aber ich vermuthe (wenn die Angabe richti 
ist), dass sich diese Ausnahme durch Glacial-Thäligkeit erklären 
lasse. Dieser allgemeine Mangel an Fröschen, Kröten und Mol- 
ozeanischen Inseln lässt sich nicht aus ihrer 



gen auf so vielen 



hen Beschaffenheit erklären 



3 



dem es 



ehr scheint 



dass dieselben recht gut für diese Thiere geeignet wären; denn 



5 



emge 




Da 



Frösche sind auf Madeira^ den Azoren und auf Mauritius 
führt worden, um sie als Nahrungsmittel zu vervi 
aber bekanntlich diese Thiere so wie ihr Laich durch Seewasser 
unmittelbar getödtet werden, so ist leicht zu ersehen, dass de- 
ren Transport über Meer sehr schwierig seye und sie au^ diesem 
Grunde auf keiner ozeanischen Insel existiren. Dagegen würde 
es nach der Schöpfungs-Theorie sehr schwer seyn zu erklären, 
wesshalb sie auf diesen Inseln nicht erschaffen worden seyen. 



Säugthiere bieten einen andern Fall ähnlicher Art dar. 



Ich 



habe die ältesten Reisewerke sorgfältig durchgangen und zwar 
meine Arbeit noch nicht beendigt, aber bis jetzt noch kein un- 
zweifelhaftes Beispiel gefunden, dass ein Land-Säugethier (von 
den gezähmten Hausthieren der Eingebornen abgesehen) irgend 
eine über 300 Engl. Meilen weit von einem Festlande oder 
einer Kontinental-Insel entlegene Insel bewohnt habe; und viele 
Inseln in viel geringeren Abständen entbehren derselben ebenfalls 
gänzlich. Die Falklands-Inseln, welche von einem Wolf-artigen 



Fuchse bewohnt sind, scheinen zunächst^ eine Ausnahme zu ma- 
chen, können aber nicht als ozeanisch gelten, da sie auf einer 
mit dem Festlande zusammen-hängenden Bank liegen; und da 
schwimmende Eisberge 



Fels-Blöcke an ihren westlichen Küsten 



bgesetzt 



3 



so könnten dieselben auch wohl 



al Füchse mit 



gebracht haben, wie Das jetzt in den arktischen Gegend 
oft vorkommt. Doch kann man nicht behaupten. 



dass kleine 



Inseln nicht auch kleine Säugthiere ernähren können 
ist Diess in der That mit sehr kleinen Inseln der 
dicht an einem Kontinente liefen ; 



? 



denn es 



und 



Fall, wenn sie 
chwerlich lässt sich eine 



Insel bezeichnen, auf der unsre kleinen Säugthiere sich nicht 



naturalisirt und 



ehrt hätten. Nach der gewöhnlich 



An 



sieht von der Schöpfung könnte man sagen 



? 



dass nicht Zeit zur 



1 



I 



( 



/ 



399 



Schöpfung von Säugthieren gewesen seye 



5 



viele vulkanisch 





sein 



Zerstörung 



zwar alt genug 



? 



wie sich theils aus 




geheur 



? 



die sie bereits erfahren 

ihner 



? 



und theils aus dem Vor- 




kommen tertiärer Schichten 
wesen zur Hervorbringung 

4 

sen 5 und auf Kontinenten, nimmt 



gibt 



: 



auch ist Zeit 




endemischer Arten aus andern Klas- 

4 j 

man an, erscheinen und ver- 



schwinden Säugthier 



rascherem Wechsel 



die andern tiefer- 



stehenden Thiere. Aber wenn auch Land-Säugethiere auf 



sehen In 



nicht 



hand 



5 



finden sich doch fliegende Säug 



\ 



thiere fast auf jed 



Insel ein. Neuseeland besitzt zwei Fleder 



mause, die sonst nirgends in der Welt vorkommen; die iVr)r/b/Ä-/w5e/, 
der Viti-Archipel, die Bonins-Inseln^ die 



Marianen- und Caro 




Mauritius: alle besitzen ihre eigenthümlichen 

kann man nun fragen, hat die an- 



Warum 



linen- Gruppen un 
Fledermaus-Arten 
gebliche Schöpfungs-Kraft auf diesen entlegenen Inseln nur Fle- 
dermäuse und keine andern Säugthiere hervorgebracht? Nach 
meiner Anschauungs-Weise lässt sich 

a kein Land-Säugthier über 




Worten 



5 




lese Frage leicht beant- 
so weite Meeres-Strecken 



hinwegko 
im Stand 



kann 



? 



welche Fledermäuse noch zu überflieg 




Man hat Fledermäuse b 



Tag 



weit über den 



Atlantischen Ozean ziehen sehen und zwei Nord-Amerikanische 
Arten derselben besuchen die Bermuda-Insel ^ 600 Engl. Mei 
len vom Fesllande, n 



gelmässig od 



fällig. Ich höre von 



Mr 



TOMES 



, welcher diese Familie näher studirt hat, dass viele 
Arten derselben einzeln genommen eine ungeheure Verbreitung 
besitzen und sowohl auf Kontinenten als weit entlegenen Inseln 



gleich 



kom 



Wir brauchen daher nur zu unterstellen 



5 




solche wandernde Arten durch Natürliche Züchtung der Be 



dingungen ihrer neuen Heimath angemessen modifizirt worden 
seyen, und wir werden das Vorkommen von Fledermäusen auf 
solchen Inseln begreifen, wo sonst keine Land-Säugthiere vor- 
handen sind. 



Neben der Abwesenheit der Land-Säugthi 



auf Inseln 



5 



welche von Kontinenten entleg 




? 



ist 



och eine andre 




Ziehung in einer bis zu gewissem Grade davon unabhängigen 
Weise zu berücksichtigen, die Beziehung nämlich zwischen der 



1 



400 



Tiefe des eine Insel vom Festland 



Vorkommen gleiche 



od 



trennenden Meeres und dem 



verwandter Säugthier-Arten auf beid 



Hr. WiNDSOR Earl hat einige treffende Beobachtungen in dieser 
Hinsicht über den grossen Malayischen Archipel gemacht, welcher 



in 




Näh 



von Celeh 



voii einem Streifen sehr tiefen M 



durchschnitten wird 
nen trennt. Auf d< 



5 



der zwei ganz verschiedene Säugthier-Fau 



Seite desselb 



lieg 



die Insel 



auf 



massig tiefen untermeerischen Banken und sind von einander 



nahe verwandten 



oder 



ganz identischen Säugthier-Arten be- 



wohnt. Allerdings kommen auch in dieser Insel-Gruppe einicre 
wenige Anomalien vor und ist es in einigen Fällen ziemlich 
schwer zu beurtheilen, in wie ferne die Verbreitung gewihaer 
Säugthiere durch Naturalisirung von Seiten des Menschen be- 



dingt 



ist: 



: 



inzwischen werden die eifrigen Forschungen des 



Hrn. Wallace bald mehr Licht auf die Naturgeschichte dieser 
Inseln werfen. Ich habe bisher nicht Zeit gefunden, diesem Ge- 
genstand auch in andern Welt-Gegenden nachzuforschen; so weit 
ich aber damit gekommen bin , bleiben die Beziehungen sich 
gleich. Wir sehen Britannien durch einen schmalen Kanal vom 



Europäischen Festlande getrennt, und die Säugthier-Arten sind 
auf beiden Seiten die nämlichen. Ähnlich verhält es sich mit 
vielen nur durch schmale Meerengen von Neuholland geschie- 
denen Eilanden. Die Westindischen Inseln stehen auf einer fast 
1000 Faden tief untergetauchten Bank; und hier finden wir zwar 
Amerikanische Formen, aber von denen des Festlandes verschie- 
dene Arten und Sippen. Da das Maass der Abänderung überall 
in gewissem Grade von der Zeit-Dauer abhängt und es eher an- 
zunehmen ist, dass durch seichte Meerengen abgesonderte In- 
seln länger als die durch tiefe Kanäle geschiedenen mit dem 
Festlande in Zusammenhang geblieben sind, so vermag man den 
Grund einer oftmaligen Beziehung zwischen der Tiefe des Meeres 
und dem Verwandtschafts-Grad einzusehen, der zwischen der 
Säugthier-Bevölkerung einer Insel und derjenigen des benachbarten 
Festlandes besteht, eine Beziehung, welche bei Annahme einer 



selbstständigen Schöpfung jeder Spezies ganz unerklärbar bleibt. 



Alle vorangehenden Wahrnehmungen 



über 



die Bewohner 



\ 




401 



ozeanischer Eilande, insbesondere die Spärlichkeit der Arten, 
die Menge endemischer Formen in einzelnen Klassen oder deren 
Unterabtheilungen, das Fehlen ganzer Gruppen wie der Batrachier 

und 




am Boden lebenden Säugtb 



trotz der Anwesenheit 




fliegender Fledermäuse, 

in manchen Pflanzen-Ordnung 

Pflanzen - Formen in Bäume , 



genthümlichen Zahlen-Verhältnisse 
[1, die Verwandlung Kraut-artiger 



alle seh 



sich mit der An 



sieht, dass im 



? 



Verlaufe langer Zeiträume gelegenheitUche Trans- 
zur Verbreitung der Organismen mitgewirkt haben, 



vertragen, dass alle 



unsre ozea- 



port-Miltel viel zur 

besser als mit der Meinung zu 

nischen Inseln vordem in unmittelbarem Zusammenhang mit dem 

nächsten Festlande gestanden seyen 



denn 



in diese 



letzten 



Falle würde die Einwanderung wohl vollständig gewesen seyn 
und müssten, wenn man Abänderung zulassen will. 



alle Leben 



formen in gleichei 
Beziehung von Org 



W 



5 




zu Org 



äussersten Wichtigkeit der 
smus entsprechend, modifi- 



zirt word 



seyn 



Ich will nicht laug 



gkeiten vorliegen zu erklären. 



dass da noch viele und grosse Schwie- 

welche Weise manche 



auf 



Bewohner vereinzelter Inseln, mögen sie nun ihre anfängliche 
Form beibehalten oder seit ihrer Ankunft abgeändert haben, bis 
zu ihrer gegenwärtigen Heimath gelangt seyen. Ich will nur ein 
Beispiel dieser Art anfuhren. Fast alle und selbst die abgele- 
gensten und kleinsten ozeanischen Inseln sind von Land-Schnecken 

und zwar meistens von endemischen, doch zuweilen 



bewohnt 



? 



auch von anderwärts vorkommenden Arten. Dr. Aug. A. Gould 



hat 



g 



interessante Fälle von Land-Schnecken auf 




des stillen Meeres mitgetheilt 



Nu 



ist es eine 



Inseln 



anerkannte 



Thatsache, dass Land-Schnecken durch Salz sehr leicht zu tödten 
sind, und ihre Eier (oder wenigstens diejenigen, womit ich Ver- 
suche angestellt) sinken im See-Wasser unter und verderben. 
Und doch muss es meiner Meinung nach irgend ein unbekanntes 
aber höchst wirksames Verbreitungs-Mittel für dieselben geben. 
Sollten vielleicht die jungen eben demEie entschlüpften Schneckchen 
an den Füssen irgend eines am Boden ausruhenden Vogels empor- 
kriechen und dann von ihm weiter getragen werden? Es kam 

26 



402 



mir vor, als ob Land- Schnecken, im Zustande des Winterschlafs 
begriffen und mit einem Winterdeckel auf ihrer Schaalen-Mün- 
dung versehen, in Spalten von Treibholz über ziemlich breite 
See-Arme müssten geführt werden können, ohne zu leiden. Ich 
fand sodann, dass verschiedene Arten in diesem Zustande ohne 
Nachlheil sieben Tage lang im See- Wasser liegen bleiben können. 

pomatia, die ich nach längerer 



Eine dieser Arten war Helix 



Winterruhe noch zwanzig Tage lang in See -Wasser legte, worauf 
sie sich wieder vollständig erholte. Da diese Art einen dicken 
kalkio-en Deckel besitzt, so nahm ich ihn ab, und als sich hierauf 

er Deckel gebildet hatte, tauchte ich sie 



wieder ein neuer häutig 



noch 



hn Tag 



See-W 



worauf sie wied 



ollko 



weitere Versuche 



men zu sich kam und davon kroch; indessen 
in dieser Beziehung fehlen noch. 

Die triftigste und für uns wichtigste Thatsache hinsichtlich 
der Insel-Bewohner ist ihre Verwandtschaft mit den Bewohnern 
des nächsten Festlandes, ohne mit denselben von gleichen Arten 



zu seyn 



Davon Hessen sich zahllose Beispiel 



führen 



Ich 



will mich jedoch auf ein einziges beschränken, auf das der Galap 



gos-lnse\n, welch 
Amerika's liegen. 



500 
Hier 



600 Engl. Meile 
trägt fast jedes 




1 von der Küste 
Land- wie Wasser-Pro 



dukt 



ein 



kennbares kontinental - amerikanisches Gepräge 



Dabei befinden sich 26 Arten Land-Vögel, von welchen 21 



oder 



vielleicht 23 als eigenthümlich 





geschaffe 



Arten an- 



gesehen werden ; und doch ist die nahe Verwandtschaft der 



sten dieser Vög 
raktere 



mit Amerikanischen Arte 



in J 



ihrer Cha- 



Lebens-Weise, Betragen und Ton der Stimme offenbar. 
So ist es auch mit andern Thieren und, wie Dr. Hooker in sei- 



5 



m 



usgezeichneten Werke 



her die Flora d 



Insel-Grupp 



gezeigt, mit fast allen Pflanzen 
Bewohner dieser vulkanischen 



Der Naturforscher, welcher die 
Inseln des stillen Meeres betrach- 



tet, fühlt. 



dass er auf Amerikanischem Bod 



steht 



5 



bwohl er 



noch einige hundert Meile 



von 



dem Festlande entfernt ist. Wie 




Die 



kommen 



Woh 



sollten 



die 



5 



geblich 



nur im 



Galapagos-Archipel und sonst nirgend 



erschaffenen Arten die 



sen so deutlichen Stempel der Verwandtschaft mit 




in 



Arne 



( 



/ 



t 



403 



4 

rika geschatfenen haben? Es ist nichts in den Lebens -Bedin- 
gungen, nichts in der geologischen 



Beschaffenheit, nichts in der 



Höhe oder dem Klima dieser Inseln noch in dem Zahlen-Ver- 
hältnisse der verschiedenen hier zusammen-gesellten Klassen, 
was den Lebens-Bedingungen auf den Süd-Amerikanischen Kü- 
sten sehr ähnlich wäre: 



es ist 




ein grosse 



Unterschied 



in allen Beziehungen vorhanden. Anderseits aber ist eine grosse 
Ähnlichkeit zwischen der vulkanischen Natur des Bodens, dem 

Galapagos 



Klima 



und der Grösse und Höhe der Inseln 



der 



einer- und der Capverdischen Gruppe ander-seits. Aber welche 
unbedingte und gänzliche Verschiedenheit in ihren Bewohnern! 

t 

Die der Inseln des grünen Vorgebirges stehen zu Afrika im 



nämlichen Verhältnisse, wie die der Galapagos zu Amerika, 



Ich 



glaub 



? 



diese bedeutende Thatsache hat von 




gewöhnlich 



Annahme 



unabhängigen Schöpfung 




Arten keine Erklä 



rung zu 



warten , während 



3 



h der hier aufgestellten Ansicht 



es offenbar ist, dass die Galapagos 



ntwed 



durch 



elegenheit 



liehe Transport Mittel oder in Folge eines früheren unmittelbaren 



Zusammenhang 



mit Amerika von diesem Welttheile 



5 



Wie 




Capverdischen Inseln von Afrika aus 



? 



bevölkert word 



sind 



und dass, obwohl diese Kolonisten Abänderungen erfahren haben 



sie doch ihre erste Geburts-Stätte 
zip verrathen. 



das Vererblichkeits-Prin 



Und so Hessen sich noch 



löge Fälle anführen 



denn 



es 



ist in der That eine fast allgemeine Regel, dass die endemi- 



schen Erzeugnisse der Inseln mit denen der nächsten Festlän- 
der oder andrer benachbarter Inseln in Beziehung stehen. Aus- 
nalimen sind selten und gewöhnlich leicht erklärbar. So sind die 
Pflanzen von Kerguelen- Land^ obwohl dieses näher bei Afrika 

nach Dr. Hooker's Bericht sehr enge 



als bei Amerika liegt , 
mit denen der Amerikanischen Flora verwandt; doch erklärt sich 
diese Abweichung durch die Annahme, dass die genannte Insel 
hauptsächlich durch strandende Eisberge bevölkert worden seye, 
welche den vorherrschenden See-Strömungen folgend Steine und 
Erde voll Saamen mit sich geführt haben. Neuseeland ist hin- 
sichtlich seiner endemischen Pflanzen mit Neuholland als dem 

26" 



4ü4 



nächsten Kontinente näher als mit irgend einer andern Gegend 
verwandt, wie es zu erwarten ist; es hat aber auch offenbare 



Verwandtschaft mit Süd-Amerika 



) 



das 



y 



wenn auch 




zweit- 



nächste Festland, so ungeheuer entfernt ist, dass die Thatsache 
als eine Anomalie erscheint. Doch auch diese Schwierigkeit 
verschwindet grösstentheils unter der Voraussetzung, dass Neu- 



seeland. Süd-Amerika u. a. südliche Länder vor langen Zeiten 
theilweise von einem entfernt gelegenen Mittelpunkte, nämlich 



von 




ntarktischen Inseln aus bevölkert word 



seyen 



j 



vor 



dem Anfang 




Eis-Periode 



Die 



3 



wenn auch nur schwache 



> 



aber 



ach Dr. Hooker doch thatsächliche Verwandtschaft zwischc 



den Floren der südwestlichen Spitzen Australiens und des Caps 
der guten Hoffnung ist ein viel merkwürdigerer Fall und für 
jetzt unerklärlich; doch ist dieselbe auf die Pflanzen beschränkt 
und wird auch ihrerseits sich gewiss eines Tages noch aufklä- 

ren lassen. 

Das Gesetz, vermöge dessen die Bewohner eines Archipels, 

wenn auch in den Arten verschieden, zumeist mit denen des 
nächsten Festlandes übereinstimmen, wiederholt sich zuweilen in 
kleinerem Maassstabe aber in sehr interessanter Weise innerhalb 
einer und der nämlichen Insel-Gruppe. Namentlich haben ganz wun- 
derbarer Weise die verschiedenen Inseln des nur kleinen Galapa- 



gos 



Archipels, wie 



schon 



wärts gezeigt 



5 



ihre eigen 



thümlichen Bewoh 



3 



SO dass fast auf jed 



derselben andre 



Art 



vorkomme 



5 



welche aber in 



gleichbar näherer Yer 



wandtschaft zu einander stehen, als die irgend eines andern 



Theiles der Welt. 



Und Diess ist nach meiner Anschauungs- 



Weise zu erwarten gewesen 
liegen , 



5 




a die Inseln so nahe beisammen 
dass alle zuverlässig ihre Einwanderer entweder aus 
gleicher Urquelle oder eine von der andern erhalten haben müssen. 
Aber man könnte gerad 
demischen 




Verschiedenheit zwischen den en- 
Bewohnern der einzelnen Inseln als Argument gegen 

^n. wie es 



meine Ansicht gebrauchen; denn m^n könnte frag 



ko 



5 



dass auf diesen verschiedenen Inseln, welche einander 



Sicht liegen und die nämliche geologische Beschaffenheit 



dieselbe 



Höhe 



nd das gleiche Klima besitzen 



3 



so 



viele Einwanderer auf 



I 



* 



I 



i 



I 



» 



405 



jeder in einei 
difizirt Word 



dren und doch nur wenig verschiedenen Weise 



sey 



? Diess ist auch mir lange Zeit als eine 



grosse Schwierigkeit ersch 



? 



was aber hauptsächlich 



d 



tief eingewurzelten Irrthum herrührt 



3 




einer Gegend als 




Wichtigste für 



; physischen Bedingungen 
deren Bewohner 



zu be 



trachten, während doch nicht in Abrede gestellt werden kann 



dass 




Natur der übrigen Organismen 



mit welchen sie selbst 



zu kämpfen haben, wenigsten 



ebenso hoch 



schlag 



und 



gewöhnlich eine noch wichtigere Bedingung 



ihres 



Gedeih 



seye 



Wenn wir nun diejenigen Bewohner der Galapagos, welche 



als nämliche Sp 



auch in andern Gegend 



der Erd 



noch 



vorkommen (wobei für einen Augenblick die endemischen Arten 



ausser Betracht bleiben müssen 



? 



weil wir die seit der Ankunft 



Organismen auf 



d 



rungen untersuchen 




genannten Inseln erfolgt 



Umänd 



wollen), so finden 



wir einen grossen Unter 



schied zwischen den einzelnen Inseln selbst 
heit wäre aus der Annahme erklärlich. 



das 



legenheitliche Transport-Mittel bestockt worden seyen 



Diese Verschieden- 
die Inseln durch ge- 

so dass z. B 




Saame einer Pflanzen-Art zu einer und 




einer and 



einer andern Insel gelangt wäre 



Wenn daher in früh 



i zu 
Zeit 



Einwandrer 



ch 



od 



sich 



päter von einer zu 



so würde er zweifelsohne auf 
denen Lebens -Bedingungen a 



oder mehren der Inseln angesiedelt 

3rn Insel verbreitet hätte, 
chiedenen Inseln verschie- 




nd 




hält 



f jed 




Pfla 



r Ins 
z. B. 



mit and 



gesetzt, gewe 
1 Organismen 



en seyn 
zu werb 



? 



denn er 
gehabt. 



Grund 



f 




hätte den für sie am meisten geeigneten 
Insel schon vollständiger von andern Pflanzen 



eingenommen gefunden 
griffen t 



3 



als 



twas verschiede 



auf der 
Feinde 



wäre d 



dern, und 



gesetzt gewesen 



n An- 
Wenn 



sie nun abänderte 
lieh auf verschied 



so 



haben. 
Gruppe 
halten 
breitete Sp 



wird die Natürliche Züchtung wahrschein- 
Inseln verschiedene Varietäten begünstigt 

über die ganze 



Einzelne Arten jedoch werden sich 
verbreitet und überall den nämlichen Charakter beibe- 

, wie wir auch auf Festländern manche weit ver- 
ies überall unverändert bleiben sehen, 



haben 



406 



1 

Doch die wahrhaft überraschende Thatsadie auf den Ga- 
lapagos wie in minderem Grade in einigen anderen Fallen be- 

T 

steht darin , dass sich die neu-gebildeten Arten nicht über die 
ganze Insel- Gruppe ausgebreitet haben. Aber die einzelnen In- 



seln, wenn 



ch 



Sicht von 



nander gelegen, sind durch liefe 
als der britische Kanal von ein- 
ander geschieden, und es liegt kein Grund zur Annahme vor, 



Meeres -Arme 5 meistens breiter 



dass sie früher unmittelbar mit einander vereinigt gewesen seyen. 
Die Seeströmungen sind heftig und gehen queer durch den Archi- 
pel hindurch, und heftige Windstösse sind ausserordentlich selten, 
so dass die Inseln thatsächlich*' stärker von einander geschieden 
sind , als Diess beim Ansehen einer Karte scheinen mag. Dem- 
ungeachtet sind doch ziemlich viele Arten, sowohl anderwärts vor- 
kommende wie dem Archipel eigenthümlich angehörende, mehren 
Inseln gemeinsam, und einige Verhältnisse führen zur Vermulhuncr. 



dass diese sich wahrscheinlich von einem der Eilande aus zu den 
andern verbreitet haben. Aber wir bilden uns, wie ich glaube, 
oft eine irrige Meinung über die Wahrscheinlichkeit, dass nahe 
verwandte Arten bei freiem Verkehre die eine ins Gebiet der 
andern vordringen werden. Es unterliegt zwar keinem Zwei- 
fel 5 dass , wenn eine Art irgend einen Vortheil über eine an- 



dere hat, sie dieselbe in kurzer Zeit mehr oder weniger er- 
setzen wird: wenn aber beide gleich gut für ihre Stellen in 



der 



5 



Natur gemacht sind, so .werden sie wahrscheinlich ihre eigenen 
Plätze behaupten und für alle Zeit behalten. Wenn wir wissen 
dass viele von Menschen einmal naturalisirte Arten sich mit er- 
staunlicher Schnelligkeit über neue Gegenden verbreitet haben 

sind wir wohl zu glauben geneigt, dass die meisten Arten 

. dass 



j 



so 



es ebenso machen würden: aber wir müssen bedenken, 
die in neuen Gegenden naturalisirten Formen gewöhnlich keine 
nahen Verwandten der Ureinwohner, sondern eigenthümliche Ar- 
ten sind, welche nach Alph. DeCandolle verhältnissmässig sehr 
oft auch besondern Sippen angehören. Auf den Galapagos 
sogar viele Vögel, welche ganz wohl im Stande wären von 



zu Insel zu fliegen, von einander verschieden, wie z. 
einander nahe stehende Arten von Spottdrosseln jede 



sind 

Insel 

drei 



auf ein 




I 
1 



t 



I 



^ 



I 



/ 




407 



• 



besonderes Eiland beschränkt sind. Nehmen wir 



3 



die Spott- 



drossel von Chatam-Island werde durch 



Sturm nach Charles- 



« 



Island verschlag 
wie sollte sie 
mit Gewissheit 



5 




das schon seine eigene Spottdrossel hat 
gelangen 



5 



sich hier festzusetzen 



Wir dürfen 



nehmen , dass Charles-Island mit ihrer eig 



Art wohl besetzt ist, indem jährlich 
werden als auskommen können , un 




men 



5 



dass 




wenigste 



eb 



mehr Eier dort gelegt 
wir dürfen ferner anneh- 
Art von Charles - Island für diese ihre Heimath 
[ so gut geeignet ist als der neue Ankömmling. 

m mir eine merkwürdige 



Sir Cii. Lyell und Hr. Wollaston hab 
zur Erläuterung dieser Verhältnis 



dienende Thatsach 




theilt 



? 



da 



nämlich Madeira und das dicht dabei gelegene Porto 



Santo viele einand 



vertretende Landschnecken besitzen 



von 



welchen 



g 



in Fels-Spalte 



leben 



Massen jährlich von Porto Santo 



; und obwohl grosse Stein 
ach Madeira gebracht werden 



? 



so ist doch 




letztfe Insel noch nicht mit den Arten von Porto 



Santo bevölkert word 



7 



aber 



auf beide 



Inseln haben sich 



Europäische Arten angesiedeltj weil 



zweifelsoh 



gend 



Vortheil vor 




g 



voraus hatten 



Hiernach werd 



wir uns 



nicht mehr sehr darüber wund 



demischen und die stellvertretend 
denen Galapagos-lnse\n bewohnei 
Insel verbreitet haben 
schiedenen Bezirken 



? 



dürfen, dass die en- 
, welche die verschie- 
ich noch nicht von Insel zu 



Arten 



In vielen andern Fällen, wie in 




Ver- 



eines Kontinentes, mag die frühere Besitz 



\ 



greifun 



durch eine Art wesentlich 




beigetrag 



haben 



? 



d 



Vermischung von Arten unter gleich 



Lebens -Bedingungen 



zu hindern. So haben die 
Neuhollands eine nahezu 



döstlich 



und 



dwestlich 



Ecke 



d 




gleiche 
durch zusammenhängende 



physikalische 



Beschaffenheit 



aber gleichwohl durch eine 
thier-, Vögel- 



Land miteinand 



grosse Anzahl verschied 



verkettet 
?r Säuge 



5 



und Pflanzen-Arten bewohnt 



Das Prinzip 



und Flora 




sehen Inseln bestimmt 



dass 



Bewohner, wenn nicht genau 



b 



welches den allgemeinen Charakter der Fauna 

lämlich deren 
j doch offen- 
nächsten ver- 




nämlichen Arten 



mit den Bewohnern derjenigen Gegend 



am 




sind 



5 



von 



welchen aus die Kolonisirung am leichtesten 



408 



• 



stattfinden konnte . und dass die Kolonisten naclili 



er abgeändert 



und Für ihre neue Heimath 



geschickter gemacht worden sind: 



dieses Prinzip ist von der weitesten Anwendbarkeit 



in der gan- 
zen Natur. Wir sehen Diess an jedem Berg, in jedem See, in 



alpinen Arten, mit Ausnahme 



der 



j 



jedem Marschlande. Denn die 

durch die Glazial -Ereignisse weithin verbreiteten Formen haupt- 
sächlich von Pflanzen, sind mit denen der uuigebenden Tieriändcr 
verwandt; und so haben wir in Süd -Amerika alpine Kolibris 
alpine Nager, alpine Pflanzen, aber alle von streng Amerikani- 
schen Formen; und es liegt nahe, dass ein Gebirge während 

4 , 

seiner allmählichen Emporhebung aus den benachbarten Tier- 
ländern auf natürliche Weise kolonisirt worden seye. So ist es 
auch mit den Bewohnern der Seen und Marschen, so weit nicht 



durch grosse Leichtigkeit der Überführung aus einer Gegend 
in die andre die ganze Erd-Oberfläche mit den nämlichen allge- 
meinen Formen versehen worden ist. Wir sehen dasselbe Prin- 



so- 



zip bei den blinden Höhlen-Thieren Europas und Amerikas^ 
wie in manchen andern Fällen. Es wird sich nach meiner Mei- 




überall bestätig 



d 



wo immer 



zwei sehr von 



der entfernten Gegenden viele nahe- verwandte od 



stell 



henden 



tretende Arten vorkommen, auch einige identische x\rten vor- 
iianden sind, welche in Übereinstimmung mit der vorange 
Ansicht zeigen, dass in irgend einer früheren Periode ein Ver- 
kehr oder eine Wanderung zwischen beiden Gegenden stattge- 
funden hat. Und wo immer nahe verwandte Arten vorkommen 



5 



da werd 



auch viele Form 



seyn 



als besondre Arten und and 



, welche einige Naturfor; 
nur als Varietäten betrac 



Diese zweifelhaften Formen drücken uns die Stufen in der fort- 
schreitenden Abänderung aus. 

Diese Beziehung zwischen Wanderungs-Vermögen und Aus- 



dehnung einer Art 



? 



(seye 



es in jetziger Zeit oder in einer 



früheren Periode unter verschiedenen natürlichen Bedingungen) 
und dem Vorkommen andrer verwandter Arten in entfernten 



Theilen der Erde 



ergibt 



sich 



m 



einer 



noch 



allgemeinern 
dass in denjenigen 
Vogel-Sippen, welche sich über die ganze Erde erstrecken, auch 



Weise. Hr. Gould sagte mir vor langer Zeit 



I 
I 






I 






l 



/ 



409 



viele A 



eine weite Verbreitung besitzen 



Ich 



ag 



kau 



zu bezweifeln, dass diese Regel allgemein richtig ist, obwohl Diess 
schwer zu beweisen seyn dürfte. Unter den Säugthieren finden 

scharf bei den Fledermäusen und in schwächerem Grade 
bei den Hunde- und Katzen-artigen Thieren ausgesprochen. Wir 
sehen -sie in der Verbreitung der Schmetterlinge und Käfer. 



wir sie 




Und so ist es auch bei 
welchen so viele Sippen üb 



meisten Süsswasser- Thieren 



5 



nter 




ich 



einzelne Arten eine 



gehe 



ganze Erde n 
Verbreitung besitzen 



und viele 
Es soll 



cht behauptet werden, dass in 




weit-verbreiteten Sipp 



alle 



in weiter Ausdehnung vorko 



A 



durchschnittlich grosse 
es mit einzelnen Arten 



od 



auch nur eine 



Ausbreitung b 



: 



sond 



nur dass 



der Fall ist: denn die Leichtigkeit 



5 



WO 



mit weit verbreitete Sp 



variiren und zur Bildung neuer 



Formen Veranlassung geben, bestimmt ihre durchschnittliche Ver 



breitung in genügender Weis 



Art 




eine Europ 



nd d 



So kö 
andere 



zwei Varietäten einer 



Amerika bewoh 



3 



und 



eine 



die Art hat dann 

Abänderung etwas weiter gedieh 



che Verbreitung 



ist abe 




\ 



j 



so werden die zwei Varietä 



ten als zwei 



d 



wird 



verschiedene Arten gelten n 
sehr beschränkt erscheine 



die Verbreitung 



Noch 



weniger 



soll 



gesagt werd 



? 



dass eine Art, welche offenbar das Vermögen 



besitzt, Schranken zu 



? 



berschreiten und sich weit auszubreiten 



? 



wie mancher 



ö 



schwingige V 



ö 



5 



ich auch weit ausbreiten 



muss: 




wir dürfe 



nicht 



vergessen 



5 



dass zur weite 



Ver 



breitung nicht allein das Vermögen Schranken zu 



überschreite 



d 




noch das bei weitem wichtig 



Vermög 



gehört 



5 



in fernen Landen den Kampf ums Daseyn mit d 



neuen* Ge 



Aber nach der Annahm 



nossen siegreich zu bestehen. 

alle Arten einer Sippe, wenn gleich jetzt über 

Theile der Erde zerstreut, von einem gemeinsamen 



dass 




abstam 



j 



müssten (und D 



ist, glaube ich 



? 




stens einige Arten eine weite Verbreitung besitzen 



nothwendig, dass der noch 



derte Ah 



entferntesten 
Stamm-Vater 

Fall) wenig- 

; denn es ist 
h unter fort- 



währender Abänderung weit verbreite und unter verschiedenartigen 
Lebens-Bedingungen eine günstige Stellung für die Umgestaltung 



410 



seiner Nachkommen zuerst in neue Varietäten und endlich in 
neue Arten gewinne. 

Bei Betrachtung der weiten Verbreitung mancher Sippen 



dürfen wir nicht 



vergessen 



3 



dass viele derselben ausserordent- 



lich alt sind und von einem gemeinsamen Stamm -Vater in einer 
sehr frühen Periode abstammen müssen; daher in solchen Fällen 
genügende Zeit war sowohl für grosse klimatische und geogra- 
phische Veränderungen als für die Verpflanzung-vermittelnde Zu- 
fälle, folglich auch für die Wanderung der Arten nach allen 
Theilen der V^^elt. wo sie dann in einer den neuen Verhältnissen 



angemessenen 



Weise abgeändert worden 



sind. 



Ebenso scheint 



\ 



sich aus geologischen Nachweisungen zu ergeben , dass in jeder 
Hauptklasse die tief-stehenden Organismen gewöhnlich langsamer 
als die höheren Formen abändern; daher die tieferen Formen 
mehr in der Lage gewesen sind, ihre spezifischen Merkmale lange 
zu behaupten und sich damit weit zu verbreiten. Diese Thalsachc 
in Verbindung mit dem Umstände 



5 



dass die Saamen und Eier 



vieler tief-stehenden Formen sich durch ihre ausserordentliche 
Kleinheit zur weiten Fortführung vorzugsweise eignen, erklärt 
wahrscheinlich zur Genüge ein Gesetz, welches schon längst be- 
kannt und erst unlängst von Alph. DeCandolle in Bezug auf die 
Pflanzen vortrefl'lich erläutert worden ist: dass nämlich jede 



Grupp 



eigne 



m Organismen sich zu einer um 

tiefer sie steht. 
Die soeben erörterten Beziehungen 



weitren Verbreitung 




, dass nämlich unvoll- 
kommene und sich langsam abändernde Organismen sich weiter 

dass einige Arten weit aus- 



als die vollkommenen verbreiten, 
gebreiteter Sippen selbst eine g 



Verbreitung besitzen 



5 



dass Alpen-, Sumpf- und Marsch-Bewohner (mit den angedeuteten 
Ausnahmen) ungeachtet der Verschiedenheil 




de 




gebend 



Stand 



Tief- und Trocken Länder verwandt 



mit 




) 



dann 





enge Beziehung zwisch 




verschied 



Arten, welche die einzelnen Eilande einer Insel - Grupp 



be 



wohnen 



? 




insbesond 



d 



auffallende Verwandtschaft 



der Bewohner einer ganzen Insel-Grupp 



mit d 




nächsten 



Festlandes: alle diese Verhältnis 



sind nach meiner Meinung 



\ 



\ 



I 



411 



nach der gewöhnlichen Annahme einer unabhängigen Schöpfung 
der einzelnen Arten völlig unverständlich, dagegen leicht zu er- 
klären durch die Unterstellung stattgefundener Besiedelung aus 
der nächsten oder gelegensten Quelle mit nachfolgender Abände- 



rung 



und 



besserer Anpassung 



der Ansiedeier an ihre neue 



Heimath 



Zusammenfassung 




tzt 




des jetzig 



Kapitels.) In di( 
strebt, dass 5 wenn 



zwei Kapiteln habe ich nachzuweis 



ge 



wir unsre Unwissenheit 



klimatischen und Niveau - Veränderung 




her g 
Land 




3 



Folgen 
welche in 



\ 



der laufenden Period 
andrer Veränderungei 



gewiss 




in 



irgekommen 
derselben 



nd 



5 



und 



noch 



Zeit 



stattgefundei 
unsre tiefe Unkennt 
niss der manchfaltigen gelegenheitlichen Transport-Mittel (wor 



hab 



mögen, gebührend eingestehen und 



übe 
den 



kaum jem 



gemessene 



Versuche veranstaltet wor 




rke 



5 



und 



wenn 



wir 



erwäge 



} 



eine 
des 



od 




ndere 



Art 




ber 



ein 



weites Gebiet ausgebreitet hab 



mag 



? 



um 



wie 
nhäng 
t in 





mittein Theilen desselb 



zu 



lösch 



; 



SO scheinen mir die 



Schwierigkeiten der Annahme, dass alle Individuen einer Sp 



wo immer dere 



Wieg 



gestanden, von gemeinsam 



Altern ab 



stammen 



5 



nicht unübersteiglich zu seyn 



und so leiten uns 



schliesslich Betrachtungen allg 



Art insbesond 



über d 



Wichtigkeit d 



natürlichen Schrank 



und 




lun 




analoge Verthei 
Annahme dessen 



was 



von Untersippen, Sippen und Familien zur 

viele Naturforsther als einzelne Schöpfungs-Mittelpunkte be 



5 



zeichnet haben. 



Was die verschiedenen Arten einer nämlichen Sippe betrifft, 



die nach meiner Th 



von einer Geburts- Statt 



gegang 



seyn 



sollen 



y 



so halte ich, wenn wir unsre Unwissenheit so wie 



vorhin 



g 



und bedenke 



5 



d 



he Lebenfo 



Zeit 



nur sehr langsam abändern und mithin ungeheuer langer 
räume für ihre Wanderungen bedurften, die Schwierigkeiten nicht 



für 



nüberwindlich 



3 



g 



Sie m 



diesem Falle so wie hinsieht 



lieh der Individuen einer nämliche 



Art 



rt 



rordentlich 



gross sind. 



412 



/ 



> 



Um die Wirkungen des Klima-Wechsels auf die Vertheihing 



die 



der Organismen durch Beispiele zu erläutern , habe ich 
Wichtigkeit des Einflusses der Eis - Zeit nachzuweisen gesucht 
welche nach meiner vollen Überzeugung sich gleichzeitig über 



die ganze Erd - Oberfläche oder wenigstens über 



grosse meri- 



dianale Striche derselben erstreckt hat. 



Und um zu zeigen, wie 



manchfaltig die gelegentlichen Transport-Mittel sind, habe ich die 
Ausbreitungs- Weise der Süsswasser-Bewohner etwas ausführlicher 
auseinandergesetzt. 

Wenn sich die Schwierigkeiten der Annahme , dass im Ver- 

■ 

laufe langer Zeiten die Einzelwesen einer Art ebenso wie die 
verwandten Arten von einer gemeinsamen Quelle ausgegangen, 
sich nicht unübersteiglich erweisen, dann glaube ich, dass alle 
leitenden Erscheinungen der geographischen Verbreitung mittelst 



der 



Theorie 



der 



Wanderung (hauptsächlich der herrschen- 
dem Lebenformen) und darauf-folgender Abänderung und Ver- 
mehrung der neuen Formen erklärbar sind. Man vermag alsdann 
die grosse Bedeutung der natürlichen Schranken — Wasser oder 
Land — zwischen den verschiedenen botanischen wie zoologi- 
schen Provinzen zu erkennen. Man vermag dann die örtliche 

und Familien zu be- 



Beschränkung von Untersippen, 
greifen , un 



Sippen 




woher es kom 



d 



in 



hiedenen geogra 



phischen Breiten, wie z. B. in Süd - Amerika^ die Bewohner d 



der Wälder, Marschen und Wüsten, 



m so 



Ebenen und Berge, 
geheimnissvoller Weise durch Verwandtschaft miteinander wie mit 
den erloschenen Wesen verkettet sind, welche ehedem denselben 

ass die gegen- 
is von höchster 



Welttheil bewohnt haben. Indem wir erwägen 




Org 



Org 



wir einzusehen, warum zwei Gebiete 



seitigen Beziehungen von 
Wichtigkeit sind , vermöge 
mit beinahe den gleichen physikalischen Bedingungen von ver- 
schiedenen Lebenformen bewohnt sind. Denn je nach der Länge 
der seit der Ankunft der neuen Bewohner in einer Gegend ver- 

nach der Natur des Verkehrs, welcher ge- 



flossenen Zeit 



j 




wissen Formen gestattete 




andern wehrte sich in grösserer 



oder geringerer Anzahl einzudrängen 



3 



nachdem diese Ein 



dringling 



in mehr oder weniger unmittelbare Bewerbung mit 



413 




ander und mit den Urbewohnern geriethen oder nicht, — und 
nachdem dieselben mehr oder weniger rasch zu variiren fähig 



waren 



müssen in verschiedenen Gegenden, ganz unabhängig 



ihren physikalischen Verhältnissen, 
bens-Bedingungen entstanden seyn. 



traff von orj^anischer Wirkung und Gegenwirkung sich entwickelt 



ndlich vermanchfachte Le 

ein fast endloser Be 



muss 



haben 
Grupp 



5 



und müssen 



? 



wie es wirklich 




Fall ist 



? 



emige 



Wesen in hohem 




andere nur in gerigem Grade 



bgeändert, müssen einige zu grossem Übergewicht entwickelt und 



andre 



graphischen Provinze 



geringer Anzahl in 




verschied 



g 



geo 



der Erde vorhanden seyn 



Nach diesen nämlichen Prinzipien ist 



versucht 



; 




zu begreifen, warum 



5, wie ich nachzuweisen 
anische Inseln nur we- 




5 



aber der Mehrzahl 




endemisch 




genthümliche 



Bewohner haben . 
Wanderungs-Mitteli 

ie andere Gruppe 



und warum daselbst in Übereinstimmung mit d 





bürgerliche Arten darbietet 



Gruppe von Wesen lauter endemische und 

er nämlichen Klasse, lauter welt- 
Es lässt sich einsehen, warum 



m 




ganze Grupp 



Organismen, wie Batrachier und Boden-Säug 



Ihiere, auf den ozeanischen Inseln fehlen, während die meisten 



vereinzelt liegend 



Inseln ihre eigenthümlichen Arte 



von Luft 



Säug 



od 



Flederm 



besitze 



Es lässt sich 




Ur- 



sache einer gewissen Beziehung erkennen 



wischen der Anwesen- 



heit von Säugthi 



von 



ehr oder wenig 



bgeänderter 




schaflenheit und der Tiefe der die Inseln vom Festlande trennenden 



Kanäle 



Es 



gibt sich deutlich 



5 



warum alle Bewohner einer 



Insel-Gruppe, wenn auch auf jede 




Eilande von and 



Art 



? 



doch innig miteinander 

nächsten Festlandes od 

verwandt sind. 

auch weit von e 
Wechselbeziehung 



und 



3 



in minderm Grad 



mit denen des 




sonst wahrscheinlichen Stammlandes 



W 



hen 



dlich ein, warum in zwei 



5 



5 



wenn 



nander entfernten, Länder- Gebieten eine gewisse 
in der Anwesenheit von identischen Arten, von 



Varietäten, von zweifelhaften Arten und von verschiedenen aber 



tenden Sp 



zu 



kenne 



ist 



Wie 

steht ein 



der 



rstorb 



Edward Forbes oft behauptet 



es be 



Ö 



Parallel 



den Gesetzen des Lebens durch 



\ 



« 



414 



Zeil 




R 



Die Gesetze, welche d 



Aufeinanderfolg 




Formen in vergangenen Zeiten geleitet, sir 

wovon in der laufenden Periode deren Unterschiede in verschied 



d 



fast die nämlichen 



5 



nen Länder-Geb 



abhäng 



W 



Thatsach 



erkennen Diess aus vielen 



Die Erscheinung jeder Art und Arten -Grupp 



sammenhängend 




Zeit 



denn 




i ist 
Ausnahmen von dieser 



Regel sind so wenige, dass sie wohl am richtigsten daraus er- 
klärt werden, dass wir deren in den mittlen Schichten 



vor- 



sie ist zu- 



kommenden Reste nur noch nicht entdeckt haben; — 
sammenhängend im Räume , indem die allerdings nicht seltenen 
Ausnahmen sich dadurch erklären, dass jene Arten in einer 
früheren Zeit unter abweichenden Verhältnissen in regelmässiger 
Weise oder mittelst gelegenheitlichen Transportes über weite 
Flächen gewandert, aber dann in den mittlen Gegenden derselben 
erloschen sind. Arten und Arten -Gruppen 'haben ein Maximum 
der EntWickelung in der Zeit wie im Raum. Arten - Gruppen, 
welche in einen gewissen Zeit-Abschnitt oder in einen gewissen 
Raum - Bezirk zusammengehören , sind oft durch besondre auf- 



5 



fallende Merkmale in Skulptur oder Farbe u. s. w. charakterisirt. 
Wenn wir die lange Reihe verflossener Zeit- Abschnitte mit den 
mehr und weniger weit über die Erd-Oberfläche vertheilten zoo- 
logischen und botanischen Provinzen vergleichen , so finden wir 
hier wie dort, dass einige Organismen nur wenig differiren 
während andrö aus andern Klassen, Ordnungen oder auch nur 

I 

Familien weit abweichen. In Zeit und Raum ändern die tieferen 
Glieder jeder Klasse gewöhnlich minder als die höhern ab; doch 
kommen in beiden auffallende Ausnahmen von dieser Regel vor. 

r 

Nach meiner Theorie sind diese verschiedenen Beziehungen durch 
Zeit und Raum ganz begreiflich; denn sowohl die Lebenformen, 
welche in aufeinander -folgenden Zeitaltern innerhalb derselben 
Theile der Erd-Oberfläche gewechselt, als jene, welche erst im 
Verhältnisse ihrer Wanderungen nach andern Weltgegenden sich 
abgeändert, beiderlei Formen sind in jeder Klasse durch das 
nämliche Band der Generation miteinander verkettet ; und je näher 
zwei Formen in Blutverwandtschaft zu einander stehen, desto 
näher werden sie sich gewöhnlich auch in Zeit und Raum stehen. 






• 



I 



1 




i 
I 




4 1 5 



In beiden Fällen sind die Gesetze der Abänderung die nämlichen 

und sind Modifikationen durch die nämliche Kraft der 



gewesen 

Natürlichen Züchtung gehäuft worden. 



/ 




' mr 




^'\^ 





n Ai j. 



Weclisclscltige Yerwandtscliaft organischer Körper 



7 



)Ior 



pliologie 



/ 



Embryologie 



Rudimentäre Organe 



K 



f 



Unterordnung der Gruppen 



Natürliches System 



Rccln und Schwierigl-iten der Klassif.kation erklärt aus der Theorie d 

in 



Fortpflanzung- mit Abände 



Klassifikat 



der Varietäten 



Ab 



ö- bei der Klassifikation gebraucht 



Analoge oder Anpassungs-Charak 



lere. 

mige. 
zwischen Glied» 

Embryolo 
in allen Lebens 



Verwandtschaf 



allgemeine, verwickelte 



Erlöschung trennt und begrenzt die Grupp 



einer Klas 



und zwischen Theilen 



d strahl enför 
orphologie 
Einzelwesen: 



ie: deren Gesetze dar 
Altern eintritt, aber 



in 



; erklärt, dass Abänderung nicht 
korrespondirendem Alter vererbt 



wird, 
lassung. 



Rudimentäre Organe: ihre Entstehung erklärt. 



Zusamm 



Von der ersten Stufe 




Lebens an gleichen alle org 



seh 



W 



nand 



in 



immer weiter abnehmend 



Grade 



5 



SO' dass man sie in Gruppe 

Diese Gruppirung ist 



und Untergruppen 



klassifiziren 



kann 



offenb 



nicht 



willkürlich 



5 



Wie 




der Sterne zu Gestirn 



Das Daseyn von Grupp 



würd 



eine vielfache Bedeutung haben , 



wenn eine Grupp 



ausschl 



lieh für die Land- und eine 



für 




Fleisch- , eine andre für d 



andre für die W^asser-Bewohner, eine 

;er u. s. w. 



Pflanzen - Fres 



es bekannt ist 



bestimmt wäre: in 
abweichend , indem 
nämlichen Untergruppe 
zweiten und vierten Kapitel, 
Züchtung handelnd, 
weit verbreiteten , 



der Natur aber verhält 



ch die Sache sehr 



5 



Wie 



ft sogar Glied 



schiedene Lebens-Weisen besitzen 



einer 
Im 



von 



habe ich zu 



Abänderung und Natürlicher 



Z 



versucht 



j 



das 



es 



die 




überall gemeinen 




die herrschend 



Arten grosser Sippen sind, die am meisten variiren. 



Die 



ge 



bildeten Varietäten oder beginnenden Arten gehen, wie ich glaube 



allmählich in neue und 



chiedene Arten üb 



5 



welche nach 



dem Vererbungs-Prinzip geneigt sind andi 



neue und herrschend 



416 



Arten zu erzeugen. Demzufolge streben die Gruppen, welche 
jetzt gross sind und gewöhnlich viele herrschenda Arten in sich 
einschliessen , ohne Ende an Umfang zuzunehmen. Ich habe 
weiter nachzuweisen gesucht, dass aus dem Streben der ab- 



ändernden Nachkommen einer Art so viele und verschiedene 
Stellen als möglich im Haushalte der Natur einzunehmen, eine 



beständige Neigung 



zur Divergenz der Charaktere entspringt. 
Diese Folgerung war unterstützt worden durch die Betrachtung 



der 



grossen Manchfaltigkeit von Lebenformen 



? 



die 



auf 



den 
und 



kleinsten Feldern in Mitbewerbung zu einander gerathen, 
durch die Wahrnehmung gewisser Thatsachen bei der Naturali- 



sirung. 



Ich habe weiter darzuthun versucht, dass bei den in Zahl 



3 



und in Divergenz des Charakters zunehmenden Formen ein fort- 
währendes Streben vorhanden ist , die früheren minder diver- 
genten und minder verbesserten Formen zu unterdrücken und zu 
ersetzen. Ich ersuche den Leser, nochmals das Bild (S. 115) 
anzusehen, welches bestimmt gewesen ist, diese verschiedenen 



Prinzipien zu erläutern, und er wird finden, dass die einem 



ge- 



meinsamen Stamm- Vater entsprossenen abgeänderten Nachkommen 
unvermeidlich immer weiter in unterbrochenen Gruppen und Un- 
tergruppen auseinanderlaufen müssen. In dem genannten Bilde 
mag jeder Buchstabe der obersten Linie eine Sippe bezeichnen, 
welche mehre Arten enthält, und alle Sippen dieser Linie bilden 
miteinander eine Klasse, indem alle von einem gemeinsamen alten 



aber unsichtbaren Stammvater entspringen 



und 



mithin 



irgend 



etwas Gemeinsames ererbt haben. Aber die drei Sippen auf der 
linken Seite haben diesem nämlichen Prinzip zufolge mehr mitein- 
ander gemein und bilden eine Unterfamilie verschieden von der- 

j welche die zwei rechts zunächst-folgenden einschliesst, 



jenigen 



die auf der fünften Abstammungs - Stufe einem ihnen und jenem 
gemeinsamen Stammvater entsprungen sind. Diese fünf Genera 
haben auch noch Manches, doch weniger als vorhin miteinander 



gemein und bilden miteinander eine Familie, verschieden von 



der 



welche sich 



die nächsten drei Sippen weiter rechts umfassenden, 

in einer noch früheren Periode von den vorigen abgezweigt hat. 



^ 



417 



Und alle diese von A entsprungenen Sippen bilden eine von der 
aus I entsprossenen verschiedene Ordnung. So haben wir hier viele 
Arten von gemeinsamer Abstammung in mehre Genera vertheilt, 
und diese Genera bilden , indem sie zu immer grösseren Grup- 

zusammentreten , erst Unterfamilien und Familien und dann 



pen 

Ordnungen miteinander, welche zu einer Klasse gehören. 



So 



erklärt 



sich 



nach 



meiner Ansicht in der Naturgeschichte die 



g 



Erscheinung 




Unterabtheilung der Grupp 



5 



die uns 



freilich in Folge unsrer Gewöhnung d 
zufallen pflegt. 



nicht mehr seh 



auf 



Die Naturforscher bemühen sich die Arten, Familien und 



Sipp 
Abe 



Kla 



jeder 
was ist D 



in ein sogen, na 
für ein System 



hes System zu ord 



Einig 



Schriftsteller be 



trachten es nur als ein Fachwerk, worin die einander ähnlichsten 



Lebenwesen zusammen-geordnet und die unähnlichsten 
ander-gehalten werden , — 



ausem- 



od 



als ein künstliches Mittel um 



allgemeine Beschreibungen so kurz wie möglich auszudrücken, so 
dass, wenn man z. B. in einem Satz (Diagnose) die allen Säug- 
thieren, in einem andern die allen Raub-Säugthieren und in einem 
dritten die allen Hunde-artigen Raub-Säugthieren gemeinsamen Merk- 
male zusammengefasst hat, man endlich im Stande ist, schon durch 



Beifügung noch eines fernem Satze 



eme 



bung jeder beliebig 



Hunde-Art zu liefe 



[Iständige Besch 
Das Sinnreiche 




Nützliche dieses Systems ist unbestreitbar: doch glauben einige 



Natur forsch 



? 



da 



>s das 
nämlich 



liehe Syste 



noch eine weitre 






PI 



d 



Schöpfe 



zu enthül- 



stimmung habe , 

len; so lange als es aber keine Ordnung weder im Räume noch in 

der Zeit nachweiset, und als nicht näher bezeichnet wird, was mit 



d 



PI 



d 



Schöpf 



gemeint seye 



5 



unsre Kenntnisse nichts g 
wie die berühmten Linne's 



zu seyn 



heint mir damit für 
Solche Ausdrücke. 



die wir oft in mancherlei 




kleidungen versteckt wieder finden , dass nämlich die Charaktere 
nicht die Sippe machen, sondern die Sippe die Charaktere geben 



m u s s e 



5 



scheinen mir zugleich andeuten zu 



sollen, dass unsre 



Klassifikation noch etwas mehr als blosse Ähnlichkeit zu berück- 



sichtigen liabe. 



Und ich glaube in der That, dass es so der 

27 



Fall 



# 



418 



ist. 



und (lass die auf gemehischaftlicher Abstammung beruhend« 



Blutsverwandtschaft die einzige bekannte Ursache der Ähnlich- 
keit organischer Wesen, das durch mancherlei Modifikations- 
Stufen verborgene Band ist. welches durch natürliche Klassifikation 
theilweise enthüllt werden kann. 



Betrachten wir nun die bei 




Klassifik 



befolgt 



Re 



geln und die dab 



vorkommenden Schwierigkeiten von der An- 



nahme ausgehend, als ob die Klassifikation entweder einen unbe 



kannten Schöpfungs-Plan darstelle 



der 



h nur ein Mitt 



bie 



ten solle, um das Verwandte zusammenzustellen und dadurch d 



allg 
und 
The 



Beschreibungen abzukürz 



Ma 



könnte annehmen 



ist 
dei 



älteren Zeiten angenommen worden, dass diejenigen 



Organisation, welch 



die Lebens-W 



und 



Allg 



meinen den Platz bestimmen, welchen jedes Wesen im Haushalt 
der Natur einnimmt, von erster Wichtigkeit seyen. Und doch kan 



hts 



ger seyn. Niemand legt 



eh 



d 



ke 




M 



mit der Spitzmaus, des Dug 



mit 




und des Wal 



mit 



m Fisch einige Wichtigkeit b 



hkeite 



5 



w 



ch in 



gstem Zusammenhang 



Ahnl 
n W 



Diese Ahn- 
; mit dem 



ganzen 



Leb 



des Thi 



hend 



; 



werden als blosse »analoge 



der Anpassungs - Charaktere 



bezeichnet 



do 



(• 




werd 



wir 



a u f 



Betrachtung dieser Ähnlichk 

eine allge 



s 




r 



ckkommen 




kann es 




als 



h 



wenig 
ist. d 



ein Theil der Orga 
} wichtiger 



Regel ans( 
für Spezial-Zweck 



das 



3 



er fü 



d 



Klassifikation 



eye 



So 



bestimmt 
. B. sagt 



R. Owen, indem er vom Dugong spricht: »Ich habe die Genera 



tions-Org 



5 



sofe 



als sie mit Leb 



Ernährung 



Weise der Thiere in wenigst naher Beziehung stehen, immer 



als 



he betrachtet 



? 



welche die klarsten Andeutunge 



üb 



die 



ahren [tieferen] Verwandtschaften derselben zu liefern vermögen 



Wir 



nd am 



gste 




Gefahr 



gesetzt 



5 



m 




Modifi 



kationen einen bloss adaptiven für einen wesentlichen Charakter 



neh 



So ist es auch mit den Pflanzen 



Wie merkwürdig 



ist es nicht, dass die Vegetations-Org 



von welchen ihr Leben 



überhaupt abhängig ist, ausser 



für 




ersten Hauptabtheilung 



5 



SO wenig zu bedeuten haben, während d 



Reproduktions-Werk 



419 




und deren Erzeug 



5 




Saame. von oberster Bed 



tunff 







Wir dürfen uns daher 
lichkeiten zwischen Theilen 
deutend sie auch für das Gedeih 
Ziehungen zur äusseren Welt seyn mög 



Klassifikation nicht auf Ahn 



Organisation verlassen 



5 



wie be- 





W^esens in seinen 



Daher rührt es viel 




leicht auch zum Theile, 

Wichtigkeit auf die Ähnlichkeit solcher Org 

physiologischer Hinsicht von hoher Bedeutung sind 



fast alle Naturforscher 

me legei 




grösste 



? 



welch 



m 



Das ist auch 



wohl im Allgemeinen 



? 



aber nicht in 



Fälle 



richtig 



Jedoch 



häng 



die Wichtigkeit der Org 



für die Klassifikation 



ch 



meiner Meinung hauptsächlich von der Beständigkeit ihr 



r akter e in g 



Arten - Grupp 



ab 



1 



findet sich gerade bei solchen Org 



5 



Cha 



diese Beständigkeit 
welche zur Anpassung 




Lebens-Bedingungen weniger abgeändert werden 



Da 



aber auch die physiologische Wichtigkeit eines Orga 
deutung für die Klassifikation nicht allein bestimme 



deutlich schon aus der Thatsache 



ne Be- 
gibt sich 
dass der klassifikatorische 



in verwandten Gruppen 



5 



WO doch eine 



Werth eines Organes 
gleiche physiologische 
darf, oft weit verschieden ist. Kein Naturforscher kann sich mit 

ihm Diess auf- 



Bedeutung desselben unterstellt werden 



einer Gruppe näher beschäftigt 



haberi. ohne dass 




fallen wäre, was auch in den Schriften fast aller Autoren voll 



kom 



anerkannt wird 



E 



wird 



• « 



g 



5 



wenn 




Robert 



Brown als den höchsten Gewährsmann zitire, indem er bei Erwäh 
nung gewisser Organe bei den Proteaceen sagt: ihre generisch 



» 



Wichtigkeit »ist so w 
sondern nach meiner 
ungleich und scheint 
geht 
der 



die aller ihrer Theile nicht allein in d 



5 



Erfahrung 



allen 



türlichen Famil 



mir in einigen Fällen g 



verloren zu 



Eb 




er in einem 



nd 



Connai 



unterscheiden sich durch 



Werke: die Genera 
ie Ein- oder Mehr- 




zahl ihrer Ovarien, durch Anwesenheit oder Mangel des Eiweisses 
und durch die schuppige oder klappenartige Ästivation. Ein jedes 
einzelne dieser Merkmale ist oft von mehr als generischer Wich- 
tigkeit; hier aber erscheinen alle zusammen genommen unzu- 
reichend, um nur die Sippe Cnestis von Connarus zu unter- 



27 * 



420 



scheiden.« Ich will noch ein Beispiel von den Insekten entleh- 
nen, wo in der Klasse der Hymenopteren nach Westwoods Be- 
obachtung die Fühler in einer Haiiptabtheilung von sehr beständiger 
Bildung sind, während sie in andern Abtheilungen sehr abändern 
und die Abweichungen oft von ganz untergeordnetem Werthe für 
die Klassifikation sind; und doch wird niemand behaupten wollen 
dass die Fühler in diesen zwei Gruppen von ungleichem physiologi- 
schem Werthe seyen. So Hessen sich noch viele Beispiele von 
der veränderlichen Wichtigkeit eines wesentlichen Organes für die 

4 

Klassifikation innerhalb derselben Gruppe von Organismen anführen. 

niemand behaupten, rudimentäre oder verküm- 



3 



Es 



wird 



) 



und 



merte Organe seyen von hoher physiologischer Wichtigkeit 
doch gibt es ohne Zweifel Organe welche in diesem Zustande für 
die Klassifikation einen grossen Werth haben. So bestreitet nie- 
mand, dass die Zahn-Budimente im Oberkiefer junger Wiederkäuer 
sowie gewisse Knochen-Budimente in den Füssen sehr nützlich 

um die nahe Verwandtschaft der Wiederkäuer mit den 
m zu beweisen. Und so bestund auch Bobert Brown 



sind 



? 



Dickhäute 



strenge auf der hohen Bedeutung, welche verkümmerte Blumen 



5 



wo 



der Gräser für ihre Klassifikation hätten. 

Dagegen lässt sich eine Menge von Fällen nachweisen, 
Charaktere an Organen von ganz zweifelhafter physiologischer 
Wichtigkeit allgemein für sehr nützlich zur Bestimmung ganzer 
Gruppen gelten. So ist z. B. der offne Durchgang von den Na- 
senlöchern in die Mundhöhle nach B. Owen der einzige unbe- 
dinffte Unterschied zwischen Beptilien und Fischen ; und eben so 



wichtig ist 




Einbiegung d 



hintern Unterrandes 




Unter 



kiefers bei den Beutelthie 



3 



die verschiedene Zusaminenfaltungs- 



Weise der Flügel bei den Insekten, die blasse Farbe bei gewis- 

iü Gra- 



sen Algen, die Behaarung gewisser Blüthen-Theile bei d 



Sern 



3 



d 



Haar- und Feder-Kleid bei 




zwei ob 



Wirbel- 



thier-Klassen. Hätte der Ornithorhynchus ein Feder- statt ein 
Haar-Gewand, so würde dieser äussre unwesentlich scheinende 



Charakter 



lleicht von 



chen Naturforschern als ein wichti 



ges Hilfsmittel zur Bestimmung des Verwandtschafts-Grades die- 

■ 

ses sonderbaren Geschöpfes den Vögeln und den Reptilien gegen- 



421 



über, welchen es sich in einigen wesentlicheren inneren Struk- 
tur-Verhältnissen nähert, angesehen werden. 

Die Wichtigkeit an sich gleichgiltiger Charaktere ftir die 
Klassifikation hängt hauptsächlich von ihrer Wechselbeziehung zu 
manchen anderen mehr und weniger wichtigen Merkmalen ab. 

der That ist der Werth untereinander zusammenhängender 
Chararaktere in der Naturgeschichte sehr augenscheinlich. Da- 
her kann sich^ wie oft bemerkt worden ist, eine Art in mehren 
einzelnen Charakteren von hoher physiologischer Wichtigkeit wie 




von 



nen 



allgemeiner Verbreitung weit von ihre 
und uns doch nicht in Zweifel darüb 



Verwandt 



ntfer 



gehört 



Dah 



?r lassen , wohin sie 
ich auch oft genug eine bloss auf ein ein- 



Merk 



Klassifikation 




5 



hat 



wenn gleich 



höchster Bedeutung, gegründ 



mangelhaft erwiesen 



•) 



denn kein Theil der Org 



nisation ist allg 



beständig. Die Wichtigkeit 



Verkettung 



Charakteren, wenn auch keiner davon wesentlich ist, erklärt 



nach meiner Meinung allein 



den Ausspruch L^nnes, d 



die Ch 



rakt 
gibt 



nicht 




Ge 



machen , sond 



5 



d 



die Charaktere 




dieser Ausspruch scheint gegründet auf eine Würdi 



gung vieler untergeordneter Ähnlichkeits- Beziehung 
für die Definition zu gering sind. 



5 



welch 



gehörige Pflanzen bring 



vollko 



Gewisse zu den Malpighiacea( 

und verkümmerte Blü 



Ihen zugleich hervor; die letzten verlieren nach A. de Jussieu 



Bemerkun