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Full text of "Abhandlungen- bayerische Akademie der Wissenschaften, philosophisch-historische Klasse"

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& 



ABHANDLUNGEN 



DER 



PHILOSOPH.-PHILOLOGISCHEN CLASSE 



DER KÜNIGUGH BAYERISCHEN 



AKADEMIE dir WISSENSCHAFTEN 



SECHSTER BAND. 

IM DER RBIHB DER DEMkSCHRIFTBN D£R XXTIl. BAND. 




THISITEMHASBEEK\r-^-- 

STANFORD \JSIVERs:^^^{T- '' „ r « 

reformatting secti'" \- /-" * ^' 

sulcatauxiforLccat:':' ^* 

. akademie, 

IN (Himmiooiuii oEI G. FRANZ. 






V. 



-■■: \ \ 



luhalt des VI. Bandes. 



Ueber einige eingeschobene Steilen im Vendidad. Von Dr. Fr, Spiegel 



Seite 
1 



Ueber die in Demosthene's Rede über die Krone enthaltene Grabschrifk auF 

die bei Chäronea gefallenen Athenäer. Von Joh. r. Q. Fröhlich 77 



Ueber das Erechtheum auf der Burg von Athen. Von Friedrich v. Thiersch 
Zweite Abhandlung. (Mit architektonischen Zeichnungen von Eduard 
Metzger.) ........... 

Ueber einige Gedichte des Valerius CatuUus. Von Joh. v. G. Fröhlich 

Der neunzehnte Fargard des Vendidad. Zweite Abtheilung. Von Dr. Fr 
Spiegel ........... 

Ueber die Problema des Aristoteles. Von Karl FratUl 



99 
257 



281 
339 



Disquisitiones de analogiae graecae capitis minus cognitis. Scripsit Friedericas 

Thiersch 379 



Ueber die Rhetorik des Aristoteles. Von L. Spengel 



455 



Seite 

Die Genealogie der Griechen und Römer. Ein Beitrag zur Philosophie der 

Geschichte. Von Ernst v Lasaulx 515 

Ueber ein Fragment des Guillaume d'Orenge. Von Dr. Conrad Hofmann . 565 

Studien zu Thukydides. Von Georg Martin Thomas .631 

Nachträge und Berichtigungen zur Abhandlung über ein Fragment des 

Guillaume d^Orenge. Von Dr. Conrad Hofmann .681 



ABHANDLUNGEN 



DEa 



PHILOSOPH.-PHILOLOGISCHEN CLASSE 



DER KüiMGUGH BAYERISCHEN 



AKADEMIE der WISSENSCHAFTEN, 



SECHSTEN BANDES 

ERSTE ABTHEILING. 

IN DKR RBlHIi DKR DHNKSRHRIPTKH DER XXVII. BAND. 



M 1 1\ G U E N. 

AUF KOSTEN DER AKADEMIE. 

GEDRUCKT IN DER J. C. \VEISS'sche> BUCHDRUCHEREI. 



Ueber einige 



eingeschobene Stellen im Vendidad, 



Von 



Dr. Fr. Spiegel^ 

ausserordentlichem Mitgliede der Akademie. 



Abhandlungen der I. C). d. li. Ak. d. Wiss. VI« Bd. I. Abth. 



Ueber einige 



eingeschobene Stellen im Vendidad, 



Von 



Dr. Fr. Spiegel^ 

ausserordentlichem Mitgliede der Akademie. 



Abhandlungen der I. C). d. li. Ak. d. Wiss. VI. Bd. I. Abth. 



Voreriiirterung, 



Mit der Veröffentlichung der nactifolgif^nden AT)haAi^- 
lungen verbinde ich einen doppelten Zweck« Einmal söl'- 
len die gegebenen Texte praktische ßelege liefern zu den 
Grundsätzen^ welche ich in zwei Abhandlungen: „Ueb'ei* 
die Tradition der Parsen^^ (in der Zeitschrift der deiit-' 
sehen morgenländischen Gesellschaft Bd!. L p. 243 fT.) 
und „über die Handschriften des Vendidad und das Ver- 
hältniss der Huzväresch-Uebersetzung zum Zendtexte^^ (im 
Bulletin der kgL bayer. Akademie 1848. Nr. 34 — 36), 
als meine leitenden aufgestellt habe bei der Critik des 
Zendavesta überhaupt und des Vendidad insbesondere. 
Sie sollen dann auch Vorläufer sein meiner Ausgabe des 
Vendidad und des dazu gehörigen Commentars^ und das 
Verhältniss darlegen^ in welchem die auf diese Art begon- 
nene Arbeit zu der früheren Uebersetzung des Zend- 
avesta steht 

1* 



Was ich ia den beifolgenden Blättern als Erklärung 
der betreffenden Zendtexte gebe^ ist natürlich Alles ^ was 
ich jetzt geben kann^ doch hoife ich^ dass sich diese Be- 
merkungen durch weitere Studien über das Zendavesta 
noch sehr vervollständigen lassen werden. Ich übergebe 
überhaupt die nachfolgenden Versuche nur mit Schüch- 
ternheit der Oeffendichkeit , theils, weil ich mir der Un- 
vollkommenheit derselben vollkommen bewusst bin^ theils^ 
weil ich weiss^ dass man nur gewohnt ist^ das Zendavesta 
von einem Gelehrten bearbeitet zu sehen ^ mit welchem 
zu wetteifern mir nicht im entferntesten in den Sinn kom- 
men kann. Ich habe mich dennoch entscidossen^ diese 
Arbeiten zu veröffentlichen, da die hier mitgetheilten 
Texte nebst den erforderlichen Varianten wenigstens An- 
deren die Mittel an die Hand geben tv erden, unsere Kennt- 
niss des Zendavesta zu fördern, wenn auch meine eigenen 
Ansichten vielfacher Verbesserungen bedürfen sollten. 



lieber einige eingeschobene Stellen im 

y e n d i d a d. 



Im ersteu Bande der Zeitschrift der deutscheu morgeulADdiscben 
Gesellschaft p. 249 habe ich an einem einzelnen Beispiele gezeigt, 
wie sieh die Hnzväresch-Uebersetznng des Yendidad zur Erkennung 
eingeschobener Stellen gebrauchen lasse. Ich habe damals schon 
bemerkt, dass jenes Beispiel nicht rereinzelt stehe, die nachfolgen*- 
den Beispiele sollen dies darthun und zugleich sollen einige der grös- 
seren yerdäcbtigen Stellen genau analysirt werden, damit jeder Le- 
ser selbst urtheilen könne, ob ich in dieser Art der Critik zu weit 
gehe oder nicht. 

Zuerst einige kleinere Beispiele aus dem ersten Fargard: 
P. 6. 1. 7 ff. ed. Olsh. lesen wir: dafemem. afaghaiimcha. shdithra- 
naiimcha. vahistem. fräthwere^em. azem. yd. ahurd. mazdäo. hara- 
qaitim. friraiim. eredhwd. drafshaiim. Von neun Handschriften, die 
ich zu der Stelle verglichen habe, stehen die Worte eredhwd. 
drafshaiim nur in zwei, in dem pariser und in einem londoner Yen- 
didad-säde (nr. 2. in de Guises Sammlung), auch die Huzyäresch- 
Uebersetzung lässt die Worte aus, sie sind obne Zweifel durch 



6 

die Stelle p. 4. 1. 5. ia den Text gekommen und ohne Bedenken 
zu streichen. Nicht minder unzweifelhaft scheint mir dies an einer 
zweiten Stelle der Fall zu sein. Es heisst p. 9. I. 3* ed. Olsh.: 

paucbadaf em. a^aghaiimcha fräthwere^em. azem« yö. ahurd. 

mazdäo. yd. hapta. bendu. Alle Handschriften mit Ausnahme von 
zweien (nämlich Cod. Hayn. nr. 9. und nr. 2., von welchen letz- 
tere die Stelle zwar hat^ aber wieder ausstreicht) geben nun den 
Zusatz: bacha. osba^tara. bendva. avi. daösba^tarem. bendum. lieber 
die Bedeutung der Stelle hat schon Burnouf (Ya^na Not. et Ecl. 
p. CXUI ff.) gesprochen y so dass es oberflQssig wäre, etwas wei- 
teres darüber zu bemerken. Die Hozväresch-Uebersetzuug lässt 
sie aus, und es kann kein Zweifel sein, dass sie fehlen können, 
ohne dem Zusammenhange im Mindesten Eintrag zu thun, sie ge- 
boren wahrscheinlich der Glosse der Huzväresch - Uebersetzung an. 
Eben so leicht Hessen sich p. 10. 1. 3. die Worte tabjfyächit. dai|- 
b&us. aiwistftra. entfernen, die keineswegs nöthig sind und in der 
HuzvAresch- Uebersetzung nicht stehen. Doch ist allerdings zu be- 
merken, dass alle Handschriften, die ich kenne, die Worte haben. 

Ich wende mich nun zu einer längeren Stelle im zweiten Far- 
gard, die mir vorzüglich wichtig erscheint und für die daher ein 
tieferes Eingeben erfordert wird. Sie beginnt p. 13* 1.5. ed. Otsh. 
und erstreckt sich bis p. 18. 1. 8. dieser Ausgabe. Da die Einthei- 
lung, welche die Handschriften mit Huzväresch- Uebersetzung unse- 
rem Texte geben, fnr meine Untersuchung von Wichtigkeit ist, so^ 
scfti^ ich denselben mit Beibehaltung der in den Handschriften ge- 
gebenen Abtbeilongen ^) her und lasse nach jeder Abtbeilung gleich 



*) Ueber' dies^ Abtheilungen vergl. man meine Bem^rkongM in der Zeit^' 
sditifldör deutschen morgenl. Geselbch. [f. 250' ff. 



die Uebereets&uog und diejenigen Erkl&rangen folgen, welche jeder 
Paragraph nOthig macht; die allgeineiuen Bemerkongen aber ver- 
spare ich bis zum Schlosse des Textes. Die HazTäreschr 
Uebersetzang kann ich ans Mangel an Typen nicht mit abdrucken 
lassen. Zur Vergleichang gebe ich auch Anquetils franzftsisohe 
Uebersetzangy so wie s&uimtliche Varianten meiner Handschriften^. 

1« äSL\. yimäi. khshhathräi. thri^atö. zema. berija^efiti. 

Darauf wurden dem Yima zum Reich dreihundert Länder zu 
Theil. 

Anq. Alors le Rot Djemschid savanfa sur trois cens (par- 
tiom de) terre. 

Die Lesarten in diesem kurzen Paragraphen sind folgend«: 
imäi statt yiniäi lesen abcd, die Vendidads mit Uebersetzung dage- 
gen alle yimäi. — thri^atd CDabc. thri^tö EF. tbri. ?atd. d. — 
&^ma CDEad zima he. zemd F. — henja^enta CDE^ heuja^enta 



*) Ueber meine handschriftlichen HüIfsmiUel zum Vendidad habe ich im Bul- 
letin der kgl. bayer. Akademie der Wissenschaften flir 1848. nr. 34 — 36 
ausführlich berichtet und in der vorliegenden Abhandlung meine Hand- 
schriflen nach der dort angegebenen Ordnung bezeichnet. Für die, de- 
nen jene Abhandlung nicht zugänglich ist, setze ich die Bezeichnung mei- 
ner Handschriften in Kürze nochmals bei: 

Vendidads mit Uebersetzung. Vendidad-sddes. 

A. Cod. Lond. nr. 5. a. Cod. Lond. nr. 1. 

B. Cod. Uavn. nr. 1. b. Cod. Lond. nr. 2. 

C. Cod. Fonds d'Anq. nr. 1. c Cod. Oion. nr. 321. 

D. Cod. Havn. nr. 3 b. d. Cod. Paris. (Bumoufs litho- 

E. Cod. Havn. nr. 2. graphirte Ausgabe.) 

F. Cod. Suppl. d'Aoq. nr. 5* 



8 

bij henza^enta a, hefijafenti Fe . Demnach schiene die Lesart 
heoja^eata am besten beglaabigt nud sie Hesse sich auch wol ver^ 
Aeidigen; da indessen in den beiden anderen Paragraphen wo da 
iVort wieder vorkommt, die Lesart henja^enti mehr Autoritäten för 
0ich hat als hier und an andern Stellen, wo sich die Wurzel lac 
findet, die Endungen des Activs vorherrschen, so habe ich auch 
hier die Lesart henja^enti vorziehen zu müssen geglaubt, wie dies 
auch Olshansen gethan hat. Meine Uebersetzung stimmt ganz mit 
der Holtzmaims oberein*), auch ich kenne keine Stelle, wo khs- 
hathra bestimmt in der Bedeutung „König" gefasst werden mosste 
während es in der Bedeutung „Reich" häufig genug vorkommt (man 
vergl. auch Burnouf Journ. as. Dec. 1844. p. 479). Dazn kommt 
noch, wie Holtzmann richtig bemerkt, dass khshathra als Apposition 
zu yima niemals vorkommt. Die Huzväresch-Uebersetzung giebt die 
Worte etwas frei wieder, nämlich durch ^^^nii< DJ pa ng wäh- 
rend dieser Herrschaft des Yima. 

2. äat. h&. im. zäo. bva^. perene. pafvaiimcha. ftaoranaiimcha. 
mashyänaiimcha. ^ünaiimcba. vayaiimcha. äthraiimcha, fukhranmcha. 
^ocheritanm. 

Darauf war ihm diese Erde voll von \ieh^ Zugthieren^ Men- 
sehen j Hunden , Vögeln, und rothen brennenden Feuern. 

Anq. Ces (portions de) ferre furent remplies danimaux do- 
mesfiques, de hestiaux, dhommes, de chiens, de volatiles, de feux 
rouges et brUlans* 

Die Handschriften lesen: bvat CDEFb. bavat acd. — perena 
zu perene blos F. — pafvaumcha CDEFb pafüaiimcha acd. — 



*) Beitrüge zur Erklärung der persischen Keilschrinen p. 99. 



Basfayäoaiiinehli GDBir. nläsyAiiluiuichi^ abod. — ^aitfthraKttcba rr 
^akhraümclm blas £F. — ^ajksbeDtaum . CDB, ^dheatemn sbed| 
^aocbaDtaiim F, — Aocb diese Stelle ist bereits yod Holtzmann 
behandelt worden *)( leb kann aber, wie man aus meiner lieber- 
setzong siebt, nicbt unbedingt niit ihm Qbereinstimmen. Mit Recbt 
erklärt sieb Hr. Holtzmann gegen Rosens Aaffassnng von M. im zz 
»kn sä iyam (vergL Rosen ad Rigv. not. p. XVL), and nimmt h& 
als prouomen soffiikani ,4bm^^ Dagegen kann icb mich mit seiner 
Ansicbt nicbt befrennden, dass pereng der Infinitiv sein soll, im 6e» 
gensatze zu der Meinung Bopps und Bnrnoufs, dass es im Zend 
Feminina auf e gebe (Bopp TgL Gramm, p. 159. 60. Ya^a p. 517). 
Ware die Form perend die einzige Femininbildnng auf g, so wurde 
man sich allerdings nacb einer anderen Erklärung umsehen nHlsseu, 
aber gesetzt auch, wir fassen perend als Infinitiv, so bleiben uns 
doch noch Worte wie kainS, brätnryd, tüiry§, die unmöglich als In« 
finitive gefasst werden können. Da nun auch die Hnzvftresch- 
Uebersetzung perend durch y/^ i. e. o wiedergiebt, so bleiben 
wir bei der bisherigen Auffassung utid nehmen perend als Femininnm 
von perend. Die übrigen Wörter sind klar; ^taora ist das sans- 
kritische stbaorin cf. Ya^na Not. et Ecl. p. LXIX. Die Worte 
äthraiim. ^ukbraiimcba. ^aocbentaiim entsprechen genau der parsischen 

Formel K^ r^r*' lt^'' ^nkhra kommt von der skr. Wurzel ^ncb, 
purum esse, lucere (wovon in den Veden ^okra, splendidus cf. We- 
ber Väjasaneyae specimen II. p. 158); im Zend hat diese Wurzel, 
wie das neupersische ^^jJ^^ya bezeugt, die Bedeutung „brennen'^ 
Im Pärsi entspricht dem zendiscfaen ^ukbra genau das oben 
angefahrte >J»^, Woraus im Neupersischen durch Transposition ^y^sj 



*) Beiträge zur Erklärung der persischen Keilschriften p. 136. 

AbbandluBgen d«r I. Ct. d. k. Ak. d. Wits. VL Bd. I. Abth. 2 



EO 



rotby: Wirck i'Das» ^ftociiefllaiiiii glriobi^tli« yAr der eb«D erwlUiiiteii 
Wvnel fseb koniiiie:^' bedarf keiner weiteren Bemerkö^ 

•••*•• ■ • . . .• . ■' : • - ■ •' 

3« nAit l^m. gätvd. vgii^ep. pi^va^oba, QtaÖrdoha. masbjAcha* 

iViVAf fänden für sich Raum das Viehj die Zugthiere Und die 
Mßnschen. 

Anq. On ne voyoit auparavant dans ces Ueux excellens^ ni 
animaux domestiqnes, ni hestiauxy ni hommes. 

Alle Handschriften lesen bim, blos V liest bl^m. — inenden le- 
sen CDE9 yayandanta F, vinden ab^ a corrigirt jedoch vuidenti, 
letzteres ist auch die Lesart von c, d yiudefiti. Die Lesart yiudeutj glaube 
ich bestimmt verwerfen zu müssen, wir haben es hier ohne Zweifel mit 
der sanskritischen Wurzel yind zn thnn, welche aber weder im 
Sanskrit, noch im Zend, wo sie vorkommt, mit i geschrieben wird. 
Das Imperfect venden, welches alle Handschriften mit Uebersetznng 
geben, passt auch viel besser in den Zosammenhaiig als ein Prft- 
sens; nur mochte man geneigt sein, vinden zu corrigiren, was aber 
keine Handschrift bietet. Neben der Lesart vind, wie z. B. im 
19« Fargard: vindäi. yänem. yatba. vindaf. vadhaghnö. daghupaitis. 
findet sich in den Handschriften auch hänfig vand Air diese Wurzel^ 
worauf ich allerdings bei der notorischen Yerderbtbeit unserer Ma- 
nnscripte kein weiteres Gewicht legen würde, fände sich nicht anch 
im Pärsi die Verbalform vaiidät (Minokb. p. 217. 381.)- Ich habe 
deswegen das e in venden nicht zn corrigiren gewagt; zudem ist 
es ja nicht geradezu unmöglich, dass das i in vind im Imperfectnm 
in e überging. — Ich fasse him =: sim im Sanskrit, glaube aber, 
dass es im Zend reflexive Bedeutung bat; die Verfasser der Huz- 
yäresch-Uebersetzupg jiaben — wie es auch den indischen Scho- 
liasten mit sim ergangen ist ■—:, jdiQ wahre Bedeutung des Wortes 



II 

.ver)or^ft:iwd nnscIu^^itM g)^v Diet b^t dar ap&l^ 

reo Parsen VeraoIassuDg gegeben, das Wort mit dem pArakdiM 
kbim (filä bei Nerios.) ftar gleicbbedeatend zn halten und mit 
^f^ wiederzugeben, daber stammt Anquetils Jieux excellens^. 
Amsser Aoqnetil bat diese Stelle noeb zwei Uebersetzer gefunden, 
Rosen und Holtzmanu; der erstere übersetzt: non illam (regionem) 
adeundo inyeniunt pecudes etc., bezweifelt aber selbflit sdne lieber«- 
Setzung; er nimmt nftmlicb die Worte bim. gÜTd. rr skr. sim gat- 
\i,, was allerdings durcbaus unzulässig ist. Der letztere übersetzt: 
non ad illam (regionem) vias inyeniunt pecudes etc. Hr. Holtzmann 
nimmt gätvd ganz ricbtig als acc. pl. von gätns; icb glaube aber, 
dass dieses Wort der Tradition gemftss mit „Ort^ zu Obersetzen 
sei und mit dem nenpersischen tA^ identisch ist. Die Bedeutung 
Ort passt auch an den anderen Stellen, wo unser Wort vorkommt, 
z.B. im dritten Fargard, p.34. I* 8; 39. 1. 2. ed. Olsb. und an an- 
deren Stellen. 

4. [äat. yimäi. ^liräi. paiti. vaedhaem. yima. (rira. vivaghana. 
perene. Im. zao. heugata. pa^vaiimcha. ftaoranaiimcha. mashyAnaiim- 
cba. f Anaiimcha. vajaiimcha. äthraiimcba. (ukhraiimcba* (aochentaiim. 
nöit. bim. gfttvd. vindenti. pa^va^clia. ftaÖrÄcha. mashy4cha. äat 
yimd. frashA^at. raöchäo. ft. npa. rapithwaüm. hd. paiti. adhwanem. 
bö. imaiim. zaiim. aiwisvat. ^uwrya. zaranadnya. avi. dim. ^ifat« 
astraya. uitL aöjand. fritha. (petita, ärmaiti. fracba. sava. vacba. ne- 
magba. beretbra. pafvaümcba. (taöranaiimcha. mashyäuaiimcba. äat. 
jrimd. imaiim. zaiim. vishavayat. aeva. tbrisbva. ahmä\, ma^yebim. ya- 
4ba. para. abmit« a^tem. itbra. frachareäti. papva^cha. ^tauräcba. 
mashyitoha. hvaiim. auo. usttm. zaoshemcba. yatha. katbacba. 



*) Rosen ad Rigv. anoot. p. XYI. HcUzmami a. a. 0. .p. 135. 

2* 



h& %»6Ad.l A«|* y»'B^* kbcliatfarü. kbBhTM. ^tft6. i&SiM. h^ii^ 
jvgeiiti *). 



*) Um alle Vflrianten den Lesern 2U Geböte zu stellen, die ich vor mir 
habe, setze ich ancb hier die Lesarten der Handschriften vollsländig bei : 
ftat. yimäi. paitL vaMhadm. CDE, Aat. yimAi. ijtlril pafiti. vaddbadm 
F ; M. yimftL i;Tlrm. palti. va6dha6m b. fla(. yimdi. ^Irfti. paiti. YaM<- 
hSm a, ebenso d, nur hat letzter Codex ^arirfti = Qriräi und ersterer 
YaldJSm. — perenö CDEabd, per«na c, corrigirt aber perenL — kn haben 
CDEF, yim abcd. — hengata CDE, hSagata Fcd, haagata ab. — mashyänanmcha 
CDEF, maskydnanmcha d, masydnannicha abc. — vayanm. cha blos C — ^ükh- 
raiimcha C, fukhranm D, die übrigen ^ukhranmeha — <;a$chSntanm CDE, ^ö- 
ohafitanmFc, faöchiitanmabd. — gätvoCDEF, gätavft abcd. — vindiiti C, yih- 
deiti Dabc, vindmti d, vladanti E, vaindite F — pa^üa^cha bhw d — mas* 
hyächa CDE, maskydcha F, masyächa abcd — Irashüsat CD, frashö^atF, 
frshü^t E, frasü^at abcd. — upara. pithwanm CDEc, uparapithwanm Fad. 
upa. rapithwanm b — hü. paiti CDEFb hüpati o hüpaiti ad. — adhawanem 
blos F. — hü CDE, die übrigen lesen hö. — aiwishwat. CD, aiwisvat. 
abcd, aiwisvat F. — <;uwrya CDEab, C corrigirt jedoch ^uwarya, (uwirya 
F, guvairya d, ^uwraya c — zaranainya CDEc, zaranateya Fabd. — ava 
CDEy aiwi F, avi abd, avidem als ein Wort c — dim CDE, d<lm abcd — 
ashtrya CDE a^traya abd, agtaraya Fe — uilyA. janA = uityadjanA Mos 
in B — Armaiti CDEc, ärmait^ Fabd. — fradiashva CDEF frachashaTa F, 
lirachasava abcd, — vicha CDEF, vacha abcd — nmagha = nemagha 
blos CD — Unihrt CDE, ber^thri abd, b^r^lhra c — mashydnancha C, 
mshyänanmcha E, mashyänanmcha DF, masydnanmcha libc, maskydnanm- 
cha d — vishflvayat CDE, C hat Ylshdvayät corrigirt, vlshftvyat F, yIsA- 
vayat abcd. — ava C corrigirt jedoch adva, wie auch alle übrigen Hand- 
schriften lesen, ad haben advathri^va als ein Wort — Ihrishva GDE, 
Ihraishva F^ thriava b, die übrigen thrigva. — masbydhim CD » ma^« 
bim EFbo masydhlm ad — frachar«nta CDE, frachareati Fabcd. — «tao- 
räicha mashydicha CD. (taördcha roashyAcha EF, ^taordcha. masydcha abc; 
gtaörächa maskydcha d — anuistim CDE anuustim F anu. u^tlm abcd — 
zaöshemcha DF, die übrigen zaös^mcha — kavacha blos CD, die übrigen 
kathacha ^ zaögh6 CDB, die übrfgen käösft. 1- 



13 

Bmrmif muri&h' dem Tima' smn Reich eeehekunäeH Länder 
mim TheiL- 

Anq. Ce ful le pur Djemschidy fih de VivenghAm, qu% lee y 
fit paroitrej qui rempKt cefle terre ffanimaua^ domestiques , de he- 
stinuxj dhatntnesy de chiensj de volatilesy de feux rouges et hrü^ 
Urne. Oti ne vogoU auparavant dans ces Keux excellene ni ani- 
fnatix dotnesftiques j ni hestiaux^ ni homtnes. — Djemschid s*avanpa 
dbnc vers h lumierej (vers le pay») auquet prSeidi Rapitan (le 
midi) et il Ik troutm Veaü\ It' fendif la terre avec sa lame dor il 
la fendit avec son poignard, et dit : que Sapandomad (^Ised^ de Ik 
terre) soit dun.^ la joie. H aranpa pltis loin^ prononpa la parole 
(jf(iinte) addressa sa priere aux animaux domestiquesy aux bestiauxr 
aux hofiimes. Djemschid marckant ainei sur eelte terre ^ en rendit 
le premier tters tneiUenr qu*il n^etoit auparavant. ATors coururent 
dessuH en foule les aniinaux dömestiques^ les bestiaux et les hwn-^ 
mes. (Djemeehidy execufa ce que son coeur d^siroit. — he roi 
Djemschid s'avanfa ensuite jusqu'ä la six centierne portion de terre. 

Auf die eben angegebene Art steht (fiese Stelle in allen nn- 
sern Handscbriften, nod so wird sie von Anqqetil übersetzt. Die 
Lesarte» sind an mehreren Stellen nicht richtig und- die Ueber- 
setanng Anqnetils ist falsch«; wir lassen uns aber filr jetzt anf eine 
ansfohrliche Critik weder der einen* noch der andern ein*, sondern 
▼ersparen unsere Bemerkuitgen , bis wir weiter unten Gelegenheit 
haben werden, ons ansfohrlicher mit dieser Stelle zu bescBftftigen. 
Das einzige, worauf wir gegenwartig aufmerEsam machen möchten, 
ist: dass die Yorliegende Stelle, soweit wir sie oben in Klam- 
mem eingeschlossen' haben, in der filteren Huzväresch-Uebersetzung 
gftnzlich fehlt. Wir haben deswegen auch blos die Worte über- 
setzt, welche wir in der genannten üebenietxung^ ^fdrfanden. Erst 



vpiter^ bei den^'al^eiiitöieti DeoiDerlnmgfenf i^rd^ wir Migdk kön- 
nen , welche Bedeotong dies for den Znsanunenbang hat 



5- dat* hd. im. zAo. bvat« perepS«. paf yaiimcba. (taoranaiimcha. 
mashyänaiimcha. (Anaiimcba. vayaiiaieha. äthraümcha. fakhraümcba. 
^aik^h^ntaiuo. 

6. ndit« bim, gßAvd. v^d^n. pa^ra^cfaa. (taöriU^ba. maabyächa« 

7« [4at« yioiü. paiti. Taddhadm. yioia. (rira. vivaghaua. (o. s. w. 
wie oben bis) • ^ . • zaÖdhd] äat« yimäi. khshathrAi. uava^ ^alö. senuu 
lienja^efiti *> 



*) Es ist bereits im Texte gesagt worden, dass CDE diese Stelle abkürzen^ 
wir könaen also bis zu den Worten dat. ytm6. vtehdvayaL blos die Va- 
rianten der Vendidad-sddes angeben. 

$. 5. masyänaniDcha b maskyänanmcha acd — günanmcha abcd — 
^aokhramncha blos d — ^aoch^atanm ad, ^aochintanm bc. — 

S. 6. daziaden = venden abcd — maskyächa abcd. — 

i' 7. imdi abd, ihmäi c = yimäi. — ima abcd = yima — ^arlra = 
^Ira blos in a, p^rlni ad, pJSrini c. — yim := Im ad — baagata abc, 
baagta d. — <;unanmcha abcd. — ^aöchiRtanm ab, ^aochantanm c, qu- 
cfaaiHtaäm d — maskydcha abd, masydcba c. — frasflgat b, fraav^t acd. 
— nparapithwanm = npa. rapithwaAm blos c. — aiwisvat abcd. *- ^w- 
rya abd, ^uwraya c. — avL dem b, avjdim ad, avidem c. — astraya abd, 
aptaraya c — uiti. aojanö abcd. — frilha b, fratha acd. — ärmi^iU stebt 
hier in abcd. — fracbasavab, fracha. sava acd — berelhri blos in b,.diß 
übrigen haben b^rethra. — maskydnanmcha d, die übrigen haben masyä- 
nanmcha. — . 

VtsAvayat CEabcd, vtshävayat D, vt^Avayat F, — threshva CD, thraishva 
F, thrisva Eabd, thrigva o — masyChlm z=i ma(;y6hhn acd. — ithra fracha«- 
relta CDE, ithra rracharSiti b, athra. fracbar^nti F. athra. frachar^td aod. 
^ ftaBvAiahai CDE, die Übrigen haben ^aörAeba. i— r oiashyAoha CD^mußr 



. DatmifAMT.ihmiiieseMrie wtt von Vieh, :Xng£kSgrmi^\MemBeh^ 
Hunden, Vögeln und ri(Mi9»f brennenden feuern. 

Nicht fanden für sich Raum dae Vieh^dieZuptkierennddieMeneehen. 

Darauf nnirden dem Yiena 9um Reiche neunhundert Länder wm Theil. 

Anq. Et lee (portions de terre) {(fu^il visita) furetd rempUee^ 
danimaux domestiques, de hestiaux, dhommes. de ehiensy de volu'* 
tiles de feux rougen et brülans. On ne voyoit auparacant dans 
cee Ueux excellensj m anitnaux domeetiquesj ni bestiauXy ni hom^ 
fnes. Ce fut le pur Djernschidj etc. wie % 4* bis : Le rot Dßmschid 
savanfa enauite jusquä la neufcentieme (portion de) terre. 

Alle HandschrifteD mit UebersetzuD§ geben die Torliegeode 
Stelle Dicht in exteiiao, sondern nur den Anfang aud das Ende, 
uäuiJicb äa(. he. im. zäo. bvat. ^ (i. e =: ueap. b, bis) äat* yioi6, 
iuiaiim. zaiini. visbävayat etc. «Diese Abkürzang, welche bäofig ge- 
nug iu den Haudscbriften vorkommt^ heisst weiter nichts, als dass 
die Stelle ganz in der Wei^e wiederholt werden soll, wie wir sie 
bereits in §§. 2* 3. 4. gehabt haben, natürlich auch mit derselben 
Eintheilong. Dies sieht mau z. B. im siebenten Fargard unseres 
Werkes, wo eine lange Stelle aus dem fünften Fargard wiederholt 
wird. Die Handschriften BC geben ebenfalls nur den Anfang und 
das Ende, EF hingegen wiederholen die ganze Stelle mit der näitt- 
lichen Eintheilung wie im fünften Fargard. — Die Vendidad-sädes 
geben unsere ganze Stelle ausführlich, die Varianten sind fast btos 
Schreibfehler. Sehr auffallend ist aber, dass in $.6. statt vfodenti, 
wie in S$.3. 10., alle Vendidad-sädes die unsinnige Lesart daztii- 
den geben. — heiija^euti haben in unserer Stelle, mitAusnalime Ton 



hyächa EF, masyächa ab, maskydcha cd. — amiistlm CDE, anu. uatim F, 
anu. u^tlni bc, anugilm ad — zaösb^mGhd CDF, zaösSmcha Eabcd — 
za5ah6 CDE, Zttöad. Ffibcd. ^ ' 



IS 

D , «Ile UandsdirifteB ; iüe in Klamnieta 'eiBgeMliiiHss€(iien Worte 
fehlen aacb hier in der HnzvArescb-DebersetniBg. 

8. 9. Aat* hd. im* zio. b^at* peren& etc. 

. Diese beiden Paragpaphen, Mose Wiederholungen von $$. 2. 3. 
bedOrfen keiner weiteren Erklftrnqg. Alle Handschriften fahren «an 
folgendermassen fort: 

10. &at* yimäL paiti. yaödhadm. yinia. -^rfra. viva|hai](a. 

Darauf henachrichtigte ich den Yima: Yimaj Schöner ^ Sohn 
des Viva^liäo. 

Anq. Ce fut le pur Djemschidy fils de Vivenghämj qtii les y 
fit parottre* 

Statt yimfti lesen abcd imäi. — vaddbaeni, welches sowol ans 
den Lesarten der froheren Paragraphen, als nach der Etymologie 
hergestellt werden mnss, gibt blos b, CE hat vaidhem, D vaid- 
ha^m, F yaddhdm, acd vaedem. — yama statt yima hat blos CE, ond 
cd lesen yini. Anqnetil hat sich das Yerständniss der Stelle da- 
durch getrübt, dass er das neopersische j^ljuu, womit die Parsen 
paiti yaedhaem wiedergeben, nicht richtig anfgefasst hat. ^rira Ober- 
setzen die Parsen durch py)^ i. e. sdLu gewOhülich mit dem Bei- 
salze nn'H PD ^- ^* [j*^*^ "^y ^^^ ^^^^ diese Bedeutung beibehal- 
ten. Die Stelle ist sonst leicht und bedarf keiner weitern 
Bemerkungen. 

11. pereud. im. zfto. bengata. pa9vanmcha. Qtaöranarmicha. masr 
hyinaiimcba. fQuaiimcba. Tayaiimcba. ätbraiimcha. i^ukbraiimcha. ^aö- 
cbentaiim* 

Voll ist diese Erde gesammelt vonViehy ZiugtMeren, Menschen^ 
Hunden j Vögeln und rothen^ brennenden Feuern. 

Anq^ Qui remplit cefte terre danimaux dojnestiques de be- 
stiauxj d'hommesy de chiens, de volatilesy de feux rouges et brülans* 



17 

Dieser Abschnitt stimmt im WesentlicheD mit S§« 2. 5. 8* über- 
eio. Die Lesarten sind folgende: perena = peren§ Mos in c^ and 
da in pereni oorrigirt — im = im blos in F. — hegata CE^ beii- 
gata D, hangata abod *). — Nach i}td6 setzen CE das oben er- 
wAbnte Abkarznngszeichen *-p und haben blos noch das letzte Wort 
des Satzes — a l&sst cha nach (taöranaiim ans. — ^Anaiimcha 
DF, fünaiimcha abcd. — ^aökhraiimcha = ^nkhraiimcba cd. — 
paochintaiim nberall, nnr F hat ^abchentaiim , d ^aochintaiimcha. — 
Das einzige neue Wort in unserem Paragraphen: herlgata, leite ich 
auf die sanskritische Wurzel sarnj adhaerere zurück; man kann 
auch an gam -^ sam denken, besonders da die Hnzväresch-Ueber- 

setzung heägata durdi ^j^ q^ ^ i. e. jgot ä^ wiedergiebt. 

12. nöit. htm. gätvö. vindenti. pa^va^cha. ptaorächa. mashyächa. 

Nicht finden für sich Raum das Vieh, die Zugthiere und die 
Menschen. 

Anq. On ne voyoit auparavant dans ces lieux excellens ni 
animaux domestiquesj ni hestiaux^ ni hommes. 

vaudenti D, vandunti C, yafidfiti E, ^indenti abcd. — pturftcha 
blos in Ei, alle obrigen haben (taurächa, ebenso mshyächa blos in E. 
— Ich habe bereits in den Bemerkungen zu % 3* darauf aafmerk- 
sam gemacht y dass die Lesart Yafideuti nicht ohne alle BegrOndnng 



^) Die ursprüngliche Lesart der Vendidads mit Uebersetzung war ohne Zwei- 
fel hängata^ mit n, nicht mit ii. Der verschiedene Gebrauch von n und 
i ist einer der charakteristischen Unterschiede der Handschriften mit und 
ohne Uebersetzung. Ich gedenke später ausführlicher über diesen Punkt 
zu sprechen, wenn meine Forschungen darüber zu einem Abschlüsse ge- 
diehen sind. 

Abhandlungen der I. Cl. d. li. Ak. d. Wiss. VI. Bd. 1. Abth. 3 



18 

ist 9 besonders worde sich Jtuch noch die Form vefideu leichter aas 
einer Wurzel vand erklftren lassen , als aus vind da e gewöhnlich 
aus einem nrspranglicben a, selten aus i, entsteht Da indessen die 
Wurzel viud doch sicherer ist als diese yorgebliche Wurzel vand^ 
so habe ich die Lesart vindeiiti vorgezogen. Das Prftsens ist hier 
Yon allen Handschriften bezeugt und ist auch hier, wo Ahora«» 
mazda spricht, ganz au seiner Stelle, während oben, in der Erzfthlung, 
das Imperfectnm allein zulftssig war 

13. äat. yimö. frashu^at. raochäo. ä. upa. rapithwarmu hd. piu<- 
ti. adbwanem. 

Darauf gieng Yima hervor j bis zu den Sfernen^ S^g^^^ Mittag^ 
, zu dem Wege der Sonne. 

Anq. Djemschid s'avahfa donc vers la lumiere (vers le pags) 
auquel preside Rapilan et il le trouva heau. 

Die Varianten der Stelle sind folgende: frashü^at CD, frashü^t 

r 

E, frashava^at F; frasü^at a, frasÜ9at b, fre^üpa c, fra^vsat d^ — 
ruchäo statt raochäo blos in C, uparapithwaiim als ein Wort blos 
in EF. — Alle Handschriften haben adbwanem, blos CF hat adhawa- 
nem corrigirt. — Das Verbum frashu^at mnss von einer Wurzel 
sbu9 und der Präposition fVa abgeleitet werden, lieber die Bedeu- 
tung des Wortes, das Anquetil richtig durch s'avan^a tlbersetzt, 
kann kaum ein Zweifel sein, da andere Stellen dieselbe Bedeutung 
des Wortes zeigen, z. B. am Anfange des fonften Fargard : . nätat. 
frashu^aiti. hacha. jaiifnvö« raonaiim. avi. bar^sbnava. gairinaüm, 
d. h. ein Mann geht hervor aus den Tiefen der Thaler zu den 
Hohen der Berge. Farg. 19. u9ehistat. zarathuströ. frashu^at. zarat- 
huströ, d. b. es erhob sich Zarathu^tra, hervor gieng Zarathustra. 
An allen diesen Stellen tibersetzen die Alteren und neueren Parsen 



frasho^af dnrch ssjJs styi. Die Wurzel shu^, die ich im Sanskrii 
uiciit %u finden wQ^te, halte ieh für eine Nelkenform ron der gleioh* 
weiter zo erw&buenden Wnrzel .shn, geben, wie dath von dA^ tÜ 
nnd 9 mOssen in Zend sehr ftbnlich gelautet haben, die Handscbrif'^ 
ten verwechseln die beiden Laote öfters. Schwierig ist zu ent- 
scheiden, ob man frashüpat oder frashu^at lesen solle. An unserer 
Stelle ist frashAi;at entschieden besser beglaubigt; da sich aber an 
den beiden anderen eben angeführten Stellen die Handschriften für 
das kurze u entscheiden, so habe ich auch hier den kurzen Yocal 
beibehalten. TaÖcfaäo wird in der Huzväresch-Uebersetzung durch 
K^JtCn US)' ^^ Lichte, wiedergegeben;, es kann aber rabchäo Mos 
der acc. pl. von raoohö, Licht, sein, welcher von dem nachfolgen* 
den & abhangen muss. Ein anderes Beispiel des nachgesetzten ä 
findet man im Yendidad p. 42. 1. 8. ed. Olsh. lieber das dunkle 
rapitbwa, dessen Bedeutung, Mittag, indessen sicher genug ist, weiss 
ich dem nichts beizufügen, was schon Buroouf Yapna p. 223 ff« da* 
rober bemerkt hat Hü wird von der alten Huzväresch-Uebersetzung 
richtig dnrch „Sonne^^ wiedergegeben, es kommt in dieser Bedeutung 
auch sonst vor (cf. Ya^n. Not. et Ecl. p. LXY. not.). 

14. hö. imaüm. zaüm. aiwishvat* ^uwrja. zaranadnya. 

E2r spaltete diese Erde mit Heiner goldenen Lanze. 

Ang. II prononfa la parole pure fendit la terre aoec sa 
lame Sw. 

In den Handschriften mit Uebersetzung hat der vorige Para« 
graph eine Glosse, in welcher mehrere Beweisstellen im Zend an- 
geführt werden. Sie lauten: 1) upehistat. gäus. barat. daghus. 
2) ^rira ukbdha. vachfto. ^au^agbanm. 3) ahuuA. vairyd. Unter sich 
haben diese Stellen gar keinen Zusammenhang und zu unserem 

3* 



20 

Texte stehen sie ii gar keiner Beziehung, weswegen sie Olsbaosen 
anch mit Recht weggelassen hat. Anqnetil in seiner handschriftiicheB 
Uebersetznng hat sie alle drei nach seiner Art za übersetzen rer- 
socht; in seine gedruckte Uebersetzong bat er sonderbarer Weise 
nar Nr. 2. nach seiner Uebersetzang anfgenommen, wofQr ich kei- 
nen besonderen Grand anzogeben weiss. Bemerken mnss ich obri-» 
gens noch, dasä obige Glossen aoch in die Vendidad-sdes ihren 
Weg gefunden haben; sie stehen in allen vier Handschriften, die 
ich verglichen habe. Die abrigen Lesarten sind: aiwishwat in CDB 
iwisvat in Fabcd. An allen drei Stellen lesen abcd aiwisvat, CD 
haben zweimal aiwishvat, E hat das erstemal aishvat, die Lesart 
aiwipvat findet sidi nnr ein einziges Mal in dem ganz jnngen Cod. 
V und scheint mir deswegen keiner sonderlichen Beachtnng werth. — 
9wrya lesen CD, die übrigen alle ^uwrya. — zaraninyaCE,zaranainjraD, 
zaranaenaya F, zaranadnya abci}. — Unsere Stelle hat zwei Er- 
klärer gefunden } schon vor längerer Zeit hat Herr General vicar 
Windischmann dieselbe besprochen, ^neuerlich noch Holtzmann in sei- 
ner Öfter erwfthnten Schrift ^). Schwierigkeit macht vor allem das 
y erbom aiwishvat. Ich ziehe diese Lesart ans den oben angefahr- 
ten GrOnden vor und mu8s demgemäss, wie Bnrnonf thnt, dieses 
Wort von der Wurzel shu ableiten, die, wie ich unten zeigen 
werde, im Zend die Bedeutung „gehen^^ hat. Nun obersetzt aber 
die Huzväresch-Cebersetzong das Wort durch pgo i. e. ovi^, er durch- 
bohrte, und eine andere Bedeutung ist anch kaum znlässig; ich halte 
mich demgemftss auch an die traditionelle Bedeutang und nehme an, 
dass die Grundbedeutung der Wurzel shu durch die vorgesetzte 
PrAposition aiwi in dieser Webe modificirt worden sei, freilich 



^) er. Jenaisehe Literatarzeitung, Juli 1834. p. 135« Holtsmanti •. a. 0. 
pag. 106. 



2]^ 

ohne dass icb diesen Udliergaog afther oachweisen konnte. *— ^awry» 
ist wol ohne Zweifel mit Holtzmaun auf einen Nom. ^afri »irock^ 
zofilbren, woTon p. 13^ 1. 4. der Ace. ^fraiim vorkommt (so lestf 
ich mit den Codd. CDBabcd, während nur W die Lesart ^awradm 
giebt) ; die Erweichnng des f in w ist dann Ähnlich wie in 4fs and 
aiwyd. Trotz der Yerschiedenhat des Vocales mOehte ich dodr 
gnfrft %n dem im folgenden Paragraphen zu erwähnenden ^f zieheiii 
der Uebergang des i in n vor einem Labialen ist leicht erklärlich« 
Die Parsen obersetzen das Wort durch ^Uf^^ AoflUlend ist di« 
Form ^nwrya, man sollte mit Fng ^nwraya erwarten; man ver^ 
gleiche indess einen ähnlichen Fall bei Bornouf Jouru. as. Janr. 
1846. p. 42. 43. 

15. ava. dim. ^ifat. astrajra. 
Er schlug sie mit dem Riemen. 
Anq. n la fenäit avec son poignarä. 

i 

Die Handschriften lesen: aradim CE, ava. dim DF, avi. deii£ 
bc, avi. dim ad. — ^^ Dabcd, piff CE (C corrigirt jedoch fifa^ 
pafat blos in F. — astrya CDEF, a^traya abcd. — Da ich gewöhn^ 
lieh den Handschriften mit Uebersetznng in meinem Texte folge^ 
wenn es möglich ist, so lese ich mit diesen av% wogegen die Ven* 
didad-sädes avi geben. Der Unterschied ist übrigens nicht bedea- 
tend. •*-« Das Wort 9ifat stammt von einer Wurzel ^if , wozo man' 
längst das skr. khsUp nnd griech. S^s verglichen hat. Ans deni 
Gebiete der iranischen Sprachen konnte blos ^^sAm eine Verwandt» 
sdiaft haben } merkwQrdiger Weise giebt aber die Hozväreseb^ 
Uebersetznng ifiÜt nichfc durcb nSD ^^^^ wie aiwishvat, soudemi 
dmr^b n5%^^ ^^ ^^^ ^^^ Bedeutung nach sto sehr «icbt verschieb 
den seih kann ; man vergl. das neüpers. ^jXiu&U Astrya ist die Leü*^ 



20: 



vt der IlaofbchrifileD mit UebensetiKiiiig ond nit HinblidL aof das 
im Torigeo Paragrapbeo beluuidelle ^awrja, fragt e» sieb^ ob diese 
Lesart der ooserigen, durch Coojector hergestellteD, oiebt vorsosue- 
beo sei. Das» ^ iu der Lesart der Vendidad'-sddes ialscJi sei^ er- 
giebt sieb zar GenOgeaes aoderea Stelleo« Aaträ, iai Huzvireacb 
"«f^d^, wird von deo Dooeren Paraeo doreb y^ ygp^ ^ ein sebarfer 
Dolcb^ wiedergegeben; diese Bedeatiuig passt jedocb wegen des 
p. 43* I. 5. 9. ed. Olsb. yorkoBnienden Ansdrockes a^pabe astray» 
Hiebt y wir bleiben daber bei der scboo frflber yernutbeten Bedeu* 
timg ^Rieuien^ (cf. Holtzmann i. c. p. 1070* 

16. ui(i. aojaod. fritba. ^peHta. ärmaiti. 

Al^o sprechend: Mit Liebe j o Cpenta-^ärmaiti. 

Anq. Et dil : que Sapandomad soit dann la joie. 

Die Handschrifiteu CDE lesen uitjraöjand, F nitydjaod, abd ai(L 
abjanö. c niti. janö. Die Handschriften schwanken an mehreren 
Stellen aber den Gebranch des Sandhi, z. B. p. 12. L 1. ed. Olsb.: 
Da indess gewöhnlich das Zend keinen Sandhi kennt, so habe ich 
hier die Lesart der Vendidad - sftdes Torgezogen. Die Wurzel abji 
sprechen, ist schon langer bekannt; Bnrnoof (Aipb. p. LXXL leitet 
sie auf skr. üb znrflck. — fritha lesen abcd, fracha CDEF. kk 
habe auch hier die Lesart der Veodidad-sädes angenommen, diäs- 
nal wegen der HnzyAresch-Uebersetzong. In dieser finden wir 
fra^^ba durch ^TTÜÜfJOT] übersetzt, was die neueren Parsen durch 
ü» ^öLSb wiedergeben. Nun kommt dos^nm in der Bedentuiifp 
Liebe (vaHabhalü bei Nerios.) mehrere Male im Miaokhired vor 
(z. B. p. 197.) und diese Bedeutung lüsst sich leicht mit fritha ver- 
eiiiigen, das tou der Wurzel fri = skr. pri yermiltelst des Suffi- 
xe« ihf^ abgeleitet ist und das Ich ap unserer Stelle für einen In«- 



23 

str^entalis balle. ^ ^pento lesen CD, die Qbrigen Hantdschrifteft 
petita. Ich beaierke hierbei , dasti es^ wie ich glaabe, erlabbt ist, 
in dem ersten Tbeile ^ Wortes 4rm»ti die Worzel ri za erkennen 
md dass nach der Tradition das Wort beisse ^^mit hohem Sinne 
begabt^^ Wenn Aucpietil (ZAt. II. 473.) bände inineshrie durch 
bmliiKte de la coenr obersetst, so ist dies gewiss falsch, es ist ohne 
Zweifel bunda minedme zn lesen, was im Pärsi oft rorkommt md 
▼on Neriosengh dorch sampüriiaminasatft obersetzt wird. — Ich be^ 
merk^ zum Scbidsse noch, dass sidi die fehlerhafte Lesart fracfcii 
in den Vendidads mit Uebersetzung wahrscheinlich ans dem folgen^ 
den Paragraphen eingeschlidien bat. 

17. fraeba. shava. vicha. nemagba. 

Gehe hervor und gehe auseinander durch Onein} Gebet. 

Anq. Il avanfa plus toin, prononfa la parole (sainte). 

Die Handschrift C kttrzt den Satz ab and giebt blos das erste 
nnd letzte Wort; ans ihr hiAen wir also keine Varianten anznge^ 
ben. shava liest F, sava abcd. Die Worte fVächa. sava fehlen iii 
E gftuzlich, vacha steht in allen Handschriften, cd lesen vachane- 
magha als ein Wort. Noch mnss bemerkt werden, dass E nach 
den Worten vacha nemagha nicht abtheilt, wie die übrigen Codd., 
sondern sie zu dem folgenden Paragraphen zieht — eine Abwei- 
chnng in der Eintheilnng, welche bekanntlich sehr selten sind. — 
Nur den ersten Tbeil luiseres Paragraphen vermag ich mit. einiger 
Sicherheit zn obersetzen, fracha. shava ohersetet die HnzvAreseh« 
Uebersetzong durch „gehe hervor^, und ich betrachte diese Erklft- 
rang als die richtige. Die Wurzel slm^ist in dem n^apei^sischen 

k * '1 

^ju^ enthalten, welches im 'Pärsi ausschliesslich und noch hdi 
ITirdMi bftofig die Bedentnnjg- gehen, reisen baf ; zum Holfezlsitwtfjjt 



ist es er^t in spMer Zeit geworden. Ich lese Ticha, trotz^efli, dam 
sich die Handscbrifteo überwiegend für vacha entscheiden , weU 
sich in der Huzvärescfa-Uebersetsuing keine Spnrdavdn findet, eben- 
sowenig von nemagha in der Bedentang wie wir es genommen ha- 
ben. Erkennt man unsere Uebersetzong for die riditige an, so 
muss man zn vieba nochmals shava ergftnzen, nemagha als Instra- 
mentalis von dem oft vorkommenden n^md, Gebet , zu fassen, macht 
weiter keine Schwierigkeit Obwol ich das Wort,^ wodurch die 
Bnzväresch-Uebersetznng nemagba wiedergiebt, nicht verstehe, so 
glaube ich doch sagen zu kdnnen, dass die genannte Uebersetzung 
in nemagba ein Verbum sieht. Nema|ha als Imperativ, med. einer 
Wurzel nem zu fassen, hat gar keine Schwierigkeit, denn die Form 
gha neben guha findet sich auch in den besten Handschriften; 
Schwierigkeit kann nur die Bedeutung machen. Nun kennt das 
Neupersiscbe neben vUj, Gebet, auch noch |^, feucht, und 
^Ju4j, feucht werden, und hierzu dürfte man vielleicht das zen- 
dische naiiinyaü^us (= mridupallavo bei Nerios. cf. Burnouf Journ. 
asiat. 1845. T. V. p. 414.) ziehen. Demnach dürfte man vicha. 
nemagba vielleicht übersetzen: und fliesse auseinander. Ich muss 
Ginsichtigern die Entscheidung Oberlassen. 

18« barethri. pa^vaiimcha. ftaorauaiimcha. mashyänaiimcba. 

Du Trägerin (^Mutter) des Viehes ^ der Zug f hier e und der 
Menschen. 

Anq. Addressa sa priere aux animäux damestiques aux be^ 
etiauxy et aux hammes. 

Die Handschriften CDE lesen beretbra, baretbrS F, beretbri 
abed} pa9Üaümcha blos cd, masbyAnaumcha CDEF, masyAnaümcha 
abCy maskyAnaiimcha d. Die Stelle bedarf keiner näheren ErklArong. 



»i 

bfirjstbri , Tf Hgeri«^ Mbittcr^ fcpiumi öO#r jor f cJw Form b»retbd Hsl 
jgewObiiKi^lMr «b bßf^fiii:i, ayI? «lap n^^ji (lep Lesarten itp iuwp«(rf»r 
jgJjteUa mrtlieUen mOMte. Man verj^I« Qiiraenf Ya^na Not, et Q^ 
p. liXXiSL. not wd J^oriu |U3. 1846* Ferr* p, 1^9. not» 

i • ■ 

JSp» 1/9^0 man alle .yeiidic)ad-/9ftdi^a wiß in 4er litfiQgr^pbi/ril^ 

^sgabe za sehen ist: 4a(. jimö. imaünir p^aiiw« vüdbävayat, tbrjütijr^. 
tbrisbvadibjd. ahni^f. raa^yebioi, yatba. para- fthvi^t, a9tQai»^ p^jp 
einzige Lesart, die anzufobren wäre, ist, dass acd masy^im lesen. 
.Gans abweichend ist aber die Lesart der ¥endidads mit Heber* 
setzoiig CDEF, und da \s\v diesen Ha^dacbriften biaber voratliiiilidi 
gefolgt sind, so geben wir denn anch in dem Folgenden die einzel- 
nen Paragraphen nach denselben. Anqnetil bat nach der obigen 
Lesart der Vendidad-sädes Qbersetzt : Djemschid tnarchant ainsi sur 
cßtte terre en rendit le troißieme Hers meiUeur q^U nitQÜ aupatßvant. 
Die Lesart der Qandaobriften mit Ueber«etziHig ist aber ^ fflr 
«ende: 

19. iat. yiniö^ iniaiim. zaiim. visb^Tayat« acTa. tbrishvtt. ahqi^. 
ma^ydhim. yatha. para« abmät. ap. 

Darauf Hess Yitna diese Erde auseinander gehenj um ein JprUr 
tel grösser als sie vorher tvar. 

liest visli^Tayät, was dann später in visbäovyät verdorbwi 
worden ist. D liest ^i^ävyaf, £ vishAvyat* Die früheren ange* 
fAbrten Varianten igeben ons hinlftngjyMsb Mittel «n die Hand^ die 
richtige Lesart herzastellen. \mä\ =.ahmä4 bl«i im CE -^ raai^. 
htm blos d. — a9tem hat anch hier fftlschlich E, F lAsst es ganz 
ani^. Dia wir oben die Wnrzel shn in der Bedeutung „gehen^^ ge« 
nommen haben, so mossen wir vtshftyEyat — ^ welches tihbestritfen 
daf jpwsatixiiiii ypa.ßbja «fr yi JyO, -^ jBjb^ns^^nt a^ Mefis ansein- 

Abyndlangeii der 1. Gl. cU L Ak. d. Wis^ VI. Bd. L Ablh. 4 



f 



kader gehen^, womit BQch dSe Hda&vii^sch-Uebersetitebg ' Oberem- 
^imnit. Durch die Trennabg der Paragraphen iii den Handächriflen 
ibit Uebersetzang ist die Eiösart altern liiiinöglich geworden, welche 
die Vendidad-sädes immer geben, mit der aber ich wenigstenfs kei* 
nen Sinn za verbinden weiss, lieber ba} „war^S wie es die Haz- 
Tftrei^ch-Üebersefainng sehr richtig wiedei^ebt, vergl. man Bnmonfs 
Ta^na p.434. not nnd Joom. as. Avril-mai 1845« p. 305« -^lieber 
üÄ^ydhim sehe man Bopp. vergL Gramm, p. 413 "ff. 

20. Aat. yimd. imaiim. zaiim. Tishftvayat, dva. tbrishvn. ahmit. 
iMpy^im. yatha. para. ahmA|. a^. 

Darauf Hess Yima diese Erde auseinander geheny vm swei 
Drittel grösser als sie vorher war» 

C hat vishävyaty was spftter in Tlshftvayftt ccfrrigirt wordeü 
ist, D liest vt^ävyat, EF vishävyat. — Die Worte dvä. thrishva 
fehlen in F. — ma^iehim =z ma^ydhim steht blos in F — ap fehlt 
in F, CDE haben es. Eine weitere Erkiftrnng der Stelle ist nach 
^em, was wir bereits oben bemerkt haben, nicht nöthig. 

21. äat* yimö. imaiim. zaiim. visbävayat. tbribyd. thrishyaeibyö. 
ahmät« uia^yehim. yalha. para. abmftt. äp. 

Darauf Hess Yima diese Erde auseinander gehen ^ um drei 
Drittel grösser als sie vorher war» 

Jknch zu dieaem Paragraphen sind ausser den Variaiiten keine 
weiteren Bemerkungen nöthig. ^ v 

vishäyayat steht hier in CF, D hat vifävyat, JB y\. sbiYyaf — 
a9 fehlt wieder in F, E liest ftlscblich altern. ^ 

-22. t^m. ithra. fVächairföti. pa^va^chä. ^ü^iirftchä. itaatihyAdiA.^ ' 



, r 



2^ 

A^(^ ii^ (^«fr ^mL,^iint%^ 8chreifeJik nun^von^drtS' dfUi^VUhj 
dU.%Mfflku^e uiid die ^M ^ ; > ' 

Anq. .. Alors coürurent defisus en foule les animaua: dbmesti-^ 
quesj les bestiaux et les hammes. 

Stidt tem liest F allein liier a^tSm, B Tftsst tem tios/ da es 
aber (Hb flazväresch-Üeb^rsetzung dieser Handscbrifl hat^ s6 
kann dies bioser Zufall sein, athra r= itbra blös in F, fracbar^nti 
De, fracbarSnta CEFj fracbaretite abd. — (taoräicba Mos in O, 
staörftcha blos in d, mashyächa CDEF, niaskjftcha abcd. — Das 
Pronomen tem wird im Hoaivftresch dnreb p^ DTD> 5fca diesem; 
wiedergegeben. Ed giebt hieines Eracbfens nar zwei Möglichkei- 
ten; man mnss t^m entweder anf yima beziehen^ oder man mns^ 
tbrishüm ergänzen. Die letztere AufTassniig scheint miV die wahr- 
scheinlichere zu sein» 

• • •. . . • • 

I ■ ■ .1 

^3. hvaiim. ann. istim. zacishSnicha. yatha. katfaacha. M. zaiishd. 

^^'Naeh ihriigm Verlangen und Willen^ wie es nur' immer ihr 
Witte ist. 

. Anq^ iDjemsehid) exicuta ce que ^am eoeur desiroit. ^ 

isüm lesen CD, £ fehlerhaft anausitaüm = anu. istim. ]D9(em F^ 
0911111 abd, ann^iim = ano. nptim c, — zaöshemcha. CDF^, die 0b^ 
rigj^n habea z^ösemcba. . Ebenso l^Hn Mos CDF zaosbO» die an« 
deren z^Ö3Ö* — * istim nnfl.nstim geben so ziemlich den gleicbeo 
^inOy is.tun kommt von d^r \ynrzel i^h, die im Zend häni^ger. yoc^ 
kommt , nslim dagegen vo^ der Wurzel vaf yerlangeo^ die gleidh- 
faUs hftqSg ist; zaösbd yon der sauskritiachen Wurzel jush m^ctft 
l^|SM^a^3 keine ; wei^effen ^S^chwierigkei 



Wlt haäien nan gesehen, Wie der Teirt itt deo HftAdflbhriften 
vorliegt, and wie and was die Hafttüif escb - Üebersetzüng davdti 
wiedergiebt. Wir wenden ans nnn zo den allgemeinen Betrachtna- 
gen, zu denen die vorliegende S^telle uns veranlasst Ich glaube 
nicht, dass Jemand, der meine ol)ige deutsche Uebersetzung lies^ 
obn9 den Text zu kennen, ans ihr den Eindruck gewinnen wird, 
als ob etwas weggelassen sei ; die deutsche Uebersetzung aber hftU 
ach im Gänsen und Allgemeinen an die Huzvftresch- Uebersetzung« 
Der allgemeine Gedanke, der in dieser Uebersetzung und dem nach 
ihr berichtigten Texte zu liegen scheint, ist folgender: Yima be- 
herrscht zuerst. Mos ein Drittel der Erde. Durch das GlOck, da^ 
er verbreitet, wird dieses Drittel fQr Menschen und Vieh zu enge 
qnd Yima dehnt nun seine Herrschaft auf das zweite (noch unbe-> 
wohnte) Drittel der Erde aus. Aber auch dieses ist bald nicht 
mehr ausreichend und Yima nimmt nun auch das dritte Drittel in 
Besitz. Nachdem nun auch dieses, mithin die ganze Erde, zu enge 
geworden ist, um die Fülle von Menschen und Vieh zu fassen, da 
erweitert Yima vermittelst wunderbarer Geräthschaften , die er von 
Afcura-ma»da empfangen hat, (cf. f* 13« L 3. ed. Olsh.) die Erde 
erst um ein, dann um zwei, endlich um drei Drittel ihrer urspfting- 
liehen Grösse. — So der von uns angenommene Text. — Ziehen 
wir aber- die Lesart der VendidiMi-sAdes, denen Herr Professor 
Olshausen in seiner Ausgabe gefolgt ist, der unserigen vor, — und 
Ivir geben gerne zu, dass sie von Seiten der ftasiseren Begfaubiguug 
der unserigen rnindestens gleichsteht — so stellt sich die Sache 
fotgenderinassbn : Yimä beherrscht zuerst ein Drittel derEfde, nadi- 
deili diese^ zu enge geworden ist, dehnt er die Erde atis um ein 
Driftel grösser als sie vorher war, dann dehnt er seine HerrscbaSt 
iHnit das zweite Drittel aus, und nachdem auclr dieser llaum ange- 
ftitlt ist, macht er die Efdie nm zwei Drittel grösser als sie üf- 
spr Anglich war, dann nimiHt er aneh das dritte Drittel in hiisitii 



11» 

ÜüA, toöMem Mdt iAes'ßi Wölktet ist, ^vtitd 4ie J^d6 not df«| 
9ritfd ihrer lirsprAiigfielieii ^(Mse' erweitert. -^ E^ scheint Mi^ 
lifiD einiAtA kbib OrdtlA Yorhähden fen i^eio , iie Mr&t nakiiä^hMA\ 
89 labge noch RIeioU asäf derselben ist; dantf, wie kann Ahiima 
fitittda sagen: Yoil ist diös^ fJrcFe efc/ri§$- 5- B.)» wenn cMt «Itf 
Drittel derselben bevölkert ist? Ans diesen (branden scb^ iiAt 
wahrscheinlich, ' dass die (Aren In Klammern eidgeMihtossenen^ in der 
Hmvftresch^Uebersetznng aber fehlenden Sätze erst spAter ans Atfik 
Vetitlidad-sädes eingeschobed ' worden seien , die Lesairt der Veild!^ 
diid-^sAdes aber der ron uns angenommenen an O&te bachi^tehe. Dea 
Tett gan^ so tn geben^ wie er jetzt in den tiaudschriften mit Ue^ 
Nersetzong voriiegt, scheint mir nidtt möglich, denn dadurch- wBn|<| 
ike VergrOsseftiug der Brde ins Abenlheoerfich^ adfi^Mehtit 
Werden. • » 

Im dritten Fargard findet sidi keine eingeschobene SteHe tM 
Bedentting. Die Worte fB\. yaTd. pdoms. harki. p. ii, L ult. eil 
Olsfa.) fehlen in ACP; die HnzrAresch^Üeberset^nng hilt allerdiiigft 
diese Worte^ aber ab blosse zu dem rorhergf^ende» SätM, iMd 
so ist es möglich, dass. sie spftter eingeschoben sind. Undenkbar 
wAre indessen auch nicht, dass die Zeudworte durch irgend einen 
Zufall in den Handschriften fehlten, da es solcher seltsaipiH^r lieber-« 
einstimmungen in Fehlern mehrere giebt. Ganz derselbe Fall tritt 
p. 42. 1. 2. mit den Worten ndif. nghraiim. puthrdistim ein, wo man 
wieder zwischen dem beiden HTbglichkeiteb ztt wfthlen hat', dass 
die Awlassung der Worte ia ACF ein Fehler o^er 4ie J^ep^orte 
sj^ere Ueheirsetziuig eimr Glosse aeieiu ' i iW 

Ich wende mich nun zo einer anderen Stelle, aus dem fouften 
Fargard. Was ihr von dem kritischen Interesse der vorhergehen- 
den abgeht, wird skif, MTie ich wenigatMs bsffef, dttroh ünr üytholo- 



gi«ßb^^ ww4»r erseM^n. .— Die isp^tere J^ydu^ogie 4^^^ 
If^nt eine absprde Sage toa eiueiq SV^el mit. drei Beioeo, der .«| 
dem See Voaro«^l|as)ff^ seioen Sitz ^t;;«obal4, irgend eise Jlmei,^ 
nigkeit in i$eine Nft(ie kommt , wird sie im Aagenblick gerejnigj^ 
Sa findet aich die Sacbe im ]lfinokliii^d^.eipp&hU,: andere, ErzftUan-T 
^en finden sieb im Baudehescb (Z Av. II. 386. 870» do^h wird, An- 
%fintib Uebersetzung nocb mancher B^riqbitigiuig bedorfea* Qewöbn-r 
Jieb fobrt dieser Esel den Namen kbari talata pae oder kurzweg 
kkari talata (talala r:: ^ffbo ^^')* ^^^^ I^ytbe^ ober deren Alter 
veoeriich unter den Parsen selbst ein Streit entstanden isi*)^ wurde 
¥0Q einem Parsen sebr richtig ab bereits im einundvi^rzigsten Ca^ 
pMel des Yapna angedeutet, nacl^ewiesen. Es heiisst daselbs^ip 
dpr^Tbat: kharem. yim. ashavanem. yaaamaidh6..yd. hi^taiti. .ma&d^ 
hem. zarayaghö. YÖiiru. kashahd, d. b. wir verehren den heiligeii 
Esel, der in der Mitte des Sees Yoaru-kasha sich befiodet. Dem- 
Mch wäre diese Mythe noch in die Zeit. zu setzen , aiß das Zend 
lebendig war, mitbin -in eine ziemlich alte. D^ss sie indess no<^ 
nioht vorhanden war, als der Yendidad yerfiEMst wurde» dies 
livie ich glaube, ans* der folgenden Stelle hervorgehen. 

i\ ■ 

Schöpfer! Lässt du das Waaaer herauäj der du Ahura^ 
mäzdäo bist? 

Änq. (Test vous qui dtninez tfloii , t>ous , ytit etes Ormusd. 

' ' Vie einzige Lesart in dieser Stelle, von der zu berichten isi^ 
findet sich in F, welche Handschrift zaz4hitflih ^ ein Wort schreibt 
— Unsere Stelle ist schon theilweise von Bnrnouf behandelt worden» 



U dätare. äpem* zazähi. tAm. yö. ahurö. mazdfto. 






il. 



•t) JL WOsoni ülie Pinirelifioa oi|f<i4ded. p. 48r-&l. 



üfimKch ini Ta^ p. 41 1 . ^kiot Deil findet mu aoch das Wort er- 
Iclftrty welches allein tft nnlslerer I^He einer Erkl&tmg bedarf, nftoi^ 
^cb' zazftliV welches yermittelst der liemZend eigen tbomliebeo Laiit- 
Übergänge dem san^ritiscben ]Bhä&i Ton der Wurzel bA entspridit. 

2. zarayagbat. bacha. vOqra. kasb&t. batbra. vätemcba. dAnr 
maiimcba. 

Jus dem See Vöum^kasha mit Wind und IVolken. 



I '• - 



Anq. {h'eau) tiree du fleuxe Voorokesche acec Iß ^ecours^du 
vent et des nuees. 

zarayagbat lesen CE, zarya|bat F, zryagbat abc, zraya|bat d. — 
TÖnmkasbät Cy vöard. kasbät F, vöarnkasät Eab^ TÖnru. kaseät cd. — 
bathre = hatbra steht blos in F. — dünmaiimcba C, ddndiaiiiicba 
£y donmaiuncha F, dAnmäiinacba abcd. — Der Satz ist leicht 4ind 
bietet keine weitere Schwierigkeit. Hatbra , mit, findet sich hier 
mit dem Accnsativ construirt, während es Tend. p. 18. t 9* 'ed« 
Olsb. mit dem Instrumentalis vorkommt. Ueber zarayö yergleicfae man 
Yaf na Not. et £!cl. p. ütCVH. aber vöarn-kasba. ibid. p. XCVH. 
ood p. 102. tJeber das Wprt dünmaiimcba schwanken die Hand- 
Schriften hier und unten $. 5.; die Lesart der Handschriften mit 
Uebersetznng ist gewiss dAumanmcba, die der Vendidad-sädeä eben- 
so nnzweifelbafi dünmaünacha ; letztere Form mflsste der acc. p1. 
eines Nentrnnis anf a seiu^ die Hnzväresch - uebersetznng giebt es 
dnrch *-q^ i. e. o( wieder; schon Burnonf bat skr. dbfima yergll- 
eben ^ aus den iranischen Sprachen wäre o^o bieber zu ziehen. ' 

3. avi. na^tn. vazähi.. ttefe yd. ahnrd. mazdAo. opa» ^akbrnep. 
Vazftbi. tflm. yö. abord. mazdäo. upa. hikhrem. vazäla. tAm. yd.abi|-* 
rö. mazdäo. üpä. ä^t^m. frazayayäbi. Mm. yd. ahard» äMzdäo. ami- 
liiim. frafHLvayäbi: tAni.' |r6. *ll*ö; liazd ^i 



• . 'f 



) 



4u Mw^Mazdmo bM; hringH 4^ e^ m dem D^khmVf iuf d$t ,^ 
-AkuforMäiiao histf hringnt 4u .^ mi 4er Unrei^k^itj in^ der[^ 
Ahmro^Maziao hkti ^es9e$t 4u.^ übet die Knojchm^ du^ der d^ 
Ahuro^Mazdao bist; bringst du den verborgenen (Leichnam) 
iftegj duj der du Ahuro-^Mazdao'hiit. 



ii 



Anq. Vüue la repandez sur le- t^rt, potfs qui eles Ormusdf 
sur le Dakhme, vous qui etes Ormusd, sur ce qui appartienl au 
'cadavref vous qui etes Ormusd, sur les os; vous qui etes Ormusdy 
vous la faites couler dans le monde vous qui etes Ormusd. 

aTi liest F, ava CE, aoi abcd* -^ hakbrem = bikbrem bat 
b|os F. -^ astem CE^ C corrigirt jedocb, a^tiem, agtem Fabcd -7- 
itr^yBj&he C, fraoutyäjbi F, frazyäi E, frazayayäbi abd, frazayftbi p. 
.--r albaitbim CEabcd, agbithem F. — Anquetil bat diesen Parii- 
grapben so ziemlicb vicbtig abersetzt, bikbra stammt voii der War- 
zaji bicb =: skr. sieb and bedeutet wol arsprOnglicb FlOssigk^t. 
VwmH^e der Lautgesetze des HnzY^rescb wird ans bikbra in die- 
ser Spraebe *^^; daraus ist dann das parsisebe bäir, oder, wie 
Anqnetil scbreil^t, beber geworden. Es sind dieses Unreinigkeiten 
wie Haare 9 NAgel u. dgl^ A^ta, Knoeben = skr. astbi, kommt 
lOfter vor, und dass frazayayäbi (die Lesart der Vendidad-sädes ist 
bSer die einzig ricbtige, wie das aueb aus $. 7. bervorgebt) das 
pausativuQi der Wun^el zi = skr. bi sei, bat sebon Bnrnouf a.a.O. 
nacbj^ewiesen. Aghaitbim würde im Sanskrit asatyam sein , die 
Huzvärescb - Uebersetzong giebt es durcb »j^nj^DE^X > ^^® verbor- 
genen, wiedjsr «ad acch Neriomngk giebt >bai(bya zuweilen durch 
^rakati^, «o wie es Anfielt m einerv^^nderen; Stelle durch pvblj- 
fMiiieiit wiedergiebt (^f. Ya^xia j^ 94^ 95«)« iKach der H«^YAresc|)- 
Glosse sind die verborgeMii LeiobiMwe« £c;iiinnt» m Mt ijiso iubl 



«8 

»lliaitbtai das Wort oa^Am zu ergänzen. Ikber das Wort frafri- 
vaydbi bat gleichfalls schon Bmtioof a. ä. O. gesprochen und ich 
weiss seineu Beinerkongen Nichts weiter hiozuzufogen. £s ist die 
skr. Wurzel vi mit der zweimal vorgesetzten Präposition fra« 

4. tA. hatbra. frafrävaydbi. avi. zarayd« pAidkem. 
Vührst du diese Dinge hinweg %um See Ptiitika. 

Anq. Votus faites aussi couler Veau sur le fleuve Poueteke* 

C liest khsatbra, Fkbshtbra, die Übrigen richtig hatbra. — F allein 
bat fra. frävaydhi, d frafrärayähe, E frafrävyähi, die Obrigen Handschriften 
lesen wie unser Text. — Statt avi, was CEF hier haben, lesen cd 
aydi, ab aoi. — zrayö CEFb, zarayö acd. — püiti. k^m blos d. — 
Hatbra ist an unserer Stelle nicht die Präposition, mit, welche wir 
%. 2. gefunden haben, sondern das Adverbium, dorthin, welches 
gieichfalls häufiger vorkommt: man vergl. z. B. hatbra. 4pera. frätat 
chaya, dort sammle das Wasser an, und Oberhaupt die ganze Stelle 
des Vendidad p. 21. I. 7 ff. ed. Olsh. Alle übrigen Wörter sind 
klar. Ueber pAitika vergleiche man noch Ya<;. Not et Ecl. p.XCVII. 

5. tot. mraöt. ahurö. mazdäo. aevatha. bä. zaratbustra. yathii. 
tttm. erezvd. vashaigbe. 

Darauf entgegnete Ahuro - Mazdao : So ist es, o Zarathustrß, 
wie du, der du rein histj sagst. 

Anq. Ormusd repondit: maintenant ce que vous dites est pur 
e&mme ^oüs mi^ne. 

bäzarathustra als ein Wort blos in F. — Statt va^aghd hat 
C erst vahistafaS geschrieben, was erst in va^aghe, noch später in 
v^agbd corrigirt worden ist; F liest vadsha|hd, .£ vasa|hi, abod 

▲bhandlangen der I. CI. d. k. Ak. d. Wits. VI. Bd. I. Ibth. 5 



▼wailbd. — Das obige aövatha, im HaKTäreseh durch m^i^ i. e. 
j.juf übersetKty liefert den Beweis, dass aera nicht blos als Zahl- 
wort , sKmdem auch io der im Sanskrit gebrftochlichen Bedeatong 
im Zend sich erhalten hat. — bä ist das redische vat, wie schon 
Burnoaf nachgewiesen bat, Joorn. as. 1840. Jan. p. 19. Erezvö 
geben die Hazväresch-Uebersetzer durch pJit*)^^, woraus das persi- 
sche awiza und nenp. s ä^^ geworden ist. — Barnouf liest va^aghd 
und zieht die Form zur Wurzel va^, wogegen ich Nichts einzu- 
wenden habe, als dass die Lesart va^alhg sowol an unserer Stelle 
als weiter unten (§• 16.) schwach beglaubigt ist. Die Yendidad- 
sädes haben an beiden Stellen fi»st einstimmig yasaighe geschrie- 
ben und die Huzväresch - Uebersetzung giebt das Wort an beiden 
Stelleu durch ,,du sagst^^ wieder. Nun findet sich im 19. Fargard 
mehrere Male die Formel paiti. ahmäi^ arashata, er entgegnete ihm, 
wo avasbata auf eine Wurzel vash zurückgeführt werden muss, und 
zn dieser Wurzel möchte ich auch unsere Form vashaighe ziehen^ 
and die Wurzel vash für eine Nebenform von vach halten. Dass 
im Zend Sibilanten einem sanskritischen Palatalen entsprechen, ist 
nicht ungewöhnlich; man vergl. pere^at nud aprichchhat, kasha und 
kachchha, asba und achchha (Ya^n. Alpb. p. XCIII. und p. 16.). 
Beispiele t dass sh dem sanskritischen ch entspricht, kenne ich al- 
lerdings bis jetzt nicht, wenn man nicht das zendische shäma, 

Tropfe, und neup. ^iX^Lit, trinken, dafür gelten lassen will, welche 
beide doch wol auf die sanskritische Wurzel cham zurückzufüh- 
ren sind. 

6. äpem. zaz4mi. azem. yö. ahurö. mazdäo. sarayalbat. bacha. 
yduru. kashät- hathra. vätemcha. dünmaiimcha. 

iehf int ich Ahwo-maadao birij führe da» Iraner aw dem 
See Vovru -kasha f mit Wind und Wolken. 



im 

Anq.^ Je ionne teau^ moi^ ftii suis Ormusd^ tiree du fieuve 
Voorokeshe avec le secanrs du vent et des nuSee» 

Da dieser, sawie die folgenden Paragraphen blos Wiederho- 
lungen des Vorhergehenden enthalten, so wird es genügen, blos di^ 
Varianten anzugeben. C liest aus Versehen zazäh^. tum, wie oben 
j). 1. zazftmhd. azSm E, zazähS. azem F, zazämi. az^m abcd. — 
zrayaghat statt zarayaghat hat blos b. ~ vdum. kash&t *C, voarda^ 
kashät F, vöorukasät Eabcd — dümnaiicha C^ dünmaiincha E, du« 
ranaiincha F, dAnmaiinaeha abcd. 

7. avi. napüm. Tazämi. azem. yö. ahurd, mazdäo. upa« daUunem« 
Tazämi. azem. yd. ahurd. niazdäo. upa. hikhrem. vazämL azem. y^ 
ahurd. mazdäo. upa. altern, frazayayämi. azem. yd. ahuro. mazdio» 
aghaitbim. frafrävayämi. azem. yd. ahurd. mazd^o. 

Ich bringe es (das Wasser) hin zum Leichname j ich, der l 
Ahuro-^Mazdüo binf ich bringe es hin zum Dakhma, ich, der i{ 
Ahuro^Mazdao bin; ich bringe es hin zur Unreimgkeifj ich, der ich 
Ahuro-Mazdao hin] ich giesse es über die Knochen, ich, der ich 
Ahure-Mazdao hin; ich führe den verborgenen {Leichnam) hinweg, 
ich, der ich Akuro " Mazdao bin. 

Anq. Je lä repands sur le mort, moi, qui suis Ormusd} sur 
le Dakhme, moi, qui suis Ormusd; sur ce qui appartient au mortf 
moi, qui suis Onnusd; sur les os, moi, qui suis Ormusd; je la fais 
couler dans le monde, moi, qui suis Ormusd. 

ava liest E, avi CF, aöi die übrigen. — iia<;ufli statt nagüm 
hat blos F; liaikhrem statt hikhrem blos E. — Astern bat C, cor-* 
rigirt jedoch altern, wie auch die übrigen Handschriften lesen, mit. 
Ausnahme von E, welche sinnlos astimemem hat — frdsayaylkmi ia 
G, frazayAmi F, frazyämiE, frazayay&mi abcd» — aghaitbim CEF, 
a|haiümabcd. — frafr&vayAmi Cabcd, frafrAyyäai E^ fr». frftvayftniF«] 



8. t&. baihra. frafräTayimi. avi. zarayd. pAitikem. td. jiisteuti. 
gbjfare. gbjareStis. afitare. aredhem. zarayi^d. 

Diese führe ich dorthin %um See PAitikOj diese stehen kochend 
in der Mitte des Sees. 

Anq. Je fais Wissi eouler teau sur le fieuve Pouetekcy qui 
en äant remplij devient un fleuve considerahU. 

frafrävayämi CEb, fra. frärayämi F, frafrävayabi a, frafrävay4hi c^ 
frafrärayäbd d. — avi CFE, die Obrigen baben aoi — Püitekem statt püiti- 
kern bat blos F, poitikeni blos C. — gbjfare. gbjfareiitis CEbcd, gbajfare. 
gha;)arenti.s Fa. — Antare. aredbem Cacd, später bat C antarem 
corrigirt, antarearedbem bat E, antarem. eredbem F, antarem. ared- 
hem b. — zarayagbö EFb, zrayagbö Ca, zaryagbö cd. — Wenn 
urir consequent yerfidiren wollten, so mOssten wir die ganze Stelle 
▼00 ik — püitikem streichen , denn sie feblt in der Alteren Haz* 
Tftrescb-Uebersetznng, und dass bier eine Unordnoog stattfinde, darf 
man wol ans den verscbiedeuen Pronomen tä and te scbliessen, die 
docb alle beide anf das oftmlicbe Snbject geben mossen. Zu strei- 
chen wage ich indess die Stelle nicht, da sie sowol der Parallelis- 
mus mit der vorbergebenden , als auch, wenigstens meinem Gefoble 
nach, der Sinn gebieterisch erfordert. Bemerken muss ich auch, 
dass ich die alte Hozvärescb-Uebersetzong zu dieser Stelle blos in 
einer Handschrift, nämlich in C besitze^ dass also die Auslassung 
leicht zafänig sein kann ; wäre der fbnfte Fargard auch in A erbal- 
ten, so worde man dies leicht entscheiden können. Das Einzige» 
was in anserem Satze Erklärung bedarf, sind die Worte gb)are. 
gbjarentis. Ich kenne blos noch eine Stelle, wo die Wurzel gh;)ar 
▼orkommt, nämlich am Ende unseres Fargards: äat. pa^chadta. aipi. 
gbjaorvataiim. a^pyanaüm. payagbaiim (sc. qard^) gäyyaoaiimcba. 
laaddiinaoanmcha. bozyanaiincba .... ganmcha. qä^tem. aoäpem. 



8T 

7»SBGba. ashem. ani^n. niadbacba. anipeni. Sie nöge essen die 
beisse Milch von Pferden , Kohen, Schaafeo und Ziegen, gekoditesr 
Fleisch ohne Wasser, heilige Früchle ohne Wasser nnd Wein 
ohne Wasser. Gbjfare obersetzen die Parsen bei Anqoetil bald 
durch jjf bald durch khorek, womit ich nichts anzofangen weiss. 
Das Hnzväreschwort, welches an beiden Stellen das nämliche ist, 
verstehe ich nicht, daher ist meine Uebersetzang rein conjecturaL 
— Ich bemerke nar noch, dass die Lesart afitareni. aredbem, wie 
einige Handschriften lesen, nicht ganz ohne Beglaubigung ist, da 
sie im sechsten Fargard wieder vorkommt, ohne eine Variante in 
den Handschriften. 

9. yaojdaya. tacbifiti. dpö. zaraya|hat. hacha. püitikät. avi. za- 
rayö. vöuru. kashem. 

Gereinigt /Hessen die Gewässer aus dem See Püitika in den 
See Vouru'-kasha. 

Anq. Ueau pure coule du fleute Pueteke dans le fieuve Vooro^ 
kesche. 

yaöjfdaya lesen CEF, yaojdya b, yajdaya ac, ydjdaya d — ava 
hat blos F, die anderen haben avi oder aöi. — tachirti, sie laufen 
oder sie fliessen, ist das neupersische ^jX^\s. 

10. avi, vananm. yaiim. hväpanm. 
Hin zu dem Baume Hudpa. 

Anq. Et dans le Venanm, dont teau est pure. 

Avi liest CF, arai E, die Veodidad-sädes lesen aöi. Hvipadm 
lesen CF, G corrigirt jedoch hvllpem; bTAptm liest blos b, bvap^ 



3» 

ESi) hA. Apen od. — D«r «endiadra vaoa ist mit deat saoekritiadim 
▼aiM^ Wald, gewiss Terwanclty aber nidht ideotiseh, es bedeutet ei^ 
■eo Baam. So am Anfange ooseres Fargards: upa. taiiot Yanaiiai«' 
ä§itL yaum. hö. mereghö. &thr£. ae^aunii ishaiti^ d. j. (der MaaiO 
gebt bin zu diesem Baume, auf dem der Vogel sitzt, and. will Hd4, 
for das Feaer. Aach im Pftrsi bat sieb Tan in derselben Bedeatang 

erbalten; im HnzvArescb lautet es rf), woraus das nenpersiscbe ^ 
entstanden ist, das wir nocb in Zusammensetzungen wie ^^Jl^ 
yjJjiyA^ finden. An unserer Stelle wird yanaiim. yaüm. byl^aiim im 
HuzYftresch durch n^lK ^JTI i^edergegeben. Da das Huzvibrescb 
ursprOnglich ohne diakritische Punkte geschrieben wurde und die 
neueren Parsen, wenn sie .solche hinzufogen, sie gewöhnlich falsch 
setzen, so ist aus den obigen Worten niOi< HJJl geworden. Das 
ecstere Wort las Anquetil nun Venant Q und ) sind bekanntlich in 
der Hnzvärescbscbrift nicht zu unterscheiden), und dieses hat ihm 
Veranlassung zu der irrigen Erklärung gegeben^ die er in der Note 
zu unserer Stelle giebt 

11. athra. me. urvaräo, raodhenti. vi^päo. vi^pö, ^aredhd. 

Dort wachsen meine Bäuti^ej alle, von allen Gattungen. 

Anq. Je faia en meme temps crottre tous les especes darhres. 

Aus Versehen schreibt C atha, alle obrigen Handschriften ha- 
ben athra. — lieber die Wurzel mdh und ihre verschiedenen Be- 
deutungen im Zend vergl. man Ya^na Not. et Ecl. p. in^Xfll ^a- 
redha ist hier nicht das von Bumouf Ya^« p. 37. erklärte Wort 
(= skr. farad, Jahr)» sondern ein den iranischen Sprachen eigen- 
thomliches, welches sich auch im Pärsi unter der Form ^arda oder 
möym (jAti bei Neriosengh) erhalten bat. bi dieser Bedentung steht 

Wort auch nodi Veod o. 22« L 4. 25. L 14. ed. Olsb. Zo 



bemerken ist noch die Form vfppö. ^aredbd als Nora, masc., obwdil 
es »af orvarfto geht. E^ ist dies eines der im Zend hAnfigen Ao- 
seichen, dass die Sprache anfängt, ans einer flectirten in eine fle- 
xionslose obertugehen* 

• 

12. [^atayaitinaiim. hazaghravaitiuaiiui. baevare. baeyaranaiini, 
chaiti. hSnli. imraranaiini. parSdba«] 

Arnq. {hes arbre^) de senf^ de mille de dia: miUe especes. 

Ueber den oben angegebenen Paragraphen herrscht in den 
Handschriften selbst eine ziemliche Yerwirrang. C lässt die Worte 
f atavaitinaiim — badvarananm ans, sie stehen aber in EFabcd. Hin- 
gegen haben blos CFb die Worte chaiti — ^aredha, ond b lässt 
nnr paredha ans, sie fehlen in Eacd. Die Worte ^tavaitinanm — 
la^varanaiim fehlen in der alten Hazyäresch-Uebersetznng nnd sind 
ölüne Zweifel za streichen ; dagegen fDgt die genannte Uebersetznng 
nach ^aredha die Worte*) *Tipnj<D Tl)i h^zn, womit rieüeicht eme 
freie Uebersetznng beabsichtigt wird. Ich wage darflber nicht va 
entscheiden. 

13. tä. hathra. viväraySmi. a2<em. yd. ahnrd. mazdäo* 

Die$e Umse ich dort heregnen^ ichy der ich Ahwa^Mazdao hin. 

Anq. Je faie tomber la plme, «not, qui snie Ormusd. 

» 

Die einzige, nnbedentende Variante in diesem Paragraphen ist, 
daaa F viviradni liest, was natOrlicb fehlerhaft ist rftr haiast reg- 



*) n*TD ist das oben erklärte ^arSdha mid mahWD ^ ^^' ^^ pftrsisdie 
mftdavar, was Neriosengh (MiaoUt p. 35Ö) dm'ch ikinUiyatft wiedergi^ 
Aach kann man ^pHKD *^^^ f. e. y nad »jljt. 



'40 

iften; iu dieser Besuebung kommt die Wunel im Zeod dfter tot. 

Aach das Substantivum vära kommt vor, z. B. Yapna Cap. 10: 

-^taömi« nadgbemcha. väremcba. yi. te. kebrpem. vakbahayatö. Ich 

preise die Wolke und den Regen ^ welche deinen Kür per uHMcheen 

machen. Mao vergK aucb das neopersiscbe ^iX^^L? oDd ^^I^L. 

14. qarethem. nairg. asbaöoe. vA^tremcha. gavg. hadbaogbd. 

Zur Speise für den heiligen Mmm^ zur Weide für die Kuh^ 
die Gutes gieht. 

Anq. Sur la nourriture de Thomme juste^ sur les pdturages de 
tanimäl pur. 

C bat arsprQDglicb nairi^ corrigirt aber oairg, wie aacb ba le- 
seiiy E hat naira, F Dadra, cd nayare. — Ashäane liest C, die üb* 
rigOD haben ashaond uod asaonS. — Yästremcha hat C, oorrigirt 
aber TäQtremcba, wie auch alle obrigen Handschriften lesen. — 
Gave Cabcdy gava £F — hudhäoghe liest C, corrigirt aber bud- 
häogbem, so haben anch ac; bodhäogbem lesen Fb, hudhäogba E, 
hodbäoghö d. Die einzelnen Wörter sind bekannt, aber hndbäo 
vergl. man Yapna p. 74« not. und p. 130. 

15* yayö. me. mashyö. qarit vA^trem. gard. badbäogbd. 

Die Feldfrüchte möge der Mensch essen y die Weide ist für die 
Kuhj die Gutes gieht. 

Anq. Vhemme mange les grainsj que je lui dwme et tammäl 
pur, les pdturages. 

C liest nrspronglich yavd, corrigirt aber yavd, so haben auch 
die obrigen Handschriften, mit Ausnahme von F, welches yadvö liest. 
Qarat liest blos O, die übrigen qarAt; dodi ist zu bemerken, dass 



41 

aaqft 4iß ßß%^fff(^i^p}^r^\5i^hßr^eiiißf dUie liesart qarat ^or sieh gehf^ 
^Q hßbßn »pi^ineu. — Vi^em la^n Cab^ die Obrigep y^fftremefa^ 
Qß,fß le^e^ CFabc, gavc^ f}, ga^^ d — Hadhäo|bd liest C, por^ir 
girt ^r l;ud^äo|heni, ^ie auch F lißst, liqdbäpgbe hdbenabC} hpffr 
bäQ|h|^ )^ lii]d^^[i^ d} -r Weg^Q des NomiuatiTS yavd stallt yi^^ff 
Terweisei) wir ^»f Bpropnf im Journ. ai^. Jany. 1846. p. 8. 



}6. ima(. y9«|bd. iniat* ^rayö. yatha. tum. erezvö. yasih«^|fa^. 

Dies ist das Gute, dieses das Schöne, wie ^u, der du rein bist, 
sagst 

Anq. Voiiä ia pure, texcellente (reponse) ä la quesUon pure 
que tHHis ni avez jfhite. 

Yaghii liest blos F, CEabcd vagbd, — ^ryd = ^rayö blM in 
F. — va^aghe lesen CE, vasaigbe bc, vaisaigbd ad, ya- 
sagbat F. — lieber yagbd, das Gute cf. Burnoof Ya9Da p. 113. 
(rayö kommt you derselben Wurzel , wie das oben schon dagewe- 
sene ^rira, die obrigeu Wörter sind schon aus $. 5. bekannt. 

Zum Schlüsse sei es mir erlaubt, noch auf eine Einschiebung 
aufmerksam zu machen. Sie ist zwar klein und betrifft nur ein 
einziges Wort, doch ist dieselbe, wie mir scheint, nicht ohne Wich- 
tigkeit. Die Zendtexte kennen drei Stände: äthraya, rathaegtäo 
und yä^tryd, oder den Priesterstand, den Kriegerstand und den 
Stand der Ackerbauer. Die spätere Zeit der Säsäniden kennt diese 
Stände auch (agrüaiin, artistdrann , yagtrydsaiin) und hat dazu noch 
einen yierten gefügt, hutukhshaiin, oder die Gewerbtreibenden. Das 
Wort hutukhshaiin ist zusammengesetzt aus hu, gut, und tukbshä, 
fleissig (yyayasäyin bei Nerios. cf. das zendische thwakbshista und 
Burn. Journ. as. Ayril — Mai 1845* p« 304). Es ist nun gewiss 

Abhandlungen der I. Gl. d. lt. Ik. d. Witt. VI. Bd I. Abth. 6 



42 

anffalleDdy dass der dritte Stand immer in den Zendtexten das 
wort fdhayaii^ erhält, während der erste und zweite Stand niemals 
dorch ein Bdwort näher bestimmt werden. Was fshnyan^ heisst 
nnd mit welchen Sanskritwörtern es za identificiren sei, darüber hat 
Bnmonf grQndliehe Untersnehnngen angestellt (Ya^na p. 227 ff. Not. 
et Ecl. GXXyn. nnd Jonrn. as. T. X. p. 328 ff.)- Uns interessirt 
hier nur der Umstand, dass überall, wo ich fshnyaü^ als Beiwort 
YOn yftftryö gefunden habe, die Hnzväresch-Uebersetzer es auslas- 
sen (so in Fargard Y. VI. mehrere Male nnd in Yagna cap* XIY. 
zwei Mal). Dem zendischen fshnyaiif entspricht aber der Bedeu- 
tung nach so ziemlich das pärsische hutukhs. Es scheint also, dass 
in späterer Zeit, als der vierte Stand aufgekommen war, man 
das Wort fshoyaiif in den Text einschob, am diesen zu bezeichnen 
und zugleich dieselben Pflichten wie dem dritten Stande aufzuer- 
legen. 



Der 



neunzehnte Fargard des Vendidad. 



Erste Abtbeilnng. 



\oi 



Dr. Fr. Spiegel^ 

ftusserordenlliGhem Mitgliedc der Akademie. 



6 



1. Apftkhtarat* bacba. oaöm&t. apIALbiara^byd^ hacha. naemad- 
ibyö. fradvarat agrö. mainyas. pöaru. mabrkd. daeyauaiim. dacTÖ. 

Von der nördlichen Gebend, von den nördlichen Gebenden stürzte 
A^ra-umif^fus hervor, en, def toll Tod ist, der Daeva der Daevas. 

Anq. (Test de la partie du Nord, des differens lieux qui sont 
au 'tford, qu^accourt Ahriman plein de tnort ce Chef des Dews. 



HitndMifriftefi geb^fi folgende Yariadteti : apAkbMarät lesen 
BCEr. apäkbtarat AFd, apäkhtrat be. — - apAkttra^bjö lemu Ebc, 
die nbrigen ap4kbtaraSibyö. — hacbanaötnadibyö liest blos V, 
demelte Ccrdex liest atleio maidy6fi8 = mainyvs. ^^ paSani =: pih^ 
oni liest 4. ^^ Meine tfebersetzung dieses Paragrafpfaen unterscbei-^ 
det lüicb, wie man sieht, bi Wesentlichen niebt von der Anqnetils. 
Die ^n^nen Wörter bieten auch keinfe weheren ScArwierigkeiten ; 
apftKhtara ist bereits von Bornonf erklärt (Yd<;mi Notes et SM. 
p. ÜKL), ebensb nadma, Gegend, eigentlich Hftlfte {ibid. p. LXV.y 
Es ist ftrber bekannt, 4ass ^ach persischer YorfiMellnng alle gnten 
Gkioien Ton Ostian «nrid Mittag, die bOseu dagegen von Norden j^em- 
men; daher tieisst es >an einer 8telle am AA^rth 'der sieben ilfmscba-' 
spand»: )n^is. az. i^. niniröz. ^»ßdar. Aydit .... tarvi^pfa. patyär. 
ms. ^di. awIkbMr. tbadvänftt: ^^klles 6ote möge von der Uffitts^seite 
heirbeSiomiiie», alles ^öse von xler nordlidben Sehe vers(jhwfnden.'^^ 
Die WmtDel dvar /haite iöb Anroh ^Umslellmg ans H»aMkri«. ^rn ent- 



46 



Htanden, die Hazvärescb - Ueberselzuiig giebt das Wort wie die 
Wurzel dvari? darch H'^'TJ^^n wieder, letzteres entspricht dem pftr- 
siscben ^Ju)t^(>9 ^^^y wie aocb dvar and dvan^, nur yom Laufen 
nnd HerbeistOrzen der bösen Geister gebraucht wird (z. B. Ulemä- 
i-Isläm p« 3. 1. 2. ed. Olsh.). In den gewöhnlichen nenpersischen 
Wörterbachern fehlt das Wort. 

2. uiti. dayata. hd. yd. dujcläo. agrd. uiaiuyus. pduru. mabrkö. 

Also sprach dieser schlechtwissende A^rormainyus, der voll Tod ist 

Anq. n court continuellement^ cet Ahriman plein de mortj maitre 
de la mauvaise loi. 

Statt darata liest F davaiti, d dvata. — pöuru = pdnro hat 
blos A. — niainyeus = maiuyus blos in F. Die Verschiedenheit 
meiner üeberseiznug von derAnqnetils wird durch die yerschiedene 
Auffassung des Wortes davata bedingt. Die Etymologie scheint 
allerdings auf der Seite Anquetils zu sein^ denn davata kann kaum 
etwas anderes sein als das neupersische ^Jo^i>9 laufen. Auch die 
Parsen erkennen dies an, gleichwol stimmen sie mit uns dJ^erein 
und geben das Yerbum aberall durch „sageu"^ wieder, wo es sich 
findet, wie dies denn auch an allen Stellen der Zusammenhang ge* 
bieterisch fordert. Man vergleiche z. B. die Stelle im nennten Ca* 
pitel des Yafna: yd. davata. nöit. me. apaiim. äthrava .... Charit 
und Burnoufs Bemerkungen aber diese Stelle im Journal asiat. Jan«' 
vier 1846. p. 43 ff. Das Huzväreschwort, welches davata gewöhn- 
lich wiedergiebt, lese ich ^^rf^ und halte es far eine blosse Umschrei«' 
bung des Zendwortes. Nach der Eigen thomlichkeit der Huzvärescb* 
.schrift liesse sich allerdings auch ptjj i.e. Ju^ er sagt, punktiren; 
ich halte dies aber for unwahrscheinlich aus einem gleich anzufoh- 
renden Grunde. Es ist nämlich den Parsen eigenthttmlich, und wir 
haben schon in §. 1. ein Beispiel gegeben, gewisse gleiche Hand- 
lungen, je nachdem sie von den guten oder bösen Wesen herkommen^ 



47 

darcb YeracliiedeDe Worte za unterscheiden. Während man yoih 
Kommen der gaten Wesen die Wörter jat^at, upayat gebraaoht fin- 
det, sagt man von den Geschöpfen Ahrimans fradvarat, fradvan^aiti, 
während Ahora-roazda von seinem Schaffen redend das Wort fr&th- 
were^m gebraucht, sagt er vom Schaffen Ahrimans frakerentat *). 
Diese Scheidang geht gewöhnlich darch alle Parsensprachen. Za 
diesen Wörtern gehört denn nnn anch der Ausdruck davata^ er wird 
Mos Tom Sprechen der bösen Geister gebraucht, während man bei 
guten Geschöpfen mraot oder aokhta gebraucht. Nur eine ITeber- 
Setzung von davata ist es wahrscheinlich, wenn der Minokhired vom 

Sprechen Ahrimans dar. &dt (i. e. jJt ^(>) gebraucht (pp. 96. 384. 
der pariser Handschrift), was Neriosengh seinerseits sehr richtig 
durch brAtd wiedergiebt. — dtijfdäo eigentlich male sciens, man vergL 
Ya^ua p. 74 ff. 

3. drukhs. upa. dvära. merenchaguha. ashäum. zarathustra. 

Drukhs! laufe htUy tOdte den heiligen Zarathustra. 

Anq. Ce Daroudj parcourt (le monde) et le ravage^ o pur Zoroastre. 

Die Lesarten zur vorliegenden Stelle sind von einiger Bedeu- 
tung, upa lesen EFbcd, uapa BC, in C ist jedoch n durchstrichen, 
apa liest blos A. — dvära lesen ABFbcd, dvairit C, davaraiti E. 
Die beiden Lesarten dvairit und davaraiti verdienen gewiss keine 
weitere Beachtung, Anquetil hat nach seiner handschriftlichen Ueber- 
setzung die Lesart davaraiti vor sich gehabt. Man könnte aber fra- 
gen, ob man apa. dvära oder upa. dvära lesen solle. Letztere Les- 
art ist die einfachste und auch die von den meisten Handschriften 
gegebene, doch auch mit apa. dvära liesse sich ein Sinn verbinden; 



*) Beide Wörter heissen eigenllich „schneiden^'. Cf. Ya^na p. 502. Man ver- 
gleiche das semitische K*l|3 und (3^* 



48 

inao mQ8s(e ebeu obersetzeo: Drakh« laufe tiinweg (von mir) etc. 
Es 8cheiut mir |edoch kaum zweifelhaft, dass apa ao« $. 6^ wo e$ 
gauz an seiner Stelle ist, hier eingedrongea sei; icli nebm^ als9 
aocb keinen Anstand, upa. dvära zu lesen. Die Hand^obrifteii 
schwanken endlich noch iß dem Worte merencba|aba. AGd Lbsqp 
mereoba|nba, c liest ni^recbagbua, was auch dasseUi^e ist; dageg«« 
lesen BCb m^rencbagaba und mereAcbagnba, F roerenobalbna^ Icjli 
habe die licsart mereochagoha angenommen, da sie darch andere 
Stellen am meisten bestAttigt wird, m^rencb^ tödten, ist übrigenp 
eio von mere, /»terbeii, abgeleitetes Verbom. Betrachten wir nqr 
den Sinn der Stelle, so kann gewiss kein Zweifel sein, dass Ajqi^ 
quetil^ Uebersetznng falsch ist; dvära und mereachaguha sind Im- 
perative , die keinenfalis als 3. ps. sing, praes. nbersetzt werden kön- 
nen. Aber auch unsere Uebersetzung ist nicht ohne Schwierigkeit, 
ashäum. zarallmstra heisst gewöhnlich wirklich „o heiliger Zarathu- 
Straps wie auch Anqnetil obersetzt. Der Sinn der Stelle und der 
Verlauf der ganzen Erzählung fordert dagegen unzweifelhaft, dass 
an unserer Steile ein Accusativ stehen solle; denn aus dem Fol- 
genden geht ja ganz deutlich hervor, dass es Zarathustra ist, der 
getödtet werden soll; auch die HnzTäresch- Uebersetzung scheint 
hier den Accusativ zu setzen, wiewol es unmöglich ist, bei dem 
Mangel an Flexion dies bestimmt zu behaupten. Jedenfalls ist der 
Voc. ashäum eine sehr auffällige Form, die meines Wissens bis 
jetzt ganz vereinzelt dasteht und einem Accusativ viel ähnlicher 
sieht, als einem Yocativ. — Noch muss hier darauf aufmerksam 
gemacht werden, dass dvära in allen Handschriften mit ä geschrie- 
ben wird, während das Imperfectum dvaraf stets mit a vorkommt. 
Da die Handschriften einstimmig sind, so habe ich Nichts daran zu 
ändern gewagt. 

4. drukhs. bd. pairi. dvarat. büiti. daevö. ithyejd. marshaönem. 
daojäo. 



4 l 



49 

Die Dmkhs lief um ihn kermn^ der Daeva Buitij der vergdng^ 
Uehej der Betrüger der Sterblichen. 



Anf.' Ce daroudj va partout y c'eet lui qui est le Dewj autewr 
des mauxj ifui ravage^ tourmente et enseigne la mauvaise loi. 

Ke Lesarten zn diesem Paragraphen sind niolit yon grossem 
Belange, bAiti lesen alle Handschriften, nur c hat boiti; ithyö.jd :=: 
ithyöjö hat blos F. — marshaönem lesen BCE, niarsaooem bc, ma- 
reshaSnem Ad, maräshaÜnem F. — BAiti ist nach der Hoz- 
▼äresdi-Uebersetznng ein Eigenname , er Tnrd durch j^Q ^^^ 
dergegeben, aoeb am Scblasse des Capiiels werden wir ihm noch- 
mals begegnen; ich habe ihn gleichfalls als nom. propr. fassen zu 
mOssen geglaubt. Zu ithdjö vergl. man Ya^oa p. 354. Die Huz^ 
Y&resch-Uebersetzang giebt es durch yy^ ^« ^* p&rsi 96J wieder, dies 
ist dasselbe Wort wie ithydjö und wird Von Neriosengh gewöhn- 
Ueb durch mritjrnmat obersetzt. — marshaönem ist der Accusativ 
eines nom. marshava, und diesen vermag ich blos von meresh, einer 
Erweiterung der Wurzel raere, abzuleiten, wovon wir im 9. Capitel 
des Ya^na ameresheiita finden. (Man vergl. Burn. Jonrn. as. Dec. 
1844. p. 4790 Iin 11- ^^P- de^ Yafiia findet man zwar ein Wort 
marsliu, das aber dem Sinne nach nicht passt. Die Stelle lautet: 
4at. roaiim. tflnu fshaonayehe. nairyäo. vä. putbrahd. vä. huyäo. v&. 
marshuyäo, was Neriosengh folgendermalssen Obersetzt: tanm&m. 
tvam. sphftayasi. kalatr&ya. vft. putrftya. v4. svtyiya. vft. dnshtoda- 
rftya. Es bleibt uns nur das Wort daojfHo noch zu erlftutern Obrig. 
Dieses Wort ist ein sprechendes Beispiel der Verderbniss unserer 
Handschriften. An unserer Stelle lesen ABCEFd, dnjfdäo ; c diijäo, 
h daojfftOK' In der P^rall^lstelle $. 6. hingegen lesen nur zwei Hand- 
sehriftea dujdlko, dieobrigtn entscheid en sich ihr davajaö oder daojffto. 
Was meines Ekachtens den Ausschlag giebt, ist, dass die HuzvA- 

Abkandlungeii der L Gl. d. k. Ak. d. Wist. VL Bd. 1. Abib. 7 



50 

Hresch^Uebereetaer nicht do^d&o gelesieir Imbeo kftnnen; ddan sie ober- 

setzen anser Wort j mit •TJ<n5"'*TS jÄOPH '• ^* i^V* t^Wv wftl*- 
rend sie das häufig genng vorkommende dujfdäo immer durch p ^^tyn 
wi^ergeben. Ich leite dmojffto von der nodi nnbelegteb Skrwnrzel 
dnb, yexare ab und lasse von dem part. daoj[&o den acc marsbatt^ 
nem abhängen, welcher an unserer Stelle allerdings natQrlicher von 
.jmri« dvarat abbftngen^ wQrde; dies ist aber onzolAssig , we3 er im 
%. H. wieder vorkommt, wo er von apa. dvarat nicht abhängen kann^. 

5* n^arathostra. ahunem. vairim. frd4;rävayat« yath^ abA, vairyd. 
Apö. vaguhis. fraja^saeta. vaguhyäo« daityay&o. dadnaiim. mäzdaya«;- 
Jitm. fraürenadta. 

Zarathustra sagte das Gebet Ahuna-vairya her: yatha. ahu. 
vairyd etc. Man möge die guten Gewässer der guten Schöpfung 
preisen und das mazdauafnische Gesetz verehren. 

Anq. {Au eommencement) je pronanpai t Hanaver a Zaram- 



-> 



*) Herr Professor Dr. R. Roth hatte die Güte, mir aaf meine Anfrage seine 
Ansicht über diesen Paragraphen mitzutheilen, und ich glaube, dass mir 
es die Leser dieser Abhandlung Dank wissen werden, wenn ich dieselbe 
hersetze: „Ich glaube, dass in $. 4. und 6. ithy^jö. marshabnem Compo- 
situm ist, Accusativ abhängig von pairi. dvara.t und'apa« d?arat, wfihreifi 
da5j*üo (woi enisprediend dem tedisdien düdfaih für dm*dhlh) Nominaliv 
sH drukha. Marshavan würde ich ableiten von merSsb, Nebenform zu 
möröch, wie im Sanskrit mrikhs neben mrich vorkommen könnte. Mrich, 
das ich bei Westcrgaard nicht finde, kommt wirklich in den Yeden vor, 
in der Bedeutung: verletzen, verderben, scheiden, z. B. Rik. L 21, 8, 4* 
yo. no . . . . marchayati. dvayena und im folgenden Halbverse : anu. mrikh- 
Sfshti. tanvaih. duruktaih: „wer uns verletzt durch UnredUchkeit — er 
schade sidi selbst durch seine schlechten Kedea.^^ kh irOrde also Ober» 
• lelxen: ^a Verächter des Uebels'' auf;brath«atra beaogea^. •> 



• . ' 



1* •L>utt:-it. . ii . 



il 



Hre (m iimnC): VeH le däsir dOrmmmd Ißtei JB fi^ Itäsehnä 
t4aü purs qui m ete dmnSe purei j^ prafigum Im loi des Ma 
iäUsnam. 



» . 



Nadi ymrjk fügeu die Haodschrifteo mit Debersetzndg aoeb 
himao: .▼ä^tärem ^ d. b. bis zom Schlas^e des Gebetes» fzihk. shA« 
▼airyd. Die Vendidad-s^es lasseo dieseu Beisatz aas , der aooh 
mider Tbat mmöthig ist. Vagnbis lesen ABCFd, Taguhis E, Ta|* 
buis c, ira|lNis b; — frftyazadta lesen bcd, fräjazaesa ABC, fräyaSza^sii 
E, fräydzaesaF; icb babe mieb für die Lesart der Vendidad-s^es ent- 
schiede^ weil mir die Gleichheit mit dem folgendea frabreua^ erforder- 
lich schien. Fraörenaeta lesen Abcd, fraorinaete F, fraoif Snaiti G, firaoi^ 
rainaöti E. — Anqnetil hat die Stelle gänzlich raissverstanden, wie dies 
ffir den Spritchknndigen gar keiner weiteren Bemerkung bedarf. 
Frä^rä^ayat (das Caasativnm der.Worzel ^ri, Ikken macbeo, daiA 
singen, wovon das neupersische ^d<^\j^ stammt), ist ohne Zweifel 
die dritte Person ImperC, nicht die erste, kann also nicht mit je 
pronon^i übersetzt werden} ebenso sind fr&yazaeta aud\irasrena&tä 
die dritten Personen eines medialen Potentialis. Liest man fräyazaesi% 
so wOrde dies die 2. pers. potent, med. sein ; in keinem Falle be- 
peefttigt ;aIso etwas za der Annahme; dass Ahnra-mazda spräche 
wie Anquetil meint. Die ersten Worte sind klar, Zarathnstra reci^ 
tirt das Cfebet Yathai. ahn.. Tairyo Jns zom Soblnsse. Schwieriger 
sind . die folgenden Satze von Ikpd. . Tsfdiis wm. ; Folgten wir freiliob 
der Hnzväreseh - UebeniietziNig, so w4re die Sache einfach, < nati 
mOsste dann obersetzen: er pries die gnten Gew Asser und sagte 
am aiazdayafnischa Gesetz her« Hieran kiiidect aber entsbhieden» 
dass^ wSk g^agt^ fraoreioadta eiid fraynzä^ta Potentiale sind« : Bi 
soheiBt' «ir nrni. sehr wahrscheinlich , : dass^ die Wortle äpd« va|i«r 
hisLiDta..'DridisMoke leined anderen 4Stbe^ sind, welobes iSaraMMt 
stra nach YoUendnng des Abuna-vairya hersagte. Was 4iis. Sehr 

7* 



S2 

ject za frayazitdta and fra^reoaita ist, kano nicht gesagt werdea^ 
da wir den Zosammenhang des Gebetes nicht kennen. Die Worte 
▼agnbyäo. d&ityayäo sind Apposition zn äpö. va|uhis, wie sie es 
After za airyana. vaSjö sind (cf. Yend. p. 19. I. !• and 6. ed. 
Olsh.). Fraiirenadta ist von der Warze! var -f- ^^^ abzuleiten, von 
welcher fnavaränd oft genng vorkommt and von Neriosengh mit pra- 
bravimi Obersetzt wird. Am Anfange des dreizehnten Capitels des 
Y4BiiQna findet sich ver^g = nimantrayämi , woraus erbeUl, dass die 
Wurzel nach der neunten sanskritischen Classe flectirt vnrd. 

6. drAkhs. h& f teretö. apa. dvarat bditi. daövd. ithyöjö* maiw 
i^aönem. daäjfäo. 



Die Drukhs lief von ihm betrübt hinweg f der Daeva 
der vergängliche , der Betrüger der Sterblichen. 



*M. * 



Jnq* Ce Daroudj affoibli et sans forces retofirna en 
lui qui est le Dew auteur des maux, qui ravage et enseigne la mau" 
vaise loi. 

fteretö lesen ABCEF, ^taretö bcd. — apa steht oberall, Mos 
F hat opa. — marshaiinem ABCEF, marsaSnem bcd« — davajM 
ABC, dvjfAo F, dojfdfto Ed, bc daojik). — Unsere Uebersetzong 
dieses Paragraphen bedarf keiner ausfnhHichen Rechtfertignng , da 
die meisten Wörter schon oben $. 4. besprochen worden sind. Das 
einzige neue Wort ist ^teretd, dies entspricht einem sanskritischen 
stfita, der ungewöhnlicheren Form statt stiriia, von der Wurzel stfi; 
Im Pirsi bat sich das Wort erbalten in ^tardal (ja^ati), Mkh. 800. 
imd 9tard (khinnah), Mkh. p. 389. Auch bei Firdosi fiadeo vrir 
noch <>Jli^ gebraucht. Anqoetils Parseu haben es durch jub vs 
wiedergegeben. 



iZ 



7; ' drakhsi 'h£j päiti. d»TtUa. fkotara; a|rd. maiD^d. 



■« : V 



ie Dmkks entgegnete ihm (dem Ahriman): Peiniger AhrimoH ! 

Anq. Ce tfaroudu ce süperbe Ahriman voulut me repondre. 

Aach dieser Paragraph bietet keine sonderlicheu Schwierigkeit 
teu. daväta leseu Abd, dvata BCEFc, ^kutra statt ^küfara blos V, 
inaiuyäs ~ mainyö bfos c. Aach die einzelnen Wörter, mit Aos- 
liahnie'Ton>;katäfa, sind keiner weiteren Erkiftrang' bedfirftig. Was 
Don dfeises Wort betritt, so geben es die Hazväresch - Cebersetzer 
durch •i^^i^TpT wieder, die neueren Parsen Obersetzen es durch 
\.ybo, daher AnquetiFs Üebersetzung: süperbe Ahriman. n*^ ist 
auf die ^lendische Wurzel iarv zui'Ockzuftahren (cf. Burnouf Jouru. 
as. Juin 1845. p« 4280« ^^ Pärsi kommt davon das Verbum tarvi- 
ntdafi / welches „peinigen*^ bedeutet (z. B. Mkh\ p. 130., wo jedoch 
die pariser HandMchrift fftlschlicb thraminaild statt tarvinand liest) ; 
natib dieser Tradition habe ich Obersetzt, da ich ^kutara mit kei- 
nem Sanskritwbrte ta identifidreq Weiss. 



■*■ 



8« ndi^, bd. aoshd. pairi. vadnAmi. fpitamAi. zarathustrfti. 
Nicht sehe ich an ihm den Todf an dem heiligem Zarathustra. 
9. pduru. qarena|hd. ashava. zarathuströ. 



. ':• 



Voll Glanz ist der heilige ZarathuHra. 

.\ A§kf.s n navait pas vAf o Sapdman Zwoastre^ te saint Zoro-- 
astre plein de gloire. 

-'^ Wir nehmen hier 99* 8. 9* zusammen , da sie unter sich nahe ver- 
bunden sind, wenn auch nicht in der Art wie Anquetil wiU. 9^sa^ tr 



54 

pairi lesen bloaBCE, Ta^tiämi Abed, vateftma BCB^^VadUftmdE; beide 
Lesarten geben einen Sinn, doch glaube ich vaenämi Torzieheu zu mOssen. 
Statt ppitamfti. zarathostr&i, wie Abcd lesen , lesen IKj^ ^tama. 
zaratbnstra; letzteres passt offenbar nicht in die Constrnction. Schwie- 
rig bleibt aöshd, dass der Nominativ statt des acc. aoshemstebi, wel- 
cher im folgenden Paragraphen vorkommt, ist imZ^Q^d pipht aiiffi^lend; 
man vergL Burn. Journ. as. Janv. 1^6. p. 8. Wir findem.da» Wort 
wieder in duraösha, das Neriosepgh durch dAramfityus tibersetzt „ ^nf 
llebersetzung, die aucb durch das Tedische durosba b^i^tftttigt wird, 
das die indischen Commentatoren durch durvadha erkjftcen (cCt Bep- 
fe/s Glossar zum Säma-veda, der aber das Wort falsch. abtlli?j!()% Aui^ 
der Huzväresch - llebersetzung lAsst sich nichts -Neues enitflielbnien^ da^ 
sie das Wort blos umschreibt und mit j^TIS^ wie^ergiebt. —, g^rei^|li)^ 
in S. 9« kann der Genitiv oder Ablativ von qarend = ^^y Glanz^^^eiiL 
man müsste dann annehmen ,. da^s pduru d^n Genitiv oder. Abjiati^. re- 
giere, analog, wie das neupersiscb^ ^ mit v| cpnstrqirt wird* Niji^f^ 
unmöglich wäre es auch, dass qareuagbö eiq Adj^ctiv w^re a^fi| 
qareuö gebildet wie nkr. mänasa aus manas, jedpcb obqe ^rjiddbirjQ^ 
der ersten Silbe. Nach der Huzväresch-Uebersetznng mOssfe $. 9. 
wiedergegeben, werden: wegep des vielen Glanzefi d6s hßiligen 
Zarathustra. Wollte man diese Uebersetzung annehmen, so stünde 
der iiom. asbava. zarafliuistrd »tatt des denidvs ashaVan^. za- 
rathnstrahö. 



- K \ 



1 1 



10. zarathnstrd« managbö. pairi. vaenät. daeva. me. drvaßtö. 
dujdäoghd. aöshem. haiim. p^^(pSttt^; . ;\ ' 

Zatathustra mk im Oeistit: die bd^n^ SeMeehter ui(iAenden 
Daevas befragen sich über meinen Tod. ^ A\ ♦".^ \h 



. Ami* Ce Dev infernal^ auteur de Ja nißuv4ti9e,ilm^ nit^eift pen-' 
9de JUfffpstre/tt en fut awßnü^ . ,; , ., 



\..^ 



.! • % 



.'M- iri[)ti..c^ 



S6 

,AB^Q4i^^wu dad?»^ iB^j QW, i|aevai|id|^f E dadvdtnd '^— drvaotd lesen 
3CEr, die obrigeii drv^Dtd. — ao^bem lesen A BCF^ ashem d, aösö he 
— peregentd ABCE» perei^efitd bcd» pere^efiti F. — Die eiazelne» 
Wörter unseres Paragraphen sind alle klar, es fragt sich blos, ob 
TfriT ein ftecbt bab^ii, me zu aosbem zd ziehen^ wie wir getban ha- 
bj^n^ oder ob es za.drvantd gezogen werden umss. Nach vaen^ 
Jaj»si dje HazY^rescb-Uebersetzung die directe Rede be^unea,^ wo- 
rin wir ihr gefolgt, sind. 

11. U9ebistat. zarathnströ. frasha^ai zarathnströ. 

Es erhob sifh Tiarathwtra^ hervor gieng Zurafhustra. 

12. a^r^td. akö. ntaua^lia; kbrojdya. tbaesbd. parstanaikn* 

Nicht frer letzt ättrch Aka-mäho^s sehr peinigende Fra^eti. ' 

Änq. i^il vit) , que Zoroastre äuroit le dessus et marcheroit 
duh pas victarietiXy il vity quAkamnan cruel, et source de maux 
seroit detruit. 

Es ist nicht leicbt einzusehen, wie Anquetil zo der obigen 
Uebersetzong gekommen ist, die gewiss eben so wenig den Sinn 
trifft, als in den meisten früheren Paragraphen. Aus seiner hand- 
schriftiiehen Uebersetzong ergiebt sich Nichts, sie ist sehr verschie- 
den, gewiss aber so fehlerhaft, als die gedruckte. Sie lautet wört- 
lich: Tierdust fut releve (rejotii) par les paroles et s'approche de 

Dieu. Ce diable {nonrnie aussi) Akouman^ dont les penpees sont 

' , , , ... 

wannaises^ violent vit Qa lumiere) et fut detruit ^ m/slade. Su- 
chen wir nun unsere Uebersetznng n&her zu begrOnden. U^ebat 
ijest BCF, doch bat C uQibistat qjorrigjrt; ucibistat hat A, u9e. ha^tat 
E, uflfistpt b, U9ahista| A n^ehistat d. -r- frashu^at ABCEF^ frasü^at 
bc» fras|)Apat d. — ^ka. inaujaghaAB, aka. managbö CEFbcd, khrd^- 
dya = kbrujdya bed. — ^^ pa^stauaiim ABbcd^ parshtanaüm CEF. — ;• 
Die Fom^^pf ebis.(a| ist als .die ^besto; sch^n von Bornouf aiigenonifueo 



u 



(Ya^. Not «t Ed. p. CLIII.); weniger gewiss lät, ob man fhushn- 
^t oder frashA^at lesen soll, da ^te HandscbrilfteD dberall schwan- 
keüf wo diese Form vorkomint/ — ,,A^retö. ak6. mfeoeiiglio en 
pehlyi: aTsineschue akoiiman^^ sagt Anqaetil in der Note %a ofns^rer 
Stelle, aml dies ist, wenn wir vor avsinesoe noch y^ binztifQgen 
(womit das a privativtim aosgedrockt werden soll) die Uebersetzang 
des Destiir Darab. Awasinasni kommt in den späterenr PaVs^nschfif^ 
ten öfier vor und wird von Neriosengb durcb vinA^a-wied^r^ege^ 
beu, in der älteren Hazvärescjh-Uebersetznng finde ich )C^J*)|£^r}^^ 
als Uebersetzong von ajyamna. Diese Bedeutung Iftsst »ich auch 
aus' der Sanskritwurzel 9n, mit der a^ar^ta unzweifelhaft znsaui- 
menhftngt (man vergL auch maretd bei ^Bnrnoof Yap; Not. et Ed. 
LXVIIIO folgern^ Eine andere Erklärung als der Destur Däräb.giebt die 
ältere Hnzväresch-Uebersetzung, welche die Worte afaretö. aka. 
managba durch ifyp^ ^^XnpSi< ]D wiedergiebt. ^^JtJHDSX hommt 
von derselben Wurzel f ri und ist ganz nahe mit dem nenpersischen 
^(>^diMj| verwandt; aparetö hiesse also eigentlich uugetroren oder 
nicnt kalt, entgegengesetzt dem im ersten Fargard vorkommenden 
(areta, kalt (man vergl. nenp. o%^ und sanskr. fi^ira). Da 
«(>«dMJl im Nenpersischen auch ^,er8chrocken*^ heissen kann (wie man 
im Französischen glace d*effroi sagt), so könnte man, diese Eigeb- 
thOmlichkeit auch auf das Zend Oberträgedd , agareta auch durbh 
„unerschrocken^^ obersetzen. Die beiden Uebersetzungen WQrdeii 
dann nicht so viel von einander abweichen, als es erst den An- 
schein bat. — Die Lesart aka. managha, wie die ältesten und bes- 
lef) Handschriften haben, ziehe ich der andern: aka. managhd, vor, 
weil sie die schwerere ist. Der Instrumentalis hängt natQrlich von 
dem partieipium parstanaiitn ab. Will man aka. managhd lesen/ ^6 
müss man parsta als Substantiv auffassen. tJeber tba^shd, das 
sanskritische dvesha, sehe man Ya^. Alph. p. LXIX. Neriosengb 
Abersefzt es gewöhnlich nut bftdha, die neueren Pärsen mit <>^<>. Im 



A7 

Pftvai dtemiiit davoo das Yerbam bestdan» plagen, peinigen, und 4äM 
AdjeetiTom bes. — Parate ist das Parficip von pere^ (ef» Ya^aa 
p. 97.); die HszYAreseb-Uebereetzong giebt es dorch p^jg) i«a. 
ißi^y^ wieder*). 

13. a^ftnd. za^td. drajimnö. katd. nia^alhd. beiiti. ashava* za^ 

ratbn^trö. 

' • ■ • 

Geschosse in der Hand haltend — von der Grösse eines Kata 
sind sie — der heilige Zarathustra* 

Anq. Luij qui a les hras längs et le corps etendu o saint 
Zoroastre. 

Zaptd lie8t A; cd zastö; dagegen BCEb za^ta. Der Unter- 
schied ist nur unbedeutend, da das Zend eben sowol den nom. sing, 
als das biose Thema imit einem anderen Worte als Compositnoi verbin* 
den kann. Drajimnö liest b^ drajimanöE, drajimröc, drnjemrö d. Dagegen 
drajim. nakatd BCF (C corrigirt ndkatö)^ drajem. nökatö A, Diese Les- 
arten sind ein Beweis , wie nölbig es ist , noch ein anderes 
Correctiv Air den Vendidad zu haben, als die HandschrifieD. Aus 
der HozTiresch-UebersetzoDg geht unzweideutig hervor, dass dra- 
jimnö gelesen werden muss, das Participium Ton draj, welche Wnr* 
zel, wie ich mit der genannten Uebersetzung annehme, im Zend 
„halten^ bedeuten muss. Kata ist ein im Zend häufiger vorkommeii- 
des Wort (cf. Vend. p. 22- 1. 1.; p. 25. 1. 11. ed. Olsh.). Die 



*) Ueber diese Stelle bemerkt Herr Professor Roth Folgendes: khrujdya kann 
sanskritisch nichts anderes sein als knidhya, ich würde übersehen: „un- 
erschreckt durch den UebelwoUenden, zürnend über die Versuche des 
Hasses^S ^^^^ vielleicht besser khrujdya als Instr. von khrujdi, das Ne- 
benform von khraöjda wäre: „durch die Wuth der Anläufe des Hasses.^ 

AbhaftdloDgen der I. Cl. dT k. Ak. d. 'Wits. VI. Bd. I. Abth. 8 



S8 



Bedestong hat sich mir ans deo 8telleti, ' ao deoea mir das Woift 
v^orgekommea ist, aoch Dicht Uar ergebe» $ iüh lasse es daher ori- 
flbersetzt. Schwierig isl a^äoö; ^e Hozväresch-Uehtarsetaaug »gieb^ 
es durch dasselbe Wort wieder, in ihr haben wir also. keineii u^* 
halt, im Sanskrit aber kenne ich kein Wort, welches hieher zu zie- 
hen wftre, als a^ani (Indras thunderbolt), datier habe ich es dnrch 
Geschoss tibersetzt. For einen Plural mnss man a^änd hälfeiD, da 
die Worte katft. ma^aghd. heflti dasbu gehören mflssea» Diese Worte 
habe ich als Pareuthesis genommen, nach Vorgang der Hozviresch- 
Uebersetzung, die sie durch das Relatiyum anschliesst. Wenigstens 
sehe ich keine andere Möglichkeit, die Stelle zu erklären *). 



14. vindemnö. daAnshö. ahuräi. masdAi. 



Welche er erkalten hatte von dem Schöpfer Ahura^mazda. 
Änq. sans avoir regard au grand Ormusd, juste juge. 



Handschriften schwanken hier wie anderwärts über 
Sdireibung des ersten Wortes. Vindemnö li^t A, vifideraoö b, yao^ 
demno BCE, vefidemno cd, vafidemand F. — Das Verbnm viod 
steht hier in der Bedeutung nehmen, wie auch die SanskritwurMl 
die Bedeutung accipere zuweilen hat. In Beziehung auf die Lqs- 



*) A<;änö habe ich seitdem auch im 9. Fargard gefunden, aber an einer nicht 
ganz klaren Stelle. Verwandt ist wohl auch ag^nö, das im 30. Cap. des 
Ta^na vorkommt und von Neriosengh durch dkd^a übersetzt wird. Ich 
stimme übrigens jetzt der Ansicht des Hrn. Prof. Roth bei, der mir vor- 
schlägt, aQdnö durch ,,SteiQe'^ zu Übersetzen (= a^nah in der Yedas), 
„d. i. Steine zum SomaauMchlagen, denen auch in der Vedas eine Dä- 
monen verscheuchende Kraft beigelegt whrd/^ 



Mten Tind uid iraod yerweiseii wk Mf dM firober Abar dieMoGe-) 
geastaQd Gesagte. *r- Die obige Uebersetzvog stimmt g9U% mit : dex 
Ho8iv4reMk-UeberMtzqDg.obereiAy dutbasbd ids Ablativ %n fasse« 
macht keine Scbwierigkeity und dass aboräi. mtadii als Apposition! 
im Datir stehe, h^i im Zend gleichfalls nicht unerhört. Man yot«» 
gleiebe yabmäi* zayata. sßanta. a^jfdis. dafaAkdi. (Vend. p. 8. L 11» 12.. 
ed. OlsbO, anyd. mana. yat« s&arathastrdi ood anyd. thwat« yat. Z9^ 
rathastrü (ibid. p« 11* I. 3* n. 7.)* 

15. kva. he. drajfahe. aghAo. zemd. yat. patbanayäo. ^karena^ 
yAo« duradpärayäo. dr^jya« paiti, xbarahd* nmÄnahö. pdornsba^palid. : 

Um sie zu hmUen auf dieser Erdsj der weiten^ runden^ schwer 
SU durchlaufenden in grasser Kraß in der Wohnung des Paurus^ 
bappa. 

■ 

. An^. (traversa) la terre äendue^ en parcourut la largeur et 
le tour et apres avoir passe Ccomme) un pont qui s'üend au loiti^ 
il aUa dans le Ueu fort qu (habifoit) Poroschasp. 

' • ' * 

Kva. he geben ABCEF, kya. ahe bcd. — drajahd lesen 
ABCFbc, dara][al)g E, drajabi d. — aigbäo ABFbc, aghäo ECd^ 
— pa^anyäo BCEF, pa<;anayAo A, pathanaoayäo bcd. — dvrahd 
p4rayäo d, die übrigen Handschriften haben alle daraepärayäo. ^-^ 
drejya ABCEF, darejya bcd. — zbarahi =: zbarahd blos in A. . — 
neminabe ABCEF, nm4oahö bcd. Die ganze Stelle ist eine def 
schwierigsten 9 die ich kenne, und meine Uebersetzang stützt sieb 
mit mir geringer Abweichung anf die Hozväresch-Uebersetzuog, die 
ich hersetzen will,. so gnt es geht: ^jj^j^q py pS HtWO jDIfl ^ 
-Ppttn^TOS ]«0 m *T&Q» pnm pO Jin-nnn Vm Betr4chten wif 
wa.die Zend Worte: kva. hd. drajahe, aberselzt die Haz^värescbr 

8* 



Uebersetzong durch HK^ \ITX\ *^' gewiss ungenau , dennr draJaM 
kann keinenfalls er hielt bedeuten. Kva, das pärsisdie ku, ist, wie 
ich glaube , richtig durch i^ nbersetzt ; man findet es eben so ge- 
braucht in der bftnfig Torkommenden Formel kva. a^va, d. i. auf 
diese Art. Die Yendidad-sAdes lesen ahd; nimmt man diese Les-^ 
art au, so wird man drajah^ als einen gen. sing, von dnem Snb-^ 
stantivum auf a fassen raOssen; liest man hö, so hat man das Pro- 
nom. suffixum, das sich an kva anscbliesst, wie sich auch im Huz- 
y4resch und Pärsi die Pronomina sufBxa gerne an Partikeln an- 
scbliessen. drajfah^ kann dann auch als 2 ps. sg. praes. oder als 
Infinitiv einer Wurzel draj gefasst werden. Bedenklich bleibt diese 
Auffassung allerdings deswegen, weil beide eben angefohrten For- 
men der Regel nach drajaghd hdssen mOssten, doch ist diese Regel 
bekanntlich nicht ohne Ausnahmen. — Wir haben die Lesart patha- 
nay&o, welche die Vendidad-sädes geben, vorgezogen, weil das 
Wort unter dieser Form und in dieser Bedeutung auch noch im 
zehnten Capitel des Ya^na vorkommt: ^taÖmi. zanm. pereibwim. pa- 
thanaiim. verezyagubaiim. qäparaiim. beretbrim. tö. baäma. asbAum. 
Abgeleitet von patbana ist das Huzväreschwort ]((^s, womit es 
obersetzt wird, so wie neupers. ^j^, und L^j. — 9karenayäo giebt 
unsere (Jebersetzung durch p*-\] i. e. 4>%l^, rund wieder und Äirad- 
pftrayfto durch j'TTi'^n» TTI ^^* ^^^ bekannte Partikel j"-)«ti das 
neupersiscbe s^jJ^ Ich habe sftmmtliche Genitive als Locative ge- 
nommen, dass der Genitiv statt des Locativs steht, ist nicht unge- 
wöhnlich, durch die Partikel ng wird in der IJebersetznng sowol 
Instrumentalis als Localiv aosgedrockt, obwohl der letztere gewöhn- 
lich durch «-^«^ bezeichnet wird. Bemerkenswerth ist, dass in den 
drei Handschriften der ftlteren Huzviresch - [Jebersetzung das Wort 
zemö nicht obersetzt ist, sondern blos in der Glosse gesagt wird, 
dass die Erde gemeint sei, woraus man vielleicht schli essen darf, 
dass früher dieses Wort nicht in dem Texte gestanden habe. Noch 



61 

adiwieriger als der erste ist der zweite Tbeil uosere« Paragraphen, 
da wir an der Hozyftresch-Uebersetzaog gar keine Hilfe haben. 
Die Worte ^TjQjf ^jm ps sind nm nichts klarer als die Zend- 
woHe drejjra pMti. zbarabö. Dass drejya mit der obigen Warzel 
draj zosammenbftnge, .sieht man leicht, die Bedeotnng ist aber nicht 
so leicht zn ermitteln; ich halte das Wort for ein Adverbiura, wie 
andere Ahnliche Formen, wie khriij[dya. ishare. staitya etc. anch zu 
sein scheinen. Zbarahe kann nar auf eine sanskritische Wurzel 
jyar oder hvri znrOckgeleitet werden, zu letzterer zieht Bnrnoof das 
zendische zbaretba, Fnss (Jonm« as. Mars. 1846. p. 2740; ^^^ ^r- 
steren gehört wohl das zendiscbe rtzbAris (Vend. p.23. 1.3. 26« L9« 
ed. Olsh.) und zaSrord (ein Mann ober vierzig Jahre alt, ib. p. 36. 
1. 6.) and neiipersisch (jiXj^t^)« Anqnetils Parsen Obersetzeu zbar- 
rah^ durch «^\ , Kraft , was schwerlich richtig ist ; wir haben für 
diese Bedeutung im Zend zävare (Journ. as. Janv. 1846. p. 12.)» 
in Ermanglung von etwas Besserem habe ich jedoch diese Bedeu- 
tung beibehalten*)« 



*) Auch über diesen Paragraphen hatte Hr. Professor Roth die Güte, mir 
seine Ansicht mitzutheiien : ,,$. 15. halte ich für Worte Zarathustras, „wie 
willst du dich wagen an ein betretenes (d. h. bewohntes) wohlbebautes, 
weites (ferne Gränzen habendes) Land, angreirend (durch Angriff auO 
den steilen pferdereichen Ort.^' drajah^ und dröjya würde ich beide von 
dhrish ableiten, das Wiedergeben dieses Zischlautes durch einen Palatal 
hat keine Schwierigkeit, ^karfina leite ich von kri ab, das auch im 
Skr. mit vorgesetztem s sich findet. — paiti — zbara = pratihvara, Rik 
VII. 4 11. 14. udu. tyaddargatam. vapurdiva. eti. pratihvare, d. h. auf 
geht diese schöne Gestalt an des Himmels Steigung.^' — Ich möchte jetzt, 
bei erneuerter Betrachtung dieser Stelle , den Salz fttr eine Anrede Ahu- 
ra-mazdas an Zarathustra halten, über die Uebersetzung der einzelnen 
schwierigen Wörter weiss ich nichts hinzuzufügen. 



•a 



■ ' ' ■ 



maiiiyd. 



• ■' '' f". 



Es benachrichtigte Zarathustra den A^gta -* nuiinyus : UehUm 
wissender A%ra Maingus! 



Anq. Zoroastre fui plus fort 
de la mauvaise loi. 



maHf cet Ahriaum^ imteur 



Diese so wie die folgeDden Paragraphen habe ieh bereita ia 
der Zeitschrift der deutschen morgenlandischen GeHellsebaft Bd. L 
p. 260. ff. in Korze besprochen nnd habe hier nur Wenige« nachzu- 
tragen. Die Lesarten »ind uubedeatend, ozvaddhayat lesen AEfoc, 
n|Yaedhyat d, uznaödhayat BCF — mainyüm Abc, mainyaÖm BCE, 
nainyeaom F, maiuydm d. 7— dojdha*dujda hat blos F — agrd. mainyö 
Ad 9 agrömainyd F, agra. mainyö BCEbc. — Uzvaödbaya| stammt 
von der Wurzel vid -\- uz und unterscheidet sich in der Bedeutung 
nicht weiter von vid -^ paiti^ das wir oben kennen gelernt haben. 

17. janäni. daiima. dadvö. dätem. janäni. na9us. daövö. d4tem. 

Ich will schlagen die Schöpfung , die von den Daevas 
geschaffen ist; ich will schlagen die Nafusy welche die Daevas ge- 
schaffen haben. 

Anq. II frappa le peuple donne par ce Dew , il frappa (le 
Daroudj) Nesosch donne par ce Dew. 

Die Lesarten sind auch hier unbedeutend, daüma hat ABCE, 
däma bcd, d4mi V. Letztere Lesart würde einen ganz anderen 
Sinn geben, et Ya^na p. 537 ff. — janäni lesen das erste Mal alle 



SS 

Baiidscbrißeii, das zweite Mal haben BCE ja&Aoe^ die fllirigeo rieb* 
üg jau&ni. Zm bemerjEen ist aach noch, dass BG aus Versehen dti 
Wort na^s mit Huzvlkeschebarakteren schreiben. Die einzelnen 
Wörter bedArfen keiner Erkl&rung. 

I ■ 

16. jataftni. pairikaunu yann. khnantfaaiti. yahmäL u^. zayäiü. 
^aösbyaiif. Teretbraja. Iiacha. apat* kaüfaSy^t^ 



Ich werde schlagen die Party welche man anbetet^ (?) hi& dass 
gehören wird Cmshyanf (d. i. der Nützliche) ^ der Siegreiche aus 
Wässer Kaufäoya. 



Anif. hes Paris et lears desseins seront aneantis par eelui 
^ naitra de ta soarce par Sosiosch ie vainqueur (qui sortira) 
de teau Kans^ 

Statt pairikaiim bat E die Lesart pairikanai. — khsfananthadtS 
liest B, kbnaiitbaete CEF, kfaoaiitbaiti Ad, kbnaiitbait^ bc. — m- 
jrAHi steht in BCEF, zayäti in A, zayähd iti bed. — ^aosbyanp le* 
setiBCEF, saöskyaiifAc, ^aosyaii^ bd — kaiipaÖyiit haben BCE!bcd 
(C corrigirt kaii^aösbyät), kaii9aöäbyät A, kaii^yAt F. ^ Auch hier 
bieten die einzelnen Wörter keine grossen Schwierigkeiten , wenn 
maa die Worte kbaauthaiti und yabmäi .ansdimmt Für khnanthaiti 
weiss Ich jetzt so wenig eine passende Erklärung durch die Ety- 
mologie als froher 9 da ich diesen Text in der Zeitschrift der deut- 
schen morgenltadischen Oesellscbaft besprach ^ icb bin daher genö- 
thigty der Huzväresch-Uebersetznng zu folgen, welche mir aber 
grammatisch unzulässig erscheint. Diese ist hier und an einer Pa- 
rallelstelie im ersten Fargard (p. 5. !• 8. ed- Olsh.) jJtMyiS CTWH^ 
was Ton der Interliuearversion der ersten Stelle durch j^Uamo o^^ 
Götzendienst, obersetzt wird» wie ich glanbe richtig,, denn oisdezär 



1^ 



heisst im P4rsi ein GotzeDtempel , ond biermit ist wul das öbigt 
Hözyftrescbwort verwandt. Wie aber die Bedeof nng 'GöteendienÄt 
mit der Form kboantbaiti geeinigt werden »oll, sehe icb nicht redhri 
ein. Ich ziehe übrigens die Lesart kbnatitbaiti vor, weil sich an 
unserer Stelle die Handschrift A, in der genannten Parailelstelle aber 
die Mehrzahl der Handschriften fbr dieselbe entscheidet. Yahmäi 
fasst die Hazväresch-Uebersetzang als Adverbinm, sie giebt es 
dorcb pi^ ^ wieder, womit sie im nennten Capitel des Yafna ya- 
vata obersetzt, nnd ich bin ihr hierin gefolgt, np. zay4itd ist der 
Conjonctiv, hier anstatt eines Fotorums gesetzt. Die Handschriften 
mit Uebersetznng geben zwar das Paras^maipadam ; ich habe aber 
kein Bedenken getragen, das Atmanepadam mit den Vendidad-sädes 
in den Text za setzen, da an allen anderen Stellen, die ich kenne, 
das Atmanepadam steht. Man vergleiche nf. zayata nnd 09. zayöithö 
im 9. Capitel des Yafna. Wegen des Wortes 9aoshyaii9 verweise 
ich aof Bornonf Joorn. as. 1844. p. 469 ff. nnd auf meine bereits 
angefohrten Bemerkungen in der Zeitschrift der deutschen morgen* 
Iftndischen Gesellschaft. Ich lese ferner kaii9aoy4t, wie fast alle 
Hand:$chriften bieten, der Unterschied ist nicht bedeutend; in dem 
letzten Theile des Wortes kadfaöyät sowol als in kaiifaoshyAt ist 
die Wurzel 9a enthalten. 

19. nsha^tarit* hacha. nadmät. usha^taradibyd. hacha. na^ 
madibyd. 

Von der Östlichen Gegend^ foim den Ostlichen Gegenden. 

Anq. Par Oscheder {harnt) et par Oscheder (mah) qui (menr 
drant) ^de la partie {pU est feau kans4). 



Die LfCsarten in dieser Stelle sind unbedeutend« UsaftMftt liest 



«5 

Ad, usa^tarXt BCMiF, o^a^triCt be — usa^ara^ibyd ACEF, u; sa^- 
taradibyö B^ osa^traöibyö bc, osa9traibyd d. — nadimaeibyd lesen 
Mos BC, die Obrigen naSmaSibyd. — lieber usha^tara rergl. man 
Ya^na NoI. et Ec), p. CXVI. Ueber den Sinn der Stelle kann kein 
Zweifel sein, eben so wenig wie darober, dass Anqnetil ihn ganz» 
Kch rerfeblt bat Dass abcb die Hazväresch-Uebersetzer nicht im 
Entferntesten an das gedacht haben, was Anqnetil den Text sagen 
Iftsst, beweisst ihre Glosse, welche eine genane Erklärung des 
Wortes nsha^tara zu geben yersacht. Nach dieser Glosse wäre 
nsha^tara nadma die Gegend, wo die Sonne Tom längsten bis zum 
kflrzesten Tage aufgeht. Warom Caüchyan^ ans der östlichen Ge- 
gend kommt , darober yergleiche man die Bemerkungen zu 
8. 1. 

20. paiti. ahmfti. adavata. dujdämö. agrA» main3ms. 

Ihm antwortete A^ra " maiwfiiS' ^ der schlechte Geschöpfe ge^-- 
schaffen hat. 

Anq. Alars Ahriman^ mattre de la tnauvaise löi dit 

Statt adavata liest blos F adavati, die nämliche HandschrSI 
liest manyus = mainyus. Alle Handschriften haben do^dämö, ich 
habe daher diese Form beibehalten, obwohl dujfdäo das gewöhnliche 
Beiwort Ahrimans ist und auch die HozTäresch-Uebersetzer so Ober- 
setzen, als ob letzteres Wort stände. Uebrigens giebt auch dujf* 
dämö einen ganz guten Sinn. 

21. mä. md. danma. mer^ncha|uba. ashäum. zarathustra. 
Nicht tödte meine Geschöpfe y o heiliger Zarathustra! 

Abhuidlungcn dor L Gl. d. k. Ak. d« Wim. VI. Bd. I. Ablh. 9 



w 



Anq. Ne ä^rmsez pM man peuple o pur XoroaUre. 



Mftmd lesen B!d , die obrigen HaDcUchriften mft. uid. — dauoi» 
liest A, dftniA BCEbcd (C corrigirt damna), dämi F. — nierenchar 
|iiba BCEy merechagaha Ad, iiiereocba|boa F, mereffchagaba bc — 
Pie Stelle ist leicbt ond auch von Aoqaetil ricbtig Terstandes 
worden. 

22. tum. abi. pdnrnsba^pabd. pnthrA. bAretbryät* hacfaa. zAvish!. 

Du bist der Sohn des Pourushaspa und kost das heben von et«- 
jBer {sterblichen) Mutter. 

Anq. Vousj fils de Poroschasp y qui etes ne de celle qui vous 
a porte. 

Statt tdm, wie Ebcd ricbtig lesen, geben ABCF tanm, was 
keinenfalls passt and aaeb mit der Hozvärescb-Uebersetzang nicbt 
obereinstimmt* Abi giebt blos A, die übrigen alle abS; icb ziebe 
abi dennoeb vor, da icb die Wurzel a^ im Atmanepadam uocb nicbt 
belegen kann, wogegen abnii und a^ti bäafig genng vorkommen, aocb 
wird dadorcb die Verwechslung mit der Pronominalform abd ver- 
jliieden. Paöurasa9pabe lesen BC, ponrusbaQpabe A, puru^afpad F, 
pdumsa^pabe Ebcd. — baretbreyät lesen BCE, die übrigen baretbryäf, F 
barethrayät« — zävisiABC, zävisic, z4visbd, zävysE, zävyaF. Die in 
diesem Paragraphen vorkommenden Wörter sind alle bekannt, bloszävisi 
erfordert eine Bemerkung. Diese Form ist allem Anscheine nach 
ganz so gebildet wie tevishi (sanskr. tavishi). Tevishi gehört za 
der Wurzel tu, können, die Endung ist also ishi, und der Buch- 
stabe V gehört zur Wurzel. Wir müssen demnach für zävishi eine 
fthnlicbe Worzel suchen und hier bietet sich Nichts dar als die Wur- 



sei ja, leben. WdUie'iiiflM dto Wwt Ton jsini aMeitea, wie Destar 
Däräb thot, so oitlsste -^yisbiEndangsein, was onzolftssig ist Wir 
oAsseo daher die Wldoog zir Wurael ja, leben, sieben ; dies scheint 
aaofa die Anmcbt der älteren HasTftrescb «- Uebersetzang za sein. 

23v i^a. 9taTa|nba. Tafahim. dadnanm. mftzdaya^nin. viitdfti^ 
jAiie». yatba. Tindat. Tadbaghnö. dafhopaitis. 

Verfluche dae gute masdazafniwhe Gesetz j erlange das OHUf^ 
wie es erlangt hat VadhaghnOj der Herrst^er der Gegenden. 



Anq. La jmre M des Jltafsd^snans sera pratique (dans le 
monde) lorsque le pur Chef des promnces parottra. 

Die Varianten sind folgende: apa. 9laTagha ABC, apa. ^taga- 
ha E, apa^tafba F, aps^tavalnha b, apa9(ava|ba c, apa^tvagaha d. 
Tind4i ABCF, yaindäi E, vindäi bc, vendäi d. — vindat BCEF, 
▼andat A, yifidat bo, Tafidat d. ~ radhagbanö ABbc, vadbaghnö 
eSFd.— da|bapaitis ABCBb, dailhapartis Fe, daigbo. paitis d. --Für die 
Bidltigkeit onserer Uebensetzong des obigen, so wie der fo^enden Pa^ 
ragraphen borgt uns, ausser der HuzTAreseb-Uebersetsung-, noefaT 
eine andere Tradition. Wir finden nämlich die ganze Anrede des 
Agra-^ainyiis a» Zarathvsträ and die Antwort desselben im IMinokh- 
ired (p. 384 ff. der Pariser Handschrift) dem Sinne nach, daMT 
Anqoetils Uebersetzang nurichtig sei, wird demnach darch diese 
doppelte Tradition ausser allen Zweifel gesetzt. 

m 

24. paiti. abmäi. avashata. yd« ^pitämö. zarathustrd. 



Ihm entgegnete der heilige Zarathustra. 



» t 



9 






(t8 



Anq. Je Ini tepliqnai o Sapettnan !Zaroaitre. 



Das Wort avasbata wird in ABG£ avasato geschrieben > W 
schreibt avasta, bc aiisata, d aovasata. Ich halte vash für eine 
Nebenform von yaeb, wie ich dies froher schon ansfohrlicher dar- 
gelegt habe. 9pit4nid haben alle Handschrifteni mit Aosoabme von 
Fy welche ^pelämd liest; das ft ist in diesem Worte auch an ün-^ 
deren Stellen gat beglaubigt, weswegen ich dasselbe beibehalte. 
Bemerkens werth ist obrigens, dass die Huzväresch-Uebersetzung 
9pitama durch }(<^nSD wiedergiebt. 

25v ndit* hö. apa. ^tavänd. vaguhim. datoaüm. niazdaya^im. 

Nicht will ich verfluchen das gute mazdayafnische Gesetz. 

Anq. Si tu liemhrasses pas la pure loi des Ma%deSesnans. 

Ich gebe blos die Varianten dieser leichten Stelle, die keiner 
sonstigen Bemerkung bedarf. Apa. gtavänö lesen ABCF^ apa^tavAüd 
E, apaigtav4nabd d, apa^taväoai b, apaptaväni c. — ya|bim ABQ 
Ta|ahoim G, vaguhfm Fbcd. 

26. ndi^. a^tacha. ndit. ustinSmcha. u6i\. baiUlha^cba. vi. or- 

Nicht wenn Qeheine f Seele und LebensvermOgen eich von ein^ 
ander trennen würden. 

Anq. Les os^ Farne ^ les membres {de tes productions) ne re- 
croStrant pas. 



Obig^ Stelle, einfach wie aie ist, hat erst dar oh AnqoetiLt 
falsche Anffassnog eine Bedeatung erhalten, da sie nach dieser eine 
Hinweisang aof die Aoferstehang enthalten würde. Eine solche 
findet sich jedoch weder aa unserer Stelle, noch an den andern, wo 
sie Anqnetil gesehen hat. Wir werden spftter ansfohrlicher ober 
diesen Gegenntand zo sprechen haben^ Die Stelle ist fast ohne 
alle Varianten, blos das letzte Wort wird sehr verschiedenartig ge- 
schrieben. A schreibt vi. urvi9y4t, BC \i. urva^yät, E vi. urvy^- 
yät, F vi nrva^t, cd vi. arvi^yät, b viorvay^t- ^^ ^'^^ richtige 
Lesart halte ich orvi^yät, das Wort stammt von der Wurzel urvish 
und von dieser bat schon Burnonf nachgewiesen (Ya^na p. SIQ«)» 
dass sie mit vorgesetzter Disjonctivpartikel vi ,,auflösen^* bedeute. 
Die Parsen Anqnetils übersetzen das Wort durch ^^^yd^ |J^. Ich 
halte das Wort für einen Abi. sg., da man auch urvi^äoghö im 
nom. pl. findet (Vend. p. 41. 1. 8. ed. OishI). A^ta obersetzt ^e 

• 

Huzväresclj-Uebersetzuug darch |jp|, Körper ; es ist dies wohl eine 
Verwechslung mit a^tn^, apta, erhalten, in dem neup. ^f y^xMil, 
ist Knochen, baiidhd ist das skr. bodha (pdrsi ^y, intelligence Anq. 
ZAv. I. 2. p. XXXVII.) Intelligenz, Bewusstsein. Die Huzvftresch- 
Uebersetzer fogen noch zur Erklärung bei: „das beisst: wenn man 



*) Man vergl. im 13. Cap. des Ya^na: nöit. a^tü. ndit. ustänahS. chinmand. 
(i. e. na. tanoh. nacha. jivasya. Tailabhatayai. Ner.) und ibid. cap. 14* 
fry6h& vdzislahS. a^töis. ralum. ämruy^. (mttram. niveditatanun. gurum. 
bravimi. Ner.). Von a^tu abgeleitet ist das Adj. a^tvat, mit Körper be- 
gabt, da^ sohon fiopp (Gramm, critic p. 322. not ) aus a^tu *f vat tb-^ 
geleitet, und durch existens übersetzt, wogegen Holtzmann (Beiträge zur 
Erklärung der persischen Keiiinschriflen p. 128.) erhebliche Einsprache 
erhoben hat, ohne jedoch selbst das Richtige zu treffen. Dem a^tu ent- 
gegengesetzt ist mainyu, i. e. unsichtbar (adri^yamürti.). 



$9 

m 

m&t afob deo Kopf absobneidet, Terltagne ich dea mandaya^lacbeD 
GlMben nicht.^ 

• • • 

27, paiti. abaiAi. adarata. diijfdAuid. i^rö. maiayo«. 

Ihm entgelte AjgrU'-maingusy der sehUchte OeeckOpfe j^ 
schaffen hat. 

Anq. Ahrimanf ce maitre de la mauvai9e loi me dit ä cela. 

Die Stelle hat keine weiteren Varianten, oiajiiyns leien ABbcd^ 
laainyda EC, niainydns F* 

28. kabe. vacha. vanlü. kahd. vacba. apa. yafAi. kana^ zaya. 
bokeretftoghd. mana. dannia. agrd. mainyos. 

Durch wessen Wort willst du schlagen, durch wessen War$ 
willst du vernichten j durch wessen gute Siegeswaffen gegen meine 
Geschöpfe des A^ra-maingus. 

Anq. Quelle est cette paroisy qui doit donner la vie ä man 
peuplej qui doit t augmenter, si je id regarde avec respect, si je fais 
des voeux avec cette parole. 

VanAi lesen ABC, vanftneEF, vanAuibcd. — apa.ya^iABCF, 
apaya^ini Ed, apaya^ma b, apaya^ämö c. Die Lesarten vaii&i 
und ya^fti sind die richtigen^ die andern sind ans %. 32* eingedrun- 
gen. ~ kabi = kabS blos in A. — danma ABCEb, dftnia Fd, 
danm c* — Das Wort, durch welches die Hozväresch-Cebersetxang 
apa. ya^fti aosdrflckt, bat Anqaetil afrini gelesen, ich lese ^j^n^Qt^ 

nnd sehe darin das neupersische ^4>%l\l, peinigen: den Sinn bestimmt 



n 



Glorae folgeiMkniiafiNseD : das beisst, dorth wessmi %ede willst 
da mich von meinen Geschöpfen trennen. Ya^ als Nebenform von 
ywL ist bekannt^ ich nehme apa. ya^ in derselbe« Bedeutung^ welche 
for skr. yaj -(- Ava nachgewiesen ist, cf. Weber Väjas4n : specittien 
II. p. 113. Grosse, für mich wenigstens nnanflösbare Schwie- 
rigkeiten bieten die Wmt«: kana. xaya. hnkeretäogiiö. Wie 
wir oben die Worte übersetzt haben, giebt sie die HosvAreMk* 
Uebersetznng , allein da zaya der uom. pl. nentr. , hnkeretäoghd aber 
ein Dom. pl. masc. ist , so ist die Uebersetsnng sehr waoig wahr- 
scheinlich; kana. saya könnte man als Instrn mentale fassen (cf.Bi^ 
Tcrgl. Gramm, p. 188.); allein hokereta, wohl gemacht, ist Ad- 
jeotiy und es ist kein Sobstantir da, anf welches dasselbe bezogen 
werden könnte. Man könnte ferner zaya. hnkeretiofhA als ein 
Compositara fassen, ich wQsste aber nichts was es bedeuten sollte. 
In Ermanglung einer besseren Erkl&rnng habe ich einstweilen die 
Uebersetzung der Huzväresch-Uebersetzer in den Text gesetzt. Ich 
übersetze zaya durch „Siegeswaffen^^ und schliesse diese Bedeutung 
aus der Stelle im zweiten Fargard: äat. hd. zaya. frabarem. azem. 
yö. abnrd. mazdlU^. fufranm. zaranaSnim. astraiimcha. zaranyd. pad- 
9im. (Vend. p. 13- K 3. ed. Olsh.). Es ist das sanskritische 
jaya, Sieg. 

29'. paiti. ahmäi. avashata. yö. 9pit&md. zarathoströ. 

Ihm entg^gn^s 4er heilige Zarathustra. 

Anq. Je lui repondisy o Sapetman Zoroastre. 

Statt paiti liest C fiUschlich payata. — Avasata BCbcd, a^a» 
shata A, avasta E, usata F. — fpitämö steht auch hier in allen 
Handschriften. 



T2 



30. bftTanacba. tMtucha. haämaoha. yacha. mazdd. fraokbta. 



i: 



Mörser, Schaalej Hama und die Worte, die Ahurormazda ge^ 
sprachen hat. 

Anq^ Prönonpe la parole dOrmpsdy avec tHavan, avec iee 
eoucoapes et avec le Harn. 

Ta^ta stebl io F, die obrigen baben tasta. — baom statt baÖma 
Mos in d. — fraiikhta ABCF, fraokbata d, fraokbtem Ebc. Die 
Worte sind klar^ bAvana ist das neapersiscbe ^j^^y tasta = neap. 
vsMjy beides noeb gebr&ocblicbe Werkzeuge bei den Opferbandlon^ 
gen der Parsen. 

31. mana. zaya. a^ti. yabistem. 
Dies sind meine besten Siegeswaffen. 

Anq. Cest moi qui (par cette parole) atigmente le Behescht. 

Der Satz ist ebne Varianten. Man bemerke ancb bier die 
grammatiscbe Ungenauigkeit, dass zu dem nom. pL neutr. das Ad- 
jectivum im nom. sg. gesetzt ist. 

32. ana. vaeba. vanini. ana. vaeba. i^a. ya^ö. ana* zaya. 
bnkeretäogbd. äi. digda. agra. mainyö. 

Durch dieses Wort wiU ich schlagen, durch dieses Wort will 
ich vernichten, durch diese Siegeswaffen sind wir siegreich, o schlecht 
ter A^ra'-nuiingus I 



tf #'; 



Anq. (Test en ngardant cette pärole avec respecty en faismfi 
4ms voeux atec cstte parkte f que tu auras la vie et le honheur, 
Ahrimany sKuUtre de la v^anvaise lai. 

YanänS lesen BCEF, ranäni Abcd. — apaya^ftoi AEbcd, apa. 
jafäod BCEF. — zya =; zaya BCEF, Lia BCE, äi AFbcd ~ 
agra ABbc, agro CF, agrö Ed. — maioyd ABCFb, mainyaos E, 
mainyiifii cd. -'— Weitere Bemerkaogen bedarf dieser Paragraph 
Dicht, da schon bd §. 28. das Nötbige bemerkt ist. Mit dieser 
Abtbeilaog schliesst der erste Abschnitt des neunzehnten Fargard; 
das Gespräch zwischen Ahriman nnd Zaratbnstra, wie es hier ge- 
führt wnrde, ist Tielleicht vor Scböpfong der Welt zu verlegen. 
Einen förmlichen Schlass hat dieser erste Abschnitt nicht; ich ver- 
mnthe, dass er ein blosses Fragment ist. Der Verfasser des Mi- 
nddiired hat die Cnvollstftndigkeit der ErzAhlung gefühlt, nnd setzt 
deswegen noch bei: „Abrimau stQrzte dadarcb betrübt zar Hölle nnd 
blieb lange Zeit daselbst^. 

33. datbat« 9pentö. maiuyns. dathat* zrräne. akarane. 

Eis schuf CpentO'fnainyus (d. i. Ahura-mazda), er schuf in der 
unendlichen Zeit. 

Anq. I/etre dbsorhe dans Texcellence fa donncj le tems sans 
bornes t^a donn^. 

Die Handschriften geben folgende Varianten: mainyns ABCc, 
mainyaSs Eb, mainy6as F, mainyüs d. — zmnd BC, zrünö bc, 
zarnnd Ad, zrvänS F, zarAnd E. — akarana = akarane Mos in F. 
— Die Stelle kann, wenn man die einzelnen WOrter erwägt, wol 
kanm anders übersetzt werden, als ich gethan habe nnd Anqnetils 

Abhandlungen der I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. I. Abtb. 10 



UebersetzuDg ist sammt allen Folgernngen, die er nod Andere dar- 
aus gezogen haben, gewiss falsch. Das Sabject des Satzes urt 
gewiss 9pento. mainyas, datbat kann Mos die 3* ps. sing, imperf. 
sein: er gab, er schnf. zrvänd. akarand sind beides Locative und 
können blos heissen: in unendlicher Zeit Somit ftllt die Behaup- 
tong, dass die unendliche Zeit im Zendavesta über Ormuzd gesefc&t 
werde, auch far die Altere Periode in Nichts zusammen, denn unsere 
Stelle ist die einzige, aus welcher man dies geschlossen hat. Die 
in dem vorliegenden Satze Törkommenden Wörter sind alle ziemlich 
hftnfig Torkommend und bereits erklärt. Akarana hat man gewöhn^ 
lieh mit dem skr. akarana zusammengestellt und demnach übersetzt, 
„was keine Ursache hat.^ Die Parsen geben es durch p^^p(^ 
ohne Gränze, wieder; ich behalte diese Bedeutung bei, da sie die 
constante Tradition giebt und das neupersische ^\S sowol als das 
— wahrscheinlich durch Transposition entstandene — Xif an aka- 
rana erinuem. Die Hnziräresch - Uebersetznng der' vorliegenden 
Stelle, obwol sie in den wesentlichen Punkten mit der nnserigen 
obereinstimmt, ist doch etwas verschieden und man darf vielleicht 
schliessen, dass die Uebersetzer eine andere Lesart vor sich ge- 
habt haben. Sie lautet folgendermassen: j«U5D nJÜJ^T ^CÜ UD 

•pn^Üptt jXOT ps n5<T X^D ^ nU^O^ÜSD^ was ich folgen- 
dermassen nbersetzen zu müssen glaube : „Der das Wasser geschafien 
hat, Cpentö-mainyus, von ihm in der unendlichen Zeit, das heiss^ 
welcher das Wasser schuf, Cpento-mainyus, schuf ans dem Wasser 
in der unendlichen Zeit.^^ Man müsste demnach glauben , dass die 
Huzväresch- Uebersetzer yd. apö. datbat. ^pentö. mainyus etc. gele- 
sen haben. Ob man berechtigt ist, eine Schöpfung der Welt aus 
dem Wasser anzunehmen, müssen weitere Forschungen lehren, mir 
ist bis jetzt darüber nichts N&heres bekannt. 



• I 



»■' 



75 



34. fradathen. ameshä. ^penta. bokhsbathrä. bndh4og;hd. 



Es schufen die Arnes cha-spenta die guten Herrscher^ die weisen. 

Anq. II a aussi donne avec grandeur les Amchaspandsj gut 
sont de pures productions et saints rois. 

Die Yarianten sind : ameshäo fiberall , blos EF ameshä. — ba- 
kbsbatbra ABC, die fibrigeo baben bokbsatbrä — bndbäogbäo = 
budhäogbö blos io B. Die Hazvärescb-UebersetzoDg bat aoeb bier 
wieder mebr, sie laatet: ,9 Ans dem Wasser scbafen die Ainesba- 
fpenta, die guten Herrseber, die weisen, das beisst: er empfing von 
ihnen Hülfe beim Sebaffen^^ Diese Erklärung in der Glosse ist ge- 
wiss die riebtige. 



10 



lieber die 



in Demosthenes' Rede 



über die Krone 



enthaltene Grabschrift 



auf die 



bei Chäronea gefallenen Athenäer. 



Von 

Joh, V, Oott Fröhlich^ 

Seetor des alten Gjmntisinns. 
Gelesen in der 'Sitzung der pliilos.- philologischen Classe am 5. Jon. 1845. 



Ueber eine Stelle in Demosthenes' Rede 

jjfür die Krone.^' 



Als Demosthenes in seiner Rede ^er die Krone auf den Vor* 
wnrf zo sprechen kam, welchen ihm Aeschines, sein Gegner, in der 
Anklagrede gegen Ktesiphon gemacht hatte, dass durch schlechte, 
verkehrte Ralhgebung er an der Niederlage der Athenfter bei Chft* 
jronea schald gewesen sey, liess er zuletzt aoch die Inschriftj 
welche das athenische Volk seinen im Kampfe gegen Philippos bdi 
Oiäronea gefallenen Bargern aufs Grabmal gesetzt hatte^ yorlesen, 
um auch daran zu zeigen, dass Aeschines ein böswilliger Verlftum- 
der sey. Grabschrifl und darauf folgende Worte der Anwendung, 
welche davon der Redner für sich macht, lauten in Handschriften 
und Ausgaben, namentlich in Immanuel Bekkei's Edition der Orato^ 
res Attiei (Tom. IV. pars 1. pag. 289 sq.)> wie folgt: 

OXds näzQag tysxa agtsriQas iis iijQiy i&srto 
"OnXa, xal ärrmdXujy vßq^y änBOxidacar. 
MoQväfMsro^ <r u^Bv^S xai dslfutxog ovx iadoHfcsr 

Vvxdgy dXX ^JtSfjy xoiyor S&sno ß^ßfjt^^ 
OvPBXBv ^EXXi^vwyj cog ^jj ^vyoy avx^pi &iyTeg 

/lovXoaiytjg orvysQdy äfjiqlig ix(Joaiy vß^iv* 



80 

rata dk nctzQlg ix^$ xoXnois rwy nXsTarct xcc/ioptwy 

Sa)fAat\ insi ^tjtoTs ix Jiog tjös xQioig. 
MfjÜP cc/naQteTp iotl ^scop, xal ndvxa xaroQ&ovp 

^Ev ßiOTfjf fioiQop i^ ovti g^vy^iP tnoQSP. 

^AxovsiQy AloxiPtjj xal ip aizcp rovxttf cog ro fitjÜP äfiaQteiP iorl 
&8(OP xal ndpta xaroQ&ovp^ ov rqJ avfißovX(p rtjp tov xaroq&ovp 
rovg dyiOPiCofAfpovg dpidfjXB'Sipafitp. äiXä roTg ^eotg* t/ <^, co 
x(xrdQar\ i/nol tieqI rovTtop XotSoQBiy xal Xfysig a ool xal rotg aoTg 
ol d'holyQi^jßsiap sig xsg)aXi]p*y 

Diesen Text habeo von alter Zeit herab verschiedene Herans- 
geber und Bearbeiter einzelner oder aller Reden des Demo^henes^ 
aoch sonst gelehrte Männer gelegentlich in verschiedenen Schriften, 
insbesondere J. 6. Schäfer, Fr. Jakobs n. a.^ aMh in allerjflngster 
Zeit die Zoricher Herausgeber der Attischen Redner, die Herren 
Baiter nnd Sauppe, in Interpanction und in den Worten sdbat aof 
80 mannigfaltige Weise behandelt und geändert oder zu ändern an^ 
gerathen, nnd in der Erklärung, zumal der letzten Distichen der 
Inschrift und dann der darauf folgenden Stelle der Rede nach mei*- 
nem Urtheile so unrichtige Ansichten geäussert, dass ich, ohne durdi 
Anfabrnng und Beleuchtung alles Einzelnen zu weitläufig zu wei>- 
4en, für gut und nöthig erachte durch Aufstellung einer erweislieh 
richtigen Erklärung des Ganzen dem zeitherigen Streite der Met^ 
nungen und allen fernem Aenderungsversuchen wo möglich ein 
Ende zu machen. 

Wir besprechen zuerst die Grahinschriß j dann die damit zu^- 
sammenhängende Stelle der Hede. 



81 



I. 



* 

Der Sinn ntid Inhalt des ersten Distichon der Grabschrift ist, 
wie wohl heatiges Tages ohne Widerrede anerkannt wird, kein 
anderer, als: ^JHe Männer da (welche hier bestattet liegen) stelle 
ten sich um ihres Vaterlandes toillen in den Kampf der Waffen 
und vereitelten der Feinde Uohn';^ d. h. sie wollten sich dem Ma- 
^kedonier nicht feiger Weise ohne Kampf anter^verfen, sondern fiir 
ihr Vaterland die Entscheidung durch Waffen unternehmen, so dass 
ihnen auch der siegreiche Feind nicht Hohn sprechen könnte, son- 
dern ihnen den Rohm, sich als wackere Mftnner bewährt zu haben, 
ungeschmälert lassen mQsste. 

Grosse Anstände und viele gelehrte Streitigkeiten erregten 
zeither die zwei zunächst folgenden Distichen. Im ersten derselben 
ist im Hexameter — die Schlnssworte ovz iadoDOar ausgenommen 
— kein einziges Wort, das nicht schon auf mancherlei Weise durch 
Aendernngsversuehe wäre angegriffen worden, wie denn z. B. noch 
die neuesten Herausgeber des Demosthenes, statt des urkundlichen 
dstfiaxo^ Valckeuär^s Conjectnr Xij/iatog in den Text gesetzt ha- 
ben: ganz yergeblich, und wie ohne Grund so ohne Nutzen, ja yiel* 
mehr zum Schaden der Sache. Wir denken so: Unser Distichon 
enthält nur in anderer Ordnung die Worte: MaQpäfiEvoi, di ovx 
iaawaav '^vxcsSj ^^^ dQsrtjg xal dhluccrog ^Jtdtjp xoipop U&spto ßQcc- 
ßtiv *). Diese Worte aber, so gestellt^ geben in ganz richtiger 
Sprache einen an sich leicht und unzweideutig verständlichen und 



*> Für diese urkundlich fest beglaubigte Form geben manche ältere und 
neuere (auch die neueste) Ausgaben die Form ßqttßrj^ worüber wir 
hier nicht streiten wollen. 

Abbandlongen d. I. Cl. d. k. Ak. d. Wi«s. VI. Bd. I. Abth. 11 



$3 

dazo in den Zusammenhang des Ganzen aufs Genaueste passenden 
Sion. Wenn nämlich das erste Distichon sagt: ,,Die Mäuner hier 
traten am ihres Vateriandes willen in den Kampf gegen die 
Feinde ;^^ so reilien daran die angeführten Worte des andern Disti;*-- 
cboB folgenden Gedanken: y^ämpfend aber retteten sie nicht ihr 
]jeben, sondern nahmen 3ich Hades zum gemeinsamen Richter ober 
Mannesmnth nnd Furcht (Tapferkeit nnd Feigheit)/^ Da 3omit an« 
aer Distichon bei dieser Stellung der Worte in Ansehung sowohl 
der Sache als der Sprache vollkommeu in Ordnung wftre^ so ent«* 
steht uns jetzt nur noch die Frage: ^Ob denn unsere Worte, auch 
so gestellt, wie die Inschrift urkundlich sie darbietet, sprachmässig 
in dem nämlichen Sinne, wie nach der von uns so eben angenom- 
menen Stellung gefasst werden können und müssen ?^^ Und diese 
Frage glaube ich mit einem entschiedenen Ja beantworten zu dürfen. 

Es kommen nämlich bei den besten Schriftstellern der Römer 
sowohl als der Griechen, in Prosa wie in Poesie, nicht selten be- 
sondere, von der gewöhnlichen Sprachweise abweichende Redewen-^ 
düngen vor, die man unter den Namen von verworrener Konstruc^ 
tion, Konstructionsunterbrechong, Anakoluth u. dgl. zu begre^en und 
als Abnormitäten fast zu fürchten pflegt, indess sie in Wahrheit 
vielleicht durchaos, wenigstens bei den besten Schriftstellern, als 
Redefiguren betrachtet und geschätzt zu werden verdienen. Noch sind 
diese Besonderheiten meines Wissens von Niemanden vollständig znsam-» 
men gestellt und classificirt, ja sie sind — oder sie können wenigstens 
ihrer Natur nach so mannigfaltiger Art seyn, dass eine erschöpfende 
Aufzählung und Classification derselben vielleicht gar nicht zu for- 
dern und nie zu erwarten ist. Auch bin ich meines Theils über-' 
zeugt, dass manche Figur dieser Art in den alten Schriftstellern 
bis jetzt von den Auslegern derselben noch nicht erkannt worden 
ist, so wie, dass die Ver kennung solcher Figuren schon in alter 



Zeit das VerstAndiiiss naocber Stelle gifebitidert und dadarcb Yer* 
oDstaltnng des ursprAnglicbeii Textes yeratilasst liat. Vor der Haud 
müssen daber Dinge dieser Art oft nocb einzeln bebandelt und, sey 
es aneb ebne irgend eine vollkommen damit obereitistinioiende Pa- 
rallelstelle) für sieb allein gerecbtfertigt werden. Und in diesem 
Falle befinden wir nns mit nnserm Disticbon, welcbes nach meiner 
Meinnng niebt anders als dnrcb die Annabme einer besondern Om- 
9tru€Hon$t>ersckränkung y dadurch aber aocb auf eine Tollkommeii 
befriedigende Weise erkUrt werden kann. 

Der Dichter unserer IniBchrift wollte nämlich im zweiten Distir- 
clion Ton seinen Helden aussagen: j, Kämpfend aber tDeihten sie 
eich (der HeUenen wegen) freiwillig dem Tode.'^ Diesen Gedanken 
konnte er durch Gegensatz eines Negativen und eines Affirmativen 
etwa «o aussprechen : Magya/iaroi &i ovx ioaoaaap zag tpvxas, äXXd 
TOP ^Akdtiy xoufov ßQaßfjp aQtxijg xal ietfjunog t&svTOi ^Kämpfend 
aber haben sie nicht ihre Seelien (ihr Leben) gerettet, sondern zum 
gemeinsamen Richter . • . sich Hades genommen.^^ Um nun eiMs 
Theils diesen den Gedanken hebenden und erhellenden Gegensatz 
im Ausdrucke beizubehalten, nnd doch andern Theils das Positive 
davon {^Atdriv xoivop ,.. i&Bvro ß^dßriv) als Hauptsache hervorzu- 
heben, verwandelte er Positives und Negatives dadurch, dass er 
letzteres nur zwischen die Glieder des erstem einschaltete, gewi»* 
sermassen in einem einzigen aflirmativen Satz, und so entstand statt 
des ' oben gesetzten gemeinen der figurirte Auedruck , in welchem 
wir das zweite Distichon unserer Inschrift durch Hand und Drude- 
Schriften überliefert erhalten haben: MaQpafisyo$ dk, d^iz^g xal 
tslfjtazog . ovx iadataar tf^X^St dXX 'AtSijp xo$p6p U&spzo 
ßQäßfjp. Die von uns durch Schriftart ausgezeichnetes Worte — 
Hauptgedanke, die andern — Nebeubestimmungy welche zugleich 

11* 



u 

diente, den Sinn des Aasdrqcka ,/AtSfjp xoir. S&spto ß^ßfjt^^ gegeli 
iJles MissverstäDdaiss sieber zu stellen. 



Hiermit glaube ich denn meine Erklärung unser» Disticbon auch 
ohne das Hilfsmittel einer Parallelstelle voUkommen gerechtfertigt 
zu haben; doch sey mir Tergönot, zum Behufe vielleicht nicht gaos 
überflQssiger Erläuterung Folgendes noch beizufügen. -^ An der 
eigentlich so genannten Parenthese^ welche mit dem Hauptsatze in 
keiner grammatischen Verbindung steht, nimmt, wofern sie nur sonsi 
bedeutsam und passend angebracht ist, kein Mensch einigen An- 
stoss, wenn sie gleich , zwischen die Glieder eines Satzes einge- 
schoben^ den Hörer oder Leser oft zu gespannter Aufmerksamkeit 
nöthigt, da er ausserdem ober der Auffassung der Parenthese deo 
Anfang des Hauptsatzes vergessen könnte, ehe er zum Schlüsse 
desselben gelangte. Beispiele davon, als von einer altbekannten 
Sache, brauchen nicht angefahrt zu werden. Wird nun eine der 
Parenthesis ähnliche Einschaltung zwischen die durch sie getrenntem 
Glieder eines Satzes mit diesen selbst, es sey vorn oder am Ende 
oder an beiden Stellen zugleich, ausser der natürlich vorausgesetz- 
ten logischen Verbindung auch noch grammatisch verbunden, so 
muss ein solches Ganze von Sätzen nicht nur eben so leicht, son- 
dern sogar noch leichter aufzufassen seyn, als bei der eigenüichen, 
grammatisch vom Uebrigen getrennt gehaltenen Parenthese. Wenn 
daher z. B. Horatins sagt : Praeterea ne sie ut qui iocularia ridens 
percurram^ qnamquam ridentem dicere verum quid vetat? Ut pueris 
olim dant crustula blandi doctores, elementa veliut ut discere prima: 
sed tarnen amoto qttaeramus seria ludo — so fasst Jedermann un- 
geachtet der langen Einschaltung leicht die von uns ausgezeichneten 
Worte als Bezeichnung des Hauptgedankens zusammen, um so leich- 
ter und natQrlicher, da nach der durch qnamquam eingeleiteten Ein- 
schaltung der Schluss des Hauptsatzes mittelst des durch die Ein- 



giehaltong faerbeigeftalirteii j^sed tamtpf^ angeknöpft wird (vergK 
Cicer. pro Mileoe. cap. 27 ex4r.)« — Wenn sich ferner in dnea 
griechiscben Schriftsteller etwa die Stelle fände: ^Ensna xano fmv- 
ifitop ravTtj ixlvov y ontog top inraXoyxo^ ^S Bijßas oroXoPj 
insl yaQ ^X&op ^Aqyag ig • t6 JcoQocap, Xaßiop ^Ad^tnop nep&efep 
^vpcojtiorag Sotfja' ifiavr(p yijg haornsq ^AnCag 7iQ(6ro$ xaXovvxai xal 
TBxtfAtiPxai idqiy §vp TP*ff<f dysf^ag ij &äpo$iLii napiixwgy ^ 
Tovg xaS" ixnQa^aprag ixßaXoifA^ YV^y ^^^ würde da nicht 
den halben Satz j^onwg top knrdXoyxop ig Qijßag aroXop^' 
im Sinne fest halten, his er endlich y nach der langen Eim^chaltnng, 
mit den Worten ^y^vp tolgd^ dys^Qag ^ &apoiui napd* ^ 
tovg TccS* ixnqdlaptag ixßäXoi/nB yijg^^ die andere Hälfte 
und Vollendung desselben Tern&hme? Wie dabei den Hörer (Leser) 
das den E^nschaltuugssatz anknüpfende yäQ und das auf denselben 
s&urockweisende xotgis im Anfang der andern H&lfte des Haupt- 
satzes nnterstütze, leuchtet dem Nachdenkenden ohne meine Erin- 
nerung Yon selbst ein. So endlich, wenn irgendwo die Stelle vor- 
käme: Nvp ij T$fi(OQia aoi fjxBt , dg avrtxa^ sine^ ot^s xipovp- 
Tai X6xo$ 7t ^6 g äarv &ijßf]gj ov ydQ ia&^ onwg noXtP xsfpfjp 
igafipe^y dXXa nqöa&BP* at/naz^ nsCBi fjLiap&stg, würde doch ge- 
wiss jeder Verständige die Worte ,,wg wxtxa — aifxaxi, nsasi 
fuctp&efä'^ als Hauptsatz, alles andere, auch den eingeschalteten 
Vemeinaugssatz , nur als Nebenbestimmungen zu jenem auffassen, 
dies aber um so leichter, da sich der negative Satz vorn durch ydg 
an die erste Hälfte des Hauptsatzes anschliesst und durch die Ad- 
versativpartikel dXXd, so wie durch das nach jenem Verneinungs- 
satz erst verständlich und brauchbar gewordene txqooS'sp auch 
mit der Schlussbälfte des Hauptsatzes in Verbindung gebracht ist^ 

Ganz ähnlich ist der Stelle des Epigrammes Xenoph. Hellen. 
VII, 3,7. 



86 

iXaßers Evgf^ay$ ofio$a nenovrixorag j ov %fß^q)OP dvMfA^l^uxBy dkXii^ 
SnoTS TtQWTOy idvpaa&rixSj irifKoq^aaad-Sy ttofjUCopvBg , rw « n»-* 
^ta^dg dpoaiwp^ xal rwp fpaysQ(3g n^oSorwx xai rvgctpyely inix^h* 
^vPTiw, vno näyrtor dvB-qdjuoy Stcyaroy zaxeyycia&ui,'^ 

Statt: — , OTi xal v/uslg rotg tisqI ^A^x^op xal^YTtdrtiy, .... 
ov %f)fjq>oy dpBfABtyaTBy dXXd ... hi/LKOQtjffcea&a^y. 

Im Zasaminenhange mit den zwei ersten laatet das dritte Di- 



*) Diese Ansicht des zweiten Distichon unserer Inschrilt hatte ich bereits 
Yor mehr denn 20 — 30 Jahren, als ich die Rede über die Krone nach 
Wunderiich's Ausgabe Tom Jahre 1810 etwas genauer zu studieren 
suchte, gefasst und sie schon längst auch sdurüUich ausgeführt, ids idt 
bei Schäfer (Apparat, crit.) fand, dass O. Förisch in einer commentatio 
crit. de locis nonnullis Lysiae et Demosthenis die Coostruction unsers Di- 
stichon ungefähr eben so zu erklären versucht habe wie ich, nur dass er 
. das Valckenär^sche Xri^axog (für delfiavog) in den Text aufnahm, und 
unlängst fand ich eben so in Disaen's Ausgabe der Oratio de corona, 
dass auch Götter ein Hyperbaton angenommen und — mit Aufnahme der 
Markland'schen <f6/;^juaTo$ — zusammen gefasst habe MäQvdfievoi& if9^ 
tijg xai delyfiarog uitdrjv xoiy&y b^bvxo ßqaßi^. 

Da mir die Abhandlungen selbst der genannten Gelehrten nicht zu Ge- 
sichte gekommen sind, so dachte ich, dass es vielleicht nicht ganz über- 
flüssig seyn dürfte, wenn auch ich noch meine im Ganzen der ihrigen 
gleiche Ansicht nach meiner eigenen Weise ausführte und öffentlich be- 
kannt machte, zumal das philolog. Publicum sich noch immer gegen diese 
Ansicht fast ungläubig zu sträuben scheint. — Wir fligen nur noch bei, 
dass unsere Stelle sich als noch leichter zu erklären und als bequemer 
ausgedrückt darstellen würde, wenn man (für ovx iüdaaar . . .) in den 
Text setzen dürfte: ov yaq Mawaav Vvxdg, dUC Idtörpf tnX. 



g7 

unserer faisdirift: (itf9«f %h 9!^^^ %d-%vxo SnXa* --^ fjux^vafu^ 
ro$ ^1 . . . ^Aidfiv xoipov i&^Pto ß^ßnjp.') 

Otysxiy ""EX^pailif , wg fsfj ivyot^ orv/A^i S'ivt^g 
/lavXöOwtjg otvyB^p ä/mplg Sx^^*^ vßqtp. 

Dabei hieben wir zasammeD tvyvp dovXoavytjg und denken 
als Subjectwort %n ^äyrsg und f;f€0(riy aas den ersten Distichen 
otäs hinzn, was wir bemerken, weil andere Aasleger dovXoüi^ 
rtjg vßQip zasammen fassen and za x>gvt8g tx^^^^ ^^^ ^^^ ^^ 
mi. ^EAXijpcDP den Nomiuat. ^BXXfiPsg ergänzen. Ot^s^ Snbject 
im ersten and im zweiten Distichon^ bleibt es aoeh im dritten, wenn: 
nicht ein anderes ansdrocklicb gesetzt wird, was in nnserm Texte 
der Fall nicht ist. Das active &irreg , welches andere als /Ür 
das Mediom &^fASPo$ gesetzt nehmen^ fassen wir in seinem trän- 
sitiven Sinne und gewinnen mit allem den einzig passenden Sinn 
des ganzen Distichon: ^^ißte Männer da weihten sich im Kampfe 
freiwillig dem Tode) um der Hellenen willen , damit nicht, bfttten 
sie selben das Joch der Knechtschaft aaf den Nacken gelegt ^ 
sie ringsher Terhassten Hohn zn ertragen haben ,^< d. h. im Kampfe 
wollten die Männer nicht ihr L#eben retten, sondern sie weihten sich 
insgesammt freiwillig dem Tode, damit wenigstens die unterjochten 
Hellenen ihnen nicht höhnend den Vorwarf machen könnten, dass 
sie darch ihre Liebe zum Leben and durch feige Todesfarcht die 
Uoterjochnng verschnldet haben. Ihrer wegen und so weit es von 
ihrem Benehmen abhing, sollten die Hellenen frei seyn ond bleiben ; 



) Öazu vergL man in Sophokl. Trachin. V. 466 ff.: xod yijv nax^f^av 
{^loXrj) ovx hcovaa ävgfioQog enegae xädovlioaev, worin nach 
dem Wortlaute J0le gethan hat, was ihretwegen fferäUes gethan hätte. 



8» 

and dies ist es, was den wa^kern Kftoipfem auch im Grabe noch 
uacfagerohmt werden konnte und nmsste« 

Noch grössere Schwierigkeit und Notli haben seither die letz- 
. ten zwei DiHiche der Inschrift den Auslegern yerorsacht. 

Die einen schliesseo das erste Distichon hinter xQia$g mit ei- 
nem Pnnkte ab, so dass man bei fji^ agla^g ix Jiog an das Tor-* 
an stehende /afo^ ^£ natg/g tx^i xoXnoig xrX. denken musste, 
was schlechterdings so der Worte wie des Sinnes wegen nnzaläs- 
sdig ist. — Andere setzen hinter xQfaig ein Kolon, so dass das 
nachfolgende Distichon ^yMiiSkp ä/tagraiy iatl &s(5y xrX/^ näher an- 
gebe, fvas den Sterblichen von Zeus beschieden sey. — Im zwei-* 
teu Distichon schliessen die einen (wie z. B. die Züricher Edito« 
ren der neuesten Zeit) nach Marklands Vorgänge hinter xaro^ 
^w mit einem Kolon oder Komma ab, nnd schreiben im folgenden 
Pentameter: ^Ep ßiozij fiolQap ö' ovn ^vy^tv Xtioqbv. — Statt SnoQsr 
aphreiben einige mit Zustimmung höchstens ^tn^ Handschrift ino^oPy 
wozu sie S'Bol als Subject in Gedanken ergänzen. — F. Gräfe 
schlug (statt des Reiske^&^en ov ri givyeü^ I'tbqop) vor: — Jtfoi^ 

Stellen wir nun aber diese Erklärnngs- und Verbesserungs* 
Versuche za unsern letzten zwei Distichen einige Betrachtungen an, 
so scheint uns erstens der Sinn, welchen man den Worten ,jfMfiip 
dfMxqxBlv iatl d'Bwp «... ip ßtotfj^^ gewöhnlich unterlegt, an sich völ- 
lig unpassend. Oder was soll es heissen, Ton den Göttern zu sa- 
gen: „Der Götter Sache (Vorzug) ist es, nichts zu fehlen (in keinem 
Stocke unglocklich zu seyn) und alles wohl zu vollenden im Le^ 
heri^'? Und wenn dies an sich guten Sinn hätte^ wie fogt sich dazu 



am SUfhli4A$n dies da (Folgendes) ¥Oo Zeas bescfaiedea ist^S dm 
d»9 Folgende nach jeoe^ Auslegung nicht von den Steebliehen, son» 
dern von dem Loose der Götter handelt? Und wie soll bei dersd^ 
ben Auslegung der Scbluss des letzten Pentameters j^/io!^ap ä* . ovj& 
yvysii^ ßnoQBM^^ erklärt werden? Man sollte meinen, es sey auch 
darin noch Tom Loose der Götter die Rede, etwa in dem Sinne, 
dass Hte^ in allem Uebrigen glocklicb, nur der MoTqu (dem Schick- 
sale?) nicht entgehen kOwien. 

Das Gefühl dieser Schwierigkeiten bestimmte, wie es scbeinf» 
Markland und Andere, zusammen zu fassen ^,ip ß^^ß /lOiQccp ^ 
ovT$ yvysip inoQoy (SnoQBpy^ und dies so zu erklären: y^im Menschen^ 
leben dagegen haben sie (die Götter; oder: hat er, Zeus — ) dem 
Schicksale (dem Tode) zu entrinnen keinesweges gewährt.'^ Allein 
abgesehen davon, dass ßiotij den ihm hiermit untergeschobenen 
Sinn nicht hat, behaupte ich, dass in unserm Zusammenhange die 
Stellung der Adversative di schlechterdings nicht zu rechtfertigen 
wäre, sondern dass sie noth wendig hinter ß*or^ stehen mtl^^f^, um 
den Gegensatz desselben gegen &€wr herauszuheben. Und end- 
lich, wenn der Dichter der Inschrift diesen Sinn gewollt hätte, wie 
leicht würde es ihm gewesen seyn , statt des missverständliohen 
ip ßiOTJj einen ganz unzweideutigen Ausdruck zu setzen ? — Aach 
Grdfe'B /u«^ 071 CO 1^ kann nichts helfen (obwohl z. B. />t^Mit [p.432l 
es auf- und in Schutz nimmt). Schon Schäfer's Bemerkung: „Viro . 
egregio haud dnlntanter assentirer, nisi negativa ovtij quae neqnijt 
referri nisi ad infinitivum ^vy^ht^ male me haberet. Scilicet ut dici* 
tvr &bAp ixnl fAijd ip mfiaQTBtp^ sie graecae proprietas syntanis dior, 
nibei' w^&^nmp ictl fAtj qfvysüf ti^p si/AaQ/LiiPtjp — '^ widerlegt deii* 
Vorschlag:; noch mehr das voran stehende d-ptixots und anderes^ 
wie sich im weitern Verfolge von selbst ergeben wird^ 

Abhandlungen der 1. Gl. d. k kk. d. Wi»s. VI. Bd. i. AMh. 12 



I 



90 

Können non die zeitberigen Versnche^ die vorliegefide Stellei 
zu erklftrea oder za emendiren, nicbt fbr aasreichend erjkannt wer^ 
den 9 so haben wir noch auzogeben^ anf welche andere Weise wir 
sdbige erklären zn können meinen. 

Wenn in den ersten 3 Distichen der Grabschrift gesagt ist: 
^^Die hier bestatteten Männer traten am ihres Vaterlandes willen in 
den Kampf gegen die Feinde; kämpfend aber weihten sie ihreSee^ 
len dem Hades^^ — so knüpfen daran nnsre 2 Distichen den Schloss 
des Ganzen mit folgenden Worten: ^^Die vaterländische Erde aber 
amschliesst in ibrem Schosse die Gebeine (Leiber) der Gefallenen^ 
da ja den Sterblichen von Zens dies zoerkannt ist, dass sie — ^' 
Doch wir brechen ab, am nicht nach vorgefasstem Sinne die Worte 
za constrairen, sondern nach recht constrnirten Worten den Sinn 
za fassen. Die Worte aber, am die es sich handelt, laaten nach 
Weglassang aller Interpnnction (wie aaf dem Steine) : 

in€l S-yfjToTg ix ^log fjis xgfaig 

MtiSiv äfuxQtsü^ iazi S-soSy xal navta xaroQd-ow 
^p ßiorfj fWiQdcy ^* ovt$ q>VYBty tnoQHvr 

Nehmen wir davon zaerst die Worte ,JhiBl dvrjxoSs ix /iiOQ 
fj^€ xQtöig iarV% so geben diese in ganz richtiger Sprache ganz 
unzweideutig den Sinn: „ifa ja den Sterblichen von Zeus dies da 
(Folgendes) beschieden isV^ — Darauf folgt, was man erwartet, 
Angabe dessen, was den Sterblichen vom Gotte Zeus beschieden 
seyn soU, in dem Infinitivsätze: ,,fAijdiv dfsa^TBiP S'swp xal 
Tt'dpra xaroQ&ovp ip ß^orij^^y d« h. ^Nichts (keines Wunsches) 
XU verfehlen bei den Gotlem und (durch sie) alles wohl zu voUenr 
den (glöoklich zu seyn) im Leben. — Die Scblnssworte des 
Satzes j^näpta xaTOQd-. ip ß^oxff^ tnii!l\s\itn tine Einschränkung den 
des durch die vorausgehenden Worte Ausgesprochenen, und lassea 
den Gedanken erwarten ^ dass es mit dem Gegentbeile von ß^mq^ 



M 

m 

«H iem Tode Dftmlich, eine aodere Bewandtaiifls haben werde, ab 
jener Säte aosspracb. Und «eh da, die nodi abrigen leteteo Worte 
nnserer Inschrift y^fioTQav S" ovr$ ^ystr inoQSP^^ geben in der That 
ganz klar nnd deutlich, was uns jene erwarten h'essen : ^ydem Tode 
(Aer tu entgehen hat er (Zens) ihnen (den Sterblichen) nicht ger^ 
wahrt.^^ — Man schreibe demnach die 2 Oisticha ohne alle Aende- 
mng eo interjmngirti 

Takt di ncetQig ix^i xoXmug räp nXstata xa/Mtftwy 

JBd/MXT, iTiü &y^Toig ix Jiog ijÖB x^ig 
Mtjdiy ä/iaQTsty iazl B-BiUw xcä nana xaroQ&ow 

'Ey ßuytfi* fwlQay d^ ovt$ ^vy^tp fhiOQ&f. 

lieber unser Wagniss iaxC zu dem Satze ,Jnü dvtjroig ix 4^ 
^Jfe x^ia$g iart^^ hinaof zu ziehen, fügen wir kein Wort bei, weil 
durch die Richtigkeit der dadurch sich ergebenden Konstruction, 
durch den vollkommen passenden Sinn der so constrnirten Worte 
nnd durch das Wegfallen aller Schwierigkeiten die Rechtmässigkeit 
unsere Verfahrens als factisch bewiesen von selbst einleuchtet. — 
FOr yjfiijSky äfiaqxBTp &€(3r^^ gleich narrcay zvx^tp naqä 
&ßwp. wenn es jemanden in den Sinn kommen sollte, daran An- 
stoss zu nehmen, was bei dem uralt hergebrachten Missverständ- 
nisse ^) unserer Stelle allenfalls möglich wäre, will ich nur an ein 



*) Wenigstens hat schon ThemUtius (Orat XXO. p. 276. B. C. nach Ja- 
kobs' AnOibnuig in den notis crit. zur Antholog. S. 944 ff. zu Y. 10«) 
den Sinn unserer Stelle so falsch geftssl, wie zeither alle andern Ausle- 
ger; denn er sagt: ov yaq nsid'Ofiair iym %oig ix t^g TtoixlXtjg, g>vij- 
vaL noTB h ävd'QWTtoig o^vg Tiväg ixelvoi ftXavrovai cotpovg re xal 
anavdalovg, ovx eri avd-^niTtovg ' aklct %6%a d^ to inlyqaiipta 
iXfj&iateQov, oi^d-ij ytjei^y kniyiyqanvai iv t^ xdqxp x(f dtj^ 
fioal(f* xal yoQ tolg 9eolg fxopoig %d navta xatoqd'ovp 
anovifui. — So ist wohl öfter auf dergleichen A^filhrangen auch bei 

12* 



92 

«inuges Wort in Sopliokles Plriioktetes (Y. 280 ff.) erinneoi:: 4» 



<* •^ 






SchriftslelleiTi alter und sehr alter Zeit mit weniger Sicherheit 2« \m^j 
ab man gewöhnlich glaubt ^. 



*) Die Richtigkeit der Erld&rang FrOhlich's halte ich für nnbezweifelt ; er hatte 
mich schon Tor zwanzig Jahren daraaf anfmerlLiam gemacht; GAttling spricht 
in einem yor etwa drei Jaliren erschienenen Programme, wenn ich nicht irre, 
denselben GedanlLcn aas, ohne ihn jedoch zu begründen , er glaubt sogar, De- 
mosthenes selbst habe das Epigramm verfasst 1 ? Merkw&rdig nnd bedenklich 
mag scheinen, dass Themistios den Sinn falsch aufgefasst habe. Aber nicht 
hlos Themistios hat es so verstanden, auch der weit ältere Rhetor Aristides 
(ans welchem es jeher wahrscheinlich genommen hat) kannte keine andere 
Bedentnng, dieses zcngen dessen Worte I, 592. U, 298. 331 Dind., nnd te|t- 
gleicht man die Ton Bentlei Phalar. p. 4;i7 Lips. nachgewiesenen Stellen^, . so 

erhellt, dass der Vers: Mr^Siv afia^reiv iari &e6iv xai Ttavra y.aroQd'ovv ein 

Ton den Attidsten ans Demosthene^ rielfaoh wiederholter Gedanke gewesen, 
Ton keinem anders yerstanden, als dass nur die GOtter nnfehibar seyen und 
alles yermOgen, wie Lysias bei Ratilius Lupus p. 115 Ruhnk. sagt: Gonsilio 
ratuit, fortnna lapsus est, homo fuit, fatetur. Goncedendum non omnla poiMra; 
hoc enim deomm est proprium, oder in den Briefen des Pseudodem. p. |4|}7 
wohl mit Beziehung auf unsere Steile zu lesen ist, und dennoch ist dieses, wie 
Fröhlich gezeigt hat, dem Zusammenhange entgegen. Den nOthigen Aufsehlnin 
ftnde ich in Folgendem: Das Epigramm selbst fehlt nicht blos in dem bes^n 
Codex ^, sondern auch in allen Handschriften der zweiten Classe; erst die 
der dritten Familie haben es; dadurch wird wahrscheinlich, dass Demosthenes 
selbst das Gedicht nicht beigelegt habe, sondern es yon einem andern später 
aus einer Sammlung beigeschrieben worden sey. Von Aristides aber ist er- 
wiesen , dass er die Reden des Demosthenes in der Gestalt hatte , wie diese 
uns in 2 yorlicgen. Er kannte also das Epigramm nicht , weil es in seinem 
Exemplar des Demosthenes so wenig als in ^ stand; er kannte nur dieWorte, 
dio Demosthenes selbst daraus anfuhrt: /iriSev afio^aiv — »axii^ovpj und 
alle (iitationen der Alten aus der Grabschrift beziehen sich nur auf diese 
Worte, diese aus dem Zusammenhange gerissen , wird niemand anders yerste- 
hen, als sie gewöhnlieh yerstanden werden. Die falsche Aufßissung des Epi- 
grammes bei den Alten selbst ist dadurch hinreichend erklärt nnd gerechtfer- 
tigt; möglich, dass sie yon eben dem yiel bewunderten nnd nachgeschriebenen 
Aristides ausgeht. Auf gleiche Art fehlt in denselben Urkunden des Demo- 
sthenes das lange Solonische Gedicht , weiches die Rede :rsoi Ttaf^n^Eüßeias 
anfahrt. Spengel, Denkrede auf Fröhlich, gelehrte Anzeigen 1849. 635. 



9t 

t^nzl TfcrKrior TiUTO^&clw iw ßiat^^^ ans dem Torio stehendeB &ewp in 
jfiredariken za ergftimni ,j^vp avxoig^^ (.= mü ihrer Hilfe ^^^ 
erlaabl nicht nar^ sondern gebietet sogar der iZnsamme&hang« -^ 
JHiss ich endfich den letzten Satz so construire: ^j/mÜ^op &i q^yni^ 
.dm avralgX'^ol'g &tnproig) &ioq8p {6 Z^vgy^ ist nach allem BSsfae- 
«gen derchaus notbwendig und nach ailen Regeln der Sprache er- 
Janbtf denn der Säte ^jj^ptizotg ix Jtog fjÖB xQtaig iat/^^ sagt dem 
Sinne nach : x68b (ihv Zeig x4Ukg &tn]Totg xixQWB (JfidwxB) ; der andere 
'Stellt dagegen: fioTqap dh ^pvyety ovx inoQSP (ovx Vdioxhp) avroig. 

IL 

Nach dieser Behandlung der Grabinschrift geben wir non der 
Aufgabe gemäss , die wir uns gestellt haben, zor Betracbtnng der 
Worte ober, mit welchen Demostbenes in seiner Rede nach Ahle- 
jiong der Inschrift einen Vers derselben zq seiner Rechtfertigung 
gegen Aeschines angewandt hat. 

Diese Worte lauten, wenn wir vor der Hand die allenfalls 
streitigen loterpnnctionszeichen weglassen, wie folgt: ^Axoing, At^ 
41x^9 jea2 iy €tvT(p tovT(p (6g ro fJu^Sky afuc^Btp ioxl &Bmp xal ndtna 
nteto^&aw ov z(p avfißovXif rqp xov xtnoQ&ovp rovg dywp^io/iäpovg 
,dpä&i]X8 JfvPct/uPj dkXä rolg &Botg. rl avPj c3 xatd^avB x. r. jL.) 

Der Vers^ also, von welchem Demosthenes fbr sich Gebrauch 
macht, ist der Hexameter des letzten Distichon unserer Inschrift 
j^jtifjdip d/LüxQT. iarl S-Brnp x. n. xcctoq&ovp^^ y gerade ein Vers, wel- 
ohen M^ir auf ganz andere Wase gedeutet haben, als die zeitfaeri- 
geii Aoslegör. Ist nun die zeitherige Auslegung dieses Verses 
falsch, die nnsrige dagegen recht begrflndet und wahr, so wird die 
veränderte Auslegung des Verses ohne Zweifel auch in Behandlung 
•md Erklärung der angefahrten Stelle der Rede selbst eine Aende- 
tong als notfa wendige Folge nach sich ziehen. Welche? das wol- 
len wir jetzt noch zu entwickeln versucheii. 



99 
99 



Die zeitberigen Bearbeiter uadA^Bleget iiM6rer Stelie w^riieii 
darin veii einander ab, dass die einen hinter nnh*^ ein Koanlilt 
setzen 9 die andern keines; einig dagegen iund sie darin, da» sie 
hinter xarof&ow eine Periode lübsohliessen , die einen mit eimtii 
Pnnkte ^ die andern mit einem Fragezeichen. In dieser Periode 
nehmen sie äxoveig oder anch dx. xai ip avtfp ravzfp als 
Haoptsatz, das Uebrige bis xaroQ&ovr als den von jenem abhftn«- 
^gen, dorch cig angeknüpften Nebensatz, als dessen Sabjeet sie 
TQ fAtidip ä/stxQTsir ••• xaroQ&ovr^^y als Pr&dicat aber 
&€oip iazi^^ betrachten, so dass die so construirte Periode nach 
ihnen den Sinn gewährt : „Da hörst du, Aeschines, dass aach selbst 
in dieser Grabscfarift das ;, Nichts fehlen nnd in allem glttcklich 
seyn<< den Göttern zukömmt (Sache der Götter ist).^ 

Hiebei wollen wir non von diesen Interpreten nicht Redien«- 
schaß darüber fordern , waram sie denn gerade nnr die Worte bis 
einschl. xarof^&wp als eine Periode abschliessend zosammen fassen, 
da doch eben so gnt alles von äxovsig bis &8otg einschl. als eine 
Periode gefasst werden kann; auch keine Rechtfertigang des anf^ 
fallend harten Asyndeton wollen wir verlangen, welches nach ihrer 
Anordnung zwischen xotoq&ovp nnd ov tcjf avfjtßovJUp eintritt; auch 
nicht nachgewiesen verfangen > was man als Snbject zu dpOTjxs 
denken müsse: nur allein die Frage wollen wir stellen, wie denfi 
der Sinn der ersten Periode nach ihrer Annahme sich mit dem Fol- 
genden zu einem Ganzen vereinigen lasse? Nach nnserm DafOr^ 
halten auf keine Weise« Denn wenn die Worte der Grabschrift 
,,fjifjdir afiaQT. — xotoq&ovp^^ den Sinn haben: „den Göttern alMm 
kömmt zu, in allem glücklich zu seyn'^, so kann davon nur He A»- 
wendsng gemacht werden: „somit dürfen tair uns nicht WQadei!% 
wenn uns Sterblichen ein Unternehmen misslingt, oder dgl. Der 
Redner aber macht von diesem Verse der Grabschrift nicht dies4^ 



9& 

soadern eioe ganz andere Anwendong, itidem er nach Anfabrang 
di^elbeii fortfikbrt : „&v r^ avfsßavXcjf x. r. X.^', d. h. ,,Dicfat dem 
BjMli^eber legi dieses Wort der Grabachrift die Macht bei, den 
K&mpfenden Gelingen zu verleiben, sondern den Göttern , nod somii 
aallat da nicht mir, dem blossen Aatbgeber, das Misslingen des 
Kampfes znr Last legen ^ da dies nach dem Worte der Grabscbrift 
webt Ton mir abhing, sondern Ton den Göttern.^ Aas diesem nidit 
aut verkennenden arid nicht zu languenden Sinne der Worte, mit 
welchen der Redner den Vers der Grabscbrift auf seine Sache an«* 
wendet, ergibt sich also, dass, wenn Folgerichtigkeit im Gedanken- 
gange stattfinden soll, der angewandte Vers nicht, wie nach der 
zeilbertgeto Ansieht, von jenem seli^n Loo^e der Götter sprechen 
könne, kraft dessen sie dnrchaos ^Qcklich seyen, and Urnen alles 
lAadi ihren Wünschen gelinge, sondern vielmehr davon sprechen, 
mAsse, iass van Macht und Beistand der Götter abhänge^ ob den 
sterhlicken .Menschen ihre Unternehmungen gelingen oder miss*^ 
lingen. 

So sehen wir uns denn aach auf indirectem Wege, d. h. durch 
Hilfe des Zasämmenhangs, in welchem unser Vers „miäip afux^sTy 
au T. X/^ in Demostbenes' Rede vorkömmt, zu der Einsicht geleitet» 
dasa er den Sinn^ welchen ibm die Ausleger zeither untergelegt 
haben, nicht haben könne, sondern dass er vielmehr, um in seinc^n 
Zusammenhang zu passen, gerade in dem Sinne gefa^st werden 
mitase, welchen wir als in ihm enthalten oben bei Behandlung der 
Grabschrift aus den Worten selbst entwickelt haben. 

Wie moss denn aber nun die Constroction unserer Stelle in. 
lüemostbenes' Rede gefasst , wie interpongirt werden u. s. w. , da- 
mit unser Vers seinen non von zwei Seiten her als noth wendig 
naebgewiesenen Sinn behalte und alles mit Entsdiiedenbeit in si- 
chere Ordnung gebracht werde? — Diese Frage können wir gmia 
Jum so beantworteiiw Man schreibe: 



m 

tmTp iazi S'säy xai napxa xcctoQ&ovr^^ ov z^ av/AßoiXiCf Tifit> 
tov xaxo^ovp tovg aympiSo/jiiyovg dpidtjxs SvpafAtVj dXXa totbd-BtiSi^i 
tl oiv X. r. X.y d. b. man fasse die gauze Stelle ^on'dxovB$g H*^ 
&soTg als eine einzige Periode, und zwar äxovng ip avT(p zoinp {t^' 
imYQdfSfzari!) als HauptsatZy das abrige von tog Ins &BoTg als datroa 
aMiängigen Nebensatz. In diesem Nebensätze selbst erscbeiat doii 
der Vers y^/itjÜP auaQtsip . . . x(no^9vvp'% durch den voran gestell-* 
ten Artikel z6 zum Substantive erhoben, als Subject zu opi^xe^ 
dem Redeworte des Satzes, dann y,Tfjp .... dipufup'^ als nächstes 
Object desselben a. s. w. Die ganze Periode aber gewinnt dabei 
sehr leicht und natürlich den einzig passenden Sinn: ,,Da hOrst do^ 
Aeschines, auch eben in dieser Grabscbrift, wie das Wort derselben 
9, yyKeines Wiinsches zu verfehlen hei den Göttern ist (den Stferblicbeo 
beschieden) und durch sie alles glücklich zu voUfahren'^'^ nicht dem 
Rathgeber die Macht beigelegt hat, die Kämpfenden glücklich an's 
Ziel zu führen, sondern den Göttern. Warum denn also u. s. w.^^ 

Sollte ungeachtet alles bisher Gesagten noch bei Jemand eini- 
ger Zweifel darüber zurück bleiben^ dass der Redner den Vers 
unsers Epigramms in dem von uns angegebenen Sinn angewandt 
habe, so bitten wir ihn, wenn nicht die ganze Rede ober die Krone 
80 doch den Theil derselben, welcher sich auf jenen Vorwurf we- 
gen des llnglocks bei GhAronea bezieht ^ aufimerksam nachzulesen, 
indem wir mit voller Zuversicht annehmen, däss sich ihm sodann 
alle Zweifel lOsen und er zu gleicher Ueberzeugung mit uns gelan- 
gen werde. Oder wie kann jemand über Sinn und Meinung des 
Redners noch auf irgend eine Weise ungewiss bleiben, wenn er' 
Stollen lieset, etwa wie folgende (Weiske-Schftfer'sche Ausgabe 
S. 186. Z. 15 ff.)* ^^ f*^^ Y^Q ni^ug, tag up 6 daif^wp ßov'^* 
Xfid-fl^ näptcDP ^typ^ta^j fj Si nqoaCfmOig anttj tijp roi cvußai*-' 






/ 

' 



i:;, 



1: ; Ak Rerältat der ganzes Abhaodlsog endlich^ wie wir irie mb 
In zwei kleinen Abschnitten ansgefabrt haben , >ergifot sich, dara dic)^ 
GmbBcbrifit und die znaAdist damit zusammenbAngende Stelle der 
Rede pam mit den Worten der Handschriflten and alten Ansgabeft^ 
jedoch mit einigen nothwendigen Aenderongen in der Interpoücliott 
ao zm acbreiben sind: 

"OirXa xal qytinaXaw vßQ$y ansaxiSteamp* 
Ma^yäfiBya$ ^, aQer^g xal dsf/ua^og, ovx icmAacey 
. . Wvx^gj äXX 'jttiffiy xoipoy i&syte ß^dßfiy 
Ovyexsy 'EXXtjywy, wg /ni^j tvyoy ovx^yi S^yteg 

JovXoavyrig j arvysQäy äfiq>lg f/cü(7«i^ vßg^y. 
Fatä dk nazQlg l/f* x4Xno$g ^üy nXstata xafwytajy 

JSw/Mxty iu€l &yf]TOtg ix J$dg ^e xQiaig 
MfjSiy äjLutQTsty iorl if-sc^y xal ndyia xatof^&ovy 

^Ey ßiOT^' /LiotQay dl* ovn g>vy€Ty ^no^sy. 

^Ai^ovBigy Mox^yt]^ xal iy avtcjf xovxtpy (&g xo Mijdky A/ia^-- 
T^$y iatl &sdiy xal ndyra xaxoQ&ovy ov xcp an/jißoiXcff x^y xoi 
xcexogd-ovy xovg dyfDy&ofiiyovg äyid^xs dvyafuy , dXXd xoig &sotg. t/ 
ovy X. r. X. 

Und wollen wir endlich alles ^ was im Yerlanfe nnserer Ver- 
handlung über den Sinn der einzelnen Worte und Sfttze n. a. w. 
aowohi der Grabschrift als der daizn gehörigen Stelle der Rede ge-*^ 
sagt worden ist, wir dnrch Recapitulation in einer prosaischen Ue-^ 
bersetznng zur Uebersicht bringen , so könnte eine solche ungefähr 
so lauten: 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. I. Abth. 13 



^ 



(Grabsehrift;) 



,,Die bier bestatteten Mftnner traten um ibres Vaterlandes 
gewaffnet in den Kampf and yereitelten der Feinde Hobn; 

Kämpfend aber nabmen sie über Math und Fnrcbt — denn 
meht retteten sie ibre Seelen/ sondern nabmen sieb (ober Müth und 
Ktircht) ' Hadds %tm gemeinsamen Ricbter 

Uü der Hellenen willen, aof dass nicht ^ hätten sie selben da» 
Joch der Knechtschaft auf den Nacken gelegt, sie ringslier Ter- 
bassten Hohn zu ertragen haben. 

Die yaterläudische Erde aber hält in ihrem Sdboosse der ta-* 
pfern Sieger Gebeine; denn es ist ja den Sterblichen • von Zeus 
dies zwar beschieden, 

Keines Wansdhes zu verfehlen bei den Göttern iAid (dnrcb 
sie) alles glückKcb zu vollenden im Leben; dem Tode aber za ent- 
rinnen bat er ihnen nicht gewährt 

(Anwendung.) 

Da hörst du, Aeschines, auch eben in dieser Grafoschrift, wie 
das Wort derselben yjKeines Wunsches zu verfehlen bei den Göt- 
tern ist (den Sterblichen) beschieden und durch sie alles glücklich 
zu voUenden^^ nicht dem Rathgeber die Macht beigelegt hat^ die 
Kämpfenden glocklich an's Ziel zu fobren, sondern den Göttern. 
Warum denn also wirfst du mir schmähend vor u. s. w.?^ 



Möge unsere Abhandlung benutzt, oder, wenn sie nicht zustimmenden Beifril 
findet, doch wenigstens, da sie nidit ohne Gründe auftritt, mit fuien Gfünim 
widerlegt werden! 



[A 



I 



lieber das 



Erechtheum 



auf der 



Burg von Athen. 



Von 



Fiiedrich Thiersch. 



Zweite Abhaudlung. 

(Mit architectonischen Zeichnungen von Eduard Metzger.) 



13 



1 



r 






lieber das Erechtheam 

auf der Burg von Athen. 

VOB 

Friedrich Thierseh. 



Zweite Abfasnälang. 

lieber den Baustyl und die historische Entwicklung 

desselben. 



I. 

Hinleitung. 

Mn der ersten Abhandlang ober das Erechtheam haben wir ans 
den BaniDschriften and nach den Meldangen der Autoren die Trtai* 
riier ^es Baaes aaf ihre wahre Bedeutang zarOckgefilhrt and nach- 
gewiesen, dass in der hier vorliegenden Verbindung verschiedener 
fiebftude sich das alte Haas des Erecbtheus mit dem Megaron 
gegen Osten, dem Mftnnersaal nach Norden, mit dem alten Sacellam 
de^ Pallad Atheoe im westlichen Qaeerbaq^ dem Gynäkeion im sod- 
westlichen Eckbau und der Yerbindungshalle zwischen ihm und dem 
Männersaal darstellt^ d. i* dass der neue Bau nach Maassgabe dieser 
Theile des alten ein Gebäude zeigt, bei welchem der Plan oder die 
Anordnung des urspronglicben noch in weMntfi(^n Tfaeilen durch- 



* * * 



* • 



102 

* scheint. ^) Des Baiistyles wurde dabei nor in untergeordneter 
Weise nnd insofern Erwäbnnng gethan, als dazu die Baoinscbriften 
Gelegenheit gaben, und es zur Erklärung des Ganzen oder Einzel- 
nen nfttbig schien. 

Von dieseni) iem J^nus architeetuitaSf seil nun des Weiteren 
gebandelt werden^ nicht dass wir genieint wären, das Einzelne nnd 
Ganze der ionischen Bauart, das ionicum architeclurae genus, oder 
die ionica ratio, hier darzulegen' fand dadurch eine Tektonik oder 
Architektonik derselben ^a liefern — ^^im Gegentheil wird das daranf 
BezOgliche als bekannt, als ein Gegenstand vorausgesetzt, der seit 
Vitruyius bis in unsere Tage von vielen Architekten und Archäolo- 
gen ermittelt und in allen wesentlichen Püncten erläutert wor- 
den ist — sondern um dem ersten oder ponstructiven Tbeile un- 
serer Arbeit einen historischen beizufügen, welcher mit jenem gleiche 
Absicht verfolgt. Es wird sich fragen, woher diese Bauweise, die 
in dem Erechtheum ungeachtet mancher Besonderheiten und Abwei- 
chungen von der allgemeinen Noiim den Gipfelpunct ihrer Vollen- 
dung feiert, aus welchen Anfängen und unter welchen EinflQssen 
des hellenischen Geistes sie zu ihrer vollen Entfaltung gelaugte, 
nnd wie in ihr der Genius des ionischen Stammes in Uebereinstim- 
mnng mit seinen obrigen Aensserungen nnd Werken sich treq 9k* 
spiegelt Diese Nachweisung aber ist unmöglich, ohne dass zq« 
der Untersuchung die Frage gezogen wird, wie sich die ionische 
Weise zu der dorischen verhielte, welche neben dem Erechtheum iR 
dem Parthenon jener ein Werk gleicher Vollendung entgeg^nge-* 
stellt, während in den Propyläen, die zu beiden den Zugang Offnen» di0. 



*) lieber die Erinnerungen upd Einwendungen dagegen von Seite des Hrm 
Prot Karl BOUicher targL ctie Beilage za dieser Abhandlung. . 



im 

KHUsclie jn ifar InnereiB anf^enommeii und dadarch beide 2d einem 
Zosammeiigesetzten^ eDtspreebend dem dorisch ^ ioniscfaen Rbythmtitf 
QDd ' Strapfaenbaii der vonent wickelten griecbHscben Lyrik, veroiitteH 
wvrden. Ist diese, die dorica ratio, neben der ioniscben, ist sie vor ibf 
entisitanden , bat sie dieser als Vorbild nnd Ursprung gedient, oder 
ist sie neben jener ans einem gemeinsamen Princip in gleicher ür* 
sprdnglicbkeit entsprossen, am gleich ihrer Schwester die Weise^ 
indoles nnd ingeninm des Stammes^ dem sie gehört^ in voller Klar- 
heit, dnrcb Formen^ Verhältnisse nnd Verbindung steinerner Massen 
zn einem harmonischen Ganzen an das Licht za stellen? Man sieht, 
dass, wenn die Aufgabe so gefasst wird, die historische Frage nach 
der Bauweise des Erechtheums mit der nach dem Parthenon, die 
Entwicklung des dorischen mit der des ionischen Styles verbunden 
.wird, und so werden auch die zur Erläuterung beigezogenen Ana- 
logieen des dorischen und ionischien Staates mit seiner Gesetzgebung 
und Sitte, der dorischen und iomschen Philoso{Aie, Touknnst, Rhyth- 
mik und Poesie und selbst der Mundarten parallel neben einander 
gehen; denn eine solche Ausbreitung ist nöthig, wenn es sich um 
den eben angedeuteten Nachweis handelt, dass die heUenische Archi- 
tektur den Geist des ionischen und dorischen Stammes ebenso treu 
wd lauter darstelle, wie es auf den andern Gebieten der geistigen, 
socialen und politischen Thätigkeit durch die aus ihnen hervorge- 
gangenen Ordnungen, Leistungen und Künste geschehen ist 

Die im Folgenden entwickelten Ansichten ober Ursprung, Rich- 
tung und Geist der griechischen Architektur wurden bereits am 5* Aug. 
1843 in der Sitzung der philosophisch-^philologischen Oasse der Aca- 
demie gleich denen der ersten Abhandlung dem Wesentlichen nach 
vorgetragen« Da aber ihre Ausführung in das Einzelne bis jetzt 
verschoben blieb, so war wohl natürlich, dass eine neue Bearbei- 
tung derselben eintreten musste, der es oblagt das seit sieben Jabiren 



104 

Ckber den hier iu Frage jstehendea Gegenstand Geleistete in Erwig«' 
ang zu nehmen, um es nach Befbnd za branchen oder za widere 
legen. Vorzflglich gilt dies von dem geehrten und geistreiehen^ 
aber in vielen Poneten sehr controversen Werke des Hrn. Prof* IL 
Botticher in Berlin: die Tektonik der Hellenen. Einleitung and Do-* 
lica. Potsdam. 1844. -^ Zweiter Band. Der' hellenische Tempel 
in seinen Raumanlagen für Zwecke des Cultus. Das. 1849. Wir 
bedauern^ dass die Abtheilong Aber den ionischen Bau noch nicht 
erschienen, und dadurch unserer Arbeit die Gelegenheit versagt ist, 
sich über ihren lohalt zu verbreiten. 



n. 

Sage vom Ursprung und von der Ausbreitung der dorischen Bau^ 

kunst hei Vitruvius. 

Die Geschichte des Ursprungs und der Entwicklang der grie^ 
chischen Baukunst liegt in tiefem Donkel begraben. Ihre älteste 
Form, die pelasgisch •* achftische Architektur oder was als solche 
betrachtet wird, und die nach ihr «aus einem andern Princip ent- 
sprungene hellenische oder dorisch -ionische, lag in bedeutenden 
Werken, jene als abgeschlossenes und der Geschichte verfallenes 
Ganze, diese als ein im Wesentlichen schbn vollendetes Werk vor, 
ohne dass ihre Origines ein Gegenstand der Nachforschung oder Auf- 
Zeichnung geworden waren. Nur in den homerischen Gesängen wer- 
den einzelne Werke von jener, and über diese und den VerlaBf 
ihres Ursprungs bei Späteren nur in dürftigen Meldungen und No^ 
tizen zu unserer Kunde gebracht Das meiste zur Sache Gehörige 
ist ans den Ueberresten der Altem und der sp&tern Bauart entnom- 



im 

mtDj nod dorch Hypotbesen ergftDzt worden , zu dteen sehon dett 
alten Lehrern der Baakonst Anläse nnd Bedtimmnng gegeben war. 
Nachdem aber die Zeit kanii wo die Scbriften ober einzelne Werke 
der Arcfaitektor erschienen und das BedQrfuiss der znr Yollendon^ 
gebrachten Tektonik Formel und Ansdmck in systematischer Dar* 
sfellang zu geben, sich Geltung Tcrschaffle, hatten sich die ge- 
schichtlichen Ueberliefernngen ober Herkunft und Fortgang der Archi-^ 
tektor zu einer Sage gestaltet, welche Vitrur in einer fast aben- 
teoerlicben Gestalt überkommen und mitgetheilt hat. 

Er beginnt mit seinem Bericht daraber das IV. Buch seines Wer- 
kes ober die Architektur I. $. 8, nachdem er die Bemerkung vor- 
angeschickt, dass dorische und ionische Säulen die ursprflnglichen, 
und die korinthischen aus ihnen zusammengesetzt seien, von welchen 
die dorische den beiden anderen an Alter Torangehe; „e qnibus 
prima et antiquitus Dorica est nata.^ Denn ober Acbaia und den 
ganzen Peloponnes habe Dorus, des Hellen und der Nymphe Orseis 
Sohn, geherrscht. Der habe zu Argos, einer alten Stadt, das Tem- 
plum der Juno, zufällig ein Ueiligthum dieser Farm gebaut „Namque 
Aehaia Peloponnesoque tota Dorus, Hellenis et Orseidos Nymphaef 
filius, regnavit, isque Argis, vetusta ci?itate, Junonis tefnptum aeü-- 
ficavit ejus generis fortnito formae fanum. Deiude iisdem generi-^ 
hu9 in ceteris Achaiae civitatibus, cum etiam nonärnn esset symme* 
triarum ratio nofo.^ — Die Erzählung zeigt an mehreren Stellen yer- 
dorbene Lesart. Die Worte templum aedificavit ... formae fanum 
haben weder Sinn noch Constniclion, und die spätere Stelle %. 5, 
welche man beizieht: „Templa deorum immortaliom constituentes coe* 
perunt fana aedificare^^ liegt nicht weniger im Argen, ganz abgesehen 
chnrön, dass hier templa constituere eher auf Ausscheidung der hei^^ 
Kf^en Bezirke, re/utfi^, gehen kann^ während dort templum aedificarit 
gifiz entschieden auf Tempelbau hinweist. Will man aber mit 6a«- 

Abhandlungen der 1. GL d. k Ak. d. WUa. VI. Bd. L Abtli« 14 



IJABi Jaoonis teoiplo, Qder will mau Joqodis in templo oder Janoiiw 
templi lesen, 80 wAre a^war namenüicb dorch Joucuifi in templo fn* 
nqin aedificaTit (t^g ''H^g h TafA^ye$ vaw (pxoioiu^csy) dem Siuiv 
and derStractor genug geschehen } doch blieben fortoito formae nock 
ein nicht zo beseitigender Anstoss. Schon Perraolt bemerkt, waa 
VitroT nna hier sage, sei nnmOgücb, da die Erfindung einer so konst- 
reichen Ordnung wie die dorische mit so vielen Eigentbcuulichkeiteiv 
deren Grund und Bedeutung Vitnivius selbst so genan nachweist, Bi^iii 
ein Werk des Zofalles seyn könne, wozu noch kommt, dass formae 
ganz ohne Beziehung bleibt. Es steht nicht besser mit dem an- 
deren Theile der Stelle. Was soll iisdem yetierihus seyn, wo nur 
Yon einem Genus, templum ejus generisj die Rede ist? Daza febijk 
das Verbom nach deinde, und Dorus aedificavit zu verstehen, um 
diesen zum Urheber aller dieser Tempel zu machen, hat auch sein 
Slissliches, zumal Achaia nach dem römischen Gebrauche Jener Zeit 
wcdil im AUgemeinen for Graecia, wenigstens fQr den Inbegriff d^r 
Länder gil^ die den Complex der römischen Achaia bildeten, wenn 
nicht die Sage das eigentliche Achaia darum hier im Sinne hatt^ 
weil spftter die Jonier in Asien bei ihren Tempelbauten in Jonien 
an das anknopflten, was sie in Achaia, ihrer alten Heimatb^ verlai^ 
800 hatten. Die Handschriften des Vitrnvius, von denen mehrere, 
wie Cod. Pithoei, ferner die aus dem Besitz der Königin Christine 
in den Vatican obergegangene und eine andere Vaticanische in ein 
h<rfies Alter, die letzten in das achte und nennte Jahrhundert zurück w€ii^ 
sen, sind^ wie ihre Uebereinstimmung in den Ärgsten Corruptelea 
zeigt, aus Einem sehr stark verdorbenen Codex geflossen^ Kritische 
Hilfe steht also von dieser Seite nicht zu erwarten, und Conjectoi^ 
die hier zugleich an mehreren Pnncten einschneiden mOsstOt fördert 
die Untersuchung nicht, fihr welche Thatsachen, die nur dorch Canh 
jpcturen gewonnen worden, eine missliche Grundlage bilden. £• 
wird also das Gemdrenstei seyn» sich vorderhand an den kri(is«li 



f* ' .:.» . .1 ■ ' .- • r •' f( •■•'»' ■/ 



lor 



g^^sotidiMi l^boil der Stelle 2^0 halten: isrqiieArgiis »v... Janoris «empl 
aedifleätit ejns geneti». Im Folgenden ist nbrigens Corruptel ttnd Lflck4 
des Textes zogleieli anzunehmen, nnd Vitrariaä konnte wenigstens st aft 
forfnitoct. geschrieben haben: Sortitumque ex eo denöminationem 
omne ejus forniae fanom, quod deinde e jus dem gener is rationi^ 
hus in ceteris Achaiae eivitatibas conditun^ com ct. Daneben liegt die 
historische Haltlosigkeit der Stelle. Der Name der Dorier ist im Pe* 
loponnes ror Einwanderong der Dorier ans den HochthAlern des 
Knd OS unerhört, hier aber wird schon der mythische Doms, den diA 
* spätere Sage zam Stammvater oder Stammheros des ganzen dori^ 
sehen Geschlechtes gemacht hat, in den Peloponnes eingeführt, um 
im Heiligfhnme der Hera za Argos ein Prototypen der dorischen 
Ordnang zo banen. Dass in der Ebene von Argos bis zum Inachos 
lyrrhenische Pelasger, neben ihnen die kynnrischen nnd hinter bei^ 
den die arkadischen gesessen, haben wir in der Abhaodlong Ober 
die Sprache der Zakonen am Schiasse nachgewiesen, nnd dem er^ 
sten Stamme gehörten Tempel nnd Dienst der argivischen Hera 
nach der Meldung, welche sich aus Sophoeles bei Dionysius HaKc 
Antiqq. Rom. I. c. 25 erhalten hat. "Irax^ ysp^atiOQ^ nat ic^mp 
itOT^g ^Öxsapov^ ju^yie nQSCßevwp ^A^ovs re yvcag ^Hgag rs ndymi 
xttl I^QafjpoTai neXaayoTg. Der Heratempel Ton Argos war, wie 
man jetzt weiss, auf einer der Anhöhen (naYOi) gebaut, in welche 
das Hochgebirg zwischen Mykene und Tiryns in die Ebene ah^ 
Iftuft. Nachdem man das Herftum lange gesucht, und ungeachtet der 
genauen Angabe seiner Lage und Entfernung von Mykene bei Pao^ 
Banias (II. c. 17 S* 7) nicht gefunden hatte, ward es vom General 
€Fordon, der in Argos wohnte, auf einer Jagd entdeckt. Die An- 
hUie senkt sich in 3 Terrassen nach der Ebene. Die obere Ist 
leer, die mittlere hat eine polygone JSubstrnetionsmauer von geringer 
'H6be, die untere aber zeigt acht hellenischen Unterbau, und lieferte 
%ei der Nachgrabung Reste dorischer Arelliti^tilr. Vergt. die ^ 

14* 



108 

UB$e und sachkundige Schildernng eines der Tontflglicb^ten neuen 
Reisenden, William Mare of Caldwell in ^^Jonrual of a tonr in Greeee^ 
YoL IL S. 177 ff. In den Dörfern anter der Anhöbe sind mehrere oolos* 
isiale dorische Sftuleut rommein for die Zwecke der Bewohner verwendet 
nnd dadurch erbalten worden. Man weiss (Tbucyd.IV. c. 133), dass 
das Her&on im achten Jahre des peloponnesischen Krieges (j. Cb. 
428) abbrannte. Es ward dann prachtvoller gebaut und mit dem 
^eolossalen Bilde der Göttin von Polykletus gescbmockt. Pausa- 
Blas (a. a. O.); der diesen Bau noch ganz sah, meldet, dass Ober 
ihm sich die Grundlagen des frQberen Tempels f&odeu und was sich 
Mnst von dem Brande desselben erhaltet habe, und schon Gordou 
nahm mit Recht an, dass zo diesen die Mauer der mittleren Teirasse 
gehöre. Wie hoch dieser altere Bau in der Zeit hinaufreiche, wird 
nicht berichtet; doch darf wohl die Stelle des Vitruvius auf ihn be^ 
sogen und sofort die Sage, welche bei Vitruvius nachklingt, auf 
ihren wahren Gehalt zurückgeführt werden, das alte Herfton von 
^rgos sei derjenige Tempelbau , an welchem zuerst die dorische 
Architektur versucht worden sei. Sein Bau wäre darnach auf die 
der dorischen Wanderung unmittelbar folgende Zeit zurückzuführen, 
mit welchem nähern Grunde, steht freilich dahin, da auch das HerAon 
«a Olympia gleichsam das Schatzhans uralten Bildwerkes, auf des 
Heraklldenführers Oxylus Periode zurückgestellt wurde, Pausan. V. 
c. 16 S« 1: Xfys^m ^i ino ^HJisüw m JSx^XXovynoi T(iy ip t^ Tq^- 
^Xtif noXetoy ela$p ol xcerocaxavMÜ/iayoi top puoy oxrw /uijUara Staa$y 
vat9Q0P ij Ti^y ßaoiistav zijp ip ^UMäi ixtijaaTo ''OSvjiog. Doch er- 
regt hier Verdacht, dass Ate SkiUuntier, einer der damals besieg- 
ten und unterjochten Stamme, den Bau geführt, nicht die dort 
eingedrungenen Sieger, und dass man von jener fernen Epoche eifie 
hia in die Jahre gehende Kunde gehabt oder vorgegebea, ja selbst 
das einzelne Jahr durch Schätzung (o^tcu fuiXuna haoip) gefunden 
^abei und .wabrschoyiUQlhi M mtoi fmXuna yipaa^p oder yM^^^Kf 



409 



SariQör %u lesen f das isi das 8 X 30 === 240, Jahr oaeh der 
^scfaeii Elroberilog, eine Anualuney mit welcher man wenigstens in die 
.Zeit des. Lykorgos berate nnd dem Anfange der Olympiaden nahe 
kommt^ nach dem die grossen dorischen Temp^Ibane aoch in Sicilien 
ihren Anfang nahmen. 

Der folgende Tbeil der vitro vischen Stelle liefert aoch in ihrer 
»errQtteten Form wenigstens eine bestimmte historische Meldon^ 
dass nftmiicb nach dem Herfton in den andern Staaten von Achaia 
Baoe solcher Art seyen geführt worden, cum etiam nondum esset 
jeffmmetriarum ratio natu.. Die verschiedenen Lesarten etiam non 
nnd eliam nondum weisen aof die wahre hin: etiam nunc nondum^ 
wo eliam nunc von der Vergangenheit gebraucht wird^ wie Cornel. 
Nep. vit. Hannih. c. 4 qua valetodine cum etiam nunc premeretnr^ 
Cic. Att III, 12 etiam nunc circa baec loca commorabar. Da sym- 
Bietriarum in der Mehrzahl stebt^ so hat Poolanos an die Symme^ 
Irieen der verschiedenen Bauweisen gedacht, was von Wichtigkeit 
ist^ da es auf eine Zeit weiset^ wo die Baustyle noch nicht ansge^ 
achieden nnd festgestellt waren. Pass aber dem dorischen vor dem 
ionischen in jener Meldung die Prioritftt beigelegt wird, geht auch 
aus dem Verlaufe der Erzählung hervor, die, was den historischen 
Inhalt belangt y ebenso abenteuerlich ist wie die Sage von Dorus, 
indem sie die nachbomerisdie Colonisirnng Asiens durch ionische 
Stftmme auf den Stammheros des iomschea Geschlechtes Jon ebenso 
surackfilhrt, wie die Besetzung des Peloponnes auf den Dorus. 

' ! ' ' ' * • . ' 

Diesdbe Sorglosigkeit ist in dem Folgenden^: vir9 er in die Ber 
aetzBBg der Koste von Karien aogiebt: „(Jon) Cariae fines occq*- 
^vit ibique eivitates ampUssimas constituit^ und die Colonisirnng 
»cht nitr < von Milet, sondern auch von EphesjDS5. von Smuos qii4 
Cfciaa in lüurien einachliessi» . also die jMAopw» .dJe^; Vorg«ffgi»r d^ 



i 



10 

ijy4ier am C^ydtros, )a Smyrna und die grMsei» vorliegenden ht- 
Belli ^aKarien ßchlftjgt. t)eMn fangen die Joner an; den Götcem 
Hiire Bezirke zo errichten (templa con^^filnentes) und fkna zu e^banei. 
^yEt primam A|)ollini Panionio aedem, nti Tiderant in Acbaia, eon^ 
stitaerant et eam doricam appellayerant, qood in Doricon (j^q$swp) 
ciTilatibus primnm factum eo genere viderant/^ Ist hier, wie kaam 
fea zweifeln, das eigentliche Achaia, das ist die Nord koste des Pe- 
lopotines Ton der korinthischen JBbene an gerechnet , zn Terstehes, 
weil dort die Joner gesessen ond gebloht haben nnd nach Einbrach 
der Dorier durch die von diesen aus dem inftern Pelopoones verfrieN- 
benen Achfter zur Auswanderung genöthigt wurden/ so liegt das 
Unkistorische der Meldung ror Augen^^ Sie hatten den Appollö^ 
teifipel in Achaia, im Fall ein solcher dort war, nicht nur gesehen, 
iMe hatten ihn als ein Nationaleigeiitbum selbst gebaut. Es ist also 
ganz ohne Grund, dass, was sie dort sollen gesehen haben, ron 
ihfischen Staaten soll gebaut worden seyn. Liegt hier ein Ken 
irOn Wahrheit in der Sage verschlossen, so muss eine Bauweise 
angenommen werden, die, ohne noch dorisch zu sejn, der doH^ 
'liehen zu Grunde lag, und als die gemeinsame der sp&teren dori« 
iMiien und ionischen zu betrachten ist. Wir werden darauf c^ftter 
tourOckkommeD. 

Haben wir oben die UeberUeferang Ton dem dorischen Bm 
4e§ Herfton auf ihren wahren Gehalt znrockgefohrt, so verliert dife 
weitere Angabe, dass und wann der Alteste Tempel des angeblichen 
Apollon Paniouios von den Jonern dorisch gebaut worden, ihre innere 
fiereditigung, wenn Aotiseh als der spätere Typus dieses Styles ver- 
*9tdnden wird. Ist nftmlich dieser, der eigentlich dorische Baa, im 
Peloponnes nicht aber die dorische Wand^rang znrtlekznbringen, so 
iMrt atMfb eine Uebersiedlang desselben oadi Jonien^' die in Jene Zeit 
tttt WAHdBiWig eingtM^ vkhi cMatlgefniMieo. llazoiDemnil, dass 4i^ 



Jumet auch nach Vitrav , vrie er im Folgenden angibt^ das Yerh&If- 
nJßB der 8ftuIei|I&Q^e zar SAulendicke nicht von deo Dorieru ge^ 
HOinmeD, sondern es selbst gefunden haben, gana abgesehen dayoo» 
dass dieses Yerhiltniss aof 1 : 6 gestellt wird: ^qua crassitadine 
feceront basim scaphi, tantas sex com capitulo in ahitudinem exr 
tolernnt.^ Was aber ist mit 'AnoJiXioy üeandy^og anzufangen? Ge-* 
setzt der Name hatte Geltung neben ^AnoXiuop Ilv&iog, KXuffiog, ^^ 
hog Q» a«, so wäre in ihm der Gott bezeichnet, dem das Ha^uAiftoi' 
nach Steph. Byz. (h. y. ri/uayog xal noXig) gehörte, und die corrapt« 
Benetjnung der Inschrift bei Pocock p. 52 HANJ^NIOY finde 
dadurch leichte Verbesserung. Nun nennt zwar eine Glosse des 
13it»ydloi\k& HatfuüviOif. UQov^AnölXiovog iy^Icoif/^j und nach Herodot J, 
c 143 haben die zwölf ionischen Staaten, stolz auf ihre Namen, ein 
gemeinsames Heiligt hum zu politischen und festlichen Versanunlan* 
gen gegründet; aber dieses war dem Poseidon gewidmet, der obri- 
gens ebenso wenig Uapuäpiog hiess, sondern (ieiuen alten Namen 
'EXixoiyiog behielt» Dagegen ward das ihm gewidmete Heiligthum 
UaviaiviOi^ genannt« Herod. a. a. 0. i^ 9i dvak$%xa nöXisg ccvtm upi 
ra owo/uccTi ^ydXXoin:o nai iQoy Id^voapzo ini G(p6imf avvwt^ y zif 
o&vofAu iStirro Uaytwptoy. Yergh das. 148: to di Uopuipiw icti 
T^g MvxaXtjg x^Q^S ifog jiQog aQXtoy tBTQafi/iitfog, xo$ygj i^a^iffti^ 
fiirog vnö 'Iwywy IloCBufiwpi 'EJLixtoyitf. Hier ist also ftlr eitiea 
^Anoikfw nay$oiy$og kein Raum, ebenso wenig in seinem grossen 
Temenos südlich tob Milet^ wo er unter anderem Beinamen, Aiiv-^ 
fiavg oder A^vfiutog, verehrt wurde. Oder sollten wir ihn in Do- 
los suchen, wo bei seinem Tempel schon der homerische Hymnua 
auf Apollo T. 144 gltazende Festfeiern, Chöre und nimische Zage 
der versammelten Jouer und ihrer Franen kennt und preist? Auch 
das hat sein Bedenken, noch mehr ein doppeltes Uavtwpioy der Joner 
and es liegt hier und in derSloyaHes. wohl eine Verwechslang desNep«» 
(unos und Apollo zu Grande. Schon Homer kennt jenen als d«B ^EJ^tmog 



112 

S^a^f TL. p, 404, deu er im Helike in Acbaia, dem ürsitz der Jo-* 
oer, (mg, Scbol. A. das. ^EXfxij äi tnjaog rijg ^Ajtattas U^ noüBidto^ 
p0g. Nach Eastalbius zu jener Stelle S. 12143. 25. bante Neleos 
Ko Miletns ein Heiligtbom desselben nach dem in Helike: NfjZsvg Jfi 
ip M$X^T€p hgor IIoaBiddiyog ^EXtxtaptov M^vaatö xceta /jttfitiöir rav 
ip 'Eiixfi rfjs ^Axatag. Das ist natOrlicb der Sohn des Kodras, der 
Fobrer der iouiscben Wanderung, wie aaeb der genannte Scholiast 
meldet: NijXBvg 6 KMqov /^cf/ioi^ Xaßwp dnotxtap {othXbp Big Mü' 
XfjT^P xal Tfjp KaQtap iS ^j4&7]pc5p xal rijg '^jfofiüf^^ ^EXixfjgk JIctQü" 
YBPOfABPog ii hlg Tfjp Ka^lap Ibqop IIoGB^dvipog tdqvouxo xal dno top 
ip ^EXlxji TBfM^povg ^EXiX(6piOP n^atjyoQeveB. Die Stammesform der 
acbftiscben Insel i weiche ^EXixfj und ^EXtxct$ bietet, mass, wenn sie 
der Benennung des Gottes au Grunde liegt, ursprOngUch 'EXfxoip 
(Tielleicfat aus ^EXixdwp) gewesen seyn, weil aus 'EXixrj nur ^EXtxij^ 
a^og oder ^EXixaSog werden kann. Pausanias 1: VI. c. 24 S« 4 mel« 
det, dass, auch nachdem die Joner aus Acbaia nach Athen ver- 
trieben und Ton da nach Asien gezogen waren, der Dienst des 
Gottes in Helike geblieben sei, und sagt vom Tempel zu Helike: 
^booi Ibqop dymtaTOP noOBiidipog ^p ^EXixiOpfov. Das ist auch offen-* 
bar die Beziehung der vitro viseben Stelle. Er hat in 'seinen Ur^ 
künden die d^ÜQvmg des Tempels naasitaipog ^EXtxiortov gefunden 
ifnd dafilr ist ihm ^AnoXXiOPOg HapimpCov, Apolliois Panionii, in das 
ÜMcept gekommen oder durch Corroptel in den Text gebracht wer-* 
den. Der Tempel desselben Gottes im Panionion ist natürlich spAter 
und erst beim Aufbioben der ionischen Macht gebaut worden. Da*« 
bei aber bleibt immer die Meldung, dass, als es for die unter Ne- 
lern nach Karlen ausgewanderten Joner sich darum handelte, durcb 
äftdQvoiQ das Ib^p Hoaeiimpog ^EXucmftov nach Milet flberzusiedeli^ 
das Original in dorischer Ordnung gewesen sei. Die historische 
Unn&gKchkeit kehrt also zurück, weqn man dorisch im concreleü 
apüeren Simie njoiait, und ihre Lösung ist aileiu bei dem richtigett 



ut 

ViersttadBiase dessen mogHobj was onter den Torgebliohen I>oriK^ 
«M des HerftOD «a verstehe» sei, toh dem es abgeieilet wird, eorii 
«oiidntR esset symmetriamm ratio nota: 

'* Bine iKweiteMeldang eines angeblrch doriscben Banes anf ioni*» 
Mltein Grmd tnid Boden findet sich ebeoTaUs bei YitrnviQs. fiBe 
iiehUH das Heffton in Samos, Praefat ad L VII. S. 12, wb bericfc«*' 
f et' wird: ,,Postea Silenas de symnetriis Doricornm edidit Tdnnieii> 
4e aede Jononts qnae est Sami dorica Tbeodoms, ianica Epbesi^ 
iqüae est Dianae, Chersipben et Metagenes.^ Die Varianten bei 
(Scbneider. liefern Janonis Satnii und Xoedoms, dann ionicae nnd 
Oörrnpteleu des ersten Namens Cresipbon, Crefifon, also nichts was 
den Sinn betrifft Dass das berflbuite Her&on von Samos gemeint 
s^, nnteriiegt keinem Zweifel. Der Name des Theodoms gehört 
einer samischen Kfinstlerfamilie^ die mit Pfayleas beginnt nnd mit die** 
sem Herfton in Samos eng verbunden ist. Ihm wird dann das noch 
toMlbmtere Artemiston zn JSpbesos an die Seite gestellt. Ist aber 
in den Worten des Vitmvins das grosse Herfton aof Samos ge- 
meint, so wird Theodoms als sein Erbauer zo betrachten seyn, da, 
wie auch bei den andern dort erwftbnten Tempeln, die Annahme %n 
Recht besteht, dass es die Banmeister der Tempel sind, welche obei^ 
sie und ihre Verhältnisse {avfjifiBrQtaC) geschrieben, nm ihre Lehren^ 
wie praktisch dnrch die Werke, so theoretisch durch die Schriften 
darttber zn begrOnden. In fthnlicher Weise hatte Poiykletus von 
Arges, der Urheber der berohmten Mosterstatne fflr die menschfi- 
eben Symmetrieen unter demselben Namen {xcofd^) eine Schrift aber 
die Verhältnisse der menschlichen Gestalt hinterlassen, wie Sophok-» 
les, der Dichter der schönsten Chöre, eine Abhandlung ober den 
Chor. Es wird aber der altere Theodoros von Samos, der Solm 
des Rhökus und Enkel des Phyleas^ in Verbindni^; mit seinem Va* 
ter beim Baa des Artemision (Diog. Laert. IL %. 103) erwähnt, wo 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ak. d. Witt. VI. Bd. 1. Abth« 15 



SU 

er Mftht 4c!ii feicbtM Grand? mit gest<Meiien KoUtn u filUen udil 
iftiiarbh irockei stt legep» iiqil .isein Vater war eacii Bterodot m^ 
60 der erste Architekt des Hctrfton in jSamM {joi dj^xß^ixtixm n^fAr 
zog ifipBro ^Potxog ^(Xeto imx^^og)^ welches Herodot fflr den grOss- 
ibn aller Tenpiel erkiftrf, die er kannte. JBs besteht demnack kein 
fiSweifel, daas beide Ten^l, daa^ Artendsion in Sl^so«, nnd daa 
BerAeA in Samoa, von den damab an Macht nnd KeiebtkQm wett^» 
eifernden zwei ionischen Staaten nngeAhr zu gleicher Zeit in An^ 
griff genommen wnrden, sii einer Zeit, welche sich 2war 'nicht nach 
Ofympiaden ermitteln lAsst, aber ober die Periode von KrOsns hin* 
kusging, der nach Herodot I.» 62 for den Tempel so Ephesos die 
meistea Sftolen (tcoi^ xidyvm al noXXaf) lieferte, als der Baa des 
Artemision schon an andere Architekten, an Cbersiphon nnd Meta- 
genes, flbergegangen war. Diese frohe Zeit findet an der Mal* 
dang des Plinins (XXXV. c. 12 %. 43) ihre Stotze, nach welcher 
Rhökns und Tbeödorns mnito ante Bacchiadas Corintho pnlsod (dae 
iat lange vor Olymp. 30) gelebt haben. Ist es aber wahrscheioliefa, 
dass damals beim AafblQben der ionischen Baakonst dieselben Mei^ 
ster das Artemision ionisch nnd das Her&on dorisch gebaut habe^ 
ist es denkbar, dass Theodoros über den aamischen Bau eine Sckrifi 
kiaterlassen? Letzteres bestimmt nicht, selbst wenn man einen jnn^ 
geren TbeodoriEs ans Samos^ der den Ring des Polykrates geschnit* 
ton, ihr zum Verfasser geben wollte, der obrigens zwar als njLdat^g 
■nd }ob$nrj7^^ nicht aber als e^nitnmt genannt wird (vergl» Q» 
MdUer's Handboch d ArcfaAol. Periode L %. 60). Denn auch bis dabin 
lAsat sich der Gebrauch der griechischen Prosa und der Ursprung tecbni^ 
acher Schriften in ihr nicht znrod^bringen. Hier also liegt bestimmt 
eide Tftnschung oder falsche Angabe zn Grunde. Der dorische Styl 
licMe sich zwar durch die Annahme eines innern Zusammenhanga 
des Heräkultus in Samos, zn Olympia und bei Arges oder durch 
fme Apidqvcii des säuischen Tempels iFom argiyiachen erklAreai 



k < 



tu 

aber ilerUinitasd^> Aus» ober das Werk eiae webiiektbiiKhe Sebrift 
Wrhi»dM war, «engt von einer ki ibver Entfaltmig scboa weitge« 
diehehea) nicfat Ton eiatr noch kt deii AaüUigen rubendea Kuaat 
Daxa sind die Tflimmer; w^kdie sidi von dem Heraen m Saiiioa 
tfbahea babmi, ao bestimmt imdsek wie die Tma fieraon bei Argoa 
derisch. Vota jenem atebt, wie bekannt j nocb jets^ eine Saidi» ao^ 
recb^ mit aoböner ioiiiscber Basia and ioniacher Canelinragi and.iKa 
Oegesd der groasen Bbene nmber zeigt, wie ich bei genauer l^ 
teraacbong im Frobling dea Jahres 1831 gefunden habe, aach .am 
von dieaer Bauweise zerstreute TrQmmer. Man Bülsste demnadl^ 
am der an aieh schwankeaden Angabe einer imaginären Schrill 
einige Geltung zu verschaffen, zu der Hypothese seine Ziiflncfat näh«? 
meu,; dass der urspranglicfae Tempel dorisch gewesen, durch Feuer 
zerstört und durch einen ionischen ersetzt wordai sei^ wo dann 
wieder der Grund dieses Umtausches im Donkehi Uiebe. Es scheint 
demnach geralhen, in der SteKe dea Vitruvius auf die Locke im 
achten, welche zwischea den Worten Tkeodorua .\ iomica is;!^ aa4 
die man mit et ausfallt. Ist aber doricay wie wir gesehen habei;^ 
unhaltbar, ao worde dieses Wort in die Aendernng gezogen werden 
and die. Stelle zu schreiben seyn: de aede Jononis, qnae est Saan^ 
ianica Theodorus (edidit volomen), item de iouica Ephesi et*^ utad 
das architektonische Schriftwerk wflrde zwar sp&teren Ursprungs 
aeyn, aber in unkritischer Zeit dem Theodorus, der wohl init sei- 
nem Vater daran beschäftigt war, als einem der Erbauer beigelegt 
worden seyn. 

Faast man darum die von Vilmvina aufbewahrte Debevüeferuag 
aber den dten Ursprung der dorischen Baukunst unter Doras^ dsia 
Sefai' des Heilen, die erste Anwendung desselben beim Heraon ja 
der Ebene von Aigos, die Verbreitung dieser Bauweise von da i« 
dieobrigea griechischen oder aehaiachea Staaten,« die Verpflaazaag 

15* 



11« 

derselben oAdi KleinMien durch, die Joiiier md' yöii: nralteii Bantes 
m ihr «nter. den ionischen Staaten so aaf^ wie sie Torliegt, m ist 
ike Gebrechlichkeit und Unhaltbarkeit wefal offenbar. Sie liesse 
sich sofort als eine nnbereefatigte Hypothese derjenigen verwerfen^ 
welche der dorischen Architektar nicht nur die Prioritftt Tor dti 
idnischen zoeignete% sondern jene ungleich als die Grundfonn betradH 
tete% ans welcher die ionische sich entwickelt habe. Diese Hypo^ 
äiesisy der anch die Neoeren bis anf AIojs Hirt huldigten, ist nüi 
SLwar aufgegeben, nachdem man zu der Erkenntniss gekommen war, 
disuss beide Bauweisen, wenn auch aus dem gemeinsamen Prindp 
des Architrayen-* und Giebelbaues, unabhAngig von einander und eine 
jede: dem Charakter des Stammes, dem sie angehört, entsprechend 
sich entwickelt haben, und mit ihr wQrde darum auch ihre angeb- 
liche historische Begründung zn entfernen seyn. Indess hat Vitruv, 
was er meldet, nicht aus sich, sondern ans den Bochem bewährter 
griediischer Meister genommen, und unter den Gewerken und In- 
anngen pflanzt sich das Alte wenigstens dem Kern nach mit einer 
gewissen Zähigkeit fort, wenn auch um diesen sich eine unhaltbare 
nnd . nebelhafte Sage bildet Es wird sich also davon handeln, die«> 
sea Kern oder Inhalt zu entdecken und ihn. von der Beigabe zu 
Scheiden. 

Wir werden zn diesem Behufe in die Torhellenischen Bauweisen 
zurflckgehen, bemerken jedoch, dass diesseits jener Periode, während 
welcher die Scheidung der Nation in dorische und ionische Stämme ge*» 
schehen war, ursprOnglich Qberall, wo Joner sasseu und wohin sie 
sich ansbreiteten , iomschy und wo Dorier vorwalteten^ dorisch ge^ 
iMMt worde. Dem entspricht nun auch die auf mannigfachen Mel- 
dungen gestatzte Erfahrung. Denn die umprongiichen, die historisch 
beglaubigten Bauwerke und Banreste unter den TrOmmern ionischen 
l^taatejL auf Delos^ Samoa und ao der ganzen ionischen Kaste zei« 



I 

/ 



IIT 

gia iotmcl^ AiKiiiAtvat^ doriscktt dagegta^icöctnigta /welche itiMif 
4en PcSofkMides^den Hluo^t^ite dori^ber M verbreitet sind, iiiid in 
der Riclitaiig der doriteheD Cojioiiieeii obet lialieo irnd Sieiliea gefaadeii 
wwdeti* Wm aber Unter beiden liegt, ist c^ Weiee^ die ab vnent^ 
wkfkfelt' weder dttrieeb Meh ioBi^ch genannt werden fcanii, sondtod 
der Batfaltong beider StAoime ab ein Gemeitisanies «nd von ihoeri 
Ueberwondenes vorangeht. 






> , 

• ■ 

Verhätttms der äortHh'-ionisehen oder hellenischen Bauweise zu de^ 

pelas^sch^achäischen odet vorhellemschen. 

4 

Zmiftcbet erhebt sich die Frage nach dem Verbfthnim, in wet« 
ch6m diieee jn zweifacher Richtung eich gestaltende hellenische Ar«; 
eMtektnr zu der Baoweise st^t^ die vor ihr in jenen L&ndern ge-< 
herrscht nnd sich in bedeutenden DenkmAlern erhalten hat« Es ist 
di» e^lopiecke oder peläsgisch-^achdischej deren Monnmente im Vor-ir 
dern Asien beginnen, wo als ferne Standarten derselben die Iyd>^ 
sehen nnd phrygischen Gräber, Tor Allen das Grabmal des Alyattes anf 
gygftischen See stehen, die sich dann ober die Inseln ausbreitet, yen 
denen Delos in dem An%ange zom Berge Kynthos einen dnrcb 
schrftge l^btteo gedeckten Gang gleich dem zeigt, der sich in Ti^^ 
ryns erhidteü hat,^ die dann den Boden voo ganz Helios oberzieht^ 
dort in StAdtemanern siit Thoren nnd ThUrmen, in GrabmönnmeiiteB 
bei Lernft, anf dem Parnass, anf dem Gebirge von Enböa nnd im 
Schatzhansö des Atrens za Mykene nnd iH: den Trdmmern aliderer 
daselbst nnd tai Elnrotas nnd Kopaissee erhalten hat, die dann im mt^ 
tfiii Italien im Lande der Latini, der Herüoi>^ Umbriv Yolsei and 



nt 

TynhHa auf gleiche Wiebe bo Tage liegt> we die iFarrMisohe 
S^bttderwig des Ombniale des Poreeoa bei daeiam gldch dem «« 
Albuo noch aaf recbtstdienden ein Analegeii des Grabest am gyffl^ 
Miobeii See damtellt, wA die noch aaf den westlichen Inseln von 
balien in den Naraghen Ten Sardinien in gleicbgebildeten und gleicÄi« 
bedeutsamen Weil:en SKengeli ihrer TbMigkeit hinteriassen hat 

Sind, wie nicht zu zweifeln ist, dieses die Länder, ober welche 
die Stämme der grossen pelasgischen Nation nrsprOnglicb verbreitet 
waren, so ist die Benennung der pelasgischen Architektur ftar die 
frohesten auf ihnen erhaltenen architektonischen Denkmftler vollkom- 
men berechtigt, in Griechenland aber die der pelasgisch - achftischen, 
weil sie in die Zeit der achftischen Herrschaft und der Pelopideo herabr 
reicht. Ebenso, gewiss ist, dass sie von der späteren hellenischen Ar- 
chitektur in ihren Hauptdenkmälem principiell wie im Einzelnen verschie- 
den ist^ und wollte man diese oder den dorischen und ionischen Tem- 
pflban aäs den Usher genannten Denkmälern als pelasgisch-^acbft^ 
iachen ableiten , sq wäre dabei eine vollständige fistdßaaig slg ßlüt0 
fivog anzouehmen. In ihrer Hanptrichtnng erscheint sie als Butg^ 
tmi. Thurmbauf d. i. sie befestigt als solche Berghohen an Böigen^ 
voB denen an nicht wenigen Orten, wie in Tithorea aar Parnass, im 
Eretria auf Eob0% in Präneste die Mauern an den E^kep des Ge- 
birge sich herabziehen, rostet die gefesteten Plätze mit Thormen, 
wie in Tiryns, mit bedediten Gängen, wie ebendaselbst, mit Oster-« 
Ben, wie in der Bnrg des Ulysses aof Itbaka, in der Pdopidenberg 
veb Mykene aas, denen sich Grabmäler und Sc^Atzhäoser dorcb 
analoge Behandhing der Maaem und Eingänge 



Dagegen bat der ächthellenische Bao, der dorische wie der 
, sein Prilidp in der BUUU mit dem dnrchscfanittlichett Ver^ 
Milnisa der Brette zor Läi^e wie 1 : 2 md in ihrer Erweüemag 



laß 

f«BL WolMluiiise^ wdobe 4i6 Sioleti alü IStAteen . der Toraprii^eiir 
4etf Tk^le toiid der Decke kraucht, ober iboen 'den HauptbalktH 
<4rcbitrataii) zw VcriHodBOg dar Sioieiii^telltaDjg mit der HaiuMPr 
JMkfe legf» fiber dtciien aber dSeo Frias Alsi daä litger der Laogr 
Jind' Qiierbällteti «ad aber demaeJben den Dacbatohl nut. aeineiti Yctf 
n^riifige oder döni Krtinsgesioiae und dem doppfeltön Giebel an dcai 
beiden^aicb ealgegeiultebenden eichmal6ii Seiten aafricbtet. Dabeihat 
Hbbrall die gerade Lini^, aowobi die aeakrecbte al» die wagrecbt^ 
«nd in dem Giebel die schrftg liegeiidebediagt, qad trftgt weaeo^ 
üdi dazu bei, dieser Gattuag and ihren Artea den gemeiosameD 
Charakter dea geradlinigen Stolen *Arcbi trafen-' and Giebelhaaea 
aiit der dadtireb gebotenen manaigfachen Profilimng and Gliederang 
AafzadraGken. 

Dasa wfthrend der Herrschaft dea Bnrgbaaes neben aeinen nn«» 
terirdiacbeB Gemächern, acbrige geadiloasenen Gängen und ThQriaea 
aich auch -der Giebelbaa gefunden und zum Hauabaa mit achrAgenp 
Dache geateigert hat, iat nicht zu zweifeln* Elr iat klimatisch, be^ 
aandera in den Gebirgen, bedingt, und die Bedachung der Wohor 
bflaser (/*fy€tfa)^ der alt^u ät^axTsSf die Homer schildert, kann yfM 
nicht ohne schräge Balkenlage der &ajiajL$oi und der Hallen gedäciijt 
werden« Auch Säulen setzen die aberdeckten BAam.e roraus, und 
einzelne Erwähnungen . der xün^es sind dem S(omer in der Odyssey 
Bieht fremd. Selbst im Innern dea Megären geschieht wiederhaH 
der hoben Säulen Erwähamigi eben sa einer zwischen dem &aios vßß, 
S(fX0s im Hofe, um welche das. Seil geschlungen wird (Od« /^ 466 
xiopog i^dipag fieydXtisjy und im Innern des Hauses {inop&&f . . . dir 
fwv vipfiXoto) im Megaron (Od. a^ 126), in welche Telemachos die 
KiiBze der Palläa stellt, Sattias iff^onf ng&g xtwfsa fiaxff^p iov^Soxtjg 
imoa^ßw iiiSow, welche demnach zu einem Bel&lter aug^gehöhlt wafr^. 
5V)Bi«l*^, 29, ^, 66, 473> %, 176, 1Ö3, 1<V ;9Q, und #o findet. an«h 



IfiD 

iiii JbnQrn eine gaoze Sftolensteliiinif xtö^sg ^%^ ^x^mg ErwibniMm 
Od« r, 38« Anf der Anb&be tod Ttryns, da wo die pelaagiscbe Um^ 
nfttterang gegen Soden und den Golf gewendet ist, fiind icb iM&e 
dem vorderen Rande in den Granitpfatten, mit denen der Boden dort 
iiedeckt ist nnd die anf eine Yoriialle deuten^ drei eirkeimnde Yer- 
fiefongen in der der Sftnienstellong ent^precbenden Ricbtong und Weife 
cwiscfaen zwei gevierten, wabnscbeinlicb znr Aofnabme toh S&nle»^ 
tschaflen eingemeisselt, und so fdnd aoob die obengenannten Grftber 
unm Theil nocb mit scbrAgen istns Steinplatten gebildeten Dftcbem be^ 
de6kt gewesen. Selbst Sparen von Giebelban zeigen sieb in den 
tcbrägen Lagertl der Steindecken, in den bedeckten Gängen und in der 
triangulären Oeffnnng, welche in Mykene ober dem fiingange m 
dem Sebatzbanse des Atreos erbalten und ober dem Burgtbore doroh 
das Denkmal mit den zwei Löwen versetzt oder gescblossen ist. 
Indess jeiie Eigenthomiicbkeiten terscbwinden binter dem vorberr- 
scbenden Cbaracter des Tburm« nnd Maoerbanes, nnd obgleich je- 
ner andern Bauweise eine gewisse Entwicklung von Gebftuden nicht 
fehlen konnte/ so Iflsst sich doch die besondere Form des dorischen 
und ionischen Baues ; d. h. diejenige Entfaltung des Architrayett-» 
und Giebelbaues, die den Cbaracter dieser Stftrame wiederspiegelt^ 
mcbt aber die dorische Wanderong znrockhringen« Ist das der 
Vfcll, so folgt, dass man diesem andern Prineip in dem pelasgisch^ 
achftischen Bau nicht jene Entfaltung gab, durch welche es zu 
Werken geführt hfttte^ die den Mauern, Thoren, Tfaormen, Gängen» 
Wölbungen und andern monumentalen Bauten dieses Styles zdr 
Seite konnten gestellt werden. Warum? werden wir später nach* 
weisen. 

Man könnte noch weiter gehen und fragen, ob nicht die Stu» 
fen in jenen pelas^chen Gebäuden eine Art von Prototypen ge« 
^gty welcbes Dorier und Jener za Grunde gelegt hätten. Man Utt 



in 

äHllgistmn der ^ XJ^üknto^gy dass Tun leiieD! Sftaleb m^ doüelfie 
(^ d«b^Sdiatdiaii«d:dei»>AitriQs in M^^a erMleli bafreik. . ; Ijgtptf 
lilgl^ dbr M*^l«tdMÜey fluid an deni Einenge mehfene Stanleiir 
MiÜafle iind^iVoitfBMt v«b} Biumi am Bodmi liegen^; dü^ iviOeir^ Ar^ 
^(Aiäi abgebildet «iodf fimer Ton ' ihaeD ist nadh' Naoplia gahracfcl 
ifnd Aftef d^mlÜngiitig« mr iwUeafechen Sdiole auf ^ienplieb balrbaii- 
Mbe Weilte, eiiigemaficrt/wttrttei^. -SüuMlrie Trommel? labd ich iwoh 
Am «Ater dem Geatein im^Herbate ISSO^liegen. Ein Bi-tiobiitafik 
tüahtn ich mit ttfil*) das' gMsMre lieas ich naeh Nauptia bringen opid 
•bergab es deo BelMrden ' dofi^ zar Aafbewahnmg ; wa» aw ihm ge- 
werden ist, liabe ick nie erfahren ' Beide sind aas grOnlicheiikSletti 
(Serpentin), das in ttieine Samralnng ttbergegangene itt^ Mg^ i a.» 
eaeh Crröä^e nni €?estalt abgebildet f die folgenden a. b^ c. d.:'^nd 
Zeichnungen des grOssbnn von nieineai Begleiter £• Metzger. Zwei an^ 
de¥e mbd im Besitze & M. dfe^iiKbnigs Lodwig ond den Terbandeoea 
Sasrnilangen einverleitit. Daio fand man angeblich Beste von farbigen 
kleinen Marmerplatteiiy Toti denen ich jedoch nichts wabr^enemmen bitbe. 
Man bat seitdem diese Trommer benfitst^ mm d^n Eingang %n defMDeak^ 
male mit pracbtrolien Umren midSiaira jener AH und Ron» aasz^t^t*- 
«en. niesle^ Bemohungen beghinea schon mit €ftH werden vi^iDomUean 
(in den ZosM&en zom |V« Bd«. von Stuarts att AilerthOmern) fort* 
^eAArt, nnd mnd dann in die i Zeiohnoogeu der fraos&ösischQn 9,EiXr 
pedition scieatifique daas la Moree^ nnd in Caoina's l-Architettniit 
greea Tay.' 14t ond in aadebe Werke obergegangeu. . ii^ war^^^ 
sagt O. MoUer AfcbfteL l. Periode $. 49^ : ^nfeiüclir das Sefaatohads 
inwendig -wadirscheinlieh wie maocii^ -. ftkaficbe. GebAnde , mit ¥in^ 
platten bekleidet, wovon die ?£ftgel! noch siefatbarisindy dier .aoi der 
fronte mit Halbsftnlen oud Tafelb aes rothem, grfloen, weissen Mar«- 
aior, welche in einem gan& dgenthomfiiebeii Styl gearbeitet nnd mit 
Spiralen ond Zickzacken veibrärifsind^anf das Reichste geaobmQckt,<^ 
nachdem er «(ieh froher (Wieferiffalurbi.dJ.LittXXX<V^ ;170ft) 

Abbandlungen dar I. Cl. d. k. Ak. d. W i^ü. VI. Bd. I. Abtk. 16 



122 

in eiuer amfabrlichen Darstelhing, der idi in dem Buche aber die 
Epochen der bildenden Kunst bei den Griechen (2^ Aufl. S. 12) 
beigetreten bin^ aber dM Hiebergehörige erklArt^ hatte. Die Uatei^ 
suchung des Denkmals selbst hat mich Qberzettgt> dass hier eine 
der colossalsten TAoscfaongen der neueren Archftologie stattfindet 
An den znm Eingang fobrenden im Ganzen wphlerhaltenen Mauern, 
i^owie an den Pfosten nnd an den Architraven so wenig als in dem 
Giebel ist irgend eine Spur wahrzunehmen, aus der sich Anheftnng 
oder Aufogung eines einfassenden oder bedeckenden Körpers ver- 
muthen lies^e. Sie haben mit dem Eingange des Löwenthores in 
die Burg von Mykene vollkommen gleiche Beschaffenheit, und die 
Sftnien und Bruchstocke von Säulen zeigen in der verzackten und 
geblätterten Canellirung, in der Stumpfheit der sphralen Windungen 
einen an» dem spfttern Ionischen und seinen Ueberladnngen verdoir- 
benen, ganz und gar byzantinischen Charakter. Es ist demnach 
ausser Zweifel, dass dieses wcAlerhaltene Denkmal in den mitt» 
leren Jahrhunderten den nahe gelegenen Ortschaften als byzantinir 
sehe Kapelle gedient hat und als solche mit diesen Schmucksachen 
einer entarteten Architektur am Eingange ausgestattet worden ist. 
Diesdbe Schlichtheit zeigt bei aller Grösse und Sorgfalt der in 
ovaler Form sich aufbauenden Kreise von Quadern das Innere, die, 
von grpsseu massenhaften Werkstocken beginnend, in den höheren 
Schichten ihrer Lange und Dicke nach sich in streng durchgeführ- 
tem Verhältnisse zusammenziehen, und ebenso der Grund. Ich lies» 
diesen, da er von dcünDonger' der hier herbergenden Heerden aber 
6 Fuss bedeckt war, aufgraben, um die Structur der Mauern bis 
zu ihrer Basis zu verfolgen und den Boden selbst zu sehen. Er 
besteht aus einem rötblichteu Estriche, und unter dem Eingänge liegt 
eine Quadratplatte weissen Marmors ohne irgend eine Verzierung. 
Die Ausgrabung blieb bei den politischen Störungen meines Auf- 
enthaltes nnvoUendet, nnd ist auch spftter nicht fortgesetzt worden, 



^kaf^oV^: die Deve Hegiermig mk ibreo PhilhelleiieB m den uabeu 
J^auplfl» Hilden ^üß. »itfHsblag^ r.JSi» i^vurde Bocb zo mancber Besot^r 
derbeijt. fohre0f wenq. jpao de» ZugMg^ ebeo&lls yoo dein Geröll 
qpd Besebott befreite und 4ea Avfgwig iuis dem Tbale nftber ooter- 
9lQcbtet .der, gegeu Mergen gewendet,, von eiBem trockeeen «iid 
etekiigtea FloMbette begimit, an welcbem Re^te ven polygoueu Wir 
deriage# iMifeiaeofifAel^enbaasiii^gea^ y^ie Roa9 ihn spftter ober den 
Skirota^ gefupdqn betr . VergL Ck>}Qo, More Joaroal (tf a Toiuriiin 
Greeee T, IL p» 246 P^. VIL 

Dag^geo zeigt eMieo Ankn^pfaiigspoDCt zwiscben beideu Arcbir 
tectnreii das Löwendenkoial 4lber dem Borgthore voa Mykene, da» 
seit GeU$ Abbildoog bßkawit i^t oud bier nacb einer Zeicbnong von 
Ed. Metzger Fig. .;}; gegeben wird. Dem Beobacbter ao Ort md 
Stelle wird äicb zwar gegea d^ bebe Altertbam, welches man für 
dasselbe io Ansprucb aimmt, aiebr als Ein Zweifel erbeben, z. B. 
df^ss es ans eiiü^n feineren ,. bai:tkörnigereu and weisseren Steine 
ids der 'übrige Tbor- und Manerban gebildet ist. Aucb der keines- 
wegs mebr ^anz robe und scbr^fe Styl, in dem die Ldweo gearr. 
beitet sind nnd das Architeptoaiscbe des Denkmals, die . nmgekebrte 
YerjQBgung der S&ole und was als Unterbau nnd Gebftlk unter 
and über ibr zn betracbtea kommt, erregen Bedenken; doch sqbon 
Paasanias erwfthnt der Lo wen ober dem Borgtbore in der ; bereits 
damab v^ödeten Stadt; Oifi Zerstörang geschah aas Hass nad 
EifersaCfbt der benachbarten ArgTver, etwa 15 Jahre nacb deai per-r 
aiachen Kriege, un4!isp^r ko^e Niemandev^einfaUen, dasi Deok*. 
mal ober ein verödetes Thor za setzen. Es bat also scbop, wAb-r 
rend des Bestandes der Blothe dieser altatridisehen Barg seine 
(Stelle. .geJ)abtiMiiud,> a«¥». 4^r (JnerUArlichkeit oder Sei tsaipkeil des 
Penk^a^ .s^^st ,ipt,|lM»in,S«|hli^ss. geget sein . Altertbnm gestattut^ 
wenn , diei^m sonsl * ^C^^c^b tf^ , enitgegiefstebt. Mao iy ird also in* ibl> 
W#. aal ISeiteres Jt^ft^ei^ig« ,Pei||MH^,^^^ V^imffitfimnjk^^ 

16* 



IS4 



mefkenm^ ki iireleftein si^h idne Andeittdtig tm ihren Saale», iet 
Art d^rselbeti and von üirer Verbindang mit Untei%lia and Gebilke 
erbalten bat. Die Perm der L&weii^ obwohl iw der Behandlung 
nicht ohtfe ein gewisses €refefkl fftr die den Thieren znstebende 
ir#rm, reieh« über 4it BMwieklnngsperiede der griediisoben Piaätik 
in die nttbestitnmKar lange SBeit hinäni», wä der althieratiscbe Sty^ 
der Plastik nnd Graphik in leiste des froheren hellenischen Alfer^^ 
tbudMr, d. i. "im Wesentlichen anyerändert bestand. Pimsanias (B^Vk 
G. 16. $. 4) meldet, sie seien mit der Grondong der Stadt gleich^ 
zeitig gewesen: X^Cyntm &i Sftwg Sn xid äZXcttov 79€Q$ß6kmr kai tj 
ivifXri^ ^ortsg Ü i(p80tfjxäaty ctitfj. KwcXwkmv &i fsai tav^a Ip/ir 
dwm XiyovfHi^j o1 /lipWttp ro rsi^og inahjfktp iv TD^&i. Die5^ wer- 
dM also aach dem Perseas, de» Neflfen des Proites, Mykene ge^ 
baot haben. (Paa^^an. das. $.3: IhQOws 3i •^■>> Mvxtjvttg Tctitn). 
Das ist wenigstens die argivische Sage, die als solche eine ge^ 
wisse Berechtigäng hat, während die Meinnng von Payne Knight 
(Pröieg. ad Homer. %. LIX. S. 57), der das Relief anf die Zei« 
der Pelopiden berabbringt, ganz ohne Halt ist. Wir begnflgen nns 
desshalb, mit Fr. Crenzer (Symbolik. L TM. S. 769. 2. AoflO zu 
bemerken, dass das Relief Tielleicbt das älteste Werk der griechi«^ 
sehen (d. i. Air nns der pelasgisch-aehäischeli) Sonlptar isit, amf 
setzen nar bei, dass es zugleich das oinz^ iiAt, welches töiU Sftn-^ 
h^^ nnd Arehitravenbae jener Könnt anf grieefailKshOm Boden Zteng- 
nt^s gibt, nnd als einzige Urknnde dieses Styles ans jener Zeii 
einen anscbfttzfoaren W^b hat. Wir werdem desshalb anf dasselbe 
znroekkomhieii. 



bt aber ein m setner Oinndform gegebener Arcbitraven- nnd» 
Sftnienbaki,' dem der Gi&bef m so weniger gefehlt haben wird, dri 
Ali' bereits di^ Einginge «t dto Bitrgen ' nnd Tbbsaar&ir ober den 
A i ^ rtn li iive n, weatu^ andl m -aiMterttZweeken^, otailich zor Entlastung 



193 

Anr ober dem* Anchkra^re» äoSiteigeBchNt Maoer babw ^ tußhoo wAAk 
rendl desBeaikudw^^eil^jfieUagisoheBlIiQ^ Bbr^-^, CtwöUr* nod 
Bagetibaae» iriiti4iobet' Waki'sobeiniiAbke^ aaKattdiimo> aa< kehrt die 
Praj^ «Mck^'wie'eji ipQsote io den Haa^örniea 

Mmw vbitediAgtefT«ii|Mslb^^ «ob niebt. ;wdlireiid dör BItttbe jeaer 
gMMaatfl^eaitiftrehitefaBr cofWickelte^ isd warom «b eiher gaoa aeneii 
Qealaltoag (der ^Diage ^i j^inea ' Utaatenea . dev^ ^acbÜHcfaea fijtaftienord- 
oaoj^riMi'fkr* üffAsiedlefig o«tep öeaew Grtndaag dotischer ond idai^ 
:9ek^ GeiaeiddeivJiadorlte^ om «o bewirkeni, da»^ die alte Banweiae 
yeriasseli «od dcf EntwickJing der bdden jflogerea io ihren beideo 
Haiiptrichtnngen Raain gegeben wurde. 

< Vor AHenf ist^to beaierlGea, dass die Untörbrecbutig der alten 
BlBMfweiüe n^bt eine gewali^aoia geweseni >aiid> bie ^eine aligäMeiae 
gewerdeti iirt.'^'Z^ar die ESuriohtuag daii nhteairdiaobe& AoAgi nuA 
dar bedeekieitl GABge^veracbwindet, «o weit biaa «leben kaaa, in 
ier Irellenitfcliin . Sßehf 1 aber die Structor der Maoem^ der Tbore, 
der TbOriMe/ w el6ke fiohan in pefiaagiNekei» Zeü alüi . anfiVrtnlicheil 
Btacken^'iii de»»Baa nal » wagreekt Keg^ndea Qaoderd wieaigi$teiis 
tfaeni^eiso» aberg^gaogen v^ar^die^AtäuerH des altto Cbrae auf deor 
Gebirge der Vol^i seigea dienen - Uebergang ia disn bddeotendsteti 
SlffaetkreaD tttH akae/ irgend iMie . wetimdiebe Aendernag in die 
aedeBaaUrt aber/undi aoobitdasy-Maderwcrk apMerer Städte, wie 
df9 IMmatev ¥ba>1lfaiitiBiea cteiigeur^ bei^akrt eine leiste Spar der 
al^elaagiaebeAr>/Baaart ^io den- Kcliragen Sc&leiiliaieft Aet ttbr»^ 
geäs in gleiehei^' Ijaiige ^ dndf HoM horieontal zaaäliiiiaogefogteu 
QaäderavHUiir daaa »af Uateniefaeidoag. idesi ünterbaaeil odd der 
ibmkrkftatumg^'^Mi^ ijeMB^^ von der »Grieche»» 

kmd die pMaaglatheir Maaaiinrvl^Thore'.iNid^ 1^ 
eine Spotaeigen« Hier'iat alsa eiae AnAiabnie nbd Weiterbildai^ 
keia iko%eb«o dea Mtbn; > Waa aber^;Gtätel-^^<B 



126 

langt 9 80 war ^er von deti grossen übA festen y den feigeiitlicb moniK» 
mentalen Werken dieser ArdiifektQP ansgeschlosseoyiidie nach Ans^ 
weis aller ihrer auf mis gekommenen DenkmAler sich; znmeiBt noti 
vor AUem in Befentigungen und ihren Werken yersncht^ denin4iohK 
aber aoch sich über AosrOsiong Ton nnteritdtsehen: Gemftcdienit und 
Grftbern ober der-^Srde yerbreitet hat Nirgends ist eine Sobstroe? 
tion odet Maoer, die aof ein besondares , dem Eünsdnen gehtaigeil 
Gebftude, auf ein Wohnhans eisten Scbkss gestattete, inoerhtolb j«ner 
kühnen ond colossalen Manem, Thore ond Thormgebilde der pelash^ 
gischen Architektur oder neben ihren Thesanren und GrabdenkmA« 
lern za entdecken. 

' Es verhalt sich eben tso mit den Tempeln. Nirgends ht in 
irgend einem altpelasgischen Borgb^ oder nnabbftngig von dieseitf 
ftor sich bestehend der Ueberrest oder aoch nor «Ue Grandlage eines 
»olchen, die in jene Zeit zorockreichte, mit Bestnnmtheit anfgezd^ 
worden. Zwar haben Einige das Denkmid auf dem Berge Oeha in 
Euböa (vergl. Ulriche in den Annali delo Indrituto ArcL T. XIVv p.d — 1 1* 
und die Zeichnnngeo dazuTouLl Pl.XXXVfiL) für einen Tempel gei^ 
halten; aber K. SV. Hermann (gottesdienstl. AltertbOmer der Gfier 
eben Tbl IL c. 1. $. 16 n. 2) zweifelt mit Aecht daran. • Es ist 
gleich dem im Parnassustinley das lefa in der Abhandlong oberDdphi 
bekannt gemacht iiabe, ond dem bei Lama mit schräg aUaafrndeft 
Manem (Mure. II. S. 195 fl. VL) ein Grabmal. Nicht mehrSieheff4- 
heit haben die Denkmftler oder TrOmmcfr in Italien^ weidien man Pei^ 
Ziehung auf Tempel ^gegeben hat : Anders verbftiti es sich mit AI-: 
tftren der GAtter. /Von ihnen finden sick aas femäten.iZeitiuebcti 
den Ueberlieferangen die Substmctibneli auf Bergesfafthen, anm Tibcil 
in .Verbifldttng mit altpelasgischea Banten« So^ iftbrli dc|r obeueott 
wMintie bedeckte Gang dieser Bauart in Oelosji donehii'weieheD der 
Weg aaf den ;Kynthos geht^^auf der SfutzeidedbeUbsn in.fjQineAi lln?^ 



K 
> 



127 

lerbaa eioM «olctie» BmMf ^Ime. Spusen voü Manersobstraotioii, die 
auf eind EinfMf&aiig, oder eioen: Tempel deuteten, und noch deot* 
Ucber neigt aaf dem beheA Berge tod Aciginai ifam Otm, an dessen 
AQ%aoge Reste rmi arelten Mauern liegen, sich aaf seiner freien 
SpitM noch die gewaltige Sobstniotion eines Altars im Qoadrat. 
Has war der Altar des Zevg ^BAiiaywg^ an welchen nach alter 
^Sage, am Aeakus die Helden yeraammelt wkren, and bei allgemei- 
ner Trockenheit in ihrem Lande den Zeus um Regen flehten (Pind. 
Ifiem. V, 10 ff.)» md so werden aocb aasserdem bei Pindar ans 
alten UeberUefemugeo der Altar^ der aber dem LykAon sich erhebt 
(Ol. XUIy 108)» das ßm/Mlo S^waQ^ (Pytb. IV, 206), dem Poseidon 
iim BHngange in den Hellespont geweiht, ohne Meldong' von einem 
Tempel nnd der ßtofjtog des Zbvs ^OXifmwg in Freien am Foss des 
Kromim (Ol. I, 98, VI, 5, 70 ond 1.) erwfthnt; die Heliaden aber 
aaf Rhodos empfangen ron ihrem Erzeager den Befehl , der Pallas 
Athene gleich nach ihrer Gebart als die ersten nuter den Menschen 
einen weitsichlbaren Altar {ßtofjiw iva^ini) %ji ttbaoen, zu welchem 
Behufe sie den Berg ersteigen, )edoch ohne dea Opferfeoers zu ge- 
denken (OL . VII, 48). Aodi später werden den Göttern die Brandi- 
opfer gewöhnlich nicht in dem Tempel , sondern vor demselben aaf 
einem freistehenden Altare geschlachtet. Sind daram zor Zeit, wo 
die pelasgiscbe Architektnr herrschte and ihre Herrschaft in die 
aohAiscbe ' Z<eit hineioerstreckte, keine Tempel erbaut worden? Da- 
gegen worden, wie die Natnr der Sache, so nidit wenige. Zeng- 
nisse der homerischen and hesiodischea Gesftnge streiten, welche 
Tevip^I'der Gatter erwfthnen; aber sie dienten nor als Ofixos, als 
eella ftr das Bild des Gottes nnd zarAafnahme der ihnen geweih- 
ten Gaben. Sie waren darnm ia den beschrftnkten Dimeasiouen des 
Oblonges gehalten , das; noch vi^le der spftteren Tempelreste in ge- 
ringer Aasdehnimg zeigen; das Bild selbst war ein rohes Symbol 
oder ein tragbares and i geschnitztes ^«rTiertfcs^ «ad die Sorge for das-- 



128 

selbe war aof Rdf^abong; « ao^ yäe ' Mf BektÜamag^ '- < AuB^cbtntHdcong 
und Wartai%: der ß^tttk beaobit&nkt;' Allerdim^ hat aocb« Hoam* 
die* Enrabnmi^ «inea^ St^nbaaea bei Neaanan^ des- delphiaobe^ 
Culta» Od« &j 81 9 wo AgaaiemtKHi, dea • Apollo :«ir fragen {^xW^P^ 
¥og) kommt und* ol^r die- steibetfiefiMiweUe g«bt (t$7r^/^^ 
S6py Da aber miir dieser Befteieboaag II. #/ 405 'ein Ort far Aaf!- 
bewabrong der pylUaehen Schatze beaeicbaet wird, o^ Bon idämg 
ovSog ä^to^og iyrog ii^yu ^tßov ^AniiXXatmg ni>di^S ft« itm^^^ioof/j 
HO tragt 0. Moller heio Bedeaken, diesen kAf^gioHos za Deipiß 
als einen SfiO€$v^6g, d^ i. al« eines der pelasgiaoh-acbaialdien'Ge^ 
uiftcber von ovaler W9lbda|f en bezeichnen. Das ware^demnäek 
ancb das tfeiligtbcan des Gottes, da Agameoioon bineingebt, deo Sprach 
desselben zu Ternebiiien, and wir waren za der Annahme g^ 
fahrt, dass jene der pelasgischea Arehitektiir angdiörigea halbanteiAn 
irdischen Rundgeb&ude , die aar Acifbewahniag Tan ScbaizeD, ak 
Vorrathskammera aud Oefikngnisse ond selbst als Grabkamaiero diei«- 
ten, zagleich fbr den Cultas^ demnach als äaactoariä oder 'saceHa 
wären Tcrwendet ' wc^deiu Der Oebraach far Anfbewabroag Toh 
Gütern nnA Gefahrenen ist anbestreitbar/ and als Grab^ - dient eia 
solcher Baq bei SopAocfc^, in welches Antigene eingeschlosaea wird, 
V. 7744: x^tpm nttgidda ^akror irxetÜQVx^ ^^^* i2i6* ^Q€tar^¥'^ 
Tf.g tdqxp ond 12S0 ^^ ^t Xour&up TVf$ß&iiLÜtt4, an welekeai: Kreaa 
die Fflgnng der Steine,, ägfior x^/aot^ Jli^^aaMit^^^geldst findet 
1216, an der Sletl^^' nämlich, woHämaa eingedroageu 'ist Es wird 
darum metaphorisch f 204 JU&ögtQan&i^ ^i^g PV/hupikat^^Aid^m xoiJtm 
genannt. Aach Me Vorhalle fehlt ihm aicht^ ^welche jetoer T4g alafe 
Todtenopfer gelassen hatte {jixtf^rw ä/mpi naaTaStc)y nickt <Aaa 
Analogie des mykenAiseben ^ijamf^gy za dessen Eingang der aa 
beiden Seifen hoebaofgeflaaaerte Weg wie ^darch erae V;«rhall^ 
ftohrt. Jener Rnndbaa wird dJaddrch *zo einem Werke ^Ifacker 
Bestimmung. Er kaaa «aeh aeiae^ f^ona anid Aalagf^.-Scbatzhaaa, 



4a9 

GefiMgDisB oöfd Ghrabkaninier eieyn; aber fflr em Gotteshaus fehk 
lilte Vorkebrtifig mid fimrichliiug-, nod wird in einem soldien JLdSpog 
a^^ das O^rai^l dei^ • Gottes^ gesoebt, so ist daram noeb kein Tem- 
pel gegeben, sondeni adf^anehmen , dass die Klaft, ans der die 
Dftmpfe isti^en^Omit, einer scdcbea Wölbung umgeben war, man also 
ifi' ihm nicht den Tedpd des Gottes, sondern die Stelle seines Ora- 
jkeltr bit4 Worden hier ^fer gebracht, so wird zo ihnen wie in The- 
hm die Vorhalle gedient und zn diesem Zweeke den Altar gehabt 
hallen. Es liegt aosser unserer Anfgabe, das Verh&ltniss des altpelas^ 
gisühen Bailes znin Tempel in der froheren und i^Ateren Zeit noch des 
Weitern nachzuweisen ; 4iie JSrörterung wurde hier nur angenommen, 
um den Satz zu befeMigen, dass, soweit die Meldungen und die 
Denkmäler reichen, sieb keine Spur findet, aus welcher sich wahr- 
nehmen liesse, dass die feste grossartige Architektur der Pelasger 
mid ihrer unmittelbaren Nachfolger sich aach auf den Tempelbau er- 
grttrecki hätte. Selbst die Wohnhäuser, so gross und reich ausge- 
staltet sie auch im Innern gebildet wurden, waren von ihr an^ge^ 
sdchlössen. Des Menelaus Palast und zumal der des Alkinous wer-- 
den* zwar ganz von Gold und Silber und Elektron schimmernd und 
jeiier ab gesohmoekt mit silbernen Schwellen, silbernen Pforten und 
goldenen Bildsäulen dargestellt, aber offenbar als Gebilde der Phan- 
tasie, gleich der Werkstatt' und den Kunstwerken des Hephästos. 
Dagegen ist die- mehr nach der Nattir geschilderte Burgwobiiung des 
Ddysbeus^, abgesehen von dem, was sie als Umfassung und Thei« 
hngbmatrer enihaHeri litochte , vbn Holz / und ' die inneren Wände* 
sM/mit Brettern veh^alti '^'Odk'9>> iG4.^$t6Ä/l»iT^üH^ tviiotfjs' (Utpf-^ 
i^^üi. So ist atfeh' die Soh welle, die zik 'den inikeren Gemächern 
fahrt, von Eichenholz ->;; 43: ^iS9oy di ^i^täiKov nQoaeßijatiro, der 
Aufbau eines höheren 'fUrnnOä in ^ ihnen, änf detn die Laden mit den 
Vorrat hen stehen, von Brettern, das. 51: i^' hpfjÄ^g aop^^og (i^* ip&& 
di'itfXoi SbrotTciir^- Und '^Wäi^ sonst aii-TbOren; StiegenV Decken, 

Abhandlungen der i Cl. d. k Ak d. Wiss VI. Bd. I. Abtb. 17 



130 

DeokbaUceir, Steadlii, Scbeweln u. dgL im Imiera veirkoiniiit^ gleicbt- 
falb aoB Eicbett- oder Gaobettbolz. Dm Memte kegjfwR die Scbiir 
deroDg der nagidoheD Beleacbtui^ dea Innern im Riiuide dea t" ele^ 
macbos Od. r, 36: *i2 ncczs^^ ^ /ntya ^apfUi rdä* ifiS-aifMla^f Sgair 

tUwaa^ Dieser ScUscblbeit ent^pdelit e$» dw9 der Beden des Mlhir 
nersaale» rob oder doeb nor mü leicbtem Estrich oberzoge» wan^ 
in dem Telemaeboa (y^ 120) zur AofeteUnng der Pfeile for den Bo** 
genscbotfs eine gerade Forciie oder einen Grabep aiebt {ßta ratfQw, 
oqv^ag)^ welcher Einfadiheit ee nan ganz gewisa ist^ daee die 
Beleuchtaog duKcb . Faokela von Kienholz geschieht^ bei dene» die 
Knechte stehen, welche die erloschenen Brftude an den Boden werfen« 
hsi aber ansser den Eiofassongs- nnd Dorchzngsmauern das Uebrigie 
ein Holabaoy so wird eine besondere Ansstattong oder monnmentaie 
Festigong und Grossaidgkeit von jenen auch nicht anzupetmien 8ey% 
and die dadurch bedingte Vergänglichkeit erklArt es hinreichend^ 
dass in den grossen nud gewaltigen Städtereaten jener Banweise 
▼on Privatwobnungen selbst der KOnige sich keine Spor erhabc* 
hat Von diesen h^t dmin der ScUoss auf die ohnehin nur einzaUi-* 
gen IbUime finr die Gdtterbilder gegeben; denn waren nach Pjkiliffr 
chns Meldung die Götterbilder in Ältester Zeit Bi(^ ans Stein^ al« 
einer leblosen Masse^ sondern ans Holv, als ans einer des Xjebeoi 
nicht nntheilhaften an machen, nnd daao gewisse» der Gottheit g^ 
weihte Holzarten sm wftUeiv aa liegt die Veraintbang nahe, dasa der-; 
selbe Gebranch ans g^eicbeni Grunde sich :aBcb auf d0n aifxig 4m 
Gotter erstreckt habe. £twa die ftnsseise Sehntamauer abgprechnetf. 
sind aach sie orspronglicb iron Hoh^ ohne weiteren ächmnck gfH 
wesen, und trugen ia Felge davon . um so weniger den Keim der 
Entwicklung in sich, da der eigentliche Cokus mit seinen Opfern^ 
Reigen nnd Festwersanualongen nicht anf den engen Raoai dea GOi- 



ISl 

teübiUeSy Modeni «rf die grMuien und freistehendeD Altftre bereob* 
neti.fidd 9uiM€i0t luif die AidiAben ^ewiesra war, wo nicht ^n be- 
mudenn Gotteabaosi iba In «eine NAbe sog. 

■ • < 

Es kann filr jene Schlichtbeit und Entwicklungsonfobigkeit der 
Ciilta8* und Tenpribaoten in pelaagischer asd aGhAiscber Zeit noch 
angefthrt werden, daas wenigstens bei den Pelasgern an&ngs die 
Gatter nacb den MeMangen des Herodet (IL 53) nkfat nach Na* 
nen <Mfer nacb der Tbeogonie nntenscbieden wnrden^ nnd diese Nen- 
nengen «nd Untereebeidangen erst dnrcb Homer and Hesiod, d. L 
in der boneriseh-befliedeineben Zeit» abo nnter der Herracbaft der 
Achfter, eintrat, in welcher die pdasgisebe Bauweise bei Ansehen 
blieb. Zwar ist die genannte Meldnng nnr mit EäiscbrAnkung ^n 
yersteben. Der Zeos Ton Dedona ist nach aosdrücklicber Bemer- 
kung des Homer pelasgiseh, «o aoch nach des Sophokles Zengniss 
dje Hera auf den AnhAben der Qrrrbeniscben Pelanger bei Argos. 
Aach Ton der einen der in dem Begriffe der Pallas Athene ver- 
eJnigten Potena^n, der HENEPFAs der Helfwker^ d. i« der /AeritjQa 
oder ^A&^ff& ngoftaxo^ ist diese» wohl sicher, di sie in dai italisdi- 
petaisg^hea Ltadern,' z. B. auf dem.Gapitel, mit Jupiter und Juno 
in dem dreigetheiMen Tempel yereinigt war, und «o . wird aach '£(i- 
fiijg i 'iQ^v^aiiAog m Herodot selbst H, 51 mi pelasgiscber Gott 
genannt. Dazu sind Herakles^ P^erseus und andere^ Heroen der 
Pelasger nnd ägxVT^ >^^ Cuhur und Macht { doch so yiel scheint 
gegenober der bereAotisehenUkkkng siobtr^ dass ^ pelasgMcbe 
Vorstellung der Gwter in jenen Embryonen ^eined einfaehen GMter- 
sytenis: belangen blieb» bis die: Zere^allluig jdec Nation, in die npft- 
teren Stftmroe und die Eiowandernng anderer Cnltusarten und Götter- 
persOnUehkeiten, der liOte und ibrer b^Ulen ULinder» d. L der Licbt- 
götter aus Lycüen, des Ares aas Tbraeien, des doppelten Dionysos 
ebendaher und ans Aegyi^ep, 4^ üepbftstos nnd aederer, die nei- 

17* 



132 

chere EntwidkloDg: des Systems göttlicher PbtenBeii und PersAit^' 
lieb ketten für die homeriscb * hesiodeische Zeit iff ■ Bewegntfg bmdh-' 
ten und zo der Theogonie filhrieiiy die sid^ wenn MCh nur in fhig« 
nien tarischer Ueberlieferong, unter Hesiodos Namen erhalten hat. 



■ « 



Mit Ausbreitung, dieses reicher gestalteten Gotterdienstes treteif 
wir ans der pelasgischen Cnitus- nnd Staatsordnung in die acbündhey 
von welcher die hellenische vorbereitet nnd vorbedingt ist Es ist 
die Zeit der sich entwickelnden Yolksgenieinde. Bis dahin war 
das achäische Meer von den Kanfiabrem und Piraten rorbelteni» 
scher StAmme, besonders der Phönicier und Karer, nberzogen nnd 
die Krieg nnd Ackerbau abenden Bewohner des Festlandes von 
den Ufern des Meeres in das Innere des Landes nnd auf die An- 
höhen zorflckgedrftngt, welche sie mit ihren Burgen und Tbormen 
befestigten zum Schutze gegen benachbarte Geschlechter und gegen 
die Anfftlle vom Meere. Keines Ton den zahlreichen Trflmmerft 
alter Befestigungen berohrt das Meer; kaum dass sie hie und da 
an meist schroffen Gebirgen sich gegen die Ebene erstrecken, wie 
die vom Eretria, Tithorea oder Ithaka. Dagegen fobrt der durch 
die Achfter gegrondete VÖlkerverkehr schon unter seinen alten He- 
roengeschlechtern der Aeoliden, Aeakiden und Peiopiden zu Unter*- 
nebmungen auf die See. Neben Orchomenos am reichen Uferlande 
eines innern Sees wurde Korinth durch Verkehr auf zwei Meeren 
das goldreiche, nnd an den Namen des Minos knüpft sich die Sftu* 
berung des Meeres von-Rftubem nnd die Yertrribnng der karischen 
nnd phönicischen Ansiedler ans den Inseln. Als dann durch die 
Wandemng der Derer nnd Hferakliden und durch ihre Staatengmn*- 
düng im Peloponnes die acfaAisch-ioniscben StAmme ans ihren Sitzen 
geworfen^ auf das Meer gewiesen nnd über die Inseln bis nach 
Asien verbreitet wurden, ward das Meer ionisch nnd bald der Sam- 
roelplittz eines reichen nnd belebenden Haadeld nnd Verkehrs, an 



ISS 

dem'iiebeir deoi ionischeD ^Staaten der. Ktetfe sich bald auch sodlieh 
die Dorier betbeiligten » «Ad neben •>de^ Handelsgrtase von Samos 
▼erbreitete aiefa 'die' Seeanicbr des dorisch gewordeaen Aegina. 



I • f 



Dazu waren die alten monarchisch - beroiscben Staatsformen 
aufgelöst^ ond in den Gemeiiiflen, wie der Sinn und die Gesinnoog 
ftar das Gemeinsame und Oi^Sentlicbe 9 so das Bestreben, es mit 
ftnsserem Glänze zn umgeben, lebendig geworden. Als Mittelpunct 
desselben aber stellte sieb die Verehrung der einheimischen Götter, 
unter deren unmittelbarem Schutze der Staat gedieh, die Verherr* 
lichnng ihrer Feste durch reichliche Opfer , durch den Glanz der 
Festzöge und die Schönheit der Chöre d w. Das war die Zeit 
und der Geist, unter deren Eiufluss, wie die Keime aller edlen 
menschlichen Bestrebungen, so auch die Keime kunstreicher Archi- 
tektur sich entwickeln, welche in dem alten schlichten Tempelbaa 
enthalten waren, und deren neugewonnene tektonische Yeredinug 
auf die anderen öflentlichen Bauten, die Stadthäuser, die Hallen, 
die JMfArkte, die Gymnasien, die B&der, die Theater oberging, wäh- 
rend die den Einzelnen bestimmten Bauten sich noch in jener Schlicht- 
heit hielten, welche sie in den früheren Zeiten selbst in den Häu- 
sern der Heroen gehabt hatten. Hör. Od. U., XV., 13 sqq. „Pri- 
Tatus Ulis ceosus erat brevis, commune magnom .... oppida publico 
sumtu jubentes et deorom templa novo decorare saxo^^ galt auch bei 
den Griechen, und Dikäarch, der Athen in seiner ßlothe sah und 
beschrieb, fand neben den öffentlichen Gebäuden, Tempeln^ Gymna- 
sien und dem Theater den Rest der Stadt im alten Sanmsal, die Strasr- 
sen eng und winkellicbt und die Wohnungen der Borger (a2 nokXal 
xfo» oixuov) geriogfbgig and wenignatzbar {evtsieis *ai oXiyat xff^- 
atftoi), Bios 'EXJläifos S> >• 

Es ist nicht dieses Ortes, hier im Einzelnen nachzuweisen, wie, 
nachdem der Trieb der Erweiterung und reicheren Ausstattung, ge- 



134 

teilet von ileii feinen Takle und Sinne des vagltkh Xixndkmtmeih- 
gen und Gezaenenden, <ter altem fielleniedhen vpraland, in derTe«- 
pelardutektnr nnier den angegebenen VerlAltninen eidi thAtig tm er* 
weisen begonnen hatte, wie von der Hotte an in dem Baae die V erhAlt- 
ui8se der Lftngie znr Höhe ütid Breite und des Giebels zn diesen genauer 
bestimmt, wie zwischen die Vörsprfinge der Maner vor dem Ein- 
gänge zwei Säulen gestellt, dadurch das templnro in antis (radg ir 
ncc^aarda^p) gegrondet und das nach Vorrflckung des Giebels 
zum xBTQaaxvXog erweitert wurde, um dann den anderen Formen 
dem i^doTvXog u. s. W., dem nsgintB^gj iinzeQog und %jßhvdodtmB^g 
zur Grundlage zu dienen, während bezüglich der Säulen das Ver* 
hältniss ihrer Dicke, Höhe, der Weite ihrer Stellung und ihre Aus* 
stattung in Uebereinstimmung mit der Grösse des Ganzen gebracht, 
das Gebälk Ober ihnen harmonisch gelegt und gegliedert und dadurch die 
Basis gewonnen wurde, Aber welche sich der Giebel in geziemender Form 
erhob, und wie endlich nicht nur die Einfassungsmauer, sondern auch 
Säulen, Gebälk und Bedachung der Tempel aus Stein gebildet, da- 
durch aber den edelsten Formen der Architektur die Bahn geöffnet 
wurde. Das Alles sind offene, vielbesprochene und erläuterte Ge- 
genstände, was davon der vorhellenischen Zeit angehört, wann der rohe 
Steinbau eintralt, dnd wie schliesslich sich in diesem Einzelnen und Gan- 
zen der Geist des dorischen und ionischen Volkes ausdrflckt, wird später 
zur Erwägung kommen. Dagegen kann die Frage nach der Festig- 
keit und Sicherheit des Grundes erhoben werden, auf den diese 
ganze Lehre von Ursprung und Entwicklung der hellenischen Ar- 
chitektur gebaut wird. Ist diese in dein Holzbau, und Ist der 
prachtvolle Marmortempel am Ende nichts Anderes als eine aus 
ursprongliieher Schlichtheit zu diesem Glanz und Umfang entwickelte 
Hotte? Das ist die Meinung der althelleniscben Architekten, deneb 
Vitruvies folgt. Aus ihr tond dadurch,, das» später Säulen, Gebälk 
und Sedacbuug statt ans Hob nun «ns Stemeu genadn wurden. 



i3& 

orklftreti sie, wie das Gaose, so etineloe €8ieder des BMes nnd die 
Tbeile der Prefiliron^ deflkGebftlkes aod Daches bis aaf die Triglypheq, 
d&e Tropfet» die Zahaleisten. Dem VitraTuis folgteo die Neaeren, 
aad Alojs Hkrt nameadiGb hat die Lehre von dem aus Holz ge«- 
finhrten Grondbau lA seiafer ^Baeknost oach den Grraadsfttiien der AI« 
teo^ bis in das Einzeläste verfolgt ond sehr befriedigend dargelegt; 
dseb bat es nieht ao soldieii gefehlt, welche den Gesetsen der Ac* 
ebitektor es entsprecbend erachteten ^ den Bau steinerner Tempel 
ohne ROcksicIit aaf Holz ans seinen eigenen Gesetzen und Erfor- 
dernissen zw entwickeln,^ nnd nocb nenlicb hat ein geschickter und 
geistreicher Techniker, Hr. Prof. Karl BOtticAer in Berlin, diese den 
Alten entgegengesetzte Lehre gelte&d za machen gesucht Nach- 
dem er in der Einleitung' zur Tektonik der Hellenen den helieni*- 
sehen Banstyl im Allgemeinen und im Besondern seine Theile einer 
phüosophiscb- Ästhetischen AnaljDe nnterworfen, und in- seiner Ent^ 
wicldung eine der Formen- nnd Gewftcbsbildoag der Natur ent- 
sprechende Noth wendigkeit nnd ZweckmAssigkeit zn zeigen g^ 
sacht hat, fassti er At» auf den vollendeten Tempelbau Bezügliche 
S« 1Q2 in folgenden Worten zosammen: „Der hellenische Bau, so- 
wohl in seiner totalen Organisation ab wie anch in seiner Dar- 
stellung eiazelner Theile bis avf die kleinsten Extremitäten dersel- 
ben isi ursprünglich nur für einen Sfteinbau gebildet , nnd nicht die 
geringste Einzebibeit an ihm zeigt sich filr einen Holzbao angelegt 
a. s. w.^ S. 103: ,,Nocb; viel weniger aber finden^ sich Formen, 
welche ganz, allein ans^ einem Holzbao herrorgehen und filr diesen 
eharakterisurend sind, zur Gharakterisining des Steinbaues ober- 
tragend^ Man sieht, dass hier Sy^tem^ nnd System einander im 
Ganzen und Einselaenr entgegenstehen^ und d» die Waffe der Tek- 
tonik, von geschickten Meistern gehandhabt, filr das Eine wie for 
das Andere streitet, wird es das SScberste seyn, die Frage aoa 
diesem Bereich za: zieb» nnd sie aof dasfiioCMhe io> der Sache selbst 



136 

liiegeode und auf das Historidche zo erteilen. Es fragt sich tw 
Allem : iät in^ der Thal die Hatte das Prototyp dea ftitesteu Tenj- 
pels? Lftsat sich hier da» Ja Dicht -abweisen, to ist damit weh die 
Berechtigung . des sich;d8rao ^cbliessenden Salziea eingeleitet, daas 
der aus : der Hatte eotwickdte ^leiiifadie Teimpellian die Grundlage 
des Steiffbäues sei. Mir scheint bezogüch 4er eriiten die Antwort 
gfliia unabwendbar, wenn die Gmndforai der Hatte und die Gestalt 
iler einfachsten Tempel iw na^&mim^ Teilchen' wird. Die Hatte 
selbst ist alleidings Ton maonigfieihiger Form^ die der anfachsten 
aber, wie sie noch jetzt in Griechenland auf den Gebiigen und in 
den Tbftlern gebaut wird^ iüt ein Oblong ' im Verhftitniss der Breite 
zur Lange von 1:2, mit iSparrwerk, Giebdfehl und Eindachung 
Tou gebrannten Zi^eln« Die schlichtesten haben 6 Sparren ohne 
Decken unter dem Daehef ^wei derselben, d. i. der Raum unter 
ihnien, kommen auf den Platz fir den Herd und zum Lager for die 
Familie, zwei filr die Hansthiere, zwei fftr die AemdteTorrftthe. In 
derselben Form erscheinen viele Kapellen, die auf die Substrucr- 
tioneu alter puoi gebaut sind. Nahe der SüdostkQste vda Naxo« 
steht eine solche des heiligen Nikelaus auf belleniscber Substruc^ 
tion; dass sie an die Stelle eines Bacchustempel getreten, zeigen 
mehrere bacchisdie Gebilde,' Eeben und Weinlaub aas Marmor, die^ 
in den späteren Bau eiogefAgt sind. Die Gegend ist- reich an Wein*^^ 
bau und der Segfea desselben nach der Ulsberzeugung der Umwob-r 
ner von dem Heüigen und seinem Gottesbause abh&ugig. Sie er-^. 
zahlten uns, dass^ ab man sein Bild (an kleines verbrAontea Ge-> 
malde) vor vielen Jafaven von da in ein; grösserbs and reicfaere» ihm 
erbautes Haus, bringen wollte, Sturm undUngewitter d» Trftger er-^ 
»cbreckt habe. Sie liesäen das Bild failj»nv und man fand es nach 
Aufhören des Unwettern wieder im seiaeimV Platze, die Weinreben 
des Jahres aber zeigten: eine Falle, wie ^ ^u von. . Solehe Cap<^ 
le» auf alten Sub^tructianin kehren au vieleu Orten wiedeh ' Sie 



(ffi^ jgieiist' jn : ^rlfM^eoea Gegenden, in GinOdeir; der Gel)irge' iiqdr 

I|j[qc}^ werd^ii. «1^9^ W^AQiaach «pArljkib, imterlialtea/ ood. au d^^^«r 
g$n i^rer Heilig.^^init J^ochwerk oii)lj0^ergi^ea geehrt, sogar weoa 
1^, sb^rfidl^ fjnd* Dia ganzgeU^benen dienen ^deo Reiseaden nichl: 
fj^tea s&qm ^c^at3(ß far die Nacht.. Ofenbar hat mau hier Gmnd-^ 
l9ge. nfi4:^'^i^<^<^i'pc»i jder leiten r^taxo^ und aacella, mit denen so 
hellenidcher Z^it Berg und Thal geschmQckt waren. Ihr Scheiaff 
iif^ ^aicfa im^ Qanzen oberall ond:ao anch ^em der Hotte gleich, wie 
aia, noch jetj^t gebant wird. £s ist derselbe Fall mit dem ionischen 
'Jf'citrastylos am Ilyssns, dessen Sekps Stoart (Alterthomer von At- 
tika L Tbl. 1. LiejT. PL VIII. der dentschea Ausgabe) noch als Kih 
pelle dienend fand. Werden die christlichen Zathateo von seinem 
Oblonge iiinweggethan, so zeigt der Bau dieselbe .Hottenform., An 
«Adern Orten sind die Hotten, die xaivßia, beträchtlicher. Sie har 
ben 4en Rauin far die Familie ip der Mitte des Baues, für dasi 
S&ugideh und die Yorr&the durch Mauern oder YerschlAge halber 
96he getrennt. Andejce erweitern sich zu Wohnhäusern von gröss^ 
ter Breite, ohne die Grandforui zu verlassen, mit drei oder T^r 
Klammern im Hintergründe und einem beträchtlichen Raum als Yar^ 
ylat^By oder es, liegt der für das Vieh bestimmte Theil tiefer, so 
di^ dieses mit den Köpfen in den Mittelraum der menscbUchea 
Bewohner heraufsiebt^ oder endlich der Bau ist mit Decken durch- 
zeigen und zeigt doppeltes Stockwerk, das obere wieder von dop- 
pelter Tietfe, das tiefere fOr das Gesinde, das höhere, zu dem niaa 
ober 4 — ß Stufen ^ht, far die Familie des Herrn. Wir gedenken 
dieser Unterschiede, weil sie zeigen, dass schon in der einfacbeii 
WQhauug des Landmannes und Hirten eine ziemliche Mannigfaltig- 
keit der Formen als Grundlage späterer Entwicklung gefundep wird,^ 
Dass aber überall aus alter Ueberlieferung und so gebaut wird, wie 
die Alten thaten, liegt in dej^ Natur der Sache, in der Unver«: 

Abhandlungen der I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. I. Abth. 18 



AieidUcbkeit des Zweckes , der bedarfnisse und der Forme* deü 
Lebens, wdcbes namentlich in den Gebirgen noch die homerisch- 
patriarchalischen Weisen liewahrf, was zumal in dem ümstttnde klar itrv 
dass der Ackerbau ganz ond gär auf der Stufe geblieben , auf deif 
ftnJSesiod kannte. So findet der einfache Pflngy den er nach seiueni 
Theilen schildert, sich gerade so> wiei er ihn 8childert> noch jetzt im 
Gebrauche. Es ist ebenso mit den Verhältnissen des HirtenlebeniiL 
Drei Jahrtausende sind ober jene Gebirge, Th&ler und Inseln Iveg* 
gezogen, haben ihnen Storme und Erschotterungen, imn Theil neue 
Ansiedler gesendet, ohne darum die Natur der Dinge und Lebens- 
Ordnung des arkadischen Bauers oder des göttlichen Sanfairtea d6r 
Odyssee in einem wesentlichen Puncte zu Andern. 

Es wird aber die Frage verrockt, wenn man sie in einer Weis0 
stellt, dass der Holfsbauy als der ursprüngliche rorausgesetzt , als 
ein Bau ^anz aus Höh verstanden wird. Es ist dieses Air die 
Sache zwar Ton geringem. Belang. Denn die ganz hölzerne Hatte 
dieser Form, z. B. in unsem Alpengebirgen, zeigt die gleiche 
Einrichtung, wie die andere, deren Mauern ganz oder zunt 
Theil aus Steinen gebildet sind , und solche GebAude werden iit 
Griechenland wohl so wenig wie dort zu irgend einer Zieit gefehlt 
haben; die Hatte mit Mauern aus kleinem Bruchstein und Lehm 
ist so leicht zu bauen, wie die hölzerne, und wird der Teknpef 
aus ihrer Form hergeleitet angenommen, so wird eben eine mit stei-* 
nernen Mauern, hölzernem Dach undSparrwerk gemeint. Dass abet 
der Bau dieser Zusammensetzung bei Werken far Wohnungen und an- 
dere gewöhnliche Gebftude Alter Sei, als der durchaus in Stein gefahrte 
Tempelbau, braucht wohl keines Beweises ; auch ist der Gebrauch von 
hölzernen SAulen und von hölzernen Dachwerken bei steinernen Mau«* 
ern schon in der Odjssee deutlich angegeben, z. B. bei Erbauung 
des Thalamos durch Odjrsseus selbst Od. %p, 190. Ganz aus Holz, 



I / 



<! . 



^»9 

4M.b »bfie Wivde^ da« Diob Ton SUiikeii itus Eichenholz getragen «ah 
J^aanrnw iVh K. Zt $f; 7)» auf dem Markte von Elia eiii oraltea 
l^iBhAad^ daa d^ fast erloschene Sage for. e^ Denkmal des Onylf^jf 
^rkUMrie» Den derJSagjs nach altem Tempel des HocBiSfiM ^Inmof 
«i.Mavtinia .bauten nach Paa^auias (VUL K. 10 S» 2) Agemedef 

Ip.aebr alten nerfton m Olympia -vrar die eiijie der beiden Sftulei 
iß^ imtf^iioims^ offenbar der zwischen den Anten stehenden (PaiUL 
VL K« .16 % 1} aus Eichenhola, und woU zur Eriunerong aa 
einea Altern Ban oder ans ihm herübergenommen , denn daselbst 
ward, aach eine holaerne Sftule ans dem Hause des Oinomana 
(Kaos. y. K. 20 $• 6} aofbewahrt und dorch einen Ueberban 
geschätzt, ^li^ zn Metapoat hatte das HerAon, wohl eine äytdqvt^ 
des pelopotyiesischen , Säulen aus Holz des Weinstockes (Plin, H. 
N« XXIV. 2 Metaponti templum Jonoqis ^itigineis columnis stetit), 
dessen SUUnme noch jetzt im untern Italien zu colossaler Dicke 
gedmhen. ][o einzelnen Fallen aber reicht hölzerne Bedachung bis 
Ja das Zeitalter der höchsten Knnstblathe herab. Selbst das Dach 
d0s Ereehtheums ist nach Hrn. Alex. Rbisos Wahrnehmong bei aller 
Yortrefliohkei^ seiner Ausschmückung aus Holz gezimmert gewesen, 
and die Ziramerleate werden unter den Arbeitern des Ereehtheums 
besonders aa^iefohrt. Sind doch die Termini des Baues texzaipHy^ 
%fya^im^, tBxxötfi^Sj äQx^%&cT(w a^x^^^^^^s ^ ^'* ^^^ Geschäfte 
des Zimmera^ genommen. 



f* 



Allerdings wQrde, wenn die l^testea Bauten unabhängig voa 
dest Httttenhauy siber nach ihrer Forip mit SAulen, Geb&ik, schrägem 
Dach, und Giebel aus Stein wArea geführt worden, die innere Natur des 
iBanea» die sderoh seine Bestimmung gebotene Ansdehnong , Ge^ 
atalt uvd Verbindung der Glieder im Wesentlichen zu denselben 
J^onmea und Vorfeehfuqgeu: g€)fphrt hab^.wie beim. iPiolzbaai ipt 

18* 



140 

jedoch jener der Altere, so hatte der Steinbaa nicht za erfindMr, 
tras er s<ihon vorfand,' sondern nur anzo wenden, and die Forme Ji 
in so weit za starken ond gedrungener zn mächen, Bis es dnra& 
das Material und die JBedingan^en der Haltbarkeit^ des Steinbalkeki 
und der Festigkeit des Baues geboten war* Ans dieser Uefcerfoh«- 
rang in eine nur stofflich terschiedene Art entsteht die Grundlage ^dM 
Charäcters des hellenischen Steinbänes, was Hr. K. Bdttiöher die eigen- 
ihnmliche Physiognomie des Monumentalen im hellenischen Baue neün^ 
%. B. beim dorischen die Starke und gedrängte Stellung der Säulen, die 
lastende Schwere des Gebälkes, während die Gliedernng des Frieses 
nach Triglypfaen und Metopen, der weite Yorsprung des Geison, 
dem Gepräge des Schweren und Mächtigen folgten , - das statt des 
Leichten und Schlanken eintrat, und dem Geiste des dorischen Stam- 
mes die Aufgabe stellte, sich in den also gegebenen und bedingten 
Formen seiner Eigenthümlicbkeit gemäss auszuprägen, das Ganze 
mit Würde, Ernst und männlicher Schönheit zu vermählen. Das 
griechische Alterthum liebt Oberhaupt nicht, die Arten zu trennen 
und in die Anfänge zurückzudrängen, um ein Anderes oder das Ge- 
gebene anders zn gestalten. Es wäre in dem gegebenen Falle ihm 
ganz entgegen, blos darum, weil ein neues Material fbr den Bau 
in Gebrauch kommt, seine Grundbedingungen und wesentliche For- 
men zu verlassen, gleichsam in den Mutterleib zurQckzokehren , um 
sich anders zu gestalten. Man kam zn demselben Ziele^ indem man 
in den Bau die durch das neue Element gebotene Aenderung eii^ 
fohrte und durch sie das Ganze dem Zwecke entsprechend dar- 
stellte. Es geschah nicht anders auf dem Gebiete der Tonkunst, 
der Rhythmik und Metrik und selbst der Plastik. Ein aufmerk- 
sames Verfolgen der Analogien wird bald tiberzeugen , dass dem 
Späteren tiberall das Frühere zu Grunde lag, und dieses in den 
neuen Gestalten durchscheint, auch da noch, wo die zum Ziele ge- 
langte Entfaltung des Späteren als eine in sieh tollendäte neue Kunst- 



4^1 

airt^ ikün AlMn stoh um Seite geBtellf hatte, wie es beim dorifNAisD 
Ten^p^ gegenober äem toekADidefaeii geschah / ^^bei welchem,^ wie 
Hr. K. Bötticher S. 103 mit Recht sagt, ,,da er io den vorwiegen- 
den Theilen aos Holz besteht, aach solche Wesenheit vorwie- 
genl Int' AcMsseiten charakteriinrt erscheint, womit die r&am- 
]ii)he"Aii#efiäattg' Miner "Stotsen, Decken ond Dachong flberein- 
nttmnJt;^ rttn^' dass hier nicht ron iFMMA^tY die Rede seyn kanB, 
fie beiden Bauarten gemein ist, sondern yon Eigenthümlichkeitj 
weiche • die Art oder den Charakter des einen nnd des anderen 
Baues' 'auf gemeinsamer Basis bestimmt, das genus in seine specieu 

zerlegt. « 






», ■ 



' ;■ ■ IV. 

/ ^ » Oenesis des hellenisiken TempeJhaues. 

, - ■ 

• ■ t V ( 

• I . ■ » 

Die nächste Frage wir^^ nach den Stufen der Entwicklong des 
heilenischen Baues ans dem alten Holz-- und Hottenbane seyn. Aber 
welchie die bei Vitruvius erhaltene Sage ober die Anfitoge der hei- 
lehisehen ' Architektur uns ganz im Dunkeln liess. Nidbt ander/s 
geschieht es, wenn man die obriggebliebenen Denkmaler allein fragt 
-Die; au: Korifith erhaltenen Tfaeiie eines dorischen Tempels, nach 
iBidceiwid' Stellung der Stelen und Schwere des GebAlkes die Al- 
'testes ^eser Gattung zeigen die dorische Stein** und Tempelarchir 
tektui* schon- in ihrer vollen Entwiddung, und der spateren Zeit 
b^ieb NT flbrig/ die Wucht und Last der Haupttheile za mildeni, 
ifie Säulen schlanker zu machen, ihre Stellung, zu erweitern and 
den ganaien Bau in jene edle und einfache Harmonie zu setzen,. :zn 
•(lär;:e« mfai dbek die sidUachen Menumeii^^ dem groMien 



rTdmiferza Pbseiddnia (P&stuiii) geschwongea bat, dem edobe»- 
aten Oeukinale der faellenischen Architektor, das oniMsreF Seit; sm 
Jbewondern geblieben ist. 



» ■ 



Mani ist in Folge dieser WahradiaiangeQ davon iibgegaigei^ 
dsi^ Genesis des helleniscben Banes historisch sui verfolgeii'} am i^t^ 
iMhi^densten tbot anch dieses Hr« K. B&ttiger; £r hdngt TbLX 
S* 75 die Entwicklung des heUenisidien Volkes mit der säoer Aj^ 
cbitektor in Zusammenhang und in Gegensatz eo den frohereQ Vdjlr 
kern. Gegenober denselben sei die griechische . Bildong als der 
letzte nnd vollkommenste Ansdmck der yorhergehenden zn betca^^i*- 
ten, wie bei dem Gew&chs die Frncht das Beabsichtigt e^ dem Keime 
schon Inliegende ist, ,,wegen dessen allein die Momente des St&ngels, 
des Blattes, der Blothe entfaltet werden, in denen sie immer erst 
als ein Werdendes, Znkonfiiges vorhanden ist, welches nicht früher 
zum Vorschein kommen kann, bevor sich nicht diese in ihrer Wesen- 
heit völlig ausgesprochen und es durch ihre Entwicklung gezeitigt 
haben, wie daher auch die Frucht nicht erscheinen könnte, wenn 
nicht diese Siomente, deren Summe nnd Ende sie ist, ihr vöiSange- 
gangen wftren/^ So sei auch das hdlenische Geschlecht iniMiMir 
Erscheinung nur eelbst ResuUatf selbst Summe nnd daher anch Miude 
vorausgegangener Momente des geistigen Entwicklungsprozesses» fJS^ 
konnte auch in Hinsicht auf die Kunst, — obgleich es vom Uranfang an 4p 
war, alle Phasen der Entwicklung der vor ihm sich entfidtendea (sHt- 
faltet habenden) Momente geistig hindurch ging und deren PolenztAdh 
sich aufnahm — selbst nur nicht eher zum Vorscheid kommen, ehe 
dnn nicht diese Momente die Bäms bereitet hatten, auf welcher .« 
sä» ein nrsprOngUches aber letztes Moment der vollkommenen Bei^ 
iseh entfalten konnte. Daher bedurfte anch die helledische Aröbitekr 
tonik, sobald sie hervortrat, wal me eben schon jene Stadien donel^- 
laufen hatte, nicht erst emer Entwicklung^ die mit der niedrigsMo 



uz 

6ltife «jbeMJcIriicber Bildattg^ begittot, tad den robesfen A^ifib^n b^ 
d('DJtb^>iThiii|^eit aosgebt» soDdern ne «rat gleich der heifigen Pttl> 
Ihat Athetee ft^fütMt abd fertig ans Liebt.« 



/! 



Wfr^odeii UM hier gegenober der Abstractioo «nd der ziemlich 
Woekeor Pbiaseologie cdner bekanoten pbilodophischen Anscbaauog»- 
weise, wdche auf diesem Pdnote dadorcb feblt, dass sie sieb nicht be- 
gttAgty das nif(er einzelnen Völkera und bei diesen in einzelnen Zweigen 
der Bildung Gediehene ans Geist nnd Lage des Volks und gleich- 
sam ans nationaler Wni*zet her vorzuleiten, wo allerdings eine Yer- 
^eichnng ndt den Gew&cbsen stattfindet, die unter bestimmten 1^* 
ifissen de.¥ Bodens , des Kfima*s und günstiger Pflege nach den in 
ihnen liegenden Gesetzen der organischen Bildung aus dem Sameir 
sich bis zut* Frucht entOBilten. Wird die Yergleichung auf dieser 
Linie gebalten, so zeiget sich allerdings unter den originalen Yfll- 
keni ihre geistige Entfaltung parallel denen der vegetabilischen Na^ 
tür, nicht nur der einzelnen Pflanzen, sondern des regetabilischen 
Organismus im Granzen. Die Farrenkriluter, die Moose, die Strän-^^ 
eher und B&ume, in denen sich die Idee des vegetabilischen Lebens 
in unendliober* Mannigfaltigkeit offenbart, tragen den Keim enes in 
sie gelegten und bestimmten, zugleich aber auch die Vorbedingung 
eitles von ihnen unabhängigen höheren Pflanzenorganismus in sich^ 
der sich nach gleichen, aber höheren Gesetzen in dem Maase ent- 
eiltet, in welchem die Bildung der Erde und ihrer unorganischen 
Mischungen und Prodncte zu dem Puncte gediehen war, wo das 
neue nnd höhere Gewächs in die Reihe der vegetabilischen Gebilde 
einzutreten im Stande war. Es ist dasselbe auf dem Gebiete des 
aoimaKscben Organismus, wo jedes Gebilde theils den Zweck nnd 
die Mittel eines in sieh Vollendeten, theils die Möglichkeit eines 
höheren Organismus in sich trägt, bis auf der obersten Scala ani'*' 
malisdier Gestaltung der Mensch als der höchste Ausdruck de^ 



144 

SehöpfuDg berTprüritt, und in der Entfaltang ei^er 0e8di)M^?r 
Stl^qiiqe ein eigenes jedem besondere entsprechendes Leben im ^lMlt 
dein und Bilden naeb den Gesels^en seiner : B^fftUgung, Selbstbe^ 
Stimmung und den äussern Einwirkungen beginnt For keines aber 
wird die „Errungenscbaft^ seiner YprgAnger als pescbeoV:; und 
Erbe gleichsam auf der Hand geboten, sondern, an jedesi.ist dasr 
Gebot ergangen^ sich aus sich upd nach eigenem Vermögen zu be- 
wegen , und einem Jeden haben die Götter den Sch^^eis vor die 
Togend gestellt. Statt diese in sich berechtigte Ansicht zu ver- 
folgen und die Unabhängigkeit der einzelnen Vftlkerg^bilde von^ ein- 
ander anzuerkennen, wird mit Hilfe einer verwunderlichen T^rmino^ 
logie von Momenten, Potenzen und Durchgehen der Momente i durch 
einen Entwicklungsprocess den besondern Völkern die Gesammtheit 
derselben und der nach ihnen verschiedenen Coltur eine Gesammt- 
coltur unterstellt, die in den einzelnen Völkern hier ihre Blätter, 
dort ihre Blüthen und wieder an einem anderen Orte endlich 
FrOchte treibt. Diese ^^Philosophie der architektonischen Gebildef^ 
stellt sich dadurch auf gleiche Linie mit jenem Naturforscher, dec 
die Crpflanze, das Urthier in irgend einer greifbaren Erscheinung 
des animalischen Organismus sucht, um aus ihnen und nqch ihnen 
die Folie der Gewächse und Geschöpfe herzuleiten. Wie dieser, 
was als Begriff oder Idee in der schaffenden Natur liegt und bf^ 
thätiget wird, aus dieser heraus in die Erscheinung der Dinge selbst 
verlegt, und dadurch der Möglichkeit verlustig gehet, die Geschlectn 
ter und Arten unabhängig von einander zu verfolgen und wahrzn«* 
nehmen, dass ein jedes die ihm zu Grunde liegende Idee in der 
durch sie gebotenen V^eise vom Keime an unabhängig und unbe- 
kümmert um alle anderen auf seinem Wege zur Vollendung bringt^ 
so kommen dergleichen Kunsthistoriker in den traurigen Fall, die 
Idee des höchsten physischen und geistigen Organismus, welche sich 
in den Menschen und in den Stämmen der Menschen offenbar^, und 



145 

iD thneb sich wie der iiehtetraibi in Farben blicht, in ihrer Mau- 
üQgfaltigkeit ond der dadwoh bedingten Falle selbäts^tAndlger Bil- 
dungsforaetif nicht anffatiwen %n, kdnnen» spndern bringen dieselbeiiy 
odw , nm* €s mit einem gewAhnUchen Anadracke zu bezeichnen, 
•Mhachteln sie eine in die andere, um dadurch das jeder iuwohueude 
organische Lebein und seiiie nach einem bestimmten Ziel gerichtete 
Tbatigheit äiifzohebeD. Es ist eine in sich haltlose und erfolglose 
BeW^ong des speculattven Begriffes, der tou deu in die Eut- 
wickhiug ^tretenden Völkern jedes seiner Selbstständigkeit und 
irrs/üx^iix entkleidet, ein Verfahren, bei welchem jede geistige Frei- 
heit und {sielbstbestimmung, das Höchste, was den Menschen zum 
Menschen macht, aufgehoben, ond das voUkommeuste Werk seiner 
Kunst, wie die höchste Tugend und die schönste Tbat zu dem 
„nothwendigen Moment^ eines nur gesteigerten KrystalluiatiQnsprozes- 
ses gemacht wird. Nur wo jene UnabhAngigkeit der Selbstbe- 
stimmung und die Anerkennung eines bestimmten Zieles, zu dem die 
Entwicklung der Völkeriudividuen unabhängig von den andern 
neben und über ihnen strebt, gewahrt wird, Iftsst sich die Idee der 
Menschheit bei ihrem Eintritte in die Wirklichkeit der Dinge und iu 
.ihr die nach Gattungen und Arten verschiedener Formen der BefAhi- 
gong begreifen, und die Nationen, weiche später eintreten, • sind da- 
rum nicht di^ ObUegenbeit entbunden, an ihren Anfitugen zu. beginnen. 
Gleich deo Vorgangern finden sie. sich angewiesen, ihc>Dasein onabbAn- 
-gig von ihnen^ unbeirrt von den fremden Besaoderheiteu dem ihnen ge- 
latenten Ziele entgegenzufahren. Sie erreicheA. dieses, nicht wcäl 
die Momente einer froheren Entwicklung ihnen vorangegangen sind, 
iMKideru weil sie dazu befähigt sind, und es ist ein Höheres, nicht 
weil das Frohere ein Niederes war, sondern weil sie reicher be- 
gabt und durch Zusammen Wirkung gonsliger Lagen und Ereignisse 
gefördert wuitle* Nicht das Fatum, die slua^mj, sondern die Frei- 
heit fahrt auf dem Gebiete des geistigen Schaftnui; den Vorsitz und 

Abhandlungen der I. C). d. k. Ak d. WisB. VI. Bd. I. Abth. 10 



146 

das Steuer. Allerdiilg» ktt Äuoh «ttter deo Völkern eio Fortgang 
des Lebens y der Einsiebt und der BefMdgMg in den ErzeugniMen 
und Werken ibres Geistes niobt; «o verkennen und bildet das Ganite 
ibrer Gescbicbte nud der EMwickkmg des mensoblicben Gescblecb- 
tes; aber sie verfolgen ibpen Gang unabbtagig von einander and 
wie das Individuam^ sO besobreibt das Volk einen iim angewiesenen 
Kreis des Lebens* Konmit ibnen dabei, was dem Znfall ontef- 
worfen bleibt , das von ihren Vorgängern Erfahrne und Gdeistete 
%nr Kenntniss oud Nacbalunang, so brancben sie es jds HolfiBmitlel 
und Forderung auf ibrem Weg^, ohne es darum zu einem nothwen- 
digeu Moment eines -durch Alle hiodarcbgehenden Lebensprooesses 
binabzodrücken ^ und ohne dessbalb der Nothwendigkeit oberboben 
zu werden, sieb, wenn aoeh durch jene Holfe erleichtert und gefbr^ 
dort 9 aus sich selber zn gestalten» Die Aegyptier entfalten nach 
der Natur ihres Geistes oiid Landes onter den Formen nnd Schick- 
salen ihres Staates und Lebens jene ernste^ grossartige und tief- 
sinnige hieratisch -symbolische Gesittong^Wissenskunde^ Staatsord- 
nung und Kunst) die als ein in sich Abgeschlossenes^ als ein Gai^- 
zes sui generis erscheint Die Assyrier, deren Geist nnd Werke 
jetzt erst zum Theil wieder an das Licht treten, in gleicher Weise, 
nnd ebenso die Volker jenseits des Indos^ und Niemand kann sagen, 
dass, um die Sprache unseres tektonischen Philosophen zu r^ 
den, jedes z. B. auf dem Gebiete der Sculptur oder Arebkektur nor 
das nenaufiretende Moment eines allgemeinen Entwicklungsganges 
darstellt und in ihm das Künftige, also in dem Aegyptischen das 
Assyrische oder das Indische als das BetAsichHgte dem Keime naeh 
schon innegelegen sei. Ist die hellenische Bildung edler und reicber 
als die orientalische, so ist sie es nicht, weil vor ihr die ägyptische 
oder a^yrische oder phOnieische gewesen int und ihr gleichsani 
Warze), Blatt und Blsthen angesetzt hat, so dass ihr nur mehr die 
imiiitteibare FrncbientfiEtltiiug. ohrig bliebe sondern weil die hellenische 



147 

Nation sieb darcb Befireinog des Geistes voa tradhioDellen Fesseln 
poji <jUi?,T1iMeD eioe^. seH^^tAodig gewprdeoeii Denkens nnd aitt^ 
]^;l)ßii Wirkens in politischen» sittli^^n, wissenschaftlichen nnd sr^ 
tiß$ijf€ken, Gi^taltnngen ober den Orient erhoben bat Das Hellenische 
scbi^iogt. :S^ch zu dieser Herrlichkeit im Wesentlichen nnabhftngig 
Too dem Oriente esipor, was auch die Anregungen und Unterstotzon- 
gen im Einsbeloen waren ^ die es vop dort empfangen hat und der 
PArtbepon wAre auf der Akropoli» zu Athen in seiner Herrlichkeit 
ersohienen, w^nn auch am Nil zu Theben kein Pallast des OsymaiH 
thias^ wAre gebaut worden. Auch der Verfasser lehnt auf seinem 
Gebiete mit vollem Hechte die Ansicht, ab, nach welcher Kunstbe«- 
griffe, Kunstformen und Kunstfertigkeiten ausser lieh übergetragen 
und zur Grundlage der griechischen Architektur seien gemacht worden, 
und Steuer! auf die Anerkennung des inneren geistigen Entwick-^ 
longsprocesses der Geschlechter zu, die eine gewisse Gemeinsamkeit 
äusserer Erscheinung auch ohne alle äussere Berührung zulassen; 
um so unbegreiflicher wird aber dann der Irrthum, dass^ weil das 
Frübfure sclM^n da gewesen oder vorbedingt gewesen sei , das heU 
lenisphe Geschlecht es als ein ibm In wohnendes und ZustAndiges 
in sieb, ; getragen und darüber geschaltet habe. Ganz der inneru 
Natur 49r hier vorliegende Oinge und der Wahrheit entsprechend 
auj»sert.siqh Ober den Gegei^stand ein Arcbijtekt, der zwar nicht die 
griechischen Glossen ober die Ar/c^itektnr gesammelt» auch nicht zu 
c|e|j FQssen eiue^ philq^popluscbea, Mytrfagogen g/dae^a^n bat, um der 
EntboUung ihrer Aestbetik beizawobueuy der aber die scbönsten und 
edelsten Denkm&ler derselben auf der hohen Schule 4er Architekt 
tur, der Akropolis von Athen» einer sorgfititigen Erforschung unter-, 
zogen» ihre Eigentbomlicbkeiten mit hellem Blick erkannt und. mit 
gelftuteirtem Verstände beurtheili bat^qMfl dessen Zeichnungen vom 
Erecbthenm dieser Abhandlung beigegeben sind : Eduard Metzger (in 
dejui ü^DAichner Jahrbocbern .forbjlf^jpdc^ Kunst von |)r. R. Markgraf 

19* 



148 

I. Tbl. üntersncbuiigen im Gebiete der Arcbifektnr S. 52): ^^Wenn 
isicb ein Banstyl gemäss dieser ADfordemiigeti zur Vollkommenheit 
erheben soll , so macht dies jene fortgesetzte Stetigkeit der Kähst-^ 
obongen nötbig, welche die griechische Banknnst zn jener Blflthe 
ond Hfthe trieb, von der sie keine folgende Zeit je stflrzen wird. 
Noch immer erhebt sie kohn and anerreicht ihr Haapt. Diese Ste- 
tigkeit der griechischen Kunsfbildungj aber insbesondere die Ausbit^ 
düng des dorischen Tempels ist so anzusehen , als habe der Sohn 
das Ueberkommen der Väter geehrt. Denn er bildete jenes Ele- 
ment, was sich taaglich erwiesen hatte, nicht sinnlos, sondern im 
andaaemden Gebrauche weiter ans, and so reifte mit jeder Gene- 
ration die Baukunst mehr und m^Ar ihrer Vollendang entgegen.^ 

Niemand kann zugleich dem Fatalismus und der Freiheit huT- 
digen, und wer die griechische Architektur als ein letztes Moment 
eines yorhergegangenen Processes betrachtet, das, nachdem seine 
Zeit kam, auf einmal und pifttzlich an das Licht brach, bat auch 
das Recht verwirkt, oder doch die Fähigkeit verloren, ihrer innem 
Genesis nachzugehen und sich an den Pbasen ihrer Entwicklung zu 
erfreuen. Gegenober aber einem Sprunge, wie er hier gethad wird, 
ober das Vorliegende in das Imaginäre, achten wir die Archäologie 
auch ferner zu der Nachweisung verplfichtet, wie nach der dori- 
schen Wanderung, als dorische und ionische Stämme sich zu Trä- 
gern der hellenischen Bildung erhoben, die Architektur aus schlich- 
ten Anfängen des Architraven- und Giebelbaues sich aus eigener 
Kraft und analog dem Geiste beider Stämme, wenn auch unter An- 
regung fremden Einflusses und unter Förderung durch fremde Mittel 
und Uebung, sieb selbstständfg und selbstthätig bis zum vollendeten 
Steinbao der grösseren Tempel entwickelt hat, nicht aber auf ein- 
mal gleich der ^^heiligen^ Pallas aus dem Kopfe des Vaters ge- 
sprungen ist. 

Um aber zunächst an die dorische zu gehen, so scheinen mir 



149 

X 

i^wi^cben der einfachen snd uralten Hntte der hellenisofaeo Land- 
fiicbaflen nni' dem doriüchea Stekibaoe «u Korinth noch zwei Stafen 
naebweisbar bq sejn, die eine, welche bezdcbiiet, yrie weh der aiM 
der Hatte entaprangene Arcfaitraven- und Giebelbao zor Tdßit der 
pelasg»scb - achftiscben Architektur ungeachtet aeiner Unterordnung 
anter den Burg* und Thesaureabao gediehen war, die andere, wie 
sie alH Holzarcbitektor ^ch zur vollendeten Tempelform entwickelt 
hatte. For jene haben wir oben den architektonischen Theil dea 
Denkmals ober dem Löwenthore zu M jkene in Anspruch genomm^ 
fOr die andere werden wir den tuskanischen Tempel ^u gebrauchen 
berechtigt sejii. 



V. ' 

Bildwerk über dem LOwenthor ah architsktanvtehes Denkmal 

betrachtet. 

Was nun zuerst das Denkmal über dem Löwenthore betrifft, 
so erinnern wir an die Wahrnehmung, dass die Sftnle in der Mitte 
und das mit ihr engverbnndeoe Gebftik umgekehrt, das Unterste zu 
oberst gestellt erscheint; denn im Falle das nicht wftre, würde die 
Yeijfingung des Saulenschaftes, statt von unten nach oben zu gehen, 
liier y«n oben nach unten und noch dazu in ziemlicher Starke statt- 
finden, eine Erscheinung, die ohne Beispiel imd ohne Grund, ja al- 
lem Grund und Gebrauch auf diösem Gebiete geradezu entgegen 
wftre. Fig. 2 zeigt das ganze Denkmal nach der Zeichnung ron 
Eduard Metzger, Fig. 3 dasselbe ohne die Lftwen und in aufrech- 
ter Stellung. Was damit und mit den Thieren, die aufrecht stehend 
ihre Tatzen an das umgestfllpte Monument legen, ausgedruckt wer- 
den soll, ist schwer zu sagen. LOwen dieser Art sind hftufig auf den 
ältesten bemalten Geftssen, welche ober die späteren Formen weit 
zurttjckgehen. Sie wechseln auf ihnen mit Leoparden, Luchsen, Gftn- 



150 

seil, SpbiDxen mid andern fuheliiafteii Tfaiersymbokn aib aud sind 
meint in 8treit gebildet Ferner sind Löweukftpfe>( wie bekannt , 
der gevröbniicbe Sehlnss der steinernen Dachrinne zum DnreUaa» 
d^8 Wassers nnd aof den Sarkophagen nicht nngewObnlicb. Die 
ans dem Pirftos nach dem Arsenal ron Venedig gebrachten mar* 
monien Löwen standen, ab Besebtttzer ^vie e» sclieint, ober dem 
Hafen, der von ihnen bei den Venezianern Porto di Leone genannt 
wnrde, und bei Chironea liegt noch jetzt, wieder aufgegraben, obwohl 
zertrümroert, der cok>»sale LOwe als Symbol der dort im. Kampfe 
Ükr bellenisohe Freiheit Gefallenen. 

In der homerischen Dichtung erscheint der Löwe als Bild mAnn* 
liehen Muthes und nnbeogbarer Kraft. Er ii^t darum Symbol auf dem 
Schilde des Agamemnon, und in der heroischen Sage treten uns der ne- 
meische, in der mythischen die Chimftra ngöa&s X^wp II. ^, 181 ^ so 
wie die Verwandlung des Proteus (Od. S, 456. 791.) und des Dio« 
nysos (Hynin. in Bacch. V. 47) in einen Löwen entgegen, während 
die Erscheinung des Tbieres.im Zodiakus und der Gang der Sonne 
durch sein Bild zur Zeit der grössten Hitze ihm seine kosmogo^ 
ttisch «- astrale Bedeetung sichert. : AUt dieser kntipß Aloys dßrt 
(Wolfs literar. Analekleu 1. S. 150 ffO an die Löwen der pbrygi-* 
sehen magna mater, der Besehfttzerin der StAdte (Strabo X, S. 473^ 
welcher die Höhen (Borgjen), geweibt waren« und an die lykiscfae« 
Kyklopen, die Werkmeister jener Mauern und Thore, dagegen Gell 
(Argolis S. 87) an die Miihr«sKBilder der Penser ,,eKecnted in tbe 
sarae manner/* was beilAufig laboh ietf eiue Annahme , weiche Fr^ 
Creuzer (8ymb. a.. a. 0. S. 773) «t der ihm eigenen Sachkunde 
%m erweisen sucht ; . iodess fehlen fbv sokhe Versuche die. sicherem 
Verbindeugsglieder, die (xq/im^^üu, nnd es itit darum besser ^ sich aa 
den Inhalt des Denkmals selbst mA|^ich nahe anzusdiliessen. Zwei 
Löwea als Bild siegreicher Stftrke , die aof den Sturz eine» umg^. 
kehrten Baues di« Tatzen halten, sind wohl als symbotiseh* B^ 



5151 

adcbnMig der Eroü^ra^g eurer fekuUicfaeD Stadt tm, betrecbtedv ond 
al» 8Qldi0. wdfdeu ^e Ober detn.EüigaDge «ar Borg des Sieger» 
deu ibueo gebQbeeiideii . PiMz fcaben. Wir iroUed noo zwar öicht 
mi4 Cr^ll wdlter auf die Pelopideti oder AiHdea schlieasea ; jedoeh 
bemerke» da.ss auch Ag)ameMiiori> l^ls Sieger von IVoja^ bei Aeschy- 
los (Agäm. y. 801) die Ker^Mraag der Stadt uuter dem Bude des 
haiigrigen Löwen bezeichnet , der aber die Mauern gesprungen und 
genug des köuiglicUefl Blutes g^teckt bab^: Tn^o^cor dl nv^yop 

Um aber demCbvakter ded arebit^toaisdien Bruchstückes auf 
die Spur zn kommen^ reitkt es mcbt bin» mit Hirt a; tu O. den Um- 
sturz des Sftuleuscbaftes anzoerkeunen. Die Sftule zeigt sich mit 
dem Bauwerke unter und Aber ihr coostivctiv verbundeo und kann 
darum von ifam nicht getrenni werden« Dafrum erscheiiirf^ der ganze 
hier gebildete Bau auf den Kopf gestellt /Ferner isi es nOtbig, das 
Ffagmeiitirte seines Characters bestimmtar aufzufassen. I>er. Bruch 
ist zu beiden. Seiten, dessglaicJkeii oben und unten deutlich ange^ 
zeigt und, deutlicher nodi durch die Einhiegungen (61g. 8. b. c») i» 
beideto Seitea der OTalen> Oeffnang a in der Mitte des -Gebälkes 
Es sind Segmente dewalben OTaleu Bundes, das sich in der Mitte 
an beidm in derselben J'ona gaaz erhalten hat. Man darf also 
mit Betstimmtheit aonehmea^ dass jene halben Ueffimngen bei lAn«- 
gerer Aasdehanng des Gebälkes ebenlaUs voll ersebeinen und deju 
in ;der Mitte roUständig entsprechen worden. Da nun naier dem 
jüittlem . die Säule fi^teht^ so wird auch jede der beiden andern gleit- 
eben Oefihuiigeu eine Säule uHier< sich in dem Denkmale gebaM; 
babes, das hier nachgebildet ist, und in der Thal findet sich unter 
jedem Halbrunde der Pliiitbns wieder, welcher ober dem Kopfe dor 
Säute liegt 9 die such ganz erhalten hat. Während also die obcig-r 
gebliebene Säule das Verhältoiss ihrer Dkke zar Htke zeigt, liefert 



152 

uns diese WahrnebniaDg die Weite der Sftolenstellung. Sie er- 
scheint allerdings sehr geringe nicht zam Darchgehen, sondern sur 
Oeffnong der hintern Halle^ and wurde sie vor dem Eingange eines 
Gebftudes angewendet, so konnte dieses nor dadurch zogftnglich ge- 
dacht werden, dass gegenüber der Thare eine SAule wegblieb ond 
for den Eintritt eine doppelte Sftiilenweite gewonnen wurde. 

Geht man auf die einzelnen Theile des Baure»tes ober, so zei-- 
gen sich zu uuterst d, e. die Stereobata des Yitruvius III. K. 8 $. 4 
(32 zu Auf. ubi firmiora siut iiiferiora, stereobata appellantor, uani 
excipiunt onera, wo der griechische Terminus wohl 6 ^sQ^oßdrijs 
war«) Er besteht in seinem sichtbaren Theile aus einem Querbal- 
ken, ober dem in einer Reihe f. g. ringförmige Körper liegen. Wa.s 
diese vertreten, ist durch die in Felsen aasgehauenen lykischen Denk* 
m&ler bei Fellows (An Account of Discoveries in Lycia by Charles 
Fellows London 184 t Zav. 12), in denen der Holzbau nachgebildet ist, 
zu ersehen, in unsern Zeichuongen Fig. 5* Hier erscheint ober dem Ar- 
chitrav ein Lager an einander schliessender Rundbalken in weitem 
Vorspränge. Es folgt daraus wohl mit Sicherheit, dass, wie in Ly- 
kien die Decke, so in dem Denkmale, was das mykenftische Relief 
aachbildet, der fioifeit aas einem Lager von Rundbalken gebildet 
war, oder im Fall ein Steinbau hier znr Nachbildang vorlag, dieser 
aus der alten Holzstructur eine solche Bodenbildong in angegebener 
Art anzeigte. Ueber ihm steht ein Plinthus, welcher die Sttule trAgt 
Die S&ule selbst hat darAber drei Ringe oder Windungen, in m&sj^gen 
Zwischenräumen mit Auslegungen des Schaftes innerhalb derselben, 
deren Profilirung sich wenig unterscheiden l&sst^ doch kommt die 
stftrkere dem Torus nahe und scheint ein solcher wenigstens in 
der Anlage gewesen za seyn. Der Schaft steigt ober ihm in star* 
ker VerjQngung empor. Gegen das Ende lassen sieh wieder mehrere 
Itioge, als Begrenzung des vnoTQuxi^Xuip unterscheiden, dann der 



IfiS 

Ansatz eines Ecbinas, obwohl mit geringer Biegung und über ibm 
wieder ein starker Plinthus. Dann folgt das GebälJ^, der Arcbitrar 
ungefähr ron der obern Sftulendicke, der Fries in der schon aiigegebenen 
Eigenthomlicbkeit mit den ovalen Oeffnungen aber den Sftnleu^ offenbar 
ursprOnglich znr Einlegong der Langbalken bestimmt ^ und claim zur 
Bezeichnung ihrer urspronglichen Bestimmung noch angedeutet lieber 
dem Fries liegt ein anderer Balken, mit dem das Gebälk abbricht; 
doch 16t aas der ganzen Anlage klar, dass über ihm als der Corona 
sich das Dach erhob, von dessen Projector und Tympanon keine Spur 
Obrig ist. Wird das Dach nach der Analogie der späteren Werke, 
welche der ganze Bau vorbedeutet, gebildet, ^o stellt sich ein nach 
diesem Fragmente geordneter Tetrastylns mit doj^elter Säulienweite 
jn der Mitte nach Fig. 4 dar. 

Folgendes sind die Maasse der Theile dieses Werkes 

i 

Säule. 

* » 

Höhe der Säule mit Basis und Kapital = 5 untere Durchmesser. 
Höhe des Säulenschaftes = 3 Vi Durchmesser. 
Yerjttngung der Säule um V» vom untern Durchmesser. 

Kapital. 

Höbe des Kapitals =: Vt Durchmesser. 

Höhe des Abakus = Vi D. 

Höhe des Echinus = Vi D. 

Ausladun|2[ des Abakus von der Säulenaxe = Vü D* 

B 1^ s e. 

Höhe der Base = Vi Durchm. 

Ausladung der Platte von der Säulenaxe =: V« D. 

Abhandlungen der I. CL d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. I. Abth. 20 



154 



. G e b ä I k e« 

Architrtv-Höhe = V« Durclini. 

Fries -Höhe m Vi D. 

Kranz -Höhe = Vt D. 

Kranz -Ausladung Yon der Säulenaxe =: iV« D. 

Aloys Hirt trägt kein Bedenken, die Sftole des Denkmals eine 
ultioriscke %a nennen. Das w&re also ein Dorismos von den Do* 
riern. Auch widerstreitet einer solchen Benennung die Spira oder der 
Sftnlenfnss, und der Ecbinns, das bestimmende Glied des dorischen 
Sftulenkopfes ist nur erst angedeutet, gegen ihn aber der Plinthus 
in übermässiger Ansdebnung. Doch stimmt die obrige Complexion^ 
die VerjQuguug, das Verbältuiss an Dicke zur Höbe und die Zu- 
sammensetzung des Capitäls selbst mit dem Dorischen, und gehört auch 
eine solche Form nicht den Doriern, so darf sie doch unbedenklich 
als Vorlänferin oder alsMuiter der dorischen Säule betrachtet wer- 
den« Sie gewinnt dadurch an Wichtigkeit und eröffnet einen Blick 
bis in die Wiege der dorischen Architektur oder ihren Zusammen- 
hang mit der pelasgisch-achäischen, da nicht weiter zu zweifeln 
ist, dass in jenem Denkmal das Bruchstock der Nachbildung eines 
Tempels dieser letzten SäulQ mit Gebälk darüber, oder das Prototy- 
pen der Säulen- und Arcbitravenarchitektur auf hellenischer Erde 
sich erhalten hat, obwohl die Stärke und die dichte Stellung der 
Säulen zeigen, dass ihr Anfang noch weiter zurflckliegt und in dem 
hier nachgebildeten Werke der Holzbau schon in den Steinbau über- 
gegangen war. 

Es lässt sich sofort ermessen, in welcher Weise das Heräon 
bei Argos, nicht weniger wie die übrigen in die yorhellenische Zeit 
hinaufreichenden Tempelbauteu, vor allem das Poseidonion za Helike, 



waa in Jonien seine NacbdhnäDg oder Wiederlioloog &Dd> gehallt i 
wareB. Zar Ergtezmig der Sage^moss noch beiiierki werdeo^ daaat 
Pt6tu8^ des AkrisiBs Bmder^ der nach PioMoias die kyklopiaebev 
TiryDs baote, ancb Ober das Herftou berrach^e (PaBs« U. c« 1 6« S» 3)« 
ÜQoTTog dk ro ^Hqatop xal Midstav (I. Mtdiay) xai Tlqvp&a Sa^s xal 
8aa TtQos &ccXaaafjg rijg AqY^tag. 

Damit baben wir ancb den Schiassel za dem Verständnisse 
der Ueberlieferang von dem Ursprange des dorischen Banes bei 
Yitravias gefnuden, welche vom Her&oii bei Argos beginnt. In die- 
sem wird zwar nicht Dorus, der Sohn des Hellen, das erste Muster 
des dorischen l^tyles aofgestellt^ wohl aber werden die Erbauer 
Ton TiryBs auf den ndying ^H^ag hinter der Stadt dieses Heiligtham 
gegrondet ond in einem Styl ansgefofart haben, wdchar nach den 
dargelegten Analogien mit der spateren dorischen Bauweise for do- 
nsch gehalten nnd dem Doms selbst beigelegt worde« Die Aiis«^ 
breitung der Sage ober Acbaia, dessen Tempel za jenem in nafaemi 
Verhaltniss standen, erbalt eben daher wo aicht ihre Berechtignng^ 
doch ihre Erklärung. Endlich erklart sich dadurch die Uebersiede- 
long der Sage ron dorischen Tempelbauteh nach Jonien unmittelbar 
nach Vertreibung der Joner aus dem Peloponnes zu einer Zeit, wo 
die dorische Baukunst noch nicht entfidtet war, und daselbst aar 
Tempel jeiier Bauform gefunden wurden, die amn spater for dorisch 
hielt, und die es galt, durch ä(pCdQV(Hg nach Jonien za übersiedeln. 
Nach der phantastischen Uebertragung Ton Namen und Thatsachea 
Wird hier bei dem Neleus, dem Sohne des Kodrds, Jon des Xathös und 
der Kreusa Sohn, und dem- Zwang der Umstände ein Bescfaloss vea 
ganz Hellas untergestellt (Yitruvius IV. K. 1 $«4) ond wird die aedei^ 
welche sie dort nach dem Muster der in Achaia ^erlasseneo aufbauten 
äorica genannt, qood in Dorieon civitatibus primum factum eo genere 
vlderaat. £s war also dieselbe Yordomefae, aber for «lonseb ge- 

20* 



1^' 

balteioe Bauweise, welche sie aus Adiaia nach Jonieo obertrugeD 
und anwendeten, ehe dort unter UmstAtaden, die später kot EklAo^ 
terung kamen, die dem ionischen Charactor entsprechende Banform 
gefunden und entfaltet war. 



VI. 

Der tuskanische Tempel. 

Ist auf diesem Wege gelungen, den Ursprung der Architraveu-» 
und Sftülenarchitektur neben dem Burg- und Tburmban unter den 
Pelasgem und Ach&ern, so wie ihr Verbältniss zu der dorischen 
nachzuweisen, dadurch aber die Möglichkeit zu finden, die altober** 
lieferte Sage ober den Ursprung von dieser zu verstehen und auf 
ihren historischen Gehalt zurQckzufohren, so handelt es sich dos 
Weitern davon, die Entfaltung nachzuweisen, welche dieser altpe- 
Jasgisdie Styl auf einem andern Gebiete seiner Herrschaft unter 
den Hetruriern gefunden hat. Wir kennen diese zwar im Ganzen 
nur als eine aus der Hütte zum Tempel entwickelte Holzconstruc- 
tion nach der Schilderung des Vitru?jus; doch haben neue Unter- 
suchungen auf dem Gebiete hetrurischer Grabdenkm&ler auch Reste 
steinerner Sftulen , und im Innern der Gemächer mehrere ganze, 
deckenstotzende S&ulen an das IJcht gebracht, welche in ihren 
Haupttheilen mit der yiiruvischen Schilderung und dem mykenAbchen 
iixemplar obereinstimmen. Es wird also darauf ankommen, die 
Schilderung des tuskanischen Tempels bei Yitruv (IV.K. 7) for un- 
sere Zwecke zu erl&utern. 



Wir wanschten idlerdings dieser mohsamen Erörterung ent- 



Uli 

beimi za seyn, Dachdem seit dreihoßdert Jahren so viele Arcbäolo«. 
gen, Architekten und Philologen sieh an ihr betheiliget haben, und. 
den Arbeiten, Untersnchongen ond Feststellungen von Vtgnola, Per-- 
raultj Miliztüy Galianiy Joh. Polenu^j Simon Stratieo xl a. ganz 

• 

abgesehen von Rode's Uebersetzung des Vitroyins (1 796)9 die Be- 
mohnngen von Aloys Hirt tfaeils in der Sammlung nützlicher Auf-^ 
sfttze, die „Baukunst betreffend'^ (Jahrg. 1799), theils in der „Ge- 
schichte der Baukunst'' (1 Th. S. 211), von Stieglitz (Encyclopftdie 
der Baukunst HL 2 ff. 4 und Archäologie der Baukunst Th. DL 
K. 1 S. 14), Gencin (Exegetische Briefe Ober des M. YitruTias 
Baukunst 1. Heft, dritter Brief S. 44 ff. 1801), Leo von Klenze 
(Versuch der Wiederherstellung des toskanischen Tempels ff. in den 
Denkschriften der k. b. Ak. d. Wiss. Jahrg. 1821) und Ottfr. Malier 
(die Etrusker II. Abth. 2 Buch S. 229 ff. 1828) gefolgt sind, die 
Sache demnach als erschöpft konnte betrachtet werden. Dass dem 
nicht also sei, wird das Folgende zeigen. Man hat, wie bald klar 
seyn wird» allgemein und ohne es zu vermuthen^ auf einen sehr 
verdorbenen Text gebaut, and es handelt sich davon, die Corrup- 
telen desselben offen zu legen, demnächst aber zu versuchen, was 
sich an ihnen bessern, und auf dem festern Grunde mit mehr Si- 
dierheit neben dem aufführen lässt, was Scharfsinn und Sachkunde 
der Froheren 3chon richtig bestimmt und geordnet hatte. 

Vitr. I. IV. c. 7. De tuscanicis rationibus aedium sacrarum. 

1. Locus, in quo aedes constituentur, cum habuerit in longi- 
tndinem sex partes, una demta, reliquum quod erit, latitudioi detur. 

Das Yerhaltniss der Länge zur Breite wird also 6 : 5 be- 
stimmt (Flg. 6 AB : BD). 

Die area kam darum einem gleichseitigen Quadrat sehr nali. 



158^ 

Ottfried Möller sacht die GrQnde fbr dies Verh&ltDiss in den Aog»» 
rallebren der Etrasker, von denen Dachher. 

$ 

2. Longitodo antem dividatnr bipartito et qnae pars erit interipr 
cellarnm spatiis designetor^ qaae erit proxima fronti colamoarani dis" 
positioni relinqoator. 

Die Tbeilangslinie des innern Ranmes EF gebt demnach durch 
die Mitte, die hintere Hälfte ABEF wird den Zellen, die Tordere 
EFCD, proxima fronti den S&nlen angewiesen. 

3. Item latitado AB dividatar in partes decem: et bis ternae 
partes dextra ac sinistra cellis roinoribos G, H siye ibi alae fnturae 
sinty dentur, reliqnae qnatnor mediae aedi J attribaantur. 

Hier beginnen die Schwierigkeiten, der Gedanke selbst ist klar; 
die Zehntbeilang der Breite AB, sowie die Verwendung der 10 
Theile im Verbältniss zu 3 9 4, 3- for die drei Zellen des hintern 
tlanmes oder des Innern; aber die Lesart et bis ist nnsicher. Statt 
et his bei Polenus ist schon bei Schneider ex bis richtig geschrie« 
fcen. Dann ist die vulgata sive ubi statt sive ibi. „Scbedae autem 
Buchianae habent, si quae alae fotnrae sint^^, Schneider. Dort fehlt 
also nbi, dagegen haben ibi Vatic. Gaelph. Voss, und andere gute 
Bacher, denen Polenus, Schneider und Andere mit Recht folgen. 



Es ist ibi mit Bezug auf das yorhergehende zu verstehen, also 
soviel wie dextra ac sinistra parte. Was aber sind alae? Das 
Wort selbst, alae nr^Qvx^s wird überall von der äusseren Sftuleo-* 
Stellung, von der die cella umgeben ist, vom miftofia gehranchi und nicht 
anders steht es bei Vitruv. VI. K. 3, §. 4 von den alis atriorom, den 
ober die Wände binausreichenden Säulenstellungen der atria. Das 
hat schon Salmasius richtig gefasst exertt. Plin. pag. 1218 habent 



169 

•fria dextra et siDistra alas, qoae gjraece nrsQd/Luna dicantor. 
Ausser diesen Stellen konmi^ soviel mir bekanot, das Wort bei Yi- 
ünr Dicht vor; in der nosrigeo aber b&tten wir ala mit ceUa gleicb* 
bedeotendy was nicht denkbar. In ihrer Anfohmng bei Genelli and 
MJenze fehlen die Worte: sive ibi alae fntnrae sint, ganz« Dann ha» 
ben die flbrigen allerdings keine Schwierigkeit; doch wie w&ren 
jene in die Handschriften gekommen? 0. Müller^ der die ebenge* 
gebene Eintheilang der area mit der Eintheilnng des templnm Etnn- 
sciomm in Zusammenhang bringt (a. a. O. S* 126 T. 1, 1) nnd in 
Folge davon dnrch die L&oge des Tempeis den Cardo als Thei- 
longslinie zieht, nimmt diese sofort fQr den decamanos, nennt den 
Cella-^Raum postica^ den übrigen antica, obwohl Yitniv. für diesen, 
wie er mnss, den gewöhnlichen terminos ngöyaoe hat und hilft sich 
im Uebrigen S. 230 wie folgt: ^^Uat/' sagt er, ,,der Tempel drei 
Zellen, wie der der Ceres (nämlich der Ceres des Liber nnd der 
libera bei Dion. Halic. antiq. r. VL c* 04, nach welchem Tempel 
0. Moller ohne nähern Grand die Beschreibung des Vitrav. entwor* 
fen glaubt), so nehmen diese die ganze hintere Hälfte ein. Ist dies 
nicht der Fall, so stehen auch in den hiotern Theilen rechts und 
links der Ceila Säulen, mit der Bemerkung^ so sei die Stelle bei 
Vitr* (sive ibi alae) sicher zu verstehen, weil gerade temae partes 
eine Säulenweite sind und also der Raum einer cella minor (6 -f- 8» 
er meint 6 in der Länge, 3 in der Breite) auch für eine ala von 
einer Säolenweite in der Breite und zwei in der Länge verstanden 
werden kann. Die Anzahl der Säulenweiten, welche, wie bekannt, 
nach Arten und Styl des Tempels verschieden sind, von 3 Theilen 
der Zehntheilong der Breite for den gegenwärtigen Fall anzunehmen, 
ist ganz willkohrlich. Vitruvius erklärt sich beim tnskanischen 
Tempel nicht darüber, und die Säulenweite kann hier nur aus den 
flbrigen Maasen geschlossen werden. Dann aber wenn, wie ge- 
schehen muss, die vordere Säalenstellung als ein T^zffuc^vXog ge-^ 



160 

nommeo wird, so kommen bei der ZehntheikiDg der Breite nicht drei 
Sftnleuweiten, soodem zwischen 2 «• 3 derZehntheilnng auf das interoo* 
lomniom; auch scheint er selbst an dieser unbegreiflichen Annahme zwei^ 
felhaft zu werden, da er sich besinnt, dass die me^d um den Tempel 
gehen; denn er setzt bei: „dass aber die alae auch hinten heräii 
gehen, ist nach Vitrurius Worten nicht zulässig^^ wo man also 
aus der postica des Tempels, wo er zuvor die S&nlenreibe annahm^ 
heraus und in das Herum des Tempels gelangt, um erinnert zu 
werden, dass nach Vifruv's Worten die Säulen nicht herumgegan- 
gen seien. Uebrigens hat er auch mit dieser Erklärung keine msQa 
zu beiden Seiten bekommen, da, nachdem auch er den Tempel als 
TSTQccatvXog zufolge/ der weitern Anordnung anzunehmen genöthigt 
war, äussere Säulen neben den Cella -Mauern gar nicht denkbar 
sind, die, wie bekannt, erst bei einem t^aazvjiog möglich werden* 
Seine hintern Säulen schlopfen darum in die Cella -Wände hinein, 
um einen geringen Theil ihrer Rundung nach innen und einen an* 
dern nach aussen zu zeigen, was wohl die seltsamste vTioS-eag is^ 
welche bei der Erklärung eines antiken Gebäudes je y ersucht 
wurde. Zweckmässiger yerfahren noch diejenigen, welche mit Or- 
diz an die Stelle der zwpi Scheidemauern der 3 Zellen zwei Reihen 
▼on je 3 Säulen stellen, wodurch der hintere Theil in^ 3 Schiffe veiy 
wandelt wird« Doch auch diesem widerstreitet Vitruyius, welcher 
Ton Zellen handelt und darum geschlossene Räume fordert. Dass 
er aber Säulen in der postica gar nicht kennt, zeigt offenbar der 
folgende Theil der Stelle, wo der Raum yor den drei Zueilen for 
die Säulenstellung zur Verwendung kommt: spatium qiiod erit ante 
cellas ita columnis designetur u. s. w. Alae ist demnach ganz 
unhaltbar und Polenos hat sehr Recht gethao, aliae in den Text 
aufzunehmen. Stratico bemerkt zwar, diese Lesart sei unyerlässig 
(quae quidem lectio nuUa auctoritate), iudess sie steht in neun Hand- 
schriften , darunter in der sehr alten und wichtigen des Pithoeus* 



m 

Doch i»t damit der Stelle noch nicht gel^olfen; 4i^ Worte: sive i\fi 
aliae futurae sunt, bilden einen Gegenätatz^ dessen vorderes Glied in 
der vorhergebenden nicht enthalten sein kann. Denn nach der ge- 
meldeten Eintbeilnng der 3 Zellen 3> 4» 3 mOssen noth wendig die 
Seitenzellen die cellae minores sein nnd der Znsatz: sive ibi aliae 
fntnrae sint, wird dadurch ansgeschlossen. Dieser Umstand scheint 
auch der verdorbenen Lesart alae Aaum gegeben nnd die grosse Ver- 
wirrung durch sie erregt zu haben« Doch ist der Gegensatz leicht 
zu entdecken. Cella ist auch bei Vitniv. nicht nur für das ge- 
schlossene Gemach, fQr den Gf/xos des Gottes, sondern auch für 
jeden andern geschlossenen und zur Wohnung oder für Vorrath ein- 
gerichteten Raum im Gebrauiche, cella cum peno VI, 9* cella olearia 
und vinaria daselbst, 9 familiaria und ostiaria das. 10« 

Wurden in dem Tempel drei Götter verehrt, wie in dem 
oben erwähnten Ceres, Liber und Libera im capitolinischen Jupi- 
ter, Ceres und Minerva, so traf natürlich die mittlere und grössere 
auf die Hauptgottheit und die kleineren fielen den beiden andern zu. 
Nun ist aber auf der einen Seite nicht zu verkennen, dass die hier 
geschilderte Eintbeilnng des tuskauischen Tempels eine allgemeine 
war, da nichts auf eine Besonderheit hindeute^ auf der andern aber 
in keiner Weise anzunehmen, dass jeder tuskanische Tempel drei 
Götterwohnungen hatte. . Ward aber in ihnen nur eine Gottheit ver- 
ehrt, so blieben die beiden aj|^erp Zellen for andere Zwecke, für 
Schatzkammern od^r Priester wohnuqgen u. dergl. verfogbdr; die mitt- 
lere gehörte demnach in jedem Falle einer Gottheit, die kleineren nur 
in dem eben angegebenen besondern Falle. Es ist daher offenbar 
deorum nach minoribus zu ergänzen, wodurch der Gegensatz zu aliae 
gewonnen wird; extremae piurtes deztra ac sinistra ceUis minori- 
bus deorum sive ibi aliae futurae sint, dentur, reliquae quatuor me- 

AJt>iiaiiiUuiiseA der.l. Cl. 4 k JLk. iL W^t* Vi Bd;L AbtkL.: 21. 



162 

idifae aedi attfHmankin ^-^ Deonim scbeiM dvrdi den ftboliebeo Klaig 
TD iaiiiioribas beim Absehmben verdrängt worden xo seio. 



4. In aitderar Art sehwieri^g i»t da» ^Igende ober die SAo<- 
lenstelliiDg: spaliiim ifaoA etH ante ceflhts m prooao ita oolimiiiis de* 
mgaetuTj nt angdlims contra aiites, parietam extremoram e regkme 
coUocentor: dtiae mediae e regiMe parielrai) qoi ioter aotas et me- 
diam aedem foeriat, ifa diötribaantar^ ot inier aotas et colonmaii pri^ 
ores net medinni iisdem reitfionibiid alterae disnMnantur. 



Die Stelle Warde didrcb Barbiiiwi Perraalt, Galiaoi, PoIenoA, 
Newton ond die deuteobeo Bearbeiter in der Terecbiedensten Weuse 
verstanden; welcbe Sinon Stratieo anfUftfalt 

Sscber ist 

a. dass spatinm qnod ent ante cellas in prouao, welches den 
Sftnlen bestimmt ist, die ganze vordere Seite des Tempel- 
Planes begreift; 

b. dass Vitrnvinsy wie Jetzt sein Text liegt, filtr diesen ganzen 
Ranm nnr drei Paar oder secbs Säulen nennt. Es sind die 
angnlares, die duae mediae und die alUrae, bei denen vwar 
die Zahl zwei fehlt, aber aas ihrer Stelhing inter antas zu 
entnehmen ist, da di6 antae das erste Paar gegen sich (con- 
tra untas) haben ; zwischen ihnen ako nur Raam ftir zwei 
Sftnlen ist, die den MHtelsftolen des pronaos K, L, ent- 
sprechen ; 



c. dass Avt Eck«iAidea v^ nad entgegen den antis (contra 
tas) aagleich parietum «Ltretnomm e regime, d. i« ia licr 
Linie der Amrsersteii oder ScMoss-Manem des biatera TbeiJIs 



Hteben, welche in die antos wagebeoi .da«s femer dm ErwAk^ 
ii|iig der pariete^ eoUremi neben den Anten ftar die Stellwf 
der antares aaf eine aixiere zwiacben den antis^ bindertet, 
bei denen die parietes extremi znr Beatimmong nicbt beige^ 
zegien werden konnten und die dämm swi^cheu den Anten 
im Qoerdurcbscbmtt xu stehen kamen; 

d. dass uacb der gegenwftrtigen Textlage die duae mediae zwi- 
aeheu der Anten (alao aaf die Yerbiadiin^Iinie deraelbeu) 
nnd zngleiob e regiene parietnm> qni inter antas et median 
aedem foerint» aw steben, kmnmen ; ^ 

e. dass diie parietes inter anta^ et mediam aedem xnfoJge der 
letatern Bezeichnnng (mediam aedem) die beiden Langmaoern 
MN and CB sind, dnrch welcke die media aedea von den 
beiden kleinern Zellen getrennt wird. 

Es ist sofort gan^ in der Ordnung, dass die x wischen den 
Anten atebenden Sftalen mit jenen Tbeilnngsmanern der pMica 
gleieba Linien eder dieselbe Flaobt baben, aber es ist anffalleod, 
jpi terdft<^tig, dasa jene Tbeiiangsmauern nicbt nur ala inter mediam 
andern, sondern aacb als inter autas liegend bezeicbnet werden,« da 
dacb aaf jeden Fall die antae als Wandpfeiler Ober jene Mattera 
binanareicben , diese also nicbt zwiscben ihnen üegeou Die Lieaoqg 
sdiwankt zwischen parietom, qni volg. -<^ parietnm; qoae U^rat -^ 
inier antam cod. LaetL *— Die falsche^ Lesart imter antM scbeint 
ans dem folgenden inter antas et coiumnas |>riarea heraQ%ekommen 
zn sein nnd die ftcbte verdrängt, oder wenn aie froher ausgefallen 
war, ihren Platz ausgefüllt zn haben. Aof jeden Fall sind die 
Worte inter antas oubaltbar, nnd da Vitrovins durch die genann- 
tea lIKaoem die zwei. iX^ellais minores nnd mediam aedem scbeidei» 

21* 



104 

Iftsst, so scbeiot offeubar, dass mit Rdcktiicfat darauf zu lesen ist: 
qm inter cellas minores et mediam aedem foerint. Doch das ist 
nnr der Eingang zur eigentlichen Sch>yierigkeit, die in den Worten 
liegt: ita distriboantor, nt inter antas et colnmnas priores per'mediom 
üsdem regionibas alterae disponautnr. Ist dnrch die colamnae an^- 
gnlares C, D and die daae mediae zwischen ihnen K, L die vor- 
dere Reihe der vier Säulen gewonnen, so bleiben allerdings noch 
zwei fnr den mittlem Raom Qbrig LD, welche mit den beiden Mit- 
telsftnlen K, L and den innem Cella -Wänden MN and CB, denen 
diese e regione stehen, gleiche Linie zn halten haben, and das ist 
aach die Vorstellaug, von der die meisten Aasleger aasgehen. Sie 
geben ihnen also die Stellang der zwei Sftalen eines Tempels in 
antis and schon Perraalt hat daram nicht ermangelt, die parietes ex- 
tremos AE and BF Ober die Qaeri oder Darchschnitts-Maaem EF 
hinaas soweit fortzaführen, dass ihre Schlass - Pilaster die Stellang 
einnehmen, in welchen sie nicht nnr die colnmnas angnlares gegen 
sich, sondern zugleich die innern dnas medias zwischen sich in der 
Entfernnug haben konnten, welche durch die flbrigen Symmetrien ge- 
boten sind ; aber die Worte des Vitrovins widerstreiten bestimmt die- 
ser Anordnung, denn das dritte Sftalenpaar, das er nennt, stellt er 
mit deutlichen Worten inter antas E, F, et columnas priores C, B; 
and eH stünde nicht inter columnas priores, sobald man es in die in-* 
nere Areft des Pronaos brachte. Es wäre dann allein inter antas 
iv nctgaürecai und die colamnae priores standen abseiten, wenn die 
angnlares gemeint sind ; sind aber die duae mediae gemeint, so hät- 
ten auch diese die beiden andern nicht inter se, sondern ante oder 
post sCf je nachdem man sich stellt. Was aber soll es heissen, 
dass sofort diese Säulen ip nctgaardai per medium und iisdem re- 
gionibus zu setzen seien; beide termini stehen ganz ohne nähere 
Beziehung, worauf wir zurückkommen. Verschiedene Lesart ist in : 
ut inter antas vnlgo. — et inter antas Sulp. Guelph., dem Schneider 



J65 

folgt; dsdarch wird ita flberfloaaig, ibs 0. Maller ^ der ao seiner 
YerbindüD^ mit Recht Aiistose nahrnyStreiobeo will; doch wird da* 
dordi for die Hacptsadie nichts gewonnen. Femer i^terae dispo- 
nantar valgo« — altera äedes ponatnr Solp. Vatic. Franc. Gnelph. 
Yat. Diese Lesart wurde von Rode aefgenommen, aber beim Um- 
dmck des Bogens wiedw yerworfen. ESs Iftsst sich leicht wahr- 
nehmen, dass bei dieser innem Zerrflitung des Textes beide Les«- 
arten akerae disponantor nnd altera aedes ponatnr auf eine dritte 
hinweisen, die in ihnen yerdorbeo ist nnd worauf wir znrockkom- 
men. Uebrigens hat Rode^ dem Schneider nnd dann auch 0* Moller 
folgen, das Verdienst, zur Anfklftroag eine Stelle des folgenden Kapitels 
8 (7 §. 5) mit Glock angewendet zu haben. Sie lantet: NonunlU 
etiam de tuseanicis generibns snmentes columnamm dispositiones 
trausfernnt in Corinthiormn et lonioorum operum Ordinationen et qui- 
bos in locis in prouao procnmmt antae in iisdem e regione cellae 
parietum columnas binas collocaotes efficiunt Tuscanicorum et Grae- 
corom operum commonem ratiocinationem* 

Diese Meldung ist ToUkommeo klar; die graeca genera hatten 
zwei Sftdlen zwischen den vorspringenden antis und zwei Eck- 
saulen contra antas mit zweien in der Mitte, wenn nämlich der Bau 
nicht ober den tsrQdcrvios hinausging. Der toscani^che Bau halte 
keinen Vorsprung der antae, diese hafteten an der Stelle, wo Lang- 
und Quermauer sich treffen« Wa also bei vorspringenden Mauern 
in griechischen Tempeln die antae zu stehen kamen , dahin (in iis- 
dem locis) stellte er je dne Sftule, so dass zu jeder Seite e re- 
gione cellae parietum binae columuae zu stehen kamen. Rode erin- 
nert, dass sich von dieser Art der Tempel des Jupiter zu Pola, 
der Fortuna virilis zu Rom und der Sibylla zu Tivoli erbalten habe. 
Dadurch sind die Plfttze der zwei Sftulen inter antas et columnas 
priores L e. angulares in unserem Texte bestimmt, aber damit ißt 



1«6 

die Saobe nicj^t ab^thaa, denn die Worte per mediimi oinl iisdetti 
regionÜMs bleiba» auch so necb oboe Besielinng und onerklArKeby und 
Sdmeidisf bat sick io nnhaltbere Deatnngen Terstriekty die dakmii bcK 
ginnen, dam er iisdem regioaibns fttr nsdem loois qnibns antae et 
priares (angnlare») pesitae annt anoimml^ was gar aiebt in den Wor^ 
ten Kegt. Dasn ist iiddem regienbi» in solcber Beziebong oboe 
Beispiel nud ebne Grand, nnd Vitrnvina bedient sieb in sekfaem FaUe, 
wie er ninsa> dea Siagnlares ant Angabe des Objekts* Regionibns 
ist demuaeb anbaltbar nod iisdrai ralionibas zu lesea; iisdem mit 
BeCTg aaf alterae. VergL IV. c. 2 S« 4. Ubi mnc Triglypbi eo»- 
stituantot, si ibi Itminnm spatta jadieabontur^ iisdem ratioatbns den- 
tierii in Jonicis fenestranmi ocenpavisse loca ridebnntnr. 

Was aber ist mit den Worten per aMdiam an^nfangen? Sie 
entspreebeo der grieebiscbea Redeweise und sind ans i^a fiiee^ 
tibersetsßt; da sie aber anf den Raom inter coIumDas und inter per 
rietes sieb bezieben, so wird in ihnen, in de» i$a f^icov der ganae 
Mittelranm zwischen der Anten und der ersten S&nlenstellnng EF 
und CB und die FlAcbe des ganzen proaaos bezeichnet sein* For 
diese aber reicflM das andere Stalenpaar nicht biö. und da solebes 
in K, L steiMP moBS', um den wrpirartiio; za ToUenden, durdi den 
erst die anliea abgesehlo8sen> wird, so« bieibt foftdanetnd der eigeni^ 
Hebe innere Rann leer and waMet immer noob auf die ihm zwisebea 
Q und R gebabrende« Stützen. 0. Maller bat das Ungehtrige ge^ 
ffiMt, wenn diese SMtzoii um ^rarsagt werdtiw Kr bat daraoi motu 
proprio zwei S&ulen dort eingestellt, welehe sofort ganz der Ord« 
nung gem&ss an die SteHe der beiden des Tempels ir nagaatdat 
Bu stehen kamen. Das aber ist gerade der Beweis, dass die SteUr, 
die wir in alterae disponaotar 'verdorben imden, zugleicb Inckenhaft 
ist. Es fehlen tos den aobt sofort notbigen i^olen zwei, da Vi«^ 
travias nur sechs nennt und gerade das letzte Pttar. Kann aber aber 



167 

ihre SteUmg k^n Zwj^ifel. wy«» »oJtmi «ieb wQoigsteM. vermu- 
then, wie Vitrovias konnte geschrieben haben» weutt sdiiie Worte 
dieser ADordnaug entsprechen and sie wiedergeben sollten, obgleich 
h^ m b€deoteodem Vfffdettiriss find 6olehe¥ Lflckenbäftigkeit einer 
Stelle ihre Hi^ilnng im Emiißlnm nicht gewfthrlefafet werden kann, so 
rfditig sie andh im Oaoaeu seyn md den wahren Sinn wiedergeben 
mag. Nach 4ieMt Yerwafarmig kOüMe man lesen : dnae sediae e 
regione parietnm^ qni inter cellas minores et mediam aedem fuerint 
quatuorque aliae ita distribaantnr , nt duae inter antas et columnas 
priores, et per medium ilsdem riüionibus älterae contra parietes fne- 
diae aedis ponantar. 

Als lirgebniss dieser Nachweisang ober den Grandplan ABCD 
der aedes tnscanicae stellt sich demnach Folgendes heraos: 

4 

1. Verbftitniss der Lftnge AC mt Breite AB wie 6 : 5. 

2. Der innere Theil für die Zellen (pars intenor cellarnm spa- 
tiis designata) ABEF als die Hftifte des ganzen Areals. 

3. Der ftuswre TheU nftcbrt dem SVom (dem fiiDgyMge) EFCB 
filr die Säulen (pars proxima fronti colamnaram lUiiyenitiaiii 
relicta). 

4 Di« kkkiem ZeUw 6^ H flu- die Götier oder to aadertn 
Gebrauch (cellae minores dborm sit« ibi aliae fiitaf ae luat) 
mit dem Verhftltniss zur ganzen Breite 3 : 10* 



; J 



5* Das mittlere Haus (mediae aedes) in demselben V erhftltniss 
wie 4 : 10. 

6. Die Boksloleii €. D. enlifeeeii deu CcMeüern E, F (co- 



168 

lamnae angalares coatra antas and zwar parietnin extremorttm 
AKj BF e regiooe). 

7. Die zwei Sftalen K, L, zwischeD den BiCksftoleD C, D, und 
gegenüber den IHaoern MN ond CB, welche zwischen den 
Zellen und dem Mittelbaose sind (doae mediae e regione 
parietum, qoi inter ceUaa minores et mediam aedem fnerint). 

8. Vier andere Sftolen quatuorque aliae Q, S, T, R, welche 
hinter der vorderen Reihe stehen, und zwar: 

a. Die zwei ftnssem A, R, zwischen den Eckpfeilern E, 
F, and den Ecksftalen C, D (daae inter antas et colamnas 
priores). 

b. Die zwei andern S, T, durch die Mitte hin in derselben 
Weise gegenüber den Maoern des Mittelhaases J. al- 
terae per medium iisdem rationihus contra parietes me- 
diae aedis ponantnn 

5« Es folgt die Bestimmung Ober das Verhftltniss der Sftulen- 
dicke zur SAnlenhöhe, dieser zur Höhe des Gebftodes und über die 
Verjüngung der Sftule nach oben. 

,,Eaeque (colomnae) sint ima crassitudine altitudinis parte sep- 
tima; attitudo tertia parte latitudinis templi; summaque columna 
quarta parte crassitudinis imae contrahatur^^ 

Hierbei kommt zu bemerken: 

a. Das Verhftltni&rs der Dicke zur Höhe bei der tuskanischen 
Sftule 1 : 7 wird von Plinius bestätiget. H. N. XXXVI. c. 23 S. 56 
quae sextam partem altitudinis in crassitudine ima habeot. 



169 

dorieae vocantar, qni nanam ionieaey qoae septiniani toscaoi- 
cae. ~ Palladio zog za der (askanischeD Maasbestimmmig 
Bajsii» und Kapital bei; aber Yilravius hatte diese hier so 
bestiniint aogedeotet, wie IV. K. 1 $. 6 bei der doriscbeu 
des Kapital: qua crassitodiue feceruut basim scapi, tantam 
sexties cum capitulo in altitndinem extolernnt, und in unserer 
Stelle geben dämm seine Maase nur auf den Schaft. Fig. 7 
AC. Er schildert aber, wie das Folgende zeigt, einen Holz- 
bau, und sind, wie nicht zu zweifeln, die toskanischen Säu- 
len auch fbr den Steinbau angewendet worden, so wird sich 
dieses Verhaltniss nach Bedarf ge&ndert haben, die S&nlon 
werden dicker und stämmiger gewesen seyn. In den Mo- 
nument! der inst. arch. T. I. 1« 40 c. 3 findet sich eine die 
Decke eines hetrurischen Grabes stfltzende Sftole Fig. 8 auf 
unserer Tafel, welche, wenn ihre Verhältnisse durch die 
Zeichnung genau angegeben sind, nicht sieben Durchmesser, 
sondern nur sieben Halbmesser ihrer untersten Dicke hoch ist. 

b. Die Höhe der Sftule AB wird näher normirt durch das Ver- 
haltniss zur Tempelbreite, deren dritten Theil sie betragen 
soll, und Pliuius a. a. O. bemerkt, dass dieses das alte Maas 
gewesen ist, antiqua ratio erat columnarum altitudiuis tertia 
pars latitudinum delubri. Ist zum Beispiel der Tempel 63 
Fuss breit, so kommt auf die Höbe der Säule 21 Fuss und 
sofort auf den untern Durchmesser 8 Fuss. 

c. Die VerjQngung des Säulenscbaftes betragt bis zu seinem^ 
Schluss \ des untersten Durchmessers, also bei einem Durch- 
messer von 3 Fuss | eines Fusses, was der Schlankheit des 
Schaftes wohl entsprechend ist. 

6. %. 3 „Spirae earnm altae dimidia parte cräsaita^Kius fiant: babeaat 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ak. d. Wim. VI. Bd. 1. Abik. 22 



170 

»pirae earaiir pliutbam Ad eirctuum alUm »nae craä^itiidiiüä ditnidia 
parte: toroiu iu^^uper cuin apopbysi cra^Ham quautom plintbud.^^ 

IMe Haaptbedtimmiifjgeu »ind klar; der Säoleufass eotli&h ^ der 
Säoleudieke, al^o 2 Fuü^ iu der Hobe^ wo dieser 3 hat, and von 
dieser Höbe komnit cUe H&lfte, im gegebeuen Falle 1 Fut^s, auf die 
autere Platte (plintbu»); die andere aI&o ebeofall/i) ein Fums^ anf den 
Pfübl (torob) mit Eiureebuang der Einbiegung (aTio^vGii;)^ durch die 
er s^ich dem Sebatte au8cblieitöt: torus in&nper (ai^ca seil. cS// der 
aber dem plinthos liegt) cuoi apophysi etc. Iu der Diktion ist auf- 
fallend die Wiederholoiig der Worte spirae earuro, die wohl au der 
hintern Stelle zq streichen mud. Wa» aber ist plinlhum ad circi- 
niun altam? Man verbindet allgemein plintbum ad circinum und macht 
dadurch den pliiitbu8 lürkelrand, also za einer flachea Säulentroni- 
mel, was, 8$aviel mir bekannt , ansticr in der ägyptischen Baukunst 
nicht gefoaden wird nnd an unserer Stelle höchst auffallend i»t, auch 
durch keinen Baurest oder eine Spur eines solchen bestätigt wird; 
auch ist der Ausdruck plintbum ad circinum unvollständig, denn mit 
altam besteht keine Verbindung „imrA dem zirkelhochf^ nnd er utOsste 
darum durch factum oder ein ähnliches Wort ergänzt werden, ganz 
gegen den Gebrauch des Vitmvins. Dieser hat die Konstruktion oft 
in ähnlicher Beziehung, aber nie ohne das Verbum III. c. $. 2 exstmc^ 
ti» autem fufidämentis ad fibramentum — daselbst $. 5 si enim ad 
libellam dirigef ur ... ihi ad id convenienter flant Daselbst c. 5 
^. 5 ad perpendiculum latus kabeant cottocattm IV. c. ? $. 3 ad 
perpendicuhan triglypborum cautberios prominentes projecerunt — da- 
sH^lbst c« 3 S« 5 caniculi ad normae cacufnen imprimantnr^ nnd an- 
ilerwärt8. Wollte man aber die Redensart durch Aufnahme von 
factum oder ein ähnliches Partizip ergänzen^ so wäre noch die Frage, 
ob eine Kreisscheihe, welche dann durch den Text geboten würde, 
Ott .pUatbaii : k(l|iMi9 geiiaiHU werften, da At^ Wort aberall nnd iu 



171 

jeder Yerbiodiing nur tob etneiii Kftrper ia QaadratfiNn gebraucht 
.'wird; und ein pGotbna, das kt ein (jaadralt in Kreidform so aaroögr- 
lich ist, wie^ ein Kreis in Qaadratfortn« W02» endlich sollte hier 
eine solche AboormiUkt dienen? GrendU meint» um für die Durch* 
geheildien zwischen den Sftolen mehr Ranm zn gewAhren, was bei 
^er hier vorliegenden weiten Sftnlenstellnng ganz end gar nnnötfaig 
gewesen wäre. Die Worte ad oircinom sind desshalb an falscher 
Stelle nnd gehören weiter herab. Es ist zu lesen: torum insi^er 
ad drdmtm delmeatum cum apophysi eto.^ wodurch angeordnet wird, 
das8 der Pfohl in seiner Anshiegnng nicht eine ovale Form wie in 
der ionischen und korinthischen Ordnung habe^ sondern nach dem 
2irkd^ abgerundet seyo solL Ein solcher tnscanischer torus Ober 
dem viereckigen plintbus findet sich andi in der That unter den bei 
Volci entdeckten Säulenbruchstocken (Monuraenti del. tust. arch. 
mon. C. L e, 2 Nr. 9 unserer Tafel) ^ der durch die anvfwag 
eder vielmehr anod'satg nadi unten mit dem plinthus.. verbanden 
wird, mit einem Riemen zwischen sich nnd dem Schaf), des^sen 
Vitruvius obrigens nicht gedenkt. 



% Beselireibung des Sftulenkopfes« „Capitoli altitudo 
crassitudinis : abaci ladtudo, qoania ima crs^tndo coliimnae: eapi* 
tnliqne crassitodo dividatur in partes tres : e quibus uns plinfho, qnae 
est in abaco, detur, altera iechino, tertia hypotrachelio cum äpophysL^ 



Ü6he des Sftulenhauptes soll also einefi halben S&ulendurdi^ 
messer.nnd dieBrdfte des abacus einen ganzisn haben, so dass seine 
Soden mit dem Endpunkte des entsprechenden untersten Säulen^ 
duf^messers in perpendikularer Linie fiallen; doch fragt ^ob, ob 
zur nAhern Bexeidinung der untersten Säulendieke die Stelle nidit 
in folgender Weise zu ergftnzen ist: capituli altitodo dimidia Wl 
imM crassitudinis eo/tisiiitf^; abaci u« s. w« « Nach iliesei!;Bestim-f 

22* 



172 

mang der Hdhe des ganzen Sftolenkopfes und der Breite der über 
ibrem Eebinas liegenden Platte wird der oapilnli aftitudo der Begriff 
der capitnli crassitndo untergestellt nnd die gleicfamässige Yertbei- 
Inng dieser Höhe oder Dicke aaf TiXä^dvg, ijrwog und vnotQax^^y 
aw dnoq>vas^ bemerkt Die Aafzfthlaug gebt, wie man siebt , von 
oben und die Worte pliuthns qnae est in abaco könnten niebts be* 
deuten, als den statt des abacos dienenden oder ihn vertretenden 
plinthns. Das wftre mit Bezug und im Gegensatze zu dem plintbns 
des Sftulenfusses, der nirgends abacus genannt w4rd, während der 
den abacus vertretende pliutbus ober dem Sftulenbanpte öfter Ef^ 
wfthnung findet. Bei der korinthischen Sftule, die ihn gleich der 
ionischen zwar hat, aber mit einschweifenden Linien, wird er au;^ 
drOcklich in der Höbe des S&ulenkopfes begriffen IV. c. 1 S. 11 ejus 
autem (Corinthici) capituli symmetria sie est facienda: ubi quarfa 
fuerit crassitndo imae columnae tanta sit altitudo capituli cum abaco. 
Doch ist der Text unserer Stelle verdorben; das hat schon Philaii- 
der gesehen, obgleich seine Herstellung unzulässig ist Er sagt: 
„scribendum esse pro abaco, quae est abacu9j qui refti intelligat fa- 
eile judicabit, neque tamen hoc ita recens malum est, vetera quoque 
exemplaria facili injuria affecta sunt.^ Rode folgt in der Ueber- 
setzung der Aenderung pro abaco, ebenso Stieglitz (Arcb. der 
Bank. 1%. 1 S. ITl), Genelli, Leo von Klenze n. A. Hirt ist so« 
gar der Meinung, Vitruvins habe auch den abacus ad circulum ge- 
macht bezeichnen wollen. Wir hätten damit zum runden plinthns 
noch einen runden abacos bekommen, eine der vielen Hirt'schen Selt- 
samkeiten, der Genelli 8. 52 mit voller Entschiedenheit entgegen- 
tritt Uebrigens bemerkte Klenze richtig, dass Vitmvius auch an- 
derwärts (DL c. 8 $.5) den plintbus im S&ulenkopfe, im dorischen 
n&mlich, erwähnt: crassitndo capituli in partes tres, e qnibus aua 
plintbos cum Qfmafio fiat, altera ecbinns cum annulis tertia hypo- 
tradi^um. fir ist hier allerdings als ein plinthns cum cymatio 



173 

'Mfgeflilhrt, oad GencäU* oriobert, dtoa ib deo S&ulenköpfeD die Platten 
ROtist mj$ ohne Kronleiatefi Torkömoi«in, sie bort aber dadareb oicbt 
a«f, das Quadrat alsPliothua 4arzii8telleii, und indem jenes xv/ucTioy 
in der toscanica ratio fehlt, tritt hier der plintbus in seiner reinen 
Gestalt an die StdUe des abacns. Pbilander bat also ganz richtig 
evkiftrt, jedoch ist daraoi mit ihm nicht pro abaco zu lesen. Die 
Worte qoae est in abaeo enibaiten eine kleine Locke: in aba . • . . co 
Qüd diese ist durch tfyae eH in ahaci loco zu ergänzen. Die Syl* 
beu ci lo wurden durch das folgende co berausgedrockt, d. b. wegen 
dessen Aebulichkeit Tom Abschreiber obersebeu. Der plintbos vertritt 
hier den abacus und es wird darum, wo seine Breite zu bestimmen 
ist, welche der des untern plintbns entsprechen soll, diese als abaci 
latitttdo bezeichnet. Neben ihm erscheint der ecfainos, nach diesem 
bypotrachelium cum apophysi. Das hypotrachelium (tö vnarQaxfj^y 
fii^g) setzt allerdings, wie K. Bölticher (L 8. 38) richtig bemerkt, 
einen Hals iTQcix^2,os) oder vielmehr Nacken voraus, doch ist be- 
denklieb, dem ober ihm liegenden Tbeile, also dem echinus, den Na- 
men des Elalses oder des Halsbildendto des iQdxti^os anzueignen ; denn 
vertritt dieser den Säulenhals, wo bleibt dann der Sftulenkopf ? oder 
soll unter dem sich aufrichtenden Tbeile ober dem bypotrachelium 
nur die apophysis desselben zu verstehen seyn? Gewiss nicht, denn 
diese ist als Theil desselben (bypotrachelium com apophysi) zu deut- 
lich bezeichnet, als dass sie könnte von ihm getrennt werden. Das 
Wort 19^ wie bekannt, von dem Tbeile des menschlichen Leibes, der 
unler dem Nacken zwischen den Schulterblättern liegt, im Gebrauche. 
PoUus^Onom. IL S* 136 vnotgaxfjjUoy jidr ovp xakstrai tö vno rovg ai^ 
Xivug fiBzu§v w/WTiXaxmf xoxclX^yop ijü xö fuxd^qsvoi^. fjtBxdy^Bvov di 
to V7W Z4WS t&pumkaxas i^xQ^ fiiGov ycixov xaxd x6 xdy ^QBPäv diaiakfMt. 
Das Wort ist auf den untern Tbeil des Sftulenhauptes demnach nur im 
Allgemeinen und nicht mit Beziehung auf andere Theile obergetra- 
gen, wie xB^Uf^ xi6x(fat^o$f j papitulum auf das Ganze. Man nannte 



174 

den nnter dem eigentlichen Haopte sioli ansbneiteiiden und Ton dem Schaft 
sich aussondernden Theil den Unter--Nacken*Tbeil^ ohne dabei an einen 
eigenth*chen Nacken zo denken, so wie man vom Sftolenkopfe spraeb, 
ohne dessen Theile als Mnnd, Nase oder Obren zo onterschdden. 
Wie abrigens das vnorQ(xxf}Xtor zwischen Walst and Schaft gebil- 
det war, ist tou Vitruv nicht angegeben und die Ansichten der Ar^ 
chitekten, die Stratico zu dieser Stelle YollstAndig aofzAblt, gehen 
darum in den verschiedensten Richtungen auseinander. Sicher ist, 
dass, da Vitruv die Scheidungsglieder abergeht, diese sehr einfach 
gewesen seyn mOssen. Leo von Klenze a. o. 0. L. I, Fig. 7 bat 
es durch die 3 Ringe, in denen der Echinus sich gegen den Stamm 
zieht, und durch drei andere an seinem Schlüsse angegeben. Es 
wird dadurch einfach als ein oberster Theil des Sftulenschaftes be- 
zeichnet, wie er bei dem ionischen Kapitftl erscheint, wo seine 
Flache für das dpd^fii^v verwendet wird. ludess wtlrde Vitmvias 
wohl der Ringe, wenn sie vorhanden waren, hier ebenso gedacht 
haben, wie bei dem dorischen Kapital (II. c. 3 S- 4)- Auch ist 
streitig, ob die apophysis sich oben oder unten befand. Orditz nimmt 
jenes an und glaubt, die Ausbiegung nach oben sei dno&^eaig ohne 
nftheru Grund auch gegen die Natur des Wortes. Eher m(k;hte die 
Bestimmung sich umkehren, so dass dito^fvaig der aufsteigenden, dno^ 
if-€aig der sich absenkenden Linie zukftme, wie Sgatg und S'^aig im 
sprachlichen Rythmus for Hebung und Senknng gebraucht werdend 
Es besteht also die Vermnthung^ dass das vnort^x^X^w nach oben 
mit dem Wulst verbunden und nach onten durch einen einfachen 
Ring von dem Qbrigen Schafte getrennt war, ohne dass es in selt- 
ner Flache eine Einbiegung {oxoxla oder r^oxvXog) zeigte, wie sie 
auch an dorischen Säulen (zum Beispiel bei K. Bdtticher Th. i. 
Tafel IV. Fig. 3) mit reicher Ausstattung gefunden wird. 

8. Der Architrav. In der folgenden Stelle, welche die Auf- 



175 

I^uQg und Yerb&ItiiitfM des G^iUkes bebandelt, , »iod Konäebst zwei 
den Ajrcbitrayeo betreffende Bedenklicbkeiten bezoglich aaf »eine 
Höbe ond die Zu^aiunenfQgang »einer Stftrke zn erwAgen; 

% 4 ^Sopra colamnas trabes compactiles iniponantur, oti sint altitudi- 
nis modalis iis, qui a magnitadine operis po^tnlabnntur: eaeque tra- 
be» compactile^t ponantar, ut eam habeant crassitadinem, qnanta som- 
mae colomnae erit hypotracbelium , et ita sint compactae sub^cadibas 

et secarioli» , ot compactara dnorum digitomm babeat laxationem.^ 

« 

Die trabe^f canipactile:!) (zu^amniengefogte Balken) bilden das im-- 
quiXw^i da» ai»o bier uieht nach i^eiuem Nanien, sondern nacb seiner 
Betücbafienbeit genannt wird. Warum aber bestimint VitraTiaü» seine 
Höbe nicbt nach festem Maase, wie er in andern Fftlfen tbut, z. B« 
beim dorisdien Arcbitra¥ (IV. c. 3 S- 4) epistyli altitudo unius uio- 
dnli, sondern nnr nach Schfttznug, nach Massgabe der Grösse des 
Werkes? Was soll ferner altitudo üs modnlis bedeuten? und ist 
anqb nur wahrseheinlieh, dass hier bei einem Holzbau von verhAlt- 
nissrnftssig geringem. Drucke des flberlie^enden GebAlkes mehrere 
moduii in Anspruch genommen wurden» während fQr den dorischen 
Stein bau ein modnlus genogte? Die Stelle muss demnach als ver- 
dorben betrachtet werden und darauf zeigen auch die Varianten. 
S«il^ et altitudinis — ohne sini auch Goelph. Vrat.. Ferner 
bot nach modulis Sulp, bis qua niagnitudine — operis postulabantur 
— Vrat-hiis quae maguituduie pog^tulabantnr. — Das Imperfectum 
auch Fran^ — ßnelph^ ^uam magnitudinesi. — Ans diesem ZerwQrf- 
niss der Lesarten und da wohl die ArchitraTenhOhe des Holzbaues 
geringer war» als die d^s doHfitC^u Steinbaues, scheint zu folgen, 
dass Vitru^ins ei fnimuf urniu^ sint altitudinis woduli, qua a magni*- 
tndiae operis postulabunlnr geacbrieben habe, so dass die Massbestim- 
mung als nnter einem oiodnlns bestehend angegeben^ der Beiimg dieses 
minp^ ^er yon der Qvhe i^ (^reb^ßd^ abh&ngjg ^macht ipurd, lU 



176 

je höher and schlanker demnach die Sftalen waren, desto schwächer 
der Architrav ober ihnen seyu mnäste. Dann fragt sich, ob die tra- 
bes coDipactiles durch Klammem und Schwalbenschwänze (snbscndes 
und s^ecnrioli) der Länge nach oder au ihren Köpfen verbanden 
waren. Jenes wird von Perrault, Polenas u. A. angenommen und 
durch Abbildungen erläutert, dieses von Genelli (a. a. 0. I. Abth* 
S. 19) und von Leo von Kleuze, doch ist Genelli (I. Abtb. S. 49) 
zu der frühern Meinung zurOckgekehrt und wohl mit Recht, denn 
die andere würde den Architraven in mehrere Stocke zerfallen, die 
ober der Mitte der Säulenköpfe in bezeichneter Art in Verbindung 
kämen. Es ist aber kein Grund, diese in der Steinarchitektur noth- 
wendige Zerstückelung des Hauptbalkens in den Holzbau einzufüh- 
ren ; es ist im Gegentheil natürlich, dass hier der Architrav aus zwei 
durchgehenden Balken gebildet wurde, welche neben einander la- 
gen, sich aber nicht berührten. Vitniv gibt als Grund an: cum 
enim (add. semet) inter se tangant, et non spiramentom et proflatum 
venti recipinnt, calefaciuntur et celeriter putrescunt. So hatte Yi- 
tmvius es selbst im Innern der von ihm gebauten Basilica (V. c. 1 
S* 5) geordnet, nur dass dort die trabes nicht aus zwei, sondern 
ex tribus tignis bipedalibos compactis bestanden, also sechs Fwsa 
dick waren, dagegen $• 9 über diesen die kurzen Pfeiler (pilae altae 
pedibus tribus, latae quoquo versus quatemis), wieder trabes e duobus 
bipedalibus lignis ober sich hatten, die er energaneae nennt und die 
also die ganze Fläche des Pflasters bedeckten. Doch ist svsQYa- 
y£a$ nämlich roxot ein mir wenigstens nicht bekannter terminus 
und wohl verdorben. Lag hier vielleicht ipegyctr^ixi zu Grunde, 
das wenigstens zu ^E^yeeyfj Analogie hätte? Es versteht sich übri- 
gens, dass wenn die Länge eines Balkens für den Architrav nicht 
hinreichte, diese compactura auch an den beiden zu einander stehen- 
den Köpfen derselben, also über der Mitte des Sänlenplinthus ein- 
trat, auf welchen sie eich treffen mossten. Noch ist zu bemerken. 



•'■•'.' • . ■..■•■ '■ . ■ i, • ..•'.• 



ilHis BaamOfinüigen im' Imielii :4et$ Aitaei»!^ 4ie «uleo w«iui.. «folr 
Mdem «testraotiTeB .GranA ba(i«D| irota- Kdaard Melsgee »neh .ja 
SlnTtbenoBi eMdedkl> worde« «od» 

• . ... , . 

Q^ iBüuAMe tnbe§k,Muaa die SftoleDstdUQng mit den Stalen- 
«wftni übA da buiterDi QaarinMer gleiche Höbe»: didier im Felgen*- 
den sich die Bestimmung des Frieses auf deo ganzeo Umfang d^ 
Baues bezieht — ,ySupra trabes et sopra parietes trajeeturae muto- 
loram p%He quarta* aUitudiiiis colimlDae projiciaatnr: item in eorum 
firoDtibna antepiigmeiita figantnr*^^ — Mutoli mit motilare zosammeiibftiih 
gfttad, also die i%atM«<0ji, sind IV. c 2 g. ä die Querbalken, wie 
att defa Gegensätze der Längbalken ;|igna hervorgeht^ an welchq 
die Triglyphen geheftet worden: uti ez tignorum dispositionibus. tii-^, 
^yphi ita e cantheriorum projectoris mntnlornm sob coronis ratio e«t 
inveata» wo^caalherii als Sattel- oder Sparrbalken erscheinfen (wohüa 
muk der Name deutet, der yon gesattelten Lästthieren genommen 
ist). An den Dachenden tn^en ihre Köpfe mit denen der matuli 
ZQsammen. Ist aber dieses, so wird unsere Stelle, wdcbe den A|r^ 
chitekten so Viele Schwierigkeit geboten hat, nach trabes lacken-^^ 
haft seyn , denn die trajeeturae mptulorum konnten' zwar ober dier 
Mauern ^ nicht iaber aber die trabes compactiles sich erstrecken, 
welche hier deuArchitray bilden; dazu worde man einen Vorsprang 
des obern Gebftlkes Aber den Ardliitravän vota 7 der Sftuleohöbi}^ 
bekommen^ was gataz undenkbar ist Offenbar schrieb Vitruy: super 
trabes tipia pohantur et snpra ' parietes trajeeturae mutulorum parte 
qnarta altitudinis colnmnab projiciäntor; in (i^mMhn^ frontibus anter: 
pagmenta figantnr. <r- JHe Aendernng van item in eorum und die 
Worte in tigntspüm bieten sich von selbst und ätind wohl voUk^mmep. 
sicher; war ahte dieses die Achte Lesaart, so rechtfertig sie auch, 
ijkrerseits die. vorhergehende JBrgftozung durch die .Wort^ tigoa por. 
naitur. DaniU hcAt.aieh die , Banptschwierigkeit der . Stelle^ di^^ 

▲bhaBdluDgeii der L Cl. d. k. Ak. d. Witt. VI. Bd. I. Ablh. 23 



l^eitaolt for schwerer wie ein ftillhsel eiklfttie moA i£e' melir-fllfl 
^e andere M den Tengichiedendten Conjektoren nnd ardbitektbni^ 
sehen Straktaren Veranlassnng gegeben hatte. 641eani unter Aa^ 
dem hatte versucht, dadurch zo helfen, dass er aUitndinis in lati- 
tndinis verwandehev was aof einen offenbar zo geringen Vorsprong 
des l)aehes über die Seitenwftode snmai^ hei einem Heliban fahre» 
wdrde. 






' Die antepaginenta ~- ai^tn^f/Mrrcr oder Aofiseb ^i^mäyimra^ 
sind nach dem Worte nijypvfu vorn angeheftete Glieder, und Vitvnü 
vins hranoht das Wort (IV. c. 6 S?. 1) von den yorsprongen oder 
Pfosten der grösseren Tboren ^ — &vQcifucta ^^- ober ihrem Haopte: 
gteera — Sv^fM/&ta}p — hortfm symmetriae constitmmtnr bis rätioai;i» 
bos, nti Corona summa, qnae supra antepiigmenta snperius impon^tiir 
^c* mit der Bemerkung, dass die summa Corona mit den capitulia 
summis colutnnamm in gleicher Richtung liegen sollen: aeqoe libniis 

• 

sit eapitufis snmteis columoarum, quae in pronao fuerint, woraus folgte 
dass die über dem Architrav liegenden Kopfe der tigna eine abn^ 
ttdbe Ausladung und Gliederung oflfenbar in einer steigenden Welle 
haben soll. — Uebrigens wird weder gesagt, welches die Yertbei«« 
leng der antepagmenta in dem Fries und ihr Verhaltniss zu den Sad«- 
lenbftQptem, noch welches die Hbhe des durch sie bedingten Friese« 
war, noch adch, ob die Reihen zwischen den antepisigmeiitis, wie bei ' 
den Metopen des altem dorischen Baues offen blieben, oder ver« 
schlagen wurden. 'Wie aber die Triglyphen des doHschen Banee 
so geordnet sind, dass, je elofor ober diQ Mute des ihm entsprecheiif 
den j^aolenkopfes zu liegen kommt, so wird dieses «och bei do^ 
Antepagmenten der FaH gewesen seyn$ da aber jedes tignum mit 
einem antepagmentom versioblagen wai^ so werden die übrigen dann 
zwisebea die Sftulen in symetrischer fintfernung si«h getheilt habe% 
tiMtosgesetz^ da£fs überhaupt mßhv als *2 tigna ^flber dia«L&nge «tau 



«7» 

S^igt Wiireiiv; '««cli^nHird'WoU die Bhkiie dkvit. Flieset gegel 
4f 8 AiMiiftltTe* 10^ datisri^ VerbAltniw geatartde» luOieftr «ritt 
Wim ArintolMi Iklitu Was aber üe Bildang^^ der/ ;aD(epagiiie«tfe b^ 
lasgt^ SO: ikeheial;IIr.Xe0 TdB Kleoze mit Toller BereiAtigrog vetf 
Iribte» 2» sein, wenn er in ^ner HerstelliMig des Tempela ihntft 
die: won-itm oberli fifostaa ^Mmnmene »iooiitis und Bildoag geg^ 
im. hat !;r,. 

h:^:. lOu flk bleibi die Krftndng ond Anordniog jdes Dschee, obdr; 
dib in^ebSchfassworfiiati enthalten ^sind: Hiiupisa^ne ea tympanol» fifc-* 
ati^üitiMlaira sen de imataria coUecQtnr: ai^rttqie id fastiginmc aqs» 
iniienji; cantherii, iempla ita Mit colloeanda, nt atiUieidkim tecti §A^ 
solnti tertiario respondeat^ 



-ii 



Dans tympiuMon fastigii (to tov wi^futtog rvf^nayw) das[ Gie* 
be^Id M%^ teni^Iiegt kemem Zweifel. In Einern. IViangel an^efl^ 
^tredLt es den nntem Schenkel ober die abtepagmenta der langen 
Balkda nnd steigt mit den* beiden andern in gleidien Winkela snia 
eolamen ampori ^^ Äoch ober tympani fastigimn gesetzt wird- .' Je«« 
nes ist 'deoHtacb der Firefbalkeny dock wird die Lesart cnimen du 
TM' Sehneider gewftUteh oolnmen voranaieben aeyn, welchea lefa-^ 
tiBre, ae Tiel mir bekannt^ nur Ton Statzen, nicht Tsm Ssbluss ge«< 
hrandit wird nid IV. t. 2 %. 1> wo beide FiMrofen oder vieliiefe 
binde Worte neben einander atehen, eoinmen in aommi fastigii eal^ 
adnibiis nnde et oolomna dicnniar bedarf der llmatettnng cdhneni iia 
fiutigü eoluainibnB, wodnrch die beiden Worte oohimen nnd coknnv 
taS^ amsammenkommeny die Vitm^ina etymologüsch; Ter bildet«. Om 
Inmen ist dann, der Statabalken kt der Bfittb des Giebela^>'de«ii dwe 
Eirstbalken calmen aufliegt Femer ist nach sopraqae id fastiginm 
eafcaen/die {grSasere fiiierpunktiön;*tab setaen) dfemi die felginden 
Warten ckntiierii,.t^la; anit ita. eottaea&df ietcr biUsii ainoi jSati 

23* 



ftr tnoh mit einer rm dem eolnei gmii nBabbftoipgen Eigen Aaitf- 
ÜoJikeit^. deren -Angabe mit ita nt^ eingeleitet wird; Gantherii- (Spaih- 
ren) haben hier die templa^ die oheir ihnen Hegenden QnerhMsery die 
Daebfetten ftnr Seite und es ist »nffallend^ dass wenn Sparren and 
l^etlen erw&bnt werden, die Latten» asseres, obergangen sind, welche 
Titmvins TV. §. 8 neben jenen Daehstocken noch besonders nennt f 
dazn fehlt die copala zwischen beiden Sobstantiven und es wird 
darum cantherii templa et asseres ita sunt etc. zu erg&nzetk seyn. 
Sparren nnd Fetten aber sollen so gelegt werden nt silfieidinm teeti 
ablsoloti tertiario ret^qndeat Aach diese Stelle, der ScUuss der 
ganxen Sehildemng, hal ihre grossen Schwierigkeiten, deren Aaflba- 
snag nnd BehandUnng zn den yersdnedensten Hypothesen gefilhrt 
haben. 

Die Wege der Erkl<lrang trennen sidi, j^ nachdem man stilli- 
cidiom Air die IVanfe im engem Sinne, oder fflr die DachschMge 
im Allgemeinen mit Tnrnebns (Adversaria XI, 4) and Perraolt 
nimmt, oder an den Vorsprang der Traufe über die Maner odn an 
den VITinkel denkt, nnter den die Sparren anf^ die Querbalken mn- 
tnli eingreifeo. Dieser Streit der Meinungen ist in den Commeuf 
iaren von Poleuus und Schneider, wenn auch nidit erschöpfend, dar* 
gelegt. Am weitesten von dem Texte des Vitmvius entfernen sidi 
die Erkiftrongen derjenigen, welche, wie Genelli thut, dem tectnm 
ahsolntum den Begriff des Ganzen, also des ganzen Baues unteiy 
schieben. Ebenso wenig ist stillicidium tecti abiMduti zn verbinden^ 
was einen thOriehten Pleonasmus gibt und in Folge davon tertia- 
nun auf wilUcohrUche Weise zu beziehen, was zum Beispiel Hirl 
gethan, der tortiarium als. 4 ^^^ Sftulenhöhe annimmt. 

\y' Offenbar hat Turnebus Recht, däss stälicWnm von derNeigang 
4es*gausen Daehes zu irersteiM» sei, dardb. ijrekhe der Ablauf der 



tei 

-W^geBtrapVIfQ bmUngi winL J» iholieher Weise gelenkt Vkr. derireiw 
MnlVi'Ki 2 ^.5 biei der EiiDiierfiiig ,: dase S^wren ond LattM 
tauntharii bt .aseerae gegen das fastigiam an&teiges, nee possäai 
firooiiadre (aber das cabien «aipcNrBtebea) i^d ad stSCddia proelinaii 
oollocantnr nnd daselbst §. 3» wo die Torangebende Nennung de^ 
Firstbalkens nnd seiner Verbindung mit den Sparren und Fetten, so* 
wie die BSpleitung der folgenden Maasbestimmong mit ita sunt col- 
Ioca|id% andeutet/ dass es sieb bei. diesen letztern von der Höbe dcis 
iasfigiam bändele welcbe dnrcb die Stftrke der Neigung des Daebes 




•;••. ■. •. " ».'VS 



Was bier nur dureb'den Scbluss zu erreicben stebt, drflekt 
TitruT bei Angabe der Höbe des ionischen tympannm deutlicb aus 
ni. .0. 5 8* .12 tympani antem quod est in fastigio, altitudo sie est 
facienda, ut fVons cpronae ab extremis cymatiis totä dimetiatur in 
partes novem et ex eis una pars in medip cacnmine tympani coii- 
stiiuatur., Diese Stelle gibt die Analogie fhr die Erklärung der 
iinsrigen. Wftbrend in ibr die.frons.coronae tota Ober dem Fries mit 
ISnscbloss der in Kymatien ausgebetnden VorsprOnge das Maas gib^ 
irird dasselbe in der unsrigen dorcb das tectum absolotum angege* 
ben, Dass beides nicbt gleichbedeutend seyn könne, liegt auf der 
Hand. Wer wird die ganze Fronte der Krone das vollendete Dach 
nennen t Dazu kommt die ansscbweifende Verscbiedenbeit der Maas- 
bestimmsng der Höbe in beiden Tempeln, wenn. jenes Maas bier 
angewendet wird, bei dem ionischen Tempel ist sie ^^ bei der tni- 
kiMiisehen ' wAre sie j- der Breite« Ist dieses denkbar? Der Baa 
bekAne dadürefc einen tburmäbnlidien Giebel, wie er im diesseitigen 
Alpenlande nicbt enge wObnlicb, jenseits der Alpcki aber gadz uneiw 
bort ist Dabei* iM nocb der Ausdruck im bedenken, nicht tecti ab«- 
sohti tertiae parti, sondern tertiana soll die «H&be gldcb seyta^.. bt 
daü ganft einerfcif tertiariuä wie ^iaarina 4feiiaiin».ia. w^.'w.. btrr 



18t 

«siehen sich auf Verh&ItDiMbestinimDiigen yerscbiedener Theile odeir 
Stoffe eines und desselben Körpers. Se beisst bei Plinins H. NL 
XXIY, 17 s. 48 stannam tertiariam ein MetallkOrper, dem ausser 
dem Zinne ^ Blei nnd f aes candidnm beigemischt ist , abo fftm 
^ Zinn.'' 

Per Bau des Giebels von vorn gesehen, gestattet Maasbestim^ 
mang nach der Breite , nach der Höhe ^ nach den Dachflächen oder 
Dachschrägen. Die Höhe fällt hier weg, da sie eben soll bestimm^ 
werden. Die Breite ebenfalls, da ihre Bestimmung durch tectnm 
absolutum undenkbar ist. Es bleibt also für tectum die Daohfläcbe 
oder Dachschräge übrig, und absolutum ist dieses tectum, wenn sein 
First bis zum Schluss seiner projectura genommen wird, wie in der 
andern Stelle bei der Breite die extrema cymatia ebenfalls in An^^ 
regung kamen. Das Maas wird demnach durch die Xiinie gebildet^ 
welche von dem Firstbalken über das Dach bis zu dessen projec- 
tura gezogen wird, d. i. durch, die ganze Länge des Sparren und 
die Einrichtung des tectum absolutum soll so gemacht werden, dass 
seine Höhe den dritten Theil dieser Länge beträgt. Der tertlariny 
tecti absoluti gibt sofort dem Giebel ein Drittheil dieser Ausdehnung 
zu seiner Höbe, ein Maas, was die Giebelhöhe des tuskanischen 
Daches der ionischen und dorischen näher bringt, wenn die Höhe 
von dem antepagmentum bis zur Spitze des acroterium gerechnet wird. 

11. VitruYius hat für Anordnung des Gebälkes nur spärlicbci 
Bestimmungen gegeben. Der Arebitrav bleibt wenigstens in nnserm 
Texte ohne Bezeichnung der Höhe; der Fries nur durch die Er«« 
wfthnnng der antepagmenta> ohne irgend eine nähere Beziehung ange-^ 
deutet, der Corona darüber ist gar nicht gedacht, offenbar weil bei ein Am 
Holzbau hieir yieles dem Gebrauche anheimgegeben oder nicht iä 
Formel und Regel gebracht war. Gleichwohl kann der Tempel 
sieht ohne die deo Gtesetoes des Geziemenden entsprechende Giie^ 



III 

^Mittg io Ümm Th^en gewesen seya, oder eiber ktt toh Schopf 
ytB gesehen* habm^ wie eir eich iu ^r Reetanration bei Poienbe, 
(ik»etti- IL. Ar «oeiDimBit. '£9 'geh^ so den Yonogen ^der ArMt 
TOD Kleoze^ daes er diesen ErwftgMgen gebthrende Recfcnang ge^ 
tragen und die Scbildemng des Vitruvias nach der Natur des 
Holzbaues und aas den Analogieen unserer rhätiscben Hatte bei 
seiner Herstellung in geziemeiptftr Weise ergftnzt bat Dass 
aber Yitroyins hier nicht Alles mitgetbeilt hat , was ober . die 
Eifientbomlichkeiien dj^s tu^jkauischen Tempels zu sagei\ war, eeht 
besonders ans c. 3 S* 5 hervor, wo von dem areostylos, dessen 
Sft^lenweife de niateria frabes perpetnäs bedingt, gesagt wird: or- 
Üäntqtie signib fit^tifibus'iiuy keräis inanriitis eornm fitstigia toscameb * 
iiibre, Äfi eit'adXSrcuita- iimitmift^^^ et llteredis Pompejanii 

illeiD IUI €/a^il(ifio. ffier ausö- \drd dei^ loscaniiitche Giebel mit Bildsäo«* 
ttt aWi^esiftttel, obwohl nicht bestimi^t adgtogeben ist, ob diese iwf 
Miikteii* ^beiden ' Ecken und dein obersten Gipfel oder im tympanoft 
des Gii^ela standen, wie Leo von Kleiiise aAHimint. War diesies 
di^r FaH, so moss das Feld hinter däsGesiriis saUsam zuracktrefedi, 
lim ihr die Statuen iUmm zu gebeta, die Basis des Giebels wir4 
tfenn wie vttil selbst zur Corona, welöhe nun sich über die antepog^ 
menfä tignoram binstreekt und das tjriiipani fastiginm trftgt; dieses 

^ • 

^rd dann mit einer stark vorspringenden corona den antepagnien^ 
tis anfliegen. — For unsere Zwecke aber war ^ hinreicbend, ans 
dieser mtriisamcfn nnd cdntroversen Unterstfdhnng die Anlage ond 
Einrtbeilnng^ des Grundplanes und der Sftulenstellung, die Slmktor 
der Sftuleif, das* Verhfliltniss ihrer 'Dicke 'zui^ Höhe, ihre aus Pliathu 
ond /fdnis beattenende BaaSs, ihre GrMse nud Verjongoo^ me Bttdang 
ihres KapitilkrAAsIMinihiisi ficIHnas und Hypolraclieliaiii je eb einem 
Biimbeil des 6tni«eb, di^JBilddai; des AricIiHraye» au» «iiabes compa^ 
fitesl 'ifie 'Efscbeittaft^' d«(i JB'ril^ses -dorcli Er^tri^ntei der tigna md 
mtki antejii^eiitav'dit^ Strokthr-nnd äoiie des 9^pi^ dariüieiv 



184 

i«emi auch oicfat ohne HiUe mehrfacher CoDjektair erkanltt %n hab0|<^ 
mw aie in: der Zeicbomig Fig. 11 sich damtelleo*; Aaf d{e so g&^ 
UrmDeoe Wahrnehmong gestotzf^ gehen wir rar Erörterdog. der aioli 
liier anadblieasenden Fragen : ober. 



• VIL 

■k _ ' ■* ■ ■ . ■ ■ I . j . 

Nähere "Bestünmuhg des Verhältnisses des altpelasgischeny fuscant" 
sehen und Syrischen Säulen-- und Architravenhäues zu einander. 

In .welchem VerhAltnisse steht der toacanische zu dem apfttem 
doriachen Baa und wie iat er in Bezog aof ihn zu fai^sen und za 
bezeichnen ? £a darf hiebei znnftchat nichit die Abweicbang in Anr 
achlag gebracht werden, welche durch die Veracbiedenbeit des Ma^« 
terials bedingt wird* Der dorische Tempel in seiner ftl'testen uns 
bekannten Gestalt ist Steinbao, die Holzconstraktion desselben liegt 
hinter den nus zng^glicbea Zeiten in derFinstemiss des frohesten 
Alterthoms begraben; der tnscanische aber, wie ihn Vitrovias nna 
beschreibt^ ist, die Mauern und das Giebelfeld abgerechnet, Hplzbao. 
Von dem Architraven bezeugen dies die trabes compactiles, aus 
denen er besteht, und die Vorkehrung gegen Fftulniss der Balken. 
Der Architrav aber entscheidet über die andern Tbeile des GebAlr 
kes, und dass 4lie S&ulen aus Holz waren, zeigt ihre Schlankheit 
und die for einen Steinbau übermftssige Weite ihrer Stellung* Ist aber 
im dorischen Bau die Construktion aus Holz der aus Stein yorange* 
gangen, so wird sie im Wesentlichen ahnliche Verhältnisse gehabt 
haben, w&brend bei der Blinfabrnng der Steine für Balken, Sparren 
nndStotzen die S Aulen stimmiger und kQiizer, die Weiten schmaler, 
das Gebftlk lastender werden mnsste, wie es eben 4er altdorischo 
Bau aufzeigt Da aber daneben besonders das ober den Styl am 
aieiateii entscheidepde Sftul^oMpUd im tascanischeu Baue ^ ganifi 



dorjsoh sich zeigt, so faAtte man, aogeaehlet aller Abweicboag im' 
fiiiiaeluen, im tuscaiiiscbeo Tempel eine Entwicklung ans der eiufiftcheB' 
Holte, welefae der doriscben parallel ging nnd ibren ursprüngliobesi 
Ziisammenbang nocb in Anordnung und Gestalt der drei Tbeile des 
S&ulenhauptes bewahrt hatte. Der tuscanische Bau wäre demnach 
als die entwickelte Holzconstruktion eines Baustyles zu betrachten, 
den der dorische in seiner Sieinconstruktion entfaltet nnd nach ihr 
mit besondern Eigentbomliclikeiten ausgestattet hat — Es war's'omit 
nahgelegt, den tnscanischen Bau dem Wesen nach für dorisch zu 
halten. 

Zur Stütze dieser Hypothese Hesse sich ein mannigfaltiger Zu- 
sammenhang der tuscanischen nnd hellenischen Kunst geltend machen 
und auch die Auswanderung der Bacchiaden nach Tarquinii um die 
30. Olympiade Hesse sich herbeiziehen, weil Demaratns, ihr Führer, 
mit seinen Künstlern Eugir und Eugrammon aus Korinth kam, wa 
die Architektur, die dorische nämlich, wenigstens einen Theil ihren 
reichen Ausstattung soll eriangt haben. Vergl. A. Bökh zu Pindar - 
Ol. 13 ▼. 21 sqq. — ludess schon die genauere Vergleicbung bei- 
der Bauweisen zeigt einen zu grossen Unterschied, als dass hier ein 
so naher Zusammenhang von beiden könnte behauptet werden. Schon 
die AnTage und Eintheilung der area beruht nach 0. Müller^s rich- 
tiger Bemerkung auf einem andern, dem auguralen Prinzip des he- 
trurischen Templum und die Stellung der zwei Säulen gegenüber 
von jeder der beiden antae, zu deren Annahme wir geführt wurden, 
ist ohne Beispiel in der griechischen Architektur. Dazu hat die 
tiiscauische Säule eine wohlausgebildete Basis, die aus Plinthus, 
Torus und Apophysis besteht, die dorische aber entbehrt einer sol« 
chen prinzipiell. Die Bildung des Kapitals ist in beiden den Haupt- 
tbeilen nach zwar übereinstimmend, aber wieder ganz andere Ver- 
hältnisse treten bei der Construktion des Gebälkes ein, wo nament^ 

Abkandlungen der I. Cl. d. k. kk. d. Wits. VI. Dd. I. Abth. 24 



1«« 



Toa Aem doriaelien Fries > den Trij^ypheir nrid Metbpen leimf^ 
Spiär '^efand^ wnrdy uiid die antepägmeiitä :niir eio Mb waches 'Ana^ 
Itgduizadeii Trigl^lienbildeo/* 'Diese fJnrlerschiede gn^eii tiefbiv^ 

ak(jes Baöb jeneD: Antjahineta aejn.kOobte. .' ^ >- . : 

« * • ■ / ■ •. * \ I ■ ' * ■• '^ 

,1;,.., I 1., '.• .'il'-.-..-.«.. .- . ,■• .* ■ i • r . .t 

.,.:; ^QQ ;k9piifife j^b^er .die J^ffMJJii/^^wWS .?Äer ,«^^^ dap',dpri^ch0, 
hffi#«?&phfiö4«Säfll^l ua4Ar<A^trj|lvQir^rcbi<^^^^ wahijr., 

8ßl^if)Iicfaea Verwandlung far Tempel ^m, dem Bracbstqplfß Q|hejr dein, 
Löwenthor von Mykene in Rechnung, und es ist leicht wabrzqnpb^! 
Dien, dass diese dem tascanischen Bau näher steht, als dem dori- 
sfiheji. Der Plintbqs unter .der Sftolje ist- beiden, gleich, ähnlich 
d^ober. in ; beiden der Toru^, fthnKeb fecner die starke VerjtngQngi. 
dj^.Geipqivsamkejt der Formen des K^i^pitäls im Wesentlichep^.c^Qf., 
Afi^trav übereinstimmend y in. deifi BVies so wenig eine Spar >vQi^: 
Gl^^lypbeB wie im; tnska^cben» dagegen eine Yorrichtong an dfo^, 
Klopfen; der tigna (die or^randen Oeffhongen), welche den antepag-*,, 
mentjs des Tuscüniscbeni eptspr^tf. nur die S&nlenweite ist i^ bei-, 
dep, weisentlicb verschieden, aber, sie ist es auch zwischen ^scani«) 
s^^m und dorischefn Bau; in^ :C^a^n also die Aebniichkeit .^wiTf^ 
sfhe» tuscanischein und pelasgi^idiem SAulen- und Arcbitraven-^Ban. 
sehr ; jb^deutend, bedeutender wenigstens, a,ls zwisdien dorischem und«^ 
tqscaniscbem» £$ Rietet sich, darum fast mit Unwiderstehlichkeit .,di^. 
Ajuiahme, dass beide ganz «nabbängig; von defn ^oris^ben Ban vor* 
Erscheioui|g desselb^en und in .gleicher Weise mit ihm aus einQin^ 
a|l|ep dreien, gemeinsamen Typu^ entsprossen edn^.^ der W dem ipy^..; 
kiesiiftischen , FragifLont, , in der toscanica ratiO: fl^s Vitruvius u^cL] 
iq.;4ei]{|ii.&lte|»ten dqrischen B^u 4^ni fiSisypbec^nn^.zn: Korinlh siQh jfif 
dc^i.ualpgi^njyVeiwu offenjbai*^ di^ >ef(on4efrs . durob Vei^^^ yjD^., 

l^^l^le def;S^en-npch jnnerlicb zusammenbängeq und ,yqn d^P^tt!? 
»üfijn..4}fi ^Qf'mjff giae ly^t ip^tM* i^em g^Mun^b/irafa;t«r fiqtspf echend«.l 



99» 

-EfltitieElflä^ gtraMlen haL* Bcir histwisclie ZnitaimenUwig m99t 
,ArtV v^ift.:or /zm8dieü^tudLaoisöbellj) und dörisdiMi - angeiioifliMii 
-worde; Mt :Bv6k fdeimiMh ^vws^ wf^ :aber nar iin eiaim Mctorh, 
.▼iel yreStet. wirodiliegeMleo ^u 'eDiboUeh, nach 'wckfiem dib dfii 
;«|MiinvenraBdted Völker der Acbaeo-Pebsger, TjrrrlmieD . und der 
•jB^riefc io ihrer :Arahilektw; cm gemeiarames Prinsip bewahren pdd 
räi; naeh/ifiren BMOrfninsen und SlnheBwelsen anwenden; . -sii 



^ ■ I 






Die althet^arlscben Qauwerke^ .die Mauern^ Stadtthore, TbOR^i^ 
Qeyfiihef Grabbogel lUid Grabkaoimern zeigen so wenig auf .ejif^f[i 
bedeutenden Gebrauch der Säulen, wie die ihnen enteprecbende Baur 
art auf griechischem Grund und Boden.. Auch war es nicht andera 
^zu erwarten, da beide derselben Gattung angehören und nuri^Bjnr 
zeln«n verschieden sind; aber wie in dem pelasgisch-achftisd^eii Ge^ 
l^jfUide die Säulen aus Homer nachweisbar sind, und unsere Nacjir 
jgrabung^n auf der nach Soden gewandten Fläche der Burg top 
.^iryn9 die eingegrabenen Baseipringe .einer Säulenstellung auf* jt^em 
.Stelobates des dort Terscbwnndenen Gebäudes enthollt haben,. m 
sind auch durch die Naol^rabungen ai|f h^trpris^bem Grund und Boden^ 
wie oben bemerkt, Reste von tuskauischen Säulen entdeckt M^ordeiL 

Ih dem Walde öatiidi yon Viterbo finden sich zwei hetroHsM^ 
Gräber, deren jedes die Decke za stfltzett eine Säule hat* (Mo^ 
Miaienü del Inst Arcb. Löm. 1. PK BL XL c. 1 nnd a.) In HiH^ 
aeirer ZeicVnnng (Fig. 12 A.B.) beide ohne Basen, die eine mit eibem 
breiten Ringe statt des Echinus und dem Plinthns daraber, dib' ÜH 
dere mit dm ^ Tollen fichinns und PJinthus. Der Beriebt über siä 
Toni Albert Leuoir (AnnalJ 1632 S. 269) bemerkt, dasa sie ,Tdn 
8t^i^ nnd dem ausgebauenen 'Piß 4&^ Grabes fremd sind, and^ tsäii 
kinakti- mk ihnen ^ anfangen y Prfaü^pe ' der tusoanisc^n' Ordnai^ > <ad 
grttnden — ä baser des: prinoipead-ei^e toscanei -^ welche^ bls^ 
her durch die Denkmäler wenig bekannt seien. DihwlMdißltiritiuX^ 

24* 



188 

offenbar die Älteste Form, die andere über einem ans fünf Sftnlen- 
trommeln gebildetei} Schaft » das. Kapit&l mit Pliutbas und Ecbiniis, 
dem nnr das Hypotrachelinm abgeht und was von dem dorch Vitra- 
Tias Geschilderten abweicht , die Basis, die Stämmigkeit der Sänle, 
ist als Bedingung oder Motiv des Steinbaoes nicht von Bedeatang; 
dagegen racken uns die Erscheinungen jener Sftulen wieder die pe- 
lasgisch-ach&ische Form von Mykeue in unmittelbare Nähe. Sie 
zeigen, dass der Säuleubau, wenn gleich in untergeordneter Anwen- 
dung, unter den Efroskern doch auch schon von der Holzconstruk- 
iion zu dem Stein übergegangen war, und täuschen in dem Myke- 
näischen Denkmale die Stämmigkeit der Säulen, ihre ungemein dichte 
Stellung und die Stücke der übrigen Glieder nicht, so ist es eben- 
&lls einem Steinban nachgebildet. Dadurch verliert die Annahme 
ihren Halt, dass die Dorier es gewesen, welche zuerst die Holz-^ 
construktion verlassen und zum Steinbau der Tempel übergegan- 
gen wären. Es stellt sich vielmehr die Wahrnehmung so, dass der 
durch die einfachsten Formen der Hütte bedingte Architraven- und 
Giebelbau bereits unter den Achäern und Hetruriern das Holz mit 
Stein vertauscht hatte, und in beiden Ländern zu Formen gelangt 
war, welche sich auch in dem spätem, dem dorischen Bau, wieder fin- 
den, dass aber, während die tuscanischen Völker den Steinbau nicht pfleg- 
ten, dagegen die Holzconstruktion entwickelten und zu den Formen ge- 
langten^ die Vitruvius beschrieben hat, auf dem Gebiete von Griechen- 
land die Dorier als die unmittelbaren Nachfolger der Achäer sich 
mit überwiegender Neigung an den Steinbau und an die durch ihn 
bedingten Formen anschlössen^ diese aber nach dem ihrem Wesen 
entsprechenden Prinzip des Ernstes und der Einfachheit in einer 
Weise entfalteten, welche zufolge des diesem Stamme eigenen Fest- 
baltens am Ueberlieferten die altpelasgiscben Formen noch durch- 
scheinen lässt, nachdem dorisches Wesen schon alle Verhältnisse 
darohdrongen hatte. 



- . .DacM di^ae Aetderang rärtdgUdi m Korioth dorcbgefdbrt wonlr» 
kMiQ aos den oben berahrten Meldungen tob Hiren architektoniscben 
ESrfiudnngen geschlossen werden ; dass sie von den alfacbäiscben sich 
fia den Hanptfonneo so wenig etttfernen, wie db Vergleicbnng beider 
ieeigl^' hat anaser dem angegebenen ooch. dnea besondem Gmnd. NIr- 
l^d« war üb Beinuschnng dorischer Bevölkerong zu der alten 
HMhwActes ab zil Korinth; dieDorier, welche östlich von der Stadt 
das JiD^Pj eine Anhöhe, zur Borg befestigt hatten und von ihr ans 
Korinthy wenn auch nicht belagerten, doch als feindselige nägsä^i 
plagten, könnteu nar dadurch zom Ziele komaiea, dass sie^ schwach 
an Zahl, nnter Aiatas, dem Herakliden, mit den Korinthiern sich 
Terstftndigten, und diese mit sich als freie Borger zu einer Gemeinde 
^rereiaigiefl. la dieser bildMen^ wie es scheint, die dorischen 6e- 
acUechter» dieJbiccbiaden, und auch diese nicht allein, die 



: :-» 



:Iliei^es : Vekrhftitoiss , das mit dem ^Starte der Bac(sbiad<te 
-eadete, kommt bei ihrer Katastrophe deotlieh zom Vorschein j Kor 
Tiath aber^ schon zor Zeit des Homer das goUreiehe^ beha«ptet 
durch Handel und Gewerbth&tigkeit auch' unter dorischer Herrschaft 
•enien/alteo Böhm, und diese Lage der Stadt, die Mischoag ihri^ 
^irölkerüng and ihr Reichthum erklären es vollkommen, wenn man ge^ 
räde dort, nachdem regere Bewegung in die hellenischen Gemeia* 
den eingedrungen war, auf dem Gelriete der Architektur am 
frofaesten au einer Entfaltung alter Formen gelangte, diese aber von 
dem pdasgischen sich nur in so weit entfernte, als es durch den 
Geist der neuen ach&isch - dorischen Gemeinde geboten war. 

In diesem aber, wie in dem Dorischen überhaupt, ist das Bo^ 
aehrftnken aof das Wesentliche, auf das £änfacbe und %weck- 
ariteaige ^vorherrschend und die Schlichtheit mit der Worde, der Ste- 
ligkeit oad dem Hochfeierlichen verbimden. Ein solcher Charakter, 



.iler »lle dorisoben'EinriditJingeb 
:!wältet aäch ihre An^bitektur. ^ 



ImBlnngpi kennzeiciinet^ • flarcb- 



k K 



Legen wir aber der Vergleldning dM pelasgisch-acliftieidien 
-Baues mit dem achäiscIi-derisclKn das jeoeiir gehörige Bruöbistilck 
iTon Mykeoe and das von diesem ttbvige Bnichstiick des S&sjpbclemw 
(ff ig. 13 AB.) in^Korinth IS« Grande^ 80 ergibt eicb feigeade Uebiocv 
'dfisdnoinng ond VferMhiedenbeit : . -; •) 



• ■ > 



-. 1 



i. Siatt der Unterlage aas Balken, welcbedas Myken&iacfap 
ment andeutet, ist ein fester Grond aas Qoadem gelegt. . 



, < 



f. 



.\ f 



- ^ Hl' Von der Basis, welche das Rfykenftiscbe Brncbstftck und 
•der faskanische Bau bei Vitrurio» in ziemlicher Entwicklimg zeit- 
gen, ist nur der Pliuthos übrig geblieben. Es war dem Gesetze 
der Einfachheit and Zweckmässigkeit entsprechend^ den Toifas zu 
titoferdrflcken und den Schaft der Sftole auf den Pllntfans ohne! iiv 
^gepd eine dn6&sa$g anfzu^tzen« Aoch sftmmtliciie tassere Säniea 
^des grossen Tempels xo Pbsidonia stehen jede auf eiiiem Plinthoii^ 
'weicher mit dem Abacus gleich bereit ist^aber dieRftame swischea 
j^ zwei sind mit gleich dicken und langen Platten ausgelegt. . Ba^ 
liuirch wird zwischen jeder Sftulenweite ein zusammeuhftiigender 
-Stelobates gewonnen, indem- die Plinthen als Glieder der gerades 
^Flftche 8ich darstellen, so däss die ganze Sftulenweite für eiaei 
bequemen Durchgang gewonnen wird. 

* 

3. Der Säulenscbaft ist in Mykene wie in Volci glatt; in 
-K'oriuth zeigt .er die dorische Kanellirong {^aßäamtg) mit scharfen 
-Kanten^ und diese bildet ein entscheidendes Merkmal ihres Slyi», 
Ulan* bat eine solche Kanellirung' an zwei Siulen wahrgenonunM^ 
-üein einem Ägyptischen Grabä zu Beoi^ Hassan die Decke tragi^a. 



\ 



Bleue Sftalen 'Bind dftdurch und AunW Ihre Yerjongong dem dori^^ 
0tlieii Siälafte- ymi ietwas schlanker' Fbrni rollkmnaien gleich)* cnci' 
selbst ein Rftthsel in Bezug auf ihren Ur«pning, da sie laosser alier: 
Analogie zu den. Obngen Ägyptischen Säulen, stehen. Sind sie in 

der, That ^Iter,. ä)s diet^Vroien der griechischen Architektur, welche 

— 'it'*"''',- '* 

sie aosser Aegvpten zuerst zeigt, i^o gesteht allerdings die Vermii- 
tfiqpgy dass sie Von den Griechen als eine Vorkehrung heroherger 
noinmen" wurden, die dem sich bei ihnen entwickelnden Geist der 
Architektur entsprach, während dies in ihrer Heiniath nicht ' der Falt' 
"WMiiWOiMe j^olirt uqd 9hne Folgen geblie)b^' sind. Um 4ie]Brfin- 
dfiAg d^r .pif^elliriing' oder im Fall sie Agyptiacheu Ursprmigess i^t'j 
ihf'f Aufiiabiqe in die grjeebisolie Architektur s6!a erklären^ ]»t man; 
Yerscbiedenes aogeoQuuiien. Ihr Grund schdiot. in Griechenland 

• 

wenigstens ein ästhetischer. Die helleini$ebe Architektur Termeidet; 
den Bogen von grösserer Ausdehnung, nicht aus Uukunde der Wöl- 
bm^ die bereits in pelasgiscUen Werken* diesseits und jenseits des 
iemscbeo Meeres nnd zwar nach dem Prinzip der Spannung nut 
Qüisprechehdem Widerlager sich angew^det findet, sondern weil 
g h too ere Boged uad die Winkel , unter denen sie auf geraden FUk^ 
ohen aöfsitzoB, dein Archi^raven- nnd GKebelbao prinzipiell entgegen' 
siefaeo; dtwu sind sie für den Begriff durch die Sfr&kltor der Wi-' 
derlager ' allerdings befestigt^ aber nicht for den Anblick und das dn«" 
befangene Gefahl, dem sie Spannung nnd einen ans einander trei^ 
Uraden Dr^ack entgegenstellen. Nur fdr untergeordnete Theile der 
ProtiiiroDg i^ind' die Rnddiidien zur Vermittlung der einzelnen Glie^' 
der tmd filrzielong der filurjrthmie als dienende, nirgends als herr* 
sehende i^Glieder gebraucht. Die ad ölrcinum gdbildeten Skalen-' 
sehaftei' wurden dämm dem Gebrauche and Grendsatze des obrigeil 
Baues /genftfaert and' mit ihm in (Jeftereinstimbung gebracht, dädurdi, 
duisB iiafch-der KaiieUirang sie sich^ in- straffien 'Kanten, bei der ioiiri-^' 
seken u j umgebogenen -heraBzogeb, somit aber -den I^i-eisbogen ia^ 



102 



Vielheit der Kanten und KanAle aoflösten, während sie zogleic^ 
darch die [pdygone Beschaffenheit zur Yermittlang des Einfachen 
mit dem Mannigfachen beitragen. 

4. Das Kapital behauptet sich in den drei eriftnterlen Formeni 
in überraschender Einheit: Echinns nnd Plintbns sind in ihnen die^p 
selben y wenn auch erst durch die Dorier mehr in Harmonie unter 
sich und mit dem Ganzen gesetzt und ebenso entspricht sich in ih- 
nen die VerjOngung. 

5. In gleicher Weise stimmt der Archilrav, dessen Flftebe' 
ohne Unterbrechung ober die Säuleu sich ausbreitet, während der 
Fries in dem dorischen Gebälk die KOpfe der Tigna mit den Tri« 
glyphen ausstattet, die beim tnskanischen Bau die antepagmenta, bei 
dem mykenäischen die ovalen Rundungen zeigen. 

6. Die obersten Tbeile des mykenäischen Baoes sind uube* 
slimmbar, nur dass als Corona noch ein demArehitrav fast entspre- 
chender Balken aufliegt nnd bei dem tuskauisehen Tempel sind sie, 
wie wir bemerkten, nur im Allgemeinen bezeichnet, doch lässt sieh 
die Uebereinstimmung des dorischen und toskanischen Daches im 
Wesentlichen mit ziemlicher Bestimmtheit annehmen. Die gan&e 
weitere Ausstattung des Gebälkes und namentlich des Giebels bo^. 
wohl der fiber dem Fries liegenden Corona als der in spitzen WiiK 
kein aufsteigenden Sparren, die einzelnen Glieder, ihre Maase und 
Ausdehnung nnd ihre harmonische Verbindung durch MV/uir$a axor 
riaif ano^vasig und änod-iOHQ sind nur an dem dorischen nachweis- 
bar, und wie in der Schlichtheit der Basis, in der männlichen Stärke 
und der scharfen Kanellirung der Säule, in ihrer bedeutenden Yer- 
jODgung, in der Einfachheit des Kapitals, des Arcbitraves, wie in 
der Gliederung des Frieses und dem starken Bau des Giebels 
drockt sich die das Einfache mit dem Grossen und KräAigen Ter- 



IM 

g/mMo^tßt uil^Vf' iffe)cMi| <tiQ {»e}aq|ifipli..t-;A<^^iscj|^. ||qd,;,|!Bn> 

Mltü^iMI -¥f ffit ^. niHJlstelieiu iScbop ,» 4w> Oj^teo .npd'in jfMApqi. 
y4iilW(oi(|«$PH9obw#r$j^ J^^.Flef :^9rüßbe}i .4pr<jh^?lftw *riH ^^f^, 

jener Ernst and jene s$Hi^^ ^^iUrde 4es,.4Hi^^;^96qiVi')d|MMr) 
lieh und dem Geftable bis in das Einzelnste wabrnehmbar entgegen; 
4J«8prG«isit .entfaltet -ifjoli: io :deo si^^lispbeBr PünknAtern diK^prch, 
^B^efs dM U^be^aftf^ aUegtj n^« t^a,$trange. eri^^igt, waäbg^ 

# 

luurmofiischev V6Kbi|i4nng:¥^errT(i^iQ,^ wflc^ iq üun^iip |)e^«ni)6rii(ir! 
wOrdigsle Werk dieser edieo Kanst in angatr^M^r fteittbcht- j0fV^, 
scheinen lAsst 

' Waa spiter, "SBQtiiaf adT der "AkropoIi^'WAthen^: dorisch gebaut 
wordey s&eigt zwar aocli den Clarakter^ dei* vdlehditen -Kniisl, '^gi , 
sidi jedoch Ton der ernsten Wciide, g]eich9ßhi der ßc^vtwo^ iqfdpki 
der Dwer b* den mildeni: Weisen des altisch''^1oinsehen StiMtiiriM^ 
denien . 6»: taeh dnrck Anvrendinig eines' rbiofarerti Scbiniicki^'ir^^^rMi 
BfauMm linA iseHbst doireh-Bingrahug lobischerGliedi^ -flieh' vei^ 
mittelnd zu nAhern sucht ^ * in- ftbidichei Art, wie die dori^olM^ 
Strophe der attischen IVagOdie^ 'töo der 'iKFnst«ii»^Soblichtheit läter 
alten Wdsen sich den) mildehi Vormeii * des* ionischen 'Rytlrnids^wein 
anch-vfiir. leise^: zuneigt ,^ '-' •' :i)=t >^; )•* • ' "'-..nryi 

t . ■ ; ^ ■ . . < . : . --*- . ■ *-.--t i.i >•;.•„.« •• ff , ^^1)\ 

VIII * 

iSii^l? ifpit. ifem Ursprünge des ionfifchen Batffis hei VHruf^iuSf 

:; Gfehen wir Toa^den Banwfisi;i^^ ^f^ /deiiei|,,fUe doriea ratio )Siq|i 
en^wicl^^H haf, zu dpm iaflii|p|lenJBa^ ftbc^^ wAergeb^p- 

Abhandlungen der I. d. d. li. Ak. d. Wim. VI. Bd. I. Abth. 35 



SRltateil^ Qnd'AfdntnVeii-Baa d)« glekibftBafiii^ gebkbt b«(; er ^t4' 
diMnk id seifieiii ftlt^sten Formen' ihn im <W«äeilfIio(ien y.or SeiCB' 
gegangen sejfi^ bi^ der sitli neo etitwtekelnde Stiuitoi der i^m 
&ih ««iliem Weisen entspf^ehenderi reSobem attd gefitliijgeA Jl'ontieti' 
g^nden bk, om dem Belmrren desr doritit^ben Bades in «icblicbMt 
nnd ernster EinfacUheit die mehr 'beitere vnd mannigfaltige Weiisie 
eiller freieren EtotWfcMong tlntgegenzust^len. 

« * ■ 

tSbe wir anf die Me(ämorpboi^(& der Bauart in Jönien eingebe^> 
wiad'es zweckmassig seyn, sa verlftniiger Crlftaterang einen Blielt 
Auf -die! ursprOngliöbe Cetaieinsamkeit der grieebisobeo Poesie und ib^- 
rer im Epos ausgeprägten Form sd ' werfen ond anf ihre spätere^ 
Scbeidnng binzuweisen. 

. I Was in den nntet Homems und Hesiodos Namen Toreinigten Wer- 
ls^. dann in den Ueberresteu der znmTbeil gleicb alten Epopoeen, dann 
in den ton den froliestien Hyihneh nndGykßkeni sich als ein darch lange 
Uebnng ausgebildeter gemetusamer Typus' der Poesie nild Rhythmik her^ 
ausstelle bildet ein vollkommenes crrtrjlo/er. za den Ältesten Werket 
der Ardbitektur.vor der ROckkebr der Heraklideii nnd der Spalf- 
tittg;der Nation in Terschiedene; Stämme. Die . altachäiscbe 06*^ 
aaftg-^ nnd Rhy(hmen**Weise blieb auch ^uack dem Eintritt jener Er- 
eignisse noch iiebrere Jahrhunderte bindarch die allein ausgebildete 
Knnstform der hellenischen Poesie. Terpaudw auf Lesbos aa 
gut, wie die Pythia zu Delphi bis in jene Zeit herab^ kannte nur die 
epische Form des poetischen Rhythmus; ja als durch den Bruch je 
des zweiten Hexameters das iXsysToi^ fiixoop entstand und sich un- 
ter Wahrung des alt^pischen Dialektes neben der epischen Form 
tis ein f)ir jeden Stoff anwendbares Maas geltend machte, blieb die 
albo modifiziree Form beiden Stimmen, der ionischen und dorischen; 
^jtmfütx. ' Wie KatUhds; der Jonier, den Krieg der Kimmerier un 



«lenijMa: 4er IIlAiiHifefftrqngiidtw' ;8^«rMinisali/f|ii(9weB«peli^;KTf^i^ 

•»»!') ••;■'■ •:-ih.«,y i-)' ^ .•••,•'■.. -•; ■■..••'... , •.'.i.,, 

4fov ffieri^boMnit ivie äaf dem ^Gebieto 4er vAjrlbt^ 
fcot Urlj^^iiielleiiiBcher PoMifif» 'Modefa aueJk:! nach ibver i9C8t(9 
ijÜeüterriogllhfereiBatmiiiieides Verfaiitwn. deir StftnlQfe, bi| bei fiipr^ 
isefareitender Eoiwieidiing ibrier fitgelitlMinlicbkeiteb die doiiscb«^ y^ 
di#-idHdsdie SiropiMi «idi tiieii*eft.ii«d'iliirch A«foabpie Ter«QhiQijl#r 
Hwr Ak34i(ii|eB glekk defc Aff|2b|tektan dieliemodewJSiQne^ wie Qfh 
.fidiM^W^ise jder SAmiie AnmodrOtdieii^ beiMbt witfeih^ .>u>x 

>i' ^ An vdem.!joben;:erw&bite« Tempelbaa '4eii angebiicbcin AimVp 
tdMDiömoB in JoiiehNikiiftpft yitffoviitit a.. ».O« J.' 6 die M^Upqf» 



-die lonerfilbteii nkdit die Symiiiejttii^/iier Sftidea ! gehabt , d* i-iM^ 
webl «n Achaia erbaltea^'wo das !Origitti&i^iie«;;T0iBp^si,atMij|. 
£Be fa&tten daram eine neue nach dem Yerbftljh^ia^ de« jnAnnliobißii 
ffPnaseaibeiiieaaene ifintgeütellt; wie oAmiich dieae sebbaiual Ja\ 4v 
fiMie dets Mannes jelithahei sei^ hatten »e. d^r Sftale lUiU jBiuspMwiß 
-iU» Kapitftla aeebs Darehmeaser ihres vnferäten Ssehaftoagiogel^ii. 
^ jeaaede cam> veliiissent eolnibnaa eoUooäre, inati bubeatM f^yv^ 
iviftrids earnn et :quaei3aa(ea9 !^bQa rationibm ßfSeere posi^nt^ 9^ 
€t ad 01188. ierendam essent idoneae^ et lili aspeeta probatam M)fir 
4*entifTenaa|atem^ dilnensi isnnt. Tirllia ^pedls yesttgiiimv ^t id retok^ 
ittit in aMtudhieat la honine : (däm* in ocSäwoani traittt^ler^Qt .;et| qii|i 
•aiw^itodine ibceiiinit baaiai jsclipi, taatolri Aexiea«T«uqi ofl|)LtidP),ift:<ljh 
iitndinem extnlernnt.^^ Die Meldung ist klar nofl. 4^^^ ^^ V4' 
trovius aus griechischer Ueberlieferung geschöpft, doch davon später. 
iB^il^iohe .^aoa halientM»äymB|^na^l»ai«qi^ tlibqak]^ 

25* 



"^ifnt^tg»^ "f^it Helike diftt^ Brdbebeo und iSlmOk aa den Zorn des 
'PMeidon knt^: Hib lonbr iA«iHefa, «wHeBlBe yeritrieben, hfttten ddroh 
-Gäsaiidfi^ Toit ilüAen wa möglich ' dasBildnpss dfib Gottes öder doch cbe 
Absiedelung des Tempels begehrt , fAuhatcc fikp xo ßgätag uA Bc^ 
aeifdiyogj si ik /nijj tov ye Ibqov äyttdqvcwy Aber weder das eine 
Vioöh das ünde^e erhalten, auch niobt nacliilem t6 imvod rüp^Ax^t^y 
'dttfch (feinen BmchlMs tde itazn berechtigt hatte« DiodOTHs (B« H. 
XT) c/49) berichtet; daiss die loner dabei einem; Orakel giefo%t 

it^öptxwp aitoVs ßw/idSp- aber' auch; » der Widen^tand der Helikie- 
79ier »ei aaf einen alten Aossprnch gegrindet gewesen (ixones th»- 
Xaiop Ao/oi^)r ihnen 'drohe Gefahr y wemi die Inner auf dem Altare 
des Poseidon opferten. Sie erklärten darum, der Gemelnrath der 
Aehfler habe hier nichts zw ^ntscheideii, sondern der x4fMPog des 
'Gdttes sei ihr BigcMhnm. Als nnn gleichwohl die loner auf dem 
Altakr opferten, hfttten die Helikesier ihre Gerfttke nnd Gaben aü- 
biüadder geworfen;- die Gesandten ' gewaltsam ergriffen und gegen 'den 
*Gott gefrevelt: ra XQ^ftatm äicc^^f^aptsg tdip 'Icipwp ^ovg %% &B(oqws 
''ifvpij^aifäp ^aißfjaäwi Ti ii top &86p. Das habe des Gottes Zorn 
liftd Raelie tiber dfe Stadt gebracht. Paös. Vn. c. 24 S* 5 <^e 
dei' Gesandtschaft und ihres B^ehrens zu gedenken sagt im AU- 
-jgemeiden; den Helikesient wäre durch den Gott der Untergang be- 
^iteitet worden, weil sie schotzsucbende AlAnner ans seinem Heilig- 
'tbitm gebradit und getödtet hfttten, Ixitag &p^^. äno^tjacufi ix tpov 
h0&v xal dnoxreipaai. Diesen Frevel steigert Aelian (H. An. XI. 
eil' 19) dahin, dass er meldet, die Helikesier. hfttten die zu ihnen ge- 
*ii6mmenen Inner auf dem Altare sdbst bingescUacbtet (inl ßtofMov 
' d^i&gfa^ccp- ttvtovg). 






Offenbar siiid ^ dicM^Steigenisgen durch den Btfer deijenigto 



m 

«averaplaas^ .belebe • nteh INadArtw '*v$§ßwe^ fmKef/Api^ . Jtffa^ -ii^ jS^ib^ 
fmd' A»tm iioi HtAtiUmg 4e8 Erdbebeod «lui datttrlicb^ii Urwcboa 
-oiehl KogebMnl^ > ^for 4tn Ztn deä . P^^sekjon ^inen niögln^M. ,«taf>- 
.fcieii. Beweggrond sui findfio.; beitifibtr wäreD. DioM gottesf^rcbtigen 
lieafe wuMte» aincb, dalss Nieipa«d bei^dem Uiite^ga^ge der Stadt 
«TteQoglQclU^ der aa de» Fr0vel keiaen Tbeil geupiaiiieo, n^i^p im 
idosßt^wtw oiSeig äkXas n6^$fyt€a8 zg av/a^Q^, wjUireQd Aeliaaiis 
lOffeobar ab.TbatsMbe meldeti lOScbiffe der LakodAmoniery welc}ie 
:d»tal8.ftiiiUUg Jii dem Hafeo Ton Helike vor Aakei; lageo, seien 
.dflurcb defeL EÜobroob des Meeres zugleich init der ^tadtza Griip^ 

pijag cvP^ßjif&XoPTO rg 7t^t^/s£yg &ajida0tjg imnXio%i^ noXJiß. 



• : f 



V 'f? 



w : Gleil^hes Scbwaoken^ das den sagenbajKen Charakter der £r- 
.«Ablnng andentejt, besteht racksichtlieh der Zeiten. Dßr Untergang 
-tw Helike zwar ist cbronologus^^h sicher gestellt (yeigl. Clintfm 
iFä»t. Helk T. 1 p. 421 n. 5). Strabo setzt ihn 2 Ji^hre Tor die 
Schlacht bei Lenctra ävaly trea$p nadzwp A€vxzm(t»(op. Diodoi;i|s^ 
damit tibereinstimmend, bringt ihn aoch der Zeit «ach mit dem Jp'rg- 
yel an den lonem in nnmittelbare Yerbindong t^i ^' i^^ x^jm^fi 
tfVfA^pm z6 Tia^o^. nnd die Achäer hatten spAter den lonern die 
Jinsiedelong gegeben , xovg rk Ax^iovs vc^b^op Sqppcu, jolg ^IcjOiP ti^p 
.mftd^Oip. Wie war das mOglich^ wepn vorher der Tempel mit 
seinem Gott und Haine in den Fkthen des Meeres begraben wur4e? 
So kNE^er und lose.hjbigt hier Alles aneinander oder hebt sich ge- 
genseitig auf. Es verhält sich nicht anders mit dem^ vraa noiph 
^•ber das Gesuch der loner Besonderes .bemerkt wird. Die. JSage 
bei Diodor knOpft es an die Panionja des Poseidon. Hehconios ; dii^e 
a^en bei Mycale an einem einsamen Qrte ip i^i^p wntf gefeiert 
worden. SpAter sei dieser Ort, da Krieg entstanden, unsicher ge- 
worden und man habe diurnm die 7i;f^i!^v^iS :ai^^ 



Bpliesiasi gdeg^i darch de& detphidobn Gott' aber die W^song 
'pfaDgen, die eifui^ifitna datßir VM den alten Ahftren der Vorfahner 
iti Helike ftn nebuien« Auch hier ist fast AMes irrtbamlieb and'a»- 
genbafi} das Yorgebirg Mycale ist kein einsamer Ort gewesei. 
Sfepbmias Byzantinos nennt dort neben dem Heitigtbum auch die 
Stadt Panionion. Es lag ferner nab genog bei Ephesos, von der 
Ebene des Kaystros nnr durch die Ansdebnnng der dort niJi an 
Asien rortretenden OstkOste von Samos getrennt, nnd dass es sa 
irgend einer Z#eit das Panionioni verloren, wird nirgends gemeldet; 
auch ist nnwahrscheinlidiy dass so spät noch der delphische Spraäi 
die cupiSQvasg des nrvftterüchen Heiliglhoms begehrt habe, welche 
bei der ersten Grflndnng des Panionion durch die Sitte bedingt war, 
während die spätere Zeit für den Tempelbaa ganz andere Verhält- 
niiise und Maase bestimmt hatte. Pausanias knüpft den l^revel mit 
einem ,,Später^^ {JiarB^v) an die Meldung der von denAchäem vei^ 
triebenen Inner und der von ihnen zu Milet und Teos gebauten Hei- 
fi^thflmer des Poseidon; verbindet aber doch die Strafe mit dem 
Frevel oix i/jiiXXijae ro /ii^Pi/uc ix rov IIooBido^og, und so geht auiA 
itns der Erzählung des Aelian hervor, dass er Schuld und Strafe 
in nähere Folge zusammenbrachte: inei ^i yao aafßtjaaPy iptav&a ^if- 
nov xtX. Gleichwohl schimmert oberall die Erinnerung an die alte 
Zeit durch, wo die loner aus dem Peloponnes vertrieben, die' ä^ 
fqvdg der alten Heiligthomer von ihren Siegern umsonst begehrten, 
und es wird offenbar, dass nur in den spätem Sagen beide Er- 
eignisse eben durch jene dsusidaifiovBg bei Diodor getrennt worden, 
' welche den Untergang von Helike auf den Zorn ^s Gottes zurock- 
Kuführen bemttht waren, für diesen aber in der alten Verweigerung 
'diftr dfldQvCig einen Grund fanden. Diese musste sofort in der Zeit her- 
abgirAckt und durch Beifbgong vbn Unlhaten^ die wir erwähnten, ge- 
schärft werden. Wir hielten^ die genauere JBrwägung. dieser Sage 
gerade hier geboten, da, imtihre wahl-e Giistaltong geführt, sie nitfbt 



iiiii<:(fllr'^e JErUftrdDg d» Tüitfritaisobea Worte »ob. babenteflt tytt^^ 
BmkiB» ÜAtfam {ctolonuiariiii) 'deta Soblosad, lioudefli abdi! für 4i{l 
^ierftndorte Riefatong dar giomeindaflicln Bauart noter deo Idbern d0A 
Oriüidy fltickuun den Aoläsa ihrer £taiMd(ifttion liefert ZkirOckger 
«itbeii Toi» den Helikesiem und dnrch'die Yerwcfigeraiig deri!;»^ 
i^ig aimer Stand gesetst^ dfe Tempel der vaterlAndUcben GiHter 
tadi denMnaien imd YerliiltttiBsen %n baoen» nach welche« sie $Ah 
Werke der pelasgisch-achftischeD Periode in ihrer nrsprongliehtti 
Heimath aosgefohrt waren, fanden sie sich für das neue Bedflrfuiss 
an äiek aelbsi vnd an die Benotsang der architekiOaiaohen Vorbilder 
gewiesen, welche in den alten Koltnrläudem Tdn Lykien ror ihiret 
Ankoofl TOB dein froheren 'Bewohnern waren errichtet worden ^ so« 
weit eine solche Benotzong mit dem politischen^ Wesen TortrSglich 
erachtet wurde. Wein die dadurch bedingte neue Gentaltnng der 
Architektnr sich von dem altoberlieferten weiter als bei den I>tfr 
riem entfernte und am Ende '£ftst die fssraßaiiig aig SXXo yipog einr 
trat 9 so liegt der Keim dieser freiem nnd rel6bern Umgestaltung: in 
dem mehr auf das Aeussere nnd Angenehme gerichteten Bestreben dek 
loner^ das in der Architektur zu den schlanken Formen und dism 
reichen Schmucke Mrte. EBer stellt sich die ionische HeiiJerkeit 
dem dorischen Ernst, dem Gedrungenen das Schlanke, dem 'War^ 
de^ollen das Anmuthige, dem Einfiachen das Mannigfache, der ehr-« 
wtlrdigon Chafis (a^jui^ X^9^) die gefUIijge: entgegen. 



— i: / 



Wendang zu' dem Schlanken tritt schon dat herTor, wo sie 
von den Maasen und den Yorschrifteif der alten Tempel an sich 
abbist gewiesen, nach einem in der Natur der' Sachö gelegenen 
Prinzipe suchten und di€»es nach der beiiVitruWus bewabi^n I^SagiQ 
in dem VerhältDiss des männlichen Fasses zur Höhe des Mannes, 
d. £ln 1:6 fänden, wobm 1 Durchmesser auf das Haupt garech- 
net wird und 5 Ar den Schaft Hbrig blieben;«, Das l^erllÄltniM des 



Säqleadieke Bar SävIenBAbe entsdieMlet, wie bekami^ Eomcist aben 
Aäh GranÜßbarakter der Äbrigeb VerbtitHisM aod der von ihnen' htm 
dhigten Uigenischaften des Gebtades, welbhe sich ans jenen trio 
ans einer geäieinsamen Wnn&el entwickeln v wenn, eimnal das hiei^ 
ittvlTrage stehende Genus, der SAnlen - ArehitraTiett«' und Giebel * Bäo 

* 

gegeben ist Es kann däräm, jenes Verbal tniss niehi geftndert wer^ 
den; olMie> dass die Verändemng alle Glieder des Baaes berührt 
#der dnrehdringt .-- 

^ Neuere Architekten haben diese offetdiar Acht griechische Ueb»- 
Hefmng angezweifelt, aäch gering geaditet; adcb verworfen oder 
sogar verspottet. Besonnener and des Altertbums ktindiger er^ie^ 
sen sich diejenigen, welche sie mit andiern analogen Yerhältnissbestim^ 
nibngen auf dem Gebiet der Tektonik der Griechen und mit de« 
Wahmehmnng verbanden, dass der menschliche Organismus, als der 
vollendetste, ids derjenige zu betrachten ist, nach dem die Natue 
schon in der ersten Bildung des animalischen Lebens hinstrebt, und 
dem sie auf der Stufenleiter der Geschöpfe herauf je hbher je 
mher kommt, bis sie nach seiner reinsten Entfaltung, im Menseheif 
ansrnbi In ihm eraditeten daher schon die Griechen den Urtjrpba 
filr alles Gegebene, was sich durch harmonische Entwicklung seinec 
Glieder nach bestimmtem Zweck und Maas als einen Organismoii 
entfalten und bei dieser Entfaltung das höchste Ziel des Zweck- 
mässigen und Schönen erreichen soll Schon durch diese Yerhftlt- 
nissbestiminung kam der ionische Bau ober die arsprflngliche. Ge- 
drungenheit , fainims, welche der vollendete dorische an dem ältesten, 
Miner erhaltenen Denkmale im Sisypheeum «eigt nnd Ober weleho. 
er erst in den attischen nnd den spätem Werkien hiaaüsgebt. 



' DiesQS Verbältiriss wird von Ed. Metzger nach genauer M^s«^ 
inng in iblgenden Zahltn aosgedrockt: 



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" • I ■ ■ 



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Hölie&bestiiniBaiig der Sftalen zor untern Schaftstftrke. 



. Sisyp^eam 



Tbeaeiim 

5/58 



Parthenon 
. 5,62 



Tempel za Nenea 
6,35 



:i i 



Yergl! ' dfessen Tortreffflicbe Abhandlang: üntersachmig im 0^ 
biete der Architekta^ in Rad. MarggraflTs Mflnehuer Jahrb. fhr btf- 
^dende Kanst 1838 S. 69. 

• «• • . - 

Ob in ,^ieaen ftitesten Bauten der loner an der asiatisehet 
Koste aua der yordori^dien die Sftolenbasid bewahrt, ob im Fri^ 
die Tri^phen angewendet waren» darober fehlen die Nadburii^r 
^; doch zeigt die spfttere Gestaltang der ioniachen Art, dasa ßÄt 
aobäiacfae Basia beibehalten nnd nur weiter entwickelt, der Fnep 
aber, welches auch, seine frohere Gestaltung war, in Einer FlAch^ 
dargestellt wurde. Wenn yitrpvius die Basis erst in der weiteigi 
Entfaltung des Baues eintreten Iftsst, so hAngt das mit seiner an4 
der Vorgänger unhaltbaren Ansicht zusammen, dass der ionische 
Bau aus dem schon entwickelten dorischen, der keine SftulQDbasis 
im spätem Sinne kennt, entstanden sei. , Die ZurQckfobrung beider 
abf einen ihnen gemeinsamen Typus und ibre Herleitung aus ihm ii(t 
jener Anschauungsweise verschlossen geblieben. 

* » 

: , Ebenso ist man durch die spätere Form zu der Angabe b^r 
reditigt,: dass die Höbe des Abacus ober dem Ecbinus und die Stärke 
d<^ Gebälkes bei der grössern Schlankheit erm&ssigt wurde; dage^ 
gen zeigt die weitere Gestaltung des ionischen Kapitals, : dass d^r 
im ältesteäBau schon untergeordnete Echious eine weitere Entwickr^ 
laag nicht erlangt, sondern noch mehr sich zusammengezogen hat,, wftb^ 
r|tf»d das in der. tuskauBchen Form ausgesprochene Hjpotrache^fm 

Abhandlungen der I. Gl. d. k Ak. d. Wiit. VI. Bd 1. Abth. 26 



302 

aich unter dem ionischen Sftalenhaopte wiederfindet und zur Auf- 
nahme des schönen Blätterschmuckes, des äv&ifuodf bestimmt wurde* 



' ■ * \ • 



lieber die damit begonnene und die weitere Entwicklung des 
ionischen Baues enthält Vitrur nur eine Meldung. Nachdem er zu- 
folge der ' getrübten und einseitigen Auflassung des ersten Verfsdi- 
zeos . der. louer beztlgUch der Yerhl^Itnissbestimmung yon^ Höhe und 
Picke der Säulen an dem neuen Bau sich darober in folgender 
Weise geäussert: ita dorica colomna yirilis corporis proportionem et 
firmitatem et yenostatem in aedificiis praestare coepit, fügt er $• 7 bei: 
item postea Dianae constituere aedem quaerentes novi generis, spe- 
<äem iisdem vestigiis ad raoliebrem transtulerunt graciUtatem, et fe- 
t^nmt primum eolumnae crassitudinem altitudinis octava parte, ut ha* 
hieret speciem excelsiorem. Basi spiram supposuerunt pro calceo^ 
eapitulo Yolutas , uti capillamento concrispatos cincinnos praependen- 
ies dextra ac sinistra, collocaverunt, et cymatiis et encarpis pro cn- 
mbns dispositis froutes ornavernnt, truncoque toto strias uti stolamm 
nigas matronali more demiserunt. 

Man sieht, dass mit gänzlicher Verkennung dessen, was durch 
die Natur der Sache und geschichtliche Nothwendigkeit geboten 
war, wie früher der Ursprung des dorischen Baues an die angeb- 
liche Gründung des Heraeou durch Doms, so hier die Entfaltung 
der ganzen ionischen Weise an den Bau des Artemision geknüpft 
wird, offenbar des ephesinischen , dessen Anfänge unter den Beginn 
der Oljrmpiaden herabreichen. Was den Text und Inhalt der Stelle 
selbst betrifi%, so unterliegt der Hauptsatz, dass die rolle Schlank» 
heit der ionischen Säule nach dem V^rhältniss der Länge des weib- 
lichen Fnsses zur Höhe der Frauengestalt bestimmt worden sei, an 
wh so wenig einem begründeten Bedenken, wie die frühere B^ 
rechnung der altem Formen nach dem männlichen Fuss«. Die Grand- 



II 



iMclMiDiiiig, iMB ifie soblaidiera, die gescbmftckt^ra Foraten cht 
kmisoiieo Sinlen in der scManken «d' gescbmQckteo ^ Fraoengestalft 
Ar dpdXojßw wo vihhk y^t nifon^TVTioy baben, bestebt ToUkominet 
n Kefikt, obgleieb lye Herleitdog einzelner BeMnderheiien» wie der 
Voloteii aas den weiblif^en Locken , der xvfjuitta mnd fyxa^a mm( 
den Haaren, und gar die ioniscbe ^dß&Mftg aas den Falten des 
weibliolien> Oewandes tri»er das Maas der Anidogien gebt und ncfi 
in dae 6e5B%Ymgeoe, ja in das Gebiet der Phahtaaiespiele Terfieri; 
In den Worten basi spiram sapposneront, ist Basis Ar den Schllira 
des läAnlenseiiaftes gebrabdit, nater dem die Spira liegt 

Diese selbst ist in dem Mjkenftisehen Fragment durch die drei^ 
fkcbe Wiadong angedeatet« Die volle Entwiekking ihres Ibrns^ 
s; B. in dem H^raeon von Samos zeigt die Fleehtang dadnroh, 
daas seine halbmnde Gestalt in einzelne RiMien zerlegl ist../ Bei 
kflnstlieher Flechtong kreuzen sich die lUemen nad erinnern noch 
dentlic^er an die Fleebtongen, durch welche die ^o^fjuxta die 
8ockel oder Kothurne des Fosses mit der Wade t erkunden sind« ^ 

Dann l^ommt die Nacbweisong der wichtigsten Eigentbamlicbkeit 
des ionisdien Sftnienschmocks > der zwei Volutae an den beiden 
{Seiten des Kapitals. Viteuvius oder die griechische Tradition, d|e 
ar wiedergibt, legt ihnen die Haarflechten zn Gronde, die den hdU 
lenischen Franen, wie denen am Pandrc^ion, aber die Schultern 
lierabfaiogenv die cincinnos praependentes dextra ac ' sinistra; diese 
latte man in den Voluten mit dem Haupthaar znsammen^wickeU; -^ 
capfliamento concrispatos in der Volute dargestellt. Das aber ist 
wenigstens bei der ausgebildeten Volute ganz qadenkbar; dei^ dnrdi 
cfoe concrispatio dncinnorum prsiependenilinm dextera ac sinisto 
d. i« durch ihr nach« dem ca^illanientum> hinau%erichtetes Anfkrftuseln 
hAMe man eine lioekenreikey einen M^i/^uUg uhti hüAüa Oiiren b^ 

26* 



kotameD^ vde ibn die ' ftltesteii MarmorLOpfe ttker der Stirn zeigctt 
«bd desseD einzelne Locken die Altern Atbenfter noeb kur^ votf 
Hmcydidesi (I« c. 6) dorch goldene Cicaden, d. i. dareh cicäden* 
ftänige Spangen in Y erbindnnfg hielten : xQ^am t^xtiytw ip^Qas$ xq»!' 
ßvJbop dpaiovfuppi r&p ip tjj z6faXij tq^x^*' Di^^gen a^igen die 
Vokiten aich gAnz dentlicli als Zosrnnmen- oder AnfroUoogen einec 
Draperie 9 die von der Breite des KapitAls zu beiden Seiten der 
Staie berabh&ngend war oder gedacht wurde. Nur so erkiftren 
sich die Spiralen im Innern der Volute ^ die von dem Mittelpunkt 
oder dem o^&ai/nos derselben ausgehend sieh in immer weiterli 
Windangen öffnen und in die Oberfläche mflnden. Es sind die Bor- 
düren oder Enden der Langseiten der herabhängenden Draperie, die 
bei der Zusammenroilung sich in solchen gewundenen linien dar« 
stellen» während die Augen in den beiden Mittelpunkten der Volute 
als die Enden der untern Quereinfassung sich darstellen, welchis 
selbst als der innere Halt gebraucht wurde, um den die Zusammen- 
roilung geschah. Nicht weniger klar zeugt dafnr der Umstand, daas 
die Voloten in der Mitte ihres äussern Volumens ein Band haben, 
Ton dem sie umschlungen sind; dieses kann nur als der ävadsauog 
gedacht werden, Ton dem die Draperie in ihrer durch die Rollung 
gewonnenen Form um die Mitte zusammengehalten worde. Es ent«* 
spricht dieser Vorkehrung ToUkommen, dass die äussersten Flech* 
ikü der Rollen sich gegen diesen drai$ajn6g einbiegen, und dadurch die 
Zusammenschnarung der Draperie durch denselben andeuten. Denkt 
man sich die Sache nicht in steinerner Nachbildung, sondern in der 
Wirklichkeit so worden nach Lösung des Bandes die Voluten sich 
aufrollen und als Draperieen zu beiden Seiten der Säule herabhäir^ 
gen, aber deren Haupte sie durch den schmalen ihnen aufliegenden 
Abacus festgehalten werden. Dass hier eine bestimmte Erscheinung 
oder Gewohnheit nachgebildet ist, unterliegt sofort keinem Zweifel^ 
aber welche? ^ Denkt man die Säule ohne Beziehnng auf die Frauenr 



«. *. 



alt 

gfmüXtf M hMinaa naoh LiNMiDg der RoHeff '^i« ap j^eiden » Seiten 
irori^Drapferi«» YerlaUt ood .wird jdad^fdi mf jaie SAalen gefthi^ 
dio tfiizek in des Teiii|Mhi aM Gegenstäiide der Yi^rehniBg oder 
ab Trftger ton Weibgesdieok^n oder GerAtben oder kleiiieni Gatr 
lorbildera stebw- Die Verum tfaoog lAge nab, dass man bei dieacv 
Yorfichtuog SftiiläQ ,im Auge gebabt^ die in einigen Tempeln als bei4- 
lige^ jHim Knitna gf börige G^enstande aufgestellt und in besonderer 
Weise a^nm äyccX/uc ansgesebnutckt waren* Diese wftren for das 
Gewidinlidie ▼erhallt gewesen nnd hatten nnr' bei fiestlicher Gele« 
gtobeit.nadi ZosammenrolLung jener Draperie ihre Gestalt gezeigt 
IMese selbst waren dann als arißj^/Msra ans feiiier Wolle sn her 
Iracblen, deren JLange wie Breite dnrcli die Grftsse derSaolen be^^ 
dfogt war. Hie nnd 4a zeigen die Qenkmaier allerdings solche 
mifjifuinm in. Verbindung mit SAalen, z. B« auf dem Dresdner Altar 
mt9 Delphi aof zwei Seiten, welche die Weihe des Dreifussed und 
des Kodiers durch den Priester uad die Pytlna darstelten« Bekker* 
Angusteum L B. 6* 6« Indess beziehen sich dort die ar^/i^<rr^ anf 
die Gerathe und nicht anf die Saufen, and sind zu schmiß, om filr 
hier aa^digewiesenen ein sicheres Analogen zu bilden. 



Halt man die Vorstellimg des Vitrayios fest, dass der Schmudf 
der ionischen Säule dem weiblichen entnommen oder nach ihm ge- 
bildet sei, . so vertreten die zu b^en Seiten herabgelassenen Dra- 
perieen die zwei Theile des einfachen iiiTtXos, welche der Fian 
l)ber den Nacken und die Brust herabhingen , nnd die aber dea 
Schultern jlurch Haften oder KnOpfe, ober den Haften aber dnrcb 
den Gortel mit der Gestalt Terbnnden wurden. 



, . '. In beiden Fallen w&re, wie bei der JSenennung capitulum, hjr^ 
potrachelium nur der Grundgedanke oder das Wesentliche der Vor* 
sIeKoqg festzfdudteArii^en dcAi ea wohl besteh^ J^aw ,, dass die 



so« 

Volaten anteir dem Abaciis znaammenbAogen, abo beide aas einem 
Stacke gebOdet gedacht werden, was zwar bei der Draperie der Sftaleo^ 
^er nicht bei dem ninXog einer Fran rorgebildet gewesen wäre* Ebenso 
Würde bei der Frau, wenn man sieb ihren ninXos zu beiden Seiten 
anfgerollt denkt, die Velote Aber den Schaltern, also anter dem 
Uaopte liegen, wahrend sie bei den S&olen schleierartig gedacht 
wftre, wo sie zwischen dem Echinns und dem Abacns, also gleich- 
sam zwischen dem Haupt nnd seiner Krone liegt Aach der wei*- 
tem Entwickhing der Volota masste Rechnang getragen werden^ 
durch welche geschab, dass sie von dem ursprünglichen Typus mehr 
entfernt wurde. So hat sie an den Kapitalen der ionischen SAalea 
zn Priene und Eleusis, gemäss der ihr zum Grande gelegten Idee^ 
nur eine aus dem Mittelpunkt sich entwickelnde Spirale, bei dem 
reicher gegliederten des Erechthenms aber mehrere derselben, die* un* 
ter dem Abacus Ober einander liegen und in den Kreisen der Vo- 
luta neben einander laufen, um im Mittelpunkte sich miteinander zu 
verbinden. Gilt es obrigens in der Struktur der hellenischen Sftule 
die Analogie zq dem menschlichen Organismus und den Schmuck 
seiner Gestalt vor Allem zu bewahren, so wird man mehr geneigt 
seyn, bei den Voluten auf die zusamitiengerollten Theile des Frauen- 
peplos als auf eingefaltete, breite T&nien der Säule zu schliessen« 



Wenn Vitruvius beifbgt, cymatiis et encarpis pro crinibos 
dispositis frontes ornaverunt, so sind xvfmrm und ^a^noi in Yerr 
bindung zu bringen und bezeichnen wohl jenejs Band, in welchem 
die sogenannten ionischen Eier oder nach dem Ausdruck der Bau* 
inschrift die Muscheln xAXxcn zwischen Blattern eingereiht sind 
und einen unterscheidenden Schmuck der ionischen Weise bilden. 
Wie diese jedoch als Locken dienen oder sie vertreten können, ist 
schwer zu sagen« Einen andern gleich bedeutsamen, aber kleineri 
Schmuck, di« ionische Perlensdinur , hat er nicht erw&bn^ in wel- 



dher 36 rnnB^eAe oder kleine Kugel imd'zwei platt' gdbogeDc» ovale 
&Orper^ aaeuMMiier gereiht aibd. Diese Schoiir trA|;t üeatlioli dea 
Chiirakler eitfea weibliofaen Babsjadkmackea nnd eifelbst m germaan 
Mben 6ii(b«m werden aölefie nüt figärirten GöUpIattea zwüebea 
4m 'Kugel» ana edlen' Steked oder gj^samthn^ farbigen Stoflfen ge^ 
landi«, mühI bieten far «den ioaisohm Haläachmadk der Sftille ein 
laienilick sMierea dpäXoy^t^. 



t ' 



-'■- ' 9i '8iwiaebea= den- altaohftischen Ban in lonien lüd dem tefl» 
eDtwickelteii ionischea des Artemisiom's ia B^besoa hat VitForioa 
Iceine Mittdsttife onteraohieden; er fiigt im Gegentheil dieses darch 
aäi 'item postea an jenen an mit der Bemerkang, sie bAtten bei Je- 
afem Bau nach gleichen Sporen — ösdem reatigüs *^ die Gestak 
^er aeaen Gattung gesbcht und diese anf die weäblidliie ScMank«- 
keit abergetragea — ad muliebrem transtnleront gradlitatem — den 
Sftnlen den fonften Theil der Höhe snr Dicke gegeben, später den 
neunten, wahrend die Höhe der dorischen aufsii^en Dorehmesser 
sei erhöbt worden^ und so zwei Erfindungen von Sftulen genadit -^ 
anam virili sine ornatu nudam specie , alteram maliebri gradlitate et 
omiitu synmetriaque sunt nutnati. 

Dass die Auffindung der hier vorwaltenden Verbftlttiisse und 
Symmetrien die Anordnung des Schmuckes und die Harmonisirung 
des Ganzen in allmidiliger und langsamer Folge von mehreren Jahr^ 
bunderten eintrat, ist aus dem Zeitraome zu ersehen, der zwischen 
der ionischen Einwanderung in Asien tmd dem Bau des Artemisiott 
Hegt, welchen die Ueberlieferung sUs den ftltesten kennt, d. i ah 
denjenigen, in welchem die ionische Ordnung zuerst ihre volle Ge- 
ataltudg enthollt ha^ und dessen Anfang aber die Periode der Olym« 
ptodea nicht hinaufzubrmgen ist - 



>' 



SOS 



'.^ .•; 



Far die grössere ScKUnkheit der Sftalen, die ihrehi Weaes 
Mta^te and darum io ihrem Bfto bei seitaer EiitfUtang berttbergei- 
Bemmen wnrde; fanden sie die Vorbilder unter den Bauwerken ibi^er 
mlttsiatischen Yorgftnger in jenen Landsöbaften. , Die in Felsen ge-r 
iianenc^D Denkui&let dieses Styles in Lykien nndi^die» wie ans ihoeii 
ersiebtbar, noch jetzt ihre alten Coostroktionen bewahrende lykisohe 
Hatte bot ihnen dafür die Master. Diese letztere, wi6 sie jet«t 
durch Fellows^ bekannt geworden ist, zeigt in ihr^n schlanken 
Stotzeo, in ihren Balkendecken und in ihrem weiten Vbdlyftn die Ur- 
form, welche auch den in Felsien gehauenen lykischen Baudenkmft^ 
lern zur Grundlage gedient hat. Zrur Erl&uternng ^ben wir Fig. 
AB, zwei Ton den bei FeUows SL 129 abgebildeten Hatten,, wdebe 
jiort unter der Benennung Huts of tbe Turcs aufgefohrt werd^anw 
Als Mittelglieder der Entwickelong ionischer Sl&ulenform ond ihres 
Söhmuckes dienen die SAulen, die auf irdenen Vasen nicht selten 
die ratcxoi sacella der Verstorbenen schmQcken. Die beiCaninaAr- 
'Citectui'a antica Ser. IL arch. graeca mokiumenti Car. CLVL gege- 
benen zeigen ionische Säulen und Pilaster noch mit ganz einfachem 
iTorus in der Basis, mit nur einmal gebogener Voluta, mit ganz 
schlichtem Hypotracheliou und Anthemion darunter, darüber aber 
einen grössern WQrfel, auch den dorischen Triglyphen im Fries, sei 
0S, dass man alte Formen in ihrer Schlichtheit beibehalten , oder die 
damals schon entwickelten auf diese ursprüngliche Einfachheit zu* 
rockgefohrt hat. Fig. 15 ABC. Cebrigens waren die loner, schon 
IMsi sich leichtern Sinns und beweglicher, als die Dorier, und darum 
mehr geneigt, alt überlieferte Form und hieratische Weise zu ver- 
lassen oder zu Andern, da sie in ihrer neuen Heimath so stark mit den 
Altern Bewobkiem derselben und ihren Silten gemischt wurden, dass 
das Fremde^ . was sich ihnen hier zum GebriMiche darbot^ kaum noql^ 
als Fremdes erschien und um so leichter in das ihnen JBUgeajthCMf 
liehe obergefohrt wurde. Herodot I, 145 sqq. schildert die dadurch 



bMliogte «nd^ nblbtfl Ja -Vier^einzdnen ibnischen Dialektea hervor*^ 
traleAtle vMabiilgMlij^eit d«r Be^^ imd hfezeagt^ dass aösser: 

ibm 'nit jhineii a« Griedieiirdnd f^ekonmenen nicStt-ionischieD Stib»*t 
mm Tide 'andcfre Volker ihnen beigemischt worden sind* -^' aJU<r 
t^*tSw9a i€€A.X€t &fäfjtBfjUx^^^^ — Ab Achte loner bezeichnet er die, 
welche das* Fest 4er Apatnrien fderten, und bemerkt^ dass die 
AthenA^y jk ein Theil der loner selbst, den ionischen Namen ab« 
lehnten und dieser sich erst nach Grondong des Panionion dardi 
die zwölf Stftdte, wohl anch durch Reichthnm und Gedeihen dei^ 
sdben die ihm gebohrende Achinng und Anerkennung erworben. 
Diese Oberwegen demnach' in der Mischung; es geschah dasselbe^' 
im Peloponnes' mit den Doriern, welche , obwohl an Zahl schwiMdh' 
g^en cKe Besiegten , diese doch in ihre Sitten und in ihre Art 
kerttbergezegen^ so dass der Peloponnes dorisch wurde -^ ixisdosh^ 
^tiv€a$' — ist der Terminus bei Herodot VIII| 73. 



1 ' 



EC. 



^ f 



^<8pecidle Vergleiehung äes dorischen und ionischen Baues im 

Einiselnen. 



: IKe* Bieste der ionischen Architektur sind zwar gleich den 
Tischen oft beschrieben und gezeichnet, aber weder x^hronologiifch 
in ihrer Aufeinanderfolge noch architektonisch mit Nachweisung der 
durch jene bedingten Aenderangen geschieden und kritisch behan* 
dcdt worden» Von dfem ; Artemision bei Ephesus ist noch nicht ein- 
mal die Lage mit Sicherheit bestimmt^ obwohl sie nicht nnbestimmt 
w!ar und Nachgrabungen am rechten Orte worden Von dem Unteiv«' 
bau und den TrOmmern wohl soviel zu Tage bringen, als zur Hev^ 

Abhandlvngoa der I. Gl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. I. Abth. 37 



9ieHaii£ des Ganteih, wenigsieni in deo HaiipttbäUeD;. nötbig ie^ 
zoflud da man aast Vitrav das- VerhftlUibs der S&aleiihöbe* zur Sta« 
lendidLe b^iibtyood weiss, dass der Temiiel ein itnte^ geweae* 
jai. Das gleich wichtige Heräeom auf der südlichen Ebene iroft 
SSamos am Meere iiegt aoch noöb versftmnt Stoart bat sich be-* 
göOgt, die Basis der noch aufrecht stehenden SAale genauer zu on«? 
tersuchea nud za messen; die Substroktion ist nnter dfen. Aeckenk 
noch zum Theil erhalten und diese liefern m einiger Tiefe Bruch- 
stocke genug für die Restauration. Das kolossale . Didymaeum abet 
sOdlich Tou Milet ist gleichfalls nicht nach Gebahr untersucht Gleiche 
Vohl stehen noch mehrere Säulen und der abrige Bau, durch eio 
Brdbeben zerrottet, liegt in seinen meist unversehrten Blocken, Sftu- 
leotrommelo, Kapitalen , den mehr als zwanzig Fuss langen ArcUU 
traven in gewaltigen Aufschichtungen^ zwischen denen man wie io^ 
Bergklofte hinabsteigt. £benso steht es mit den ionischen Denk-? 
mftlern auf den kleinern Inseln; besser bekannt sind die von Athen 
und £ilensis und das Ionische im Tempel des Apollo Epicurius zu 
Phigalra; aber ihr innerer Zusammenhang mit den in lonien er- 
haltenen und ihre Verschiedenheit von denselben ist nicht ermittelt. 
Andere ionische Reste des Festlandes sind ganz unbeachtet geblie- 
ben , z. B. in Delphi, wo unter Anderm ionische Eier oder »dXxcti 
von kolossalen Dimensionen in dem Mauerwerk der Hatten einge- 
fingt sind und von einem grossen ionischen Bau daselbst Zeugniss 
geben. Was von dem ionischen Bau bei den Römern sich erhalten, 
liegt als Nachgebildefes zum Theil Ueberladeues und 
amsser dieser Sphäre. 



. • ■ 



Je mannigfaltiger aber und reicher die Ausstattung des ioni« 
flidien Baues war, desto mannigfaltiger waren seine Yerschiedeo-» 
beiten auch io jenen Zeiten, die der MisehuDg verschiedener Stjle 
Back Alexander und unter den Römern vorangingen. 



» . 



u^ 



-:» '■ 



YfirA MK.di»i vergleichaiig des 'dorisdien ootf Sdoi«(dieii Btm ii a 
«dt ftmog iMf 'rfcM f^dem e^ehen Ciiarakter nnd nnt Absehen vöa 
«ii^ •liBti^M^tMeD Sehnd«^ auf die weseirtlicfaen l^ieilfr b»- 
«dträiüts s« üti^t 'flieh' dei* ^^^ensatsi ia folgenden Baoptponkten 

■Hj^i^Mmc - -J' ■^'-s- "*'- .-'■ '. ..' 

A. Die BMts. Während die Schlicbiheit des Wesens die 
in der altera Form gegebene Basis verschmäht and den Schaft mit 
seinen scharfen Kanten unmittelbar aaf den Stelobates stellt, be- 
wahret die ionische Sänie, anf das Mannigfaltige gewiesen, nicht 
iiiir den ans froherer Ueberlieferaiig stammenden Sftolenfiiss, son- 
dern bildet ihn noch weiter ans, (rennt die einzelnen Haopttheäe 
^mrcfa Riemen oder verbindet sie dnrch Apoph)«en und Apotheseo, 
\h» sie zu der onter dem Naftien der attischen Basis festgeworde^ 
nen Ferm mit der Hohlkehle zwischen zwei Pfählen gelangt ist. ■^- 



. f 



11 



B. Der Schaft stellt der Gedrongenheit und Stärke des dorii- 
scheA die Schlankheit , die dem ionischen Wesen entsprechende 
lieicbtigkeit ' und Zierli^keit entgegen, der einfachen und iscfaap- 
ikn dorischen Kanellirnng eine weichere, die durch kleinere Bie»- 
googen der Kanäle und durch gebogene Stäbeben zwischen ibneä 
vermittelt wird , und das Mannigfaltige oder Polygone des ^chi^ftes 
mit dem Sanften abwechselnder Biegung verbindet. 

■' . . ■ 1 ' -■ ' • < ■.«... 

C. Dm ionische Säuknkaupt ist nicht, wie noch Ot Moiftfr 
(Afch. ^ &4 nir. d) behauptet, y^ein verziertes äorieehe^f^^ sondeni 
glmeb jSenem' and dem^pelasgisch-aehäiscben entstanden, und stelU^ 
idem seinem Bau imiewohuenden Prinzipe entsprechend, der strengea 
und schlichten Form des dorischen das Gefällige und Maniiigfimi§9 

27* 



lUdolroh entgegen^ dass es den Eehioos^ welchen jwies edler ge- 
fStaltete oad voller entwickelte , noch mehr : zasaBuneosieht ond mir 
ler einem fein gebildeten Eierstabe g^nz yerschwindea jAsst, ttb^ 
!lbm polster&bulich die dvctd^OfjuU ziisammenr<41t, iiqd mit Verlieben 
WindoDgen und Bändern ausstattet, darüber aber statt des scUiob- 
ten und starken dorischeu Plinthus den schmalen und ebenfalls mit 
dem Eierstab verzierten Abacus aasbreitet, in, diesien feinen und 
reichen Verbindungen und AusschniQckungen aber einen wesentli- 
chen Theil seines Charakters offenbart. 

2. Das Gebälk. 

Dem schweren, lastenden Ernste des dorischen Geb&Ikes steht 
^ch hier im ionischen eine leichtere und mannigfaltigere Gliederuug 
entgegen. Die im Dorischen gleidbformig gebliebene FlAche des Ar* 
phitraven wird beim Ionischen in drei sanft Obereinander vortretende 
Bftnder zerlegt; im Friese dagegen wird durch Eutfernthaltong der 
Triglyphen eine schroffe Gliederung unterdrückt, um einer ebenen 
-llAche Raum zo geben, die zur Aofnahme verschiedenen Bildwerks 
von Blättern 9 Blumen und thierischen und menseblichen Gestalten in 
▼erischiödener Ausdehnung, doch immer in flacher und gefillliger 
Form benützt wird, während die dorischen Metopen zwischen den 
Triglyphen dieReliefb in stiark hervortretender und zürn Theil gans 
runder Entfaltung zeigen. 

Die dem Kranzgesims dienenden Formen erhalten im Ionischen statt 
dMr einfach hängenden Platte mit den. Tropfen die vielfältig gegliederte 
Adhe der Denticuli und so erstreckt sich in dem den Giebel bildenden 
Gebälke neben den grossen nnd| offenen Formen des dorischen 
Baues auch Uer die mehrfach gegliederte, reicher geschmückte und 
l^äOÜfigere, Weise des ionischen. 



•u 



. ;f fi^tte Friige, ? die» liier sMriErOrtefoiig ktumV MviA j«oe Grop- 
fdfik :^gmt»n. St$m^9 welche luicb' de« Wabnorebaangen und JEkit«- 
jdMkQQgQa MQenw Zelt^ki deo beideB'Oieiidu d^r MioefTenteiiiiM) 
JH|£ ' Aogioa; :iuid der Akrop^lia T0fi Athed aofgeatelb "war^b. Dia 
]4pMattrag leaet Crieb^lfelder de» ddmoheu Bi^eA ukit^^StaMeDglrtip«- 
ffBia JMtepriciit im sieb ToUk^ömmao dem JElmate des dorisöbenStyle^ 
Midi der prlkguaoteio StArke i^iuer GtiedenAg und : Aosstattoi^ iMt 
diese, iSracbeoiaag daroei eise aUgemeiue - aacb aar bei dem doii^ 
4icbe9 BWß gewesen? Gewiss niebt Die noch nafrecbt steheDdee 
Gidbel des Tbeaeum so wenig, wie der wohlerhalleBe östliebe des 
P03idoiiioii &a Pftestum s&eagen schon dagegen und es scbeint» dass 
diese Grupqpeobildang fot doriscbe Giebelfelder auch . in spAterer 
Zeit nni? in einzebien ' FftUen stattgefnpiden hat War ferner dies^ 
Oebranob auch anf ionischen and korintbischen Ba« abergegangM? 
ISbenso: weoig. Man bat in. keinem Denkmale dieses Styles eine 
fSpüx 'danr<m gefanden and wird aach in Zukunft keine finden, deiAi 
die Aufstellung ganzer Figuren in den ionischen und noch mehr in 
den korinthischen Giebeln widerstreitet ebenso entschieden und priA^ 
zipiell den mildern und reichern Formen des ionischen Baues, wie 
•ie der StArke des dorischen und dem HerTortreten toädbtiger Glie«- 
der entspreehend ist. Ganz paralell damit geht das Bildwork Ja 
den Bliesen beider Bauarten^ denn während^ wie bemerkt ward, die 
40riscbe Metope ganz hohes Relief s&um Tbeil ganz rund gebildete, 
frei «tehende Glieder der Gestalten zulAsst, ist der ionische Fries 
nie aber das eigentliche basso reliefo hinausgegangen ^ mit dessen 
flaehgemeisseUen Gestalten der Sufg>6Q0s des Erechtfaeum« ringdber 
^esduBOckt war« Diese Form des flachen oder doch weniger «r* 
babeaen Reliefes ist auch die einti^e, welche dem iotaicfdien Giebdv* 
feld ZQi^tiUidig erseheiot, im Fall es nicht ober die Harmonie dtti 
gawen' Baues binauä|gehea und jdiese aufbebe oder stören soUL -< 






1 1 



1 1 



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■ ' '..W 



8. In ihrer weitern EtitwickhiDg ist die ionische Form der Ardiitek- 
ior zn feinerer Ansbildang des GeflÜIigen und zar Venüehrang deti 
Mannigfaltige sowie des Schmockes dadurch geftahrt worden, das», 
wie schon bei dem samischen Heraeon der Toras ond die Hob}-^ 
kehle der Säaleubasis in paraldlgehenden Vertiefnngen zerlegt, nnd 
jener in ein Gewinde verwandelt wurde, welches in noch weitereir 
Adsstattnng , wie am Erechtbeom , sich alsr ein schOngewnndnM 
Flechtwerk darstellt $ dass femer die Schlankheit der Sftale ge« 
steigert wurde (beim Didymaeon ist das Verhält niss ihrer Dicke 
zur Hohe 6| : 68|^ Fuss), dass man das Hypotrachelinm ausdehnte 
und mit Blatter- und Blumenwerk auf das zierlichste schmackte, 
die Äussere Form der Voluten in ihren Flächen und Rändern mit 
zierlichem Stockwerk ausstattete, das Auge <ler Spiralen mit beson* 
derer Kunst und Mannigfaltigkeit behandelte, dem Eierstabe die 
Perlenschnur beifügte, das Gebälk erleichterte, seine Theilongsglie«- 
4er ebenfalls mit Perlenschnur und Eier- oder Muschel -Reihen 
0chmfickte und das Blätter werk ober die Giebelbalken in den ge- 
ftlligsteu Formen ausbreitete. 

4. Als das schönste und vollendetste Denkmal der ionischen 
Ordnung, das bei grosser und mannigfaltiger Folie doch das Ueber-- 
naas rermeidet und die Linie des Geziemenden mit bewunderungs- 
würdiger Einheit wahrt, erscheint das Erechthenm, dessen in seit-' 
samer Verbindung sich einigenden Theile schon in sich den Typus 
des Mannigfaltigen tragen, und es durch den Charakter ihrer Ver^ 
schiedenartigkeit noch des Weitern bedingen. Der ganze Bau, ab* 
gerechnet die aus porOsem Stein gebildete Basis und den mit schwaiw 
sem elensinischem Marmor bekleideten Fries, ist aus pentelisehe« 
Marmor , an dem Säulenfuss der obere Toms auf das feinste ge«- 
flochten, om den Sätflenhals die scbAnsten Blumen- und Blätter* 
Gewinde ausgebreitet, in denen, wie Ed. Metzger bemerkt, die 



>IS 



(ritaMitHcbeh'^fViiefiioraattente; enthalteii nnld imd ms deoep me nii* 
fehuiteri Abwechalnng entwickelt werden. Die «bVige AnssinttoDg 
des SftrienlMMptei^ die Windongen und Yenidilingnngen seinar Vo^ 
hrteo md dieser «nmgeit und reichen ScUOnlieit entspre<^nd, di» 
^Nieder des Arebilrays gleidb andern gestreckten mit den Afnscbd^ 
f^Aen gescbmockt). die schwarzen Marmorplatten des Frieses mit 
fach erbabenetf Reliefen Ton der hitcksten Kunst in onnntertNEocbe^ 
ler Reibe Mbleidet gewesen. Von gleicher SehOnbeit sind die Biit 
MMi nnd Kapitelle der Anten, die Torspringenden Glieder der Tba^ 
ren, yorzQglieh die Gesimse derselben, von denen eines, ans ei^ 
nem tOrkiscben Garten gewonnen, in den Besitz unserer Glyptothek 
übergegangen ist, das die ausnehmend grosse Fojnheit nnd Vollen* 
dnng der Arbeit Tor Augen stellt, Alles ist noch fiberragt durch die 
AnsstattMg 4m nördlichen Pracfatlbors. Nimmt man dazo, dass der 
mprAnglicbe Ban in reichem Farbensckmneke, die Augen der Yo^ 
kten' wd die Mnsebelreihen in Vei^dung prangten, so gewinnt 
man* das Tolle BiiH des Baues, in dem die ioiiisdie Architektur ibrAi 
ToHendnng feierte. . ^• 



' Bie Naebweisang des Einzelnen zeigen die cBeser Abhandlung^ 
bl^gebdnen Platten Tab. IL ff. nnd ihre fi^larnngen ton Ed. Met»- 
gen fKe feine nnd scharfe Lithographie dersdl^en ist 'von HhL 
Heysea besorgt. • 



•M t 



- 5. Es li^t ansserbalb der Grftnzen dieser Abhandlung, nacln 
aiiwdsen, wie durch weitere VervielflUigiing der ionischen Glieder; 
darch grössere Schlankheit der Formen und vorzOgjlich darcbUeber-r 
tngender in Relief gearbeiteten BIftttensierden der Anten und Anthenaem 
auf das Sftnlenhaupt durch Entfaltung derselben nadi dem Mustmr 
der AkanthusblAtteri welche, wie bekannt, dem CalKoachus von Ko«« 
riatfft beigriegt * wiirdv aas der ionischen Ajrchitektur die kctointhisöhä 



21ft 

eötsprongen hty die bezQglich ihres Urspnings und ihres Cbsrakten» 
fOglicher als ftoUsche za betrachleü kommt; ebeoso wie die Aus- 
dehnung der Monumente Jedes Styles Ettm neglTt^Bgog, dints^ 
and ifßevdoätTneQog, und durch Stellung mehrerer Säulenreihen ober« 
einander im Innern zum vnm&Qog geführt hat, dessen Schildernog 
durch VitruY Hr. K. Bötticher gegen L. Ross glücklich vertheidigt 
hat, während er die Bedentang des vnai&qos aber das Yitruv'scbe 
Maas ausdehnt und ihr nicht wenig Denkmäler unterordnet, die nadi 
sichern Meldungen oder Analogieen allein durch das Östliche Thor 
beleuchtet waren. 

» 

6. Profilirung. 

Es konnte nicht fehlen, dass dem Charakter entsprechend, dea 
wir entwickelt haben, die Profilirung sich bei dem dorischen und 
ionischen Bau in besondern Weisen entfaltet und in den Biegungen^ 
Ausdehnungen, steigenden und sinkenden Wellen der einzelnen Glie- 
der der dorische Bau den Charakter des Starken ^ Einfachen and 
Ernsten ebenso wiedergibt, wie das Ionische den des Weichen, 
Sanften und Schiankern, so dass eine feinere Beobachtung des hier 
einer jeden Art Zuständigen an einem jeden auch uiltergeordnetea 
Gliede den Baustyl erkennen lässt, dem es angehört Hr. Oberbau* 
ratb Ed. Metzger hat das Verdienst, in seinem vortrefflichen Werke 
„Sammlung griechischer Bauprofile^^ die an den besten Denkmälern, 
▼orzaglich in Athen, durchgezeichnet sind, diesen Unterschied im 
Einzelnen bestimmt nachgewiesen, auf die Priuzipe zurockgeführt 
and dadurch die Einsicht in das Innere und gleichsam das Geheim* 
aiss der griecliischen Architektur eröffnet zu haben. Denn auf die- 
sem Gebiete gerade erhebt sich die Architektur von der Handfer- 
tigkeit der Kunst Die jeder Art zuständige und darum charakte^ 
ristische Biegung^ Schwingung oder Dehnung det krummen 



•kM» 'nir^eod dorch» Zoll tiii4 Mate fixirt . werden^ tkrAhreiid sie sich 
4mi Gefühle Ternebiibar . nbd deodieh mäcU. Sie tritt dadoreh, obr 
wM auf «Mrfhenatiächef Basis ruhend und vqd der BereckiODg.aiiAr 
gebeiidi in- das üninessbare abd .UnberecheBbare^ d. l in das Gebiet 
dteAesthetik' ober, in welehem allein de^fieuiun ond. der Geschmack 
«laasgebeod und schaffend weitet, «m aitf der statischen Grundlage 
•Qiid aps der symmetrischen Anordumig aeiifer Theile den Baa %u 
eineü Werke des. schöpferischen Geistiasi d. i. zo einem Konstr 
vr^rke in erheben« 



. 1 



X. 

Schills shemerkungen. 



Noch ist ein reicher Stoff für die Behandlung fibrig; indess nadi 
der umfassenderen Erörterung der f raher berührten Fragen ond Pro^ 
Meme^ so der wir durch die Lage der Sachen genöthigt worden, tritt 
auch filr uns ein, was dem Pindaros in dem reichen Gesänge an 
den Ankesilaus über den Argonautenzug begegnet ist, wo der Dich- 
ter durch die ausführliche Behandlung des Stoffes bis zum Momente 
der Batsdieidnng, um nicht das Maas noch des Weitern zu über^ 
scfareiteny die summarische Behandhing des noch Uebrigen mit fol* 
genden Worten einleitet: (Pyth. IV, 247) /juxxqü /mu vhta&m nvi 
äf$a§$t6f^ &qa ynQ avyaTvrsij xaC nvu olfwp taa/i^ ß^axw* Wir fas^ 
aeä darum das noch Fehlende bis auf weitere Gelegenheit summa^ 
fisch zosammen. ; 

1« Der volle Gegensatz zwischen dem dorischen und ionischen 
Wosen der hellenischeu Architektur findet seine weitere Bestätigung 
nnd Grlftnteruog dariii, dass er in tleu übrigßn Erscheinungen und 
Erfolgen der freien Tbätigkeit beider Stämme sich auf gleiche Weise 
^ipderhplt, 

Abhaadlaagca d«r I. O. 4. k. Ak d. Wiss. VI. Bd. I. Abtk. 28 



fttS 

A. tii den Mundarten. Der dorische Dialekt i^telit in derSllAe 
der liante, besonders in der Htafang des holten und klangreidien 
A, in der Gedrungenheit der Formen, in der Korse und Schlidit- 
iieit des Aosdrockes das Ernste and Hochfeierliche des dorischen 
Ödstes dem Weichen und Mannicfafaltigen der ^lag entgegen, die 
sich in dem Tonvollen, in der Folge offener und gedehnter Sylben^ in 
der Erweichung der Consonant- Verbindungen und in der reichli* 
iibem und behaglichem Folie der ionischen Rede offenbart. Eben- 
darum ist die dorische Rede für das Hochfeierlicbe des lyrischen 
Gesangs, für das Ernste der pythagoräischen Philosophie, wie für 
die kurzen Ausspruche der lyknrgischen Gesetzgebung allein geeig- 
net, wie sich die ionische für die weichen Weisen der Elegie, des 
anakreontischen Liedes und die behagliche Erzählungsart der Logo- 
igraphen als Tornehmlich geeignet empfohlen hat, woher es kam, 
4ass Pythagoras, obwohl lonier ans Samos, sich des dorischen mid 
Herodotus, obwohl Dorier aus Halicarnassos sicJi des ioiusohen 
Dialektes bedienten. 

B. Dasselbe gilt von der Tonkunst, von dem musikalischen^ 
wie von dem sprachlichen Rhythmus. Die dorische Tonart nod der 
ihr entsprechende Rhythmus bewegt sich in grösserer Folge gaoMr 
Töne und langer Sylben, zwischen denen die halben Töne and die 
•Kürzen nur als verbindende Glieder erscheinen^ durch welche die 
Reihe selbst zu einem mannigfaltigen, mit breiter Basis nnd starker 
Gliederung, gleich dem dorischen Baue ermittelt wird. Mehren sich 
die Kürzen, wird dadurch der Rhythmus schwunghafter und der 
Kühnheit des dorischen Waffentanzes iponXla Spx^otg entsprechend, 
«b geschieht es doch in einer Weise, dass das Ungestom der ra- 
sthem Bewegung von dem Nachtreten lang« nnd ernst gehaltener 
Rhythmenfolgen, gleichsam aufgefangen nnd in den rnhigen und 
würdevollen Gang der dorischen Harmonie zurückgeführt wird. Das 






arlft 



•:r..\ 



edife^Me; Bfld erMter: dariaeher Rbyliim^pbi^wegQog ifktet die: 
soliwere^ trMh&i0eke ENipodie, welche m 3 (iftiigea nar «iiu? Korse 
ebUu^t/ dorefa die aagh dem^ erBteii iiuftritt d«r ftkyUinias «iqk ia 
^e* beiden lelgetideo I^Aiigeii oberaebwjiigt Pytb« Oli. iU, 9,xäs änQ\ 
^iifüaffti^ ' ptacwi* iTi ar&^nQvg Joiiai — ^enn voa da | Waadelt 
QroMbeittoU dM Lied bochber, den MenUHi^beB.^^ — Für CK^bwonghafte^ 
obvoU mAonttcbe Bewegung war von dorischen Sängern, zuui^d ia 
Cnesos t<hi Thaletas und inHeranone Ton Lases der kretische and 
cberiambfecbe Rhythmoa nicht ohne Beimischung des anapästiscfaen 
Attftaktes Aisgebitdet werden und schlug selbst in den noch ge- 
waltigem PAeo ober, oder hemmte den YOrstrebenden Drang selbst 
dnreb Einlegong des Molosaos« In dieser Weise bewegen sich in 
der angefthrten Strophe, die dem Schlüsse vorangehender Verse 
T. 6 sqq>:' ,»Feste Terberrliohend , denn laut fordern uns | Yo« 
Bekr&nxungen lockige Haar umschlungen, zu zahlen die gottem-^ 
empfengene Schuld, | Zur Qppigerschallender Phormix sanfter Flöt' An-^ 
klang und derEedeGeftig^^ — Die schwunghafteste Bewegung zeigt z.p. 
OL VII, 60: ,)Das Gefild, wo der Ewigen gewaltiger König die 
Stadt aus goldenem Gewölke benetzt | Einst da durch Haphaistos« 
Anschlag | Unter dem Beile sich von des Zeus Haupt stürmend 
Athana erhob | Und im Aufschwünge des Schlachtengeschreis Macht- 
ruf begann. Uranus bebt schauernd ihr sammt Mutter Gfta^^ — wo 
der mächtige Pfton (uou-) noch durch den Torhergebenden Trochäus 
(ini^xßuvS) gehoben wird, während Pyth. I, 3 nrogekehrt dem Dakty- 
lus der Melossos sich als breiter Damm entgegenstellt, ober dem, 
der Rhythmus mit Anstrengung bin wegstrebt, dm durch eiuen Spon- 
deos. wieder in den ernsten trochäischen Schritt zu gelangen. Pytb^I, 
^ rüg 'Acov9$ fjdv ßcUstgj äyjLcetocg a^x^f naC&oytm it äoiSöl a^fj^ao^ — r- ; 
„welchem leis' anfgehorchet der Schritt in des Fests Anfang | Auch 
lauscht deinem Anklang Sängers Ohr u. s. w. Milder ist die Hem- 
dieses Seh wqnges ; in: der doriacJien Stropke Ol«. VII, die als 

28* 



Bdspiel männlich ernsfer «nd dobh bewegter Harmonie hier ihhA 
folgen mag: ,,Sowie wann jemand die Schal* | Empfahn von begoter-i^ 
ter Hand, {'während drinn der Rebe Thau aofraoschend schftmntf 
dert blohenden | Eidame Trunk anhebend reicht als Gabe von Hanse 
s&n Hanse des Reichthums goldene Krön' nnd des Mahls | Liebliche 
Zier, die Vermähfnng ehrend «teilt ihn outer der Freunde Verein | 
Er des Neides wQrdig dar ob herzlicher Liebe des Ehbnnds.^ Es 
i^t leich^ in diesem Strophenban das Analogen des dorischen Säo-> 
lenbans, den gleichen Ausdruck von Ernst nnd Wflrde in harmoni- 
scher Entfaltung wahrzunehmen. Auch der dorische Bau hat %uf 
Grundlage seiner tiefen Harmonie die grossen and starken Flächen 
des Stelobates, erhebt darüber in scharfer und einfacher Gliederung 
seine stämmige Säule, streckt sich durch die drei leichtem Ringe des 
Sänienhalzes wie durch drei Kürzen im sprachlichen Rhythmus zur 
breiten, wohl nnd männlich gebogenen Fläche des Echinus, dem 
sich der starke Plinthus hemmend und schützend auflegt In ahn« 
lieber Weise entspricht dem musikalisch sprachlichen Rhythmus der 
Dorer die Gebälkstruktor ihres Baus; die breite Fläche des Archi* 
travs, die starke Gliederung des Frieses mit den Gebilden seiner 
Triglyphen nnd den kühn yorstrebenden Reliefen seiner Metopeu, 
der mächtige Vorsprung der Corona und der Bau des Giebels stark 
genug, ganze Statuengruppen zu tragen. 

Die Yergleichung lässt sich, wenn auch in den Schranken, die 
den beiden Künsten durch Stoff und Bestimmmung gestellt sind, bis 
in das Einzelne verfolgen, der Ernst und die Einfachheit der dori«- 
sehen Harmonie wird sich im Steingebild und im Gebilde der Rede 
im Wesentlichen überall zusammenstimmend als Offenbarung ein und 
desselben Geistes enthüllen. 

C Die ionische Lyrik ist von den daktylisch -spondeis<Ae»- 



2U- 

ReJheo tM der £le^ mid «aelt Aafhtthme der ein&dieii lambisobett- 
und «r^chAisdien in den aM5liiIoclif dche» Epedas ebergegangen. Hep 
Natur dee Stanlmea folgead bat- «ie den Rbythmas beider Arten 
dnreh ' ^nifeäigoBg ' der liAiigeii erleichtert and daroh Iftngere Fol- 
gen daktylischer Fasse beschwingt, und die daktylische Lebendig-* 
keit^ dadurch in das Weichere gebogen, dass sie dem hopfenden 
Fasse den rohigen Gang des Trochftns beigefogt und dadurch die 
logaodiscbe Reihe gebildet 'hat. Ein Moster davon ist der boraziani^ 
sehe Epodos Od. I> 4. Salvitar acris hiems grata vice veris ao 
Faroni | Ttabantqoe siccas macbinae carinas etc. For zwar stftrkere 
aber bald abgebrochene Bewegong ward auch der Choriamb oder 
der Creticns nicht' rerschoiftht und dorch seine kluge Verwendung 
Mmnrgfaltigkeit gemehrt, ohne dass darum der geftllige Charakter. 
de» Rhythmus aufgehoben wurde, so ebend. I, 18 Lydia die per 
öranes | Te deos öro Sybarin cor properas amando | Perdere. 

Schon hier waltet neben dem Wechselnden das Kurzgegliederte 
oder Gebrochene vor, das neben dem Leicbtgeschwungenen als 
Grundcbarakter des Ionischen anftrilt, als nach Entfaltung einer 
grossen and mannigfaltigen Reibe logaödiscb - cboriambiscbeu Rbyth- 
ipeo die beiden eigentlichen ionischen Rbythmenarten in der Verbin- 
duBg zweier Jamben und Trochäen uu— und — ou d. i. u- ü-,-o-o 
d^r weitern Bildung zu Grunde gelegt wurde. Diese führte bald 
2^nm Antispast yiis^ und zu seiner, übermässigen Form dem Doch- 
mius uiiu-» der seine fast unübersehbaren Yerschh'ugungen und LO* 
spugeu in jener Fülle ionischer Strophen ausbreitet, die zumi^l aus 
den Aeschyleiscben Tragödien bekannt sind und je nach der Mi- 
schung ihrer Rhythmen sich ebenso zur Darlegung sinniger Erwä^* 
gung, wie zum Ergüsse des Schmerzes und der Entfaltung tiefster 
Leidenschaft eignen. 



/■ 



SSittr Verdeutlichung des Gesagten diene für den ruhigen , aber 



in kone Sfttze gebrocbnen und dadoreb wecb$elvolIen Gang der 
EkrWägoug im ionischeo Rbytbmas der Aafang de« zweiten Cborge« 
saoges der Eumeniden v. 490 sqq. ^Nod beginnt Verderben dareb 
neoesBecbt^ I Wenn der Sieg dieses Mattermordendeu | Scbald und 
Sdmach krönen solL | Alle wird solche That za scbpAdem Werk [ 
sehnell verbinden überall. | Viele wird dann alsob^d | Ungemach 
dweh derSöbne Hand | Treffen jetzt nnd künftige Zeit/' Ebenso die 
vierte Strophe 550 sqq. ^^Wer freien Geists ohne Zwang | Ge- 
rechtes Qbt, bleibt nicht ohne Segen, | Und Elend wird nie ihn ganz 
Tortilgen. | Wer aber keck Böses sinnt nnd ohne Scheu | Die Tha- 
ten mischt und treibet^ solcher wird | Gewaltsam bald zu Gronde 
sinken, | Wenn sich im Sturm d^r Segel ihm | Wirrt und die Raa 
zerschellet — Gegenstropbe : Er rufet dann uugehört | Durch der 
Noth Wirbel fortgetrieben. | Es lacht der Gott ober frechen Hoch- 
muthy I Der prahlt, nie werd' ihm des Lebens Kümmerniss | Nah 
seyn, der nicht der Klippe Riff gewahrt. | Der Hoheit ganze Le- 
bensfalle | Bricht er am Felse des Rechts nnd sinkt | Unbeweint und 
vergessen." — 

Derselben Weise scheint die Strophe bei Pindar X. Ol. zu ge- 
höreUy die dort als lydische bezeichnet wird. {Avdoiv — ip rgönip.) 
Es ist die Anrufung der Charitinnen vom fonften Verse: ,,Höret der 
Bitte Ruf: denn mit euch kehrt das Freundliche | Alles und das 
Sfisse beim Sterblichen ein, | Wenn an Verstand und Adel der 
Mann ))lQht. Auch die Götter | Obu' ehrwürdige Huldeu ziehn | Nim- 
mer zu fröhlichen Reibn, noch zuSchmaosen; | Sondern jen' ordnend 
daheim | im Himmel jedes Werk, stellen zum bogenumstrahleten | 
Pylhischen Apollon ihren Thron, | Fromm des Olympischen Vaters | 
Ewige Herrschermacht verehrend.^ 

Auch hier fehlt so wenig, wie im ionischen Bau die Festigkeit 



iiDd BeBtfaistlieit der stArktr» «nd tragenden Glieder^ aber sie ist 
4er Nafor des BhjtbaieBgangeii etit^precbend geringer m Krau und 
Ausdeliooug; wiöwohi hallbar geoag, um die Basis der leiebtern laeD- 
meoisebeR Gebilde to. liefoni^« die sich vor ihr nnd ober sie id nmi^ 
4iigfMtigeQ VerscbUngungfea aasbreiten, oft in sieb selbst zorllckkeb^ 
tend, am in uener nnd anderer und gefiüligerer Weii^ sich an eiv- 
fteben, dpi ^oHeis Analegon des ionischen Baues ^ der ober der wei<- 
cbern und reich gegliederten Basis die schlanke nnd sauftgestre^e 
^aole ^ägt, ihren Hais mit reichem BlAtterscbmnck, ihr Haupt not 
Verliehen BAndern von Perlen nnd Mnschela umgibt nud darober 
'die wohlterschlnngeoett Windungen der Voluten ansgebreilet» um ober 
diesen das Gebftlk in mannigfacher Gliedernng and weicherer Hah- 
nonie der Biegungen und Senkungen bis zum Gipfel empor ansaui- 
breiten. 

D. Ebenso Hesse sich in dem Qppigem und freiem Schwünge 
des Aoliscfcen Rhythmus nnd seinem reidien Strophenban, das dte 
iLoriutbiscben Architektur entsprechende musikaiisdi^spracbUehe €fe^ 
genbild nachweisen nnd dadurch die Bezeichnung der ftdischen Ar* 
ehitektor^^ die ms fflr dieselbe als geeignet erscliien^ des Weiteren be- 
gründen. Doch fibergeben wir hier das Einzelne, und rerweisen 
Mf den prachtToUen und in der mannigfaltigsten Entfaltsng aufstei* 
genden Bau der ftolisdien Strophen im ersten und zweiten Olydipit- 
«eben Gesänge des Pindakr, in deren Schönheit und wohlgeglieder- 
ten Ueppigkeit ein dem korinthischen S&iilenhanpt entsprechendes 
Rhytbmeugebild sich aufthut, noch ehe jenes ans Marmor durch Cal- 
limachus in obereinander sieb entfaltenden Blättern des Akanthus 
diMrgestellt wurden 



.1. .» 



2. Kaum wird es nOtbig seyn, den in der Architektur, Sprache, Musik 
nnd Lyrik nachgewiesenen Analogien des dorischen und ionischen 



224 

Wesens die dieseu ganz entsprechenden Gestaltaiigen und Erscbeir 
DiiDgen 9IU bezeichnen, welche sieh in der ganzen Iiebensanschaonng 
and Bildung beider StAmme, in der Form ihres Staatsorganismos 
dort den Ernst aristokratischer Anordnungen , hier den mannigfal- 
tigen demokratischen und in den diesem Charakter entsprechenden 
Gesetzen und Einrichtungen wiederfinden nnd ebenso in den tiefera 
Offenbarungen ihres Geistes auf "dem Gebiete, der Philosophie wie- 
derkehren, die unter den Doriern sich durch tiefsinnige ErgrOndung 
des Wesens der Dinge, unter den louiern als Erforschung der äus- 
sern und mannigfaltigen Erscheinung der Natur, dort als Bestim- 
mung des Festen nnd Dauernden, hier als VerstAudniss des Wer- 
denden und Wechselnden gezeigt hat. Dasselbe tritt uns auf dem 
Gebiete der bildenden Kunst entgegen, wo, wie in der Architektur, 
der Ernst der reich und ebenmftssig entfalteten dorischen Natur in 
der weiten Faltung des untern x^'^^^ °'^d des obern ninXog und in 
dem wurderollen überhängenden o^d-oitcAdiog sich die dorische Weise 
darstellt, wie zum Beispiel in der Bildsäule der Leucothea, in der 
kolossalen Muse (angeblich des Ageiadas) unserer Glyptothek, wet- 
cher die gefällige mit dem feiugefalteten und in weichen Windungen 
sich dem schlanken Körper anschliessenden x^^^^ ^^d dem weich- 
gefalteten Mantel des ionischen Bildes entgegenstellt, wie es die in 
der Villa des Cassius gefundenen Statuen der Melpomene, der Clio 
and der Terpsichore zeigen, dort den Ausdruck höherer Wurde und 
ernster Feierlichkeit, bei breiterer Form, hier der gefS&Iligen Anmuth 
und der reichern Zierlichkeit bei schlankerm Gliederbau. 

Es ist aber in beiden Richtungen die dem Wesen nach Eine 
und innerlich übereinstimmende Entfaltung des hellenischen Genius, 
welche sich dort von seiner ernsten, hier von seiner heitern Seite 
«eigt, und welche die Charitinnen, die Pindarus die ehrwOrdigeu 



ni 

aetet!BBd'^vr(dcfte<'diB>.VA(ilatiN«eli6 Relief ebc»f«U».ifi hr^etdwih 
seher Gewandon^ slig4»:<l(Ue fceUerli ScAtir«8terti -enfgegenafettt* • \ 

tr ft. ObwoU-nther beide iW^ism stell ki' beseibhneter RiohtaDg 
ab. GegfnriUse scbtideoi - strdüeii' sie bei- der aonern- Ueb«reutet{tn«T 
irtDQg iteel Nafiiif ep liinev Verttitdsiig. Diiese "ward ihnen dardi 
de» CMeti der AAeriften' und die aoa ibm^ sehorne Kanat zb 
liohi tarn in dar Arcbitektiir , iondera äuüb iaden dbngeik 
id: der Witsenecliafll wd im LebeOr^AiEtichdeai äi6 aeboa? lo der ^od« 
atth(clieo'Zai*:aar'ek»elaeuP«iik(en war eiag^itet worde&i Dietcl 
YermitUaig gedieli' se wäSt^ ala e$ dureb die: ftosseri^ trtid innefii 
seletetc jhochtragisoheik Geadiioke 4er bo glorr^cbVn tiod daim ao 
anj^OcUicben Natjoii iMglkih wdr.ii^ w / .] •.; 

Bie BeT&lkehmg von AUikay ob^^oM far ioniaob . gefaalten, reicht 
dacb in ihrem fiJteeten Grands toek ober die lonier aoter die «un^j^ 
9Qp$$y^ u die pelasgiscbfen SUbnme hinaof, aad tmg in sieh aelftat 
den Gegensatz der beiden grossen Geschlechter, m dien die Ndticif 
später anseioander wich. Noch in dem Zeitalter von Alexander dem 
Maeedoaier : tritt er als Unterschied der Athdnäer and Attiker her- 
▼dr, welchen Dikaearchns {ßi0g^EXXdiog S. 25 ed. Mauzi) schärf 
und genan beteicbnel hat» ^^Die Attiker»^ sagt er« ^ind lieugierig 
aad gdSchwAtzig (ni^ts^yoi x^g XaXt^g)^ roll Arglist '(vnovXo$) ^tmi 
atnr SebeUigniig Andlsrer geneigt {(fvxo^ttt^cifaig)^ schaffe Beobacb» 
ter freaider Lebensweise >—7Ea$Mn^]f^era^Ta^ ßiw^. — Aristo^ 

plialjes kennt die Feinheit and SdAcfb^ des attischen Blickea* 
Wolke, 1158 inl rov Jt^e^wm^ i^riv "AtTtonoir ßX&tog:) Die ftcbtee 
AltheaAer aber (jnihnqitßBiG ""Adrivkäw, die Mr^ojfi?/a^o^ zn nächst. die 
grossen nnd edlen Gesehieehter, aus; denen die ersten Mannet ' htt 
84aat, iaf Krieg, im Frieden , in der Kunst und Wisaeascfaaf t , ditt 
ftHori^rtdle Mütiadea, die Peiikk^ Aeacfaylah, ;die BlMan^erriiffH 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ak. d. WIm. VI. Bd. 1. Abib. 29 



gtmgen) «ifid gtosinMhig XjLUfyaXi^ (An^ 

Xoi T0& T^djtoiQ) und der Freondschaft Achte* Hoter;^ 

* . ' Während diese die grossen Ge66hafto des' (Staates lesorgten, 
nnd^ die bAcbiBteii Interessen der Biidong yertristteii , wat^n jene' od^ 
e^iiitdlicb in Geschaftenf und Konsten des bor^erlichen Lebens/ in 
der Betheiligung an den Gerichten, in der Seefahrt/ im -Händel mA 
in der Fabrikation, die sich bis ^inr GestaUnng der mannigfaltigstea 
Knnstfertigkeit entfahete , biMeten bei den grossen Festen die 
C^ftre filr die Darstellong grosser Gesinge und lieferten dem Phi- 
dias die Scbaaren der Kftnstler, dbrch ^ie er Athen mit bewbnde* 
nrogswOrdigen Werken znr Hauptstadt von Hellas ansstattefe ;• beide 
fibrigensy aach als der Demos dareh Solen eine wob!bemess<ene Be- 
theilignng an den grossen Geschäften des Staates erlangt hatte, so 
ifv^ohl verbonden, dass das Volk zurFährnng desselben bis znih pe- 
k^onnesisehen Krieg und zum Kleon doch nmr Mftnner der andertf 
Klasse gewfthlt hat, bei denen es dafbr' die nOthige Unabhängigkeit; 
Bildung und Erfahrnng wahrnahm. 

Es war TorzOglich ^ie Gesetzgebung des Selon, die wäseste 
j|ioliitische That des Alferthnms> welche beiden Genossenschaften die 
ihnen gebobrende Rechnung trng, ond wie der GrOnder selbst sich 
iNudrilckt, bcdde mit dem starken Schilde des Rechtes zum Schutze 
gegen einander umgab. Unter der Herrschaft jener Verfassung^ die 
auch nach spftiem Umgestaltungen noch Qberwog, erstieg Athen den 
Gipfel der Grösse, der Macht, der Bildung, und war for die RoI|q 
Torbereitet, die Gegensfttze der bellemschen Nation zu einem har^ 
moniscfaen Ganzen, der Kultur und des politischen Leiiens zu Ver» 
m&hlen; Den Bestrebungen der ausgewanderten lonier fern und 
ifaben fast fremd geworden, waren sie den Einflössen des Doriscbeii 
Bllier gesieiit^ nnd den edleru Gesddeehtem deraelbbii durch ^ 






jMgiaobe» Afcbilekttir rarrdcMrisolielB bei JNen iCiiUi S^ngaiigii^ 
Mb»»» ttäB altö HtCAtotMp^oi» fler, iPaUito MiC der AcrofMolk, wab|>- 
^dheiaUdbh aitdioa vor i der Periode des Sisidtmtw^erbaojt, W9f dor 
riaob yi . }iri6:die SAiileotesile l&eigeB i weLcbe sieh, da^ea ia der nOrd^ 
litsbett^Bgkrgma/QfdP' am der ZiikäjB» Tbemis4acIe/9 echalten babi^Pr 
DioGli < gegeil rdie,: istreoge Abgi^sdUtsseiibeit der I>orier freigeii(eli| 
lind; iinit /der Mioiuacben :W^ yerkebraud gestalteten «ift 

die YerbAltaisse des TempelbiMea freier, dleSooleii scblauker, dM 
GM)ftlk ; Jeicbter, nabnien aoch ^Dzelqes aus deta ioniäfcbeli Scbmacfc 
a*lf und in der Westhalle dcisPartbenoa^i^Qd die ionischen Sc^bnek«^ 
lüliireHiefei nicbt nornilt Farben anfgethigeo, sondern ancb flach ein-r 
gemeisselt. Wftbreud so in dem grossen Prachtbau der Acropdli/i 
bei Aufnahme des dorischen der eignen Art Rechnong getragen 
warde, faodte in dem loftem der Propylaeen, wie in der Cella des 
▼OQ ihrem Baumeister Iktinos su Phygalia auägeföbrten ApoUotemr 
pels.dte ionischen Säulen Aufnahme, und dem Parthenon mit seinem 
gemilderten Dorisinus g^nober ward im Erechtbeum der ionische 
Siyl au jener Herrlichkeit entfaltet, die wir kennen; sei es, weil 
das alte Heiligtbum^ dessen Raum es einnahm, in einer Zeit gebMt 
war,, wo, der ionische Stamm vor seiner Uebersiedelnng nach Asien 
auch in der Architektur schon die Anf&uge seiner später entwickdU 
ten Bauweise gewonnen hatte, und es bei dem Neubau galt, diese 
in Yoller Entfaltung herzustellen, sei es, dass die dort verehrten 
Ooiter und Heroen als Vertreter und Beschützer der altionischea 
Gteoleinde für den Neubau die indess zu Tage gekommene arcbitek-^ 
tonische Weise des Stammes als die ihnen am meisten zusagende 
zo gebieten schien. 



■ I • 



4. Es geschah nicht anders in der Lyrik, wo dorischer nsd 
icoiacher Stropheobaa^ zumal bei ihren grossen Tragikern sich nebeuM 

29* 



^niiifder -eotfiillat, >ikid belh^t Arfet^ der k den beüeni lie^ 

ilsTD rein • kmidchen Welsen folgiy^ wM 'an der dori»efaen gefldir^ 
i)»>of er im GeiraAge deirWelkeikW; S91 «^^•'dns'ilöchftierliafae «hofw 
«Mteiten halle (v. B12 rtmg ikh^ At ^^y^AfAsm^ wiizo ti m/mBt^ 
^^iAp ff^mtir Th^g döl).- Ja die VterhinduDg der derisoben ond ioni* 
MliiBn'Rbythnten in der gleichen Strophe, wetcbe aogar beiAesefa^fli 
^eftmden wird, wie im ersten Cborgeaang der Olc^anidea im Prei 
Metheaa, liefert -sogar ein lyrisebes Analogon filr die Yerbindbng 
beider Saolenordnmigen in den Propyläen nod %vl Phygalia. Aoeh 
Uer war Pindams Torangegangen^ der nach Geist nnd Bedarf des 
Gesabges biaid dorische, bald aoliscbe Strophen bildete und in meb« 
reren- dorischen das Ernste dsrcb ionische Einfachheit nnd Leiehi» 
tii^^it gemildert' hat 



. :' 



6. Es geschah dasselbe aiif dein Gebiete der Philösopbiey die 
im PlatoDisrnns sßnr Einigung, ionischer nnd dorischer Systeme ge*^ 
fahrt ond fnr die Vermittlung beider das dialektisdie Element dor 
Sbpfaistik und das Ethische der sokratisehen Lehre gebrancbt hat 
Dasselbe war bezagfich der Staatenordnang nnd der Fobrang'der 
allgemeiaeh hellenischen Angelegenh^ten nach Innen nnd nacb^oii^ 
aen bedingt nnd eingeleitet. Man weiss, wie nah '• die hervorrageiH 
den nnd die weilerseheuden Ath^iiaer den Ansichten und den €eber^ 
aengungön. des gesunden Theiles der streng dorischen Staatsordnung 
von Sparta sieh fbblten. Xeuophon «ad selbst Plalo, so verschieden 
in ihrem Inuern, geben davon Zengniss^ und Niebuhr thnt sehr Un^ 
recht, sie desshalb llbdl anzusehen. Doch die DorchfAhmng der Aat^ 
hebnng der hier vorwaltenden Gegensätze, welche unter vereinigter 
Hegemonie von Athen und Sparta der Nation Einheit, Glück :und 
lange Daner wohl begründeter Macht und edler Gesinnung gesichert 
katte^ scheiierte ander Starke der ausserhalb der Yernuttlung ge- 
büebenes iParteieu> .üi^dea Vornrtheilen dw MaMCo, ,an dem Ehiw 



fett iifer^Mlicbljgeny to^iter^ErMttermg* dies SirejtM oai'iU«i«M^ 
BoUiessiMe H^eoiooi^ der Ibeide« vorwiegendett JMjkdite^ «ileftit 
w dw; >ibei#Qlliendeo Dea^r^ der «eben deMhoH) AHten mid 4aMi 
li^ftrta ynfieles , vbeide um » Zerrttttoog i»d Sdi^flohe dem fim^ 
doB Eroberer ztt vetf alle»/ laid HeUae mit^sidh in SebmadI tmd 
laiige KbetirtBcbaft imiabsareiseeB« . — i< 

i/ • ■ . , . : ' _ * 

Nachtrag A. • j^l^j 

(Zam Schlosse yon n. VII. S. 193.) 

Aid eiD Mittelglied des pelasgisch - doriseben Banes, welches 
seiue Stelle zwischen dem piykenaiscben Fragment und dem Sisy- 
pheum einnimmt, kann das Templnm in antis betrachtet werden, das 
sich anf der von Hrn. Dr. Emil Brann im vergangenen Jahre mit 
finicbtbaner Gelehrsamkeit eHfteterten Vase des Ktitias und Ergo- 
tiinos abgebildet findet: Le dipinfnre di CHzia sdprä väso Cbidiritfö 
dTirgotino scpperto e poblicato da Alessie^ndro Frangois dicbiaratip 
da Emilio Braun Rom 1849. Wir geben es a. 12 a. 

Die zwei Sänlen haben mtter sich den Pliutbes, eine YerjAn« 
gung ihres Schaftes von ^ der nütem Dicke, das VerbAltniss deif 
Dicke zur Höhe wie 1 : 6 bis zum Hjrpotrachelion, die dorische 
Kanellirung, den Echiuus stark ausgeschweift in einer Biegung, 
welche ebenso wie die Schlankheit der SAule auf einen Holzban 
hindeutet, die Slftcben des Frieses hur durch perpendiculAre Linien 
statt 4iirch Triglypben getrennt, darüber die xoQtoylg in kleinen Bor 
gettTim^iernngen, wie sie aaf etroskisohen WeHs:en gewöhnlich sind, 
und ober ihnen noch die Köpfe der Fetten, die in der ionischen Art 
sich in den Zabuleisten ansgebildet haben, dagegen in den Antenka- 
pitftleif einen Zweisdilitz, der, wie es seheint, diespfttere Triglypke 
Torbereitet und die Schlussmauer des Pronaos, hinter dessen Hanpt- 
thar. die Göttin (aET/£) auf dem Thmoe sitabt, meht ober f d«r 



Teippebhdhe empotigeiahxtf om, wie:Br^o bemerkt^ mebr Lichi io 
das liiiieire Z9 lawen. Ist ancb die Darstellaog iiioM ^'^ ^»o sti^og 
Mdhilektonisdie ia fassen, so kann sie doch keibe in dem Gebraaeh 
oicbt gegebene £jgen(hlkinlicbkeit entbalteo und steigt den^ in dei* 
taiykeiiAischen Fragment Torbedingten^ Gang dieses Baues in der 
Weise, welche sich bei der Scheidang der St&mme und ihrer Ac4- 
ebitektnr als die dorica ratio ausgebildet hat, fast den Mittelpunkt 
des Weges darstellend, den sie von jenem Urtypos bis znm Sisy- 
pheam zurockgelegt hat. 



_ / 



r.y^ 



Nachtrag B. 

(Vcrgl. Seite i(n.) 



Wir dürren den Druck der zweiten Ablumdlung über das Erechtheum nicht 
schli^ei^ ohne die Beurlheilung zu beleuchten, welche die erste in dem zu Ber^ 
lin erscheinenden und zur archäologischen Zeitung gehörigen Anzeiger Nr. 12. 
^849 durch Hrn. K. Böttiger gefunden hat, damit man nicht glaube, der Grond 
sei erschtittert worden, auf dem die Arbeit ruht, weil ein Mann, der nicht nifr 
PhBoiogie und Archäologie, sondern auch specielle Architektur treibt, es behauptet hat. 
If'olgende» sind wörtlich die Erklärungen desselben nebst dem Vorworte , mit dem 
der Hera^sgeber der Zeitschrift sie einführt: 

Uebcr das Erechtheion, dieses Räthsel ßr die Arch&ologie der Baukunst und für die 
F^rsehaag des attischen Pallasdienstes, hat aeuerdiags Thiersch in eiaer besonderen, der phl- 
loaophlsch- philologischen Klasse der kgL bayerischen Akademie der Wissenschaften Band V, 
Abtheilung 3 einyerleibten Abhandlung sich ausgesprochen. Hr. Bfitticher lei^e diese Arbeit 
d^ Gesellschaft vor, fügte zur Verglelchling eine fV^üher von ihm gemachte Restanration des 
Planes ron diesen Tempel bei nnd tnsserte sich Aber die gedachte neueste Arbeit folgender- 
nussen: 

■ 

„Thierseh gründet seine Herstellung nnd Erklimng dieses Tempels auf die Ansicht: 
uMt ein Tempel, sondern das Wohnhaus des altattisehen Königs Erechtheus Bßi in diesem 
erst' spater znm Tempel umgewandelten Bauwerke erhalten, nnd dieser Gedanke erstrecke sich 
Toin *S^9x^^s Ttüuwov S6/AOV Homers bis znm oXtcfifta *JS^tx9ttov des Pausanias. „Es war,** 
sagt Thiersch, „nkht der Tempel, sofedem das Wehnhans des Breckthenst was dem alten Baa 



ftll 

m ^Gmb^c^ JK^Iegf w«rde, «ad dl» B*lte ^md Giiife sind darnach vrtfnrftiftlil iricht beida- 
dte«F HeUigfüner« sondeni Theüe IBeM Wohalmases f^^sen, wekhiB bei teiiier ünj^etldt^ 
hmg^ det Anlage aaeli bcVbehaltea, aber nlt Mäer aadeni Bestinming bekleidet wnrdea. 'Die 
ümeriiBciliiBg irird selbrt la der Art int fihrea seyn , dass klar werde , weiche Tbeile der ^ 
MÜsebeB K<forgsw(DlklBaa|^ sie gewesini shid, and weleke Bestiiaalaag sie gewoaaen faabetf^*^ 
IHes fst ddr Kern, vai ireldiett sieh die gance ünfersnehang bewegt; rom Kalte and soMiM 
kleiraas -allefai fllesseaden Offtndea wM kein Wort gesagt. Also^ der ausgeprägte Enheaierts* 
aiaa In der Baakanst. Wie TerbÜt sieb dies mit der bekanntea Ansiebt der Alten, welehe 
sägen: aas bedigen Gribem seien die Teinpel entstanden, dessbalb babe man eäpbemlstisdb 
Grab l'eaqiel genannt? Kein Wander, w^nn der Terftisser deainacb alles Ernstes das Unter- 
nebtten wagt, alle Tbeile des altbeileniscben Anaktenbanses in das Ereohtheion einxntrageib 
Der Ostliebe Porticns ist ihm die Aitbasa (anter welehe bei Hoaier Ja aaeh die Wagen ifk 
Helden antergefabren nnd mit Teppichen bedeckt worden); der Altar des Herkeios im Pan- 
drosion Ist der alte Hofaltar des Erechtheas; er findet noch in der Östlichen Cella (In welebet 
ohne Widerrede nnr das Bild der Polias stehen könnte) das Megaron des ^E^x^nov avi" 
natotf wieder;' er sidit im „Kanephorehsaal" wegen der daohstfttzenden iaagA-aaea „dea^ieb 
genag aagedeatet, dass hier dass yvra4xtXor, die yvrtuxofvZxig im «bern Stockweike. des Ko- 
nigsbanes gelegen war, vielleicht mit dem Altare der Pandrosös darunter"; der nOrdlldli 
Portieus nrit dem Pracbtthore" aber ist nothwehdlgerweise tler Raum, den „der avS^v des 
Ereckthens'* einnahm. Aach der vtpofo^g &alauüe, die vrce^ciXa Staßutra, S'alafioi, fttfycLftt^ 
atfd alles, was sonst noch in Honerischen Häasem Torkommt , ist nicht yergessen. VIelleieif, 
konnte man ergänzend hinzufügen, ist der erzene 8cblot aber der mächtigen ewigen Lamf^ 
der in Gestalt eiaer Palme nach Pausanias den Oeldampf durch das Dach (bhrte, an die Stelle 
des Sehlotes Tom Heerde des Erechtheas getreten, und somit der Backofen nnd die KAcba <dea 
Herrenhauses zum Adjton der Göttin geworden; denn dies Adyton versetzt Hr. Thierscb nh- 
ndtteNiar neben den Andron des entern. Um endlich aber doch wenigstens etwas an efaiHel^ 
llgtbam ' Streifendes hinznznthnn, „zeigt die Homerische Stelle, dass dem Hanse des Ereehtbeis 
ein Sacellam seiner Pflegerin nnd Mutter, der Pallas« rerbunden war, derea ältestes Bild , das 
9u9€9tig, in Üim verehrt wurde/* Das nennt der Verfesser „die Räthsel dieses verwickelten 
Banes . . .** erklären. Nnr Schade, dass der Druck seiner Arbeit bereits vollendet war, als die 
Antwort auf die von Ihm an Hm. Rhisos Rbankaby in Athen gestellten Fragen Aber die Be- 
schaffenheit mancher Räume der Tempelrnlne ankam; denn dadarch wurdea manche s^er 
Hanptannabmen wesentileh ersehättert. Ohne für den Augenblick näher aut die Räame det 
Tempels eingeben zu können , mochte Folgendes gegen des Verfassers Forschung anfenstelÜM 
seyn, ivas In meiner jüngst erschienenen Arbeit aber den Tempel der Hellenen seine Bespre^ 
cbang bereits gefunden bat. ' 

Es Ist Kuitgesetz bei den Alten, dass die Gellen aller Olympisckea Gotter nach Osten 
gelegt, ihre Agalmata ebenfalls dahin gewandt stehen; daher die Orientlrnng der Cellentbire 
des Pronaos nnd der Tbymele vor dem Pronaos nach Osten. Thierscb versetzt das SaceUnm 
oder das Adyton der Gotün in den westlichen Tbeü, in die mit Fenstern versehene Halle nnd 
•Mhiet das Gesicht des Bildes nach Notden sehend. Jene GesdMM, dass das Bild, za 4m 



19% 

ZitI« alf AnguisA den Afheii&eni ihre valteii Pdrgftrechte enUog, toU Schnerx siekTtii 
QgUü. Btch Wcitea nnvaadte, vsebeint keinen Anlialtspnnkt zum Beweise gel>oten zn ^abeiw 
Thlersek aeUt die AlUre des Erechtkeni und Bvtes naiih Osten zn liegend in den Osüicke» 
Bmub des TtBpeU, während alte Knltgesetze und Monnnente Torsehreiben, dass die Celles 
«ad. Altire der Heroen nacb Westen gerichtet seyn sollen: weil man nach Osten gewandt den 
OtyHpisohen, nach Westen seilend den Unterirdisehen die Spenden giesse. Ganz abgesehen 
Tun dein westlichen, dem mit Fenstern versehenen Ranne, zeigen die Ruinen des Tempeb, 
dass der grosse durch den Pronaos betretbare Raum noch durch eine Querwand in zwei Gel-» 
||^ geschieden war, in eine Ostliche und westliche. Thiersch beachtet diese Reste der Wand 
■icht, sondern hftlt das Ganze fnr einen einzigen Raum, für diis Megaron des alten Haasesi 
in welches er die drei Altüre des Pausanias yersetzt. Die Snhstrnktion zweier alter W&nde, 
die der L&nge nach sich durch diesen Raum ziehen und ganz deutlich auf die Anordnung der 
alten S&ulen hinweisen, hat er unbeachtet gelassen. Die sechs Karyatiden sind ihm sechs 
Ibnephoren, drei Erechthciden und drei Kekropiden, „die das Verhüllte auf dem Haupte ia 
Hardots tragen.'* Jene Koren aber haben weder KOrbe auf dem Haupte, noch tragen sie Ver- 
hnlites, denn diese yermeinten Ktobe sind dorische Kapit&le mit Echinus und Abacus. Die 
GeMa der Polias war nach allen Zeugnissen stets zugangbar für die Gemeinde, das Xoanon 
sehdubar für Jedes Mitglied derselben. Thiersch setzt dtis Bild in ein Adyton, wo ihm die 
Affentliche Verehrung geworden sei. Alte Kultgesetze erklären dagegen ausdräcklich , es sei 
ein Adyton nur für den ersten Priester oder die erste Priesterin zugangbar, weil das in ihm 
lerhorgene Bild Ton Niemand anders weiter geschaut werden dürfe. Aber für den Mann elSfes 
aadem Stammes war die Geüa Jeder Schntzgottheit des Staates ein Adyton ; daher weist die 
Priesterin den tollen Kleomenes als dorischen Mann zurück, für ihn war das ionische Stamm- 
heiligthum ein A4yton. Den Oelbaum setzt Thiersch in die Jungfrauenhalle, unter ihn den 
AHar des Herkos, daneben die Erechtheis. Von dem Brunnen findet der „neue Exeget dei 
Tempels** Hr. Rhisos hier keine Spur ; der Altar des Zeus Herkios stand alten Quellen zufolge 
Uk Jedem Hause, aher mitten im Herkos sah diTo, und wenn der famose Hand bei Dinarch, 
dessem Weg der Verfasser so deutlich angibt, aus dem Naos der Polias nach dem Paadrosion 
hinabging und sieh auf dem Altare des Herkios unter dem Oelbanm niederlegte, so ist klär, 
dass das Herkos oder Temenos, in weichem auch das Haus stand, das die Arrephoren be* 
wohnten, anch Pandrosion hiess, dass mit dem subdiralen Altare auch die alte Oütc hier sub 
dire stehen mnsste. Die Erechtheis kann aber auch gar nicht hier liegen, sondern muss allen 
Analogien nsKh (heute verdeckt) unter dem Pflaster des noch Jetzt tief liegenden Ostlichen 
CeUenraumes verborgen seyn, da es der alte Posidoniaclie Weihbrunnen des Tempels gewesen 
in.seyn scheint, bei der spätem Umgestaltung des Bans zu einer christlichen Kirche aber sa- 
gedeckt werden musste. Der Salzbrunnen im Poseidontempcl bei Mantinea, oder die Halirrho- 
thia bei Pausan. 1, 21, 7, oder der Meerwasser -Quell im Poseidontempel auf der Akropolis 
fon Mylasa, L c VIU, 50, konnten hier Anknüpfungspunkte geboten haben. Endlich räumt 
TJUtrsch, trotz der Versicherung des Pausanias, dass d9s dem Tempel der PoLias verbundene 
tüttl/ia *JS^»x^$ior HaXovfuvor ein doppeltes {ßmkovv) Oikema sei, die ganze grosse Cella s« 
MS, daas von beiden Stockwerken nur das eine, das, was die eigeatUehe Krypta war, übrig 
Wfibt; demi es ist ihm enHgaagen, dass Pausanias, wenn er yon Oikema als Abtheilung einfi 



t9k 

Jfi^ßp9i$,TtA%i^ itdnmü'im^li tineht$9fltdi^ pellt tdorJCaptile hf^. 

zdduiet,.pitliiii Bor apf ein. oberes. nnd unteres Oikema hinweist. Wiehtifj^r in der That^aU 
die I>iaf Uelier besprochene n^ne Exegese sind die kurzen jfbtizea , die Hr. Rhisos über den 
jMlg^n Zustand des Bkaeft'^bt, Von denen nur zn w&nsehen wäre, dass sie >oa der tlvii 
einttt'Archltellen 'gekommen sept möehfen, wen sie aller teehnbchen D^tiiehkeK md besoiH 
d« dir Maaae cmanfiln. Fir ih V^raaldsinng diesen Notizen sind wir Hm. Tiieiseh aia- 
i«f«^f«lenlMekea D^ MhnUUg.*' ! r 

• ■ . . ■ ■ ■ ' '■ 

Hau tißidf Hr« K. BölUcher hat die Sache auf die leichte Achsel genomineii und 
iucht sie theib ^durctr heilere Zuversicht, iheils durch die höchst bequeme «rgii-^ 
petotatio ex copcessis za beseitigen; aus Zugeständnissen nemlich^ die er sich se|« 
bmr gemacht hat, und die er, in apodiktische Sätze formutirt, dem Andern zur An- 
ni^me zuschiebt. Zur grössern Sicherheit und Unterhaltung werden dann Zusätze, 
^um Thett heitern Inhaltes beigegeben. So wird mit Jeichter Wendung bei dei 
Vorhalle des Tempels, die der Vorhalle d^s Megaron entspricht, erinnert, dass ja 
dort auch die Wagen der Helden unterfahren mussten, in ihnen unterge$teUt unfl 
mit Teppichen belegt wurden. Er meint damit Od. o, 146 und 191. . Dass sie 
aber mit Teppichen belegt worden seien, ist Zulhat des Verfassers und noch dazu 
eine sehr ungeschickte, denn war mit dem Reisewagen etwas zu thun, so galt es^ 
sie von Schmutz und Staub zu reinigen, nicht aber sie mit Teppichen zu belegen, 
und er hat die purpurnen Teppiche, mit iienen die in den Hallen aufgeschlagenen 
Gastbetten der Fremden belegt wurden (Od. d, 303. y, 399), auf eigne Hand z« 
Wagendecken gemacht. Das ist allerdings an sich ziemlich unbedeutend, nichl 
gber als Beweis der Flüchtigkeit, mit der er an die Arbeit gegangen ist* Uebri« 
gens ist die oid-ovaa allerdings ebenso nQodofiog — Iv nQodofiij} dofiav Od» 
d, 302 — wie die Halle des Tempels oder der nQovaog und beide stehen sich 
beztlglich der hinter ihnen liegenden Gebäude parallell, was auch Hr. K. B. dabei 
denken oder dazu sagen mag. Heiterer noch ist die Ergänzung der Beziehungen 
von einzelnen Theilen des Erechtheums auf die Theile des alten Herrscherhajosei^ 
dem es nachgebildet ist. Hr. K. B. vollzieht sie durch die Annahme, dass. man 
den hohlen Palmbaum, durch welchen der Rauch der ewigen Lampe zum Qach0 
geleitet wurde, als den Vertreter des Schlotes in dem alten Herrenhause betraclw 

ten köimte. Wüsste Hr. B., was und wie es zu tadehi ist, so würde er sich 

•■ «11 . '. « _ •■..■ 

dort (S. 81 der Abhandlung) an die Benennung Eqei^upv avaxeiov gehajtea 
haben, das er ohne Erinnerung hinnimmt. Der Terminus ist mir irrthümlich in 
den Text gekommen und ^Bq^i^eiov ävaxzoQpv zu lesen. — IdvctKeiov isi^ 
wie bekannt, spccieller, Name des Tempels der avaxeg^ d. i. der Dioiskuren^ 

Abhandlungen der 1. Gl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. 1. Abth. 30 



(Bnstafli. ad Odym. (f S78 S. il90 1. 10) ijv di dvaxsiov i^niv ivdkmi^ 
Jipaxovqwv. Sie hiessen ivaxol oder Svaxig als Häier^ Schützer. Das Ety- 
mon kehrl in ava^ßq exfitv Herod. I, 24 Thucyd. YIU, 102 wieder. VergL 
Hea. awcataioig. E. M. t*. ävaKov nnd ivaxäg. Ava^uiov ittr ihren Tempel^ 
imxBtu fUr ihre Feste sind die adäquaten Ableitungen Ton awaxagp welche 
mit avaxrag nichts weiter gemein haben.) Auch naeh andern Seiten wen- 
det Hr. K. B. die eriieitemde Form, z. B. aur die Meldung des Philochonis über 
Zusammenhang des Tempels der Polias und des Pandrosion. Sie steht, wie wir 
sehen werden, seiner auf sogenannten Kultusideen gebauten Ansicht entgegen und 
der Hund, an dessen Eindringen in das Erechtheum sie sich knüpft, wird darum 
mit der Bezeichnung eines ,/amoMcn^^ bei Seite geschoben, ja sich selbst begreift 
er in der Feinheit dieser exegetischen Kritik; denn wofttr anders als ftir Ironie 
könnte man es halten, wenn er das Gefüss, welches die Jungfrauen am Pandrosion 
auf den über dem Scheitel zusammengelegten Ringebi ihrer Haare tragen, fllr ein 
dorischeg Säulenkapitäl erklärt? In der That, ein dorisches Säulenkapital, dessen 
abnormer Echinus in einem ionischen Eierstabe sich fast ganz verbirgt, ist, zumal 
wo es in jene Zeit versetzt wird, nur als ein Scherz erklärlich, den Hr. K. B. 
mit sich selbst und dem Leser treibt, und dieser erreicht seine Spitze dadurch^ 
dass über diesem dorischen Kapital ein ionischer Architrav liegt Dazu stimmt 
nun ganz gut, dass er weiss, die Jungfrauen trugen nichts Verhülltes — iyxexa" 
Xvfifiivov sagt Pausanias, d. i. iv rij xavifj xeKalvfifiiyov , — in den Körben 
Verborgenes oder Verdecktes, obwohl er den Deckel anerkennt, den er zum Aba- 
cus macht und der unter demselben Terminus als xdXvfifia in der Bauinschrift 
von dem Deckel der q>aiv(ofiaTa gebraucht wird. 

Haben wir durch diese vorläufigen Bemerkungen die Verfahrungsweise des 
Bm. K. B. als eine leichtfertige anerkannt, so ist dadurch ihr Charakter auch in 
Bezug auf das Folgende, sowohl auf die Bestreitung der fremden Ansicht, als auf 
die Geltendmachung seiner eigenen vorläufig bezeichnet. So erklärt sich, wie er 
bei Bestimmung der einzelnen Theile des Erechtheums nach den Ueberrcsten des 
Baues an dem was die neuen Nachgrabungen enthüllt haben gleichgiltig vorüber- 
geht, um auf die veralteten Annahmen zurückzukommen, nach welchen der eigent- 
liche Cella-Baum — unser ^iyanov — durch eine Quermauer in zwei Zellen ge- 
fheOt und unter beiden noch ein unterirdisches Geschoss für Gräber und Altäre, 
dazu noch an beiden Seiten aTrjkoßatai für innere Säulenstellungen angenommen 
wAirden. Was fragt der heitere Forscher darnach^ dass dieser ganzd Apparat der 



allett Sesiaufatiqni wekh«r yxm Walpole beffinnt und doFch. die Schriften der, 
Spfltan sich fortzieht, Ton den Resultaten der neuen Ausgrabung ganz beseitiff^ 
worden ist; dass von einer Quermauer durch die Mitte der Cella sich keine Spur 
^flpdep ^t} da»i'^ statt eines doppelten aTfjloßärijf eine doppelte Stiege in den 
ti^f Uegenden Raum des fieyn^oy hinabführte^ deren StaJQTelbau noph in den beiden 
^ibqiden zu erkennen ist; dass dagegen der im Innern ganz freie Cella- Raum gegei^ 
die Querhallf^ und ihren doppelten Vorbau durch eine Mau^r mit zwei Thüren ab- 
gesohlosaen war, von denen die nördliche das Grab des Erechtheus vor sich und 
4ie südliche das des Kekrops. hinter sich hatte? Wie war es möglich , dass diese 
WahrneIvBivngfn und die darauf gegründete Nothwendigkeit, die alte RestauraÜon 
gänzlich umzugestalten y ihm nicht nur vollkommen entgangen sind, sondern dasa^ 
er auch es dem Verfasser der Abhandlung zu verargen scheint, jenen antiquirtea 
.^jipafat nicht beachtet zu haben? Waren ihm die darauf bezüglichen neuen Schäf- 
ten und besonders . die Antiquitds helleniques des Hrn. Rhisos Rhankabis unbekannt^ 
wie mochten ihm die Auszüge davon in der Abhandlung entgehen, welche das 
Haupisächliche der versuchten neuen Erklärung des Gebäudes aus ihnen ableitet? 
Hier iväre jedes weitere Wort vergeblich ; und hat er dabei mit seinen FreundeOi 
in d^r archäplogisehen Gesellschaft Scherz treiben wollen, so ist die Frage^ wie 
j^' emsthaflen Männer das aufnehmen werden, nachdem durch ihre Arglosigkeit 
selbst diese afiovaoc aoq)la veröffentlicht und auch bevorwortet wurde« Uebri-^ 
gens hatte ich, die grosse Freude, Hrn. Rhisos aus Athen, der auf einer Reisen nach 
England üb^r München kam, dieser Tage hier als Gast zu begrüssen und unser 
Gespräch wendete sich, wie natürlich, mehr als einmal auf diesen Gegenstand. Er 
wiederholte mir auf das Restimmteste, dass sämmtliche Annahmen, auf denen die 
Theilung der Celle, der doppelte Boden, die innem Säulen und das damit Zusain-' 
yienhiingende beruhen, durch die nun aufgedeckte Beschaffenheit des Innem ganz 
^d flbr immer beseitigt seien; selbst von den beiden Ansätzen an der Mitte der 
nördlichen und südlichen Cdla- Mauer gegenüber von A Tab. 2 der Abhandlung, 
welche aus den frühem Zeichnungen in den Plan, in den die neuen Entdeckungen 
eingetragen wurden, übergegangen sind, und die, wenn auch nicht auf eine Mauer, 
doch auf eine Scheidung des Raumes hindeuten würden, ist nach seiner Versiche- 
rung keine Spur vorhanden. Sie müssen also den übrigen Geräthcn des alten 
archäologischen Haushaltes aus dem Erechtheum in die Kammer folgen, wo der-i 
gleichen unbrauchbar gewordenes Gerälh verborgen gehalten und vergessen wird, 
l^is einmal ein Liebhaber solcher Curiosa ihn dort entdeckt, und ihn zur Ausstat- 

30* 



Umg einer baroken Erfindung fcer?orzieht , die er leichtgläubigen Freunden tb 
etwas Besonderes und MiEiasgebendes entgegenhält. 

Es wird darum Hrn. K. B. nichts helfen, die Widerrede abzulehnen, wenn er 
fortdauernd einen Theil der eigetitlichen Gellt fiir das Adyton der Göttin erklärt. 
Üer ganze Innere Raum des Baues ^ abgerechnet die O^erhalle mit ihrer doppelten 
ftQSaraaig, bildet Ein Ganzes von gleicher Fläche und tiefe des Bodens und von 
gleicher Beschaffenheit , aus dem man auf zwei marmonen Treppen zu dem Ein- 
gang durch den östlichen i^datvlog hinaufstieg. Da aber dem dort Eintretenden 
dieser Boden über 10 Fuss tiefer lag, so mag Hr. K. B. zusehen, ob eine solche 
Vorkehrung, die bei einem liiyaQov nicht auffHIU und nicht ohne homerische Ana- 
logien ist, überhaupt einer Cella, einem ürixbg zukommt, und ob es seinen Cultus- 
Torstellungen entspricht, dass die tiber die Schwelle Gehenden in das Adyton hinab 
und dem heiligen ßqixag auf den Kopf sahen. Was aber fängt er mit den posi- 
tlTen Beweisen an, nach denen das Bild der Göttin in die Querhalle hinter diesem 
fiiycQov muss gesetzt werden, dass eben desshalb dort das alte Sacrarfum der 
Polias, als der Pflegerin des Erechtheus war, und dass in Folge davon die 
TOrliegenden Theile zu seinem Hause gehören musslen? Der Beweis daßir 
ist ein doppelter, ein direkter und ein indirekter; jener ist aus der fHlhern 
Bauinschrift genommen, welche das Bild der Göttin räyaXfia in die Quer- 
halle setzt, zu der die Mauer gehört, von welcher dort berichtet wird; 
(toH xol%ov) Tov TtQÖg rwydlfiOTog %. 6 i.) bei Bockh. — Der andere 
beruht auf ganz sicherer Induktion. Der glänzendste Theil des Ganzen is^ 
wie bekannt, die Nordhalle mit dem prachtvollen Thor im Hintergrunde, durch 
welches der Eintritt in die Querhalle offen war. Es hat aber weder jene 
Pracht des ganzen Vorbaues, noch die ausnehmend reiche Verzierung des Hiores 
einen Sinn, wenn hier nicht der Eingang in das eigentliche Heiligthum, in das 
Adyton der Göttin, stand. Was aber sagt Hr. K. B. darüber oder dagegen? Gar 
nichts sagt er; wenn nicht die Exegese hier hergezogen werden soll, die Pausa- 
nias bezüglich des von ihm erwähnten dinlovv ctxijitia ^Eqex^iwg erfthrt, das 
von Hrn. K. B. in ein doppeltes Geschoss, in ein unterirdisches ftir die Gräber und 
in eines darüber fUr das Cultusbild verwandelt, oder als solches festgehalten wird. 
Aber ganz abgesehen davon, dass durch diese Hypothesis das Bild noch nicht an 
jene Stelle kommt, so ist sie auch exegetisch so unhaltbar, wie der BeschaiFen' 
heit der Bauruine widerstrebend. Pausanias braucht olxog und olxfjfia nicht an- 



m 

1lAd''UimiWie diir deotgch^ WWt Von ganzen Batie« wie Ton emeUl Tbeib'ditfl 
ilftH^n' ffi^tyraQdit'iihsiiÄeff;''^ n^rfnt PKüMnias dto Wohnung desEreeliQieos dhe 
ibppäUey go ist offenbar, daitö er dali ganze WtihnhauB versteht, und als die i^elü. 
dte' TlteSid desadben den Rmim init dem Ostliclieii i^ägvlog an -dem Eingang^ 
und die wesQiiAe Hidle mit fhrem.' doppelten Yorbanenacli Sttden und Norden t^<« 
aidit. Irideas Hr. K. B. wird ancli jetzt nocli anf seinem "Satze beliarren, das Col« 
iüiU>iId dtetl0ttin sei idcht in diese Halle zn setzen, sondern in den östlidienRanm 
inflsse eir gesetzt werdeti, in den Theil diesselben nemlicb, den er ganz anf eigno 
Hand Yon dein 'tordem dnrch eine Oitormaner trennt, um ihn zum Adyton zt 
machen, nnd aus diesem seine mythologisch - symbolisch - hierattschon Sprttdie isn 
Veiktindi^^. Diesem Verfahren wäre nun ganz entsprechend, wenn jemand seine 
Bemerkung Über die westliche Ouerhalle gegen ihn wenden, und da man dodi mft 
dein Haus des Brechtheus aus dem Baue nicht herauskommt, die Querhaüe jedoch 
zu nichts' anderem mehr nützlich ist, ihm bemerkUch machen würde, dass' mal 
allerdings nach seiner Anschauung dorthin der Raum für Schlot, Backofen* nnd 
Küche könne gesetzt werden. 



-j. I 



Hr. K. B. beschuldigt die Abhandlung, den ausgeprägten Euhemerismus in die 

I r I ... 

feinpel- Architektur übergetragen zu haben. Es ist eine neue Beschuldigung^ 
dehiibar nach'aDen Seiten, je nachdem man den Begriff fasst — „Novum crimeti^ 
C. Caesar et tfnte hudc diem faiauditum propinquus mens ad te detulit.^' -^ EtAe- 
itieros war nicht gerade ad^eog, läugnete jedoch die hellenischen Gottheiten; Bidie» 
merismus in der Architektur wird also wohl eine Erklärung ihrer heiligen Gebäude 
seyn, bei welchen auf die Götter und den Gebrauch ihres Kultus keine Rücksicht 
genommen wird , wenn nicht etwas noch Schlimmeres. Trifft dieser Vorwurf die 
hier in Frage stehende Abhandlung? Hr. K. B. weiss es so gut, wie andere, und 
ertLennf es selbst an, dass sie von dem Grundgedanken ausgeht, das alte HeiHg^ 
flium der Götthi auf der Burg sei mit dem Hause ihres Pfleglings verbunden ge*^ 
Wesen uhd die homerische Stelle, nach der sie in das festgelügte Haus det Erecb^ 
fhets eingebt ^— duaiv ^Q^^og nvmvdv dofiov — gestattet keine andere Den* 
tühg. In dieser Verbindung gerade wird die Eigenthümlicbkeit des Baues gesucht 
Wie also kann von Euhemerismus die Rede da seyn, wo gerade die Schutzgott^ 
heit der Stadt mit dem Stammheros derselben und seinem Hause in die konkre- 
teste Verbnidung gebracht wird? Hr. K. B. weiss ebenso, dass das Pandrösion^ 
das Kekropion sainmt den zwei Heldengräbem, dazu die Altäre des Poseidon^ defe 



n^ 



^Pieieilerkeros Butes, die Allüre des ZeSg EQmSog vnii Zevg Yifßiatog mit seinem 
unUutigeB Opfern in den Raum des Gessmmtbnues audi nach den Ansich« 
Xea der Abhandlang zn stdiep kommen, dass vor ihm die Altäre der Thione imd 
ihrer Schwestern, der Erechthiden, vor den Säulen der (östlichen Vorhalle nachge- 
wiesen werden, und neben dem architektonischen Grundgedanken der mythologi- 
sche geht In Folge davon ist allerdings das Gebäude mit seinen mehrfachen 
Bänmen und vielEachen Benennungen nur als ein Inbegriff alter Potenzen des ur- 
sprünglichen attischen Agrar-Cultus, seiner Götter, Heroen und Heroinen zu be^ 
greifen, der in dem Erechlheus als dem Erdgebornen, seinen Kindern und seiner 
göttlichen Beschützerin Einigung und Mittelpunkt fand, in welchem darum den 
ilchten Nachkommen des alten Königes^ den Etrobutaden als den Erben des alten 
amxTOQov und den gebornen Pflegern seines Sakrariums noch in spätem Zeiten 
zu ordnen und vorzukehren zukam und gebührte. Was also mag es bedeuteUi 
dass hier architektonischer Euhemerismus ausgeprägt sei, da gerade nach dieser 
Auffassung, die übrigens schon in den Arbeiten der Vorgänger ihren Grund hat, 
das Erechtheum zu einem wahren receptaculum deorum dearamque indigenarum 
erhoben und der Zusammenhang ihres Kultus in so weit nachgewiesen wird, als 
es nach der Absicht der Arbeit, die Bestimmung der einzelnen Theile des Baues 
M ermitteln, zu geschehen hatte? Hier muss eine ganz besondere, eine Art von 
mystischer Bedeutung im Hintergrunde liegen^ die er nach seiner Vorstellung vom 
hellenischen Götter -Kultus flir wesentlich und auch gegen die ausdrücklichen Zeug- 
nisse und entscheidensten Entdeckungen fllr maasgebend hält, und ausser welcher 
jedes andere Bestreben der Erklärung mit einem verdächtigen und individiosen 
Namen abgewiesen wird« Dass dieses seine Meinung und Absicht sei, darüber 
lässt uns das Weitere, was er zum Theil in Fragen beibringt, nicht in Zweifel 
Lösen wir die rhetorische Form derselben auf und fassen die Einwendungen in 
einzelne Sätze, so wird die Beziehung der Theile des Erechlheums auf die Theile 
des alten Königshauses darum abgelehnt, weil „nach den bekannten Ansichten^' 
der Alten a) die Tempel aus „heiligen Gräbern'^ entstanden seien und man dess- 
halb euphemistisch ein Grab Tempel genannt habe; b) weil nach den Kultusge- 
setzen der Alten die Cella der Olympischen Götter nach Osten gelegt ward und 
ihre äydi^ara ebenfalls dahin sehen mussten; c) weil diese Kultus -Gesetze vor- 
schrieben, dass die Hallen und Altäre der Heroen nach Westen gebaut seyn sollen, 
da man nach Osten gewandt den Olympischen, nach Westen sehend den Unterir- 
dischen Spendung goss ; d) weil die Cella der Polias ,|nach allen Zeugnissen'^ stets 
nvangbar flir die Gemeinde, und ihr ^oupov fllr jedes Mitglied derselben schaubar 



tt» 



gtMieiilrty in der iÜMbnAng aller du BBd In da» Adytoal feaetsi 
elMa nur llr dear eraienPrfesMr bder die erste Prieaterin sugätglieb | 
mNM Ar den Ipeakten Wani «Ke CeHa Jeder Schaiq^tlheil ein Adytoa 






DIM fiil UBgeMki^ die Sobataitts der eifenlüchen BfnwflrTe; die Brwied6nai|f 
gtgett iM wM ebenaö keatinittit aia km aeyn. a) Es ist ubg^egriliidet, däaa iMb 
Analdkt der AfteH ibe 2Va^/ 9M Grabem entstattden seien. Was von aifaneMM 
geaagt' wird «nd ffltj wird luer olme irgend eine BereehUfung anr alle beaogen;-^' 
b9 Ei fifajj^ sidi erat nodi, ob die bekannte Voracbrift, die Cefla der Olympier 
nach Osten at wendet / efiad allgeneine für jeden Fall gütige gewesen sei, ttntf 
ob neben ihr, wo es Idte UeberGefermig xn wahren oder öriBche Bedflrfiiisse sti 
be&iedigen gab, nicht anch andere Richtung gestattet war. Vitravius, der Ton 
Aeaen 0ingen etwas aiehr verstand, ab Hr.^K. B. ihm zntrani, bemeiiit (IV. K. 5 
|: I.)) die Kiehtniig der Ttopel sei so au bestimmen, dasi der gröstm<^ 
lidiste theSl der Stadtmanem ans ihnen könne gesehen werden, eben so daaa 
neben den Füssen sie nach dem Lanfe derselben zn wenden seien nnd die am 
den Strassen gelegenen so, nti praeterenntes possmt respicere (vidL introspieere) 
et in conspecfn salutatienes facere. Was an sich nicht unanlässig, war es nock 
weniger in dem au einem Hause gdörigen Sacrarium oder Sacellnm, von 
Asm es sidi hier alldn handelt und dessen Anlage und Errichtung nach An^ 
läge und Bedtirfhlss des Hauses gefttAt wurden, au dem sie als Theil ge-«' 
hörten. Ton der Stellung des Tempelbfldes in ihnen nacher. c) Von den ZeHen 
der Heroen ist in der Abhandhing köine Rede, und ihre Altire stehen nadi ^der 
hr ihr gegebenen Anordnung im ursprünglichen Megaron so, dass der vor ihnen 
OpTerade nach Westen sah. d) Dass die Celle der Polias nicht zu allen ZeitM 
avgäitglich gewds^, würd von der Abhandlung nirgend In Abrede gestellt, und 
ittdit $ie erst setzt ihr Bild in das Adyton, sondern schon Herbdot, welcher „den 
tdllen Eleomenes^, der, beiläufig gesagt, damals gar nicht toll, sondern bei Yer^ 
Stimde war, den er erst später verlor, durch die Priesterin zurückweisen liess, tUf 
er in das Adyton eintreten wollte, um zu der Göttin zu beten : ijit ig td Sdvtth 
ffff S^90v Sg Tt((OSkfiiwv. 



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Es ist ferner ünb^^ndeli dass das Adyton für jeden, ausser f&r die ge^- 
niakttläi zwei Personen,' unzugänglich gewesen scL Ja Hr. K. B. hebt seine^ Be^' 
hüttptung Selber äu^ indem er 'bald nachher einem jeden Gliede der Gemefaide Zu- 
Mttriii'd^ Göttin gestaktef, die er gUichwöhl in' dö Adyton, wenn duch dieato/ 



Mündete Stelle ß^tzL , Es ist ebenso nnerw^isbpr^ -dMa jbde Cella einer Sduitsr 
gi(ltheit eii^eni jeden Fremden^ d« i. zur Geineinde- nicht gehörigen M«nne> nnz«-» 
günglich gewesen sei.j. Wjsr dieses, so konnte die Priesterin gegenii))er dem Kieo-r 
menes das^ Verbot nicht auf die Dorier beschränken, das dann jeden Nichtathenäer 
tra^ und so hätte dem Kleomenes es nichts geholfen, den: Namen des Doriers von 
sich,, abzulehnen; auch als Achäer war ihm. dann der Zulritt versagt^ Sp nnge* 
IclMPkt pflegen#die Alten nicht zu erzählen; desto häi^figer aber die Neuem den 
wunden Fleck ihrer Verleitungen dadurch zu decken, dass sie ihn^n dergleichen 
a^ffTava zuschreiben. Uebrigeas ist das ein Beispiel der^xfgese, welche Hr; K^ 
B.: gegenüber von unerwünschten Nachrichten : zur Durchführung vorgefasster Mei^ 
nungen anzuwenden liebt; wir werden darauf zurückkommen. 

Dia Stellung des Bildes in den Adyton unterliegt allei^dings noch einem 
Zweifel War der Eingang in dasselbe durch die Nordhalle und wendete dieQöt:» 
Ua das Gesicht dem Eintretenden entgegen, so sah sie gegen Norden, und das ist 
auch in der Abhandlung gefordert Ist in der Wundersage von dem Bilde , dass 
es zur Zeit des Augustus aus Schmerz über das Loos der Stadt sich nach Norden 
gewendet habe, ein historischer Kern, so wird es vorher nach Osten gesehen h»- 
b^ und ii(t dann hinter den nördlichen Eingang zu setzen, durch den man über 
das Grab des Erechtheus oder an ihm vorbei in das Adyton gelangte. Das ahne 
ist ein afiipUexzov, das nicht durch mich0 sondern durch die Nachrichten über die 
Lage des Adyton in die Darstellung kommt. Die Lösung wäre nicht unmöglich^ 
wenn man das Wund^ für das nimmt, was es war, für eine spätere Erfindung, 
welche dichtete, erst damals habe das BUd sich nach Norden gewendet, wohin es 
nach der Anlage dets Ganzen schon in dem ursprünglichen Bau des Sacrarii ge-^ 
s^en hat; indess bietet sich eine andere dar durch das S. 229 erwähnte TAeii-' 
dehn. Schon an sich ist kein Grund aU der der Convenienz i^izugeben, nach 
If^eldiem das Bild in jedem Falle und dei Jeder Lage des Tempels dem Eintreten- 
dein habe entgegengewendet seyn müssen. War nun zwar die Wendung des Bil- 
des nach Osten durch das Kultus -> Gesetz^ nicht aber der Umstand nothwendig be- 
dingt, dass es den eintretenden Personen entgegensehen musste, so hatte dieser 
dann nur nölhig, im Fall der Tempel nach einer andern Gegend als nach Osten 
gewendet war, sich der Gottheit von der Seäe zu nähern und um diese oder ihren 
Rücken herumzugehen, damit er sie von Angesicht zu Angesicht schauen konnte. 
Dfßs dieses wirklich der Fall gewesen, davon gibt eben das Xhetideion auf d^ 
YisePran^fois in der oben erwähnten Schrift ein mefkwiirdiges B^piel, in welchem 



dii Bild ifif ^ttta /mit JbUMi NuMi. im :niiidem hitfer dem Biograofe iitiend-nnd) 
mk geitept ifly iH9,0B indii tob Torm, sondern von der Seite gesehe« wird. War 
im. 4erielfte..ral|: im A^uUm 4es ErecbUidiims, 90 kleibt dl^ Heldwig der Bitiiiii^ 
Mirift' ii| Kbrüi, micii. wisleher idia . pf/ai#m liM Tempels an dUr wesUidien Queri 
-wanitizvrBrwiliinuff'kemmt^ «nd>warde demnach fkm <kin voülfonien dordi dad^ 
Ttor Einfarete«Mien;«lienr«lb:yoB dar Stike gesehen. 



-. ■ I« 



' IH^ Mwaiß ich die Bemerknogen gegen die Befehduog der erstem Abband«^ 
hmgischliessen, doch bietet sieh als ErgUnaung noch Stof za einer doppelten. 



Hr. K. B. behauptet,' dass durch die Mitlheilangen des Hrn. R. Rhisos, der^A 
Werth er bereitwillig anerkennt , mehrere meiner Hauptannahmen wesentlich er- 
schlittert würden« und sagt damit mir und meinem Freunde, was uns beiden nen 
ist. Nicht nmr wird keine der Hauptannahmen der Abhandlung durch sie erschüU 
tert| sondern durch die Berichtigung der Forchhammer^schen Annahme, dass das 
Hauptthor der nördUchen Halle geblendet war, wird eine der wichtigsten, daas 
durch dasselbe der Eingang in das Adyton iiihrte, noch des Weitern bestUligt 
Dhssebe gilt Ton der Annahme der östlich in das Megaron herabgehenden Trep- 
pen, Ton dnr Lage der Gräber, von den ThOren, durch welche man aus dem He-* 
garon in das Adyton und das Pandrosion gelangte, — lauter Umstände, die nicht 
der Abhandlung, sondern Hrn. K. B. und seinen Erechtheischen Phantasien in 
Wege stehen, während sie die Grundlage befestigen, auf der die ton mir yersuchta 
Deutung des Heiliglhums gebaut wurde. Der einzige Punkt von Bedeutung, der 
durch jene sachkundigen Miltheilungen von Neuem in Frage gestellt wird, aber die 
Gliederung des Ganzen nicht berührt, ist die Lage der *EQ€x^lgy des heiligen 
Oelbaums und des mit ihm verbundenen Altat» des Zwg ^Efxäiog, die idi in die 
SikdhaUe der ko^a^ gesetzt hatte. Dort können sie nadi Hm. Rhisos mir münd- 
lich wiederholter Erklärung nicht gewesen seyn ; der Fussboden in ihr ist gereinigt 
und zeigt sich mit Marmorplatten bedeckt. Hr. K. B. versetzt die ^Eq^x^^S i^ 
die €eBa des Tempels, in unser Hegaron; doch auch in dieser bt der Grund gans 
gereinigt und hat von dem Brunnen keine Spur gezeigt. Hr. Rhisos hat, wie matt 
aus seinen Hittheilungen weiss, in dem Grabe des Erechtheus dem Dreizack äin>- 
Ucbe Figuren im Felsen wahrgenommen; (Tab; IV. F. 5. e.), glaubt aber nicht, dhss 
sie zu eineiqii' Schlüsse auf die 'JE^sxdi/^ff berechtigen. Er ist der Ansicht, dass sie 
kl , der OnerbsUe gewesen, welche jetzt durd die gegen 12 Fuss tief ausge- 
nmuerle venetianische Cisterne eingenommen und deren Grund dadurch fortwährend 

Abhandlungen der L Gl. d. k. Ak. d. Wiss. VL Bd. I. Abth. 31 



der Uhlerfuchimgf mzuginglidi bt — D«i Oeümirai und den Allar des Zevg *E^ 
xüög bringt Hr. K. B. fai den freien Raum IjiiBter der westlidien Oaerbtlle, den er 
nn Temenos des Ptndroston erhebt nnd anf den er dämm aoch dte Benemong 
des Pandrösiott ausdehnt. Indess steht dieser freien und heitern i;fr<(^e<rif wiedier 
der „hmose^* Hund des Philochoms, und wenn dieser Tertrieben wird /der Philo- 
choras selbst entgegen, der jede Versetzang beider heiligen Gegenstfinde nnler 
freien Himmel unmöglich macht Denn es ist Phüochoru$ $elb$tj der grosse Ken- 
n^ der attischen Allerlhümer, welcher h talg^trixalg iatofiatg den Beridit 
erstattet y den Dionyshis Halic. (neql Jeivigxov cap. 3) wörtlich anfllhrt. Diiwer 
begreift zwei Auguria, welche zu seiner Zeit — uiva^ixqotTOv a^orrog — in 
Athen geschehen waren, und ihm, der nicht nur Geschichtsforscher, sondern auch 
Priester und Wahrsager (fiavtig) war, zur Deutung vorgelegt wurden. Das eine 
Augurium macht der Hund • — xvtip elg %6v tijg üoliadog vetop elüeX9wca 
xäl dvaa elg t6 navdfoatav ini %hv ßi^fihp ävaßSca %av ^Eqxdtn) Jtbg fiv 
vnh Tg iXalff xarixeiTo. »— Philochonis bemerkt, es sei bei den Athenern Ge« 
brauch gewesen, keinen Hund in die Akropolis zu lassen. Um dieselbe Zeit sei 
in dem heiUgen Orte — h vtf Uftp — bei Tage bei Aufgang der Sonne und 
hdlem Wetter eine Zeit lang ein Stern gesehen worden — äoT^Q^ inl viva x^tf- 
yoy iyhtxo ifiqxnnjg. — Das ißqdv ist also hier der offene Temenos des Heilig- 
fliüms. Philochorus bezog jenes arjfiälov und dieses qxxafia auf die friedliche Rück« 
kehr der Flüchtlinge, die auch eingetreten sei. Hier also ist keine Anekdote, die 
rnaii in den Wind schlagen kann, und die Meldung, so weit sie den Hund betriflft, 
kann nicht deutlicher und bestimmter seyn. Er kommt in den padg tijg üoliä" 
iog und schlupft aus ihm in das navdqoüiov ; welchen Weg er genommen, darüber 
kann nach Aufdeckung der innem Rtfume kein Zweifel seyn, und wie sein Weg 
nach dieser Offenlegung deutlich wird, so bestätigt er seinerseits den durch sie 
beurkundeten Zusammenhang und die Veriiindung des vahg TloXiidog und des 
IlavdQoaiov. Selbst wenn nicht geschehen wttre, was dem Philochorus zur Deu- 
tung vorgelegt wurde, obwohl fllr solchen Zweifel gar kein Grund vorliegt, so 
bliebe doch die Genauigkeit des Berichtes über jenen Znsammenhang unerschütter^ 
da er auf eigner Anschauung und Kenntniss des erfahrnen Mannes beruht Er 
konnte nichts melden oder gar erdichten | dem der Skisammenhang der Theile des 
Gebäudes widersprochen hätte. Wie aber hilft sich Hr. K. B., um den Altar des 
Z9vg ^EQxüog mit einem Mus$ in den freien Raum des Hofes zu bringen? Da 
er beim Philochorus in dem Pandrosion stdit, so muss der Name des Heiligthums 
wä den Temenos ausgedehnt werden» Gesetzt dieses f,Mus9^* hätte seine Richtig- 



119 

}K«il^ wi€t kam der Hund ««f jieipi Tempel ie 4ieMB Temenp« hinem, di^, -wie der 
Ben |Leig^9' 8^8^ Wesiee.jdie.JIeiier phnß Tbiir^ der Bau ebe , gesehlosfen wart 
$hplbf^.di^,Tblll^ durch die Mitte det äugsei» Quermafier, die auch mir verdächtig 
fchiea,. Jat,puMh wiederholter £rUärtt|ig dea Hm. R* Rhisos mfcki alt, und byaeii* 
liuisch. IMiirch bebt aich die Möglichkeit, auf diesem Wege in den Teaienoa au 
llpmBMiV wfMUi ein solcher westlich hinter dem Tempel, lag. Nicht wenige wider- 
streitet der Ausdruck dvaa $lg td IlavdQoaiop, wenn hier IlavdQoaiov ein offe- 
ner Raum war. Auch die Grammatik des Hrn. K. B., obgleich er mit ihr nicht 
selten in Verlegenheit kommt, wird ihn belehren, dass ivpak aXg tiva %6nop ia 
einen faAriWrn Ori hineiaschlopfen oder hineingehen heisst, nicht aus einmn solr» 
eben in einen offenen herauskommen, gleichviel ob seine Kultusideen oder hier»- 
tischen Enthüllungen sich dagegen sträuben oder nicht Ist aber der Altar des 
ZeSg ^Efuelog im Gebäude des Pandrosion au suchen und in der KanephorenhaUe 
nicht au finden, während diese von dem Pandrosion nicht zu trennen ist, so folgt 
allerdings, dass dieser Marne sich im laxeren Gebrauche auf die angrenzende Quer« 
hall^ wenigstens auf ihren südlichen Theil erstreckt habe, der bei genauerer Schei- 
dung der Theile des Baues nach Namen und Bestimmung als K^KQoniov erscheiat 
und diesen Namen in der Bauinschrift trägt. Das JUntqortiov ist dann in dem 
navdqoQiov bei dieser Ausdehnung des Namens begriffen; es umfasst dann den 
aüdlicben Theil der Querhalle; für das Adyton bleibt der nördliche, der dam[i 
durch eine Scheidungsmauer von jener getrennt war. In dem übriggeblier 
benen Theil des Baus ist weder Tür noch gegen diese Annahme ein Bewe^ 
zu finden, da er nach mündlicher Erklärung des Hrn. Rhisos zu schadhaft er- 
acheint, um die Möglichkeit <)[nes Schlusses in dieser Sache zu begründen. Es 
wäre deninach der Oelbaum und der Altar in diesen südlichen Theil der Querhalle 
au setzen. Auch dahin erstreckt sich jetzt der Bau der tiefen Cisteme und ge-» 
rede ihre- Tiefe an einer SteUe , die sonst überall den harten Grund des BurgfeV- 
MiS zeigt, deutet darauf hin, dass dort sich der nöthige Grund und Boden fttr 
den Oelbaum finden konnte^ der durch die Fenster noch das zum Waehsthum er^ 
fprderliche Licht empGng. 

Ist aber der Altar des Zeig ^Eijnaiog im Innern des Pandrosion geweseUf 
If ährend er sonst überi^ in Mitte des Sffxog des Hofraumes — divoque sub aethe*-. 
ris axe — ersdieint , so ist auch darin eine deutUcte Spur wahrzunehmen , die 
auf die ursprüngliche Bedeutung des Erechtheums hinweist Allerdings war, so 
lang ai ab Köuigabaus diente, der Platz , des Altars in der Mitte des offenen Hofes; 

31* 



im 

ils aber das araxtoQöP aufhörte, Wohnmig der alttsclien Könige Kn-aeyn, und za 
eiaer Art yon Punilieon ionisch - attischer Gottheiten und j^tüicher Potenaen ge- 
üachl wurde, war der dem Hofraum vor der Wohnungf (^hörige Altar in der han 
ztm Temenos gewordenen wJLtj nicht mehr an seinem Platze; er würde zwar 
nfcht aus dem Heiligthum entremt — das verbot dieEhrAirchtvordemUeberliererten 
— wohl aber zu oder sammt dem Oelbaom an den ihm passenden Ort ttbergetragen* 

Die zweite Bemericnng trifft Hm. K. B. selbst Er verweiset beziiglich der 
zwischen uns kontroversen Punkte auf seine jüngst erschienene AAeit über die 
Tempel der Hellenen , in welcher das hier kurz Aufgestellte bereits seine Bespre- 
chung gefunden habe. Er bezieht sich damit auf den zweiten Theil seiner Archi- 
tektonik der Hellenen , welcher erst nach dem Druck der Abhandlung Über das 
Brechtheum erschienen ist, und fordert dadurch auf, der Methode und Beweisflih- 
mng, durch welche die oben aufgestellten Sfitze begründet würden oder werden 
aoUten, auf den Grund zu sehen. Seine Kritik selbst hat bereits ihre Beseitigung 
gefunden, und die genannte Schrift enthält ausser dem Behandelten nichts, was sie 
stützen könnte. Desto erspriesslicher wird es fiir die Sache, von welcher hier 
nur ein kleiner Theil zur Behandlung kam, vielleicht auch iUr Hm. K. B. selbst 
seyn, wenn wir auf die Beschaffienheit der ganzen Behandlungsart hinweisen, 
welcher der Verfasser, wie er sagt, neue und früher versäumte Stoffie unterzieht, 
und durch die er zu neuen und sichern Resultaten über Götterkultus und Archi- 
tektur der ihm bestimmten Gebäude geführt zu werden glaubt. 

Seine Schrift zeigt, wie auch die über den vftfiti&Qog, allerdings einen Mann 
von bedeutendem Talent, umfassenden Kenntnissen und vieler Gabe der Darstel- 
lung, aber auch bedeutende Mängel in Behandlung des Stoffes; dazu Ungeübtheit 
in Sichtung des Unrichtigen oder Verdorbenen und oft Willkühr in Anordnung und 
Verbindung des Aechlen und Brauchbaren zu einem grossem Ganzen. Gleich zu 
Anfang liegt diese Beschaffienheit der Arbeit in dem vor, was er S. 12 über odt;- 
joif, aßazov und a^iazov vorträgt. Er braucht dazu schlechte und gute Notizen 
und Schollen, die er zum Theil falsch versteht, oder nach dem Sinn deutet, der 
ihm zusagt. Vorangeht ein verworrenes und ungeschicktes Scholion zu Sophokles 
Oedipus Tyrannus, zu Anfang über rabg und Uqov, dessen sehr charakteristischen 
Anfang er auslässt. Dieser lautet: ßtofidg, vd oixodofirj^ot h ^ S&vov, and rotn 
%av ßtofiog nai o ^«r^oiy tovrov vadg, ßwfidg xai iv ^ va aqiAata hl&sro, 
&g noQ doficf a/ißtafiolai %l9Bt (IL &, 441), wo also ßtaiAog und Opfer- 



femtf yerweislisall werden: Nicftü tiel Whser ist die FM^elzong^ dere» sich Hr: 
K. B.1>edieill: M^ ual Iwfop nSp %6 öXx^ipa i>qf üi tteQiixivai 6 ßwfiog, rt^ 
imo¥ l/«fffoa^ #bJF MTotF. Tifi9wog-iw ^ na^idffAno t6 ayaX§ia. Aifhmi 
tifUP&Q &n)iäg''itai afptpnexofifiipog nai inxTB^eifiivog %6nög nvi, wo dietlt^ 
ij^riU^Ucbe 'Bedelitailg' des %4fiepog nur nebenher erwflmt wird nnd^chon die'im 
ft^ptiop ifinfOü&BP eÜTenbire Cormptel gegen den dem viftepog nadi dem ftf4^ 
popg gegebenen Platz Bedenken erregen rausste. Die demnfidist ans PoUax (I. 
ly JS) %n' Hilfe gemfene Meldung deutet selbst auf das Schwanken der ErkUfrer, 
sobald &vpcig und rifierog - bei Bezeichnung des inhem Tempelraumes oder der 
Gella gleichbedeutend genommen wurden, nicht weniger die Ausscheidung der 
ingißiuviKot, welche tnjnog TOm Heiligthum der Heroen allein gebraucht wissen 
wollten und der Poeten, die es auch von den Wohnungen der andern Götter an» 
wendeten. Eine sichere Stelle eines Alten, der tifivwog fUr die Cella oder das 
Innere des Heüiglhums gebrauchte , wird nicht angerührt, wird auch nicht zu fin* 
den seyn und die apodiktische Behauptung des Hm. K. B., „ist der Ausdruck beim 
Tempelhause gebraucht, so bedeutet er die Cella, wo das Kultusbild stand^^, wird 
darum vergebens auf ihren Beweis warten. Ka&id^Bo^ai, was hie und da in 
Verbindung mit tifiepog vorkommt und zu der unriditigen Erklftrung des Scho- 
Kästen h w xa^iifvero vd ayalfia geftihrt zu haben scheint, wird im spätem Ge- 
brauche, ohne Beziehung auf ayaXfiara, im Allgemeinen für weihen^ heiligen ge« 
setzt. So Luoian Cdlumn. non tem. cred. c 17 (Tom. HI. p. 148 Rdtz) 9v9vg 
o^ vBiig TS iviaxriaav al noXeig xai TSfiivf] xad^idfVBto nai ßwfiol x, r. X. 

Noch schlimmer geht es bei Bestimmung des Begriffes von arjndg, d. i. bei 
Uebetlragung des Wortes auf heilige Orte oder einen Theil derselben. Aus einer 
Stelle der ^€§. ^^Prjvo^, S. 304 Im. Bekker werden einige abgerissene Worte a»* 
gefBhrt: tiXktne (ßi) ro rjqßop Toh aiofiortop und als ob dabei kein Zweifel vor^ 
ISge, wird bemerkt, es sei also hier arixog auf Grab und Ehrenmal übergetragen. 
Was aber soll %d ^quop tßv aütfiattov seyn , und wer hat sich überhaupt eines 
solchen Ansdrackes „dlas Heidermal der Läbet^^ bedient? Denn an die Unter- 
sdieidung bei Homer noXlag 6^ ig>d'if40vg ipvxäg ZiXde nolaxpep Tjffiiofp, av-^ 
tövg di kXwQia tsux* ^t^ssr^tv wird wohl Niemand denken, da das ^foiop niebt 
nur den Gebeinen, sondem auch dem Geiste der Heroen gewidmet war, und ihnen 
als Dämonen darin Opfer gebracht wurden. Yielleicht ist tßp datofiatmp za 
lesen. Hadfiaroi — B. M. hat auch die Form aawfiog — die kSrperheen ist 
phSosophisde Begriffiibestimmung für Gatter. Glc. de nat dnor. I, 12 und dii 



diese später im cbrisUidien.Gebraacbe aufEigd und Erzengel ttbergetragen wnrd«^ 
welche aactf/MOTO^ heissen, so liegt die Vermuthimg ziemlich nahe, da» fai der 
spätem Gräcität der Scholiasten der Termtausfttr Heroen iai Gebrauch war. Uebrii- 
geps ist, wie bei jifieyog, unerweisbar, dass atiKog im Gegensatz der ilbrigea 
Tempeltheile zur Bezeichnung des eigentlichen innem Raums als eine Art von ter<p 
minus technicus eben so wie Cella im Gehrauche gewesen sei Die sichern Be- 
nennungen derselben sind allein vaog und dofiog mit den dazu gehörigen nfo^ 
vaog oder ngodofiog und oniad'odofiog. Da vaog aber an sich dei^ Tempel im 
Allgemeinen bezeichnet, so lag allerdings nahe, wenigstens in einzelnen Fällen, 
üffHog als receptaculum für das Innere oder einen Theil des Innern, selbst fiir das 
Adyton zu gebrauchoi. Wir werden dadurch noch einmal auf den Begriff des 
aävTo» und seine Behandlung bei Hrn. Bötticher zurückgeführt Das Zeitwort^ 
das ihm zu Grunde liegt, dvvai, nöthiget, einen obbn gedeckten oder geschirmten 
Raum dafür anzunehmen, zu welchem der Eingang verwehrt ist, deqn von nach 
<^ben offenen Räumen ist dvvai so wenig im Gebrauche, wie subire und Niemand 
wird prata, campum subire sagen, wohl aber nemora, speluncas, aedes subire. In 
jener Allgemeinheit aber, wo. advtov den bedeckten und unbetrelbaren Raum be- 
zeichnet, ist der Begriff bezüglich des aßavov unhaltbar, indem selbst die heilig«- 
sten Orte und das Allerheih'gste, wenigstens zu gewissen Zeiten, von den Priestern 
musslen betreten werden. Sofort stellt sich eine Beschränkung des ursprünglichen 
Begriffes als nolhwendig heraus, welche nach Art und Ort des Cultus, nach Zeit 
und Gebrauch verschieden war. Die oben erwähnte Stelle des Herodot zeigte dass 
die Cella mit dem Bude der Polias, obwohl von ihm advzov genannt, doch den 
Athenäem zugänglich war, nur kein Dorier durfte sie betreten. Dass auch noch 
persönliche Beschränkung eintrat, dass z. B. kein Schuldbefleckter in Athen und 
anch wohl sonst überall kein aufiog und überhaupt Niemand ohne vorhergegan-> 
gene Reinigung xa^anaig eintreten durfte, ist bekannt; doch ist es willkührlicbe 
Ausdehnung des Begriffes, wenn Hr. K. B. erklärt, dass fiir diese jeder Tempel 
ein ädvtop gewesen sei. Ausdrücke der Art dürfen ihre durch den Gebraudi 
Costgestellte Geltung nidit überschrdten, und wollte man eine solche hier gestal* 
ten, so wäre bei Versammlungen der Markt ein advrov fiir jeden Bürger gewe- 
sen, der sich nicht durch Besprengung mit geweihtem Wasser aus den neQi^av^ 
njfloig dazu gereinigt hatte, wie die Akropolis für jeden Hund. Hatte aber Hr. 
IL B. dem Begriffe des advtov mit HUfe einer metaphorischen Form jene Elasti- 
cität gegeben, so war der Weg zu einer Masse unhaltbarer Sätze geöffnet, zu 
dienen er im Verlanf seiner Arbeit gefilhrt wird und die fast sämmtlich aus der 



217: 

BebmpCmif, wie tos einer gemeinianeB Warzel sprosseii, daii der i^ad^ nieh^ idi 
Haas des GoUes zu deokeii sei, sondern allein als Blnfiiss«ng des Bildes nil der 
BestinMMflf , es den Blidcen der Ungeweihten za entziehen , so dass der Tea^ 
die Naben von 66110^9 dwfia, olnog, oXni^fia ^tov nil den dazu gehörigen n^^ 
SofMtß i^^^9'oiofiog gerade so trttge, wie nach belobter Etymologie der Incos t 
Bon hieende. Dass beide Vorstellungen sieh einigen^ dass dem Gotte ein Haei 
gebaut wurde I um ihn als das , was vaog bedeutet , als Wohnung zu dienen, und 
dass er darinn zugleich den Blicken der Unreinen verbeißen seyn konnte , dass 
ferner das Heiligthum daflim nicht aufhört, ein Haus zu seyn, von ihm bewohnt^ 
bei seinem Feste namentlich durch ihn und die ihm nfiher stehenden Götter be- 
sucht Mu werden, welche kommen, um sich an den Festlichkeiten mit ihm zu eir«- 
freuetf, «^ diese und ahnliche Yorstellungsweisen, welche aus dem tiefsten Wesen 
des Hellenismus geschöpft sind, finden in dem uns hier entgegentretenden magern 
und beschrinkten Begriffe von vadg keinen Raum. 

Hr. Bölticher sagt Ton sich selbst (II , 3) , dass er weder Philolog noch Ar* 
chttolog, sondern Architekt sei. Er entwaffnet dadurch die Kritik, wenn ihm auf 
den Gebieten der Philologie und Archäologie ein afiovaor begegnet, wie die Er- 
findung der Afoniker (H, 66) und Aehnliches, das S. 103 in Christus resurrecius 
est seinen Gipfel erreicht, oder wenn er es mit der archäologischen axflßata beim 
Brechtheum so wenig genau nimmt, wie auf dem übrigen weiten Gefilde, das er 
in seinen Bereich und Anbau gezogen hat, wenn er namentlich, um zu dem schon 
Dargelegten noch eine Nachlese zu halten, den Kleomenes von der Priesterin nedem 
der Gottheit empfangen lässt (II. S. 172), während nach Herodot sie neben der 
TkQr sitzt, da sie ihn abwehrt, ehe er über die Schwelle tritt, ngtv ij tag Sv^ 
((ag avv6v äfiehpai, wenn er femer berichtet, das Erechtheum sei nmehwMMbar 
zweimal durch Feuer vertilgt worden. Für die zweite Vertilgung wird Xenophon 
(H. Gr. 1. 6.) angeführt, welcher meldet «rct h (Jp 6 nalaiog trjg A^vSg vewg 
hA^rjvaig ivenfi^ad-fj. Hier musste schon den besonnenen Forscher der Um- 
stand bedenklich machen, dass die Bauinschriflen auf die Contiguität der Bauiüb- 
rung Yor und nach dem Jahre dieses Brandes hinweisen, und dass von einer VeriU^ 
§ung durch einen nicht gewaltsam herbeigeführten und unterhaltenen Brand bei 
einem Grebäude kaum die Rede seyn konnte, das in allen Haopttheilen , das Dach 
ausgenommen, aus Stein aufgefiihrt war. Dazu liegt der Begriff der Vertilgung 
ticht in ipen(^ü^9 und zwischen i/in(fija^vai und 7tatan^f]ü^pai oder xavo'- 
nav9^pai ist der Unterschied so gross, wie zwischen incendi und incendio delerL 






14» 

ilttch gehört %n dieierNachlese.) dass S. ISa.die.aQ» Yeiliindong mehrerer 6er 
bittde SU einem Ganzen» welche durch den ursprünglichen Bau des ^Efizd^iLi» be- 
diBgl war^ entsprungene ' und der spätem Zeit ttberlieferle Versohiedenkett der 
Dnohhöhe st» s^tisr stüdopeise angeaeiMien Anordnung der einzelnen BradiUieila 
wn Hrn. K« B. gemacht wird. Daza komml nun leider, dass der Verfasser mit 
einer baroken philosophischen AbstrakUons- und Anschannngsweise behaftet ist, 
deren bedenkliche Symptome wir im Verlauf der zweiten Abhandlung beobachtet 
haben y und die ihn, auch wo er ein Problem der Alterthumskunde richtig erkannt 
hat; nicht selten verleitet, seine Lösung aus einer dem Alterthum ferne liegenden 
speculativen Ansicht und aus der Nothwendigkeit eines psychologisch - elhnotogi^ 
sdien Prozesseif abzuleiten, den er als eine Art von Fatnm der Entwicklung des 
menschlichen Geschlechtes zu Grunde legt. Jene axficia dieser modemeit So- 
phistik verbunden, ist allerdings um so bedenklicher, da das ganze Gebiet, auf 
welches Hr. K. B. geführt wird , philologischer Natur ist und , wie Niebuhr seine 
Geschichtsforschung hisiorisehe Philologie nennt, so architektonische Philologie 
könnte genannt werden. Indess nil desperandum Teucro duce et auspice Teuere! 
Unter dem Teucer aber möchte ich die gelehrte, kritisch bewährte und scharfsin«- 
nige Genossenschaft verstehen, die Hm. K. B. in seiner Vaterstadt und namentlich 
in der archäologischen Gesellschaft zur Seite steht, und bei seinem rühmlichea 
vnd regen Bestreben gewiss bereitwillig zu Hilfe seyn wird , wenn es gilt, gram- 
matische flagitia aus seinen schätzbaren Schriften fernzuhalten und ihm Weisung 
an geben, wie in der reichen Sammlung von Schollen, Glossen und Citaten, die er 
Aber sein Fach besitzt, das Verdorbene oder Falsche zu erkennen und das Rieh- 
Hge n benutzen ist Einmal auf den Weg einer gesunden Kril'k oder Exegese 
geftlhrt, wird er es auch nicht schwer finden, seine Darstellungen von den ui^ 
gesunden Stoifen jener abgestandienen Philosophie zu reinigen , die sehr zu ihrem 
Naditheile in sie eingedrungen sind. 

Das als guter Rath fiir einen Mann, dem es zu befriedigenden Leistungen 
auf den von ihm betretenen Gebieten an nichts fehlt, als an einer noch einbringbaren, 
diiciplina ingenii grammatk^a et critica nondnm satis subacti. 

• 

Ob ich übrigens auf seinem Gebiete bezüglich des Erechtheums noch einmal 
mit ihm zusammentreiTen werde, oder auch nur kann, ist sehr die Frage. Denn da er die. 
aof dem alten Königsbau gegründete Erklärang seiner Eigenthümlichkeiten, i|ls den 
hieratisch- architectonisdi-archäologischen Ansichten, die er vertritt, widersprechend 



\ % 



ablehnt, seinerseits aber nach S. 155 eine sichere Erklärung, d. i. eine Lösung 
des hier vorliegenden archäologischen Räthsels zu geben nicht vermag, so wäre 
nicht abzusehen, auf welchem Punkte sich unsere Wege wieder treffen könnten. 
Tmkä a Vglg tePigdki^ -r äfiTtoUHv inoqla raXe&kv, 'ihnßoiütv Sre 'fiatpilUntag 
Jidg KoQivd'og. 



Inhalt der Abhandlung. 



,1 . ' 

Seite 

l Einleitung 102 

n. Historische Meldung des Vitruvius 104 

in. Verhältniss der dorisch-ionischen Bauweise zu der pelasgisch-achäischen 117 

IV. Genesis des hellenischen Tempelbaues . 1^1 

I 

V. Der altpelasgische Bau nach dem Fragment von Mycene 149 

VI. Der tuskanisclie Tempel . 156 

VII. Nähere Bestimmung des Verhältnisses der pelasgischen, tuscanischen und 
dorischen Säulen 184 

Vin. Sage von dem Ursprünge des ionischen Baues bei Vilruv .... 193 

IX. Specielle Vergleichung des dorischen und ionischen Baues im Einzebien 209 

X. Schlussbemerkungen i .... 217 

Nachtrag A 220 

Nachtrag B 230 



Abhandlangen der I. Gl. d. k. Ak. d. Witt. VI. Bd 1. Abtk. 



32 



3At 



laikth der lUhographiscben I^aitten. TafL L A. — I. JBi, 



A. 

L a. b. c. d. Brachstücke einer Siiule vom Schatzhause des Atreus. 

" ' • . / • ■ 

2. Relief über dem Löwenthor Ton Hycene. 

3* Aufrechte Stellung der Süule und ihres Zubehörs darin (a. ovale Oeffnung 
> im Fries. — b. c. fragmentirte OeiTnungen gleicher Art. — d« e. der Ste- 
reobates. 

^4», Ein nBch dem Fragment gebildeter Tetradtylos. 

» 

5*. Das lykische Dach mit Balkenlager. 
6.. Gnmdplan des tuskanischen Tempels. 

7«, Schafli Basis und Kapital der tuskanischen Säule nach Vitruvius. 

» • . - ... ■ , ■ ■ . . 

8. Tuskanische Säulen in einem lietrariscben Grabe. 
5^, Tnsktnisclie Säolenbasis mit Tom eben daher. 

: I . . . 

^Q. Tuskanisches Kapital desgl. 

^i« Das Thetideum auf einer Vase. 

1!{. Das Sisypheum. a. Ruine, b. Restauration. 

iß^ Lykische Hütte nach Fellows. 

14« Ionische Sacella auf bemalten Vasen. 

Anmerkang. Eine Folge architektonischer Zeichnungen über das Erechthenm von Ed. 

Metzger wird der Abhandlung als BeUage nacbgeUefert. 












"i 



Druckfehler. 



In der II. Abhandlung über das Erechtheum sind ausser mehreren Ver- 
stössen gegen griechische Orthographie und Aocentuirung folgende im Text ent- 
haltenen Bezeichnungen ^r lithographirten Figuren zu corrigiren: 



i)eite iG3 Zeilp 13 .statt CB lies OP, 



„ lOi 


., « 


„ LI) 


„ ST, 


.. 1«4 


, ->0 


B 


1), 


„ 16« 


.. 18 . 


, CB 


„ CD, 


„ ir»7 


, 17 


B 


„ 1), 


., 108 


., 4 


., CB 


., OP, 


., Iü8 


, 9 1 


A 


K. 











. ^ . 



• \ 



Architektonische Zeichnungen 



als 



Beilage 



zu den 



zwei Abhandlungen über das Erechthenin 

in 

B. V. 3 II. VL 1 der Abh. der 1. Gasse 

d. k. b. Ak. d« Wiss. 



Von 

Eduard Afezger 



IWit einem Vorworte 



von 



Friedrich ThierscM. 



• X ^M-Mrt« 



V o r c I' i n II c r 11 II s. 



«11 



»/* 



Die am ^diliisse der zuciti'ii Ablitmdluug über das Eredillieum angeküniligle 
Beilage archilekloiiischer Zpichnungen von Erf. Melzger zu derselben isl vorzüg- 
lich durcli die längere Abwcsrnbeit ihres Urliebers von München verzögert wor- 
den, und erschpinl nun zu einer Zeil, wo durch mehrfache Beleuchlungpn und 
verschiedeufirlige Beurlheilungen der in (Jen Abhainliungen angeregten Fragen 
jenes Gebüude der Akropolis von Alben selbst zum Gegenslande erneuIerTlieil- 
nahnic geworden, und jeder areliileKtoniscJic Bdirag, zumal von dem Belange und 
der Genauigkeil des liier vorliegenden, doppell willkommen isl. 

Besonders zwei Celclirle und ein Archilekl sind es. welche sich mit dem 
Inhelle der Abhandlungen dos Woiteren besrhlfltlgt haben. 

Herr Raoul-Rochette hat der erslen in dem „Journal des Sciences" des 
Jahres 1851 drei Artikel von grosser Ausdehnung und Griindlichkeil gewidmet, 
iu welchen der Hauptsatz der Abhandlung, dass das Erccbtheum als das alle 
Herrscherhaus von Allieii mil dem zu jbai gehörigen Sacrarium der folias zu 
fassen und nach dieser Annahme in seinen Theilen zu erklären sei. iingemimmen 
und noch weiter liegriindet. aber in mehreren einzelnen Theilen, z, B. in der 
Ausdclinang des Pandrosiou und der .\nordnung des Megaron beslrillen wird. 

Herr Professor Forehhammer dagegen hat in den Beilagen der Allgemeinen 
Zeitung <:J(I. Juh I.J) seine Hypulhese, dass die tJrüber des Kekrups im I'aiidro- 
sioii uud des Eredilheus im Erechlheum Cislernen lilr Begenwasser und Salzwasser 
gewesen seyen, zu schirmen gesucht und zum Behul'e derselben gegen die Ab- 
handlungen die frühere Ansicht von dem doppellen Stocke des Baues und selbst 
von der Blendung des Haupleingunges in dasAdylon von Neuem behauptet, eine 
Blendung, die allerdings noihig war. wenn der Ouerbau hinler ihr ein doppeltes 
(ieschoss haben sollte, aber auT einem unbegreiflichen Irrthume beruht, dessen 
längere Pflege kaum olnie Verbleudung moglieh seyn wurde. 



155 

Eiuilich hat iJor Architekt Herr Carl Büttiger in Berlin in einer eigenen 
Schrift: ,,Der Poliastempel als Wohnhaus des Königs Erechtheus nach der An- 
nahme von Fr. Thiersch. Berlin 1851," sich gegen meine Beleuchtung seiner Kritik 
der ersten Abhandlung in der archäologischen Zeitschrift zu schützen gesucht, aber 
nur von Neuem gezeigt, dass er, weder Philolog noch Archliolog, auf einem Ge- 
biete, auf welchem mitten durch oft controverse Zeugnisse ohne Grammatik, Exe- 
gese und Kritik kein sicherer Schritt geschehen kann, mit einem so zu sagen 
naturwüchsigen Talente, wie gross es auch seyn mag. sowenig wie sein Vor- 
gänger im Fache, Aloys Hirt, vorwärts zu kommen fähig ist, sei es, dass durch 
grammatisclie oder exegetisch-kritische Induction Behauptungen zu widerlegen oder 
nur aufzuhellen und zu schirmen sind. 

Doch das Alles nur als vorläufige Bezeichnung des durch die beiden Abhandlungen 
auf diesem Gebiete Angeregten. Ein weiteres Eingehen und möglichst genaue und 
erschöpfende Behandlung der controverscn Punkte wird Stoff zu einer Epikrisis 
der Untersuchung geben, diese aber erst möglich seyn, wenn die noch übrigen 
Zweifel über den gegenwärtigen archäologischen Befund der Bauroine an Ort und 
Stelle gehoben, und die Ausgrabung der Westhatle, als des eigentlichen Sitzes der 
archäologischen und architektonischen Räthscl, vollzogen seyn wird. Bis dahin 
(und der Termin wird nicht gar lang seyn) wird jedes Urlheil in dieser Unter- 
sucliung über das. was jetzo n.ch schwankend oder streitig ist, einzustellen seyn, 
mit Erlaubniss des Herrn Professors Forchhammer sei es gesagt, der mit seinen 
Untersuchungen, wie er bemerkt, fertig war, ehe er vor das Publikum trat, 
auch des Herrn Professors Böttiger, dem es Anstoss gewährt, dass der Ver» 
fasser mehreres Einzelne seiner Untersuchungen zufolge neu gemeldeter oder 
bitrichtigter Thatsachen im Fortgange derselben zu berichtigen Gelegenheit genom- 
men hat. Es ist einmal über den solonischen Spruch nicht hinauszukommen: 
rtiQaaxio d^aiti nokla didaaxoiiievog, und Jeder bleibt hinter der Sache und sich 
selbst zurück, der ihn nicht zu beherzigen weiss. 

München. 30. November 1851. 



Architektonische Zeichnungen 

▼ on 
Eduard M e % g e r. 



(All FortMtniBf der Plfttt« I. A« B. dtr xa der D. Abb. aber du KreelitbeM irekarlfea ZekknoNffi«.) 



I. C. Südliche Halle des Pandrosion. Perspective Ansicht. 

II. Nördliche Halle vor dem Haaptthore. Ansicht — Darchsehnitt — Plan — Detail an Na- 
setten und an dem £ckkapit&l im Grand und Aufriss. 

IIL Detail der SAale and des Gebalkes, der Ante und Proile mit Eiern and Henlaab. — Ver* 
sehledene Ornamente in den Friesen. 

IV. Uebersicht eines Sanlenkapitäls in allen Theilen (es sind deren drei von verschiedener 
Grosse). — Ansicht nnd Details der Hauptthüre. Nördliche Halle. 

V. Sftdlfche Halle. Plan — AnfViss — Durchschnitt, Detail der Casetten, Detail des Haupt- 
Gesimses mit der Kanephore, der Ante nnd Sockelgliedernng der Halle des Pandrosos. 



Erlduterangen. 

Zn Platte I. (<. Es bietet diese Zeichnung eine Gesammtnbm'sicht der sadllcben Halle. 
Der Standpunkt ist nahe nnd so angenommen, dass die innere Decke und die Ordnung der 
sechs Figuren sichtbar wird, welche diese Decke tragen. Die Verhältnitse und Formen dieser 
Halle sind charakteristisch streng abgegrenzt und wohlgefällig. 

Man darf sich im Uebrigen über das GrOssenyerh&ltniss dieser Halle keine Illusion machen. 
Die lichte d. I. innere Weite beträgt ein Geringes fiber 3 Metres; die Länge (lieht) etwas 
über fnnfthalb Metres. Schon daraus folgt, dass fiir den Brunnen des Erechthens, den OelbMim 
und den Altar des Zevi d^xeloi hier kein Platz war. Die Halle ist gleich dem übrigen Baa 
vom reinsten pentelischen Marmor, die Glieder sind grossentheils sculptirt, und nur in den 
Casetten, deren Kleinheit die Scnlptur abwies, sind die bekannten Formen der Herzlaube — 
Eierstäbe — oder Mäander aufgemalt gewesen. Die Maase sind sämratlich nach franzosischen 
Metres eingesehrieben. 

2. Zu Platte 11. Die Nordhalle. 

A. Plan. Rechts sind die Lagen der Casetten der Decke angegeben, b. Balken, c. Ca- 
settenfelder. Nach der Durchschnittlinic x y erscheint der Vcrtikalsehnitt, wie in D ange- 
geben ist, wo nämlich b. die Balken, c. die eingesetzten Deckel der Casetten bedeutet. Ferner 
im Detail ist der Umfong und die Grosse derselben (siehe Lit. E.) bestimmt. So reihen sich 
dieselben nämlich der Länge nach an einander, wie aus dem Durchschnitt G bei b und c 
ersichtlich ist 

B. Ansicht der Halle; linke Hälfte. 

C. Durchschnitt derselben oder rechte Hälfte. Der Vereinfachung halber, und um nicht 
zn wiederholen, ist an der Ecke die Säule stämmig nnd unkannelirt angegeben. Die Prolli- 
rung der Glieder ebenso nar einerseib. Reohb aber sieht man den Durchschnitt der Casetten* 



157! 

die Mauer and die sieb an dieselbe ansiUiesseide Ante. Die einfesehrieJbetiett AiAast yerstän- 
difren die L&ngen, Breiten und Höben. 

E. Die t^isetten, Das GrdssenveriiilUiias ergibt sidl hienuu gemu. Weniges ist scniptirt, 
das Uebrige war aufgemalt. 

G. Eckkapit&l im Grund und Anfrias. Weil an der Ecke der Capitäle die Schnecke nach 
beiden Seiten Front zu machen hatte, musate hieraus aa den Eeks&aien eine Verwicklang <iich 
ergeben, deren Lösung nach Torliegendea Beispiele geschah. Am Ecke schiebt sich dem- 
gemiss die Sehaeeke dlagoaal, wie m im Grund, m' im Anfiriaa zeigt, während innerlich ein 
ref^ftwinkiieh vertieftes Eek mit halben 8ehiiechfen, (nämlieh.n im Grand, n' im Aofsisa sichtbar) 
entstand. Die beiden noch nbrigen Schneehen hatten gleiche GrOsae mit den Schnecken der 
ährigen S&alen, worAber aaf den folgenden Platten das N&here erörtert ist Der Stolen* 
Unterbau, (wie in e angedeutet ist) bt ans porösem Stein. 

3. Zu Platte UL A. S&ule und Gebaike. Die Basis mit der eraten Stufe und dem ber 
ginnenden Schalt Daneben in a der Dnrehfchnitt mit den eingeachrieiienen Maasen. Oben 
KapitiU und Schaft, daneben in b der Durchschnitt im Mittel des. S&alenkapit&ls. Der Wulst 
tritt stark tot, Spiralen ind Glieder erweitem nnd rertlefni sieh« Darüber das Haupigesimse; 
die Rinnleiste fehlt dermalen und ist nur punktlrt angegeben. 

B. Die Ante, mit Fuss «ad Kapltü. Die BigenthAmfichkeit der reich gegliederten Basis, 
wonach die Halbkreise oder Pfahle scharf geschnitten sind , beruht auf dfer artistischen Linien- 
bewegung zur UebereiMtiaMnuig mit den scharfen und rMch profiilrten übrigen Gliedern. Am 
obem Pfahl der Säulenbasen ist Fleehtwerk aagedrdnet Dine Art Abgliedening der Basen 
und Sockel ist am Gesammtban sehr mannigfach wechselnd. 

C. Detail zur Uebersicht der Herzlaube und Eierformen, denen das entsprechende Profil 
jedem nebenbeigefugt bt 

Abweichende Arten der Ornamente in den Friesen. 
D und E Wechsel des Ornamentes im Friese des Hauptporticus . 
F und G ingleichen, sowie an den Anten und am Hals der S&ule. 
Dergleichen Abweichungen kommen yiele an dem Gebäude Tor. 

4. Zu Platte V. Diese Platte gibt das gesammte Detail des Säulenkapitäls im Grossen. 

D. Theil des Planes mit der Ansicht nach oben. Die Platte c tritt Tor, die Voluten b, 
zur Hälfte einer- Seite angegeben, entsprechen diesen Buchstaben in den übrigen Figuren. 
Die Kanäle a der Säulen sind übcrtieft. 

B. Ansicht des Kapitals. Der Hab bt mit reichem Ornament bekleidet In diesem T>- 
pus sind alle übrigen Friesornamente gehalten, wenn auch mannigfaltig wechselnd. Die 
Schnecke ist sehr reich gewunden, die reichste der yorhandenen. Die neue Zeit genügt sich 
mit ärmlichem Surrogat dafür in höchstens ein paar Wlndnngen. Wie Torliegend gezeigt ist, 
fasst constructiy diese Schnecke sehr tief den Schaft und ist desshalb unyerschieblich. Der 
Schnitt im Profil D erklärt dies weiter. In der Windung x war ursprünglich Broncezierrath 
eingesetzt. 

C. Die Volute. Ansicht der Seite. Sämmtliche Stäbe sind mit Eiern sculptirt, von denen 
nur eine Schnur angegeben bt, auch ist der gesammte Zierrath überhaupt ausgemeisselt 

D. Vertikalschnitt in der Mitte der Volute. Die allmählig vortretenden Glieder bis zur 
Scheibe erklären sich aus dem Plan A, deutlieh. 

£. Ansicht der Thürc der Nordhalle, die bereits im Plan (Platte UL) im Grunde zu finden 
bt. 

F. Theil des Gebälkes und der Consolen derselben vergrössert Sämmtlicher Zierrath ist 
sculptirt. 



158 

G. VerÜkklschnitC der Gliederaag dicsfr Thärr. 

H. Profi[ der Seite der Console. 

5. Zo Platte VI. A. Plan der Halle des Pandrosos. 

B. Plan der Casetten der Decke. 

U- Ansicht der Seite. ConstmctioB. 

D. Quersohnitt-CoDstnietion. 

E. Maase der (Nasetten. Detail. 

Wie vorliegt, btetet die Constrnktion kein weiteres Interesse. Der Ban an sich war in 
einfach, na hier besondere und knnstreiche Vorkehningen zu veranlassen. Die Decke selbst 
setzt sich ans vier Steinbalken zasammen, die unterhalb casettirt sind, und i.M .sofort nur 
decorativ veranlasst. Ans diesem Grunde (wegen der Kleinheit) fallt der Fries ganz weg. 
In C ist bei m der Mauerspur -Ansatz sichtbar, weil der linke Theil an der Westseite tiefer 
gelegen war. Im Durchschnitt C zeigt sich der Anschluss des Daches an den Seiten des Lang- 
hauses. Bei n ist die Sturzhohe der im Plane A sichtbaren Thnre angegeben. 

F. Detail der Figur und Geb&lke. Das Geb&lke ist sehr schön profillrt Die Zahnschnitte 
erscheinen in voller Bedeutung. Die Tiefe derselben beträgt die Weite des Vorsprungs, wie 
p zeigt. 

G. Sockel and Krönnag des Unterbaues, an der Aus-^enseite in C im Zusanmenhange 
sichtbar. 

H. Reiches innerlich an der Mauerläche dieser Halle umlaafendes (tlied, das sich in 
Platte II. der Perspektiven Zeichnung des Weitern erklärt. 




"-^■_i* 



I 



1 



V 



* 



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« 

I 



ABHANDLUNGEN 



DER 



PHILOSOPfflSCH-PHILOLOGISCHEN CLASSE 



DER KÖNIGLICH BAYERISCHEN 



AKADEMIE DER WlSSENjSGHAFTEN. 



SECHSTEN BANDES 

ZWEITE ABTHEILÜNG. 



^ABHANDLUNGEN 



DER 



PHILOSOPHISCH.PHILOLOGISCHEN CLASSE 



DEB KONIGUGH BAYEMSCBEN 



AKADEMIE der WISSENSCHAFTEN. 



SECHSTEN BANDES 

ZWEITE ABTHEILIING. 

in DBR RBIIU DIR DBHUCMRIFTBM DBR XXTII. BAKD. 



MCNGHEN. 

18 5 1« 

VERLAG DER K. AKADEMIE, 

IN COMMISSION BEI G. FRANZ. 



ö- -. , 



% V 



Inhalt. 



Seite 

Ueber einige Gedichte des Valerius CatuIIas. Von Joh. v. G. Fröhlich . 257 

Der neanzehnte Fargard des Vendidad. Zweite Abtheilung. Von Dr. Fr. 

Spiegel 281 

Ueber die Probleme des Aristoteles. Von Karl Prantl .... 339 

Disquisitiones de analogiae graecae capitibas minus cognitis. Sctipsit Fride^ 

ricus Thiersch 379 

Ueber die Rhetorik des Aristotelea. Von L. Spengel . . • . 455 



Ueber einige Gedichte 



des 



Valerius Catullus 



Von 



Joh. r. O. Ft'öhlich. 



Abhandlungen der I. CK d. k. Ak. d. W. VI. Bd. II. Abth. 33 



• • 1 * 



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Ueber eimige Gedichte. 



des 





Valerius Gatal 1 u a. ) 



Von 



) . 



JbA. r. G. ^dmeh. 



»■ " ■* 



It Von dem Gedichte 92. enthalten viele oder die melele« 
Handächriften des Cafallus Dar die erste Hälfte ein Distichoo; das 
aadere Distichon ist in viele Codices und dann in die gedruckten 
Aasgaben qnsers Ditihters ans 6r«tftfi5 (Noctes Att. VI/16) hev^ 
aber genonimeti add zum ^ersten ab« Ergftnmng hinzogefttgt wordea^ 



Unter dieser Au&chrifk hatte Fröhlich in elaem besondem Hefte mehrere 
Gedichte des Catullus ausführlich behandelt; aus ihm i$t genommen^' 
was er in den Denkschriften der Akademie III^ 3. tt. den gelehrten An- 
zeigen 1840, Nro. 135—138. 1846, Nro. 131—133. 1847, Nro. 
254 — 255 bekannt gemacht hat; wir wditen auch das übrige nicht u»^ 
terdrücken, um die Methode, wie er zu seinem Resultate gelangt ist, 
anschaulich zu machen; die Richtigkeit der Verbesserung im ersten hier 
folgenden Gedichte quia senOo idem nam ist über jeden Zweifel er- 
haben, wie er überhaupt consequent durchgeführt hat, was die Itali be- 
gonnen hatten; cKeses kann ein anderes Heft beweisen, aus welchen 
man sehen whrd, wie er sich den ganzen Catnllüs lesbar gemacht hat. 

33* 



260 

Eben dieses zweite Distichon aber, in dessen Ueberliefernng 
aach die Handschriften des Gellias nicht völlig Obereinstimmen, be- 
darf nach ansrer Meinong, da keine der nns bekannt gewordenen 
Behandlungsarten desselben das Rechte getroffen zn haben scheint^ 
anch jetzt noch nachbessernder Hand. 

In verschiedenen Editionen findet sich dieses Distichon ange- 
fthr in der Gestalt:*) 

Quo signo ? quasi non totidem mox deprecor (deprecer) illi 

Assidue: verum etc. 
Lachmarm schreibt nach Handschriften: 

Quo signo? quia sunt totidem mea: deprecor illam 

Assidue: verum dispercam etc., 
wozu nur zn bemerken ist, dass neben sunt sich die Variante sin 
findet, neben mea anch ea, endlich neben verum anch rero. 

Unsre Ansicht der Sache istTolgende: — ^quo siffnoV^ urknnd- 
Uch gesichert und zum Sinne passend, ja noth wendig, mnss unan- 
getastet bleiben. Der Dichter hatte im ersten Distichon gesagt: 
„Lesbia mi dicit semper male nee tacet unquam de me,^ und hatte 
daraus geschlossen: „Lesbia me^ dispeream, nisi amat.^^ Daran 
knOpft er non uatOrlich die Frage: j^quo signol^ d. h. „Wie kömmst 
du dazu, dies aus jenem zn schliessen?^ Und anf diese Frage 
mnss im Weitern seine die Sache erklftrende Antwort folgen. Von 
dieser Antwort ist der letzte Theil „deprecor illam assldne, verum 



^) Alle uns bekannt gewordene Schreibarten (wie z. B. die: „Cui ego 
quasi eadem totidem mox deprecor ilii etc.^ (Venet. Ausgaben von 1500 
und 1502 u. s. w.) anzuTühren, halten wir fiir nutzlos und darum un- 
nöthig. 



Atc.^9 wie ihu die Codd. geben^' so richtige dass niaii aiicb daran 
nichts darf ändern, woUen ; denn es li^t darin ^ oflfenbar der gefbr- 
derte Sinn^ welchen Gellins a. a. 0. so be^stioimt: — „Cat alias 
eadeni se facere dicit, qnae Lesbiam, qood et male diceret ei assi- 
dne^ et tarnen eam penitas deperiret/' Und so bleibt nar noch die 
Frage flbrig, wie der erste Theil dieser Antwort des Dichters nr- 
sprOuglich gelaatet haben möge. Nach unserer Ueberzengang ge- 
wiss nicht so, wie ihn die oben angefthrten Aasgaben des Dichters 
ansgedrOckt haben. Denn/nm nns auf dieses eine zn beschränken, 
was sollen doch die Worte ^quia sunt totidem mea'^ bei Lachmann 
bedeuten ? Hr. Lachmaun selbst hat sie in seinen Text ohne Zweifel 
nur aufgenommen, weil sie urkundlich beglaubigt sind, nicht, weil 
er sie for echt und dem Sinn und den Federungen der Sprache 
genügend erachtete. — Wir glauben der Wahrheit nahe zn kommen 
oder sie wohl ganz zu treffen , wenn wir die Antwort des Dich- 
ters auf die Frage „quo signo?^^ so schreiben; 

Quia sentio idem; nam deprecor illam 
Assidue, etc. 

Wie dieses unser j^seniioidem^^ anter der Hand Ton Abschreibern 
in sunt (sent) totidem (ioidem), oder aoeh in ein (sen-) totidem (tio 
idem) leicht könne übergegangen seyn, leuchtet von selbst dn. 

Zum Behufe leichterer Uebersicht und Benrtfaeilnng unseres 
Vorschlags lassen wir das ganze Gedichtlein nach unsrer Emenda^ 
tion folgen: 

Lesbia mi didt semper male nee tacet nnqnam 
De me: Lesbia me, dispeream, nisi amat. 

Qua signo? Quia sentio idem. Nam deprecor illam 
Assidue: verum dispeream, nisi amo. 



BC2 . 

I 2. Das Ueioe Epigriunni (Caiw. 112.) aaf Nmö findet sich 
hti LaeMnann nooh Cod. D. geschriebeo, wie folgt: 

Maltas homo est Naso nee (ecam noltas homo' sed 

• * ' * 

Descendit: Naso, moltiis es et pathicns. 

« • • 

_ ^ ff - , » 

Cod. L. gibt die Abweichangen neque tec. molt. honio^e Desc. — 

D^örinff (aud nach ihm Silli^) schreibt das Ganze: 

• • . * • . 

Multos homo e«^ Naso; nam tecom multus homo est, gui 
Descendit: Naßo, multos elc. 

zom Theil aof einzelne Handschriften, zum Theil auf alle Editionen 
gestützt, mit der Erklärung (in der Ed. IL): ,,Naso, cinaedus 
Tel pathicus, dicitur Aomo multus h. e. pathicus multorum hominom, 
üi enm • . . adire solebant: Catollus ipse explicat: nam tec. mal- 
us homo fst, qui descendit/^ Descendii sei gleich ^^inclinäturj^ 
sensu obsceno. — Wieder in andern Ausgaben finde ich: Multus 
homo es, Naso, neque tecum; multus homo est, qui Descendit: 
Naso, multus es et pathicus. 



i 



Letzteres scheint uns ganz und gar alles verständlichen Sinnes 
f^ entbehren, wenn wir die letzte Hälfte des Pentameters ans« 
nehmen. — Mit Dörings Deutung können wir, um nur dies eine 
zu sagen, darum nicht s&ufrieden seyn, weil sie zu einer Tautologie 
führt. Denn wenn ^^multus homo es,^^ gemäss der von Catullus (wie 
Döring sagt), beigefügten Erklärung „nam fecam multos homo est 
qjDi descendit,'^ den. Sinn gewährt: ^multorum hominum pathicus 
es;^^ so geben die letzten Worte des Pentameters i/^n Sjmn : muUins 
(i. e. fnullorum hominum pathicws) es, et pathicus y d. h. „Naso, 
du bist vieler Menscben pathicus und — ein pathicus.^ 

Nach unserm Sinne liegt der Stachel des Epigranuns darin, 
dass aus dem Umstände der vielen Besuche (Gäste), die Naso in 



teiiein fidioBe empftngt/ vop 4ein Dichter gefolgert :Yfir4i das« der#. 
selbe ein ßßthicus aeu Wir Mbreibeu demnach daa Qpigraoiiii : 

Mnltus bomoy Naso, tecam est, et multus homo a te 
Descendit. Naso, multiis es et patbicos. 

* ' r . 

^Vieles Volk, Naso, ist bei dir, und yieles Volk kömmt (täglich) 
▼Ml dir (tm deinem Hanse) herab: Naso, dn bist vUlbekucht 
imd — ein Pathiker.^^ — Mnifils homo a te deeeendit yntA Eoemt. 
bnobstAUich in nnscholdigem Sinne gesagt: ^Tiele Menschen kommes 
▼on deinrai Hanse (yom Besoche) herab ;^ dann aber, in obseeneüi 
Sinne gefatet, gibi es Gmud sn dem Vorwurfe: patMeue es. 

3. Das kleine Epigramm Ton nnr zwei Distichen, Carm. 113^ 
meinen wir nicht mit Stillschweigen flbergehen %u dArfen, weil wüti 
in der zeitherigen Behandlung desselben ein merkwflrdiges Beis^id* 
▼€o der — sollen wir sagen, Oleichgiltigkeit oder NächlAssigk^it' 
der Philologen zu erkennen glauben, mit welcher sie leider ihnfc. 
eigenen Angelegenheiten, nicht ohne Nachtheil for ihre Wissensehafi^ . 
manchmal zu betreibenr scheinen. 

Lachmann schreibt das Epigramm so: 



t 
{ 



Console Pompeio primum dao, Onna, solebant 
Mecilia: facto consnie nunc itemm 

■ 

Manserant duo, sed creyerunt millia in onum 
Siogolam, fecnndnm semen adulterio. 

Unter dem Texte bemerkt er zu Mecilia: ^OTtas»eMaeeilimn;^ 
zu Singülum (im letzten Verse): yySingüla Itali/^ 

Dass mit diesen zwei Bemerkungen der urspr angliche Text 
hergestellt und der Sinn des Epigramms in's Licht gesetzt sei, 



giMbte wohl Hr. Laohmaiio selbst niclitl Aber wozu denn die Be* 
merkongen, wenn sie, nor so hingeworfen/ die Sache nicht ibrdern 
sondern Tielniehr als blinde Vorgriffe nur allenfalls dazu dienen 
konnten, andere irre zo leiten oder in ihrem Streben nach der 
Wahrheit za hindern? 

» 

Von den (wahrhaft albernen) Meinungen ganz alter Cominea- 
tatoren des Catullos, eines Anton. Parthenius nnd eines PalladiuM 
Fuseus^ wollen wir ganz schweigen. Aber was bieten uns nenere 
Bditoren und Ausleger des Catullus? — Die ZweibrQcker z. B. 
(Ed. 1783) geben den Text: — ^duo, Cinna, solebant Moechi: Uli, 
ah! facto cons. nunc iteruui Manserunt dao: sed crevernnt millia 
in nnum Singulnm : foecunduni etc.^ d. h. sie haben von vorn herein 
einige Worte der Handscb'ifteu geändert, aber nur anf Gerathe«* 
wohl, ohne um Sinn und Sprache sich viel zu bekommem ; am Ende 
haben sie alles unrerändert stehen lassen, wiewohl sie so wenig 
als ein anderer Mensch den Worten einen bestimmten Sinn unter« 
zulegen, oder Ausdruck und Versmaass zu rechtfertigen im Stande 
seyn dürften. — Wie obenhin selbst Lachmann die Sache behau* 
delt habe, ist oben schon erwähnt worden. — Das beste hat noch 
der neueste Herausgeber des Dichters, der sei. Döring, geleistet, 
da er doch wenigstens Erklärung oder Verbesserung des Textes 
(von vorn herein) versuchte^ und z. B. zum ersten Distichon vor- 
schlug: — 9,doo, C, solebant JHo^r/i^ri, illo nunc cons. facto iterum 
manseront dao,^^ was, wie wir sehen werden, dem Worte nach 
nicht ganz richtig ist, aber den erforderlichen Sinn vollkommen trifft. 
Hingegen wenn er am Ende (wie alte Ausgaben, z« B. die von 
Statius) in den Text setzt: — „sed creveront millia in nnum 8i?)- 
gula: fecundum semen adulterio^^ und diess unter dem Texte .v» *» 
klärt: „sed millia siugula creverunf (coufluxeront) in nnum nwi^i ir « 
in duo millia; ex duobos singulis moechis facta sunt doo mjIII;> ' ?e- 



chomni^^ — - iid i^ di<>8( W d«r Tbat lib ^^^ oder 

sinnwidriges GereM; ^^'^U' ^''^hlicher Hihsidif tiitht gerechtfer- 
tigt and nichi Kit t^MMi^^. Wie J^oH Man aus äeti Worten 
y^millia singala in t/itteiii ci^etaiit^ deflh Sinn heraasfinden: singala 
millia creverwt iu.ifua milKf ? oder gar den Sinn: ok duabqs sing, 
moechis facta sunt duo millia moechorum? Und wo bleibt die Er- 
Uftrung des fecundum semen aduüeriol 

.i'r Also das'KpigraBiin liegt nabli allein^ vras wir daiNiber ziG^^i 
siebte bekommen haben, als ein noch ungelöstes Rfttbsel da» Yfiü 
nnsers Theils TCrsucheu, es in folgender Weise zu lösen« Catullos 
sdireibt an seinen Freund Giuna^ dass zur Zeit, alsPompejus tum. ersten 
Male Gonsul gewesen, %wei moeehi fm hx^m) gewesen s^n (^ 
meinte wohl liienand andern als Julias Gaäsär ^) und deaseii Lieb*^ 
ÜBg Mamorra (S* Gaon. 673. ^, Jetzt (fährt er. £od), da jener <Pmi^ 
pejus) zum andern Male Gonsul ^geworden ist^ sind zwar die uioecia 
— zwei geblieben^ aber vermehrt haben oder bat sich^* ^ wdr- 
oder was denn wohl? Nicht die nioechi, sondern ein Ding, welches 
als firuchtbarer Saame* TerTielfOltigien Ehebruchs zu wirkeri ge- 
schaffen war, also ganz gewiss nichts anderes als die Mmge äee 
Geldes*^ denn was zu andern Zeiten und bei andern Völkern ge- 
golten hat und noch gilt, das galt wie wir wissen atiell bei den 
Römern jener Zeit^ tiass der Sander^ welcher ani reichlichsten 
lohnte, die meisten Theilnebmer an seinen Schaodtbaten' zu finden 
sicher seyn kc^ntß« ' Demoadi sobreiben ^ip das Epigramm mit 
möglich genauester AnscdhIiesMng an die ur4uodlicbeu Worte wie 
folgt: • * > . ■ 



•\: : 5 '. 






^ ^^yVäbcr Cmesißr'A iOfe^^^v^ ia ^sm fmkie sehe man iS^^oft. JuUasi 
Cap. 50—52. 

Abhandlungen der I. CK d. k. Ak. d. Witt. VI. Bd. U. Abth. 34 



/ 



Coosole Pi^pejo priBimn ino, Ciamiy s^Iebmit .^ 

Moecbari; facto consule iiaoc iterui 
MaDserant doo, sei creyemiit millia uommiiiny 

Siogola fecondum semea . adolterio^ 

Oder: — diio, Cinna, fuerunt Moeehi: illo faeto cons. • • . 

MaDseroat etc. 

„Eheschänder blieben dieselbigen zwei; Termebrt aber baben sich 
die Tausende des Geldes ^ jedes (Tausend) ein Samen fruchtbar an 
Ehebruch«'' 

4« Auch die zwei Epigramme auf den reich genannten Men^ 
tuJa und sein Firmaner Landgut (Firmanus saltus) sind nach on- 
serer Meinung noch nicht so bearbeitet, dass man die Hand de« 
Dichters als rein hergestellt annehmen könnte. Wir wollen ver« 
soeben y ob auch wir unsers Tbeils zur Weiterfbrderung der Sache 
etwas beitragen können. 

A. Das erste derselben (Carm. 114.) lesen wir hei Lachmann 
in folgender Gestalt : 

Firmanus saKu non falso Mentula dives 

Fertitr, qni tot res in se habet egregias, 

Aucupium^ omne genus piscis, prata^ arya ferasqne. 
Neqoicquam: fructus sumptibus exuperat. 

Quare concedo sit dives, dum omnia desint. 
Saham laudemus, dum modo ipse egeat. 

Dazu merken wir an: saUu im 1. Verse ist Correction von 
ApanNus fAld. 1502.1: Codd DL n. a. tehen Satitis. V. 3. L aucu^ 



i f 



pum*j Laurent itutipimK. -^ V« 4 laotet in D: Nee qoiequaiD svmp<* 
its frndibos exoperat -^ V.ö geben DL: SdUem land* etc. — 
Vtt ätan modo vermathet Lachmann dum domo ipse etc. — Difting 
(nach ihm SilKg) sehreibt: 

Formiano salta non &Iso Mentala dires 

Fertor, qni qaot res in ae habet rgregiasi 
Ancopia omne genos/pitfoes (piscis), prata eta 

Mentula soll der ^^decoctor Formianus^^ Mamurra ^eyn (Carnu 41. 
43.)» oder irgend ein anderer WohliOstiing, welchen Catallns, ohne 
seinen Namen zu nennen, blos^i doroh das uh Schimpfwort ge^ 
brauchte AppellatiTum mentula bezeichne. So schon alte Ausleger; 
8p Döring zu Carm, 94. 105« etc.; so ^uch weiss das Lexic« For- 
celL nur von dem Appellativum mentula ^ nichts von einem nomen 
proprium ^^Mentula^^ Allein nach unserer Meinung ist Mentula 
in diesem wie in den übrigen Gedichten, worin derselbe Name er- 
scheint (94. 105. 1150» ^^^ Eigenname eines Menschen^ welchen 
Catullus durch diese Epigramme yerfolgt, eines Menschen, von dem 
wir freilich weiter nichts wissen, als was uns Catullus in den eben 
citirten Gedichten von ihm sagt: ein Mensch, der wohl begOr 
tert und reich zu seyn schien, ohne es wirklich zu seyn, da sein* 
Landgut bei Firmum (Firmanus saltus) mehr kostete als eintrug; 
ein Dichterling, und sonst ein lockerer Gesell. — Die angefahrten 
Epigramme CatulFs sind ohne unsere Annahme nicht zu verstehen 
und nicht zu erklären. In Carm. 94. beruht der ganze Witz auf 
dem doppelsinnigen Mentula, dis einmal als Eigenname, das an- 
deremal als Appellativiim zu fassen ist; Mentula (nom. propr.) moe- 
chatur; moechatur m^it^tiiln (appellat.) certe; wozu dann passt, dass 
hierbei das Sprachwort eintreffe „ipsa olla olera legit.^' So wieder 
in Carm. 105.: Mentula (n. propr.) conatur Pi$npleum sf andere 

34* 



m 

jnontem (er will sich den jungfrAoIichen Muiseo uabeu): Musae für- 
cillis praecipitem ejjciunt (diese aber stossen ihn auirack, weil er 
iboeii bekanot ist als ein scbam- un^ machtloser Gesell^ als menr 
tula (appellat.) magna minax, wie Carm. 11 5« der Dichter von ihm 
sagt*). Eben so in den zwei Epigrammen, von welchen wir hier 
handeln, die nnr dann verstanden werden können, wenn Mentula 
als ein Mann dieses Namens (Beinamens) gefasst wird. Wamm 
wollen wir anch den Namen Mentula beanstanden, da wir so viele 
andere z. B. Bestia, Bnca, Capito, Naso, Bibnlas, Caballns, Ca» 
pella, Capra und hundert andere, die ein Epigrammendichter eben 
so zur Versöhnung ihrer Inhaber gebrauchen könnte, wie Catullos 
den des Mentula, ohne Widerrede hinnehmen, weil sie in Hand- 
schriften und auf Denkmälern von Stein und Erz uns oberliefert 
und darum nicht weg zu läugnen noch weg zu demonstriren sind? 

Dies vorausgeschickt kehren wir zu unserm Carm. 114. zurück. 

Dieses Gedichtlein enthält, wie sogar aus dem noch nicht be- 
richtigten Texte unverkennbar hervorleuchtet, die zwei Gedanken, 
dass zwar Mentula's Landgut reich zu nennen sei, weil es eine 
Menge von Herrlichkeiten in sich fasse (Vögel, Fische, Wiesen, 
Ackerland u. s. w.); dass dagegen er selbst da die Kosten der 
Unterhaltung etc. mehr betragen als die Einkünfte, keineswegs reich 
zn nennen sei u. s. w. Sollen die Worte des Epigramms diesen 
Sinn gewähren, so werden sie, wie uns dankt, so zuschreiben seyn: 



*) CatuUus wird und in gewissem Sinne mit Recht, unzüchtig genannt; aber 
er ist in Wahrheit bei der offenen Geradheit, mit welcher er das Unzüch- 
tige ausspricht, ein Freund der Keuachheit jenen philolog. Grüblern ge- 
genüber, welche (wie Palladius und Parlhenius in Ed. Yenet. M.D.) die 
Worte unsers Epigramms casuistisch in solcher Art ausbeuten, dass man 
sich schttmen muss ihre Auslegmig zu referiren. 



Fertor,^ tot res ia sa habet egregj^amy 
Ancapiam^ omne geno» piscis, prala, arva ferasqoe. 

' NequicqQäm : froctos sumptibos exnperat. 
Qoäre CODcedo sis dives, dum oinnTa desint; 
Saltomlandemiid, dorn modo tu ipse egeas. 

Firmanus sattusj durch die zuverlftsaigsten Codices D. L», in 
denen salius doch offenbar nichts anders alisi das durch kleinen 
Bcfaeihfebler entstellte, siritus ist (wie in V. 6. deutlich steht sattem 
laudemnsy was wieder nur Tersebrieben ist für saltumy und endfioh 
in Carm. 115. Vers 4. ganz rein erhalten in beiden: uno qui in 
säUu etc.) — Fimmnus . saltus j sagen wir^ durch die besten Hand- 
schriften als echte Lesart gesichert, nOthigt uns, Mentula alsVoca- 
tiy zu nehmen, wie wir gethfui haben, und ^omit das Distichon aus- 
sprechen zu lassen: Mentula, Firmanus saUus (tuus) non falso 
dives fertur; wozu dann im Pentameter des zweiten Distichon der 
Nachtrag folgt: ^idier umsonst (es hilft qichts, dass er — der sal- 
tus — reich ist); denn er verschlingt und Qbersteigt die ISrtrftgnisse 
durch den Anfwand«^^ — Wenn andere Editoren schreiben: nicht 
nur FirmanOj sondern sogar Formiano saltn n. f. Mentula dives 
fertur etc.^ so geschieht dies (obgleich etliche Handschriften des 
Muretus dafür stehen) nur darum, weil man meint, d. h. sich ein- 
bildet, das Epigramm gelte dem Formianer Mamurra^ tou dem 
sonst in allen den Mentula betreffenden Epigrammen nnsers Dichters 
auch nicht die geringste Spur zu entdecken ist. 

Im letzten Distichon ffigt. daran der Dichter die hohnende Be- 
merkung: „Darum bilde i^ dir immerhin ein reich zu seyn (weil 
dein saltus es ist), ich lasse mir gefiiUen, dass du es seiest, wenn 
nur alles (Nöthige) dir abgebt; "wir wollen deinen Saltus lobeiy 
wenn nur du selbst darbest.'^ Darum setzten wir im letzten Hex%- 



nieter sis dives, und im letetfen Pentameter am Etide: dnmmodo tu 
ipse egeasi aHes notbwendig, wie uns iscbeint. 

■ r • 

l . • . . 

Herrn Lacbnianp's Vorschlag fQr dum modo ipse egeat zu setzen 
dum domo ipse egeat — kOunen wir nicht billigen, weil domo 
neben egeat den Sinn eher stOrt als ihm aufhilft, und weil wir für 
eine Zusammenstellung wie domo egeat y ohne Elision, in Gatullus 
auch nicht ein Beispiel haben. 

5* Das andere der letzten zwei Epigrauime auf Mentnla imA 
sein Landgut (saltus) hei Firmum schreibt Lachmann folgender- 
•gestalt: 

Mentnla, habes instar triginta jugera prati, 

Qnadraginta Arvi: cetera sunt maria. 
Cur non divitiis Croesum soperare potis sit, 

Uno qin in saltu totmoda possideat, 
Prata, arya, ingentes silvas saltosque paludesque 

Usque ad Hyperboreos et mare ad Oceanum? 
Omnia magna haec sunt, tamen ipse es maximus ultro, 

Non honio, sed vero mehtula magna minax. 

Hievon abweichend haben die Codd. DL im ersten Verse 
iMfentula habet} D (statt instar) — inster; in V. 3. L (st. potis 
Sit) — potuisset; V. 5. L saltus paludesque; D dafhr altasque pa- 
ludes. In V. 7. (statt ipse es) Cod. D ipse etj L ipse si; (statt 
ultro) DL ultor. 

Wir glauben , dass dieses Epigramm wohl gegen — aber nicht 
an Mentula gerichtet sei. Dafür sprechen die Codd. DL, welche 
tiberall vor allen andern Beachtung verdienen, erstens durch das 
Von ihnen einstimmig Oberliefierte habet im ersten Verse; dann im 
siebenten Verse durch ipst et^ was D und selbst durch ipse W, 
was L darbietet; denn et deutet zun&chst auf esty nicht auf esy und 



%tl 



^, Uickt eii(Btf»}4«B $xiB ht. (i rVorw^c^^Mit ml O^-^EUirf Frieder «of 
ipßß 00 t {ijNie 4t). Be«lMigt witd cBet»« «Mrd ADoahiBe aaeh dnrdi 
dM xweife Di«ti€liOB de$^ EpigrAnps, MFQrin. wi^ leisen: Cor hoB 
dir. Croesom saperare potis sity Uno qni in salta totmoda pos^Okati* 

Steht fest, dass wir zu lesen oder za schreiben haben Meo- 
tnla habet instar etc., so kann des Metrams wegen instar weni(^- 
istens an dieser Stelle hinter der kprzen Schlosssylbe von hMet 
nicht bestehen: ein Fan, nber den sich z. B. Döring und SiUig, 
welche M. habet instar schrieben, nns unbegreiflicher Weise mit 
keiner Sylbe erkl&ren, gleichsam als ob sich die RechtmAssigl^e^^ 
ihres Verfahrens yon selbst yerstftnde. — Aber, die Bedeatoog 
Ton instar y welche hier statt finden soll, zogegebeÄ nnd dann ttu$' 
Döring angenommen, dass der Sinn des .Verses sei: „Ment. hat nnr 
gefiihr (gegen) 30 Morgen Wiesengrond n. s. w/S so entsteht nns 
ein anderes Bedenken gegen den Vers, des Siniies wegen. Der 
Dichter hat nämlich die Absicht, die, Besitzioingen seines Afent. diu 
ungemein gross darzustellen ^ wie die ersten dreil)isticha des Epi- 
gramms unverkennbar zeigen, um dann so schliessen zu können: 
Omnia magna haec sunt, tarnen ipse est maximus etc. Dieser Ab- 
sicht wflrden aber die 30 und 40 Morgen Landes auffallend wider-' 
fiÄreben, da zu. Catullus Zeit wer nur so viel Wiesen, Ackerland 
etc. besessen hätte, nicht für einen reichen Mann, sondern für eineii 
Bettler worde gegolten haben. -— Da anderseits ebenfalls augen- 
scheinlich da liegt, dass der Dichter in der Schilderung des Reich- 
thums seines Mentula ins Grosse übertrieben habe, so werden wir' 
kaum irren, wenn wir amidmieD, - dass er demselben dlr^'- ja viel- 
leicht dreissig foti^^i^ Morgen Wiösen -^ und vier ja tierzig tauseiui- 
Morgen Ackerlandes zugesdirieben habe: biH welchen Werten f ist: 
udliestimmbar; mir dass wir neHeloht 'iremnthcingsweise annebmM 
könnten, dass er fllr instar oder inster (D) ein Zahladverbiom i|ri#> 



am 

centies oAet müies oder einen andern gleich bedeotenden Amdrock 
gebrancbt habe, am dreitaasend oder dreiasigtaasend etc. zu be- 
»eicbnen (z* B. Mentala ^^^rtim habet triginta mt Wn prati/ Qoa- 
draginta arri). 

Ende des ersten Pentameters laatet in allen Handschriften: 
cetera sant maria. — Dies erklärt man \?ohI, wie z. B. DOring: 
cetera sunt immensaj infinitaj anter Berafaug z. B. auf Sallust. 
Ciatil. cap. 23: maria et montes polliceri. Allein maria et montes 
pölliceri ist eine eben nur anf diese oder höchstens ganz ähnliche 
Formeln eingeschränkte Phrasis, woraas wir keineswegs folgern, 
dürfen 9 dass maria et montes j oder gar maria allein, oder montes 
allein als trop. Bezeichnung eines ungemein grossen^ je yon einem 
Römer gebraacht worden seien; so wenig als wir etwa unsere Re- 
densart y^einem goldne Berge yersprcchen^^ daza missbrauchen dürf- 
ten, am z. B. statt des Ausdracks: ,,Er bezahlte für das Gut eine 
ungeheure Summe Oeldes^^ den andern za setzen: ,,Er bezahlte . . • 
goldene Berge yon Geld.^^ — Unsers Erachtens hat Catullus sagen 
wollen: ,,Ment. besitzt 3 (oder 30-) tausend Morgen Wiesen-, 4 
(oder 40-) tausend Morgen Ackerlandes, and so das übrige (alle 
andern Dinge) in gleichem Masse :*^ zuerst einzelne Stocke des Be- 
sitzthums namentlich nach Zahl und Mass angegeben, dann die all- 
gemeine Bezeichnung der übrigen Dinge, die man sich in gleicher 
Grösse za denken habe, daran gefbgt. Ausgedrückt hat der Dich« 
ter diesen Gedanken, wenn wir nicht sehr irren, mit den Worten: 
cetera sunt paria. 

Im Hexameter des drillen Distichon, wo die Aosgaben gewAho- 
liob geben: Silvas salttisque paludesque^ moas man — da die pla- 
rimi ingentea saUus (in nao salto) doch etwas AnstOssiges zu habeü 
sobeinen — onsers Erachteos mit Cod. D schreiben — ^ Silvas of- 
tasque paludis.^^ 



Im letzten Distichon endlich kann dais von den UaiidsQbrißen 
dargebotene ultor (am Ende des Hexameters) darcbaos nicht be- 
hauptet werden; denn die Erklai*iing i,. B. Bflrring's (an dessen 
Meinang sich Silliff anschliesst) : ^^maximus uUor, snpr. LXXI, 5. 
]Sam queties futuit, toties ulcisdtur anAos^' ist kßine Erklftrong. 
l/ZcfVci<tir ambos in dem gegebeneq Zasammeuhang ist allerdings 
ganz recht, und yerstäudlich, aber filr maximus ultor in nnserfn 
Verse geht daraus nichts hervor^ wodurch diesem m »einem JZu- 
sammeuban^ ein bestimmter Sinn angewiesen würde. — Auch mit 
ullro (st. ultor) scheint uns nichts^ ausgerichtet zu werden, da wir 
nicht finden können, was ultra bedeuten soll, um an Ort und Stelle 
passend zu seyn. — Eben so wenig befriedigen uns die Conjectu- 
ren maximus horumy^ — • tarnen ut $int maxima et ultra^ — maxLnp' 
Itistro — maximu vultur u. s. w. Catullus drückte, wenn uns niqht 
alles täuscht, seine Meinung von Mentula im Vergleiche mit dessen 
grossen Besitzthomern so aus: ^ 

Omnia magna hae.c sunt: tarnen ipse est maximus inter 
Ömnia, non homo, sed — mentulajuiagna minax. 

6. Ein Paar noch schwebende Streitfrageli, zo deren LOsmig 
auch wir vielleicht etwas beizutragen im Stande sind, yeranlassen 
uns noch eines ?on den Epigrammen Catmllua, uAmlich Caruw 915. 
n&herer Betrachtung zu unterwerfen. — Das Gedicht lautet z. B. 
bei Lachmafm: ./. 

Zmyrna mei Cinnae nojoam post deniqae messem 

Quam coepta est, nonamque edite post biemem, 
Millia cum interea quingenta Hortensios uno 

Zmyrna cavas satrachi penitus mittetur ad undas 

^myrnam cana diu saecola pervoluent. 
At Volosi annales paduam morientpr ad ipsam 

Et laxas scombris saepe dabnnt tunicas. t^ 

Abhandlungen dor L Cl. d. k. Ak. d. W1ss. VI. Bd. II. Abtb. 35 



274 



Zwei Verse: 



Parva mei mihi siut cordi niooamenta: 

At popalos tQinido gaadeat Antiinacho, 

welcbe in den Handschriften im Zusammenhange mit den voran- 
stehenden 4 Distichen als Schloss des Epigramms geschrieben stehen, 
hat Hr. Lachtnann (s. anch Banpt p. 99. extr.) davon getrennt 
nnd sie als eigenes Epigramm aufgeführt. Es ist beiCatoIIas nicht 
selten der Fall, dass die Handschriften eine kflrzere oder längere 
Reihe von Versen unter einer Aufschrift wie ein einziges Gedicht 
geschrieben darbieten, indess dieselben nach klarer Weisung des 
Inhaltes in 2, 3 und noch mehr kleinere Gedichte zerlegt werden 
müssen und von den Veranstaltern der bessern Ausgaben bereits 
als solche sind dargestellt worden. — Auch der umgekehrte Fall 
kömmt vor, dass die Verse eines grössern Gedichtes durch beson- 
dere Aufschriften unterbrochen und als mehre Gedichte geschrieben 
sind. So z. B. in dem uns vorliegenden Cod. För. stehen unter 
der mit rother Dinte geschriebenen Aufschrift ^jArgonautia^^ und 
mit zierlich gemalter Initiale (was beides bei allen Gediditen in 
diesem Codex immer gleich vorkömmt), yon dem Carmen 64 (»^Pe- 
liaco quondam prognatae vertice pinus etc.'Q die ersten 240 Verse 
als eigenes Gedicht geschrieben. Darauf folgen eben so unter der 
Aufschrift ^^Fletus Egei'^ die Verse 241 — 322 („At pater ut summa 
etc.'O gleichsam als besonderes Gedicht; endlich wieder in gleicher 
Art unter der Aufschrift: y,Ejnthalamium thetidis et pelei'^ die noch 
übrigen Verse 323 G,0 decus eximium etc^Q bis 408, d. h. bis zum 
Ende des ganzen grossen Gedichtes. 

Daraus mag man schliessen, was von der Beschaffenheit des 
Stammcodex, aus welchem alle für uns noch vorhandene Abschriften 
des Catullus geflossen sind, und von dem Verfahren der Abschreiber 



ia solchem Diiigeo zn hi^IteD sei, danit. man sich nicht wundere^ 
weim die Heraasgeber des CatoUas in Sodderong and Verbindafig 
einzelner Verse oder Gedichte, kara in der äussernden Anor^ung der 
Gedichte Catnllos sich Freiheiten erlaaben^ welche allerdings aaf 
die Textworte selbst aasgedehnt, als auerlaubt and als Verachtang 
aller Gesetze diplomatischer Kritik mit vollem Rechte bezeidbnet^ 
werden würden. 

Also anser Epigranun aaf Cinna's Gedicht jfZmyrmf^ (was Wr\ 
dere iSotyrna schreiben), ^) besteht aosrtVr ja wohl ^ön^/ Distichetu 
— ^ Das erste Distichon ist den Worten nach so rein erhalten, d^s 
noch niemand etwas daran bat Andern wollen« ^^ Vom xweiteH 
Distichon ist leider der Pentameter for ans yerloren^ ohne Zweifel 
darch Uebersehen desjenigen, der den Stammcodex geschrieben^ 
oder durch was immer für einen Zufall. Der Sinn des aasgefalle- 
nen Pentameters konnte nach Haupt (pag. 99) im Zusammenhange 
mit seinem Hexameter allenfalls gewesen seyn: „cnm interea Hor-^ 
tensias milia qaingenta carmiua, h« e. ionamerabiles versus, una^ 
saepe die funderef Döring, deutet den möglichen Inhalt desselben 
darch einen bloss anivM causa yon ihm selbst gemachten Vers an: 
Millia cum interea quingenta Hortensins uno Stans pede dictaret 
carmina ineptus hämo. Weichert auf Ähnliche Art so: Mill. c« int. 
qning. Hortens. uno Saepe die properans carmina protuleriL An» 
dere wieder anders. — Vor der Hand Ton etwaiger Erg&nzung 
des Distichon durch einen selbst zu machenden Pentameter abge- 
sehen, fragen wir, was uns von grosserer Wichtigkeit zu seyn 
scheint, wie denn Hortensius (sei es der bekannte Redner oder . 
was immer für ein anderer) in unserm Gedichtlein soll bestehen 



• * . - . 

*) Cod. D. schreibt im 1., 5. und 6. Terse Zinyma; L. Zmima und 
ZnuffUttH, 

35* 



270 

köDDen? Der Dichter sagt in der andern Hälfte seines Epigramms 
zom Lfobe Beines Freundes Helvins Cinna, das«) dessen Zmyrna in 
fbrnen Ländern und noch in späten Jahrhnnderten werde gelesen 
werden; und dem gegenüber: ,^At Volusi annales ... morientur 
etc.^ Sollen beide Hälften des Gedichtes zn einem Ganzen zusam- 
men stimmen 9 so moss, wie in der ersten Hälfte von Cinna nnd 
HortensitiSf so auch in der andern Hälfte von denselben zwei Dich- 
tern, Cinna und Hortensiusj oder umgekehrt, wie in der zweiten 
Hälfte von Cinna und Volusiusj so auch in der ersten von dem- 
selben Cinna nnd demselben Volusius die Rede seyn. Drei Schrift- 
steller so zusammengestellt, wie iuunserm Epigramme, worden ein 
Gedicht geben, das ungefähr so lautete wie ein aus vier termini 
gebauter Syllogismus. Nun kSnnen wir aber den Volusius und 
seine Annalen in V. 7 unsers Epigramms nicht aufgeben, wegen 
Carm. 36, wo offenbar desselben Volusius Annalen als cacata 
Charta verlacht werden. Wir müssen folglich annehmen, dass in 
der ersten Hälfte des Epigramms, von welchem wir sprechen, Hor^^ 
tensius irrthamlich in nnsern Texten stehe, und dafbr Volusius auch 
in dieser ersten Hälfte in den Text einzuführen sei. — Aber tcie 
soll dies bewerkstelliget werden? Bios den Namen Volusius filr 
Hortensfus zn setzen, was in einer Hinsicht allerdings das ein- 
fachste wäre, verbietet das Metrom, da Volusius (laut Carm. 36 
und V. 7 unsers Epigramms) aus lauter kurzen Sylben besteht» 
Es muss ein anderes Mittel der Auskunft gefunden werden. Die- 
ses bietet uns, wie wir meinen, Seneca^ welcher im 93sten Briefe, 
von des Philosophen Metrouax frohem Tode sprechend, so schreibt: 
„Non tarn muhis vixit annis quam potnit. Et paucorum versuum 
liber est, et quidem laudandus atque utilis. Annales Tamnsii scis 
quam non decori sint et quid vocentur. Aeque est vita qoorandam 
longa et quod Tamnsii sequitur annales. ^^ Diese Stelle benutzt Hr. 
Haupt, (pag. 98 f.) dazu, zu behaupten, Volusius bei Catullus sei 



eiA nimneii fietumi der uNiA^ Naiite sei oiis röli SenecA.' anfliewahH^* 
W0rdeii : j,CaeataM ckartnm intellf gi (nftifilicii bd „^n> qtM roten-'' *' 
tur^ und bei ^^quod. Tam. s^ifur aonales^ non fugit Jost; Lipsiatoiy 
Qnb magis miror, doo Tidisse eam, yerom nobis Volosii toonien 8e- 
necam praeli^re. Idem est yocabuli exitas, eadem, nt credere par 
est> mensara: ut plane congraat illa Bentleiana fictorunr nominam-. 
regalä/' Dagegen iäagen wir: Catullas pflegte Oberhaupt niehi ^mit' 
Ansoabme seiner Lesbiä) erdichtete Namen zd branehen, anch niebt 
in seinen beissendsten Spottgedichten ; nnd er, der sich nicht schente ' 
einen Cato, einen Cäsar nndPompejns nnd deren Liebling Mamnn^ 
oder einen Memmias, Plso n. a. in schmählichen Gedichten geradezu ' 
mit ihren Namen TaM nennen^, sollte für einen armen Diehteiiing^ 

■ ■ 

den Annalenschreiber TamyLsius, ein nomen ßctum — Volusius «^ 
ansgesonnen haben? warnm doch? nm sich sicher zu stellen oder 
nm jenen zu schonen? Ganz nnglanblicb; zumal Catnllus auch aiK 
dere Dichterlein seiner Zeit, nngefahr desselben Schlages wie Vo« 
losins, ohne alle Bemäntelung bei ihren rechten Namen inennt z. B» 
Suffenus (Carro. 22.) Caesius^ Aquinus (Carm. 14.)- — ' Also F<h' 
Imius ist nicht ein erdichteter, sondern wahrer Name des Annale^- . 
dicbters, welchem Catallus seinen Freund Cinna gegenober steftt« 
— - Aber Senecä*s Tamtmus? ist ohne Zweifel aticA wahrer ^^stat 
desselben Mannes j der da eben (nabh Seneca und nach Catolliis}- 
gleich andern Römern zwei Namen gehabt hat, T^musius (non-v 
gentil.) und Vohisius (adnomen.) 



r 
r 



t 

Haben wir nun fbr unsem Annaleudiehter Velusius noch eineiig 
zweiten echten Namen gefunden, den Namen TamusitiSy so werden 
wir den Versuch machen dorfen, diesen statt des, wie oben ge- 
zeigt, anf eine den Sinn störende Weise in dem Texte stefaeoden 
Hortensius in deq Hexameter nosers . zweiten Distichon zu bringen. 
— Sagt Catullus im ersten Distichon von der Zmyrna seines Freun- 



278 

^es CiDnl^ dass sie erst mehr deon 9 Jahre» nacbdem sie begoooeo 
\eordeii, znr VoUendaug nnd Herausgabe gelangt sei, so konnte er 
von den Annalen des Yolnsius wohl sagen : ,»da inztüischen (in den- 
selben 9 Jahren) Yolnsius Tiele Tansende von Versen gemacht nnd 
herausgegeben hat.^^ In dem uns erhaltenen Hexameter nun steht 
geschrieben: ,,cum interea (Yolnsius) millia quingenta (versuum) 
una . . . ^^' Wollen wir annehmen , dass im Pentameter gefolgt 
sei (uno) die? So gern wir einem Dichter hyperbolische Ausdrücke 
einr&nmen, so verlangen wir doch, dass sie nicht in's Abeutheuer« 
liehe verfallen und sich selber yernichten: 500,000 Yerse aber in 
einem Tage gemacht, wären ein solches Ungeheuer, das wir dem 
Geschmack eines Catullus nicht zutrauen dürften. Selbst wenn 
wir ann&hmen (uno) anno: so bliebe der Fall noch derselbe; denn. 
Yolnsius mOsste in einem Jahre nicht blos eine Iliade (die in ihren 
24 Gesängen nur 15 bis 16 lausend Yerse zählt), sondern 32 bis 
33 Diaden — in einem Jahre — zu schreiben im Stande gewesea 
seyn! Nehmen wir endlich, mit Herabstimmung der Ungeheuern 
Zahl^ etwa an, Catullus habe gesagt, dass inzwischen Yolusius 
jedes Jahr^) IS tausend Yerse verfertigt habe, so ist dies noch 
Uebertreibung mehr als genug, da Yolnsius in jedem Jahre wenig- 
stens eben so viel Yerse, als die homerische Uias enthält, niQsste 
herausgegeben haben. — Diesem nach werden wir das Zahlwort 
qjuingenta in unserm zweiten Hexameter als verfälschtes Wort an- 
nehmen und unter dieser Yoraussetzung den Yers so zu corrigiren 
versuchen dürfen , dass wir uusern Dichter Yolnsius unter seinem 
andern Namen Tamusius^ wie nach obigem erforderlich ist, in den 



*) Vgl. Carm. 22, 3. „Tdemqae longe plarimos facit yersus. Pato esse 
ego Uli nUUa aut dscem aut plura Persoripta etc.^ 



379 

Text bringen. Wir wagen zo diesem Behofe den Vor^schlag, so 
zn schreiben: 

Millia com interea ter qninqne Tamasins uno 
[Versiculorum anno qaolibet ediderit]. 

Dnrch nnsre Correctionen im Hexameter glauben wir alles 
Ernstes Sinn und Worte des Dichters nahezu getroffen zu haben; 
den Pentameter haben wir natürlich nur beigefogt, um nicht blos 
zurHälfte, sondern ganz zu zeigen, wie wir uns die Sache denken: 
cum interea Tamusius (Volusius) uno quoKbet anno quindecim millia 
versiculorum ediderit. 

Was das dritte und vierte Distichon des Epigramms anlangt, 
so sind wir ganz mit Haupt (pag. 97. 59.) einverstanden, dass 
Satrachus als Fluss auf Cypros (nach Weichert), Padua (Padoa) 
als einer der zwei Arme oder eine der zwei Mündungen des Po 
{Iladoa und ^OXava, wie sie Polybius nennt) zu fassen seien und 
so aufs vollkommenste hinreichen die überlieferten Textworte als 
rein erhalten zu bestätigen. 

Das ganze Epigramm würde demnach etwa so von Catullus 
geschrieben worden seyn: 

Zmyrna mei Cinnae nouam post denique messem, 

Quam coepta est, nonanique edita post hiemem, 
Millia cum interea ter quinque Tamusius uno 

[Versiculorum anno quolibet ediderit]. 
Zmyrna tarnen [cavas] Satrachi penitus mittetur ad undas, 

Zmyrnam cana diu saecula pervoluent: 
At Volusi annales Paduam morientiA* ad ipsam 

Et laxas scombris saepe dabunt tunicas. 
Parva mei mihi sint cordi mouumeuta [sodalis]; 

At populus tumido gaudeat Antimacho. 



• • *. 



Der 



neunzehnte Fargard des Yendidad. 



Zweite Abtbeilang. 



Von 

Dr. Fr. Spiegel. 

corrcspondirendeiB Mitgliede der Academie. 



Abhandlungen der I. Cl. d. k. Ak. d. W. VI. Bd. II. Ablh. 36 



35. zarathastrd. abanem. vairim. fra^rävayat. yatbä* abü. 

• ■ ■ 

vairyd. 

Zarathustra sagte den Ahuna^vatrya her: Yathd. ahü. vairyö. 

AnquetiL Je prononpai 6 Zoroasfre Ttionover (en disant) 
C'est le desir dOrmusd etc. (et je continuai la creation). 

Vairym rzTairim liest blos F. — Nacb vairyÖ fogen ABEd Wieder 
b^ *TI Tä^täreiiiy ia G. sogar dU 7) vä^tärein; bc lasaen diese 
Worte aus vnd baben blos dL^ * Mao vergleicbe meine früheren 
BemerkoDgeD in der ersten Abtbeilang §. 5. — In C ali.eio steht 
am Schlosse unseres Paragraphen nochmals zarathostra, es ist dies 
aber das erste Wort der Hasväreseh^Uebersetzung, das aos Ver- 
sehen in den Zendt^xt gekomaieo ist. . In B ist das Wort zurHftlfte 
mit Zeud -~ zur Hftlfte mit Haavftrescbcbarakteren gescfariebeD. 



36. fr&mraot ashava. zaratfanstrd« itaf. tbwä. pere^ ars* möi. 
vaucbä. ahnrä. 

E$ sprach Zarathustra: Dieses frage ich dichy sage mir das 
Richtige y o Herr! 

Anq. Zoroastre dit: O Ormüsd:, vous ave% repondu selon kf 
t^te ä ce que je voks ai demand^ ^ * 

36* 



284 

Främrat =: främraot d. — ashavauem = ashava d — arshniö B, 
ars. nie Ab, arshmöi CE (C corr. arsbind), ars. niöi c, arasb. inö F, 
ires. möl. d. — vaöcba. abarä B allein. Die Worte von tat tbwä 
an sind ans dem 43. Capitel des Ya9na entnommen, icb babe daber 
die Formen in den Text gesetzt, welcbe dem zweiten Tbeile des 
Yagua angeboren, nämlicb die langen Vocale am Scblnsse und möi 
statt me. Neriosengb übersetzt die Worte a. a. 0: tattvattah 
pricbcbbämi satyaui me brübi svämin. 



\j \j 



37. [peregat. zaratbosfrö. *-^ asbäum] drejya. paiti. zbarabe. 
aburäi. mazdäi. yagbave. ydhü. maidbd. äo|bäuö. 

38. asbäi. yabistäi. kbsbatjiräi. yairyäi. 9pentayä.i. ärmatee. 

Anq. Zoroastre consulta Ormusd {en lui disant) Ormusd 
aisarhe dans texceHence^ juste jtige du monde^ qni existe (par votre 
pui9sance) tous qui Stes la purete mime vousy dont la force est 
itendue 6 Ormusd, vous avez avec vous le pur Bahman^ Ardibehesff 
Schahriver^ Spandomad. 

Draijya liest E, alle andern HandscbriHen darejya. — Zbrabö 
d, zabarabd E, die flbrigen zbarabe. — viihamaidb^ A, vobo. 
maidbd BC, vöbn. maidbi F, vdbu. maitd bc TÖhl maidbd Ed. <— 
fpentayäi BCFd (C corr. 9perifayä>i) (peiltayäi Ebe. ^pefitayä A. — 
ftrmateS BCEbd ärmaited Fe ärmaili A. — Ich habe eine Ueber- 
setzung der beiden obigen Paragraphen gar nicht versacbt, aas 
zweierlei Gründen. Erstens halte icb sie für eingeschoben, trotzdem, 
dass die Hnzväresch-Ueberselzung sie bat, denn sie anterbrecben 
den Zusammenhang, §. 39. scbliesst sich an §. 36. an. Die Worte 
peregat — asbäum, welche d iu grösster Aa^robrlicbkeit gibt 
fehlen auch in der Huzväresch-Uebersetzung^ icb babe sie daher 



2%6 

ihKliutHnerii «ingescUossM. 1 Zweitens bin ich aber aach nhexzeugjtf 
isiss S. 87. 38» gar keinen Sinn geben, isondern blose Cilate sind« 
Die Worte dr^^^a. paiti. sbavabd baben ^wir oben gebabi S* 15» dife 
Worte aburäi. mazdäi. vagbayd. vöbü. maidbd sind aas dem 13. Ca- 
pitel 'des Ya^na-genonnneny dort lanten sie aber: aharfti. mazdAi. 
Tagbaye, vdbdL iiaidbd. yifpft^ vöbA. cbinabml (sydiniae mabäjnänine 
Dttamapramänäya yi9yam yibhütiih äsyädayämi Ner.) Statt yifpft. 
TdbA/' cbinabmi steht bier ftogbind — ein scbwer zti erkiftrendes 
Wert, das nicbt mit ftoghänd yerwecbselt yirerden darf» leb kenne 
nar noeb eine Stelle in Fargard III, y?o das Wort yorkommt, dib 
Hozvärescb-Uebersetzer scbeinen dasselbe selbst nicbt yerstanden 
zu haben. Die obrigen Wörter sind alle berdts erklärt. 



• ' t 



39. kntha. bis. azem. kerenayänL hacha. aya|bAt« drojat* hacba. 
dujfda. a|ra. mainyö. 

Wie sott ifih sie hesehütsen vor diesem Drukhsy vor dem schledh' 
ten A^iO'mainyus ? 

• * ■ 

Anq. Qne ferai-je pour les defendre du Daroudjy dAhrihmk 
maitre de la mauraise loi. 

■ ' 

Bis ABOBM bis Ehe. — kerenayäoö Ad kerSnayäni BGüe 
kerenayäna F kereuayäi b. — bachayagbät r= hacha. ayagh&t bloi 
^. ^ dmjat ABCF drüjat Ebcd. — a|r6 = agra Ad. — Die ein^ 
zetnen Wörter sind* schon erklart; bis lese ich mit den meisten 
Handschriften cf. übrigens Yaf. Not. et EoL p. XXYIL Kntha. 
bis • . • kereuayftdi. hacha wörtlich: yyie soll ich sie machen hin- 
weg yon n. s. w. Auffallend ist der ganz unpassende YocatiT 
diO[da. agra. mainyd. Dieser rührt ohne allen Zweifel yon gedänken«- 
Abschreibern her, die den pft yorkommenden Yocaliv statt 



286 

eine» anderen Casus gesetzt haben. Ein ganz ftbnlicbes Beis^piel 
aehe man unter den Varianten zn §• 8« Uebrigens obersetzen anck 
die HuzvArescb-Cebersetzer , als ob der Ablativ stünde. 

40. katba. banm. raSthwem. knlba. paiti. radtbwem. kntbä* 
na^us. apa. ya^ and. bacha. avaghit. Tifat* ya^. mizdayagndit. 



ie soll ich die Verunreinigung — die eigene — wie soll ich 
die Verunreinigung durch Ander e, wie die Nafus ^hinwegbringen vihs. 
dieser nuisdajfafnischen Wohnung? 

Anq. Comment (eloignerai-je) {{ympurete) Uamridj t{impurete) 
Pitrid? Comment empeckerai-je le {Darouj) Nesosch de souiller 
les Ma%deiesnans? 

ratbwem=raSthwem liest blos d einmal. — apaya^adtid A, 
apaya^aeti BCE apaya^adtai F» apaya^aeitl d, apayaf&uS bc. — • 
Die letztere Lesart ist die einzig richtige^ nor sie passt in denCon-^ 
iG%iy auch die Huzvärescb-Uebersetzer folgen ihr. — mäzdaya^nöi^ 
ABC die abrigen niäzdayafuöis; die erstere Lesart ist als die rieb- 
tigere und schwerere vorzuziehen. Den Sinü bat auch Anq. im 
Ganzen richtig getroffen. Die Ausdrücke haiim raetbwa und paiti 
radtbwa eridArt Anquetil folgendermassen: (ZiAv. I, 2. p* 3030 
Les Parses distinguent deux sortes dlmpuretes. La premiere, nommee 
hamrid est edle que produit rattouchement d'un dtre impur par lui 
mdme, tel que le cadavre d'un bonunC) la seconde espece d*impurete 
est nommö pitrid: c'est celle qui est commuuique par un dtre At* 
venu hamrid. Weitere Bemerkungen über diese beiden WOr(er sehe 
man bei Burnouf. Journ. as. 1840. T. X. p. 30 ff* Burnouf steUt 
sie mit dem neupersischen ^d^d^s zusammen^ was vollkommen richtig 
ist Hinsicbtiicb des Wortes apaya9äue muss ich eine frühere B&» 



867 

iherkoDg ^eo $• 28» tbeilwebe zurfickiiefamenr leb hatte damals das 
Huzväreschwort ^J^^y^ gelesen, was deu Zeicben iiacb zolAssig ist^ 
jetzt mOebfe icb aber dort lieber *)j^*^Si<( °"^ ^° unserer Stelle 
Q^to;^ lesen. Im Pärsi findet sieb nftmlicb das Wort apar (= apabira 
Mkb. p. 69. 167.) undapnraOt (mapaharanti Mkb. p.2110 die wohl 
mit obigen Huzyftrescbworle verwandt sind. 

4t. kntba. narenu ashavanem. yaojdathdni. katba. nälrikaum. 
ashaöuim. ya^äthrem. baräni. 

Wie Süll ich den heiligen Mann reinigen^ wie soll ich det 
heiligen Frau Reinigung bringen? 

Anq. Comment purifierai-je Thomme pur^ co§nment purifierai" 
je la femme pure? 

Katba = kutba CE. — ya»|dAnd A, yäojdatbäni FBCEba 
yaöjdathäng d. — baränai CEE^ bardniBbc baränSAd. -^ DerSioa 
der Stelle ist einfaeb und die einzelnen Wörter sind bekannt, sie 
bedorfen sonach keiner weitern Erkiftrnng. 

42. äat« mraöt ahurö. ma2^äo. nizbayaguha. tu. zaratbnstra. 
ya^uhim. daenaiim. m&zdaya^uim. 

* 

Darauf entgegnete Ahura^mazda: Preise du, o ZarathttstrOf 
das gute mazdagafnische Gesetz. 

Anq. Ormüsd repondit: invoqueZy vöus^ 6 Ztoroastre la pure 
loi des Mazd^iesnans. 

Nizbayagha BCFd. (C. com nizbayagaha) nizbyagba E niz- 
baya^aha Abc. -^ ttk BCEbcd i& A, (Ai F. — mäzdaya^nem = 
roäzdaya9nim blos d. — In derHazyäresch-Uebersetzung fassen BC 



288 

aas Verseheo die Worte nETI^TJf TT) weg, C bat sie jedoch 
spftter hinzQCorrigirt 

» 

43. Dis&bayagoba« id. zaratbastra. ayäo. anie:$häo. ^pefita» avil 
baptd. karsbyairiiu. zanin. 

Preise du, o Zarathusfray diejfe Amescha — fpentOy {welche 
herrschen) über die aus sieben Keshvars bestehende Erde. 

Anq. Invoquez-vous , 6 Zoroastrey les Amschaspands ^ qui 
donnent Vabondance aux sept keschvars de la terre. 

Nizbayagba ABCEd., C bat wieder Dizbayagtiba corrigirt, 
nizbayagbd F, iiizbayagaba bc. — tu wieder Oberall, A tu, F tüi. — 
avaSo lesen ABCE, avadna F, aväen d, a^äon bc, — ameäbäo. 
9penta B. aiiiesbäo. ^peüta A amesäo. ^petita bcd. ameähä.9penta 
CE. amesbäfpeflti F. — avai F. avi ABCEd, aöai bc. — baptd 
Qberall, nor F bat bapta. — karsbüairim = karshvairiin blos d, 
karshvarim E. — llDerkl&rt ist in dem ganzen Satze nur ein Wort; 
aväo ist nftmlicb wie man siebt, eine Conjectur von mir, weder 
ayäon nocb avaen können ricbtige Formen sein, ayaena aber, wie 
in F stebt, iist offenbar spätere Correctur. AvÄo statt ay&on za 
corrigiren scbeiut mir das am Näcbsten liegende, docb will ich diese 
Correctur keineswegs für sieber ausgeben. Jedenfalls baben die 
Hozyärescb-Uebersetzer bereits ayaen yor sieb gehabt, sie führen 
dieses Wort auf die zendiscbe Wurzel yaSn, sehen, zurück und 
Obersetzen ayäen mit p^ nr), so dass also übersetzt werden müsste, 
preise, o Zaratbustra, die unsichtbaren Amescha-fpenta. ^) 



*) Vielleicht ist avaö zu lesen cf. Vendidad Farg. IX. anu^ö. hau.. mAo. 
anu^d. ava& ^tärö. 



44. ii]zJ)aya|oba« tu. zaratlinstra. (liwädfa^^bd. qacHiätabö. sur^inahd^ 
^ikaraoabg. vayäua. npard. kairyShe, 



f»:* ^ 






Preise du, o Zarathustra das selhsfgeschafene Firmament j die 

unendliche Zeit 9 die Luft die in den Höhen wirkt. 

•t 
* % 

Anq. InvoqueZf vousj 6 Zoroastre le Ciel donne de Dieu^ le, 
Tems sans hornes^ les oiseaux qui agissent en haut. ^ 

Nizbayagolia Abc. die Obrigeii nizbayagha. — zaravänabS E, 
zarvänahdFy die fibrigen zrväoabS* — AkarSiiabe blos A. — vayftos 
A yyauns B vydas (corrigirt vyaöos) C vayaSs Eb yayous V 
vaydis cd. — pairyebfe blos B. — Der vorliegende, sowie die fol- 
genden Paragraphen sind eine neae Bestätigung meiner scbon frober 
ausgesprochenen Ansicht, dass die Zendspracbe bereits im Begriffe 
ist die Flexionen zu verlieren. Während in den vorhergebeudefi 
Paragraphen das Verbum nizbaydmi den Accusativ regierte, wird 
es in unserem Paragraphen mit dem Genitiv coustrnirt. Später wer- 
den wir es sogar mit dem Nominativ finden. Wir haben etwas 
ganz Analoges for diesen Zustand der Sprache an der Inschrift des 
Artaxerxes. Die einzelnen Wörter sind grossentlieils einfach. Thwäsha 
ist mit dem sanscritiscben tvashtri gewiss verwandt, und heisst das 
Firmament. Aus tfawäsha wird in den neueren persischen Sprächet! 
^pihir oder y^^ indem thw fast immer in ^q, sh aber in *^ ilber- 
geht; man vergleiche ashava nnd^^j,^},^, fravasfai und *)^*)5Ctc. — 
Ueber zrväna vergleiche man $. 33. Die Lesart vayäus, vyaÜs sind 
hier und §. 55. bezeugt, es scheint mir den Handschriften nach fast, 
als ob die erste den Vorzug verdiente, wiewohl ich den Nomina^ 
tiv nicht anzugeben wQsste. Hinsichtlich der Bedeutung glaube ich 
mich sicher au die Parsentradition halten zu dürfen. Mit vis, Vogel, 
hat das Wort gewiss nichts zu schaffisu^ ebensowenig kann ich die 

Abhandlungen der I. Cl. d. k. Ak. d. Wist. VI. Bd. U. Abth. 37 



200 

Vebersetzoffg J. Wilsons *) billigen : invoke • • . . Yayi (Izad), who 
is over tbe works aboye, denn von einem Ized Vayi ist mir nicbte 
bekannt Die Parsen übersetzen nnn den Aasdruck durch väi, die 
Luft, ober welchen Ansdrock schon Herr Professor Malier genügende 
Anskouft gegeben hat. (Essai snr le Pehlvi p. 310.) Wegen oparö. 
kairya (^Xp^Si>( ^^^ Huzväresch, J\^vL} bei den Parsen Anqnetils) 
yergh man Barnoufs Bemerknngen zn hnkairya (Ya9. Not. et EcL 
p. XCIX) und Journ. as* 1845. Avril. p. 260. Die Bedeotnng 
utsähin, welche dort Ner. dem Worte giebt, passt hier nicht. 

45. nizbayagoba. tä. zarathustra. Tätö. takhmd. mazdadhätö. 
^peilta. frira. dnghdha* ahnrahe. mazdäo. 



Preise duy o Zarathustra den Windy den schnellen von Ahura- 
mazda geschaffenen^ (^penta-ärmaiti die heilige ^ schöne Tochter 
Ahura-mazdas. 

Anq. InvoqueZf vousy 6 Zoroastre^ le vent prompt, donne 
dOrmusdy Sapandomad, pure fille dOrmusd. 

Nizbayagha ABCEFd, nizbayagnha bc. — tu ABC <ü EFbcd.— 
mazdadätö und doghda nur in d. -^ ^pefita = 9peuta blos bc. — 
Alle Parsen und nach ihnen Anquetii sowohl als J. Wilson nehmen 
an, dass zwei Genien in diesem Satze angerufen werden , einmal 
der Windy dann (^pefita oder ToUstaudiger Cpefita-ärmaiti. Ich 
halte diese Trennung auch für ganz begründet, denn dass der Wind, 
der doch auch im 2iend gen. masc. ist, eine Tochter Abora- 
mazdas genannt werden könne, scheint mir sehr wenig wahrscheinlich. 



*) The Parri religion anfolded p. 254. 



46» < ni^bi^yagoba^ i(L asiarathastra. fravaslua« mMa. yat. aboraM. 

• . • ' • ■ } 

Preise du^ o Zaralhustra, meinen Fravashis (Ferver) des 
Jfhura^Mazdä. 



Anq. Invoquezy vousy o ZaroMtrey mün Feroüery moiy qüi 
suis Ormusd. 

NizbayB|aha blos io bc. — la zu tu blos in A. — fravashis 
ABCF frayashisEbc fravasbim d. -^ ahareahd blos d. — Die Les- 
art fravashis ist die am besten beglaubigte, sie hat auch keine 
Schwierigkeit 9 fravasfaim halte ich fbr spätere berichtigende Correc- 
tnr, frayasbis; welche Form nar acc. plor. sein könnte, ist bestimmt 
falsch, wie man aas dem folgenden Paragraphen sieht. 

47. avaüm. yaiim. mazistaiimcba. vahistaumcha. Qradstaiimcha. 
Lhraöjdistaiimcha. khrathwistaumcha. hakereptemaümcha. ashät« 
apanötemaiirocha. 

Den grössteny besten ^ schönsten y stärksten j verständigsten^ 
wohlgestaltesten^ in Heiligkeit höchsten^ 

Anq. qui de Qous^ les etres suis le plus grand^ le meilleur^ 
le plus pur, le plus fenne, C^ plus fort) le plus intelligent^ qui 
ai le meilleur corpSf qui par ma pureti suis au-dessus de tout. 

' i 

Mazistaüm steht ttberall, blos d liest mzistaüm. — J^beuso bat 
d allein vahistaumcha — khraöjdlstaiimcha fehlt aas Versehen in 
BC^ C hat es hiuzncorrigirt^ F khrojdistaiimcha. — faker^ptemaiimcba 
AB. hakareptemaiimcha C hakereptemanmcba. Ebcd, hukerS, pait- 
imaümcha F. — apandtemaümchqi ABbd. apanö. temaümcha CEFc. — 
Dieselben Beiwörter wie hier erhält Ahara-mazda am Anfange des 
Ya9na nnd dort sind die einzelnen Wörter von Bornouf so genta 

37* 



i892 

analyBirt worden, dass es onnftthig wäre, eine weitere Erkiftrnng 
derselben beizafogeu. Die Hazväresch-UebersetzuDg, selbst die 
. Glossen, ist an beiden Stellen dieselbe, nnr dass bisweilen ein se- 
mitisches Wort steht, wo die andere Stelle ein rein persisches hat. 
Diese Beharrlichkeit nnd Gleichheit der Uebersetzoug spricht fOr die 
Genauigkeit der HazvAresch-Uebersetzer. 

48. yeghg* nrva, niaiilhrö. 9peniö. 

Dessen Seele das heilige Wort ist. 

Anq.moi dont Tarne est Texcellente parole. 

Cpefitö haben Ehe, die übrigen ^pentd. Sonst bat die Stelle 
keine Varianten nnd die Wörter sind einfach. A Iftsst den ganzen 
Satz sammt Uebersetzoug weg. 

49. qatö. nizbayagaha. zarathastra. imat* daiinia. yat* ahorah^. 
mazdärO. 

Von seihst preise du, o Zarathusfra, diese Schöpfung des 
Ahura-Mazda. 

Anq. Invoques-'VOuSf o Zoroasfre, le peteple dOrmusd. 

Qatd fehlt aas Versehen in A, die Hozväresch-Uebersetzung 
hat es jedoch. Nizbayaguha BC£bc nizbayagba AF uijibayagha 
d. — daiim = daiinia F. — ahnrd = ahurahe F — Das einzige fremde 
Wort in diesem Paragraphen ist qatd, was dem sanskr. svatah ent- 
spricht. Die Bedentnng ist hier, so wie an anderen Stellen klar, 
(cf. Ya?. Alph. Zend. p. L.) doch ist dieses Wort das einzige Bei- 
spiel, das ich im Zend kenne, dass das Snffix tö so wie das sans- 
kritische tah eine Casnsendung vertritt. Die HuzTäresch-Ueber- 
Mtzong verlangt jedoch diese Uebersetznng nnd da anch andere 



indogerniatiiselie Sprachiea eine solche Yertretiiiig «afweisoB, m sefie 
kh keitieo GriiDd^ die Sacbe %u besweifel». 

50. TäkhsLem. nid. a^au^at* zaralbu^trd« 

Zur Anttüürt gab mir Zarathüstra: 

Anq. Selon es que fai dit ä ZoroMtre* , 

Yakhsliein ABC väkhsbem EFbcd — afäüfat Oberall, blos d 
bat ifaiifat. — Ebenso bat blos d zarathostra. — Die Unricbtigkeit 
der Ueberselznug Anqaetlls Hegt zu Tage. Anqoetil hat a9an9at 
als 1. ps. 8g. genommen 9 was unter keiner Eedingnng zarässig isit, 
der Satz, wie er in seiner Uebersetzang steht, stört den !Zusam- 
menbang nud er ist genölbigt, die Worte „reprit Zoroastre^^ im fol- 
genden Paragraphen doch noch einzoscbieben, ohne dasssie dastehen. 
Sonst bietet der Paragraph keine Schwierigkeiten, tieber Tftkhs 
Ycrgl. man Barnouf. J. as. Janv. 1846* p« 69* 

51. nizbayeml. ahorö. mazdäo. asbava. daiima. dätem. 

Ich preise Ahura-mazäüj den Schöpfer der heiligen Schöpfung. 

Anq. J'invoque {reprit Zoroastre) Ormusdquia dotmele mondepur. 

Nizbayemi überall, nor A bat nizbayagha, so ist auch in C 
corrigirt, Fuizbayama, die Huzvärescb-Uebersefznng gibt aber hier 
wie im Folgenden die 1. ps. sg. wieder, welche auch allein passt. 
— ahnrabe steht blos in F. — daiima BCE däina Fd dämi A daiimi 
Ic. — Wir finden hier wieder ahnrd mazdäo statt ahurem mazdanm, 
den Nominativ statt des Acc. wie wir schon mehrmals zu bemerken 
Gelegenheit hatten. Mehr Schwierigkeit steht unserer tJebersetzung 
von data entgegen, das wir — die Bnzväresch-Uebersetzer niad 
Anquetil mit uns — ebenso übersetzen, als ob ditfiarem stünde. In- 



cDess lässt 0ich for diese Uebersetzaog doch mehr aBfobren, als es 
anf den ersten Blick den Anschein haben mag« Abgesehen TOd 
der Tradition^ abgesehen davon, dass der Sinn des Paragraphen 
so am besten in den Zusammenhang passt, so geht auch erweislich 
die Declination der Wörter auf are nud a in einander ttber. Hie- 
ber rechne ich vor Allem das Wort ratbaesläo^ acc. rathaesfärem, 
dat. ratbaestäi, gen* rathadstärahg, acc. plnr. rathadst&o. Wir wer- 
.den ferner onter $. 58* noch einmal dato statt dätare finden, so 
wird in Frg. IL cbistd mit ^^^^^QTiO übersetzt und kann dort dem 
Znsammenhange nach anch kaum etwas Anderes heissen, ebenso 
findet man im 16. Cap. des Ya9ua istö durch "^(^HDitli^ "°^ abhipsayitä 
obersetzt* Alles dies ist analog, wie im Päli dieselbe Declination 
anf ri tbeils in die der Wörter auf a tbeils der Wörter auf u über- 
gebt, und unsere Uebersetzung kann daher, wie ich glaube, entschul- 
digt werden. 

52* nizbaydmi. mitbrem. vduru. gaSyaditim. huza^em. qarena^uha^- 
temem zayanaüm. vere(hrava9temem. zayanaiim. 



Ich preise den Mithra^ der ein grosses Gebiet hat^ den Sieg^ 
reichenj den glänzendsten der Siegreichen^ den Siegreichsten der 
Siegreichen^ 

Anq. Sinvoque Mithra^ qui rend fertiles les t er res inculfes, 
brillant de gloire, e'clatant de lumierey trhs-grand^ victorieux et ex- 
cellent. 



\ 



NizbydmSi F, uizbayami E, die obrigen nizbaydmi. — vöurn 
oberall, blos AF vöuru. — qarenagba9temem. ABCEd, qarenaghagtem 
F qarenaguha^temem bc. Ich habe die letztere Lesart vorgezogen, 
auf Grund der von Burnouf. J. as. Dec. 1844. p. 476* ff. gemach- 
ten Bemerkungen. Die einzelnen Wörter sind alle schon bekannt. 
Zn gaäyaoiti vergl. man Benfey Säma-veda. s. v. gavyüti. 



^ « ' . » 



dr^ioHid. kam^rSdM. pahi. daövaoikitit. 

Ich preise Craosha den heiligen y wohlff e wacksehen , der, eine 
Waffe in den Händen hältj gegen den Kopf der Daecas. 

Anq. J^inroqne S&osch puty qui frappe avei un bras ^enäui 
ks Devs par lä eeinture. 

Nizbayanii blos C aocb in den folgenden Paragraphen — - 
^anaidhis BC^naethis Ady 9aDa(bis E (naitblsFbc* zaptayö ABC£iF 
zagtaya bcd. -^ drajimnö A, drizimnd o^ drajiuinö BCb (C corrigirt 
drajimnö) draojironö £, drabjfemnö F drnjeninö d. — Die einzelnei) 
Wörter sind langst erklärt. Asbim ist Acc sg; von asby ö . cf. Yi^;. 
p. 16. ^oaitbis stammt von der Wurzel ^natb (ödten, Nerioseng^ 
tibersetzt es dnrcb ^astra. -^ Wegen kameredha vergleiche man diq 
verschiedenen Ansichten, welche Brockbaus im Glossare zum Yen*» 
didad-säde zosammengestellt hat. FOr jede derselben Iftsst sich 
Etwas anfohren, ein genauer Beweis for die Bedeutung lAsst sicli 
aus keiner der mir bekannten Stellen ableiten. Ich habe einstweilen 
nadi der Ansicht Burnoufs übersetzt. 

54. nizbaydmi. manthrd. 9pentö. yd. ashqar^nfto. 

Ich preise das heilige Wort, das sehr glänzende. 

Anq. J'invoque Mansrespand Qla parole excelUnte^y dont teclai 

« 

est pur. 

^pentö BCy die abrigen alle ^pefitd, so corrigirt auch C« ~» 
ashqarenäo Ad^ as. qarenäo BC^ asa» qareuäo Fbc, asahd. qarenäo 
E. — Nor ein Wort des Satzes erfordert einige Bemerkungen, qäm« 
lieh das Wörtchen ash. Bornouf hat schon früher die Yermnthung 
ausgesprochen y dass es im Zend ein solches Wort geben nnd.dass 



2MI 

dies ^Tiel^^ oder »»sehrf^ bedenleo mOsse^), er bat aber seine An- 
sicht bis jetzt nicht näher begrondet, desw^en steUe ich die mir 
bekannten Stellen hier zusammen. Ich bemerke znerst^ dass auch 
die Hazvftresch-Uebersetzung die Existenz dieser Partikel anerkennt 
und sie gewöhnlich durch ^^'D ^^^^ ^^ gleichbedeutende q) i. e. 
gii^ fibersetzt. Es kommt nun das Wort ausser an unserer Stelle 
Tor in Farg. III. (p. 36. 1. nlt. ed. 01»h.)- Nachdem von der Be- 
handlung des Todten geredet worden ist, heisst es dort weiter: 
as. qarStemaSibyö. ^p^fitd. mainyavanaiim. dämanaiim. kerefs. qäraiiuu 
ui^rinuyät. vayatim. kahrkä^aiim. d. h. man ttbergebe (den Todten) 
den Tielfressenden Geschöpfen des Cpeuto-mainyus, den körperfres- 
senden, den Vögeln und Kahrkä^as. Im Yapna, im zweiten und 
im sechnten Capitel steht: maiithrem qientem ash. qarenaghem. 
hy^^. ySsti. etc. Endlich gehören hieher noch die Worte ashaöjagb 
und ashaojactema im neunten Capitel des Ya^na. An den meisten 
Stelleu kommt neben der Lesart ash auch noch die Variante asa 
vor, man könnte al2*o annehmen, ash sei blos ein Fehler statt asha, 
beilig. Hiergegen spricht jedoch: 1) dass die Variante asa in den 
Ältesten und besten Handschriften nicht Torkommt; 2) die Ueber- 
setzungen ; tou der Huzväresch-Uebersetznng haben wir schon oben 
gesprochen, Neriosengh obersefzt ash. qareuäo durch prabbütafrika, 
ashaSjd durch mabäbala, das zendische asha aber wird durch punya 
wiedergegeben. Endlich ist noch die Frage, ob man as oder ash 
lesea solle? Ich habe mich für die letztere Lesart entschieden, als 
die der besten Handschriften, da mir sonst kein Beispiel bekannt 
ist, dass sh am Ende eines Wortes Yorkommt, so muss es wohl 
mit dem folgenden Worte zusammengeschrieben werden. 

55* nizbayemi. thwäshahg. qadhätahd. zrvänah§ akaranahd. 
yayftos. npard. kairyöj^d. 

a^m^m ■■■!■■ ■ ■ ■ 

•) Journ. as. IV. Ser. Bd. V. p. 434. 35. 



Ich preise äen Uknmelf den eelbsf^eeehafenen^ He unendliche 
Sücit^ die Luft^ die oben wirkt. , 

Anq. %rinvoque le Ciel donne de Dieuy le tems sans homesy 
tes oiseüux crdes en haut 

Tbwäsbalig lesen AFd^ die obrigeu thwäsahg. — qadblütabg = 
qadbitahS liest blos F. — zrvänabS ABCFcb, s&araväuabg E, zrväoa 
d. — akaranabd Abcd akarenabS BCE akarnabg F — Tyaöus B 
yayaöis C£ vayaÜä Ab vayöis cdF — leb sebe nno^ dass im 23. 
Cap. des Ya^ua die Worte vayaos. upari. kajrySbS gleicbfalls Tor- 
kommen und von Neriosengb mit pakhsiuä (sie) uparikäryasya ober-* 
setzt werden. leb bleibe nicbts destoweniger^ bei meiner obigen 
Auffassang aas den in %. 44. angefbbrten GrOnden.^) 

56. nizbaygmi. vätd. takbmdw mazdadbfttd. fpenta, ^rira. dngbdba. 
abnrabS. mazdäo. 

Ich preise den Wind, den schnellen^ den Ahura-mazda geschafften 
hat und Cpenta Cdrmaitt) die heilige schöne Tochter Ahura-^nazdas. 

Anq. Jinvoque le vent prompt donne dOrmusd^ Sapandomad 
la pure fille dOrmusd. 

Nizbaydm^ blos d, cpenta BCE, die obrigen 9p^Iita. — Nach 
dngbdba schieben BC noch yat ein, die obrigen lassen es weg. 
Wegen der Einzelheiten vergleiche man oben $• 45> d hat dghdba = 
doghdba. 

57« nizbaySmi.vaguhim. daSnaiim. mäzdaya^nim. dätem. vidbdyAm. 
zarathnstra. 

Ich preise das gute mazdayapnisehe Gesetz ^ das Gesetz gegen 
die Devas von Zarathustra. 



*) Ich bezweifle nun nicht mehr, dass hier und S* 44 rayaös zu lesen sei, 
von einem Thema vayu wie fshaös von fshu, neben fsh^us. 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ak. i. Wim. VI. Bd. H. Abth. 88 



1208 

m 

Anq. J^invoque la pure loi des Mazä^esnans donne ä 2joroastre 
et qtii eloigne les Dews. 

Nizbayemi ABbcd, nizbayami (corr. Dizbayainii) C, nizbayimi 
E, nizbay^ind F. — viddyam BCEbc (C corr. vidayüm) Tidayürn 
A, Ttdhöydm F, TidfaDim d. — Alle Worte sind einfach nur dätem« 
vtdöyüm erfordert eine nähere Erkiftrang. Wir haben diese Worte 
mit ^,Gesetz gegen die Devas^^ fibersetzt, wobei wir die Tradition 
aiif unserer Seite haben. Diese Tradition hat Bnrnouf (Ya^n. p« 
20 ff.) bestritten, dagegen Holtzmann (Beitr. znrErkl. der persischen 
Keilinschr. p. 74. ff.) mit wenig Aenderangen in Schutz genommen« 
Wir wollen die von beiden Seiten angefahrten Gründe hier nicht 
wiederholen^ da sie ohnediess leicht nachgelesen werden können, 
doch scheint uns die Torliegende Stelle sehr für die Fassung der 
Parsentradition za sprechen. Nach Burnouf würden wir die letz- 
teren Worte unseres Paragraphen wohl obersetzen mfissen: „den Za* 
rathustra^ der gegen die Daevas gegeben ist.^^ Es liegt nun am 
Tage, dass an unserer Stelle, wo Zarathustra spricht, eine An- 
rufung desselben von ihm selbst unstatthaft ist, wogegen eine An- 
rufung des Vendidad gerade hier sehr gut passt, da vorher TOm 
nazdaya^nisch^n Gesetze die Rede war. Da nun auch indenKeilin- 
aehriften data in der Bedeutung Gesetz vorkommt, (von wo aus 
das Wort höchst wahrscheinlich in das Hebrftische und Cbaldäische 
flberging) und sich bis in das Nenpersische herab in derselben Be- 
deatnng erhalten hat, so wird es wohl keiner weitereu Entschul- 
digung bedOrfen, wenn wir auch dem zendischen data dieselbe Be- 
deutung beilegen. Nur das darf man nicht vergessen, dass ddta^ 
obwohl ein Substantiv, doch ursprllnglich ein part perf. pass* ist 
und deswegen zarathustra als instr. sg. in unserer Stelle von dätem 
r^iert sein wird. (cf. $.12.) 



:■...■ 1. 



n» 



h6os.1 ahura. mazda. 

Es fragte Zarattusfra den Ahtira mazda : Schöpfer des Outeuj 
Ahvra-mazda! 

Anq. Zoroastre consulla Ormusd {en lui disant) 6 Ormusd 
äbsorhe dans Veoccellencey juste juge du monde gut existe (par votre 
puissance) vous qui etes la purete mimey Ormusd ^ qui ave% dotm^ 
Cles 4tresy. 

Das einzige Wort dieses Satzes^ das eine YarlaDte bietet , isi 
das sinulose a|iien. So baboD iiämiicb die Veodidads mit Uebersetz- , 
uDg, wogegen die Vendidad-sädes va|bea lesen^ auch A hat zperst 
▼agbeo geschrieben, das t aber wieder weggestrichen« Dass hi^ 
der Text verdorbeu sei, geht anch aus der HazTAresch*Uebersets»r» 

ong hervor, welche aghen mit ^^n$Q(( (i* e. (5(>Lt)wiedergieb^ 
womit sie sonst YÖhA obersetzt cf* onter S* 38. und im Ya^oa cap. 19i 
Am nächsten scheint mir vagheos zn liegen,^) ich habe daher aodi 
obersetzt, als ob dieses Wort im Texte stünde. — Dfttd halte ichj 
wie die Hozväresch-Uebersetzer, für gleichbedeutend mit dfttare^ 
wie denn überhaupt die Dech'nationen der Wörter auf are und derer 
auf a in einander oberzugehen scheinen. So findet man z. B. den 
dat. rathaestäi aber den acc. ralhaSslärem. Auch in mehreren an- 
deren Stellen veranlasst uns der Sinn und die Huzväresch-Ceber- 
setzung einen solchen Uebergang anzunehmen^ so z. B. im zweiten 
Fargard. (p. 12. 1. 2. ed. Olsh.) nöit. dato. ahmi. nöit. chistd. meretd. 
beretacha. dadnayäi. „ich bin nicht der Schöpfer, nicht der Verbrei- 
ter, nicht der Erinnerer noch der Träger for das Gesetz.^ Dies ist 
wenigstens die Auffassung der Huzväresch-Uebersetzer und ich kann 
auch nicht finden, dass eine andere möglich wäre. Ebenso steht 



*) G£ Farg. XX&. init: aate. yA. fthurö. »azdlo. tMoL "yft. däi«; vaghnaMH« 

38* 



im Yä^na cap. 16. i$td, was im Hozt. mit "^(^nOHIi^' ^^^ Nerio- 
dengh mit abhipsayitä wiedergegeben wird. 

57. kana. ya^na. yas^äni. kana. ya9na. fräyazäui. imat* daiima. 
yat. ahnrahd. mazdäo. 

Durch welche Anrufung soll ich preisen^ durch welche Anruf '^ 
vng soll ich lohen diese Schöpfung des Ahura-Mazda? 

Anq. Comment leur ferai-je bien izeschne? Comment ferai'je 
un izeschne' c§nvenable aux productions qui viennent dOrmusd. 

Yazftni ABCEF yazäng bcd. — Myazftn^ BCEFbcd (Mya- 
zftngimat als ein Wort in d) frdyazftni A. — daüm= daiima F« — 
mazdfto fehlt in BF, in C ist es erst hinzncorrigirt worden, die 
übrigen Hdsch. haben das Wort. Die einzelnen Wörter in diesem 
Paragraphen sind alle schon bekannt und bedürfen keiner ErklArnng. 
FOr yafna kenne ich kein deutsches Wort, das den Begriff voll- 
atAndig anszndrOcken Yerroöchte. Es ist eigentlich „sacrificinm cum 
precibns conjnnctam/^ cf. Bnrnonf: Yafna I. p. 24. nnd Not. et|EcL 
p. LXXIV. 

58- &at. mrai^t* abnrd. mazdäo. nrvaranaiim. nrathmyanaiim. 
ava. jafäi. fpitama. zarathustra. 

Darffuf entgegnete Ahura-mazda: Gehe hin zu den wachsenden 
Bäumen j o heiliger Zarathustra. 

Anq. Ormusd repondit : Approchez^tous des arhres qui croissent 
6 Sapetman Zoroastre. 

Urraraiim = urvaranaiim EF. — urnthamyanaum = nrathmyanaiim 
blos F. — jathäi ABCF ja9äiti Ebcd. — ^petima = ^pitama blos d. 
opetama F. — * Umthmya kommt von orath, einer Nebenform der 



Woniel nidh| tod der unitkware ond hbni<iiiii6 kommt^ leteteres 
Wort übersetzt Nerioseogh im 10* Cap. des Ya^oa udaya. An tmn 
serer Stelle ttbersetxen Anqiietils Parsen richtig amthma durch 
^OJ^^y Fflr jathAi corrigire ich onbedeiiklich ja^äi^ th und 9 werdett 
öfter yerwechselt, man vergl. % 15. in der ersten Abfheilong dieser 
Abhandlang and %% 78« 90. 98. Die Lesart der Vendidad^i^es 
ja^ti ist gewiss unrichtig, die Hozväresch-Uebersetzang giebt des 
Imperativ und auch Anquetils Parsen ttbersetzen das Wort durehr 

59« 9rira. urosta« amavaitL iisat« vacbd. framm* 

Zu den schönen y emporgewachsenen^ krdßigen und s/nrich diese 
Worte: 

Anq. prononcez hien ces paroles pres des arhres qui crofssent* 

Die einzige Variante dieses Paragraphen, welche es sich: ver- 
lohnt anzufahren, ist, dass F vacha = vacbö liest und E framrvaj 
Unsere Uebersetzung scUiesst sidi vollkommen an die Hnzväre^ch-^ 
Uebersetzung an, welche die Worte ^rira bis amavaiti als Appo-^ 
sition zu urvaranaiim fasst« Dass die Apposition in einem anderen 
Casns steht als das Substantiv zu dem sie gehört ist im Zend das 
Gewöhnliche; ich habe froher bereits darauf aufmerksam gemacht, 
man vergleiche meine Abhandlung aber einige eingeschobene Stellen 
des Vendidad. p« 58. 59. 

60. nemo. urvair3. vaguh^* roazdadhätS. ashabnd* 

Preis (dir) dem Baume , dem Outen , von Ahura geschaffenen^ 
heiligen. 

m 

Anq. Je prie les arhres purs et sanUs, qu^ Ormusd a donnees. 



I t 



Crvairi BGB orraiF nrvaire Ac unrare d --va|bd.BCEF (C. 
com avaghd) vagofa^ d avagohi A vagohi bc« — mazdadbäte Abd 
0ias^dadbi^ti BCE mazdadbätai F mazdadbaitd c. — asbänoS A agK 
batoö BCEFd asaöne bo. — Die einzelnen Wörter bedorfen keiner 
Brklftmng. Wie man siebt schwanken die Hdsch. ober die En^ 
dimgen der einzelnen Dative« Hier ist es nnmOglich, blos nacK 
den Handscbriften entscheiden za wollen, ich habe mich hierbei 
nach der Sanskritgrammatik gerichtet« Ich nehme daher an» dass 
die Wörter nach nemo, wie gewöhnlich ^ im Dativ stehen, doch ist 
es auch möglich, dass die zendischen Feminine aof a wie die sans- 
kritischen anf ä im Yoc* § haben, daher nrraird, mazdadbätd, dass 
die Wörter auf i dagegen im Vocativ ihr i verkürzen, also vagohi, 
ashaont 

61* ashem. vöhü* vahistem. a^tü. 

Anq. L'^dbondance et le BeheschL etc. 

Dies sind blos die Anfangsworte eines Gebetes, welches nicht 
hieher gehört und, wie man ans den verlängerten Endvocalen sieht, 
in dem Dialecte des zweiten Theiles des Ya^na abgefasst ist. Man 
vergleiche ober dasselbe Ya^na p. 2* und Yendidad-s4de ed. Brock- 
haos p. 1. not. Die Worte vahistem a^tü fehlen in den Yendidad-*s4des. 

62. nstä. a^tü. ustä. abmäi. 

Yon diesen Worten gilt ganz das von $. 61. gesagte. Sie 
fehlen in den Yendidad-sädes und sind Mose Citate. Anquetil hat 
sie nicht angedeutet^). 

63« bare^ma. hg. uzbärayat. adsbd. dräjö. yavd. fratbö. 



*) Anquetil in seinei: handschriftlichen Uebersetzung fügt noch bei: On prend 
la branche, en disant eachem on coupe la pointe, ä vohu on met le cou- 
teau au miliea, ensuite en pronon^^ant le raste on coupe la branche. 



Er wird ihm bringen das Barefma von derselben Ldt^ ah 
Breite. 

Anq. Tire% de ces (arbres) le Barsom long dune fois la lar^ 
geur (de tarbre). 

So einfach dieser Salz scbeint, so bat er doch mehrere Scbwie- 
rigkeiten* Bere9iiia r= bare9ina Jiest Mos c. — aesbd die Vend. 
mit Uebersetzuiig y aSsd die Vendidad-sädes — ya^ö oberall, blos 
AF yvd. — fra^dABCEF fralbö bcd — eine sehr gewöhnlich vor- 
kommende Variante cf. $. 15- 58. — Zuerst ist aofTallendy dass hier 
uzbärayat steht, da in den vorhergehenden Sfttzeu von §. 58*. ah, 
der Imperativ stand. Eine zweite Schwierigkeit ist yavd, da«; ich 
fOr yavat nehme. Wenigstens sehe ich keine bessere Erklärung« 
Die Huzväresch-Uebersetznng sieht weder in adsbd das Pronomen 
noch nimmt sie yavd = yavat das erstere Wort tibersetzt sid dnrch 
^^ das letztere dnrch pyi. Dies sind aber, wie man sieht, brose 
Umschreibangen, die das Verständniss des Paragraphen selbst nicht 
weiter fördern. 



64. mä. hd. bare^ma. paiti. keretem. pairi. kerefitis. nard. a|heo. 
ashavand. hävdya. zapta. nyft^emnö. 

Nicht sollst du das Barepma rings umschneiden (d. h. hin- 
werfen) die heiligen Männer sollen es in der linken Hand halten. 

Anq. Qu'iln'yait queThomme pur quicoupe leBarsomj et qtte^ 
le tenant de la main gauche. 

Dieser Satz bietet eine Schwierigkeit, die gewiss leicht auf- 
zuhellen wäre, wenn wir mehr Holfsmittel besässen, um die parsi- 
sehen Ceremonien kernen zu lernen, als* gegenwärtig der Fall ist« 
Da mir keine Holfsmittel far die Ceremonien der Parsen zu Gebote 



Ateheoy 80 babe ich nicbts Besseres tban kOoBen, als die Tradition 
der Parsen möglichst genau wiederzngeben. In dieser ist npn anf- 
fallcfnd, dass sie, während siekereQtis richtig mit ,,schneideu^^ fiber- 
setzt, paiti keretem mit J^'^iEnpJ^ISi^ pS wiedergiebl. Die Glosse 
habe ich gleichfalls in meiner Uebersetzong aosgedrackt. lieber 
nydfemnd, im HuzTäresch n]2^n> ^^^^ ^^ Bopp* vergL Grammu 
p. 989. 1105. Die Varianten sind sehr nnbedeotend. For paiti 
liest d das erstemal paire, das zweitemal pere« BCFE paiti (C corr« 
pairi). — kerentis ABCEFd. kerefitis bc. paiti. kereiitis hat blos E. 
— ny49emö blos F. d^imnö A. — aghen blos A« — hävya blos 
Ehe. — 

65. yazemnö. abnrem. mazdaum« yazemnd. ameshe. 9pefite. 

Preisend den Ahura-mazday preisend die Amescha-^fpenta. 

Anq. il fasse izeschne ä Ormusdy il fasse izeschne aux Amr 
schaspands. 



Yazemnö ABCE, ySzemnd Fb y&zimnö. cd« — Das zweitemal 
yazemnö ABE yazaemanö C yezemuö Fb yezimnö c yizimnö d. — 
ames6. 9pent6 BCE amesb6. 9pente A, ameshe ^pefitad F, ameshe* 
9pent6 bc. ames6. 9pent3 d. — Die einzelnen Wörter sind alle klar* 
Ameshe. (pente. halte ich for eine spätere Nebenform für ameshaü^. 
fpentaiif. Ich bemerke hier^ dass amesha unsterblich heisst und 
dem adj. meshas todt, entgegengesetzt ist. Verwandt ist natfirlich 
auch mashya, Mensch. 

66. Hacima^cha. zäiris. berezd. (riräo^cha. vöhn» manö, rätacha. 
TagohL mazdadhäta. ashaooS» vahistö. 

IKchj Haonuif goldner j grosser und die schOnen Darbringe 
ungen des Voku-mano {Menschen) die guten , von Ahura geschaf- 
fenen ^ für den heiligen besten. 



•Oft 

Änq. Aü hom äd eouleur tw^ gtani et trhs jmr^ aü pur 
Bahman quOrmusd a etahli Chef du pur Behescht 

Berezö BCEfi* barezA Abcd; — TÖhn ACBbc. vdhü JL voba 
F TÖbü d. — rätacba BCF rata Ebcd rata A, so ist aucb in C 
Qorrigirt. — ragube zz vagulii blos d. — yahistö ABCF Tatustem 
fibc. vahdstein d, — JEs, ist uns längst nicht mehr auffallend , da^s 
Appositionen zu einem Acc« im Zeod in den Nominativ gesetzt werr 
den, (cf. S« 59.) unser Paragraph bietet da neoes Beispiel. Haoma 
ist durch cha mit dem Yorhergehenden amesh& f peütd verbondenj 
muss also ron jazemnO abhängen und statt der nun folgenden No- 
minative sollten eigentlich Accnsative stehen. Es ist diess die eia* 
zige mögliche Auflassung, die ich sehe, und die Tradition bestätigt 
sie. Rata von der sanskritischen Wurzel rd kommt im sechzehnten 
Capitel des Yafua zweimal vor und wird mit dakhsinikfita von 
Neriosengh übersetzt; die Lesart rata, die einige Handschriften geb^n^ 
ist unbedingt zu verwerfen. Wegen der Auffassung von vdbo. manft. 
vergl. man zu $. 69« 

67. perefat. zarathuströ. aburem. mazdaiim. vi^pd. vidhväo. 
ahnra. mazda. 

Es fragte Zarathustra den Ahura-mazda : Allwissender Ahuror 
mazda! 

Anq. Zoroastre consulta Ormusd, (en lui disant) Ormusd qui 
scavez taut. 

Vidväo ABCEbc. vidbväo Fd« — hura = ahnra blos d. — ahur« 
mazda blos E. 

68. aqafnö. ahi. abagbö. tum. yd.^ahurö. mazdäo. 

Abhandlungen derA. a. d. k. Ak. d. Wisf. VI. Bd. II. Abth. 39 



10« 

'. Ohne Schlaf bist du^ ohne Trunkenheit biet duj der du Ahura- 
mazda bist 

, Anq. vous^ Ormusd^ qui ne dormez (jamais) qui ne vous 
ewfvrez jamais. 

Sftmmtliclie Handscfariflten, mit Aasmahme von Ab, lesen ah^ 
statt ahi. Die GrOnde, welche mich veranlassen, die Lesart abl 
vorzuziehen, habe ich in meinen Bemerkungen zn $. 22. dargelegt«-^ 
aba|hn = abagbd liest blos F. — ahnrahg = ahurd Fd. — Aqaf- 
Hd macht keine Schwierigkeiten, es ist dieses Wort von qafna Schlaf 
iAii dem a privalivum abgeleitet. Ebenso sicher i^t abaghö ohne 
l^mnkenheit, so sonderbar es auch scheint, dass gerade dieses Bei- 
wort for Ahura-mazda ausgewählt wird. Die Hnzväresch-Üeber-* 
Setzung giebtaba|hö durch HDIO^ ^* ^* ^^^^""^ mit dem a priv., baghö 
in der Bedeutung eines Narcoticums kommt auch sonst im Vendidad 
vor, et Wilson: the Parsi religion unfolded p. 80. Es ist, wie 
Wilson a. a. 0. richtig bemerkt, das sanskritische bbaiiiga (cannabis 
sativa). Streng etymologisch sollte man abafigd statt abagbd erwar- 
ten, es wechseln aber diese beiden Schreibarten öfter in den Ma- 
nnscripten. So wird zaHgra, Fuss, sehr oft anch zagra geschrieben, 
obwohl es dem sanskritischen jaflgghä ohne Frage entspricht, 

• 

69. v&hu« manö. haiinl. radthwaygiti. vöhu. mand. paiti. raeth- 
wayeiti. hacha. avaghät. tanvat. yat daSvö. jatayäo. daeva. haiim. 
raStbwayeiti. bvat« vöhu. manö. yaÖjdätö. 

Vohu mano (der MenscK) verunreinigt {sich) — unmittelbary — 
Vohu-mano (der Mensch) verunreinigt (sich) — mittelbar — von 
dem Körper y den die Daevas geschlagen haben ^ durch den Daeva 
verunreinigt er {sich), ist Vohumano {der Mensch) rein? 

Anq. {Les anhnaux pnoteges par) Bahfnan sont {exposes) ä 

Q 



iievämir kamrid^y u ^kvenir frittiis^ J9rsque teuti eatps. Uhioh^ 

* 

iß qudqm chQ9€'iimpwr) U Uev rend aus$i kamrids ceusf quüf 
finappe (eommenf) purifienh-t^on (ces anitnatuB dß) Bahman? .> 



BC lesen du erstemal TÖhii» das sweitemal vöbof F dad 
-mal TÖbAy Ebc beidemal vöba^ A beidemale räba, d beidemal^ 
vdbA. — radtfawayi§iti beidemale ABC£b ¥ nhthvryiMi, c rati»- 
wayaiti nnd rathwayaeti, d. raöthwayatti abd radtbwayditi. *~ Vüto 
Worte : TÖba« manö. paiti raetbway3iti fehlen in F. — tanvat ABbed 
tanavat. CE tavaf F, — jatayät =^ jatayäö Ebc. dadvd =1: dadva 
EF — ra^thwaygiti nach bäum om: ABCF. Die obrigen Ebed 
haben es^ docli schreibt c rathwayaeiti. Da das Wort in der Huz- 
▼äreseh^Uebersetzdng steht, so habe ich es in den Text gesetzt. — 
bavat ABCEF bvat bcd. — vi^bäi BC vöhA A, TÖha Fd vdha Ebe.-^ 
Der vorliegende Paragraph bietet keine geringen Schwierigkeiten, 
unter denen eine der bedeutendsten ist, wie vöbn. mand za fassen 

sei. Dass vöha mand soviel als das sanskritische uttamajh manah 

• 

sei, dass es dann obertragen als Eigenname, denYazata bezeichne, 
den die neueren ParsenBebman nennen, dies alles ist längst dnrch 
Burnoofs Forschungen dargethan. Der Verlauf unseres Textes zeigt 
aber meiner Ansicht nach unzweifelhaft, dass keine der beiden Be* 
deutongen passe. Yöhn-manö mass ein persönliches Wesen sein, 
die Rolle die er aber spielt ist nichts weniger als die eines Izeds. 
Anquetils Fassung, les animaux proteges par Bahman, in dieser w^ei*- 
ten Fassnng kann auch nicht richtig sein, man sehe nur zu welchen 
willkohrlichen und gezwungenen Einschaltungen er durch seine Auf^ 
fassnng genöthigt ist; zudem zeigt der Verlauf unzweifelhaft, dass 
diese Auffassung nicht die richtige sein kann. Eine ähnliche, nur 
eingeschränktere Auffassung giebt aber die Huzväresch-UebersetSi- 
ung, und ihr bin ich in Ermanglung von etwas besseren gefolgt. 
Die Huzväresch-Glosse erklärt nämlich vöhu. manÖ durch (i^^;|^ 

39* 



1 ^. Menscfa. Es kann dieses eii^eschobene (^nit^Jt^ ^^^^ Glosse 
sein ZH vdbamapd nicht etwa ein ergänztes Objeet, denn sonst 
wOrde der iSafz beissen: Yobo. manö Teranreioigt den Menschen^ 
was natOrlicb darchaas unpassend wäre. Eine zweite Scbvviefig- 
kiii bildet banm radtbway^iti. und paiti. radtbwayeiti. lieber die 
Bedeotnng Tergleiche man S- 40., überall aber wo diese Yerba Tor- 
kommen, regieren sie sonst den Accusativ, der aber hier fehlt. 
Ick habe das Yerbum daher hier als Reflexivum genommen. 

70. äat* mraot. aburd* mazdäo. gaoma^zem. ayagöis. zarathustra. 
[gjtoni. aya9Öis. zaratbustra.] gaom. pairi. ukhsbäuem. bikhedbrem. 
däityö. kereiem. 



Darauf sprach Ahura-mazda : Suche Urin einen Ochsen, C^uche 
dazu) einen jungen Ochsen , der richtig verschnitten ist. 

Anq. Ormusd ripondit : II faut pour cela de Purine de taureauy 
Zoroastre, mais dun taureau jeune et coupS. 

Maraot m mraot blos CF — gaö. maSzem blos F. — Der Zu- 
satz gaöm. aya9dis. zaratbustra steht blos in ABC; die Huzväresch- 
Uebersetzong lässt ihn aus, ebenso EFbcd^ er ist auch ohne Zweifel 
zu streichen, da nirgends in dem Folgenden gesagt wird, dass das 
Thier selbst bei der Ceremonie zugegen sein mosse. — ukhsbänem 
ABGEd ukhsänem bc. aökhshänem F. — bikbidhrem A bikhdhrem 
F.bikbedbrem BCE. bäkbedhrem bc. bäkbedhrem d. — aya^öis, so 
wie das sonst vorkommende ayapata halte ich für Formen mit auf- 
gelöstem Guna, die Ton dem Yerbum i^ wünschen, abzuleiten sind, 
welches im Zend neben ish häufig vorkommt. Bikbedbrem soll nach 
Anquetils Parsen bedeuten „saus glands^^ ich glaube, dass das Wort 
ans bi zwei und khedhra zusammengesetzt ist; bikbedhrem ist na- 
tOrlicb von däityd. keretem. abhängig (richtig verschnitten an beiden 
Hoden). 






■ • i 



7^. yaäjfcUUa. frabarOif. suuiiQv paiti* »horadhfttaam. 



. • - . . ^ ^^ , • , , 

Bringe sie gereinigt zu äerErdej welche ron Ahufa gegeben ist 

t ' jinq: Qu^une ipersänne pur0 mme {tanünal souillä) dans ten 
terrein (particulier^ donni JFOrmusd.' 

Yai^dAta ABCEbcd. yäiOfdiiti F. ^ frabrdis Mos F. = abo- 
fradhätaiim ABFb ahardhätaiim CE. abara. dätaum c ahuradätaiiui d. 
— YaojfdAia ist wohl Dual, die eiDzelnen Wörter sind alle klar. 

72. pairi. karshem. pairi. karsböit- aesbö. nä. yd. yao;}dä(bryd. 
Einen Kreis siehe dieser Mann^ der reinigt. 

Anq. Celui qui doit le purifier trapera un keisch. 

Die Varianten zu diesem Paragraphen sind - oft blose Scbreib- 
fehler, karsem = karshem. blos bc. — karsböi^ ABÖEFd. karsdia 
b karöis c. — aSsd BCEbc aSsbd AF asbonli d. — nAyö A yad 
BCF yd bcd. — Die einzelnen Wörter sind alle bekannt , yaojdAth- 
ryö wQrde ich am liebsten übersetzen: der zu reinigende, aber die 
HnzYäresch-Uebersetzong hat ■^p'^Di<^2^^ d- i- ^^^ reinigende, und 
ich glaube mich dieser Auetoritat unterwerfen zu müssen, (cf. ancb 
Barnonf. Journ. as. 1840« p. 20*) 

73. 9atem. asbö. 9tüitinaiim. upa. 9tvöit. ashem. vdh(L 

Er bete hundert heilige Gebete: ashem v6hA etc. 

Anq. H recitera bien et atec %eU cent fois: Vabondance et le 
Behescht etc. 

^tem = 9atem F. — 9t(ki(anaiim ABCFd. (^tavatanaüm E 
(tjiitinaiim bc. — upaftvöis BCbc. (C corr. upaftuiöis) upa. 9tYdis 



j « > 



AEd. apa. ptdis F. — Die eiDzelhen AbweicboDgen in der Angabe 
des Gebetes, welche doch alle dasselbe sagen wollen, halte ich 
nicht for nöthig anzugeben, ^tüitis ist natQrlich das sanskritische 
«inti, daher ist die Form ftüitinaiim Torzuziehen; im zehnten Capitel 
des Ya^na findet sich dazu der non« ^tditis. 



74* biJTrat. ahnnem. yairim. frä^livayÖit. yatbä. ahA. vairyd. 

Zweihundertmal recitire er den Ahuna-vairya : yathä. aM. vairyd. 

Anq. il recitera deux cens honovers {ßeat ä dire) Cest le des- 
sir d'Ormtu'd etc. 

BijfaYat n: bijvat blos b. — vairym = Tairim blos F. — 
frafräTayöis ABCE fra9rävyaöis F frafrävaydit bcd. — Dieser so 
wie auch der vorhergebende Paragraph ist schon von Burnouf 
(Ya^na Not. p. CLIV) näher besprochen worden, wir bedürfen also 
liier keine nähere Erklärung« — Meine in Webers indischen Stadien 
I. p. 309 flf* ausgesprochene ^Behauptung, dass alle Citate im Ven- 
didad auf Texte verweisen, welche im zweiten Theile des Ya^na 
enthalten oder doch in demselben Dialekte geschrieben sind, steht 
noch immer ohne Ausnahme da und auch der vorliegende Fargard 
bestätigt sie (man vergl. §§. 5. 35« 36* 37* 38. 73. 740- Im Be- 
treff dieser gewiss wichtigen Frage erlaube ich mir hier einige Zu- 
sätze zu meiner oben genannten Abhandlung zu macheu. Ich habe 
nämlich, seit jene Abhandlung geschrieben ist, gefunden, dass nicht 
blos diese Citate im Yendidad, sondern auch eine Anzahl Anrufungen 
im Yispered vorkommen, welche sich auf den zweiten Theil des 
Yafna beziehen. Diejenigen, welche ich bis jetzt nachweiseii kann, 
finden sich im ersten Cap. des Yispered (p. 7 — 9. der litbogr. Ausgabe). 

nivaedhaySmi. hafikäraySmi. ahunavaityäo. gäthayäo. ashabnyäo. 
ashabd. ratbwö. 



tu 

asbsbd. ratbwö. 

Divaddftaydni. hafikAray^L natvaiiyäo. gftdiiyäoi asbaoDyiö^ 
adbafad. rathwö» 

' niraidhaj^iaii hankArayfimi. ipp^ti. mainyäia. gftthayfto. ashai^ 
iiyAo. ashabd ratfawd. 

mvagdbaytoi. ha&kirayteL vöbukbsbatbrayio. g&tbayfto. asbaS-* 
ny&o* asbab^. rathwö. 

uiva^dbay^Dii. baükäraySmr. Yabistdistöis« gätbayfto« ashaonyAo. 
aabab^ ri^tbwd. 

nivaedbayemi. bafik&rayemi. airyamuö. isbyebe. asbaond« asbabS* 
ratbwd. 

Die genannten Gebete finden sieb nun sämitttlieb im zweiten 
Tbeile des Ta^na. Scbon Anqaetil bat^ angegeben, dass ein Tbril 
des Ya^na den Namen Haflengbat fbhre^ es ist diess nämlicb cäp. 
XXXV* — XL. Die astvaitya gitbä sind cap. XLII. ff., weichte 
mit nstä. abmäi. beginnen, ^pefitä. mainyeas. cap. XLYI. vobü. 
kbsbatbrem c. XLK. vabistä. istis. L. airySma. isbyd. LI. Di^Ger 
bete am Gab abunavaiti beginnen mit Cap. XXVHI. ff. (cf. Anq. im 
Index s. V. Honouöt). 

75* cbatura. fra^nana. fragnayöit* gaomaezem. gava. däityayäo. 
bis. äpem. niazdadbätayäo. 

Er taasche sich viermal mit dem Urin einer passenden Kiih^ 
zweimal mit Wasser mit dem von Ahvra-mazda gegebenen, 

Anq. il lavera (Tanimal) quatre fois avec de Furine de hoeuf 
et deuw fois avec de teau donne dOrmusd. 

Cfaatru BCF, die obrigen cbatura, so corrigirt ancb C — 
fra9näua Bfi" fra9nllnä C, corrigirt aber wie B» fi^a^naini K, fra^nana 



Abod/-^ fra^ naydit ABC fra^jndit F fra^^yaöiä G fr^^ bc. 

fra^iiäydit d. — däityayäo BCE däitayäo AFd dätay&o b gavadA«- 
tajrfto als ein Wort c. — mazdadbaitjäo zz:'. mäxdadbfttaydo blos 
F- — Dass es der nä. yaojdäthryö ist, (cf. §. 72.) der die Wa- 
schlingen vortiinehmen bat, sagt die Hoz¥äresch--Glo8se ansdrOck- 
lich; Anqnetlls Uebersetznng ist demnach als yerfeblt anzasehen^ 
chatiira obersetzt die Hnzväresch-Uebersetznng darch %L ^^ l 

76« yaöjfdäta. bnn. vöhu. manö. yaojdätat bnn. masbyö. 

Dann wird rein sein Vohu mano. dann wird rein sein der Mensch. 

Anq. horsqtie (Fanimal de) ßahman est pur^ F komme est aussipur. 

Statt yaojfdÄta, wie alle flbrigen Handschriften haben, liest F 
beidemale yaüj[däi(i. — vohü A. vöbü Fcd. vdbu BCEb. — Zu 
mashyö giebt die Hozväresch-Glosse die nähere Edftaterong, es 
sei der Mensch gemeint, der mit ihm (dem reinigenden) komme. 

77. uzgearvayät. vdhn. mand. hävöya. bäzTÖ. dasbinacha. 
dashina. bäzvö. hävayacha. 

Es erhebe Vohumano {das Kleid) mit dem linken Arme und 
mit dem rechten y mit dem rechten Arme und mit dem linken. 

Anq. Le (puri/icafeur) prendra (^Fanimal de) Bahman^ (et le 
lavera) de tepaule droite ä t{epaule) gauche et de tepaule gauche 
h t{epaule) droite. 

Uzgadarvayät BCE nzad. nrvayät F. nzgadarvayaf A nzgbe- 
orvayät b nzg^arvay^t c. uzghadorvayät d. — vöhü. manö. Ad. 
Yobümanö F. — hävaya = hävdya blos F. — dasbinacbaAB das- 



*) Zum Verständnisse des Inhaltes von %. 70. iT. vergleiche man Farg. IX. 
(V. Säde p. 330. ff.) 



3t3 

% 

baoacha B dasanacha C dasboicba F dasinacba bc da^inacba d. — 
daabioa Ad dasbana BGB (C dasbaoab&zvö) dasbni F dasioa bc. — 
bAzö = bftzYÖ blos F. bftYyacha blos E. — Die VeDdidad^sAdes 
babeo hier die richtige Lesart erhalten: ozg^orvayat) welche ohne 
Zweifel vorzuziehen ist« GerSw wird im HozvArescb gewöhnlich 
dorch ,,machen*^ wiedergegeben, wenn ich nzg^rew mit ,;emporheben^ 
wiedergebe 9 so glaube ich mich nicht sehr weit von der wahren 
Bedeotung des Wortes za entfernen. Dass hier das Emporheben 
des Kleides gemeint sei, ist die Ansicht der HnzvArescb-Glosse, 
welche for mich am so grössere Wahrscheinlichkeit gewinnt, als 
die Ceremonien bei der Kleiderreinigong wirklich der hier vorge- 
schriebenen sehr Ähnlich sind. Man vergleiche die Stelle im sieben- 
ten Fargard (V. S. p. 233. ff.) adtadha. M. aötö. mazdaya^na. aStAo. 
va^tr&o. fra^nädbayen. ma^pmana. g6us. ydzi. agbat* izadnis. tbris. 
frafnädbayen. mae^mana. g^os. tbris. zemö. bafikanayen. tbris. Apö. 
fra^nädhayen. tbris. mäoghö. npa. baödhayaiin. raÜcbanem« paiti 
nminabe. d. i. „nun sollen diese MazdayaQnas diese Kleider mit 
Knhnrin waschen. Wenn das Kleid ans Haaren verfertigt ist, sol- 
len sie es dreimal mit Kohnrin waschen, dreimal mit Erde reiben, 
dreimal mit Wasser waschen, drei Monate loften an dem Fenster 
der Wohnnng.^^ — Man bemerke die verschiedenen Formen hävdya 
and hävaya, die offenbar dieselbe Bedeatang haben müssen. Sie 
sind geschotzt durch eine Parallelstelle in Farg. ID. (p. 39* ff. ed. 
Olsh.). Die Ansdrocke mit dem linken Arm und mit dem rechten 
etc. erklärt die Huzväresch-Glosse hier sowohl als an der genannten 
Stelle des dritten Fargard: „das heisst durch Holfleistung des einen 
mit dem andern.^^ 

78. äat. vdhn. manö. nidhaitis. (ftkrö. thwarstananm. raöcha|hanm. 
yat. he. ^tararim. baghö. dätanarim. aiwi. raÖcbayäofiti. 

AbhandluBgcn der I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. U. Abtb. 40 



314 

Darauf rufe Vohumano die er habetk geschaffenen Lichter an^ 
doHS 'es (einige) von den durch die Baghas geschehenen SUhme 
heleuchtem^^ 

} Anq. Les animaux ffnt ete donnß^^/orts, ils Mutete, produiU^ 
eclqtans^ ils brillent sur^tes astres^ donn^^, pu^f. {auxqueh Jeur se^. 
fuence a ete cpnfie). 

Vdho BEPbc v5ho C vöhö A vöbü d. — oidbaithis BCET 
iiaidhaitbis F nidaithis Abcd — ^nrd ABCEF ^flrö bcd. — ^warsta- 
näiim ABC ^wrastanaüm F ihwarptanaiim E thwarstanaüiii bcd. — 
h^tftraiim blos d — be blos F — bagbödbätanaiim =: bagbö. dsUa- 
uäüm Acd. bagbd. dbätauanm b. bagbödätaDaum F. Der ganze Satz 
v6n ftäraiim bis aiwi feblt in B mAC ist er erst später hiozlbcorrigirt 
aiwi feblt in F gftnzlicb. — raÖcbayaoiti B: corrigirt aber raöchay- 
aäiDtiy C raÖcbayaoiti corrigirt raöcbayäontd, raöcbayenti E i^äÖcha- 
yaita F raücbayäoHti d, raocbayäonte Abc. — Nidhaitis übersetzt 
die Ho^värescb-Uebersetzong darch dasselbe Wort^ mit dem sie ge- 
wöhnlich nizbayemi wiedergiebt, man yergl. aiwidbäitis im 9. Cap. 
des YaQna und Bnrnoafs Bemerkungen daza. (Joarn. as. Fevr. 
1846. p. 127.) ^rd giebt die Hnzvärescb-Uebersetzang * wie immer 
durch *^t;Q^ i. e. .tyt. Wäre dies nicht der Fall, so könnte man 
vermuthen, dass hArd. tbwarestanaiim zu lesen sei. Baghö wird im 
Hnzvärescb mit p^ oder y^ übersetzt« Ich tabe die Spuren dieses 
in den Keilschriften sehr gewöhnlichen, im Avesta aber seltenen 
Wortes in den flbrigeu Dialecten schon an einem andern Orte nach- 
gewiesen.^) An zwei anderen Stellen im 10. Cap. desYa^ua, wo 
das Wort wieder vorkommt und auch in der Huzväresch-Ueber- 
Setzung steht, ist es beidemale von Neriosengh nicht übersetzt. Im 



*) Hoefer Zeitschr. für Sprachwissenschart U p. 63- 



HU 

Av€fitakoiiiiiit /ferner die YerhiDdBagliagbd. bakbta Tor, welche 
V^rimdoog ao^ in dasParsi in der Fornr bagö. bakfat obergegangen 
ist. Was dies sei erhellt ans Minokh. ^ (Cüd. Anq,^ X. >Sn{^l. pl 
210.) wo es beisst: bakbt. aiiu. bahdt. i. ej. fradomi. bakbt. 6(}ie\. 
a. bi%6.' bakht. aifai. d]dicba.'hakb8em. ;,Bakht hei&st das(, v^as von 
Anfang an zngetbeilt ist, bagö. bhkhf das zweite, dael sie' schenken.^ 
Im.JMeppßrsischen bat ^ch das Wort in oiJüü and %^aA^ erhalten. 
Nicht za verwechseln ist ein anderes baghä, das am Anfange des 
XIX. Capitel des Ya^na vorkommt and das im Hozväresch mit 
ttnM!ni<3' von Neriosengb mit vibhafijanä wiedergegeben wird. Im 
Uebrigen würde ich die Worte 9t&raüm. bagbd. dätanaiim lieber vor 
yat. hg gesetzt haben^ da aber sowohl die Handschriften als die lieber- 

setzang ihnen die Stelle anweisen, die sie in unserem Texte haben, 

... ■ • 

so kann 'ich sie blos als eioeo PartitivgenitiT erklAren. 

79. -irt^pem. %. a,bitk\. yat. Iie. tiava. kbäbiifna. QäöKäiofltö. ' 

i 

. » ■ • • . ■ "i 

Bis dass neun ISächtfi vorüber gegangen sind- 

Anq. 'H faut absolument garder ainsi {dans un Heu pärticulier) 
pendant neuf nuits (tanimal qni a ete souille). 

eKhsfae = khsbafna blos F kbsfna d. — pchaonte F pachäontö 
ABCE ^achftoilte bc ^achäofiti d. — *Der Satz ist ohne ^jßitere 
Schwierigkeiten, ^cfa hat im Zend die Bedeutung vorobergbhenj 
man vergl. Farg. Y. frft. hama« ^adiinti. atha. aiwi. gftra^. d. i. der 
Sommer ist vorüber, dann im Winter ,(cf. V. S. -p. 207^ 331 ff.) der 
CoDJunctiv steht hier wieder statt des Futurums, man vergl. die Be- 
merkungen zu S- 18. 

80. äat. pa^cha. nava. khsfeaparät. äfhre. zaothrfto. frabaröit* 
khrn][dranarim. ad^manaiim. fttbre. frabaröit. vohü. gaonanaiim. baoidhi- 
naimi. äthre. frabaröit« 

40* 



316 

Danii nach neun Nächten bringe er Zaothra (Zör) für das Feuer, 
er bringe hartes Holz für das Feuer , er bringe verschiedenartige 
Wohlgerüche für das Feuer. 

Anq. Apres ces neuf nuits on portera du Zour (de la graisse) 

dans le feuy on portera dans le feu du bois sec. 

* 

Nayakhsparät F kbsparät = kbsbaparät E. — frabardit ABCEFd 
frabaröis bc — kfarof^draoarim BCF kbrüjfdraDanm A kbrdzdaraDaüoi 
E kbsAdrananni bcd. — aöfmanadnaiim = ad^mauaum blos F, der 
Punkt oacfa khru^draoaüm feblt in dieser Handscbrift. Die Worte 
von vöbA — frabaröis fehlen in BCE sowobl im Zend als in der 
Hazvärescb-Uebersetzang, in C sind sie in beiden zucorrigirt A, 
sowie die Vendidad-sftdes haben die Worte, (aoch die Hozväresch- 
Uebersetzong in A) die Auslassung in der Handscbriftenreihe BCE 
ist also wahrscheinlich blos zafAllig.^) baoidhanaiim = baoidhinaiim 
F baädhanaiim c — äthra F, ätfari d^ die obrigen ätbrd — fra- 
bröis = frabaröis blos F. — Ich wflrde am liebsten auch hier 
frabaröit statt frabaröis lesen, da mir letztere Lesart zn schwach 
beglaubigt scheint, kbsbapara ist ein von khsbapa abzuleiten- 
des Substantiv, ebenso wie khsbafna. Khru^dra, hart, ist die ein- 
zig richtige Lesart au unserer Stelle, die Lesart der Vendidad-si- 
des giebt keinen Sinn, die Huzvftresch-Uebersetznng giebt es rich- 
tig durch p^Q i. e. odau^ wieder, eine andere gleichfalls vorkom- 
mende Form ist khraöjfdva in derselben Bedeutung. Entgegenstehl 
varedva weich (q'tj i. e. |^o). 

81. vöhu. manö. &. baodhayaöta. 

Vohumano [der Mensch) räuchere es (das Kleid). 



*) Anquetil hat den Satz in seiner Uebersetzung gleichfalls ausgelassen. 



317 

Anq. {Oh jß metträ) dM oieurs ä fintentüm de (Fammat) de 
Bahman. 

Vöbu liest CEFbc. vdhü d vöba AB — äbaödbayadta A a. 
baüdhayaöti F ä. baödbaydita BC A. baüdbayatai E L baödbayata 
bc. A. baöidbayata d. — bodb bat im Zend aocb die Bedeutung 
riechen cf. die in g. 77. angefhbrte Stelle. 

82. yaüjdftta. bun. vdbu. manö. yaü^^Ato« bun. masbyö. 

Gereinigt ist Vohu'-mano, gereinigt ist der Mensch. 

Anq. LüTsqtte (Fanimal de) Bahman sera pur, thwmme sera 
pur. 

Yaüjdäta Oberall, nur F bat beide Male yaö^düti. — vübuBC 
TÖbu Ebe vübü A yöbü d. vdliAmand F. — Die Worte dieses Pa- 
ragraphen sind, wie man sieht, ganz dieselben, wie oben in %. 76. 
aber die Erklftrnng in der HuzTArescb-Glosse ist eine andere. Die 
Huzväresch-Uebersetzong bestimmt hier ydbu. manö. durch n^YVDl 
l'e. Kleid, unter masbyö aber will sie den verstehen, der das Kleid 
hftlt. Es ist mir unbekannt, welche GrOnde die HuzvAresch-Ueber- 
setzer veranlassen, hier abweichend von %. 76. zu erklftren. 

83. uzgdurvayat. vöbu. manö. hAvöya. bAzvö. dasbinacha. das- 
bina. bäzvö. hävayacha. 

Wäs erhebe Fohu-mano (das Kleid) mit dem linken Anne und 
mit dem rechten y mit dem rechten Arme und dem linken. 

Anq. Que ton prenne donc {Fanimal de) Bahman {et quon le 
lave) de Tepaule gauche ä t{epaule) droite et de täpaule droite ä 
F(epaule) gauche. 

Uzgaurvayaf BCF uzvaurvayat A uz. geurvayit E uzg6urvayät 



318 

c azgheanrayät' b uzagbeorvayät d. vofan BCbc vobA A yöbo FE 
vöbA d. — hftvaoya BC bäöya AE hävaya F bävdya bcd. -^ dua« 
binacba ABF dasbanacba CE dasinacba bc da^iiiaeha d. — das- 
bina ABcf dashaoa CE daeiioa bc. — haöyacba A bävayacba FCbcd 
(C corrigirt : 'liaÖyaölia) häväya^cba B havacba E. — Die eiozelnen 
Wörter sind scboo $. 77 erklärt, yod dem sieb der vorliegende Pa- 
ragrapb Dicbt weiter noterscbeidet 

84. fravaocbat. ydho. manö. Demo, ahnrfti. mazdäi. nemo, ames- 
haeibyö. fpefitaeibyö. Demo. aDyadsbaüm. asbaä^aiim. 

Eif ^spreche Voku^mano: Preis dem Apt^ra-mazda , Preis den 
Ame^hc^fpentäsj Preis den übrigen Heiligen. 

Anq. Que Von adresse pour {fanimaC) de Bakman.des prieres 
ä Ormusdf que ton adresse des prieres aüx Amschaspmdsj qüe.tan 
adresse des prieres aux autres etres purs. 

Fravöcbat ABCbcd fravaocbat EF — (pentaeibyd BCEF t;peu- 
taeibyö Abed. — mayaesbatim blos F. — Die einzelnen Wörter sind klar. 

85. p^re^at. zanatbnstrd. aborem. mazdanm. vt^pö. vidhväo. 
abura. mazda. 

Es fragte Zarathustra den Ahura^Matda : AlUtissender Ahura-' 
mazda! 

Anq. Zoroasfre consulta Ormusd (,en lui disant) Ortnnsd qm 
scavez tout. 

Dieser Paragraph ist ebne Varianten, (blos C schreibt aas 
Versehen epere^at) nnd auch der Sinn erfordert keine weiteren Er-* 
Iftnternngen, da unser Paragraph ganz mit S. 67 identisch ist. 

86. bakbsbftnd. narem. ashavanem. faakbsbAn^. nftirikaiim. as- 



310 

haÜnim. hakfashänd. drvataiim. dadTayä^Datiaüm. merezajitiiii. mas- 
byAiiaiiin. 

Soll ich auffordern den heiligen Mann^ soll ich auffordern die 
heilige Frau f spU iph auffordern den sündhaften von den schlechten^ 

die Daevas verehrenden Menschen? 

• ■ • 

Anq. L'homme pur ressuscitera^t^il ^ la fetnme pixte ressus^ 
citera-t-elU les Darvands, les adorateurs des Dews, qüi töürmen- 
fent les hommes^ reskusciteront-ihf? i»; 

Sotrohl ^. 86. als % 87. gehören' zo den schwierigsten, die 
ich iöeoilie. Da^ die Worte theilweLse drnikel siud9^ ist nicht «das 
einzige aber keine Glosse hellt den Sinn aof^ sondern 'wir besitzen 
blos die Uebersetznng. Zadem stehen diese beiden Paragraphen' so 
vereinzelt, sie scblicilsen sich weder an das Vorhergehende üoch 
aa das Nachfolgende auy so dass aoeh der Zasammdtahaug '4eine 
Hülfe gewährt. Dies Alles ist om ^so mehr zv bedaoerii^ als > un- 
sere Stelle, wenn Anqnetils Uebersetznng ' sich bewahren soike/fbi^ 
eine dogmatisch wichtige Lehre des Parsismos maasgebend wäre. 
Wie aber anch das* UrtheU ober meine eigene Uebersetznng ans- 
fallen mag, so viel glaube ich bestimmt behaupten zu können, dass 
der Sinn, den Anquetil in unseren Text legt, nicht darin liegen 
kann. Zuerst die Varianten. Hikhsäne und hikhsbäni lesen ABCEFc 
dagegen bd hakhshäne. — maskyänaiuu = mashyäuaiim d — Die 
Lesart bakhshänd, die hier nur wenig Autoritäten für sich hat; ist 
au anderen Stellen gut beglaubigt, so dass es nicht möglich ist nach 
den Handschriften zu entscheiden, welche von den beiden Formen 
den Vorzug verdient.^) Auch die Etymologie i^t nicht klar, am 



*) In der Stelle im 7. Fargard entscheidet sich gleichfalls die Mehrzahl der 
Handschriften Tür hikhs, im achten Cap. des Ya<;na aber für hakhs. 



320 

nftcbsten scheint noch das vedische sakhsati = gacbchhati zu liegen 
(Nigh. n. 14. ed. Roth). Die Bodeiitang des Wortes aber scheint 
mir aas den wenigen Stellen des Avesta, wo das Wort noch vor- 
kommt, ziemlich sicher hervorzugehen. Die Hauptstelle im 8. Cap. 
des Ya^na lautet folgend ermassen: hakbsaya. azemchit- yö. zarathns- 
trö. fratemarim. nmftnanaiim. vi^aiimcha. zantunaiimcha. daqyunaiimcha. 
aghäo. daSnayäo. anumatayaecha. anukhfayaScha. anvarstayaScha. 
(Neriosengh: uttishthämi ahafichit yo jarathustrah prakrishtebhyo 
visebhyafchajaffidebhya^cha gr&mehhya^cha asyftiTi diuau utkri»btena 
manasA utkrislite na vachasft utkrrisbtena karmanä). Ich fasse hakbsbaya 
als 1. ps. sing, pfaes. im Atmanepadam (aya = e wie öfter) und 
glaube obersetzen zu mOssen: „Ich fordere auf, ich der ich Zara- 
thustra bin, die vornehmsten Wohnungen, Dörfer, Länder und Ge- 
genden nach diesem Gesetze zu denken, zu sprechen und zu han- 
deln/' In einer zweiten Stelle im siebenten Fargard passt gleich- 
falls die Bedeutung, auffordern.^' hakhsbaesa. ^pitama. zarathustra. 
kemchit. a|heus. agtvatö. aetadshva. dakhmadshva. vikafite. d. i. 
Fordere auf, o heiliger Zarathustra, Jedermann in der mit Körper 
begabten Welt, (dass) sie diese Dakbmas einebenen.'' Dieselbe Be- 
deutung glaubte ich dem Worte auch hier geben zu müssen. Mere- 
zujiti, das nur sehr selten vorkommt, halte ich for zusammengesetzt 
aus dem persischen v^ Sonde, und jiti v. ji leben. 

87. zaiim. ahuradb ätaiim. nipärayaHta. äpem. tachafltaiim. yava- 
natim. uruthmaiim. anyaiim. he. avaretanaiim. nipärayailta. 

Sollen sie über die Erde ausbreiten laufendes Wasser j wachsende 
Feldfrüchte^ sollen sie andere Reichthtlmer über dieselbe ausbreiten, 

Anq. (^Verra'-t-on) aller sur la terre donne dOrmusd, Feau 
courante les grains qui croissent? Toutes ces choses iront-elles 
sur (to terre)? 



ati 

GE lefi^n unm. .(laiti» -^ahorMlUttailm ^CttbordiiAtAiiai JB). ^ Alle 
lArigeii HaDdschriften lamen poiti weg, das aocb in der HazvAresch- 
^her^tzmg'i^tBtäkti^ Md. Kaum -da» afli^ ülikgen''hiäMl und 
Ate^ auch oic^t f^blM dM.— 'mpttBy%niä ABC&i"^ tä^Arayahtk 
htd. — tächmtäätt ABGEP'Mebaflfailm bedi — äbtoditf d^äbyaütf 
hliik d. ^ aVar^iiliiiir^ABOBd Urai'Siaiiiii b6 (c lA^r hat' arii^- 
täiiadm corrigiiH} kvareolMiiit F;-^ nipl^rayafito = Di^fthiyitote ABEbd; --^ 
leb «weifle kädko, tdteid' nreiDe AvtfüAäang der vöriieglikkläii *Sl6Ue 
im Wes^tfieüM die ridbtige ist; idi 'sehe in diä^in VäiragrApbiEifi 
eine Anffordernng zum Ackerbau eotbalt^n, dei^ audb saust oft j^ 
ung im Ayesta als sehr yerdienstlicb eiugescbftrft wird« NipAray- 
aii^^ das meiues Wisseus sonst nicht mehr vorkommt. Obersetzt die 
Hnzvärescb-Üebersetziing ganz ebenso wie in fe'arg!. IL' Viai6Avayat al- 
so yygehen machen/' Diese causatiTO Bedeutung ist um so weniger 
zu bezweifßlo, da auch frapar dieselbe hat; frapftrayönö wird im 
XEL Cap. des Yafua mit prApay&mi Qbersetzf: abd urrinem. va- 
bistem. ahAm.'frap&r^yönd (Nerios. tasya AtmAnam utkf isb^atamafia bhuva- 
naih präpayAmi) 9,ich bringe seine Seele in das Paradies/^ gleichfalls nut 
doppeltem Accnsativ wie nipArayanta an unserer Stelle. Man be- 
merke lObrigens, ciass, w&brend Apem im Accusativ ßtebt, die fol- 
genden Zus&tze in. den. Gen. plur. gesetzt werden. Durch solche 
Unregelmftssigkeiteii. ist es endlich dabin gekommen, dass im Nei^ 
persischen die Endung des Gen. pK als allgeuiejoe Pluralendung 
blieb (cf ^Ub^t = adsbaum; U^ = yushmAkam u. s. w.) Avareta 
kommt öfter vor und y^ird im Hus^rAresch stet^ durch pHDünM ^' ^* 
jüu^t^ Vermögen^ wiedergegeben, was mir auch gaus^ passen^ 
erscheint . , ,, j * . 

, • ■.•••■- . t ' ' ■ 

88. Aat. mraot. ahurö. mazdAo. hakbshadsa. ashAum. zarathustra. 



.i 



Darauf mtgBgmte Ahura-^ikazäa: Fwdere auf\ o heiliger Za^ 
rathuetrai^^'*^ ^t »•* '^- ■• •■ ^^ »i •• •(\'^^h:\h 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ale. d. Wits. VI. Bd. U. AbHi. 41 



322 






Anq. Ormusdrepondit: {tauJ^rssmuteiterß 4 pur Zoroäktte. 



I r 



) ; 



,, HßJdfsa^ B bakbsasfi CF .hikli£()ia(esa.:A i^^MMw^ E M^bj^ 
(l )M^ffa|pha bc ^^ Diese Variante ist^ie einzige, die uQ£ier Te;Kt 
l^^lft.jmÄ m/^ mßg sicl^, for die Le«art: ao^cbeidWi,, wejcbe i;wi 
will, mafiiwjrd iminer zugeben iqOsfien, das« AiiqoetiL falsch . Qb^r-* 
setzt hat; tQ^klisbai^sa ist d^ ^ p^« des. , |^t^ Jqi Alediimi, hakhsbi^ 
Ifibg^ der ) Iinperativ 9 beide. Formea besagen also ziendich das^^elbe^ 
9([i^ dieaeip« PiM^agraphen scbliesst die mit $• 85. beginnende Abtiieir 
long, mit $. 89. Vgiifnt eine nf;ne Frage, r / 

- # ' r * ■ *^ i ' t \ ' " I*' . ■ I ■ . . 

8^. dAtare. kva. tA. däthra. bavainti. kva. lA. dAthra. pAraye- 
ifiti. kva. tA. dA^ra. pairi. bavaiilti. kva. tA. dAthra. paiti. befnapefiti. 
mashyö. aptvatö. aghvö. b^vAi. urnnd. para. d^nthyAt. 

Schöpfer ! ^ tto sind diese Gerichte, wo gehen diese Gerichte 
vor sich, ^ wo verstunmeln sich diese öericAfe, wo kommen die G/-- 
richte zusammen, (welche) der Mensch der mit Körper begabten 
Wett fär seine Seele ablegt? • - 

Ahq. Juste juge etc. Commeht seront^ils purs, comment mar^ 
theront^ils purs, comihent seront^ils purs^, tofkment s^appr^cheront-^ 
ils purement ces hommes les hommes da monde existaht;, ä qui 
tarne aura ite rendue? 

KvatA als ein Wort FCEb kva. tA AB kavatA d (immer) kava. 
(A c (immer). — bavainti AFE bavaihta BC bavaifiti bc.bavafiti d. — 
pArayainti A pArayanti BC pArayanta EF pArayadiiltd d. — benja^entß 
BCF banja^inti A haja9enti E berijafeHti b haflja9eriti d faeHja^ente 
c. — aftvafitö BC a^tvaiti A a^tvaiflti bcd aplavafita E a^tavatd 
Fw — a^havö d nnd Correctur in A. — paradathyAf BCF£ para. 
daidhyAt A pairi. daitfayAt d. para. daithyAt bc. Das einzige schwie- 



.•|.-/ I ;.:i 



.. * 



i 



' » j ,1 



Sit 

rige Wfirt des iK;aDMu SfttMft «^ dAtbra, iäsi eio« non. plar. DediJ 
8^n vas0y die Bedeqtab^ i d€i WArte»^ geht i äoa« dem ZiBiiakineo'' 
hange khur geoag b^nrer, Jcb»JteDiüe obffigenB blosi aoch eine St6ll0 
w^ sii^t dad^ Wo#t findfet^i «Micb dort (laMt dieselbe Bedeatnog' wi6 
Utfi Meee :SteHe>^telii »iB/20L^ Gap», des Ya^aa nod laateU (V 
SL |ii 213.) ttiLi tbwfti ^erepft. *bov&. yä.rxL ftiti: jAlgbaticbAi yAo. 
idhidd^f^aci^fitör dAtbfaiiaiB». badk% a^^ jAo^obA. mazdA. drSg^ 

▼Adebyd ,Wias .QtK^b N«i^ taddyitayajb tra^tab. ppcli- 

cbliAmi svAmin y adägata A , Ayl^icb». ; yp^ (Ißgrt 79) p^aA d^id^te 4^ 
n^bbyab pQijyAbiiaQp, ^ , ye . cba. . ^fnab A|fliftniD .. dnrgatuif adbfiyab. Ich 
t)dij^f^: >^Q^va^ ^Äge ipb^,4<cb o Hwr, lüras Ji^cwfPt 

l^ld.kolllme)lp,,.Wl^l^ ,ij?e^ di^SchoM def/G^^nplite.bt^ablcqs «ojl^^i 
ftar^$len^PeUigeD,,i^d.welebe.% Sjchlppl^tep.^f; * ,7-. J^^ dasRqltr 
geode können wir onsere Uebersetzong der Haoptsache nacb fOr ge- 
sicbert halteo> da wir wie oben $. 23 «^. 32J eine; Stelle des Mi- 
nokbired besitzen (Cod. X. Sappl. Anq. p. ^l.ff.). welcbe den Sinn 
unserem Textes/ wiewobl niit viet^rlti Ausl^cliinockangen, wiedergiebt. 

90. Aat* mraot« abnrö. mazdfto. pa^cba. para. iristabö. masbydbö. 
pa^cba. frafakbtahg« masbyöbd. papoba. pairitba($m. k^reneOtd. dad^a. 
drvaritö. dajdftoghd. 

* • • • > ■'•:',• t ■!■•". ■ i ■■■■#■■. 

Darquf entgegnete Ahura-^imzdaj Nachdem der ^Mensch jif^' 
störten, nachd^ der Mewcfi kinMerge^anjien ist^m ^^^^T 

wnge^ wirken, &).die schichten, tJebhs wissenden Daevas. 

« 

Anq. ,Qr^»^u^4^ repondit : lorsque Phpffme ett^mort l^rsquil esti 
dms cet #bif, ,^1» D^v maüre dß Iß matwqUe loi ojksede U c^davre^ 
dßvantefdefriene.pendfivttroisnuiit^. .. . : -^^ 

U Pard ziD jiavfi blos A und die Correetnr in C pairi F. — iri^« 
tabö =: iristahg QberaSi blos <d. bat die lidht^ge l^sart. — - masbyd^ 
abe/tl. — ica^akbta^ alle ABC fra^akbta. he* E iira^kbtabd> Fbcd. 
pairifineoi BC pairishnem A. (C. corr.) pairi. ^inem F pa&rilfaa 

41* 



■ » ' . ; 



' -I* 



»4 

Fbcd. — kereoeiitö ABCE k^r^n^nti Fd ki^renefitt; bc.^Fra^khto, 
ein 'AdjectiT, abgeleitet von der Wkrael faeb,^ wblcbe wir in 
f.. 79 kennen gelernt haben. Die Lesart pairithnem< halte ich Ar 
die einzig richtige. Aneb Ober den Sinn kann kein Zweifel seii^ 
das Worfc.kbflunt von 6er Wurzel pie^^ fwo^on im S« 87: iiipAf ajrafiia) f 
es kommt änebi im>XVni. Fargard ror, dort giebt 02» die Huas^ 
▼lAreiicb^UeberiiCftzung dorob i^jj^gfig,' hierdnrch flEHTni I^T^ Schwie- 
rig ondlswtfifel Haft ist mir kerSneOitö, ich inOöhte fästt, allen Itand- 
söbriften ^nigegen, Vermnthen, däss d^nSn^tlti ztf lesen i^ei' (abznlei- 
1^ votf dri JBndere), ' da anch m der genannten SVäle des XVIII! 
Fürj^ard darenanm vorkommt und ' die Hn^v^ftresch-Ü^bersetznng hier 
kSriShSnte mit demselben Worte wiedergiebt; dikch glaubt ich ni6bt 
dIteA k^re irgendwie von dem Bandeln der Daevas gebraucht iät. 



*■- 



'' 91. thrityad. khshapd. vi<;aiti. u^raScbaiti. bämaya. 

In der dritten Nacht, nach dem Kommen und Leuchten der 
MorgenrOthe. 



». ■» 



Alf. hürsque taube du jour va paroitr^. 



Kbshpd F khspö E. die Obrigen kbsapd. khshapd. — vi^aiti 
ABd vi. ^aiti E v^aiti C. vafaiti F viu^aiti bc. — oi^yrabchaiti BC, o^iraö- 
chaiti A (so corrigirt auch C) ui^mchay ata E ni^raöchayata F usi. raöchay- 
öiti bc. u^i. raiichayaditi d. — bftmyaABCF bftmaya Ebcd, auch A 
hat so corrigirt. Ich ergftnze ans dem vorigen Paragraphen noch- 
mals pa^cha und vergleiche die Constmction folgender Stellen des 
siebenten Fargards: pa^cha. 4pd. para. hikhti. agsha. ftfs. yai^dya. 
bavaiti. oder : pa^cha. na^Avd. nijbereithi. pa^cha. äpö. vttakhti. adsha. 
Afs. yaiijdya. bavaiti. Bimya oder bAmaya, denn ich . weiss nicht* 
welche Lesart vorzuziehen sei, ist mit neap. Aj und otüütL gewiss 
verwandt. 



32S 

-'X 9fi^Vgairiaaiint*.Mka. Nq&thraiiftMk hosäßo^iii. 

Und toetm auf die ßerge mit reinem Glansk der siegreiche llt^hra 
sich setzt. 

""'^ Aiti^.'ffii^ifim^ Mttante^. 

ApenaÖiti BE, C hatte ai^pri)ng)i4^h l^pi^^t,, cpm^^ 
falls ä^enaoiti 4ceiiftoiti A. Afeoaiti F A^aoauiti b A^naöiti c A^nä- 
op^ d. )^. cie.(hr#fn . ::p iwt)ineq^ Jil|os AP^ ^>.Qzadoi$m,,ABCEF ha- 
u^iiiein Jbc. bfzado^^.^il*' ^r lAütbra; . ist ;^ief;. aLpk l^^atp^.. behap^^t 
wjie iiiuncr im gluui^kiill, m JX^euß^M^t^^^o^ e^^U fPiß ^ichep ^pt 
spi^tereii Vür4flrbi|is». \ • ,.. . ..,;.;,,.,> ..,,,• ...rni ■. .....:-.,..•. 

93. nvarekosbadtem. ozyoraitDi. 

Und die glänzende Stihn^'^afffg^M.' ' * ' * 
.. ^ Jn^jf. Que le soh^il parjöit^fn^^utr^^ 



• ( .: .;..:!•., ifc, 



Hvarekh^hadfem steht hier äberall als einWort^ ich habe diese 
Lesart beibehalieh , sie ist meines E^MliieDsglercäM^ das2ieichen 
eiiier' späten Abfassaoe. and schfiessi sicii an das n6up. Ju^.^ nahe 
an. — uzyd. hthe. vEF ozyorithe B Qzydrithi A uzyoraiti b azyo. 
raii^'c azvo. raittii df. ' — Diieses Wort halte ich mit ozira|h, uzay- 
ainna, Vielleicht aoch mit ns^as fQr venyandt^wenn icti auch den 
SSnsammenhang nicht nfther nacbzuweiseü vermag.' Die ttecieütang 
geht sowohl hier als in Farg. XXI. ans dem Zusammenhange deot- 
lich hervor, Ober die letztere Stelle ist Bopp. (vergl. Gramm, p. 
290) zo vergleichen. 

94. vizareshö. dadvd. naiima. fpitama. zarathustra. arvänem. 
ba^Sm. vAdhaydiiti. dH%tä)ilii. dadvaya^äMiYfm. Ai^rSzojItim. mas- 
hyftnaüm. •^*^'''-" ' ' * ' "■ •'' ""'^^ ' ' 



826 



• ♦'• 



Dann fi^P der Dueva*Vttm'69kü mißt ^amen\ a heüiger Zo- 



rathustra, die Seele gebunden ^ die sündüeh^Mende der schlechtenj 
dte Daevas verehrenden menschen. 



s . 



aneantir^ apres Favoir liee^ tarne des Üarvänds, des adarateurs des 
Detis,-4fui'&nt fot&fneHfe^les h(H^ ^ ''^ • 



*l I •; • 1 . !« 



»» 



f'Üait^Ad Ad Vttaresd lic. vatBtOiÖ BCF, «toch hat C vi^A- 
t^M' cwrigitt 'VäkariAshö fi. Die P6rm vtearSsbÖ ist die ^nzig 
Hcfhtiges dt^ flfowobl das HnZTdnresch als das Parsi diese Form amf- 
geDomtnen habeu. naiim zz nanma Mos V. — vAi daidita A vftd- 
hayadta BCF yftdbayata E vAdh^yditi bcd. — merezojlüm ABCEF 
nierezii. jittm b merezujitim c merezrö. jitim d. — Die zendiscbe 
Warzel radb stellen Bornouf iio4 Bopp mit deni saDkritischeq ^bAdb, 
vädh zusammen, die Tradition giebt ibr die Bedeutung ,, fahren /^ die sich 
auch mit derYa^. p. 518 angfefhbrten Stelle ^galiz gut vertrftgt. Ent- 
scheidend scheint ipjr zu sein, dass es im YII. Fargard heisst: 
cpänen^. zairi. .gaj^shem. uäqmayachi^. aet^. path&o. yiv&dbayaDtu. 
,,einen Hund mit gelben Ohren sollen sie neunmal diese Weee fuhren«'^ 
Der yoHiegende Para^aph ist die einzige Er^hnung, welche das 
Schicksal des Gottlosen in unserem Teif ^ erhftU» was folgt, bezieht 
siob blos auf das Schipksal der frommen Seelen. So haben schon 
der Minokbired und die Huzväreficb-Glosse unsem Text aufsefasst 
und ich folge hierin. . 

■I t 

, « : ■ , 1 I I 

95. patbatim. znrö. dätanaiim. ja^aiti. ya^cha. drvaitd. ya^- 
cha. ashaöue« 



* ' » 



Zu den IVegen^. welche von ,der Zieit gesfchaff'en sitid^ MovßV!^ 
wer für das Gottlose und wer für das Heilige ist. 



i> t 



327 



\j \j 



'^96. obisiratiiipepetAmlKitiaAdadliiiaikm;{aabAÖid^ 
iMnrAoSnokife yAtfab* gaftihifciiMii.'paiiiivjai4hyaifiti;'>i r: 

J^i 1^ Mrüiike Chinvfli. .ijkomßsd ^X,die^ vqn.,,4bnrßHm^^i gfT 
schalem — iro m,i^^^^l^^|l^t^lafe$tn^t9^ vp4,,!^ SefU vm,d^ 
Wandel befragen. 

97. d&tem. aQtvaiti. a|hyd. 

Den geführten in der mit Körper begabten Welt 

Anq. Pur la rote donnee du Tems arriveronf ^ sur le pqnt 
Tchinevad donne dOrmusd les Darcandn et les Justes qui auranf 
v€tu dnns ce monde saiiiht de ewpe *f'Wi«?r ' " •' ' 

Die Las^ten uii diesen 4i|&i,|P«^i^rapbcur,;w/elcbe «qic^t gut Z|« 

tr^opea 8iu#, ^ind lUe^ fplgeodaa: *id&itaoaiuiif Um CE^^Q 
wieder aQ»ge8tricbea.o--.:firTaiti.cilVBEF drvavaiti G di^vadtö» bcjdi 
INe richtige Lesart iat pboe Zweifel dryaitö »^ . als 6pgensat2& zii 
ashaönd. — ashäonö BCF,,.^ie Qbrig^o anhiMind« ^-: peretaum ABCF 
p^retümEbcd mazdadb&taDaiiin = mazdadbfttanm Fcd, in c erst aas 
masdadbAtanai oorrigik:t«/->-- anräbemcba C • itrvAbemcha B • 1:1 arTteem, 
wie die obrigen Handsebrifieo alle baben. — asbaötüm feblt io bc, 
die nbHgötf Codd. haben das Wort , ab^ in der HazTAresch-Ueber- 
setzong feblt es. — jatbaidbyanti A jatbaitynti BC jathaidynti ¥ 
jaidhynti E jaidhySiQti b jaidbyöiDtd c jaidbyöfltd d. — Dass die 
Lesart des Vendidad s&des die einzig richtige sei, geht auch ans 
der Hnzvärescb-Uebersetzang hervor. — Zu baödbö vergleiche mau 
obe» i. 26« Es ibt eia SabstatitivAaif auf as^ daher deracc. baöd- 
|ia|hem der oft .vorkeuunt; doch geht das W^t auch nach der Ana- 
logie der Wörter adf a (ebeiso im Päli ^ued Präkrit)' daher anter 
i.106. aoe. babdhen.-^¥Ateni ObeitaetatidieBlaBvArefioh^Uebersetzuog^ 
dwch «^^ ^ Q L!e>t^f ich hihe r-<tas WoM «it ^Wiaudal^ wi«4ergie^. 



328 

gebeB^ da «fli mit ' yA, • j^&na vjmtvm^^iSi^sit iftosMuneDhingt. — A^t- 
vaiti lieät ABC a^tavaitiiV^'a^tavaintM fi ia^ aftimfiti^^ed. 

— Die Haadscbriften schwanken stets zwischen a^tvaiti nnd a^t- 
vaifiti^ bdde ' Forme'ta mGgeii^vorge^kcmiaieta^eiA, die erste aber ist 
anzweifelhaft die &lWk iriid deshalb >ronKoziehen: 

98. h&o. 9rira. kereta. takhma« hnraödba. ja^aiti. 



\. 



Diese schöne^ toohlgeschaffene^ schnelle^ wohlgewachsene komml. 

Anq. Ensuife les ames fortes saintes, qui ont fait le hien^ 
{/äppröcherimt). ' 

Die Varianten dieses Paragraphen sind ziemlich unbedenteod. 
Häo = hftn bc. — takbmi rz takhma blos b. — kareta — kereta 
bc. — htiraödha ABCFb haSra5ÄiaB hataraSdha c. baÜmdha d. — 
jathaiti ABCF ja^äiti Ebed. — Kereta Obersetit die Hozväres^- 
Uebersetznng dnrch ^wöhlg^scbaffen'S ich glaube dass kerSta -^ 
da kere yoni Handeln der guten Wesed gebraucht wird -^ ancti 
ohne weiteren Beisatz diess heissen kann. 

/ ■ • ^» ' * • • .'''•*» 'v * \ • 1 ^ . I ■ • • ' I : . ■ . • • 

99. ppftnaraiti* nivaTaiti. pa^nvaiti»^ yaükhatavaiti. 



.,.« 



I. 



; > 



Mit dem Hund j mit Etdscl^idumgj mft,,Vieh (?}^ mit Stärke^ 
mit Tugend. 



- !• ; : , ' «i 



* ' ■ 1 • I : • 



Anq. Protegees par le chien des troupeäux , cönvertes de 
gloire. 



»•>••' . • i 



• ^pAn&Taiti A ^pAnayaiti BCFbcd. q^Anarata E. — nivar^iti' be 
navavaiti d navat E die übrigen Handschriften mit Uebersetaang 
lassen das Wort ans, allein in der Hnzväresch^Ueberaetzung steht 
lycn^mOtl^ wofbr sich kein Correial' im Zerfdtexte ibdet, man-nmsä» 
also annehmen, dass ein Wort aosgefiJleir ist^^ Uahar ^yf/gg) sabe 



3&9 

ttaa X MaUw in diesen AbbaadlongeD Bd. IIL p. 619, niTavaiti 
weiss ich freilich nicht damit za yermiftelD. — pa^vtttiB, so hat. 
aoch A gelesen 9 doch scheint papavaiti corrigirt zo sein, CE hat 
pa^ayaiti und gleichfalls pupavaiti corrigirt, so liest auch d, bc pn^* 
vaiti. Ans diesen Varianten sieht man, dass die Lesart pa^vait! 
kanm zn halten, und schwerlich an pa^n, Vieh, zu denken ist, alleä^ 
ich weiss nichts besseres yorzuschlagen. — Die HuzvAresch-Ceber- 
sßtzu^g bat ruQfftU'iDE), das Wort pQBj zz ^jj^ z=z pa^hätya, wo- 
mit icb ebenso wenig anzufangen weiss. — yaokbstayaiti BC£F 
yaÖkhtavait] Ad yaokbtivaiti b yaokhti. vaiti c. Aus dietiteti Les- 
arten habe ich die obige Texteslesart angenommen, das Wort 
yaökhstayataüm findet sich wieder am Anißetuge des XX. Fargards, 
wo die Handschriften gleichfalls schwanken. — Die Adjective in 
diesem und dem Torigen Paragraphen haben alle die Feminiaendung 
sie können also nicht auf urva, Seele, gehen, wie Anquetil will, 
weil dieses Wort ein Masculinum ist (cf. S$. 89. 940* Es fragt 
sich nun, welches Wort dazu ergApzt werden mdsse. In der spä- 
teren Sage, wie sie der Minokhired gieb^ wird die Seele auf ihrem 
Wege zum Himmel von einem schönen Mädchen begleitet. In der 
Huzväresch-Uebersetzung findet sich in S. 98. allerdings in BC das? 
Wort p^2D ^* ^* kMik (= kainS) vor, A hat blps pp mit Aus- 
lassung des |. Lesen wir aber dieses Wort kaoik, so fehlt das 
Correlat for takhma. Ich nehme also an, dass statt p^^p ^^ obigem 
Paragraphen p*pn ^° lesen sei, glaube aber docb; dass hier kaine 
zu ergänzen sei. Wahrscheinlich konnte der Verfasser des vor- 
liegenden Fargard die ganze Mythe bei seinen Lesern schon als 
bekannt voraussetzen , und glaubte deswegen, dass die blose Femi- 
nineodung eine hinlängliche Andeutung sei. 

100. [hau. drvataiim« aghem. urviUid. temd. hvA. nizareshMti] 
tift. ashaöoaiim« orvänd. tari^^eha. . haraüem» < bßresutUinw i((e^^ 

Abhandlungen der L Cl. d. h. Ak d. Wiss. VI. Bd. II. Abth. 42 



Diese bringt die Seelen der Heiligen über den Uara^herezaiti 
iAlhwj) 



Anq. Ceux donf tarne crimineüe aura merite Tenfer^ crain- 
dront pour euocmexnes. Les amen des Just es iront sur cetle mon- 
tagmß elevee et effrayante. 

Die Worte hka — nizarSsfaaiti , obwohl io allen Handschriften 
stehend y fehlen in der Alteren Hnzväresch-DebersetEnng und sind 
ohne allen Zweifel eingeschoben , sie unterbrechen den Znsammen- 
hang auf das störendste und enthalten nichts Neues. Uebrigens 
muss in (fiesem Texte temöhva (loc. pinr« in die Finsternisse) ge- 
lesen werden; Anquetil hat die fälschlich abgetrennte Locativendong 
hra Atr das Pronomen gehalten, daher: craindront pour eux m&mes. 
Ashtonatlin ABCEd ashaiinaiim Fbc. ~ tar^cha BCd, die (ihrigen 
tara^cha. — berezaiti = berezaitim b. — di^enaöiti BCE , ä^anaiiiti b 
ftpanöiti c äpnaSiti d. ft^enäoiti A, so hat auch C corrigirt. — A^e- 
naiiiti stammt von a^ -{- ä =84; im Sanskrit und ist nicht zu verwech- 
seln mit ashn^oiti (besonders fräshnabiti ist häutig), das dem sans- 
kritischen äs entspricht. 



101. tarO. chinvat. peretdm. vfdhärayeiti. hadtö. mainjavanarim. 
y«zatanatim. 

Veher die Brücke Chincat bringt sie das Heer der himmlische» 
iTasatas. 

Anq. Elles passeront le ponf Tchinevad qui inspire le frageur 
actompagne'es des Izeds Celestes. 

Alle die Handschriften mit Uebersetzung lesen cbinvato, die 
Yendidad-sädes dagegen diinvat — vidhärayaüti BCEF vidhärayeiti 
A (C bat vfdhftmygti corrigirt) vidfaäraydili b vidhäraydti c. vidä- 



331 

hiyditi A. ^faOM ABCfils hdtd 9 Imtd 4^ ahdtd d ^ naiiiajaTa- 
naäm B iMkiayanaukii C naiovatiadm £ mainyAHadm F mainyara^i- 
naiim Abcd. — Vtdbftrayditi abersetet die HnzTftreach-Ueberaetaiitig 
durch "^j"!*^, wo!M freilich TitArayditi besser paMCB würde; hadt6 
nehme ich fbr eine Ableitung rim hi, wie faadna und gleichbedeiK 
tend mit letzteren idao =: senA im Sanskrit. Die Hni&TArescti-üeboi^ 

setzat^ bat Ytyffs^^ ^''^ ®^^ "^^^^^ rechtfertigen lieeee, aber nicht 
in den Text pasut. 

102. a^histat» völm. maud. hacba* gAtvd. zaranyd^ keretA^ 
Es steht auf Vehu-^mmo van seinem goldenen Throne. 

Anq. Bähman ee lewrm de eon tf4ne 4f4fr. 

■ ■ ••■ ' 
Ufehistat ABCbcd n^ihistat A afihastat F. — TÖbumand BC 

vÖhu. mand A vtSbt. manö. EFd vdlramani^ b ydha. mand c — g&tyd 

ABCEFbc. gätavd d. — karetö =: keretd bcd. — gdtn hat wie 

das neup. sli" die Bedeutungen Ort auch Thron. * 

103. fravaöchat. vdhu« mand. kadha. nö. idba. ash&um. agatd. 

Es spricht Vohwmanö: Wie bist duy o Heiliger y hieher ^- 
kommend 

Anq. Bahman (fefir) äira: comment ites vüus vemtes iciy o 
dmes -pures. 

104. ithydjaghatat- hacha. a|haöt. aithydjaghem. ahdm. k. 
Aus der vergänglichen Welt %u der unvergänglichen Welt 

Anq. de ce memde de «mnijp dm^ ces demmares ^ifmuteur des) 
maux n'a {aucun pouvoir)? 

42» 



832 

Fravaocbat ABCd (C t^chrieb arfiipranglicb frAvachat) fravachat 
SA.firavachit F fravdcbat bc. — vÖha. maDÖ B yaoba. maodE voba- 
maiid C (arsprüngliob vaöba. mand.) vobü. manö. A vöbA. manö Fd 
.Tdbnmanö b ydba. maud c« — kadbaDÖ. idba HC kadbaoöidba £ 
Jkadbandit F. kadba. nö. idba Ab kadba. nöidba c bacfaa. odit d — 
agatd Abcd apatö BCEF. — itbyejagbatat BCEFbc aitbyd. jagbatat 
A aitbye jagbatat d — a|baot BCEbcd a|bil^ A (C corrigirt so) 
agböt F. — itbyejagbem = aitbydjalbem BE — E om. ä. — Agatö steht 
wobl statt ägatö, die Lesart apatö ist unzulässig , da pat blos vom 
Kommen der bösen Geister gebraucht wird. Im Uebrigeu bedürfen 
beide Paragraphen keiner weiteren Erklärung. Zu S- 104. vergleicbe 
man nocb die sebr Abniicbe Stelle im siebenten Fargard: usta. idba. 
tS. narem. yö. itbydjagbatat. bacba. agbaot. aitbydja|bem. abüm. ä 
frafrfto. 

105. kbsbnütö, asbaönaiim. urväuö. pärayöifiti« 
Zufrieden aehen die heiligen Seelen. 

Anq. Soyez les bien renuesj o dmes pures. 

Ashäum ABCEF ashäunaiim d asbaönaiim be. — päraydinti 
BC pArayeiti A, pärayailti Ebcd. — Die Lesart asbftum ist ein ge- 
dankenloser Febler, wie deren maucbe jetzt das Yerstftndniss des 
Ayesta trüben mögen, ebne dass man sie so klar nachweisen könnte 
wie den vorliegenden. Die Feblerbaftigkeit der Uebersetzung An- 
quetils liegt am Tage: 

106. avi. aburabd. uiazdäo. ayi. amesbanaiim. ^pentanaiira. avi. 
gfttvd. zaranyd^ ker^td. 

Zu AhurarMazdaSy zu der Ameifcha-ppentas , Thronen ^ den 
goldenen. 



ass 

4nq. pre9 ^Ormwä^pres deß AmschMpaatds , pres du trdne 
dar. 

Avai EF, C einmal, die ObrigeD avi. — ^petitanaiini d. — g&työ 
BCEcd gätavö b gätd AF. — karetd 1= keretd bcd. — Die Geni- 
tiye htageo natürlich von dem acc. g^vd ab. EÜner weiteren Er- 

klAroDg bedarf der Ptoagraph nicht. 

*. 

107. avi. garö. nemtoem. madthanem. aharahe. mazdäo. roaetha- 
nem. ameshanannu ^pefitanaiim. maethaoeoi. anyadshaiim. asbabnaiim. 

Zum Oar(Hnemäna, der Wohnung Ahura-fnazda's ^ der Woh-- 
nung der Amesha^pefitas y der Wohnung der anderen Heiligen. 

Anq. dän^ le Qwotmäny au miiieu duquel (^esf) Ormusdj äu 
milieu duqüel {sont) les Amechaepands au miiieu duquel {sonf) les 
saints. 

Die Varianten dieses Paragraphen sind Mose Sehreibfehler, zu 
unbedeutend , als dass sie einer Anfohrnng werth virftren. Die ein- 
zelnen Wörter sind klar. 

108. yaöjdäthryd. ashava. pa^cha. para. iristim. daeva. drvaiitö. 
dujidäogbö. baödhem. avatha. frater^f^ti. 

Der sich reinigende Heilige — hach dem Tode fürchten die 
schlechten y üebles wissenden Daevas so seinen Geruch. 

Iri^tem BCEF iriftim Abcd, so hat auch C corrigirt. — daevö 
ABCEF daeva bcd. — drvantö = drvalltd A und die Correctar in 
C. ~ fraterefenti ABCEd fratere^inti F fratere^eilü b fraterec^ii- 
taSc — baodha nehme ich hier in der Bedentong Geruch =: neup. 
^•j eine weitere Form dieses Wortes ist mir aber nicht vorge- 
kommen. Die Worte yaüjdftthryd. ashava Qbersetzt die Huzväresch- 
Hfll^f^rsetziing: , , ^Wegen .^ ^inheit^ ie^. Heiligen" ,., 



>:.!• •*«-.. 



3d4 



109. yatba. maftshd. vShrkaTaiti« T^hrkftt. bacha. frati^S^ti. 



Wie ein von Wölfeti umgebenes Schaf sich vor dem Wolfe 
fürchtet. 

Anq. Lorsi/ue thomme pur et smint e^t tnort, le Dew, le Dar- 
vandj qui ne scait que le fnal est 9ur le ehamp rempti de trainte^ 
cofnme le mouton est saisi de frayeur (ä* la tue) du loup^ et eher-- 
che s^en ä garantir. 

Maesa BC inaesba F ma6»i Ebc. aSsbi d. madsbe A. — vebr- 
kavaitli ABCE vehrkavaiti £bcd. — Tabirkavaiti. vabirkät blos F. — 
fratare^aiti Abc and die Correctar in C, fratarSfeutö BC fratra- 
feütd E fratare^ifi F fratarefaiiiU d. ^ Die F«rm inaesbe bähe 
ich nacb Analogie txiu kaine« brätarye etc. für 4ie riobtige. 

110. nard. asbavand. baiini. bavainti. 

111. nairyö. ^agbd. banm. bavaiti*. 

V 

. r 

112. a^td. mazdäo. abarabe. [mrüidbi] nairyö. ^agbö. 



Die heiligen Männer sind mit ihm %usatnmen. 

Nairyosanghm ist mit ihm zusammen. 

Ein Theil Ahura-mazdas ist Nairyosanghn. 

Anq. Mais Neriosengh est avec (hotnme juste {et le protege) 
Selon tordre qu' Ormusd lui a donne. 

Die Varianten dieser drei Raragrapben sind Äusserst unbeden- 
tefid. bavaiti = bayaifiti liest in $. 110. blos P. — bataüti d, b*> 
vainti bc. On $• iHO die fibrigeit hättei6—- ai;t6 Ad, die abrigen 
astö. — naöirjd = oairyd BC. — dtrdidlü fliUr in BC in der Hotz- 



3*^ 

TdrO99b-ll6ber0eti&piig,, ich halte dM y^ort for aQpa,9««iu) ooc) einge^ 
scdhobeiu. DieHbrieeD Wörter mDd ^an 



Mit $. 112. schliesst wieder ein Abschnitt des XSX. Fargard 
ab, und zwar der ^cbtigste des ganzen Avesta fQr die Eschato* 
logie der Parsen. Unsere Aaffassang des Textes hat diesie Lehre 
der parsischen Dogmatik der Alteren Zeit in mehreren Ponkten we- 
sentlich geändert und jes wird daher nötbig sein zu betrachten, was 
sich nun als die Lehre ypu den letzten Dingen in der äkeren Pie- 
riode herausstellt. Die Lehre von der Auferstehung^ welche An- 
quetil an mehreren Stellen findet (SS. 26. 86. 87.) fällt nach unse- 
rer Uebersetzung ganz weg; eine andere Hauptstelle (S$. 18. 19.) 
wjcd wesentlich modificirt. K^ ptellt siph viel d^ntlicber heraus, 
{%. 89. ft) dass .die Belohnung und Besjtrafnqg der Seelen am drit- 
ten Tage nach dem Tode erfolge. D^egen atellt sük^h deutlicli 
heraus^ da«fs ein Prophet — ^aosbyaii^-^ooeh «irwartet werde« (^ 180 
In Hinsicht aufQgiishyan^ kann ich nur nmne früher ausgesprochene 
Ansicht^) wiederhole, die pft^nUchi dass dieses Wort urspronglich 
^Prophet^^ bedeate. Die aberwiegende MehrzaU der Stellen zeigt 
den Plural 9 sowohl im ersten als im zweiten Tbeil des Ya9na, im 
Veodidad ist mir das Wort, ausser in $. 18. unseres Fargard nicht 
mehr begegnet* Ala Singular findet sich faashjau^ nur einmal Y. 
S. p. 388. TidyAt. ^oshyan^^. yathä. böi. asfais. fighat. o^ metuer 
Auffassung: ^es wisse Q^^osbyani; wie seine (^ßiea Menschen) ^ei*« 
ligkeit besebaflfen sei;^^ yielleicbt auch p. 472. diogbd. eresns* pathö« 
yMim. daenanm. ahnrö. 9ao£fhyafitd» dadat ^dje Wissenschaften , die 
reinen Pfade, das Gesetz das Ahura dem ^aöshyaii^ gegeben liat^ 
Meine Uebersetzung dieser Stellen entfernt sich aber wesentlich von 
der Tradition und giebt keinenfalls das Recht den spAterkommenden 



*) Zeitschrift der D. M. Gesellschaft I. p. 260. ff. 



336 

^aSsbyaii^ daninter zn yersteheo. Im ersten Theile des Ya^tis 
and im Yispered werden dife ^aoshyafltd mit den Amesba^-^pentas 
zasammen angerafen: z. B. amesbe. 9peilte. ^a&sibyaQtafcba. danbiste 
(sc. ämrümaidbe) ^^wir rnfen an die Amescba-^pentas nnd die wei- 
sesten ^aosbyantas. (Y. S. p. 58. cf. aacb p. 449). Eine bestimmte 
Erw&bnung des später kommenden ^aosbyaiif finde icb blos in fol- 
gender Formel des Ya^na (cf. Y. S. p. 526.) vi^päo. asbaÖnaiim. 
vagabis. füräo. ^pefitäo. fravasbts. yazamaidbd. yäo. bacba. gayät 
meretbnät. ä. ^aosbyafitat. veretbragbnät. d. i. wir preisen alle gu- 
ten, beben, beiligen Fravascbis der Heiligen von Gaiomard bis 
^aüsbyau^/^ 

Für die Annabme, dass die Perser alterer Zeit die Anfersteb- 
ungslebre kannten, sprecben also jetzt viel weniger GrAnde als 
frfiber, doeb ist diese Annabme nocb nicbt ganz entkräftet. E» 
spricbt nocb ihr sie das bestimmte Zengniss des Tbeopompos (Plo- 
tarcb. de Is. et Os. c. 47), es wAren ancb die Zendtexte nocb zo 
untersacben, welcbe meines Wissens der Bundebescb znr Untere 
Stützung dieser Lebre anfobrt. EÜne genaue Darstellung der Lebre 
von den letzten Dingen bei den späteren Färsen ist darum tbeils 
als Scblussstein for das System der älteren Färsen, als aucb wegen 
ibrer vielfacben Berabrungspunkte mit den Escbatologien anderer 
Yölker durcbans wflnscbenswertb. Selbst die Yergieicbung mit den 
Lebren der Buddhisten ober den fOnfteu Bnddba (Mai(reya) könnte 
wobl zu Resultaten fobren. Für die ältere Periode vergleiche man 
nun die Stellen derCbändogya und Kausbftaki-Upanisbad. (Weber. 
Indische Studien I. pp. 270. 395. ff.) 



337 



Nachschrift. 



So ebeu erhalte ich die folgenden Bemerkungen des Hrn. Prof» 
Roth über diese Abiheilung: 

§. 63. ff. Mir erscheint die Stelle mähe bare^ma u. s. w. ohne 
eine Aendernng im Texte nnerklärbar. Offenbar ist von der Za- 
richtnng, dem Einbinden des bare^ma die Rede. So wie die Worte 
dastehen, worden sie ansagen: j,nicbt sei das bare^ma umwanden/^ 
was dem Gebrauche der Parsen und der Zweckmässigkeit zuwider 
wäre. For^s Erste also glaube ich, muss apairikeretem gelesen 
werden. Dieses anlautende a konnte um so leichter ausfallen, aia 
das vorangehende Wort mit a schliesst. — Nun wäre es aber viel 
zu hart, das folgende pairi kerentis den ganzen Satz vorstellen zu 
lassen, „es sei ein Bondel;^^ zu dem Nachfolgenden vermag ich es 
auch nicht zu ziehen, es würde also nur übrig bleiben, es entweder 
ganz aus dem Texte zu verweisen, oder, was mir viel weniger 
gewagt scheint, es zu ergänzen, etwa mit pairi kerenten; so dass 
die ganze Stelle lautete: mähd bare<;ma apairikeretem pairikerentis 
(tis, tim) pairikerenten. Von den drei ganz ähnlichen Wörtern konnte 
leicht eines ausfallen. Die Uebersetzung wäre: nicht sei das Büschel 
ungebunden. Eine Binde sollen sie umbinden — reine Männer seien 
es — indem man es (das bare^ma) mit der linken Hand zusammen- 
drückt unter Anrufung Ahura-mazdas , unter Anrufung der Am. cp. 
Die Formen kerentis u. s. w., wie auch das bekannte fra kerentat 
leite ich von der Wurzel ab, welche das sanskr. krt nach Cl. VII. 
(Dhätupäda 29, 10 = veshtanain) darstellt. Die Grammatiker schrei- 
ben ihr die Bedeutung „einhüllen^^ wohl nur desshalb zu, weil sie 
das Nomen krtti, Kleid, Hülle von ihr ableiten. Ich glaube, dass 
sie ursprünglich „zupfen, spinnen^^ bedeutet hat, und hievon auf die 
Anschauungen des Zurecbtrichtens, Formens und Bildeus überge- 
gangen ist. Für jene ursprüngliche Bedeutung spricht ausser dem 

AbhandluDgen der I. Gl. d. k. Ak. d. W. VI. Bd. U. Abllv 43 



338 

Zusammeohange mit der anderen Wurzel krt, krntati, auch das 
Nomen krtti, ,,Gespinnst, Gewand^' und die einzige Textesstelle, 
in welcher ich bis jetzt das Yerbam nachweisen kann. Sie steht 
Nirukta 3^ 21 nnd ist nach Durga's Commentar dem Maitrajanijaka 
entnommen: gnäs tvä 'krutann apaso 'tanvata dbijo Vajau ,, Weiber 
spännen, dich, Geschäftige spannten dich, Andächtige weben dich^^ 
ein Kleid ist angeredet. Nyä^emno leite ich von der Worzel ab, 
die im Sanskrit yäs lautet. Alle diese Participien mit Bopp for 
Plarale zu halten kann unmöglich angehen. Das Folgende kann 
man yielleicht übersetzen: „Auch Homa der goldfarbene, erhabene, 
liebliche — (und die anderen Gewächse im Vorangehenden genannt) 
sind Güter gespendet dem Guten, von Mazda gegeben dem Reinen 
zum Heile.^^ Das Wort mano hinter vohü streiche, es hat sich aus 
dem nachfolgenden Satze mit seinem häufigen vohü mano eingedrängt 
rata Ptcp. Pf. pass. von rä. In dem ganzen Abschnitte, der die 
Reinigungscerimonie beschreibt, scheint mir vobü mano nicht sowohl 
Mensch überhaupt zu bedeuten, wie die Huzväresch-Uebersetzung 
erklärt, sondern den guten Menschen zu bezeichnen. Es ist ein- 
fach in seiner ursprünglichen Bedeutung: „Der Gutgesinnte^^ aufzu- 
fassen und von der specielleu Anwendung auf den Amschagpand 
ganz abzusehen. Die Frage Zors. geht dahin, wie man den Guten 
von der Verunreinigung heilen könne, der er^ auch mit dem besten 
Willen nicht immer ausweichen kann, von der Verunreiqigung durch 
ein Todtes (so ist wohl das dadvo jata anzusehen.) 

§. 77. Wenn man die Formen havoya und hävaya-ca als die- 
selben Casus des Adjectivs ansieht, so wird sich keine Erklärung 
für die Verschiedenheit der Form ausfindig machen lassen. Ich 
glaube aber, dass einfach zu helfen ist, wenn wir hier wie S. 144. 
145. hävayaca und dashinaca für Adverbien, eigentlich Instrumentale 
wie hävayac dashiuac ansehen „nach rechts, nach links.^^ 



lieber 



die Probleme des Aristoteles, 



Von 



Carl Prantl. 



Oeileten in iler Sitzung der philoa.-philologiicben Claite «m 6. Jali 1850« 



43 



lieber 

die Probleme des Aristotele&k 



Von 

Carl Prantl 



Im Hioblicke auf die ans erbalteneu zusaoiDieiihäDgeoden Werke 
des Aristoteles müssen die 38 Bücher UQoßXfjfjidtiov , welche eben 
denselben grossen Namen an der Stirne tragen, immerhin beim 
Leser derselben einiges Bedenken erzeugen, und es konnte nicht 
fehlen, dass wenigstens im Allgemeinen die Ansicht ausgesprochen 
wurde, die Probleme hätten den Aristoteles nicht zum Verfasser. 

Schon Stephanns ') schliesst aus derUebereinstimmung, welche 
zwischen yielen einzelnen Problemen und den kleineren unter Theo- 
phrast's Namen erhaltenen Schriftchen sich zeigt, dass nur der 
kleinste Theil der 38 Bücher aristotelisch, das meiste aber von 
späterer Hand zusammengestellt sei, und ihm schliesst sichSylburg^) 



') Aristotelis et Theophrasti scripta quaedam« 1557. 8. Praef. 

') Aristotelis, Alexandri et Cassii Probicmata. Frankf. 1585. 4. Praef« 



342 

an; Casaubouus ^) jedoch hält sie sämintlicb far Acht aristotelisch. 
Septah'ns ^) stand bei seinem Commeniare dem Interesse am diese 
litterar-historische Frage zu ferne, am sie aach nar mit einem Worte 
za berahreu. 

Bahle spricht sich an einem Orte ^) sehr oberflächlich dahin 
aas, dass die Probleme eine Materialiensammlang von Privainotizen 
za künftigem Gebrauche für die systematischen Werke seien, worin 
wir den redendsten Beweis der anbegränzten Wissbegierde ihres 
Urhebers vor ans hätien. Anderswo 0) jedoch erklärt er dieselben 
für zasammengestellt ans verschiedenen Autoren, welch letztere 
Annahme sich auch bei Harles'^) wieder abgedruckt findet. Leves- 
que^) gerieth auf den wunderlichen Einfall, Aristoteles habe solche 
Fragen, wie sie in den Problemen sich finden, in seiner Schule den 
Schülern vorgelegt, welche dieselben dann aufgeschrieben und oft 



') De enthusiasmo. II. 28. 

^) Commentarii in Arist. Probl. Lugd. 1632. fol 

') Ersch u. Grub. Enc. V. p. 286. Unbegreiflicherweise ist diese Ansicht 
in Zeirs übrigens trefllichen Artikel „Aristoteles" in Pauly's Real-Encycl. 
(I. p. 808.) übergegangen. 

*) De distributione librorum Aristot. p. 86. 

') Bibl. Gr. III. p. 254. (Harl.) 

•) Nolices et Extrails d. Msscr. dela Bibl. Nat. VII. 2, p. 104. Die Vergleich- 
ung von Pariser HandschriHen, welche Levesque dort gibt, hat jetzt durch 
die Bekker'schc Recension ihren damaligen Werth verloren. Eine Abhand- 
lung über die Probleme von Chabanon in d. Mem. deV Acad. des Inscrip- 
tions XL VI. p. 285. betrifft nur das 19. über Musik handelnde Buch, ohne 
die Frage über den Autor zu berühren. 



34S 

manches der Aufbewahrang nnwerthe Oberliefert hätten. Titze ^) 
weiss Nichts anderes anzugeben, als dass die Probleme unter den 
Werken des Aristoteles zur Pragmatie der Natur gehören sollen. 
Völlig unklar drückt Ad. Stahr ^ ^) seine Meinung ans, nach welcher 
er die Probleme für Collectaneen eines angehenden Peripatetikers 
erklärt. Bojesen'^) endlich beschäftigt sich hauptsächlich nur mit 
den die Musik betreffenden Problemen. 

Wenn sich so schon bisher mancherlei Meinungen über die 
Aristotelischen Probleme gebildet haben, welche grössteutheils in 
einem gelinden Zweifel an der Autorschaft des Aristoteles zasam- 
mentreffen, so wollen wir, um wo möglich zu einem etwas be- 
stimmteren Resultate zu gelangen, zunächst Form und Inhalt dieser 
Bücher, dann die sogenannten äusseren Zeugnisse näher betrachten, 
welch letzteres zu den aus dem Alterthnme erhaltenen ähnlichen 
Werken führen wird. 

Die Probleme zeigen sich als eine in 38 Bücher gebrachte 
Masse von Fragen über fast Alles mögliche, welche sämuitlich eine 



') D. Ar. Opp. Serie ac distinct. p. 113. Uebrigens ist diess nicht einmal 
richtig, da auch Fragen aus anderen Gebieten behandelt wei'den. 

^^) Aristot. bei den Römern, p. 131: „Man hat sie wohl für Collectaneen 
gehalten, die Aristoteles zu eigenem Gebrauche angelegt; allein dem wi- 
derstreitet Manches, und namentlich die Form, sowie ferner die bald mehr 
bald minder wörtlichen Wiederholungen derselben Sachen und die im 
Allgemeinen durchgchends aristotelische [soll vielleicht heissen „unaristo- 
telische^^?] Farbe des Ausdruckes .... das Ganze Ifisst sich eher als 
Collectaneen eines angehenden Peripatetikers ans sämmtlichen Werken des 
Meisters, meist mit dessen eigenen Worten ausgezogen, ansehen.^' 

**) De problem. Aristot. scrips. et sectionem XIX. comment. instruxit. Hafn. 

1836. a 



344 

auf Priiicipien begründete Beantwortong in Betreff des Grandes zum 
Zwecke haben. Es sind dieselben nach gewissen Gesichtspunkten 
geordnet, welche dann als die Ueberschriften der einzelnen Bticher 
erscheinen, in deren Reihenfolge selbst eine gewisse Planmässigkeit 
nicht zo verkennen ist*^); und es leuchtet ein, dass die Worte jjXtrtr 
Bldog avt^aytoY^g /^ welche einige Handschriften dem Titel des Gan- 
zen beifügen, wenigstens materiell gerechtfertigt sind, ja die Ueber« 
schrift des 10. Buches j^imTO/ufj (pvaixwv^^ könnte leicht Anlass zo 
der Meinung geben, das Ganze sei wirklich nur ein Excerpt aus 
den aristotelischen Werken, wenn nicht andere Gründe entgegen- 
stünden. 

Die Zusammenstellung selbst nach solchen Titeln kann allerdings 
getadelt werden, denn öfters ist sie sehr gezwungen; so stehen im 
5« Buche viele Nebendinge, welche höchstens durch das Wort 
xonog oder nopog einen Znsammenhang mit der Ueberschrift des 
Buches enthalten; fast lächerlich ist, was Alles im 16. Buche unter 
dem Titel ätpvxtx behandelt wird, sowie im 14. Buche die Sub- 
sumption unter xQaaig oft kaum mit dem 'Worte dieses Titels sich 
vereinbaren lässt. Ein einseitiges Streben zu rubricireu zeigt sich 
z. B. auch IX, 6.^^) Ebenso ist es unverkennbar, dass auch inner- 



^') Die Gegenstünde der Hauptabschnitte sind nämlich: Medicinisches, Schweiss, 
Trunkenheit, Liebesgenuss, Müdigkeit, Körper-Lage, Sympathie, Frost und 
Schauder, Geschwüre, Physikalisches, Stimme, Wohlgeruch, Gestank, 
Mischung, Mathematisches, Unbeseeltes, Beseeltes, Philologie, Musikalisches, 
Gesträuche und Kräuter, Mehl und Brod, ObsX, Salziges Wasser, Warjne 
Quellen, Luft, Winde, Furcht und Tapferkeit, Massigkeit, Gerechtigkeit, 
Weisheit, Augen, Ohren, Nase, Mund, Tastsinn, Antlitz, Körper über- 
haupt, Farbe. 

'*) Dort nemUch wird die Frage, ob dasjenige, was gleiche Wirkung hat, 
auch gleiche Kraft haben müsse, lediglich wegen eines speciellen Falles, 



halb der einzelnen BOöber selbst eine Att Plan beabsichtigt wan 
nach welchem die ReihenfoTge der Probleme sich bestimmte, ein Um- 
stand, welcher in den ersteren Bochern nberbanpt mehr, am meisfea 
aber im ersten Buche selbst hervortritt, in welchem gewissermassen 
mit einer Definition von Krankheit und Gesundheit begonnen, und 
das üebrige (jedoch nur bis zum 20. Capitel) an Einem Faden fort- 
gefhhrt wird. Uebrigens sind die 38 Bacher selbst untereinander 
sehr ungleich an Zahl der bebandelten Fragen; während nemlich 
die Einen vierzig bis siebenzig Probleme enthalten [so X (67), XI 
(62), I (56), XIX (50), n (42), V (42), XXffl (41)], finden 
wir in anderen nur drei bis zehn [XVII (3), XXXVI (3), XXXVII 
(8), VI (7), XXVni (8), VII (9), XVIII (10)]j besonders gegen 
das Ende werden die BQcher immer danner, so dass z. B. die er- 
sten fauf Bücber mehr Probleme enthalten, als die letzten elf, ein 
Umstand, an welchem vielleicht der urspranglicbe Verfasser weniger 
Schuld trägt, als die Ueberlieferung. Als Beleg far die Unsicher- 
heit der Ueberlieferung in dieser Beziehung kann auch dienen, dass 
mitten im ersten Buche (nach cap. 20.) einige Handschriften ein 
neues Buch mit der Ueberschrift oaa ßotjd'ijfjiaTa oder Saa laaip be- 
ginnen. 

Einen wesentlichen Punkt jedoch sowohl in letzterer Beziehun'g 
als auch in Betreff der ganzen Composition bilden die zahlreichen 
Wiederholungen, welche selbst wieder mannigfache Abstufungen er- 
leiden. Unter den 889 Problemen, welche die 38 Bacher enthal- 
ten, sind 14iPaare wörtlich mit einander identisch ^ ^), der Art, dass 



der bei Wunden vorkömmt, sogleich anter dem Titel „Geschwüre^^ ab- 
gehandelt. 

'0 Es sind diess: I, 18 und XIV, 6; I, 38 und VU, 9; I, 39 und V, 38; 
I, 52 u. V, 34; II, 13 u-XX, 33, 11, 17 u. XXXVl, 2; V, 25 u, XXX, 4; 

Abbandlungen der I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. \\. Abth. 44 



34Ü 

nor AbweicbuDgen vorkommen, wie sie verschiedene Handscbriften 
ein und desselben Werkes zeigen, wodurch auch dieses Verhält- 
niss für die Textes-Kriük nicht ohne Einfluss ist^^). Bei 7 ande- 
ren Paaren ^^) findet dasselbe statt, nnr mit dem auffallenden und 
schwer zu erklärenden Umstände, dass in dem einen der beiden 
identischen Probleme am Anfange oder Schlüsse noch ein Znsatz 
erscheint, welchen das andere entbehrt« Einmal ist Ein Problem 
wörtlich identisch mit zwei anderen, wenn diese letzteren vereinigt 
werden. ^7) Bei 5 anderen ist die Identität nicht völlig, aber doch 
nahezu wörtlich ^^), was hei 2 Paaren ^^) nur von der Einen Hälfte 
gilt^ welche in dem anderen Probleme wiederholt ist. Zunächst an 
diese reihen sich jene sechs an, welche als wortgetreue Auszöge 
aus ihren Doppelgängern erscheinen ^ o), dann diejenigen, (der Zahl 



-ttm- 



VIII, 12 u. XXXV, 5; VIII, 19 n. XXXVH, 4; X, 18 u. XXXIII, 10; 
Xn, 12 u. XX, 16; XXI, 24 u. XXXVIU, 10; XXIII, 16 u. XXVI, 30; 
XXXI, 1 u. XXXIII, 8. 
*') Bei Bckker ist zuweilen hierauf etwas zu wenig Rücksicht genommen, so 
z. B. I, 14, 861 a 36 muss für etat^ita nach XIV, 6 evTienva gelesen 
werden; oder VII, 9, 887 b 3 avv&Xaa»y für awze»^ ausi, 38; XXXVI, 
2. 965 b 11 TiQÜitov xal für nQÜitov aus II, 17; u. dgl. mehr. 

«•) I, 23 u. XXVI, 50; I, 24 u. XXVI, 42; I, 48 u. XII, 12 (oder XX, 16, 
da diess mit XII, 12 völlig identisch ist); I, 52 (oder V, 34) u. XXXVII, 
3; XIV, 8 u. 16; XVI, 3 u. 12; XXVI, 12 u. 32; 

") II, 22 u. XXXVII, 1 u. 2, wobei allerdings am Anfange von XXXVH, 2 
für dia ti de xovto; ij diöti, nur 8iä te xovio xat o« gelesen zu 
werden braucht, um das Ganze mit II, 22 in Einklang zu bringen. 

«') IV, 31 u. X, 24; XII, 5. u. XIII, 12; XVIII, 1 u. 7; XLX, 5 u. 40; 
XXXI, 12 u. 13. 

»•) XIX, 22 u. 45; XIX, 25 u. 44. 

»•) VIII, 8 aus XXXm, 16; XVIII, 5 aus XXX, 9; XX, 28 aus 26; XXI, 
10 aus 23; XXIH, 1 aus 24; XXV, 17 aus XXU, 4. 



8^T 

nach 3)9 welche als Auszöge Aberhaopt bezeichnet werden mflssen^^); 
iond zwar weist dieses Excerpiren sowohl vor- als rückwärts, so 
dass anch fbr die Annahme^ es konnten etwa die späteren Bacher 
stellenweise ans den froheren aasgezogen sein, der Boden schwin- 
det. Wird nnn schon hiedarch die Frage Ober die Entstehung der 
uns Torliegenden Sammlang der Probleme höchst missHch, da na- 
tOrlich Niemand eine derartige Form der Darstellang dem Aristo« 
teles zuschreiben wird^^), dieAbstnfang aber in der Gleichheit ein- 
zelner Probleme ebensowenig anch die Folge eines blossen Ver- 
derbnisses der Ueberliefernng sein kann, so mehrt sich die Schwie- 
rigkeit noch dnrch die zahlreichen Obrigen Wiederholungen gleicher 
Probleme, wobei das in Frage gestellte Thema an zwei oder meh- 
reren verschiedenen Stellen dnrch gleiche oder ähnliche oder andi 
verschiedene Beautwortnngen erledigt wird. Solcher Fälle sind es 
108^'), jene ungerechnet, in welchen ganz verwandte Fragen von- 
einander losgerissen (selbst in verschiedenen Bochern) behandelt 
"iverden ^ ^). Kurz durch diese Doppelgänger verschiedener Art wird 
die eigentliche Zahl der Probleme, d. h. der einzelnen Fragen, deren 
Beantwortung gesucht wird, von obigen 889 anf 664 redncirt. 

Dennoch aber zeigen sich Spuren, wenn auch nicht einer ein- 
heitlichen Bearbeitung, so doch einer redigirenden Hand, nicht blos 
in der Abtheilnng in Bocher und Znsammenstellung des Yerwandte- 



«*) X, 49 aus XXXIV, 10; XXVI, 55 aus 31; XXYIII, 6 aus 5. 

'*) Bekannte Analoga hlefür sind die Wiederholungen in der Metaphysik und 
der doppelte Text des siebenten Buches der Physik. 

**) Dieselben werden unten, Anm. 36, näher zu erwähnen sein. 

«*) So: I, 53 u. 54; D, 4 u. 10; IV, 7 u. V, 31; IV, 9 u. 19; V, 18 u. 
29; IX, 2 u. 7 u. 11; X, 56 u. 59; XI, 1 u. 57; XI, 26 u. 42 u. 43; 
XXVI, 20 n. 38; XXIX, 4 n. 8; XXXD, 2 u. 3 u. 11; XXXIV, 4 u. 6. 

44* 



848 

rea innerhalb ein nnd desselben Boches C^as banptsäcfalich in den 
ersten drei Bochern bemerklich ist), sondern besonders in den Ci- 
taten ; abgesehen nemlich davon, dass ein ägneg kX^rai oder xa&d" 
uhQ eiQfjrai n. dgh namentlich bei längeren Problemen in den Text 
verwoben ist ^^)y welches nnr einen eben aasgesprochenen Gedanken 
wieder auffasst (ähnlich wie so oft bei Aristoteles selbst), wird an 
zwölf Stellen ausdrocklich auf frtlhere Probleme verwiesen, deren 
sechs allerdings sich nur auf das zunächst vorhergehende Problem 
beziehen, vier jedoch ein weiter zurückliegendes wieder aufnehmen, 
und zwei sogar auf frühere Bücher verweisen ^ ^). Bemerk enswerth 
aber ist hiebei, dass kein Citat sich findet, welches auf die Zukunft 
gienge, d. h. auf später folgende Bücher die Erledigung einer Frage 
verspräche. Einmal wird auf ra onrixcc verwiesen ^'^)f au zwei Stel- 
len hingegen auf Untersuchungen, welche uns in aristotelischen 
Werken erhalten sind ^^), für drei andere findet sich das Citirte nir- 



«0 In I, 3; I, 19; I, 43; IH, 5 (zweimal); in, 13; ffl, 26 (zweimal); V, 
7 (zweimal); V, 36; VI, 5 (zweimal); XI, 14; XI, 16; XI, 58; XH, 
2; XVI, 8 (dreimal); XIX, 43; XXI^ 12; XXI, 14; XXIU, 4; XXVI, 1; 
XXX, 1 (viermal); XXXII, 2. 

«•) Es sind: I, 43 (citirt 42); H, 37 (cit. 36); II, 39 (cit. 36); III, 10 
(CiL 9); IV, 24 (cit 12); VIU, 14 (cit. III, 31); X, 23 (cit. 22); X, 
52 (cit. mit den Worten igiv aKko TtQoßkrjfia IV, 15 oder 26); XI, 6 
cit. mit den Worten äonsQ dirjnoQrjTaL XI, 3) XIX, 39 (cit. 38); XXVI, 
49 (cit. 48); XXXII, 11, (cit. 2). 

") XVI, 2. 

••) X, 67 mit den Worten ^ de altia UQrjxaL iv alloig; was d. respir. 1 
u. 3. behandelt wird, und XX, 7 mit aXlog Igco loyog, was Gegenstand 
des Büchleins d. longit. et brev. vitae ist. Insoferne aber diese zwei ci- 
tirenden Stellen sich auf die sogenannten Parva Naturalia beziehen, so 
mag schon hier bemerkt werden, was wir unten (Anm. 68.) näher sehen 
werden, dass in eben jenen Parvis Naturalibus zweimal auf die Bücher der 



d49 

gends }>m Aristoteles ^ ^)r bei einer Tierteo hiogegen bleibt es zweifeK- 
haft, was gemeiDt sei^^)} endlich einmal wird ein Werk ober dats 
Feuer citirty und wirklich entspricht wenigstens theilweise dem CS- 
täte Theophr. d. ign. 34. sq. und 40^ es ist diess jedoch der Fall 
in ^XXy ij einem Probleme, welches sogleich als eines der dnrcb- 
ans verdächtigsten zu bezeichnen sein wird. Ausserdem werden 
auch in ähnlicher Weise wie sonst bei Aristoteles einigemale An- 
sichten Anderer erwähnt oder Stellen aus Dichtern angeführt^'). 
Sämmtlich Umstände , welche uns jedenfalls die Meinung unmög- 
lich machen, das Ganze sei in sehr später Zeit von Leuten, welche 
ans dem Compiliren ein Geschäft machten, oder gar nur von Ab- 
schreibern zusammengestellt. 

Die constante Form bei sämmtlichen Problemen ist, dass eine 
Frage, welche das stets gleich wiederkehrende Jid rC an der 
Spitze trägt ^2), vorangestellt wird, worauf die auf allgemeineren 



Probleme verwiesen wird^ so dass hier ein Kreuz- Citat vorliegt, ein Um- 
stand, welcher flir eine Untersuchung über eben jene Bücher wohl nicht 
ganz ausser Acht zu lassen wäre. 

'•) rv, 18 (was man zwar d. gener. an. V, 3 suchen zu müssen glaubt, aber 
auch dort vergeblich) undXXVn, 4, 948 a 23 und XXX, 1, 954 a 11. 

••) Nemhch XXYH, 4, 948 a 21, was sich auf Probl. XXII, 2 oder auf d. 
anima II, 3 beziehen Hesse, auf keines von beiden aber völlig passt 

•0 XI, 33 aus Anaxagoras; XIV, 14, XXI, 22 u. XXIV, 11 aus Empedo- 
kles; XVI, 9 aus Archytas; XXIII, 30 ol ^HqaxkeiTl^ovteg Kiyovai; X, 
13 oi ns^i q>va€(og kiyovvBg Xiyovai; XXXI, 20 Hyovair oi nsql vd 
omixd] n, 21 Ol d^x^^loL navteg ovrtag eXeyov; XXV, 21 ol dgxaioi 
i'leyov; FV, 15 u. XX, 10 &g7iBQ %ivig q>aoi. Pann aus Homer FV, 25, 
IX, 9, X, 36, XXffl, 23, aus einer Tragödie rfjQvovtig XIX, 48. 

'*) Nor XVI, 8 föngt ohne Sid xL mit der Sache selbst an; XVII, 3 beginnt 
mit ntig-f \ 30 u« 31 a^ 33 mit %Lg; l^ 32 u. 34 mit noia, and IX, 6 



350 

Grondsätzen berahende Antwort mit ^ Sn, oder wenn der Antwor- 
ten mehrere sind, mit ttotsqop Sri — ^ on nachfolgt, wobei jedoch 
Sri zQweilen aoch wegbleibt ^^}. Die Beantwortung selbst begnügt 
sich nemlich sehr oft nicht mit Einem Grande, sondern gibt deren 
mehrere an, was bis zur Zahl von nenn Gründen steigt ^4), wfthrend 



sowie XXVI, 36 mit noteQov, XV, 4 hingegen mit oti, woselbst bei 
dem Thema des Problemes (oVt fj yrj xivzQov) die Form dia zl mige- 
schickt wäre; wie es komme, dass I, 52 mit ort beginnt, sieht man ans 
dessen identischem Doppelgänger XXXVII, 3, wo diesem Anfange noch 
ein anderer Satz vorhergeht. Ebenso, dass XII, 3 mit kiyerai yäq an- 
fängt, erklärt sich daraus, dass es eigentlich mit dem zmiächst vorher- 
gehenden Probleme Eines bildet. Aehnlich sind XIX, 4 u. 19, XXI, 10 
u. 23 ,durch Jta xi de und XXVII, 2 durch dia %i ovv an ihre Vor- 
gänger angereiht (über XXXVII, 2 s. oben Anm. 17); durch den Mangel 
des grammatischen Subjectes des Fragesatzes sind XXIII, 27 und XXV, 11 
an die vorhergehenden angeknüpft. 

••) VIU, 5 und Xin, 2 steht rj dia, X, 58 und 67 r] oaa, IV, 4 "iq irteid^ ; 
mit akkä beginnt die Antwort I, 44, mit xai X, 38, woselbst jedoch 
überhaupt eine Verwirrung im Zusammenhange mit dem nächstfolgenden 
obwaltet. Die ängstliche Beibehaltung des rj oti ist ungeschickt, wo das- 
selbe (wie I, 45) mit einem wg finale unmittelbar verbunden ist. 

*0 Bei 123 Problemen ist eine doppelte Beintwortung gegeben (I, 17, 11, 9, 
12, 18, 20, 22, 23, 34, 36, HI, 11, 22, 26, 33, 34, IV, 2, 17, 23 
25, 31, V, 5, 16, 17, 19, VI, 1, VII, 4, VIII, 6, 16, 19, 21, X, 1, 
5, 15, 16, 18, 33, 40, 41, 53, XI, 6, 7, 13, 17, 34, 44, 45, 61, XII, 1^ 
2, Xin, 9, 11, XIV, 9, 13, 14, 15, XVIII, 6, XIX, 21, 26, 33, 35, ^42, 
43, 44, 45, 47, XX, 15, XXI, 14, 15, 18, 19, 20, 21, XXn, 11, 14, 
XXni, 8, 11, 12, 15, 16, 20, 26, 31, 34, 37, 41, XXIV, 13, 14, XXV, 
1, 6, 20, 21, XXVI, 5, 14, 19, 20, 26, 29, 31, 61, XXIX, 5, 11, 12, 
16, XXX, 3, 10, 12, 13, XXXI, 1, 8, 12, XXXH, 1, 2, 10, XXXIII, 7, 
9, 12, XXXIV, 6, XXXV, 1, 2, 4, XXXVI, 1, XXXVII, 4, XXXVIII, 2, 9), 
bei 27 eine dreifache (II, 4 III, 3, V, 13, 30, 37, VIII, 10, 14, X, 6, 8, 
XI, 33, 41, 60, XVIII, 3, XIX, 5, XXH, 3, 12, XXin,4, 6, 7, XXV, 18, 



3&1 

bei andereti die Frage io der Tbat ganz obue Antwort bleibt and 
kßio Grand angegeben wird.^^) 

Da jedoch bei den nicht vdlb'g identischen oder nicht excer*^ 
pirten Doppelgängern einzelner Probleme das Eine des gleichen 
Pawes oft wieder einen oder mehrere neue Gründe fOr die Beant-* 
wortang der nemlicben Frage gibt oder denen des anderen beifbgt, 
und sowohl unter den einfach als unter den mehrfach begründeten 
Problemen derartige Doppelgänger sich befinden , so steigert sich 
hiedurch eine Kreuzung der Begründungen der Fragen der Art, dass 
das Verhältniss der Composition des Ganzen namentlich durch diese 
Doppelgänger bei jedem Schritte unerklärlicher wird^^), und man ' 



XXVI, 2, 27, XXVni, 1, 5, XXX, 6, 11, XXXI, 27), bei 3 eine vierfache 
(in, 31, Vin, 17, XXIX, 4) bei 3 eioe fünffache (V, 26, XV, 3, XXIX, 
2), bei Einem eine sechsfache (XXIX, 14), bei Einem eine neunfache 
^ (XXIX, 13). 

") So besonders XXV, 13 n. 14, XXXIV, 8, auch V, 2, X, 36 u. XXffl, 
35; in XVI, 1 wird statt der Beantwortung nur das &av^aaiov hervor- 
gehoben, was hiemit an die Mirabiles auscult. erinnert. 

") Gleich bleibt die Begründung bei folgenden 24 gleichen Paaren: I, 42 u. 
47, I, 50 u. IV, 16, IV, 3 u. 32, V, 12 u. 35, V, 13 u. 37, VII, 1 u. 
2. u. 6, IX, 2. u. 7, IX, 9 u. 10 u. 12, X, 5 u. 33, X, 26 u. 30, XI, 
23 u. 51, XI, 32 u. 53, XI, 49 u. 58, XII, 7 u. 11, XIV, 9 u. 10, XIX, 
8 u. 11, XIX, 27 u. 29, XXI, 3 u. 7, XXVI, 1 u. 29, XXVI, 7 u. 56, 
XXVI, 10 u. 15, XXVI, 33 u. 35, XXXIII, 7 u. 9, XXXVfll, 1 u. 11; 
ebenso nur mit dem Unterschiede grösserer Ausführlichkeit des Einen bei 
folgenden 5 Paaren: I, 32 u. 34, III, 1 u. 6, III, 29 u. 32, Vin, 2 u. 
22, XXXVffl, 2 u. 7. Bei Einem Paare (IV, 12 u. 24) sind die Gründe 
direct entgegengesetzt. Bei anderen 77 gleichen Paaren vermehren sich 
die Gründe durdi die Combinining beider oder der mehreren gleichen 
(die einzelnen Gründe bezeichne ich mit den Buchstaben der Reihe nach 
und füge sie der Nummer des sie enthaltenden Prbblemes bei), es sind: 
I, 25 a u. 28 b; n, 9 a u. 37 b; II, 11 a u. 32 b; II, 16 a u. 28 b; 



352 

flür diese Fälle wieder aaf die Einheit des nrspranglicben Verfassers 
verzichten mnss, mag die Wiederholung der nemlichen Frage in 
zwei oder mehreren derartigen Doubletten nahe an einander stehen, 
denn dann hätte Ein Verfasser sieher alle Grande in Eine Ant- 
wort vereinigt, oder mag die Wiederholung in verschiedene Bacher 



II, 20 ab u. 23 ca u. 24 a; II, 21 ab a. 33 jcb u. 42 d u. 40 c; 11, 26 
a und 31 ab; II, 38 ab u. V, 41 a; III, 2 ab u. 27 b; III, 3 abc u. 14 
ad u. 22 ab} m, 4 a u. 11 bc u. 33 bdc; HI, 5 abcd u. 26 abe; III, 8 
a u. 19 b; III, 9 ab u. 20 ac; III, 10 ab u. 30 cd; III, 12 a u. 13 bc 
u. 25 ad u. 21 e; IV, 25 abc u. 28 c; V, 1 a u. 10 ab u. 23 b; V, 2 
a u. XI, 6 bc u. 20 de u. 47 b u. 19 de u. XLX, 1 a; V, 3 u. 4 u. 5 
(zusammengenommen) abcd u. 14 abc u. XXXVII, 3 e; V, 19 ab u. 24 
c; V, 28 a u. 30 bcd; VI, 5 ab u. 7 ca; VHI, 4 ab u. 10 abc; Vffl, 
12 a u. 15 ba u. 21 cb; VIII, 17 abcd u. XXV, 5 b u. 15 e; VIII, 18 a 
u. 19 ba; IX, 3 a u. 4 b; X, 13 a u. 65b; X, 18 ab u. 54c; X, 27a 
u. 29 bc; X, 36 a u. XI, 14 bc u. 16 d u. 21 db u. 24 a u. 34 de und 
40 d u. 62 bd; X, 48 a u. XXXIV, 1 b; XI, 2 a u. 4 b u. XXXIH, 
14 c; XI, 5 a u. 33 bcd; XI, 8 a u. 9 b; XI, 12 a u. 22 a u. 46 b; 
XI, 13 ab u. 15 c u. 50 a; XI, 17 ab u. 61 ac; XI, 30 a u. 54 b u. 
55 c u. 60 da; XI, 41 abc u. 48 c; XII, 1 ab u. 2 cd u. 4c u. 9 c; 
XIV, 13 ab u. XXV, 6 cd; XV, 1 a u. 2ba; XV, 5 a u. 9 b; XVI, 4 a 
u. 13 b; XVI, 9 a u. 10b; XIX, 7 a u. 47b; XIX, 9a u. 43 bc; XIX, 
24 a u. 42 bc; XIX, 26 ab u. 46 a; XIX, 30 a u, 48 b; XIX, 34 a u. 
41b; XXI, 9 a u. 22 bc; XXII, 2 a u. 3bc; XXIU, 2 a u. 12 b u. 28 c; 

XXIII, 8 ab u. 38 cd; XXffl, 15 ab u. 32 cd; XXUI, 21 ab u. 37 c; 

XXIV, 5 a u. 8b; XXIV, 14 ab u. 15 a; XXIV, 16 a u. 17 b; XXV, 3 a 
u. 10 b; XXV, 18 ab u. 21 cd; XXVI, 2 abc u. 51 d; XXVI, 9 a u. 14 
ab; XXVI, 20 ab u. 38 b u. 41 c u. 45 c; XXVI, 21 a u. 54 b; XXVII, 

1 a u. 6 a u. 7 b u. 8 ab u. 3 c u. 9 a u. 10 c u. Ha; XXIX, 2 abcde 
u. 6 fg; XXIX, ISabcdefghi u. 15 k; XXXI, 3 ab u. XXXII, 1 cde u. 8 f 
u. 12 cg; XXXI, 8ab u. 15 c; XXXI, 12 ab u. 13 ab u. 18 b u. 29 c; 
XXXI, 26 a u. 27bca; XXXIII, 1 ab u. 5 c u, 13 d u. 17 ab; XXXIV, 

2 a u. 3 bc. 



oft weh entfern« rerdieilt Bei% denn dann ist eben die halb gleidie 
halb migleicbe Wiederboluog uuerklArlich. 

Darch ebeu die^en Aufwand ; leiuer Mehrbeil vou Gründen aber 
geddneht es auch, das» manche Probleme »elb^t einen Complex ver- 
:^chiedener Dinge enthalten ^^.j, wobei dann zuweilen noch ein ^m^ 
ti, oder r/ ii oder £?# ii j6 ahwp nachgeschoben wird^^); oder 
die Probleme nehmen die Gestalt einer anderen verwandten Litte- 
ratur-Gattung an, nemlich derjenigen , welche a\f^ anoQtm^xm J^/vae&g 
bezeichoet werden ^^)y wofor dann das Jui xt nur die einleitende i 
fi*orm ist iwie z. B. bei Alexander Aphrod.)* Hiednrcb erhalten 
aber Eünige aucb das Ansehen fbrinlicher selbststftndiger kleiner' 
Abhandlungen ober einzelne Gegenstftnde*^)^ am auffallendsten zeigt 
sich dieses bei dem der Ausdehnung nach lAngsten all«r ^robleme^ 
bei XXXy 1, welches man fast eine Monographie ober die schwarze 
Galle nennen könnte, in welcher aber die Theorie der fAiXMwu 



»') Hieher gehören besonders: IV, 8, V, 40, XI, 28 tt. 58 u. 62, XXV, 8, 
XXVr, 52, XXVII, 3, XXXni, 15, XXXV, a Ueberhaupt Fremdartiges ist 
•beigemischt in: II, 22 u. 26, ffl, 16, 29, 35, IV, I, V, 15, 21, 28, 31, 
40, VIII, 10, X, 47, 48, 60, XI, 6, XV, 5, XIX, 35, XX, 35, XXI, 4, 
XXH, 2, XXVI, 3, 17, XXXI, 23, X.XXIV, 12. 

»") So IV, 6, X, 66, XXI, 22, XXVI, 28, XXXI, 17, IV, 18: 

") Als derartige längere oder kürzere Controversen, bei welchen die Ein- 
wände durch ver8chi«»dene Formeln (egi di fnallovy fj jovto ovx ältj' 
^6g, Hj 0X1% ofioloysltai y rj ovveo, ij ovdi tovro, anoQrjaeu d* av tig 
u. dgl.) eingeleitet werden, sind zu rechnen folgende 28 Abschnitte: I, 
37 u. 50, II, 21 u. 33, IX, 3, X, 12 u. 33 u 36, XI, 6. u. 45, XII, 10, 
XVII, 3, XIX, 7, XX, 3, XXI, 18, XXII 3, XXID, 16 u. 38 u. 39, XXIV, 
14, XXV, 8u. 21, XXVI, 29 u. 36 u. 48, XXX, 8, XXXI, 22, XXXIV, 7. 

«') Es sind diess hauptsächlich: I, 47, UI, 5, III, 26, IV, 2, IV, 13, IV, 26, 
X, 22, XVI, 8. 

Abhandlungen der 1.0. d. luAk. d. Wiss. VI. Bd II. Abth. 45 



354 

X^ die merkwordi^ Ansdebiiang erhftky das8 diese an aUen measch- 
liehen Eigensebafien , an allem Aasgezeicbneteo sowie an allem 
Schlecbteu Schnld sein soll ^ ^ ) ; dasa dißi^^aidi.t aritkoteliscb ist, braacht 
wabriieb kanfii bemerkt %n "Wbrdm. ^im Gegensätze gegen eine 
solehe Qbei* das Maass der dbrigen binansgebende Länge haben 
>vieder andere fiist mir die form von Definitionen * ^ ), öder «begeben 
eigentlich nur eine etymologische Erklftning des Themas ^^). 

Mehrere der einzelnen Probleme sind nnvoUständig nnd locken - 
häft, indem entweder durch norn^ ein doppelter öder mehrfacher 
Omdd angekündigt, jedoch nnr Bitter ausgeführt wird^^), oder am 
Schlüsse nodh eine entsdbiedetie Andeutung sieh indet, dass eine 
weitereBegrnndung folgen sollte*^). Andere müssen als völlig ver- 
worren bözeichnet werden^®), wenn auch meistens angenommen wer- 



— - 1 »■ ■ > 



") Nicht blos Personen ans der Heroen-Geschichte, sondern auch Empedo- 
kles, Plato und Sokrates, sowie simmtliche Dichter und Orakelpriester 
werden dort als (xeXayxoXixoi bezeichnet. 

*') So I, 30, I, 31, I, 46, VI, 6, XI, 54, XVm, 5. 

*») Solcher Art sind XI, 35, XV, 1, XIX, 28, XIX, 32, XX, 22. 

") Diess ist der FaU bei: I, 32, IV, 2t, XX, 20, XX, 29, XXI, 10, XXII. 
10, XXIII, 21, XXIV, 7, XXXIV, 11 u. 12, XXXV, 10. 

^'') So steht am Schlüsse von III, 22 und V, 40 %ai%6 d'igi nqößktjua, von 
Vni, 15 r) dioxi; v. XIV, 1 r\ dta %6 avtö; v. XIX, 4 xov de ... . 
TIS aitio; V. XXin, 27 17 di äkltjy ahiay. 

") In hohem Grade gilt diess von: IV, 2, IV, 31, V, 23, V, 40, XXIII. 34. 
XXIV, 21, in geringerem bei: I, 35, 0, 3. 21, 22, 26, 37, III, 11. 35. 
IV, 1, 4, 17, 22, 26, V, 17, 28, 32, VI, 4, VII. 5, IX, 5, X, 10, 21. 
42, 46, 52, 55, 62, XI, 11, 13, 43, 58, 59, XII, 1 u. 13, XIV, 2 u. 13. 
XIX, 34, XX, 9, 19, 20, 32, XXI, 13, 14, 26, XXffl, 3, 4, XXIV, 16. 
XXVI, 1, 11, 16, 17, XXXIII, 9, XXXIV, 3, 4, 12, XXXV, 8. 



98S 

deo luuui, da88 in. diesen FftUei) ein reioerer und geordo^leiief Tei.t 
nrsprOnglicb za GriiDde lag, welcher sieb etwa 2« dem Bekker'- 
scben Texte Terhalten d^cfte, wiie dieser zu dem iu den Aus^gaben 
vorBekker erscheineodeD. Weim diesn letztere dem^acb aaeb ganz 
auf RechmiDg der Ueberliefemog geschrieben werden mag, $0 findet 
sich hingegen auch Manches, was an mck das GeprAge spAterer 
ZeittrAgt, sowohl Redewendungen* '7) als aqcb einzelne Worte od#v 
Wertformen* 8). 

Das bisher Gesagte alleio wQrde sicher schon genogen, die 
Annahme zu rechtfertigen, dass Aristoteles wenigstens nicht der 
Verfasser des gaazra Werkes, so wie es uns vorUegt, sein kaaa. 
Die Betrachtang des materiellen Inhaltes aber kann einersei/ts «ar 
dazu dienen, den Leser der Probleme in solcher Ansicht zu be^ 
stArken, andrerseits mag sie vielleicht aoeh za einem positiven B^ 
sultate aii^iAherun^weise der Art fahren, dass sich bestimvieiii lAssl^ 
wie weit wir mit der Abfassung der Probleme oater Aristoteles 
heruntergehen dorien. • , ,, 

Durch die Art und Weise, wie in den Problemen die aii%e-^ 
worfenen Themata beantwortet werden 9 ist es nicht schwer, Mf 
die Grnudzoge der Theorie zu gelangen, auf welqh^ sich die g^ 
gebenen f^rklArungsgrCUide stützen. Diese Theorie ist nun im Gao* 



^') Mitten in V, 14 stehen die Worte: dio xai to riQoßltjfia igiv, ähnlich 
mitten im Satze in I, 56 das erklärende o^ffg, welches bei späteren Au- 
toren, so bei dem Verfasser der Probleme, welche den Namen des Ale- 
xander Aphrod. tragen, häufig sich findet. 

*^) Hieher gehört Trauer in der Bedeutung „wegen" (IV, l u. XXV, 18), 
nvKvdxig (III, 9), nolvxevog (XXV, 22), ^fdiiateQOv {11, 42), eid^oai 
(XIX, 42). 

45* 



356 

Z6D Qod der Gnindlage nach allerdings keine andere, als die Ari- 
stotelische« Die Elementenlehre des Aristoteles, die Gegensätze 
des &€Q/wp tfwxQoy, vyQor SfjQov, die gegenseitigen Uebergftnge die- 
ser vier sinnlichen Qnalitftten ( — aia&tjrd — ) ineinander, die Wirk- 
angen derselben anf die anorganische nnd organische Natar, der 
aristotelische Begriff der n^ipig, des nsQ^rrcofia , ja sogar das /uiaop 
and das ivavrtiw, — Alles diess begegnet nns fast in jedem Pro- 
bleme oder dessen Lösung. 

Aach besteht ohngefthr ein Fünftel der aufgeworfenen Fragen 
(nemlich etwa \iQi) in Nichts anderem, als einzelnen uatarhistort- 
sehen Factis, welche ans zerstreut in den Rfeteorol., bist, an., d. 
part. an. nnd d. gen. an., sowie d. sens. begegnen; anders verhillt 
es sieh wohl mit den ethischen oder die Gesetzgebung betreffenden 
Problemen, deren Auswahl karger ist. Nattlrlich mtlssen wir hie- 
bei immer bedenken, dass ans ja nicht alle Werke des Aristoteles 
zor Vergleichung mit den Problemen zugftnglich sind, und noch gar 
Manches mit aristotelischer Darlegung obereiiistimmen kann, ober 
dessen Verhftltniss zur Lehre des Aristoteles wir jetzt nur aprio- 
rische Vermuthungen aufstellen können, wohin namentlich die medi- 
cinischen Probleme geboren. AnfTallen kann es allerdings, dass 
Einiges, was wir entschieden in bestimmten Abschniiten des Achten 
Aristoteles finden za mOssen glauben, dort doch nicht erscheint ^^). 



^') So z. B. Manches über die Siiines-Objecte und Sinnes-Wahrnebmung oder 
über Veränderung und Farbe der Haare kann, was den factischen Inhalt 
betriff, wirklich ais Ergänzung des in d. an., d. sens. oder d. gen. 
anini. V. 3 oder d. part. an. II, 2 Gesagten betrachret werden. Eben 
dieses Verbältniss aber des „Ergänzens*' der Aristotelischen Lehre wird 
uns unten bald wichtig werden tür die Entscheidung der Frage, wem 
die Probleme als Verfasser zuzuschreiben sein dürlten. 



857 

Derartiges mott deou dhd al« Erweiterang der empiri^cben Forsolivng 
ihsder peripatetiacheii Schule bezeicbuet werde») deren Fortschreiteii 
ao eioKeB Kozelobeiten darcb die Mirabiles aoscaltotionei), den 
Tbeopbras«, Alexander Apbrod., Cassiüs, Antigonns o. s. w. sieb 
ziemlicb genaa nacbwei^en Ifts^it. 

Besonders mit Vorliebe werden in den Problemen Fragen be- 
baodelt , welcbe eine dnrcb einen Gegensatz auffallende Erscheinung 
betreffen, nemlicb Terscbiedene Wirkungen ein und derselben Sache 
bei yerftndertem Objecto oder yerftnderten ümsttaden, also Dinge, 
welche dem Grundsatze recwo avx S/mx rdtßmnla no^t widersprechen. 
Auch in dieser Beziehung bemerken wir schon bei Aristoteles eine 
Neigung, solche Einzelnheiten schärfer hervortreten zu lassen, na- 
mentlich in den Büchern de part. anim., d. gener. anim., d. motu 
anim., und die Lösung derartiger na^ddo^a oder S'avfAdaia beruht 
bei Aristoteles natorlich fast immer auf Distinction des noXXaxm 
Myo/Mvoi^^^). Dieses noXXaxwg isyofMww ist nun in den Bochern 
der Probleme zwar nirgends ansdracklich ausgesprochen, es liegt 
aber fast durchgehends stillschweigend zu Grunde. 

Eben diess aber fahrt bei seiner Anwendung in allmftligen oft 
fast unmerklichen Abstufungen zu einern^ vom Achten Aristoteles ab- 
weichenden Grade, bei welchem die physikalischen Hauptsätze t(Drm- 
lich zu wAchsernen Nasen werden und sich beliebig zu allen Ge- 
gensätzen strecken und dehnen lassen mOssen, womit sich eine 
wahre Sucht nach Gegensätzen verbindet. Man fasst z. B. die Luft 
bald als erwärmend bald als erkältend, das Warme bald als ad- 



'^) Einen ganz besonderen Beleg hieflir gibt das ganze 2. Capitel des zwei- 
ten Baches d. part. an., woselbst auch Einiges in den Problemen vor- 
kommf'nde auf diese Weise gelöst wird. 



358 

alringirend, bald als erweichend, bald als breDoend, die Sekretionen 
im thierischen Organismus bald als notbwendige Ingredienzien bald 
als nsQivtwfM^ n* dgl. mehr, und man ist biednrcb im Stande, alle 
mögliohen entgegengesetzten Erscheinungen aus dem gleichen Prin^ 
cipe zu erklären. 

So entsteht eine Vieldeutigkeit, welche fast unwillkarlidi auf 
verschiedene Erklarnngsgronde hitiansfohrt*^); tou dieser Verschie*- 
denheit aber nun ist nur ein kleiner Schritt zum Gegensatze, und 
so kömmt es, dass in den gesammten Probteiaen Aber Ainfeig gegen-- 
seitige directe Widersprüche sich finden *>]^ Einmal sogar, aber 



**) äywvla ist q>6ßog (11, 31 u. XI, 36), und sie ist aicxvvrj (XI, 32); — 
aiaxvvTj ist äy(ovla (XI, 32), u. ist q>6ßog (XI, 53); — yr^Q<xs = ^- 
QOTTjg (I, 17), n. = ütj'ipig (XIV, 7); — to d^i^JAGv nrjyvvaL (IX, 9) u. 
agaiol (1,53); — &dvtirr)g z=: xfw^ig (DI, 13) \i. "sn atjtpig (XIV, 9); — 
^fi| «X aaQxng (X, 22) u. ik di^fiatog (X, 34); — ohog ist vy^og 
(III, 16), ist ^eQfiog (111,5), ist yewdijg (XXXVm, 1;, ist Tzvevf^tctrdiiig 
(XXX, 1); — ne^ittuifda ylvezai. TioAAg TQQq>^ (V. 33) u. atpavi^ßtci^ 
nnXlfj TQoq>i} (KXyVl,\); — vS(oq =i TQog>i^ (I, 13) u. %a vyqä anen- 
Totara (III, 14). — So werden auch in dem Einen Probleme XII, 10 
die drei verschiedenen Principien der oofn^ (nemlich als xanvng. als 
arj(f und als aTfilg) paraRel nebeneinander behandelt. 

*') aywvla = d&Qoiaig &bqiliov elg arij&og (11, 3t) u. bei aytovia e^eiai 
to d-^gfiffv in trjg xaqdlag (XI, 31); — dytiVLwrteg iQvd^goi (11, 37) 
u, (ixQoi (II, 31); — «37^ nkiJQrjg Ttvgng (XXV, 20) u. avav nv^og 
(Xn, 10); — aiöiig = &€Qfi6if]g (XXXÜ, I) u. = tlßv^ig (XXXI 3». 
XXXII, 8); — alevQOv nvxvov (XXI, 9) u. fiakaxoy lentov (XXI, 7); — 
avd^Qwnog ddixoiTaTOv ^(pov (XXIX, 7) u. av^QtoTiqf nuateov ptaXiOta 
(XXX, 6); — durch xpvxog ist dvvmBQiavaaig d'SQfiov eYaw (XIV, 3) 
u. €^(ü (XrV, 15); — aoanig %b nivov^evov (XIV, 7) oder orj^ptg •=. 
aKivrjala (X, 48 u. XIII, 7 u. 8) und ai^nezat xivovfieva narva (XXII, 
4 u. XXV, 17): — aatga ^€q fiov (XX\,iS) u. tißvxfov (XXY, 21); — 



8M 

Moh mir ein einzigesmal erscheint ein soloher Widersprach sogar 
in Thema 4&t Probleme selbst, indem XI^ 56 hurtet: Jid tl t&v 
fMh^ X9§/jm9H>g S^it9^y yJ^/yoKra»^ &i^vg &i ßa^vrs^^ hingegen 
XI, 17 nnd XI, 61 : Jid zt rav x^$imp6g cA ^pmral ßa^B^m. 



ax^og = d-eQfiov i%odog (XXI, 6) u. olvbv rtVQog (Xu, 10); — %a 
äq>Qodlaia ^Bxd vivog (JV, 15), tt. ra qq>Qodhia ix Tgef covaing (TV, 
27); — To ßagv ^dscv ^$ov (XK, 7 u. 22 u. 37 u. 45) u. x«^*^^- 
veQov (XK, 26 u. 46); — to ylvxif wgrteQ xpvxQov (XX, 39) u. &bq^ 
fxov (XXn, 12 n. XXm, 27); — yoyij trjxofiivij rwvgi (IV, 14) u. 
ifwxQa (FV, 3); — vi Saav vyqov (X, 24) n. ^fjqov (X, 42), • — 
l!^iq>vqog evdiBivog QiXVlj 31) u. fieyioxag ayei v€q>iXag (XXWl^ 24); — 
rjliog zä {fy^ä FAxct ^qp' eavzov (XXVI, 54) u. fjXiog xaxaXeLnBi ar- 
lilda (XXVI, 28); — Hhxtta xa^agtovifa rtozifiov (XXIII, 8) u. 
yewdeaviQa (XXm, 10 u. 32); — &dlcnva rtolv y^g §c€i(XXffl, 7) u. 
yrjv ovx Sj^ei (XXIII, 8); — ^aiarra BvdLontnTiqa Ttovlpiov (XXIII, S 
u. 38); u. Std d-aldtrrig otpig ov dUqxsTai (XXUl, 6); — to &€q- 
fiov xlfv^ewg deltai (X, 56) u. ovdiv nAaxei öia tpvyjgov (XXXIV, 5); 
— %6 d-BQiiov ov nnisl negivTt^a (XXXIII, 18) u. noiei idguita 
(V, 37) Clögtog netniich := ftsglrrütfia, II, 3 u. 4); — ^d^igovg dia- 
Iverai Ta tfyga (II, 40) u, &igovg ^vtov niTrerac rd vygd (11,33); — 
^igovg rä eato xfwxgd (XIV, 3) u, ^egind (XXXV, 4); ^gl§ ix ^eg- 
fiov (X, 21) u. ii vygov (I, 16); — ^gl^ ix nhpeufg vygov (IV, 31) 
u. ix tpd-sigofiivrjg Tgoq>rjg (XX, 12) oder ^x nsgi/rtdfAiXTog (XXXI, 5); — 
ia%voq>iavla ixxavaxpv^Biog (XI, 54 u. 60) u. ix ^agfiotrjtog (XI, 60); — 
xevov ovdev del elvat. (VÜI, 13) u. xlvtjaig avtv xevov ddvvarog 
(XXn, 4); — sig xoMay fj i^vx^aaiAivrj xgotprj (IV, 26) «. %d yei^gd 
(X, 43); — ro leuxov nvgog (VIII, l)ü. da»evig (X, 27);— ro ^iXav 
durch vdoßg (XIV, 14 u. XXI, 4 u. XXXVffl, 1) u. yewdeg (XXXVffl, 
11) u. dmch trijxlf ig (XXXVffl, 9) u. to ^ttov ogdfjievop (XXni,4l); — 
Tjf fiiof] avvfixov0iv ai alkai (XIX, 36) u. vg fiitnj avfiqxovel nidh 
(XIX, 20); — 9vxxhg 6 drjg xgavel (XXy,4)n. anvevfiaTov (XV, 5); — 
S^fjg ipiov^g = da&iveia (XIX, tl) u, = aq>odg6vf]g (XI, 14 u. 40 
u. XIX, 35); — o^v fdeiv ti&kloy igr^ (XIX, 37) tt. i§t»¥ (XIX, 26 



360 

Da»j«. in diesen FAlleu de&i Widerbprucfaeti , wenn die eine Be* 
haaptnng aristoielii^h ist, die andere es nicht sein kann, branchl 
nicht bemerkt zn werden $ da^s ^ber hiednrch ein directer Gegen- 
satz gegen die Lehre de:^ Aristoteles eingeleitet ist, nnd oflFen zu 
Tage kommen umss, diess erfährt man aoch hei nur einiger Yer- 
gleichong der Probleme mit dem ächten Aristoteles. 

Zunächst bemerken wir einen Uebergaug zu bedeuiendem Ma- 
terialismus und Atomismus, indem ao oft von Ausströmungen {änoQ- 
QocU) von Körperu und for die Siuneswahrnehmung die Rede ist^^); 
tlas EiXtrem hieven istt, wenn die Sonnenstrahlen üwfiaxa genannt 



u. 46); — OQVLQ ov %qa%el vyQOv (X, 7) u. TieniixogvyQov (IV, 31); — 
oofÄTj yedidag (Xu, 2 u. 3 u. 9 u. 11) u. ov aufiarwöeg (I, 48); — 
ovkijg digfia Xemov (IX, 5) u. nvnvoy (X, 29); — 6q>&alfÄWv XQ^^ 
ksvxi^ (XXXn, 8) u, TQia XQ(ifia%a (XIV, 14); — noXvai = aango- 
zf]g (X, 34) u. = y^QOig (X, 63) u. XQ^^V 0^9 63); — to nolv = 
ßqoLÖv (XI, 42 u. 53) u. (AaXXov xiveUai (XXV, 19); — to novifiov 
ipvxQoveQov alfiVQOv (XXIÜ, 30) u. ^eQfioteqov (XXIII, 7); — dia 
norlfiov otffig dtiqfXBtai (XXm, 6) u. %6 noxifiov tjttov €v3lomov 
(XXm, 8); — TO vöwQ xpai^vQOv (XXI, 6) u. xoXXwdig (XXI, 22); — 
vdiOQ TjTiov otjnetai, (Xn% 7) u. Vdwg ai^neiai (XXV, 20); — to 
vöiüQ nvQL d^d yivetai (V, 21) u. iivgi nriywtai (XXI, 11); — 
vdiaq z= TQoqyffj (I, 13) u. la vyqa dvanentotara (HI, 14); — 
vnyog = ^gefiia aiadijaewy (XXXIII, 15) u. iv tinvi^t ^ tpvx'tj f^td- 
liora xivelvai (XXX, 14); — x^^l^^^^S ^^ nsgUtiofxa ov nexroiLiev 
(11,21) u. x^^/ucSyog 7i:e7J[Tixi6t€Qoi iau€v (I, 28). 

**) äno^^osl del xt Qiifia%og (II, 22), djtof^orj &€Qfiov (XIII, 5), dnn^- 
^oai bei oaq>Qavaig, dxofj u. oif/ig (VII, 7), u. oajuiy (XII, l u. 6); 
man erinnere sich hiebei der Polemik des Aristoteles gegen die plato- 
nische dno^^oTj (vgl. bes. d. an. III, 2 u. d. sens. 4). Ja III, 10 heisst 
es sogar 09^ oxpewg ogazat to oQoifAevopy welche AuiTassung Aristo- 
teles ganz speciell bekämpft (I. c.) 



3<I1 

w^en^^), oder rtm d6r Sünrtiie geMgt wird, sie sei mit dem To- 
neoden gemischt^^). BSemit btogt aber ZQsaminen die liftiifige Er- 
wftbnüog TOil Poren* ^) sowie die Annahme eines leeren Raomes als 
Bedingung derBewegnbjg*^); ja sogar die SSeh wird fast mäteriali- 
sirt ond als concret wirkende Ursache hOcbst onwissenschaftlicb ein- 
gefiihrf*^);'die Krftfte des 'O^ganisniiis werden materialistisch ver- 
▼ielftltigi*®) ond hinwiederom das rein Materielle zo einer geistigen 
Bedeotoog erhobeo, die es bei Aristoteles nicht hat^®), während 



'') XI, 33 (vergl. Alex. Aphr. ProhL U, 42). 

^^) XI, 59 ^ ^piin^ fi^iMoi tcSig ipo^ovai. 

'<*) &^Q nolvxwog (XXY, 22), mv &JifiVQOv fiaydla duinsya (XXm, 8); 
lidmog xai äiQog dims^a (XI, 58 u. XVI, 8 u. XXV, 8), i^aldvtrig 
ftoQöi (XXm, 15), nofot beim Du-chsehea und Dwchhören (XI, 58). 

*^) xlvrjaig avev xerov advvatog (XXII, 4); vergL Phys. aosc. IV, 6 n. 8. 

^') Zunächst wo^QQ aiath/rdg eig äraia97jtovg diai^eZrcu (XI, 28) in vollem 
Widerspruche mit Phys. ,ausc. HE^ 11 (vergL auch d.. sens. 3, 440 a 
22); dann 6 XQovog q>d'Bl(i€i (ib.), o XQ^vog ^azfAl^i zo eXaiov 
(XXI, 4), noul.tQOiiov (HI, 5 u. 26), novü noUorrjta (X, 63). 

"") ivvafÄcg dexuw^ Iv fiiib^ (XXI, 14), was ein deutlicher Uebergang zu 
den Späteren ist, bei welchen fast Alles eine spedelle Dynamis heisst. 
Hiezu gehört auch: h oip^alfiip ayaTvvori vi'^oi; <XXXI, 1), worin 
man leicht das „nveSfia intinov*^ erkennt, welches In den unter dem 
Namen des Alex. Aphrod. erhallenea Problemen so oft vorkömmt (I, 59, 
i, 68^ II, 37) und an des Galeaus nfradfia tpvxMov erimierl. 

*^) 6 tofvog ^ (pQOvovfiep (XXX, 1) und xaqoaA^ ^eiotaror ±z koyiafiog 
XXXm, 7 u. 9), oder vo »eg^ov h ^fuv ägneq Cepoy (XXVII, 10), 
welches ^egfuAv in eben jenen pseudo-aiexandrischen Problemen zu einer 
fbrnilichen Person \^frd. welche bei Furcht u. dgl. davonläuft {y,q>svy€i>*0 
so z. B. dort I, 12, I, 130, II, 22, ja, dieses q>evYHV finden wir in 
unseren Problemen selbst einmal, nemlich XXVII, 10. Dahin gehört 
auch der weit materialntischer als bei- Aristoteles g^ras^te Einfluss cli- 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ak. d Wiss Vl.Bd. II. Abth 46 



362 



tlo«eD ncbwindet und einem 3eosoAKsoiaa Plftte iftomt**! ..AfMß^fsr- 
d^ ünde»^ wir ^acb oiao(;he qiisstmtaoUiiObe Aqisi<leliDifpg va^i^Jt^ter 
liscber Biegriffe auf DjiiJigß, ^iejjhn^P &eiiic|fiwd^^}f. wozu qocheimse 
einzelne Widerspro^clie kQo^en^^).. lEiQ^lic^ einige Probleme sind 
scbpn Jn der Fragestellnng docb. pffeiijb^r ani albern , a|s daas mau 
dabei an Ariatoteles qnr. 4f9ol(eu k^jApte^*)« 



' y; T » 



matischer Verhältnisse anf die Geistesbegabung des Menschen, (z. B. 
XIV, 15). 

*') Die aladfjaig wird in das ndaxsip verfegi (XXXI, 12 u. 13), u. didvoia 
sogar als rjQe^ia ifwxfjg bezeichnel (XXX, 14), also ein der aristoteli- 
schen Psydiologie fremder DnaÜsipus aosget^rochen ; womit zusammen- 
hängt, dass iniOTijffifj vov ofycnpp heisst (XXX, 5) und nur von ..£i'- 
^efixai t^9$g^^ gelten soll (XXX > 2), sowie dass, gewiss nicht im Sinne 
des aristotelischen yvwQifitoteQov ^fiiv (Phys. ausc. I, 1) es (XXX, 5) 
heisst: q>vaig iniav/j^riq nqot^qov, 

'*) So werden x^^^'^ vnd x^ai> und naxvri alsProduct der ^r^/t^ bezeich- 
net (XXVI, 3), namentlich aBer alle möglichen Dinge als rtedirToi/natn 
aufgefiihrt, so aniffia (I, 50), Sa%ovv (XXXIH, 18), tqIxsq (XXXI, 5 
u. XX, 12), yo^a (X, 6), lägtog (H, 35), ja sogar alfia (IV, 2ß). 

*') Dass der Westen rechts sei (XXVI, 31), während Arist. d. coel. U, 2 
ihm die linke Seite zuschreibt (b. Hat d. iegg. VI, p. 760 Ist er eben- 
falls rechts); dass filSig durch rQltfjig und xlvriaig vollbracht werde 
(XXI, 1), vgl. d. gen. et corr. II, 7 u. Meteor. IV, 8.; dass vöwq vno 
TWifdg mjywzai (XXI, 11), dass das ansrnw hn Körper oben (avw) 
sei (D, 4), dass yfjQag ^qowjg sei, (I, 17), dass die Krankheiten ent- 
weder i% Tivqbg oder i^ it^ldog seien (I, 57). Auch das geschmack- 
lose Horalisiren, dass die Armuth generis feminini und der Reichthuni 
blind sei (XXIX, 4 u. 8) ist dem Aristoteles fremd. Von der Theorie 
über das /usXa^^^oAixov in XXX, 1 brauchen wir nicht mehr zu sprechen, 
da wir jenen Abschnitt schon oben als entschieden unaristotelisch he- 
zeichnet haben. 

®^) So: Warum man das linke Bein weniger lange reiben könne, als das 



^ Wieno ntmi tiehön diirdi tÜMe nurtevielleBwdiliffeiiteit 4er fiochior 
der PmUeme die^AlMMdmie »b muttS^lieh «idi erfn^, däm dte 
G«iift6'liO' ais'fdjtefiftAd'^M AmioMleei»!^ sei, 80 tritt 

afe toütfliigeod Ar 4iiiBer kUb mig t » JUmlttfi *lifiei daiafem^ UnM, 
wi» mait iB > der LitteratofgeHohiolte g^iwOhtilieh- die Üttssei^n SBtagm 
zd oenMa* pfligt '• . . ^i < * 

li ;l>ertferatä:SWiiige ist oatOfüoV AruMtelee seihst Dmb Aristo^ 
tel^ denl Priodpe, welehee in «feibalt tiod i^Arm^ der- P»obleiiie «iofa 
kund gibt fiBchft firenid war, 4nirde thtiki-obett* mben im AUgemei^ 
iieti* tängedeutet^ tbeits ieft «mnehr «hervtaA&obeten, wie bei deiüAlben 
die gnM> Riebitiiig, welche dm l^oMeflieB (Aicht Mw ded wter 
den AriBtöteKeeheo Werben erhaltetteo, dondem ^Mioh ^sumididbeiir 
.sp&lereD, oiiteo sogleich näher zu betrachtenden) zn Grunde liegt, 
eine wissenschaftliche BegrOndung ihres Verhältnissen zur Methode 
des apodeikti.*9Chen Wissens oberbaapft erhalten hat« Ha handelt 
uemticb Aristoteles amdineklieb aber Wesen nnd Bedeutung des 
.^HQÖßXrifMt/^ dessen Untersclned iron n^otaag und &iaig, und dessen 
Eintbeilung^^); selbst in Betreff der Form, des stets wiederkehren- 
den J$a ri, finden wir^ wiie dasselbe seinen tiefen philosophischen 



. )•• 



rechte (V, 32); warum die Reiter weniger leicht fallen (V, 42), worauf 

geantwortet wird, weil sie aus Furcht sich in Acht juehmen; warum wir 

auf der rechten Seite liegend eher einschlafen? Antwort: weil wir auf 

der linken Seite liegend wach sind (VI, 7); w^rum die 6es,undheit nicht 

auch ansteckend sei (VII, 4); warum die warmen Quellen heilig seien 

. (XXIV, 19), ^0 die Antwort offenbar eio^ Wortwitz mit 9eiog und 

. ^yäoit enthält; wan^m wir meistens zweimal niesen? Antwort: weil 

wir zwei Nasenlödier haben (XXXIII, 3)t 

^^) Anal. pr.I, 26, 42h 2a Top. I, .4, 101 b 16 u. 11, 104bl— i05a9, u. 

•-■•Top.' If t'1» V* '- ■' * " '* ;.i»,V;:rt ^■k .oS , '. ". \ •■• »■- 

46 * 



364 

Sinn ala ab» ari8toteliMbe./iAror..erb^ sieber die 

Mdglidikeit simigebeitt^ dasa Aristoteles speciell derartige de« apo* 
deiktisohen Wissen aoftahreode Fragen oder Aa%aben (n^jS^jiMnr«^ 
und üiTti/A€n€c) behandelt ood geschrieben habe, so finden wir ja 
aocb hei ihm selbst die bestunmte.Konde davon^ dass er es wirk- 
lich gethan. Abgesehen nemlich davon, dass z. B. .die Bücher de 
gener. anim. ond A. part. anim. vielfach nar eine in znsammenhAn- 
gendor Darstellnng verschlnngrae Behandlung von Problemen genannt 
werden könnten^ ''), beruft sich Aristoteles selbst an sieben oder 
höchstens, wenn man will, acht Stellen auf von ihm geschriebene 
üjpojSiff/MfrQ!, aus welchen CStaten hervorgeht, dass in jenen Prob^ 
lemea die Ursachen (das di6t§, cärp^f) , einzelner Facta entwickelt 
worden war^^), aber — es ist wohl mehr als Zufall, dass filr keine 



^*) AnaL post. II, % 90 al. Aehnlich Metaph. Z, 17, 1041 a 24, woselbsl 
ala Beispiele von Problemen angeführt werden: diä %i avd'fartoQ Q^v 
%oiovdl; dta %L ßgovt^: (als Beispiel der Antwort: di6%i tp6q>os yl^ 
verai iv toig viq>eoLv); dia %l %aiL (plov nHv^ov xai Xtd-og) oixla;. 

*') Auch die fitjxccvixa nqoßXri^aza können hieher gezogen werden, welche 
in dem dia %L die gleiche Form zeigen; des Anthemius Paradoxa Me- 
chanemata sind auch Nichts Anderes, als praktisch gestellte Probleme. 

•®) Die Stellen sind: d. part. an. HI, 15, 676 a 17 diori di %oig nolv- 
xolkoLg h Tfp ixivqf yivezac ^ nvetla, eXQtjtai iv roig nqoßXri^iaoi. 
d. gener. an. IV, 7, 775 b 35 rä di dvgal^e i^iovta %wv tolovtcov 
(sc. al fAvkoic) ylyerai axXrjQa ovtwg &o%b fi6lig diaxdnxBod^aiß xae 
aidriq(p, TieQi fiiv ovv rov ndd'Ovg trjg alt lag eYQrjrai iv voig ngo^ 
ßhfi^aai.. ib. IV, 4, 772 b 10 xat yäq rä dxTWfiijva ^ ^h rjt%ov 8i' 
%b S* .aX%tov ix TcSy vvv Xt%d'ivtiav awidoi tig av. eiQijtai de tcbqI 
avTWv iv Toig nqoßhfiiiaat. ib. II, 8, 747 b 15 ix ii twv %oiovt(av 
ylvead-ai ix fialaxiSv axXrjgov, ßgrtsQ rtp xaTTiriftfi iii%9'hta %6v 
XC^XxbVf kiywv (sa ^EfinedoxX^g) ovi* ini %oZ %akxov xai %ov xam- 
%iqov %7jv attiav SQ&äg' «ffi/rat d* iv tolg nQoßhqiiaai^ naqi av- 



•* 



a65 

dieMr Mnittitttcben Slelleb gema daii EotpprecbeBde in der mis ^r- 
lMiteiieii)iH^blMrie»^§hMm fuidet. HAehstens fte* ffines die- 

ser QlMe (das di vit. et morte) findet isieh ein verwiuidter Gegen- 
stand in Probi« % 55^ ohoe dass jedoch dort die Dfetinction itwiscbeu 
x^Arctw&m nnd nyff^cSixi des Feaers anseinandergebalten wird, 
sondern 4er der ^dtirend^li Stelle nur ahnUche Gedanke steht dort 
in VeHUttdtiAg iiiil der Pflege^ der ITieberkranken; in Betreff des Gi- 
tsles in Meteor. I^ 6* ist %n bemerli^en) cfaMss dlerdings im 26. Buche 
A6r ProUene Vieles''Obef die Winde Toigebracht wird, das Citat 
selbst aber sich %n nnbestimmt ansdrodct , um auch unr angeben m 
kftnnen, Air welche iiq[»eeiell<6n Fragen Aristoteles auf die Probleme 

▼erweise^' ^ •• -- 

• . . . , I • • 

p ' ■ . .- : .-..•. 

Nun aber kann auch der Zweifel entstehen, ob' der uds ober- 
lieferte Text der Probleme alle aristotelischen enthalte, und nicht 



' -^ ■ ■ ■ ., 



vßv. d. Vit. et morte, 5, 470 a 18 Tiegi iih vijg alt lag, ort to 
ivavrlov cvfißaivei rtp iYKqvnvoiii¥if xai xavanviyofievqf nvql (jb 
lihf yaQ- iiaqälvetai , tb di diafxive^ nleito XQOvov) eXQtjtai xal ev 
Tolg ngoßlrjfiaoiv. d. somn. 2, 456 a27 de Sri di r& iih ivvnvia 
livrjiiovfvovaiv iyeg&hteg, tag di iyQtjyoi^ixag nqa^eig ov fivtjfiovev- 
ovaiVf h töTg Ttgoßlijfiatixolg BYgritai. Dass diese letzteren beiden 
Stellen zn einem Krenz-Citate ftkhren, haben wir oben (Anm. 28) schon 
bemerkt. Meteor. H, 6, 363a!£2 negl di ^iaetog aitwy (sc. twy 
dvifiwv) xai %tvig havtloi vlai xai nolovg Sjtia nvüv hdixszac xai 
Ttolovg ot;, IVt di tlveg xai noaoi tvyxoLVfwffiv Svteg, xai nQog tov^ 
toig xai TteQi tßv aXk(av naStifxatmv oaa fiij avfißißfjxiv iv rolg 
ngoßki^fiaaiv eiqi^a9ai. xolg xara (Äifjog, vvv Xiywfiev. Als achte 
Stelle, welche die Probleme citire, könnte mil zieadicher Wahrschein- 
lichkeit (nach der Art des Citirens) angeführt werden: Meteor. IV, 4, 
38 t b 13 fU%%9%ai hf t^ avia xoiXUf, aijnefai di h t§ *:atio tb 
inoxQi^h' dl ^v di aitiavy ü^pim^ h hifoig. 



366 

vielleiafat iUe von Amtotele« citirieD Id zafidlig verlomeo eiozeliiea 
Abbcbnitteti imserec Sauttlong fto siacheq äein «BüMten; Ellia Midie 
Auuahme: köoute eine 8tQla^ darin finden wollen , dMs Ymrte ioi 
Catalogo^. Codd» ms^er. graecö* bibl. Jlfatrit* aus Cod. 94* 'JlQiatß-' 
tuSiopg ioT^imw ngoßJitjfuhwp Kai gwaucSr ixAoyai to y und !4^<nraT* 
t4JIovs 9va$xd nQoßX^fjuna toi S' aofiBbrti deti^ TlienMia.:(d; -b. 
Fragen) er (»^unm ardnna »ane aii laber, ex quäi^y» Prabtonaluai 
editoruin . ?seetionibM delecta »iat^ oateodere an etisn ex lilMiä^eoraiir 
dem auiij^is fneriut e&cerpta, pronontiaro^O denn aqofi Teii|ya|^k'32JI 
an abdruckt ^^y. £& «ind dieti^ aii3 deiA Bncbe y 22 uimI an» iT 
184 Pr^ohleme, von weleben 38 nnter deo atietotelii^cbeii votkpiniMo, 
aLso 168 neue enthalten sind; unter jenen sind besonders viele Aber 
Stimme, Geruch und Niesen, welche mit einzelnen Abschnitten der 
Bacher XI, XIII» XXXI, XXXIH obereinstittimeni. iMter diesen viele 
ober das Schwein und das Pferd. Aocb. bei .djeseb YriarteWeheo 
Problemen fehlt es nicht an Wiederholungen^ o), zwei derselben sind 
in Widerspruch mit unserer Sammlung^'), anti-aristotelisch an sich 



^M In einem unbegreiflichen Irrthume ist Buhle (Arist Opp. 1, p. 289) be- 
fangen^ welcher diese Problenie mit den Quaestiones naturales des Ale- 
xander Aphrod. verwechselt imd dem Yriarte Schuld gibt, er habe be- 
reits Gedrucktes fiir ein Ineditum gehalten, indem die Sache in der 
Trincavelli'schen Ausgabe des Alexander de Tato ^Yenet. 1536 foL) stehe, 
und dann lateinisch von Bagolinua herfiusgegeben sei (Harles Bibl. Gr. 
IH, p. 253 schreibt diesen Irrthum aus Buhle ab). Ich wenigstens habe 
m tiUif Exemplaren des Alex. d. fatO| welche mir zu Gesicht kamen. 
Nichts als die (von Spengel 1842 herausgeg^enen) Qui^estiones physicae 
(^t ethicae Alexanders gefunden. 

'^) So in a* 54 tt. 7a, 28 u. 84 u. 94, 105 u. 114, 136 u. 189, 142 und 
156, 146 II. 152. 

'») ^\ 12! (i^igovg Uartop negivtwfjia) mit 2, 33, und & 142 (vg niai- 



asQf 

i8$t;4fK»ii* dieFB9l iaGenfliet mt^^^AemZkif^i^ i€iim^ftgff9i rtjm^ 
:!^lMM^?^)^a Metjkntfflnd% dasH ^as tteMcUM.WidcmpnicIi, 

wctlcbeo viii)»:cibeii'jyä deoeiBBi^eo im Thema : der SammlHng der 
aristotelischen Probleme (in BetreflF der Höhe oder Tiefe der Stimme 
im Winter) trafen, aach hier wiederkehrt, nemlich zwischen ^^84 
wpd 94* . 0(Hi>i;igeiia fioden rSioh die iroQ dmn Achten Aristoteles ci- 

tirten PioUeme hier elwnsoweing. 

. . »■ ' ♦ ■ 

Indem die eigenen Citate des Aristotries schon dai Glauben 
an die AecfatteSi d6r Probleme gewiss nicht bestftrken, Iftsst sich 
denken, dass es mit den Otaten bei spftteren Autoren nicht hesser 
geht^^). Zunächst ein Citat bei Cicero^*) könnte fast geeignet schei- 
nen, ooß^ ,u . ^er,,p|{eii aro^gesprochenjeii Ansicht ober. Probl. XXX, 1 
irre zu macben; Galenns?^) erwähnt Prob!» V,ül als anstoteliscb. 



I * :■ 



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i " 



, ^') Pai|» die aii9 dem Alterthume erhaltenen Yerzeicbnisfle der aristoteiischeii 
,y(eTkid eJv-'r.jiQebr Yerwirmag als AufkUbrong ia die schwierige Unter* 
, suchwg gehra^sht habea^ ist kekannt; für uaserea Zweck l|der geben sie 
so viel als llichU, Bei Diog^ Laert, (V,.26) werden Ernva&eafiivMv 
nqoßhqfm^fav ^ und IlQoßXajfidTmv ix uSv JtjfiOTCQlnov ß' erwähnt 
(das 0vaixdiv xcnot .ctovjußiov h({ erkUrte schon Buhle, d, Ar. libr. 
perd. p. 9.^ als 6esiuniiit»Complex aller Physika^; in die bei Diog. und 
Suid (s. \, tav(fOf^6lof) g&iWEknten^ldtaKta Jtmd Svf4§w^ta Cr]tijfiaja 
kann iipan al^erdiogs alles HögUchei also auch die Probleme, hineinschieben. 
Ul dem Arabischen Verzeichnisse erscheiaea ;5 Bücher Problemata iatrica. 
^^) Tasc- h ^^' Aristoteles quidem pit omnes ingenios^]^ melancholicos esse: 
ul ego f^e tardiorem esse non moleste feram; ennmerat multos idque 
quasi constet^ rationero, cur ita fiat^ affert. Was wenigstens ganz mit 
dem Inhalte des genannten Problemes Übereinstimmt. Jedoch Cicero hat 
iu Betreff der Philosophie ja immer, wie das Sprttcfawort sagt. läuten 
hören, ohne au wissen, wo die Glocken sind. 



368 

Bei Geiliw werden siebenmiü die Probleme des Aristoteles aoge- 
fofart, oDtor welcben drei F&lle in auserer Sammlnng mebt stdrai, 
und Biner sich mit etwas yerscbiedenem Texte findet ^ ^). Bei 



'*) i, 11, 17. Morimi tutem illum ingrediendi Ml übidmim' modulos proefii 
institutum esse a Lacedaemoniis Aristoteles ia libris problematom scrip- 
sit, quo manifestior fieret exploratiorque militum securitas et alacritas. 
Nam diffideniiae y inquit, et timori cum ingressione huiascemodi mininie 
convenit, et moesU atque fonnidantes ab hac tan intrepida ac tarn de- 
cora incedendi modulatione alieni sunt; verba autem Aristotelis saper 
ea re apposui: Jia %L ineiöav noXsfielv fiikltoai, nQog ctvXdv i/ißai'- 
vovoiv; tva %ovg detXaifS äaxrjfiovovrfag ytvwaxfoaiw, (diess fehlt). — 
II, 30. Id quoque a peritissimis reram philosöphis observatum est, 
^ Austris spirantibas mare fieri g^aacttm et caeraleom, Aquilonibus obscn* 

rius atriusque; cuius rei causam, cum Aristotelis libros problematorum 
praecerperemus, notavi : .«Cur Austro spirantc mare caeruleum fiat, Aqui- 
lone obscurius atriusque? An propterea, quod Aquilo minus mare per- 
turbat, o;nne autem qnod tranquillum est, atnrai esse videtur (wörtliche 
Uebersetzung von XXVI, 37). — III, 6. Per herole rem mirandam Ari- 
stotoles in septimo Problematorum et Plotarchus in octavo Symposiacomm 
dicit Si super pabnae, inqniunt, «rboris lignum magna pondera imponas, 
ac tam gravitor urgeas oneresqne, ut magnitudo oneris sustineri non 
queat, non deorsum palma cedit, nee intra flectitor, sed adversus pon- 
dus resurgit et sursum nititur recurvaturque (fehlt). — XIX, 2 wird 
das ganze Probl. XXVIII, 7 (mit Ausnahme des letzten Satzes) wörtlich, 
wie wir es haben, gegeben mit den Einleitungsworten : Verba super hac 
re Aristotelis philosophi adscripsi, nt vel anctoritas clari atque incluti 
vir! tam infamibus nos voluptatibus deterreret. ^ XIX, 4 Aristotelis libri 
sunt 9 qui Problemata Physica inscribuntur, lepidissimi et elegentiarum 
omne genus referti; in his quaerit, quam ab causam eveniat, ut quibus 
inuasit repentinus rei magnae timor, plemmque alvo statim cita fiant 
(Probl. XXVII, 10), itom quaerit, cur accidat, ut eum, qni propter ig- 
nem diutius stotit, Bbido urinae lacessat (ProbL VIII, 30). Aus VIII, 3 
werden wörtlich die Worte angeführt: td di nvQ diaxalqi ro rtsntjyog 



MMrobioB wird anaden^^ysicAe qoaertBMes Ariatoidis^ eine 
firklftnoig citiit, welche bei «weren n^oblemen fehlt ^^^^ dssMlbe 
gut ¥0u einer Aiiflihmiig Im Afpümui'^^). Ton den drei Citaten 
bei AtheoMne, weldier an einer Stdle*^^) die Probleme dno^tag 
nennt, feUtBinen, dae «weite findet sich wohl, aber mit abweiehen^ 
den Worten, das dritte enthält einen fthnliehen anti-aristotelischen 
GrandsatK, wie aasere Saamilang, fehlt aber ebenfells^^). Apol-^ 



ägnef 6 fjJUog %^v xiqpo, aus XXVJII, 10 das Wort :^vxQonoidtt .wel- 
ches dort sich nicht findet. — Dass das über das Schneewasser XIX, 5 
aus Anst dtirle ans den Problep&an .angeflllirt. ist, ,ist ftst gewiss, es 
fehlt aber in, unserer Sammtong. — XK, 6 wird mi^ den Worten: . ^i 
Problematis Aristotelis philosophi ita scriptum est, ein Problem wörtlich 
angeführt, was in dieser Form bei uns jetzt fehlt, hingegen in zerstreu- 
ten Andeutungen vorkömmt (XXVU, 6 u. 8, XXXI, 3, XXXH, 1 u. S 
u. 12). — XX, 4 wird ProbL XXX, 10 mit griechischen Worten, welche 
einige Abweichungen von unserem jetzigen Texte zeigen, angeftihrt ab 
ex Aristotelis libro exscripta,. qui ngoßl^fiata iyKvnlia inscriptus est. 
'») Saturn. VII, 12. 

^*) Apol. p. 510 Oudend., wo vom morbus comitialis die Rede ist; Aristo- 
teles adeo in Problematis scriptum rdiquit, quibus aeque caducis a 
dMt^o morims oedpiat, eorum esse di&idliorem medelam. Bemerkens- 
werth in Betreff der Gattung der Probleme ist ebendorl, p. 477, die No- 
tiz: Bene, quod apud te maxime causa agitur, qui pro tua eruditione 
legisti profecto Aristotelis mgt ^(piav yeviaewgy nsgi dvaTOfi^g, nefi 
^(^v loToglag (weldke griechischen Worte in den Codd. fehlen, in der 
Juntina aber zuerst erscheinen) multiiuga volumina ; praeterea proble- 
mata innumera eiusdem tum ex eadem secta ceterorum, in quibus id ge* 
nus varia tractantur. 

'») 1, 19 £^ p. 42 Dind. 

'**) I, 24 £. p. 55 Dind. ^Agiüvotil^g ellffinev iv toig gwfftKoig nqoßhq- 
(iiaai ^i;TcSy iiä %i oi Mgovvt^g inäv H&taaiv elg d'sgfiiv ^ tpvxQi^* 
, vd(aq ovxhi iÖQOvaiP, ftag nakiv incnfiX^müLv - in6 %w ifißdaewv 

AbhandluDgen der I Gl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. I Abth. 47 



870 

1 00108 fährt Biebennial deis Aricitoteles fvg$xa ngoßXijiMtTa an, 
worooter bei drei Fftlleo das eotfiiprecbeDde io deo Bochero 4er 
Probleme fitteht®^). Dass Tbeophylactas Simocatta deo Ariatoteies 
ooter deo Problemeo-Schreibeni aoJß&ftbU, ist oicfat besooders. be- 
inerkenswerth ; Autigoooa aber®^) filhrt eio Problem alis aristDtaliaoh 
ao, weichest bei Theophrast uod io deo Mir. aosc. vorkömmt^ Hie-> 
mit kaoD verboodeo werden ^ dass. Plioios deo lohalt eioea ProMe-« 
mes aos Theophrast anfahrt ^^). Bei Soidas endlich werden ebeo- 
falls die aristotelischen Probleme als crTfo^/irri citirt®^). Unter 30 Ci- 
tateo hiemit stimmeo 10 mit ooserem Texte flbereio. 

Sftmmtiichem bisher Gesagteo gegeoober aber kOoote sich doch 
noch die obeo berührte Ansicht geltend machen wollen, dass in den 



(fehlt); X, 434 E, p. 963 Dind. i^aQova&ai yag qfrjoiv o jiqioto- 
vikfig iv %oig nqoßXrifiaai gwaixoig %ßv toiovtwv (sc. twv fie^ov- 
%wp) tijv yovTiv (was wohl Prob!. lü, 34, aber nicht mit dem Worte 
i^vdaQovc^ac steht); XY, 692 B, p. 1541 INnd. ^titel & 6 nolvfia- 
d^ia%a%og lAQLatovikrjg iv %olg q>vai%oig nqoßXrjfiaai , diä %t oi juia- 
Qitioiiivoi ftoXLiijeQOi' tj ozv %6 fivQov dva %ä ädwfiofwa §t]Qay%Lx6y 
iüttf dio »ai avxfit/ifdv, 6 öi avxMO£ noXitotiqovg nouV eX%e yäg 
aSavaig tqixog ^ naX^ä (diess gegen Aristot, s. oben Anm. 63) ett 
hduct d-€ffiov f} Svi^^^ (ebenso) iioquIvh* iid uai %a aXka d^S%%ov 
noui noXiovg' ixnlvetav yaq ^ oixeia t^g 'fQiXOS tQognj. 

•») ffist. mirabb. 7 (Probl. XXI, 24 u. XXXVÜI, 10), 22 (Probl. X. 44) 
37 (Xin, 10); das Citirte fehlt hingegen tar: 9, 21, 28 u. 51. 

*') Parodox. 25. ^AqiötotiXtjg q>rjai xal vdy xaXovfieyov taqaviov %ov%o 
ndaxBtv ovra retganow (sc. xqoav aXTiotttBiv) xai ax^ddr Xoov ovif 
xai naxvdaQfiOv xai texqi/jfjta^ivov xai d'OVfiaardt slpai nwg al xqL- 
%€g ovTütg o^iwg älloiovvzai. Vgl Mir. ausc. 30 u. Theophr. n. tffu^ 
laetaßall. t. XQotig. (Sehn. 1, p. 830). 

"') Bist. nat. XXVUI, 6, was in Probl. XXXUl, 12 steht. 

**) s. V. Matifiag. 



971 

«INI trhahenen Btcbera- 4er PvcUeiMr Adifirefmrieii irwiÄgei^ Welche 
AffiMolele» ober- ehnelne Frageo qinI dere» Loeng lii^elegt habe, 
HHlmidiMiD die Yertichiedenheit: oder Mttrst der Ge^eosltts der Ber 
anNirörttitigeD in der UnenlechiedeDbeiCrdeB Ver&sserB «elb^^ ihren 
Grand bAtten. Da» -stehe f ja fest/. dntüJAwtiMeleH Frobie^ ge- 
schrieben^ and aus einzelnen unbestritten achten Werken desselben 
C&i^B. d geAeir« an«, d. part; an^) sei etsicMieh, wie die* Erledig- 
ung eiser" Zweifelhaftes Frage sich' oft in Gegensätzen bewege; 
daher könne es« auch erkiirtiirerdeD, wenn z. B. bei den physika^^ 
lischen- Gmnd^egensAtM*, weiohe«>)a nach des Aristoteles eigner 
Theorie BerohmsgiHlloaieiite haben mOssen, um ineinander abeirgehea 
zu ^können, bald die e»ie> baU die andere Seite zur Losung des 
Probleaies hervorgehoben wierde und so gewi^s^ermassen WädeirsprQohe 
entstOttdeni» 



Giner derartigen Erklftroi^sweise jedoch mOssdn wir ein Dop^ 
|ielte8 entgegensetzen. Erstens haben die GrundsAtze^ nach« welches 
durch fi oxi die Probleme gelöst werden, meist den Charakter einer 
Definition, welche nach dem systematischen Bewosstsein des Ari- 
stdeles ein far idlemat feststehen mosste. So, nin nur Ein Bei- 
spiel zs gebraaehen, hat Aristoteles eine bestimmte Ansicht ober 
}i^(Mr^, nemlich dass es Folge. Ton cr^^f^ sei, und er* bekämpft di- 
rect die andere ^ Erklftrung, welche in demselben ^\vl% avapcig oder 
Sfl^r^s sieht; daher ,: wenn -min doch Probl. I, 17 raa letzterer 
Basis aus erklirt wird, wir nie glauben können, dass Aristoteles< 
selbst aoeh in der blosies Form des SQweifels ein derartiges deft* 
aitermcbc^ Wissen jemals wankend gelassen oder gemacht habe 
(auch nicht etwa in seinen ftuhcMAen Schriften, was die letzte An»* 
flacht jeber Ansicht sein mosste). Die achten Probleme des Ari- 
stoteles (jedenfalls cHe: Vorbild er der gesammten spftteren Problemenr- 
Litteratsry ^cHtmenv nach den Gitatm «i MMiBHseav einsdne sehr 

47* 



372: 

verwickelte Fragen behandelt z« haben, gewiss aoch in der Form 
dui xt nnd ij Sr$y anoh selbst TtötBqw Sri — ^ Zn, aber, aof wider- 
sprechende Ornnd-Prindpien können sie sich nicht gestützt haben; 
far wirkliche Widerspräche aber gibt jede einzelne der zahlreichen 
oben (Anm. 51 — 63) angefahrten Stellen reichlichen Beleg. 



aber wird jene andere Meinung schwerlich erklären 
können, wie es komme, dass in den ans erhaltenen Problemen ge- 
rade Eine gewisse Art anti-aristotelischer Anschanong wahrhaft 
gmndsfttzlidh obwalte und sich durch das Ganze hindurchziehe, je- 
ner Materialismus und Sensualismus nemlich, meinen wir, welcher 
vor der aristotelichen Philosophie dagewesen war und auch nach 
dem Tode des Meisters in die Schule desselben selbst sich ein-^ 
dr&ngte, so dass neben mancher Erweiterung und Ergänzung des 
empirischen Materiales von Schritt zu Schritt bei den sp&teren Ari- 
stotelikem eine Degeneration nach jener Seite hin sichtlich sich er- 
weist Diess aber führt zu demjenigen, was zu erörtern uns noch 
Obrig ist. 

Wenn nemlich hiemit sowohl durch den Inhalt als durch die 
Äusseren Zeugnisse wohl feststehen mag, dass wir in den Problemen 
kein Product des Aristoteles sehen dorfen, so möchten es hingegen 
die unter dem Namen des Theophrastns Oherlieferten kleineren 
Schriften sein, mit welchen dieselben am meisten in Inhalt und 
Form zusammentrafen (ich sage nicht, die unbestritten Achten Werke 
des Theofihrastus selbst). Bei Theophrast finden wir selbst schon 
in den Achten Schriften den Uebergaug zu dem in den Problemen 
nach Inhalt nnd Form in die Augen fallenden. Wahrend die hi- 
sioria plantarum sich fiist lediglich in dem empirischen Materiale 
bewegt, muss uns in der Schrift de causis plant, schon der Titel 
alt$a TW ^vtm aofinerksam machen; dort aoch treffiea wir so oft 



87d 

jemsH jMti^ sowie 4te Apommurtigevdie Difitioolioii nach Gegen- 
sAtoen, oad suiweileil eine ftbnUobe Unbestimmtheit in den Eitiä* 
rangsgrAnden ^^}. 

Haaptsftchlich aber sind es die Bttcber de igne, de odoribos, 
de ventis, nsQl xintoPj de sndore and die pseado-aristotelische 
Schrift de colorihos, womit die Probleme in Inhalt und Form der 
Art obereinstimmen, dass man oft nicht weiss, ob man dieselben 
aus jenen als excerpirt betrachten soll, oder umgekehrt; jedenfalls 
konnten jene Schriften s&mmtlich aas den Problemen leicht am das 
Doppelte vermehrt werden, ohne ihnen ein Fremdartiges hiedarch 
beizumischen. Wir sind aber ebensoweit davon entfernt, jene klei«» 
neren Bocher für Theopbrastisch , als fOr Aristotelisch zu halten. 
Es liegt in ihnen die gleiche Stufe der Entfiremdung von der ari-- 
stotelischen Lehre, wie in den Problemen, der nemiiche Materia- 
lismus und Sensualismus, ohne dass sie jedoch bis zu den principe 
losen oder syncretistischen Extremen der ganz späten Zeit (oder auch 



•*) Das Jiot Tt z. B. I, il, 4 u. 8, I, 15, 3, II, 3, 7, D, 5, 4, II, 9, 9 
n, 14, 15,' VI, 16, 1; die Aporien gehen oft ganz capitelweise hinter- 
einander her und sind oft genug durch änoqi^aeu d' av tig oder dgL 
bezeichnet, so II, 9, 9, II, 17, 7, besonders m, 2, '3 u. VI, 11, 9; 
dann DI, 15,5, IV, 1, 1, IV, i, 10, IV, 14, 6, VI, 8, 4. Das «ov/iaatov, 
atonov oder naqado^ov wird henrorgehoben II, 17, 1, IV, 3, 2, IV, 
4, 4, VI, II, 4; die entgegengesetzte Wirkung der gleichen Ursache, 
(s. oben Anm. 50) wird erwogen IV, 13, i6 (ftaxvij mj^yvci, x''^^ 
ov) ; die Basis der Erkifirung 4er Erscheinungen wird nicht festgehalten^ 
indem z. B. oatitj bald ij^Qovaig bald nhpig sein soll; ebenso y^Qag^z 
^tldov (d. caus. plant, II, 19, 2) und z= a^tffig (ib. II, 11, 5). Auch 
die Beachtung der Jahreszeiten und der Boden-Beschaffenheit erinnert 
an so viele Dinge in den Problemen. — Zeigt doch selbst auch die 
Theophrastische Metaphysik dieses Aporienartige (so p. 312, 1, 315, 
21, 316, 10 ftmd.) 



374 

eines Plotarcb) isicb verlieren; sondern sie sind anter den Special- 
Unteraachnngeni die in der Peripatetischen Scimie gepflogen ww* 
den, aus dem Bereiche des Erhaltenen gewiss dasjenige^ was Atm 
Aristoteles und Theopbrast relativ noch am nftchsten steht ^^). 

Wir wiederholen 9 dass wir lüemit die Probleme durchaus nicht 
als Theophrastisch erklären wollen, denn diesem stOnde jeden*!- 
falls schon das Ober die Musik gesagte entgegen ^^), sondern wir 
stellen sie nnr parallel jenen so zu nennenden Opera minora, welche 
in den Ausgaben des Theopbrastos gleichsam anhangsweise er- 
scheinen. 

Diess nun bestfttigt sich nicht nur durch die allgemeine Haltung 
beiderseitiger Werke, sondern auch durch die zahlreiche wörtliche 
Uebereinstimniung zwischen den Problemen und jenen Schriften. 
Wfthrend nemlich schon bei dem Achten Theopbrast auffalleuder 



* ) Dass auch Theopbrastos selbst eine awayuy^ nqoßlrjpiattov schrieb, be- 
richtet wenigstens Diog. Laert. V, 45 u. 48. 

') Was nemUch Porphyr, ad Ptolem. Harmon. (bei Theophn ed. Sehn. V, p. 
188) als Ansicht des Theopbrast über einige musikalische Verhältnisse 
angibt, steht in directem Widerspruche mit dem Inhalte des XIX. Buches 
der Probleme und mit einzelnem Anderen; so verlegte Theopbrast das 
6^ und ßaqv nicht in das noaov (wie Probt XIX, 37). sondern in 
oxrjßOy und nahm das o^i als das htdrjkotegop, ov zo iaxvQotegov (so 
aber Probl. XI, 13 a. 50, u. XIX an vielen Stellen); ebenso ausdrück- 
lich polemisirte er gegen die Ansicht, die o^utfjg liege in tax^zr^g, aber 
ab solche wird sie erklärt in Probl. XI, 6, 14, 21, 34, 40, 53, 62 
u. 8. f.; das gleiche gilt von der Meinung, dass zwischen 6§v und ßagv 
ein Unterschied im Grade der Schwierigkeit liege (ProbL XIX, 7, 22, 
26, 37, 45, 46), was Theopbrast ebendort beatreilet. 



»s 



W«iatf ^einwliie Pnobleme g»w ihid^. iskh fiiiifen;^.^)^. .treffea wir 
Mi deDr76 M**Jdevigiie 15 nMcror.PüoUemb, . id^mnter Cübm wOit- 
Heb ttlieraiBBtMiii^iids^), lo :d« odw (71 Si) 4 Problene, 10 den 
62 M ile vMliii abär 29, woninter 9 Wftrtlteb identische ^<^)^ in d. 
8%n. aq«. (57 M> S onserer ProblieBie, in hB(fi xojUw unter 18 M 
wieder IO9 wormiter .7 wftrdich obereinatiBiiiend^^)^ sowie in den 
4011 4. fifüdere 18, anter welehen^^ 12 w6rtlieb^?)$ wsHierdeni end* 
lieh noch einzelne Uebereinstimmungen mit den als theophrtoliseh 
angegebenen Fragmenten nsgi IjUyyofy und nsgl naQaXvaü(ag^ ^^ . 



j • 



^N^-— «<«M«M« 



**) So, dass oaa ov^ ^kaxattjv iv fiiati) exet, tatta yovtfta, bist pl. IV 
4, 3 (Probl. Xri, 8), dass rä evtadt) h IvqUf, 'Mdig »ai ^gaßlif, 
ib. X, 7, 2 (Probl. Xu, 3 nnd XIII, 4), ferner it)» näfdaXt^ tvtiiijs, 
d. c«us. plant VI, 3 2 (Probt Xm, 4), daaa itwch 4ea'1I^enbogen 
die Waldbäome wtAlriediend werden, ib, VI, 11, 7 (ProbL XU, 3), 90- 
wie der UnterM^ied «wischen ßfitata nnd aßfwTo, ib. VI, 12 (Probl. 
XX , 6). 

f *) XXIV , 6 mit |; 16 (Sohneid.) Alle diese wörtlidien Uebereinstinunongen 
sind aber der Art, dass sie Tdr die Teztes-Kritä beider Seiten von Be- 
deutung sind. 

") $. 8 u. XXVI, 44; «. 40 sq. u. XXVI, 52; J. 49 und XXVI, 9; 1 50 
u. XXVI, 3; «. 55 u. XXVI, 13; %. 56 u. I, 24; «. 57 n. I, 23; 
i. 60 u. XXVI, 28 B. 57. 

•') «. 9 n. V, 11; S. 10 u. V, 26; |. 11 n. V, 24; *. 13 u. V, 8; $. 14 
u. V, 10 u. 12; S. 15 u. V, 1; J. 17 u. I, 39. 

•») $. 2 u. n, 3; $. 9 u. II, 6; $. 13 u. V, 27; f. 25 «. II, 20; $. 26 u. 
II, i; « 28 n. U, 11; S- 3i u. 0, 7; |. 33 n. D, I73 $. 34 n. H 
5; S. 36 u. n, 26; $. 38 u. D, 18; S. 39 u. XXXVm, 3. (S. 32 gibt 
einen von 11 , 14 abweichenden Erklärungsgrand. 

•') VI, 4 u. VI, 6. 



376 

Wir werden demnaeh vielleicht nicht sehr weit von derWahr- 
heit abirren, wenn wir diese dem Theophrast zugeschiiebenen klei» 
nen Schriften sammt der pseudo*aristoteIischen Schrift tuqI X9^f^ 
xmv, mit welcher die Probleme gleichfalls in Manchem zusammen- 
treffen^^), in dieselbe Entstehnngszeit mit den Problemen verlegen, 
d, h. sftmmtliche diese Prodncte als Bestrebungen der peripatetiscbeo 
Schule, welche der Zeit nadi zun&chst sich an Theopbrast anreihen, 
bezeichnen. 

Wir begegnen in dem ganzen Complexe aller dieser einander 
so Ähnlichen Bacher gewissen Grundbegriffen, welche ebenso direct 
auf Aristoteles als ersten Ausgangspunkt zurück weisen, als sie 
nach vorwärts zu den missbrftuchlichen Anwendungen bei den spä- 
teren und sp&testen Peripatetikern die Brocke bilden. Dahin ge- 
hören z. B. die Frage ober die Generatio aequivoca^^j, dann die 
eigenthOmliche Auffassung einer dpTm9Qioraa$s rov &€Qfiov sowohl 
in der organischen als in der anorganischen Natur ^^), oder auch 
die häufige Anwendung des allerdings aristotelischen Ausdruckes 
TWQ ini nvg (d. h. ro nX^op nvQ ^&siQBi t6 iXarzop als Erklftrungs- 
grund verschiedener Erscheinungen^^). Daran reibt sich, dass es 



'*) so XXXVin, 9 u. d. color. 799 b 9; X, 7 u. d. coi. 798 a 25; I, 17 
(in Bezug auf y^qag) u. d. col. 798 b 32 u. oft. 

") Ar. Probl. X, 13 o. 65; Theophr. bist. pl. II, 1, 1, caus. pl. I, 1, 2 ü. 
5. ib. IL 9, 14 und III, 22, 3. 

") Ar. Probl. II, 16 u. 28, III, 26, vni, 11, XI, 62, XIV, 3, XXIV, 8, 
XXV, 4, XXXin, 6; Theophr. cau^. pl. I, 12, 3, II, 9, 8, VI, 7, 8; 
d. ign. 74; Alex. Aphr. Quaest. Nat. III, 10. 

•') Ar. Probl. I, 12 und 17, III, 5 und 26, XXH, 8 und 12, XXIV, 13. 
XXXIII, 1 und 8, und sonst oft; Theophr. caus. pl. II, 3, 4; d. sens. 
18; d. ign. 10 und 11. 



99^ 

•bei jeii«n<xik;li:iteft ArisMJreKkers eine Art Lieblingstbemata Air Pro^ 
bleow gegeben Kujmbm i^cAinii^, weleiie üist Qbenll \^4ederkebreir^^)^i 
bei diesen aber bemerkt man von Aristoteles angefangen bis hinunter 
vk den 8pftte»teii P^rip^elikeni jene sueoessiven Ergftnasangen 
und Erweitenitagea defl^ factischen und enfpirisefren Materialefs^*). 

' Diese Cltaae tm Schriften aber, w sehr sie scbon eiM^ Dege^ 
laeratioB der ariitolelischeo Lefare enthalten, nntersc^iden sieb doöh 
nocb bedeutend fn üirein Vorlbeile ven fthnlichen Producten de^ 
spftteren Zeit; diese letzteren sind, wie sie sehen Braudis ueniM, 
entarlel und ohne Sinn fär de» Kern der aristotelischen Hiitosopbie. 

» ; 

Bei Plotarchos^ unter dessen 40 Quaestiones Naturales Ein 

Problem sich findet ^<^o), lässt der durchgängige Sytf^ 

■ ' '1 



' 1 ; ■ 



*ff 



) Dahin gehören z. B. oofifj, daxQveiv, bvvovxol, (fgiiisiy, nsivily X£t- 

nBQixxcj^a^ avvixaofxSia^eti, oeQaifidXrj, vd(OQ yXvxv und aXfjivqiy^ 
ofißqiov vSiOQ, u. dgl. mehr. 



**) So z. B. sind bei Aristoteles nur das Chamäleon und derPolyp als solche 
Thiere erwähnt, welche je nach dem Orle ihre Farbe ändern; in den 
Problemen, in einem Fragmente des Theophrastos, in denMirabiles aus- 
culL aber werden stets mehrere derartige Thiere aufgefilhrt, Ja am Ende 
erscheint sogar das Rennthier (Mir. ausc. 30, und daraus Plinius). 

'••) Cap. 21 und Probl. X, 47. Die Form in dem Mtiai ^iHfixal über- 
, $chrj^benen Werkchen ist ebenralls jenes Jiä %i, welches auch durch 

die Quaest. Romanae^ Quaest. Conviv., (deren einzelne Capitel sogar 
nqoßXri^a überschrieben sind) sich durchzieht. Aehnlichen Inhalt wie 
die Quaest. Nat. haben bekannfllch auch d. sollert. anim., rquae et ign. 
compar.^ d. prim. frig., welche in der Form sich mit jenen der* Probleme 
Tergleichen Hessen, welche £u grösserem- Umfarge angewachsen sind. 
Abhandlungen der I. Cl. d. k. Ak. d. W. VI. Bd. II. Ablh. 48 



4176 

oretisDins, welcher Beantworfangen der Themata aas den yerscfaie- 
deosteo Systemen zusammeowQrfelt^ keiue Conseqaenz mehr zil 

Unter dem Namen des Alexander Apbrodisiensis ist ans eine 
Sammlung von Problemen in 2 Bachern (das erste 153> das zweite 
76 Probleme enthaltend) oberljefert. Dass jedoch dieselben nicht 
TOn dem ^E^fjytjTfjs xar i^oxtjy herrühren kOuuen, ist fast aaf den 
ersten Blick klar; denn wer des Aristoteles Bücher de anima so 
treflflich commeulirte wie Alexander, kann anmöglich die Seele so 
materialistisch fassen, wie diess in diesen Problemen geschieht ^^'). 
In denselben nan treffen wir 31 aristotelische Probleme, und mit- 
hin 108 neue; an Wiederholungen *ö 2) sowie au Widersprochen *®*) 
fehlt es auch hier nicht; drei derselben befinden sich in einem Ge- 
gensatze gegen die aristotelischen Probleme ^^^), alle aber zeigen 
durchweg einen Fortschritt zum Schlechteren, zum Materialismus 
and Anekdotenjagen im Inhalt, sowie zur Oberflächlichkeit in der 
Behandlung, obwohl in der Einleitung förmliche xdyoysg for Lösung 
▼on Problemen gegeben werden. Weit trefTlichcr sind die Quae- 
stiones naturales des ächten Alexander. 



>**) Besonders I, 26^ woselbst die kleinen Leute darum als verständiger be- 
zeichnet werden, weil bei den grossen die Seele durch die Ausdehnung 
zu dünn würde. Ausserdem ist das so oft wiederkehrende (I^ 59, 1, 
68, II, 37) nyevfia omixov durchaus die materialisirle oxlßig des Ari- 
stoteles, sowie das O-egfiov als Lebensprincip eine ebenso rohe Auflas- 
sung erhält; s. oben Anm. 60. 

•••) I, 8 und 97; 19 und 32; I, 35 und ü, 42; I, 57 und ü, 6; I, 107 
und II, 12; I, 127 und II, 67; I, 129 und II, 65. 

*•») I, 23 und II, 45; H, 15 und 20. 

*•*) I, 151 u. Ar. Probl. X, 5; 11, 15 und Ar. ProbL I, 12 und 20 und 23; 
II, 51 und Ar. Probl. X, 45 u. XX, 12. 



377 

Endlich haben wir noch 84 Probleme des Cassios, genannt 
Jatrosopbisia, meist medicinischeu Inhaltes, unter welchen sich 16 
aristotelische linden, dieselben zeigen durchaus eine ähnliche Yer- 
einzelung nnd Seichligkeit wie die oben genannten; vier derselben 
stehen in Widerspruch'^^) mit aristotelischen. 

Auch innerhalb des ganzen Ccmplexes der zuletzt genannten 
Problemen-Sammluugen (des PIntarcb, des Pseudo- Alexander und 
des Cassius) zusammengenommen mit dem beiYriarte (s. oben) Ex- 
cerpirten sind wechselseitig zahlreiche Wiederholungen des nemlichen 
Problemes oder Widersprüche, so dass einerseits eine Zusammen-" 
Stellung des Gesammten eine reiche Sammlung einzelner empirischer 
Notizen gewähren würde, deren manche für eine Geschichte des 
Aberglaubens von Interesse sein dürften, andrerseits aber bei einer 
Utterar-geschichtlichen Untersuchung eine auffallende Aehnlichkeit 
mit der Scholien-Lilteratur sich zeigen müsste. 

Dass bei so reichem Bestreben der späteren Zeit für derartige 
Problemen-Litteratur auch durch äussere Schicksale Manches unge- 
hörige in die Sammlang der aristotelischen gekommen sein mag, ist 
nicht blos möglich, sondern auch wahrscheinlich. Aristotelisch aber 
sind diese letzteren nur in soferne, als Arifrtoteles der Meister der 
Schule war, die bei weitem grössere Masse gehört ihrer Abfassnngs- 
zeit nach in die nächste nacharistotelische Periode. Wie aber das 
Wenigere ganz ungehörige der Sammlung einverleibt wurde, diess 
werden wir wohl ebensowenig je mit Bestimmtheit angeben können, 
als die Entstehung der sonderbaren so mannigfach Tarürendeu Wie- 
derholungen. 



••») 8 und Ar. Frobl. XXXffl, 15; 14 und Ar. Probl. XXXI, 10; 34 u. Ar. 
Probl. XXXUI, 6; 55 u. Ar. Probl. VIII, 1. 

48» 



l '. 



Disquisitiones 



de 



analogiae graecae capitibus minus cognitis. 



S c r i p s i t 

Ft'idericus Thiersch. 



Pars prima: 

I. De prosapia nominum quae e x^iQ et vlntw componuntur. 

II. De usu et copulatione particttlarum quibus disjunctio, asseveratio et obtestatio 
indicantur. 



I 



1 



Disqaisitiones 
de 



analogiae graecae capitibns minns cogiiitis 



Scripsit ' 
Fridericua Thiersch, 



PRAEFATIO. 



i. / 



In perscribendts ^ c^uos sub manibiis habeo^ de Ae- 
schyli Qr^istia : conimentariis criticis et exegeticis plura me 
dubium tönuemnt loca quorum aut explicatio aut emen* 
datio legibas analogiae nondum satis firmatis aut usa lin- 
gnae minus cognito Aiteretur. In eis investigandis cum 
terminos transgredi deberem ^ quibus hujusmodi conmien- 
tariorum notae et observationes continentur^ uon alienum 
Visum est a studionim meorum ratione nonnuUa ex hoc 
genere analogiae graecae capita novis curis pertractata 
seorsim edere^ quae bis Academiae nostrae annalibus com- 
prehensa aequi lectores benevole precor excipiant. 



Debam Monacbii die h Januarii 1851. 



S(02 



I. 



De prosapia nominiim quae e x^^Q ^t ptnxw compoDuntur. 

1. 

Locus est AgamemooDis v. 1005 — 1016 ed. Wellitaeri qao 
ClytaemDestra Cassandram invitaty «t de cufra descendat et iuiaedes 
iDtret, fainulatam quidein ei deDoucianSy ita tarnen, ut simul con- 
ditionem aeqoam servae promittat. lu eo tum alia laborant, tum ex- 
plicatio Yersoam 1006 — 1008 minas reete interpretibas cessit. Sunt bi 

EnsC ai&tjxB Zeig a/ufjrhwg dofxoig 
Koi>v(dv6p slpai x^Qp^ßcop noXXoip /usrcc 
JovXcop ara&siaap xr^o/ov ßwuov n(Xag. 

Ad xoiPiopop bIpui x^QpCßatp notat Stauiejiis: ^^Solebant veteres 
ante cibum pixpaaS-ai et post cibum änopltpaaS-m , Jal. Poll. XVI, 
24." Agit deineeps de dictione ro xara /f^^off, seil. v9w^j et .^ob^ 
jongit: y^Hinc potent ro x^Qpfßwp a Clytaemnestra dktutti Tideri 
fiiyiieedocbiDß pro rfjg dianag. Yirg. Aen. I, 704 cibimi capesaandj 
modom describens: ,,stratoqae saper discniubitor Oestro. Dant far 
muli manibiis lympbas Cereremqae canistris Expediuot.^^ Proba^ 
banc explicandi rationem Bloinfieldias cam aliis, item Passovius in 
Lex.gr., r. x^Q^^^i dum notat: ^,x^Qpißa)p xoipiopogj domus mensaeque 
sociusj qnia nimirom aqua ante aediom portam servabatar et ante 
coenam adbibebatur Aecbyl." At vero apertnui est, de mensa do«- 
mestica et re familiari bic sermonem esse non posse, quum in iis, 
qnae sabjaagantnr, non coenam, sed aram et ritos sacres poöta 
indicet* Haec cum accuratins exigerem, delatus sum ad grammati- 
cornm tam veternm^ quam recentiorum disputationes de i^ocibos /^^- 



( - 



i9^ 

tmlf^rel x^Q^^y^ß X^Q^^^ Vel j|f€^#^tf ' j^tqne x^9^^ß^^ aclas inde ab' 
J^tbikQaeii temporibos, adeolpe conlroversas et perplexas, at Heynio^. 
Tirb praedaroy/ad II. m, 304 Sastidiiua aioTerint, hob aane injaria, 
qaa«4iiaoi ad lioiimlodi fastidia perpetieiida gramniatici nati eoaty^ nt 
i\fdiqai beatioreh cdra ipaoram.ab eis Jiberentar» Itaqoe disqoisitio«^ 
aMiidenob lackoandam atataf, cum Tiderem, ae a viris quidem prin«- 
cq;iibiis9\iqiii kl ea laboraTeront^ nt abHeynio i. L, A* Wolfio adDe-- 
moath«. Leptin. p. 375 aqq.^ nediiia ab aliia^ nt Erfardtio adSophooI* 
Oed« lU T. 240y eaui absolataia esse^ et non paaoa ejas reimuuiisse. 
eapita qaae accnratina tractari, atqae loeos corraptos, qoi emeiu* 

dari'deberent . 

2. . 

De U9U vocabiitomm x^Q^^^ ^ X^Q^^^ homerico. 
^ Ac Homems quident ^ x^^^ ^^ rlnzto nonnisi daaa noniiois for^ 
mas x^Q^^ß^, ^ x^Q^^ß^^ deduxit^ prioremque qood jam StaDiejns 
observat noDoisi in Odyssea adhibuit et locis quidem septem. Horom 
sex ad mannam ante coenam lavationes spectant: Od. er, 136. ä, 52. 
fl^ 172. X, 368. 0, 135« Qf 91. Ejus usius in Iliade nallam yesti« 
giuniy neqae conslat nam poöta eam commeniorare omiserit, an illo- 
las manns dapibus praepositis convivae injecerlut, et cuhiori Titae, quam 
Odyssea refert, boc qnoqae tribuenduui sit nt x^Q^^ß^ ^^^^ coenam 
beroes et beroum filii ac bospites adbibeant. Yersns sex locoram 
iidem sunt: 

Xfgptßct i^afvftnoXog nQOXotp in^x^vB g)iQOVact 

■ * ' 

* - * ■ '. • ■ » 

De seoan rods Eiistatbias p« 1400 I. 59 ad Od. ir/r. 187: x^Q^ 
yißa ii ro xartt x^^Q^^ didofikrov ZitB^i Eadem fere reliqui. Ipsa 
consuetndo apnd recentiores mansit; ^ed* novo modo expreüsa est, 
et plerumque aqua sola comroemorator ttüt Atbeaaea IX. * p. * 408 C 

AbliMdlungen der I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. IL Abth. 49 



984 

dieta xatd x^^qos v^ooq, xaxä x^^^ dowm, xaxa x^^9^^ JLafHr- 
ßdpiiy. Hinc Pollox VI, 02: x^^^ß^ "^H^Q^s ro xaxä /«i^öf Zdmff 
x(xl jife^Wv^a^i. Similia alii, qai plemmqiie ex Athenaeo ana de-* 
nvaiity ut Eostath. ad Od. 1. L et pag. 1401* Stractaram negligeo- 
(iores ita ordiuabaut, ot ngoxotp inix^^y Tel x^9^^ß^ (^) ^Qoxotf 
GonjongereBt; nnde Tolgata pendet versio latina nsqoe ad Eraefitiom 
propagata: ,,Aqaaiii yero aucilla ex gutto profondebat ferens, Palchro, 
aareo, snper argenteain lebetem.^ Yeram ex parte perspexit jam ye- 
tos paraphrastes ap. Eostatb. p. 1400 1. 50: x^Q^^ß^ i'ufi^inoXog 
X. r. i. fiyovy xara na^a^Quar^v ngdivor fiip xcetä /ai^öf ^s^d-* 
natya if^QS^ XQ^^fl ^Q^X^V ^^^9 uQyvQäoio Xißtixos Ntxjjaodxn. Vera 
haad dobie janctara nqoxocjf i^sQe. Sed ad in^x^ve iDtell. x^Q^^^j 
qood plena dictiooe est li. co^ 303 x^Q^'^ v^oi^ inix^vat et absqae 
Tasorom couimemoratiooe Od. a^ 146 simpliciter dictum est: 

Lotio mananm nou in ipso lebete fif^ sed inig XißtiTOQy saper eo, dam 
aqua ex gatto profusa in lebetem defluit, mauibus lavantis intercepta. 
Aceurate antem utramque rem distiuxit: profundibulumj nt ita dicam 
et pelvira. Cfl Pollux VI, 92: insl äk xal xo xaxd x^^QOS vdwQ 
ävfiTtoxixoy fjy , x^Q^^ß^ f^^^ ^^ v^wq ^O/atjQog xuXbi, txqoxoop di x6 
iSQO^oQoy dyysloy (diversa tarnen vSqta^ qua aqua e fönte profloens 
excipitur), Xißtjxa dk xo vno^sxofjUPOP. 

Paullo diversa est ratio ouici loci, in quo x^^^ß^ ^^ mauunm 
ante sacrificittm lotione adbiboit, qnod Netitor cum suis Mioervae 
offert Od. y^ 440 seqq.: 

XiQPißa ii Of (acr. ä6 CfC^ ^jigtjxog iv dydtfwtyxi X^ßt/xi 
^HXv&hP ix S-aXdfAOio f^QOfP, i^(Qtl S^^X^y ovidg 

^Ep xapiif 

• •••••« yin^wp i^ijmfßdxcc Jiiaxwff 



895 



t^tctg 



i*:~. ItSk^kR.^ iA Jfc43A<fc« g «> * >i.% ^A mmmmm^ä^mmmmfm. »• 



•« 



jiißtjg si dicitar dy&efiöeig, id ad flores et folia referam affabre 
scolpta, coli. Od. of, 275: ä£xs di 61 xQfjT^Qa na^ccQyv^p, äp&s^ 
fkOBvxay qaale xtüoi/ßioy promittifttr Tbeocr. I^ 29: 

K^aadg iXixQva(p xBxopifUvog. ä di xttz^ avxoy 
KaQTtip iXi§ slXiTrai ayaXXofiipa x^oxoiyzi, 

Deest in illo aacrificio ^ n^oxoog^ sed accedit ro xupovp, ad saci% 
Beeessariam. Hoc cam inolaa contmeret, inde concladas, peWi aqttitiki 
contentam foisse non tarnen ita, uf Xißijg ärrl rijg Tt^oxoov dicereM^^ 
nt recte monet Enstathios p. 1476 1. 25: totxs /üy My^^u Xißfjrec riljy 
n^oxooy, ^ro§ roy idiwtixwg Xeyofisyoy Üottjy (sextariom) mqiixoyttt 
X^gy^ßa^ S iax%y viwq xctxa x^^^» ^^ ^^^ modo. *-* Pergit idetf: 
ro fitnly ovx oircog txoy. €tg(cxti ydg rotg TtaXäiotg Xißfittt 
ti iytavdtc yoEht ro xäd^ ^/^s X^Q^^^ iyrog Ji avtov xsPir&ixi nlfy 
TT^/ooi' q^ipovaety x^9^^^ ^ f^^oi noitir^g änd /i^Qovg ro nay itjXdS^ 
am &9Z^üetg xigyißa fisy ehte rovricu ro nMQt^xofAcyoy idwq, r6 H 
ntqt^xop iotpj^y^ iJYovy rtjy nQ^xooy. dXXaxov i^iyrsX^azsgoy fQtÜcaiy 
fftjXiQy^ßa 8* X. r.^X. Si qais statoat, peivi jam infasam fnis^e aqttam, 
quam affierretor, eoque gotto opos non foisse^ adyerisum habet säct?- 
ficiorom ritam. Vera et iutegra xa^ir^cri^ non fit mtü nqu^ pura Mt 
aspersa . aot manibns superfusa nee aliter fieri potest. Nam aqoa 
mannam ptirgandaratn caassa Jam in pelTim profasa, dum in ea fielet 
lötio, ctTwyififiati torparefnr et in ipso acta impnra fieret. Ntiqile 
obscnnim, quare n^x^^^ P^^^ imposita afferatnr. Aretns enim altera 
mana^ qna ngoxf^g ferebator, ad camstram ferendnm opus habebat. 

. Snccedit jam qnaeatio de t. x^ifyißoy^ qnae Sna§, Xiyo/tiyii aiA- 

49* 



hibetur IL oi^ 301 de llbaUoiie, qaaoi Hecabae hortata Priamos Joti 

parat ad Achillem profectoriiä: 

• • ■ 

'n Qa, xai ä/uflnoXop rafji^fjp äxQV^^ 6 ysQCcios 
) XsQOlr v3a}Q inix^^^^ dxijQarop. fj 3i naqiarij 
Xif^vißop äiJupCnoXos n^oxoov S^Sfia x^Q^i^ f;fOV(ra. 

Sed de hoc ipso magnos inter vetere» et recentiores dissensas. Xiqvißoy 
biclectumfuisse praeter mss. testantor AtbeDaeos, Pbilemon aliique gram* 
matici et schollastae, qal fere statuerant^ x^Q^^ß^'^ ^^ esse^ qaod x^9*^^ 
ßioy dicebator AtticLs, de quibos derncep^ agetur. Alii^ quibos impro* 
babile Yideretar;|r^^n/}oy et x^Q^^ß^ diverso seusa adhiberJ, totum versum 
spurium jndicabant. Scbol. A. Venet.: d&€JBtza§ ori nccQa ro aipfj-' 
^sg avtijjf x^Q^^ß^^ ^^ d^y^Top z6 vnodsxo/LUPOy to väiOQ cSs fjfusig 
(fort, o ijiutg) x^Q^^ß^op. Tovxo öi avtog atfod-a xaXsiP Xißrjtaj to 3i 
xaxd Toip x^^Q^^ dM/iepop väcoQ x^Q^^^* ^Eptoi äi StnXij aj^^eiovy- 
fai cSg Sna^ ipzav&a Xsyojuipay. Hi igitur in usu peculiari uotando 
siubstiternnt; Num vero couistaus fuit lectio x^Q^^ß^^ apnd Alexan- 
drinos et unica? Nou yidetur. SchoK B. Yeuetus et Mose. x^Q- 
pißop. ovx ttJy TiPig to dyyiwp' im^QH yccQ jtQOXoop d-^Zfiay äel ii 
Ttagd t(f noifjtjj to rJoi^ dt]XoL Apud po3tam id de x^Q^ß^ tantnm 
valety nee potuerutit iinlla addita caussa id ad x^Q^^ßo^ transferre 
scboliastae. Ex hoc sequeretur, in fiue seribendnm to vicoQ ^jjXot 
tä x^Q^^ß^* ^ igitur x^Q^^ß^ dfigiinoXog cum biatu scriptum vi' 
dentur invenisse. Eodem ducimnr scboliis Victorianis, qnae Town- 
lejanorum sunt apographum. Haec ad 1. 1.: XäQpißop* tj Maaaa-- 
jUiffVix^' ta/LUf] ' fiSTcc x^Qoi^ ix^vacr 3^a to fijj eiQ^ad-ai pvp qvpjj&o^g 
avto inl tiüp vdatwfj dXX iiü toi axuvovg tä x^Q^^ß^j ^i /^^ ä^ 
ipixdg ip&däs YQantiop x^Q^^ßop dfjuplnoXog. Scbolium luxatum esse 
perspexit Heyoius^ quod in ordioem redigas addendo d&€tBhai post 



88f 

ijioti0€ti Mtf ' qlttd^aal aliud imiläftdiiai com -sagaei ffiädia ' näerpretA 
IMlioia |aqi i A-diflAc^ iprooedaiit i et' isdiok poteVk irersui «aoeorri posse, 
«i.. aeribtttar. MMtei^D rsingolafi jgiQkußoy. lAde . eonolud«s> Jectioiieiii 
acholiasfae Ar x^^ß^ upupinokog nqöxoop &' S/acc jt^ou^ i/ovatf^ 
liJMiitani foisse io edit.^ Massilienm^ Jam seqoeretar, x^Q^'ß^ ¥^ir 
:acam fuLsse tibojectüram^. qua kiatnai tdlere ataderent critid Alexao- 
driai . antiquiorea. £iodem ferö delatos videMr Rick Bentlejos, qui 
teste Hejrnio propoaait: x^^ xdfAqdnaios nqoxow -S-^afm — ioiprd- 
apero, qoia iiome^ ioter ufaramqiie r« contra epicom asam intraditar 
nee potest . n^oji^oq^ S^a/m addi^ siquidem x^9^^ß^ seoso suo jam 
canunemerata eraat« Qum eniin dicat ,,fiqiiani lasträleni simiü coai 
tase attalit^y qoae eine vaae ferri non potest? Nee tanieo temere 
49tatoeDduBi> x^9^^^ metd^ conjectara niti. Nam qaod YQanxiop di- 
cit schoL Yict.) id potest referri ad dupliceoi lectiottem x^^^ß^ ^ 
X^^oy^ quaraoi posteriorem ille praiferendani jadicaret Et baec 
qnidem eo ipso defeoditar, qaod tarn mnltornm crilicoruin aoctoritate 
öidla coojectiirae suspiciooe firmator yersaaiqae ab iotolerabili biata 
^Tiodieat Quid Toro ipsi versni jam fiet, 6i qnidem x^Qy$ßoy serva- 
imr et ad ras lastrale refertor ? In ipsa forma iiibil est, qood offen- 
dal, et didoetis litteris x^^^^^ ^P^d Dores in uso mansit teste 
Epiebarmo apod Atbenaeom, qni plnralem praestat p. 408 B: '£71/^ 
X^l^os S^i$f 0sdQOis bIq9iz9 x^^9^^^ß^* ^^ (add. twrioy) 

xi&a^a, jQinoiss^ Sq/imctcc, rQdTrsiai x^^^^^ (scr. ;f a^€a#) 

Edd. habent, Xo$ßiiißf]Tsg, Mss. XoißXtXfßfjreg. Schweigb. Xo^ßli^g, 
XißriT^g, qaod probom. Aoißüa eadem Xoißdaux et diminnt. forma 
ioißtSsQ qbae sint PoIIax X, 65 docet: Xoißsioi^ tß tovXatov (nempe 
imanipdarai). Sed in fine molesta tocis x^^^oi repetitio. Scribendnm 



*.' 



^^VßßtC} X^^ßf^sg, JUßfij€£.x9^^^^^ 



S88 

Itaque mitis firmaiam pnto seotentiam^ X^^ß^ ^pv' HMierom (fe 
aqiiui Instralibos, x^fßißo9fj qood Doribos x^Q^'ß^^ ^'i^ ^^ peivi 
lostrali dictom foiase. Jam ot ad li. co^ 301 redeanm: 'H ^ xed 
dfMffbioXoif ra/i^ip dßXQvy^ 6 ysQaiog x. r. X., yocabaloin afiffnoiog 
post if Si naQiaxfi prorsos auperfluoin et molestotn^ qaia ex seGondo^ 
qni praecedit versa repetitom est Corrapta igitar lectio, et cimi 
XiQP^or dicat, qoi io Od jssea iäßfjg äpO-Bfiotig vel aQyvQiog est, ere*- 
diderim lectuin faisse x^Q^^^^ aQyvQeov ti^x^^^ S^a/Mt x^9^^ 
Sxovaa. Hoc sl yenim lectio vitiata fait priosqaam Alexandrioonui 
coram Homeras expertas esset. In prompta aatem erat, librarioa 
ad äfiqdnoXog deferri, qnod ex Odysseae locis, qni omnes a /^^n/Sir 
fafjuptnoXog x. r. X. incipiant, atriosqoe Hominis jonctora, interjeeto 
tantnm di, x^^^ß^ JTafiylnoXog memoriae et velat manibos scriben*- 
tiam inhaerebat. Cetemm x^Q^ß^ Lexicograpbi receutiores ab i^ 
X^Q^^y^ dedncnnt, non excepto Passovio qni r. x^Q^^V^ monet^ id semper 
in accas. x^9^^ß^ inveniri eamqoe fortasse solnm esse casoro nameii 
aingnlaris, qoi in usa sit, qnod yemm ex parte, si de Homero agi- 

(or, Atticornm enim 17 X^9^^^ ^^^ potins x^Q^^^ S^'^* '^^ x^Q^0^^ ^ 
reliqaos casos infra Tidebimas. Jam vero si recte de ratione, qaae inter 
Xiqvißtt et x^Q^^op intereedit dispntatam est, relinqnenda haec opinio 
et stataendum, Horoeri aevo nomen adjectirum foisse x^Q^^ß^^y X^^ 
pißij, x^Q^^ßoi^f ex cujas formis po6ta accosativo sing. x^Q^'ß^*^ nempe 
vas, Syxog vel axsvogy et plur. x^Q^^ß^ seil. vSaxa, usus est. Ne- 
qoe aliter, nt vidimas, statoeraut veteres granimatici jam nominati et 
deineeps nomioandi, qnornm nnllas x^Q^^ß^ ^^ X^Q^^^ diserte revocat 
contra omnes x^Q^^ß^ ^^ lemmate babeut et per to inl x^^$og v^co^ 
Tcr inl x^^^^ vdaxa explicant, alii similitcr, nt Philemon r. x^Q^ 
pißa xä üg x^^(f^s ptfif^axa x^ofupa. Elodem modo aqua lotiöni 
pedam inservieas noiaptnxi^a dicta Odyss. t, 343: 

ovd( xt fjkOi nod&Pinx^a noimp imfj^ctpa Bvjjujf. coli. 504: 



u» 



• • ^ .• ,.• 



. lAföfiti^^n^däpinTQtr T«r yaQ tvqotbq^ Jx/vr^ tt^i^tit. 

SkttUitef i^d recedtiores ;i;ei^aM7iz^ov in mog. de vase, x^t^^pmtqcc 
de äqtia ad Jotionem maiiooni neoeMaria obiqtie fere adbiberi iofra 
iddöblmaa. Itaqoe /^^^«^ aeoraim ab Homericis habeodom et den* 
Tluida Tox x^^tßos ex ipsi« radiclbos uCEP et J^/A^ ut fit in j^aJUif^ 

Tf^o^ a TIJI, x^Hi^Y9^9^^ ^ FPA^ aliisque nialtia« 

* 

3- 
De U8U earundem vocum attico. 

Soccessit dein aetas quae relictis formis adjectivis x^Q^^ß^^ et 
X^QPißcc ex iisdeni radicibns ^ X^Q^^^ 0'^ ralgo acaunt) forniaret 
aat antiquitus formatnin adbiberet. Nam pro cerfo baod conteiidain 
i^obst. 7] z^Q^^V^ dd priscam epicoram aetatem referri posse et debere. 
Tidentbr potius omnia eJQ.sdem analogiae cotnposita, ut xccToißXsxp^ 
ßooxAsy/f ohoxqaiJ, aK recentioris esse coininatis. Nominativo osuseat 
ipse Aescbylas JEÜum. y* 626 nota Sk X^Q^^^ y^aro^aip nqoaSi^^cu. 
Genitive SopL Fragm. incert. 7 x^^^ß^^ &iyajp. Aristopb. Av* 1129 
ix x^Q^^ß^S* Hinc Hesyeh.: x^Q^^ß^s tou nqox^ofiipov vdccrog. Dativ. 
Thocyd. IV, 97: vdwQ r« o jyi' axpavaxov a^iatp nXtjp ngog rcc hQci 
Z^Q^^ß*^ ZQ^^^^^9 coli. Ari;i$t. Av. 896 ^Xos z^Q^^ß^ inißo^v^ al. 
Accus. z^Q^^ß^ Aristopb. Pax 921 Syt Si^, %o xapovv Xaßwy cv 
X(u T^p z^qyißa, nsQiiS-i top ßco/iop xaz^(os imdi^ux, Ar. 850 näl 
nai ro xapovp at^sa&e xal ttjp z^Q^^ß^^ c^^'* 958* Csas namerl plo- 
ralia z^Q^^ß^s, z^Q^^ß^^j. z^Q^^ß^^ frequens inprimis apud Atticos. liO 
jam Draco nsos fuit in Legg. ap. Demöstb. Lept. p. 505 9 1* 14 de 
aicario: y^dqxop (6 Jqaxwp) z^Q^^ß^^ efQysaS'M top äpdffo^opov, 
unopdwPj xQccTijfWPj h^toPf äyoqag^ et eodem modo Andocides 
!)• 618 1« 5* xal z^Qf^^ßv^ ^cti xapoip äxpdjLUPOP. Notat Harpocration 



p. 188 I. 25 ed..Bekkeri: fJjy d'ap ar£ SQ&tjg ^^g-z^^^- yspix^^ nXff-- 
dvvxpni yj^yißwiff niunroni caveos^ ne ad Homericum x^^^ß^ revocetur. 

Jäm m seosiim fornianiiti ad /^^it^ rerocandarnm respicis, nmh- 
qaam bae apad Atticos de inanaam ante coenam lotioniboa adbiben^ 
Paty de quibos yalet qnod snpra coDunemorayiniQS, aactore Atheo. 
IX, p. 408 D. Eit ^H nX^iarwv ik /^i^a«^ ararc^ x^^Q^S .v^<oq ^TofS-M 
XiyBiv WS EvnoX$g i¥ X^vatf yips^ »cel ^AfABixficcg Sq>BPd6vti, 
^AXxatog tb iv ^Isqo) yauip. HXBlarov 3" iazl rovto. ^$XvXXiog Ji 
ip Avyj] xarcc x^^Q^^ eTQtjxsv ^ . . . Mipap^Qog ^YSQ((f' ol dk 
xara x^^Q^^ Xaßopveg nsQi/Aiyovai y^CXxaroi, ^AQiötoydprjg o yQccfiua'' 
rixog X. r. X. abi legendam 

^H3fj XaßopTsg ns^ifAipovai qtiXxatu 

nempe ^Aq/MoSis xal 'AQ^q^oyeirop i. e. axoXiop celeberrimom expectant 
post coenam ad'pocala cani solitom. Qoae de Aristophane grammatico 
addit Athenaeas baec sunt: ip rotg nqog rovg KaXXt/idxov nlpaxag 
xXsvdZsi Tovg oix ddoxag rijp SuttfOQap rov rs xaxä x^^Q^S xccl zov 
änppiyJaa9^cci. toTg yaQ naXaiotg ro jtdp tiqo dqiaxov xal dB(npov XiyB- 
iai xaxä x^^Q^S* to ifk /nexd ravxa änoptipaa&ai. ^Eoucs (fo 

1 

YQccuficcxixog xovxo nB^vXax^Pcci naqcc toig ^Axxixotg' inst xoi ^O/ifjQog 
nrj fjtkp ff/ol pC^aa&m . . .nf di xoTai 3i xfjQvxsg fiip vd(OQ im jff^off 
tx^vap. — Ceterum siquidem salva lectio dcc qaidquam ante anopiipa-- 
a&m excidit, uimis cnriosus videtiir fulsse grammaticus iq disfingoeodo 
TO xaxä x^^Qog et änopixfJaoß-cu , prius illad a lotione post coeiiam re- 
moveiido. Nam x6 xaxä x^^og vä(OQ aeqao modo ngog ro pftpaad-a^ 
xal änopttftaad^a^ reqoirebatur. Apud Atticos igitur manuum ante coe- 
nam lotio nihil babet commune com iis, quae rj x^Q^^V^ ^^ ^^ x^Q^^ß^^ 
comprehendunt baecqae nonnisi ad sacrä et libätlones pertinent. Qnod 
aignificationem yocjs attinet, si xardßXeip I; e* o xäxo) ßXinwp et 



3»|: 

sinilia conferas, ij ;if^«^.erit fj x^^^ vinrovaq jnjYij, diot» seoMi 
pendeilte, at et aqaam et ya.s lustratariam , quin et ipMm lastratio-«^ 
nem significet. Hinc n^y x^Q^^ß^ ^^^ ^^ xavovv janctam vidinms 
Ari.stopfa. Pac. 921 et ap. Tbacyd« K 1. foos, cujus aqiiain cetero- 
qnin tangi nefas erai^ n^og rä Ibqcc x^Q^^ßh ^^ lastratioDem ad- 
hibetnr. Vdsis aatetn notio prorsus remota est a formis plor. et x^Q^ 
pißsg noD nisi aquae saut qaae ad Instrandom reqairiuitor ipsaeqoe lor 
straitiones sacrae. Itaqae janguntor jf^^i^i/?^^ et nQoxvrm i. e. ovial Eorip. 
Ipbig. Aal. 955: nucQag dk TtQOxvrag jf^^i/3a^ r' ipdq^ttm, quod 
Aristöpfaanes ro xavow xal t^p x^Q^^ß^ dixit. Hinc drsi Tocem com 
deriratis ad ipsa sacrificia traostolerant Philemon: y. x^Q^^ß^ • • • 
X^QpfkpavOi äi naQcc Avx6q>^ovi (y. 184) ävtl xov aq>ayia£ovaiy dvovtHj 
än6 fiSTccqiOQag xwp x^Q^^ß^"^^ ^fe xct&a^QO/usr tag x^^9^S, '^^ dvatop 
X^Q^^^ ^^^^^ ^s xa&atQovaay. Eadem Tzetzes ad Lyc. yers* laod. 
ßvxzmai (i. e. äviuoig) /€^i^/^ova«i^ cSfsfjüral ;?o^i^ (cradeles; nempe 
Acttiyi Ipbigeniam). Apad Eorip. Ipbig. T. 58 ait Ipbigenia: 

Sm^axovOi i^aSg &v x^Q^^ß^S ßdXcoff ifjutt. 
Ipbig. A. 1479: 

XsqpCßwv re nayccTaip 

iXCaGBT äfigil paop. . 

V. 1513: 

atäqnj (scr. oxi^pBOi) ßaXo/jiäpap (Iphigeniam) x^^^ß^"^ '^'^ 
nayatg. 

Hoe refereadom qaod Earip. Here. 929: 

etg X^Q^^ß' ^S ßä\p€i€p ^AXx/zijPfjg roxog (nempe top 8uXöp), 

'\ 

et quod Atbenaeos 1. I. 409 B addit: na^' EvnöJiidi ip At^lp- 

avTov Ti^p x^Q^^ß^ navaeig. . , 

Notat idem: ian Si wfwQ^ $ig o dni ßasrtoip daXop^ ix tw ßkö- 

Abhandlungen der I. GL d. k. Ak. d. Wim. VL Bd. I. Ablh. 50 



392 



^aipoPTsg rovg nagoptag ^y^tl^op. 



4. 

De accentu formarum quae ad fj x^^^V^ pertinent. 

Seqoitar jam, ut de oQ&otopjjasi v. x^Q^^V^ agamas. Gramma- 
ticorDm fere oniniam erat sententia, formas ad ij X^Q^^V^ revocataa 
ad analogiani fiimiliom ßaQvropwg scribi debere; sed adversos habe- 
bant veteres Atticorum pofitanini libros manoscrlptos. Arcadius 7U(fi 
TÖPOJP p. 94« ed. Barkeri dam Domioa in atp, sip, tiyjj «y;, otp, v^^ 
anp OfDnia ßuQvxopwg ootari docet, ma^nso x^^^^ ^it: xä sig yf tx^^ 
xa A TiQo xov tp ßaqvpaxair axsv6x^\f), nmioxqixp, X^Q^^% exceptiooes 
tarnen statnit, primam doorom nominam in a^^ exeantiam : xd eig ^ 
noXvaiXXaßa (add. Sxopxce a nQO xov ^) ßafvpsxai. aQatpj XatXcnp, 
xpoQcnp, x6 ii nX$p&oßd\p xal neXsS-oßdip o^vpsxa^. Alteram 
constitnunt nomina qnaedam in (mfj desinentia, at fjtopimp, x€jia$p(äyßj 
xwpXwxffy de qoarom ratione postea dicetar. 

Exceptionem , quae ad x^Q^^V^ pertinet, a nonnuUis admissam 
fnisse aactor Lex. gr. commemorat, cujus fragmentum G. Hermannas 
in appendice ad librum de emend. gramm. gr. e codice Augustano, 
nunc Monacensi edidit p. 321 n. 14: Td ^/uxxixd avp&exa xal sig 
xp XtiYOPxa ix rov iid Svo fifA na^axBifiipov yipo/^pcc ßaQvp€xa$. 
XiXsifjtfjhai cciyUirfj, xixQifijUM otxoxQixp, xäxXsfi/Liai ßooxXsxp^ ßißXBfAfmi 
xctxvißXeyf' ipxsv&sp xal xijp x^Q^^ßcC} (add. tjpxipsg x^^^^ß^ 9«- 
oIp), ^Axxixol ii x^Q^^ß^^' Hoc quo pertineat Suidas aperit, qui 
poötarum in bac re udum notat y. x^Q^^ß^ "• ^Q^^^Q^^'^^^^s (jc^Q- 
p$ßa) xaxd xijp dpakaytccp, nagd dh xotg no$t]xatg naQO^vxö^ 
pwg ixsQPißcc). Idem x^(f^0^s laadato Aristopfa. loeo ex Ayibus & 



309 

fuag t% Z^^^^ß^ *' r. Jk Ptodet^hM« notfttio a «cliolio in Demostfa.^ 
qvod e cod. BaVarioo lleii^kiiiH OriUt. gr., T. II. p. 81 ad jr. 505, 14 
edidit: x^Q^tßtBV diy Sp dno €v&9üstg^ xfjg x^*W* ^^^w»poJwdr«g 
H n§t^ ruh TtiHfira^ xuttt rffv ärixXayictp. Mai hß XQV^^ (add. t6 
^fuzy ;^9^ri7fro/i#^oi« nu^* wtotg roUßiöfMotg dn&tmfßop d^ti tov 
pmKOfi&Hwg (eoll. Aurpocr. ▼. x^gpißan^}^ qaae haad dnbie eonmpta. 
Neqae enin ngonaQ^vropop bic affertur,> geqae si id fieret^ a paßtia 
ki repeti poterat, qoorao osiis^ irt SoidiM indicat et darios docebit 
AÜieoaeiia, ab analogia hio recedebat. Scribeiidmii igitnr exSaida... 
ano%v&9lag tiJQ x^pt^, X^9^*P^^^ Ti^jus^vroptog xarä tijp upib^ 
X^ytap, ncc^o^vTCPOfg di x^9^^ß^^ na^ toti noaitaSg. Lobe- 
cddos magoos analogiae graecae stator^ ad Phrja; p. 562 mooe^ 
Smdae et Harpocrationia ista ootamiiia ex schoBis in DraiMtfaenen 
baoata, qaaitim particolam bic ibi niQtilatani codex Ba^arico« redemerit 
additqoe: ^Eoqae exemplo intelligi rolo, quantos wsm fai comneirtarS 
▼olgo n^ecti ad complenda iexica graeea affieraot, qaorani glosaaa 
rhetoricas plerasqae ex bis fontibos manaMe fädle, ai ad bojos libri 
lOBtitutiiiii pertioeret; probarem*^ Videtor tarnen ha jus, de qua agitnr, 
obsenratioms eeteroqain Terissioae foaa altias repetendna, qaem, ni 
fallor, Atbenaeas aperit, dam X, p. 409 aberiora de re tradit: 
Tta^d fdp Toig n^ayixotg xal roig xwfiixotg 7UXQO§w4pafg dpi-^ 
YPwarai /«^rZ/Sor nag Evffmtiti ip ^HQoxXel (Here. F. v* 929) 

eig x^^^ß" ^ ßdy߀i8P ^AXxfMijPfig yopog' 
dXXa xah naQ^ Evn6X$d$ ip Ail^tp* 

avtov rfjp x^QP^^ nctvas$g. ' 

Panda interjectis porgit«.;^^ ßUp toi n^naif0§vTipmg (nenpe x^^ 
p$ßa) nqotpiqws&ai. Kai yoQ T&mis ^tifuerma avp&ita sig ^ Aijyopta 
Ysyopöta Ttoffd top noQctxetfiepop Tt/P TUXQaitjyov^fop rat; naQoxssßiiPom 
fvXdaaopta tjfMiprä r$ reitop' imt\ unr iiim fj^ Aef6fl9w0P 

50* 



394 

t 

ßctQVPsrai (itaMfls* oratione mntila et Gorrapta)^ Xi^/ifsa^ aiyijUtff, 
rirgifi/juxi oix6TQ$if^y xixXsfjLfAat ßooxXs^f^ naqa So^xXel ^Eg/jiijgy (add. ßä^ 
ßjL$/4fuc§) »ax(6ßXBxp naQcc ^Aqx^^^V "^(^ ^^QQOPtjoirf] ir totg ^liuHpvio^ 
Oi^' ir a TOtg nXayiOis tct toiavra ini r^g avtfjg av^^aßijg g^vÄariBt 
ztjp raaw. ^A^tCToy>afnjg d'ip ^Hqoxjip x^^^^ß^^^ ei^xsp. Haec in Com» 
mentarios saos ad Odyss. retolit Eustathias, pluribus omissis, addi- 
tk aliis> p. 1401 9 12: nct^a ^k TQayixoig xai xiofuxotg naQo^vro^ 
p(og svQfjTai x^Q^^ß^* EvQiTtiätjg stg x^Q^^ß* ^ ßchpsisp ^AÄx/Mjptig 
yopog • • • x^ /i^PTO^ g^tjal (seil. Athenaeiiiä) nQonaQO^VTOPwg jiQo^pi^ 
Q€a&ar TÄ yc?p roMds ^tj/ictrixa avp&exa Big %ff Xijyorra qtvXaZ" 
Topza naQaXfjyovaap na^axsi/iipov na&fjtixov itiXadti Xb^ 
yofAipov iia t(5p dvo fifi, $ ov xal ysySpacij ßaQVPOPzcu, X^ 
XB$/i/jux$y XiXs$xi/ai, aiyiXiip. zitQi/jtfux^j oixozQixfj. xixXsfifiai y ßooxXstjf. 
ßißXe/jifiM, xaxwßXs%if. ovztog ovp xal piPi/u^fiM x^9^^* ^^ bis patet, 
Atbenaei verba quae cornipta DOtavimaa Sxopzä zs zovzop x. r. X. noo 
6886 corrigenda cam Schweigbaeasero q)vXacaovoip , &p z% ^xv '^ovzof^ 
8m, 86d ipsifi Eastathii verbiß scribendain q)vXdaaopza naqaXi^yovaap 
naQocxeifiipov 8 1 d ziop dvo fifjk XuyofiBPOP ßaQvPBzai, qnibns Biidta- 
tbiu8 ooDDalla explicandi caassa interpodait. Nee obliteratam e8se baoc 
zopwaip inArifitopbaDitfMsd., qaamqiiamnegleetam acollatoribas^ conela* 
da8 ex BiBeti verbis ad Aristoph. Av. 85 1 : ip zotg xazto ö noi^zfjg zijp 
X^^p^ßa naQO^vzopvog noXXdxig XiyBi, stneQ tj yQccg>ij xctXiog ^X^^* 
Grammaticoram igitar erat opinio, voces illas ex secunda persona 
perf. pass. formari, XiXB$\f>ai, aiy/Xixp rel., et com ejos cbaracterem, 
yj nempe, servareut, debere etiam ßa^vzopiog ad modam eorum aciu. 
Ratio ipsa uihili est; lobrica enim omnis est nomina ex certis yer- 
boram formis dedacendi ars et licentia. Accedity qood sobstantiva^ qaae 
Tim activam habent, ex formis yerborum passiyis vel propter signi* 
ficationis differentiam procreari neqoeunt, ^sed, ut ipsa yerba, origi- 
Dem babent e radieibas Xsn aiyiXnp, zQtß oix6zQ$ip, reliqua. His 
igitnr opinionum commentiB noa eleyatar, qood Atbenaens contra af-* 



895 

fect . Niinirptn dum dich ä^iy^ioatm^ librod maDoscriptos iodicat eocH 
quid iiibliothecae AlexaDdrioae^ cuysk^ e tbeäaoris erdditionis t^aae copias 
deriyare solel. Hi vero poi^tarum Atticorom Codices antiqaiores atique 
erant Antonini Imperatoris,: qua Atbenaeitö vivebat aetate possant- 
qae ad illias bibliothecae xsifuljXut, si qoidein baec flatnmas Caesma* 
nas evaseraot, referri, qaae antiqnitas Atbeois Alexandnam faere 
trant^lata; ex eis eniiu refert, qaae opinioni soo tempore receptae in 
tragicis et comicis Atticis repagDabant. Alio qaaestionem deflectere 
▼idetur doctissimns auctor im/uQiff/nciy »ata cro^x^iop, quos J. A. 
Crfimeru$ Anecd. gr. t« V, 2. edidit. Is p. 424 1. 18 seqq. haec 
notat: Xi^v^yp, x^Q^^ß^S* td €ig tfi XijyorTa inig ivo avXXa^ 
ßas ovp&Bta dia toi n xXiPBta$, si /li^ Sxova$ ^ij/uc %ig ßa^ o^ 
t6 v£ß^, To r/nr(o. ncudovQl^J^ r^tßi»* x^9^^^^^ &jLißaK Plura in 
bis dobia. Non enim yerisimile est, omissa exempla nomiuiuii, qaae 
i$d Tov n declinantar, et in.fiae rö ptßwy ro p(ntio siuiili modo la- 
cuDOsa sant. Qois vero sensas? coi in mentem venire potoit, ea» 
qqae yerbam in ^ai babent, per n declinari, boc at dedoceri debe- 
ret? Nee qaidqaam de accenta notatani, qaem tarnen postrenia no- 
mine pecaliarem babent. Hinc putaverim, in$,u€Q$afMOP scriptorem 
accentu yoliiisse distingaere nomina, quae verba in nio ant in ßo) 
exeuntia baberent, ita nt illa ßaQvroptos, baec^ nt factom ab ipso, 
a^vzopiog signari deberent. Hoc si yeram est^ scripsit: tu eis tp 
Xfiyopra vniQ ivo avXXaßdg aivd-sva did tov n xXiPOfABva ßagv^ 
P6%a$j (&s aiyiXixff alyfX&nogj %i f^ ?;|fOi;ai Q^/J^a sig ß(o^ wg 
TO X^Q^^V^t X^Q^^ß^S ^0^ ^^ p(ntoi, naidoT^ixpTQlßfo »^ t. X. Utcan- 
qae ea sint, hoc apertam, doctriuam gramniaticoram sibi non constir 
tisse et foisse nonnallos, qai inter ejos generis composita disUngaendp 
a reliqais classem separarent^ coi x^9^^^9 x^Q^0^s o^vzoptag, non na« 
Qoivi6pa}g in yetostis poötarnm Atticoruoi codicibus signata sine 
damno reliqaoram acceoseri possent. 

Rationem diversae hajos TOKoiofioii? Arcadius p* 04. I. 22.tangit 



896 

dura Domina in mff desinentia quoad acceotam in dnas dasses disti 
g«it his Terbis: w sig (mp noXvavXXaßa xv^ Urta if nQoatjYo^iMd 
߀efVPWt€Uj xvxXanify tanp, fioiXanp. aeOfjineAoraij Sg t^vig g>a0iy ro 
9Vf<mf/ i^6fASP0P. rd /ji^rroi im&tnxd o^vp^ra&j vnsarccXfifrmr 
TWP vnonentwxdriop xvQto$g ij rwp iSiatoptiov , /nopoiyj^ i 
fiiwwp&aXfAog , xsXa^Poitfß, rv^Xiüip. ro dt iXtxanp xal fiiimp, i 
fMtvdg 4g>&aX/jiws tx^^ ßaQVP€Ta$y Saneg rö xvxXtoy/ xal xfgxanfß 6 
SöXanp xal fanp S xvpixog. Ipsam rationem si spectas, altios ea re- 
petenda qoam visttm grammaticOy dam ^saraX/Mipu rd vnonenTWxata 
x^qlotg notat Signalnr nimiram acoentu in äimplicibas noniiniba» 
ea syllaba, et in compositis id nomen, in qnibos vis primaiiae signi- 
fioationis inest. Hinc /wpcitp^ xeXmpohf^, rvfXaiy^ et xvxXmtp^ lanff, 
xiqxanfß recte accentn diverse signantar, qoia omnia tonum in suh- 
friantivo habent et, si dao insont snbstantiva^ in eo, cnjos notio prae- 
valet Yalet hoc idem in x^R^^^V^ o^vroptog signato. Cum enim, ot 
vidimns, tj x^Q^^V^j ^^ x^Q^^ß^s ad solas res sacras revocatae 
essent et sensn tarn lato dicerentnr, at omnino purgationemj xd&a^ 
aip, indicarent, sive mannam lotione sive adspersione factam, vis no- 
minis x^^ evannit solaqoe alterins voeabnli a ptnxio derivata signifi-» 
eatio, qnamqnam et ipsa dilatata, remansit. Inde seqaebatnr^ dI 
haec tanqnam principalis, si non nnica, tonum acciperet. Est igitor 
eadem inter Homerica illa ro x^9^^ß^^9 '^^ X^Q^^ß^^ ^ ^^^^^ Attica 
haec tj x^Q^i^i ^i x^^^ß^s toni diversitatis ratio, qaae inter ^$X6Xo^ 
yog^ ^XoOiHpog i. e. ^iXog rw Xoy^opy ^iXog rwp ootpdiPj et inter i^ 
xaioXoyogy ^vaoXdyog i. e. Xiyonf vel Xoyovg noicip ne^l dtxatow, TUffi 
fvaewgf qaae Arcadins L 1. p. 89 distinxit, qoamqoam rationem non 
prorsus perspexit. dam dicit: oaa ip d^xfi ^X^ '^ qnXslp, ngona^^ 
§vP8ra$, g^Xonopog, ^M^offogj ^MXoyog. — Td na^ ro Xfyfo x^^ 
TWP nftqd ro q^iX^tp naQoSvpBtm, dixttioXoyog , g>va$oX6Yog^ tB&g€sto^ 
Xoyog (scr. tsQaToXoyog'). ro di guXiXoyog dno toi Xoyog xal ipiXA. 
Ct enim a theologis christianis &$oroxog et &€Öroxog, qaae deam 



397 

^emiit et qniie u dee penita e9tj didtiogaaofiir, itai et fiZoXiyos dici 
potait qni amice loqaeretar et similia. 



5. 
De reliquis ejwfdem prosapiae nominihus. 

Jam de reliqois yodbiifi dicamos, qaae praeter Homerica x6 
Xi^HßoPy tä x^9^^ß^ ^ Attica fj x^^^% ^ x^^^s ^ ^'■^^ faere. 

1. Xs^rtnr^a&a^. Hec praeter dao ista ejus prosapiae ihh 
mina Homero iDnotoit solam in miico looo, idque, nt monnimiia, de ' 
lotioiie sacrificali adbibitiuD JL «, 449: 

coi descriptio integra »aorificii x^f^^^ ^' 0vAmg perfidenda ineat 
Ubi simpliciter lotio indicator^ simplid Terbo vh^a&tu (am io lotione 
sacra quam oonvivali et leliqiiis osas est D. n, 230. Od. ^^ 336^ 
et in lods, qoae a x^^ßa i*a/Mp£noiog indpinnt. Atticomm asom 
teatMktar Lysiaa p» 255. L 5 ecL Reiske: ix^Q^i'^^^o ix r^g fB^ 
fäg XI^Qpfßog. — Activo x^Q^^V^^^^^ P^ SvQva§, st yidimos^ «aos est 
Ly^ophroD« AdIiM)dt in explicaodo etiam Baritms Camers (ed^ 
Dind«. Graoun. gr« T. L p. 446) } jp^^iv^iirro äni tov jfa^y^rroi. N^ 
tat Lebeckioa ad Pbrynichom p. 562 » ;if€^rJbnr£<ri9M, com a nmuDe 
^m» nttquymYfjs aaxilia formetur^ id excMaiionis habere qood est 
,,Terbimi sacrificaLe eeqoe inäminiiisu^ Eqüidem crediderinff notio* 
uem manaam io hac quoqae forma eo nsqae eranvisae^ nt solam lo^ 
tiooem cogitareot, qoamqoam ad maoos pertineotem. Hioe qooad 
seosiim et twioa$v vintsa^t ei änwt7neo&a$ periode ao x^f^^W wgwi 
Ailicos haUltafft» . . ^^ - . . 



3§g 

Seqnnntqir noniina ex verbo derivata» quae iisii ant Atticoroni 
ant grammaticorani innotaernnt. 

2. XsiQoyiTiTQOP ap. Athen. I. I. D. Evno^ig iv JtjfAOig 
dyijQ S^oiav rig dYcc&og ^ xal XQ^^^f^S noXftfjg 

NlX^ «... /^lyCTTÖff (Sv OVX fori /fiißOI'^TlTpOl', 

in qao lacunam expleas non per ndpxag post vuc^, sed addito 
ndvra. Dietom est enim näpra /^aro^ ut ndvrcc oo^og^ ndvtct da^vog 
similia. Aliad exemplam praebetPolL X, 90: Pfjtäoy d'aixd (j^egpißä) 
xai jifci^oVmT^i^. EvndXidog sinoptog 

Brevi prima ;ifß^oi^mr^oi^ Inscriptt. Att. ap. Boeckbiam (Staatsbaasbalt 
der Atbener n. p. 262) et ejecto o x^Q^^^^Q^^y Pbilemon n. 289: 
X^^vißa . . . ^0/jfjQog /uip x^Q^^ß^^ davnj&oßg SnaS €Jnsr^ ij/luop ^i 
avrt}&<og ro x^Q^^^'^QOPj (Ag Ttct^OfjjusiovPtcti xai ol nctXmo^, tov- 
rfari ro röv vyQOv vnoäsxnxov dyystoy, ov Xißtjra xaXstv avtög »Äo- 
&ftr. Sed qaaeritar, ;if«i^oi^i7ir^oy^ x^Q^^^'^9^^ ^^ vase solo an 
etiam de aqoa dicatar. Prias illad de y. x^Q^^^'^Q^^ probat Pbilemon. 
dorn doeet 1. 1., yjQ^^^'^9^^ ^^^^ '^^ ^^^ vyQov vnodsxxixop dyYBtop 
et Xißtira. Neqoe aliter ;^a^di^i7rT^oi^ in locis ex Eapolide ab Athe- 
naeo et Polloce allatis adbibitom. Contra ad aquam refert Enstatfa. 
p. 1440 1. 59: to d^avto rivsg vSvoq xai x^^QOPinrQoy tpaoi, dg 
ifjXot o ygd^ag, Sri x^^^^^Q^ ^^ xccrd x^^Q^S SäwQ. Glossa baec 
in E. M.: ;|f«i^oi'i7iT^oi^* ro xard x^^^^ vdm^. ^ AQtcrwpdrtig. 
De eadem aqoa ptnr^v dnovmr^ov ibi 1401, 1. 8: ro di fjtBra 
n^y xd&aQOiv xcrrcmeuor tJypöv dnovtnrqov ixaXetro^ ^yovy ;f«- 
QfSr xai nodov dnorifAf^a. Res tarnen ambigna. Verom in nnirer- 
snm inque locis qoos afferent omnibos ;^£i^oi/i7ir^oi' aperto vas indi- 



9im 

pmtQw, de quo Bustatb. ib. 1. 60: rp fiiptoi fABxdvinxQOP oi toiod^ 

/Mra TO pt\ifQa9tt$j, — Porro cinip^m^ov.^ de qgo Atbeo. .4pd E: 
ixßXoviP i^dnop^nxQOP t.o an^^pkfAfia twp ;|f€iocuy xal raip noidüp: 
Sed dp loce Ari^tophnnus, qpo oaus e^st Acbarii. 616: 



• ■ » ■ ■ 



ipse jBic JQdiofit: tawg^^i ^std rijp Xsxdp^p oi^twg tUyop, ip (p roontp 
xai ;ifßi^i^mT^r. Eadem fere Eustath. L L Adhiberi praeterea potent 
analogia tt. ßdxtQOp, ifx^TttQOp, nXijxtQOp, alia molta ejasdem fami- 
BKe; qvae noD tiiisi iiisrtraiiientoram iioiiiina föertint, et videlor bfc 
ääne OMa vol^ahis ' Ibisse rocam x^^^^^Q^^ß ptfn^op, luetapiTtrQW^J 
änSpmti^p, nei nema tarnen ad lärationem propensö. Ac is qaidem hl 
plnrafibas Qt x^^^^^^^ß dMpifftt^y aliis praevxioit, nt annt Odysa; 
f>'343/ bOi nodecptTttQa, qnae saptia cootalimtis^ qaämqaam ne in plo^ 

ntlibas qaidem väsorum notiir prorsöa foit exclnsia. . / '^ 

. ^ ' ^ , . • . ■ ' . * ' ■'» 

3« 'X^QPinta habet Aponon; L. H., dam Homericiink illüd 
j[iöp$ßop per i7t69ixtixi^ t(5i^ /s^KrarroiV explicat; sed leg; x^^ 
pßttQtdp. 



• • • 



4. XiQPi/jtfia Pollux Ily 149 ex Philonida: . JT^^j^i^oi^ ^O^jj^^ 
TO jrcrrc^ x^^^s vS(oQj xal x^Q^^^^^^^i, 4>tXa}p(Si]g äi xat x^qplfi' 
l4M(a. — Sed multo difficüiQr $8t qm(a»tHi di? QQiiMnifa^a bi^pp .pro^ä^ 
]^ reliqgj^ qnae ad.jiffifi^/Trireaii^flrirti^oii perMo^u^.et'iDte n$x^, cim 
jf^i'i^a pt, jf^pyiv^ JMguatur/ Soui^fi, ülLpataat, rf jfrfpi't/Sioft w-^fl^ 
pißop, TO x^Q^0^^* A poatrein<( illcjp^^Bl]a nenpß fatcilioii alqoe c^tKf» 

5. XßQpfßiOr, Ta(i easa, eoi ^ Ti^^ . x^9^0^s aqna infandeba- 
tor, docet Athena^a L L j^.4Q8 Cy jfvaiag ip tf^ »Dtra ^JXxißid^ov 
}^mp ovroog* rotg x^vootg x^Q^^ß^oig xai ^^pfA^arij^to^g. Ct. 

Abhandlungen d. I. O. d. k« Ale. d. Wiu. VI. Bd IL Abtk. 51 



400: 

P<dl. X^ 65: neu x^^^ß^ ^^ X^9^^fß^^^^ nnwzos ^Ai^ziynx^ävg Ir 

Malta sunt yirorani doctorom id hoc loco restitueodo tentamjoa, 
infausta utique, ooo excepta magni BenÜeji coiijectura, quam in al- 
tera ad Tib. Hemsterliasium epistola (cifl Üavidiä Rubnkenii Öpusc. 
Logd. Bat. 1785 p^ 56) bis yerhis usus pröfert: ^Abtiphanis locos^ 
at senariom clare se ostendit faisse, ita et sie esse conjaDgendum: 
TO x^Q^^^^O'^j non x^Q^fß^^^' Lege eqüidem totom ex Falkenb«: 

t6 jjftf j'i/?6ioj' TtQiorop ix nofinijg Sfsg 

yel äg>siß. Sed excepto x^Q^^ß^^^^ Q^hil bic certum.^' Reliqua, ai 
omnia fere Tiri ingeuio proniptissimi, aliqaateuiis probabilia^ x^^^ß^^^ 
yero falsissimmn, ueqae uoyi qui formaoi baue ßobstantiyi soggesserit 
nisi fortasse Zooaras is est, cujus tarnen glossam Xagplßhior 

■ 

ifznvog, iy (^ ras x^^Q^s plntofABv jam edijtor correxit, ut debuit Ni- 
hil enim de x^Q^^ß^^^ ^^^ simili forma deflexa, ex qua x^Q^^^^^ 
deriyari posset, innotuit yel innotescet. Recepia tarnen est ab Inu 
Bekkero. Ceterum e PoUucis yerbis sequitur, eum non x^Q^0^^ 
aolum, sed x^Q^0^ quoque apud poetam deprebeudisse easque ipsa& 
yoces x^Q^0^ ^^^ x^Q^^ß^^ junctas in canssa fuisse, quare ver^nm 
aflferret. Itaqne sie enm refinxerim: ix^^'^^^ 

%^p x^Q^^ß^ ^^y ^^ jjfcpi'/j^ioy nqoXB^ ovv rdxog. tj anopdfj aay>ijß. 

Eyocat aliquis ex aedlboer famelos» qoi r^ X^9^^ß^ ^^ '^ x^Q^^^^ 
iBtATeränt. Ex iis enim quae parantor, apertum est libatiooem fieri 
debere. Simili modo Arisfoph. Ran. 847 agniim poscit ad sacra^ 
dun Tv^m ingmif saerificio averroncandos : 









: 1 ■ '. • 

,'■.'... . ■ « • 



4|lt 

Mtitierw^eamrgat^^ el iii mm iMj AMiultum est nee iDjaria* PotoM 

jttxta formam diminatiraiar x^PtßHH^, ant ex hoc ipso ant seonam ab 
€0 «X eadem radieo ortoai. AccecKt qnod yo x^Hf^f^^> 4^^ ^X 
fi^ebanno prodsiunuM^ aibil est nisi aperta forma nomkiis jt^ipv^/SoK. 
{iXstitit iametk Fr. Aug. Wolfios, qoi moostraret, voce«, vel Ifl 
Homere eoatroi^rsam, a recentiorsm «19a ^ abesse , ad Demosth. on 
ia liOpt. 8* 137 p. 375^ nbi Draco laadator Y^aftoy x^Q^^^^ bIq/^-^ 
t^^mrop ap^QOfApWy enor^wnß, jeQ€tti]QiOP^ adqeae Sdiol.: Xs^plßmp^ 
^ tw Sicttos, äXXA Toi wff^tov. Hioc Wolfias: ^^Mala antem im^ 
inr leotio j^iJß^, qoam scbol. expficat de vaise. Sic quidem An*^ 
^ioeides joogit fj^dßtis xal &üfüat^^g Or. IV. p. 227. Veram 
Ibi iiec9ssario scribendam x^Q^^^^* Nam ominoo formae x^^ß^ 
vik alia anctoritas adest, qoam -qoae dacitur ex II. co, 304 ^ TersH 
ae ab omnibus qiridem gemtino babito^^ io Andoeide jam Taylor» 
Xßq^toü rMtitoerat, et sincera faaod diibie janctora x^Q^^ß^^^ 
^ßül &v^^aTfi^tmPj at x^Q^^ß^^ ^^^ anordäp, illorom si dÄ 
taabusy boram si de lastratioae sermo est Nempe OTtopSal m qua* 
tmat ;if£^j'//}^^ praeeedont. Hioc prodivie erat error ;iftfi^yi/¥oj^ ex ;iffi^i^//7#oir 
«corrumpeotitiin^ natns ex eo, qood fonnas ad ^a x^Q^^^ ^^^ ^^^ X^^ 
-yfßa reyocaudaa eonfenderent. Neqoe leoiim in Attico scriptore de* 
prehendas, in quo x^^ß^^ sedem fixam babeat Haeret qaidem ia 
grammaticomm Tel aaimis yel libris opinio, ro x^Q^^ß^^ xoipäg^ 
yfii^EZXfiPixcogy T0 x^f^^ß^^^^^^^^ dici, unde ooncladas ro x^ 
Pißop aoTO grammaticomm osn commoni de yase adhibitom foias^^ 
qiiod Atticis x^qpißwp appdiabirtorf sed boc ipsam qdoqoe ambigadis 
atqoe fluxom est, et si accoratiae inspicias^ (kitios locos priscoram GranK- 
maticomiii eorroptos reoentioromqae id hob aninadTerteiitiara sooordlam 
aoft diyersa miscentiom incariam qoam yfen aliquid notamioibos qnae 
bno spe^ant sobesae, iatelligaeik Ita Mberid Altic. p. 414 cd PieriL 

51* 



Ü .^. äyysioy ^EXMj^^s^ qaae si di^putiidQ nostra hacu^ae reota 
proceasity ita ordioasda sunt: xfQ^^ß^* ^^ vdioff^ ^ y^TnofAs&ß, 
mdi x^Q^^ß^^ ^^ äj^ystoif, -^ X6quiß$op xo ayftXov ^Avr^i^dig 
X^ffvißop di ^EJiXfiyes> F0113 ejus erroris . repeteDdog e loco Athen., 
X. p. 408 B: xal naXiy 6 OiXnwvos Üijt^, el t6 x^9^^ß^^ 
afffjtußj xa&dnBQ ijfdstg XiyofABV iy Tfj avptj&e^i^, -zaf rig avxtp 
awjPTtjae XiycDt^ ro ip ^IXidit (sequitur locas II. w, 304) • • • • 
^Anucol di x^Q^^ß^^ XiyovOiP . . . ^Enfx^Qfiog S' h OsaQotg ht^x^ 
X^iQOPißa H. r. X.J quae supra tractaviinos. Eadem fere ex Athe- 
na^ refert Ettstalb. 1. I. p. 1401 1. 10 lo brevias contracta: 
o ik .1^/iBig iv rfj atfPtj&st^ x^Q^^ß^^ ^a/uiv ^Arrvcoi x^Q^^ß^oP g>a0i 
x* t. X. Jdem tamen p. 400 1» 60 obiitas prioruin refert de loco 
Horoerico II« m, 304: xal zö x^Q^^op 6 ipzav&a Xiß^s, op 17 xoMtj 
yXüaaa x^Q^^ß^^^ XäyB$. Jam ai Atbenaei locuin spectas^ prior 
ejas pars band dobie cormpta. Qoodsi ei^iin x^i^^^ß^^ ^^ commuiii 
dicebatar, uon opas erat UIpiaBO quaestione, et aaperOaa probatio ex 
Uonieri loco repetenda* Vitiom ex parte saltem aperit Phileoionia locas 
ex Athenaeo, at videtar, derivatas p. 199 ed. Fr. Osanoi n. 28&: . 
Xi^Pißtt* xä dg x^^Q^S ptfJtfActxa x^OfABPa S fikp iqfABig ip xy GVPtf^ 
&ei(f x^Q^^ß^ (scr. x^Q^^ß^) 9^t*^^j ^Axxucol xBQPißiOp g>aOiP x.x.X., 
quem locDm YilloisoDos ad Apoll. L. H. y. x^^^ß^^ ^^^ tempore ine-* 
diium dam citat, infereudo formam x^Q^^ß^^ viliavit. Atbeuaei ora^ 
tionem ad aaoam Bententiarom ordioem revoces, ai boc ipsnm x'^p 
XBQpißa ex Pbilemone post ip xy avptj&s^^ addaa. loterrogabat 
Ulpianua, nom x^Q^^op dictnm faerit pro yolgato x^^^ß^^ ^^ respon- 
det aliquia provocando ad veraam Homericom, ex quo coocludebapt, 
X^ffPißop eaae vaa, in qood aqua Inatralia fandebatur^ eatqae haec re 
yera grammaticorum opiuio, quam et ipai aecuti aumus. Apoll. I. 1«: 
ancc§ di nois slnsp d/Aotiog (seil, rqü x^Q^^ß') ^^^ vnodBxtixop xwp 
XBqptnxqQ}p (add. Xäßfjxa) x^^^^ß^^^ Eaatatbias ad IL I. 1. p. 1351 !• 



itoo i|^tor TülgAto j[iQpi7nQa ßq99^ x^fymr^op tm drciebfiiitiir^ qüe fihk^ 
niOM x^^ß^yZ^Q^^^^^ Attieiii X^^p*^, ;r€^iM)3ioi' «rut, neqne dabimii rät, 
^'itwnf&^^jr^ 4fP9nf&4^M vel ti xoipSg X^of/iepop nön x^^ißw babbime 
iStritiB^^PMr^Pi JE^^t^A^T^ Ttl- ';f«iii'43tfy siqaidem 17 jfs^Hi^ et aquam 
et yas lustrale signifiöabat Ms^iie ^ö x^9^^op de vase bsIo adbibir 

tnm tanqqam, ^AmxtSg .Xsyo/i^rop fuisse oppositam. 

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Corrigendi hinc loci^ qai /^iqpißov recentioram Qsbi yiodicare vi- 

jdentnr, yelat E. M. ▼. Xißtfg* ro x^^vißop and rav rag Xsßääag tcSip 

ya^cüv' inoSix^oS'är iS 6 x^QO^ovg etg op Xhfßsxm xtxl ifißäXXetai' ro 

^S(OQ. 2fi/Mcfy€i ^ (dcrib. Si J. i. je. riaaaqa) inl /ih rov naq^ ^/up MyoiMi^ 

yov x^Q^^ß^Sß x^Q^^^ ^ dfjiq>tnoXog x. r. X. Tres reliqoas Xißrjxög 

apud Homeram significationes ponit inl Xexäpfjg TQfjvg ih Xfßtjy 

'f>te (Odjfss, T, 386),, inl rov na^ ^[up ovPiqS^ovg (6g ,di Xißtig te'J 

tpiop (11,9,362) et inl rcop ^ji^aB-SfusTixcip ATS^copag Si XS^ßijxfxg (ll. 

$, 123, 2d5). NoD animadverteront editores, düo scbolia in'unain 

liic couflata, alteram qaod duas yoci Xißrig significationes Yiodi^cai, 

aiterinn, qaod qaataor, iucipiens JaifxalvBi 9'. Hoc igitur ä priore 

aeparaudam addeiidumqae post ro vdtoq lemma; Aißijg ro a^y^top. 

XriiMcipBi, di riaaäqa x. r. X. In priore facile x^9^0^^ P^o x^ff 

pßßop corrigas. Nee aliad quid io posteriore. Nam x^Q^^ß^s !• e. 

X^Q.ptßog^ genitivas ^ x^Q^^^y ^^^ locum non habet, qoia apud Ho- 

Dierooi, cajus asas illu^tratar, oanqaam ^j^i/ra significat. Scribeo- 

dam igifur inl fisp rov na^ ^fiip Xeyo/^pov x^Q^^ß^^^} collatis 

Eostathii yerbis, qaae supra posoimos: Xißfjg^ op y xoiPfj yXmatta 

XfiQpfßiOP XiyBi. Nee aliter 8e habent rcir x^QPißa S) nesiiy cnjus looam 

saggerit Henr. Stephan. Thesaar. L. Gr. 10490 C ed. Lood.: ^jX^q- 

pißa/^ inqait hie apud Synes., ,^<ig ton /« ro dtiixoo^op ^tipog ovx tjrtop 

fl rä ip roTg nQore'fiBPtOfutai x^Q^^ß^^ noXsa^g xäS-aQzfJQMP, Non 



404 

.mimis quam layacra, qaae soot in (emploram Testibolisi« Forran an* 
.tem aliqois aquam lustratoriam appellarerit.'^ Fallifur vir praeelaru^ 
deceptoai ot poto, eo^ qnod rd x^(f^^ ^^ eadenii qnae Homeii 
Xi^p^9 eaae patavit, qaod ipsom tarnen omni nsoi repugnat Scri* 
beadom igitor et hie eilt x^Q^^ß^^' Loeum Sjrneaii, a me rogatofl^ 
indicayit eoilega eonjanetbainiaii Krabinger, egref^na Syneaii inter- 
prest in Epiat. CXXL p. 258 B. ed. Petar. 2. 

7. ^0 x^Q^^ßoS' Nomen boc lexiea etiamnone obsidet, etiam 
PassoTÜy qai s. v. x^Q^^ß^^ notat: ^^Formarn o x^il^^ß^s tantum Ae- 
lianos habet, ^^ Si analogiam spectas, nihil obstat. Potoit enim 
x^Q^^^Sy seil. XißtiQj esse idem, quem ro x^Q^^oy seil, a/yos tcI 
äyysioy dixerunt. Sed exempla desnnt et unicnm, quod affertar AeL 
H. A. Xf 50 de miraenlis templi Eryciui eorroptnm est: d yovr i&iXoig 
&vaa$ oi'y, Idav aoi t(^ ßw/my naQiarfjxsp oTQj xal dtj x^Q^^ßos ^cci 
xatdqlacS-ai bUxb alya eTts t^ifop» El dri sYtjg x* r. X. Jam 
Piersonosy qni ad Moerin Attic. p. 414 n. 2 Aeliani loeo ntitor, no- 
tat: y^Nisi forte legendum x^Q^^ß^s» Plurale enim pro aquis freqnen* 
tissimom.^^ Sed plora insont saspecfa. NoIIa enim cansa, qaare 
oTp, alya et tqi^ov^ ita at faeit separe^ ovemqoe ad diaai^ capellam 
et capram ad xardQxsa&ai referat et haec ipsa, &v£iy et xataQXB- 
a&m, distingnere yideator. Neqoe xataqx^^^^^ ^Y^9 iqi^ov tarn nnde 
dici potest. Est enim inchoare sacrificium adspergiue et mola salsa^ 
noü sacrificare* Eurip. Iphig. T. 40 : xard^x^l^^^ f^^j a^dyia 3' aX^ 
Xoioiy fjtiXsi. BUne totam locam i(a dispoiiendum judico: si yovy i&i- 
loig &vüai SVy sTts alya sfte Iq^tpop, Idov aoi riß ßco/up na- 
QiOTt] xsp (seil, avrd), xal itj x^Q^^ß^^^ ^^^ xauovy sls ro xa^^ 
rd^aa&ai, coli. Hom. Odyss. y^ 444» nbi post ßovPy x^^^^ß^ ^^ ^^ 
Xdg iy xaviif commemorata sequitor: 

yiQWP d' l7tnfi?Ara NiCTWQ 
X^QPißd X ovXoxvrag r€ xartJQx^'^^* 



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De loco Aeschjflij qui x^^0^^ meminit et nonnuttie äliü eüm eo 



Sed «t duipatatio eo redeat» uode profecta est, ex bis, qaae 
jkfit w a ll a f i n üi l, jiüii satis ioper^ife iippftrebi^ in Agmnn. r. 100? rerba 
Jttnymri$^ $^pä$ xe^yt(iünß ad ritiis tiODTivdes usosqiie famiKarM 
(MfriimHre Mo p^itoe; äed ad aacrA äola et litttraiionea ante sacrificb 
iUMitaielidaa äeceasMio eie« refereoda.' CJam atitem Caa^andram ad 
mnotwa sertarämqoe' ^re^m Clyüaemoedtra releget t. 1008' üoJt^ 
Xmf fMta JovXmp ifza&slacp^^ sacra^ quibitti ei Mterewe Hcety eedcw 
spectabpoty ad aram xrijafQv /l$6g institaeoda« Nimirain, qaae eaC 
Harpocralioiiia Aotafip v. xtficiovA^^s^ ^Tne^itjg ip r^ ngog^AjieJL' 
JMop* TntiiSiOPjla ir roTg Ta/usü}$g Uqvopto. HUptxpSQog ^Bvdij^axitX 



Nvp fdg Yvyaucioyitu^ füaiopS^ otcty 
''liw^ mxQßOiny^ TOP di Jim xp4ß x%ti4k^p 

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^ExoPTu %h rmfi$Btöpi ^oi ic$xAiiafjttpa$^ 



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JÄxta liiitem ceOas prompfnarü mandpioram eraot babifacula» uode 
öbneladas, ejas condiäonis bonuDibiiä sacra et 9eparata et yllia foiaset 
iü ipso pröinpioano joxta Joris eomm praesidis aram perageodä. 
Sensd fere cbocioit JSarip. Iphig. Aal. 675» qiiamvis ad ooblliora^ 
aacra 'spectet, abi Agam^mpon Iphigeniae de sacrificio, qood para^ 
iaterroganti respondet: 

«fers* atr x^Q^^^ Y^Q l&nj^H nÖxxg. 
JSt^aoßUiP äff äfju^ (tmfx6p , cS ndte^, Z^lfO^it ' 



406 

Utar autem bac occasiooe, at noouolla, qaae in eodem dialogo 
dubia aat falsa relicta sunt, ooTis-eoris tractem et expediaiu. 

YT. 1010, 11: 

Kccl natia y^Q '^oi g>aabf 'uiXxfijjPtjg nori 

^. Alteram posteriori» versii« partem co4« Flor«, cmn siogoJari lectiouia 
yi^rietate exbib^t TXijrai dovXaüxß puij^fjg ßia teste J. Ifraazip,^ sed 
tXijpui iovXBlas fMÜifis ßlov ie»i^ Casp. BeacioiOy imde Blomfieldias 
iovJUag /uH^fjg ßlov corrigit addens: „^Nempe imia erat servoniuy». 
Qifans/^ Dec tameo oinois neqoe ubiqae. Naiu ioter laatiora eamqaor-. 
qae r^fert Comicas Sccl. 604 

navxa yccQ V^ovdiv anapxBg 

aQtbvgj rs/jidx^ß fJbdtccg, /^«^^«^^ olvop, äreq^apoig^ iqeßCv&ovg. 

. . . . I . • • . 

•i . . t . • . • « 

At yero vile ejos panis genas ex liordeo fac.tnni sine condi- 

niento aliquo sane servoram erat, onde 8ovX(av /idtfjv eam ista le- 

ctio appellat Ceterom major J. Franzii qnani Casp. Beheinii in eno- 

tandis yariis lectionibos fides, quem secotas scribam: 

Üqa&ivra rXi^va^ dovXiag fAdtijg ßläp. 

Nee tragicam tamen pnto yersum,. sed ant satyrienm ant a C(k 
mica aliqno naqtjfdlff yersas Aescbylei formatum non illepide, qaia 
yoracissimum beroum Hercnlem comiei notant, cnjos sane extreoia 
miseria esse debebat, pani faordaceo servorum adstrictum yivere» 
Ipsam naqtjfSlap a grammatico ad marginem tragici notatam et inde 
in textom Fibrentinnm illatam fuisse crediderim. . 

• - • - w 

Major aatem difficnltas in seqq. yy. 1012—16: 

* 

Ei i'ovy dpaYXfj rijad' imQ^fyoi tvxfjgf 



t * 



i&i 



• « 



propter sensunr pemikioii ve^slnsr posfremiiinqae Tersnni^ qoi abra- 
ptas et extra nexam reliqais tauquam claasala separata adjicitar. 



V 



Dicnntar ptdnXöinoi wfiol tb' doiXoig narray xal naqä 
it kr9- firiv. Itä scribnnt et distingiitifit. Schol . : naqä atä&/ifjp dk 
arti rov'Ttapcc TT^iTtor. Hesrych.: ird&fiti* OTmqrog^ ip tj dno^^ 
S-ovfSip ol tfxTOpeg. Translate igitor de recto et ßnfto dicetar. Uf 
yero r^ habeat qaa rfeferatar, sententia in dno membra disjoiigendü 
erit: dfwl rt sial dovXotg närta xal na^a ardS-ufiy (nempe si&Qf 
praeter ainossim i. e. ita nt aiimssiin vel niensüram dorities excedai 
(daran* Torbei, darüber fainaos). Inest igitor notio rov na^aßcttrar 
n' xal naffaf^ojUBip. Notat Blomfieldias in Gloss. ad y. 1012: nagd 
ütdS-pfiPy secündtitn arnnssim significare videri in Soph. Oen. fragnt. IH; 
SüTs rfxTOPüg nagd ffta&fjttjp iSoptog o^ovrcti xccpwp, non'sane 
injuria; est enim nagd ar ii. ard&fifjg directionem ocnio seqni (an 
dem Ricbfscheid hihsehn)/ nee tarnen nt pntat eadem significatio obti- 
net inEnrjp. Ion. v. 1530: nocQ" oTctp ijX&ofiep tfrd&firjp ß(ov. Nam 
hie naqsX&HP axd&fitip est praeterire. Seite eontniit Staniejns Terent. 
Adelphi I, 1, v. 39: ^ynimium praeter aeqnnmque ac bonam.^^ Sed 
hoe ipsnni ineoncinnnm nagd- atd&fxtip eJpä^ nnllo addito praedicato, 
nee possnnt^ quae mensnram egredtüntur, alia esse, qnam qaae iura 
in servos dixei'at Scribendum igitnr: dfioi ys x.r.X.: biqnidem dnri 
snnt servis in oüinibns et nitra mensnram i. e. etiam tnm, qnnm iA 
ingenia servilia coereendä nnlla doritie opns e^. Ad sententiam 
illostrandam commode Stanl. affert Aristot. Rhet. 11, 32 (e. lÖ, p: 
l'Ml ed. Imm. Bekk.). Postqnam diyites taoqnam vßqiatdg xal ine^ 
Q^g>dpovg descripsit et eornm mores ex hac indole derivayit, ita d6 

Abhandlungen der I. Gl. d. k. Ak. d. W. yi. Bd. II. Abth. 52 



408 

rBonXovroig pergii: duc^iqH di zotg ptmfSzl ^exrtj/iA^oig xai totg nd" 
Xai rä ^dfj T(p anana fjtaXXop xal y>avX6t€Qa rd xaxd ix^^^ rovg 
rsonXovtovg* Sonsg y^Q dnaiiavoia nXovxov iazl ro psonXovzoif^ 
%lpcii. xal ddixijfjutTa däixovOiP ov xaxovQyixd, äXXd rd /iir vßqiari- 
xd, Td ih axQcnevvixd y olov eig aixtav xai /loix^ifay. 

Quid vero v. 1016 "Ex^i^g nag'' fjfiwv oldnsQ ro/LitSsTa&'i 
Stanl. qoem Scbfltzios sequitor ad dicta ClytaemDestrae refert Si 
Tera, inqaiens, lectio^ Regina baec dicit: ^^Habes a nobisy qaaeapad 
DOS fieri solent.^^ At vero oldneQ vofjUiBxa^ Dibil significaut nisi qoae 
yioris saot| et ^x^tg nccff i^jlkop a nobis hahes erit pro hahehis. Nee 
(amen opus cum Casauboiio ^ug scribere. Major praesentis teiu- 
poris bic vis, quo res iustans tanquaui praesens indicatur. Spectaat 
autem baec ad sortem, quae vofMf \. e. uiore recopto servis parata 
est, nempe ad servitutem quidem et durum illnd, quod cum ea ne^ 
cessario conjuuctuni, sed quod taiodum et consuetudinem regalem non 
excedat. Duo tamen sunt, quae bic offeudunt. Primum^ quod ver- 
sus absolulae seutentiae velut nd^sqyop adjicitur, cum tarnen ex 
nalora sententiae reliquis arctius necti debeat. Continet euim alterum 
oppositlonis membrum: receutem opuleutiam nacti durissimi sunt servis» 
nos verOy utpote antiqoarnm opum possessores et eo ipso animis mau- 
ßued moderate te tractabimus. 

Alterum y quod offendit, est situs vocabulorum tx^tg nuQ ^/jitav. 
Nam ipsa oppositlonis ratio flagitat, «ut nisi aliud quid^ quo trans- 
itus paratur, praecedat, pronomen initio sententiae ponatur: tili 
quidem duriores esse solent, nos vero aequi tibi erimus domini. Ita- 
qua non sine caussa Staolejus dobitaoter de lectionis sinceritate lo- 
qnutos est. Sunt enim baec duo signa satis, ot puto^ manifesta^ 
excidisse ante ^x^ig na^ ijfwßp versum bajus fere argumenti et in- 
doli«: 



40* 

• • . ..." 

HorDm enim aniiqua opoIcDtia et potestM omoibos notit« Praor 
terea uotaiidiiniy ia lua qäoqae verbis dfjufißoXCäp iueitö^ qaae omnea 
Cly(aeittae«trae oraüooes i^erTadit. Nam et senau aperto id iotelligi 
ppteat da modeata aortia aervilia coDditiooe^ et seusii tecto, qaem 
Ip^a in ae recaadit de aorte» qoam ei atpote pelliei et com Aga- 
aieainotte moritorae reservat et ptraeparat* 

Stractaram et senaam impedita habent tv. 1026—28: 

rä fiy yccg iaxlag fXBaofupaXov 
^Ear^xsy fjiri fjttjXcc ngog afpay^g nvQog, 
*S2g ovnoT iXntCad rrjvS^ V^siv /a?«^« 

Canaam festioationia Oytaemneatra dicit ab inü^antibus aacrificna 
repetitam : rä fnky yaQ .-. . nv^g. StanL : ^^naaiqoe ad aram penetraleiii 
aiatonttir dadom oves ad ignita aacrificia.^^ — Meao/AfaXog iörta^ 
eoiB de hoatiis arae adatantiboa sermo sit, haec ipsa uon in idter-' 
nis aedibaS) ^x f^XV ^^f^^> qaaerenda erit, quo fAsad/ufeiXog docit; 
i% e. ipaom nmbilieom daniua occnpans; tox enini dedacta ab nmbilied 
totiaa terrae Delpfaia monstrato; sed ara erit intelFigenda in media 
aida posita Joviqoe iQxsttp dicata, ut recte monait Blomf.; qaae vera 
atractaral Genit iartag fieaofiq)dXov non habet, qao referatnr. Ne^ 
^ne enim f4>ijXa iatfag dici poaauot, neqoe ^atfjxsy icrlag abaqoe ad^ 
verb. Tel praepoa», nee deniqaa genitivam localem vocea exbibenf, 
nt Tiaom Berobardyo (Wiss. Syntax p. 137), ad quem X Franzioa 
proTOcat. Atqoe bic qaidem, ai reote ejoa mentem perspicio, cogitat 
ovea in erbe ita conatitatas^ at ejoa mediam fere ac veliit ambilicortl 
araoccopet G,Im Kreisabatande Tom Altar^). Boc aatem verba non sig^ 
nificant Quoa vero ille locoa genitivi locidia coageAsif, ii ad tempoa 
apectant, nt Thacyd. Ol, 23: XQvaxaXXog re yaq insn^jy^^ ov ßißa$og 

52* 



410 

iy avTtjy &az^ ineXS'Sty, äXX olog äntjXKorov tj ßoQiov (wie beim 
Ost- oder Nordwinde), aut ad partem rei totias, aat motum indicant^ 
aat deniqoe geoitivos locales com participiis , epicis pecoliares babent^ 
nt Od. €tj 2A: ol /üy dvaofAivov ^YTtBQtopog, ol i'dptovTogj quo tarnen 
referri oon debebat H. ß, 897 : rov d'ovnore xv/mta JUim^ Itavrotwy 
iifififj&y, tibi male post XBln^k diätinctam at ad navtoUay ävifuoy in- 
telligi posset imov. Sunt enim xvfuna nctrtotwy ayifiiov floctas di« 
versis Tentis moti. Horam igitar nihil facit ad Icxavai iarCag vel 
dofiiov aut siniilem dictionis scabritiem defendendam. Nnm Tero 
com Botbio eo revolvamor, at uno ordiue legamus iottixey ngog afpa-- 
yag nvQog iartag /ueao/igxiXov, et genilivorom ubertatem neque concin- 
nam neqae loco aptam admittamos? Non seqoar. Accedit, qaod 
agfaydg nvQog^ mactationes cum igne conjnnctas, et insolite dictom 
est et soperperflue. Nam, si oves diis maetatae offerontar, boc qnidem 
sine igne fieri non potuisse manifestum est. Haec igitur signa satis 
aperta corruptelae. Vitium perspexit Marklandus et legendom pro- 
posuitiTicr^a pro nvqog^ qnae tamen praepositio intercedente Tiqog 
a^yag nou poterit commode ad iattag /LiBao/MpdXov referri. Hinc 
scrib.: iajiag fieaofjufdXov ^Eatfix^y ijdij /uijXa nQog c^ydg niXag^ nt 
antea y. 1008 aza&aiGav xitjatov ß(afiov niXag. Situs adverbii 
remotior a subst. locum corruptelae aperuit. Cum antem properanda 
esseut sacrificia et ipsa Agamemnouis ingressum sequerentur, bajos 
quoque alacritatis caussam simulat y. 1028: fog ovnox' iXntaaa$ 
tfivf t§€iy x^Q^^^ nobis seil, adstant i. e. ad sacra facienda & 
nobisy quibus tanta felicitas contra apem accidit. Ovnox iXniaaa^ 
nt y. 1014: ol d'ovnoi^ iXntaavzeg ^/Ätjaap xaXdig. Ceterum bic quo- 
que, si subdolam yerbis speciem removes, inest acerbus et consilii 
certus reginae auimus, quo sane bostiam, quam yindictae destinayit, jam 
arae propinquam i. e» Agamemnonem ad layacrum letale sese accin- 
gentem indicat, quae caussa est festinaudL 



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JsloS-m'tQonog di S'ijQpg aig yam^itov. 

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17 fiatp^at Y% xal xqxoiy xXve$ ^qbpoov, 

BqIp alfiatfiQOP iiay>QCsa&a$ fiipog. 

OS fMi^p nXico^lipatf ati/jia}9ijao/MXi. 

'.'■'.. , . ■ .' 

£ix.eo^ qaod Cassaodra ab ipso choro dicitar cisro ioterprete 
inügerei. e. severe moaerdebe^ iit obedienteBi sepraestet, coneludasy 
postreoias qooqne Clyüiemneslrae exhortatiooes et demonstratioaw 
frustra fuisse institutas virguieniqiie tacitornain et ionaotam in aede 
aua maDsisse. Falsam igitor, quod ootat SchQtzios: ,,aoteqaani ista di- 
-eerentur^ Cassandram in öorni sedentem yarüs geatibus i. e« oculos 
-^uitorqoeDdo 9 manas jactando foror^n expresaisse/V qoae taoieii isr 
-decora foisaet gesticolatio et tragoediae miuioie digoa^ Nee Tenm, 
qäod sobjaogit Scbatzius, ob tales niotoa distortoa. eam^ a cboro oam 
fera recens captft componL TQonog di &tjQ6g wg psaii^ätov. 
;Bestiae enim^ qoae in tali atata sunt, dorn viiicola aiit carceres aen- 
'tidnt^ fatigatae jacent aainio dejecto tristesque torpent Sed aspe- 
rios de ejoa iodole jadicat OytaemDestra vr. 1034 — 33: *H uaf^ 

9%Tal Y^ ^^^ äti/Afo&ijaofAai. Forere iUod et faror, 

'f$4itP€a&a$ et f$apia^ baud dabie ad prophetarum indolem speetaat, 
rfoam in se Casaaadra refert Haeö enim ip&ovoiaafjtov et ^em^/icv 
pleno forori propior erat et in ipso nffOff/uias acto, nt com Pjthia 



412 

ioconditas oracaloram voces jactaref, veras faror obtinere credebater» 
Quin ipsa fuxptixfj a farore nomen habet« Hinc ad Taticiiiaiidom 
progressa Cassandra a choro v, 1111 fQevofiavfig ng et &8o^ 
^oQTiTog aodit. Hoc igitur, qood de vate valet, ipsa regina ad 
universam Cassandrae indolem fransfert, eain foriosam diöeodo, ad- 
dens: xal xa»6ip xXvsi ^QBPcip. Staul.: ,,et mentis laesae clait,^ 
qaod et ipsam ad insaDiam rediret et tiwroXÖYoy esset. Klaaseiiias: 
j^jivsip regi^ obedire. Eadem metapborica ratione Sappl. 719: 
TtQWQa otaxog xXvovaa/^ Sed ex eo, qaod fjuzvta et xaxal g>QipBg 
jQugaotor, fortioris sensas praedicatam esse manifestom est Non 
dobiuin igitur, xaxwg xXvbiip, quod verbis xXvei xctxdiy ^tvwp subest, 
eodem modo qao xaxaig dxovstt^ de anioii iudole moribasqoe dici 
et struendam: xXvsi xaxüp ^Qspäip oiaa, iama est, eam aniino esse 
malitioso. Bis respoudet, quod ipsa de fato sno infra Cassandra 
T. 1245^ quo se vel ab amicis despectui babitam ait^ addit: xor- 
Xovfxipfi dk y>o$zdg (og dyv^Qict, Ttta^xog^ rdXaufa, JUfioS'Ptjg ^pb^x^ 
fif/p. Coodnne aotem iosaniam et auimi malitiam copalat Clytaem* 
nestra, at iram et odiaoi in pellicem testetur. 

Reliqua, si verba sola spectas, facilia. V. 1035: ^ng Xinoi^ 
Ca . . ., nrbem modo captam reliqait et adest {fjxai), at qaae fre- 
nam ferre vel pati nesciat, nqlp alfjtarijqop i^ag>Q(i^€a&a$ fitf- 
pogj ad qnae schoL R.: tiqIp al/iartjQOP • « « • and twp vnoiv^ 
fkxnp, & ovx sixopta np x^^V ^9QKb^ usvä äSjuarog • • . ij i7i9i 
cAtti ov nsf&Bzaiy nQip aXfiaxog fjiov (scr. n^ip fisß'* aXfjtarog 6/iav) 
n^p tpvxfj^ i§aq>(ftGai, dpxl rov n^ip o^iadijpat fj^ avrov. Badeai 
scboL Vict., addens tarnen avQfiPuoprwp ante vnoivyicDp et in fine 
avtfi emendatias exbibens pro ctvtov. Posteriora nibili sunt, vera 
priora, nempe metaphora a frenandis jomentis darioribas et loxariao- 
tibus snnila. Haec enim non simplici continebantar freuo, quod oiio 
taotom articulo duaram ansnlarum invicem sese continentiom sed ar- 



413 

tiooliil |diiribo8 coD0tabat instar dendooloraoi aentifs, qm lii/^t «liee^ 
bvotor^ band dttbie qood ad mordeadnm apti erant, ut Orid. Trk^ 
IVt 6, 143: Et placido doros accipit ore lupos. Hino frena lupata 
%iTÖee casc» lupare i. e, lu Iiipi modam aptare, ondeHorat. Od; I^ 
8^^ 6: Cor neqne militaria inter aeqnales eqoitat, ^aHioa nee 
IrnfHitU temperat ora frania? Homai aotem asperitate si fortkis con- 
fliringi debebao^ Tuluera efficiebantor et com spema relactantis eqol 
iaogaii coaimuLtiis proflaebat' Hoc ei^t alfAuxti^op i§a^i^tts4f'9'^4 
^4^0 s. Minatur Cassandrae doriorem disiciplinai», qua ejos aaper-» 
biam frangat^ ot credere debebant cboreotae^ sed pro senso ancipiti 
eamiom ejus dietorom nortem, qaam d parat, cogitat. Mirom tarnen 
qaod Klaosenios patiat onne demam i»^ animo Clytaenioestrae 9,de- 
eerni coosiliiiBi niolieris regi addendae,^ contra ipsios poelae meutern^ 
qni, ot reliqoa taceamos, v. 1415 seqq. ipsam Ojtaeinnestratn non 
ob iraiB Virginia pervicacia motani, sed propterea interfectam Cassan- 
dram praedicantefli indacit, qood pellex mariti sai eiqoe etiamtam 
joncta faerit. Abrompit * aotem minas, dorn conteuitoBi eloqoitor, 
qoem a peregrina perpeasa ait ▼• 1038: Ov /itjr nüi(o Qf^aa* 
mri/jiaü&fjao/Aah — ^Pt7%xB$p haod dobie de yerbis hocosqoe 
finistra projectis. Hoc ipsoai aotem, qood frostra fiebat, dedecm 
ipains coostitoebat , qood jam fiuire parat. De forma (xTtfjiaa9ijüOfia$ 
aabigoDt. Exhibeot eam M. FL V. Eodem docit vitiom Robort. 
ed. oTifisarQjjaofjtai. Sed Goelf. et ex eo A. T. drijuof&ijffofiaip 
fttod seqoontor Blomf., Wellaoeras, alii absqoe ratione. Verba in 
iie$p yim et efficaciam babent majorem, qoam siniplicia, qoalis boic 
loco conTeoit. 

• ■ 

Sed jam qoaeatio oritor de kiteriori borom versomii nexo et 
uoditione. < Incoaat Cljrtamuiestra.CaasaRdram insaniae et malitiae. 
Bbnc acarbisäimae injiiriae addit fjan^ i$noiaa x. r. A., ^bocipM» 
relative indicat, se sobjoogere velle, qoae ad eam vß^ aot illostran* 



414 

dam aat stabilieDdam atqoe aageDdam facjant; id aotem oon fit in 
iiSf qaae post tjug seqonntar. (Iiisana est et Dialitiosa, qaae relicta 
nrbe nempe capta adeat et frenuin perferre vel pati nescit). Haec 
igitur forma qiiidem, sed non sententiae Datara com praecedentibtls 
cobaerent, contra iis prorsos contraria sunt. Nam si eo, qao vidi- 
mos, modo obstiuatam se exbibait Caäsandra, atpote quae ex orbe 
oaper capta adveniat et freuom pati noudom didieerit, inaolentiae 
tautom novi statos incasator, oec caussa erat qaare iusauiam et 
animi pravitatem ei objiceret; contra si insanae mentis et pravi animi 
est, oibil referty si recens capta obque id ipsum jogi impatiens est. 
Accedit: qood bis sententüs irae prorompentis impetus in Clytaem- 
nestrae oratione prorsns tollitar ueqne redit nisi in yerbis nglr al^ 

f^atfjQoy X. X. X. Haec igitar uon recte proceduut Contra optime 

_ i 

utroque versa continnarentur verbaCbori 1032, 33: ^Eqfjtriviwg ioixBw 
fj ^ipij TOQOv d€ia&ai' zQonog dk &fjQ6g wg psaiQirov^ fjxig Xmovaa .... 
^^€$Pj ita qaidem ut rgonog di ^gog wg PBaiQixov velot in media 
interponerenlur. Nam com verbis iQ/ufjpäwg . • , reaiQ^xav indicasset 
cboros, se qooqoe obstiuationem Cassandrae mirari, haec velut emoi- 
liendae et excosandae ejos addoutor fjxig .... psa^g^xov^ et prae-^ 
parantor, qoae deinceps infert v. 1039: ^Eyd ^ inonrrefQO} ydg, ov 
d^fiiDOOfim. Adde qood repetitio vocis PBc/gexog monet, agi de 
ina^fjyijasi seu de dlxiokayi^ comparationis &f]Q6g wg rsai^Tov et dieit 
cboros, virginem sane com fera modo capta comparari posse, qoia ex 
orbe modo capta jogiqoe insoeta advenerit. Jam vero otroqoe versa 
ad cborom translato biat oratio, qoae Clytaemnestrae relinquitor r. 
1034 et 1037: *H fiaCpBxaC y^ ^«^ xaxcup xXvsi ^gspcüp, ngip al/Lutnj^ 
Qop X. X. X. Statoendum igitor, excidisse sententiam, quae iu vv. 
ni(ip X. X. X. contineretor , fere banc: x^ ov nava^xa^ nqog xip- 
xQa Xaxxiaai xoxip^ nglp . . . • Nee improbabile, baue ipsan 
laconam in caqssa foisse, quare oterqoe versos a cboro ad Clytaem- 



41» 

nostnun (raiMliitM ftieri» * Ubnviw, qdi onitionb defeotuni ; aliqw 
omd« flaoare veiieii. 



• » 



T#tiis igitsr locas ite erit oanAÜtiiendiift: 

■ • ■ . •► '• • ". I 

Xoq6s. 

dsiaS-M* TQonog di Stjodg dg yeaigiroVß 
"Htig X$novaa /siy noXiv yeaiQsroy 



. . •• 



• i 



Kov navO€ra$ ngog xivxQa Xaxrlati$ x6ttf, 
Uifly id/iaTfl^oy iSay>Q^BGd-cu fji^vog. 



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U. 



» ' . . ■' • I I » • 



De U3U «t cqpulatione paiticularuiiii quibus disjunctio aut 
.,; aas^veratio ^: «bteataüQ indicQotiir« . .. \ 



1. 



■ •• f 



LocaS) qai baac, quam poaminus, qoaestioDem moTit, in Aga- 
memnonis scena reperitar, in qua, posteaqoam Clytaemoestra indig- 

Abhandlungen der L GL d. k. Ak. d. Witt. VI. Bd. U. Abik. 53 



41() 

toaband* in aedes rediit, ot AgamennoDi« et CSMsaodräe caedem iiht 
tos praepararet, Tirgo fatori praescia, ouinia , . i^psae ab eft praepa-r 
rantar, eaiita Iiigubri aperit, choramque ad metas et terrores secmn 
abripit, initio Taticiiiiortm dubidoi et- rdnctahteiii, .doHec graviM. com- 
niotas simul cam virgiue ad »ointnos aoiini affectns lyricis niodis ef* 
faodendos insurgat. 

Ad ea, qniba8 initio artes fatidicae vir^nis cborus declinat^ 
versus pertineiit 1069, 1070: 

XoQog. ^' 

^HfjiBv xX(og aov fiatnixop nsnvafiivot, 
^fi€v nQoytjrag S^ocripccg /uaartiofisp. 

Haec Yictorii est leclio. — ^ fujp Med. saperposito fj/isp t. e. 
fjiutepj qood Flor. Ven. 1. Gaelpb. A. T. ciiin Victor, babetit, iteui 
separatis voculis ^ /uip Farn. c. gl. fjroi. — iüfihpFsLvn. teste P. Elmslejo. 
— ^fisp Rob. — In altero rersu ^fiep Med. Flor. Ven. I. Farn. — 
ly fjiiy Goelph. snperposito tjp. — ij fii^p A. T. tj/uep R. Snnl igi- 
tar in atroque versa lectioBes ^ ft^P y- ^ fdp et ij/Lisp (eramns). Ad 
baec qnum tj fiip Homericnm diceret Blomfieldins , et ab Atticomni 
nao removerety videndam erat, qao jore boc otromqae pronoatiasset 

Hinc ad qoaestiquera de disjunctivo fiip et aflfirnativo fiijp, et 
omnino ad disjongentinm ei asseverantiuinparttcblartim natiiraai denoö 
exaininandam delatos sunty cojaa esaäua» oapHa praecipua bic ex- 
ponam. 

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äifferunt. 



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eountiatur, id com respcictii. #d,*lterfim/fia(» .^ito^^rior iUa auf 4iiii|«- 
tetur aot accoratius defiiiiatar, aat deuique augeatur et in majas 
efferatar. Hae igitar internö qufidem iieid inter se cotijdiictae sant, 
aed didjaoctive cogftantur, »eft pothm std^juneHve^ parlictflid fikv — dk 
reliquae orationi interpositis. Non eiiim Velut aequali liiiea atraqoe 
poiiitar, sed altera alteri eo qao indicavinms coih^Uo aulfnectitur. Ita- 
qne suhjuncfivas eas uominare posstö, at a veri:$ dis^junctiviä, quaroni 
altera alteram tollit, nomine qaoqae dis^tinguantar. Veteres utramqae 
eommani particalaram nomine avfinXsxrixoig ae SüoXövdTiTtccdv top 9k 
appellaveront, item fisraßc^rixop^ dptttQtrncöp, äS-Qonn^xop pro diversa 
snbjectae sententiae indole ac natura^ cf. ScboUa in Diany^ii Tbracis 
Comm. %. 25. p. 985 seqq. in I. Bejck. anee^* gr. II. Cam 
enim dk sententiam praecedenti omnino et aimpliciter liget^ fieri hoc 
poterit, etiamsi auimas ad eain ligätionem praecedehte particala fj^v 
fiOB Sit praeparalqs. Hioc osaä paiHicaiae dk i^j^kIW /i^Toßfr^ov 
voviiaiMHf miyiuiolioi|iäi tenaiiiM Joage lateqaeiifgr/^iKMr) contra qv#rr 
dam necoMiate fit^ tft, . suiibl«tqw /e^^k aodittimif^iti ianiii^ii» ad tfi'v 
iwtesiioi . ali^d « dqineeps 'proniiiitiandui» |>raeparAtoi) iii . sequeutibaii 
da axpeotet^ uequii io oratione Jegitimn et «a« Hjucero wii<^t^.lociBm 
iiMreniasf in .4^^ iseiitefttiam per /^ii^ iucboatam ^jitera pk>a sQqpalW 
fom Sk yel aSiois partioal^ i «it a44a> fft;ra^ . i^^u^ eJM vip9 a^u^uiata» 
d68it, nidi forte^ qai Qsua Atticiäi ijii(ä*Hiii» {ro^neatator^^ omissa^^ 
pn^lerea^ quiae reliqQorräi« l^eiisii.bt. neiia.fliieile iptelUgi potfet^ 
Tale^^ttid si admitti nonüpoieBtHoratJMiew 9^ M^T»mw»i «r wi ft i r 

53* 



41« 

Xov&oy vel aliqao modo affectam aot vitiatam statoere licet. Idem 
locom babebit, »si duae »ententiae, qiiae forma sobjanctiva copolatae 
soDty Dihil coiitineiity qaod sobjonctive cogitari possit, »ed naturali 
et fiimpUci ordiue per rl vel xal iudicaydo aese excipiuot. 

EjQs generis iu^ignem locum afferamos e SophocK Ajac. 61 4 ed» 
Lob.^ in qoo eborm dolores Briboeae praeridet alqae praedicat> 
qao8 aodito AjacU filü morbo pereeptora dti 

fgByofiOQafs dxovajiy 

tzlXivop ^ aTZiyoy, 

ovd' oixxQag yoor o^&og dijiovg 

^Ghi dv0/iOQog, 

S-g^yijaBi, XBQomXfjxtoi S^ 

ip arigpotai nsaovptai 

dovnoi, xal noXiag äfivYficc /«r/rcf^. 

Recte se habent particalae ^kr — di-m posteriori stropbae 
parte; iiaui idtera ejus seiitentia argamentam prioria non siiiipliciter 
continuatar, aed amplificatar et io majos effertnr; contra in priori 
e)as parte »abjanotioiii nnlluei loca^ eat, quippe qnae nihil- niäi duo 
praedicata continet, qnae ad seuectotem aeqaaK modo pertinent. 
Tneri qoidem sobjonctionem »en di»junctioneai atade« Lobeckio», vir 
egregias et Atttcae dictionia magnus indagator, com reliqois, dorn 
monet: „Ne qois miretar naXat^ f$ip ^-fifQff, Xevxif dk y^^tf, qaam 
diversa aint, particnlis discretivis sejangi, Hermannas admonet, pri* 
mariaa notiones liberiore erationi^ conformatione nounihil obscuratas 



esse: Iioc enim fljigoificm ys^a fU^tifi XQ^^^^ Y^Q^^\ ^^ ^^^ ^^ 
ffwfue.^ Sed baec jpia|^,nUi^..diiigi;iK{tj hajbienl; quififin^ (^ii)pore senex 
est, necemario etiam corpore seiiexense debet; stataere »aue ponsis, 
alten • y^l^i ^niM ' Mi'^^i^tö* )Nif%rMi^ '4lfe>t8«e deMlitiifrii^^iHMioiiem, 
boc aateni iptrani at cogitari jppsset, debebat eo^ quo flennaiiuaä inter- 
pretatutf etst modo» expressom essäe» 

' Nam qitöil Hie- «J^lehdity ^Hmariad tootf^ned bb»ciiiMa8 ei^M^ iÜ 
tion tairtnm yalet^ ot joxta positae iiotioiies in disjuncfa» abire pOH^fiin^ 
.et Biirc^r^ priiret<^.rvisaii|^ jei^ae ^ al^ HeriMauiio^ Lobeckio, aliisiqiieprae- 
claris editoribiis «lipcerajii scrfpiiiratD, qi>*in ^uidas praentat 

«xpresMi jain la edilione. priiicipe MIedJolaDeusi.lL 1490^ et per re^ 
Uqaas editioaesy oorrect» iantani kioi oribographia^ propa^ata^ neaipis 
Tf pro ^^ Jan yero 't£ rejibsito^ ju£r locom aaim tneri iton polesf, 
et reliota firisca Sopbodia ortbo^apiiia MEN, post iav^nta loii§;ar 
nun vocaliom Signa scribendnm erat ^ui/V. Soadet boc idein aotii^ro^ 
pbioBS rbjtbmnaf aibi enia» respendent vv. 614 et 624: 

Hitt jam conciiiefit yeiftli Tersiia 618: &vlf^ ^Ixr^iif yowSQPid-og. 
Sed öeqne m b» partlcfolia ritkr cärM, et baiid dnbie »eribeiida dis«- 
JniNüim : ö'i i*^ i. e. Vion vero. Meiii factum est ab Üentiaiiiio Electr. 
"iJ 191: öv rf ße fvyfcht^ij ofi i^ i&iJLw nQeßanar tofi^fti^ 4v tik^ 

V Kadern mpftralione» opoa estt in ^e^^obyloAg^meiap« .t>. 597: 



4ao 

rvvcuxu niarijp d' iv iofiotg bS^i pioMi^ --. • = ' 

I 

et iii omnibii« loei^s qui ^enäiiiB: non VßtQ i^qfairuat, ut Ag. 254: 
KXvo$/£ ap Bvg>Qwy* ov dk atyHafi fpd-opög. 

colL Eamenid. 295. 440. Est eniiii oidi ex oi ik eodem modo coii- 
Jnactnm, qao ovxoi ex ov joi, ^^9 ex ^ ß^, nUa similiter de quibiuf 
.potttea. 

Qaodäi aotein aliqoid cogitätor sat iö oi^ationem iiifertar, qaod 
siniplici illa 8ubjunctiouis anidiadversione iriäj'as est, asseveratio ori- 
tüTj ac laip in fii^y evaiescit, aliasque partfcnlas nt ^ et xal, ut 
fiat ^ /iJ/i^ xai fiijp, adäcifiicit aut particolae lif sive siinplici, sive 
aliis joDCtae ^ d^, ^ novy löcuin cedit. Ao liae quideui sitmii 
initio »ententjae habent, qaia asseveimiio ipaa «mmam et cogitatiouein 
^riu8 occnpaty qoani Terbis indicalar* Hioc fieri etiam potest, at s»- 
(neverationetii subjouctio excipiat, aiqaideoi otraqae aeiitentia sabjaiio- 
ti?a assevei'atioiie conipreheoditiir. Hino ortae auut juDctnrae ^ /jir 
jj dh quae progressa temporis in i^/uip et ijdi ooaluemot ; nesciimt 
auteui granimatici veteres, unde illad ij ortam sit, et naQanXfjQw/uaTi- 
xop judicaiit, ut in i^ßcuöpj quod tarnen et ipsnm ex tj ßaiop con- 
flatuin est. 

Asseverationi antem hoc est propH^ni) ot aiiimuin uon raro in 
ea ipsa re» quae proxioie agitnr^ retineat et yeloti constringat, ue^ 
que ad seutentiaui subjnugeudam remittat. Hinc fieri potest, et fit 
firequentissime, ut seuteutia [hß^xuim^^ siqnidem oratio coutinnatur, 
alterum per Si, äXXa, ccvtccq similes janctom noa habeat, sed sola 
et velut sua vi contenta maneat. 

Angeacente asseyeratione fit obtestatio et jnajorandum^ quae s^en- 



421 

ttetiaram foma äasdMi feie com aMeverftdone. regolaa aeqoitury sed 
10 partioalarton qbu mwiMUnm peooliare iiaket, quale hoo e«t^ ^pio4 



■:'.' , »:;.•••» / *• 



".. Hae igitpr trea sübjanctieök^ a88ev6ira^ionis et «bte^latiaiua 
fariaae com ioferoo nexQ cohaereaut et gradn taiitooi differaütj 
ylpira babei4; cpniQioiiiai plora etiam, uijw po^tylat, diyer^a^ Sed 
boruiii omni lim fiiies atqae ratio bacosqiiQ iifijjuaqoaai aiiqt p^r^pec^ 
et demoii^trata, et in iis inprimis plarima confiindantar, qaae ad di- 
ir jeri»ar iw aetat^m.fflqiie g^DQr um usium et; couMetiidinem spectant. 

i ■ ' . ■ = . . .". i ■ •■ . ' . . .*•-.•...•;(;•. .. .. .;! 

- . ■ , . • ■ ■ . * ' « ■ . 1 •;■.-■.. » ' ■ » 






3. 



Ih assevertnrfit^ pärtit^lahnn forntisy siprii/ltäflt et dripM. 

** . • " • " ■ ■ ■. • *»" > ' " . ■ . • . . 

(. Aji^^everationi iua^ryiimt particolae tj, Mr f^i^vT^f.,. Ac if qni« 
dem iutegra forma ^a faii, qoae.nuper (loqierp reddita ^9t ab iuiiVf^ 
Qekkerp, aed de hiaio&a.agf^tiirr Aomdaute aptitbetica. vi ^ et ^9, 
m»iantor ^» i^i fiputnja« »entieotiae re. vera diahvs^f:^^ i« e» ita coniipi^-: 
latae ut altera alteram tolUtf« Podus tamen dvr^&sxucag dixwiä« Gierig 
fOjim potesty. inttaatii» Bihi oppo.naiUur et Iibermn sit »arbitripm eK- 
gpiid]> qniMii vplnaris. Ad d^> quamqoam infloxa etignifieatioae, per^ 
^et in^ß^ m in^i,jß. 1^ ^n^y nee aliiis origiaii» est 9fi&^ et Atti- 
coriua^^^^M aeoso paromdiverao. Ideni didocta forma fAdal, prisGi^ 
Qimirqm, cnjiia Toptigia iparrectrieap manoa gramiaatieorum effogeraot 
in ioterrogaticMubu» IL «^ 408:^ nwf i^d. rajir ä^wf. Od« er^ 228s 
Tffg t(xlofS4^, donecF^ At Wolfii cnra mmis aedola pror^ua dele* 
^tor, i|t ^^ 6)rma 4afisp> A^iei^^ reUo^aeretor. JV^j^ angesceDte. 
^aaeyeraitiOQCt ot mi^nm^mf jfWiüiy^s^ßni modo^ quoi io aolemnibaa 
fiqiroiBlis apud Attico^ lASrnfU^. ya, quae ad Doriamoa jure aoa op*. 
^0 referiiotiurr.qqainqwnpb^tfdia.Parifc^ eiabje^ Kay]i9r^ 



422 

baque teiiaata uä in obteetatkHritMi^ * 'Eödmi ^117 speolAt, ei d»* 
doc^ vocali ^cct, pria« Htnd Attioii^ f eKctei» Mi. Toi mv» olla foiv 
inae diver^itate dicitur, item xagra^ quod et ipislMi ioter ßnßctHotuta 
referri potest. Ceterum si cui mirutii videatar, eja^^dem radieis for- 
mas lam diversas: ^^> dij, daiy fiiw, pi^r, fiotr, fia, $f^ ^ päi per-* 
biberi^ is Telitn^ conferat xdo^ xatwy ixfju el äiiiiilia, oonferal itenl 

fitj ao Ti hl /loij ooi, TOi ei /uti, üäi^ xm aneiaei, quae analogilihl 
fUoroiu satis firmam constilaatat 

Id sensa singalae cojasqae baront pttlrticiiläriiin defitiiöudo partim 
latinaä aut receiitioruiu liiigaaram Mimili modo orationi illatas, partim 
analogiam ex ploribas loci» dedactam seqaautar, cujus anxilio »ig- 
nificationes earnm ad notioiies generaleäi, quas philosophicas dicuni, 
referuut, et circumacriptiouibuH utnutar, ot Aensuiii, quem volunty ex- 
primaut. Sunt haec sane quaestionis admiuicula, sed qnae non 8uf- 
ficiant; plures enim^ eanim particularuni lüe babeot qnidem, qnae in 
aliis lingui» eist re^spiöndeatit, nthoc ipsom est, de quo diximus /iii^, item 
&y^ xhP, quamquam bae vocalae omnem fbreäyntaximpervadnnt; quae 
vero generafes notiones dicnntur, eae quidem pleromqiie fluxae sunt, üf^ 
cum G. flennannns dicit, ßv dubitatirum id efficere, at res dubia 
magis etiam dubia evadat, aut com C, Fr. Naegelsbacb. Observ. ait 
Iliad. p. 278 8qq. Hartuugium sequutns particulae di^ diterminalitam 
naturam vindicat, qua vis asseverandi et coufirmandi exciudatdr, 
deinceps verb tAsolventem et prnechidenf^my quae diversis Germani«^* 
eis ant particulis aut eireumlocutionum formulis adbibitis exponontiir.* 
Hnju^Riodi rero opiuiones non babent quo cousistant et^SansQ amcA 
ätaaopTai, nisi ^imör vocolas illas ad radices snas revoces et ex 
eis priniariam Wm iliarum eognöscas e^ definias. Id jani oh'm feci,^ 
quod mibi persnasum' erat, iet eliam nunc persuasmn est, in cunctis 
particulis nomifium äot verfoorum radices servatas esse, quam- 
quam uiultis uidfdisi trtrneatas tet mutilas^ '^nee tämeit' opus est^ ut ätf* 



413 

hm iBvestigandas Orientis populwnm , lingoas adeaA» cmo ontiiiom 
fere gecmiba io patrio Gmecoimi solo detegi pos^iat. Ita jan dor 
dorn /ih^,, ad >i6w^ ^ ^i ad ^^c» "vi ia^erativa revoeavi» atiiatnd ia prl^ea 
liogoa: «Mm^* hoc: A]$ra signifiaasde ^totai debeat. Com i priori antir 
qoisaiaMfc Bajoariorom dialectns Gonaeati^ qaae imperativoai Jüilt eo^ 
den loeo et senap adhibet, qao apad Graecoa ^^ popitar, exempL 
gML ^^er sü^ eff hatt^ äh^r ick glaube w niekt^^^ qaod;graeee var- 
tatiw wt6g fAip.ifym toito, iyoSdi oi matsva^ . Haec CHm ia. graair 
0alJiea;€SraMa 9^ 312, iS ed; ten. breTiter iodieaMem^ extitit poat 
alios Fraoc Spitzneros, qin iti exoarsu ad II. if, 424 p« XXI coih 
tenderet, banc opiDionem illis, quae ibi protalit, labefactatam jacere. 
Nihil aotem ibi protolit uisi ^ fdv et tj fAtiv esse asa apad Homenim 
promiscao neqoe allis certis fioibas discreta, item aflErmaadi viin con- 
junetioni fAkv propriam esse et qnasi inDatam, idqae moltiplici Attico- 
nini OSO DOD miiios probari, qoibos addit: ^Fijr enim inteUiges^ quomodo 
fjtiv To^j ov fjtfr ro^ iisqae cognata aliter ^'^int explicanda.^^ Mira 
saoe viri neqoaqiiain sperneudi persoasiO) eis, quae soo modo expli- 
cari posse desperaretj adversam üieDtentiam esse labefactatam. Simili 
aotetn modo ;^c!;2 ex xl i. e. ttii^ prodactom, ot fMu ex fUj et ri äd 
radicem verbi TBiy(o revocare possis. Nam xi simplidter iater 
doas notioues ant sententias veliit tendo aliqois interponitiir, nalla 
ad praecedeirtem ratiooe habita; xai aotem si etymam spectas, 
xiy vade significavit et rim excHaDdi babuit; obque'id ipsnn initio 
qooqoe sententiaram poni potdit. Apad epicos iäi joxta «e habet, 
qaod'ipstim ad ifeiy pertitiet, et iuitio vide ärigtiificarit , donec sac* 
6eiälso tefnporis atque asns sententiae , ad quam praeparabat, nexa 
tfögitaretnr. Badern prorsos ratione Sq, Rga^ et reeentioram i^ ad 
&^^ Y^ et Doiteorum y^ ^ y^faS-aiy ysydaa^ pertinet Porro /^^ 
MMifestO ex Y^ ^ conflatiim esteteqae de caosa naiiqaam initio 
sententia pooitar^' Sp aotem ex Spbo&m apco, xbf btl xsrtci (oode et 
xirx^df i. e, xipteQoy) et nig ex radice superest, ex: qtia ne^l, nf^ 

Abhandlungen der I. CK d. k. kV. d. W. VI. B. II. Abth. 54 



424 

Qt^, iteQiaaol^ ni^ctt^^ ne^fpi» progerminanint. Jam ^ quod ad uostram 
qaaestionem propins spectat, nee doh ireop atqae dsl, i. e. £, ^ 
cum alpha intensivo ad radicem verbi dpee$, SfMm revocanda sonl, nee 
alio> pertinet Latinorom sefnper i. e. sein (coli, anm, sim,) cni intens 
sivam per sabjonctam ent, nt Hinilibas parumper, paulisper. Töi deni- 
qae- ex rijr tenoatom com 8g cobaeret, quod antiqoitos rag (dieser) 
fmsse ratia adyerbioram inde dactornn vcig . . . m demonstrat Bst 
igitnr hoc modo (nostrum 90) et in asseverando demonstrativam na- 
taram indnit, animain remittendo ad ea, qoae in praecedentibas dit 
anfaniiho agitata snnt ant ex eis dedncnntur 



■ ■ I « 



4. 



De usu partictilae 17 ejueque junetura cum aliis. 

Particnla 1^ vim quam ex etymo. suo ha0»il: vero^ eane^ ntmi- 
rwn i. e. affiruiandi et aäseverandi potestalem ubique retinet plenam 
et illibatam. 

Itaqne initio poni potest aut ^ola aut alii;^ particuliä juucta. Ac 
Mia quidem initio habetur creberrime, interdom etiam in media ora- 
tioue novam senteutiam iuchoat U. X, 665: ^A^ikXBvg . . . Javawp oi 
xijdBTcu ovi' iXecUgsi. ^ fAipu fig o xb dtg, ß^^.eg ..... nvQog dfjtoso- 
B'i^PTOkj aut po^t vocativum OdL q, 397 : ^Av%ivo\ ^ fjuBv xaXa tuhjjq 
aig x^Smi vlog. Ibidem 375 — 378: '£ dQiypoiu avßma . . . ^ ovx 

aXig i^fMP dXijfioPBg; ^ opoaw. ou ro^ ßiorop xutidovauf 

apaxtog. Ita I. Bekkern», Wolfios contra ij ovx • • ^ ^ nee non 
m ß^re jurando II. a^ 77 ojnoaaop ij fAip (8cr. mip^ /Mt^ n^otp^p 
tnBOi^ xal xBQOip d^^hiP. 



i^wteotiM oectitiir' aut addite-OM^iie: teniporisTe iodieatioiie acfuira- 
um defipiMfiiQomtPtiqae BOTi MoeMiOne lunplifioi^pr.;. 

Priori» geueri» sunt insl if quod onnc qoidem obiqoe »eiiiBCtttii 
pro in€i9J vel ineiij »cribitor: U. a, 169. i, 56 9 307. x, 575 al. in 
fprqiala, ^aae comparatipiiem joataiu eaae asseverat eadem ol^iqae: 
iml ^ nqXv fäQT sQor iaxL Extra, epim bi^us foroiolae fioeis inei ^ 
apod \ ISoipeniin dod iuyepiaji. Porro dXX ^ accedeote <f^ vel toi^ 
clß quiboä postei^ >getnr, ^ec doq post r/ in interrogaüope tt ^ i^aodf 
Qt yidebUna&s perp^rap in t^tj conjongoot nt 11^ i, 264: ^TnPB jtti 
di ai Tovra et posi ii U. s, 809: aol ^' fjroi. 

Ad posterius genus pertinent ^ yccQ, tj dij, ^ fjtfip^ ^ fdp, tj ii, 
jy w, ^ TB, ij TOI, ay pa. 

His aliae iDtercedunt particalae aQy äga, yaq^ /mia^ yvPj tni, 
qaibas asseyeratiooi teinporis vel caasae ac Gooseqoentiae nptio ad- 
jangitnr» lode pendeot ^ aQa ifj H. y, 446 1 in quo Si^ p^rticalaai 
coosecQtivam anget, ^ gä pv U. T, 215. ^ /mXa^iij U. a, 12. ^9 255; 
post vocativam IL #, 102; in interrogatione II. x^ 223- 



t . 



Pecnliaria bis qoaedam insont, deinceps tractanda^ abi de ve- 
terum grapunaticorum senientiis biic spectantibos agetnr. His aatem 
qoas posouDus jnucturis ^ ts eximenda ridetur 11. Tj 366 ^, t\ iya- 
f/^v D. cF, 13 jj T'ixiXsvep 11. ij 790 ^ rt a' dtw coU. v. 63 Oijl. 
p, 2ii ^ ti^M i$ aXXop H 71, 667. r, 20ß tj täp II. «, 885. ,9 J^ 
X€ II. V, 449. i^T^ TOi' Od. Vji 19|4 jj TS tbm. 

-• , • • . » . ' "... . ■ 

Nam (juae cum «SHereratioue praecedeatibiu» sopcedupt, uoo aim- 

54* 



426 

plicein babeot uexom illum, quem vi iudioat, «ed causalem aat ex- 
plicativum ueqae quidqoam obstat, qaominas iu caocti8 ^ ye\ tJB le^ 
gatur. Soflicit tafmeu, baec indicasde, uam iu Honiericis loco oio* 
venda uou omnia censeo, quae jam a vetustis contra analogiam eis 
illataaut ab Alexaudrinis relicta fi^ant. 

fi reliqnis jf y^Q* ^ f^^y ^ ^^ sejuncta manseront, if ga qdod 
post vocativurn inferri solet conjanctnm fnit in ^qcc, bocque Apollo- 
uius tibqI ovvdiOfjMp pag. 490 edit. I. Bekk. miro error6 ab äga 
dedocity falsus vel eo qaod äqa Homero non circomflectitnr. Simili 
modo ^ d^ in plnrimis tjöti scriptum, ^ rot autem fjroi^ de qnibns 
jam agendum. 

^H if] separatim habetur ab Apollonio loco laudato p. 524 lin. 
10: xai nsQl ixslvov dt di^Xtimiop si ir rqJ (Od. a, 253*) ^ ^fj 
noXXop änoixofiivov {^Oivaijog) roig ts TKXQanXijaloig nXeopaOfiog 
iari Tov ij xa&cig tioip ido^Bv, olg Kai (add. &v) naQetnsro ro 
iyxXipsiy Tfjy avXXaßtjp (^ Xoycf xal 6 fj^p (seil. awSsa/iog) iv z^ 
fjfÜP TtXsoydaag ixp ij xal 6 di h xtf '^dk xal Ixi idL (II. S-, 366) 
idk (pQhül TiBvxaXifjtfimv, 

Juncturam jure removet ApoUouius provocando ad II. o, 12: 17 
fMxXa dt] T€&pf]xe, ubi alterum disjunctionis membrum per äXXd iii- 
fertur yel potius obscuratur Verum quidem ^ dtj crebro cum re- 
spectu ad tempus dici, unde factum, ut fere temporales fierent par^ 
ticulae et ijSf] scriberentur. At vero baec ad tempus relatio vel soIi 
particulae dij^ quae notiones uotionibus ligandi vim babet, propria 
est: U. Oy 75 td fj^p dtj xoi rBriXeorai ix Jidg, v&g aQa dfj ng^y 
Y Bvx^o. — II. ßj 134 Spyea dtj ßsßäaa§ Jiog /iBYccXav ivuxvxoL IL 01, 
351 9fi Y^g x^i i^l xv6ifag fjXv&B /orren^ colL Od. p, 30. Nee tarnen 



427 



ilifytis^ve äoIn^l^naMr,* *äiive cum 9 juogfttttr, tettipaä^'ijpäam, Mdasse- 
TttIMiofiein ioafii reiipect« ai lisfiipiis iodicat, ^mveffraeteritoi^ 
praeseüsy eoqu6' ipiliiläMlsm >di«> ''lii'^^ i^eetent^ 'trel rt^, 

rd adjotictas habeiit. Qnod» antem alisb*iHi!i particolaa'ttm intenrenta 
fiteparatae teDentor, naila prorsasi caaM est, qoare. niiitato< acoenta 
coDjODgaä, 81 sese nalla alia interposita vocnla excipiant. Ut igitar 
id ilUs^ ^aa'ö sapra posaimiis jf Sgä dri\ ^ ^ ^9^ ^ fiAXud^ par- 
tiönlae sepä^tüe »ant, i(a »blüta judctorä t^paräddäe sont. l{. a^^f^O, 

D. ßfj 456: 17 cfij i'Cy Japaotatp dsixia Xaiyop a/xwöy. II.' jr, 
184 17 <f 17 xccl 4>QVY^f]P dariXv&op coli. 205 et niiiltis aliis ^ts ge- 
ueris, at nemiue contradicente II. et, 573 r^ ifj ^fyia S^ya zdd' ta- 
ÜBTtti scribitar eit mtilta' siinilia, tj^ainqoani et ipka com respectu ad 
teinpos dicta. Sollt etiam lod, in qoibos jodctorä i^^i; non sölom nou 
necessaria est/ sed drbtifonraliqoid nativi tigoiis d^tergit ot II. v^^ 6^3 
ijdtl yccg x^^^^^^ ^^^^ ^Qccg instysi. Spot baec verba Acbillis ad 
Nestorem et sane ab extreoiae ejbs senectotis indicatione alienissi- 
mos est particoiae jam sensos, contra conv enientissima asseveratio boic 
if incrosia et accedente ätj aocta. S^ciö qoidem alios inveniri locos, 
10 qoibos crefaerrimos barom particolarom osus ad temporis indicatio- 
nem prorsos deflexerit, qoae caosa foit, qoare apod recentiores ^^17 
ioter pärticolas temporales referretor; fit boc imprimis, si ^^17 in me- 
dia senlentia aot post alias particolas orationi inferior, ot II. j3, 663 
xceräxra "HSfj yfjQdaxopta A$xvfiP$OP. ß, 699 tovg f^dtj ^x^p xdra 
yn^ta j^Xcupa, U. y, 56 a| t# xap.^äii AdVpop^aao /^Tcoi^a coU« fl. y^ 
98 9fOPi(o ii i^axQtt^dijfA^m ^dfj r -MQyßlQffS x(;si TQ(iag, ibid. 243 
Twg d' iji^ xaxix^ fvßitmg ala . aliaqoe plurima, Et talia sane 
mlitare non. aosimy quamqqam. api^tom .est, in bis qooqoe assevera^- 
tionem aotiqoitos praeyalwisse. 



.•' :.' i'.- . ... ..- ^? • .;., , 



428 

Quod de ^Stj valet, idem de ^to$ dici potent. Nou enim, qoae 
recentiornm coo»aetudo est, ^zo$ priori membro dpii&iaewg. apud 
Hom^nim iDservU, sed -^nsseverat adjnncta coocladendi yi (roO .eoqipie 
dutjouctim ^ to$ habend um. II o^ 68 9 ^0$ y' aig ainoiy. Ac de toi 
quidem iufra separatim agendam. 

Seqnitar jam quaestio de ratiooe quae inter ^ et inter ^ inter- 
cedat, quam particulam 10 campnm yicionm alterias evagatam esse jam 
Tidimas. Omniam aatem loconim qai fj habent fondamentnm asse- 
verationem esse arbitror, cnjas vis cam in dobitando, disjangendo 
atqne comparando temporis progressa extenoaretur, bano imminotio- 
uem at fieri debait, toni indoles secuta est isque ex circumflexQ 
in acotam abiit. 

Ac de eo qoidem apud recentiores nulla dubitatio, contra apud 
Homerum ejus transitionis tantum vestigia et velut initia apparent 
terminis contenta multo angustioribus quam vulgo creditum est. 

Dubitatio plerumque interrogationis formam induit sive simplicis 
sive compositae vel disjunctae. Utramque avpSsaf^og o^vpofurog ^ ob- 
sederat qui a Friderico Augusto Wolfio in simplici interrogatione 
pluribus locis, ab L Bekkero omnibus reliqnis exemptus est. II. a, 
202 Tint avT . . . HXjqkov&as\ fj tva vßQtP titj coli. Od. p, 418. i^ 
710. — B. S^ 265 ^ yjjff (3s TQmaoi. — II. o^ 132 ovx atsig... ^ 
iS-ikng ibidem 504, 506. tj iXuBaff' . , . tj ovx dxQvpoptog dxovejB 
coli. II. €^ 466. 

Nimirum interrogationi quae ab 1^ incipit, si rem ipsam spectars, 
asseyeratio inest cujus causa non raro snbjicitur, ut in illo rinr" ccdt' 
. . • BiXijjiav&agi ^ Xpu vßQ$p tiffj ... eodem prorsus modo apud nos 
dicitur: Warum doch bist du gekommen? Gewiss ^ damit du den 
Uebermntb sftbest; quae non pnram interrogationem continent sed 



42» 

«Epitaiii' quodafiuiKNlo ; quii^ ejus . ip^diis rei, de qqa .certo$ dm ewse, 
ageeveyaim», eoH^iHrtio ^ aH«ra ejL^pecMw. JESadem cam yQto 
joncta aat U. i, 93 if ^ .^ /m^ vf ne&osß «;;. » rAo^ff «c^ -— .^lenpe 
aeseveüftt qnod €ppit et optat e^ae a)teij |ioc ip^mm «nggcivit Non 
aliw generia est It 2^^ :I15 ^ 4^ w /iof $«Ji^otf nen^^g ico^. In 
der That i^o (ij ^cr) bidt da aan {vv) d. L.wie Jcb aon ti^ebe^ iqir 
Oadtfremid Tem Vater bev«^ Estqn» boc timtpip diiBCriiiiiiiui . qMofi 
peraaasio IMomedia qaan aaMverando eloqiutqr ex praecedenle Glaoci 
oratioiie dedncta neva ejus confinaatioDe oou iodiget. 

..Non maltam ab bis repedant qime deliberirtiva dici possont aat 
ita attibigoa , at decisio de üs ex altenos scientia aat judicio aot e 
Verum eventu pendeat. Od. &, 507 t^tjc^ di a^$a$ ^ricrre ßavXi^ 
ffk dMxtfJuj^m . .. Ij xaxä nargäfop ßaX^SiP . . . tj iaav obi haod dobie 
^ff « . • ^ • • . ^ . . . scribendam; JQXiä enim bae^ tria ponoDtar Ü 
diversis cam asseveratione prolata non äpri&srixaig. Ejasdem seoe- 
ns est Od* 0, 300 0Qi4(4lv(ov ^ xsp 9ttvaxov yvyo$ ^ xep dMpti. 
L Bekkeros ^ xey . . \ i[ ksp, sed scnbeodom ^ xsp S'ararop ^vyoi 
1} xsp aXwfi colL 304 t d05» 306 avßansw ns^ttj^an^ ^ fuv ... x^ 
Xsvoi .. . ij OTQVPSis noXipdB in quo et ipso I. Bekkeros 17 in altero 
tantum membro babet cajos de ratione iufra videbimus. 

Non di^ersa natura 'locorameM, ii quiloB plura- ex ordine po» 
nuntor qoae interitogAnti aeque ptobabilia %^QMtf sed' abv allnäus de* 
elaratione pendeofc OiL ^» 577 sq». ^tü ifh u zkfxUi^l ^ . ^ ttg 
To» xßl nffos tinfq>&my *Ih&ßw oi^ . « if rig no¥ xal itm^o§, ubi ne 
interrogatiene quidem opus est, quia duae asseveratieaes jnnia po» 
Bontiir «t in^ rff- dvbia illi:, qai interrogät, dob rero alten ^ qoi re^ 
spitadwe ^ebet et cmM'baec quasi in aniraom iogenintiEr estqne haer 
eiadem ratio, ex qua etiaia «^ m %i iffaeparand« mouoimos. 

'i« 'Majori « etiaar jmf< iaterr^^patio tollenda Od^ ^v:487> MffMax' 



430 

nalsy ^ (^^ Y ^Än6Xhop. Hie eDim antifbetica roroHr#$ ^ ^ com ipsa in- 
terrogatione prorHos incongroa: nam Demodoca» ne ipse qtiidem scire 
potesty MuM ao Apollo eam docoerit, doc qaidqaam ad landem fn- 
dt discrimen sive a Mosa sive ab Apolline doctns faerit: contra 
daplex asseveratio quae otramqne ponit Demodoci gloriam egregie 
confirmat. Simili modo ^ ij emergit Od. i^ 403 sq. xtitt^ x&ow 
noMiffipl äqfifjiipog (p^ ißifjaag . .. ^ fjujrig aev ßi^Xa ßqottov a&roi^- 
jog iiavvsii ^ fAtjr^g & exvtor xtBtPBi doXcf i^i ß^tH^^i — D^ re ipsa 
certi saut Cyclopes qui ad Polypbemnm ejolantem conveniunt, nempe 
eam laesam foisse; binc asseveratio, sed causam laesionis daplicem 
ponaot et Polypbemo velati saggenint: Geunas dicb beraubt einer, 
gewiss dicb bringt einer um; sed cum timoris indicatiooe {/^fjng^ 
qua aversantur^ quod pro certo babent 

Ac Bekkerus quidem sequutus estradonemHerodiani, pluribus loci» 
testatam a scboliis Venetis in liiadeni, siqnidem ex ejus IMccx^ nQog^ 
tpiitf ducta äuut, qoae de hac rovwasi conimemorantar D. *, 424? 
505. n, 435. 

Haec si recte a nobis disputata sunt, particula affirmativa om- 
nibps erit locis reddenda, qui dubitationem et qnaestiones ex alte- 
rios judicio pendentes continent» neque cum L Bekkero in media via 
sub^däteüdum9 qui si duplex positio est alteram tantummodo circum- 
flectik IL ß, 299 wp^ datüfjisv ^ hsdp KuXxag /ucpreverai ^e xal 
ov/i IL Kj 310 1 colL 396 17^ ^Xüaaona^ pijeg . • • j^ ijirj . • • • 
^i^ip ßovXevovau Suadent boc quiä in altero meolbro ^ diacrencixog 
vel Jfiano^rixoga , Hit d awdsofjiog, neo vero SukCsvxtixo^. IpsumHe-» 
rodiani iiomen in hac re comroemorat scboL B. v, 17 j coU. X^ 244. 

Jam vero non patet^ si SiaaTtewmatti vel d§ano^xw6v jsufficit ad 



431 

if droamfleetendaHi, quare boo ad alteraoi tan(o^l dqplicis interro« 
gationb partem pertineat dc^) irero ad priarem« Baec eniiii 'Cogitatio- 
Dom iudalesy quam Sunat^p dicont, omoes hojaraiDdi iiiterrogatiomiflii 
partes occnpat. Accedit, qnod in Uberis qaaestionibos Bekkeroa quo* 
qae dupliceni 17 po.snit, nt II. Xj 387 17 a* ^'Exxao^ nQoifjxs dwaxomSi^ 
<f&m Sxaata p^as Sni yXag>OQagi aj aaivdp &vudg äpfjxBv\ ^ t^a av^ 
Xijeoip wexvwp xenreetsQ^iottoyi ter idem U. p, 308 nfj t^Sq ... ^ . . . 
if .,. . ij. Haee enim interrogationis vel liberae vel snbjectae di^er^ 
aitas siqoidem est, ad formam dictionia apectat, rem ipaam non taogit 

Deniqne dimidiata iata Herodiani ratio boc habet iocommodi^ qaod 
plnribas in locis copalatio relinqoi debet asai Homeri contraria, nt 
11. 9j 61 og>Qa lS(9/Mit$ ••• ^ oj^' o/Mvg xal xet&ep iXavasrcUj ^ fw^ 
i^B$ r^. — IL ß, 238 (oy^flf iifjrm) tj ^a r( cS x^f^^^ nQoaa/$v^ 
po/M€p, fje xal oyxl, coli. ^^ 15. 

Nam Homer OS in disjanetiTis sententiis fj nanqnam aliis omn 
particnlis cepnlat, ac ^ uQfty 1} ro$, tj nav ipsi in bac dictionis fbmN^ 
incognita sunt, nee aiiter se babet Atticorom nsns, ne tj toi qnidem in 
priore menibro ut videbimos excepto. Nam quae bic illic Atticis inferuntnr 
poetis fj Qa, ij äqtXj ij novj ij xoi, grammaticorom iucariae debentor, dis- 
junetionis naturam ignorantiam« Haee autem com ita se babeaut dia-^ 
jnnctiva partienla aot simplex ant repetita apod Homeram iliis tantan 
loeis erit relinquenda, in qnibns simplex ennmeratio ant partium dis- 
jnnctio asseverationis vim extenoavit II. <f, 141 y^^^ * * * Mfioplg 
fih KdsiQa. — II- ^^ 235 i^vts natdos . . . fik ywatxSg. II. «r, 481 
aXXa Xv Xnnovg^ t/i oi*/ &pd^ag Spa^ffs ah qnamvis non raro prisca 
assey^rationis notio satis elare in bis qooqoe emergat: II. tj, 195, 6 
üBYfj i^i xal afjupaStriP insl oStipa ^Btd$fMP t/amig. Idem in particala 
repetita IL a, 151 ^ Hop iX&4fiBpa$ ij ccpffQda$ l^$ /LtaxBoSttL IL e, 
895 ^ SnBi (Sptjaccg tji... xtü S^yip. IL ^, 76 ^ pctiztioi rigag iji aTQatfp. 

Abhandlungen der 1. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. II. Ablh. 55 



4ai 

Ik X, 147 ^ ^yaßiBM ^k ndxsa&eui coli, ib« .175^ 327, 861» 37(> 
al. Nee :qaidqaain (fiTersam, ei ter aot qaater «nüli node repetitai^ 
Bi A 290» 1 ^ t^/w^ «7^ «Two Xnnove > » . ^^ /vydTj^', coU. 11 «, 78^ 
Od. ^i 507. II. a, 145 1^ ^Sve ^ *I^ofuvsvs,^ ilog 'Qdwfewe ni fik 
nijisi^, coli. B. «4 6, 7» 8. 

Prinsquam nlterias progrediatar dispotatio» videodom, qaae to- 
teram de ij et ^ senteutiae fueriot. Primi de bia^ at de reliqais 
orationis partibos, scripsere Sloiei, qoibii3 iuxancffjrixds h^behMv o 
ij awÖBOfiog, 6 iXsyxrucdg xaXovusvog II. er, 147 ßovXo/j! iya) Xady 
aoop ifjkfiapm tj dnoJLia&aif ot referoDt ^O/Lojffov imßUiQiOfAoi r« ^ p« 
188 L 25 ed. Cramer io Anecdot. gr. .T* I eosqae secati Apollo- 
nios Alexandriuus ns^l owö^oikov, quem supra comfiiemoravimasy aU 
qae HerodiaDos. Horom e copiiäi pleraque derivata sunt, qoae apad 
£tym. M.y Hesychiam, Apollouiam sopbistam et io ^0/ujjqw imf^sQUf^ 
/loig reperinntnr s. vv. iy, fj, fjifj, ij fiaXa d^ aat per scbolia Ve- 
neta atque Harlejaoa et per £!astatbii coinmeDtarios in Homernm 
di^sseminata sunt p. 100,7. p. 143, 27. 618, 7. 1114, 29. 1310, 59. 
1641, 15. 1678, 29. 1857, 47. 1864, 61. 

Ac ^ qnidem triplicem esse docebat siniili quo Apollonins modo 
Herodianus apud Etym. M. p. 415, 40: naffHfnaiiaayog (Ait^ yccg ioT$ 
naqanXfiQWfAarixaGfS ßsßa^wragdß^ diano^fjTixog. Redun- 
dantem et bic statnit particulam in formnia inel ^ noXv ^(ftB^g iifv4 
schol. Yen. II. x^ 165 et TtaQiXxof^za , item schoK ad II. a^ 219. 
II. x^ 432: äXXd rl ij (i(a ille apud I. Bekk.) inh tatta disSaQ^aff&s 
Sxaaza, quamqqaui Hesychius p. 1395, dum naQanXyQiafiortxor Xgqp 
T€p dri judicat, vim ejus affirmativam indicet. Alterum illnd ßeßauo^ 
jixdff vel diaß$ßaii»xix6p (E. M. p« 415, 44) cum Tero particulae 
sensu agnoscuut, dum per opT(og, dJitj&wg explicant, unde !^ijtfic$g 
ap. Apoll, p« 488 1. 5: ^orf^oi^ dg tu iTiiQ^juara (add. up) xtne^ 



jüfpl fj %tn9Q (arcr. i ij, ^txbq) stg roig üvt^&i&jtMnfg ^ et ¥itym. Mj 
p. 414* I. 8 ad H. a^ 12 ^ fuiXa 9fj riS'Pfixi M^poniov äXxipjöt 
ifUg -^ ^ appellat iTT^^'^i/jUflr ^eßa^eiaüaig arÜ roB ortiog. Eodetf 
speciat in sylloge E. M. p. 4t 5 1. 18 nota illa: Ati^ot 9i xai rS 
aXfj&ig^ (og ini ro (IL a, 516): 'H ^jJ X^fyue Ij^a x. r. V Td f^ 
Sfnrwg d^rl rov dXijS-dg XccfJtßccvBtai, , (!!• a, 12) jj [JiäXa dfj rO-ytjxsp 
ävtl To5 dxQißcogj iijXov (scr. itjXopöti). 

« 

Eodem referunt D. ft 370 ij^ fi^v ctvr^ ^Y^QÜ ^^V^} y^QOP. II. ^> 
57 ^ jui/i^ ^eri rfog itnrfj ancta aatem ßsßamtm, ut II. er, 254, 55: 
^ /ifya nip&og . • .^ xsi^ yfj9ijaa$ IlQ/ct/iog, (fx^'^^^^^^^ixop xal 
S'avfAaarixop top aipisa/ior dicit Eastatb. p. 114, 13« — /fiier- 
noQTiTixopy dnoQ^tixdp yel äno^fifiarixdp appellavere lo simplici 
interrogatione Etym. M. II. #, 339 — 41: if ovx ^EXipijg Vpsx* i^ux6fiO$0] 
ij fiovpoi g^iXiovd* dXoxovg jueQÖncop ccrd'Qtvncop ^AtQBtfim ^ Od* y, 251 
^ ovx "AQysog ^sp ^Axaixov, nee aliter in hac loco mentem Telemachi 
cepit Nestor, v. 255: ^ toi fiip rade xavtog otecet ßg jteif 
irtrxSri. In hoc dnoQrj/Kxnxcp Hesych. p. 1607 I. 12 s. t. ^i foruiatrii 
nQonsQia7t(o,u^pt]P ijs agnoscit: nBQionwfjuiPtig 9i {n^oriQog avXXaßfj^ 
ccnoQrjjuccnxdg iatat avp^sofiog (Od. <J, 372) ly* (scr. ^s) ixoip fiB&t^ 
etgj nbi scr. /xs&isTgy qaod I. Bekk« II. £, 523 reposoit 

His snbjongere solent ij ilind, qaod pro S!^ dictam accipieba'» 
tnr, addita nota ap. Etym. M.: xctl OBCriftBlwrm ^Agtoxec^x^^ 9 ^^ 
9 fiip ^'OfAij^og dsi inl n^osiQf]fjt^POig Xoyoig hitfiQsi ro ij ro 9fj^ 
Xovp Stptj, S ifk nXätmp jurt^ avrd iniy>(^€$ top Xoyop , nempe in for^ 
nrala i^ ^ og idqne doctias explicant ^OfiijQov imftB($afj$ol p. 190 L 
12 nsqne ad p. 1^1 I. 6. Hos igitnr non latait non ^, sed ^ did, 
81 sabjnngatar oratio, ad qaani pertinet II. ßj 37: g^ y^Q ^V ccIq>^ 
astp JlQidfiov noXip. Od. d^ 504: qij q^ dixfjri &sa)p (pvy^tp (scr. 
fVY^siy) ftiya XeVrfte • ^aXaGaijs » qoö clsrius' etiaiB patet, uto esse 

55» 



484 

boc ^^fUf^ sed e»se ß^ßettioa^p^ at IL a^ 7&: ^ %o$.o. y' wff. aindm 
xai[' Sq* itetOf et credM» crebro formolad asa fSsu^tum esue^ nk^iln^ 
rapprineretar, qoaecanqae seripioraDi Homero reGentiorom opinia cii 
Qsus faerit. Multa eirim in bornm vel aiitiquiorota dietiancw exElfi? 
meii asa male intellectp traiislata snat. 

»■ ... 

Formam alteram ij, iji item triplici sensu dici stataebat Hero^ 
dianas 1. 1.: ßaQVPOfiBvog 8( iari diatBvxxixog, nagaiia^svxri-' 
^0^ (quem v7io^ial^€vxT$xdrChoeTqhwcna 4iiui) xttl.^^^^tnqqfjzt^ 
xog. Differentiara utriusque diaj^^cog explicant ioter aUos ^EmfMff. 
p. 189 1. 8 seqq.: 6 [xip duxj^evxvixdg ro Szsqop {mpop xm^ vni>x%f^ 
fAivwp algsiraij ro di trs^p äpmQstrai, et HerodiaQQs : o ta ivcarifa 
r^ avptdSs$ (quae sibi opponantar) äuatoip, h.ß^ 252 ij bv tik xa^ 
xoSg poartjoö/aspj kern II. i, 164: rsdyaitjgß cu ÜQotz^ ij xdxxcoßM 
BsiXsQog>6rxf]p ^ in qoibiis allernm altera tollitnr. Contra vnod$c^ 
ltvxx$x6gr 6 duiipoqa ngay/juna xi&sig xal fiijS* haQOP ip x^ atnja9$ 
SuxiQcop. Item ^Enifis^aiLA. naQud iatBvxxtxog xal dfupoxsQa ivpa^^ 
xa$ naQaXafißdpsip, et Apollonius Alex. p. 485 1. 20 eodem nomine 
nsns U. Sj 108: ^tp S^bYti, og xfjgdi Y^dfx&lpopa fitjxip ip£anoi^ ij piog 
iji naXaiogy qnae explicat Apoll.: xap piog Biarjyijxai^ xSp naXaiog 
naQadi^ofiai. Qaodsi diaj^svxxixtp et naQadutiBvxxtxü^ tertiam addebant 
genus dnoQfjxixop, cni jam in altera forma ^ loeum dederant, factum 
est boc propterea, qnia speciem illam, qna ig> interrogatioui snbjon- 
gitar nee tamen cam ea nexum est, nt U. er, 202 xfjtx* avx\ aiyto^ 
XOW ^iog xixog^ BiX^Xov&agi ij Vpa vßQU^ läfj ^jäyafAifiPOPog ^AxQBldao^\ 
buc referebant, ^ acaentes, idqae nsque ad Wolfium valoit et 
Godofr. Hermannam, qni in disput. de pleonasmo et ellipsi serm» gn 
185 ^ in bis pro fere (wohl) poni patat; sed optimo, nt monuimos, 
jure sDstalit I. Bekkerns. 

Bis adjenxere ^ avponxixop pro bIj nt arbitr^ntnr, adhibitnm 



U6 

m 

S. Yi "2^^* ^'^ ^ noAvfAv&og otnf d^fia^otnfjg ^ muI yitw vonK 
QOS'^r^ Ad. hmeo filyoi. ML: ^ aptl rov id$^ xal rcp }/i6^£i, ovtm 
xai To ^ To$6c88 iiop. Locus est II. /^ 420 ubi nielias I. Bekke- 
ras fi roMg^B ifO¥ • • • yvpatx Bvaii^ at^ysg. Scribeodam aqtem ^ 
roiog Sfj idy^ ein 1\. w^ 376 olog itjj II. q, 587 otop Stj responde^ 
coli. IL 9^ 57. Eä4em forma admittenda iu priori loco ij xal y^^^^ 
1. e. yjBl erat sane^ pro yyqtiamquam^^ ^ qaod ipsum asseverantis est 
Idem vir praeclaros m cens. Wolfiana p. 115 ^ pro bI scripsit io 
interrögationibas , qoae post dieeodi^ scieudii cognoscendi verba in« 
ienminr, si avponrnctj erat oratio , Öd. n, 137: xardXe^oy, ^ . . . . 
tXS-fOj coli. D. &j Uli idem redaxit si Siatsvxxixii Od. (f, 487. 
xardXs^op, ei narrsg . . . ^i ng. II. ^^ . . . ovx oW eT ng • . . iji 
xaL U. ß, 367* ypciosai S*, si .. . ^ dpiQWP xaxoTfixi, cf. II. f, 367, 
Xj 244. In bis igitnr ^ proposoit. Nee sane est, qnare in talibus 
Bi servetar, cum dis$janctio orationis in eis non minns aperta sit quam 
post fAB^fjLiqqi^By 1\. aj 190, Od. T, 142, ubi ^ . . . ^ antiqaa fide 
traditnm, coli. Od. Qy 236, item post nei^aofux$ Od. i, 175» post 
fQai^eo Od. o^ 168, comqae alii reperiantar loci similes, quae Bt ne 
admittont qaidem Od. a, 175 oyq* bv Blidi, ^i viop fiB&iuBtg ^ xtä 
noTQaiTog iaa Setpog, coli. II. b, 86. x, 309, 10. f^^ 328. f, 327. 
n, 713, 14. Q, 180, 81. 

» 

Bis jam cousenlaueam erat ^tb pro bitb inferri II. ß, 349 : ypd^ 
fUPüif bYtb ipBviag viioax^^^s ^i xai ovx(^ et otrique membro IL a, 
£5 og tC Binoi . • . cfr' aQ* o/ • . . bTS' . • . coli. IL fi, 239» qnod 
jam traditnm fuit IL JL, 410. ^t' ißXtjT' ]}r' SßaÄX aXXop, coli. TL (f, 
B2. Neqoe boc improbabile, qnod L Bekkeros statoit, ^ et bS esae 
iMtum diversas ejosdem Tocnlae formas, tarn propter rationes^ qoas 
L I. affert, quam ob formas ^y et iop, qqa^ yix ex (l — Sp coales- 
/Cere pptueront, optime ex $ äp^ unde conclndas, priscom illad i 



4S6 

otriosqae rocis radioeni esse omnesqae et diTersas formas ^t^ ^, ^i^ 
^, fii, fjv^ iar ex eadem Terbi sabstantivi radice pregeittiiDaMe. , 



• f 



Aperta aotem est in bis omnibas priscae afqne genninae oratio- 
Dis ad asseyerationein propensae indoles et natura, tarn com Homeri 
carmina perscriberentnr, noodum prorsas evanita, uude jure arbitror 
L Bekkernm egisse, quod formae circnmflexae hac quoqne ex parte 
campnm liberiorem reddidit^ quamqnam neqne satis sibi constiteri^ 
neque ad Ultimos terminos progressos fnerit. Posteaquaui enini D. c^ 
65 ,u, 229 bYtb . • . stzs cum ^zb . . . ^rs permutandas judicaverat 
in censura Wolf. I. 1., ortbograpbiam a veteribus traditam in editione 
Homeri utrique loco reliquit neqne in prioris disjunctionis membro 
sibi constat, dum juxta formam oux olS* ^ . . . tjsj quae est Od. ij, 
712 coli. Ih x^ 342, priäcam ortbograpbiam sl servavit Od, Qj 308: 
ov adipa oldaj st d^ xal ra^vs Soxs • • . ^ avrcogj veritus, ni fallor^ ^ 
ä^ Homero inferre, cujus juncturae uullum apud poetam vestigium. 
Hoc ipsum tamen argnmento est, non fuisse velut media via subsi- 
stendum, sed scribendum ^ fiij . . . ij idemque in reliqnis, non ex- 
cepto ^T8 . . ; ^re quamqnam bic quoque cautiores judicabant, intra 
fixos ab autiquis ortbograpbiae homericae limites esse subsistendom, 
utcumque aceuratior rerum notitia male positos esse aperuerit. 

Ex tribus igitur, quae Herodianus distinxit particulae ij generibos, 
nnum tan tum, nempe duplex illud dtat^vTctixo^ et ino9i,atBvxrix6^ 
idque iis tantum locis relinquitur, qni ad interrogationes vel dnbi* 
taliones non spectaut. Eodem igitur in fine bnjns examinis de vete^ 
mm opinione in hac re delati sumns quo nos antea ratio et dictionis in- 
doles duxerant. Accedit tamen novnm, quod, ut snpra monuinins, ita^ 
aufijTixdv dixere Stoici. Est boc ille i^ne^ awÖBafkog, qni in avyx^ri^ 
ZOP abiit. Causam illius appellationis indicat Apollonins p. 487. K 2d 
fori {xal r^f) rtj itafo^a rov rj ffvpdiOfwv tj ng xaXBha$di;ctöa(pfitiHi^ 
tov juiy yaQ n^oti^v vnaq^iP diaaayeTy rov ii ini^BQOfiivov äpalQBOu^. 



V.-i- 



4S7 

%p« E. M. p, 4169 27: t^ dio nffo&ipuwyj zo Sp alQ€iTa$^ 
oW ip YV n(PHiS&a$ (adcL /MiJUoi^) 1^ nXovtovpra nX^ et J. 53: td-o^ 
ik roTg iiaoaffjnxotg ovpdiOfAOig dio ngayiuccrfop ngoxsi/iipdop rov fiiv 
ipog no$SiO&{u atf$04P, rov ii hi(^v anoß^Xijy. JBxemplo pleramqoe 
ntiiotar U. nc, 112 ßovXofA^ iyto JLaop aoop SfA/MPcu tj anoXiad-ai. 
Miro errore ad hone yersom dotat £• M. : dtiXoi ii (nempe ^ m(ü 
tw (oempe cwdsa/iop) xal^ wg ro ßovXofia$ x. t. X,y ot ^ änoUc&m 
sit xal änoXic&M i/Ai, nisi voloerit ^ es3e pro ei xcd baecqae lectio 
ei restitaenda sit. Quid vero si illato comparativo aperta fit com- 
paratio? Respondet ApolloDins L h, t6 innaxxtxop int^^fux (ßaXjioy) 
81 ioferator, fieri lioc ^ig iTilxac^v. Non igitor taoi oecessariiini qaam 
utile ad iutoa^xixov illod distiactios jadicanduuii et sane vel prap- 
cedente comparativo fiaXXoy iDfertar^ ot in ilio II. (o, 243 ^tTB(foi 
yaQ /MaXXop. 

Diversam a Yeteribos grammalicis ralionem stmcturae explicaii-» 
dae inüt G* Hermannos in Diss. de pleon. et ellipsi p. 185. Is per-* 
spexit ^ uibil aliud esse qaam ^, qaod proprie profecto significet» 
Addit tameo, binc cum acceutu leuiter deflexisse significatioDem, bt 
iodicaret an forte ut in illis ^ tpa vßQ$p tat], et ad dubitantis inter- 
rogatioDis significatiouem Iradoctam essCi deinde etiam ad alias for- 
mulas, ot notsQOp .. 9^ manifesto errore; non euim auimadvertit, bis 
quoque vim genuinam asseveraüonis apud Homernm mansisse. Hiuc 
eo usqae delapsos est^ ut II. f, 486: ^to^ ß^Xxhqop im xax ovQBa 
^Qag ipcUff^iP äy^oxi^g x iXatpovg ^ xQetaaoGip Iq^ fiax^oß-ai^ sie 
explicet: „Melius sane est, feras occidere: an forte dimicare com 
fortibus melias est? qnod sensai illius loci prorsos contrarium. Non 
enini diceretur, qnanam re melias esset feras occidere 9 et si se- 
qoentia etiam post interrogationis, qaam Hermannos posuit, for- 
mam ad comparalionem referre Teiles, ne snspicari qaidem boc potpit 



.<i 



4S8 



JonOy esse hane, tpmm lodiest Diaaae «entern ^ tiempe pognan 
fortioribos praerereDdam yenationis laborAus. 



. ' t 



Nee tarnen prorsns deserendam ptitem veteron granmaCieorflni' 
sententiam^ qnae vera est, qaatenns rem ad disjonctionem revoeaal^ 
falsa antem qooad alterum cßsjnnctionis menbrnm qnod ad tnegtnv vel,^ 
et Stoid loqaebantur, ad ^a^PBw^ solam revoeani Doplex illfid 
disjnnctionis genus, qnod Teteres iuxt^xxixdp et ino9§a!I^Bmmx6p ap^ 
pellavere et in bis, qoae ad comparatiönem spectant, obserrare lieet* 
In bac enim, qoae jaxta ponnntnr per ^y ex ßsßctaorix^p 9 tenaaio, aeor 
tentiae anttta sont eomparatae, nt otraqne ennnciafa aeqaali aiodoyaleat 
ant ita, nt altera alteri praeferri debeat« Prions seil na^&ux^Bvxnw^i 
generis est Od. o?^ 164 napzeg x* d^aafai* iXa(fQ&nQO& n6dag €hfa$if 
ay>y£i6T6QO$ jif^t^aofo rs ia&iJTog rs^ qnae ApoIIonins p» 434 !• 30 ita; 
explicari posse pntat: evxoyvai raxstg yspia&m (potius celeriores 
qnam nnne sunt) ^ tva (anoyniyüHfip) ^OSvcaia fj Sytxy niUwatOi (potios 
niovtfiWTSQoi), Xytt neiaooai (avroy). Praefert qoidem fermam altera» 
ApoIIonins: juaiZop yctQ eS^orrm y^^^^^^^ (tax^ig ^nsQ) £yay nioi^ 
a$oi. Sed falso. Inest enim ironia, non esse eos satis celeres, vt 
eflfbgere Ulyssem, neqne satis opnlentos^ nt se ab eo redimere pes^ 
sint. Transit bic remm aequali vi jnxta positamm usos ad Attieoei 
Sopb. Aj. 966 if^ol nixQog ri&prjxsp ^ xelPOig y^vxvg, a&np &i re^n^ 
pog, ubi Tel qnod seorsnm snbjungitnr, crt^qi ii regnyog^ monstra^ 
ifiol nucQog fj xBtPo^g yXvxvJs juxta vel ix naqaXXi^Xöv poni , qnae ai 
ad ßsßatmotp revocantur, snnt 17 nw^og i/Aol^ 1/ xBtpoig yXvxvgj ita nt 
eyilescente asseveratione aeqnabiiitatis inter ntnnnqne membrom notio 
relinqnatnr. Non igitnr neqne st com P. Emsleio neqne 17 t^om Sebne^ 
dewinio legendnm, neqne cnm GoiK Nitzscbio ad Plat Jon. p. 69 
yertendnm: ,,mibi acerba siye lIHs doleis eios mors aceideriti ipai 
yero felix fnit^, qnae prorsos a poetae mente aberrant Si latina hia 



m 

cottferas, verfendam eiit: mihi tarn acerba, quam dolcis illis haee^ 
mors coiitigit> ipsi aütenr yraUi. 

Contrai si duanim rerämy qoae pomnitur, altera eligi cogitafnr, 
altera postfaaberi, non höc ad aatprirsuzv potest referri, sed inesi a!-*^ 
törian rei prae altera op<io per ^ttfia expressa, eadem ratione, qnatf 
in iiomioibas siniili modo sibi opposftis obtinet et genitivo exprimitor, 
coJQS vice particola disjaoctiva fangitur^ W.a, 111 oüpbtc^ iy^ xov^g 
XQVfffjtäög äyXcP änoira övx S&sXoy ifi^aad-ai. Fmstra enim G. Her- 
mantins 1. L p. 143 ab bis et similibos permatatioDis notionem reoKH 
Tere stodet, t|oam tarnen ipse in simili Od. X, 327 ^ x9^^^^ qtiXäv 
ariqog idi^ro xifAijspta agooscit. Est igitar ßovXof£ iyd} Xaoi^' 
<f6bp Hfifispai ^ änoHad-m, si ad reoenfiorem infinitivomm per arti^ 
etiios flexionem referas, idetii, qood ävxl roü unoXiGd-ai avrdy. Vit 
büc fönte omnis ille usas bontericas avyxQCaBtog flaxit^ qaae, si ac- 
cnratins spe^tator, d/w^ßt} vel atQsaig potios qaam avyxQiaig esf^ 
qnamqnam permatationid ea est indoles, ot ei comparationis notionem' 
sobesse statuere debeamns. Eligimas enim ex daabas rebus eam/ 
qnam aliqna ex canssa melioreni aat nobis utiiiorem jadicamas, et 
optio si datar inter plures, atgsag ubiqae ngoa^gsaig est. Apod 
Homeram ejus generis sunt praeter li. a, 117^ qnod posaimos, ßov- 
Xofi' iy^ X. T. X. (coli. II. &, 246) Od. X, 489 ßovXotfAtiv x' . . . 
Sfirsvifiey äXXtp . . . tj naaip rexveaa^ xaTagf&$fiiyouj$p äpaoasiv. Od. /i, 
350 ßoiXofji ana^ . • . dvfiop 6X^aaa$ fj dtj&d OTQBVYBG&ai , Od. ^, 
81 tivxop £];ifoiad GB ßovXojLi inavgifjtsp ij ripa tcop^Bj et addito noXd 
II. Qy 331 ijfuy di Zeig fiiy noXö ßofiXstai ij Javaotaip Plxijv^ onde 
patety n. a, 112 inü noXv ßovXojua$ ctvrijp ofxö$ ^x^iy dici intellecto 
ex praecedd. ^ anoiva dixBcS'ai vel ccpxl x&v äiiot^wv. His si ßiX-' 
xBQOPj RfiBiyoy, fiaXXov:^ xQsPxxoy similia ihjiciantnr, accuratias tanlüm 
Optio Tel comparatio indicatur. filt idem addita praepositione n^ 

w 

IL a^ 113 xal yd ff ^a KXvxt/ifiyijaxQfig n^oßißövXaj et interject» 

Abhandlungen der I. CL d. k. Ak. d. Wim. VI. Bd. IL Abik. 56 



\ _ 



quis^a IL ^,41 xctt xs xo ßovXof/4^y , - xai ^^ ?ioAv pc^Qiioy 9«^^.^ 
ovT(o Xcißfjy r* ifABPm xal vnoipioy aXXaWy . uhi Kotl x^y twXv x(Qdißy 
'^hy extra reliqiioram structaram ponantar, cobaeret euim xal xs xo 
ßovXoifAfjy ij ovz(o X. r. X. Eüadem comparatioois ratio Od. t, 265 
xal yccQ rt£ z äXXoioy odvQBzai ayÖQ^ oXioaaa . . ^ 'Oävoi^ ^ io quo 
istod äXXotoy Homero ana^ . XayoiMyoy est et receutioribus relinqueii- 
diim* Scr. xai ydq rig ts xal aXXoy. 

\ Sed teinpas est ot finem hujus disqaisilioDisi quatenus ad ^ spe- 
Ctart, facianms cujus ambitaiu excosainm babebit, qui reputaverit, uibil 
tam varüs et cootroversis opiuionibus et senteDtüs actum esse quam 
bltrum^ de qnibus tractavirnus^ particnlarum ij, ^e, ijj i^i origioem, 
iodolem et significationem^ ul putabaut^ diversissimain. Quodsi ex 
eis 9 qnae exposnimus, matufestnin e^t, diversas illas et fiorinas et 
signiicatioues revocari debere ad pristiDum ^ i. e. ad ßeßaianucöy 
ovydsa/xoy sen poüus infggfjfiaj et singulas species ex vi affiruiatlo- 
nis cuoi snccessu temporis attenuata fluxisse, operae nos pretiuin 
egisse bis pagiois putabimus. 



5. 



De usu parliculariim lutjyj (ft} et rot. 

Snpra monnimus, fikv in firiy hocqoe iu fiäy angescere, si pro 
disjuiictioue oratiouls, quae auiuium attentnin reddit, afiirinatio et 
obtestatio inferuntur. At vero robnstior illa particulae iubibitivae 
forma non tot qoot expecles locos in Homericis occupaf, non raro io 
obtestatiouis formam 71^1^ aucta, saepe etiam sub priscae ortbogra- 
pbiae specie fjihy lateos« De bis breviter agetor. 



441 

7^ coit j»^ hdo habet commune, nt nanqaam initto sententkie 
ponator, post Terbum reto eoA^m modo, qno^if, inferatar, IL <r, 
302 wy« ^i/y ns(&9iam jäxth'Sys irj II. cr> 62, ^, 718 al. Hie tarnen 
locas cum solus sit, scribendum erit fiat^, ut est IL ^^ 765 äYQB$ 
fuiw 0% hto^bv eoIL 17^ 459. — toxm pta» IL &, 373. — Idktv imp 
tri q>fiis\ Mepotrtor IL n, 14. — Porro ftfi^ invenitur cum particnlis 
if, xid, Oü joocta IL /?, 291 ^ firjp xal noyos iaxfy. — IL 1^ 58 ^ 
fAfiy xai pSog i(Sat, jaxta ^ fAcip ait dyo^ PiX^S, yf^op. — II* ß, 
370 colL V. 354, p, 429, 448 et ^ ^17 fiäp IL q, 538. — Kai 
jAfjp IL r, 45 ^«i iMi7^ ol tot» / «ff äyo^ffp Taap colL t^> 410 
xeri ^i}v TtteXtauiPOp ^tim, coIL Od. tt^ 440. — IL X, 582 rcA 

* 

jinji^ TopraXop eleeidop colL 592* — üT«) ^^y oon occurrit. 
— Ov fii^p Od. Qß 381 ^ApvtPff , ov fAfiP xecXa xal iad'Xds iwnf 
teYo^v&$g repönendum et U. v^ 339 ov fitjp yaQ rtg tfaXXog ^Ax^w^p 
iSepagf^Bi juxta ov /4oip U. <f, 512, By 895, ^w, 318, r^ 414, |, 
454, 0, 16, 508, ^> 41, 415^ rp^ 441 et bis lo Odyasea A, 344, 
^, 470. Plura in bis sunt qoae, cum siroplicem asseverationem habeanl^ 
fi^ requirunt, ut. IL 0, 508 ov fiäp ig ys x^qop xiXst^ iX&ifABp , ctii 
ex Vindob. fiiip reddendum» — Miq /ii^p non occurrit, sed /ufj fiäp R 
S-y 512 0, 476, 508 x> 304. Porro /nap brevi et objecto p in ob- 
testando et jurando post pal et oi. U. a, 234 yal /sd rode axfJTngop. — 
OJpost fid repetita post plures voces iuterjectas in negatione IL a, 86 ov 
fMct TOP ^AnoXXiOPa . . . ovrig. — IL ^, 43 ov fuc Ztjp* . . . ov &ifMg. — - 
Od. V, 339 ov fid Z^p^ . . . ov T& Sunrqißm. — Si pOHt pal longa 
reqniritur syllaba, dtj pouitur pro fid in sola hac formula: pal iff 
Tovto ys vel tavrd yB subjuncto vocativo, yigop , rixog^ &Bd al. IL 
», 146 X, 169 o, 128 V^, 626 co, 379. — Od. f, 266 o, 170, v, 
87 z> 486. 

Mirum aatem, qnod in tarn crebro affirmatiojiis apod poetam usa 
junctura if fJtijp bis tantum^ ut tidimns, oecurrit, item pancis looitf 

56* 



m 

Micl jLi^y, ov fjujy. Quo arctiorea aatem terniitii haie pf^licoUie fixi 
^wiit, tanto lariia« laMibjiuictivae /^n usus et id eqa ^jooqoe I0.003 ean-^ 
.teaditar, qoi nihil subjanctivi vet disjouctivi bab^qt 

. - ' . • ■ • . ■ ' • ■.•.-. 

Ut ab 17 ^ii^ iDcipiamii^ ex qoo^ ut monuitnosi ^fdv ortam 6al^ 
scboliaata Veuetos ad U. «r^ 77 sea potias 'iXiaxijg ngoatpSiag II9«» 
rodiaui epitoinator 10 ty. ij [ji£p fWi nQO^^my insa$y xal x^Q^^^ a^J^|£fJ^ 
il -^Q otofux$ asseveratiooem qaidem agoo3cit — dicit eoiin, ^ j^ 
Ben Tffjäp, qaae ejqs zovajoig est^ ävvl toi ijiutjy pooi — sed iato* 
;Ctom reliqquit ^i^* £ari <f£^ iuquieosy j^n^Q^/na oqxucop' dto ßa(^ 
pofisy TOP ijy u yciQ nBqianiüUBP^ iajm ßeßiuci^rucoy, Mira sane ratio 
obtedtationeDi et affirmationem i(a distiDgnendi^ at illi^ qaae fortior 
•est affirmatio, ßsßcivorixop awdsa/Äoy eripias et disjunctionem fdy 
inferasy coi nihil prorsus com illa commune est io eo praeaertim 
. loco, qni disjanetionem ne admitdt quidejm. Origioem is error habet 
ex iis locLi», iu quibus particalae illae äqxixal metro Tidebantnr de- 
feudi, ut II. £^ 275 ^ /u£y i/ioi . . . diia^u^y qnod scribeudom etiaa 
H- Xp 238 ^ fUp liio^ coH. w, 749, 763 Od. p, 425 L 281. Nee 
Aliter se habent Od. ^^ 38^ %uby änsü^qag . . • i^ä' aQ^ hxol/ia. JEIi 
igitor non auimadverteruut^ iu hiä et similibus lougam Tocalem eadem 
vi rbythmica frangi, qua id fieri solet in ä^yäti , dtiiMp et dffyijzi 
xaQcivyi^ et iu forniiH coujanctiviä yerborum^ quae tj atqae w, ai 
rhy.thmua id postolat, in € et minouut, non excepto 01 circumflexOi 
ut alibi demonstravimus, unde ddwfi%p in sidofiey abiit, qnod ejo9 
uecessitatis ignari etSo/uy scripsere grammatici* 

Statueudom igitnr, iu bis fjiiy revera fitjy esse idqne repouea*** 
dum e8se, si abest subjunctio, contra adest a8severatio siye simples 
sive iu obtestationem ancta. Hinc corrigendi 17 fdy dfj fidXa II. Yp 
430 ^ t^y in ngty y coU. II. 17^ 97 $, 348 n, 236> SQ% X> 239 
Od* ^, 33 h 29 f^ 216 m^ 41ft| qui omnes loci di^juuctioue carent» 



^443 

Bis accednnt Ik ifj. 529 ^iiti t^^ a^ xcl.Sg /idXu rijTOog i(n$ 
J^rndf/., qoae apertan et solam habent ateeTerationem et acr. ij dt^ 
^V. Nee aliter ae habet U. 17^ 301, 2: t^/dp ... iji' ai^ ip ^U^ 
nju, ubi falsa diajuiictioutäi specie sublata ser. ^ /m^p . . . ^ ä^ 
ait' com ayokbesi nt in eo, quem sopra poaaimus, loco Od. &, 333 
^pdy. dnBiXtiooif « • ; ^i' äg iroifMiCj qood scribeHdam erit 17 fii^ 
{u e. jJNjp) . . . ^ iii Sroifia. Particula äg aincerae diotioiiis igno* 
rantia iatruaa foit Ut in bis aflSrniatiTae , i(a in aliis neyativae 
aflQroiationi fn^y pro /nkr reddenda, ov /liy IL &j 238 ov füp &fj 
nati ^fifu. h. &, 294 ov uäp toi coli. 9>> 870 Od. ijy 159 Oj 28 
<^v für ydg ^iXoTijxi / iissi&attor abi fortior aaseveratio aperta est^ 
qoam /mIi^ tollit^ oi fär yäg ri (^ vnoorQätffaa&-a$ oi'io coli. 11.«^ 901 
i^ 124^ 125. Metro defensae fomae tenues II. ß, 703 ovdk fär 
(i e. ov ifi f^y) ovi' oi ävuQxo^ foety. £iodeni modo IL y/, 811 
rcoy d* Xnnoi /aip taaiy dg>aQBQOiy oidi für. ccvvoi UÄeiora taaatr , 
nbi scrib. ov ik f$ip. Est enim pro ov di fJirjp , quod in ovdk fiiy 
abiit. II. Sj 893 rijy für iyio cnov9^ dafAytifn! IniMOw. U. 17^ 
357 ^Apx^yoq , ov fdy ovxix ifwl ^ia. Nani qood aeqoitDr d d^ 
ixBoy äjl] nou facit disjunctioneni. 

Sed oherius patent Jiojaa ooofusionis terminL Nou eniai solom 
post ij atqae ov^ sed etiam in aliis particularam jaoctaria neo 
Doo post nomiua et in disjoBcCionibnä obtinet, qaamoi praecipua ca-* 
pita bic breviler ponamus. 

Post äXJi' St$ Od. X, 104 dXX ht fiiy xa xai äg, qaod eodem 
modo dictum est, quo dXXd fifjy apad recentiores* IL X, 828 dXX 
ifiä fiiy air oiwaoy, ubi nolla prorsns disjonctio. Fi. II. a, 380 
naQog ya fUr ovn BxxfjUCBig, to, 642 na^g y% fiiy ovri nandofap^ 
abi scrib« ninaofwi. Nee aliter ae habet fiir succedentibus dii et 
T0/9 qoae aaseveraliouem manirestam reddont. 11. w, 660 d für 



444 

dij fJÜ iß^ieig w^ictci Tti^u ... aiätxi fWi f$oit^^fi x. T. ^.-bbi et 
sobjanetio per ii infereiida deest, et detrahitar idiqaid de vi 'vww 
borom Prianii, si in laU stato eom didjioctiTae particulae ntom ez^ 
bibeas com fMien ne adsU ^deai dit^janeäo^ Nee' aliter II. Xy 138 

noTQog aBixäa ztaeza Xodßtjp, eojus Jod otraque in seoteatia et ro^, 
boatior dictio et sobjimclionis abseotia doplicem /i^i^ reqairant. Hie 
illie ioTenias qoideni «fl particulis < jic^y i^ subjonctom ot Od. £, 243 
n^oad-BP fiBP ya^ d tj fun mixilios iouil bIpm^ vv^ 9k S-Botaip iom9y 
adest tamen et in bLsi asseveratio fortior, neo qoidqaani impedi^ quo* 
moQs post eaoi dk oratiooi inferator. — O« «Ty 540 NfjuBQrig fdp 
tti fiot vnoaxBo. Qoia vero in tali preeom ipB^Bhf sobjaoctiva« 
toleret? — Miy ro$ qood supra post 0v remoTimus etiani absque 
toegatione removenduni apparet II. 9, 441 /ndXa inip toi iyd Od. ^^ 
411 q^oncag fi£y ro$ ngärov. 

Nou meliori jure post pronomina extra disjunc^ionis terniinos aut 
ilifertar ant antiqoitus illata relinquitar [idp IL Py 47 AXopzb Ofm 
/dp aawGBTB. Hie Apollonias xb praebet, et scr. /Lifjp xb* Post 
josla seqoitor disjanctio fiip . . . ä^ tv. 49, 52. — II. S^ 341 
üf^ip fAip t' InioixB scr. fiijp iitiotxB. Od. |^ 508 cS yi^^p ^ alpog 
fiip TOI dfiifAVDP, coli. Od. CO, 321 XBipog fiip toa hff avrog iym et 
Od. 5P, 207. , — ' II. /?, 145 T« jL^p t' Ev^g tb Nizog xb, in quo 
loco ortbograpbiae /irip ignoranlia tertiam parlicolam tb sincerae 
oratiooi oblrodit. Contra recte se habet II. a, 131 td juip {ipTBa") 
xoQv&atoXog^'ExT(OQ Avrog tx^p difWiCuf dyaXXBTai^ ov äi l' 9^f^ Jtjqop 
inoYXaiBia&at. Sed in antitfaesi scr. ov Sk L Hioc peiident gn^ 
mica II. o^ 203 azQBxretl /lip tb fQiPBg iaS-Xtüp, nbi scr.* fMHJp tih 
9^PBg, neo minus II. % 404, 466 SXXotb fiip tb JUa^XBy^Bg TBXid'Ovaip 
• . • aXXozB 9i y>&'iPv&ovatp. Inest qoidem disjitnctio, nt Od. X, 308 
SXXozB fiip Cdoüvg' izB^fiBQOi, iXXazB ^ ai^zB, sed onm asse^ 



Mi 

ii<jratioB# To^conjanctat qmi i-e p.Mt y^v iojectuol mera est dictionii 
9cabritieB» Nee oäusa, sflsa^ äXiors m diitii|ad aevo coalois^e s(an 
toaSfwOrtoiii ex uJtX Sts^k et iw lias . Tocnla*) solveiidiitn. Nimiiiüi 
aJU\ Srs idem ;es( qnod reaentioram fo^* Sts^ SGribeudom igitor io 
j^ore Joco aJiX 4ti f^tip Ta& ... SXX Sri iij. Pe^terioiris di»i 
jaoctHi. simple):. 

Expeditiora saut qaae ad osoni parlieulae itj pertioeot, eiijum 
WS 4^o)iibj&ndi et ligaDdi iu eo ceroitar, ut aniDÜ attentioaem in vo- 
c^plo ant sententia aut deoiqpe kl seuteotiaram . ligamio» retioeat 
eoqae: Tim ejii*^ angelet. Hoc qiüa saepe com respeeta ad tempos fit 
iBde partieolae Tim teuiporalem «od raro tribai tidimas. Infertor autem 
post nodmna Hvb$tuntiv^^ I|. *ß, 340 ^>^ tivqI Stj ßovXai ts (scr. mb) 
ya^fQifrto. H. J, 150 Y^Q^^ ^^ noXifAOia nsnccv/L^äyoi. Od». $, B4 
JflX(j^ dtjnßTB Toiop, ciueogiiata sant quae post vocativam illata seo« 
teotiaiQ incboant et corroborant II. o, 437. Tbvx^ ninov dij rwit^ 
amhcTUTo maros halfog. — IL^t^ 342 TixrwifAOp diq ndfmay dnoi/stu. 
Post nom. adj. pasita II. a, 95 wxv/iQQog i^ /w$, xixosj Soascu* 
Od. 0, 451, xsQdaXäoy itj zotoy. IL Xy 296 äXXoia$y itj- 
ravT* ijiix^XXso. Od. §, 406 nQO^QtJOP xbp S^ tn€$ra. Post comparativa 
U. CO; 443 QtjttBQoy . . itj SasaS^e. II. w^ 443 — Post superlat. II. a, 
260 xdQTiifroi iij xbivoi. U. a^ 266« Post adnerhiß W* r, 401 aXXa^s 
itj. -^W. V, 776 äXXoxB dti nozB. — II. t, 401 ^AJlcu^ Jjy. ~ Od^ 
y^ 357 Bv diq^ — U. t, 85 noXXdxi dij. — U. /^ iO^.iyy^^ ^9 ^^ 
xi^xoy. — II. /i^ 233 « ^ ^«oi' rfij, — Od. &j 487 Jgojf« rfjy Od. 
^y 487. — II. a, 2dl Ta;if<y <fify et accedeate alia particsla Od. ^t, 
WZ rdxa ijj xai. Od^ o^ 486 n iwXa dr^. Od. y, 352 ov &tiv d^,, 
Pipst ntuMrale U* ß^ 134 £rj^€a J9 ßBßäag& Jiog fiBy4Xov (s^y 
/AByaXai) :iyucvTof. — Po9t pronomina IL 9, 281 ; to Y^, ,A^ 
T^ql XdfiBv SnarcBs. IL v, 776 ' Jfotro ^fj o&Txaroi^. IL ßy 350 t4 
'q. ^i^> Od:. i> 322 XBÜfOP ii^xtU^iOioy — l^QßtprwQm* reh U. ßj 1X7 



446 

Sg ifj noXAda». U. Vy 2d3 og d^ xdXjUatog. — IK cr^ 388 4S &^ 
coli. n. TT, 511- — <W. o, 404 Sg ng A7. — B. «,6 i§ öi Af^ 
Od. 17, 212 5<;(Fir . . ya dij coli. ^, 198. U. 01^ 9HB ölog ^ av #^ 
fucg. — II. p, 587 olop iij coli. IL 9 57 D. 7^ 442 8aa^. -i-^ 
U. Yj 317 Snnixsqog ifj et iiiterjecto tt^^ II. ju^ 256 roi ne^ A|| 
coli. 0, 707. Post pronom. adverh. H. a^ 138, 179 oviw ^ly. — i 
Od. a, 32, cT, 333 Q, 124 oloy rfjy — IL x^ 185 %5oy, 07117 
rfif TOI i'oOff &^ro. — H. Oy 46 t]7 Iptsp . . . if jr«y Sij av . . . 
ijyefiopsvfjg. ~- Poat interroyativa IL jf, 186, Od. 1, 204 iroS rfi^ 
rw y«. IL /?, 339 nqf dij — IL o, 364 nm itj f/c»/ — Hiiio 
II. 9^, 481 mu»^ <li av vocalem tetiaatam habebit pro ii^. -^ Od.,7ry 
461 tC dfi xX6og -^ Od. p, 382 t4g yap *i/ — IL 9, 436 röy *f 
L e. rt ^ fffj — Eadein vi post verba infertor D. ^^ 472 ^^vyeBg^ 
ifjj "^ExäsQY^ Od. ß, 221 roaxiqaag d^ tmna. Od. ^,128 VffMsr 
dij MeriXae. Post imperativos IL er, 62 dXX* äys dijy coli. /^ 441 
€, 718 9, 60, 221. Od. fi, 102. — IL f, 460 ^Tori? rfiy — Od. ßy 
229 xixXvte dtj rvy juity ^Id-axi^aioi (scr. fJiijp). II. v, 115 ^äC^eSin^ 
irj oqnot et post infinit vi imperandi Od. 0, 292 f^atitadtci &^ 
Imira. 

Particulae qaibus eadem vi, qoa Dominibas et verbis «fj; sab«' 
jüDgilar, *priinum afiirniaiivae et negativae sunt: ij" di^, V^V^ V f^^ 
de qaibas actom est sapra, porro ral IL er, 29S yal dtj ravra ye 
nfxpra coli. IL o, 128. Od. a, 170, — oixW.yy 52 ovx av d^ fut^ 
y€Ueg ^A^t^iXop Mev^Xaoy. — U. er, 8: /117 ifj fMi raX^aooGi &80I 
xaxd. — IL /, 455 islito firj it[ fioi d-Qaaw ^Exra^Qa . . nedtopid 
dhitai. — IL 1//, 7 ^17 iri nto. Hae prisci iisns reliqoiae moDstraiit 
integras joiictaras ^1/ fiiqpj fAtj dtj jaxta fjuij fiiy et /Atj di foisse, eo-^ 
dem modo quo oi f^rpf ..w iij qoae lo ov fUv . ..ov d(j non aliter ac ^^ 
/u^ijy . • • 17 (fif, qoae extemiato tono sob forma 1^ fiip ... ^ ^1 ia* 
^9f . . . riik conflata abiernnt. Nemo aatem baec levia babebi^' 



ejtiä 'ironriae''id o^iies '^uiuj^'srniplie^s itlaä sed V}yk6es ri^matae 
efix ^äi'niÄ'us!^ expifd^tae fu6>irtt.' Bis saccöcfont tomecüftcäe' '^ 
inhibi^iväe: ä^a y\l /Li/ Z2i Vfj roi ^mitit et pfaecedeote 

f ll. 445 17 aQä ifj/'nec ^oYi iftifer ^ . /. fjätj Öd. n, 462 if;^ 
^9fj. — Vraeceidenie atccQll. \p, 87i rÖ^oy' ätccQ dtj" Statop fjjfiir 
ndXa$j ubi näXäij qaod sabjäiiCtatti' est, eodem modo se habet til 
diciam fere esl pro" Tramal ifi/ vel potiasf^ay TraXai cdl. Od. r^ 22 
af ya^'äfj nors. — Janctarani (aIp irj^ sapra ab Bomero römoyimiiä^ 



' j«. 



couifi^ 9k d^ behe se habet Od. ßj 1% otxcci' ßXsiaefS&M, «r 
^i ii] yvp ndyta TsX^ira^; — tl. q^ 460 oipi di Sri. — 11.'^, ^68 
ol 8i 8fi SXXoi coli. II. &, 30. Xß 300. In bis enim sabjanctio- 
nls per <l^ indicatae vis aiigetur acc^dente ^1;^' qäae affintiatronem 

' **i *^> 

äddit. — Porro caasales et temporales voces dirersis modis sob- 
joDctas babent bas: 

£7/ qoae vocula accedente &ij eodem fere modo Tim attgef,' 
quo si accedelite (juidetn. tl. or^ 61: bV ifi Sfiov noXs/ios n 8a^ 
yMl Xoi/Lidg ^Axctiovgy coH. 294, 574. B. >/ 79^ 6, 120 et acceden^ 
tibus afiis particälis II. 0, 53. — Ei 9ilj hov Od. q/ iSi. — H. a, 
399 €? noTS 9fj. — II. ir, 39 Bi nors iifj . . ^ fl bI Stj natSy onde 
clarum iij nore tii argendam ' viiii isitu eoDverso poni. — %;rs2 V. 
al 235 insl 9^ 7iQ(3ra. — ll. aj 293 in^y 9^ coli. 01/ 405. — Od. 
#^ 131 0, 389 insl Sq 9f]. — Od. p, 226 iml o^ 9ij, — nee noA 
ydQ 9i] ll ßj 301 9, 21, Su 9ti II. a, 11 et II. 5, 112 oirhxa #9 
i'w . . . TOuvBxa 9^ vvp. — U- /> 216 PVP 9fj, coli, to, 640.— 

Od. p, 2il'vvif fiip 9i] fiaXa nayjfv, qaod /ii/y scribendem. 

•..•••,■. .' 

Reliquie iemporatibas adnexa' est his modiis. II. a, 432 o^ ^ 
ß« «Ti; coli. Y, 15 II. y, 209 dX)^ ßr« ^9' coli. 212; 216 Y> M^ 
?, 453 irr, 786. Accedente ^« D. «, 493 äJLX St« *v ^ coil. i% 

Abbaadlooge. der I. Cl. d. lu Ak. d. WUt. VL Bd. II. Ablk. 57 



901 9 264 co^ 31. — onnoTB II. a, 115 önnoTe xey dij coli. Od.^Vi 
5J37 U- 9f ZiO aXX' onoT up dtj. ; — Hi3 acceduut cnassales piur^- 
colae. U. $j 112 ou^sxa dri. — IK v. 409 ovyexa in pvp ... rowi'^ 
ZU d^ PVP. — Oeniqiie copolam i^eqaitur »al yel 3ola II. a, IGlyJfol 
drj fiOi y^^cf^, coli. /?, 135 i, 52 ti^ 424 Od. ß, 315 ;?, 30 (rel 
ßlus juncta IL cr^ 92 xal rote, iij, praecedeotibus xal iiq. — IL P^ 
816 xal YccQ iij. — II. s, 898 xal xsy Sfj. ^- l\. tj, 273 xai riS'.x9 
itj coIL ^f, 490; nee nou partiealam wg in votis anget Od» a, 25|i 
wg 9ri fy^^' ^9^^^ ^t in re deelinanda, scilicet ac si II. a^ 110 
i&S Ol TovS* Sysxä GifiP ^ixfjßoXog äXysa jsvx^^j nee sine irrisjoiie 
accedente äga II. a, 75 eis aQa drl nqty / bv^^o. 

Sant tapien et aliae jancturae, in qaibas Sri reliquas particolas 
non sequitar, sed praecedit, jsi seilicet ejus vis ut in exemplo siipFa 
poisito reliquis praevalet^ aat uon tani ad aeeedentem particulam qoan 
ad seutentiaui, cujus pars est aat quam praecedit^ augendam alqae 
iotendendain pertinet. E^icitur hoc, silocos, in quibus y^R ^9 ^ 
d^ yaQ, PVP äi et ijj i^i;#^ junguntur inter se conferas. . Od. t, 242 
TCQOO&tP fitp ya^ ifj fioi thixiXios iiax* aJpai^ pvp dk O-eotöiP tousi. 
räQ Jj7 caussam coio qnadam asseveratione indicat; contra II. oi, 
351 it] yaQ xal ijü xpi^ag. ijXv&B yakcp teuiporis noctarni jaiii),aii) 
ingruentis iudicatioui inservit^ quod in caassa e^t, quare Priamos 
eqoos continuisse ad flnmen dicatur. Ejas generis sunt Stj avrs Öd. 
f,310 ovp d'oyt S* avTB ivio juaQipag quod scr. dtj avrs — Stj inB$ta 
in apodosi post avrdQ in^l IL Pj 338 S^agaijoag Jjy tnetra. — ^ij 
PVP 11. y^ 40 rovpexa d^ pvp 3bvqo doXo^QOPiovaa naQ^artjg. — i^ 
nov Od. a, J61 ov dij nov Xbvx oaxia nv&Bxai ofißgo^). — J^ j^ß 
J\. X, 315 J6Xü)p ... og iij rot elSog fihP ttjp xaxög^ äXXä no8i6x9is. 
Cqm antein boc situ dij ad totips loci tenoreui pertineat, in tempore 
indicando iuitia dnodoOBtog ponitar, post ^tibI Od. &, 486 ixvxa^ 
jbiBl npoiog * . ♦ i^ tQOP &ro, itj twb Jtjuoäoxop TtQoaiytjy^ Od. i^ 



cMe' «tfMtttnu^ it grattiii^ gi>. ed. IIL §« 316 docni. 

Inde etiam extra bos fines lo siinplici sententiaram janctura 

prtüiBiii lo^tttn occo{)tet ante tor» /; f d t6^ '^--11.' €^- t36 keil nqCp 

i ' ' * • 

1/ 389 T^iBfirff •• • \ ixoffMi gxxt^^fiüg Exrto^. Jij ^ä r6i^ ab^ordr^p 
i^da inoXifM^io r&Pvffüetp coli; II. n, 63 Od, d-j 424^ item ad bansh- 
mm indioaBdain ante y^q JX. X, 314 dkX äy^ . . . ntt^' tf£ 7(fT€c^<^ 
^ y^^ ß^}^;poff lorererm eoll.- cn^ 351 adsompto iosaper ^^^ eolL Od,' 
#, »0. 

. .• •. . S . .' . '.: ■,.■■■■ 

I 

Geteram in hac qnoqae particola fieri solet, nt rfaythnlica Yi 
longa Tocalis tenoetnr et^^ appareat^ nbi extra illam necessitatem 
#ij lo^m JegHinittm oecnpat, Ita jnxtik nov Si^, ri 9f] in interroga- 
tionibas qnas( snpra posuimas et näg 8ri tym/ (H. <t^ 364) li ^, 
481 nßg 9i üv pvp fxifkovdg* apparet qaod rbythmo fractum pro 
näi m ijv poni tarn analbgia qnam dictionis indoles evincit. Similiat 
in aliis/ 

•■ . * 

. ■ ■ • ■ ' ...... 

EFaec igitar de particnlis /i^r et 9fi qnatenns specienr di8janc* 
tiram indneront dicfa sofliciant ' Malta qoideni ejos generis saper-^ 
Sunt per omnes rhapäodias dissefninätay qoaiB tarnen ad capita, qoae 
exposnittius, ^ine' negotio revocäri possnAl Scio Ttif^am scriptoram 
in fai^ qnoqae defendi solere, nt a Spftznero in excors. VIII (tA 
n. S, 424) iisqne qnos ibi seqnitnr, nee obi^to, qnoininos valgatä' 
textoi qualenr cbnstitnttim babemiiis, r€4in(}näntor; jnyabit fameif 
genoinam dictionis indolem perspexisse, nt eam si absqne gravi 

57* 



m 

^ff^d6o€(og iikQonmodo, fieri .po^eH^ foüt^ß 4v ^ingoKsi rediJM, ßt^) m; 
b^c < redditio niqiam aadaK^ yid^atnrji s«Ji(9fa . jutelUgM qnod ..4Mi 
^^l^qit et reverik a {»oßta ^ctMo^ tradeb^^fi diwiac^fiuccessB teipponf 
adätrictis oietri ..ei.aiMi|ogiaei)fgijl»9s iiuii|9/^tf^i.ad jipatfMrftrmH menPr» 
riam propagarentur. 

*■ ..'. .;•: .-.] ' ■ .■••■■ . . 1 ' "• ■-•-.' ' • '. '■ * ••.-:'- ■ J* • 

«4 Saperest, ntifle particula toI agamu^^. ; QwQ Ad ^o^ r^YO^m- 
dam ess^ supra inonaiinUrS, yi, a4verbii^liy iit qXxp4,ß domi. Neo^ 
tipen ab ]p:$a for^ia geauiua^ sed deflexa d^duiieriai, qoarn roiofy 
zoioiTogi moD^traoty ut sit tali moäo^ referatarqae ^d. QogitatiQne^ 
aDUBQ ]comprebeii8as oonclo^iop^^ue iode dedactas. Hinc et ipaOi 
QO^cludendi et aflfirmandi.yini naaciscituir et quamvis sfow $00 pe- 
qoiliari,. eodeoi tarnen ordjuie» quo reliqaae^ affirmaadi, denionstraodi^ 
excitandi ligandiqne vim babentes aat seorsim aut juDCtim cum aliia 
ponitur* Initio sententiae iion uisi cam y^Q conjaoeta ponifur ali- 
qooües iD jll. a^ 76: roiyccg (scribendom rol y^) fy^ ^^4^^ ^^' 
^i aiy&sop B. x, 437 roiypcQ iy^a ^xjuI taSxa.jidX oii^^^oi$imxaX£if^ 
aaepiasque in Odyssea r, 257.^^ 383, 399,. 611» aliiä. ;. Estqoe 
a^rmatio cujus causa subjecto yaQ addilur, fere ut nostrom so äetm* 
Oltansit bpc Epicis et ad Atticorum poetarum diaJogos, sicut vider 
bimus transiity Pindara non adfaibiüun^ Natu quod apud huncJege« 
batur Nem. VII, 33 toiyccg fjtiyap ojA^akop . • . . fAokihv , id^felißi 
G* Hermanui conjectnra xo\ nagd pro roiyccQ scribentis sublatum 
est^ In reliquis mediae oratioiü, infertnr tarn post nofnina quaoi post 
particfilas II* ß, '298: cdqxQOi^ f^o^^^fj^ov re /j^ysAv qcbvbqm za r^atfB^au 
II. SP, 110 äXX ini .TSH xal i/^i ß-^i^aros. . Od. .^, j263 iod^Xio zoi 
xovTio y' inafAVPZQf^ multaque. alia eju^ geqeris^ Hinp in gtiQuuQui 
^equeiis^ Od. 0-, 351 dBiXccC toi dsi^äff ys zai iyyvm iyyfjdaQd'M 
coli. I« 11 I, 72: looi^ roi Hanov i(Szi x. r. Ä. IL xi. 412 tiXböpoh^ 
ri rai ^yoy, ä/isu^op sed bic Sä xß, scrib. ab digamma., . 






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4H 

;:c.: vfiatfein «vi \proiiaiiiiiubM:r«Qbjiibgitar JB. m, il% ohi^l r<fiisAäf^ 

i\6&¥pQ. Ai^tiiff i\4 Wj ^i apwQ^rm xul Mvtf VUk^ 39 eoIL /^. 3C 
l!!».^. II. ov 121 li$^.fihf yii^ rou Od. r, 09^1 iß^i i^^, M...r^ JL 
Ja U. a, 419: rovto ii roi iQäova^ Snog^dtt -^ Jij U. Jc^ 316:^^ 
Sij TOI sldos fiiy ifjy xaxos U« jjf^ 12 6i dtj toi sig äarv aXsp. — 
"Ji^BdJl ;;r> 13i inü ^^ tor fdf^fiQs^ ^fu. — : JCts^jt IL r^ 207 xcU 
zp^ifAOVi7MQ9i%ixU(fifixalpfitfie^yti IS&XX i^fx^ Tffoiam* AfßfA 
»eeeutiores particD^ xce4 tq» in. signifcatiouom/et tarnen abieraiit ^^ 
Ov n« y^ 65 p0 T»« oTT^j^^iyr' o^aiar« M Od. l|^ 487 ov tro« ^oi fcuaioi 
f4/^4cioo/Mxi coli. Od.:co^ 330 n, 267 nee ali(er avdi Od. ^^ 17 
^v^ ?a# avr<{ff et pest verbain iiiterjecta ^i^ Od. :^, 283 waiafo fj^ 
TOi iyvk xeyiaX^'^ oi d\ S^sita x. t^ X. ,t> 

Ncm raro inter particalaoi Toi et prouometi eocUticom zclu^^ 
00^ seil WS haaret, ut II. o^^ 419^ qaed snpra posuimo»^ xowo dtf 
TOI i^4qvau tnog ^ii ubi. sequitur v. 426 dcodBxdrfj di toa aid'n^ 
iXiiofixw . • .^al tot' tnB^xd toi ^7^. Siioilis oapala^io utriasqo^ 
Toculae ^. o^ 547 aiJra^^ji«/ toi n^ß$a xid^ Jjyay^^ *•• aUi xoi na^i 
aaxv jj^dxcu. U. :7i^ 450 ciXX ai toi y/Ao^ iaxl ^,. . ^ toi fiip fMf 
iaqop. Hinc peadeot Od. ß, 286 zoios yäg toi JT^ojpos; i}^€0 » i^* • o^ 
TOI i^«f :^o]^j^ axsXiw. Od. Oy 39 og toi itop inixQvqog . \ . o/MÜg 
iä TOI fj^ui uli^M Od. ßf 87; <>^oi d\ opx% fAPtfix^Qtg . . • äXXa gi/Mi 
t^t^ixtiff ^ xoi ns^ x0Qiea olisp, uhi analogia reliquocum otiroi pvf 
olfri^ po^taUt, coU. ^187 ovx$g toi &ms ^fu Od. ^^ 400. oi^: i:f# 
^dv^(wi — Wi% 403 aXX^ov xoi xoio^xop hl axijd'soai riiumc: . ■.., 

, • M • . • •.■;.'• . ., 

Nolla autem frequentior, quam pq^rticiilaniiii i^ toi copalatio^ 
Grainoiaüci in bac jonclura toi naQanitiQiofiaxixdy existiniaront^ teste 



faltifdni ^iii)i#uiii^ qaippe- qnae IllAa opiniofle: iitalar, et «hifue^iü 
1^ Tcy» solTemiMi^ Aie aat«iii «eo^em, quo i^ Dknpkek jani et ptM^ 
)>onpntiir et tain nondiiibv.s ^tqM Terbis qmM pfirticol^ fimbjiciQnta^ 
VLä, 22 1^ toi ^Adij^atti äx^atf jfr IL «'^ 485 f Wk'päJ^T€^6i iavi ooit. 
B. -7/ -90 04. 9^> dS if roi ijti^ray ^/« n^^c^^. flv £> 383 jf t-o^ mSü^ 
SJlXw. li ;f> 280 if ^a« fij^ff y». v. 

K prODOuiioibals ^/o)- Bolum 9tffc[}oDctiiiii babent ei articdkim dii^ 
modstrativiiiii o ant eimplioeiii ant cam j^^ fj^ eonjmiotQni U. /; 308 
17 TOI iy^ %lfu coli. II. ^^ 190 9, 446 x^ 3l7* ~ B. f , 252 4 
TOI lyco füp UaSa coli. Od. itt>i65^ ;p, t71.— IL #, 51 i'toi if^^H 
tfstc fiii^ (i. e. fjtfjp) noXif ^rcttm. — Od; a, 155 ^ roi d ^fO^/jU^B^k 
fii r, 100 ql T0€ o y six^iMPot coih Od. ^^ 158, et in forttia ttrt 
solemni II. er, 88, 101 tj toi 0/ eSg Birniy xai^' ^ lt«TO coH. II. tjy 
354, 365 Od. ß^ 224 et sabjecto .u^i^: fj toi J /i^i^, quae forma fre- 
qnebtisdima est in Iliade. II. ä, 537: ^ t^ S fiip Gj^tjnm^ 6 ä' 
"^En^itoy ;fa^ojfira>i^coi^ *JB^^owff coli. II. ^, 842, 847 *, 364 ftj 647 
842, 847 r, 404 Xj 94, 257, 373 r, 614, 694 o, 833, 634 jr, 258 
^, 1&3 9>, 67, nee ab Odyssea deest, nt Xß 180. Reiiqooram casaitm 
accnsativns tantäm nnÜa accedente particnla post ^ roi inTenifur. 
II. B, 447 ^ röi rev' jlrjroi te xal ^AqtBfitg . . . akiopto. Particnlae bas 
Vocnfas initio orationts positas sequantar /cr^, fiip^ pvVj otb W.t, 414: 
^ TOI ya^ Twrr^p" cr^oi' dnixtapB coH. Od. y, 1^4 A, 314. II. >l> 613t 
ij^ roi fjtkp rd y omaS-B coH. Od. i , 505 ^> 372 et joncta utraqne 
II. r^ 67 if TOI /lii' ya^ SnavT& coli. ibid. 313 al. Si eltdusa esl 
disjunciio et affinnatio fortior, fiip pro fAi^P habeiitlom hocqoe ipsom 
reponendom erit, ut II. «f, 18 ^ toi jib^ ohfono noXig. ib, 370, 
qaamqaam sequente Ü at IL y, 168 if to$ füp xB^aXjj xal fABttoPBg 
äXXoi tuaiir xaXoy y oStto iyeiy üvnto T9oy. 



• * 



Vaitklil^! teipportlli» 8z0. post-jj toi itlutae btfOc exeaipla iMippeUM'« 
Q,(jr,.il .^o$ St* ^ •««<?*»*'.:. -tt^^ffs»«!^, Od% ^; 87 ij t«« .fit» Jif- 
|«^jr, c«|l.; Od.; n> .2.3. ; . ' <,M . ... 

r^^Ad l9C|os^ qoi ^ ^oi Iqitfo vpo^^itus babenif referri pöiaront äntn. 
Moosig post orft, ozs Sri, siqujidkoi in illW naralacticam cKdioneia d0^ 
prf;bep4as. Wv^^ 1*^ ^^X oxb df^ . . ^ ^ toj ^j' ^^vihxog, li, f, 

201 criA': Sr« $ri xal xeiyfj «;Ttf/5"€i5 . . ^ ^ toi 6 xan ^Bdiop Cjall. 5;, 

•••■■ • ■ ■■^" •..•'. 

j^^ ## -155: poä( l7i€> semel U. coj» 629 avrao i^jfel nöafpg . • ^ jj? 



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IMTediae bratiöni eodein qao simpIex modo aat i^olae luferuotär 
aut allis particalis nexae, ac nominibiis quideni noo nisi post voca^ 
tivam. IL ti, I9l co ipCP^oi, ij roi xXfj^og ifwg Od. Qj 101: TtjXijLiax^ 
^ tot iyaüif coli. L. ly, 406 ^^ 509. — rpj 306. ^AvtiXox' ^ toi fA6p 
oe coli, (o^ 460 a). Niminim TÖcativos iftxfra reliqaae oratiouis 
nexuin positus eas admittit oratioiys formas, a quibas sententiae in- 
cipi posj^uDt. 

£ proDomiiiibas o et relativem . 0^ bpic junctarae praemit^antar« 
II. /*, 141 : 0« cJ' 17 T0# 4(u^ ^146'. — |1. o^ 378: jov ^ ^.toi xXiog. 
coli. II. ^y 24 Od. fi^ 85: t^^ iJ roi. IL/S> 813: Ti;fi^^ roi wJt^sg^.^ 
dd-ayatoi di ts a^fsa. U^ a^ 237 toi^ ^* 17 toi f^ip Sne/snB coU. c^ 
585. — U. (J, 237 roJi' jy roi txitüp. 

Post particulas inferuiitar haa^idiXa U. cr^ 211 dXX^ ij toiinsoip 
^ coU^ II; dt, 9, 13> 62 w, 45. — IL *> 35 dXX ^ tot mXtkfuf^ 
fiBP. IL xf)^ 838: aAi' 17 r^ toi^ &r«yitf.. IL ^:^ 602 «i;^' 9 toi i'ti^ 
/i^i/ colL U* ly 95 Od. 17 291. — Ji 11. ir 808 ooi ^'if %Oi (jAp iydk 
na^a if Tatet fm$ ^9i ^Xdüüis, ubi tarnen 06I dij toi scribendonfs 
IL 0, 1^11 äXX ij toi PVP /4^ yB IL f, 5iA ctXX' ij toi fiip tavta 



4S4 

crtt"* i^;*4i4- *ify 485 0d« w, 4^7.»— Post f»»^« B; jr> 899''l><9*"9 
r«« eoH. i', 141 f, Ö6I A, 2^v Ö67 Jti 42d i, 258. '-^ 04l 
e, 428; ly* ^ TOt fdr iym. Post vvy dg II. *, 28^' »a*i#^ *M 
fd¥ iym coli. ib. 67. — Post o^ga Od. y, 419 Syp' ^ to# e< 
pOBt e*t Od. «> 24« cfe ^ »ö» i»»*oirff «öll. CO, 432it — Orf. ^,'257: 
eis ^ Töi\)dva4t6vs ijiii i\itutg(9t yairiv • ^^» 

' iBfis fiÖDdbm ad finem perdnctä est häec dife parficutis affirniatl^ 
vis di^sertatio. Sape^est enini, ut demönstremai^, quibüs niödis earitia 
usus aptid recenfibres ab homerioö ]()endeat ant ab eo recedat. Ne 
tarnen terminos huiasmodi dissertatiouibas academicis ' pösitöä nltoiiiiiä 
egrediamor, materiam banc satLs oberem et rem scita iieqaaquani in- 
dignam novae diissertationi sequenti fasdculo inserendae reservabimps. 



Argumentiim primae partis, . . 

i: ' 

De prosapia nominum quae e x^^^Q ^^ Pinta) compohüntur ' 

p. 361 — p. 415- 

1. De loco Aeschyli Agam. v. 1005— lOI^ p. 362. 

It. De usa vocabulomtn x^Q^^ß^^ et xh^^ß^ homerico p. 383. - ' 

3.- De um eorundem rocabulorum altioo p. 389. 

4. De accentu formaram, quae ad ^ x^Q^^^^ pertineot.p. 392. 

5. De reliquis ejasdem prosapiae nominibufl p. 397. 

6. De loco Aeschyli qui x^Q^^ß^^ meminit et nonnallis aliis cum eo nexis p. 403. 

De usu et capulatione partieularum ipiibus disjuneüo aut asse^rm^, 

tio et obtestaUo apud Homerum indicantur. >:^ 

!• De loco Aeschyli Agam. 1069, 1070^ qui hano quaestionem movit p. 413. 

2. De ratione qua diajuiu^tio, afiseyeratio et obteatatio inter se differunt p. 417... 

3. De asseverantium partieularum form», significaiu et origine p. 422. ^^ 

4. De usu particulae tj ejusque juniciuram cum aliis apud Homerum p. 424. 

5. De usu partieularum /n^v, dij et %oi apud eundem p. 440. 



4 



lieber die 



Rhetorik des Aristoteles. 



Von 



L. SpenyeL 



JkbbaBdlungea der I. Cl. d. Ah. d. W. VI. Bd. H. Ibtii. 58 



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tt h e t o r i k des A r f st o tele is' 

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Von 



L. Spendet 



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Chr. A. Brandis Abhandlang: Ueber Aristoteles Rhetorik mitt 
die griechischen Ausleger derselben^) hat mir frohere Untersuchaogen 
ober dieses Werk in Erionertihg gferafen, iind mich, da' nor toq 
der sorgfältigsten PrOfong jeder einzettien Söhrift dieses Aotofs efü 
sicheres Gesammtresnltat zu erwarten ist/^or Wiederattfbafame je^ 
ner nnd neuen PrOfong veranlasst. Dieses W&rkfrat oberdiess den 
eigenen Reiz fOr uns, da es' die Terbreiteste Kon^t des Altertfaoma 
behandelt, tou welcher wir iioch so viele schriMicfae Denkmale 
Ofbrig haben , ssa Vergleichen , ob und welchen^ Einflnss die Behand^ 
lung nnsers Philos/ophen auf diesem Gebiete! geflbi Hat. ' ' 



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•) WiHologns IT, 1. p. —471.'^ 



-'■.: -»i» .1 >-ii ; '. • ■; rV .i.ii, ".. ..-•.'..Uli 

58* 



458 

Da Aristoteles im EingaDge, obschoo ohne Piaton zu oeoDeDy 
die Aussagen in dem Dialoge , Gorgias, zurockweist, so ist eine 
Betrachtaug der platonischen Aeosserongen and deren VerhftKniss 
zur aristotelischen Rhetorik nicht za umgeben. 

Nachdem Gorgias sich als einen Redner zu erkennen gegeben, 
und Rhetorik als sein Studium bezeichnet bat, wird die Frage auf- 
geworfen, was diese sei. Sokrates will nicht verstehen, dass die 
Rhetorik, wie Gorgias aussagt, ein ganz formelles Studium, und 
dennoch ein Stadium^ eine ganz foraietle D<)ctrin und Kunst - und 
dennoch eine Kunst sei; er will durchaus ein materielles Gebiet 
festen Stoff und Gehalt von ihr haben ; was der ächte Gorgias wohl 
so wenig als Aristoteles zugegeben haben würde. Man dicht daraus, 
dass die Sophisten schon dieselben Ansichten wie Aristoteles hatten, 
nur nicht so scharf und geläutert^ wodurch sie dem Piaton Veranlas- 
sung zur Gegenrede gaben; Platous Ansichten zu läutern, ist Ari- 
stoteles Bemobung, der nicht selten auf den Standpunkt zurückkehrt, 
welchen die Sophisten einnahmen, und diesen fester zu vertreten 
sucht. 

fc * ■ • 

Ifiit die Definition aus Plutarch bei Rhet. graec. YII, 33» Arti- 
um Script p. 33: iz rmv lUiovTccQxov slg top IlXartovog FoQylcar 

xvqoQ Sx^vaa nsiSvig i^/iiovQyog h no^xixotg Xqyoiß ne^l navxos xqv 
nQOZB&ivxos^ niczavttx^g xal ov diio^cxc^Xixfis, slvai dk avrijg r^p 
ngay/uctefay idtcep fuiXiara nsQl dUaia xal aduca, äya&d re xcA 
x€cxcc, xccXd T€ xoH ahxQCT aus den Schqften des Gorgias genommen, 
so hat Piaton nur einen Commentar zu dieser Definition geliefert) 
aber man sieht nicht ein, warum hier erst mühselig gefunden werden 
soll, was schon gegeben war, und wie Sokrates als von ihm ge- 
funden angibt, was er doch längst aus den Schriften des Sophisten 



(■ 



« 

I 



459 

$iä fertig, und ToUendet iiatte. AikA »t die srtii^Dge Scbeidoog 
nn^avs^ ntavBvtix^i; uXX oS Ma0xaÄMfs dem^ Platon^/ nicht afaier 
iem Söpbifiiteii unghoi^BmifWBmUohjüehtdt&aa^ wie die Dia- 
Iwtiky^OPliiltaophie, ein Oegeiiisata,. welcher den Rbetoren^ wie Isb^ 
kmtea Aeigt ^ • nicht einfiel. Vieimebr hat Plotarchns die gana^De- 
fiilitieta aiMs der conseqaenten Entwiefclang des platotiifircheD Dialogen 
gioh to^fammengestellt und dem GoFgias in den Mond gelegt; deif 
Atiadrack ns^i mxPTogxov n^B&fyrog kennte, wenn er ihm nicht ander» 
Woher schon bekannt war, ans p. 4* 24. 27. Bkk. geholt werden'; 
Anderseite kann man eben so gewiss aeyn, dass was Gorgtas inbeir 
den Charakter der Rhetorik sagt, nicht erst nenes gesagtes, von 
Platon ihm geliehenes, sondern allgemein gekanntes nnd in Schriften' 
bei*eits terbreitetes isf. Beaditeuswerth ist p. 15. Sat$g ay noXi^ 
'ihxog -^vXXoyog ftyptirmj eine denttiche Beziehung auf h noX^nxoit 
JlSfotiy ci^ca usnm cfvilem, ciTÜes qnaestiones **j. Die Bezeich«^ 
riüng nsi&oifg ifjfuovQYog ist ron Isekrates gebraucht, und dieser, der 
Altere, hat ihn gewiss nicht yon Platon entlehnt, er war schon Tor 
diesem technischer Ausdruck. Die alten wollten oberreden, d. h. 
den Zuhörer durch Rede zu dem zwingen, was sie beabsichtefen, 
dieses war ihr Ziel'*^*). Das Wissen wurde vorausgesetzt, und 
da es hier die allgemeinen Ideen waren, ro Jffxa&or, ro xaXdt^j rd 



*) Derselbe Unterschied wird auch Theaetet p. 301 gellend gemacht, woraus 
man gleichralls schliessen kann, dass er Eigenlhum Piatons, nicht der 
Sophisten sei. 

**) Foss de Gorgia p. 41. Quintil. 11, 15, 5. 

V*) Selbst Arist. Ethic. Nie. III, 5. ßovlevofie^d oy nsgl rßy teXäv aXla 
mql twy nqhg %a tiltj, ovti y&Q latfig ßoDXeverai ilvyidau, otive 
i^fjte^Q el netcBi. Qiintt II, 15, 10. Afhd^rs in ^er Rbet. I, 1. 1355 
b, 10 — 14, wo er gleiohrallg beide Doetrinen inerbiiidet 



400 

^l/^f^w^ aii4r deren (Begeisitae p* 29y also gerade -das, igrw U« 
halt der drei Genera; deaArbtotelea iafv dia x&McA'itmouxiy so kM»^. 
ten die Si^istra um so leiobter daraber weggehea^ ala jefletf daife 
sobon za wi«wn glanble. p» 32f 79. Aadi bieiaos siebt nan, dsaa! 
die altea Sophisten die Rhetorik als eine. Form bebandelt nnd ba^ 
trachtet wissen wollten \ aber es sebeint bei ihnen mehr als daakr»^ 
)ed Gefohl geherrscht zvl baben-^ das darck Aristoteles aar klafea 
Kiosicht gebracht werden miisste. Sokrates nimmt als Lebensfrage^ 
dass der Redner das Gerechte kennen nnd wissen mosse» und fohcl 
durch lüdnktion den Beweis, dass der Redner gerecht sei, der Gesp 
Mchte aber nicht unrecht handle, folglich der Redner nie qageredii 
handle und spreche. Hierin liegt ein Hauptbeweis Piatons p. 25—^82^ 
134, der widerlegt werden mosste, wenn die Folgerung, dass die 
Rhetorik keine Kunst sei, nicht wirklich Gehung haben sollte, und 
Aristoteles widerlegt das Argument in seiner Art trefflieh durch dia 
ihm so oft zu statten kommende Homonymie der Sprache ; auch in der 
Philosophie sei dasselbe VerbAltniss, aber dort werde nur, wer dieaa 
redlich betreibe, g4i6aog>og genannt, wer aber in unedler Absicht 
sich au sie wage, als ooyMJtjg von ihr ausgeschieden; dagegen haha 
die Sprache für die Rhetorik nicht eine älmliche Terschie4ene Be« 
sbeichuung, sie bezeichne den, welcher edel und upedel davon Ge«-: 
brauch mache, kurzweg mit den Namen qijtcoq. Dass es eine gute 
Rhetorik geben könne, läugnet auch Piaton nicht p. 12, 3, 126, 
130, aber er hat die Erscheinungen seiner Zeit, wie sie sich im 
Staate geltend machte, vor Augen, und konnte dieser weder rich- 
tige Einsicht noch guten Willen zuerkennen. 

Das besondere Hervorheben der Bemerkungi dass die Rhetorik, 
strenge apfgefasst, keinen eigentlichen Inhalt ausser dem Reden 
habe, d. h. rein formell sei, scheint gleichfalls durch Piaton hervor- 
cerufen, da er ihr den Namen einer Kunst anoh dessweaen ab- 



wf^iicbif weil sie ähren eigenen IbbAll iäcbt keave. p. 40; il8»' Ail- 
kleiele» mmM did ftfaetorik m eitieiii;. Göivekite' Aer DiAleetik ^M^ 
CTQ090S TJi iwXBXTucfjj die iät aber Tjelmeliv dMse^Mlbi«^ mA^ dMb 
deren Gegenstand nicht das ditj&ig, die Philosophie, sondern das 
iMoSop^ iit^y Gegen die Art demnaeli wie Jiier die Rbtftotik be- 
iMotdelt "vriid^ warde aoieb Pläton niöfafesi eiii^iADWtedini JNrben^ 4iii 
laage^ isi« Uosr a»f Et^i^iing ideil Geg^eMhOideiiy ^^^^^ 
^6y , ' getidbiet ht niMl die nten^g ^r' odi^ m# i^t; anfiadhidiü 
ififtr^bt; ja selbst ntehty wenn liier wie er ea ao vw^fligHeh vemtdi^ 
-den Mensobtn^ in eteinem innei^ten avfenrottehi nnd* tÄ rabreii aaeUl; 
denn daas äaeh dieaea nur %\i aelaem besten geacUMil^ ▼emtebt iEMb 
"Von selbst; ^ine Anweadang seMn-aebleihtM änd Terderbliäben wardp 
nicht dbm StadioM and der Ebetorik selbst «ar loat md KÜige 
fallen y sondern dem Individauni, das von dieser Swa^ug seUeefalAi 
Gebrauch mache, wie Aristoteles I, 1. p. 1355 b, 2 lehrt, und 
«c^da Oorgias' bei Platod p. 24, 171, w«itIftofig aber labkraies im 
Nikakles S« 1^ 9 and to der AatidivsSa- S* 251 aeqq« aaöbgaiti«^ 
aeii bat- • ••* *- :•>'*'» 



i'V 



Wenn aber aaeb Arisfoteles bei ddr-Atty wie Platoa im Goti|iaa 
von Rhetorik spricht, wo er Ton ihr als einer durchaus schlechten 
Praxis redet, gleich ais wäre eine bessere nicht möglich, obscbon 
beide Philosophen in der Saebe YolIkomttieQ Abereiostimmen, ab 
gerechtfertigt ersdieiaen mag^ daJüa er gegen diese Ansieht au%e* 
treten ist und sie leise berührend ^^nrOekg'ewies^n hat, wie kommt 
es f däss er von einem andern platonischen Dialoge, welcber seiner 






*y ArisM. Rhc». I, 1355, 14 , wo er das wts Inball der Rhetorik ofioiop 
iXfj&ei a. Iy(^fö9 nennt. So trat sdien Plato «Ite BeBiisming gegeben 
Theaetet p. 301 seq. (204 SInpk.) *^ . ' . . . ^ . • 



4ß» 

Tondenz weit nftber »teb<^ «od (iefl^r ui die Sache eiiigeht*), gto|Vr 
UchUttgaqg niniml?' denn nirgends iat^ wie aof dea Gkiir|pk%8y M.maf 
dea PhAdroa eUie Hioc^laog za «rkenoen. 



- * 



Ia dieaem Dialoge aemlich wird ^ uacbdeai «eiirere Aeden ge-* 
balteo worden y die Uateiißucboog tqd dem praktiaoben aof daa^Qe«^ 
4nel dea tbeoretiacben gefübrt^ ond die Frage aii%eworfeo^ ob nati 
^oberbaopt etwas scbreibea solle, was Sokrates, da Pbaedms ea 
▼troeint, weil die besten, ond grössten StaatemAtiner nichts acbriebßiit 
dennoob in Schatz nimiaty es komaie nor dar#nf an richtig a;o sqbreibem 
and in diesem Abschnitte, Ti& d Tf(6nos %ov xaJUis re xal fjuq yQ49^^ 
p. 64— 97 (258—274) ist Piatons Lehre, wie die Rhetorik aein 
mtlsse, wenn sie anders etwas von Bedeatong kisten wolle» ni^r 
.dergelegt 

Der Redner moss von seinem Gegenstande , den er behandeln 
will, eine ToUkommene Einsicht haben und das wahre erkenneq, 
nicht so wie die Rhetoren sagen, man brauche nur ra eixora^ nicht 
rd ä^&ijj um zu seinem Zwecke zu gelangen*^). Wollte man 
jinch annehmen» die Rhetorik setze die Kenntniss des Gegenstandes 



*) Ef ist dne richtige Bemerkvng, die im Ciarke^schen Codex steht p. 338 
Bkk., dass die Lehre über wahre Rhetorik im Phaednis, über die ge- 
wöhnliche aber im Gorgias liege: Sei de yivdaneiv Srt ^r^^t fiiv t^g 
hr^ixyov ^fjTOQixijg iv 0ai6(f(p diaXafißavu, ne(fl de xijg drjfiwdovg 
xai xoXaxix^g ivtavd-a. 

**) P. 66 oiftwal ftefl tovtov axijxoa, c3 ^lle ^wxQateg, ovx elrai 
avdyxrjv %^ ^iiXovvi ^t^voqi eaea&ai %ä ttjf op%i dlxaia ^avO-dveiv, 
diXa %i do^avza Sv H^ij'9'ei otneQ dixdcova$p^ ovta tä 
ovtwg afa^a ij xaka, aiX Saa do^er ix tovttav yif elvai %d 
nel^eir, alX ovx ix t^g dXij'd'eiag* 



463 

voraas, so dass keiner sich ohne das tirahre zo kenneo, an dieto^ 
ttiächey so gebohre doch nicht ihr, da sie nur noch ouwesendiches 
fakheosetze^ der Name einer Kanst^). IJebrigens sei sie nicht/ wie^ 
maa gewöhnlich angebe, anf das /^rop dixctpucov and äfjfj^fjyoQixop 
beschränkt, sondern umfasse alles, was in das Gebiet der Redie 
fftilt, sei ganz formell **). Der Redner mass genau Bescheid wissefn' 
Von dem, was leicht controvers werden kann, and wegen Aehn^ 
lichkeit verwechselt zn werden pflegt. Die Begriffs des dtxaiov and* 
Sd^xop, aya&dr nnd xaxSpy xaXöy and aiaxQov sind verschieden and 
obschon keinem Menschen ganz anbekannt, doch nicht so bestimmt, wie 
ftossere sinnenf&Ilige Dinge, Gold, Silber, Kapfer^^, daher' als ab« 
strakt bald so, bald andere betrachtet; das mass die Rhetorik scharf 
trennen, and der Redner genau wissen, ob das, wovon er spricht. 



*) P. 68 äaneg yäq aKOveiv doxa %iväv nQoaiortwv xal 6iafia(j%VQ0fiir 
vwv Xoywv o%i q>av6ava^ xai ovx eoti %ix^7j aiX azsjyog zQißij* %oy 
de kdyetv, q>7iaiv o Adxtav , etvfiog tix^rj avsv tov äkij&eiag ^g>d^pti 
ovv^ taxiv ovie iiij noS^ vaxBqov yivrjtai, 

**) F. 70 ovx aqa (aovov nsQi öixaari^Qid t€ iaziv ij dvviXoyiK^ xal neql 
ÖTjiiitjyoQiav , aXii wg eoixs Ttegt ndvza %a Xeyo^eva fiia Tif 
'^^X^^f ^^i^^Q eaziv, aurt] av ^rj y tig olog t^ iatai nSv navti 
ofxoiovv Twv öwaxGv xal oJg Swarov, xal aXKov ifioiovvtog %al 
dnoxqvmofihov elg q>wg iiyuv. u. p. 69. 94. 102. Also waren bis 
dahin nur zwei Genera, das dijfitjyoQixov und dixavixov, aus andern 
Angaben wissen wir, dass Aristoteles zuerst das inidsixrixdv gesetzt 
hat; die Species t6 xakov und aiaxQov waren wohl bekamit, aber nicht 
ansgesehieden und als Genus zusammengesetzt. — Uebrigens aus diesem 
Grunde eine Verbesserung seiner eigener Ansicht, die er im Gorgias vor- 
getragen hat, zu erkennen, und daraus auf spätere Abfassung des Phae- 
drus zu argumentiren , wäre vergebens. 

♦**) P. 73—7. 

Abhandlungen d. L €1. d. k. Akad. d. Wim. VI. Bd. IL Abtb. oW 



m 

ein xaXotf oder aioj^qov , eia dlxatov oder aiixoy ^ei ; .er maw c|iy^ 
äiufißf]Tfja$/ia genau kennen, und was. von seinem . Gegenstande dih 
für und dagegen gesagt werden kann,» auflCindeu, eben so die I>e- 
finitio und Divisio *) , die Si^aiQiaaig und away^Y^^y die ^Qalyi»9 
und Synthesis inne haben; das aber lehrt nicht die Rhetoii|(, son- 
dern die Dialektik ; zieht man diesem scharfe EindringeUi Begreifen^^ 
AufTassen des Gegeu3tandes von der Rhetorik ab, was bj^eibit ihr 
noch Obrig, als der Mechanismus e^nes Exordium» einer Narrati^o 
und ähnlicher Dinge? hat sie das wahre nicht, so ist sie an sicii 
schlecht; hat sie es, so ist dieses nur aus der Dialektik, gehört 
also in diese, und ihr bleibt nichts als die äussere Verzierung und 
Einkleidung, welche keine Kunst ^) genannt zu werden rerdient? 

Die Erkenntuiss des Gegenstandes aus der Erkenutniss des<( 
Wabren, Guten uud Schönen, durch die Dialektik oder Philosophie 
erreichbar, ist also das Wesentliche, wonach jeder streben niuss; 
da aber Verhältnisse des gewöhnlichen Lebens eine Mittheilong mit 
andern erfordern, während philosophisches Studium sich selbst ge- 
nügen kann; so bleibt for die Rhetorik noch ein neues Verfahren, 
welches Aet tpMaoipog leicht entbehren kann, die i/^/aj^a>j'/a***), 
dieses ist die technische Seite, so wie jenes die wissenschaftliche, 
die Kunst die Zuhörer au sich zu ziehen und die eigene Ueber- 
zeugung ihnen beizubringen. Also eine Psychologie, die verschiede- 



*) p. 78—80* VergL Arist. Bhet I, 6. p. 1362, 6, 30 

**) P. 80» n&g q>^g; nakov nov ti av «lay o Tawwv anokBiq>^iv ofnog 
vex^t] i,aßßdv€Tai; es sind dieses nur Einleitungen zu dem Studium, 
nicht das Studium selbst, tä n(^6 %fjs vix^ijg p. 83-^6, gleichsam wie 
die Progyronasmata. 

*♦») P. 69, 90, 94, 102. 



. ' » 



m 

6^ Naturelle 9 die Neigungen, das Streben der Menseben kennen 
ztt lernen, und diesen die Reden anzupassen^, ferner sebaifer 
Blick, um bei der flandfaabung und Anwendung dessen an dem ein^ 
z^nen niebt febl zn greifen ^, etodücb das richtige Maas und den^ 
geeigneten Moment zu erfassen, sind wesentliche Bedingungen, den 
ZirtiAv^er zu gewinnen. Zur Rhetorik wird demnach wie zu andern 
Dibgen, wenn' einer Tüchtiges leisten soll, natoriiche Anlage, (fv^Hg) 
theoretisches Studium (rix^tj) und sorgföltige Uebung {jMXitti) ge- 
fordert*^*). 



*) P. 90. ineidfj Xoyov dvva^i^ xvyxavu xpioxccytoyla ovaa, tov fiiX- 
lovTü^rjTöQixdv eaBad^at iviyxrj eUivai tpvx'fj oaa eTdrj l^et* i&rii 
ovv %6aa xai Toaa, xal loia xai rola, o&ev oi fiiv zoiolde, ol de 
toiolde yiyvovxai' tovrtay öe d^ öirjQTjiiivwv , Xoywv av %6aa xai 
zoaa ioTiv eXörj, toiovde txaavov' o\ ^iv toiotde vnb tüv voiwvde 
koytov dia t^väe %ip alviav ig tä zoiade evneid^eig, ol de zo^oiSe 
diu Tciöe övaneid'alg, 

**) ibidem del öfj tavta \yutvmg vorjaavxa fiezä raSta &etofie90v avzä iv 
Talg nqa^eaiv ovxa re xai n^otttofiepa , 6^i(ag ifj aiad-ijaei dv^ 
vaoy^ai, inaxoXovb^elv , rj firjdi eiderai. ma nkiay aitwv wv xö%e 
^Kove loyatv ^Tviav otav di eineiv %e \xaviag ^ olog vq>* otiov nei- 
x^erai. naQaytyvo^evov di dvvarog ^ diaut^€tv6^e»og kavttf hdeix- 
vva&ai o%L nvTog iari xai auTTj tj ^pvctg, neQi fig tote ^aav ol 
koyoi, vvv eqytf naqoS^ä ol rj ngocoiareov tovade äde %ovg koyovg 
ini xfjv tävda neiA^ci — xaUta de rjjdrj naißx S^ovti^ nQoalaßom 
xaiQovg %ov note Xexxiov xai inia%e%iov^ ßQOXvXoylag te 
av xai ikeivoXoylag xai detywaewg exaaxiav %e oa av eXdrj fid&rj X6- 
yonf vovxtov tijv evxaiQlav xe xai axatgiav dtayporxi, xaktSg xe 
xai xeXiopg iativ i} %4%inj anetqyaoiihnj f nifoxeqov ^ oii* akX^ o xi 
av avxwv xtg iklelmj Xiywv rj didwxtäv tj yqatpwvj g>ß de xixvy U- 
yeiv, 6 ^ri neid^of^svog xgaxA. 

***) P. 86. xo ^ev dvvao^ai w Oaldge waxe ayi^vi^x^ p/^i/eov y^ia^ai, 

59* 



400 

Das sind Matons ADsichteu ttber die Rhetorik, er selbst' hieU 
es nicht der Mohe werth, dat er nach höherem strebte, «eine Aasfbb* 
mng za geben; Ton der Knnst jedoch, die verschiedenen Seiten des 
menschlichen Herzens zn erkennen, finden wir eine ansgezeichneti^ 
Probe in den Bochern' vom Staate, wo die Terschiedenen vei^hlten 
Staats? erfassongen ans dem Charakter der yerschiedeoen einzdnev 
Individuen erklärt und diese scharf gezeichnet werden:^). Die Bo-» 
arbeitang der Rhetorik nach diesen Gronds&tzen blieb dem Aristo*^ 
teles flbrig ; wer sollte auch in dessen ausführlicher Lehre der näO^ 
und ^St] II, 1 — 17 die tpvxccycoyia des Piaton verkennen? in welcher 
er die Menschen nach Aller und Stand sondert und das EigenthQm- 
liehe bei jedem hervorhebt, die Affecte aber nicht blos nachweist, 
wodurch sie entstehen, sondern auch wie der Mensch dazu kommt 



ehos^ Y(J(og de xort avayKoiov, e)C€iv ßgneQ raXla' ei fiiv aoi 
vnagxet cpvaei ^rjTOQi^xtp eivai, eaet ^i^t(oq iXXoyL^og^ ngoalaßciv 
iniazfjiiriv %e xal fieXiTtjv' Stov ff ar ikXlrttjg Tovv(aVf tavtrj 
üLTelYjq eaet. Das kündigt sich nicht als ein eigener, von Plato zuerst gegebe- 
ner Gedanke an; Isokrates hat ihn in einer seiner frühesten Reden xava 
aofiazdiv %. 14 — 8 in Beziehung auf Rhetorik, gewiss nicht aus Piaton., 
angewendet, und später eine ausführliche Schilderung in der Antidosis 
$. 180 seqq. geliefert; trügt nichteine neu aufgefundene Notiz bei Gramer 
Anekd. Paris. I, 171, so hat schon Protagoras für die Ethik davon Ge- 
brauch gemacht: ort iv zto imyqaqiOfievff fieydXq) hoyif 6 JI^wvayoQag 
eine q>vaewg xai äaxi^aewg didaCKakla delta^, xai and veozrj^ 
%og de aq^a^evovg del ^avd'dviav' ovx Sv de eleye xomo, ei avTog 
oxpifiad-ffg fjv wg Mfii^e xai ekeyev *Enixovqog negi ngwtayogov. 
In den peripatetischen und stoischen Schriften ist häufige Erwähnung die- 
ses Satzes , zumeist in Anwendung auf die Rhetorik. Cic. pro Archia init. 
Aristid. n, 153. Rhel. gr. IV, 40. Y, 610. 

*) Polit. vra, 379 seqq. 



4«f 



und gegOD wen er diese änaaert.^) DieErkeontniss des Gegenstail- 
des aber M auf die von Platoo genannten Ideen, das xaüdy, dya&dvif 
dCxmop zurflckgefohrt y deren Topik ansfflhriich nachgewiesen nnd 
damit das geleistet was Piaton gefordert hatte« Aristoteles selbst 
gibt nicht undeutlich zn verstehen, dass er zner^^t diese Rhetorik 
za einer Knnst^ ^^X^^ erhoben habe,, denn das Syt^x^op von ihr 
liege in den ntauig und diese habe er sorgfihltig nnd grandlich ans* 
gelM-beitet; was seine Vorg&nger gegeben hätten, seien nnr Neben- 
sachen {nQoa&^xai)i aoch kann sein Werk nicht mit Unrecht, eine 
Philosophie der Rhetorik genannt werden, zom richtigeo Yerst^nd^ 
niss dieser anentbehrlich y wenn auch for den angehenden Redner 
nnd Anfänger weniger geniessbar; aber jucht selbständig ist diese, 
wie er am Eingänge zn sagen scheint, nicht ein Correlat der Dia^ 
lektik, sondern auf Kosten der Dialektik ist sie herrorgehoben, oder 
vielmehr, wie Piaton schon andetftete^ diese selbst ist sie in ihrer 
Anwendung auf die gewöhnlichen Verhitftnisse des Lebens; aech 
Aristotdes kann nicht umhin, bald naehher die Rhetorik nur uia 
&D Answücha oder Nebengescbossi der Dialektik zu erklären ^)«. , 



Verdankt aber Aristoteles, so wenig es anch beachtet worden 
ist^^^), dem platonischen Pbaedms so viel, warnm obergeht er 



*) 11^ 1. dsl di dkaiQBw %a tcbqI %xaa%ov elg tqia' Xiy(a de olov neqi 
oQytjg, ndig re diaxelfisvoi oqylXoi, elal, xal %laiv eldd^aaiv 
OQyl^ea^at, xat enl novo ig* ei yaq to fih %v rj tä ovo ej^ifiev 
TovTtov, anavTa de fii^, dövvatov av eVr] xfjv oqyfjv ifiTtoielv, ofiolwg 
de xal ini twv akktuv, 

*•) Ij 2. p. 1356, 25. Säte trvfißalve^ t^v ^tjtoqvx^v olov naqaq>vig 
, Ti Tfjg diaXexTix^g elvai xal t^g ne^l ta ^&r} ngay/iareiag ijv 
dlxaiov iati nqoaayoqeveiv noXitixrjv. 

***) So viel ich mich erinnere, hat Schleiermacher m Scjbjiuftie seiner Einlei- 



468 

dleken stillscbweigend, itls wäre er ihm unbekannt geblieben? ttM 
vielleicht auch dieses als ein Beweis der Animositftt gegen seinetf 

Lehrer gelten? 

... , 

Ich denke nicht; es findet sich keine Hindentong aaf denPhft- 
dms, wie aaf den Gorgias, nicht, weil er ihn nicht kannte oder 
dessen sich nicht erinnerte, sondern weil er mit den dort niederge- 
legten Principien yollkoninien einverstanden war, also nichts ^m^ 
gegen zn erinnern hatte; es ist idber in seiner Art, mehr, wo er 
etwas zn berichtigen hat, darauf hinzudeuten, als was ändert 
richtiges gesagt haben, hervorzuheben, ietzteretif dann zumeist, wemi 
es auffallend und gewAbnlichen Ansichten entgegen, aber deswegen 
nicht minder wahr ist. «Da die Angaben im Gorgias leicht niissver^ 
^^tandeti werden konnten, schien es ihm geeignet, sich ebenen Weg 
zu bahnen ; Aristoteles wurde auch ohne Yorzeiefanung Piatons sicher 
denselben Gang genommen haben ; das Bedeutsame liegt vielmtfak 
darin, dass die Beredsamkeit aus däu engen Schranken der Rhetoreh 
heraustrat, und von höherm Standpunkte aus, nicht wie bisher ont 
dem Zwecke Recht zu behaupten, sondern die Sache gründlich zu 
erforschen und oberzengend darzustellen, von diiem Philosophen 
behandelt wurde; denn neu waren diese Dinge auch nicht in den 
Schulen der Rhetoren und Sophisten; die Natur selbst wurde hier 
wie überall die richtige Führerin, aber jene arbeiteten dem künftigen 
Redner in die Hand und suchten ihm sein Handwerk leicht zu 



tung zum Phaedrus zuerst darauf aufmerksam gemacht: ,,über den zwei- 
ten Theil des. Gespräches ist nichts mehr zu erinnern, als dass er, wenn 
auch nicht vollkommen benutzt, dennoch der Ursprung jener bessern Rhe- 
torik geworden ist, die vom Aristoteles, der diesem Werke viel verdankt, 
ihi^en Anfang nimtnt.'^ '• ' 



m9 



Himrhen^: die;,P)üb>^opben js^b^ii nur nof die Sacbe^ oichl; anC die 
1?9Kon QMd 0|Ddea t^ich, bald, .^ ein^m ibr^m St^ditun benacbbarten 
Boden, Betraobteu wir die RbetQrik des Anaximeoes, welche jdea 
Charakter der VorgAoger de^ Aristoteles suinltobs^- darstellt, so fio- 
den wir einen groi^sen Tbeil des Bocbleins deq veraobiedeneo Ar$eii 
der Beredtsamkeit und was allen gemeinsam ist, gewidmet; auch 
er beginnt mit den xoival ^vam oud. rs^^a xe^dia$cc^ begnOgt sich 
aber sie zn berobreu, da. wir. sie von selbst schon wissen^)., aie 
dere mochten anders wohin verweisen**), wie ja auch Aristoteles 
nicht umhin kann, den Redner zu den einzelnen Disciplinen in die 
Schule zu schicken, um von daher Wissen und E^insicht zu holen. 
Die na^ bat Thra^ym^chus angegriflfen***), die xer^i^oi Gorgias be- 
arbeitet, und auf diese deutet Isokrajtes wiederhol! in seinen Reden, 
bin* Der ..Unterschied lag also in derBeh^dlung dessen, was man 
als integrirende Theile der Rhetorik betrachtete. Beide, Platon 
und Aristoteles, waren der Ueberzepgong^ dass was die Sophisten 
und Rbetoren geleistet hätten, ungenügend und mehr i^(ß %ov nQay- 
/jtßTog wl^*e» aber .auch in dem wie dieser Gfegenstaud besser be- 
haudelt werden solle, konnten sie, da sie als Philosophen von den- 
selben leitenden Principien ausgingen, nicht abweichender Meinung 
sejn, wenn man auch immerhin zugeben mag, dass biebei Piaton strenger 



*) Cap. 2S,'kaiyAQ to dUäiov xai ro xaXov xaltb av^q>iqbv xal tot 
XoiTtd aita re {^avtniT) l'&^ev S i&ti xori S&ev ctitA'nolKä 

**) Die Stelle im plal. Phädrus p. 68 aQ^ ovv — tixvr], dass die Rhetoren 
die genaue Kenntniss des Gegenstandes nicht verachteten, sondern vor- 
aussetzten^ ist der Art, dass man sie als eine von ihnen gegebene Ver- 
theidigung halten muss. Vergl. Schleierm. p. 394. 

♦♦♦) Phädrus p. 82. 



470 

verfnbr and ibm Aristoteles selbst sich mancfamal aof die Seite der 
Sophisten zu neigen schien« Man wird also in der Einleitung des 
leta^tern die etwaigen Beziehungen auf ersteren -^ meiner Anskdi^ 
nach mehr um einem falschen Verständnisse Piatons zu begegnen^ — ^^ 
nicht hoch anschlagen darfen. 

Aristoteles hat nach Obereinstimmender Ueberlieferung in Athen, 
and wenn die Parodie des Euripideischen Verses 

nicht eine witzige Erfindung späterer ist^), vor seiner Rockkehir 
aus Macedonien zu Lebzeiten des Isokrates und gegen diesen Vor^' 
träge ober Rhetorik eröffnet. Ich halte dieses nicht for on wahrschein-* 
lieh, da er so gerne — hierin dßm Plato nnähnlich — Anwendung 
der Philosophie anf das Leben machte , nud nirgends besser a\a 
hier bei dem Einflasse, welchen Beredtsamkeit Obte, dieses darthon 
konnte. Der beschränkte Isokrates, der sich als den Lehrer von 
ganz Griechenland hielt, nmsste dieses als einen Eingriff in sehi 
Gebiet — ^$Xoao^ia — betrachten, zumal sich annebttien lässt, daäs 
gerade die tochtigsten Jünglinge , nachdem sie das änssere und for- 
melle bei ihm gehörig erlernt hatten, durch die philosophische und 
geistreiche Methode des Aristoteles sich angezogen fühlten, und 
immer mehr diesem zu, jenem ab sich wandten. Auch hat Aristo- 
teles, wie wir in seiner Rhetorik finden, so gewiss auch früher im 
mündlicben Vortrage das Verdienst des Isokrates als eines elegan- 



*) Matthiae fragm. Eurip. IX, 286 denkt an einen andern Aristoteles^ den 
Sikulus, der gegen den Panegyricus des Isokrates geschrieben hat^ — • 
dessen Zeit jedoch ganz unbekannt ist. VergL Meyer ssu Quintil III^ 
1, 14. 



4U 

4011 ' und dorgfi^Uigeo RedeirerferligeiB. nicht verJk«iiD<^ «ud ihm d«r^ 
lAüfige Apfobriiogeii tod Beispielen aus seinen |U4eiik allß Oereqbr 
iigkt^t widerfsluren )ws^ .' 



'f -i . ,t 



Interessant ist, was dieser in seinem Panatbenaikos §. 16t— 34 
erzählt^ in welchem ^r, wenn nicht den Aristoteles selbst^ wenig- 
stens Aristotetiker ans dem Lyceum angreift, oder, wenn man will, 
gegen sie sich vertheidigt. Sophisten seien es, welche seine Reden 
immer als Muster anfahren, und daher anch ihren Lebensunterhalt 

f • ' ' ' * ■ \ r 

ziehen; oXures ovtb ^qocZ^^p ovdiv fi^Qog ^xo^tsg rotg fucSfjzmg rdip 
d^fji£y(ü}P vTt" i/Mv Tolg r€ Xoyoig naQuistY/idcai /^co^^j^o« zoig ifAotg 
xal twyrsg itrievSsy roGovzov diovai, x^Q^^ f/^u' rovxoip, cSar* ot/J* 
äfisXafp ilj/iaip id-iXova^p aXX äst ti yiXavQOP ns^l ijnov Xäyovffw. J}^a 
wichtigste aber ist $. 17 — 9 enthalten: 

• fMe^y &6 nQo twp IIctpa&i]Pät(aP rät^ /Meya^^of^ tix^f^^p Si 
ävrovs" dnarrtjaetyr^g yA^^r^^ /mos tdip imtij9titap tXeyop iSs iy Tip 
jivxs/ipavyxaS'^o/jisyoiZQeTg ^titra^ng rwp dy€ j^teimp a o^ictcSp 
xal nüptu f&ifx6pTV9P eid^pai xeci rax^opg nartaxov ytyyi- 
ftfpofy dictXiytHPzo nsQf te zwy äXXmy noHitwp »al rijg ^BmSiüt xai 
Tfjg '0/Lii]QOv noNjasiog^ ovdky fiip naQ^ uvz&y Xfyopz^j ra 9 ixetptbp 
^ccipcpiovPTsg xal zcUp tiqozs^op äXZoig ziolp si^/tipiop za /er^i^cxrcrTcr 
ftyfjfiopsvopzsg^ dnöde^ccfAipo^y &k rwp nsQ$Bindita^ rtjy dietzQißi^y 
ävzäy tpcc top toXfifi^otatoy inix^^^^^^^ ^t^^ d^aßiXXeiy 
Xiyoy9^ (og iyio napzcop xazccy^QOPiS zwp zoioittop xal zag 
TB ^iXoooipCag zag twp äXXcop xal Tag naidetag ändaag 
äpaiQto^ xal y>tjiL$l jidpzag X9jqs!p nXijp TOvg fiBzsaxtjxözag 
T^g i/Li^g SiazQiß^g* zovzwp J^ Qfj&(pzwy äfjdaig zipag twp naqöp^ 
T40P dutzad-iiyai n^og ijfAag* 

alles folgende be;2^iebt sich als Abwehr des hier vorgebrachten auf 
diese Worte. Dieser Lyceist, er n»^ geM^fesen jseii)^ ,^ei; er will, 

Abbandlungcn der I. CI. d. k. Ak. d. Wisf. VI. Bd. II. Abth. 60 



^72 

kätie so unrecht Dicht, aud den Isokrates riebrig^kannt Der Sache 
nach könnte man wohl sdbst den Aristotdes Tersteben ^^der Zeit 
nach aber — es war etwas früher als ihn Philippm als Erueber 
seines Sohnes nach Makedonien rief — * mOsste man annehmen, dass 
er IO894 nicht in Mytilene geblieben, sondern, wie an sich glaab- 
Iich ist, nach Athen gezogen nnd von da ans nach Makedonien ge^ 
gangen sei. 

Doch sei dieses anch nor eine Möglichkeit und eine ferne lie- 
gende Vermothang; es findet sich imisokrates noch eine Andeatong, 
welche in ihrer Beziehung anf nnsern Philosophen gar keinen Zweifel 
abrig lässt; da aber diese Angabe nicht in den Reden, sondern im 
fünften Briefe an Alexander steht, so ist die Frage, ob die Briefe, 
nnd namentlich dieser Acht sind, oder wie es in diesem Fache der 
alten Litteraten so häufig ist^ wir nor das Machwerk sp&terer vor 
ans haben, welche sich in den Charakter: und Geist des Schreiben- 
den mit Tielem Erfolge hineinzuarbeiten verstanden haben. Der 
Brief ist ganz in der Weise unseres Redners, dass es wirklich 
eines recht kündigen Mannes bedurfte, um so tief in die Denkweise 
des Isokrates zu dringen^). 

Das aber kann man nicht phne Grund einwenden, wie Isokra- 
tes dazu gekommen, wenn er dem PhlUppus geschrieben, damit za- 



*) Ich halte die Briere des Isokrates, natürlich mit Ausschluss des zehnten 
und letzten, für acht; den spätem war Denk- uud Sprechweise des Iso* 
krates nicht so bekannt, dass sie einen Brief, wie der an den Archidamos 
fingiren konnten ; dagegen ist es natürlich, und er sagt es irgendwo selbst, 
dass er mit dem Gedanken, der die Seele seines ganzen Lebens bildete, 
die Griechen zu vereinigen nnd sie gegen die Perser zu wenden, sich 
an die Lacedaemonier wandte. 



4T« 

l^eich eia Briätcheu a&döD jnbgM Afexander beosategeo, ak wftra 
er r sein bbkaooter KVeondy -^h. er. der iho : nie ige^ebeii m^ wobl 
weidg ton^ ibnivg^bör^ hatte -^ niid;ihii ton den Sto^dium der Pbifi 
leädpkie ab; und zu einem eifrigen Betreiben der Rhetorik anznziebisiii 
denn^ etwas andereä will denn doch der lobalt joicbt ^ageti^ Dm^ 
der Tad^ eigeitlieh gegen Ari:$totele9 gerichtet . a^i » .bat «aerat; 
St. Croix^> lichtig ierkannt; Isokrate^ mochte es wohl — r .pbi^c^^m 
er viel zu alt war^ oin einem söldien Anite zo genOgen.t .weuipL:ici 
auch wirklich fähig gewesen wäre — unangenehm berohren, dass 
jener als; Erzieher des Alexander too Pbilippns bernfen war^ und 
sich weit tochtiger und geeigneter » dazu bftlt^ } hatte er doch ein^ia 
Nikokied Lehren in der KuDs4 d^r.Regiepong igescbriebefi, wd'wiH'ei 
«Ol viele /Tornöhme Jflnglingei nach Atbea gewandert^' mn seinen Ua? 
terricbt zu gemessen I Je weniger Isokratie^ $xkph. mt ein^n Kmiki^o 
von dem ftcht philosophischen, tief ibrschendeH und «U^s umfass^iiNr 
den Geiste des Aristoteles balle fitid ihn* An, WflM^digep im Stande 
war, tim so mehr mocht« er es als einen nnyerzeililifiheii Fehlgriff 
der. Pftdago^ halten ^ dass ;nian obieo^ tfüf^ aysXata^y aofiatm xq^ 
7uiyt0 ^aaxoyroßy ud^vca dazu, ernluuit, und, nicht einen deri^^igq^ 
oder geradezu ihn berufen habe, der mit etwas magerer und selbst 
zweideutiger Moral, wo Begriffe fehlten, alles durch Worte in zier- 
lichen Formen ersetzen zu können glaubte. . 

- • .••:.-..:■• V ■ ^ . 

Von dieser Seite . betrachtet , mag also der Inhalt des Briefes 
mcht nawahrscheinlicb gelten^ und auch die Veranlfissung dazu sich 

wohl erklären. 

»■ ■ ■ ■ «I 

Dass aber die sogenannte ^PtjtOQikfj Tij^dg ^MiS^y^^p, welche 



# • 



*) St. Croix Exam, «rUiq. p. 20Q. ;■..,. 

60* 



6iti Ichtes Produkt der Theorie attischer BdredtsMikeh, iirenu Bchdm 
i^ther eicht Tdn der Hand dee Aristotelee iet,. gleichfUfe eie iiii«# 
achtes Schreiben an den Alexander tr&gt^ in welchem ihm dasBlsN 
dium als nnmngAnglich so nahe an's Herz gelegt wird, ist ei^Be^ 
weis, wie die spAlem Rhetoren and Sophisten dieses als einen gieW 
eigneten Tommelplatz betrachteten , als Lehrer und Rathgeber de* 
berühmten KOnigssohnes zu erscheinen und ihren Produkten dtö 
Cüanz einer stets bewunderten Zeit zu Tcrleihen. 

Bei dem keineswegs freundlichen Verh&ltnisse beider ÜAM ei 
aiif, dass Aristoteles in dieser Rhetorik seine Beispiele mit beson« 
derer Yorliebe aus Isokrates wAhk; er hat die Sitte nicht selbst 
solche zu machen 9 sondern alle aus ihm Torliegenden Reden sü 
i&iehen} auch daran erkennt man den Philosophen; wftre er Rednet 
gewesen, er hätte sich diese Mohe nicht graommen, sondern wie 
Anaximenes, oder der Autor adHerennium*), solche, was ihm nicbt 
schwer fallen konnte, selbst gemacht. Aus keinem Redner über 
werden so viele Belegstellen, ab aus Isokrates angeffthrt, gewOhn« 
lieh ohne ihn zu nennen ^^), und smn sieht, mit welcher Sorgfalt 



'*') Der in seinem vierten Bncfte die Untersachungf liefert cap. 1 — 4, ob es 
besser sei^ selbst geeignete Beispiele zu machen^ oder solche aus be- 
währten Rednern mttfaeTolI sofammenzusuülien. 

^*) Sie sind Yon Pet. Yictorius mit grossem Fleisfe nachgewiesen worden i WO 
ihm entgangen ist, dass Aristoteles auf Isokrates hinweist, haben audi 
andere keine Erklärung gegeben; es ist aber noch manche Stelle aus 
Isokrates zu erklären z. B. II, 23, 1398, 29 alXog i« diaigiaeiag, olo¥ 
ei naPTsg xqiwv ^vexev ädixovaiv. ^ xovöb yoQ ^vexa ij tovde rj tovdtr 
xai dia ^h tol ovo ädvvavov, dia de to tqUov ovif avtoL tpaa^v. 
ans der Antidosis «. 317—20. II, 24, 1401, 8 lort de üg %h %y XiS^i 
avJiloyiauxiSg Xiyeiv xfi^ai^ov ri evlloyiüfußp noXkä^f %€<pdXaia 



4Ti 

w dessen Reden gelesen haitf UI^ 10 werden allein zaefan SKdlcÜ 
McbeidMder aas dem Panegyrikns eitirt« Nirgends ist ein Tadel 
aasgesprocfaen*^), Tielniehr überall Lob gespendet, .so dass man, naeh 
dieser Rbeiorik an nrtheilen, eher anf grosse Zooeigong, als Afri 
neigong scbliessen mdebte, nnd die ganze ErzJkblnng von der b^ 
derseitigen Feindschaft leicbt als ein Mfthrcfaen belraebten kennte* 
''.'.-,' ■■ .' •■'..•■ i.' 

Dieses beweist indessen nar die Billigkeit des Asistotele^ nad 
wird erklärt, weil die meisten Beispiele sioh aaf die Form nnd sti- 
Ustisohe Darstellong der Rede bes^iebea ; ^ese Gewandtbeit hatte 
er an feokrates wohl nie bezweifelt, wenn er ibm anch sonst noeft 
so wenig genügte, nnd so wftblte er ans ihm als dem bewAbrtesteft 
Master mid wabren Redekonstler zumeist seine Beispiele^)« lieber 
ihn hatte er sich gewiss nicht getäuscht '*^^<>), and hatte nicht da- 
durch, dass auch jener eine r^xvti geschrieben und dessen Theorie 
bis dabin als die TorzOgKdisle galt^ Aristoteles stillschweigend ge- 
fode dorch diese seine Rhetorik ihn zumeist angegriffen nnd damit 
ansgesprochen , Isokrates habe wie die andern Ton dieser Kunst 
nur TU l^co Tov nQOYfuxTog behandelt? ausser ID, 16 enth&lt sein 



*^^ 



UyBiv, oTi toifg /liv eowaSf %ois ^ higoig isifui^fiaa, %oifg i^^Elkrj^ 
vag ^Xev^iQUHiav* ^Jtaoto» yaQ tovtofv i^ akktaw an^dßixdnf^ avvxB^iv^ 
%(ay di ^aivßvc^ %al Ik tovtwv %i yiyvaa^ai Aristoteles meint die 
Recapitulation in Isoer. Euagoras $. 63—9. 

*) BrandiB 6. 9. 

^^) Auflalleiid bltibt es, dais sr für Stattsrede den Demestbaies ganz ver- 
■toUlissigte 9 aus ibn ist kein eis^iges Beispiel ssgerillirt. 

) Auch Plato nur in seiner Jugend im Phädros, wo er hoffte den Isokrates 
noch weiter und zu etwas* bessern zu bringen^ wus dieser ilun damit ent- 
gilt^ diss er wiederholte AusAUe auf ihn und seine Philosophie macht. 



4T« 

Werk noch gewiss manchen« vansteckten Tadel Ober rbetorifeciMi 
Vorachriffeti^ den wir, da ans Lsokrates rfx^ nichts eA^lttn. mt^ 
nicht mit Sicherheit nadiznweisen TermOgen« Dass der Vorwarf w 
Ethic. JVicom« X, 10. 1181;42» aaf Antidosis 9s 83 geht, habe iftk 
anderswo angegeben. Man darf also darcb die Art, wiie Aristüttff 
lea sich gegen lsokrates in dieser Rhetorik^ welebe erst nach deaMü 
Tode ausgearbeitet ist, benimmt, sieb nicht verleiten lassen, kohne 
Schlosse zo 



Der Catalogns bei Diogenes enthftlt eine reichliche Anzahl cbc^ 
torischer Scbriflten?^, der ans obrigeus' wenig mehr lehrt; als dsM 
Aristoteles sowohl, als Theopbrastns^^) sich nnerwarfet viel oitt 
rhetorischen Studien beschädigt haben. Unsere in drei Büchern erhf# 






^ In das Gebiet der Rhetorik fallende Schriften sind daselbäl veraeSohneSi 
ne^l ^tonix^g [al. JtoJUtixrjg] ij [om. cod. Moü.] FifvXXoQ' neQi Tra^cSf 
ony^g (?). nddt], [Anon. Tonixoiv jiQog zovf OQOvg xoi ta nd^tißf 
T^j^ycSv avvaywyij d. ß. [Anon. et], zixyrig ^ritoqixrjg a. ß\ [Anon. y]. 
tix^' ^' öfAii? t/x^ d ß' [cod. Mon. zix*^ allaß, also wahrscheinlich 
T£xvi; aXXrj d, ß. so dass nicht drei, sondern nur zwei Werke sind, 
beim Anon. tix^fjg d]. xexrqg rijg OeodixTOv eiaaytoy^g [An. avpayo^ 
yrjg iv /]. iv^v^rj^ara ^tjTOfixd. ivdvfirj^dTwv diaiaeoeig. [An. nefi 
fieyid-ovg. ivdv^ri^dtwv xai aiqia&aif], neQt Xi^swg d, /9'. [An. negl 
Xeieojg xad-agSg o]. negt cvfißövUag [An. ov^ßovlijg]. neQi avvayto^ 
y^g ä, ß^. Ausserdem noch ein Unding beim Anon. negi ^rjtoQtxijg t^g 
^erd rd q>vGixd L 

**) Bei Diogenes sind folgende angeführt: neQi na&wv, negi diaßolijg. n^ql 
%w¥ ddcxrifiaTiov. ne((l inaivov. neni wv arif^yoir niov^taif. n$Ql iv^ 
-d^vfifjfidtwv. neql Xi^efog. n€Qi tixinfg ^vofix^g, nagi tsjpfäv ^rjvoQi- 
xkiv udfi |a [cod. MoQ* zixvtjg ^ijTOQixijg udij (cL also wahrscheiiiiich 
Wiederholung des vorigen and nur ein Werk, wovon udtj ^d als eigene 
Schrift zn trennen ist.] neQi inoKf^laeiog. neiii cvfißovl^g, ^iaeig % d'. 



4cMie ist wabrsoitfitilieh die dort besdcbnefe rix^s Q^toQix^ '€i p^ 
^ofAr Nanoesiiis «nd Rtccobonus / sohreibea, wie such im Anoiiyi- 
W»B steht. Ad diese babee^ wir uns demnach zo halten, die Bicber 
4bi9 beste und trefflidiste eotbalt, was Artsteteies Aberbaupt y^ndie^ 
«em Gegeostande hinterlassen hat. ,,Unte^r allen nns anfbebaltevän 
'fitehriften des Aristoteles, sagt Brandis*^), ist keine ToUstftndiger, 
ebenmassiger und folgerediter darcbgefofart als die Rhetorik, keine, 
in welcher Gedanke und Ausdruck einander nrehr entsprachen} sie 
ist ein Werk ans einem Gasse.^^ . 
.... ' ' . 

Die 2wet ersten Bacher enthalten die Lehre von der Bewei»- 
fabmng, Ttünstgf das dritte die Xi^is nnd ^d§ig. Da erstere das 
wesentKcfae ond den Kern der geturnten Rhetorik bildet, so kann 
deren an verbal tnissuiässige Aasdebnnng in zwei Bochern, gegenüber 
den beiden andern Theilen im dritten nicht auffallen, wie bei allen 
ftbeteren natargemäss die Inventio ansfohrlicher ist, als die Dispo- 
ntio ond Elocntio; aber aniTallen wird jedeot^ dass Aristoteles im 
lüngange nicht mehr als die niarsis verspricht, aoch im Verlaufe 
nirgends auf mehr hindeutet, aiid dem licser ganz unerwartet das 
dritte Bach mit den Worten beginnt: insiäij jqla iarlp S dsi n^ay^ 
' fActTBvSijpai TisQi rov Xoyov , %p uiy ix ztpioy al n tat bis tcoptaij 
d&hsQOP Si tisqI jtjp Xi^gpj rqlTOP dk nwg x^j rd^ai xä fii^ rov 
XoyoVj nsqi fxip twp ji^otscop Bt^ratj dieses ist wie im allgemeinen 
nicht zu billigen, so auch nicht in der Weise nnsers Philosophen^^). 



•) S. 1. 

^) Ich wünschte, dass Brendis die Schriften, sofern sie hier in Betrachtung 
kommen können, genannt hätte/ in welchen ein der Rhetorik gleiches 
Verrahren beachtet würde, da er S. 8 sagt: „was endtieh die im ersten 
und zweiten Buche fehlenden Hinweisungen auf den Inhalt des dritten Buches 



4T8 

Oder hielt er es nicht für oöthig^ dieses yorM^suischiekeiH weil 4i9 
Rhetorik daniab allgemeiii so getheUt wurde» demnach es sich t^P 
selbst verstand^ da jeder es schon wasste? WAren Qicbt so vicilif 
Schriften aber Rhetorik von unserm Verfasser angeführt ^ sondam 
diese die einauge, trOge diese nicht alle Zeichen einer spfttem sor^r 
foltigen Ausarbeitung, welche die froheren Forschungen in «ok 
fassty so kannte leicht der. Gedanke sich festsetzen, diese tU^vüc 
bildeten ein für sieh bestehendes, abgeschlossenes Werk ober di0 
Rhetorik, zu welchen erst später das dritte Buch ober JL^ig uaA 
zd^ig gesetzt werde, um auch die äussere Form zu umfassen; ein 
Gedanke, der sich mir wiederholt dargeboten, den Brandis aufge- 
worfen, und wie ich später gesehen^ lange vor uns ein ungenami- 
ter Freund des Biccobonus zu U, 18, p. 239 ausgesprochea hat 

Ich finde aber noch ein anderes Bedenken in der Anordnung, 
welches ich mir nicht zu erklären vermag, und das weder BrandiB 
noch sonst Jemand so viel ich weiss, beachtet hat; um so mehr 
wOttsche ich von diesem oder einem andern im Aristoteles nicht nir 
bewanderten Gelehrten den nöthigen Aufschluss. 

Aristoteles theilt die Beweise in kunstlose und konstliche; 



betrifft, $o enthalten die\EingXnge der aristotelifchen Werke überilianpt 
nur selten eine einigermassen vollständige Disposition fiir die ganze ab- 
zuhandelnde Wissenschaft, und in der Einleitung zur Rhetorik darf sie 
um so weniger erwartet werden, da Aristoteles den ersten Theil so ent- 
schieden als den hauptsächlichsten und die neue Begründung desselben 
als seine vorzüglichste Au%abe betrachten musste; wogegen er im 
zweiten und dritten Theile, d. h. im dritten Buche, wenn gleich auch 
hier unbeschadet seiner ganzen Eigenthümlichkeit, in die Bal^ien der ihm 
vorausgegangenen Rhetorik ^einlenken konnte.^^ 



490 

WBtere -^ioAeu. wk^'^^^ der geriehtüelien Rede^ wie tieseiase^ 
Zeogea, Tortur u« dergi, letztere^ Bind dreifach^ mid bei^enomBiM 
MI9 dem Cbaraktei^ de^ pprecb^en, etfaiacb» oder si» wirken anf 
den Zoböi;er und BiQd {Uttbetiscb« oder. endU6b, ^e liegen in der 
Sacbe selbst and »idd m^ der Rede geseböpft« I, 2 p. 1355 b. 3S^ 

avYYQa^al xal oaa zo$qvjay ivxBj^^a di oaa di^ ri^g fisd-oiov xal 9^ 
fj/Motf xaruaxevaaifijpa^ dvpoxop. niivdk d$cc xov Xqyov noQ^J^o-' 
fiiptav ntatecop XQttt sTofj a^atp. al /ibp yc^g^ siotp ip xm fjO's^ 
XOV Aiyopxosj al o% ip xcp xop axQoaxtjp oiaxrsipai mog, al 
di ip avxif X(p Xoyip diä xov de^xpvpai rj ipaCpsad-a^ deix- 
pvpau 

ibre Wicfatigkeit bezeichnet etr dnrcb n&bere Erklärbug, denn sie 
ist die Grundlage, worauf sieb die Ausfohrnng seiner gesammten 
Rbetorik st Atzt: 

dia fiip oip xov ^&ovg^ oxap Of/xo) Mx^ '^ ^^ypß f^ff^* ä^fOTWxop 
jioi^aai ZOP jjXyw^^' t<^S y^g inmxi(fi$^ nunevo/MP ,/iaXXop xal 
&axxop 716 ngldpxwp fjtip anXiig^ip olg di x6 äxQißig fiij iaxw dXXd 
xo d/ugiiio^atp y xal napxeXdig. ist di xal xovxo ov/jiJßcUpBtiP dirä xop 
Aoyop ^jy äXXä fjnj itä xo 7iQoisdo^äa&(u notop xipa dpa$ xoi^ Xi-- 
yopxa' ov yaQ äaneg tpto$ xwp xax^oXoyovpxwp ri&iaOiP ip x^ '^^X^H 



V 



*) Vielfflehr öia tov koyov^ und' so hat die beste Handfdirift A, hier und 
im folgeaden iui^ diä xov, der, Genitiv steht überall, und die Ursache, 
nicht Zweck soll bezeichnet werden» > ^^ 

AbhandluDgen der L Gl. d. k. Ak. d. Witt. VI. Bd. II. Abtii. 61 



480 

i9u$f6$f^ dXXa. ^Xß^op, mg ehstv* . gc$fQwnaxriv Ijf c^ nlntip i zoy ^&og ♦}* - .^^ 

^dtd di tiSp ä:tfoatci^^ StoP eiff'nd&og ino röv iSy^vn^^&x^^ 
iihr cv ydp oiLi&fwg d^^^ifofiBP tag ie^taesg XvnM icai xai^PTsg Ij 

fiXovpteg xal fjtiaowtBgr nQog o xal fiopop iuioattd-ät tpcepji^ nQttyfjui^ 
t€veo&ai rovg pvp TBXPoXoyovprag. txbqI /lip ovp tovtwp dfjZ(odi](fSTa$ 
mtS^ ^kaatöp\f Sräp mgl rüsip nct&wp kiyföfiBP^. • ^ ' 

dia8i xwp Äöycof.***) ni>ötBvöVlSipY)ß oräp äXtiS-ig tj qiaiPOJLtB^ 
POP ff) o^t^oifXBP ix T(OP tisqI Bxaotä ni&apcop. ^ 

inel oi al TttotBig oia rovzcop BiOu wapegop ort xavra ra tofit 
ioT^Xaßeip rov avXAoy.loaad'ctt ovpct fAipov xai rov S-stogt] aai 



•f I . . 

t V 



t \ % 



*) Zu diesen ist wjenigslens Isokrates nicht zu rechnen, der das GegenthqU 
behauptet Antid. |. 278-80. bekannt Ist Menariders Vers 



;• , ' i.. :. •.• •• • ; ■•«,'. ;. .. . • . r» 



TQOTtog iox^ 6 neid^wv rov Xiyovtog, ov Xoyog, ♦ ,| 

Eurip. Hec. 297. Anaxim. 37. Aeschin. in Timarch. 30. de falsa legat. 150. 

^ ISiS kann aufTallen, dass' er hier die ndx^rj ankündigt, und oben die t}^ 
übergangen sind; Aristoteles ist nicht überall im Ausdrücke so sOrgWtig; 
auf keinen ^U darf man hier unter <len fcath) zugleich die ijSi] mk 
veratehon. . 

,^**^) dia twv koywy genügt Hidit^ deim auch die zwei Torhecgehenden Arten 

^ gescheban du^di loyoi; man müsste nur ^ss Wart im prä^anten . $iime 

auffassen. Oben ist gesagt iv avitp T(p koyfif i. e. durch Rede allein 

ohne andere Zuziehung von aussen, auch hat A top Xoyov^ so dass auch 

hier dC avtov di tov koyov zu lesen scheint. 

t) niatevoDoiv , die lateinische Uebersetzung credimusj man erwartet gar 
nichts; denn aus dem vorgehenden ist zu allen aiat€ig etat izu supph'ren, 

tt) Aristoteles Sprache lässt erwflfrten, dass Slrjx^ig wiederholt wurde und 
(patvofievov nicht allein steht. 



T^T^ fo^error' >{(m Tc^ ri, xal ix rfpati^ iyytpsttti 

xM TVÜg* ' - t' - '• .,'^'' i*'»:» '^'\V^s. .• •■•''5 . ...^ •,. -. i ; 1 -.r.'> 

riKDi^e Bkitbeiluiig:' geilt elobilP^'T^iA^' Arisioteles'iBtiS' iiud iselbtf 
det< leehniigiebe Aiisdrack ^vtn^ 7^^ St^X^&$ and • Irr^/i^oi soheül 
Tor ihm nicht im Gebranche gewesen zn sein **). Anaximenes kennt 
zwar den Unterschied von Beweisen ans Reden nnd Handinngen 
gegeuober den Äusseren, nennt aber diese letzteren Nebenbeweise 
inl&BTOi nnd zfthlt i&ä ihnen was besonders zn beachten ist, anch 
die io^a TOP Uyartos^ aläjo was unserm Philosppheq das ti&ixov 
i^t««»). Die ansfohrliobe Behaodlnng dieser dreifachen Beweise 
ist zwar nicht ans Aristoteles in die spMem Lehrbücher der Rhe- 
torik übergegangen, aber diese Dreitbeiläijfg iät doch seinen Nach- 
«folgern nicht unbekannt oder ganz unbenutzt geblieben; Channadas 
rühmt sie bei Cicero de orat. I^ 19^ 87. Cicero selbst bezeicbnet 
sie wiederholt durch die Worte conciliare, movere, docere, de 
oratore II, 115. 121. 128. 310. Orator 128. orat* pari. 46. Uiony- 
sins benrtheilt die Reden ^es ^ Lysias niacJi dieser Folge ^ mit deut- 
licher Beziehung auf die aristotelische Lehre f), nnd t^gar noch die 






*) xui nefi %äg A was nicht stehen kann: ' 
**) Vergl. Ouinlü. V, I. 
***) Cap. 7. eiai öe ävq zqono^ wv nicflB(av' yivfivfßi yäf ai fiiy i^ av- 

inid^evoL xolg i,^yofi£votg xai Ttj^aiTOfiivo^g^ %ä (liv yäg 
eixo^a xßi n agaieiyfiatQ xqt 'sexfii^Qifx xjxi iy^d'V.^ijfiata 
xai CLi yvwfiai xai ^ä arjfielc^ xai 01 ekßyxoi 7Ji^kO%jst^g H avTäy 
zdfv kpyuty xai %wv ayi^wTiufv x^i %uir mfayfidfif^y fiolv^ inl^eroi 
di öo^a ToJ liyqxtqgj,jiaßzv^ifj^i^^^ß^^^ 
t) Cap. i9..jf^§0ffcujß^^^^^^^ xai 

61* 



482 

spätere Zeit weiss davon zu era&ftbleo/^). JBs istdas, was der pkiK 
tonische Phftdras^ fordert ^ welcher die Erkenntniss der Sache als 
das höchste setzt, aber die nd&ri nnd fj^j als das kdnstUche der 
Rhetorik zugleich yom Redner Tcrlangt. Das Verhftltniss dieser 
Beweise ZQ einander istieinleachtend ; ümr die erslet ti sind "wahre 
Beweise — voraosgesetzt, dass sie > wichtig sind/ -- die letztem 



• ■ r 



X^qI^ vTiig exoioTOv fiigovg dtaXi^ofiat' tqix^ de veve/iTjfiivwv tov^ 
%wv £ig %e %o ngayfia xai rd na&og xai %o rjx>og, %a (niv Ix tov 
Ttgdyjia'vög oidevog xtXqov ivgelv te Hai i^einslv öuvarai Avolix^. 
xai yctg'ToG eixotoi avifg ofurfog eiiUKOti^g, xai tov naqadeiy^ 
f^arog^ fitij Te of^oiov äi^a^ negwx^ xai n^ diaq>igo9, axgißiatßToß 
x^if^g, Tcr T9 atj^^lja dtaküv %ä naqeno^&ta zolg Ttgdyfiaai xai sig 
texfirjQiwv do^av ayayßiv dvvaTtitazog' xai %äg ix ttjv ^&äv 
ye nlazetg d^coloywg rtavv xaiacxBval^uv e^oiys doxei' TtoXldxtfg 
fiiv ydg ix tov ßlov xai xrig qfuoetog, noXXaxig 3^ ix zwv ngovtqov 
ng&^ewv xai Ttgoaigiaetov d^ioniata naul ta ^&rj . . . negl de rcr 
nad^tj ^aXaxwreqog ian xai wxe av^i^ceig ovve decvciaeig ovte tnx^ 
%ovg oiid'* oaa tovroig iatl naganlijfHa vea^ixuig ndw xai iggtapiivtag, 

, xazaaxBväoai dvivazog* 

♦) Minucianus Rhelor. Graec. IX, 601 ttov de ivtixvcjy nlavewv al jm^k 
eioiv rjd^ixai, a\ de na-9^7j%ixai, ai de Xoytxal, ai avral Tuxi 
ngayfiarixaL Y. 506 tuiv di nioxewv ai fiiv atexvoi , . ai de 
evrexyot., twv de ivtex^tov eüdr] zgia' ai fiiv ydg elat Xoyi,xai xe 
xai ngaxTtxal [scrib. ngayiaazixai] , ai de ^&ixal, al de nad-r^^ 
tixaL Xoyix^ fiiv oiv nlxnig icxt Xoyog aivov tov rtgdyfiazog negl 
ov 6 Xoyog, tag inodel^eig de dC imxecgtjiadxwv noiovfievog . . . 
rjd-ixTj de nlarig ion Xdyog anh rijg tov ngoawnov noioTrjtog trjv 
niotiv nagexo^evog' fta&tjtixij de X6yog elg nd&og oneg o Xiytov 
ßovXetat, tov dxgoat^v ixtginüfv xai avev ttjg tßv Tigayfidtwy 
dnodel^eiag, olov ogytjv q>&6vov l%eov evvoiav. Andere ausliihrliche 
Stellen ausser den genannten wird man schwerlich angeben können, doch 
mag noch anf IV, 95. V, 221. VII, 190 verwiesen werden. 



48S 

-wirken nicht lob sich ^i > sondern nop/ duccb' den Uni^erstend . der^iZiir 
hOrer, und die alten Rhetoren vor Aristoteles hatten so Unrecht 
nichts wenn sie diese nur als Nebenbeweise, ini&sroi, gelten 
liecsen.-. • -/ . . ■ ^.': .-.) 

I • ^ • . " 1 1 . • • . , ■ - • ' ■♦'♦■'*• . ' > M . » » I »; 

:: Aristoteles beginnt sofort, wie. er auch in der Jetten Wiedeir«- 
Mnng das QffJüoYüiaa&ai zuerst geerteUt hattev mit den nSatätg iifßi 
tnnf 'd€iKp6ya$,flfaip£o&€Ci d^tx^fvpm, ^Xb dem weitaus wichtigstes 
IVidleiüSöB» 36. spricht' iison. der Form des rhetorischen Beweisen, 
Aem ip^fAfj/j^ «Ad . nct^däayfia, — die in der Dialektik in, der G^ 
stalt lon.dvXioißa/^w.^nnAJTuxytoyij auftreten, aber ganz dasselbe 
sind — und sondert scharf, was yor ihm niemand gethan hat vmd 
ein nicht geringes Verdienst seines Werkes ist^, die Enthymeme, 
wietche allgemeiner Natar sind nnd darnm eigentlicib in das Gebiet 
der Rhetorik fallen , nnd jene, welche aus andern Disciplinen, .der 
Politik, Ethik, Physik u.s. w. genommen werdra, amaftebst beleb-? 
ren nnd.in >den Gegenstadd einfohr^i^ nennt diese eN^^ jene rd;ii* 
nnd sagt» v. 29: xaS'unsQ dv^ ^fxl ir to!g roxixoigi xal itfr^evi^a diegsfgr^i^ 
tiii^riii^fiiflLuitwy w r» BÜti xai rovg zonovg i^ tiy Aijnzioy* JAfi^S 
efdfj fiey rag xaff Hxaarop y^rog iStag nQOxaOB$g, zonovg äi rovg Mirovs 
d/notojg nämoy.TtQdrsQOP ovp sinwfisp nsQirdip siiaip* n^cotop^) 
da JLaßio/jUfP rd yäpii rijg ^^oQixijg, S7tc9g ii^Xofispo^ noa^c iatlf tibqI 
TOVTWP x^Q^^S ^afißapwfiBP zä ctoi^^tu xcA zag TiQOzaaeig, also fiuerst 
die €i^j dann die roi^o«, denn diese« soll jenes Tr^orc^oi^ bedeuten, 
so dass mit beiden der erste und voralglichste Theil, die mioza^ 
i§ avzov zov.koyw vollendet ist, und nach diesen der : Uebergang 



♦) p. 1358, 2—35. 
**) dio vet. translatio hat nqwtov ovv , . ftQottqov , nicht so gilt, was f( 
doch dile Sache-iricht ändbrt. '^ • - "• '" 



484 

zn den TÜi^ nud ^^, dem zweiten and dritten Theil an 

ten ist. «li 

Von dieser Ordnang, die Aristoteles hier selbst yerspricbt sai 
ankODdety and welche ganz natnrgeniftss ist, kaun er, wie es scheint, 
nicht ohne Angabe triftiger Gründe abgeben, dennoch ist dies# nicht 
eingebahcu} denn iydem die Darstellnng der stdij das ganze eiMi 
Bach omfasst, folgt so fort iny zweiten cap» 1 — 17 die ^ Lehre iron 
den na&f] and ij&f]^ and dann erst werden cap. 18^26 die riüiii 
nachgeholt; zwischen die zwei Artep des ersten Theils der 7üa%B§^ 
die bXöij and tonoi i.st also der zweite and dritte T)ieil der ntatng^ 
die ntedif' nnd ^&f] fbrmlich eingekeih. 

Welchen Grund hatte Aristoteles Yon der vorgezeiehneten Baim 
abzugehen? ich sehe keinen irgend wie aasreichenden, nnd findb 
es noch weniger in der Weise nnsers Antors, ohne die geringst^ 
Bemerkang fOr seinen Leser ^ne s<>)che VerAnderung irorzuhebnieB. 
So lange ich nicht ober beide» hinreJchend belehrt bin, wird es »ir 
erlaqbt sein, zo zweifeln, da^» die jetzt biestehende Anordnong auch 
wirklich Ton ihm ausgegangen sei. 

Gleichwohl ist diese dnrcb zwei aiusdrtlcklicbe Yerweisangen 
in der Lehre der t^ttoi auf die 7ra^ und tj^ II, 18 p. 1391* b« 
27. li, i22 p* 1396, b. 33. gesichert^ dass es verwegen; erscheint^ 
an der herg^rachten Ordnung ein Bedenken za tragen | da aber 
bei Aristoteles Citatiouen, wenn sie nicht tief in das innere der 
Schrift eingreifen nnd damit yerflochten sind, weil nach allgemeiner 
Tradition eine Ueberarbeitnng nicht zu längiien und diese in einzel- 
nen Werken anch bereit« nachgewiesen ist, noch nicht die sichere 
Gewähr wie bei andern Autoren geben, so darf auch eine »olche 
scheinbare Begründung ans nicht abbal^ii,,,et;^9|igeuSpareQ^ßioer an- 



485 

daMB (jrestallungi wetin «iob ^olohe findeu, nacfaztagehen, seihst auf 
4i6 Gefahr: hitty toq eine» iiessei; Unterrichteten, was nur I höchst 
i^Anacbeoeiwerth ist^ zQrecht gewiesen zu werden« 

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, ^ . Man beachte die Uebergftnge von den sfitj zu den nädrj und 
^dii^ uqd .dann von diesen ^u den roTioi. , Slrsteres wird JI, 1 durch 
(|ii^ richtige Bemerkung eingeleitet^ dass die Beweisfobropg alleini 
al^o das isixir^pcti,, ^ q>atyBad'(XM d^m^ivaiy nicht genügend sei und 
^«sser diesem noch die zwei andern Arten gefordert werden: ^ti^ 
& ivsxa xQiaBwg iarlv tj ^toqucij (^xal yaQ rag av/ißovXag xqCvovOi 
^qil 1/ iixti x^f0sg iav^)y i^myx^ ./j,]g {aopow^ nQog top Xoyop oqSv 
onws än,oä€i»jixdg toxat xai niarog, äXiä xccl airoy noiop 

'i * 

i^if^it xal TOP xQix^p xaxttcxBvätBip. So kann Aristoteles doch nur 
reden, wenn er den Xoyog dnodsucxixdg d. b. &e n6STa$g iS avtov 
Tfit; ^dyot; y ollendet hat« keineswegs aber^ wenn.,er nuir i^e eine 
^dfte, die di^^ erklärt, dagegen die zweite, nicht ininder bedeu- 
tende, die rp^oi, noch g^. nicht berohrt hat, und diese erst folgen 

I. • * '^ , - (• ' ■ . 



Weit v^ichtiger ist der XJebergang you den fjSfj zu den tdnoij 



*) Man könnte vielleicht iUr die herkömmifcbe Ordnung I, 8 anfahren, wo 
dieselbe Formel sich findet: irtel di ov fiorov al nitn£ig ylvortai di 
anodsiKriuo5 loyov akla xal di yj^ikw (t^ yaf noiop xtn» 
(palv^g^au, tov Xiyovta niü%BvofA6y ^ xovxo d? iaxlv Sv dya&eg q>al^ 
. yijrat ri evvovg tj Sfiqxa) öioi Sv xä ^Stj xwv nokixudiv kxdoxijg 
eXBcy fi^oig' x6 fiiv yaq exdaxtjg fj&ng nt&avtixaxov dvdyxrj nqog 
kxdaxrjv ehar aber dieses ist nur eine Nebenbemerkung, dass man nicht 
blos die nohvelai, sondern auch die ijdTj nohxeiwv zu beachten habe; 
der Gegensatz bleibt derselbe, auch hier wird aller dnodeuexixog koyog 
vorausgesetzt. 



486 

Ily IS^ ein Kftpitel^ das iQr tnioh in feiner jetzigea Gestalt nei^ 
klftrlicb ist, und aoch zoerat> den Zweifel an der Aicbtigkeii deür 
bestehenden Ordnung rege gemacht hat ^ ohne noeh zu wtMen> wie 
diese herzustellen sei, was erst spftter eine n&here Betrachtang des 
zlüreiten Kapiteb von ersten Buche gelehrt hat. Dieser Abschnitt 
ist daher in seinem Umfange mitzatheilen und ich erwarte, dass 
Kenner der Sprachie und des Gf^genstaiides auf diesen Torzdglicli 
ihre Aufmerksamkeit richten. Nachdem Aristoteles 11, 12—17 die 

^^ Ydltendet hat, wird der tfebergang aiäf folgende Art dai'gesteRt; 

• » ' 

'. • . ■_ . . ., 

nsQl fdv ddp rtop xaS'* fjXixtctPXOci r&x^y ^&dip et^rcu* td ydq 
ipoPtta t(Sp Blqijfiivcip ix ^wp ivaptttop q>äPSQ(i iatip j olop n^Pijxog 
xäl cltt);|fot;ff ' ^d'oir >fai VIrfwrfrot;. 'Enü 9* fj tcop ni&apöip ASycdä 
XQ^^^S "Tt^Off k^aw 'i(n( (nsQl <ip yer^ lajiBP xal xsxJ^Cxüfjt^ , *övdip 
tri det X6yov)j fori di äp'rs /rpoi? Spci'trg rm Xoytp XQ^/^^^^P^ 
TQiTtfi i] dnoTQiTCfjj olop 61 pov&BtovPt^i^'noiOüaiP ij jtei&optBg (pi&iiß 
yctQ ^ixtop XQitfjg ö slg* Sp ydg Sei nstäntj öirdg iaxip (6g &nXwi 
stnsip xQiTf]g)j iap rs ngog a/iy>iaßf]Toiptag j iäp rs ngog inSS-sifüß 
lÜYH xig, 0[AOl(ogr r<ji y^Q Adyq> dpayxri, /Qfjo&ai xal äpai^Bip xavavxtu^ 
jtqog a SonsQ afjuptdßritovpxa top Xoyop noiSiraL dhcevrcDg äi xal ip 
roTg insidetXTPcotg' SonsQ yccQ ngog XQirrjp top &€(OQdp 6 Xoyog avpi- 
öTf]X€P. oXwg ii fiopog iorip änXcog xQiTtjg ip rotg noXnixoig dyaoa^p 
6 zd £fjTOv/i€Pa xQtPUDP* xd « yd^ d/Lupioßijxoviuapa ^ijxetxai, ncüg^x^i, 
xal nsQl (6p ßovXsvoPxai *) . tibqI di xdp xaxd xdg noXnaiag i^&cip 
ip xotg av/jißovXsvxixoig SiQtjxai tiqoxb^p. Shstb dHOQiOfiäPOP ap shj 
ndog xe xal im xIp(op xovg Xdyovg ifd-ixovg noi^xiöp. insl ii tibqI 
ixa(nop fikp yipog xcüp Xoycop ixSQOP tjp xö x(Xog, mgl ändpxcap &' 



*) Warum folgt keine Andeutung von i^m yiyog inideiHcinot^^ isi dieses 
von den nokivixol aywveg ganz ausgeschlossen? 



Qovat aal avfjißovkiiiainisixal tn^ii^p^^^i'^^i äfipti^jjr^ii^hf 9 ff- 

yu^ iofccyxdtöP rw^%Qi'^ttiv ^vptcrov xtlü affvi^atov npi^x^ifod'ö:^^^ 
ir TOlg Xoyotgy }xal töijs laip iS^ '^ani'B rövs' ilSs /^yt^PB ^cii^Sa^^ 
&M fnxpvjmt. Sri di'^ 7f^^ fAsyS&ovt' koididp urt^pttov iäT$ rdSpXäyM^^*^ 
XQmPTai yaQ nd^sg - r?(p pßwvp xdA'iiti$€^^kal -avfißovjIsvoPTSs [j^crm^ 
T^ttiPöinsg] **) xal inatpovptüs ff ipifoptkg icm xtmjyoQöwrss ^ än^Xt^^- 
y^^fjupoi. t(nfi(Opßk S$öQiaS^^pt<iöi0 n^t ts^pS^jatj/Liittop xou^ Tveij^d^" 



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, *) So ohne Variante^ (nur dass die vet translf tio a^ ttiendum ttberietzt)^ 
gleichsam als könnte der Accusatiy ^ä fntt diesem Verbum verbunden 
werden; aber schwerlich ist mit deir kehSetvlng zotg schon geholfen. I; 3' 
i^ip n^btaü€ig m^l dvvatov kw, iSviizm, 

^ So hat A u. ret. transL, * die gchFethtlsW Handschditen xa2 ftQOt^ikoPtti' 
i uai dftotQ^novtBg: Nie'wifd'^bei- miserln Aiikor ifvfißMkaveip gesagt illr* 
Ttj^oTififteiv , ea ist stets ^frgen^relkiAttsdnickyide^seaTbeit^ siad nfOn\ 
TQiituv Tuxl dftofqirtscp. |.l(an m4Vsste : daher tfy^avXtvovxMg in a^o*^» 
%qinov%$g verwandeln. -fiber richtiger ^werden die Worte rj dnoT^inovweg, 
gestrichen, wie auch II, 22 gerade so gegeben ist: x^l yaf,av/ißqp^ 
evovTOL %(f utxiKkBtxaiinaiyovyxa %ai xpiyovxa xai xaTt/ya^ 
Qovvra icat äTtoXöyoiftevoy irti»^' airov ii vrcäfx^vta ij SonofOntf** 
ittd^Biv Xrintiop, "V-HtHriSv XiifWfJiw iitkiy&üytßg tj ^^^o^rsg; 

/icyof €i tu di߀(U)v üj iißitov, a^inßovil€^,^9!Tm^ ßi ff o^^t^^qi/^^ 
^ß^^ß^ov. U9d kurz v^^her <^<5ff qy ^wcflfiM^a av/ißaplevaif^, 
^A^valoiQ. •« n irtaiv^lii,^ . ,ofioi(og di tpi^ovaii . . ,(ag ^ avtfi^g 
K04 pt xa%riYoqoyv%6g nipi anoJioyovfievpt, also be^ dem ci^h- 
' behitfvulii' cfentis dier^ genereW 'Xusiitiök/;' 1^^^ ' 



Abhandloogen der I. CL d. k Ak. d. Wits» VI. Bd« IL Abth. 



62 






'\ 



: Die Schwierigkeii . der CoDstroction^ dieser Stelle baben die£r«-. 
klArer . allerdings gefAblt ; Mareius findet den Naöbaats in Xotnop 
i^Tp ^/£^^«&, was Vater in seinen AnJDierknngen p. 111 — 116 weit^. 
I&iffig zu begründen snchte^ was.aber, von der Folge des Gedan-*. 
kens nicht zn spreqhen^ ganz gegen die Sprechweise des Aristote«*- 
les. ist| dass einem ersteren inai M ein zweites folgen solife» Yieto- 
rins nud schon TOr ihm der griechische Sx^holiast glauben den 
Nachsatz in den Worten diots SiayQia/Li^yop up BXfj zu erkennen, und 
dieses ist grammatisch nicht unzulässig; es ist nemlich eine Eigen^ 
thamlichkeit des Aristoteles, welche sieh aber auch nur bei diesem, 
sonst meines Wissens bei keinem Autor findet, dass er^ nachdem 
er mit st oder inü Si begönnen und yiele Sätze aneinander gereiht 
hat, den Nachsatz in Form , .einies au9 den obigen Praemissen ge- 
zogenen Schlussatzes mit «Serre hinstellt. Yergl. Zell zur £tbik p« 
324* Beispiele solcher oft missverstandener Construction sind Poet. 
?• 9. Analyt. post. 1, 25. Physic. VI, 1. de coelo II, 5. III, 1. 
anima 11^ 2* IIl^ 9. de memoria 1; de partibus animal. II, 1« Was 
at)er von Seite der Grammatik erträglich ist, ist es noch nicht Ton 
Seite des Gedankens; oder welcher nofhwendiger Zusammenhang 
sollte in folgenden Sätzen sein: da die m&apol Xoyoi for die xQia^g 
sind, gleichviel ob der xQiv^s einer. ist ^ oder ob viele sind, im 
genns deliberativum , iudiciaJe und deinoastratiyum , Oberhaupt aber 
bei den noXiT$xol dywpss nur der x^rijg ist, welcher das in Frage 
sYehende uhtersucht und beurtheHt, Ober die ^9fj aber in den noAi- 
r8ta$ schon gesprochen ist, so haben V^ir auch schon bestimmt, wie 
und wodurch die Xoyot rl&usol werden? Nur in den Worten noXmxol 
^ywPBQ ^^lA xvüp xpnä tag noX^ulfitg pio^p scheint eiqe Verbindung 
zu liegen. Aber was soll Oberhaupt der lange Vor^tßfkiz^ iml S* 



/ 



"immftiov^ EietMere gebfirea mi gaa^ anderen .und es bedarf 4volii 
nur der Hindeutang, um ihre Richtigkeit einzusehen; zuBammenge- 
hftren nnd ein ganaes machen folgende SMzer 

uatä. zd£ noXivstag ^dviv h rqis ovfAßiw2^nxoig f^ff9fX9f& 

ToifQ Xdyovg ^d-ucovs noitfiiop^ 

Aber wasr soll die dreizehn Zeilen lange dazwi«K)heii^ gesetzte 
Prolasis^. ^Tic^ ä* ^^ .ßovMvowasj die ihrer scheiobaren Apodosis 
J>eranbt nun erst recht verlaisseQ dasteht? Ist nur obiige Veyfbindimg 
der Sätze die riohüge, 90 ist, denke ich, auch ein gnter halber 
!^edauke besser, als ein ganzer, der verkehrt und schlepht ist, ab^ 
yi^lt können Inhalt njßd Bedeutung jenes langen-Yprdersatzes gcihte^ 
.wArdigen, und selbst mit den Worten des Aristoteles veryöUstftQ- 
digen. Mir nemlich scheint, nach ^wiederholter Betrachtung,, .h|f[r 
nur weitläufig derselbe G^anke ausgesprochen zu sein, den er.ob^ 
11^ 1. p. 1377. b- 21. mit den wenigen^ Worten ^ingefohri; iiat;, ; . 

av/ußoyXdg xQfpovCi xal fj dtxti x^taig iaxüi)^ ccpayxfj^ i^jj 
[AOPOP nqog xop Xiyop o^dp, onwg dnodßixxixog tisim xdl 
maxog^ dXXd xal avxop nowp x§pa xcu xop xQit^p xäxad^ 

xstd^Buf. 

I * * * i 

. ■ ■ .. '• ' ■ .; AI.. . : ^ . .-.ti A f . .\\ 

also der Anfang tou dem Uebergange nach Vollendung der maxB§g 
i§ avxov xov Xoyov zu denen durch nd&^ und ^^. Aber welch 
schlimmes Zeichen des üb^rliefejrtpft Ji;p;|rta, ^tojtelJisqbef . ßicher, 

62 ♦ 



.wenn- «ich di6 hier gegebene JWosisbbeidang^ dJeiniclit «pitfcfiädig güff 
isuohtist^ sondern («sich TOniselbsti^eiHaobtiliirt^ bowAlirfi zeigen dottiP 

Das NachfoIgeudeNBpricbt iToh dem^ .was'>iiaeh Vollendoug dcfer 
dif] noch obri^ bleibt, den xoiyd. Oben scbon bei den sidtj nach 
derEintheilttigderRWörikih die dra 3 p. i359, 11—26 

«tftarde aafnierkiani gemacht , dass die Be^iffe des &üp(nw, ysyopdg^ 
iisofiBvop und fiiys&og nicht einem oder dem andern G^ülsi allein zu- 

^föllen, sondern atlenfgemeinsHtm'iiiiid. Siie scbliessen sich also zo- 
nächst am die sW^, und Aristoteles behandelt diese Tbn den xoiM^d 
znerst, und erst nach ihnen die näQäSsiYfiata nAdir&vfi^fiaTa. Hier 
nnn treffen wir die eine deatliche Berufung auf die bereits vollen- 
deten ijO^j wie sie in nnserm^exte steilen: tVi cy'^^'cJi^ 'ffBixovg 
Tövg Xoyovg ivd^x^ici Mietv^ pcal ns^i r&vtoßp' iitiQiaviilj eine Ota- 

^^n, die wenn jeher Aoscbnitt Vbrafisge^ängen'%t,^ allerdings Bötlt- 
wendig wird, aber in dieser Gestalt roit Aristoteles nicht berrfthreÄ 
kiann^ denn nicht allein die i^^^ auch die nddij gehen rorktis, tmtl 
so miAsste gesagt wferden na^nxfnjg )kui riS^ixoig, oder tj&ixoig 
X€ci na&f]tixovg rövg koyovg; das eite kanh das andere ni^bt mfl^ 
in sieh begreifen. Dai^s aber die ganze Betofuhg von frfelAderHiind 
hert-Ol^rt, beweist unsers Erachtens' die rii^hlige Erklärang der nach«*- 
sleri Wort^. Wir wollen, »gt Aristtftelei, zuerst vo» den xoArtt 
das dvvcnov Y^yopog ico/ABvqp und lu^ys&og erklären, dann aber über 

die Eutbymeme im allgemeinen sprechen , um das W'as noch übrig 

■ ' ■ . . . '• ' ^ ' . ' . ■ * » ■•.»■■ . . 

lleibt hinzuzusetzen und uuseru ursprünglichen, am Anfange bezeich- 
neten Gegenstand zum Abschlüsse zu })vu)aeu. bniog zd jio$nd Ttgoa-- 
^ipjsg änoicifiEP^) t^p i^ ^QX^S nQO&soip. Was \Yird mit rd Xomd 
bezeichnet? gewöhnlich versteht man eben die Kap. 22 — 6 gegebe- 

•r\ .\ . *j .■ M 0. :■.!'.. ' li . j-ir: : :•^• ./ .'.*>* /-^ ;:' '-<i/. '•'••; •- -t^ 
. ■ I ■: • * '' T'! TÄTTT" ;t{.i ••.■'^■.. ii-mj!i •:*»;;•.:» ij\ •• / ^ '. .i. - ... 



-pen ]&Mefiragetf Aber die Topik der Entkyta^ iiod so nrtfaeilt 

*jiiich' Brandts S..7. Aber dies^ Ei^klAiruB|g istv gegen die Sprache, 

' lo dieseib Sinne masste gaot 'eiirfacii oiine jene Worte gesagt wer- 

^ -^n^ÜTttogMTtp^fiBy Ti^ l$'.a9/^$'^^oil^£cril^ nicht eimnal die Stellang 

•4er Wprte in^ dieser Folge ^Orde genügen: ravrmp ii diOQia&ipxiDP, 

Snws T€c Xomä nqoa&iPXBS dnoidifjiBm, . na^ zs ipdvjUfffzdrwr xornj 

ns^Qa&w^y Bimip, st ti ^ ^xofUP^^) , xai ns^l na^adHyficcrqfp. niit ra 

'Jk^iTia liiiiss* et>vas neues im vorhiergehenden nicht eutbaUeues be- 

^seipbnet werden; zunächst liegt der Inhalt des dritten .Bac|ied) also 

M^i^ und rä^ig. diese aber ,werd(;n dadurch aasgeschloasen , weil 

'die'i^.'^S d^x^S ^QoS'saigyon diesen nicht gesprochen qnd sie .nicht 

angekondigt hat*^; ebenso wenig kapri uian die Xvaitg md ipatd" 

cii^lXy 22, 1397, 4. verstehen. Ich finde nur einen riphiigen Sinn, 

wqnii Arisiloteles damit den zweiten nnd dritten . Thei| der am An- 

t^'nge deiner. Rhetorik angektindigtien ntäTSig, wenq er die n4fffi 

und j;«/^ bezeichnet 



-i;( 



",' Aach die, zweite Citation ist bei einer ähnlichen AafzäMang 
^es bereits geleisteten U, 22. 1396, b. 28. 



i'.j.i 



•■ »■ 



ax^Sop fiip jjfjiip 7t€Ql ixdarcDP**^} rwp d8wp twp XQ^^fy^ob^ 
xal dpayxaiwp txopxak öl ronoi* i^siXiy/i^pai yccQ al Tfoo^ 

V . • ' • • ■ • • • • r I J 



wi — f« 



*) Die Worte et Tt Ixojmci»' fehlen in all^n HaDdscbrineki ausser A tlind der 
vet. translalio, zeigen aber die Bescheidenheit des Aristoteles, der seine 
^,^,^r, _ J)arste)IuBf nun als -einen ersteo Versuch, in einer achwierigea ^dfbe be- 
. . trachtet. . 




^**v ff a :iti(ü;i'j(f 



im 

^ ädtxo^ xal neifi i:a5w ij&mp nai na&fj/Aärw^Xiäi 

qöp ol tonoi^ Sri ^ &kXov: r^&nop na&oXov n^l&neÜß^ 
rwv Idßwfisp M. T. i.. 

war 10 der ersteren Stelle durch den Fehler der na&tj offenbar %a 
wenig gesagt, so ist hier dnreb den Zusatz der l'^sig za TieK ü» 
12 werden die ^&fj xaza rd.nd&fj xai rag 1%bis erw&bnt, aber diese 
gehören nicht bieher, und was damit bezeicbnet werden soll, lip£t 
bereits im ayad-op qüd xaxop. na&fjfmrajp kann anfTallen, daAri^o* 
telea in diesem Buche nur nä&os, nie ndStj/jia sagt, doch steht je^er 
Genitiv auch Poet. 6 in der bekannten Definition der Tragödie, fet 
nun die Berufung nicht von unsern Autor, so kann man fragen, welche 
Worte und wie weit sie ron fremder Hand sindf denn auch die 
Form Toncop . « ronoi^ so wie äaiB ist keineswegs gut zu nennen; 
ich glaube, es war nur einfacb geschrieben: i^BÜLBy/j^pai yaQ qI tiqo^ 
zaCBig TtBQl ixaCTOP bioip, i§ lop fsT ^^qbip xd ip&vfiiqfJLara tibqI dya^ 
&0V . . ddlxov. Die £rwäbnung, dass die Topik der nddij und 
TlSti gegeben sei, gehört, auch wenn diese wirklich vorausging, nicht 
hieher. Der Gedanke und Zusammenhang ist: wir haben die bXSij 
nnd Ton diesen einzeln die ro;ro^^ jetzt wollen wir betrachten, was 
allen gemeinsam ist, die eigentlichen To;ro^ Auch diese Stelle ist 
uns demnach kein sicher geltender Beweis. 

Nach unserer Ansicht hat Aristoteles die drei Genera der Rhe- 
torik und woher far jedes dieser im einzelnen die Beweise geholt 
wenten mossen, d. h. die Btin im ersten Buche vollendef und diese 
mit den Worten gesohlosaen^ mit welchen jetzt das zweite Buch 
beginnt: 



I 
t 



4M 

^ ' :. , ly T^cw^ /Jtif oSßT Sßf: pctfl, nQozffinf^^: xai inox^imi^ ,xa). 

j. inakPBiv xid iffi/f^^ i)!iü xaTij/oQab^,xa^ d7wXßyBiad'a$, xai 

nptai doSccs zai , nQOtaaasg ZQJt^^M^^ ^0^ ^^^ tovtw niai^ig^ 
xuv£ iariiT 7U(fi yd^ T0VT(O9f ^ai ix Tovrwiy zu i^ß-vfiaqijuj^a, 
i&S negi ixaatop simit^ Idltf to yipos twp ^/oiv^). 

uDmittelbar nach diesen «fdi/ folgte der zweite Theil ' der nlaxBig 
iE^^adrov top ^y^^r pemlicli die. to7|[(u II, 18 — 26. p; iSOl, b. 23* 
iuid scbpo die ersten Aufangsworte haben ibra unniitteibare Bezieh- 
iirig ^uf die eben aogefohrteo 

insl fi nsQl &aatoy füy yipöfi reop XoycDp itSQoy ^y ro 
xiXosj TtBqi ändpTiOP S^ avtiop stXfj/i/iipäi cädo^aixal nQO^ 

i^. > 714^ xwp xomop • • •; Snoßg tu Xawfa Tif^dSn^Q; q7f9i€oj^ 
i; , rn^ ii oQx^g n^»aaiP. •[ [ 

■ • % • • ^ ; • • . » • 

diieses sind auch die einzigen zwei Stellen, in Welchen S^oSm xai nQpxa'-^ 
Miff Verbunden werden, sonst findet sich Jo^isr nicht in diesem. Sinne ge- 
braucht. Diesen n^ayficrrixal n/oxstg würden die na&tjxixai If/ 1-^1 1 
folgen, nnr dass von dem Beginne dieser ein ausfbhrlicher Yprdersatz 
Hy 18. Zugleich erhalten ist — wie wir sonst schon nachgewiesen haben, 
dass in den aristotelischen Schriften dieselben Sfttze manchmal in Ver- 



'; ■ i. 



I.. . 



•'•"' i ■■■■' ■ .• I .■ • ..."'. ■ ... •-♦■ . ■•. . • i • •'. 'J'X* 



' • \ ,»^ ■ / 



*)' Die yet transl. gibt: ul circa unumquodque et/ dUere pröpitr genus 
Mermanam. Ist hier nicht propter ein Schreibrehler statt proprie^ so hat 
der Uebersetzer nicht idiif^ sondern diä gelesen; aber jenes ist gewiss 
richtig y da bis jetzt nur die aXdij oder Ilöiu behandelt sind, und damit 

Hü., d^ Gkyemati yon-Mdem w^itrftratM^sdiftckr Jj^erden-. fblPy'Jwle ufa «Jfedes 
Genus der Reden flir sich behandeln soll. .ailul. <i «tu 



49$ 

sebiedener Gestalt erdcheinäti, merkWflrdtge Variaiiteny 'deren Ur- 
spriiDg noch nicht erforscht ist — -endlich die ff&txcA 11 — VJ^ mit drei 
Zeilen 20 — 24 ans Kapitel .18*. JBio Schlnss der itlatBig im ganzen, 
welcher allerdings erwartet nnd Tcriangt wird, ist nicht da. 

f ' 

Von den Scbhissworten des zweiten Bncbes: 



I i 



' insl ii itj *) tqAz i(ft$t^ ß dsi TiQaYfjUttev&iji^ccp negl tor XSyo^^^ 
inig fdr naqtiiBtYfmtiar xcA /i^co/jcku^ ^al iv&vutifJiArmi^' 
xal oX(og rciy 7t€Ql t^v didpoiop, S^sy n tvnoQ^irof$er ifa9 
(og aixu XvoojmPj uQijaS'io ij/iü^ ToaaSta. Xomon dk iieXS-eTr 
mal Xi^swg xal rd^svog. 

t t 

bemerkt Bratidis S. 7, dass sie ganz wohl spftter hinzngefogt sein 
können, da sie den Anfangs werten des dritten Buches so ähnlich 
sind. Ob wohl alles? Die Handschriften haben s&mmtlich, so Tiel 
ich weiss, die Worte inel ..Xoyov, aber alte AnsgiU>en übergehen 
sie, und sie sind ganz gegen die Sprache des Aristoteles , welchec 
die Formel H^a&m roaavxu niemals mit einem Vordersatz, wie 
hier, Tcrjlundet nud eben so wenig inig gebraucht; er also wOrde 
sicher ub^I jihf ovp nagadsiy/iazoDy • • ig/iTy Toaccvxa geschrieben 
haben. Diese Worte aber scheinen vollkommen Acht, nnd wie ächt^ 
B^orschung nie etwas verschweigen darf, was zu wejterm Aufschlüsse 
fahren kann, vielmehr sich selbst widerlegen mnss, so will ich nicht 
verhehlen, dass der Ausdruck xal oXiog rdiy tzsqI xfjy diavoiap mei- 
ner Ansicht eine schwer zu lösende Schwierigkeit bietet, vielmehr 
als Beweis benutzt werden kann, dass Aristoteles die nddri und 

..< I .. • ■ ; . . ,1 . ■ ,.-.. 

' ' • ■ ^ . • ;. »I' . 1 t , . I . I 

:•-''. • -'Mi . ■ . ' ; i . :■;. . . " . ! , . •' 

/ ^ iJMiir JkMVi'Üi,, di^^lieflle Aun^Mbrift, hier ab^ gans «egya dia Sprache 
unsers Autors. ! ;. . .. :, ;. .. u > 



' « 



. • , 



Www 

,^&$l Tor*4en tünoi bebaüdeU haM: dofu» dkise terirteht wvM^wii^ 
ontfir imvom wie er uns aelM P^^etik cap. 19 Cf^igL 6) sagti: . . 

tA fj^ oit^ 7t8Ql tijr JfuxpeiaP h TotgTTSQl ^^tOQix^g Hsüf&nr 
Tovto ^yctQ Tii&p fjL&X^y hcBCp^g^ifjg /iB&öifav. tütt ii :tin& 
riljp &mpou)CP rctirct 8acc vnd tov Xöyov 9ü nii^exwad^pm. 
lAiQfl Sk Tovtm'p t6 T» äno&hixpvyUi^sf'trltdXvsi^p 
X€tl t6 na9i] 7ia^uaxsvÄt9$p, olov tX^op ij fopop 
^ OQY^p X6ci oaa roittvra, X4tl tT$ fAiys&og xmi 
uiXQÖTtjra. 



Die Rhetorik gehört, wie schon DioDy^ios gezeigt hat, za d^n 
späteren Werken des Aristoteles^; in ihr Lst sicher alles wesent- 
liche, was lerfrflber gelehrt und Torgetragen hd^, niedei^gelegt mid 
sie demnach als das Hauptwerk Aber diesen G^getasfMd za betrach^ 
ten« Sie ist sogar das letzte der sogenannten nns eHbattenen exo^ 
ierischen Werke. Kann anch nicht aas ihr selbst die fiuhere Ab- 
fassung der NikoniachiAchen Ethik nachgewiesen werden^^), so ist 
doch die Politik mit dieser so enge verbanden, dass sie die anmit- 
telbare Fortsetznng dieser Ethik, gleichsam den zweiten Band bil- 
det, wie die wiederholten Bernfangen liezeagen, lind aof . die Politik 
▼erweist die Rhetorik I, 8 am aas ihr das weitere zu lernen. Der 
Politik aber folgte die Poetik (Polit YIII, 7, 1341, b, 39), and 



*) Vergleiche Brandis schöne Nachweisung p. 8. seqq. 
*^) BrandiB p. 31, der sich des Verkttltnisses der Nikortrachisölilb Elhik and 
der Politik nicht ^tmerle, wenn er zweifelt ob die Rbetctik oder die^ 
EthÜL firilher geschrid>en war. EUiic. Nicom« II, 7 illä nBQi fiey %ov^ 
%m %ai äkXod^i xaii(Qg iif'^^^9 inden vOa ^ifieag gesprochen wird, 
könnte auf Rhet. n, 9 bezogen werden, ist aber ansicher. vergL ZelL 

p. 76. ■ •..- . . • .. ::■ V. »1 / ./l .^ 

Abhandlongen der I. Cl. d. k Ak. d. W* VI. B. R Abtk« 63 



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ibIs er diese anstofoeitete, Wftr mMero BhetoHk ttooh nieht Mmgfh 
geben*), dagegen die Pdetik bereits ToHendet, aki er die Rhe^ 
torik abA^sste^ daher in dieäer wiederholte Beziehung auf das kara- 
licb.za Ende gebrachte Werk. Ist m» schon die Politik erst nach 
dem Tode Philippns geschriebett — niid ich sehe nicht ein, wamm 
die Erw&fanaag ron des K&nigs Ermordang ein späterer Zusatz sein 
soll, * — so wird man wohl von dem Wahlen nicht weit abirren^ 
wenn die Abfassotig der ons erhaltenen Rhetorik im. Allgemeinen 
um das Jahr 330 gesetzt wird. 

Wftre diese Rhetorik des Aristoteles Ton den Spätem nach 
Gebohr gewürdigt und demnach ihre Autorität öfter angerufen wer* 
den, so worden wir auch ober den Zustand des Textes in alter 
Zeit besser unterrichtet sein^ und gewiss manches interessante vor-:- 
zntragen haben; aber die Bemfungen beziehen sich grossentheila 
nur auf einzelne technische Namen, aus welchen sich nichts bestim«- 
men lAsst Wenn Qnintilianus V, 10, 15 sagt: 

Debet etiam nota esse recte argumenta tractaturo vis et 
natura omnium, et quid quaeqne earum plerumque eflSdat; 
hinc enim sicut quae sixota dicuntur . . ideoque Aristoteles 
in secundo de arte Rhetorica libro diiigentissime est exse- 
cutos quid cuiqne rd, et quid cuique homini soleat acddere^ 
et quas res quosque homines, quibus rebus ant hominibos 
Tel condliasset, vel alienasset, ipsa natura, ut diyites quid 
sequatur, aut ambitum aut superstitionem ; quid boni probent, 
quid mali petant, quid milites, quid rustici^ quo quaeqne 
modo res vitari Tel appeti soleat. Verum hoc exsequi 
mitto, non enim loogom tantom, sed etiam impossibile aut 
potius infinitom est; praeterea positum in commnni omnium 
inteUectu; si quis tamen desideraTerit, a[|quo peteret, ostendi. 



«**» 



*) Poet. 19 ip toTg TtBQl ^rjtoiiiKijg xela&of. 



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m ttBss ftiaii iJIerdMigs.Aiif den .emteo. Anblick igjadben^ ar Udie 
das aßweite Boch io gaiui andeirer and aoftfAlu^lioberer Gtefalt r&t 
sich gehabt; defm io fuiiierem fiadea wir von dem. angefahrten g6^ 
radeaa gar niobta, aber Qaiatiljanns ist in diesem Werke deaPhi« 
loaoi^ien so wenig bewandert, dies: läan ihm aach diesen argen 
Fehler zu got halten mnss. Von seinem Geiste zeigt allein zutGsh 
nige die Bemerkung, dass dergleichen jeder von selbst wisse* - 

Nur der Brief des Dionysius von HaUcäcnassos an Ammaeui 
kann hier in Betrachtdng kommen, in welchem, am zu zeigen, dasä 
Demosthenes Reden vor der Abfassung der. arfstaielisBcheik Bhe^kNrik 
geschrieben waren, einige Stellen der Rhetorik ausführlich mn^ 
wörtlich mitgetheilt werden. Eis werden deren sechs erwfthiit« 



j < ■ 



I, 1, 1355, 20-^29 XQn^^f^s — i^tii^emg Cap. & fißer iM 
▼•21. ye in den Handschriften des Dionysius falsch statt «^ welchea 
wie oft bei Aristoteles y. 24 in £ri di seine Anknöpfong hat; t. 2ü& 
geben Ton den vier Handschriften bei Gros statt ^j; unrichtig Cjo^ Dl«* 
nach einer gewöhnlichen palaeograpUschen Yerwecbslung /iip. v..2» 
ist iiiaanaXta nur ein Schreibfehler for didäaxaXlag , außaJlendeit 
dass V. 3 nur G tornxöTg hat, die obrigen verkehrt naJUrtxots. 



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I, 2, 1356, 35 — b, 20 rdiy äi .. ofio{(os ^z^u Cap. 7. Diese 
längere Stelle stimmt einzelner Abweichungen nn^achtet doch im 
ganzen genau mit unserm aristotelischen Texte iflberein, und es ist 
wichtig, dass auch Dionysius die Berufung auf die Topik kenhty. 
wodurch jeder Gedanke schwinden inuss, von anderen Handschrift* 
ten oder. triftigeren Coojecturetn' besseres zn. erwarten« INeDistino4 
tion, wie sie Brandts S. 13 — 4 gibt, ist gegen die Sprache, und 
man kann der Nothweudigkeit der Annahme, dass ki der iEtrislote«^* 
Uschea Topik eiaat gestanden habe, Wa» in der aas erhallenchi>:jeiki 

63* 



mtibi mehr stefaiv^.hier so/weoig- wse^U, 35 «osweiciieB» Die tbrii^ 
YerscbiedeBheit ist folgesde ri 85 JkitnnM^Mv i]^f>atpea&m SMütrva*^ 
S'm, wofar richtiger bei Arist. äeixpit^ai fj jp. ds§mfwau t» d& or«^ 
Xtrtdiolg statt Jm^c^pnarori?^ der Sache nach dasseibe^ doeh iet wahiw 
echfiolicb das ächte Wort hei - Dienysiiijs ^ und Aristoteles sa^ nur 
itt rij^iaXiXTtxijj nicht h xots ^urXBxrucotg. t. 1 die Worte ro Si 
avXXoyHSfiog to dk g>mp6juB$^Qg avXXoytafiog fehlen in den vier Hand-- 
Schriften des Dionysias nnd einigen des Arist. bei Bekker, die letz- 
ten Tier durch Gl eichklang in der besten aristotelischen, in andern 
belGaisford noch mehreres, dagegen stehen bei Bionysins t. 4 vor 
iktkvi noch die dorch den Zusammenhang gebotenen Worte ro ik 
fHuro/sspop ^m/ÄBifog atiXXoy^fiog , welche wie zu erwarten aodi 
dort A« B. ausdassen. y. 2 fehlt l/a, aber auch die beste aristot. 
Handschrift, wie die vet. transK kennen das Yerbum nicht, das nnr 
einer Urgänzung sein Entstehen rerdankt , v. 4 yoiQ statt S'\ eine 
gewöhnliche Yerwechslnng« t. 8. fehlen richtig ^ ortivovy, welche 
Unr eine unbrauchbare Variante des rorausgehenden 6%§ovp sind, da^ 
gegen können y. 10 avräy ixari^ welche < Dionysins übergeht^ 
nicht entbehrt werden, y. 13 fdf^ i^il statt /i^a^ tö inU y* 16 7o statt 
xawa z(p^ y. 18 xai Sri für ozi xaL endlidi ^roQuiag statt ^ijtoQ^ 
x^g, aber dasselbe hat bei Arist. die beste Handschrift nnd die yet« 
transK 

« « • 

. H» 23 p. 1397, 23 — b. 8 cap. 12, eine Stelle, welche zu- 
meist yon uuserm Texte der arist. Rhetorik abweicht, y« 24 xotXmg 
xal ro Sixaicog statt ij dtxaltog, wie nachher y. 28 wiederum scal 
^iraiTo^ statt ^ ^ixa/ca^, aber sftmmtliche yier Pariser Handschriften 
lassen durch einen Gleichklang die Worte y. 28 vniqx^ • • noiijatu 
än& y. 26 nagll rwy r^Xm^tip statt tibqI tcop zsXtoyf aiber die genann- 
te Codices haben gar nichts und lassen diese Worte aus. Daa 
folgende lautet bei Aiist« y. 27 xul el xt^ nmopä^u to xcddig ^ 

■ tu 



im 

dmkAod inmQX^ Motr^ n6iiq9min»j ^äi 'Utip^lMjika^ Mal*f^ ikf^i' 
n&y&6t§^ Di^Tonr sind die letseleii siebeti Wmie 'offSoobw 4Usctt^ 
derluhalt sdioa oben aogebraebt Mt: d yä^ SiztiQtf vtcu^xh ^^ ^^ 
Xoh ^ iutcUiog non^aäi^ StniSQ^ ' to ' 7t$nof^iMm. Daza komnty daeii 
die beirte Htodsschrift der Rhetorik diesen S»ta giar niciil kernig 
nur r« 28 statt noT9}aarr$ lesen Mrir dort sonderbarer Weise nt^ 
emi^Ti^ if noi^OMu. Dieses wird einigennässen ans Dionysios klar|' 
in welchem jene Worte gldcbfalls fehlen, das ganee aber so eiM 
hauen ist: xal ki rtp nsTtoif^'Oti zo xaXwg xal dtxatoog vmeQx^i, r(f 
nihQ€cY/MiyMp inecQ^ii xal Tip noiijaapr$ ij 'notovMt4. alskn 
anäi hier ^Interpolaüott, Aristoteles hat nichts als xal noi^aopti g^ 
schrieben« Ganz abweichend ist das folgende; wir lesen -in mscM 
rem aristotelischen Texte: ficrr» ^ i» ravzfp*} 7€aQccXoytaa03ii$' M 
yA^ dmaimg tnad^u n, isxakog nfnov&sy^äXX- tawg ovj[ väa aam 
fio ist axonstp ;|fco^$ st S^mq 6 naSxi^p jw&bü^ xal i Twujifa»' M^iq^ 
am, ^ha xQ^^^^ SnöriQwg d^fWTtu**). Bei Dionysius dageganc 
fyt4 a toiro ncc^aXQyi^^^ii'^^ ov yaQ si diixcclwg ijHx&sv ' uv, xcA ^t^ 
xi^S'^Tto rovrov ninot^sr, wg 6 '^apov m^ia no^ija.äg navijf^ 
si ino %ov vlov rov iavzov zijp ini Staräztp dnäyazai^ dal 
axonsfiß X^^ • * inoziqtag Sp tcQfiozzfi. Schon die graniaiatisdiei 
Vorm ina&^p zi, wie Snec&sy ßp bei Dionysins zeigt ein VerdedH 
niss, welches in den interpolirten Handschriften des Aristoteleiri riek^ 
tig wie ich glaube dnrcb die Correctnr änäS'aps gehoben ist. Ist 
aber das folgende Beispiel, wdches Dionysins gibt, Ton dem Yateff . 
der den Tod verdient bat und diesen dnrcb seuieB ^ eigente Sohar 



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*) Statt h tovxifi hat A zovtOy und dasselbe DionysiuSj diese Uehereinstim- 
mung bewirkt, in jenem sprachgemässen h zovttf eine Verbesserung der 
aeltenei^n Redeweise «auerkennen. 
*^ Die späteren Handschriften haben aV o^/ionBJnit Ploayskis. ^ ' 



MO 

eileidet, im Texte 4ea « Armtolelesi umBg^Men loder ein freoider Zio^ 
Mte? Diooyeins wetugsteiw verstcbert did Stelle mrrcr >i.^«i^ mm. 
gebeil* Es ist «in deatlieher fak»$ber Zamt;^; deos daa Beispiel TOä 
den Sobne^ der seine ecboldige Mutter tödtet, folgt erst sp&ter, imd 
QDgedgB6t wOrde hier vorgegriffeii dem» wAs erst im feigenden als 
Beriebtigung des allgemeinen Satzes gezeigt wird. Es ist daher 
belehrend za erfahren, dass eine Handschrift des Dionjsios B bei 
Gros p. yn diesen ganzen falschen Zasatz nicht kennt nnd die 
Worte niitowB-BP iio ^bi oxonaip verbindet, wodurch jenes oflfenbar 
als späteres Eknblem erkannt wird. Auch die vorhergehende Ab«» 
vreichong ist gleichfalls nur eine sp&tere Aendemng im Texte des^ 
Dionysios, nicht diesem selbst zuzuschreiben. Wenn im folgeodön^ 
die Worte des Dichters Theodektes bei Dionysins fehlen, so maf^ 
er vielleicht selbst der Karze wegen diese ausgelassen haben, aber 
auffallend ist, dass das Beispiel von demProcesse gegen Demo&tbe-^ 
nes, weswegen er die ganze Stelle mitgetheilt hat, nicht vollständig; 
gegeben nnd was daza gehört, obergangen ist, — ob durch seine 
oder der Abschreiber Schuld? Aus der Anwendung, die er onridi^ 
tig and verkehrt genug macht, folgt nothwendig, dass ihm die Worte 
inBl yä^ . . dna&opely unbekannt waren, er sie also in seinem^ 
Exemplare nicht gefunden hatte. Mau sieht indessen, dass auch er 
dieselbe Ordnung und Folge der Beispiele in seiner Handschrift 
hatte, wie wir sie finden, und doch kana diese unmöglich richtig 
sein. Die zwei Beispiele. von den Mördern des Nikauor und dem; 
xn Theben ermordeten haben nichts mit dem des Alkmaeon und der 
gesammten einschränkenden Bemerkung des Aristoteles zu tbun, nnd 
die Worte 7 — 11 olop ij . . äno&apopxa (mit Tilgung des voraus- 



^ V. 2 statt ivLotB haben A C D bei Dionyrios Motg, dann musste ip 
Moig gelegen weiHien. 



gwetsfeii ar<rQ gelMVreii iiilAt kieber> »Mdeim »i dem allgMndlÜHi 

^(ßp noüijikntri ia4 dessen scboa obea gegebenefi GonTersion. ESMt 
Mft diese koOpft sich die eiuscIirAiikeitde Bemerltviig des Aristoteles^ 
<dMs naa hiebei niaocbmld eioeii Febbofaloss in Bezog ftof de* 
Th&ier macliett kOmie. Moglicb dass diese, ▼. 29 — b. 7 ioiri <l^ w-. 
xtopett^. eine sp&tere Randbemerkung nnd Zusatz des Varfosserd is^ 
und darum nicht ihre richtige Stelle gefunden bat.' 

n, ^3, p. 1397, b, 27—1398, 3 aXXog . . iujaova$y cap. 11. 
Bei Dionysins aXAog eis top xQ^^^^ axonst sta(i ix rov toy XQ^^^f 
axonstp, auch die scblechfern Handscbriften des Aristoteles geben 
dg TOP ohne ix rov. y. 29 fehlt Sq' bei Dionysius nach Gros« aber 
in der Yariahtensammlung sagt er, Sq* sei nicht in A u. C. Eine 
falsche Correctur ist v. 31 ^^ &t]ßatwp atBtt GtjßcUovg^ ein Scbrcfib* 
fehler aber, dass v. 1 sig fehlt, und t. 2 S^fansvasp fi^ di&aovadp 
statt inCcttvCBj /ii^ in^aovdp steht. 

II, 24, 1401, b. 29—34 &XXog .. noXefwg cap. 12 flbereinstini^ 
men mit Aristoteles, nur dass man dort cJ^ statt olop wg liest. 

m, 10 p. 1410, b. 36—1411, 8 rdip . . 9ovpa$ cap. 8 hi6r 
ist zu beachten, dass Dionysius das Beispiel von Leptines v. 4 
xal AenTfpfjg tibqI AaxBÖaifAOPliOP ovx iap nBQudsTp t^p ^EXXdda 
izsQoqf&aX/iOP Yspo/iipfjp nicht kennt; es steht zwar in dessen Aus- 
gaben, feblt aber in allen Handscbriften, ist also aus Aristoteles 
ergänzt Hat er es in seinem Codäx nicht gefunden, oder hat ein 
Abschreiber sich dadurch die Mofae verkorzt? auch hier sagt Diony- 
sius xard Ai^ip ourai yga^p, er also hat das Beispiel ^ Mrenn er 
es vorfand, gewiss nicht ausgelassen^ v. 1 a^ n8Q$xX^g ßiait SansQ 
erklärt sich von selbst, beachtenswerther. ist v« 6 mi&vptgs Sovpm 



m 

xmp TiBQl top ^OXvp&iaxw noXsfWP, indem rdy bei Arbt. feUt v«.-? 
statt s«& npty/Mc toy i^/xop Sxopza ist äyayQPza w<^i oaffiirJill^ 
/QDgy und weoo -wir zuletzt t. 8 statt dovpai bei Djooysins iäiap^u 
ovxiog lesen, so kann nur die Verschiedenheit des Tempus in JBetracht 
kommen; denn oZtwg gehört zum nAdisten Kapitel, welches mit den 
Worten beginnt: El fdv d^ aag>€OS txvtog 6 qt^üo^og dnoieixrpsßj 
aber so herzustellen ist: nBtqaod-m dUfopw. Ovtwai /liy ^fj. 



Die erhaltenen Handschriften theilen sich in zwei weit ausein- 
andergehende Klassen; die beste ist die zugleich älteste einst dem 
Cardinal Nik. Rodulphus gehörige, jetzt in Paris befindliche ans 
dem XI. Jahrhundert. Pet. Yictorius hat zuerst ihren Werth erkannt 
und aus ihr eine Menge von Stellen berichtigt; dass er diese Hand- 
schrift aus Rom nach Florenz zur Benutzung erhalten hat, muss 
als grosser Gewinn betrachtet werden, sein umfangreicher Commen- 
tar wOrde den Werth nicht haben, den er ihm durch genaue Be- 
achtung dieses Codex geben konnte; er hat jedoch in seiner Aus- 
gabe nach Sitte damaliger Zeit nicht alle Varianten bekannt gemach^ 
dagegen in sein Handexemplar, welches die Münchner Bibliothek 
Cod. gr. 175 besitzt, sowohl von diesem als von drei andern Co- 
dices eine genaue und sorgfältige Yergleichung eingetragen"^). 

Dieselbe Handschrift liess Th. Gaisford für seine Ausgabe 



*) Dennoch erlheilt Gaisford dem Victorias das ehrenvolle Zeugniss: hvjus 
ipsius codicis ope a Nicoiao Rudolphe Cardinale sibi commodati philosophi 
verba singulis fere paginis reslituit Yictorius. Nos lectiones aliquas^ quae 
Victorii diligentiam fugerunt, instituta denuo collatione deprehendimus; hoc 
tarnen fidenter testari possumus, Victorium in plerisque ooflatoris munere 
egregii perrunctumesse: nemo ita oculis valet^ ut minatola quaedam sub* 
inde enm non faOant 



Cfxford 1820 vergleicbeiH obne jedm^h den Text sach ihr ge^ObreAd 
«a Ibericbtigen, wie er demi zu spAt deren Bedeoluog erkannt ht4, 
daber er in der Vorrede erklärt: et feciäseipos procal dubio recUifiKy 
td recentiornm testiam spreta aatoritate eiiam in levissimis ee^oeq- 
dam propotmissemDs Rodolphinnm codicera quem Jitera A desi^avi- 
mos. Quae res qnom non sit integra» nioneutur lectores nt iiiferi<>repi 
inarginem passim eonsnlant, et scripturas codicam ibi indicatas dili- 
genter exan^iiient 

4 
n 

1 

Was Gaisford versAumt bat, wurde dnrcb Imm. Bekker nack- 
gebolt; er erkannte die Bedentnng dieses Codex, verglicb ihn gf- 
nao ond folgte ihm zomeist/ so dass seine Recension znnftohsA apf 
diese Autorität gegründet ist ^), aber aoeb er bat, wie im Is^krates 
mit r^ im Demosthenes mit JS^ so hier einem folgenden Bearbeiter 
npdi viel übrig gelassen, da ^r ^ y^dorbenen Stellen ihm niokt 
zq folgen wagte. nad sich den interpolirten HandscbriAen znwandtp, 
wfthrend dieser anoh da oft noch die Spuren des Richtigen erbaltifln 
bat, welche bei den andern yöHig verwischt sind» Em <Beispiiel der 
Art ist n, 20 p. 1393, 27 naqadB^YfAaxwp f hVtti ivo' £r fsiy 
yaq iati naQaittYfiaxos sliog ro Xiy^^^ nQayfieira ngoY^Ysy^- 
l^^ipccy Sy da ro avzov nouüf* rovxov ^ iy fUr naf^aßoXij Sy di 
Xoyoij olov ol Aiooijuiöi xai Aißvkot^ Sati di ro fUv naQadBiyp^^ 



*) n, 23 p* 1400 b, 21 ist durch Dmckver^ehen vor ttv9qfjinov das Wort- 
chen av ausgefallen, was wir um so mehr erwähnen, als solche Fehler 
sich stets fortpflanzen und andere Irrtbümer erzeugen. Keiner der beiden 
Separatabdrticke der Rhetorik gibt diese Berichtigung; in letzterem ist 
I, 13 p. 1?)74, 16 mit Recht JxXft^e als Überflüssig eingesdhiossen. 'Aolbh 
n, 24 p. 1402, 26 haben amrinea Wissen« alle HaBdsdirinen md Ansgabifcn 
49Pflu^f4avotr €iii^, leliteres fehlt ML' BeUter. • > ' ' • ^• 

Abhandlungen der 1. Cl. d. i. Ah. d. WiM. VI. Bd. U. Abth/ 64 



I«4 

ht^X^t^^OB nQly tXäßsp, Zaßdy ik d$4ßfj, euer« kal oitoi iau >Wf/Ä^'., 



'i 



Hier lehrt schon die logische Folge, wo yor dem allgenie)n€hi 
Worte naQuieiy/ia die verschiedeoen Species aufgezählt nnd benaoot 
werden, dass rd fih nitQtkdB$YfAit totorie n anmOglicK richtig sein 
könne; dennoch hKben alle Handschriften^ aach die Vetästa irami- 
latiö nichts anderes, dagegen -A aHein TtttQctdifyfiara X^ym^ aus 
welcheib das richtige tau ii rd fdy n^äy/iara Xiyeir totorSs r$ 
berznätellen nicht schwer ist/ Wer wUrde H, 25, 1402, 3 das 
richtige aach nar rermothen. Wo alle xdXXiOrog 1j xdx$fstos tqaig 
lesen, wenn nicht A tettipixos (qm erhalten hätte? so hat oft kahne 
Interpolation das, was man nicht verstanden hat, verdrängt, nnd 
fakches an dessen Stelle gesetzt, anderes ist kanm noch sicher 
oachzoweisen^ oder wie mag es gekommen sein, dass I^ l5, ISTG» 
b, 25 sich in A rcor yByQafifidfiOP ^ roTg ohcetotg ij rotg äXXoTQlo$s, 
{nsita Bi &Xß,aigj in allen andern Codices aber roTg xaXotg Ij dixatoig. 
iti ii Bi &XXmg findet? Besonders abweichend ist die Stellung der 
Wörter in dieser und den obrigen Handschriften, nicht blos bei 
solchen, die ftlglich entbehrt werden könnten^ wie I, 13, 1373, 18 
ip T(p MBGGfjriaxii) XiyBiy während die andern XiyBi ip z(p M. haben, 
aber XiyB^ geht schon zweimal voraus, oder I, 15, 1375, 23 ti^cu- 
Top filp ovp TtBql pofiiop BXmoiABPy dic andern tYmouBP tibqI pofxwp. 
sondern durchaus, wie jede Seite bei Bekker zu GenOge zeugt 
z. B. U, 3, 1380, b^ 10 äXXop Xdio, A bei Gaisf. Xiio aXXop. 15 
£p Sigaaup, die flbrigea Sdfaaop tep^ ebendaselbst A: wartBQBiXf]g>fpa$ 
ydq cXopxm ufim^Ucp, die Qbrigen Sffn$if ydg BlXtjffptH ^ijLuoQ(ay 



50& 

üXomäiß Y..i%. ii^t t^ Mytp, im ühilgen^rqi Uyip di$£^ odet Aeude*; 
rang der Wteter v. 18 iiibifrcri^' dagegen A Hf»&6vc%^ diftftea gebt' 
an andern Stellen in eine fi^rnilicbe Paraphrpsei, wie .wir. sie aas. 
mapcben Scbriften kennen, aber, wie 11, 4, 1382, 8 wo die Worte 
des. Ariatoteleii wie sie A bietet arcr» tq /dw Avntig fysoi^j w ii 
Mopcav in alles Obrigen lauten: i; fdtf rov ^Xtmjam iftirm, ff-ii ioS\ 
xmiwam fmiXw. vergl. U, 2, 1378^ 21f wo>eine&bnliebeParapbMse^> 
aber nioht io allen fibriges^ sondern nur in Q und DE bei Gaisford 
erscbeint 

• I 

• m < 

i * 

Bei dem Alter nnd der Ttefflicbkeit dieser Handschrift folli es; 
aof, dass eine Iftngere Stelle Sber die Tortur f, 15, 1377> 7t die 
sieh in ihrem Ansdmci^e als nicht aristotelisch darstellt nnd afai 
solche von den Heransgebern anerkannt ist ^), wahrscheinlich aa& 
einem rhetorischen Lehrbnche in ihr Platz gefunden hat, noch mehr 
aber, dass derselbe ia der retosta translatio nnd einigen, geriageren 
Haadschriftes sich iiidht findet 

An diesen Codex A reiht sieh in ntehster Folge die vetostia 
translatio des XIH« Jahrhnnderts *^) j auch diese hat Petrus Victe^i 



— ' : • . i 

*) Mit Asssahme des Griechen Minoides Msnas, der wie in so Tielen sodi 
hier sein eigenes Urlheil zur Schau trägt, und die Stelle ücht aristotelisch 
findet; es sind die Worte: del 3i liysip wg ovk tiaiv äXrjS'eig al /9a- 
aa¥0&' nollai [li^ y&q naxvfpqovBg ij xai Xi&oöbq^oi xal taig rpox^tg 
OPtBg dvyaroi yswaUog iyxaQteqoSai taig wayxaig, ol 3i de^ol *al 
wXaßiig nQo %ov tag avayuag Idaiv avvßv natad-aqqovai.v wate ovdh 
iatv matoy iv ßaaavoig. Sdion der Zusammenhaiig weift diese Stelle 

zurück. 

■ - . . ■ . • • ■ «. 

^*} Frifdriob IL ]km eine launische Uebers^zung verbonim fideliter servata 
Tirginitate TerijDrIJgen, tfasTr^ di^CWca.iWgiPB.to 

64* 



50ff 

rhis fixierst erkannt opd gewQrdigt, wie uns anch }6(srt noch^ktiae* 
bessera Hilfsmittel zjo, Gebote stehen ^ «b wdcbe er Mh^n Mifge«^ 

foaden und benotet Jmt ' 

'■■.-•* •. ■ . ' . ... ■ . ' , , t , 

Es bandelt sieb bei dieser lateioiscfaen Vebersetsang begreift 
lieber Weise nar om die ibr zo Grood liegende Handecbrlft, w«»'. 
da die Uebertragaog naob. Sitte jener Zeit wortgetreu ist, lAoe. 
Scbwierigkeit erkannl werden kaan^ wenn rar erst ansgemaobt iai^. 
was der Uebersetzer geschrieben bat Um diese Sieberbeü zo eiv. 
langen — und das BedOrfniss zu wissen, was diese Quelle bat 
legte diese Nötb wendigkeit aof — > babe icb den giM rockten Text 
ton 1482 mit Cod. Jllon. 306 ond. einem andern des Viclorii»' yiiK*^^. 
^Sebenv so dass zweifelbafte Stellen (twd äure ZaU ist siebt ge^ 
sing) sögleieb in die Augen fallen* ^ '. 



. • ; > 



Siebt man von der Unkeantniss des Uebensetzers äb^ so zti^ 
sieb, dass er eine Abnlicbe Handscbrift, - wie A ist, tot sieb luUte^'; 
diese jedocb mit vielen Randverbesserangen gefüllt war, denen er 
aberali folgte, ond woraus die Abweicbniigfen bcäder Quellen zo er- 
klären sind; gegen die Mitte des zweiten Bncfaes werden diese we-^r 
niger, im dritten versebwinden sie gegen das Ende ganz, so dass 
die Uebereinstimmung mit A allmäblig mebr zobimmt und zuletzt 
oberall dieselben Febler zom Vorscbein kommen« Varianten bat 



Messina tibertragen. Nicom^ Ethik, Politik, Rhetorik und Ethica magna 
finden sich in den Handschriften, wie z. B. der MQnchener 306 häufig 
beisammen, so dass einige jenen auch als Uebersetzer der Rhetorik hiel- 
ten; aber Jourdain p. 70 ed: If. gibt aus par. Msc: lat. 7695 die Unter- 
schrift: explicit über Rbetoricorum Aristotelis secundum translationem 
Güilielmi. deo gratiüB, aus einer mutom das Datum 1281. Wir dfirren 
also unbedeiiklteh WilhelM von Moerbelie al» den Verhsaer imcfrkennen. 



I » ■ 



iriMl^ndtiMlif^n, ^e atb«r B<ftkef ]Klä^lM«)ritolatioif«ta VolH^ jgtibrir(e<"y/ 
BMHirdr Bishert sich diese Utbei^sMirang -liftüfig- tfi^hHrtfe^Mrteff'CIl^ 
^Ae4i9> el^^D nieftf zo Iftogneny däW einii^' kundige Haüd' die ItioU' 
tftfo« iln TeiWs lehetey MTbroii bier' «'a> iMkAi" nHsVt hdiOttiiMi* 
V^gpiil tetgttf viAg. Il, 23, 1898, h, 92 xtA 'Hj^a$iindö iy 'jm* 
f&tif inijifWTK. Scbod' Viißtorios ftet äfeaelbe BrfcfthlaAj^ at^ XünÜif 
lAoiM Hellemca Voii" !^/]7(i)^79o^r? afigeflthr^- Maii^ tos aber Mii^rst' ^^ 
lAtAif dassr tlieser Naiiie im Aristofetea ktm-XenbiiDoff' Rei^stdlefr 
g^r* li der v^t innd. bofa Ifesen wir et'E^esippifs ]^6Ks reVif^ 

Peli]^# 4Ui^: ist: iE4g0«apf «s.^ eine Yarwu^«« iMe. der Ipitejoiich^ 
IJdbton^taer am 'aeioeii griecbii^cben Ux^mpUre hejAbörgeiiMuMK 
ha^y wie er aoch I> 9» t368f 21 ^ ti;^ .ßffwtf&entrj wa :iind9M 
cifi(j7^€#<yy leaeD^ beides verbindet w^ ptopter, ^omu^tudinefU M^ 
weomiietudiaem (vel?) gibt. lU» 16 p* 1417, 6 lirrw -^^ 24 44; 
imf fehlen io der Jateiniscben lleber9eteaiig swMzig S^eilett ^ dflfcfrv 
SMall, w.e»Q, uicbt yieUeiebt «cboBi daß griedwuche JBxempiar dieatb 
iMke batte. . . ' . . 

Die Qbrigen Baqdscbrifien, so weit sie äos . Viciotios (m. p. t.1 
Gaisford (i C.**> a.E.)', Bekker'/Q t Z)'bei^äMl sind, ge? 

*) I, 1, 1354} 12 oXiyov nenoirjKaaiv avrijg fiOQiov, hat A die Variante 
fQ. ovdh äQ dnilv nvtoqlxtküiv wohros' dus Terbtmn, diifs arieh Bekker 
aofgenomnicn bat; iir ein%6 andcfre Häädaelrffleh gekötnAien^ Iftt. Der 
Uebersetzer, welcher bbdfcam adcft)ti stihk i|Miitis pairteni g;!bt, idfeint an- 
dereÄ' in deinem Buche gefbnden '^n babeb; adipbci gebratidit ' er nur» 
wenn im griechischen tvyxavaiv steht, und so mag er aiii Baude seines 
C6^x illyov t'e€vx^xa&i¥'* cfvwilg' fiö^Cw gcfTundeit biAeu'^ Irül' so un« 
wahrscheinUch wie nenoQUaaiy Mt. •.*'^ ,.:••,.!» •, < 

*^ Wdi^ (P^: 1818) ist überdfidss vott e^ym xwdieilj d^ S^ 

Griechen, recensuri. J.:- -J»r^.^ ^* ?«.,! *n v.- i;.ifjN. ,r - ;•> 



bOren itlle eiw^r ^plkteren SJ^itiund/ /einer iui4 jto^BeUieii Fßßü^e, 
welche von d^r^Uesten Quelle! durch IJmqt^UMg 4er Wwrte» .P^iffm 
phrfse^ InterpolatMH^» nicht seltßfl^ »her anch durch wurKUcba ]lft9iH 
heaferoi^gen «sich enihtnL. Eioft bedeoteqde Afz^ dieaer findfft 
mi^li echoQ in der; y et traqslafip; aber alle, , ^Ibst J^^ jitanuiiea #^ 
einem nnd deiDiiel(>en lOGkeohaften Exemp^re, denn diq iLoc^ 
W,fl!cihe ni, 1$, 1410f 29/ der ü^osaminenbaiigf ^ngejouscbeifiUch nacb-r 
"wehitf Bekker aber nicht angedeatet ba^ 19^ ^n allen Co^|oe% aell^ 
Af durch die Wiederbplong einer lAog^rn Ste^He ans I» 9 ergtea^t^ 
Bei diesem Zujstande des Textes ist es von grosser Bedentnngi dasja 
Bekker fast dorchaos nur an A hält, ond dessen Autoritftt folgt. 
I, 10 p. 136O9 2, wo Aristoteles davon «pvicbty'dam idles waSidie 
Menseben tbnn, sie entweder 81^ airovg odier otS HC aitavg tbaoj 
folgt die nähere Bestimmung des einen: Satg di 9i avt^ig $tal Ai 
€iirol tchiOi, ra f$it^ di^ S^og ta &i i$^ oi^i§$f^, xai^ td fihv ducJUh* 
YiCx^p 0Q€§i3f rd ii ii aXoyiatop^^'). S^n 8' tf /iit^ ßovX9ia4g €^a&au 
8^i$g Cavfelg^ yd^ ßovXexM tiXX ij otap öUjS^ tlvai iya&dp) £Xaf0$^ 
^ SiQfSi^ p^y^ xal im&vfiia. so Bekker nach A, alle obrigen babeA^ 
1^ ßovXf]aig fistd Xoyov oqs^ig dyad-ov, nur dass in vet« transL da«^ 
letzte Wort dya&ov fehlt. Brandis der S. 31 ^ot 51 die Stelle 
anführt, sägt^ dass diese Lesart der llfehrzabl (?) der Codices darcb 
den Anonymus bestätigt werae*^^)/ Der Gedanke scheint aller- 



> I 



*j Ttai fehlt in A, d«dttrqh wird wahrscheinlich ^ dass Aristoteles geschrieben 

hat ^a de äi^ Pf^S^^t täv di di oga^tp ta.fiiv, und so hat cod. C, 

; also hier glefch ein Beispiel, mit welcher Kenotniss jene Handschrifl re- 

.vidir^ ist Kurz vorher sagt Ar. %a ^ i^ dvaymjg, ttiv d* i^ dvdy^ 

**) nicht qXiyiorap sagt Aristoteles, sondern aloyov und so hau A, eine 
Variante, die Bekker entgangen ist. 
f *^) Wie Brandts dif» Worte anfllhrt, ^ lih fiovlijaig aya^mj f^€%d hiyv 
OQe^ig, stehen sie m keiner Handschrift 



} ' I 



i^if -u«ril' ;to>v ^^^t;i"9^e$i$ «;;U>}«ff'(f)fo^. VII^ U6). 9^<ff 
>*ra iWj^otr kdta ^ülp. aber* Äristoti^le^ wllrde fnit XoYiatixw ^ 
Mdffte^r Aüiüefiiäider&ietziibg nicht f^nä XSyav gesetzt hubeu^ and dfe 
'^ätite Aenderting ist' ge^en deo 'ZiisalinineDliang des Gedankens^ tfa 
ß^XfJl^g nodb gar niicfat' eingeftfart Wr^ die Definition ßovXtjaig H^^ 
iig Sya^dS abdr ist y^ie schon Top. VI, 8 tebrÜ, icbt aristotelisch; 
IViA ist o^^^ii? das allgemeine^ das besondere dessen aber &viioc 
Mu.cLjj^^^ ond — was Piaton Äoyioiuo^ neiint, — ßoMfjaig*). Mag)ft. 

ititi ti^taj inid-vfilä &vfidg ]ßt>vX^aig. Daraas siebt nian^ wfe 
'litebn die intetpolation Vorgenommen ' war, aTlerdings ist die Ställe 
'nnVöllsfftndigy^el^nzt sich aber nach Arou selbst: tan ii fj fäp 
poSXffoigy ^ ii ßovXtjOig aya&ov S^s^^g: neihlich 17 /i^i^ ist jtoyidrix^ 
ZQeSig als Sobject and d^ SubsCantiräm das PAdicat. 

Der Text ist, wie er in A aberliefert erscheint, vielfach verdorbein 




*) Dm Nichtbeachten dessen bat mäncbe Interpolaliön hervorgeniren^ hier 
nor zwei Stellen aus der Rhetorik, zugleich zum Beweise, wie viel andi 
in diesem Werke^ das noch xias lesbarste scheint, der KKtik zu leisten 
übrig bleibt. 11, 19> 1392, b. 20 xal ei idvvazo xal ißovXeto, 
ninqaxev . . Irt tt [ißovXeto xal] f^tjdiv %ßv l^cci ixwXvev [xal el 
iävvato] xal (agyl^eto, xal el idvvato xal hte^fiei. Das einge- 
schlossene sind laoter Talsche Ergänzungen (A und vet. tr. haben auch 
nicht idvvonOf sondern dwatbv) von dem, der die Dreitheilung nicht 
beachtet; die Worte ü firjdiv %uiv li^oi ixwXvev sind so viel als ü iiv- 
vato. Eben daselbst 1393, 1. xal h^qI tov iaofihov ix twv aitwif 
dijXov* %6 tB yig iv dvvcifiu xal ßovXijeii ov iavai^ xal %a h 
inid'Vfilif xal Sq^S [xal Xoyiofi^ juera 8uvdfi€wg orta. auch hier 
hat eine Talsche Hand xai Xoyiöß^ hinzugesetzt, was mit ßovXijaei 
schon oben bezeichnet ist. 



M9 

.und bedorß^ f&ivßr tQqbtigen Nacbh|lfe; diese ^t ^|lll.«lcll ip difß 
Obrigen HandnefarifteD zo; Tbeil geworden; wiß die T]eIeQ,.Ujii0te^ 
^Qgen der Wörter zu erkl&ren nrnd und was dadurch zqm 'Yer- 
stättdqjss gewonnen warde, eebe ich nicb( ein^ Paraphrasen oi^ 
Interpolationen verstehen sich von seihst; aher .i^usserdem findem 
sich in diesen interpolirten Codices nicht wenige Stellen^ die kn^ 
.^ch vollkommen gerechtfertigt erscheinen, (z. B; II, 14» 1390^11 
nB(fl Tcc» in^ 10,1410 b, 14 xciXÄfjuiP was scbon die vet. tran^. 
hatf statt xaXi^if. 141 1^ 14 tfj^ay für ztjt^ Xstav was A und vet. 
transl. geben, o. a. m.) und es entsteht die Frage, ob solche durah 
glückliche Conjectur hergestellt sind, oder aus einem älteren, oqs 
unbekannten Exemplare stammen. Ich vern^uthe das erstere, .dft 
auch andere altere Exemplare als A zwar hier und da volIstAndiger 
sein konnten^), im gafizen aber sicher die gleichen Fehler hattea; 
jedenfalls hat die Kritik, wie die Sachen jetzt stehen, in diesem 



*) Durch Gleichklang sind II, 23, 1398 b, 21 die Worte rj aofot, 
^ ndvveg^ ol nleiavoi in A ausgefallen, sie finden sieb aber in allen 
übrigen, auch in der vet. transL und sind gewiss nicht ex ingenio, son- 
dern aus einer vollständigen Quelle, wie die der veL transl sein mochte, 
ergänzt — II, 25, 1402, b. 29 fehlen in A ov yaQ aV ^v, II, 26, 1403, 
25 äXlo tdiv axevaoTixwv, Worte die unentbehrlich sind. Ebenso I, 
14, 1374, b, 31 ^ot] TifjKOijia, alkä naaa ikdizcov xai ov fii] iatiK 
Wichtig ist, wenn 1,2, 1356, b, 7 ntog in A wie bei Gaisford ange- 
geben ist, fehlt, und allerdings ist davon in der lat. Uebersetzung keine 
Spur, das Wort also nur aus den spätern Handschriften erhalten, dasselbe 
aber steht bei Dionys. Hai. ad Amm. 7. Aber weder Victorius, noch 
Bekker bemerken^ dass in A 7t(og fehlt. H, 23, 1397, b. 1 haben die 
übrigen Codices nicht aQfAOTzei wie A, sondern aV aq^owrj mit Diony- 
sius 12. Dieselben p. 1397,. b. 27 €ig %6v xniovov mit Dionysius statt 
ix %ov tov xQovov. 



* * • . 

Werke des Aristoteles mch zuD&dist iiiid fast Mssohlflsslich an die 

A ttk halten. 



{ Ans dieser Nacb Weisung lAsst sich unschwer einsehen , das^i 
anoh die Rhetorik nicht die gewnnschte Sicherheit des Textes ge- 
wl^hrt, manches ist unklar, mehr noch zweifelhaft. Hat auch A 
4en Vortheil, y^ Interpolation frei geblieben zu sein« so wurde 
gleichwohl manches von Bedeutung verwischt. Ein Beispiel jedoch 
hat sich auch in diesem Codex — und in ihm allein — • erhalten, 
welches denselben Gedanken in doppelter Gestalt wiedergibt und 
mcb dadurch vollkommen den von ons anderswo aus den Kategorien, 
der Politik und andern aristotdischen Bachern augeführten Stellen 
anreOit. II, 23, 1397, b, 17. 

aXXog ix Tov fi&XXop xal ^noy clor ei /itjd* ol Ssol narra 
faaai^ (^X^^jj ^^ Y^ SyS-Qconor tovzo ydq itttiy ei q5 fiaXXov 
UV vnuQxoi i"9 vndqx^h ^^Xov on ovIF (^ iljrtoy. ro It 8t& 
rovg nXf]Cioy rvntsi Sg ye xal rov ncniQa 



(Mvntei ix rov xarä ro iinay 
-inaQX^h xcd fucXXaff vnä(fx^' ^^^ 



rvnvei ori ei to ,fjtToy vnäqx^h 
xai ro fuiXXop vtxccqx^^* '^ovg ydf 
nariQag tJTtoy xinzovcuf ^ tovg 
nXtjaiotr ^ d^ qvxiog ^ ei (f jnäX^ 

Xw vnaQx^f f^^ vjukqx^h 9 V ^^~ 
TOP ei inddx^i STidteqop iei del^a^ 



itjk ei iiijxe fjiaXXop fiijze i^jtoVf o&ev etQtjrm x. r. X, Diese zweite 
I&pgere Stelle tvntei on . . ifei^ai ist in A ausgestrichen und un- 
4eserlich, so dass sich selbst Victorins in seinem Handexemplare 
vor ihr nichts angemerkt hat. Far xarä ist an ersterer Stelle ei 
korrigirt, aber die Präposition ist richtig, wenn man xard ro ei ro 
^trop schreibt, dagegen kann der Artikel ro vor fiaXXor nicht fehlen. 
Nach dieser Anordnung kann jedoeh ix t0v nicht stehen, gerade 

Abhandlangen d. L CL d. k. Akad. d. Wim. VL fid. U. Ablh. 65 



dieses aber wird w der KweUen Stelle gefordert: tinn^ ix /^ 
ou. Nach dieser zweiten AufTassuog yerscbwindet aacb die Schwieg 
rigkeit, die man, wie wir die Sacbe za betrachten pflegen» gefan- 
den bat. Vergl. Vater Animadvers. p. 128, obscbon Yictorios dea 
richtigen Weg der Erklärang nachgewiesen hat. Eis ist hier ^vta^ 
und fjkccXXoy in anderer Bedenfnng anfgefasst, was zwar nicht streng 
wissenschaftlich, aber dem gewöhnlichen Leben, das di^rse Bacher 
stets YOr Augen haben, nicht nnangemessen ist Dieses^ geht sieber 
von keinem Glossator, wie man aaf dem ersten Anblicke glanbeii 
konnte, ans^ aber ich finde auch in spracblicher Beziehung einafi 
Grund, diese längere Stelle for aristotelisch zu erklären. Die 
Phrase ij dtj ovtcog ^, wenn eine Sacbe von einer andern Seite bci^ 
trachtet und aufgefasst wird, findet sich meines Erinnerns nar bet 
Aristoteles, bei keinem , andern Autor. Rhet. III, 7. ti d^ ovtio 
ioxsl ^ fiST* eiQvoyetag. HI, 19, Analyt. priora II, 27. post. I, 6. 
Sophist elench. 6. Ethic. Nicom. X, 2 und ohne qvt(o de generat. 
aninial. p. 734, 5* Verkannt ist diese Formel noch jetzt de anima 
m, 11 fj^fj avTfj xiPBi fj do^a, ovx ^ xa&oXov, tj S/iyxüj wo natQr- 
Kch f] ifj zu trennen ist. Im folgenden ist yielleicbt daa Verbam 
ausgefalleu ^ tp fJTTOP ina^x^^^ ^^ vnaqx^iy passender ist femer 
was an erster Stelle steht &i^ fitj, statt fslj endlich geboren die 
Schluss Worte , die beim ersten Satze stehen, et^' Sri ov natarlich 
auch zum zweiten. Ich halte demnach dieses für die wichtigste 
Variante der aristotelischen Rhetorik. 

Wären die erhaltenen Scholien nicht so gänzlich unbrauchbar, 
so mOssten wir aus ihnen zum Verständniss dieser Rhetorik 
sehr vieles lernen aber weder für Kritik, noch fQr Exegese zeigt 
sich ein Gewinn*), dennoch muss es einst gute Scholien dazu 



^) A«t den ErUlinnigeii der Scboliiiften auf difi GestaU de0 Textes zti gchliesieiit 



■ ■ * 



513 

gegeben haben , das beweisen die paar Belege , die sieb noeb in 
diesem Woste erhalten haben und welche Brandts p. 37 zusammen- 
stellt, zumeist das schöne Fragment des Chörilus III, 14, welches 
Yictorius zuerst mitgetheilt, Gaisford auf einem besonderen Folinm 
wiedergefunden hat, (Animadr. p. 448. Praefat« p. IL) 

Wie hier, haben sich noch auf andere Weise Spuren erhalten, 
dass diese Schrift des Aristoteles einst auch von den Rhetoren volle 
Anerkennung gefunden hat. Die Lehre der Topik, wie sie I, 6 
und II, 23 niedergelegt ist, erscheint in den Rhetores graeci IV, 
739. 744. V, 350 und V, 404, VII, 762 nicht unmittelbar, wohl 
aber mittelbar in einer neuen auf Aristoteles gegründeten Bearbei-* 
tung. Ein von Seguier aus einer Pariser Handschrift des Apsines 
bekannt gemachtes Kapitel nsQl iQconjoswg xai anoxQtoewg ist eine 
völlige rhetorische Umarbeitung von Aristoteles UI, 18, so dass 
kaum zu zweifeln, dass von einem kundigen Rhetor^ der den Werth 
dieses Buches gehörig gewürdigt hatte, die gesammte aristotelische 
Rhetorik in dieser Weise bebandelt war; dieses wäre zugleich,, 
nach dem wenigen erhaltenen zu urtheilen, der gründlichste und 
beste Common tar, weit vorzüglicher als die Paraphrasen des The- 
mistius selbst der Bücher de anima^). 



wie Brandis p. 40 — 47 versucht^ ist sehr gewagt, und fast Immer un«- 
sicher, eher lässt sich darthun, wie aus ihnen manches in die spülern 
interpolirlen HandschriHen gekommen ist 
^ Rheinisch. Museum 1847 p. 254—65 und 588—95. 



ABHANDLUNGEN 



DER 



PHILOSOPH.-PHILOLOGISCHEN CLASSE 



DER KÖNIGLICH BAYERISCHEN 



AKADEMIE der WISSENSCHAFTEN 



SECHSTEN BANDES 

DRITTE ABTHB1LUN6. 



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ABHANDLUNGEN 



DER 



PHILOSOPH-PHILOLOGISCHEN CLASSE 



DER K0NI6UGH BAYBRISCHl» 



AKADEMIE der WISSENSCHAFTEN. 



SECHSTEN BANDES 

DUnB ABTHBUniG. 

IM DBR R8IHB BBR DBHKSCBRirTBH BBR XXVII. BAHD. 



MfiNGHEN. 
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VERLAG DER K. AKADEMIE, 

IN GOAIMISSION BEI 6. FRANZ. 



*. 



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Inhalt. 



Seite 

Die Genealogie der Griechen und Rdmer. Ein Beitrag lur f iuloaophie der 

Geschichte. Von Ermi r. IawuUx 515 

lieber ein Fragment des GnSlmune d'Orenge. Von Dr. Cwmd thfmmnn . 565 

Stadien zu Thukydides. Von Oearg Martin nomw .631 

Nachtrage und Berichtignngen zur Abhandlong über ein Fragment des 

Guillanme d'Orenge. Voip Dr. Conrmä Bofmtum .681 



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Die 



Geologie der Griechen und Römer. 



Ein 



Beitrag zur Philosophie der Geschichte 



von 



Ernst von Lasaulae. 



Abbaadluagen der I. Gl d. Ak. d. W. VI. Bd. lU. Abtb. 66 



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Geologie der CSriechen und Römer. 



Von 



Ernst von Lasaufop. 



Unter den WisseDscbafien, in welchen unsere Zeit jede frühere 
wie es scheint obertrifft , sind zwei, von denen eine wesentliche 
Erweiterung der menschlichen Erkenntnis geboffit werden darf^ diq 
Geologie und die Etymologie. Die eine erforscht die Verkörperung 
der göttlichen Gedanken in der Natur, die älteste Geschichte dei^ 
Erde, die vor der Schöpfung des Menschen dagewesenen Pflanzen 
und Thiere, deren versteinerte Reste seit Jahrtausenden im Schoose 
der geschichteten Gebirge begraben liegen; die andere die Verkör- 
perung der menschlichen Gedanken im Worte, die ursprOngliche 
Ideenwelt der Völker und die Genesis ihrt^r Begriffe, wie sie in 
der Sprache verkörpert ist, Jahrhunderte froher als die älteste ge- 
schriebene Rede sie uns oberliefert. Beide Wissenschaften zeigen 
demnach auf urkundliche Weise wie die Gegenwart mit der Ver- 
gangenheit, die heutigen Formen des Lebens und unseres Bewusst- 
seins von deinselbiep . mit . frohereo zasammeoibängen, . po4 . welche 

66* 



518 

Veränderungen hier in der fortschreitenden Bewegung des Lebens 
nnd seiner Erkenntnis stattgefunden haben. Die historischen An- 
fänge dieser beiden Wissenschaften anfzusuchen nnd ihrer allmäligeo 
Entfaltung bei zweien der edelsten Völker der europäischen Mensch- 
heit nachzugehen, bat einen eigenthomlichen Reiz: es ergiebt sich 
dabei die schöne Wahrnehmung, dass wenn eine grosse Idee durch 
die geordnete Reihe der Jahrhunderte chronologisch verfolgt wird, 
die innere ihr zu Grunde liegende Wahrheit sich selbst objectiv ex- 
plicirt, und zuletzt als eine reife Frucht der Zeit von jedem ge- 
pflückt werden kann, der mit Liebe und Fleiss sich um ihre Er- 
kenntnis bemüht. 

Die Geschichte der Etymologie einem anderen Sprachkundigeren 
als ich bin überlassend, wende ich mich sofort zur antiken Geologie. 



I. 

Der erste bekannte europäische Denker, welcher geologische 
Erscheinungen beobachtet und zu erklären versucht hat, war Xeno- 
phanes von Kolophon, der Gründer der Eleati.scheu Alleinslehre, 
der um die sechzigste Olympiade (540 vor Chr.) blühte, und seit 
seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr aus seiner Heimath vertrieben 
siebenundsechzig Jahre lang in Sorgen und Nachdenken in allen 
Landen der Hellenischen Welt umhergeworfen wurde ^ Die Stelle 
seines Lehrgedichtes, die hier am meisten interessiren würde, ist 
uns zwar nicht wörtlich, wohl aber ihrem Inhalte nach erhalten bei 
dem gelehrtesten und scharfsinnigsten aller griechischen Kirchen- 
väter, demjenigen, dessen wiedergefundenes Werk ober den Zo- 



* Xenophanes Fr. 24 p. 78 Karsten, bei Diogenes L. IX, 19. 



519 

MDnmeDbaag der cbrisUicben BaereBien mit den MythologumeDa und 
PhiloMphaniena' ddr HeUeneo« auch Qber vielem in diesen selbst 
ein sebr wQnscbenswertbes Liebt verbreitet. Origenes nemliob 
beriebtet uns, Xenopbanes babe gelebrt: ^ es finde eine Ver- 
miscbang der Srde' mit dem Meere statt, ond die Erde werde zeit- 
webe darcb das feacbte Element aafgelöst; wofür er als Beweis 
anftihre : dass mitten im BioneolaDde und auf Bergen Seemusebein 
gefunden würden ,. in den Steinbrücben von Syrakns Abdrücke von 
Fiscbeo und Phoken , auf Faros Abdrucke von LorbeerblAttem in 
der Tiefe des Gesteines , auf Malta Abbildungen toji allen Meeres- 
erzeugnissen. Diese Dinge aber, sage er, w&ren geworden als 
alles einst lebmforniig gewesen, und die Abdrucke dann in dem 
ijehme bart geworden seien. Weggerafft worden aucb alle Men- 



• Orlg^nes PhHos. !, 14 p. 893, A. B. bei Lommalsch XXV p. 314, und In 
der neuen vollständigen Ausgabe Ton E. Miller p. 19: Xevofdvrjg fil^iv %^g ylfg 
ngog ttjp S'akaaacnf yiy^ax^au äoxel, xal tQ XQOVif uno tov vyqov Ivea^i, 
gni^Ku^» joifiiiitqg '^^ea^ dnoäei^eig , o^l iv ftdorj /fj xoi o^eaiv eiqiaxovzai 
wy%€t^' xal ß^ ^vQaKOvaaig äi h %aig kajofiiaig kayei evQ^o^ai %vtiov i%dvog 
xai qxaxtjv, iy öi Haqij} tvnov (Jaqpviyg iv z([t ßadei zov kl&ov, iv de MeXirff 
nkdxag ov^naytwv twv x^akaaaiwv. ravva Si (prjai yeviad-ai, oze ndvta 
ifZfjlti&rjiaav naXui^ %6v de %vnov iv %(fi nrihji ^rjQavO^^vai ' dvaiQela&ai de 
%ovg dy&foinovgndvzagy otav tf yij xavevexi^eloa iig xifv •d'dkaaaav^ nrjlog 
yh^vai., €lza ndUv aqxea^ai %rig yevigeiog, xai %ovzo naoi- zolgxoofioig 
yii^ta&at^ xaraßdlksiv. Auf diese ganze Stelle hat meines Wissess zuerst AL 
y. Uuoiboldl wiederholt aufmerksam gemacht, zuletzt im Kosmos I p. 463. Statt 
der Worte Tvnov dag)yijg die alle Handschriften geben (auch der Münchner Cod. 
Graec. 68. foL 71 B. extr.) liest QroDOvius xt^Troy ag^t-i;^. Abdrücke von Sardellen 
Welche Versteinerungen auf Faros wirklich vorkommen, weiss ich nicht, da Fied- 
lers Reise II, 179 ff. nichts davon erwähnt; im Parischen Marmor, der Urmarmor 
ist, kommen bekanntlich keine Versteinerungen vor. 



5aö 

^en, wenn die Erde, unter das Meer gesetzt, za Lehm werde; 
darauf aber beginne eine neue Scfaftpfongy nnd dieses UmBtünem 
fiiide in allen Welten 'Statt • ' > 






Gleicherweise macht der Lydier Xanthos aus fikirdeSy.:der ani 
das Jahr 500 vor Chr. tehte, in den Bruchstackien seines Werkes 
^her die Lydische Gesehichte aaf die nascheU und: kammfthnlieheo 
Versteinerangen anfmerkaani, 4ie er in Armenien, JH Pbrygton: and 
iii Lydien fern vom Meere gesehen habe;^ nnd* osiefat daraus dei 
Schloss, dass wo sie vorkämen , einst Meer gewesen sbin mOsse.^ 
iNei^elbe Wabrnehmang machte ferner Herodotos in Aej^pten, wo 
ebänfklls, wie auch neuere Reisebeschreiber bestätigen, versteinerte 
lind nicht versteinerte Muscheln in Bergen weit vom Meere entferal 
gefunden werden ; ^ er schloss daraus^ da8s ganz Unteraegypten ein 
Geschenk (d. i. eine Anschwemmung) des Niles, ursprünglich Meer 
gewesen sei. ^ Der Gründer der wissenschaftlichen Geographie 
Eratosthenes von Kyrene (geb. 273 vor Chr.) kommt wiederholt 
auf diese merkwürdige Thatsache zurück und sagt: es. verdiene 
eine ernste Untersuchung, woher es doch komme, dass man aft 
zwei und drei tausend Stadien vom Meere entfernt mitten im Binnen- 
lande überall eine Menge versteinerter Schnecken, Austerschalen, 



• Xanthus Fr. 3 bei Strabon I, 3, 4 p. 75, 20 Kramer, nach dessen Ans-*- 
gäbe soweit sie erschienen ist, ich immer citn*e, den Rest nach der des Casan* 
bonüs vom J. 1587: avtdv eidivai noXltixij nQoaoi ano trjg d'aldüotjg Xl&öv 
te xoyxvlicidfi xai ra xve^cidea xal XYjqafiviwv tvitw(iat(t. ^ Herodotns II, 
12: icoyxv'kia q)aiv6(JLSva ini xoiai ovqmti * Herodotns II, 5 mit BMhrs Exe. 
p. 901 ff. Ephonis Fr. 108 p. 213 f. bei Diodorüs I, 39, 7: anaaav trjv j^ym^ 
Tov Ttotafioxtoazov ovaav , und Phitarchns Mof. p. 367, A: d'aXoiaaa yÄp ^v 
f] A]'yv7t%og. did nokXa fuiv iv ro7g fuerdltoig xat folg ogeaiv Bvqi&nepai 
f^iXQi^ vvv xoyxvXia ^eiv, ' *'-: 



4^: 



undf iftiidtrer Seemmchelii.fiQdar M^ie namentlijoh to . der Nftfae flfta« 
AfflnoKiiaitenipa)« ja Jbiby^Di ^- aqqb: der Berg . Kasiun ßcheift» 0in$t. 
^m 3!om. Meere ora^pOU gewesen..^; <E2r.ßelbai meinte, diß S^rdei 
mflmi^ 1 dni'ch • Wasser , Ceaer ^ IIidJ^beD^ : «afgetriebeoe , JRlrHMBg^* 
oQcl Müideces dergleicbeii- ibeil weise VerAnd^rpogen erUttea : biJl>^» ^ 



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ISmfteMUch 4ie hAafigvorkoiniiieiidenyetsteiAßrteo Fische Ivibe^- 
di6!)Aiif«erki9ainkeit vieler grieohiscbeft ippd rAmi^icben ^chnftstellefT/^ 
aaf. /3i^*;ge^Qgeai pbgleich k^m; eiqer eine richtige Erklärung. 4er/ 
TkMsaißhe Ter^aObt hat, 



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r; ,. fXer.Alatbeini^tik^r Epi^axas von Knidusy dessen Blotbexei« 
Oil«;1Q8.:;xi86Q yor.Chr. flült,, bericbt^^t, TPO ITji^che^ die ip Pfiphla:^, 
gonien an trockenen und an feacbten Orten ausgegraben .wi^rflc^i' 
ohne uns jedoch. etwas Näheres darober zu sagen. ^^ Bei Aristo* 
teles lesen wir den seltsamen Satz: rciv txd'vcoy ol noXXol tüonß 
iv rtj yfjy dxiPtiriCovTsg fiivroi, xai BVQCaxovxai OQvrrofiBvoi , viele 
Fische, leben in der Erde, bewegungslos, und man findet sie bei 
Ausg^abungeij ; ^ V jpo dass er zu glauben scheint, diese versiein^^-' 



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.; * firatoslbenes Fr.: 31 p. 46 Bemhardy^ bei Str^bop.I, .3, 4 p. 75, 7: firij 

xalaor^iwif xaf 3^ffluijd(^y 71^5^05,,.. rEr^^)slh^ne$ be^ Slrtbop .1, 3^^. 15 pj 

bei Sti;abpn I, 3,, 3; p^ 741, 2ß:,img^4Qfi 'fd ji^^qf %^ iv l^h^ h^^QpmafXn 
'UßHüfv , a|5f^ , , oV\ 9vfißgtLvovquf ; i« ^ ^ „ t;<^cf rog «oi f^vqb^ xal, aucfim ^ , 
iyoffvo^TijljuDLjif^v xal of^^füK rofowwy, ..^Eiidpxus bei Strabon XII, 3, 42 p...5.^.. 
14:.-Ei!(Jä|p<;. (T .OßUJt,Toi|^ ix^vg 4yt^qL(pXQYfvl(f Uytav iv ^rjifoig 'fonaigofi,] 



522 

teil Fische b&tten wirklich einmaF in der Erde gelebt ond wftreo darin 
gleichsam erstarrt DerselbeD fossilen Fische, ix^is o^xtpl, die nwfl 
bei Heraklea und anderswo in Pontas und in Papfalagonien , ond 
gleicherweise im Narbonnensischen Gallien finde, gedenken TheophrttSNk 
tas nnd Polybios, nnd meinen, dass sie entweder ans zorockgebliebe* 
nen Fischeiern in der Erde erzeugt worden, oder sei es nun ans dem 
Meere oder ans einem benachbarten Fiussgebiete sich der Nahrang 
wegen in die Erde yerlaufen hätten nnd dann erdartig geworden 
wären. ^^ Derselbe Theophrastus kennt fossiles Elfenbein nnd Ter-*^ 
steinerte Knochen, und meint, dass diese in der Erde (durch eine 
plastische Natnrkraft) erzengt worden. Bei Munda in Spanien finde 
man Steine welche, so oft man sie breche, Abdrocke von Palmen 
zeigten; und schwarze AbdrOcke der Art zeige der Marmor too 
Taenarum. * » 



. ^\ Theophrastus in der Schrill TfSQi ttSv ixdvwv %wv h tw ^Q(fi diafi^ 
vöyTfOi^ S, 1. 8 p. 828 Schneider, sowie in der Psendo-Aristotelischen Schrift de 
itfirabilibus Ausc 73. 74., bei Aihenaeus YIII, 2 und bei Plinius IX, 57 (PUnius 
selbst scheint dergleichen fossile Fische nie gesehen zu haben, er hält sie für 
essbar und nennt sie Erdfische, indem er die IxOvs xaza ßad'ovg t^ dgev^ 
aya&ovg des Theophrastus in pisces terrenoa gratisaimos cibis übersetzt!) Vergl. 
auch Seneca 0. N. III. 16. 17. Polybius XXXIV, 10 bei Aihenaeus VIII, 4. 
Dieselben oqvxxovg xsoTQeig, fossiles mugiles, kennt Srabon IV, 1, 6 p. 283, 
2. und derselben ausgeackerten Fische gedenken unter anderen Prodigien Livius 
42, 2 und Juvenalis 13, 65. Der Geograph Pomponius Mela II, 5 will die Sache, 
obgleich sie von griechischen und römischen Schriflslellem bezeugt sei, als Fabel 
angesehen wissen! '* Theophrastus de Lapidibus S. 37 p. 695: 6 iXitpag 6 
oQvxzdg, noixlkog fiilavi xai Xevx^, und Plinius XXXVI, 18, 134: idem Theo^ 
phrastus et Mucianus esse aliquos lapides qui pariant credunt. Theophrastus auc- 
tor est, et ebur fossile candido et nigro colore inveniri, et ossa e terra nasci, 
inveniriqoe lapides osseos. palmati circa Mundam in Hispania reperiuntur, idqae 
quoties fregeris. sunt 'et nigri. quorum auctoritas venit in marmora, sicut Taenarius. 



Aach die seUsame Eirzftblitng des Herodotas, dacts in der 58# 
Olympiade ein EUsenschuüed za Tegea beim Graben eines Brannen« 
aof einen sieben Ellen grossen Sarg ge$tossen und darin die Ge- 
beine eines eben so grossen Menschen gefanden habe, welche 
Mian for die des Orestes gebalten; ^^ ferner die Nachricht des P|i-« 
nias and des Solinos, dass man auf Kreta w&hrend des Kriege« 
anter Q. Metellas (im X 786—87 der St. =68— 67 vor Chr.) '» 
einem dnreh ein Eürdbeben geborstenen oder darch aosgetreteno 
Flösse zerrissenen Berge ein aofrecht stehendes Gerippe Ton drei- 
nnddreisig, oder nach der andern Angabe von sechsandvierzig 
Ellen Länge gefanden habe, was einige far den Körper des 
Riesen Orion , andere fOr den des Aloiden Otos hielten , and 
welches von beiden Römischen Feldherrn Q. Metellas and seinen 
Legaten L. Flaccns mit staunender Bewnuderaog sei betrachtet 
worden; ^^ ferner was der Perieget Pansanias ans mittheilt: dass 
anweit von Milet, auf einer kleinen Insel, Asterios der Sohn des 
Anax des. Sohnes der Erde begraben liege and dass dessen Leich- 
nam nicht weniger als zehn Ellen gross sei ; ^ ^ dass im obern Lydieii 
bei der Stadt Temenospforte Riesenkuochen aasgeschwemmt worden 
deieoy die man far die des Geryones halte ; ^ ^ dass mau in dem aus- 
getrockneteq Flnssbette des Orontes bei Antiochia einen thönernen 



'« Herodotus I, 68. Plinius Vn, 16, 74. Gellius m, 10, 11. Solinus I, 90. 
^* Plinias YII, 16, 73: in Greta terrae motu mpto roonte inventum est corfNur 
fltaas XLVI cubitorum, quod alü Orionis alü Oti fuisse arbitrantur. Solinus i^ 
91 : scripta quae ex antiquitate memorias accersunt in fidem veri, hoc etiam re- 
ceperunt, quod belle Cretico, cum elata flumina plus quam vi amnica terras 
rupissent, post discessum fluctuum inter plurima humi discidia humanum corpus 
repertum sit cubitum trium atque triginta: cuius inspectandi cupidine L. Flaccum 
legatum, Metellum etiam ipsum io^iendio eaptos miraculo, quod auditu refutave-» 
rast, oculis potitos. ** Pausanias I, 35, 5. ^* Pausanias Ij 35^ 6« 

Abdbanlungen der I. Gl. d. k. Ak. d. W« VI. B. IH. Abtk« 67 



524 

Sarg TOD mebr als eilf Ellen L&nge aud darin einen gleich grossen 
menschlichen Körper gefunden habe, den der Gott in Klares als 
den Leichnam des Inders Oroutes bezeichnete ; ^ ^ dass im Tempel 
der Artemis Agrdtera in Megalopolis Knochen von obermenschlicher 
Grosse, die man für jene des Giganten Hopladamos ausgebe , b\» 
Weihgeschenk aufgestellt seien ; ^ ^ endlich wasPhlegon von Tralles 
theils ans eigener Erfahrung theils aus andern berichtet: dass in 
Dalmatien in der sogenannten Grotte der Artemis viele Leiber sa 
sehen seien, deren Rippenknochen mehr als sechzehn Ellen gross 
seien; 2 <> dass bei Gelegenheit eines Erdbebens unter der Regierang 
des Tiberius in Sicilien und in Pontos aus den Erdspalten unge^ 
heuere Leiber zum Vorschein gekommen seien, welche die erschrocke- 
nen Umwohner wegzubringen sich gescheut h&tten: ein Zahn, den 
sie als Probestück der Heroeuknocben an den Kaiser gesendet, sei 
mehr als ein Fnss gross gewesen ;2^ dass zu Litrae in Aegypteo 
eben solche Knochen gefunden worden, ganz regelmässig daliegend, 
so dass man die Knochen der Schenkel, der Schienbeine und aller 
abrigen Körpertbeile genau unterscheiden könne: woraus sich er- 
sehen lasse, dass im Anfang der Dinge die in voller Jagendkraft 
strotzende Natur alles den Göttern ähnlich gebildet habe, während 
jetzt im Marasmus der Zeit selbst auch die Grösse der Naturen 
allmälig dahingescbwoDden sei;^^ dass ähnliche Knochen auch auf 
der Insel Rhodus gefunden würden; -^ dass man auf einer Insel in 
der Nähe Athens (auf der Insel Makris d. i. Euboea) beim Graben 
von Mauerfundamenten einen hundert Ellen langen Sarg gefunden 
und darin ein eben so grosses Skelet, mit der Inschrift: begraben 



*• Pausanias VIII, 29, 3. *• Pausanias VIII, 32, 4. »• Phlegon Mir. 12. 
s^ Phlegon Mir. 14. ** Phlegon Mir. 15. YergL Geliius III, 10, 11: nunc quasi 
jam mundo senescente, renim atque homiaum decrementa sunt. ^'PhlegonHir. 16« 



Keg' ich Makfoäeiris aof der losel Makrbj nacbdem gelebt ieh 
habe filofiiial taosend Jabre;^^ dass die Kartbager beim Aaf werfen 
eines grosseb Erdwalles zwei eiogesargte Skelete gefaodeiiy dCBi 
eine yieraiidzwanzig, das andere dreinndzwanzig £Uen gross) ^# 
dass im Kimmeriscben Bosporos aas einem dnrcb ein Erdbeben ana-- 
einandergerissenen Hogel nngebeaere Knocben aasgeworfen wordeia 
seien, die, als man das Skelet zusammengesetzt, vieraadzwanwg 
Ellen gross gewesen: die nmwobnenden Barbaren aber b&tten daa*- 
selbe in den Maeotischen See geworfen: ^^ alle diese Nacbricbten 
mOssen ebne Zweifel ton urweltlichen versteinerten Tbierknochea 

Terstanden werden. 

« 

Ist es nan zu unbesonnen oder zu kühn, wenn icb hienacb die 
Yermutbong aussprecbe, dass die vielfachen Sagen des Hellenischen 
Alterthums von Giganten, Heroen, erdgebornen Riesen ihren bisto^ 
rischen Grund darin haben, dass man frflhzeitig, schon in vorgie^ 
schichtlicher Zeit, solche versteinerte urweltliche Thierknocben gf^ 
funden, für menschliche gebalten, Menschen höherer Ordnung zugcih 
schrieben, als solche verehrt, und der Erde aus der sie ausgewQhk 
worden, förmlich eingesargt wiedergegeben habe? Ich wenigstens 
wage es nicht die bestimmten Nachrichten, dass diese Knochen zum 
Theil in Särgen (^iy ooqoTs) gefanden worden seien, zu leugnen; 
sind diese Angaben aber in Wahrheit gegründet, so werden sie 
kaum anders erkl&rt werden können als durch die Annahme einer 
unserer geschichtlichen Cullurperiode vorhergegangenen Alteren Cok- 
turperiode. Dass man diese urweltlicben Thierknocben auch bei 
ihrer wiederhohen Auffindang im AUerthum nicht als das erkannte 
was sie sind, sondern for Menschenknochen hielt: darober dorfen 



*' Phlegon Mir. |7. *' Phlegon Mir. la V PVegpn Mir. 19. 

67* 



wir QDS Dm so weniger verwniidern, als es ja suoh noler ons kaooi 
ein Jahrhundert her ist, dass der deutsche Arzt und Naturforscher 
Joh. Jac. Schenchzer eine in den Steinbrocfaen von Oeningen ge** 
fnndene Versteinerung fOr das Skelet eines in der Sandfluth er^ 
trunkenen Menschen gehalten hat, welches erst in unseren Tagea 
Ton Kielmeyer und Coyier als das yersteinerte Gerippe eines riesen- 
massigen Wassersalamanders erkannt worden ist. ^ '^ Scheint es dodi 
ein allgemeines Gesetz des Lebens zu sein^ dass alle grossen 
Probleme, die wissenschaftlichen wie die socialen, so lange wie- 
derkehren bis sie befriedigend gelöst sind; denn die innere treibeode 
Lebenskraft in den Dingen kann nicht eher ruhen als bis sie ihr 
Ziel erreicht hat. 

Unter den Romischen Schriftstellern ist meines Wissens Ovidios 
der erste, welcher dieser Thatsachen gedenkt. Die Natur, ^^ so 
Iftsst er den Pythagoras lehren, liebe ewigen Formenwechsel, nichts 
gehe unter in der Welt, alles verändere nur und erneuere seine 
Gestalt; geboren werden, nenne man was anfange anders zu sein 
als es war, sterben was aufhöre so zu sein als es war. Aber nur 
die Gestalten wechseln, das Sein bleibe. Was einst feste Erde 



'^ J. J. Scheuchzer: Homo diluvii testis, Beingerüst eines in der Sündfluth 
ertrunkenen Menschen, Tiguri 1726 und die weiteren gelehrten Nach Weisungen 
bei H. V. Meyer: zur Fauna der Vorwell p. 28 f. " Ovidius Met. XV, 252 ff. 
rerum novatrix ex aliis alias reparat natura figuras. nee perit in tanto quidquam 
mundo, sed variat faciemque nofat. nasci vocatur, incipere esse aliud quam quod 
fuit ante; morique, desinere iUud idem. cum sint huc forsitan illa, haec translata 
illuc: summa tamen omnia constant . . Vidi ego quod fuerat quondam solidissima 
tellus, esse Tretum; vidi factas ex aequore terras, et procul a pelago conchae ja- 
euere marinae, et vetus inventa est in montibus ancora summis. Quod foil 
Campus 9 vallem decorsus aquarum fecit, et elovie mons est deductus in aequor. 



gewesen 9 sei Meer geworden , mid a«si dem Meere wieder Brde^ 
weit entfernt von der See lAgen Seemnscbeln da, önd anf den boeh^ 
sten Bergen habe man einen alten Anker gefanden. ^^ Was ewM 
Ebene war macbte ein Durchbmcb der Wasser som Tbale^ und 
Berge seien abgespolt worden zu Ebenen. 

Von Aagnstas wird berichtet , er habe die weitläafigen pracht- 
vollen Landhäuser nicht geliebt, seine eigenen sehr massigen hab^ 
er mit schattigen Baomgängen nnd allerlei Kunstaltertbomem und Na^ 
torsei tenheiten aasgeschmOckt, wie die Villa auf der Insel Capri mit den 
nngeheuren Knochen der riesenmässigen Seethiere nnd Landthiere, die 
man Riesenknochen und Heroenwaflfen nenne: '^ was augenscheinlieh 
eine palaeontologiscbe Sammlung, nächst den angefbhrten Tempel^- 
sammlnngen vielleicht die älteste der Art in Europa gewesen ist. 

Der einzige Römische Schriftsteller, welcher diese Versteine- 
rungen zu erklären versucht, ist der geistreiche Platoniker. L. Apo- 
leius aus Madaura iü Numidien, der zur Zeit des Antoninns Pias 



'* Dieses Ankers gedenkt so yiel mir bekannt ist kein anderer der Alten; 
ähnliche Thatsachen aber, dass bei Ausgrabungen Anker gefunden worden seiea, 
die beweisen, dass da ein Wechsel von Land und Meer stattgefunden habe, wer- 
den öfter erwähnt. So soll bei Gründung der Stadt Ankyra in Phrygien unter 
Midas ein Anker in der Erde gefunden worden sein, der noch zu Pausanias Zeit 
im Tempel des Zeus gezeigt wurde: Pausanias I, 4, 5; in Numidien sollen Itfnys 
•niis a liiare . . inßxae cauU&ug ancorae Torkonunen : Pomponius Mela I, 6. «ad 
ihnlicher Funde in Holland und Ostfiriesland, im Mecklenburgischen nnd an der Oslr 
küste Ton England gedenkt Hoffs Geschichte der Veränderungen der Erdoberfläche 
I p. 113. 303. 368. 442. '® Suetonius y. Aug. 72: ampla et operosa praetoria 
gravabatur, sua quamvis modica . . xystis et nemoribus excoluit, rebusque vetn- 
state et raritate notabiUbus, quaUa iunt Capreis inmaniom beDuarum feraranque 
membra praegrandia, quae dicuntur gigantom oüa et arma heroin; 



528 

lebte« Eif fand adf den Bergen in Mitte Gaetaliens ver8teiiier<# 
Fiscfa^ nnd erkl&rte dieselben für Ueberbleibsel der Deukaliooischea 
Flnth. 31 

Nach diesen Vorgängern ist es dann nicht zu verwundern, wem 
auch christliche Forscher diese fossilen Reste von Pflanzen and 
Tbieren mit den biblischen Nachrichten yon der Sondfluth in Ver- 
bindong brachten , nnd als Denkmale jeuer allgemeinen Flutb be- 
trachtet haben, deren Andenken in den Sagen £Etöt aller cultorfähigeo 
Völker sich erhalten hat. Der erste kirchliche Schriftsteller^ der 
diess zu thun scheint, ist Tertnllianus, welcher in der um das Jahr 
210 Tcrfassten Schrift über den Philosophenmantel sich folgenderr 
massen ausdrückt: mutavit et totns orbis aliquando, aquis omnibns 
obsitns: adhuc maris conchae et bucinae peregrinantur in montibus» 
cnpientes Piatoni probare etiam ardua fluitasse: die ganze Erde hat 
einst eine Veränderung erlitten, indem alles vom Wasser überdeckt 
war; noch jetzt finden wir zweischalige nnd gewundene Seemuschela 
auf den Bergen in der Fremde liegen, gleich als wollten sie dem 
Piaton beweisen, dass auch das Harte einmal flüssig gewesen sei.^^ 
Bei Eusebius ferner, und aus ihm bei andern findet sich folgende 
merkwürdige Notiz: dass die Noachische Flutb über die höchsten 
Berge emporgestiegen war, diese Wahrheit hat mir, der ich dieses 
schreibe, die Autopsie bestätigt, indem ich gewisse Fische sah, die 
man zu meiner Zeit auf den höchsten Spitzen des Libanon gefunden 
hat. Da man nemlich yon dort Steine brach zum Hausbau, Üand 
man yerschiedene Gattungen yon Seefischen, welche in den Steia-* 
brüchen zusammengebacken waren mit dem Schlamme, und sich 



'^ Apulejus de Magia 41 p. 534: me non negabunt in Gaetuliae mediter* 
raneis montibua fuisse, ubi piaces per Deucalionis diluvia reperiuntur. '* Tertul-* 
lianus de Pallio 2. 



SftO 

gleichwie eingepökelte bis auf unsere Zeit erbalten habeiii so daw 
aie ODS derdi den Angenschein selbst die Wabriieit jener alten Safff 
▼on der Noachischen Flnth bezeugen. ^ ^ Angustinus endlicb , yom 
dem hohen Alter und der flbergewOhnlichen Grösse der nrsprOng^ 
lieben Menschen handelnd, bernfl sich als anf eine bekannte Thal«« 
aaohe darauf, dass man in uralten zufällig geöflfneten Gräbern' oft 
Todtengebeine von ungeheurer Grösse finde, und dass er selbst ndl 
vielen andern am Ufer you Utiea einen so Ungeheuern (wie er »einte) 
menschlichen Backenzahn gesehen habe, dass man daraus mehr al» 
hundert unserer gewöhnlichen Zähne hätte machen können; docfay 
setzt er hinzu, möchte ich selbst glauben, da^s dieser Zahn irgend 
einem Riesen angehört habe,^^ d. h* wie wir jetzt wissen, eine« 
nrweltlichen Mastodon oder einem Mammont 

• * 

Schon diese dorftigeu Nachrichten gewähren dem denkenden 
Betrachter die Oberraschende Wahrnehmung, dass alle Haopttbeorien 
der modernen Petrefacteukunde schon im Altertbum aufgestellt waren, 
nur mit dem merkwtlrdigen Unterschiede, dass was bei uns das 
letzte Resultat umfassender wissenschaftlicher Forschungen ist, dort 
als der erste gelungene Wurf jenes wunderbaren wisseuschaßlichen 
Instinktes erscheint, durch welchen die Griechen ohngeacbtet ihrer 
mangelhaften Kenntuis des Materlales doch so oft das. Wahre ge- 
troffen haben. Die drei antiken Erklärungsversuche der Versteine- 
rungen, erstlich sie seien Reste einer in einer früheren Erdkata- 



** Eosebios Chron. Armen. T. 1 p. 62 ed. Aacher. Cedrenos T. I p. 27. 
16 ed. Bomi. und Eustathius in Hezai^eron p. 49. '^ AogusÜnus C. D., XV, 9; 
Tidi ipse non solus, sed aliquot mecum inUticensi littore molarem iiominis dentem 
tarn ingentem, ut si in nostrorum denUum modulos minutatim concideretur, cea- 
tum nobis videretur facere potuisse. Sed ilhun gigantis alicuiua fiuasa credidehm. 






fiao 

Strophe antergegaogenen Scböpfang; zweitens sie seien in der £rde^ 
wo sie gefanden worden, ^erzeugt dnrch eine bildsame Natorkraft; 
drittens sie seien Reste von Geschöpfen, die in der Denkalioniscbeift 
Flntb ihren Untergang gefunden: dieselben drei ErklArnngsveranche^ 
nar in umgekehrter Reihenfolge, sind auch in der modernen Geologie 
versocht worden; worin man ja auch zuerst die Sandfloth zu Hilfe 
gerufen,* dann an eine geheimnisvolle plastische Naturkraft appel«^ 
Urt, und erst in unseren Tagen die Wahrheit wiedererkannt hat 
Ja selbst die neueste tou einem berohmten Chemiker in unserer 
Mitte aufgestellte Theorie der Eirdbildong,^^ die gemengten Urge- 
birge, das Kreuz der Geologen, durch die Annahme eines festweichea 
amorphen Zustandes der Ede zu erklaren, Hesse sich unschwer in 
dem lehmfftrmigeu Znstand der Erde, den Xenophanes annahm, vor^ 
geahnet finden. 



« 

Ob zwischen der Natur des Bodens und dem Leben seiner Be- 
wohner, zwischen den Schichten der Erde und der Geschichte der 
Menschen die auf ihr hausen, eine durchgehende Analogie stattfinde, 
wie geistvolle Forscher behaupten, mag hier dahingestellt bleiben. 
Manches scheint fdr diese Ansicht zu sprechen. In Hellas und 
Italien, die beide mehr als irgend ein anderes Land in Europa ein 
Herd von Vulkanen und Erdbeben sind, wissen wir, dass in die 
Erde eingeschrieben , gewaltige Kämpfe der Elemente, des Wassers 
und des Feuers, dem menschlichen Leben in jenen Ländern voran- 
gegangen sind und sich neben ihm fortgesetzt haben; sie finden in 
der Gahrung menschlicher Leidenschaften, wielche die griechische 



** J. N. Fuchs über die Theorien der Erde (München 1844) p. ^ 



ftSl 

und römische Geschichte erfiillen, manch treffendes Analogön; aber 
Abuliche Kampfe der Nator and nachfolgende der Menschen finden 
sich aberall, in allen Ländern und unter allen Völkern: so dass 
sich daraus kaum etwas anderes folgern lasst, als dass alles creatnr- 
lidie Leben in der Welt des getheilten Seins ^ in der phyinschen 
wie in der moralischen, auf einen Kampfe entgegengesetzter Prio«^ 
cipien beruhe, oder wiie schon der grosse Ephesier erkannt hai^ 
dass eben der Krieg der Yaler des Lebens sei.^^ Eine merkwOiw 
dige Thatsache aber, die so Tiel mir bekannt, bis jezt unbemerkt 
blieb ond die, wenn richtig erkl&rt, für die Entscheidung jener Fragö 
vielleicht einen festen Anhaltspunkt geben könnte, mag tier hervor* 
gehoben werden. 

Pas Becken von Rom besteht nach den geognoslisehen Unter«« 
sochungen von Breislak, Leopold von Buch, Brocohi und Hbffmann 
aus drei regelmässig übereinandergelagerten Formationen: seine 
Grundlage, einst vom Meere hoch überfiuthet^ ist von Prodocten 
des allgemeinen Gewässers gebildet; diese, von Yol'canen erschüt- 
tert und durchbohrt, nahmen eine Decke von Substanzen auf, ilie 
dem Innern der Erdrinde entnommen worden; und darüber endlich 
finden sich die Ablagerungen des sOssen Gewässers welches, da 
der Tiberstrom einst ein Landsee gewesen, hier noch sp&t bis zu 
nberraschender Höhe gestanden hat. Ueberall gleichmAssig fortgebend 
unter der Decke der sieben Hagel, sagen die genannten Geologen,^ ^ 



'* Plutarchus Mor. p.370, C: ^HfauXeitog nolefi^p Syofid^ei natifa ndv^ 
my. Origeues adv. Cdsiim VI, 42 p» 663, E und Pkilos. IX, 9 p. 281/ 76: m* 
XsfAog Ttdytwv fiiw nar^f iavi, nawttap di ßaaiiL$vg «• %• l. Produs in Ti» 
mseom p. 124, 8. Schneider. '* Höfiniaim in der Beschreibuiig der Stadt Rom 
iroa Bonsea und Plattaer L p. 46. 47. 73. 79.^ 

Abhandlungen der I. CL d. k. Ak. d. Witt, VI. Bd. UL Ahlh. 08 



finden sich unten Meeresbildungen, ober ihnen vulcaniscbe Prodocte^ 
und darüber drittens die Hervorbringuagen des Sflsswassers. 

Wird diese Bildungsgeschichte des Bodens in die Sprache der 
Mythologie fibersetzt, so hätte hier zuerst Neptnnus, dann Vnlcaoiia» 
und zulezt Saturuus und seine Gemahlin die freundliche ErdgOttia 
Ops Consivia geherscht. Und in der Thai wurden in Rom diesen 
drei Gottheiten alljäfarig drei aufeinanderfolgende religiöse Feste gew 
feiert, in denen eine unverkennbare Beziehung auf die succ^ssive 
Bildungsgeschichte des Bodens ausgesprochen ist^^ Am 21. August 
wurden die Consualien, das Fest des Neptonus Equester ? ^ gefeiert: 
wobei man auf einem das ganze Jahr hindurch unter der Erde ver- 
grabenen Altar im Circns maximus Opfer und Brandopfer von Erst- 
lingen darbrachte 9 und Wettrennen anstellte von zusammengespann- 
ten und freilaufenden Pferden ;^<> auch Pferde, Ksel und Maulthiere^ 
die Stime mit Blumen bekrftnzt, nach altem Herkommen frei von 
aller Arbeit herumgehen liess.^^ Dass die Pferde in Griechenland 
wie in Rom dem Meeresgotte heilig,^^ die Manlthiere ihrer Un- 



'* Yarro de L. L. VI, 20. 21: Consualia dicta a Conso, quod tum feriae 
publicae ef deo, et in circo ad aram eius ab sacerdotibus ludi illi quibus vir- 
gines Sablnae raptae. Volcanalia a Yolcano, quod ei tum feriae et quod eo die 
populus pro se m ignem animalia mittit. Opeconsiva dies ab dea Ope Conaivia, 
quoius in regia sacrarium, quod ita actum ^ ut eo praeter virgines Vestales et 
sacerdotem publicum introeat nemo. '* Livius I, 9. Servius ad Ae. VIII, 635 f. 
^® Dionysius U, 31 : '9vaiaig xal vneqnvqoig dnoQxcus y^faifstai, xal ÖQOfiog 
innwv ^svxTiSw t« xai a^evxTtoy initeXenaf., ^^ Dionysius I, 33. Plutarchus 
Mor. p. 276, B. Paulus Diaconus Exe. Festi p. 148, 1: mulis celebrantur lad] in 
oirco maximo C!onsualibus , quia id genus qoadrupedum prinum putatur ooepium 
curroi Tehiculoqne adjungl ^* Schon Panpbos, der den Athenern die ältesten 
Hymnen gedichtet, nennt den Poseidon t/rfAvy tc öwt^Qm vmv %^ l^vn^tidifipi^t 



^5d8 

^htcNbarkeit wegeii den Unterirdischen besonders lieb waren ,^* iialt 
bekannt; ebenso dass jene Opfer auf dem nnterirdischen Aifar nicbCs 
minderes bezweckten als die Loskanfang des Staates von den Mftch* 
1enderH»lle/^^ UbmitteTbar anP diese Gonsnalien folgte am 23. Ang. 
^as Fest des Yntcanits, die Volcanalia. Bei den hier stattfindenden 
Opfern warf das Volk stellvertretende Thiere, insbesondere Fische 
ftr äich in die Flammen, nm den Feuergott zn besänftigen, damit 
^ nicht neoerdings herrorbrechend die Existenz des Staates ge^ 
fehrde. ♦* Nadi yoHendeter Feier fand eine nene, die dritte 
nnd wie man glaubte beste Saat statt. *• Wieder zwei Tage 
spftter, anl 25. August endlich wurden die Opeconsiva begangen, 
das Fest der grossen Allmntter^^ und fruchtreichen Erdgöttin ^^ 
Ops Consivia, die als altgemeine Geburtsgöttin ^^ und hilfreiche 
Nahrungspenderin Oberhaupt verelirt wurde, und insbesondere als 



m > 



Pausanias YII, 21 , 3. und Homer die ScbifTe, die Rosse des Meeres, vriüv uiKU- 
TtOQWv eTtißaivifiev , aty aXog XrtTtöi^ avdqäai. ylyvovTai: Od. IV, 1(08. VefgL 
Aeschylus Prom. 466. Sophocies Oed. C. 713 ff. Mehr bei Creiizer Symb. U, 598 
f. und Völker Mylh. p. 145'ff. 

f* Coliunella Uj 22, 5. ^^ Härtung ReL der Römer U, 87. 88, der dabei 
mit Recht an die ludi Tarentini erinnert. Vergl. Varro b^i Censorinus 17, 8 und 
Valerius Maximus H, 4, 5. *^ Varro in der Anm. 38. angeführten Stelle und 
Festus p. 238, B, 23: piscatorii ludi . . quorum quaestus non in macellum per- 
Tenit, sed fere in aream Vulcani, quod id genus pisciculorum Tivorum datur ei 
deo pro animis humanis. ^' Columella X, 419ff. und XI, 3, 18: Augusto circa 
Vulcanalia tertia satio est eaque optima radicis et rapae cet. and S-, 47 : Augusto 
mense circa Vulcanalia . . satio sine dubio melior habetur. ^' Varro bei Augu- 
stinus C. D. VH, 24: Tellurem putant esse Opern, quod opere fiat melior, inatrem 
<Iuod plurima pariat, magnam quod cibum pariat '^* Varrö de L. L. V, 64: Ops 
mater quod terra mater. haec enini territ geiüeh omni» peperit et re^umit denuoy 
quä€ dal eiöariay nt aitEnnius. Festus p. 186, B, 26: Ops Consiva esse existima- 
lur terra, ideoque in Regia colitur a P. R. qtiia omute opes huinano generi tenfa 
tribuat. *• Augustinus C. D. IV, 11 f ips6 iSnfliei) opdm ftriit nascetatÄus, ei^- 

68* 



534 

Obwalterio und Beacbatzerin des Feldbaues, der nur auf ewem 
von sQssen Gewässera befrachteten Erdreiche möglich ist Bei 
den an sie gerichteten Gebeten war es ansdröckliche Vorschrift 
die Erde mit der Hand zu berühren^^^ vnd die ihr dargebrach- 
ten Opfer wurden von den höchsten Priestern des Staates , dem 
Pontjfex Maximns und den Jungfrauen der Vesta ohne weitere 
Zeugen sehr geheimnisvoll in der Köuigsburg yerrichtet, in einem 
der Göttin geheiligten Gemache, auf einem alterthümlichen Becken^ 
dergleichen bei keinem andern Opfer gebraucht wurde. ^^ 

Dass nun diese Uebereinstimmung beider Thatsachen, der geo^ 
logischen und der antiquarischen, die völlig unabhängig von einander 
constatirt sind, zußUlig sei, wird niemand behaupten wollen, dem 
es ist Methode darin; aber wie sie erkl&ren? 

An einen historischen Zusammenhang: dass in jenen Festge* 
brauchen eine Erinnerung enthalten sei an die Bildungsgeschichte 
des Bodens: kann darum nicht wol gedacht werden, weil jene 
erdgeschicbtlichen Ereignisse, wenigstens die ersten derselben, wie 
die heutige Geologie lehrt, der Erscheinung des Menschen auf der 
Erde vorangiengen , und keiner sich einer Sache erinnern kann, die 



cipiendo eos sinu terrae , et vocetur Opis. IV, 21: quid necesse erat Opi deae 
commendare nascentes. 

'® Macrobius Sat. I, 10: terram Opern (dictam), cuiua ope hu manae v itae 
alimenta quaeruntur, vel ab opere, per qood fructus frugesque nascuntur. Haie 
deae sedentes Tota concipiunt^ terramque de industria tangunt, demonatrantes et 
ipsam matrem esse terram mortalibus appetendam. ^'iFeatus p. 249, B, 14: prae- 
fericulum vaS aeneum sine ansis appellatur, patens summum velut pelvis, quo ad 
sacrificia utebantur in sacrario Opis Coosiviae« 



IHlber war als er Belbstj dass aber die Anordner jener Festgebrfta^le 
rwmüge einet diyhiatoriscben Natnrmystik die Bildaügsgescbicli^ 
des Bedens^ dea die bewohnten, wie Schlafwachende hellsebend 
erkannt haben eoUten, Usst sich wissenschaftlich schwer denkbar 
äBachen. Es bleibt dämm kanm etwas anderes obrig, als die bisher 
unbenutzte Aristotelische Erklftmng der Mythologie hier anzowendeft, 
und in jenen Festgebrftnchen allerdings einen Rest einer fraherea 
in vorgeschichtlicher Zeit untergegangenen Naturerkenntnis zii 
sehen , welche wie auch Strabon sagt die Alten gern in Mythen 
Mthselhafi einhollten«^^ Da man geologische Formationen, dorch 
den Augenschein erkennbar, dann am leii4itesten beobachtet, wenn 
grossere Einschnitte in die Erde gemacht und die ober einander 
gelagerten Schiebten offen gelegt werden, so hindert nichts änzu-^ 
nehmen, dass gerade in Rom dazu frühzeitig vielfacher Atilass ge* 
geben war, bei dem Bau des Seehafens von Ostia, bei Anlegung 
4er grossen Cloaken, bei der Aufmauerung des Tibernfers, lauter 
Bauten der Konigszeit, ja schon bei den grossartigen Bauten, die 
-der TorrOmischen Pelasgischen Vorzeit angehören. Denn wie der 
Wohnplatz des Yölkerlebens , die Erde, verschiedene mehrfach 
«bereinander gelagerte Formationen erkennen Iftsst, so zeigt auch 
die Geschichte des YfVlkerlebens mehrfache Culturperioden eine 
aber die andere hingelagert, das Niedere dem Höherorganisirteo 
Bur Grundlage dienend, hier wie dort. 

HL 

4 

Viel reicher aber als diese Nachrichten über versteinerte Reste 



»• Strabon X, 3, 23 p. 391, 17: nag 6 neQi twp »ewv Xoyog ifxcUag i|e- 
%d^ei io^ag xal fiv&ovg, aiviTTOfiirtap xwv naXaiwv ctg elxov iwolag g>vai^ 
ii&g ft$Ql xwv TtQetyfiavwv xal ngöt^TiS'hTiOp ael %o1g Xoyoig %6v fivd'ov. Dlp 
SMIe des Aristoteles 4ciie' untte Amn. ^' 



536 

der Vor weit sind jene ^Pbilosophumena, welebe aeit dem irüheBUm 
Ahertham der Asiatisch-EoropAiscfaen Coltorgeachicbte bis in die 
christUcbe Zeit berab ober die Sobicksalsperioden der Welt^ die 
Katastropben der Erde and das staatlicbe Leben ihrer Bewobner, 
aber die Daner der Völker nnd der Aeiobe aufgestellt worden sind 
Affcb wenn diese Ideen keinen andern Wertb bAtten als den groAs- 
artiger Phantasiebildejc und eines mit unzureichender Kenntnis der 
Tbatsacbeo pbilosopbirenden kohnen Verstandes, so verdienten sie 
doch wegen der Grösse der Probleniev deren Lösung, darin yersnebt 
wird, auch unserer heutigen nacbteruen Philosophie der Natur und 
der Meuscbengeschicbte wieder in das Gedächtnis zurOckgerufen aii 
werden. Einigen Momenten darin wird jeder, der mit philosophir 
schem Brnst diesen Fragen nachgedacht hat, und gewöhnt ist to^ 
keiner grossen Idee sich abzuwenden^ Anerkennung ja Bewnn« 
derung nicht versagen können* Das objective Verhältnis des 
einen dieser Pbilosopheme zum andern kann freilich aus den nacfe* 
folgenden Zusammenstellongen mit völliger Sicherheit darum nicht 
erkannt werden, weil uns bei vielen der originale Text weder sei- 
ner Form noch seinem Inhalte nach vollstftndig erbalten ist: eip 
Uebelstand, den freilich diese mit allen historischen Forscbunge» 
gemein^ hat^ und der nur dadurch wieder aufgehoben wird, daäa 
wie Oberhaupt, so auch in der Litteratur ein providenzieller Wille 
waltet, der nichts der Erhaltung werthes, keine grosse That 
und keine grosse Wahrheit, die je in eines Menschen Seele ge- 
boren wurde, spurlos untergehen l&sst. 

In den Hymnen des Rigveda lesen wir von Gott: Purusha ist 
dieses Ganze was geworden und was zukünftig ist, der Herr der 
Unsterblichkeit; aus seinem Herzen ist der Mond, aus seinen Augen 
die Sonne, ans seinem Munde das Feuer, aus seinem Athem der 
Wind geboren; aus seinem Nabel ist bteryorgegangen die Atme^ 



637 

fl^ihAre, ans seinem Haupte der Himmd, die Erde aus seinen Fossea^ 
die Himmelsgegenden ans seinen Ohren. ^ ^ In den Gesetzen des 
Maoos heisst es dann von diesem Gölte weiter: w&hrend der Gott 
waebty hat die Welt ihre völlige Ansdehnang» wann rahigen Sinnes 
er schläft, yerschwindet das ganze System« So wiederbelebt nnd 
zerstört seine unveränderliche Macht, in ewiger Aafeinauderfolge, 
durch abwechselndes Wachen nnd Rohen, den ganzen Hänfen der 
beweglichen und unbeweglichen Geschöpfe..^ ^ Es giebt zahllose 
Maonsperioden (Manvataras), Weltschöpfungen und Weltzerstörungen^ 
welche das bödiste Wesen gleichsam spielend wiederholt. ^ ^ Und 
dieselbe Lehre begegnet in den Upanishads: er der eine Gott, ist 
in allen Wesen yerborgen, der Erf aller des Alls, aller Wesen in* 
nere Seele; er schafft alles, weis alles, entstanden durch sidi selbst^ 
in der Zeit zeitlos^ aUe Eigenschaften spendend allen Wesen, der 
Herr der Natur und jeder Einzelseele, der Urheber der Auflösung 
und des Bestehens der Welt ^^ 

Dieselbe Lehre periodischer Weltschöpfungen und Weltzerstö* 
rungen herschte bei den Chaldäem; wir kennen die Dauer der 
Weltperioden, die sie angenommen haben und wissen, dass in den 
Schriften des Berosns, dessen Quelle die priesterlichen Aufzeich« 



** Rig-VedaBach Vm. cap. 4. Hym. 17. 18. 19 abgedruckt und erklärt von 
B. Bumouf in seiner Ausgabe des Bhagavata-Furana T. I.pref. p« CXVff. '^Manus 
', 52. und 57. *' Manns I, 80. Dieselbe Lehre herscht bei Yajnavalkya III, 10 und 
in den Puranas, wie E. Bumouf am angef. Orte p. 42 ff. zeigt '* In dem sech- 
sten Adbyäya-Upanishad in A. Webers Indischen Studien I p. 438. 439* und in 
der AnuYaka-Upanishad ebendas* II p. 98. Ebenso in dem Vrihad Upanisbad 11, 
5^ IC p. 167 ff. der Poleysclien Uebersetznng und in den herlichen Beschreibungeu 
Qottes iu dar Bhagayadgita VU, 6 ff. IX, 16 ff. X, 20 ff. die wol zu dem Schön* 
ston: gehören, was in menschlicheir Sprache, geschrieben ist. 



538 

DODgea im Tempel des Bei waren, gelehrt wurde: die WeliTerbrä»^ 
miDg finde statt , wenn alle Gestirne, die jezt Tersdiiedene Babnes 
wandeln, im Sternbilde des Krebses im Sommeranfang zosaflimeiH 
kftmen; die Weltflberscbwemmnng aber, wenn dieselben Gestirne im 
Steinbock im Winteranfange zusammenträfen. ^ ^ 



In ^er Parsilebre, Ton der nns Theopompus ^ ^ berichtet and 
der Bnndehesch sie enthfth, heisst es: alle Zeit ToUendet sich ia 
zwölf Jahrtausenden, von denen sechs rem Beginne der Wesen Ina 
zur Scböpfnug der Erde, die sechs andern w&hrend der Daoer der 
£irde rerfliessen: in den ersten drei habe Ormnzd den Himmel ge« 
schaffen, worin nnr Licht war ohne Verdunkelung durch AhrimaBj 
in den zweiten drei habe Ormnzd allein regiert, bis am Ende derw 
selben Kaiomorts Tod, des Urvaters der Menschen, durch Ahrimaa 
und seine Dews eintrat; in den folgenden dreitausend Jahren ist 
Ahriman, der Uebel Quell, ausgelaufen in die Welt, so dass seine 
und des Ormuzd Wirkungen vermischt, Licht und Finsternis im 
Zweikampf; die letzten drei Jahrtausende endlich sind Ahriman 
allein gegeben, bis am Ende derselben er sich selbst erschöpft» 
machtlos durch des Ormnzd lebendiges Wort zu Boden geschlagen» 
und das ganze Weltsystem wieder neugeschaffen werde, ^* also 



^' Seneca Q. N. III^ 29: Berosus, qui Belum interpretatus est, alt cursa isla 
siderum fieri, et adeo quidem id aflirmat, ut conflagrationi atque dilavio tempos 
assignet: arsura enim terrena contendit, quando omnia sidera, qoae nunc diversof 
agunt cursus, in Cancrum convenerint, sie sub eodem posita vestigio, «I recl« 
linea exire per orbes onmiom possit; inändaiionem futoram cum eadem si- 
derum turba in Capricomum conTenerit illic solstitium, hie brum» cooflcitur» 
*^ Tbeopompos Fr. 72 bei Plutarchus Hör. pag. 370, B. ** Bundehesch L 
und XXXIV. in Kleukers Zendavesta 10. p. 57 if. 119 ff. 126. 136. Aus dieser 
Lehre des Bundehesch scheint entlehnt, was Pseudo^Esra IV, 14, 11 von deniwOlf 
Theilen, in die der Weltlauf gesdiieden und ton denen zehn und ein iodbei 



»9i 

diM der iti HerKchkeit Teiäcblafigene Gott am Bude der Allaberi- 
Wälder seiB^^^ond Ahriman selbst, der Logner, wieder rein mid 
biimiilisch in des Ormiizd Welt Komekkefaren , des Ormozd Gesetz 
MsObm/iind mit Onmizd Loblieder singen werde. ^^ 



hehre femer bersebte in den SibvUiniscben Bachern 
wbA in den Orphischen Gedichten. Erstere scheinen jene uralte 
Ijebre von der anöxcttaaratfig zuerst nach Europa gebracht zu haben ; 
(Ai kbrten: dass alles Entstandene aach untergehe,^ ^ und dass 
iMob einer bestimmten Anzahl von Weltaltern, die zum schlechteren 
absteigend einander folgten, zolezt im zehnten Weltalter ApoIIon, 



•. ^ ■ 



I 

t 



Theil Tergangen seien; and was ein unbekannter Tuskisker Historiker bei Saidai 
"^^ TvQQti^ia T. n. p. 1248, 1249 berichtet: dass: der weitbildende Demiurg 
seiner gesammten Schöprung zwölf Jahrtausende geschenkt und diese in die zwölf 
SQ|genannten Häuser (des Thierkreides) vertheitt habe: im ersten Jahrtausend 
habe er den Himmel und die Erde; im zweiten die erscheinende Feste des Him- 
mels; im dritten das Meer und die Wasser der Erde; im vierten die grossen 
Lichter, Sonne, Mond und Gestirne; im fiinften die Seelen alter fliegenden, krie- 
lAenden, TierfQssigen Thiere, in der Luft, auf der Erde, und in den Wassern; 
im sechsten den Menschen geschaffen: so dass die ersten sechs Jahrtausende Tor 
der Schöprung des Menschen rerflossen seien, die Qbrigen sechs Jahrtausende 
aber das Menschengeschlecht dauern solle. Vergl. dazu Creuzers Symb. 11, 
84t ir. und 0. Maliers Etnisker H, 39 f. und die von M. J. MUÜer in der Ab- 
handlung ttber den Anfang des Bundehesch p. 626 angelUhrte Stelle aus dem 
Mehe Ulemdi isidm: „die lange Zeit machte oflTenbar die Herschalt des Omuzd, 
und sie dauert zwOlftausend Jahre/^ — lieber Honover, das Wort des LebenSf 
das war, ehe Himmel und Erde waren, und durch welches alle reinen Wesen 
getnacht sind: siehe Vendidad Sade XIX Ha bei Kleuker L p. 107 IT. XXVIII Ha 
p. 116 und Jescht LXXXII. bei Kleuker H. p. 192. '"^ Jeschts Sades XYIH bei 
Kleuker H, p. 125. *' Vendidad Sade XXX Ha und XXXI Ha bei Kleuker L 
p:' 118 Uttd 120, und Bundehesch XXXI bei Kleuker IH. p. 115. «' Origeuef 
nStb^, V, 16 p. 13*1: ri yia ri, ffitd, ytrvijtw SXüHI ^d^lf^f^a^, xcr^fitf 
Abbandlungea d. LCl. d. k. Akad. d. Wim. VL Bd. III. Abth. 69 



der GFott des ersten, die orsprflnglicke Ordneog wiederberetelle^^^ 
Yielleiebt aocb dass sie^ wenn TroLscben Ursprunges; »oaloip Aer 
aUgemeiDeri WiederbringiiDg aller Dinge in ihren Urstandt insbesoiH 
dere auch prophezeit haben, dass das in Jonien nntei^egangeaa 
Troisehe Reich in Italien Wiederaufleben solle (m R0ma Troja re* 
tHxsti)^^^ und dass namentlich die Aeneassage in ihnen begrOndet 
war. In den Orphischen Gedichten soll die Lehre von successiven 
Weltaltem des Kronos, Zeus, Poseidon^ Pluton, und dass der Wüv^ 
eines solchen grossen Weltjahres in eine Weltoberschwemniang^ der 
Sommer in eine Weltverbrennung aasgebe, enthalten gewesen seiii*^^ 

Dass die Pythagoreer ahnliches lehrten, ist an sich wahrschein-' 
lieh wegen ihres Zusammenhanges mit den Orphikern und der Aegyp-» 
tischen Priesterlehre; Ovidius Iftsst, wie wir gesehen, den Pyth»» 
goras selbst diese Lehre ausfohrlich entwickeln, und Celsus und 
Origenes bezeugen wiederholt, die Pythagoreer lehrten: dass nach 
langen Weltringen, wenn die Gestirne in ihre ursprongliche Ord- 



nai JSißvXXj] doMl. Vergl. Piaton de Rep. VIII p. 381, 2: yerofiiwfp nani 

** Virgilius Ecl. lY und JuvenaUs XIII, 28 T. mit den Erklärem, insbesoo«« 
dere Servius zuEcL IV, 4: Sibylle Cumana secula per metalla divisit; dixit etiaa 
qttis quo aeculo imperaret et Solis ultimum id est decimum esse voluit. no^iaui 
autem eundem esse Apollinem. Dixit etiam finilis omuibus seculis rursus aaden 
revocari, quam rem eliam philosophi hac disputatione coUigunt, dicentes comptele 
magno anno oronia sidera in ortus suos redire. VergL 0. Müllers Etrusker II p. 
338. *^ Ennius Ann. I, 93 und darnach Propertius IV, I, 47. 87: Dicam: TriMt 
cades et Troia Roma resurges^ und Ovidius Fast. I, 523: Victa tarnen yinces^ 
eversaque Troia resurges. *^ Plutarchus Mor. p. 415, F: T^y atwixijv iunii^ 
Qwaiv oifiS üaniq %ä 'HQaxXsltov xai Tcr ^Oqq^iiog irti^sPBfirjfiivrjy Sntj. Mi* 
gtdius bei Servius ad Ed. IV, 10: quidam deos et eorum genera temporibm el 
aetatibua dispeacunt, inter quos et Orpheus, primum regnvm Saturni, deiodeJaijf^ 



iMl 



uMg Minokkehrten» Weltirerbreommgeii und WelMberaohwemoiooifiii 
^ehrtrMen, miil dttss nach der leirteft DeakaiioDtsciiei WelUribe»- 
BCibwemniaiig ummebr die periodir^ehe AbwecluilaDg «iM Wekvei^ 
'l^renoang erfetdere.^^ 

Mit den Pylhagoreero stimmten hierin wie in anderem ancb 4|e 
Gallischen Druiden aberein; ®^ deren Philospphie 4^e älteste ^ 
^oropa gewesen sein soll« ^ ^ S 

Am lebendigsten anfgefasst und in nnnacbabmlidier ühtprOng- 
Hchkeif des Ansdriickes tritt uns die eine Seite dieser Voi'stelhingetoy 
die Fetferleiire , ' in den Fragmenten des Hefaklitns entgegen ^ des 
tiefsinnigsten aller forsokratisehen Denker , dessen Sibylliuisebe 
SprOche des Gottes wegen der darin ist, unvergänglich durch alle 
Zeiten sich erbalten haben. ^^ Das Weltall, sagt er, dasselbe fbr 



tum Neptaniy inde Plotonis fore. Censorinus 18, 11 unten Anm. 115. Mehr bei 
Lobeck Agl. p. 791 ff. 

** Gelsas bei Origeaes c. Celsum lY, 11 p. 508, B: oti. xara x^oyoiy 
futufüiv xv)clovg^ ital Uatqwv inapÜQvg %e xcd evvodovQf innvqda^ig . uut 
iwixXvasig avfißalvovaiv, %al Sti fiera toy 9ekevt€uoy inij^evKcclittrog nauh- 
xltfüfAOP ^ neflodog xata v^v twv oK(av afio^ßf/v h^nvqtaatv anaitii — *- uad 
y, 21 p. 593, C: ol anh tw IIvStcyoQOv xai Ilkdv€avogy ü Hbal ioxov^m 

fäif aaviQtar xati %ivag neQtodovg %evayfUväg tovg avtoiig üxq^aiiCfA^iig 
xai exioMig nq6g akkiiXovg^ lafißapovrmp , nmtta ra irti y^g Ofiolfag ^w^ 
^päai toig Sre td avii^ ^!}l^ct Hjg aj^Btag .%mp atniq^op nefuixsp 6 xocfiog. 
puselbe bezeugt als Lelve des Pythagoras: Minncius FelLx Octav. 34. ^* Strabop 
IV, 40, 4 p. 309 26 r dqi&d^ovg Xiyovai tag ipvx^g xal %iy xocfiov, irHxf»- 
t^eetv di nots xai nvq xal vdwf. *^> Pytbagoras bei Anuniaaufli Marcellins 
XV, 9, 8 und Aristoteles bei Diogenes L* prooem. f. 1. *' Ich erlaube mir aut 
Be^l auT Heraldii selbst ansowenden was er Fr. 9 p. 332 von der Sibylle sagt: 
-JUßvkla &8 fioivofidnf atofian ayUaeta xai axaXliiniffwa xmi ofii^iapx 

69* 



542 

alle iitimerdar, bat weder der Gfttter noch der Menscbeii einer gop 
macht, Bondem es war inrnier nnd wird Bmn, eio ewig lebeodig^p 
Feuer, nach beatimmten . M aassen aicb entzOndend and nacb beatiomi* 
ten Maassen verlöscbend:^® ein Spiel, welches Zeua sui sich selb#t 
spielt. 7 Das Princip aller Dinge, ihr Entstehungsgroud nnd ihr 
Untergang, sei das Fener;?^ alles sei Vmwandelong des Feaera, 
denn gegen Feaer werde alles nmgetanscbt und Feuer gegen allefs^ 
wie Gold gegen alle Dinge und alle Dinge gegen Gold;^^ der 
Blitz sitzt am Steuerruder der Welt, Feuer scheidet und bindet 
alles j''^ das Weltall entstehe aus Feuer und werde in Feuer wie- 
der aufgelöst, nach gewissen Perioden, abwechselnd die ganze Ewig- 
keit hindurch, dem Schicksal gemäss.''^ Die Wesenheit diesem 



*^ Fr. 25 bei Plutarchus Mor. p. 1014, A nnd bei Clemens AI. Strom. V p. 
711 7 20: xocfiiov %6v autov anavtiov ovre rig &£dip ovte av&Qtinwy inol^ 
üSP' dkl' ^y a€t xai iatav, nvq aBi^wov, amofievov fiit^a xal dnocßeypvfii" 
vov fihga. '^ Clemens Alex. Paedag. I, 5 p. 111, 6: avzri ^ ^^la naidtia" 
toiavtrjv %iva naituv naidelav toy iavtov Jia ^Hqaxksitog Uyai. Produs 
in Timaeum p. 240, 4: vov dfjfnovqybv h xtjf xoa^ovqyAr nai^eiy. Mehr 
darüber in der Abb. de mortis dominatu p. 36 ff., wozu jezt noch Origenes Philos. 
IX, 9 p. 281, 73 hinzukommt: almp naig iati naitnav, nevTevwr naidog ^ 
ßaaikr/tr]. ^* Eusebius Praep. Ev. XIV, 3 p. 421 Gaisford: o 'Hgaxkeuog äf^ 
Xqy täv ndttüfv i'qnj elvai vi nvQ, i^ ov za nav%a yiyevai^ nai €ig S dya- 
Xvetat, dfiotßrjy yuQ eivai %a navta, xqopop %e wqioS'ai %rig %äv ndvvwv dg 
t6 nvq dvalvaefog xal rijg ix %ovvov y€yias(ag. *' Fr. 41 bei Plutarchus Mor. 
p. 488, D: nvQog dvtafieißiTai ndpva xal nvq andrtwy, äantq Xfvoov.x94~ 
fiava xal xqtj^dtiav XQ^^og, '^ Heraklitus bei Origenes Philos. IX, 10 p. 283: 
tä de navta oiaxtC^u xsqavyogy und; ndvta ydq, g^al, td nvq ineXMp 
nqipfii xal xataktjifßetai, *^ Aristoteles Phys. UI, 5 p. 205, A, 4: ^Hqdx3i€i96g 
fffjaiv Snavta yiyw^al nota nvq^ und dazu Simpitcius foL Uli B, 4: ei^9 
^HqdxksiTog ix nvqdg neneqaa^iivov navta ilrai xai eig %ov€ö niwta ayoiUis- 
cd'ai. Diogenes L. K, 8: yanma^av xoofiap in nvqog xal ndJuv iunvqow^ai 



Scibickwles ist ih« ideBti«ch mit der. dM Wehali darchdriogendm 
V^niiuißy and er bezeichnet dieses ^cbickMl* desluilb auch als den 
aetberiscben Leib, ab den Saoien des Werdens aller Dinge, «nd 
als das Maas der geordneten Weltperiude« ^ ^ Oass er deninaGii 
eiae periodische Weltbildong und WeltzerstAmag aas nnd durch 
Feoer, einen ewigen Process des Werdens der Dinge aus Feuer 
und des Hockgaoges derselben in Feuer, kurz unz&blige Weltenl^ 
Wickelungen gelehrt habe, ist so wenig zu besweileln, ^ ^ dass unp 
vielmehr ausdrQcklich bezeugt wird, seine Schrirten hAttea auch die 
Lehre von einem grossen Weltjahr enthalten, welches dann eintrete, 
wenn die Gestirne in ihre ursprüngliche Stellung zu einander z»- 
rfickkehren, nach je zehntaasend achthundert, oder nach einer an- 
dern Angabe nach je achtzehn taoseud gewöhnlichen Sonnenjahren. ^ ^ 

Der rftthselhafte Ocellus Lucanns meint wie andere vor ihm. 



xava tivag neQiodovg ivaXXa^ tov avfAnavra alwpa' toSto de fipeaSai xo^* 

^<^ Galenus Hist. phil. 10 p. 261 f. Plutarchos Mon p. 885, A und Stobaeus 
EcL I, 15 p« 178: ^H^duksiTog ovaiav sifAaQfAiptjg aTta^cupeio Xoyov top di& 
ovaiag %ov navvbg dujnopva. avrrj 6' iaU t6 al9;iQiOP GtSfia, oniQfia t^ 
%oi naytog yepiaiwgt xoi negiodov tiir^ov T$va/fiiyrjg^ ** WieSchleiermacher 
p* 461 und Hegel Gesch. der PhilpsJ, 343 meineo. Wogegen die bastimmten 
Zeugnisse des Aristoteles Anm. 74, des M. AotonijQus 1)1, 3: Heraklitus der über 
die Weltverbrenaung so viel philosophirt habe, sei mit Ochsendung übersalbt mi 
der Wassersucht gestorben; des Plutarchos Mor. p. 415, F oben Anm, 65; d«i 
Seitus Emp. I, 29, 212; des Alexander Aphrod. in Aristotelis Meteorol. I, 44^ 
17 bei Ideler p. 260 und des Olympiodorus zu derselben SteUe p. 261, sowie dp§ 
Simplicius in Pbys. Ipl. 6, A, 27 ff. V Censorinus 18, U unten Anip. 115. Na^ 
Galenus Bist. pUL 17 p. 284, Plularcbus Mor. p. 8^2, C. un4 Stobaeus EcL 1, 
42 p. 264: top fiiyttp ipiaviip. • ix (ivuliop SxfßK^ajjiiJUwp.hfimtjSp^liaf^ 



64^ 

die RfeDschen seien so alt als die Wek und mit ihr tod Ewi^fft 
her; 7^ es erleideo aber, sagt er, die Erdtheile gewaltoame Yer- 
ftnderaDgen, indem theils das Meer seinen Ergoss auf einen andern 
Ort hin nimmt, theils auch die Erde selbst sich erweitert and ans- 
einandergeht in Folge Yon Winden oder Wftssern, welche nnbe^ 
merkt in sie eingedrungen sind; eine gftnzliche Zerstörung aber der 
anf ihr bestehenden Weltordnnng hat niemals stattgefunden und wird 
niemals stattfinden. Weshalb auch die den Anfang der Hellenischeii 
Geschichte Ton Inachos dem Argeier herleiten, dieses nicht von deA 
ersten Anfang yersteben sollten, sondern von einer späteren Umwand- 
lung. Denn oft schon in der Vergangenheit war Hellas von Bnir- 



*' Es ist nicht meine Absicht die Echtheit des Ocellus Lucanus hier zu behaup- 
ten; die beiden Hauptargumenle aber, welche der neueste Herausgeber desselben, 
Mullach, in seiner Praef. p. XX gegen die Echtheit des Büchleins geltend macht 
non posse yeteris Ocelli integrum et incorruptum opusculum judicari vel inde se- 
quitur, quod illius Pythagorei neque apud Aristotelem mentio fit, neque apud 
Platonem. Nam spuria est Piatonis ad Archytam epistola. Accedit quod nemo 
ante Aristotelem mundi aeternitatem, quam Pseudocellus tuetur, statuit: sind je- 
denralls schief und unwahr; da wir die Monographie des Aristoteles über Pytha- 
goraß und die Pythagoreer (s. die Zeugnisse darüber bei Gelder ad Theonem 
Smym. p. 145 f. und Brandis Gesch. der Philos. I, 439. 440) leider nicht mehr 
besitzen; und da was die Ewigkeit der Welt betriflTt» diese lange vor Aristoteles 
nicht nur in dem bekannten Pythagorisehcn Salze bei Stobaeus Ecl. T. I p. 450: 
dass die^Welt nicht in der Zeit, sondern nur dem Begriffe nach geschaffen sei, 
yeyvfjrov %cn* inlvoiav %ov noafiov^ ov xarä xq6vov (vergl. TertuUianns ApoL 
1 1 : totum hoc mundi corpus innatum et infectum secundum Pythagoram), und von 
dem Pythagdrisch gesmnten Empedokles in Origenes Philos. VI, 25 p. 181 uiid 
VII, 29 p. 248: ^v yaq xal TtaQög ijv xal iavai. ovdinov , oYw, tovxidv äfk^ 
q>o%iq(av (sc. %ov vsUovg xal trjg ^illag) xwciaevai SaßBorog aidv; sondeiii 
auch von Xenophanes bei Plufarchus Mor. p. 886, E: dyivrftov xai dtiiov xtA 
aq>9aQtov rdv x6aiaop, und von Herakirlus Rr. 25 oben Ahm. 69 auf das aller- 
bestimmteste gelehrt worden ist. 



iiii 

l^urea , tewobot > und ^ oadi io der SSfokiiüft mtd^ dies . der Fidl 

uiobt Dor seine Be^vrobner ii^echaelfif. soodero jMidi die Natur aelbsl^ 
die a^war niebt grtaMr noeh kleuiery wol. laber hUUj» ^ueaert wird» 
90 du0 sie tiw einen neaen Anfang smi nehmen ecbeint^^ 



-.;»» 



^r' 



Plalon ferner« von . den es ancb hier zweifelbaß i0y ob ^r 
^ebr Pachter oder Philosoph sei,* I4ast einen Aegjptisehen Priest 
%a dem Hellenisfsben Weisen Selon die bemhml^n Worte «predien; 
4)rHeIleBeu seid iimer. Kinder und, einen Allen giebt e^ unter enoli^ 
nipl^, jqng seid ihr dem Geiste nach alle, denn kejne aUe Uebern 
liefernng habt ihr nnd keine darx^ die ü^it ergraate Wissenschaft 
Schein^ viele Zerstörlangen derMeiu^chen an vielen Orten haben stattr 
gefunden nnd werdjen noch stallfinden, die grQssten durc^ Feuer 
und Wasser, andere geringere durch tausend andere^ Ursacbeilt 
Auch in dem Mythos von Pfaaeton des , Helios Sohn, der onverrT 
mögend den Wagen seines Vaters zu lenken, die Erde versengt 
habe und selber umgekommen sei im Blitze, sei nichts anderes an- 
gedeutet als die nach langeq Weltzeiten durch vieles Feuer eintre- 
tende Zerstörung der Dinge auf ßrdeil.^^ Auch spricht er vrieder- 
holt von einer Himmelsfloth, die wie eine Krankheit nach einer be^ 
stimmten Anzahl von Jahren periodisch eintrete; ^ ' und von einer voll- 
kommenen JSabl der Zcfit, welche das vollkommene Jahr dann voll 
mache, wepn alle acht Ujmkreisungjen (des, Fixsternbimmeis und der 
sieben Planeteii) zu ihrem Ausgangspunkte zurückkehren.®^ 



_ *^ Ocellus Lttcanus de Natura universi Hl f. 4« 5 p. 169 and bei Slobaeus 
fiel. Ir 21, & ^ 426 r. *" Timaeas p., 12.134 und dasa jexi auch Orlgenea 
PMos. VI, 21 p. 177 r. '' Timaeus p. 14, 12: ^C eiio»6tiop h0p äg m^ 
watflAa rjKBi, g>€Q6fieri>9f ^vfia ovi^aywr, .* '. Timaeua p* 39. 40 (YergL de Ref. 
ym p* 381, 13 f.) uad Bcandia (kick, der PJuloa. U p. 370. ; : < : /^ ^ 



Aristoteles endlich sprichf^ tinter Hioweisong aof deo allbeklMia<^ 
ten Anssproch, wxJtoy $hm tu dyS^ammc, ^^ (Ast in ' allen ' seiiieii 
Schriften keinen Gedanken so oft ans als denrdass ^e die-Be^ 
wegnng des ganzen Himmels und jedes Gestimcfs die Kreisbew^«^ 
ung sei, so seien nberhadpt alle Dinge, die eine natiirliehe Bewege 
ung, ein Entstehen und Vergehen haben, in ewigem Kreisläufe be- 
griffen, insbesondere auch alle irdischen und menscbKchen Dinge; 
denn nicht einmal nur sei jede Kntist und Wissenschaft entdeckt 
worden und wieder Terloren gegangen, sondern oft, sehr oft t^ie- 
derholten sich dieselben Meinungen in dem allgemeinen Kreislauf 
des VOlkerlebens: die Lehren von den Göttern seien nur TrOmmer,' 
üloy Xettpara^ einer Alteren untergegangenen Weisheit, die sich bis 
auf die ^genwaft erhalten haben; und auch im politischen Leben, 
in dem Kreislaufe der Verfassungsformen, hersche dasselbe Ofesetz, 
dieselben Institutionen seien in der langen Zeit Tielmal, vielleicht 
unifthligemal erfunden worden. ^^ ^Endlich von dem in grossen 



*' Herodotus I, 207: (ig xvxlog rßv av^q^anfßoiv iarl nqtiY^axiov. Btri^ 
pides bei Plutarchus Mor. p. 104, B: xvnlog yitq avtog xaqniiAoig %b yijg fth» 
Toig, ^vi]%wv %€ ysPB^. Seueca ConsoL ad Mardam 15: it in orbem isla tem^ 
pestas et sine dilectu vastat oronia agitque utsua. Epist. 36: observa orbem renim 
in se remeantium: videbis nibil in hoc mundo exstingui, sed vicibus descendere 
et surgere. Tacitus Ann. HI, 55: rebus cunclis inest quidam veiut orbis, ut quem* 
admodam temponim vices, ita morum rertantur. M. Antoninus II, 14: Sri ndv^ 
T€t i^ ä'idlov ifioeid^ xai avaxvxXovfA&^a. Apostolius X, 28. XVII, 33. *^ Ari» 
stoteles de Phys. ausc. IV, 14 p. 223, B, 24: q>ctai yaq xvxkov clvat rä ay- 
■^Qwniva TtQayfiata, xai rwp aXXwv tüv xirqaiv kiovxiov q>vaixfjv xal yiveaip 
Tcai q>'^OQ<h. de Coelo I, 3 p. 270, B, 19:/0i$ yag arta^ ovdi dtg dXl^ artei^ 
fdxtg Sil vofil^€iv rag aviag aq>txv€lad'ai do^ag eig tj^ag. Meteorol. I, 3 p* 
339, B, 27: ov yaq drj (pi^aofißp ana§ ovdi dtg ovä* oliyaxig rag ctmäg S^ 
Sag äraxvxXsiv yn^ofiivcig h %o%g äv&Qdnoig, alk\ äneiQaxig. Probt. XVII, 8* 
p. 916, A, 25: äanBff ini tov odgavod xal ixaatov i^ßp aatQwp (poQq xvxX#^ 



H7 

«-Weltfiferiodw 6ic]i ver&B4erndeii. I^^gb der J^de Oberhaupt lehrt 

.er.;: diM^ jiicht iMttii^ diescdböp Gegeodep der Erde weder mit Wasser 

. bedtofcl n^fcii tioqkeo aeieii^ Moderu; dass si^ Verl^uderaogeii, erlit- 

jtfiQ je Dtioh dem Eot^telK^n uod Aafliören der Flösse. Daram fiude 

•:«ioh'£]DWßobseI statt iswischeoLaud uod Meer, nud nicht immer 

rbUeben La^d und Meer in demselben Zostande alle Zeit^ sondern 

e#. werde 9 wo bisjber Land gewesen, Meer, und wo jezt Meer sei, 

; «iederam Land. Und dieses gescibehe nach .einer gewissen Ord- 

.iBoog periodisch. Princip und Ursache 4^^^^^ sei, dass anoh das 

Innere. der Erde, wie die Leiber der Pflanzen, und Thiere, isieine 

Akme und aeio Alter habe. ^^ Weil aber dieses ganze tellurische 

Leben nar sehr alim&lig und, in Vergleich zu nnsereni Leben, in 

sehr langen ZeitrAnmen vqr sich gehe, sp blieben diese Yorg&nge 

verborgen, und es giengen eher ganze Völker zu Grunde, bevor eine 

solche Ver&ndernng vom Anfange bis zum Ende in der Erinnerung 

fitotgehahen werde« Pie grösfsten pnd schnellsten Zerstörungen ge- 

.aolifthen in Kriegen, in Seuchen, und in Hungersnöthen , in denen 

:aach die Wanderungen der Völker in Ver|g;es9euheit gQriethen, in- 



tig iatij TL xwXvcc xal Trjv yiveaiv xai xr^y anwXevav rwy wd-aqxuiv xoiavttjv 
elväi, (Sare ndhv xavxa ylvsöd-ai' xat q>d'etqea&ai; 7ca9dft$if %ai ^ctat xvx- 
Xov ihai xä avd^qdniva. Metaph. XII, 8 p. 1074, B, 10: %at& th «ßcdff nÜK- 
IpKig evQrjfiiytjg eig x6 dvvaxiv ixdcfxrjg xal xix^nrjg xai tpiXoffoq>tag xal naXiv 
q>9BiQ0^ivwv X. X. 1. Polit. VII, iO p. 1329, B, 25: üx^Üv fii> olt xai %a 
alla ditvoftiCeiv evQrjad-ai noXXaxcg h r^' nöXX^ XQOvip, fiSkX^¥ 4* anei^ 
qaxig . . äaxe xat xä fteQl tag ftoXmlag cliiad^ai Ssl tdv avtov Sj^uv c^- 
nov, lieber die Aristotelische Lehre von dem Kreislaur der StaatSTerflissungen 
S. die Abb. über den Entwicklungsgang des GriecMschen lihd Rdmbdien mid den 
(^genwdrtigen Zustand des deutschen Lebens p. 21.' 22. '■■■■'■ 

•• Aristoteles Meteorol. I, 14, 1.2. Ideler, p. 351, A, 19 ff. 

Abdhanlungen der I. C1. d. k. All. d. W* VI. B. IIL AbtW 70 



bis 



dem die einen die Gegend froher Terliessen^ die andern blieben^ hÜm 
sie keine Nahrung mehr filnden: wo dann in der laingen Zfwiröhett- 
zeit zwischen der ersten und der lezten Auswanderong cEle tkhk^ 
nemng der Mensehen ▼erlösche. Und ebenso sei zu glauben ^ date 
die ersten Ansiedelungen der Völker in den aus Sumpf und Wimair 
abgetrockneten Gegenden später in Vergessenheit gerathen seieil; 
wie ja auch in Aegypteh geschehen sei, weldies ganz eine An- 
schwemmung des Niles.^^ Alle jene grossen Veränderungen aaf 
der Erde aber^ bemerkt er wiederholt, geschähen nach bestimmten 
Schicksalsperioden: wie unter den Jahreszeiten der Winter, 4lo 
trete auch in einef grossen Periode ein grosser Winter und eiii 
Uebermaass yon RegengQssen ein, wie damals in der sogenanntto 
Deukalionischen FInth im ältesten Hellas um Dodona her.^' 

Die Häupter der Stoischen Schule, der ältere Zenen, Kleanthes, 
und Chrysippus lehrten, hierin wie in anderem offenbar an dieliehre 
des Heraklitus sich anschliessend : ^ ^ dass nach gewissen grossen 
Weltperioden alle Dinge in Aether und in aetherfbrmiges Feuer 
aufgelöst oder umgewandelt, und dann aus dem Feuer, wie aus einem 
Samen, zu der froheren Weltordnung wiederhergestellt würden, ö® 



•• Am angcJitOrte I, 14, 7 ff. p. 351, B, 8 ff. '^ Ib. I, 14, 20 p, 352, 
A, 28 ff. dfiXa navtmv Tovziop aXnoy vnoXijmiov, Sri yiverai diä xqopwp 
BifiiKQfiiytav , olov iv %dig xor' ipiavtoy äfaig xBi^wif^ ovto} neQiodov %iy6g 
^Byalf/g fiiyag jj^c^uoiv %al vneqßoX^ ofißqmv «• t« X. und dazu die SchoUea 
des Olympiodorus bei Ideler T. I p. 257. ** Cicero N. D. III, M: omnia Stoid 
aolent ad igneam vim rererra, Heraclitum ut opinor sequentes. ** Numenius bei 
Eusebins Praep. Ev. XY, 18: i^ai^eqovaSixi narra, »a%a negiodovg rip&g 
tag ^eyiatag ug Twq alß^tqwd^g muXvofihuiv ndrrwp, und: t^v oXtjV ovalar 
€lg nvf fieraßdXXsiy, olov $ig artiQfiay xai naXiv in tovtov avv^y änotB^ 
XAad-ai %riv äiaxocfitiaip, dia %d nQoteQov ^y« Vergl. Plutarchus Mor. p. 881, 
F. 955, ^.1077, B. und Ari^tocles bei Eusebius Praep. Et. XY, 14 p. 58: aio- 



H9 

Auch 816 lienneo diwe grMflen-Peritfdea SchioksalsfieiteD» (t^^-^ 
pSü^ t^oi) «nd beluMipt^y da« dieiMlben'dno eintrlttett^ wenn 
die Phaieteii m etiM diesHbea Himmislsseickefl Äorookkefarton , :wo- 
fid« ibfiings fltndeo lals die Well geworden ist; Und es w^rdls daa« 
}KA ^eiebeiit LMfe der Gestirne jegliches wie fireh^ wiederkebrdOr 
Stokrs^ wd PlAtos nnd jeder Bfenscfa mit denselben Frenndeii nnd 
BSrgem, in denselben Stftdten, DArfem^ Aeckern ; and alles diesds 
ll^ebebe iiidM-eitiniarmf^, soMern'>ieIta oiaidiljgenial in den 

al^teifteiiheii Kreislaefe des. Lebern;*^ Senecn igiebt dieser Lebre 
eine theologische Färbung, indem er sagt: die Wehverbrennnog- finden 
dann statt, wenn es der Willis Gottes sei, das Alte untergehen und 
ein besseres Neiaes entstehen xn lassen; Wasser und E^er hefsch- 
fen ober allee^ ledische v sie seien die Entstehung lind de^ Untere 
gang aller Dioge: Feuer sei der Welt Eode^ Wasser ihr Adfang. .^^^ 
Ih*den sohwermfllhigeo Selbstbetrachttingeit des Kaisers M. AntotiifiiM 
lenehtet die Eiehre des Heraklitos^ selbitt. im Ansdräeke^ ünTdrkerin^ 
bar dbreh. Eine ewige Fbidi TOn Cmwandlangen, saigt er^ emettert 



ißaliy dutHoa^keia^ai. Origeneg c. Celsom IV, 14 p* 510, D. Y, 30 p. ö92| 
C: q>wri ol o/ra %!jg S^oSg^ xavä nsQiodov ixTtvQmacy %ov navjog y^yea&a^, 
wotl 1^ avtfi dianocfifjeiv uav% aTi((fLqakXa%%m j^ovauv (ag nQog.t^ifnQOzi' 
fotf diäiciafiifaiv. Die. meis^n 4ieser ZeugnissQ sind )>ereiU von J. Lipsios in 
iemer Fhysiologia Stoicorum U,. !2^ff. angeführt. . 

*' •« Neaiesitos de Natnra hsmarii 38 p. 309. 310. ** Seneca Q. N. ID, i3f 
i|^ «Kitas miindi est, fauniHr prinördiimi. ID, 28: conflagraüo fiitnra fil, cmil 
iäe Tisum oKJiri meliOMT, Teteira finirik aqua et ignia tenrekls^ doimaantiir. ex hia 
dt^ et ex his interltos est. Ter^. ßicevo 1f. D. 11,46, 118: nt ad extreömni 
omtifs mundor Igrfesceret, quom honkore consttmtoiMqilo' lernt alipoi^tnsqae 
rc^ikvearet a^> euhis ortus aqtfa oanriexhaastaesae hob* passet} ita reliiHiai Jiihjl 
pMet^ igneoi, aquo rorsuaii animant&'ab'deOireaöv^tiö'naiidi fieret atqae idem 
omatus oriretor. - ^v ' ^ - / ft 

70* 



die Welt; aberalf findest da in der ältenmiMlern nnd neuen Geäobi<Ate|. 
in Staaten St&dten' nnd Famäien mcbts l^ieMsnbd alles ktors dasr 
enid; scbane «attidc auf die^ fireig^sse der TorsiBit/! anfi die 17«^ 
vrandelnngen der Reid^, und- lerne danins das Kenftige rorlievh^ 
sehen: denn es wird ganz eben iso sein and in nichts abw^elNwif 
von^ dem Verlaufe des Jetzigen. Wenn die Ternouffige Seele rdisü: 
Menseben die periodische Wiedergeburt -aller Ditige obefdenki, -äff 
erkennt die^ dasäl^die dnreh die Wesenheit der Dinge biadarchgehettdA 
Yehinnft nach festbestimmten Perioden alle Ewigkeit hindurch 
Universum ordn^. • ^ 



• .' ' * 



Hieroacb kann es nicht befremden,, wenn wir bei jS^traboUi dessen 
Geographie zn Anfang der Regierung^ des Tiberius geschrieben is^^ ?i 
eine, wie man sich heute ansdracken würde, ziemlich ausgebildete 
Erhebungstheorie finden. ' Er lehrt, dass derselbe Boden .bald iticii 
hebe, bald wieder sich senke, und dann adch das Meer mitstei^fe 
find mitfalle ; ® ^ dass dnige Theile der Erde, die jezt bewohnt sin4» 



*' M. Antoninns VI, 15 t ^vaeig xal aXloiciaeig avav90vai %ov xoa/i^ difj^ 
VBxwg. Vn, 1: oloig Svw xitco rä avt& evfijaeigf wv ^eatal al lüvoi^lcii <A 
TtaXaial, al fiiaai^ al vnoyvioi* wv vvv fiearai al noXesg xal al oixiai, otH 
div xaipSp* mivta xal avyTj&rj xal iX^Y^xQ^via» VII, 49: ta nQoyeycvStu 
äpad^ecoQBiv ' rdrg toaavrag tdSv fiyefioviwv ^^aßoXagi e^eaxi xal tct iffifupm 
n(fi£q>OQ^v' o^oBidJj yäq navtiag eatat xal aix oXov t« ixßfjvai %üv ^V&fi98 
twv rvr fivOfjtiviop. XI, 1: ^ Xoyixt] tpox^l *^y nBQioiix^ naXiyywMoiav %Aß 
hXfav ifin3f€Xaf4ßayu. V, 13: xata negiodovg ntnefdia^epag 6 xoofiog dt^i^^ 
Mtxai. V, 32: %6v dia t^g ovalag dirjx^ta Xoyov dea navtdg tov aiäpog 
uatä ftefioiovg tetayfiivag olxodöfiovpiä %6 nSv. ** Strabon IV, 6, 9 p. 324» 
12 «id VI, 4, 2 p. 460, öff. '^ Strabon I, 3, ö p. 77, 23: ta av%a ida^tj 
noti ^h lut^ait/Bo^ai » ntni d* ai tanuvaSa^ai xai cvPiSaiQBiy ij awß9»^ 
dtdSvai to ^niXuyog, und p. 78, 12: tct> avm idafff nofi fitr i^aifw&^^n^ 
ti de vyl^fjav Xafißdysip. 



> I 



ffAherbetvobii^. w^n^^ dam /oielll Mo* «iazeloe JjSrdB^sse^ , mid; 

Mos Inseln, sopdem iMPobiCast^JUAidf^^B »dai^s SjicUiea durcb^iQvKr4tf 
beben von Italien abgerissen worden ^ ebenso die Inseln Procbyta, 
PilbtkAaia» K»p^eae, Jieokasiaii9)d<4li0;,Sireqeii und O^potrischen 
loaeki: wie «s denn oberb^npt wa)iy^b«i«iicii ^ei, dass die; in;d^) 
lüiükß de« Festlandes gelegeae« Insela. TOP jüe^foi darch J^dt>e.beiij 
abgerissen^ die. vreiter im Meiere. gefi^giQpon, dnrch die Gewalt rntti^fs-* 
irdisdber Feoer ans dem Meere ^oiporg^hobes worden seien. ^'^ {Zjur. 
BegrOndiiog dieses Glapbena an . die^^e >gewj*^(igen Krftfte der Nfitw 
itnd die daddrcb bßrvorgisbrachteq Ye^Aiiderangen, beruft er sieb*, 
auf. die bekanbten Tbatsachepi das« Runter PbilippQS Ul. voaMnk/e-^. 
ddni^n um daisJahr 196 vorCbr^^®) B)¥iscben Thera und Tbera^il^. 
Tier Tajge lang FeaerfladiiiieQ jina dem' Meiere hervjorbrachep> grichalai 
ob das ganze Meer kocbte noA in Flamoien sti^nde, ond aUo)A}^, 
eine Insd emporgdioben warde^. ^. ,%mb\i Stadien Im ]PniJEapg- 
baätte^^^ die Insel Antomate odecHiera;^^^ ferner, dass beiSfetbonfr 
ain Herraioniscben Basen ein /rieben Stadien bober Berg entstandi 



•• S traben XVII p. 557, 40: t/ ein ^avfiaativ, sX tiva liiQf] v^ y^g, & 
vvv ohtutcfif 'SaXattfi nqoteQOP xo^teigfiTO, tä de vvy neXajnj n^StSdOP, 
i^Mito; 9* Straboa I, 3, 10 p. 82, 12: oi yciQ fjLvÖQOt. iup ävßpei^pai dvvw^ 
%M %al fiingal vr^aoi, fieyaXai (T cv' oydß yijaoi j^iv, r/nsifoi ^ ov . •, na^^ 
f^ JSix^ar püdy ^^ ptSlXop anoq^f&fa ^g^IvaXiag eUa^oi^ vig Sp, ^ qpc^^ 
ßi^üom vnb %ov. Alvpuiov nvqqg.in ßv^ov gv^^üvau '* Strid>OD YI^.4r, 
6 p. 410, 9 ff. ** Platarchn» Mor. p. 39?^ C. und lustiqus 30, 4. Nach Orps^iii; 
Vn, 6 scheint 4»ich diese Insel Im lünflen: Begierungiyahr des Kais^ Clattdiqii^ 
799 der St. bis zu einen Umfange xw^ dreisig Stadien . erhoben jsu habeg^ 
M atrabon I, 3, 16 py 87, «) ff. nftd.I, 3, 17 p. 89, 11, *•• Pfinitts H^ ß7^ 
202, IV, 12, 70. Seneca 0- N. VI, 21. , ^j 



I 



* ' * t 



QDter bestAndigeai Ansbroeh von SdiwefeldÄtupf und Feuer f< ^^ ^eod- 
lieh däss die Stadt Spina obnweit Ravenna einst (in d%r pelaa^soheii 
Toraert) eihe seefahrende Stadt nnd am MeeM jge}egeny jezt 'im 
Binnenlande neunzig Stadien voni Meere entfenif fiege.^^^^ 



Aof der Grandlage dieser PhilDsopheme nnd nüter dem ESik» 
dracke des sinkenden Lebens der alten Welt, der entergegangene» 
repnblikanischeü Freiheit/ des schwer aaf dem Lebei^ lastendeii 
kamerliehen Despotismus , nftd der zabllesen Uebel, die im Gefolge^ 
von Krieg, Pestilenz, Miswachs, Hniigersnoth das entvölkerte Hellaa 
ottd Italien in den ersten cbristKcben Jahrhanderten so forehtbar heimge-^ 
sacht haben, bildete sich obe^ den allgemeinen Rain der Nator and 
der borgeriichen Gesellscfaafl eitae^ eigentbOmlioh tragische Philosophie- 
ans, yfie wir eine Ähnliche in allen groteen Katastrophen des Voi^ 
kerlebens wiederfinden; Was-dus apokfypbiscfee vierte Bach lism 
ausspricht, am die Zeit der Gebart Chrisrti : die Welt hat ihre Jagend 
verlören and die Zeiten beginnen za altern; je schwächer die Weh 
vor Alter wird, desto mehr Uebels kommt ober die, so darin wdi- 
Betl:^^^ das war damals anter dem - fiinstarz der antjken Welt 



*•* SCrabon I, 3, 18 p. 90, 1. *«» Sirabon V, I, 7 p. 337, 15 ff. Vergri. 
Dionysias Häl. I, 18 und Skylax 19. Plliiias III, 16, 120. (Eine ähnliche Verön-- 
derüng hat Rarenria erfahren, welches ' früher eine Seestadt, jezt eine Meile von* 
der See entfernt liegte siehe HoiTi$ Gei^chichte der Veränderungen der Erdober^ 
flache I, 278.) Als eine (auch durch Niebuhr und Clarke bestätigte) schwer W 
erklärende Sonderbarkeit erwähnt Strabon XVII p. 356 , 19 ff: dass man bei den. 
Pyramiden ohnweit Memphis in den AbtilUeii des Steinbehanes an (jestält und 
Grösse linsenähnliche VersteineruUgeri finde, die das Volk ftir Tersteinerte Ueber- 
bleibsel von der Speise der Arbeiter halte^ und dasis ähnliche Verst^inerungerr auoh 
in seiner HeiRiath (Amaseu in Pontus) in dtiemr TuffsteinhUgel vorkämen. ^"'Esra 
IV, 14, 10. 16. - - 



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vereioiultejs GefilU. I)er dUhesland alles: IrdJoichen und 
Wediselfklle meoschlicber. Schicksale 9 die «aa hU^ dabia an Eia- 
selnea beobachtet balte, wardeo j^i aocb jan. ganzen YoUkern mwi 
Reichen erfabren. und ab: ein allgomeiliea Natnrgesete erkannt Ge- 
bläht hat einsty sagt der geiatreiche.Pfailoii, da» Glock der Perser» 
aber ein Tag raffte ihre Macht dabin; gl&nzend ond lange dauerte 
Aegypten, .dessen Glück nun wie eine W(dke yorobergegangen ist; 
ebetMso der Karthager Macht, der Glanz vpn. Hellas, von Make- 
donien, der Pontischea Könige, ja Von gapz Asien, Europa und 
der gesammten bewohnten Erde: wie ein Schiff in den Wogen das 
Meeres bald yon günstigem Fahrwind enporgehoben , bald von StOr- 
men gepeitscht, in den Abgrund, geworfen, so sind alle menschlichen 
Dinge, der Einzelnen wie der Völker* ^ ^ ^ i» Welches alles dann 
aach auf die Nator selbst Obertragea wurde» ton deren Tcrwittertfr 
Gestalt schon der Platonische -Sökrateagesproehea hatte, ^o^® ^Oft- 
mals höre ich, so beginnt der treffliche Columella sein Werk Tom 
Landbau, <^^ oftmals höre ich von den ersten Männern des Staates 
klagen, bald ober diaVUnfrocfatbarkeit der Aedcer, bald Ober die 
schon seit vielen Jahren den Frachten sehAdUchi^ Unfrenndlichkeit 
des Himmels; einige suchen sogar diese Klagen dadurch gleichsam 
zu mildemr, dasa sie erkannt haben wollen, der durch aUzugrosse 
Fruchtbarkeit in der Vorzeit erschöpfte Boden könne nicht mehr so 
gütig wie froher den Menschen Nahrung gebeii.^ Columella seihst 



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^*S Philo in der Schrift: Qaod deus sit immutabilis, Op. T. I p. 298, 15 ff. 
ed, Mwigey. *"« Piaton Phaedr. p, 111, .5 ff. Vergl Aelianus V. H. Vm, fl. 
Seneca Epist. 91 p. 420. *®^ Columella praeF. ad lib. t. S. 1 ff. YergL Plirdha 
Epist. VI, 21: sum ex iis qol miror antiquos, non tarnen ut quidam temporum 
nostronim ingenia despicio: neqoe enim quasi lassa et eflbeta natura, ut nihil jam 
laudabile pariat. 



sucht zwar diese MeiiKiD^ M widerlegen, aber sie niachie sich äadh 
nach Hiiii wiederholt geltend/ ^Jdi, fshrt er forty bin gewiss, d*ä» 
dies alles weit von der Wahrheit eotfernt is^. Demi weder ' db 
ReligioA erlaubt ans anzonehmen, dass die Natnr des Bodens, die 
der Schopfer der Welt liiit immerwAbrender Fraditbarkeit bescbediit 
hat, gleicb wie durch eine Krankheit nnffachtbar geworden sei, n<ieh 
anch kann ein YerstftncBger im Ernste glauben, dass die Erde « die 
einer göttlichen ewigen Jugend theilhaftig, die gemeinsame Mutter 
allef genannt wird, weil sie alles geboren hat immerdar und aaöh 
in Zukunft gebären wird, dass diese wie ein Mensch gealtert sei. 
Nicht durch des Himmels Ungunst ist uns dies begegnet, sondtfn 
durch unsere eigenen Fehler, die wir den Landbau den schlechte- 
sten Sklaren wie zur Strafe übertragen , den unter unseren Vor- 
fahren gerade der Beste am besten betrieben bat.^< Wie i/ireitT^r- 
bleuet aber nichts destoweniger diese Ansicht gewesen ist, beur- 
kunden zahlreiche Zeugnisse der Schriftsteller dieser Zeit^^^ Die 
dem alten Glauben ahhiengen und mit seiner Abnahme den zuneh- 
menden Verfall des Staates beobachteten, niussten wenn sie der 
Jugend desselben gedachten, leicht zu der Ansicht kommen, dass 
die allgemeine Notfa der Zeiten ihren innersten Grund in der Ver- 
nachlässigung der alten Götter habe. Kein Wunder darum, dass 
der Untergang der alten und das Aufkommen einer neuen Reli- 
gion altgläubige iPatrioten mit banger Besorgnis erfüllte; kein 
Wunder, dass sich unter ihnen die Meinung bildete, die Chri- 
sten seien schuld an der allgemeinen Notb, die von dem Zorne der 
alten Götter ober ihre Misacbtung und die wachsende Verehrung 
eines andern ihnen feindlichen Gottes herrühre. Fast alle altchrist- 
licben Apologeten bekämpfen diesen Wahn, ein zureichender Beweis 



*"* Vergleiche oben Anmerk. 22. 



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Miper\AligeiiieiDfceit.«o« per katljolbcbe Bischof uncT Märtyrer 
i!^rDriauiisj der in der CbristeDyerfolgong die» Jahres 258 enthaop- 



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*tlia{9scb< 



ipemamqs folgende parkante Apostrophe : du sollst, sagt er, vor, 
ätlem wissen, das's die Welt gealtert ist, ond nicht mehr die.KrSKIte 
besizt wie yonnals. Die Welt selbst bezeugt in so vielen Zeichen 
derHinfidligkeit ihren nahen Untergang: im Winter fehlt es an Regen, 
im Sommer an der nOthigen Wftrme; seU)st' die Berge sind erschöpfl^ 
man grftbt weniger Marmor, weniger Gold ond Silber, die Metall- 
aäern, sind wie versiegt.. Alles verscblimDiert sich, Ackerbau, Schif- 
fahrt, die Redlichkeit der Gerichte, Frenndscbaf), ' Wissenschaft^ 
konst, Sitten. Alles was seinem Ende nahe ist, nimmt. ja ab. 
IJIf^s bt ein göttliches Naturgesetz, dass. alles, was entstanden ist^ 
wieder vergebt, dass starke Dinge schwach, grosse klein werden 
nifd endlich ganz anfhfiren.^^^ 



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«•• Terlnlliantis Apol. 40. Origenes T. HI p. 857, B. Amobius I. ioit. Aaga- 
slnras C. D. I, 15. 30. II, 2. 3. m; 1. 17. 3Ö. 31. IV, 2. Orosius praef. und II, 3. 
VI, i. und unter den Heiden selbst das Decret des Kaisers Haximinus bei Eosebins 
Hist eccles. IX, 7, die