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Full text of "Abhandlungen und Bericht des Vereins für Naturkunde zu Kassel"

HARVARD UNIVERSITY 




LIBRARY 

OF THE 

Museum of Comparative Zoology 




Abhandlungen und Bericht LV 

Vereins für Naturkunde 

e. V. 

(Kit 1919 VEreinigt mit tfemVertin llr nilyniiissensclioltlielliiteiliiilluiig) 

ZU Cassel 

über das 

81.-83. Vereinsjahr 1916—1919. 



Im Auftrage des Vereinsvorstandes herausgegeben 

von 

Heinrich Bickhardt. 

m 



Xassel 1919. 

Verlag des Vereins. 



AbhandluDgen und Bericht LV 

des 

Vereins Für Naturkunde 

e. T. 

(seif 1919 vereinigt mit dem Verein fflr naiurwissenseliaitiieiie Unteiiialtnng) 

zu Cassel 

über das 

81—83. Vereinsjahr 1916—1919. 



Im Auftrage des Vereinsvorstandes herausgegeben 

von 

Heinrich Bickhardt. 



Cassel 1919. 

Verlag des Vereins. 




r= — ' — - — =1 

jJ Für den Inhalt der Abhand- u 
[] lungen sind die Herren Ver- [] 
P fa sser selbst verantwortli ch. ^ 



Inhaltsverzeichnis. 



I. Abhandlungen. Seite 

1. Bickhardt, H., Die Histerini des aethiopischen Faunen- 

gebiets (Coleoptera, Histeridae) 1 

2. Leonhardt, W., Die Orthopteren -Fauna der Umgebung 

Cassels , 159 

3. Schwitzer, H., Über Perlmutter 189 

4. Penndorf, H., Die Lagerungsverhältnisse in der Ziegelei- 

grube in Wolfsanger bei Cassel 219 

II. Bericht. 

1. Mitteilungen aus dem Vereinsleben ... 224 

2. Mitgliederbestand 225 

3. Bücherei 236 

4. Übersicht der Vorträge, Mitteilungen und Vorlagen .... 239 

Penndorf, Über die im Zechsteinkalk Niederhe^sens ent- 
deckte fossile Fauna 246 

Schwitzer, Über die englische Teerfarbenindustrie. . . 252 

— Über Sperrholzfabrikation 253 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 

(Coleoptera, Histeridae). 

Von H. Bickhardt. 
(41. Beitrag zur Kenntnis der Histeriden). 



Laboremüs ut cognoscamus. 

Seitdem MarseuP) Bestimmungstabellen der ihm 
bekannten Histeriden in seiner groß angelegten Mono- 
'aphie veröffentlicht hat, sind mehr als 60 Jahre ver- 
ossen. In dieser langen Zeit sind von einer Reihe 
utoren neue Gattungen und Arten in großer Zahl publi- 
'ert worden. Eine zusammenfassende Übersicht 
er Arten (mit Bestimmungstabellen) ist jedoch seitdem 
och nicht wieder erschienen. 

Die Gattungen der Histeridae sind von mir auf 
rund ihrer natürlichen Yerwandschaft in den Genera 
nsectorum 1916 — 17 umfassend bearbeitet worden, 
züglich der Arten, deren gesamte Zahl zur Zeit etwa 
bis 2700 beträgt, wird es nur möglich sein, zunächst ein- 
ne Gattungsgruppen, und zwar nach tiergeographisclien 
esichtspunkten getrennt, eingehender darzustellen. Die 
n mir für später in Aussicht genommene Bearbeitung 
Her Histeridenarten in dem von der Preußischen Aka- 
lie der Wissenschaften herausgegebenen „Tierreich" 
d noch einee längeren Zeitraumes zu ihrer Ausführung 



Literaturverzeichnis am Schluß. 



2 



H. Bickhardt. 



bedürfen. Die hier gegebene Übersicht der afrikanischen 
Gattungen und Arten des Tribus Histerini ist demnach 
als Vorarbeit für die G-esamtbearbeitung in jenem Sammel- 
werk aufzufassen. 

Das Tribus Histerini ist von mir gewählt worden, 
weil es die an Artenzahl besonders reiche Gattung Uister L. 
und ihre Verwandten umfasst, die in Afrika einen großen 
Formenreichtum aufweisen. 

Bei der Aufstellung der Übersicht war eine Eeihe 
Schwierigkeiten zu überwinden. Alle behandelten Arten 
sind mir keineswegs zugänglich gewesen, bei manchen 
war ich auf die öfter ziemlich dürftige Beschreibung 
allein angewiesen. Immerhin ist die Mehrzahl der Arten 
in meiner Sammlung vertreten. Nur noch eine Kollektion 
in der ganzen Welt, die des Engländers G. L e w i s , reicht 
bezüglich ihrer Artenz ahl an meine Histeridensammlung 
heran. 

Einleitend möchte ich noch die Benutzer der nach- 
folgend gegebenen dicho tomischen Tabellen darauf hin- 
weisen, daß solche Tabellen niemals imstande sind, die 
Originalbeschreibungen zu ersetzen oder entbehrlich zu 
machen. Sie sind nur als ein Hilfsmittel anzusehen, 
das die Erkennung der Arten möglichst erleichtern 
sollen. Wie viele Insekten variieren die Histeriden in 
ihrem morphologischen Bau manchmal erheblich; es ist 
aber undenkbar, die Kennzeichen der Arten in den 
Tabellen so zu wählen, daß dieser Variabilität für alle 
Fälle Rechnung getragen wird. Es muß also dringend 
empfohlen werden, bei Benutzung der nachfolgenden 
Übersichten stets mindestens auf die hier beigegebene 
ausführlichere Beschreibung der Arten — in Zweifels- 
fällen auch auf die Urbeschreibung — zurückzugehen. 

Um die Erkennung der einzelnen Körperteile und 
ihrer Lage zu erleichtern, sowie die gebräuchliche Termino- 
logie in ihrer Anwendung zu erlernen, füge ich hier die 
Abbildungen der Ober- und Unterseite des bei uns vor- 
kommenden Hister unicolor L. bei. (Figuren 1 u. 2). 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



3 



Greographisch beschränkt sich die Arbeit, wie 
schon angegeben^ auf das aethiopische Faunengebiet, also 
auf ganz Afrika südlich der Sahara, der libyschen und 
nubischen Wüste, femer auf Madagascar und die benach- 
barten Inselgruppen. Als Beweis für die Zweckmäßigkeit 
dieser zoogeographischen Abgrenzung sei bezüglich der 
hier behandelten Tiergruppe hervorgehoben, daß nur 
Peranus scutellaris Er. aus dem paläarktischen Faunen- 
gebiet in den Grenzgebieten Senegambien und Abessinien 
(Erythraea) gefunden worden ist,- sonst aber keine der be- 
handelten aethiopischen Arten in Nordafrika, also im 
paläarktischen Gebiet, vorkommt. Trotzdem die meisten 
Histeriden zu den besten Fliegern unter den Käfern ge- 
hören, ist also erwiesen, daß die großen Wüstenstrecken 
für sie unüberschreitbar sind. Die Wüstengebiete bilden 
hier stärkste Hindernisse Mr die Ausbreitung der Arten 
und demnach schärfere Grenzen in zoogeographischer 
Hinsicht als sie Gewässer und Meere (Mittelmeer z. B.) 
oder Gebirgszüge darstellen können. Im einzelnen kann 
auf die geographische Verbreitung der Histeriden inner- 
halb der aethiopischen Region noch nicht näher einge- 
gangen werden. Viele Arten, die bisher nur in be- 
schränkten Gebieten (z. B. im Kapland oder in Abessinien) 
festgestellt sind, werden wohl auch noch in anderen Land- 
schaften aufgefunden werden.^) Manche sind schon für 
ganz Afrika (wie Hister tropicus Payk.) andere bisher nur 
für das Kapland (wie die Gattung Bhyjjochares) nachge- 
wiesen. Letztere Gattung, die — wie MonopUus (Tribus 
Exosternini) — gesetzmäßig termitophil zu sein scheint, 
wird wohl' bezüglich ihrer Verbreitung von der Aus- 
breitung ihres Wirtstieres Hodotermes abhängig sein. 
Beachtenswert, aber schon bezüglich vieler Tiergruppen 



^) Nennenswerte Ausbeuten an den unscheinbaren Histeriden 
bringen nur Coleopterologen zustande. Die von mir bearbeitete Aus- 
beute der 2. Deutschen Zentralafrika - Expedition des Herzogs 
Ad. Friedr. zu Mecklenburg 1910/11 umfaßte z. B. nur 6 Stück 
Histeriden, die der Hamburger deutsch-südwestafrikanischen Studien- 
reise 1911 nur 23 Stück Histeriden. 



4 



H. Bickhardt. 




Fig. 1. Hister unicolor L. von oben. 



m = Mandibeln. 

/ = labrum, Oberlippe. 
es = epiStoma, clypeus, Kopfschild. ^ 
fr = frons, Stirn. 
sf = Stria frontalis, Stirnstreif. 
= oculus, Auge. 
occ = Vertex (occeps), Scheitel. 

ft = fossa tarsalis, Fußgrube zum Einlegen der Füße. 
th = thorax, pronotum, Halsschild. 
mg = Stria marginalis. Randstreif (von oben kaum sichtbar, am 

Seitenrand verlaufend). 
la 1 = Str. lateralis externa, äußerer (Seitenstreif) Lateralstreif 
la 2 = Str. lateralis interna, innerer Seitenstreif (auch am Vorder- 
rand nicht unterbrochen). 
em — Epimeren diQT Mittelbrust (von oben sichtbar). 
sc = scutellum, Schildchen. 
el = elytrum, Flügeldecke. 
SU = sutura, Xaht (der Flügeldecken). 
hu = Stria humeralis, Schulterstreif. 
sh 1 = „ subhumeralis externa, äußerer (Unterschulterstreif) 

Subhumeralstreif. 
sh 2 = Stria subhumeralis interna, innerer Subhumeralstreif. 
d 1 2, 3, 4, 5 Stria dorsalis 1., 2., 3., 4., 5. = 1 , 2., 3., 4., 5. Dorsal- 
(Rücken) streif: d 6 = Stria dorsalis 6., Stria suturalis. 
Nahtstreif. 

tg 5 = 5. Tergit (5. Dorsalsegment des Abdomens). 
prop — Propygidium, vorletztes oberes Abdominalsegment (Tergit). 
py = Pygidium, letztes oberes Abdominalsegment (Tergit). 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



5' 




Fig. 2. Hister unicolor L. von unten, die Beine der einen Seite 
bis auf die Hüften weggenommen. 

m = mandibula, Oberkiefer, Freßzange. 



= oculus, Auge. 
prf = lob US prosternalis, Prosternallappen, Kehlplatte. 
fa = fossa antennae, Fühlergrube. 
pr — prosternum, Prosternum, Vorderbrust. 
pl = Pleura thoracis, Propleure. 
ep = epipleura thoracis, Epipleure des Halsschilds. 
ms = mesosternum, Mesostemum, Mittelbrust. 
em 2 = epimerum, Epimerum der Mittelbrust. 
pl 2 = episternum, Episternum der Mittelbrust. 
mt = metasternum, Metastemum, Hinterbrust. 
em 3 — epimerum, Epimerum der Hinterbrust. 
pl 3 = episternum, Episternum der Hinterbrust. 
ep 2 = epipleura, Epipleura (umgeschlagener Rand) der Flügeldecke. 
c 1, 2, 3 = coxa, Vorder-, Mittel-, Hinterhüfte. 
tr 1,2,3 = trochanter, Schenkelring des Vorder-, Mittel-, Hinterbeins 
/ 1,2,3 = femur. Vorder-, Mittel-, Hinterschenkel. 
ti 1,2,3 = tibia. Vorder-, Mittel-, Hinterschiene. 
ta1,2,3 = tarsus, Vorder-, Mittel-, Hintertuß. 
Obs 1, 2, 3, 4, 5 = segmenta abdominalia (in/er). Die sichtbaren 
Ventralsegmente (Sternite). 
py = pygidium, Pygidium (letztes oberes Tergit) auf die Unter- 
seite her abgebogen. 




6 



H. Bickhardt. 



bekannt ist die Tatsache, daß die auf Madagascar ge- 
fundenen Histeriden fast ohne Ausnahme endemisch sind. 
(Madagassische Subregion). Einzelne Arten kommen wohl 
noch auf den Inselgruppen des indischen Ozeans (Seychellen) 
vor, ^) vom Festlande Afrika sind sie indessen nicht 
nachgewiesen. Sie bestätigen also die geologisch und 
zoogeographisch festgestellte uralte Trennung Madagascars 
vom Festlande Afrika. 

Noch muß ich darauf hinweisen, daß die Ergebnisse 
der wissenschaftlichen Tätigkeit der im seither feindlichen 
Auslande lebenden Autoren 2) während der Kriegszeit mir 
trotz dahingehender Bemühungen bis jetzt nicht zugäng- 
lich geworden sind. Da es sich im wesentlichen um nur 
zwei Histeriden-Spezialisten handelt, deren Publikationen 
ich in Form eines Nachtrages später berücksichtigen 
werde, so schließe ich die vorliegende Arbeit hiermit ab. 
Nachträge und Neuentdeckungen werden ohnehin dafür 
sorgen, daß das hier gewonnene vorläufige Ergebnis 
weiter ausgebaut werden wird. 

In den nachfolgenden Beschreibungen sind die un- 
sicheren Arten durch kleineren Druck kenntlich gemacht. 
Die Arten, welche ich gesehen habe, sind durch ein 
Sternchen * vor der Vaterlandsangabe bezeichnet. 



Tribus Histerini. 

Die Fühler sind unter dem Stirnrand eingelenkt. Der 
Fühlerschaft ist gegen die Spitze keulig verdickt, jedoch 
nicht plattenförmig erweitert. Die Fühlergrube liegt im 

^) Vergl. H. Scott, in Percy Sladen Trust Exped, Ind. Ozean. 
Transact. Linn. Soc. London, vol. 16, 2, p. 223 (1913). 

^) Nach Abschluß der Arbeit sind mir Dank der Vermittlung-, 
des bekannten Myrmecophilen-Forschers E. Was mann (S. J.) i 
Valkenburg (Holland) die während des Krieges erschienenen Aufpätz 
von H. Desbordes in Paris über Histeriden zugegangen. Es is 
eine größere Zahl wichtiger Abhandlungen, die dieser Forsche 
während des Krieges veröffientlicht hat, und ich habe versucht, si 
noch im folgenden zu berücksichtigen, soweit dies in der kurzen Zei 
möglich war. 



Die Histerini des aethiopisclien Faunengebiets. 



7 



Vorderwinkel des Halsschild oder unmittelbar dahinter am 
Seitenrand. Sie ist zuweilen undeutlich oder gar nicht 
ausgebildet. , 

Das Prosternum hat eine deutliche, oft durch eine 
Naht besonders abgegrenzte Kehl platte. Diese Kehlplatte 
hat keine Einne (Einschnitt) zum Hindurchlegen der 
Fühlergeißel. 

Das Mesosternum ist in der Mitte des Yorderrandes 
mehr oder weniger ausgerandet, seltener ist das Meso- 
sternum vorn gerade abgestutzt. 

Die Vorderschienen haben gerade, innen deutlich und 
scharf, außen undeutlich oder kaum begrenzte Tarsal- 
furchen. 

Tabelle der Gattungen. 

1. Die Flügeldecken haben keine Streifen, sie sind im 
Grunde gerunzelt, matt und tragen, wie das Hals- 
schild, mehrere Reihen glatter, glänzender Tuberkeln. 
Paläark tisch es und nearktisches Gebiet. 

(32. Genus Margarinotus, Marseul. 
la. Die Flügeldecken haben unregelmäßig geformte hohe ^ 
Längsrippen. Neotropisches Gebiet. 

. (33. Qenus Epiglyptus, Lewis.) 
Ib. Die Flügeldecken sind in gewöhnlicher Weise gestreift, 

die Zwischenräume der Streiten sind eben oder convex . . * . 2 

2. Das Halsschild hat keinen Lateralstreif oder der vor- 
handene Lateralstreif') verläuft so nahe dem Seiten- 
rand, daß er mit dem Marginalstreif verwechselt 
werden kann, zamal dieser oft undeutlich ist 8 

2a. Das Halsschild hat außer dem Marginalstreif einen 
oder zwei (selten drei) Lateralstreifen, die in einigem 
Abstand vom Seitenrand verlaufen 10 

3. Die Kehlplatte ist ziemlich lang, vorgezogen, vorn 
im Bogen gerundet. Die Streifen der Flügeldecken 

sind an der Spitze nicht abgekürzt .4 

3a. Die Kehlplatte ist sehr kurz, vorn abgestumpft. Die 
Streifen der Flügeldecken sind an der Spitze in 
Punkte aufgelöst und verkürzt. 

^ 1. Genus Rhypochares, Marseul. 

^) Wie bei Microlister Lew. der Lateralstreif verläuft, geht aas 
der Beschreibung nicht hervor; ich habe die Gattung in die Gruppe 2a 
gestellt. Mir ist das Genus unbekannt, doch scheint es mit Pseudister 
Bickh. verwandt zu sein. 



8 



H. Bickhardt. 



4. Das Mesosternum ist vom Metasternum nicht durch 

eine deutliche Naht getrennt 5 

4a. Das Mesosternum ist vom Metasternum durch eine 

deutliche Naht getrennt 6 

5. Der Körper ist dick, fast walzenförmig; die Vorder- 
sehienen sind stark verbreitert mit unregelmäßiger 
kräftiger Redornung (Fig. 4). 

9. Genus Hubenthalia, Bickhardt. 

5a. Der Körper ist mehr oder weniger flach gedrückt, 
oval, die Vorderschienen sind mäßig breit und mit 
regelmäßigen kleinen Zähnchen besetzt. Der Naht- 
streif der Flügeldecken ist vor der Spitze nach innen 
gebogen und hier meist in 2 Streifenstücke gegabelt. 
Südamerika. (6. Genus Hypobletus, Schmidt.) 

6. Der Körper ist walzenförmig, parallolseitig. Die 
Flügeldecken haben 6 vollständige Streifen. Süd- 
amerika. (2. Genus Megalocraerus, Lewis.) 

6a. Der Körper ist oval oder oblong. Die inneren Streifen 

der Flügeldecken, sind gewöhnlich verkürzt 7 

7. Der Körper ist stark abgeflacht, das Mesosternum ist 
sehr breit, vorn abgestumpft. Die Schienen sind 
außen unbevvehrt oder nur mit einem Zähnchen be- 
setzt. Südamerika. (5. Genus Bacpnia, Lewis.) 

Der Körper ist auf der Oberseite convex, das Meso- ^ 
sternum ist von gewöhnlicher Breite, vorn mehr oder 
weniger ausgerandet. Die Vorderschienen haben am 
Außenrand mehrere Zähnchen 8 

8. Die Beine sind stark abgeflacht und sehr breit. Die 
Fühlergrube liegt hinter dem Vorderwinkel des 
Halsschilds. • 14. Genus Teinotarsus, Marseul. 

8a. Die Beine sind mäßig erweitert. Die Fühlergrube 

liegt im Vorderwinkel des Halsschilds 9 

9. Die Stirn ist nur an den Seiten, nicht vorn, gerandet ; 
die Fühler haben einen Höcker auf dem Schaft. 

10. Genus Asolenus, Lewi?. 
9a. Die Stirn hat auch vorn einen selten undeutlichen 
Eandstreif (Stirnstreif). Die Fühler sind einfach 
(ohne Höcker). Neotropisches Gebiet und indo- 
malayischer Archipel. (7. Genus Pseudister, Bickhardt.) 

10. Die Stirn hat nur seitlich, nicht vorn, einen Rand- 
streif (Stirnstreif). Die ziemlich tiefe Fühlergrube 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 9 

liegt etwas hinter der Voiderecke des Halsschilds. 
Der Lateralstreif des Halsschilds ist stark vertieft 
(rinnenartig). 11. Genus Notolister, Lewis. 

10a. Die Stirn hat vom einen mehr oder weniger feinen 
Stirnstreif, der selten in der Mitte unterbrochen ist. 
Die Fühlergrube liegt entweder in der Vorderecke 
des Halsschilds oder ist undeutlich oder gar nicht 
ausgebildet. Der Lateralstreif des Halsschilds ist 
weniger vertieft 11 

11. Die Stirn ist tief ausgehöhlt, ebenso das Epistom; 
zwischen beiden verläuft ein gebogener erhöhter 
Stirnrand. Das Propygidium ist lang, das Pygidium 
auf die Unterseite umgeschlagen. Die Vorderschienen 
sind fein bedornt. Indomalayisches Gebiet. 

(12. Genus Lewisister, Bickhardt.) 

IIa. Die Stirn ist eben oder nur schwach concav ohne er- 
höhten Vorderrand. Das Propj-gidium ist stark quer, 
das Pygidium ist meist von oben sichtbar. Die 
Vorderschienen sind gezähnelt 12 

12. Das Epistom ist in der Längsrichtung mehr oder 
weniger concav; das Pygidium hat nahe der Basis 
an den Seiten je eine tiefe Grube oder es ist mit 
einer halbkreisförmigen, dem erhobenen Außenrand 
folgenden vertieften Rinne versehen. Die Körper- 
form ist länglich oval oder oblong, wenig gewölbt ... 18 

12a. Das Epistom ist eben oder convex, selten in der Quer- 
richtung eingedrückt. Das Pygidium hat keine 
stärkeren Vertiefungen. Die Körperform ist kürzer 
oval, mehr gewölbt 14 

13. Das Prosternum ist an den Seiten und an der Ba.sis 
gerandet. Die Körperform ist parallelseitig, die Ober- 
seite stark abgeflacht. Ostasien. 

(3. Genus Mendelius, Lewis.) 

13a. Das Prosternum ist nur zwischen den Hüften ge- 
randet. Die Körperform ist oval oder oblong (nicht 
parallelseitig). Die Oberseite ist weniger depreß. 
Indomalayisches Gebiet. (4. Genus Nicotikis, Marseul.) 

U. Die Mittel- und Hinterschienen sind stark flach- 
gedrückt, dünn und stark verbreitert 15 

14a. Die Mittel« und Hinterschienen sind wenig zusammen- 
gedrückt, sie sind gegen die Spitze allmählich ver- 
breitert 19 



I 



10 



H. Bickhardt. 



15. Die beiden Lateralstreifen des Halsschilds liegen dicht 
nebeneinander am Seitenrand, ihr Zwischenraum er- 
weitert sich vor den Vorderecken bedeutend. Der 
äußere Subhumeralstreif der Flügeldecken ist voll- 
ständig, der innere fehlt, oder ist undeutlich, apikal. 
Nordamerika. (13. Genus Psiloscelis, Marseul.) 

15a. Der innere Lateralstreif des Halsschilds liegt in 
weiterem Abstand vom Seitenrand. Der äußere 
Subhumeralstreif der Flügeldecken ist nach hinten 
verkürzt oder fehlt ganz; der innere ist entweder 
vollständig und reicht bis zur Basis oder er ist nach 
vorn verkürzt und reicht höchstens bis zur Schulter ... 16 

16. Der innere Subhumeralstreif ist nach vorn abgekürzt, 
die Körperform ist oblong, parallelseitig. Die Fühler- 
keule ist infolge der gegen die Spitze verbreiterten 
Geißel kaum deutlich abgesetzt. Indomalayische 
Region. (20. Genus Santalus, Lewis.) 

16a. Der innere Subhumeralstreif ist vollständig, er reicht 
bis zur Basis. Die Körperform ist kürzer oder länger 
oval — nicht parallelseitig. Die Fühlerkeule ist 
deutlich abgesetzt. Aethiopische und neotropische 
Region 17 

17. Der innere Lateralstreif des Haischilds ist nur an 
der Basis deutlich, wo er nahe dem Seitenrande ent- 
springt, stark nach innen biegt und dann parallel 
zum Rande nach vorn undeutlich verläuft. Das 
Mesosternum hat vorn zwei vollständige Randstreifen. 
Zwischen dem Naht- und 5. Dorsalstreif der Flügel- 
decken ist ein 7. Streif ausgebildet. 

15. Genus Campylorhabdus, Schmidt. 

17a. Der innere Lateralstreif des Halsschilds ist überall 
deutlich. Das Mesosternum ist einfach gerandet. Ein 
siebenter Dorsalstreif der Flügeldecken fehlt 18 

18. Das Pygidium und Propygidium sind glatt oder 
äußerst fein punktiert. Auf dem Pygidium ver- 
läuft dicht am Rande eine kürzere oder längere 
ziemlich tiefe Furche. Die Dorsalstreifen der Flügel- 
decken sind breit rinnenartig, flach mit scharfen 
Rändern, sie sind fast alle vollständig, oder nur die 
beiden inneren an der Basis verkürzt. 

16. Genus Eugrammicus, Lewis. 

18a. Das Pygidium und Propygidium sind stärker punktiert, 
ersteres ohne Randfurche. Dorsalstreifen sind einfach. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. H 



die inneren sind stärker*verkürzt oder fehlen zum 

Teil. 17. Genus Contipus, Marseul. 

19. Die Stirn hat vorn zwei Querstreifen, von denen der 
hintere zuweilen unterbrochen ist. Das Prosternum 
hat zwei in der Mitte unterbrochene Prosternalstreifen. 
(Das Halsschild ist an den Seiten punktiert.) 

8. Genus Microlister, Lewis. 

19a. Die Stirn hat vorn nur einen, selten unterbrochenen 
Querstreif. Das Prosternum hat keine oder ununter- 
brochene Prosternalstreifen. Das Halsschild ist glatt 
(höchst selten punktiert) 20 

20. Die Oberlippe ist ziemlich tief ausgerandet, der Kopt 
ist sehr breit, die Geißelglieder des Fühlers werden 
gegen die Spitze breiter und gehen allmählich in 
die Keule über (die Keule ist also nicht deutlich 
abgesetzt).') 18. Genus Macrolister, Lewis. 

20a. Die Oberlippe ist nicht ausgerandet. Die Fühlerkeule 

ist deutlich abgesetzt 21 

21. Die Oberlippe ist dreilappig oder querdreieckig und 
beim ^ in der Mitte meist stärker vorgezogen und 
zugespitzt, ferner ist beim ^ die linke Mandibel 

länger als die rechte. 19. Genus Pachylister, Lewis. 

21a. Die Oberlippe ist vorn gerade oder wenig gebogen. 

Die Mandibeln sind gleichlang 22 

22. Der innere Subhumeralstreif der Flügeldecken ist 
vollständig. 21. Genus Exorhabdus, Lewis. 

22a. Der innere Subhumeralstreif der Flügeldecken ist 

vorn (an der Ba^is) abgekürzt 23 

23. Das Halsschild hat außer dem dünnen Marginalstreif 
zwei Lateralstreifeu, von denen der äußere manckmal 
bis auf einen kurzen Haken in der Vorderecke redu- 
ziert ist. Selten sind 3 Lateralstreifen ausgebildet ... 24 

23a. Das Halsschild hat außer dem Marginalstreit nur 

einen Lateralstreif 28 

24. Die Hinterschienen, der Umkreis der Vorderhüften 
und die Epipleuren des Halsschilds sind lang gelb 
behaart. Die Flügeldecken haben meist rote Makeln . . 25 



^) Ähnlich wie bei Macrolister ist noch die Fühlerkeule bei 
Zabromorphus Lewis und bei einzelnen Hister-Arten der Verwandt- 
schaft des H. ritsemae Marseul ausgebildet. 



12 



H. Bickhardt. 



24a. Die Hinterschienen und der Umkreis der Vorder- 
hüften sind nicht lang behaart, höchstens kurz und 
spärlich bewimpert. Die Flügeldecken sind meist 
einfarbig schwarz 26 

25. Die Vorderschienen haben zwei große Zähne (selten 
ist noch ein drittes sehr kleines Zähnchen entwickelt). 
Die Körperform ist oval. Nord- Amerika. 

(23. Oenus Spilodiscus, Lewis.) 
25a. Die Vorderschienen haben drei größere Zähnchen 
(zuweilen noch ein kleineres viertes). Die Körper- 
form ist oblong, oft fast parallelseitig. Paläarktische 
Region. (24. Genus Eucalohister, Reitter.) 

26. Der Körper ist lang oval, hoch gewölbt (walzen- 
förmig). Die Stirn ist am Innenrande des Querstreifs 
vertieft. Die Kehlplatte ist doppelt gerandet. Das 
Halsschild hat 2 — 3 Lateralstreifen, innerhalb der- 
selben sind zuweilen einige Querrunzeln angebracht, 

• seltener ist das Halsschild in größerer Ausdehnung 
dicht punktiert. 25. Qenus Zabromorphus, Lewis. 

26a. Der Körper ist weniger stark gewölbt, breiter oval. - 

Die Kehlplatte ist gewöhnlich einfach gerandet .... 27 

27. Der Vorderrand des Halsschilds hat zwei vollständige 
Streifen. An den Seiten ist der innere Lateralstreif 
in der Mitte geschwungen. Der Außenrand der 
Mandibeln ist scharf gerandet. Der Körper ist 
länglich oval, fast parallelseitig, wenig gewölbt 
(Habitus von Platysomä). Der Vorderrand des 
Mesosternums ist gerade. Kleine Arten (3 — 3,5 mm). 
Paläarktisches Gebiet. (26. Qenus Eudiplister, Reitter.) 

27a. Der Vorderrand des Halsschilds hat nur einen, zu- 
weilen noch unterbrochenen Streift) Der innere 
Lateralstreif ist an den Seiten meist gerade (selten 
nahe der Basis etwas geschwungen). Der Körper ist 
kürzer oval, stärker gewölbt, größer. 22. Genus Mister, Linne. 

28. Der Lateralstreif des Halsschilds liegt sehr nahe am 
Seitenrand. Einwärts desselben ist das Halsschild 
grob (zuweilen runzelig) punktiert. Große Arten von 
9—12 mm Länge. Paläarktisch-indisches Gebiet. 

(27. Genus Merohister, Reitter.) 
28a. Der Lateralstreif des Halsschild verläuft in größerem 
Abstand vom Seitenrand. Einwärts dieses Streifs 
ist das Halsschild glatt, höchst selten mäßig punktiert 



^) Ausnahme Hister luguhris Truqui mit 2 Streifen. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



13 



(z. B. bei Qrammostethüs marginatus, Erichson). 

Kleine und mittelgroße Arten bis zu 8 mm Länge ... 29 

29. Das Mesosternum ist am Vorderrand gerade abgestutzt 
oder zugerundet, selten sehr schwach ausgebuchtet. 
Auf den Flügeldecken sind keine Subhumeralstreifen^) 
oder nur kurze Rudimente (meist vom inneren) 
entwickelt • 30 

29a. Das Mesosternum ist am Vorderrand mehr oder 
weniger ausgerandet. Die Flügeldecken haben meist 
einen langen, sehr selten einen kurzen äußeren 
5>ubhumeralstreif 31 

30. Das Mesosternum ist am Vorderrand schwach, aber 
deutlich, ausgebuchtet. Meist größere Arten mit roten 
Makeln auf den Flügeldecken. 30. Oenus Peranus, Lewis. 

30a. Das Mesosternum ist vorn meist gerade abgestutzt. 

Meist kleinere schwarze Arten. 31. Genus Atholus, Thomson. 

31. Auf den Flügeldecken befindet sich an der Basis in 
der Verlängerung des 5. Dorsal- oder des Nahtstreifs 
ein Streifen-Rudiment (oder diese Streifen sind voll- 
ständig und an der Basis vereinigt). Die Vorder- 
schienen haben zahlreiche sehr kleine Zähnchen. Das 
Mesosterum ist am Vorderrand schwach ausgerandet. 
Das Prosternum ist zwischen den Vorderhüften in 
größerer oder geringerer Ausdehnung gestreift.^) Der 
Vorderrand des Halsschilds ist zuweilen in der ^Mitte 
vorgezogen (also zweibuchtig). Europa, Asien. 

(29. Genus Grammostethus, Lewis.) . 
31a. Auf den Flügeldecken ist kein Streifen -Rudiment 
an der Basis nahe dem Schildchen vorhanden. Die 
Vorderschienen haben mehrere größere Zähnchen. 
Das Mesosternum ist am Vorderrand stärker ausge- 
randet, das Prosternum zwischen den Vorderhüften 
höchst selten undeutlich gerandet. 

(28. Genus Paralister, Bickhardt.) 
Bemerkung: Die Gattungen Coptosternus, Lewis und 
Chronus, Lewis sind in der vorstehenden Tabelle nicht mit aufge- 
nommen, weil sie mir unbekannt blieben. Eine Übersetzung der 
Beschreibung des Coptosternus tarsalis, Lewis von Madagascar folgt 
am Schluß. Die Gattung Chronus scheint mit Pseudister, Bickhardt 
sehr nahe verwandt zu sein ; sie gehört der indomalayischen Region an. 

Ausnahme Atholus 16-striatus Say und A. Reitteri Bickhardt 
mit 2 ausgebildeten Subhumeralstreifen. 

'') Ausnahme Gr ammostethus marginatus^ Erichson ohne 
Prosternalstreifen. 



14 



H. Bickhardt. 



1. Genus Rhypochares, Marseul. 

1853 I^hypochares, Marseul, Monoffr. Hister. p. 49l | 1854 I^. Lacor- 
daire, Gen. Col.Vol. 2, p. 258 | R. 1916/17 Bickhardt, in Wyts- 
man, Genera Insectorum, Fase. 166, p 160. 

Der Körper ist oval, gewölbt, die Oberseite ist dicht 
punktiert. Der Kopf ist mittelgroß, gerundet, die Stirn 
eben, mit einem Stirnstreif, der vorn einen einspringenden 
Winkel bildet. Der Clypeus ist kurz, vorn ausgebuchtet. 
Die Oberlippe ist klein, vorn ausgerandet. Die Fühler 
sind unter dem Stirnrand zwischen den Augen und 
Mandibeln eingefügt. Der Schaft ist lang, gekrümmt, 
gegen die Spitze mäßig verdickt. Die Fühlergeißel ist 
siebengliedrig, nach der Spitze zu allmählich verbreitert. 
Die Fühlerkeule ist oval, pubescent, etwas zusammenge- 
drückt, aus vier durch ziemlich gerade Nähte getrennten 
Gliedern zusammengesetzt. Die Fühlergrube ist rundlich, 
sie liegt im Vorderwinkel des Halsschilds und ist von 
unten deutlich sichtbar. Das Mentum ist trapezförmig, 
vorn etwas schmäler als hinten. Die Lippentaster sind 
dreigliedrig, das erste Glied ist klein, das zweite gegen 
die Spitze verdickt, das Endglied so lang wie das zweite. 
Die Kiefertaster sind viergliedrig, das erste Glied ist klein, 
das zweite mehr als doppelt so lang als breit, an der 
Spitze dicker, das dritte viel kürzer, walzenförmig, das 
Endglied doppelt so lang als das dritte. Das Prosternum 
hat keine Streifen, -es ist an der Basis gerundet Die 
Kehlplatte ist sehr kurz, schwach geneigt, vorn flach 
gerundet und gerandet. Das Mesosternum ist vorn aus- 
gebuchtet, der Randstreif ist nicht unterbrochen. Das 
Halsschild ist quer, mit gebogener Basis, nach vorn im 
Bogen verschmälert. Der Randstreif ist deutlich, voll- 
ständig. Das Schildchen ist klein, dreieckig. Die Flügel- 
decken sind an den Schultern etwas erweitert, an der 
Spitze gerade abgestutzt. Der Subhumeralstreif und die 
Dorsalstreifung sind ähnlich wie bei der Gattung Saprinus, 
Erichson. Das Propygidium ist sechseckig, sehr kurz, 
geneigt. Das Pygidium ist gerundet dreieckig, wenig 
gewölbt, senkrecht gestellt. Die Beine sind mäßig lang. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiels. 



15 



Die Schenkel sind abgeplattet, innen mit einer Furche 
versehen zur Aufaahme der Schienen in der Ruhelage. 
Die Scliienen sind gegen die Spitze mäßig erweitert, sie 
haben zwei ungleiche Enddornen. Die Vorderschienen 
sind außen mit kräftigen Zähnchen besetzt. Die Tarsal- 
furche ist undeutlich. Die Hinterschienen sind mit einer 
Doppelreihe feiner Dörnchen besetzt. ' Die Tarsen sind 
fünfgliedrig. 

Typus des Genus. — R. saprinoides, Erichson. 

Tabelle der Arten. 

1 . Oberseite kräftig und sehr dicht punktiert, fast matt. 
Subhumeralstreif fehlend. 3. R. asper, Schmidt. 

la. Oberseite weniger kräftig und dicht punktiert. Sub- 
humeralstreif vorhanden 2 

2. Nahtstreif ki'äftig, der 4. und 5. Streif weniger kräftig, 

aber meist deutlich. 2. fallax, Schmidt. 

^a. Nahtstreif wie der 4. und 5., Dorsalstreif fehlend 

Etwas größer als der vorige. 1. R. saprinoides, Erichson. 

1. R. saprinoides Er. *1834 R. s. Erichson in Klug, Jahrb. Ins. 
V. 1, p. 146. I 1853 R. s. Marseul in Monogr. Hister. p. 497, 
t. 16, f. 1. 

Oval, convex, schwarz, erzglänzend, punktiert. Beine 
pechbraun, Fühler rötlich. Stirn eben, Stirnstreif in der 
Mitte gewinkelt. Halsschild an den Seiten punktiert, 
Randstreif deutlich, vollständig. Flügeldecken mit einem 
äußeren Subhumeralstreif an der Spitze, der in der Mitte 
abgekürzt ist, und 3 Dorsalstreifen, die an der Spitze 
etwas verkürzt sind, 4. und 5. Streif fehlend, ebenso der 
.Nahtstreif. Propygidium und Pygidium dicht, letzteres 
noch etwas feiner als ersteres punktiert. Prosternum an 
der Basis verbreitert und abgerundet; Mesosternum vorn 
schwach ausgebuchtet. Randstreif vollständig, gerade. 
Vorderschienen mit 4 Zähnchen, die beiden apikalen 
kräftig entwickelt. L. 3^2—4 nmi. 

"Capland. 



16 



H. Bickhardt. 



2. R. fallax Schm. 1889 f. Schmidt in Ent. Nachr. v. 15, p. 341 | 
1916/17 y?. /. Bickhardt, inWytsman, Genera Insect. Fase. 166, 
t. 7, f. 19, 20. 

Oval, convex, schwarz, erzglänzend. Stirn convex, 
Stirnstreif in der Mitte winklig einwärts gekrümmt. Hals- 
schild an den Seiten dicht, fast runzlig punktiert, Rand- 
streif vollständig. Flügeldecken nur zerstreut und wenig 
kräftig an der Spitze punktiert, Subhumer alstreif apikal, 
bis zur Mitte reichend, Dorsalstreifen 1 — 8 fast vollständig, 
nur an der Spitze teilweise etwas verkürzt, 4 etwa in der 
Mitte verkürzt, 5 kürzer, Nahtstreif länger als der 4. Dorsal- 
streif. Propygidium ziemlich dicht, Pygidium viel feiner 
punktiert. Prosternum an der Basis breit abgestumpft, 
Mesosternum vorn fast gerade. Vorderschienen mit vier 
Zähnchen. L. SV» nun. 

* Capland. 

Biologische Bemerkang: /^.fallax, J. Schm. lebt nach 
H. Brauns bei Termiten (Noäotermes- Arten). Ob er hier aus- 
schließlich, also gesetzmäßig, vorkommt, bedarf noch weiterer Be- 
obachtung. 

3. R. asper Schm. 1889 a. Schmidt in Ent. Nachr. v. 15, p. 361. 

Oval, convex, schwarz, fast matt; Oberseite dicht, 
besonders stark die Halsschildseiten, punktiert. Stirnstreif 
vorn gebuchtet. Auf den Flügeldecken fehlt der Sub- 
humeralstreif, Dorsalstreifen 1 — 3 fast vollständig, an der 
Spitze etwas verkürzt, 4 — 6 fehlend. Das Propygidium ist 
sehr dicht und gleichmäßig, das Pygidium nach der Spitze 
zu feiner und weitläufiger punktiert. Prosternum und 
Mesosternum sind wie bei saprmotdes Er. gestaltet. Die 
Vorderschienen haben 4 Zähnchen. L. 4^/2 mm. 

Capland. 

2. Genus Megalocraerus, Lewis 

(in Südamerika). 

3. Genus Mendelius, Lewis 

(in Ostasien). 



Die Histerini des aethiopischen Faunecgebiets. 



17 



4. Genus Nicotikis, Marseul 

(im indomalavischen Gebiet». 

5. Genus Baconia, Lewis 

in Südamerika). 

6. Genus Hypobletus, Schmidt 

(in Südamerika). 

7. Genus Pseudister, Bickhardt 

(im neotropischen und indomalayischen Gebiet). 

8. Genus Microlister, Lewis. 

1906 Microlister, Lewis, Ann. Mas. Stor. Nat. Genova, Vol. 2, p. 400 j 
191617 M., Bickhardt, in Wytsman. Genera Insect. Fase. 166, 
p. 165. 

Der Körper ist oval, ziemlich convex. Der Kopf ist 
zurückziehbar, die Stirn hat zwei Streifen, von denen der 
hintere zuweilen unterbrochen ist. Die Mandibeln sind 
kräftig, mit zwei Zähnen bewehrt. Die Oberlippe ist 
quer und sehr kurz. Die Fühler sind ähnlich wie bei der 
Gattung Hister geformt. Die Fühlergrube ist ziemlich 
groß und liegt im Vorderwinkel des Halsschilds. Das 
Prosternum ist zweistreifig, die Streifen sind in der Mitte 
unterbrochen. Das Mesosternum ist deutlich ausgerandet 
uQd mit einem Randstreif versehen. Das Halsschild ist 
an den Seiten punktiert, es hat einen Lateralstreif. Die 
Flügeldecken sind ähnlich wie bei Phelister gestreift. Das 
Propygidium ist kürzer als breit, das Pygidium halbkreis- 
förmig und gewölbt. Die Vorderschienen haben am Außen- 
rand vier Zähnchen. 

Typus des Genus. — M. coronatus, Lewis. 

Tabelle der Arten. 

1. Beide Stirnstreifen vollständig; Halsschild seitlich 
wenig deutlich punktiert, Dorsalstreiten schwach 
gekerbt, nicht tief. 3 ' 4 mm. 1. M. coronatus, Lewis. 

la. Der hintere Querstreif der Stirn in der Mitte unter- 
brochen ; Halsschild an den Seiten deutlich punktiert ; 
Dorsalstreifen der Flügeldecken tief und deutlich ge- 
kerbt. 3 ^ 2 ram. 2. M. shepparcli, Lewis. 



18 



H. Bickhardt. 



1. M. coronatus, Lew. 1906 M. c. Lewis in Ann. Mus. Stor. Nat. 
Genova v. 42, p. 400. 

Oval, schwach convex, schwarz, glänzend. Fühler 
und Beine braun. Stirn mit 2 vollständigen Stirnstreifen, 
der innere zweibogig. Halsschild an den Seiten punktiert, 
Randstreif und Lateralstreif vollständig. Flügeldecken 
ohne Subhumeralstreifen, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 

4 und Nahtstreif etwas über die Mitte reichend, 5 etwas 
kürzer. Propygidium zerstreut und ziemlich grob, Pygidium 
basalwärts feiner punktiert. Kehlplatte des Prosternums 
zerstreut punktiert, Randstreif in der Mitte unterbrochen; 
Prosternum zwischen den Hüften gestreift, die Streifen 
sind in der Mitte unterbrochen oder undeutlich. Meso- 
sternum vorn ziemlich breit ausgerandet, Randstreif voll- 
ständig; Meso-Metasternalnaht deutlich. Vorder schienen 
mit 4 Zähnchen. L. 37* mm. 

West-Airika (Fernando Po). 

2. M. sheppardi, Lew. 1907 M. s. Lewis in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 20, p. 102. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
und Beine schwarz. Hinterer Querstreif der Stirn in der 
Mitte unterbrochen, Vorderstreif halbkreisförmig. Hals- 
schild seitlich deutlich punktiert. Randstreif vollständig. 
Flügeldecken ohne Subhumeralstreifen, Dorsalstreifen 1 
bis 3 vollständig, kräftig, 4 und Nahtstreif über die Mitte, 

5 bis zur Mitte reichend. Propygidium zerstreut punktiert, 
Pygidium fast glatt. Prosternum mit 2 Streifen, die in 
der Mitte unterbrochen sind; Mesosternum breit ausge- 
randet. Randstreif vollständig. Vorderscliienen mit vier 
Zähnclien. L. 3V2 mm. 

Ost-Afrika (Beira). 

9. Genus Hubenthalia, Bickhardt. 

1918 Hubenthalia, Bickhardt, Ent. Blätt. v. 14, p. 170. 

Der Körper ist klein, oblong, fast walzenförmig. Kopf 
mittelgroß, in den halbkreisförmigen Ausschnitt des Hals- 
schildes zurückziehbar. Stirn uneben, vorn durch einen 
erhabenen schmalen kielförmigen Rand vom Clypeus ge- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 19 





Fig. 4. 



trennt. Clypeus ausgehöhlt. Oberlippe quer, vorn aus- 
gerandet. Mandibeln ziemlich schmal, spitz zulaufend. 
Fühler unter dem Stirnrand am Grunde der Mandibeln 
eingelenkt; Fühlerschaft stark gebogen, nach vorn ver- 
dickt, Fühlergeißel Tgliedrig, das 1. Greißelglied etwa 
doppelt so lang und 1^2 mal so breit 
als das 2., das 2. bis 5. Glied annähernd 
gleich groß, jedes etwa so lang als breit, 
das 6. und 7. G-lied quer, das letztere 
becherförmig an dem Knopfe anliegend; 
Fühlerknopf ziemlich groß, oval, mit 
deutlichen Nähten. Fühlergrube sehr gut 
ausgeprägt, napfförmig, imter der äußer- 
sten Vorder- 
ecke des Hals- 
schildes ge- 
legen. Hals- 
schild nur mit 
Fig. 3. einem Rand- 

streif, ohne Lateralstreifen; längs des Seitenrandes punk- 
tiert; vor dem Schildchen mit kräftigem eingestochenem 
Grübchen ; .Hinterrand unpunktiert. Schildchen sehr klein, 
dreieckig. Flügeldecken mit kräftigen Dorsalstreifen; der 
umgeschlagene Seitenrand kaum vertieft, gestreift. Pro- 
pygidium etwa IV-^ mal so breit als lang. Pygidium fast 
ganz auf die Unterseite umgeschlagen, halbeiförmig, stark ge- 
wölbt, beide punktiert. Prosternum mäßig erhoben, zwischen 
den Vorderhüften kurz zweistreifig, Kehlplatte geneigt, vom 
zugerundet, punktiert. Mesostemum vorn gerade, gerandet, 
hinten ohne deutliche Trennungslinie gegen das Meta- 
sternum; letzteres groß, seitlich schräg gerandet. Das erste 
Abdominalsegment ist fast so lang als das Metasternum: 
die folgenden Abdominalsegmente sind äußerst dicht zu- 
sammengedrängt, sie nehmen zusammen (in der Mitte der 
Unterseite gemessen) kaum ^/s der Länge des ersten Seg- 
ments ein. Beine mäßig lang, kräftig, Vorderschienen mit 
auffallend spitzen Zähnen am Außenrand, Tarsalfurche 
gerade ; Mittel- und Hinterschienen mit einzelnen Stacheln 







20 



H. Bickhardt. 



und Borsten besetzt; Tarsen fünfgliedrig. die vier ersten 
Glieder innen mit feinen langen Haaren besetzt, Klauen- 
glied mit zwei Klauen. 

Typus des Genus: //. teretrioides, Bickhardt. 

1. H. teretrioides, Bickh. 1918 H. t. Bicihardt, in Entom. Bläu 
V. 14. p. 171. 

Oblong, last walzenförmig, schwarz, stark glänzend. 
FiOiler und Beine rötlich. Stirn vom hinter dem Stirn- 
streif beiderseits eingedrückt, der Stirnstreif besteht aus 
zwei halbkreisförmigen Stücken, die vom in der Mitte 
zusaiomenstoßen , hier bildet der feine kielförmige Streif 
einen ktirzen, sehr schmalen Längskiel atif der vorderen 
S timmitte : das durch diesen erhabenen Eand abgetrennte 
Epistom ist ausgehöhlt. Das Halsschild ist sehr stark 
halbkugelig gewölbt, glänzend glatt und nur an den Seiten 
mit einem schmalen Band ziemlich kräftiger Punkte be- 
setzt. Der Randstreif reicht von der Basis entlang den 
Yorderecken bis hinter die Augen, hier ist dieser Streil" 
unterbrochen und durch einen fast geraden Vorderrand- 
streif (hinter dem Kopfe) ersetzt, der mit seinen Enden 
beiderseits die angegebenen Enden des Seitenrandstreife 
etwas überrag:t Fig. S . Die Flügeldecken haben keine 
Sr.bhumeralstreifen. Die Dorsalstreifen 1 — 3 sind an der 
Basis wenig, der Xahtstreif etwa um ein Fünftel verkürzt, 
der 4. Streif ist -kurz, apikal, der 5. Streif ist rudimentär 
punkttormig. In der nächsten Umgebung des Schildchens 
sind die Flügeldecken etwas eingedrückt. Das Propygidium 
ist gleichmäßig, dicht, nur am Spitzenrand in der Mitte 
etwas schwächer punktiert : die Punktierung des Pygidiums 
ist ungleichmäßig, am dichtesten und kräftigsten in den 
beiden schwachen seitlichen Basaleindrücken. am schwäch- 
sten in der Mitte der Basis und an der Spitze. Das 
Prost emum ist zwischen den Vorderhüften ziemlich wenig 
gewölbt, die Prostemalstreifen sind ziemlich fein, fast 
paraÜel; die Kehlplatte ist ziemheh weitläufig und ziem- 
lich grob punktiert. Das Mesostemum ist vorn gerade 
abgestutzt, der Eandstreif ist vorn nicht unterbrochen, 
eine Trennungslinie' am Hinterrand (Grenze gegen das 



Die Hlsterlui des aethiopischen Faunengebiets. 



21 



Metasternum) ist nicht erkennbar. Die Vorderschienen 
haben 5 sehi^ spitze und lange Zähnchen am Außenrand, 
von denen das vorderste das kleinste, das zweite, zwei- 
spitzige,' das größte ist .Fig. 4). 
* Ost- Afrika. 

10. Genus Asolenus, Lewis. 

1906 Asolenus, Lewis, Adii. Mag. Xat. Hist. (7), Vol. 18, p. 189 1 
1916/17 A. Bickhardt, in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166, 
p. 166 I 1915 A. Desbordes, in Ann. Soc. ent. Fr. v. 84, p. 482. 

Die Gattung ist oberflächlich mit Xotol ister, Lewis, 
verwandt. Sie unterscheidet sich durch die im Yorder- 
winkel des Halsschilds liegende Fühlergrube (bei Notolister 
liegt sie dicht dahinter . Der Fühlerschaffc hat einen 
Höcker. Der Körper ist stärker gewölbt. Der Stirnstreif 
fehlt, ebenso der Lateraistreif des 'Halsschilds. Das Meso- 
sternum ist bei einigen Arten am Vorderrand ausgebuchtet, 
bei anderen gerade. Die Vorderschienen sind gezähnelt. 
Systematisch steht Asolenus dem Genus Pseudister nahe, 
doch sind die beiden Gattungen durch die in der Tabelle 
angeführten Merkmale leicht zu unterscheiden. 

Typus des Genus. — A. sanguinosus, Fairmaire. 

Tabelle der Arten. 

1. Flügeldecken lot mit schwarzer Spitze, Skateliar- und 

Snturalmakel. Xur der 1. Dorsalstreif vollständig. 

1. A. sanguinosus, Fairm. 
la. Flügeldecken schwarz mehrere Dorsal&treifen voU- 

siändig 2 

2. Dor«alstreifen 1 — 2 vollständig-, 3 . bis znr Mitte 
reichend. 4 und 5 fehlend. Nahtstreif an der Basis 
abgekürzt 4 mm. 2. A. quinquestriatus, Lewis. 

2a Diei oder vier Dorsalstreifen vollständig, 4 und 5 stets 

vorhanden, wenn auch abgekürzt 3 

o. Subhumera Istreif fehlend, Körper depreß. 3'/4 mm. 

3. A. nodicornis, Lewis. 

' Die von H. Desboydes ' Ann. Soc. ent. Fr. v. 84, p. 484. 1916) 
unter dem Namen Asolenus Lesnei beschriebene Art gehört nach der 
Besclireibung unzweifelhaft in die Gattung Xenosiernus, Biokhardt 
(Tribus Exosternini). 



22 



H. Bickhardt. 



3a. Subhumeralstreif vorhanden, apikal; Körper convex ... 4 

4. Dorsalstreifen 1—4 vollständig .5^ 

4a. Dorsalstreifen 1—8 vollständig 6 

5. Alle Dorsalstreifen einschl. des Nahtstreils vollständig ; 
Spitze der Flügeldecken runzlig punktiert. 2V3 mm. 

8. A. dregei, Marseul. 

oa. Dorsalstreifen 1—4 vollständig, ebenso der Nahtstreif, 
5 vorn undeutlich und verkürzt ; Flügeldecken in den 
Zwischenräumen besonders an der Spitze einfach 
punktiert. 3^4 mm. 7. A. capensis, Lewis. 

6. 4. Dorsalstreif über die Mitte nach vorn reichend, 
Nahtstreif vollständig, Subhumeralstreif bis zur Mitte 
reichend. Kleinere Art. 2V2-mm. 

6, A. truncatus, Schmidt. 

6a. 5. Dorsalstreif kaum bis zur Mitte reichend, Naht- 
streif vorn abgekürzt, Subhumeralstreif kurz, apikal. 
Größer als der vorige 7 



7. Körper oval, Spitze der Flügeldecken dicht runzlig 

punktiert. 4'A— 47* mm. 4. A. dux, Lewis. 

7a. Körper oblong, Spitze der Flügeldecken zerstreut und 

fein punktiert. 37*— 3V2 mm. 5. A. imitans, Lewis. 

1. A. sanguinosus, Fairm. 1903 A. s. Fairmaire, in Naturaliste, 
p. 9 I 1916/17 A. S. Bickhardt, in Genera Insect. Fase. 166, t. 8, 
f. 75. 

Kurz oval, ziemlich convex, schwarz mit roten Flügel- 
decken; auf den letzteren ist der Spitzenrand, eine 
Skutellarmakel und eine Makel auf der Mitte des Rückens 
an der Naht sowie die Naht selbst schwarz. Halsschild 
an den Seiten schmal mit ziemlich zerstreuten wenig tiefen 
feinen Punkten besetzt; E-andstreif vollständig, am Seiten- 
rand im hinteren auf der Unterseite verlaufend. Flügel- 
decken längs der Naht niedergedrückt ohne Subhumeral- 
streifen, 1. Dorsalstreif und Nahtstreif etwa ^/ö der 
Flügeldeckenlänge erreichend, an der Basis abgekürzt, 
Nahtstreif als Spitzenstreif bis zum Seitenrand weiter- 
verlaufend und dort in den 1. Epipleuralstreif übergehend^ 
2. Dorsalstreif apikal, obsolet (^/s Flügeldeckenlänge er- 
reichend), 3., 4. und 5. nur durch einige Punkte in dem 
Subapikalquereindruck angedeutet, letzterer schwach runzlig 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



23 



punktiert; Propvgidium und Pygidium zerstreut, ersteres 
gröber, letzteres feiner, punktiert, Propygidium jederseits 
mit flachem Eindruck. Prostemum ziemlich eben, Streifen 
nach vorn convergierend ; Mesosternum vorn gerade, 
Randstreif vollständig, jederseits in den Yorderecken mit 
einem hakig gebogenen Streifenrudiment. Yorderschienen 
mit 6 — 7 kleinen Zähnchen. L. 4—6 mm. 
^ Madagascar (Diego-Suarez). 

2. A. quinquestriatus, Lew. 1895 A. q. Lewis, in Ent. Monthly 
Magazine v. 31, p. 187. 

Kurz oval, wenig convex, schwarz, glänzend. Kopf 
fein punktiert, Rand streif nur bis über die Augen nach 
vorn reichend, vorn fehlend. Halsschild an den Seiten 
punktiert, Randstreif wie bei der vorigen Art (sanguinosus). 
Flügeldecken mit gestricheltem Spitzem-and, Dorsalstreifen 
1 — 2 vollständig, 3 bis zur Mitte, Xahtstreif bis über die 
Mitte nach vorn reichend, 4 — 5 fehlend. Spitzenrand bis 
zu ^'5 der Flügeldeckenlänge punktiert, Punktierung in 
den äußeren Streifenzwischenräumen noch weiter nach 
vorn ausgedehnt. Epipleuren mit 5 Streifen. Propy- 
gydium und Pygidium dicht punktiert, ersteres an der 
Basis gröber als das Pygidium punktiert, letzteres an der 
Basis mit zwei Grübchen. Prostemum dicht punktiert 
Streifen nach vorn convergierend. Mesosternum vorn fast 
gerade, mit schwach gebogenem tiefem Querstreif. Meso- 
Metasternalnaht durch eine Punktlinie markiert. Yorder- 
schienen mit 6 Zähnchen. L. 4 mm. 

Madagascar (Nossibe). 

o. A. nodicornis, Lew. 1906 Notolister n. Lewis, in Ann. nat. 
Hist. (7/ V. 17. p. ai4. 1 1906 Asolenus n. Lew. 1. c. (7) v. 18, 
p. 189. 

Oval, ziemlich flachgedrückt, schwarz, glänzend, Ober- 
seite punktiert. Fühler und Beine pechfarben. Stirn vorn 
flach eingedrückt, nicht gestreift. Halsschüd mit voll- 
ständigem Randstreif. Flügeldecken ohne Subhumeral- 
streif, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4—5 kurz, apikal, 
Nahtstreif vorn abgekürzt. An der Basis belindet sich in 



24 



H. Bickhardt. 



der Verlängerung des 4. Streifs ein Punkt und in der 
Verlängerung des 5. Streifs ein kurzes Streifenrudiment. 
Propygidium und Pygidium deutlich punktiert. Prosternum 
mit 2 Streifen, die sich vorn nicht vereinigen, Kehlplatte 
punktiert. Mesosternum vorn ausgebuchtet, Rand streif 
fein, vollständig. Vorderschienen mit 7 — 8 feinen Zähnchen. 
L. 3^4 mm. 

Madagascar (Amber G-ebieti. 

4. A. dux, Lew. 1891 Epierus d. Lewis, in Ann. nat. Büst. (6), 
vol. 8, p. 387: I 1894 NotoUster d. Lew. 1. c. (6) v. 14, p. 182. | 
1906 Asolenus d. Lew. 1. c (7) v. 18, p. 189. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Kopf fein punktiert, 
vorn flachgedrückt, Stirn nur seitlich über den Augen 
gerandet. Halsschild au den Seiten breit fein punktiert, 
auf der Scheibe nahezu glatt, Randstreif vollständig. 
Flügeldecken mit einem kurzen, kräftigen Subhumeralstreif 
an der Spitze: Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, kräftig, 
gekerbt, 4 bis zur Mitte, Nahtstreif etwas über die Mitte, 
5 nicht bis zur Mitte reichend, 4 mit einem kurzen Streifen- 
rudiment, 5 mit einem Punkte an der Basis- (in ihrer 
Verlängerung), Subapikaleindruck schwach, obsolet, mit 
dichter runzliger Punktierang. Propygidium und Pygidium 
dicht und ziemlich grob punktiert^ letzteres im Spitzenteil 
nahezu glatt. Prosternum sehr fein punktiert, Streifen 
etwas geschwungen, wenig nach vorn * convergierend, 
Mesosternum vorn schwach ausgebuchtet mit vollständigem 
gekerbtem Eandstreif. Vorderschienen mit 7 — 10 kleinen 
Zähnchen. L. 472 — 4^ 4 mm. 

"^Madagascar (Ostküste 

5. A. imitans, Lew. 1891 Epierus i. Lewis, in Ann. nat. Hist *6). 
V. 8, p. 388. I 1894 Notolister i. Lew. ]. c. (6) v. 14. p. 182. | 
1906 Asolenus i. Lew. 1. c. (7) v. 18, p. 189. 

Oblong, convex, schwarz, glänzend. Kopf fast glatt, 
Stirn nur seitlich über den Augen gerandet. Halsschild 
an den Seiten schmal fein punktiert, Eandstreif vollständig. 
Flügeldecken mit kurzem kräftigen äußeren Subhumeral- 
streif an der Spitze, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, feiner 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



25 



als beim vorigen, fein gekerbt, 4 — 5 apikal (V* bis ^ 3 der 
Flügeldeckenlänge erreichend), Xahtstreif kräftiger, etwa 
von - 3 Flügeldeckenlänge. 4 mit kurzem Streifenrudiment, 
5 mit einem Punkte in ihrer Verlängerung an der Basis. 
Spitze der Flügeldecken ohne Eindruck, schwach und 
imdeutlich zerstreut punktiert. Propygidium und Pygidium 
mäßig dicht, letzteies feiner punktiert. Prosternum schmäler 
als beim vorigen (dux), Streifen kaum gebogen, stärker 
nach vom convergierend und vom verbunden. Mesosternum 
ähnlich wie bei A. dux. Vorderschienen mit 6—7 kleinen 
Zähnchen. L. 3' 4 — 3^ 2 mm. 
* Madagascar (Ostküste . 

A. truncatus, J. Schm. 1S89 Phelister t. Schmidt, in Deutsche 
Ent. Zeitschr. p. 157. ; 1916 17 A. t. Rickhardt, In Wytsman, 
Genera Insect. Fase. 166, p. 166. 

(3vaL ziemlich convex. schwarz, glänzend. Fühler 
und Beine braun. Stim fein punktiert, eben. Randstreif 
nur an den Seiten entwickelt, vorn fehlend. Halsschild 
iicht und fein punktiert, auf der Scheibe fast glatt. Rand- 
>Lreif vollständig. Auf den Flügeldecken sind die Dorsal- 
streifen 1 — 3 und der Naht streif vollständig (letzterer 
ganz dicht vor der Basis aufhörende Subhumeralstreif bis 
zur Mitte, 4. Streif über die Mitte und 5. nicht bis zur 
Mitte reichend. Propygidiam dicht, Pygidium kaiun 
punktiert, fast glatt. Prostemum breit, fein punktiert. 
Streifen parallel; Mesosternum vom gerade. Randstreif 
deutüch. Vorderschienen mit 7 kleinen Zähnchen. Länge 
2V2 mm. 

" Capland. 

7. A. capensis, Lew. l^yi Phelister c. Lewis In Ann. nat. Hist. 6;, 
v. 14, p. 178. : 1916 17 A. C. Bickhardt. in Wytsman. Genera 
Insect. Fase, 166, p. 166. 

C>val, convex, schwarz, glänzend. Stirn fein punk- 
-lert, nur seitlich gerandet, vom Randstreif fehlend. Hals- 
schüd punktiert, vor dem Schildchen mit einigen gröberen 
Punkten, Randstreif vollständig. Flügeldecken schwach 
punktiert, Punktierung dem Rande zu deutlicher. Dorsal- 



26 



H. Bickhardt. 



streifen^) 1 — 4 und Nahtstreif vollständig, 5 in Punkte 
aufgelöst, vorn abgekürzt. Propygidium und Pygidium 
deutlich und ziemlich dicht und fein punktiert. Prosternum 
wenig dicht punktiert, Streifen schwach geschwungen, 
nicht verbunden. Mesosternum vorn fast gerade. Rand- 
streif fein und vollständig, Meso - Metasternalnaht fein 
gekerbt. Vorderschienen fein gezähnelt. L. SV^ nim. 
Capland. 

8. A. dregei, Mars. 1870 Phelister d. Marseul, in Anu. Soc. ent. 
Belg. V. 13, p. 81. I 1916/17 Asolenus d. Bickhardt in Wyts- 
man, Genera Insect. Fase. 166, p. 166. 

Kurz oval, fast kugelig, schwarz, glänzend. Beine 
braun. Kopf dicht und fein punktiert; Stirn eben, seit- 
lich und hinten gerandet, vorn ohne Streif Halsschild 
dicht, an den Seiten deutlicher punktiert : Randstreif voll- 
ständig. Flügeldecken mit einem runzlig punktierten 
Subapikalquereindruck, Subhum er alstreif über die Mitte 
nach vorn reichend, Dorsalstreifen 1 — 5 und Nahtstreil 
vollständig, an der Spitze in der Runzel iing undeuthch 
werdend. Pygidium und Propygidium dicht punktiert, 
ebenso die Unterseite. Prosternum fast parallelseitig, 
ziemlich breit, mit feinen Randstreifen seitlich. Meso- 
sternum mit vollständigem Randstreif, Meso-Metasternal- 
naht deutlich. Vorderschienen mit '5 — 6 kleinen Zähnchen. 
L. 2^/3 mm. 

Capland. 

11. Genus Notolister, Lewis. 

1894 Notolister, Lewis, Ann. Mag. Nat. Hist. (6), Vol. 14, p. 182. ^ 
1906 N. Lewis, ibidem (7), Vol. 18, p. 187. | 1916/17 A^. Bick- 
hardt, in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166, p. 166. | 1916 
A'^. Desbordes, in Ann. Soc. ent. Fr. v. 84, p. 480. 

Die Gattung ist oberflächlich dem Genus Sterncmlax, 
Marseul, ähnlich. Die Stirn ist vorn nicht gerandet. Die 
Fühlergruben sind jedoch weniger weit als bei Sternaulax 
und liegen etwas hinter dem Vorderwinkel des Halsschilds; 

Subhum eralstreif wahrscheinlich wie bei truncatus Schmidt, 
mit dem capensis von Lewis verglichen wird. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 27 



das Prosternum ist hinten abgestutzt, das Mesostemum 
ist vorn sehr schwach gebuchtet oder gerade. Das Hals- 
schild hat einen vollständigen Randstreif und einen sehr 
tiefen rinnenartigen Lateralstreif. Die Spitze der Flügel- 
decken ist punktiert, die Epipleuren haben 5 Streifen. 
Die Tarsalfurchen sind gerade. Die Vorderschienen haben 
7 Zähnchen. Die Mittelschienen sind mit vielen Dörnchen 
besetzt. Bei Sternaulax ist das Mesostemum vorn ausge- 
randet, femer sind die Tarsalfurchen tief und gebogen." 
Das letztere Merkmal bedingt, daß beide Genera vei-- 
schiedenen Tribus angehören. 

Typus des Genus. — A^. edivardsi; ^Sivseul. 

Tabelle der Arten. 

1. Nur ein äußerer abgekürzter Subhumeralstreif voi - 
handen ; Mesostemum mit einem vollständigen Rand- 
streif und einer gebogenen in der Mitte unterbrochenen 
groben Punktreihe dahinter. 1 \'2 — 8 mm. 

1. A^. edwardsi, Marseul. 

la. Flügeldecken mit einem äußeren und einem inneren 

(abgekürzten) Subhumeralstreif^) : .... 2 

2. Mesostemum mit e i n e m Randstreif oder Punktreihe 

hinter dem Vorderrand .• 3 

2a. Mesostemum mit zwei Punktreihen in der vorderen 

Hälfte 4 

3. Vorderand des Mesostemums ^außer den kurzen 
Streifenstückchen in den Ecken nur durch eine in 
der Mitte unterbrochene Punktreihe gesäumt, innerer 
Subhumeralstreif meist obsolet, Xahtstreif bis zur 

Mitte reichend. T^'a mm. 2. A^. unistrius, Lewis. 



*) Die unter 2 bis 5 aufgeführten von Lewis beschriebenen 
Arten weisen so geringe Unterschiede auf und die als Trennungs- 
merkmal verwendete Skulptur des Mesosternums ist so variabel, 
daß es sich wahrscheinlich nur um Formen einer einzigen Spezies^ 
handelt. Mir steht jedoch z. Zt. zu wenig Material zur Verfügung, 
um diese Frage entgültig zu entscheiden. 

H. Desbordes kommt (Ann. Soc. ent. Fr. v. 84, p. 481 
[1916]) zu demselben Schlüsse; er möchte sogar noch edwardsi mit 
den übrigen Formen zusammenziehen, was ich auf Grund eines 
Stückes meiner Sammlung wegen der ganz anderen Subhuraeral- 
streifung für unrichtig halten würde. 



28 



H. Bickhardt. 



3a. Vorderand des Mesosternums mit einem einfachen 
vollständigen punktierten Streifen. 6 V* mm, 

3. A^. sulcicollis, Lewis. 

4. Äußerer Subhumeralstreif kaum abgekürzt. Meso- 
stemum mit 2 Panktreihen, von denen die hintere in 
der Mitte unterbrochen ist. 5 ^ * mm. 

4. A^. catenatus, Lewis. 

4a. Äußerer Subhumeralstreif etwas mehr verkürzt als 
beim voJgen; Mesosternum mit 2 vollständigen Punkt- 
reihen. 6V2 mm. 5. N. ouatus, liewis. 

1. N. edwardsi, Mars. 1853 Aulacosternus e. Marseul, in Monogr. 
Hister. p. 237, t. 6, f. 2. 1 1862 Sternaulax e. Mars. 1. c. Supp- 
lem. p. 705. | 1894 A^. e. Lewis, in Ann. nat. Hist. (6) v. 14, 
p. 182. 

Oval, wenig convex, schwarz, glänzend, Fühler 
bräunlich. Kopf glatt vorn eingedrückt, Stirnstreif nur 
seitlich bis vor die Augen reichend, vorn fehlend. Hals- 
schild mit vollständigem Eandstreif. Lateralstreif tief, 
furchenartig, gerunzelt. Flügeldecken vor der Spitze quer 
eingedrückt und mit groben Punkten dicht besetzt, äußerer 
Subhumeralstreif kräftig, etwas über die Mitte reichend, 
innerer Subhumeralstreif fehlend; Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, 4 — 5 kaum angedeutet. Nahtstreif etwa 
bis zur Mitte reichend, durch eine Punktreihe angedeutet. 
Propygidium und Pygidium dicht sowie sehr grob und 
tief punktiert. Prosternum ziemli?h eben, Streifen vorn 
convergierend ; Mesosternum schwach ausgebucht^t, mit 
vollständigem gekerbtem E-andstreif und dahinter mit 
einer gebogenen, in der Mitte unterbrochenen Eeihe 
größerer Punkte; Mesometasternalnaht in gleichem Ab- 
stand hinter der Punktreihe, fein und ebenfalls, aber nach 
hinten, schwach gebogen. Vorderschienen mit 6 — 7 Zähn- 
chen. L. 8 mm. 

* Madagascar. 

2. N. unistrius, Lew. 1906 A^. u. Lewis in Ann. Xat. Hist. (7), 
V. 18, p. 187, f. 1. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Kopf fein punktiert, 
ohne vorderen Stirnstreif, auf dem Scheitel uneben. Halsschild mit 
vollständigem Handstreif, Lateralstreit tief, furchenartig, gerunzelt. 



Die Histerini des aethiopischen Fauneno:ebiets. 



29 



Flügeldecken mit punktierter Spitze, die Piinktierung dringt nicht in 
dig Streifenzwischenräume ein, äußerer Subhumeralstreif an der Basis 
deutlich abgekürzt, innerer Subhumeralstreif kurz, apikal, meist 
obsolet. Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, gegen die Spitze punktiert, 
4—5 fehlend, Nahtstreif apikal, punktiert, wenig über die Mitte nach 
vorn reichend. Propygidium dicht mit großen runden gleichmäßigen 
Punkten besetzt, Pygidium etwas weniger dicht und weniger grob 
punktiert. Prosternum sehr fein und spärlich punktiert, Streifen 
nach vorn geradlinig convergierend und vorn vereinigt. Mesosternum 
vorn ausgebuchtet, mit gebogenem kurzem Streifenstück in jeder 
Vorderecke und einer in der Mitte unterbrochenen Punktreihe als 
Randung. Vorderschienen mit 7 Zähnchen. L. 7V2 mm. 
Madagascar (Diego- Suarez). 

3. N. sulcicollis, Lew. 1895 N. S. L.wis in Ent. moLthly Mag. 
V. 31, p. 187. I 1900 Lewis in Ann. nat. Hist. (7) v. 6, p. 266, 
t. 10, f - 7. ! 1906 1. c. p, 188, f. 2. 1 1898 fiister apicalis Fairm. 
in Ann. Soc ent. Belg. v. 42, p. 470. \ 1901 Lewis in Ann. nat. 
Hist. (7) v. 7, p. 243. 

Kurz oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirn 
vorn ohne Streif, in der Mitte eingedrückt. Halsschild 
mit vollständigem ßandstreif, Lateralstreif noch breiter 
und tiefer als bei A". edwardsi. Flügeldecken in der 
hinteren Hälfte wie bei N. catenatus punktiert, Punkte 
hinten teilweise gestrichelt; Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 
4 — 5 apikal und kaum angedeutet, Nahtstreif auf der 
Scheibe punktiert, wie bei catenatus vorn verschwindend. 
Propygidium dicht und grob, Pygidium weniger dicht 
und viel feiner punktiert. Prosternum mit nach vorn 
convergierend en Streifen, die vorn zusammenstoßen. Meso- 
sternum schwach ausgebuchtet mit einfachem Randstreif. 
Vorderschienen mit 7 kleinen Zähnchen besetzt. Länge 
67* nim. 

Madagascar (Nossibe). 

4. N. catenatus, Lew. 1906 N. c. Lewis in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 18, p. 188, f. 3. 

Kurz -oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Kopf fein 
punktiert, Scheitel uneben. Halsschild mit vollständigem Randstreif, 
Lateralstreif tief, furchenartig. Flügeldecken in der hinteren Hälfte 
/:^vischen dtn Streifen einzeln, im Subapikaleindruck dicht punktiert, 
tußerer Subhumeralstreif dicht vor der Basis abgekürzt, innerer 
"Subhumeralstreif apikal, bis zur Mitte reichend, Dorsalstreifen 1 — 3 



30 



H. Bickhardt. 



punktstreifig und an der Spitze in der Flügeldeckenpunkiierung 
undeutlicli werdend, 4 und 5 durch einzelne Punkte angedeutet, 
Nahtstreit länger als bei Utlistrius, dicht vor der Basis abgekürzt. 
Propygidium und Pygidium wie bei unistrius punktiert, ebenso ist 
das Prosternum wie bei dieser Art. Mesosternum schwach gebuchtet, 
vorn mit 2 Querreihen Punkten, von denen die hintere in der Mitte 
unterbrochen ist. Vorderschienen mit 7 Zähnchen. L. 5'/* mm. 
* Madagascar (Tamatave). 

5. N. ovatus, Lew. 1906 A^. o. Lewis in Ann. nat. Hist. (1) v. 18, 
p 189, f. 4. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Siirn ohne vorderen 
Querstreif. Halsschild mit vollständigem Randstreif, Lateralstreif 
weniger breit als beim vorigen. Flügeldecken auf der hinteren Hälfte 
ähnlich den beiden vorigen Arten punktiert; Dorsalstreifen 1—3 
vollständig, 4 — 5 kaum angedeutet. Nahtstreif wie bei dem vorigen 
(catenatus), äußerer Subhumeralstreif an der Basis abgekürzt, innerer 
Subhumeralstreif bis zur Mitte reichend, Propygidium, Pygidium 
und Prosternum wie bei catenatus. Mesosternum vorn schwach 
ausgerandet und mit zwei vollständigen Querreihen von Punkten. 
Vorderschienen mit 7 Zähnchen. L. 6V2 — 7 mm. 

Madagascar. 

12. Genus Lewisister, Bickhardt 

(im indo-malayischen Gebiet). 

13. Genus Psiloscelis, Marseul 

(in Nordamerika). 

14. Genus Teinotarsus, Marseul. 

1864 Teinotarsus, Marseul, L'Abeille, Vol. 1, p. 320 | 1868 Tino- 
tarsus, Gemminger & Harold, Cat» Col. Vol. 3, p. 763 | 1916/17 
Teinotarsus, Bickhardt, in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166, 
p. 168. 

Der Körper ist länglich oval, gewölbt. Der Kopf ist 
mittelgroß. Die Stirn ist breit, mit einem Querstreit als 
Trennung gegen das Epistom. Die Fühler sind kurz, 
zwischen den Augen und Mandl beln unter einem Vor- 
sprung der Stirn entspringend. Der Fühlerschaft ist 
ziemlich lang und dick. Die Fühlergeißel ist weniger 
lang als der Schaft, siebengliedrig, die ersten Glieder 
sind schlank, die folgenden werden allmählich dicker. 
Die Fühlerkeule ist dick, gerundet, von der Länge der 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



31 



Geißel, behaart und ans mehreren dicht verwachsenen 
scheibenförmigen G-liedem gebildet. Die Fnhlergrube ist 
randlich, wenig tief, sie liegt unter dem Seitenrand des 
Halsschilde^ (etwas entfernt von den Vorderwinkeln . Das 
Prostemimi ist kurz, an der Basis abgerundet. Die Kehl- 
platte ist breit, gerundet und mit einer Randlinie ver- 
sehen. Das Mesosternum ist vorn sehr schwach ausge- 
buchtet, mit Randstreif. Da« Halsschild ist qaer mit 
aufgebogenem Rand und feinem Randstreif. Das Schildchen 
ist klein, spitzdreieckig. Die Flügeldecken sind an der 
Spitze schräg abgestutzt. Die Subhumeralstreifen reichen 
bis zur Basis, die Dorsalstreifen sind meist vollständig. 
Das Propygidium ist quer, das Pygiditmi halbkreisförmig, 
stark gewölbt. Die Beine sind sehr breit und abgeplattet, 
an der Spitze abgestutzt oder ausgebuchtet und mit zwei 
ungleich langen Spornen besetzt. Die Vorderschienen 
sind am Außenrand mit Zähnchen besetzt. Die Tarsal- 
furche besteht aus einer tiefen Rinne, die außen undeutlich 
gerandet ist. Die Hinterschienen sind gezähnelt, mit nur 
einer Reihe kurzer Dörnchen besetzt. Die Tarsen sind 
fünfgüedrig. 

Typus des Genus. — T. remipes, Marseal. 

Tabelle der Arten. 
1. Xahtstreif und 5. Dorsalstreif wenig verkärzt. 7 mm. 

1. T. remipes, Marseul. 

la. Xahtstraf vom um 5. Dorsalstreif etwa um die 

Hälfte verkürzt- 5' 4 mm. 2 T. latipes, Lewis. 

1. T. remipes, Mars. 1864 T. r. Marseul in Abeille v. L p. 320. 
Länglich oval, stark gewölbt, schwarz glänzend. 
Fühler braun. Stirn breit, etwas uneben, Stimstreif mit 
etwas erhobenem Rand, seitlich gewinkelt ; Mandibeln an 
der Basis mit erhobenem Rand. Halsschild quer, gleich- 
mäßig imd dicht punktiert, an den Seiten mit breiter 
Aushöhlung und erhobenem Rande, Vorder winkel stumpf; 
Randstreif fein, vollständig. Flügeldecken um die Haltte 
länger als das Halsschild, seitlich fast parallelseitig, mit 
leichtem Eindruck kurz vor der Spitze, wie das Halsschild 



32 



H. Bickhardt. 



punktiert. Epipleuren flach, 2 streifig. Beide Subliumeral- 
streifen fein, bis zur Basis reichend, den Dorsalstreifen 
ähnhch, der innere vollständig, der äußere hinten verkürzt. 
Dorsalstreifen fein, dicht gekerbt, 1—4 vollständig, 5 und 
Nahtstreif vorn und hinten undeutlich. Pygidium halb- 
kreisförmig, stark gewölbt, ziemlich dicht und gleichmäßig 
punktiert; Propygidium mit kleinen Augenpunkten unter- 
mischt mit einer sehr feinen Punktierung besetzt. Pro- 
sternum an der Basis abgerundet, Kehlplatte groß, vorn 
abgerundet und gerandet. Mesosternum schwach ausge- 
buchtet. Randstreif fein. Alle Schienen stark verbreitert; 
Vor der schienen mit 3 Zähnchen. L. 7 mm. 
Guinea. 

2. T. lalipes, Lew. 1904 T. l. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 14, 
p. 145 1 1907, 1. c. (7) V. 19, p. 313, f. 3. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Kopf fein punktiert, 
Stirnstreif vollst^-ndig, schwach markiert, Stirn hinter 
dem Streif mit zwei Eindrücken. Halsschild fein punktiert, 
mit feinem Randstreif, der teilweise in zwei Streifen ge- 
spalten ist, Lateralstreif fehlend; hinter der Vorderecke 
ist ein schmaler Längseindruck. Flügeldecken äußerst 
fein punktiert, äußerer Subhumeral streif gebogen, basal, 
bis zur Mitte reichend, innerer Subhumeralstreif vollständig, 
Dorsalstreifen 1—4 vollständig (der 2. an der Basis etwas 
vom 1. abgebogen, der 4. Streif sehr fein), 5 bis zur Mitte, 
Nahtstreif bis zu ^/s der Flügeldeckenlänge nach vorn 
reichend. Propygidium und Pygidium deutlich punktiert. 
Prosternum ohne Streifen, Mesosternum vorn schwach aus- 
gebuchtet und fein gerandet. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 

Westafrika (Old Calabar). 

15. Genus Campylorhabdus, J. Schmidt. 

1889 Campylorhabdus, J. Schmidt, Ent. Nachr. Vol. 15, p. 366 | 
1911 C Lewis, Ann. Mag. Nat. Hist. (8), Vol. 8, p. 81 | 1916/17 
C. Bickhardt, in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166, p. 169. 

Der Körper ist oval und ziemlich gewölbt. Der Kopf 
ist mittelgroß, die Mandibeln sind kräftig, mit mäßig 



Die Histerini des aethiopischen Faunen gebiets. 33 



stumpfer Spitze. Die Stirn liat einen Stirnstreif. Die 
Fühler sind unter dem Stirnrand eingefügt, die Fühler- 
geißel nimmt gegen die Spitze an Dicke zu, die Endglieder 
sind nur wenig schmäler als die Fühlerkeule. Die Fühler- 
grube ist tief und befindet sich unter dem Vorderwinkel 
des Halsschildes, Das Prosternum ist schmal, an der Basis 
abgestutzt, Prosternaistreifen sind vorhanden; die Kehi- 
platte ist vorn ausgerandet. Das Mesosternum ist vorn 
fast gerade und hat mehrere parallele Randstreifen. Das 
Halsschild ist breiter als lang, gewölbt, vorn zur Auf- 
nahme des Kopfes tief halbkreisförmig ausgerandet, der 
äußere Lateralstreif verlaufe äußerst nahe dem Seitenrand. 
Das Schildchen ist dreieckig. Die Flügeldecken sind 
kräftig gestreift. Die inneren Streifen verlaufen nicht 
paraDel dem Seitenrand oder der Naht, sondern sind gegen 
die Basis stark nach innen und dann kurz vor dem basalen 
Ende wieder schwach nach vorn gebogen, so daß der 
Zwischenraum zwischen dem Nahtstreif und 5. Dorsalstreif 
vorn ganz verschwindet, hinten aber mehr als doppelt so 
breit ist als die Zwischenräume der übrigen Streifen. In 
diesem stark verbreiterten 5. Zwischenraum verlaufen noch 
ein oder zwei mehr oder weniger unregelmäßige kürzere 
Streifenstücke, von denen das äußere der Biegung des 
fünften Dorsalstreifs folgt, während das innere dem Naht- 
streif parallel liegt. Das Propygidium ist mäßig, das 
Pygidium stärker abwärts geneigt. Die Beine sind kräftig. 
Die Vorderschienen sind am Außenrand gezähnt, der 
Apikaizahn ist fast hakenförmig vergrößert. Die Hinter^ 
schienen sind stark verbreitert und tragen nur eine Reihe 
kurzer Börstchen. 

Typus des Genus. — C singularis, Schmidt 

Tabelle der Arten. 

1. Flügeldecken ziemlich dicht und fein punktiert; kiel- 
förmiger Seitenrand des Halsschild vor der Vorder- 
ecke endigend. 1. C. singularis, Schmidt. 

la. Flügdeldecken grobrunzelig punktieit; kielförmiger 
Seitenrand des Halsschilds bis zum Vorder winkel 
fortgesetzt. 2. C. Poggei, Harold. 



34 



H. Bickhardt. 



1. C. singularis, Schm. 1889 C. S. Schmidt in Ent. Nachr. v. 15, 
p. 366. I 1899 C 5. Lewis, Ann. nat. Hist. (7), v. 4, p. 12, f. 9. 

Kurz, oval, ziemlich convex, schwarz, ziemlich glänzend, 
an der Naht niedergedrückt. Stirn schwach eingedrückt, 
punktiert, Stirnstreif in der Mitte einen einspringenden, 
an den Seiten vor den Augen einen vorspringenden Winkel 
bildend. Mandibeln convex, seitlich ziemlich fein gerandet. 
Halsschild an den Vorder- und Hinterecken ziemlich tief 
eingedrückt. Randstreif fein, vollständig. Äußerer Lateral- 
streif an der Basis verkürzt (bezw. mit dem inneren 
Lateralstreif vereinigt), vor den Vorderecken mit dem 
Randstreif zusammenfließend ; innerer Lateralstreif an der 
Basis dicht am Rande entspringend, diesem ein Stück 
folgend, dann schnell nach einwärts und dann dem Seiten- 
rand parallel verlaufend, hinter der Vorderecke in größerer 
Ausdehnung erloschen, am Vorderrand hinter dem Kopfe 
wieder deutlich durch ein kräftigeres längeres Streifen- 
stück, das jederseits zurückgebogen ist, markiert. Von 
der Hinterecke des Halsschilds aus sind schräg nach vorn 
und einwärts weitere unregelmäßige Strichel ausgebildet, 
Flügeldecken sehr fein punktiert, äußerer Subhumeralstreif 
basal, bis zur Mitte reichend, innerer Subhumeralstreif, 
Dorsalstreifen 1—5 und Nahtstreif vollständig, letzterer 
mit dem 5. spitzwinklig in einiger Entfernung von der 
Basis vereinigt, zwischen den beiden letztgenannten 
Streifen stehen noch ein sechster deutlicher und ein 
siebenter in Punkte aufgelöster Dorsalstreif. Propygidiam 
und Pygidium sind auf fein punktuliertem Untergrund 
ziemlich unregelmäßig und weitläufig, ersteres etwas gröber 
als letzteres, punktiert; das Pygidium hat eine tiefe Rand- 
furche rund um seinen Außenrand. Prosternum schmal, 
convex mit zwei an der Basis divergierenden Streifen, 
Kehlplatte punktiert, vorn ausgerandet, mit 2 Randstreifen. 
Mesosternum vorn schwach ausgebuchtet, mit 2 kräftigen 
vollständigen parallelen und einem sehr feinen unter- 
brochenen (fast obsoleten) äußersten Randstreifen. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen, von denen der apikale vom 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



35 



nächsten durch einen breiteren und tieferen Ausschnitt 
getrennt und gerade nach außen gerichtet ist. L. 10 mm. 

* Ostafrika (Sansibar). 
• 

2, C. poggei, Harold. 1878 Tinotarsus p. Harold, in Mitteil. 
Münch. Ent. Ver. v. 2, Diagn. p. 100. | 1879 Coleopt. Hefte v. 16 
p. 28. j 1889 C. p. Schmidt, in Ent. Nachr. v. 15, p. 366. | 1907 
Lewis in Ann. nat. Hist. (7) v. 19, p. 313. | 1911 Lewis 1. c. (8) 
V. 8, p. 80. 

Mit C. sinqidaris Schm. nahe verwandt, jedoch durch 
folgende Merkmale von ihm getrennt: Der äußere Lateral- 
streif des Halsschilds ist auch im Vorderwinkel deutlich 
sichtbar; die Flügeldecken sind grobrunzlig punktiert, 
der Außenrand der Dorsalstreifen tritt als glatte, leicht 
erhabene li^ante hervor, während er bei swgularis einfach 
ist: der 5. Dorsalstreif erreicht vorn nicht ganz den 
Nahtstreif; das Propygidium ist dicht punktiert. Pro- 
sternum und Mesosternum sind bei beiden Arten gleich. 
L. IIV'2 mm. 

Congo. 

16. Genus Eugramtnicus, Lewis. 

1907 Eugrammicus, Lewis, Ann. Mag. Nat. Hist. (7), Vol. 20, p. 99 | 
1916/17 E. Bickhardt, in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166, 
p. 171. 

Der Körper ist oval, ziemlich gewölbt. Der Kopf ist 
mittelgroß. Der Stirnstreif ist vollständig. . Die Fühler- 
gruben sind von unten offen, flach. Das Mesosternum ist 
am Vorderrand schwach ausgerandet oder gerade. Das 
Halsschild hat zwei Lateralstreifen und einen vollständigen, 
auch am Vorderrand deutlichen Marginalstreif. Die Flügel- 
decken haben breite und flache Streifen (Rinnen), deren 
Ränder scharf erscheinen. Die Dorsalstreifen sind sämtlich 
einschl. Nahtstreif) entwickelt, der 5. und Nahtstreif sind 
etwas nach vorn verkürzt, der innere Subhumeralstreif 
ist ganz (bis zur Basis reichend), der äußere nach hinten 
verkürzt. Propygidium und Pygidium sind glatt oder 
äußerst fein punktiert; das Pygidium hat am Außenrand 
eine kürzere oder längere Rinne (Furche), die nicht bis 



36 



H. Bickhardt. 



zur Spitze reicht. Die Schienen sind stark verbreitert, 
die Vorderschienen haben am Anßenrand 3 Zähne. Die 
übrigen Charaktere entsprechen denen der Gattung Con- 
tipus. Marseul. 

Typus des Genus: E. didymostrius, Marseul. 

Tabelle der Arten. 

1. Innerer Lateralstreif des Halsschilds auch am Vorder- 
rand ohne Unterbrechung (vollständig); Rand- 
furche des Pygidiums kurz, basal, höchstens bis zur 
Mitte der Seite reichend. 2. E. proximus, Lewi«?. 

la. Innerer Lateralstreif des Haischilds hinter den Augen 
jederseits mehr oder weniger unterbrochen, zuweilen 
auch nur undeutlich : basale Randfarche des 
Pygidiums länger, über die Mitte der Seite hinaus 
nach der Sptoe zu reichend. 1. E. didymostrius, Marseul. 

1. E. didymostrius, Mars. 1853 Contipus d. Marseul in Monogr. 
Hister. p. 546, 1. 16. f. 1. | 1907 E. d. Lewis in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 20, p. 99 I 1906 Contipus sinuosus Lewis in Ann. Mus. 
Genova v. XLII, p. 399. | 1906 Contipus fractistrius Lewis in 
Ann. nat. Hist. (7j v. XVIII, p. 185. | 19C9 E. minor Lewis. 
1. c. (8. V. 4, p. 295. ! 1910 E. georgei Bickhardt in Ent. Blatt, 
V. 6, p. 225. I 1910 E. lewisi Bickhardt 1. c. v. 6, p. 225. 1919 
E. d. Bickhardt 1. c. v. 15. p. 110. 

Oval, stark convex, schwarz glänzend. Fühler brann, 
Keule grau tomentiert. Stirn fein punktiert, eben, Stirn- 
streif vollständig, halbkreisförmig; Mandibeln gerandet. 
Halsschild sehr fein punktiert, ßandstreif vollständig; 
beide Lateralstreifen bis zur Basis reichend, vorn im 
Vorderwinkel abgekürzt, als Verlängerung eines dieser 
beiden Streifen ist am Vorderrand hinter dem Kopfe ein 
weiteres Streitenstück sichtbar. Flügeldecken mit basalem 
äußerem Subhumeralstreif, der bis zur Mitte reicht, innerer 
Subbumer alstreif, alle Dorsalstreifen und Nahtstreif voll- 
ständig. Propygidium mit zwei seichten Eindrücken, 
ebenso wie das Pygidium sehr fein punktuliert (fast glatt) ; 
letzteres mit einer Randfurche, die dicht an der Basis 
entspringt und nicht ganz bis zur Spitze reicht. Meso- 
sternum vorn schwach ausgebuchtet, Randstreif vollständig» 
Vorderschienen mit 3 Zähnen. L, 9 — 10 mm. 

* Tropisches Afrika. 



Die Histeriui des aethiopischen Faunensebiets. 



37 



2. E. proximus, Lewis. 1906 Conti pus p. Lewis in Ann. nat, 
Hist. (7) V. 18, p. 186. I 1907 E. p. Lewis 1. c. (7) v. 20, p. 99. 

Von didymostrius Marseul durch den nicht unter- 
brochenen inneren Lateralstreif (ebenso der Eandstreif) 
und die kürzere Eandfurche des Pygidiums verschieden. 
Das Propygidium ist an der Basis etwas deutlicher punk- 
tiert als auf der übrigen Fläche (wie übrigens zuweilen 
auch bei didymostrius). Vielleicht ist auch proximus nur 
eine Varietät des didymostrius. Ein Exemplar mit erheblich 
deutlicherer dichter Punktierung der Unterseite (des ganzen 
Stemums) scheint mir nach Analogie vieler Hister-kxtein. 
auch keinen Anspruch auf Abtrennung erheben zu können. 
L. 8 mm. 

* Tropisches Afrika i Warri, Niger, teste Lewis). 
17. Genus Contipus, Marseul. 

1853 Contipus, Marseul, Monogr. Hister. p. 543. | 1854 C. Lacordaire, 
Gen. Col. Vol. 2. p. 259. | 1868 Contopus, Gemminger & Harold, 
Cat. Col. Vol. 3, p. 764. , 1903 Contipus, Lewis, Ann. Mag. Nat. 
Hist. (7), Vol. 12, p. 423. | 1907 C Lewis, ibidem (7), Vol. 20, 
p.99. , 1916 17 Bickhardt, in Wj^tsman, Genera Insect. Fase. 166, 
p. 170. I 1917 C. Desbordes. in Voyage dans TA-frique Orientale 
anglais? par G. Babault, Coleopteres, p. 5. 

Der Körper ist oval, ziemlich dick. Der Kopf ist 
ziemlich klein, in das Halsschild tief eingesenkt. Die 
Stirn ist quer, das Epistom von der Stirn durch einen 
Stirnstreif getrennt. Die Oberlippe ist kurz, vorn ab- 
gerundet. Die Mandibeln sind kräftig, beim ^ außen, 
beiüi 2 innen und außen gerandet. Die Fühler sind unter 
dem Stirnrand eingefügt. Der Schaft ist ziemlich lang, 
gekrümmt, gegen die Spitze verdickt. Die Fühlergeißel 
ist siebengliedrig, das 1. Glied ist verkehrt kegelförmig, 
länger als die übrigen : die folgenden Glieder sind kürzer, 
gegen die Spitze breiter. Die Fühlerkeule ist rundlich, 
pubescent, wenig breiter als das letzte Geißelglied, aus 
vier dicht gedrängten Gliedern zusammengesetzt. Die 
Fühlergrube liegt unter der Vorderecke des Halsschilds, 
sie ist von unten sichtbar. Das Mentum^st querviereckig, 
vorn sehr schwach ausgerandet. Die Lippentaster sind 



38 



H. Bickhardt. 



dreigliedrig, das 1. Glied ist klein, das 2. lang und 
schlank, wenig kürzer als das Endglied. Die Maxillar- 
taster sind viergliedrig, das 1. G-lied ist klein, das 2. ver- 
kehrt kegelförmig, das 3. etwa von halber Länge des 2.» 
das Endglied länger als das 2. Das Prosternum ist kurz^ 
an der Basis abgerundet, meist ohne Streifen. Die Kehl- 
platte ist geneigt, ziemlich kurz, vom gerundet und mit 
Randlinie versehen. Das Mesosternum ist quer, kurz, 
vorn ausgebuchtet, mit zwei Randstreifen, von denen 
höchstens einer vom vollständig ausgebildet ist. zuweilen, 
ist auch dieser in der Mitte unterbrochen. Das Halsschild 
ist quer, an der Basis gebogen, nach vorn im Bogen ver- 
engt, es hat einen Marginal- und zwei Lateralstreiten. 
Die Parapleuren sind von oben sichtbar. Das Schildchen 
ist klein, dreieckig. Die Flügeldecken sind etwas länger 
als das Halsschild, an den Schultern verbreitert, nach 
hinten im Bogen verengt, mit zwei Subhumeral- und 
mehreren Dorsalstreifen; von den letzteren sind die drei 
inneren oft abgekürzt (einschl. des Xahtstreifs) oder fehlen 
ganz. Das Propygidium ist quer sechseckig, geneigt, das 
Pygidium ist gemndet dreieckig, fast senkrecht. Die Beine 
sind ziemlich lang, breit abgeplattet. Die Schenkel sind 
verbreitert, innen mit Tibialrinne. Die Vorderschienen 
sind stark dreieckig erweitert, mit zwei ungleich langen 
Enddornen, am Außenrand mit drei bis vier Zähnchen. 
Die Tarsalgrube ist gerade und schmal, wenig vertieft, 
außen undeutlich begrenzt. Die Mittel- und Hinterschienen 
sind ebenfalls dünn und breit abgeflacht, außen mit kurzen 
Dörnchen, die paarweise angeordnet sind, besetzt. Die 
Tarsen sind fünfgliedrig, kurz, das Klauenglied hat zwei 
kurze gleichlange Klauen. 

Typus des Genus. — C. subquadratus, Marseul (au^; Mittel- 
Amerika). 

Tabelle der Arten. 

1. Randstreif des Mesostemums vorn unterbrochen 2 

la. Randstreif des Mesostemums vorn vollständig 4 

2. Prosternum zwischen den Vorderhüften fnahe der 
Basis) beiderseits gestreift; Dorsalstreifen 1 — 4 voll- 



Die HLsterini des aethiopischen Fäunengebiets. 



39 



ständig-, 5 bis zur Mitte, Nahtstreif über die Mitte 
reichenxi. 6^'* mm. 1. C somaliensis, Lewis. 

2a. Prostemu m zwischen den Hüften ohne Längsstreifen . . .3 

3. Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 und 5 sehr fein, un- 
deutlich, apikal, Nahtstreif bis zur Mitte reichend; 
innerer Subhumeralstreif vorn abgekürzt oder obsolet; 
Spitze der Flügeldecken fein gerunzelt, matt. 7 V4 mm. 

2. C immarginatus, Lewis. 

3a. Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 kaum abgekürzt 
(fast vollständig), 5 apikal, kurz, Nahtstreif bis zur 
Mitte reichend: innerer Subhumeralstreif vollständig; 
Spitze der Flügeldecken glatt, glänzend. 6 — 7 mm. 

3 C kristenseni,^) Bickhardt. 

4. Prostemum zwischen den Vorderhüften (nahe der Basis) 
beiderseits gestreift 5 

4a- Prosternum ohne Längsstreifen 6 

5. Dorsalstreifen 1—3 vollständig, 4 in der Mitte ab- 
gekürzt, die übrigen Dorsalstreifen fehlend. Hals- 
schild in den Hinterecken gerunzelt. Stirnstreif vorn 
gerade. L. 8V2 mm. 4. C. oblongus, Lewis 

5a. Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 kaum abgekürzt 
(fast vollständig). 5 apikal, kurz, Nahtstreif kaum bis 
zur Mitte reichend (die beiden letzteren Streifen sehr 
fein, zuweilen obsolet). Halsschild-Hinterecken glatt. 
Stirnstreif vorn leicht geschwungen. L. 7— 8 ' 4 mm. 

5. C. tardus, n. sp. 

6. DoTsalstreifen 1—4 vollständig, 5 und Nahtstreif kurz, 
apikal. Propygidium und Pygldium kräftig punktiert 
(letzteres an der Spitze glatt). 8 mm. 

6. C flexuosus, J. Schmidt. 

6a. Dor.salstreifen 1 — 3 vollständig, 4 kaum bis zur Mitte 

reichend 7 

7. 5. Dorsalstreif und Nahtstreif fehlend; Halsschild an 
den Seiten breit runzlig punktiert. Körper fast 
parallelseitig. 8 mm. 7. C babaulti, Desbordes. 



') H. Desbordes hat (in Voyage dans l'Afriqae Orientale an- 
glaise par G. Babault p. 7, 1917) C kristenseni zu C. somaliensis 
gezogen. Dies ist schon wegen der bei letzterem bestehenden StreifuDg 
des Prosternums unrichtig. Wahrscheinlich liegt eine Fehlbestimmang 
des somaliensis, Lewis durch Desbordes vor. 



40 



H. Bickhardt. 



7a. 5. Dorsalstreif und Nahtstreif ausgebildet, deutlich, 
wenn auch ziemlich fein. Halsschild seil lieh glatt 
(ohne Runzelung) 8 

8 Innerer Subhumeralstreif vollständig; Prop^-gidiuni 
an den Seiten flach eingedrückt und mäCng fein 
punktiert, in der Mitte fast glatt. Pygidium mäßig 
.dicht punktiert. L. 7—8 mm. 8. C. digitatus, Marseul. 

8a. Innerer Subhumeralstreif vorn (an der Basis) abge- 
kürzt: Propygidium ohne seitliche Eindrücke, in der 
Mitte etwa.s weniger kräftig als an den Seiten punktiert ; 
J ygidium sehr dicht und kräftig punktiert. 7 mm. 

9. C. mar ginist ernus, Bickhardt. 

1. C. somaliensis, Lew. 1910 C 5. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 6, p. 53. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif 
vorn in der Mitte winklig einwärts gebogen. Halsschild 
mit stark geschwungenem innerem und etwas abgekürztem 
äußerem Lateralstreif. Flügeldecken mit basalem äußerem 
Subhumeralstreif, der bis zur Mitte reicht, innerer Sub- 
humeralstreif und Dorsalstreifen 1—4 vollständig, 5 kurz 
apikal; Nabtstreif doppelt so lang als der 5.. etwas über 
die Mitte nach vorn reichend. Propygidium in der Mitte 
schwächer, an den Seiten ziemlich grob punktiert, Pygidium 
dicht und gleichmäßig punktiert. Prosternum zwischen 
den Hüften mit 2 Streifen, die vorn parallel und nahe 
zusammen, hinten divergierend verlaufen. Mesosternum 
vorn ausgerandet, Randstreif an der Ausrandung unter- 
brochen. Yorderschienen mit 4 Zähnchen. L. öV^ mm. 

Ostafrika (Dire Daona, Somaliland; Ghindo, Erythraea). 

2. C. immarginatus, Lew. 1906 C. /. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 17, p. 341. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif vorn 
vollständig, sein Vorderrand etwas erhoben. Halsschild 
am Seitenrand bewimpert, innerer Lateralstreit hinten 
stark geschwungen, vollständig, äußerer Lateralstreif vor 
der Basis abgekürzt. Flügeldecken mit basalem bis zur 
Mitte reichendem äußerem Subhumeralstreif, innerer Sub- 
humeralstreif vor der Basis abgekürzt, Dorsalstreifen 1 — 8 



Die Hiüterioi des aethiopischen Faunengebiets. 



41 



vollständig, 4—5 undeutlich, apikal, Nahtstreif bis zur 
Mitte reichend; Spitze der Flügeldecken fein gerunzelt, 
matt. Propygidium und Pygidium ziemlich dicht und 
mäßig fein punktiert. Prosternum zwischen den Hüften 
ohne Streifen; Mesosternum vorn tief ausgerandet, Rand- 
streif vorn breit unterbrochen. Vorderschienen mit vier 
Zähnchen. L. 77^ mm. 

Ostafrika (Somaliland). 

3. C. kristenseni, Bickh. 1911 C. k. Bickhardt, in Ent. Blatt. 
V. 7, p. III. 

Oval, convex, schwarz, glänzend, Fühlerkeule rötlich. 
Stirn schwach eingedrückt, Stirnstreif kräftig, vollständig, 
in der Mitte vorn einspringend gekrümmt. Halsschild 
bewimpert, äußerer Lateralstreif an der Basis abgekürzt, 
innerer Lateralstreif vollständig, am Vorderrand hinter 
den Augen eckig gebogen, hinten stark geschwungen, am 
Eande zwischen dem die Basis erreichenden Margin alstreif 
und dem äußeren Lateralstreif stehen mehrere (3 — 6) ein- 
gestochene Punkte, ebenso auch einer in der vom inneren 
Lateralstreif hinter den Augen gebildeten Ecke. Flügel- 
decken mit kräftigem, vollständigem inneren Subhumeral- 
und ebensolchen drei äußeren Dorsalstreifen, 4. Dorsalstreif 
fein und mehr oder weniger abgekürzt oder unterbrochen, 
5. fein, apikal; Nahtstreif fein, bis etwa zur Mitte reichend. 
Propygidium in der Mitte feiner und weitläufiger als an 
den Seiten punktiert, wo gröbere ovale Augenpunkte aus- 
gebildet sind; Pygidium gleichmäßig dichter und feiner 
punktiert, an der Spitze fast glatt. Prosternum ohne 
Streifen zwischen den Hüften; Mesosternum vorn aus- 
gerandet mit breit unterbrochenem Randstreif. Vorder- 
schienen mit 4 Zähnchen. L. 6 — 7^/2 mm. 
Abessinien. 

4. C. oblongus, Lew. 1906 C O. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 17, p. 340. 

Oblong, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn- 
streif vollständig, gerade, kräftig. Halsschild am Seiten- 
rand bewimpert, innerer Lateralstreif geschwungen, Hals- 



42 



H. Bickhardt. 



Schildhinterecken gerunzelt. Flügeldecken mit Subhumeral- 
streifen wie bei den vorhergehenden Arten, Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, 4 bis zur Mitte reichend, 5 und Naht- 
streif fehlend. Propygidium in der Mitte weniger, außen 
ebenso wie das Pygidium dicht punktiert. Prosternum 
zwischen den Hüften mit 2 Streifen, Mesosternum vor^ 
ausgerandet, Randstreif vollständig. Yorderschienen mi 

4 Zähnchen. L. 8V2 mm. 

Süd-Ostafrika (Transvaal). 

5. Contipus tardus n. sp. 

Ohlongus, subconvexuSy niger, nitidus; fronte jAana, 
Stria valida antice suhsinuata. Thorace ciliato. Stria laterali 
interna jpostice valide flexuosaj externa ultra medium ohhre- 
viata. Elytris striis subhumerali externa hasali ante mediu 
ahhreviata^ interna dorsalihusque 1 — 3 integris, 4 subintegray 

5 apicali hrevij suturali jpone medium ahhreviata (5 et 6 
tenuihus suhohsoletis) . Propygidio haud impresso^ laterihus 
fortiter sat dense in medio suhtilius, pygidio vix minus 
fortiter densiusque punctatis, hoc ajpice suhlaevi. Prosterno 
ad hasin dilatato deplanato laterihus marginato: mesosterno 
antice emarginato, Stria marginali integra. Tihiis 4-dentatis. 
Long 7 — S^ji mm. Hah. * N. W. Bhodesia. 

Mit G. ohlongus Lew. verwandt, jedoch, durch die 
nicht gerunzelten Hinterecken des Halsschildes, den 
längeren 4. Dorsalstreifen, die vorhandenen 5. und 6. (Naht-) 
Streifen, sowie den etwas geschwungenen Stirnstreifen 
verschieden. Die beiden inneren Dorsalstreifen sind zu- 
weilen obsolet. Das Propygidium ist auch in der Mitte 
(nahe der etwas dachförmig erhobenen Mittellinie aller- 
dings in kurzer Ausdehnung etwas feiner) punktiert. 

Die von Lewis angegebene doppelte Randung (innen 
und außen) der Mandibeln bei ohlongus ist, wie ich bei 
C. Icristenseni Bickh. nachwies ^), nur eine Geschlechts- 
auszeichnung des $. Von C. tardus liegen mir 2 Exem- 
plare mit nur außen gerandeten Mandibeln (cTc?) vor. Da 



') Ent. Mitteil. I, p. 289 (1912). 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 4S 



ich auch von C. dtgitatus Mars. Exemplare mit ver- 
schiedener Randung (auch die Gestalt der Mandibeln ist 
beim anders als beim $) besitze, zweifele ich nicht, 
daß diese Auszeichnung bei beiden Geschlechtern aller 
afrikanischer Co Arten wiederkehrt. Auch der hinten 
stark geschwungene innere Lateralstreif des Halsschilds 
findet sich bei allen afrikanischen Contipus-Ajcten. Dagegen 
erscheint mir die hie und da auftretende Runzelung auf 
Halsschild und Flügeldecken mehr individueller, also nicht 
einmal artlich feststehender Natur zu sein.^) 

6. C. flexuosus, Schm. 1889 C /. Schmidt, in Ent. Nachr. v. 15, 
p. 365 I 1903 Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 12, p. 423. 

Oblong-oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. 
Stirnstreif vollständig, fast gerade, sein Vorderrand etwas 
erhoben. Halsschild am Außenrand bewimpert, innerer 
Lateralstreif vollständig, hinten stark geschwungen und 
in die Verlängerung des äußeren Streifs herausgebogen, 
letzterer dafür an der Basis verkürzt. Flügeldecken mit 
basalem äußerem Subhumeralstreif (der nur bis zur Mitte 
der Flügeldecken reicht), innerer Subhumeralstreif und 
Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, kräftig (4. ganz wenig an 
der Basis abgekürzt), 5. kurz, apikal. Nahtstreif etwas 
länger (letztere beide fein). Propygidium und Pygidium 
sehr dicht und gleichmäßig kräftig punktiert, Pygidium 
an der Spitze fast glatt. Prosternum zwischen den Hüften 
ohne Streifen; Mesosternum vom kräftig ausgerandet, 
Randstreif vollständig. Vorderschienen mit 4 Zähnchen. 
L. 8 mm. 

* Südafrika (Matabeleland). 

7. C. babaulti, Desb. 1914 C b, Desbordes, in Bull. Soc. enfc. 
France, p. 198, f. 1. 

Oblong, fast parallelseitig, mäßig convex, schwarz, 
glänzend. Kopf fein punktiert, Stirn eben, mit zwei 
seichten Grübchen hinter dem vollständigen Querstreif, 
Vorderrand dieses Streifs etwas erhoben. Halsschild am 



') Vergl. die Angaben bei Hister asperatus, mechowi etc. 



44 



H. Bickhardt. 



Seitenrand bewimpert, auf der Scheibe fein, an den Seiten 
breit runzlig punktiert, innerer Lateraistreif vollständig, 
hinten geschwungen, äußerer Lateralstreif neben dem 
Kopfe und seitlich vor der Basis abgekürzt. Flügeldecken 
auf der Scheibe glatt, zwischen den Streifen matt, innerer 
Subhumeralstreif und Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 
äußerer Subhumeralstreif basal, bis zur Mitte, 4. Dorsal- 
streif apikal, kaum bis zur Mitte reichend, 5. und Naht- 
streif fehlend. Propygidium und Pygidium gleichmäßig 
und dicht punktiert, letzteres an der Spitze fast glatt. 
Prosternum zwischen den Hüften ohne Streifen; Meso- 
sternum vorn ausgerandet, Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 4 Zähiichen. L. 8 mm. 
Ostafrika (Nairobi). 

8. C. digitatus, Mars. 1853 C. d. Marseul, in Monogr. Hister, 
p. 547, t. 16, f 2 I 1903 C d. Lewis, in Ann. nat Hist. (7) 
V. 12, p. 423. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Fühler braun, 
Fühlerkeule rötlich. Stirn eben, fein punktiert, Stirnstreif 
vollständig, vorn gerade. Halsschild am Außenrand be- 
wimpert, innerer Lateralstreif vollständig, kräftig, hinten 
etwas geschwungen, äußerer Lateralstreif vor der Basis 
abgekürzt. Flügeldecken mit basalem äußerem Subhume- 
ralstreif, der bis zur Mitte reicht, Dorsalstreifen 1 — 3 und 
innerer Subhumeralstreif vollständig, 4 und 5 kurz, apikal. 
Nahtstreif bis zur Mitte reichend. Propygidium mit zwei 
seichten Grübchen, in der Mitte kaum, an den Seiten 
mäßig kräftig, Pygidium ziemlich dicht und mäßig kräftig 
punktiert. Prosternum zwischen den Hüften ohne Streifen ; 
Mesosternum vorn ausgerandet, Handstreif vollständig. 
L. 7—8 mm. 

*West- und Mittelafrika. 

9. C. marginisternus, Bickh. 1912 C. m. Bickhardt, in Ent. AJit- 
teii. V. 1, p. 289. 

Oblong, convex, schwarz, glänzend; Fühlerkeule 
rötlich. Stirn fein punktiert, Stirnstreif vorn gerade, 
Vorderrand etwas erhoben. Halsschild am Seitenrand 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



45 



bewimpert, innerer Lateralstreif hinten geschwungen, 
vollständig, äußerer Lateralstreif vor der Basis geküi^zt. 
Flügeldecken mit basalem in der Mitte abgekürztem 
äußerem und apikalem an der Schulter obsolet werdendem 
innerem (vorn abgekürztem) Subhumer alstreif, Dorsal- 
streifen 1—3 voUständig, 4 und 5 apikal, kurz, Xahtstreif 
ka'im bis zur Mitte reichend. [Flügeldeckenspitze fein 
reticuliert matt, der äußerste Rand fein längsrunzlig (wohl 
nur individuell)]. Propygidium kräftig und ziemlich dicht, 
in der Mitte etwas feiner, Pygidium sehr dicht und kaum 
weniger kräftig als das Propygidium punktiert. Prost ernum 
zwischen den Hüften ohne Längsstreifen. Mesosternum 
vom ausgerandet. Randstreif vollständig. L. 7 mm. 
^ Deutsch-Ostafi-ika Mpangwe). 

18. Genus Macrolister, Lewis. 

1888 Coptochilus Rey. L'Echange, v. 14, p. 4 | 1904 Macrolister 
Le^vis, Ann. Mag. Nat. Hist (7) v. 14, p. 145 | 1907 M. Lewis. 
Ann.Mag.Xat.Hitt. i;7) v. 20, p. 100, 101 Note | 1909 M. Reitter. 
Fauna Germanica, v. 2, p. 2^0 | 1916 17 Bickhai'dt, in Wyts- 
maD, Genera Insect Fase 166, p. 173 1917 AI. Desbordes. in 
Ann. Sog. ent. Fr. v. 85, p. 313. 

Der Kopf ist groß und breit; die Oberlippe ist quer, 
vom tief ausgerandet (die Mandibeln sind bei den großen 
Arten lang und vorragend . Das Halsschild ist am 
Seitenrand bewimpert und ohne jede Fülilergrube auf der 
Unterseite. Die Vorderschienen haben 3 große Zähne. 
Die übrigen Charaktere entsprechen denen der Gattung 
Hist er L. 

Typus des Genus: M. maximus Olivier. 

Tabelle der Arten. 

1. Mesosternum tief ausgerandet : Mesosternalstreii vorn 
tiinter der Ausrandung breit unterbrochen: Mandibeln 

lans: und schlank, innen mit einem Zahn 2 

la. Mesosternum wenig tief oder gai- nicht ausgerandet; 
Mesoster Daistreif vorn ganz Mandibeln kürzer und 
kräftiger, innen m't 2 Zähnchen 9 

2. Innerer Lateralstreif des Halsschilds hinter dem 
Kopfe breit unterbrochen : Propygidium meist gleich- 
mäßig punktiert 3 



H. Bickhardt. 



2a. Innerer Lateralstreif des Halsschilds hinter dem 
Kopte vollständig oder nur obsolet unterbrochen: 
Hinterhälfte des Propygidiums im mittleren Teile 
glatt 8 

S. Vier Dorsalstreifen vollständig (der 4. vorn nur wenig 
verkürzt) ; 5. nicht ganz die Mitte erreichend. Naht- 
streif noch kürzer. (Fig. 5.) Größte Art, 15—20 mm. 

1. M. maximus, Ol. 



Fig. 6. 




Fig. 7. 




Fig. 5. Macrolister 
maximus Ol. 



Fig. 8. 




Kehlplatte von 6. Macrolister latipes 
Pal. Beauv., 7. M. robusticeps Mars., 
8. M. fortis Schm. und M. togoensis 
Bickhardt. 

i3a. Drei Dorsalstreifen vollständig, 4. mehr oder weniger 
vorn abgekürzt; die drei inneren Streifen meist fein 
und oft undeutlich oder auch fehlend; kleinere Arten 
(bis 14 mm) 4 

4. Kehlplatte des Prosternums vorn einfach gerundet, 
Raitdstreif dem Vorderrand dicht anliegend (Fig. 8); 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4., 5. und Nahtstreif 
fehlend. 2. M. fortis, Schmidt. 

4a. Kehlplatte des Prosternums vorn mehr spitzbogig 
gerundet. Randstreif nur an der Spitze dem Rande 
dicht anliegend, von da ab mit dem Rand divergierend 
(Fig. 6) 5 

5. Spitzenrand der Flügeldecken gestrichelt ; Propygidium 
jederseits mit einem kleinen glatten Qaerfelde zwischen 
der sonst dichten Punktierung (hinter dem 4. Dorsal- 
streif); Halsschild am Grunde (Basis) des inneren 
Lateralsireifs mit einem schwachen Schrägeindruck. 

3. M. tardigradus, Lewis. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



47 



5a. Spitzenrand der Flügeldecken glatt ; Propygidium 
ohne glatte Felder; Halsschild ohne Eindrücke an 
der Basis ^) 6 

6. Halsschild mit dunkler Bewimperung am Seitenrand ; 
Dorsalstreifen 1 — 3 der Flügeldecken deutlich, voll- 
ständig, 4 und ö. apikal, fein oder undeutlich, Naht- 
streif oft fehlend : Stirnstreif fein, zuweilen unter- ' 
brechen. 4. M. latipes, Pal. Eeauv. ') 

6a. Halsschild mit gelber dichter Bewimperung am Seiten- 
rand 7 

7. Größer und breiter, weniger convex; Oberlippe kürzer 

und breiter. 14 mm. 5. M. lat ilabris, Lewis. 

7a. Kleiner und schmäler, stärker convex; Oberlippe 

weniger kurz und breit. 10 — 13 mm. 6. M. major, Lewis. 

8. Spitzenrand der Flügeldecken am Ende der äußeren 
Dorsalstreifen, kräftig gerunzelt: äußerer Subhumeral- 
streif lang, von der Spitze bis fast zur Basis reichend, 
zuweilen kurz unterbrochen; Vorderrand der Kehl- 
platte spitzbogig (Fig. 7). 7. M. robusticeps, Marseul.^) 

8a. Spitzenrand der Flügeldecken glatt: äußerer Sub- 
humeralstreif apikal, zuweilen an der Schulter mit 
kurzem obsoletem Supplementstreif; Vorderrand der 
Kehlplatte mehr abgerundet (Fig. 8j. 

8. M. togoensis, Bickhardt.^) 



M. arctus Desbordes dürfte hierher gehören. Er unter- 
scheidet sich von latipes nur durch das Fehlen des Grübchens hinter 
der Vorderecke des Halsschildes, durch schwach winklig gebogenen 
Stirnstreif und durch mehr parallelseitige Körperfonn. Mir scheint 
hier nur die Beschreibung eines Einzelstücks von latipes mit etwas 
abweichender Skulptur vorzuliegen. Ein Exemplar meiner Sammlung 
aus British Uganda nimmt eine Zwischenstell ang zwischen latipes 
und arctus ein. Bei ihm iehlt auch das Grübchen hinter der 
Vorderecke des Halsschildes und die Gestalt ist unwesentlich ge- 
streckter. Ich halte arctus hiernach nur für eine zweifelhafte Spezies. 

^) Hierher auch M. saginatus, Lewis, der nach der Beschreibung 
nur unbedeutend von latipes abweicht und vielleicht ebenfalls (wie 
emarginatus) mit ihm synonym ist. 

^) M. curvistrius, Lewis dürfte entweder mit robusticeps oder 
mit togoensis identisch sein. Da jede Angabe über die Subhameral- 
streifen, über die Form der Kehlplatte und über den Spitzenr^nd der 
Flüoreldecken fehlt, ist die Beschreibung als völlig unzureichend an- 
zusehen. Die von Lewis angegebene Krümmung der 4. Dorsalstreifs 
an der Spitze der Flügeldecke findet sich bei den beiden vorstehenden 
Arten 



48 



9. Prosternum zwischen den Vorderliüften mit zwei 
Streifen ; Stirn hinter dem Qaerstreif mit schwachem 
Eindruck 10 

9a. Prosternum zwischen den Hütb»n ohne Streifen, Stirn 

ohne Eindruck 11 

10. Kurzoval ; Dorsalstreifen 1—3 ganz, 2. und 3. sehr fein ; 
Propygidium mit länglichen Punkten mäßig dicht 
besetzt. 9 M. robusticollis, Lewis. 

10a Langoval; Dorsalstreifen 1—3 ganz, kräftig; Propy- 

gidium dicht punktiert. 10. M. striatisternus, Lewis. 

11 Vorderschienen mit 4 Zähnen am Außenrand; Flügel- 
decken mit einem Quereindruck vor der Spitze. 

U. M. maurus, Mar.seul 

IIa. Vorderschienen mit 3 Zähnen am Außenrand 12 

12. Halsschild am Seitenrand dicht gelb bewimpert, 
4. Doröalstreif nur wenig an der Basis abgekürzt. 

12. M. debellatus, Lewis.*) 

12a. Halsschild am Seitenrand dunkel bewimpert; 4. Dorsal- 
streif .stark verkürzt, apikal oder fehlend; innerer 
Subhumeralstreif oft über die Schulter hinaus bis 
dicht vor die Basis verlängert, vorn dann meist ob- 
solet oder unterbrochen 13 

13. Nahtstreif der Flügeldecken feblen^l, 4. und .5. Dorsal- 
streifen meist fehlend, selten durch einige Punkte an- 
gedeutet, Mesosternum vorn gerade oder schwach 
gebuchtet. 13. M. latobius, Marseul. 

13a. Nahtstreif deutlich und über die Mitte nach vorn 
reichend; Mesosternum vorn mäßig tief ausgerandet. 

14. M. colensoi, Lewis.') 



Diese mir unbekannte Art soll mit Hister pilicollis, Schmidt 
nahe verwandt sein. Wenn die Oberlippe ebenso geformt ist wie 
bei H. pilicolUs, dann gehört debellatus in die Gattung Hister. 

^) Ich besitze ein von Lewis bestimmtes Exemplar dieser Art 
aus Natal, das mit der Beschreibung von Lewis nicht recht überein- 
stimmt. Das Stück ist oblong, und hat einen unterbrochenen bis 
fast zur Basis reichenden inneren, sowie einen obsoleten, kurzen, 
gebogenen, äußeren Subhumeralstreif an der Schalter. Diese Kenn- 
zeichen erinnern etwas an die Gattung Contlpus, Marseul, mit der 
aber sonst keine Verwandtschaft besteht. — M. intrepidus, Lewis, der 
mir unbekannt ist, kann nach der Beschreibung von colensoi kaum 
verschieden sein. Er stammt auch vom gleichen Finder und Fundort. 



Die Histerini des aethiopischen FaaDengebiets. 



49 



1. M. maximus, Ol. 1789 Hister m. Olivier in Entomolos^ie v. l, 
8, p. 5, t. 1, t. 2. I 1811 Hister gigas Paykull in Mono^M-. 
Histeroid. p. 9, t. 2, f. 1. | 1854 Hister gigas Marseul in Mon. 
Hister. p. 170, t. 6, f. 1 | 1834 Hister validus Erichson in Kiu^, 
Jahrb. Ins v. 1, p. 130. 1 1854 Hister validus Marseul in 
Monogr. Hister. p. 171, t. 6, f. 2. | 1851 Hister ponderosus 
Fabraeus, in Bobem. Ins. Caffr. v. 1, p. 529 | 1851 Hister 
walkeri Reicbe, Voy. Galin. Abyss. p. 298, t. 18, f. 5. | 1904 
M. m. Lewis in Ann nat. Hist. (7) r. 14, p. 145. | 1916'17 
M. m. Bickhardt in Wytsman, Gen. Insect. Fase. 166, t. 9, 
f. 83. I 1918 M. m. Bickhardt in Ann. Mus. Nat. Hungar. v. 16, 
p. 291. 

(Fig. 5.) 

Oval, ziemlich gewölbt, schwarz, glänzend ; Fühler 
braun. Stirnstreif vollständig, vorn gerade. Halsschild 
dunkel bewimpert, Lateralstreifen beide am Vorderrand 
breit unterbrochen, der äußere nicht immer, der innere 
stets die Basis erreichend. Flügeldecken mit einem inneren 
bis zur Schulter reichenden Subhumeralstreif, der an 
seinem Yorderende zuweilen von einem Rudiment des 
äußeren begleitet ist, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig 
(4 vorn ganz wenig abgekürzt), 5 und Nahtsreif nicht 
oder kaum die Mitte erreichend. Propygidium und 
Pygidium ziemlich kräftig und nicht sehr dicht punktiert. 
Mesosternum tief ausgerandet. Randstreif breit unter- 
brochen. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 15 — 20 mm. 

* Afrika. 

Biologische Bemerkung: A/I. maximus Ol. lebt an Dang 
und Aas. 

2. M. fortis, Schm. 1889 Hister /. Schmidt in Ent. Nachr. v 15, 
p. 86. I 1904 M. /. Lewis in Ann. nat. Hist. (7) v. 14, p. 145. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif fein, 
vollständig. Halsschild an den Seiten bewimpert, innerer 
Lateralstreif an den Seiten stark geschwungen, so daß 
der Raum zwischen dem inneren und äußeren Lateralstreif 
in der Mitte doppelt so breit ist, als vorn und hinten, 
vorn unterbrochen; äußerer Lateralstreif ebenso wie der 
innere die Basis erreichend. Flügeldecken mit innerem 
bis zur Schulter reichendem Subhumeralstreif, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, die übrigen fehlend. Propygidium 



50 



H. Bickhardt. 



in der Mitte fast glatt, seitlich ziemlich dicht punktiert; 
Pygidium sehr dicht punktiert. Prosternum mit einfach 
gerundeter Kehlplatte (Fig 8), Randstreif dem Vorderrand 
dicht anliegend ; Mesosternum vorn ausgerandet, E-andstreif 
unterbrochen. Yorderschienen mit 3 Zähnen. L. 13^2 mm. 
Süd-Ostafirika (Nyassaland). 

Biologische Bemerkung: M. fortis Schm. lebt an Dung 
und Aas. 

3. M. tardigradus, Lew. 1898 Hister t. Lewis in Ann. nat. Hist. 
(7) V. 2, p. 167. I 1904 M. t. Lewis 1. c. (7) r. 14, p, 145. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stim 
schwach convex, Stirnstreif vorn gerade.^) Halsschild 
seitlich dunkel bewimpert, der innere Lateralstreif am 
Vorderrand unterbrochen, an seinem basalen Ende mit 
einem kleinen Schrägeindruck. Flügeldecken mit bis zur 
Schulter reichendem innerem Subhumeralstreif, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, 4 an der Basis wenig abgekürzt, 
5 und Nahtstreif sehr kurz, apikal, nur aus wenigen 
Punkten bestehend, Spitzenrand der Flügeldecken an dem 
Ende der 4 äußeren Streifen unregelmäßig gestrichelt. 
Propygidium jederseits mit einem kleinen glatten Quer- 
feld zwischen der sonst dichten Punktierung (hinter dem 
4. Dorsalstreif), in der Mitte weniger dicht punktiert; 
Pygidium sehr dicht punktiert. Prosternum mit stumpf 
zugespitzter Kehlplatte; Mesosternum vorn ausgerandet, 
Eandstreif breit unterbrochen. Yorderschienen mit drei 
Zähnen. L. 12 mm. 

Mittelafrika (Luluaburg, Congostaat). 

4. M. latipes, Palis. Beauv. 1805 Hister l. Palisot de Beauvois. 
in Ins. Afr. et Amer. p. 179, t. 6, f. 6. ( 1834 Nister robustus 
Erichson, in Klug, Jahrb. Ins. v. 1, p. 130. 1 1854 Hister 
robustus Marseul, in Monogr. Hister p. 172. t. 6, f. 3. | 1851 
Hister arcuatus Eoth, in Arch. f. Naturg. v. 17, I, p. 122 | 

^) Die von Lewis gegebene eingehende Beschreibung der 
Oberlippe dieser Art entspricht den von mir gemachten Angaben 
über die Oberlippe des M. togoensis Bickhardt (in Ent Blatt, v. 14; 
p 241, 1918) bei frischen Exemplaren. Dies Merkmal hat keinerlei 
artliche Bedeutung. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengrebiets. 



51 



1851 HiSter gravis Fahraeus, in ßohem. Ins. Caffr. v. 1, 
p. 532. I 1851 Hister obscurus Reiche, in Voy. Galin. Abyss. 
p. 300, t. 18, f. 6. I 1904 M. l Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 14, p. 145. I 1909 M. emarginatus Lewis 1. c (8) v. 4, 
p. 297. 1 1919 M. l. Bickh. in Ent. Blätt. v. 15, p. III. 

Oval, convex, schwarz, mäßig glänzend. Stirnstreif 
fein, zuweilen unterbrochen. Halsschild seitlich bewimpert, 
mnerer Lateralstreif vorn unterbrochen, die Basis er- 
reichend, äußerer Lateralstreif fein, mehr oder weniger 
^ an der Basis abgekürzt. Flügeldecken mit innerem kaum 
bis zur Schulter reichendem Subhumeralstreif, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, fein, 4, 5 und Nahtstreif sehr 
fein, apikal, oft undeutlich oder auch fehlend (besonders 
der Nahtstreif). Propygidium ziemlich dicht und wenig 
tief. Pygidium dichter und kräftiger punktiert. Meso- 
sternum vorn ausgerandet, Randstreif unterbrochen. Länge 
12—13 mm. 

* Afrika. 

4 a. M. saginatus, Lew. 1899 Hister s. Lewis, in Ann. nat. Hist. 
(7) V. 4, p. 13. I 1904 M. s. Lewis, 1. c. (7) v. 14, p. 145. 
Oblong -oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Oberlippe 
quer, vorn in der Mitte niedergedrückt mit schmal aber ziemlich tiet 
ausgeiandetem ^) Vorderrand. Stirnstreif fein, vollständig, vorn fast 
gerade. Halsschild seitlich bewimpert, äußerer Lateralstreif an der 
Basis abgekürzt, innerer Lateralstreif von der Basis bis in die Augen- 
gegend reichend, tiefer. Flügeldecken mit fast vollständigem innerem 
Subhumeralstreif, der in der Mitte unterbrochen ist; Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, 4 an der Basis etwas abgekürzt, 5 — 6 etwa bis zur 
Mitte reichend. Propygidium seitlich dicht, im Mittelteil weniger 
dicht punktiert, Pygidium vollständig und dicht punktiert. Prosternum 
an der Basis spatelförniig, Randstreif der Kehlplatte nur an deren 
Spitze dicht dem Rande folgend, seitlich abgebogen. Mesosternum 
vorn tief ausgerandet. Randstreif in der Mitte unterbrochen. Vorder- 
^«chienen mit 3 Zähnen, der distale Endzahn sehr groß. L. 13 mm. 
*Zambesi. 

4 b. M. arctus, Desb. 1914 M. a. Desbordes in Voyage AUuaud 
u. Jeannel, Coleopt. p. 356, f. 3. 

Fast parallelseitig, länglich, convex, schwarz, glänzend. Kopf 
glatt, Stirn mäßig convex, Kopfschild flach, Stimstreif vorn voll- 

^) Vergl. Bemerkung zu M. tardigradus Lewis. 



52 



H. Bickhardt. 



ständig, in der Mitte schwach gewinkelt ; Oberlippe vorn ausgerandet. 
Halsschild bewimpert, mit 2 Lateralstreifen, von denen der äußere 
hinter der Vorderecke, der innere hintei den Augen endigen, beide 
nähern sich vor der Basis, die der äußere nicht ganz erreicht. Flügei- 
decken mit einem inneren Subhumeralstreif und 3 vollständigen 
Dorsalstreifen, 4 kaum durch eine undeutliche Punktreihe angedeutet. 
5 und Nahtstreif fehlend. Propygidium ziemlich kräftig und regel- 
mäßig punktiert, ohne glatte Stellen, dazwischen mit feinerer Grund- 
punktierung. Pygidium ähnlich, jedoch etwas dichter und gröber 
punktiert. Prosternum in der Mitte schmaL an der Basis lanzett- 
förmig, Kehlplatte dreieckig mit abgerundeter Spitze, Vorderrand 
gestreift. Mesosternum mit halbkreisförmiger Ausrandung. Eand- 
streif vorn in der Mitte unterbrochen. Vorderschienen mit 3 kräftigen 
Zähnen. L. 15 mm. 

Englisch Ostafrika. 

5. M. latilabris, Lew. 1911 A4, l. Lewis in Ann. nat. Hist. (8> 
V. 8, p. 81. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif 
vollständig. Halsschild seitlich gelb bewimpert, beide 
Lateralstreifen vorn zwischen den Augen unterbrochen. 
Flügeldecken mit innerem Subhumeralstreif wie bei 
M. major, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 abgekürzt,. 
5 kurz, apikal, punktförmig, Pygidium kaum dicht punk- 
tiert. Mesosternum vorn ausgerandet mit breit unter- 
brochenem Randstreif. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
L. 14 mm. 

Westafrika (Senegal). 

n emerku ng: Vorstehende Art ist höchst wahrscheinlich nur 
eine Form von H. major L. — Lewis sagt in seiner Beschreibung, 
selbst, daß nur wenig Unterschiede zwischen beiden bestehen, nämlich 
die bedeutendere Körpergröße, größere Breite, geringere Wölbung der 
Oberseite und kürzere sowie weiter ausgerandete Oberlippe des 
latilabris. Wie ich bei M. maximus in den Ann. Mas. Nat. Hangar. 
V. 16, p. 292 (1918) und bei M. togoensis Bickh. in Ent. Blatt. 14. 
p. 241 (1918) angegeben habe, siud diese Untersciiiede aber nur als 
individuelle Abweichungen zu bewerten. 

6 M. major, L. 17.35 Hister m. Linne in Syst. Nat v. 1. L. 
p. 566. I 1766 Hister m. Linne 1. c. v 12, I, p. 566 1 185 1 
Hister m. Marseul in Monogr. Hister. p. 173, t. 6, f. 4. j 1858 
Hister m. Jacq. d^i Val in Gen. Col. t. 29. f 149. | 1885 H. m. 
J. Schmidt, in Berl. ent. Z. v. 29, p. 288. | 1899 Gaugib. in 
Käf. v.Mitteleur. v. 3, p. 361 1 1909 Reitt. in Faun. germ. v, 2. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



53 



p. 281. I 1904 M. m. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 14, p. 145. | 
1916/17 M. m. Bickh. in Wytsman,. Gen. Insect. Fase. 166, t. 8 
f. 83a. 

Oval, mit fast geraden Seiten, mäßig convex, schwarz, 
glänzend. Fühler braun, Fühierkeule grau tomentiert. 
Stirn convex, Stirnstreif fein^ vollständig, schwach ge- 
buchtet. Oberlippe mehr oder weniger tief ausgerandet. 
Halsschild an den Seiten dicht gelb bewimpert, beide 
Lateralstreifen an der Basis entspringend und vorn breit 
unterbrochen. Flügeldecken fein gestreift, innerer Sub- 
humer alstreif kaum bis zur Schulter reichend, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, die übrigen kurz, undeutlich 
oder fehlend. Propygidium und Pygidium mäßig kräftig, 
letzteres dichter punktiert. Prosternum mit abgerundet 
zugespitzter Kehlplatte. Mesosternum tief ausgerandet. 
Randstreif unterbrochen. L. 10 — 13 mm. 

* Nordafrika. Marocco ( wohl auch am Senegal) ; sonst 
auch sehr häufig im ganzen Mittelmeergebiet. 

7 M. robusticeps, Mars. 1886 Hister r. Marseul, in Notes Leyden 
Mii9. V -8, p. 150. 1 1904 M. r. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 14, p. 145. 

Länglich oval mäßig convex, schwarz, glänzend. 
Kopf groß, Stirnstreif vollständig, vorn gerade. Hals- 
schild mit 2 parallelen Lateralstreifen, von denen der 
innere vorn etwas undeutlich ist, der äußere neben den 
Augen endigt, beide entspringen etwa an der Basis. 
Flügeldecken an der Spitze zwischen den äußeren Streifen 
grob gerunzelt, äußerer Subhumeralstreif lang, dünn, von 
der Spitze bis fast zur Basis reichend, zuweilen unter- 
brochen oder an der Spitze abgekürzt ; innerer Subhumeral- 
streif apikal, etwa bis zur Mitte reichend ; Dorsalstreifen 
1—3 vollständig, 4 an der Basis wenig abgekürzt, an der 
Spitze gebogen und zuweilen mit dem 5. im Bogen ver- 
luden, 5 apikal, selten die Mitte erreichend. Nahtsreif 
lehlend oder nur durch einige Punkte markiert. Propy- 
gidium im mittleren Teil der Hinterhälfte mehr oder 
weniger ausgedehnt glatt, im übrigen grob und ziemlich 
dicht. Pygidium sehr dicht punktiert. Kehlplatte des 



54 



H. Bickhardt. 



Prosternum vorn spitzbogig gekrümmt (Fig. 7). Meso- 
sternum vorn tief ausgerandet mit unterbrochenem Eand- 
streif. Vorderscliienen mit 3 kräftigen Zähnen. L. 11 
bis 13V2 mm. 

* Mittelafrika (Niam-Niam; Ost-Sudan). 

M. togoensis, Bickh. 1918 M. t. Bickhardt, in Ent. Blatt. 
V. 14, p. 240. 

Gerundet viereckig, convex, schwarz, glänzend. Stirn- 
streif vollständig, vorn fast gerade. Halsschild am Seiten- 
rand dunkel bewimpert, beide Lateralstreifen die Basis 
erreichend, der innere am Vorderrand undeutlich, der 
äußere breit unterbrochen. Flügeldecken mit 2 apikalen 
Subhumeralstreifen, der äußere hat zuweilen an der 
Schulter noch ein kurzes Ergänzungsstück, Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, 4 an der Basis kaum abgekürzt, 5 bis 
zur Mitte reichend. Nahtstreif apikal, undeutlich. Pro- 
pygidium jederseits mit flachem Grübchen, an der Basis 
und an den Seiten kräftig, Pjgidium gleichmäßig grob 
und dicht mit Augenpunkten besetzt, hintere Hälfte des 
Propygidiums im Mittelteil glatt. Prosternum mit vorn 
abgerundeter Kehlplatte (Fig. 8). Mesosternum vorn aus- 
gerandet, Randstreif unterbrochen. Yorderschienen mit 
3 Zähnen. L, 9 — 11^/2 mm. 

*Westafrika (Togo). 

8a. M. curvistrius, Lew. 1911 M. c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 8, p. 81. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Oberlippe ausgehöhlt, vorn 
ausgerandet. Stirnstreif fein, vollständig. Halsschild seitlich be- 
wimpert, beide Lateralstreifen die Basis erreichend, der innere auch 
am Vorderrand ohne Unterbrechung Flügeldecken mit dem gewöhn- 
lichen Subhumeralstreif (von Lewis nicht erwähnt), Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, 4 etwa ^/a der Deckenlänge erreichen»!, hinten merk- 
lich geschwungen, 5 und Nahtstreif undeutlich. Propygidium deutlich 
punktiert, am Hinterrand in der Mitte glatt, Pygidium dicht punk- 
tiert. Prosternum zwischen den Hüften ohne Streiten, Mesosternum 
vorn ausgerandet, Randstreif in der Mitte unterbrochen. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 12—13 mm. 

Belgisch Congo. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



55 



9. M. robusticoUis, Lew. 1892 Hister r. Lewis in Ent. Monthly 
Magaz. V. 28, p. 104. 1 1904 M. r. Lewis in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 14, p. 145 

Kurz oval, convex, schwarz, glänzend. Kopf fein 
punktiert, Stirnstreif vollständig, vorn gerade, mit 
schwachem Eindruck in der Mitte hinter dem Streif. 
Halsschild am Außenrand bewimpert, innerer Lateralstreif 
seitlich schwach geschwungen, an der Basis einwärts ge- 
krümmt, bis zu den Augen reichend. Flügeldecken wie 
der Thorax fein punktiert, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig 
(2 und 3 sehr fein). Propygidium mit länglichen Punkten 
spärlich, Pygidium mit größeren Punkten dichter besetzt. 
Prosternum zwischen den Hüften mit kurzen Seiten- 
streifen, die sich vorn im spitzen Winkel vereinigen. 
Mesosternum deutlich ausgerandet, Randstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 3 Zähnchen. 

Südafrika (Natal). 

10. M. striatisternus, Lew. 1905 M. s. Lewis in Ann. nat. Hist. 
(7) V. 16, p. 345. 

Länglich-oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. 
Stirn schwach eingedrückt, Stirnstreif vollständig, vorn 
gerade. Halsschild seitlich bewimpert, Lateralstreifen 
parallel, kräftig, der innere vorn fein und ohne Unter- 
brechung hinter dem Kopfe. Flügeldecken mit apikalem 
innerem Subhumeralstreif, der bis zur Mitte reicht, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, kräftig, 4 kurz, apikal und oft 
obsolet, Nahtstreif fein, kaum bis zur Mitte reichend. 
Propygidium und Pygidium dicht punktiert. Prosternum 
mit 2 Streifen zwischen den Hüften, die hinten divergieren, 
ohne die Basis zu erreichen; Mesosternum vorn ausge- 
randet, E-andstreif vollständig, ziemlich fein, der Aus- 
randung nicht folgend. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
L. 11 mm. 

Westafrika (Angola). 

11. M. maurus, Mars. 1854 Hister m. Marseul in Monogr. Hister. 
p. 212, t. 7, t. :30. I 1904 M. m. Lewis, in Ann. nafc. Hi^t. (7) 
V. 14, p. 145. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend ; Fühler braun. 
Stirn eben, Stirnstreif vollständig, gerade. Halsschild 



56 



H. Bickhardt. 



seitlich bewimpert, beide Lateralstreifen au der Basis 
entspringend und dort einander genähert, der innere 
auch am Vorderrand fortgesetzt. Flügeldecken mit einem 
Subapikaleindruck, innerer Subhumeralstreif apikal, bis zur 
Schulter reichend, kräftig, wie auch die Dorsalstreifen; 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4, 5 und Nahtstreif apikal, 
kaum durch einige Punkte angedeutet. Propygidium mit 
zwei Eindrücken, wie das Pygidium ziemlich dicht punk- 
tiert. Prosternum ohne Streifen zwischen den Hüften; 
Mesosternum kaum ausgebuchtet, ßandstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 8 mm. 
West- Afrika (Senegal). 

12. M. debellatus, Lew. 1908 M. d. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 2, p. 144. 

Länglich - oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. 
Stirnstreif vollständig, vorn gerade, Halsschild seitlich 
gelb bewimpert, äußerer Lateralstreif in ^3 der Halsschild- 
länge abgekürzt, vorn hakig gebogen und dicht an der 
Ecke entspringend, innerer Lateralstreif vollständig, seitlich 
merklich geschwungen und von der Vorderecke ziemlich 
entfernt. Flügeldecken mit apikalem innerem Subhumeral- 
streif, der bis zur Schulter reicht, Dorsalstreifen 1—3 
vollständig, 4 kurz vor der Basis abgekürzt, 5 schwächer 
und bis zur Mitte, Nahtstreif über die Mitte reichend 
(vorn und hinten von der Naht abgebogen). Propygidium 
und Pygidium fein punktiert, Punktierung je an der Basis 
etwas gröber und deutlicher. Prosternum ohne Streifen 
zwischen den Hüften; Mesosternum vorn ausgerandet. 
Randstreif vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
L. 9—91/2 mm. 

Ostafrika (Mombassa). 

13. M. latobius, Mars. 1854 Hister l. Marseul, in Monogr. Hisler. 
l . 219, t. 7, f. 36. I 1904 M. l Lewis, in Ann. Xat. Hist. (7) 
V. 14, xj. 145. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
schwarz, Fühlerkeule braun. Stirn eben, Stirnstreif voll- 
ständig, vorn gerade, seitlich zweimal gewinkelt. Hals- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



57 



Schild seitlich, bewimpert, innerer Lateralstreif vollständig, 
äußerer an der Basis wenig verkürzt. Flügeldecken mit 
feinem innerem Subhumeralstreif, der fast bis zur Basis 
reicht, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, ziemlich fein, die 
übrigen fehl und. Propygidium mit größeren Punkten 
zerstreut besetzt, Pygidium matt, fein punktiert. Pro- 
sternum schmal, ohne Streifen zwischen den Hüften; 
Mesosternum vorn gerade, Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen L. 8 mm. 
* Südafrika. 

14. M, colensoi, Lew. 1897 fiister c. Lewis, in Ann. nat. Hist. 
(6i V. 20. p. 359. I 1904 M. c. Lewis, ]. c. (7) v. 11 p. 145. 

Kurz oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn sehr 
fein punktiert, Stirnstreif vorn gerade. Halsschild am 
Außenrand bewimpert, Marginalstreif mit feinem gekielten 
Rand, äußerer Lateralstreif dem Rande parallel mit 
schmalem Zwischenraum, vorn hakig endigend, innerer 
Lateralstreif dem äußeren parallel mit breiterem Zwischen- 
raum an den Seiten, vollständig. Flügeldecken mit langem 
innerem Subhumeralstreif, der vor der Basis abgekürzt 
ist; Dorsalstreifen 1—3 vollständig, 4—5 apikal, nur durch 
einige Punkte angedeutet. Nahtstreif deutlich und über 
die Mitte nach vorn reichend. Propygidium und Pygidium 
nicht sehr dicht punktiert, letzteres an der Spitze glatt. 
Prosternum ohne Streifen zwischen den Hüften; Meso- 
sternum vorn schwach ausgebuchtet, Randstreif vollständig, 
dem Vorderrand dicht anliegend. Vorderschienen mit drei 
Zähnen, L. 8V2 mm. 

^Südafrika (Natal). 

Biologische Bemerkung: M. colensoi Lew. koramt an 
Dung vor. 

14a. M. intrepidus, Lew. 1897 Hister i. Lewis, in Ann. nat. Hisfc. 
(7) V. 20, p. 187. I 1904 M. i. Lewis, 1. c. (7) v. 14, p. 145. 
Oblong -oval, ziemlich convex, schwarz, 'glänzend. Stirnstreif 
vollständig, seicht, vorn gerade. Halsschild außen bewimpert, beide 
Lateralstreifen vollständig, parallel, der innere auch vorn fortgesetzt, 
hinter den Augen schwach gewinkelt. Flügeldecken mit vollständigem 
innerem Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1—3 ebenfalls vollständig, 



58 



H. Bickhardt. 



4 — 5 fehlend, Nahtstreif ziemlich fein, ^la der Deckenlänge erreichend. 
Propy^idium und Pygidium sehr fein punktiert, etwas matt, Apikal- 
rand des letzteren glatt. Mesosternum ziemlich breit ausgebuchtet, 
Randstreif ziemlich fein, vollständig. Vorderschienen mit 3 kräftigen 
Zähnen. L. IOV2 mm. 
Natal. 

19. Genus Pachylister, Lewis. 

1888 Heterognathus, Rey, L'Echange, Vol. 14, p. 4. I 1904 Pachy- 
lister, Lewis, Ann. Mag. Nat. Hist. (7), Vol. 14, p, 145, | 1907 
P. Lewis, Ann. Mag. Nat, Hist. (7), Vol. 20, p. 100, 101, Note | 
1909 P. Reitter, Fauna Germanica Vol. 2, p. 280. | 1916/17 A 
Bickhardt in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166, p. 173. 

Der Kopf ist ziemlich groß, die Oberlippe ist quer, 
vorn dreilappig, beim ist der Mittellappen stärker vor- 
springend oder conisch zugespitzt. Die linke Mandibel 
ist beim länger als die rechte. Das Halsschild hat 
keine Fühlergrube auf der Unterseite, auf der Oberseite 
nahe den Vorderecken befindet sich ein seichtes Grübchen. 
Die Vorderschienen haben drei Zähne. Die sonstigen 
Charaktere entsprechen denen der Gattung Hister^ Linne. 

Typus des Genus. — P. caffer, Erichson. 




Fig. 9. Fig. 10. Fig. 11. 

Oberlippe von 9. Pachylister rocca Marseul, 10, P. nigrita Erichson, 
11. P. conilabris J. Schmidt. 

Tabelle der Arten. 

1. Innerer Lateralstreif des Halsschilds nur bis zur 
Vorderecke reichend, am Vorderrand vollständig 
fehlend. 11—13 mm. 1. P. rocca, Marseul 

la. Innerer Lateralstreif des Halsschilds am Vorderrand 

nicht oder kaum unterbrochen 2 

2. Äußerer Lateralstreif des Halsschilds bis zur Basis 
reichend (selten etwas verkürzt) ; Grube hinter der 
Vorderecke deutlich und tief . 3 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



59 



2a. Äußerer Lateralstreif des Halsschilds stärker abge- 
kürzt; Grube hinter der Vorderecke flach, oft un- 
deutlich; Pygidium deutlich gerandet 4 

3. Oberlippe breit und flach concav, dreilappig; beim ^ 
Mittellappen stärker vorspringend (Fig. 10). 12 — 18 mm . 

2. P. nigrita, Er. 
3a. Oberlippe des vorn conisch zugespitzt (Fig. II, ; 
Propygidium und Pygidium viel feiner und zer- 
streuter punktiert als beim vorigen. 14 mm. 

3. P. conilabrts, Schmidt. 

4. Oberlippe des J" vorn conisch zugespitzt, beim 5 ist 
der Mittellappen wenig länger als die Seitenlappen 
und ebenfalls schwach zugespitzt. Nahtstreif der 
Flügeldecken kurz, apikal, die Mitte selten erreichend. 

8—13 mm. 4. P. caffer, Er. 
4a. Oberlippe des ^ querdreieckig, der Mittelteil nur 
wenig spitz vorspringend; Nahtstreif länger, über 
die Mitte nach vorn reichend 5 

5. Alle Dorsalstreifen deutlich, der 5. und der Nahtstreif 
vorn nur wenig verkürzt, 1 — 4 vollständig; Propy- 
gidium und Pygidium deutlich punktiert. 

5. P. adjectus, Marseul. 
5a. Nur die Dorsalstreifen 1—2, zuweilen auch 3 voll- 
ständig-, die inneren undeutlich, nur als schwache, 
abgekürzte Punktreihen angedeutet, Nahtstreif median, 
deutlicher; Propygidium und Pygidium nahezu glatt. 
8— IOV2 mm. 6. P. marszuli, Lewis. 

. 1. P. rocca, Mars. 1861 Hister r. Marseul in Monogr. Hister. 
Snppl. p. 511, t. 6, f. 3. 1 1904 P. r. Lewis, in Ann. nat. Hist. 
(7j V. 14, p. 145. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Fühler braun. 
Stirnstreif vorn sehr fein, gerade. Mandibeln concav mit 
scharf erhobenem Außenrand. Oberlippe dreieckig mit 
vorn abgerundeter Spitze (Fig. 9). Halsschild am Außen- 
rand bewimpert, hinter den Vorderecken kaum merklich 
eingedrückt (Eindruck völlig glatt) ; äußerer Lateralstreif 
hinten abgekürzt, innerer Lateralstreif nur bis zu den 
Vorderecken reichend, am Vorderrand fehlend. Flügel- 
decken mit apikalem innerem Subhumeralstreif, der bis 
zur Schulter reicht, Dorsalstreifen kräftig, 1 — 4 voll- 
ständig, 5 nur wenig an der Basis, Nahtstreif über der 



60 



H. E ckhardt. 



Mitte abgeküi'zt. Propygidium und Pygidimn zerstreut, 
ersteres etwas seichter und im Mittelteil etwas feiner 
punlvtiert. Mesosternum vorn tief ausgerandet, Eandstreif 
vollständig. Vorderschienen mit 3 kräftigen Zähnen. 
L. 12— 13V s mm. 

* Südafrika (Swakopmund [D. S. W. Aü'.], Bradshaw 
[Zambesi]'. 

2. P. nigrita. Er. 1834 Hister n. Erichson, in Klug, Jahrb. Ins. 
V. 1, p. 131. i 1851 Hister n. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 186, t. 6, t. 8 1 1851 Hister caff er Fahraeus, in Bohem. Ins. 
Caffr. V. 1, p. 531. | 1813 Hister Heros Ericlison. in Arch. fär 
Xaturg (1) V 9, p 226. i 1861 Hister heros Marseul, in Monogr. 
Hister. Sappl p. 510, t. 6, f. 2. | 1904 P. n. Lewis, in Ann. nat. 
Hist. (7) V. 14, p. 145 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend: Fühler bräun- 
lich. Stirn an den Seiten mit mehreren unregelmäßigen 
Stricheln. Yorderrandstreif zuweilen undeutlich, seitlich 
unterbrochen und abgesetzt. Oberlippe concav, ziemlich 
groß, Mittellappen beim S stark vorgezogen Fig. 10). 
H^sschild am Außenrand bewimpert, Marginalstreif und 
beide Lateralstreifen die Basis erreichend, selten der äußere 
Lateralstreif unbedeutend verkürzt, innerer Lateralstreif 
am Vorderrand nicht unterbrochen, höchstens etwas un- 
deutlich, Grube hinter der Vorderecke deutlich und tief, 
mit einigen Punkten besetzt. Flügeldecken mit schwachem 
Subapikalquereindruck, innerer Subhumeralstreif kaum bis 
zur Schulter reichend. Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, 
5 die Mitte bis - 3' der Flügeldeckenlänge erreichend, 
Xahtstreif kurz, apikal, kaum die Mitte erreichend, zu- 
weilen obsolet. Propygidium mäßig fein und ziemlich 
dicht punktiert. Mesosternum vorn ausgerandet, Eand- 
streif vollständig. Vorderschienen mit 3 kräftigen Zähnen. 
- L. 9—14 mm. 

* Tropisches Afrika. 

Eiologische Bemerkung: P. nigrita wurde von Guy 
A. K. Marsh all im Mashonaland beim Verspeisen eines großen 
coprophagen Lamellicorniers, des Onitis inuus F. angetrofien: er 
wuide auch bei dem Verzehren von Aphodien und Onthophagen 
gefunden 'Lewis, in Ann. nat. Hist. i7 v. 4, p. 13 (1899)] 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. • ' 61 



3. P. conilabris, Schra. 1889 Hister c. Schmidt in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 86. I 1904 P. c. Lewis, in Ann. nat. Hist (7) v. 14, 
p. 145. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif 
vorQ m der Mitte undeutlich, Oberlippe des ^ conisch 
verlängert (Fig. 11). Halsschild am Seitenrand bewimpert, 
Grube hinter der Vorderecke ziemlich tief, unpunktiert, 
beide Lateralstreifen die Basis erreichend, der innere 
auch vorn ununterbrochen. Flügeldecken mit innerem 
Subhumer alstreif bis zur Schulter, Dorsalstreifen 1—4 
vollständig, 5 über die Mitte nach vorn reichend, Naht- 
streif apikal, kurz, fein. Pygidium convex, ebenso wie 
das Propygidium sehr fein und zerstreut punktiert. Meso- 
sternum vorn ausgerandet, Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 14 mm. 

* Südafrika (Kaffraria). 

4 P. caffer, Er. 1834 Mister c. Erichson, in Klug, Jahrb. Ins. 
V. 1, p. 132. I 1854 Hister c. Marseul, in Monogr. Hister. p. 188, 
t. 6, f. 10. I 1851 Hister Severus Fahraeus in Bohera. Ins. Caffr. 
V. 1, p. 531. i 1904 P. c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 14, 
p. 145. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif 
vorn vollständig. Oberlippe dreilappig, beim cT Mittel- 
lappen conisch zugespitzt, Halsschild an den Seiten 
bewimpert, innerer Lateralstreif vollständig, selten vorn 
obsolet, äußerer Lateralstreif hinten mehr oder weniger 
abgekürzt. Flügeldecken mit schwachem Subapikaleindruck, 
innerer Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsal- 
streifen 1 — 4 vollständig, 5 fast vollständig, vorn ganz 
wenig verkürzt. Nahtstreif kurz, apikal. Propygidium 
wenig convex, gerandet, ebenso wie das Pygidium fein 
und ziemlich dicht punktiert. Mesosternum vorn ausge- 
randet, Randstreif vollständig, öfter obsolet. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 9 — 13 mm. 

^Tropisches Afrika. 



62 



H. Bickhardt. 



5. P. adjectus, Mars. 1861 Hister a. Marseul, in Monogr. Hister. 
Suppl. p, 513, t. 5, f. 5. I 1919 P. a. Bickhardt, in Ent. Blätt. 
V. 15, p. 112. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
pechbraun. Stirn eben, Stirnstreif vom vollständig, gerade. 
Oberlippe dreieckig. Halsschild wenig dicht bewimpert, 
hinter der Vorderecke mit einem sehr flachen Grübchen, 
äußerer Lateralstreif kurz, kaum bis zur Seiten -Mitte 
reichend, innerer Lateralstreif vollständig, an der Basis 
kräftig einwärts gebogen. Flügeldecken mit schwachem 
Subapikal-Quereindruck, innerer Subhumeralstreif bis zur 
Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, 5 und 
Nahtstreif an der Basis kaum verkürzt. Propygidium mit 
zwei schwachen Eindrücken seitlich, Pygidium fast eben, 
außen ringsum mit schmal erhobenem Außenrand, beide 
ziemlich zerstreut und ziemlich fein punktiert. Prosternum 
mit vorn abgestumpfter Kehlplatte; Mesosternum vorn 
schmal ausgerandet, Randstreif nahezu gerade, seitlich 
der Ausrandung weiter vom Vorderrand entfernt als an 
der Ausrandung selbst (dem Verlauf des Vorderrandes also 
nicht an der Ausrandung folgend). Vorderschienen mit 
3 Zähnen. L. 7— IOV2 mm. 

* Tropisches Afrika (Gap, Kamerun, Ost -Afrika, 
Abessinien etc.). 

6. P. marseuli,^) Lew. 1907 Hister m, Lewis, in Ann. nat. Hist. 
(7) V. 20, p. 101. I 1907 Hister monitot Lewis, 1. c. (7) v. 20. 
p. 483. I 1919 P. marseuli Bickhardt, in Ent. ßJätt. v. 15, p. 112. 

Kurz oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Ober- 
lippe quer-dreieckig. Stirnstreif vollständig, vorn gerade. 
Halsschild spärlich bewimpert, hinter der Vorderecke mit 
einem sehr flachen G-rübchen, äußerer Lateralstreif kaum 
bis zur Mitte reichend, innerer Lateralstreif vollständig, 
kräftig, an der Basis nicht einwärts gekrümmt. 
Flügeldecken mit obsoletem Subapikaleindruck, innerer 

^) Darch seine Unterbringung in der Gattung Pachylister ent- 
geht der Name marseuli Lew. dem G-eschick eingezogen zu werden. 
Als Hister hätte er wegen Hister marseuli DesbrocKers (Mitt. Schweiz. 
Ent. Ges. III. p. 341, 1871) nicht bestehen können. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



63 



Subhumeralstreif tief, bis zur Schulter reichend, Dorsal- 
streifen 1 — 3 oder auch nur 1 — 2 vollständig,^ Nahtstreif 
median, vorn und hinten obsolet oder abgekürzt, die 
übrigen Streifen apikal oder in Punktreihen aufgelöst und 
obsolet. Propygidium und Pygydium fast matt, äußerst 
fein und zerstreut punktiert, nahezu glatt erscheinend, 
P}'gidium mit schmal erhobenem Außenrand, wenig con- 
vex, fast eben. Prosternum und Mesosternum wie bei 
adjectus Mars. Vorderschienen mit 3 Zähnen am Außen- 
rand. L. 8—12 mm. 

* Zentral- und Ost-Afinka (Oberer Congo, Bukoba 
[Viktoria-See], Uganda). 

20. Genus Santalus, Lewis 

(im indo-australischen Gebiet). 

21. Genus Exorhabdus, Lewis. 

1910 Exorhabdus, Lewis, Ann. Mag. Nat. Hist. (8). Vol. 6, p. 53. | 
191617 E. Bickhardt, in Wj-tsman, Genera Insect. Fase. 166, 
p. 171. I 1918 E. Bickhardt, Ann. Mus. Nat. Hungar. Vol. 16, 
p. 291. 

Der Körper ist oval und mäßig gewölbt. Der Kopf 
ist ziemlich groß. Die Stirn hat einen vollständigen 
Querstreif. Die Fühler sind mäßig lang. Die Fühlergrube 
ist schmal, länglich rund und liegt unmittelbar hinter der 
Yorderecke des Halsschilds auf dessen Unterseite. Das 
Prosternum ist schmal, das Mesosternum vorn gerade ab- 
gestutzt und gerandet. Das Halsschild ist breiter als lang 
und hat zwei kräftige Lateralstreifen. Die Flügeldecken 
haben einen vollständigen, kräftigen, inneren Subhumeral- 
streif, der bis zur Basis reicht und annähernd parallel zu 
dem ersten Dorsalstreif verläuft. Der Nahtstreif ist vom 
und hinten etwas nach auswärts gebogen (nach dem 
Inneren der Fld. zu). Das Propygidium und Pygidium 
sind kräftig und dicht punktiert. Die Vorderschienen 
haben am Außenrand 3 Zähne, von denen der Apikaizahn 
sehr kräftig entwickelt ist, die Tarsalfurche ist gerade. 

Typus des Genus. — E. aeneus, Lewis. 



64 



H. Bickhardt. 



Tabelle der Arten. 

1. Mandibeln oben convex oder flach, ohne erhobenen 
Außenrand; Stirn eben oder mit verloschenem Ein- 
druck, Stirnstreif nicht kielförmig erhoben 2 

la. Mandibeln oben concav mit erhobenem Außenrand ; 
Stirnstreif kielförmig erhoben, Stirn hinter dem Streif 
mit unregelmäßigem, meist zweigrubigen Quereindruck . . . 5 

2. Erzfarben oder messingglänzend. 1. E. aeneus, Lewis 
2a. Schwarz oder pechbraun 3 

3. Äußerer Lateralstreif des Halsschilds nicht die Basis 
erreichend; innerer Subhumeralstreif und Dorsal- 
streifen 1—3 der Flügeldecken sehr stark vertieft und 
gekerbt, an der Basis noch stärker vertieft und ver- 
breitert als sonst. 2. E. crenulatus, Lewis. 

3a» Beide La eralstreifen des Halsschilds bis zur Basis 
reichend, Dorsalstreifen weniger stark vertieft und an 
der Basis weniger verbreitert als beim vorigen 4 

4. Flügeldecken mit vollständigen Dorsalstreifen, Naht- 
streif und innerem Subhumeralstreif, Stirn jederseits 
oberhalb der Mandibeln mit flachem obsoletem Ein- 
druck ; Halsschild vor der Basis nahe dem Rande (an 
den Lateralstreifen) mit deutlichem Quereindruck. 

3. E. mtesa, Ancey. 

4a. Nahtstreif und 5. Dorsalstreif, seltener auch der 4. 
an der Basis etwas abgekürzt ; Stirn eben ; Halsschild 
ohne Eindruck an der Basis. 4. E. afer, Payk. 

5. Dorsalstreifen 4, 5 und Nahtstreif fehlend, (Dorsal- 
streifen 1 — 3 and innerer Subhumeralstreif vollständig). 

5. E. simulans, Schmidt 

5a. Nahtstreif bis zur Mitte oder darüber nach vorn 
reichend, 5 kürzer, 4 kürzer oder länger als der 
Nahtstreif; (Dorsalstreifen 1 — 3 und innerer Sub- 
humeralstreif vollständig) 6 

6. Dorsalstreifen tief und gekerbt; Stirneindruck runzlig. 

L. 7— 7V* mm. 6. E. crenulistrius, Lewis. 

6a. Dorsalstreifen einfach vertieft: Stirneindruck glatt 
oder punktiert (nicht runzlig). L. 4V*— 6^/^ mm. 

7. E. marshalli, Lewis. 



Die Hi&terini des aethiopischen Faunengebiets. 65 



1. E. aeneus, Lew. 1906 Mister ae. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 18, p. 186. I 1910 E. ae. Lewis 1. c. (8) v. 6, p. 54. 

Oval, convex, erzfarben oder messingglänzend. Stirn 
eben, Stirnstreif vollständig, vorn leicht gebogen. Man- 
dibeln schwach convex. Halsschild nnterseits bewimpert, 
an den Seiten breit punktiert, Punkte teilweise zu Eunzeln 
zusammenfließend, besonders hinter den Vorderecken, beide 
Lateralstreifen vollständig, der innere auch am Vorderrand 
fortgesetzt. Flügeldecken mit kurzem äußerem Subhumeral- 
streif nahe der Basis, innerer Subhumeralstreif und Dorsal- 
streifen 1 — 4 vollständig und kräftig gekerbt (besonders 
die äußeren), 5 mehr oder weniger abgekürzt, zuweilen 
fast vollständig, wie der Nahtstreif ; Subapikalquereindruck 
sehr schwach. Propygidium und Pygidium dicht und 
grob punktiert, Punkte des letzteren etwas kleiner, Pro- 
pygidium seitlich schwach eingedrückt. Mesosternum vorn 
abgestumpft. Randstreif vollständig. Vorderschienen mit 
3 Zähnen. L. 772—9 mm. 

* Mittelafrika (Angola [Bihe und Bailundo], Tanganika, 
Franz. Congo). 

2. E. crenulatus, Lew. 1895 Hister c. Lewis, in Deutsche ent. Z 
p. 263. I 1910 E c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) v. 6, p. 54. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif voll- 
ständig, vorn gerade, Mandibeln nicht gerandet. Hals- 
sohild mit 2 Lateralstreifen, von denen der äußere nicht 
bis zur Basis reicht, der innere vollständig ist, letzterer 
ist sehr tief und von einigen Punkten an seinem Innen- 
rand begleitet; Flügeldecken mit vollständigem innerem 
Subhumeralstreif, dieser und die vollständigen 8 ersten 
Dorsalstreifen sehr tief, gekerbt und an der Basis noch 
mehr verbreitert und vertieft, 4 weniger breit und tief, 
5 apikal, bis zur Mitte reichend, Nahtstreif an der Basis 
etwas verkürzt. Propygidium grob und dicht puntiert, 
Punkte etwas oval geformt und dicht stehend, Zwischen- 
räume etwas erhoben; Pygidium ähnlich, aber etwas 
schwächer und dichter punktiert. Prosternum ohne 
Streifen zwischen den Hüften; Mesosternum am Vorder- 



66 



H. Bickhardt. 



rand fast gerade, ßandstreif vollständig. Vorderschienen 
mit 3 Zähnen. L. 7^2— 8V2 nim. 

* Westafrika (Togo). 

3. E. mtesa, Ancey. 1882 Hister. m. Ancey, in Nat. Sicil. v. 2, 
p. 71. I 1899 Campylorhabdus m. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 4, p. 12. I 1913 E. m. Bickhardt, in Berl. Ent. Z. p. 697. 

Kurz oval, mäßig gewölbt (etwas depress), ' schwarz. 
Kopf äußerst fein punktiert, Stirnstreif kräftig, fast gerade, 
Vorderrand etwas erhoben; Mandibeln convex. Halsschild 
glänzend ohne Mikroskulptur, hinter der Vorderecke 
kräftiger, seitlich fein punktiert, beide Lateralstreifen 
vollständig, ihr Zwischenraum ziemlich breit und etwas 
concav, der Außenrand (zwischen äußerem Lateralstreif 
und Marginalstreif) schmal und convex. Schildchen lang- 
dreieckig, vollständig der Länge nach gefurcht (concav). 
Flügeldecken fast matt, fein punktiert, nur höchstens im 
vorderen Drittel glänzend, äußerst fein chagriniert (Mikro- 
skulptur aus sehr kleinen eckigen Maschen bestehend, die 
so lang als breit sind); innerer Subhumer alstreif und 
sämtliche Dorsalstreifen vollständig. Propygidium und 
Pygidium grob, tief und sehr dicht wabenartig punktiert, 
die Zwischenräume der Punkte sehr schmal und mit ähn- 
licher Mikroskulptur wie die Flügeldecken. Mesosternum 
vorn gerade abgestutzt. Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 6^4= mm. 

* Deutsch-Ostafrika (Ussagara). 

4. E. afer, Payk. 1811 Hister a. Paykull, in Monogr. Histeroid 
p. 13, t. 13, f. 6. I 1854 H. a. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 592. 1 1889 Hister africanus Lewis, in Ann. nat. Hist. (6) 
V. 3, p. 282. I 1900 H. zambesius Lew. 1. c. (7) v. 6, p. 280. \ 
1907 H. similis Lew. 1. c. (7) v. 20, p. 101. 1 1918 E. a. Bickh , 
in Ann. Mus. Nat. Hungar. v. 16, p. 290. 

Ov^ ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn zu- 
weilen, jedoch sehr fein punktiert. Stirnstreif vorn fast 
gerade. Mandibeln fast eben. Seiten des Halsschilds 
meist ohne gröbere Punktierung zwischen und einwärts 
der Lateralstreifen, einige Exemplare sind aber auch durch 
mehr oder weniger grobe, teilweise sogar runzelige Punk- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



67 



tierung an dieser Stelle ausgezeichnet. Bei einzelnen 
Stücken erstreckt sich die Punktierung sogar ziemlich 
weit über die ganze äußere und innere Umgebung des 
inneren Lateralstreifs und ist besonders breit hinter der 
Vorderecke. Beide Lateralstreifen erreichen die Basis. 
Die Flügeldecken haben meist einen vollständigen inneren 
Subhumeralstreif, die Dorsalstreifen 1—4 vollständig aus- 
gebildet, 5 etwas mehr, 6 (Suturalstreif) etwas weniger 
vorn verkürzt. Zuweilen ist aber auch noch ein äußerer 
Subhumeralstreif vorhanden, und zwar öfter nur rudimentär 
in Form feiner kurzer Streifenstücke in der Schultergegend, 
selten auch kräftig und in größerer Ausdehnung. Der 
4. Dorsalstreif ist zuweilen vorn verkürzt, wie bei dem 
einzigen Exemplar, das Paykull vorgelegen hat. In den 
äußeren Zwischenräumen der Streifen sind die Flügel- 
decken auf der hinteren (apikalen) Hälfte mehr oder 
weniger dicht und zuweilen auch runzelig punktiert. Auch 
die Punktierung des Propygidiums und Pygidiums ist 
nicht ganz konstant, immerhin jedoch weniger variabel; 
sie ist ziemlich dicht bis sehr dicht und besteht aus 
groben, wenig tiefen Augenpunkten, Das Prosternum 
weist keine Besonderheiten auf, das Mesosternum ist vorn 
kaum ausgerandet (fast gerade), der ßandstreif ist voll- 
ständig. Die Vorderschienen haben 3 Zähne. L. 7 — 8\/2 mm. 
* Ostafrika (Kiganzera, Tanganika, E-hodesia). 

5. E. simulans, Schm. 1889 Hister s. Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 85. I 1916 17 E. S. Bickh.. in Wytsman, Gen. Insect. 
Fase. 166, p. 172. 

Kurz oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn vorn 
hinter dem Stirnstreif quer zweigrubig vertieft, Stirnstreif 
vollständig, etwas kielförmig ; Oberlippe quer, hinten quer 
eingedrückt, Vorderrand erhaben; Mandibeln concav mit 
erhobenem Außenrand. Halsschild seitlich bewimpert, 
beide Lateralstreifen vollständig. Flügeldecken mit kurzem 
basalem äußerem Subhumeralstreif, innerer Subhumeral- 
streif und Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, die übrigen 
völlig fehlend. Propygidium und Pygidium ziemlich grob 
und ziemlich dicht punktiert, letzteres mit etwas kleineren 



68 



H. Bickhardt. 



Punkten. Mesosternum vorn gerade, Randstreif voll- 
ständig, sehr dicht am Yorderrand verlaufend. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 7^4 — 8^4 mm. 
* Ostafrika (Sansibar, Ikutha). 

(>. E. crenulistrius, Lew. 1913 E. c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 12, p. 355. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn runzlig, mit 
einem Doppeleindruck, Stirnstreif gekielt, vollständig^ 
gerade. Halsschild mit 2 vollständigen Lateralstreifen, der 
innere auch am Vorderrand fortgesetzt, Zwischenraum 
punktiert. Flügeldecken mit kurzem basalem äußerem 
Sub humer alstreif, innerer Subhum er alstreif und Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, tief, gekerbt, 4 an der Basi& 
undeutlich abgekürzt, 5 apikal und etwa die Mitte er- 
reichend, Nahtstreif etwas gebogen und an der Basis 
abgekürzt. Propygidium und Pygidium dicht punktiert. 
Mesosternum vorn gerade, Randstreif vollständig. Vorder-^ 
schienen mit 3 Zähnen. L. 7 — 7V2 mm. 

Mittelafrika (Oongo). 

7. E. marshalli, Lew. 1897 Hister m. Lewis, in Ann. nat. Hist 
(6) V. 20, p. 188. I 1900 H. m. Lewis, 1. c. (7) v. 6, p. 281, t. 10, 
f. 8. I 1910 E. m. Lewis 1. c. (8) v. 6, p. 53. i 1900 Hister 
angoniensis Lewis 1. c (7) v. 6, p, 280. | 1907 Hister nyassae 
Lewis 1. c. (7) v. 19, p. H13. | 1919 E. m. Bickhardt, in Ent. 
Blatt. V. 15, p. 112. 

Kurz oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn fein, 
punktiert mit schwachem Doppeleindruck, Stirnstreif vorn 
gekielt, gerade. Halsschild seitlich punktiert, zuweilen 
gestrichelt, beide Lateralstreifen vollständig, kielförmig,. 
Zwischenräume der Streifen unregelmäßig punktiert (zu- 
weilen auch glatt), Rand des Halsschilds seitlich eben- 
falls schwach kielförmig. Flügeldecken mit vollständigem 
innerem Subhumer alstreif und ebensolchen Dorsalstreifen 
1 — 3, diese Streifen kaum sichtbar gekerbt, 4 apikal, bis 
etwa zur Mitte reichend, öfter unterbrochen oder in 
Punkte aufgelöst, 5 ähnlich aber noch schwächer, Naht- 
streif fein, etwas über die Mitte nach vorn reichend. 
Propygidium kräftig und ziemlich dicht mit meist ovaler^ 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



69 



Punkten, Pygidium mit mehr runden Punkten dichter 
besetzt. Mesosternum vorn abgestutzt, ßandstreif voll- 
ständig. Yorderschienen mit 3 Zähnen. L. 4V2 — B^-t nim. 

* Östl. Zentralafrika (Mashona-, Nyassa-, Angoniland, 
Tanganica). 

Biologische Bemerkung: E. marshalli Lewis wurde an 
Dung gefunden. 

22. Genus Hister, Linne. 

1767 Hister, Linne, Syst. Nat. (ed. 12), Vol. 2, p. 566. | 1854 //, 
Marseul, Monogr. Hister. p. 161. | 1854 H. Lacordaire, Gen. Col. 
Vol. 2, p. 260. I 1857/59 H. Jacquelin-Duval, Gen. Col. d'Eur. 
Vol. 2, p. 101. ; 1862 H. Thomson, Skand. Ool. Vol. 4, p. 221. | 
1885 H. J. Schmidt, Berl. Ent Zeitschr. Vol. 29, p. 282. | 1891 
H. Seidlitz, Fauna Balt. et Transsylv. p. 45. | 1899 //. Gangi- 
bauer, Käf. von Mitteleur. Vol. 3, p. 358. | 1908 //. Fuente. Bol. 
Soc. Arag. Cienc. Nat. p. 169. [ 1909 H, Reitter, Fauna Ger- 
manica, Vol. 2, p. 281. I 1912 H. Kuhnt, III. Best. Tab. Käf. 
Deutschi. p. 366. | 1916/17 H. Bickhardt, In Wytsman, Genera 
Insect. Fase. 166, p 175. 

Der Körper ist ziemlich dick, gerundet oder länglich 
oval; mehr oder weniger gewölbt. Der Kopf ist nicht 
sehr groß. Die Stirn ist quer oval, eben oder schwach 
convex, selten mit einem Eindruck in der Mittellinie, 
Stirnstreif meist kräftig und halbkreisförmig, seltener vorn 
gerade oder winkelig gebogen, noch seltener vorn unter- 
brochen. Die Augen springen wenig vor. Die Oberlippe 
ist quer, vorn schwach zugerundet oder gerade. Die 
Mandibeln sind vorgestreckt, gleichlang. Die Fühler sind 
unter dem Stirnrand eingefügt. Der Schaft ist ziemlich 
lang, gekrümmt, gegen die Spitze verdickt, in der Ruhe- 
lage in einer Furche zwischen den Augen und den Man- 
dibeln untergebracht. Die Fühlergeißel ist siebengliedrig, 
das erste Glied ist länger als die folgenden, das 2. bis 
6, Glied sind annähernd gleichlang, quer, das 7. Glied ist 
breiter,, den nachfolgenden Keulengliedern dicht angefügt. 
Die Fühlerkeule ist pubescent, aus vier Gliedern gebildet, 
deren Nähte etwas schief verlaufen. Die Fühlergrube ist 
meist undeutlich abgegrenzt, oft liegt die Fühlerkeule 
zwischen dem Kopf und dem Yorderwinkel des Hals- 



70 



H. Bickhardt. 



Schilds ohne erkennbare Aushöhlung des letzteren, zuweilen 
ist eine seichte Grube erkennbar. Das Mentum ist klein, 
vierseitig, am Vorderrand mehr oder weniger ausgerandet. 
Die Lippentaster sind dreigliedrig, die Kiefertaster vier- 
giiedrig; bei beiden ist das erste Glied sehr klein, die 
folgenden Glieder sind nicht sehr verschieden in ihrer 
Länge zu einander. Das Prosternum ist erhoben, an der 
Basis abgerundet. Die Kehlplatte ist quer, mehr oder 
weniger geneigt, vorn gerandet. Das Mesosternum ist 
quer, vorn meist ausgerandet, zuweilen aber auch kaum 
gebuchtet, selten ganz gerade; der Randstreif ist meist 
ganz, zuweilen auch vorn in der Mitte unterbrochen. Das 
Halsschild ist breiter als lang, an der Basis schwach 
gebogen, seltener schwach zweibuchtig, nach vorn gerundet 
verengt. Der Seitenrand hat einen Marginalstreif, der 
öfter nur in der vorderen Hälfte entwickelt ist, und zwei 
(höchstselten drei) Lateralstreifen, von denen der innere 
sich meist um den Vorderrand des Halsschilds ununter- 
brochen fortsetzt, der äußere häufig nach hinten verkürzt 
ist. Das Schild chen ist klein aber deutlich, dreieckig. Die 
Flügeldecken sind an der Spitze wenig schräg abgestutzt ; 
sie haben sechs teils ganze, teils mehr oder weniger ver- 
kürzte Dorsalstreifen (einschl. Nahtstreif): an den Seiten 
sind meist ein, selten zwei, meist abgekürzte Subhumeral- 
streifen entwickelt, ferner eine am Fußpunkt des ersten 
Dorsalstreifs entspringende kurze schräge feinere Humeral- 
linie. Die Epipleuren haben eine mehr oder weniger seichte 
Grube und mehrere Streifen. Das Propygidium ist quer 
sechseckig, der Vorderrand schwach gebogen, der Hinter- 
rand fast gerade, das Pygidium ist halbkreisförmig; das 
erstere ist geringer, das letztere stärker geneigt. Die Beine 
sind mittellang ; die Schenkel sind lang oval, in der Mitte 
am dicksten, am Innenrand mit einer Rinne. Die Vorder- 
schienen sind länglichdreieckig, flachgedrückt, mit zwei 
Enddornen von ungleicher Länge, am Außenrand mit Zähn- 
chen besetzt. Die Tarsalfurche ist gerade, nur innen deutlich 
gerandet. Die Mittel- und Hinters chienen haben zwei ge- 
zähnelte Längsleisten, die mehr oder weniger stark bedornt 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 71 



sind. Die Tarsen sind fünfgliedrig, die vier ersten Glieder 
haben innen je 2 Börstchen. Das Endglied hat 2 Klauen. 
Typus des Genus. — H. unicolor, Linne. 

Tabelle der Arten. 

1. Flügeldecken mit einem inneren ') Subhumeralstreif, 
der zuweilen von einem Stück des äußeren Sub- 
humeralstreifs begleitet wird , . . . 2 

la. Flügeldecken ohne Subhumeralstreifen, oder nur mit 
einem kurzen, oft obsoleten Bruckstück eines solchen 



in der Höhe der Schulter 57 

2. Flügeldecken mit 2 vollständigen Dorsalstreifen, der 

3. Streif unterbrochen oder abgekürzt 3 

2a. Flügeldecken mit 3 vollständigen Dorsalstreifen der 

4. Streif höchstens V4 der Länge der Flügeldecken 
erreichend , 4 

2b. Flügeldecken mit 4 vollständigen Dorsalstreifen der 

4. Streif öfter vorn wenig abgekürzt 38 

3. Mandibeln auf der Oberseite concav mit erhobenem 



Außenrand: Propj'gidium und Pygidium sehr kräftig 
und dicht punktiert; Halsschild an der Basis mit 
rötlicher Makel. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 

1. H. recurvus, Marseul. 
3a. Mandibeln auf der Oberseite convex ; Propygidium 
und Pygidium glatt. Vorderschienen mit 4 Zähnen, 
der proximale sehr klein. 2. H. gagatinusi) Reiche. 

') Vergl. auch H. lentulus, Er., bei dem ein kurzes Stück des 
inneren Subhumeralstreifs an der Spitze öfter sichtbar ist. 

^) Vergl. auch H. gagatinus, Reiche, bei dem der 3, Dorsalstreif 
auch zuweilen vollständig (wenn auch sehr fein) ist. 

^) Vergl. auch H. ovatulus, Marseul und colonicus, Lewis. 
Hierher gehört auch H. alluaudi, Desbordes (Voyage Alluaud 
und Jeannel, Coleopt. p. 367, f. 7, 1914), der sich von gagatinus durch 
vollständigen Stirnstreif, fast die Basis erreichenden äußeren Lateral- 
streif und vollständigen 3. Dorsalstreif unterscheiden soll. Da bei 
gagatinus sowohl Stirnstreif wie 3, Dorsalstreif, wenn auch sehr 
fein, so doch öfter vollständig sind, so bleibt als Unterschied nur 
noch die größere Längendes äußeren Lateralstreifs des Halsschilds 
des atluaudi üBrig. Dieses Merkmal ist aber nach den Erfahrungen 
bei vielen anderen Histerarten auch keineswegs constant. Ich be- 
trachte hiernach H. alluaudi mindestens als eine zweifelhatte Art 

Mit Pachy lister marseuli, Lewis (= monitor, Lewis) ist 
H. alluaudi schon nach den Gattungsmerkmalen — die allerdings 
bei marseuli nicht sehr stark ausgeprägt sind — nicht verwandt. 



72 



H. Bickhardt. 




Fig. 12. Fig. 13. Fig. 14. 




Fig. 23. 

Pygidium von 13. //. tropicus, Payk. (a stumpfe Kante), 15. 
//. montanus, Marseul. — Mesosternum von 12. H. aschanti, 
J. Schmidt, 14. M. barharus, Bickhardt, 16. M. aequatorius, Marseul. 
17. H. tropicola, J. Schmidt, 18. H. amphistrius, Marseul, 19. 
M. niloticus, Marseul, 20. H, mirus, Bickhardt, 21. //. nacht igalli 
Bickhardt, 24. //. loandae, Marseul, 25. H. distinguendus, J. Schmidt. 
Halsschild seitlich (von vorn) von 22. H. nachtigalli, Bickhardt, 
23. loandae, Marseul. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 73 



4. Mesosternum am Vorderrand mehr oder weniger aus- 
gerandet ') {Fig. 12, 14, 18, 19) 5 

4a. Mesosternum am Vorderrand gerade abgestutzt') 

(Fig. 20, 21, 24, 25) 25 

5. Flügeldecken rot mit dunkler Naht- und Schildchen- 
gegend. 3. H. cruentus, Er. 

öa. Flügeldecken einfarbig schwarz 6 

6. Prosternum zwischen den Vorderhüften mit Streifen. 

4. lineisternus, Lewis. 
6a. Prosternum ohne Streifen zwischen den Hüften 7 

7. Halsschild an den Seiten mit kräftiger Punktierung 

längs des inneren Lateralstreifs 8 

7a. Haischild höchstens fein punktiert oder glatt 9 

Stirnstreif vorn winklig einspringend : äußerer Lateral- 
streif des Halsschilds nur bis zur Mitte reichend; 
Körper gerundet oval. 5 mm. 



20a. H. helluonides, Marseul. 
8a. Stirnstreif vorn nahezu gerade; äußerer Lateralstreif 
des Halsschilds an der Basis nur wenig abgekürzt; 
Körper länglich oval. 6 mm. 5. fi. humpatanus, Marseul. 



9. Stirn eben oder schwach concav, ohne Längsein druck, 

Stirnstreif vorn gerade oder schwach gebogen 10 

9a. Stirnstreif vorn in der Mitte schwächer oder stärker 
winklig einwärts gekrümmt'^), Vorderrand des Stirn- 
streifs erhoben, zuweilen Stirn mit Längseindruck .... 24 

10. Beide Lateralstreifen des Halschilds vollständig^), der 

äußere höchstens ganz wenig verkürzt 11 

lOa.Nur der innere Lateralstreif des Halsschilds voll- 
ständig, der äußere stark verkürzt, selten über die 
Mitte nach hinten reichend 14 

11 . Lateralstreifen desHalsschllds einander sehr genähert*^ 
dicht am Rande verlaufend, Halsschild dicht punktiert. 



L. 7 */2 mm. 6. H. paganus, Schmidt 

') H. ritsemae, Marseul, hat in seltenen Fällen ein vorn schwach 
ausgerandetes Mesosternum. 

-) Vergl. auch H. aequatorius, Marseul. 

^) Bei H. Ullis, Fahrs., ist ziemlich selten der äußere Lateral- 
treif auch fast vollständig entwickelt. 

Vergl. auch Gattung Zabromorphus, Lewis. 

*) Hierher wäre auch der mir unbekannte //. sulcimargo, Lewis, 
zu stellen. Es wäre jedoch auch möglich, daß diese Art zur Gattung 
Exorhabdus, Lewis, gehört, da der innere Subhumeralstreif der 
Flügeldecken nach der Beschreibung von Lewis vollständig sein soll. 



74 



H. Bickhardt. 



. IIa. Lateralstreifen des Halsschilds mit dem gewöhn- 
lichen Zwischenraum^) 12 

12. Innerer Lateralstreif des Halsschilds ziemlich stark 
geschwungen, äußerer Streif nicht ganz die Basis 
erreichend, Zwischenraum zwischen beiden Streifen 
in der Mitte fast doppelt so breit als vorn; 4., 5. und 
Nahtstreif der Flügeldecken über die Mitte nach vorn 
reichend. Kleinere Art. 5^3 mm. 7. H. aschanti, Schmidt. 

12a. Zwischenraum der beiden Lateralstreifen gleichmäßig, 
beide Streifen die Basis erreichend. Größere Arten 
7 mm 13 

13. Marginalstreif des Halsschilds vollständig. 4, und 
5. Dorsalstreif sehr kurz, apikal ; Propygidium in der 
Mitte fast glatt, Pygidium gewölbt; Vorder schienen 

mit 4 Zähnchen. 7 mm. 8. M. scabripygus, Schmidt. 

13a. Marginalstreif des Halsschilds nur in der vorderen 
Hälfte entwickelt ; 4. Dorsalstreif fein, fast vollständig ; 
Propygidium grob punktiert mit teilweise längsrunz- 
ligen Zwischenräumen, Pygidium wenig convex mit 
feinem erhobenem Außenrand; Vorderschienen mit 
3 Zähnchen. 7—8 mm. 9. H. colonicus, Lewis. 

14. Flügeldecken ohne Nahtstreif ^) 15 

14a. Flügeldecken mit deutlichem Nahtstreif 16 



^) Hierher auch H. ellenbergeri, Desbordes, der sich nach den 
Angaben des Autors von H. Sülcimargo, Lewis durch den viel 
breiteren inneren Zwischenraum (zwischen den beiden Lateralstreifen ) 
gegenüber dem schmäleren äußeren Zwischenraum (zwischen äußeren 
Lateral- und Marginalstreif) und das vorn kaum ausgebuchtete 
Mesosternum unterscheiden soll. Auch mit H. scabripygus, Schmidt 
und colonicus, Lewis scheint ellenbergeri verwandt zu sein. Die 
besonders hervorgehobene Auszeichnung, das Eudiment eines dritten 
Lateralstreits, ist nichts so besonderes wie es Desbordes darstellt, es 
findet sich auch bei Zahromorphus viduus. Drei vollständige oder 
fast vollständige Lateralstreifen besitzen übrigens noch außer Zabro- 
morphus pachysomus, Ancey auch Zabromorphus nitidi Collis, 
Bickhardt und punctipennis, Schmidt, ferner Hister ignavus. Fahr.«, 
und H siculus, Tourn. 

M ellenbergeri ist unter Nr. 9a unter den Einzelbeschreibungen 
aufgeführt. 

^) Hierher auch H. dauphini, Lewis von Madagascar, der mit 
H. contemptus, Marseul sehr nahe verwandt zu sein scheint. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



75 



15. Marginalstreif des Halsschilds bis zur Basis reichend ; 
Mandibeln fast eben mit stumpfem Außenrand ; Pygi- 
dium ziemlich dicht und kräftig punktiert. L. 6—7 mm. 

10. //. contemptus, MarseuL 
15a. Marginalstreif des Halsschilds höchstens bis zur Mitte 
reichend ; Mandibeln leicht concav duit erhobenem 
Außenrand; Pygidium noch dichter und gröber punk- 
t ert als beim vorigen. L. 6—7 mm. 

11. H. Ullis, Fahrs.^) 

16. Pygidium wenig convex, fast eben, mit stumpfkantig 
abgesetzter, auf die Unterseite umgeschlagener glatter 



Spitze (Fig. 13) 17 

16a. Pygidium convex, ohne kantig abgesetzte Spitze 

(Fig. 15) 20 

17. Beide Lateralstrelfen des Halsschilds etwa oleich 
kräftig und tief, der äußere fast gleich weit vom inneren 
und vom Eande verlaufend; der 4. und 5. Dorsal- 
streif der Flügeldecken obsolet oder fehlend, Naht- 
streif über die Mitte nach vorn reichend. 



12. H. iorridus, Marseal. -) 
17a. Der äußere Lateralstreif feiner als der innere und dem 

Rande viel mehr genähert als dem inneren Lateralstreif ... 18 

18. Körperforra länglich-oval; größere Art (meist 8-10 mm, 
selten auch etwas kleiner oder größer); 4. Dorsalstreif 
bald kurz, apikal, bald bis dicht vor die Basis reichend. 

47. H. tropicus, Payk. 
18a. Körperform oval, oder kurz oval: kleinere Arten 

(6—7 mm) 19 

19. 4. Dorsalstreif fast vollständig; Propygidium zerstreut 
und gröber, Pygidium auf dem flachen Teil etwas 

dichter und feiner punktiert. 13. H. ovatulus, Marseul. 

19a. 4. Dorsalstreif apikal; Propygidium und Pygidium 
seitlich mit je einem seichten Eindruck, nur im ba- 
salen Teil punktiert, im hinteren Teil fast glatt, 
Pygidium matt. 14. ti. calabaricus, Marseul. 

20. Mandibeln auf der Oberseite convex oder eben . ... 21 
20a. Mandibeln oben concav mit erhobenem Außenrand ... 23 

21. Körperform oblong, fast parallelseitig, Mandibeln in 
der proximalen Hälfte leicht convex (fast eben) mit 

^) Vergl. auch J. Schmidt, Ent. Nachr. v. 15, p 91 (1880). 
^) H. guinensis, Payk. dürfte^ abgesehen von der monströsen 
Flügeldeckenstreifung mit H. torridus übereinstimmen. 



76 



H. Bickhardt. 



ziemlich stumpiem Aiißenrand ; 4. und 5. Dorsalstreif 
sehr fein, 4 von der Mitte ab nach vorn obsolet. 
5 kaum bis zur Mitte deutlich; i^Propygidium und 
Pygidium ziemlich fein und wenig tief zerstreut 
punktiert, dazwischen mit einer dichteren äußerst 
feinen G-rundpunktierung). 9 mm. 48. H. barbarus, n. sp. 

21a. Körperform oval. Mandibeln stark convex ohne kan- 
tigen Außenrand; 4. und 5. Dorsalstreif sehr kurz, 
apikal ; 6 — 7 mm 22 

22. Stirnstreif sehr kräftig und tief: äußerer Lateralstreif 
des Halsschüds und alle Dorsalstreifen der Flügel- 
decken feiner, Nahtstreif länger s der Deckenlänge): 
Propygidium und Pygidium feiner und weniger tief 
punktiert: Vorderschienen mit 5 Zähnchen (das proxi- 
male Zähnchen selir klein) 7 mm. 15. fi. montanus, Marseul. 

22a Stirnstreif etwas weniger kräftig; Lateralstreifen des 
Halsschilds und alle Dorsalstreifen kräftiger (gekerbt^, 
Xahtstreif kürzer {^1-2 der Deckenlänge 's : Propygidium 
und Pygidium kräftiger und tiefer punktiert ; Vorder- 
schienen mit 3 — 4 Zähnchen (das 4. proximale Zähnchen 
sehr klein. 6 mm. 16. H. pharaonis, Schmidt. 

23. Zwischenraum der Lateralstreifen und ihr Abstand 
vom Rande des Halschilds breiter: Pygidium kaum 
sichtbar punktiert (fast glatt); Randstreif des Meso- 
stemums der Ausrandung am Vorderrand nicht folgend 

(Fig. 16;. 4' 2 — 5^2 mm. 17 H. aequatorius, Marseul.^) 

23a. Zwischenraum der Lateralstreifen und ihr Abstand 
vom Rande des Halsschilds schmäler. Propygidium 
stärker und gleichmäßiger als beim vorigen, Pj'gi- 
dium kaum schwächer als das Propygidium punk- 
tiert; Randstreif des Mesostemums der Ausbuchtung 
am Vorderrand folgend Fig. 17). 4^4—5 mm. 

18. H. tropicola, Schmidt. -j 

24. Stirnstreif vorn nur schwach wink' ig einwärts ge- 
krümmt, mit schwachem Längseindruck der Stirn. 
Pygidium fein punktiert, an der Spitze fast glatt. 

3^ *— 4 mm. 19. H. amphistrius, Marseul. 

•*) Die mir unbekannten M. chaloti, Desbordes und H. sedulus, 
Lewis scheinen mit H. aequatorius, Marseul nahe verwandt zu sein. 

^) Hierher fi. sibuti, Desbordes, der nach der Beschreibung 
kaum von tropicola, Schmidt verschieden sein kann. Die Type des 
letzteren besitze ich. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



77 



24a. Stirnstreif vorn stärker winklig einspringend, mit 
deutlichem Längseindruck auf der Stirn. Propygidium 
nicht sehr dicht mit ziemlich kräftigen Punkten besetzt, 
Pygidium ebenso, nur etjvas feiner und dichter 
punktiert. 5\'v mm. 20. H. niloticus, MarseuL 

25. Stirn eben oder mit Quereindruck hinter dem Stirn- 
streif (ohne Längseindruck oder größere Vertiefung), 
Stirnstreif vorn gerade oder schwach gebogen 26 

25a. Stirn mit einer größeren Vertiefung (rundlichen oder 

dreieckigen Grube) ') 36 

26. Zwei oder drei Lateralstreifen des Halsschilds voll- 
ständig, der äußere höchstens ganz wenig gekürzt ... 27 

26a. Nur der innere Lateralstreit des Halsschilds voll- 
ständig, "* der äußere stark verkürzt, selten über die 
Mitte nach hinten i eichend 31 

27. Halsschild mit drei seitlich vollständigen Lateral- 
streifen und einem vollständigen Margin alstreif ; 
letzterer und der innere Lateralstreif sind auch am 
Vorderrand ununterbrochen tortgeführt. 26. M.ignavuSfFBhmeus. 

27a. Halsschild mit zwei vollständigen (bzw. tast voll- 
ständigen) Lateralstreiten, nur der innere hiervon 
auch am Vorderrand ausgebildet 28 

28. Der innere Subhumeralstreif der Flügeldecken ist 
von einem längeren flach gebogenen Stück des äußeren 
Subhumeralstreifens an der Schulter begleitet. 57* mm. 

22. fi. mir US, n. sp. 
28a. Innerer Subhumeralstreit allein ausgebildet, äußerer 

fehlend 2) 29 

29. Äußerer Lateralstreif des Halsschilds weniger kräftig 
als der innere, an der Basis etwas verkürzt; 4. und 
5, Dorsalstreif fast bis zur Mitte der Flügeldecke 
reichend. 7 mm. 23. H. cribrurus, Marseul. 



Vergl. auch H. cribrurus, Marseul mit concaver Stirn. 
^) Hierher eine neue Art von Desbordes (Bull. Soc. ent. Fr. 
p. 215, 1917), die sich in die Tabelle folgendermaßen einreiht : 

28a wie oben 28b. 

28b. Propygidium fein punktiert mit wenigen größeren 
Punkten dazwischen, Pygidium fast olatt. 4 mm. 

22a. H. pygolaevis, Desbordes. 
28c. Propygidium und Pygidium gröber und dichter punk- 
tiert. 6—8 mm 29 

29 weiter wie oben. 



78 



H. Bickhardt. 



29a. Beide Lateralstreifen des Halsschilds gleich kräftig, 
vollständig; 4. und 5. Dorsalstreif sehr kurz oder 
fehlend 30 

30. Nahtstreit deutlich. Von den Randstreifen der Kehl- 
platte ist der äußere sehr kurz, nur an der Basis 
deutlich. Epipleuren dreistreifig. 8 mm. 

24. H. rectisternus, Marseul. 
30a. Nahtstreif fehlend, ebenso der 5. Dorsalstreif. Rand- 
streiten der Kehlplatte beide ganz. Epipleuren zwei- 
streifig. L. 67* mm. 25. H. obtusisternus, Schmidt*). 

31 . 4. Dorsalstreif nur durch ein kurzes basales Rudiment 
dargestellt, 5. Dorsalstreif fehlend. Größere Art. 

7V2— 8V2 mm. 27. H. capicola, Marseul. 

31a. 4. Dorsalstreif apikal, ebenso der 5.. letzterer zuweilen 

sehr kurz, punktförmig. Kleinere Arten, 5— 6'/2 mm. . . 32 

32. Lateralstreiten des Halssoiiilds in den Vorderecken 
vereinigt (vergl. Figur 22) 33 

32a. Lateralstreifen des Halsschilds wie gewöhnlich ver- 
laufend (nicht in den Vorderecken verbunden) (Figur 23) . . . 34 

33. Körper oblong, Nahtstreif ausgebildet, P^^-gidium zer- 
streut und wenig feiner als das Propygidium punktiert. 

5 mm. 28. H. alienigena"^), Bickhardt. 

33a. Körper oval, Nahtstreii fehlend, Pygidium sehr fein 
und viel dichter als das Propygidium punktiert (bei 
geringer Vergrößerung fast glatt erscheinend). 5 mm. 

29 H. nachtigalli, n. sp 

34. Stirnstreif raeis' in der Mitte winklich einwärts ge- 
krümmt^) Nahtstreif bis zur Mitte der Flügeldecken 
reichend; Propygidium und Pygidium zerstreut 
punktiert, letzteres etwas feiner (Propygidium mit 
Augenpunkten). 5 mm. 30. H. loandae, Marseul. 

') Hierher gehört zweifellos auch der mir unbekannte H. sulcipygus, 
Lew. Er ist nach der Beschreibung von H. obtusisternus, Schm. 
(abgesehen von dem monströsen Pygidium) nicht zu unterscheiden. 

') H. jeanneli, Desbordes ist nach der Beschreibung und auch 
nach der Figur als synonym mit H.alienigena, Bickhardt zu betrachten. 
Die beiden Stirngrübchen sind nur bei wenigen Exemplaren ausgebildet. 
Mir liegen 6 Exemplare aus verschiedenen Gebieten Ostafrikas vor. 
Zur V^rgleichung und um nichts mehr an dem bestehenden Satz bei 
alienigena zu ändern, gebe ich die Beschreibung des jeanneli als 
unsichere Art. Der Name muß jedoch zu ersterera als Synonym 
gestellt werden. 

Vergl. auch H. aequatorius, Marseul. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



79 



^34a. Stirnstreif meist gerade. Nahtstreif der Flügeldecken 
weit über die Mitte nach vorn reichend: Propygidium 
und Pygidium dicht punktiert 35 

^3ö. Mandibeln eben, nur kurz an der Basis erhaben ge- 
randet; der innere Lateralstreif des Halsschilds hinten 
dem Rande stärker genähert als vorn : Pygidium 
dicht, aber nicht längsrunziig punktiert. 5 mm. 

31. h. distinguendus, Schmidt. 

35a. Mandibeln an der Basis concav, der schwach erhobene 
Außenrand reicht weiter nach vorn als beim vorigen; 
der innere Lateralstreif des Halsschilds stärker ge- 
schwungen und vorn dem Seitenrand fast ebenso 
stark genähert als hinten; Pygidium noch dichter 
und etwas gröber punktiert, die Zwischenräume zu 
Längsrunzeln zusammenfließend. 6— 6V2 mm. 

32. H. ritzemae Marseul. 

36. Körpertorm gerundet, fast kreisförmig, Mandibeln 
flach, ohne erhobenen Außenrand. Mesosternalstreif 
halbkreisförmig. 5 mm. 33, H. circulus, Schmidt. 

36a. Körperform oval, Mandibeln concav mit erhobenem 
Außenrand, Mesosternalstreif vorn fast gerade, seitlich 
gebogen 37 

37. Stirnstreif erhoben; 4. und 5. Dorsalstreif sehr kurz, 
apikal : Kehlplatte des Prosternums mit 3 Randstreifen. 

O'/i mm. 34. //. circulatis, Lewis. 

37a. Stirnstreif fein eingeschnitten ; 4. und 5. Dorsalstreif 
bis zur Mitte reichend, sehr fein und vorn obsolet; 
. Kehlplatte des Prosternums mit 2 Randstreifen. 
6 mm. 35. H. congonis, Lewis. 

38. Körperform kurz- und ziemlich breit-oval, Mandibeln 
convex (Mesosternum vorn nur schwach ausgerandet 

oder gerade abgestutzt) 39 

38a. Körperform länglich-oval, Mandibeln meist concav ^) 

(Mesosternum vorn meist deutlich ausgerandet) 46 

39. Vorderschienen mit 3 Zähnen 40 

39a. Vorderschienen mit 4—5 Zähnen 45 

40. Alle Dorsalstreifen (einschl. Nahtstreif) vollständig, 
der 5. und 6. Streif vorn im Bogen vereinigt; Rand 

Hierher auch M. punctipygus, Desbordes, den ich für kaum 
verschieden von fi. ritsemae, Marseul halte. 

^ Ausnahmen H. gorilla, Schmidt und //. ertli, Bickhardt. 



80 



H. Bickhardt. 



des Halsschilds (zwischen innerem Lateralstreif und 
Außenrand) sehr schmal. Vorderschienen mäßig ver- 
breitert mit 2 großen Zähnen und einem sehr kleinen 
dritten (proximalen) Zähnchen. 8 mm. 

36. H. angustimargo, n sp. 

40a. Der 5. Dorsal- und der Nahtstreif vorn verkürzt, 
Hand des Halsschilds von gewöhnlicher Breite. Vorder- 
schienen mit 3 deutlichen größeren Zähnen 41 

41. Oberseite flacher, weniger convex; Körper mehr 
zusammengedrückt; Propygidium und Pygidium 
/.iemlich dicht, an den Seiten basal sehr dicht und 
fast runzlig mit groben länglichen Augenpunkten 
besetzt, Pygidium seitlich gt randet. Mandibeln schwach 
concav mit stumpfem Außenrand. IIV2 — I2V2 mm. 

37. H. asperatus Lewis. 

41a. Oberseite stark convex, Körper dicker : Pygidium und 
Propygidium wenig grob, nirgends runzlig punktiert ; 
Mandibeln convex . 42 

42. Die inneren Dorsalstreifen der Flügeldecken ebenso 
kräftig und tief gekerbt wie die äußeren; Subapikal- 
eindruck der Flügeldecken flacher, der Spitze näher. . . 43 

42a. Die 3 inneren Dorsalstreifen sind erheblich feiner als 
die 3 äußeren ; Subapikalquereindruck der Fügel decken 
tiefer, deutlicher, mehr von der Spitze abgerückt .... 44 

43. Größere Art; oft^) die Seiten des Halsschilds im Um- 
kreis der Lateralstreifen mehr oder weniger runzlig 
punktiert, häufig^) ist auch ein basales Stück des 
äußeren Subhumeralstreif ausgebildet. 9 — 12'/2 mm. 

38. H. mechowi, Schmidt. 

43a. Kleinere Art; selten die Seiten des Halsschilds mit 
einzelnen Punkten (nicht runzlig) längs des inneren 
Lateralstreifs; zuweilen ein sehr kurzes punktförmiges 
Rudiment des äußeren Subhumeralstreifs undeutlich 
entwickelt ; äußerer Lateralstreif des Halsschilds nicht 
die Mitte der Seite erreichend; 5. und Nahtstreif nur 
wenig verkürzt. 6-7\'2 mm. 39. H. crenatipennis, Bickhardt. 

^) Der äußere Subhumeralstreif, die runzlige Punktierung des 
Halsschilds und der Flügeldeckenspitze sind zuweilen obsolet oder 
fehlend, wie übrigens auch bei H. mechowi, Schmidt (vergl. auch 
H.gorilla, Schmidt). 

^) Vergl. Fußnote vorher. 



\ 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 81 

44. Vorderschienen mit 3 Zähnen, Propygidium und 
Pygidiura ziemlich kräftig und wenig dicht punktiert. 

7—11 mm.^) 40. //. tropicalis, Marseul.') 

44a. "Vorderschienen mit 4 — 5 Zähnen; Propygidium und 

Pygidium fein und ziemlicli dicht punktiert 45 

45. Flügeldecken ohne Subapikaleindruck ; Pygidium 
jederseits an der Basis kaum eingedrückt. 41. H. nomas, Er. 

45a. Flügeldecken mit einem Quereindruck vor der Spitze; 
Pygidium mit einem Grübchen jederseits vor der 
Basis. 42. H. nigrinus, Fahraeus 

46. Stirn eben, Stirnstreif gerade oder schwach gebogen ... 47 

46a. Stirn mit einem mehr oder weniger deutlichen Längs- 
eindruck, Stirnstreif vorn in der Mitte winklich ein- 
springend 56 

47. Nahtstreif fehlend oder obsolet 48 

47a. Nahtstreif deutlich und meist kräftig ausgebildet .... 49 

48. Äußerer Lateralstreif des Halsschilds vollständig; 
Pygidium seitlich fein gerandet. 43. H. spinipes, Marseul. 

48a. Äußerer Lateralstreif des Halsschilds abgekürzt; 
Pygidium höchstens nahe der Basis kurz gerandet. 

44. H. memnonius, Er. 

49. Oberlippe mit halb-grübchenartiger tiefer Aushöhlung 
(ähnlich Macrolister) am Vorderrand; Epipleuren des 
Halsschilds glatt, unbehaart. L. 6V4 mm. 

45 H. c avilabris, n. sp. 

49a. Oberlippe vorn gerundet oder schwach stumpfwinklig 
oder gerade; Epipleuren des Halsschilds punktiert 
und behaart 50 

50. Oberlippe schmal, fast so lang als breit, vorn halbkreis- 
förmig gerundet, in der Mitte schwach concav; 
Lateralstreifen des Halsschilds hinter der Vorderecke 
durch einen kleinen Zwischenstreif vereinigt. Meso- 
sternum vom nur schwach ausgerandet. L. 5 mm, 

46. H. peregrinus, Schmidt. 



') Mir liegen drei Riesenstücke aus .Toko (Kamerun) von 11 mm 
Länge vor. Die Histeriden variieren in der Größe bedeutend. 

Hierher auch der mir unbekannte H. accola, Lewis, der mit 
D. tropicalis, vielleicht auch mit H mechowi übereinstimmen dürfte. 

6 



82 



H. Bickhardt. 



50a. Oberlippe kurz, breit (etwa doppelt so breit als lang) ; 
Lateralstreilen des Halsschilds hinter der Vorderecke 
nicht zusammenstoßend') 52 

52. Mandibeln oberseits convex oder nur schwach concav 
mit stumpfem Außenrand ; Nahtstreif der Flügeldecken 

nahezu vollständig, der 5. Streif etwas verkürzt 53 

52a. Mandibeln oberseits ausgehöhlt mit erhobenem Außen- 
rand; Nahtstreif der Flügeldecken vorn stärker ver- 
kürzt, wenig die Mitte überragend; 5. Dorsalstreif 
apikal, selten die Mitte der Flügeldecke erreichend. 

47. H. tropicus, Payk. 

53. Mandibeln schwach concav, fast eben; Mesostemum 

vorn schwach ausgerandet 54 

53a. Mandibeln convex: Mesostemum vorn stärker aus- 

randet 55 

54. Halsschildunterseite seitlich mit kurzen, dankein 
Wimperhaaren mäßig dicht besetzt; Pygidium und 
Hropygidium fein punktiert. Körperform oval. 

L. 7— IOV2 mm. 50. H. calidus, Er. 

54a. Halsschildunterseite seitlich mit verhältnismäßig 
langen, gelben Wimperhaaren dicht besetzt; Pro- 
pygidium und Pygidium ziemlich kräftig punktiert. 
Körperform oblong. L. 6 V^— 7^/2 mm. 49. //. /7///ro///5, Schmidt. 

55. Pygidiam und Propygidium grob und ziemlich dicht 
punktiert; Kehlplatte des Prosternums gerade ab- 
gestutzt, Basis des Prosternums gerundet; Meso- 
stemum vorn mäßig tief ausgerandet; 5. Dorsalstreif 

etwa von halber Deckenlänge. 51. H. gorilla, Schmidt. 

55a. Pygidium äußerst fein, Propygidium ziemlich grob 
und weitläufig punktiert; Kehlplatte des Prosternums 
stumpf gerundet, Basis lanzettförmig mit abgerundeter 
Spitze; Mesostemum vorn tief ausgerandet; 5. Dorsal- 
streif wenig kürzer als die übrigen. 52. H. ertli, Bickhardt. 

56. Mesostemum vorn deutlich ausgerandet. Körperform 
oblong. 53. M. coprophilus, Reiche. 

56a. Mesostemum vorn gerade oder fast gerade; Körper- 
form oval; kleiner als der vorige. 54. H.zulu, Marseul. -) 



^) Hierher auch der mir unbekannte H. SOtnali, Lewis mit der 
Skulptur der Oberseite des H. tropicus, jedoch mit vorn gerundetem 1? 
Mesos'emum, glattem Pygidium und wesentlich geringerer Körper- 
größe (SVa mm). 

^) Hierher gehört wahrscheinlich der mir unbekannte H. atricolor, 
Lewis. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 83 



57. Vorderrand des Halsschilds in der Mitte stumpfwinklig 
vorspringend, Lateralstreifen nicht parallel, der äußere 

feiner als der innere. 57. M. angulicollis , u. sp. 

57a. Vorderrand des Halsschilds in der Mitte gerade (der 

Ausschnitt für den Kopf gleichmäßig ausgerandet) ... 58 

58. Flügeldecken mit 2 vollständigen Dorsalstreifen, der 
3. Streif basal, hinten abgekürzt, Nahtstreif fehlend. 

55. M. t r ist r latus, Marseul 

58a. Flügeldecken mit 3 vollständigen Dorsalstreifen .... 59 

58b. Flügeldecken mit 4 ganzen Dorsalstreifen 62 

58d. Alle Streifen der Flügeldecken vollständig, letztere 

rot mit schwarzem Skutellarfleck 65 

59. Mesosternum vorn gerade abgestutzt ; äußerer Lateral- 
streif des Halsschilds kurz. 56. H. nattereri, Schmidt. 

59a. Mesosternum vorn ausgerandet; äußerer Lateralstreif 

des Halsschilds über die Mitte nach hinten reichend. . . 60 

60. Nahtstreif kurz, median auf der Scheibe; 4, und 
5. Streif kurz, apikal, 4 zuweilen mit basalem Rudiment; 
äußerer Lateralstreif des Halsschilds nicht die Basis 
erreichend; Pygidium fein punktiert. 58. H. fossor, Er. 

60a. Nahtstreif apikal, länger; äußerer Lateralstreif des 
Halsschilds die Basis erreichend; Pygidium gröber 
punktiert 61 

61. Nahtstreif über die Mitte nach vorn reichend : Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen, die beiden distalen Zähne 

sehr groß. 59. M. ob es US, Marseul. 

6 la. Nahtstreif kaum die Mitte erreichend, Vorderschienen 
mit 5 Zähnchen, die beiden distalen Zähne dicht 
zusammen auf gemeinsamer Basis. 60. M. inflexus, Lewis. 

62. Beide Lateralstreifen des Halsschilds lang, der äußere 

nur selten wenig an der Basis abgekürzt^) 63 

62a. Äußerer Lateralstreif des Halsschilds sehr kurz, nur 
in der Vorderecke ^); Epipleuren des Halsschilds dicht 
bräunlich bewimpert. 61. H. lentulus. Er. 



^) Hierher wahrscheinlich auch der mir ui^bekannte H. sikorae, 
Lewis, über dessen Subhumeralstreif Lewis sich ausschweift. 

^) Bei einem Exemplar meiner Sammlung fehlt der äußere Lateral- 
streit vollständig. 

6^ 



84 



H. Bickhardt. 



63. Zwiscbenraum der Lateralstreif en vom Rande des 
Halsschilds breit, oft mit einigen Streifenrudimenten 
(Stricheln) dazwischen, Nahtstreif der Flügeldecken 
kurz, apikal oder median, fein und teilweise obsolet. 
Die beiden Spitzenzähne der Vorderzähne sehr groß 

und spitz, der 3. Zahn sehr klein. 62. //. furciger, Marseul. 
63a. Zwischenraum der Lateralstreifen des Halsschilds von 
gewöhnlicher Breite, Nahtstreif über die Mitte der 
Flügeldecken nach vorn reichend, kräftig 64 

64. M esosternum vorn tief ausgerandet, Randstreif entlang 
der Ausrandung sehr fein oder fehlend; Oberlippe 
convex, oft mit schmalem Längsein druck, vorn mit 
kleinem Mitteltuberkel, der zuweilen fehlt (ab- 
gerieben?); Flügeldecken mit kurzem medianem 
äußeren Subhumeralstreif, der zuweilen fehlt; Naht- 
streif nur wenig über die Mitte der Flügeldecken nach 

vorn reichend. 63. //. gehini, Marseul. 

64a. Mesosternum vorn flacher ausgerandet, mit deutlichem 
Randstreif; Oberlippe mit flachem breitem Längs- 
eindruck (concav) ; Flügeldecken stets ohne Subhume- 
ralstreif; Nahtstreif weit über die Mitte der Flügel- 
decken nach vorn reichend. 

59. H. obesus v. furcimanus, Marseul. 

65. Mesosternum vorn zugerundet; äußerer Lateralstreif 
des Halsschilds an der Basis abgekürzt. (Arabien.) 

64. M. castus, Lewis.^) 
65a. Mesosternum vorn ausgebuchtet, äußerer Lateralstreif 

des Halsschilds die Basis erreichend. 65. H. honestus, Lewis. 

1. H. recurvus, Mars. 1854 H. r. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 232, t. 7, f. 48. I 1891 H. r. Lewis, in Ann. nat. Hist. 6 v. 8, 
p. 386. 

Kurz oval, mäßig convex, schwarz, glänzend; Hals- 
schild am Hinterrande mit 2 dunkelroten Makeln, die 
zuweilen zusammenfließen; Fühler braun, Fühlerkeule 
grau tomentiert. Stirn eben, Stirnstreif vollständig, kaum 
gebogen. Mandibeln oberseits concav. Halsschild mit 
vollständigem innerem und abgekürztem äußerem Lateral- 
streifen. Flügeldecken mit apikalem innerem Subhumeral- 

^) Hierher würde auch der mir (ebenso wie H. castus und 
honestus) unbekannte H. martius Lewis gehören. Vielleicht wäre 
es zweckmäßig (was ich ohne Ansicht der Tiere nicht entscheiden 
kann), diese 3 Arten zum Genus Eudiplister Reitter zu stellen. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



85 



streif, der bis zur Schulter reicht und dicht am 1. Dorsal- 
streif anliegt, Dorsalstreifen 1 — 2 vollständig, 3 unter- 
brochen (Basalstück kräftig), 4 nur durch einen oder 
mehrere Punkte an der Spitze angedeutet, die übrigen 
fehlend. Propygidium jederseits eingedrückt, ebenso wie 
das Pygidium kräftig und dicht punktiert. Mesosternum 
vorn tief ausgerandet. Randstreif in der Mitte unter- 
brochen. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 6 mm. 

* Madagascar. 

2 H. gagatinus, Reiche. 1851 H. g. Eeiche, in Galin. Voy. Abyss 
p. 301, t 18, f. 7. I 1854 H. g. Marseul, in Monogr. Hister. p. 202. 
t. 6 f. 23. 

Oval, stark gewölbt, schwarz, stark glänzend. Fühler 
braun, Fühlerkeule grau tomentiert. Stirn eben, Stirn- 
streif undeutlich, vorn oft unterbrochen. Halsschild mit 
vollständigem innerem und in der Mitte abgekürztem 
äußerem Lateralstreit'. Flügeldecken mit schwachem Sub- 
apikaleindruck, Epipleuren 2 streifig, innerer Subhumeral- 
streif apikal, bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 
fein, 1 — 2 vollständig, 3 breit unterbrochen, 4—5 apikal, 
sehr kurz, undeutlich. Nahtstreif vorn und hinten abge- 
kürzt. Propygidium seitlich eingedrückt, glatt, wie auch 
das Pygidium. Mesosternum nur schwach vorn ausge- 
buchtet, Randstreif vollständig (ein zweiter äußerer Rand- 
streif nur seitlich durch kurze Rudimente angedeutet). 
Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 8 — 9 mm. 

* Abessinien. 

2a. H. Alluaudi, Desb. 1914 H. a. Desbordes, in Voyage Alluaud 
u. Jeannel. Coleopt. p. 367, f. 7. 

Oval, stark convex, schwarz, glänzend. Kopf kaum punktiert, 
Oberlippe so lang als breit, Stirnstreif vollständig. Halsscbild mit 
2 Lateralstreifen, die fast die Basis erreicben, der innere auch t^orn 
vollständig. Flügeldecken mit innerem Subhumeralstreif, der bis zur 
Schulter reicht, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 — 5 kaum durch 
einige Punkte angedeutet, Nahtstreif vorn und hinten abgekürzt. 
Propygidium ui.d Pygidium wenig punktiert, fast glatt. Mesosternum 
vorn wenig ausgerandet, Randstreif vollständig, außerdem sind noch 
Rudimente eines äußeren Marginalstreifs an den Seiten vorhanden. 
Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 9 — 11 mm. 

Englisch Ostafrika. 



86 



H. Bickhardt. 



3. H cruentus, Er. 1834 H. c. Erichson, in Klug, Jahrb. Ins. 
V. 1, p. 137. I 1861 H. c. Marseul, in Monogr. Hister. p. 517, 
t. 6, f. 8. 

Oblong oval, mäßig convex, schwarz glänzend mit 
roten Flügeldecken, letztere am Schildchen, längs der 
Naht und an der Spitze schwarz. Fühler braun, Keule 
rötlich. Stirn mit vollständigem vorn geradem Streif; 
Mandibeln fast eben mit stumpfer Außenkante. Hals- 
schild seitlich bewimpert, innerer Lateralstreif vollständig, 
an den Seiten etwas geschwungen, äußerer Lateralstreif 
viel feiner, an der Basis mehr oder weniger verkürzt, 
dicht am ßande verlaufend, Marginalstreif bis zur Basis 
reichend. Flügeldecken mit sehr schwachem Subapikal- 
eindruck, innerer Subhura er alstreif kurz apikal, nicht bis 
zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 
4 apikal, fein, zuweilen in einzelne Punkte aufgelöst, oder 
ganz fehlend; die übrigen fehlend. Propygidium seitlich 
flach eingedrückt, ziemlich grob und dicht, Pygidium 
ziemlich dicht punktiert, mit glatter Spitze. Mesosternum 
vorn ausgerandet, ßandstreif vollständig. Vorderschienen 
mit 3 Zähnen. L. 7 mm. 

* Südafrika (Capland). 

Biologische Bemerkung: H cruentus, Erichson wurde 
nach H. Brauns in Termitenbaaten (Hodotermes) gefunden. Ob er 
hier gesetzmäßig lebt, bedarf noch weiterer Beobachtung. 

4. H. lineisternus, Lew. 1908 H. l. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 2, p. 146. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Kopf schwach 
eingedrückt, Stirnstreif vorn fast gerade mit kleinem ein- 
springendem Winkel in der Mitte. Halsschild außen an 
der Yorderecke schwach bewimpert, äußerer Lateralstreif 
fein und vor der Basis abgekürzt, innerer Lateralstreif 
vollständig, seitlich etwas geschwungen, hinter dem Auge 
etwas abgebogen und eine kurze Strecke hinter der 
Vorderecke obsolet. Flügeldecken mit apikalem Sub- 
humeralstreif, der bis zur Schulter reicht, Dorsalstreifen 1 
bis 3 vollständig und ziemlich kräftig, 4 — 5 apikal, sehr 
kurz, nur durch ^einzelne Punkte angedeutet, Nahtstreif 



Die Histerini des aethiopischen Fauneugebiets. 



87 



an der Spitze wenig, vorn stärker abgekürzt, kräftig. 
Propygidium seicht, mäßig fein und nicht dicht, Pygidium 
feiner und kaum dichter punktiert. Prosternum zwischen 
den Hüften mit zwei nach vorn con vergierenden Streifen, 
die die Basis nicht erreichen; Mesosternum vorn schwach 
ausgerandet, E-andstreif vollständig. Vorderschienen mit 
3 Zähnchen. L. 5 mm. 

* Ostafrika (Kerei [Karasek], Gazaland, Usambara). 

5. H. humpatanus, Mars. 1886 H. h. Marseul, in Notes Leyden 
Mus. V 8, p. 152. 

Länglich oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. 
Stirn eben, Stirnstreif vorn fast gerade; Mandibeln concav. 
Halsschild hinter der Vorderecke entlang dem inneren 
Lateralstreif kräftig punktiert, Marginalstreif fein, nur in der 
Mitte des Vorderrandes unterbrochen, Lateralstreif en kräftig, 
der innere vollständig, der äußere an der Basis wenig abge- 
kürzt. Dorsalstreifen der Flügeldecken kräftig, 1 — 3 voll- 
ständig, 4 apikal, sehr kurz, 5 apikal, Nahtstreif länger, 
über die Mitte reichend, Subhumeralstreif bis zur Schulter 
reichend; Epipleuren dreistreifig. Propygidium und 
Pygidium dicht, fast runzlig punktiert. Mesosternum vorn 
schwach ausgebuchtet, E-andstreif kräftig, vollständig. 
Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 6 mm. 

Mittelafrika (Humpata). 

6. H. paganus, J. Schm. 1889 H. p. J. Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 88. I 1903 H. exlegis, Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 12, p. 425. 1 1911 H. p. Lewis, 1. c. (8) v. 8, p. 82. 

Oval, ziemlich convex, schwarz glänzend; Oberseite 
dicht und fein, die Halsschildseiten stärker punktiert, die 
Flügeldecken in den äußeren Zwischenräumen matt (diese 
Skulpturmerkmale der Oberseite können variabel sein). 
Stirnstreif vorn gerade, Mandibeln concav. Halsschild 
außen iDewimpert, beide Lateralstreifen die Basis erreichend 
und einander stark genähert. Flügeldecken mit dem 
üblichen inneren Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1 — 3 
vollständig, 4 — 6 apikal (Nahtstreif bis zur Mitte), 4 über 
die Mitte reichend, 5 kurz; Epipleuren zweistreifig. Pro- 



88 



H. Bickhardt. 



pygidium zerstreut, Pygidium etwas dichter punktiert. 
Mesosternum vorn ausgebuchtet, Randstreif vollständig, 
Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 7^/2 mm. 
* Ostafrika (Somaliland). 

6a. H. sulcimargo, Lew. 1908 H. s. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 2, p. 147. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Kopf nicht einge- 
drückt, Stirnstreif vollständig, vorn gerade. Halsschild mit 2 voll- 
ständigen Lateralstreiten, die ziemlich dicht zusammen liegen, 
Zwischenraum zwischen Außenrand und äußerem Streif etwa ebenso 
breit wie der zwischen den beiden Streifen. Flügeldecken mit voll- 
ständigen innerem Subhumeral- und 3 Dorsalstreifen, 4 sehr fein und 
manchmal vollständig, 5 apikal, sehr kurz, punktförmig, Nahtstreif 
apikal, eben die Mitte erreichend. Propygidium und Pygidium voll- 
ständig kräftig und dicht punktiert. Kehlplatte mit 2 Randstreiten; 
Mesosternum vorn ausgerandet, Randstreif ziemlich fein, der Aus- 
randung folgend. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 7 — Vh mm. 

Südostafrika (Mashonaland). 

7. H. aschanti, J. Schm. 1889 //. a. J. Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 92. 1 1911 Zabromorphus congoensis Bickhardt, in 
Ent. Blätt. V. 7, p. 212. i 1919 M. a. Bickhardt, 1. c. v. 15, p. 113. 

Oval, convex, schwarz, glänzend, Oberseite sehr fein, 
Halsschild, besonders seitlich, deutlicher und dichter punk- 
tiert. Stirn vorn etwas eingedrückt, Stirnstreif ganz^ 
Mandibeln außen erhaben gerandet. Halsschild seitlich 
bewimpert, innerer Lateralstreif gebuchtet, vollständig, 
äußerer zuweilen wenig abgekürzt, beide vorn einander 
etwas genähert. Flügeldecken mit apikalem bis zur 
Schulter reichendem Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1 — 3 
vollständig, 5 halb oder länger, 4 und Nahtstreif nur 
wenig abgekürzt. Propygidium ziemlich fein und nicht 
dicht, Pygidium dichter und feiner punktiert, beide mit 
sehr feiner Grund punktierung, etwas matt. Mesosternum 
vorn ausgerandet. Randstreif vollständig (Fig. 12). Vorder- 
schienen mit 4 Zähnen. L. 5 — 5V2 mm. 

* Westafrika (Aschantiland, Kamerun, Kongostaat). 

8. H. scabripygus, .T. Schm. 1889 H. s. J, Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 90. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn quer 
iengedrückt, Stirnstreif gerade, Mandibeln eben, außen 



Die Histerini des aethiopischen Faiinenorebiets. 



89 



gerandet.^) Halsschild seitlich bewimpert, beide Lateral- 
streifen die Basis erreichend und hier einander genähert^ 
Marginalstreif ebenfalls vollständig. Flügeldecken mit 
innerem Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 
Xahtstreif kaum die Mitte erreichend, 4 und 5 kaum 
angedeutet: Epipleuren dreistreifig. Propygidium und 
Pvgidiurn dicht grob punktiert, ersteres in der Mitte fast 
glatt. Mesosternum vorn ausgerandet, E-andstreit voll- 
ständig. Yorderschienen mit 4 Zähnen. L. 7 mm. 
Ostafrika (Sansibar). 

9. H. colonicus, Lew. 1899 H. c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V 4, p. 14. 

Breit oval, wenig convex, schwarz, glänzend. Stim- 
mt reif vollständig, vorn wenig gebogen, über den Augen 
gewinkelt. Halsschild mit zwei vollständigen, tiefen 
Lateralstreifen. Zwischenraum und Eand convex, der 
innere Lateralstreif zeigt jederseits hinter den Augen eine 
kurze Unterbrechung. Flügeldecken mit einem tiefen 
inneren Subhumeralstreif, der über die Schulter nach 
vorn reicht, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, kräftig, 4 fein 
und vorn undeutlich werdend oder unt-erbrochen, 5 apikal, 
halb, zuweilen unterbrochen, Nahtstreif vor der Basis 
abgekürzt. Propygidium dicht und grob punktiert mit 
etwas erhobenen längsrunzlig erscheinenden Zwischen- 
räumen besonders seitlich, Pygidium ähnlich skulptiert. 
jedoch mit unregelmäßigeren, weniger längsverbundenen 
Zwischenräumen. Prostemum mit etwas zugespitzter 
Kehlplatte ; Mesosternum vorn ausgebuchtet mit vollstän- 
digem ßandstreif. Yorderschienen dreizähnig, distaler 
Endzahn sehr kräftig. L. 7 — 7^2 mm. 

* Ostafrika (Dar es Salam). 

9a. H. ellenbergeri, Desb. 1918 M. e. Desbordes, in Ann. Soc. ent. 
Fr. V. 86, p. 185. 
Oblong-oval. convex, schwarz, ziemlich glänzend. Stirn eben. 
Stirnstreif vom schwach gebuchtet. Man iibeln eben, etwas gerandet 
Hals>child schwach bewimpert, Marginalstreif von der Basis bis hinter 



^) Rand nicht erhoben, son lern wie bei den von Contipus- 
Arten durch eine ziemlich tiefe Rinne scharf markiert. 



90 



H. Bickhardt. 



die Augen reichend, innerer Lateralstreif vollständig, äußerer hinter 
den Augen abgekürzt, in der Vorderecke mit kurzem unregelmäßigem 
Rudiment eines dritten Streifs nächst dem Margi nal streif ; Zwischen- 
raum der beiden Lateralstreifen viel breiter als der äußere Zwischen- 
raum. Flügeldecken mit innerem, die Schulter erreichendem Sub- 
humeralstreif, Dorsalstreifen 1—3 vollständig, 4 und 5 apikal, Naht- 
streif kurz, die Mitte nicht erreichend. Propygidium jederseits schwach 
eingedrückt, gleich dem Pygidium kräftig und dicht punktiert, letzteres 
am Spitzenrand glatt. Prosternum mit einfach gerandeter Kehlplatte, 
der zweite Randstreif ist kaum an der Basis angedeutet. Mesosternum 
schwach vorn ausgebuchtet, Randstreif vollständig, gerade Vorder- 
schienen mit 8 Zäqnen. L. 7 mm. 
Betschuanaland 

10. H. contemptus, Mars. 1854 H. c. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 231, t. 7, f. 47. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend ; Fühler braun, 
Keule graurot. Stirn eben, Stirnstreif vollständig, vorn 
gerade. Mandibeln mäßig concav. Halsschild seitlich be- 
wimpert, innerer Lateralstreif kräftig, vollständig, seitlich 
gebogen, äußerer Lateralstreif feiner, bis zur Mitte reichend ; 
Margin alstreif bis zur Basis reichend. Flügeldecken mit 
3 streifigen Epipleuren; innerer Subhum er alstreif bis zur 
Schulter reichend, dem 1. Dorsalstreif sehr genähert. 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 kurz, apikal, oft nur 
durch einige Punkte markiert, die übrigen fehlend. Pro- 
pygidium seitlich kaum eingedrückt, wenig dicht, Pygidium 
ziemlich dicht punktiert. Mesosternum vorn ausgerandet, 
Randstreif vollständig. Yorderschienen mit 4 Zähnchen. 
L. 7 mm. 

'^Capland, Kalahari, Abessinien. 

lOa. H. dauphini, Lew. 1905 H. d. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 16, p. 346. 

Kurz oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Kopf auf dem 
Scheitel sehr schwach eingedrückt, Stirnstreif vollständig, kräftig, 
vorn fast gerade. Halsschild glatt, innerer Lateralstreif vollständig 
schwach gebogen, äußerer kurz, nur in der Vorderecke. Flügeldecken 
kräftig gestreift, innerer Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, 
Dorsalstreifen 1—3 vollständig, gekerbt, 4 nur durch einige Punkte 
an der Spitze angedeutet, die übrigen fehlend. Propygidium und 
Pygidium mäßig punktiert. Mesosternum vorn ausgerandet, ßandstreif 
fein, vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 8 mm. 

Madagascar (Diego- Suarez). 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



91 



11. H. vilis, Fahrs. 1851 H. v. Fahraeos, in Bohem Ins. Cafir. 
V. 1, p. 536. I lb61 H. V. Marseul, in Monogr- Hister. p. 522. 
t. 6, f. 13. 

Oblong, convex, schwarz, glänzend. Stim schwach 
convex. Stirnstreif voUsfändig. vorn gerade. Mandibeln 
concav, mit erhobenem Außenrand. Halsschild seitlich 
bewimpert, Lateralstreifen kräftig, innerer vollständig, 
äußerer mehr oder weniger abgekürzt. Flügeldecken mit 
3 streifigen Epipleuren, innerer Subhumeralstreif bis zur 
Schulter reichend. Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, die 
übrigen fehlend. Propygidium jederseits mit einem Ein- 
druck, wenig dicht, Pygidium ziemlich dicht und kräftig 
punktiert, ziemlich convex. Mesosternum mäßig vom 
ausgebuchtet, ßandstreif vollständig. Vorderschienen mit 
3 größeren und einem sehr kleinen undeutlichen Zähnchen. 
L. 6 mm. 

* Südafrika (Capland, Natal, Transvaal, Deutsch-Süd- 
westafrika). 

Biologische Bemerkung: H. vilis Fahrs. wurde von 
H. Brauns bei Termes transvaalensis Sp. aufgeianden. Ob ein 
regelrechtes G-astrerhältnis vorliegt, bedarf noch weiterer Beobachtung. 

12. H. torridus, Mars. 1854 H t. Marseul. in Monogr. Hister- 
p. 230. t. 7. f. 46. 

Kurz oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirn 
eben. Stimstreif vollständig, vom gerade. Mandibeln 
oberseits concav. Halsschild auß^ bewimpert; beide 
Lateralstreifen kräftig, tief, der innere vollständig, seitlich 
geschwungen, der äußere etwa bis zur^Mitte oder darüber 
hinaus reichend, gerade. Flügeldecken mit dreistreifigen 
Epipleuren, Subhimier alstreif apikal, bis zur Schulter 
reichend, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, kräftig, 4 fein, 
kaum bis zur Mitte reichend, meist obsolet, ebenso der 
^ehr kurze 5. Streif,» Nahtstreif über die Mitte nach vom 
reichend. Propygidium seitlich eingedrückt, Pygidium 
eDen, beide mit ziemlich feinen Punkten zerstreut besetzt. 
Mesosternum vom ausgerandet. mit vollständigem, dicht 
anliegendem Randstreif. Vorderschienen mit 3 Zähnen 
am Außenrand. L. 6 mm. 

* Senegambien. Assinien, Abessinien. 



92 



H. Bickhardt. 



13. H. ovatulus, Mars. 1854 H. o. Marseul, in MonogT. Hister. 
p. 228, t. 7, f. 44. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend; Fühler rot- 
braun. Stirnstreif vollständig, kräftig, vom gerade. Man- 
dibeln concav. Halsschild seitlich bewimpert, innerer 
Lateralstreif vollständig, kräftig, seitlich etwas ge- 
schwungen, äußerer Lateralstreif in der Mitte abgekürzt. 
Flügeldecken kräftig gestreift, Streifen gekerbt, Sub- 
humeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — -3 
vollständig, 4 sehr wenig an der Basis abgekürzt, 5 und 
Nahtstreif etwa gleichlang, vorn etwas mehr abgekürzt 
als der 4. Propygidium seitlich eingedrückt, spärlich, 
Pygidium etwas dichter punktiert. Mesosternum vorn 
ausgerandet, E,andstreif vollständig. Vorderschienen mit 
3 Zähnen. L. 6 mm. 

"^Capland, 'Gabun, Abessinien. 

14. H. calabaricus, Mars. 1857 //, c. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 415, t. 10, f. 46 

Oval, wenig convex, schwarz, glänzend. Stirn eben, 
Stirnstreif vollständig, vorn gerade. Mandibeln concav. 
Halsschild seitlich bewimpert, innerer Lateralstreif voll- 
ständig, seitlich etwas gebuchtet, äußerer kurz, weniger 
kräftig Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren, Dorsal- 
streifen kräftig, gekerbt, innerer Subhumeralstreif die 
Schulter erreichend, 1 — 3 vollständig, 4 und 5 kurz, apikal. 
Nahtstreif über die Mitte reichend. Propygidium mit zwei 
Eindrücken, in der vorderen Hälfte zerstreut punktiert, 
Pygidium ebenfalls mit zwei schwachen Eindrücken, vorn 
punktiert, in der hinteren Hälfte glänzend glatt. Meso- 
sternum vorn ausgerandet, ßandstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 7 mm. 

^Calabar, Ober-Guinea, Sierra-Leone, Gallaland. 

15 H. montanus, Mars 1857 H. m. Marseul, in Mono?r. Hister. 
p. 413, t. 10, f. 33. I 1910 H m. Lewis, in Ann. nat Hist. (8) 
V. 6, p. 56. I H. m. Bickhardt, in Ent. Blätt. v. 15, p. 113. 
Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn eben, 
Stirnstreif tief, halbsechseckig. Mandibeln convex. Hals- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



93 



sohild seitlich bewimpert, innerer Lateralstreif kräftig, 
seitlich etwas gebuchtet, vollständig; äußerer fein, nicht 
bis zur Mitte reichend. Flügeldecken mit zweistreifigen 
Epipleuren, Streifen ziemlich fein, innerer Subhumer al- 
streif bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — 3 voll- 
ständig, 4 — 5 apikal, sehr kurz, Nahtstreif - 's der Flügel- 
deckenlänge erreichend. Propygidium seitlich eingedrückt, 
zerstreut punktiert mit feiner Grrundpunktierung, Pygidium 
stark convex (Fig. 15), fein und dicht punktiert. Meso- 
sternum vorn kaum ausgebuchtet, Randstreif vollständig. 
Yorderschienen mit 5 Zähnchen. L. 7 mm. 
*Abessinien. 

16. H. pharaonis, J. Schm. 1889 H. p. J. Schmidt, in Ent Nachr. 
V. 15, p. 90. I 1889 H. pyxidatus Lewis, in Ann. nat. Hist. (6) 
V. 3, p. 282. I 1910 H. montanus Lewis, 1. c. (8j v. 6, p. 56. | 
1919 H. p. Bickhardt, in Ent. B^tt. v. 15, p. 113. 

Kurz oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif 
vom gerade, Mandibeln convex. Halsschild seitlich be- 
wimpert, innerer Lateralstreif vollständig, seitlich gerade, 
äußerer Lateralstreif kurz, in der Yorderecke sind einige 
Punkte zwischen den Streifen wahrnehmbar. Flügeldecken 
mit zweistreifigen Epipleuren, Dorsalstreifen 1-3 voll- 
ständig, 4 und 5 kurz, apikal, Nahtstreif etwa die Mitte 
erreichend. Propygidium und Pygidium nicht dicht, 
letzteres etwas feiner punktiert. Mesosternum kaum aus- 
gebuchtet, ßandstreif vollständig. Yorderschienen mit 
4 Zähnen. L. 6 mm. 

*Nubien, Abessinien. 

17, H. aequatorius, Mars. 1854 H. a. Marseul. in Monogr. Hister. 
p. 227. t. 6, t. 43. I 1854 H. semiplanus Marseul, in Monogr. 
Hister. p. 239, t. 7, f. 54. | 1919 H. a. Bickhardt, in Ent Blätt. 
V. 15, p. 113. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Fühler braun. 
Stirn eben, Stirnstreif vollständig, kräftig, vorn gerade. 
Mandibeln schwach concav. Halsschild außen bewimpert, 
äußerer Lateralstreif bis etwa zur Mitte reichend, innerer 
Lateralstreif vollständig, kräftig, an den Seiten etwas 
geschwungen. Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren, 



94 



H. Bickhardt. 



innerer Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, kräftig vertieft, 4 und 5 fehlend, 
Nahtstreif deutlich, vorn und hinten abgekürzt. Pro- 
pygidium seitlich seicht punktiert, Pygidium convex, fast 
glatt, Mesosternum schwach ausgebuchtet, Randstreif 
vollständig; ein zweiter äußerer feiner Randstreif ist nur 
an den Seiten ausgebildet, vorn breit unterbrochen (Fig. 16). 
Vorderschienen mit 3 Zähnchen. L. 5 — 6 mm. 

* Guinea, Senegal, Togo, Belg. Kongo. 

17 a. H. chaloti, Desb. 1917 H. c. Desbordes, in Ann. Soc. ent. Fr. 
V. 86, p. 185. 

Oblong-oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn punktiert, mit 
3 schwachen Grübchen, die hinter dem Stirnstreif liegen, letzterer in 
der Mitte spitz einspringend; Mandibeln eben, gerandet. Halsschild 
seitlich niclit bewimpert, innerer Lateralstreif vollständig, äußerer bis 
zur Mitte reichend. Flügeldecken mit innerem Subhumeralstreif, der 
bis zur Schulter reicht, Dorsalstreifen 1—3 vollständig, 4 apikal, 
ziemlich lang, 5 kaum angedeutet, Nahtstreif halb, vorn und hinten 
abgekürzt, Epipleuren zweistreifig. Propygidium überall nicht dicht 
punktiert, Pygidium an der Basis fein punktiert, sonst fast glatt. 
Kehlplatte des Prosternums vorspringend. Mesosternum kaum aus- 
gerandet, Randstreif vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
Länge 4V2 mm. 

* Franz. Congo, Assinien. 

Anmerkung : Ein Exemplar des H. aequatorius meiner Sammlung 
ex coli. J. Schmidt), das aus der coli. Alluaud (Assinie) stammt und 
mit der Type Marseul's verglichen wurde, stimmt in jeder Beziehung, 
sogar bezüglich der 3 schwachen Stirneindrücke, mit der Beschreibung 
des H. chaloti überein. 

17 b. H. sedulus, Lew. 1898 H. s, Lewis in Ann. nat. Hist. (7) v. 2, p. 168. 
Oval, convex, schwarz, glänzend. Oberlippe mit kleiner Tuberkel 
vorn in der Mitte; Stirn glatt, Stirnstreif vollständig, vorn gerade. 
Halsschild mit kurzem g°ebogenem äußerem und vollständigem, hinten 
etwas gebogenem innerem Lateralstreif. Flügeldecken mit krättigem 
apikalem innerem Subhumeralstreif, der bis zur Schulter reicht, 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, schwach gekerbt, 4 und 5 apikal, 
ersterer bis zur Mitte reichend, letzterer etwas kürzer, Nahtstreif 
etwa ^3 der Deckenlänse erreichend. Propygidium mit zerstreuter 
feiner Punktierung, untermischt mit mikroskopisch feiner Grund- 
punktierung; Pygidium wenig glänzend, nur mikroskopisch fein 
punktiert. Prosternum ohne Skulptur zwischen den Hüften; Meso- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



95 



sternum vorn ausgerandet, Randstreif vollständig. Vorderschienen 
mit 2 größeren distalen und 2 kleinen proximalen Zähnchen. L. 67* mm. 
Ostafrika (Usambara). 

18. H tropicolä, J. Schm. 1892 //. t. J. Schmidt in Ent. Nachr. 
V. 18, p. 23. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif vorn ge- 
rade, kielförmig ; Mandibeln concav. Halsschild seitlich be- 
wimpert, innerer Lateralstreif vollständig, äußerer etwas 
über die Mitte reichend, beide kräftig, letzterer dem Rand 
stark genähert. Flügeldecken mit innerem Subhumeral- 
streif, der bis zur Schulter reicht, Dorsalstreifen 1 — 3 voll- 
ständig, kräftig, gekerbt, die inneren Streifen viel feiner, 
4 kurz, apikal, 5 fehlend. Nahtstreif kurz, diskäl. Propygi- 
dium ziemlich dicht, Pygidium etwas weniger dicht punk- 
tiert. Kehlplatte des Prosternum lang, geneigt; Mesosternum 
schwach ausgebuchtet, Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 4 Zähnen. L. 4V4 mm. 

* Westafrika (Guinea). 

18a. H. sibuti, Desb. 1916 H. s. Desbordes, in Ann. Soc. ent. Fr 
V. 84, p. ?. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Kopf fein punktiert, 
Stirnstreif vorn gerade, kielförmig, Oberlippe abgerundet, Mandibeln 
breit, ausgehöhlt. Halsschild seitlich bewimpert, innerer Lateralstreif 
sehr kräftig, vollständig, äußerer Lateralstreif hinten mehr oder 
weniger abgekürzt. Flügeldecken mit innerem Subhumeralstreif, der 
die Schulter erreicht, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, kräftig, 4 und 5 
sehr kurz, apikal. Nahtstreif vorn abgekürzt. Propygidium seitlich 
gröber und dichter mit länglichen Punkten, in der Mitte gewöhnlich 
punktiert, Pygidium ziemlich dicht und viel feiner punktiert. Meso- 
sternum vorn fast gerade. Randstreif vollständig, vorn ohne Ein- 
buchtung. Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 5 mm. 

Franz. CoDgo. 

19. H. amphistrius, Mars. 1880 M. a. Marseul in Journ. Sc. Lisboa 
V. 25. p. 41 (39). 

Oblong-oval, wenig convex, schwarz glänzend; Fühler, 
Beine und Spitze der Flügeldecken braun. Stirnstreif voll- 
ständig, Vorderrand erhoben mit in der Mitte ein- 
spriugendem Winkel. Mandibeln concav, gerandet. Hals- 
schild mit feinem Marginalstreif, innerer Lateralstreif voll- 



96 



H. Bickhardt. 



ständig, kräftig, äußerer kurz und dünn. Schildchen klein, 
gefurcht. Flügeldecken kräftig gestreift, innerer Sub- 
humeralstreif mit sehr kurzem Appendix des äußeren an 
der Schulter, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, parallel, 
4 — 5 etwa in der Mitte abgekürzt, Nahtstreif viel länger; 
Epipleuren dreistreifig. Pygidium convex, gleich dem 
Propygidium zerstreut punktiert und mit kleinerer Grund- 
punktierung versehen. Mesosternum schwach ausgebuchtet 
(Fig. 18), Randstreif vollständig. Yorderschienen mit 

4 Zähnen. Länge 37* mm. 

* Angola, Kamerun. 

20. H. niloticus, Mars. 1854 H. n. Marseul, in Monogr. Hister. p. 237, 
t. 7, f. 53. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Fühler braun, 
Keule rötlich-grau. Stirn eben, mit einem flachen Längs- 
eindruck in der Mitte, Stirnstreif kräftig, vollständig, in 
der Mitte einspringend. Mandibeln concav. Halsschild an 
den Seiten deutlich punktiert, äußerer Lateralstreif etwa 
bis zur Mitte reichend, innerer Lateralstreif vollständig. 
Flügeldecken mit gekerbten Streifen, Subhumeralstreif bis 
zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 halb, 

5 kürzer, Nahtstreif über die Mitte nach vorn reichend. 
Propygidium mit einem seitlichen Eindruck, kräftig und 
ziemlich dicht, Pygidium etwas dichter punktiert. Pro- 
sternum schmal, an der Basis wenig verbreitert, Mesosternum 
kaum ausgebuchtet (Fig. 19), Randstreif vollständig ; ein 
zweiter äußerer Randstreif breit unterbrochen. Vorder- 
schiene mit 3 Zähnen. L. 5 — 5^2 mm. 

* Abessinien. 

21. H. helluonoides, Mars. 1881 H. h. Marseul, in Ann. Mus. 
Genova (2) v. 16, p 617. 

Gerundetoval, mäßig convex, schwarz, glänzend (rötlich durch- 
scheinend); Fühler und Beine rötlich. Stirnstreif tief, in der Mitte 
in eine Längsrinne der Stirn einspringend. Mandibeln concav. Hals- 
schild mit ziemlich spitzer Vorderecke, innerer Lateralstreif kräftig, 
vollständig, an seinem Innenrand von einer Längspunktierung begleitet, 
äußerer Lateralstreif etwa bis zur Mitte reichend. Flügeldecken mit 
gekerbten Streifen, innerer SubhumeraUtreif bis zur Schulter reichend, 



Die Bisterini des aethiopischen Faunengebiets. 97 



Dorsalstreilen 1 — 3 vollständig, die übrigen feiner, 4 halb, 5 kürzer, 
Nahtstreifen nur an der Basis verkürzt. Propygidium und Pygidiuin 
dicht mit Augenpunkten besetzt. Prosternum schmal, Mesosternum 
vorn ausgebuchtet und vollständig gerandet. Vorderschienen mit 
3 Zähnchen. L. 5 mm. 
Abessinien. 

Diese Art ist ofienbar identisch mit der vorhergehenden niloticus 
Mars, — Die Beschreibungen ergeben keinerlei nennenswerten Uiiter- 
schied 

22. Hlster mirus n. sp. 

- Breviter ovafus, paruin coJivexus^ niger-^ nitidus. Fronte 
plana^ Stria integra subsinuata, mandibulis suhconvexis immargi- 
natis. Thorace striis inarginali lateralibusque integris^ interna 
laferibus sinuata, margine inflexo breviter ciliato. Elytris 
Stria subhumerali interna hurnerum attingente, externa arcuata 
postice abbreviata ; dorsalibus 3 integris didymis, 4. apicali 
brevi tertui. 5. brevissima punctiformi, suturali medium super- 
ante, impressione subapicali distincta. Fropygidio pygidioque 
sat dense punctatis^ hoc apice suölaevi. Frosterno lobo sat 
brevi; mesosterno subrecto, tenuiter marginato. libiis anticis 
3-dentatis. L. ÖV^ mm. 
* Hab. Togo. 

Von der Gestalt und Größe des H. distinguendus Schm., 
sonst aber mit diesem nicht verwandt. Durch die beiden 
vollständigen LateraUtreifen, von denen der äußere wie 
auch der vollständige Randstreif in der Augengegend 
endigen, durch den äußeren, neben dem inneren ausge- 
bildeten Sub humer alstreif (der an den ähnlich geformten 
Streif des H. stercorarius Hoffm. erinnert), durch das im 
hinteren Drittel fast glatte Pygidium und durch das fast 
gerade Mesosternum sehr auszeichnet (Figur 20;. 

Es liegt leider nur 1 Exemplar vor, das ich vor längerer 
Zeit von Staudinger erhielt. Type in coli. m. 

22a. H. pygolaevis, Desb. 1917 H. p. Desbordes, in Bull. Soc. tnt. 
Fr. p. 215. 

Kurz-oval, schwarz, glänzend, Beine rötlich. Kopf 
fein punktiert, Mandibeln eben, nicht gerandet. Stirn ein- 
gedrückt, Stirnstreif vollständig. Halsschild nicht be- 

7 



98 



H. Bickhardt. 



wimpert, mit 2 Lateralstreifen, von denen der innere voll- 
ständig, der äußere an der Basis kaum abgekürzt ist. Flügel- 
decken kräftig gestreift, Streifen nicht gekerbt; innerer 
Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend; Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, 4 — 5 apikal, Xahtstreif vor der Basis ab- 
gekürzt , die Naht niedergedrückt. Propygidium fein 
punktiert, mit gröberen Punkten dazwischen; Pygidium 
kaum punktiert, fast glatt. Proslemum mit punktierter 
Kehlplatte : Mesosternum vorn fast gerade, Randstreif voll- 
ständig. Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 4 mm. 
Franz. Congo. 

23. H. cribrunis, Mars. 1854 H. c. Marseul in Monogr. Hister. 
p. 229, t. 7; f. 45. 

Oval, mäßig convex, schwarz glänzend. Fühler braun, 
Keule graurot. Stirn concav. Stirnstreif vollständig, Man- 
dibeln concav. Halsschild mit vollständigem, kräftigem 
inneren und wenig abgekürztem äußeren Lateralstreif. 
Flügeldecken mit zweistreifigenEpipleuren und kräftigen, ge- 
kerbten Streifen ; Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig,* 4, 5 und Nahtstreif etwa 
in der Mitte abgekürzt. Propygidium seitlich mit Eindruck, 
grob und ziemlich dicht, Pygidium ebenso punktiert. Meso- 
sternum vorn gerade, äußerer Randstreif breit unterbrochen, 
innerer vollständig. Yorderschienen mit 3 Zähnen, der 
distale zweispitzig. 

Senegambien. 

24. H. rectisternus, Mars. 1854 M. r. Marseul, in Monogr. Hister.' 
p. 213, t. 7; f. 31. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
braun. Keule grau tomentiert. Stirn eben, Stirnstreif voll- 
ständig. Mandibeln oben concav. Halsschild außen be- 
wimpert, beide Lateralstreifen vollständig, seitlich parallel, 
etwas gebuchtet. Flügeldecken mit dreistreifigen Epipleuren, 
Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, kräftig, gekerbt, 4 und 5 sehr kurz, apikal, 
obsolet, i^ahtstreif deutlich, vorn und hinten abgekürzt. 
Propygidium mit seitlichem Eindruck, wie das Pygidium 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiels. 



99 



dicht und ziemlich kräftig punktiert. Mesosternum vorn 
gerade, innerer Eandstreif* vollständig, äußerer breit unter- 
brochen. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 8 mm, 
Senegambien. 

25. H. obtusisternus, J. Schm. 1889 H. o. J. Schmidt, in Ent. 
Nachr. V. 15, p. 89. 

Oval, convex, schwarz, glänzend, Stirn mit 2 Grüb- 
chen, Stirnstreif vorn gerade; Mandibeln concav. Hals- 
schild seitlich bewimpert, beide Lateralstreifen vollständig, 
kräftig, parallel. Flügeldecken mit innerem Subhumeral- 
streif, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 apikal, kaum an- 
gedeutet, die übrigen fehlend ; Epipleuren zweistreifig. 
Propygidium und Pygidium dicht und kräftig punktiert, 
Mesosternum vorn gerade, Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 67* mm. 

* Ostafrika (Sansibar, Abessinien). 

25 a H. suldpygus, Lew. 1889 H.s. Lewis in Ann. nat. Hist (6) v. 8. 
p. 282. I 1903 H. s. Lewis 1. c. (7) v. 12, p. 425. 

Oval, convex, schwarz, glänzend Stirn vorn mit Doppeleindruck, 
Stirnstreif etwas erhoben, vorn gerade. Mandibeln außen gerandet, 
Halsschild mit 2 kräftigen Lateralstreifen, die vor der Basis endigen. 
Flügeldecken mit apikalem innerem Subhumeralstreif, der bis zur 
Schulter reicht, Dorsalstreifen 1—3 vollständig, 4 kurz, apikal oder 
undeutlich, die übrigen fehlend. Propygidium und Pygidium ziemlich 
dicht und grob punktiert. Prosternum ohne Streifen zwischen den 
Hüften; Mesosternum vorn gerade, Handstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 kräftigen Zähnen. L. 7'A mm. 

Ostafrika (Mombassa\ 

Bemerkung: Die in der ersten Beschreibung von Lewis hervor- 
gehobene tiefe Randfurchung des Pygidiums ist nach seiner Angabe 
von 1903 (s. oben) als monströse Bildung aufzufassen. Ofienbar ist 
sulcipygus=obtusisternus Schm. 

26. H. ignavus, Fahrs. 1851 H. i. Fahraeus, in Bohem. Ins. Caffr. 
V. 1, p. 533. I 1861 H. i. Marseul, in Monogr. Hister. p. 521, t 6, 
f. 12. I 1904 Macrolister i. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 14 
p. 145. I 1919 H. i. Bickh. in Ent. ßlätt. v. 15, p. 114. 

Gerundet oval,^) stark gewölbt, schwarz, glänzend. 
Fühler braun. Stirn eben, Stirnstreif vollständig, halb- 



\) Vergl. auch H. bierigi ßickh. im Nachtrag. 

7* 



100 



H. Bickhardt. 



kreisförmig, vorn gerade. Oberlippe quer, vorn schwach 
eingedrückt. Mandibeln convex. Halsschild mit 3 Lateral- 
streifen, der innere auch* am Vorderrand vollständig, der 
äußerste zuweilen gestückelt (unterbrochen), alle bis zur 
Basis reichend, höchstens der äußere leicht verkürzt. 
Marginalstreif auch am Vorderrand vollständig oder kaum 
unterbrochen. Flügeldecken mit Subapikal-Quereindruck, 
Epipleuren dreistreifig ; innerer Subhum er alstreif die Schulter 
erreichend, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 durch je ein 
Streifenrudiment an der Basis und an der Spitze angedeutet 
(auch der dritte zuweilen undeutlich, gestückelt), die übrigen 
fehlend. Propygidium ziemlich dicht und ziemlich kräftig, 
in der Mitte feiner oder kaum punktiert, Pygidium convex, 
dicht und ziemlich kräftig in der vorderen Hälfte, hinten 
fein punktiert. Mesosternum vorn gerade, Randstreif ganz, 
auch der äußere Marginalstreif vorn oft vollständig oder 
kaunl nur kurz unterbrochen. Vorderschienen mit 3 kräf- 
tigen Zähnen. 

* Südafrika (Kaffraria). 

27. H. capicola» Mars. 1854 H. c. Marseul, in Monogr. Hister. p. 220, 
t. 7, f. 37. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Fühler rötlich, Keule 
grau tomentiert. Stirnfeben, Streif vollständig, vorn schwach 
gebogen, Mandibeln concav. Halsschild außen bewimpert, 
innerer Lateralstreif vollständig, kräftig, äußerer Lateral- 
streif kurz, nicht die Mitte erreichend. Flügeldecken mit 
zweistreifigen Epipleuren, Subhumeralstreif bis zur Schulter 
reichend, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, fein, 4 sehr kurz, 
basal. Nahtstreif vorn und hinten abgekürzt, 5 fehlend. 
Pygidium mit feiner G-rundpunktierung und wenig dichter 
größerer Punktierung, Pygidium noch weitläufiger punktiert. 
Mesosternum vorn gerade, ßandstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. Länge 8 mm. 

* Cap. 

28. H. alienigena, Bickh. 1912 H. a. Bickhardt, in Ent. Mitteil. 
V. 1, p. 290. 1 1918 H. a. Bickhardt, in Ann. Mus. Nat. Hungar. 
V. 16, p. 295. 

Oblong-oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif 
vorn gerade. Mandibeln concav. Halsschild seitlich be- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



101 



Avimpert, Lateralstreifen einander genähert, der innere tief, 
die Basis erreichend, der äußere seitlich bis zur Mitte 
reichend, vorn in der Vorder ecke mit dem inneren ver- 
bunden, am Yorderrand ist ein besonderes Stück (des inneren 
Streifs) ausgebildet, das beiderseits etwas einwärts (vom 
Rande ab) gebogen ist und dann endet (vergl. Figur 22 
bei H. Nachtiyalli). Flügeldecken mit dem üblichen inneren 
Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 mehr 
oder weniger abgekürzt, 5 kurz, apikal, Nahtstreif über 
die Mitte reichend. Epipleuren dreistreifig. Propygidium 
und Pygidium zerstreut und mäßig kräftig punktiert, letz- 
teres am Spitzenrand glatt. Mesosternum vorn abgestutzt, 
E-andstreif vollständig. Vorderschienen mit 4^ — 5) Zähnen, 
Länge 5 mm. 
* Ostafrika. 

28 a. H. jeanneliy Desb. 1914 H. j. Desbordes, in Voyage Allaaud & 
Jeannel, Coleopt. p. 370, f. 8. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend, Beine rötlich. Kopf 
glatt, Mandibeln concav, Stirnstreif kräftig, vollständig, dahinter zwei 
kleine Grübchen. Halsschild glatt, innerer Lateralstreif vollständige 
in der Vorderecke zuweilen unterbrochen, äußerer Lateralstreif kurz, 
gebogen. Flügeldecken mit innerem bis zur Schulter reichendem 
Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1 — 3 kräftig, vollständig, 4 und 5 
apikal, fein. Nahtstreif kaum über die Mitte nach vorn reichend. 
Propyj:idium zerstreut und gleichmäßig, Pygidium vorn ebenso, nach 
der Spitze zu feiner und an der Spitze selbst nicht punktiert. Meso- 
sternum vorn kaum ausgebuchtet (fast gerade), ßandstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 5 Zähnchen. L. 5 — 6 mm. 

Englisch-Ostafrika. 

29. Hister nachtigalli n. sp. 

Ovalisj convexuSj m'ger, nitidus. Fronte stria antice 
mibarcuata integra valida, mandihuUs canaliculatis. Thorace 
Stria marginali lateralique interna integris^ externa pone 
medium ahhreviata, lateralihus antice in angulo connexis, 
Mria antica post caput utrinque haud conjunctä. Elytris 
fitria suhkurnerali interna humerum attingente^ dorsalihus i — 3 
integris, 4. apicali tenui hrevissimaj 5. punctiformi ohsoleta^ 
sulurali nulla. Propygidio parce, pygidio multo densius 



102 



H. Bickhardt. 



subtilissime punctatis, hoc apice anguste laevi, Mesosterno 
antice recto^ stria tenui integra. Tihiis anticis 3-dentatis. 
Länge 5 mm. 

Hab. * Togo. 

Mit dem ostafrikanischen H. alienigena Bickh. wegen 
der Halsschildskulptur verwandt, jedoch durch die andere 
Körperform, den fehlenden Nahtstreif und das viel feiner 
und dichter punktierte Pygidium hinreichend von ihm ge- 
trennt. Die Halsschildstreifung ist in Figur 22 schematisch 
dargestellt, der Marginalstreif ist nur im vorderen Drittel 
von oben sichtbar und liegt dann auf der Unterseite. Auf 
der Halsschildunterseite sind ganz wenige kurze Härchen 
in der spärlichen Punktierung zu erkennen, die den Rand 
nicht überragen. 

1 Ex. aus coli. Staudinger. Type in coli. m. 

30. H. loandae/ Mars. 1854 H. l. Marseul, in Monogr. Hister. p. 286. 
t. 7, 1. 52. 

Länglich oval, wenig convex, schwarz, glänzend Fühler 
braun, Keule graurot. Stirn convex, schwach eingedrückt, 
Stirn streif kräftig, in der Mitte einen kleinen einspringenden 
Winkel bildend ; Epistom concav ; Mandibeln concav. Hals- 
schild mit vollständigem inneren und sehr kurzem äußeren 
Lateralstreif. Flügeldecken mit einstreifigen Epipleuren, 
innerer Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig, 4 und 5 nicht bis zur Mitte, 
Nahtbtreif bis über die Mitte nach vorn reichend. Pro- 
pygidium seitlich eingedrückt, zerstreut punktiert ebenso 
^ie das Pygidium ; letzteres in der Mitte mit schwächerer 
Punktierung. Kehlplatte des Prosternums spitzbogig vor- 
springend; Mesosternum vorn gerade (Fig. i^4), ßandstreif 
vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 4V2 — 5 mm. 

* Guinea, Loanda, Abessinien, Matabeleland. 

31. H. distinguendus, J. Schm. 1895 H. d. J. Schmidt, in Ent 
Nachr. V. 21, p. 29. 

Kurz oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirn 
schwach eingedrückt, Stirnstreif vollständig; Mandibeln 
eben, ungerandet. Halsschild seitlich kurz bewimpert, 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



103 



innerer Lateralstreit* vollständig, seitlich gebuchtet, äußerer 
Lateralstreif kurz. Flügeldecken mit zweistreifigeu Epi- 
pleuren, innerer Subhumer alstreif die Schulter erreichend, 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 bis zur Mitte reichend, 
5 kürzer. Nahtstreif nur wenig an der Basis verkürzt. 
Propygidium ziemlich dicht, Pjgidium noch dichter punk- 
tiert. Prosternum mit langer Kehlplatte: Mesosternum 
kaum ausgerandet (Fig. 25\ Randstreif wenig gebogen, 
fast gerade. Vord erschienen mit 4 Zähnen. L. 5 mm. 
" Mittelafrika (Kongo). 

32. H. ritsemae, Mars. 1882 H. r. Marseul in Notes Leyden Mus 
V. 4, p. 125. I 1895 H bismarcki Lewis in Deutsche Ent Z. 
p. 264. I 1919 //. r. Bickh. in Ent. Blätt., v 15 p. 114. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stimstreif vorn 
schwach geschwungen, Mandibeln concav. Halsschild am 
Außenrand fein rötlich bewimpert, mit 2 Lateralstreifen, 
von denen der äußere etwas abgekürzt, der innere seitlich 
geschwungen und kräftiger vertieft sowie am Yorderrand wie 
bis zur Basis vollständig ist. Flügeldecken mit apikalem 
Subhumeralstreif, der bis zur Schulter reicht, Dorsal- 
streifen 1—3 vollständig, 4 apikal, bis zur Mitte oder 
darüber hinaus reichend, 5 kürzer. Nahtstreif die Mitte 
der Flügeldecke überragend. Propygidium dicht punktiert, 
Punkte oblong, an der Basis schmal glatt, Pygidicmi sehr 
dicht punktiert, Zwischenrärmie etwas erhoben, teilweise 
läugsrunzlig, Hinterrand schmal erhoben. Mesosternum 
vorn gerade, ßandstreif vollständig. Vorderschieneu mit 
3 (bis 4) Zähnen. L. 6— 6^ 2 mm. 

* Westafriku (Togo, Kamerun). 

ö2a. H. punctipygus, Desb. 1914 H. p. Desbordes, in Voyage 
Alluaud & Jeannel Coieopt p./364, f. 6. 

Oblong-oval, mäßig convex, schwarz, glänzend, Beine lötlich. 
Kopf glatt. Mandibeln kaum concav. nicht gerandet, Stirnstreif schwach 
zweibuchtig. Halsschild slatt. innerer Lateralstreif sehr kräf ig, voll- 
ständig, äußerer kurz. Flügeldecken mit bis zur Schulter reichendem 
Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, kräftig, 4 und 5 
kurz apikal. Nahtstreif bis etwa zur Mitte reichend. Propygidium 
und Py^idium äußerst kräftig und dicht punktiert, ersteres mit läng- 



104 



liehen zusammenfließenden, letzteres mit runden, noch dichter stehenden 
Punkten. Mesosternum vorn kaum ausgebuchtet, Randstreif voll- 
ständig'. Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 5 — 67* mm. 

Ostatrika (Hochebene am Kilimandjaro in 2600—4000 m Höhe). 

33. H. circulus, J. Schm. 1889 M. c. J. Schmidt in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 92. 

Ruodlich, mäßig convex (fast depreß), schwarz, glän- 
zend. Stirn vorn mit einer Grube, Stirnstreif halb sechs- 
eckig; Mandibeln eben, nicht gerandet. Halsschild nicht 
bewimpert, innerer Lateralstreif vollständig, äußerer sehr 
kurz. Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren ; innerer 
Subhumeralstreif gewöhnlich, Dorsalstreifen 1 — 3 voll- 
ständig, 4 und 5 kaum bis zur Mitte, Nahtstreif über die 
Mitte nach vorn reichend. Propygidium seitlich tief ein- 
gedrückt, ziemlich kräftig, unregelmäßig und zerstreut, 
Pygidium etwas dichter punktiert, an der Spitze glatt. 
Mesosternum vorn gerade, Randstreif vollständig, halbkreis- 
förmig. Vorderschienen mit 4 Zähnen. L. 5 mm. 

* Westafrika (Gruinea). 

34. H circularis, Lew. 1889 H. c. Lewis, in Ann, na t. Hist (5) 
V. 3, p. 283. 

Kurz oval, wenig convex, schwarz, glänzend. Stirn 
mit dreieckigem Eindruck, Stirnstreif erhoben, seitlich 
gewinkelt; Mandibeln außen gerandet. Halsschild mit 
vollständigem innerem und hinten (in der Mitte) abge- 
kürztem äußerem Lateralstreif. Flügeldecken mit apikalem 
bis zur Schulter reichendem inneren Subhumeralstreif, 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, kräftig, 4 und 5 apikal, 
sehr kurz und fein, Nahtstreif vor der Basis abgekürzt. 
Propygidium jederseits schwach eingedrückt, spärlich 
punktiert, Pygidium ziemlich zerstreut, gegen die Spitze 
etwas feiner punktiert. Prosternum mit punktierter Kehl- 
platte, letztere mit drei ßandstreifen an den Seiten: 
Mesosternum vorn gerade, Randstreif fein, vorn fast 
gerade, seitlich gebogen, vollständig. Vorderschienen mit 
3 Zähnchen. L. 6^2 mm. 

* Westafrika (Senegal, Kongo). 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



105 



35. H. congonis, Lew. 1900 H. c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 5, p. 230. 

Kurz oval, etwas depreß, schwarz, glänzend. Stirn 
punktiert, vorn mit einer grubigen Vertiefung, Stirnstreif 
fein und fast gerade, quer durch den Eindruck verlaufend: 
vor jedem Auge mit stumpfem Vorsprung; Mandibeln 
oberseits concav. Halsschild mit vollständigem innerem 
und hinten über der Mitte abgekürztem äußerem Lateral- 
streif. Flügeldecken mit apikalem, bis zur Schulter 
reichendem innerem Subhumeralstreif, der an der Spitze 
fast mit dem 1. Dorsalstreif verbunden ist, Dorsalstreifen 
1 — 3 vollständig, 4 an der Basis verschwindend, ziemlich 
fein, 5 halb, Nahtstreif über die Mitte nach vorn reichend. 
Propygidium unregelmäßig und wenig dicht punktiert 
(Punkte von verschiedener Größe), Pygidium gleichmäßig 
ziemlich dicht und gröber punktiert, Zwischenräume 
mikroskopisch gekörnelt, Hinterrand sohmal, glatt. Meso- 
sternum vorn gerade abgestutzt. Randstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 4 Zähnchen. L. 6 mm. 

Zentralafrika (Lokolela, Congo). 

36 Hister angustitnargo, n. sp. 

Ovalisy conveamSy niger^ nitidus', antennis pedihusque 
piceisy antennarum clava griseotomentosa. Fronte plana ^ 
Stria antice recta, mandibulis convexis. Thorace lateribus 
lote punctatis, striis marginali tenui in angulo tantum, 
laterali externa dimidiata^ interna margine approximata 
integra, antice ^ost caput crenulata, postice foveola basali 
finita. Elytris striis subhumerali interna ultra hurneinim 
antice abbreviata^ externa arcuata ad humerum tantum; 
dorsalibus Omnibus validis crenatis integris, 5. suturalique 
antice arcuatim subjunctis; impressione subapicali transversa 
rugosa. Propygidio bifoveolato, punctis oblongis ocellatis 
lateribus multo densius, pygidio punctis vix minoribus minus 
oblongis ornatis^ utrinque punctis minutissimis etiam inter- 
mixtis, in medio longitudinaliter subtectiforme elecatis. 
Prosterno lobo antice subtruncato punctata marginato i meso- 
sterno antice subrecto, Stria forti integra. Tibiis omnihis 



106 



H. Bickhardt. 



modice dilatatisy anticis valde hidentatiSj dente tertio minuto. 
Long 8 mm. 

Hah. * Kamerun. 

Diese neue Art nimmt zwischen den verwandten 
Genera Gamjpylorliabdus^ Exorhahdus und Hister eine Mittel- 
stellung ein. Der Eindruck in der Hinterecke des Hals- 
schilds erinnert an die Schmidt 'sehe Grattung, der 
Habitus, die kräftigen gekerbten Dorsalstreifen, der laDge 
innere Subhumeralstreif und das Sternum an das 
Lewis' sehe Genus und die Bildung der Lateral- und 
Subhumeralstreifen an Hister mechowi Schmidt und Ver- 
wandte. Auf dem Halsschild ist der Raum zwischen dem 
inneren stark vertieften Lateralstreif und dem Seitenrand 
schmäler als bei den meisten anderen Hister- AxtQn. und 
kissenförmig aufgewulstet, er ist nur in den Vorderecken 
(einwärts des äußeren Lateralstreifs) punktiert; die grobe 
Punktierung der Halsschildseiten liegt also medianwärts 
von dem inneren Lateralstreif und reicht von dem fast 
l unzlig punktierten Basaleindruck bis hinter die Vorder- 
ecken; auch der Hinterraud ist auf einige Entfernung 
schmal punktiert. (Da diese Punktierung jedoch bei den 
verwandten Arten öfter in ihrer Stärke und Ausdehnung 
wechselt, so ist ihr nur sekundäre Bedeutung beizumessen). 
Hister angustimargo ist wegen der erwähnten Halsschild- 
bildung und der vollständigen beiden inneren Dorsal- 
streifen, die vorn obsolet verbunden sind, sowie der 
Punktierung und in der Mittellinie dachförmig stumpf- 
kantigen Erhebung des Propygidiums und Pygidiums von 
allen bekannten Arten wesentlich verschieden. Die Bildung 
der beiden Subhumeralstreifen ^) erinnert an manche Exem- 
plare von H. asperatus Lew. und mechowi Schm., doch 
reicht der innere Subhumeralstreif weiter nach vorn. 

Auch die verhältnismäßig schmalen Schienen und 
längeren Tarsen sowie die nur deutlich zweizähnige Be- 
wehrung der Vorderschienen (der 3. Zahn ist obsolet) 
sind sehr bemerkenswert. 



Vergl. Fußnote p. 80. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



107 



Es liegt nur 1 Ex. aus Joko (Kamerun) vor. Type 
in coli. m. 

37. H. asperatus, Lew. 1913 H. a. Lewis, in Ann nat. Hist. (8) 
V. 12, p. 356. 

Kurz oval, wenig convex, schwarz, glänzend. Stirn 
schwach punktiert, Stirnstreif vollständig, vorn gebuchtet. 
Halsschild an den Seiten mehr oder weniger ausgedehnt, 
grob runzlig punktiert; innerer Lateralstreif vollständig, 
äußerer Lateralstreif vor der Basis abgekürzt. Flügel- 
decken mit apikalem innerem Subhumer alstreif, der bis 
zur Schulter reicht, äußerer Subhumeralstreif kurz, nur 
an der Schulter und nicht bis zur Basis reichend, Dorsal- 
streifen 1 — 4 vollständig, tief, gekerbt, 5 halb, Nahtstreif 
länger, die äußeren Zwischenräume gegen die Spitze 
zuweilen runzlig punktiert. Propygidium und Pygidium 
ziemlich dicht, zum Teil fast runzlig und ziemlich grob 
punktiert (teilweise Augenpunkte), Pygidium nur seitlich 
-chwach gerandet. Mesosternum vorn gerade, Randstreif 
vollständig. Yorderschienen mit 3 Zähnen. L. bis 
12 mm. 

* Mittelafrika (Kongo, Benguella). 

38. H. mechowi, J. Schm. 1883 H. m. J. Schmidt, in Berlin. Ent. Z. 
V. 27, p. 147. j 1886 H. leseleuci, Mar-eul, (part.) in Notes 
Leyden Mus. v. 8, p. 15L j 1889, ). o. v. 11, p. 46. ; 1888 H. m. 
J. Schmidt, 1. c. v. 10, p. 122. | 1918 H. m. Bickhardt in Ann 
Mus. Nat. Hung. v. 16, p. 295. 

Grerundet oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. 
Stirn eben, fein punktiert, Stirnstreif vorn gerade, an den 
Augen gebogen. Halsschild seitlich bewimpert, innerer 
Lateralstreif vollständig, äußerer bis zur Mitte reichend, 
Zwischenraum und Umgebung mehr oder weniger kräftig 
und runzlig punktiert^). Flügeldecken mit dreistreifigen 
Epipleuren, innerer Subhumeralstreif bis zur Schulter 
reichend, äußerer kurz, auf die Schulter beschränkt (öfter 
fehlend), Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, 5 und Nahtstreif 
die Mitte überragend. Propygidium und Pygidium ziemlich 



Vergl. Fußnote p. 80. 



108 



H. Bickhardt. 



dicht punktiert. Mesosternum vorn nur schwach aus- 
gerandet, innerer Randstreif vollständig, äußerer sehr dicht 
dem Rande, unterbrochen. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
L. 9—121/2 mm. 

* Quangogebiet, Kongo, Rhodesia, Ostafrika. 

89. H. crenatipennis, Bickh. 1910 H. c. Bickhardt, in Ent. Blätt.r 
V. 6, p. 182. I 1918 H. c. Bickhardt, in Ann. Mus. Nat. Hungar. 
V. 16, p. 295. 

Rundlich oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. 
Stii'nstreif kräftig, vollständig, vorn gerade; Mandibeln 
fast eben. Halsschild seitlich bewimpert, innerer Lateral- 
streif' vollständig, äußerer kurz, Marginalstreif fast die 
Mitte erreichend. Flügeldecken mit tiefen, gekerbten 
Streifen; innerer Subhumer alstreif die Schulter fast er- 
reichend, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, 5 über die Mitte 
reichend. Nahtstreif kaum abgekürzt; Epipleuren dreistreifig. 
Propygidium und Pygidium weniger dicht als bei mechowi^ 
punktiert. Mesosternum fast gerade, Randstreif vollständig 
Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 6 — 7V2 mm. 

* Ostafrika, Rhodesia. 

40. H. tropicalis, Mars. 1854 H. t. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 217, t. 7, f. 34. I 1886 H. leseleuci Marseul (part.) in Notes 
Leyden Mus. v. 8, p. 151. | 1889 1. c. v. 11, p. 46. 1 1888 H. t. 
J. Schmidt, i. c. v. 10, p, 122. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn eben, 
Stirnstreif vollständig, halbkreisförmig. Mandibeln convex. 
Halsschild außen bewimpert, innerer Lateralstreif tief, nicht 
unterbrochen, äußerer Lateralstreif kurz, dem Rande ge- 
nähert. . Flügeldecken mit kräftigem Subapikaleindruck, 
Naht eingedrückt, Epipleuren zweistreifig, die äußeren 
Dorsalstreifen 1 — 3 tief, gekerbt, die inneren feiner; Sub- 
humeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — 4 
vollständig, 5 in der Mitte, Nahtstreif über der iMitte ab- 
gekürzt. Propygidium seitlich eingedrückt, gleich dem 
Pygidium zerstreut punktiert. Prosternum an der Basis 
kaum verbreitert. Mesosternum vorn kaum ausgebuchtet, 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 109 



innerer Eandstreif vollständig, äußerer sehr breit unter- 
brochen. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 8 — 11 mm. 

* Senegambien, Kamerun, Uganda. 

40a. H.:accola, T^w. 1911 H. a. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) v. 8, p. 82: 
Kurz oval, mäßig convex, schwär/, glänzend. Stirnstreif vorn 
gerade. Halsschild mit vollständigem innerem und etwas über der 
Milte abgekürztem äußeren Lateralstreifen. Flügeldecken mit apikalem 
innerem Subhumeralstreif, der vor der Mitte abgekürzt ist und mit 
tiefen, gekerbten Dorsalstreifen, 1 — 4 vollständig, 5 apikal, Nahtstreif 
vor der Basis abgekürzt. Propygidium und I^ygidium kaum dicht 
punktiert. Mesosternum vorn fast gerade, mit vollständigem Rand- 
streif. Vordeischienen mit 3 Zähnen. L. ? (ex Lewis). 
Belgisch Kongo. 

Bemerkung: Die Art soll sich von H. torridus, Mars, durch 
tiefere und gekerbte Dorsalstreifen, durch etwas dichtere und gleich- 
mäßige Punktierung des Propygidiums und Pygidiums und durch das 
vorn kaum ausgerandete Mesoaternum unterscheiden. Die Länge ist 
nicht angegeben. Wahrscheinlich ist accola = tropicalis, Mars. 

41. H. notnas, Er. 1834 ti. n. Erichson, in Klug. Jahrb. Ins. v. 1, 
p. 137. i 1854 H. n. Marseul, in Monogr. Hister. p. 216, t. 7, f. 33. | 
1861 H. n. Marseul 1. c Supplem. p. 520, t. 6, f 11. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn eben, 
Stirnstreif kräftig, vollständig. Mandibeln convex, un- 
gezähnt. Halsschild mit sehr kurzem, äußerem und voll- 
ständigem innerem Lateralstreif. Flügeldecken mit zwei- 
streifigen Epipleuren, Subhumeralstreif bis zur Schulter 
reichend, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, kräftig, gekerbt, 
5 etwa bis zur Mitte reichend, vorn in Punkte aufgelöst, 
Nahtstreif über die Mitte nach vorn reichend. Propygidium 
seitlich schwach eingedrückt, fein und zerstreut, Pygidium 
dichter und noch feiner punktiert. Prosternum an der 
Basis verbreitert; Mesosternum vorn kaum gebuchtet, mit 
dicht anliegendem vollständigem Randstreif. Vorderschienen 
mit 4 Zähnchen. L. 7 mm. 

* Cap, Natal, Rhodesia, Kamerun, Ostafrika, Abessinien. 

42. H. nigrinus, Fahrs. 1851 H. n. Fahraeus, in Bohem. Ins. CafFr. 
V. 1, p. 533. I 1854 H. n. Marseul, in Monogr. Hister. p. 218, 
t. 7, f. 35. 

Kurz oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn 
eben. Streif vollständig, etwas geschwungen. Mandibeln 



110 



H. Bickhardt. 



convex, kaum gezähnt. Halsschild mit vollständigem 
innerem und etwa in der Mitte abgekürztem äußeren 
Lateralstreif. Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren 
und einem Sabapikaleindruck, Subhumeralstreif bis zur 
Schulter reichend, Dorsaleindruck 1 — 4 vollständig, kräftig^ 
gekerbt, 5 bis zur Mitte, Nahtstreif darüber hinaus nach 
vorn reichend. Pygidium schwach seitlich eingedrückt, 
fein und mäßig dicht punktiert, Pygidium mit grobem 
vertieftem Punkt jederseits der Basis, fein punktiert. Pro- 
sternum an der Basis verbreitert; Mesostemum vorn 
schwach ausgebuchtet, innerer Randstreif ganz, äußerer 
breit unterbrochen. Vord erschienen mit 5 Zähnchen. 
L. 7 mm. 

* Cap, Kaffraria, Abessinien. 

43. H. spinipes, Mars. 1854 H. s. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 199, t. 6, f. 20. I 1904 Pachylister s., Lewis, in Ann. nat. 
Hist. (7) V. 14, p. 145. | 1919 H. S. Bickhardt, in Ent. Blatt. 
V. 15, p. 114. 

Oval, ziemlich depreß, schwarz, glänzend. Stirn 
ziemlich flach, Stirnstreif vollständig: Epistom concav, 
Halsschild außen bewimpert, innerer Lateralstreif voll- 
ständig, äußerer Lateralstreif vor der Basis etwas ab- 
gekürzt. Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren, 
Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsal- 
streifen kräftig, gekerbt, 1 — 4 vollständig, 5 bis zur Mitte 
reichend (apikal), Nahtstreif fehlend. Propygidium seitlich 
eingedrückt, zerstreut punktiert, Punktierung des Pygidiums 
etwas dichter. Mesosternum schwach ausgerandet, Rand- 
streif vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 10 mm. 

" Senegambien. 

44. H. memnonius, Er. 1834 H. m. Erichson, in Klug, Jahib. Ins. 
V. 1, p. 134. I 1854 //. m. Marseul, in Monogr. Hister. p. 196. 
t. 6, f. 17. ! 1854 H. luctuosus, Marseul, 1. c. p. 197, t. 6, f. 18. | 
1854 H. arabicus, Marseul 1. c. p. 263, t. 8, f. 66. 1 1889 H. m. 
J. Schmidt, Deutsche Ent. Z. p. 160. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Fühler röthch . 
Stirn eben, Stirnstreif vollständig, kräftig, schwach ge- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



III 



buchtet; Mandibeln concav. Halsschild außen bewimpert, 
innerer Lateralstreif vollständig, äußerer an der Basis etwas 
verkürzt, dem Rande stark genähert. Flügeldecken mit 
zweistreifigen Epipleuren, Dorsalstreifen kräftig, gekerbt, 
1 — 4 vollständig, 5 bis zur Mitte reichend, Nahtstreif sehr 
kurz und undeutlich oder fehlend, Subhumeral streif bis 
zur Schulter reichend. Propygidium seitlich mit schwachem 
Eindruck, Punktierung fein und zerstreut, Pygidium etwas 
dichter punktiert. Mesosternum vorn ausgerandet mit voll- 
ständigem Randstreif. Vorderschienen mit 3 kräftigen 
Zähnen. L. 10 — 12 mm. 

" Abessinien, Nubien (auch Arabien [Bagdad]). 

45 H. cavilabris, n. sp. 

Ovah's, subconvexus, niger nitidus. Fronte suhplana, 
Stria antice rectaj pone oculos angulata. Lahro antice jprofunde 
semifoveolafo^ mandihulis extus elevatomar ginatis, Thorace 
Stria marginali hasin attingente, laterali externa ultra medium 
abbreviatOj intera integra. Elytris striis subhumerali humer um 
attingente j dorsalibus l — 4 integris, 5. pone^ suturali ultra 
medium abbreviatis. Propygidio pygidioque fortiter ocellato- 
punctatis^ hoc apice laevi. Prosterno loho sat fortiter punc- 
tato; mesosterno antice emarginato, striis externa interrupta 
interna arcuata integra. Tibiis anticis 3- dentatis. Long. 6 mm. 

Hab. * Ostafrika. 

Ausgezeichnet durch die vorn tief halbgrübchenförmige 
Ausrandung der Oberlippe, durch das ziemlich dicht mit 
kräftigen Augenpunkten besetzte Propygidium und Pygi- 
dium^r durch die kräftig punktierte Kehlplatte des Pro- 
sternums und das vorn durch zwei Randstreifen begrenzte 
Mesosternum. Ferner sind die nicht behaarten Epipleuren 
des Halsschilds sehr bemerkenswert, weil in dieser Gruppe 
fast alle Arten eine deutliche Bewimperung des Halsschildes 
aufweisen. Im Habitus ähnelt die neue Art am meisten dem 
H. ritsemae, Marseul, ohne jedoch sonst irgend welche 
Verwandschaft mit diesem zu -besitzen. Das Mesosternum 
ähnelt sehr dem von H. aequatorius, Marseul (vergl. Figur 16). 

Ein Exemplar aus Usambara (Nguelo) in coli. m. 



112 



H. Bickhardt. 



46. H. peregrinus, J. Schm. 1889 H. s. J. Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 92. 

Oblong -oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif 
tief, fast halbkreisförmig. Halsschild seitlich bewimpert, 
Lateralstreifen einander genähert, der innere geschwungen, 
vollständig, in der Vorderecke durch einen Eindruck mit 
dem äußeren verbunden, der äußere etwas verkürzt. Flügel- 
decken mit dreistreifigen Epipleuren, innerer Subhumeral- 
streif wie gewöhnlich, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, 
5 halb, Nahtstreif an der Basis abgekürzt. Propygidium 
seitlich eingedrückt, gleich dem Pygidium mäßig punktiert, 
letzteres an der Spitze glatt. Mesosternum vorn gerade^ 
Randstreil vollständig. Yorderschienen mit 4 Zähnen. 
L. 4^/4 — 5 mm. 

* Westafrika. 

46a. H. sotnali, Lew. 1885 H. s. Lewis, in Ann. nat. Hist. (5) 
V. 15, p. 464. 

Oblong-oval, depreß, schwarz, glänzend; Fühler und Beine braun. 
Stirnstreif vorn gerade. Halsschild sehr fein punktiert, innerer Lateral- 
streif vollständig, hinter den Augen gewinkelt, äußerer Lateral!?'treif 
kurz, gebogen. . Flügeldecken mit Mherem Subhumeralstreif (?, Lewis 
sagt darüber nichts), Dorsalstreifen 1—4 vollständig, 5 und Nahtsti eif 
bis zur Mitte reichend. Propygidium spärlich punktiert, Pygidium 
glatt. Prosternum punktiert; Mesosternum vorn zugerundet Rand- 
streif vollständig. Vorderschienen Diit 3 Zähnen. L. 3V2 mm. 

Ostafrika (Somaliland). 

47. Hister tropicus, Payk. 1811 M. t. Paykull, in Monogr. Hi.steroid- 
p. 18, t. 2, f. 4. I 1834 H. hottentotta, Erichson, in Klug, Jahrb. 
Ins. I, p. 136, K 1851 H. glabratus, Roth, in Arch. f Naturg. 
V. 17, I, p. 122. I 1851 H. decollatus, Roth, in Arch. f. Naturg. 
V. 17, I, p. 123. i 1854. M. hottentota, M&Tseu], in Monogr. Hister. 
p. 223, t. 7. f. 40. I 1854 //. subsulcatus, .Marseul, ibid. p. 221, 
t. 7, f. 38, I 1854 H. abyssinicus, Marseul, ibid. p. 222, t 7, 
f 39. I H. tropicus, Marseul, ibid. p, 225, t. 7, f. 41. | 1859 
H. regularis, Leconte, in Proc. Acad, Phil. Soc. p. 312. | 1871 

') Lewis nennt das Mesosternum vorn „rotundato emarginato" , 
2wei sich direkt widersprechende Angaben. Im englischen Text weist 
er dann auf das „non-sinuate mesosternum" hin, sodaß angenommen 
werden muß, daß das Mesosternum vorn zugerundet und nicht au.s- 
-gerandet ist. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



113 



H. marseuU, Desbrochers, Mitt. Schweiz. Ent. Ges. v. 3, p. 341. 
I 1873 H. m. Marseul, BuH. Soc. Ent. Fr. (5) v. 3, p. 19. [ 
1885 H. glabratus, decollatus, regularis, Lewis, in Ann. Mag. 
Nat. Hist (5) v. 15, p. 464. | 1919 H. tropicus, Bickhardt. 
in Ent. Blatt, v. 15, p. 115. 

Länglich oval, ziemlich convex, schwarz glänzend 
Stirn eben, Stirnstreif vollständig, vorn gerade. Man- 
dibeln concav. Halsschild seitlich bewimpert, innerer 
Lateralstreif vollständig, äußerer mehr oder weniger ab- 
-gekürzt. Flügeldecken mit dreistreifigen Epipleuren, Sub- 
humeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 
kräftig, gekerbt, 1 — 4 vollständig oder der 4. mehr oder 
weniger abgekürzt, 5 apikal, höchstens bis zur Mitte reichend 
(meist kürzer), Nahtstreif etwas länger als der 5. Streif. 
Propygidium seitlich mit schwachem Eindruck, Punk- 
tierung mehr oder weniger fein und zerstreut, Pygidium 
ebenso punktiert, zuweilen mit glatten Stellen in der 
Mitte. Mesosternum vorn ausgerandet, Eandstreif voll- 
ständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 7 — 10 mm. 

* Tropisches Afrika. 

48. Hister barbarus n. sp. 

Ohlongus^ subparallelus, convexus^ nigerj nitidus. Fronte 
lata, Stria sat tenui antice recta^ mandibuUs suhplanis. 
Thorace ciliato, stria laterali interna integra^ externa parum 
nhhreviata. Elytris stria suhhumerali interna dimidiata, 
dorsalibus i — 3 integris^ 4. antice evanescenii obsoleta^ 
5. tenui ante medium^ suturali ultra medinnfi, hac postice 
quoque abbreviatis^ ejpi^leuris tristilcatis. Projpygidio trans- 
versa, pygidio convexo^ utrinque subtilissime punctulatis^ 
jpunctis j^aruni majoribus sjparsim intermixtis. Prosterno lobo 
punctulato lateribus bimarginato ; mesosterno antice emarginato^ 
Stria valida integra^ margini in media valde ajpproximata 
(Fig. 14). Tibiis anticis 3-dentatis. L. 9 mm. 

Hab. * Deutsch-Ostafrika. 

Mit H. tropicus, Payk. verwandt, jedoch durch mehr 
parallele Körperform, die nicht ausgehöhlten, ebenen und 
nur stumpfkantig gerandeten Mandibeln sowie durch das 
feiner und gleichmäßiger punktierte Propygidium sowie 

8 



114 



H. Bickhardt. 



das gewölbte ebenfalls gleichmäßig punktierte Pygidium 
verschieden Die 3 inneren Dorsalstreifen der Flügel- 
decken sind bei harharus viel feiner als bei tropicus. Von 
den beiden Seitenstreifen der Kehlplatte reicht der äußere 
bei H. harharus weiter zur Spitze nach vorn nnd ist dem 
innere bis dicht vor sein Ende fast parallel; bei tropicus 
convergiert der äußere Seitenstreif der Kehlplatte sehr 
stark mit dem inneren und endigt schon früher. 

1 Ex. vom Tanganika (Type) in meiner Sammlung. 

49. pilicollis, J. Schm. 1889 H. p. J. Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 91. 

Oblong-oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirn- 
streif wenig kräftig, vorn gerade. Halsschild seitlich 
ziemlich lang und dicht gelb bewimpert, innerer Lateral- 
streif vollständig, vom Rande ziemlich weit abstehend, 
äußerer kurz, dem Rande genähert. Flügeldecken mit 
zweistreifigen Epipleuren, innerer Subhumeralstreif wie 
gewöhnlich, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig. Nahtstreif 
wenig abgekürzt, 5 etwas kürzer. Propygidium und 
Pygidium ziemlich dicht und kräftig punktiert. Meso- 
sternum vom ausgebuchtet, Randstreif ganz. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 6V2 — 7^/2 mm. 

* Capland. 

50. H. calidus, Er. 1842 H. C, Erichson, in Doubl. Verz. Seneg^al 
Ins. p. 6. I 1885 H. C. Lewis, in Ann. nat. Hist. (5) v. 16^ 
p. 209. I 1854 H. striolatus Marseul, in Monogr. Hister. p. 200, 
t. 6, f. 21. I 1871 H. compressus Desbrochers, in Mitteil. Schweiz. 
Ent. Ges. v. 3, p. 341. | 1873 M. striolatus Marseul, in Bull. Soc 
Ent. Fr. (5) v. 3, p. 19. | 1919 H. c. Bickhardt, in Ent. Blätt. 
V. 15, p. 114. 

Oval, ziemlich depreß, schwarz, glänzend. Stirn eben,. 
Stirnstreif vollständig, vorn gerade. Mandibeln oberseita 
concav. Halsschild außen bewimpert, innerer Lateralstreif 
vollständig, kräftig, äußerer Lateralstreif fein, ziemlich 
nahe dem Rande, selten die Mitte erreichend. Flügel- 
decken mit zweistreiflgen Epipleuren, Streifen kräftig,. 



^) Vergl. auch die Bestimmungstabelle. 



Die Histerini des aethiopischen Faaneng ebiets. 115 

gekerbt, Subhumeralstreif bis zur Mitte reichend Dorsal 
streifen 1-4 und Nahtstreif vollständig, auch 5 nur wenig 
an der Basis verkürzt oder ganz. Propygidium und 
Fygidium fein und mäßig dicht punktiert mit noch 
erhebhch feinerer Grundpunktierung. Kehlplatte des 
Prosternums sehr kurz; Mesosternum vorn schwach aus- 
gerandet, Eandstreif vollständig. Vorderschienen mit 
ö /ahnen. L. 11 mm. 
* Tropisches Afrika. 

51. H gorflla^ J.Sohm^ 1839 ff. g. J.Schmidt, in Ent. Nachr. 

L p^'f' ' .Z;^"^^^'^^' '° ^fr- E^P«d- Heimos 

Ad. Friedr. zu Mecklb v. 1, p. 76. 

Kurz oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stim- 
streif vollständig, vorn gerade, Mandibeln eben Hals- 
schild seitlich bewimpert; innerer Lateralstreif tief voll- 
standig an der Basis kurz einwärts gebogen, äußerer vor 
der Mitte abgekürzt, hinter der Vorderecke ist ein seichtes 
Grübchen mit einigen Punkten wahrnehmbar, die Vorder- 
ecke selbst ist meist etwas punktiert') und gestrichelt. 
Flugeidecken mit zweistreifigen Epipleuren ; innerer Sub- 
humeralstreif bis zur Schulter reichend, öfter mit kurzem 
Eudiment' des äußeren; Dorsalstreifen 1-4 vollständig. 
Nahtstreif kaum, 5 wenig abgekürzt. Propygidium mäßig 
dicht und grob, Pygidium dichter punktiert, letzteres 
seitlich fem gerandet. Prosternum mit vorn abgestutzter 
Kehlplatte i Mesosternum vorn mäßig ausgerandet, Eand- 
streif voUständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen L IIV2 
bis 12'/2 mm. 

*Westafrika (Aschantigebiet). 

Vrl!^' ' wfu '° ^f^i- Herzog Ad 

Inedr. z. Mecklb. v. 1, p. 76. 

,.11?"^°^'*'^^'' scJi^arz, glänzend. Stirnstreif 

volstandig, vorn gerade; Mandibeln kräftig, convex 
Halssohild seitlich bewimpert, innerer Lateralstreif kräftig 
^ununterbrochen, an der Basis nach innen gekrümmt, kaum 
') Vergl. Faßnote p. 80. 



8* 



116 



H. Bickhardt. 



abgekürzt, innerer Lateralstreif dünn, zur Mitte reichend. 
Flügeldecken mit kräftigen gekerbten Streifen, innerer 
Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, mit undeut- 
lichem kurzem Appendix des äußeren Subhumeralstreifs ; 
Dorsalstreifen 1—4 vollständig, 5 und Nahtstreif vorn 
kaum abgekürzt. Epipleuren dreistreifig. Propygidium 
mäßig grob und weitläufig, Pygidium äußerst fein punk- 
tiert. Kehlplatte des Prosternums vorn stumpf gerundet, 
Basis lanzettförmig mit abgerundeter Spitze; Mesosternum 
vorn tief ausgerandet, Randstreif vollständig. Vorderschienen 
mit 3 Zähnen. L. 12—13 mm. 
* Congostaat. 

53 H. coprophilus, Reiche. 1851 H. c. Reiche, in Galin. Voy. 
Abyssin p. 302, t. 18, f. 8, | 1851 H. tumidus Fahraeus, in 
Bohem. Ins. Caffr. v. 1, p. 537. | 1854 H. c. Marseul, in Monogr. 
Hister. p. 226, t. 7, f. 42. 

Oblong, wenig gewölbt, schwarz, glänzend. Stirn 
schwach eingedrückt; Stirnstreif vollständig, vorn in der 
Mitte scharf rückwärts einspringend. Halsschild seitlich 
nicht bewimpert, innerer Lateralstreif vollständig, an den 
Seiten schwach gebogen, äußerer Lateralstreif etwa die 
Mitte erreichend. Flügeldecken mit zweistreifigen 
Epipleuren, Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, 
Dorsalstreifen 1—4 vollständig, 5 bis zur Mitte reichend, 
Nahtstreif etwas länger. Propygidium seitlich eingedrückt, 
gleich dem Pygidium wenig dicht punktiert. Kehlplatte 
des Prosternums kurz; Mesosternum vorn schwach aus- 
gerandet, Eandstreif vollständig. Vorderschienen mit drei 
Zähnen. L. 5— 6V2 mm. 

*Capland, Ostafrika, Abessinien. 

54. H. zulu, Mars. 1880 H. z. Marseul, in Ann. Mus. Genova v. 16, 
p. 618. 

Oval, wenig convex, schwarz glänzend, Fühler und 
Beine rötlich pechbraun; Mandibeln concav. Stirnstreif 
tief, in der Mitte mit emspringendem Winkel in der median 
etwas gefurchten Stirn. Halsschild mit vollständigem 
innerem und kurzem äußerem Lateralstreif. Flügeldecken 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



117 



mit zweistreifigen Epiplenren, innerer Subhumeralstreif 
etwa bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1— 4 voll- 
ständig, 5 etwa bis zur Mitte, Nahtstreif fast bis zur Basis 
reichend. Propygidium seitlich kaum eingedrückt, spärlich 
punktiert, Pygidium kaum deutlich mit feinen Pünktchen 
besetzt. Prosternum an der Basis abgestutzt ; Mesosternum 
vorn fast gerade, Randstreif vollständig. Vor d erschienen 
stark verbreitert, mit 3 Zähnchen am Außenrande. Länge 
47« mm. 

* Natal, Ostafrika, Abessinien. 

54a H. atricolor, Lew. 1907 Atholus a. Lewis, in Ann. nat. Hist. 
(7) V. 20, p. 346. I 1919 H. a. ßickhardt, in Ent. Blatt, v. 15, p. 117. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Mandibeln concav, 
Stirnstreif vollständig, vorn schwach gebuchtet, dahinter zwei rund- 
liche Eindrücke. Halsschild mit vollständigem innerem und etwa in 
der Mitte abgekürztem äußerem Lateralstreifen. Flügeldecken mit 
innerem Subhumeralstreif, der bis zur Schulter reicht, Dorsalstreifen 
1 — 4 vollständig, 5 apikal, nicht die Mitte erreichend, Nahtstreif etwas 
vor der Basis abgekürzt. Propygidium grob, nicht dicht, Pygidium 
weniger grob punktiert. Mesosternum vorn gerade (?), Randstreif voll- 
ständig. Vorderschienen mit 4 Zähnchen. L. 3^/4—4 mm. (ex Lewis). 

Maschonaland. 

55. H. tristriatus, Mars. 1854 H. t. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 569, t. 9, f. 133. 

Oval, convex, schwarz, glänzend; Fühler bräunlich. 
Stirn eben, Stirnstreif vollständig, vorn gerade; Mandibeln 
innen schwach gezähnt. Halsschild mit vollständigem 
innerem und etwas vor der Mitte abgekürztem äußeren 
Lateralstreifen. Flügeldecken mit ^weistreifigen Epi- 
pleuren, Dorsalstreifen 1 — 2 vollständig, 3 basal, bis zur 
Mitte reichend, die übrigen Streifen einschl. des Sub- 
humeralstreifs fehlend. Propygidium in der Mitte glatt, 
außen zerstreut punktiert, Punktierung des Pygidiums in 
der basalen Hälfte etwas dichter und weniger kräftig als 
auf dem Propygidium, hintere Hälfte fast glatt. Meso- 
sternum vorn kaum ausgebuchtet, Randstreif kräftig, 
vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen, der distale 
Endzahn zweispitzig. L. 7 mm. 

* Capland. 



118 



H. Bickhardt. 



56. H. nattereri, J. Schm. 1889 H. n. J. Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 15, p. 94. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn mit undeut- 
lichem Doppeleindruck, Stirnstreif sehr tief, Vorderrand 
fast kielförmig erhoben; Mandibeln concav. Halsschild 
nicht bewimpert, innerer Lateralstreif vollständig, äußerer 
kurz. Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren, Sub- 
humeralstreif 'fehlend, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 
und 5 apikal, sehr kurz. Nahtstreif vorn über die Mitte 
reichend, auch hinten etwas verkürzt. Propygidium und 
Pygidium zerstreut punktiert, letzteres an der Spitze 
glatt. Mesosternum vorn gerade, Randstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 4 — 4V2 mm. 

* Capland. 

Bemerkung: J.Schmidt verzeichnet noch eine unbedeutende 
Varietät, bei der der 5. Dorsalstreif völlig fehlt und der Nahtstreif 
stark verkürzt ist, auch ist das Pygidium feiner und weitläufiger 
punktiert, als bei dem typischen Exemplar. 

57. Hister angulicollis n. sp. 

Ovalis, sat convexus, niger^ nitidus; fronte plana, Stria 
suharcuata lateribus obsoleta, vertice suhfoveolato. Thorace 
antice hisinuato^ striis lateralihus interna integra^ modice 
crenulata, externa tenui postice ahhreviata^ antice in angulo 
arcuata mox ahbreviata^ marginali tenuissima basin attingente, 
Elytris Stria subhumerali nulla^ dorsalibus 1 — 3 integrisy 
4. ante apicem interrwpta vel obsoleta^ 5. brevissima apicali^ 
suturali media brevi; ejpipleuris bisulcatis, punctatis. Pro- 
pygidio subbiimpressOj punctis paucis sat fortibus ad basin j 
parte postica pygidioque laevibus. Prosterno lobo subacumi- 
nato, marginato, mesosterno antice emarginato^ Stria integra. 
Tibiis anticis tridentatis. Long. 5^1 2 — 67^ 

* Hab. Senegambien. 

Mit H. fossor Er. am nächsten verwandt, jedoch von 
diesem, wie von allen verwandten Arten, durch das am 
Vorderausschnitt zweibuchtige, also in der Mitte stumpf- 
winklig vorspringende Halsschild ^) verschieden. Weitere 

^) Die Form des Halsschilds erinnert an einzelne Orammostethus- 
Arten, vergl. die Abbildung von G. curvicollis Bickhardt in Genera 
Insect., Fase. 166, Tafel X, Fig. 91. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



119 



Unterschiede gegenüber fossor und Verwandten sind: der 
äußere Lateralstreif des Halsschilds, der dicht am Rande 
verläuft, vor der Basis abgekürzt ist, viel feiner und dem 
inneren Lateralstreif nicht parallel ist. Die Dorsalstreifen 
1 — 4 sind sämtlich an der Basis etwas (wenig) abgekürzt, 
am meisten der 4. Letzterer ist etwas vor der Spitze 
unterbrochen bezw. in eine Punktreihe aufgelöst, an der 
Spitze selbst sind die Streifen 1 — 5 stärker vertieft. Das 
Pygidium ist völlig glatt, abgesehen von ganz vereinzelten 
Punkten dicht an der Basis, auch das Propygidium ist 
zum größten Teil fast glatt. Die Vorderschienen haben 
etwas kürzere Zähne als fossor. 

Es liegen 2 Exemplare aus dem Stettiner Museum 
(coli. Dohrn) vor, die „Senegal, Mars." bezettelt und als 
H. fossor bestimmt sind. 1 Exemplar davon (Type) ist 
jetzt in meiner Sammlung. 

58. H. fossor, Er. 1834 //. /. Erichson, in Klug Jahrb. Ins. v. 1, 
p. 148. I 1854 H. / Marseul, in Monogr. Hister, p. 566, t. 9, 
f. 131. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
und Beine rötlich. Stirn eben, Stirnstreif vollständig, 
vorn gebogen. Hg-lsschild mit vollständigem inneren und 
wenig (an der Basis) abgekürztem äußeren Lateralstreifen, 
beide Streifen kräftig, tief und fast parallel, Zwischenraum 
ziemlich schmal. Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren 
und einem Subapikaleindruck ; Dorsalstreifen 1 — 3 voll- 
ständig, tief, gekerbt, 4 und 5 kurz, apikal, 4 zuweilen 
mit basalem Eudiment, Nahtstreif kurz, median auf der 
Scheibe, Subhumer alstreif fehlend. Propygidium ziemlich 
kräftig und zerstreut, Pygidium sehr fein und mäßig 
dicht punktiert. Mesosternum vorn ausgebuchtet, innerer 
Randstreif vollständig, äußerer breit unterbrochen. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen, die beiden distalen Zähne sehr 
lang. L. 5 mm. 

* Westafrika (Senegal). 

59. H. obesus, Fahrs. 1851 M. 0. Fahraeus, in Bohem. Ins. CafFr. 
V. 1, p. 537. I 1854 H. O. Marseul, in Monogr. Hister. p. 568, 
t. 9, f. 132. I 1869 H. o. var. furcimanus Marseul, in Berlin. 
Ent. Z. V. 13, p. 288. 1 1889 H. 0. var. furcimanus J. Schmidt, 



120 



H. Bickhardt. 



in Deutsche Ent. Z. p. 153. 1 1885 H. raffrayi Lewis, in Ann. 
nat. Hist. (5) v. 14, p. 210. | 1919 //. 0. Bickhardt, in Ent- 
Blätt. V. 15, p. 117. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. l^uüler 
bräunlich, Keule heller. Stirn eben, Stirnstreif kräftig, 
vollständig, halbkreisförmig, Epistom schvsrach eingedruckt. 
Halsschild mit zwei vollständigen Lateralstreifen, der innere 
auch am Vorderrand ohne Unterbrechung; Margmalstreif 
am Vorderrand auch fast ohne Unterbrechung verlaufend. 
Flügeldecken mit schwachem Subapikaleindruck und zwei- 
streifigenEpipleuren; ohne Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 
1__3 vollständig, kräftig, gekerbt, 4—5 apikal, kurz, Naht- 
streif lang, über die Mitte nach vorn reichend (bei der 
var. furcimanus ist auch der 4. Dorsalstreif vollständig). 
Propygidium und Pygidium ziemlich kräftig und weit- 
läufig punktiert. Mesosternum vorn schwach ausgebuchtet, 
Randstreif vollständig. Vor der schienen mit 3 Zähnen, die 
beiden distalen Zähne sehr groß. L. 5 mm. 
* Guinea, Kafiraria, Ostafrika, Sudan. 
60. H. inflexus, Lew. 1914 H. i. Lewis, in Ann. Nat. Hist. (8) 
V. 13, p. 240. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn mit zwei 
schwachen Eindrücken, Stirnstreif fast gerade. Halsschild 
mit zwei vollständigen Lateralstreifen, von denen der 
innere auch am Vorderrand fortgesetzt ist. Flügeldecken 
ohne Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 1-3 vollständig, 
Nahtstreif vor der Mitte abgekürzt. Propygidium und 
Pygidium ziemlich grob und dicht punktiert (am Rande 
teüweise Augenpunkte). Mesosternum vorn ausgebuchtet, 
Randstreif vollständig. Vorderschienen mit 5 Zahnen. 

L. ÖV* nim. 

Madagascar. 

61. H. lentulus. Er. 1834 H. l Erichson, in Klug, Jahrb. Ins. v.l, 
p. 149. l 1854 H. l Marseul, in Monogr. Hister. p. 564, t. 9, 
f. 129. I 1861 H. l Marseul, 1. c. Supplem. p. 546, t. 7, f. 36. | 
1910 H. herero Bickhardt, in Ent. Blätt. v. 6, p. 183. 1 1919 H. l 
Bickhardt, 1. c. v. 15, p. 116. -, -o • 

Oblong -oval, schwarz, glänzend; Fühler und Berne 
rotbraun, Keule graurot. Stirn schwach convex, Stirn- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 12 i 



streif vollständig, vorn gerade; Mandibeln schwach convex. 
Halsschild außen dicht gelblich bewimpert, innerer Lateral- 
streif vollständig, äußerer sehr kurz, nur in der Vorder- 
ecke (manchmal obsolet oder gar fehlend); Marginalstreif 
fein, bis zur Mitte der Seite reichend. Flügeldecken mit 
zweistreifigen Epipleuren, ohne Subhumeralstreif (oder mit 
einem kurzen apikalen Stück des inneren Subhumeral- 
streifs), Dorsalstreifen 1 — 4 kräftig, vollständig, 5 etwa 
bis zur Mitte reichend, Nahtstreif vollständig. Prctpygidium 
mit ziemlich großen ovalen Augenpunkten mäßig dicht 
besetzt, Pygidium feiner und dichter punktiert. Meso- 
sternum vorn ausgerandjßt mit vollständigem Randstreif. 
Vorderschienen mit 3 Zähnen, die beiden distalen Zähne 
groß. L, 4^2 — 6 mm. 

*Capland, Südwestafrika, ßhodesia. 

61a. H. sikorae, Lew. 1891 H. S. Lewis, in Ann. nat Hist. (6) 
V. 8, p. 387. 

Kurz oval, schwarz, glänzend. Kopf fein punktiert, Stirnstreif 
kräftig, halbkreisförmig. Halsscbild glatt, innerer Lateralstreif voll- 
ständig, nach der Basis zu geschwungen (ähnlich wie bei Contipus), 
äußerer Streif hinten abgekürzt. Flügeldecken mit 4 ganzen Dorsal- 
streifen (3 und 4 etwas gebogen), 5 apikal, kurz, nach vorn in Punkte 
aufgelöst, Nah'üStreif an der Basis stark abgekürzt. Prop^^gidium 
kräftig und nicht .^ehr dicht punktiert, Pygidium ebenso an der Basis 
ouüktiert, gegen die Spitze zu wird die Punktierung feiner. Meso- 
ccernum vorn kaum ausgebuchtet, Randstreif fein, vollständig. Vorder- 
üchienen mit 3 Zähnchen. L. 6V'2 mm. 

Madagascar (Ostküste). 

62. H. furciger, Mars. 1869 M. /. Marseul, in Berlin, ent. Z. v. 13. 
p. 290. I 1889 H. f. J. Schmidt, in Deutsche ent. Z. p. 153. 

Oval, wenig convex, schwarz, glänzend. Stirn kaum 
convex, Stirnstreif halbkreisförmig. Halsschild seitlich 
spärlich bewimpert, beide Lateralstreifen kräftig, voll- 
ständig, ihr gemeinsamer Z wischenraum und der des äußeren 
vom E-ande breit, zuweilen mit einigen Stricheln besetzt. 
Flügeldecken vor der Spitze mit Quereindruck, Sub- 
humeralstreif fehlend, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, 
kräitig, gekerbt, 5 apikal, Nahtstreif kurz, kaum bis zur 
Mitte reichend; Epipleuren dreistreifig. Pygidium stark 



122 



H. Bickhardt. 



€onvex, ziemlich fein und zerstreut punktiert. Mesosternum 
vorn ausgebuchtet, E-andstreif vollständig. Vorderschienen 
mit 3 Zähnen. L. 5—7 mm. 

* Capland, Caffraria, üsambara. 

63. H. gehini, Mars. 1854 //. g. Marseul, in Monogr. Hister. p. 306, 
t. 9, f. 99. I 1854 H. impressus Apetz, Col. Brehm p. 14. | 1855 
H. plebejus Klug, in Monatsber. Berlin. Akad. p, 649. | 1862 
H. plebejus Peters' Eeise p. 206, t. 12, f. 7. | 1871 H. berardi 
Desbrochers, in Mitteil. Schweiz. Ent. Gesell, v. 3, p. 340. | 1873 
H. g. Marseul, in Bull. Soc. Ent. Fr. (5) v. 3, p. XIX. 1 1885 
H. g. J. Schmidt, in Deutsche Ent. Z. v. 29, p. 229. | 1908 
H. vadatus Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) v. 2, p. 145. | 1908 
H. V. Lewis, in Sjöstedt, Kilimandjaro-Meru Exp. 7, 2 p. 14. | 
191L H. ü. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) v. 8, p. 83. | 1910 
H. Simulator Lew. 1. c. (8) v. 6, p. 54. | 1919 H. g. Bickhardt 
in Ent. Blätt. v. 15, p. 117. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
braun. Stirn eben, Stirnstreif vollständig, halbkreisförmig. 
Halsschild mit fast vollständigem innerem und etwas ver- 
kürztem äußerem Lateralstreif. Flügeldecken mit Sub- 
apikaleindruck, der äußere Subhumer alstreif ist sehr kurz, 
an der Schulter gelegen (zuweilen fehlt er auch ganz), 
Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, gekerbt, 5 kurz, apikal, 
Nahtstreif über die Mitte nach vorn reichend. Propy- 
gidium seitlich eingedrückt, kräftig und weitläufig, 
Pygidium schwächer und dichter punktiert, an der Spitze 
fast glatt. Mesosternum vorn ausgerandet, innerer E-and- 
«treif vollständig, äußerer breit unterbrochen. Vorder- 
schienen mit 3 kräftigen Zähnen. L. 5^/2 — 6^/2 mm. 

* Natal, Transvaal, Ostafrika, Abessinien, Sudan, 
Seüegal. 

64. H. castus, Lew. 1885 M. c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (5) v. 15 
p. 465. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend ; Fühler und 
Beine rötlich. Stirn fein punktiert, Stirnstreif gebogen. 
Halsschild mit vollständigem innerem und kaum an der 
Basis abgekürztem äußerem Lateralstreif. Flügeldecken 
rot mit gemeinschaftlicher winklig begrenzter schwarzer 
Makel, alle Dorsalstreifen vollständig, 5 und Nahtstreif 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



an der Basis im Bogen vereinigt. Propygidium und 
Pygidium grob punktiert. Prosternum fein gestrichelt, 
Kehlplatte zerstreut und grob punktiert, Mesosternum vorn 
gebogen (zugerandet ?), Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnchen. L. 3 mm. 
Arabien (El Hazah). 

64a. H. martius, Lew. 1885 M. m. Lewis, in Ann. nat. hist. (5) 
V. 16, p. 210. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend; Fühler und Beine 
rötlich. Stirn fein punktiert, Stirnstreif tief eingedrückt. Mandibeln 
außen gerandet. JSalsschild mit zwei vollständigen tiefen Lateral- 
streifen, an der Basis punktiert. Flügeldecken rot mit gemeinsamer 
schwarzer winklig begrenzter Makel, Dorsalstreifen 1 — 4 vollständig, 
b in der Mitte schwach unterbrochen, Nahtstreif bis über die Mitte 
nach vorn reichend. Propygidium und Pygidium ziemlich dicht mit 
Augenpunkten besetzt. Prosternum hinten schmal und mit Rand- 
streifen, Kehlplatte punktiert (in der Mitte beiderseits gefurcht?). 
Mesosternum vorn gebogen (zugerundet?), Randstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 4 Zähnchen. L. 3 mm. 

Ostafrika (Abessinien). 

65. H. honestus, Lew. 1908 H. h. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8), 
V. 2, p. 148. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend, Flügel- 
decken dunkelrot mit schwarzer Skutellar- und Diskal- 
Makel. Stirnstreif vollständig, gebogen. Halsschild mit 
vollständigem Marginalstreif ; innerer Lateralstreif voll- 
ständig, hinter dem Auge zurückgebogen, äußerer Lateral- 
streif auch bis zur Basis reichend, Zwischenraum zwischen 
beiden Streifen ziemlich breit, vorn am breitesten. Flügel- 
decken mit gebogenem Humeralstreif (wohl die schwache 
Humerallinie aller Histeriden?), der nicht die Basis erreicht 
und kaum bis zur Mitte geht; alle Dorsalstreifen (einschl. 
Nahtstreif) vollständig, 5 und 6 an der Basis verbunden. 
Propygidium und Pygidium grob, und nicht dicht punk- 
tiert. Prosternum mikroskopisch fein gestrichelt; Meso- 
sternum vorn schwach ausgebuchtet, E-andstreif vollständig, 
etwas gekerbt. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 2^/3 mm. 

Maschonaland. 



124 



H. Bickhardt. 




Die nachfolgende Art ist von Lewis als Htster be-^ 
beschrieben worden. Sie kann aber wegen der völlig 
andersartigen Skulptur des Halsschilds nicht in diesem 
Genus verbleiben. Ebensowenig kann die Art in dem 
Genus Gontipus Mars, verbleiben, wohin sie von mir vor- 
läufig gestellt worden ist.i) Einige Verwandtschaft scheint 
mit der Gattung Teinotarsus Mars, zu bestehen, doch 
bestehen erhebliche Unterschiede ebenfalls in der Hals- 
schildskulptur und in der Form des gekielten äußeren 
Subhumer alstreifs . Wahrscheinlich 
muß für terrenus ein neues Genus^ 
begründet werden. 

Nachstehend gebe ich eine Be- 
schreibung der Art sowie eine Ab- 
bildung (nach Lewis). 

66. Hister terrenus, Lew. 1913 H. t Lewis, 
in Ann. nat. Hist. (8) v. 12, p. 357. 
Oval, ziemlich convex, matt -schwarz^ 
Fig. 26. Oberseite dicht ranzliff punktiert. Stirnstreif 

Hister terrenus Lew. ^^^^^ deutlich, vom schwach gebuchtet. Hals- 
(nach Lewis). schild mit sehr feinem Marginalstreif, der 
auf die Vorderecke beschränkt ist und hinter dem Kopfe weiterläuft, 
am Vorderrand verläuft hinter diesem Streif ein zweiter feiner Streif 
mit sehr schmalem Zwischenraum von dem ersteren, letzterer Streif 
endigt in Höhe der Augen, an den Halsschildseiten ist ein basaler 
kielförmiger Lateralstreif nahe dem Rande bemerkbar, der bis zur 
Mitte reicht, vor dem Schildchen ist ein strichförmiger glatter Fleck. 
Flügeldecken mit kielförmigem Seitenrand, der den äußeren Sub- 
humeralstreif darstellt, innerer Subhumeralstreif vollständig, an der 
Basis gebogen, Dorsalstreifen sehr fein, 1-2 vollständig, 3 an der 
Basis etwas verkürzt, 4—5 kaum angedeutet, ebenso der Nahtstreif.. 
Propygidium und Pygidium gröber als das Haischild punktiert, etwas 
gerunzelt. Prosternum mit schmalem Kiel mit Randstreif. Meso> 
sternum schwach ausgerandet, Randstreif vollständig. Vorderschienen 
robust mit 3 kräftigen Zähnen. L. 7 mm. 
Nyassaland. 

23. Genus Spilodiscus, Lewis 

(in Nordamerika). 



') Genera lusectorum Fase. 166, p. 171. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



125 



24. Genus Eucalohister, Reitter 

(im paläarktiscilen Gebiet). 

25. Genus Zabromorphus, Lewis. 

1906 Zabromorphus, Lewis, Ang-. Mag. Nat. Hist. (7), Vol. 18, 
p. 399. I 1916/17 Z. Bickhardt, in Wytsman, Genera Insect. 
Fase. 166, p. 177. | 1917 Z. Desbordes, in Ann. Soc. ent. Fr. 
V. 86, p. 181. 

Der Körper ist lang-oval, sehr stark gewölbt, oft fast 
walzenförmig. Der Kopf ist mittelgroß. Der Stirnstreif 
ist kräftig und auf der Innenseite stärker abgesetzt. Die 
Oberlippe ist kurz und viel breiter als lang, der Vorder- 
rand ist zugerundet. Die Mandibeln sind auf der Oberseite 
concav, an der Außenseite erhaben gerandet. Die Fühler 
sind mäßig lang. Die Fühlergeißel ist siebengliedrig, die 
Glieder nehmen gegen die Spitze an Breite zu, das Endglied 
ist wenig schmäler als die Fühlerkeule. Die Fühlergrube 
besteht aus einer flabhen, gegen den Kopf gerichteten 
Vertiefung im Vorderwinkel (Unterseite) des Halsschildes. 
Das Prosternum ist an der Basis abgestumpft. Die Kehl- 
platte ist doppelt gerandet. Das Mesosternum ist am 
Vorderrand schwach ausgebuchtet mit vollständigem 
Marginalstreif. Das Halsschild hat einen vollständigen 
Rand- und 2 — 3 Lateralstreifen. Die Flügeldecken sind 
kräftig gestreift. Das Propjgidium ist quer, das Pygidium 
convex, nach unten geneigt. Die Beine sind , ziemlich 
kräftig. Die Vorderschienen haben 3 Zähne, der Spitzen- 
:zahn ist sehr groß. 

Typus des Genus. — Z. pachysomus, Ancey. 

Übersicht der Arten. 

1. Halsschild mit 3 Lateralstreiten (außer dem Marginal- 
streif) . 2 

la. Halsschild mit 2 Lateralstreifen 4 

2. Flügeldecken nur seitlich und im Spitzenteil kräftig 
punktiert und teilweise gerunzelt, ein großer Skutellar- 
fleck ist glatt und glänzend. Dorsalstreifen 1 — 4 ganz, 
5 und Nahtstreif abgekürzt. Der mittlere Lateral- 
streif des Halsschild (zwischen dem inneren und 
äußeren) mehrfach unterbrochen und unregelmäßig. 

7—8 mm. 1. Z. punctipennis, Schmidt. 



126 



H. Bickhardt. 



2a. Flügeldecken überall sehr fein punktiert und matt. 
Alle Dorsalstreifen vollständig. Die drei Lateralstreifen 
des Halsschild gleich kräftig und an den Seiten ohne 
Unterbrechung ^ 

3. Halsschild matt, fein chagriniert. Flügeldeckenstreifen 
einfach, nicht gekerbt, Zwischenräume eben. l'^U mm. 

2. Z. pachysomus, Ancey. 
3a. Halsschild glänzend, nicht chagriniert. Flügeldecken- 
streiten gekerbt, unregelmäßig gekrümmt, Zwischen- 
räume unregelmäßig quergerunzelt. 7- 8^* mm. 

3. Z. nitidicollis, Bickhardt. 

4. Alle Dorsalstreifen einschl. des Nahtstreifs vollständig') ... 5 
4a. Höchstens 4 Dorsalstreifen vollständig, der 5. und 

der Nahtstreif vorn abgekürzt oder fehlend ....... 6 

5. Stirn und Halsschildseiten dicht runzlig punktiert. 
Innerer und äußerer Subhumeralstreif zu einem 
einzigen vollständigen Streifen verschmolzen. 8 V2 mm. 

4. Z. mgicollis, Lewis. 
5a. Stirn und Halsschild fein und zerstreut punktiert. 
Subhumer alstreifen ähnlich wie beim vorigen. Viel- 
leicht nur eine Zwergform des vorigen. 6 mm. 

5. Z. apiSf MarseuL 

6. Flügeldecken mit 4 vollständigen Dorsalstreifen 7 

6a. Flügeldecken mit 2 oder 3 vollständigen Dorsal- 
streifen, der 4. Streif mehr oder weniger abgekürzt ... 9 

7. 5. Dorsal- und Nahtstreif vorn nur wenig abgekürzt. 

Stirn ohne Grübchen, glatt. 9 mm. 6. Z. pinguis, Lewis. 
7a. 5. Dorsalstreif kaum bis zur Mitte, Nahtstreif wenig 
darüber hinausragend. Stirn punktiert mit zwei 
Grübchen 8 

8. Zwischenraum der beiden Lateralstreifen schmal; 
Haischild mit unregelmäßigen B,unzeln und Stricheln 
zwischen und im Umkreis der Streifen. Körper stark 
convex, walzenförmig, äußerer Subhumeralstreif stets 
ausgebildet (zuweilen aber kurz). 7—8 mm. 

7. Z. longicollis, MarseuL 
8a. Zwischenraum der beiden Lateralstreifen breit; doppelt 
so breit als beim vorigen; Halsschild ohne Eunzeln 
und Strichel. 9 mm. 8. Z. rivalis, Lewis. 



Vergl. auch Z. pinguis, Lewis. — Hierher auch Z. plane- 
punctatus, Desbordes, der sich von allen anderen Arten der Gattung 
durch die gleichmäßige ziemlich dichte Punktierung der gesamten 
Oberseite unterscheidet. Vergl. die Beschreibung unter 3a (Seite 129). 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 127 



9. Vorderschienen mit 3 Zähnen 10 

9a. Vorderschienen mit 4 Zähnen 1^ 

10. Flügeldecken mit 2 vollständigen Dorsalstreifen, der 
3. Streif ist basal und reicht nur bis zur Mitte, die 
inneren Streifen fehlen bezw. sind nur durch einzelne 
Punkte oder Eindrücke an der Spitze angedeutet. 

8— SV* mm. 9. Z. deflexus, Lewis- 

10a. Flügeldecken mit 3 vollständigen Dorsalstreifen, vier 

feiner, vorn mehr oder weniger abgekürzt*) ...... 11 

11. Innerer Lateralstreif des Halsschilds stark ge- 
schwungen ; Zwischenraum der beiden Lateralstreifen 
in der Mitte der Seiten sehr breit,^) mehr als doppelt 
so breit als an der Basis. Stirn kaum eingedrückt, 
wie die Mandibeln rauh punktiert (kaum runzlig). 
Dorsalstreifen 1—3 vollständig, 4 und Nahtstreif bis 
etwa zur Mitte reichend, 5 kurz, apikal, nur schwach 
durch einige Punkte angedeutet. 7V2 mm. 

10. Z. quagga, n. sp. 

IIa. Innerer Lateralstreif des Halsschilds schwach oder 
kaum geschwungen, Zwischenraum zwischen innerem 
und äußerem Lateralstreif schmäler, in der Mitte nur 
wenig breiter als an der Basis. Stirn (hinter dem 
Streif) und Mandibeln dicht runzlig punktiert 12 

12. Mandibeln mit erhobenem Außenrand ; 4. Dorsalstreif . 
der Flügeldecken vom nur wenig abgekürzt (zuweilen 
auch nur wenig über die Mitte reichend) ; Körper mäßig 
gewölbt, der äußere Subhumeralstreif fehlend. 

6-10 mm. 11. Z. viduus, MarseuL 

12a. Mandibeln nicht gerandet.^) 4. Dorsalstreif nur bis 
zur Mitte reichend. Sonst nicht von dem vorigen 
verschieden und wahrscheinlich nur eine Varietät 
desselben. 7 mm. 12. Z. mombassanus, Lewis. 

*) Hierher Z. clermonti, Desbordes, der sich von den folgenden 
Arten durch vollständigen, bis zur Basis reichenden Subhumeralstreif 
und durch längeren 4. und Nahtstreif unterscheidet. Vergl. unter 9a 
(Seite 133). 

2) Hierher auch Z. laevifrons, Desbordes, der sich von quagga 
durch glatte Stirn, kürzere 4. und 5. Dorsalstreifen und geringere 
Größe unterscheidet. Vergl. unter 10a (Seite 134). 

^) Vergl. Bickhardt, Neue Histeriden aus dem Ungarischen 
Nationalmuseum und Bemerkungen zu bekannten Arten. (Ann. Mus. 
Nat. Hungar. XVI, p. 294, Fußnote [1918] ). 



128 



H. Bickhardt. 



13. Mesosternum vorn gerade; Nahtstreif kräftig. Epi- 
pleuren des Haischilds nicht bewimpert. 6-7 mm. 
^ 14. Z. holubl, Schmidt. 

13a Mesosternum vorn ausgerandet ; Nahtstreif fehlend. 
Epipleuren des Halsschilds bewimpert. SV* mm. 
^ ^ 13. Z. csikii, Bickhardt. 

1 Z. punctipennis, Schm. 1892 ///s/^z-A Schmidt, in Ent. Nachr. 
V. 18. p. 24. I 1916/17 Z. p. Bickhardt, in Wytsman, Genera 
Insect. Fase. 166, p. 177. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Stirn mit 
einem Doppeleindruck, dicht punktiert, Stirnstreif vorn 
gerade; Mandibeln concav. Halsschild seitlich kurz be- , 
wimpert, innerer Lateralstreif vollständig, äußerer Lateral- 
streif bis zur Basis reichend, der mittlere dritte Lateral- 
streif unregelmäßig, mehrfach unterbrochen, die Seiten 
zwischen den Streifen und einwärts davon punktiert und 
gestrichelt. Flügeldecken in den äußeren Zwischenräumen 
und hinten dicht punktiert, innerer Subhumeralstreif bis 
zur Schulter reichend, äußerer Subhumeralstreif an der 
Schulter gebogen, hinten abgekürzt, Dorsalstreifen 1—4 
vollständig, 5 kaum halb, Nahtstreif länger. Propygidium 
seitlich ziemlich tief eingedrückt, gleich dem Pygidium 
dicht und kräftig punktiert. Mesosternum vorn gerade, 
Eandstreif vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnchen. 
L. 7 mm. 

* Sierra-Leone. 

2. Z. pachysomus, Ancey. 1882 Hister p. Ancey, in Naturaliste, 
V 2, p. 55. I 1904 Hister p. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 14, 
p. 146. I 1906 Z. p. Lewis, 1. c. (7) v. 18, p. 399. | 1919 Z. p. 
Bickhardt, in Ent. Blätt. von 15, p. 48.^ 
Oblong-oval, stark gewölbt, dick, schwarz, Oberseite 
matt glänzend. Kopf vorn schwach eingedrückt, fem 
punktiert. Stirnstreif sehr kräftig, vorn gerade. Hals- 
schild sehr groß, seitlich kurz bewimpert, mit einem voll- 

1) Die Unterschiede zwischen pachysomus und nitidicollis sind 
von mir ]. c. noch genauer angeführt. Daza kommt noch, daß bei 
pachysomus das Halsschild verhältnismäßig länger ist als bei 
nitidicollis. ^ 



Die Histerioi des aethiopischen Faunengebiets. 



129 



ständigen Marginal- und 3 vollständigen Lateralstreifen, 
der innerste auch am Vorderrand fortgesetzt, Halsschild- 
seiten besonders hinter der Vorderecke runzlig punktiert, 
vor dem Schildchen mit strichförmigem Längseindruck. 
Flügeldecken mit vollständigem innerem Subhumeral- und 
sämtlichen Dorsalstreifen, äußerer Subhumeralstreif fast 
halb, basal. Propjgidium und Pygidium dicht und grob 
punktiert, ersteres seitlich mäßig eingedrückt und in der 
Mitte des Hinterrandes glatt, letzteres mit fast glatter 
Spitze. Mesosternum vorn fast gerade, Randstreif sehr 
kräftig, vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
L. 73/4 mm. 

* Ostafrika, 

3. Z. nitidicollis, Bickh. 1919 Z. n. Bickhardt, in Ent. Blätt. v. 15, 
P. ^8/) 

Oblong- oval, fast walzenförmig, schwarz, glänzend. 
Stirn mit Doppeleindruck; Stirnstreif vorn gerade, fast 
kielförmig; Mandibeln concav. Halsschild spärlich be- 
wimpert, glänzend, sehr fein punktiert, Marginalstreif 
und 3. Lateralstreifen vollständig, Seiten punktiert und 
gestrichelt. Flügeldecken mäßig gerunzelt, fein und zer- 
streut punktiert, innerer Subhumeralstreif und sämtliche 
Dorsalstreifen (einschl. Xahtstreif) vollständig, Streifen 
teilweise unregelmäßig, gekerbt, äußerer Subhumeralstreif 
gebogen, halb, hinten abgekürzt, zuweilen mit dem inneren 
zusammenstoßend. Propygidium und Pygidium grob und 
ziemlich dicht punktiert, ersteres mit schmaler glatter 
Mittellinie. Mesosternum vorn gerade, Rand streif kräftig, 
vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 7 — SV* mm. 

* Rhodesia, Ostafrika. 

3a. Z. planepunctatus, Desbordes. 1914 Z. p. Desbordes, in Voj age 
Alluaud & Jeannel. Coleopt. p. 359, f. 4. 

Oval, schwarz, Oberseite überall punktiert. Kopf eben. Stirn- 
streif ganz, mäßig gebogen, Mandibeln eben, gerandet. Hälsschild 
mit vollständigem Marginalstreif und 2 vollständigen Lateralstreifen. 
Flügeldecken mit kurzem basalem äußerem Subhumeralstreif, der mit 



') Vergl. die Bemerkung zum vorhergehenden. 

9 



130 



H. Bickhardt. 



dem inneren Subhumeralstreif hakenförmig verbunden ist. Dorsal- 
streifen 1—4 vollständig, 5 über die Mitte, Nahtstreif bis fast zur 
Basis reichend: 5 ist weniger regelmäßig und deutlich als die übrigen. 
Propygidium und Pygidium gleichmäßig kräftig und dicht punktiert. 
Mesosternum vorn schwach ausgebuchtet, glatt, Eandstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 8 mm. 
Englisch Ostafrika (Viktoriasee). 

4. Z. rugicollis, Lew. 1907 Z. r. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7), 
V. 20, p. 482. 

Oblong-oval, convex, schwarz, glänzend. Kopf grob 
und runzlig punktiert ; Stirnstreif vorn gerade, kielförmig ; 
Mandibeln concav, gerunzelt.. Halsschild mit vollständigem, 
feinem Marginalstreif, beide Lateralstreifen erreichen die 
Basis, .der innere auch am Vorderrand fortgesetzt; Seiten 
des Halsschilds breit punktiert und längsgestrichelt, auch 
vorn hinter dem Kopfe nicht dicht punktiert, Scheibe 
hinter der Mitte glatt. Flügeldecken mit tiefen Streifen, 
alle Dorsalstreifen und der innere Subhumeralstreif voll- 
ständig, 5 und Nahtstreif vorn verbunden. Propygidium 
und Pygidium dicht und grob punktiert. Mesosternum 
vorn schwach ausgebuchtet, Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 8V2 nim. 

Benguella. 

5. Z. apis, Mars. 1870 Hister a. Marseul, in Ann. Soc. ent. Belg. 
V. 13, p. 86. I 1906 Z. a. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7j, v. 18, 
p. 399. 

Oblong-oval, convex, pechbraun, glänzend. Stirn 
mäßig convex, mit zwei groben Pankten; Stirnstreif 
kräftig zweibuchtig, vollständig ; Mandibeln concav, Hals- 
schild sehr fein und zerstreut punktiert, beide Lateral- 
streifen bis zur Basis reichend, der äußere dicht am Rande 
verlaufend, der innere auch am Vorderrand fortgesetzt. 
Flügeldecken zweistreifig, gerunzelt; innerer Subhumeral- 
streif an der Schulter stark gekrümmt zu einem gebogenen 
Appendix des äußeren. Alle Dorsalstreifen (einschl. Naht- 
streif) vollständig, 5 und 6 an der Basis im Bogen ver- 
einigt. Propygidium und Pygidium grob und zerstreut 
punktiert mit feiner Grundpunktierung, Pygidium ge- 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



131 



randet (?). Prosternum mit zwei verwischten Stricheln an 
der Basis; Mesosternum vorn gebuchtet mit kräftigem 
Randstreif. Yord erschienen mit 3 Zähnen, der proximale 
Endzahn zweispitzig. L. 6 mm. 
Kaffraria. 

6. Z. pInguis, Lew. 1909 Z. yC7. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8), v. 4, 
p. 296. 

Oblong-oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn eben, 
Stirnstreif sehr kräftig, vorn gerade. Halsschild seitlich 
bewimpert, beide Lateralstreifen die Basis erreichend, der 
innere auch am Yorderrand fortgesetzt, ihr Zwischenraum 
breit mit einigen Stricheln und Punkten hinter der 
Vorderecke. Flügeldecken mit tiefen gekerbten Streifen, 
innerer Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, apikal ; 
äußerer basal und gekrümmt, etwa in Höhe des Endpunkts 
des inneren Streifs abgekürzt; Dorsalstreifen 1 — 4 voll- 
ständig, 5 an der Basis etwas abgekürzt, Nahtstreif fast 
vollständig. Propygidium und Pygidium grob punktiert, 
Prosternum an der Basis gerandet ; Mesosternum vorn 
ausgerandet, Randstreif vorn gerade. Yorderschienen mit 
3 Zähnen. L. 9V2 mm. 

Congo. 

7. Z. longicoUis, Mars. 1854 Hister l. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 257, t. 7, f. 61. |- 1906 Z. /. Lewis, in Ann. Hist. (7), v. 18, 
p. 399. 

Oblong-oval, stark gewölbt, schwarz, glänzend. Stirn 
mit zwei Grübchen, Stirnstreif kräftig, vollständig. 
Mandibeln concav. Halsschild seitlich bewimpert, beide 
Lateralstreifen kräftig, parallel, vollständig, Zwischenraum 
schmal, mit unregelmäßigen Runzeln und Stricheln hinter 
der Yorderecke. Flügeldecken mit dreistreifigen Epipleuren. 
Innerer Subhumeralstreif apikal, bis zur Schulter reichend, 
wo der äußere basale Subhumeralstreif endigt. Dorsal- 
streifen 1 — 4 vollständig, 5 vor der Mitte abgekürzt. 
Nahtstreif länger. Propygidium und Pygidium kräftig 
und mäßig dicht punktiert. Mesosternum vorn ausgerandet, 
innerer Randstreif vollständig, äußerer breit unterbrochen, 

9* 



132 



H. Bickhardt. 



nur in den Vorder winkeln angedeutet. Vorderschienen 
mit 3 Zähnen. L. 7 mm. 

* Südafrika (Kaffraria, Transvaal). 

8. Z. rivalis, Lew. 1897 tiister r. Lewis, in" Ann. nat. Hist, (6), 
V. 20, p. 188. 1 1919 Z. r. Bickhardt in Ent. Blatt, v. 15, p. 117. 

Oblong-oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn fein 
punktiert, Stirnstreif vollständig, vorn gerade. Halsschild 
mit 2 vollständigen Lateralstreifen, Zwischenraum zwischen 
beiden sowie zwischen Randstreif und äußerem Streif 
breit. Flügeldecken mit dem gewöhnlichen Subhumeral- 
streif (von Lewis nicht erwähnt), Dorsalstreifen 1 — 4 
vollständig, breit, gekerbt, 5 in der Mitte, Nahtstreif vor 
der Mitte abgekürzt. Propygidium in der Mitte mit 
schwacher Längserhebung, ebenso wie das Pygidium grob 
punktiert. Prosternum ohne Streifen zwischen den Hüften; 
Mesosternum vorn breit ausgebuchtet, E-andstreif voll- 
ständig, vorn gerade. Vorderschienen mit 3 Zähnen, 
L. 9 mm. 

Mittelafrika (Congo). 

9. Z. deflexus, Lew. 1907 Z. d. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7), 
V. 20, p. 343. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirnstreif voll- 
ständig, vorn fast gerade. Halsschild mit zwei Lateral- 
streifen, die die Basis erreichen, der innere auch am 
Vorderrand vollständig, hinter den Augen abgebogen; im 
äußeren Zwischenraum unregelmäßige Strichel, die Über- 
bleibsel eines dritten Streifs andeuten. Flügeldecken mit 
innerem Subhumeralstreif, der . bis zur Schulter reicht 
(zuweilen unterbrochen), Dorsalstreifen 1 — 2 vollständig, 
3 basal, bis zur Mitte reichend, zuweilen undeutlich, die 
übrigen Streifen fehlend, jedoch durch kurze Eindrücke 
oder Punkte an der Spitze angedeutet. Propygidium und 
Pygidium dicht punktiert. Mesosternum vorn abgestutzt, 
E-andstreif vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
L. 8— 8V4 mm. 

Ostafrika. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 133 



9a. Z. clermonti, Desb. 1917 Z. c. Desbordes, in Ann. Soc. ent. Fr. 
V. 86, p. 182. 

Oblong-oval, convex, schwarz, glänzend. Kopf glatt, Stirnstreif 
kräftig, in der Mitte gebuchtet. Mandibeln eben, ohne Randung, 
2 zähnig. Halsschild kaum bewimpert, beide Lateralstreifen voll- 
ständig, Vorderecken punktiert. Flügeldecken kräftig gestreift, die 
Streifen sind je von einer Punktreihe begleitet, innerer Subhumeral- 
streif vollständig, bis zur Basis reichend, Dorsalstreifen 1—3 voll- 
ständig, 4 und Nahtstreif an der Basis wenig abgekürzt, 5 etwas 
kürzer (mehr abgekürzt). Propygidi-um und Pygidium kräftig und 
dicht punktiert, letzteres an der Spitze glatt. Prosternum etwas 
zasammengeschnürt, Kehlplatte punktiert und doppelt gerandet. 
Mesosternum vorn abgestutzt, Randstreif vollständig. Vorderschienen 
mit 3 Zähnen, der distale Endzahn kräftig. L. 9 mm. 

Nord-Rhodesia. 

10. Zabromorphus quagga n. sp. 

Oblongus^ suhconvexus, niger nitidus; fronte plana vix 
utrinque suhfoveolata^ punctulata^ Stria antice hisinuata 
lateribus angulata'^ mandihulis jplanis lateribus anguste mar- 
ginatis^ subrugose punctulatis. Thorace Stria marginali tenui^ 
lateralibus duabus fortibus integris, interna lateribus flexuosa 
postice valde externae approximata^ in medio ab ea valde 
distante^ jpost caput haud interrupta, striolis paucis in Ungulo 
antico. Elytris striis dorsalibus 1 — 3 fortibus integris, 4 a, 
subhunierali interna suturalique dimidiatisj 5 a a^icali brevi 
punctiformi vix notata. Propygidio grosse sat dense, pygidio 
minus fortiter densiusque punctatis. Prosterno lobo jpiinctato 
marginato] mesosterno antice subrecto, Stria integra, Tibiis 
anticis 3 dentatis. L. 7^/2 mm. 

Hab. * Natal. 

Z. quagga ist mit viduus Mars, am nächsen verwandt, 
' jedoch durch den für die Gattung Zabromorphus auffallend 
stark geschwungenen inneren Lateralstreif sehr ausge- 
zeichnet und leicht von den übrigen Arten der Gattung 
zu unterscheiden. Der Zwischenraum der beiden Lateral- 
streifen ist in der Mitte der Seite mehr als doppelt so 
breit als an der Basis, wo die Streifen stark convergieren. 
Ferner hat viduus ein dichter und noch kriftiger punk- 
tiertes Propygidium und Pygidium. Die Stirn von quagga 



134 



H. Bickhardt. 



ist beiderseits äußerst schwach und seicht eingedrückt, 
einfach punktiert; der Stirnstreif ist vorn zweibuchtig, 
seitlich vor den Augen winklig nach rückwärts gebogen. 
Die Mandibeln sind rauh (etwas runzlig) punktiert. Das 
Mesosternum ist vorn sehr schwach ausgebuohtet. 

Es liegt nur 1 Exemplar^) mit dem Etikett „Natal" 
aus der Sammlung von Joh. Schmidt vor. Type in 
coli. m. * 

10a. Z. laevifrons, Desbordes. 1914 Z. /. Desbordes, in Voyage 
Alluaud & Jeannel, Coleopt. p. 361, f. 5. 

Oval, mäßig convex, schwarz, glänzend. Kopf unpanktiert, 
Mandibeln eben, nicht gerandet, Stirn glatt, St'irnstreif kräftig, voll- 
ständig. Halsschild mit 2 seitlich vollständigen Lateralstreifen, deren 
Zwischenraum in der Mitte am breitesten und vorn an der Vorder- 
seite mit einigen kleinen Punkten besetzt ist. Flügeldecken kräftig 
gestreift; innerer Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, äußerer 
Subhumeralstreif kurz, basal; Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 kurz, 
5 sehr kurz, punktförmig, Nahtstreif vorn stärker, hinten weniger 
abgekürzt. Propygidiura und Pygidium gleichmäßig und dicht punk- 
tiert. Mesosternum kaum ausgebuchtet, ßandstreif vollständig. 
Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 6 mm. 

Englisch Ostafrika. 

11. Z. viduus, Fahrs. 1851 Hister v. Fahraeus, in Boheman. Ins. 
Caffr. V. 1, p. 535. 1 1861 H. v. Marseul in Monogr. Hister. 
p. 519, t. 6, f 10. I 1864 H. rimifrons Marseul, in Abeille v. 1, 
p. 324. 1 1906 Z. V. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7), v. 18, p. 399. | 
1907 Z. Ordinarius Lewis, 1. c. v. 20, p. 100. | 1918 Z. v. Bickhardt, 
in Ann. Mus. Nat. Hungar. v. 16, p. 294. 

Länglich oval, ziemlich gewölbt, schwarz glänzend. 
Stirn fast eben, mit einem grob runzlig punktierten Ein- 
druck hinter dem gebuchteten Stirnstreif, Mandibeln 
concav, runzlig punktiert. Halsschild quer : Lateralstreifen 
kräftig, der innere vollständig, der äußere vorn verdoppelt, 
von der Basis bis zu den Augen reichend, Zwischenraum 
teilweise runzlig punktiert. Flügeldecken um ^/s länger 
als das Halsschild, Epipleuren dreistreifig; innerer Sub- 

^) Nach Abschluß des Manuskripts finde ich in einer Bestim- 
mungssendung des Stettiner Museums noch 2 von Dohm als Mister 
hottentota Er. bestimmte Exemplare des Z. quagga Bickhardt. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



185 



humeralstreif die Schulter erreichend, Dorsalstreifen 1 — 3 
kräftig, gekerbt, vollständig, 4 unregelmäßig, verkürzt, 
Nahtstreif kurz, median. Pygidium convex, ebenso wie 
das Propygidium sehr dicht und grob punktiert. Prostemum 
schmal, undeutlich gestreift, Kehlplatte vorn spitz zu- 
laufend, gerandet. Mesosternum vorn schwach ausge- 
buchtet, gerandet. Vorderschienen mit 3 kräftigen Zähnen. 
L. 10 mm. 
* Natal. 

12. Z. mombassanus. Lew. 1900 H. m. Lewis in Ann. nat. Hist. 
(7) V. 6, p. 279. ! 1906 Z. m. Lewis, 1. c. (7) v. 18, p. 398. 

Oblong-oval, convex, schwarz glänzend. Kopf hinten 
feiner, vorn hinter dem Stirnstreif dichter und runzlig 
punktiert; Stirnstreif vollständig, vorn gerade, Mandibeln 
ebenfalls runzlig punktiert, ohne erhobenen AuJJenrand- 
Halsschild mit sehr feinem Marginalstreif, äußerer Lateral- 
streif vorn bis zum Auge reichend, Zwischenraum zum 
Rande schmal, innerer Lateralstreif vollständig am Auge 
schwach gebogen, Zwischenraum ziemlich breit, hinter der 
Vorderecke mit einigen Stricheln und Eunzeln. Flügel- 
decken mit apikalem, halbem Subhumeralstreif, Dorsal- 
streifen 1 — 3 vollständig und ziemlich breit, 4 schmäler, 
apikal, halb, 5 sehr kurz, apikal, zuweilen in einige 
Punkte aufgelöst. Nahtstreif etwas über die Mitte nach 
vom reichend. Propygidium und Pygidium vollständig 
und grob punktiert ohne Eindrücke. Prostemum mit 
teilweise punktierter Kehlplatte; Mesosternum vorn sehr 
wenig ausgebuchtet. Randstreif vollständig. Vorderschienen 
punktiert mit 3 Zähnen. L. 7 mm. 

Ostafrika (Mombassa). 

13. Z. csikii Bickh. 1918 Z. c. Bickhardt, in Ann. Mus. Nat. 
Hungar. v. 16, p. 292. 

Oblong, convex, schwarz, glänzend. Stirn dicht 
punktiert, mit schwachem Doppeleindruck, Stirnstreif 
ziemlich fein, schwach gebuchtet ; Mandibeln stark concav, 
Außenrand scharfkantig. Halsschild spärlich bewimpert, 



136 



H. Bickhardt. 



an den Seiten ziemlich kräftig und dicht, teilweise runzlig 
punktiert, beide Lateralstreifen erreichen die Basis und 
sind an den Seiten etwas geschwungen, der äussere ver- 
läuft sehr dicht (fast unmittelbar) am Seitenrand und 
endet in einem Hacken an den Vorderecken, der innere 
umläuft ununterbrochen den Vorderrand des Halsschilds; 
im Zwischenraum sind einzelne stärkere Punkte zu Stricheln 
zusammengeflossen. Dorsalstreifen 1—3 vollständig, sie 
bilden deutliche flache Rinnen mit ebenem Boden und 
scharfen Rändern, innerer Subhumeralstreif wenig über 
die Mitte nach vorn reichend, dicht neben seinem Vorder- 
ende mit schwachem Überbleibsel des äußeren Subhumeral- 
streifs in Gestalt eines kurzen Streifenrudiments. 4 haar- 
fein, kaum wahrnehmbar, teilweise unterbrochen, etwa bis 
zur Mitte der Flügeldecke reichend, 5 nur durch ein bis 
zwei feine Punkte an der Spitze der Flügeldecke ange- 
deutet, Nahtstreif fehlend. Propygidium und Pygidium 
ziemlich kräftig und ziemlich dicht, untermischt mit feinen 
Pünktchen, punktiert. Prosternum in der Nähe der Basis 
abgeflacht, gerundet abgestutzt. Mesosternum vorn aus- 
gerandet und mit vollständigem Randstreif. Vorder- 
schienen mit 4 Zähnen. L. 8 7^ mm. 
Abessinien. 

14. Z. holubi. J. Schm. 1889 Hister, h. J. Schmidt, in Deutsche 
ent. Z. p. 153 | 1913 Z. h. Bickhardt in Deutsche Ent. Z. p. 697. 

Oblong, convex, schwarz, glänzend, Fühlerkeule braun. 
Stirn mit dreieckigem, runzlig punktiertem Eindruck, 
Stirnstreif fast gerade, tief ; Mandibeln concav. Halsschild 
nicht bewimpert, zwei Lateralstreifen vollständig, hinter 
der Vorderecke mit unregelmäßigem, kurzem Stück eines 
dritten Lateralstreifs zwischen beiden, die Seiten vorn und 
zuweilen auch bis zur Basis kräftig punktiert. Flügel- 
decken mit zweistreifigen Epipleuren, innerer Subhumeral- 
streif die Schulter erreichend, Dorsalstreifen 1 — 3 voll- 
ständig, 4 mehr oder weniger abgekürzt, 5 apikal, Naht- 
streif etwa bis zur Mitte reichend. Propygidium kräftig und 
ziemlich dicht, Pygidium dichter punktiert. Mesosternum 



Die Histeriui des aethiopischen Faunens^ebiets. 137 



vorn gerade, Rand streif vollständig. Yorderscliienen mit 
4 Zähnen. L. 6—7 mm. 
* Matabeleland. 

Biologische Bemerkungen; H. holubi, J. Schmidt, wurde 
von Guy A, K. Mars ha 11 an faulenden Hörnern und Hufen gefanden, 
wo er den Larven (Eaupen) von Tinea vestella L, nachstellte. Die 
Käfer wurden teilweise beim Verzehren der Larven angetroffen. 

26. Genus Eudiplister Reitter 

(im paläarktischen G-ebiet). 

27. Genus Merohister Reitter 

(im paläarktisch-indischen Gebiet). 

28. Genus Paralister Bickhardt 

(im paläarktischen und nearktischen Gebiet). 

. 29. Genus Grammostethus Lewis 

(im paläarktisch-indischen Gebiet). 

30. Genus Peranus, Lewis. 

1906 Peranus. Lewis, Ann. Mag. Nat. Hist. (7), Vol. 18, p. 401 1909 
Atholister. Reitter, Fauna Germanica, Vol. 2, p. 286. | 1916 17 
Peranus, Bickhardt, in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166,. 
p. 192. 

Der Körper ist oval, ziemlich gewölbt. Der Kopf ist 
mittelgross, die Mandibeln sind auf der Oberseite concav. 
Die Stirn ist hinter dem Querstreil eingedrückt ; der Stirn- 
streif ist zweibuchtig: die Oberlippe ist viel breiter als 
lang (sehr kurz). Die Fühler sind ziemlich lang, die 
Geissei hat 7 G-lieder, die gegen die Spitze wenig an 
Stärke zunehmen. Die FühlerkeuLe ist oval: die Fühler- 
grube ist massig vertieft und liegt im Vorderwinkel des 
Halsschildes auf dessen Unterseite. Das Mesostemum ist 
vorn gerade oder kaum ausgerandet mit vollständigem 
Randstreif. Das Halsschild ist breiter als lang, nach vom 
im Bogen verengt, außer dem Eandstreif ist nur ein 
Lateralstreif vorhanden. Nahe der Vorderecke befindet 
sich ein deuthches Grübchen. Das Schildchen ist klein^ 



138 



H. Bickhardt. 



dreieckig. Die Flügeldecken haben meist keinen oder 
nur schwach angedeutete Subhumeralstreifen, die Dorsal- 
streifen sind kräftig. Das Propygidium ist quer, gerundet 
sechseckig; das Pygidium ist convex, nach unten geneigt. 
Die Beine sind ziemlich kräftig. Die Vorderschienen haben 
3 Zähne, die Hinterschienen sind mit Dörnchen besetzt. 
Typus des Genus. — P. scutellains, Erichson. 

Tabelle der Arten. 

1. Flügeldecken mit undeutlichen Spuren von Sub- 
humeralstreiten : Stirn und Epistom concav. L. 6 V2 
bis 7 mm. 2. P. scutellaris, Erichson. 

la. Flügeldecken mit deutlichem inneren Subhumeral- 
streifen, der bis zur Schulter reicht; Stirn und Epistom 
eben, Stirnstreif vorn spitz einspringend. L. 4 — 472 mm. 

1. A chariensis, Desbordes. 

1. P. chariensis. Desb. 1916 P. c. Desbordes, in Bull. Soc, ent. 
Fr. p. 123. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Stirn eben, Stirn- 
streif vorn spitz einspringend, Mandibeln eben. Halsschild 
hinter den Vorderecken mit Grübchen, Lateralstreif vorn 
ohne Unterbrechung, an der Basis etwas abgekürzt. 
Flügeldecken kräftig gestreift, innerer Sabhumeralstreif 
bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — 5 vollständig, 
b an der Basis einwärts umgebogen, Nahtstreif vorn etwas 
abgekürzt. Propygidium und Pygidium mit zerstreuten 
schwachen Punkten besetzt. Mesosternum schwach aus- 
gebuchtet, Eandstreif vollständig. Yorderschienen mit 
5 — 6 Zähnen. L. 4— 4V2 mm. 

Franz. Congo. 

2. P. scutellaris. Er. 1834 Hister, s. Erichson, in Klug, Jahrb. 
Jns. V. 1, p. 152 I 1854 H. S. Marseul, in Monogr. Hister. p. 579, 
t. 9, f. 139 I 1885 H. (Atholus) S. Schmidt, in Berlin ent. Z. v. 
29, p. 296 I 1899 H. S. Gangibauer, in Käf. v. Mitteleuropa v. 
3, p. 368 I 1909 Atholister s. Reitter in Fauna german. v. 2, p. 
286 I 1861 H. lentus Marseul, in Monogr. Hister. Suppl. p. 580, 
t. 10, f. 140 I 1885 H. var. lentus Schmidt, in Barl. ent. Z. v. 
29, p. 296 1 1899 Gangibauer in Käf; v. Mittelem-, v. 3, p. 368 | 
1909 Reitter, in Faun, german. v. 2, p. 286. 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 139 



Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Flügeldecken 
rot mit gemeinsamer, dreieckiger, großer, schwarzer Makel 
an der Basis, die etwa die Hälfte der Oberseite einnimmt, 
zuweilen ist das Rot noch weiter reduziert, auf je einen 
roten Fleck auf jeder Flügeldecke, oder die Oberseite ist 
ganz schwarz (var. lentus Mars). Stirn mit einem Eindruck, 
Stirnstreif in der Mitte einwärts gewinkelt, Mandibeln 
concav. Halsschild hinter der Vorderecke mit einem 
Grübchen, Lateralstreif an der Basis abgekürzt, vorn voll- 
ständig. Flügeldecken mit zweistreifigen Epipleuren, oft 
mit Rudimenten des inneren und äußeren Subhumeral- 
streifs. Dorsalstreifen 1—5 vollständig, gekerbt. Nahtstreif 
etwa bis zur Mitte reichend. Propygidium zerstreut 
punktiert mit feiner Rundpunktierung, Pygidium etwas 
dichter und wenig feiner punktiert. Mesosternum kaum 
(schwach) ausgebuchtet. Randstreif gerade. Vorderschienen 
mit 3 Zähnen. L. 7 mm. 

* Senegal, Abessinien (sonst fast im ganzen Mittelmeer- 
gebiet). 

31. Genus Atholus, Thomson. 

1859 Atholus. Thomson, Skand. Col. Vol. 1. p. 76 | 1862. 1. c. vol. 
4 p. 228. I 1885 A. Schmidt, Berl. Ent., Zeitschr. Vol. 29, p. 288 | 
1906 A. Lewis, Ann. Ma^. Nat. Hist. (7). Vol. 18, p. 402 | 
1916/17 A. Bickhardt, in Wytsman, Genera Insect. Fase. 166, 
p. 193. I 1916 A. Desbördes, in Ann. Soc. ent. Fr. v. 85, p. 318. 

Die Stirn ist hinter dem Querstreif nicht vertieft. Die 
Fühlergrube ist tief und halbrund. Das Prosternum ist 
schmal, das Mesosternum vorn gerade ohne Ausrandung. 
Der Marginalstreif des Halsschilds reicht bis zur Basis. 
Es ist nur ein Lateralstreif (der innere) entwickelt. Auf 
den Flügeldecken fehlt der Subhumeralstreif entweder 
ganz oder es ist nur ein kurzer innerer Subhumeralstreif 
ausgebildet. (Ausnahme Atholus i6-striatus, Say aus Nord- 
amerika mit zwei Subhumer alstreifen). Die übrigen 
Charaktere entsprechen denen der Gattung Hüter, Linne. 

Typus des Genus. — A. bimaeulatus, Linne. 

Anmerkung: Von Lewis sowohl wie von Desbördes und 
mir ist übersehen worden, daß Atholus schon 1859 im Band I des 
Thomson 'sehen Werkes beschrieben worden ist, und zwar mit 



140 



H. Bickhardt. 



A. bimaculatus als Type. Erst L. B e d e 1 hat H. Desbordes darauf 
aufmerksam gemacht, daß das bisherige Zitat aus Band IV 1862 des 
genannten Werkes und die Beziehung auf eine andere Art als Type 
falsch bezw. nicht die Erstbeschreibung betreffend sei. Vergl. Des- 
bordes, Ann. Sog. ent. Fr. v. 85, p. 318, 1916. 

Tabelle der Arten. 

1. Flügeldecken mit einem inneren Subhumeralstreif, 
alle Dorsalstreifen vollständig oder höchstens 5 und 

6 vorn obsolet 2 

la. Flügeldecken ohne Subhumeralstreif, höchstens vier 

Dorsalstreifen ganz 7 

2. Flügeldecken an der Spitze breit rot; Halsschild mit 
ziemlich tiefem Grübchen hinter der Vorderecke; 
Vorderschienen mit 5 Zähnchen. 1. A. rubricatus, Levi^is. 

2a. Flügeldecken schwarz, Vorderschienen mit 3 — 4 

Zähnchen 3 

3. Stirn mit einem deutlichen Doppeleindrack 4 

3a. Stirn eben oder nur undeutlich eingedrückt 5 

4. Laieralstreif des Halschilds vorn ohne Unterbrechung 
gerundet verlaufend; Vorderecken ohne Grübchen, nur 
mit einigen Punkten besetzt. 5—6 mm. 

2. A. conformiSy Erichson. 
4a. Lateralstreif des Halsschilds hinter den Augen jeder- 
seits kurz unterbrochen^) mit einigen runzligen 
Punkten in der Unterbrechung ; hinter der Vorderecke 
(etwa im vorderen Drittel der Seite) mit flachem 
Grübchen, davor einzelne Punkte. L. 4 — 4V2 mm. 

3. A. ruptistrius, Lewis. 

5. Größere Art (4V2 — öVa mm). Kurz oval, fast kreis- 
rund, die drei inneren Dorsalstreifen feiner als die 
äußeren, vorn zuweilen obsolet ; Pygidium und Propy- 
gidium sehr fein punktiert, fast glatt erscheinend; 
Vorderschienen mit 4 Zähnchen. 4. A. laqueatus, Lewis. 

5a. Kleinere Arten (3—4 mm. Oval oder oblong. 
Propygidium deutlich zerstreut punktiert. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnchen 6 

6. Kurz oval, schwach convex ; Stirnstreif vorn schwach 
winklig einwärts gekrümmt; Halsschild hinter der 
Vorderecke ohne, oder mit kaum angedeutetem 
Grübchen ; 5. Dorsalstreif und Nahtstreif an der Basis 
vereinigt. 5. A, geminus, Erichson. 



^) Zuweilen auch winklig gebogen. 



Die Histerini des aethiopischen Fauoengebiets. 



141 



6a. Oblong, stark convex; Stirnstreif vorn gerade, in der 
Mitte undeutlich in einem sehr flachen Quereindruck: 
verlaufend: Halsschild hinter den Vorderecken mit 
ziemlich tiefem punktierten Grübchen; 5. Dorsalstreif 
und Nahtstreif vorn etwas abgekürzt, nicht vereinigt. 

6. A. rothkirchi, n. sp. 

7. Stirn mit tiefem Eindruck ^) am Vorderrand, Stirn- 
streif vorn im Spitzbogen auf das Epistom vor- 
springend ; Lateralstreif besonders vorn sehr nahe dem 
Seitenrand verlaufend. 7. A. staudingeri, Schmidt. 

7a. Stirn eben oder nur mit flachem Quereindruck, 
Stirnstreit vorn gerade oder ganz schwach gebuchtet, 
nicht auf das Epistom vorspringend ; Lateralstreif 
des Haischilds im gewöhnlichen Abstand vom Seiten- 
rand verlaufend 8 

4. Dorsalstreif der Flügeldecken unterbrochen oder an 
der Basis abgekürzt; Propygidium und Pygidium 
grob und dicht punktiert. 5 — 6'/'2 mm. 

8. A. goudoti, Marseul.2) 
8a. 4. Dorsalstreif vollständig; Propygidium zerstreut 
punktiert, Pj^gidium fast glatt. 2V2— 4 mm. 

9. A. aequistrius, Marseul. 

1. A. rubricatus, Lew. 1897 Mister r. Lewis, in Ann. nat. Hsit. (6) 
V. 20, p. 190. I 1906 A. r. Lewis, 1. c. (7) v. 18, p. 402. 

Breit oval, ziemlich convex, glänzend, Flügeldecken 
an der Spitze mit breitem rotem Rand. Stirnstreif voll- 
ständig, in der Mitte mit scharfer Spitze rückwärts ein- 
springend. Halsschild mit einem Grübchen hinter der^ 
Vorderecke, Lateralstreif an der Basis abgekürzt. Flügel- 
decken mit 5 vollständigen Dorsalstreifen, 5. Dorsalstreif 
an der Basis nach dem Schildchen zu gebogen, innerer 
Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, Nahtstreif etwa 
^/s der Deckenlänge erreichend. Propygidium und Pygidium 
zerstreut und fein punktiert. Mesosternum und Prosternum 
wie bei Peranus himaculatus L. Vorderschienen mit einem 
großen distalen und 4 kleinen Zähnchen dahinter. L. 3V2 mm. 

Westafrika (Kamerun). 

^) Wie bei vielen Omalo des- Äxten. 

^) Hierher scheint der mir unbekannte Hister arcatus, Lewis 
zu gehören, der von A. goudoti kaum verschieden sein dürfte. 



142 



H. Bickhardt. 



2. A. confortnis, Er. 1834 Hister c. Erichson, in Klug, Jahrb- 
Ins. V. 1, p. 153. I 1854 H. c. Marseul, in Monogr. Hister. p. 249, 
t. 7, f. 57. I 1906 A. c. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 18, p. 402. 1 
1909 A. coalescens Lewis, 1. c. (8) v. 4, p. 298. | 1919 A. conformis 
Bickhardt, in Ent. Blätt. v. 15, p. 118. 

Kurz oval^ mäßig convex, schwarz, glänzend. Fühler 
rötlich. Stirn mit Doppeleindruck, Stirn streif vorn in der 
Mitte winklich einspringend. Mandibeln concav. Hals- 
schild hinter der Vorderecke ohne Grübchen, nur mit einigen 
Punkten, Lateralstreif vollständig. Flügeldecken mit zwei- 
streifigen Epipleuren, Dorsalstreifen kräftig, gekerbt^ innerer 
Subhumeralstreif bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 
und Nahtstreif vollständig, 5 und Nahtstreif an der Basis 
verbunden. Propygidium fein und zerstreut punktiert, 
Pygidium fast glatt. Mesosternum vorn gerade, Randstreif 
vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 5 — 6 mm. 

* Südafrika, Abessinien. 

3. A. ruptistrius, Lew. 1913 A. r. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 12, p. 82. 

Oval, convex, schwarz, glänzend. Kopf fein punktiert 
mit zwei flachen Eindrücken hinter dem Streif, letzterer 
in der Mitte spitz einspringend. Halsschild in der Vorder- 
ecke unregelmäßig punktiert, Lateralstreif hinter den Augen 
deutlich unterbrochen, hinter dem Kopf als kräftige Linie 
fortgesetzt, an den Seiten schwach geschwungen und nach 
der Basis zu etwas mehr vom Seitenrand entfernt. Flügel- 
decken mit halbem innerem Subhumeralstreif. Dorsalstreifen 
sämtlich vollständig, 5 und Nahtstreif vom verbunden. 
Propygidium und Pygidium deutlich und wenig dicht 
punktiert. Mesosternum vorn abgestutzt, Randstreif voll- 
ständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. L. 4 mm. 

^ Mittelafrika (Uganda, Zansibar). 

4. A. laqueatus^ Lew. 1905 Mister l. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) 
V. 15, p. 303. ! 1919 A. l. Bickhardt, in Ent. Blätt. v. 15. p. 118. 

Kurz oval, mäßig convex, schwarz glänzend. Kopf 
vorn schwach eingedrückt, Stirnstreif vollständig, »an den 
Seiten kräftig, in der Mitte scharf einspringend. Halsschild 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



143 



mit einigen Punkten in der Yorderecke, Lateralstreif an 
der Basis etwas abgekürzt, vom am Vorderrand ununter- 
brochen fortgesetzt. Flügeldecken mit innerem apikalem 
Subhumeralstreif, der bis zur Schulter reicht, Dorsal- 
streifen 1 — 3 kräftig, vollständig, 4 an der Basis abgekürzt 
oder undeutlich, 5 und 6 an der Basis vereinigt, 5 auf der 
Scheibe nur schwach markiert. Propygidium und Pygidium 
fast glatt, Punktierung äußerst fein. Mesosternum breit 
zugerundet und mit vollständigem Randstreif. Vorder- 
schienen mit 4 Zähnen am Außenrand. L. 4^4 — 5V'4 mm. 

* Kamerun. 

5. A. getninus, Er. 1834 tiister g. Erichson, in Klug, Jahrb. Ins. 
V. 1, p. 154. I 1854 H g. Mar.seul, in Monogr. Hister. p. 251, t. 7, 
f. 59. I 1906 A. g. Lewis, in Ann. nat. Hist. (7) v. 18, p. 402. 

Kurz-oval, ziemlich wenig convex, schwarz, glänzend. 
Fühler und Beine rotbraun, Stirn fast eben, Stirnstreif 
vollständig, vorn schwach winklig einwärts gekrümmt; 
Mandibeln concav. Halsschild mit schwachem Grübchen, 
hinter der Vorderecke spärlich punktiert, innerer Lateral- 
streif vollständig. Flügeldecken mit zweistreifigen Epi- 
pleuren ; Streifen kräftig, gekerbt, innerer Subhumeralstreif 
bis zur Schulter reichend, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 
4 an der Basis kaum verkürzt, 5 und Nahtstreif vollständig, 
an der Basis vereinigt. Propygidium spärlich punktiert, 
Pygidium fast glatt erscheinend. Mesosternum vorn gerade. 
Randstreif vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen. 
L. 3V2 mm. 

* Capland, Ostafrika, Abessinien. 

6. Atholus rothkirchi, n. sp. 

OhlonguSy valde convexus, niger^ nitidus', antennis ]yedi- 
busque rufis. Fronte plana^ antice vix transversim sub- 
impressa, Stria antice recta, in medio obsoleta. Thorace 
utrinque post angulum foveolato punctulatoque, stria marginali 
dimidiata, laterali unica integra. Elytris striis subhumerah 
interna apicali dimidiata, dorsalibus 1 — 3 integris^ 4 c& 5 
aiitice subintegris^ suturali modice abbreviata^ 5. suturalique 
haud conjunctis. Propygidio subtiliter disperse punctato, 



144 



H. Bickhardt. 



j>ygidio suhtüissime punctulato^ fere laevi. Prosterno lobo 
suhacuminato, deflexo, marginato. Mesosterno antice suh- 
rotundato^ stri'a valida integra. Tihiis anticis 3-dentatis^ dente 
apicali btsjnnoso. L. 3^* — 4^/3 mm. 
Hab. * Kamerun, Abessinien. 

In der Gestalt dem Peranus himaculatus L. gleichend, 
jedoch sonst nicht mit ihm verwandt. Von A. geminus Er. 
durch die viel gestrecktere Gestalt, den geraden Stirnstreif, 
das wohlausgebildete Grübchen hinter den Vorderecken 
des Halsschilds und die vorn etwas verkürzten inneren 
Dorsalstreifen der Flügeldecken, von denen der 5. und Naht- 
streif vorn nicht vereinigt sind, verschieden. Nur bei 
einem Exemplar laufen die beiden letztgenannten Streifen 
vorn obsolet gegeneinander. Ä. laqueatus Lew., der gleich- 
zeitig gefunden wurde, ist viel größer, kurz oval, ohne 
Grübchen hinter den Yorderecken des Halsschilds und hat 
einen tiefen, vorn winklig einspringenden Stirnstreif sowie 
4 Zähnchen am Außenrand der Vorderschienen. 

Mir liegen 2 Exemplare aus Kamerun (Joko), 1 aus 
Alto Dana (Borau Galla) und 1 aus dem Erzer-Tal (Abes- 
sinien) vor. Bemerkenswert ist, daß die Fundorte trotz 
der weiten west-östlichen Entfernung fast genau auf dem- 
selben Breitengrade liegen. Ich widme die Art dem leider 
zu Anfang des Krieges in Kamerun gefallenen eifrigen 
Coleopterologen Oberleutnant v. Hothkirch und 
P a n t e n. Typen in coli. m. 

7. A. staudingeri, J. Schm. 1889 Hister s. J. Schmidt, in Ent. 
Nachr. v. 15, p. 95. | 1916/17 A. s. Bickhardt, inWytsman, Genera 
Insect. Fase. 166, p. 194. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Stirn fast 
in ihrer ganzen Länge nach der Mittellinie zu vertieft, 
Stimstreif vollständig, vorn im Spitzbogen verlaufend. 
Halsschild nicht bewimpert, der einzige Lateralstreif ist 
vollständig, in den eingedrückten Vorderecken dem Rande 
«tark genähert, Seiten etwas punktiert. Flügeldecken mit 
tiefen Dorsalstreifen, 1 und 2 an der Basis kaum verkürzt, 
3 vollständig, an der Basis schwächer, 4 und 5 nur durch 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 145 



einzelne Punkte an der Spitze angedeutet, Nahtstreif halb ; 
Subhumeralstreifen fehlend, Epipleuren zweistreifig. Pro- 
pygidium wenig dicht punktiert, an der Spitze glatt, 
Pygidium jederseits mit punktförmigem Eindruck, an der 
Basis mit einzelnen Punkten. Mesosternum vorn gerade, 
Eandstreif vollständig. Vorderschienen mit 4 Zähnen, der 
distale Endzahn zweispitzig. L. 6 mm. 

* Congo, Natal. 

8. A. goudoti, Mars. 1854 Hister g. Marseul, in Monogr. Hister. 
p. 585. t. 10, f. 144. i 1906 A. g. Lewis, in Ann nai. Hist. (7) 
V. 18, p. 402. 

Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
braunrot. Stirn mit flachem Doppeleindruck, Stirnstreif 
kräftig, vollständig, vorn gebuchtet. Mandibeln concav. 
Halsschild mit fast vollständigem innerem Lateralstreif, 
dieser ist nur wenig an der Basis verkürzt. Flügeldecken 
mit zweistreifigen Epipleuren, Subhumeralstreif fehlend, 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, kräftig, gekerbt, 4 unter- 
brochen oder an der Basis abgekürzt, 5 fehlend. Nahtstreif 
vorn und hinten abgekürzt, diskal. Propygidium seitlich 
eingedrückt, kräftig und zerstreut, Pygidium gleichkräftig 
aber dichter punktiert. Mesosternum vorn gerade. Rand- 
streif vollständig. Vorderschienen mit 3 Zähnen am Außen- 
rand. L. 5— 6V2 mm. 

* Madagascar. 

8a. A. arcatus, Lewis. 1908 Nister a. Lewis, in Ann. nat. Hist. (8) 
V. 2, p. 146. I 1919 A. a. Bickhardt, in Ent. Blätt. v. 15, p. 118. 
Oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Kopf ohne Eindruck, 
Stirnstreif fein und vollständig, vorn fast gerade. Halsschild ohne 
äußeren Lateralstreif, innerer Lateralstreif an der Basis abgekürzt, 
^ seitlich etwas gebuchtet, vorn fein, aber vollständig. Flügeldecken 
ohne Subhumeralstreifen, Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig, 4 an der 
Basis wenig abgekürzt, 5 apikal und kaum angedeutet, Nahtstreif 
etwas über die Mitte nach vorn reichend. Propygidium und Pygidium 
deutlich, nicht dicht punktiert, Spitze des letzteren glatt. Kehlplatte 
etwas spitz vorgezogen, Mesosternum vorn schwach gebogen, Rand- 
streif ziemlich kräftig, gekerbt. Vorderschienen mit 3 Zähnen am 
Außenrand. L. 6V2— 7 mm. 
Ost-Afrika (Usambara). 

10 



146 



H. Bickhardt. 



9, A. aequistrius, Mars. 1854 Hister ae. Marseul, in Monogr. 
Hister. p. 589, t. 10, f. 148. | 1906 A. ae. Lewis, in Ann. nat. 
Hist. (7) V. 18, p. 402. 

Kurz-oval, ziemlich convex, schwarz, glänzend. Fühler 
rötlich. Stirn eben, Stirnstreif kräftig, vollständig, vom 
schwach gebuchtet. Mandibeln concav. Halsschild mit 
vollständigem innerem Lateralstreif. Flügeldecken mit ein- 
streifigen Epipleuren, ohne Subhumeralstreif, Dorsalstreifen 
1 — 4 vollständig, kräftig, gekerbt, 5 etwas vor, Nahtstreif 
über der Mitte abgekürzt. Propygidium mit einigen zer- 
streuten Punkten, Pygidium fast glatt. Mesosternum vorn 
zugerundet (abgestumpft), Randstreif vollständig. Vorder- 
schienen mit 3 Zähnen. L. 2^/2 — 4 mm. 

* Madagascar. 

32. Genus Margarinotus Marseul. 

(im paläarktischen und nearktischen Gebiet.) 

33. Genus Epiglyptus Marseul. 

(im neotropischen Gebiet). 



Die Histerini des aethiopischen FauneDgebiets. 147 



Literatur.') 



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Hungar. 16, p. 283-207 (1918). 



^) Die Literatur ist nur insoweit aufgeführt, als sie die hier 
behandelten Histerini betrifft. 

10* 



148 



Bickhardt. 



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c. V. 14 (1904). 
c. V. 15 (1905). 
c. V. 16 (1905). 
c. V. 17 (1906). 
c. V. 18 (1906) Septbr. 
c. V. 18 (1906) Decbr. 
c. V. 19 (1907). 
c. V. 20 (1907) August, 
c. V. 20 (1907) Octbr. 
c. V. 20 (1907) Decbr. 
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Linne, Systema naturae Ed. I (1735). 
- , Ed. Xn (1766/68). 



150 



H. Bickhardt. 



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t. 6—10: (3j ni, 1855, p. 83— 165, 327—506, 677—758, t.8— 10, 
17—20; (3) IV, 1856, p. 97—144, 259-283, 549—628, t. 2, 3, 
11, 14; (3) V, 1857, p, 109—167, 397-516. t. 10, 11; Supple- 
ments 1. c. (3) Vnr. 1860, p. 581-610, 835—866, t. 11, 15; 
(4) I, 1861, p. 141-184, 509-566, t. 3, 4, 6, 13. 14. 15; (4) 
II, 1862, p. 5-48, 347—516, 669—720, t. 4, 7, 12, 16, 17. 

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Not. Leyden Mus. 4, p. 125—126 (1882). 

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Olivier, Entomologie ou Histoire naturelle des insectes. I. 8 (1789). 

Palizot de Beauvois, Insectes recueilles en Afrique et en Amerique 

etc. (1805). 

Paykull, G. de, Monographia Histeroidmn 1811. 

Reiche, Voyage en Abyssinie, dans les provinces duTigre etc. (1851). 

Roth, Diagnosen neuer Coleoptera aus Abessinien. Arch. f. Naturg. 
1851. 

Schmidt, Joh., Aufzeichnung der vom Herrn Major v. Mechow im 
Quango-Gebiet au^efundenen Histeriden. Berlin, ent. Z. 
27 (1883). 

— , Nachträge und Berichtigungen zum Catalogus Coleopterorum 

von M. Gemminger und E. v. Harold. 1. c. 28 (1884). 

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ridae. Berl. ent. Z. 29 (1885). 

— , Zwei neue europäische Histeriden und Bemerkungen zur 

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— , Bemerkungen über zwei Histeriden. Notes Leyden Mus, 10 

(1888). 

— , Neue Histeriden aus Afrika. Deutsche ent. Z. (1889). 

— , Neue Arten der Gattung Hister. Ent. Nachr. 15 (1889) Nr. 6. 



Die Histerini des aethiopisclien Faunen gebiets. 151 



Schmidt, Joh., Neue Histeriden. 1. c. 15 (1889) Nr. 21 u. 23. 

— , Neue Histeriden. 1. c. 18 (1892). 

— , Voyage de M. Ch. AUuaud dans le territoire d'Assinie. 

Histeridae. Ann. Soc. ent. Fr. (1892). 

— , Einige neue Histeriden. Ent. Nachr. 21 (1895). . 

Scott, H., Histeridae, in Percy Sladen Trust Expedition to the Indian 
Ocean. Transact. Linn. Soc. Lond. 16 (1913). 



152 



H. Bickhardt. 



Zusammenstellung der behandelten 
Gattungen und Arten. 



(Die Zahl der zweifelhaften Arten ist in Klammer gesetzt.) 

Genus Rhypochares Mars 3 Arten 

„ Microlister Lewis 2 „ 

„ Hubenthalia Bickh 1 „ 

„ Asolenus Lew 8 „ 

„ Notolister Lew 5 „ 

„ Teinotarsus Mars 2 „ 

„ Campylorhabdus J. Schm. . . 2 „ 

„ Eugrammicus Lew 2 „ 

„ Contipus Mars 9 „ 

„ Macrolister Lew 14 „ (4 Arten) 

„ Pachylister Lew 6 „ 

„ Exorhabdus Lew 7 „ 

„ Hister Linne 67 „ (16 Arten) 

„ Zabromorphus Lew 17 „ 

„ Peranus Lew 2 „ 

„ Atholus Thoms 9 „ (1 Art) 

„ Coptosternus Lew 1 „ 



17 Genera mit zusammen: 157 + 21 Arten. 



\ 



Die Histerini des aethiopischen Fatmenzebiets. 



153 



Anhang. 



Coptosternus tarsalis, Lew. C. t. Lewis, in Ann. nat. 

ffist. (8) V. 13. p. 2:38. 

Oval, depreß, schwarz, glänzend. Kopf vorn sehwaoli 
eingedrückt, nicht gestreift, zerstreut punktiert. Hals- 
schüd mit feinem, vollständigem Eandstreif. die Seiten 
zerstreut punktiert. Flügeldecken ohne Subhumeralstreif, 
Dorsalstreifen 1 — 3 vollständig. 4 — 5 sehr kurz, apikal 
und hinten fast vereinigt, Xahtstreif gebogen und an 
der Basis etwas abgekürzt. Propygidium und Pygidium 
mäßig dicht, nicht grob pnnktiert, letzteres mäßig convex. 
Frostern alkiel breit und flach, vom tmd hinten abgestutzt^ 
die Seitenstreifen sehr fein und vor den Hüften schwach 
geschwungen, zwischen den Streifen und parallel zu ihnen 
verläuft eine seichte Rinne, die deutlicher ist als die 
Streifen selbst tmd etwas vor der Basis endigt. Meso- 
stemum kurz, quer, vom fast gerade, nicht gebuchtet: 
quer durch die Mitte verläuft ein gebogener, ziemlich 
feiner Streif, der nicht bis zur Atißenecke reicht. Yorder- 
schienen mit 10 — 11 Zähnchen, aUe Tar^sen deutlich be- 
haart. L. 6 mm. 

Madagascar * ;Fianrantson). 

Hister bierigi n. sp. 

Ovalisy canvexusj niger, nitidus. Fronte plana, Stria 
^7a integra antice recta ; mandihulis canvexis. Tharace 
i'riis lateralibus 2 parallelis hasin ottingenHbus^ interna 
antice haud interrupta, laterali tertia brem in angulo tantum 
distinctGj marginali hasin aUingente^ antice post oculos 
interrupta vel cum laterali interna coeunte. Eliftris striis 
l — 2 integris, 3. subintegra vel subinterrupta, 4. apicali 
hrevissima punctiformi appendice ohsoleta vel nulla hasali 
aucta, 5. sufuralique nullis; subhumerali interna hrevi apicali 
prima dorsal i appraximata; impressione subapicali distincta. 



154 



H. Bickhardt. 



Propygidio pygidioque extus et ad hasm sat fortiter punctattSy 
in medio et ajpice suhlaevihus vel multo minus punctulatis. 
Mesosterno antice subrectOj Stria interna integra, externa 
interrujpta. Tihiis anticis 3-dentatis^ dente apicali hifido. 
L. 77*— 8V2 mm. 
Hab. * Ostafrika. 

Mit H. ignavus Fahrs. nahe verwandt, jedoch in 
folgenden Punkten verschieden.^) Der äußerste der drei 
Lateralstreifen des Halsschilds ist abgekürzt, kaum bis zur 
Mitte reichend, der Marginalstreif ist vorn breit unter- 
brochen und hinter den Augen mit dem inneren voll- 
ständigen Lateralstreif vereinigt. Der Subhumeralstreif 
ist sehr kurz, apikal, manchmal kaum angedeutet, der 
4. Dorsalstreif ist an der Basis gar nicht oder kaum an- 
gedeutet, an der Flügeldeckenspitze nur undeutlich (durch 
einige Punkte) markiert. Schließlich ist die Körperform 
mehr oval, also weniger stark gerundet als bei ignavus. 

3 Exemplare aus Ostafrika (Makate, Simba-Kwagogoro 
[coli. A. Bier ig]). Typen in coli. Bier ig und coli. m. 



1) Vergl. die Beschreibung (Seite 99). 



Die Histerini des aethiopischen Faunengebiets. 



155 



Index. 



a) Genera, 

Seite 

Asolenus Lew 8, 21 

Atholister Reitt 137 

Atholus Thoms 12, 139 

[Baconia Lew.] 8 

Campylorhabdus J. Schm. 10, 32 

ChroDus Lew 13 

Conüpus Mars 11, 37 

Coptochilus Key 4ö 

Coptosternus Lew. ... 13, 153 

[Epiglyptus Lew.] 7 

[Eucalohister Reitt.] 12 

[Eudiplister Reitt.] 12 

Eugrammicus Lew 10, 35 

Exorhabdus Lew 11, 63 

[Grammostethus Lew.] ... 12 

Heterognathus Rey 58 

Hister Linne . . . . . . . 12, 69 

Hubenthalia Bickh 8, 18 

[Hypobletus .T. Schm.J ... 8 

b) Species, 

Seite 1 

abyssinicus Mars 112 

accola Lew 81, 109 

adjectus Mars 59, 62 

aeneus Lew 64, 65 

aequatorius Mars 76, 93 

aequistrius Mars 141, 146 

afer Payk 64, 66 

africanus Lew 66 

alienigena Bickh 78, 100 

alluaudi Desbordes . . . . 71, 85 

araphistrius Mars 76, 95 

angoniensis Lew 68 

angulicoUis Bickh. n. sp. 83, 118 
angustimargo Bickh. n. sp. 80, 105 
apicalis Ye^itm. ...... 29 

apis Mars. . . ... 126, 130 



Subgenera. 

Seite 

[Lewisister Bickh.] 9 

Macrolister Lew 11, 45 

[Margarinotus Mars.] .... 7 
[Megalocraerus Lew.] .... 8 

[Mendeiius Lew.] 9 

[Merohister Reitt.J 12 

Microlister Lew 11, 17 

[Nicotikis Mars ] 9 

Notolister Lew 9, 26 

Pacbylister Lew 11, 58 

[Paralister Bickh.] 12 

Peranus Lew 12, 137 

[Pseudister Bickh.] 8 

[Psiloscelis Mars.] 10 

Rhypochares Mars '7, 1^ 

[Santalus Lsw ] 10 

[Spilodiscus Lew.] 12 

TeinotarSus Mars 8, 30 

Zabromorphus Lew. . . 12, 125 

Varietates. 

Seite 

arabicus Mars 110 

arcatus, Lew. 141, 145 

arctus Desbordes 47, 51 

arcuatus Roth 50 

aschanti J. Schm 74, 88 

asper J. Schm 15, 16 

asperatus Lew 80, 107 

atricolor Lew 82, 117 

babaulti Desbr. ...... 39, 43 

barbarus Bickh. n. sp. . 76. 113 

berardi Desbr 122 

bierigi Bickh. n. sp. . . 99, 153 

bismarcki Lew 103 

caffer Er. ... ■ 59, 61 

caffer Fährs. ........ 60 

calabaricus Mars. . . . . 75, 92 



156 



H. Bickhardt. 



Seite 

calidus Er n 82, 114 

capensis Lew 22, 25 

capicola Mars 78, 100 

castus Lew 84, 122 

catenatus Lew 28, 29 

cavilabris Bickh. n. sp. . 81, III 

chaloti Desbordes 76, 94 

chariensis Desbordes .... 138 

circularis Lew 79, 104 

circulus J. Schm 79, 104 

clermonti Desbordes . . 127, 133 

coalescens Lew 142 

colensoi Lew 48, 57 

colonicus Lew 74, 89 

compressus Desbr 114 

conformis Er 140, 142 

congoensis Bickh 88 

congonis Lew 79, 105 

conilabris J. Schm 59, 61 

contemptus Mars 75, 90 

coprophilus Reiche . . . 82, 116 

coronatus Lew 17, 18 

crenatipennis Bickh. . . 80, 108 

crenulatus Lew 64, 65 

crenulistrius Lew 64, 68 

cribrurus Mars. . . . . . . 77, 98 

crueutus Er 73, 86 

csikii Bickh 128, 135 

curvistrius Lew 47, 54 

dauphini Lew 74, 90 

debellatus Lew 48, 56 

decollatus Roth 112 

deflexus Lew 127, 132 

didymostrius Mars 36 

digitatus Mars 40, 44 

distinguendus J. Schm. . 79, 102 

dregei Mars 22, 26 

dux Lew. 22, 24 

edwardsi Mars 27, 28 

ellenbergeri Desbordes . . 74, 89 

emarginatus Lew 51 

ertli Bickh. ....... 82, 115 

exlegis Lew. 87 

fallax J. Schm. ...... 15, 16 

flexuosus J. Schm 39, 43 



Seite 

fortis J. Schm 46, 49 

fossor Er 83, 119 

fractistrius Lew 36 

furciger Mars 84, 121 

furcimanus Mars 84, 119 

gagatinus Reiche 71, 85 

gehini Mars 84, 122 

geminus Er 140, 143 

georgei Bickh. 36 

gigas Payk. . .• 49 

glabratus Roth 112 

gorilla J. Schm 82, 115 

goudoti Mars 141, 145 

gravis Y2,\ixB. ....... 51 

guinensis Payk. 75 
helluonoides Mars. . . .73, 96 

herero Bickh 120 

heros Er. 60 

holubi J. Schm 128, 136 

honestus Lew. . . . . . 84, 123 

hotteniota^x 112 

humpatanus Mars 73 87 

ignavus Fahrs 77, 99 

imitans Lew. . . . . . . . 22, 24 

immarginatus Lew. . . . . 39, 40 

impressus Apetz 122 

inflexas Lew. ...... 83, 120 

intrepidus Lew 48, 57 

jeanneli Desbordes ... 78. 101 

kristenseni Bickh 39, 41 

laevifrons Desbordes . . 127, 134 
laqueatus Lew. . . . . . 140 142 

latilabris Lew 47, 52 

latipes Lew. (Teinotars.) . 31, 32 
latipesPal. Beauv. (Macrol.) 47, 50 

latobius Mars 48, 56 

lentulus Er. . . . . . . 83, 120 

lentus Mars 138 

leseleuci Mars 107 

lewisi Bickh 36 

lineisternus Lew 73, 86 

loandae Mars 78, 102 

longicollis Mars 126, 131 

luctuosus Mars 110 

major L. . . . 47, 52 



Die Histerini des aethiopischen Faunen gebiets. 157 



Seite 

marginisternus Bickh. . . 40, 44 

marseuli Lew 59, 62 

marseuli Desbr 113 

marshalli Lew 64, 68 

maitius Lew 84, 123 

maurus Mars 48, 55 

maximus Ol 46, 49 

mechowi J. Schra. ... 80, 107 

memnonius Er 81, 110 

minor Lew 36 

mirus Bickh. n. sp 77, 97 

mombassanus Lew. . . . 127, 135 

monitor Lew 62 

montanus Mars 76, 92 

mtesa l-ncey 64, 66 

nachtigalli Bickh. n. sp. 78, 101 
nattereri J. Schm. ... 83, 118 

nigrinus Fahrs 81, 109 

nigrita Er Ö9, 60 

niloticus Mars 77, 96 

nitidicollis Bickh 126, 129 

nodicornis Lew 21, 23 

nomas Er 81, 109 

nyassae Lew 68 

obesus Fahrs 83, 119 

oblongus J. Schm 39, 41 

obscurus Reiche , 51 

obtusisternus J. Schm. . . 78, 99 

Ordinarius Lew 134 

ovatulus Mars 75, 92 

ovatus Lew 28, 30 

pachysomus Ancey . . . 126, 128 

paganus J. Schm 73, 87 

peregriuus J. Schm. . . 81, 112 

pharaoDis J. Schm 76, 93 

pilicollis J. Schm. ... 82, 114 

pinguis Lew 126, 131 

planepunctatus Desbordes 126, 129 

plebejus Klug 122 

poggei Harold 33, 35 

ponderosus Fahrs 49 

proximus Lew 36, 37 

punctipennis J. Schm. . 125, 128 



punctipygus Desbordes . 79, 103 
pygolaevis Desbordes . . .77, 97 



Seite 

pyxidatus Lew 93 

quagga Bickh. n. Sp. . . 127, 133 
quinquestriatus Lew. . . .21, 23 

rafftayi Lew 120 

rectisternus Mars 78, 98 

recurvus Mars 71, 84 

regularis Lee 112 

remipes Mars 31 

rimifrons Mars 134 

ritsemae Mars 79, 103 

rivalis Lew. 126, 132 

robusticeps Mars 47, 53 

robusticollis Lew 48, 55 

robustus Er 50 

rocca Mars 58, 59 

rothkirchi Bickh. n. Sp. 141, 143 

rubricatus Lew 140, 141 

rugicollis Lew 126, 130 

ruptistrius Lew 140, 142 

sanguinosus Fairm 21, 22 

saginatus Lew 47, 51 

saprinoides Er 15 

scabripygus J. Schm. . . . 74, 88 

scutellaris Er 138 

sedulus Lew 76, 94 

semiplanus Mars 93 

Severus Fahrs 61 

sheppardi Lew 17, 18 

sibuti Desbordes 76, 95 

sikorae Lew 83, 121 

similis Lew 66 

simulans J. Schm 64, 67 

Simulator Lew 122 

singularis J. Schm 33. 34 

sinuosus Lew 36 

somali Lew 82, 112 

somaliensis Lew 39, 40 

spinipes Mars 81, 110 

staudingeri J. Schm. . . 141, 144 

striät istemus Lew 48, 55 

striolatus Mars 114 

subsulcatus Mars 112 

salcicollis Lew 28, 29 

sulcimargo Lew 73, 88 

sulcipygus Lew 78, 99 



158 H. Bickhardt. 





Seite 




Seite 




AC 7Lf\ 






tardus Bickh. n. sp. 


. . . dy, 42 








■t CO 




. . .27, 28 


teretrioides Bickh. . 


nt\ 




-< nn 


terrenus Lew. . . . 


10/1 

.... 1^24 




A{\ 








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7t Q1 


TTlllO U^o Vi T*0 


1^ Q1 


tristriatus Mars. . . 


83, 117 




.... 49 




81, 108 


zambesius Lew. . . 


. ... 66 


tropicola J. Schm. . 


76, 95 


zulu Mars 


82, 116 


tropicus Payk. . . . 


75, 82, 112 







Die Orthopteren-Fauna der Umgebvmg Cassels. 159 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 

(Mit 2 Figuren.) 
Von Wilhelm Leonhardt, Berlin-Südende. 



Über die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels 
finden sich folgende Veröffentlichungen vor: 

1. Schwaab, Dr. Wilhelm, Geographische 
Naturkunde von Kurhessen (Gymnasium zu Cassel 

— Lyceum Fridericianum — Einladungsschrift 
usw., Cassel, 1851, p. 98). 

2. Eisenach, Dr., Naturgesch. Mitt. aus dem 
Kreise Rotenburg (Ber. d.' Wetter auischen Ges. 
f. d. ges. Naturkunde zu Hanau, 1885, p. 32 u. 33). 

3. Weber, Dr. L., Fauna der Umgebung von Cassel! 

— rX. Orthoptera in „Die Residenzstadt Cassel 
im Anfange des 20. Jahrhunderts" (Festschr. z. 
75. Vers, deutsch. Naturf. u. Ärzte). Cassel, 1903 
p. 221 u. 222. ' 

Alle 3 Arbeiten begnügen sich mit einem Namens- 
verzeichnis der beobachteten Arten, nähere Fundortangaben 
werden nicht gemacht. 

Das Schwaab'sche Verzeichnis ist am unvollstän- 
ständigsten, es fehlen ihm u. a. auch Arten, die überall 
häufig, ja gemein sind (Ph. cinerea L., Gomph, maculatus 
T h u n b., Om. viridulus L., Ch, j)arallelus Zeit. usw.). 
Interessanter ist die Eisenach'sche Arbeit; hier finden 
sich u.a. Euth. hrachyjptera Ocsk., AM, tJialassinus Fabr., 
doch läßt auch sie überall ganz häufig vorkommende Tiere 
vermissen (Mec. thalassina De Geer, Gomph, maculatus 
Thun b.). 

Da wohl kaum anzunehmen ist, daß diesen Autoren 
das Vorkommen der erwähnten, sehr häufig auftretenden 
Tiere entgangen ist, muß deren Nichtaufführen auf falsche 
Bestimmung zurückgeführt werden, was. den Wert der Ver- 
zeichnisse sehr herabmindert. 



160 



W. Leonhardt. 



Auf größere Vollständigkeit macht das Web er 'sehe 
Verzeichnis Anspruch. Es führt im ganzen 32 Arten auf, 
darunter neu: 

1. Ect. perspicülaris Herbst. (== livida Fabr.). 

2. Mec. thalassina De Greer (= varia Fabr.). 

3. Oomph. maculatus Thunb. 

Während meiner Sammeltätigkeit in den Jahren 
1912/13, 1915/16, 1917, 1918 \ die vielfach sehr unter 
schlechten Witterungsverhältnissen litt, gelang es mir, noch 
weitere 14^) Arten festzustellen, sodaß sich die Gesamtzahl 
unter Hinzurechnung von Oed. flavus L,, auf 47 erhöht. 
Dagegen konnte ich 12 von den durch vorerwähnten 
Autoren aufgeführten Arten nicht wiederfinden; hiervon 
entfallen 7, nämlich: Xijph. dorsale Latr., Fiat, grisea 
Fabr., Euth. hrachyptera Ocsk., Aiol. thalassinus Fabr., 
Staur. a^pricarius L., Callopt. italicus L. und Oed. coerulescens 
L. auf das Eisenach'sche Verzeichnis für den Kreis 
Rotenburg an der Fulda, ein Gebiet, in welchem ich keine 
Gelegenheit zum Sammeln hatte. Trotzdem war ich ge- 
nötigt, diesen Kreis in das von mir behandelte Gebiet ein- 
zubeziehen, da Dr. L. Weber das gleiche getan hat, ohne 
indes bei den aufgeführten Arten den Autor zu nennen, 
sodaß man nicht mehr in der Lage ist, zu beurteilen, ob 

^) 1917 ließen es die Umstände nur zweimal zu, daß ich zum 
Sammeln nach der Söhre und nach Grifte ging, während ich 1918 nur 
-gelegentlich der „Hamsterfährten" etwas Umschau halten konnte, 

2) 1. öpt. media Hagen b. (= albipennis Meg.). 

2. Chel. acanthopygia Gene. 

3. Aphl. maculata Schreber, 

4. Tettig. cantans Fuessly. 

5. Plat. roeseli Hagenb. 

6. „ hrachyptera L. 

7. Acryd. kiefferi (De Saulcy) Azam. 

8. kraussi De Saulcy. 
Omoc. stigmaticus Hamb. 

10. „ nigromaculatus Herr.-Sch. 

11. ventralis Zett. (= rufipes Zett.). 

12. haemorrhoidalis Charp. 

13. vagans Fieb. . 

14. Chorth. albomarginatus De Geer (= elegans Charp.). 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 



161 



die 7 genannten Tiere nur im Kreise Rotenburg oder auch 
in dem übrigen Teil des Gebiets festgestellt worden sind. 
Wie mir nun Herr Greheimer Sanitätsrat Dr. Weber in- 
zwischen mitteilte, sind diese nicht von ihm selbst beob- 
achtet, sondern nur dem Eisen ach 'sehen Verzeichnis 
entnommen gewesen. 

Die Grenzen des Gebiets, in welchem ich gesammelt 
habe, sind nördlich: Immenhausen — Gahrenberg — Hann. 
Münden, östlich : Uschlag — Kaufungen — Eschenstruth, 
südlich: Melsungen — Fulda — Grifte, westlich: Hoof — Dörn- 
berg — Wilhelmsthal; das Gebiet umfaßt also den südlichen 
Teil des Reinhardswalds, den Stiftswald, die Söhre und 
den Habichtswald; sodann sammelte ich noch bei Wolfers- 
hausen, Gudensberg, Altenhasungen, Burghasungen und 
im Meißner-Gebiet. 

Ich habe nur wenige Stellen gefunden, die faunistisch 
interessant sind; erwähnenswert erscheint mir nur die am 
Südabhang der Söhre (am Weg vom Wirtshaus Stellberg 
nach Oberalbshausen) gelegene, große Waldblöße. Hier 
konnte ich folgende Arten beobachten: Phol. cinerea L., 
Plat. hrachyptera L. (nebst forma marginata Thunb.), Acryd. 
Mefferi A z a m , hraussi De Saulcy, suhulatum L., Gomph. 
ruf US L., maculatus Thunb, Om. stigmaticus Ramb., 
nigromaculatus Herr. -S eh., Uneatus Panzer, ventrdlis 
Z ett., viridulus L. (nebst iovmd^ flavescens m.), haemorrhoidalis 
Charp., Staur. higuttulus h.^ vagans ¥ieh.^ Chort. dorsatus 
Z e 1 1. und parallelus Z e 1 1. 

Da die klimatischen Verhältnisse der Umgebung Cassels 
für die sehr die Wärme liebenden Orthopteren nicht günstig 
sind, ist das mediterrane und pontische Element nur spärlich 
vertreten, sodaß die baltischen Formen um ein Drittel 
überwiegen. 

Obwohl ich mich besonders um das Auffinden von 
On. Mpunctata F. (Meißner?), Ect, panzert Stephens, 
(in Westdeutschland bis zum Harz verbreitet [Zacher]), 
Leptoph. functatissima Boso, (nächste Fundorte: Marburg 

11 



162 



W. Leonhardt. 



a. d. Lahn [Ebner % Frankfurt am Main, Gedern, Fried- 
berg i.H. [Leonhardt], Thüringen [Rudow, Sohmiede- 
kneoht], Bremen [Alfken] usw.), Xtph. fuscum Fabr., 
Nein. silvestTis Fabr. und Euth. dispar Germ, bemüht 
habe, konnte ich deren Vorkommen nicht feststellen. 

In bezug auf Nomenklatur und Systemanordnung bin 
ich den neueren Autoren gefolgt (Karny, Ebner, 

Eamme). . i 

Herrn Geheimen Sanitätsrat Dr. L. Weber m Cassel 
habe ich noch zu danken für freundliche Angaben einiger 
Fundorte. 



Erklärung der Abkürzungen : 

E. Dr. Eisenach. 
S. = Dr. Schwaab. 
W. = Dr. Weber. 

0. n. !N =»= ohne nähere Fundortangaben. 



1) Ebner lagen nur Larven von der Gattung „Leptophyes" vor, 
doch kann es sich wohl nur um „punctatissima" gehandelt haben. 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 



163 



1. Dermaptera. 

Farn.: ForficuUdae. 

Gatt.: Labia Leach. 

1. L. minor L. Mai bis Ende August. Wird haupt- 
sächlich abends, oft massenhaft um Düngerhaufen 
fliegend, angetroffen. 

0. n. F. [S., E., W.]. 

Gatt.: Fofficula L. 

2. F. auricularia L. Frühjahr bis Herbst. 

0. n. F. [S., E., W.]. Am Hegelsberg, 15. 4. 1912, unter, 
einem Stein : 2 eierlegende 9. Im Herbst im ganzen Gebiet 
überaus häufig. 

Forma forcipata 
Stephens (=macfo- 
labia Fieber = in- 
fumata Megerle) — 

. Fischer, Orthoptera 
europ.^ Tab. VI, Fig. 
11 p. — . Vereinzelt 
auf Buschwerk hinter 
dem Herkules-Denk- 
mal. Ein besonders 
gut ausgeprägtes 
Exemplar (25. 8. 16.) 
hat eine Körperlänge 
von 24 mm (davon 
entfallen aufdieZan- 

2»/«-facli vergrößert. gen 9 mm). 

Von auricularia erbeutete ich zwei gynandromorphe 
Stücke, bei dem einen ist die linke Zange männlich, die 
rechte weiblich (Herkules, 25. 8. 16) : Figur 1 ; bei dem 
anderen umgekehrt (Brasselsberg, 5. 9. 16) : Figur 2. 

13* 




164 



W. Leonhardt. 



Eine schöne Zusammenstellung der Literatur über 
Gynandromorpliismus bei Forficuliden hat Napoleon 
M. Kheil in seiner Arbeit: Orthopterologisches von den 
Hyeres'schen Inseln, Hermaphroditismus bei Orthopteren 
(Inter. Entom. Ztschr., Guben, YIII, 1914) gebracht. Nach- 
zutragen sind: Ramme. W., Ein Beitr. z. Kenntn. d. Orth.- 
Fauna d. Mafk Brandenburg (Berl. Ent. Z., 1911), Alex 
Reichert, Ohrwürmer, mit Textfigur (Kranchers Entom. 
Jahrb.. 26. Jahrg., Leipzig. 1914) und meine Arbeit „Beitr. 
z. Kenntn. der Orth.- Fauna der Insel Rügen (Int. Ent. 
Ztschr., Guben, 1919). 

Gatt.: Apterygida Westw. 
(=z Sphingolahis de Bormans). 

3. Apt. media Hagenb. (= albipennis Megerle). Früh- 
jahr bis Herbst: im Frühjahr vorzugsweise unter Steinen, 
Rinde und trockenem Laub, später an geschützten, 
sonnigen Stellen auf Gebüsch, besonders auf Linden, 
Holunder, Haselnuß, Föhren, st-ellenweise häufig. 
Am Brasselsberg: am Wege hinter dem Gasthaus 
„Steinernes Schweinchen", wo der Fußpfad nach Elgers- 
hausen abzweigt, auf Haselnuß-, Erlen-, Eichen- und Birken- 
gebüsch, häufig (5. 9. 16): Elgershausen: Brand- und Rohr- 
wiesen, vereinzelt auf Eichen, Erlen (29. 9. 16) ; Hoof, ver- 
einzelt (29. 9. 16); Burghasungen: Südwestseite des sogen. 
„Burghasunger Berges", an Hasel, Eichen usw., sehr häufig 
(20. 9. 18) ; Bettenhausen : Eichwald (in der Nähe des west- 
lichen Ausgangs) auf Holunder, einzeln (^8. 9. 16) ; Guxhagen : 
nahe dem Bahnhof, am Ubergang über den Schwarzen- 
bach und an diesem selbst, auf Eichen, Erlen, Hasel, häufig 
(13. 9. 16) ; Wellerode : am Wege nach dem Stellberg, auf 
Eichen, Haselnuß, Weiden, häufig (13. 9. 16): Eiterhagen: 
am Elgersberg (besonders auf der Ostseite), meist auf 
Ginster, sehr häufig, ebenso rechts der Mühnisch, am Wege 
nach Ober-Empfershausen, hier besonders auf Eichen und 
Haselnuß (17. 9. 16); Wattenbach: im Mül misch tal, an 
Haselnuß, nicht selten (17. 9. 16^ ; Röhrenftu^ : Weg nach 
Schwarzenbach, hauptsächlich auf Eichen (23.9. 18); Nieder- 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 165 



Vorschütz: Weg nach Böddiger, auf Weiden, Eichen, nicht 
selten (26. 9. 18). 

Erwähnenswert sind: 1 tief schwarzbraunes 
(Elgershausen, 29. 9. 16), von Erlen geklopft, 1 $ mit ver- 
kürzter linker und 1 $ mit verkürzter rechter Zange (Eiter- 
hagen, 17. 9. 16 und Eöhrenfurt, 23. 9. 18). 

Ein gynandromorphes Exemplar (links : c?, rechts : $) 
stammt von Burghasungen (20. 9. 18). 

Gatt.: Chelidotira Latr. 

4. Ch. acanthopygia Gene. Frühjahr bis Herbst, stets 
vereinzelt. Lebensbedingungen wie die vorige Art, 
wird auch an Baumstämmen unter Moos gefunden. 

Südabhang der Söhre: im Tale der „Trockenen Mül- 
misch", auf Haselnußgebüsch (21.8.16); Eiterhagen: am 
Wege rechts der Mülmisch nach Ober-Empfershausen, 1 
(17.7.16); Habichtswald; Waldweg Herkules — Forsthaus 
Haide, Haselnnßgebüsch, seltener auch an Fichten (25. 8. 16), 
sowie auf der Kuppe des Brasselsbergs, an Holunder- und 
Buchengebüsch, nicht selten (3. 9. 16) ; Reinhardswald : im 
Wildpark bei Wilhelmshausen (Mühlbachtal), an Buchen 
(25. 9. 16) ; Bettenhausen : Eichwald (in der Nähe des öst- 
lichen Ausgangs), auf Haselnußgebüsch (8. 9. 16). 



II. O o t h e c a r i a. 

Blattoidea. 

Fam.: EctobUdae. 

Gatt. : Aphlebia Br. 

5. Aphl. tnaculata Schreber. Mai bis Juni. An son- 
nigen Waldblößen unter dürrem Laub, auch auf Nadel- 
hölzern. 

Am 13. und 17. 4. 18 je eine weibliche Larve auf ein^r 
Waldblöße im Habichtswald. 



166 



W. Leonhardt. 



Gatt.: Ecfobia Westw. 

6. Ect. lapponica L. Juni bis Herbst, an geschützten, 
sonnigen Waldblößen, auf Nadelholz, auf G-ebüsch 
(besonders Holunder, Haselnuß, Eichen), niederen 
Pflanzen (Farren, Nesseln u. dgl.). 

0. n. F. [E. W.]. Am Wege Herkules— Forsthaus Haide, 
auf Haselnuß und Fichten, häufig (25. 8. 16); am Fußweg 
„Steinernes Schweinchen" — Elgershausen , an Eichen 
(5. 9. 16); Söhre: Tal der „Trockenen Mülmisch", auf Hasel- 
nuß und bei Wellerode, auf einer Waldblöße am Wege 
nach Wattenbach (17. 7. 16). 

Das $ wurde nur in der helleren Form gefunden 
forma pallida Stephens). 

7. Ect. perspicillaris Herbst (= livida Fabr.). Mitte 
Juni bis Herbst, an Waldrändern, auf Waldblößen. 
0. n. F. [W.]. 

Fam.: Blüttellidae. 

Gratt.: Fhillodromia Serv. 

8. Ph. getmanica L. O. n. F, [S., E., W.]. 

In vielen Häusern Cassels und Umgebung recht häufig. 
Han. Münden; Mönchehof; Calden; Guntershausen; Nieder- 
Kaufungen ; Melsungen ; Guxh agen ; Dörnberg [Breiden- 
stein]; Elgershausen [A. Keim]. 

Fam.: Bluttidae. 

Gatt.: Blatta L. 

9. Bl orientalis L. 0. n. F. [S., W.]. 

Cassel, in vielen älteren Häusern, besonders in 
Bäckereien usw., sehr häufig. Melsungen; Han. Münden; 
Guntershausen; Calden; Ober - Kaufungen ; Guxhagen; 
Dörnberg [Breidenstein]; Elgershausen [A. Keim]. 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 



167 



III. Saltatoria. 

Tettigonioidea. 

Farn.: Mecofiemidae. 

Gatt,: Meconema Serv. 

10. Mec. thalassina De Geer (= varia Fischer). Auf 

Gebüsch von Eichen, Erlen, Birken, Hasehiuß, Linden 
usw., stellenweise nicht selten. 

0. n. F. [W.]. Habichtswald; Elgershausen; Hoof; 
am Dörnberg ; Heckershausen (Stahlberg) ; Wilhelmsthal ; 
Mönchehof; Immenhausen; Holzhausen; Rothwesten; Rein- 
hardswald; Han. Münden; Uschlag; Landwehrhagen; 
Speele; Wolfsanger; Bettenhausen (Eichwald); Nieder- 
kaufungen; Stifts wald; Helsa; Eschenstruth; Hasselbach; 
Seesteine (am Meißner); Guntershausen; Guxhagen; Woll- 
rode; Körle; Melsungen; Söhre (Stellberg); Gudensberg; 
Wolfershausen ; Burghasungen. 

Farn.: Conocephaüdae, 

Gatt.: Xiphiäium Serv.^) 

11. Xiph, dorsale Latr. A.uf Sumpfwiesen, an Gräben; 
sonnt sich gern auf Schilf und anderen Pflanzen. 
Kreis Rotenburg a. d. F. [E.]. 

Fam.: TettigotiUdae, 

Gatt.: Tettigonia L. 

« 

{= Locusta Fabr.). 

12. Tettig. cantans Fuessly. Auf Feldern, Wiesen, Holz- 
schlägen, mit Vorliebe in Gebüsch. 

Wehlheiden, 1 ^ (3. 8. 12), in der Nähe der früheren 
Teiche hinter der Strafanstalt. 



^) In „Zacher, die Geradflügler Deutschlands und ihre Ver- 
breitung" wird Fabr. irrtümlich -auch für „Cassel 
(Weber)" aufgeführt. Das Web er 'sehe Verzeichnis enthält diese 
Art nicht! 



168 



W. Leonhardt. 



13. Tettig. viridissima L. Auf Wiesen und Feldern^ 
hauptsächlich in mit Gras durchwachsenen Püschen. 
0. n. F. ;S.. E.. W.). Wiese bei der sogen. Knall- 
hütte [W.. i. Ht.]: nicht häufig beobachtet: Wolfsanger 
(^Enkenberg), Guntershausen, Körle, Eiterhagen, Melsungen, 
Han. Münden, Immenhansen, Gudensberg, Wolfershausen^ 

Farn.: Decticidae. 

Gatt.: PhoUdoptera Wesm. 
(= Thamnotrison Ff scher). 

14. PhoL cinerea L. In Gebüsch, an Hecken. Wald- 
rändern und Waldblößen, besonders aber mit Gras 
und Gestrüpp bewachsenen Steinhaufen (auch a" 
Grebüsch), stellenweise gemein. 

0. n. F. [E. W.]. Weg von der „Alten Druse!" nac 
Herkules sehr häufig [W., i. Ht.J; Habichtswald: Alten- 
hasungen ; Burghasungen : am Dörnberg : Heckershausen \ 
Mönchehof : Immenhausen : Keinhardswald : Han. Münden ; 
Uschlag: Wolfsanger: Spiekershausen; Bettenhausen 
[Eichwald : Xiederkatifungen : Stiftswald : Söhre : Meißner 
iTiehhaus, Schwalbenthal, Hausen, Seesteine) ; Eschen- 
strnth; Melsungen: Körle: Eöhrenfurt; WoUrode; Gux- 
hagen: Guntershausen: Grifte; Gudensberg: Obervorschütz; 
Maden; Elgershausen: Hoof; Wolfershatisen. 

Gatt.: Platycfeis Fieb. 

15. Plat. grisea Fabr. Auf sterilen, sandigen Stellen 
'Brachäckern, Bergwiesen). 

Kreis Rotenburg a. d. F. [E.j. 

16. Plat. toeselii Hagenb. Auf feuchten Wiesen. 
Immenhausen in der Nähe der früheren Bennhäuser 

Teiche . 1 c am 15. 9. 15. 

17. Plat. brachypfera L. Auf feuchten Wald- und Berg- 
wiesen, stellenweise häufig. 

Immenhausen (in der Xähe der früheren Bennhäuser 
Teiche, rechf häufig; Reinhards wald : Stifts wald (am 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 169 



Gr. Beigerkopf, auf einer Sumpfwiese unweit des Wirts- 
hauses Hochstadt) ; Wellerode (auf einer nach den Fahren- 
bachs-Teichen zu gelegenen Waldblöße); Südabhang der 
Söhre; Melsungen (auf verschiedenen Waldblößen). 

Bei einigen Exemplaren ist die spangrüne Färbung 
an den Flügeldecken vollständig verschwunden, sodaß sie 
Ähnlichkeit mit Plat. roeselii Hagenb. haben. 

Forma marginata Thunb. (langflügelig). Söhre (auf 
der bei nigromaculatus erwähnten Waldblöße), 1 ^ am 
26. 7. 17. Die Elytren, welchen die grüne Farbe fehlt^ 
haben eine Länge von 20 mm; sie überragen den Hinter- 
leib um ungefähr das doppelte. Vergl. : Karny, H., 
Uber die Reduktion der Flugorgane bei den Orthopteren, 
p. 34, Tafel 2, Fig. 4 und Ebner, R., Beitr. z. K. der 
Orthopteren-Fauna von Österreich-Ungarn. IV Hohe Tatra 
(Intern. Ent. Ztschr. Guben, VII, 1914). Ein weiteres 
Exemplar aus Deutschland ist vom Bayrischen Wald be- 
kannt: 1 9 am Licht im Gasthaus in Lohberg [Ebner 
nach Zacher]. 

Gatt.: Decticus Serv. 

18. Dect. tfertucworus L. Hauptsächlich auf saftigen 
Wiesen. 

0. n. F. [S. E. W.]. Spiekershausen; Elgershausen; 
Hoof; Immenhausen; Burguffeln; Calden; Reinhard swald ; 
Stiftswald (am Gr. Beigerkopf, in der Nähe des Wirts- 
hauses Hochstadt, auf Waldwiesen), hier häufig ; Gudens- 
berg; Obervorschütz; Maden. 

Achefoidea. 

Fam.: Achetidae. 
Gatt.: Liogtyllus Sauss. 

19. Liogr. campestris L. Mai bis Juli, in Erdlöchern, 
auf sonnigen trockenen Brachäckern usw. 

0. n. F. [S. E. W.]. Nur im Larvenzustand be- 
obachtet: Körle, Melsungen, Grifte. 



170 



W. Leonhardt. 



Gatt.: Acheta L. 

20. Ach. dornest ica L. In Häusern in Mauerritzen, hinter 
Herden, ia Bäckereien usw. 

0. n. F. [S., E., W.]. Cassel: Kirchditmold; Wahlers- 
hausen; Niederkaufungen; Heckershausen; Guntershausen; 
Ober-Empfershausen.; E sehen stru th ; Immenhausen; Fried- 
richsthal bei Grebenstein [Wetzel-Calden] : Elgershausen 
[A. Keim]; Mönchehof [Lehrer Fröhlich, MönchehofJ. 

Die schon früher in Dillheim [Kr. Wetzlar] gemachte 
Beobachtung, daß das „Heimchen" in Häusern, wo es 
früher häufig war, jetzt ganz verschwunden ist, um Phyll. 
germanica L. und Blatta orientalis L. Platz zu machen, 
trifift auch für Cassel und Umgebung zu: besonders kann 
man dies bei Bäckereien feststellen, was wohl nur mit der * 
neueren Ofenart zusammenhängt. 

Gtyllotalpoidea. 

Fam.: Oryllotalpidae. 

Gatt.: Gtyllotalpa Latr. 

21. Gryllot, gryllotaipa L. (= vulgaris L.). Haupt- 
sächlich in Gärten. 

0. n. F. [S., E., W.]. 1 5 aus der Gärtnerei des Herrn 
Ed. Engelbrecht in Cassel, Franzgraben (15. 4. 13). Tritt 
in den Gärtnereien Cassels nur ganz vereinzelt auf, wird 
oft in vielen Jahren nicht festgestellt. Die Gärtnerei- 
besitzer W. Schilling, Arndtstr. 18, und L. Schmoll, Frank- 
furterstr. 90, haben die Maulwurfsgrille sogar in ihrer mehr 
als dreißigjährigen Praxis in Cassel noch nicht beobachtet. 
Elgershausen, im Garten des Gasthauses „Zum Baunsberg" 
[ArnoldKeim]; Mönchehof [Lehrer Fröhlich, Mönchehofj. 

Acfidoidea. 

Fam.: AcrydUdue. 
Gatt.: Acrydium Geoffr. 
Tettix Charp.). 

Die Arten dieser Gattung kommen von Frühjahr bis 
Herbst im Walde (auch unter Moos), aufwiesen, an Wasser- 
gräben u. dgl. vor; sie überwintern. 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 



171 



22. Acr. bipunctattim L. DeSaulcy, Bull. Soc. Ent. 
de France, 1888, p. 135; Haij , Entomologisk Tidskrift, 
Jahrg. 30, 1909, Tafel 2, Fig. 3, 11. 

0. n. F. [S., E., W.]. Obwohl rair eine ziemliche An- 
zahl Stücke der bipunctatum-(j^TVi\)^Q vorlag, konnte 'ich 
doch kein einziges hijpunctatum L. (nach der Definition 
von De Saulcy, Azam, Haij usw.) feststellen i); 
ebensowenig fand Ebner solche bei Marburg a. d. Lahn. 

Über die Farben- Varietäten vergl. Karny, Revision 
der Acrydier von Oesterreich-Ungarn. 

23. Acr. kiefferi (De Saulcy) Azam, Catal. syn. et 
syst, des Orth, de France, Toulouse, 1901, p. 51, 52; 
Haij, 1. c, Tafel 2, Fig. 2, 5, 9; Ebner, Arch. f. 
Naturg., Jahrg. 79, Abt. a, Heft 1, Berlin 1913, p. 85. 
Eine Zwischenform von hipunctatum L. (im Sinne De 
Saulcy usw.) und hraussi De Saulcy; scheint in der 
Umgebung Cassels viel seltener als die folgende zu sein. 
Reinhardswald ; Burghasungen ; Südabhang der Söhre ; 
Melsungen. 

24. Acr. kraussi De Saulcy, I.e.; Azam, I.e.; Haij, 

1. c, Tafel 2, Fig. 1, 6, 10; Ebner, 1. c, p. 86. Von 
allen Arten dieser Gattung die häufigste in der Um- 
gebung Cassels! 

Wellerode ; Südabhang der Söhre ; Körle ; Melsungen ; 
Eöhrenfurt; Wolfershausen; Maden; Haldorf (Schenken- 
berg); Elgershausen; Habichts wald ; Reinhardswald. 

In Berichtigung meiner Arbeit „Die Orthopteren von Frank- 
furt am Main und einzelner Gebiete der weiteren Umgebung" (Bot.- 
Zool. Verein f. Rheinl.-Westf., 1913) möchte ich mitteilen, daß bei 
einer Revision meines Materials der bipunctatum-Gwuppe aus der 
Frankfurter Umgebung kein einziges [bipunctatum L. (im Sinne De 
Saulcy usw.) gefunden wurde. Vorherrschend ist dort Acr. kiefferi 
(Bischofsheim Kr. Hanau, Dülheim Kr. Wetzlar, Auerbach a. d. Berg- 
straße, Vogelsberg, Odenwald, Taunus). Kraussi besitze ich aus 
Bischofsheim, Ehringshausen (Kr. Wetzlar), dem Vogelsberg, Odenwald 
und Taunus. — Ebenso sind die wenigen Stücke, welche ich aus der 
Berliner Umgebung besitze, za kiefferi und kraus si zu ziehen. 



172 



W. Leonhardt. ' 



25. Acr. subulatum L. Sehr selten in der Umgebung 
Cassels. (Über die Farben- Varietäten siehe K a r n y, 1. c.) 
0. n. F. [S., E.,W.]. Körle; Melsungen; Eöhrenfurt; 
Wolfsanger. 

Farn.: Acrididae. 

Gatt.: Euthystira Fieber, 
(= Chrysochraon Fischer). 

26. Euth. brachyptera Ocsk. Auf feuchten Wiesen. 
Kreis Rotenburg a. d. F. [E.]. 

Gatt.: Aiolopus Fieber. 
(= Epacromia Fisch er)^ 

27. Aiol. thalassinus Fabr. An Flußufern, auf feuchten 
Wiesen. 

Kreis Rotenburg a. d. F. [E.]. 

Diese südliche Art ist in Elsaß, Baden, Unterfranken, 
Mittelfranken und Schlesien beobachtet worden. Rudow 
führt sie auch für Thüringen, Mecklenburg und Neustadt- 
Eberswalde (Provinz Brandenburg) an. Eine Bestätigung 
der Rudow 'sehen sowie auch der Eisen ach 'sehen An- 
gaben (Kreis Rotenburg) bleibt abzuwarten. 

Gatt.: Mecostethus Fleher. 

28. Mec. grossus L. Auf Sumpfwiesen, an Wassergräben. 
0. n. F. [S., E., W.]. Ich habe die Art nicht gefunden, 

doch ist ihr Vorkommen durchaus wahrscheinlich. 

Gatt.: Gomphocerus Thunb. 

29. Gomph. rufus L. Auf Waldblößen, trockenen Wald- 
wiesen, Holzschlägen usw., meist vereinzelt. 

O. n. F. [E., W.]. Mönchehof, auf einem Holzschlag 
westlich vom Glockenteich (1912, besonders häufig 1918); 
Wehlheiden, hinter der Strafanstalt ; Elgershausen (Langes 
Triesch); Wolfsanger (Enkenberg); Südabhang der Söhre 
(auf der bei nigromaculatus gen. Waldblöße); Körle (Tal 
der „Trockenen Mülmisch") ; Eiterhagen (auf einem Holz- 
schlag am Schlier- Graben), hier nicht selten (17. 9. 16). 



Die Orthopteren -Fauna der Umgebung Cassels. 173 



30. Gomph. maculatus Thunb. An Waldrändern, auf 
trockenen, spärlich mit Gras bewachsenen Waldblößen, 
Waldwegen, Heiden usw., stellenweise häufig. 

0. n. F. [W.]. Habichtswald; am Dörnberg; Heckers- 
hausen; Altenhasungen; Burghasungen; Wilhelmsthal; 
Mönchohof; Calden; Immenhausen; Reinhardswald; Hann. 
MüDden; Uschlag; Landwehrhagen ; Speele; Wolfsanger; 

iederkaufungen ; Stiftswald; Eschenstruth; Velmeden; 
Meißner (Yiehhaus), vereinzelt; Hasselbach; Melsungen; 
Schwarzenberg; Röhrenfurt; Körle; Söhre; Wollrode; 
Guntershausen; Grifte; Elgershausen; Hoof; Gudensberg; 
Nied er- Vor schütz ; Maden; Böddiger; Wolfershausen. 

Forma obscura Schirmer (dunkel, oft schwarzbraun), 
häufig. (Schöne schwarzbraune Stücke fand ich auch auf 
dem Brocken und oberhalb Schierke.) 

Forma viridis Schirmer (lebhaft grün gesprenkelt), 
selten. Ich beobachtete sie nur bei Mönchehof, auf einer 
trockenen Wiese in der Söhre, bei Wolfershausen und bei 
Grifte (viridis ist bei Frankfurt am Main und bei Berlin 
sehr häufig). 

Gatt.: Stenobothrus Fischer. 
Untergatt. : Omocestus Bol. 

31. Otnoc. stigmaticus Ramb. Dürre Bergwiesen, Wald- 
blößen, Weiden. 

Auf dem sich von Grifte nach Guntershau»en hin- 
ziehenden Bergrücken (mittlere Buntsandstein) : sehr häufig 
■an Stellen, die mit Heidekraut bewachsen sind, weniger 
häufig an mit Hauhechel bewachsenen Stellen; Haldorf: 
-auf dem Schenkenberg (mittlere Buntsandstein), gemein; 
Wolfershausen; Sandsteingrube am Bahnhof, häufig. Im 
übrigen Gebiet nur ganz vereinzelt beobachtet: Wolfs- 
-anger (Enkenberg), Söhre (auf einer Waldwiese nahe der 
Pahrenbachs-Teiche, auf der bei nigromaculatus erwähnten 
Waldblöße und am Wege vom Wirtshaus Stellberg nach 
WoUrode). 

Die Art habe ich demnach in der Umgebung Cassels 
nur auf Buntsandstein -Formationen gefunden; auch 



174 



W. Leonhapdt. 



Zacher erwähnt das Vorkommen von sttgmaticus „auf 
mit Heidekraut bewachsenen Stellen des Buntsand- 
steins zwischen Eschwege und dem Hunsrück häufig." 

In Deutschland weit verbreitet und stellenweise häufig 
(in Schleswig- Holstein, Pommern und Posen noch nicht 
nachgewiesen). Meiner Zusammenstellung der deutschen 
Fundorte (Orthopteren - Fauna von Frankfurt a. M. usw.) 
ist nachzutragen: Dillheim (Kr. Wetzlar) und Blanken- 
burg (Harz). 

Die Variation von stigmaticus bewegt sich in gleicher 
Richtung wie diejenige von nigromaculatusj mit welchem 
er sehr nahe verwandt ist; nur tritt bei stigmaticus die 
grüne Färbung der Flügeldecken viel häufiger auf. Ebenso 
finden sich graue Tiere (ohne jegliche grüne Färbung) 
vor: Wolfsanger, Grifte, Dillheim (Kr, Wetzlar), Schwan- 
heimer Wald bei Frankfurt a. Main („forma grisea'^ m.). 
Während des Trocknens der Tiere geht das Grau in 
Braun über. 

32. Omoc. nigromaculatus Herr. - Sch. Auf trockenen 
Waldlichtungen, trockenen, sandigen Ödungen. 
Südabhang der Söhre, auf der großen Waldblöße am 
Wege vom Wirtshaus Stellberg nach Ober- Albshausen, 
1 $ am 21. 8. 16. Obschon ich 1916 zweimal an dieser 
Fundstelle war, konnte ich beide male wegen Regen nicht 
feststellen, ob die Art hier in Anzahl auftritt. Da ich 
indes auch 1917 bei sehr günstiger Witterung nichts fand, 
muß ich annehmen, daß es sich nur um einen Vorposten 
dieser Art gehandelt hat. Die Einwanderung hat wohl 
von der Rhön aus stattgefunden ; von dort ist nigromacu- 
latus seit 1863 bekannt (Kissingen [Selys-Longchamps]). 

Nigromaculatus ist ein charakteristisches Tier der 
pontischen Steppenländer; es ist verbreitet in Kleinasien, 
Armenien, Süd -Rußland, Königreich Polen, Rumänien, 
Siebenbürgen, Ungarn, Galizien, Mähren, Böhmen, Nieder- 
österreich, Krain, Istirien, Bosnien, Herzegowina, Monte- 
negro, Serbien, Griechenland, Italien (Abruzzen), Südfrank- 
reich (steigt in den Pyrenees orientales bis zu 2200 Mtrn.), 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 175 



Spanien (Pyrenäen, Catalonien, bei Madrid usw.), Portugal 
(Serra de Estrella bis zu 1800^) Metern) [Brunner, 
Krauß, ßedtenbacher, Karny, Ebner, Cziczek, 
Ramme, Azam, Burr, Zacher, Werner]. 

In Deutschland war die Art zu Anfang dieses Jahr- 
hunderts nur aus dem Süden (Freiburg im ^reisgau, 
Reutlingen, Regensburg, Bad Kissingen) und aus Ober- 
Schlesien bekannt; 1905 stellte Zacher sie in Mittel- 
Schlesien (Deutsch Lissa, Kirchberg, Oswitz), 1907 fand 
ich sie bei Mainz, 1908 wurde sie bei Nackel an der Netze 
[Torka], 1911 im Kreise Tuchel (Provinz Westpreußen) 
[Dr. La Baume], 1912 bezw. 1913 in der Mark Branden- 
burg: Fläming [Dr. Ramme], Rehbrücke, Buckow (Märk. 
Schweiz) [Carl Schirmer] nachgewiesen; ebenso 1916 
im Kyffhäusergebirge (Kalktal, 10. 8.) und im Südharz 
(Alter Stolberg bei Rottleberode, 25. 8.) durch Professor 
Dr. Petri in Nordhausen [Zacher]. Während es sich 
hier meist um ganz vereinzelte Exemplare handelte, fand 
Schirmer Ende Juni und Anfang Juli 1916, 1917 und 
1918 solche in Anzahl am Müggelsee und bei Stahnsdorf. 

Im östlichen Deutschland (Prov. Westpreußen) ist- 
ntgromaculatus bis 53 ° 33 ' nördl. Breite vorgedrungen, 
während im westlichen Deutschland die nördlichste be- 
kannte Fundstelle (Rottleberode, Südharz) 51 ° 31 ' n. Br. 
gelegen ist. Es findet sich also auch hier wieder die alte 
Erfahrung bestätigt, daß Tiere mediterraner und pontischer 
Herkunft in Ostdeutschland viel weiter nach Norden 
gehen, als in Westdeutschland. 

Das in der Söhre erbeutete 9 ist, mit Ausnahme der 
grünen Schenkeloberseiten, durchweg bräunlich. Nach 
Zacher haben die am Kyffhäuser und im Südharz ge- 
fangenen Stücke ebenfalls bräunliche Grundfärbung, nur 
bei einem 9 sind die Seiten vom Kopf und Pronotum 



In „Zacher, die Geradflügler Deutschlands" usw. wird die 
Höchstgrenze in der Serra de Estrella mit 1970 m nach Burr an- 
gegeben ; Burr spricht jedoch von 5900 feed, was ungefähr 1800 Mtrn. 
gleichkommt. 



176 



W. Leonhardt. 



grün. Oberseite des Kopfes und Halsschildes bräunlich 
rot. Mit diesem letzteren stimmen 3 9 unter 50 Exem- 
plaren der Berliner Gegend aus meiner Sammlung überein. 
Die meisten Berliner Stücke haben lebhaftes Grrün am 
Kopf, Halsschild (auch an den Seiten) und grüne Schenkel- 
oberseiten; bei dreien zeigen die Flügeldecken dieselbe 
lebhafte grüne Färbung; diese 3 entsprechen denjenigen 
vom „Mainzer Sand" bei Mombach (Col. m.). Nach 
Zacher sind auch die meisten schlesischen Stücke, 
wenigstens an den Seiten, grün. 

Bei „forma grisescens Schirmer" (grau, ohne jegliches 
Grün), von der ich 3 Stück von Stahnsdorf besitze, geht 
die schöne graue Färbung während des Trocknens der 
Tiere, wie bei stigmaticus^ in Braun über. 

33. Omoc. lineatus Panzer. Auf trockenen Wiesen, Wald- 
blößen usw. 

0. n. F. [E., W.]. Wolfsanger (Enkenberg); Mönche- 
hof (am Schäferberg) ; Immenhausen (Wiesen in der Nähe 
der früheren Bennhäuser Teiche); Elgershausen (Langer 
Triesch); Altenhasungen (Rain am Bahnhof); Habichts- 
wald (auf verschiedenen Waldblößen); Reinhardswald, 
gemein auf einer Waldblöße am Wege Zeche Gahrenberg- 
Hann. Münden; Söhre (Wald wiesen und -Blößen); Eiter- 
hagen (am Schliergraben); Velmeden (Weg nach dem 
Meißner); Meißner (Viehhaus); Haldorf (Schenkenberg). 

Die Grundfarbe ist grün, grau und bräunlich bis 
rotbraun. Zacher nennt vollständig braune Stücke 
^obscurus'' . Zwei 9? gefangen am 2. 9. 16 im Habichts- 
wald bezw. 25. 9. 16 im Reinhardswald stehen ihres 
rötlich violetten Anflugs wegen der forma violacea 
Shugurov ziemlich nahe. 

Von lineatus wurden verschiedene 9 verkürzten 
Elytren beobachtet (Zeche Gahrenberg, Elgershausen), 
was, wenn zudem noch die schwarze Fleckung im Dis- 
koidalfeld angedeutet ist, zur Verwechselung mit nigro- 
maculatus führen kann, doch bieten die helleren Unterflügel 
.u. a. ein sicheres Unterscheidungsmerkmal von ersterem. 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 177 



34. Omoci ventralis Zett. (= rufipes Zett.). Auf trockenen 
Wiesen (besonders Bergwiesen), auf Waldblößen, Holz- 
schlägen usw. 

Südabhang der Söhre (auf der bei nigromaculatus ge- 
nannten Waldblöße), 1 9 am 21. 8. 16. Siehe: nigromacu- 
latus und vag ans! 

35. Omoc. mridulus L. Häufig auf saftigen Wiesen, an 
Sümpfen, auch auf Berg-wiesen, Waldblößen usw. 

0. n. F. [E., W.]. Habichtswald; am Dörnberg; Alten- 
hasungen; Burghasungen (11. 6. 181); Heckershausen; 
Ehlen; Wilhelmsthal; Mönchehof; Immenhausen; Burg- 
uffeln ; Eothwesten ; Reinhardswald ; Hann. Münden ; 
Wilhelmshausen; Speele; Landwehrhagen ; Uschlag; Spie- 
kershausen; Wolfsanger; Bettenhausen; Niederkaufungen; 
Vollmarshausen ; Stifts wald ; Eschenstruth ; Hasselbach ; 
Meißner (Viehhaus); Velmeden; Melsungen; Schwarzen- 
berg; Röhrenfurt; Körle; Söhre; Wollrode; Guxhagen; 
Guntershausen; Grifte; Elgershausen; Hoof; Gudensberg; 
Maden; Böddiger; Wolfershausen. 

Die kommen meist mit dunkelgelblicher Färbung 
vor, einzelne haben grünes Pronotum und ebensolche 
Farbe auf dem den Rücken bedeckenden Teil der Deck- 
flügel (wie die 9)- 

Unter den vorliegenden 9 ist die „forma unicolor 
Schirmer" (einfarbig dunkelgrün, nur Randstreifen der 
Deckflügel rötlich) vorherrschend. Daneben kommen ein- 
zelne Exemplare mit braunem Pronotum und ebensolchen 
Schenkeln vor und solche, wo die braune Färbung der 
Deckflügel das Grün fast vollständig verdrängt hat; da 
auch Schenkel und Pronotum braun sind, so kommt diese 
Form der „forma rufoviolaceus Schirmer" äußerst nahe. 

Forma flavescens Leonhardt. Von der Zeche Her- 
kules, aus dem Reinhardswald (Nähe der Zeche Gahren- 
berg), der Söhre (besonders von der bei nigromaculatus H. S. 
genannten Waldblöße) und dem Meißner (Viehhaus) be- 
sitze ich in 14 weiblichen Exemplaren eine schöne gelbe 
Form, welche ich in der „Intern. Entom. Ztschr.", Guben, 

12 



178 



W. Leonhardt. 



XI, p. 13, (21. 4. 17) den Namen „flav€scens^ gegeben 
habe. Die grüne Farbe auf dem den Rücken bedeckenden 
Teil der Deckflügel (Anal- und Teil des Diskoidalfeldes) 
ist durch hellgelb ersetzt. Pronotum rotbraun, Schenkel 
gelb bis rotgL-b. Die 9 sind alle im August und September 
1916 gefangen worden: 1918 (31. 7.) erbeutete ich ein 
weiteres 9 bei Maden. Ein dazugehöriges stammt aus- 
dem Habichtswald (15. 7 1917). Flavescens scheint identisch 
mit der von P u sehnig für Kärnten erwähnten Form zu 
sein: ^viridulus findet sich vorwiegend im Gebirge und 
tritt hier nicht selten in einer gelbrückigen Form (ähnlick 
higuttulus) auf". 

36. Omoc. haemorrhoidalis Charp. Auf trockenen Berg- 
wiesen, Waldblößen, Waldwegen, Holzschlägen usw., 
nicht häufig. 

Immenhausen: Mönchehof: Wilhelmsthal; Woltsanger; 
Südabhang der Söhre. 

Die in der Berliner Umgebung nicht selten auftretenden. 
Formen „viridis^ und ^obscnrus^ Schirmer (grün und 
dunkelbraun, fast zeichnungslos^ habe ich nicht beobachtet.. 

üntergatt. : Stattroderus Bol. 

37. Sfanr. apricarius L. Sehr lokal auf Brachäckern. 

an E-ainen, Hecken, in (xebüsch. 
Kreis Rotenburg a. d. F. [E.]. 

38. Staut, bi^iititilns L. Auf trockenen Feldern, Wald- 
blößen, Waldwegen, an Waldrändern usw.. stellen- 
weise gemein. 

0. n. F. [S., E., W.]. Mönchehof: Wilhehnsthal : 
Heckershausen : Altenhasungen : Ehlen ; Wolfhagen : Istha : 
Oelshausen : am Dörnberg : Habichtswald ; Elgershausen ; 
Hoof : Guntershausen ; Gruxhagen ; Wollrode ; Söhre : Körle ; 
Schwarzenberg ; Röhrenfart ; Melsungen : Xiederkaufungen ; 
Stifts wald ; Eschenstruth ; Helsa : Velmeden : Meißner : 
Hasselbach; WoLfsanger: Spiekershausen: Landwehrhagen : 
Uschlag: Speele: Hann. Münden: Reinhardswald: Roth- 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 179 



Westen ; Ihringshausen ; Holzhausen ; Immenhausen ; Burg- 
uffeln; Burghasungen (11. 6. 18!) usw. 

Die meisten Exemplare gehören zur „forma collina 
Karny" (die Elytren überragen die Hinterknie nicht oder 
wenig, beim ^ Kostal- und Subkostalfeld auffallend stark 
vergrößert) ; seltener ist „forma montana Karny" (Elytren 
länger, beim Kostal- und Subkostalfeld weniger auf- 
fallend verbreitet). Letztere besitze ich von der Zeche 
Herkules, dem Reinhardswald und der Söhre. 

Forma bicolor Charp.^) kommt bei Wolfsanger (Enken- 
berg), bei Wehlheiden (hinter dem Schießstand am Parke 
Schönfeld), bei Eiterhagen usw. ganz vereinzelt unter ^er 
Stammform vor. Häufig fand ich sie — ebenfalls mit der 
Stammform — nur an zwei geschützten Stellen und zwar 
bei Hasselbach (Weg nach den Seesteinen am Waldrande) 
und bei Wattenbach (Weg nach dem Hambühlskopf). In 
Deutschland scheinen biguttulus und hicolor fast immer 
zusammen vorzukommen, wenigstens ist mir nur ein Ort 
bekannt, wo dies nicht der Fall zu sein scheint: der 
„Mainzer Sand" bei Hombach, wo ich (1907) nur hicolor 
antraf. Von dort besitze ich auch „forma leuconota 
Puschnig" (Rückenfläche des Halsschildes und der Flügel- 
decken grauweiß bis kreideweiß) und „forma prasina 
Fieber" (Pronotum und Schenkel lauchgrün). ^) 

Was nun die Färbung bei higuttidus und ^zcoZor anbelangt, 
so seien folgende hauptsächliche Formen hier erwähnt: 

F. lutescens Fieber, vereinzelt: Zeche Herkules, Grifte, 
Söhre, Habichtswald, Reinhardswald, Gudensberg, Wolfers- 
hausen, Burghasungen usw. 

') Des sicheren Unterscheidungsmerkmals wegen habe ich nur 
Männchen in Betracht gezogen. 

^) Karny giebt für y[7/'a5//Zfl folgende Diagnose: „Das Pronotum 
ist fast stets ganz grün, dagegen sind die Elytra überhaupt nicht 
grün, sondern rotbraun, einzelne Fälle ausgenommen, in denen die 
Elytra ganz grün sind (dann aber auch im vorderen Teil !)". Diejenige für 
virescens lautet: „Zumeist graue Pronotumsseiteulappen, ebenso ist 
der vordere Teil der Elytra gefärbt, während der hintere (Rücken-) 
Teil grün ist.'' Prasina ist Karny nur von bicolor (nicht von 
biguttuluß) bekannt, was sich mit meiner Beobachtung deckt. 

12* 



180 



W. Leonhardt. 



F. mrescens Fieber, sehr häufig bei .Grifte auf dem 
bei Stigmatims erwähnten Bergrücken) und Maden, je 1 Q 
von Wolfsanger, Körle und Melsungen. 

F. ntutina Fieber, nicht selten: Grifte, Zeche Her- 
kules, Park Schönfeld (am Schießstand) usw. 

F. nigrina Fieber, hauptsächlich auf spärlich mit 
Gras bewachsenen Waldwegen (scheint eine ausgesprochene 
Waldform zu sein), nicht häufig : Mönchehof, Söhre, Stifts- 
wald, Haldorf (Schenkenberg), Maden. 

F. purpurascens Fieber, selten: Zeche Herkules, 
Eiterhagen, Südabhang der Söhre, Grifte (auf dem oben 
erwähnten Bergrücken), Maden. 

F. leuconota Puschnig, nicht häufig: Park Schönfeld 
(am Schießstand) und Grifte (Bergrücken). 

39. Staur. zfagans Fieben Auf trockenen Wiesen und 
lichten Föhren Waldungen, meist vereinzelt. 
Südabhang der Söhre (auf der bei nigromaculatus er- 
wähnten Waldblöße), 1 9 am 21. 8. 16. Im Jahre 1916 war 
ich noch zweimal an dieser Stelle, konnte jedoch — allerdings 
bei schlechter Witterung — keine weiteren Stücke finden. 
Da ich jedoch auch 1917 — bei günstigem Wetter — diese 
Waldblöße ohne Resultat abgesucht habe, muß ich an- 
nehmen, daß es sich auch hier (wie bei ventralis und nigro- 
maculatus) um einen „Vorposten" gehandelt hat. 

Bei Fürth und Nürnberg ist vagans verbreitet und 
stellenweise häufig [Enslin]. Im übrigen Deutschland 
wurde die Art nur vereinzelt gefunden. (Yergl. Zacher, 
Die Geradfl. Deutschlands, Jena 1917). 

CJntergatt. : Chorthippm Fieber. 

40. Chorth. albomarginatus De Geer (= elegans Ciiarp.). 

übervorschütz (Wiesen nach Maden zu) 30. 10. 18, 
häufig; Nieder- Vorschütz, auf den anliegenden Wiesen, 
stellenweise gemein, 3, 8. u. 26. 9. 18; auf Wiesen an einer 
schlachtartigen Stelle im Tale der „Trockenen Mülmisch" 
bei Körle, vereinzelt, 21. 8. 16. 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 181 



Ein weiterer Beweis, daß diese Art auch auf ganz 
trockenem Boden gedeiht, ist ihr Vorkommen auf den 
sogen. „Rauhen Bergen" bei Berlin- Steglitz (Sandboden 
ohne jegliche feuchte Stellen). 

41. Chorth. dorsatus Zett. Auf Wiesen, an Gräben, an 
Ufern von Bächen, auch auf Gebüsch, nicht häufig. 
0. n. F. [E., W.]. Wilhelmsthal (in der Nähe des 

Brandteiches) ; Immenhausen (an dem früheren Bennhäuser 
Teiche) ; Habichtswald (Waldblöße am Essigberg) ; Elgers- 
hausen (Langes Triesch); Niederkaufungen (Steinritsche) ; 
Hasselbach (Waldrand am Wege nach den Seesteinen); 
Südabhang der Söhre; Eiterhagen (am Schlier-Graben); 
Eöhrenfurt (am Teich, sogen. „Altes Bett der Fulda"); 
Wiesen im oberen Mülmisch-Tal zwischen Röhrenfurt und 
Körle, gemein ; Grifte (Bergrücken) : Haldorf (Schenkenberg). 

• Dorsatus wurde meist in der grünen (typischen ?) Form 
beobachtet ; ein Teil dieser Tiere hat einen rötlichen Kostal- 
streifen. Die bräunliche Form kam mir, häufig, nur auf 
den Wiesen zwischen Körle und Röhrenfurt zu Gesicht. 

42. Chorth. parallelus Zett. Auf Wiesen, Feldwegen, 
Waldblößen usw., gemein im ganzen Gebiet. 

0. n. F. [E., W.]. 

Von parallelus-^ besitze ich nur 2 (Wehlheiden und 
Immenhausen) mit grünlichen Deckflügeln ; bei allen anderen 
sind sie rötlich. 

Das 9 wurde in folgenden Formen beobachtet: 

1. Grün. 

2. Grün mit braunen Schenkeln (nicht häufig). 

3. Flügel, Pronotum und Hinterhaupt grün, alle anderen 
Körperteile braun (selten). 

4. Pronotum gelb, Deckflügel und Hinterschienen braun, 
alle übrigen Teile grün (2 9 vom oberen Mülmisch-Tal). 

5. Dunkelbraun. 

6. Dunkelbraun mit gelben Streifen auf. den Deck- 
flügeln (ähnlich wie albomarginatus De Geer). Diese Form 
fand ich vereinzelt in Wehlheiden, Wolfsanger und Immen- 



182 



W. LeoDhardt. 



hausen, häufig dagegen im Reinhardswald (auf einer Wald - 
wiese am Wege Wilhelnishausen — Zeche Gahrenberg) am 
25. 9. 16. 

7. Hellbraun, Hinterschenkel oberseits grünlich, unter- 
seits gelblich (sehr selten). 

Forma moniana Charp. (langflügelig). Wehlheiden 
(je 1 C am 10. 9. -12 und 25. 9. 15); Haldorf (Schenken- 
berg. 16. 9. 18, 1 Q)\ Eeinhardswald (3 9 ^^f der oben er- 
wähnten Waldwie-se, 25. 9. 16). Von letzteren entsprechen 
2 der unter Xr. 6 aufgeführten Form mit gelben Streifec. 
Im Reinhardswald fand ich auch ein d^, das derselben 
Yariationsrichtung angehört: Die Deckflügel sind fast 
doppelt so breit, die ünterflügel doppelt so lang, wie die- 
jenigen eines normalen Männchens. 

Fam.: Locustidae. 

Gatt.: CaJliptamus Serv. 

43. Call, italtcus L. An trockenen, sterilen (sandigen) 
Stellen. 

Kreis Rotenburg a. d. F. [E.]. 

Fam.: Oedipodidae. 

Gatt.: Psophus Fieb. 

44. Psoph. sfridulus L. Auf Wiesen. Waldblößen, an 
Waldrändern usw. 

0. n.F. [S., E., W.J. Bebra [Postsekretär H. Lange 
in Hannover]. 

Gatt.: Oedaleus Fieb. 

45. Oed. flaviis L. (nigrofasciatus De Geer). ^Ferner 
fand ich am 17. 7. 1912 in der Stadt am Xeumarkt ein 
Exemplar eines großen Acridiers, auf den die Beschreibung 
von PachytyJus nigrofasciatus De Geer genau paßt" [W.. 
i. lit., 17. 1. 1917]. 

Diese paläotropische Art, welche am Kap der guten 
Hoffnung, auf den Molukken, in China, Sibirien, Persien. 



Die Orthopteren-Fauna der ümgebunof Cassels. 



183 



Turkestan, Südraßland, besonders häufig in den Mittelmeer- 
ländern, sowie in Portugal vorkommt, geht in Frankreich 
nördlich bis Paris; in Mitteleuropa ist sie seltener (Wallis, 
Südtirol, Ober weiden, Maierling, Bruck a. d. L., ISTeusiedler- 
see, Budapest). 

Für Deutschland ^) waren bis jetzt nur zwei Fund- 
orte von Rudow erwähnt, deren Richtigkeit angezweifelt 
wird : Mecklenburg (1 9 gefangen auf einem Sandhügel an 
der Peene) und Provinz Brandenburg (Neustadt - Eber- 
walde [Rudow nach ZacherJ). Der Umstand, daß das 
Tier in der Stadt Cassel selbst gefunden wurde, läßt auf 
eine Einschleppung mit Gemüse oder dergleichen aus dem 
Süden schließen, wie es schon verschiedentlich bei Locusta 
aegyptia L. beobachtet wurde. 

Gatt.: Pachytylus Fieber. 
46. Pach. migrafofius L. „Wanderheuschrecke", in 
Deutschland nicht heimisch! 
0. n. F. [S , E., W.]. 

Es wird aus verschiedenen Gründen angenommen, daß 
die großen, sogar Hungersnot im Gefolge habenden 
Heuschrecken-Plagen, welche auch Deutschland bis vor 
ungefähr 150 Jahren vielfach heimsuchten, von Pach. 
migtatoritis L. herrührten (vergl. Enslin). Seit dieser 
Zeit sind ausgedehnte Heuschrecken-Einwanderungen 
in Deutschland nicht mehr beobachtet worden ; eine Wieder- 
holung solcher gilt auch für wenig wahrscheinlich, da man 
diese Wanderheuschrecke in ihren Heimatsländern (bes. in 
Südrußland) energisch bekämpft. Die dagegen im vorigen 
Jahrhundert in unserer Heimat beobachteten Heuschrecken- 
plagen trugen mehr lokalen Charakter und sind, soweit 
noch, festgestellt werden konnte, auf Pach. danicus L. 
\cinerasceHs Fabr.) zurückzuführen, eine Art, die bei uns 
und den angrenzenden Ländern beheimatet ist und die 



Fischer führt auch Hüningen (Obeielsaß) als Fundort auf. 
Ich habe das Tier dort während meiner niehrjährigen Sammeltätigkeit 
nicht mehr feststellen können. 



184 



W. Leonhardt. 



durch massenhafte Vermehning zu beschränkten Wande- 
rungen getrieben wird. 

Man hat beide Arten früher vielfach verwechselt; 
höchstwahrscheinlich liegt auch für Cassel eine derartige 
Verwechselung der einander äußerst ähnlichen Tiere vor. 

Gatt.: Oedipoda Latr. 
47. Oed. coetulescens L. An trockenen, steinigen (san- 
digen) Stellen. 

Kreis Eotenburg a. d. F. [E.]. 



Die Orthopteren-Fauna der Umgebung Cassels. 185- 



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über Perlmutter. 



189 



Über Perlmutter. 

Vortrag, gehalten am 19. September und 28. Oktober 1912 
von Ing.-Chemiker H. Schwitz er. 



Die Schalen der Weichtiere haben von jeher durch 
Tielgestaltige Form, durch ihre Färbung, ihren Glanz usw. 
die Aufmerksamkeit und das Wohlgefallen der Menschen 
erregt. Naturvölker schmücken sich mit schönen Schnecken- 
Gehäusen und Muschelschalen und verzieren damit Ge- 
brauchsgegenstände aller Art; sie erzeugen aus den 
Schalen Wassereimer und Löffel, Pfeifenköpfe und Lampen, 
Angelhaken, Bohrer, Äxte, Haken und sonstige Geräte; 
sie benutzen sie als Zahlungsmittel und brennen daraus 
Kalk. Bei uns verziert man hier und da noch das Zaum- 
zeug der Pferde mit Kauris, hängt den Kindern Hals- 
bänder aus Schneckenschalen um, belegt Rahmen und 
Kästchen mit kleinen Schnecken und Muscheln und läßt 
in den Wohnungen an passenden und unpassenden Stellen 
schön und merkwürdig geformte und gefärbte Schalen, 
sowie alles mögHche daraus Erzeugte als Zierart herum- 
stehen und herumhängen. Aus den Schalen von Gassis 
und Strombas schneidet man Kameen, wozu sie sich wegen 
■der eigenartigen Färbung ihrer Schichten besonders 
eignen. Besondere Wertschätzung aber findet derjenige 
Bestandteil der Weichtierschale, den man Perlmutter nennt 
und die damit im Zusammenhange stehenden echten Perlen. 

Die Schale der Schnecken und Muscheln baut sich aus 
•einer Anzahl parallel zu ihrer Oberfläche geschichteter 
Lagen auf und besteht, wenn man die Art der Absonde- 
rung, durch das Tier berücksichtigt, im allgemeinen aus 
drei Schichten, die — von außen nach innen — Perio- 
stracum, Ostracum und Hypostracum genannt werden. 
Periostracum und Ostracum werden vom Mantelrande, 
■das Hypostracum dagegen von der ganzen Mantelfläche 
abgeschieden, wenn man mit diesem Namen nicht bloß 



190 



H. Schwitzer. 



die Faltenbildung, sondern die ganze von ihr umschlossene 
Eückenfläche des Tieres bezeichnet. Das Periostracum 
(Epidermis, Oberhaut) wird vom äußersten Mantelrande 
erzeugt; es fehlt oft; wo es vorhanden ist, hebt es sich, 
weil aus wesentlich anderem Material gebildet, scharf von 
der übrigen Schale ab. Es besteht aus einer gewöhnlich 
braun, gelblich, grünlich gefärbten, hornigen, dem Chitin 
ähnlichen, aber damit nicht identischen organischen Sub- 
stanz, Conchyolin oder Conchin genannt, nach Halli- 
burton von der Formel C30 H48 N9 On. Conchin und 
viel Calciumcarbonat, innig durcheinandergewebt, setzen 
das Ostracum und Hypostracum zusammen, den kalkigen 
Teil der Schale; dabei sind die äußeren Schichten kalk- 
reicher als die inneren. Von Necker wurde beobachtet, 
daß Schalen von Schnecken oft beträchtlich härter sind 
als Kalkspat und ihn ritzen. Das spezifische Gewicht 
wurde nach Verlust der organischen Substanz als dem de» 
Aragonit nahekommend festgestellt und nach Rose be- 
stehen die Schalen der Gastropoden in der Tat aus 
Aragonit. Miers wies in gewissen Schalen Calcit nach, 
wahrscheinlich mit Aragonit gemengt. 

Nach Epp'ler bestehen die Schalen der Perl- 
muschel in ihren äußeren Teilen aus kohlensaurem Kalk 
in Form des Calcits, die innere oder Perlmutterschicht zeigt 
die zweite, härtere Form des kohlensauren Kalks, den 
Aragonit. Da die Perlen aus demselben Stoff aufgebaut 
sind, aus dem auch die Perlmutterschicht besteht, so ist 
es verständlich, daß die Perlen nicht Härte 3 haben, wie 
der gewöhnhche kohlensaure Kalk, sondern ungefähr 
Härte 4, die der des Aragonits (3,^—4) entspricht. Sie er- 
reichen diese Härte nicht ganz, einzelne bleiben sogar er- 
heblich unter ihr, weil sie nicht nur aus Kalk bestehen, 
sondern noch andere Stoffe enthalten..^) 

Der Gehalt der Schalen an Calciumcarbonat ist sehr 
hoch, in der Eegel weit über 90 7o; bei Strombus gigas 
wurden 99,19 7o festgestellt. Neben dem Kalk findet sich 

1) Gewerbliche Material künde. 2. Bd Dr. A. Eppler, die 
Schmuck- und Edelsteine. Stuttgart 1912, pag. 95. 



t^h^- Perlmutter. 



191 



noch Magnesia und Alkalien, neben der Kohlensäure noch 
Phosphorsäure und Kieselsäure ; Magnesiumcarbonat wurde 
bis zu 0,48^/0 in Schneckenschalen festgestellt. 

Ostracum und Hypostracum sind oft nicht scharf von 
einander zu sondern. Bei den altertümlichsten Formen 
der Schnecken z. B. ist die Trennung leicht und scharf; 
das Ostracum besteht aus porz eil an artig aussehendem, 
weißem Kalk und das Hypostracum aus Perlmutter. Häufig 
kommt jedoch die Perlmutterschicht nicht zur Ausbildung 
und wird durch porzellanigen, weißen oder einfarbig 
bunten Kalk ersetzt; die ganze kalkige Schale ist dann 
porzellanartig und es fehlt eine scharfe Grenze zwischen 
Hypostracum und Ostracum ; so bei Stromhus^ Cassis, 
Purpura. Andererseits kommt es vor, daß die Perlmutter- 
schicht in das Ostracum übergreift; selbstverständlich 
kann dann die Perlmutterschicht nur so weit als Hypo- 
stracum gelten, als sie nicht vom Mantelrand, sondern 
von der ganzen Mantelfläche, bezw. vom Epithel des 
Eingeweidesacks abgeschieden wurde. 

Es deckt sich also die gewöhnliche Unterscheidung 
der Schichten in Porzellan- (Waben- Prismen-)schicht und 
Perlmutterschicht, also die Unterscheidung nach dem Aus- 
sehen, nicht immer und nicht ganz mit der Unterscheidung 
nach dem Ort der Entstehung der Schicht, mit der Unter- 
scheidung in Ostracum und Hypostracum. Die farbigen 
Zeichnungen der Schalen sitzen in der äußeren Schicht 
des Ostracums, die darauf folgende Schicht ist stets weiß 
oder farblos. Bei den Haliotiden ist die äußere Schicht 
des Ostracums eine oft sehr lebhaft und ausgesprochen 
gefärbte Porzellanlage, die innere ist Perlmutter: dabei- 
ist die Abgrenzung gegen das- ja ebenfalls aus Perlmutter 
bestehende Hypostracum hier schwer wahrzunehmen. 
Leichter ist dies bei Trochus, wo das Hypostracum in 
einiger Entfernung vom Rande anfängt und die oberen 
Windungen ganz ausfüllt, während das Ostracum aus 
einer äußeren pigmentierten porzellanartigen Kalk- und 
einer inneren Perlmutterlage besteht. Die Porzellanschicht 
wird bei den Schnecken meist als aus drei Lagen bestehend 



192 



H. Schwitzer. 



angegeben; es kommen aber Abweichungen vor. Ihr 
innerer Aufbau scheint stets derselbe zu sein wie ihn 
Rose und genauer v. Nathusius an Strombus fest- 
gestellt haben. Das Element ist eine Kalkfibrille, mehr 
oder weniger auf ein Aragonitindividuum zurückführbar, 
umgeben von einem organischen Conchinhäutchen, ent- 
standen, wie man annimmt, aus einem Kalkalbuminat, 
das sich nach der Sekretion in eine gerinnende organische 
Außenmembran und den erhärtenden, mehr oder weniger 
einheitlich krystallisierenden Kalk zerlegt. Mit Rücksicht 
auf das hohe Molekulargewicht der Eiweißkörper und auf 
den hohen Gehalt der Schalen an Kalk ist jedoch die 
Entstehung des Schalengewebes auf dem Wege über ein 
Kalkalbuminat in der angedeuteten Weise wenigstens 
meiner Ansicht nach, höchst unwahrscheinlich. 

Die Kalkfibrillen sind in den drei Lagen in eigentüm- 
licher Weise angeordnet. Auf einem Schnitt parallel zur 
Schalenmündung zeigt die äußere und die innere Lage 
schräge Linien, die sich unter einem Winkel von ca. 90" 
kreuzen und gegen die mittlere Lage unter ca. 45 ^ geneigt 
sind; die Mittelschicht zeigt aufrecht resp. senkrecht 
stehenden Prismen oder Säulen mit feinen Queriinien. 
Auf einem Schnitt senkrecht zum vorigen, also in der 
Längsrichtung der Schale, ist es umgekehrt, die äußere 
und die innere Lage erscheinen prismatisch, die mittlere 
dagegen gekreuzt. Die Erklärung ist nach v. Nathusius, 
daß die Fibrillen zu Platten vereinigt sind, die senkrecht 
zur Schalenoberfiäche stehen, wobei die Fibrillen schräg 
dazu unter 45° angeordnet sind und zwar in den benach- 
barten Platten je nach entgegengesetzter Richtung ein- 
fallend und sich somit kreuzend. In der Außen- und 
Innenschicht stehen die Platten parallel zu der Längs- 
richtung der Schneckenschale und in der Mittelschicht 
senkrecht dazu. 

Bei den Muscheln besteht der kalkige Teil der Schalen 
meist aus zwei Schichten; die äußere von den Mantel- 
rändern abgesonderte, man könnte sie ebenfalls Porzellan- 
schicht heißen, ist aus prismatischen, mit kohlensaurem 



über Perlmutter. 



193 



Kalk angefüllten Zellen gebildet, die senkrecht auf der 
Mantelfläche oder zur Schalenoberfläche stehen, die innere 
ist Perlmutter. Bald bildet diese, bald die äußere Schicht 
die Hauptmasse der Schale. Die beiden Schalenhälften 
sind auf ihrer inneren Fläche durch die durch Eindrücke 
sichtbaren Ansätze der Muskeln und an ihrem Eande 
durch eine von den Mantelsäumen ausgehende Oberhaut 
(Epidermis) mit dem Tiere verwachsen. Diese Oberhaut 
überzieht auch die äußere Fläche der Schalen, wird jedoch 
bei vielen Muscheln immer wieder abgerieben. Die Ver- 
bindung der Schalen miteinander geschieht durch ein 
elastisches Band, das Ligament, welches durch seine 
Elastizität die Muschel öffnet, indem es den Schließmuskeln 
entgegenwirkt. Das Ligament kann von dem Tiere nicht 
willkürlich betätigt werden, es ist eigentlich eine tote 
Masse und deshalb klaffen tote Muscheln. Das Ligament 
der Seeperlmuschel wurde von Linne als Helmintholithus 
androdamas zu den Edelsteinen gezählt und tand in ge- 
trocknetem Zustande wegen seines schönen grünblauen 
(rlanzes zu Juwelierarbeiten Verwendung; jedoch da es 
wenig fest ist und sehr rissig wird, nur in kleinen Stückchen 
2u Rmgsteinchen und dergleichen. Bei der Seeperlmuschel 
ist die Säulenschicht sehr schön entwickelt; schon mit 
bloßem Auge kann man an der Außenschale das kurz- 
laserige Gefüge der einzelnen Lagen der Säulenschicht 
erkennen, die sich nicht gleichmäßig über die ganze Schale 
nisbreiten, sondern sich in einzelnen Absätzen treppen- 
i jrmig und blätterig bis an ihren Rand vorschieben. 
Dieser ist stets auf eine nicht unbeträchtliche Breite von 
Perlmutter frei und besteht bloß aus Säulenschicht, die in 
<3er Faserrichtung wenig Zusammenhang hat und daher 
leicht bricht. Deshalb sind die Stücke des Handels am 
Bande gewöhnlich stark beschädigt, zackig ausgebrochen 
und von Sprüngen durchzogen, die oft tief in die Schale 
hmeinreichen und natürlich ihren Gebrauchswert herab- 
setzen. 

Die Perlmutterschicht der Weichtierschalen ist chemisch 
der Porzellanschicht wohl genau gleich zusammengesetzt. 

18 



194 



H. Schwitzer. 



Der Unterschied liegt in dem wesentlich verschiedenen 
Gefüge dieser Schicht, welches die besonderen Eigentüm- 
lichkeiten namentlich den Glanz hauptsächlich begründet, 
wenngleich die vermutete und behauptete Anwesenheit 
von Aragonit in der einen und Calcit in der anderen 
Schicht, auch nicht ohne Einfluß sein dürfte. Der Perl- 
mutterglanz ist ein spezifischer Glanz, zu dem bei ver- 
schiedenen Schalen noch ein mehr oder weniger lebhaftes 
Farbenspiel kommt, das in den Schalen mehrerer Arten 
von Haliotis den Gipfel der Lebhaftigkeit, Buntheit und 
Pracht erreicht. Das Farbenspiel ist Interferenzerscheinung 
und rührt nicht von Farbstoffen her. Für die mäßig 
irisierenden Schalen ist dies selbstverständlich, wird aber 
auch z. B. für das intensive Kupferrot, Goldgelb, Gold- 
käfergrün von Haliotis fm- angenommen, obwohl Winter 
beim Auflösen dieser Schalen in Säuren einen unlöslichen 
blauen resp. grünen Farbstoff, bezw. blau, resp. grün 
gefärbtes Conchin gefunden haben will. 

Die Perlmutter ist ein starres und sprödes Material, 
das leicht splittert und bricht. Entsprechend ihrer 
chemischen Zusammensetzung wird sie schon von schwachen 
Säuren angegriffen ; Alkalien greifen ihr organisches Gerüst 
an; die Schalen werden mürbe und zerfallen. 

Vielfach wird Irisiren und Perlmutterglanz für gleich- 
bedeutend gehalten und das Farbenspiel als das hervor- 
stechendste Kennzeichen und die wertvollste Eigenschaft 
der Perlmutter betrachtet. Das ist Irrtum. Der Perl- 
mutterglanz ist ein mild leuchtender, seidiger, und dabei 
fast silbrig-metallischer Glanz ohne Farbenspiel, wie er 
in seiner reinsten Ausbildung an den geschätztesten Vor- 
kommnissen der echten Seeperlmuschel, den „rein weißen*' \) 
westaustraUschen, Macassar- usw. Schalen und an den 
besten echten Perlen auftritt. Die rein weißen Schalen 

^) Die Bezeichnung „reinweiß" ist nicht wörtlich zu nehmen, 
da in Wirklichkeit wohl bei einer Porzellanschic!. t, niemals aber bei 
Perlmutter von reinweißer Farbe gesprochen werden kann. „Eeio weiß" 
ist Handelsbezeichnung für jene Sorten und Vorkommnisse, welche 
so weiß sind, als es Perlmütter überhaupt sein kann, ohne jede 
gelbliche, graue oder sonstige Verfärbung oder Mißfarbe. 



stehen daher am höchsten im Preise, jede Spur von 
-barbung drückt ihn erheblich herunter. Der höhere Preis 
rührt natürHch nicht allein vom ästhetischen Wohlgefallen 
an der rein weißen Farbe her, sondern hängt auch mit 
der Seltenheit des Vorkommens zusammen. Die sehr stark 
irisierenden Schalen gewisser Haliotis^vten gelten mehr 
als Kuriosität und finden dementsprechende Verwendung. 

Über den Bau der Perlmutterschicht finden sich ver- 
schiedene mit einander nicht übereinstimmende Angaben 
und die damit zusammenhängenden Erklärungen der Ent- 
stehung des eigentümlichen Glanzes zeigen ebenfalls weni^ 
Ubereinstimmung. So heißt es unter anderem : 

„Der Perlmutterstoff besteht aus einer Menge von 
kalkigen Häuten, die in sehr feine, zarte, geschlängelte 
und gezackte Fältchen gelegt sind und parallel der 
bchalenoberfläche laufen. Durch die Fältelung wird der 
bekannte Perlmutterglanz erzeugt." (Dr. Gustav Jäger in 
„Das Leben im Wasser" pag. 158. Stuttgart, Kosmosverlag) 
„Perlmutter ist wellig faseriger und wellig blättriger 
xvaiiv. 

„Die Perlmutterschicht besteht aus feinen Blättern 
welche nicht ganz paraUel der Oberfläche der Schale 
liegen und auch nicht über sie in einem Stück ausge- 
breitet sind, sondern kleinere, unregelmäßig begrenzte 
Fetzen bilden, so daß überall Ränder derselben an der 
Flache der Perlmutterschicht auslaufen. Darauf, daß ein 
Teil des Lichts gleich von den obersten Blättern, ein 
anderer etwas eindringend, erst von den tieferen zurück- 
geworfen wird, beruht der eigentümliche Glanz- das 
Farbenspiel aber entsteht durch die Interferenz zwische^ 
den Lichtstrahlen, welche von den auslaufenden Rändern 
und denen, welche von deren etwas vertieften Zwischen- 
räumen zurückgeworfen werden.'' 

„Die Perlmutter besteht aus einer Uuzahl von feinen 
zu einander parallelen Blättern, die flächenförmig unter 
einander abgelagert und wellig sind." 

„Die Perlmutterschicht setzt sich aus einer Men^e 
dicht überemanderliegender blätteriger, strukturloser Aus- 

18* 



i 



196 Schwitzer. 



breitungen zusammen, in und zwischen denen Kaik ab- 
gelagert ist." 

Brücke sagt darüber: ., Perlmutter besteht aus sehr 
vielen, sehr dünnen Schichten von organischer Matehe 
und kohlensaurem Kalk. Dieselben sind von ungleicher 
Härte, sodaß, wenn man einen schrägen Schnitt führt und 
diesen poliert, derselbe keine ebene, sondern eine fein 
geriffte Oberfläche darbietet, welche ein System von 
Terrassen mit spiegelnden Stufen darstellt. Durch das 
Abprallen von diesen Stufen werden nun die Strahlen 
gegeneinander verschoben, sodaß im reflektierten Lichte 
nicht mehr überall die Wellenberge mit den Wellenbergen 
und die Wellentäler mit den Wellentälern zusammen- 
fallen Beträot der Unterschied dann 1/2, 1^/2, 

2\'2 usw. von der Länge der Wellen — die Wellenlänge 
gleich der Länge eines ganzen Wellenberges und eines 
ganzen Wellentales zusammengenommen — , so werden nun- 
mehr die Wellenberge des einen Strahles auf die Wellen- 
täler des anderen fallen, und wenn wir annehmen, daß 
beide Strahlen von Hause aus gleich hell sind und daß 
von ihnen gleich viel reflektiert wird, so finden wir, daß 
sie einander auslöschen müssen, indem die Impulse des 
einen überall gleich und entgegengesetzt gerichtet sind 
den Impulsen des anderen. Ein Strahl weißen Lichtes 
kann aber durch einen anderen nie vollständig ausgelöscht 
werden: denn er besteht aus einer Reihe von Lichtsorten, 
die sich durch ihre Schwingungsdauer von einander 
unterscheiden, und da, wo diese am größten ist, im 
äußersten Rot, ist die Wellenlänge fast doppelt so groß, 
als im äußersten Violett. Die Verschiebung mag also wie 
immer groß oder klein sein, stets wird nur ein Teil der 
Farben ausgelöscht oder geschwächt werden. Nun haben 
wir früher gesehen, daß, wenn wir aus dem Weiß eine 
Quantität Licht herausnehmen, die für sich allein irgend 
eine Farbe darstellt, stets eine andere, die complementäre 
oder Ergänzungsfarbe, zurückbleibt. Diese Ergänzungs- 
farben des an jeder Stelle durch die Interferenz getöteten 



über Perlmutter. 



1Ö7 



farbigen Lichtes sind es also, welche wir an der 
Oberfläche eines solchen Perlmntterschnittes wahr- 
nehmen. 

Sir David Brewster drückte eine solche Perlmutter- 
oberfläche in sehr feinem schwarzen Siegellack ab und 
fand, daß dies nun auch ähnliche Farben zeigte, indem 
hier nun auch Reflexionen an einer ähnlichen terrassen- 
förmigen Oberfläche stattfanden. Man verfertigte dann 
Hemd- und Westenknöpfe aus Metall, auf denen man 
feine Furchensysteme und dadurch die der farbigen 
Reflexion dienenden spiegelnden Terrassen hervorbrachte. 
Es waren dies die sogenannten irisierenden Knöpfe. Wenn 
man einen solchen Knopf oder ein entsprechend zuge- 
richtetes Stück Perlmutter langsam bewegt, sodaß sich die 
Richtung des einfallenden Lichtes ändert, so ändern sich 
mit dieser die Größen der Verschiebungen der einzelnen 
Strahlen gegen einander, und damit zugleich die Farben. 
Sie scheinen sich auf der Oberfläche zu bewegen. Man 
sagt Yon solchen Oberflächen, daß sie schillern und nennt 
die Farben Schillerfarben. 

Solche Farben entstehen aber nicht allein durch 
Spiegelung an einer terrassenförmigen Oberfläche : ein 
einziges sehr dünnes, durchsichtiges Blättchen oder eine 
sehr dünne Flüssigkeitsschicht ist zu ihrer Erzeugung hin- 
reichend. Diese Art, sie hervorzubringen, ist noch be- 
lehrender und sie liegt dem Newton 'sehen Farben glase 
zugrunde. 

Was wir von einer sehr dünnen Luftschicht gesehen 
haben, gilt von jeder sehr dünnen Schicht eines durch- 
sichtigen Körpers, welche zwischen Medien liegt, 
in denen sich das Licht rascheroderlangsamer 
fortpflanzt, als in ihr selber. So entstehen z. B. 
ebenso durch Interferenz die Farben der Seifenblasen und 
auch die Farben, w^elche sich durch Ausgießen von Spü- 
licht auf dem Wasser bilden, indem sich eine sehr dünne 
Fettschicht auf demselben ausbreitet. Hierher gehören 
auch die Schillerfarben, welche Perlmutter an seiner 
natürlichen Oberfläche zeigt oder an solchen Schnitten, 



198 



H. Schwitzer. 



die der Schichtung genau parallel geführt und poliert 
sind/'i) 

Was die bezüglichen Verhältnisse bei den Schalen 
der Seeperlmuschel anlangt, so ist zu bemerken: Die 
blätterige Struktur der Perlmutterschicht ist an Schalen- 
bruclistücken in grober Weise schon mit bloßem Auge zu 
bemerken; unter dem Mikroskop sieht man eine Unzahl 
außerordentlich dünner, durchsichtiger Blättchen überein- 
ander liegen, besonders schön an den Kanten feiner 
Splitter. Es erinnert an die Struktur des Glimmers, je- 
doch ist dessen leichte Spaltbarkeit nicht vorhanden. Die 
Blättchen hängen fest an einander; ihre Oberflächen sind 
nicht glänzend glatt wie poliert und eben wie die 
Spaltungsflächen des Grlimmers, sondern uneben, unregel- 
mäßig gefurcht und kraus und oft genarbt. Sie bestehen 
aus sehr viel Calciumcarbonat, das in eigentümlicher 
Weise mit wenig organischer Substanz verbunden ist. 
Das Tier bildet die außerordentlich dünnen Blättchen eins 
nach dem anderen ; es klebt eins fest auf das andere und 
sie liegen mit wohlausgebildeten Grenzflächen aufeinander. 
Der Lichtstrahl dringt also nicht in eine einheitliche 
Masse, sondern trifft auf einen Stapel sehr dünner durch- 
sichtiger Blättchen mit Grenzflächen von besonderer Be- 
schaffenheit und das macht sowohl die Entstehung des 
weißseidig silbrigen Glanzes verständlich, als auch die 
eines Farbenschillers möglich. 

Zur Entstehung des Farbenschillers kann verschiedenes 
beitragen. Es ist anzunehmen, daß zu Lebzeiten des 
Tieres die Schale, die sich ja im Wasser bildet, durch und 
durch feucht ist. Ob sich aber Wasser in zusammen- 
hängenden dünnen Schichten geringerer oder größerer 
Ausdehnung zwischen den Grenzflächen der dünnen 
Blättchen befindet, das beim Austrocknen der Schale 
natürlich durch eine dünne Luftschicht ersetzt werden 
würde, ist fraglich. Immerhin ist das Vorhandensein 
dünnster Luftschichten zwischen den Blättchen nicht aus- 

^) E. Brücke, die Physiologie der Farben. * 2. Aufl. 1887, pag. 
92 bis ICO. 



über Perlmutter. 



199 



zuschließen und dann würden zunächst diese Luftschichten 
als Ursachen des Schillerns in Betracht kommen; außer- 
dem auch noch die Blättchen selbst, falls sie dünn genug 
d. h. dünner als Viooo mm sind. Schließt man die An- 
wesenheit von Luftschichten aus, so kann, wenn die 
Blättchen dünn genug sind, auch das von ihren Grenz- 
flächen wegen deren krauser Beschaffenheit reflektierte 
Licht den Schiller hervorrufen. Wachstumsverzögerungen 
und -Störungen normaler und pathologischer Art können 
die optische Dichte einzelner Schichten beeinflussen und 
mit 'Ursache von FarbenschiUer werden. 

Auf polierten Schliffen quer oder schief zur Schale 
sieht man deutliche Schichtungs- und Trennungslinien, 
welche von den Perlmutterverarbeitern gewöhnlich als 
„Jahresringe" angesprochen werden. An diesen Begren- 
zuDgsflächen einer gröberen Schichtung, nach denen die 
Perlmutter auch gerne spaltet, ist die Anwesenheit dünner 
Luftschichten sehr wahrscheinlich. 

Weiße Seeperlmuschelschalen schillern gewöhnlich 
nicht oder so gut wie nicht, ebenso wenig die guten 
weißen Perlen. Eher ist dies der Fall bei schwarzer 
Perlmutter, namentlich an bestimmten Stellen der Schale. 
Unter dem Mikroskop zeigt die Perlmutter der Seeperl- 
muschel eine so gleichmäßige Beschaffenheit in Schichtung, 
Bau und Wesen der dünnen Blättchen, daß wenigstens 
für diese Schale für Brückes Annahme einer ungleichen 
Härte der Schichten kein Anhaltspunkt vorliegt. 

Es ist daher nicht einzusehen, warum ein schräger 
Schnitt durch die Schale nach dem Polieren keine glatte, 
sondern eine terrassenförmig geriffelte Oberfläche haben 
soll. Ich wiederholte den Versuch mit einem Stück 
schwarzer Perlmutter, führte den Schnitt so schief als 
möglich und um das Entstehen einer „Riffelung" möglichst 
zu vermeiden, schliff und polierte ich ihn normal gegen die 
Schichtungslinien. Auf seiner natürlichen Überfläche 
schillerte das polierte Schalenstück so gut wie nicht, da- 
gegen zeigte der schiefe Schnitt schönen rotgrünen Farben- 
schiller und war bei starker Lupenvergrößerung ganz glatt 



200 



H. Schwitzer. 



bis auf scliwaclie Poliersparen in der Arbeitsrichtung. 
Die Übertragung des Schillers durch Abdruck auf schwarzen J 
Siegellack gelang mir nicht, so oft ich es auch mit Siegel- i 
lack verschiedener Herkunft versuchte. Daraus würde j 
hervorgehen, daß die Farbenerscheinung auf der natiir- j 
liehen Oberfläche der Schale deshalb nicht auftrat, weil die j 
Blättchen dafür zu dick sind. Durch den schiefen Schnittl 
Av erden aber die Enden der-Blättchen keilförmig zugeschärft i 
und dadurch erst die für das Erscheinen des Farbenspiels | 
notwendigen dünnen Schichten hergestellt. , 

Ein Edelsteinhändler veranlaß te mich vor Jahren zul 
dem wenig aussichtsvollen Versuch, eine ein wenig miß-| 
farbige australische Perle von etwa 14 mm Durchmesserf 
zu bleichen. Dabei lockerten sich unglücklicherweise trotz J 
aller Vorsicht die äußersten Schichten, die ich daher mitj 
feinen Instrumenten abtragen mußte, um die Perle wiederf 
in eine verkäufliche Form zu bringen. Die Perle hattel 
keinen Schiller und es zeigte sich, daß die entfernten | 
Schichten relativ dick waren; ferner fand ich, daß die^ 
Schichten meistens nicht um die ganze Perle herumliefen 
und ich mußte daher mit großer Geduld, vieler Mühe und 
Vorsicht Schicht um Schicht so lange abtragen, bis wieder 
eine geschlossene Oberfläche da war. -Gebleicht hatte sich 
die Perle nicht,.ihre Einbuße an Größe war kaum merklich 
Aber die neue Oberfläche des vorher trüben Stückes hatte 
starken Glanz und und die sehr geschätzte graue Farbe 
mit grünlichem Schein. Die vorher auf etwa 1200 Gulden 
= etwa 2040 Mark bewertete Perle war nun wesentlich 
kostbarer geworden; von einem sehr sachverständigen 
Juwelier wurde sie um 3000 Gulden = etwa 5100 Mark 
angekauft. Nicht immer werden natürlich Perlen nach 
innen zu besser; selbsverständlich ist oft das Gegenteil 
der Fall. Oft trifft man beim Bohren, Anschneiden und 
Durchschneiden von Perlen auf eine kalkig-knochenartige 
Masse, die keine Perlmuttersubstanz ist,* hie und da auch 
auf erdige und lehmige Massen. 

Es gibt eine große Zahl perlmutterbildender Wt^ li- 
tiere, aber nur einige wenige Arten sind für gewerbliche 



über Perlmutter. 



201 



und industrielle Zwecke sowie für den Handel von Be- 
deutuDg. Ihre Schalen haben eine wohl ausgebildete 
Perlmutterschicht von jeweils besonderen Eigenschaften 
und sie kommen auch so häutig vor, daß bei vernünftiger 
Ausbeutung der Fundorte ein Mangel an Material so leicht 
nicht eintreten kann. Auch erreichen ihre Schalen meist 
eine erhebliche Größe, was wichtig ist, da eine kleine 
Schale sich nur in beschränkter Weise verwenden läßt. 
Benutzt - wird jedoch nicht nur die Perlmutterschicht, 
sondern jeweils gewöhnlich die ganze Schale, soweit sie 
nicht durch Seewasser und Seeungeziefer von außen her 
angefressen und zermürbt ist. 

Die Perlmutterschalen bilden einen bedeutenden 
Handelsartikel und sind für verschiedene Gewerbe und 
Industrieen von großer Bedeutung. Es werden daraus 
durch Schneiden, Feilen, Drehen, Schleifen und Polieren 
allerlei, meist kleinere Gegenstände hergestellt, die oft, 
wie die Knöpfe, für sich allein als schmückender Gebrauchs- 
gegenstand dienen, oder es wird das Material zur Ver- 
zierung von Metallarbeiten, Holz- urd Lackarbeiten, Ga- 
lanteriewaren aller Art verwendet, um ihnen ein be- 
sonderes schönes und gefälliges Aussehen zu geben. An 
Messeigriffen, Dolch- und Säbelgriffen, Tischbestecken,. 
Operngläsern, eingelegten Schrieinerarbeiten und Musik- 
instrumenten usw. kommt die Perlmutter zu schmückender 
und oft auch künstlerischer Wirkung. Oft werden ganze 
Schalen geschliffen und poliert als Zierrat verwendet, oft 
auch geeignete Muschel- und Schneckenschalen mit An- 
sicliten und Aufschriften verziert in den Bazaren der 
Seebäder usw. als Reiseandenken verkauft. 

Von den Kopffüßern (Cephalopoden) kommt nur eine, 
eine einzige Art zählende Gattung als Perlmutterlieferant in 
Frage, der zu den Tetrabranchiaten gehörende Nautilus. 
Nautilus jpomjpilius kommt im indischen Ozean nicht selten 
vor; seine außen milchweiße Schale hat einen Durch- 
messer von 15—25 cm und ist rotbraun gestreift. Durch Ab- 
beizen mit geeigneten Säuren und Abschleifen legt man 
die Perlmutterschicht frei m:id das nun in den schönsten 



202 



H. Schwitzer. 



Farben schillernde Gehäuse wird ganz oder in Teilstücken 
zur Herstellung von Blumenampeln, Trinkgefäßen und 
anderen Ziergeräten verwendet, zu denen es sich durch 
seine schöne Rundung und Form besonders eignet. 

Die als Perlmutter schalen verwendeten Schnecken ge- 
hören zu den mit ganz besonders schön entwickelter Perl- 
mutterschicht versehenen Gattungen Turho^ Trochus und 
Haliotis^ die zu der Unterabteilung Ehijpidoqlossa (Fächer- 
züngler) der Ordnung Prösobranchiata (Vorderkiemer) der 
Gastropoden zählen, Turho und Trochus (Kreiselschnecken), 
sind aufs nächste miteinander verwandt. Turho^ eigentliche 
Kreiselschnecke, ßundmund, wegen der kreisrunden Mün- 
dung der Schale; Trochus, Eckmund, wegen ihrer nieder- 
gedrückten, eckigen Mündung. Die Schalen beider sind 
kreiseiförmig, bei Trochus mit flacher Basis. Beiden steht 
Haliotis, das Seeohr, sehr nahe. Die Schale von Haliotis 
ist ohrförmig, mit kleinem flachen Gewinde hinten an der 
Seite: die Mündung ist sehr groß, flach ausgebreitet, mit 
Perlmutter bedeckt und mit einer Reihe von Löchern am 
linken Rande versehen, durch welche Verästelangen des 
Fußes des Tieres gehen. Turho^ Trochus und Haliotis 
sind Pflanzenfresser; sie halten sich an den felsigen 
Meeresküsten unter den Seepflanzen auf, hauptsächlich 
Tangen, von denen sie leben. Von Turho gibt es einige 
hundert Arten, von Trochus etwa zweihundert, von Haliotis 
etwa siebzig. Von allen drei Gattungen wird aber haupt- 
sächlich nur je eine Art, die größte und gleichzeitig am 
häufigsten vorkommende, gewerblich benutzt. Von den 
Turbiden ist dies Turho olearius^ der große Ölkrug. Das 
Tier kommt im indischen Archipel vor, hält sich an den 
felsigen Küsten in der Brandung, also an schwerer zu- 
gänglichen Orten auf, hat eine schön gewundene, dicke 
und schwere Schale mit knotigen Wülsten, die eine grüne 
Farbe, einen Durchmesser von 6 bis 22 cm und ein Ge- 
wicht von 125 Gramm bis 2 kg besitzt. Schleift man die 
Schale an, so tritt unter der grün pigmentierten Außen- 
seite der Porzellanschicht zuerst deren weißer Innenteil 
und sodann die prächtige Perlmutterschicht hervor, die 



über Perlmutter. 



203 



ein zartes Farbenspiel in rosa und grünlichen Tönen zeigt. 
Die Schale führt im englischen Handel den Namen ,, Green 
snail shell"; in Frankreich, bei uns und in Osterreich heißt 
sie „Burgos" bezw. ,,Bargosschnecke" wohl auch „Burgos- 
muschel", eine wahrscheinlich aus ,, Turbo" verderbte Be- 
zeichnung. Von Turho olearius stammt die von den 
Chinesen bei ihren eingelegten Arbeiten, lackierten Möbeln 
und sonstigen Lackarbeiten verwendete Perlmutter. Das 
Material eignet sich gut zur Herstellung von besseren 
Knöpfen und wegen der starken, großen, gekrümmten 
Schale zur Herstellung größerer gekrümmter Gegenstände, 
Löfiel, Haarspangen, Gürtelschließen und Spangen, üpurn- 
gläsern und dgl. mehr. Die in Japan zu Knöpfen ver- 
arbeitete „Sazai" dürfte Turho cornutus sein, der dort, 
wenigstens auf dem Lebensmittelmarkt, Sazai genannt 
wird ; vielleicht schließt diese Benennung auch noch andere 
Arten von Turbo ein. Aus der Schale von Turho marmoratus 
werden in Siam Löffel erzeugt. Dort ist übriger s die 
Herstellung von Perlmuttereinlegearbeiten, künstlerisch und 
gewerbhch die Perlmutterkunst der Japaner und Chinesen 
weit überragend, von altersher hoch entwickelt. 

Von den Trochiden liefert nur Trochus nüoticus eine 
für die Perlmutterindustrie in Betracht kommende Schale. 
Sie führt im Handel die Bezeichnung „Trocas", deren 
Zusammenhang mit dem wissenschaftlichen Namen des 
Tieres ohne Zweifel ist. ,, Trocas" hat nicht nur Wichtig- 
keit für die europäische Perlmutterindustrie, sondern ist 
auch ein Hauptrohmaterial für die japanische, die seit 
geraumer Zeit, unterstützt durch niedrige Arbeitslöhne, der 
deutschen und österreichischen, namentlich in der Her- 
stellung billiger Stapelartikel, wie Knöpfen, sehr empfind- 
liche Konkurrenz macht. 

Die Japaner verarbeiten für Knöpfe die folgenden 
Schalen: Takase, Nanko, Awabi, Sazai, Tamagai, Shinju 
oder Lingah. Takase ist Trochus nüoticus, Sazai ist Turho^ 
von Awabi und Shinju (Lingah) wird später die Rede sein. 

Die Schale von Trochus nüoticus ist ziemlich groß, 
dickwandig, schwer, glatt, außen weiß, mit rotbraunen 



204 



H. Schwitzer. 



schiefen Längsstreifen und unten blutrot gefleckt; der 
Durchmesser geht bis 12 cm; Fundort ist der indische 
Archipel. Durch Entfernung der Porzellanschicht wird 
das Perlmuttermaterial der Schnecke freigelegt; es ist 
minderwertiger als Burgos, hat einen eigentümlich glasigen 
Charakter und läßt sich seiner ganzen Art nach nur zu. 
kleineren, namentlich dicken Gegenständen, besonders- 
Knöpfen verarbeiten. 

Die für die Perlmutterindustrie wichtigste HaliotisSiYt 
ist Haliotis gigantPM, auch tuhifera genannt, das große 
^weiße Seerohr. Haliotis lebt in der Strandzone, im seichten 
Wasser dort, wo sie bei der Ebbe nich-fe- aufs Trockne 
gesetzt werden kann. Haliotis gigantea kommt an den 
australischen und ostasiatischen Küsten, namentlich im 
japanischen Meere häufig vor, heißt in Japan ,,Awabi" 
und wird hauptsächlich von dort zu uns gebracht. Die 
Engländer nennen die Schalen „ear shells", bei uns sind 
wegen ihres prächtigen Aussehens die Namen: Goldfisch^ 
Goldmuschel, Goldfischmuschel, üblich. Die Schale von 
Haliotis gigantea ist runzlig, rot, grün und silbrigglänzend 
mit schwach bräunlichgelbem Unterton; ihre Randlöcher 
sind in 5 — 10 mm lange Röhrchen ausgezogen — daher 
„tubifera"; ihr Durchmesser ist 10—20 cm. Das in den 
europäischen Meeren häufige, gemeine oder kleine, weiße 
Seeohr, Haliotis tuberculata^ besitzt eine ähnliche Schale 
von 5 — 7 cm Durchmesser, die nicht verwendet wird ; das 
Tier wird in Italien gegessen (Orecchio di S. Pietro, 
Petersohr). Die „Goldfischschalen" kommen in ,. ge- 
schlagenem" Zustand in den Handel; d. h. der Schalen- 
rand wird bis zu den Löchern weggeschlagen, weil er sich 
zur Fabrikation nicht eignet und weil, wenn er bliebe^ 
höhere Frachtkosten entstehen würden, da eine viel um- 
fangreichere Packung für den Versand nötig wäre. Das 
Besondere an den Haliotis^c)ß.B\QTL ist der ausgesprochene 
Farbenschiller, die große, flache und dabei sehr dünne 
Schale, woraus sich die Verwendung ergiebt; sie eignen 
sich für große und kleine Knöpfe, die dünn sein dürfen, 
.bunte und farbenfreudige Einlagen (Intarsien), Auflagen, 



über Perlmutter. 



205 



Terzierungen usw. an Holzarbeiten, Galanteriewaren und 
besseren Gebrauchsgegenständen aller Art, die größere 
Festigkeit nicht verlangen; die ganzen Schalen geben, 
geschliffen und poliert, schöne Aschenschalen. Zu den- 
selben Zwecken und, wenn man ganz besondere Farben- 
wirkungen erzielen will, werden in geringem Umfange 
noch Haliotis iris, Haliotis sjjlendens, Haliotis rufa und 
Haliotis californica benützt. Die drei letzten kommen an 
der californischen Küste, die erste in Neuseeland vor. 
Haliotis californica, das schwarze Seeohr, hat einen Durch- 
messer von 6 — 18 cm und eine schwarze, richtiger dunkel- 
grüne Porzellanschicht; Haliotis rufa, das rote Seeohr, 
die größte verwendbare Art, hat eine rote Porzellanschicht 
und einen Durchmesser von 14 — 25 cm. 

Haliotis tris, das grüne Seehr und Haliotis splendens^ 
das prächtige Seeohr, zeigen den buntesten und auf- 
fälligsten Farbenschiller in metallischem Gelb, Eot und 
Grün, zu dem bei sj)lendens noch ein prächtiges, tiefes, 
metallisches Blau kommt. Haliotis sjplendens ist groß, der 
Durchmesser 12 — 23 cm. Haliotis iris viel kleiner, der 
Durchmesser 9 — 14 cm. 

Etwa in der Mitte der Haliotissohdüle, befindet sich ein 
rundlicher Fleck (Muskeleindruck) vou 2 bis 4 cm, oft von 
noch größerem Durchmesser, der sich durch seine be- 
sondere holzmaserähnliche Struktur und hohen Glanz aus- 
zeichnet. Hier ist die Schale auch etwas dicker und es 
wird diese Stelle gern besonders verwertet. Die Haliotis- 
schalen bieten in geschliffenem und poliertem Zustande 
«inen prächtigen Anblick ; oft haben sie dann eine wie 
gemasert oder damasziert aussehende Oberfläche, weil die 
Schichten nicht parallel, sondern quer und in allen Rich- 
tungen durcheinanderlaufen. Die Haliotis^Qh.BXQTi sind, wie 
die Weichtierschalen aus der See meistens, im rohen Zu- 
stande außen mehr oder weniger verwittert und oft von 
„Wurmlöchern'' siebartig durchsetzt, was bei diesen dünnen 
Schalen sehr unangenehm ist und sie sehr schwer ver- 
wendbar macht. 

Unter den Muscheln gehören die Perlmutter liefernden 



206 



H. Schwitzer. 



Arten zu 3 einander nahe stehenden Familien, den Fluß- 
muscheln {Uniomdae)^ Miesmuscheln [Mytilidae) und Vogel- 
m Usch ein [Aviculidae). Die Miesmuscheln haben wenig zu 
bedeuten; ein Mytilus kommt für Nebenzwecke unter 
dem Namen „Kakah" in den Handel; von Wichtigkeit 
dagegen sind die Flußmuscheln und von überragender 
Bedeutung die Vogelmuscheln und zwar die Gattung 
Avicula, resp. Meleagrina. 

Avicula (Meleagrina) iy.argar{tifera^ die echte Seeperl- 
muschel in ihren verschiedenen Spielarten, vielleicht auch 
eine oder .einige sehr nahe verwandte Arten, hefern 
die eigentlichen Perlmutter schalen, welche das für die 
gewerbliche Verwendung wertvollste und geschätzteste 
Material sind. Die Schalen von Avicula sind mehr oder 
weniger ungleichklappig, schief mit schuppigen, konzen- 
trischen Blättern, rundlich viereckig; die linke Klappe 
stärker gewölbt als die rechte. Der Schloßrand ist gerade 
und bildet an beiden Enden einen ohrförmigen Fortsatz, 
das hintere Ohr ist nicht deutlich getrennt ; in der rechten 
Klappe befindet sich unter dem kleineren vorderen Ohr 
ein Ausschnitt für den Byssus, die faserige Masse, mit 
welcher sich das Tier an den Meeresboden festheftet. Der 
Durchmesser der Schale variiert zwischen 5 — 30 cm. Die 
Gewinnung der Perlmuschelschalen ist eng mit der Perlen- 
fischerei verknüpft; die Muscheln wurden früher haupt- 
sächlich durch Taucher vom Meeresboden heraufgeholt; 
gegenwärtig führen sich für diesen Zweck besondere Appa- 
rate immer mehr ein. Man fischt die Perlmuschel im 
persischen Grolf, im roten Meer, im indischen Ozean, in 
der Sulu- und Celebessee, bei einigen der polynesischen 
Inseln, im Golfe von Panama, an der californischen und 
an den australischen Küsten. Aus West aus tralien wurden 
1903 für 3 480 000 Mark Perlmuschelschalen exportier!, im 
Gewicht von 900 Tons = 900 000 Kilo, also im durch- 
schnittlichen Wert von 3.87 Mark für das Kilo ; die ge- 
fundenen Perlen hatten einen Wert von etwa 800 000 Mark. 

Nach Deutschland und Oesterreich* werden die Perl- 
muschelschalen, wie auch die sonstige Perlmutter über 



über Perlmutter. 



207 



Hamburg — früher über London — eingeführt. Nach 
ihrer Herkunft, ihrer Größe, Schwere und Stärke, nach 
ihrer Färbung, danach ob sie gesund, d. h. nicht mit Wurm- 
löchern („gestochen") und sonstigen Schäden behaftet sind, 
werden sie benannt, sortiert und entsprechend bewertet. 
E-ein weiße, große, starke und gesunde Schalen stehen am 
höchsten im Preise. Für solche Ware namentlich und für 
die eigentlichen Seeperlmuschelschalen überhaupt, sind in 
den letzten Jahren die Preise fortwährend ganz gewaltig 
in die Höhe gegangen und steigen immer weiter, da aus 
verschiedenen Ursachen große, starke und schöne Schalen 
immer seltener und gesuchter werden. 

Die weißen Schalen sind im Lichte durchscheinend; 
die Säulenschicht auf ihrer Außenseite ist schwachgelb bis 
hellbräunlich gefärbt und ragt am Rande erheblich in 
wechselnder Breite über das Perlmutterteil der Schale 
hinaus. Dieser gewöhnlich beschädigte, miß farbige 
Rand aus Säulenschicht ist wertlos und wird an Schau- 
stücken abgeschliffen (gerandete Schalen). Zieht das Weiß 
des Perlmutterteils der Schale an seinem Rande ins gelb- 
liche, so heißen die Schalen gelbrandig und sind weniger 
wert; noch weiter sinkt ihr Wert, wenn das ganze Weiß 
gelbstichig ist. Bei der „schwarzen" oder „schwarzrandigen" 
Perlmutter ist die Säulenschicht auf der Rückseite und am 
'Rande der Schale schwarz, die Schale ist wenig durch- 
scheinend bis undurchsichtig, das Weiß des Perlmutterteils 
hat einen grauen Ton, sein Rand ist schwärzlich und 
färben schillernd . 

Es gibt auch schwarze Perlen, die jedoch in 
Wirklichkeit nicht schwarz, sondern grau in verschiedenen 
Tönungen sind. Die schwarzen Perlen sind sehr kostbar, 
sie stehen viel höher im Preise als die weißen und werden 
besonders hoch bezahlt, wenn bei hohem Glanz dieser ins 
grünliche geht. Dagegen werden die schwarzen Perlmutter- 
schalen niedriger bewertet als die weißen; gute, große, 
weiße Schalen kosten gegenwärtig ungefähr dreimal so 
viel als gute schwarze. Früher war dies gerade umgekehrt 
und es .verlohnte sich, weiße Perlmutter schwarz zu färben. 



^08 



H. Schwitzer. 



So wurden etwa 1838 auf dem Wiener Markt für den 
österreichischen Zentner (56 kg) schwarze Schalen bis zu 
70 Gulden (119 Mark), für weiße Schalen bloß 20 Gulden 
(34 Mark) bezahlt; also für 100 kg schwarze Schalen 
212 Mark, für weiße 60 Mark, und ein deutscher Färber 
verdiente viel Geld, indem er das Schwarzfärben weißer 
Perlmutterschalen lehrte. Durch Schleifen und Polieren 
erhält bei den weißen Schalen die Innenseite, bei den 
schwarzen die Außenseite die höchste und eigentüm- 
lichste Wirkung; in diesem Sinne werden daher auch die 
Schalen gewöhnlich verarbeitet. 

Im deutschen Handel kommen folgende, nach ihrer 
Herkunft benannte Sorten am häufigsten vor: Westaustralien, 
Sidney, Freemantie, Sharksbay, Tahiti, Fidji, Auckland, 
Bombay, Macassar, Manila, Banda, Flores, Panama; davon 
sind Tahiti, Fidji, Auckland, Banda schwarze, Flores graue 
Schalen. Es ist natürlich dem Laien ganz unmöglich, ein- 
ander nahe stehende Sorten zu unterscheiden; nur durch 
jahrelange Übung kann man sich diese Kenntnis erwerben. 

Die Verwendung der Seeperlmuschel wird dadurch 
bestimmt, daß sie das edelste vorhandene Material ist, daß 
die Schalen sehr flach und verhältnismäßig sehr fest und 
auch in sehr großen und starken Stücken zu haben sind. 

Die bereits erwähnte Lingah ist entschieden keine 
Varietät von Ävicula margaritifera, sondern eine besondere 
Avicula2.v\j. Es sind kleine, dünne Schalen von 5 — 7 cm 
Durchmesser, in der Form der Avicula margaritifera sehr 
ähnlich, durchscheinend, mit schmalem schwarzem Rand 
und mit grauem, gelbrandigem, grünlich und rötlich schil- 
lerndem Perlmutt erteil, auf der Außenseite hellbräunlich 
mit rotbraunen Streifen. Lingah wird in großen Mengen 
aus dem persischen Golf über Hamburg nach Oesterreich 
und Deutschland eingeführt; jährlich ungefähr 3 000 000 Kilo 
im Werte von über 1 000 000 Mark. Die Schale wird, zum 
Teil in Spezialfabriken, zu billigen Trikotagen- und Wäsche- 
knöpfen verarbeitet, die teils im Inland verbraucht, teils 
nach allen Ländern der Welt, mit Ausnahme der Vereinigten 
Staaten von Nordamerika, ausgeführt werden. Die Knöpfe 



über Perlmutter. 



209 



werden in den Liniennummern 12—40 erzeugt und lassen 
sich gut schwarz beizen. Die japanische Perlmutter-Industrie 
verarbeitet Lirigah, dort Shinju genannt, ebenfalls in großen 
Mengen für denselben Zweck. Ahnliche, etwas schwächere 
Schalen, die mit oder neben Lingah verarbeitet werden, 
stammen aus den Gewässern von Colombo und von Venezuela. 
Die Yenezuelamuschel ist nicht grünlich, sondern mehr 
gelblich im Glanz und auch auf der Außenseite hellgelblich. 
„Colombo" ist gegenwärtig nicht zu haben, da in Ceylon die 
Fischerei eingestellt ist, weil durch die stattgehabte Raub- 
fischerei die Bänke erschöpft sind. 

Von den Flußmuscheln (Unionidae) kommt bloß die 
Gattung Unio in Betracht, mit gezähntem Schloß, sehr 
dickwandiger und schwerer Schale, gut entwickelter Perl- 
mutterschicht und dicker olivenfarbener Epidermis. Die 
Wirbel sind gewöhnlich verletzt, wie angefressen. Die 
europäischen Vorkommnisse dieser Süßwasserbewohner, die 
in Nord- und Mitteleuropa nicht sehr seltene Flußper^ 
muschel Marga7'ita7ia margaritifera^ von manchen zu Unio 
gerechnet, mit eingeschlossen, sind jedoch für die Perl- 
mutterindustrie ganz bedeutungslos. Dagegen ist die Gattung 
in verschiedenen Arten in den Seen und Flüssen Nord- 
amerikas so stark und zahlreich vertreten und kommt 
namentlich im Mississippi und seinen Nebenflüssen so 
massenhaft vor, daß hauptsächlich auf dieses Material die 
Perlmutterknopfindüstrie der Vereinigten Staaten gegründet 
ist, die sich seit der Vernichtung des österreichischen 
Imports durch die Mac-Kinley Bill (Zollrevision von 1890) 
gewaltig entwickelt hat und daß überdies die Schalen in 
Mengen zu sehr billigen Preisen exportiert werden können ; 
ihr gemeinsamer Handelsname ist „Mississippi". In den 
Vereinigten Staaten soll es gegen 400 Arten von Fluß- 
muscheln geben, von denen etwa 20 zur Knopffabrikation 
geeignet sind, die im dortigen Handel durch Vulgämamen 
unterschieden werden, wie : Negerhaupt, Sandschale, Hirsch- 
horn, Schmetterling, Taschenbuch usw. Die Muscheln leben 
im seichten Wasser und sind mit geeigneten Apparaten 
leicht zu fangen. Eine mit 30 bis 50 Drahthaken ver- 

14 



210 



H. Schwitzer. 



sehene, etwa 2 Meter lange Eisenstange wird über den 
Grund gezogen; die Haken geraten zwischen die gegen 
den Strom geöffneten Schalen der Muscheln, die sich sofort 
fest schließen und mit dem Apparat aus dem Wasser ge- 
zogen werden. In der Nähe von Boston gab es eine Bank 
von etwa 2000 Meter Länge und 300 Meter Breite, von. 
der allein in 3 Jahren etwa 100 Millionen Muscheln ge- 
fangen worden sein sollen. 

"Wir haben gesehen, daß von den vielen, Perlmutter 
erzeugenden Weichtieren nur einige wenige Arten für die 
Industrie brauchbare Schalen liefern. Diese sind aber ihrer 
Eigenart nach wesentlich von einander verschieden, woraus 
sich auch wesentlich verschiedene Verwendungsmöglich- 
keiten für die einzelnen Arten ergeben. 

Innerhalb dieser Arten macht die Industrie natürlich 
noch weitere Unterschiede, je nachdem für ihre Zwecke 
und Bedürfnisse die einzelnen Yo rkommnisse derselben 
Art mehr oder weniger geeignet und nützlich sind. 
Diese Unterschiede drücken sich am genauesten in den 
Preisen aus, die im Großhandel für die Schalen gezahlt 
werden. 

Laut mir von Hamburgern Importeuren gemachten 
Mitteilungen galten Anfang April 1912 im Großhandel 
für das Kilo Schalen ab Hamburg die folgenden Preise: 



A. weiße Schalen {Avicula sp.). 
australische, sortierte, gesunde, starke, rein- 
weiße, 2—3 Stück auf 1 Kilo . . . M. 9.20 
— sortierte, gesunde, starke, gelbrandig, 



— leicht gestochene, starke, weiße, teil- 
weise gelbrandig, 2 — 3 Stück auf 1 Kilo 7. — 
Macassar, mittelstarke, gesunde, 3 — 4 Stück 



1. Seemuscheln. 



2—3 Stück auf 1 Kilo 



7.50 



auf 1 Kilo 



8.40 



Sidney, mittelstarke, gesunde, 3—4 Stück auf 



1 Kilo 



ri 



8.40 



leichte, mittel, gesunde, 5—6 Stück 
auf 1 Kilo 



II 



850 



über Perlmutter. 



211 



Freemantle, leichte, gesunde, 10 — 12 Stück 



auf 1 Kilo „ 8.80 

Bruch von weißen Schalen „ 6.50 

B. gelbliche Schalen {Avicula sp.) 

Manila M. 5.50 bis 8.— 

Bombay „ 2. — „ 4. — 

^C. geringwertige, weiß-gelbe usw. Schalen 
{Avicula sp.). 

Panama, sortierte gesunde, starke M. 2.50 

— „ „ mittel ..... „230 

— „ „ leichte .... „ 2. — 

— Wurmschalen, bessere Qualität ... ^ 1.70 

— V geringe „ . . . ^ l._ 
Sharksbay (leichte weiß-gelbe Schalen) . . . „—.90 
L in g ah (persische), mittelstarke „ — .40 

— „ leichte n — .30 

D. schwarze Schalen (Avicula sp.). 

Tahiti, große Schalen, etwa 2 — 3 Stück auf 

1 Küo . . M. 3.85 bis 5.— 

— etwa 4 Stück auf 1 Kilo M. 3.40 

— etwa 11—12 Stück auf 1 Küo . . . „ 2.50 

— kleine Schalen (Austern), etwa 14 Stück 

auf 1 Küo „ 2.50 

Auckland M. 3. — bis 5. — 

Fidji „ l._ „ 2.- 

Banda M. 1.— 

Flor es (graue Schalen) „ — .90 

Schwarzer Bruch 180 

2* Flußmuscheln. 

Mississippi {ümo sp.) M. — .30 

3. Schneckenschalen. 

Goldfisch {Haliotis gigantea), gute Qualität . M. 1.60 

— „ „ leichte „ . . „ 1.30 
Burgos {Turbo olearius)^ starke „ 1.60 

V « ' n niittel „ 150 

„ „ n leichte „ 1.20 

Trocas {Trochus nüoticus) „ 1.-^ 

14* 



212 



H. Schwitzer. 



Die Bearbeitung der Perlmutter beginnt mit dem Zerteilen 
und Zerlegen der Schale, eine namentlich bei der teueren 
Seeperlmusohel sehr wichtige Vorarbeit. Das Einteilen 
und Zerlegen geschieht je nach dem Zweck, jedoch so, 
daß möglichst wenig Abfälle entstehen und alle Teile gut 
verwertet werden, wozu eine langjährige Erfahrung gehört. 
Am vorteilhaftesten sind jene Schalen, aus denen man 
größere ebene Flächen oder gerade und lange Streifen er- 
halten kann : man geht hier besonders vorsichtig zu VTerk, 
um nichts unnötig zu zerschneiden. Dicke, kurze Stücke, 
die sich besonders zm- Verarbeitung auf der Drehbank 
eignen, gewinnt man vorzüglich am Schlosse bei großen 
starken Schalen. Das Zerschneiden geschieht mittels einer 
Kreissäge auf der Drehbank oder mit einer gut gehärteten, 
nicht zu langen und breiten Spannsäge mit der Hand, 
wobei die Schale in einen hölzernen Schraubstock fest 
eingespannt und die Säge öfters gefettet wird. Die Stücke 
sind so zu schneiden, daß sie der künftigen Form des 
Gegenstandes möglichst nahe kommen: man entfernt daher 
jetzt schon alle überflüssigen Ecken und unbrauchbaren 
Teile, löcherige und sonst fehlerhafte Stellen. Auch be- 
seitigt man jetzt die äußere, mißfarbige, blättrige, oft'^iem- 
lich starke Kruste mittels Hammer und vorsichtig auf- 
gesetztem scharfgeschhfEenem Meißel. Von der größeren 
oder geringeren Dicke der erhaltenen Stücke hängt es ab, 
ob sie noch weiter in verschiedene, dünnere Blättchen ge- 
spalten werden können. In dieser Beziehung ist die Schale 
um so vorteilhafter, je dicker sie ist, da man dann eine 
größere Anzahl Blättchen erhält. 

Um die einzelnen Stücke, welche noch die natürliche 
Krümmung der Schalen haben, einstweilen aus dem Groben 
zu ebnen, femer um die zum Drehen bestimmten Stücke 
der künftigen Form recht nahe zu bringen, bearbeitet man 
sie zunächst auf einem rotierenden Schleifstein von etwa 
50—60 Ko. Gewicht aus Sandstein von feinstem Korn und 
mittlerer Härte. Geschliffen wird naß ; es ist dies eine 
mühsame und ungesunde Arbeit. 

. Für die weitere Behandlung der so vorgerichteten 



über Perlmutter. 



213 



Perlmutterplatten und Plättchen ist die Arbeit auf der 
Drehbank jeder anderen Bearbeitungsweise vorzuziehen, 
wenn sich Form und Beschaffenheit der anzufertigenden 
Gegenstände hierzu eignen. Auf der Drehbank wird Perl- 
mutter so ziemlich wie jedes andere Material auch be- 
handelt. Das vorgerichtete Plattenstück wird in ein höl- 
zernes Klemmfutter gespannt und mit einem entsprechend 
geschliffenen Drehstahl von passender Form trocken ab- 
gedreht. Ein dem Grabstichel ähnlich hergerichteter Dreh- 
stahl paßt für alle Fälle. 

Die Hauptmenge des gesamten Anfalls an Perlmutter- 
schalen aller Art wird bekanntlich der Knopfindustrie zu- 
geführt. Zur Herstellung von Knöpfen aller Art und 
Größe werden die vorbereiteten Plättchen genau eingeteilt 
und dann runde Plättchen der gewünschten Größe mittels 
des Kronbohrers bei andauernder Benetzung mit Wasser 
ausgedreht, die in der bereits erwähnten Weise geschliffen 
werden. Um die Löcher in die Knöpfe, überhaupt um 
Perlmutter zu bohren, wird mit sehr schnell laufendem 
Bohrer gearbeitet und bei den meist nur kleinen Löchern 
ist eine größere Kraftanwendung nicht zulässig, denn dabei 
könnte das Arbeitsstück leicht springen. Die Knopf plättchen 
werden in ein hohl ausgedrehtes Klemmfutter gespannt 
und dann mit Stahlnadeln die Löcher gebohrt. Im selben 
Sinne arbeitet auch eine Anzahl sehr sinnreich konstruierter 
komplizierter Maschinen, die zwei bis vier Löcher auf 
einmal bohren und dabei noch den Knopf auf der Vorder- 
seite, eventuell auch auf der Rückseite faconieren, d. h. dem 
Plättchen mittels fräsender Messer das verlangte Profil 
geben. Wegen der Gefahr des Zerspringens werden die 
Löcher von den Maschinen öfters auch einzeln eins nach 
dem andern gebohrt. Man kann auch mit einfachen Rollen- 
bohrern oder kleinen Bohrmaschinen bohren, auch mit 
Hilfe der Drehbank, wobei man den auszuübenden Druck 
in der Hand hat. Bei Massenartikeln aber, wenn die 
Knöpfe drei oder vier Löcher haben, kann man nur mit 
den erwähnten Spezialmaschinen billig und vorteilhaft 
arbeiten. 



214 



H. Schwitzer. 



Die Schlußarbeiten, Feinschleifen und Polieren, werden 
bei nicht gedrehten, größeren Perlmutterarbeiten meistens 
aus freier Hand, bei gedrehten Arbeiten meistens auf der 
Drehbank ausgeführt. Zur Entfernung der vom ersten 
Schleifen und dem Drebstahl herrührenden Risse und 
Kratzer nimmt man gepulverten, fein geschlämmten Bims- 
stein, den man feucht auf einen Leinwandlappen, oder ein 
passendes Stück Linden- oder sonstiges gleichmäßiges, 
weiches Holz oder auf Schleifscheiben aus starkem Filz 
aufträgt; öfters ist es auch vorteilhaft und zeitsparend, 
die Risse und Kratzer vor dem Schleifen mit Bimsstein- 
pulver mit dem Schaber zu entfernen. Dem Feinschleifeh 
mit Bimsstein folgt Polieren mit Tripel und Öl ; diese Masse 
muß aber so schnell als möglich wieder entfernt werden, 
weil das Öl die Gegenstände gelb färben und fleckig machen 
kann. Den höchsten Glanz erzielt man durch Polieren 
mit einem dicken Brei aus Tripel und konzentrierter 
Schwefelsäure; der Gegenstand muß aber sofort gereinigt 
und am besten mit Seifenwasser gut gespült werden. 

Perlmutter läßt sich nach verschiedenen Vorschriften 
gut färben ; das Bleichen von Perlmutter dagegen ist eine 
schwierige und wenig Erfolg bringende Arbeit ; am besten 
kam man bisher noch mit Wasserstoffsuperoxyd zurecht. 

Ein für die rationelle Verarbeitung der Muschelschalen 
sehr wichtiges Verfahren wurde seinerzeit in Wien ge- 
funden, üfn der durch die amerikanische Zollpolitik (1890) 
notleidend gewordenen Wiener Perlmutterindustrie aufzu- 
muntern, setzte unter anderem die Wiener Handels- und 
Gewerbekammer Preise aus für neue Verwendungen der 
Perlmutter für Gebrauchsartikel, wie auch zu kunstgewerb- 
lichen Zwecken. Die prämiierten Gegenstände wurden 
Mitte März 1891 in den Eäumen des Niederösterreichischen 
Gewerbevereins in Wien ausgestellt. Der erste Preis wurde 
der Kollektion Furtner zuerkannt. Furtner war es ge- 
lungen ein Verfahren zu erfinden, aus den im natürlichen 
Zustande gekrümmten Schalen flache Streifen und Platten 
herzustellen. Es war bisher unmöglich gewesen, ebene 
Streifen und Platten in dieser Größe aus einem einzigen 



über Perlmutter. 



215 



Stück Perlmutter zu bekommen. Solche mußten aus einer 
Menge kleinerer Stückchen und Stücke zusammengesetzt 
werden, wie sie gerade aus den Schalen annähernd eben 
herauszuholen waren. 

Die von Furtner flachgestreckten Muscheln hatten 
überdies im polierten Zustande einen besonders schönen 
Glanz, verglichen mit nach dem gewöhnlichen Verfahren 
durch Abschleifen geebneten Muschelstücken, da bei diesen 
die sogenannten „Jahresringe" durchschnitten werden, was 
der Wirkung abträglich ist. Die ausgestellten Gegenstände 
erregten das größte Aufsehen : die Erfindung wurde über- 
einstimmend als „epochal für die Bearbeitung der Perl- 
mutter" erklärt. Furtner stellte in Aussicht, die Schalen 
demnächst auch in runde oder zumindest in beliebig ge- 
schwungene Formen zu bringen und man erhoffte sich von 
diesem Verfahren „ganz besonders einen neuen sieghaften 
Aufschwung der Wiener Perlmutterbearbeitung" . Näheres 
über dieses gewiß interessante Verfahren, den starren und 
spröden Stoff plastisch zu machen, konntie ich nicht in 
Erfahrung bringen. 

Die Heimat der gewerblichen Verarbeitung der Perl- 
mutter ist, wie sich denken läßt, der Orient, wo ja auch 
der Rohstoff gefunden wird und wo er heute noch in der 
von altersher gewohnten ursprünglichen Weise Verwendung 
findet ; in den Klöstern Palästinas zu zahlreichen kleineren 
Heiligtümern und religiösen Schmucksachen; in Siam zu 
künstlerischen Einlegearbeiten in Holz ; in China tind be- 
sonders in Japan zur Verzierung von Vasen, Tassen und 
anderen Lackarbeiten. Aus dem Orient kam die Kunst, 
die Perlmutterschalen zu bearbeiten, mit den Kreuzfahrern 
oder vielleicht noch später nach Europa. Die ältesten 
Erzeugnisse, die das Museum für Kunst und Industrie in 
Wien besitzt gehen dem Styl nach auf das XV. Jahr- 
hundert zurück. Es sind zumeist Medaillons, Dosen und 
inkrustierte Prunkgegenstände, insgesamt aber nicht Ar- 

^) Dr. E. Schwiedland, die Wiener Perlmutter-Industrie und 
ihre Krisis. Wien 1891, Verlag des niederösterreichischen Gewerbe- 
vereins, p. 17. 



216 



H. Schwitzer. 



beiten des Drechslerhandwerks, also nicht mit Hilfe der 
Drehbank erzeugt. Zu ihrer Herstellung wurde die Perl- 
mutter mit dem Stahl geschnitten oder graviert, gleichwie 
die Halbedelsteine. Auch die ersten Perlmutterknöpfe, 
aus dem 18. Jahrhundert, wurden nicht auf der Drehbank 
hergestellt, sondern aus der Schale mit der Laubsäge 
her ausgesägt und dann ebenfalls mit der Hand graviert 
oder geschnitten. Interessantes über die historische Ent- 
wicklung der früher in Mitteleuropa führend gewesenen 
und auch jetzt noch mit an erster Stelle stehenden 
Wien,er und österreichischen Perlmutterindustrie teilt Dr. 
E. Schwiedland in seiner bereits zitierten Schrift: .,Die 
Wiener Perlmutterindustrie und ihre Krise" mit, der 
ich für das Vorliegende manches "Wertvolle entnehmen 
konnte. 

Es wurde bereits darauf hingewiesen, daß das Ver- 
arbeiten der Perlmutter, namentUch das Schleifen der 
Schalen, eine ungesunde Arbeit ist. Ich kannte mehrere 
Wiener Perhnutterdrechsler, die diesen Beruf wegen der 
„Perhnutterkrankheit" aufgeben mußten. Einer davon 
vermutete als Verarsacher der Erkrankungen das beim 
Naßschleifen der Schalen verspritzende Schleifwasser. 

Kobert^) gibt über diese Krankheit folgendes an: 
„Unter der Bezeichnung „Knochenentzündung der Perl- 
mutterdrechsler" wurde 1869 von Englisch eine Krank- 
heit beschrieben, welche er sechsmal zu beobachten. 
Gelegenheit gehabt hatte und welche der Phosphofnekrose 
analog verläuft, nur daß sie meist nicht gerade den 
Kiefer, sondern irgend einen Knochen befäUt. 1875 
konnte Gusse nbauer sechs weitere Fälle imd 1885 
Weiss noch 14 Fälle hinzufügen. Alle diese Beobach- 
tungen wurden in Wien gemacht. Im Orte des Welt- 
handels der Perlmutterfabrikation, in Birmingham, konnte 
Hirt keinen Erkrankungsfall ausfindig machen und 
Temme in Hartha (Sachsen) bei 90 Perlmutterdrechslem 
auch keinen; wohl dagegen W. Levy in Berlin 1889 

Kobei t, Lehrbuch der Intoxikaüonen, 2. Aufl. 1906, II. BJ. 
pag. 466. 



über Perlmutter. 



217 



fünf und Gömöry in Ungarn 1901 noch einen. Die 
Erkrankung betrifft besonders jugendliche Individuen. 
Unter reißenden Schmerzen, die denen bei der Osteomy- 
elitis ähnlich sind, schwillt nach mehrjähriger Beschäf- 
tigung mit dem Perlmutterdrechseln ein Knochen an, und 
zwar Klavikel, Unter-, Oberkiefer, alle Röhrenknochen, 
Metacarpus, Schulterblatt, Sternum etc. Die Krankheit 
kann, wenn "die Arbeit ausgesetzt wird, sich zurückbilden; 
im andern Falle macht sie nur zeitweise Stillstand, reci- 
diviert immer wieder und führt schließlich zur Nekrose. 
Die Muscheln, welche zu der Erkrankung Anlaß geben, 
sind: 1. Margaritana s. Ävicula margaritifera^ die echte 
Perlmuschel, 2. Turho marmoratus^ Rundmund oder Burgo- 
muschel, 3. Haliotis gigantea^ das Seeohr. Der Staub, 
welcher beim Drechseln dieser Muscheln entsteht, besteht 
aus 95 Vo kohlensaurem Kalk und 5 7® Konchyolin (Konchin 
von Simroth). Tieren schadet, wie Gussenbauer 
fand, die Einatmung des Staubes nichts. Reguläre 
pharmakologische Versuche über das Konchyolin liegen 
bisher nicht vor, wohl aber ist es vor kurzem von 
Wetzel eingehend chemisch untersucht und als schwefel- 
haltig erkannt worden. Englisch und Gussenbauer 
glauben an Embolien der Knochengefäße durch den von 
der Lunge resorbierten Staub. Hirt hält dies für un- 
wahrscheinlich. Levy sagt, der faulende Schlamm der 
Schleifsteinkästen, welcher den Arbeitern beim Schleifen 
ins Gesicht spritzt, sei die Ursache der Erkrankung. 
Yielleicht enthält er Protozoen. Gute Fabrikhygiene, 
welche Sommerfeld 1899 noch vermißte, wird die 
Krankheit verschwinden lassen." 



^) Hier irrt Kobert. Turbo und HaliOtis sind Schnecken. 



218 



H. Penndorf. 




Die Lagerangsverhältnisse in der Ziegeleigrube zu Wolfsanger. 219 



Die Lagerungsverhältnisse in der Ziegeleigrube 
zu Wolfsanger bei Cassel. 

H. Penn dorf- Cassel. 
(Hierzu 2 Figuren.) 

Gelegentlich einer geologischen Wanderung des V. f. N. 
im Sommer 1919 im Gelände nördlich von Cassel machte 
Herr Rektor Keller- Cassel die Teilnehmer auf das eigen- 
tümliche Auftreten einer starken Lage feinen Sandes im 
Liegenden des Lehmes in der Ziegeleigrube Wolfsanger 
aufmerksam. Da schon eine flüchtige Besichtigung dieses 
jüngeren Aufschlusses eine Reihe Unterschiede in der 
Schichtführung gegenüber sämtlichen anderen Ziegelei- 
gruben in der Umgebung Cassels ergab, mag eine klärende 
Darstellung der geologischen Verhältnisse dieser ÖrtHch- 
keit im folgenden versucht werden. 

Die Grube liegt am N.-Rande des Dorfes Wolfsanger 
am W.-Hange einer kleinen Talung, die nordwärts in die 
weite Diluvialhochfläche hinaufzieht. Das Diluvium des 
Casseler Beckens besteht durchweg aus Schottern und auf- 
lagerndem Lehm. Eine scharfe Trennung in Löß und 
„geschichteten Lehm" war nach den Erläuterungen der 
fraglichen Blätter im Casseler Becken bisher nicht mög- 
lich. Die zahlreichen Ziegeleigruben vor dem Holländischen 
Tore wie auch die der nahegelegenen Quellhöfe führen, 
wie einwandfrei durch das Vorhandensein der typischen 
Lößschnecken — Helix hispida L., Pupa muscorum 
L. und Succinea oblonga Drap — nachgewiesen ist, 
den Löß, also ungeschichteten, kalkhaltigen, in der Steppe 
durch Wind aufgehäuften Staub aus feinsten Ton-, Kalk- 
und Sandteilchen. Bei dem Lehmlager der Möncheberger 
Gewerkschaft ist es nicht sicher, ob Löß oder „geschich- 
teter Lehm" ansteht. In der Ziegeleigrube Wolfsanger 
wird eine etwa 9 m starke Lehmschicht (Fig, 1) abgebaut, 



Die Lagerangsverhältnisse in der Ziegeleigrube zu Wolfsanger. 221 



die sich durch deutliche Schichtung auszeichnet, in der 
dünne Lagen von gelbem Lehm, graugrünem und rot- 
braunem Ton und rötlichem Sand wechsellagern, die mit 
fein zerteilten Kohleschmitzchen durchsetzt sind. Dem 
Lehm fehlt der Kalk und die oben genannten Land- 
schnecken. Wir haben es hier mit „geschichtetem Lehm" 
zu tun, der sich in kaum bewegtem Wasser abgesetzt haf. 
Die nicht geringe Mächtigkeit und die Gleichförmigkeit 
dieser Lehmschicht läßt auf eine langanhaltende Un- 
veränderlichkeit der Wasserverhältnisse schließen. Wie 
Fig. 1 zeigt sind in der Grube auch noch andere Ablage- 
rungen aufgeschlossen worden. Die unterste entblößte 
Schicht führt die sogenannten Fulda-Edderschotter in einer 
Mächtigkeit bis zu 0,60 m. Sie setzen sich zusammen aus 
Geröllen, die aus den Flußgebieten der Fulda und Edder 
stammen. Sie ruhen, wie ein tiefer Abzugsgraben beweist, 
auf dem oberen Buntsandstein oder Röt und stellen die 
älteste diluviale Schicht dar. Nach oben hin gehen die 
Schotter in Kies über, der seinerseits von einer 3 m mäch- 
tigen Lage feinen rötlichen, deutHch geschichteten Sandes 
abgelöst wird, dem dann die schon gekennzeichnete Lehm- 
schicht aufliegt. Im Hängenden der letzteren folgen ein- 
ander Kiese und Lehme von verschiedener Mächtigkeit, 
die ihrerseits von einer 0,40 m starken Lage Fulda-Edder- 
schotters überdeckt werden. Mit ihr hört das Diluvium 
auf, und alluviale Dammerde bildet die Oberfläche. 

Der Abbau der Grube gibt uns somit den Querschnitt 
durch eine rund 15 m mächtige Auflagerung, die während 
des Diluviums von der Fulda geschaffen worden ist. Noch 
klarer aber wird das Bild, wenn wir die Wände des durch 
die Anlage einer Bremsbahn geschaffenen Einschnittes 
(Fig. 2) beobachten. Er verläuft rechtwinklig zum Haupt- 

j stoß an dessen Westende nordsüdlich und steigt nach N. 

i an. Die Stelle, an der die Bahn in gleicher Höhe liegt, 
mit dem Beginn der tertiären Letten (Fig. 2), befindet 
sich etwa 4 m höher als die Sohle der Grube. Die W.- 
Wand des Einschnittes zeigt neben Lehm und Schotter 
noch die bunten Mergel des Eötes, die O.-Wand an Stelle 



222 



H. Penndorf. 



des Rötes tertiäre Ablagerungen (Letten, weißen Sand, 
Kohle und graugrünen Ton), die dem Unteroligozän an- 
gehören. Bei den diluvialen Lagen des Einschnittes fehlen 
gegenüber denen des Hauptstoßes die feinen Sande ; außer- 
dem ist die unterste Schotterlage höher hinaufgerückt. 
Im Röt haben wir den „alten Untergrund" vor uns, dem 
^äter die tertiären und diluvialen Schichten aufgelagert 
wurden. Infolge der Mürbe seines Gesteins war seine 
Oberfläche vielfach durchfurcht. Die ebensowenig wider- 
standsfähigen Tertiärmassen, die das E,öt später bedeckten, 
fielen im Laufe der Zeit größtenteils der Abtragung auch 
wieder zum Opfer; sie hielten sich nur in grösseren Mul- 
den (Ihringshäuser Braunkohlenmulde) oder in kleiuen Tal- 
furchen wie der Rest hier im Einschnitt. In dieses ur- 
sprüngliche Röttälchen ist nun am Ende der Tertiärzeit 
die Fulda eingedrungen, hat dessen Boden mit ihrem 
Schotter überzogen und allmählich, als ihr Wasser aus 
irgendeinem Grunde ruhig floß, die kleine Talung voll- 
ständig mit feinem Sand und „geschichtetem Lehm" aus- 
gefüllt. Als die Sinkstoflfe die Talränder erreicht hatten, 
begann das Wasser wieder schneller zu fließen und Schot- 
ter und Kiese traten an Stelle von Sand und Lehm. Das 
im Einschnitt anstehende Röt bezw. das Unteroligozän 
kennzeichnen also den westlichen Hang des „alten" Eöt- 
tales; gestützt wird diese Annahme außerdem durch das 
plötzliche Emporsteigen der untersten Schotter Schicht auf 
dem Röt bezw. UnteroHgozän gegenüber ihrer Lage im 
ehemaligen Flußbett. 

Etwa 1000 m östlich fällt die eingangs erwähnte Dilu- 
vialhochfläche steil zum jetzigen Fuldatal ab. Das Steil- 
ufer wird hier von den Bänken des Mittleren Buntsand- 
steines gebildet. Letzterer wird, wie die Bruchwand dort, 
bezeugt, ebenfalls von diluvialen Fulda-Edderschottern 
überlagert, denen noch Kiese und etwa 2 m „geschichteten 
Lehmes" folgen. Die hier anstehende Schotter entsprechen 
wegen der gleichen Höhenlage denen an der Basis der 
Ziegeleigrube. Die fehlenden höheren Ablagerungen des 
Diluviums, wie sie die Grube aufweist, werden dort am 



Die Lagerungsverhältnisse in der Ziegeleigrube zu Wolfsanger. 223 



Steilufer der Fulda infolge ungenügenden Schutzes wieder 
abgetragen worden sein. 

Die Quelle auf der Schichtfläche des wasserundurch- 
lässigen Rötes sammelt die im Schotter niedersickernden 
Tagwässer. 

Die Untersuchungen in der Ziegeleigrube Wolfsanger 
haben ergeben: 

1. „Geschichteter Lehm" ist neben Löß im Casseler 
Becken einwandfrei festgestellt. 

2. Die Fulda-Edderschotter im Liegenden und Han- 

genden des ,. geschichteten Lehmes" und feinen 
Sandes beweisen deren Ablagerung durch die Fulda. 

3. Eine Talung im Röt ist von der Fulda benutzt und 

von ihr mit ihren Sinkstoffen ausgefüllt worden. 



224 



Bericht. 



Bericht. 

1. Mitteilungen aus dem Vereinsleben. 

Erstattet von dem Geschäftsführer Dr. Schaefer. 



Der Landesaasschuß für den Regierungsbezirk Cassel 
und die Städtischen Behörden der Residenzstadt Cassel 
bewilligten wieder die üblichen Zuschüsse zu den Kosten, 
die es dem Vereine ermöglichten, seinen Aufgaben wie 
bisher gerecht zu werden. Ihnen sei auch an dieser Stelle 
der herzlichste Dank ausgesprochen. 

Bereits seit dem Herbste 1917 hielten die Vereine für 
Naturkunde und für naturwissenschaftliche Unterhaltung 
ihre Sitzungen gemeinsam ab. Die freundschaftlichen Be- 
ziehungen und die gemeinsame Arbeit haben nun zu einer 
vollständigen Verschmelzung der beiden Vereine geführt. 
Sie wurde vom Vereine für naturwissenschaftliche Unter- 
haltung in der Hauptversammlung vom 28. Februar 1919 
und vom Vereine für Naturkunde in der außerordentlichen 
Hauptversammlung vom 10. März 1919 beschlossen. 

Ferner löste sich die naturwissenschaftliche Vereinigung 
des Casseler Lehrervereins auf. Der größte Teil seiner Mit- 
glieder ist dem Vereine für Naturkunde beigetreten. 

Durch die Doppelverschmelzung hat der Verein so 
viele eifrige Forscher und Freunde der Natur gewonnen, 
daß die Erwartung auf eine erfolgreiche wissenschaftliche 
Vereinstätigkeit berechtigt erscheint. 

Möge der Verein unter dem Namen „Verein für Natur- 
kunde (seit 1919 vereinigt mit dem Verein für natur- 
wissenschaftliche Unterhaltung)" weiter blühen, wachsen 
und gedeihen. 



Bericht. 



225 



2. Mitgliederbestand. 

Vereins j ahr 1916/17. 
Als wirkliches MitgHed wurde in den Verein aufgenommen : 
Am 21. Januar 1917 Herr Ingeniör Rudolf Klipfei. 
Es traten aus: 

Die wirklichen Mitglieder 
Wilh. Aver dam verzogen; Wilhelm Imhoff; 
Gustav Berneburg: Markwort: 
AdolfEisenberg; FritzXeuser verzogen ; 

Ernst Pahrenholtz: Karl Reichardt; 
Sally Feldstein; Hein r. Schmidtmann: 

Heinrich Heydenreich: Dr. Rudolf Schreiber: 
Hermann Hintz; Max Sichel; 

Walter Hübner; Dr. med. Ludw. Simons. 

Auf dem Felde der Eln^e gefallen sind 

die wirklichen Mitglieder 
Forstassessor Wilhelm Hüesker, Leutnant Ulrich 
und Lehrer Paul Schmidt. 
Durch Tod verlor der Verein folgende wirkliche Mitglieder : 
Gustav Klose (2.2.17) und Fritz Wawra (31.3. 17), 
sowie das Ehrenmitglied Prof. Dr. F. F. Horn- 
stein (25. 3. 17). 

Vereinsjahr 1917/18. 
Als wirkliches Mitglied wurde aufgenommen: 

Am 18. Juni 1917 Herr Vize-Postdirektor MaxKoehler. 
Es traten aus: 

Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. A, Borsch und Kaufmann 
Aug. Hermann. 
Durch Tod verlor der Verein die wirklichen Mitglieder 
Kommerzienrat Georg Rosenzweig und Groß- 
kaufmann C. H. Troß. 

Vereinsjahr 1918/19. 
Als wirkliche Mitglieder traten ein: 
Am 29. Aprü 1918 : 

Herr Erich Fenne 1, Fabrikant. 

15 



226 



Bericht. 



Am 20. Mai 1918: 

Herr Hans Penndorf, Lehrer. 
Am 1. Juli 1918: 

Herr Julius Görges, Effektenhändler. 
Am 20. Januar 1919: 

Herr Christian Ebert, Diplom-Ingeniör. 
Am 17. Februar 1919: 

Herr Otto Schnurre, cand. rer. nat. 
Am 18. März 1919: 

Herr Karl Buschhardt, Lehrer; 
„ Reinh. Hahne, Lehrer ; 
„ Wilhelm Heckmann, Rektor. 
Fräulein Fanny Herrmann, Lehrerin; 
Herr HeinrichKramer, Oberlehrer am Lyzeum ; 
„ Georg Krasske, Lehrer; 
„ Louis Schulze, Gravör; 
„ Kon r ad Selig, Mittelschullehrer; 
„ Oskar Vocke, Lehrer; 
„ Wilhelm Wagner, Lehrer; 
„ Gg. Weber, Mittelschullehrer; 
„ Karl Jacoby, Lehrer. 

Durch Verschmelzung mit dem Verein für naturwissen- 
schaftliche Unterhaltung wurden übernommen 

als Ehrenmitglieder: 
Herr Julius Till, Architekt. Er scheidet damit aus 
der Liste der wirklichen Mitglieder des Vereins für 
Naturkunde aus. 
Herr Joh. Weber, Verlagsbuchhändler. 

Als wirkliche Mitglieder wurden übernommen die in der 
nachfolgenden Liste mit Sternchen bezeichneten Herren. 

Durch Tod verlor der Verein 

die wirklichen Mitglieder: 
Korpsgeneralarzt Dr. med. AHermann; Brauerei- 
direktor Ciaassen; Kommerzienrat K o n r a d 
Crede; Dr. med. Walter Kaiserling in Harles- 
hausen und Oberförster Heinrich Strauß in 
Fritzlar ; 



Bericht. 



227 



und die korrespondierenden Mitglieder: 
Prof. Dr. Friedrich Thomas. in Ohrdruf (f 19. XII. 
1918) und Geh. Reg.-Eat Dr. Georg Gerland, 
Prof. a. D. d. Geographie an der Univ. Straßburg 
(t 16. n. 1919). 

Ihren Austritt aus dem Verein erklärten 

die wirklichen Mitglieder: 
Wilhelm Bopp enhausen; Heinrich Dickert; 
Just. Engeln; Alex. Fiorino; Roh. Krack; 
Ludw. Luckhardt; Wilh. Nageil und Wilh. 
Schmidt. 

Herr Forstmeister Grebe in Veckerhagen wurde 
auf seinen Wunsch aus der Liste der wirklichen Mitglieder 
in die der korrespondierenden Mitglieder übergeführt. 



Vorsitzende : 
Geschäftsführer 



Schriftführer 
Kassenführer 
Bibliothekare 

Beisitzer : 



Vorstand. 

1. St. R. Dr. L. Fennel, 

2. Architekt Till. 

1. St. R. Dr. B. Schaefer, 

2. Vize-Postdirektor H. Bickhardt. 
Lehrer H. Schulz. 

Dr. Brauer. 

1. San. ß. Dr. Ebert, 

2. Klipfei. 

Geh. San. Rat Dr. L.Weber, 
Freiherr v. Berlepsch, 
Oberlehrer Dr. Enders, 
Ing. Chemiker Schwitzer, 
St. R. Dr. Schultz, 
Dr. med. Gg. Alsberg, 
Lehrer Kr am er, 
Lehrer Penndorf. 



15* 



228 



Bericht. 



Verzeichnis der Mitglieder 

nach dem Bestand vom Juli 1919. 

Die Jahreszahlen beziehen sich aut die Zeit des Eintritts 
bezw. der Ernennung. 

a) Ehrenmitglieder* 

1. Herr Till, Julius, Architekt, Cassel. 1919. 

2. „ Weber, Johannes, V^erlagsbuchhändler, Cassel. 

1919. 

b) Wirkliche Mitglieder. 

1. Herr Abt, Nathan, Kaufmann. 1910. 
*2. „ Alsberg, Adolf, Dr. med., Sanitätsrat. 1919. 

3. „ Alsberg, Georg, Dr. med., Kinderarzt. 1905. 

4. Frau Alsberg, Grete. (Dr. Georg.) 1919. 

5. Herr Armbrust, Wilhelm, Geh. Studienrat. 1919. 
*6. „ Arndt, Johannes, Dr. med., Facharzt. 1919. 
*7. y, Arnthal, Ernst, Dr. jur., Justizrat, Rechts- 
anwalt und Notar. 1919. 

8. „ Baumann, Theodor, Fabrikbesitzer. 1904. 

*9. „ V. Behm, Wolfgang, Dr. med., Facharzt. 1919. 

10. „ Berg er, Max, Lehrer. 1919. 

11. „ Freiherr v. Berlepsch, Hans, Ritterguts- 

besitzer, Burg Seebach. 1894. 
*12, „ Bernstein, Moritz, Dr. med., Facharzt. 1919. 
*13. „ Bertelsmann, Richard, Prof. Dr. med. Chir., 

Oberarzt, Rote Kreuz. 1919. 

14. „ Bickhardt, Heinrich, V. Postdirektor. 1911. 

15. „ Biskamp, Friedrich, Rechnungsrat. 1910. 

16. „ Bliesener, Adolf, Branddirektor. 1919. 

17. „ Boppenhausen, Heinrich, Kaufmann. 1911. 
*18. „ Borgell, Heinrich, Landessekretär. 1919. 

19. Fräulein Bornmann, Else, Mittelschullehrerin. 1919. 
*20. Herr Brandenburg, Wilhelm, Dr. med., Facharzt. 
1919. 

21. » Brauer, Kurt, Dr. phil., poliz. vereid. Chemiker. 
' 1912. 



Bericht. 



229 



*22. Herr B r e i t h a u p t , Georg, Dr. pliil., Fabrikant. 1919. 

23. „ Buschhardt, Karl, Lehrer. 1919. 

24. „ Casper, Dr. phil., Studienreferendar, 1919. 

25. Casseler Fischereiverein. 1883. 

26. Herr Christ, Heinrich, Dr. phil., Studienrat. 1893. 

27. „ Cr e d e, *Adam, Kommerziell rat. 1910. 

*28. ^ Dellevie, Theodor, Dr. jur., Rechtsanwalt. 1919. 

29. „ Denss, Karl, Kaufmann. 1911. 

*30. „ D i e t z , Heinrich, Dipl. - Ing., Fabrikdirektor. 
1919. 

31. „ Dippel, Ernst, Studienassessor. 1919. 

*32. „ Ebert, Erwin, Chemiker. 1919. 

33. „ Ebert, Christian, Dipl.-Ing. 1919. 

34. „ Ebert, Hermann, Dr. med., Sanitätsrat. 1894. 

35. „ Eggert, Wilhelm, Betriebsinspektor. 1910. 
*36. „ Ehrenberg, Otto, Kaufmann. 1919. 

*37. „ Ehrenberg, Paul, Fabrikant. 1919. 

38. „ Eisenberg, Theodor, Kaufmann. 1911. 

39. „ Elias, Baruch, Bankier. 1912. 

40. „ End er s, Max, Dr. phil, Oberlehrer. 1909. 

41. „ Ernecke, August F., Architekt. 1913. 

42. „ Ey seil, Adolf, Dr. med., Geh. Sanitätsrat. 1878. 
*43. „ Fackenheim, Siegfried, Dr. med. pr. Arzt. 

1919. 

44. , Fennel, Adolf, Fabrikant. 1903. 

45. „ Fennel, Erich, Fabrikant. 1918. 

4B. „ Fennel, Ludwig, Dr. phil, Studienrat. 1887. 

47. „ Fey , Wilhelm, Dr. med.. Geh. Sanitätsrat. 1899. 

*48. „ Frank, Paul, Dr. med., Facharzt. 1919. 

49. „ Franke, Bernhard, Lehrer. 1919. 

50. „ Freiling, Heinrich, Dr. phil, Oberlehrer. 1912. 

51. „ Friess, Karl, Justizrat. 1901. 

52. „ Gass, Karl, Oberlehrer. 1911. 

53. „ Glässner, Richard, Dr. phil, Geologe. 1912. 
*54. „ Gobiet, Anatole, Ing. 1919. 

55. „ Görges, Julius, Effektenhändler. 1918. 

56. „ G otthelft, Gebr.,Buchdruckereibesitzer. 191L 

57. „ Gruhn, Christian, Rechnungsrat. 1913. 



^30 



Bericht. 



58. Herr Günther, Wilhelm, Dr. phil., Fabrikant. 1910. 

59. „ Hahne, Eeinhold, Lehrer. 1919. 

*60. „ Hartmann, Otto, Dr. med., Facharzt. 1919 
61. „ Heckmann, Wilhelm, Eektor. 1919. 

*62. „ Hiederich, Hans, Dr. phil. , Patentanwalt. 1919. 
63. „ Heermann, Alexander, Generaloberarzt. 1911. 

*64. „ Heinemann, Theodor, Dr. med., Geh. Medi- 
zinalrat. 1919. 

*65. „ Henrici, Hermann, Stadtrat. 1919. 

66. „ Henschel, Karl, Dr. ing. h. c. Geh. Kom- 

merzienrat. 1919. 

67. „ Hentze, Rudolf, Studienassessor. 1914. 

68. Fräulein Herrmann, Fanny, Lehrerin. 1919. 
*69. Herr Hess, Eduard, Mühlenbesitzer. 1919. 

70. „ Hess, Otto, Dr. phil., Oberlehrer. 1910. 
*71. „ Hess, Wilhelm, Optiker. 1919. 
*72. „ V. Holleben, Ernst, Generahnajor a. D. 1919. 

73. „ Huber, Karl, Garteninspektor, Oberzwehren. 

1910. 

74. „ Jacoby, Karl, Lehrer. 1919. 

75. „ Jakobi, Adolf, Privatmann. 1912.1 

*76. „ Jansen, Albert, Dr. med., Sanitätsrat. 1919. 
77. » Joachim, Hermann, Dr. phil., Fabrikdirektor. 
1910. 

*78. „ Jörns, August, Dr. med., pr. Arzt. 1919. 
*79. „ Junge, Konrad, Gartendirektor. 1919. 

80. „ Kaiserling, Gustav, Privatmann. 1891. 

81. „ Kaufmann, Siegfried, pr. Tierarzt. 1910, 
*82. „ Katzenstein, Ludwig, Fabrikant. 1919. 

83. „ Kehm, Wilhelm, Fabrikant. 1906. 

84. „ Kemna, Paul, Apothekenbesitzer. 1910. 
*85. „ Kiel, Karl, Apotheker. 1919. 

86. „ Kleinsteuber, Walter, Telegraphenassistent. 

1912. 

87. „ Klip fei, Eudolf, Ing. 1917. 

*88. „ Koch, Siegmund. Dr. phil., Studienrat. 1919. 
*89. „ Koch, Wilhelm, Ing. 1919. 
90. „ Kochendörffer, Hans, Kaufmann. 1911. 



Bericht. 



231 



91. Herr Köhler, Johannes, Lehrer. 1919. 

92. „ Köhler, Konrad, Fabrikant. 1912. 

93. „ K o eh 1er, Max, y. Postdirektor. 1917. 

94. „ Kölsch, Hermann, Kaufmann. 1910. 

95. „ Koelschtzky, Franz, Dr. med., Sanitätsrat. 

1909. 

96. „ K r a m e r , Heinrich, O.-Lehrer am Lyceum. 1919. 

97. „ Kramer, Wilhelm, Eektor. 1919. 

98. „ Krasske, Georg, Lehrer. 1919. 

99. „ Kress, Julius, Buchdruckereibesitzer. 1911. 
*100. „ Kruse, Franz, Telegrapheninspektor. 1919. 

101. „ Küster, Hermann, Dr. phil., Oberlehrer. 1913. 

*102. „ Kugelmann, Hermann, Kaufmann. 1919. 

103. „. Kunze, Hermann, Studienrat. 1888. 1896. 

1899. 

104. „ Kutter, ßobert, Privatmann. 1903. 

105. „ Laubinger, Karl, Dr. phil., Privatmann. 1895 
*106. „ Leithäuser, Heinrich, Zivil-Ing. 1919. 

107. „ Liesegang, Otto, Buchdruckereibesitzer. 1913. 

*108. „ Loeber, Adalbert, Kaufmann. 1919. 

*109. „ Löwenbaum, Kurt, Bankier. 1919. 

*110. „ Löwenbaum, Leo, BÄnkier. 1919, 

*11L „ Mardorf, Paul, Apothekenbesitzer. 1919. 

112. „ Mardorf, Wilhelm, Apothekenbesitzer. 1911. 

113. „ Mascher, Eichard, Studienrat. 1907. 

114. „ Matthäi, Stabsapotheker. 1913. 

115. „ Mende, Theodor, Oberst z. D. 1896. 
*116. „ Mensing, Wilhelm, Ing. 1919. 
*117. „ Menzler, August, Privatmann. 1919. 

118. „ M er kelb ach, Wilhelm, Dr. phil., Studienrat. 

1880. 

119. „ Meyer, Josef, konz. Marktscheider. 1907. 
*120. „ Meyerhof, Adolf, Privatmann. 1919. 

121. „ Milde, Bernhard, Prof., Architekt. 1907. 

122. „ Mö bring, Paul, Dr. med., Sanitätsrat. 1902. 

123. „ Möhr ing,' Kurt, Dr. med., Facharzt. 1910. 

124. „ Mondon, August, Studienrat. 1906. 

125. „ Mosbacher, Bernhard, Fabrikant. 1910. 



232 



Bericht. 



*126. Herr Mosbacher. Hans, Kaufmann. 1919. 

127. „ Mütze, Peter, Mittelschullehrer. 1910. 
*128. „ Nussbaum, Max, Apotheker. 1919. 
*129. „ Oppenheim, Julius, Dr. med., Sanitätsrat. 
1919. 

♦130. „ Paack, Friedrich, Dr. phil, Fabrikant. 1919. 

131. „ Paulmann, Wilhelm, Dr. phil. 1895. 
*132. „ Pelizaeus, F., Dr. med., Sanitätsrat. 1919. 

133. „ Penndorf, Hans, Lehrer! 1918. 

134. „ Pfalzgraf, Hans, Lehrer in "Wellingerode. 

1914. 

135. „ Pfannkuch. Friedrich, Dr. med., pr. Arzt, 

1904. 

136. „ Plaut, Gustav, Kommerzienrat. 1905. 
=^137. „ Plaut, Max, Dr. jur., Rechtsanwalt. 1919. 

138. „ Plaut, Otto, Gerichtsassessor. 1919. 

139. , Quast, Walter, Studienassessor. 1919. 

140. „ Quehl, Wilhehn, Dr. phil, Geh. Reg.- und 

Schukat. 1911. 

141. „ Rabe 1er, Theodor, Oberlehrer. 1919. 

142. „ Reusch, Albert, Eisenb.- Oberassistent. 1910. 

143. „ Reuse, KÄrl, Kaufmann. 1911. 
*144. „ Rittershaussen, Ad., Ing. 1919. 

145. „ Röse, Alfred, Baurat. 1910. 
*146. „ Rubensohn, Ernst, Fabrikdirektor. 1919. 

147. ,, Rudert, Walter, Amtsgerichtsrat. 1919. 

148. „ Ruppel, Friedrich, Mittelschullehrer. 1919. 

149. „ von Sachs, August, Geh. Reg.-Rat, Direktor 

der Landeskreditkasse. 1910. 

150. „ Schaefer, Bernhard, Dr. phil., Studienrat. 

1902. 

151. „ Schaefer, Heinrich, Privatmann. 1910. 

152. „ Schaefer, Justus, Lehrer. 1919. 

153. „ Scheel, Willi, Hof- Juwelier. 1894. 

154. „ Scheele, Adolf, pr. Zahnarzt. 1907. 

155. „ Schettler, Joh., Reg.-Baurat. 1913. 
n56. „ Scheyhing, Christian, Optiker. 1919. 
*157. „ Schirmer, Fritz, Architekt. 1919. 



Bericht. 



233 



158. Herr Schlaefke, Wilhelm, Dr. med... Geh. Sani- 

tätsrat. 1880. 

159. Schlitzberger, Ed., Veterinärrat. 1910. 
neO. „ Schmalz, Emil, Oberlehrer. 1919. 

161. ^ Schmanck. Gustav. Geh. 'Reg - u. Forstrat. 

1909. 

162. . Schmidt. Joh.. Oberlehrer. 1919. 

163. „ Schmidtm ann, August, Malermeister. 1908. 

164. „ Schmitt, Adolf, Fabrikant. 1911. 

165. „ Schneider, Adolf, Studienrat. 1919. 

*166. „ Schneider, Wilhelm, Apotheker, Wein- 
händler. 1919. 

167. „ Schnell, Ludwig, Fabrikbesitzer. 1910. 

168. .. Schnurre, Otto, cand. rer. nat. 1919. 
*169. ., Scholtz. Artur, Apotheker. 1919. 

170. „ Schornstein, Gustav. Geh. Bergrat. 1908. 

171. ,, Schotten, Ferdinand, Dr. med., pr. Arzt. 1919. 
*172. ., Schroeder, Gustav, pr. Zahnarzt. 1919. 
*173. Schubert, Kurt, Dr. med., Facharzt. 1919. 

174. ., Schütz, Theodor, Kaufmann. 1910. 

*175. Schuh, Heinrich, Dr. ing.. Chemiker. 1919. 

176. .. Schultz, Walter, Dr. phiL, Studienrat 1903. 

177. ., Schulz, Hermann, Lehrer. 1903. 

178. Schulze, Louis, Gravör. 1919. 

*179. Schumann, Wilhelm, Dr. med., pr. Arzt. 1919. 

*180. „ Schwitzer, Hermann, Ing. Chemiker. 1919. 

181. „ Selig, Konrad, MittelschuUehrer. 1919. 

182. „ Sichel, Gustav, Bankier. 1910. 

183. ., Siebert, Karl, Dr. phü., Fabrikant. 1891. 
*184. ., Stern, Ernst, Dr. med., Augenarzt. 1919. 
M85. „ Strauß, Sally, Dr. med., Frauenarzt. 1919. 

186. Süsse, Heinrich, Kaufmann. 1911. 

187. Theiss, Georg, Architekt. 1919. 
*188. ,, Till mann, Paul, Apotheker. 1919. 

189. „ Träber, Julius, Auegärtner. 1911. 

190. „ Yocke, Oskar,. Lehrer. 1919. 
♦191. „ Vogt, Heinrich, Kaufmann. 1919. 

192. „ Wagner, Emil, Brauereidirektor. 1912. 



234 



Bericht. 



193. Herr Wagner, Wilhelm, Lehrer. 1919. 



194. „ V. Wahl, Arwed, Ing., 1908. 

195. „ Freiherr Waitz von Eschen, Friedrich, 

Dr. phil., E-itterguts- u. Bergwerkbesitzer. 1910. 

196. „ Wallach, Moritz, Dr. phil., Großhändler. 1885. 

197. ,, Walther, Konrad, Lehrer, Obervellmar. 1911. 

198. „ Weber, Eduard, Buchdruckereibesitzer. 1910. 

199. „ Weber, Georg, Mittelschullehrer. 1919. 

200. „ Weber, Ludwig, Dr. med., Geh. Sanitätsrat. 

1887. 

201. ,, Weidemey er, Heinrich, Buchdruckereibesitzer. 

1910. 

202. „ Welker, Georg, Eisenb.-Obersekretär. 1910. 

203. „ Wentzell, Ludwig, Brauereidirektor. 1910. 
*204. ,, Wertheim, Leopold, Kaufmann. 1919. 

205. „ Wiederhold, Rudolf, Kunstgärtner. 1911. 

206. ,, Wilke, Richard, Privatmann. 1895. 

207. „ Zimmermann, Hugo, Lehrer. 1919. 

*208. „ Zimmermann,Wilhelm,Zimmermeister.l919. 

c) Korrespondierende Mitglieder. 

1. Herr Anger sb ach, Adam, Studienrat, Weilburg. 

(1890) 1893. 

2. „ Beyschlag, F.H. A., Dr. phü. Prof. Geh. Bergrat, 

wiss. Direktor der Geol. Lahdesanstalt. Berlin. 1896. 

3. „ Blanckenhorn, Max, Dr. phil. Prof. Geologe. 

Marburg. (1890) 1893. 

4. „ Coester, Fr. Wilh., Wirkl. Geh. Oberregierungs- 

rat, Berlin. 1879. 

5. „ Focke, W. 0., Dr. med., Medizinalrat, Bremen. 

1864. 

6. ,, Geisenh ey ner ,Ludwig,Oberlehrer,Kreuznach. 

1911. 

7. „ G r e b e , Karl, Forstmeister, Veckerhagen a. Weser. 

(1908) 1918. 

8. „ Grimme, Arnold, Dr. phil., Kreistierarzt, Kiel. 

(1899) 1910. 



Bericht. 



285 



9. Herr Her tiein, Georg, Oberlehrer, "Wiesbaden. (1905) 
1907. 

10* „ Kathariner, Ludwig, Geh. Eechnungsrat, Min. 
L. D. F., Berlin. (1879) 1890. 

11. ,, Kleinsteuber, Paul, Vize-Telegraphendirektor, 

Berlin. (1901) 1913. 

12. „ Kr aus s, Theodor, Dr. phil., Red. d. „Deutschen 

Landw. Ztg.", Berlin. 1880. 

13. „ Kümmell, Gottfried, Dr. phil., Univ.-Prof., 

Rostock. (1889) 1895. 

14. „ Löscher, Wilhelm, Dr. phil., Oberlehrer, Essen. 

(1910) 1912. 

15. „ Milani, Dr. phil., Oberförster, Eltville. 1896. 

16. „ Müller, Ferdinand, Ober-Telegraphensekretär, 

Fulda. (1901) 1909. 

17. ,, Rathke, Bernhard, Dr. phil., Univ.-Prof. em. 

Marburg, in Meran. (1873) 1877. 

18. „ Roloff, Paul, Studienrat, St. Tönis b. Krefeld. 

1908. 

19. „ Schmiedicke, ytto, Dr. med., Korps-General- 

arzt, Frankfurt a. M. (1889) 1891. 

20. „ S elig mann , G., Privatgelehrter, Coblenz. 1882. 

21. „ Siegert, Ferdinand, Dr. med., Oberstabsarzt, 

Mühlhausen i. Eis. (1888) 1890. 

22. „ Stierlin-Hauser, Dr. phiL, Apotheker, Rigi 

Scheideck. 1892. 

23. Baron Taube v. d. Issen, Otto, Weimar. 
(1892) 1895. 

24. „ Tz schucke, Hugo, Chemiker, Torstedt b. Ham- 

burg. (1891) 1893. 

25. „ Uckermann, Karl. Studienrat, Schöneberg. 

(1891) 1891. 

26. „ Wünn, Postsekretär, Weissenburg i. Eis. (1899) 

1904. 

27. „ Zeiske, Max, Rechnungsrat, Cassel. 1901. 



236 



Bericht. 



3. Bücherei. 



Geschenkt wurden für die Bücherei des Vereins fol- 
gende Schriften: 

1. Max Bl anck enhorn : 

1. Über Buntsandstein, Terfciär u. Basalte aut d. Südhälfte d. 
Bl. Ziegenhain (Niederhessen). (S. A. Jhb. K. Pr. Geol. L. A. 
1914, Bd. XXXV, Tl. II, H. 3). 

2. Die Gliederung der Tertiärbildungen in Niederhessen. (S. A. 
Stzber. Ges. f. ges. Ntw. Marburg 1916. Nr. 2). 

3. Organische, Beste im Mittleren Buntsandstein Hessens. (S.A. 
Stzber. Ges.' f. ges. Ntw. Marburg 1916. Nr. 2). 

4. Zur Erklärung der Eillensteine des Niltals. (S. A. Ztschr. D. 
Geol. Ges., Bd. 68, Jbg. 1916, Mtsber. 1-3). 

2. Dr. Kurt Brauer (Aus dem öffentl.-chem. Laborat.): 

1. Über das Wasserbindungsvermögen von gehärteten Fetten und 
den Wassergebalt daran« hergestellter Margarine. Von Dr. 
Brauer. (Ztschr. f. öffentl. Chemie, Jhg. XXII, H. XIV, 1916). 

2. Beitrag zur Analyse der Zinklegierungen. Von Dr. Mosbacher. 
(S. A. Ztschr. f. öffentl. Chemie, Jhg. 1917, H. VJII). 

3. EiDC einfache Apparatur zur Herstellung von Schwefelwasser- 
stoff- und Wasserstoffgas ir^ Laboratorium. Von Dr. Mos- 
bacher. (S.A. Zeitschr. f. angewandte Chemie, Jhg.30, 1917, Nr. 55). 

4. Über die Entbitterung von Lupinen. Von Dr. Brauer und 
Dr. Loesner. (S. A. Chemiker Ztg. 1917, Nr. 42.) 

5. Ein neues Verfahren zur Anreicherung von Tuberkelbazillen 
im Sputum. Von Dr. Brauer. (S. A. D. Mediz. Wochenschr. 
1918, Nr. 10). 

3. Dr. Adolf Eysell: 

Sacrophaga fuscicauda, ein Darmparasit des Menschen. (S. A. 
Archiv f. Schiffs- u. Tropen-Hygiene, Bd. 18, 1914). 

4. Prof. Dr. L. Fennel: 

1. W. Hermann Wigand: Über Doppelmißbildungen. In Diss. 
Mediz. Fac. Marburg 1855. 

2. Dr. Boveri: Über die Befruchtung der Eier von Ascaris 
megalocephala. (Ber. Ges. f. Morphologie u. Physiol. zu 
München. Jahr ?). 

5. Ludwig Geis enheyner: 

1. Teratologisches und Blütenbiologisches. (S. A. D. Bot. Ges., 
Jhg. 1916, Bd. XXXIV, H. 9). 

2. Über einige Panaschierungen. (S. A. Verh. Bot. Ver. Prov. 
Brandenburg, LIX, 1917). 



Bericht. 



237 



6. C. Grebe: 

Studien zur Biologie u. Geographie der Laubmoose. (S. A. 
Hedwigia, Bd. LIX). 

7. Wilhelm Leonhardt: 

1. Die Orthopteren von Frankfurt a. M. u. einzelnen Gebieten der 
weiteren Umgebung. (S. A. Ber. Vers. Bot. u. Zool. Ver. f. 
Rheinld. u. Westfalen, Jhg. 1913). 

2. Die Odonaten der näheren Umgebung Cassels. (S. A. 7. Jhg. 
Intern. Entom. Ztschr., Guben 1913, Nr. 7). 

3. Beitrag zur Kenntnis der Odonaten-Fauna Vorpommerns. 
(S. A. Entom. Ztschr., Frkf. a. M., XXVIII, Nr. 16). 

4. Ist Lycaena icarus Rott. „ab. melanotosca Pincit." identisch 
mit „ab. arcuata Weymer""? (S. A. Entom. Ztschr., Jhg. XVIII, 
Nr. 9, Guben 1904). 

5. Die Odonaten der Umgebung von Frkf. a. M. (S. A. Ber. Bot. 
Zool. Ver. f. Rheinl. u. Westf , Jhg. 1912). 

6. Beitrag zur Kenntnis der Odonaten -Fauna von Ober-Elsaß. 
(S. A. Ber. Bot. Zool. Ver. f. Rhld. u. V^estf., 1912). 

7. Über einige Lycaeniden -Aberrationen. (S. A. Ent. Ztschr., 
Guben 1904, XVIII, Nr. 14). 

8. Ein ausgestorbener Schmetterling (C/?0'5ö/7/?j//«5 öf/5/7öfr Haw. 
(S. A. „Insekten-Börse", XXI. Jhg., 1904). 

9. Über Lycaena coridon Pode ab. cinnus Hübner. (S. A. 
,,Insekten-Börse", XXII. Jhg., 1905). 

10. Übersicht der Libellen Mitteleuropas, nach Flugzeit geordnet, 
nebst Angaben der Flagorte (Libellen-Kalender). (S. A. Entom. 
Jhb., Jhg. 1911). 

11. Über Lycaena icarus Rott. ab. polyphemus Es^er-melanotosca 
Pincitore. (S. A. Naturalista Siciliano, XVIII, 1905). 

8. W. Loescher: 

Zum Bett des Actinocamax Plenus Blainv. (S. A. Ztschr. 
Geol. Ges., Bd. 68, 1916, Monatsber. 1—3). 

9. B. G. Teubner, Leipzig 1914: 

Forschung und Unterricht, Einblicke in ihre Arbeit. Aus 
Verlagswerken von B. G. Teubner in Lpz. u. Berlin. 

10. Universität Marburg, Geol.-paläontol. Institut: 
Hugo Lieber: Beiträge zur Geologie des E-imberggebietes bei 
Marburg. C. C. Buchners Verlag. Bamberg 1917. 

Der Verein spricht hiermit den gütigen Spendern 
nochmals seinen verbindlichsten Dank aus. 

* * 



238 



Bericlit. 



Angekauft wurden: 

Die entsprechenden Jahrgänge (Lieferung^) von: 

1. Stettiner Entomologische Zeitung. 

2 Naturwissenschaftliche Zeitschrift für Forst- und 
Landwirtschaft, herausg. von Prof. Dr. Karl Frei- 
herr von Tuben f. 

3. Zeitschrift für wissenschaftliche Insekten biologie^ 
herausgegeben von H. Stichel. 

4. Entomologische Blätter, herausg. von Bickhardt. 

5. Conwentz, Beiträge zur Naturdenkmalpflege. 

6. Naturdenkmäler. Vorträge und Aufsätze. Gebr. 
Bornträger, Berlin. 



Bericht. 



239 



4. Übersicht der Vorträge, Mitteilungen 
und Vorlagen. 

Herr Dr. Georg Alsberg sprach am 24. Februar 1919 
über die skorbutartigen Erkrankungen des Kindesalters. 

Herr H. Bickhardt besprach am 13. Januar 1919 die 
von ihm vorgelegten Bücher : K. Escherich, Die 
Ameise und Gräfin v. Linden, Über Parasitismus 
im Tierreich. 

Derselbe legte am 10. Februar 1919 den Band 
166 der Genera Insectorum vor, der die von ihm selbst 
bearbeitete Käferfamilie Histeridae auf 302 Seiten mit 
15 farbigen Tafeln behandelt. Dabei sprach er über 
die Biologie dieser Tiere, die infolge ihrer Lebensweise 
als Schädlingsvertilger (Verfolger von Borkenkäferbrut, 
von E,üsselkäfern an Kokospalmen usw.) zu den für 
den Menschen nützlichen Insekten zu rechnen sind. 

Derselbe legte am 24. Februar 1919 vor und be- 
sprach: Zacher, Die Geradflügler Deutschlands und 
U. Saalas, Die Fichtenkäfer Finnlands. 

Derselbe besprach am 24. März 1919 das von 
ihm vorgelegte Handbuch für Naturfreunde, Bd. II. 

Herr Biskamp legte am 24. Juni 1918 vor: Durchwach- 
sungen von Geranium. 

Derselbe zeigte am 9. September 1918 verbän- 
derte Äster salicifolius von der Werra bei Allendorf 
vor, sowie Berter oa incana von Vöhl. 

Herr Dr. K. Brauer berichtete am 19. Juni 1916 unter 
Vorlage von Material über Zinnfolie, lackierte Zinn- 
folie und Ersatzstoffe für Zinnfolie : Zinnfolie, Neuheit 
bisher nicht so dünn gewalzt, Aluminiumfolie, Staniol- 
papiere. 

Er machte in derselben Sitzung Mitteilung über 
die Verwendung hydrierter Fette bei der Margarine- 
fabrikation. 



240 



Bericht. 



Derselbe berichtete am 13. September 1916 ein- 
gehend über die bakteriologische Nährbödentechnik, 
besonders verbreitete er sich über die Typhus-Diagnose 
mit Hilfe der verschiedenen Nährböden. Zahlreiche 
Nährbödenpräparate wurden vorgelegt, bes. Drigalski- 
Endo-Chinablau und Konporotplatten. 

Derselbe berichtete am 28. Januar 1918 über 
Verwendbarkeit der Lupinen nach Entbitterung. Er 
hat in seinem Laboratorium ein rationelles Entbitte- 
rungsverfahren ausgearbeitet, das im Großbetriebe an- 
gewandt werden kann. Entbitterte Lupinensamen, 
Mehl, sowie Brot daraus wurden vorgelegt. 

Derselbe sprach am 22. April 1918 ausführlich 
über die verschiedenen Methoden zur Anreicherung 
von Bazillen bei Untersuchung von Sputum bei Tuber- 
kulose und machte Mitteilung von einem von ihm 
ausgearbeiteten neuen Verfahren, das sich gut bewährt 
hat. (Geschenk S. A.). 

Derselbe sprach am 24. Juni 1918 nochmals über 
die von ihm ausgearbeitete Methode der Entbitterung 
von Lupinen und berichtete über einen darauf bezüg- 
lichen Artikel von Dr. Gonnermann. Daran schloß 
sich eine Diskussion Dr. Brauer-Schwitzer über 
das Vorhandensein von Saponinen und deren Gift- 
wirkung. 

Derselbe sprach am 28. Oktober 1918 über die 
Tiefenwirkungen bei Explosion von flüssiger Luft, so 
auch von Perchlorsäure. Wenn man sie zu stark ein- 
dampft, erfolgt plötzlich Explosion mit Tiefenwirkung. 

Derselbe verlas in derselben Sitzung einen Ar- 
tikel „Die Chemie im Kriege" aus der Ztschr. f. angew. 
Chemie, 31. Jhg., Nr. 69 (27. Aug. 1918), Übersetzung 
von Chemical Warfare in Nr. 1998 der engl. Ztschr. 
The Chemist and Druggist, der besonders interessant 
ist durch Mitteilung von Einzelheiten über die von 
den Deutschen im Kriege verwendeten Gase nach Major 
S. J. M. Auld im Journal of the Washington Academy 
of Sciences. 



Bericht. 



241 



Ferner berichtete er am 28. Oktober über den 
Vortrag von Prof. P. Debye (Göttingen) über Atom- 
physik. Das Debye-Scherersche Verfahren bietet die 
Möglichkeit, Substanzen in beliebig feiner Verteilung 
auf ihre Struktur hin zu untersuchen. 

Herr Dr. Theodor Dellevie berichtete am 10. Februar 
1919 über die Zensurbestimmungen, die während des 
Krieges über das Heilmittel wesen erlassen waren. 

Herr San. Dr. Ebert zeigte am 16. Juli 1917 ein Pelar- 
gonium vor mit hellen Blüten, von denen sich ein 
Zweig mit dunklen Blüten scharf abhob. Wahrschein- 
lich handelt es sich nach Dr. Schaefer um einen 
Rückschlag. Längere Beobachtung ist zur Entscheidung 
nötig. 

Derselbe liest am 10. Juni 1918 einen kleinen 
Artikel über eine einfache Entlausungsanstalt (durch 
Ameisen) vor. 

Herr Dr. Enders führte am 11. Dezember 1916 eine Reihe 
einfacher Versuche über Luftionen vor. 

Derselbe hielt am 22. Oktober 1917 einen Vor- 
trag mit Versuchen über Jonengleichgewicht bei Salz- 
lösungen. 

Herr A. Fennel legte am 13. Mai 1918 ein von Quecken- 
wiirzeLn durchwachsenes Stück Holz vor. 

Herr Forstmeister Grebe legte am 26. November 1917 
vor: Photographie des Mooses CincUdotus fontinaloides 
von Brick in Hamburg. 

Herr Dr. 0. Hess hielt am 25. Februar 1918 im Physik- 
zinmier der Oberrealschule H einen Experimental- 
vortrag über „Wechselstromversuche". 

Herr Dr. Hornstein sprach am 14. August 1916 über 
Platizität fester Gesteine im Anschluß an die Vorlage 
verzerrter Exemplare von Ceratites nodosus. 

Herr M. Koehler legte am 13. Mai 1918 vor und besprach: 
Alicularia Scolaris (Schrad.) Corda, von ihm ver- 
schiedentlich beobachtet: im Habicht swald, in der 
Söhre und bei Hann. Münden. Seine Hauptverbreitung 

16 



242 



Bericht. 



hat es erst in 1000 m Höhe; da kommt es in Massen- 
vegetation vor. In den Lagen der Umgebung ist es 
steril. Reichlich entwickelt findet es sich am Hühner- 
berg. Ausführlich besprochen wurde die Doppel- 
färbung und die biologische Bedeutung der Rotfärbung» 
Sie dient hier wohl mehr als Schutz gegen starke 
Sonnenbestrahlung denn der Wärmespeicherung. Der 
Farbstoff befindet sich im Zellgerüst, nicht im Zellsaft. 
Versuch: Grüne und rote Pflanzen nebeneinander an 
sonnigem Standort. Die grünen vergehen, während 
die roten weiter gedeihen. Nicht genügend geklärt 
ist die biologische Bedeutung des Vorkommens der 
Ölkörper, die bei Älicularia sehr gut entwickelt sind. 
Stahl nimmt Schutz gegen Pflanzenfraß an. 

Derselbe legte am 24. Juni 1918 vor und be- 
sprach Lemanea fluviatüis vom Eisgraben in der Rhön. 

Im Anschlüsse hieran teilte Herr Dr. Schaefer 
mit, daß er dieselbe Alge am Splitterfall in Thüringen 
gefunden habe. 

Derselbe legte am 23. September 1918 vor: 
Lycojpodium anotinum (L.), gefunden bei der Grund- 
mühle in der Richtung nach Hedemünden. 

Derselbe legte am 24. März 1919 das neu er- 
schienene Handbuch für Naturfreunde I. Bd. vor. 
Herr Kutter ^sprach am 8. Mai 1916 über die Bedeutung 
der prähistorischen Funde am Hohenfels bei Nürnberg. 

Derselbe berichtet am 13. November 1916 über 
seine Beobachtung betr. Abzug von Hirundo rustica. 
Noch Ende Oktober sah er große Scharen dieser Schwalbe 
an der Schönen Aussicht, am Friedrichsplatz und am 
Ständeplatz. 

Derselbe legte am 16. Juli 1917 Mineralienfunde 
aus Schützengräben vor : Bernstein aus dem Osten mit 
charakteristischer Verwitterangsrinde und Markasit aus 
dem Westen. 

Derselbe las am 16. Juli 1917 noch heute zu- 
treffende Charakteristiken von Engländern, Schotten 
und einigen anderen feindlichen Völkern vor aus 



Bericht. 



243 



J. A. C. Lohr: Die Bewohner der Erde und Be- 
schreibung der Völker der Erde. Lpz. 1843. 

Derselbe gab am 24. September 1917 eine Zu- 
sammenstellung der verschiedenen in der Literatur 
geäußerten Meinungen über die Wiege des Menschen- 
geschlechtes im Anschluß an eine Karte, auf der er 
die Örtlichkeiten eingetragen hatte. 

Derselbe machte am 22. Oktober 1917 Mitteilung 
über merkwürdige Vorkommnisse in der hessischen 
Fauna nach gesammelten Zeitungsnotizen: 
Fischotter: Zahl der gefangenen Ottern durch einen * 

Jäger in der Lahn. Gass. .Tagebl. 27. Juni 1916. 
Kampf zwischen Hecht und Otter in der Edder. 

Frkf. Ztg. 8. Febr. 1917. 
Trappe : bei Gudensberg. Gass. Tagebl. 29. Jan. 1917. 
Auerhahn: Angriff auf ein Mädchen. Gass. Tagebl. 

12. März 1912. 
Lachs : Fang eines Lachses in der Fulda. Gass. Tagebl. 

26. Febr. 1914. — Wandern des Lachses in der Fulda. 

Gass. Tagebl. 21. Okt. 1917. 
Hecht: Fang in der Fulda. Gass. Tagebl. 26. Okt. 1916. 
Aal : Lebenszähigkeit eines Aales in der Fulda. Kieler 

Neueste Nachr. 23. Juni 1917. 
Kreuzotter: Vorkommen bei Asmushausen. Gass. Tagebl. 

15. Aug. 1917. 
Schildkröte: Fang bei Schwarzenhasel. Gass. Tagebl. 

15. Okt. 1915. 
Derselbe sprach am 26. November 1917 aus- 
führlich über die Synthese der Edelsteine. 

Derselbe machte am 28. Januar 1918 Mitteilung 
über Einbürgerung von Ren und Muffion in Deutsch- 
land. Nach Zeitungsnotizen. 

Derselbe berichtete am 13. Mai 1818 über das 
Eintreffen von Cypselus apus am 3. Mai. Am 27. April 
in 1917. 

D'er selbe bemerkte am 10. Juni 1918 im An- 
schluß an die Besprechung der Giftwirkungen der 
Oxalsäure nach Genuß von Rhabarbergemüse, mit- 

16* - 



244 Bericht. 



geteilt von Herrn Schwitzer am 13. Mai 1918, daß 
auch vor dem Genuß von Heimatthee gewarnt 
werde, weil Waldmeister darin enthalten sei. Dieser 
wirke wegen des G-ehaltes an Cumarin sehr stark auf 
das Herz. Herr San. -Rat Dr. Ebert bestätio^te, daß 
Cumarin ein Herzgift sei. Herr Dr. Brauer teilte 
mit, daß in den Richtlinien über Ersatzmittel von 
Lebensmitteln Cumarin verboten sei. 

Herr Mardorf berichtete am 13. November 1916 über 
einen Ansiedelungsversuch von Oetodiceras Julianum 
in einem Brunnen becken gleich rechts der alten 
Brücke in Melsungen. Er hat das Moos, das nur in 
den Becken ständig fließender Brunnen vorkommt, 
aus Süddeutschland mitgebracht. 

Herr Dr. Merkelbach hielt am 8. Januar 1917 im 
Physikzimmer der Oberrealschule I einen Experimental- 
vortrag über das verschiedene Sehen mit Zapfen und 
Stäbchen der Netzhaut! 

Herr Prof. Milde legte am 26. November 1917 vor: G-ed. 
Eisen in Basalt vom Bühl, auch angeschliJÖPen, Magnet- 
eisen und Zinklende im Basalt, BergkristaU in Karrar. - 
Marmor, Zinnober von Almaden, Turmalin aus 
Norwegen, eigenartiger Kiesel - Einschluß in Basalt, 
Smaragd in Grlimmerschiefer vom Ural. 

Herr Milde jun. besprach am 9. Dezember 1918 eine 
Platte von Kohlensandstein mit Versteinerungen aus 
dem hangenden Flöz 13, Zeche Zollverein, Schacht 3, 
über die Bedeutung der bergmännischen Bezeichnung 
„Sargdeckel". Von Versteinerungen waren gut zu 
sehen Annularia longifolia und Odontopteris alpina. 

Derselbe legte am 24. März 1919 eine Reihe 
Photographien vor vom Kaliwerk Teutonia in Han- 
nover. Der Abbau ist dort ein anderer als bei den 
Werrawerken. Die Abbildungen betreffen Förder- 
anlagen, elektrische Maschinen, Teufenanzeiger, die 
Fördermaschine, Hängebank, Füllort, Eingang zu den 
Munitionsräumen u. s. f., ferner Abbildungen von den 



Bericht. 



245 



Grubenbauen selbst, die oft recht große Hohlräume 
darstellen, von elektrischen Bohi'maschinen, Mauer- 
arbeiten zum Stützen der Räume. 

In derselben Sitzung sprach er über Verwertung 
des Gichtstaubes der Hochöfen, der früher nicht ver- 
wandt wurde. Derselbe wird jetzt brikettiert und 
dann dem Hochofen zugeführt. Als Bindemittel dienen 
. Asphalt und Pech. 

Ferner legte er Erzbriketts vor von der Oker- 
hütte, Bleierz mit Asphalt, Schlackenbriketts, Stück 
eines melierten Erzes vom Rammelsb.erg bei Goslar, 
mit Kupfererz zusammen verhüttet, ferner ein Stück 
Elektrolytkupfer und Kupfergranalien. 

In der anschließenden Diskussion bemerkt Herr 
Schwitz er, daß die Briketts auch ohne Bindemittel 
hergestellt werden. 
Herr Apotheker Nußbaum hielt am 15. November 1917 
einen Vortrag über ,, Synthese von Heilmitteln". 

Derselbe sprach am 10. Dezember 1917 aus- 
führlich über die Feengrotten bei Salfeld und legte 
daraus vor Diadochit und Bergbutter. 

Herr Dr. Othmer hielt am 14. Juli 1916 als Gast einen 
Vortrag über Zweistoffsysteme. 

Herr Dr. Pelizaeus legte am 23. September 1918 vor 
und besprach die Herstellung von Patronenhülsen aus 
der Munitionsfabrik. 

Derselbe berichtete am 28. Oktober 1918 über 
den Vortrag von Dr. Lepsius auf der Hauptver- 
sammlung Deutscher Chemiker über die Anwendung 
von flüssiger Luft in der Technik. Von großer 
Bedeutung ist die Sprengung mit flüssiger Luft wegen 
der einfachen Technik der Gefahrlosigkeit. Ein mit 
flüssiger Luft gefüllter Kohlenstoffträger in Form einer 
Patrone mit Papier umwickelt, besteht aus Sägemehl, 
Torf, gepulverten, festen Kohlenwasserstoff, Naphtalin, 
Holzkohle u. a., wird in flüssige Luft getaucht und 
saugt sich hier voll. Der Uberschuß von 0. ver- 



246 



Bericht. 



dampft. Während dieser Zeit können die Sprengleute 
sich ruhig zurückziehen. Die Verbrennungsgase sind 
nicht giftig, so daß die Örtlichkeit sofort nach der 
Sprengung betreten werden kann. 

Ferner besprach er in derselben Sitzung den Vor- 
trag von Prof. W ö h 1 e r über die Selbstexplosion von 
Holzkohle in doppelwandigen Gefäßen für die Auf- 
bewahrung flüssigen Sauerstoffs und erwähnt, daß die 
Fabrikanten Möller & Berit ein Thermometer vor- 
zeigten, dessen Flüssigkeit Pentan war, zum Messen 
niederer Te^aperaturen bis 120''. 

Herr Penndorf berichtet am 10. Juni 1918 über die von 
ihm im Sommer 1917 im Zechsteinkalk Niederhessens 
entdeckte Fauna folgendes: 

Bei der Domäne Cornberg südwesthch Sontra wird 
in einem großen Bruch der sogenannte Cornberger 
Sandstein abgebaut, der eine Fazies des „Oberen Rot- 
liegenden" darstellt. Das Hangende desselben bilden 
die Grlieder des „Unteren" und „Mittleren Zechsteins". 
Auf dem Sandstein ruht unmittelbar, da hier das 
Zechsteinkonglomerat fehlt, der Kupferschiefer m einer 
Mächtigkeit von 10 — 20 cm. Nach oben geht derselbe 
über in graue Schiefer, die den Zechsteinkalk einleiten. 
Letzterer wird nach oben immer dickbankiger und 
fester und besteht schKeßHch aus einem dichten, blau- 
schwarzen Kalk, der mit mürberen Lagen wechselt. 
Nach den Erläuterungen zu Blatt Sontra galt der 
Zechsteinkalk als versteinerungslos. Diese Annahme 
mag sich daraus erklären, daß damals — im Jahre 
1876 — der Bruch noch nicht lange bestand und der 
abgeräumte Kalkstein auf der Schutthalde noch wenig 
verwittert war und aus diesem Grunde die Versteine- 
rungen auf den Bruch- bzw. Schichtflächen schwerlich 
zu beobachten waren. Beim Durchklopfen der nun- 
mehr schon Jahrzehnte der Verwitterung ausgesetzten 
Gesteinsbrocken entdeckte der Verfasser eine Reihe 
von Versteinerungen, die teilweise mit der Schale er- 
halten waren. Es wurden bis jetzt gefunden und in 



Beriebt, 



247 



der Sitzung vorgelegt Productus horridus Sow., Spirtfer 
alatus Schloth., Camarophoria Schlotheimi v. Buch, C. 
muJtiplicata, Enompholus exiguus und Crinoidenstiel- 
glieder. Xach diesen Funden ist die Fauna des hessi- 
schen Zechsteinkalkes derjenigen des ostthüringischen 
sehr ähnlich. Auch in einem Bruche dicht südlich 
Rockensüß bei Cornberg fand Vortragender im Zechstein- 
kalk dieselben Versteinerungen. Es wäre nunmehr 
auch der Zechsteinkalk im Gebiet der Werra und des 
Meissners auf etwaige Fossilführung hin zu unter- 
suchen. 

Derselbe legte am 24. Juni 1918 Erze von 
Hohenkirchen vor, die kriegswirtschaftlich von 
Bedeutung sind. Er sprach ausführlich über die 
Geschichte des Abbaues und die geologische Bedeutung. 
Die Eisenerze, darunter auch Manganerz, wurden früher 
in Veckerhagen verhüttet. 

Im Anschluss hieran teilte Herr Dr. Brauer mit, 
daß andauernd Bauern aus Hohenkirchen mit Funden 
kommen und Analysen verlangen. Sie glauben Gold 
gefunden zu haben. 

Andere Funde werden erwähnt von Simmershausen, 
Ittersberg und Gudensberg. 

Herr Fiorino erinnert an das Kupferbergwerk 
bei Eichelsd orf, das vom Preußischen Staate stille ge- 
legt, jetzt aber wieder eröffnet sei. 

Derselbe berichtete am 9. September 1918 über 
Erhaltung von Muschelkalkresten in Grabenversen- 
kungen Niederhessens und legte Versteinerungen vor 
aus dem oberen Muschelkalk von der Bremsbahn am 
Meißner, am Bahnhof bei "Walburg und von Spangen- 
berg. Der obere Muschelkalk ist locker, zerklüftet, 
aufgelöst in Graden. Knochenreste finden sich in allen 
Schichten ; am besten sind sie erhalten in den weichen 
Platten, weshalb man von ,, Knochenbett" spricht. Vor- 
gelegt wurden Nothosaurus, Acrodus lateralis^ Hyho- 
dus longicori's, Saurtchthys lateralis. 

Herr Kutter bemerkt hierzu, daß die große Platte 



248 



Bericht. 



aus der Versandungszone stamme, in der sich Un- 
mengen Ton Muscheln anzuhäufen pflegen. 

Derselbe legte am 23. September 1918 vor und 
besprach das Vorkommen von Ostrea und Gry^hea. 

Derselbe legte am 14. Oktober 1918 verschiedene 
Petrefakten vor. 

Derselbe besprach am 11. November 1918 eine 
Anzahl Gesteine vom westlichen Kriegsschauplatz, die 
ihm von Herrn Prof. Dr. Fennel übergeben wurden. 
Es handelt sich um Kalkgestein des Kimmeridge, 
Stacheln von -Gidares u. a. Steinkern von Chemmtzia 
striata d. Orb. aus dem unteren Kimmeridge von Tailleu 
und Verdun. 

Am 13. Januar 1919 legte derselbe vor die 
Geratiten des oberen deutschen Muschelkalkes : 1. Ger^ 
evolutus E. PhiL Winterberg-Hanstein; 2. Ger. com- 
jpressus E. Phil. Hollenbachersteingraben-Mühlhausen 
i. Thür. ; 3. Ger, Münsteri E. Phil. Üngsterode-Truben- 
hausen-Meißner; 4. Ger. spinosus E. Phil. Steingraben 
bei Dachrieden - Mühlhausen i. Thür.; 5. Ger. enodis 
Qu. von Diemarden bei Göttingen; 6. Ger. nodosus 
Schi. Jugendform Goldbachtal-Ebersdorf-Spangenberg 
u. dgl. von der Bremsbahn Meißner; 7. Ger. inter- 
medius E. Phil. Gülsberg-Meißner ; 8. Ger. dorsoj^lanus 
E.Phil.; 9.0er. 5emipar^iVws Montf.Bremsbahn-Meißner. 

Derselbe legte am 24. März 1919 einen defor- 
mierten Gtratites nodosus aus dem oberen Muschelkalk 
. von Gülsberg bei Walburg am Meißner vor. 

Sodann legte er in derselben Sitzung vor und be- 
sprach „Die Geologie der Heimat" von Prof. Walt her. 

Herr Dr. Schaefer berichtete am 19 Juni 1916 über 
den wissenschaftlichen Ausflug in den Bramwald. 
Daran schloß sich eine Besprechung über die Möglich- 
keit der Verwendung des sogenannten Molkenbodens 
anstelle von Quarzit zu Schmelztiegeln. 

Derselbe berichtete am 11. September 1916 über 
die industrielle Ausbeutung der Hertingshäuser Klippen 



Bericht. 



249 



und die dadurch bewirkte Zerstörung eines Natur- 
denkmals, dessen Schutz zugesagt war. 

Derselbe besprach in derselben Sitzung das 
Moorschutzheft, 2. Heft des 5. Bandes der Beiträge 
zur Naturdenkmalpflege, sowie 0. Hertwig, Das 
Werden der Organismen. 

' Derselbe erstattete am 14. Mai 1917 Bericht 
über Bedrohung des Schutzgebietes bei Sababurg im 
Reinhardswalde darch das Gestüt Beberbeck und die 
bis jetzt geschehenen Schritte zur Abwehr. Der 
Verein beschloß daraufhin, die Eingabe an den Herrn 
Minister mit zu unterzeichnen. 

Am 11. Juni 1917 konnte er dann über den guten 
Erfolg der Eingaben berichten. Der Herr Minister 
hat entschieden, daß das Schutzgebiet erhalten bleibt. 

Derselbe zeigte am 11. Juni 1917 Glasbilder 
vom Basaltbruch am Bühl bei Weimar vor. Im 
Anschlaß hieran sprach Herr Prof. Milde über die 
Bedeutung der Funde von gediegenem Eisen aus 
diesem Basaltbruch. 

Derselbe legte am 11. Juni 1917 vor und be- 
sprach eine Reihe selteijer Gefäßkryptogamen aus 
.Niederhessen und Waldeck, vom Meißner: Equisetum 
pratense am Graben von der Kitzkammer nach Vel- 
meden und an den Teufelslöchern, Equisetum Telmateia 
am Friedrichstollen in verschiedenen Formen und 
Äspidium Braunn^ das er nur noch in einem Busch 
vorgefunden hat, ferner Equisetum pratense aus dem 
Ahnetale und Equisetum Telmateia an der Landstraße 
von Harleshausen nach dem Ahnetalwirtshause bei 
Kilometerstein 10. Ferner legte er vor Aspidium 
lohatum von WilduDgen und anderen nichthessischen 
Standorten, sowie den Bastard Aspidium lohatum X 
Braunil. 

Derselbe berichtete am 24. September 1917 über 
neuere Beobachtungen aus dem Leben der Bisamratte 
in Böhmen nach Mitteilungen in der forstbotanischen 
Zeitschrift. 



250 



Bericht. 



Derselbe machte am 15. November 1917 Mit- 
teilung über Erweiterung des Schutzgebietes Sababurg 
nach Yerf. des Herrn Ministers f. L. D. F. 

Derselbe legte am 26. November 1917 den 
neuesten Band der Züricher Vierteljahrsschr. f. Ntw. 
vor und macht auf die Reichhaltigkeit des Inhalts 
aufmerksam. Er verHest daraus einen anregenden 
Vortrag von Murbeck „über neue Gesichtspunkte 
bei Beurteilung der Entstehung und Verbreitung von 
Kulturpflanzen". 

Derselbe berichtete am 10. Dezember 1917 über 
eine Arbeit von Siegel über Konzeptionsfähigkeit 
und Geschlechtsbestimmung bei Menschen. 

Derselbe berichtete am 11. Februar 1918 über 
folgend.e Arbeiten: 

Steuer: Die Zoologie im Dienste der Seefischerei. 
Heinricher: Der Kampf zwischen Mistel und 

Birnbaum. 

Brunner: Salze des und Blütenfarbstoffe. 
Schumacher: Die Haut des Flußpferdes mit bes. 

Berücksichtigung der Anpassungserscheinungen. 

Derselbe sprach 'am 11. März 1918 ausführlich 
über die Mistel. 

Derselbe legte am 13. Mai 1918 Ixodes Erinacei, 
die Igekecke, vor. 

Derselbe legte am 24. Juni 1918 vor und be- 
sprach Verbänderungen von Reseda odorata und 
Epilohium angustifolium aus dem botanischen Schul- 
garten der Oberrealschule I. 

Am 24. Februar 1919 sprach er über serodia- 
gnostische Untersuchungen über die Verwandtschaft 
verschiedener Pflanzengruppen. 
Herr Geheinarat Schmanck berichtete am 10. Juni 1918 
im Anschluß an die Ausführungen des Herrn Schwitzer 
über Sperrholz über eine wichtige Verwendungvon 
Sperrholz bei der Anfertigung von Schuh sohlen- 
ersatz. 



Bericht. 



251 



Herr Hermann Schulz legte am 19. Juni 1916 vor und 
besprach Früchte von Pinns Jeffereyi A. Murr und 
Bertholletia exelsa Humb. et Bonpl. 

Derselbe berichtete in derselben Sitzung über 
telepatische Experimente von Leo Erichsen gelegent- 
lich eines Vortrages in Cassel. 

»Derselbe sprach am 11. November 1916 im An- 
schluß an Material aus dem Schulgarten der Ober- 
realschule I über die Galle von Eriophyes Schmardai 
Nal. an Campanula rapunculoides L. 

Derselbe hielt am 13. November 1916 unter Vor- 
lage von Material einen Vortrag über den Mais, seinen 
Bau, Kultur und Verwendung. 

Im Anschluß hieran teilte Herr Geh. Rat Eysell 
mit, daß die Pellagrakrankheit nach neueren Fest- 
stellungen nicht durch den Genuß von verdorbenem 
Maismehl, sondern durch ein Insekt veranlaßt wird. 

Derselbe legte am 22. Oktober 1917 vor und 
besprach aus dem botanischen Schulgarten bei Schön- 
feld : Früchte von Martynia formosa ; Maiskolben mit 
Samen verschiedener Formen (Mendelbastarde); Pelorien- 
bildungen an Digitalis purpurea gloxiniaeflora Nort. ; 
ferner eigenartige Ausläuferbildung an einer Kartoffel- 
knolle, unter Winterkartoffeln gefunden von Herrn 
Dr. End er s. 

Derselbe hielt am 14. Januar 1918 und am 
11. Februar 1918 zwei Vorträge: Übersicht über die 
Pilze und über die sexuellen Vorgänge in dieser 
Pflanzenklasse mit besonderer Rücksicht auf die neueren 
Forschungen Knieps über die Entstehung der Basidten. 
Derselbe legte am 11. November 1918 vor und 
i besprach vergrünte Blüten von Tropaeolum majus L. 
I Herr Schulze sprach am 24. März 1919 über Lebens- 
äußerungen niederer Wirbeltiere. 
I Herr Schwitzer sprach am 8. Mai 1916 über die Aus- 
sichten eines vermehrten Hanfanbaues. 

Derselbe sprach am 15. November 1917 über 
Indanthrenblau, den lichtechtesten vorhandenen Färb- 



252 



Bericht. 



Stoff, Abkömmling des Anthracens, und legt mit die- 
sem Farbstoff gefärbte Stoffproben und ferner gefärbte 
Papiergarne vor. 

Derselbe machte am 14. Januar 1918 Mitteilung 
von der Erfindung eines Apparates zur Feststellung 
unterirdischer Wasseradern durch Ingenieur Scher- 
muly in Frankfurt a. M. 

Derselbe zeigte am 28. Januar 1918 große Weber- 
schiffchen aus dem sich hierfür am besten eignenden 
Persimmonholz (Diospyrus virginiana) vor und sprach 
über Eigenschaften dieses Holzes. 

Derselbe sprach am 25. März 1918 im Anschluß 
an einen Zeitungsartikel ausführlich über die englische 
Teerfarbenindustrie. Er legte das schmächtige Muster- 
buch und Verzeichnis eines der bedeutendsten englischen 
Werke, Eead HoUiday & Sons Ltd., Huddersfield, über 
Schwefelfarben vor und zum Vergleiche damit Muster- 
bücher und Verzeichnisse einiger deutscher Werke, so 
Leop. Cassella & Sohn, Frankfurt a. M : „Immedialfarben 
auf Baumwollgarn"; ferner 3 dickleibige Bände: „Die 
Benzidin- Farbstoffe", von den Farbenfabriken vorm. 
Friedr. Bayer & Co., Leverkusen-Köln. Er legte einige 
noch sehr dünne Musterbücher derselben Firmen aus 
den 80 er Jahren vor, um durch Vergleich die seit 
dieser Zeit erfolgte, riesige Entwicklung unserer Farben- 
fabriken zu kennzeichnen. 

Ferner legte er in derselben Sitzung vor: Ged. 
Schwefel aus dem in deutschem Besitz befindlichen 
Schwefelbergwerk nahe dem Gipfel des 5600 m hohen 
Chupiquina in den chilenischen Cordilleren und machte 
Mitteilung von einer Zeitungsnotiz über neue Nickel- 
funde im Kronlande Salzburg. Die Ausbeutung sei 
dort schon einmal, Ende des vorigen Jahrhunderts, 
wegen Kapitalmangels eingestellt worden. Das erz- 
führende Gestein sei Dolomitkalk. 

Derselbe sprach am 22. April 1918 über Färbung 
von Papiergeweben unter Vorlage eines Muster- 
buches der Höchster Farbwerke. Im Anschluß hieran 



Bericht, 



253 



besprach er verschiedene Fälle praktischer Weiter- 
verwendung der bei Herstellung von Cellulose aus 
Holz abfallenden Sulfitlauge. 

Derselbe legte am 13. Mai 1918 ein Brett Sperr- 
holz (Erle) vor, auf welches Druckkatun, aus russischer 
Beute stammend, zur leichteren Handhabung beim 
Verkauf gewickelt war. Er sprach ausführlich über 
die Sperrholzfabrikation — Herstellung dünnerer, sich 
nicht werfender Bretter durch kreuzweises Überein- 
anderleimen von mindestens drei Lagen Holzfourniere — 
im Anschluß an einen Artikel von C. Sehr (Düssel- 
dorf) in der Frankfurter Zeitung vom 18. Mai 1914. 
Auch in Deutschland ist man seit einer Reihe von 
Jahren zur Fabrikation von Sperrholz übergegangen. 
Verarbeitet werden fast sämtliche einheimische und 
ausländische Holzarten. Verwendung findet das Sperr- 
holz in der Möbelfabrikation, im Automobübau, beim 
Waggonbau, zu Flugmaschinen usw. 

Derselbe berichtete am 13. Mai 1918 über die 
Patentbeschreibung des am 14. Januar 1918 besprochenen 
Apparates von Schermuly, angeblich selbsttätiger 
Ersatz für die Wünschelrute. 

Derselbe berichtete am 13. Mai 1918 über Zeitungs- 
nachrichten, wonach Kinder nach dem Genüsse von 
Gemüse aus Rhabarberblättern gestorben 
seien. Er vermutet, daß die in den Blättern und 
Stielen in großer Menge enthaltene giftige Oxalsäure 
die Ursache derartiger Erkrankungen sei. Herr Joh. 
Web er 'teilt mit, daß eine große Familie, die in seiner 
Nähe wohnt, nach dem Genüsse von Rhabarbergemüse 
schwer erkrankt sei, meint aber, daß in den Blättern 
noch andere schädliche Stoffe außer Oxalsäure vor- 
handen seien. 

Derselbe legte am 24. Juni 1918 vor Typha 
latifolia und Garne aus Typhafaser, sprach über 
Textilit, legte Tafeln vor der Deutschen Papiergam- 
gesellschaft zur Erläuterung des Fabrikationsganges 
von Papiergeweben, ausgehend vom zerkleinerten Holz. 



254 



Bericht. 



Ferner legte er sogenannte Küferbinsen vor, 
offenbar ebenfalls von Ty^ha latifolia stammend, die 
von den Küfern bei der Herstellung von Fässern, 
Bottichen und Kufen zum Dichten der Fugen zwischen 
den Dauben und Bodenteilen benutzt werden. 

Derselbe legte am 9. September 1918 Minier- 
mottengänge von Spalierkirschen und Eriojphyes piri 
von Eberesche vor. 

Derselbe legte am 11. November 1918 Bast- 
fasern von Besenginster, Sarothamnus scoparius^ vor 
und berichtete, daß eine Anzahl von Fabriken deren 
Aufschiießung betriebe. 

Ferner legte derselbe in dieser Sitzung Muster- 
tafeln der Badischen Anilin- und Sodafabrik vor über 
gefärbtes Cellulongarn, im Gegensatz zu Papiergarn 
direkt aus Holzcellulose gesponnen, nicht auf dem 
Wege über Papier; dazu Gewebe aus Cellulongarn 
im Stück gefärbt. 

Derselbe berichteie am 11. November 1918 über' 
den Mangel an Fasern für Bürsten und Besen. Es 
ist alles brauchbare, hauptsächlich dem Auslande 
entstammende Material ausgegangen. Was man be- 
kommt, sind Surrogate traurigster Art. Femer be- 
sprach er die im Frieden für diese Zwecke verwendeten 
Faserstoffe, sowie neuere Ersatzstoffe unter Vorlage 
einer Sammlung von Bürsten und Besen. 

Derselbe gibt am 11. November 1918 auf eine 
Anfrage hin Aufschluß über die Herstellung von 
Vulkanfiber. 

Derselbe legte am 24. März 1919 kunstvoll 
gearbeitete Druckmodel, wie sie früher namentlich in 
den Blaudruckereien zum Handdruck benutzt wurden 
und indigoblau gefärbtes Baumwollgewebe mit weiß 
reserviertem Muster vor. Auf das noch weiße Gewebe 
wird die Eeservage (Schutzpapp, Papp, Weißpapp) 
aufgedruckt, welche verhindert, daß beim nachherigen 
Färben die von ihr bedeckten Stellen Farbstoff an- 
nehmen, wodurch das weiße Muster auf blauem Grund 



Bericht. 



255 



entsteht. Das Indigoblau ist im Wasser unlöslich, 
man kann daher damit nicht färben. Durch geeignete 
(alkalische) Reduktionsmittel entsteht daraus Indigo- 
weiß, welches sich in dem anwesenden Ätzkalk, Ätz- 
natron oder auch Ätzkali löst. Diese grünlichgelbe 
Lösung heißt Indigoküpe. In dieser wird das Gewebe 
gefärbt, das heißt in diesem Fall: in bestimmtem 
Wechsel eingetaucht und wieder an die Luft gebracht. 
An der Luft oxydiert sich das Indigoweiß jeweils 
wieder zu Indigoblau, und die Faser ist gefärbt. Die 
Heservage enthält Yerdickungsmittel, auch Pfeifenton 
und Bleisulfat, welche mechanisch wirkend, den 
Zutritt der Farbflüssigkeit zur Faser verhindern, und 
Kupfersalze, welche chemisch wirkend, den Farb- 
stoff durch vorzeitige Oxydation und Ausfällung von 
der Faser fernhalten. Nach dem Färben wird alles 
Überflüssige durch Waschen entfernt. 
Herr Till legte am 15. November 1917 vor und besprach 
Kupfer und solberhaltige Mineralien aus dem Ural. 

Derselbe legte am 28 November 1918 Rochen- 
wirbel vor und wies auf das eigenartige Versteifungs- 
system bei diesen Wirbeln hin. 

Derselbe legte am 9. September 1918 vor Pha- 
sianella striata von Ehrikenberg am Ith, Muscheln von 
Holzminden, Gervülea socialis^ Buntsandsteinplatten 
von Holzminden mit Oberflächenzeichnung, die Trocken- 
rissen entsprechen. 

Am 10. Februar 1919 legte derselbe einen Bein- 
knochen vor, der als Flöte bearbeitet bei einer Aus- 
grabung in Trier in einem Steinkistengrab gefunden 
wurde. 

Herr Joh. Weber berichtete am 13, Mai 1918 über einen 
neuen Standort von Berteroa incana bei Cassel an 
der Losse. 

Derselbe sprach am 26. Juni 1918 über Sporen 
von Algen in Wasserleitungen, über schleimige braune 
Algenfäden auf dem Boden einer Flasche mit Borsäure. 



I 



Date Due